Ur. 271. Abonnement»-Dedinzungen: Abonnement»-Pret» pränumerando! vierteljährl. SLV Mb. monall. I.lvMl., wöchentlich 2S Pfg. frei in» Hau». Einzelne Numm-r s Pfg. Sonntag»- Nummer mir illuNrterier Sonntag»« Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zettung»- Preisliste für lg 00 unter Nr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland s Mark pro Monat. erscheint täglich«utzrr Montag». Vevlinev Volksblskk. 17. Jahrg. Ate Insertion»-GcSllyt terrägi für die fechSgefpallene Koloner» »eile oder deren Raum»0 Pfg, für poliNIche und gewerkschaftliche Verein»- und Versammlung»- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Knieigen» jede» Wort 5 Pfg. (nur da» erste Wort fem Inserate für die nächste Nummer muffen bt»« Uhr nachmittag» in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen dt» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festlagen bt» S Uhr vormittag» geöffnet. Sera sprechet! Brat I, Nr. 1308. Telegramm- Adresse: «Sorialdemokrat Berlin'» Sientralorgan der socialdemokratischen Uartei Deutschlands. Kedallkwn: SW. 19, Beukh-Skratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Expedition: SW. 19, Veuth-Skeaho 3. Fernsprecher: Amt l. Nr. S1S1. China im Reichstag. Wer sich für den Niedergang des bürgerlichen Parlamentarismus interessiert, dem bringen die am Montag im deutschen Reichstag begonnenen Chinadebatten eine Fülle nachdenklicher Betrachtungen. Der satte Stumpfsinn der bürgerlichen Parteien, die sich sicher in ihrem Besitz fühlen, wird nur noch dann aufgeweckt, wenn es sich um die gröbsten Interessen des materiellen Egoismus handelt. Wird der Brot- und Fleischwucher bedroht, dann wachen die Konser- vativen und Klerikalen aus dem Marasmus ihrer dünkelhaften Borniertheit auf, wie sich die Freisinnigen rühren, sobald der Handel sich gekränkt fühlt. Die Chinafrage lvürde die bürgerlichen Parteien erst dann mobilisieren, sobald den Besitzenden zugemutet würde, die Kosten des Kreuzzugs zu decken. So aber versagt jeder Appell an die Vernunft, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, man giebt sich mit Wonne einer wohldressierten Urteilslosigkeit hin und man übertrifft sich gegenseitig in den wahrhast vaterlandslosen Begünstigungen einer verhängnisvollen, romantisch- dynastisch gefärbten Militär- und Diplomatenpolitik. Man erträgt und fördert das Ungeheuerlichste und Sinnloseste, und wagt kein Wort des Hohns und des Protestes gegen die lächelnd vorgetragenen Versicherungen eines seichten Staatsmännleins, wie besonnen, klug, maßvoll. konsequent die verantwortlichen Personen die Geschicke des Reichs leiteten. Ja, man duldet es sogar gelassen, daß die Grundlagen des bürgerlichen Parlamentarismus selbst zerstört werden, und wenn sich die Regierung herbeiläßt, dem konstitutionellen System ein paar ebenso versöhnliche wie spottbillige Zugeständnisse zu machen, dann erklärt sich die allergehorsamste Opposition nach einigen heldenmütigen Lufthieben bereit,—„Indemnität" zu er- teilen. Niemals hat sich so grell die Kluft zwischen der Social- demokratie und der einen reaktionären Masse der bürgerlichen Parteien gezeigt wie diesmal in der Chinafrage. Es giebt keine bürgerliche Demokratie mehr, es giebt auch keine wirklich kon- stitutionelle bürgerliche Partei mehr. Es ist der Socialdemokratie beschieden, nun auch die verratenen Grundsätze des alten bürgerlichen Parlamentarismus zu verfechten, wie wir es sind, die noch zu den Idealen des weltbürgerlich- humanen Idealismus stehen. Die Socialdemokratie hat aber auch inmitten des tiefen geistigen und moralischen Verfalls des konstitutionellen Systems allein die Intelligenz und Sittlichkeit, das heißt die Ehre des deutschen Volks, würdig repräsentiert. Der deutsche Reichstag würde nach seiner Montag-Sitzung mit Recht dem Hohn der Welt verfallen, wenn nicht die deutsche Socialdemokratie sein Ansehen gewahrt hätte. Der Reichstag ähnelte gestern am Anfang mehr einem Salon des Grafen B ü l o w als einer ernsthaften Volksvertretung. Der Reichskanzler schien die Herren Abgeordneten, auch die aller- gehorsamste Opposition, zu sich eingeladen zu haben. Man erging sich in glatt gebahntem Parkett-Geschwätz, komhlimentierte sich, widersprach auch ein wenig— um die Unterhaltung angeregter zu gestalten— und entwickelte die ganze affektierte Sorg- losigkeit einer Gesellschaft, die sich noch recht behaglich zu fühlen vorgicbt, in deren tiefstem Seelcugrund aber doch schon eine geheime Angst vor einem zerschmetternden Bankerott nagt. Von der Diplo matenloge herab machte die temperamentvolle, von dem Spektakel im Saale offenbar höchst amüsierte Frau Reichskanzlerin die Hon- neurs des Hauses, neben ihr Donna Laura, die Schwiegermutter des Grafen Büloiv. In der Ecke der Loge fiel das dunkle ernste, reglose Gesicht eines Asiaten, wohl eines Siamesen charakteristisch auf. Auch die Hofloge zeigte zahlreiche Gäste und auf den andren Tribünen drängte sich der Haufe. An den Bundesratstischen wimmelten Bundesrats-Bc vollmächtigte, Minister, Geheimräte, offiziöse Preßbureaukraten in fast größerer Anzahl, als Volksvertreter im Saale waren. Die ganze Regierung des Reichs war vollzählig da, nur Herr v. Woedtke blieb unsichtbar, obwohl doch die 12000 Mark-Affaire auf der Tagesordnung stand. Freilich wurde die socialdcmokratische Interpellation, wie zu erwarten war, heute von der Tagesordnung abgesetzt. Der Reichskanzler erklärte, er wolle sie erst am Donnerstag beantworten; so konnte der Graf Büloiv denn sofort seine Chinarede halten. Er nahm seine von Kreta her berühmte Flöte, ging aber diesmal leider nicht still beiseite, sondern entlockte ihr eine lange, schmelzende, sanfte Konzertarie, ohne ein einziges Mal zu stocken und zu straucheln. Niemals in der Weltgeschichte hat ein Staatsmann so geläufig Flöte gespielt— und war doch zugleich so völlig unmusikalisch. Die Bülow-Claque wird natürlich auch diese Chinarede für sehr geschickt und bedeutend halten. Es ist in der That erstaunlich, wie zufrieden der Graf Beruhard Bülow mit der Politik des Grafen Bernhard Bülow ist! Mit dem Hute in der Hand löst so ein Staatsinann der parfümierten Höflichkeit alle Probleme der Menschheit. Selbst zu uns Socialdemokratcn ivar der neue Kanzler sehr zuvorkommend; er suchte uns wiederholt eine kleine Gunst zu erweisen, indem er betonte, nur im schlimmen Ausland— mit dem wir doch gemeinsam Kultur in China ver- breiten— rede man von den schweren Fehlern der deutschen Politik. Zurufe belehrten den liebenswürdigen Herrn, daß es Geschenke und Guustbcweise giebt, die ehrliche Männer als Beleidigung enipfinden. Und was sagte Graf Bülow? Interessant war nur. was er nicht oder doch nicht dentlich sagte. Er verschwieg wohlwollend seine diversen diplomatischen Niederlagen, überging die Kaiserreden und die Hunnenbriefe, verschleierte durch absichtlich unklare Wendungen die von Deutschland unternommene Oktroyierung des Oberbefehls, und wußte nichts von all den gewichtigen Anklagen, die erfahrene Chinakcnncr, namentlich auch deutsche, gegen die Politik des Deutschen Reichs erhoben haben. Nicht einmal das Phänomen er- klärte er, warum der Reichstag nicht rechtzeitig einberufe» sei. Irgend welche neue Aufklärung über die Vorgeschichte des Aufstandst über seine Ursachen, über den Gang und Stand des Kriegs und der diplomatischen Verhandlungen war nicht zu vernehmen. Er teilte wohl einige unwesentliche Aenderungen der neuerlichen endgültigen Friedensbedingungen, der famosen döcision irrevocable, mit, aber Klarheit über die Ziele der deutschen Politik erhielt man nicht, ver- mutlich iveil Graf Bülow selbst nur sehr vage Vorstellungen davon hat. Statt deffen hörten wir die aus seiner diplomatischen Noten schriftstellerei schon sattsam bekannte Beteuerung immer aufs neue variiert, was für eine besonnene, verständige, maßvolle aber auch energische Politik Deutschland treibe. Mit allen Mächten befinden wir uns in prächtiger Harmonie. Mit England haben tvir einen bildschönen Vertrag geschlossen. Na, und Rußland— die bös- willigen Leute im Auslande sagen, Nußland sei mit uns zerfallen— behüte, es ist alles in bester Ordnung, es herrscht die dickste Freund schaft, und Gott heile die Krankheit Väterchens, das ist unser innige ster Wunsch. Ueberhaupt, wir Deutschen sind ein sehr edles und kluges Volk, wir haben eine Regierung, die das Höchste an Weisheit, Klarheit, Zielsicherkeit, Maßhalten und Energie dar- stellt, was überhaupt in diesem Artikel sich vorfindet. Auch die andren Völker sind liebe Leute und haben gute S gierungen. Nur die Boxer sind verworfene Geschöpfe, die sich die Bambus- und Bajonett-Kultur der europäischen Civilisation in ihrer Barbarei nicht gefallen lassen wollen und aus purer Gemeinheit, ohne daß wir die geringste Schuld trügen, eine gänzlich unmotivierte Revolution machen und gegen das Völkerrecht freveln. Und ebenso steht es mit der chinesischen Regierung und Monarchie: sie ist schwach, zweideutig, verlogen, grausam, barbarisch. Was für scharfe Augen doch deutsche Minister für ihre chinesischen Kollegen, deutsche Höflinge für chinesische Fürsten haben! Wäre die selige Umsturzvorlage Gesetz geworden, so hätte sich Graf Büloiv am Montag einer Beleidigung fremder Majestät schuldig gemacht. Und sogar die Hinrichtung eines chinesischen Prinzen von Gottes Gnaden verlangt dieser revolutionäre Graf Bülow, dem Fürstenblut wohlfeiler dünkt als dem wildesten Jacobiner. Die Verleumder im Ausland verdächtigen Deutschland abenteuer licher Pläne, gieriger Eroberungsgelüste I Mit schönem Unmut weist Graf Bülow diese Verleumder zurück. Wir sind die Bescheidenheit selbst— so sehr wir auch auf Würde und Ehre halten und unsre Weltstellung nachdrücklich wahren! Nein, unsre Zukunft liegt nicht auf dem Waffer, wir wollen der Welt nicht den Frieden gebieten, wir begehren nicht an allen Punkten der Erde einzusetzen— wer das sagt, ist ein ausländischer Verleumder. Die Hohenzollern sind keine Bonapartes— wer hat das schon gesagt, Graf Bülow?— Deutschland wird in China nicht die Geschäfte einer andern Macht treiben, obwohl bekanntlich die deutsche Politik sich durch die plumpen Provokationen Englands, das eines Hausknechts gegen Rußland braucht, von Anfang bethören ließ. So blies Graf Bülow aus der Flöte das Hohe Lied von deutscher Besonnenheit und deutscher Energie. Nur einmal glitt der gewandte Spieler aus. Die Jndemnitäts- Tirade mißlaug ihm völlig. Das war ja die abgekartete Komödie, hinter der die bürgerlichen Parteien ihre principienlose Jämmerlichkeit zu verbergen sucht. Man schrie zorn voll, die Regierung müsse die Mißachtung des Reichstags wieder gut machen, sie müsse ausdrücklich„Indemnität" verlangen. An dieses ort klammerte sich die allergehorsamste Khaki-Opposition Aber Graf Bülow spielte die ihm überwiesene Rolle schlecht. Er mußte selbst lachen, als er das verlangte Wort„Indemnität" mit komischem Pathos hinwarf, er verriet die Komödie, er machte sich lustig über sich und das hohe Haus. Herr Lieber aber, der erste Redner der bürgerlichen Parteien, war äußerst zufrieden mit dem Grafen Bülolv. Er überschlug sich förmlich in Beglückwünschungen. Es war die armseligste Rede, die der Führer des Centrums jemals gehalten— ein dünnbreiiges Gemisch inhaltloser Komplimente. Das Centrum ist nur noch eine Macht durch die stoffliche Masse— sonst hat es sich und den Parlamentarismus um alle Bedeutung gebracht. Herr Lieber fand kein Wort der Kritik über die Bülowsche Chinapolitik— er ist mit allem zufrieden. Es wirkte fast possenhast, als er dann mit künft licher Entrüstung die Mißachtung des Reichstags rügte, und niemand hörte ihm zu, als er lang und breit über diejFrage der Indemnität predigte. Am Schlüsse schwang sich Herr Lieber zu einigen Spitzen gegen die Hunnenpolitik und gegen die Kaiserreden auf. Aber daS Löwenfell zeigt zu deutlich seine geflickten Nähte— es wirkt auch auf den Naivsten nicht mehr echt. Herr Lieber beantragte die Ueberweisung der Chinavorlage an die Budgetkonimission und kündigte eine Diskussion der verfaffungsrcchtlichen Garantien an. Dann aber brach in diese dunipfe Atmosphäre der diplomatischen Flachheit und der bürgerlichen Scrvilität, Grundsatzlosigkeit und Feigheit ein reinigendes Gewitter: Bebel sprach. Mit jugend- lichem Feuer, ausgerüstet mit einer Fülle unwiderleglichen Materials, sprach er in zweiundeinhalbstündigcr Rede der ganzen Chinapolitik jenes vernichtende Urteil, das die Geschichte einst bestätige» wird. Gegenüber der bürgerlichen Jndemnitätskomödie nannte er das Ver- ahren, daS dem Reichstage gegenüber geivagt wurde, eine Schmach - ein Ordnungsruf versuchte vergeblich den Pfeil abzustumpfen: er saß. Dann schilderte er die wirklichen Ursachen des Boxeranfstands, diese europäische Politik der Vergewaltigung und des Völkerrechtsbruchs, die endlich zu der Erhebung führen mußte. Er kontrastierte in packenden Worten das Christentum mit den Hunnengreueln, er er- kannte das Recht der Chinesen an; die Ermordung Kettelers sei ein Verbrechen, aber es verdiene mildernde Umstände. Er geißelte die Blamagen der Bülolv- Politik, die Hunnenbriefe, er kritisierte mit großer Schärfe die Chinareden des Kaisers und erinnerte auch an seine Bremerhavener, gegen die Arbeiter gerichtete Ansprache, die auf unwahrer Information beruhte, er verhöhnte den Waldersee- Spektakel. Es war eine gewaltig sich türmende Anklage, deren Eindruck sich niemand völlig entziehen konnte. Die sittliche Leidenschaft Bebels, sein lodernder Idealismus, die Kraft seines Temperaments, die zwingende Logik der Beweisführung und die erdrückende Fülle des Anklagematerials— das alles zog auch die Widerstrebenden all- mählich in den Bann des Redners. Graf Bülow suchte vergebens seine innere Verlegenheit als Langeweile zu maskieren; als ihn Bebel an das Fiasko seiner schneidigen September-Note erinnerte. senkte er sein glattes Haupt tief auf den Tisch. Bemerkenswert war, daß die Rechte auf einen ironischen Appell Bebels an ihre» Patriotismus es abwehrte, daß sie unter einer aufgezwungenen Fremdherrschaft auch Geheimbünde zur Organisation der nationalen Befreiung bilden würde. Nein, das würden sie nicht thun— be- kündeten Herr Kropatscheck und Graf Arnim durch abwehrende Gesten. Das glauben lvir gern. Die Junker sind nur Patrioten, so lange es das Geschäftsinteresse erfordert. Sie würden auch künftig die Festungen ausliefern lvie ihre Vorfahren am Anfang des 19. Jahrhunderts, und würden das gefährliche nationale Boxertum— der Socialdemokratie überlassen. Namens der Socialdemokratie, der Gerechtigkeit und der Mensch- lichkeit lehnte Bebel die Chinavorlage ab. Nachdem der brausende Beifall unsrer Freunde sich gelegt, fühlte sich der preußische Kriegs- minister, Herr v. Gotzler, gemüßigt, einige Sätze zu stammeln. Er führte von der Höhe der Bebelschen Rede wieder in die Niederungen heutiger Regierungsmenschcn zurück. Er fand die Ausführungen Bebels mehr breit als tief— und stolperte nun seinerseits im tiefsten Tiefen. Die Augen krampfhaft zur Saaldecke gerichtet, als sollte ihm von da die Erleuchtung kommen, klaubte er Gegen- beweise zusammen. Sie bestanden meistens darin, daß er die Ausführungen Bebels für—— unkontrollierbar erklärte. Als dieser preußische Schlachtendenker den jetzigen Kreuzzug der deutschen Hunnen als eine weltgeschichtliche, bloß um 1500 Jahre verspätete Revanche für den Zug des Königs Etzels bezeichnete, wurde der Unglückliche in Gelächter ertränkt. Graf Bülow schaute sehr verlegen drein, als sein preußischer Kollege Bebel dermaßen vernichtete. Die Chinapolitik hat in dem Kriegsminister v. Goßler einen würdigen Verteidiger gefunden! Nolitifche Mebevfichk. Berlin, den 19. November. Das Prestige! Wie viel uns daS chinesische Abenteuer k o st e t, daS kann man sich jetzt ungefähr ausrechnen, was es uns aber einbringen ivird, darüber wagt selbst der kühnste Illusionist der Ueberseepresse keinen Kalkül anzustellen. Daß die 153 Millionen nicht einmal aus- reichen werden, um die Waldersee-Episode unsrer Chinapolitik zu be- zahlen, dürfte kaum bestritten werden. Mit der Beendigung dieser blutigen Farce ist die Affaire aber keineswegs erledigt. Das zur Empörung gepeitschte China wird nicht beruhigt, sondern nur durch die gepanzerte Faust im Zügel gehalten Iverden können. Um die Unterhaltung einer ziemlich starken Chinaschutztruppe, die den Grund- stock einer neuen starken Kolonialarmee bilden wird, wird Deutsch- land nicht herum können. Nachdem man an die ungeheure Zünd- masse durch die schnöde Eroberungs- und Hunnenpolitik Feuer gelegt, wird man sich hüten, den nur äußerlich gelöschten Riesenfeuerherd ohne entsprechende Brandwache sich selbst zu überlassen. Die Friedensbedingungen enthalten unter ihren Forderungen ja das Zu- geständnis, zivischen dem Meere und Peking Militärstationen anlegen zu dürfen. Das China-Abenteuer war die Generalprobe der Weltmacht- Politik, in der wir nunmehr trotz aller geölten Bülowschen Ab- ivieglungsreden mit Volldampf hineinsteuern werden. An dem einen China habe» wir schon übergenug, und doch soll ja nirgends mehr auf dem Erdenrund eine Entscheidung fallen, an der Deutschland nicht beteiligt ist! Die K o st e n unsrer Weltpolitrk werden ins Aschgraue wachsen, ohne daß die handelspolitischen Vorteile auch entfernt eine Verzinsung der notwendigen R i e s e n p u n> p e darstellen werden. Das hat in einem lichten Moment censurfteier Ehrlichkeit ja die„Rh. Wests. Ztg." zugestanden, das gesteht heute wieder der„Hamb. Korresp." zu, der sich kürzlich selbst als das Organ deS Hamburgischen Großhandels bezeichnet hat. DaS Blatt schreibt: „Die Gegner werden daher wohl alle Wucht ihres An« griffS auf den Punkt legen, daß der Handel mit China vorläufig noch verhältnismäßig gering ist und daß. selbst wenn man eine Steigerung in der Zukunft in Aussicht nimmt, schwerlich davon die Rede sein kann, daß die Koste» der Expedition in dem Sinne wieder ganz weit gemacht werden können, indem man sagt:„Der durch und im Anschluß a» die Expedition gesicherte steigende deutsch-chinesische Handel ist der Gewinn bedeutende Ersatz für die Kosten der Ex» pedition." Ander Hand der statistischen Thatsachen ist es rvohl nicht angängig, wenn man nicht geradezu reine Zukunftsmusik treiben will, diesem Verdikt der Gegner der Reichs« Politik das Argument entgegenzustellen: Das wird doch der Fall sein. Selbst ivenn späterhin eine bedeutende Eütwickelung des deutsch-chinesischen Handels eintreten sollte, so iväre es doch gar nicht abzusehen, daß er gerade die Kosten dieser Expedition decken sollte. Im Gegenteil, es ist eher vor- auszusehen, daß noch auf längere Zeit hin infolge der ungeordneten Verhältnisse Chinas fort» dauernd große Aufwendungen des Staats not« wendig sein werden, um die Sicherheit des Handels her- zustellen. Es muß also die Möglichkeit zugegeben werden, daß die speciellcn in China ausgegebene» Summen unter Uni- ständen nicht direkt in China ivieder eingebracht werden können, ivenn es nicht gelingt, infolge der Friedens- b eftimmun gen finanzielle Entschädigungen zu e rh alt en." Wenn es also nicht gelingt, von China in Gestalt von Kontri- wenden, damit die Versuche gut ausfallen. Der butionen etwas zu erpressen, so wird gar kein Gedanke daran sein, russische General ist nämlich Besizer einer das für den Chinatreuzzug verpulverte und das zum ferneren In- Gummiwarenfabrik- und will durchaus eine schachhalten Chinas noch zu verpulvernde Geld durch Handelsgewinne Bremse mit Gummi haben". Aber es wollte nicht flappen, wieder herauszuschlagen. Aber das verfchlägt den Weltmachtspolitikern auch gar nichts. man mochte noch so viel Gummi verwenden, diese Bremse war nicht verschlägt den Weltmachtspolitikern auch gar nichts. haltbar. Das Problem der Gummibremse blieb ungelöst und der Deutschland mußte fein reftige zeigen: Zu dem diploniatischen Bräcedenzfall von 1895, in welchem russische Guminipolster- Fabrikant hat vielleicht vergeblich geDeutschland zuerst mit Rußland und Frankreich Japan hofft, ruffischer Armeelieferant zu werden. Krupp aber und der Welt gegenüber dokumentierte, daß seine hat diesbezügliche Hoffnungen noch nicht aufgegeben. An Stelle Interessen in China durch seine eigne Macht wahr eines Geschüßes mit Gummipolster Bremse hat er ein genommen werden sollten, und zu dem praktisch- solches mit Spiralfeber- und hydraulischer Südsto politischen Bräcedenzfall Riautschou ist der militärische Präcedenz- hemmung( Glyzerin) zum Wettfahren und Wettschießen nach fall 1900 getreten: wir haben die Anerkennung der ganzen Kulturwelt durch unfer energisches Rußland gesandt. Gintreten für unsre Interessen errungen und gelten weiterhin gleichberechtigt im Konzert der großen Welt mächte." Die Erinnerung an Deutschlands thörichte Haltung ist sehr un gefchickt, Seine damalige Einmischung hat sich in seinen Ausfuhrziffern unangenehm bemerkbar gemacht. Dasselbe Resultat wird Daß Krupp aus dem internationalen Mordwerkzeug- Rekord in Rußland als Sieger hervorgehen wird, bezweifelt man in maßgebenden Kreisen sehr- bloß weil die Gummipolsterung nicht glüdte. —he subfor muß, der Konflikt zwischen Krone und Parlament nicht ausbrechen, das Reich nicht aus dem Leim gehen wird. Ist dieses Steinchen des Anstoßes glücklich aus dem Wege geräumt, ohne die Lawine ins Rollen gebracht zu haben, so wird vielleicht der eine oder der andre wißbegierige Reichsbote die Frage stellen, welche Wege die Regierung einzuschlagen gedenkt, damit die Kosten, wie die Denkschrift antindigt, von China erstattet werden, und es bleibt abzuwarten, ob die Dinge im Konzert der Mächte schon so weit reif find, daß eine solche Frage befriedigend beantwortet werden kann." Auch die Kölnische Zeitung" ist ja der Ansicht, daß die Form gewahrt werden müsse, aber sie bekennt wenigstens, daß es sich nur um eine lustige Komödie handle, während die Herren Lieber und Nichter ihre Possenrolle mit tragisch hochgezogenen Brauen mimen. Wie Bestien baben nach der Köln. Bolts- 8tg." der Selbstbezichtigung der Hunnenbriefe nach die deutschen Truppen in China gehauft. Ziehe man auch an den Schreckensthaten der Hunnenbriefe Aber gleich viel, wer für Rußland liefert, das Vorkommnis, das bereitwillig ein gutes Stück als unwahr ab, so beweise doch deren in dieser Art sicher nicht allein steht, beweist, daß die Bestrebungen lebereinstimmung in den Hauptpunkten, daß es in Aber Deutschland hat sein Prestige gewahrt. Es hat den Be, der Mordwerkzeug- Fabrikanten nichts mit Bollsinteressen zu thun China„ entiezlich bergebe rasche Gemütsverrohung des haben- im Gegenteil, die schwerste Gefahr für das Volkswohl Roheit der Thaten ,, eine une zu rasche Gemütsverrohung des fähigungsnachweis zur Welthandels- Politif in großem Stil abgelegt, zur Politit der pruntenden Gloire, deren Theaterflitter bie Beutepolitit eines winzigen Kapitaliſtentlingels mastieren sollen. 1910 med as sided notamoja grid Deutsches Reich. out o olds Pooldist spil gihu domain idmirationDer Kaiser von China del nost hat, wie der Reichs- Anzeiger" bekannt giebt, an Wilhelm 11. ein vom 14. November datiertes Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: Der große Kaiser der Ta Tsing- Dynastie entbietet Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser Grüße. Eurer Majestät Erwiderung auf Unser Telegramm haben Wir erhalten. Mit Freude und Hochachtung ersehen wir daraus, daß Eure Majestät von freundschaftlichen Gefühlen für uns beseelt find und Uns( für die Vorkommnisse) persönlich nicht verantwortlich machen wollen. Infolge der Mißgriffe, die wir in der Wahl unsrer Beamten gemacht haben, ist Eurer Majestät Gesandter ohne sein Verschulden ein Opfer( der Wirren) geworden, was wir auch noch auf das Tiefste bedauern. Es ist gerecht, daß wir die schuldigen Würdensid träger mit besonderer Strenge und entsprechend bestrafen, um den Gesetzen und dem allgemeinen Rechtsgefühl Genugthuung zu gewähren. Soeben erhielten Wir von Unfrem Gesandten Herrn Lü Hai Huan ein telegraphisches Memorial, daß Euere Majestät bereits geruht haben, Instruktionen behufs Eröffnung der Verhandlungen mit Unfren Bevollmächtigten an den Generalfeldmarschall Herrn Grafen Waldersee und den Kaiserlichen Gesandten Herrn Mumm von Schwarzenstein zu erlassen. Es geziemt sich daher, daß Wir auch Unfererseits Befehle an alle Unfre Bevollmächtigten erteilen, damit die Verhandlungen, den Bedürfnissen Rechnung tragend, zu einem befriedigenden Resultat geführt und friedliche Beziehungen baldigst wieder hergestellt werden. In Eurer Majestät Erwiderung( auf unser früheres Telegramm) wird uns geraten, nach Beting zurückzukehren, was wir als ein Zeichen Eurer Majestät freundschaftlichen Gesinnung für Uns auffaffen. Sobald die Friedensverhandlungen die gewünschten Ergebnisse aeitigen, werben 28ir jofort die geit Ünfrer Rüdtehr bestimmen. Da die christlichen Missionsthätigkeiten den Angehörigen ver schiedener Staaten vertragsmäßig zugestanden sind, so ist es Unfre Pflicht, in Zukunft die höchsten Provinzialbeamten strengstens anzuweisen, diesen Missionen besonderen Schutz angedeihen zu laffen, um alle Streitigkeiten auf immer beizulegen. Indem Wir Euerer Majestät hierdurch nochmals Unsere Gesinnungen fundgeben, hoffen wir hierfür Allerhöchstderselben Anerkennung zu finden." Der große Kaiser der Ta Tsing Dynastie" ist bekanntlich nur der Gefangene seiner faiserlichen Mutter, der ohne deren Genehmigung weder einen Schritt thun noch ein Wort mit jemand wechseln darf. Das taiserliche Schreiben darf daher als das Dittat seiner gestrengen Mutter angesehen werden. Sein Inhalt besteht dem auch, wie das nicht anders zu erwarten ist, aus allerhand Verbindlichkeiten und Versprechungen, deren Wert ein sehr problematischer ist. bilden. ONDIZ Die Einpantung der preußischen Königs" geschichte in der Schule. Zur zweihundertjährigen Jubelfeier der preußischen Königströnung hat die Regierung zu Frankfurt a. D. folgende Verfügung erlassen: dn " Sotto@ Soldaten" hervorrufe. Und wenn trozdem die deutschen Truppen 000 noch als die humansten bezeichnet worden wären, so werde damit mur bezeugt, daß die fremden Mächte geradezu barbarisch Die unbegrenzte Liebe zum Zuchthaus. Ueber die Haltung, hausten. Das beste Mittel gegen die Hunnenbriefe", erklärte welche die Regierung dem Reichstage gegenüber in der 12 000 artdas ultramontane Blatt schließlich nach einer Berurteilung der Affaire einnehmen will, erfährt die Nation" das Folgende: Censur der Soldatenbriefe, wäre ohne Zweifel die Graf Posadowsky will, so hört man, erklären, daß er von der baldige Beendigung der chinesischen wirren". der ganzen Sache nichts wisse; daß er zur Zeit der Transaktion Unzweifelhaft!„ Leider aber", schließt die„ Köln. Bolts- Zeitung" mit in England gewesen sei; daß er also fein Alibi nach allen Regeln frommem Augenverdrehen, ist noch tein Ende der Kämpfe der Kriminalistit nachzuweisen im stande wäre, und Herr Woedtke und Strapazen abzusehen." Strapazen, abzusehen." Wie könnte auch das will fagen, daß der Schuldige er allein sei, wenn es schuldig fein Centrum um den Preis der Hoffähigkeit seine Politik von den heiße, fich von seiner Liebe zu seinem Chef, zum Water- Grundsäßen der Menschlichkeit, des Christentums und der Volkslande und zur Buchthausvorlage über die hergebrachten wohlfahrt leiten laffen! Grenzen hinwegreißen zu lassen. Sein Fehl war allzu heißer Eiferim Dienst der besten Sache von der Welt, und und auto vor folch tugendhaftem Bekenntnis hätte alsdann die tugendhafte Die rechtswidrige Beschränkung der Versammlungsfreiheit Stritit zu verstummen. Schweigt auch die bürgerliche lim Großherzogtum Sachsen- Weimar. Tugend", die socialdemokratischen Lästerzungen" werden um so energifcher reden, so daß die beiden Zuchthausschwärmer so billig flärung des Professors Dr. E. Abbe in Jena Notiz genommen Vor kurzem ist an dieser Stelle von einer mannhaften Ernicht fortkommen werden. worden, wodurch sich dieser zur ev. Annahme eines Landtags- Mandats bereit erklärte, um„ vermöge feines Standpunkts kräftig Einspruch einigen 8weigen der Staatsverwaltung jept zur Herrschaft zu erheben gegen die reaktionäre Tendenz, die in gelangt ist." Die Landtagswahlen find jetzt so ziemlich vorüber und Professor Abbe ist sowohl im 2. und im 3. Verwaltungsbezirke, wo er Der 18. Januar 1901 wird durch die zweihundertjährige von den freigesinnten Elementen unter den privilegierten Wählern Jubelfeier der preußischen Königströnung für unser gesamtes zur Wahl empfohlen wurde, durchgefallen; die Plutokraten der beBolt und somit auch für die Schule eine besondere Weihe er- treffenden Wahlkreise haben eben eingesehen, daß Professor Abbe halten. Indem wir jetzt schon darauf hinweisen, be fein Vertreter der Geldsacks interessen ist und deshalb: fort mit ihm abfichtigen wir, zur rechtzeitigen Vorbereitung einer allgemeinen Es ist nicht anders erwartet worden. und der Bedeutung des Tags entsprechenden Schulfestlichkeit Jezt liegt eine neue beachtenswerte Rundgebung Abbes vor, die erfolgreiche Anregung zu geben. Wir bestimmen deshalb, daß dem socialistenfresserischen Minister v. Wurmb noch unangenehmer bereits von jest ab allenthalben im Geschichtsunterricht sein wird. In einer von den Freisinnigen in Jena einberufenen die preußische Königsgeschichte unter 8urüd- öffentlichen Bersammlung, die außerordentlich stark besucht war, hat stellung andrer Stoffe eingehend zu behandeln und der Genannte einen Vortrag gehalten unter dem Titel: Die sorgsam zu befestigen ist. Auch die sonstigen Lehrstunden werden rechtswidrige Beschräntung der Versammlungsbei gehöriger Umsicht reichlich Gelegenheit bieten, dem an- freiheit im Großherzogtum Sachsen- Weimar". Der Redner gegebenen 8wed zu dienen. Namentlich wird auf die verständnis- wies nach, daß in Sachsen- Weimar das beste Versammlungsrecht volle, sichere Aneignung passender Psalmen und Lieder, besteht, das man sich denken könne, denn es ist in teinerlei gesetzliche folie guter Gedichte, worin echte vaterländische Gesinnung zum Bestimmungen gezwängt; nur die Anmeldung von Ort und Beit erhebenden Ausdrud kommt, Wert zu legen sein. In jedem Fall einer stattfindenden Versammlung ist bei der Ortspolizei wird der Gesangunterricht nach Stoffwahl und kunstmäßiger, behörde geboten; nichts weiter. Die Polizeibehörden haben ficherer Uebung für die Belebung der Feier eine dankenswerte durch ihre Verbote ihre verfassungsmäßige 8u aufgabe zu lösen haben. Wir dürfen zu unsrer Lehrerschaft das ständigkeit überschritten und bon ihrer Gewalt Vertrauen haben, daß sie in dankbarer Erinnerung an einen rechtswidrigen Gebrauch gemacht. Professor die landesväterliche Fürsorge unsrer Könige, die auch ihnen reich- Abbe erklärte sich bereit, die Frage, ob die Versammlungslich zu gute gekommen ist und die unserm Volke im Laufe der verbote den Gesetzen des Großherzogtums widersprechen, nunmehr Jahrhunderte seine herrliche Schule erbaut hat, alles auf- an die Gerichte zu leiten. Mit lautloser Stille wurde die bieten wird, um der von uns gegebenen Anregung in dem rechten flammende Protestrede von der tausendköpfigen Versammlung anGeiste zu genügen und ihre fönigstreue, vaterländische Gesinnung gehört und ein brausender Beifallssturm brach los, als Abbe seine in einer warmherzigen, für das heranwachsende Geschlecht frucht schlichte, aber energische und überzeugende Nede beendet hatte. bringenden Weise zu bethätigen. 7001 Die Rede ist stenographisch aufgenommen worden und wird in Form einer Broschüre im ganzen Lande verbreitet werden. old this auto Die Jubelfeier foll am 18. Januar 1901 in Königsberg in Preußen stattfinden. Allem Anschein nach wird dabei ein großer Bomp entfaltet werden, alle europäischen Höfe sollen durch fürstliche Mitglieder vertreten werden. Die Verfügung zeigt, wie schon Monate vorher damit begonnen Meseriz- Bomst ist folgendes: Es erhielten v. Gersdorff( tons.) Das amtliche Wahlresultat im Reichstags- Wahlkreise wird, die patriotische Stimmung" anzufachen, bis sie zu heller Begeisterung" wird. Wie Lehrer und Schüler, so werden die 6281, Bruhn( deutschsociale Reformpartei) 3788, v. Chrzanowski( Bole) Beamten aller Refforts beeinflußt und zur nötigen Begeisterung 7290, b. Kresinsky( deutsch- katholisch) 576, Mir( Socialdemokrat) 40 Stimmen. Es zersplitterten sich 12 Stimmen. Ob die schuldigen Würdenträger eine besonders strenge Strafe erleiden werden, wird außer von dem guten Willen der Kaiserin. von der Macht der Regierung und der Nachhaltigkeit des Einflusses der Mächte abhängen. Das wichtigste an dem Schreiben ist die Erklärung des Kaisers, tommandiert. daß er zwar den freundschaftlichen Rat, nach Beting zurückzukehren, Zu dem Appell an die Begeisterung für unsre herrliche Schule" zu schäßen wisse, aber erst dann zurückzukehren gedente, wenn die Friedensverhandlungen die gewünschten Ergebnisse gezeitigt hätten. Eine Vorsicht, die man der schlauen Kaiserin nicht verdenken tann. Vorläufig arbeitet tros dieses höflichen Briefaustausches der Sunnensäbel weiter. Graf Waldersee hat Li- Sung- Tichang auf seine Borstellungen erklärt, er werde die Streifzüge einstellen, wenn teine Boger mehr vorhanden seien. Als ob man nicht schon in Ermangelung von Borern ungezählte harmlose Bürger niedergeknallt hätte! midstoding Kapitaliften- und Volksintereffen. stehen übrigens, wie ein hiesiges Blatt treffend bemerkt, in bemerkens- Die Fruktifizierung des Attentate auf Kaifer Wilhelm in wertem Kontrast Tausende von überfüllten Klassen; die zahlreichen Breslau versuchen nur einige wenige Scharfmacher- Organe. Es Seinber, die wegen Mangels an geeigneten Schullotalen feiern; bie ist eben diesmal offensichtlich, daß es sich um eine Wahnsinnsthat Brühlschen Schulpaläste", in denen der Aufenthalt lebensgefährlich handelt. Das geht ganz deutlich aus den Einzelheiten hervor, bie ist; der Lehrermangel, der aus der wenig verlodenden Bezahlung Breslauer Blätter nachträglich über die Beilwerferin veröffentder Lehrerarbeit und der Abhängigkeit der Lehrer von der Geistlich lichen. teit entspringt. oben Am Sonnabend stand die Attentäterin Selma Schnapta vor dem Breslauer öffengericht, um sich wegen Bede mono Schule und Zuchthaus in Mecklenburg. Die medlenburg- leidigung eines Schumanns, Widerstands gegen streligiche Regierung hat, wie die„ Rostocker Zeitung" meldet, die antworten. Sie war am 20. September d. J. auf eine Polizeiwache bie Staatsgewalt und rubestörenden Lärm zu berRegelung des Diensteintommens und der Pension der Lehrer abgelehnt. Dagegen hat sie eine Vorlage ein- bestellt, um eine wegen einer Gewerbefontravention über sie verIn wie inniger Beziehung die Privatintereffen einzelner einfluß gebracht, betreffend den Umbau und Erweiterung der Strafanstalt hängte Haftstrafe von einem Tage zu verbüßen. In der Wachstube reicher Personen mit militärischen Aktionen stehen können, das haben 3 Dreibergen. Die Kosten sind veranschlagt zu 575 000 M.; gefordert soll sie sich nun so ungebührlich betragen haben, daß die wird ein Landeszufchuß von 450 000 m. Sogar den Zuschußgegen sie erhoben worden ist. die Enthüllungen über die erfolgreiche Thätigkeit der Familie begeisterten Berl. Neueft. Nachr." fällt dieser Kontrast auf; fie sie vor dem Schöffengericht den Vorfall in der WachtChamberlain als Lieferanten von Kriegsmaterial gezeigt. Von welchen bemerten, in Mecklenburg- Strelitz scheine man für die Lehrer und die stube erzählen sollte, geriet fie in große Erregung, schimpfte Zufälligkeiten" Militärlieferungen abhängen können, dafür noch fol- Aufklärung nichts für das Buchthaus aber was ja in innerem in drastischen Ausdrücken auf alle Schuhleute und behauptete, sie sei gendes Beispiel. Schon längere Zeit werden Versuche gemacht, die jetzt Bujammenhang stehen mag sehr viel zu thun. Weit der Spitz- damals nur auf die Polizeiwache bestellt worden, weil man sie heimgebräuchliche Seilbremse an Geschüßen durch eine andre Vorrichtung marke: Gin Memento an die Reichs- Schulkommission" bringt das lich in der Zelle habe umbringen wollen. Auf die Frage, ob sie zu ersetzen. Solche Versuche sind schon aus dem Grunde erklärlich, Korrespondenzblatt" für den akademisch gebildeten Lehrerstand gestern ein Attentat auf den Kaiser versucht habe, antweil jebe Neuerung auf militärischem Gebiet den betreffenden Fabri- Schulen in Medlenburg- Strelit einen Auffag. der die Zustände wortete fie mit einem gewissen Stolze: Ja!" und gab als Motiv den drei höheren der That an, daß sie seit langer Zeit auf Betreiben der in trübstem Licht zeigt. fanten Millionen Gewinne garantiert. Da die resp. Fabrikanten Den Titel„ Oberlehrer", wie ihn sonst die akademisch gebildeten saiferin heimlich verfolgt werde. Der Gerichtshof betrotz ihres Nationalpatriotismus ihre Erzeugnisse an jeden Staat, Lehrer an höheren Schulen führen, tennt man in Mecklenburg- schloß die Sache zu vertagen und die Angeklagte ärztlich auf ihren um guten Preis natürlich, verkaufen, so haben die Neuerungen und Strelitz in dieser Ausdehnung nicht. Eine zu Neustrelit ausgegebene Geist es zustand untersuchen zu lassen. „ Verbeſſerungen“ ſchließlich keinen andren Zwed, als die fortgefeßte Barole schlägt vor, die studierten Lehrer einfach als„ Lehrer", die Nach der„ Schlesischen Zeitung" hat ein Amateur- PhotoBelaftung aller nach militärischer Macht strebenden Staaten und ba- andren als Schulmeister" zu bezeichnen! Diese Lehrer" nun graph, ein in dem Hause Gartenstr. 94 wohnender Kaufmann, mit die Ausbeutung der Völker zum Segen einiger Kapitalisten. beziehen ein Anfangsgehalt von 2100 Mt. und steigen nach 15 Jahren eine Aufnahme des kaiserlichen Wagens, als er paffierte, gemacht, Und die Intereffen der internationalen Kapitalisten gehen dabei oft auf 3300 Mt. und damit haben sie glücklich die oberste Stufe ihrer so daß der Borgang photographisch firiert ist. Auf dem Bilde fieht und dabei zufällig den Moment des Ueberfalls mit aufgenommen, Stala erreicht: weiter giebt es nichts mehr: mit fünfzehn Diensts genug Hand in Hand. Die erwähnten Versuche wurden bereits vor einem Jahre bei lehrer angelangt. Wohnungsgeld und Funktionszulage kennt der Schnapka, wie sie hoch erhobenen Arms im Begriff iſt, ihr Beil zu Die erwähnten Versuche wurden bereits vor einem Jahre bei jahren sind sie also bei dem Anfangsgehalt der preußischen Ober- man deutlich die hart an den faiserlichen Wagen herangesprungene Krupp nach einer bestimmten Richtung unternommen. Anstatt durch mecklenburg- strelitzsche Staat nicht. Auch die Pension ist nur ein Attentat photographiert worden ist. schleudern. Es dürfte wohl bisher noch nicht vorgekommen sein, daß die übliche Seilbremse sollte die Rücklaufhemmung durch Gummi- Gnadensache, ein Pensionsgesetz giebt es nicht. polster erreicht werden. Es sollten durchaus Gummipolster fein. D か " an " Der Auftraggeber und Lieferant der Probepolster war ein filoquide theladatodaisut as thaUeber die socialdemokratischen Anträge im Reichstage ruffifcher, einflußreicher Mann, der nebenbeid, Die Komödie der Indemnitätsforderungeäußert sich die Neue Bayrische Zeitung", das Hauptorgan eine Gummiwaren abrit besaß. der bayrischen Centrumspartei, wie folgt: Wie überaus wirksam wird von der Köln. 8tg." nicht übel verspottet: Gelingt es der alle diese Anträge und deren Beratung für die Socialdemokratie Eine russische Neubewaffnung der Artillerie steht in bestimmter Regierung nicht, die freisinnigen und ultramontanen Hüter der Ver- agitatorisch zu verwerten find, braucht nicht erst näher dargelegt zu Aussicht. Wenn die von russischer Seite von Krupp geforderte Ber- faffung davon zu überzeugen, daß fie partout nicht früher dem Reichsbesserung mit von einem russischen Fabrikanten gelieferten Gummi- tag einen Kostenanschlag habe unterbreiten können, polstern glückte, dann hing es wohl nicht mehr von einem Zufall ab, daß Krupp die Lieferung der verbesserten Geschüße zur Ausrüftung der russischen Artillerie erhielt. Doch aller Liebe Mühe war vergebens. Es wurden Versuche gemacht mit den Gummipolstern, auch ein russisches Kommando nahm damit auf dem Kruppschen Schießstand Probeversuche bor. Bei einer solchen Gelegenheit äußerte ein Beamter zu den betreffenden Arbeiten:„ Viel, sehr viel Gummi verwerden. Leider kann nicht geleugnet werden, daß seit einigen Jahren in den Kreisen, gegen die diese Anträge zum Teil sich richten, so manches geschieht, was den Socialdemokraten diese wirksame Waffe geradezu in die Hand drückt." so wäre, wie wir schon ausgeführt haben, ihre beste Bofition die, daß Graf Bülow vor der Boltsvertretung eine seiner eleganten Berbeugungen machte und nach dem Das katholische Blatt scheint in seinem Neid ganz zu übersehen, mehrfach vom Fürsten Bismard gegebenen Vor- daß auch die wertgeschätzte Centrumspartei an der agitatorischen bilde, dem er nachzueifern versprochen hat, um die so heiß wirksamkeit der socialdemokratischen Anträge mit profitieren fann. erstrebte Indemnität bäte. Jedenfalls gehört Es möge nur dafür sorgen, daß die ultramontanen Abgeordneten feine Prophetengabe dazu, um zu verkünden, daß über dieser sich nicht wiederum durch die Aussicht auf profitable HandelsFormfrage, einer Form, bie, wie anzuerkennen geschäftchen verleiten laffen, eine volts verräterische Rolle zu ist, ihre verfassungsmäßige Erledigung finden spielen. " auf seine Amtsführung erhoben worden find, und die er für un wahr hingestellt hat, scheint also doch etwas Wahres zu sein. Der Gouverneur für Deutsch Oftafrika, General v. Liebert,[ einfach und durchsichtig. Bei einer Einführung des direkten Wahl-| legen zur Abänderung des Gesetzes vom 1. Juni 1870 über den geht, wie jest bestimmt gemeldet wird, auf seinen Boften nicht rechts haben noch Regierung und erste Kammer ein Wort mitzu- Eriverb und Verlust der deutschen Reichs- und Staatsangehörigkeit zurück. An den Beschuldigungen, die gegen Liebert in Beziehung sprechen. Selbst wenn die Regierung ihren jezigen Standpunkt der und in demselben a) die Vorschriften über den Verlust der Staats- und Reichsangehörigkeit dahin abzuändern, daß ein Deutscher diese Rechte in der Regel nicht gegen seinen Willen verlieren kann, insbefondere daß die Bestimmungen des§ 21 des genannten Gefeßes über den Verlust dieser Rechte durch zehnjährigen Aufenthalt im Auslande aufgehoben werden; es u. a.: Abweisung verlassen sollte, so ist immer noch die Busammensetzung ber ersten Kammer derart, daß an eine Annahme des direkten Wahlrechts nicht zu denken ist. Unter diesen Umständen ist die Schwenkung eitel Das Offenbacher Eisenbahn- Unglück wird in der zweiten nach links, die die Nationalliberalen vollzogen haben, hessischen Kammer zum Gegenstande einer Anfrage an die Humbug, nichts als platte Bauernfängerei. Das Eintreten eine Forderung, die fie Hessische Regierung gemacht werden. In der Interpellation heißt für vor noch ganz D furzer Beit heftig bekämpft haben, ist denn doch etwas zu plöglich geEs besteht die Ansicht, daß eine schuldhafte menschliche Hand- fommen, um nicht diesen Verdacht zu rechtfertigen. Daß der Bauernlung nicht vorliegt, daß aber auch der am fraglichen Abend fang nicht gelingt, dafür wird die Socialdemokratie Sorge tragen. herrschende Nebel oder andre Bufälle den Unfall wenigstens in Dem Volte sollen die Augen über diesen politischen Humbug rechtzeitig seiner entfeßlichen Ausdehnung nicht erklären. Es werden geöffnet werden. Daß sich die offiziöse und nationalliberale Presse gewichtigste Stimmen laut, nach denen Fehler in der ob des Pseudoraditalismus der Nationalliberalen in den Haaren Berwaltung veraltete Ronstruktion der jo liegen und sich mit Berrat", politischer Falschmünzerei" u. a. m. genannten D- wagen, Wenn sie insbesondere fehlerhafte An- regalieren, ändert natürlich nichts an dem Thatbestand. lagen von Licht und Schutzvorrichtungen, die andrerseits sich unbeachtet treffen, werden sie lächeln wie die Auguren. unangebrachte Sparsamkeit in Bezug auf Anlage von weiteren Bahngeleisen und in Bezug auf Anstellung von geeignetem und genügendem Wärterpersonal an der Ausdehnung Die Typhusepidemie in rheinischen Regimentern hat wieder des Unfalls mitgewirkt haben. Wir fragen deshalb bei der groß ein Opfer gefordert. In Koblenz starb der Musketier Starl herzoglichen Regierung an, ob die stattgehabten Ermittelungen die Kurtfiefer von der 7. Compagnie des 68. Infanterieregiments. Wie Richtigkeit oder das Unzutreffende dieser Ansicht ergeben haben? eine Koblenzer Korrespondenz mittheilt, ist dies der siebente TyphusWir fragen gleichzeitig an, ob die Regierung gewillt ist, in Todesfall im 68. Infanterieregiment, nach unsren Aufzeichnungen energischer Weise im Lande der beffisch- preußischen Eisenbahn- der achtzehnte Todesfall, der auf diese Epidemie in rheinischen gemeinschaft dahin zu wirken, daß etwa bestehende Wigstände be- Regimentern zurückzuführen ist. seitigt und unangebrachte Sparsamkeit ohne Rücksicht auf den finanziellen Effekt für die Zukunft vermieden werde! dit nou NOU Siste Wird auch die preußische Landratskammer fich zu einem Protests gegen das Thielensche Sparfystem aufraffen? Ausland. Deftreich- Ungarn. Frankreich. wird b) der Wiedererwerb der Reichsangehörigkeit seitens früherer deutscher Reichsangehöriger und die Naturalisation von Nachtommen von Deutschen erleichtert. c) dagegen die Naturalisation von Ausländern erschwert wird. Das Centrum beantragt: Der Artikel 32 der Reichsverfassung durch folgende Bestimmung ersetzt: Die Mitglieder des Reichstags erhalten aus Reichsmitteln für die Dauer ihrer Anwesenheit bei den Sigungen des Reichstags Anwesenheitsgelder und freie Fahrt. ninis Partei- Nachrichten. Majestätsbeleidigung. Die Revision des Genossen Lewy in Erfurt gegen das Urteil des Landgerichts wurde gestern vom Reichs. gericht verworfen. Das Reichsgericht ist also auch der Meinung, daß der Kaiser beleidigt sei, obschon nur einem fingierten BergwertsDirettor eine schlechte Handlung nachgesagt worden war. Levy muß dafür sein Jahr verbüßen. Der Monarchie wird aber durch solche Urteile tein Dienst erwiesen. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Erfurt erlangten unfre einen ansehnlichen Stimmenzuwachs und kommen mit 2 Kandidaten in die Stichwahl. Wie schwer es aber den Wählern gemacht wird, ihr Wahlrecht auszuüben, das ist durchaus noch nicht genügend getennzeichnet durch den Hinweis auf die Offentlichkeit der Wahl. Die vorhandenen Rebenumstände sind nicht nur geradezu entwürdigend für die Ausübung dieses höchsten Rechts des Volts, es ist der großen Mehrzahl der Wähler thatsächlich direkt unmöglich gemacht, zu wählen. Die Räumlichkeiten, die zur Wahl zur Verfügung standen, teilt in drangvoll fürchterlicher Enge, sich stoßen und schieben lassen find ſo beeugt, daß die Wähler vielfach bis zu einer Stunde, einsind so beeugt, daß die Wähler vielfach bis zu einer Stunde, einteilt in drangvoll fürchterlicher Enge, sich stoßen und schieben lassen mußten, ehe sie an den Wahltisch gelangen fonnten. Bremen, 16. November.( Eig. Ber.) Die Manchesterfreifinnigen In Graz wurden 36 italienische Studenten unter dem Verdacht Parteigenossen, wie bereits mitgeteilt, fin der dritten Wählerklasse der bremischen Bürgerschaft haben böse Zeiten. Sie finden dank des Hochberrats berhaftet. des unermüdlichen Eingreifens der socialdemokratischen Mitglieder der Bürgerschaft alle Augenblicke unfreiwillige Gelegenheit, sich ob ihrer socialpolitischen Zurüdgebliebenheit zu blamieren. In der vorlegten Eine Chinabebatte entstand am Montag in der DeputiertenSizung hatten unfre Genossen einen Kohlennot Antrag ein- fammer anläglich der Beratung des Budgets des Ministeriums gebracht, der den Staat veranlassen wollte, Kohlen und Coats an- des Aeußern. Destournelles fragt, wie die chinesische zukaufen und den Minderbemittelten zum Einkaufspreis abzugeben. Angelegenheit ausgehen werde, wie lange die Erpedition dauern und Aber da ſtellten die Liberalen sich hin, bestritten, daß es wieviel fie ftoften werde. Man rechne zur Erstattung der Ausgaben eine Kohlennot gebe, scharten sich zu einem Schutzwall um die armen auf die von seiten Chinas zu zahlende Entschädigung, wisse aber nicht, notleidenden Kohlenhändler, die durch den Antrag geschädigt werden ob China werbe zahlen können. Deutschland schäge seine ersten Auswürden, und behaupteten gar, mit dem Antrage würde man direkt gaben auf 200 Millionen, wenn jebe Macht ebenso viel verlange, in den socialdemokratischen Bufunftsstaat hineingleiten. Sie lehnten müßten die chinesischen Zölle erhöht werden, was den europäischen denn auch den Antrag ab, den sie vorher als dringlich sofort auf die Handel lahm legen würde. Gewisse Nationen möchten sich vielleicht Tagesordnung gesetzt hatten. Es fand dann ein unzulänglicher in natura bezahlt machen, das aber würde zu einem Weltkriege Antrag Annahme, daß die Gasanstalt Coats in Mengen bis zu führen. Frankreich möge nicht zu gierig nach einer Entschädigung drei Hektoliter zu billigen Preisen abgeben sollte, so lange die verlangen, man möge die Köpfe der Schuldigen fordern, aber nicht Bigen Preise anhalten." Der Senat hat aber noch nicht für ihr Geld.( Beifall.) Sembat( Socialist) führt Beschwerde nötig gehalten, diesem Antrage zuzustimmen. darüber, daß man Krieg führe ohne Genehmigung des Ihre anrüchige Feindschaft gegen das Eingreifen des Parlaments, und bedauert, daß der russische Vorschlag, Beting zu Staats ins wirtschaftliche Leben wenn nämlich die Arbeiter dieses räumen, nicht angenommen worden sei. Redner wirft den Missionaren Eingreifen zu ihren Gunsten fordern betonten die Liberalen auch vor, daß sie eine der Ursachen des Kriegs seien. Die Herausin der lezten Sizung, wo Genoffe Arbeitersekretär Ebert in ein- forderungen der Missionare und gewisse Anmaßungen der in China drucksvoller, auf socialpolitischer Höhe, stehenden Rede den Antrag anfäffigen Europäer hätten die Unruhen hervorgerufen. Redner verbegründete: langt schließlich Aufklärungen über Grausamkeiten, die nach den Die Bürgerschaft erachtet für alle in staatlichen Betrieben Beitungen von europäischen Soldaten in China begangen sein sollten, beschäftigten Arbeiter die Festsetzung eines Minimallohns und spricht sein Bedauern über die Ernennung des Grafen bon 4 M. pro Tag und eine vorläufig neunstündige Ar- Walderfee zum Oberkommandierenden aus. Die Beratung wird beitsgeit täglich für notwendig. Bei Vergebung von hierauf vertagt. staatlichen Arbeiten und Lieferungen wird den Unternehmern die Innehaltung genannter Arbeitsbestimmungen zur Bedingung gemacht. Für ständige, nicht ruhegehaltsberechtigte Angestellte ift eine angemeffene interbliebenen Versorgung einzurichten." Die Liberalen rüdten zu drei Mann hoch an. Einen Schulmeister vom Lande, einen Gewerbetreibenden und einen Kaufmann hatten sie vorgeschickt, aber die socialpolitische Weisheit, die dieses Kleeblatt gegen den Antrag zu Tage förderte, ist schon vor einem halben Jahrhundert als barer Unsinn erkannt worden. Die manchesterlichen Herren wurden vom Genossen Ebert gründlich abgeführt, aber natürlich fiel auch dieser wichtige Antrag bei der Abstimmung unter den Tisch. Hervorgehoben muß aber werden, daß es der Senat nicht für nötig hielt, irgend ein Wort zu dem Antrage zu äußern. Italien. Gerichtsbeschluß vor das Schwurgericht verwiesen worden als AnDer Maffiahäuptling Deputierter Balizzolo ist durch früheren Gerichtsbeschluß war Palizzolo als Anstifter der Ermordung stifter der Ermordung des Commendatore Notarbartolo; durch Micelis vor das Schwurgericht verwiesen worden. Holland. Es ist nun beobachtet worden, daß während des stärksten Andrangs Für die gesamte Wahl standen 18 Stunden Zeit zur Verfügung. in einer Stunde etwa 212 Wähler abgefertigt wurden. Das sind per Minute 31/2 Wähler, gewiß nicht wenig bei öffentlicher Stimmabgabe, wo jeder Wähler, nachdem er sich legitimiert hat, mehrere abgabe, wo jeder Wähler, nachdem er sich legitimiert hat, mehrere Namen nennen muß. Das giebt in 18 Stunden 3816 Wähler; thatfächlich haben auch 3814 abgestimmt. Die dritte Klasse besteht num aber aus 10 584 Wählern; fast 2/3 der Wähler sind von der Ausübung des Wahlrechts ausgeschlossen, weil keine Zeit dafür vorfür ungültig erklärt werden. Das ist keine Wahl mehr. Eine solche Wahl müßte ohne weiteres handen war. Barteigenossen in Bunzlau in Schlesien bei der StadtverordnetenEinen anerkennenswerten Achtungserfolg erzielten unsre wahl. Der Genosse Schöp3, der frühere Nedacteur der " Breslauer Volkswacht" kandidierte. Er erhielt 167 Stimmen, während der freisinnige Kandidat 178 und der konservative 97 Stimmen erhielt. Schöps tommt also mit dem Freisinnigen in die Stichwahl. Socialdemokraten in der Schulverwaltung. Man wird sich Hannover zivei erinnern, daß anfangs dieses Jahres in dem Orte Limmer bei zu Schulvorstandsmitgliedern erwählte Parteigenossen nicht bestätigt wurden mit der Berufung auf ihre politische Gesinnung. Der Fall machte darum besonderes Aufsehen, weil einer der Nichtbestätigten bereits 17 Jahre Schulvorsteher ge wesen war. Die Transvaal- Angelegenheit in der Kammer. In den Bureaus der Zweiten Kammer gab die Regierung die Erklärung durch unser Hannoversches Parteiblatt die merkwürdige Thatsache Jetzt sollen nun Neuwahlen vorgenommen werden und da wird ab, die Veröffentlichung der Verhandlungen mit England bezüglich mitgeteilt, daß auf Anordnung des Landrats gegen 850 Wähler, der Gefangennahme einer niederländischen Amdas ist fast die Hälfte aller Wähler, aus der Liste gestrichen bulanz und der Ausweisung niederländischer Staatsangehöriger worden sind; aus der Liste gestrichen ohne jeden erkennbaren äußers aus dem Transvaal sei für den Augenblick nicht wünschenswert. lichen Grund. Der Erfolg dieser Maßregel wird sein, daß fein Großherzogtum Sachsen Weimar. Die Landtagswahlen gerner wurde von der Regierung erflärt, eine Intervention der andren Socialdemokrat wieder in den Schulvorstand gewählt werden wird. find mun so weit zum Abschluß gebracht, daß nur noch die Groß- Mächte sei nicht dadurch verhindert worden, daß die südafrikanischen Protest gegen diese„ Sichtung" der Wähler wird zwar erhoben werden; grundbefizer, die zu diesem Zwved aus dem ganzen Land nach Republiken nicht zur Friedenskonferenz eingeladen worden waren, Erfolg wird er schwerlich haben. Weimar reisen müffen, in einem Wahlgang fünf Abgeordnete wählen. sondern durch das Widerstreben Englands, das lange vor der Daß die etwas über 200 Notleidenden nur echte konservative Agrarier Friedenskonferenz erklärt habe, auf keinen Fall eine Inter wählen, ist selbstverständlich, und so wird sich in Zukunft der weima- vention oder einen Schiedsspruch in seinem rische Landtag aus 16 Konservativen, 10 Nationalliberalen, 4 Frei- Streitfall mit Transvaal annehmen zu wollen. fimigen, 2 Socialdemokraten und einem Centrumsanhänger zu- Im Herbst 1899 habe die niederländische Regierung in London ihre sammensetzen. Die bisherige rein tonservative Mehrheit ist gebrochen, guten Dienste angeboten zum Zwede der Wiederaufnahme von ein starter Zug nach links hat stattgefunden, doch wird bei der Berhandlungen zwischen England und Transvaal; diese Bemühung Wetterfahnenuatur der Nationalliberalen die Reaktion auch im neuen Landtag ihre Orgien feiern. für Die Nationalliberalen in Baden. Afrika. " Zu einem außerordentlichen Parteifongreß traten am ver gangenen Sonntag die belgischen Parteigenossen im Maison bu Beuple" in Brüssel zusammen. Es wird uns darüber aus Brüssel berichtet: Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung wurden die Genossen Bandervelde und Anseele als Delegierte in das der niederländischen Regierung sei aber fruchtlos gewesen infolge internationale socialistische Komitee gewählt; zum Sekretär des plöglichen Ultimatums Transvaals und infolge der des Internationalen Bureaus", das im Maison Eröffnung der Feindseligkeiten durch die Armeen der beiden du Peuple" untergebracht uttergebracht werben soll, wird der Ges Republiken. Als der Krieg einmal ausgebrochen, wäre jedes weitere noffe Vandervelde Serwy bestimmt. und Anseele find Bemühen nutzlos gewesen, das habe die entschiedene Ablehnung auch in Deutschland genügend bekannt, weniger dürfte dies Aus Baden wird uns geschrieben: Ein merkwürdiges Schauspiel Englands gegenüber den Vereinigten Staaten bewiesen. Die Re in Bezug auf den letzteren zutreffen. Serwy war bisher städtischer bollzieht sich augenblicklich in unserm badischen Musterländle. Die gierung habe in London nm Heimibeförderung der gefangen ge Lehrer und mußte sich als solcher eine gewisse Reserve auferlegen. Rolle der Regierungspartei gehörte seit langem hier zum festen, fast nommenen Mitglieder der niederländischen Ambulanz ersucht, aber noch Nichtsdestoweniger war er seit Jahren in der eifrigsten Weise für unumstrittenen Besisstande der nationalliberalen Partei. Während keine endgültige Antwort erhalten. Hinsichtlich der Entschädigung die Partei thätig, in den Parteiblättern unter dem Pseudonym man den Nationalliberalen des Reichs mit großem Rechte den Namen der ausgewiesenen niederländischen Staatsangehörigen hoffe die géo, ferner als Herausgeber der Revue Avenir Social"; auch um Fraktion Drehscheibe" beigelegt hat, hat man ihn bis jetzt wenigstens Regierung, daß die Angelegenheit ohne Schiedsspruch in befriedigender die Federation der Genossenschaften hat sich S. sehr verdient gemacht.. nur mit einem gewissen Unrechte auf die Nationalliberalen Badens Weise werde geregelt werden. Seine Wahl zum internationalen Sefretär muß als eine glückliche anwenden können. Sie haben hier nur eine Politik beharrlich bezeichnet werden, der die andern Nationen vollauf zustimmen verfolgt und das war die höchst einfache, wie sie sich auch fönnen. eine wackere Regierungspartei geziemt. Sie haben Ein großes Reffeltreiben unter Mitwirkung sämtlicher Die Debatte über die Proportionalbertretung war alle Bochspringe der Regierung fleißig mitgemacht. Der Lohn für Stavallerieregimenter wird wieder einmal auf die noch im Felde zum Teil eine äußerst heftige. Die Majorität war der Meinung, diefe Folgfamkeit ist von der Regierung auch redlich bezahlt worden. stehenden Boerenkommandos veranstaltet. daß die Proportionalwahl eine erstrebenswerte Reform sei. Die So wurde bei den Wahlen in unerhörter Weise der ganze Wahl stehenden Boerenkommandos veranstaltet. beeinflussungs Apparat, der amtlich zur Verfügung steht, den 3000 Boeren unter Grasmus tampieren am Olifantflusse in der Minorität bildeten die Abgeordneten aus den Grubendistrikten von Nationalliberalen überlassen. Aber trotz allem wurde die Zahl der Nachbarschaft von Middleburg. Sie verfügen über 1000 Wagen und Borinage, Charleroi und einige von Lüttich. Die Abstimmung ergab nationalliberalen Vertreter in der zweiten Kammer von Wahl zu 12 000 Ninder. Die Besagung von Bryheid räumte die Stadt und für die proportionelle Bertretung 886 Stimmen, gegen Wahl fleiner. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann ihre bezog eine Stellung auf den anliegenden Anhöhen, wo sie thatsächlich 108 Stimmen; es wurde nach Gruppen abgestimmt. Damit bleibt unser Programmpunkt, der sich für den Proporz ausspricht, bestehen, Majoritätsherrlichkeit ein Ende hat, also auch ihre Molle als Re- belagert ist. Sie hat Proviant für 60 Tage. gierungspartei ausgespielt ist. Diesen gefürchteten Moment galt es Das Kommando des Erasmus soll damit rechnen, daß De Wet und die gwiftigkeiten, die aus Anlaß diefer Streitfrage zwischen den Die Distuffion innerfür sie zu vermeiden. Es tam noch dazu, daß Minister Eisenlohr zu ihm stoße. De Wet wird ebenso wie die übrigen Führer auf Gruppen bestanden, haben zu unterbleiben. auf bis jegt immer noch halb der Gruppen( der lokalen Vereinigungen) kann auch ferner über der Hut fein, fich nicht zu leicht abschneiden zu lassen. noch unaufgeflärte Weise ging. Mit ihm hatte die nationalliberale Partei eine ihrer Hauptstüßen Brief eines Südafrika- Hunnen: Ueber die Kriegführung der Engländer berichtet folgender den Gegenstand weitergeführt werden, nur hat die Propaganda gegen diesen Programmpunkt zu unterbleiben. Die Freiheit der Distuffion in der Regierung verloren. Zwar ist nicht zu erwarten, daß sein Nachfolger ein aus der Art geschlagenes Kind sein wird. Aber die wir verbrennen jeden Bauernhof, an dem wir vor über- aber nicht leiden. " Ich denke, daß der Krieg jezt bald zu Ende sein wird, denn soll gewahrt bleiben, die Gesamtaktion der Partei darf darunter Der von 787 Delegierten beschickte Kongres nationalliberale Bartei mußte trozdem schleunigst darauf bedacht tommen. Es ist schredlich, namentlich für die Frauen und Kinder, wurde unter dem Abfingen der Internationale" geschlossen. sein, ihrem am Schwund leidenden Körper frisches Blut zuzuführen. Denn unsre Truppen verbrennen alles, das Haus, Erst vereinzelt, dann immer stärker und lauter erscholl aus den Sie Möbel und Scheunen. Wir nehmen alle VorPolizeiliches, Gerichtliches usw. Reihen der Partei der Ruf, es müsse die Einführung des räte mit, jo daß fie, bon allem entblößt, auf den uneingeschräntten allgemeinen, gleichen Sächsisches. In einer Versammlung der Metallarbeiter in Feldern zurückbleiben. Es ist ein famoser Anblid, wie unsre Dresden erklärte Genofie Rohrlad fürzlich bas Socialistengeses als Direkten Wahlrechtes auf das Banner der Partei schrieben werden. Grade diese Forderung, gegen die fich die ist die ganze Geschichte verwüstet, und tonnte ich es nur leidigung dieses Gesezes, dessen Heimgang die sächsischen OrdnungsGrade diese Forderung, gegen die sich die geute in so einem Sofe auftreten; binnen zehn Minuten ein Schandgefez. Die Polizeibehörde diftierte ihm wegen BeNationalliberalen im Bunde mit der Regierung mit Sträften gestemmt hatten, die im Kampfe mit ihnen zum Feldgeschrei tragen, ich würde eine Menge Sachen mitbringen können, doch wir stüßen noch immer schmerzt, acht Tage haft. geworden war, gerade diese schicken sie sich nun an anstandslos zu mich aufgewedt, fröhlich und gesund wie nur je in meinem bewilligen. An fich ist dieser Schachzug, der durch ein Manifest der Leben und es wird lange dauern, bis dieses Leben Parteileitung neuerdings sanktioniert worden ist, nicht unklug. Um und die Forderung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mir unangenehm wird." allein war in den Wahlkämpfen gestritten worden. Oft sah es bei ihnen so aus, als ob mit seiner Bewilligung in Baden nichts mehr zu verlangen wäre. In diesem Zeichen hatte Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. die Opposition gefiegt. Wenn man schließlich gute Miene Parlamentarisches. Achtung, Graveure! Der Streit bei der Firma Fismer, zum bösen Spiel machte, dann hatte man dem Gegner die wirk- Eine Anzahl konservativer und nationalliberaler Ab- Kesselstr. 9, dauert fort. Die eingeleiteten Verhandlungen haben ersamste Waffe aus der Hand gerungen und es fonnte nicht ausbleiben, geordneter hat folgenden Antrag eingebracht: geben, daß Herr Fismer nicht geneigt ist, die Maßregelung zurüddaß man bei der nächsten Wahlrauferei oben liegen kann. Das ist Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zunehmen. Es wird deshalb gebeten, den Zuzug auch weiter ferndie Rechnung der Nationalliberalen. Sie ist höchst einfach, mur zu zu ersuchen, baldigst dem Reichstage einen Gesezentwurf vorzu- zuhalten. Verband der Graveure und Eiseleure. Deutsches Reich. Lohnabzüge, Avbeitszeitbcschränkung unter bürgermeister- licher Fürsorge. Unter diesem Zeichen steht der am Montaq aus gebrochene Streik der gesamten Arbeiter der„Landwirtschastlichen Maschinenfabrik Aktiengesellschaft vormals A. Lehnigk in Vetschau. Die Fabrikleitung hatte angeordnet, daß bis auf weiteres die Arbeitszeit auf 7 Stunden herabgesetzt werde und gleichzeitig ein Lohnabzug von 10 Proz., sowie Herabsetzung der Accordsätze um 10— 30 Proz. eintrete. Die in der Fabrik beschäftigten Arbeiter sind etwa zur Hälfte organisiert, die Mehrzahl im Gewerkverein Hirsch-Dunckerscher Richtmig. Das Streben aller Organisationen war darauf gerichtet, die Beschränkung der Arbeitszeit anzunehmen, die Lohnabzüge aber zurückzuweisen, da man auf das Versprechen des Herrn Direktors, bei guter Kon- junktur die � früheren Löhne weiter zu zahlen, nach alten Er fahrungen keinen Wert legen konnte. Es wurden zunächst Verhand lungen eingeleitet, und begaben sich zu dem Zweck die Vertreter der Organisationen sMetall- und Holzarbeiter-Verband) zu dem Direktor. Kaum hatten die beiden Vertreter die Verhandlung be gönnen, als zum größten Erstaunen der Bürgermeister eintraf und dem Direktor bemerkte, daß die zur Verhandlung erschienenen Ver- treter der Gewerkschaften Socialdemokraten seien, der Direktor werde doch nicht mit Socialdemokraten verhandeln! Alle Ausein andersetzungen halfen nichts, die Vertreter der Gewerkschaften mußten ohne Erfolg für die Beilegung der Differenzen die Fabrik verlassen. Man bedenke, der Herr Direktor selbst giebt zu, daß die Löhne so niedrig sind, daß teilweise ein Abzug unmöglich ist, denn er will den Leuten, die heute nur 19 Pf. Stundenlohn haben, nichts mehr abziehen! Der Verdienst ist so niedrig, daß der Direktor einsieht, hier ist nichts mehr ab- zuziehen. Diesen„Lohn" aber haben nicht etwa— Lehrlinge, sondern Familienväter! Was geschah? Durch das Verhalten des Bürgermeisters war jede Verhandlung ausgeschlossen. Vetschau ist aber ein Städtchen mit fast nur Arbeiterbevölkerung. Wenn die Löhne so niedergehen, verliert der Händler, der Klein'handwerker, kurz, das Genieinwesen leidet darunter. Hätte der Bürgermeister gesagt, daß die Vertreter der Organisationen unbeeinflußt' von ihrer politischen Gesinnung Frieden stiften wollen und seinen Einfluß geltend gemacht, daß verhandelt wurde, so wäre heute die Sache wahrscheinlich beigelegt. Das geschah nicht, und so stehen denn nunmehr 400 Arbeiter in dem Ausstand, der Betrieb ruht I Dieser Kampf ist ein Ver z w e i f I u n g s k a m p f. Die Leute hatten nur die Wahl, entweder 3—4 Wochen mit unzureichender Unterstützung(weil nicht organisiert) auszuhalten, also ohne zu arbeiten zu hungern, oder ein halbes bis ein ganzes Jahr bei elendem Lohn eben falls zu hungern— dabei aber schwere Arbeit zu verrichten. Wer den Sieg davon trägt, das ist zweifelhast, zwei Dinge aber stehen fest: 1. Die Fabriklcitung wälzt allen Schaden der ungünstigen Konjunktur auf den Arbeiter ab, und 2. der Herr Bürgermeister zählt zu denjenigen, welchen die für ihren Beruf so notwendige Befähigung auf socialem Gebiet völlig abgeht. Sein Verhalten hat nicht den Frieden gebracht, sondern die Zwietracht gefördert. Die Glasschleifer bei der Firnia Wahl, Schmidt u. Co. in Hamburg bcstnden sich im Ausstand. Die Glasschleifer werden deshalb gut thun, die Annoncen der Firma in den Tagcsblättcrn unbeachtet zu lassen und den Zuzug fernzuhalten. Die Steinsetzer in Halle haben beschlossen, abermals in einen Generalstreik einzutreten. Die Veranlassung hierzu war das Ver- halten des Stadtbauamts bczw. des Magistrats, der die städtischen Arbeiten in der Hauptsache denjenigen Steinsetzmeistcrn zuwandte. die der Innung angehören und den Forderungen der Steinsetzer gegenüber sich strikt ablehnend verhalten haben. Arbeitswillig ge- worden sind 16 Mann. Im Ausstand befinden sich 46. lunsre vortreffliche Polizei: Der Ausländer, welcher sich an den Or- ganisationsbestrebungen der Arbeiterschaft beteiligt, wird als„lästig i abgeschoben. Für den Ersatz dieser„Lästigen" durch„fleißige" und „strebsame" Landsleute sorgen die skrupellosen Agenten des Unter- I nehmertums und die italienischen Bürgermeistereien.-- Wie lange � noch?— Die Gewerkschaften in Worms haben sich ein Lokal ge pachtet, das als Verkehrs- und Versammlnngsstätte für die Arbeiter- bewegung dienen soll. Das Unternehmen war möglich, da gegen wärtig 1000 Arbeiter den Gewerkschaften angehören, und sich so hoffen läßt, das Unternehmen lebensfähig zu halten. Vor zwei Jahren zählten die Gewerkschaften erst 200 Mitglieder, es ist mithin der Fortschritt ein recht erfreulicher. Um so dringender wurde aber auch die Schaffung eines geeigneten Versammlungslokals, da man fortwährend mit einem Mangel an geeigneten Räumen zu kämpfen hatte. Nnsland. Sämtliche Straffenbahu- Angestellte von Lyon sind am Sonnabend in den Ausstand getreten. Die noch im Betrieb stehenden Wagen werden von Polizeiagenten begleitet. Die Direktion der Gesellschaft ist entschlossen, die Forderungen derAuS« ständigen nicht z u bewilligen.— Leider hat der AuS stand bereits zu einigen Ausschreitungen geführt. Die unter Polizei licher Bedeckung ausgefahrenen Wagen wurden von den Streikenden bombardiert. Die einschreitende Polizei nahm mehrere Ver Haftungen vor. Die Spitzenwebcr des Departements Calais werden mög licherweise in einen größeren Kampf mit dem Unternehmertum ver- wickelt werden. Die Differenzen sind folgenden Ursprungs: In den dortigen Webereien war die Arbeitszeit so eingeteilt, daß jeder Ar beitcr bezw. Arbeiterin je 6 Stunden hintereinander arbeitete und dann 6 Stunden frei hatte. Der Betrieb war ein Tag- und Nacht betrieb, so daß jeder Arbeiter innerhalb von 24 Stunden je zwölf Stunden Arbeitszeit und 12 Stunden Ruhezeit hatte. Abgesehen von der Länge der Arbeitszeit hatte diese Art der Arbeitsteilung für die Arbeiter auch die Unannehmlichkeit im Gefolge, daß sie nie eine längere Spanne Zeit für sich zur freien Verfügung hatten. Da kam die Verfügung Millerands, und da in den Spitzenwebereien Männer, Frauen und Kinder nebeneinander arbeiten, so fallen sie unter jene Verordnung. Die Unternehmer waren ge zwungen, die Betriebsweise zu ändern, und es kam nach langen Verhandlungen mit dem Arbeitersyndikat zu einem für die Arbeiter recht günstigen Resultat. Es wurde vom 1. September an die achtstündige Arbeitszeit versuchsweise eingeführt; mit einer einftündigen Pause sollten die Arbeiter neun Stunden in der Fabrik zu verbleiben haben. Die Unternehmer verpflichteten sich, den Versuch zunächst auf drei Monate auszudehnen. Aber schon jetzt, nach einigen Wochen, brechen sie ihr Wort; sie erheben jetzt den Einwand, daß das Gesetz Millerand auf ihre Betriebe gar nicht anwendbar sei. Der Umstand, daß ein erheblicher Teil der Unter- nehmer dem Syndikat nicht angehört und den Verpflichtungen nicht beigetreten war, mag die jetzige Haltung der organisierten Fabri- kanten nnt beeinflußt haben. Die Arbeiter wollen freiwillig nicht auf ihre Errungeuschaften verzichten. Ter Streik ist, wie jetzt berichtet wird, bereits ausgebrochen. Die Fabrikanten haben angedroht, alle Betriebe zu schließen, bis jetzt haben sie aber volle Einigkeit nnker sich selbst noch nicht herbeiführen können. SociAlo Meifzkspflene« In der Bielefelder Maschinen-«nd Fahrradfabrik vor- mals Hcngstenberg u. Co., in der erst vor fünf Monaten der Accordlohn der Ringschiffchen- Einnäher um 20 Proz. gekürzt wurde, ist jetzt schon wieder eine Kürzung um 25 Proz. vorgenommen worden. Ausländer, die nicht lästig sind. Unser patriotisches Unter- nehmertum wird sofort international, wenn dabei irgendwelcher Profit heraushängt. Das äußert sich nicht nur, wenn es gilt Kriegs- schiffe, Kanonen und Panzerplatten für die ganze„civilisierte" Welt zu liefern, sondern namentlich auch bei der Beschäftigung aus- ländischer Arbeiter. Allen andern mit gutem Beispiel voran gehen dabei unsre konservativen Agrarier, die„Edelsten der Nation", die in der Einfuhr von Polen. Galiziern, Böhmen und teilweise auch Jtaliern erkleckliches leisten. Die letzteren sind allerdings bei den Agrariern schon weit weniger beliebt als die slavischen Völker, weil sie in ihrem Lebensniveau nicht tief genug unter dem ostelbischen Landarbeiter stehen, dagegen sind sie ini Hoch- und Tiefbau als Lohndrücker außerordentlich beliebt. Die Zufuhr dieser Leute ist der- ort organisiert, daß man von einem förnilichen Menschenhandel reden kann. Folgendes Rundschreiben vom Arbeitgeberbund für das Bau- geiverbe mag dies erweisen: Deutscher Arbeitgeberbund für das Baugewerbe. Geschäftsamt: Berlin SW,, Anhalterstr. 15. Bundes-Organ:„Baugewerks-Zeitung", Berlin SW., Klein- beerenstr. 3. Publikations-Organ:„Münchener Bau-Zeitung". Den verehrlichen Vorständen werden die folgenden Adressen von Personen u. s. w. mitgeteilt, durch deren Vermittlung italienische Bauarbeiter und Maurer bezogen werden können:'(folgen die Adressen der Personen, welche die Jtalienervermittlung besorgen.) . Ferner können italienische Arbeiter durch Annoncieren in der Provinz Undine oder durch Ver Mittelung der Bürger« m e i st e r e i e n aus den Städten der Provinz bezogen werden'. Fast die ganze männliche Bevölkerung dieser Provinz besteht aus Maurern. Dieselben begeben sich im Frühjahr in die angrenzenden Länder nach Arbeit. Namentlich sind Maurer aus den Ortschaften Clauzetto, Castel Nova, Prinzano und Nicoto, Bauarbeiter aus der Ortschaft Dalvasone zu beziehen. Wie hierher mitgeteilt wurde, haben sich die Italiener, von wenigen Ausnahmen abgesehen, im allgemeinen gut bewährt. Sie werden als fleißige, strebsame, stets nüchterne Arbeiter geschildert. Sie verlassen die Heimat in Kolonnen und sind vorteilhaft in Kolonnen zu beschäftigen. Wenn sie in der Minderheit mit andren Arbeitern beschäftigt sind, lassen s i e s i ch l e i ch t beeinflussen. Sie halten auf eine lange tägliche Arbeitszeit und sind gegen geringes Ent- gelt erkenntlich, wenn ihnen Schlafgelegenheit gewährt wird. Im Werksteinbau und Steinmauern sollen sie' den deutschen Arbeitern überlegen sein, im Rohbau stehen sie ihnen nach. Was ihnen an Schnelligkeit beim Ziegel- niauern und Kenntnissen beim Wölben und Putzen abgeht, gleichen sie durch emsige Thättgkcit aus. Berlin. 18. April. Der Vorstand des deutschen Arbeitgeberbunds für das Baugetv erbe. Man sieht, unser patriotisches Unternehmertum geniert es durch- aus nicht, aus dem anarchistisch durchseuchten Italien Arbeiter heran- zuziehen, wenn sie nur auf„eine lange tägliche Arbeitszeit" halten und„gegen geringes Entgelt" arbeiten. Dann kommt es auch nicht darauf an, daß sie mit Ausnahme einer Specialität den deutschen Arbeitern nachstehen, wenn sie nur, was ihnen an Schnelligkeit und Kenntnissen abgeht, durch„emsige Thätigkeit" nachholen. Schade nur, daß diese Mustermenschen nicht mit andren zusammenarbeiten dürfen. da sie nicht die„Streikbrüder" bekehren, sondern sich selbst leicht beeinflussen lassen. Aber da Hilst Weil der Cartonfabrikant Burgstein gemeine NedcnS- arten seinen Arbeiterinnen gegenüber gebraucht hatte, er- klärte die Kammer Vlll des Ge Werbegerichts die Cartonarbeitcrin F. für berechtigt, die Arbeit ohne vorherige Kündigung zu verlassen. Herr Burgstein zahlte auf An- raten des Gerickitshofs der Klägerin 7,87 Mark rückständigen Lohn, den er wegen angeblichen Kontraktbruchs cinbehalten hatte. Der Vorsitzende Dr. Meier führte darauf aus: Die Beweis- erhebnng habe allerdings ergeben, daß die Klägerin die Arbeit eigentlich deshalb niedergelegt habe, weil ihre Schwester, die ihre Mitarbeiterin war. vorher gegangen sei. Jndeffen habe die Klägerin in geschickter Weise die in derselben Woche thatsächlich vom Beklagten gebrauchten gemeinen Redensarten benutzt, ihre Arbeitsniederlegung zu rechtfertigen. Es sei dies durchaus zulässig, lind da jene gemeinen Redensarten eine grobe Beleidigung der Klägerin darstellten, so sei auch an- zunehmen, daß diese nach§ 124 der Gewerbe-Ordnung zur Plötz- lichen Arbeitsniederlegung berechtigt gewesen sei.— Während der Verhandlung wurde nur der Berichterstatter ini Gerichtssaal geduldet. Lagerhalter im industriellen Gewerbebetriebe und§ 133a der Gcwerbe-Ordiinng. Ein Lagerhalter der G a s f e rn zunder- Gefells ch'a f t stützte einen beim Gewcrbegcricht geltend ge- mackitcn Anspruch darauf, daß ihm als Lagerhalter die Rechte eines Betriebsbeamtcn oder Betriebsleiters gemäß H 133a der Gewerbe- Ordnung zuständen. Nach längerer Verhandlung wurde seine Klage mit folgender Begründung abgewiesen; Die Haupt- tbätigkeit des Klägers habe darin bestanden, für das Lager Gegen- stände anzunehmen und eventuell solche herauszugeben. Das sei eine schematische Arbeit, zu der es besonderer Vorkenntnisse nicht bedurfte. Sie sei weder als eine höhere technische Dieiiftleistnng anzusehen, noch könne gesagt werden, daß eiii Teil der Betriebsleitung von ihr abhiug. China. Als Freund Chinas spielt sich, seinen Traditionen getreu, auch jetzt wieder Rußland auf. Es beteuert noch immer, nicht daran zu denken, die Mandschurei zu annektieren; seine Operationen beschränkten sich durchaus darauf, der mandschurischen Bahn den erforderlichen Schutz zu gewähren. Jedenfalls ist Rußlands unter der Maske innigster Freundschaft voll- zogene Eroberungspolitik klüger als die furchtbar bramarbasierende Politik eines bekannten andren Staats. Die Bestrafung der Schuldige». Aus Pesing wird gemeldet: Der franzöfis'che Gesandte P i ch o n stattete Li-Hung-Tschang einen Besuch ab. Li-Hung- Tschang zeigte Pichon den Wortlaut der letzten kaiserlichen Dekret e.' Daraus geht hervor, daß dem Prinzen Tu a n sein Adels- titel genommen wurde und daß er sowie auch Prinz Ts ch u a n g vor- läufig ins Gefängnis gebracht worden sind. Später werden sie in das Staatsgefängnis von Mulden übergeführt werden, wo sie bis an ihr Lebensende eingekerkert werden sollen. Auch Prinz Traings. welcher ebenfalls dagradiert wurde, soll in Haft ge- uommen werden. Ein andrer Prinz, Tsai-Li-Un. ist dazu verurteilt worden, seinen Palast zu verlassen. Prinz Dunlan hat sein Gcbalt verloren und ist um eine Rangstufe zurückgesetzt worden. Der Censor Jungien ist um zwei Rangstufen zurückversetzt. Der Justiz- minister ist degradiert, behält jedoch sein Amt bei. Ayatsien ist verbannt. Nach einer andren Lesart soll Prinz Tuan sich durch Flucht nach Ningsiahsien in Sicherheit gebracht haben. T u n g f u h s i a n g, der zur Zeit der Belagerung der Gesandt- schaften in Peking kommandierte, soll nach einer Mitteilung Li-Hung- Tschangs ebenfalls dem Arm des Hofs unerreichbar sein, da er über bedeutende Truppenabteilungen verfügt. Weitere Strafen. Das Armee-Ober-Kommando meldet aus Peking: Die Kolonne des Obersten Graf Jork hat am 14. d. M. Tscha-t'au(nordwestlich Peking an der großen Mauer) erreicht, wo abends vorher chinesische Kavallerie, geschätzt auf Nachhut stärkerer Streitkräfte, gewesen war. . Eine französische Kolonne ist am 6. d. M. aus Peking abgegangen und in Touling nach einem Kampf, wobei 300 Boxer k a m p f- unfähig gemacht wurden, eingerückt. Die Franzosen hatten keinen Verlust. Das kaiserliche Grabmal wurde besetzt. Auch hier scheint es sich um ein Schlachten, nicht um eine Schlacht gehandelt zu haben. Konzentration chinesischer Truppen. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai, den 17. d. M.: Drei chinesische Generale mit 23 000 Mann bewegen sich längs der Grenze der Provinz Tschili, um einem weitern, nach dem Westen gerichteten Vordringen der Verbündeten entegegenzutreten. Wahrscheinlich stammt diese Nachricht aus der englischen Scharf- macher-Werkstatt, die die Aktion des Grafen Waldersce zu verlängern und Deutschland immer mehr zu engagieren bezweckt. Die Khaki- mächte werden auch ohnehin darauf verzichten, in das Herz Chinas vorzudringen, wo ihnen leicht ein Moskau bereitet werden könnte. Endlich Friedensverhandlungen? New Jork, 13. November.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Eine Depesche aus Peking vom 17. November meidet: Die Vernnitung, daß die Note der Mächte an die chinesischen Friedensunterhändler bald vervollständigt wird, gewinnt an Boden durch die Resultate der letzten nichtanitlichen Besprechungen der Gesandten. Der Gesandte Conger erklärte in einer Unterredung, die Lage sei offenbar sehr günstig für eine sofortige Inangriffnahme der Unterhandlungen zur Feststellung der Präliminarien. Er glaube, daß nach der nächsten Versammlung der Gesandten die Verhandlnngen mit den Chinesen ohne Aufschub fortschreiien würden, da die' chinesischen Friedensunterhändler nnt dem Hof in telegraphischer Verbindung ständen. In den militärischen Operationen ist thatsächlich ein Still- stand eingetreten. Die deutsch-italicnische Expedition, die nordwärts ging, hat' den Nanknaupaß überschritten, ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Ttadtvemdllttell-Wllhleil in Rixhorf, die am Donnerstag, den 22. November, in 3 Bezirken der 3. Ab- teilung stattfinden, beschäftigten am Montag eine socialdemokratischer- sits einberufene Versammlung, die im Rixdorfer Apollo-Theater tagte. Der Referent, Reichstags-Abgeordneter Fritz Zubeil, behandelte ausgiebig und in interessanter Weise die Wohnungsfrage und die Aufgaben der Gemeinden zur Linderung der Wohnungs- not. Dann setzte er den Kohlenwncher einer kritischen Bc- leiichtnng ans. Auf die bevorstehende Wahl eingehend, erniahnte Redner mit flammenden Worten zu energischer Agitation und regster Beteiligung, damit der Sieg ein glänzender werde.(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Als Kandidaten wurden folgende Parteigenossen aufgestellt: für den 3. Bezirk der Kassenbeamte Conrad, für den 8. Bezirk der Arzt Dr. S i l b e r st e i n, für den 3. Bezirk der Schriftsetzer(Lager- Halter) E. W u tz k i und für den 2., den 4., den 6., den 13., den 14 und den 15. Bezirk der Gastwirt Max Pohl(Hausbesitzer). Uehko Nttchvirszkett und Depesrhen. Berlciimdnngs Feldzug der Nationalisten. Paris, 13. Nov. Deputiertenkammer. Rivel wünscht an die Regierung eine Interpellation zu richten über das Gerücht, daß durch die Vennittelinig eines Beamten Ordens-Auszeichnungen verliehen worden seien. Minister-Präsi- z e n t W a'l d e ck- R o u s s e a u schlägt vor, sofort in die Besprechung der Interpellation einzutreten. Rivel ersucht die Re- giernng um Aufklärungen. Kolonial mini st er Decrais erwidert, es handle sich um eine schwere Beschuldigung, welche die Ehre eines im politischen Leben stehenden Manns autaste. Man sage, die Aus- Zeichnungen seien durch die Vermittelimg einer ihni sehr nahe 'tehcndcii Persönlichkeit und zwar gegen Geldentschädigung verliehen worden. Diese Beschuldigung sei falsch, er erkläre es eierlich.(Beifall links.) Decrais rechtfertigt sodann die aus- geteilten Ordensauszeichnungen und setzt auseinander, aus welchen Gründen dieselben erfolgt seien. Der Minister schließt. o iange er in seinem Amte sei, hätten die Nationalisten ihn nicht mit ihren Angriffen verschont, in dieser Angelegenheit habe man eine abgefeimte Grausanikcit zur Anwendung gebracht: er habe nur einen Richter, die Kammer, er erlvarte ihr Urteil mit Vertrauen. Andauernder Beifall.) Sodann setzt Millerand seinerseits auseinander, unter welchen Verhältnissen die in Rede stehenden Anszcichnungen verliehen sind. (Erneuerter Beifall.) D r u m o n t erklärt, die Artikel in der„Libre Parole" üher die Ordensverleihungen rührten nicht von ihm her.(Zurufe links.) Diejenigen, welche sich beklagten, hätten ein Mittel, zu ihrem Rechte zu kommen, das bestehe darin, die Angelegenheit zum gerichtlichen Austrag zu bringen. Druinont schlägt vor. eine Unter- suchung einzuleiten. M i l l e v o y e ist der Meinung, Decrais solle die Ankläger vor dem Schwurgericht verfolgen. Waldcck-Rousseau erklärt, das Gerücht, cS habe jemand bei der Staatsanwaltschaft Klage eingereicht, weil er für einen Orden 25 000 Fr. bezahlt habe, für falsch. Seit 3 Tagen habe er vergeblich diese Persönlichkeit suchen lassen.(Beifall.) Der Minister- Präsident betont, der Vcrlcumdungsfcldzng werde gegen die Re- giernng geführt in der Hoffnung, daß dabei etwas hängen bleiben werde.(Beifall.) Es sei die Politik der R e g i e- r u n g. über welche man sich ärgere. Gewisse Ereignisse und gewiste Debatten seien denmächst zu erwarten. Die Regierung habe nicht umsonst gewissen Leuten die Degenspitze gezeigt, man könne der Regierung die Dolchst'itze weisen, werde sie aber dadurch nicht erschrecken.(Anhaltender Beifall.) Hierauf wird die Debatte geschloffen. Rivet bringt eine Tagesordnung ein, welche der Regierung da? Vertrauen ausspricht. Dieselbe wird von Waldeck- Rouffeau angenommen und von der Kammer mit 37V gegen 31 Stimmen genehmigt. Die Kammer nimmt die Bcrhandlnng über die Reform der Getränkcstener wieder auf. V a i l l a n t bringt eine Gegenvorlage ein, wonach alle Auflagen auf Weine, Biere und Obst- weine aufgehoben und durch das Erträgnis des Alkoholmonopols ersetzt werden sollen. Der erste Teil dieser Gegenvorlage, welcher die Aufhebung aller Auflagen auf Weine, Biere und Obstweine ausspricht, wird trotz des Widerspruchs der Kominissio» mit 250 gegen 241 Stimmen angenommen und die Sitzung sodann geschloffen. Auf de» Pliilippincu. New Pork, 19. November.(SS. T. 93.) Einer Depesche aus Manila zufolge unternehmen die Amerikaner Angriffs- b e w e g u n g e n auf der Insel S a m a r, Ivo sie' nur drei Küstenslädte besetzt haben. Sie vertrieben letzte Woche 200 Aufständische aus einem Bollwerk 35 Meilen von Manila und er- beuteten außerordentlich große Mengen Reis und bedeutende Munitionsvorräte. Es wurden 50 PhilipinoS getötet, viele verwundet. Die Amerikaner hatten 11 Verwundete. lBeravtwortl. Redactcur: Dr. Georg Gradnaucr in Grotz-Lichterselde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen n. IltiterhaltungSblatt. Nr. 271. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. November 1900. Reichstag. 3. Sigung. Montag, den 19. November 1900, 2 Uhr. Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow. Graf Posadowsky, Nieberding, v. Tirpik, v. Goßler, Frhr. v. Thielmann, Schönstedt, Brefeld u. andre. Zunächst steht auf der Tagesordnung ein schleuniger Antrag Albrecht( Soc.) u. Gen. wegen Einstellung eines gegen den Ab geordneten Fischer Sachsen( Soc.) schwebenden Strafverfahrens. Der Antrag wird debattelos angenommen. Es folgt die Interpellation Albrecht( Soc.) 1. Gen.: Welche Maßregeln gedenkt der Herr Reichskanzler gegen die Beamten des Reichsamts des Jnnern zu ergreifen, welches von einer Interessentengruppe, dem Centralverband deutscher Industrieller, die Summe von 12 000 M2. gefordert und erhalten hat, um damit die Agitation für den vom Bundesrat dem Reichstag am 26. Mai 1899 borgelegten Entwurf eines Gesetzes zum Schuße des gewerblichen Arbeitsverhältnisses zu betreiben?" Reichskanzler Graf Bülow erklärt sich bereit, die Interpellation am nächsten Donnerstag zu beantworten. Es folgt der dritte Gegenstand der Tagesordnung: Erste Beratung des Entwurfs eines Gesetzes betreffend die Feststellung cines dritten Nachtrags zum Reichshaushalts- Etat für das Rechnungsjahr 1900. Reichskanzler Graf Bülow: Meine Herren, ich wünschte, die erste Gelegenheit zu er greifen, welche sich mit bietet, um mich dem hohen Hause gegenüber auszusprechen über diejenige Frage, welche im Vordergrunde des öffentlichen Interesses steht, nämlich über unser Vorgehen in China. Sie werden es verstehen, meine Herren, wenn ich auch heute nicht wohl Dinge fagen kann, die die schwebenden Unterhandlungen gefährden oder die von den Mächten in China unternommene gemeinsame Aftion beeinträchtigen könnten. Ich bin aber viel zu sehr durchdrungen von der Notwendigkeit, daß zwischen den verbündeten Regierungen und diesem hohen Hause, zwischen den verbündeten Regierungen und dem deutschen Volke die Fühlung nicht verloren geht.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Ich erkenne das Recht des Lands und des Reichstags, zu wiffen, wohin die Fahrt geht, viel zu sehr an, als daß ich nicht gern bereit sein sollte, so offen und so deutlich zu reden, wie es das Staatsinteresse irgend zuläßt. Was die Vorgeschichte der Dinge in China angeht, so beziehe ich mich in dieser Hinsicht auf das Cirkular, welches ich seiner Beit an die verbündeten Regierungen gerichtet habe. Ich habe in diesem Cirkular mich bemüht, die Gründe darzulegen, die zur Entwicklung in China geführt haben und der sich die civilisierte Welt dort gegen übersah. und daß nommen. Der beste Beweis dafür ist die Haltung Deutschlands China gelegen hat, die Rechte des Reichstags zu verkürzen. gegenüber, als dieses à la merci eines siegreichen Gegners war. Wir( Unruhe lints.) Gewiß, meine Herren, Herren, hat ihm diese haben in China stets festgehulten an dem Princip, den Rechten Absicht vollständig ferngelegen, dafür bürgen seine lange und ehrenandrer nicht zu nahe zu treten, dafür aber die eignen Rechte un- volle Laufbahn und sein allen bekannter patriotischer und versöhnender bedingt zu wahren. Darum befinden wir uns China gegenüber Sinn. Ich will aber vor allem für meine Perfon als derzeitig jetzt im Stande legitimer Notwehr. Die chinesische Central- verantwortlicher Reichskanzler die Erklärung abgeben, daß mir selbstregierung hat die Borerbewegung durch ihre eigne Schuld, ihre verständlich nichts ferner liegt, als das verfassungsmäßige und von jämmerliche Verwaltung immer weiter um sich greifen lassen, in niemand bestrittene Recht des Reichstags zu mißachten, daß für alle offenbarem Mangel an gutem Willen. Sie hat von Anfang Ausgaben seine Zustimmung eingeholt wird und zwar, wenn an gegenüber den maßvollen und berechtigten Borstellungen dies irgend möglich ist, im vorane. der fremden Gesandten eine teils zweidentige, eine teils zweideutige, teils läffige Ich möchte an das hohe Haus das Ersuchen richten, für die Saltung eingenommen, sie hat durch das Gewährenlaffen der jenigen Ausgaben, hinsichtlich deren die Zustimmung des Reichstags schnöden Ermordung des deutschen Gesandten nicht nur das Wölfer noch nicht eingeholt worden ist, uns durch nachträgliche Genehmigung recht, sondern auch unsre nationale Würde schwer verletzt.( Sehr Indemnität zu erteilen.( Bravo! rechts und in der Mitte, Lachen richtig! rechts), und sie hat sich hinterher vergeblich bemüht, mit links.) Ihre Heiterkeit( nach links) beweist mir eine gewisse Entallerlei Winkelzügen, Ausflüchten und offenbaren unwahrheiten diesen täuschung( Heiterkeit) darüber, daß es nicht zu einem Konflikt flaren Sachverhalt zu vertuschen. Mit gutem Gewissen durften wir tommt. Zu einem Konflikt aber wird es nicht kommen dank der daher die zur Wahrung unsrer Interessen und unsrer Ehre not- Einsicht der Mehrheitsparteien und wie ich wohl auch sagen darf, wendigen Maßnahmen ergreifen. dank der Verständigkeit der Regierungen. Wenn der Reichstag Wert In derselben Notlage wie wir befinden sich alle übrigen Nationen, legen sollte auf eine das Wort Indemnität" ausdrücklich enthaltende zu denselben Werken der Notwehr sahen fich alle übrigen Formulierung des§ 3 der Vorlage( Bewegung), so werde ich meine civilifierten Völker gezwungen, denn jeder ruhige und unparteiische Hand dazu bieten und das meinige thun, ähnlich wie das von dem Beobachter kann darüber nicht im Zweifel sein, daß die Krise, die ersten Reichskanzler in wiederholten Zällen geschehen ist, um eine wir jest in China durchmachen, nicht durch die Besetzung Koautichous Berständigung herbeizuführen zwischen dem Reichstag und dem oder eines andren Plages hervorgerufen ist, sondern eine Etappe ist, Bundesrat.( Bravo! rechts, in der Mitte und bei den Nationalwelche die europäische Kultur überwinden muß in ihrem unaufhalt- liberalen.) samen Vordringen in alle Weltteile, der Sturm, der sich jetzt in Meine Herren! wir haben in dieser Frage alles gethan und China erhoben hat, richtet sich gegen teine einzelite Macht, sondern werden trotz entgegenstehender Schwierigkeiten auch fernerhin das gegen die europäische Civilisation überhaupt. Unsrige thun, um das Einvernehmen zwischen den Mächten aufrecht Ich komme nunmehr zu der Frage, die ich vorher nur flüchtig zu erhalten. Wir haben nach Möglichkeit alles vermieden, was zu gestreift habe, nämlich zu der Frage, was wir in China wollen. In Mishelligkeiten zwischen den Mächten Anlaß geben könnte und haben zwei Worten gesagt, wir wollen in China keine Politik der uns Biele gestellt, deren Erreichung im Interesse aller liegt. Daß Abenteuer, aber wir wollen unsre Interessen und Rechte so be- das überall anerkannt wird, beweist die Thatsache, daß uns die haupten, wie ein großes Volt seine Interessen und Rechte be- übrigen Mächte das Oberkommando in Betschili übertragen haben, haupten ( Bravo!) Wir wollen int China feinen trotzdem wir gern bereit waren, unsre Truppen jedem andern Eroberungskrieg, sondern eine möglichst rasche und mög- Oberbefeht unterzuordnen, und ich das namentlich nach Stußland hin lichst gründliche Beilegung der bestehenden Krisis. Wir ver- zu erkennen gab. Es ist das also ein Beweis für das Vertrauen, langen Sühne für die begangenen Unthaten. Sühne verlangen wir welches unfre Politik den andren Mächten einflößt gerade in einem aus dem Grunde, weil, wenn feine Strafe einträte, damit ein Frei- einigermaßen fritischen Augenblicke. Das gilt namentlich von Rußbrief ausgestellt werden würde für ähnliche Vorgänge, in denen wir land, und daß gerade von russischer Seite Einwendungen gegen ein und alle interessierten Mächte der Gefahr ausgesetzt sein würden, deutsches Oberkommando nicht erhoben werden würden, war ja ihre Staatsangehörigen in gleicher Weise verlegt zu sehen, wie das vorauszusehen bei den guten und vertrauensvollen Beziehungen, iegt geschehen ist. welche schon vorher zwischen uns und Rußland bestanden Wir acceptieren auch eine Regierung in China, die fähig und der Kaiser von Rußland einer baldigen glücklichen Genesung ent bereit ist, die begangenen Frevel zu fühnen. Wir wollen, gegen gehen möge, das ist der Wunsch ganz Europas, ja der ganzen Welt. daß die europäische Kulturbewegung in China nicht gehemmt wird,( Bravo! rechts.) und daß gerade dieser Monarch es mit besonderem daß Deutschland innerhalb dieser Bewegung den ihm zukommenden Dant anerkennt, daß das Oberkommando in unfre Hände gelegt ist, Einfluß ausübt. An dem, was in China zu gewinnen ist, wollen ist ein Beweis mehr, daß zwischen einer gut geleiteten deutschen und Ich habe auch damals schon die Ziele bezeichnet, welche sich die wir unsern Anteil haben, niemand übervorteilen, uns aber auch russischen Politik kein Gegensatz bestehen kann.( Bravo! rechts.) deutsche Politik in China gesezt hat, die Ziele und Interessen, die von niemand übervorteilen laffen. Deutschland hat meiner Ansicht Aber wenn auch die Uebertragung des Oberbefehls uns so wir nach wie vor festhalten. nach kein Interesse an Interesse an einer Aufteilung von China. schmeichelhaft ist, so wird dadurch doch der Gesamtcharakter unsrer Bevor ich jedoch übergehe zu dem, was wir in China erreichen wir drängen gar nicht nicht auf eine solche Aufteilung. Unser Politik in feiner Weise verändert, unser Verhältnis zu den andren wollen, möchte ich zwei Punkte vorwegnehmen, die in der bisherigen Interesse ist, daß China fich in die neue Ordnung der Mächten bleibt genau dasselbe. Wir werden uns nicht über unser Diskussion im Inlande und vielleicht noch mehr im Auslande über unsre Dinge, in die Ausbreitung der europäischen Kultur hineinlebe, Brogramm hinausdrängen lassen, das wir im vergangenen Juni aufChinapolitik eine gewisse Rolle gespielt haben. Es ist zunächst gejagt daß wir die Möglichkeit erhalten, unsre Religion in China gestellt haben. Im Gegenteil, der Oberbefehl legt uns nach meiner worden, wir hätten die Krisis in China nicht genügend voraus auszubreiten. Wir fahren nach meiner Ueberzeugung am besten, Ansicht die Verpflichtung auf, nun erst recht vernünftig und besonnen gefehen. Darauf könnte ich zunächst erwidern, daß sich wohl die meisten wenn China unter einer möglichst geregelten Verwaltung aufnahme zu sein.( Bravo! rechts, im Centrum und bei den Nationalliberalen.) der übrigen Regierungen in gleicher Lage befunden haben dürften, daß fähig und zahlungsfähig bleibt, im übrigen aber seine Verwaltung Wir werden unfre Biele nicht zu hoch tragen, nicht über die Grenzen die meisten derselben wohl im vergangenen Frühjahr noch nicht an möglichst in eigner Hand behält. Sofern die andren Mächte in unsrer Leistungsfähigkeit hinausgehen, werden uns nicht von den genommen haben, daß das über Ostafien ausgebrochene Ungewitter China über diesen Rahmen nicht hinausgehen, wollen wir uns durch- Grundfäßen entfernen, auf denen das neue Deutsche Reich aufgebaut so heftig und so rasch eintreten würde. Die Anzeichen, welche diesem aus auf die Behauptung unsrer gegenwärtigen Position beschränken. ist. Wir kennen die deutsche Geschichte und haben unfre Lehren ans Ungewitter vorausgingen, find aber gerade uns nicht entgangen. Wir haben gar keinen Grund, ohne Not hinauszugehen über die ihr gezogen. Auf dieser Basis ist ein gewaltiger Aufschwung Wir haben die Vertreter in China und die andren Kabinette mehr Grenzen, die wir uns in dem Bertrage von 1898 gezogen haben, wo erfolgt und unsre Weltstellung hat sich mächtig gehoben. wie einmal auf diese Wetterzeichen hingewiesen. Alles was von den durch wir finanziell, militärisch und politisch unverhältnismäßig hoch Diese wollen wir schüßen, werden aber nicht verdiplomatischen, konsularischen und militärischen Vertretern in China in Anspruch genommen werden könnten. Wir wollen aber auch des geffen, daß unser Centrumi in Europa ist. Wir werden als notwendig bezeichnet wurde für die Aufrechterhaltung der halb in China nicht ohne zwingendste Veranlassung Politik treiben, nichts thun, was unsre Heimat, die Wehrkraft des Deutschen Ordnung, ist von uns fofort gewährt worden. Wir haben ins- weil wir gar kein Intereffe daran haben, uns in China auf ein Volfs schmälern könnte; auch durch unsere Truppenentfendungen befondere au militärischen Schutzdetachements sogleich alles zur Ber- bestimmtes Landgebiet feftnageln zu laffen. Wir haben in nach China ist unsere Schlagfertigteit in Europa in teiner Weise fügung gestellt, was von den Vertretern an Ort und Stelle als Kiautschou den notwendigen Stützpunkt für unsre Schiffahrt und beeinträchtigt. Wir werden uns hüten, in China die Geschäfte wünschenswert bezeichnet wurde. Wir haben in dieser Richtung sogar Marine gefunden. Wir haben in Schantung ein weites Feld für audrer zu besorgen; wir nehmen gern teil an den gemeinsamen mehr angeboten als lettere forderten. tommerzielle und industrielle Thätigkeit gefunden. Aber lange Aufgaben aller Kulturvölfer, aber wir denken gar nicht daran, für bevor wir nach Kiantschou gegangen, hatten sich deutsche Kaufleute irgend eine Macht den Blizableiter abzugeben, oder die Vorsehung in allen Teilen des chinesischen Reichs angefiedelt. Von dieser Aus- auf Erden spielen zu wollen, das hat Napoleon III. gethan und es breitung unfres Handels in China unter dem friedlichen Wettbewerb ist ihm nicht gut bekommen. Diesem Beispiele werden die Hohenaller Völker unter dem Zeichen des Worts:„ Leben und leben lassen" zollern niemals folgen, deren Tendenz es war, daß ein Fürst der wollen wir nicht zurücktreten. Das war das Motiv und ist die erste Diener des Staats und staatlicher Interessen ist.( Unruhe Tendenz des deutsch englischen Abkommens vom 16. Oftober d. 3., links). Daß wir uns nicht ohne Not in fremde Händel einmischen, mit deffen leitenden Grundsäßen sich die andren Mächte einverstanden das haben wir im spanisch- amerikanischen Kriege und im süderklärt habent.( Bravo! rechts.) Natürlich sehen wir voraus, afrikanischen Kriege gezeigt; wir haben da vollkommene Neutralität daß die andren Mächte nicht zu territorialen Erwerbungen eingehalten, weil es im deutschen Intereffe lag. So wollen wir jetzt in schreiten. Sofern diefe Borauslegung von allen Seiten loyal ein- Ostasien unser Ansehen hochhalten, unsre Stellung waren, weil es dem gehalten wird, ist nicht anzunehmen, daß das gute Einvernehmen gestört Interesse des deutschen Bolts förderlich ist. Eine andre Nichtschmur wird, und ist es unser Wunsch und unsre Absicht, nicht über den Vertrag als das Interesse des Landes giebt es für uns nicht. Wir werden von 1898 hinaus zu gehen. Deshalb haben wir von Anfang an es weder in militärischer noch diplomatischer Beziehung machen wie Gewiß meine Herren! Die Europäer in Peking haben sich uns bemüht, unsre Biele so abzugrenzen, daß sie weder eine Unflar- die Franzosen in Merito. Auf Sonderaktionen werden wir uns mehr oder weniger getäuscht in der Beurteilung der Trag heit in Zukunft noch einen Konflikt mit den berechtigten Intereffen nicht einlassen, die im Widerspruch stehen zu den von uns von weite der Boxerbewegung, die hier von Anfang an ernster auf- andrer Mächte aufkommen lassen konnten. Wir werden auch in Zu- Anfang an aufgestellten Grundfäßen. Wir werden stets nur das im gefaßt wurde als in China von feiten der europäischen Nieder- funft unire Schritte genan, sehr genau abmessen, denn wir wissen Auge haben, was der Wohlfahrt des deutschen Volks förderlich ist. laffungen. Wir werden in Zukunft auch darauf unsre Aufmerksamkeit sehr wohl, daß, wenn ein Schritt zu furz uns distanzieren könnte, Meine Herren! Eins möchte ich noch hervorheben: die Art und zu richten haben, über die Pläne und Absichten der chinesischen einer zu weit und bloßstellen würde. Weise der Haltung unsrer Truppen; das war eine Beamten und Militärs schneller unterrichtet zu werden, als das Bon den Zielen, die ich bezeichnet babe, ist bisher nur das eine Leistung, auf die wir alle mit Befriedigung zu bisher der Fall war. Inzwischen konstatiere ich aber, daß von erreicht worden, nämlich die Befreiung der in Beting eingeschlossenen rübliden tönnen.( Sehr richtig! rechts.) Wenn es auch Europäer. Es bleiben noch die andern ebenso wichtigen Ziele, die namentlich im Auslande Leute gegeben haben sollte, die behaupten, Ich komme nun zu einem andern Vorwurf, der uns gemacht Sicherstellung von Leben, Berson, Eigentum und Besitz der in China daß Deutschland eingebüßt habe an militärischer Kraft und TüchtigEs ist im Auslande gefagt worden, daß wir die lebenden Fremden, angemessene Genugthuung für die verübten Un- teit, so find solche Leute eines Besseren belehrt. Daß wir in unsrer Schuld trügen an den Ereignissen in China und speciell, daß thaten, Entschädigung für die entstandenen Auslagen und Kosten, Wehrhaftigkeit nicht zurückgegangen sind, das haben wir bewiesen. die Wirren in China zurückzuführen feien auf unsre Fest endlich sicherstellung unsres eignen Befizes. Wie diese Ziele zu Die ganze Haltung unfrer Leute, die Art und Weise, wie sie vora schung in Kiantschon.( Sehr richtig bei den Socialdemokraten.) erreichen sind, darüber schweben, wie Ihnen bekannt sein wird, aur gingen, wie sie überall im Feuer gestanden haben, wie Ich glaube den Ruf sehr richtig" gehört zu haben.( Sehr richtig! Beit Unterhandlungen zwischen den fremden Gesandten in Beking. fie alles ertragen haben, Offiziere wie Mannschaften, das hat gezeigt, bei den Socialdemokraten.) Meine Herren, von ausländischer Seite ueber das Ergebnis dieser Verhandlungen, welche zur Einstimmigkeit daß der deutsche Soldat nicht zurückgegangen ist. Darüber sollten fagte ich, ist dieser völlig unbegründete Vorwurf gegen uns erhoben in den wesentlichsten Punkten geführt haben, bin ich in der Lage, dem wir uns alle freuen. Die verbündeten Regierungen mußten fo worden, ich glaubte nicht, daß er in diesem Saale ein hohen Hause Mitteilungen zu machen.( Redner verliest die aus den Tages- handeln, wenn Deutschland im fernen Often sein gutes Recht und Echo finden würde.( Bravo! rechts, Oho! bei den Social- zeitungen bekannte Kollektivnote. Neu ist nur, daß über die Principien feine Stellung behaupten wollte. Wir durften diese Verlegung demokraten.) Warum die pachtweise Ueberlassung der Geldentfchädigungen kommiffarische Verhandlungen statt ebensowenig ungestraft laffen und wir durften das Blut unsres Siautschous an Deutschland das chinesische Reich mehr erschüttert finden sollen. ermordeten Gesandten ebensowenig ungefühnt lassen, als die haben, das chinesische Volk mehr erbittert haben als Die weitere Entwicklung der Dinge im einzelnen vorauszusagen Sühne andren übertragen. Das dürfen wir nicht, denn Selbst ist die Abtretung von Hongkong an England, von Tonting an Frant ist heute unmöglich. Wir halten an der Hoffnung fest, daß es den der Mann". Auch jeder nüchterne Beobachter tann nicht im Zweifel reich, des Amurgebiets an Rußland, von Formosa an Japan, von gemeinsamen Bemühungen der Mächte gelingen wird, die angestrebten darüber sein, wie viel unser Einfluß davon abhängt, wie wir jetzt Porth Arthur und Wai hei wai ganz zu schweigen! Es hat Er- Biele zu erreichen. Wir werden uns auch weiterhin nur leiten lassen in China militärisch und diplomatisch abschneiden. Im Namen peditionen gegen Missionen und Verfolgung eingeborener Christen in von den gemeinsamen Interessen der Civilisation, soweit sie sich mit der verbündeten Regierungen bitte ich dies hohe Haus, durch Annahme China gegeben, lange bevor wir nach Kiautfchou gingen, und es hat den deutschen decken. Alle Mächte haben das gleiche Interesse daran, der Vorlage uns die Mittel zu gewähren, um die chinesischen Händel Expeditionen nach China, es bat Züge nach Beling gegeben, lange daß die Ordnung und der Frieden in China wieder hergestellt werden. auszutragen in Umsicht und ruhiger Besonnenheit, in Kraft und bevor wir in Beting festen Fuß gefaßt haben. Die Wahrheit ist, daß Der Wiederkehr solcher Vorfälle vorzubeugen, liegt im Intereffe aller Ehre, wie es der deutsche Name gebietet.( Anhaltender Beifall rechts, von allen jegt in China engagierten Mächten wir uns am meisten Mächte. Unfre Interessen dort sind doch zu bedeutend, unsre Handels- Centrum und Natl.) und am längsten zurückgehalten haben.( Sehr richtig! rechts.) intereffen zu umfangreich, unsre Religion ist uns zu heilig, als daß Abg. Dr. Lieber( C.): Erst als wir uns davon überzeugten, daß andre Mächte, ohne unsre wir ohne weiteres beiseite treten tönnen. Wenn wir das thäten, Die eben vernommene Nede des Reichskanzlers hat gewiß uns Zurückhaltung, ohne unsre Bescheidenheit nachzuahmen, sich in China so würden wir in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht die Zukunft alle, jedenfalls aber doch den weitaus größten Teil von uns mit wichtige Vorteile, wertvolle Stonzefsionen ausbedangen, als es den des deutschen Volkes in unverantwortlicher Weise preisgeben, in einer großer Befriedigung erfüllt. Der Herr Reichskanzler hat Anschein gewann, daß ohne uns an eine Aufteilung Chinas Weise, die uns die Geschichte nicht verzeihen würde. Wenn auf unire Zustimmung gerechnet gegenüber den notwendigen Maßgegangen werden sollte, und als gleichzeitig wiederholte Angriffe auf wir aber bei der Neuregelung der chinesischen Verhältnisse nahmen, die wegen der Vorkommnisse in China seitens der die deutschen Missionen in Schantung, welche gipfelten in der mitwirken wollten, so var es geboten, in einer Form verbündeten Regierungen im Einvernehmen mit den übrigen Mächten Ermordung zweier deutscher Missionare, uns zwangen, für die aufzutreten, einer Großmacht würdig war. Deshalb getroffen worden sind. Ich fann dem Herrn Reichskanzler versichern, Sicherheit unsrer Staatsangehörigen zu sorgen, erst dann haben wir so viel Schiffe und Mannschaften nach China gefchickt, wie baß, was meine politischen Freunde angeht, niemand von uns find wir hervorgetreten, nicht aus Abenteuerlust, nicht notwendig waren, um unsre vertragsmäßige Position gegen weitere daran denkt, die Notwendigkeit solcher Maßnahmen aus Willkür, sondern in sondern in der Erkenntnis einer unabiveis- Beeinträchtigungen zu sichern. Zu unsrer Marine mußten ent zu bezweifeln oder zu betritteln. Wir sind vollständig baren Notwendigkeit.( Bravo! rechts.) Unfre Feftfegung in sprechende Streitkräfte fommen. Unfre militärische Superiorität mit dem Herrn Reichskanzler und den verbündeten Regierungen Kiauischou haben wir in einer Weise durchgeführt, daß durch dieselbe mußte den Chinesen deutlich ad oculos demonstriert werden. darin einverstanden, daß das in feinen wichtigsten und der Friede in China in keiner Weise gestört worden ist. Unfre Po- Der Aufstand würde sich sonst viel weiter ausgebreitet haben, er schwerwiegendsten Interessen vor allen Dingen so tief verlegte fition in China beruht nicht auf gewaltsamer Eroberung, sondern auf würde insbesondere Schantung erreicht haben, was glücklicherweise Deutsche Reich sofort und so nachdrücklich wie möglich vorging. Der einem völkerrechtlichen Vertrag, wir stehen in China durchaus nicht geschehen ist. Gegenüber einer folchen Gefahr Zustimmung meiner politischen Freunde fann der Herr Reichskanzler nicht als räuberische Eindringlinge da. Ueberhaupt hat sich konnte nicht anders gehandelt werden. Ich muß be- durchaus sicher sein. Insbesondere haben wir schon die in dem auch Meine Herren, ich möchte keinerlei Vorwurf erheben, gegen Männer, die in schwerer, sehr schwerer Notlage heldenhafte Ausdauer und die höchste Tapferkeit an den Tag gelegt haben, fern sei es von mir vor allem auch nur ein Wort zu sagen gegen unsern Gesandten in Beting, den Freiherrn v. Ketteler, der in treuester Pflichterfüllung, in Vertretung eines allgemeinen, nicht eines speciellen Intereffes in letzter Stunde den Versuch unternommen hat, die chinesische Centralgewalt durch Darlegung des wüsten Treibens, das im Gange war, zur Besinnung zurückzuführen, und der dann bei diesem Versuche fest und unerschrocken, wie es seine Art war, in den Tod gegangen ist, der gefallen ist, wie ein Offizier vor der Front, würdig des Lands, das er vertrat und würdig des historischen Namens, den er trug. ( Bravo! rechts.) deutscher Seite nichts verabsäumt worden ist. worden ist. V # Deutschland China gegenüber immer freundlich und wohlwollend be- tonen, daß meinem Amtsvorgänger jede Abficht fern von dem Herrn Reichskanzler erwähnten Rundschreiben an die die vor allem ritterlich war! des Präsidenten.) Abg. Bebel( fortfahrend): deutschen Bundesregierungen vom 11. Juli d. J. angeführten Biele der der Vaterlandslosigkeit geziehen. Wenn wir nun aber auch Bes binarbeite, das große chinesische Reich in völlige Abhängigdeutschen Politik als durchaus angemessene und durchaus zutreffende aner- friedigung darüber empfinden, daß die Macht der Ereignisse uns feit von den ausländischen Mächten zu bringen. Ich verweise kannt: die Wiederherstellung der Sicherheit von Personen und Eigentum recht gegeben hat, so müssen wir doch andrerseits mit allem Nach auf verschiedene Schriftsteller. So hat ein englischer Reisender auf unsrer Reichsangehörigen, Wiederherstellung geregelter Zustände unter druck Widerspruch dagegen erheben, daß der Saß als maßgebend Grund seiner Kenntnisse ein Buch geschrieben, worin er auf die einer geordneten chinesischen Regierung, Sühnung und Genugthuung für proflamiert werde, daß in aller Welt überhaupt keine Ent- Mißhandlungen Chinas seitens der Großmächte aufmerksam macht; die verübten Greuelthaten. Mit all' diesen Zielen sind auch meine scheidung mehr ohne Deutschland fallen dürfe. Hätten wir ferner auf ein sehr lehrreiches und interessantes Buch, das im politischen Freunde durchaus einverstanden. Wir erwarten, daß an etwa Anlaß, uns hereinzumischen, wenn wieder ein Krieg zwischen Jahre 1891 von dem bekannten Missionar Faber berfaßt ist. Er diesem maßvoll bestimmten Ziel auch bis auf den heutigen Tag fest- Spanien und Amerika ausbräche? Ich gehe nicht weiter auf diese schreibt ausdrücklich:" Die Unruhen des Jahrs 1891 sind nicht die gehalten ist. Auch hat damals der Herr Reichskanzler ausgesprochen, Frage ein, aber man sieht, wie vorsichtig ein Staatsmann vorgehen lezten. Eine stärkere Bewegung muß folgen mit der daß von einer Aufteilung Chinas Deutschland keinen besonderen Vor- muß und wir haben das Vertrauen zu dem jegigen Notwendigkeit von Aeußerungen einer starten Naturkraft". Ein teil ziehen will. Des besonderen haben meine politischen Freunde Lenker der deutschen Geschicke, daß er dieser Vorandrer Weltreisender berichtet, daß er bei einem Besuch fich gefreut über das noch von dem Herrn Staatssekretär des Aussicht niemals ermangeln wird.. Indem wir uns vor der chinesischen Häfen mit eignen Augen gesehen habe, wärtigen, jezigen Herrn Reichskanzler getroffene deutsch- englische Ab- behalten, in der Budgetkommission noch einzelne Bedenken geltend wie die Europäer fortgesett die chinesische Bevölkerung tommen, sie haben sich gefreut über das gute Einvernehmen mit zu machen, fpreche ich es noch einmal aus, daß meine politischen insbesondere der Hafenpläße mißhandelt hätten. Es sei ganz Rußland. An zweiter Stelle bin ich in der erfreulichen Lage, unser Freunde die Notwendigkeit der Maßregeln, die gegen selbstverständlich, daß jeder Chinese, der in der Nähe eines Europäers Einvernehmen darüber auszusprechen, wie sich der Herr Reichskanzler über China getroffen worden sind, anerkennen. Wir fomme, mit der Peitsche geschlagen werde. Man zertrete den hinsichtlich der Beförderung unsrer Truppen auf den Kriegsschauplab hoffen, daß das Ergebnis dieser Verhandlungen sein wird: Der Kulis ihre fleinen Lastwagen mit Füßen, und ähnliches mehr. Alle und hinsichtlich der militärischen Haltung unsrer Truppen dort selbst Reichstag fehlt nicht, wo es sich handelt um die Aufrechterhaltung diese Vorkommnisse müssen eine maßlose Erbitterung bei geäußert hat. Auch wir sind mit Freude und Stolz über diese nationaler Ehre, die Wahrung deutscher Interessen, daß er aber auch den Leuten erwecken. Auch ist es eine Thatsache, daß die glänzenden Leistungen von Heer und Flotte erfüllt. Aber hier schon nicht fehlt, wo es gilt, auch sein eignes Recht auch den ver Europäer in China sich die größten Gewaltthätigkeiten gegenüber den muß ich ein Bedauern meiner politischen Freunde zum Ausdruck bündeten Regierungen gegenüber zu wahren.( Lebhaftes Bravo! Chinesen zu Schulden kommen lassen, ohne daß jemals der Chinese bringen, das sind lagen über Grausamkeit in der Krieg im Centrum.) Recht bekomme. Die Europäer verstehen es stets, traft ihrer Stellung führung, Massenmorde durch Barbaren, wie sie bis jetzt aus dem Abg. Bebel( Soc.): und ihres Gelds, die elende chinesische Gerichtsbarkeit zu bestechen, fernen Ostasien zu uns gedrungen sind. Wir bedauern das schmerzlich, so daß die armen Kulis in teiner Form ihr Recht be= foweit diese Nachrichten begründet sein sollten. Ich will dabei an Meine Herren! Ich habe in den heutigen allgemeinen politischen tommen können. Kein Volt tann sich solche Miß= Ausfühürungen des Herrn Reichskanzlers nichts Neues zu hören die Worte des Majors v. Lessing erinnern: Wenn wir China ver- bekommen. Er hat nur etwas breiter umschrieben, was in handlungen gefallen lassen. Nicht nur bon Auslaffen, soll hinter uns der Ruf fortleben: Das war eine Nation, der Thronrede, in der Denkschrift zum Nachtragsetat, in felnem Angehörigen, die im Auslande zum Teil in hohen Stellungen ländern, sondern auch von einer großen Zahl deutscher Die Thronrede hat deutlich erkennen lassen, daß man den Cirkular und verschiedenen offiziellen und offiziösen Mitteilungen der Reichstag von Rechts wegen hätte früher einberufen müssen. Der letzten Wochen enthalten war. Es wird nun meine Aufgabe sein zu einen großen Teil an den Unruhen schuld haben. Ich bin erReichskanzler hat diese Auffassung heute bestätigt. Freilich steht in untersuchen, wie weit die Behauptung des Herrn Reichskanzlers und der Thronrede auch der Sah, man habe den Reichstag nicht ein- diejenigen Angriffe, die erhoben worden sind, der Wahrheit ent- staunt, daß solchen Thatsachen gegenüber der Herr Reichskanzler so berufen, weil man über den Umfang der erwachsenden Ausgaben sprechen. In erster Linie ein paar Worte zur formalen Seite. gethan hat, als wenn gegen die Missionen nicht der geringste Vorleine specificierte Rechnung aufzustellen in der Lage gewesen wäre. Ich Der Herr Reichskanzler hat unter großer Genugthuung der wurf erhoben werden könnte. Ich stehe dem Missionswesen sehr indifferent gegenüber. Ich Mitte und der linken Seite des Hautes- außer meiner hätte nicht geglaubt, daß die Natgeber der Krone einen so fa den= halte es durchaus für Ihre Privatsache, wenn Sie, wie Sie erklärt, daß er nichts dagegen haben würde, scheinigen Entschlüpfungsgrund in die Thronrede Partei hineinschreiben würden.( Sehr richtig! im Centrum und links.) Auch die wenn das Haus in einer Kommissionsberatung den Ausdruck wollen, Propaganda für Ihre Religion machen. Das Reich aber Sie müssen für Ihre eignen Es ist das ja sehr liebens- geht diese Thätigkeit nichts an. Ausgaben für den französischen Krieg waren im Jahre 1870 nicht Indemnität aufnehmen würde. genau zu übersehen. Trotzdem ist vom norddeutschen würdig von dem Herrn Reichskanzler- er ist immer sehr liebens- in Konflitte geraten, so ist das Ihre Sache. Diese meine AufHandlungen verantwortlich sein. Wenn Sie durch Ihre Schritte Reichstag ein Kredit von 120 Millionen gefordert worden und würdig( Heiterkeit)- daß er einen solchen Herzenswunsch der Herren faffung wird übrigens auch von einer Anzahl protestantischer befriedigt. Es liegt ja in seinem eignen Interesse, denn er als sich diese Mittel als zu klein erwiesen, rechtzeitig eine Erhöhung wird sich davon überzeugt haben, daß in der That ohne eine solche Geistlicher geteilt, die behaupten, daß die katholischen Missionare nicht nach diesen Grundsägen in China verfahren seien. Auch Der erwähnte Baffus in der Thronrede ist eine Spekulation auf die Erklärung ein Teil der Linken für die jezige Vorlage nicht zu nach meiner Kenntnis sind es hauptsächlich katholische Missionare bie haben wäre. Aber gewundert habe ich mich doch über die Gedächtnisschwäche, die meine Freunde und ich sich ganz gehorsamst Bescheidenheit des Hauses, das sich zufrieden erklärt mit der durch ihre Handlungen in hohem Grade dazu beigetragen haben, verbitten müſſen.( Große Heiterkeit.) Wir sind empfindlich gegen nachträglich gemachten Konzeffion, wie wir das ja bereits im Ueber- Mißtrauen und Haß gegen die Vertreter der christlichen Religionen in China hervorzurufen. Die chinesischen Konvertiten wird von uns schwer beklagt. Man hätte gerade diesen Reichstag im maß von dem Herrn Vorredner gehört haben. Der Herr Vorredner sind die schlechtesten Elemente. Die Missionare Augenblick des Bedarfs zusammenberufen müssen, diesen Reichstag, war selbst offenbar etwas konsterniert, als ihm ein lebhaftes Sehr aber gewähren ihnen Schuh. Solange die katholischen der die Probe darauf bestanden hat, daß er in nationalen Dingen richtig!" entgegentönte, als er ausführte: Da hat man ein paar Missionare unter dem Schutz der französischen Regierung noch niemals versagt hat. Der Herr Reichskanzler hat seinen Tage lang donnernde Reden über die Formlosigkeit des Verhaltens bestanden, gelang es dem Einfluß dieser Amitsvorgänger von der mala fides zu entlasten gesucht. Lag auch der Regierung gehalten und schließlich dann doch alles be- die katholischen Missionare dieser Regierung, für das Rechte zu erwirken, die feine mala fides vor, so doch eine Nonchalance in den hoch- wichtigsten willigt. So wird es auch sein. Sie werden einige donnernde Uniform der chinesischen Beamten zu tragen. Dadurch wurde ihnen Fragen. Wie anders könnten heute die verbündeten Regierungen dastehen, wenn sie uns im Sommer berufen hätten und Philippiken hier halten und schließlich sind Sie doch alle ein Herz eine bedeutende Machtstellung verliehen, und sie haben sie gebraucht, um die chinesischen Gerichte einzuschüchtern, so daß die chinesischen Konschon damals den Reichstag gefragt hätten, ohne den sie auf die und eine Seele. Sie bewilligen, was gefordert wird, ohne es zu vertiten freigesprochen wurden, auch wenn fie Verbrechen begangen hatten. empfinden, welch eine Schmach dem deutschen Dauer doch nichts machen können.( Sehr richtig! im Centrum.) Man fagt, eine nachträgliche Genehmigung ist schon oft verlangt Reichstag dadurch angethan wird.( Lärm rechts. Glode Diese Beeinflussung der Beamten hat den Haß der Bevölkerung gegen die Missionare hervorgerufen und ihn noch erhöht durch worden. Zugegeben. Aber es darf dabei nicht der alte Saz verdie provokatorische Art und Weise, wie die gessen werden minima non curat praetor.( Sehr richtig!) Hier Präsident Graf Ballestrem: Herr Abg. Bebel, Sie dürfen Missionare aufgetreten sind. Wenn umgekehrt Handelt es sich doch eben um ganz außergewöhnliche wichtige nicht sagen, daß seitens der verbündeten Regierungen dem deutschen chinesische Missionare nach Deutschland gekommen wären, Dinge. Gott sei Dank( Heiterkeit links) hat sich der neue Reichs- Reichstage eine Schmach angethan wird. Ich rufe Sie deshalb zur um hier religiöse Propaganda zu treiben, und sie würden Tangler auf auf einen andren Standpunkt gestellt und und heute Ordnung.( Bravo! rechts.) sich so verhalten, wie ein Teil der katholischen Missionare ausdrücklich Indemnität nachgesucht. Der erste Reichskanzler in China, dann würde genau dieselbe Empörung des Deutschen Reichs hat dies mehrfach gethan und Graf bei einem großen Teil der deutschen Bevölkerung entstehen, die b. Bülow hat ja an diese Vorgänge erinnert. Aber auch nach seinen Das rücksichtslose Verhalten der verbündeten Regierungen be- jetzt in China herrscht.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Toyalen Erklärungen muß ich noch einmal betonen, eine wie deutet klipp und klar einen Verfassungsbruch, nicht bloß eine Bischof Anzer spielt in der ganzen Affaire eine große und ver schwere Aufgabe es jest für den Reichstag der Verfassungsverlegung. Jedes andre Parlament hätte auf hängnisvolle Rolle. Nach seinen eignen Berichten war er groben Vernachlässigung gegenüber ist, die Indemnität nachträglich Grund dieser Vorkommnisse diejenigen Beamten, die sich eines solchen im Süden Schantungs thätig, in einer heiligen Stadt der Chinesen, zu erteilen. Wenn es sich nicht um so hochwichtige nationale Verfassungsbruchs schuldig machten, zur Verantwortung ge- in dem Geburtsort Confutjes. Sein Ehrgeiz war, im eigent= Gesichtspuntte, wenn es sich nicht um Deutschlands Ehre zogen. Wir haben aber in Deutschland nur eine papierne Wer- lichen Size des Confutsianismus zu refidieren. Das war eine Handelte, wir würden in der Budgetfommission schärfere Töne anschlagen antwortung, die nur befagt, daß der Herr Reichskanzler ver- Art persönlicher Provotation gegen das chinemüssen, zumal von hohen Herren das Wort gefallen sein soll: antwortlich ist, aber nicht zeigt, wie der Reichstag ihn fische Religionswesen. Der damalige deutsche Was wird es denn geben, sie werden ein paar Tage zur Verantwortung ziehen kann, wenn er einmal unverant- Gesandte in China, Herr v. Brandt, warnte zwar, große Reden halten und dann alles bewilligen. wortlich handelt. Es braucht also nur ein Mann mit aber Anzer drang auf ihn ein, und schließlich wurde von dem gegenStürmische Rufe: Sehr richtig! lints.) 3m beantrage den Etat der nötigen Rücksichtslosigkeit Reichskanzler zu sein, und man wird wärtigen chinesischen Kaiser für Anzer die Erlaubnis erwirft, fich in der Budgetkommission zu überweisen. Die Beratung im einzelnen auch in späteren Fällen ebenso verfahren wie diesmal. Täuschen der heiligen Stadt des Confutse zu etablieren, wie es in dem Edikt wird zur Erörterung von schwerwiegendsten verfassung 8 Sie sich doch nicht. Es ist ganz zweifellos, daß der Reichstag hätte hieß, und den chinesischen Beamten wurde geboten, Herrn Anzer die rechtlichen Fragen führen. Hat man doch 3. B. fofort einberufen werden müssen einerlei, ob der Zeitpunkt der Ehren eines Mandarins zu erweisen. Und nun geht Bischof geglaubt, die amerikanische Anleihe sei zu China- Zwecken Regierung genehm war oder nicht. Er hätte befragt werden müssen Anzer hin und begeht eine unerhörte Provokation. Er begiebt verwendet worden. Die Vorlage schließt glücklicherweise darüber die neuen Formationen, die geschaffen worden sich in den Tempel des Confutse, der voller Gläubigen ist. Die Masse über jeden Zweifel aus. Alle die bewilligten Ausgaben müssen sind. Sie wissen alle, daß etwas bereits Geschaffenes sich gerät in Unruhe, in Aufregung und schließlich muß Anzer in seinen etatisiert werden. Deshalb wird die Budgetfommission in eine ein sehr schwer aus der Welt schaffen läßt; leichter ist es Wagen flüchten. Er faßt einen Mandarinen am Arm und zwingt ihn, gehende Prüfung aller Einzelforderungen eintreten müssen. Wie zu verhindern, daß es überhaupt geschaffen wird. Diese sich auf den Bock zu setzen, um so das Gefährt vor dem Böbel steht es mit der Bildung neuer Truppenteile? Wie mit Neuformationen bilden die Basis einer Kolonialarmee. Ich bin zu schützen. Wenn ein chinesischer Missionar an den Geburtsort des der Verleihung der Fahnen an diese Truppen sehr neugierig, ob nicht in dem Etat für 1901 Forderungen auf- Bischofs Anzer in Alt- Bayern in dieser Weise provokatorisch in teile? Wie tommen diese Truppenteile in den Nachtrag treten werden, die darauf hinzielen werden, die gegenwärtige Kriegs- eine katholische Kirche eingetreten wäre, dann wäre ihm das, wie ich Lunsrer offiziellen Rangliste? Die Bahr der Bataillone armee zur Grundlage einer Kolonialarmee zu machen. Und was die Alt Bayern fenne, sehr schlecht bekommen. Noch und Schwadronen wird doch vom Reichstag festgesetzt. werden die Herren vom Centrum machen, die dem Herrn Kriegs- eine zweite Seite tommt in Betracht. Die Missionare Woher tommen also diese neuen Abteilungen? Dies alles minister mit aller Energie erklärt haben, sie würden für die noch spielen eine sehr bedeutende politische Rolle. Sie find Find Dinge, die unser verfassungsmäßiges Recht aufs nicht bewilligten 7000 Mann nicht zu haben sein. Hier die Redacteure chinesischer Zeitungen und greifen als solche Beamte empfindlichste berühren, und auf die die Regierung in werden Sie vor ein hic Rhodus, hic salta und Regierung an. Wie die Missionare selbst ihre Stellung im Lande der Budgetkommission wird Rede und Antwort stehen müssen. Was gestellt, wo Sie noch viel höher springen auffassen, geht aus einer Erzählung hervor, die sich in dem Buche Soll denn aus den ostasiatischen Truppen werden, wenn ihre Auf- werden.( Heiterkeit, fehr richtig! links.)- Es war des Dr. Paul Goldmann: Ein Sommer in China" findet. gaben in China erfüllt sind? Ewig werden sie doch nicht drüben aber auch höchst notwendig, daß der Reichstag bei einer so wichtigen Dr. Goldmann kommt in ein Jesuitentloster in Sifawei. Der Pater bleiben. Auch darüber muß Klarheit geschafft werden. Frage Gelegenheit erhielt, seine Meinungzu sagen, ob er diesPolitik der deutet auf einen deutschen Missionar und sagt: Wenn der Ich komme nun zu einer andren sehr unangenehmen Seite Regierung teilt oder nicht. Es genügt nicht, daß die Herren der Regierung eines Zages massatriert massatriert wird, bekommen dieser chinesischen Expedition. Den neuen Herrn Oberkommandanten, glauben, im Sinne des Reichstags zu handeln. Weiter mußte Sie eine schöne Eisenbahn mehr!"( Heiterkeit!) dessen der Herr Reichskanzler mit so viel Anerkennung Erwähnung auch flargestellt werden, was das denn eigentlich für ein und das ist ja auch richtig. Auch wir haben uns nicht, als die gethan hat, in allen Ehren, wir hätten aber doch ge8ustand ist, in dem wir uns befinden. Man spricht von Wirren, Missionare ermordet waren, damit begnügt, daß die chinesische Rewünscht, er hätte die maßbollen Worte des Herrn Revolten in China, daß wir aber wirklich im Krieg mit China gierung 500 000 Zaels zahlte, sondern unsere Hauptentscheidung war, Reichstanzlers auch bei seinem Auszuge beobachtet, stehen, wird nicht gejagt. Zweifellos ist aber die Bestimmung die Wegnahme und Eroberung Kiautschon. Der Herr Reichsund sich nicht zu einer Entnahme von Lorbeeren auf der Verfassung verletzt, daß derartige Schritte nur geschehen können fangler hat zwar heute gesagt, es sei ein Unrecht, wenn Borichuß( Heiterkeit) verstehen sollen. Was hat denn überhaupt unter Zustimmung des Bundesrats. Wenn die Herren im Auslande behauptet würde, unsere Bachtung in Schantung die große Unlust der Bevölkerung gegenüber der chinesischen Expe- vom Bundesrat sich so in die Ecke drücken lassen, ist das ja ihre sei ein wesentlicher Grund zu den jezigen Wirren. Dieser dition erregt? Einmal die weitausschauenden Pläne, Sache, wir haben aber die Pflicht, für Innehaltung der Verfassung Ansicht muß ich in allerentschiedenster Weise widersprechen. Nicht die mit dem Auszuge der Truppen in Verbindung gebracht zu sorgen. Der Herr Vorredner hat auf die Presse verwiesen. nur Ausländer, sondern Inländer, vor allem sogar derjenige Mann, wurden und dann einige sehr scharfe Aeußerungen über Bu meiner Beschämung habe ich bemerkt, daß ein großer Teil der der eigentliche Urheber der Pachtung von Kiautschou ist, der die Aufgaben unsrer nach China gesandten Truppen.( Burufe: der Presse sich gegenüber der Einberufungsfrage völlig gleich Bischof Anzer, sind der Ansicht, daß diese Besizergreifung den Hunnen Ich kann mich ja nur an den Reichs- Anzeiger" halten gültig erhalten hat. Die Herren von der Regierung hätten eigentlichen Anstoß zu der Bewegung gegeben habe. Herr und dieser weiß nichts von Hunnen. Die andren Zeitungen, die sich zehnmal besonnen, venn die Presse die Einberufung Anzer erzählt, daß er es gewesen, der in Berlin dem Kaiser geraten hätte. bavon etwas brachten, müssen sich also wohl verhört haben.( Heiter des Reichstags einmütig verlangt hätte, zu handeln wie Kiautschon zu nehmen, während der damalige deutsche Gesandte in feit.) Aber auch im Reichs- Anzeiger" steht zu lesen, daß es sich um sie es gethan hat. Es ist leider eine Thatsache, daß die bürger: Peking Herr v. Heyling und der jetzige Kolonialdirektor Dr. Stuebel einen Rachefeldzug handelt. Der Herr Reichskanzler sprach nur lichen Parteien und der Reichstag in der Wahrung seiner eignen einen fleinen Hafen bei Amoy im Südosten vorschlugen. Anzer aber von Sühne für begangene Frevel, aus einem andren hohen Munde Rechte immer schlapper wird.( Sehr richtig! bei den Socialdemo- bezeichnete Schantung als das viel bessere Objekt für die deutsche haben wir aber zweimal gehört, es gelte Rache. Wir haben weiter, was für fraten.) Der Frage der Indemnität stehen wir Socialdemokraten Eroberung. Derselbe Mann, der diesen Rat erteilt hat, uns ja sehr sympathisch war, betonen gehört, daß es sich auch um die ziemlich fühl gegenüber. Ob sie gefordert wird oder nicht, wir erklärte nun ganz offenherzig, als die Wirren in China Verteidigung der christlichen Religion handle. Da werden sie unter allen Umständen verweigern, weil wir aufs ausbrachen, was da passiert, das habe seinen eigent gegen haben wir aber wieder die Aufforderung an die Soldaten schärfste diejenige Politit bekämpfen, die zu den lichen Grund in der Pachtung von Kiautichou. richten gehört, feinen Pardon zu geben, und es giebt leider Leute chinesischen wirren und ihren Folgen geführt Im Zeitraum von ungefähr zwei Jahren hat man China einen Fleck genug, die die verübten Grausamkeiten als die Pflichterfüllung der hat. Der Herr Reichskanzler hat es so dargestellt, als seien Lands nach dem andern genommen, hat ihm die festen Häfen gefo angeredeten und ermutigten Soldaten ansehen. Weiter haben, ab- die revolutionären Ausbrüche in China sozusagen über Nacht ein- nommen und es ist ihm fast unmöglich gemacht, einen irgendwie gesehen von diesen scharfen Worten, die weitausschauenden Pläne der getreten, als sei von keiner Macht irgend etwas geschehen, das die nennenswerten Hafen zu haben. Während alle Länder der Welt mit Weltpolitit Erregung hervorgerufen. Der Hinweis darauf, daß in Empörung der chinesischen Bevölkerung hätte hervorrufen können. unendlichen Opfern bestrebt sind, feste Bläge am Meer zu erwerben, der Ferne jenseits des Oceans ohne Deutschland und ohne den deutschen Diese Auffassung ist ganz falsch. The wir nicht an der Hand ist es den Chinesen im eignen Lande unmöglich gemacht, Häfen zu Kaiser teine Entscheidung mehr fallen darf. Auch auf der Saal der geschichtlichen Thatsachen prüfen, was diesen Ereignissen voraus haben, ohne daß der Staat infolge seiner Ohnmacht irgend etwas burg tlang es ähnlich wieder: Wie in alter Zeit das Wort civis ging, werden wir außer stande sein, uns ein klares Ürteil über jene dagegen thun kann. Seien Sie gerecht, mehr verlange ich nicht. Glauben romanus sum, so müsse in Zukunft das Wort: ich bin ein Vorgänge zu bilden. Zwischen der Thronrede und der Denkschrift besteht Sie denn, daß irgend ein Volk in der Welt sich etwas Aehnliches Deutscher, für jeden, der sich so nenne, einen Schutz in aller Welt ein gewisser Widerspruch. Die lettere vermeidet es vorsichtig auszusprechen, gefallen läßt? Was würde Deutschland thun, wenn ein Feind auch bedeuten. Durch solche Worte ist die tiefe Beunruhigung daß in der That Große des chinesischen Hofs die Boxerbewegung nur einen Fußbreit Lands nähme?( luruhe.) Was Sie im weiter Kreise gegenüber dem von uns durchaus als gerechtfertigt begünstigt hätten, während in der Thronrede Prinz Tuan als einer eignen Lande nicht haben wollen, dürfen Sie anerkannten China- Unternehmen hervorgerufen. Meine politischen der Hauptschuldigen bezeichnet wird. Diesen Prinzen soll ja auch auch einem fremden Lande nicht thun.( Sehr wahr! Freunde könnten ja eigentlich die gegenwärtigen Ereignisse mit Ge- die Strafe treffen, doch vergißt man dabei das Sprichwort: Die bei den Socialdemokraten.) Alles was ich hier über das Verhalten der Mächte fage, entnugthug begrüßen, denn wir haben seiner Beit dagegen gestimmt, Nürnberger hängen feinen bevor sie ihn haben. Es ist nicht daß in einer Adresse des deutschen Reichstags ant einen der Fall, daß die Unruhen in China von heute auf springt ganz einfach der souveränen Verachtung, die sie gegen China deutschen Kaiser jemals der Satz enthalten sein dürfte: Die Tage gestern entstanden sind, sie sind die Folge jahr und die Chinesen haben. Das ist dieselbe souveräne Verachtung, die der Einmischung in das innere Leben andrer Völler werden, so aehntelanger Werfehlungen der Europäer gegen unfre Kolonisation in Ost- und Westafrika tennzeichnet, die hoffen wir, unter keinem Vorwande und in keiner Form wieder über den Chinesen. Es mußte sich in der chinesischen in dem Fremden nicht auch den Menschen sieht. So lange lehren. Man hat uns wegen dieses Widerspruchs damals jahrelang Bevölkerung allmählich die Ueberzeugung feftfezen, daß alles darauf Klassen und Nationalitäsgegensäge bestehen, wird diese Verachtung nie aufhören, aber man muß sich doch bemühen, entsprechend den Lehren der christlichen Religion, in dem Fremdnn den christlichen Bruder zu sehen. Aber davon ist wenig zu merken. Mau hat ganz und gar vergesse;-, oaß sich in den europäischen Hauptstädten die Sinesisch«: Gesandtschaften befinden, die zusammengesetzt sind aus Personen, die es au Bildung, Wissen und Können mit jedem Staats- mann aufnehmen können, auch mit dem Herrn Staatssekretär des Auswärtige» Amts.(Große Heiterkeit.) Alle diese Dinge, die ich erwähnt habe, haben in hohem Grade dazu beigetragen, Aufregung in die Massen zu trage». Jnfolge dieser Aufregung sind in China Volksaufläufe entstanden. Die Folge war, daß Frankreich und England Schutztruppen nach China schickten. Wenn nun in einem fremden Lande, mit dem man durch Verträge inr Freundschaftsverhältnisse steht, plötzlich die fremde Macht, weil sie glaubt, daß ihre Gesandtschaft bedroht ist und die Regierung des fremden Lands nicht in der Lage ist, die nötige Sicherheit zu gewähren, eine derartige Schutz- t r u p p e s ch i ck t, so ist das eine schwere Provokation des be- treffenden Volks.(Sehr wahrl links.) Wenn die Sendung solcher Schutztruppen erfolgt, ohne daß man die Genehmigung der fremden Regierung eingeholt hat, so ist das ein Bruch dos Völkerrechts. Die verbündeten Regierungen mußten in kategorischer Weise an die chinesische Regierung herangehen und er- klären: Wenn wir die Sicherheit für unsre Gesandten nicht bekommen, dann ziehen wir dieGesandten zurück underklären damit den Krieg. Das war die einzige richtige Maß- r c g e l.(Sehr richtig! links.) Am 27. Januar bereits haben die Gesandtschaften der chinesischen Regierung Vorstellungen gemacht und verlangt, daß die geheimen Gesellschaften aufgehoben würden. Man fragte aber nicht danach, wie die chinesische Regierung das machen sollte. Wir haben hier in Deutschland Strafgesetze über Strafgesetze, Beamtenverfolgungen usiv. und wir haben es nicht verhindern können, daß Hunderte und aber Hunderte von geheimen Verbindungen bestanden. Ebensowenig konnte die chinesische Regierung die große Verbindung unterdrücken, weil sie eben nicht die Macht dazu hatte.(Lachen rechts. Sehr richtig I bei den Socialdemokraten.) Ja, die Herren lachen, ich be- ziehe mich auch hier wieder nicht auf mein eigenes Urteil, sondern auf einen Artikel, den Sir Robert Hart, der Verwalter der chinesischen Zölle seit 39 Jahren, in der„Daily Chronicle" veröffentlicht hat, ein langer, gemessener, ruhiger Artikel. Es wird darin als eine ganz verkehrte Anschauung bezeichnet, wenn man die Boxer hier in Europa einfach noch als Verbrecher, als Räuber darstellt, als Auswurf der Menschheit. Das sei nicht der Fall, sondern es sei das eine revolutionäre Bewegung in China, der auch Repräsentanten der Re- gierung beigetreten seien, die den Zweck verfolgt haben, die Organe des fremden Eroberers aus dem Lande zu treiben. Dann kam die Kollektivnote vom 21. März mit ihren Forderungen: Boxer- Hinrichtungen. Hinrichtnng aller Personen, die sich des Mords oder Brands schuldig machen, Hinrichtung derjenigen, welche die Boxcrbewegung begünstigen. Darauf wieder eine Verstärkung der Schutztruppen im April bis Juni laut Denkschrift. Man hat da nicht nach Ihrer Genehmigung gefragt, eine Verletzung der ein- fachsten völkerrechtlichen Bestimmungen. Es sollten dann bekannter- maßen noch mehr Truppen geschickt werden. Der deutsche Gesandte v. Kettler erklärte aber, er habe das nicht nötig; was er jetzt besitze, das geniige ihm für seine Sicherheit. Also die Verstärkung wurde abgelehnt. Am 12. Juli meldete der deutsche Gesandte, daß die Sendungen nach Peking aufgehalten werden tollten; das wurde abgelehnt: es war offenbar, daß eine Truppenabteilung nach Peking marschierte, die bekanntlich nicht nach Peking kam. Für die jetzt folgenden Ereignisse in Peking ist es nun von Wichtigkeit, uns zu vergegenwärtigen,' was die deutschen Truppen gegen die revolutionäre Bewegung in Peking gethan haben. Sie sollten die Gesandtschaften gegen revolutionäre Ueberfälle schützen, statt dessen— teilt der ehemalige Gesandte in China Herr v. Hansen in der„Nation" mit— sind schön vom 14. bis 17. Juni, also als irgendwelche revolutionäre Ausschreitungen gegen Gesandtschaften oder Fremde noch nicht vorgekommen waren, zahlreiche Chinesen, angeblich Boxer, von den Schuhtruppen auf den Straften und Tempeln niedergemacht.(Hört I hört!) Das ist das schwerste völkerrechtliche Verbrechen, daS man nch überhaupt denken kann. Ich erinnere an die Erzählung des Herrn v. Bismarck, die dieser veröffentlicht hat, wonach ein Boxer von der Wache aus von einem Deutschen erschossen worden ist, ohne daß das geringste in China geschehen war. Ich berufe mich auf das Zeugnis des Dolmetschers Cordes und einen Bericht der„Köln. Ztg.", also gewiß unparteiische Zeugen. Danach haben deutsche Posten e i n e M e n g e Chinesen, die vor den Wällen versammelt waren, und einen in der Mitte stehenden heftig gestikulierenden Mann be- obachtet, offenbar einen Sektierer, der zu einer Volksversammlung redete; sie haben auf die Menge angelegt, den Mann ,n derMitte und außerdem 6—8 andre erschossen. Das war wieder ein schweres völkerrechtliches Verbrechen, begangen, ehe irgend etwas gegen die Gesandtschaften geschehen war. Man denke sich, daß ein ähnlicher Fall in Berlin passierte, daß von der chinesischen Gesandtschaft in Berlin in eine Volksversammlung hinein geschos seju w ä r e I Nicht eine Viertel st unde und die Revolte wäre ausgebrochen, die Gesandtschaft erstürmt und alles was darin lebend� sich vorgefunden hätte, niedergemacht. So etwas ist überhaupt noch nicht dagewesen, während man Gesandte schon früher ennordet hat. Die Sol- baten hätten nicht geschossen, wenn es ihnen nicht befohlen worden wäre, und ihr Offizier hätte es ihnen nicht befohlen, wenn er an dem Gesandten nicht einen Rückhalt gehabt hätte. Herr von Ketteier trägt also die moralische Verant- w ortnng für alle diese S ch a n d t h a t e n.(Pfui! und Widerspruch rechts, Sehr richtig! links), dann kam die Erstürmung der Takuforts. Das war doch eine Kriegserklärung in oxtinu forma. Und trotz dieser Geschehnisse geht Herr Ketteler, obwohl er nachdrücklich gewarnt, nach dem Tsung-li-Damen. Er wird ermordet. Das war ein Verbrechen genau so wie die andern. Ich mache keinen Unterschied. Aber es war die Folge der Erbitterung durch alle die von mir erwähnten Geschehnisse. Es liegen sozusagen mildernde Umstände für dieses Verbrechen vor. In Deutschland hat man von offizieller Stelle aus die Sache freilich von Anfang an eiwas anders dargestellt. Es wurde von furchtbarer Rache gesprochen. Der Kaiser sprach von der Brandfackel des Kriegs. Heute will man von einem Kriege nichts w i s s e n. Der Kaiser kündigte feierlich einen Rachefeldzug an und sagte, er wolle nicht eher ruhen, als bis die deutsche Fahne auf Pekings Mauern weht. Ich kann nun begreifen, daß solche Pläne gehegt werden, schlver begreifen kann ich es aber, daß so etivas öffentlich ausgesprochen wird. Die Reden sind natürlich das Signal gewesen für a l l e S o l d a t e n, s o zu Hansen, w i'e sie g e h a u st haben. Das Wort von dem Rachekrieg ist sehr u n- ch r i st l i ch. Ein guter Christ, der man doch sein. will. sollte es nicht aussprechen. Die Rache ist mein, sagt Hder Herr. Man komnit uns ja immer mit Bibelsprüchen, warum sollen wir nicht auch einmal welche anführen.(Große Heiter- keit.) Das neue Testament, daß ich für ein hochsittliches Buch halte, verwirft die Rache, und wer sich zum neuen Testament bekennt, sollte auch danach handeln. Ein Krcuzzug sei es, ein heiliger Krieg, sagte ein protestantischer Geistlicher. Nein, es ist kein Kreuz- u g, kein heiligerKrieg, ein ganz gewöhnlicher Eroberungs- zug ist es, ein gemeiner Rachekrieg. Ter Name Krieg ist für die Barbarei, die jetzt in China getrieben wird, viel z u a» st ä n d i g. Schlimmer ist noch nie, selbst bei Hnniien und Vandalen nicht, gehaust worden. Selbst Tilli, als er Rkagdcbnrg eroberte, ist nicht so vorgegangen wie die Deutschen und andren Staaten in China. Ein heiliger Krieg, ein Kreuzzug ist es schon deshalb nicht, weil die Japaner, die keine Christen sind, eine» ganz erheblichen Anteil an diesem Krieg haben. Wir niüssen uns nun endlich einmal energisch dagegen verwahren, daß die Religion überhaupt mit der Politik verquickt wird. Der deutsche Staat ist ein paritätischer Staat; das Christentum ist nicht seine Grundlage und wenn Sie wirklich meinen, daß Sie christlich regieren, so müßten Sie allesamt zur Hölle fahren(große Heiterkeit), so verletzen Sie tagtäglich die christlichen Gebote. In der Rcichsverfassung steht kein Wort davon, daß es die Aufgabe des deutschen Reichs sei, das Christentum in fremden Ländern zu verbreiten. Das widerspricht auch dem Wesen des modernen Staats und deshalb protestieren wir dagegen. Rußland ist ein orthodoxes Land. Aber kein russischer Missionar ist in ganz China vorhanden. Daß der russische Kaiser in den eroberten Landen Missionare nickt duldet, ist ein vorzügliches Mittel, fremde Völker sich zu assimilieren. Dasselbe müßte Deutsch- land thnn, besonders in China. Die Moralanschaunngen der Chinesen stehen den unser» in keiner Weise nach, und wenn man sagt, sie werden ja doch nicht berücksichtigt, nun so ist das genau wie bei uns.(Heiterkeit und Rufe: Sehr' gut!) Ich stehe sonst mit Rußland sehr schlecht, wie Sie wissen(große Heiterkeit), aber diesen Teil der russischen Politik kann ich nur für Deutschland empfehlen. Am 27. Juni hielt der Kaiser die bekannte Rede. Im„Reichs- Anzeiger" hat die Stelle von den Hunnen nicht gestanden, aber so etwas saugen sich die Bericht- erstatter nicht aus den Fingern. Jedenfalls hat der Kaiser nach dem„Reichs-Anzeiger" gesagt:„Gebt keinen Pardon, Gefangene dürfen nicht gemacht werden. Sorgt dafür, daß das Christentum in China seinen Ein- gang findet." Wir wollen, also nach China hin, um es zu chri st ionisieren. Wenn Sie das wollen, dann können Sie sicher sein, es wird so lange Krieg mit China sein, als das deutsche und das chinesische Reich bestehen. Sie können ein Reich von 400 Millionen nicht christianisieren. Seit ZOV Jahren mühen sich die Jesuiten, die doch sicher geschickte Operateure sind(Heiterkeit) damit ab. Was aber auch erreicht sein mag, es wird ausgelöscht durch die Kriegführung(Sehr richtig!> und durch all die schönen Reden. Das prägt sich in die Herzen der chinesischen Massen und ein Haß gegen die Chri st en wird entfesselt, ivie nie zuvor. Das sind die Früchte Ihrer Politik, die Früchte solcher Reden und der Thaten, die sie ausführen. Die Hinschlachtung von 6000 Sachsen ist Karl dem Großen von der Geschichte als größtes Verbrechen an- gerechnet worden. Heute sind mehr als 60 000 Chinesen, Männer und Frauen, getötet worden. Ein wahres Treib- jagen wird entfesselt. Wie Hasen und wilde Tiere werden die Chinesen gejagt Wenn man diese Dinge liest, dann erstarrt einem ja das Herz im Leibe. Wo bleiben da die Lehren des Christentums? Viele Hunderttausende professionsni ätzige Lehrer des Christentums sind im Lande und wo bleibt ihr Protest?(Bewegung und sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Sind dem Christcngott noch nicht genug Opfer gefallen, sollen noch mehr geschlachtet Iverden? Hunderttanscnde sind aus ihren Hütten vertrieben. Sie haben kein Heim. Der Winter kommt, sie irren hungernd uniher und werden verhungern. Und das alles als Folge einer Art Rachezug, aus- geübt im Namen des Christentums.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Hier mutz ich einen kleinen Abstecher machen und mich mit der Rede beschäftigen, die der Kaiser in Bremerhafen gehalten'hat. In dieser Rede hat er die dekorierten Arbeiter gelobt, daß sie nicht dem schlechten Beispiele der durch vaterlandslose Gesellen ver- führten Arbeiter Hamburgs gefolgt seien. Er hat geschlossen: E h r- los ist der, der das Vaterland im Moment der Gefahr im Stich läßt. Daß wir Socialdemokraten fortgesetzt als vaterlandslose Gesellen bezeichnet werden, daran sind wir ge- wöhnt; das läßt uns ungeheuer kalt.(Bravo! bei den Socialdemokraten). Möge das und vieles andre noch nihig ins Land gehen, uns t h u t' d a s nichts.(Sehr richtig! bei den Social- demokraten.) Hier aber handelt es sich um Behauptungen, die der deutsche Kaiser nie ausgesprochen hätte, wenn er von seinen Rat- gebern wahrheitsgemäß über die Vorgänge unterrichtet worden wäre. Es sind da Leute, die den Kaiser bei jeder Gelegenheit gegen die Socialdemokratie und gegen die Arbeiter einzunehmen suchen; erbärmliche Menschen! Redner giebt eine eingehende Dar- stellung der Vorgänge, die zur Aussperrung von 6000 Ham- burger Werftarbeitern durch die Werftbesitzer geführt haben, und beweist, daß die Arbeiter durchaus nicht im geringsten an der nicht rechtzeitigen Herstellung der Cbinadanipfer Schuld gehabt hätten. Es wird gesagt, die Wcrftbesitzcr hätten absichtlich so gehandelt, weil sie die Dampfer nicht rechtzeitig fertigstellen konnten, um die Konventionalstrafe zu sparen. Ob das wahr ist, weiß man allerdings nicht. Jedenfalls haben die Vertrauensmänner des Kaisers, die verpflichtet find, ihm die Wahrheit zu sagen, ihm die U n w a h r b e i t gesagt, lind wenn der Kaiser im Zorn von vaterlandslosen Gesellen gesprochen hat, so sind nach diesem Sachverhältnis nicht die Arbeiter, sondern die Arbeitgeber die vaterlandslosen Gesellen. (Lebhafter Beifall links.) Der Herr Reichskanzler hat auf die Bedeutung des deutschen Handels i n China hingewiesen und daraus deduziert, daß wir große Aufwendungen zu machen hätten, weil Deutschland in zweiter Linie am chinesischen Handel beteiligt sei. In erster Linie steht England. Sein Handel mit China unifaßt 67 Proz. des Gesanithandels. während der deutsch« Handel in China nur 6,2 Proz. beträgt; das ist ein winziger Bruchteil. Die Vereinigten Staaten werden uns im Handel mit China weit überholen, namentlich jetzt, wo sie bei den chinesischen Wirren so klug aufgetreten sind.(Sehr richtig! links.) Deutsche Firmen sind in China mir 12,3 Proz. vorhanden. In dieser Hinsicht sind wir sogar seit sechs Jahren zurückgegangen. Unter den 17 000 Fremden in China befinden sich nur 1134 Deutsche, das sind 6,6 Proz., während im Jahre 1891 der deutsche Prozentsatz nocht 7,3 Proz. betrug. Im grellsten Mißverhältnis zu unsren wirtschaftlichen Interessen haben wir uns zur ersten Rolle ge- drängt; die hätten wir ruhig den Herren Engländern überlassen können, und durch die Uebernahme des WeltniarschallamtS liegt auf uns die ganze Verantivortung für alle Vorgänge. Merkwürdigerweise ist behauptet worden, der russische Kaiser hätte die Uebernahme der Stellung durch Waldersee gewünscht. Ich habe hier das Delcassösche Gelbbuch und die A e u ß e r u n g des russischen Regierungsboten. Danach hat man in Petersburg angefragt, ob man gegen die Ernennung Waldersees zum Weltmarschall etwas hätte, und Rußland hat höflich erklärt, es hätte nichts dagegen. So sind wir zu dieser Rolle gekommen. Der erste deutsche Offizier wird hingeschickt. Aber sind denn wirklich Lorbeer n zu holen? Handelt es sich denn um große kriegerische Operationen in China? Nach meinem geringen Verständnis— ich sage immer, darin hat der Herr Kriegsminister das Prä— meine ich, kein General, kein Oberst, der erste deutsche Feldwebel hätte genügt für diese Art Krieg.(Stürmische Heiterkeit.) Wir werden ja schon aufgefordert, Geld zu Orden zu bewilligen. Wenn die Wirren beendet sind, wird ein großer Einzug der siegreichen Truppen durch das Brandenburger Thor veranstaltet werden, mit dem lorbeerum kränzten Weltmarschall an der Spitze; Reden werden gehalten und große Begeisterung wird an den Tag gelegt werden. Ja, schämen wir uns penn gar nicht vor dem Ausland?! Das ganze Ausland hat ja gelacht schon über den Auszug WalderseeS, über die Reden, über die Thätigkeit des Phot'ographen und des Kinematographen, über die Aufnahme welthistorischer Momente, wie die Gattin des Grafen in den Wagen steigt, und Waldersee steht daneben, den Marschallstab in der Hand, über den Empfang in München, wo drei Prinzen auf dem Bahnhof standen.(Heiterkeit bei den Social- denio traten.) Dann die ganze Kriegsführung! Es ist wirklich das Allerernstete. was jemals vorgekommen ist. aber beseelt von dem Geiste der Hunnenpolitik(wie ich eS nenne), einer Hunnenpolitik, wie sie Graf Bülow schon in seiner an die Mächte gerichteten Note ausspricht. Man braucht ja nur die zahlreichen Beispiele aus den Briefen, die da aus China kommen, zu lesen, die nicht bloß in den socialdemokratischen Zeitungen. sondern in allen andern Blättern mit Ausnahme der„Kreuz- Zeitung" natürlich, zur Veröffentlichung gelangt sind. So wird denn mitgeteilt, wie man 76 Chinesen zu Gefangenen gemacht und 68 von ihnen erschossen habe, indem man sie mit den Zöpfen zu- sammenband und vor einen Graben stellte, so daß sie gleich hinein- fallen konnten. Nur acht blieben also am Leben. Jenen Herren. die solche und noch gräßlichere Greuelthaten heraufbeschworen haben, wahrlich ihnen sollte die Schamröte ins Gesicht st e i g e n.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Der Schreiber dieses Briefs sagt zum Schluß: Man ver- gißt schließlich, daß man einmal Mensch gewesen \ st. Kann es schlimmere Anklagen geben? Ein andrer Briefschreiber nennt das Gemetzel„einfach Mord". In vielen liberalen und � konservativen Blättern finden sich solche Briefe. Ein großes Maß von Verrohung wird durch diesen Krieg in die Jugend getragen. Das ist die schlimmste Folge dieser Hunnenthaten. Und wenn Sie wieder einmal mit der Prügelpädagogik kommen, werden wir Ihnen diese Ursachen vor Augen führen.(Sehr gut! links.) Redner giebt weitere Stilblüten aus den Briefen von Chinakriegern. Man hat jetzt in England Angst vor den verrohten Transvaalkriegern, die jetzt in die Heimat zurückkehren. Müssen wir nicht die gleiche Be- fürchtung hegen? Ueberall bei uns war man über die barbarische englische Kriegführung entrüstet. Dieselben Leute, die den Splitter im Auge des Gegners sehen, sie sehen den Balken im eignen Auge nicht.(Heiterkeit!) In China geht man Iv ahrhaft hunnisch vor und nicht Feldmarschall ist Graf von Waldersee, sondern einfach E x e k u t i o n s m a r s ch a l I.(Sehr gut! links. Unruhe rechts.) Ich mutz nun auf die Bedingungen zurückkommen, die man den Chinesen gestellt hat. Herr Graf Bülow, wenn Sie aufrichtig gegen sich selbst sind, können Sie von Ihren Forderungen doch nicht den Frieden erwarten. Denken Sie doch an die Thaten von Schill und des General Jork. Nichts andres als diese Patrioten gethan. haben jetzt auch die Chinesen gethan. Also ver-! nünftigere Forderungen, ich ivill gar nicht sagen: menschlichere. DaS deutsch-englische Abkommen ist daS Ver- nünftigste, was in den letzten sechs Monaten geschehen ist. Ich wünschte nur, daß es vier Jahre früher erfolgt Iväre. Dann hätten ivir Kiautschou nicht, auch nicht Wai-hei« wai und alle d i e andren Räubereien nicht. Herr Lieber warnte hier so sehr vor der Wcltpolitik. Aber daS erste Mal fiel das Wort, als der Reichstag sein 2öjähriges Jubiläum feierte, und als dann die Marinevorlage kam, da fiel Herr Lieber um und das Centrum mit ihm. Auch hier waren Sie(nach dem Centnim) wieder die blamierten Europäer.(Große Heiter« keit.) Nur der Reichstag kann der Weltpolitik Einhalt thun. Der Reichskanzler kann es nicht, er ist zwar Reichskanzler, aber— ii a, ich will weiter nichts sagen.(Große Heiterkeit.) Noch eins will ich bemerken. Wenn Sie eine Aufrechterhaltung des Verbots der Waffeneinfuhr wollen, so setzen Sie hinzu ein Verbot der Anlegung von Waffen« und Militärstationen seitens der fremden Mächte. Das Verbot der Waffeneinfuhr wird übrigens den Chinesen nicht viel schaden. Erinnern Sie sich des Worts: Wenn wir die Waffen der Europäer nicht kaufe» können, so kaufen wir uns ihre Ingenieure. Sie sehen, die Chinesen werden schlau. Wir ver- langen vor allein einen Friedensschluß unter Bedingungen, die dem chinesischen Reich seine Existenz als Nation weiterhin möglich machen. Jede Nation hat ein Recht auf Leben. Man muß den Chinesen Bedingungen machen, daß sie leben können, sonst hören die Kriege nicht' auf. Wir wollen überhaupt eine Politik, wie sie vernünftigen Menschen gebührt. Wir halten eine Politik, wie sie jetzt getrieben wird, für verhängnisvoll und bekämpfen sie deshalb. Wir können es nicht mit unsrem Gewissen vereinbaren, für eine solche Politik auch nur einen Pfennig zu bewilligen, daS erklären wir im Namen der Fraktion, im Namen des Rechts, im Name» der Menschlichkeit.(Lebhaftes Bravo l bei den Socialdemokraten.) Kriegsminister v. Goftler: DaS Pathos des Herrn Vorredners kann nicht darüber hinweg« täuschen, daß sich seine Rede mehr durch Länge als durch Tiefe auszeichnet.(Große Unruhe bei den Socialdemokraten. Sehr richtig! rechts.) Es war eine Reihe von Citaten und Dokumenten, die man im Augenblick nicht kontrollieren kann. Das wird dann aneinander- gereiht und so entwickelt sich das Bild einer mehrstündigen Rede. Es jst sehr schwer, aus dieser Menge das herauszusuchen. was eigentlich den Faden seiner Rede bildet. Er ist natür- lich zunächst davon ausgegangen, daß die verbündeten Regierungen einen Verfassungsbruch begangen haben. Das ist ja die bequemste Grundlage einer längeren Rede. Es haben ganz ähnliche Verhält» nisse bereits zweimal' vorgelegen. Damals ist vom Reichstag an-i erkannt worden, daß richtig verfahren worden sei und nachträgliche Genehmigung in dem einen Fall, Indemnität im andren Fall erteilt worden. Herr Lieber wie Herr Bebel fragten, wie� die ostasiatischcn Kontingente verfassnngsrechtlich zu beurteilen seien. Wenn die Formationen in irgend einer Form fortbestehen sollten, so bedarf es selbstverständlich der gesetzlichen Regelung. Die Fahnen � mußten den Kontingenten neu verliehen werden, es ginge gar nicht anders. Herr Bebel mißt den Europäern an den Wirren in China die Schuld bei. Es handelt sich aber um die Brechung von Ver- trägen, die doch von beiden Teilen gehalten werden müssen und von den Europäern respektiert worden sind. Die chinesischen Häfen waren nicht in so schöner Verfassnng, wie Abg. Bebel sie geschildert hat. Er hat nicht gesagt, was die Missionen Gutes geleistet, was sie für Schulen gegründet haben. Die Folte- rungen unsrer Missionare konnten wir nicht ruhig mit ansehen, das wäre unsrer unwürdig gewesen. Die Chinesen haben die Verträge nicht gekündigt, auch keinen Krieg erklärt, sondern damit angefangen, unsre Landslente zu schlachten. Ich komme zu ganz andren Schlüssen über die chinesischen Wirren wie Herr Bebel. Ich meine die Regierung von China ist deshalb in so mißlicher Lage, weil sie den revolutionären Elementen nicht Einhalt gethan hat. (Rufe links: Aha l) Eine Regierung muß sich auf die gemäßigten Elemente stützen.(Sehr richtig!) Herr Bebel sprach von einer Revolte, wenn in Berlin eine fremde Gesandtschast sich Ueber- griffe erlauben sollte. Er scheint zu glauben, daß eS in Berlin keine Regierung giebt. Die Mordthat in Peking konnte von uns nicht ungesühnt bleiben. Wir wären sonst nicht Deutsche, sondern Philister.(Sehr gut! rechts.) Herr Bebel schwärmt für das Volks- beer. In China scheint man sich das Bebelsche Volksheer zum Muster genommen zu haben.(Rufe links: Au. an!) In ganz kurzer Zeit haben die europäischen Heere ihre Ueberlegenheit erwiesen. DaS Kriegsrecht ist ganz genau geregelt, es ist gesetzlich festgelegt. Aehn- liche' Bestimnumgen, wie die kriegsrechtlichen sind ja auch im In- lande maßgebend bei der Verhängung des Belagerungszustands. Herr Bebel hat neue Briefe vorgelesen. Ich möchte ihn bitte», mir die Originale zugänglich zu machen. Jst das wahr. waS dort berichtet wird, so müssen die Verüber solcher Greuel« thaten bestraft iverden, auf Schändung von Frauenzimmern steht die Todesstrafe.(Hört I hört I links.) Dann hat Herr Bebel wieder den Kaiser in die Debatte gezogen. Ich bedaure es jedesmal, wenn hier im Reichstag Bruchstücke aus Reden des Kaisers verlesen werden. Die Nation kennt ihren Kaiser gut genug, sie weiß, daß er für sein Volk lebt und Tag und Nacht für dasselbe sorgt. Ich kenne keinen Herrscher, dem Grausamkeit so fern liegt, wie unsrcm Kaiser. Wenn er von seinen Truppen Abschied nimmt und sie vor allen Gefahren warnt, die ihnen dort begegnen können, so muß ich sagen: wenn er in einem solchen Augenblick in eine gewisse Erregung kommt, so ist das menschlich schön. Die Truppen, die nach China gehen, sind eingehend instruiert worden, und wenn wirklich eine Rede unsres Kaisers einer miß- verständlichen Auffassung unterlegen hat, so können diese Folge» gar nicht eintreten, die Herr Bebel phrophezeit hat. Herr Bebel sprach viel von den Himmen. des Prinzipals als Legitimation vorzeigten, und Unglüdsfällen zu verhalten haben, find die freien Hilfs wurden zurüdgewiesen. Krankenkassen Schönebergs zusammengetreten, um zunächst durch beDas Wort Hunnen ist jetzt in die socialdemokratischen Blätter Gegen diese Wahl" ist sofort Protest erhoben worden und dem lehrende Vorträge obige Ziele zu erreichen. Am Donnerstag, den übergegangen. Es stammt aus einer Bremerhavener Kaiferrede. Protest muß unter allen Umständen stattgegeben werden. Hoffentlich 15. d. Mts. fand die erste zu diesem Zweck einberufene öffentliche, Aber es ist aus dem Zusammenhang gerissen worden; man muß gelingt es dem Vorstand jetzt nicht, die Sache wieder zwei Jahre Bersammlung statt. Dieselbe war so gut besucht, daß der große dem ganzen Gedankengang der Kaiserrede nachgehen und dann kann hinzuhalten, denn dann hätte 4 Jahre keine Abrechnung statt Saal des Klubhauses, Hauptstraße 5/6, bis auf den letzten man doch die Auffassung vertreten, daß der jetzige Feldzug gegen gefunden. Diese Gesetzesverletzung kann doch sogar„ Christlichen" nicht Blatz gefüllt war. Herr Dr. med. Stein- Schöneberg referierte China ein Rachefeldzug auch wegen der Greuelthaten ist, die die zu gute gehalten werden. über das Thema: Wie verhalten wir uns bei eintretenden Unfällen Mongolen vor 1500 Jahren in Deutschland und Europa begangen und Krankheiten?" Reicher Beifall lohnte dem Redner nach Beendigung haben.( Stürmische Heiterkeit.) Gottes Mühlen mahlen langfam, feines lehrreichen Vortrags, an den sich eine anregende Diskussion aber sicher.( Stürmische Heiterfeit.) schloß. Eine Bauarbeiterschuh- Verordnung ist jetzt auch für Stettin erlassen worden. Ihre Vorschriften decken sich mit der Mehrzahl der Man muß die Weltgeschichte nicht nach Einzel- bisher anderwärts erlassenen. Vorteilhaft unterscheidet sie sich von heiten betrachten, sondern sie nehmen, wie sie im ganzen diesen dadurch, daß sie schon anwendbar wird, wenn auf einem Bau 13. d. M. im Landhaus zu Briz. To st hielt einen mit Beifall aufBrit. Eine gutbesuchte öffentliche Voltsversammlung tagte am ist.( Erneute Heiterfeit.) Herr Bebel hat nun weiter einige Scherze gleichzeitig mehr als 6 Personen beschäftigt find, während sonst diese genommenen Vortrag über„ Konsum und Konsumvereine". Schließ über den Weltmarschall Grafen Walderfee gemacht. Ich finde es Borschrift meist auf mehr als 10 Personen geht. nicht hübsch, über einen alten verdienten Herrn in dieser Weise zu Zur Kohlennot. Die Stadtverordneten in Gießen haben sich der Konsum- Genossenschaft Berlin- Nixdorf den Antrag auf Errichtung lich wurde das Bureau der Versammlung beauftragt, an den Vorstand reben. Graf Walderfee verdient nach seiner ganzen Vergangenheit auf Antrag der socialdemokratischen Mitglieder auch mit der Kohlen- einer Verkaufsstelle in Britz zu stellen. Als passend dazu wurde ein allgemeinſte Achtung. Wenn er feint verantwortungsvolles Amt in seinen hohen Jahren in solcher Frische angetreten hat, so danken wir not zu beschäftigen gehabt. Der socialdemokratische Antrag ging Laden in der Werderstraße empfohlen. ihm das alle. Ihm zur Laft zu legen, daß er verschiedene Ovationen dahin, daß die Stadt Kohlen kaufen und zum Selbstkostenpreis Weissensee. Hier fand am 16. d. M. eine Volksversammlung hat entgegennehmen müſſen, ist nicht angängig. Graf Walderſee ist jeder die den Antrag vorzuberaten hatte, wurde der Antrag abgelehnt. statt, in der Frau Dunder- Leipzig über Kohlennot referierte. In Reklame abhold, er ist die Einfachheit selber. Die Ovationen legen Die Stadtverordneten- Versammlung hat aber nach eingehender Be- der Diskussion erklärte fich Rain mit der Referentin einverstanden mir Zeugnis ab von der großen Verehrung, die er in der Be- fürwortung des socialdemokratischen Vertreters Orbig die Kommission und richtete an die anwesenden Frauen die Mahnung, fich gewerkvölkerung genießt. abfahren lassen und mit großer Mehrheit den socialdemokratijchen schaftlich zu organisieren und hauptsächlich ihre Männer dazu anzuAntrag angenom me it. 13halten. Die Vertrauensperson, Frau 2 ange, gab den Bericht vom verflossenen Jahre. Die Einnahme betrug 15,20 M. Nengewählt wurde als Vertrauensperson Frau Krause, Lehderstr. 95, als Revisoren Frau Lange und Frau Sch muz. Die Vorsitzende, Frau Werner, richtet zum Schluß an die anwesenden Frauen die Bitte, die Vertrauensperson zu unterstügen. Herr Bebel meinte, die Soldaten, die jetzt nach China gegangen find, würden der Verrohung anheimfallen. Das ist nicht zu befürchten; im Gegenteil, die Leute werden ernster zurückkommen, als fie gegangen find. Beifall rechts, Zischen links.) Hierauf vertagt das Haus die weitere Debatte auf Donnerstag 1 Uhr. Schluß der Sigung um 7 Uhr. onals; min d 100 Sociales. id aus dem uns wieder an Gemeindemitglieder abgeben solle. In einer Kommission, Aus der Frauenbewegung. Centralverein der Bildhauer Deutschlands. Heute abend 81/2 Uhr im Gewerkschaftshaus": Bersammlung. 1. Geschäftliches; 2. Steinbild: hauer- Angelegenheiten; 3. Berschiedenes. " Eingegangene Druckschriften. Frauen des Proletariats! Da Jhr es zu allererst seid, die unter den traurigen Ver hältnissen zu leiden haben, so muß Euch Hilfe gebracht werden, müßt Ihr Euch auch selbst zu helfen suchen. Ob Ihr als Ehefrauen von Arbeitern mit deren tärglichem Berdienst nicht austommen Streiks und Aussperrungen im Jahre 1899. Die amt fönnt und deshalb mitverdienen müßt, oder ob ihr als allein 8 Uhr," Cohns Festfäle", Beuthstraße 20: Vortrag des Volkswirtschaftlers Oeffentlicher Vortrag. Mittwoch( Bußtag), den 21. d. Mts., abends liche Berliner Korrespondenz" veröffentlicht stehende Arbeiterinnen Euch um das Stückchen Brot plagen müßt, Baul Schirrmeister über Brot Verteuerung und Kritik des noch nicht zugegangenen Band 134 der Statistik des Deutschen immer werdet Ihr von den Leuten, für die Ihr arbeitet, noch se on sums. Freie Anssprache. Reichs eine ausführliche Darstellung der amtlichen Ermittelungen schlechter behandelt, noch mehr ausgepreßt, als die männlichen über die Streits und Aussperrungen im Jahre 1899. Danach wurden ve era a ante su be and habt nichts von Eurem Dasein. Arbeiter. Ihr arbeitet zu viel, Thr verdient zu wenig. Ihr richtet für das Berichtsjahr 1386 Streits gezählt, von denen bereits 14 vor Gure Gesundheit zu Grunde bem 1. Januar 1899 begonnen hatten, und von denen 48 am 31. De- Das soll anders werden! Die socialdemokratischen Abgeordneten im Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dieg' Berlag) ift foeben das zember des genannten Jahrs noch nicht beendet waren. Von 1288 Reichstage werden nächstens Gesetze zu Eurem Schutze, zur Ab- 7. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: innerhalb des Jahrs 1899 zur Beendigung gelangten Streits wurden schaffung Eurer schlimmsten Leiden beantragen. Damit die andren Drinnen und Draußen. Die dreijährige Dienstzeit der berittenen Truppen. überhaupt 7121 Betriebe betroffen, in denen bei Ausbruch einsehen müssen, daß Ihr wirklich unzufrieden seid und Hilfe be- Dr. J. Herb in Herisau. Parteien, die Eure Bedrücker und Ausbeuter vertreten, aber auch Bon Ernst Däumig. Die Boltsgesetzgebung in der Schweiz. Von der Bewegung 256 858 Arbeiter, darunter 40 062 im Alter von geht, ist es notwendig, daß Ihr allesamt die Versammlungen be- Sirsch.( Schlub Kommunale Wohnungspolitik. Von Paul unter 21 Jahren beschäftigt waren; 1090 Betriebe wurden Die Abnahme der Tuberkulose in England. Von Peter völligen Stillstand gebracht. Die Höchstzahl der gleichzeitig sucht, die in den nächsten Tagen stattfinden werden, und in denen Staffof. Litterarische Rundschau: Dr. Ilia Sachnine, La journée de Streifenden belief sich auf 99 338 Personen( 15 600 unter 21 Jahren), über Arbeiterinnenschuß gesprochen werden wird. Durch Euren zahl von denen 71 968( 8343 unter 21 Jahren) bei Ausbruch des Streits dent, was die Socialdemokratie für Euch erkämpfen will und wird, reichen Besuch der Versammlung gebt Ihr Eure Zustimmung zu zur fofortigen Arbeitsniederlegung berechtigt waren, während die wenn Ihr sie so unterstützt. Kommt also selber in die Versammübrigen als kontraktbrüchig bezeichnet werden. Wir haben schon früher an dieser Polizeistatistik der Kontrakt- lungen und bringt alle Frauen und Mädchen aus Arbeiterfamilien, brüchigen Kritik geübt und sie ist ja dann auch in den neueren die nicht selber unsre Beitung lesen, mit, damit auch sie ihre Not Aufnahmen, die in den Vierteljahrsheften zur Reichs- Statistik ver- begreifen lernen und auch ihnen geholfen werde. öffentlicht find, nicht mehr geführt worden. zum huit heures au point de vue de l'hygiène et de la médecine publique. ( Der Achtstundentag vom Hygienischen Standpunkt.) Karl Söhle, Musikanten uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Mann. und Sonderlinge. Feuilleton: Der Tod. Von Gustav Wied. Autorisierte Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dies' Verlag) ist uns soeben die Nr. 24 des 10. Jahrgangs zu gegangen. Aus dem Juhalt dieser Nummer heben wir hervor: Prole tarische und bürgerliche Frauenbewegung. Die Durchführung des Arbeiterinnenschutz- Gesezes im Kanton Zürich. Von D. Zinner. " Wand lungen". Eine Entgegnung. Von Klara Zettin. Schutz der Arbeiterinnen Job bei Fehlgeburten. Von Dr. Kurt Freudenberg Berlin. Aus der Be wegung.- Feuilleton: Die Tanne. Von Elisabeth Gnaut- Kühne.( Schluß.) Bis zum letzten Tropfen Blut. Von Friedrich Stolze.( Gedicht.) 15. d. W., abends 81/2 Uhr, fand im Saale des Herrn Grauber Industrie, des Handels und Verkehrswesens. Schraubendreher Versammlung. Am Donnerstag, den Notizenteil von Lily Braun und Klara Zetkin: Frauenarbeit auf dem Gebiet mann, Naunynstr. 27, eine öffentliche Versammlung der Schrauben- Frauenbewegung. Frauenstimmrecht. dreher statt, in welcher Reichstags- Abgeordneter Rosenow einen Vermischtes. Der 20ahre Jakob Nr. 24 mit dem Titelbilde John Bulls hochintereffanten Bortrag über das Thema:" Die Gewerkschafts- Triumphang". 150 10 Angriffsstreits werden im ganzen 1019, Abwehrstreits 269 gezählt. Vollen Erfolg hatten die Streifenden in 881, teilweisen in 429, über- immerfammlungen. haupt keinen Erfolg in 528 Fällen. Unter den Fällen des teilweisen Erfolgs wurden diejenigen besonders berücksichtigt, in welchen den Streifenden voller oder teilweiser Erfolg in Bezug auf Erhöhung des Arbeitslohns( 238 Fälle) oder in Bezug auf Berkürzung der Arbeitszeit( 22 Fälle) oder endlich in Bezug auf beide Forderungen gleich zeitig( 84 Fälle) zu Teil wurde. Aussperrungen werden insgesamt 28 gezählt, von denen 28 innerhalb des Berichtsjahrs aufgehoben wurden. lepteren wurden 427 Betriebe mit 8290 beschäftigen( darunter 408 Von den imter 21 Jahre alten) Arbeitern betroffen, von denen überhaupt 5298 Personen( 219 unter 21 Jahren) ausgesperrt und außerdem 1728 infolge der Aussperrung zum Feiern gezwungen wurden. Die Berl. Korrefp." bemerkt noch dazu: = Briefkasten der Redaktion. Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Der rauschende Beifall, welchen der Referent am Schluß seiner Ausorganisation früher und ihre Bedeutung für die Gegenwart" hielt. vesenden aus dem Herzen gesprochen hatte. Die Diskussionsredner führungen erntete, zeugte am besten dafür, wie sehr er den Ansprachen sich meist im Sinne des Referenten aus. Unter Verschiedenem wurden die Anwesenden aufgefordert, sich recht rege an der Morgen Masque de fer. Die gewünschte Adresse: Kunert, Mitglied des Reichs-) sprache, welche alle 14 Tage Sonntags beim Gastwirt 29 egel, tags, Berlin, Reichstagsgebäude am Königsplay. Da Brieffaften für " Die Ergebnisse der amtlichen Zählung sind mit den im Sep- schiedene Mißstände und die Preisdrückereien bei der Firma Siemens beliebige Adresse für postlagernde Antworten an. Wrangelstr. 137, abgehalten wird, zu beteiligen. Nachdem ver: nicht redaktionelle Bwede ungeeignet, so geben Sie, bitte, ein Postamt und tember veröffentlichten Ziffern der gewerkschaftlichen Statistit muru. Salste, Charlottenburg, und C. F. Stärke, Blumenfir. 77, gerügt schwer vergleichbar, da in beiden Statistiken die Zählung der Streik waren, wurde die Versammlung geschloffen.testhilatdis fälle, ihre Unterscheidung in Einzelstreiks und Gruppenstreits nach verschiedenen Grundsäßen erfolgt, in den amtlichen Feststellungen die Höchstzahl, in den gewerkschaftlichen Ermittelungen die Gesamtzahl der Streifenden erfaßt werden soll usw." In Zukunft foll übrigens diese zusammenfassende Statiftit früher erscheinen als dieses erste Mal. Christliche Wahlmache. Die Orts- Krankenkasse der Handwerker in Krefeld wird schon seit Jahren von den Christlichen" beherrscht. Die Beamten der Staffe find die besten Agitatoren der Centrumspartei, und der Anstaltsarzt ist ebenfalls ein Führer der schwarzen Garde. In dieses Bollwert legten mun die organisierten Arbeiter vor zwei Jahren Bresche, ihre Vertreter wurden mit überwältigender Majorität gewählt. Der Vorstand erklärte nach der Wahl, der größte Teil der Vertreter fömme nicht zugelassen werden, weil sie kein Jahr Mitglied der Kaffe wären, und berief die Vertreter der chriftlichen Liste, vermeintliches Recht zu suchen. Eine gut besuchte Versammlung des Vereins der Fliesenleger Berlins und Umgegend tagte am 15. November im Lokal Schulz, Grenadierstr. 33. Zunächst hielt Adolf Hoffmann einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Weltpolitik und der Krieg mit China". Eine Diskussion wurde, weil Redner alle Fragen der Weltpolitik genügend beleuchtet hatte, nicht beliebt. Alsdann wählte die Versammlung an Stelle des Mitglieds Mena das Mitglied Pflüger in den Ausschuß. Ferner legte der Vorstand der Versammlung einen Antrag vor, wonach diejenigen Fliesenleger, die von den Arbeitgebern wegen agitatorischer Thätigkeit gemaßregelt werden, mit 3 Mt. täglich bis zur Dauer von 3 Wochen unterſtügt werden. Derselbe wurde einstimmig angenommen. Alsdann gab der Vorfizende bekannt, daß er bereits vor 14 Tagen beim Gewerbegericht beantragt habe, daß eine Sigung der Achterkommission statt finden möge behufs Regelung von entstandenen Differenzen, jedoch scheint an einer schnellen Regelung der Angelegenheit fein großes Interesse vorhanden zu sein. Es wurde beschlossen, in furzer Zeit Am Sonntag, abends 93/4 Uhr, erlöfte ein fanfter Tod meine 11466* teure Freundin Central- Kranken- u. Sterbetasse der Tischler Frau Wwe. Bertha Geppert ingefchr. staffe Nr. 3( Hamburg), geb. Adler. von ihren langen, schweren Leiden, was ich hierdurch schmerzerfüllt anzeige. Frau Anna Freidank. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags Uhr, von der Leichenhalle des Luisen Kirchhofs, Westend, Fürstenbrunner Weg, statt. Sonnabendabend 5 Uhr entschlief Mann, unser guter Vater, Schwieger: Hermann Klein Dies zeigen tiefbetrübt an Wwe. Klein nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 11456 u. andrer gewerblicher Arbeiter. ( Oertliche Verwaltung Berlin D.) Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 15. November das Mitglied Wilhelm Kunasch, Steinmek, Feldzeugmeisterstr. 4, ges storben ist. 182/15 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. der zu Berlin. Am Dienstag, den 27. November, haus, Sophienstr. 15, die zweite Ordentliche abends 8 Uhr, findet im Vereinseine Versammlung stattfinden zu lassen und die Sache auf die Tages- fauft nach schweren Leiben mein lieber Orts- Krankenkasse Die unterlegen war, zur Generalversammlung. Hiergegen ordnung zu setzen. protestierten die zu Recht gewählten Vertreter und vater, Großvater, der Klempnermeister Steindrucker u. Lithographen die Solzarbeiter Verband. Im Bezirk Süden und Südost hielt Generalversammlung wurde sofort von der Aufsichtsbehörde inhibiert. Obwohl nun im Statut kein Passus enthalten war, am Montag Genoffe Mag Schütte einen mit großem Beifall in 68. Lebensjahre. hielt der Vorstand der Kasse es für gut, bis zum Ministerium sein den Vortrag fand nicht statt. Bei Verbandsangelegenheiten wurden die trauernden Hinterbliebenen. die Verhältnisse in den Werkstellen von Seibt, Schmidt und Ueberall wurde er abgewiesen, und da sich die Antwort schon erkenrath, Niese, Mester, Sase, Bödel und Frant den 21. November, nachm. 3 Uhr, von im Mai d. I. in feinen Händen befand, hätte er unverzüglich eine einer eingehenden Kritit unterzogen. Es wurde festgestellt, daß in der Zeichenballe des neuen Jatobi Generalversammlung einberufen müssen, damit die Jahresrechnung allen genannten Betrieben die Kollegen durch ihre Gleichgültigkeit Kirchhofs( Nixdorf) aus statt. abgenommen würde, denn seit April 1898 hatte keine General die schlechten Zustände herbeigeführt haben. Besonders scharf verversammlung mehr stattgefunden; das fiel ihm aber nicht ein. Auch hielt einer Fabrikordnung möglich machten, die Entlassungsscheine einführt. urteilt wurden die Kollegen bei Seibt, welche die Durchführung es die Aufsichtsbehörde nicht für nötig, die Vertreter, welche seiner Beit bei ihr gegen das Vorgehen des Vorstands protestiert hatten, Der Solzarbeiter Verband hielt am 12. November seine Verein der Bimmerer Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Stamerad Franz Kirchhoff 257/15] Der Vorstand. General- Versammlung pro 1900 statt. Sämtliche Herrn Vertreter der Arbeitgeber und der Staffenmitglieder werden hierzu er gebenst eingeladen. 11436 Tagesordnung: Das 158682* Riesen- Stofflager in Kenntnis zu sehen. So wirtschaftete der Vorstand unter den regelmäßige Bezirksversammlung für Wedding und Gesundbrunnen 1. Wahl des Ausschusses für die Augen der Behörde in der ungeseglichen Weise weiter. bis am 26. Sep- ab. Dr. Wehl sprach über: Der Schnaps und die Arbeiter. Der Vorprüfung der Jahresrechnung. tember das Gewerkschaftskartell unter der Hand eine Mitteilung erhielt, Vortrag, an den sich eine lebhafte Diskussion knüpfte, fand großen 2. a) Neuwahl des Vorstands(§ 38 des Statuts) aus der Zahl der Verwonach der Entscheid des Ministers schon, wie bemerkt, seit Mai gefallen Beifall. Alsdann gab Döhling die Abrechnung über das vom treter der Versicherten; b) Neuwahl fei. Auf eine sofortige Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde wurde Bezirk veranstaltete Wohlthätigkeitsvergnügen zu Gunsten eines des Vorstands(§ 38 des Statuts) den Vertretern am 26. Oktober, also einen Monat später, mitgeteilt, franken Stollegen. Nach derselben betrug die Einnahme 230,70., aus der Zahl der Vertreter der Ar daß die Amtsperiode der im Jahre 1898 gewählten Vertreter doch die Ausgabe 74,65 W., somit ein Ueberschuß von 156,05 M. Nach beitgeber; c) Neuwahl von 3 Vora am 31. Dezember dieses Jahres beendet sei und Regelung einiger interner Angelegenheiten erfolgte Schluß der gut am Sonnabend, den 17. d. W., verbes Statuts); d) Grfazwahl für den standsmitgliedern( auf Grund§ 40 der Vorstand im Einverständnis mit der Behörde besuchten Versammlung. storben ist. beschlossen habe, statt einer Ergänzungswahl. Ehre seinem Andenken! Vorstand(§ 39 1 Arbeitgeber). welche sich durch Ausscheiden verschiedener Bertreter notwendig mache, hiesige Gewerkschaftskommission. Zum ersten Punkt der Tages- woch, den 21. Novbr., nachm. 3 Uhr, Charlottenburg. Am Sonntag, den 18. November, tagte die Die Beerdigung findet am Mitt 3. Verschiedenes. Der Vorstand. die Neuwahl sämtlicher Vertreter vorzunehmen. Sufolge der Machenschaften des Vorstands hatten also die recht- ordnung: Beratung und Beschlußfaffung über das neu ausgearbeitete von der Leichenhalle des Elisabeth J. A.: M. Stuhlmann, Vorsitzender. mäßig gewählten Vertreter ihr Amt gar nicht ausüben können. Regulativ, wurde folgender Beschluß gefaßt: Abfag 3 desselben Kirchhofs, Prinzen- Allee, aus statt. Der Vorstand, welcher einjah, daß er verloren hatte, wenn er und teibe aur nochmaligen Bearbeitung an die Regulativwird mit den Anträgen Herzer, Ehring, Grig, Albert feine Kniffe anwandte, verfiel auf ein probates Mittel, sich den Sieg tommiffion zurüidgewiesen. zu sichern. Er machte am 6. November im„ General- Anzeiger" beDie Absätze 1, 2 und 4 werden kannt, daß an der Vertreterwahl, welche am 15. und 16. November definitiv angenommen. Behufs Aufstellung von Kandidaten Central- Kranfen- u. Sterbe- Krausenstr. 14 I. Elage, stattfand, nur derjenige teilnehmen lönne, der im Besitz einer schuß in Gemeinschaft mit dem Obmann beauftragt, fich aur Wahl in der Orts Krankenkasse wurde der AusLegitimationstarte sei. mit dem Vorstand der betreffenden Kasse in Verbindung zu sehen einige Stunden jeden Tag ausgegeben, und zwar morgens und die Angelegenheit zu regeln. Unter Gewerkschaftlichem erhielt während der Arbeitszeit und nachmittags von 3 bis 5 Uhr, also einer der Obmann den Auftrag, innerhalb 14 Tagen eine Delegiertenfür Arbeiter ſehr unpassenden Zeit. Auf diesen Streich war das ſigung einzuberufen. Von der Wahl eines Ausschußmitglieds nahm Gewerkschaftskartell nicht vorbereitet und es hatten sich denn auch man Abstand und soll der bisherige Delegierte bis 811 den im nur etwas über 300 organisierte Arbeiter die Karten besorgen können. Januar stattfindenden Neuwahlen weiter fungieren. Grig bemängelt Dagegen hatte der Vorstand allen„ gutgesinnten" Mitgliedern und die Berichte im Vorwärts". Es fehlten die Vertreter der TextilUnternehmern Karten und Stimmzettel ins Haus- geschiďt und daher wurden denn auch die Criftlichen mit einer Mehrheit von Schöneberg. Um ihren Mitgliedern und auch denjenigen Ar250 Stimmen gewählt. Hunderte von organisierten Arbeitern, beitern, die es noch nicht sind, Gelegenheit zu geben, fich die nötige welche ihr Quittungsbuch oder eine Bescheinigung Aufklärung zu verschaffen, wie sie sich bei eintretenden Krankheiten Berantwortlicher Redacteur: Dr. Georg Gradnaner in Groß- Lichterfelde. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Diese Karten wurden nur am 6., 7. und 8. November arbeiter und Sattler. V kasse der Zimmerer Eingeschr. Hilfstasse Nr. 2( Hamburg). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Zimmerer Franz Kirchhoff, Brunnenstr. 38 wohnhaft, 17. b. Wt. verstorben iit. ant Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. d. M., nachmittags 3 Uhr, von hofs in der Brinzen- Allee and, ftatt. der Leichenhalle des Elisabeth- StirchUm rege Beteiligung bittet fertigt nach Mass unter Sochelegante Winterpaletots für 36 M. garantiertem Sitz: Hochelegante Anzüge für 30 M. Hochfeine Beinkleider für 10-12 M. Achtung! 1289 Busstag großes Wurstessen, wie alljährlich, empfiehlt mit Parteigruß Albert Bergemann, Stolpe a./Ndb., Dorf. Mittwoch: Wurstpicknick Großes Restaurant W. Erbe, Cubrystr. 25. Der Vorstand. Bezirk II. 1578* Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. 5r.27I. 17. Jalrganj. Z. Ktllllgt htS ,FMllltS" KttliM WSllllltt. Z'M.g. 20Jatlt«00. Neue Anklagen gegen die„Große". Als die Berliner Stadtverordneten-Bersammlung sich am letzten Donnerstag mit der durch den Straßenbahnbetrieb der„Großen" verursachten Verkehrsunsicherheit befaßte, verlas Stadtbaurat Krause bekanntlich ein Schreiben der Direktion, worin diese sich nicht allein glattweg von jeder Schuld freisprach, sondern auch die kühne Be- hauptung ausstellte, daß sie alles mögliche thue, um Unglücksfälle zu verhüten und sich schließlich über Stadtverwallung und Publikum mit dem billigen Witz lustig machte, daß der beste Schutz der S e l b st- schütz des Publikums sei. In dieser Angelegenheit kommt eine Zuschrift zur rechten Zeit. welche die der Sachlage nach kompetentesten Beurteiler, nämlich die organisierten Straßenbahner an uns richten. Das Schreiben lautet: Es ist erfreulich, daß endlich auch die Stadtverordneten- Versammlung sich mit erhöhter Aufmerksamkeit dem Unglücks- betrieb der„Großen Berliner" zuwendet. Bei den zahl- reichen Unglücksfällen besonders der letzten Zeit ist dies nicht nur im Interesse des Publikums sondern auch der Straßenbahn- f ü h r e r dringend notwendig. Ist man doch nur allzu leicht geneigt, die ganze Schuld auf das Conto der Angestellten zu setzen, während that- sächlich die Ursachen dieses Zustands ganz wo anders zu suchen sind. Es soll keineswegs von uns behauptet werden, daß die Führer der elektrischen Wagen an allen Fällen unschuldig seien, wohl ist dies aber in mindestens 85—90 Prozent der Fall. Der Hauptschuldige ist und bleibt die Betriebsleitung der Straßenbahn, mag sie dies noch so sehr bestreiten. Es sei hier daran erinnert, daß die Straßenbahner gelegentlich ihrer Lohnbewegung auch die Forderung aufstellten, die Betriebsleitung habe für schleunige Einführung s ch n eller und sicherer wirkender Bremsen zu sorgen. Heute, nach 6 Monaten ist diese Forderung noch immer nicht erfüllt worden, und es ist auch nichts davon zu merken, daß die Betriebsleitung in Zukunft Schritte nach dieser Richtung hin unternehmen wird. Der Oeffentlichkeit ist die ganze Gefährlichkeit des Betriebs der Großen Straßenbahn wohl noch lange nicht zur Genüge bekannt, da von Zusammenstößen, bei denen nicht die Gesundheit oder das Leben von Menschen in Gefahr gerät, kaum Aufhebens gemacht wird. So haben beispielsweise die Wagen von 11 Bahn- Höfen, die die Hälfte des Betriebs ausmachen, im Monat Oktober nicht weniger als 267 Zusammenstöße gehabt. Gut 75 Proz. davon hätten nach Ansicht der Führer aber vermieden werden können, wenn das Fahr Material in Ordnung gewesen wäre. Aber hier liegt eben der Hase im Pfeffer. Auf fast allen Bahnhöfen existiert eine Anzahl sogenannter „Mordwagen", die ob ihres niit regelmäßiger Sicherheit versagenden Brems- und Steuermeibanismns von den Führern gefürchtet sind. Kein Führer fährt freiwillig einen solchen jedem Angestellten bekannten Wagen; gegen den Zwang von oben aber ist man ohnmächtig. Wer sich weigert, einen solchen a n g e b- lich reparierten Wagen zu nehmen, wird ohne Gnade sofort vom Dienst abgelöst und entlassen. Mit einer bestimmten Sicherheit können aber die Führer berechnen, daß ihnen mit solchen Wagen h'rotz aller Vorsicht ein Malheur passiert und wenn kein Menschenleben dabei zu Grunde geht, so ist dies als ein besonderer Glücksumst and zu betrachten. Ist dann ein Un- glück geschehen, dann stattet der Führer die Meldung ab und der Wagen geht in die Reparaturwerkstätte. Dort beschäftigt aber die Betriebsleitung statt tüchtiger und erfahrener Arbeiter ganz junge, kaum aus der Lehre entschlüpfte Schlosser, die den Defekt ober- flächlich untersuchen und nach ihrem Gutdünken ausbessern, wonach der Wagen wieder nach dem Bahnhof gebracht wird und der bekannte Kreislauf von neuem beginnt. Nicht genug an solcher, an sträflichen Leichtsinn grenzender Handlungsweise erhalten auch noch Werkmeister. Hofverwalter und Inspektoren jährlich Prämien, deren Höhe sich nach den Materialersparnissen richtet, die sie auf dem Bahnhofe oder in der Werkstätte gemacht haben. Dieses System ist in Anbetracht der Gefährlichkeit des elektrischen Straßenbahn- betriebs nicht genug zu verurteilen und trägt einen großen Teil der Schuld an den Zusammenstößen. Wiederholt ist es vorgekommen, daß wenn ein Führer einen nicht mehr funktionierenden Wagen auf den Bahnhof gefahren hatte, dieser selbe Wagen, ohne daß irgend etwas daran geändert worden wäre, von dem Hofverwalter einem andren Führer überwiesen wurde. Unter solchen Umständen braucht sich die Berliner Be- völkerung über die häufigen Unglücksfälle, bei denen sie Gesundheit und Leben riskiert, nicht zu wundern. Dazu kommt noch, daß oft ganz ungenügend aus- gebildete Führer einen Wagen anvertraut erhalten, und weil ihnen die Fahrsicherheit, Kaltblütigkeit und Ruhe mangelt, häufiger kollidieren, ohne daß man ihnen in Wirklichkeit eine Schuld beimessen könnte. Ebenso wenig Rücksicht wie auf die Sicherheit des Publikums nimmt aber die Betriebsleitung auf die Angestellte n. So ist die vor sechs Monaten infolge der Bewegung gewählte B e- schwerdekommission noch niemals zusammenberufcn worden. Den Dienst der Führer aber hat die Betriebsleitung nach und nach wieder verlängert und das Bezahlen der U e b e r st u n d e n wird schon auf den meisten Bahnhöfen vergessen. Von Lohn- zetteln ist noch immer keine Spur zu finden, und so ist es den Angestellten unmöglich, zu kontrollieren, ob sie die von ihnen geleistete Mehrarbeit auch bezahlt erhalten. Was die Betriebsangestellten zu ihrer und des Publikums Sicherheit vor allem verlangen, das ist eine behördliche Unter- suchung der Anklagen, die an dieser Stelle von neuem gegen die „Große" erhoben werden müssen. Drei Viertel aller Unglücksfälle könnten vermieden werden, wenn vorab darüber gewacht würde, daß die Betriebsleitung nur völlig intaktes, von unabhängigen Sachverständigen geprüftes Wagenmaterial verwendete. So die Zuschrift, die wir hiermit den Behörden, welche die .Große" in letzter Zeit mit den bekannten Vergünstigungen bedachten, zur eingehenden Beachtung überweisen. Der Prozeß gegen die Harmlosen nahm gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I seinen Anfang. Der Vorsitzende, Laudgerichtsdirektor Oppermann, eröffnete die Sitzung um 10 Uhr. Die Aiiklagebehörde wird vom Ober- staatsanwalt Dr. I s e n b i e l vertreten, dem der Staatsanwalts- Assessor S ch w i ck r a t h zur Seite steht, der Angeklagte v. K r ö ch e r wird vom Rechtsanwalt Dr. S ch win d t, v. Kay ser von den Rechtsanwälten Justizrat Sello und Leonhard Friedmann. v. Schachtmeyer vom Rechtsanwalt Dr. Alfred Fuchs und Wolfs von den Rechtsanwälten W r o n k e r und Chodziesner verteidigt. Ein kranker Angeklagter. Sofort nach Eröffnung der Sitzung nimmt der Ver- teidiger von Kröchers das Wort zu einem Antrage. Er teilt dem Gerichtshöfe mit, daß er am Sonnabend eine» eingeschriebenen Brief von Herrn v. Kröcher ans Wien erhalten habe, worin dieser ihm anzeige, daß er genötigt sei, infolge eines Herzleidens von seiner bisher gehabten Absicht, persönlich zum Termine zu erscheinen, zurücktreten zu müssen. Der Verteidiger legt Atteste des Prof. Dr. Nothnagel und des Dr. med. Glase aiis Wien vor, wonach dem Herrn v. Kröcher bescheinigen wird, daß er infolge eines akute», durch Gelenkrheumatismus hervorgerufenen Herz- leidens außer stände sei, die Aufregungen der Verhandlung zu ertragen. Der Verteidiger beantragt deshalb. die ganze Verhandlung zu vertagen, da die Interessen des Angeklagteu v. Kröcher nicht in gehöriger Weise wahrgenommen werden' konnten, wenn gegen ihn später allein verhandelt iverden würde. Oberstaats- anwalt Dr. I s en b i el widerspricht diesem Antrage. Das angeb- liche Herzleiden des Her�i v. Kröcher könne schwerlich ein akutes sein, sondern so viel er wisse, sei es schon der Grund des Abgangs v. Kröchers vom Militär �gewesen. Er beantrage, der Gerichtshof möge beschließen, v. Kröcher zu verhafte», damit derselbe steckbrieflich verfolgt werden könne. Unter allen Umständen bitte er aber, gegen die' drei übrigen Angeklagten zu ver- handeln, damit die von so langer Hand vorbereitete Sache endlich zum Abschluß gelange. Der Verteidiger Wolffs, Rechtsanwalt Wronker, schließt sich dem Antrage auf Vertagung an, indem er aus- führt, daß das Verhältnis zwischen Wolff und v. Kröcher ein so enges gewesen sei und durch Tausende von Fragen geklärt werden müsse, daß eine Trennung nicht gut möglich sei und sich die Notwendigkeit einer Vertagung im Laufe der Verhandlung ohnehin herausstellen würde.— Der Oberstaatsanivalt widerspricht auch diesem Antrage. Der Gerichtshof beschließt, gegen den Angeklagten v. Kröcher, der nicht als genügend entschuldigt anzusehen sei und von dem an- genommen werde, daß er sich böswillig der Verhandlung ent- ziehen wolle, den Haftbefehl zu bestimmen und gegen die übrigen drei Angeklagten, v. Kayser, v. Schachtmeyer und Wolff, in die Verhandlung einzutreten. Der Verteidiger v. Kröchers, Rechts- anivalt Dr. Schwindt, entfernt sich darauf aus dem Gerichtssaale. Kranke Zeuge». Beim Aufrufe der Zeugen stellt sich heraus. daß ver- schiedene fehlten, einige sind unauffindbar, andere entschuldigen sich mit Krankheit. An Stelle des Kriminelkonunissars v. M a n t e u f f e I, der in der früheren Verhandlung eine so ein- greifende Rolle spielte, ist diesmal der Kriminalkommissar v. Kracht geladen, da Herr v. Manteuffel durch Wahrnehmung verschiedener Termine in andren Städten am Erscheinen verhindert ist. Sämt- liche Zeugen werden bis Dieustagvormittag Uhr entlassen, da der heutige Tag durch die Veniehinnug der Angeklagten in Anspruch genommen wird. Die Personalien der beiden ersten Angeklagten sind bekannt. v. Kayser ivar Regierungsreferendär und Lieutenant der Reserve, v. Schachtnrehcr Kaufmann und Unteroffizier der Reserve. Das Hauptinteresse nimmt der dritte Angeklagte, der im Jahre 1817 geborene Kaufmann Hermann Wolff in Anspruch. Mit einem„leider" räumt er die ihm vor- gehaltenen Vorstrafen ein. Es sind deren acht, zumeist wegen Diebstahls und Betrugs, darunter eine wegen schweren Dieb- stahls zu 3 Jahren Zuchthaus und eine andre wegen gewerbs- mäßigen Glücksspiels zu 1 Monaten Gefängnis und entsprechender Geldstrafe. Nach dem Anilagebeschlnß sollen die drei Angeklagten sich in den Jahren 1897 und 1898 des gewerbsmäßigen Glücksspiels schuldig gemacht haben. Sie bestreiten dies sämtlich.' Der Präsident beginnt mit der eingehenden Vernehmung des Angeschuldigte» v. Kayser. Derselbe giebt an, daß er der Sohn eines Obersten sei. Als ihm im Jahre 1894 eine Erbschaft zugefallen sei. habe er seinem Hange zum Spiel leichter nachgehen könne», als bisher, er habe sich aber stets in der b e st e n' G e s cl Is ch a ft bewegt, zu der ihm als Regierungsreferendär der Weg offen stand. Es sei damals zumeist „Baccarat" gespielt worden, wobei der abendliche Umsatz bisweilen ein recht erheblicher gewesen sei. Die Spielergcscllschaft habe schon längere Zeit bestanden und im Jahre 1894 ihre Zusammenkünfte iu dem Hotel Bauer in der Schadowstraße abgehalten. Dann seien die Spielabende nach dem Victoria- Hotel, nach Cafe Keck in der Passage und dann nach andren Lokalen verlegt worden. Man habe stets Extrazimmer gehabt. Es sei vorgekommen, daß sich das Spiel bis zum folgenden Tage aus- gedehnt habe und hohe Summen unigesetzt wurden. Als das Victoria-Hotel den Besitzer wechselte, habe sich die Spielergescllschaft gespalten und der zahlungsfähigere Teil habe sich bald in diesem, bald in jenem Lokal getroffen.' Im Anfange 1893 habe diese Gesellschaft, zu der auch der Ängekl. v. Kayser gehörte, bei Hecht in der Jägerstraße ein ständigeres Lokal gefunden. Der Angeklagte v. Kayser erzählt, daß er von v. Kröcher zu Albrecht nach der Mohrenstraße geführt worden sei, wo ebenfalls eine Spieler- gcsellschaft, zumeist ans Offizieren bestehend, ihre Zusammenkünfte hielt. Zu damaliger Zeit sei ein Dr. Kornblum ein häufiger Gast bei Albrecht gewesen. Derselbe habe Allüren gehabt, die ihn bei manchen andren Spielern unliebsam machten, es seien noch andre Personen bei der Gesellschaft gewesen, welche nicht genügende Mittel besaßen. um so hoch pointieren zu können wie es geschah, und die deshalb ihren Verpflichtungen im Fall eines Verlusts nicht nachzukommen vermochten, andrerseits aber etwaigeGewinne rücksichtslos eintrieben. Um sich von diesen Elementen zu trennen, habe v. Kröcher den Vorschlag gemacht, in, Centraihotel einige Zimmer zu mieten und dort eine bessere Organisation einzuführen. Im Oktober 1898 sei die neue Gesellschaft gegründet worden, wobei auch er— der Angeklagte v. Kayser— mitgewirkt habe. Schon zur Zeit, als die Gesellschaft im Victoria-Hot'el zusammentraf, habe sie die Bezeichnung„Klub der H a r m I o s e n" ge- führt. Die Vorbesprechung habe in der Villa des Grafen Königsmarck i» Groß-Lichterfelde stattgefunden. außer dem Grafen Königsmarck hätten die Herren v. Kröcher, Graf von und zu Egloffstein und der Angeklagte von Kayser an den Beratungen teilgenommen. Es sei dabei festgestellt worden, wer eine Einladung erhalten sollte. Wie der Angeklagte sich zu erinnern glaubt, waren 500 Einladungen in Aussicht' genommen, die in erster Linie an solche Offiziere gerichtet werden sollten, die als wohlhabend und als spiel- lustig bekannt waren. Die Verwaltung des Centralhotels habe mit der Gesellschaft nur einen Vertrag auf die Dauer von S Monaten abschließen wollen und die„Gründer" der Gesellschaft seien darauf eingegangen. Die Konstituierung der Gesellschaft wurde durch ein glänzendes Mahl eingeweiht. Zur Bedienung der Mitglieder wurden zwei Kellner angenommen, die für den Abend je 20 M. erhalten sollten. Am 15. Oktober 1393 sei der Vertrag mit der Verwaltung des Central-Hotels zu stände gekommen. Der Mietspreis betrug monatlich 1000 M. Beim Eröffnungsdiner sei auch der Angeklagte Wolff zugegen gewesen, den er bei Albrecht kennen gelernt habe. Derselbe sei ein angenehmer Spieler gewesen. Der Angeklagte meint, damals über Wolffs Vergangenheit gehört zu haben, daß derselbe früher Referendar gewesen sei. Jeden- falls habe der Angeklagte Wolff sich stets so bewegt, als gehöre er den besten Kreisen an. Wolff sei stets den Mitgliedern gegenüber sehr gefällig gewesen, er, der Angeklagte, habe ihn auch wiederholt mit Darlehen in Anspruch genommen, die natürlich prompt zurück- erstattet worden seien. Nach Beendigung des Eröffnnngsdiners habe der Angeklagte Wolff sich erboten, zuerst die Bank zu legen, und großmütiger Weise hinzugefügt, daß er die Hälfte des Gewinns der Pinke opfern wolle. Die erste Bank von 500 Mk. habe Wolff verloren, dann einen gleichen Betrag nachgelegt und bei der zweiten gewonnen, so daß der Pinke gegen 250 M. zugeflossen seien. Die Einnahmen seien auf die Namen v. Kröchers, v. Kahsers und v. Schachtmeyers bei der Deutschen Bank hinterlegt tvorden. Besonders des Sonnabends sei der Ver- kehr sehr lebhaft gewesen, weil dann die Offiziere von Außerhalb nach Berlin kamen, um zu spielen. An diesen Abenden seien gegen 40 000 Mark umgesetzt worden. Die Grafen Königsmarck und v. Egloffstein seien bald wieder aus dem Klub ausgeschieden, tveil sie nicht im stände waren, die Spielverlnste zn tragen und ihren Verpflichtungen nachzukommen. So sei es dem Angeklagten v. Kayser wenigstens mitgeteilt worden. Schließlich seien v. Kayser und v. Kröcher die einzigen Direktoren gewesen, die dann den Au- geklagten v. Schachtmeyer als dritte» Direktor mit heranzogen. Der Angeklagte v. Kayser erzählt sodann, daß die Verwaltung des Centralhotels Bedenken gehabt habe, weiter in ihren Räumen spielen zu lassen und deshalb an das Direktorium das Ansinnen ge- stellt habe, den Vertrag zum 15. November aufzulösen. Es sei nun das Hotel Minerva in Aussicht genommen und mit dem Besitzer desselben ein Vertrag zum Abschluß gekommen. Es wurden drei Räume gemietet für den monatlichen Preis von 600 M. Das„Auffliegen" des Klubs. Die Zusammenkünfte hätten nur bis zum 16. Dezember 1893 gedauert, dann sei der erste Artikel im„Berl. Tageblatt" erschienen, in dessen Folge der Klub auseinanderging. Wie zur Sprache kam, wurde Wolff in demselben vielfach der„Oberförster" genannt. Die Papiere des KInbs hat, nachdem dieser aufgeflogen war, der Angeklagte v. Schachtmeyer an sich genommen und vernichtet. Nach dem Erscheinen des Zeitungsartikels ist v. Schachtmeher mit Herrn v. Kröcher in die Wohnung des Wolff gegangen und haben von ihm verlangt, daß er sich gegen die Borwürfe in der Redaktion reinigen sollte. Wolff hatte dies zugesagt, hat es aber nnterlassen, weil, wie er sagt, vor allen Dingen sich seiner Vergangenheit schämte und diese nicht aufgerührt zu sehen wünschte. Wolff hat die Herren auf den nächsten Tag wieder bestellt, sie haben ihn aber nicht mehr ge- troffen, da er schon ins Ausland gereist war. Herr v. Kayser giebt zu, auch außerhalb Berlins gelegentlich im Anschluß an Pferde- rennen gespielt zu haben. Als Gcsamteffekt seiner Spielsucht giebt Angeklagter v. Kayser die Sunime von 56 000 M. V e r I u st an. Auf eingehendes Befragen � des Vorsitzenden giebt v. Kayser Auskunft über den Stand seines Ver- mögens in den einzelnen Stadien seiner Thätigkeit am Spieltische. Er ist inzwischen aus der Staatskarriere entlassen worden, hat sich seit Ablauf der ersten Verhandlung längere Zeit im Ans- lande aufgehalten und ist im Juni zurückgekehrt, um sich zur er- neuten Verhandlung zu stellen. Da diese doch noch längere Zeit ausstand, hat er sofort auf dem Rittergut Lichtenberg bei Berlin eine Stellung als juristischer Beirat angenommen. Er verweist auf Vorhalt darauf, daß seine Mutter, der er schon ein- mal gebeichtet hatte, ihm mit ihrem Vermögen beigesprnngen wäre, so weit sie es konnte und daß sie neuerdings 20 000 M. für ihn anstandslos bezahlt babe. Als die Sache zum Klappen kam, be- trugen seine Aktiva 3300 M.. seine Passiva 8850 M., ferner hatte er aus dem Spiel noch ausstehende Forderunge» in Höhe von 17000M., da- gegen hatte er selbst noch Spielschulden. Seine große Spiclleiden- sch'aft giebt der Angeklagte unbedingt zu, bestreitet aber, ein ganz besonders kaltblütiger Spieler gewesen zu sein. Auch die Be- hauptung der Anklage, daß er bei unbarem Spiel besondere Nach- ficht für' sich verlangte, selbst aber solche Nachsicht bei der Eintreibung von Spielschulden nicht übte, bestreitet der Angeklagte, doch hält ihm der Vorsitzende aus mehreren Briefen vor, daß er in einem Falle gegen einen Osfizier, der nach seiner Meinung ein sehr luxuriöses Leben führte, ihm aber die Spielschulden nicht bezahlte, sehr rigoros vor- gegangen sei und mit der Anzeige beim Regimentskommandeur gedroht habe. Eine ähnliche Strenge soll er in andren Fällen haben walten lassen, u. a. hat er gegen den Generalkonsul Moos Wechsel einklagen, und ihn schließlich zum Offenbarungseid vorladen lassen. Er behauptet, daß er dem Herrn Moos gegenüber absichtlich so rigoros vorgegangen sei, weil dieser selbst gegen einen seiner Freunde rücksichtstos aufgetreten sei. Die weiteren Auslastungen des An- geklagten beziehen sich auf seine Art zu spielen und zu regulieren und auf die Vorschüsse, die ihm Frau Voigt, zu der er damals zarte Beziehungen unterhielt, zu Spielzwecken gab. Diese vom Ange- klagten zurückgezahlten Vorschüsse betrugen 1897/93 im ganzen 14 600 M. Die Vernehmung wird Dienstag 91/2 Uhr fortgesetzt werden. Prozeß Sternberg. Bei Eröffnung der Sitzung durch den Landgerichtsdirektor Müller ist der Angekl. Luppa nicht anwesend. Da auch eine Entschuldigung nicht eingegangen ist, beschließt der Gerichtshof die Vorführung des Angeklagten und beauftragt gleichzeitig einen medizinischen Sachverständigen, festzustellen, ob Herr Luppa etwa durch plötzliche Krankheit verhindert ist. Der in die Wohnung des Angeklagten entsandte Bote teilt mit, daß Herr Luppa dort nicht an- wesend war, sondern nach Auskunft des Dienstpersonals mit seiner Ehefrau ausgegangen sei. Staatsanwalt Braut beantragt, einen Haftbefehl zu erlassen und die Verhandlung gegen Luppa von der übrigen Verhandlung zu trennen. Die Verteidigung macht geltend, daß bei' dem Angeklagten Luppa möglicherweise ein Irrtum vorliegen könne und daß eventuell auch ohne Anivesenheit des Herrn Luppa die Verhandlung fortgesetzt werden möge, um nicht die Verhandlung aufzuhalten. Der Staats- anwalt widerspricht diesem Vorschlage, da er die Anwesenheit des Angeklagten Luppa in dessen Strafsache bei jedem der zu ver- nehmenden Zeugen für notwendig erachtet. Der Gerichtshof be- schließt den Erlaß eines Haftbefehls gegen Luppa und behält sich die Beschlußfaffnng über die weitere Prozedur bis nach Ablauf einer halbstündigen Frist vor. Alsdann setzt der Vor- sitzende die Beratung bis Dienstag 12 Uhr aus. Der Gerichtshof ist der Meinung, daß er eine Trennung der Sache auf Grund des Z 230 der Strafprozeßordnung nicht aussprechen kann, da noch nicht feststeht, daß der Angeklagte absichtlich sich fern hält. Berliner Partei-Angelegenheiteu. Zweiter Wahlkreis. Die Parteigenossinnen und Genosse,» werden auf die heute abend 8 Uhr. Friedrichstr. 236(früher Martens) stattfindende Versammlung noch besonders aufinerlsain gemacht. Genosse G ö h r e, Pastor m D., spricht über„ C h r i st e n- tum und Socialdemokratie". Recht zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauenslente. Socialdemokratischer Wahlverein für de» dritte» Berliner ReichstagS-Wahlkreis. Den Genossen die Mitteilung, daß morgen am„Bußtag" ein Ausflug nach Adlcrshof stattfindet. Treff- punkt:„Restaurant Schmauser". Abfahrt vom Görlitzer Bahnhof um 10,45 Uhr morgens. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Genofftn des fltitften KretfeS die Mitteilung, dah am MlNIvoch i?n�tng) eine v« r r« n p a r t i i stattfindet� Treffpunkt früh SVa Uhr, Bahnhof Alexanderplatz. Fahrt bis Erkner, von dort zu Frist nach Rüdersdorf. Für Nachzügler Treffpunkt RilderSdorfer Kalkberge, Restaurant„Gliickauf", am Wasser. Die Genossen werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligeu. Der Borstaud. Wristeiisee. � Der socialdeinvkratische Arbeitcrberein veranstaltet Mittwoch eine Besichtigung der„Berliner Stadtbratterri". Belfortec- straße S. Treffpunkt vonnittagö 9 Uhr bei Görtz, Lehderstr. 5. Der Vorstand. Wilmersdorf. Da bti Bußtagtz wegen die Versammlung des focialdemokratische» Vereins ausfallen muß, findet dieselbe am Mittwoch, den B8. November statt. Der Vorstand. den Annahmestellen wird ja nur etwa ein Viertel der gesamten Sparbeträge eingezablt. Die meisten Sparer machen ihre Eiw Zahlungen lieber aus der Sparkasse selber, Uild auch wenn fie eine Annahinestelle dazu benutzen, so wählen fie nicht gern die benach� barte. Merkwürdig ist in dieser Beziehung, daß gerade die An nahmestelle mit dem geringsten Verkehr dicht neben derjenigen mit dem Zweitstätkstett Verkehr liegt sTunnstraß« L6 brzw. Ski). Es be darf übrigens wohl nicht erst'deS Hinweises darauf, daß die Mög lichkeit zii sparen bei den Bewohnern der Tutinstraße schwerlich beinah« ebenso groß sein kann, wie bei denen der Lützowstraße. Vomtmnmles. Unenkgeltltchrett Sev Teötufrktion? Die alte Streitfrage, ob die DeSinfekkion der Wohnung, der Möbel usw. bei ansteckenden Krülikheiten Volt der stadtischen Des- infektionsanstalt unentgeltlich ausgeführt werden soll oder nicht, erfährt durch den neuesten Bericht über den Betrieb der Anstalt wieder eine interessante Beleuchtung. Bei der Anstalt I in der Reichenvergerstratze, die hier allein... Betracht kommt— denn die im städtische» Obdach nntergebrachte Anstalt H dient nicht Sem öffentliche» Verkehr— gingen Im Jahre 1898/99?29Z Meldungen ein. Auf(Brund dieser Meldungen wurden 4222 Wohnungen. 242 239 Iii den Wohnungen befindliche G-geit stände und 138 418 an die Anstalt eingelieferte Gegenstände oesinfiziert. Von den Meldungen kamen 7117 ans Berlin selbst. und zwar 4277 aus Vorderhäusern und 2340 aus Hinterhäusern. In Hinterhäusern wohnten demnach von den die Anstalt be- nutzenden Parteien nur 40 Proz.„DieS Nestiltat". bemerkt dazu der Bericht,„dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführe» sein, daß die wohl Habenderen Klassen, denen es auf die Kosten weniger ankommt häufig auch bei nicht ansteckenden Krankheiten die Desiiifektions anstatt in Anspruch nehmen. Während die gutsituierte Klassen der Einwohner meistens' aus eignem Antriebe desinfizieren lassen, so geschieht die bei den ärmeren BolkSklass en zum ei st erst au Grund polizeilicher Anordnung." Das ist dieselbe Klago die in den Berichten Jahr für Jahr wiederkehrt. Wen» es den städtischen Behörden ernstlich darum zu thun wäre, die Abneigung der ärmeren Bevölkerung gegen die Desinfektion ihrer Wohnungenund Möbel zu bekämpfen, dann würden zu allererst sie selber mit deren Mitteln darauf hinzuwirken suche». Man sorge z. B. dafür, daß es der ärmeren Bevölkerung nicht„auf die Kosten anzukommen" braucht, d. h. m a führe die Desinfektion für jedermann unentgelt lich aus, wie es von den Arbeitervertretem im Roten Hause wieder holt gefordert worden ist. Das würde zwar die Abneigung weit#r Kreise der Bevölkerung gegen die Desinfektion nicht' völlig be seitige», aber es würde nicht wenig zur Bekämpfung des beklagten llebelstandes beitragen. fES ist wahr, daß schon jetzt unentgeltlich des- infiziert wird, wenn ein entsprechenderAntrag gestellt und Unbemitteltheit nachgewiesen wird. Die unentgeltliche Leistung gilt auch nicht als Armenunterstützung. Aber die Bedingung deS Nächweises der Uw bemitteltheit läßt die Sache doch zu sehr als Annenunterstützung er scheinen, als daß fie viele zur Benutzung der Anstalt ermutigen sollte. Von Rechtswegen sollte aber die Anstalt gerade von den Unbemittelten viel stärker in Anspruch genommen werden als von den Wohlhabenden, während heute noch immer das Umgekehrte der Fall ist. Die ärmere Bevölkerung ivird vi'el stärker von ansteckenden Krankheiten heim gesucht, und die Gefahr einer Weiterübertragung ist hier infolge der ungünstigen Woh'nungs Verhältnisse viel größer. Der Bericht beklagt, daß beispielslveise bei Schwindsucht meist nur die Sachen zur Desinfektion gegeben werde» und seltener auch die Desinfeltion der Wohnung verlangt wird. Es wurde überhaupt nur 490 mal bei Schwindsucht desinfiziert(117 mal Wohnungen mit Sachen, 337 mal nur Sachen, 86 mal Krankenwagen), während in Berlin in jedem Jahre gegen 4000 Personen an Schwindsucht sterben. In größerem Umfange wird die Anstalt nur bei Diphtherie benutzt, 1898/99 in 4046 Fällen. Hier ist die Desinfektion vor- geschrieben und wird gegebenenfalls von der Polizei erzwungen. Der Rückzug der Sparer. Der Geschäftsbetrieb der städtischen Sparkasse hat nicht erst in diesem Jahre, sondern schon im vorigen deutliche Anzeichen einer Wendung zum Schlechteren auszuweisen. Ueber das mit dem 31. März 1900 abgelaufene letzte Rechnungsjahr heißt es in dem Bericht des Sparkassen-Kuratoriums:„Wenngleich in der Entwickelung der Sparkasse im Berichtsjahre ein Stillstand nicht eingetreten ist, so hat doch die Vermehrung des Ge- samtverniögens der Sparkassen- Interessenten mit der in den früheren Jahren nicht Schritt gehalten. Im vorletzten Jahre war das Guthaben der Sparer von etwa 210l/s Millionen Mark um 15'/a Millionen . auf etwa 226 Millionen gestiegen, im letzten Jahre stieg es nur noch um rund 15 Millionen auf 241 Millionen. Für Leute, die gern wissen möchten, wieviel da auf den Kopf der Bevölkerung kommt, teilt der Bericht mit, daß das am Schluß deS vorletzten Rechnungsjahrs 124,85 M., am Schluß des letzten 129,84 M. waren. Die Zunahme betrug also im Lauf des letzten Jahrs 4,99 Mark. während sie im vorletzten noch 5.60 Mark, im drittletzten sogar noch 6.33 Mark betrage» hatte. Die Zahl der Sparkassenbücher stieg im vorletzten Jahr von 608 888 um 33 664 auf 642 552, im letzten nur noch um 32 652 auf 675 204. Die auf die einzelnen Bücher gesparten Summen schwankten von IM. bis über 10 000 M., der Bericht giebt aber nach altem Brauch auch da? Durch- �schnittsguthaben pro Buch an. Das stellte sich am Schluß des vorletzten RechrningSjahrS auf 351,46 M., am Schluß des letzten auf 356,93 M. Die durchschnittliche Zunahme pro Buch betrug also im Lauf des letzten Jahrs 5,47 M., während sie im vorletzten noch 6,14 M. und im drittletzten noch 7,63 M. betragen hatte. Diese Rückgänge sind dadurch zu stände gekommen, daß in der letzten Zeit die Auszahlungen stärker als die Ein- Zahlungen gestiegen sind. Vom vorletzten zum letzten Jahre sind die Einzahlungen von rund 49»/« Millionen Mark um etwa 3>/s Millionen auf 53 Millionen gestiegen, dagegen die Auszahlungen von rund 40 Millionen Mark um mehr als 4 Millionen auf über 44 Millionen. Die Einzahlungen übertrafen die Auszahlungen im vorletzten Jahr um beinahe 9»/« Millionen Mark, im letzten nur noch um etwas über 8»/» Millionen. Der Bericht sagt, die Ver- mehrung der Auszahlungen sei„in der Hauptsache Wohl dem Um- stände zuzuschreibe», daß viele Sparer ihre Einlagen aus der Sparkasse zurückzogen, um sie bei den stark gewichenen Kursen vorteilhafter m Wertpapieren mit höherem gtnSfuß anzulegen." ES wird aber auch niancher Sparer darunter gewesen sein, der es zwar nicht für vorteilhafter, aber für notwendiger hielt, seine abgehobenen Eispamiss« mit zur Bestreitung seines infolge der all- gemeinen Preissteigerung kostspieliger ge- wordenen Lebensunterhalts zu verwenden. Namentlich vor den st e i g e r n n g s l u st i g e n Hauswirten dürsten nicht wenlge Sparer den öiiickzug angetreten haben. Der Bericht enthält zum erstenmal auch eine Uebersicht tibcr den Geschäftsverkehr jeder einzelnen der über die ganze Stadt zerstreuten, jetzt 94 Annahme- stellen, die bekanntlich nur Einzahlungen annehmen, aber nicht auszahlen. Die»leisten Einzahlungen wurden Lützowstraße 80 und Turmstk. 56 gemacht, 733 543 M. auf 12 750 Bücher und 650 205 M. auf 10815 Bücher. Dagegen wurden in der Annahme- stelle Turmstr. 36 nur 27 040 M. auf 401 Bücher eingezahlt.(Einen noch geringeren Verkehr hatten nur zwei Stellen, die aber erst im Berichtsjahr neu eingerichtet wurden.) Ein Schluß auf den Spar- trieb der Bevölkerung der verschiedenen Stadtteile kann aus den Angaben der Uebersicht nicht gezogen werden. In Der Prozeß gegen den„Klub der Harmlosen", der im vorigen Jahre ein so lebhaftes Interesse in der Oeffentlich keil erregte, wird nun noch einmal in Moabit verhandelt. Das Reichsgericht hat das freisprechende Urteil aufgehoben, indem es darlegie, der Begriff des„geimbSmfthigeii Gliickspiels" sei verkannt worden, und nach den gerichtlichen Feststellungen habe eine Vev urteilung erfolgen müssen. So müsse» denn die adeligen jungen Herren, von denen kaum einer etwas erwerben konnte, die es ober alle trefflich verstanden, die ihnen gar nicht gehörenden Vermögen ihrer Eltern und Geschwister zu vergeuden, diese jungen Herren, die im Pniitte einer gewissen äußerlichen Ehre so kitzlich' sind, müssen nun noch ein- mal das Licht der Oeffenlichkett in ihr Lotterleben hineinleuchten lassen. Große Ueberraschungen kann der Prozeß diesmal nicht mehr bringen. Das gewissenlose Treiben deS Nachwuchses der Aristokratie, der berufen ist. im Beamtentum und dem Heere dereinst die höchsten Würdenstellen des Staats zu bekleiden, dieses Treiben wurde schon im vorjährigen Prozeß aufgedeckt. Wir sehen, welche moralischen Anschauungen in den zum„Herrschen", zum Regieren, zum Richten über daß Vergehen andrer berufenen Kreisen herrschen, und das kulturgeschichtliche Interesse, welches dieses Sittenbild bot, ist eigent lich erschöpft. ES handelt sich jetzt mehr um eine juristische Streit frage. Neu ist nur. daß jetzt auch Herr Hermann Wolfs auf der Anklagebank Platz genommen hat, der in seinen jüngeren Jahren zahlreiche Gefängnis- und Zuchthausstrafen wegen Diebstahls er- litten und der sich dann auf die Hochstapelei geworfen hat,— was ihn nicht hinderte, später in die exklusivsten Gesellschaftskreise Zutritt zu bekommen und in den Korridoren deS CentralhotclS mit dem Prinzen von Thurn und Taxis Arm in Arm zu promenieren. In der That ist Wolff durchaus das, was man eine„arfftokratische Erscheinung" nennt. Er ist groß, hat eine Adlernase, trögt einen dunklen Schnurrbart. tadellose Lackstiefeln und ist etwa von einem Hauptmann in Civil oder einem höheren Beamten in keiner Weise zu unterscheiden. Deshalb ist eS den Angeklagten wohl zu glauben, daß sie in ihm nur den charmanten„Standesgenossen" erblickten, mit dem sich gut spielen und der sich auch willig anpumpen ließ. Ob dieser charmante „reiche Rentier" freilich im Klub der Harmlosen der eigentlich Harmlose gewesen ist, wie er es darstellt, das wird ja die weitere Verhandlung lehren. Zu bedauern ist es, daß der junge Herr von Kröcher, der Genernlssohn, der das Leben von einer so heitern Seite zu nehnien wußte, diesmal nicht erschienen ist. Professor Nothnagel in Wien hat ihm einen Herzklappenfehler attestiert, der ihm aufregende Prozeß- Verhandlungen verbiete. Aber da er früher auch die Aufregungen der Spielnächte ertragen hat. so beschloß das Gericht, einen Hast b e f e h l gegen ihn zu erlassen. Möglich, daß er sich daraufhin selbst stellt. Oestreich. wo er sich aufzuhaltc» scheint, liefert jedenfalls wegen gewerbsmäßigen Glückspicls nicht aus. Ebenso wie auf der Anklagebank zeigen sich auch auf der Bank der Verteidiger einige Veränderungen. Der immer weihevolle Dr. Sello hat sich diesmal, an Stelle des kleinen temperamentvollen Schachtel, Herrn Leonhard Friedmann, einen Cousin des berühmten Fritz, als Mitverteidiger erkoren. Die allergrößte Ver änderung aber hat sich im Gerichtshof vollzogen. Wer denkt nicht noch mit Freude an Herrn D e n s o zurück, de» liebenswürdigen, milden Vorsitzenden, der den Angeklagten das Ver- teidigungsrecht bis an die äußerste Grenze der Möglichkeit gewährte. Jetzt' aber ist Vorsitzender der Kammer Herr Opp ermann, der bis dahin Staatsanwalt gewesen war und daS Verhör der Harmlosen in ungewöhnlich st r e n g e r Weise leitete. Herr }. Kayser, der gestern zuerst examiniert wurde, mag sich wohl die chöneu Zeiten des Herrn Denso zurückgewünscht haben. Der Kriminalkommissar v o n Manie uffel, der im vorigen Prozeß so ungünstig abschnitt, daß seine Vernehmung oft die Gestalt annahm, als ob e r auf der Anklagebank säße, war' diesmal weder als Zeuge noch als Sachverständiger im Gerichtssaal erschienen, wenn man ihn auch auf den Korridoren zu sehen Gelegenheit hatte. An einer Statt wurde vom Oberstaatsanwalt Jsenbiel ein Kriminal konimissar v. Kracht eingeführt, um an den Verhandlungen teilzu- nehnien. Allem Anschein nach werden die harmlosen Aristokraten diesmal nicht unbestraft davon kommen, wenn auch die im vorigen Jahre von ihnen abgesessene Untersuchungshaft von acht Monaten sie davor chützen wird, noch einmal hinter den eiserntn Gardinen dicke Erbsen und die andern Leckerbissen der Staatsverpflegung essen zu müssen. vom Berliner Kommunal• Kapitalismns. Häufig genug hatten wir schon Veranlassung, uns mit den Arbeiterverhältnissen in den städtischen Gasanstalten und Wasser- werken zu befassen. Wie unsem Lesern bekannt ist, nutzt der Berliner Kommunalfreisinn mit dem ihm eignen Gerechtigkeitsgefühl seine Mehrheit im Roten Hause dazu aus, unfern Genoffen gerade die Verwaltungsdeputationen zu verschließen, welchen diese städtischen Anstalten unterstellt sind. Mag eS nun die Ursache oder die Folge dieser Fernhaltung des socialdemokratischen EinfluffeS sein, jedenfalls besteht die Thatsache, daß gerade die Gas- und Wasserwerke am häufigsten Anlaß zu berechtigten Klagen der Arbeiter geben. So zahlen die Gaswerke ihren dienstunfähig gewordenen Arbeiten, und deren Hinterbliebenen durchschnittlich die niedrigsten Unter tützungen, die in der städtischen Verwaltung überhaupt üblich sind. Nicht viel höher sind die betreffenden Sätze in der Wasserwerksverwaltung, während z. B. die KanalisationSverwaltimg, in der unsre Genoffen vertreten sind, Unterstützungen zahlt, die durchschnittlich um über 100 M. höher sind als die der Gasverwaltung; dies geschieht, obwohl die Kanalisation Zuschüsse erfordert, während die GaS« und Wasserwerke alljährlich Millionenüberschüsse liefen,. Und noch günstiger liegen die Verhältnisse bei der Straßenreinigung, denn hier hat schon vor längerer Zeit durch Gemeindebeschluß eine grundsätzliche Regelung der Unterstützungen stattgefunden, die einiger- maßen wenigstens berechtigten Ansprüchen entspricht. Der soeben erschienene VerwaltungSbericht der städtischen Gaswerke für 1899 enthüllt nun eine neue sociale Großthat der Gas- deputation. Es heißt dort: „Das Bürgerliche Gesetzbuch hat aus socialpolitischen Grünben einzelne Bestimmungen aufgenommen, die dem bisherigen Recht fttmd waren, und im Hinblick auf welche die Arbeits- ordnungen einer Revision bedurften. Der Z 616 deS Bürgerlichen Gesetzbuchs z. B. schließt im Falle des Fehlens einer«nt- gegenstehenden Vereinbarung eine Lohnkürzung für entschuldbare Arbeitsversäumnis von nicht erheblicher Daner aus. Wenn wir auch dieser Bestimmung im Princip zustimmen können, so halten wir fie doch in ihrer allgemeinen Fassung für bedenklich. Wir haben sie daher gleich vielen andren großen Betriebsunternehmungen in der neuen Arbettsordnung aufgehoben. Hierdurch soll die Zahlung von Lohn in Fällen entschuldbarer Arbeitsversäumnis durchaus nicht ein für allemal ausgeschlossen sein. Die Ver- waltung soll vielmehr nur freie Hand behalten und wird in jedem einzelnen Falle nach pflichtmäßigem Ermessen zu prüfen haben, ob eine Lohnkürzung stattzufinden hat oder nicht." Also der doch wahrlich allen extremen Forderungen abholde Reichstag schafft„aus socialpolitischen Gründen" einen Paragraphen, der den Arbeiter»bei entschuldbarer Per- säumnis von kurzer Dauer"— Nur um solche handelt es sich— vor Lohnverlnsten schützen soll. Diese Bestimmung findet die Billigung einer Regierung, innerhalb deren Graf Posadowslh in socialen Dingen entscheidet. Der„freisinnigen" Berliner Gas- deputation aber erscheint das„bedenklich". Darum stimmt nmn zwar„im Princip" der Bestimmung zu, schließt aber thntsäch- lich ihre Anwendbarkeit aus. Natürlich nicht etwa„ein für allemal" Z Den„guten Kindern" der Verwaltung wird viel- leicht in einschlägigen Fällen die Lohnkürzung erspart bleiben. Ob aber bei den andren die„pflichtmäßige" Prüfung des Einzel- falls immer ein so günstiges Ergebnis haben wird, ist mehr als zweifelhaft. Recht bezeichnend ist auch der Hinweis auf die„vielen andren großen Betriebsuuternehmungen", die ähnlich vorgegangen find. Auf den Gedanken, daß ein Gemeindebetrieb viel weitgehendere sociale Verpflichtungen hat als„andre große Betriebsunternehmimgen", dah, was den letzteren erlaubt, darum bei dem erstercn nicht imnicr angeineffen ist, scheint man gar nicht gekommen zusein. Beider Zusammensetzung der GaSdeputation ist das freilich kein Wunder. Ist doch u. a. eins der Mitglieder, der Herr Stadtverordnete Lüben, der bei der Beratung der„Vorlage betr. die Bewilligung von Ruhegehalt an die städtischen Arbeiter" es als„Pflicht" der Stadt bezeichnete,„auch mit den großen industriellen Gesellschaften, die in Berlin und anderweitig bestehen, etwas konforn, zu gehen, damit wir nicht etwas thun, was andren sehr lästig werden kann". Die Hilfsarbeiter der städtischen Strafienreinignng, die im Winter bei starken Schneefällen zur Beseitigung des Schnees an- genommen werden, sollen künftig 2,60 M. Tagelohn erhalten. Der Magistrat hält in Uebereinstimmung mit der Straßenreinigungs- Deputation den bisherigen Lohn von 2,25 M. nicht mehr für aus- reichend. Die Straßenbahn-Gesellschaft, sagt er in der Begründung seiner Vorlage, zahlt ihren Hilfsarbeitern nicht unter 2,50 M., infolge dessen bieten sich die Arbeitsuchenden zuerst hier und erst im Notfalle bei der Verwaltung der Straßenreinigung an, so daß diese, wie es im letzten Winter wiederholt der Fall war, leicht in Verlegenheit kommen kann. Diese Ausführungen zeigen, daß es auch jetzt noch dem Magistrat nicht darum zu thun ist, daß die Straßenreinigungs- Hilfsarbeiter auskömmlich bezahlt tverden. Nur im Interesse der traßenreinignug will er sich zu der Lohnerhöhung bequemen. Die Stadtverordneten-Versamnilung wird die Vorlage voraussichtlich an- nehmen, da sie schon im Frühjahr den Magistrat um eine Erhöhung der Löhne ersucht hat. Die Arbeitervertreter haben eine solche be- kanntlich bereits zu einer Zeit für notwendig gehalten und gefordert, wo die Mehrheit der Versammlung noch der entgegengesetzten An- ficht tvar. Von der„König Friedrich- Stiftung". Die famose Magistratsvorlage, betreffend die Errichtung einer Stiftung zur Beschaffung billiger und gesunder ohnungen für n, in der bemittelte Einlvohner Berlins,' ist jetzt an die Stadtverordneten-Versamnilung gelangt. Der Vorschlag, die geplante Stiftung„König Friedrich-Stiftung" zu nennen, wird damit begründet, daß„es für die Hauptstadt des Königreichs Preußen augezeigt erscheint und in weiten Kreisen der Bürgerschaft der Wunsch bestehen dürfte, den für unser Vaterland und unsre Stadt hochwichtigen Tag, an welchen, das Königreich Preußen 200 Jahre besteht, in angemessener Weise auszuzeichnen und zu feiern". Die„weiteren" Kreise der Bürgerschaft, die einen solchen Wunsch haben, existieren natürlich mir in der Phniitasie des Magistrats. Trotzdem könnte mau über die byzautiilische Zutbat hinwegsehen und dem Magistrat(das Vergnügen einer Verbeugung nach dem Schloßplatz' hin gönnen, wenn die von ihm geplante Hilft- aktion wenigstens in sachlicher Hinsicht vor der Kritik stand halten könnte und wirklich zu einer nachdrücklichen Besserung der Berliner Wohiiungsverhältiiisse beizutragen vermöchte. Wie sehr das nicht der Fall ist, das ist bereits vor 14 Tagen im„Vorwärts" gezeigt worden und ivird in der Stadtverordneten-Versammlung am nächsten Donnerstag, wo die Vorlage zur Beratung kommt, ein zweites Mal nach Gebühr beleuchtet iverden. Mit welcher Schamlosigkeit die Detektiv- Jnstttnte sich gegenwärtig ihrem Publikum anbieten, zeigt eine Annonce, die wir n der 6. Beilage des„Berliner Tageblatt" vom letzten Sonntag inden: Ehe-Prozeß. Juristische und prakt. Winke, auch B e w e i s m a t. giebt Dir. C. F. Jahncke, Dresdeu-A.L. Vielleicht ivird von einem andren derartigen Institut nächstens auch noch der Preis der zu schwörenden Meineide annonciert. Wen oll nian übrigens mehr beivundem, den Detektiv-Direktor, der sich in solchen Inseraten empfiehlt, oder daS Blatt, das derartige An- zeigen skrupellos aufnimmt? Schnlnot im Osten. Vor dem Frankfurter Thor sind zur Zeit vier Gcmeindcschulen und eine Filiale mit zusammen 77 Klaffen in MietSränmen untergebracht, außerdem befinden sich in den Schulen dieser Stadtgegend' 19 fliegende Klaffen, so daß im ganzen für 96 Klassen eigne Räume fehlen. In der Rigaerstraße wird eine Doppelschule gebaut, und in der Samariterstraße soll eine zweite gebaut werden— wegen Eriverbung des erforderlichen Grundstücks hat der Magistrat der Stadtverordneten-Versamnilung eben eine Vorlage gemacht—. aber in beiden Doppclschulen sind immer erst 72 Klassen unterzubringen, und bis zu ihrer Vollendung ist das Schulbcdürsnis schon wieder weiter gestiegen. Ob da der Osten so bald aus der Schulnot herauskommen wird? Der Vorsitzende des liberalen ParochialvereinS der !?riedensgenicindc. Herr Dr. phil. L e i tz k e, ersucht uns, mitzuteilen, iah die'„offizielle Parteileitung" der Liberalen und vor allem eine Person mit der zu Gunsten der Liberalen unternommenen iälschung des„ArbeiterkomiteeS", deren wir am letzten Mittwoch gedachten, in keiner Verbindung steht. NeberdieS drückt Herr Dr. Leitzkc in seiner Zuschrift die„zuversichtliche Hoffnung" aus, daß die Arbeiterschaft künftig aus rein politischen Gründen ich an den Kirchenwahlei, reger als bisher beteiligen iverde; diese Hoffnung, so schreibt Herr Dr. Leitzke, werde sich um so eher er- ülleu, wenn der„Vorwärts" seine feindselige Haltung aufgebe. Der Herr Parochialvereins-Vorsitzende verwechselt hier offenbar zwei Begriffe. Wir haben zu den Kirchcnwahlen keine feindselige altung eingenommen, sondern fie, und wie wir denken, im Einverständnis mit dem in Betracht kommenden Teil der Arbeiter- chaft, als eine Angelegenheit behandelt, die dieser durchaus gleichgültig bleiben'kann. Doch daö kommt nur nebenher in Betracht' angesichts der unter den obwaltenden Umständen etwas eigentümlichen Art von zuversichtlicher Hoffnung, die Herr Dr. Leitzke hegt. Uns will bediinlen, daß die Kirchenliberalen, soweit sie Sinn für Ehre und Anstand haben, zur Zeit nur von einer zu- versichtlichen Hoffnung erfüllt sein sollten, und zwar der, so bald wie möglich den F ä i s ch e r entdeckt zu haben, der ihren Namen durch die bekannte Irreführung besudelt hat. Socinlistentötcndcr WoHltHätigkeitSbazar. Einem unsrer Leser ist folgendes Schreiben zugegangen: Erlaube mir die ergebene Anfrage, ob Sie geneigt wären, uns' zu unscrm Bazar, der zum Besten unsrer Gemeinschaft stattfindet, einige Sachen Ihres Geschäfts reuudlichst zu überweise»? Die Gemeinschaft hat sich die Aufgabe gestellt, den socialistischen, Besitz bedrohenden lementen wirksam entgegen zu arbeiten und Uc entkirchlichten breiten Volksschichten der K i r ch e zurückzugewinnen Hochachtungsvoll F. J. Bopke, Präses der Chriftlichen St. Markus- ein Bankgeschäft gefchidt, um 5800 mt. zu erheben. Davon Tieferte Stopf lebensgefährlich verlegt, fo baß fie Bereits gestorben ist. Andreas Gemeinschaft. er, tufe ihm aufgetragen war, 2500 t. an die Baumeister Lach- Der Sekretär ist erbrochen und fein Inhalt geraubt. Den Thäter Es fällt ja in unsrer Zeit keinem mehr auf, daß die wahrhaft mann u. Bauber in der Weinmeisterstraße ab. Den Reft follte er unterstüßte ein Begleiter, der vor dent Haufe Wache hielt. Ein & Frommen sich als Gendarmen des Geldschranks betrachten; aber so zur Bezahlung von Steuern und zur Begleichung andrer Rechnungen neuer Hammer ist am Thatort zurückgeblieben. Von den Thätern offen, wie der Leiter der St. Markus- Gemeinschaft, hat sich, den verwenden. Den zweiten Teil des Auftrags führte er nicht aus, viel hat man bisher keine Spur. berüchtigten Pastor Hülle etwa ausgenommen, in dieser Rolle wohl mehr befuchte er mit dem Gelbe mehrere Gastwirtschafteit. Rivischen faunt ein Verfechter jener Lehre angepriesen, in der es heißt, daß 9 und 10 Uhr abends besuchte er feine Braut in der Wohnung ihrer ist wiederum in China errichtet worden unb stvar in Tongtu. Nach Nenes deutsches Postáint in China. Ein deutsches Postamt eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Eltern, wobei er durch sein niedergeschlagenes Wesen auffiel. Erst um einer Berfilgung des Staatssekretärs bes steichspoftamté erstrect Himmelreich fomme. Der Herr Präses muß aber wohl feit Publikum 5 Uhr am Freitagmorgen kehrte er nach Hause zurück und ging schon fich feine Thätigkeit auf den Briefpofte, Zeitungs- und Bostanweisungskennen und wissen, wie man zu„ chriftlichen" Zweden bei ihm am nach einer Stunde wieder weg. Seitdem ist er verschwandelt. Da Sienst, deti Austausch von Betefen und Kästchen mit Wertangabe bequemften und erfolgreichsten etwas locker macht. er sich bei den Geschäftsinhaber nicht mehr sehen oder hören ließ, fowie auf den Austausch von Postpaketen mit oder ohne Wertangabe Das Ober- Verwaltungsgericht, dessen reaktionäre Stecht- o machten fte am Sonnabend von seinem Verschwinden ber Kriminal und mit oder ohne Nachnahme. Die Tagen und Versendungssprechung weit über Preußens Grenzen hinaus bekannt ist, feiert polizei Angelge. bedingungen find diefelben wie flie Tientsin. Das neue Bostant ist Heute sein 25jähriges Jubiläumt. Von einer offiziellen Feier will Ada Negri- Abend. Der italienischen Dichterin des Prole: bie neunte deutsche Reichs- Postanstalt in China, abgesehen von denr man weislich absehen. tariats, der leidenschaftlichen Sängerin seines Elends, feiner Kraft, feldpoststationen. VII 4396." schule unternommen, feiner Größe und seiner Zukunft, Ada Negri, galt die festliche Wer- Wie dne Hmmmentum abfärbt. Aus Ostrovo wird dem anstaltung, die am Sonntag, seitens der Arbeiter Bildungsbit get banne, ben großen Gaal des Gewerkschaftshauses Woche angefür dichtet: In Sofonit bei Kempen haben in dieſer 40 Sutaben Krieg gespielt. Die eine Partei bildete wurde eine größere Anzahl ihrer Gedichte recitiert( von Herrn Laurence), und die wenig ge- der Chinesen gefangen. Dem Gefangenen wurde ein Strid um die Chinesen, die andre die Russen. Letztere siegte und nahm einen glückten Versuche eines Stomponisten, das Feuer diefer Lieder der ben als geschlungen. Der Gefangene wurde hierauf an socialen Anklage und der focialistischen Siegeshoffnung musikalisch zu einen Baum gebracht und heraufgezogen. Dabei streckte er die Zunge bannen, fanden in der Konzertfängerin Fr. Weiß eine Interpretin. heraus. Die Knaben achteten darauf nicht; als sie den Gehängten Gine von lebendiger Begeisterung durchleuchtete Charakteristit und eine biographische Stizze diefer aus dem tiefsten Proletariat hervor aber nach einer Weile herabließen, war er eine 2e ich e. gegangenen Dichterin gab Frl. Dr. Wygodzinsti. Instrumental vorträge, Quartette und Sotonummern rahmten das Ada Negri gewidmete Programm ein; hier wirkten die Herren Frizz Borisch, Hermann Spöntly, Schulz- Fürstenberg und Friedrichs mit und Martipreise von Berlin am 17. November 1900 gewannen den starken Beifall des genußfreudigen, kunstandächtigen eigen, gut D.tr.| 15,30] 15,26 Kartoffeln, neute, D- Ctr. nach Ermittlungent bes fgl. Polizeipräsidiums. Bublikums. Der Centralverein für Arbeitsnachweis erfucht uns, folgendes bekannt zu geben:„ Der Centralverein für Arbeitsnachweis, deffen einzelne abteilungen bis jept dem Jernsprech- Amt Berlin V unter standen, hat infolge Aufhebung dieses Amts seit dem 19. d. M. folgende Nummern: a) Abteilung I für männliche Personen und Klempner VII 2578, b) Abteilung II für weibliche Personen VII 2574, c) Maler, Ladierer, Anstreicher VII 2575, d) Schloffer Ein blockiertes Detektivbureau befindet sich seit mehreren Tagen in der Zimmerstraße. Hier mietete anfangs dieses Monats ein Angestellter eines Detektivbureaus eine aus vier Zimmern beftehende Wohnung zu dem ausgesprochenen 8wed, ein neues Bureau einzurichten. Im Wietskontraft wurde ausdrücklich festgefeßt, daß an Prostituierte nicht abvermietet werden dürfe. Statt des eigent lichen Mieters zog nun aber die Frau Direktor" in die neue Wohnung unter der Motivierung, daß ste drei Zimmer abvermietet habe. Sie ließ etwa ein Dußend Haus und Stubenschlüssel an fertigen und nahm sofort, unter Umgehung des Kontrafts, mehrere Prostituierte auf. Der auswärts wohnende Hauswirt griff nun zu Köpenick. Sämtliche 9 von unsrer Partei für die Stadt einem energischen Mittel. Er engagierte ztvei Nachtwächter, die den verordnetenwahl aufgestellte Kandidaten sind am Montag Hauseingang Tag und Nacht besetzt halten und sich gegenseitig von gewählt worden. acht zu acht Stunden ablösen müssen. Sie erhalten hierfür pro Stunde 1 M. Der Erfolg dieser Maßregel war, daß die Prostituierten schon am Tage abzogen, da ihnen der Eintritt ins Haus verwehrt wurde. Von dem Treiben der Frau Direktor" soll der Staatsanwaltschaft Mitteilung gemacht worden sein. Aus den Nachbarorten. Arbeiterrifiko. Ein schrecklicher Unglücksfall trug fich am Sonnabend früh gegen 8 Uhr in Adlershof zu. In der Fabrit der Drahtspinnerei von Vogel Aft.- Gef. war der 16jährige Arbeiter Karl Rehfeld damit beschäftigt, den in Unordnung geratenen Treibriemen der Transmission zu ordnen, als er von dem Sualvolle Stunden bereitete der Regen am Sonntag den felben erfaßt und mehrere Male herumgeschleudert wurde. Die Führern der Straßenbahnwagen. Obgleich diefen Leuten bei herbeigeeilten Arbeiter befreiten den Unglüdlichen aus feiner Lage, den Verhandlungen über die Beilegung des Streils die Lieferung bei welcher Gelegenheit festgestellt wurde, daß der linke Arm mehrist banged welcher von wasserdichten Regenmänteln zugesichert worden war, ist davon mals gebrochen, der rechte dagegen bis zum Oberarm abgerissen bis heute noch keine Rede gewesen, trotzdem wir in diesem Herbst war. Der Fabrikarst, welcher telephonisch angerufen wurde, erschien bereits recht böse Regentage gehabt haben und das Regenwetter des nicht sofort, und so mußte nach andrer ärztlicher Hilfe geschickt vorlegten Sonntags dem des legten kaum nachstand. Auch die aus werden, die auch bald zur Stelle ivar. Gummi bestehenden bis zum Ellenbogen reichenden Schußärmel sah man nur vereinzelt. Wer solche Aermel tragen will, muß fie auf eigene( 1) Kosten anschaffen. Infolgedessen befanden sich die Führer, die bei dem oft heftig wehenden Winde unbarmherzig den ganzen Tag über den durchdringenden Regenschauern ausgesetzt waren, in einem Zustand, der jeder Beschreibung spottete. Unter dem Einfluß von Knute und Krummftab. Die Welt am Montag" schreibt: Durch Zufall erlangten wir Kenntnis von einem Brief, den ein bei einem Berliner socialdemokratischen Schriftsteller dienendes Mädchen von ihrer Schwester erhalten hat. In dem Brief findet sich folgende Stelle: Liebe Maria vielleicht kannst Du Dich nach einer andern Stelle umsehn. Du bist bei Juden, die gute Mutter ängstigt fich, man tönnte Dich schlachten." Gegen die Kohlennot will die Potsdamer StadtverordnetenVersammlung besondere Maßnahmen treffen. Zur legten Sitzung der Potsdamer Stadtverordneten- Versammlung hatte Herr Frölich mit 26 Unterzeichneten den Antrag gestellt, angesichts der außer ordentlichen Kohlenpreiserhöhung, welche bedingt, daß der Kreis der im Winter, durch fehlendes Brennmaterial, beziv. kaum, oder mur unter den bittersten Entbehrungen und allerschwersten Opfern zu beschaffendes Heizungsmaterial in äußerste Bedrängnis geratenden Armen sich sehr erweitern wird und schon erweitert hat, in ausgiebiger Weise wie bisher Bremmaterial fostenlos und ferner zum Selbstkostenpreise an bedürftige Mitbürger abzugeben. Nach längerer Debatte wurde der Antrag an eine gemischte Kommission von 9 Mitgliedern zur Vorberatung überwiesen. Die gute Mutter" ist nicht etwa die berühmte die berühmte Frauda alsHellwig aus der Konizer Gegend oder sonst eine ostelbische Bauersfrau, sondern die Gattin eines katholischen Lehrers. Freilich eines oftpreußischen! Sociale Rechtspflege. des *) de + Gerfte, gut " 6, mittel gering 15,22 15,18 " Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 " *) Roggen, gut &# mittel 15,14 15,10 14,30 14,26 14,22 14,18 do. Bauch 1,30 1, " Schweinefleisch 1,60 1,10 " Kalbfleisch # 1,801, " gering Hammelfleisch. Butter 1,60 1, " 2,80 260 Sint 4,80 3, Karpfen Aale 1 kg 2,20 1,20 2,50 1,40 mittel gering Bander 2,60 1,20 14,10 13,20 Hechte 1,80 1, " 6,82 6, Barsche. 1,60 0,80 " 7,20 5,10 Schleie 2,80 1,20 " 40, 1,40 0,80 " " mittel gering Safer, gut ihistroh gen Erbseit Opeifebohnen insen 14,14 14,10 15,40 14,70 14,60 14, 13,90 13,30 16,20 15,20 15,10 14,20 Eier 25, Bleie 45, 20,- Krebse 70,- 30, per Shot 12,- 2,50 *) ab Bahn und frei Mühle. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 19. November. Der Getreidemartt eröffnete nominell fest bei vollständiger Geschäftslosigkeit, da Abgeber durch das rauhere Wetter, die geringere Julandszufuhr und knappere Auslands. offerten sich zurückhaltung auferlegten. Späterhin trat eine Abschwächung bie 2 Wt. unter hiesiger Parität lauteten, Weizenlieferungen fast unverändert, ein, als stärkere russische Roggenofferten für Sommerabladungen eintrafen, Roggen notierte für Dezember eine Kleinigkeit, für Mai 0,75 M. niedriger als am Sonnabend. Hafer war wenig verändert. Rüböl konnte sich nur schwach behaupten. Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 45,60 m. Taip Briefkasten der Redaktion. 5. Sch., Beuffelstr. Sie müssen es bis zur Entlassung, die bis zum 16. Jahre hinausgeschoben werden kann, in die Schule schicken. 101. Die Armendirektion fann innerhalb 3 Monaten seit Beendigung der Unterstützung Ueberweisung eines Teils, jedoch höchstens der halben Rente bis zur Deckung der von ihr gezahlten Beträge als Ersatz verlangen. V. R. 1 u. 2. Nein.. S. 100. Nein, Sie brauchen sich das nicht gefallen zu laffen. 40 Renmann. Der neue Wirt ist zur Sündigung berechtigt. Vom§ 82 des neuen Gewerbe- Unfallversicherungsgesches. M. K. 100. Sollten nach dem Tod Ihrer Mutter noch teine fechs Die Brauerei Weißenburg in Lippstadt baute im Herbst 1897 Wochen verstrichen sein, so können Sie an das Amtsgericht Hirschberg Eine mutige That vollführte gestern mittag ein unbekannter einen neuen Lagerkeller. Der Tagelöhner A. Göbel, der damit schreiben, daß Sie der Erbschaft nach Ihrer Mutter( unter Angabe von Offisier, indem er im Augenblick hoher Gefahr am Potsdamer beschäftigt war, erhielt am 6. September jenes Jahrs den Auf- deren Namen und Todestag) entfagent. Sollten die sechs Wochen schon verPlaz den scheugewordenen Pferden eines Fuhrwerks in die Zügel Brauereibesizers Kleine einen strichen sein, so haften Sie für die Nachlaßschulden nur mit dem Nachlaß, wenn Sie, nachdem das Nachlaßgericht( Amtsgericht Hirschberg) griff, in welchem ein Mann und zwei Frauen saßen. Der Offizier rag, vom Grundstück Diefer sollte dazu benutzt werden, den eine diesbezügliche Aufforderung an Sie erlaffen hat, innerhalb der Ihnen fam bei dem Rettungswerk zu Fall und wurde, da er trotzdem die Aderwagen abzuholen. Zügel nicht losließ, etwa 30 Schritt geschleift. Dann erst gelang es auf der in Aussicht genommenen Baustelle lagernden Mutterboden hierbei gefeßten Frist ein Nachlaßverzeichnis bei den betreffenden Gericht einO. S. Der Vertrag behält seine volle Gültigkeit bis 1. 4. 1901. ihm, sich aufzuraffen und die Pferde zum Stehen zu bringen. Start nach dem Obstgarten das Kleine zu schaffen. Beim Umstellen des reichen. A. G. 1. Jn zwei Jahren. 2. Ja, durch das Amtsgericht über den beschmußt und mit zerrissenem Mantel sprang ber mutige Netter Wagens fiel Göbel ein Brett auf den Fuß, was den Bruch des rechten Charlottenburg. Regierungsbezirk Potsdam. Der Verletzte blieb auch nach Wohnsitz des Schuldners. schnell in eine des Wegs kommende Droschte und entzog sich so dem beendeten Heilverfahren in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt. F. K. 11. Die 14tägige Kündigung gilt noch. 100 Herzfelde. Die unerkannt dem Danke der Geretteten und der Anerkennung des Er beanspruchte deshalb von der Brauerei und wälzerei- Berufs- L. Sie müssen zahlen, wenn Sie nicht nachweiſen können, daß die witch Herrschaft ist zur Bezahlung der Kosten nicht verpflichtet. M. B. Publikums. genoffenschaft eine Unfallrente, wurde aber mit dein Anspruch ab- schon bei der uebergabe an Sie schlecht war. 2. Gegen einen Zahlungs Zu einer Schlägerei zwischen Studenten und Kellnern gewiesen. Das Schiedsgericht als Berufungsinstanz erkannte eben befehl kann man innerhalb einer Woche beim Amtsgericht Widerspruch ertam es am Sonnabendabend in der Chauffeestraße. Zwei Studie- falls zu seinen Ungunsten, indem es ausführte, daß sich der Unfall heben. R. M., Schulzendorferstraße. Lassen Sie das Verzeichnis rende der Landwirtschaftlichen Hochschule hatten in der in dieser nicht beim Brauereibetriebe, sondern beim Ba u betriebe ereignet von der Frau mit dem Bemerken unterschreiben, daß sie anerkennt, daß die Straße belegenen H.schen Stehbierhalle zu Abend gegeffen und beim habe und daß somit höchstens die zuständige Baugewerks Berufs- in dem Verzeichnis aufgeführten Sachen Ihnen gehören. Der Zuziehung R. S. 96. 1. Die Polizeibeamten Begleichen der Zeche kam es zwischen einem Studenten und dem genossenschaft, nicht aber die Brauerei- und Mälzerei- Berufsgenossen- eines Rechtsanwalts bedarf es nicht. find im Frrtum. Sie brauchen aus dem sächsischen Staatsverband nicht. bedienenden Kellner zu Streitigkeiten, die damit endeten, daß der schaft haftbar gemacht werden könne. Der hiergegen eingelegte auszutreten. Das folgt aus Art. 3 der Reichsverfassung. 2. Ihre Frau. Gast den Kellner ins Gesicht schlug. Der Angegriffene setzte sich zur Returs wurde vom Reichs- Versicherungsamt durch und Ihre Kinder sind ebenfalls fächsische Staatsangehörige und müssen ebenWehr, die übrigen Kellner famen ihm zu Hilfe, während der andre Entscheidung vom 8. April 1899 wegen Fristbersäumnis falls um die preußische Staatsangehörigkeit zu erlangen, in den Student die Partei seines Freundes nahm. Die Schlägerei wurde, abgewiesen. Somit war das Verfahren gegen die Brauerei- preußischen Staatsverband aufgenommen werden. 3. Daran ist nichts als die Musensöhne auf die Straße hinaus gedrängt waren, da auch Berufsgenossenschaft damals an sich endgültig zu Ungunsten mehr zu ändern. Es ist übrigens der gleiche Name. O. Nein, erledigt. Baffanten für und wider Partei nahmen, eine allgemeine, und als des Verletzten Auf Anraten bes Reichs. G. 1900. 1. Die Gerichtstasse wird Ihnen jedenfalls auf Antrag schließlich die Polizei das Schlachtfeld betrat, mußten vier Personen Versicherungsamts trat G. alsbald an die Rheinisch- Westfälische Ratenzahlungen bewilligen. 2. Sie können sich natürlich Geld borgen. Der mit Verlegungen im Gesicht die Hilfe der nahegelegenen Sanitäts- Baugewerks- Berufsgenossenschaft mit einem Rentenanspruch heran. Gläubiger würde es in dem von Ihnen gefesten Fall verlieren. 3. Nein, wer zuerst pfändet, geht vor. Bl., Luckenwalde. 1. Wenn die Wahlen wache aufsuchen. Aber auch diese sowie ihr Schiedsgericht in Dortmund sämtlicher Vorstandsmitglieder für ungültig erklärt sind, ist es aus: wiesen ihn ab. Das Schiedsgericht kam auf Grund mehrerer geschlossen, daß zwei ihr Amt weiterführen. 2. Die Kündigung muß wiederBarbarische Mikhandlungen fügte am Sonnabendabend der S. 3. 50. Die Frage ist nach rumänischent Recht, über arbeitslose Schneibergeselle Wa a hen dem Handlungsreisenden Feststellungen über die Ausführung des Kellerbaues zu der Weber- bolt werden.-. ßen Ulrich aus der Bergstraße 28 in der Rosinenstraße zu Char zeugung, daß der Unfall sich auf einen Fall in einem bas uns keine Quellen zur Verfügung stehen, zu beantworten. Wahr lottenburg zu. In einer Schankwirtschaft mit weiblicher Be- bersicherungspflichtigen Betriebe der Rheinisch- Westfälischen Bau- scheinlich müffen Sie einen Antrag auf Wiederaufnahme in den K. M. Ja.(§ 1 Gefes 2. W. Nein. dienung in der Rofinenstraße 6 hatte Ulrich dem Maaßen mehrfach gewerts- Berufsgenossenschaft ereignet habe. Dadurch, daß der rumänischen Staatsverband stellen. släger Returs einlegte, erhielt das Reichs- Versicherungsamt fürzlich zur Bekämpfung, bee untauteren ettbewerb Getränke zum besten gegeben. Als er das nicht mehr wollte, gab es wieder Gelegenheit, über seinen Anspruch zu befinden. Das Rekurs gericht Alt: Landsberg. Erbe 01. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt. E. H. Amts R. 19. Der Wirt war im Recht. 5. u. G. Streit, der sich zu Thätlichkeiten entwickelte. Auf Verlangen des gericht machte jezt von dem§ 82 des neuen Gewerbe- Unfall- 1. Ja, Sie unterstehen§ 133 a Gewerbe- Ordmmg. 2. Sie haben Anrecht Wirts verließen beide Parteien das Lokal. Draußen aber vor dem Hause Nr. 23 schlug Maaßen seinen Gegner plöglich versicherungs- Gefeßes Gebrauch, worin es heißt: Kommt nach An- auf fechswöchentliche Kündigung vor Quartalsschluß. 3. Nein. 4. Kosten Milritscher. Die Ausweisung ist noch in Kraft. Bie mit einem Knüppel über den Schädel, so daß er besinnungslos ficht des Reichs- Versicherungsamts nicht die im Verfahren in Anspruch 5-30 W. hinstürzte. Nun bearbeitete ihn der Unmensch mit seinen Stiefel genommene, sondern eine andre Berufsgenossenschaft als enterden nicht alle. 1. Das Schreiben wäre beffer unterblieben. 2. u. 3. abfäßen. Ein Tritt auf die Stirn hatte zur Folge, daß ein Haut fchädigungspflichtigen Frage, so kann das Reichs- Versicherungsamt Wenn Ihre Frau nichts hat, laffen Sie der Klage ruhig ihren Lauf; Thre 5. K. 97. Sie müssen dem Verlangen der Polizeilappen sich ablöste und über das rechte Auge herabfiel, ein zweiter diese andre Berufsgenossenschaft zur Verhandlung beiladen und Sachen haften nicht. zertrümmerte den Unterkiefer nnd der dritte drückte den Kehlkopf ein. gegebenenfalls zur Leistung einer Entschädigung berurteilen, behörde nachkommen, die Bescheinigung wird Ihnen dann zugesandt werden. Während Publikum zusammenlief und sich des blutüberströmt Da- auch wenn ein Anspruch gegen diefelbe bereits soften. Auf Grund des Urteils fann aber bei Ihnen nicht gepfändet liegenden annahm, verschwand der rohe Bursche. Als die Polizei ihn rechtsträftig abgelehnt worden ist." Die Mälzerei werben, es ist vielmehr eine neue Klage auf Softenerstattung nötig. und Brauerei Berufsgenossenschaft wurde beigeladen A. M. 17. Nach 30 Jahren. 2. P. 1. Ja. 2. Feste Berkaufsstelle. aus einem Hause der Rosinenstraße herausholte, leistete er heftigen und trotz jener rechtskräftigen Entscheidung aus dem Jahre 1899, 5. J. 52. Ja. V. i. 2. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, das Widerstand. Sechs Schuzmänner waren notwendig, um ihn einer wie§ 82 des neuen Gesetzes erlaubt, zur Rentenzahlung verurteilt. auch bort gilt, mit 21 Jahren. Restauration: 1. Die Frau ist nicht feits zu überwältigen und andrerseits gegen die Wut der Menge zu Der entscheidende Senat rechnete die Thätigkeit, bei der G. ver- berpflichtet, mit zu unterschreiben. 2. Der Vermieter ist zur Annahme bes fchüßen. Maaßen wurde in Haft behalten, während sein Opfer im neuen Stäufers als Mieter nicht verpflichtet. Lehnt er seine Zustimmung unglückte, noch dem Brauereibetriebe zu, weil es sich hier aber ohne wichtigen Grund ab, dann können Sie unter Einhaltung ber Krankenhause schwer daniederliegt. mur um einen gelegentlichen vorübergehenden Austritt gefeglichen also nicht vertraglichen Kündigungsfrist fündigen. aus dem Betriebe, in dem G. feit 25 Jahren beschäftigt gewesen sei,. S. 116. Schreiben Sie dem Amtsgericht unter genauer Angabe von Aktenzeichen und Sache -, baß Sie bte Uebernahme der Vormundschaft ablehnen, weil sie selbst fünf unmündige Kinder haben. æ. 100. Nein. Beim Kartenspiel vom Schlage gerührt wurde vorgestern abend der in Sportfreisen bekannte Pferde Kommissionär Otto gehandelt habe. Ringoleit aus der Johannisstraße. Der 56jährige Mann spielte mit zwei Berufsgenossen in der Wirtschaft 8um russischen Bonny" von Müller in der Lehrterstraße Nr. 18 Stat. Gegen 9/2 Uhr, als er gerade ausspielen wollte, wurde ihm plölich die rechte Hand steif. Unmittelbar darauf trat eine Lähmung der ganzen rechten Körperseite ein und der Mann sant bewußtlos vom Stuhle. Ein Arzt aus ber Nachbarschaft leistete ihm die erste Hilfe und ließ ihn mit einem Koppfchen Rettungswagen nach der Charité bringen. Dort lag er gestern noch ohne Besinnung danieder. Dermisihkes. Wegen des Eisenbahn- Unfalls bet Offenbach soll der Frantf. 8tg." zufolge der Untersuchungsrichter in Darmstadt die Aften in der Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weitergegeben und die Erhebung der Anklage gegen den Blockwärter Hohmann beantragt haben. Die Anklage soll auf fahrlässige Tötung und auf Gefährdung eines Eisenbahnzugs lauteit und damit begründet werden, daß Hohmann es unterließ, sich über den Verbleib des D- Bugs Gewißheit zu verschaffen, bevor er die Strecke frei meldete. Diese Meldung bedarf nach den verschiedenen behördlichen Aeußerungen über die Schuldlosigkeit aller Eisenbahnbeamten noch Mit 2800 Mark verschwunden ist der 26 Jahre alte Tech- sehr der Bestätigung. nifer Frig Fischer aus der Fürstenstraße 20. Der junge Mann war Ein Raubmorb ist am Sonnabendnachmittag in Nürnberg feit August dieses Jahres bei den Architekten Alterthum u. Zadet, verübt worden. 8wischen 3 und 4 Uhr wurde dort die Tapezierer Unter den Linden 4a, beschäftigt, zuerst als Technifer und die legten frau Siffert in ihrer Wohnung von einem bort eingedrungenen drei Wochen als Buchhalter. Am Donnerstagnachmittag wurde er auf Unbekannten durch mehrere Messerstiche und Hammerschläge auf den Selbstmord im Hotel. In einem Hotel in der Roßstraße hat sich am Sonnabendabend der 30 Jahre alte Kaufmann Karl Keßler erschoffen, der bei seinen Eltern in der Kaiser Wilhelmstr. 19 wohnte. Die Ursache der That ist unbekannt. G. F. Sie haften in diesem Fall für die Ihrer Ehefrau auferlegten Witterungsübersicht vom 19. November 1900, morgens 8 1hr. Stationen Barometerstand mm Wind Bunip Swinembe. 766 NND Hamburg 769 NNO 765 NO Berlin Frantf./m. 764 9 München 762 D Wien Windstärke Wetter 7Regen 3 Hlb. bed. 4 Regen 5 bedeckt Temp. n. 6. 5° G. 4° R Stationen 6 Haparanda Barometer= fland mm Wind richtung 2 Petersburg 5 Cott 5 Aberdeen 773660 773SS 3 bedeckt 761 WNW 3 bedeckt 3 Paris 6 Windstärke Wetter 11 11 2bedeckt 1wolfig Zemp. n. T. 15° 6.= 4° N. 11 73 Wetter- Prognose für Dienstag, den 20. November 1900. Stälter, zeitweise aufflarend, vielfach neblig bei frischen nordöstlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Inserate Achtung! Heute übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 20. November. Opernhaus. Dienstag, den 20. November, abends 8 Uhr: Achtung! Volks- Versammlung im ,, Elysium", Landsberger Allee Nr. 40. Bergißmeinnicht. Anf. 7½2 Uhr. Vortrag der Genossin Käthe Duncker aus Leipzig: Das Verbot der industriellen Frauenarbeit, ein Ausnahmegesez gegen die Arbeiterinnen. Diskussion. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). NM Die Fledermaus. Anf. 72 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 712 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Die ftrengen Herren. Anfang 7 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 712 Uhr. Westen. La Traviata. Anfang 71/2 Uhr. Schiller. Die Welt, in der man sich langweilt. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Die Bildschniger. Daheim. Der Bär. Anfang 712 Uhr. Central. Der Brautvater. Anfang 72 Uhr.. Thalia. Der Liebesschlüffel. Anfang 712 Uhr. Luisen. Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Um zahlreiches Erscheinen besonders der Frauen ersucht RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Aufden Wogen des Oceans. Im Hörsaal: Der Mars und die äusseren Planeten von K. Graff. Invalidenstr. 57/62: Bilder aus Deutsch- Ostafrika von Dr. Fülle born. Invalidenstr. 57/62. Cirkus Schumann. den 20. November, abends präcise 712 Uhr: Gala- Abend Heute, Dienstag, mit brillantem Programm, u. a.: Auftreten der Schulreiterin Mlle. Adrienne. Löwen Baron- Löwen. Direkt. Alb. Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Original: dreffuren. Tägl. Sternwarte. Brothers Renaldi!" Mlle. Antoinette. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Der Tugendring. Anf. 7. PANOPTICUM Carl Weik. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 7/2 Uhr. Belle- Alliance. Dem Ahnl sein Geift. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten- Vorstellung. Fräulein Loreley. Anf. 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Die Regimentsnummer. Anfang 712 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Speciali China in Paffage Panoptikum. 0 täten Borstellung. Berlin. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Im Hörsaal:„ Der Mars und die äußeren Planeten". Von K. Graff. Jnvalidenftr. 57/62. V „ Bilder aus Deutsch Ostafrika". Bon Dr. Fülleborn. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Eduard Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu! 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf.( Militär u. Kinder 25 Pf. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Jenseits der krummen Lanke. 3. Seebataillon 2. Compagnie. Die Katze u. d. Engel. Kolossaler Success The Brazil girl Zavan der fabelhafte Laternenmann 12 Debuts. Entree 50 Pf. inkl, Panoptikum, Apollo- Theater. Mr. Lloyd. Um 92 Uhr: CHINA. Größtes und ſenſationelistes ManegenAusstattungsstück mit wunderbaren Waffer: und Lichteffekten. Bilder aus der Gegenwart in 3 Abteil.: I. Abteilung: Die Unfren in Kiaut schou. II. Abteilung: Aufstand der Borer; Krieg. III. Abteilung: Die Verbündeten vor Tatu- Peting. Neue Einlage: Erstürmung der 20 Fuß hohen glatten chinesischen Mauer. Hiffung der deutschen Flagge. Morgen, Mittwoch, 21. November, des Bußtags wegen feine Vorstellung. Donnerstag, 22. November, abends 71/2 Uhr: Grosse Vorstellung. Metropol Theater. Der Zauberer am Nil mit dem originellen Mumien- Ballett. Vorher: das brillante vollständig neue November Special.- Programm. Anf. 8 Uhr. Beginn der Operette 9 Uhr. Rauchen überall gestattet. Mittwoch, den 21. d. M.; Geschlossen. Donnerstag, Freitag, Sonnabend Der Zauberer am Nil. Bailleron. Deutſch von A. Euthen The Josephis Sonntag, 25. 9ov.( Totenfonntag) und Karl Friedrich Wittmann. Mittwoch( Bußtag): Geschlossen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Fanst von Goethe, der Tragödie II. Teil. ( 1. Abend. Das Reich der Mütter.) Central- Theater Abends 72 Uhr. Zum viertenmal: ( ,, Die Unfesselbaren".) Fräulein Loreley Chavita. Madge Ellis. Sulivan& Aranka. Cäcilie Carola Der Brautvater. und 8 Specialitäten ersten Rangs. Gesangspoffe in 3 Aften von Adolf Rosée. Musik von H. Plazbecker. Mittwoch( Bußtag): Geschlossen. Donnerstag und folgende Tage: Der Brautvater. Sonntag, 25. November( Totenfonntag): Die Glocken von Corneville. Secessionsbühne. Alexanderstr. 40. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Morgen: Geschlossen. Kasseneröffnung Uhr. Anfang 8 Uhr. Der allabendlich gefeierte Einmal. Ensemble- Gastspiel des Lessing- Theaters. Die Ehre. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. Pummels Roman oder: Berliner Leben. Gr. Berliner Gesangspoffe in 5 Bildern. Professor Sullivan W. Noacks Theater. k. k. Fechtmeister fordert alle Freunde des Fechtsports zu einem Gang auf der Bühne des Apollo- Theaters heraus. Anmeldungen nimmt entgegen Die Direktion des Apollo- Theaters. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Carl Weiss- Theater Riefen November Programm. Gr. Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Ausstattungspoffe mit Gesang von C. Weiß und J. Dill. Mittwoch: Geschlossen. Donners: tag und Freitag: Müller u. Schulze. Sonnabend: Berlin wie es weint und lacht. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: Nübezahl und Schneider Benedict. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute: Dienstag, den 20. November: Der Liebesschlüssel. Mittwoch: Oratorium: ,, Paulus". Passage- Panoptikum. Neu: Krao, das Bindeglied zwischen Mensch u. Affe( lebend). Liza, bas 12jährige Riesentind 8½ Uhr: Die Regimentsnummer Schladebach, Schlächtermistr.: Direttor Richard Winkler. Mittwoch, 21. November( Buß- und Bettag): Geschlossen. Sonntag, 25. November: Nur einmalige Aufführung: Die Seemannsbraut oder: Die Rück fehr aus China. Voltsstück mit Gesang in 4.Bildern. Anfang: Wochent. 71/2, Sonnt. 7 Uhr Entree: 50 Pf. Cirkus Busch Dienstag, 20. Novbr., abends 71/2 Uhr: Elite- Gala- Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. China in Berlin Berliner Landpartien Großes theatralisch- ethnographisch. Schaustück in 11 Bildern. Entree einschließlich Theater 50 Pf. Kinder die Hälfte. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Original Norddeutsche Sänger. Biegler, Wolff, Hohenberg etc.[* Nachher: Tans. W. Trapp. Ulf über Ulf. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Die angelwütige Bulldogge. Brunnenstraße 16. Dorf und Stadt. Schauspiel in 5 Akten von Charlotte Birch- Pfeiffer. Mittwoch: keine Vorstellung. Cirkus Jansly. Schöneberg, Dienstag, 20. Novbr., abends 8 Uhr: Parade- Vorstellung. Hauptstrasse, vis- a- vis dem Rathaus. ( Vorzügliches Programm!) Unter anderem: The 3 Brothers Yescoroni. Akrobaten. Elite Lawn- Tennis. -Dirett. Janslys brillante Original- Freiheitsdreffuren. Brothers Hugossebs, ,, Die Könige der Luft".. Die Clowns mit neuen Späßen und " Der singende Esel" des igen. Mr. Cheevers 2c. 2c. Morgen, Mittwoch( Bußtug), bleibt der Cirfus geschlossen. Die Vertrauensperson. [ 11306 Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. 4 Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Sanssouci Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Entree 50 Bf. Bon 5-7: Anfang Sonntags 7 Uhr. Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 ühr. Entree 30 Pf Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereins- und Borzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( zum vorletztenmal!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. afé Schurig, C Dresdenerstr. 128, nahe Kottbuser Thor. Kaffee 15, Bier 10; ca. 50 hiesige u. auswärtige Beitungen; zwei Billards ( Kerkau), Stunde 40 Pf. Bahlstelle Freie Volksbühne. Busstag. Socialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 22. November, abends 8 Uhr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Paul Göhre, Paftor a. D.( Thema fiehe Mittwoch Annonce). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Frauen haben Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet 236/7 Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Südost). Dienstag, den 20. November, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Brüder, Waldemarstraße Nr. 75: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fris Kunert: Bur politischen Situation." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten.[ 243/ 20* Gäste willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Often). Dienstag, den 20. November, abends 8 Uhr, Große Frankfurterstraße 117: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Mitteilung des Vorstands. 2. Vortrag des Gen. Ingenieurs Paul Grempe: Ueber Verbesserungen im Verkehrswesen." 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 3. Diskussion. 244/ 11* Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 20. November 1900, abends 83% Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerstr. 23: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, Kassenbericht und Bericht der Revisorent. 2. Diskussion. 3. Wahl des Gesamtvorstands. 4. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert.[ 248/ 18*] Der Vorstand. Achtung, Bauanschläger! Freitag, den 23. November, abends 8 Uhr, im Berliner Gewerkschaftshause, Saal I, Engel- Ufer 15: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Mar Riesel über Zweck und Nußen unsrer Organisation. 2. Bericht des Delegierten. 3. Neuwahl des Delegierten. 4. Verschiedenes. 34/ 8* 0. Fendius, Berlin N., Seeftr. 66. Achtung! Cementierer. Atung! Mittwoch, den 21. November 1900, nachmittags 42 Uhr, bei Nümann, Brunnenstraße Nr. 188: Mitglieder- Versammlung der Cementierer und Berufsgenossen, Zahlstelle IV des Central- Verbands der Maurer Deutschlands. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht vom dritten Quartal 1900. 2. Um 12 000 Mart." Bortrag des Genossen Riesel. 3. Gewerkschaftliches. Wahl zweier Revisoren und Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen sämt [ 57/18] Der Vorstand. Grosses Schlachte- Fest. licher Kollegen dringend erforderlich. Frische Blut und Leberwurft, Eisbeine. 982* Heinrich Sass, Gastwirt, Hierzu ladet höflichst ein Alt- Glienicke, Grünauerstr. 19. A. Kawiecki, Schneidermeister. Empfehle mein großes Lager in und ausländischer Stoffe zur Anfertigung von Herrengarderobe zu äußerst billigen Preisen. Für guten Siz wird garantiert. 1540* Charlottenburg, Kantstr. 56 ( zwischen Wilmersdorfer und Krummeftaßer). Pfd. Brot 50 Pfg. 512 2 H. Albrechts Bäckerei Konsum- Verein Berlin- Nord. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Laut§ 42 Abs. 6 des Statuts machen wir bekannt, daß die Höhe der Dividende 8 Prozent beträgt und an nachstehenden Tagen, abends von 6-8 Uhr, Vineta Plak 1, gegen Vorlegung der Marken- Quittung zur Auszahlung gelangt: 1. Dezember M.- Buch " 3. 4. " " beachten. Ferner machen wir auf unsre neuaufgenommenen Artikel: Bett1-5015. Dezember M.- Buch 151-200 51-100 6. 201-300 101-150 7. 301-392 bis 392. Ferner bringen wir unfren geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, Ebenfalls erfolgt an genannten Tagen die Rückgabe der Bücher Nr. 1 daß den Mitgliedsbüchern ein Marken- Konto beigefügt wird; wir verweisen auf die darin enthaltenen Bestimmungen und bitten dieselben zu federn und Wolle in allen Preislagen aufmerksam. Den armen Glasarbeitern und Glasspinnern in Lauscha ( Thüringen) Rechnung tragend, haben wir wie im vorigen Jahre, auch in diesem Jahre unsern Christbaumschmuck Der Vorstand: Grashold. H. Rietz. Schaefer. von dort bezogen und bitten wir unsre Mitglieder, durch Ents Wrangelstr.9, Krautstr. 19.| nahme desselben, ihr Scherflein zur Linderung der dortigen Not 279/5 Faldensteinſtr. 28, Lausitzerstr. 2. beizutragen. Jede Taschenuhr reinigen od. Feder eins. 1,50 M. unt. Gar. Gold. Damen- Uhren 15-100 m. Getragene TA silberne Uhren 5,50 M. Teilzahlung gestattet. G. Paetzel, Wallstraße 14, nahe Spittelmarkt. Neue Freie Volksbühne. Mittwoch, den 21. November( Bußtag), im Gewerkschaftshaus", Engel Ufer 15: ** Franz Schubert- Abend.** Mitwirkende: Harmonium- Mustel( Organist Paul Schmidt). Klavier ( Margarete, Will). Lieder( Frl. Albrecht, Ravoth, Dfirne). Trio B- dur ( Dr. Kuhlo Diestel: Borisch). Violine und Klavier( B. Panteo- M. Will). Lieder- Begleitung: August Ludwig. Billets a 30 Pf. find in allen Zahlstellen zu haben. Sonntag, den 2. Dezember, nachm. 22 Uhr, im Thalia- Theater, Dresdenerstr. 72: Ordentliche Vereins- Vorstellung: Die Stüken der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aften von Henrik Ibsen. 151/3 Hypnotismus? Suggestion? Cirkus Renz- Konzert- Tunnel oder Spiritismus??? des berühmten Hoffünstlers Direktor M. Roesner. Auftreten der beiden Schulreiterinnen Miß Lala- Lee und Mlle. Spampanl. Europäische Kavallerien Sauf 16 Schulpferden. Direttor Busch mit seinen be: tannten Meisterdreffuren. Borzüglichste Programmnummern! Morgen wegen Bußtag geschloffen. Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Grosser Damen- Vortrag im Kösliner Hof, Berlin N., Röslinerstraße S Freitag, den 23. November 1900, abends 812 Uhr, spricht Fräui. M. Kube, Naturheilkundige, über: Die Frauenheilkunde in der Zukunft! Frauenleben und Leiden! Abonnements- Quittungen auf meine Zeitschrift Neue Heilwissenschaft berechtigen zum freien Eintritt. Entree 15 Pf. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 11316* Deutscher Metallarbeiter- Verband. Braunschweig. Wir suchen für das zum 1. Januar 1901 zu errichtende Verbandsbureau einen Geschäftsführer. Selbiger muß mit den einschlägigen Verbandsgeschäften vertraut sein. Selbstgeschriebene Offerten sind bis zum 30. d. Mts. an folgende Adresse zu senden: 279/4 Otto Hammerschmidt, Braunschweig, Höfenstr. 9 II. Grünau. ,, Zur Grünen Eiche" Direktion: J. M. Hütt. wozu ergebenft einladet Jeben Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Mittwoch Busstag. Köpnickerstraße 89. Bußtag: Wursteffen, A. Gerke. Sonnabend im Februar Altbekanntes Wurst- und Wellfleisch- Essen, dazu Tabet ein frei geworden wegen Auflösung des Vereins, infolgedeffen zu vergeben. Der alte Freund auf der Insel Bichelswerder.[ 1370* 11426 C. Joël, Röpnicker Landstraße 21 Verantwortlicher Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Groß- Bichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Nr. 271. 17. Sabrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. November 1900. w end of you ordil. Unfre Hauptvertragsländer. Vom Weltmarkt. ebenfalls für höhere Kornzölle plädieren. Während jetzt der östreichische Zollsag für Roggen und Weizen 3 M. pro 100 Kilogramm beträgt, verlangen sie einen Zoll von mindestens 5 M. für Roggen und 9 m. für Weizen. Die Herren geben also in punkto Bescheidenheit dem preußischen Junfertum nichts nach. östreichischen Statistit aus. Deutlich spricht sich dieser Umschwung in folgenden Zahlen der und Mehl: Es betrug Destreich- Ungarns Ein- und Ausfuhr an Getreide Ueberschuß der Ausfuhr Ausfuhr Einfuhr Einfuhr 1891: 18,5 mill. Guld, 106,2 Mill. Gulb, 1892: 16,3 Rußland und die Vereinigten Staaten von Nordamerita find heute die unsren Agrariern verhaßtesten Staaten, und zwar Rußland fast noch mehr als das Riesenreich jenseits des Oceans. Während noch in den achtziger Jahren das ostelbische Junfertum mit inniger Verehrung zu den russischen Institutionen aufblidte, fand es doch dort noch so manches junkerliche Privilegium erhalten, auf das es troy alles Sträubens im gesegneten Oftelbien hatte verzichten müssen so ist seit dem Abschluß des bestehenden Handelsvertrags mit Rußland die freundliche Stimmung gegen den östlichen Nachbarn völlig umgeschlagen. Rußland hat aber seit 1894 noch weit mehr als die nordamerikanische Union seine Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten nach Deutschland gesteigert; seine Landwirtschaft ist zum Hauptfonkurrenten der Agrarier auf dem deutschen Markt geworden. Treten von den Artikeln der amerikanischen Ausfuhr nach dem deutschen Zollgebiet vornehmlich nur Weizen, Roggen, Hafer, Holz, Schweinefleisch und Schmalz mit den Erzeugnissen der einheimischen deutschen Landwirtschaft in Konkurrenz, so fommen von den aus Rußland eingeführten Produkten neben Weizen, Roggen, Hafer, Holz auch noch Gerste, Schweine, Pferde, Geflügel, Butter und Eier in Betracht; betrug doch der Wert der deutschen Einfuhr aus Rußland in den hiergenannten Artikeln im Jahre 1898 beinahe 483 Millonen Mart, also nahezu zwei Drittel der Gesamtausfuhr Rußlands ins deutsche Zollgebiet( 727 Millionen Weizen Mark). 82,8 1893: 21,6 102,0 1894: 34,3 74,4 1895: 28,4 55,8 70,4 71,2 65,1 " 1896: 19,0 1897: 49,1 1898: 82,7 1897 " +87,7 +66,5 +80,4 +40,1 +27,4 +51,4 +22,1 - 17,6 1898 ditugun mol 16 this dill Von diesem Gesichtspunkte aus fomme ich zu der Forderung ber Notwendigkeit des Abschlusses eines möglichst vorteilhaften Handelsvertrags mit Rußland: wir fönnen uns angesichts der veränderten Weltlage den Lugus eines Zollfrieges mit diesem Lande nicht einmal leisten." Müssen vielleicht einzelne der vom Verfasser ausgesprochenen Befürchtungen auch als zu peffimistisch gelten, so bleibt nichtsdesto? weniger die Thatsache bestehen, daß unter allen Abfazgebieten der deutschen Industrie das russische als das der relativ größten + Steigerung fähig erscheint. Nach den Vereinigten Staaten dürfte unter dem gegenwärtigen amerikanischen Zollsystem die deutsche Ausfuhr taum wesentlich zunehmen. Chinas Konsumfähigkeit wird durch den jetzigen Krieg sicherlich nicht gefördert werden. Die deutschen Kolonien fommen als Abfazgebiete überhaupt nicht in Betracht und in den englischen Kolonien macht sich vielfach, speciell in Australien, das Streben nach hohen industriellen Abwehrzöllen bemerkbar, um die dort einseßende einheimische industrielle Entwicklung schneller vorwärts zu treiben. Auch nach Frankreich, das seit etwa zehn Jahren sich in einem Zustande der Stagnation befindet, dürfte sich Ado Deutschland anbetrifft, so ergeben sich für die Jahre 1897 und 1898 Defireich Ungarn, Großbritannien, die Schweiz, Belgien, Holland Was speciell den Ein- und Ausfuhrverkehr Oestreich- Ungarns mit die deutsche Ausfuhr faum steigern. Bessere Aussichten bieten und die drei nordischen Reiche Dänemark, Schweden und Norwegen; folgende Wertzahlen: doch erscheint ein gleiches Tempo der Exportzunahme, wie in den enorme Zunahme des deutschen Absatzes nach verschiedenen diefer Länder ist Folge besonderer Umstände, die heute nicht mehr mit gleicher Kraft fortwirken. So ist beispielsweise die starte Steigerung des deutschen Exports nach der Schweiz außer ordentlich durch den französisch schweizerischen Bollfrieg begünstigt Deutscht. importiert aus Oestreich 2,17 mill. M. 1,19 Mill. M. letzten fechs, sieben Jahren, ziemlich univahrscheinlich; denn die Ginzeln betrachtet gingen aus Rußland und den Bereinigten Roggen Staaten in 1898 von wichtigeren Erzeugnissen der Landwirtschaft folgende Wertmengen in Deutschland ein:" Gerste Mala Weizen Roggen 0 b Safer. Gerste 120,2 Einfuhr aus Rußland( ohne Finnland) Verein. Staaten Millionen Mark Millionen Mark 84,0 67,9 28,6 24,7 26,0 65,2 4,3 125,0 17,7 27,8 5,2 5,7 17,4 35,9 3,1 Holz u. Holzwaren( auch Schnit ftoffe) Pferde Schweine Geflügel • Eier und Eigelb Butter 0 0,5 Allerdings fommt zu diesen Ziffern der Einfuhr aus den Ver einigten Staaten noch der den Agrariern ganz besonders verhaßte Import von zubereitetem amerikanischen Schweinefleisch hinzu, der fich in 1898 auf folgende Summen belief: Import von frischem Schweinefleisch 1,2 Millionen Mart » einfach zubereitetem Schweinefleisch 6,4 " Schweineschinken und Speck. , Schweineschmalz. " D . 24,1 65,7 0 " " Dagegen betrug der Wert der Einfuhr aus Rußland in diesen vier Artikeln noch nicht ganz 1,6 Millionen Mart. Die Konkurrenz der russischen Landwirtschaft ist thatsächlich den oftelbischen Agrariern viel gefährlicher geworden, als die gefürchtete überseeische Lebensmittel- Konkurrenz, und würde es noch weit mehr sein, wenn die russischen Transportverhältnisse günstiger wären und wenn nicht infolge der unfähigen inneren Verwaltung, des Steuer drucks und der zunehmenden Berarmung der russischen Bauernschaft eine Hungersnot die andre ablöste. Wenn auch nicht immer offen eingestanden, richtet sich denn auch die Forderung einer Erhöhung des Roggenzolls und die höhnische Abweisung jeglichen Vorschlags, der auf eine differenzielle Tarifierung von Weizen und Roggen abzielt, folvie ferner die Agitation für die Erhöhung der Zölle auf Schweine, Pferde, Geflügel, Butter usw. fast ausschließlich gegen Rußland. Als Lieferanten von Roggen und Schweinen tommen für den deutschen Markt neben Rußland und, im geringeren Maße, den Vereinigten Staaten taum andre Länder in Betracht. Pferde werden zwar aller dings auch in größerer Menge aus Belgien und Dänemark eingeführt, doch handelt es sich bei der Einfuhr aus diesen Ländern durchweg um qualifizierte, höherwertige Tiere, deren Preis den Zoll leichter zu tragen vermag. In erster Linie wird ein erhöhter Pferdezoll die Einfuhr aus Rußland treffen. exportiert nach 4,12 4,54 importiert aus 0,08 0,09 exportiert nach 5,68 6,57 0 importiert aus 54,13 47,08 exportiert nach 0,07 0,03 importiert aus 24,02 22,23 exportiert nach 0,01 0,01 worden. Um eine Uebersicht der Entwicklung der deutschen Ausfuhr nach ben genannten Ländern zu geben, stelle ich die Ausfuhrziffern von 1892 und 1899 nebeneinander: 1892 Großbritannien 640,0 Mill. Mart. Rußland( mit Finnland) 239,5 Deftretch- Ungarn Holland Schweiz Frankreich Belgien 1899 851,6 Mill. Mart. 487,3 876,6 466,0 238,8 327,7 173,8 284,7 202,9 216,7 140,7 207,1 75,6 125,8 67,5 136,1 37,8 77,0 " " Wenn auch hierbei zu berücksichtigen ist, daß das östreich- ungrische Land 1897 eine Mißernte hatte und demnach in diesem Jahr wie im folgenden seine Einfuhr nicht als normal gelten fann, so zeigt doch der Entwicklungsgang des östreichischen Außenhandels in den obigen Artikeln, daß für Deutschland heute Oestreich- Ungarn als Weizen und Roggen exportierendes Land kaum noch in Betracht kommt. Auf diesem Gebiet erblickt denn auch das deutsche Agrariertum in dem Donaustaat feinen eigentlichen Konkurrenten mehr. Was es vermindert sehen möchte, ist die Einfuhr von Nindvieh aus Oestreich, deren Wert fich in 1898 auf über 35 Millionen Mark belief und dann die Einfuhr von mährischer und ungrischer Braugerste, die in den in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, da fie infolge infolge der nicht ausreichenden Produktion Deutschlands und der vielfach überlegenen Qualität der östreichischen Sorten der Bierbrauerei zur Erzeugung der besseren Biere unent Wir sehen, nach keinem der größeren Staaten hat sich die deutsche behrlich ist. Um so charakteristischer ist, daß die deutschen Großproduzenten, obgleich fie in keiner Weise Grfaß zu bieten vermögen, Ausfuhr von 1892-99, prozentuell berechnet, in gleichem Maße entauch den Gerstenzol auf 7 und 712 M. erhöht wissen wollen. Die wickelt, wie nach Rußland. Sie stieg in diesem Zeitraum um nicht ungrische und mährische Gerste vom deutschen Markt zu verbrängen, weniger als 198 Millionen Mart oder ca. 88 Prozent. Daß zu diesem würde ihnen darüber machen sie sich schwerlich Illusionen zwar Resultat der Handelsvertrag mit Rußland wesentlich beigetragen hat, nicht gelingen; aber sie vermöchten dann doch unter dem Zollschuß ist zweifellos. Man braucht fich nur die durch den Vertrag er recht profitabel in die Höhe zu treiben, und das ist der Hauptzwed in der Handelsstatistik nachzuschlagen, wie sich in den von der Er die Preise für das einheimische Produkt, auch das minderwertige, mäßigten Bolljäße des russischen allgemeinen Tarifs anzusehen und des Schußes der nationalen Arbeit", wie sie ihn auffassen. mäßigung betroffenen Artikeln vor und nach der Vertragschließung die Ausfuhr gestaltet hat, um hierfür überall, auf Schritt und Tritt, die Beweise zu finden. 〃 Dänemark Schweden Norwegen " " Troß dieser Zunahme der deutschen Ausfuhr nach Rußland kann feineswegs davon geredet werden, daß Deutschland auch nur zum mindesten den russischen Absatzmarkt beherrscht; im Gegenteil, der größere Teil von Artikeln der Eisen-, Maschinen-, Stupfer- und Textilindustrie tommt noch immer aus England und den Bereinigten Staaten von Amerifa, und zwar vielfach Artikel, in denen die deutsche Industrie recht wohl fonkurrenzfähig ist. Hier bietet sich, wenn eine geschichte Handelspolitik weitere Zollermäßigungen durchzusetzen versteht, noch ein weites Abfazfeld für die deutsche Industrie, ein Abfazgebiet wie, wenigftens vorerst, nirgendwo sonst. Gerade der Agrarcharakter Rußlands, der dem ostelbischen Als Beispiel sei nur erivähnt, daß, nachdem durch den Vertrag die Junkertum in dem Barenreich seinen gefährlichen Konkurrenten auf russischen Zollfäße auf gefänimte, gesponnene, gewundene( mehrdem deutschen Markt sehen läßt, weist aber andrerseits die deutsche drähtige) Bolle fowie auf gestrickte Fabritate und auf gewebte und Industrie darauf hin, auf dem weiten russischen Gebiet Absatz für gewirkte Beuge aus Wolle und Sammgarn herabgesezt worden ihre Erzeugnisse zu fuchen. Unter allen Ländern, mit denen wir in waren, die deutsche Ausfuhr von Wolle und Wollwaren, die in 1892 ausgedehnteren Handelsverbindungen stehen, bietet Rußland die nur 10,7 Millionen Mark betragen hatte, im Jahre 1898 auf meisten Aussichten für eine fünftige Steigerung 24,4 Millionen Mart stieg. Ebenso hob sich die Einfuhr von gußdes deutschen Exports. Die zunehmende Erschließung der eisernen und schmiedeeisernen Maschinen aus Deutschland in inneren und asiatischen Teile des russischen Riesenreichs durch Eisen- dem gleichen Zeitraum von 6,6 Millionen auf 31,1 Millionen Mart.. bahnen und Kanäle, die Entstehung einer primitiven Industrie, die die Einfuhr von groben Eisenwaren von 6,1 auf 20,4 Millionen zu ihrer Installierung Maschinen, Instrumente, Werkzeuge 2c. braucht, Mart, die Einfuhr von feinen Eisenwaren von 1,8 auf 8,4 Millionen ferner auch der zunehmende westliche Luxus in den Kreisen der Mark usw. höheren Beamtenschaft, der reichgewordenen städtischen Kaufleute und des großen Grundadels rufen eine stetig steigende Nachfrage nach fremden Industrieprodukten hervor, trop aller Absurditäten des russischen Zollsystems und der fast chronischen Hungersnot in ver: Wohin die agrarischen Bollforderungen zielen, wird in den beschiedenen Gouvernements. Obgleich z. B. das letzte Jahr( 1899) treffenden russischen Kreisen denn auch wohl begriffen. Daher die infolge der schlechten Ernten in 1898 einen Rückgang des russischen eigentümliche Gereiztheit, die sich seit einigen Monaten in der Außenhandelsverfehrs von ungefähr 160 Millionen Mark aufweist. russischen halb und ganzoffiziösen Preffe gegen die deutsch- agrarischen hat doch die Einfuhr in Nußland, darunter besonders der Import Bollpläne und gegen die vom Reichsamt des Innern beliebte seltsame von Fertig- Fabrikaten, um ca. 60 Millionen Mart zugenommen. Art der Vorbereitung des Zolltarifs fundgiebt. Die offiziöse Was gefallen ist, das ist der Export aus Rußland, vornehmlich in Now. Wremja" drohte sogar fürzlich: Natürlicherweise liegt absolut Lebensmitteln; er hat um 220 Millionen Mark abgenommen. Dazu feine Wahrscheinlichkeit vor, daß auf einer solchen Basis eine Verein- aber kommt, daß die deutsche Industrie infolge der geographischen barung über den gegenseitigen Warenaustausch zwischen Rußland Lage der beiden Länder zueinander vor ihren hauptsächlichsten Mit und Deutschland stattfinden wird, denn auch der in den Projekten der tonfurrenten auf dem europäisch- russischen Markt: vor England, deutschen Agrarier gestattete Minimalbetrag der Getreidezölle hat dem Frankreich, den Vereinigten Staaten wefentliche Vorteile voraus hat, rujjischen Getreide gegenüber einen prohibitiven Charakter, zumal nämlich die leichtere und schnellere Verbindung wir hauptsächlich die einfachen Getreidesorten nach Deutschland und niedrigere Frachtfäße. exportieren. Der Sieg der Agrarier würde also das Schicksal des Handelsvertrags von 1894 entscheiden. Seine Erneuerung würde unmöglich und statt der Vertragsbeziehungen wirde daher für unfren Warenaustausch mit Deutschland der Zustand des Bollkriegs cintreten, da es keinem Zweifel unterliegt, daß auch wir im Fall der Nichterneuerung des Vertrags von 1894 die Zölle auf sämtliche deutschen Waren im Verhältnis zu den dann in Kraft tretenden Maximaljäzen des deutschen Tarifs für die russischen Waren erhöhen würden." Die Konkurrenz der einheimischen russischen Textil- und Eisenindustrie ist wenig zu fürchten; fie arbeiten zumeist für den in seinen Ansprüchen zurüdgebliebenen inneren Markt, für die weniger: faufkräftige große Masse, d. h. sie liefern billige grobe Maffenartifel, aber nur ganz ausnahmsweife beffere Qualitätsware. Gefährlich als Konkurrent ist nur die Industrie Bolens; aber wenn auch die Löhne in diesem Gebiet durchweg weit niedriger find, als in den Industriegegenden Deutschlands, so stellen sich doch im ganzen die Produktionskosten annähernd ebenso hoch; erstens ist der polnische Arbeiter nicht gleich leistungsfähig wie der deutsche, und dann müssen größtenteils die Mohstoffe und Hilfsmittet aus Deutschland bezogen werden, selbst die Kohlenzufuhr findet vielfach aus Schleften statt, da fich die polnische Kohle zur Verkofung schlecht eignet. Diese Bedeutung Rußlands als zukünftigen Absagmarkte für die deutsche Industrie wird denn auch in den Aeußerungen und Bublifationen industrieller Verbände und ihrer Presse mehr und mehr anerkannt. Besonders die neueste von der Centralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen" herausgegebene Schrift") tritt energisch für Erhaltung des russischen Abjazgebiets durch Abschluß eines erneuten Handelsvertrags ein." Dabei muß uns," heißt es dort, S. 72, gleich als die weitaus größte Schwäche unfrer Position der Neben Rußland tommt als fünftiges Absatzgebiet für deutsche Umstand in die Augen fallen, daß eine Vereinigung der Vereinigten Industriewaren zunächst Oestreich- Ungarn in Betracht. Zivar befizen Staaten mit Rußland, hervorgerufen durch falsche Handelspolitische verschiedene Länder Destreichs felbft eine ausgedehnte Industrie, Gebahrung unsrerseits, unfren weiteren Fortschritten leicht einen aber in ihren Hauptzweigen hat sie sich auf die Befriedigung der Neben Rußland fommt unter unfren Nachbarländern hauptsächlich tödlichen Stoß versezen könnte. Denn gejezt den Fall, wir ver- Bedürfnisse der zum öftreichischungrischen Staatenverband gehörenden noch Oestreich- Ungarn als landwirtschaftliche Produkte nach Deutsch prellten uns Rußland durch ungeschickte Differenzierung feiner Pro- Agrarländer und der nördlichen Teile der Baltanhalbinsel eins land ausführendes Land in Betracht, doch vollzieht sich im Donau- dukte, so wird das findige Amerika sehr bald mit seinen stets gerichtet; fie fabriziert also ebenfalls vorwiegend billige Maffenware. staat, und zwar vornehmlich gerade in den an Deutschland grenzenden neu assortierten Industrieprodukten seinen Weg dahin finden, jegt für bessere und feine Qualitätsware ist auch in Oestreich noch ein Ländern, seit etwa einem Jahrzehnt in beschleunigtem Tempo der gerade, nachdem Rußland das naheliegende öftliche Meer mit einer Markt vorhanden, wie ein leberblick über seinen Import aus Uebergang vom Agrar zum Industriestaat. Die industriellen Be- Eisenbahnlinie ereicht hat, der bald andre folgen werden. Wenn auch Deutschland, Frankreich. England usw. deutlich zeigt. triebe in diesen Gebieten nehmen ständig zu und mit ihnen wächst Amerika sich gewöhnt hat, als Ausfallsthor für den Handel mit infolge der Anjammlung eines großen Arbeiterheeres, der Aus- Europa New York und die Städte des Westens zu betrachten, so breitung von Handel und Verkehr die Nachfrage nach Agrar dürfte eine Umkehrung dieses Verhältnisses um so leichter von statten produkten, während zugleich die landwirtschaftliche Produktion in gehen, als die Pacificbahnen prächtig funktionieren, und um so eher diesen Gegenden zurückgeht. Das hat zur Folge, daß schon hervorgerufen werden können, als der afiatische Often fich foeben in feit Jahren sich aus den Aderbaugebieten Oestreich- Ungarns einer Gärung befindet, bei deren Abflärung wir die russische Postein stetig wachsender Strom landwirtschaftlicher Erzeugnisse tion am Großen Ocean sicher nicht geschwächt vorfinden werden. nach den nördlichen Industrieländern ergießt. Gleichzeitig aber geht und träte dieser Fall in den nächsten Jahrzehnten ein, so daß nicht die Ausfuhr dieser Artikel nach dem Ausland mehr und mehr zurück, wir, sondern Amerika den russischen Koloß entwickeln hilft, dann indes die Zufuhren aus dem südwestlichen Rußland und aus den hätten wir unsren guten Abnehmer verloren. unteren Donauländern stetig an Umfang gewinnen. Oestreich wird aus einem Getreide exportierenden zu einem Getreide einführenden*) Die Handelsverträge des Jahres 1903. Be Land: ein Wechsel, der sich deutlich darin fund giebt, daß die trachtungen und Vorschläge von Dr. Wosberg Retow. Berlin, ungarischen Großgrundbesiger jezt, gleich ihren ostelbischen Kollegen, S. Guttentag. # lichen Liebesdiensten freie Handelspolitit, es müßte deren wichtigste Hätten wir eine von agrarisch politischen Rücksichten und zärtAufgabe sein, durch Abschließung neuer Handelsverträge, durch weitere gegenseitige Bollermäßigungen der deutschen Industrie nicht nur den Abfagmartt Rußlands und Oestreich- Ungarns zu erhalten, sondern ihn möglichst auszuweiten. Statt deffen beliebt es der deutschen Regierungs Weltpolitik, sich, angeblich zum Vorteil der deutschen Exportintereffen, auf Acquisitionen und abenteuerliche Unternehmungen in weltfernen Gegenden zu legen, für enorme Summen Kolonien zu erwerben, deren Konfumfähigkeit gleich Null ist und die von den Steuern der deutschen Steuerzahler erhalten werden müssen, oder Kriegsfahrten, wie die jetzigen nach China, zu veranstalten, deren Resultat eher alles andere, als eine Bermehrung des deutschen Exports sein wird. H, C. Bleichsucht und Nervosität sind vielfach die Folgen unvernünftiger Lebensweise. Würde man z. B. überall von Jugend auf auftatt des aufregenden Bohnenkaffees den wohlbekömmlichen Kathreiners Malzkaffee trinken, so gäbe es viel weniger bleichsüchtige Mädchen und nervöse Frauen. Arbeiter! Organisiert den Konsum! Berliner Konsum- Genossenschaften und Umgegend: Konsum- Verein Berlin- Rixdorf. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) 1. 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