Nr. 273. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit( lluftrterter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungs Preisliste für 1900 unter r. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. 169 pad an adults 17. Jahrg. Vorwärts 80 Berliner Volksblatt. Berliner 5 8181 Qur 44 Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Kolonets getle oder beren Naum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. leine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für Judie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin " Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Politik des Kaisers. Freitag, den 23. November 1900. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. and 39d lehnung gelangten. Bemerkungen des Demokraten Payer über§ 3. Alle den borstehenden Bestimmungen widersprechenden die Mißachtung des Bundesrats riefen den bayrischen Gefeße und Verordnungen, einschließlich derer, welche die Vers Die Reichstagsdebatten über den chinesischen Kreuzzug, Bundesratsbevollmächtigten Grafen Lerchenfeld auf den Plan, der abredung und Vereinigung zum Behuf der Erlangung günstigerer die auch am Donnerstag noch nicht zum Ende gelangten, bieten bei nun seinerseits lang und breit auseinandersetzte, mit welcher Genlig Lohn- und Beschäftigungsbedingungen hindern, untersagen oder unter aller Stagnation des bürgerlichen Parlamentarismus doch auch ein samkeit sich diese erlauchte Körperschaft auf das notdürftige In- Strafe stellen, sind aufgehoben. § 4. Wer die Ausübung der in vorstehenden Paragraphen revolutionierendes Element der Gärung: 8um erstenmal wurde, formiertwerden beschränkt. Nebenbei verriet Graf Lerchenfeld das währleisteten Rechte hindert oder zu hindern versucht, wird mit Geohne daß sich irgend ein Widerspruch erhob, von den Vertretern aller offene Geheimnis, daß für die Regierungen die Indennitätsfrage fängnis bis zu drei Monaten bestraft, sofern nach dem allgemeinen Parteien und der Regierungen die Person des Kaisers und die eine ganz gleichgültige Bagatelle ist, eine leutselige Konzession ohne Strafgesetz nicht eine härtere Strafe eintritt. Rundgebungen seiner Politit mit großer Unbefangenheit diskutiert. ernsthafte Bedeutung. Noch bei der Zuchthausvorlage konnte ein preußischer Minister mit Für die Weltpolitit trat als geistlicher Ritter noch in einer Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen lodernder Entrüstung gegen die Hineinziehung der Majestät protestieren. Pfäffisch bösartigen Rede Herr Stöder ein. Als er die unverschämte zu ersuchen, dem Reichstag bis zur nächsten Seffion einen GesetzJetzt haben sich die verantwortlichen Männer zum erstenmal an Behauptung aufstellte, die Socialdemokratie habe die Erschießung des entwurf vorzulegen, durch den die regelmäßige tägliche Magimalder Aufgabe versucht, in ausführlicher Rede für die Aeußerungen Erzbischofs von Paris in der Kommune gepriesen, ertönten auf den arbeitszeit für alle im Lehre, Arbeits- und DienstWilhelms II, einzutreten. Der neue Brauch der parlamentarischen Bänken der Socialdemokratie ftitirmische Protestrufe.„ Bewußte Lüge", berhältnis im Gewerbe, Industries, Handels. Kritik der persönlichen kaiserlichen Politik ist damit von der Ne: rief man Stöcker schrill entgegen. Herr v. Frege, der als Vice- 10 Stunden festgesezt und innerhalb gesetzlich zu bestimmender Fristen und Verkehrswesen beschäftigten Personen vorläufig auf gierung selbst sanktioniert worden. präsident fungierte, war ob dieses Ausbruchs gerechter Gutrüstung auf 8 Stunden verkürzt wird. den Redner nicht durch sie moth inarger Berlegenheit. Er bat Zwischenrufe zu unterbrechen. Als Stöder aber geendigt, Entwurf eines Gesetzes betreffend die Abänderung des hatte sich Herr v. Frege inzwischen den Fall wohl überlegt und er Reichsgesetzes über die Preffe vom 7. Mai 1874. widmete dem Genossen Fischer, der die Nufe ausgestoßen hatte, einen Art. 1. Der Abs. 2 des§ 20 des Reichsgesetzes über die Presse gedoppelten Ordnungsruf. bom 7. Mai 1874 erhält folgende Fassung: Ist die Druckschrift eine periodische, so ist der auf der Druck ftrafen, wenn er nicht den Nachweis führt, daß er nicht der schrift angegebene verantwortliche Redacteur als Thäter zu bes Thäter ift. 19 Es ergab sich zugleich, daß zwischen der Politit des Kaisers und der Politit des Kanzlers, so wie sie dem Reichstag vorgetragen wird, ein unvereinbarer Widerspruch besteht, und mit Recht hob heute der Demokrat Bayer hervor, daß Graf Bülow eine logisch unmögliche Verantwortung auf sich nehme, wenn er neben seiner eignen Politik auch die des Kaisers zu berantworten Genosse Singer verirat noch einmal in großen Zügen und bereit sei. aller Schärfe unfre principiell ablehnende Anschauung. Er rechnete Aus dem Dilemma windet sich auch die schlangenmenschliche mit den Angriffen der Regierungsvertreter und der Redner aus dem Hause Geschicklichkeit des Grafen Bülow heraus: Wenn der Reichstag die Politik des Kanzlers billigt, so spricht er damit zugleich die gegen die Socialdemokratie sowie mit den die Chinapolitik verteidigenden Mißbilligung der Politik des Kaisers aus. Umgekehrt würde ein Argumenten gründlich ab. Insbesondere zerstörte er auch die Basser Umgekehrt würde ein mannsche Legende, daß die Arbeiter an dem Kreuzzug interessiert Bekenntnis zur Bolitik des Kaisers ein Vertrauensvotum für den feien. Vergeblich mühte sich der Präsident, Singers wuchtige AusGrafen Bülow schlechterdings ausschließen. Für welche diefer beiden Möglichkeiten sich die Mehrheit des führungen durch wiederholten Ordnungsruf zu hemmen. Reichstags entscheidet, darüber besteht kein Zweifel. Graf Bülows missionare angeftimmt und nach einem heftigen Geplänkel persön Ichrift auch nicht in andren Fällen und nicht unter dem Gesichts" Erklärungen, die nichts erklären, ist ein großer äußerlicher Erfolg beschieden. Alle bürgerlichen Parteien find mit den Grundsätzen" des Kanzlers zufrieden, nur die Socialdemokratie verharrt in grundsätzlichem Widerspruch. In der That paßt das Wesen des Grafen zu dem bürgerlichen Parlamentarismus, der nicht mehr um Principien streitet, sondern die Dinge so lange gemächlich treiben läßt, als nicht die geschäftlichen Klasseninteressen in Frage kommen Nachdem Herr Bachem vom Centrum noch ein Loblied auf die licher Bemerkungen, bei dem Stöcker gegenüber Bebel übel abschnitt, vertagte das Haus die weitere Beratung auf Freitag, wo Bebel Gelegenheit erhalten wird, die gegen seine Rede gerichteten Angriffe zurückzuweisen. diese besoin Indo Anträge finnungslose Besonnenheit, die zu dem Programm des Fortwurstelns der socialdemokratischen Fraktion. fchwört, ziert Kangler wie Bürgertum. Art. 2. In das Reichsgesetz über die Presse vom 7. Mai 1874 ist folgender Baragraph einzufügen: § 21a. it im Inlande durch rechtskräftiges Urteil festgestellt worden, daß der Inhalt einer Druckschrift nicht den Thatbestand einer strafbaren Handlung enthält, so kann auf denselben Inhalt eine Berurteilung wegen Herstellung oder Verbreitung einer Druck Wirkung haben auch Urteile, welche vor Jukrafttreten dieses Gesetzes puntte andrer bestehender Strafgesetze begründet werden. erlassen worden sind. Artikel 3. Der Paragraph 22 des Reichsgesetzes über die Presse. vom 7. Mai 1874 erhält folgende Fassung: Die Strafverfolgung derjenigen Verbrechen und Vergehen, welche durch die Verbreitung oder den Versuch der Verbreitung von Druckschriften strafbaren Inhalts begangen werden, sowie aller bewerbreitung were born afte dem Zwede 9bereitungshandlungen, welche auf Grund des Inhalts der Druckschrift den Thatbestand eines Verbrechens oder Vergehens erfüllen und der Die focialdemokratische Fraktion hat dem Reichstag folgende Anträge und Gefeßesentwürfe unterbreitet: Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage bis zur nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen an Stelle der im§ 139b der Reichs- Gewerbe Ordnung bestimmten Beamten und LandespolizeiReichs- Gewerbe- Ordnung behörden Betriebsaufsichts.Behörden nach folgenden Grundfäßen errichtet werden: Die Aufsicht erstreckt sich auf alle Betriebe im Gewerbe, ein schließlich der Heimarbeit, Handel, Verkehr, Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Schiffahrt. jenigen sonstigen Bergehen, welche in diesem Geseze mit Strafe bedroht sind, verjährt in sechs Monaten. Die Verjährung beginnt: fchäftigten Personen( z. B. Berfafier, Herausgeber, Redacteur) mit bei den mit der Herstellung des Inhalts der Druckschrift bes dem Zeitpunkt, in welchem mit ihrer Zustimmung die Druckschrift ber Beröffentlichung nicht festzustellen ist, mit dem Zeitpunkte, in veröffentlicht wird, und wenn ihre Zustimmung zu dem Zeitpunkte welchem sie das Manuskript zum Zwecke der Veröffentlichung aus den Händen gegeben haben, Aber dieses Glück des Grafen Bülow, das der Stimmungsberwandtschaft zwischen ihm und den Parteien entstammt, bedeutet andrerseits einen Mißerfolg des Kaisers. War Fürst Hohenlohe der Kanzler des Verhinderns, so ist Graf Bülow der Kanzler des Verwässerns. Er verdünnt die konzentrierte Lösung der kaiserlichen Sdeen, bis sie den bürgerlichen Parteien zum Hausgebrauch un gefährlich scheinen das Ergebnis wird schließlich das Gegenteil des Ursprünglichen.... Der Reichstag hat sich für die Verwässerung ausgesprochen und damit gegen die faiferliche Politik protestiert. Graf Bülow hat seinen Sieg auf Kosten seines Herrn erftritten. Freilich ist die Bülowsche Politik eine Politik der Worte, und niemand kann verhindern, daß sich die Politit des Kaisers trop des Berwäfferungstanglers schließlich doch durchsetzt. In der Flottenfrage In den Inspektionsbezirken wird die Betriebsaufsicht von haben wir diese Entwicklung bereits erlebt. Die Weltpolitit wird einen te ich sbeamten und Beigeordneten gemeinsam ausgeübt ähnlichen Weg nehmen. Und der Reichstag, der sich jetzt gegen den mit dem Recht, ihre Anordnungen zwangsweise durchzuführen. Kaiser für den Kanzler ausspricht, wird schließlich auch fich daran Die Beigeordneten sind auf Grund eines allgemeinen, gewöhnen, in der diplomatischen Verwässerung tropfenweise die An- gleichen, diretten und geheimen Wahlrechts von den Hilfspersonen schauungen des Kaisers zu acceptieren. Bülows ganze Aufgabe aller Betriebe zu wählen. Weibliche Beamte und Beigeordnete besteht darin, den Reichstag durch süße Himbeersaftlösung allmählich sind entsprechend der Zahl der in den Betrieben beschäftigten weiban die scharfe Medizin zu gewöhnen. Der Kanzler des Verwässerns lichen Hilfspersonen anzustellen beziehungsweise zu wählen, oder wenn die Drucichrift eine solche Angabe nicht enthält, bas Sie wird einer Reichs- Centralanffichtsbehörde libertragen, welche dieselbe nach Inspektionsbezirken zu organifieren hat. ink paisa Gesetz betreffend die Abänderung des Straf- Gesetzbuchs für ist so weit gefährlicher als der des Verhinderns war. Fürst HohenLohe fezte seinen persönlichen Einfluß ein, um zu Hemmen. Graf das Deutsche Reich. Bülow ist nur der Agent, der durch listiges Maßhalten und Klingende Worte die Widerstrebenden einlullt und an alles gewöhnt. " 1 § 1. Die§§ 95, 97, 99, 101 und 103 des Straf- Gesetzbuchs für das Deutsche Reich sind aufgehoben. Die vorstehenden Paragraphen beziehen sich auf die Majestätsbeleidigungen. vem Artikel 81: Ohne Genehmigung des Reichstags fann fein Mitglied desselben während der Sigungsperiode verhaftet oder wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung zur Untersuchung gezogen werden, außer wenn es bei Ausübung der That oder im Laufe des nächstfolgenden Tags ergriffen wird. Auf Verlaugen des Reichstags muß jedes Strafverfahren gegen ein Mitglied desselben und jede Untersuchungs-, Strafe oder Civil haft für die Dauer der Sitzungsperiode aufgehoben werden, 3. beim Verleger und Verbreiter mit der ersten von ihnen vors 2. beim Drucker mit der Vollendung des Drucks, genommenen Verbreitungshandlung. ist folgender Paragraph einzuschieben: Artikel 4. Jn das Reichsgesetz über die Presse vom 7. Mai 1874 Drudschrift den Thatbestand einer strafbaren Handlung, so ist zur § 29 a. Begründet der Inhalt einer im Inlande erschienenen Strafverfolgung ausschließlich das Gericht des Orts zuständig, welcher der Siz des auf der Druckschrift angegebenen Berlags ist, oder wenn die Druckschrift eine solche Angabe nicht enthält, das welcher der Siz des auf der Druckschrift angegebenen Berlags ist, Gericht des Orts, an welchem sie gedruckt ist. Der Reichstag wolle beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage in der nächsten Session das im§ 6 bes Reichswahlgesetzes vom 31. Mai 1869 vorgesehene Reichsgeset der Neueinteilung der Wahltreife die feit 1867 bere über die Abgrenzung der Wahltreise vorzulegen und bei änderten Bevölkerungsverhältnisse in angemessener Weise zu berüc sichtigen.org Der Reichtag wolle beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage bis zur nächsten Session einen Gefeßentwurf vorzulegen, durch den die Fabritation, Einfuhr, Ausfuhr und Verkauf von Zündhölzchen mit weißem Phosphor verboten wird. Der Reichstag wolle beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag bis zur nächsten Session einen Gesetz entwurf vorzulegen, durch welchen die Verwendung von schul Pflichtigen Kindern unter 14 Jahren bei gewerblichen Arbeiten wie bei Arbeiten gegen Entgelt im Gesindedienst und bei der Landwirtschaft verboten wird. Man erkennt jetzt nach dem Amtstode des alten Hohenlohe, daß dieser müde Mann thatsächlich einen nicht unerheblichen Einfluß be sessen haben muß. Der Haß, in dem sich jetzt die Agrarier gegen den Vorgänger Bülows äußern, reicht völlig heran an die Feind Gefen betreffend die Abänderung des Artikels 31 des Gesetzes schaft, mit der Caprivi von dieser Gesellschaft verfolgt wurde. Der betreffend die Verfaffung des Deutschen Reichs vom 16. April 1871 time ( Bundes- Gesetzblatt 1871 Seite 63). sid Führer des Bunds der Landwirte, Herr v. Wangenheim, äußerte Der Artikel 31 wird wie folgt abgeändert: diese Empfindung am Schluffe einer von heuchlerischer Loyalität triefenden Hurrarede, in der die Abneigung gegen die gräßliche Weltpolitif unter patriotischen Beteuerungen verschüttet wurde, in einer sensationell wirkenden Bemerkung: Er erklärte unter der gespannt aufhorchenden Aufmerksamkeit des Hauses in einem wohl präs parierten, schriftlich festgestellten Saß, er wisse, daß es Stellen giebt, die grundsäglich Se. Majestät durch gefälschte Berichte versorgen". Niemand konnte im 8weifel sein, auf wen dieser Sag, der dann noch weiter ausgeführt wurde, zielte. Es scheint, daß die Agrarier diesen Stellen die Schuld beimessen, wenn der Kaiser für die Excesse der Agrarier nicht zu haben ist. Die in die Form einer Enthüllung gefleidete Kundgebung agrarischen Mißtrauens sollte zugleich dem Nachfolger des Fürsten Hohenlohe ans Herz legen, den Kaiser durch wahrheitsgemäße Berichte von der Notwendigkeit eines Acht oder BehnmartBolls zu überzeugen. So fand die Wirtschaftspolitik des Kaisers in diefem agrarischen Zwischenspiel noch einen besonders deutlichen Außerdem bringt die Fraktion einen Gesezentwurf betr. die Gefet betreffend das Recht der Versammlung und Ver- Verantwortlichkeit des Reichskanzlers ein. Protest. Herr v. Wangenheim fündigte in der Form schwärmerischen einigung und das Recht der Koalition. Desgleichen den Gesezentwurf, die Errichtung von Arbeitsmonarchischen Gefühls eine neue Junterrevolte an. Vorläufig ver- 1. Die Reichsangehörigen ohne Unterschied des Gekammern und eines Reichs Arbeitsamts betr. fucht man durch laut befundete Khati Willigkeit auf gütlichem fchlechts haben das Recht, sich zu versammeln. Wege die Politit des Kaisers für fich zu gewinnen und die falsch- Zur Beranstaltung und Abhaltung von Versammlungen bedarf 4.0 beratenden Personen durch Drohungen auf den Pfad der agrarischen es weder einer Anmeldung bei einer Behörde, noch einer Graum laubnis durch eine Behörde. Bersammlungen und Umzüge, die Zugrnd zu nötigen. G Gesetz wegen Aufhebung der dem Statthalter von ElsaßLothringen übertragenen außerordentlichen Gewalten. Der Reichstag wolle beschließen: Die verbündeten Regierumgen Einziger Artikel. Die dem Statthalter von Elsaß Lothringen zu ersuchen: Dem Reichstage baldigst einen Gefeßentwurf betr. durch den§2 des Gesetzes betreffend die Verfassung und Verwaltung Regelung des Wohnungswesens vorzulegen, insbesondere NormativElsaß Lothringens, vom 4. Juli 1879( Reichs Gesebblatt S. 165) bestimmungen bezüglich der Beschaffenheit der Wohnungen übertragenen außerordentlichen Gewalten( Gefet betreffend die Ein- und der Durchführung der Wohnungsinspektion, richtung der Verwaltung vom 30. Dezember 1871, Gefeßblatt für fowie Schaffung eines Reichs- Wohnungsamts. Elsaß- Lothringen 1872 G. 49) sind aufgehoben. are av Im übrigen brachte die innerlich erschöpfte Debatte nur auf öffentlichen Straßen und Bläßen stattfinden, find spätestens jechs Im übrigen brachte die innerlich erschöpfte Debatte nur Stunden vor ihrem Beginn durch den Veranstalter oder Einberufer Variationen und einzelne Nachtlänge zu dem bisher Gesagten. Am bei der mit der Ordnung des öffentlichen Verkehrs betrauten OrtsDonnerstag tamen die kleineren oppofitionellen Fraktionen zubehörde anzuzeigen. Worte, Demokraten, Polen und Welfen, die bei aller scharfen§. 2 Die Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts Kritik im einzelnen doch zu zu teiner grundsäglichen Ab- I haben das Recht, Vereine zu bilden. * = * Politische Mebericht. # maple Berlin, den 22. November. Weniger Pathos und mehr ruhige Пeberlegung fordert der ehemalige deutsche Ge sandte in Beting M. v. Brandt in einem in der Zeitschrift für Socialwissenschaft" veröffentlichten Aufsatz über das China- Abenteuer. ,„ Herr v. Brandt bersncht zunächst ei» Bild von dem Wirt- 'J?-0 glichen Interesse Deutschlands an der Ersckliefeunq e�inas zu gebe». Dieses Interesse rechtfertigt Deutschlands Führer- rolle in dem circa anderthalbtauseiid Jahre zu spät kommenden flache kl. leg allerdings nicht. Denn an der Gesammteinfuhr in China. � die sich 1899 auf 628.7 Millionen Mark bezifferte. partieipierte Deutschland nur niit48 Millionen Mk.. also mit 7.« Proz. Die deutsche Ausfuhr nach China beträgt vollends, an der Gesamt- aussuhr Deutschlands im Wert von 4311 Millionen Mk. gemessen, S11. �roz. oder elf Tausendstel. Seit der thörichten Einmischung �eutichlands in die durch de» chinesisch-japanischen Krieg hervor- gerusene Rivalität zwischen Rubi and und Japan hat Deutichlands wirtschaftlicher Einfluß auch in China unter der cmpslndlichsten Depression gelitten. 1899 waren unter 933 fremden Firmen IIS deutsche, unter 17193 fremden Staats- Angehörigen 1134 Deutsche, während vor dem chinesisch-japanischen Krieg sich unter 580 fremden Firmen 81 deutsche Firmen'und unter 9891 fremden Staatsangehörigen 777 Deutsche befanden. Deutsch- lands Anteil ist also z u r ü ck g e g a n g en. da sich bei gleich- mäßiger Progression des deutschen Elements mit dem fremden über- haupr in China 130 deutsche Firmen und 1348 Deutsche befinden mußten. „Diese Zahlen," erklärt Herr v. Brandt,„beweisen, daß wir, weit entfernt davon, in China in Handel oder Schiffahrt eine führende Rolle zu spielen, das größte Juteresse daran haben, unser Geld und unsre Energie auf die E n t- Wicklung unsrer legitimen Interessen dort zu ver- wenden, anstatt sie für andre nach keiner Richtung hin pro du ktive Zwecke anszugebe n." Eine kaufmännisch und politisch nüchterne Beurteilung der deutschen Interessen in China muß es allerdings ganz unbegreiflich finden, daß Deutschland nach dem Ruhm der betenden Hunnenmacht geizte. Die Förderung der H a n d e l s i n t e r e s s c n erheischte eine ganz andre Haltung, nämlich die vorsichtig abwartende Haltung, da das wirtschaftlich in China doch weit mehr engagierte Amerika einnahm. Und da auch das Motiv der Rache für Etzels Thaten selbst von den wütigsten Khakipatrioten abgelehnt worden ist, bleibt nur noch die militaristische Wahnidee übrig, daß das P r e st i g e gewahrt werden müsse. Als ob die d i p l o- m a t i s ch c n Blamagen des Herrn v. Bülow und die dem internationalen Hohngelöchter preisgegebene Weltfeldherrnschaft zur Erhöbung des deutschen Prestiges beigetragen hätten I Herr v. Brandt geht des weiteren auch der Illusion zu Leibe, als ob man aus China mit aller Bequemlichkeit dieKr i e g s k o st e n für die Khakinüichte herauspressen könnte. Die Steuereinkünfte der chinesischen Regierung bcliefen sich im Höchstfall a»f 300 Millionen. Angenommen, daß das Doppelte und Dreifache dieses Betrags in die Taichcn der Beamten flösse, daß also im ganzen 1200 Millionen Steuern aufgebracht ivürden, so sei das ja»ach europäischen Ansprüchen an die Stenerkraft deS Volks nur ungeheuer wenig. Allein die Erhöhung der Steuern setze, da es in China nur ca. 6000 besoldete Beamte gebe, eine ungeheuere Vermehrung der Beamten voraus, so daß für deren Besoldung ivieder der größte Teil des Mehr- betrags an Steuern verschlungen werden würde. Dabei seien noch die Beträge ganz außer acht gelassen, die dem Lande durch die Ver- zinsung und Amortisierung der zum Bau der Eisen- ib a h n e n und der Bearbeitung der Bergwerke erforder- lichen fremden Kapitalien entzogen würden.„Es hieße aber, die Gans, die goldene Eier legte und legen soll, töten, wenn man ihr die Mittel raubte, deren sie bedarf, um kaufkräftig zu bleiben." Sind also die Aussichten, von China die Kriegskosten zurück- vergütet zu erhalten, schon an und für sich äußerst geringe, so würde eine Ausplünderung Chinas durch vermehrte Steuern nur die K a u f k r a f t des Volks und damit den Ein fuhrhandel schädigen und die Erschließung Chinas hemmen. Durch das in der„ckeoisiou irrövocable" geforderte Waffeneinfuhrverbot erleide gerade Deuts chland ohnehin schon eine schwere Beeinträchtigung seiner China- Ausfuhr. Entfielen doch jährlich acht bis zehn Millionen der deutschen Einsiihr nach China auf Kriegsmaterial.— Hongkong und Kiautschon. Ans der Feder eines China« keimers geht uns folgende Zuschrift zu: In der RekchstagS-Sitzlmg vom 20. d. M. hat der neue Reichs- kanzler in der chinesischen Angelegenheit eine Parallele zwischen dem englischen Hongkong und dem deutschen Kiautschou gezogen. Er wies darauf hin, wie auch Hongkong bei seiner Beschlagnahme von seiten Englands ein unbedeutendes Felsen e'iland ge- wesen sei. ohne Handel und Wandel, während heute 10— 12 Millionen Tonnen Schiffahrt im Jahre verkehrten I Selten oder niemals ist ein so gänzlich unznrcichender, ans historischer sowohl wie örtlicher Unkenntnis beruhender Vergleich auf- gestellt worden! Als John Bull Hongkong wegnahm, konnte er sich auf seine in nahezu zweihundertjährigen kolonialen Kämpfen und Eroberungen gewonnelien Erfahrungen stützen. Diese Erfahrungen sagten ihm: Hier ist die Thür von«üd-China, Kanton. Haupt st adt und Handelse mporium! Hongkong aber wird der Schlüssel zu dieser Thür sein oder werden; und so ist es gekommen. Gleich- zeitig aber mit der Gründung Hongkongs fand die Eröffnung der übrigen Vertragshäfen— wenn auch nicht aller heute existierenden— statt, es wurden mithin zwei Fliegen mit einer Klappe ge- schlagen, es konnte nicht ausbleiben, Hongkong mutzte Be- deutung gewinnen, zumal England dort draußen die europäische Alleinherrschaft ausübte und China zur Aufnahme seiner ostindischen und sonstigen Erzeugnisse förmlich zwang. Und wie ver- hält es sich mit Deutschland? Es hat gar keine oder kümmer- liche Erfahrungen in kolonialen Angelegenheiten; es findet dort draußen Konkurrenten ohne Zahl und obendrein ans einem wenn auch nicht a b gewirtschaftete», so doch sehr stark b e Wirt- schafteten Acker, während England ein fast unbebautes Feld vorfand. Mährend jede Kiste Thee und jeder Ballen Seide, welche von Kanton, Swatow und Amoy ausgeführt werden, und jede daselbst eingeführte Kiste europäischen oder amerikanischen Ursprungs Hongkong passieren, bei- nahe passieren müssen, mutz sich Kiautschou' mit dem begnügen, lvas niaii ihm sozusagen zukommen läßt. Denn das Hinterland von Kiautschou hat noch C h e f o o und W e i h a i w e i als Ei n- und Ausgangsthore und dazu kommt noch Deutschlands gründliche Unbeliebtheit. Ferner besitzt Hongkong einen der schönsten und größten von der Natur geschaffenen Häfen der Erde, in denen die Schiffe gegen alle Witterungs-Uiibilden— abgesehen von den Teifuncn, denen überhaupt nichts wiedersteht'— vollständig geschützt sind. Dieser herrliche Hafen besitzt zwei Einfahrten. je eine im Osten und Weste», die mit leichter Mühe und wenig Kosten in Verteidigungszustand versetzt werden können; es besitzt in seinem Victoriaberg eine beneidenswerte Bcobachtungsstation, von der aus das Herannahen eines jeden einzelnen Schiffs, ge- schweige einer feindlichen Flotte stundenlag vor der Ankaust ivahr- genommen werde» kann. Und Kiautschou?— hat nichts von alledem! Eine nahezu offene ungeschützte Reede, auf welcher die Schiffe Wind und Wetter ausgesetzt sind, meilenweit vom Lande entfernt ankern müssen, und wo die Anlage von Be- festigungswerken mühsam, kostspielig und von zweifelhaftem Nutzen sein wird. Schließlich die Entfernung von Hause. Schon vor 60 Jahren, als Hongkong entstand, war jeder Engländer im stände, die Reise dorthin oder zurück zu machen, ohne dabei sein Vaterland sozusagen aus den Augen zu verlieren. Damals ging die Reise über Ascenfion, St.' Helena oder Tristan da Curche, da§ Cap Ceylon. Singapur; heute, wo alle Welt den Suezkanal benutzen muß, trifft dies noch diel mehr zu. Ferner hatte es bei seiner Gründung Hilfe und wirksame Stütz- punkte in nächster Nähe: Ostindien mit seinem Vorposten Singapur; das um nichts weiter entfernte Australien, im schlimmsten Falle das Kapland. Für Deutschland und seinem Kiautschou trifft Punkt für Punkt daS genaue Gegenteil zu. Dem Verdienste feine Krone. Auf eine beachtenswerte Rang-, Titel- und Gehaltserhöhung, die vor einiger Zeit erfolgt und charakteristisch für unsren socialpolitischen Kurs ist, macht die „Fränkische Tagespost" aufmerksam. Ein junger Beamter, der noch vor kurzem Assessor war. der Rcgieningsrat Dr. Hoffmann, ist ivohl wegen seiner Verdienste um den bekannten reaktionären Entwurf eines neuen Krankeiiversichernngs- Gesetzes, das die Selbstverwaltung der Krankenkassen durch die Arbeiter ab- würgen soll, zum geheimen RegierungSrat und vortragenden Rat im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe eniannt worden. Der Mann weiß, wie man heute schnell Carriere macht.— Dem blamierten Engen und seiner an Knochenerweichung leidenden Opposition widmet die „Bolls- Zeitung" eine vernichtende Krisik. Das Blatt schreibt: „Und wenn er mit Menschen- und mit Engelszungen redete: kein fraktioneller BeschwichtigungS- und Beschönigungsrat würde die Blamage fortzuleugnen ver- mögen, die gestern der freisinnigen Opposition im Reichstag beschieden gewesen ist. Es hilft nichts: Die Wahrheit muß gesagt iverden: Graf Bnlow, der neue Reichskanzler, hat einen großen, einen durchschlagenden Erfolg errungen; er hat ihn errungen über einen Parlamentarier, den noch immer ein Teil des freisinnigen Bürgertums für den unerreichbaren Vertreter seiner Interessen hält, obwohl die seit Jahren sich häufenden Mißerfolge bei den Wahlen auch den unentwegtesten Partei-Orthodoxen nachgerade die stutzige Frage auf die Lippen drängen müßten: Wbrum gelingt nichts mehr?" Die„Volks-Zeitmig" führt dem Blamierten dann zu Gemüte, mit welch beispiellosem Ungeschick— von dem politischen Kapital- verbrechen ganz abgesehen— der große Engen den ätzenden Spott des Grafen Bülow selbst gegen sich' heraufbeschtvoren habe. Trotzdem die„Volks- Zeitung" bereits am 1. Juli in einem Leitartikel die Notwendigkeit der sofortigen Einberufung deS Reichstags dargelegt habe, habe am 4. Juli, also vier Tage später, die«Freis. Ztg." des Herrn Eugen Richter jenen Artikel gebracht, den Bllloiv im Reichstag dem verdutzten Volkstribunen unter den Lachkonvulsionen des Hauses entgegenhalten konnte. Erst viele Wochen später, in der zweite» Hälfte des August, als es zu spät war, habe sich das konstitutionelle Gewissen" des führenden Blatts der freisinnigen Volkspartei endlich geregt: „Es ist sürwahr ein unendlich trauriges Bild der Zerfahrenheit, der Ohnmacht und der Gedanken- losigkeit, das in jenen Wochen vom Anfang Juli bis Ende August das deutsche Bürgertum, das sich liberal oder freisinnig nennt, dem Freunde des Vaterlands und der Verfassung bot! Aber es giebt eine rächende Nemesis. Die furchtbare Abfuhr, die gestern dem Hauptsprecher des Freisinns zu teil wurde, sie ist eine nach allen Regeln der Politik eines nieder- gehenden Geschlechts heraufbeschworene Blamage für den gesamten Freisinn!" Wenn die„Volks- Zeitung" übrigens schreibt, daß sich zur Zeit ihrer Anregung auch nicht die leiseste Andeutung dafür habe erkennen lassen, daß man sich der verfassungsmäßigen Rechte des Reichstags erinnere, so mag das auf die freisinnige und bürgerlich- demokratische Presse zutreffen. Die socialdemok ratische Presse bedurfte selbstverständlich nicht erst der Gewissens- und Ver- standesschärfe der„Volks-Zcitung". Schrieb doch beispielsweise der „Vorwärts" bereits in der Nummer vom 28. Juni: „In England, in Frankreich tagen die Parlamente und müssen die Regierungen der Volksvertretung Mitteilung über den Stand der Dinge machen. In Deutschland ist der Reichstag geschlossen. Das deutsche Volk erfährt nichts über den Stand der Dinge und wird mit verbundenen Augen im Irr- garten der Weltpolisik geführt, an dessen Rand Abgründe harren. Es ist wahrlich Zeit, daß unser Volk der ihm dräuenden Ge- fahren bewußt iverde und von der Regierung Aufschlüsse und Rechenschaft verlangt". Die Priorität der Forderung wäre damit wohl entschieden. Herrliche Schnlznstände. In Obergeibsdorf bei Lauban haben die Schulkinder seit Ende September noch Ferien. Der Patron der Schule, der Magistrat von Lauban, hat in diesen Tagen die vakante Stelle zum zweitenmal öffentlich ausgeschrieben. Vermutlich iverden sich auch jetzt noch keine Bewerber finden; denn wie soll ein Lehrer mit 900 Mark Jahresgehalt, das er bis zum 25. Lebensjahr bezieht, nur einigermaßen auskommen?— Der Dreschgraf»nb die sächsische Polizei. Am Dienstag gab Graf Pückler im Deutschsocialcn Reform- verein zu Dresden eine Gastrolle, dabei konnte man an der sonst so schneidigen Dresdener Polizei eine geradezu bewundcrungSivürdige Liberalität beobachten. Wie häufig wurden schon Arbeitcr-Versamni- lungen verboten, weil die Person des Referenten befürchten lasse, es könnte zu Gesetzesübertretungen aufgefordert iverden; oft konnte man zur näheren Begründung nichts als eine geringfügige Bestrafung anführen. Oft mußte auch ein scharfes oder unangebrachtes Wort eine Auflösung, ja eine Haststrafe begründen. Erst kürzlich wurde in Dresden eine Versammlung aufgelöst, weil ein Redner das Socialistengesetz als Schandgesetz bezeichnete und mehrfach sind wegen dieses Ausdrucks von der Dresdener Polizeidirektion siebentägige Haftstrafen ausgesprochen worden. Der Drcschgraf gab aber trotz seiner früheren rohen Ausfälle, die einer Aufforderung zur Gewaltthätig- keit glichen, wie ein Ei dem andern, zu keinerlei Bedenken Anlaß, er konnte auch, trotzdem er seine bisherigen Lcistiingen noch übertraf, so gut wie ungestört ausreden. Wir denken natürlich nicht daran zu fordern, daß man den gräflichen Agitator hindern sollte, sich aus- zutoben, wir wollen das Verhalten der Dresdener Polizei viel», ehr nur festnageln, weil die dem Grafen gewährte Redefreiheit ein drastischer Beleg für die doppelte Buchführung in Sachsen ist. Um das näher zu veranschaulichen, seien einige Stilproben aus der Pücklerschen Rede angeführt: Er überraschte zunächst die Versammlung durch die Mitteilung, daß sich die k r u m m n a s i g e n und krummbeinigen Judenlümmel in Dresden so vermehrten, daß die Stadt in kurzer Zeit ein schändlicher Judcntcmpcl sein würde. Um ein Anwachsen der Judengefahr zu verhindern, müßten alle Deutschen treu zu ihren Fürsten stehen, so würden sie eine Macht bilden, durch die man in die Lage kommen würde, das Judentum zu vernichten und zu zerschmettern, daß alle auf der Strecke liegen. Warum, so hörte man weiter vom Dreschgraf, verdient der Ge- schäftSmann nichts? warum klagt der Bauer? Weil wir dem elenden Judenpack freien Lauf lassen und nicht dazwischen hauen, daß die Fetzen fliegen. Wir müffcn die Kerle packen mit eiserner Faust, daß sie bleiches Entsetzen packt. Nehmen Sie einen Knüppel» einen Dreschflegel oder eine Mistgabel und dann frisch drauf loS, juchheisaffa! Deutsches Volk! Du bist krank, aber wir müsien helfen. Wir müfsen die Inden zur Ader luffen. Heraus mit dem spitzen Messer, stechen wir hinein, daß daS Blut spritzt k Wir müssen schneiden, schneiden, schneiden, bis das I u d e i, t u m herausgeschnitten und beseitigt ist. Es ist ein Kampf ans Tod und Leben. J» Könitz haben die Juden einen Mord begangen und jetzt bestrafen sie Zeugen und betrügen die Richter. um stei ausgehen zu können, wir lassen uns aber alle Betrügereien gefallen, statt den Stock zu nehmen und die Gesellschaft fortzujagen. Die Juden find unser Unglück, denn sie sind verfluchte Lümmel und müssen deshalb fort. So wie wir 1870 die Franzosen verwalkt haben, so müssen wir auch gegen die Inden verfahren und den frechen LiimmelS Hiebe appliciercn, wo und wann wir sie treffen. Diese vom frenetischen Jubel der Antisemiten begleiteten rohen Ausfälle, die teilweise eine direkte Aufforderung zur Gelvalt- thätigkeit sind. waren nach Ansicht der Polizei nicht dazu angethan, ein Einschreiten nötig zu machen; nur einmal ermahnte der überwachende Polizeirat in höflichster Form zur Mäßigung. Was wäre geschehen, wenn ein Arbeiter sich in ähnlicher Weise gegen Unter- n eh m er ausgesprochen hätte? Seine Gastrolle in Dresden schloß der Dreschgraf mit seinem gelvöhnlichen Refrain: Er sagte: Ich kann Ihnen nur raten: Nehmen Sie einen Knüppel und dreschen Sie los, dreschen Sie acht Tage oder noch länger, dann wird es besser iverden. Die Pücklerschen Roheiten wurden mit lautem Beifallsgejohle von den Reformern begleitet und weder der am Vorstandstisch sitzende Abg. B i n d e lv a l d. noch der Wachtdirektor Zimmer- mann hatten etwas dagegen einzuweuden. Der Vorsitzende Rechts- anwalt Dr. Häkel erstattete dem Vortragenden vielmehr noch seinen ganz besondren Dank für die Darlegung jeiuer charakteristischen Kampfeswcise._ Nochmals das Khaki-Evangelium. Der„Reichsbote" bringt einen langen Artikel über die unverdiente Kränkung, die der„Vor- wärts" dein Hofprediger Ohly angethan habe, indem er. gestützt ans einen Bericht der„Breslauer Zeitung" über eine Rede des Herrn Hospredigers, demselben nnchriftliches Khatt-Christentum vorgeworfen habe. Namentlich sei eS nicht wahr, daß der Herr Hofprediger durch den Satz, daß am deutschen Wesen die Welt genesen möge, das Evangelium des Nazareners durch das modische Wikingertum habe ersetzen wollen. Zum Beweis unsres Unrechts giebt der „Reichsbote" ausführlich den angeblichen Gedankengang der Predigt wieder. Nach dieser Inhaltsangabe ist die Stelle vom welterlösenden deutschen Wesen thatsächlich minder anstößig. Immerhin halten wir den Satz, daß das deutsche Wesen am Evangelium genesen sei schon angesichts des Chinafeldzngs und der Hunnenbriefe mindestens für eine sehr wenig glückliche Rede- Wendung, die mehr nationale Ueberhebung als christliche Demut atmet. Klirrendes Khaki-Christentum, aber verzweifelt wenig vom Geiste deS Gründers des C h r i st e n t u m s verrät vollends folgende Stelle der Predigt: „Eine neue Epoche in der Geschichte des glorreich wiedererstandenen Reiches hatbe- gönnen. Zur Sühne unerhörten Frevels am geheiligten Völkerrechte, zur Wahrung deutscher Ehre im Rate der Nasionen, zum Schutze des Kreuzes und seiner Bekenner kämpfen fern im Osten auf dem Boden des chinesischen Reiches tapfere Söhne ihres geliebten Vaterlandes Schulter an Schulter mit den Streitern der andren großen Kulturvölker unter dem gemeinsamen Oberbefehl eines au- erkaiinteii deutschen Feldhcrrn, begleitet von den Gebeten eines frommen Volks, begeistert durch des obersten Kriegs- Herrn flammendes Wort, eingedenk des alten Waffenruhms, bedacht auf neuen Lorbeer." Der„Reichsbote" bezeugt uns allerdings, daß wir das Evan- gelium des Nazareners nicht kennen. Jedenfalls nicht gut genug, inn zu begreifen, ivie man gleichzeitig ein Diener des Gekreuzigten und ein'höfischer Tyrrtäus der Wellpolitik der gepanzerten Faust kann. Vom«ichSländischrn Bürgermeister- Parlament. Die politische Unnioral des jainmervollen Wahlsystems zn unsrem kürz- sich erneuerten L a n d e s a u s s ch u ß— so schreibt man uns aus Elsaß-Lothringen— kommt in der gegenwärtigen Zusammensetzung dieser sogenannten Volksvertretung deutlich zum Ausdruck. Die so außerordentlich zahlreiche iiidustrielle und gewerbliche Arbeiterschaft des Lcknds, der durch das System der unheilvollen Diktatur- und Ausnahme- Gesetzgebung jeder andre Weg zur Vertretung ihrer Klasseninteresien verschlossen ist. hat im Landesparlament auch nicht die geringste Vertretung. Dagegen sind unter den 58 Mitgliedern des letzteren nicht weniger als 10 In« dustrielle, 19 Gutsbesitzer. 9 Notare, ferner 4 Beamte, je 5 Rentner und Aerzte, 2 Baukiers, 2 Pfarrer, endlich je ein Kaufmann und Rechts- anwalt. In der That eine herrliche„VoIkS"-Bertretung! Wie tadellos der behördliche Wahlbeeinflust'nngsapparat, besonders in den Landkreisen fnnklioniert, das geht deutlich ans der Thatsache hervor, daß fast genau die�Hälfte, nämlich«8 von den 58 Deputiertei,- sesselii mit B ü r g e r m e ist e r n besetzt sind, also mit Leuten, die von der Regierung direkt abhängig find und über deren Ge- siiinnngstüchsiglcil bei dieser von vornherein jeder Zweifel aus- geschlossen ist.' Die„liberale"„Ssiaßburger Post" bezeichnet diele Zusammensetzung deS elsaß-lothringischen Landesparlaments alS eine „vom parlamentarischen Standpnnkte aus recht günstige". Dabei ist die S o c i a l d e m o k r a t i e, die bei den Rcichstagswahlen des Jahrs 1893 von insgesamt etwa 225 000 im Lande abgegebenen Stimmen über 52 000, also fast den vierten Teil, auf ihre Kandidaten vereinigte, in diesem exklusiven Zirkel von bürger- lichen Klasseiiintercsienten überhaupt nicht vertreten.„Günstig" ist die Zusammensetzung des Landesausschtisses also wohl, aber lediglich sür— die Regierung.— Austand. Belgien. Der Fall Sipido wurde in der Depniiertenkammer durch die Annahme der Tagesordnnng des klerikalen Führers Woeste erledigt, Ivclche feststellt, daß die Regierung ihre Pflicht gethan habe.— Alteröpcnsioncn für Bcralcutc. Die socialdemokratische Fraktion der Kaminer hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der für Bergleute von 5V Jahren an eine Pension von 600 Fr. pro Jahr und für Arbeiter über Tage eine Pension von der gleichen Höhe vom 55. Jahre an verlangt.— Frankreich. Präsident Krüger ist an Bord der„Gelderland" in Marseille eingetroffen und von Senatoren und Deputierten des Departements sowie den Vertretern vieler Städte SiidfraukrcichS feierlich empfangen worden. Krüger hielt eine Rede, in der er erklärte, daß die Bocren bis zum Aenßcrsten kämpfen w ü r d e n. Ferner protestierte er energisch gegen die barbarische Art der englischen KriegSführung. Italien. Die Dcpntiertenkammcr ist am Donnerstag, den 22. d. M.. wieder zusammengetreteii. Der Präsident zollte in einer Ansprache den italienischen Soldaten in China sowie dem Herzog der Abrnzzen Worte der höchsten Allerlei,»ung. Minuterpräsident S a r a c c o schlägt vor. alle Anträge erst nach der Erledigung deS Budgets zu beraten. Die Sociasisten Ferri und Agnini vcr- langen, daß der Antrag, betreffend Aufhebung der Zölle auf Getreide,»ach dem Finanz-Exposs zur Beratung komme. Minister- Präsident Saraeeo spricht sich darüber aus. Die Socialistcn ver- langen namentliche Abstinimung. Da sich herausstellt, daß das Hans nicht beschlußfähig ist, wird die Sitzung auf eine Stunde vertagt. Afrika. Ein allgemeines Ailfflackern des Kriegs melden die neuesten Südafrika-Telegramme. Es fand am 16. bei Thabanchu ein Gefecht statt, in dem auf englischer Seite 1 Offizier und 3 Mann fielen. Auch bei S p r i n g h o u t n e k fand ein Posteiigefecht statt. Im südlichen Teile des Oranje-Staats find die Boercn in letzter Zeit sehr thätig gewesen. Sic haben wiederholt die Eisenbahn- und die Telegraphenliiiicn in der Nähe von Edenburg zerstört. In der Nacht auf den 16. d. M. versuchte» die Boeren vergeblich, zwei Wasserdurchlässe in der Nähe von Brüffel| Begrüßungsschreiben, darunter eins der französischen Bruderorgani-[ weise u. a. auf Prof. Bücher, auf die Ausführungen des an der Kimberley- Linie in die Luft zu sprengen. Nach Meldungen fation aus Paris. Die Debatte über den Vorstands- und Kassen- Oberbürgermeisters Adides von Frankfurt a. M. Alle diese Männer aus Natal haben die Boeren südlich von Utrecht einen bericht nimmt auch noch die Vormittags- Sigung zum größten Teil bezeichnen das private Eigentum an Grund und Boden in unmittel Wagen mit 13 Mann Bedeckung aus einem Hinterhalt überfallen. in Anspruch. Nachdem Tobler in seinem Schlußwort die Monitas, barer Nachbarschaft der großen Städte als unerträglich. Allerdings Sie haben den Wagen mitgenommen, die Mannschaften, von denen die gegen die Hauptverwaltung erhoben, entkräftet, wird dem Haupt- scheint für viele der Herren hier, auch in der Obdachverwaltung, vier verwundet sind, aber freigelassen. vorstand gegen zwei Stimmen Decharge erteilt.. eine Wohnungsnot oder Wohnungsfrage nicht vorhanden zu sein, Hierauf erstattet Mark den Bericht für die Redaktion des fo lange das Asyl ausreicht. Es ist doch festgestellt, daß eine Vereinsanzeiger". Die Höhe der Auflage bewegt sich zwischen Arbeiterfamilie 30 Prozent des Einkommens für die Wohnung aus15 000 bis 17 000 Exemplaren. Redner wünscht, daß sich mehr mit geben muß, und zwar für oft gänzlich unzureichende und ungefunde arbeiter aus den Reihen der Kollegen finden. Jedenfalls hat der Wohnungen. 1. Diese Quote weist sogar von Jahr zu Jahr bei den Bereinsanzeiger" feine Pflicht gethan und wird sie auch ferner thun, Arbeitern eine steigende Tendenz auf; die Aufwendungen der mögen die Mitglieder dafür forgen, daß sie ihre Pflicht dem Vereins: Arbeiter für die Wohnung find geradezu horrend. 724 000 von den organ gegenüber thun. Einwohnern Berlins wohnten in rot. 200 000 Wohnungen von nur einem Raum und in 27 000 dieser Wohnungen waren nicht weniger als 160 000 Menschen, also in jedem Raum 6 untergebracht. Das ist doch das trasseste Wohmmgselend.( Zustimmung und Unruhe.) Ein Telegramm des Feldmarschalls Roberts aus Johannesburg bom 20. belagt: Der Kommandant von Thabandhu berichtet, ein Boerenkommando, anscheinend etwa 800 Mann start, rüdte am 19. d. M. von Dewetsdorp auf Wepener vor, fehrte aber am Abend zurück. Die Boeren haben neun Farbige erschossen, weil sie dieselben im Verdacht hatten, den Engländern Nachrichten übermittelt zu haben. Der Kommandant von Standerton meldet, der Vorposten bei Waterbal Bridge sei am 19. d. M. angegriffen worden, wobei ein Mann verwundet sei. Partei- Nachrichten. Gemeindewahlfiege. In Deffau wurden die 4 Parteigenossen, die, wie berichtet, in der allgemeinen Bürgerversammlung mit als Kandidaten proklamiert wurden, mit ansehnlicher Stimmenzahl zu Stadtverordneten gewählt. Sie erhielten 1872-2296 Stimmen, während die höchsten und niedrigsten Stimmenzahlen in dieser Gruppe 2574 und 1805 betragen. Unser Dessauer Parteiblatt tommt nach einer Prüfung der Einzelheiten des Wahlergebnisses zu dem Schluß, daß wir etwa 1000 Stimmen als eigne Parteistimmen rechnen dürfen. Bei der letzten Wahl im Jahre 1898 wurden nur gegen 700 socialdemokratische Stimmen abgegeben. Der Erfolg wäre somit ganz erfreulich. " In der Nachmittagsfizung werden Begrüßungsschreiben von der Schweizer Malervereinigung, ebenso von der Bruderorganisation aus Wien verlesen. Mehrere Redner, namentlich Kolb, ist nicht mit der Schreibweise des Blatts, fowie mit der Berechnung des Druckers einverstanden. ja V Diese Mißstände sind aber zur Zeit geradezu unerträglich ges worden, weil zu jener Ursache die Unlust des Privatkapitals hinzuBäpelow als Vertreter der Generalfommission findet die Be- tritt, Häuser mit einen Wohnungen zu bauen, Kinderreiche Familien rechnung wohl auch etwas hoch. Im übrigen kann man vom Re- finden, obwohl fie pünktliche Mietezahler find, schwer Unterkommen dacteur, der die gesamte Expedition zu besorgen hat, eine gute egatte( Widerspruch und Zustimmung), Mietssteigerungen von 20-25 Proz. Arbeit für die Redaktion nicht verlangen. Entlasten Sie Ihre find teine Seltenheit( Erneute Unruhe) diese Anführungen werden Beamten, dann können Sie auch was verlangen. durch die Aussagen der obdachlos Gewordenen ganz Im Schlußwort weist Mart die Angriffe gegen die Redaktion direkt bestätigt. Auch der Magistrat will ja durch seinen Vorzurüd. Hierauf wird der Redaktion Decharge erteilt. Sodann ver- fchlag die wirtschaftliche Selbständigkeit der betreffenden Familien liest der Vorsitzende einen eingegangenen Brief eines Malers schüßen. Abhilfe schaffen fönnte zunächst eine Aenderung des GeGenz- Berlin. Die Generalversammlung nimmt von diesem meinde Wahlrechts und des Enteignungsrechts; hier könnte sich der Schreiben Kenntnis, lehnt es aber ab, auf die Angelegenheit ein- Oberbürgermeister große Verdienste erwerben, wenn er im Herrenzugehen. hause für die Wiederaufnahme der 1893 gescheiterten lex Adickes sich Sierauf hält Tobler das Referat über die Arbeitslosen- Unter- verwendete. Die Stadt hätte dann die in ihren Besitz übergegangenen In Frankfurt a. M. wurde in gestriger Stichwahl der Tosen- Unterstützung spiele in unsrem Gewerbe eine sehr gewichtige Bedingungen zu erfolgen haben, wie man sie in Frankfurt mit den stügung. Redner führt etwa folgendes aus: Die Frage der Arbeits- Terrains zu verpachten. Die Bebauung würde zweckmäßig unter denselben Genoffe Quard mit 558 gegen 519 Stimmen zum Stadt: Rolle und sind es nur zwei Wege für uns, auf Grund deren sich die Erbbaurecht durchzuführen versucht. Wir wollen weiter die Errichtung verordneten für den Bezirk Bockenheim gewählt. Damit Sache regeln laffe. Erstens: Beitrag im Sommer pro Woche städtischer Wohnungsinspektionen, eines städtischen Wohnungsamts und zieht der erste Socialdemokrat in das großzbürgerlich- demo- 50 Bf., im Winter pro Woche 20 Pf. Die Unterstützung pro Tag eines Wohnungsnachweiſes. Auch in diesem Punkt sind andre tratische Frankfurter Stadtparlament ein. In Frankenhausen( Königr. Sachsen) wurde in der Klaffe 50 Pf. oder pro Woche 3 M. Ausschließlich der Sonn- und Feier- Städte der Stadt Berlin weit voraus. der Unansässigen der socialdemokratische Kandidat mit fast sämtlichen Monaten Mai, Juni, Juli, August fällt die Unterstügung fort. Ebenso tage. In der ersten und letzten Woche im Jahre und in den Stimmen gewählt. In Wenigenjena( S.- Weimar), dem Orte, wo unter der scheidet die Kranken- und Reise- Unterstügung aus. Aera v. Wurmb die meisten Versammlungen verboten wurden, wurde Ein zweiter Weg wäre: der erste Socialdemokrat in den Gemeinderat gewählt. Auch aus Oestreich werden erfreuliche Resultate gemeldet. So wurden in Marburg( Steiermark) jämtliche 10 socialdemokratischen Kandidaten gewählt und in Graz, wo bisher nur 1 Socialdemokrat, der Genosse Refel, im Gemeinderat saß, tamen Stichwahl, so daß mindestens 3 Parteigenossen so gut wie ge7 Barteigenoffen und 1 Deutschnationaler um 4 Mandate in die wählt sind. 1. Der Wochenbeitrag in den 30 Sommerwochen beträgt 1 M., in den 22 Winterwochen 20 Pf. volles Jahr obigen Beitrag entrichtet hat. 2. Anspruch auf Unterstügung erhält das Mitglied, welches ein sechstägiger Arbeitslosigkeit gewährt. Sonn- und Feiertage, sowie 3. Die Unterstützung beträgt pro Tag 1 M. und wird nach Empfang der Unterſtügung. die erste und letzte Woche des Jahres stehen außer Berechnung für 4. Die Unterstützung regelt sich nach der Zugehörigkeit zur Bereinigung wie folgt: Nach 1 Jahre Höchstbetrag 36 M. 2 73 4 42" 48. " im 60 " " " daß den hygienischen Anforderungen nicht entsprechende BohIn weiterer Folge würde man zu der Forderung kommen mungen nicht weiter bewohnt werden dürfen und Vermieter, welche dagegen handeln, bestraft werden sollen. Bekanntlich hat gerade Herr Miquel ein scharfes Strafgesetz diefer Art befürwortet, als er noch Oberbürgermeister von Frankfurt war. Die Gemeindegrundsteuer muß nach dem gemeinen Wert des Grundstücks statt nach dem Nutzungswert erhoben werden; eine große Anzahl von Gemeinden die zuständigen Minister haben ja in der Mustersteuerordnung daranf haben diese Maßnahme bereits mit glänzendem Erfolg durchgeführt. Auch hingewiesen. Lehnen Sie den Antrag auf Beratung in einer Des putation( ein folcher Antrag war mittlerweile eingegangen) ab, so fegen Sie damit die Wohnungsfrage nicht von der Tagesordnung ab; wir würden Ihnen dann mit formulierten Einzelanträgen tommen müffen, welche Sie dennoch nötigen würden, sich mit der Frage zu beschäftigen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Oberbürgermeister Kirschner: Parteilitteratur. Die Anklagereden wider die Hunnen und Weltpolitik und ihre Verteidigung durch Reichstangler und Kriegsminister im Reichstage werden durch die Buchhandlung Vorwärts den Genossen zum billigen Preise im stenographischen Wortlaut zugänglich gemacht werden ohne daß der Verlag eine Liebesgabe von 12 000 M. feitens der Wer den Höchstbetrag der Unterfügung erhalten hat, muß 303 Familien mit 1364 Röpfen betragen, heute beträgt fie Die höchste Belegungsziffer hat im Obdach am 10. Oftober Jutereffenten diefer Politik erbettelt hat. Und um dem Leser auch 40 Wochenbeiträge geleistet haben, ehe von neuem Anspruch auf 196 Familien mit 720 Stöpfen. Diese Thatsache des Steigens ein selbständiges Urteil zu ermöglichen, soll der Broschüre auch das Unterstützung erhoben werden kann. in Frage kommende Thatsachen Material, wie die Kaiserreden, die Hummenbriefe, die Waldersee Depeschen beigefügt werden. Die Genossen dürften damit ein wertvolles Agitationsmaterial, in einer Broschüre zusammengestellt, erhalten. = = Polizeiliches, Gerichtliches usw. Gchaussucht wurde in der Redaktion der Schwäbischen Tagwacht" nach dem Manuskript eines Artikels, der schon im Oktober in dem Blatt erschienen ist. Die Polizei fonnte sich wohl vorher fagen, daß sie sich da unnüz bemühen würde. -Aus Ostpreußen. In Ragnit wurden zwei Parteigenossen zu je 3 M. und einer zu 15 M. Geldstrafe verurteilt, weil sie eine unangemeldete Versammlung abgehalten haben sollen. Sie hatten beim Vereinskassierer gemeinschaftlich Beiträge bezahlt und das soll die Versammlung gewesen sein. zu hat der Belegungsziffer den Magistrat veranlaßt, sich 5. Bezugsberechtigten Mitgliedern, welche anderweitig in Arbeit mit den Ursachen dieser wirtschaftlichen Erscheinung treten können, kann, wenn die sechstägige Narrenzzeit der Arbeitslofigkeit verstrichen ist, Reisegeld bis zu 6 m. verabfolgt werden. Sie erfordert ernste Beachtung; ob man sie mit beschäftigen. Verheirateten kann je nach den Verhältnissen bis zum Höchst- fache, ich liebe folche Schlagworte nicht, aus denen leicht falsche Wohnungsnot oder Wohnungselend bezeichnen will, ist Geschmacsbetrag die Unterstützung als Reisegeld ausbezahlt werden. 6. Die Anmeldung zur Unterstüßung hat innerhalb 2 Tagen nach der Entlassung aus der Arbeit zu geschehen. Bei der Anmeldung ist der Entlassungsschein, wie er laut Gefeß von jedem Arbeitgeber verlangt werden kann, nebst Invalidenkarte vorzuzeigen. Redner weist an einem eingehenden statistischen Material aus dem Jahre 1899 die finanzielle Belastung der Organisation nach. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. nachmittags 5 Uhr. Genoffe Braun, früher Gutsbesitzer in Mehleden, bestellte die 32. Sigung vom Donnerstag, 22. November 1900 wiegenden Mehrheit diese Frage verneint. Eine Gemeinde muß sieben Arbeiter dieses Guts, das er kürzlich verkauft hat, in feine Wohnung, um jedem derselben ein Geldgeschent auszuhändigen. Danu unterhielt er sich noch eine Weile mit ihnen über allerlei, wobei auch einige Worte über Politik fielen. Dafür wurde er wegen Abhaltung einer unangemeldeten Versammlung zu 20 M. Geldstrafe berurteilt. Genosse Hofer- Staisgirren foll den Agitationskalender, nachdem er schon beschlagnahmt war, zur Verbreitung weiter gegeben haben. Dafür muß er 15 m. Geldstrafe zahlen. Achte General- Versammlung der Vereinigung der deutschen Maler. Würzburg, den 20. November 1900. Zur Beratung steht heute endlich der schon am 17. Oftober eingebrachte Antrag Singer und Genossen, die Wohnungsnot betreffend. Der Antrag lautet: Die Versammlung wolle beschließen: den Magistrat zu er suchen, mit der Versammlung in gemischter Deputation zu beraten: 1. durch welche Mittel die zur Zeit- namentlich für die Arbeiterbevölkerung- herrschende Wohnungsnot zu beseitigen ist, 2. was städtischerseits zu geschehen hat, um durch kommunale Maßnahmen den auf dem Gebiet des Wohnungswesens bestehenden Mißständen zu begegnen. Solche wirtschaftlichen Erscheinungen haben in der Regel nicht einen, Schlüsse gezogen werden fönnen.( Zustimmung und Oho! Rufe.) sondern zahlreiche Gründe. Grund und Boden sich nicht vermehren kann; daneben u. a. die Der Hauptgrund liegt darin, daß der banken bei der Beleihung von Baugrund, der Stand des Geldmarkts, Einschränkung des Pfandrechts, die Beschränkung der Sypothekendie Steigerung der Wohnungspreise, die angesichts des Steigens der Arbeitslöhne nicht ganz unberechtigt ist.( Burufe.) Wie soll die Gemeinde helfen? Soll sie als Unternehmerin auftreten? Für Hilfsbedürftige muß fie Obdach gewähren; soll sie weitergehen? Der Magistrat hat in seiner überalle Mitbürger gleich behandeln; erkennt sie die Lieferung von Wohnungen an Nichthilfsbedürftige als Pflicht an, dann muß fie fie für alle Mitglieder auf sich nehmen. Das kann sie aber nicht, ohne mit dem ganzen wirtschaftlichen System zu brechen. Das gab auch der Antragsteller, zu, also wäre die Beratung in gemischter Deputation über jene Frage ein Widerspruch in sich. Wer von Gemeinde wegen für Wohnungen sorgen will, muß auch von Gemeinde wegen für billige Feuerung, Kleidung 2c. jorgen, und so fämen wir thatsächlich zu dem Zukunftsstaat der socialistischen Partei, und davon, daß dieser Staat der ideale ist, kann ich mich wirklich noch nicht überzeugen. Für mein Denken wird damit ein gut Teil der menschlichen Natur vernichtet.( Sehr gut!) Unfre Vorschläge bevegen Von der Mehrheit war am 25. Oktober die Erörterung des An- sich auf der Basis, daß es notwendig ist, den hervorgetretenen Schäden trags bis zum Eingang der durch die Zeitungen angefündigten auf dem Boden des bestehenden wirtschaftlichen Systems zu beMagistratsvorlage hinausgeschoben worden, die ebenfalls die Wohnungsgegnen. Gerade aber unsren Vorschlag, daß die Stadt für ihre Die Vereinigung der Maler hält in Würzburg diese Woche die frage ihrer Lösung entgegenführen soll. Diese vom 11. November Arbeiter Wohnungen bauen laffen soll, weist der Vorredner ab; Generalversammlung ab. Anwesend find 68 Delegierte, bom datierte Borlage schlägt bekanntlich die Errichtung einer Stiftung feine Partei und die betreffenden Arbeiter werden sich darüber ausHauptvorstand find Tobler und Wentker, für die Redaktion Mark, vor, die den Zived hat, minderbemittelten für den Ausschuß Suß- Stuttgart, für die Breßkommiffion Gehlert billige und gesunde Wohnungen, zu gewähren. Die Stadt will diese ohne die Teilnahme der Privatunternehmer nicht bauen kann. Der Antrag Einwohnern einanderzusehen zu haben. Im Magistrat ist man der Ansicht, daß man anwesend. Die Generalfommission ist durch F. Paepelow vertreten. Stiftung, welche zum Andenken an die Erhebung Preußens zum steller will das Gemeinde- Wahlrecht und das Enteignungsrecht Zu Vorsitzenden werden Tobler und Ludwig ernannt. Königreich als Jubiläumsstiftung errichtet Seit der Generalversammlung in Mainz 1898 hat die Organi Friedrich- Stiftung" genannt werden soll, mit einer folche in weiter Ferne liegende Berspektiven befchränkt hätte! Das und König ändern; was hätte man wohl gesagt, wenn der Magistrat sich auf sation einen bedeutenden Aufschwung genommen, wie es vom Vor- Million Mark dotieren; außerdem wird der Magistrat öffentlich Gemeinde- Wahlrecht betreffend stehe ich auch auf dem Standpunkte, stand faum erwartet wurde. Doppelte Bedeutung gewinnt dieser zur Einzahlung von Beiträgen zur Begründung der Stiftung auf den Hausbefizern zu raten, eventuell auf ihr privilegium odiosum erfreuliche Aufschwung, wenn wir bedenken, daß die Befürchtungen rufen. derjenigen Kollegen, die durch die Einführung der Krantenunterstützung zu verzichten; aber mir ist kein Fall bekamit, wo die Hausbesitzer Die Begründung des Antrags Singer übernimmt In P einen Rüdgang der Organisation prophezeiten, nicht in Erfüllung lady hier Mißbrauch getrieben hätten mit ihrer Stellung als Hausbefizer. ( Beifall und Unruhe.) Die lex Adickes ist sehr beachtenswert; ich gegangen ist. Die Mitgliederzahl ist von 6000 auf 10 000 gestiegen. Stadtv. Heymann( Soc.): Welche Arbeit aber zu bewältigen war, mögen Ihnen die Aus- und Bon niemand, gleich viel wie er zur Wohnungsfrage steht, wird babe erst fürzlich mit dem Herrn verhandelt, und es dürfte zunächst Eingänge in Bureau des Hauptvorstands beweisen. Eingegangen bestritten werden, daß bei der stets anwachsenden Bevölkerung der ein Gesez für Frankfurt ergehen, das dann vorbildlich wirken find 10 850 Briefe, 129 Depeschen und 2440 Geldfendungen. Aus Stadt es Pflicht der städtischen Behörden ist, der Wohnungsfrage Die Steuerreform ist gewiß auch beachtenswert. Das und feinem Beamten gänge: 1009 Briefe und Postkarten, 65 Depeschen und 289 Geld- ernſteſte Aufmerksamkeit zuzuwenden. In diesem Sinne hat sich ja Wohnungsamt mit seinem gwang fendungen. Die Zahl der Filialen ist von 182 auf 208 gestiegen. auch der neue Bürgermeister Brinkmann geäußert. Seinen verapparat ist mir augenblicklich noch wenig schmackhaft, so Die Lohnbewegungen zeigen in den beiden letzten Jahren eine heißungsvollen Worten ist die Magistratsvorlage endlich gefolgt. wünschenswert eine fachliche Kontrolle der Wohnungen wäre. Die bedeutende Zunahme, wodurch der Hauptvorstand bedeutend belastet Bestanden auf dem Gebiete des Wohnungswesens Mißstände, so mußte Stiftung wird nach unsrer Meinung alsbald sehr wohlthätig wirken, wurde und die Erhebung einer Extrastener von 1 Mart sich als not- der Magistrat alles thun, diesen zu begegnen, oder er leugnete die und auf die Wohlthätigkeit fönnten sich doch alle Meinungen ver wendig erwies. Obwohl nicht alle Mitglieder dieser Pflicht genügten, Wohnungsnot und mußte dann den Mut haben, das offen zu sagen: einigen. Die Stiftung wird den Privatunternehmungen teine Konist dennoch eine Summe von 12 378 m. vereinnahmt worden. In- aber die Notstände zuzugestehen und diesen abhelfen zu wollen durch furrenz machen( Stadtv. Singer: Das heißt, den Belz waschen und folge von Streits und Agitation waren der Vorsitzende eine milde Stiftung, das ist ein Beginnen, wie man es von dem nicht naßmachen!), das soll sie auch nicht, aber sie fann vorbildlich 237/2 Tage, darunter 36 Sonntage, der Staffierer 24 Tage, Magistrat einer solchen Kommune am Anfange des 20. Jahrhuis Kreisen, welche der Vorredner nicht genug geißeln konnte; man Jahrhunderts und preisregelnd wirken. Millionen find schon geflossen aus den darunter 2 Sonntage, der Redacteur 28 Tage, darunter kaum erwarten sollte.( Sehr richtig!) Er giebt eine Million 2 Sonntage, unterwegs. In Summa 2891/2 Tage. Es mußte des her und bittet ein verehrliches Publikum um Gaben! sollte doch auf den Wohlthätigkeitssinn nicht folchen giftigen Mehlthau halb zur Anstellung von Hilfskräften gegriffen werden und find hier- Die Beschlüsse des Magistrats find getragen von dem Geiste eng- streuen! Mit Geringschäßung ist angetnüpft worden an den Zufür 1181 m. veransgabt. Nachdem der Redner noch einige Vorherziger Klaffenherrschaft.( Vorsteher Langerhans bittet, folche fammenhang der Stiftung mit Friedrich 1. Die preußische Monarchie tommnisse mit dem Ausschuß besprochen, erstattet entter den Ausdrücke nicht zu gebrauchen.) Der erste Teil unsres Antrags be- hat sich der Armen und Notleidenden oft angenommen, und es ist Kaffenbericht. Das Vermögen der Vereinigung am 1. Oftober betrug faßt sich mit der Wohnungsnot; darüber werden wir uns leichter ver- ein echt preußischer Gedanke, Notleidenden zu Hilfe zu kommen. Die gemischte Deputation hat der Antragsteller uns mit ber 54 800,36., außerdem stehen noch Restbeträge in den einzelnen ständigen. Die Filialen mit ca. 9000 M. aus. Die Gesamteinnahmen von 1898 Obdachverwaltung Drohung schmackhaft machen wollen, daß wir andernfalls doch mit Wohnungsfrage nicht zu lösen ist; fie wird die Menschheit so lange den Specialfragen befaßt werden würden. Das zeigt nur, daß die beschäftigen, wie die Menschheit existiert, durch eine gemischte Deputation wird sie nicht gelöst werden.( Beifall und Zischen.) Stadtv. Bamberg( alte Linke) und Stadtv. Wallach( alte inte) sprachen fich im allgemeinen für die Magistratsmaß nahmen aus. Stadtv. Haberland verlangt besonders Unterstützung der Baugenossenschaften. stellung des Redacteurs demselben Gelegenheit zu Monitas. Im Die Obdachlosigkeit ist nur eine Form des Wohnungselends, wenn Stadtv. Nathan( neue Linke): Die Wohnungsnot ist nicht erst übrigen ist noch eine Beschwerde von dem Kollegen Bünger, früher auch die schlimmste. Deshalb follte die Versammlung nach unsrer mit der Ueberfüllung des Obdachs und mit der Berringerung der Berlin II, eingegangen, diefelbe ist aber zu spät eingetroffen und Meinung nicht länger zögern, die Wohnungsfrage als Ganzes fleinen Wohnungen in Berlin aufgetreten; die Wohnungsnot in findet deshalb keine Berücksichtigung. Nunmehr wird in die in Erwägung zu ziehen, wie der zweite Teil des Antrags will. Die Berlin ift viel älter, die Zahl der unzulänglichen und Debatte über den Bericht des Borstandes und Ausschusses heutige Gesellschaft tann sie allerdings nicht lösen, weil es dazu der überfüllten Wohnungen ist hier wie in allen Großeingetreten. Hierzu sprechen eine ganze Reihe von Rednern, Loslösung des Grunds und Bodens von allem privatkapitalistischen städten ständig fehr groß gewesen. Wenn der Oberbürger einzelnen Punkten des Berichts Kritik üben. Intereffe bedarf( Unruhe); diese Auffassung ist bis weit hinein meister im übrigen dem manchesterlichen Standpunkt das Wort Vor Beginn der Verhandlungen verliest der Vorsitzende eine Anzahl in die bürgerlichen Streise verbreitet.( Rurufe.) Ich vers redet, so verstehe ich seine Vorlage nicht vollkommen; er hat wohl milde bis 1. Oftober 1900 betrugen 243 519,97 m., die Ausgaben nimmt für das nächste Etatsjahr eine durchschnittliche Belegung von 209 830,55 M. Die Ausgaben verteilen fich in Prozenten gerechnet: 600 gegenüber 250 im laufenden Jahr an; diese verstärkte Inanspruch Agitation 51/2 Proz., Vereinsorgan 15 Proz., Streifunterstützung nahme dürfte von jetzt ab als dauernde Erscheinung anzusehen sein. 31 Proz., Rechtschutz und Gemaßregelten- Unterstützung 1/2 Broz., Der Magistrat spendet der Obdachverwaltung alles Lob; ich kann damit Reise- Unterstützung 2 Proz., Kranken- Unterstützung 5/4 Broz, nicht übereinstimmen. Gewiß sind alle Obdachlosen untergebracht persönliche Verwaltungstoften 4/4 Broz ,, fächliche 7 Broz, worden, aber das ist auch alles. Wenn 1500 Bersonen untergebracht General Versammlung und Gewerkschafts Kongreß 2 Broz, werden müssen auf einem Raum, wo sonst 300 zu sein pflegen, so Generalfommiffion und Bauarbeiterschuß 1 Broz. Den Be- fann von gesunder und angemessener Unterkunft nicht mehr die richt des Ausschusses erstattet Huß und giebt namentlich die An- Rede sein. bie ant fönnte. in derselben gleichzeitig einen höfischen Frack und einen socialen Ucberzieher liefern wollen; er will vor allem einen monarchisch- historischen Akt festlegen. Ich. der ich nur für meine Person spreche, stoße mich aber an diesem Etikett nicht. Gegen das Projekt spricht meiner Meinuna nach die Frage der technischen Ausführbarkeit der Herstellung kleiner nungen für kinderreiche Familien, und wie soll unter diesen die Ausivahl getroffen werden? Diese Punkte bedürfen jeden- fällst noch der Prüfung. Im übrigen acccptiert Redner die Vorlage, empfiehlt dann aber in ausführlicher Weise die Unter stutzung der Baugenossenschaften durch die Stadt. Schließlich weist er auf die Aiikünoigung eines preußischen Wohiiungsgesetzes hin, um die Hausagrarier zu überzeugen, daß es auch für sie besser wäre. fchou jetzt die Wohnungsreform in Angriff zu nehmen. Stadtv. Cinger: Der Oberbürgermeister ist kein Freund von Schlagwortcn, aber er hat ein ganzes Arsenal von Schlagworten ber- braucht. An ihm sind die letzten SO Jahre der socialen Entwicklung spur- los vorübergegangen, solveit seine heutigen Ausführungen in Betracht ronimcn. sHeiterkeit.) Ich wünschte, der Oberbürgermeister fände noch die Zeit, die einschlägige Litteratur näher zu studieren. Er macht dem Kollegen Hehmann den Borwurf, er habe die private Wohlthätigkeit verspottet. Kollege Hehmann hat sich da gegen gewendet, daß die Stadt ihre socialen Verpflichtungen auf die private Wohlthätigkeit abwälzt.(Widerspruch.) Und wogegen er sich ferner mit Recht gewendet hat, das ist die eigentliche Art, wie manche Leute in Berlin Wohlthätigkeit üben.(Zlvischenruf des Stadtv. Hugo Sachs.) Ich erlaube mir nur, eine Meinung in der Sache zu haben, tanzen Sie und spielen Sie Theater, soviel Sie wollen (Große Heiterkeit I) Den socialistischen ZukmiftSstaat werde ich Ihnen jetzt nicht auseinandersetzen; was im Laufe der ökonomischen Entivicklung sich als notwendig eriveist daS kommt, mögen Sie es ivollen oder nicht. Daß die Socialdemokratie da ist, daß sie eine andre Gesellschafts ordmmg verlangt, ist lediglich das Facit der Thatsache, daß nach der heutigen Wirtschaftsweise die breite» Massen im Volke verelenden.(Große Unruhe.) Daß mit unsren Vorschlägen unser Zukunftsstaat etabliert wird, meinen wir gar nicht. Wir verlangen Aenderungeil in dem Rahmen dessen, was die heutige Gesellschaft leisten kann. Dabei wird allerdings der kapitalistische Pelz etivas naß gemacht, was die Vorlage des Magistrats nicht thut. Ich befinde mich der Vor läge gegenüber in einem gewissen Gefühl der Beschämung. wen» ich bedenke, daß Düffeldorf 20 Millionen für den gleichen Zweck auf wendet, für den die Reichshauptstadt sich mit der Auftvenduiig von einer Million begnügt. Was soll denn eigentlich mit dieser Million ge- macht werden? Was soll werden, wenn der Magistrat mit dem Klingelbeutel herunigeht, aufruft in der„Vossischen Zeitung".(Zu- ruf:„Vorwärts"!). Auch im„Vorwärts", schön, vielleicht kommt dort Noch am meisten heraus?(Stürnnsche Heiterkeit.) Ob die Behandlung, welche die Stadt gerade jetzt von oben erfahren hat, es angezeigt erscheinen läßt, mit einer solchen Stiftung ins Schloß zu gehen, überlasse ich dem Gesckimack der Mehrheit und des Magistrats. Ich kann nur nicht finden, daß durch die Stiftung zum Andenken des Mannes, um den es sich handelt, dessen Nachfolger sich besonders geehrt fühlen werden, wenn der Magistrat ihnen eine Million als Morgengabe inS Schloß bringt. Es ist doch ein bißchen wenig geschätzt.'Man wird sich oben sagen:„Wenn dem Magistrat die Gründung des Königreichs Preußen nicht mehr als eine Million wert ist. so ist das ein Patriotismus, der die Probe auf den Geldbeutel nicht sehr ver- trägt." Aber ich bedauere, daß man mit kleinlichen Mitteln ein Problem wie das der Wohnungsnot angreifen will. Die akute Wohnungsnot muß durchaus von der Wohnungsfrage getrennt werden. Die schlechten Zustände auf dem Gebiete der letzteren entstehen dadurch, daß der Preis der Wohnungen einen viel zu hohen Teil des Einkommens ausmacht; darum wird das Wohnungs bedürfnis in ungenügender Weise befriedigt. Der Hausbesitz und das Wohnungsvermieten ist heute nichts weiter als ein ganz gewöhnliches Handelsgeschäft.(Sehr richtig I) Das ist Thatsache; und da ist der Punkt, Ivo die sociale Fürsorge der Stadt einzusetzen hat; die Stadt hat nicht nötig, daran etwas zu verdienen, eine hohe Rente herauszuwirtschasten, wie der private Grundbesitzer. Außerdem nimmt der Grund und Boden durch die Einrichtungen der Gesamtheit, Straßenanlagen usw. täglich an Wert zu, und die Stadt hat nicht nötig, aus diesem WertzuwackiS besondre Borteile für die Stadtlasse herauszuschlagen. Erkennt der Magistrat dies an, was ich hoffe, dann muß er auch erkennen, daß er mit seinen Vorschlägen den Uebelständen nicht abhilft, sondern sie verstärkt, indem er auch den städtischen Grund und Boden in die Privatspekulation hineinwirft. Solche Unter- nehmer, die nur die Selbstkosten haben wollen, wird der Magistrat nicht finden.(Zurufe: Doch!) Dann bitte ich den Kollegen Mommsen, ein paar solche Unternehmer auf den Tisch des Hauses niederzulegen.(Heiterkeit.) Die Magistratsvorschläge berühren den Kern der Sache gar nicht. Der Oberbürgermeister will nichts wissen von der WohnungS- lnspektion mit ihrem Zwange. Ja, haben wir denn nicht Fabrikinspektoren? Und das freie England hat eine gesetzliche Wohnungsinspektion; im freien England hat man in diesem Punkte den Zwang für notwendig gehalten. Freiherr v. d. Goltz in Straßburg hat über die Vorzüge einer solchen ein Buch geschrieben, das ich ebenfalls dem Oberbürgermeister empfehle. Wenn wir boshaft wären, was wir nicht sind(Große Heiterkeit), dann müßten wir uns Ihrer Sterilität freuen, denn in dem Maße, wie sich die schlechten Zustände verewigen, wächst die politische Macht der Socialdemokratie. Wir halten also nach wie vor unsren Antrag für das richtige.— Nach seiner Ablehnung stimmen wir für den Ausschuß. Die Frage des Wohnnngselends wird nicht eher von der Tagesordnung ver- schwinden, als bis sie im Rahmen der heutigen Gesellschaft auch für Berlin gelöst worden ist. Oberbürgermeister Kirschner: Die' Fachlitteratur bezüglich der Wohnungsfrage steht mir in großem Umfange zu Gebote; solcher, die ganz den Standpunkt des Herrn Singer einnehmen, finde ich recht wenige. Wir wollen die Wohnungsfrage mit der Million ja gar nicht lösen, sondern bloß auf einem WohlthätigkeitSgebiete' einen Versuch machen. Düsseldorf will doch nicht die'20 Millionen zu einer Stiftung verwenden. Die Forderung, Grund und Boden ans dem Privatbesitz auszuscheiden, ist doch die Haupt- forderung der Socialdemokratie. Ich will den Zwang beschränken auf die Fälle, wo er unvermeidlich ist, der Vorredner hat einen Staat im Auge, wo der Zwang die Regel ist. Nachdem noch Stadtv. Kyllmann(freie Vereinigung) für die Ver- Weisung der Vorlage an einen Ausschuß plaidirt, schließt die erste Beratung. Mit großer Mehrheit werden beide Gegenstände, der Antrag und die Vorlage, an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern über- wiesen. Darauf beschließt die Versammlung gegen OVi Uhr die Vertagung._ Gemevksllsxnfkliches. Berlin und Umgegend.! Achtung, Klempner! In der Versammlung am 23. v. M. wurden ca. 180 Fragebogen ausgegeben, die leider nicht mit der gewünschten Regelmäßigkeit eingehen. Die Agitationskommission ersucht deshalb um baldige Zusendung derselben. Ferner bitten wir, in Betrieben, wo noch keine Verbindungen mit den Kollegeu be- stehen, Adressen einzusenden, um auch dort die Ausstellung der Fragebogen zu ermöglichen. Fragebogen können vom Unter- zeichneten und im Berbandsbureau, Engel-Ufer 15, in Empfang ge- nomnien Iverden. Im Auftrage der Agitationskommission: Karl Weitzel, Eisenacherstr. 8. Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand der Arbeiter der Aktiengesellschaft Panzer ist durch einen Vergleich beendet. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter-Verbands. Deutsches Reich. Tie 14. Generalversammlung des Centralverband der Zimmerer und verwandter Berufsgcnossen Deutschlands findet vom 25. bis 29. März 1901 in Nürnberg statt. Die vor- läufige Tagesordnung enthält u. a. folgende Punkte: Die Arbeits- losen- Unterstützungsfrage. Die Agitation. Beratung der in den vorhergehenden Punkten nicht erledigten Anträge. Regelung der Gehälter und Wahl des Berbandsvorstands. Der BerbandStag des Verbands deutscher Mühlen arbeiter ist zum 7. April 1901 nach Heilbronn einberufen. Ans der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Stellungnahme deS Verbandstags zu den gesetzlichen Vorschriften über Arbeitszeit und Sonntagsruhe im Müllergewerbe. Ausbau unsres Verbandsorgans. Arbeitslosen-Unterstützungsfrage. Stellenvermittelung. Gaueinteilung. Vom Verlag der„Leipziger VolkSzeitung" erhalten wir folgende Zuschrift: „Zu unjrcm Bedauern sind jetzt ernstliche Differenzen zwischen den bei uns beschäftigten Setzern(Verbandsmitgliedernj und der Gcschäftsleitung ausgebrochen. Bekannt dürfte sein, daß nach den letzten Tarifberatungen der Buckdrucker unter den Gehilfen ein Streit über den Wert der Tarifgcmeinschast entstand. Der damals im Verband erbittert ge- führte Kampf endete zunächst damit, daß eine Anzahl Tarifgemein- schaftsgegner aus dem Verbände ausgeschlossen wurden und andre ans dem Verband austraten. Das Ergebnis war die Gründung einer zweiten Organisation: die Gewerkschaft der Buchdrucker wurde ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit standen in unsrem Geschäft neben etwa 30 Ver- bandsmitgliedern ca. 15 Gewerischaftsniitglieder. Die Freiheit des Personals wurde in keiner Weise beeinträchtigt. Gegen Mitte dieses Jahrs entschlossen wir uns zur Anschaffung von Setzmaschinen, Anfang September wurden zwei Linotypes aus- gestellt. Die unsrem Personal entnommenen Maschinensetzer lieferten nach und nach mehr Satz, so daß sich einige Entlassungen notwendig machten. Nachdem schon vor einigen Wochen zwei Mitglieder der Gewerkschaft entlassen worden waren, wurde am Freitag, 9. November. auch zwei Verbandsinitgliedern gekündigt. In Uebereinstiinmnng mit der hiesigen Parteileitung zogen wir bei Entlassung von Setzern neben der geschäftlichen Tüchtigkeit auch die Parteithäligkeit in Betracht. Wir kündigte» demnach zwei seit einigen Jahren bei uns beschäftigten Setzen:, die voraussichtlich anderwärts leichter Arbeit finden, als einige der zuletzt eingestellten Genossen. Hinter dieser Kündigung wittern nun einige bei uns beschäftigte Verbandseifercr die Absicht, nach und nach alle Verbandsmitglieder zu entlassen. Wiederholt haben wir der mit uns verhandelnden Kommission erklärt, daß dies in keiner Weise von uns beabsichtigt sei. Aber alles Reden war umsonst: Die Vcrbaudssetzcr verlangte»., wir sollten die zwei Kündigungen zurücknehmen und nach der An cicnnetät entlassen. Nach Rücksprache mit der hiesigen Parteileitung tviese» wir diese Forderung als unberechtigt zurück, worauf am 16. November 7 Verbandsmitglieder ihre Kündigung einreichten. Wir wiederholen: der Streit dreht sich lediglich um die Zurück- nähme der zwei letzten Kündigungen. Daß die Arbeitsverhältnisse in unsrem Geschäft keinen Anlaß zu berechtigten Klagen gaben, zeigen die unten aufgeführten Lohnsätze sowie die Thatsache,' daß wir seit 6 Jahren eine effektive Arbeitszeit von 8 Stunden 10 Minuten eingesnhrt haben. Der Wochenlohn der nun in Kündigung stehenden Setzer usiv. beträgt: 28 Mark bei 3 Mann 29„„ 2„ 30.. 8„ 31„» 3„ 32„» 3„ 33„» 4„ 34»„ 1„ 3o„„3„ Im übrigen hat das gesamte Personal jede? Jahr eine Woche Ferien unter Fortzahlung des Wochenlohns." Die Gründung einer Gewerkschaft aller in der Portefcnille- Industrie beschäftigte» Personen hat sich seit kurzem in Offen- Vach a. M. vollzogen. Den Anstoß hierzu bot die vom Verband der Buchbinder ausgeschriebene Extrasteucr, die ein Teil der Offenbacher Mitglieder als nicht völlig gerechtfertigt hinstellte und deshalb aus ersterem Verband austrat. Die neue Gewerkschaft zählt, wie uns mitgeteilt wird, zur Zeit an 170 Mitglieder. Man giebt sich außer- dem der Hoffnung hin, speciell die Portefeuiller besser organisieren zu können, als wie durch den Buchbinder-Verband. Eine allzu große Ausdehnung dürfte sie jedoch nicht nehmt», da die Portefeuillebranche 'ich nur auf wenige Orte erstreckt. Ueber die Lohnbewegung der Schiffchensticker in Plaucni. V. ist zu berichten, daß die Sticker bei weiteren 13 Firmen die Arbeit niedergelegt haben. Nach den bei der Lohnkommission eingegangenen Mitteilungen haben 14 Firmen die- Forderung vollständig. ein andrer Teil teilweise bewilligt. Der geforderte Lohn beträgt 20 und 22 Pf. für 1000 Stiche, während er zur Zeit 17, 18 und 19 Pf. beträgt. Die Zahl der Streikenden konnte noch nicht festgestellt werden, doch dürste sie einige Hundert betragen. In den nächsten Tagen werden voraussichtlich noch die Arbeiter andrer Firmen in den Ausstand treten. AnSland. In Calais ist der Versuch der Unternehmer, die Arbeiter durch Versprechungen und Drohungen zu entzweien und einen Theil in die Fabriken zu locken, gescheitert. Von 2�/, Tausend Streikenden haben an dem von den Unternehmern festgesetzten Termin nur einige wenige die Arbeit wieder aufgenommen. Der Streik der Straßenbahner von Lyon hat einen großen Umfang angenommen; gegen 10000 Kutscher und Schaffner sind daran betheiligt. Die Verhandlungen mit der Direktion, die unter Beisein des Präfekten und des Bürgermeisters stattfanden, sind bisher resultatlos verlaufen. Aus dvv Fvauenbeiuegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 26. November, abends 3>/s Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Paul Göhre über:„Er- ziehungsfragen", Gäste sind sehr willkommen. Der Vorstand. China. Ist Chinas Geduld zu Ende? Englische Blätter melden aus Shanghai, daß die K a i s e r i n ein geheimes Dekret verbreite, worin alle Gouverneure und Vice- könige aufgefordert würden, sich sofort zum Krieg gegen dieVerbün beten in allen Teilen des Lands bereit u halten. ES wäre ja nicht unmöglich, daß das terroristische Auftreten der Mächte die chinesische Regierung schließlich zu dem verzweifelten Schritte gedrängt hätte, noch einmal das Waffenglück zu versuchen. Gegen diese Annahme spricht jedoch die Schwierigkeit, ein militärisches Aufgebot in entsprechender Stärke auf die Beine zu bringen. Mit der chinesischen Armee steht es, wie die Känipfe bewiesen haben, sowohl was Organisation als auch Ausrüstung und Kriegstüchtigkeit anbetrifft, sehr chlecht. Auch wird es bei der relativen Selbständigkeit der Provinzen der Regierung schwer fallen, einen allgemeinen Volkskrieg zu inscenieren und durch die Masse der aufgebotenen Streiter die militärische Ucberlegenheit der fremden Truppen auszugleichen. Dieser Volkskrieg wird vermutlich erst dann ausbrechen, wenn China infolge einer socialen und politischen Umwälzung in die Reihe der modernen Staaten eingetreten sein wird. Auch T u n g f u h s i a n g, den man für den Scharfmacher am chinesischen Hof hält, wird sich dieser Einsicht schwerlich verschließen können. Hinzukommt, daß die englischen Blätter, die die kriegerischen Nachrichten verbreiten, die nämlichen sind, die auch im ersten Teil des Kriegs von Shanghci aus die a b e n t e u e r l i ch st e n und frivol st en Lügengcschichten verbreitet haben. Man wird deshalb auch die neueste Mär für einen Scharfmachertrick halten müssen. Erwähnt sei immerhin, daß Tungfnhsiang nach diesen Meldungen an der Spitze von 16 000 Mann den Hof in Singanfu beherrschen soll. Die englische Sensationspresse hetzt übrigens auch gegen Amerika. »Daily Telegraph" meldet aus Washington, von dem Präsidenten Mac Kinley und seinen Ratgebern werde zur Zeit die Möglichkeit erwogen, daß die Vereinigten Staaten für den Fall einer Teilung Chinas genötigt sein könnten, einen Handelshafen in China zu erwerben. Der Präsident habe einem Herrn, der in Ostasien Geschäftsinteressen habe, die Versicherung gegeben, daß dies der Fall sein werde, wenn es thatsächlich zu einer Teilung Chinas komme. Eine Verschärfung der Gegensätze scheint ohnehin eingetreten zu sein. Der„Franks. Ztg." wird auS New Kork gemeldet': Nach dem Äabinetsrat verlautet, daß die Gesandten in Peking noch bezüglich der Indemnität und der Garantien uneinig seien und eine Einigung i in weiten Felde liege. Die Bundesregierung sei ungeduldig und werde sich dem Verlangen gewisser Regierungen aus hohe Entschädigung widersetzen. Ueber New Jork kommt auch folgende Nachricht von neuen Unruhe» bei Tientsin. Ein Telegramm aus Tientsin berichtet, daß in der letzten Zeit Gcwehrfcuer' in der Nähe der Stadt vernommen worden ist. Infolgedessen verbreitete sich das Gerücht, daß das deutsche Quartier von den Boxern angegriffen worden sei. Man verdoppelte daher die Posten. Ein Regiment patrouillierte das jenseitige Peiho-Ufer ab. Die übrigen Truppen erhielten Befehl, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Die Befürchtungen haben sich jedoch nicht bestätigt, ein Angriff seitens der Boxer ist bisher nicht erfolgt. Die chinesischen Diener haben ihre europäischen Herrschaften verlassen unter dem Vorwande, sie hätten aus guter Quelle vernommen, daß Boxer gegen Tientsin und Peking vor- dringen. Die Engländer und Amerikaner glauben an ein solches Vorgehen nicht._ Uetzke LlschviMen und Depeschen. KrügerS Anklage gegen England.' Marseille, 22. November.(W. T. B.) Präsident Krüger sagte in seiner Rede, mit welcher er auf die Ansprachen der Vorsitzenden der Empfangstonntee antwortete, u. a. folgendes: „Ich glaube, daß England, wenn es genau über den Sachverhalt unterrichtet gewesen wäre,' nie seine Znstimmimg zu diesem Kriege gegeben hätte. Seit der Expedition Jamesons. der sich zweier Republiken bemächtigen wollte, ohne einen Schuß abfeuern zu müssen, habe ich fortwährend die Einsetzung eineSSchiedS- g e ri ch ts verlangt, doch hat man mir dies bis jetzt immer verweigert. Der Krieg, den man gegen uns in zwei Republiken führt, ist bis zu den Grenzen der äußersten Barbarei gegangen. Ich habe in meinem Leben oft gegen barbarische Stämme kämpfen müssen, aber die Barbaren,' mit denen wir uns jetzt im a m p f e befinden, sind viel schlimmer, als die andren. Sie .nid so weit gegangen, sogar die Kaffern gegen uns zu bewaffnen. Sie stecken unsre Gehöfte in Brand, die wir mit so vieler Mühe be- gründet haben, sie jagen Frauen und Kinder fort, deren Gatten und Väter getötet oder gefangen genommen worden sind und überlassen sie 'chutzlos ohne Holz, oft sogar ohne Brot ihrem Schicksal. Aber man mag thnn, was man will, wir werden nnS niemals ergeben, wir werde» biS zuleyt kämpfen... Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß, wenn Transvaal und der Oranje-Freistaat je ihre Un- abhängigkeit einbüßen sollten, dies erst geschehen würde. nachdem die beiden Boerenvölker mit Frauen und Kindern vernichtet worden sind. * PariS, 22. November.(28. T. B.) DaS„Journal" schreibt. da England die Annektierung der beiden Republiken bisher den � Mächten nicht notifiziert habe, so habe die Regierung beschlossen, den Präsidenten Krüger mit den einem inkognito reisenden Staats- chef gebührenden Ehren zu empfangen. Präsident Lonbet werde Krüger, falls dieser es wünsche, im ElyfSe empfangen und seinen Besuch erwidern._ Protest gegen die Chinagrenel. Rom» 22. November.(W. T. B.) Die italienische Friedens- gefellschast beruft in allen größeren Städten Italiens Protestmeetings gegen die von den Russen. Engländern und Deutschen in China ver- ib'ten Grausamkeiten._ Aachen, 22. November.<22. T. B.) Der Reichstags- Abgeordnete Dr. Hille(Stadtkreis Aachen) teilt mit, daß er ans Rücksicht auf sein neues Amt als Professor der philosophisch- theologischen Fakultät in Paderborn sein Mandat nieder- gelegt hat. Wien, 22. November.(B. H.) Die heute erfolgte Ernennung des Landgerichtspräsidenten von Brünn, Wessely, zum Präsidenten des Prager Oberlandesgerichts ruft in czechstchen Abgeordnetenkreisen große Erregung hervor und dürfte die Demission des Ministers Dr. Reczek zur Folge haben. London, 22. November.(B. H.) Nach einer Meldung aus Tokio soll sich das Ministerium Jto in einer KrisiS be- inden. Der Handelsnnnifter Hoschritorn sei verdächtigt. Be- techungsgelder im Dienst angenommen zu haben und seine Ver« Haftung sei wahrscheinlich. Rom, 22. November.(W. T. B.) D e p uti ert en ka m m e r. Nach Wiederaufnahme der Sitzung verzichtet Ferri auf die nament« liche Abstimmung. Die Kammer geht sodann zur Besprechung von Interpellationen unwesentlicher Art über. Die Huldigung für den erzog der Abruzzen und seine Begleiter, sowie für die italienischen -oldaten in China wird durch Acclamation angenommen. Petersburg, 22. November.(B. H.) TaS Befinden deS Zaren ist leidlich; Schlaf fehlt; die Temperatur beträgt 38. 4, der Puls 72. Bukarest, 22. November.(W. T. B.) Mord- und Komplott- Prozeß. Um 9 Uhr abends fällt der Gerichtshof das Urteil. Wegen >er Ermordung FitowskiS werden der Mörder Jlief zu lebensläng- licher und seine Mitschuldigen Mitew und Stoicew zu 20jähriger. Karambnlew zu7jährjgerZwangSarbeitverurteilt. Trifanow als Minderjähriger wird auf 2 Jahr in einem Arbeitshaus unter« gebracht. Wegen der Ermordung Michaileano werden verurteilt: der Mörder Dimitroco zu lebenslänglicher. Alexow zu 20jährigcr Zwangsarbeit und Pctew zu bjähriger Einschließung. Wegen der Verschwörung gegen den König Carol erhält Bogdanow 10 Jahre Gefängnis, Alexew, Petew und Dimitow werden joli- dorisch zur Zahlung von 10 000 Fr. verurteilt. Die Mitschuldigen Sarafow, Davidow, Kovacew. Petvow nnd Stoianow werden z'n lebenslänglicher. Thcodorow, BoSniakow, PoparSow. Zamfirow, Tzwetkow, Trolew, Bulakow und Jkonomow zu zwanzig- jähriger Zwangsarbeit verurteilt._ Berantwortl. Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Grob-Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke m Berlin. Druck und Verlag von MaxBading in Berlin. Hierzu S Beilage» u.»ntrrhaltungsblatt. r. 273. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 5. Sizung. Donnerstag, den 22. November 1900, 1 Uhr. de Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, v. Tirpik, b. Thielmann, Graf Posadowsky. Eingegangen ist der Etat für 1901. # Zunächst wird ein schleuniger Antrag Albrecht( Soc.) und Genossen auf Einstellung des gegen den Abg. Fischer Sachsen schwebenden Strafverfahrens debattelos angenommen. Es folgt die Fortsetzung der er sten Lesung des dritten Nachtragsetats 1900( China- Expedition). Abg. Payer( füdd. Bp.): Freitag, 23. November 1900. Abg. Fischer- Berlin; ich rufe den Herrn deshalb zur Ordnung.( Bu ruf bei den Socialdemokraten.) Jch rufe auch den zweiten Herrn zur Ordnung, der sich dazu gemeldet hat.( Alle!, alle! bei den Socialdemokraten.) v. Hodenberg( Welfe): von dem Gedanken der Achtung der Nationalität. Wir freuen uns, daß Deutschland mit solcher Energie für das Recht der Gastfreundschaft ein tritt, das die Chinesen in schmählicher Weise verlegt haben. Leider verlegt aber Preußen dies Recht der Gastfreundschaft durch die Ausweisung der Dänen.( Sehr richtig! bei den Polen und links.) was in China nltur sein soll, muß es auch in Preußen sein. Wir werden für die Ueberweisung der Vorlage an die Budget( Heiterkeit.) Und der Reichskanzler sollte den Kampf gegen das tommission stimmen. Nur ein paar Worte zu dem in der Debatte Borertum in Preußen mit derselben Energie aufnehmen, wie berührten Punkt. Es ist die Schuld der Majorität des den Kampf gegen die chinesischen Boyer.( Heiterkeit.) Vor allem Reichstags selbst, daß die Achtung bor dem aber sollte er dafür sorgen, daß die Fahne der Kultur in Parlamentarismus immer mehr gesunken ist( Sehr China rein bleibt.( Bravo! bei den Polen.) Rede seiner rechts. Abg. Stöcker( wildkons.): genau. 0 richtig! bei den Socialdem.), wie sich das bei der Frage der Nichteinberufung wieder gezeigt hat. Ueber die Se den des Kaisers mich näher zu äußern, widerstrebt mir als Umständen zeigt, daß wir fast in Borhältnisse hinein monarchisch und konservativ gesinntem Mann. Der Auszug des Grafen Waldersee mit seinen begleitenden Ich wundere nchi. Absolut notwendig war die Einberufung des Die Verlegung des verfassungsmäßigen Rete lament einberufen, weder England, noch Frankreich( Abg. Singer: Reichstags nicht. Andre Mächte haben ja auch nicht ihr Barverlangt eine weitgehende Sühne. Ich wundere mich, daß kein Redner energisch darauf bestanden hat. Den Taft, der in dem noch Rußland! Heiterkeit). Nun zu Herrn Bebel. Der„ Vorwärts" hat aus seiner Rede gekommen sind, wie sie bestanden zur Zeit des Ausbruck Indemnität liegt, wollen wir nicht missen.( Sehr richtig! etwas Großes gemacht. Groß gedruckt steht darin: und Bebel alten römischen Reichs mit dem Ruf panem et circenses. Die links.) Der Ausdruck mußte von vornherein in der Vorlage stehen. Und ich stehe nicht an, zu sagen, daß auf uns die gütige Er- sprach". Wer Nietzsche kennt, weiß, daß ein Buch dieses Philosophen ganze Politit des jezigen Herrn Reichskanzlers bis zu dem Vertrage eristiert: Also sprach Zarathustra". Der„ Vorwärts" bemüht sich Seine Bolitit ist überhaupt nichts wie eine Fortsetzung des Bismit England im Oktober bedeutet einen fortwährenden Rückzug. laubnis des Reichskanzlers, das Wort Indemnität nach also, Herrn Bebel als den Uebermenschen hinzustellen.( Gelächter marcschen Programms. Er sagte, er tenne teine andre Nichtschnur, träglich einzufügen, was die andren Parteien faft 3 linte.) Ich halte seine Rede für eine der schwächsten, die er je ge- als das Interesse des Lands. Thränen gerührt hat, gar feinen Eindruck gemacht hat. Nicht aufgeklärt ist, wer eigentlich schuld daran trägt für die Unterhalten hat. Es war gar keine politische Rede, sondern eine vor allem die Ehre des deutschen Namens die Nichtschnur sein wird. Laffung der Einberufung. Wenn selbst Graf Bülow sehr ernste und Freundlichkeit gegen die Borer und deren AnRede boller Haß gegen Deutschland und voller( Beifall.) sehr wichtige Gründe für die Einberufung annahm, so ernste, daß hänger. Während der chinesische Kaiser selbst erklärt, daß Herr Abg. Singer( Soc.): erst die Freisinnige Zeitung" ihn beruhigen konnte, als auch fie für erst die Freisinnige Beitung" ihn beruhigen konnte, als auch fie für b. Ketteler völlig unschuldig ermordet wurde, tritt hier im Reichstag Der bayrische Bevollmächtigte stellt es so dar, als ob es genügte, Nichteinberufung eintrat, dann ist es fast unbegreiflich, daß eine Ein- ein Abgeordneter auf und sucht nachzuweisen, daß er die Ver- wenn der sogenannte diplomatische Ausschuß seiner Zeit berufung nicht erfolgte. Was Graf Bülow als Gründe für die anlaffung für die angeblichen Greuelthaten trägt und schuldig war. zusammenberufen würde. Seine Ausführungen haben in mir den Nichteinberufung borbrachte, find rhetorische Feterstii vaterlandsfeindliche Reden geduldet würden? st id chen. Es bleibt nichts übrig als anzunehmen, daß die Herren Wäre es möglich, daß in irgend einem andren Parlament so Eindruck verstärkt, den ich immer schon hatte, daß dieser sogenannte ( Oho! bei den diplomatische Ausschuß eigentlich nichts weiter wie eine Deloration es unterlassen haben, in der Debatte ausdrücklich zu bekennen, daß Socialdemokraten.) Herr Bebel muß hinter sich eine ist. Auch heute haben wir gehört, daß die Herren nur zu dem, was der Grund, der sie bewogen hat, eine ihnen nicht zur Schuld anzurechnende vis major( ft ärtere Macht) ift.( Sehr gut!) Sehr be- Safherde haben( Gelächter lints), wenn er mit dieser ihnen vorgetragen ist, Ja und Amen gefagt haben. im Bolt den achtenswert ist, geringsten Eindruck was in der Wirkung der sogenannten Kaiserrede zu Tage getreten ist. Gegenüber der algemeinen In einem Punkte hat es Herr Bebel getroffen, als er die Grausamkeiten angehört haben, nicht der Gedanke gekommen ist, man solle boch Verurteilung hat der Herr Kriegsminister fich barauf be- beklagte. Da sind wir zwar nicht seiner Meinung, aber doch alle einmal die Bolksvertretung hören. Denn ich glaube schränken müssen, die menschliche Erregung ins Feld zu so entrüftet wie er. Wir glauben nicht, im Reichstage dazu da zu nicht, daß diese Herren für sich den Namen einer Volksvertretung führen, indem er noch hinzufügte, daß Schäden daraus nicht ent- sein, unsre Truppen zu beschimpfen und die Borer zu verteidigen. ufurpiert hätten. Das wäre auch ganz falsch. Deshalb haben ste Ich weiß nicht, ob die Angaben der Hunnenbriefe wahr sind. also nicht dafür gestimmt, daß das Bolt auch befragt werde. Herr standen seien. Der Herr Reichstanzler hat ja für alle Reden des Sie lassen sich nicht kontrollieren. Da schreibt z. B. ein deutscher Graf Lerchenfeld meinte, die Herren seien überzeugt gewesen, daß Stailers die Verantwortung übernommen, vergangene und zu Soldat von der Fahrt durch das rote Meer:„ Wir sterben wie bie der Reichstag die Weltpolitik schon billigen werde. Sie haben ja fünftige, wenn sie von der großen Mehrheit des Volts nicht miß- Fliegen und werden ins Meer geworfen". So entstehen dann die mit ihrer Ueberzeugung recht gehabt, aber das konnte sie doch nicht verstanden werden. Zum mißauberstehen war diese sogenannten Sunnenbriefe. Der miles gloriosus übertreibt eben von der Verpflichtung entbinden, ihrerseits zu verlangen, was von Kaiserrede nicht. Ich möchte den Kriegsminister bitten, daß die die Dinge, auch wenn es ihm nicht zum Ruhme gereicht. verantwortlicher Stelle verabsäumt worden war. Jedenfalls möchte ich den Kriegsminister bitten, tele= Auf die von Hochmut stroßende Rede des Abg. Stöcker wird Untersuchung sich nicht auf die paar armen Teufel wie die Dinge sich Bebel selbst antwarten. Jedenfalls wird Herrn Stöder nichts gerichte, die der Distretion vertrauten. Der Träger graphisch darüber Nachricht einzuziehen, berhalten. Wenn folche Greuelthaten vorgekommen find, schenkt werden. Eine Bemerkung aber muß ich doch machen. Er des Deutschen Reichs ist nicht der Kaiser, möchte ich noch erwägen, fo müßten sofort Befehle von maßgebender Stelle eingeholt werden, sagte, die Einberufung des Reichstags sei auch deshalb nicht notsondern der Bundesrat, die verbündeten Regierungen. Nun sind in diesem Sommer so wichtige Dinge vorgekommen, die nicht vom um ein für alle Mal ihnen Einhalt zu gebieten. Unser Bolt tann wendig, weil ja auch die andren Regierungen ihre Barlamente nicht Reichskanzler, nicht vom preußischen Kriegsminister, nicht vom ohne daß er jemals fo etwas nicht vertragen. Herr Bebel weiß natürlich, einberufen hätten.( Widerspruch des Abg. Stöcker.) Ich bitte den alles ganz Die Herrn Abgeordneten, sein Stenogramm nachzulesen, dann wir er finden, Militär- Oberkommando allein zu entscheiden waren. Wo war da ohne daß er jemals dort war, Menterer und solche Leute werden daß er darüber gesprochen hat. Die Thatsache, die er hätte wissen müssen, der Bundesrat während des Sommers? Da, wo der Boxer find Rebellen und Ich kann die wenn er darüber spricht, ist, daß sowohl in Frankreich wie in Reichstag auch war, nämlich nicht da. Diejenige Politit, die als immer anders behandelt als gewöhnlich. deutsche Politik der Welt gegenüber gilt, ist die des Grafen Bülow, Sentimentalität des Herrn Bebel den Borern England das Parlament versammelt war und von ihrer Newie er sie in ſeinen schriftlichen Ausführungen niedergelegt hat. einen Widerspruch mit dem sonstigen Verhalten der Socialdemo- bas Gegenteil von dem, was Herr Stöcker behauptet hat!( wie wie er sie in feinen schriftlichen Ausführungen niedergelegt hat. gegenüber absolut nicht begreifen. Ich finde darin gierung auf dem laufenden gehalten wurde. Das ist also gerade Wenn man nicht mehr auf den Bundesrat Rüdsicht nimmt, fratie. Bei den Thaten der Kommune z. B. trat bei Ihnen diese immer! lints). Herr Bebel hat die reine wahrheit ge= dann steht es schlimm. Reichstag und Bundesrat müßten zufammenstehen in dieser Frage und ihr Jahrhundert in die Sentimentalität nicht zu Tage.( Lachen bei den Socialdemokraten.) fagt, und das tann Herr Stöder nicht leiben.( Glode des Präsidenten.) Schranken fordern. Die Vorlage wird je einer Kommission zu marden an die Wand gestellt und niedergeschossen Jawohl, der Erzbischof von Paris, den die Kommu gehen. Ich kann mich heute nicht entscheiden. Denn Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter! Sie haben uns fällt die Entscheidung nicht so leicht, wie vielen Rednern des haben, verdient doch mindestens dasselbe Mitleid wie die Borer. nicht von einem Mitgliede des Hauses zu sagen, daß es die WahrHauses. Handelt es sich doch um eine wichtige Sache. Ich werde Diesen Mord aber haben die Socialdemokraten gepriesen.( Abge- heit nicht leiden tann! Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung! Große Unruhe bewilligen, was gut ist, und nicht bewilligen, was ich für schädlich ordneter Fischer Berlin: Das ist erlogen! Abg. Singer( fortfahrend): Herr Stöder hat auch von den halte. Ich muß die Gewähr dafür erhalten, daß sich Dinge nicht Bewußt erlogen! Sehr richtig! links. Glode des Präsidenten. Abgeordneter Fischer Berlin: Sunnenbriefen gesprochen und es getadelt, daß die Briefe so mehr wiederholen, die zu solchen Schwierigkeiten führen können. Ich Rufe rechts: Bur Ordnung! 8ur Ordnung!) Große Unruhe rechts. unversöhnlich abgefaßt seien. Nun, die Soldaten muß auch meine Schlußentscheidung davon abhängig machen, was haben nicht die geit, so vorsichtig zu sein wie der eigentlich die deutsche Politik in China bezweckt. Vicepräsident v. Frege: Ich bitte den Herrn Redner nicht zu verfasser des berühmten Scheiterhaufenbriefs.( Sehr Es flingt geradezu parador, wenn man nach zwei Tagen Berhand unterbrechen.( Große Heiterfeit im ganzen Hauſe.) gut! bei den Socialdemokraten.) Die ganze Rede des Herrn Stöder lung das noch nicht zu wiffen vorgiebt. Aber ich sehe teine Mög- drüben der Vorwurf der Lüge gemacht ist. Es ist mir ganz egal, ben verlorenen Einfluß an Abg. Stöcker( fortfahrend): Ich höre eben, daß mir von da hat auf mich den Eindruck gemacht, als ob er lebhaft bemüht war, lichkeit einer Vereinigung zwischen der Rede des Grafen Bülow und was Sie über mich fagen; wahr bleibt meine Behauptung doch. bestimmter Stelle feiner moralischen Vertretung der Kaiserreden. Beides im selben wiederzugewinnen.( Unruhe rechts.) Wieweit ihm das geAtem zu sagen, erscheint mir als ein Ding der Unmöglichkeit. Ich Nun hat Herr Richter hier eine große Rede gehalten. Der ver- lungen ist, habe ich ja nicht zu untersuchen. kann nur das eine genehmigen, das andre nicht. Sollte sich heraus- ehrte Herr hat oft im einzelnen recht, im großen aber nie.( eiter- Dann hat Herr Stöcker davon gesprochen, wir hätten stellen, daß unsre derzeitige Bolitit nicht so in sich abgeschloffen schon die Erwerbung teit.) Interessant war mir, daß er sagte, er beurteile heute es gebilligt, daß während der Kommune der Erzbleibt, sollte sie als ein Bruchstück der Weltpolitik erscheinen, die wir schon die Erwerbung von Kiautschou biel ungünstiger, als bischof von Paris erschossen wurde. verurteilen, dann werde ich Protest erheben mit meinen Freunden. keinen Grund dafür ein. Ich muß sagen, ich empfinde Genugthuung zum Verbreiter einer ganz gemeinen Lüge gemacht. Kein noch vor zwei Jahren. Ich weiß nicht warum; ich sehe sagen, damit hat er sich, ohne es zu wollen und zu wissen, ( Lebhafter Beifall links.) darüber, daß wir schon jetzt den ganzen Ernst der Weltpolitik tennen socialistisches Blatt, tein socialistisches Buch, fein socialistischer Redner lernen. Es ist gut, daß es sich einmal zeigt, daß solche Dinge nicht hat jemals die Erschießung des Erzbischofs gut geheißen.( bg. In früheren Jahren ist offen darüber Klage geführt worden, so nebenbei beim Frühstück erledigt werden fönnen.( Heiterfeit.) Stöder: Habe ich nicht gesagt!) Das hat Herr Stöder daß der diplomatische Ausschuß des Bundesrats so selten berufen Freilich auch im Volt und auch an hohen maßgebenden Stellen hat gesagt und demgegenüber erkläre ich, wenn er sich von der Unrichtig wird. In diesem Jahre ist er nun berufen worden, aber Herr Bayer eine Romantik Plaz gegriffen, die mich etwas wunderlich berührt; feit seiner Behauptung überzeugt hat, daß es seine Aufgabe sein fagt, was bedeutet das? Man scheint es also in dieser Beziehung fie gemahnt mich an das Wort des Dichters: Nah bei einander wird, dies ebenso feierlich hierzurückzunehmen, wie Herrn Payer niemals recht machen zu können. Als die Ereignisse wohnen die Gedanken, doch hart im Raum stoßen sich die Sachen. er es soeben feierlich verkündet hat. Wenn Herr Stöcker ferner gein China atut wurden, find die hier anwesenden Vertreter der Bundes- Maßhalten ist sehr angebracht; ich habe auch zum neuen fagt hat, daß unsre Parteigenossen, wenn die Heiden nach Europa staaten vom Auswärtigen Amt über alles genau unterrichtet worden. Reichskanzler das Vertrauen, daßer diesen romantischen tämen, in ihren Reihen ein Unterkommen finden würden, so muß Kurze Zeit darauf hielt man es für nüglich, den diplomatischen Aus- Schwärmereien nicht so leicht nachgeben wird. Große Reden halten ins ich sagen: tausendmal lieber bei den Heiden als in schuß zusammen zu berufen. Der jezige Herr Reichstanzler machte dem Blaue hinein schadet uns nur und können nur Mißstimmung hervor- Gesellschaft des Herrn Stöcker.( Sehr gut! links, Unruhe Ausschuß in eingehendster Weise Mitteilung über die Borgeschichte der rufen. Ich bin gewiß tein Flotten- und Kolonialschwärmer, aber rechts.) Die Nichteinberufung des Wirren und die Maßregeln, die die Reichsleitung zu ergreifen beabsichtigte, wir können hinter den andern Völkern in Ostasien nicht zurückstehen. allen Rednern in den Vordergrund gestellt, ohne daß sie sich der auf des Reichstags ist von fast und gab eine genaue Darlegung ihrer Ziele. Im diplomatischen Aus- Wir müssen den Weg gehen, den die andren Völker auch gehen, und Eroberungssucht beruhenden abenteuerlichen Weltpolitik grundsätzlich schuß hat Bayern den Vorfiz, es gehören ihm außerdem Sachsen, ein leiner Sturm darf uns da nicht zurückschrecken, das wäre gegenübergestellt hätten. Auch wir verachten die Mißachtung der Württemberg, Baden und Hessen an. Bald darauf ist ein Schreiben fleinmütig. An den jezigen Wirren hat nicht die Er- Volksvertretung, aber ich kann nicht umbin, zu betonen, daß diese an sämtliche erbündeten Regierungen ergangen, das den wesent- werbung von Kiautschou schuld, sondern ganz andre Dinge mißachtung lediglich von der Majorität des Reichslichen Inhalt der dem diplomatischen Ausschuß gegebenen Mitteilungen sind dafür maßgebend gewesen. China hatte Jahrhunderte tags selbst verschuldet ist.( Sehr richtig! bei den Soc.). Die enthielt. lang starte Monarchen, in den legten 100 Jahren aber schwache Art, wie der Herr Reichskanzler nachträglich zugegeben hat, daß das Wort Monarchen an der Spize. Die Socialdemokratie sollte daraus er-" Indemnität", wenn der Reichstag es durchaus wolle, in die Vorfemmen, was es ausmacht, wenn ein starker Monarch an der Spize lage täme, beweist, mit welchem Hochmut der Reichstag steht. Unter schwachen Monarchen macht sich bald Raubgesindel und behandelt wird. Das ganze Vorgehen ist der Ausdruck des Spigbüberei breit.( Rufe links: Uhu! Große Heiterkeit.) Geheime abfolutistischen persönlichen Regiments, welches der deutschen Gesellschaften hat es in China feit langer Zeit gegeben; auch die Boger Boltsvertretung als lästiger Zugabe anhaftet. Durch das erlösende gehören zu ihnen, die Herr Bebel so verteidigt hat, daß er Anspruch hätte, Wort von der" Indemnitat" wird dadurch nichts geändert. Herr zum Ehrenmitglied der Borergilde ernannt zu werden.( Heiterkeit.) Lieber, Bassermann und Rickert schienen ja allerdings zu meinen, Noch ein paar Worte über die Indemnität. Das Wort ist zum Die Socialdemokratie hat absolut kein Verständnis für die Welt- nun ist alles gut. Uebrigens finde ich es nicht schön vom Herrn Reichserstenmal in Preußen gebraucht worden und zwar für Ausgaben, politit. Sie will die fremden Lande ausschließlich dem nüchtern er- tanzler, daß er der Majorität des Reichstags sogar die kleinen die der preußische Landtag abgelehnt, die preußische Regierung wägenden Kaufmann überlassen. Die Geschichte lehrt aber, wie Siege wegnimmt. Es wäre doch zu schön gewesen, wenn die aber doch gemacht hatte. Hier handelt es sich um etwas andres. verwüstend die Kaufleute bei Naturvölkern ohne Kontrolle der Majorität im Kampfe gegen den Herrn Reichskanzler die Hier kommen nicht Ausgaben in Frage, die vom Reichstag abgelehnt Missionen wirken. Ein sehr erfahrener Mann hat gesagt: Die Indemnität errungen hätte.( Heiterkeit und sehr gut! worden sind, sondern solche, die, ohne den Reichstag überhaupt zu Missionen bieten den einzigen Lichtpunkt, woraus die Heiden er bei den Socialdemokraten.) Statt dessen bringt er sie ihnen befragen, gemacht worden find. Solche Fälle sind schon sehen können, daß das Christentum die Religion der Liebe auf dem Präsentierteller entgegen. Für uns ist durch die häufig vorgekommen. In einzelnen derselben ist um Indem- ist.( Lachen links; bravo! rechts.) Daß die. Miffionen nicht Indemnitätsbewilligung seitens des Reichskanzlers nichts gethan. nität nachgesucht worden, aber nicht in allen. Man kann die Schuld alt den Wirren tragen, darüber find fich alle Borher mußte der deutsche Reichstag befragt worden, ehe Deutschsagen, in den fleinen Fällen ist es nicht geschehen, in den großen Kenner der Verhältnisse einig.( Abg. Bebel: v. Brandt!) Es land in weltpolitische Abenteuer verwickelt wurde, ehe ja. Aber auch diese Unterscheidung trifft nicht ganz zu. giebt in China selbst eine große Reformströmung, die der westlichen Tausende von Menschen in ein mörderisches Klima geschickt Ich meine, die Ausgaben entbehren so lange der rechtlichen Grund- Kultur dort Bahn brechen will. Dieser Strömung zum Siege zu und ehe das Bolt mit Millionen und Abermillionen belastet wurde. lage, als sie nicht bewilligt, nicht vom Reichstage und Bundesrate verhelfen, ist unsre wichtigste Aufgabe. Dabei sind die Missionen Statt deffen sagt man: Gut, wenn Ihr durchaus wollt, dann erteilt bewilligt worden find. Sie bekommen diese Grundlage durch die von größter Wichtigkeit.( Beifall rechts.) Herr v. Brandt selbst die Indemnität. nachträgliche Genehmigung. Es ist ganz gleich, ob in der Vorlage hat vieles von seinen Angriffen zurüdgenommen. Aufgefordert, spricht jedenfalls nicht dem Ernst der Sachlage. Diese Behandlung der Sache ent. der Ausdrud Indemnität" enthalten ist oder nicht. Im Bundesrat feine ersten Angriffe zu beweisen, hat er zugegeben, daß deutsche( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Der Reichskanzler bestritt, hat man diese Frage eingehend diskutiert, und wenn man dazu und schweizerische Missionare in China niemals Politik getrieben daß unsre Politit eine abenteuerliche genannt werden könne, und gekommen ist, das Wort„ Indemnität" nicht ausdrüdlich in hätten.( hört! hört! rechts.) Ich hoffe also, daß die immer wieder- citierte das Wort Friedrichs II. vom ersten Diener des Staats. die Vorlage hineinzubringen, fo Tag dem Bundesrate holte Behauptung von der Schuld der Missionen endlich verstummen Dieses Wort ist jest ganz veraltet. Bei uns finden die nichts ferner als eine Verlegung der Parlamentsrechte. Eine wird. Es ist nun die Frage, was der Staat für die Missionen zu Wünsche nach dieser Richtung ihren Ausdruck in dem bekannten Ausstantsrechtliche Bedeutung hat dieser Ausdrud jedenfalls in diesem thun habe. Die Miffionen selbst haben mit Begeisterung den Bespruch: Sie volo, sic jubeo; regis voluntas suprema lex. Der Busammenhange nicht. Wenn der Reichstag Wert darauf legt, daß schluß gefaßt, falls ihre Thätigkeit eingeschränkt werden follte, mit Reichstanzler stellt es als Erfolg feiner Politit hin, daß das Wort in die Vorlage hineingeschrieben wird( Lachen links), dann Berzicht auf den Schutz der Regierung in das fremde Land zu gehen zwischen Rußland und Deutschland kein tiefer Gegensatz vor tann es ja geschehen.( Beifall rechts, im Centrum und bei den ohne Rücksicht auf die ihnen drohenden Gefahren. Das sollte aber handen sei. Gewiß, es ist nicht nur fein Gegensatz vorhanden, Nationalliberalen; Lachen lints.) erst recht dazu beitragen, daß die Regierung die Mörder christlicher sondern es besteht überhaupt gar kein Unterschied zwischen Abg. v. Dziembowski- Pomian( Bole): Missionare zur Verantwortung zieht.( Beifall rechts.) der russischen und deutschen Politik. Die deutsche Reichspolitik Deutschland ist darauf angewiesen, Weltpolitik zu treiben, Welt- Vicepräsident b. Frege: Während der Nede des Herrn Abg. ift jest auf das Niveau der russisch- asiatischen Kultur herabpolitit, aber feine Eroberungspolitit. Diese Weltpolitif muß geleitet werden Stöcker ist der laute Zwischenruf„ Lüge" gefallen und zwar von dem gesunken.( Beifall bei den Socialdemokraten. | Unruhe rechts.) Bayrischer Bevollmächtigter Graf v. Lerchenfeld: Es kann also nicht gesagt werden, der Bundesrat sei in dieser wichtigen Frage übergangen worden. Ebenso wie die Reichs leitung sich die Zustimmung des Bundesrats versichert halten tonnte, mußte sie auch annehmen, daß der Reichstag im Patriotismus nicht nachstehen und für alle nachträglichen Opfer die nachträgliche Genehmigung erteilen würde. Diese Weberzeugung teilt die Reichsregierung auch heute noch. Ich muß Der Reichstanzler hat weiter die Verantwortung übernommen für daß sie mit der zehn stündigen Arbeitszeit nicht aus haben im Grunde ein recht geringes Interesse am auf einzelnen Bänken die Reden des Kaisers, die von der Majorität des Volts nicht miß- tommen können, sondern Ueberstunden machen, um nur das chinesischen ja, wie gesagt, um daß die Reden 314 Grund ihrer Briefe bereitet werden. Wir müssen jedenfalls auf die in bürgerlichen und nationalliberalen Blättern ganz dampfe herrührt, sondern die auch noch andere meinein! Seine vor verstanden werden. Nun, solche Aeußerungen wie: Pardon wird Notwendigste für den Lebensunterhalt ihrer der Rechten.) nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht, tönnen allerdings Familien zu erwerben. Wo sind da die Vorteile aus der die nationale Ehre. Kardorff meint, wir hätten ein parlamen absolut nicht mißverstanden werden. Aber die Ansichten, die in Flottenvorlage und der Chinapolitik. Es wäre beffer, Herr Baffer- tarifches Regime. Nein, das haben wir Gott sei Dank nicht solchen Aeußerungen zu Taeg treten, die zu der Humanität und dem mann überließe den Arbeitern selbst die Entscheidung darüber, und wollen es auch nicht haben.( Bravo! rechts.) Die bedauermodernen Kriegsrecht in Gegensatz stehen, müssen unfren Wider was ihnen frommt. Ich behaupte sogar, die Wafferpolitit fördert lichste Erscheinung in dieser ganzen Verhandlung ist für mich die spruch hervorrufen, weil wir sie mit den Forderungen der Kultur und nicht die Interessen der Arbeiter, sondern wirft sie zurüd. Das wird Stritit, die an den kaiserlichen Reden und Kundgebungen geübt ist. der Menschlichkeit nicht mehr vereinbaren können. Der Kriegsminister fogar in jener Schrift des Pastors Hülle bestätigt; er ist bekanntlich Daß es so hat tommen können- früher war das unerhört daran trägt findet ja allerdings, daß das, was jetzt in China passiert, mur der Mann, in dessen Verlag die Mittel geflossen sind, die der Graf der gute alte Hohenlohe die Schuld. Der Reichskanzler eine Vergeltung für das sei, was die Hunnen vor 1500 Jahren ge- Bofadowsky und Direktor von Woedtte beim Centralverband der hat die Pflicht, alle Angriffe aufzufangen und das that er than haben. Ich will auf seine gefchichtsphilosophische Auffassung Induftreiellen gesammelt haben. Selbst in dieser Zeitschrift wird nicht; die kritik der kaiserlichen Reden und Worte nicht weiter eingehen. Jedenfalls scheint sein Ideal ein europäischer eine Reduktion der Löhne, die wegen der Kriegsunruhen ist die schwerste Schädigung des monarchischen Attila zu fein, der vielleicht unter dem Namen Egel II. das Regiment erfolgt ist, zugegeben. med Bewußtseins.( Sehr wahr! rechts.) Die erste Pflicht des führen könnte.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) mo In bürgerlichen und auch nationalliberalen Blättern wurde nun Patrioten ist es, den Nimbus der Majestät zu erhalten.. Der Kriegsminister hat sehr lebhaft beklagt, daß die sogenannten angekündigt, daß man hier im Reichstag wenigstens gewisse Begleit- und da muß ich ein Wort noch zur Behauptung Bebels Simmenbriefe von meinem Freunde Bebel angeführt sind. Un erscheinungen recht energisch Iritisieren würde. Ich habe in der Nede des fagen, daß der Kaiser über Un- beslagen, den Streit der Hambestreitbar ist jedenfalls, daß diese Briefe beweisen, Abg. Bassermann nicht viel davon wahrgenommen. Vielleicht hat burger Werftarbeiter falsch berichtet worden sei. Ich fann des Kaisers nicht mißver die Rheinisch- Westfälische Zeitung" recht, wenn fie fagt, es figen diese Behauptung nicht auf ihre Richtigkeit prüfen, ich fürchte folgt. Ce big te werben leider nur allan gehorſant be- in den nationalen Parteien zuviel Streber, denen biel au biet aber, daß die Bemerkung Bebel, sier folgt.( Sehr richtig bei den Socialdemokraten.) Mein Freund Bebel an guten Beziehungen nach oben liegt, als daß fie dem Empfinden Grund ist, nach dem, was ich von andrer Seite gehört ift von ihm aufgefordert worden, die Briefe vorzulegen. Nun, fie find des Bolts Rechnung trügen. Herrn Baffermann haben die Be- habe!( hört, hört! links!) Ich muß es offen hier ausja in den Zeitungen veröffentlicht, also auch dem Herrn Kriegs- mertungen meines Freunds Bebel über den Grafen Waldersee nicht sprechen: Ja, es giebt solche, welche grundfählich Se. minister zugänglich. Im übrigen haben wir nicht die geringste Ver- gefallen. Er ficht die Ernennung des Grafen Waldersee zum Oberbefehls- Majeftät mit gefälschten Berichten versehen!( Oho! oho! bei anlaffung, feinem Wunsche zu folgen,( Aha! rechts.) nicht etwa, weil haber als einen Erfolg deutscher Politit an. Ich meine, diese Er- den Socialdemokraten; Rufe: Namen nennen!) 100 000 trene deutsche wir die Wahrheit derselben bezweifeln, sondern weil wir nicht nemmung zum Oberbefehlshaber war alles eher als ein Erfolg. Männer empfinden es schmerzlich, daß eine Wolfe von Nebel sich wünschen, daß den Soldaten, die ihr Leben und ihre Gesundheit dort Klug war es von den übrigen Mächten, Deutschland zwischen dem Monarchen und dem Volfe gelagert hat, die nicht aufs Spiel gesetzt haben, später womöglich Unannehmlichkeiten auf die Verantwortung aufzubürden. Uebrigens wird nur aus dem reichlich verbreiteten Weihrauch Schreibern dankbar sein, daß wir durch sie Kenntnis bekommen ähnlich wie Don über diese Frage geurteilt. Die übel duftende Substanzen enthält.( Oho, oho! links.) haben von den empörenden Brutalitäten, die dort geschehen sind. Rheinisch- Westfälische Beitung" fchrieb: Graf Hiergegen muß etwas gethan werden, sonst wächst zum Schaden So ſehr scheint der Herr Kriegsminister an die Unwahrheit der Waldersee spielt die Rolle eines Theatergenerals. Was er der Monarchie das Mißverständnis zwischen Kaiser und Volk. Hummenbriefe nicht zu glauben. Welchen Zwed hätte denn die auch verschuldet haben mag, fo hätte man ihn nicht bloßstellen Wir müssen offen aussprechen, daß gewiffe bedenkliche Berordnung, daß fünftig nur Feldpostkarten vom Kriegs- brauchen. Der Triumphzug des Grafen Waldersee hat uns den unterströmungen in den höchsten Regionen bor schauplage befördert werden sollen. Offenbar will das Kommando Spott der ganzen Welt eingetragen."( Abg. Baffermann: Die handen sind, und hier wünschen wir, daß der Reichskanzler sich; sich doch die Kontrolle der Nachrichten vorbehalten und alles unter- Rhein- Westf., Zeitung" ist fein nationalliberales Blatt! Rufe das Recht nimmt, die Dinge im Lande dem Kaifer so darzustellen, drücken, was ihm nicht paßt. Hätte man nichts zu fürchten, so wäre bei den Socialdemokraten: Doch! doch! Baffermann: Nein wie sie sind. Nur dadurch kann verhindert werden, daß die schon solche Kontrolle nicht nötig. Präsident Graf Ballestrem: Ich bitte teine Privat vorhandene Kluft zwischen Kaiser und Volt noch erweitert wird. In den Zeitungen finden sich weiter aber auch Klagen gespräche zu führen.( heiterkeit.) Selbst Herr v. Levezzow hat( Bewegung.) Wir haben die Worte des Kanzlers frendig beüber die Verpflegung der Truppen, über den Ausbruch gejagt, daß die Ernennung des Grafen Waldersee mit einem gewiffen grüßt und aus ihnen Beruhigung geschöpft. Die Frage iſt epidemischer Krankheiten unter ihnen. Hierüber muß der Trara begleitet worden sei. Das Volt ist nicht schuld an dem Trara; nur: Wird diesen unfre Regierung sich in Schranken Reichstag Auskunft erhalten. Hoffentlich befolgt das Kriegs- das Volk wird von oben her an das Trara ge= auch halten. ministerium teine Vertuschungspolitik.( Sehr wahr! bei wöhnt.( Sehr richtig! links.) Die Pose ist jetzt bei uns vor ist jeder Weltpolitit abfolut abgeneigt( Sehr uns vor- lift den Socialdemokraten.) Als ganz besonderer Mißst and herrschend; das Volt hat daran keinen Teil, und es wäre recht gut, richtig! bei den Socialdemokraten.) Die Wurzeln unsrer wird im Bolle die telegraphische Berichterstattung wenn der Reichskanzler ab und zu Gelegenheit nähme, eine gewiffe Macht liegen im deutschen Vaterlande, auf deutschem Boden. vom Kriegsschauplas empfunden. Wir lesen Telegramme, daß Major Stelle von dem Voltsempfinden zu unterrichten. Mein Freund Unser Herrgott hat die Deutschen in voller Abficht so in die Klemme Soundso, Lieutenant Soundso gefallen sind, außerdem tot sound- Bebel hat hier die Humenbriefe in die Debatte gezogen. Herr zwischen Franzosen und Ruffen gesetzt, daß sie aus ihrer Träg fobiele Mannschaften, verwundet soundsoviel. Nicht nur die Baffermann meinte, der Juhalt fei nicht zu kontrollieren auf seine heit durch die feindlichen Nationen ständig aufgerüttelt werden. Eltern der Chargierten, sondern auch die Eltern Wahrheit. Aber auf jedes Wort dieser Briefe kommt es Wenn der Herr Reichskanzler den ernsten Willen hat und es ihm, der gewöhnlichen Soldaten haben Anspruch auf gar nicht an, es handelt sich um den Geist, den sie gelingt, diesen Willen durchzusetzen als richtiger Dolmetscher zwischen schnellste telegraphische Benachrichtigung, wenn atmen, und der ist in allen der gleiche. Esist viel dem deutſchen Bolt und feinem Fürſten zu dienen, dann sehen wir ihre Angehörigen gefallen oder verwundet find. oder verwundet find. Da follte über die Nichteinberufung des Reichstags" gesprochen worden; für wieder gute Beiten für das deutsche Volk voraus. kein Unterschied zwischen Soldaten und Offizierfamilien ge- uns ist es ganz flar:" Schuld an der Nichteinberufung war nur nehmste Aufgabe wird sein, nicht mehrer des Reichs durch Er( Sehr gut bei den Socialdemokraten.) Sorge die Mißachtung der Volksvertretung. Die bürgerlichen Parteien werbung auswärtiger Befizungen zu fein, sondern Mehrer und Angst ist bei allen Eltern vorhanden, die ihre Kinder im haben dafür aber kein Verständnis. Kein einziger von der inneren Festigkeit des Reichs.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Felde zu stehen haben. Sollte hier etwa wieder die bekannte Ihnen hat eine grundsäglich ablehnende Stellung Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. deutsche Sparsamkeit lein Geld haben für solche Ausgaben? Wenn eingenommen. Mit dem Ersuchen des Reichskanzlers um Persönlich bemerkt Hunderte von Millionen verbraucht werden, dann müßte auch das Indemnität ist Ihr Sehnen vollständig erfüllt. Sie fümmern Abg. Richter( frf. Vp.): Herr Bachem hat von meinen AnGeld für telegraphische Benachrichtigung der Angehörigen der sich nicht darum, ob das deutsche Volk, das doch mein griffen gegen die katholischen Missionen gesprochen. Ich habe mur Soldaten wie der Angehörigen der Offiziere vorhanden sein.( Sehr Stulturvolt fein soll, dieser Politit zustimmt, die wahr! bei den Socialdemokraten.) and nur ganz allgemein mich gegen jede Verquidung von Religion und fapitalistischen und, wie vir meinen, volksfeindlichen und Bolitik gewandt. Der Kriegsminister hat wieder einmal mit dem Kampf gegen verderblichen Zwecken dient. Wir können diese Politik nicht Abg. Stöcker( wildt.): Die Bemerkung des Herrn Singer, daß unfre Miliz seine Rede geschlossen. Es kann ihm nicht ernst sein mit unterftigen; wir stimmen gegen eine Politik, die den meine Rede den Bwved hatte, an gewiffen Stellen meinen Einfluß der Behauptung, daß die Boxer einem Volksheer in unfrem Sinne Chauvinismus schürt, das absolutistische Regiment fördert, wiederzugewinnen, macht weder seinem Charakter noch seinem Kopfe entsprächen. Wenn er über ein Bollsheer in unsrem Sinne hätte die Rechte des Volks miñachtet und ihm unerschwingliche Ehre. Was die Versammlung der Parlamente im Juli anbetrifft, sprechen wollen, so hätte er auf die Boereu und den Transvaaltrieg aften anferlegt.( Lebhaftes Bravo! bei den Socialdemokraten.) fo habe ich mich in Bezug auf England allerdings er die Boehm himveisen milffen, aber diese zusammengewürfelten, mit Speeren bewaffneten Borerhaufen, die keine Ahnung von der modernen Abg. Bachem( Ctr.): geirrt, für Frankreich dagegen trifft meine Behauptung Kriegstechnik haben, können ernsthaft doch nicht mit der Idee des dadurch nicht herabgewürdigt, daß er Dinge, die er für not übertrieben. weiter Ich habe nichts gesagt, die Soldaten seien Wir fordern, was uns austeht. Der Parlamentarismus wird zu Milizheeres in Verbindung gebracht werden. dadurch nicht herabgewürdigt, daß er Dinge, die er für not- unvorsichtig gewesen in ihren Briefen, sondern nur, sie hätten Daß fie nicht Zeit haben, Scheiterhaufenbriefe Nun zu den Rednern im Hause. Sie alle waren im Gegensatz wendig hält, bewilligt. Wenn der Herr Reichskanzler nicht zu schreiben, ist ja richtig sie haben auch nicht den zu Bebel geneigt, alle Forderungen zu bewilligen, und waren nur schon in der ersten Rede Jndemnität zugesagt hätte, so Verstand dazu. Ein preußischer Gerichtshof hat sogar erzufrieden, daß Ihnen das Indemnitätsgesuch einen Dedmantel würde das gewiß Herr Singer mit dem vollen Brutton flärt, daß der Scheiterhaufen Brief vollkommen loyal aufgefaßt der Ueberzeugung verlangt haben. Ich finde es wertvoller, wenn die werden kann.( Buruf bei den Socialdemokraten: Sann!) Herr Baffermann hat sich mit den Aeußerungen einzelner Partei- Indemnität von dem Herrn Reichskanzler dem Centrum( Große Mehr ist auch nicht nötig.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Jeden genoffen von uns beschäftigt und hat besonders eußerungen meines Heiterkeit) dem Reichstage freiwillig angeboten wird, am besten falls habe ich noch nie einen Brief erfunden, wie Herr Bebe I. Parteigenossen Bernstein in den„ Social. Monatsheften" benutzt, immer eine freiwillige Berständigung unter gegen einen berühmten Zuderbrief.( Sehr gut! rechts.) Was um daraus auf Meinungsverschiedenheiten in unfrer Partei über die feitiger Wahrung der Rechtssphären.( Bravo! im Centrum.) die Kommune betrifft, so hat Herr Bebel am 15. April 1871 von Kolonialpolitik im in Kolonialpolitit im allgemeinen und die Chinapolitik im be- Ich muß noch ein Wort über die Missionen fagen, speciell über die der Tribüne des deutschen Reichstags erklärt, daß die Komsonderen zu schließen. Bei der scheinbar großen Aufmert fatholischen. Vor allem danke ich dem Herrn Reichskanzler für seine mune stellenweise in einer Mäßigkeit verfahren sei, samkeit, mit der Bassermann alle möglichen und unmöglichen Erklärung, daß er sich durch die Angriffe auf die Miffionen nicht die wir bielleicht in einem einem ähnlichen Fall in Stellen durchsieht, um sie gegen uns zu verwenden, wundert es verleiten lassen werde zu einer Differenzierung der katholischen Deutschland nicht nachahmen werden. Am 25. Mai mich, daß er die„ Socialistischen Monatshefte" für ein Organ hält, Missionen. Im übrigen find diese Angriffe ganz unberechtigt. hat er ausgeführt, daß der Kampf in Baris nur ein fleines Vorin dem die offizielle Partei- Anschauung niedergelegt Speciell die Behauptung, daß die Anhänger des Christentums postengefecht gewesen ist, der Hauptkampf in Europa noch bevorwird. Die Socialistischen Monatshefte" find eine Revue, die weder lediglich aus materiellen Gründen von Partei harakter trägt, noch ihn je beansprucht gewonnen find, ist ganz unsinnig. Solche Elemente hätten niemals Krieg den Kapitalisten, Tod der Not und dem Müßiggang der hat. In dieser Revue schreiben Leute der verschiedensten Richtung ausgesetzt waren. Herr Bebel hat sich besonders gegen den Bischof Herr Bebel hat sich eben hierbei wieder geirrt, wie immer, wenn er all die Martern auf sich genommen, denen die Christen in China Schlachtruf des ganzen Proletariats in Europa sein würde. Aber und wir können fie nicht als maßgebend für unsre Partei anerkennen. Wenn Baffermann die Anschauungen der Partei v. Anzer gewandt, der nach ihm eine unheilvolle Rolle bei der bekämpfen will, muß er sich an die Beschlüsse der Partei- Erwerbung Stiautschons gespielt habe.( Abg. Bebel: Sehr wahr!) Die prophezeit.( Sehr gut! rechts.) Präsident Graf Ballestrem: Das ist nicht mehr persönlich. die Menßerungen der focialdemokratischen Presse und deutsche Regierung strebte die Bachtung eines Hafens in China an die von unsrer Fraktion vertretenen Anschaumgen halten. Wir an, während die Berhandlungen schwebten man hatte einen Hafen( Seiterfeit.) können uns nicht darauf einlassen, einzelne Aeußerungen eines b. Anzer befragt und erklärte sich für die Bachtung Kiautichous. Kommune als Borlämpferin des Proletariats gefeiert worden. In im Süden im Auge- wurde der in Berlin anwesende Bischof Abg. Stöcker: Auch auf dem Dresdener Kongreß ist die Pariser Parteigenoffen zum Gegenstand der Diskussion zu machen, als wenn wir verpflichtet wären, für jede Aeußerung eines enn er sich dabei geirrt hat, fo höchstens im Interesse seiner Bezug auf die Erschießung des Erzbischofs von Paris selbst hat Herr Barteigenoffen einzutreten. Daß solche Aeußerungen Mission, denn vom patriotischen Standpunkt aus zweifelt wohl Bebel in Leipzig einmal erklärt, diese Erschießung sei wohl nicht folgen, ist ein Beweis, daß in unsrer eigenen Reihe freieste heute niemand mehr daran, daß die Wahl Kiautichous die mehr auf das Schuldconto der Kommune zu schreiben, er hat Stritit herrscht. Herr Baffermann kehrt die Sache ins Gegenteil richtigste war. Ebenso unrichtig ist die Behauptung des Herrn Bebel, auch bezweifelt, daß Führer der Kommune den Befehl zur um, wenn er aus den Aeußerungen einzelner Barteigenoffen die Bischof v. Anger sei in den Tempel des Confutse eingedrungen, er Erichießung gegeben hätten, und erklärt, daß er die Handlungen der Stellung der gesamten Partei festlegen will. Dazu ist der Parteitag war vielmehr von der höchsten Regierungsbehörde aufgefordert Kommune zwar nicht in allen Stüden billige und zwar aus Zwed und die socialdemokratische Fraktion da. Im übrigen würde ich den worden, dort eine Beratung mit den Mandarinen zu pflegen. mäßigkeitsgründen( Aha! rechts), aber er hat auch gefagt: Gesetzt von Herrn Bassermann angeführten Genossen bitter Unrecht gethan Freilich scheint er dabei in eine Falle gegangen zu sein. strogol den Fall, daß die Kommune wirklich die Erschießung angeordnet haben, wenn ich glauben wolle, sie könnten mit Erfolg von ihm für Bebel hat sich und ebenso Richter gegen die Verquichung von hat, so erkläre ich, daß sie damit nichts gethan hat, was nicht feine Anschauungen angeführt werden. Dem Parteigenossen Bernstein Religion und Politik ausgesprochen. Das wäre gewiß sehr wün- nach dem bestehenden Kriegsrecht und nach der Art, wie die fällt es gar nicht ein, die gegenwärtige Welt- und Chinapolitik der schenswert. Der Miſſionar darf nicht politischer Agent fein. Das ist Gegner der Kommune in Paris wüteten, vollkommen berechtigt war. deutschen Regierung auch mir mit einem Worte zu billigen und den den katholischen Missionaren auch nie von der Regierung an-( hört! hört! rechts.) Ob die Herren da drüben aber meine Aus Standpunkt Baffermanns zu teilen. Er hat allgemein von der Er hat allgemein von der gesonnen worden; sie haben es auch nie gethan. Ganz etwas führungen als Lüge bezeichnen durften, überlasse ich dem Urteil des Stolonialpolitik gesprochen und erörtert, ob ihr gegenüber eine andre andres aber ist der Schutz von Leib und Leben der Miffionare. Die Hauses. Sie( zu den Socialdemokraten) haben eben nicht den Mut, Stellung der Socialdemokratie denkbar ist. Das ist etwas ganz stehen so gut wie jeder andre unter dem Bölkerrecht und Socialdemokraten.) Missionare find mit Erlaubnis der chinesischen Regierung da, fie was fie früher gesagt haben, zu verteidigen.( Unruhe bei den andres, als Baffermann sagte. Er hat auch darüber gespottet, daß müssen von der Regierung so gut geschützt werden wie die Präfident Graf Ballestrem: Das ist nicht mehr persönlich. in Mainz der Parteileitung Vorwürfe gemacht worden sind, sie hätte in Mainz der Parteileitung Vorwürfe gemacht worden sind, sie hätte nicht eifrig genug die Agitation gegen die Weltpolitik entfaltet. Ge- andren Deutschen, die nicht ans idealen, religiösen Gründen nach Abg. Stöcker: Wenn Herr Singer weiter erklärte, tausendmal rade in dieser Frage herrscht in der Partei eine jo vollkommene Gin- China gehen. An dem idealen Interesse liegt uns am meisten bei lieber bei den Heiden als in meiner Gesellschaft zu sein, so habe ich mütigkeit, daß es uns überflüssig erschien, hier noch eine besondere unsrem Eintreten für die Kolonialpolitik; die materielle Seite hat mich ja ganz richtig eingeschätzt...( Heiterteit.) i nomi ajo Agitation zu entfalten. Wo die Partei auch gesprochen und wo unsre in China wird den Boden dort für das Christen erörtern, wo Herr Singer lieber ift.( Seiterfeit.) uns bisher weniger Freude gemacht. Das Blut der Märtyrer Präsident Graf Ballestrem: Es ist nicht mehr persönlich, zu Breffe die Frage auch ventiliert hat, da wird es Herrn Bassermann tum düngen.( Bravo! im Centrum.) micht gelingen, etwas andres zu finden, als den entschiedenen Widerspruch gegen diefe Raubpolitik!( Glocke des Präsidenten.) dmit thing appr ficherte. tage, er= 15 311. Abg. v. Kardorff( f.): Herr v. Wangenheim hat mir den Aus 16 Abg. Freiherr v. Wangenheim( t.): nicht ein Regiment des Parlaments gemeint, sondern ein Regiment odlub brud parlamentarisches Regiment" vorgeworfen. Ich habe natürlich Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen Sch habe nichts von der Hurrastimmung gemerkt, bie Herr Singer mit parlamentarischen Institutionen. Da ich in meiner langen die Politik der verbündeten Regierungen keine Raubpolitik nennen, dem Reichstag nachsagt. Ich bin. gewiß kein besonderer Schwärmer parlamentarischen Thätigteit niemals aus meinem Herzen eine ich rufe Sie deswegen zur Ordnung und mache Sie auf die geschäfts- für Welt- und Kolonialpolitit, aber hier handelt es sich nicht um mördergrube gemacht habe, fo hätte Herr v. Wangenheim sich das ordnungsmäßigen Folgen aufmerksam. den Beginn einer uferlofen Weltpolitik, sondern um unsre wohl selbst fagen können. Abg. Singer( fortfahrend): Unfre Partei war einig im ent- Ehre, um die Berteidigung des Bölferrechts 1( Bravo 1 rechts.) schiedenen Kampfe gegen diese Politik und darum erschien uns eine Das tasche Eingreifen der Regierung, besonders aber des Staifers nur einer mißverständlichen Auffaffung und Ausschlachtung der Neuße Abg. v. Wangenheim( B. d. L.): Ich habe durch meine Worte besondere Agitation nicht nötig. hat im Lande allgemeine Befriedigung hervorgerufen. Unfre Herr Bassermann hat nun wieder die schon nicht mehr neue Be- Armeeverwaltung hat sich glänzend bewährt. Wir fönnen Herren rung des Herrn v. Kardorff vorbeugen wollen.( Lachen links.) hauptung aufgestellt, daß Flottenvorlage wie Chinapolitit gerade im Bebel und Singer den traurigen Ruhm gönnen, die einzigen im Abg. Bebel( Soc.): Herr Stöcker hat in einer sogenannten Interesse der Arbeiter lägen. Die Behauptung wird durch ihre Reichstage zu sein, die die deutschen Truppen verunglimpft haben. persönlichen. Erklärung Veranlassung genommen, auf eine Reihe Wiederholung wirklich nicht richtiger. Ich habe erst türzlich gegen( Bravo! rechts.) Es giebt Situationen, wo es nicht möglich ist, von Aeußerungen Bezug zu nehmen, die ich vor Jahrzehnten gethan teilige Erfahrungen machen können. Ich war im Wahltreise Bardon zu gewähren, weil der Gegner nicht Bardon ge- habe. Ich werde morgen auf diese Dinge ausführlich zurüdtommen. Randow Greifenhagen und habe dort in einem Orte gewährt. Wem feit 1870 wirklich Elemente in die Armee ge- Jedenfalls habe ich nichts zurückzunehmen. Herr Stöder hat aber sprochen, in dem eine große Anzahl von den 6000 Arbeitern tommen find, dann trifft ausschließlich die Schuld die Social- heute gesagt, die Erschießung des Erzbischofs sei von uns gepriesen wohnt, die der Bulkan in Stettin beschäftigt. Der demokratie.( Lachen bei den Socialdemokraten. Bravo I rechts.) worden, und den Beweis dafür hat er nicht führen können! Bullan hat doch gewiß große Aufträge infolge der Herr Bebel hat den Grafen Waldersee angegriffen. Dann wäre es( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Deshalb hat er eine lin Flottenvorlage befommen, und ich habe die Arbeiter gefragt, wohl das beste, wenn der Reichskanzler Waldersee zurüdruft und wahrheit gesagt. ob sie an dem Segen irgendwie teilgenommen Bebel als außerordentlichen Bevollmächtigten nach China schiden Präfident Graf Ballestrem: Ich bitte die Herren, doch nicht haben. Sie haben mir alle die Frage verneint und erzählt, würde!( Stürmische Heiterkeit rechts.) Wir Agrarier folche zweideutigen Worte gegenüber Kollegen zu gebrauchen. MineVermischtes. ( Große Seiterfeit.) Eine be abfichtigte unwahrheit ist ein Bor- Imäßig besuchten Bersammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. wurf, der gegen Mitglieder dieses Hauses nicht erhoben werden darf. In der Diskussion führte Frl. D. Baader aus, daß die jest schon Abg. Stöcker( wildt.): Herr Bebel und die gesamte Socials vorhandenen allerdings völlig unzulänglichen gefeßlichen Schutz- In Minden ist ein beim Bau der Pionierkaserne beschäftigter demonte bis auf Herrn v. Vollmar, der dies Geschwäg endlich bestimmungen von den Unternehmern vielfach übertreten werden, Arbeiter aus Dalmatien an den schwarzen Blattern ertranft. beständig gepriesen und erklärt, daß die Erschießung des Erzbischofs Rechte sind, nicht beachtet wird. Sie erinnerte daran, daß das Geberechtigt war. Daraus darf ich wohl den Schluß ziehen, daß von werkschafts- Bureau und die bekannten Genoffinnen gern bereit sind, Ein furchtbares Bau- Unglück hat sich in Darmstadt er ihr auch diese Erschießung gepriesen wird.( Lebhafter Widerspruch Beschwerden der Arbeiterinnen entgegenzunehmen und dem Gewerbe- eignet. Donnerstagvormittag furz vor 11 Uhr stürzte in der Inselund Lachen bei den Socialdemokraten.) inspettor zu übermitteln. Wie die Referentin, so forderte auch straße ein nahezu vollendeter Neubau in sich zusammen, eine Nächste Sigung: Freitag 1 Uhr( Fortsetzung der Chinadebatte Frl. Baader zum festen Zusammenschluß in der Organisation auf große Anzahl Arbeiter unter den Trümmern begrabend. Einige und Posadowsty- Interpellation). und richtete insbesondere an die Genossen das Ersuchen, für die Schwerverlegte wurden ins Hofpital gebracht. Man ist noch mit bas Grjuchen, für die Schwerverlegie wurde Schluß 534 Uhr. Kräftigung der proletarischen Frauenbewegung zu wirken. Mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt und befürchtet, daß noch einem Hoch auf die völkerbefreiende Socialdemokratie erlangte die mehrere Menschenleben zu beklagen sind, da man glaubt, daß noch Versammlung ihren Abschluß. viele Arbeiter unter den Trümmern liegen. .ats Parlamentarisches. onsda Juden raus! Liebermann von Sonnenberg und Genossen haben im Reichstag einen Antrag eingebracht betreffend die Ein: wanderung ausländischer Juden. Die Einwanderung von Juden, die nicht in Deutschland staatszugehörig find, soll untersagt werden. Ausländische Juden, die sich bei Inkrafttreten dieses Gesetzes in Deutschland aufhalten, um fich dauernd niederzulassen, ohne bisher in einem deutschen Bundesftaate die Staatsangehörigkeit erworben zu haben, und nicht schon ein selbständiges Gewerbe oder Geschäft in Deutschland betreiben, sollen alsbald aus dem Gebiet des Deutschen Reichs ausgewiesen werden. Die Gewährung der Staatsangehörigkeit in einem deutschen Bundesstaat an ausländische Juden ist untersagt. Die Begünstigung der Einwanderung fremder Juden wird mit Geldstrafe von 500 bis 1000 M. oder mit Gefängnis bestraft. mip vor dem Versammlungen. In Eine Volksversammlung, einberufen von der weiblichen Verfrauensperson, tagte am Dienstag im Elyfium", Landsberger Allee. In derselben referierte Frau Käthe Dunter- Leipzig über:„ Das Verbot der industriellen Frauenarbeit ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterinnen". Der interessante Vortrag wurde von der leider nur Eingegangene Druckschriften. -In Nordamerika hat am Montag ein Cyclon gewültet, der ein umfangreiches Gebiet heimgesucht und bedeutenden Schaden „ Archiv für fociale Gesetzgebung und Statistik". Das neueste angerichtet hat. Die westlichen Teile der Stadt Columbia( Tennessee) Dr. Heinrich Braun herausgegebenen Zeitschrift( Berlin, Karl Heymanns von Tennessee und Mississippi hat der Chelon nicht nur in Doppelheft dieser nunmehr im dreizehnten Jahrgang erscheinenden von sind vernichtet worden. Nach Berichten aus mehreren Städten Berlag) hat u. a. folgenden Inhalt: Abhandlungen: Die Reform der Deutschen Unfallversicherungs- Columbia, sondern auch in zahlreichen andren Orten Verwüstungen Gesetzgebung. Von Dr. Ernst Lange in Berlin. Der Kampf um Arbeit angerichtet. In Columbia sollen neueren Meldungen zufolge in der bürgerlichen Frauenwelt. Bon Lily Braun in Berlin. Gewerbe 15 Weiße und 22 Neger ums Leben gekommen sein. Nach einer und Handel im Deutschen Reich. Auf Grund der Gewerbezählung vom späteren Depesche aus Memphis sollen bei dem letzten Chelon in 14. Juni 1895. Von Prof. Dr. H. Rauchberg in Brag. Ein neuer Beitrag Tennessee etwa 50 Personen getötet worden sein. zur Frage des Bauhandwerkerschutzes. Von Dr. Paul Voigt, weiland Privat docent in Berlin. Gesetzgebung: Deutsches Reich. Das Gesetz betreffend die Be fämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. Besprochen von Prof. Dr. Max Gruber, Direktor des hygienischen Instituts der Universität Wien. Wort laut des Gesetzes, betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. Bom 30. Juni 1900. England und Wales. Das Ergänzungsgesetz von 1900 über die Behausung der arbeitenden Klaffen. Eingeleitet von Eduard Bernstein in London. Wortlaut des Gesetzes zur Ergänzung der dritten Abteilung des Gesetzes von 1890 über die Behausung der arbeitenden Klassen vom 8. August 1900( 63 und 64 Vict. Kap. 59). Miscellen: Die östreichische Gewerbeinspektion im Jahre 1899. Von Prof. Dr. Ernst Mischler in Graz. Die gegenwärtige Lage der engliſchen Landarbeiter. Von Eduard Bernstein in London. Thalia Theater Seceffionsbühne. Dresdenerstr. 72. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Der Liebesschlüssel. Verantwortung. Sonnabend: Der Liebesschlüssel. Sonntag: Gastspiel Residenz- Thea ter Theater. Jugend von Max Halbe. Freitag, den 23. November. Opernhaus. Der Barbier von Bagdad. Die roten Schuhe. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Romeo und Julia. Anfang 71/2 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fiedermaus. Anfang 7/2 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 7 Uhr. Montag: Bum erstenmal: Amor von heute. Ausstattungspose mit Gefang u. Tanz. Alexanderstr. 40. Bum erstenmal! Königssöhne. Schauspiel in 4 Atten v. Selge Node. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol Theater. RANIA Der Zauberer am Nil Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Leffing. Johannisfeuer. Anfang ,, Die Weltausstellung in 71 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 71/2 Uhr. Paris". Im Hörsaal: ,, Die Leichtmetalle" von Dr. Nass. Invalidenstr. 57/62. 57/65 Weften. Die Jüdin. Anfang Tägl. Sternwarte. 722 Uhr. Schiller. Das Glüd im Winkel. Anfang 8 Uhr. Seceffionsbühne. Königssöhne. Anfang 7 Uhr. Central. Der Brautvater. Anfang 712 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Luisen. Der Millionenbauer. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. Apollo- Theater. Um 91 Uhr: Fräulein Loreley Friedrich Wilhelmstädtisches. Pannonia. Sulivanu.Aranka. Der Tugendring. Anf. 72 Uhr. Schule Carl Welt. Maller und Sue auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. The Josephis unerreichte Fesselkünstler. Belle- Alliance. Dem Ant fein Chavita. Cäcilie Carola. Geift. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 8 Uhr. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten- Vorstellung. Fräulein Loreley. Anf. 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Die Regimentsnummer. Anfang Riesen November Programm. 712 Uhr. 812 Uhr: Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialt täten Vorstellung. China in = Berlin. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Tanbenftr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Die Weltausstellung in Paris. Im Hörsaal: Die Lichtmetalle. Von Dr. Naß. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern: warte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Atten von Hermann Sudermann. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Sonntag, abends 8 Uhr: Faust bon Goethe, der Tragödie II. Teil. ( 2. Abend: Fausts Tod und Erlösung). Central Theater Bum sechstenmal: Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Atten von Adolf Rosée. Musit von H. Plazbecker. Sonnabend: Der Brautvater. Sonntag( Totensonntag), abends 7 Uhr: Die Glocken von Corneville. Montag und folgende Tage: Der Brautvater. V mit dem originellen Mumien- Ballett sowie dem brillant. vollstänb. neuen November Special. Programm. Anf. 8 Uhr. Beginn der Operette 9 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 25. Nov.( Totensonntag) Einmal. Ensemble- Gastspiel des Leffing Theaters. Die Ehre. Cirkus Schumann. Heute, Freitag, den 23. November, 。 abends präcise 712 Uhr: U. Gr. außerordentl. Vorstellung. fomisch .a.: Die fomfc breffierte RaubtierF gruppe des Löwen Baron. = Die neuesten Originaldreffuren des Direktor Alb. Schumann. Auftreten sämtlicher пеп engagierten Specialitäten. Antonet, Charles, Ernst, Nipp, Tipp, Die Original: Clowns: Tonitoff, Little Wood, Armando, Alex, Marroll 2c. Die Regimentsnummer mit ihren für Berlin vollständig Die Schladebach, Schlächterniftr.: Direttor Richard Winkler. Sonntag, 25. November: Nur einmalige Aufführung: Seemannsbraut oder: Die Rück fehr aus China. 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Bum letztenmal: Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Ausstattung spoffe mit Gesang von C. Weiß und J. Dill. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Berlin wie es weint und lacht. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Rind ervorstellung: Nübezahl und Schneider Benedict. Sonntag: Faustrecht. die Spree. Hypnotismus? Suggestion? ober Spiritismus??? des berühmten Hoffünftlers Direttor M. Roesner. Europäische Kavallerien auf 16 Schulpferden. Serr Burkhardt- Foottit als Schulreiter. Direttor Busch mit seinen be fannten Meisterdreffuren. Vorzüglichste Programmnummern! Piece: Erftürmung der 20 Fuk hohen glatten chinesischen Maner. Diffung der deutschen Flagge. Beginn der Pantomime 912 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Kolossaler Erfolg: Jenseits der krummen Lanke 3. Seebataillon 2. Comp. 112 Specialitäten- Debuts. Eintr. inkl. Panoptikum 50 Pf. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. Pummels Roman ober: Berliner Leben. Gr. Berliner Gesangspoffe in 5 Bildern. 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November 1900, abends 8 Uhr, Die Beerbigung findet Sonnabend für Often und Südosten: Osten und Südosten: im totale des Herrn Stechert, Andreasstraße 21. nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Philipp Apostel- Kirchhofs, Müller: Pianoforte- Industrie ftraße, aus ftatt. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, den 26. November, abends 82 Uhr, im Lokale des Herren Stechert, Andreasstraße Nr. 21. Tages- Ordnung: 1. Die Entwicklung der deutschen Pianoforte- Industrie, die Lage der 190/15 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen H. Silberschmidt über:„ Die Arbeiterforderungen ( 245/15 im deutschen Reichstage." 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Regen Besuch dieser Versammlungen erwartet Die Verbandsleitung. Der Vorstand. Große Volks- Versammlung Grosser Damen- Vortrag heute( Freitag) abends 8%, Uhr in Sanssouci, Rottbuserstraße 4a. im Kösliner Hof, Berlin N., Röslinerstraße 8 Arbeiter und der Vorfämpfer für Einführung der Frauenarbeit in ber Die socialen Aufgaben der Naturheilmethode. Freitag, den 23, November 1900, Berliner Pianoforte- Industrie, Herr Fabritant Neumeyer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. NB. Die Kollegen der Fabriken Neumeyer, Schleifer, Menzel, Hedtke, Gast u. Co. u. a. find besonders eingeladen. 284/ 5* ine Die Branchen- Kommission der Musikinstrumenten- Arbeiter des Deutschen Holzarbeiter- Verbands. Die Agitations- Kommission des Fachvereins der Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins u. Umg. Centralverband der Zimmerer Deutschlands ( Zahlstelle Berlin). Sonntag, den 25. November, vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. 255/6 Tages: Ordnung: 1. Die Wohnungsnot. Referent: Reichstags: Abg. Otto Antrick. 2. Verbands- Angelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht TA Referent: E. Köhler. Wer lernen will, wie man das wertvollste irdische Gut, die eigne abends 81/2 Uhr, spricht Gefundheit und die der Angehörigen erhält und fördert, wer fernen wid, Fräul. M. Kube, Naturheilkundige, wie man in leichten Krankheitsfällen sein eigner Arzt sein, in schweren Fällen aber den Anordnungen des Arztes gewiffenhaft nachkommen kann, wer bei oft unvermutet eintretenden Unglücksfällen nicht ratlos flagen, sondern sachgemäß handeln will, der schließe sich unseren Bestrebungen an und besuche die Versammlungen der Naturheilvereine. 1101 121517 Der Vorstand.M J. A.: H. Knüpfer. Berliner Konsum- Verein. Sonntag, den 25. November, nachm. 4 Uhr, im ,, Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27c: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Bilanz. 3. Festsetzung der Höhe der Dividende. 4. Neuwahl von Vorstand und Aufsichtsrat. 5. Anträge: a) Beitritt zu dem Allgemeinen Verband der Erwerbs: u. Wirtschafts genossenschaften und zum Unterverband der Konsumvereine der Provinz Brandenburg. b) Ausbau der Organisation durch Gruppeneinteilung. c) Errichtung des statutenmäßig vorgesehenen Sparfonds. 379/7 Nach Beendigung des geschäftlichen Teils:„ Geselliges Beisammensein". Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Um pünktliches und za Die Verwaltung. 3.A.: Max Steinschneider. Adolf Franke. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Orts- Verwaltung mit den Bezirksleitungen n. Agitations- Kominiffionen. 121/15 Grosse Die Ortsverwaltung. Volks- Versammlung Freitag, den 23. Nov., abends 8 Uhr, in der Kronen: Brauerei, Alt: Moabit Nr. 47/48. Referentin: Frl. Fanny Imle über: b Rabatt- Sparvereine oder Konsum- Vereine? Der Wert der letzteren für die Arbeiter. Anedn 379/8 Jedes Wort: 5. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Der Einberufer. bleedT über Wissenschaftliche Vorträge Deutsche Politik der Gegenwart von Friedrich Naumann, Pfarrer a. D. im Oberlichtsaal 279/9 der Philharmonie, Bernburgerstrasse 22/23. Heute Freitagabend pünktlich 8 Uhr. Thema: Das politische Problem des modernen Imperialismus. Eintrittskarten für alle Vorträge M. 3, numeriert M. 5. Einzelvortrag M. 1, numerierter Platz M. 2. van Houtens Cacao να 2 Kilo genügt für 100 Tassen Ein Versuch überzeugt, dass Van Houtens Cacao für den täglichen Gebrauch allen anderen Getränken vorzuziehen ist. Er ist nahrhaft, nervenstärkend, wohlschmeckend, leicht verdaulich und stets schnell bereitet. Van Houtens Cacao wird nur in den bekannten Blechbüchsen, niemals lose verkauft, da bel lose ausgewogenem Cacao nichts für die gute Qualität bärgt. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 23. November 1900. Prozeß Sternberg. Landgerichtsdirektor Müller eröffnet die Sigung mit dem Aufruf sämtlicher Zeugen, von denen ein Teil der noch nicht vernommenen bis morgen entlassen wird. Staatsanwalt Braut beantragt die Vorladung zweier Frauen aus dem Hause Alegandrinenstr. 1a, welche von ihrer höher gelegenen Wohnung aus Beobachtungen über Vorgänge in der Wohnung der Margarete Fischer gemacht haben wollen. Ebenso beantragt der Staatsanwalt die Vorladung des Barbiers Sandmann, Alexandrinen straße 1b. Der Berichtshof beschließt die Vorladung. Als erster Zeuge wird Staatsanwalt Dr. Romen aut Pflichttreue, Findigkeit und Energie nicht gedrückt worden, daß gegen Blümtes nicht das geswem wurden Sie dort eingeführt?- Anget I.: Durch Herrn ringste Bedeuten vorliege. Der Zeuge schränkt diese Be- v. Kröcher. Präf.: Haben Sie damals auch schon die Bank hauptung ein, indem er seine Maßnahme damals anders begründet, gehalten? ng et L.: Nur in vereinzelten Fällen, zumeist habe wie der Verteidiger. Auf weiteres Befragen des Rechts- ich nur pointiert. Präs. Haben Sie gewonnen oder verloren? anwalts Dr. Werthauer erklärt der Zeuge, daß er bei Angeti.: Ich habe verloren, an einem Abende gegen 2000 M.- Präs gewirkt sei, nach dem alten Satz gebe: post hoc also propter hoc." Sen Amerikaner Murray, den ich in der American- Bar kennen ge der Beurteilung der Frage, wann wohl auf Frieda Woyda ein- Durch wen sind Sie bei Hecht eingeführt worden?-Angefl: Durch Frieda Woyda habe so lange ihre Beschuldigungen aufrecht erhalten, lernt hatte. Wir tamen dahin überein, daß wir aus einer gemein als sie von Stierstädter beobachtet wurde und als Herr Stierstädter fchaftlichen Kasse gegen die Bant sezen wollten. Wir schossen jeder Wie so tommt der Zeuge zu der Behauptung, daß Herr Stierstädter schlossen uns, noch einmal je 400 m. zu wagen, gaben uns aber falt gestellt wurde, fam plöglich die Wendung. Vert.: 400 m. ein. In furzer Zeit waren die 800 m. verloren. Wir enttalt gestellt worden ist? 8euge: Es steht doch die That das Ehrenvort im Verlustfalle aufzuhören. Jezt gewannen wir fache fest, daß der Auftrag, meine Befehle nicht auszuführen, von jeder 700 M. Wir entfernten uns dann und begaben uns nach einer Seite erfolgt ist, die the smiling niin is dumbfeinem gimmer im Hotel du Nord, wo wir bis gegen 4 Uhr morgens bernommen. Er habe, so führt er aus, die Friede Woyda dem Untersuchungsrichter nicht vorgeführt, noch vorführen lassen. Er habe gewesen zu sein scheint. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Glaubt lichste die nicht ganz unabhängig von Herrn Sternberg plauderten. Ich nahm die Gelegenheit wahr, ihm aufs eindringan dem Tage, als das Mädchen vernommen werden sollte, von der Beuge, daß die Fischer und die Wender weggebracht worden Gefahren zu schildern, einem der Polizeibeamten gehört, daß das Mädchen da sei, habe sie sind wegen der Zeitungsartikel oder wegen des Falls Woyda?- benen ein leidenschaftlicher Spieler ausgesetzt sei. Er versprach mir sich angesehen und habe dasselbe väterlich und eingehend ermahnt, die Wahrheit zu sagen und etwa falsche Beschuldigungen noch recht. 8euge: Aus welchen Gründen Sternberg die Fischer hat weg bann, nicht wieder zu spielen. Der Vorsigende hält dem die Wahrheit zu sagen und etwa falsche Beschuldigungen noch recht bringen lassen, weiß ich nicht, aber ich bin dem Angeklagten die Er Angeklagten vor, daß er 14 Tage später einen andren jungen Mann zeitig zurückzunehmen. Das Mädchen habe er dann erst zur Haupt- flärung schuldig, daß damals der Fall Woyda attenmäßig noch nicht mit in ein Lotal genommen habe, um dort zu spielen. Wolff bee verhandlung wiedergesehen. Er sei sehr erstaunt gewesen, jest au egiſtierte. Auf weiteres Befragen des Verteidigers werden That streitet dies, der Betreffende, der großzjährig gewesen sei, habe harthören, daß dies Kind feiner Aussage gedrift sein sachen festgestellt, aus denen hervorgeht, daß in der vorigen Ver- näckig darauf bestanden, ihn zu begleiten. Er habe niemals einen ſon. In seiner 15 jährigen Thätigkeit als Staatsanwalt habe er wohl zu unterscheiden gelernt zwischen eingepautten handlung ein taubstummer 8euge behauptet hat: er sei einmal Menschen zum Spiel verführt. An diesem Abend habe er 400 2. Aussagen und solchen, die auf wahren Erlebnissen be= von der Frieda Woyda ohne Grund verdächtigt, an- gewonnen. Der Angeklagte giebt ferner auf Befragen an, ihre Aussage auch verurteilt worden. daß er den Dr. Kornblum bei Hecht kennen gelernt habe. ruhen. Die Möglichkeit, daß Herr Stierstädter die Frieda Woyda gezeigt und auf bearbeitet haben tönnte, halte er für vollständig ausgeschlossen. Er Auf Befragen des Rechtsanwalts Heinemann giebt Derselbe habe einen verdächtigen Eindrud auf ihn erkläre unter seinem Eide, daß er kaum jemals einen Beamten von der Zeuge zu, daß er in der ersten Verhandlung das Gutachten des gemacht, es sei ihm auch mitgeteilt worden, daß er ein gewerbsPhysikus Dr. Störmer scharf angegriffen habe, er betont aber, daß mäßiger Spieler sei. solcher Es sei richtig, daß er den Mit er die volle lleberzeugung habe, daß Dr. Störmer sein Gutachten Spielern im Harmlosen- Klub manchmal mit Darlehnen unter die Arme nach bestem Wissen abgegeben habe. Rechtsanwalt Heinemann: gegriffen habe, aber freiwillig sei dies Der Herr Zeuge hat doch in dem ganzen Woyda- Fall nur einen geschehen. Ihm seien 100 000 W. in der eignen Tasche lieber einzigen Beeinflussungsversuch mitteilen können. als in den Taschen andrer Leute. Er habe sich vor den Darlehnssuchern nicht retten tönnen und deshalb habe er schon vor der Auflösung des Klubs den hat auch noch eine große Reihe von Fragen an Herrn Dr. Romen. Gedanken gehabt, sich von der Gesellschaft zurückzuziehen. Er betont, daß er seit Aufrollen des Falls Woyda in strenger Isolierung Als der Artikel im Berliner Tageblatt" erschienen sei, hätten sich sich befinde. Er bitte den Beugen um Auskunft, ob irgend welche v. Kröcher und v. Kayser bei ihm eingestellt, ihm den Artikel vorThatsachen festgestellt sind, die darauf hindeuten, daß er in irgend gelegt und darauf hingewiesen, daß derselbe sich auf seine Person welcher Verbindung mit seinen Freunden draußen stehe. Borf.: Auf- bezöge. Er müsse sich nach der Redaktion begeben um sich zu rechtwerden sollte. Er, Zeuge, habe schon längere Zeit Aussicht gehabt, fällig ist doch der Bivischenfall bezüglich der" Post"-Artikel. Es ist doch fertigen. Er habe dies versprochen und die Herren zum folgenden bei der Staatsanwaltschaft nicht länger zu bleiben und Angesichts sonderbar, wie eine solche Ordre gegeben werden konnte. Ver- Tage wieder bestellt. Er habe es dann aus leicht begreiflichen der Machinationen von seiten der Agenten und Freunde des teidiger: Ist es denn festgestellt, daß eine solche Ordre gegeben Gründen vorgezogen, das Angeklagten letteren selbst tönne er ja in dieser Beziehung nicht worden? Staatsanwalt: Darüber werden wir vielleicht in Weite zu suchen verdächtigen habe er sich auf die Polizei stützen müssen und des- wenigen Tagen Auskunft erhalten. Angell. Sternberg: Ich und dies den Herren v. Kröcher und v. Kayfer angezeigt mit halb auch dem Stierstädter die Anweisung gegeben, die Frieda zu habe mit den ganzen sogenannten Bestechungsversuchen bezüglich der dem Versprechen, sich zum Termin zu stellen. Er habe sich nach beobachten, als sie zu Blümkes gebracht worden war. Er habe mun Post" absolut nichts zu thun und habe keinerlei Anweisung gegeben. Baris begeben. Durch Nachricht von seiner Ehefrau sei er davon vers gelesen, daß Herrn Stierstädter von andrer Seite der Auftrag geAuf Ersuchen des Vorsitzenden wird Frieda Woyda Herrn geben worden sei, diese Anweisung nicht auszuführen. Wenn er eine Dr. Romen gegenübergestellt und dieser richtet in sehr nachbrüdlicher ständigt worden, daß das Berfahren gegen ihn eingeleitet ſei. Ahnung davon gehabt hätte, würde er sofort zu dem Regierungsrat Form eine Reihe von Fragen an das Mädchen, die darauf hinaus Nach einigen Wochen sei er nach Berlin zurückgekehrt. Da er an Dieterici oder dem Polizeipräsidenten gegangen sein und lebhafte laufen, ob es ihm ins Gesicht sagen wolle, daß es ihm früher auf genommen habe, daß er verhaftet werden solle, und da die Artikel Beschwerde erhoben haben, alle feine väterlichen Ermahnungen die Unvahrheit gesagt habe. im Berl. Tagebl." fortfuhren zu erscheinen, habe er vorgezogen, wieder davon zugehen. Er habe sich eine Zeit lang in auf die Frage warum? verweist sie wieder auf Stierstädter. Frieda bleibt dabei, daß fie frither die Unwahrheit gesagt habe und Wiesbaden aufgehalten, wo er sich unter falschem Namen angemeldet hatte. Einige Tage nach seinem Eintreffen in Wiesbaden habe er Der nächste Zeuge ist aus den Zeitungen gesehen, daß die Herren v. Stayser und v. Ströcher verhaftet worden seien. Präsident: Konnte Sie dieser Umstand denn nicht bewegen, sich der Behörde in Berlin zu stellen? Sie waren doch im Berliner Tageblatt" öffentlich des Falschspiels bezichtigt worden und hatten die Herren dadurch in eine höchst üble Lage gebracht. Mußten Sie sich nicht sagen, daß Sie sich von dem Verdacht des Falschspiels reinigen mußten? Anget: Herr Präsident, es gehörte eine kennen gelernt habe, wie Herrn Stierstädter, dem es neben Herrn v. Tresckow in erster Reihe zu danken sei, daß die Uebelthaten, um die es sich hier handle, aufgedeckt worden seien. Er( Zeuge) habe wiederholt Beranlassung genommen, dem Herrn Regierungsrat Dieterici zu erklären, daß er geradezu erstaunt sei über die Pflichttreue dieses Beamten. Er habe sich sehr gewundert, daß ein solcher Beamter mit so anerkennenswerter Dienst freude plöglich kaltgestellt und zwar auf Grund des§ 158 des Gerichtsverfassungs Gesetzes, wonach er als Staatsanwalt zur Erteilung solcher Anweisung nicht der Genehmigung der Polizeibehörde bedürfe. Für ihn falle die Frage, wann die Frieda Woyda wohl zu einer anderen Meinung gefommen fein mag, mit dem Augenblid aufammen, da Herr Stierstädter lahm gelegt wurde und nun die Agenten und Freunde des Angeklagten Sternberg freie Hand zu ihren Wachinationen hatten. Der Zeuge bekundet dann seine Eindrücke über die Bernehmung der Frieda Woyda in der ersten Verhandlung. Das Mädchen sei damals seelisch und physisch gradezu feciert worden, es habe sich aber gegen ihre Glaubwürdigkeit nicht dagewesene Verdunkelungsversuche " Angeklagter Sternberg Justizrat Kleinholz, der früher die Verteidigung mitgeführt hat. Er bekundet nach seiner Erinnerung über die Aussagen, die Frieda Woyda in der ersten Verhandlung gemacht hat. Ihm ist namentlich in Erinnerung, daß Frieda Woyda behauptet habe, mit Gewalt zu dem unzüchtigen Aft bewogen worden zu sein. Er habe damals dem Mädchen in seinen Erzählungen nicht geglaubt, sondern direkt den Eindruck gehabt, als ob das Mädchen stark gelogen habe. Rechtsanwalt Dr. Möhring, " zu große Ueberwindung absolut nichts einwenden laffen. dazu. Präf.: Sie sind dann zwar nach Berlin zurückgekehrt, Einige 8wischenfälle hatten damals geradezu eine dramatische früher Landrichter, stand zu Sternberg und feinen Geschäftsunter- haben sich aber in Ihrer Wohnung verborgen gehalten. Wirkung. Das Kind habe damals einen geweckten, findlichen und nehmungen in Beziehung. Auch war er Mitverteidiger im ersten Angett: Ja, ich bin nur des Abends ausgegangen. Ich würde schamhaften Eindruck gemacht. Das Kind machte einen vorzüglichen Prozeß. Wo Kapitän Wilson die Gelder her hatte, wiffe er nicht, mich auch schließlich gestellt haben, wenn mich nicht ein Unglücksfall Eindruck, es erhielt von allen Seiten, d. H. von solchen Personen, ebensowenig ob Luppa viel mit Wilson verhandelt habe. Nun seien ihm betroffen hätte. Auf dem Flur meiner Wohnung geriet ein Vorhang die ihr näher getreten waren, das glänzendste 3eugnis über die Dienste, die die Hausmann angeblich der Polizei leistete, manche in Brand, beim Löschen des Feuers erlitt ich erhebliche Wunden, so fiber seine Zuverlässigkeit und in einzelnen ganz eklatanten Bunften Gerüchte zugekommen, er habe gesehen, daß in der Fournaçon- Sache daß ich ärztliche Silfe in Anspruch nehmen mußte. Präs.: habe sich ergeben, daß es die Wahrheit fagte. Der Beuge weist noch gegen Sternberg in einer Weife vorgegangen werde, die er nicht billigen Haben Sie nicht aus den Beitungen erfahren, daß die Vorunterden Gedanken zurüd, daß er veranlaßt habe, daß Frieda Woyda zu fonnte, er habe manche ungewöhnliche Schritte gegen Sternberg feft- fudnung gegen die Herren v. Ströcher, v. Kayser und v. Schachtmeher Blümtes gebracht worden sei. Das sei das eigenste Vorgehen des stellen können, daß aus der Summe dieser Beobachtungen und geschlossen war? Angel.: Jawohl.- Präs.: Und doch stellten Herrn Wertmeister gewesen. Andrerseits seien in dieser Sache viele Empfindungen heraus das Gerechtigkeitsgefühl ihn antrieb, in der Sie sich nicht zum Termine, wie jie versprochen hatten?- Angel.: in den Annalen der Strafrechtspflege noch Sache thätig zu sein, da er das Gefühl hatte, daß in der Nein. Präs.: Nun fand die Verhandlung statt, die Herren Woyda- Sache gegen einen Unschuldigen alles mögliche auf wurden freigesprochen und nun nach dieser günstigen Wendung, am geboten werden sollte, um ihm etwas um ihm etwas anzuhaften. Deshalb 24. Ottober, stellten Sie sich dem Untersuchungsrichter. Angefl.: gemacht worden. Er ſei überall auf Sternbergs Geld gestoßen habe er die ihm oberflächlich bekannte Angeklagte Scheding, die ihm Jawohl. Auf Befragen des Oberstaatsanwalts Dr. Jenbiel giebt und habe schließlich sich nicht anders helfen tönnen, als jeden, der für ein zu Gunsten einer Verwandten abgelassenes Gnadengesuch der Angeklagte an, daß er im allgemeinen ein solche Verdunkelungsversuche machte, festnehmen zu lassen. Wegen dankbar war, zu Blümfes geschickt, um sich nach dem Charakter der lagu höchst solides Leben erwiesener Begünstigung seien in der ersten Verhandlung Frieda Woyda zu erkundigen. Eine Anzahl von Fragen des Staatsgeführt habe. Mit Ausnahme der Spielabende sei er stets früh nach 16 Personen unbeeidigt geblieben. anwalts Braut beziehen sich auf das Vorleben des Beugen. An diese Aussage des Dr Romen knüpfen fich zahlreiche Die Auseinandersezungen über diesen Punkt sind etwas erregt. Hause gekommen. Fragen der Verteidiger, die sich auf die Ansichten desselben Rechtsanwalt Werthauer bittet, diese Fragen ebenso abzulehnen, Der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Chodziesner, läßt sich von über die Glaubwürdigkeit der Frieda Woyda, über das Verhalten wie vorher die dem Staatsanwalt Romen unterbreitete Frage be- Wolff bestätigen, daß der des Schußmanns Stierstädter 2c. beziehen. Rechtsanwalt züglich des Eids der Socialdemokraten. Der Staats Herzog von Hohenlohe Dehringen Fuchs I: Der Herr Zeuge hat dem Zeugen Stierstädter das anwalt hält diese Fragen zur Prüfung der Glaubwürdigkeit des durch seinen Sekretär Dr. Thielemann an den Herrn Prins- Reichenglänzendste Zeugnis gegeben. Würde er dabei bleiben, wenn er Bengen für nötig. Er halte den Zeugen der Begünstigung für ver- heim die Aufforderung habe richten lassen, er möge feine Spielweiß, daß Herr Stierstädter vormittags mit einer Person wegen dächtig. Durch Befragen wird festgestellt, daß der Zeuge, bevor er schuld ant Wolffs Socius bezahlen. Der Herzog war damals Kuppelei amitlich verhandelte und abends sich an derselben Person sich dem juristischen Studium widmete, Tischler war. 1889 jei er Amts- Präsident des internationalen Unionklubs in Baden Baden, wo und an einer andren Frauensperson sittlich verging? richter geworden, 1897 im Disciplinarverfahren aus dem Amt geschieden. Prins- Reichenheim den Spielverlust von 400 000 m. erlitt. Der Beuge: Er habe keine Kenntnis davon, daß Stierstädter 14 Tage nach dem Disciplinar- Urteil sei ihm vom Justizminister Angeklagte Wolff erklärte ferner, daß nach einem allgemein veraus Anlaß einer amtlichen Handlung sich vergessen hat. Schönstedt nahe gelegt worden, seine Wiederanstellung im Staats breiteten Gerücht Prins Reichenheim eine Million in Er habe nur gelesen, daß Stierstädter mit der Hausmann geschlecht dienste sofort zu beantragen. Formell stützte sich das Urteil auf Monte- Carlo verloren habe. Auf Befragen des Angeklagten lich verkehrt habe. So sehr er es bedauere, daß ein so überaus Dienstentlassung darauf, daß er als unverheirateter Mann jahrelang v. Kayfer bestätigt Wolff, daß er mit einigen ihm von früher her pflichttreuer und findiger Beamter sich vergessen hat, vorher nach einander in intimem Verkehr mit einigen unverheirateten bekannten Klubmitgliedern auf dem Korridor des Centralhotels Arm in so habe dies doch auf das, was vorher liegt, nicht den geringsten Mädchen gestanden und eine der letzteren Einfluß. Seine Ermittelungen hätten sich bis zum Tipfelchen über irrfinnig erkannt worden die inzwischen als Arm gegangen sei und daß die ihm zugefandte Einladungskarte zum Ereinmal eine turbulente Scene im öffmmgsdiner nicht vom Direktoriumi, sondern vom Grafen v. Egloffdem bewahrheitet. Wenn Stierstädter seinen eigenen Vorteil Gerichtszimmer gegen ihn aufführte. Thatsächlich glaube er Grund stein ergangen und unterzeichnet war. hätte wahrnehmen wollen, dann hätte er sich auf die andre zu haben, daß andre Gesichtspunkte, namentlich ein Aufsehen erSeite geschlagen und er sei der Ueberzeugung, daß sich die regendes Urteil in einer Straffache gegen den damaligen Redacteur es wird zur Beweisaufnahme geschritten. Legende von dem Schloß am Genfer See leicht des Tageblatts", Harig, in welcher er Referent war, zu dem zur Wahrheit hätte machen lassen. Rechtsanwalt Fuchs I: Disciplinarurteil mit beigetragen haben. Er fei später ohne jedes Würde der Herr Zeuge Herrn Etierstädter noch für nicht vor Bedenken zur Rechtsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Stettin eingenommen" erachten, wenn er hört, daß nach der eidlichen Aus: zugelassen worden. Seiner Zeit war ihm für seine Thätigkeit bei fage eines Beugen derselbe gesagt hat:" Und wenn ich Tag Sternberg ein Monatsbezug von 600 W. und ein Tantiemebezug, und Nacht arbeiten soll der Jude muß hinein"? im ganzen ein Gehalt von etwa 12 000 m. zugefichert worden, jezt 8euge: Ich weiß nicht, ob ein Beuge dies eidlich bekundet hat. beziehe er monatlich 700 M. Ein besonderes Honorar für seine Wenn dies etwa auf Herrn Kriminalfommissar Thiel sich beziehe, so Thätigkeit in diesem Prozeß erhalte er nicht. soll dieser, wie ich höre, auch nicht mehr in Berlin weilen! Hierauf wird die Verhandlung auf Freitag 92 Uhr vertagt. Rechtsanwalt Fuchs I: Da sich der Herr Zeuge auf seine fast 15jährige Erfahrung berufen, da frage ich denn: Sind Sie nicht derselbe Staatsanwalt, der seiner Beit einmal gesagt hat, die Eide der Socialdemokraten seien Meineide?*) Der Prozeß gegen die Harmlosen 3. Tag. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten Wolff beendet und Zeuge Student der Medizin Janta hat vielfach an dem Spiel teilgenommen. Er bekundet, daß die brei Angeklagten häufig gemeinsam die Bank gehalten haben. Er habe einmal 20 000. verloren und glaube, daß sein Geld zumeist in die Taschen der Bankhalter geflossen sei. Der Benge meint, daß ihm seine ganze Spielthäfigfeit gegen 50 000 m. gekostet habe, davon gingen aber erhebliche Summen ab, die er gelegentlich mit andren Klubmitgliedern bei Besuchen der Amor- Blumensäle oder andrer Lokale verausgabt habe. Der folgende Zeuge, Freiherr v. Schrader, hat die Angeklagten v. Kröcher und b. Schachimeher im Kurhaus in Wiesbaden kennen gelernt. v. Kröcher habe erzählt, daß er in den nächsten Tagen das Eintreffen eines reichen Heern erwarte. Am folgenden Lage sei dann Herr Wolff gekommen. Nach einem gemeinschaftlichen Abendefsen sei Baccarat gespielt worden, wobei der Zeuge an v. Kröcher 1500 m. verloren habe. Darauf wird die Sigung bis Freitagvormittag 91/2 Uhr verTokales. Der Vorsitzende beanstandet diese Frage, der Verteidiger bittet Der Vorfigende, Landgerichtsdirektor Oppermann, eröffnet die um Gerichtsbeschluß. Der Gerichtshof beschließt, diese Frage nicht Sigung um 91 Uhr. Die Bernehmung des Angeklagten Wolff wird zuzulassen, da sie mit dieser Sache nichts zu thun habe fortgefeßt. Er glaube, daß er den Herrn v. Kröcher in einer und außerdem so gestellt sei, daß der Gerichtshof gar nicht in der Restauration getroffen und durch ihn nach und nach die übrigen tagt. Lage fei, zu prüfen, inwieweit die Behauptung wahr sei.(?)- Herren tennen gelernt habe. Ursprünglich habe er deren Gesellschaft snis sinapon Rechtsanwalt Fuchs I: Haben Sie einen thatsächlichen Anlaß dafür, aufgesucht, weil sich ihm dort eine anregende Unterhaltung bot, dann sei einmal ein fleines Spiel gemacht worden, bis es nach und daß die Agenten Frieda Woyda beeinflußt haben? 8euge: Ja, Präs. Haben Sie denn Bur Lokalliste. Am Sonnabend veranstalten die Arbeiter der ich hatte von dem Zeugen Stierstädter Kenntnis davon, nach ein wöchentliches daraus wurde. baß auf Blümfe3 eingewirkt worden fei durch Hingabe nicht die Gefahr erkannt, die für Sie bei Ihrer Vergangenheit Firma Simens u. Komp., Charlottenburg, in dem Lokal Bandel darin lag, mit diesen weit jüngeren der gstraße 35, Moabit, ein Vergnügen. Dieses Lotal steht, wie bekannt, Lenten aus den besten Kreisen m zu unsren Versammlungen nicht zur Verfügung. Es wird versucht, Die Lokalkomumission. zu verkehren? Angell: Herr Präsident, es war wirklich Billets in Genossenkreisen abzufezen. amtlicher eine angenehme Gesellschaft, auch wenn nicht gespielt Auch in wurde und ich hatte mir auch vorgenommen, nicht zu spielen. Auch in wurde und ich hatte mir auch vorgenommen, nicht zu spielen. er sich in Bräf. Haben Sie nicht auch im Savoy Hotel gespielt? Angett: Ja, wenn ich nicht irre, zweimal.- Präs.: Von eines Rings 2C. Der Verteidiger veriveist noch auf eine Verfügung des Staatsanwalts Romen, in der aus*) Staatsanwalt Romen hat 1898 in Hamburg in Eigenschaft eine solche Verdächtiguna laut werden lassen. Frankfurt a. M., wohin er später versezt wurde, erging Ausfällen gegen die Socialdemokratie. S Die Wohnungonot vor der Stadtverordneten: Versammlung. Die Stadtverordneten Versammlung hat sich gestern in dreis undeinhalbstündiger Berhandlung mit der gegenwärtig in Berlin Derlammlungen. Herrschenden Wohnungsnot beschäftigt. Zur Beratung stand der in rigoroser Form eine Abweisung. Es steht wohl außer Frage, in genanntem Ort im Restaurant Bum Balbtater", wobei er auf bekannte, durch die Wohnungsnot veranlaßte Antrag der daß der Kaffe des Cirkus tein Recht zusteht, Karten zu einem Platz den hinzukommenden Gastwirt Trebesch schoß, ferner eine BrandSocialdemokratischen Fraktion und mit ihm die auf auszugeben, der bereits gefüllt ist; thut sie es aber dennoch, dann stiftung im Kreise Ofthavelland, einen schweren Diebstahl in Brenzlau Denselben Gegenstand bezügliche Magistratsvorlage, deren follte fie alles aufbieten, um den Gästen zu ihrem Recht zu ver- und dergleichen mehr. hervorstechendsten Teil die geplante König Friedrich- Stiftung" helfen. Das hätte in unsrem Fall dadurch geschehen können, daß sie bildet. Den Antrag begründete unser Genosse Heimann. Seine uns beffere Bläge, welche noch in genügender Zahl frei waren, zur ruhigen und fachlichen, auf eine gründliche Kenntnis der Wohnungs- Verfügung stellte. Uebrigens waren wir durchaus nicht die einzigen Frage fich stüßenden Ausführungen waren der Hausbefizerlichen Zuschauer, die für ihr gutes Geld mit einem minderwertigen Play Mehrheit der Versammlung fichtlich unbequem. Die Herren wurden, vorlieb nehmen mußten. Christentum und Socialdemokratie. Ueber dieses Thema fobald das geringste Wort gegen den bon den Hausbefizern geübten Wohnungswucher fiel, ganz außerordentlich nervös". hilfsarbeiter für den Weihnachtsverlehr sind bei der Ober- Wahlkreises, die am Dienstag in Martens Saal in der Friedrich2200 Bewerbungsschreiben wegen Einstellung als Post- sprach Paul Göhre in einer Volksversammlung des zweiten Heimann präcifierte mit aller nur wünschenswerten Schärfe den postdirettion bisher eingelaufen. Die Einstellung des Aushilfe- straße tagte. Eine Stopf an Stopf gedrängte Menge füllte den Gaal, ihre Vertreter im Roten Hause der Wohnungsnot gegenüber ein- personals beginnt in den ersten Tagen des Dezember. 1700 Hilfs- unter den Anwesenden waren viele Leute aus bürgerlichen Kreisen. der bald nach Beginn der Versammlung polizeilich abgesperrt wurde. nehmen. In der De batte wagte eigentlich niemand, das Vorhanden mannschaften werden gebraucht.hand at red if Genosse Göhre führte in zweistündigem, wissenschaftlich gefein einer Wohnungsnot gänzlich in Abrede zu stellen. Wenn jemand Eine Bande von Bauernfängern, die gemeinsam borgingen haltenem Vortrage aus: Der materialistischen GeschichtsNeigung dazu verriet, 10 war das merkwürdigerweise und sich besonders auch beim Startenspiel unterstützten, wurde am auffassung zufolge sind die ökonomischen Verhältnisse, einer weniger Herr Wallach, der berufsmäßige Vertreter des Haus- Dienstag in einer Kaschemme in der Auguststraße von Kriminal Periode grundlegend und maßgebend für alle übrigen agrariertums, als Herr Kirschner. Die Hausbefizer in der beamten festgenommen. Die Verhafteten sind ein Maurer Heinrich Lebensverhältnisse, besonders auch für die in der betreffenden GeschichtsVersammlung durften ihre helle Freude an den Ausführungen des Schmidt, ein Tischler Julius Schröder, ein Arbeiter Karl Treibel periode herrschenden religiösen Anschauungen. Hiernach ist die Herrn Oberbürgermeisters haben. Herr Kirschner versuchte es und ein Eisendreher Friz Kachel. gegenüber den von socialdemokratischer Seite aufgestellten Forde Das Opfer eines furchtbaren Berufsunfalls ist der jugend- Verbesserung der ökonomischen Verhältnisse erlöst werden. Von Religion, als Produkt der ökonomischen Verhältnisse, eine Wahnidee und das Christentum die höchste dieser Wahnideen, von der wir durch rungen wieder einmal mit dem überlegenen Ton, den er in der Versammlung so gern anschlägt. Abg. Singer gab ihm liche Schriftsegerlehrling Ernst Hennig geworden. Er geriet in dieser Anschauung ausgehend und andrerseits gestützt auf die eine Antwort zu hören, die ihm die Lust zu weiteren der Buchdruckerei von Eb meier, Andreasstr. 32, wo er in Stellung Schriften der Theologen David Friedrich Strauß und Späßen merklich verdarb. Das Ergebnis der Beratung, die mit der war, abends um 5 Uhr in den Treibriemen. Erst nach längerer Zeit Bruno Bauer, nach denen Christus als eine fagenhafte, Ueberweisung des Antrags wie der Vorlage an einen Ausschuß fonnte der Arme aus dem Getriebe befreit werden, und als endlich nicht historische Persönlichkeit erscheint, ist die ältere socialendete, war die Bestätigung der alten Wahrheit, daß nicht bloß die ein Arzt fam, ergab sich, daß nicht einmal das vorgeschriebene Verzu einem absoluten Gegensaz, ja Lösung der Wohnungsfrage, sondern jeder Versuch zu einer nach mal gebrochen und auch andre gefährliche Verlegungen waren ihm kommen. Der Christ galt bei den Durchschnittsgenoffen als bandszeug zur Stelle war. Der Arm war dem Unglücklichen drei- demokratische Litteratur zu drücklichen Besserung der Wohnungsverhältnisse scheitern muß. so einer feindlichen Tendenz gegen das Christentum gelange die privattapitalistischen Interessen herr- zugefügt worden. Hennig liegt jetzt im bedenklichen Zustand im jemand, der, weil er einer Wahnidee huldigt, nicht als gebildeter schend find. Krankenhaus danieder. Bemerkt sei noch, daß der Buchdruckereibefizer Ebmeier dem Lehrling aus Anlaß der zwei Stunden Arbeits- Meinung, daß jeder Socialdemokrat Atheist sein müsse, und daß die Mensch betrachtet werden kann. Es war die allgemein herrschende Große Dinge will ein Verband Berliner Special- zeit, die durch den Unglücksfall verloren gingen, von dem fälligen Socialdemokratie die Aufgabe habe, das Christentum zu bekämpfen. geschäfte ausführen, der sich dieser Tage zusammengethan hat. Wochenlohn zehn Pfennige wegen Arbeitsversäumnis in Abzug Im Gegensatz zu Strauß und Bauer sind neuere theologische Der Vorsigende Kaufmann Gugenheim, dem die bekannte Seiden- brachte! firma Michels zugehört, schalt auf die bisherigen KaufmannsForscher wie Harnack und Holzman it zu dem Erder Wilmersdorferstraße 30 zu Charlottenburg. Am Dienstagabend Person ist und daß wir in Mit Arznei vergiftet hat sich der Maurer August Schulz aus gebnis gekommen, daß Jesus in der That eine historische bekam er auf ärztliche Anweisung eine Arznei, die Morphium enthielt, authentische den vier Evangelien eine und trant, um eine bessere Wirkung zu erzielen, die ganze Flasche ist das Darstellung feines Lebens haben. Demnach auf einmal aus. Dann trant er in einem Laden eine Tasse Milch Litteratur Christentum nicht wie die ältere socialistische annimmt eine Massenbewegung wirtschaftlich und ging aus. Abends um 8 Uhr brachten ihn Bekannte, die ihn unterdrückter Volksschichten, sondern es ist ausgegangen von einer lediglich für schwer betrunken hielten, nach Hause, nachdem er in machtvollen, in ſich harmonisch abgeschlossenen Persönlichkeit, dem einer Schantvirtschaft zusammengebrochen war. Auch seine Frau einzigen Uebermenschen, den die Geschichte tennt: Jesus, der vor glaubte, daß es sich nur um gewöhnliche Trunkenheit handle, brachte allen Dingen selbst daran gegangen ist, seine Lehre in seinem eignen fie am nächsten Morgen teine Antwort mehr von ihm erhielt, holte Verhältnisse, durch deren Einfluß die Riesenbewegung des Chriftenihren Mann zu Bett und fümmerte sich nicht mehr um ihn. Als Leben zu verwirklichen. Die Person Jesu war es, und nicht die, fie einen Arzt. Dieser konnte aber nur feststellen, daß Schulz ge- tums entstanden ist. Die Erkenntnis dieser Thatsache schränkt den Notwehr gegen die wortbrüchige Straßenbahn- Direktion. storben war, Wert der materialistischen Auffassung nicht ein. Lettere hat das VerEine Korrespondenz meldet: Ein neuer Streit der Straßen- Am Fahrstuhl verunglückt ist am Dienstagabend im Tiezbahn Angestellten steht für das kommende Frühjahr in Aus- fchen Warenhaus der Maurer Karl Stürmer. Stürmer hatte unten Geschichte geliefert zu haben; sie hat eine große agitatorische BeAm Fahrstuhl verunglückt ist am Dienstagabend im Tie- dienst, der historischen Wissenschaft ein neues Motiv für die Betrachtung der sicht. Unter den Betriebsbeamten der Gesellschaft ist gegenwärtig am Schacht noch etwas zu mauern, bemerkte nicht, daß der Fahrstuhl deutung für das Proletariat, fie giebt dem im politischen und wirtwieder eine starke Bewegung im Gange, weil die Direktion die herunterfam und wurde von ihm getroffen. Er zog sich schwere treibenden Ursachen der Handlungen des Gegners zu erkennen, das schaftlichen Kampf stehenden Proletarier, indem sie ihn lehrt, die, gelegentlich der Beilegung des Ausstands übernommenen Ver- Verlegungen zu. pflichtungen den Angestellten gegenüber nicht innegehalten hat. llebergewicht über den Gegner; aber man tann aus der materialisti-. Weder die für die Betriebsfähigkeit notwendigen neuen Signal- den beiden legten Tagen, die aber fast durchweg auf unbedeutende stehung der Religion erklären. Nach alledem ist die ältere socialistische Feuerbericht. Eine größere Anzahl Alarmierungen erfolgte in fchen Auffassung nicht alle Verhältnisse, namentlich nicht die Entgloden, noch die den Wagenführern versprochenen Regenmäntel sind Brände zurüdauführen waren. So entstand allein am Bußtage in Litteratur veraltet und in ihrer Absicht, das Christentum zu vernichten, geliefert worden, die Bestimmungen bezüglich der freien Tage werden 6 Wohnungen Feuer, nämlich Prenzlauer Allee 203, Prenzlauerstr. 4, verfehlt, weil sie auf falschen Voraussetzungen beruht. Sie ist aber auch ebensowenig gewährt, wie die gewährleistete Zahlung für Ueber- Graunstr. 7, Oderbergerstr. 42, Gneisenaustr. 88 und Weinstr. 20 a. deshalb verfehlt, weil Religion eine Sache des Gemüts iſt, nach der stunden nicht erfolgt, Die dem Personal gemachten Versprechungen, die Gefahr leicht beseitigt werden. Artillerieſtr. 25 hatten Stöcke, neuerer Zeit nicht ab-, sondern zugenommen, und andrerseits iſt die In sämtlichen Fällen wurden Möbel beschädigt, doch fonnte überall viele Menschen ein Bedürfnis haben. Die Religion hat auch in betreffend die Haltezeit an den Endstationen werden ebenfalls nicht Schirme und Kisten im Keller und Georgenkirchstr. 38 Möbel in der agressive Haltung der Socialdemokratie gegen die Religion abgeflaut. erfüllt. Schließlich haben die Beamten das Gefühl, daß das in Küche Feuer gefangen, während Rosenthalerstr. 31 Betten und Kleider Der Redner fordert im Jnteresse der socialdemo= Gegenwart des Oberbürgermeisters gegebene Wort der Direktion, auf einem Hängeboden in Flammen aufgingen. Infolge groben tratischen Partei, daß fie: 1. auf Grund der neuen theoMaßregelungen aus der Lohnbewegung finden nicht statt", nicht Unfugs am öffentlichen Melder erfolgte in der Nacht zum Donners- logischen Forschungen die jocialistische Litteratur der gehalten wird. Es finden fortgesezt teils aus ganz nichtigen tag noch ein Alarm nach Fransedistr. 31. Leider ist der Thäter legten 40 Jahre revidiert und das verwirft, was wiffenGründen Kündigungen von Beamten statt, die bei der Ausstands- entkommen. schaftlich nicht mehr haltbar ist. Die Partei müsse von neuem bewegung im Vordergrund standen oder aber sie erfahren ZurüdStellung nehmen zu dem Christentum und feinen Problemen." setzungen andrer Art. Die Beamten find fest überzeugt, daß diese Der Redner fordert zweitens: Aufrechthaltung und Vera Maßnahmen nichts weiter sind als mastierte Maßregelungen. tiefung des Grundfaßes Religion ist Privat Voraussichtlich im nächsten Monat werden wieder bahnhofsweise ache", und drittens: völlige Ablehnung der Partei Versammlungen abgehalten werden. hre, so sehr bin ich ein Gegner jeder der heutigen Kirchen. gegen jede Form von Kirche. So sehr ich Christ bin, sagte Ich habe diese Ausführungen nicht gemacht, weil ich Christ bin, der für sein Christentum innerhalb der Partei Propaganda machen will, sondern weil ich als modern- wissenschaftlicher Theologe nicht will, daß die Partei in diesem einen Punkt rostet. organisationen. In dem Kollegium der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft herrsche nur die Börse und die Großinduſtrie. In der ganzen Welt spreche man mit Achtung von den Berliner Detailgeschäften und nur in Berlin gelten fie bis jetzt nichts. Eine zweite Aufgabe des Verbands ist die Begründung von Wohlfahrts. Einrichtungen für die Angestellten. Man denkt ba an faufmännische ka finos, wo die Angestellten billige Restauration und angenehme Räume und Geselligkeit finden. Die Angestellten thun gut, wenn sie sich wegen der ihnen von dem neuen Verband in Aussicht gestellten Annehmlichkeiten nicht in allzu holdseligen Träumen wiegen. " Aus den Nachbarorten. 5 end Die Stadtverordneten Wahlen zu Rixdorf haben am Donnerstag, wie nicht anders zu erwarten war, zu einem neuen Freiwerdende Bangrundstücke. glänzenden Triumph der Socialdemokratie geführt. In allen neun Die Gasanstalt in der Bezirken der dritten Abteilung, in welchen eine Wahl stattfand, find Gitschinerstraße wird bald vom Erdboden verschwinden. Be- die Kandidaten unsrer Partei, die Genossen Conrad, Dr. Silberstein, kanntlich hat der Magistrat ein Terrain an der Oberspree erworben, wohin die Gasanstalt verlegt werden soll. Jetzt ist nun mit dem Pohl und Wugti, fast ohne Kampf gewählt worden und zwar mit Abriß der beiden großen Gasbehälter der Anstalt begonnen worden. Mehrheiten, die die Stimmenzahl der letzten Wahlen am 10. Oktober Das gesamte Terrain, welches sich zwischen der Gitschiner- und d. J. ganz erheblich übersteigen. Während damals in fieben Bezirken Brinzenstraße, sowie dem Elifabeth, dem früheren Kohlen- zwischen 121 und 223 socialdemokratische Stimmen gezählt wurden, Ufer ausdehnt, foll der Bebauung erschloffen werden. betrug gestern die niedrigste Stimmenzahl 164, die höchste hingegen 259. Dagegen wird die städtische Gasanstalt a m 3m4., 6., 8. und 14. Bezirk wurden überhaupt keine bürgerlichen Stimmen Wedding in der Müllerstraße, welche nach Tegel verlegt abgegeben; in den übrigen Bezirken erhielt der Gegner zwischen werden soll, noch bis zum Herbst nächsten Jahrs auf ihrem 1 und 8 Stimmen. Das war die Kraftprobe der Mieterpartei. jezigen Plaz bleiben. Für die Bevölkerung Berlins wird in dieser Angelegenheit fich Unser Kandidat Pohl ist als Hausbefizer in fünf Bezirken gewählt eine Frage besonders wichtig gestalten, nämlich die, ob im Zeichen worden; in vier Bezirken muß demgemäß eine Neuwahl erfolgen. der drückenden Wohnungsnot die großen Grundstüde, welche durch Wie hier auch immer das Endresultat sein möge, auf jeden Fall ist Berlegung der Gasanstalten frei werden, gewohnheitsmäßig der die gestrige Wahl als Protest gegen die Rechtsprechung aufzufassen, wüsten Bauspekulation überantwortet werden sollen, oder welche die ohnedies schon nachteilige Lage der unterdrückten Beob der Magistrat sich bei dieser Gelegenheit an seine dringendsten völkerungsschichten bei den Gemeindewahlen noch bedeutend ungünstiger kommunalen Pflichten erinnern will. als bisher gestaltet. als es bereits dunkelte, fletterten die stille Einkehr" hielt und über die Sünden anderer nachdachte. " Die Versammlung hatte den Vortrag mit gespannter Aufmertfamkeit angehört. An einzelnen Stellen, wo ein Teil der Zuhörer den Eindruck haben mochten, als ob Genosse Göhre dem offiipruch bemerkbar, während da, wo die socialdemokratische Ueberziellen Christentum das Wort reden wolle, machte sich Widerzeugung des Redners oder seine Gegnerschaft gegen die Kirche zum Ausdrud tam, lebhafter Beifall gespendet wurde. Nach Schluß des Vortrags zollte die große Mehrheit der Versammlung dem Redner stürmischen Beifall. Adolf Hoffmann, der in der Diskussion zuerst das Wort erhielt, wurde, noch ehe er gesprochen, von einem großen Teil der Anwesenden mit demonstrativem Beifall begrüßt. Er polemiſierte gegen verschiedene Einzelheiten der Göhrefchen Rede und betonte, daß überall, wo es uns hindernd in den Weg tritt, bekämpft werden müsse, das Christentum, wie es uns heutzutage in der Kirche entgegentritt, und daß die Socialdemokratie über alle Versuche, sie zur Religion Die übliche Feiertags: Entheiligung. Auf den neuen Bau- Vom Zuge zermalmt wurde in der Nacht zu gestern in der zurückzuführen, zur Tagesordnung übergehen werde. Wenn Göhre lichkeiten des Bahn- Poſtamts IV, zwischen Köpnicker- und Melchior- Nähe der Station Schönholz ein unbekanntes junges Mädchen, dies wolle, dann werde er der erste sein, der weggefegt wird. Dem Straße gelegen, waren am Bußtag die Glaser wie an Wochentagen welches sich in selbstmörderischer Absicht auf die Geleise der Nord. Redner wurde wiederholt lebhafter Beifall zu teil. damit beschäftigt, ein Glasdach fertig zu stellen. Noch nach 4 Uhr, bahn geworfen hatte. Reichstags- Abgeordneter Richard Fischer trai der Meinung Der Lokomotivführer des um 1/412 Uhr Hoffmanns, daß dieser Abend ein verschwendeter fei, entgegen. Die Arbeiter auf dem nachts auf dem Stettiner Bahnhof eintreffenden, von Stralsund recht primitiven Brettergerüft herum, währenddessen der gewiß kommenden Personenzugs bemerkte, als der Train sich in voller große Zahl der hier Erschienenen sei ein Beweis dafür, daß für die von fromme Unternehmer wahrscheinlich in feinem Kämmerlein Fahrgeschwindigkeit zwischen Reinidendorf und Schönholz befand, Göhre behandelten Dinge lebhaftes Intereſſe in der Partei vorhanden Eigentümlich ist es aber doch, daß die Unternehmer gerade bei staat: auf den Geleisen liegend in einer Entfernung von faum bundert ist. Göhre wolle auch keineswegs, wie Hoffmann meinte, die Socialdemo lichen Arbeiten, wie wir wiederholt feststellen mußten, die gefeßlichen sofort Gegendampf gab, vermochte er den Zug nicht mehr rechtzeitig die fich der Vortragende bezog, bringe nicht den Standpunkt der Meter den Körper einer weiblichen Person. Wiewohl der Beamte meinte der Redner, die das Christentum bekämpfende Litteratur, auf fratie zum Christentum zurückführen. Zu den Ausführungen Göhres Bestimmungen so wenig beachten. Von einer dringenden Arbeit, die eine lebertretung auch nur einigermaßen rechtfertigen fönnte, tann zum Stehen zu bringen und die Maschine sowie der Gepäckwagen Partei, sondern die Ansichten Einzelner zum Ausdrud, die in erster in diesem Fall durchaus keine Rede sein, zumal es sich um keinen gingen über die Lebensmüde hinweg, welcher der Kopf und beide Linie freireligiös und erst in zweiter Linie Socialdemokraten feien. Kirchenbau handelt. Füße vom Körper abgetrennt wurden. Die Tote ist ein junges Mädchen im Alter von etwa 20 Jahren und gehörte anscheinend für die Partei sei Religion von jeher Privatsache gewesen. Wenn Auch ein Entlaffungsgrund. Den Nachtwächtern der Wirt- dem dienenden Stande an. wir Stellung zum Christentum nehmen, so tomme für uns nicht das Christentum Göhres in Betracht, sondern das es untersagt, in ihrem Wachtrevier zu wohnen. Einem Bächter, Nach Mitteilung der Armendirektion in Charlottenburg von diesem wesentlich verschiedene Christentum, wie es uns heut der seit 41/2 Jahren ohne Tadel seinen Dienst versehen hatte, passierte an die dortigen Armenkommissionen beabsichtigt eine wohlthätige offiziell entgegentritt, und welches als Instrument zur Unterdrückung es nun, daß er, infolge des herrschenden Wohnungsmangels, Dame an 100 Arme der Stadt Charlottenburg für die Festwoche des Volks benutzt wird. Entgegen der Ansicht Göhres glaubt in der Wahl des Unterkommens beschränkt, nicht anders fonnte, als von Weihnachten bis Neujahr Coatsmarken auszuteilen, und hat die Redner nicht an eine Zunahme der Religion, vielmehr glaube er, eine Wohnung mieten, die innerhalb feines Wachtvereins liegt. Direktion ersucht, ihr 100 Familien oder Einzelpersonen zu be- soweit die Arbeiterkreise in Betracht kommen, ein Abflauen der Wissend, daß dies den Vorschriften der Wirtschaftsgenossenschaft nicht ent- zeichnen, die der Empfangnahme dieser kleinen Unterstügung bedürftig religiösen Neigungen fonstatieren zu können. Zu den drei spricht, machte der Wächter dem Direktor Mitteilung von der anund nicht unwürdig find. Forderungen Göhres äußerte sich Genosse Fischer dahin: die erste geführten Thatsache und bat um Versetzung in ein andres Revier. Adlershof. Der zum Bußtag zwecks Agitation zum Austritt fei selbstverständlich zu billigen, sie sei aber nicht an die Partei, sondern an Das hätte sich nun wohl leicht machen laffen, aber wozu braucht aus der Landeskirche einberufenen Volksversammlung wurde vom die Theoretiker zu richten, die sich mit diesen Dingen befassen. Die zivene denn eine Berliner Hausbefizer- Genossenschaft auf eine durch die Amtsvorsteher von Oppen die Genehmigung versagt. In dem Berbot Forderung werde bereits erfüllt und wenn Göhre meine, daß das Wohnungsnot geschaffene Zwangslage ihres Angestellten Rüdsicht zu stügt sich der Allgewaltige auf einen§ 10 der Ober- Präsidialyer- nicht der Fall sei, so irre er sich. Die dritte Forderung enthalte nehmen? Der Wächter, wurde einfach entlassen und in ordnung vom 4. Juli 1898, laut welcher öffentliche Versammlungen etwas Selbstverständliches, und da nicht Göhres ideales Christenseinem Entlassungsattest, welches übrigens die gute Führung an- am Bußtage überhaupt nicht abgehalten werden dürfen. Die Ver- tum, sondern das in der Kirche vertretene Christentum uns gegenerkennt, bescheinigt, daß der Mann entlassen sei, weil er dem sammlung findet nunmehr am 2. Dezember statt. Walded Manasse überstehe und die Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiter beBefehl, nicht innerhalb seines Nachtwachreviers zu wohnen, zu wird über„ Kirchentum und Christentum" sprechen.günſtige, so bleibe unsre Stellung gegen dasselbe unverändert. wider gehandelt habe. ( Beifall.) Weiter fann man die Progenhaftigkeit gegenüber einem Arbeiter fürzlich in Woltersdorf unter dem Berdacht, die Blutthat im Zusammenhang mit der Tagesordning. Herr Landauer wollte Mit der Verhaftung des Gärtners Franz Pfuhl, der Die Ausführungen der folgenden Redner standen nur in losem Nowawes Neuendorfer Schüßenhause an dem Gastwirt Siegmund wiffen, wie Göhre über den persönlichen Gott, die Gottheit Jesu, Ueber einen Mikstand im Cirkus Schumann schreibt uns verübt zu haben, dingfest gemacht worden ist, hat man einen die Unsterblichkeit und andre christliche Dogmen denke. Der Centrums ein Leser: Montag wollte ich mit meiner Frau den Cirkus besuchen. guten Fang gemacht, da auf sein Kerbholz nach den behördlichen mann Weigel pries die alleinseligmachende Kraft der römischWir lösten uns Starten zum ersten Plaz, der bekanntlich im Gegenfaz Ermittelungen wahrscheinlicherweise alle diejenigen Verbrechen, Katholischen Kirche. In seinem Schlußwort erklärte Göhre, daß er zur Galerie aus Sigplägen besteht. Zu meiner Ueberraschung er- Diebstähle und Schandthaten zu setzen sein dürften, durch welche seit die Frage nach seinem Estristenthum, die 2 andauer gestellt hielten wir jedoch unter der zutreffenden Begründung, daß keine Frühjahr die weitere Umgegend von Berlin in hohem Grade beun- habe, nicht in einer Volksversammlung, wohl aber in einem Kreise Sigpläge mehr frei feien, Stehpläge angewiesen. Vergeblich ruhigt worden ist. Es gehören dahin die Vergewaltigung der religiös interessierter Leute beantworten würde. Nach einer kurzen machten wir dem Beamten gegenüber unser Recht auf 12jährigen Tochter des Bahnarbeiters Bischoff im Walde bei Wannsee Erwiderung auf Fischers Ausführungen schloß Göhre mit der einen Sipplag geltend und als wir uns nunmehr bei durch einen Unhold in Försteruniform, das gleiche Verbrechen an der Bemerkung, er dente, unfruchtbar sei diese Versammlung nicht ge= der Geschäftsleitung beschwerten, erhielten erhielten wir auch dort Tochter des Pantinenmachers Koch aus Treuenbriegen, der Einbruch wesen.( Beifall.) Verantwortlicher Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. faum treiben.