Nr. 17. Erfcheint täglich außer Montage. Abonnements- Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatl ch 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterretch= Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- and Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis zuhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschlukt Amt VI, Nr. 4106 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Bur Selbstschähung unserer Bourgeoisie. Donnerstag, den 21. Januar 1892. Dann Expedition: Beuth- Straße 3. berechtigten reicht, um je nachdem die Aufnahme in die Kantonen der Schweiz, in Zürich, Zug, Tessin, Schaff erfte oder zweite oder dritte Wahlabtheilung zu bedingen. hausen, Neuenburg, Graubünden, Glarus und Appenzell, Dann kann kein Mensch hinter die Mogeleien des einzelnen gilt mit Zustimmung der Bourgeoisie die Deffentlichkeit Bourgeois kommen. Das Gossenblatt für allen bürger- der Steuer- Register, und die bürgerliche Demokratie ist Köstlich ist das Schauspiel, welches die besitzenden Klassen lichen Schmutz schloß seine Betrachtungen über diese wichtige in der schweizerischen Eidgenossenschaft überhaupt so in Preußen gegenwärtig aus Anlaß der Entdeckung auf Sache im Vorgefühl des wieder hergestellten Behagens mit Klug, den Gegensatz zwischen Besitzenden und Nichtführen, daß die Ergebnisse des zahmen Miquel'schen Selbst dem offenen Geständniß:„ Es ist wichtig, daß möglichst besitzenden nicht überflüssig auf die Spitze zu treiben, einschätzungs- Verfahrens doch nicht so geheim zu halten sein wenige Behörden oder Beamten Kenntniß von dem Betrage indem sie überall mit für eine weitere Maßregel zur Aufwerden, als die Bourgeoisie geglaubt hatte, wenn nicht noch der einzelnen Steuererklärungen erhalten; je weniger deckung unrichtiger Deklarationen eintritt, dafür daß nach schnell besondere Bestimmungen in dieser Hinsicht getroffen groß die Zahl der Mitwisser ist, um so dem Tode eines jeden Steuerpflichtigen eine behördliche Festwerden. Großfinanz und Großindustrie rufen um die Wette sicherer ist das Geheimniß bewahrt." Das stellung seines ganzen Besizes stattfindet. In Preußen" Wehe" und abermals" Wehe", und am Donnerstag dieser dürften auch die Grundzüge des Tertes sein, über welchen Deutschland bleibt freilich so etwas undenkbar! Woche will Herr von Gynern als berufener Stimmführer Herr von Eynern am Donnerstag im Abgeordnetenhause zu dieses tragischen Chors im preußischen Abgeordnetenhause reden hat. eine sehr ernste Frage wegen der Geheimhaltung der Steuererklärungen an den Finanzminister richten. Und so wird also Herr von Eynern am Donnerstag im Abgeordnetenhause im Auftrage seiner Freunde und KlassenUeber die Schamlosigkeit dieser Argumente braucht genossen gebieterisch die absolute Geheimhaltung der Selbstnun wohl an dieser Stelle kaum ein Wort verloren zu deklaration verlangen und wahrscheinlich vom fürsichtigen Die Vorbereitungen für diese große Aktion im Interesse werden. Die Selbsteinschätzung ist im Miquel'schen Gesetz Herrn Miquel gewährt erhalten. Die befizenden Klassen des Geldbeutels sind von der Freisinnigen Zeitung" in ohnedies durch die Zahmheit des Formulars und der Straf mit der Regierung im Bunde haben dann von Neuem beschönem Verein mit der„ Kölnischen Zeitung" durch spalten- bestimmungen problematisch geworden, und die Pro- wiesen, daß die Wahrhaftigkeit ihrer Selbstschätzung in Steuerlange Expektorationen gründlich getroffen. Eugen Richter gression der Steuersäge macht bekanntlich gerade da Salt, fachen ungefähr gleich viel werth ist, wie die proßenhafte hat bereits weidlich geschimpft über die Unfähigkeit der wo die steuerkräftigsten Einkommen anfangen. Ohne die Selbstschäzung in politischen und moralischen Dingen, mit töniglich preußischen Geheimräthe im Finanzministerium, Bochumer Steuersfandale, sowie den infolge dessen ent- der sie zu prahlen pflegen. Die Erstere bleibt ungefähr die nicht gemerkt hätten, daß die älteren Verordnungen über standenen Druck der öffentlichen Meinung wären wahr gerade so viel unter der Wirklichkeit, wie die Letztere über Landtags- Wahlen, Städte, Gemeinde- und Kirchenwahlen scheinlich nicht einmal diese Halbheiten bei dem reaktionären dieselbe hinausgeht, und Beides dokumentirt wieder einmal die Geheimhaltungsbestimmungen des neuen Einkommensteuer- preußischen Landtage durchgegangen. Wer kann auch zum Ueberfluß das krasse Mißverhältniß zwischen dem Gesetzes einfach wirkungslos machten, weil sie die Offen- von der Bourgeoisie verlangen, daß sie sich ins eigene Fleisch geistigen und kulturellen Manko und dem materiellen legung der Steuerlisten vorschreiben. Dabei fällt dieser schneidet! Um aber bei den nichtbesitzenden Klassen Zuviel, welches den Haushalt unserer Bourgeoisie kenn Borwurf tomischer Weise auf den freisinnigen Wort das Maß der Erkenntniß von der Geldgier der zeichnet. führer und alle Abgeordneten selbst zurück, die Besitzenden voll zu machen, werden jetzt nachträglich trotz aller Reden und Artikel, welche fie über noch alle Schritte gethan, um eine Kontrolle der sogenannten das Gesetz verbrachen, während der Beschlußfaffung über Selbstdeklaration durch die Deffentlichkeit, die entweder daffelbe die„ Lücke" ſelbſt nicht merkten, über welche sie jetzt durch wirkliche Unfähigkeit der Gesetzgeber oder durch Politische Itebersicht. fo zetern. Nachträglich ist allerdings das Versäumte reichlich eine kleine Bosheit Wiiquel's nicht vollständig abgeschnitten nachgeholt worden. Die Kölnische Zeitung" sprach von worden war, gründlich zu verhüten. Das Geschwätz der " Berlin, den 20. Januar. der beispiellosen Sorglosigkeit, mit welcher neuerdings Kölnischen Zeitung" über die Gefährdung des Kredits Der Reichstag hatte heute Schwerinstag. Es standen unsere Gesetze gemacht werden." Und weiter führte sie mit Einzelner durch die öffentliche Kontrolle ist ja so tindisch, eine Reihe Ladenhüter auf der Tagesordnung. In erster dem Pathos, das ihr in Interessefragen eigen ist, aus: daß es keiner Widerlegung bedarf; der Kredit eines Ge- Linie der Antrag des Stuttgarter Großindustriellen Die Offenlegung widerspricht unbedingt dem Geifte und schäftsmannes, der durch Offenlegung seines reinen Ein- und Millionärs Siegle auf Herbeiführung statistischer Aufder Absicht des neuen Einkommensteuer- Gesetzes; sie ist auch fommens erschüttert würde, müßte von sehr eigenthümlicher nahmen über die Lage der arbeitenden Klassen, insbesondere in ihrer Beschränkung auf den Gesammt- Steuerbetrag für Beschaffenheit sein und verdiente jedenfalls nicht eine Stunde über Arbeitszeit, Lohnverhältnisse und Kosten der Lebensden einzelnen Wahlberechtigten vielfach höchst bedenklich, länger aufrecht erhalten zu werden, selbst im bürgerlichen haltung. Dieser Antrag ist durch die letthin vom Staatsnamentlich bei Gewerbetreibenden, die infolge vorübergehen Verkehr voll Lug und Trug. Hauptsache ist vielmehr die sekretär von Bötticher bekannt gegebene Absicht der Reder Gründe während einiger Jahre größere Ausgaben als Scheu der Bourgeoisie vor den Fußangeln der Deffentlich gierung, eine Kommission für Arbeitsstatistik einzusehen, Einnahmen gehabt haben und deren Steuererklärungen für feit, an denen die Un wahrheiten der Selbst- ziemlich hinfällig geworden. Die Diskussion war deshalb diese Zuschußjahre im Falle der Offenlegung zu Kredit- deklaration hängen bleiben würden, eine Deffentlichkeit, die auch nur eine sehr kurze. Von unserer Seite sprach beschränkungen mit sehr schlimmen Folgen führen könnten nach und nach zum Sturze des Systems führen müßte, Abg. Wurm nur den Wunsch aus, daß die einzusehende und müßten; sie ist endlich auch für die Zwecke der in welches sich scheut, den Millionären mehr als 4 pCt. Steuer Kommission nicht auch in den weitverbreiteten Fehler direkten Wahlen durchaus überflüssig." Das edle Blatt vom zuzumuthen, das aber ohne Gewissensbiffe zehn- und zwanzig- verfallen möge, mit Durchschnittsziffern zu operiren, mit schönen Rhein hat auch das kunstvolle Rezept schon fertig, prozentige Steuern vom Brot, Salz und Licht des Armen welchen für den wirklichen Sachverhalt gar nichts gethan ist. nach welchem die Kontrolle der Steuerangaben bei den Wahlen nimmt. Die Ablehnung der von Miquel vorgeschlagenen, Wurm empfahl auch, besonders den indirekten Steuern und unmöglich gemacht werden kann. Nach ihr reicht es völlig so zart als möglich gehaltenen Erbschaftssteuer gehört in wie dieselben den Haushalt der Arbeiterfamilien belasten, aus, daß an der Spize oder am Schluß der Liste die Zahl dasselbe Schuldbuch. Die ängstlichste Furcht vor der Kon- ein besonderes Augenmerk zuzuwenden. der Wahlberechtigten, die Gesammtsumme ihrer Steuer- trolle der Deffentlichkeit ist die gemeinsame Triebfeder dieser Als weiterer Gegenstand der Tagesordnung kam der beträge und die Grenze mitgetheilt und veröffentlicht wird, erbaulichen Handlungen. Die preußisch- deutsche Bourgeoisie Antrag Barth- Rickert auf bessere Wahrung des Wahlzu welcher der Steuerbetrag des einzelnen Wahl steht hierin beinahe einzig in der Welt da. In vielen geheimnisses an die Reihe. Nach demselben sollen die bis Feuilleton. Nachdruck verboten.] [ 17 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. alt dann und sucht, schwer von Herzen, würde ich später an der Pforte zu können. Das hat dann vielleicht den Anstoß zu unserer vorbeifchleichen, die sich einstmals öffnete, um mich die Kolonialpolitik gegeben. Ob er unter der Keule eines schönsten Stunden geistiger Erbauung erleben zu laffen. Wilden, oder unter dem Zahn eines numidischen Löwen geWie Chamisso's Schlemihl doch nein, der Vergleich ist fallen, ist mir nicht zur Kenntniß gekommen, aber er hat schon zu abgenutzt, also ohne Vergleich-; frendlos und ein Bändchen Gedichte herausgegeben, das außer mir nur einsam würde ich dann an Ihrer Thüre vorbeiwandeln, die wenige Menschen gelesen haben, womit ich jedoch keineswegs Spur vergangener Tage verfolgend in dem düster gewordenen gesagt haben will, daß sie schlechter waren, als Lichte der Erinnerung, würde vielleicht gar daran denken, diejenigen, welche man fleißiger liest. Und nun, mir für die sauer ersparten Groschen vom mageren Buch- bestes Fräulein, nachdem ich somit meine Rechtfertigung händler- Honorar ein Plätzchen eigenthümlich zu er vorgebracht und zugleich mein Herz erleichtert habe, will ich " Sie urtheilen, wie es die Art der Frauen, ganz nach weiland Ritter Toggen in der stillen Hoffnung auf Ihre Vergebung scheiden." Ihren Empfindungen, ohne sich in die Lage anderer Menschen werben, auf dem ich, zu versetzen. Sie sprechen von Ihrem Bedürfniß, aber Sie burg, mir ein Hüttchen baute, um Sie Der junge Schriftsteller griff, nachdem er diese Worte vergessen dabei ganz, daß Sie, wenn so viele Abhaltungen wann am Fenſter erscheinen zu ſehen, und auch diefer an Sie herangetreten wären, nicht nur ebenso gehandelt, gewiß ärmliche Troft würde mir vielleicht noch dadurch ver- in halb humoristischem, halb wehmüthigem Tone gesprochen, sondern auch nicht während eines Athemzuges gällt werden, daß plößlich neben dem holden Bilde" das nach seinem zur Seite gestellten Hut, brachte eine ziemlich mich gedacht hätten. Sie vergessen aber auch nicht möglicherweise ganz prosaische Antlitz des Herrn Gemahls elegante Berbeugung zu Stande und erwartete augenscheinlich minder, bestes Fräulein, daß es feine größere Gefahr ich zeigte. Sturz, bestes Fräulein, es giebt feine größere etwas Aehnliches von Seiten seiner schönen Gefährtin. für ein heißes Herz giebt, als sich von der sanften Gefahr für einen jungen Schriftsteller, als sich an die GeGewalt eines so zauberischen Umganges, wie der mit sellschaft eines liebenswürdigen und geistreichen Mädchens Ihnen, feffeln zu lassen. Denn einst wird schlagen die zu gewöhnen, das jeden Augenblick für ihn verloren Stunde, wo dieses schöne Herz nicht mehr ausschließlich für gehen kann. Kunst und Poesie schlägt; die Tage werden herannahen, wo„ Und, sehen Sie, das ist so eigentlich die Moral von man den Freund zwar noch in dankbarer Erinnerung an der ganzen Geschichte. Sie blicken mich recht verwundert frühere schöne Tage mit einem freundlichen Lächeln empfängt, an, aber es ist kein Phantasiegebilde, das mich so aber mit taltem Herzen, und wo man ihn oft lieber weg- sprechen läßt, sondern ein nur zu oft vor unsere bleiben, als kommen sieht. Denn ach, dieses Herz, das sonst Augen tretendes Lebensbild. Ich habe diese Ge- Aber erst nachdem sie sich langsam erhoben, trat die für die ganze große Menschheit empfand, empfindet nur schichte erlebt bei meinem liebsten Jugendfreunde, der Schönheit des Mädchens ganz und voll vor den Blick des noch für einen Menschen, der ihm die ganze Menschheit er- zwar nicht an der Schwindsucht starb, aber einen solchen Bewunderers, des Bewunderers sagen wir, weil selbst einem ezt. Und wenn dann ein anhängliches Gemüth, wie ich es Abschen vor der Zivilisation des 19. Jahrhunderts und vor für künstlerische Eindrücke weniger empfänglichen Besucher leider befize, nicht so schnell vergessen und von sich ab- deren Trägern, den Bleichgesichtern der kaukasischen Rasse, die Herrlichkeit des Wuchses, das Ebenmaß der Gliederung ftreifen kann, was ihm einstmals lieb und theuer gewesen, empfand, daß er die Heimath des Hottentotten und Congo- in dieser vollendeten Statue auffallen mußte, zumal die welches Trauerspiel würde dann entstehen! Bleich vor Sehu. Negers aufsuchte, um ungestört seinen Schmerz aushauchen Kleidung höchst taktvoll die Mitte hielt zwischen dem, was Schön war sie in der That mit dem feinen, sanftgebogenen Näschen, den etwas phantastisch gezeichneten Augenbrauen, unter denen die braunen Augen mit wunderbar erwärmendem Feuer glühten, und mit dem schwarzen Lockens wald, der die freie Stirn und die braunen, leicht gerötheten Wangen beschattete. Und gerade in diesem Augenblicke erglühten die Wangen, und die dunklen Augen hatten einen eigenthümlich fragenden Ausdruck angenommen. " " Stimmzettel in einem Rouvert abgegeben werden und in führt, woran diese sich kaum wagen. Er muß mit Stolz| stehens war es, für die erzreaktionärsten Maßregeln nich jedem Wahllokal soll ein abgeschloffener Raum mit Ein- und ausrufen können: Was eure Buttkamer, Bötticher und blos zwei Seiten, sondern ganze Bände liberaler Motio Ausgang sich befinden, in welchem Stimmzettel aller Bar- Scholz können, kann Miquel auch, und Miquel kann mehr! herauszufinden, so lange man diese noch brauchte. Das wa teien ausgelegt werden können und den jeder Wähler, be- Ihr hohen Standesherren, fürchtet euch nicht vor dem die Zeit, wo die Herrlichkeit Lasters im Zenith stand, uni vor er an die Wahlurne tritt, zu paffiren hat. Diese Ein- rothen" Miquel-eure Steuerfreiheit bleibt unter mir um ihn standen in der Suche nach liberalen Motiven Braun richtung ist in einer Reihe europäischer Staaten, unter unangetastet. Unter mir macht sich der Fideikommißsteuer- Ridert, Bamberger, Fordenbeck und vor Allem, nicht z Anderen in Belgien und England, und in Australien und Erlaß ganz gemüthlich. Ehrwürdige Synode, das Odium vergessen, die Staatsmänner Bennigsen und Miquel. Als einer großen Anzahl nordamerikanischer Staaten bereits der Stolgebühren nehme ich dir ab und zahle dafür in man die liberalen Motive weniger oder nur in abgeschwächter Geſetz. baarer Münze blantes Gold. Euch, ihr braven, uneigen- Form brauchte, wurde Lasker bei Seite geworfen und die In der Debatte zeigten sich natürlich die Rebner aller nügigen Fabrikanten, Attionäre und Grubenbefizer, gehe Magdeburger Beitung", das Drgan seiner eigenen Partei, Parteien als begeisterte Verehrer des Wahlgeheimniffes. Es ich mit gutem Beispiel voran und lehre euch, wie man bezeichnete ihn als ein nationales Unglück". Mittlerweile ist nur Schade, daß diese Begeisterung, sobald die Wahlen part" und zwar an den Arbeitern spart", spart an find die um Lasker deutschfreifinnig geworden, Miquel ist heran kommen, sich bei den Bourgeoisparteien so wenig be- allen fiskalischen Werken. Habt ihr sonst noch Wünsche? Finanzminister geworden und arbeitet für die konservativmerklich macht. Der wild- konservative Herr von Meyer- Troh Kleist- Rezom und Stöcker will ich euch ein Schulgesetz orthodore Partei, und Bennigsen als Oberpräsident leistet Arnswalde, bei deffen Wahl selbst die gröbsten Verstöße schaffen, wie jene es kaum zu träumen wagten. Seht, so ihm Gefolgschaft. Was man noch an liberalen" Motiven gegen die Wahlfreiheit und das Wahlgeheimniß vortamen find wir Nationalliberalen als Minifter.- Ueberholt braucht, das besorgen die Miniaturgrößen Buhl, Cuny, und deren Giltigkeit deshalb sehr start angefochten ist, er tönnten die Nationalliberalen höchstens noch werden, wenn Dfanu, Scipio u. f. w. klärte fich gegen die geheime Wahl überhaupt und be- ein Deutschfreisinniger, Wadenstrümpfler oder Wasserstiefler, zeichnete es als eine Feigheit, wenn der Wähler sich Minister würde. Der hätte noch einen intensivéren Beweis Ein sehr vernünftiges Urtheil über den nicht offen zu seiner Abstimmung bekenne. Es waren das seiner„ Regierungsfähigkeit" zu geben; der müßte schon Buchdruckerstreik und die sozialpolitische Unfähigkeit Redewendungen, wie wir sie früher schon aus dem Munde durchsetzen, was fein Nationalliberaler kann. Wenn man unserer Regierungen finden wir in der Kreuz- Zeitung." des Herrn von Buttkamer gehört haben. Von unserer Seite heute einen Deutschfreisinnigen ins Ministerium riefe, dann Sie schreibt: sprachen Heine und Auer. Der Antrag wurde einer Kom- wären wir sicher, daß wir in acht Tagen ein Sozialistenmission von 14 Mitgliedern überwiesen, welche mit gesetz und verschiedene kleine und große Belagerungsihrem Auftrage hoffentlich fertig wird. Ebenso zustände hätten. Das wäre der glänzendste Beweis der einer Kommission überwiesen wurde der Antrag Regierungsfähigkeit! Reichensperger auf Wiedereinführung der Berufung. Dieser Antrag, welcher ebenfalls schon seit Jahren stetig Die schlechte Finanzlage der preußischen Staatswiederkehrt, wurde von dem Antragsteller und dem Ab- bahnen ist zum guten Theil auch eine Folge der von Bisgeordneten Munckel sehr eingehend begründet. Von unserer march betriebenen Züchtung von Millionären. Man hat Seite äußerte sich Stadthagen zustimmend über denselben. denselben alle möglichen Tarifbegünstigungen für die AusJm Bundesrath herrscht über diese Frage noch immer ge- fuhr von Kohlen gemacht und ihnen damit erleichert, daß theilte Meinung, wie der Staatssekretär des Reichs- Justiz- sie die Kohlenpreise im Inland auf die äußerste Höhe treiben amtes mittheilte. Diese Mittheilung ist insofern von konnten. Die Mehrausgaben, die den Staatsbahnen aus Intereffe, als dies einer der wenigen Punkte ist, in dem der Steigerung der Kohlenpreise erwachsen, dürften auf Breußen früher immer, und wohl auch jetzt noch, von den über 10 Millionen zu schätzen sein. Da muß denn, um Kleinstaaten überstimmt wird oder, wohl richtiger, sich über diese einzubringen und doch noch Ueberschüsse für Militärstimmen läßt.. zwecke zu erzielen, strenge Sparsamkeit an Weichenstellern, Bremsern und sonstigen Eisenbahnarbeitern geübt werden. ,, Streits und sozialpolitische Agitation bilden die Symptome der sozialen Krankheit, die gesellschaftlichen Fiebererscheinungen. Ein großer Streit französischer Bergarbeiter fand unter Vermittelung der Regierung eine beide Theile befriedigende Erledigung, während der deutsche Buch druckerstreit, in welchem etwa 10 100 Gehilfen standen, einen friedlichen Ausgleich nicht gefunden hat. Die Streifenden bauten auf die Unterstützung seitens der anderen deutschen Gewerke, die mit begreiflichem Interesse die Sache verfolgten, sowie seitens des Auslandes, namentlich der englischen Trade- Unions, während die Prinzipale die meisten Leergewordenen Stellen mit Arbeitslosen und Ausländern aus füllen konnten und sich überdies der moralischen und fattischen Unterstügung der Regierungen er freuten. Der Streit ist nun allerdings beendet, die Ge hilfen find unterlegen, aber was ist die Folge: politisch farblos traten die Arbeiter in den Kampfein, als Sozialdemokraten tommen sie wieder heraus. Und warum das? Weil die Regierungen nichts thun, um an Stelle dieses sozialen Fauftrechts geordnete Bu stände treten zu lassen. Statt dessen versicherten mit einer merkwürdigen Uebereinstimmung der König Oskar von Schweden und der Ministerpräsident der französischen Republik, wenn sie so dürsten, wie sie möchten, so sollte schon etwas für die Arbeiter geschehen, aber so u. f. w. u. f. w. Bei uns wird zwar dergleichen nicht gesagt, aber es geschieht auch nichts zur fozialen Pazifizirung. Die Rechtsausbildung macht herrliche Fortschritte im. Deutschen Reiche. Da fißen schon seit 18 Jahren die Der protestantisch orthodoxe Jesuitismus schießt gelehrtesten Männer beisammen und berathen ein bürger- üppig ins Kraut. Es ist nicht lange her, da eiferte der liches Gesetzbuch. Alle Gelehrsamkeit wird bei dieser Arbeit Reichsbote" gegen das Korpsstudententhum, welches die von ihnen erschöpft, ein wahres Kabinetsstück wird endlich Taufe vor allem Volke und noch dazu am Pfingstsonntage aus dieser Arbeit hervorgehen, die nur einen kleinen Fehler perfiflirte und auf die demüthige Bitte der Konfiftorialhat, daß die thatsächlichen Verhältnisse, welchen das Gesetz versammlung, die Fuchstaufe wenigstens auf einen anderen zu dienen hat, in steter Umwandlung begriffen sind und das Tag zu verlegen, eine einfach ablehnende Antwort ertheilte. Spaßhaft ist es beiläufig, wenn die Kreuz- Zeitung" neue Gesetzbuch sich auf Grundlage absterbender und ab- Doch die studentischen Radaubrüder sind jetzt wieder bei den gestorbener Verhältnisse und Einrichtungen aufbaut. Neben Frommen zu Ehren gekommen, sie haben ihre„ chriftlich- sittlichen" in demselben Artikel die Sozialdemokratie eine schwere Dieser gelehrten Gesetzesarbeit vollzieht sich eine andere Gesetz Grundsätze bewährt, indem sie in Halle bei der Aufführung meint sie damit, daß die Sozialdemokratie die Folge organische Krankheitserscheinung" nennt. Oder gebung in unermüdlicher Thätigkeit, um die Löcher der Gesell eines Sudermann'schen Stückes einen mordsmäßigen Standal sozialer Krankheit ist und die Reaktion des Organismus schaftsordnung auszuflicken und zu verstopfen. Neue und machten. Zu solcher" chriftlich- sittlichen" Kravallbethätigung sozialer Krankheit ist und die Reaktion des Organismus größere Löcher werden aufgeriffen, um die alten zu flicken, wird man das studentische Nadaubrüderthunt stets bereit gegen den Krankheitsstoff bedeutet? Was man gemeiniglich und das so geflickte Gewand wird dadurch immer bunt- dessen Fuchstaufen und sonstige Saufereien hineinreden zu heutigen Gesellschaft gleicht der jener Frau, die von einem aus allen Jahrhunderten werden die Flicken zusammengesucht finden, aber die" Frommen" mögen sich wohl hüten, in als„ Krankheitserscheinungen" bezeichnet, find in Wahrheit Genesungserscheinungen. Und die Krankheit der scheckiger und fadenscheiniger. wollen, und wollten sie gar den Versuch machen, innerhalb Die Gefeßze werden dabei immer lückenhafter und der Korps den Saufkomment beseitigen zu wollen, dann schlauen Arzt auf Wassersucht kurirt ward und urplöglich eines gesunden Knäbleins genas eröffnen der weitesten Ausdehnung immer größere Bahn. würde der„ christlich ſittliche" Geist derselben sich gar ge- find Geburtswehen. die soziale Krankheit Jett liegt ein Gesetz zur Bekämpfung der Trunksucht vor, waltig gegen solche Zumuthung sträuben. welches den größten Chikanen Thür und Thor öffnet. Ueber das Gesetz zur Bekämpfung des Zuhälterthums und der Unfittlichkeit liegen uns vorläufig nur Mittheilungen der offiziösen„ Berliner Politischen Nachrichten" vor. Da nach würde das Gesetz sich auf alle Gebiete des Strafrechts erstrecken. Neue Vergehen werden geschaffen, neue Strafen ( Prügel, harte Lagerstätte, Nahrungsbeschränkung u. f. w.) werden eingeführt, das Gerichtsverfahren in Beziehung auf die Deffentlichkeit noch weiter eingeschränkt. Was dieses Gesez zunächst auf Prostituirte, Buhälter, Messerstrolche u. f. w. durchgeführt wissen will, wird in seiner Konsequenz die Grundlage bilden auch für andere Bergehen. Die Berrohung und Barbarisirung des Rechts, die Entmensch lichung des Menschen, die Unterjochung des Rechtsbewußt seins, das sind die Ziele, auf welche die Gesetzgebung hins steuertim Jntereffe der Sittlichkeit, der Religion, d. h. des staatlichen und kirchlichen Absolutismus. Wenn ein Nationalliberaler Minister wird, so hat er zunächst seine Regierungsfähigkeit zu beweisen, und bies thut er am besten damit, daß er zeigt, daß er die größten Reaktionäre übertrumpft und mit Leichtigkeit aus Der orthodox konservative Jesuitismus zeigt sich auch recht schön in dem sächsischen Regierungsblatt, der Leipziger kleine Summe zur Aufammlung eines Fonds zur Ent In Reuß ä. 2. hat der Landtag eine, wenn auch Beitung", die über eine studentische Feier am 18. Januar schädigung für unschuldig Verurtheilte berichtet. Neben der allgemeinen Studentenfeier fand bewilligt, sowie den Betrag von 7100 M. für die im vorigen noch eine besondere Feier der schlagenden Verbindungen" Monat au Beamte gewährte Theuerungszulage statt, d. h. solcher Verbindungen, welche die Verlegung des und 4200 M. zur Gewährung einer Remuneration an Gefeßes, der Religion und der Sittlichkeit zum Prinzip Subalternbeamte am 28. März 1892, dem Regierungsihrer Verbindung erhoben haben. Der Gesammteindruck jubiläum des Fürsten, welcher ersucht hat, Angesichts der dieser Feier wird von der Leipziger Zeitung" als ein bedrängten Zeit von jeder Ovation abzusehen und das für vornehmer" bezeichnet, und diesem vornehmen Eindruck die Feier bestimmte Geld für gemeinnüßige Zwecke zu ver gegenüber haben natürlich die Gesetzlichkeit und die Religion, wenden. Man sieht, in Reuß a. 2. ist kein Miquel die bei dem gemeinen" Mann nicht streng genug aufrecht Finanzminister, sonst hätte man" Angesichts der bedrängten erhalten werden können, in den Hintergrund zu treten. Beit" auch in Neuß an den unteren Beamten zu sparen diese protestantisch- orthodoxen Jesuiten! gesucht. = Sie spottet ihrer selbst und weiß nicht wie, näm Der Werth des Proportional- Wahlsystems, lich die National Beitung". Sie leitet ihre Besprechung welches die deutsche Sozialdemokratie in ihr neues Proder Begründung des Volksschul- Gesezes" mit den Worten gramm aufgenommen hat, besteht darin, daß jede Meinung ein:" Der erste Napoleon befahl einmal, einer Maßregel, zum Ausdruck kommen kann, daß eine Vergewaltigung, ber welche allgemeinen Widerspruch hervorrufen mußte, zwei Minorität ausgeschlossen ist, und daß die Vertretung jeder Seiten liberaler Motive voraus zu schicken". Die Aufgabe Partei genau der Zahl der für sie abgegebenen Stimmen. der nationalliberalen Partei in den 25 Jahren ihres Be- entspricht. Wo die Proportionalwahl auf allgemeinem " erstickenden Stimme und kein anderes Wort wollte über Sand erfaßt und an sein Herz gedrückt. die bebenden Lippen. Aber schnell genug hatte er die kleine die Gesetze des Schönen empfehlen und dem, was augen heraus, daß ich handle, wie ich nicht anders handeln kann, blicklich die Mode willkürlich und rücksichtslos verlangte. Das ist ja eine Verabschiedung in aller Form, Herr ich doch selbst nicht, wie ich die nächste Zeit ertragen werde, wenn ich nicht grenzenlos unglücklich werden soll? Weiß Dottor," sagte sie endlich, wenn ich Ihre halb ernsten, ob ich sie ertragen werde überhaupt? Aber zürnen Sie der Das Mädchen erbebte in ihrer ganzen anmuthigen Gestalt; halb scherzhaften Worte richtig zusammenfasse und ver- Mücke, die dem Kreise des Lichtes zu entrinnen gesucht, weil willenlos gab sie ihre Hand hin, willenlos ließ sie sich von ftebe?" „ Etwas Aehnliches ist damit allerdings von meiner weiteren Annäherung von ihm zu Asche verzehrt wird. eine dunkle Ahnung ihr sagt, daß sie bei der geringsten den Armen des wie von einem Rausch erfaßten Mannes Seite versucht worden, mein Fräulein, und ich hoffe, Sie Nun habe ich schon mehr gesagt, als ich jemals fagen wollte, Munde glühte, vermochte sie die magnetische Gewalt von umschlingen, und erst als ein feuriger Kuß auf ihrem werden mich nicht mißverstehen, mir auch nicht deshalb aber Sie werden gerecht sein und sich sagen, daß ich allein sich abzuschütteln, die sie gefangen hielt. zürnen. Schwer genug, das tönnen Sie mir glauben, wird die Schuld nicht trage, daß es geschehen." mir die freiwillige Entsagung werden, trobem ich jetzt Rehmen Sie Platz," hauchte sie und zeigte nach dem Die Schuld wird so groß nicht sein, Herr Doktor; Size, den ihr Besuch vorher inne gehabt, während sie selbst einem Streben mich hinzugeben entschlossen bin, das wohl denn Sie sagen mir nur, wenn Sie in diesem Augenblicke auf den ihrigen zurückjant. bie ganze Seele eines Menschen erfüllen tann. Aber gerade ganz aufrichtig sind. bies ist auch der Zeitpunkt, in dem allein man mit einiger Der junge Mann folgte halb bewußtlos und jeden Aussicht auf Erfolg einen solchen Schritt versuchen kann." Mensch auf Erden entbehren kann, an meiner Wahrheits- Wort zu äußern, denn es war ihm Alles wie ein Traum. Ge Sie zweifeln doch nicht an dem, was fein anständiger falls willenlos der Weisung; es war ihm unmöglich, ein Recht praktisch in der That, praktischer, als man es liebe, meiner Aufrichtigkeit?" einem Boeten zutrauen sollte, nur leider auch etivas egoistisch, liebt hatte er dieses Mädchen schon lange mit aller Gluth seiner wie mir scheint, denn Sie fragen dabei wenig danach, ob zu hoch schätze, als daß ich mir vorstellen könnte, daß sie Seelen auf Erden nach und nach im Entsagen gewinnen, Jch zweifle nicht daran, weil ich diese Eigenschaften Seele; aber mit der eisernen Willenskraft, welche die edleren Sie nicht durch diese verfrühte Trennung befreundeten Wen- Shnen fehlten, ich nehme darum einfach an, daß Sie uns hatte er zeitig genug seinen Wünschen Schranken gesetzt, um schen einen Schmerz bereiten, die sich an Ihren Umgang gewöhnt hatten, Theil nahmen an Ihren Bestrebungen und brollo etwas zu sagen, sich in mich zu verlieben. gewinnen zu lassen. Und als er fühlte, daß alle seine Ans ich meiden wollen, weil Sie fürchten, es ist dieselben keine ungehörige Herrschaft über seinen Willen in dieser, von wenig idealen Geistern besuchten Welt schwe: Night er, das war es, was Sie mir sagen wollten?" einen Ersatz finden werden, wenn es sie danach verlangen strengungen in dieser Beziehung eine Niederlage erfahren sollte. Und das Alles noch dazu aus Rücksicht auf ein Er- nicht mehr Furcht allein: denn in diesem Augenblicke fühle ganges hingäbe, da war er entschlossen genug gewesen, mit Ja, das war meine Furcht, aber jetzt ist es schon würden, wenn er sich länger dem süßen Genusse dieses Uns eigniß, das aller Wahrscheinlichkeit nach niemals eintreten ich es an den zuckenden Fiebern meines Herzens, daß ich einem scharfen Schnitt die Lebensfäden zu zerschneiden, die wird." Der Abendwind wehte frisch durch die Zweige der Zeit, viel zu lange Zeit schon gefehen." unglücklich bin und bleiben werde, weil ich Sie zu lange seine Existenz mit der jenes geliebten Wesens unanflöslich hohen Bäume, und die Blätter, welche längst den festen zu verknüpfen drohten. Dieser Versuch war ihm nun gänz Halt der Frühlingsfrische verloren, zitterten mächtig vor feit, daß auch mein Herz von ähnlichen Empfindungen be- fagen konnte, und dennoch wirkten die früheren Zweifel und Und Sie glauben wohl dabei nicht an die Möglich- lich mißlungen, wie er sich jetzt zu seinem höchsten Entzücken der Berührung des Feindes, der sie bald aus ihrer herrscht sein tönnte?" luftigen Höhe dem großen Erdengrabe zuführen wird, ja Bedenklichkeiten noch so weit nach, daß er nur mit einer heims hier und da schon einzelne aus den dichten Reihen innerlichen Schauer gefaßt, faltete er die Hände. Es war Dem jungen Schriftsteller entfiel der Hut. Von einem lichen Augst sein Glück genießen konnte. ihrer Genossen hinwegweht. Lange Zeit faßen die beiden Liebenden in stummen Auch unser junger Freund zitterte unter dem Einflusse umschlingen, das ihm unverhofft, unglaublich vor Augen sich das Mädchen und reichte dem Träumer ihre Hand, ins ihm, als müßte er mit seinen Armen das Glück traumpfhaft Träume reien versunken, einander gegenüber; endlich erhob mächtiger Gefühlsstürme. Ein Blick auf die bezaubernde trat. In den Schatten der Abenddämmerung zeichnete sich dein sie leise hinhauchte: Gestalt der Freundin, die er bald nicht mehr sehen wollte, die Gestalt der Geliebten, welche, selbst erfaßt von innerer und zwar aus eigenem Entschlusse, sagte ihm, wie viel er Erregung, die eine kleine Hand auf das klopfende Herz ges in dieser kurzen Scheidestunde zu verlieren gewillt gewesen. legt hatte und sich mit der anderen an die Säule des Hingerissen von dem Ernste des Augenblicks rief er: " Fühlen Sie denn gar nicht aus meinen Worten Gartenhauses lehnte. " Helene! rief er endlich mit einer vor Aufregung fast ,, Gute Nacht, mein Freund!" ( Fortsetzung folgt.) 4 a m " Stimmrecht beruht, ist jeder Partei die Gelegenheit gegeben, feinen Roggen zu speichern. Die Freigewordenen aber find be- zwar von den sozialdemokratischen Abgeordneten fofort mit Hinden ihr gebührenden politischen Einfluß auszuüben, und hat fanntlich zu leichtsinnig, um auch nur an die nächste Zukunft weis auf die zahlreichen ihnen bekannt gewordenen Fälle widerteine Partei das Recht, sich über mangelhafte Bertretung zu denken; fie verkaufen, verthun und vergeuden sofort, was sprochen. Es tam uns nun auch ein Bericht der Bremer und ungenügenden Einfluß zu beschweren, wie z. B. wir fie geerntet haben. Der ruffische Staat andererseits ist zu ver- Nachrichten" über eine Verhandlung des Seeamts zu Bremen vor Sozialdemokraten es jetzt in Deutschland thun können, lottert, um an so etwas zu denken oder gar heranzugehen." Augen, der eine Bestätigung der Auffaffung unserer Parteis weil unsere Vertretung im Verhältniß eine ungleich geDaß die Aufhebung der Leibeigenschaft in der genoffen enthält. Der hier folgende Bericht zeigt, daß die Borringere iſt als unsere Stimmenzahl. In der Schweiz hat Form, wie fie vollzogen wurde, den Bauern nicht zum sänge auf den Schiffen ſich beſtändig wiederholen und daß auch das Proportionalsystem sich vortrefflich bewährt, und im Segen gereicht hat, ist richtig. Aber das war ja auch gar padung beständig wiederkehrt. Der Bericht der Bremer Nachbie förperliche Mißhandlung mit der 3/4 Boll starken TucksKanton Tessin, der seit Jahrzehnten von den heftigsten nicht der Zweck. Der Bar wollte, im Interesse feiner richten" lautet: Parteifämpfen durchtobt ward, hat es dem permanenten Selbstherrlichkeit, die Macht der Adligen einschränken. Bremerhaven, 16. Januar.( Seeamts- Berhandlungen.) Bürgerkrieg thatsächlich ein Ende gemacht. Früher Nicht Beweggründe der Humanität, sondern der Macht Borsitzender: Raben; Beisiger: Hafenmeister v. Bülow- Geesteherrschte dort ein dem berüchtigten& i st enskrutinium waren maßgebend. An den Bauern lag dem Bäterchen münde, Rheder Gildemeister- Bremen, Kapt. Janzen- Bremen und ähnliches Wahlsystem. Liberale und Klerikale, die einander von damals gerade so wenig, wie dem" Väterchen" von Schiffsbaumeister Baars- Bremerhaven; Reichskommissar: Dr. geschlossen und unversöhnlich gegenüberstanden, trachteten heute an ihnen liegt. Wie die armen Leibeigenen bei ihrer H. Romberg- Bremen. Bei der ersten Verhandlung handelte es fich bei der Wahl nur danach, die Majorität zu erlangen, und" Freilassung" betrogen worden sind, wie man ihnen um den Lloyddampfer Sachsen", Rapt. Supmer, auf welchem wer siegte und war es auch nur mit wenigen Stimmen, das schlechteste Land gab, 18. Juni 1891 der Kohlenzieher Volz wie man ihnen alle Die über Bord sprang und ertrant. der konnte den Gegner ganz mundtodt machen, ihn aus gesunden Existenzbedingungen vorenthielt und raubte befand " Sachsen" sich auf der Reise nach Ostasien im rothen allen Staats- und Gemeindeämtern verdrängen. Daß bei einem das ist von unseren russischen Parteigenossen an der Hand Meere; die Hige betrug im Resselcaum 43 Grad solchen System die Leidenschaften sich nicht beruhigen konnten, unwiderleglicher Thatsachen überzeugend nachgewiesen worden. Celsius. Es befanden sich 12 Rohlenzieher an Bord, von denen und die mit dem Wahlzettel Unterlegenen in ihrer Wuth zur und an der Thatsache, daß der freie Bauer" sich heute in vier gleichzeitig auf Wache kamen. Nachdem dieselben dann noch Flinte griffen das ist so natürlich, daß es keiner Er schlechterer Lage befindet, als weiland der„ leibeigene", ist die Afche aufgehievt hatten, welches etwa 1/2 Stunde in Anspruch läuterung bedarf. Nach dem letzten Butsch nun, der dem nicht zu zweifeln. Nicht daß hiermit die" Leibeigenschaft nahm, folgte eine achtstündige Pause. In jeder Wache waren einbrachte, beschlossen die Vernünftigen auf beiden Seiten, wollen blos die kleinliche und nichtswürdige Politik brand- bestand aus unbefahrenen Beuten. Bola tam am Kanton eine längere Beſegung durch eidgenössische Truppen vertheidigt oder auch nur beschönigt werden sollte. Wir 90-94 Störbe à 1 Bentner aus den Kohlenbunkern nach den Reffeln zu schaffen. Ein Theil der Kohlenzieher einen gemeinsamen Boden der Verständigung zu suchen. marken, die eine solche Maßregel aus gemeinsten Motiven 18. Juni, Morgens 6/2 Uhr an Ded, fletterte, wie ein Beuge Und sie fanden ihn in dem Proportionalwahl in so schmählicher Weise verhungen konnte. Mit der Aufhebung bemerkte, auf die Reeling, warf noch einen wirren Blick nach system. Wohl ist in Tessin die Parteiwuth noch nicht der Neger- Stlaverei hat man beiläufig nach dem amerika- der Kommandobrücke und stürzte sich dann ins Wasser. Auf den ganz erloschen, aber keine von beiden Parteien kann mehr nischen Bürgerkriege ähnliche Erfahrungen gemacht. Die befreiten Ruf„ Mann über Bord" wurde die Maschine etwa eine Minute durch die andere vergewaltigt werden, und so wird aller Sklaven wurden aufs Schuftigste über's Dhr gehauen und lang gestoppt, um Volz nicht in Gefahr zu bringen, in die Voraussicht nach der„ Stutzen"( das" Betterli") seine Rolle in Existenzbedingungen gebracht, die in Wahrheit Nicht Schraube zu gerathen, dann wurde mit voller Kraft rückwärts in den Parteikämpfen dieses Schweizer Kantons ausgespielt existenzbedingungen waren. Und da wurde ihnen dann gefahren und auf der Stelle, wo Volz über Bord gesprungen haben. hinten nach, wie jetzt den russischen Leibeigenen, der Vor- nicht wieder in Sicht. Daß Volz von seinen Vorgesetzten mißwar, noch 3/4 Stunden hin und her manövrirt, Bolz kam jedoch wurf gemacht, sie seien faul"," lotterich" u. f. 1.! In der französischen Deputirtenkammer tam es handelt worden ist, hat keiner von den Zeugen gesehen, er foll Wenn der Verfasser schließlich noch meint, daß die jedoch gesagt haben, er könne die Behandlung nicht mehr aushalten gestern zu großen Standalszenen. Die Boulangisten Lessenne Rüstungen Rußlands, die trotz der inneren und wolle über Bord springen. Ein Kohlenzieher, welcher mit Volz und Laur verlangten wegen der von ihrem Organ, Intran- Schwierigkeiten fortgesetzt werden, gegen Mitteleuropa, ins- diefelbe Wache hatte, schildert ihn als einen fleinen, figeant" gegen den Minister Constans vorgebrachten Be- besondere gegen Deutschland gerichtet sein müßten, so mag ich wächlich en Die beiden Maschinenschuldigungen zu interpelliren. Es wurde die Vorfrage er in Bezug auf die Absicht Recht haben, allein die Assistenten Volkmann und Milenz haben nie bemerkt, daß die gestellt, ob man überhaupt in eine solche Diskussion eintreten Rüstungen eines eines Staats, der; als er in Der Kohlenzieher von ihren Vorgesetzten mißhandelt wurden. Milenz wolle. Hiergegen protestirte Laur in gemeinen Schimpf Blüthe seiner Kraft stand, nicht einmal mit dem gehen dürfe. Er selbst sei auch mehrmals infolge der großen sagt aus, daß Volz ihn mehrmals gefragt habe, ob er nach oben reden, indem er Constans als einen schon lange von der türkischen Reich fertig werden konnte die Rüstungen Size schlaff geworden. öffentlichen Meinung gebrandmarkten Minister hinstellte. eines solchen Staats können uns doch wahrhaftig nicht ge- Grund des Ueberbordspringens. So viel er bemerkt habe, hätten die Rüstungen Size schlaff geworden. Beuge hält die große Size für den Bei diesen Worten stürzte Conftans auf Laur und schlug fährlich sein jetzt, wo er sich selbst nur mühsam auf den die Kohlenzieher alle ihre Schuldigkeit gethan. Nach der Aus= ihm kräftig ins Gesicht. Die Sigung wurde hierauf auf Beinen halten fann und ins Verderben hineintaumelt. fage verschiedener Zeugen soll Bolz von dem Oberheizer Gerfe gehoben. Bei dem hierauf sich fortschenden Tumult erhielt auch noch der Boulangist Caftelin vom Abgeordneten Delpech Barender ritterliche" Nikolaus von der Schweiz, Gerte ihn( Appelt) als er nicht genug Rohlen herbeiVor 46 Jahren sagte der Großvater des jetzigen und dem zweiten Maschinisten Paul gemißhandelt worden eine Ohrfeige. Das gleiche Echicksal erfuhr ein anderer die sich anschickte, die Jesuiten zum Tempel hinauszuwerfen schaffen konnte, mit einer 3/4 30ll starten Tucks- sein. Der Koblenzieher Appelt sagt aus, daß der Oberheizer boulangistischer Abgeordneter Seitens eines Journalisten. und die guten Rathschläge der monarchischen Regierungen pa dung im Bunter geschlagen habe. Beschwert Bei Wiederaufnahme der Sigung entschuldigte sich Constans, stolz ablehnte:" Die Schweiz spielt in Europa die Rolle habe er sich nicht, weil doch Niemand etwas daß er die Versammlung gestört; in gewissen Fällen sei es des betrunkenen Heloten, der durch sein Beispiel darauf gebe. Einmal habe ihn auch ber britte nmöglich, faltblütig zu bleiben. abschreckt." Die Schweiz war fein trunkener Helot und ihr Maschinist Christyck mit der Faust geschlagen; er habe Im Deutschen Reichstag ist man doch etwas kalt Beispiel hat nicht von der Republik abgeschreckt die sich darauf bei dem Obermaschinisten beschwert, dieser blütiger oder besonnener. Da konnte ein Minister einer Februar- Revolution tam und Frankreich ist heute Republit. babe ihm aber geantwortet, er werde die Strafe wohl verganzen großen Partei, die heute ausschlaggebend in der Ein betrunkener Helot treibt aber seit nur zu langer dient haben. Bei Gerke sei es ziemlich roh hergegangen. Er Gesetzgebung ist, einen gemeinen Meuchelmörder an die Rock- Beit abscheulichen Unfug vor den Augen der zuschauenden( Benge) sei oft vor Size und infolge der Seekrankheit schlaff ge= schöße hängen unter Beifallsruf der nationalliberalen Mehr- Wöller und er heißt russisches Barenthum. nicht in so schwerer Weise wie das erste Mal. Der 8. Maschinist worden. Gerfe habe sich öfter an ihm vergriffen, wenn auch heit. Da konnte er auch mit geballter Faust auf einen Abgeordneten losgehen, und wenn er nicht zuschlug, so wird das nur der großen Vorsicht des großen unerschrockenen Redners zuzuschreiben sein, der sich vor der geschwungenen Faust behutsam duckte und zurückzog. Die Lage in Rußland ist eine so gespannte, daß eine höhere Spannung nicht mehr möglich ist, und der Beit punkt gekommen ist, wo es heißt: biegen oder brechen. Verharrt das Barenthum in seinem Wider stand, ben es vielleicht für heroisch hält, der aber that sächlich nur auf stumpfsinnigen Fatalismus oder Größenwahn( die„ Cäsarenkrankheit") hinausläuft, so ist eine furchtbare Ratastrophe unvermeidlich; und die Dinge find so weit gediehen, daß der Ausbruch jeden Augenblick erfolgen kann. " " Parlamentarisches. Korrespondenzen und Parteinachrichten. habe ihn nur einmal mißhandelt; derselbe schlage aber etwas zu derb zu"; er habe laut geschrieen. Der Kohlenzieher Jahn war mit Bolz auf derselben Wache, ob letterer befahren war, weiß er nicht anzugeben. Er glaubt, daß Volz über Bord gegangen sei, weil der Oberheizer Gerke ihn zu sehr getrießt" " nisse der Erhebungen über die Wahl des Herrn von Redern bann bemerkt, daß er weinend zurückgekommen sei. Um diefelbe Die Wahlprüfungs- Kommission prüfte gestern die Grgeb. habe. Er habe Volz kurz vor dem Ueberbordspringen zu dem Die Wahlprüfungs- Kommission prüfte gestern die Ergeb- 2. Maschinisten Paul in den Maschinenraum gehen sehen und ( 9. Hannoverscher Wahlkreis Hameln- Linden). Von Seiten des Beit habe er einen anderen Koblenzieher von der Referenten war Giltigkeit der Wahl beantragt, doch fand sich Bize besinnungslos an Deck liegen feben. Daß dagegen so viel Widerspruch, daß die Verhandlung wegen Beginn des Plenums nicht zum Abschlusse gebracht werden konnte. er geschlagen worden, habe Volz nicht zu ihm gefagt. Ein anderer sei in Singapore desertirt, daß dieser und Appelt von Gerte mit einer schweren Tucs packung geschlagen worden sei, habe er im Bunter mit angesehen. Er habe auch beim Waschen bemerkt, daß ersterer an der Seite Freilich nicht: muß. Denn die Menschen sind ge fingerdicke Striemen gehabt habe. Gerte sei mit duldig, insbesondere die Ruffen sind an's Dulden und an bem Geschlagenen zum Schiffsarzt Dr. Felsmann gewesen. Fußtritte gewöhnt und der Gedanke der Selbsthilfe liegt Kapitän Supmer sagt aus, daß ihm nie Beschwerden zu in Rußland den Massen fern, so leicht sie auch im einzelnen Ohren gekommen seien, auch sei ihm von Mißhandlungen Der Kommunistische Arbeiter Bildungsverein zu nichts bekannt geworden. Vom Schiffsarzt sei ebenfalls feine Falle bereit sind, zur Gewalt zu schreiten. Allein das Schloß Loudon faßte in seiner Generalversammlung vom derartige Anzeige gekommen. Die Kohlenzieher sollen nach einer des nächsten Gutsherrn anzünden und den Eigenthümer 16. Januar mit 48 gegen 27 Stimmen folgenden Beschluß: Vorschrift des Norddeutschen Lloyd, wenn sie an Bord kommen, todtschlagen in Rußland bekanntlich sehr häufige Bors Die heutige Generalversammlung protestirt zunächst gegen auf ihre Arbeitsfähigkeit und Gesundheit untersucht werden. tommnisse- und gegen die Regierung Väterchens" vor die am 2. Januar, mit 22 gegen 6 Stimmen angenommene Beuge glaubt, daß dieses auch beim Antritt der Reise geschehen gehen, das sind zwei verschiedene Dinge. Allein die Nach ferner erklärt sie sich mit dem Referenten ausdrücklich dahin ein Rhede von Bremerhaven an Bord gekommen. Gerke sei am EndResolution, die einen Prinzipien und Statutenbruch bedeutet; fei. Die Angemusterten seien des Streits wegen erst auf der richten von Gewaltthaten, Aufruhr, Gesetzlosigkeit in jeder verstanden, daß die Verdächtigungen und Unterstellungen der punkt der Reise entlassen worden, aus welchem Grunde, wisse er Form häufen sich aus allen Theilen des Reichs die Opposition durchaus unerwiesen sind. Des weiteren erklärt sie nicht anzugeben. Darüber könne der erste Maschinist Auskunft Polizei und Gendarmerie auf dem Lande ist machtlos, und ausdrücklich, daß der Kommunistische Arbeiter- Bildungsverein ertheilen. Auf der letzten Reise der Sachfen" seien Chinesen die herumziehenden Räuberbanden" erinnern aufs Leb- nach wie vor unentwegt zu den Prinzipien der deutschen Sozial- und Singhalesen als Koblenzieher an Bord gewesen. Reichshafteste an die„ brigands" bei Beginn der französischen Re- demokratie, zu ihrem Programm und ihrer Taktik steht, daher kommissar Dr. Romberg ist der Ansicht, daß Mißhandlungen der diese„ Banden" von angeblichen Räubern", in die§§ 2 und 3a des Vereinsstatuts mit allem Nachdruck aufrecht Kohlenzieher an Bord der Sachsen" vorgekommen sind. In Wirklichkeit Schaaren verhungernder Bauern und Dorf erhalten wiffen will. welchem Verhältniß dieselben zu dem Unfall stehen, lasse sich proletarier, die fich Nahrung suchten und Stache übten an ftimmung und Anerkennung aus" Demgemäß spricht sie dem Erfurter Parteitag ihre volle zu noch nicht übersehen. Er bitte, die Verhandlung zu vertagen und den Urhebern ihres Elends. noch weitere Zeugen zu vernehmen. Es liege auch der Verdacht In Kasan ist der vor, daß bei der Untersuchung der Rohlenzieher nicht strenge Gouverneur getödtet worden, aus Kiew und genug verfahren werde. Das See- Amt vertagte die Verhandlung Warschau werden Massenverhaftungen gemeldet; und bis auf Weiteres und beschloß die Vernehmung des Obernicht blos in Warschau, sondern auch in anderen Theilen Polizeiliches, Gerichtliches zc. maschinisten, der Maschinisten Paul, Christyck und Tesch, des Polens regt es sich unheilverkündend. Wenn ein- Die Giraftammer zu Frantjurt a. M. hat Stohlenziehers Wiegand, des Oberheizers Gerke und womöglich polnischer Aufstand mit einer Boltserhebung im eigentlichen die von der dortigen Polizei im Monat Dezember verfügte des Schiffsarztes." Rußland zusammenträfe, was man in Petersburg Schließung des Vereins zur Vertretung der Arbeiterinnen" und Es empfiehlt sich jedenfalls, daß das Reichsamt des Innern befürchtet, so würde dies voraussichtlich den Zusammen- der Bapierbranche" bestätigt, weil dieselben durch die Sozial- Aufmerksamkeit schenkt und die Reichskommissare mit entsprechendes Vereins zur Wahrung der Interessen der Arbeiterinnen in den Zuständen auf den deutschen Seedampfern seine besondere bruch des Kolosses mit den thönernen Füßen" bedeuten. demofraten ins Leben gerufen worden seien und neben anderen den Instruktionen versieht. Gewiß ist, daß die zielbewußten Feinde des Zarenthums in Zwecken auch politische erstrebt hätten. Die Vorsteherin des Rußland und Kongreßpolen nicht mehr, wie in früheren letzteren Vereins, Frau Hofmann, welche auch im ersteren Beiten, durch nationale" Vorurtheile auseinander gehalten Verein thätig war, wurde wegen Zulaffung politischer Themata Der Streit in der mechanischen Werkstatt von Michaelis in den Vereinsversammlungen zu 50 wt., 9 andere Vorstands- u. Kom p., Berlin, Melchiorstr. 6, dauert unverändert fort. mitglieder zu je 15 M. Geldstrafe verurtheilt. Kollegen! Wundern werdet Ihr Guch, daß wir während der Gegen den Redakteur Braun, dessen Ver- jezigen Geschäftskrisis zu diesem Mittel griffen. Aber es ging urtheilung gestern unter Depeschen" gemeldet wurde, hatte der nicht anders, sollten die opfervollen Errungenschaften vom Generalin O'Neil in Wiesbaden und wegen Aeußerungen über bisherigen Arbeitszeit festzuhalten und nicht eher wieder die Staatsanwalt wegen Majestätsbeleidigung, Beleidigung der Jahre 1890 nicht verloren gehen. Wir sind entschlossen, an der die Begnadigung des Mainzer Leutnants Leyendecker je drei Arbeit aufzunehmen, bis Herr Michaelis nachgegeben hat; denn Wir macht die Sache hier und da den Eindruck, als Monate Gefängniß beantragt. Der Saarbrücker Gerichtshof ging wir Alle stehen auf dem Standpunkt, daß ein Festhalten an der wenn es schließlich zu schweren inneren Unruhen, bezüglich des ersteren Delifts weit über den Antrag des Staats bisher üblichen Arbeitszeit unter allen Umständen erforderlich ist. wenn nicht gar zu Umwälzungen tommen volution werden. Höchst interessant ist eine Korrespondenz der KreuzBeitung" über russische Zustände". Der Verfasser,„ der in Letzter Beit viele Verbindungen mit Rußland hatte und die dortigen Berhältnisse aus eigener Anschauung kennt", spricht sein Urtheil dahin aus: " tönnte." Und das glauben auch wir. Was der Verfasser über die Folgen der Bauern emanzipation jagt, ist zum Theil zutreffend. Er Schreibt: Auch in London ist also die Thätigkeit der Frondeure ver lorene Liebesmih gewejen. anwalts hinaus, indem er auf 6 Monate Gesängniß ertaunte, für die übrigen Strafthaten verurtheilte er den Angeklagten zu aufammen 2 Monaten Gefängniß. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet, die beantragte Entlassung aus der Haft abselehnt. Braun vertheidigte sich selbst. Soziale Lteberlicht. Die liberalen Theoretiker werben ihre weifen Häupter schütteln, wenn ich hier eine Wahrheit ausfpreche, welche auf allen Seiten in Rußland bestätigt wird, daß nämlich die so topflos überstürzte Aufhebung der Leibeigen fchaft eine der wesentlichen Ursachen der Hunger- Ralamität bildet. Früher sammelte der Grundbefizer, der in Rußland an vorige Wode die sozialdemokratischen Abgeordneten die MißMißernten gewöhnt ist, sein Getreide in den besseren Jauren handlungen der Kohlenzieher auf den deutschen Seedampfern zur Dem Reichsamt des Innern zur Beachtung! Als Mechaniker!! 3st erst in einer Werkstatt die zehnstündige Arbeitszeit wieder eingeführt, so wäre es nur eine Frage der Zeit, ob die neun itündige Arbeitszeit in den übrigen Werkstätten unserer Branche noch zu halten sein würde. Kollegen! Wie bei den Personalen aller übrigen Werkstätten, so waren auch bei uns die Verdienstverhältnisse unbefriedigende, denn es tam sogar vor, daß Kollegen sich mit einem Verdienst von 13-15 M. pro Woche begnügen mußten. Ju einer am Montag stattfindenden Versammlung werden wir weiteres Material bekannt geben. Mit kollegialischem Gruß Die ausständigen Kollegen. In Szegedin baben nach einer Mittheilung des Corres die Buchdruckereibefizer den Neunan, um seine Leute durch den Winter auch durch schlechte Sprache brachten, hatte der Vertreter des Reichsamts des Innern, spondenten" Beiten hindurch zu bringen. Ja dies lag jogar in seinem Geheimrath Dr. v. Rottenburg, blos die eine Entschuldigung, it und entag und ein 2ohnminimum von 10 Gulden bea eigenften Intereffe; heute hat er natürlich keinen Grund mehr, daß solche Fälle nur ausnahmsweise vortamen. Dem wurde willigt. Theater. Donnerstag, den 21. Januar. Opernhaus. Titus. Schauspielhaus. Der zerbrochene Krug. Der eingebildete Kranke. Leffing- Theater. Helga. Deutsches Theater. Kollege Crampton. Berliner Theater. Nach Madrid. Residenz- Theater. Madame Mongodin. Vorher: Modebazar Violet. Wallner- Theater. König Krause. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Herr und Frau Doktor. Bellealliance- Theater. 3 Nullerl. Ostend- Theater. König Lear. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplat- Theater. Schwarze Brüder. 9 Feenpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reidshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Konkordia- Palast- Theater. zialitäten- Borstellung. SpeKaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Eiskeller. Theater und Spezialitäten Vorstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Circus Renz. Karlstraße. Donnerstag, den 21. Januar 1892, Abends 7/4 Uhr: I Auf Belgoland oder: Ebbe und Fluth. Große hydrologische AusstattungsPantomime in 2 Abtheilungen init National- Tänzen( 60 Damen), Aufsügen 2c. Ferner Dampfschiff- u. Boot fahrten, Wasserfälle, Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten 2c., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Reuz. Außerdem: Zum 1. Male: Lord und Sohn, höchst komische Reitpiece von mehreren Herren. Contredanse, geritten von Herren. 6 Trakehner Rapphengste, zusammen dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Colmar, geritten von der Schulreiterin Fr. Clotilde Hager. Sisters Lawrence auf dem fliegenden Trapez. Auftreten Der vorzügl. Heitkünstlerinnen und Reitfünstler 2c. Komische Entree etc. Täglich: Auf Helgoland. Sonntag zwei Vorstellungen. Nach mittags 4 Uhr( 1 Kind frei). Auf vielfaches Verlangen: Die Touristen." Abends 71/2 Uhr: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich- Karl- Ufer, Edhe Karlstr. Donnerstag, den 21. Januar 1892: Abends 71/2 Uhr: Grosse Brillant- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Grand Quadrille des Cloches de CorDen Mitgliedern der 487/7 Ethischen Gesellschaft zur Nachricht, daß die Ehefrau unseres Mitgliedes Bernhardt Schunkes Anna Schunke geb. Grunwald am 19. D. Mts. nach schweren Leiden an der Proletarierkrankheit verschieden ist. Die Beerdigung findet Freitag, Nachmittags 2 Uhr, vom Krankenhause Friedrichshain nach dem Zionskirchhof in Weißensee statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allgem. Kranken- n. Sterbekaffe der dentsch. Drechsler und Berufsgen., G. 5. 86 Hamburg, Verwaltungsstelle Berlin A. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Theodor Görsch am 18. Januar an der Lungenschwindsucht verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Januar, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des PetriKirchhofes in der Friedenstraße aus statt. 1058b Die Ortsverwaltung. J. A.: F. Rauch. Kommandantenstr. 77-79. neville mit Glockenspiel- Begleitung, Vereinsabzeichen, Stempel.. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletfänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags Sonntags 25 Pf. u. virung, empf. d. geritten von 6 Damen und 6 Herren. Genossen G. Kleist, Waldemarstr. 48. Parforce- Reiterin Miss Victoria. Bot pourri mit 6 Pferden, Originaldressur Ich muß meine Gesinnungsgenossen aufmerksam machen. bes Serra Ernst Schumann. Mr. auf mein Cigarren- u. Tabakgeschäft Alexander, Saltomortalreiter. Auftreten 1055b Emma Hodgini. Abd- el- Kader, arab. der Szenen- Reiterinnen Miss Adele und Robert Draugelat, Gr. Görschenstr. 31. 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf. Bollbluthengst in der Kampagneschule, Die Maskengarderobe von M. 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Sanitäts- Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts. General- Versammlung 1038b am Sonntag, den 31. d. M., Nachm. 4 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatobftr. 75. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Jahresbericht des Kassirers und des Ausschusses. 3. Wahl des Gesammtvorstandes und des Ausschusses. 4. Verfchiedenes. Der Vorstand. J. A.: P. Hundt. Vereinszimmer, 15 u. 50 Perf. der fass. zu vergeb. Flidt, Simeonstr. 23. Achtung! Maurer! Großer Wiener Masken- Ball 260/7 Filiale Berlin II. des Zentralverbandes der Maurer und verw. Berufsgenossen Deutschlands Splittgerbergaffe 1-2( Wallstraße) am Sonnabend, den 23. Januar 1892, in der Berl. Bockbrauerei 4 Fabrikjäle( feine Tischler) 650 bis 850 Mart auch mit Wohnung. Tücht. Gesanglehrer, der gewillt ist, einen Verein( M. d. 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Oeffentliche Versammlung aller Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend am Freitag, den 22. Januar, Nachmittags 2 Uhr, in Seefeld's Salon, ein. 2 Kegelbahnen, sowie Kleiner Vereinssaal für 150 Personen zu Versammlungen und Vereinssitzungen find noch einige Tage in der Woche zu schiedenes. vergeben. 1916L Otto Klein, Schönleinstr. 6. Achtung Achtung! Ich mache meinen Freunden hiermit bekannt, daß ich am grünen Strand der Spree, Manteuffelstr. 62, Ecke Kottbufer- Ufer, ein Restaurant eröffnet habe.[ 1059b] Eduard Liebisch. Künstliche Zähne 2 Mark. Plomben von 1,50 M. an. Schmerzloses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden 8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, am Oranienb. Thor, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: Otto Thierbach. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Agitationskommission. 4. Ver1. Vortrag: Die Berfegung der bürgerlichen Gesellschaft. Neferent Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einbernfer. 1061b Billets 50 Pfg. Hierzu ladet ergebenst ein Das Komitee. 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Rundgemälde: Entwickelung des Brandenburgisch- Preußischen Staates von der Zeit des Großen Kurfürsten bis zur Gegenwart, dargestellt in bedeutenden historischen Momenten mit den lebensgroßen Portraits aller im Staatswesen, Heer, Verwaltung, Kirche und Schule, Kunst, Wissenschaft, Industrie und Handel hervorragenden Persönlichkeiten. Landschaften und Architektur aus den einzelnen Regierungs- Epochen. Ausgeführt vom Regierungsbaumeister 2. Heim- Berlin und Historien- Maler Philipp Fleischer- München. Besichtigung von 9 Uhr früh bis 11 Uhr Abends. Eintritt bis 25. Januar 2 Mart, vom 26. Januar ab 1 Mart. Montags 2 Mart. Elektrische Beleuchtung, Große Restaurants, Café. Eröffnung: Donnerstag, den 21. Januar. Verantwortlicher Redakteur: Angust Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthftraße 2. 1914L Die Direktion. Hierzu zwei Beilagen 76 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 17. " Donnerstag, den 21. Januar 1892. werden 9. Jahrg. der soll, wird Landess Noch etwas über das Sparen. werden, ſie ſollen in ruffiſchen Anleihen, argentinischen Staats- eingehend besprochen schulden, portugiesischen Bahnen angelegt werden oder gar den Versammlung, der auch die Entscheidung über etwaige S. 290: * Wir werden nicht sagen, Herr Eugen Nichter spricht deutschen Militärfiskus erfreuen. Wird Herr E. Richter dies für Beschlüsse jener Konferenz vorbehalten bleibt, voraufgehen. wissentlich die unwahrheit, wenn er in der Freisinnigen besser halten? August Kaden ersucht nun im Auftrage der Landtagsfraktion Beitung" vom 7. b. M. von der Sozialdemokratischen als die Möglichkeit, alle Menschen zu solchen Sparern, die teine Breßverhältniße einer Aenderung unterworfen werden sollen, Wir, wir Sozialdemokraten, könnten nichts besseres wünschen, die Parteigenoffen derjenigen Reichstags- Wahlkreise, in denen die Agitation gegen das Sparen" spricht, wir führen diese Ort falsche Annahme vielmehr auf eine durch den Haß des Herrn nur für 3-5 Jahre zu verwandeln. Der jähe Zusammenbruch und Tag der Zusammenfunft wird später bekannt gegeben. ,, völlig unnüte" Ausgabe im Sinne des Herrn U. machen, Vorbereitungen zur Beschickung der Konferenz zu treffen. Richter gegen die Sozialdemokraten hervorgerufene Trübung feines der heutigen Wirthschaftsordnung wäre die unmittelbare, unmoralischen Intelleftes zurück, die ihn dahin bringt, Begriffe zu vermeidliche Folge. verwechseln und die Unwahrheit zu sagen, ohne daß er es leber den Parteitag der czechischen Sozialdemokratie eigentlich beabsichtigt. Was hätte die Sozialdemokratie für einen Wörrishofer, der mehr thatsächliches Material in seinem kleinen Bericht, aus dem das folgende von Interesse ist. Nach den MitDem sehr einfichtigen badischen Fabrikinspektor, Herrn bringt die Wiener Arbeiter- Zeitung" jeßt einen ausführlichen Grund, gegen das Sparen zu agitiren? Wer sparen kann, der Wirkungsfreise mit seinen beschränkten Mitteln gesammelt und theilungen der Delegirten springt die Polizei in Böhmen mit den mag sparen. Wahrlich, wir besitzen nicht die Einsichtslosigkeit, veröffentlicht hat, als alle bisherige Professoren- Gelehrsamkeit Arbeitern in unglaublicher Weise um. Jeder Ortsbüttel, jeder anzunehmen, ein fleiner Betrag auf der Sparkasse benehme dem werth ist, dem scheint die erzwungene Sparsamkeit der Gendarm, jeder Bezirkshauptmann hat feine besondere„ GesetzesMenschen so die Einsicht für Wahrheit und Leben, daß er nun die Schäden der heutigen Wirthschaftsordnung nicht mehr über die soziale Lage der Fabritarbeiter in Mannheim auf seine Instruktionen" turz, es herrscht in Böhmen die reine Arbeiter schon jetzt sehr bedenklich. Er sagt in seinem Buche auslegung" d. h. die Gesetze existiren nicht für ihn, er hat einsehen und begreifen tönnte. Wenn Herr Eugen Richter darauf Werth legt, geben wir ihm sogar zu, daß Willkür. Die jüngeren Parteigenossen wünschen deshalb eine für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen zuweilen die " Zum Schluffe muß noch auf einen Umstand aufmerksam ge- schneidigere" Tattit, die aber dem übermächtigen Gegner gerade Möglichkeit vorhanden ist, noch mehr zu sparen, als sie es macht werden, welcher von einer über die Arbeiterbudgets als erst recht in den Kram passen würde. Im vergangenen Jahre heute ab und zu schon thun. Warum soll nicht eine Mätherin, solche hinausgehenden Bedeutung ist. Es ist die thatsächlich standen 93 Parteigenoffen in Untersuchung; 42 wurden verdie Anschluß an eine Familie hat, dadurch sich also in besonders geringe Kauftraft der Arbeiter für Industrie- urtheilt, ausgewiesen aus Böhmen sind 3 Genoffen. Trotz aller günftiger Lage befindet, die dabei die Neigung befißt, ihre Ge- fapitalistischen. D. R.) Maßstabe gemessen, als gute erscheinen. 27 neue Vereine wurden gegründet, 2 neue Fachzeitungen( bie produkte, auch wo die Einnahmen an dem üblichen Widerwärtigkeiten geht jedoch die Bewegung flott vorwärts. sundheit durch Entbehrungen zu schädigen und ihre äußere Er: Es soll hier nicht auf die Frage näher eingegangen werden, ob Bergarbeiter" und die Müller- Zeitung") herausgegeben. Der scheinung zu vernachlässigen, auch bei sehr mäßigem Einkommen, die bier in Betracht kommenden Einnahmen besonders der ver- Fachverein der Textilarbeiter für Mähren blüht empor, bis jetzt das eigentlich ein Leben ohne Darben schon dann nicht gestattet, heiratheten Arbeiter sie befähigen, mehr als geschieht, als Käufer hat er schon 16 Filialen errichten können. In Brünn wurde ein Bierwenn es vollauf für die nothwendigsten Lebensbedürfnisse ver- an Industrieprodukten aufzutreten. Jedenfalls ist es von großer bontott erfolgreich durchgeführt. Für die Handlungsweise der Polizei wendet wird, noch einige Groschen in die Spartasse legen können? an Ge giebt ohne Zweifel Spargenies, Personen mit einem Bedeutung, daß der für die nationale Volkswirthschaft täglich find folgende spezielle Vorkommnisse charakteristisch. In Mährischwichtiger werdende Stand der Arbeiter nur sehr ausgebildeten Sinne für Geldbesitz, die den Genuß am in sehr be- Ostrau wurde der 1200 Mitglieder zählende Arbeiterverein wegen Geldbesiz allen anderen Genüssen vorziehen und, um diesen scheidenem Maße zur Beschäftigung der Industrie beiträgt." irgend einer Bagatelle aufgelöst und das Vermögen des Vereins Also sehr unparteiische und sehr einsichtige Männer halten( 800 Gulden) sowie dessen 900 Bände zählende Bibliothek kons Genuß zu befriedigen, alle andern Rücksichten opfern. Man die Ausgaben der Arbeiter, die sie machen können, schon heut fiszirt; 300 der tüchtigsten Genossen verloren die Arbeit infolge rühmt gewöhnlich diese Art Menschen nicht besonders, man nennt für gefährlich niedrig, Herr Richter will diese Ausgaven, von Maßregelung. Die mährische Statthalterei weist eingereichte fie Geiztragen und den Geiz nennt man mit Recht ein die doch immer der Induſtrie zu Nutze kommen, weil sie Ver- Statuten sicherlich zwei bis dreimal zurück; bei der dritten Laster. Wenn uns also Herr Eugen Richter ein ganzes Hundert, ja brauch darstellen, noch um 2--300 Millionen in Deutschland Burückweisung pflegt man das zu beanstanden, was bei der ersten jährlich vermindern. mehrere Hundert solcher Geiztragen vorführen würde, so würden und zweiten Eingabe unbeanstandet geblieben war. Die Zeitung wir ihm noch ein Exemplar aus der eigenen Bekanntschaft drauf wohl nügt also das Sparen nichts, sondern es schädigt daffelbe. 16 mal tonfiszirt. Die Statuten eines czechisch- polnischen Vereins Wir denken, das ist doch nicht vernünftig. Dem Gemein- Delnické Listy" in Wien wurde bei 24 erschienenen Nummern geben, das sich vielleicht gut zu seiner sparsamen Puzmacherin Go lange die Sparsucht der Geizfragen auf einzelne wenige Per- für Wien sind schon zweimal zurückgewiesen worden, trotzdem sie oder Nätherin gesellen würde. fonen sich erstreckt, ist sie freilich vngefährlich. Des Herrn ganz genau so ausgearbeitet waren, wie die Statuten eines in Richter's Nätherin und unser Kanonier sind zu schwach allein, Wien schon bestehenden politischen Vereins. Ein Bezirkshauptdie Gesellschaft zu schädigen, aber sie schädigen doch sich selbst. mann im Böhmer Walde verbot eine für Sonntags geplante daß sie geradezu den Körper und dessen Gesundheit verwüstet, felbe vom Kirchenbesuch abgehalten werden. Dem in Prag be Selbst dann, wenn die Ersparniß sich nicht soweit erstreckt, Versammlung mit der Begründung, die Leute könnten durch diewenn sie nur wirklich alle unnüßen" Ausgaben. d. h. alle stehenden Politischen Arbeiterflub für Böhmen wurden von 80 Ausgaben, die über das nächste thierische Bedürinis hinausgehen, angezeigten Versammlungen 60 verboten. In Prag wies man dex für vermeidlich hält, alle Zierden des Lebens zur Verschwendung Metallarbeitern Statuten zurück, die den Tischlern bestätigt worden von waren. Als beim Spinnerstreit in Jserthal die Arbeiter tapfer sperren und machte so dem Streif ein Ende. Der Rakonizer Bezirkshauptmann droht den Wirthen mit Ronzessionsentziehung, wenn sie Arbeiterblätter abonniren. und in ihren Lokalen auflegen. In Zuzna ist es vorgekommen, daß die Polizei eine Versammlung auflöste und den sich auf das Gesetz berufenden Arbeitern zurief: Ihr habt Euere Gefeße, wir haben unsere Instruktionen". Kurz, die Vergewaltigung der Arbeiterbewegung in Böhmen ist heute noch dieselbe wie unter dem Ausnahme Also unnüße Ausgo ben" fördern den Zusammen- gefeß. Polizisten, Pfaffen und Fabrikanten gehen dabei Hand in bang der Familie. Das ist ohne Zweifel richtig. Die Richtersche Hand. Der Punkt Organisation und Tattit" gab Anlaß zu Sparsamkeit zerstört jedes sittliche Gefühl. An einem anderen einer regen Debatte, in welcher die Anhänger der schärferen Orte hebt Herr W. ausdrücklich die sittliche Wirkung des be- Tonart" vergeblich für lettere Propaganda machten. Der scheidenen Luxus hervor, den die Arbeiterinnen treiben. All Parteitag behielt die bisherige Taktik bei und erklärte ferner, diese kleinen Bierden des Lebens, die oft eine sehr mühselige daß die czechoslavische Sozialdemokratie unentwegt auf dem Gristenz nicht nur erträglich machen, sondern geradezu veredelu, Boden des Hainfelder Programms steht. Das bisher in Prag die soll das Bewußtsein ersetzen, ein Sparkassenbuch zu haben. erschienene Blatt Heslo" verlegte der Parteitag nach Bilsen; Alio das Sparen, von einer Mehrzahl des Volfes geübt, betreffs einer Streitfache gegen den Herausgeber des Ersten zerstört die Industrie und behindert die Entwickelung der höheren Mai", Körber, wurde ein Schiedsgericht eingesetzt, das den Menschlichkeit beim Einzelnen. Ausschluß Körber's aussprach, weil er das in ihn gesetzte Ver trauen mißbraucht habe. Den Wortlaut der Beschlüsse des Parteitages kann unser Wiener Bruderorgan erst in einer späteren Nummer mittheilen. Soweit erforderlich, werden sie im Vorwärts" dann veröffentlicht werden. Es war zu unserer Dienstzeit im Militär, da lernten wir einen masurischen Kanonier tennen, einen Menschen, durchaus nach dem Sinne des Herrn Eugen Richter. Er sparte von dem Traktamente des Soldaten in nicht sehr langer Zeit einige Thaler vor die Front treten und fragte ihn:„ Aber Salomon, fagen Sie mir, wovon leben Sie denn, was essen Sie eigentlich" " Ne Bisten Milt, a Bisken Ering, Err Auptmann!" eritempelt, er fönnen wir von dem fein beobachtenden Herrn aushielten, ließ die Bezirkshauptmannschaft 10„ Rädelsführer" einwiderte der biedere Masure. So!" fuhr ihn der Hauptmann an, deshalb sind Sie also der schlappste und sch muzigste Wörrishofer lernen. In seinem genannten Worte bedanert er es, Kanonier der Batterie! Das wollen wir ändern. Der Feldwebel daß niemals bei eingehenden Erörterungen über die Ausgaben wird für Sie in einem Speisehause abonniren, und Sie werden der Arbeiter darauf hingewiesen wurde, daß den Kindern und da regelmäßig zu Mittag essen. Ich kann solchen verhungerten den anderen Hausangehörigen an Weihnachten oder bei sonstigen Schmusfinken nicht in der Batterie gebrauchen." Veranlassungen eine befcheidene Freude gemacht werde, oder daß Nehmen Sie den Mann, Herr Richter, geben Sie ihn Ihrer für ähnliche Veranlassungen, welche den inneren Zusam Nätherin, es wird ein würdiges Paar werden. menhang der Familie so sehr fördern, mäßige Aujwendungen gemacht werden. Es kommt nicht darauf an, zu beweisen, daß hier oder da eine Anzahl Personen vorhanden ist, die wirklich sich bei ungenügendem Lohn noch Geld sparen, sondern es ist nothwendig, zu beweisen, daß fie dies ohne Schaden für ihre förperliche Gesundheit und für ihre Sittlichkeit auch thun können. Ja wir wollen noch weiter gehen. Wir wollen zugeben, und es ist thatsächlich so, daß in manchen Gewerbezweigen unverheirathete Arbeiter einen Lohn erhalten, von dem sie einigermaßen auskömmlich leben und vielleicht auch etwas erübrigen können. Ob sie diesen Lohn gerade als jugendliche Arbeiter erhalten, oder in einem Alter, indem sie, obgleich sie unverheirathet find, nicht mehr als jugendliche Arbeiter bezeichnet werden können, wollen wir dahingestellt sein lassen. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Um das Sparen aber als Mittel gegen die Sozial Nach den neuerdings veröffentlichten Entschädigungssägen für demokratie zu betrachten, da muß man die schnurrige Ansicht die Naturalverpflegung der Soldaten ist der Betrag, der für die haben, daß der Besitz eines goldenen Kettchens ein Wall gegen Betöftigung eines erwachsenen Menschen erforderlich ist, auf die heranbrausende Fluth des wirthschaftlichen Kraches ist, der, eine Mart für den Tag festgestellt. Es stimmt das indem er das Kapital im Großen schlägt, auch die kleinen Sparmit dem, was der Fabrikinspektor Mörrishofer bet der pfennige nicht verschont. Alltäglich lesen wir in den Zeitungen, Untersuchung der sozialen Lage der Fabritarbeiter in baß wieder eine große Bahl kleiner Leute" ihre& r-- Den Begriff öffentliche Angelegen Mannheim auffindet. Er findet, daß für die Bekösti sparnisse bei dem und dem Konkurs, bei der und der Unter- heiten" hat die fönigliche Regierung von Mittel gung in der Familie, die ohne Zweifel erheblich schlagung verloren haben. Alle diese Betroffenen sind heute franten unter Aufhebung der vom Erlanger Magistrat billiger ist, als die, welche sich eine ledige Person in derselben schon in der Lage, in welche die arme Besizerin des Kettchens ausgesprochenen Schließung der dortigen Filiale des TextilGüte beschaffen fann, wenn die Ernährung auch nur annähernd vielleicht im 3utunfsstaate tommen tann, sie werden von arbeiterverbandes folgendermaßen definirt: an die Normalernährung heranreicht, täglich 60 bis 77 Pfennige der Vorzüglichkeit der heutigen Wirthschaftsordnung klar und In Art. 14 des Gesetzes sind als politische Vereine dies für die erwachsene Person nöthig sind. fühlbar genug belehrt. Je mehr diese Ordnung sich entwickelt, jenigen bezeichnet, deren Zweck sich auf öffentliche AngelegenDie Auslagen für die übrigen Bedürfnisse stellen sich bei desto häufiger werden die wirthschaftlichen Ratastrophen, desto heiten bezieht. Deffentliche Angelegenheiten sind aber solche, annähernd angemessener und genügender Befriedigung ebenso mehr Grsparnisse" werden vernichtet, desto besser prägt welche sich auf die Verfassung, Gesetzgebung und Verwaltung des hoch. Also gehört für die Erhaltung des Lebens einer ledigen fich die Schädlichkeit der heutigen Ordnung auch den Sparern Staats beziehen, solche, bei welchen das hoheitliche Interesse des erwachsenen Person ein Einkommen von 2 M., wenn wir städtische ein. Sie können heute schon kaum ruhig schlafen. Was braucht Staates in Frage fommt. Verhältnisse einer Großstadt oder Mittelstadt als Maß annehmen. da die Sozialdemokratie gegen das Sparen zu agitiven? Gie Wer weniger einnimmt, der darbt. Macht er dabei noch Er zeigt nur seine Nutzlosigkeit und Aussichtslosigkeit, hindert aber sparnisse, so verwüstet er aus Geiz seine Gesundheit, vernach- Niemanden am Sparen. läffigt seine Kleidung, verlumpt. Das andere besorgt die heutige Ordnung selbst ohne unser Erst ein lediger Arbeiter, der im jährlichen Durchzuthun. fchnitt mehr als 2 M. auf den Tag verdient, könnte also, Mögen die Spar- Apostel nur weiter noch hier und da eine gegeben, als sich ein Verein innerhalb der durch§ 152 wenn er sich auf die Befriedigung der lediglich animalischen Be- hungernde und darbende Arbeiterin, einen hungernden und dardürfnisse, die er mit jedem Pferd und Ochsen gemein hat, be- benden Arbeiter zum stärkern Hungern und Darben der Erspar schränkt, an Sparen denken, ohne dabei seine Gesundheit zu nisse wegen befehren, uns ist es sehr gleichgiltig, wir wollen sie Schädigen. nicht hindern. Helfen werden sie damit den Arbeitern gerade Es fragt sich nur, ob ein solcher Zustand, in welchem die ebenso schön, wie die Spar- und Konsumvereinsmeierei dem Mehrzahl der jugendlichen und unverheiratheten Arbeiter sich auf Kleinhandwerke geholfen hat, nämlich garnicht. die nothwendigsten Lebensbedürfnisse beschränkt, für die Gesellschaft und für die Arbeiter selbst wünschenswerth sein möchte. Ein von Herrn E. Richter angezogener Prof. Umpfenbach, der ein Buch über„ Altersversorgung und Sozialis: mus" im Jahre 1883 geschrieben haben soll, will gefunden haben, daß 2-300 Millionen Mark in Deutschland jähr lich von jungen Arbeitern und Arbeiterinnen völlig unnüt verschwendet werden. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Es muß demnach bei Erörterung von Vereinsangelegenheiten das staatliche Gebiet berührt werden, es müssen die Organe und die Thätigkeit des Staates in Anspruch genommen werden, wenn öffentliche Angelegenheiten in Frage stehen sollen. Diese Voraussetzungen sind aber insolange nicht der Gewerbe- Ordnung gezogenen Grenzen mit der Förderung konkreter Fälle begnügt und das Gebiet des gewerblichen Lebens nicht verläßt. Die Beschäftigung mit der Streitbewegung oder dem Arbeitsnachweis, die Regelung der Arbeitszeit, Abschaffung der Sonn- und Feiertagsarbeit, der Ueberstundenarbeit u. f. w. kann deshalb an und für sich nicht für ausreichend erachtet werden, eine gewerkschaftliche Ver einigung als einen politischen Verein zu erklären, sofern nicht dabei eine allgemeine Verbesserung der wirthschaftlichen Lage der Arbeiter im Wege der Gesezgebung oder mit Aenderung der bestehenden Staatsverwaltung an gestrebt wird. Erst wenn solche auf eine Aenderung der be stehenden Gesetzgebung, der Verfassung oder Verwaltung des Staates gerichtete Bestrebungen eines Vereins zu Tage treten, erst dann ist derselbe als ein politischer zu erklären. Leider theilt Herr E. Richter nicht gleichzeitig die Beob Betheiligung an den Gemeindewahlen beschlossen die achtungen mit, durch welche der Herr U. zu seinen Angaben ge Sozialdemokraten Giebichensteins u. A. mit der Motitommen ist. Wir tönnen sie also nicht fontrolliren und auch virung, nicht wissen, was Herr U. oder Herr E. Richter für„ völlig daß durch die Landgemeinde- Ordnung für die sechs östlichen unnüße Verschwendung" hält. Jedenfalls sind aber Provinzen vom 3. Juli 1891 eine Betheiligung an der Wahl doch für 2-800 Millionen Mart Waaren, oder Erzeugnisse der Gemeindevertreter auch den Nichtangesessenen, mit einem nun zunächst die Sagungen der Filiale betrifft, so find irgend welcher welcher menschlichen Thätigkeit, Fahrkosten für Jahreseinkommen von über 660 M., möglich geworden ist; Landpartien, Kaffee, Bier, Schnaps, Fleisch, Kuchen, in fernerer Erwägung, daß es Pflicht der Arbeiter, überall Kleiderstoffe, Beuge, Schuhe, Bigarren, Hüte u. f. w., die und bei jeder sich bietenden Gelegenheit von den ihnen zustehenHerr u. für unnöthig hielt, gekauft und konsumirt den, gefeßlich garantirten Rechten Gebrauch zu machen, daß fie worden. Daß irgend einer dieser Verschivender das Geld fort verpflichtet sind, das ihnen durch die Wahl eventueller Vertreter geworfen habe, ist doch nicht anzunehmen. Berspielt wird in in den Gemeinderath erwachsene Berathungsrecht in Anspruch Arbeiterkreisen auch kein erheblicher Betrag. Nun wollen wir zu nehmen, um eine wirkliche Vertretung ihrer Interessen zu annehmen, diese 2-300 Millionen jährlich sind erspart, sie gehen ermöglichen. durch den Tresor der Sparkassen und werden wieder zu einer Reihe von Fabriken, die mehr solche Erzeugnisse herstellen, wie Zur Regelung der Presverhältnisse und sonstiger diejenigen find, an welchen dies Geld erspart ist. wichtiger Angelegenheiten der sächsischen Sozialbemo Meint Herr E. Richter, daß die Industrie in Deutschland tratie hat die Landtags- Fraktion einstimmig die Abhaltung einen Ausfall von 2-300 mill. Gebrauch jährlich bei Vergrößerung einer Landesversammlung der Sozialdemokraten Sachsens be Der Herstellungsmittel, des Kapitals, vertragen fann? Gut. fchloffen. Dieselbe soll zu Ostern stattfinden. Eine Konferenz, Die 2-300 Millionen sollen nicht in neue Fabriken umgefeßt in welcher die Regelung der Preßverhältnisse besonders Dabei ist es völlig gleichgiltig, ob diese Bestrebungen in den Vereinsstatuten ihren formalen Untergrund haben, oder ob sie in der Thätigkeit des Vereins nach Außen, in den Vereinsversammlungen und dergleichen ihren Ausdruck finden. Was folche mit jenen des Verbandes selbst identisch. Nach§ 1 dieser Saßungen besteht aber der Vereinszweck darin, daß durch eine Vereinigung aller in der Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nach Maßgabe des§ 152 der Gewerbe- Ordnung möglichst günstige Arbeitsbedingungen erzielt werden sollen. Damit hat sich aber der Verband und die demselben angehörige Filiale Erlangen von Anfang an auf den Boden des Gesetzes gestellt und um seinen Charakter als eines nicht politischen Vereins noch bestimmter hervortreten zu lassen, noch ausdrücklich hinzugefügt, daß Erörterungen politischer und religiöser Fragen ausgeschlossen sind. In§ 2 des Verbandsstatuts sind sodann als Mittel zur Förderung des Vereinszweckes bezeichnet: a) eine geregelte, der modernen Technik entsprechend verkürzte Arbeitszeit; b) Abschaffung der Sonn- und Feiertags, sowie der Ueberfiundenarbeit; c) Bornahme statistischer Ermittelungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse; d) Regelung des Verkehrsand Herbergswesens, sowie des Arbeitsnachweises; e) Anstrebung gleicher Löhne für gleiche Leistungen; f) Reiseunterstützung; g) Unentgeltlicher Rechtsschutz bei gewerblichen Streitigkeiten. " 11 Alle selben Branchen durch ihre Delegirten zu übermitteln. als einzige politische Organisation eine reiche anderen sonst angebotenen Listen sind zurückzuweisen. Fülle von hohen parteipolitischen Aufgaben zu erfüllen 2. Nach beendigten Streifs sind die verbleibenden Gelder von hätten. Viele Angelegenheiten könnten, der Erfahrung zufolge, den Delegirten der Kontrollkommission zu späteren Streits fachgemäß, objektiv und leidenschaftslos allein unter den Genossen 311 referviren. Alle diese Mittel zur Förderung des Vereinszweckes fallen, Ueber diejenigen Gelder, welche die in den Wahlvereinen erledigt werden. Sämmtliche Diskussions soweit sie nicht, wie jene unter lit. d und f zur Erleichterung ftreifende Branche selbst zusammengebracht hat, hat diese theilnehmer sprechen im Wesentlichen im Sinne des Referenten, des besseren Fortkommens der Verbandsmitglieder dienen, unter das Verfügungsrecht, jedoch ist eine Kontrolle zuzulaffen." der in einem Schl ßwort seine Anschauungen noch einmal furg den Gesichtspunkt der den Arbeitern nach§ 152 der R.-G.-O. zusammenfaßte. Genosse Glode schlug straffere Organisation In Offenbach stehen die Schuhmacher wegen Ein- der Wahlvereine durch Bezirks ührer und Vertrauensleute vor. eingeräumten Koalitionsfreiheit und betreffen somit durchwegs führung einer neuen Fabrikordnung mit den Fabrikanten in Genoffe Flatow tadelte unter lebhaftem Beifall das Unwesen immer gewerbliche Angelegenheiten der Arbeiter; diefelben Unterhandlung und ersuchen deshalb um vorläufige Fernhaltung der Zersplitterung der gesinnungstreuen Genossen in tausend fönnen und sollen nach§ 1 des Statuts erreicht werden auf des Zuzugs. Grund des§ 152 der R.-G.-D., ohne daß eine Renderung der Spezialvereine, Vereinchen, Klubs und Klubchen. Dies und Eine dreimonatliche Betriebseinschränkung von 20 bis müsse aufhören dem Gefühl der engen Bu Gesetzgebung oder eine Aenderung der bestehenden Staats: 25 pet. der bisherigen Produktion haben die süddeutsch en fammengehörigkeit im großen und verwaltungsgrundsäße eintritt. allgemeinen Wahl einem von dem hoheitlichen Interesse des Stantes beherrschten sucht gewesenen Versammlung zu Augsburg beschlossen. Sie liegen also auch nicht auf Baumwollspinner und-Weber in einer zahlreich be- verein Play machen. Auch intelligente Arbeiter seien im Stande, Gebiete. So lange sich aber die Verbandsfiliale innerhalb dieser einen Vortrag zu halten, der Hand und Fuß habe, es brauche fazungsmäßigen Grenzen hält und auf das Gebiet der Gesetz gegenseitige Kontrolle, für alle Kontraventionen sind beträchtliche unter Verschiedenem beschlossen worden, die Hutmacher- KontrollDie betreffenden Etablissements stellen sich freiwillig unter nicht immer ein Doktor oder ein Journalist zu sein. Nachdem gebung und der Staatsverwaltung nicht hinübergreift, so lange Bußen sicher gestellt. Die übrigen deutschen Spinner- und Weber- marte zu beachten, ferner der Streik in Friedrichshagen besprochen kann dieselbe auch nicht als politischer Verein betrachtet werden." Vereinigungen werden zum Beitritt eingeladen. Nachdem auch worden war, fand folgende Resolution einstimmige Annahme: -Aus Spremberg. Der Vorstand des Allgemeinen elfäffische Delegirte sich bei der Verhandlungen betheiligt haben," Die heute in Joel's Saal tagende Generalversammlung des Arbeitervereins und der Rittergutsbefizer Dr. Röder auf ist gegründete Aussicht, daß sich auch die Reichsländischen mit sozialdemokratischen Wahlvereins für den 4. Berliner ReichstagsWadelsdorf hatten sich am 18. Januar vor der Schöffengericht den anderen deutschen Verbänden den getroffenen Vereinbarungen Wahlkreis ist mit den Ausführungen und Dorlegungen des Refe wegen Uebertretung der Oberpräsidialordnung vom 11. De anschließen werden. zember 1879 zu verantworten. Der§ 4 Abs. II, auf welchen renten voll und ganz zufrieden; sie erkennt auch die Nothwendig hin die Berurtheilung erfolgte, lautet u. A.: Lustbarkeiten, schränkung der Produktion den Marktwerth der Waare zu ist, sich dem Wahlverein anzuschließen, weil daselbst jedes MitIm Interesse der Unternehmer liegt es natürlich, durch Ein- feit an, daß es Pflicht eines jeden sozialdemokratischen Wählers welche von Privaten oder sogenannten geschlossenen Gesellschaften steigern. Durch ersteres verlegen sie aber das Interesse der Ar- glied sowohl wissenschaftliche wie politische Aufklärung erhält, in Gasthäusern oder privat veranstaltet werden, bedürfen eben- beiter, die bei eingeschränkter Produktion weniger oder nichts und da die geistige Ausbildung des Proletariats von höchster falls der polizeilichen Genehmigung, wenn diese Gesellschaften verdienen. Sier wird die zwischen Kapital und Arbeit bestehende Bedeutung ist, verpflichtet sich die heutige Versammlung, mit ausschließlich oder hauptsächlich zum Zwecke der Veranstaltung Kluft wieder einmal aufs deutlichste sichtbar. Trozdem giebt es aller Kraft für den Wahlverein des 4. Berliner Reichstagssolcher Luftbarkeiten zusammengetreten sind u. f. w. Verfolgen leider noch Arbeiter genug, welche dem Schwindel Glauben Wahlkreises zu agitiren, damit er groß und stark wird." dagegen Private oder geschlossene Gesellschaften hauptsächlich schenken, es bestehe zwischen Unternehmer und Arbeiter Harmonie andere Zwecke, so bedarf es bei gelegentlichen Lustbarkeiten der Intereffen. Mit dreifachem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Derselben für ihre Versammlung. Mitglieder und etwaige Gäste nur einer vorherigen Anzeige bei der Polizeibehörde Zum Nothstand. Im Marienhospital zu Münster In der öffentlichen Versammlung der Zimmerer am und teiner Erlaubniß derselben, e3 sei denn, daß werden täglich 1100 Portionen Mittagessen an die Familien- Sonntag gab der Kassirer der Lohnkommission die Abrechnung nicht blos von den Mitgliedern, sondern auch von den Gästen angehörigen der Arbeitsloser vertheilt. Da für diesen Zweck aber vom leßten Vierteljahr, wonach die Einnahme 545,50 M. oder ein besonderes Eintrittsgeld oder Tanzgeld erhoben wird." Der die freiwilligen Geldunterstügungen zu spärlich fließen, so wird zusammen mit dem zu Anfang des Quartals vorhandenen Thatbestand ist in Kürze folgender: Dr. Röder hatte im Monat man wie der Münster Anzeiger" berichtet diese Spenden Bestande von 361,72 m. 907,22 M. betragen hat. Die Ausgabe, September v. 3. ein Schreiben an den Vorsitzenden des All- wohl einstellen müssen. Das würde nur die Meinung der So- in der sich u. a. 350 M. für die Buchdrucker befinden, erreichte gemeinen Arbeitervereins gerichtet, in welchem er den Berein sialdemokratie bestätigen, daß vnter den befizenden Klassen die die Höhe von 723,51 M., so daß am Schlusse des Vierteljahres refp. die Mitglieder desselben einlud, ihn auf seiner Besißung in christliche Charitas", von der man so viel Aufhebens macht, ein Bestand von 183,71 m. verblieben ist. Dem Kassirer wurde Wadelsdorf zu besuchen. Für Bier und Kaffee werde er sorgen. nur in unbedeutendem Maße vorhanden ist. Herrschte sie in Decharge ertheilt. Herr Lehmann bemängelte bei diesem Punkte, Diese Einladung wurde vom Vorstande und später auch in einer Wirklichkeit, so würde es einen Nothstand nicht geben können, daß die Vertrauensleute für eine verhältnismäßig sehr große Mitgliederversammlung von den Mitgliedern angenommen. Der denn dann hätte sich das deutsche Unternehmerthum längst zu Bahl von Marken noch nicht das Geld an die Kaffe abgeliefert Borsigende inferirte infolge dessen im Spremberger Anzeiger" dem Gedanken aufgefchwungen, die Arbeitszeit gemäß ter Bahl haben. Unter Verschiedenem" besprach Her Lehmann furz einen Ausflug nach Wadelsdorf unter Hinweis auf die Gin- der Unrefchäftigten in jeder Branche zu verkürzen, um denselben das vom Magiftrat ausgearbeitete Ortsftatut für die Gewerbeladung resp. Bewirthung des Genossen Röder. Eine große An- Brot zu verschaffen. Aus Gelenau( Sachsen) meldet der Schiedsgerichte und bemerkte, im Allgemeinen habe sich der zahl Mitglieder mit Weib und Kind war erschienen und Alles Chemiger Beobachter": In einer hiesigen Volksschule Magistrat darin ja an das Gesetz halten müssen, wo verlief in schönster Harmonie. Doch der Wächter des Gesetzes sprach ein Knabe zu seinem Leurer:„ Herr Lehrer, seien er es aber in feiner Hand hatte, habe er die hatte gefunden, daß hier eine Uebertretung der Ober- Präsidial- Sie so gut und geben Sie mir etwas zu essen, wir Rechte der Arbeiter beschnitten. So soll z. B. die Verordnung, wie oben gesagt, vorliege und das Schöffen haben kein Brot im Hause." Der Lehrer holte darauf Wahl der Vertreter ebenso wie bei der Stadtverordneten gericht trat im Wesentlichen der Auffassung des Amts- ein wenig Essen herbei, von welchem das noch in der wahl geschehen, es soll also die Anzahl er zu Wählenden auf anwalts bei. Nur Dr. Röder wurde freigesprochen, da Schule anwesende Schwesterchen auch etwas erhielt. Das ist die einzelnen Bezirke der Stadt vertheilt werden. Redner empfahl gegen der Gesammtvorstand( 9 Personen) mit je 8 Mart nur ein einzelner Fall, der durch Zufall an die Deffentlichkeit statt dessen die Listenwahl, wobei jeder Wähler einen Zettel mit und die Kosten des Verfahrens bestraft. Gegen dieses Erkenntniß bringt, es giebt aber noch unendlich viele Familien, in denen so vielen Namen abgiebt, als überhaupt Vertreter in Berlin zu haben sämmtliche Verurtheilte Berufung eingelegt. der Hunger ein ständiger Gast ist. Unser Armenhaus ist gegen wählen sind. Ferner empfahl Redner, danach zu streben, daß die Ueber einen Meineid Prozeß berichtet der wärtig schon vollgepfropft und wird in nächster Zeit noch voller Wahl an einem Sonntage vorgenommen wird, und die SchiedsStettiner Voltsbote":" Bei der Reichstags- Wahl am 20. Fe- werden, wenn sich diese Zustände nicht bald ändern. Trotzdem richter als Diäten nicht 4, sondern 6 M. erhalten, denn da sie bruar 1890 war der Kahnknecht Dobberke in Jafenis, der für treten aber unsere" Ordnungsfäulen" mit Forderungen an Morgens zeitig den Sonntagsstaat anziehen müssen und die den sozialdemokratischen Kandidaten Alwin Rörsten agitirte, aus die Gemeinde heran, welchen dieselbe unter den heutigen Ver- Sigung bis zum Nachmittage dauert, so geht ein voller Arbeitsdem Wahllokal gewiesen worden. Dobberke war nicht gutwillig hältnissen unmöglich nachkommen fann." tag verloren. Nach kurzer Diskussion wurde eine Resolution an gegangen und sollte bei dieser Gelegenheit dem Arbeiter Theelfe genommen, in welcher die Stadtverordneten Versammlung auf einen Messerstich versetzt haben, wodurch derselbe drei Wochen Das Breslaner Gewerkschaftskartell hielt dieser Tage gefordert wird, das Drtsstatut, wie vorstehend ausgeführt, bettlägerig gewesen sein wollte. So hatte Theelle beschworen. feine erste ordentliche Mitgliederversammlung ab. Es waren abzuändern. Herr Leonhard beschwert sich sodann über einen Dobberke wurde darauf, nachdem er drei Monate in Unter- 22 Gewerkschaften durch 43 Delegirte vertreten. Be: Vertrauensmann, Den er vier Mal vergebens aufgesucht suchungshaft gefeffen, noch zu anderthalb Jahren Gefängniß ver- schloffen wurde u. A., bei den Saalinhabern Umfrage zu habe, um ihm Geld für Marken zu überbringen. urtheilt. Wegen der Höhe der Strafe erregte das Urtheil halten, ob sie ihre Lokalitäten zu öffentlichen Arbeiterversammlungen Der Vorsitzende Herr Obst und einzelne andere Redner großes Aufsehen. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, daß zur Verfügung stellen wollen, ferner die Arbeiter auszu- mißbilligen diese Lässigkeit des betreffenden VertrauensTheelte, der übrigens mehrere Male, darunter mit Buchthaus, fordern, fortlaufende Notizen über ihre wirthschaftliche Lage zu mannes. Da sich kein Geld ohne Agitation zusammenbringen bereits bestraft ist, gar nicht drei Wochen, sondern nur einige machen, endlich die resp. Gewerkschaften zu erfuchen, in ihren läßt, Diejenigen aber, welche auf den einzelnen Blägen die Tage arbeitsunfähig gewesen war; derfelbe wurde daher des nächsten Versammlungen den Werth der Statistik auf die Tages- Agitation betreiben, leicht gemaßregelt werden, beschließt die Verwiffentlichen Meineids angeklagt. Die Geschworenen erachteten ordnung zu sehen, damit zu Beginn des Frühlings der Boden sammlung, solche Gemaßregelten zu unterstüßen. Die Höhe der ihn nur des fahrlässigen Meineids für schuldig, worauf er zu vorbereitet ist zur Erhebung einer Statistit, welche das Gewerk- Unterſtüßung setzt in jedem Falle die Lohnkommission fest. sechs Monaten Gefängniß verurtheilt wurde." schafts- Kartell aufzunehmen gedenkt. An Stelle des nicht erschienenen Referenten ging Herr Leh Auf den fiskalischen Silbergruben in Freiberg soll zu Kartells ein. Dasselbe bestehe, so führte er aus, noch nicht mann mit einigen Worten auf den Nußen des Bauarbeiters Neujahr der Gedingelohn bis 12 Prozent und der Lohn für die ein volles halbes Jahr und habe bereits 1800 M. Streif Weil- oder Nebenarbeit bis zu 33 Prozent gekürzt worden sein. unterstüßung gezahlt; außerdem haben noch die einzelnen Ges Bei der beliebten Manier vieler deutscher Staatsbetriebs- Ver- werkschaften größere Summen vergeben, z. B. die Maurer waltungen, Ersparnisse nach unten hin vorzunehmen, ist die 3000. Die Zimmerer haben zwar beschlossen, sich dem Nachricht jedenfalls nicht unwahrscheinlich. Kartell anzuschließen, aber ihre Betheiligung bisher so gut wie Neuer Rohlenring. Wie die„ Rheinisch- Westfälische Ztg." gar nicht bethätigt. Herr Kann beantragte, dem Kartell 50 M. meldet, wurde am 16. Januar der notarielle Aft über die Ver- zu überweisen. Herr Lehmann bemerkte noch, wenn man bedente, vollzogen, kaufsvereinigung von Zechen im Oberbergamtsbezirk Dortmund daß die Generalfommission in Hamburg bisher 220 000 m. fi 30 Millionen Tonnen Kohlen Jahresförderung Deutschland bewilligt habe, so müsse man doch für das Bau Der Gemeinschaft treten Bechen mit insgesammt Hamburg und Umgegend und nur 18 000 m. für das übrige bei, außerhalb der Vereinigung bleiben noch Zechen mit ins arbeiter- Kartell eintreten. gesammt 6 Millionen Tonnen Förderung. Es wurde dann eine Resolution an genommen, in welcher sich die Versammlung mit den Be rebungen des Bauarbeiter- Kartells einverstanden erklärte und sich verpflichtete, mit allen Mitteln für die Existenz desselber einzutreten. Auch bewilligte man dem Kartell 50 M. " Boziale Uebersicht. Die gewerkschaftliche Kontrollkommission Hannover. Lindens hat ein Regulativ erhalten, dessen Wortlau+ wissenswerth ist und deshalb unverkürzt folgen mag: ,, Regulativ der Kontrollkommission Hannover- Lindens. 1. Die Rontrollkommission, welche zusammengefekt ist aus in öffentlichen Korporations- Bersammlungen gewählten Vertretern, betrachtet Folgendes als ihre wesentliche Aufgabe: 1. Die Kontrollfommission hat alle das gewerbliche und wirth schaftliche Leben berührenden Fragen, soweit sie die Lage und das Interesse der Arbeiterklasse berühren, in den Be- Die Nache des Kapitals. In Würzburg wurden, wie reich ihrer öffentlichen Berathungen zu ziehen und die die dortige Volks- Tribüne" berichtet, 36 ausständig gewesene hierzu nöthig erscheinende Stellung zu nehmen. Buchdrucker von der Wiederzulassung zur Arbeit ausgeschlossen. 2. Ihr liegt die Regelung und Förderung der gewerkschaft- Aus Magdeburg berichtet die Volksstimme", der Ring lichen Agitation und möglichste Aufklärung über die heutige der dortigen Buchdruckereibesitzer habe beschlossen, die am Streit kapitalistische Produktionsweise mit ihren schädlichen Folgen betheiligten Buchdrucker( ca. 40) auf 1 Jahr nicht zu beschäftigen. für die Arbeiterklasse ob, auch hat sie die Nothwendigkeit Falls letzteres wahr sein sollte, so wäre das ein Zeichen dafür, einer durchgreifenden Arbeiterschutz Gefeßgebung darzu- daß die betr. Buchdruckereibesiger im„ Sieges"-Taumel nahe daran thun. find, überzuschnappen. 8. Sie hat ferner die Aufgabe, durch rege Agitation dahin zu wirken, daß möglichst alle in einer Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sich ihrer Organisation anschließen; dieses soll erreicht werden: a) Durch Aufnahme von Statistiken über die örtliche soziale Lage der Arbeiter im Allgemeinen. b) Durch Regelung des Unterstützungswesens bei Arbeitseinstellungen und Aussperrungen. § 2. Die Delegirten zur Kontrollkommission sind sich der Nothwendigkeit bewußt, für bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse, insbesondere für die Verkürzung der Arbeitszeit aller Arbeiter und Arbeiterinnen einzutreten, event. zu dem allerdings zweischneidigen Mittel des Streits zu greifen. Gr beschloß mit 54 gegen 15 Stimmen die Aufnahme einer AnDer Pariser Gemeinderath versteht für Arbeit zu sorgen leihe von 120 Millionen Franken, für welche Summe Straßenbauten in Angriff genommen werden sollen. Versammlungen. " M Die Deutscher Tischler Verband, Zahlstelle Berlin. ordentliche Generalversammlung vom 18. Januar nahm zunäch den Bericht der Ortsverwaltung durch den Bevollmächtigter eß entgegen, worauf der Kassirer Schöning den Kaiſen bericht vom 4. Quartal 1891 erstattete. Die Mitgliederzahl be trug am 1. Januar 1892 299, die Summe der Einnahmer die Hauptkaise nach Stuttgart gesandt 100 M., Gesammtausgab von der Lokaltaise 98,23 M., für Verbandszwecke 81,95 M., ar 387,75 M. Verausgabt wurden: Reise- Unterſtüßung 96,27 M., 376,45 M., bleibt Bestand der Lokalkasse am 1. Januar d. I 11,30 M. Die Revisoren bestätigten die geprüfte Abrechnung Die Wahl der Ortsverwaltung hatte folgendes Resultat: 1. Be vollmächtigter Albert Heß, 2. Bevollmächtigter R. Ahrens; 1. Kassirer Karl Schöning; 2. Kassirer Karl Post; 1. Schriftführe G. König; 2. Schriftführer Fr. Michaelis; Beisitzer: Klinger Müller, Beliz, Witte; Bibliothekar: Pschichholz; Revisoren 1. Besonders gerechtfertigt erscheint jeder Abwehrstreit, bei Joel eine Generalversammlung ab. Nachdem sich mächtigte verlas dann ein Schreiben des Zentralvorstandes Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 19. Januar 22. oder Sonnabend, den 23. Januar publizirt. Der Bevoll Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Karge, Wernicke, Herdmann. Die Beitragjammelstellen finden die Kollegen im Vereinskalender des Vorwärts" am Freitag, der wenn durch scharfe Maßregeln des U ternehmerthums in die Anwesenden auf Anregung des Vorsitzenden zum ehrenden die Rechte der Arbeiter eingegriffen wird. Jedoch empfiehlt Gedenken zweier verstorbener Mitglieder des Wahlvereins von fie den Arbeitern bezw. Arbeiterinnen, da durch einen Streit den Sitzen erhoben hatten, gab Genoffe Tempel den Rechen- sein sollen. Auf Antrag Wiedemann soll der Zentralvorstand wonach alle bis 29. Februar übertretenden Mitglieder Don Lokalvereinen einer tein dauernder Vortheil zu erreichen ist, von dieser Waffe schaftsbericht des Vorstandes. Er betonte, wie das letzte Halb- ersucht werden, diese Frist bis 1. Januar 1893 zu verlängern. Karenzzeit nicht unterworfen nur dann Gebrauch zu machen, wenn die Delegirten- jahr ein bedeutungsvolles für den Verein gewesen. Das neue Zum bevorstehenden Gewerkschaftstongreß wurde der Bevoll Bersammlung der Kontrollkommission denselben für nöthig Parteiprogramm galt es zu prüfen, 9 Versammlungen und ebenso mächtigte eß einstimmig als Delegirter in Vorschlag gebracht und durchführbar erkannt, sowie ihre Unterstügung zuge- viel Vorstandssitzungen fanden statt und mit der gethanen Ar- Die eigentliche Wahl findet am 2. oder 3. Februar statt und fagt hat. 2. Zu diesem Zweck haben alle Branchen, welche einen Streit meinen wohl zufrieden sein. Redner ermahnte zu fortgefeßter der Neuen Tischler- Zeitung" zu beachten. Kollege Wernide beit sowohl wie den erzielten Fortschritten könne man im Allge- wird ersucht, die diesvezüglichen Inserate im„ Vorwärts" und für unabwendbar halten, solches der Kontroll- reger Agitation für den Verein.( Beifall.) tommission mindestens 6 Wochen vorher mitzutheilen dasselbe gilt nicht nur von Generalstreit 3, sondern Kassenbericht für das vierte Quartal 1891 ging bervor, fräftige Unterſtügung. Am 27. Februar veranstaltet die Zahl= Aus dem vom ersten Kassirer, Genossen Pohl, erstatteten und an die Buchdrucker abgeliefert. Er ersucht um weitere thats hat auf die von ihm ausgegebenen Listen ca. 120 Wt. einbekommen auch von partiellen Streits. 3. Bei Streifs, welche ohne Einwilligung der Kontroll- Ausgaben: 482,15 M., fonach an Be stand: 98 W.; Be- Straße 96, dessen etwaiger Ueberschuß einem zu gründenden Unters daß an Einnahmen zu verzeichnen waren: 580 15 M., an itelle einen Wiener Maskenball in den Bürgersälen, Dresdeners tommission inszenirt werden, ist eine neutrale Stellung stand an Marken: 675 Stück. einzunehmen. Ausgenommen davon sind Abwehrstreiks, Kassirer Decharge ertheilt worden, wählte man folgende Genossen füßungsfonds zufließen soll. Nachdem unter Beifall dem in den Vorstand: Böhl und Schenscher, Vorsitzende; § 3. Boykotts jeder Art sind der Kontrollkommission Stabernack und Petrick, Schriftführer; Pohl und im Norden Berlins Herr Völkel unter lebhaitem Beifall. Gr Ueber die Genossenschaftsbäckerei sprach am 18. Januar fofort zu melden. § 4. Die dauernden Geldsammlungen zum Gerisch über: Mertens, Kassirer. Unter reichem Beifall sprach sodann Alvin betonte, daß seit dem erst zwölfwöchentlichen Bestehen der Ges Streitfonds, sowie zur Unterstützung für Streifende und demokratischen Partei". Redner wies auf die dringende Noth- Referat mit einem warmen Appel an das Solidaritätsgefühl der Die Bedeutung der Wahlvereine der sozial- nossenschaft dieselbe schon 300 Mitglieder zähle, und schloß sein Ausgesperrte sind von den einzelnen Branchen vorzunehmen. 1. 3st eine außergewöhnliche Unterstüßung nöthig und soll genossen hin, in deren eigenen Reihen oftmals noch Kenntniß- Bäckergehilfen, sprechen im Sinne des Herrn Völtel. Mehrere wendigkeit des engen und festen Zusammenschlusses der Partei- Massen. Sämmtliche anderen Redner, darunter die Leiter der die Sammlung allgemein werden, so hat die losigkeit in Bezug auf Werth, Bedeutung, Pflicht und Recht der Anwesende ließen sich als Mitglieder einzeichnen. Ein Antrag Kontrolltommission vorzugehen und selbständig Parteigenossenschaft zu finden seien. Die Pflege der Wahl zu gle.hem Zivede bald wieder eine Versammlung im Norden Listen oder Marken auszugeben und den einzelnen vereine fei um so dringender nothwendig, als dies abzuhalten, fand Annahme. jedoch sind solche sofort zu melden. " 21 Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.