Nr. 276. Joten ma Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Prets pränumerands: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Bettungs Preislifte für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 1217. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für bie sechsgespaltene Kolonet geile oder beren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt 1, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Reichshaushalt für 1901. Dienstag, den 27. November 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Wenn man die gewaltige Steigerung der Ausgaben Jn dieselbe Kerbe schlug der Vertreter der einflußreichen Bremer während der letzten Jahre und ihre fast ausschließliche Ver- Reeder, der freisinnige Abgeordnete Frese. Sein zweites Wort wendung zu Militär- und Marinezwecken erwägt, so wird war: die Konkurrenz- Verhältnisse". Die Konkurrenz- Verhältnisse verMit rund 2 Milliarden Mart in Einnahme und Aus- man zu der Frage kommen müssen, ob denn die vorhandenen bieten, daß in den Tropen die Arbeitszeit von 10 auf 8 Stunden gabe schließt der Voranschlag des Reichshaushalts für das Einnahmequellen hinreichen werden, den sich stets steigernden herabgesetzt werde und daß die Tieflade- Linie durchgängig vorJahr 1901 ab. Die Ausgaben sind auf genau 2240947 301 Bedarf zu befriedigen. Es muß diese Frage um so ernsthafter geschrieben werde. Mart festgestellt und zwar auf 1912 609 855 M. an fort- in den Mittelpunkt der Etatsdebatte gestellt werden, als die dauernden, auf 224 582 751 M. an einmaligen Ausgaben des Steigerung der Reichsschuld viel stärker vor sich geht, als es ordentlichen und auf 103 754 695 M. an einmaligen Ausgaben sich mit der Ergiebigkeit der laufenden Einnahmequellen des außerordentlichen Etats. Dazu kommen dann noch verträgt. Der Anleihebedarf ist für 1901 mit 97/2 im Laufe der nächsten Monate die Nachtragsetats, es kommt oder 172 Millionen Mart mehr als im Vorjahre angesetzt. eine weitere Kreditforderung für die chinesische Expedition, Dabei betragen die Schulden aus Reichsanleihen schon jetzt so daß sämtliche Ausgaben für das ganze Haushaltsjahr 2 248 053 205 m. Dazu kommen nun die Stredite aus der 1901 nicht weit unter 2/2 Milliarden bleiben dürften. Noch China- Expedition, so daß wir noch in diesem Jahre über bor 12 Jahren blieb der Etat unter der ersten Milliarde, 21/2 Milliarden Schulden haben werden. Die Schuld aus 1889/90 schloß er mit 946 Millionen Mark; heute sind wir Reichsanleihen betrug schon weit über die zweite Milliarde hinaus. Dabei sind es gerade die allerletzten Jahre, in denen die Steigerung der Ausgaben in so bedenklicher Progression vor sich geht. Die Ausgaben betrugen 1898 1899 1900 1901 1 855 707 600 m. 1946 583 600 " 2 056 497 000" 2 240 947 301 486 201 000 M. 1887 1893 1 740 842 500 1895 1898 1899 " 2 081 219 800 2 182 246 800" 2 248 053 205 " Der Redner der Konservativen, der Abgeordnete Rettig, will von einer Einschränkung der Sonntagsruhe in fremden Häfen nichts wissen, denn hier ist das Christentum im Spiel, aber Ausnahmen in der Ueberstunden- Bezahlung will er zulassen. Dienstag wird die Debatte fortgesetzt. Von unsrer Seite wird der Abgeordnete Schwarz Lübeck sprechen. Die Verschleppung der Chinavorlage. Die Budgetkommission, welche entsprechend der Anregung des Seniorenkonvents auf Montagvormittag zur Beratung der Chinavorlage zusammenberufen war, wurde vor Eintritt in die Verhandlung durch einen Vertagungsantrag des Abg. Dr. Lieber überrascht. Der Centrumsgewaltige verlangte die Aussetzung der Ver und dürfte sich im Laufe dieses Jahres um etwa bandlungen auf eine Woche, weil die Kommissionsmitglieder seiner' 300 Millionen Mark steigern! Jn 14 Jahren hat sich die Partei auf Grund von Vereinbarungen mit dem Vorsitzenden, sowie Die Weltpolitik toftet Geld, nochmals" Geld und aber- Reichsschuld verfünffacht und die Schuldenlast, die das Deutsche mit den konservativen und nationalliberalen Kommissionsmitgliedern mals Geld. Und bezahlen muß es in erster Linie die kaum viel größer, als die Summe, um die nunmehr inner- missionssizungen stattfinden werden. Und bezahlen muß es in erster Linie die eich 1887 im Laufe von 11 Jahren sich auferlegt hatte, ist zu der Annahme berechtigt waren, daß in dieser Woche keine Komarbeitende Bevölkerung. Die gewaltige Zunahme der Aus- halb zweier Jahre die Reichsschulden vermehrt werden sollen. Infolge dieser Verabredungen seien die Centrumsmitglieder gaben ist durch die Vermehrung der Flotte, durch die Steige- Sind die laufenden Einnahmequellen nun derart beschaffen, Gröber wegen der württembergischen Landtags- Wahlen, Müller- Fulda rung der Militärlasten, durch die Zuschüsse zu unsren Kolonien, um diese stets wachsenden Ausgaben zu bewältigen? Und wegen der Kreistagswahlen, und andre wegen privater Geschäfte in durch die ostasiatische Expedition veranlaßt. Für kulturelle in welcher Weise wird die Regierung diese Quellen in den die Heimat gereift. Zwecke, zur Lösung socialpolitischer Aufgaben wird das Geld nächsten Jahren ergiebiger zu machen suchen? Eine Bedesto knapper, je reichlicher es für militärische Zwecke vor- trachtung der Einnahmen des Voranschlags wird uns auf diese handen ist. Im neuen Etat treten zum erstenmal die Forderungen Frage die Antwort erteilen. aus dem Flottengesetz an den Reichstag heran. für die Marineverwaltung verlangt an: fortdauernden Ausgaben einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats Es werden " 79 881 422 m. 72 112 150 59 623 000 Sa.: 211 566 572 M. " Politische Uebersicht. Berlin, den 26. November. Der Reichstag Gegen das vorige Jahr werden für die Marine rund begann heute seine Aufräumungsarbeiten mit allen Resten aus der 48 Millionen Mart mehr verlangt. Vor fünf Jahren betrug vorigen Seffion und noch von früher her. Es sah sehr leer im die Summe noch weniger als 100 Millionen; es wurden Hause aus und auch die Tribünen waren schlecht besetzt. Verhand 1896 92 070 800 Mark für die Marine bewilligt. lungen über die Kriegsinvaliden und die Seemanns- Ordnung können Heute, nach wenigen Jahren, reicht schon die doppelte ja wenig Neues und Anregendes bieten. Bei der Frage der Summe nicht mehr aus. Wenn die Ausgaben für Kriegsinvaliden hat der Reichstag troß seiner häufigen Anregung die Marine gegenwärtig auch die stärkste Steigerung er- noch immer nichts zu ihren Gunsten bei der Regierung durch fahren, so bleiben die Anforderungen für die Zwecke des Land- gesezt. Graf Oriola fragte an, ob noch im Laufe dieser Session die heers feineswegs zurück. Sind doch diese Ausgaben dreimal Borlegung der vom Kriegsminister in einer Sigung der Budgetso start wie die der Marine. Im Etat für 1901 find tommiffion im März dieses Jahres verheißenen Revision des 680 102 607 m. für die Verwaltung des Reichsheers aus- Militärpensionsgesetzes zu erwarten sei. Die Thronrede hat die Angeworfen. Gegen das Vorjahr bedeutet diese Summe ein fündigung eines solchen Gesezes nicht enthalten und die Frage ist Mehr von rund 10 Millionen Mart. Zu den Militär- und angesichts der argen Notlage, in der sich viele Kriegsinvaliden befinden, Marine- Ausgaben müssen auch die Kosten der Kolonial- außerordentlich dringend. Schon zweimal hat der Reichstag die Beverwaltung und die Verzinsung der Reichsschuld, die ja seitigung der Ungleichheiten und Härten verlangt, wie sie jetzt bestehen. zum größten Teile für diese Zwede aufgenommen wird, Nur diejenigen Kriegsinvaliden erhalten nämlich das Almosen von sowie die Beträge zum allgemeinen Pensionsfonds fo- 120 Mt., die den Nachweis führen können, daß ihre Invalidität in wie die Kosten des Reichs- Militärgerichts gerechnet werden. direktem Zusammenhang mit ihren Kriegsdiensten steht. Thatsächlich Diese Ausgaben betragen, soweit der Hauptetat in Betracht läßt aber jeder Feldzug bei den Teilnehmern einen Schaden zurück tommt: Kolonialverwaltung Reichsschuld oder mehr gegen 1900 5 473 217 m. 26 582 151 M. 86 733 000 9 032 500 " " 2 830 508 " " 250 811 " " Allgem. Pensionsfonds. 70 994 638 Reichs- Militärgericht. 512 880 Summa 184 822 669 M. 17 587 036 M. Um diesen Herren die Teilnahme an den Verhandlungen zu ermöglichen und weil Vertretungen in der Kommiſſion nicht zweckmäßig erscheinen, bittet Redner den Vertagungsantrag anzunehmen. Von tonservativer Seite Graf v. Klindowström wurde erklärt, daß auch die Mitglieder seiner Partei wegen der Kreistagswahlen nicht in Berlin bleiben könnten, und dem Bertagungsantrag zugestimmt. Die Abgg. Singer und Bebel erhoben energischen Widerspruch gegen das Verfahren des Vorsitzenden und protestferten dagegen, daß Verabredungen mit einzelnen Kommissionsmitgliedern als maßgebend für die Kommission erachtet werden. Die Redner verlangen, daß die Bestimmungen über Kommissionssigungen unter Teilnahme aller Parteien getroffen werden. Jn der Sache erklären sich die socialdemokratischen Mitglieder gegen die Bertagung, weil es lächerlich sei, die Verhandlungen zu verzögern, nachdem im Plenum alle Parteien der Regierung schwere Vorwürfe darüber gemacht haben, daß der Reichstag nicht früher einberufen worden sei. Wie man auch zu der Entscheidung stehe, die Entscheidung solle ohne Verzögerung getroffen werden. die Entscheidung solle ohne Verzögerung getroffen werden. Abg. Richter wünscht Vertagung. Es seien Abänderungsanträge notwendiger selbst gedenft eine große Anzahl zu stellen. -zu deren Formulierung Zeit gehöre. Der Redner beantragt zugleich, die Generaldiskussion des Etats pro 1901 im Plenum erst nach Erledigung der Chinaborlage in der Kommission stattfinden zu lassen, und zwar frühestens am 10. Dezember. Konservativen entsprechend bereit, die Kommissionssizungen diese Die Nationalliberalen sind dem Wunsche des Centrums und der Konservativen entsprechend bereit, die Kommissionssizungen diese Woche ausfallen zu laffen. und es ist eine Ehrenpflicht des Staats, für alle KriegsEs wird gegen die socialdemokratischen Stimmen beschlossen, die invaliden zu sorgen. Aber zur Einlösung solcher Ehrenschulden scheint im Deutschen Reich kein Geld vorhanden zu sein. Kommission bis Dienstag, den 3. Dezember, zu vertagen, und den Der Schatzsekretär Herr v. Thielmann erhob Schwierigkeiten, die Präsidenten zu ersuchen, die erste Beratung des Etats pro 1901 nicht in einer sehr merkwürdigen Form auftraten. Wohl erkennt er die bor dem 10. Dezember auf die Tagesordnung des Plenums zu setzen. Berechtigung der Wünsche der Kriegsinvaliden an und ebenso die Notwendigkeit einer Reform, er will aber diese Fragen nicht einzeln lösen, sondern im Zusammenhang mit der Regelung der Pensionen der Civilbeamten überhaupt. Dadurch wird eine dringende Reform wieder auf die lange Bank geschoben. Die Ausgaben für Heer- und Marinezwecke betragen im neuen Etat danach zusammen nicht weniger als 1 Milliarde 762 Millionen Mart, die Mehrausgabe gegen das Vorjahr 75/2 Millionen Mart. Dazu kommen nun noch Die Redner aller Parteien, darunter auch unser Genosse außerhalb des Hauptetats die Ausgaben für die chinesische v. Bollmar, betonten einstimmig, daß sofort etwas geschehen Expedition, deren Höhe noch gar nicht abzusehen ist. müsse. Wolle die Regierung nicht nachgeben, so müsse das Parlament Nun beträgt nach den Ziffern des Hauptetats die Mehr- selbständig den Etat um die entsprechende Summe erhöhen. Es ausgabe gegen das Vorjahr überhaupt rund 174 Millionen wurde dabei auch ein Antrag angekündigt, wonach diejenigen Mart. Man muß indes berücksichtigen, daß diese Schlußziffer Invaliden, deren Erwerbsfähigkeit noch ein Drittel beträgt, von großen durchlaufenden Posten beschwert ist, nach deren ebenso entschädigt werden sollen wie die Civilbeamten im Eliminierung wir erst die wirkliche Steigerung der Aus- gleichen Fall. In der Debatte tam es zu einem scharfen gaben bemessen können. So erhalten die Einzelstaaten Busammenstoß zwischen dem Staatssekretär v. Thielmann und dem etwa die gleiche Summe an Ueberweisungen, die sie an Interpellanten, dem Grafen Oriola. Worte wie grundlose VerMatrikularbeiträgen an das Reich leisten. Infolgedessen dächtigung" wurden ausgetauscht. Graf Ballestrem griff nicht ein, • reduzieren sich die Mehrausgaben allein schon um rund weil er den Worten des Staatssekretärs, der zuerst diese Beleidigung 58 Millionen Mart. Ebenso sind in Abzug zu bringen die gebraucht hatte, eine andre Deutung gab; doch erklärte der Präsident, Mehrausgaben aus der Post- und Telegraphenverwaltung, der daß er es, wenn er es verstanden hätte wie der Angegriffene, als Reichsdruckerei, der Eisenbahnverwaltung, die durch die Ueber- mit der Würde des Hauses unvereinbar bezeichnet hätte. Schon schüsse dieser Verwaltungen reichlich gedeckt werden. Zusammen wiederholt hat der Präsident erklärt, daß er auch die Bundesratsergiebt dies eine abzugsfähige Summe von ca. 32 Millionen mitglieder unter seine Disciplin nimmt. Mart, so daß die thatsächliche Steigerung der Ausgaben 174- Dann wurde die Seemanns- Ordnung in Angriff ge( 58+ 32) oder 84 Mill. Mart beträgt. Von diesen 84 Mill. Mark nommen. Die Vorlage ist in der vorigen Session in der Kommission beanspruchen die Instrumente der Weltpolitik 75% Millionen, stecken geblieben, und auf diese Kommissionsbeschlüsse wurde in der so daß für andre Zwecke nur 81/2 Millionen Mark bleiben. Debatte beständig Bezug genommen. Herr Dr. Semler, das Unter diesen 8/2 Millionen Mark befinden sich ganze Schoßkind des Hamburger Patriziats, der gegenwärtig einen 412 für socialpolitische 3 wede, die durch die höhere höchst merkivürdigen Civilprozeß in seiner Vaterstadt ausBelastung des Reichs aus dem Invalidenversicherungs- Gesek zufechten hat, weil er als Rechtsanwalt seiner Anwalts. erforderlich werden. Bemerkenswert ist, daß zu allen diesen Kammer die Unwahrheit gesagt habe, machte sich wie immer zum Mehrleistungen die Einzelstaaten überhaupt nicht mehr heran- unerschütterlichen Fürsprecher der Reederei- Interessen. Er hat an gezogen werden, denn, wie schon erwähnt, erhalten sie als den Kommissionsbeschlüssen gar viel auszusetzen und bat das Haus Ueberweisungen vom Reiche die nämliche Summe ausbezahlt, mit erhobenen Händen, doch ja das liebe Kind, die Reeder, nicht mit die sie als Matrikularbeiträge zu leisten haben. dem Bade auszuschütten.tid 4½ # . Deutsches Reich. Einen Gaunertrick versucht die parteiamtliche Konservative Korrespondenz". Sie schreibt in ihrer legten, von Anfang bis zu Ende der im Reichstag so jämmerlich geschlagenen Socialdemokratie gewidmeten Nummer über die Hunnenbriefe: " In der That kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß derartige Hunnenbriefe" teils auf Bestellung, teils von Leuten geliefert find, die die Absicht haben, unsre Armee vor dem Inund Ausland herabzusetzen. Wenn es den Einsendern der Briefe ernst um die Sache wäre, wenn sie davon überzeugt wären, daß in diesen Briefen Thatsachen und nicht Flunkereien berichtet werden, so würde es unbegreiflich sein, daß sie sich nicht dazu entschließen, solche Schreiben direkt dem Kriegsminister zu übergeben, anstatt damit in der Presse wie Bebel richtig äußerte Wasser auf die Mühlen der Socialdemokratie zu liefern. Wir glauben aber, daß die Hunnenbriefe" gerade nur diesen Zwed haben. Der Herr Kriegsminister hat die strengste Bestrafung aller Ausschreitungen in China verheißen; warum also fährt man fort, anonyme, angebliche Original"-Briefe zu veröffentlichen, anstatt sie zur weiteren Unter suchung abzuliefern?" " " Die Konservative Korrespondenz" sollte lieber den Reichskanzler belehren, daß es eines leitenden Staatsmanns schlechterdings unwürdig sei, sich für seine politische Haltung auf frei erfundene agrarische Intriguen- Märchen zu stüßen. Dem aber stellen wir gegenüber allen Verdunkelungs- und Fälschungsversuchen der konservativen Bresse feft: Erstens: Eine Anzahl gerade der schlimmsten Hunnenbriefe. haben in aller Naivetät die Amtspresse und andre gut gesinnte Für die" Untersuchung" genügen wohl vorerst diese nicht Organe mit Nennung der Absender- Namen veröffentlicht. anonymen Briefe. 8 weitens: Die Briefe, die in der socialdemokratischen Presse veröffentlicht wurden, sind nicht angeblich" original", sondern thatfächlich. Was die vom Vorwärts" publizierten Briefe insbesondere " | anlangt, so haben uns deren Originale sämtlich dafür lin( 1800 n. Chr.), einem der feinsinnigsten Gelehrten Chinas. Militäretat herbeizuführen. Nach national- socialer Logit liegt darin stehen wir ein vorgelegen, und ihre Echtheit steht außer Für Ethnologie und Kulturgeschichte ist speciell dies Wert von uns die Bewilligung der übrigen Teile des Militäretats! jedem Zweifel. Wir sind bereit, diesen Thatbestand jederzeit zeugen erseglichem Wert. Die Nationalsocialen zerbrechen nicht nur alle Maßstäbe des eidlich zu erhärten, dagegen werden wir nie so gewissenlos handeln, Die 3. Abteilung enthält Abhandlungen über Moral, Erziehung, Rechts und der Sittlichkeit, sie hausen auch hunnisch in dem Bereich die Schreiber der uns anvertrauten Briefe der Behörde namhaft zu Unterricht, Kriegskunst, Strafgefege, Seidenraupenzucht, Medizin, bernünftigen Denkens.machen, zumal die Soldaten nur die persönlich unschuldigen Opfer Naturwissenschaften, Astronomie, Mathematit, Weissagekunst, Malerei, einer anbefohlenen Kriegstaktik sind. Diese blöden Auf Schreibkunst, Mufit, Bogenschießen, Geldherstellung, Gewinnung von forderungen, die Verfasser der Briefe zu nennen, sollen nur dazu Tinte, Theebereitung und über viele andre Dinge mehr. Außerdem dienen, die Adressaten von der Mitteilung weiterer Briefe abzu finden sich illustrierte Encyklopädien, Beschreibungen von Völkerschaften, schrecken. Dieser Gaunerkniff wird nicht gelingen. Die focialdemo- buddhistische Schriften, Abhandlungen über die Sette Tao, mytho. tratische Presse wahrt das Briefgeheimnis unter allen Umständen. logische Werke in dieser Abteilung, während die letzte die schöne Drittens. Welche Ausschreitungen" will man überhaupt unter- Litteratur, Gedichte, Dramen, Romane, Novellen umfaßt. suchen? Es handelt sich gar nicht um die Ausschreitungen einzelner, sondern um ein allgemeines System, das sicherlich nicht geübt würde, wenn es die Vorgesezten hätten hindern wollen. " Wie viel mag von all diesen Produkten der Geistesfultur von 2/2 Jahrtausenden jezt noch übrig und von Flammen und Khakifäusten verschont geblieben sein? Das meiste wird in alle Winde Wir halten die ganze Kriegsführung für eine große fürchter zerstrent oder in rauchende Trümmerhaufen verwandelt sein, auf liche Ausschreitung. Die chriftliche Presse aber mag sich zunächst denen Leichen hingeschlachteter Chinesen verwesen! Was würde darüber äußern, welche Hunnenthaten sie als Ausschreitungen auffaßt Europa sagen, wenn Asiaten unsre Berliner und welche nicht. Bibliothet am Opernplaz berart verwüftet Die staatserhaltenden Korruptionshehler. Die konservativ- hätten! agrarische, die scharfmacherische und die klerikale Presse freuen sich gleichermaßen darüber, daß Graf Posadowsky vorläufig über die 12000 Mart- Affaire nicht gefallen ist. Wir haben nichts gegen die Hehlerdienste für die Korruption, die wir ja glildlicherweise nicht für die moralischen Anschauungen der der Stantserhaltenden verantwortlich sind. Wenn die Presse aber davon fabelt, die Socialdemokratie habe eine schmähliche Niederlage erlitten, denn sie habe den Sturz des 12000 Mart- Grafen nicht erreicht usw., so ist das mehr als einfältiges Geschwäß. Für uns fann es ja teinen erwünschteren Staatssekretär geben, als Herrn Posadowsky, und wir wünschen ihm mit gleicher Wärme, wenn auch aus andren Motiven, ein ebenso langes Amtsleben, wie es Herr Lieber für seinen Grafen Bülow vom Himmel erfleht hat. Eine Ausnahmestellung nimmt in der Posadowsky- Frage flugerweise der konservative, Reichsbote" ein. Er ist peinlich be= rührt, daß Graf Posadowsky keine Antwort auf die Angriffe erteilt habe: Er hätte es jedenfalls auch gethan, wenn er es gekonnt hätte und sein Schweigen ist eine stillschweigende Anerkennung seiner Schuld... Durch sein Schweigen gestand Graf Posadowsky zu, daß das geschehen ist, was getadelt wurde, aber durch seine Anwesenheit bezeugte er, daß nichts dabei ist, was seine persönliche Integrität beeinträchtigt. Die Socialdemokraten freilich werden, wie sie ja schon anfündigten, jede Gelegenheit ergreifen, um dem Grafen Bosadowsky und Herrn v. Woedtke diese Affaire und ihre Beziehungen zu den Großindustriellen zum Vorwurf zu machen, so daß es zweifelhaft erscheint, ob die Autorität dieser Herren noch start genug sein wird, um solchen Invektiven gegenüber so stand zu halten, wie man es der wichtigen Dinge ihres Ressorts halber wünschen muß." " Schäbig. Für den Eifer, mit dem das Centrum das Ansehen des Reichstags völlig zu untergraben bemüht ist, liefert die Germania" in ihrem Reichstags- Entrefilet über die SonnabendSigung einen neuen Beleg. Es heißt da: Sigung einen neuen Beleg. Es heißt da: " 19 Der Socialist Dr. Schoenlant suchte mit eifrigem Bemühen den Grafen Posadowsky hineinzureiten". In welcher Beziehung," so fragte er, steht der Staatssekretär des Reichsamts des Innern zu der Affaire? Glauben Sie, daß der Beamte, der den Bittgang gethan, noch an seinem Blaze wäre, wenn er gegen das Wissen des Grafen Posadowsky eigenmächtig gehandelt hätte?" Jm übrigen war die heftige, lange Philippika des Abg. Schoenlant ohne jedes weitere Intereffe; wie wenig Gewicht speciell am Bundesratstisch seinen Ausführungen beigelegt wurde, ergiebt sich schon daraus, daß Graf Bülow mit behaglicher Ruhe und Zufriedenheit in einer illustrierten Beitschrift blätterte." Gegen die Streifpoften. Das Rammergericht hat neuerdings Nach der Art, wie das Centrum die 12 000 Mark- Affaire be= entschieden, daß das Streitposten stehen nicht strafbar handelt oder vielmehr nicht behandelt, sondern nach Möglichkeit verist, damit werde aber das Recht der Polizei, im Interesse der Sicher- tuscht hat, war allerdings nichts andres als die klägliche Rede zu heit, Bequemlichkeit und Ordnung auf den öffentlichen Verkehrs- erwarten, mit der am Sonnabend Herr Lieber das hörigkeitswegen Anordnungen zu treffen, denen unbedingt Folge zu verhältnis der Regierung zu dem Scharfmacherverband entschuldigt leisten ist. hat. Die Germania" thut nun noch ein übriges, indem sie dies Am 7. Mai cr. war in der Hollermannschen Schreinerei hinter der Maske vornehmer Gleichgültigkeit sich verbergende verzu Frankfurt a. M. ein Streit ausgebrochen. Der Schreiner legene Schweigen des Herrn v. Bülow als besondere GroßNeuland, welcher sich in der Nähe der Höllermannschen Werkstatt als that feiert. Die„ Germania" mag es für eine großartige Streifpoften bewegte, wurde gegen mittag des genannten Tages von historische Bose halten, wenn der Reichskanzler in einem Augenblick, dem Schußmann Jonset fortgewiesen. Er ging auch fort, fehrte wo er über die Korruption seiner höchsten Beamten zur Rede gestellt aber nach zehn Minuten wieder auf den früher eingenommenen wird, anscheinend teilnamslos in der Woche" blättert; die arbeitende Platz zurück. Infolgedessen wurde er auf Grund des Straßen- Bevölkerung, deren farge Rechte um 12 000 mt. verfchachert werden polizei- Reglements in eine Strafe von 10 Mark genommen. Auf sollten, wird anders urteilen. Es heißt aber den Parlamentarismus feinen Widerspruch sprach das Schöffengericht zu Frankfurt a. M. ihn frei, weil das Bostenstehen an sich nicht strafbar sei und zum Kindergespött machen, wenn man seine Verhöhnung noch verHerrlicht.eine Störung des Straßenverkehrs durch den Angeklagten nicht stattgefunden habe. Die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Gegen den Brotwucher hat sich auch der Stadtrat zu Berufung hatte Erfolg. Die Ferienstraffammer des Landgerichts Raiserslautern erklärt. Der Adjunkt Noth brachte einen An verurteilte den Angeklagten auf Grund der Aussage des Schutz- trag ein, wonach nicht nur an das bayrische Staatsministerium, manns, welcher Reibereien zwischen dem Angeklagten und sondern auch an den Reichstag und an den gegenwärtigen Vertreter den aus der Fabrik kommenden Arbeitern befürchtete und des- des Wahlkreises Kaiserslautern im Reichstag, den Agrarier halb seine Anordnung traf, zu 10 m. eventuell 2 Tagen Haft. Dr. Röside, eine Petition zu richten ist. Die Petition soll sich Das gegen dieses Urteil vom Angeklagten ergriffene Rechtsmittel in den Hauptpunkten mit jener becken, die von dem Nürnberger der Revision, in welcher behauptet wurde, daß die Anwendung Ausschuß an das Staatsministerium gerichtet wurde. Sie verlangt: des Straßen Polizeireglements in der geschehenen 1. daß im neuen Zolltarif die jetzigen Getreidezölle keine ErWeise dem Verbot des erlaubten Streitposten- höhung erfahren und daß überhaupt jede künstliche Verstehens gleichkomme, wurde bom höchsten preußischen Straf- teuerung der unentbehrlichen Voltsernährungsmittel hintStrafod angehalten werde; gericht aus deni obigen Grund zurüdgewiesen. Die Dinge liegen für die Arbeiter also so, daß ihnen Der Reichsbote" hat wenigstens ein Gefühl für das Unerhörte. Die 12 000 Mart- Affaire hat durch die Reichstagssigung erst ihre das Gefeß das Koalitionsrecht wohl gewährt, sobald sie es aber ganze symptomatische Bedeutung für die Kennzeichnung des Systems ausüben, tommt die Polizei im Interesse der Ordnung" erhalten. Das Gift ist ins Blut getreten baran. verhindert fie es nügt fein Schneiden und Noch ehe der die Straße Streitposten Die Kruppschen Berliner Neuesten Nachrichten" nennen passierende die Ordnung irgendwie gestört, irgend wird jemanden belästigt hat, er von dem diesen Ausgang freilich ein Hornberger Schießen! Hüter der Ordning fortgewiesen. Andre Straßenpaffanten Die Wolke, die nach Herrn v. Wangenheim zwischen dem müssen erst thatsächlich die Ordnung gestört haben, ehe Kaiser und den Agrariern liegt, wird jest näher beschrieben. Nach der der Polizist sie behelligen darf, gegen den Streitposten wendet Streuz- Beitung" foll Herr v. Wangenheim gewisse Weltausdehnungs- man ben dolus eventualis ant. Politiker an der Wassertante gemeint haben, b. h. also wohl die Ge waltigen der großen Schiffahrts- Gesellschaften, die Reeder und Kolonialspekulanten. Vom Kaiser. Die Bildhauer- Beitung" berichtet:" Gin reichgeschnitztes Rednerpult für die Reisen des deutschen Diese Brattiken der Boltzet muß die Arbeiterklasse veranlaffen, für eine Erweiterung des Koalitionsrechts einzutreten, die jede miß bräuchliche Anwendung der Straßenpolizei- Ordnungen auf Streit posten unmöglich macht. redo 2. daß die bewährte Politik langfristiger Handels. verträge mit dem Ausland unentwegt beibehalten und weiter ausgebaut werde, eine Politik, der Deutschland seinen wirtschaftlichen Aufschwung im letzten Jahrzehnt verdankt; 3. daß tein Doppeltarif( sogenannter Magimals und Minimal tarif) eingeführt werde. Der Antrag wurde von dem aus Socialdemokraten, Demo traten und Nationalliberalen bestehenden Kollegium einstimmig angenommen. Auch das Münchener Gemeinbetollegium hat in seiner dieswöchentlichen Sigung mit großer Majorität einem Antrag au gestimmt, der die Regierung ersucht, im Bundesrat bahin zu wirken, baß 1. eine Erhöhung ber jegigen Getreidezölle nicht Plaz greife und daß überhaupt die notwendigen Lebensmittel eine fünstliche Verteuerung nicht erfahren; Iangfristige Handelsverträge noch weiter ausgebaut werden; 3. die sogenannten Doppeltarife nicht eingeführt werden. Su Aus Hessen, 23. November.( Eig. Ber.) Der socialdemokratische Der Entwurf ist in dem sogenannten Reichstagsstil mit gegen einen„ Vorwärts"-Redakteur hatten sich auf Artikel des or Antrag auf Entschädigung unschuldig Verhafteter sowohl bei warts" bezogen; in Wirklichkeit handelte es sich um einen Aufsatz untersuchungs wie bei Strafbaft hat die einmütige der" Socialistischen Monatshefte." Raisers wird zur Zeit in einem renommierten Berliner Geschäft angefertigt. Die Modelle sind von Schülern des Kunstgewerbeworden. üppigen heraldischen Zieraten gehalten." Sieben neue Zeichnungen zur Beleuchtung unsrer Marine verhältnisse, von der Hand des Kaisers herrührend, sind in diesen Tagen dem Reichstag dediciert und vorläufig im Konferenzzimmer der Senioren aufgestellt worden. Sie tragen wie die früheren Tafeln die eigenhändige Unterschrift des Kaisers. Die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit. Auf Grund der Ermittelungen über die gewerbliche Kinderarbeit außerhalb der Fabriken find in kommissarischen Beratungen zwischen Vertretern der beteiligten Refforts Vorschläge zur Regelung der gewerblichen Kinderarbeit einschließlich ber Beschäftigung der in der Hausindustrie thätigen Kinder aufgestellt worden. Diese Vorschläge sind nunmehr den Bundesregierungen zur Prüfung zugegangen. Ueber die Bewegung des Ausverkaufswesens sind auf Veranlassung des Reichsamts bes Innern in Preußen Erhebungen angestellt worden. Das Ergebnis unterliegt jetzt der Bearbeitung; über die Verwertung desselben ist noch kein Beschluß gefaßt. Was die ,, Hunnen" in Peking zerstört haben! Man schreibt uns: " Herr Bassermann hat in der Donnerstag- Sigung des Reichstags in einer persönlichen Bemerkung scharf den Irrtum des Genossen " " = Wir haben ja die Artikel des Vorwärts" gelesen, citiert gesehen in andren Organen. Ich habe hier vor mir eine zu fammenstellung, wie es scheint, ber sämtlichen starken Ausdrücke aus dem Vorwärts", geschrieben von einem Redacteur des " Borwärts", dem Herrn Kurt Eisner. Der Artikel ist überschrieben: " Der goldne Magnetberg". Ich möchte nur ganz kurze Säße daraus berlesen." Das ist alles. Herr Bassermann hat die wirkliche Quelle nicht angegeben, bagegen wiederholt den Vorwärts", so daß allerdings jeber über die Quelle nicht unterrichtete Hörer zu der Ansicht des Genoffen Bebel gelangen mußte, Herr Baffermann habe ausdrücke aus den Vorwärts" wiedergegeben. Die Schuld an dem Mißverständnis liegt mithin ganz und gar auf der Seite Baffermanns. di tir qua id ad Bebel hat, das ist nicht zu bestreiten, in diesem Puntte that- 3 ft immung des Gesetzgebungs- Ausschusses der Zweiten Kammer fächlich geirrt, aber den Frrtum hat nicht er, sondern Herr Basser- gefunden. Der nunmehr vorliegende, vom Abg. v. Brentano( C.) mann felbst verschuldet. Die Darlegungen des nationalliberalen berfaßte Ausschußbericht weist darauf hin, daß mehr noch die viel häufigeren Fälle au Unrecht verhängter Redners waren nämlich so unklar und zweideutig, daß jeder, der als die relativ seltenen Fälle unschuldig verbüßter Strafden Thatbestand nicht fannte, annehmen mußte, es sei der Vor- haft Der Bericht wärts gemeint gewefen. Nach dem Stenogramm sagte nämlich untersuchungshaft nach Entschädigung schreien. erstatter schöpft aus seiner rechtsanwaltlichen Pragis, wenn Herr Baffermann wörtlich: er erklärt,„ daß die Gründe zu einer Verhaftung derart weit interpretierbar, derart wenig umrissen und bestimmt sind, daß vielfach Fehlgriffe mit ihren schweren möglichen Folgen für Gesundheit, Vermögen, sociale Stellung vorkommen tönnen und Die Regierung hat sich thatfächlich vorkommen." bei den Ausschußverhandlungen zunächst ablehnend verhalten. nach ihrer Meinung sei, da Reichstag und Bundesrat sich mit der materie einmal befaßt haben, die Möglichkeit eines Kompetenzfonflifts nicht ausgeschloffen. Außerdem sei die praktische Durchführung des Antrags so schwierig, daß man Gefahr laufe, fich durch die Auffassung, daß angesichts des Versagens der Reichsgefehgebung einen Mißerfolg bloßzustellen. Dem entgegen vertrat der Ausschuß feien die praktischen Schwierigkeiten in einem Heineren 2and viel die Landesgesetzgebung das unbestrittene Recht habe, vorzugehen. Auch leichter zu überwinden, als im Neich. Hessen solle sich darum Der Vorwärts" brachte in Nr. 263 die jeden Freund der Wissen- Ueber den Kaiserbesuch in Kiel schreibt man uns: Die das Verdienst erwerben, mit gutem Beispiel voranzugehen. Das schaft und Kultur aufs tiefste empörende Nachricht von der Berstörung Aussperrung der Beitungs- Berichterstatter bei den Kaiserreden scheint Blenum wird den Standpunkt des Ausschusses zweifellos mit großer von 23 Bibliothetsälen der Betinger Hau Lin- Universität. Daß durch jest thatsächlich Brauch zu werden. Als der Kaiser am 23. November Mehrheit acceptieren. Vielleicht faßt sich die hessische Regierung diese Sunnenthat der Kulturgeschichte die ältesten historischen Dentaur Refrutenvereidigung hier anwesend war, waren wie üblich, daraufhin ein Herz, die wichtige Angelegenheit in Angriff zu nehmen. Größere bauliche Veränderungen im Innern des Ständehauses mäler und der Wissenschaft eine vollkommen einzig geartete wiederum eine Anzahl von Berichterstattern um die Erlaubnis einLitteratur geraubt worden ist, erhellt aufs deutlichste, wenn man gekommen, dem Afte beiwohnen zu dürfen, um die zu erwartende haben den Zusammentritt der Kammer bis jetzt verzögert. Die Einfich vergegenwärtigt, welche Bücherschäße der Bibliothekstatalog unter faiserliche Ansprache möglichst schnell ihren Blättern übermitteln zu berufung ist für Mitte Dezember in Aussicht genommen. 12 000 Nummern aufzählt. Er unterscheidet 4 Abteilungen, deren erste tönnen. Die Gefuche wurden jedoch vom Kommando abAus dem Großherzogtum Sachsen. Was für eine herrliche die heiligen und klassischen Werke enthält, deren zweite die historischen fchlägig befchieden. Dafür war das Kommando nachher so Einrichtung unser Wahlgefeh für den Landtag in der privilegierten Schriften umfaßt, während sich in der dritten Specialarbeiten über liebenswürdig, den Berichterstattern den Wortlaut der kaiserlichen Wahl der Großgrundbefizer enthält, dafür ist am großen Bauerntag, Wissenschaften und Handwerke und in der letzten die Werke der Mede bekannt zu geben! Ob es sich dabei um das Stenogramm am vergangenen Freitag, aufs neue der Beweis geliefert. Von Belletristik finden. In der ersten Abteilung sind vier klassische und der Rede oder eine redigierte Inhaltsangabe handelte, 186 Großbauern im ganzen Lande waren 11 wohlgezählte Dugend, fünf heilige Bücher mit den zugehörigen Kommentaren enthalten, entzieht sich der Kontrolle. 132 Wahlberechtigte in Weimar erschienen, um fünf Abberen Titel und Inhalt turz folgender ist: Der Besuch des Kaifers in Kiel hatte übrigens auch noch einen geordnete für den Landtag zu wählen. Da nun der bisKlassische Bücher. I. Ta- hio oder Großes Studium. Gine andren Zwed: die persönliche Information über die geplante er her vom Bolt" gewählte Rechtsanwalt Schönemann Jena politisch moralische Abhandlung. Urtegt von Confucius( 567 bis größerung ber taiferlichen Werft. In Begleitung des den Befähigungsnachweis für die Vertretung junterlicher Interessen494 v. Chr.), Ausarbeitung burch seine Schüler. Der Grundgebante Brinzen Heinrich, des Abmirals von Köfter, der Vice- Admirale politik erbracht hatte, aber bei den allgemeinen Wahlen nicht wiederpolitik erbracht hatte, aber bei den allgemeinen Wahlen nicht wiederdes Wertes ist folgenber:" Das Gefeß des großen Studiums Tirpis und Diederichs begab sich der Staiser nach dem jenseitigen gewählt wurde, opferten bie 11 Dugend Großagrarier einen ber oder der praktischen Philofophie besteht darin, das strahlende Princip Ufer der Förde. Der Plan, einen Teil der Seekante von Ellerbek hrigen und neben Excellenzen, Freiherren, Rittergutsbesitzern ist nun der Vernunft zu entwickeln und ans Licht zu bringen und die End- und Wellingdorf mit für die fiskalische Werft in Benutzung zu der Rechtsanwalt Schönemann als würdig befunden, zu den fünf bestimmung der Menschen in die Vollkommenheit zu fezen." nehmen, hat die Billigung des Kaisers gefunden. Ein nicht geringer auserwählten„ Volksvertretern des Lands mit zu gehören.nomad#sdag II. Tschuang hung oder die unveränderliche Mitte. Von einem Teil der Ellerbeker Fischer wird sonach dem Marinismus weichen Schüler des Confucius. Das Buch behandelt das Verhalten der müssen. Viele der zwangsweise zu Expropriierenden sehen der Zukunft Weisen und erinnert vielfach an Werte römischer Stoffer, mit sehr gemischten Empfindungen entgegen. III. Lun- hu oder Philosophische Unterhaltungen. Gefpräche bes d = R Königlich bayrische Maßnahmen gegen den Kohlenwucher. Aus München wird uns berichtet: Noch zu Anfang dieses Jahres versicherte die bahrische Regierung Confucius mit feinen Schülern. IV. Buch des Philosophen Nationalsocialer Wirrwarr. Unfre italienischen Genoffen Jeng- ge. Es enthält Ratschläge für alle Fragen des Lebens und haben in der Stammer versucht, eine Herabfegung der Ausgaben für auf eine sehr energische Interpellation durch unsre Genossen zeichnet sich durch die satirische Verächtlichmachung des Lasters aus. Die Armee um 100 Millionen und der Zahl der Armeecorps von A d. Müller und Ehrhart im Landtage nach bewährtem Muster hoch und teuer, daß erstens für den gegenwärtigen Winter Heilige Bücher. I. 3- Ring od. Buch der Veränderungen. 12 auf 8 au erwirken. Es behandelt die Wahrsagefunft. Bugehörig find 1450 tommen Die stellenweise nationalsociale„ Welt am Montag" teilt diese gar teine Preissteigerung für Kohlen bevorstehe und daß zweitens tierende Abhandlungen. II. Schu- ting ob. Buch der Geschichte. Nachricht mit und fügt dem Telegramm die folgende grandiose die bayrische Regierung feinen Einfluß auf die Preisbildung üben tönne, weil wie Herr v. Riedel sich ausbrüdte, wir die Beitsche Confucius hat darin die historischen Begebenheiten bis zum 8. Jahrhundert Schlußfolgerung an: III, Schi v. Chr. nebst wichtigen Dokumenten zusammengestellt. Während die deutschen Socialdemokraten jeden Mann und nicht in der Hand haben". Das war am 17. Januar 1900. Infing od. Buch der Verse. Eine von Confucius zusammengestellte jeden Groschen" verweigern, bewilligen also die italienischen zwischen scheint sich unsre Finanzegcellenz aber eines Beffern besonnen Vor einigen Tagen erschien nämlich eine EntVolksliedersammlung. IV. Si- ti od. Buch der Niten. Nur in gerade wie die französischen wenigstens erhebliche Teile des zu haben. Militärbudgets. Fragmenten erhalten. V. Tschun- thsin od. Buch des Frühlings Was sagt der„ Borwärts" zu diesem hellen schließung, in der die Regierung die erschütternde Mitteilung Militarismus?" macht, daß fie feit Monaten bemüht ſei, durch geeignete Maßund des Herbstes. Ebenfalls ein historisches Wert des Confucius. Es enthält die Chronik seines Vaterlandes Schangtung von 722 nahmen, so weit thunlich, die Schwierigkeiten des Koblenbezugs gu v. Chr. an. beheben und einer unberechtigten Steigerung der Kohlenpreise entgegenzutreten". Zu diesem Zwecke wird für Kohlentransporte der Rohstofftarif zugestanden, in den Staatsforsten sollen die Brennholzvorräte erhöht und außerdem die Ausbeutung der forstärarialischen Tiefflächen ausgedehnt werden. Endlich find die pfälzischen Staatsgruben St. Ingbert und Mittelberbach angewiesen, noch Kohlen„ in mäßigen Quantitäten" abzugeben. Wir sagen, daß der Schreiber dieser Bemerkung verdiente, den Charakter eines Wirklichen Geheimen Oberkonfusionsrats zu erhalten. Die Hauptsächlichsten historischen Werke finden sich in der 2. Ab- Natürlich verweigern auch die italienischen Genossen jeden Mann teilung und zwar 24 über die verschiedenen Dynastien bis zur und jeden Groschen, sie haben aber außerdem versucht, ein übriges Mandichu- Dynastie nebst Chroniken und Memoiren; ferner die aus zu thun und einen thatsächlichen Abstrich vom Militäretat herbeizus 130 Büchern bestehende Sammlung historischer Dokumente Chinas führen. und der Nachbarländer. Sie ist begonnen von Sfe- ma- tuang( 1050 Es sei dem neugierigen Frager verraten, daß auch die deutschen n. Chr.), der bis 500 v. Chr. zurüdging, und fortgesetzt von Ma- tuan- Socialdemokraten bei jeder Gelegenheit bemüht find, Abstriche am .00 Wenn der Wert dieser Maßnahmen auch feineswegs zu über schätzen ist, so bedeuten sie doch immerhin ein erfreuliches die Ausland. Schweiz.jod madonnie Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Selene Fischer von ihrem Ehemann Herrn Richard Müller rite verheiratet fie fei jest mit einem begleiten zu lasseu. Da Zugeständnis der Regierung. Und die allgemeine Zustimmung, Gemeindewahlen. Einen erfreulichen Sieg errangen unsre der Kostenpunkt derselbe sei, so stehe nach Ansicht des Staatsanwalts sie damit gefunden hat, mag sie wohl veranlaßt Genossen in Johanngeorgenstadt. Es wurden dort zum dieser Aenderung nichts entgegen. haben, die übrigen früher von ihr mit höhnischer Ueber- erstenmal socialdemokratische Gemeinderatsmitglieder gewählt und Der nächste Zeuge ist der Kaufmann Frizz Häusler. Er ist legenheit zurückgewiesenen Vorschläge sich doch einmal etwas dabei brang gleich die ganze Parteiliste sowohl bei den Ansässigen mit der Margarete Woyda bekannt gewesen und von dem Zeugen näher zu besehen. So hatte Ad. Müller u. a. darauf hin- wie bei den Unansässigen durch. Es wurden acht Mann gewählt Wolf angegangen worden, sich näher mit der Margarete zu be= gewiesen, daß in Bayern über 1000 Bergrechte verliehen wurden, und damit ist gleich ein Drittel des Gemeinderats socialdemokratisch. freunden und zu versuchen, durch diese etwas über die Frieda Woyda von denen nur die Hälfte im Betriebe sind. Nun wird offiziös ge= In Blauen bei Dresden wurde der bisherige socialdemo- und deren etwaigen Verkehr mit Sternberg zu erfahren. Er habe meldet, das Oberbergamt habe Anweisung erhalten, darauf Bedacht zu kratische Gemeindevertreter in der Klasse der Unansässigen wieder schon vorher mit der Margarete Woyda einmal gesprochen, daß er nehmen, daß die auf Kohlen verliehenen Bergrechte auch ausgeübt gewählt. sich ein Geschäft kaufen wolle und daß sie vielleicht bei ihm und die Bergwerke in Betrieb gesetzt und erhalten werden. Außer könnte. Als er mit Herrn Wolf Von der Agitation. Im Aachener Landkreise, einer Centrums- Wirtschafterin werden dem find Schürfungen und Mutungen auf Kohlen innerhalb der domäne ersten Rangs, wurde kürzlich der vom Oberrheinischen bekannt wurde, habe er dieſem gesagt, daß er mit der gefeßlichen Bestimmungen auf jede Weise zu unterstügen. Margarete Woyda bekannt sei und sie heiraten wolle. Es scheint also, daß der Regierung vor der ihr nachgewiesenen zahl verbreitet. Die ländliche Bevölkerung nahm den Kalender Er habe darauf von Wolf 50 Mark Spesen im voraus Agitationskomitee herausgegebene Agitationskalender in großer An- Margarete Woyda Liaison mit den Kohlenbaronen doch etwas angst wird. lola allenthalben mit großer Sympathie entgegen. Die Polizei machte erhalten, wobei täglich 10 Mark in Aussicht genommen worden allerdings vielfach Schwierigkeiten, doch wird das der Wirkung der feien. Der Beuge behauptet, daß er gar nichts in der Angelegenheit gethan habe und weder mit der Margarete noch mit der Frieda Agitation keinen Abbruch thun. Woyda über die Sternbergsche Angelegenheit in nähere Beziehung getreten sei. Da er gar nichts ermittelt habe, habe er die 50 M. Als der Die Postdirektion in Beuthen hat sich beleidigt gefühlt zurückzahlen sollen, habe es aber bisher nicht gethan. Zürich, 24. November.( Eig. Ber.) Der Züricher Kantonsrat durch den Vorwurf, daß sie vom preußischen Polizeigeist erfüllt sei. Beuge erklärt, daß er und Luppa den Sternberg für unschuldig hat am lezten Dienstag unfren Genossen Otto Lang, bisher Das Arbeiterfekretariat in Beuthen Q.-S., dessen Sekretär Genosse halten, erklärt der Staatsanwalt, Herr Luppa scheine von der UnBezirksrichter in Zürich, ins Obergericht gewählt und zwar. Winter ist, hatte mehrfach unter Schwierigkeiten in der Brief- schuld so fest überzeugt zu sein, daß er uns schnöde verlassen habe. ohne Gegenkandidaten. Er war schon einmal, vor einigen Monaten, bestellung zu leiden, die erst nach Beschwerden Winters bei der Ober- Hierauf wird Dr. med. Ludw. Hahn vernommen. Es ist dies in der Wahl, allein damals unterlag er und damals war er Postdirektion abgestellt wurden. Winter erzählte dann die Geschichte, der Herr, der etwas von einem als der socialdemokratische Parteiführer bekämpft worden. Nun die für die politischen Zustände Oberschlesiens recht charakteristisch ist, Doppelgänger Sternbergs er gewählt ist, empfindet die Neue Züricher Beitung" doppelte in seinem Jahresbericht und gebrauchte dabei die erwähnte Wendung foll befunden können. Er hat Gelegenheit gehabt, während einer Freude. Einmal darüber, daß die Socialdemokraten einen Bertreter im gegen das Postamt in Beuthen. Diese Vergleichung einer Reichs- Bause in der Verhandlung am 16. d. Mts. einen Blick in den Obergericht haben und nicht mehr über die Ausschließlichkeit der bürger- behörde mit der preußischen Polizei führte zu einem Beleidigungs. Gerichtsfaal lichen Parteien schimpfen dürfen, und sodann darüber, daß mit der prozeß gegen Winter, zu deffen Durchführung die Staatsanwaltschaft etwa zwei Minuten zu sehen. Als er am 19. d. Mts. auf einem zu werfen und den Angeklagten Sternberg Wahl Langs zum Oberrichter den Socialdemokraten der Parteiführer allerdings erst das Oberlandesgericht anrufen mußte. Der Staats- ärztlichen Berufsgange sich befand und bon der Friedrichund Nationalrats- Kandidat verloren geht, da Oberrichter für den anwalt beantragte 800 m. Geldstrafe, die Straffammer sprach straße in die Baffage einbog, sei ihm aus der Bassage ein Herr Nationalrat nicht wählbar sind. Danach haben ja eigentlich die bürger- den Angeklagten jedoch frei, da die inkriminierte Stelle nicht be entgegen gekommen, der eine so frappante Aehnlichkeit mit Sternlichen Parteien den Socialdemokraten mehr genommen als gegeben leidigend sei. und darum mit der Wahl Langs ans Obergericht der socialdemokratischen berg hatte, daß er ganz erstaunt stehen geblieben sei. Die AehnlichPartei fein Opfer gebracht und keinen Aft ausgleichender politischer feit sei so frappant gewesen, wie er es gar nicht für möglich gehalten Gerechtigkeit geübt. Indessen hoffen wir, daß unser Genosse Lang, habe. Er habe sich in demselben Augenblic gefragt: Ist denn heute dem wir zu seiner Wahl gratulieren, nach wie vor der socialfeine Sigung in Moabit und wird denn Herr Sternberg nicht in untersuchungshaft gehalten? Er habe dem Manne nachgesehen und bemerkt, daß dieser sich bei dem Zeitungshändler eine Postkarte kaufte. aber in den Zeitungsberichten gelesen, daß nach der Meinung einer Er habe der Sache zunächst keine weitere Bedeutung beigelegt, als er Beugin die Photographie des Herrn Sternberg auch auf den Nuttenjäger" passen würde, habe er es für seine Pflicht gehalten, feine Wahrnehmung dem Gericht mitzuteilen. Da nach der Befundung des Zeugen dieser Doppelgänger ein tiefer Bierziger" gewesen sei, so betont der Staatsanwalt, daß es der Nuttenjäger" nicht gewesen sein könne. Italien. Prozeß Sternberg. Montag, 22. Verhandlungstag. Frl. Seba Bieber ist Inhaberin eines Pensionats. Fräulein Beugin unverehelichte Jda Brauer ist diejenige Person, mit der Herr Stierstädter zugegebenermaßen außer mit Frau Hausmann auch noch in unzüchtigen Werkehr getreten ist. Die Zeugin macht über diesen Punkt von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, da Herr Stierstädter verheiratet ist. Lepterer habe, wie Beugin u. a. befundet, ihr von den unzüchtigen Handlungen, die Sternberg mit der Woyda vorgenommen habe, erzählt. Sie sagt weiter aus, daß die Callis früher mit Bestimmtheit den Angeklagten Sternberg wiedererkannt habe. Als sie im Krankenhaus lag und den Besuch der Beugin und der Frau Hausmann erhielt, habe sie direkt gesagt: Und wenn ich mit dem Krantenwagen hingefahren und zum Termin hinaufgetragen werden müßte, so werde ich sagen, dand daß es Sternberg set". demokratische Führer, Streiter und Kämpfer bleiben wird, womit er Bor Eintritt in die heutige Verhandlung erbittet sich der Zeuge nur das Beispiel mehrerer seiner bürgerlichen Kollegen ihrer Partei Staatsanwaltschaftsrat Dr. Nomen das Wort, um auf eine vom gegenüber befolgt. Was dem Demokraten recht, ist dem Social- Waisenrat Herrn Wertmeister in den Zeitungen erlaffene Berichtigung demokraten billig. zurückzukommen. Er selbst habe, als von der Unterbringung der Im Kanton Tessin ist ein eines Panama aufgedeckt Frieda Woyda in eine Besserungsanstalt die Rede war, als Zeuge worden. Eine Unternehmerfirma Kerbs u. Cie. soll an freisinnige erklärt, daß nach den attenmäßigen Ermittlungen diese Absicht der Mitglieder des Kantonsrats 100 000 Fr. verteilt haben, um durch Unterbringung in die Besserungsanstalt auf Herrn Werkmeister zurückihre Einflußnahme die Konzession für die Ausbeutung des zuführen sei. Die Berichtigung des Herrn Werkmeister laufe im Ritanfees zu erhalten. Der Kantonsrat hatte auch demgemäß be- wesentlichen darauf hinaus, daß er( Beuge) unter seinem schloffen, während nun die Regierung infolge der aufgededten Be- Eide eine unwahre Aussage stechung und Korruption die Unterzeichnung des Vertrags verschob. gemacht habe. Herr Werkmeister gehe von der Annahme aus, er, Klara Fischer hat 4 Wochen bei ihr gewohnt. Durch einen Zufall Der Kantonsrat hat eine Kommission zur Untersuchung der An- Dr. Romen, habe erklärt, Herr Wertmeister habe die Unterbringung ist die Zengin nach ihrer weiteren Aussage mit dem Detektivgelegenheit bestellt. der Frieda Woyda„ bei Blümkes" veranlaßt. Davon fei direktor Schulze bekannt geworden und habe sich bereit erklärt, einige Frankreich. aber keine Rede. Er habe nur von der beabsichtigten Recherchen anzustellen, wobei sie allerdings gleich gesagt habe, daß Ueber Krügers Mission" in Paris wird gemeldet, daß Be- Unterbringung des Mädchens in die Anstalt Siloah durch sie einem so reichen Manne gegenüber nichts umsonst thue. Sie sei ratungen zwischen Krüger und der Regierung gepflogen worden seien, Herrn Wertmeister gesprochen. Es scheine so, als ob dann nach Frankfurt a. D. gefahren, habe dort nach dem Maler von denen man vermutet, daß sie sich um eine etwaige Mittlerrolle in einem Teil der Presse seine darauf bezügliche Aussage unrichtig recherchiert, habe auch noch andre Ermittelungen angestellt und im Frankreichs gedreht hätten. England wird jetzt wahrscheinlich noch aufgefaßt sei. Er hätte von dieser Notiz in den Zeitungen teinen ganzen etwa 350 m. erhalten. weniger als früher auf Vermittlungsvorschläge einzugehen geneigt Bermert genommen, wenn nicht Herr Werkmeister ihm in einem einfein, was sich auch die französische Regierung sagen dürfte. geschriebenen Brief vorgeworfen hätte, daß er unter seinem Eid Wir geben noch folgendes Telegramm wieder: Paris, etwas unwahres gefagt habe. Er bitte daher den Gerichtshof, ihm 26. November. Der Minister des Auswärtigen, Delcaffé, au bestätigen, daß sich die Sache so verhält, wie er angegeben, und empfing heute vormittag Dr. Leyds. Präsident Krüger fonferierte behalte sich selbstverständlich vor, gegen Herrn Werdmeister, wenn er vormittage mit Dr. Leyds längere Zeit, sonst empfing er niemanden. feine Beleidigung nicht zurücknehme, die Hilfe der Staatsanwalt Mittags fuhr Krüger in Begleitung feines Entels Eloff im offenen schaft in Anspruch zu nehmen. Der Vorsigende fonstatiert, Wagen, der von berittenen Gardes républicaines esfortiert war, daß er die Aussage des Dr. Romen so aufgefaßt habe, daß er nur nach der Ausstellung, wo er besonders den Pavillon von Transvaal von der Unterbringung in eine Besserungsanstalt gesprochen habe. besichtigte. Erster Zeuge ist heute der Versicherungsagent Siegfried Hofmeier, der einer derjenigen Personen gewesen sein soll, die In der Deputiertenkammer haben die Socialist en einen er eines Tage von einem Herrn aufgesucht worden sei, der zunächst Beeinflussungsversuche bei Blümtes gemacht haben. Er erklärt, daß ganz schäzenswerten Erfolg erzielt. Am Montag früh wurde die bat, sich nicht vorstellen zu brauchen, der sich aber später Jänide Beratung über das Kriegsbudget fortgesetzt. Die Kammer nannte. Dieser sprach davon, daß ein Herr von einem Kinde falsch der Callis und den Zeuginnen Hausmann und Brauer. Die Callis Es kommt darüber zu sehr heftigen Auseinandersetzungen zwischen nahm einen vom Kriegsminister bekämpften Antrag des belastet werde, das Kind befinde sich bei Blümke, der Kanzliſt in Socialisten Panzini und mehrerer anderer Deputierten durch der Versicherungsgesellschaft" Prometheus" sei und es tomme darauf behauptet, sie habe nur gesagt:„ Wenn er es ist, dann sage ich es Aufstehen und Sißenbleiben an, in welchem die Abschaffung aller an, daß die Wahrheit ans Licht gebracht werde. Herr Jänide auch." Die Zeuginnen Hausmann und Brauer widersprechen dem Kriegsgerichte verlangt wird. Die Beratung über das Kriegs- habe ihm ferner gesagt, er dürfe nicht vom Wege der Wahrheit ab- sehr lebhaft. Die Callis habe neulich noch zwei Stunden vor ihrer budget wurde hierauf ohne Zwischenfall beendet. weichen, denn er werde von der Polizei beobachtet. Der Zeuge hat Aussage drüben in der Konditorei heftige Anschuldigungen gegen sich dann, wie er befundet, an Blümte herangemacht, und so gethan, Herrn Sternberg erhoben und gefagt:„ Es sei Sternberg, der Jude als ob er sich nach den Verhältnissen der Gesellschaft Prometheus" müsse ins Buchthaus, der habe ihr Leben vergiftet." Die Callis erkundigen wolle. Herr Blümke habe sich sehr verschlossen und wort: behauptet darauf, die Hausmann habe sie Sciacca della Scala, Pugliese und Papadopoli begründen ihre ficherungsagent auch noch eine Nebenbeschäftigung in dem Gold farg gezeigt. Der Zeuge hat neben seiner Thätigkeit als Ver Interpellationen über die Ermordung König Humberts. Minister warengeschäft von Belmonte gehabt und hat Herrn Blümke präsidentSaracco erklärt, es sei unrichtig, daß im Minifterium einen Ring im Werte von 24 Mart überlassen. bes Aeußern irgend welche Mitteilungen vorgelegen hätten, in welchen Thätigkeit in dieser Sache habe er 100 m. im ganzen erhalten. die demnächstige Ermordung des Königs angekündigt worden fei. Bom parlamentarischen Standpunkt aus sei die Regierung für alles Sowohl der Vorsitzende, als auch der Staatsanwalt machen den verantwortlich, aber in diesem besonderen Fall könne man die Re- Beugen darauf aufmerksam, daß die ganze Sache doch sehr danach gierung nicht für eine That verantwortlich machen, die man durchaus aussehe, als ob Herr ermahnt bie Callis wiederholt sehr ernsthaft zur Wahrheit nicht voraussehen konnte. 60 Personen seien mit dem Sicherheitsund verweist sie auf die schweren Strafen des Meineids: die Beugin dienst für den König betraut gewesen, und die Behörden in Monza wenden sollte. Der Zeuge bestreitet dies; er habe nur den Auftrag wiederholt aber, daß der Maler, der bei der Fischer verkehrte und hätten alle Maßregeln getroffen gehabt, welche sie für notwendig erhalten, Herrn Blümle in bas Gewiffen zu reben, da das Kind mit ihr zu thun hatte, Serr Sternberg nicht sei, sondern viel hielten, um den König gegen jede Gefahr zu beschützen. Un offenbar bie Unwahrheit gefagt habe. Der Vorsitzende betont jünger gewesen sei. Ihr wird vom Staatsanwalt Braut bor glüdlicherweise hätten sich diese Maßregeln als nicht genügend er- ferner, daß ein demnächst zu vernehmender Beuge Bergmann gehalten, daß sie früher das Gegenteil gefagt habe und es wiesen, weil die betreffenden Beamten ihrer Aufgabe nicht ge- Go soll er einmal gefagt haben, baß Blümle leicht 10 000 m. Ansicht des Staatsanwalts darauf hindeuten, daß sie jetzt nicht die allerlei bedenkliche Aeußerungen von ihm bekunden werde, werden ihr eine ganze Reihe von Momenten vorgeführt, die nach wachsen waren.( Anhaltende Zwischenrufe.) Der besonders mit der Ueberwachung der Person des Königs betraute Beamte und er selbst 80 000 Mart verbienen könnte, so daß beiden geholfen Wahrheit sage. Das Ergebnis dieser sehr eingehenden Erörterungen habe sich furz vor der Ermordung von dem Wagen des wäre. Der Beuge führt dies auf einen Scherz zurüd. Bei manchen ist, daß die Callis dabei bleibt: Frau Hausmann habe aus Merger Stönigs entfernt gehabt.( Buruf.) Gegen diese Beamten werde Leuten fei der Gedanke vorherrschend, daß jeder, der für Herrn darüber, daß fie kein Gelb von Luppa erhalten habe, fie aufgeredet, disciplinarisch vorgegangen und sie würden in gebührender Weise Sternberg mal ein paar Gänge mache, gleich ein wohlhabender Herrn Sternberg möglichst hineinzulegen. Frau Hausmann er bestraft werden. Der Ministerpräsident erklärt, er erfenie es an, Mann werde und da Herr Bergmann auch solchem Gedanken Aus- flärt dies ihrerseits für unwahrheiten. daß der öffentliche Sicherheitsdienst nicht auf der Höhe stehe: die brud gegeben, habe er aus Scherz solche hohe Summe genannt. Regierung sei damit beschäftigt die nötigen Reformen ein- Der Staatsanwalt meint, daß dies doch ein bedenklicher Scherz fei, zuführen; er fei bereit, feine Person zu opfern, wenn eine Sühne Zeuge Frih Wolf Die Ermordung Humberts in der Kammer. Rom, 26. November. Blümke bestochen " betrunken gemacht. Das thue sie öfter, wenn sie jemand aushorchen wolle. Darüber wird Frau Hausmann sehr erregt und es kommt wiederum zu einem Für seine lebhaften hin und Her. Frau Hausmann bestreitet, daß sie das Mädchen betrunken gemacht habe und der Vorsitzende Callis bei ihrer neulichen Vernehmung fonstatiert, daß die einen betrunkenen Eindruck nicht gemacht habe. Der Vorsigende Eine Frage des Rechtsanwalt Dr. Werthauer geht darauf hinaus, daß die Beugin Hausmann vielleicht bestrebt gewesen sei, mit Rücksicht auf einen wegen Kuppelei gegen fie erlassenen und noch nicht erledigten Haftbefehl sich der Polizei in günstigerem Lichte zu zeigen. Die Callis fann hierauf keine Antwort erteilen. Die Sigung wird hierauf auf Dienstag 9/2 Uhr vertagt. Der Prozeß gegen die Harmlosen. 6. Tag. Montag. gefordert werde, aber wenn irgend jemand es an Pflichterfüllung ist Inseraten- Agent und kennt Herrn Sternberg feit langen Jahren. babe fehlen laffen, so sei dies nicht die Regierung.... Die Plage auf Ersuchen des Herrn Luppa hat er sich bereit erklärt, Erdes Anarchismus habe nicht Italien allein betroffen, sondern nehme mittelungen in der Boyda- Sache anzustellen, weil, wie er sagt, er allerorten überhand. Die Regierung habe einen Gefeßentwurf zur felbst wie andre Leute Herrn Sternberg des ihm vorgeworfenen Bekämpfung der anarchistischen Propaganda vorbereitet; Delitts nicht für fähig hielten. Seine Aufgabe fei gewesen, fie gebe sich aber nicht der Täuschung hin, als ob durch Maß- Bersonen, die nicht polizeilich gemeldet waren, auszufundschaften, nahmen der Gesetzgebung der Anarchismus auszurotten wäre. Bu babe Reifen nach Frankfurt a. D., Hamburg 2c. gemacht und diesem Zwed müßten vielmehr alle Kräfte des Bands zusammen- dafür tägliche Spesen von 20 M., in Summa etwa 8000 m. erhelfen. Mit Bezug auf die von den Socialisten ein gebrachte Juterpellation erflärte der Ministerpräsident: feien der Ansicht gewesen, daß in der Woyda- Affaire es sich von und zu Egloffstein, der aus der Gefangenenanstalt halten. Er und andre in dieser Affaire thätige Herren Das Ereignis dieses Tags ist die Vernehmung des Grafen Die verlangten Reformen feien unmöglich sofort durchzuführen; es um ein Komplott handle. Er habe sich durch Herrn Wizmann Blößensee vorgeführt wird. Der Beuge hat seit dem Jahre 1897 bedürfe langsamen, stufenweisen Vorgehens. eines Tags den Blümkes dem zunächst unter Die Interpellanten erklären sich für nicht befriedigt. Werner vorstellen lassen und fei dann auch mehrmals mit ihnen aub. Schachimeher und Wolff, der von Herrn v. Ströcher eingeführt Namen in Spielertreifen verkehrt, zuerst bei Hecht, wo er die Angeklagten Sciacca della Scala beantragt ein Mißtrauensvotum. fammengekommen. Richtig sei es, daß er sich dem Blümke gegen worden war, tennen gelernt habe. Der Beuge giebt sodann an, Ministerpräsident Saracco verlangt, daß der Antrag über als wohlhabender Mann aufgespielt habe, um diesem etwas zu Sciacca della Scalas bis zum Schluß der Beratung des Budgets imponieren und sein Vertrauen mehr zu gewinnen. Richtig sei es daß er sich an der Organisation des geschlossen Klubs beteiligt habe. vertagt werde. Sodann wird der Antrag des Ministerpräsidenten in geheimer Abstimmung mit 168 gegen 78 Stimmen angenommen und auch, daß in den Gesprächen von ihm der Gedanke der Begründung Bunächst habe sich wohl Herr v. Ströcher dafür interessiert, der eines Konfettionsgeschäfts, bei welchem Herr und Frau Blimte eine geltend machte, daß dies der einzige Weg sei, um einige unliebfame darauf die Sigung geschlossen. Vertrauensstellung erhalten fönnten, ventiliert worden fet, er bestreitet Clemente, die sich in die Gesellschaft eingedrängt hatten, auszumerzen. aber die Behauptung, daß er dabei Herrn Blümle 15 000 m. versprochen Die Einladungen feien zumeist an Gutsbefizer, ehemalige Offiziere Afrika. habe. Irgend welche Einwirkungen auf die Aussage Frieda Wohdas habe ergangen, nach einer Lifte, die von ihm, bem Beugen, aufgestellt Vom Guerillakrieg. Aus Maseru wird gemeldet: Ein Leiute er nicht ausgeübt. Richtig sei es auch, daß die Simmervermieterin worden war. Jeder der Borstandsmitglieder habe Personen vornant und vier Mann, welche während einer Relognoscierung auf des Zeugen Stoff zu einem Kleide zu Frau Blümfe gebracht habe, geschlagen. Herr Wolff fei von Herrn v. Kröcher vorgeschlagen Boeren stießen, wurden umzingelt. Drei derselben wurden getötet welches sie sich von dieser machen lassen wollte. Sie habe aber den worden. v. Kayser habe den Vorschlag unterstützt. Berschiedene Herren und der vierte nach Thabanchu gesandt, um eine Ambulanz zu holen. Stoff wieder mitgenommen, da es ihr unheimlich war, als sie feien gegen die Aufnahme Wolffs gewesen und auch der Zeuge habe einmal 500 Boerenfrauen wurden in Thabanchu in Haft genommen, weil merkte, daß bei Blümfes ein Mann v. Ströcher gefragt:„ Wer ist denn eigentlich dieser Herr Wolff?" Der der ein Kriminalbeamter auf Strümpfen hin- und her huschte und horchte. macht einen sehr angenehmen Eindruck und verkehrt mit dem RittGefragte erwiderte: sie beschuldigt sind, den Boeren Brot geliefert zu haben. Am war ,, Nun Sie kennen ihn doch von Hecht her, er 21. b. M. griffen die Boeren Deretsdorp von zivei Seiten an, Dieser Kriminalbeamte war Herr Stierstädter, wie dieser meister v. S., da muß er doch ein anständiger Mann sein." wurden aber zurüdgeworfen. Beuge giebt ferner an, daß er bereits nach furzer Zeit wieder aus dem Borstande und dann infolge einer Aufforderung der Vorstands mitglieder v. Kayser, v. Kröcher und v. Schachtmeher ganz aus dem Klub ausgeschieden. Ueber die Ursache dieses Vorkommnisses macht der Zeuge folgende Angaben: Ein Herr Ebert hatte an v. Kayser im Aus Johannesburg wird gemeldet, daß General Botha 20 Meilen bor der Stadt aufgetaucht ist. ohne weiteres zugiebt. -O Nach einer kurzen Baufe teilt Staatsanwalt Braut mit: Margarete Fischertels in New York habe wieder einmal etwas von fich hören laffen. Sie fragt an, ob es ihr gestattet sei, sich anstatt von ihrer Verwandten Der Spiel 4000 M. verloren. Dieser Betrag sei ihm nach einiger Zeit von dem Schuldner übergeben worden mit dem Auftrage, ihn an Herrn v. Kayser abzuführen. Der Zeuge sei erkrankt und dadurch habe sich die Ablieferung des Gelds an Herrn v. Kayser verzögert. Richtig sei es, daß er inzwischen über das ihm nicht gehörige Geld verfügt hatte, er sei aber jeden Augenblick in der Lage gewesen, Ersatz zu leisten, so daß von einer U n t e rs ch l a g u n'g nicht die Rede sein könne. Die Geschichte habe aber doch zu einer Ver� stimmung und seinem Ausscheiden geführt. Es werden dann mehrere Zeugen vernommen, welche ihre Wahrnehmungen in betreff des gemeinschaftlichen Bankhaltens der Angeklagten mitteilen sollen. Die Zeugen haben den Eindruck gewonnen, daß die Angeklagten durch Einschüsse in die Bank auch gemeinschaftlich an dem Gewinn beteiligt waren. Einer der Zeugen, der ini ganzen im Harmlosen-Klub 15 bis 20 000 M. verlören hat, hatte an einem Spielabend seine ganze Barschaft verloren. Er versuchte vergebens bei seinen Bekannten Darlehn zu erhalten, man verwies ihn an Herrn Wolfs,„der habe Geld und gäbe gern." Wolfs habe ihm auf seine Bitte auch nach einigem Zögern 3500 M geborgt, die am folgenden Tage zurückbezahlt worden seien. Wolf' habe rhm dann noch einmal 2000 M. geliehen, von denen bisher 1500 Mark abbezahlt worden seien. Dann seien die Artikel erschienen und Wolff sei geflüchtet. Der Zeuge ist nicht im stände anzugeben, in wessen Taschen die von ihm verlorenen Summen ge flössen find, die Angeklagten hätten zumeist eine sogenannte„See schlangenbank" gehalten, wodurch es schwer werde, das Er gebnis des Spiels festzustellen. Oberlieutenant der Land« wehr v. Prillwitz ist fleibiger Besucher des Spielklubs, aber nur kurze Zeit Mitglied gewesen. Einmal hatte der Zeuge die Bank, in die er 10 000 M. hineingethan, übernommen. Es hätten viele Spieler gegen ihn pointiert, darunter auch Wölfl und die übrigen Angeklagten. Die Bank sei vom Unglück verfolgt worden der Zeuge habe an jenem Abend 12 000—13 000 M. verloren. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung wird die Zeugin Ulrich, die Geliebte v. SchachtmcyerS, vernommen. Sie hat den Angeklagten vor einer Reihe von Jahren in der„Hopfen- dlüte" kennen gelernt, wo sie als Kellnerin thätig war. Er habe gerade keine grohe Aufwendungen für sie gemacht, aber vielleicht doch außer der Kleidung gegen 100 Mark monat lich für sie verausgabt. Im Jahre' 1897 habe v. Sch. eine gemeinschaftliche Wohnung für 1000 M. gemietet und Möbel zum Betrage von 8000 M. auf Abzahlung entnommen. Wenn es aus- fällig erscheine, daß das ganze Inventar mit 18 800 M. versichert war, so sei dies darauf zurückzuführen, daß sie selbst viel Wäsche und Kleidungsstücke besessen habe. Sie habe monatlich 150 M. Wirtschafts- geld erhalten. Sie müsse einräumen, daß sie manche Vergnügungen mitgemacht und wiederholt längere Ausfahrten in der Equipage unternommen habe. v. Schachtmeher habe sich auch ein Reitpferd gehalten. Später habe der Angeklagte ihr eine Bar in der Französischen Straße eingerichtet, die er nach 6 Monaten wieder verkauft habe. Es sei früher vorgekommen, daß in der gemeinschaftlichen Wohnung Roulette gespielt wurde. Es hätten sich daran außer v. Schachtmeyer noch v. Kayser und v. Kröcher beteiligt, v. Schachtmeyer habe 1100 M. von v. Kayser gewonnen. Die Zeugin ernährt sich jetzt als Zimmervermieterin. Darauf wird die Verhandlung bis Dienstagvormittag 9'/- Uhr vertagt._ GeiVevkschttfkltchrs. Berlin und Umgegend. An der Lohnbewegung der Leichenwagen- und Luxus wagen-Kutfcher sind insgesamt 48 Firmen mit 830 Kutschern be> teiligt. Bis gestern, Montag, haben bereits 21 Firmen, bei welchen 415 Kutscher beschäftigt sind, die Forderungen bewilligt bezw. sich mit den Kutschern geeinigt, und ist unter anderm überall eine Erhöhung des Grundlohns und der Fuhrengelder erreicht worden. In 12 Geschäften schweben die Verhandlungen noch, während 105 Rutscher bei 10 Firmen in Ausstand getreten sind. ES wird erwartet, daß auch mit diesen Unternehmern bald eine Einigung erzielt wird, zumal die Ausständigen, die dem Verband der Handelshilfs- und Transportarbeiter angehören, gut organisiert sind und auch sonst die Situation als eine für die Arbeiter günstige bezeichnet werden kann. In der Versammlung, die gestern abend bei Cohn tagte, konnte berichtet werden, daß außer der Erhöhung der Fuhrengelder von 50 Pf. auf 1 M. bezw. von 1 M. auf 1,50 M. eine Erhöhung des Monatsgehalts um 10— 15 M. erzielt worden ist. Die Kutscher des Westens sind mit ihren Forderungen fast vollständig durch, gekommen, die in den übrigen Stadtteilen, welche einen auskömmlichen Lohn an Stelle der unsicheren Trinkgeldeinnahmen forderten, haben ihr Ziel diesmal allerdings noch nicht erreicht. Von einigen Firmen, wo die Arbeiter in Ausstand getreten find, wurden die von der Lohnkommission angeregten Verhandlungen schroff abgelehnt. Insbesondere wurde das Verhalten der Firma Th ien, die das Fuhrwerk für das Geschäft R. Herzog stellt, einer herben Kriftk unterzogen. Es wurde u. a. hierbei daraus hingewiesen, daß die Geschäftskutscher dieser Firma, die einmütig die Arbeit eingestellt haben, bisher einen MonatSIohn von 70 M. bei 14 bis 18 stündiger täglicher Arbeitszeit erhielten, wovon sie noch die ver- schiedenen Utensilien beschaffen müssen. Nach längerer Diskussion gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die gutbesuchte Versammlung die Zugeständnisse der Unter- nehmer als eine Abschlagszahlung anerkennt und sich verpflichtet, die noch im Ausstand befindlichen Kollegen moralisch und finanziell zu uiiterstützen, bis auch sie annehmbare Zugeständniffe errungen haben. Deutsches Reich. Ausgewiesen. Auf Anordnung der Dresdener Polizei« direktion wurde der aus Oestreich stammende ledige Tischler August Portig ausgewiesen. Er war thätigeS- Mitglied der Holzarbeiler- Organisafton, was auch der Grund seiner Ausweisung zu sein scheint, denn es wurde ihm unter anderm mitgeteilt, daß der Stein des Anstoßes in seinem Austreten in Versammlungen gefunden worden sei. Die feindlichen Brüder. Christliche Gewerkschaften. Hirsch. Dunckersche Gewerkvereine und evangelischer Arbeiterverein hatten in M.-Gladbach ein Bündnis gegen die freien Gewerkschaften ge» schloffen, um ihre Kandidaten bei der Gewerbcgerichtsivahl durch« zubringen. Pfarrer Weber, der als„Arbeiterführer" bekannt ist, hatte die Aktion eingeleitet. DaS schöne Verhältnis ist nun in die Brüche gegangen, weil der Pfarrer Weber einen Kan» didaten präsentierte, der nicht gewerkschaftlich organisiert war, und deshalb von den übngen Verbündeten abgelehnt wurde. Der Herr Pfarrer ist mit seinen Getreuen ausgetreten und wird nun eigne Kandidaten aufstellen, so daß in M.-Gladbach drei Parteien um die Sitze im Gewerbegericht kämpfen werden. Zur Gewerkschaftsbewegung in Glsaff-Lothringen. Im Gewerkschaftskartell zu M ü I h a u je n i. E. wurde festgestellt, daß nunmehr sämtliche Gewerkschaften der beantragten Beitragserhöhung — behufs Bildung einer Centralkommission derGewerk- schaften El saß«Lothringens in Straßburg— zugestimmt haben. Die Erhöhung tritt mit dem 1. Oktober in Kraft. In Straßburg selbst steht jetzt nur noch die Zustimmung von zwei oder drei Gewerkschaften auf über 20 im Kartell vertretene aus, in Metz und Colmar sind Schwierigkeiten nicht erwachsen. Man darf daher hoffen, daß die neue, hockwichtige Institution,� die durch Herstellung der vielfack fehlenden Fühlung mit den gewerksckaftlicken Centraistellen in Deutschland eine einheitlichere und raftonellere Be- treibung der gewerkschaftlichen Agitation in Elsaß-Lothringen ver- spricht, in nächster Zeit in Agitation treten kann. Ausland. Tie schweizerischen Eisenbahner hielten am letzten Sonntag in Luzern ihren„Tag" ab, an dem der Generalsekretär über die Forderungen der Eisenbahner referierte. Die erste Forderung betrifft die Einreihung des Personals in die Dienst- und BesoldungsNassen des Besoldungsgesetzes, wobei möglichst loyal und weitherzig verfahren werden soll; die zweite betrifft das Pensionswesen, wobei die Pension 75 Proz. der Besoldung betragen und Pension sowie Hastpflicht- Unfall reinlich auseinander gehalten werden sollen; die dntte betrifft die Schaffung einer DiS- ciplinarinstanz in Gestalt eines bezügliche» Gerichtshofs, um der Chikane und der Willkür im Butzenwesen eine Grenze zu ziehen. Zufriedenstellend sei die Bestimmung deS Besoldungsgesetzes, wonach alle drei Jahre eine Aufbesserung um 300 Fr. erfolgt und so das Maximum schon nach etwa 8 Jahre erreicht werden kann. Schließlich stellte Dr. Sourbeck für den 1. Juli 1901 seine Demission als Generalsekretär in Aussicht. Wahrscheinlich erhält er bei den Bundes- bahnen eine Anstellung. Aus der Schweiz. Der Verband der Graveure und Guillocheurs hat wegen Nichtbeachtung der Vereinbarung betreffend die Lehrlinge über fünf Geschäfte in Renan die Sperre verhängt.— Der Streik der Färber in Zürich ist für die Arbeiter günstig ver- laufen. Die verlangten Lohnerhöhungen wurden gewilligt und ferner wurde die schriftliche Erklärung seitens der Fabrikanten abgegeben, daß sie bei allfällig flauem Geschäftsgang keine Lohnherabsetzungen vornehmen werden. Zur Regelung von Lohndifferenzen wird eine Kommission aus zwei Arbeitern und dem Meister der betreffenden Abteilung gebildet. Die beiden Arbeiter kann der reklamierende Arbeiter selbst bestimmen. Der Streik der Spttzenweber in EalaiS ist jetzt ein all- gemeiner. Die Unternehmer haben den Beschluß gefaßt, ihre Be- triebe zu schließen. Im ganzen werden 1786 Stühle, die sich auf 351 Fabriken verteilen, zum Stillstand gebracht werden. Dauert der Streik lange, so werden auch die Färbereien und ebenfalls die Kon- fektion in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Streik der Straßenbahner in Lyon ist beendet, nachdem die Direktion der Gesellschaft die früheren Vereinbarungen von neuem anerkannt hat. Die Einigungsverträge werden durch Ab- geordnete beider Parteien vor dem Maire von Lyon abgeschloffen werden. Der belgische Gewerkschaftskongreß wird am 24. Dezember in B r ü s s e I zusammentreten. Die Tagesordnung ist eine reich- haltige; u. a. sind folgende Punkte aufgestellt: Protest gegen den Gesetzentwurf betreffend die Arbeiterpenstonen; Gewerkschafts- Organisationen. Accordarbeit; Bericht über die Veränderungen der Arbeitszeit und der Löhne sowie der Mitgliederbeiträge in den Ge- werkschaften; Internationale Sekretariate. Sociales. Gegen die Verkürzung der Arbeitszeit in Bleifarben- und Bleizucker-Fabriken wird von den rheinischen Bleiweiß- Fabrikanten agitiert, wie wir in Nr. 275 des„Vorwärts" berichteten, obwohl sie als unumgänglich notwendig bereits 1897 von den Gewerbe-Aufsichtsbeamten zu Potsdam. Hessen II und Magdeburg gefordert wurde. Ersterer verlangte einen sechs« st ü n d i g e n. der hessische Beamte einen achtstündigen Arbeitstag, der„bei tadellosen Einrichtungen auf höchstens' zehn Stunden gesteigert werden darf", während der Magdeburger Beamte eine Verkürzung der jetzt durch- schnittlich lOstündigen Arbeitszeit ohne bestimmte Angabe vor- schlägt. Die Bundesratsverordnung von 1893 hat eine Maximal- arbeitszeit von täglich 12 Stunden gestattet. Die rheinischen Bleiweiß-Fabrikanten haben freilich an dem Gewerbe-Aufsichtsbeamten von K o l b e n z eine gute Stütze, indem dieser schon seit Jahren als Hauptnrsache der zahlreichen Erkrankungen da Bleiarbeiter nur den häufigen Wechsel derselben angiebt, der nach seinen Beobachtungen die Erkrankungen ausnahmslos bei Leuten auftreten, die erst kurze Zeit in den Fabriken thätig waren, dasselbe berichtet der Beamte für Oppeln. Alle Gerichte weisen darauf hin, daß der Arbeiterwechsel ein ungemein häufiger ist, so daß die Erkrankungen in Wirklichkeit noch weit zahlreicher sind, als die Statistik der Fabriken angiebt, oenn viele der Bleiarbciter erkranken erst nach ihrer Entlassung und werden dann als Arbeiter irgend welcher andrer Berufe in die Listen eingetragen. Die Aerzte und' Krankenkassen sollten daher bei jedem Fall der Bleierlraukung, der bei einem nicht mehr in einer Blei- weiß- oder Bleifarbenfabrik Angestellten vorkommt, dem Gewerbe- Aufsichtsbeamte» des Bezirks Anzeige erstatten. Aus den Berichte» derselben für das Jahr 1395 geht ferner hervor, daß die Bundesratsverordnnng von 1893 nicht zum Schutze der Arbeiter in Bleiweiß- und Bleifarbeufabriken aus- reicht. Die Gesundheitsschädigung der Arbeiter ist eine furchtbare, die lebenslänglichen, schmerzhaften Erkrankungen und Todesfälle sind außerordentlich zahlreich und steigen von Jahr zu Jahr. Wenngleich die Arbeitszeit nirgends das Höchstmaß von 12 Stunden erreicht, sondern sich auf 10 Stunden beschränkt, ist auch dies noch viel zu hoch und die Verkürzung auf 6 Stunden eine durchaus berechtigte Forderung. Es kommt hierbei sowohl in Betracht, daß die Luft in den Arbeitsräumen mit giftigen Staubteilchen geschwängert ist und also um so gesundheitsschädlicher wirkt, je länger sie eingeatmet wird, als auch daß bei längerer Arbeitszeit naturgemäß die Aufmerk- amkeit des Arbeiters nachläßt. Gerade diese braucht er aber bei der o gefährlichen Fabrikation im höchsten Maße; er muß in peinlichster Weise die sanitären Vorschriften beachten, wenn er nicht eine Beute der tückischen Bleivergiftung werden soll. Aus demselben Grunde muß der Arbeiter gesund und kräftig in die Fabrik eintreten; die Bundesrats- Verordnung verlangt auch, daß dies ein approbierter Arzt bescheinige: der Arbeiter soll weder schwächlich, noch mit Lungen-, Nieren- oder Magenleiden oder mit AlkoholisniuS be- hastet fein. Diesem Verlangen wird aber nur in unvoll- kommenen, Maße genügt; außerdem werden die Arbeiter in diesen so gesundheitsgefährlichen Betrieben derart schlecht be- zahlt, daß sie sich nicht genügend nähren können und daher leicht eine Beute der Krankheit werden. Das haben schon vor Jahren verschiedene Gewerbe-AufsichtSbeamte ausdrücklich hervorgehoben. Dazu kommt, daß den Schutzvorschriften nur zu oft in unzureichender Weise Rechnung getragen wird. Wo diese scharf durchgeführt werden, sind auch die Erkrankungen weniger zahlreich. Meist gelingt eS aber den Gewerbe- Aufsichtsbeamten beim besten Willen nicht, diese strenge Durchführung der Schutzvorschriften zu errringen, weil die entsprechenden Einrichtungen nicht unerheblichen Geldaufwand verursachen, andrerseits die Unternehmer wissen, daß ihnen schließlich, wenn sie endlich angeklagt und ver- urteilt werden, von den Gerichten nicht zu wehe gethan wird. So berichtet der Potsdamer Beamte, daß zwei Fabrikanten zu nur je 100(hundert) Mark Strafe verurteilt wurden, obwohl bei ihnen schlimme Zustände, durch die zahlreiche Erkrankungen entstanden, herrschten I Auch laffen es die Unternehmer an genügender Sorgfalt für die Arbeiter fehlen; nicht überall werden Milch und Butter, die besten Gegenmittel gegen Bleivergiftung, in ausreichenden Mengen gratis verabfolgt. So unangenehm es auch den Fabrikanten sein mag: die Arbeitszeit in den Bleiweiß- und Bleifarbeufabriken muß auf sechs Stunden verkürzt werden, wobei noch außerdem auf Erweiterung der anitären Vorschriften und strengste Durchführung derselben Bedacht zu nehmen ist. Achtes Schuljahr. Dem pfälzischen Landtag ist folgender Anttag eingereicht worden: Soviel aus den pfälzischen Tagesblätteni bekannt, hat sich der größte Teil der pfälzischen Gemeindevertretungen für Einführung des achten Schuljahrs ausgesprochen. Der Landrat möge infolgedessen an die Kreisregienmg die Bitte richten, bei der StäatSregierung die gesetzliche Einführung des achten Schuljahrs unter Wegfall der Sonntagsschule zu befürworten. Vcvpsmmlungcn. Charlotteuburg. Die Barbier- und Friseurgehilfen Charlotten- burgs tagten am 22. November bei Bayer, Wallstr. 94. Zunächst ivurden die Wahlen für die OrtSverwalwng vorgenommen, die fol- gendeS Resultat ergaben: Benno Schobert erster, Willy G e i S l e r zweiter Vorsitzender. Alfred Wimar Kassierer, Franz Hahne erster und Karl Noll zweiter Schriftführer. Zu Revisoren wurden gewählt Adolf Hübner und Barte. Darauf erläutette Brennecke- Schöneberg die einzelnen Paragraphen des Verbands usw. Flemming als Obniann des Gewerkschaftskartells ermahnte die Anwesenden, treu und fest zum Verband zu halten, gab einen geschichtlichen Rückblick über die ganze Gewerkschaftsbewegung und betonte, daß nur Geschlossenheit zum Siege führen kann. Er ersuchte, zwei Delegierte in das G e w e r k s ch a f t s k a r l e l l zu wählen. Dem wurde zugestimmt nnd Schobert und Wimar als Delegierte gewählt. Nachdem die Wahl einer Beschwerde- und Agitationskommii'sion erledigt war, wurde die Versammlung geschlossen. Reinickendorf. Der Wahlverein hielt am 17. November im Lokale der Witwe Meinhardt seine Mitgliederversammlung ab. Kiesel hielt einen Vortrag über:„Der Mann mit der Hacke." Derselbe fand allseitigen Beifall. Eine Diskussion fand nicht statt. Nachdem noch verschiedene Angelegenheiten erledigt waren, erfolgte Schluß der stark besuchten Versammlung. China. Der Abschluß der Friedensverhandlungen soll nach einem offiziellen Kabelrelegramm des deutschen Oberkommandos an den deutschen Flotten- verein, daS am Sonntag eingetroffen ist, eventuell in naher Aussicht stehen. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: Hier in Peking finde» täglich gemeinsame B c- ratungen der Gesandten statt. Der Abschluß der Friedensverhandlungen könnte schon in nächster Woche erwartet werden, wenn eine befriedigende Einigung unter den Vertretern der Mächte erzielt wird. Der deutsche Gesandte wird die Vollmachten der chinesischen Unterhändler prüfen und demnächst der chinesischen Regierung mitteilen, unter welchen Bedingungen der Friede geschloffen werden kann. DaS Telegramm ist etwas ulkig. Der Abschluß der Friedens- Verhandlungen konnte bald erivartet werden, wenn die freni den Mächte erst einmal unter sich einig wären. Wie es um diese Verhandlungen steht, wird nicht verraten. Zudem steht der zweite Teil des Telegrannns mit dem ersten in Widerspruch. Wenn der deutsche Gesandte mit der chinesischen Regierung auf eigne Faust Friedcns-Unterhandlungen pflegen will, so wäre das ja gerade kein Beweis für die Aussicht auf Einmütigkeit der Mächte. Andrerseits wird behauptet, daß die Gesandten ihre Ver- Handlungen beendigt hätten und das Ergebnis nur noch der Ge- nehmigung der Regierungen bedürfe. In Berliner diplomaftschen Kreisen foll die Lage durchaus nicht ungünstig beurteilt werden, ein Grund mehr, die„Einigung" als in recht weiter Ferne stehend zu bettachten. Das Eintreffen einer neuen amerikanischen Note wird zugegeben, über deren Inhalt jedoch nichts mitgeteilt. Die Zurückziehung der Truppen seitens Japans und Rußlands wird beschleunigt. Es sollen mir DetachementS in Peking, Tientsin und Taku zurückgelassen weden. Es wird jedoch bestritten, daß Rußland dadurch auS dem „Konzert der Mächte" ausscheiden wolle. So wenig, wie Musikanten, die ihren Kapellmeister im Stiche laffen, aus dem Orchester desselben ausscheiden! Eine originelle Bestrafung der Hanpträdelsführer schlägt der„Ostas. Korr." vor, der von chinesischer Seite inspiriert sein soll. Der„Ostas. Korr." erklärt die Forderung, die Tuan und Tungfuhsiang mit dem Tode zu bestrafen,' für unausführbar. Die Hinrichtung kaiserlicher Prinzen bedeute eine zu große Demütigung der Dynastie, auch sei die Macht derselben zu groß, um allzu unsanft mit ihnen umspringen zu können. Solle nun aber unter allen Umständen Sühne genommen werden, so solle sie der Kaiser von China zur Verbannung nach Europa oder Amerika verurteilen. Welchen Eindruck muß der Hunnenkrieg auf die Chinesen gemacht haben, wenn sie in der Verbannung nach Europa eine der Todesstrafe gleichzusetzende Strafe erblicken! Nene Gefechte. Eine amerikanische Kavallefteabteilung ist am 23. abgesandt worden, um die Räuberbande zu vertreiben, die sich in einem Dorfe, 16 Meilen von Peking, festgesetzt hat. Die Amerikaner fanden das Dorf stark befestigt, griffen es an und nahmen eS, 7 Chinesen fielen. Der Petersburger„RcgienmgSbote" meldet vom ostasiatischen Kriegsschauplatz: General Fock rückte mit einer Abteilung, be- stehend aus einem sibirischen Schützenbataillon, zwei Schwa- dronen Kosaken und einer Halbbatterie von Gebirgsgeschützen zu einer Rekognoscierung in die Gegend der Quellen des Sungari. Die Chinesen wurden zurückgedrängt und im ganzen 10 Geschütze erbeutet. Nach kurzer Abwesenheit kehrte General Fock von seinem Zuge zurück. Am 9. d. M. hatte General Baron KaulbarS, der Kommandant des 2. sibirischen Armeecorps, ein Gefecht mit den Chinesen in der Nähe von Duguschan. bei welchem ein Offizier und zwei Dragoner auf russischer Seite ver- wundet wurden._ Uchte Tlaiheichtett und Depcfrhen« Krüger in Paris. PariS, 26. November. Präsident Krüger empfing heute Nach- mittag eine aus Persönlichkeiten der politische», litterarischcn und wisienschaftlichen Welt bestehende Abordnung, darunter die Professoren Monod nnd Havel, Senator Trarienx, Anatole France, Fredörie Passy. Professor Monod hielt eine Ansprache, in der er sagte, daß er und seine Freunde um so größere Sympathien für das Boeren- Volk empfinden, als sie selbst Ungerechtigkeiten erduldet und für daS Recht gekämpft hätten. Präsident Krüger erwiderte, daß er sich über diesen Sympathiebeweis besonders freue, da er von Männern komme, die sich zur Verteidigung des Rechts und der Freiheit zu- samniengethan hätten. Der„Liberlö" zufolge sollen mehrere nationalistische Deputierte in der letzten Kammersitzung die Absicht gehabt haben zu beantragen. daß die Kammer dem Präsidenten Krüger ihre achtungsvolle Sympathie ausspreche. Ministerpräsident Waldeck- Rousseau habe aber, als er davon verständigt wurde, so schwerwiegende Bedenken internationaler Natur geltend gemacht, daß die Deputation ihren Plan fallen ließ._ Ausstand in Genua. Genua, 26. November.(W. T. B.) Im hiesigen Hafen sind über KOv Gctreidcauölader, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen, in den Ausstand getreten. Die Ruhe ist ungestört. Verhandlungen zur Beilegung des Lohnstreits sind eingeleitet. Amerika sucht Kohlenstationen. New Dork, 26. November. Abg. Werner(Antisem.): Wohlwollen kann unS hier gar nichts helfen, diese Ehrenschuld muß thatsächlich abgetragen werden. Mit aller Beharrlichkeit müssen wir auf unsren Forderungen bestehen. Es ist ganz unerklärlich, daß die Regierung sich so verschließt. Aber um so energischer müssen wir sein. Abg. Graf v. Oriola(natl.): Einzelstagen erörtern wir am besten bei der Beratung der Vor- läge selbst. Die Forderung, die wir aufgestellt haben, daß 120 M. mehr gezahlt werden, die halten wir fest. Die Antwort des Herrn SckiatzsekretärS war merkwürdig. Ich bedaure, daß sie so ausgefalle» ist. Die Interpellation war doppelt berechtigt, da wir jetzt diese Antwort erhalten haben. Der einstimmige Protest war unbedingt not- wendig einer solchen Haltung gegenüber. Die Worte des Reichs- Schatzsekretärs, die sich gegen'mich richteten, sind eine Verdächtigung, die ich zurückweise. Meine Worte waren richtig, denn aus der Antwort des Herrn Reichs-Schatzsekretärs ging hervor, daß nur noch die finanziellen Ressorts mit den Vorarbeiten nicht fertig sind. Ich weise also die Verdächtigungen des Staatssekretärs zurück.(Bravo I bei den Nationalliberalen.) Präsident Graf Ballestrem: Ich habe die Aeußerung des Herrn Reichsschatzsekretärs nicht so aufgefaßt wie der Herr Vorredner. Ich nahm an, der Herr Staats- sekretär habe nicht dem Herrn Abg. Oriola Verdächtigung vor- geworfen, sondern habe gemeint, die Rede des Herrn Abgeordneten sei geeignet gewesen, außerhalb des Hauses den Herrn Reichsschatz- sekretär zu verdächtigen. Hätte ich die Worte des Herrn Staats- sekretärs so aufgefaßt wie der Herr Vorredner, so hätte ich sie als mit der Ordnung des Hauses unverträglich bezeichnet.(Bravo! bei den Noti onaliberalen.) Damit schließt die Besprechung der Interpellation. Es folgt die erste Lesung der GeemannSordnung mit den dazu gehörigen Gesetzen. Abg. Dr. Semler(natl.): Die Vorlage ist wohl nicht verursacht durch Veränderungen in den Verhältnissen der Schiffahrt, sondern durch die veränderten An- schauungen über die Notwendigkeit und Ausdehnung der socialen Fürsorge auf die verschiedensten Gebiete. Aus diesem Grunde muß geprüft werden, ob die Forderungen der sociale» Fürsorge sich vereinigen lassen mit den realen Verhältnissen. Es muß vermieden werden, daß mit dem Bade— das ist die Seemannsordnung— auch das Kind— das ist die Reederei— ausgegossen wird.(Lachen bei den Social- demokraten). Was die Vorlage selbst angeht, so will ich mich auf einige Punkte beschränken. Die Kommission, welche sich mit diesem Gesetze schon beschäftigt hat, will die Löschung und Ladung an Sonn- und Festtagen auch in überseeischen Häfen vollständig verbieten. Das geht entschieden zu weit. Nach Mitteilungen, die mir zugegangen sind, besteht in vielen ostosiatischen Häfen das Lösch- und Ladepersonal zuni überwiegenden Teil nicht aus C h r i st e n, sondern aus M a l a y e n und andren Farbigen. Weiter mache ich darauf aufmerksam, daß in England, also auch in all seinen Kolonien, der Neujahrstag nicht als Feiertag gilt. Da soll nun allein für das deutsche'Schiff Neujahr die Arbeit ruhen! Die Folge dieser Bestimmung wird also nur sein, daß die englische Expedition der deutschen stets vorgezogen iverden wird. Man darf eben nicht vergessen, daß der Seeweg intemational ist, die einzige Möglichkeit, diese Frage der Sonntags- ruhe zu regeln, wäre eine internationale Verständigung. Die zwei- stündige Wachtzeit in die zehnstündige Arbeitszeit einzubeziehen, scheint mir ferner ebenfalls zu weit zu gehen. Es ist mir staglich, ob das die kleinen Betriebe aushalten. Den Schutz der kleineren Be- triebe möchte ich Ihnen, meine Herren, überhaupt ans Herz legen. Die Mannschaft darf es nicht in der Hand haben, die Ueber- stunden ablehnen zu können. Die Mannschaft kann diese Frage der Ueberstunden nicht entscheiden.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Eine Resolution der Kommission lautet, es möge eine Reichsiiistanz geschaffen werden, die eine Kontrolle der Beachtung der Seemanns- ordnung bezüglich Verminderung von Gefahren, Unfällen usw. ausübe. Die See-Berufsgenosienschaft ist aber schon die Instanz, die diese Kontrolle übt, deshalb ist die Reichsinstanz unnötig, vor allem auch deshalb, weil die See-Berufsgenossenschaft unter staatlicher Kontrolle steht. Die See-Berufsgenossenschaft hat ein Interesse daran, alle Gefahren abzulenken. Man soll einem bewährten Institut nicht mit Mißtrauen begegnen, sondern man soll es durchdringen mit socialem Geist, wenn es den noch nicht genügend hat. Wenn man will, daß die Reeder mitarbeiten sollen, so muß man ihnen nicht zu sehr vor den Kopf stoßen. Die See-Berufsgenossenschaft mutz ja alle Schäden bezahlen, die durch ihre Schuld entstehen, also haben Sie ein Interesse an der Verhütung. Zum Koalitionsrecht wünsche ich, daß es dem Seemann gegeben werde. Ob man es ihm auch in fremden Häfen giebt, ist sicherlich von fraglichem Interesse für den Seemann. Es wäre ein Danaergeschenk für den deutschen Seemann. Eine principielle Frage ist es nicht. Ich hoffe, daß man auf der Mittellinie möglichst behärrt. Abg. Frese(frs. Vg.): Ich muß auf einige Einzelheiten der Vorlage eingehen, da die Kommission verschiedene Aenderungen vorgenommen hat. Ich halte es nicht für richtig, daß in den Tropen die Arbeitszeit von 10 auf 8 Stunden herabgesetzt wird. Die Konkurrenzverhält- nisse erlauben das nicht. In Bezug auf die S o n n t a g s a r b e i t kann ich mich meinem Herrn Vorredner anschließen. Es können Fälle eintreten, wo nur durch Zuhilfenahme der Sonntagsarbcit die regelmäßige Fahrzeit eineS Schiffs, das viel- leicht durch Sturm aufgehalten ist, eingehalten werden kann.— Vor allem muß ich mich aber dagegen wenden, daß auch die Offiziere Ueber st undenlohn erhalten sollen. Ich sehe in dieser Gleichstellung eine Beeinträchtigung der Autorität der Offiziere und damit eine Gefährdung der Disciplin. Die Schiffe der großen Reedereien wie die des Lloyd werden gar nicht so beladen, daß sie die Tieflade« linie, wie sie z. B. in England besteht, erreichen; betroffen werden von einer solchen Regelung also wohl vor allem die kleinen Reeder. Abg. Rettig(k.): Ich will nicht auf alles eingehen, was die Vorredner gesagt hoben. Redner tritt für die Sonntagsruhe ein, auch in fremden Häfen. Die Sonntagsruhe muß den Seeleuten gewahrt werden. Ob Ausnahmen zu machen sind, kann ja die Kommission entscheiden. Die Ueberstundenzahlung für die Offiziere besteht teilweise ja schon, die Offiziere, die nicht wollen, können ja freiwillig verzichten. Es ist wichtig, daß diese Gesetze, die für unsre seemännische Bevölkerung von großem Segen sein werden, möglichst bald verabschiedet werden. (Bravo.) Ein Antrag auf Vertagung wird hierauf angenommen. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Rechnungssachen, Seemanns- Ordnung(Fortsetzung), Gesetz betr. die privaten Versicherungs- Gesellschaften.) Schluß S Uhr._ Mttersril'chos. Von Gotha bis Wyden. Wir erhalten folgende Zuschrift: In der litterarischen Rubrik Ihrer gestrigen Nummer wird ein Satz meiner Parteigeschichte kommentiert, wozu Sie mir einige kurze Be- merkungen gestatten ivollen. Nicht sowohl zu den Ausführungen des Recensenten K. w., die mich höchstens zu der beiläufigen Bemerkung veranlassen könnten, daß ich, wenn ich die Geschichte der Partei mit gesinuungstüchtigen Redensarten hätte schreiben wollen, mir die Arbeit sehr viel leichter hätte machen können, sondern zu der von dem Recensenten citierten Ausführung des Genossen Auer. Auer will meiner Ansicht, daß die Situation im ersten Jahre des Socialistengesetzes nicht durch die Führer, sondern durch die Massen gerettet worden sei. nicht widersprechen, möchte aber hinzu- fügen, daß wie die Massen, so auch die Führer in jener schweren Zeit ihre Schuldigkeit gethan hätten. Damit konstruiert Genosse Auer einen Gegensatz, der gar nicht in meinen Worten liegt. Im Zusammen- hange lautet die Stelle bei mir:„Die Kritik der im ersten Jahre des Socialistengesetzes begangenen Fehler hatte jetzt(auf dem Wydener Kongresse) nur noch ein historisches Interesse; mochten die einen die überaus schwierige Lage und die drückende Verantwortlichkeit der Führer nicht gebührend veranschlagen, so übertrieben die andern mit der Frage, was die Führer denn hätten ausrichten können, wenn die Massen versagten. Zweifellos war die Situation nicht durch die Führer, sondern durch die Massen gerettet worden." Nach deutlicher zeigt eine andre Stelle meines Buchs, daß diese meine Ansicht sich sehr wohl mit der höchsten Anerkennung dessen ver- trägt, was die Führer damals geleistet haben. Ich sage da:„Die Notwendigkeit eines offiziellen, im Ausland erscheinenden Partei-Organs war nicht länger abzuweisen; das sah auch Geib ein, der sich am längsten dem Plane widersetzt hatte. Er selbst sollte das Erscheinen des neuen Blatts nicht mehr erleben. Am 1. August endeten seine Leiden; seinem Sarge folgten die Hamburger Arbeiter in einem gewaltigen Zuge, den bürgerliche Blätter auf 30000 Köpfe schätzten, und an seiner offenen Gruft gelobten sich seine alten Freunde, un- ermüdlich im Geiste des unvergeßlichen Manns weiter zu wirken." Indem ich Geib als denjenigen Führer nenne, der sich am längsten einem notwendigen Entschlüsse widersetzt habe, rühme ich das Wirken im Geiste dieses unvergeßliche» Manns als das Ziel der Partei. Genosse Auer verwechselt das moralische mit dem historischen Urteil. Wenn er einmal meine Ausführungen über die ersten Jahre des Socialistengesetzes darauf hin durchsehen will, so wird er. glaub ich, anerkennen, daß ich redlich bemüht gewesen bin, der Politik der Führer gerecht zu werden und ihre intellektuellen wie ihre moralischen Leistungen in jener Zeit so hoch zu würdigen, wie sie verdiene». Ganz etwas andres aber ist die historische Frage, wer damals thatsächlich die Situation gerettet hat. ob die Führer oder die Masse». Diese Frage wird nicht durch die an sich ganz richtige Behauptung entschieden, daß beide Teile ihre Schuldigkeit gethan haben, sondern kann nur auf Grund der thatsächlichen Eni- Wicklung beantwortet werden. Ob meine Beantwortung richtig ist, steht selbstverständlich dahin; ich möchte mich nur gegen das Miß- Verständnis verwahren, als ob ich mit einem historischen Urteil ein moralisches Urteil hätte fällen wollen. Es giebt nicht leicht eine undankbarere Aufgabe, als die Geschichte einer Partei zu schreiben, die noch mitten im vollen Kampf steht. Die Gegner reißen die Arbeit natürlich als ein agitatorisches Mach- werk herunter, während man in der eignen Partei für die sachliche Kritik irgend einer Partei-Ueberlieferung damit regaliert wird,„nie- mals in die Massen hinabgetaucht" zu sein und dergleichen anmutigen Tiraden mehr, die auf die konkrete Streitfrage passen, wie die Faust aufs Auge. Da icki indessen einmal das Unglück gehabt habe, auf einen so' steinigen Pfad geraten zu sein, so mag ich gegenüber einem loyalen Kritiker, wie dem Genossen Auer, der die Dinge viel zu gut kennt, um von oben herab über sie abzusprechen, nicht auf jeden Versuch einer Verständigung verzichten. Steglitz-Berlin, 2ö. November 1900. _ F. Mehring. VrckÄles. Die„Große" und ihre Aufsichtsbehörde. Daß die Große Berliner in ihrer Monopolstellung grundsätzlich alles aufbietet, um nicht allein den Angestellten, sondern auch dem Publikum das Leben so sauer wie möglich zu machen, ist eine alte, hausbackene Wahrheit. Eines der schlimmsten Uebel im elektrischen Betriebe bildet die stechende Ausdünstung d e r S a m m l e r k a st e n, die den Fahr- gästen die Kehle zuschnürt und sie zwingt, schleunigst den Wagen zu ver- lassen, um zum Behagen der Direktion neuen Passagieren Platz zu machen. Nach den Versicherungen der Direktion mutzte man die ab- scheuliche Ausdünstung für ein unvermeidliches Verhängnis halten. gegen welches die Wissenschaft ohnmächttg sei und das nicht anders beseitigt werden könne als durch Einführung des für die Gesellschaft profitableren Oberleitungs-Betriebs. Da ist nun eine Mitteilung der„Elektrotechnischen Zeitschrist" beachtenswert, die über Maßnahmen berichtet, welche im Straßen- bahnbetrieb zu Dresden gegen die Ausdünstungen der Accumula- toren gettoffen worden sind: „Da die Sache sich zu einer auffälligen Belästigung des Publikums gestaltete, hatte sich das königliche Kommissariat für elektrische Bahnen mit ihr zu beschäftigen.... Verfasser ging darauf aus, im Batterieraum durchgehends Unterdruck herzustellen und ließ Ventilationsaussätze anwenden, die für jede Fahrtrichtung eine saugende Wirkung ausüben. Bei den im Februar 1899 ange- stellten Probefahrten wurde in den Zellenraum ein Gefäß für starke Schwefelwasserstoff-Entwicklung gestellt, der Batteriekastendeckel nur unvollkommen geschlossen und dann im Wagenraum der Erfolg be- obachtet. Bei längerem Stehen des Wagens wurde der Schwefel- wasserstoffgeruch deutlich bemerkbar, verschwand aber sehr bald, wenn, bei geschlossenen Thülen, die Fahrt begann. Während der Fahrt konnte auch durch weiteres Lüsten des Batterie- kastendeckels der Geruch nicht auffällig gemacht werden. An den vorderen und Hinteren Ventilationsaufsätzen war dagegen, wie es sein sollte, starker Geruch zu bemerken. Die Wirksamkeit der Einrichtung wurde nur geschwächt, wenn die Hintere Wagen- thür geöffnet wurde, während die vordere geschlossen blieb. Die Anordnung, die inzwischen von der Deutschen Straßenbahn(in Dresden!)' durchgeführt worden ist, hat sich dauernd bewährt und befindet sich auch in weiterer Einführung." Daß die Große Berliner nicht aus eignem Antrieb dem Miß- stand zu Leibe gegangen ist, wird niemand wundern bei einer Ge- sellschnft, für die daS Publikum gii keinem andern Zweck da ist als zur rücksichtslosen Ausbeutung. Wohl aber must es auffallen, da? die i» Betracht kommende Behörde nicht daran gedacht hat. für Berlin die Mahnahmen einzuführen, die sich in Dresden bewährt haben. Nichts von alledem ist hier geschehen. Man hat der «Großen" einfach den Micke und den Oberleitungsbetrieb überlassen. Das weiße Blatt Papier. In der Verwaltnngs- st r e i t s a ch c deS BuchdruckereibcsitzerS D immick gegen den Ober- Präsidenten der Provinz Brandenburg, über die wir seiner Zeit be- richtet haben, liegt jetzt das ausführlich begründete Urteil des Ober- Verwaltungsgerichts vor. Bekanntlich wurde Dimmick. als angeblicher Borsitzendcr der Agitationskommission der Provinz Brandenburg, vor niehr als Jahresfrist von dem Polizei- Präsidenten aufgefordert, die Statuten der Agitationskommission ein- zureichen. Dimmick lehnte dies Ersuchen ab, worauf der Polizei Präsident sein Verlangen unter Androhung einer Zwangsstrafe von 150 M. wiederholte. Dimmick reichte darauf unter der Erklärung. er könne, da Statuten nicht vorhanden seien, der unberechtigten Verfügung nur rein formell nachkommen, ein leeres Blatt Papier als Statuten ein. Ob dieses Verhalten Dinnnicks als berechtigt anzusehen sei oder nicht, war der Gegenstand des"Streits vor dem Ober-Verwaltungsgericht. Dasselbe billigt Dimmicks Verhalten, indem es sich den Ausführungen seines Ver> treters, des Rechtsanwalts Dr. Heinemann, anschloh. Das Ober-Verwaltungsgericht führte in dieser Beziehung in principiell sehr wichtigen Darlegungen aus: Der Gerichtshof hat den Rechtssatz. daß eine polizeiliche Verfügung nicht Unmögliches verlangen dürfe wiederholt anerkannt und ausgeführt, daß eine Polizeiverfüqung aufzuheben ist, ivenn das Verfügte thatsächlich nicht ausgeführt werden kann oder wenn die Ausführung sich aus rechtlichen Gründen als unthunlich erweist. Dieser Grundsatz muh zu Gunsten deS Klägers Platz greifen, da die AgitationS kommission Urkunden über ihre Satzungen nicht errichtet hat. Der Kläger kann diese Errichtung auch nicht erzwingen, ins- besondere nachdem die Kommission in der Sitzung vom 21. Februar 1899 sie abzulehnen beschlossen hat. Statuten sind der Ausdruck des Willens aller Mitglieder, für einen Zwang, diesen Willen in urkundlicher Form niederzulegen, bieten die Gesetze keine Handhabe; der Vorsteher kann nicht gegen die Mitglieder au schriftliche Festlegung ihres Willens klagen; seine Macht findet in dem Willen der Mehrheit, keine Statuten zu errichten, ihre Grenze. Bei dieser Sachlage blieb der Polizeibehörde nur übrig, den Kläger als Vorsteher gemäß§ 2 des VereinSgesetzcs zur Auskunfterteilung anzuhalten, damit sie diejenige Kenntnis über den Verein erhalte, die daS Gesetz im Interesse seiner Ueberwachung als notwendig ansieht. Eine solche Aufforderung steht jedoch nicht in Frage. Die Verfügung aber, welche dem Kläger die Einreichung der Statuten auferlegt, obgleich solche nicht vorhanden sind, unter liegt der Auherkraftsetzung, weil sie den Rechtssatz verletzt, daß Un mögliches von niemand verlangt werden darf. Der Stadtverordnete Kalisch hat folgenden Antrag an die Stadtverordneten-Versammlung gerichtet:«Die Stadtverordneten Versammlung ersucht den Magistrat, mit ihr gemeinschaftlich: 1. beim Reichstag gegen jede Erhöhung der Lebensmittel- z ö I l e und für langjährige Handelsverträge einzutreten. 2. den nach hier berufenen Preußischen S t ä d t e t a g zu veranlassen. sich diesem Vorgehen anzuschließen, 3. die auf dem Preußischen Städtetag nicht vertretenen größeren deutschen Städte zu bestimmen. sich den Maßnahmen der Reichshauptstadt beziehungsweise des Preußischen StädtetagS ebenfalls anzuschließen. Die schwarze Liste der Berliner Grundbesitzer enthält nach den Angaben, die der hausagrarische Stadtverordnete Wallach in der letzten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung machte, nicht weniger als 4190 Namen verzeichnet. Somit steht etwa jeder hundertste Mieter in der Schutzliste; ein Zeichen der Rigorosität, mit der die Hauswirte den Boykott ausüben. Unzweifelhaft ist die Obdachlosig keit zu einem wesentlichen Teil dem bekannten Streben der Haus besitzer zu verdanken, das darauf hinausgeht, jedem Mieter, der ein- nial in Not geraten, den schweren MietSzins nicht prompt zahlen konnte, überhaupt daS Wohnen in Berlin unmöglich zu machen. Allerdings sind es durchaus nicht allein Personen aus der arbeitenden Klasse, die in der schwarzen Liste verzeichnet stehen. Wir finden da Bäckermeister, Kauslcute, Weinhändler, Restaurateure, Schlächtermeister, Schauspieler, Fabrikanten, Schriftsteller, Elektro- techniker, ferner je einen Direktor. Zahnarzt. Volksanwalt. Molkerei besitzer, Registrator, Gesindevermieter und Apotheker. Ja, um den Humor zu seinem Recht kommen zu lassen, steht sogar ein leib- haftiger Hausbesitzer als fauler Kunde auf der Bohkottliste. Die Hauswirte sind zwar gehalten, solche Mieter, die den Miet- zinS nachträglich bezahlt haben, in der Geschäftsstelle des Bundes. Burgstraße 1a, anzumelden, doch scheint es, daß die Herren dieser Vrrpflichtung nur sehr lau nachkommen, wenigstens finden sich in den sechs bisher erschienenen Listen, deren jede 480 bis 796 Namen und Adressen boykottierter Mieter enthält, im ganzen kaum zwei Dutzend rehabilitierter Personen verzeichnet. Daß ferner die de» Hauswirten vom Bundesvorstand auferlegte Verpflichtung, die Schutzliste geheim zu halten, in den taufenden Fällen, die in Betracht kommen, weder gehalten noch ordentlich kontrolliert wird, ist ersichtlich. Dem Mißbrauch ist Thür und Thor geöffnet. Wichtig! Wir erhalten folgende Zuschrift: Da nunmehr der Harmlosen-Prozeß zum zweitenmale verhandelt wird, sieht sich die unterzeichnete Kolonie veranlaßt, öffentlich die Erklärung ab- zugeben, daß sie mit den Angeklagten weder identtsch ist»och mit ihnen in irgendwelcher Beziehung steht. Die Kolonie der Harmlosen auf den Kölluischen Wiesen. I.A.: Oskar Hantzenbe rg. Falckensteinstraße 28. Mitglied des Wahlvereins im vierten Reichs- tagswahlkreise. Noch etwas Harmloses. In der letzten Nummer der„Allg. Haus- und Grundbesitzer-Zeitung" wird arg über uns hergezogen. tveil wir am Sonntag vor acht Tagen die kindervertilgende HauS- bcsitzerpoesie an den Pranger gestellt haben. Die von uns der Oeffentlichkeit preisgegebene Strophe sei harmlos und wir sollten unser Gehirnschmalz zu etwas andrem verwenden als f r i e d- liebende Menschen gegeneinander zu hetzen. Friedliebend und harmlos hat sich in der Thierwclt bekanntlich anch ein gewisser Herr Jscgrimm genannt. Wenn das heutige Gebahren der Hausbesitzer noch von solchen Tugenden durchdrungen ist, dann möchten wir sie nicht als reißende Thiere sehen. Die östrcichischen Bereinsthaler, welche noch vielfach im Umlauf sind, werden vom I.Januar nächsten JahreS ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel angesehen. Außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen ist niemand verpflichtet, diese Münze in Zahlung zu nehmen. Besteuernng von FriedhosSland. Für die Nachbargemeinden Berlins ist eine Entscheidung des OberverwaltungSgerichts, die die Besteuerung von zukünftigem Kirchhofsland betrifft, von Bedeutung. Drei Berliner Kirchengemeinden(St. Golgatha. St. Johannes- Evangelist und Gnadenkirche) hatten im Jahre 1391 auf Reinicken- dorfer Gebiet 70 Morgen Land zur Kirchhofszwecken erworben. Die Besitzerinnen benutzten hiervon vorläufig nur 16 Morgen, die umzäunt lvorden sind. Das übrige Land ist bis zum 1. Oktober 1902 für 850 M. jährlich an«inen Landwirt verpachtet. Der Gemeindevorstand zu Reinickendorf hat nun die drei Kirchengemeinden»vegen des nicht eingezäunten, jetzt landwirtschaftlich genutzten Lands' für das Jahr 1898/99 niit 700 M. zur Gemeinde-Grundstener herangezogen. Die Veranlagten erhoben nach erfolglosem Einspruch Klage im Ver- Waltmigsstreit-Verfahren und forderten ihre Freistellung von der Steuer, weil es sich um Land handle, das einst kirchlichen Zwecken dienen solle. Der Bezirksausschuh wies jedoch die Klage ob und das Ober-Verivaltungsgericht bestätigte dieser Tage seine Entscheidung, indem es begründend ausführte: Der 8 24i des Kommunal-Abgabengesetzes gewähre für Grundstücke der Kirche Steuerfreiheit nur insoweit, als die Grundstücke für kirchliche Zwecke unmittelbar benutzt würden. Das sei aber nur hinsichtlich b-S eingezäunten und für Begräbnisse eingerichteten Teils der Fall. Das übrige Terrain unterliege der Besteuerung. Unerheb- sich sei der Einwand der Klägerinnen, daß ein Verkauf dieser 64 Morgen nur mit Genehmigung der kirchlichen Aufsichtsbehörde möglich wäre. Die Verpachtung deS öffentlichen Anschlagwesens wird jetzt vom Magistrat für die nächsten zehn Jahre neu ausgeschrieben. Der zehnjährige Vertrag mit dem jetzigen Pächter läuft am 31. März 1901 ab. Die Pachtsmnme hat für das Jahrzehnt 1891 bis 1901 jährlich 266 000 M. betragen, dagegen für das Jahrzehnt 1881 bis 1891 jährlich 60 000 M. und für die Zeit vor 1381 jährlich sogar nur 6000 M. Wie Kriminalkommissar Thiel verhaftet wurde, dazu geht der„Welt am Montag" die Schilderung zu, Ivonach sich der Vorfall wie folgt abgespielt hat: Ein Konditorsräulein in Charlottenburg machte beim Durchlättern einer mit Illustrationen versehenen Zei- tung die Wahrnehmung, daß«in Herr, dessen Bild die Unterschrift „Bergwerks-Direktor L u p p a" trug. identisch war mit einem Hern», der in letzter Zeit täglich in Begleitung eines andren Hern» die Konditorei besucht hatte. Da sie glaubte, auch das Bild dieses andren Herrn kurze Zeit vorher in einer Zeitung gesehen zu haben, machte sie ihren Chef darauf aufmerksam, und dieser stellte durch Heraussuchen des alten Blatts fest, daß das erste Bild den Kriminalkommissar Thiel darstellte. Der Konditor hielt es für seine Pflicht, von seiner Wahrnehmung und dem steten Ver- kehr der beiden Herren in seinem Lokale während des Prozesses Sternberg Anzeige zu erstatten. Dem persönlichen Eingreifen des Ministers' von Rheinbaben, der sich sofort durch den Polizeidirektor Dieterici Vortrag über die Sache halten ließ, sei es zu danken, daß Thiel noch verhaftet»verden konnte. Eine„Reform" deS Straßenbahn-Abonnements. Wie das „Berl. Tgbl." hört, soll der Preis für Abonnements auf jeder Linie der Großen Berliner Straßenbahn 6 Mark vom 1. Januar ab bt tragen. Anschlußstrecken kosten 2 Mark gegen früher 2,50 Mark. Wenn diese Mitteilung sich bestätigen sollte, fo handelt eS sich um eine abermalige Uebervorteilung des Publikums. Das Abonnement wäre gerade doppelt so theuer wie auf der Stadt- und Ringbahn. Auch auf den Bahnen der Firma Siemens u. Halske kann man einen ganzen Monat für drei Mark fahren; warum sollte da die Große nicht den gleichen Abonnementspreis festsetzen können? Frau Lina Morgenstern hat gestern ihren 70. Geburtstag be gangen. Die Dame wurde mit einein Kaffeeservice, einer Geld- summe und andren Kostbarkeiten beschenkt. Zu einem Jahr Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstands ist gestem von der Berufungsinstanz deS Kriegsgerichts der Unteroffizier Straußmann vom 20. Jnfanterie-Regiment verurteilt lvorden. weil er sich im Manöver an einem vierjährigen Kind vergangen hatte. Die erste Instanz hatte auf 6 Monat Gefängnis erlannt. Eine Revolverschießerei verursachte in der vergangenen Nacht in dem Hause Kochstr. 48 und der Nachbarschaft einige Aufregung. Hier wohnen im Seitenflügel und im Qnergebäude ein Schuhmacher Richard Wulfert und ein Maler Johannes Krause in Schlafstelle. Diese beiden kamen nachts um 1'/» Uhr zu gleicher Zeit nach Hause, trafen sich auf dem Flur und gerieten über die schwierige Frage, wer die Hausthür würde verschließen solle»», in Streit. Ein Wort gab das andre. Schließlich drohte Krause, der lvahrscheinlich betrunken war, seinem Gegner, daß er ihn erschießen»verde, zog einen Revolver aus der Tasche und feuerte einen Schuß in die Luft ab. Der Knall brachte eine große Anzahl der HauSbeivohner auf die Beine. Wulfert machte der Polizei Anzeige. Krause verließ noch mitten in der Nacht seine Wohnung»vieder. Zu erschießen versuchte sich am Sonntagvormittag der Ein- jährig-Freiivillige Erich Heydtmann von der 2. Koin- pagnie des Magdeburgischen Pionier-BataillonS Nr. 4. Heydtiriann, der aus Charlottenburg gebürtig ist, verließ am 22. d. M. seinen Truppenteil ohne Urlaub und kam hierher. Ain Sonntagvormittag »im 10 Uhr besuchte er einen ihm befreundeten Studenten Christensen in der Krummenstr. 21. Nachdem Christensen»veggegangen war, ver- suchte er, sich durch einen Revolverschuß zu töten.' Die Kugelj streifte aber nur die rechte Stirnseite. Der Berlvundete Ivurde nach An- legung eines Verbands in das Charlottenblirger Garirisonlazarett gebracht. Sein Truppenteil erbielt Nachricht von dem Vorfall. Zwischen zwei Puffern zermalmt wurde am Sonntagfrüh auf dem Hamburg-Lehrter Güterbahnhof der Güterarbeiter Julius Wills. Wills hatte auf dem Bahnhof zu thun und überschritt dabei. einer ausdrücklichen Vorschrift entgegen, Geleise. An einen Wagen, der auf den Schienen angebremst stand, dicht vorbeigehend. sah er nicht, daß ein andrer Wagen, der zum Rangiere» abgestoßen»var und nun ohne Begleitung lief, auf ihn zu kam. Als er die Gefahr merkte, bückte er fich schnell, um noch zwischen beiden Wagen hindurch- zuschlüpsen. Dabei geriet er jedoch gerade mit der Brust zwischen die beiden Puffer, die ihm den Brustkasten zermalmten. Der Un- glückliche blieb auf der Stelle tot liegen. Plötzlich vom Tode ereilt»vurde gestern mittag der Bankier I. P e i s e r in dem bekannten Restaurant von Siechen in der Behrenstraße. Er nahm an einem der Tische Platz und bestellte eine Zlasche Selterwasser. Als er das GlaS erhob, um zu trinken, fiel er plötzlich rücksing« vom Stuhle und war auf der Stelle tot. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Feuer im Cafö Friedrichshof, Ecke Friedrich« und Kochstraße, alarnrierte Montagabend 7 Uhr die Feuerwehr. Durch Unvorsichtig- keit Ivaren im dritten Stock des Quergebäudes Gardinen in Brand geraten, der aber sofort unterdrückt werden konnte. Feuerbericht. Sonntag Abend kam Reinickendorferstraße 68 infolge Explosion einer Petroleumlampe ein Zimmerbrand zum Ausbruch, der noch im Keime erstickt wurde. Später wurde die Wehr anläßlich eines WohnungSbrand« nach Grünauerstroße 9 gerufen, wo mehrere Möbelstücke in Flammen aufginge»». Schornstein- brände venirsachten im Laufe des Tags Alarm nach Oranien- traße 104, Fischerbrücke 2 und Potsdamerstratze 4. Sonnabend Abend wlirde aus dem Ai»halter Güterbahnhof eine Baubude durch euer zerstört. Borher war Kleine Hamburgerstraße 24 in einem leiderladen Feuer ausgekommen, das die Wehr einige Zeit be- chäftigte. Verschiedene' weitere Alarmieningen der letzten Tage waren auf blinden Lärm zurückzuführen. Ueber China und die chinesische Kultur hielt der General- konsul v. Hesse-Wartegg am Sonnabend in der Urania einen Vortag, dessen Inhalt sich auf langjährige Reisen in dem großen Reiche des Ostens stützte. Im Gegensatz zum zeitgemäßen Hurra- Patriotismus sprach Herr v. Hesse-Wartegg mit einer gewissen Achtung von der Kultur des asiatischen Reichs, die schon vor 6000 Jahren ge- blüht habe, zu einer Periode also, wo unsre Vorfahren wahrscheinlich noch in Höhlen und auf Bäumen gehaust hätten. Zur Zeit, als Aegypten in Blüte stand und selbst noch in den Tagen des römischen Reichs wären nach dem Ausweis zahlreicher Funde die Mittelmeer- länder für den chinesischen Handel bedeutsame Absatzgebiete ge- Wesen, hätten also für China e,ne Rolle gespielt»vie heute für den europäischen Export etwa der Osten. Der augenfällige Uniftand, daß im Gegensatz zu dem Entstehen und Verschwinden zahlreichen Kulturen auf europäischem Boden die chinesische ungeheure Zeit- rärime überdauert habe, lasse an sich schon darauf schließen, daß im chinesischen Volk»vie in der chinesischen Staatsverfassung ein guter Kern stecke. An mannigfachen Beispielen wies dann' der Redner nach, daß die Erstarrung dieser Kultur wesentlich mit dem Ein- dringen der Mandschudynostie im Zusammenhang steht und daß vor alle»» daS blutsaugerische Mandarinentilm am Mark deS intelligenten Volks zehrt. Bedeutsam waren die von Herrn v. Hesse-Wartegg im Hin- blick auf die gegenivärtigen Wirren vertretenen Ansichten, die um tiefer»virkten, al» sie im Tone entschiedener Mäßigung vor getragen»vurden. Mit Bevauern sprach der Redner von den Menschen- opfern, die der Einfall der Europäer fordere und die auch von deren Jnteressenstandpunkt aus unnütz verthan seien. Auf eine Reform der Staatsverwaltung, auf die Abschaffung der Mandarinenwirtschast möchten die Diplomaten bedacht sein; die Zerstörung von Städten, die Vernich- tung von Menschenleben sei nicht allein an sich kulturwidrig, sondern auch rein vom militärischen Standpunkt aus völlig zwecklos. Mit gutem Vorbedacht lvähle die chinesische Regierung das Mittel, durch ei»e> Art Nachgeben zu siegen; sie ziehe ihre Truppen vor den Europäernzurück und isoliere die feindlichen Heere, verdamme sie auf dem ihnen fremden Boden zu z>veckloser aufreibender Unthätigkeit.- Völlig absurd sei der Gedanke, daß die europäischen Heere dem chinesischen Hofe nach Singanfu folgen könnten; der Marsch durch den schmalen, qualvollen Hohllveg, der durch die univirtliche Wüstenei deS LößgebietS führe, bedeute für ein feindliches Heer völlige Vernichtung. Und selbst wenn das UiNvahrscheiilsiche unter furchtbaren Menschenopfem gelänge,»vürde der Hof inzwischen längst eine andre Residenz aufgesucht haben und das aussichtslose Spiel müsse von neuem beginnen. Der Redner legte dann noch dar, daß der chinesische Winter, der jetzt begoirnen habe, sogar das Landen von Truppen in den in Betracht kominenden Hafenstädten»»»möglich mache. Herr v. Hesse-Wartegg schloß mit dein Wunsche, daß die Mächte, von der Zivecklosigkeit weiterer militärischer Operationen überzeugt, in ihrem Interesse so bald als möglich den Krieg beenden und dem Kaufmann die Bahn frei lassen möchten. Von der Ge- schicklichkeit friedlicher Handelsoperationen hänge es ab, China zu einem für die europäische Industrie überaus bedeutsamen Absatz- gebiete zu machen._ AnS de»« Nachbarorte»«. AuS Köpeitick wird uns zu dem Resultat der in voriger Woche vollzogenen Stadtverordneten-Wahlen noch mitgeteilt, daß � der errungene Sieg viel bedeutsamer war, als von den Parteigenossen erlvartet wurde. Die Stimmenzahl der bürgerlichen Kandidaten betrug bei den Wahlen von 1893 noch 660, sie ging diesmal auf 383 resp. 447 zurück; unsre Stimmen hingegen sind seitdem von 600 auf 876 und 898 gestiegei». Unser Sieg würde noch geivaltiger gewesen sein, wenn nicht die Teilung in zwei Wahlräume manchen Arbeiter an der Stimmabgabe gehindert hätte. Wir hätten auch noch das zehnte Mandat erobert,»venu nicht der von uns in Aussicht genommene Kandidat im letzten Augenblick die Kandidatur abgslehi»t hätte. Ein andrer Hausbesitzer, denn ein solcher mutzte es sein, war unter den Parteigenossen in der kurzen Zeit nicht aufzutreibei». Verdorben, gestorben. Eine unbekannte.Tippelschickse" im Alter von 26 Jahren ist nach einer aintlichcn Bekanntmachung, in einer Wellblechbude an der Haltestelle Bergholz in der Uckermark tot aufgefunden worden. Sie»var, im sechsten Monat schivanger, vier- zehn Tage vor ihrem Tod mit drei Bäckergesellen zugereist gekommen und hat nach Stetttn weiter»vandern wollen. Die Aerzte haben konstattert, daß die Unbekannte an Herzlähmung gestorben ist. Versninntluttgen. Berichtigung. In dem Bericht über die Versammlung derKrankm- lassenvorstande in voriger Nummer heißt es zum Schluß in Bezug auf die Aufbringung der Kosten zu den veranstalteten hygie, tischen Vorträgen: „In der Diskussion sprachen sich Hobl, Kohl», Dr. Friedeberg, Albrecht, Ebert, Stuhlmai»»» und andre dahin aus, daß die Kranken- kästen nicht für den gedachten Zlveck Gelder belvilligen könnten." An Stelle des.nicht" muß es.wohl" heißen, so daß eine Bejahung der Frage ausgesprochen wird. Bäcker Berlins und Umgegend. DienStag, den 27. November, nachmittags 3 Uhr: Große öffentliche Versammlung in NieftS Festsälen, Weberstr. 17._ Eingegangene Druckschriften. Bernsteil«, Eduard. Zur Geschichte und Theorie deS EoclaliSmuS. Berlin Bern 1991.(Akademischer Verlag für sociale Wiffenschaften).— Der Band bringt eine Sammlung von Aufsätzen, die Bernstein seit dein Jahre 1898 veröffentlicht hat. Neu hinzugefügt sind einig- Nachbemerkungen. Von der„Neuen Zeit"(Swttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 8. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus den» Inhalt beben wir hervor: Die Methode Bülow.— Der Kohlenwncher. Bon A. Bebel.— Klassen- kämpf und Ethik. Bon St. Äautsky.- Der Streik der Stohlengräber in den Vereinigten Staaten. Von I. L. Franz.— Ein weitverbreiteter Fehlschluß. Von E. Belfort-Bax.— Litterattsche Rundschau: Emil ThomaS, Die letzten zwanzig Jahre deutscher LItteraturgeschichte 1889 StS 1999. Ludwig Wolt- mann, Pilgerfahrt.— Feuilleton: Der Tod. Bon Gustav Wied. Autori- sterte Uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Mann.(Fortsetzung.) Mnrktprelse von Berlin an, 24. November 1000 nach Ermittlungen des kgl. PoltzeipräffdiumS. ») Welze», gut D.-Ctr. .»uittel. gering ») Roggen, gut .»uittel. . gering fßGerste, gut „ mittel, gering -f)V->s«r. gut »Nittel. .. gering Nichlstroh, Heu Erbsen, Speisebohnen. Linsen. 15,29 15,12 15,94 14,95 13,99 13.93 15,49 »4,59 13,79 18,29 15,19 14,19 7,59 7,89 49.- 45,- 79,- 15,16 15,98 16,— 14,93 13,96 13,99 14,69 13,89 13,- 15,20 14,20 13,20 6,66 5,30 25,— 20,— 30,- kgl. Polizeipräsidiums. Startoffel» neue, D-Ctr. Niiidsleisch, Stellte 1 kg do. Bauch. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch. Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Schlei, Bleie Strebs« 69 Slflä 1kg per Schock 6,- 1,60 1,30 1,60 1,80 1,60 2,80 4,80 2,20 2.50 2.60 1,80 1,60 3,- 1.40 12,- ») ab Bahn und frei Mühle. t) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 26. November. Der Getreidemarkt 1,20 1- 1,10 1:= 2,- 8,- 1- 1,40 1,20 1,- 0,80 1,20 0,80 2,50 verkehrte in fester Haltung auf die gebefferten nordamerikanischen Telegramme hm. Ferner regten die Petersburger Meldungen zu Sausen an, wonach bei fehlender Schneedecke starker Frost anhaltend eingesetzt hat. Abgeber waren nur spärlich vertreten. Weizen auf Lieferung erzielte 9,29 M. Er- höhung, Roggen 9,75 M. Der Handel, wenngleich nicht allzu belebt, ergab anziehende Preise, im»vetteren Verlauf war«ine Abschwächung zu konstatieren, welche wohl durch mattere Notterunge» auS Oestreich-Ungar» bewirkt wurde; Brotgetreide verkehrte zum Schluß in lustlos« Haltung. Haser still,«her schwach. Rüböl auf schwaches Paris 9,39 nachlaffend. Spiritus. 79« LocospirituS 45,69, also 9,39 niedriger. Witterungsübersicht vom«6. November 1900. morgen» 8 Uhr. |«4K Stationen Swinemde Hamburg Berlin graukfM. Miincheu Wie» Welter as ü'- all gö 2 Dunst INcbel 2bedickt 2bedeckt 2 heiter Isbedeckt Stationen s e ist Haparanda Petersburg Cork Aberdeen Pari» s I ffl» 754 WNW 748|S$© 7ö3SO Wetter 2hlb.Sed 7 bedeckt «bedeckt Ii -13 11 » »vel»er»Prognose»wr pcii it»uv* Ziemlich warm, zeitweise aufklarend, vorherrschend wolkig mit etwa» Regen und schwachen südlichen Winden. BerlinerWetterburean. Briefkasten der Redaktion. TlenStng, Tie suristische Sprechsinnde findet Montag. TonnerStag und Freitag von 7—9 Uhr abend» statt. Arbeiterfekretariat Frankfurt a. M. Die erste und zweite Frage wird Ihnen auf unsre Veranlassung von andrer Seite brieflich beantwortet werden. Wegen Frage 3 und 4 wenden Sie sich vielleicht au Herrn Stadtrat Flesch dort. <9. G. 1. 1. Fragen Sie beim Komniando des 77. Infanterieregiments an. 2. Inserieren Sie in deutsch, amerikanischen Zeitungen. 3. Di« Vir- jährung ist spätefteus mit Ablauf des 44. LebenSiahrs vollendet. 4. Di« Strasanzejge wegen Unterschlagung ist noch zulässig. P. Z. 100. 1. Ewe bestimmte Zeit ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, Es kommt ganz auf den einzelnen Fall an. In der Regel werden dreimal drei Stunden als das angemeffene Maximum angesehen»verden müssen. 2. R. 1. Die Kinder gehören nicht zur Landeskirche. 2. Der Stempel 2. Ja. 3. Falls es sich um ungewöhnliche, bringliche Arbeit handelt, ia. 1 ziehen. Steht die Krankheit in feinem Zusammenhang mit dem Dienst, Wettende H. Norddeutscher Reichstag. Einen Nord deutschen bann hat das Mädchen die Kurs usw. Kosten zu tragen, die Herrschaft muß beträgt 1,50 m. und ist binnen 14 Tagen seit Errichtung des Testaments W. E. 44. Sie sind nicht versicherungspflichtig. Wenn Bundestag hat es nie gegeben. Johann Schulz. Kommen Sie in die diese Kosten unter Umständen verauslagen, darf sie aber dann von dem auf zu kaffteren. H. J. Sie ber Arbeitgeber Sie aus freien Stücken versichert hat und die Versicherung Sprechstunde und bringen Sie das Kassenstatut mit. C. Sch. Sie müssen die Krankheitszeit entfallenden Bohn des Mädchens abziehen. den Entschädigungsanspruch vor Ablauf von zwei Jahren seit dem Unfall brauchen die Sachen nur gegen Zahlung der Restschuld und der von Ihnen längere Zeit hindurch mit Ihrem Wissen und Willen durchgeführt ist, kann Kroll, Frey: unter Umständen eine stillschweigende Vereinbarung dahin zu stande gebei dem zuständigen Vorstand der Berufsgenossenschaft anmelden. Am besten für die Einlösung verausgabten Beträge herauszugeben. drei wie schriftlich, durch eingeschriebenen Brief. stadt. Die Innung kann keinerlei Schritte gegen die feitige Anmeldung unzulässig. Kommen Sie in die die Sprechstunde. Rhenus. Beliebig oft. A. A. 3. feiner Krankenkasse anzugehören. 2. Hat das Mädchen sich die Krankheit Am besten bezahlen Sie. Den Beweis, daß Ihnen zu wenig Alexander Sauer. Es fängt am 1. Januar 1901 an. da Wenden Sie sich an den Hauswirt, eventuell die Polizei. Sie brauchen durch oder bei Gelegenheit des Dienstes zugezogen, dann muß die Herrschaft geliefert i würden Sie taunt führen können, 1000. Ja. fich den Unfug nicht gefallen zu lassen. thun Sie das sowohl mündlich, R. B. 74. 1. Dienstmädchen brauchen Meister unternehmen. Das folgt aus§ 100g ber Gerende ommen sein, daß der Arbeitgeber zu versichern hat. Dann wäre die eint worden für Kur und Verpflegung sorgen und darf die Kosten nicht vom Rohn ab- Ihre Angaben, weil Sie Partei find, nichts beweisen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 27. November. Opernhaus. Der Ring des Nibe: Iungen. Das Rheingold. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Welt in der man sich langweilt. Anfang 72 Uhr. Meues Opern: Theater( Kroll). Geschlossen. Deutsches. Die Macht der Finster nis. Anfang 72 Uhr. ,, Die 99 RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Weltausstellung in Paris". Im Hörsaal: Wie soll man heizen" von Dr. Nass. Invalidenstr. 57/62: ,, Kometen und Meteore" von K. Graff. Invalidenstr. 57/62. 1100 Leffing. Johannisfeuer. Anfang Tägl. Sternwarte. 7 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. An fang 7 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Carl Weiss- Theater Anfang 7/2 Uhr. Neues. LandGr. Frankfurterstr. 132. Die Liebesprobe. Anfang Faustrecht und friedensbruch. 72 Uhr. Weften. Cirkus Schumann. Heute, Dienstag, den 27. November, abends präcise 72 Uhr: Gr. brillante Gala Vorstellung. Ganz exquisites Programm. 11. a.: Neu! Wiederauftreten Achtung! VI. Wahlkreis. Achtung! Dienstag, 27. November, abends 8 Uhr, im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8: des Amerikaners Rawsone und der Amerifanerin June mit ihrem und sensationellen und für Europa voll ständig neuen Att. Löwen Baron Löwen mit seiner komisch dressierten Raubtiergruppe. Direktor Albert Schumanns an erkannt unerreicht dastehende Originaldreffuren. Die phänomenalen 5 Jockeys 5. Die russische Truppe 5 Alex 5. rois du Aapis 5 Balaguers 5. Um 92 Uhr: Les Lucia von Lammermoor. Schauspiel in 3 Atten v. G. Ritterfeldt. CHINA. Anfang 72 Uhr. Central. Der Brautvater. Anfang 71 Uhr. Seceffionsbühne. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Anfang 71 Uhr. Schiller. Fauft.( 2. Teil, 2. Abend.) Fausts Tod und Erlösung. An: fang 8 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüffel. fang 72 Uhr. Luifen. Amaturi. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Ans Die Fledermaus. Anf. 71/2 Uhr. Carl Weiß. Faustrecht und Land: friedensbruch. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Die Zwiderwurz'n. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Loreley. Fräulein 8 Uhr. Anfang Palaft. Specialitäten Borstellung. Die Regimentstochter. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Baffage Panoptikum. Specialt Anfang 8 Uhr: Mittwoch: Zum erstenmal: Der rechte Schlüssel. Schauspiel in 4 Atten v. Francis Stahl. Das größte Manegen- und Wafferschauftück der Gegenwart. Der Krieg in Ost- Asien. Partei- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung der Vertrauensleute und Neuwahl derselben. Berichterstattung der Agitations, Lokal: 221/14 Preßkommissions- Mitglieder und Neuwahl derselben. 2. Vortrag des Genossen G. Ledebour: Um 153 Millionen und 12 000 Mark. Die Vertrauensleute. Bahlreichen Besuch erwarten Centralverband der Maurer etc. Zahlstelle Berlin II. Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung 197 im Gewerkschaftshanse( großer Saal). Regen Besuch erivartet Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Verbandsleitung. 190/16' Det greit wurde und ein raffiger Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heut nacht Knabe geboren. Halle a. S., 25. November 1900. Donnerstag und folgende Tage: Die Unfren in Siautichou. Der Wilhelm Swienty und Gertrud, Der rechte Schlüssel. Sonnabend, nachmittags: Kinder vorstellung: Schneewittchen. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Letzte Woche des sensationellen November- Programms Eintr. inkl. Panoptikum 50 Pf. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. täten D Borstellung. Anfang Nur noch wenige Tage! Riefen: November: Programm. Kolossaler Lacherfolg! 8 Uhr: mittags 12 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( m Theatersaal) Abends 8 Uhr: Die Weltausstellung in Paris. Neu! Neu! Im Hörfaal: Wie soll man heizen? Die Regimentsnummer Bon Dr. Naß. Invalidenftr. 57/62. Kometen und Meteore. Von K. Graff. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Faust bon Goethe, der Tragödie II. Teil. ( 2. Abend: Fausts Tod und Erlösung). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich all are langweilt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Ephraims Breite. Freitag, abends 8 Uhr: Ephraims Breite. Central Theater Anfang 72 Uhr. Der Brautvater. Gesangsposse in 3 Aften von Adolf Rosée. Musit von H. Platbeder. Mitwirkende: Damen: Albes, Grabit, Walde. Herren: Albes, Ander, Kunstabt, Morway, Schulz, Sondermann. Morgen und folgende Tage: Der Brautvater. Bosse mit Gesang von M. Reichard. Schladebach, Aufstand der Borer; Krieg. Die Verbündeten vor Taku- Peking. Neue Einlage. Allabendlich stürmischer Belfall. Ein Bravourstüd I. Rangs. Erſtürmung der 20 Buff hohen glatten chinesischen Mauer. Siffung der deutschen Flagge. Sanssouci Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Bf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereins- und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Deutsche geb. Liebknecht. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und verw. Gewerbe. Donnerstag, 29. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engeljer 15, Saal 1: Fortsetzung der ordentl. General- Versammlung vom 19. November. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen dringend notwendig. Der Vorstand. 274/14 Bernh. Jost, Georg Bäßler, Vorsitzender. 9 Schriftführer. Cirkus Busch Bahlstelle Berlin. jad Branchen- Versammlungen Bihmöbel- Tischler der am Dienstag, den 27. November 1900, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Küchenmöbel- Tischler am Dienstag, 27. November, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c. Telephon- Tischler fowie derjenigen, welche auf telegraphische, photographische und chirurgische Apparate beschäftigt sind, am Mittwoch, 28. November, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiral- Straße Nr. 18 c. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kontrollkommissions- Mitglieder über die Werkstatt- Verhandlungen. 2. Wie gestaltet sich die gegenwärtige Situation in der Branche. Es ist eines jeden in der Branche beschäftigten Kollegen, zu 19 erſcheinen. Pflicht Dienstag, 27. Novbr., abds. 71/2 Uhr: Dienstag, den 27. November, abends 8% Uhr, bei Stechert, Elite- Gala- Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Andreasstraße 21: Branchen- Versammlung Prichard Winkler. Konzerthallen Berliner Landpartien Serren- Schreibtisch- u. Büffett- Tischler. Lona Cass, bie jüngste deutsche Soubrette.- Gisella- Quartett, Cancan à la parisienne. Clown Levator, einzig in seiner Art. großartige Redturner. The Bretons, Anfang 72 Uhr. Entree 50 Pf. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,, Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. Militär u. Kinder 25 Pf. Apollo- Theater. Um 91 Uhr: Fräulein Loreley Die vorzügl. November- Specialitäten. Thalia- Theater Chavita. Carola. Dresdenerstr. 72. Die Premiere bon ,, Amor von heute ist infolge der Erkrankung Miss Madge Ellis. von Frl. Ada Milani verfchoben. Pannonia. Sulivan u.Aranka. Heute und folgende Tage: Der Liebesfchlüssel. Große Ausstattungspoffe in 3 Aften. Die grünen Premieren: Billets werben umgetauscht. Seceffionsbühne. Alexanderstr. 40. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Morgen; Dieselbe Borstellung. Passage- Panopticum. Neu: Krao, das Bindeglied zwischen Mensch u. Affe( lebend). Liza, bas 12jährige Riesentind ( 336 Pfund schwer). China in Berlin. Großes theatralisch- ethnographisch. Schauftück in 11 Bildern. Entree einschließlich Theater 50 Pf. Kinder die Hälfte. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Riccardo u. Benedetto. Anfang 8 Uhr. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Spandauer Brücke. Täglich 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. ult über Ult. Tolle Streiche zu Waffer und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Li- Hung- Tichangs Reinfall in die Spree. Hypnotismus? Suggestion? ober Spiritismus??? des berühmten Hoffünstlers Direktor M. Roesner. Europäische Kavallerien Charivari von 100 Clowns, und Pummels Roman auf 16 Schulpferden. Gr. ober: Berliner Leben. new ideale Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Arbeits- und Lohnverhältnisse in unfrer Branche. 2. Diskussion. Es ist Pflicht, daß sämtliche Tischler dieser Branche in der Bera sammlung erscheinen. Mittwoch, den 28. November, abends 8 Uhr, im Weddingpark, Müller- Straße 178: Branchen- Versammlung der Modell- u. Fabriktischler, sowie Modelldrechsler. Tages Ordnung: 2 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl: Wie fann ich mich gegen die Lungenkrankheit schützen?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Berliner Gesangspoffein 5 Bildern. Dirett. Busch mit feinen groß Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und afé Schurig, Dresdenerstr. 128, nahe Kottbuser Thor. -Kaffee 15, Bier 10; ca. 50 hiesige u. auswärtige Beitungen; zwei Billards ( Kertau), Stunde 40 Pf. Bahlstelle Freie Volksbühne. A. Kawiecki, Schneidermeister. Empfehle mein großes Lager in: und ausländischer Stoffe zur Ans fertigung von Herrengarderobe zu äußerst billigen Preisen. Für guten Siz wird garantiert. 1542* artigen Meisterdreffuren. Herr Oskar Nenz als Schulreiter. Vorzüglichste Programmnummern! Avis! Sonntag, 2. Dezbr., nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse, vis- a- vis dem Rathaus. Dienstag, 27. November, abends 8 Uhr: Große brillante Vorstellung. Vorzügliches Programm. Achtung! Bon heute ab kleine Preise: Logensitz 2 M., Sperrsitz 1,50 M., I. Platz 1 M., II. Platz 70 Pf., Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 28. cr., abends 8 Uhr, bei Raabe, Rolbergerstr. 23: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Stenz: Die Vivisektion, der Tier- und Menschenmord im Namen der Wissenschaft. 2. Diskussion. Verbandsangelegenheiten. 3. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Gäste willkommen. Die Ortsverwaltung. 12535 Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Filiale I Berlin. Mittwoch, den 28. Nobbr., abends 8 Uhr. in Buskes Salon, Grenadierstraße Nr. 33: Galerie 30 Pf. Stimber unter 10 Jahre Mitglieder- Versammlung. und Militär: I. Plaz 50 Pf., II. Plaz Charlottenburg, Kantstr. 56 35 Pf., Galerie 20 Pf. ( zwischen Wilmersdorfer und Krummeftaßer). Der Zauberer am Nil Honig! Vorher: bas vollständig neue November Special.- Programm. Alice Berley. Oldenb. Bienenhonig, beste Qualität, ver: fendet 9 Pfd. netto zu 6,50 M., 5 Pfd, netto zu 4 M. fr. Nachn. Gar. Zurüdn. Nordloh, E. Reil, Bahnhof Augustfehn, Oldenburg. [ 1220* Bonhair. Brüder Pantzer. Für Mk. 6,50! Beginn der Vorstellung 8 Uhr, der Operette 9 Uhr 15 Min. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 1. December: Eine tolle Nacht. Henry Bender als Debut. ! Wunder der Neuzeit ist Küchenstuhl Mars". Derselbe ist gleich Letter, hat Stiefelpuẞtasten, ist Kinderstuhl und ersetzt Plättbäcke 2c. Auch auf Abzahlung 50 Pf. pro Woche. Besichtig. 12-5. R. Klahre, Büschingstr. 17.( D. Reichspatent.) Kurib- yrit. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Posse mit Gesang in 3 Att.( 5 Bildern) von Willen und Justinus. Musit von Michaelis. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Mittwoch: Die Blinde von Paris, Wochentags 7 Uhr. Direktion: Karlstrasse, letat Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. J. M. Hatt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag Original Jeden Dienstag Tages Ordnung: [ 96/11 1. Geschäftliches, 2. Vortrag über Unternehmer- Koalitionen. Referent: Herr Schriftsteller Schütte. 3. Distusfion. 4. Verschiedenes. Die Verwaltung. Einen zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Mittwoch, den 28. November 1900, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c: Deffentliche Versammlung aller im Stock-, Schirm- und Celluloid- Gewerbe Beschäftigten Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Vortrag( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Disfuffion. 3. Wie gestalten wir unfren Streitfonds? Raffterers zum Streitfonds. 5. Verschiedenes. 4. Wahl eines 180/15 Im Hinblick auf den dritten Puntt der Tagesordnung erwartet einen Der Vertrauensmann. zahlreichen Besuch Lichtbilder- Männer- Vortrag von Otto Grundmann, prakt. Naturheilkundiger Heute, Dienstag, Kommandantenstr. 20, abends 812 Uhr: Entstehung u. Verhütung der Chebedenklichkeiten in Schwangerschaft, focialen Verhältniffen. Für 20 Bf. Broschüre. Aufnahme neuer Mitglieder im Vortrag und in der Brücken Naturhell 72 Köpnickerstraße 72, Rear Norddeutsche Sänger. Anstalt Biegler, Wolff, Hohenberg etc.[* Naturärztliche Sprechst. für Kranke jeder Art 11-12, 6-8. Jahresbeitrag 4 Mt. Nachher: Tanz. W. Trapp. Der Vorstand des großen Berliner Naturheilvereins. 1920* Es ist unbegreiflich, daß so viele Leute sich noch der Cichorie und ähnlicher Färbemittel bedienen, während doch ein so vorzüglicher Kaffee- Zusah in Kathreiners Malzkaffee existiert. Der ,, Sathreiner" verbessert jeden Kaffee, giebt einen milden, vollen Geschmad, ein feines Aroma, ist sehr ergiebig und darum auch billig und was die Hauptsache ist- er macht den Kaffee viel bekömmlicher. dew? Große Berliner Gentral- Küche. Aus technischen Gründen war die Große Berliner Central- Küche während einiger Monate gefchloffen. Die Wiedereröffnung findet am Montag, den 3. Dezember, statt. Nachdem es mir gelungen ist, Herrn Balduin Franke, befannt aus seinen Unternehmungen ähnlicher Art in der Großen Frankfurterstraße 73, Rosenthalerstraße 60 und Neue Grünstraße 39, als Leiter des Betriebs zu gewinnen, ist der Berliner Arbeiterschaft die Gewähr gegeben, daß die Speisen weiterhin in vorzüglichster Qualität und zu billigsten Preisen verausgabt werden. Indem ich die Herren Fabrikbesitzer und Unternehmer ersuche, etwaige Wünsche betreffs Zusendung von Speisen vor dem 1. Dezember an mich gelangen zu lassen, bitte ich die Arbeiterbevölkerung Berlins und der Umgegend, mein Unternehmen wie bisher gütigst unterstützen zu wollen, da es mir nur durch Maffenabsah möglich ist, gute Ware bei billigen Preisen zu liefern. Alles Nähere bringen Zeitungen und Flugblätter Anfang Dezember. Hochachtungsvoll! 1892* Unternehmer für Massenverpflegung, Wenn der Reichstag Sikung hält, bitte ich Klienten, die mich Christbaumschmuck mi felbſt wrechen wollen, Die Genossen aus Lauscha i. Th. versenden gold- u. filberglikernden Das Glas: Christbaumschmuck. Postfiftchen franco gegen Nachnahme für 5 M. oder vorherige Einsendung von 5 M. In denselben befinden sich alle Neuheiten in allen Farben und Formen, Kugeln und Eier, glatt, Berlin NO., Greifswalderstraße 71. L. Höhnke, Beiger der Großen Berliner Central- Stüche. bemalt, auch übersponnen, Refer Telephon Amt IV 447. Fernsprecher: Amt VII, 1334. Begründung des Geschäfts 1878. M. Schulmeister en gros Schneidermeister en detail 56942* Dresdenerstraße 4, am Kottbuser Thor. Herren- und Knaben- Hohenzollern- Mäntel. Herbft- und Winter- Paletots in Estimo, Cheviot . Gehrock- Anzüge Rock- Anzüge Jackett- Anzüge Beinkleider. • und Krimmer bon 16,50-42 Mr. Jünglings- Anzüge von Mr. 5 an " " " . . " " 23. 15 5 " " 8,50, " 12. " Baben- Joppen, einzelne Hosen. Knaben- Anzüge zu außergewöhnlich billigen Preisen. Bestellungen nach Maß von englischen. franzöfifchen und deutschen Stoffen werden in eigner Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gut u. billig ausgeführt. Streng reelle Bedienung. 8 Telephon Amt IV 447. Armin- Hallen, mandanten-| Kranz- und Blumenbinderei Sonntag, den 27. Januar, und Sonntag, den 3. März 1901, ist der große Saal frei geworden. Charlottenburg! 12956 Uhrmacher Kunstmann, Wallstrasse 1. Reparaturen schnell, durchaus zuverlässig und nicht teuer.[ 5524L* Möbel und Polsterwaren. Zähne 2 M., Großes Lager Gediegene Arbeit, äußerst billige A. Schulz, Preise, empfiehlt Reichenbergerstr. 5. Auch Teilzahlung!*) 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen 1 Mk. Plomben 1,50 Mk. Tellzahlung wöchentl. von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Musikwerke a. Zithern, felbstspielend, mit aus: wechselbaren Blatten, schönste Fami lienunterhaltung, werden bei nur geringer Teilzahlung vergeben. J. Kurzberg, NO. parterre, * aller Art, Glocken, Früchte jeglicher Art, Aepfel, Birnen, Aprikosen, Weintrauben usw., 100 Stüd versilberte und bemalte Strangfugeln, Eiszapfen, Lametta- Sachen usw. Als Gratisbeilage eine Glas: Bernstein Cigarrenspite mit der eingebrannten Photographie unfres alten Liebknecht oder Bebel. 172L* Aufträge nimmt entgegen: Guido Müller jun., Orts- Vertrauensmann, Lauscha Sachsen- Meiningen. Salonteppich, ertragroßes Prachtexemplar 26,00, wunderschöne Zimmerteppiche 8,00, prachtvoller Säulentrumeau 30,00, wundervolle, gestickte Uebergardinen, Salon: Portieren, Spachtelstores, ühren, Muschelspiegel, Sofaftoffbezüge, Steppdecken, Remontoiruhren, Salons bilder, Plüschdecken 5,00, gediegene Nußbaummöbel, Paneelsofas, Plüschgarnituren, ganzeEinrichtungen werden beim Auktionator, Möckernstr. 137 ( Anhalter Bahnhof), nachmittags zwei bis acht Uhr spottbillig verkauft. Ueberganze Warenlager, Wirtſchaften, Rachlaße zum Berlauf und zur Bersteigerung. Getaufte Möbel fönnen in meinen großen Lagerspeichereien [ 57358* Stempel Fabrik bon[ 55262 unentgeltlich lagern. EMPIN THOSH HECHT BERLI # Robert Hecht, Berlin S., Oranienstr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschuk Typen" Perfekt" Zusammenseßen einzelner Wörter an Wochentagen( außer Mittwoch) nachmittags 5½- 8, Sonntags vormittags 9-11 tommen. zu Mein Bureau ist wie gewöhnlich an Wochentagen von 82-12 und 1992* von 312-8 geöffnet. Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Jede Taschenuhr reinigen od. Feder eins. 1,50 M. unt. Gar. Gold. Damen- Uhren 15-100 M. Getragene filberne Uhren 5,50 M. Teilzahlung gestattet. G. Paetzel, Wallstraße 14, nahe Spittelmarkt. Marly- Cacao vornehmste Marke ✰✰✰ ✰✰ von Kennern bevorzugt Preisliste gratis und franco. v. 5 Pfd. an. Portofr. Versandt garantirt rein und leicht löslich pr. Pfd. 1,50, 2,00, 2,40 Mk. A. Pennitz, Berlin, Rosenthalerstr. 59. Gänsefedern 60 Pf. pr. Ofb.( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie fie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen M. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, beffere daunige Waare m. 2.50, 3.00, befte fchneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Dannen m. 5.00, riffene Federn m. 1.50, 2.00, 3.50. Prima geriffene m. 3.00, 2.50. Derfand gegen Nachnahme. Berlin S., ge Gustav Lustig, pringenstraße 468. Erste Bettfedernfabrik m, electr. Betriebe. Diele Unerkennungsschreib. 5½ Pfd. Brot 50 Pig. 2 H. Albrechts Bäckerei Wrangelftr.9, Krautstr. 19. 7 Mk. Zahn- Arzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Spr. 9-7. Landsbergerstr. 13 ein Gaben, um fere non 150 W. an. Faldenſteinſtr. 28, Caufikerstr. 2. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Elegante vorjährige Herrenhosen, feinste Stoffe 9-12 Mart. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Versand: hausGermania, Unter den Linden 21 II. Refte zur Damenkonfektion, Herrenhosenreste, Herrenanzugreste, Joppen, Arbeitshofen, Knabenanzüge, Schürzen, Puppentleider billigst. Schnitte gratis. Alexandrinenstraße 124.[ 11565* Gardinenhaus Große Frankfurter Winterpaletots, * Kleine Anzeigen. A Maurerfilze stets vorrätig Hutgeschäft nur Potsdamerstraße 61. Singermaschinen, Ringschiffchen, Rundschiffchen und Schneidermaschinen spottbillig, fechsjährige Garantie, wegen Kommandanten Geschäfts- Aufgabe. straße 46. 1 Treppc. Singer- Nähmaschinen, Ringschiff, Bobbin, Adler- Schnellnäher, ohne An: zahlung. Wöchentlich 1 Mart, sofortige Lieferung, Postkarte. Schmidt, Gartenftraße 41 II. [ 12246* 409* Kunststopferet von Frau Kotosty, Steinmetzstraße 48. Verinischte Anzeigen. Sannaicht, nfelstraße 10. Ringschiff, Bobbins, Adlermaschinen. Schnellnäher, vor und rückwärtsnähend. Ohne Anzahlung, leberzieher, verschossene, werden wöchentlich 1 Mart. Lieferung fofort. von 3 Mart an aufgefärbt in Rottnids Postkarte. Louis Landsberger, Lands: Färberei, Andreasstraße 78 parterre, bergerstraße 35. Stein Laden.[+ 131* Eisenbahnstraße 18. 8466* Nähmaschinen aller Systeme, Wer Stoff hat? Fertige Winter: feine Anzahlung, Woche 1 Mart, paletots und Herrenanzüge mit FutterLieferung jofort. Bestellung Postkarte. fachen für 15; wer feinen Stoff für Brennemann, Müllerstraße 169.[ † 131 30 Mark. Wagner, Schneidermeister, Nähmaschinen aller Systeme tauft Frankfurterstraße 59 III. Bitte Namen man am besten nur direkt im Näh- beachten. 1128b Möbel, gebrauchte, kauft Römer, Nähmaschinen, beste Ringschiff, maschinen- Geschäft, Charlottenburg, 8645* Bobbin, Adler, Schnellnäher, vor: Wilmersdorferstraße 115. Ohne An: Sebastianstraße 81. fünfjährige straße 9, parterre. 12506* und rückwärts nähend, ohne Anzah- zahlung. Woche 1 M., Fahrräder fauft jederzeit Dom lung, wöchentlich 1 Mart, 5jährige Garantie, Unterricht gratis. AbonGardinen- Specialgeschäft, Blumen: Garantie, Poftfarte. Freise, Neue nenten des Vorwärts" erhalten Ra- menz, Brückenallee 15.( Vorführen.)* + 132* Eisen: und straße 8. Anerkannt vorzügliche Ein- Königstraße 82, Laben. Metallbruch tauft [ 369* batt. taufsquelle für Gardinen, Stores, Kanarierhähne, flotte Sänger, Broderick, Oppelnerstraße 16.[ 10766* Nähmaschinen ohne Anzahlung, Rouleaux, Tüllbett und Schmuck Vereinszimmer frei. Ladewig, 317 mit fämtlichen Apparaten, Woche verkauft A. Rund, Charlottenburg, becken. 283* 12976 Kommandantenstraße 65. 1 Mart, fünfjährige Garantie. Unter Sesenheimerstraße 11. Remontoire Vereinszimmer empfiehlt Lier richt gratis. Bobbin, Ringschiffchen, [ 288K* uhren, Regulatoren, spottbillig Beth- Adler, Schnellnäher, Alte Jakobfstraße 119. bor: und haus Neanderstraße 6. rückwärts nähend. NähmaschinenSaal und Vereinzimmer empfiehlt [ 206* Betten, Steppdecken, spottbillig geschäft Wilte, Rirdorf, Berliner Lethhaus Neanderstraße 6. 44/ 9* ftraße 84, nahe Herrmannplag. 12296 Vereinszimmer mit Piano em: Teppiche, Gardinen, spottbillig Gasheizöfen! Sparsysteme 7,-, pfiehlt Wendlandt, Brückenstr.2.[ 1183b* Leihhaus Neanderstraße 6. 10,-, Reflektor 14,- Gastocher! Teppiche mit Farbenfehlern, 8weilochkocher 6,-. Schneider- BügelGasplätteisen billig! Fabrikniederlage Große Frankfurter apparate, straße 9, parterre. 12516* Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32.* Eiserne Defen aller Systeme, Möbelfabrik, Oranienstraße 2a, Muschelspinde 27, Spiegelspinde 24, Kronen, Lyren, Doppelarme, sowie Küchenfpinde, Ruhebetten, Rohrlehn sämtliche Beleuchtungs- Gegenstände. Stühle 5, Kleiderspinde, Wäschespinde, Karl Kauffmaun, Müllenhoffstraße 19, 38/ 6* Auszugtische 15, Säulentrumeau, am Urban. Muschelbetten, Marmortoiletten 27, Kanarienhähne, Harzer, große fostenfreier Rat abends bis neun Plüschgarnituren 95, Paneelsofa 75. Auswahl, separat. Hohl, KlingelStieglize Unfallsachen, Klagen, Eingaben, Bollständige Einrichtungen allerbilligst. roller von 5 Mart an. Eventuell Theilzahlung unter solidesten 1,50, Beisige, Finken, Rotfehlchen Reklamationen. Pugger, Steglitzer * straße 65. Bedingungen. 341* Vogelhandlung Oranienstraße 87. Möbelverkauf, darunter MuschelMalzkraftbier, blutbildend, für spind 28,00, Vertikow, Säulen Blutarme, Brustkrante, Schwächliche, trumeau 30,00, eleganter Muschelspiegel Gewichtszunahme, beffere Gefichts: 12,00, Sofa, Bettstellen, Schreibtisch, farbe, 14 Flaschen Marmortoilette, Spiegelspinde, Stühle, 3 Mart, 1/16 Tonne 3,50 exflusive. Delgemälde, Küchenmöbel spottbillig Nicht Flaschenzahl, Qualität ent Gartenstraße 148, vorn I.[+ 141* fcheidet. Porterkellerei Ringler Fahrräder, Teilzahlungen, geringe Bernauerstraße 119. Anzahlung, Lager vierhundert Tourenmaschinen, Damenräder, Straßenrenner, Zweifiker, Gepäckdreiräder, Kinderräder, gebrauchte Fahrräder von 30 M. an. Imperial- Fahrradwerke, [ 418 Dieffenbachstraße 33. überraschend, 87/ 8* Steppdecken am billigsten Fabrit Große Frankfurterstraße 9, parterre. Cigarren- Geschäft mit Wohnung 600 Miete, tonfurrenzlos, verkauft [+38 Lande, Kaiserstraße 35. Konzertzither, hochfein, guter Ton, verkauft frankheitshalber Haff, (+55 Dunderstraße 89. Tiefe Kanarienhohlroller! Beste rein fingende prämiierte Vögel, versende an Genoffen, a Stüd 8 bis 20 Mart, unter Garantie gegen Nachnahme, Ciseleurbungen verkauft Nixdorf, 18 Tage auf Probe. Friedrich Durban, Kaiser Friedrichstraße 241 vorn 4 Tr. Maler, Holzhausen( Pyrmont). 10606* rechts. eines Teilhaber( auch Nichtfachmann) zur Vergrößerung partei: genössischen Verlags( mindestens fünf Mille Einlage) gesucht. Sichere Eristenz. Offerten unter N. 1 an die Expedition. Rechtsbureau Thaerstraße Sechzehnjährige Praris. Große Gr: folge. 61. 12036* Patentanwalt Dammann, Oranienstraße 57, Morizplak. Erfindern 969 b* Zahnatelier C. Gedide, Star garderstraße 3, Ecke Schönhauser- Allee. Badeanstalt Köpenickerstraße 60. jeder Art Bäder Empfehle meine diesjährigen Edel- Kanarien, vorzügl. geh. in Hohl, Klingel, Knorre, Schockel u. leiser Pfeife, a St. 6, 7, 8, 9 u. 10 Mt., Wbch. a 1,50 ct. Garantie für fleißige Sänger u. für gesundes Eintreffen. Etwa nicht Gefallendes zahle Betrag zurück oder Umtausch. Frau Bertha Gorges, Thale( Harz). 7845* Gardinen Specialität: Secessions: und Jugend: Stil. 250 Muster. Reste von 2-4 Fenstern selten billig. Katalog( 450 Jluftrat.) [ 112* gratis und franco. Emil Lefèvre, Berlin S., 158. Oranienstraße Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehalter, Spritzen, Suspensors, fomie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant [ 52992* für Orts: und Hilfs- Krankenkassen. Berlin C., 30. Linien- Straße 30. Das [ 58682* Riesen- Stofflager Krausenstr. 14 I. Etage, fertigt nach Mass unter garantiertem Sitz: Hochelegante Winterpaletots für 36 M. Hochelegante Anzüge für 30 M. Hochfeine Beinkleider für 10-12 M. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Möblierte Schlafstelle für Herrn, Andreasstraße 26, Sof II Treppen, links. +38 Schlafftelle an jungen Mann vermietet Geisler, Reichenbergerstraße Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen foften 40 Pf. pro Zeile Gesucht: Nr. 116, Quergebäude 2 Tr. Mel+13 bung abends. Alleinige Schlafstelle für einen Herrn. Müller, Reichenbergerstraße 17, fabrit zur Einführung ein mit dem of III. +13 Möblierte Schlafstelle Naunyn276 straße 79, vorn III. links. Schlafstelle für Herrn Mustauerstraße 20. Kleinsorge. 12986 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet nm Arbeit. Stühle werden gut geflochten, dieselben werden abgeholt und zurückgeliefert. Gläser, Mulackstraße 27. Suche Waschstelle. Friedrichs gracht 16, Frau Wölfe. 5706 Die gegen die Kollegen Franz Müller und Theodor Leip ausge stoßene Verleumdung nehme ich hierburch zurück und erkläre die Kollegen Stellenangebote. als ehrenhaft. Hermann Erler, Maler, 12476 Berlin O., Andreasstr. 37. Geübter Ballierer gesucht. GoldDie Beleidigung, die ich am leistenfabrik Biegnizerstraße 15.[+ 12* Montag, den 19. d. M. gegen den Ein Edelsteingraveur- Lehrling verSargfabrikanten Herrn Entil Richter langt gegen Kostgeld. Beckow, Roßin Uebereilung ausgesprochen habe, straße 26. nehme ich, da dieselbe nicht begründet +13 ist, zurück. August Brandtner. Rechtsbureau Andreasstraße 63, ( neben Concordia), gewissenhafter 12965 Rechtsbeistand. Vereinszimmer für 50 Personen Waldemarstraße 18. für sämtliche noch einige Tage frei bei Müller, 12486* Vermietungen. Zimmer. [ 401* Krankenkassen. Vivisektion! Wer sich über diese ruchloseste Grausamkeit unsrer Zeit unterrichten will, verlange die Flugblätter des Weltbunds gegen Vivifeftion, welche unentgeltlich versendet werden vom Tierschutzverein Berlin, Königgrägerstraße 108. Um gütigen Abdruck wird gebeten. Arbeitervereine, welche in ihren Versammlungen Vor- Müller, Müllerstraße 23, IV. träge wünschen über Vivisektion, wollen sich um Referenten an die[ 9256 selbe Adresse wenden. Ar12446 Für eine ausländische Glühlampen. chemischen Auspumpen der Glüh lampen erfahrener tüchtiger Arbeiter. Eintritt sofort. Offerten unter K. 5493 Z. an Haasenstein& Vogler, Zürich. [ 104/ 3* Tischler pr. sofort mit eignem Handwerkzeug sowie Hobelbant gesucht unter Angabe [ 44/10 des Stundenlohns. Bevorzugt, welche bereits auf Mühlenbau gearbeitet. Oranienburger Dampfmühle, Oranienburg. Achtung! Stuccateure! Gesperrt find folgende Firmen: Drechsler, Bau Charlottenburg, Kurfürstendamm, Ede Knesebeckstraße. Charlottenburg, Berlinerstr. 66. Walz, Bau Greifswalderstraße, Gde Elbingerstraße. Charlottenburg, Rönnestr. 16/17. * Hoffmann, Hampel und Vogt. Achtung! Achtung! Bautischler! Rixdorf! Tischler auf Bilderrahmen ber langt Harder, Alte Jakobstraße 88. Mechaniker bezw. Uhrmacher, gut In der Tischlerei von Projahn, fituiert, welcher geneigt, eine penible Biethenstr. 27, haben die Kollegen Arbeit( behufs Batentierung) auszuwegen Differenzen die Arbeit niederführen, richte Offerten an Helmchen, relegt. Buzug ist streng fernzuhalten. Adferstraße 157 III. rechts. Die Ortsverwaltung. 108/10 Politurarbeiter verlangt Raschig, Achtung! Achtung Wrangelstraße 4. 1249b 417 Verlangt Bautischler Bahnhof Lichtenberg, Wilhelmstraße 73. Tischler auf gekröpfte Bilder rahmen nach außerhalb sofort gesucht bei dauernder Stellung. Wochenlohn 27 bis 30 Mart. Parkettbodenleger! V Folgende Firma ist gesperrt: Görlitz Claffen. Parkett Fabrit. Die Kommission. Genoffe findet möbliertes Bimmer. erteilt A. Biehstädt, Friedrichstraße 16. Achtung, Anschläger! Schlafstellen. +63 Bei der Firma Franke haben Kartonarbeiterin, schnell und die Kollegen auf dem Bau Andreassauber arbeitende, verlangt bei gutem und Frankfurterstraßen- Ede wegen Lohn Anders Nachfolger, Adalbert: Bohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Straße 7. Die Firma ist demnach für die Filz Schuh Einfasserin verlangt Kollegen bis auf weiteres gesperrt. Fruchtstraße 60. [+38 Die Lohnkommission. 3 12466* Buchbinder- Arbeit jeder Schlafftelle, separat, 5 Mart, fertigt Ferdinand Kleinert, W. Bülow23876 Pallifabenstraße 57, Schuhgeschäft. 12546 straße 56, 2. Hof parterre. Berantwortlicher Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Groß- Dichterfelbe. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin.