Nr. 277. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1900 unter Dr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonet zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Hmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Bezugs- Einladung. Mit dem 1. Dezember eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Dorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags: Beilage „ Die Neue Welt". 6nu du Für Berlin nehmen sämtliche Beitungsspediteure sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für Deutschland und Destreich- Ungarn nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennig für den Monat Dezember entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Nr. 7971.) Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der „ Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutschland und Oestreich- Ungarn, im Ausland 3 Mart pränumerando. Die Redaktion des Vorwärts". Hunnenbriefe. Die Offiziösen segen jetzt alle Hebel in Bewegung, um den Eindruck der Hummenbriefe zu verwischen. Eine Korrespondenz veröffentlicht jetzt den folgenden Befehl, den das deutsche Obertommando am 12. Oftober in Tientsin erlassen hat. Er lautet: „ Der Herr Feldmarschall hat rüdsichtsloses Vorgehen gegen alle Borer und feindselig auftretenden Einwohner unter Schonung der Person und des Eigentums der friedfertigen Bevölkerung angeordnet; um die legteren vor dem Terrorismus ihrer eignen aufrührerischen Landsleute zu schützen, soll außerdem durch Entsendung Kleiner beweg licher Kolonnen in verschiedene Richtungen für die Sicherheit der Bewohner des schon besetzten Gebiets vor den Bogern und für die Aufrechterhaltung der Ordnung gesorgt werden." Mittwoch, den 28. November 1900. Lieber Freund! 9 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Peking d. 24. September. recht erbauliche Dinge famen zu Tage. Zunächst stellte der antisemitische Redner fest, daß der bekannte Deine Karte erhalten am 22. sonst haben Reeder Schiff aus Elsfleeth, der Urheber der berühmten Dewir die letzte Nachricht in Wilhelmshafen kommen. Eine schwere pesche: Mannschaft leider gerettet", im Vorstande der SeeZeit haben wir bis jetzt erlebt, auf dem Schiff haten's Berufsgenossenschaft sitt. Dann aber hatte er noch eine bewir nicht gut. Aber am Land geht's noch viel schlechter. sondere Bombe bereit. Zu seiner Kenntnis ist ein Schreiben in Taku an wurden Am 15. August tamen wir von des Vorstands dieser Berufsgenossenschaft an die Mitglieder einen großen Regen empfangen. Am nächsten Tage fuhren gekommen, worin mit naiver Schamlosigkeit der Grundsak wir mit der Bahn nach Tientsin aufgestellt wird, daß die Welt betrogen werden will. Es heißt was mit der Bahn vom Schiffe tam aus geladen eine schwere darin, die Unfallverhütungs- Vorschriften dienten nur zur Arbeit die Brücke über dem Beyha war zerbrochen und Wagen Dekoration, jede auftauchende Frage solle sofort mit waren nicht da. Tientsin war früher eine schöne Stadt gewesen einer hübschen Unfallverhütungs- Vorschrift erledigt werden, und jetzt ist es ein Schuthausen alles nieder gebrand und und je harmloser sie sei, desto besser wäre es. Graf Posaerschoffen zu essen gab es überhaupt nichts dowsky meinte sehr fleinlaut, die Echtheit des Schreibens von hier nach Peking hätten wir uns am liebsten das stehe noch nicht fest. Aber die Erinnerung an den BueckLeben genommen... Brief nahm diesem Einwand viel von seiner Wirkung. Viele Zwischenrufe, die von unsren Bänken tamen, geben dem Staatssekretär den Rat, sich doch einmal die Kopierbücher dieser musterhaften Berufsgenossenschaft anzusehen, denn in den Atten der Gesellschaft wird dies kompromittierliche Schreiben wohl von heute ab nicht mehr zu finden sein. Morgen geht das Präsidium zu Hofe und die Sigung fällt daher aus. Am Donnerstag steht das Gesetz über die Privat Versicherungs- Gesellschaften auf der Tagesordnung. Außerdem soll über die Denkschrift debattiert werden, die von den Reichsanleihen seit 1875 berichtet. Es ist bei dieser Gelegenheit eine sehr ausführliche Diskussion über die Aufnahme der 85 Millionen- Anleihe in Amerika zu erwarten. Wo wir hintamen war alles nieder gebrand einen Chinesen sah man sehr selten ein Weib haben wir bis Peking nicht gesehen Große Strabazen und großer Hunger ist unsere Lofung... Liberales Renegatentum. " eine den 81. Auguft tamen wir in Beting an... Als wir tamen suchten wir uns ein großes Haus jagten die Chinesen heraus und zogen ein. Alles was nur hier in China ist gehört unfere, Gold ist nicht da aber Silber und Seite wir gehen in die Häuser mit Gewehr nehmen was uns gefällt und gehen wieder, brummt der Chinese so bekommt er noch eine mit dem Kolben auf den Palch das er unswegen in 24 Stunden stirbt. Am 11. September haben wir das östliche Fort von Beting erstürmt, vou uns find 30 Mann gefallen aber die Bande hate über 700 Tote. was wir gefangen haben wurde gleich erschossen. Die Feindlichen Kugeln flogen wie ein Hagel über uns hinweg(!! Red.) mein Nebenmann Das von der Socialdemokratie eingebrachte Ministerverantwort fiehl einen haben Schritt von mir aber sie habens schwer lichkeits- Gesetz wird von der liberalen National- Zeitung" abermals gebüst alle Heuser wurden in Brand gesteckt und alles was vor weitläufig und entschieden bekämpft. Unser Hinweis, daß es sich den Lauf kam erschossen. Lieber Otto wünscht euch feinen um eine fundamentale Forderung des bürgerlichen Liberalismus ein Bennigsen für Krieg denn alles was dem Feinde ist gehört dem handelt, die ein Gneist und Sieger. Wenn wir Arbeider brauchen gehen wir auf die Straße nationale Lebensfrage erklärt haben, wird mit der Bemerkung erledigt, daß das schon lange her sei, der Liberalismus habe seit wer tommt ist als Arbeiter angaschiert. damals" seine Meinung einigermaßen geändert. Gewiß, das hat der Liberalismus. Er hat seine Meinung so sehr geändert, daß er. Meinen Brief hatte ich beentet da und wollte in wegschicken überhaupt keine Meinung mehr hat, sondern nur noch die Fixierung da kam der Befehl das 5000 Bochser auf dem anmarsch auf von Tagesinteressen betreibt, wie sie die jeweilige Situation und die Beting scien wir marschirten am 25. morgens 3 Uhr weg und politisch- wirtschaftliche Profitrücksicht erfordert. Nicht weil jene liberale kamen Abends 6 Uhr ins Gefecht 2 Mann habe ich mit Meinung sich als falsch erwiesen hat, verzichtet der Liberalismus auf dem Baonett erstochen, den die Bande als sie ihre Durchsetzung, sondern weil er es mit der herrschenden Stimmung fahen das wir teinen Spaß machten legten sich als der Krone nicht verderben will also aus charakterloser, spekulativer tot auf die Erde wieviel Kugel daß von mir getroffen haben Feigheit. Die National- 3tg." hat es denn auch verdient, daß die weiß ich nicht " Kreuz- Zeitung", das Organ also, das gegründet wurde, um Lieber Freund vergiß nicht wenn ihr fröhlich beim jedes bürgerliche konstitutionelle Leben überhaupt Bier fizzt ein baar Glas mit für mich zu trinken denn zu bekämpfen, in der angenehmen Lage" ist, ihr in allem wesent-. hier bekomt man weiter nichts wie Wasser welches Ruhr: lichen zustimmen zu können". gehaltich ist. Wir brauchen bald teine Gewehre Nur sollte sich die National- 8tg." hüten, ihr Renegatentum in mehr wir sch..ßen schon 50 m gegen den Wind. so alberner und lächerlich übertriebener Weise zu äußern, die übers dies ihre Unwissenheit bloßstellt. Das Blatt behauptet, daß unser Borschlag im Geiste des französischen Convents und Wohlfahrtsausschusses" abgefaßt sei. Wir machen dem Blatt die ganz ergebene Mitteilung, daß unser Entwurf in nichts hinausgeht über die liberalen Verfassungen, die nicht nur im Auslande, sondern auch in einer größeren Anzahl von deutschen Bundes= sta a ten bereits Rechtens sind. Wir fordern nur für das Reich, was in Bayern und andren Staaten längst Gesetz ist, wo also das rote Gespenst, das die„ National- Beitung" citiert, leibhaftig umgeht. Deutsches Reich. • Dieser Erlaß ist natürlich nicht geeignet, irgend welche Hunnenthaten zu verhüten, denn es ist durchaus möglich, jeden Chinesen als einen verkleideten Borer zu behandeln. Im übrigen ist diese Scheidung zwischen den Bösen, gegen die alles erlaubt sein soll, und den Guten, die geschont werden sollen, seit jeher üblich. Das hat auch das famose Manifest gesagt, mit dem der Herzog von Braunschweig den französischen Revolutionären die fürchterlichste Rache Uebrigens werden auch bereits Bentestide in die Heimat androhte jenes Manifest, das in seinen Wirkungen Preußen nach gefandt. So lag einem andren Brief, der uns zur Verfügung geJena führte. Wenn also nun die Berliner Neuesten Nachrichten" ſtellt worden ist, ein großes Stüd höchst kunstfertig gestidte • Seide bei. Politische Uebersicht. Berlin, den 27. November. Der Reichstag und die" Post" und andre Blätter aus dieser Verordnung folgern zu können vorgeben, daß damit die Unwahrheit oder gar die Unechtheit der Hunnenbriefe erwiesen sei, so ist das ein bewußter Schwindel, denn die Blätter wissen sehr gut, daß sich die Angaben der bisher veröffentlichten Feldpostbriefe durchweg auf Ereignisse beziehen, die älter sind als jener Befehl, der also gar nichts beweist für die Art der früheren Kriegsführung, wenn nicht gar aus verwies am Dienstag die Seemanns- Ordnung an eine Komihm zu schließen ist, daß vordem niemand und nichts mission von 21 Mitgliedern. Die Generaldebatte war noch geschont ist. Ein Garnisonbefehl für die deutsche Truppe in Tientsin bestätigt sehr lebhaft und schloß erst gegen 7 Uhr, obwohl sie vor gan einigen Tagen der Ueberlegung die, Post" denn doch sehr beübrigens, daß die Militärbehörde die Unterdrückung der un bequemen Mitteilungen versucht. Es wird in diesem Befehl die Beröffentlichung von Privatbriefen über Kriegsereignisse" aus drücklich untersagt und hinzugefügt: " werden. gez. v. Stettler, Generalmajor." Die parlamentarische Kritik der Kaiserreden findet- nach gingen noch den der Reichsfangler und der Kriegsminister ja selbst sanktioniert haben, zu einem Gewohnheitsrecht werden lasse. Die" Post" spricht von einer staatsrechtlichen Ungehörigkeit" und wehrt sich gegen die Forderung, daß der Kaiser nur nach dem Concept eines verantwortlichen Ministers öffentlich reden dürfe: auseinander wie im März dieses Jahrs. Dabei gönnte sich die Freifinnige Volkspartei den Lurus zweier Anschauungen, die durch den Rechtsanwalt Lenzmann und den Amtsrichter " Die Briefschreiber haben dafür Sorge zu tragen, daß die Borgmann vertreten wurden. Herr Lenzmann hielt an Empfänger der Briefe hiergegen nicht verstoßen, und werden dem alten manchesterlichen Standpunkt der möglichst geringen bei 8uwiderhandlungen zur Rechenschaft gezogen Einmischung des Staats in den freien Arbeitsvertrag fest, während Herr Borgmann schon mit Rücksicht auf Der Lagerkommandant. feine Oldenburger Wählerschaft viel socialreformerischer Die Kriegsführung scheint alle Begriffe verwirrt haben. Jetzt auftrat und in einer Reihe von Fragen unfren Standpunkt sollen sogar die Briefschreiber dafür die Verantwortung tragen, wenn teilte. Dieser unser Standpunkt wurde von unserm sachaus Lübeck eindringlich die Briefempfänger, was jene gar nicht verhindern können, die fundigen Genossen Schwarz Echreiben veröffentlichen. Die Soldaten sollen also be begründet. Die großen Reeder hätten im Sommer ihre straft werden für durchaus erlaubte Sandlungen, schweren Bedenken" über die Beschlüsse der Kommission die andre, auf die sie teinen Einfluß haben, be- offenbart und da sei denn richtig die alte Vorlage wieder gehen. Das ist ein Stellvertretungssystem in der Rechtspflege, das von der Regierung eingebracht worden. Unser Redner selbst in China als unerhört gelten dürfte. fritisierte die an mittelalterliche Zustände erinnernden StrafWenn man in der China Affaire sich nicht hätte gewöhnen bestimmungen, forderte Koalitionsfreiheit für die Seeleute im müssen, gerade das Unglaublichste für das Allerwahrscheinlichste zu halten, fo möchte man die Echtheit dieses Garnisonsbefehls be- Hafen, verlangte die Einführung von Seemannsämtern und zweifeln, während die Echtheit der Hunnenbriefe- trotz aller frat für die Tiefladelinie ein. Diefelbe Forderung erhob auch Mäßchen und Kuiffe der Vertuschungsagenten, die von der Stern- der Antisemit Raab, der vor kurzem ein offenbar von bergerei gelernt zu haben scheinen außer allem 8 weifel fachkundiger Seite inspiriertes Buch:" Die Notflagge weht" steht! veröffentlicht hat. " „ Ob der Monarch einen solchen Modus wählen will, ist reine Temperamentssache, aber ihn zur Notwendigkeit stempeln, heißt die persönliche Freiheit des Herrschers willfürlich einschränken. Das preußische und deutsche Volk kann und will seinem Kaiser die persönliche Initiative nicht wehren, am allerwenigsten nach der eben erst gemachten Erfahrung, was für einen wertvollen Schatz es an der kraftvollen Initiative Wilhelms II: besitzt." Die„ Post" schließlich plädiert aus Gründen der Gerechtigkeit für die Unterlassung der parlamentarischen Kritik kaiserlicher Handlungen: " Denn wie die Sache jetzt gehandhabt wird, kommt die Person Sr. Majestät sogar au turz in ihrem Rechte. Se. Majestät wird persönlich angegriffen, aber eine persönliche Verteidigung ist unmöglich, der Kaiser fann nicht im Reichstag das Wort ergreifen." Abgesehen davon, daß der Reichstag wenigstens so weit wir in Betracht kommen herzlich gern bereit sein wird, in eine Vers fassungsänderung zu willigen, die dem Kaiser das Reden im Reichstag ermöglicht, so bedeutet das Gerechtigkeits- Argument der„ Post" eine Verhinderung kaiserlicher Reden überhaupt; denn auch das Volt und die Parteien sind nicht in der Lage, wenn der Kaiser sie in einer Rede angreift, sich persönlich zu verantworten; der Kaiser müßte also auf das Reden überhaupt verzichten, wenn nicht gerade in der parlamentarischen Kritik bis zu einem gewissen Grade ein Aft ausgleichender Gerechtigkeit zu finden wäre. Dies Buch scheint den Hamburger Reedern sehr unDie folgenden Beilen stammen von einem Seefoldaten der angenehm zu sein. Der hamburgische Bevollmächtigte zum 4. Compagnie II. Oftafiatischen Seebataillons und find Ende Sep- Bundesrat] Herr Dr. Burchard polemisierte nicht gerade tember aus Beting abgegangen und am 16. d. M. an ihrem deutschen glücklich gegen die Angaben des Buchs. Auch Graf Posa Bestimmungsort( in zwei Couverts) postamtlich abgestempelt und be- bowsty fand die Sprache wieder, um die See- BerufsDie Spargeißel. Die vom preußischen Eisenbahn- Minister in stellt. Sie haben uns im Original( auf chinesischem Papier) genossenschaft in Schutz zu nehmen und fühn zu behaupten, vorgelegen; irgend ein Zweifel an ihrer Echtheit ist aus- daß dieser Reederflüngel bisher in der Ueberwachung der den Etat für 1901 eingestellten 660 neuen Eisenbahn- Sekretärstellen geschlossen. Wir geben sie in originaler Orthographie und Inter- Schiffe durchaus seine Pflicht gethan hätte. Er reizte dadurch find, so wird uns berichtet, auch in diesem Jahre bis auf die Herrn Ra ab dazu, mit seinen Kenntnissen auszupacken und beträchtliche Anzahl von 170 vom Finanzminister gestrichen. punktion hier wieder. Man hat eben nur Geld Der preußische Staat als Arbeitgeber. " für China. In Beamtenkreisen Die Vorschläge der Kommiffion für Arbeiterstatistik be- 1 Kulturintereffen und Militarismus. In der Nähe der wird dieses Verfahren die weltpolitische Schwärmerei außerordentlich treffend die Befferung der Arbeitsverhältnisse im Gast- lothringischen Felsenfestung Bitsch soll, so wird uns aus dem Reichssteigern. Der Fall beweist aber auch wieder, daß trotz aller offiziellen wirts gewerbe bilden zur Zeit Gegenstand von Verhandlungen land berichtet, demnächst mit der Anlage eines großen TruppenAbleugnungen der despotischen Alleinherrscher in allen Ressorts Herr zwischen den verschiedenen Ressorts der Regierung. übungsplatzes begonnen und der reichsländische Fiskus zu v. Miquel der Sparminister ist. diesem Zweck ermächtigt werden, eine Fläche von 2500 hektar Staatswaldungen um den Betrag von 51/2 Million Mark an Die journalistische Bülow- Garde arbeitet in einer Weise, die genau der kleinstädtischen und dörflichen Reklame für Schmieren- schrieben: Aus Dortmund wird uns unter dem 26. November ge- den Militärfiskus zu veräußern. Die Waldungen, deren Gebiet fomödianten nachgeahnt ist. In Berlin wird das Lobesschema feſt- ſchrieben: damit der völligen Unproduktivität überliefert wird, gehörten In dem hiesigen Amtsblatt, der Dortmunder Zeitung" bisher zu dann wird es hinaus- und wieder zurücktelegraphiert und dem Centrumsorgan„ Tremonia" erschienen im Oktober bezw. walds gestellt den besten Beständen des deutschen WasgenDepeschen mit bezahlter Rückantwort. Was irgend ein Pariser November 1899 zwei Artikel, in denen die Arbeitsverhältnisse der und repräsentierten im Stadthaushalte des Reichsnationalistisches Winkelblatt aus Wut über das franzöſiſche Miniſterium hiesigen Lokomotivführer besprochen wurden. In dem Ar- lands große, angesichts der sich stetig steigernden Preise Löbliches an Bernhard Bülow entdeckt, wird mit offiziöser Feierlich- tifel der„ D. 3." hieß es unter anderm, daß die Sonntagsruhe in für Brenn- und Nugholz fortwährend steigende VermögensLeit nach Berlin gedrahtet. Selbst die„ Rheinisch- Westfälische der Zeit ganz aufgehoben sei, daß die Lokomotivführer bis 370 werte. Außer ihnen zieht der geplante Truppenübungsplatz aber Beitung" spottet über die Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit in Stunden monatlichen Dienst hätten, daß ihnen hohe Geldstrafen auf auch noch ausgedehnte Kulturländereien der Dörfer in der Bitscher Bezug auf die Beurteilung des ersten Reichsbeamten. Ganz besonders komisch spreizt sich das Berliner Offiziösentum erlegt würden, daß man den Bestraften nicht einmal vernehme. Und Gegend in seinen Bereich und bedingt sogar die völlige Unterganzen Gemeinde, des etwa eine in der östreichisch- ungrischen Presse. Wenn man diese„ Preßstimmen" besonders wurde über die Behandlung der Führer seitens des drüdung einer liest, so verwundert man sich, daß unsre Nachbarn nicht so gescheitertmeisters Plate geklagt. Worte wie" umpen" und Stunde nordöstlich von Bitsch gelegenen Dorfs Haspelscheid. Lümmel" sollen nicht selten von ihm gebraucht worden sein. sind, ums den genialen Kanzler auszumieten, der wäre doch sicherlich Die fulturfeindlichen Tendenzen des Militarismus werden durch derGegen die beiden Blätter stellten nun die beleidigten Eisenfähig, alle inneren Wirren der Habsburgischen Monarchie ohne artige Maßregeln grell beleuchtet. bahu Behörden Strafantrag. Die Verhandlung fand am " Anerkennenswert iſt die Geſchidlichkeit, mit der die BülowGarde jede ungünstige Auslandsstimme über den eleganten Ceremonienmeister unterschlägt. Auch nicht das winzigste Tadelsvotum vermag zu passieren. Und doch schwelgt man draußen durch aus nicht allgemein in bernhardinischen Hymnen. So finden wir 3. B. im„ Budapester Tageblatt" die folgenden Ausz. führungen: Da muzen alle schöngedrechselten Phrasen und geistreichen Aperçus nichts, Deutschland repräsentiert in China den andren Mächten gegenüber die Politit der Gewalt. Mag Graf Bülow noch so eifrig die These verfechten, daß nicht die„ Erwerbung" von Kiautschon durch die Deutschen den Ausgangspunkt der beflagenswerten Wirren in China bildete, mag er dieselbe noch so sehr durch die Wegnahme von Port Arthur durch die Nussen, von Wei- hai- Wei durch die Engländer, von Indo- China durch die Franzosen begründen, so bleibt es doch wahr, daß die civilisierten Nationen sich gegen China in einer Weise benommen haben, gegen welche die Tatarengrenel in Europa Aeußerungen des Bartsinus bildeten. Von dem Augenblick an, wo China sich in dem Krieg gegen Japan als schwach erwies, war es die freie Beute jedes beutelustigen Staats." Der Artikel des Budapester Blatts schließt: " Deutschland, so sagte Graf Bülow ferner, will sich nicht von andren Völkern als Blizableiter gebrauchen lassen; das ist nur recht und billig, aber die andren Völler haben hinwieder das Recht, " " Montag, den 26. d. M. vor der zweiten Dortmunder St zweiten Dortmunder Straf statt. om Kohlenme MND vom Kohlenmarkt. Die Beweisaufnahme entrout ein Bild der Arbeitsverhältnisse Die Ziffern, welche vom Kohlenmarkt bekannt werden, zeigen der hiesigen Lokomotivführer, wie es trauriger nicht gedacht werden neuerdings eine fortgefette Steigerung des Abfließens kann. Nicht die angeklagten Redacteure fondern die offiziellen deutscher Kohle ins Ausland. Ein Teil der Börsenpresse ist aber weit davon entfernt, auf Grund dessen die Redensarten Kläger wurden durch die Verhandlung gerichtet. Ein Zeuge jagt aus:" Nach einer 18 stündigen Dienstzeit der Zechenblätter zu wiederholen, daß die Ausfuhr nur ein find mir manchmal die Augen zugefallen. Der Werkmeister Plate Beweis für die andauernde Festigkeit der Markthat mich eines Tags„ gemeiner Flegel" genannt, als ich mich lage sei; sie sehen vielmehr in der steigenden Ausfuhr nur, daß dienstlich beschwerte. Als ich dagegen protestierte, warf er mich durch die fortschreitende Verschlechterung der Induſtrie im Julande hinaus. Ich verstauchte mir den Fuß und war zehn Tage arbeits- immer wieder große Mengen Kohle frei werden, die die Kohlenbarone schleunigst zu billigen Preisen ins Ausland schaffen, da unfähig." Ein andrer Zeuge ist von demselben Werkmeister bei einer dienst mit nicht anwachsende Vorräte den gegenwärtigen BucherAuf dem oberschlesischen Eisenlichen Angelegenheiten aufgefordert worden, die Müze abzunehmen. preis der Kohle herabdrücken. Daraufhin markt laufen fortgefeßt Anweisungen seitens der WalzEr hatte schnuhige Hände und konnte es nicht thun. wurde er aus dem Bureau hinausgeworfen. Dann rief ihn Plate werksindustrie ein, welche die Aufschiebung von fällig gewordenen Er folgt nicht und erhielt einen fräftigen Stoß mit der Kohlenlieferungen bezwecken. Deshalb die Zunahme des Exports nach Mahnung:„ Wenn das noch einmal vorkommt, dann werde Rußland und Destreich, welche die frei werdenden Mengen abnehmen ich Ihnen die Knochen entzwei brechen." Der Beuge wollte müssen. Nicht zu befriedigen ist gegenwärtig bloß die NachDieselbe Beobachtung wird auf gegen Plate gerichtlich vorgehen, erhielt aber die behördliche Er- frage in Hausbrandtohlen. laubnis hierzu nicht. dem rheinisch westfälischen Kohlenmarkt gemacht. Auch von Ein dritter Zeuge hat in einem Monat 440 Dienststunden dort wird gemeldet, daß fich im Kohlengeschäft der Jene gehabt. Die nächsten Zeugen sind gleichfalls von dem Werkmeister Minderverbrauch der Eisenwerke allmälig fühlbar macht." Plate mit 2 ümmel" oder mit einem„ Ich zerbreche Ihnen Kohlenforten, welcher die Eiſenindustrie bei ihrer Produktion bedarf die Knochen" behandelt worden. und von welcher es noch vor wenig Wochen hieß:„ ſtürmisch begehrt", werden in großen Mengen frei und schleunigst ins Aus land befördert oder aber von der Eisenbahn abgenommen. Starke Nachfrage herrscht nur in den von der Schiffahrt benötigten Kohlen sorten, die von den* Kriegswirren profitiert, den Gastohlen, von zurück. " in dessen Namen der Strafantrag gestellt war, mußte zugeben, daß Der vernommene Eisenbahn- Direttor Othegraven, die Dienstzeiten manchmal 370 Stunden monatlich betrugen, bei größeren Betriebsstörungen auch bis 440 Stunden. Ueber den durch die Verhandlung zur Genüge charakterisierten Wertmeister Plate spricht er sich äußerst günstig aus!! = Auf die wiederholte Frage des Gerichtsvorsitzenden an die von Deutschland zu verlangen, daß es nicht den zündenden Bengen, warum fie fich nicht beschwert haben, antworten diefe über Bliz entfende, der eine furchtbare Mine aureinstimmend: Man bekommt doch kein Recht." Explosion bringen kann, welche die ganze gebildete Ein Heizer erzählt, daß er auf einer benachbarten Station ausWelt mit der Gefahr einer furchtbaren Erschütterung bedroht. Graf Bülow leugnet das Vorhandensein einer Absicht der Eroberung steigen und nach Dortmund zurückfahren mußte, da er vor Erdenen während des Winters die Gasanstalten große Mengen gebrauchen und dem Hausbrandmaterial. Von der Coatsproduktion bei Deutschland, des Wunsches, daß es zur Teilung Chinas tomme; müdung nicht mehr fahren konnte. allein das Verhalten Walderfees ist ganz danach angethan, das Gegenteil Stelle des bisherigen Coatsmangels in absehbarer Zeit ein Coatswird gemeldet, sie sei in einem so starken Steigen begriffen, daß an der Worte des deutschen Reichskanzlers glauben zu machen. Diesem überfluß treten müſſe. Mann ging schon von früher her der Ruf eines Reklame"= durch künstliche Ablenkung der vorWenn die Kohlenbarone durch Generals voraus, eines Generals, dem es vor allem darum zu thun ist, sich bei der Bewältigung von Schwierigkeiten hervor handenen Kohlenmengen nach dem Auslande die bisherigen Preise hochhalten wollen, so ist es um so erstaunlicher, daß ihnen der Staat zuthun, die an sich wenig bedeutend sind, aber in der Ferne zu Das Gericht verurteilte die angeklagten Redacteure zu 75 bezw. dabei, wenn auch ungewollt, Hilfe leistet. Der preußische Minister für großer dekorativer Wirkung gebracht werden können. 30 M. Geldstrafe. In dem Urteil wird ausgeführt, daß die Handel und Gewerbe hat nämlich die Herabſegung der Kohlenpreise Solche Männer taugen nicht auf einem Boden, wie es derjenige Angaben des Artikels über die Länge der Dienstzeit und der staatlichen Saargruben abgelehnt. Dagegen hat er den Indes gegenwärtigen China ist. Nicht Berge von Leichen, nicht die Ströme Bluts, nicht die Greuel eines Vernichtungskriegs gegen plate durch die Beweisaufnahme erwiesen seien. schlechte Behandlung feitens des Werkmeisters dustriellen für die ins Ausland gelangenden Fabrikate eventuell eine Nicht er- Egportbonifitation in Aussicht gestellt. Das heißt also, daß China können dem deutschen Namen Ruhm bringen, sondern nur wieſen ſeien die Angaben, die das Strafsystem des Direktors auf die ins Ausland gelangenden Eisenfabrikate die hohen heimischen die möglichste Schonung, die größte Milde, Othegraben und eine Aeußerung in der Prüfungskommission Kohlenpreise zum Teil rüdvergütet werden sollen, um die Industrie das versöhnendste Entgegentommen sind einer Eine solche Maßfür Führer und Heizer betrafen. Die Aeußerung hatte angeblich im Ausland konkurrenzfähig zu erhalten. großen und gebildetent Nation, wie ee alle Führer der Berlogenheit bezichtigt. nahme wirkt wie eine Bevorzugung der Exportindustrie auf Kosten die deutsche ist, würdig und wenn es auch übertrieben ist, der Produzenten für den heimischen Markt und stellt sich den Liebeswas der Socialistenführer Bebel gestern in seiner Rede gegen gaben und Ausfuhrprämien würdig an die Seite. Bülow bemerkte, daß man sich angesichts der Nachrichten über die von Deutschen verübten Grausamkeiten, welche jetzt durch die Welt gehen, schämen müsse, den deutschen Namen zu tragen, so ist dieser Ausspruch doch geeignet, selbst bei solchen Deutschen Bedenken zu erregen, welche die" Politik von Blut und Eisen" in China bisher nicht in ihrer ganzen Werwerflichkeit betrachtet und nicht die Gefahr erkannt haben, welche in ihr für Deutschland, wie für die ganze civilifierte Welt liegt, die sie mit unabsehbaren Blutopfern, mit Seuchen und mit finanziellen Katastrophen bedroht, von welch letzteren namentlich dieselbe schon bisher einen sehr bitteren Vorgeschmack erhalten hat." Das ist so eine von den bürgerlichen Auslandsstimmen, welche von den Bülowschen Preßagenten unterschlagen werden! Höchst bemerkenswert war das Plaidoyer des Vertreters der Staatsanwaltschaft, des Assessors Engelhard. Er sagt u. a. wörtlich: Wenn auch der Werkmeister Plate die Worte Lump und Lümmel gebraucht haben follte so war das keine Beleidigung, sondern nur eine scharfe Kritik des Vorgesetzten über die Untergebenen. Dieser Prozeß wirft ein grelles Schlaglicht auf die Verhältnisse in Thielens Reich. Er liefert auch wertvolle Beiträge zu dem Kapitel„ Eisenbahnunfälle". Daß jedoch der Kohlenpreis sich nicht mehr lange auf seiner heutigen Höhe behaupten wird und, nach Beendigung des Winters, auch die Kohlenindustrie von der wirtschaftlichen Krise mit erfaßt werden wird, tritt immer flarer in Erscheinung. Zuchthausvorlage in den Einzelstaaten. Wie der Fränkische Kurier" meldet, wird dem altenburgischen Landtag gleich nach feiner Eröffnung ein Gefeßentwurf zur Einschränkung des Kontralt bruchs der ländlichen Arbeiter zugehen. Ausland. Frankreich. Der Kanzler der Weltpolitik ist bereits das Ziel eines agrarischen Angriffs in der" Deutschen Agrarforrespondenz" geworden. Seine Scherze hätten zivar, erklärt das Organ, der neudeutschen Weltpolitit" einen Sieg errungen, allein diese Weltpolitik is verdiene doch ein wenig analysiert zu werden. Und da ergebe sich, daß diese Weltpolitik, für die der Reichskanzler die Verantwortung Die Freiheit der Religionsübung im Deutschen Reiche will übernehme, teineswegs eine so schöne Sache sei. So habe das Paris, 27. November. Die Deputiertentammer fezte der Antrag Liebers, den wir bereits auszugsweise mitgeteilt deutsch- englische Abkommen nur den Sinn, Deutschland zum Sturm in ihrer heutigen Vormittagssigung die Beratung des Kolonialhaben, herbeiführen. Das Centrum, als Kämpferin der Freiheit, bock Englands in China zu machen, trotz der Versicherung Bülows: Etats fort. Im Laufe derselben wies Pelletan darauf hin, daß dem noch dazu auf dem Gebiete der Religion das flingt zunächst Wir lassen uns von teiner fremden Macht als Blizableiter Parlament nicht die Möglichkeit gegeben sei, eine genügende Konetwas sonderbar. Die Germania" nennt den Antrag den Antrag benußen." Unter dieser englandfreundlichen Politik litten die trolle über die Ausgaben für die Kolonien auszuüben. der Toleranz" und die„ Kölnische Volkszeitung" hält ihn für vitalsten deutschen Interessen in Afrika. Und wenn Herr den wichtigsten unter der Flut von Anträgen". v. Bülow ferner erklärt habe, die Zukumft Deutschlands liegt in Europa, liegt in der Heimatspolitit" begründet", so sei doch die Thatsache zu fonstatieren, daß alle handlungen der Regierung von dem Grundsatz geleitet würden, daß Deutschlands Zukunft auf dem Wasser liege. " Der Antrag redet in allen seinen einzelnen Paragraphen nur von anerkannten" Religionsgemeinschaften, auf die staatlich nicht anerkannten Gemeinden( wie freireligiöse usw.) und auf die Dissidenten erstreckt sich die klerikale Toleranz nicht. Der Verkehr der anerkannten Religionsgemeinschaften mit ihren Oberen soll ein ungehinderter sein. Die Vorschriften der anerfannten Religionsgemeinschaften, welche sich auf die Religionsübung beziehen, sollen nach dem Antrag zu ihrer Gültigkeit weder einer Mitteilung noch einer Genehmigung seitens der Staatsbehörde bedürfen. Gegen die freie, von keiner staatlichen Autorität abhängige Bethätigung religiöser Bedürfnisse wäre an sich nichts einzuwenden, wenn die bezüglichen Anträge nur nicht viel zu eng gehalten wären. Warum will man diese Freiheit nur den anerkannten Gemeinschaften und mir Religions gemeinschaften zugestehen? Andren als religiösen Gemeinschaften ist die behördliche Bevormundung noch weit weniger dienlich. Es ist denn auch nicht der Drang nach Freiheit und Gerechtigkeit, der dem Centrum diesen Antrag diktiert hat, sondern ihm kommt es darauf an, die katholische Kirche von lästigen Fesseln zu beseitigen. Die katholischen Orden und Religionsgemeinschaften wollen für sich vollkommenste Freiheit haben, damit sie gegen einzelne Anhänger im gegebenen Fall um so rigoroser vorgehen können. Nicht die Freiheit des Glaubens, der Ueberzeugung will der Centrumsantrag, sondern der Religions übung. Herr v. Bülow wird also erst durch Thaten das Mißtrauen der Agrarier beschwichtigen müssen. Macht Herr v. Bülow Kanig- Politik, so bewilligen die Junker trotz ihrer Wasserscheu auch ferner alle Rähne. Die genannte Korrespondenz führt sodann auch noch einen ermunternden Hieb nach Posadowsky und Miquel. Diese Herren machten zwar auch sehr glatte und sehr schöne Reden, sach= lich habe sich aber in den 6 Jahren seit der Aera Caprivi- Marschall nichts verändert. Dies unwirsche Schmälen ist wohl im Grunde nicht allzuernst gemeint. Die Agrarier segen augenscheinlich gewiffe Hoffnungen auf den neuen Mann. Der Angriff Wangenheims gegen die Hintertreppenpolitiker verrät freilich die Besorgnis vor dem unlauteren Wettbewerb des Ueberseetapitals. Afrika. Fünfzigtausend neue Soldaten fordert Lord Roberts, um die an hundert Stellen zu gleicher Zeit neu auffladerude Boerenerhebung unterdrücken zu können. Dafür sollen freilich die jetzt in Südafrika befindlichen Truppen den Kriegsschauplatz verlassen dürfen. Diese alten Truppen sind der Kriegsstrapazen auch herzlich müde und fordern gebieterisch ihre Ablösung. Die Absendung einer neuen großen Armee nach Südafrika beweist, wie voreilig fich die leitenden Feldherrn haben als Triumphatoren feiern lassen. Ueber die Thätigkeit der Boeren liegen folgende Meldungen vor: Der„ Standard" meldet: Die Mannschaften Bothas und Villjonns entwickeln eine immer mehr zunehmende Thätigkeit im Distrikt. Wie es heißt, haben sie einen neuen Plan ersonnen oder vielmehr einen alten wieder aufge= nommen. Sie beabsichtigen, den Kriegsschauplaz mehr nach der Grenze der Sapkolonie zu verlegen, wo, wie sie glauben, viele mißvergnügte Rapholländer mit geheimen Waffenvorräten bereit sind, auf die geringste Ermutigung hin die Feindseligkeiten zu erneuern. Die Boeren find fast überall in Transvaal und der Oranje- Kolonie ,, Freiwillige Gaben." Man weiß, daß die freiwilligen äußerst thätig. Eine Depesche des Feldmarschalls Roberts aus Johannesburg Gaben" zu patriotischen Zwecken nicht immer ganz freiwillig gegeben, sondern zuweilen in einer Form erbeten werden, die eine Ablehnung vom 26. November berichtet über unbedeutende Gefechte im Oranjenicht gut möglich machen. So ist schon in Staatsbetrieben durch Freistaat, sowie über den Vormarsch Clements gegen Rietfontein, Borgesezte oftmals der Klingelbeutel für irgend einen hochpatrioti- wo ihm Delarey mit 800-1000 Mann Widerstand leistete. Die schen Zwed geschwungen worden. Diesmal liegt ein Fall der Ein- Boeren führten einen Zwölfpfünder und ein andres Geschüß mit sich. forderung freiwilliger Gaben vor, der beweist, daß nicht nur Sie wurden völlig auseinandergesprengt. Schlau! Die Kölnische Zeitung" giebt zu, daß man die Arbeitern und Subalternbeamten gegenüber diese kategorische Form Hunnengreuel nicht mit dem Christentum vergleichen könne. Man des Heischens freiwilliger Spenden in Brauch steht. Sandte doch, müsse also ein andres Argument wählen: wie der Frankfurter Beitung" aus Düsseldorf gemeldet wird, das " Theoretischen Angriffen der Socialdemokratie auf das Heer Bezirkskommando an die ihm unterstellten Landwehroffiziere als solches aber halte man einfach entgegen: Es ist eine Not: ein Schreiben, worin ein Betrag für ein in Berlin zu errichtendes moitte Denkmal erbeten wurde, und zwar in Höhe ihres wendigkeit. Der Satz ist einfach und nicht zu widerlegen doppelten Offiziers- Tagesgehalts. Als trotzdem einzelne der Adreſſaten Damit ist das Geheimnis eines für alle Fälle passenden nichts von sich hören ließen, wurde ihnen furzerhand folgendes TretGeneralbeweises entdeckt. Nichts mehr von Langwierigen fchreiben zugestellt: Deduktionen, von Vernunftgründen, Erfahrungsthatsachen. Wenn man etwas haben will, so erklärt man es für notwendig basta! im Gegensatz zu mystischen Rechtfertigungsversuchen." Gottes Vorsehung und das antife Echidjal find gegenüber dieser Kölnischen allzermalmenden Notwendigkeit recht schwächliche Instanzen.Die Ausführungsbestimmungen betreffend das Verfahren vor den Schiedsgerichten für Arbeiterversicherung finden sich in der Dienstagnummer des Reichs- Anzeigers" veröffentlicht. Die Schiedsgerichte treten, wie durch eine weitere faiserliche Verordnung in derselben Nummer des Blatts bekannt gegeben wird, mit dem 1. Januar 1901 in Kraft. = Düsseldorf, 16. Nov. 1900. 901 Gegen Rückgabe dem tgl. Lieutenant der L. Herrn.. Hochwohlgeboren Unter Bezugnahme auf die diesseitige Anfrage vom 8. d. M., betreffend Angabe, ob Sie für das in Berlin zu errichtende Moltke Denkmal einen Beitrag zahlen und wie hoch Sie denselben eventuell bemessen wollen, werden Sie hierdurch ersucht, dem Bezirkskommando umgehend hierunter diesbezügliche Angabe machen zu wollen, da diesseits zum 20. d. M. der Brigade Meldung zu erstatten ist." Unterschrift. Zarter kann der Charakter der Freiwilligkeit nicht gewahrt werden. Die Hauptstadt der Intelligenz bekommt ein neues Soldatenstandbild, ein Artikel, an dem es ihr ja so sehr fehlt. Wie dem Reuterschen Bureau" aus Vryburg vom 21. d. M. berichtet wird, verfügt Delarey in Magaliesberg über 1000 Mann. Desgleichen befinden sich verschiedene fleine Lager im westlichen Transvaal. Delarey lehnt es ab, Buren in sein Komunando aufzunehmen, welche den Neutralitätseid geleistet haben, allein alle andren Kommandanten zwingen die widerstrebenden Buren zu Eintritt in Reih und Glied.- General Clements ist an der Stelle, wo der Jamesonzug zurückgeschlagen wurde, eingetroffen und hat daselbst ein Lager aufgeschlagen. Plänkelnde Boeren belästigten seine Nachhut, wobei zwei Mann von der Yeomanry in Gefangenschaft gerieten. Ein Proteft gegen die Annegion der Boeren- Republiken foll von Rußland mit der Motivierung erhoben worden sein, daß es eine Annegion so lange nicht als völkerrechtlich betrachte, a Is die Boeren nicht die Waffen niedergelegt hätten. Parlamentarisches. Zur Kohlennot hat das Centrum folgende Interpellation eingebracht: Was gedenken die verbündeten Regierungen zu thun, um der bestehenden, weite Voltskreise schwer bedrüdenden Kohlenteuerung wirksam abzuhelfen und für die Zukunft die Wiederkehr solcher Mißstände zu verhüten? Verstaatlichung der Kohlenwerke. Im neuesten Heft der„ Neuen Zeit" tritt Bebel den auch von uns teilweise wiedergegebenen Ausführungen Kautskys entgegen, der sich bekanntlich gegen die sofortige Verstaatlichung der Kohlenwerke aussprach. Kautsky hatte, wie erinnerlich, die Erfüllung gewisser Borbedingungen für die Verstaatlichung für nötig erklärt und dann auf die Forderung von Marimallöhnen bei achtstündiger Arbeitszeit für die Bergarbeiter verwiesen. Bebel verweist auf die bekannte Berliner Resolution, als deren Mitverfasser er sich bekennt und sagt: " Judem wir den sofortigen Uebergang der Kohlenwerke in Reichsbesig verlangen, ist damit nicht gesagt, daß wir unsre Zustimmung nicht von Bedingungen abhängig machen sollen, unter denen sie zu erfolgen hätte. " " PP Tust, weil es dort nur wenige Leute giebt, die es wagen, öffentlich| gliedern einige Entrüftung hervorgerufen, aber es sei feine Ursache für die Partei zu wirken. Die Verbändler mehr vorhanden gewesen, schonend vorzugehen. müssen stets daran glauben, wenn Rexhäuser oder ein andrer auf Polizeiliches, Gerichtliches univ. die Angriffe gewisser Schmierfinten etwas temperamentvoll ant= -Eine ganz neue Anwendung des Groben Unfuga" ist worte. Die Bewegung wird für die Leipziger Volkszeitung" noch Wie weit es mit der Gewerkschaft den Gerichten in Görlitz geglückt. Der verantwortliche Redacteur sehr üble Folgen haben. der Görliger Voltszeitung", eines Kopfblatts der Breslauer Bolts- gefommen fei, zeige fich darin, daß heute 21 zielbewußte wacht", Genosse e Ihs in Breslau, war fürzlich vom Schöffengericht Gewerkschaftler die Arbeit aufgenommen haben.( Rufe: Pfui) werden sich die Verbandsmitglieder in Görlig zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte über Aus legterem Grunde einen Fabrikunfall berichtet und daran die Bemerkung geknüpft, daß die Frage vorlegen müssen, ob sie in andren Druckereien noch die kapitalistische Presse tein Interesse daran habe, Streifzüge mit diesen Leuten zusammen arbeiten wollen. Ein Verbandsmitglied auf das Schlachtfeld der Arbeit zu unternehmen. fann unter folchen Umständen nicht mehr Abonnent der Leipziger In dieser Bemerkung und den sonstigen Angaben des Artikels sah Voltszeitung" sein( Rufe: Bravo!), aber auch unter nahestehenden das Schöffengericht die Absicht der Verhezung und verurteilte dies Freunden und Verwandten ist dahin zu wirken, daß die Leipziger unter der Firma Grober Unfug". Volkszeitung" eine ihm würdige Auflage erhält.( Lebhafter Beifall.) So hätte die Fixierung der Grundrente nicht nach dem Stand der Dagegen legte Klühs Berufung ein, ebenso aber auch der Amts- Vogeniz, der am Konflikt beteiligt ist, versichert, daß es ihm Dividenden der letzten fünf Prosperitätsjahre zu erfolgen, sondern auf anwalt, dem die Strafe noch nicht hoch genug war. Die Straf- als alten Parteigenoffen nicht leicht gefallen sei, die Arbeit mit Grund der Ergebnisse einer längeren Periode, sagen wir der letzten zwei fammer verwarf beide Berufungen, obwohl entgegen der Beweis einzustellen. Die Aktion sei nicht von den Buchdruckern, sondern So habe ein MitJahrzehnte. Das würde ein sehr viel günstigeres Resultat für das aufnahme des Schöffengerichts noch festgestellt wurde, daß die von der Parteileitung vorbereitet gewesen. Reich ergeben. Zweitens besteht nicht das geringste Hindernis, daß Echutzvorrichtung an der Maschine, an der der Unfall passiert war, glied der Preßkommission ihm gegenüber geäußert: es sei Zeit, die Kohlenwerke einer sehr genauen sachverständigen Inspizierung ungenügend war. daß die Verbandsmitglieder herauskämen, weil sie sich an nicht Parteithätigkeit beteiligen. Das Endziel sei: in Bezug auf ihren technischen und hygienischen Stand unterworfen In der Begründung des Entscheids wurde betont, daß beder den Verbändlern und rein mit den Gewerk und die zu dieser Herstellung sich als notwendig herausstellenden sonders die Worte von der tapitalistischen Presse raus mit Kosten von dem eingeschäßten Werte der Kohlenwerke in Abzug ge- und vom Schlachtfeld der Arbeit auf die Absicht des schaftlern. Die Redaktion habe sich bisher feig um die Erbracht würden. Dieser ist sogar eine selbstverständliche Forderung, Angeklagten schließen ließen, die Sensationslust zu befriedigen. örterung der Frage herumgedrückt, ob der Grundsatz, nach dem die die zum Beispiel auch die Schweiz bei der Verstaatlichung der Eisen- Diese Sensationsgelüfte dem Redacteur des Arbeiterblatts auf längere Entlassungen vorgenommen find, richtig ist. Echoenlank habe sich bahnen durchgeführt hat und ohne welche die Kohlenwerksbefizer Zeit zu vergällen, sei eine so erhebliche Strafe am Blag. Die Ein- für diesen Grundsatz ausgesprochen und die Vorschläge des Redners wahrscheinlich die Werke im Stadium der Verhandlungen verfallen wendung des Angeklagten, daß eine thatsächliche Beunruhigung zu Falle gebracht. ließen. des Publikums oder nur eines Teils desselben nicht eingetreten Die Schweiz liefert auch ein Beispiel, daß der Staat Privat- oder mindestens nicht nachgewiesen sei, wurde einem eigentum nicht zu Wucherzinsen übernehmen muß. Man erkundige Hinweis auf ein Reichsgerichtsurteil abgethan, wonach auch eine sich einmal bei den Berliner Banten, welche die Hauptbesizer der Belästigung des Publikums geuügt, um groben Unfug festzustellen. schweizerischen Eisenbahnpapiere waren, welches Geschäft sie mit der Diese Belästigung sei dadurch gegeben, daß Arbeiter fich ver Verstaatlichung machten, und man wird mit Heulen und Zähne anlaßt fühlen könnten, in einer Fabrik nicht mehr flappern eine Antwort bekommen. Ich erinnere mich auch nicht, daß Arbeit anzunehmen, in der die Schußvorrichtungen seiner Beit selbst der preußische Staat die Privatbahnen durch nicht in Ordnung sind. Es fehlt eine Auseinandersetzung schnittlich zu für ihn ungünstigen Preisen erworben hat. Auch der darüber, ob die Arbeiter oder der Fabrikant belästigt worden sein Reichsfistus wollte den Privatposten eine weit geringere Entschädigung sollen durch die wahrheitsgemäße Mitteilung, daß die Schußvorrich zahlen, als selbst der Reichstag für billig fand. tungen nicht in Ordnung waren. würden. mit Dieses Urteil scheint uns die merkwürdigste Anivendung des Groben Unfugsparagraphen zu sein, die bisher vorgekommen ist. giebt der Der Streit der Schriftsetzer " in der Leipziger Volkszeitung" bürgerlichen Presie, wie nicht anders zu erwarten war, Anlaß zu hämischen Bemerkungen, die darauf hinauslaufen, daß socialdemokratische Theorie und Praxis bei diesem Konflikt wieder einmal in scharfem Kontrast stehen. Wer die Angelegenheit objektiv beurteilt, fann zu einer solchen Echlußfolgerung nicht kommen, dazu ist die Ursache der Differenzen nicht bedeutsam genug. Wir hätten nur im Interesse beider Teile gewünscht, daß der Konflikt überhaupt auf gütlichem Wege beigelegt wäre. Allerdings wer da weiß, welches Verhältnis zwischen dem Buchdrucker- Verband und der Leipziger Volkszeitung" seit Jahren bestand, dem wird manches in diesem Streit erklärlich werden. Döring ist wohl mit dem Vorgehen im allgemeinen einverstanden, kann aber in verschiedener Hinsicht den Standpunkt der Leipziger Buchdrucker nicht teilen. Man möge abwesende Personen, nicht angreifen.( Gelächter. Rufe: Schluß!) Die Kollegen haben ihre Schuldigkeit gethan. Reghäuser, mit allgemeinem Ah! empfangen, bestreitet gleichfalls, daß die Aktion seitens der Buchdrucker vorbereitet sei. Schoenlant wolle die Gewerkschaftsbewegung der Partei bedingungslos unterordnen, er trage die Schuld an der Behandlung, die Buchdruckern durch die die Arbeiterschaft zu teil wird. den Seine Auffassung über den Konflikt will der Redner in der nächsten Nummer des„ Korrespondent" niederlegen. Die Buchdrucker würden von ihrer Macht derartig Zeugnis ablegen, daß denen, die die Veranlassung hierzu gegeben haben, für immer die Luft vergehen soll. Wenn die Frage der Anciennität, wie geschehen, als undiskutabel bezeichnet werde, so wird das Unternehmertum die Konsequenzen daraus ziehen. Mit schafsdämlicher Geduld habe sich die Leipziger Arbeiterschaft leiten lassen, aber die Aera SchoenlantPollender sei am Ende und jest gäbe es teine Rücksicht mehr. Heute liegen die Verhältnisse für eine Verstaatlichung eben weit günstiger als vordem. Der Verstaatlichungsgedante hat große Fort schritte gemacht. Das Interesse der Allgemeinbeit ist in erster Linie dant unsrer jahrzehntelangen Agitation weit mehr geweckt und damit eine Kontrolle vorhanden, die einen ungünstigen Kaufabschluß möglichst verhindert. Man stelle sich vor, welch lebhaftes Interesse VerHandlungen des Reichstags über eine Verstaatlichung der privaten Kohlenwerke bis in das letzte Dorf und das letzte Haus erwecken Tanneberger will seine gegenteilige Meinung zum Ausdruck Allerdings ist der heutige Staat und auch das Reich in erster Linie zu bringen. Obwohl Gegner der Gewerkschaft, so könne er doch das der Kommis für die Wahrung der Interessen der herrschenden Klassen; Borgehen nicht gutheißen. Nach seiner Meinung liege der eigentliche wenn man das noch nicht gewußt hätte, die 12 000- Mart- Affaire Grund des Konflikts in der Ausschließung guter Mitglieder aus dem hätte es gezeigt. Es handelt sich auch hier nicht darum, Berbande, deshalb müsse die Frage nach der Taktik der Verbandsein socialistisches oder auch nur staatssocialistisches Experiment durch leitung beurteilt werden. Er wolle nicht beschönigen, aber man sei zuführen, sondern um die Frage: auf welche Weise ein notorisch hier gegen ein Geschäft vorgegangen, das den Tarif bezahlt und vorhandener öffentlicher Mißstand, den eine kleine Minderheit von seinen Arbeitern eine Reihe Vergünstigungen gewährt. Durch das großen Kapitalisten zum Schaden der sehr großen Mehrheit erzeugte, Vorgehen werde mit Existenzen ein frevelhaftes Spiel getrieben, auf die momentan zweckmäßigste Weise beseitigt werden kann. Wegen gleicher Anforderungen könnte in einem bürgerlichen gegen andre Geschäfte und gegen Faktore handle die Verbandsleitung Macht die Verstaatlichung, vernünftig durchgeführt, auch für den Geschäft wohl faum ein Streit entstehen, weil die Gehilfen solche vorsichtiger. socialistischen Gedanken Propaganda, um so besser. Auch handelt es Anforderungen dort nicht stellen würden; und wir möchten die Ver- Der Vorsitzende sucht das letztere zu widerlegen. Durchschnittlich fich bei der Expropriation der Kohlenwerke nicht um die Jnteressen leger der Blätter, die sich über den Verlag der Leipziger Volks- fönne die Arbeitszeit in der Leipziger Zeitung" günstiger bezeichnet der herrschenden Klassen, sondern um die Jutereffen einer kleinen zeitung" entrüsten, sehen, wenn ihnen vorgeschrieben würde, sie werden als in der Leipziger Boltszeitung". Rerhäuſer müsse er Minderheit dieser herrschenden Klassen. Der weitaus größte follten bei überflüssigem Personal nur immer die Jüngsten" trotz aller Angriffe als seinen Freund bezeichnen. Teil der herrschenden Klassen hat selbst ein Interesse, daß die Kohlen entlassen. billig und nicht teuer sind. So die gesamte Industrie, der Verkehr ( Schiffe, Straßenbahnen, Eisenbahnen 2c.), ferner die Staats- und Gemeindeverwaltungen für ihren Kohlenkonsum in den Bureaus, Gerichten, Gefängnissen, Kasernen, Schulen, Krankenhäusern 2c., endlich die gesamten Kohlenverbraucher, das heißt mit Ausnahme der direkten Interessenten an den Kohlenwerken, das gesamte Volt. # Jn ähnlichem Sinne äußerten sich noch Eichler und Vogeniz. Riedel bezeichnet es als den Ueberfluß der Heuchelei, wenn man jetzt in den eignen Reihen die Buchdrucker beschuldigen will. Seit Jahren habe man systematisch gegen die Buchdrucker gewählt, da könnten diese unmöglich Lust zur Parteithätigkeit empfinden. Man kann wohl Existenzen vernichten, aber nicht unfre Naden beugen. Gegen 7 Stimmen wird hierauf beschlossen, daß die Vertrauensleute beim Hauptvorstand den Ausschluß der Mitglieder Heinisch, Schneider und Hüttig beantragen. In einer von Rexhäuser eingebrachten Resolution wird den Ausständigen vollste Sympathie ausgesprochen und die Zumutung der Leipziger Parteileitung, die Einstellung und Entlassung von der Parteithätigkeit abhängig zu machen, entschieden zurückgewiesen, weil diese mit der Selbständigkeit des Einzelnen unvereinbar ist. Durch die Unzugänglichkeit der Geschäftsleitung sei der Kampf zur Pflicht ge worden, umſomehr, als das Organ der Leipziger Arbeiter von Streitbrechern hergestellt werde. Bom Kampfe soll nicht eher Abstand genommen werden, als bis die Streitbrecher durch organisierte Arbeiter ersetzt sind. Diese Resolution wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Ferner wird der Vorstand noch ermächtigt, den Ausständigen die weitgehendste Unterſtügung zuzusichern. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Trozz dieser Erwägungen bleibt die Frage offen, ob der Konflikt nicht auf andre Art zu lösen war. Die Entscheidung der Parteigenossen, die im gewissen Sinne Interessenten an dem Unternehmen find, durfte nicht in leyter Justanz maßgebend sein. Die Arbeiter bewegung hat gewerbliche Institutionen gefchaffen, die wir nicht übergehen dürfen. In der Frage fonnte der Tarifausschuß um ein Es möchte also einer Regierung, welche die Berstaatlichung der Urteil angegangen werden. Obwohl diese Körperschaft nur für Kohlenwerke durchzuführen hätte, selbst unter den heutigen Ber- Tarifftreitigkeiten zuständig ist, würde sie gewiß dennoch in der hältnissen unmöglich werden, die Interessen der ungeheuren Mehrheit Frage, wenn sie um ein Urteil angegangen wäre, eine Entscheidung den Interessen einer verschwindenden Minderheit zu opfern. Dazu gefällt haben. Es ist ferner das Gewerbegericht vorhanden, dem die denke man sich die fortgesetzten Erörterungen im Reichstag und die Entscheidung als Einigungsamt anheimgegeben werden könnte. Wir Kritik an den Maßnahmen der Staatsgewalt, ausgeübt von einer sind doch zunächst dazu berufen, solche Institutionen zu benußen, schon jetzt fast sechzigköpfigen socialdemokratischen Fraktion. und ihrem Urteil hätte sich der Verlag der Leipziger Volkszeitung" Ich bestreite auch entschieden, daß finanziell die Arbeiter der fügen müssen. Wirklich zwingende Gründe, von der Anciennität bei Staatsbergwerke schlechter stehen, als diejenigen der Privatbergwerke. der Entlassung überflüssiger Kräfte ihres Personals abzugehen, hat Dafür ist nicht der geringste Beweis erbracht. In Bezug auf das der Verlag der„ Leipziger Voltszeitung" nicht gebracht; find solche Koalitionsrecht stehen sie auch kaum ungünstiger, aber dafür zu sorgen, Gründe vorhanden, was ja von Fall zu Fall zu prüfen ist, dann daß sie es voll erhalten, ist schon gegenwärtig Sache des Reichs- wären fie gewiß von den beiden Institutionen, die wir erwähnten, ge= tags, der aber jetzt in die Verwaltung der Kohlenwerte nichts würdigt worden und sicher bei der Entscheidung von Einfluß gewesen. hineinzureden hat, aber nach dem Uebergang derselben in Reichsbesitz Hätte aber das Gewerbegericht oder Tarifamt die Schriftseger mit bei jeder Etatsberatung und auch sonst gündlich mit hineinreden ihren Anforderungen abgewiesen, dann wäre der Sache ein andrer fönnte.... Unsere Opposition gegen das Tabakmonopol, das man Rückhalt gegeben, als wenn nur die Interessenten entscheiden. zum Vergleich heranzog, entfloß nicht nur dem Willen, die Staats- So selbstverständlich wir es finden, wenn in unsren Parteigewalt nicht übermächtig werden zu lassen, sondern auch dem Umgeschäften Leute gehalten werden, die in bürgerlichen Geschäften gestand, daß durch die Einführung dieses Monopols mindestens die Hälfte maßregelt werden, voraussichtlich nirgends eine andre Beschäftigung aller Bigarren und Tabatarbeiter brotlos geworden wäre und ein erhalten würden, so befremdlich wäre es für uns, wenn, wie von den Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand der Arbeiter der großer Teil selbständiger kleiner Unternehmer und Händler seine Ausständigen vielfach behauptet wird, in einem unsrer Parteigeschäfte Firma Gebr. Rothmann ist beendet. Die Lohnabzüge find Stellung verlor, ohne daß diesen noch den brotlos gewordenen die politische Thätigkeit, eine geringe oder keine Leistung für die zurückgenommen. Der Ausstand in der Maschinenfabrik A.-G. Arbeitern eine irgendwie nennenswerte Entschädigung in Aussicht Partei entscheidend oder mitbestimmend für die Entlassung wäre. A. Lehnigt in Betschan dauert unverändert fort. Seitens der Berliner stand. Eine Verminderung der Arbeiterschaft durch Verstaatlichung Kühnemänner wird jetzt versucht, die Firma mit Arbeitswilligen zu der Kohlenwerke ist aber ausgeschlossen und keine Kohlenwerks- Besitzer Der Konflikt hat unter den Buchdrudern die heftigste Erregung versehen. Wir erwarten, daß alle Kollegen derartige Angebote existieren nicht oder sie fallen nicht ins Gewicht. hervorgerufen und zu welchen weit über das Ziel schießenden An- energisch zurückweisen. Was dann die befürchtete größere Abhängigkeit der Arbeiier von griffen und Beleidigungen schließlich die Erörterung ausartet, das Die Gießerei vormals Wolf u. Meinel in Halle a. S. ist für dem Staate als Unternehmer anlangt, so hat bisher diese Befürchtung befundet der nachfolgende Bericht des Leipziger Ortsvereins der Former und Gießereiarbeiter gesperrt. Die Ortsverwaltung Berlin unsre Vertretung in den Landtagen nicht abgehalten, für die Eisen- Buchdrucker, den wir ohne Kommentar zum Abdruck bringen. des Deutschen Metallarbeiter- Verbands. bahn- Etots zu stimmen und für jede Erweiterung der Eisenbahnen, Der Konflikt in der Leipziger Volkszeitung Deutsches Reich. der Werkstätten 2c. einzutreten, wie die Reichstags- Fraktion feinen Tarifvereinigung Leipziger Cigarrenfabrikanten. In Anstand genommen hat, für die Verstaatlichung der Privatposten bildete das Thema einer am Montag nach dem Kristallpalast zu mit ihren Beamten und Arbeitern einzutreten und für Erweiterung Leipzig einberufenen Mitgliederversammlung des Verbands der Buch- Leipzig hat sich eine Vereinigung von Cigarren- Kleinfabrikanten geund Verbesserung des Post, Telegraphen- und Telephonwesens zu drucker. Der Vorsitzende des dortigen Vereins, Herr Engelbrecht, bildet, die mit ihren Arbeitern einen Minimallohn von 9 M. pro wirken, was immer mehr Arbeiter erfordert. hatte hierzu das Referat übernommen. Den Grund des gegen- 1000 Cigarren sowie Anerkennung der Organisation derselben verWar dieses kein Fehler, so ist es auch kein Fehler, den Kreis wärtigen Zwistes führt Redner auf die Gründung der Buchdrucker- einbart haben und mun bezwecken, das Publikum, besonders den der Staatsbetriebe zu erweitern, wenn allein dadurch die Allgemein Gewerkschaft zurück. Redacteur Pollender soll in einer früheren Arbeiterkonsum dahin zu beeinflussen, daß sie nur Fabrikate von interessen am besten gewahrt werden können. Buchdruderversammlung gesagt haben, daß das Verbandsmitglied Mitgliedern dieser Vereinigung laufen. Mitglied kann nach dem Auch muß noch bewiesen werden, daß die Arbeiter in den großen Riedel nur das Gnadenbrot in der Leipziger Volkszeitung" erhalte; Statut nur derjenige sein, der seinen Arbeitern den Minimallohn Riesenbetrieben, wie die von Krupp, Stumm, Dortmunder Union 2c. schon aus diesem Grunde könne kein Mensch glauben, daß die zahlt, ihnen die Teilnahme an der Organisation nicht hindert freier find als in den Staatsbetrieben; wir haben z. B. größere Er- Redaktion der Leipziger Volkszeitung" von der jetzigen Kündigung und selbst Beiträge für den Tabalarbeiter- Verband und das GewerkDaß es jo kommen mußte, schaftskartell entrichtet. Der Beitrag beträgt pro Mitglied und folge bei den Reichstagswahlen unter den Arbeitern der Kriegs- und feine Kenntnis gehabt hätte. Die Marinewerkstätten in Kiel, Wilhelmshaven und Spandau aufzuweisen, habe schon lange vorausgesehen. Verwunderung Monat 3 M. An eine Anzahl von Konsumvereinen, die der Tabakzwei älteren, die Kündigung von als unter denen von Stumm oder Krupp. Auch übersehe man nicht, über bereits 6 Jahre arbeiter Organisation zugesagt hat, sich beim Ankauf von Cigarren gesteigert worden nur an solche Firmen zu halten, welche die Minimalforderungen der daß je gewaltiger das Heer der im Staatsdienst stehenden Arbeiter im Geschäft thätigen Arbeitern sei aber anschwillt, der Staat um so weniger Macht behält, dieses Heer von durch die Aeußerung, die der Geschäftsführer Heinisch einem der Arbeiter bewilligen, hat die Vereinigung gemeinsame MusterArbeitern in Bezug auf ihren politischen Willen zu beherrschen und Gefündigten gegenüber gebraucht habe: ihm sei berichtet worden, follektionen gesandt. An die Leipziger Geschäftsinhaber, welche mit gegebenen Falls zu maßregeln. Hier heißt es auch: schließlich daß der Betreffende nicht mehr für die Partei thätig jei. Die von Cigarren handeln, wurde ein Cirkular versandt mit dem Ersuchen, Bedarf den Arbeitern gewählte Kommission habe der Geschäftsleitung die ihren schlägt die Quantität in die Qualität um. bei den Mitgliedern der Organisation Für die Lage dieser Arbeiter kann aber im Parlament mit be- Richtigkeit dieser Gründe vorgehalten, weil man den Arbeitgebern zu entnehmen. Diejenigen, welche diesem Ersuchen nachkommen, sonderem Nachdruck gewirkt und eingetreten werden. In der jähr- tein Recht einräumen könne, die Thätigkeit des Arbeiters außerhalb follen ein Erkennungszeichen für ihr Geschäftslotal erhalten. Die lichen Beratung des Etats dieser Verwaltung liegt ein mächtiger des Geschäfts zu beurteilen. Wenn der Arbeiter für die Partei Vereinigung hofft, daß, falls die organisierte Arbeiterschaft sie hierbei Hebel der Einwirkung auf die Staatsgewalt, in dem Sinne, thätig ist, so sei das sein freier Wille. Was würde man sagen, unterstüßt, bald eine größere Anzahl von Kleinfabrikanten der VerBrutalitäten und Ungeseßlichkeiten zu unterlassen, und auf die wenn die Arbeiter der" Leipziger Zeitung" verpflichtet würden, einigung beitreten und daß die unter den traurigsten Arbeitslöhnen Arbeiter in dem Sinne, sich gegen diese nach Kräften zu wehren für konservativen Landtagstandidaten Flugblätter zu hergestellten Cigarrenfabritate wenigstens zum Teil vom hiesigen und die Volksvertretung und Staatsgesetzgebung zu ihrem Schutze verteilen. Die Leitung der Buchdruder habe sich anfangs fehr zurüd Markt verdrängt werden. Vorfizender der Vereinigung ist Genosse haltend gezeigt und um den Konflikt nicht mit Gewalt zum Austrag Schulze, Leipzig- Schönefeld, Leipzigerstr. 54. gegen die Staatsgewalt anzurufen." tommen zu laffen, sei man sogar persönlich in Berlin beim Ver bands, sowie beim Parteivorstand vorstellig geworden. Das Parteivorstandsmitglied Auer habe sich erst nicht geneigt gezeigt, hier einzugreifen und habe seine Leipziger Parteigenossen dahin gekennzeichnet, daß doch die Leipziger bekannt sind und sich nicht werden hineinreden lassen. Bebel habe die Sache richtiger auf gefaßt; nach seiner Meinung war ein fofortiges Eingreifen Pflicht des Parteivorstands. Trotzdem sich nun der Parteivorstand brieflich nach Leipzig wandte und obgleich noch von andrer Seite der Versuch einer gütlichen Regelung unternommen wurde, sei die Geschäftsleitung der Leipziger Volkszeitung" nicht von ihrem Standpunkt abgegangen. Das Plakat an den Anschlagsäulen habe zwar auch unter den Mit Partei- Nachrichten. Gemeindewahlen. Die socialdemokratischen Kandidaten wurden ohne Ausnahme gewählt in Markranstädt( Sachsen), in Lehmen bei Birna, in Oderwitz bei Dresden und in Linz bei Gera. Totenliste der Partei. In Untersachsenberg im fäch fischen Erzgebirge starb der Parteigenosse Anton Körner, feit vielen Jahren einer ber rührigsten Agitatoren unsrer Partei in jener Gegend. Die Partei erleidet durch seinen Tod einen schweren Berman den nur Neue Differenzen drohen im Leipziger Buchbindergewerbe. Die Prinzipale haben ein Mitglied der Gehilfenkommission, die nach den Tarifvereinbarungen gebildet wird, abgelehnt. Für ihren Standpunkt machen die Prinzipale geltend, daß an die Prinzipale sehr verlegende Redewendungen gebrauchte. Die das betreffende Mitglied der Gehilfenkommission in einem Schreiben Arbeiter haben in einer großen Versammlung beschlossen, den: Verlangen der Prinzipale, einen andren Vertreter zu wählen, nicht stattugeben. Bei der Gewerbegerichtswahl in Sarburg siegten nach einem uns zugehenden Telegramm unter den Arbeitnehmern alle fechs Kandidaten der Gewertschaften. Außer- folgten Neuwahl der Ortsverwaltung wurden Nüsch als 1.,| Die russischen Befehlshaber erteilten ihnen die Versicherung, was dem gelang es zum erstenmal, auch einen Genossen als Arbeit- titter als 2. und Kotsch als 3. Bevollmächtigter gewählt. Als immer auch andre Mächte thun sollten, die Partei der Kaiserin und Unterstützung der geber Beisitzer zu wählen. Revisoren bestimmte die Versammlung Frl. Grünberg, Meister werde stets die Hilfe Der Vorstand und Ausschuß des Vereins deutscher Schuh: mission für die Herrenkonfektion und die Militärbranche auf der Seite die Behauptung verbreitet, die Greuelthaten und die Geg und Schreckling. Als 3. Punkt stand die Wahl je einer Kom- Russen genießen. Auch werde systematisch von russischer macher haben im Schuhmacher- Fachblatt" folgendes bekannt Tagesordnung; in erstere wurden gewählt Panzeram, megel am Amur und am Sungari seien auf den Befehl des " In der am 17. Oftober 1900 stattgehabten Sigung des Vor- Trippel, Langner und Fischer, in lettere Danzig, Grafen Walderiee und gegen den Willen der russischen standes, an welcher auch der Vorsitzende des Ausschusses, Kollege Telaff, Post, Werner und Langer. Hierauf erfolgte Offiziere ausgeführt worden. nach Mitteilung einiger untergeordneter Sachen Schluß der Verſammlung. gemacht: " R. Weise, teilnahm, wurde beschlossen: Nachdem es dem Kollegen J. Siebert, zweiten Vorsitzenden des Vereins, nach wiederholt unternoinmenen Versuchen nicht möglich ist, seine Thätigkeit im Verein wieder aufzunehmen, so beschließt der Vorstand nach eingehender Erörterung der ganzen Angelegenheit und dem wiederholt dahingehend geäußerten persönlichen Wunsche des Kollegen J. Siebert: 1. Der Kollege J. Siebert wird in Rücksicht auf seine geschädigte Gesundheit pensioniert. 2. Die vom Verein deutscher Schuhmacher an denselben in monatlichen Raten zu zahlende Pension wird vorbehaltlich des Beschlusses der nächsten Generalversammlung, welche endgültig darüber beschließt auf 1200 m. pro Jahr, ab 1. November 1900, festgesetzt. Vorstehender Beschluß wurde einstimmig und im Einverständnis des Kollegen J. Siebert gefaßt; ebenso einstimmig ist der Ausschuß des Vereins demselben beigetreten." Ausland. gent Die öftreichischen Gewerkschaftsbeamten und Redacteure der Arbeiterpresse hielten vor einigen Wochen eine Konferenz ab, in der über die Gründung einer ähnlichen Organisation, wie es der deutsche Verein Arbeiterpresse" ist, Beratung gepflogen wurde. Aus Dänemark. Im Jahre 1899 waren von den in Betracht kommenden 100 300 männlichen in Industrie und Hondwerk be= schäftigten Arbeitern 76 800-76,7 Pro3z. gewerkschaftlich organisiert. In einigen Gewerben, z. B. in den Bauhandwerken, ist der Prozent jazz noch bedeutend höher, bis zu 95 und 96 Prozent. Die Anzahl der in Betracht kommenden weiblichen Arbeiter betrug 33 300, von welchen 7243 gleich 21,7 Prozent organisiert waren. Auch die See- Arbeiter haben zivei bedeutende Organisationen: den Verband der Heizer mit 1100 Mitgliedern und den Verband der Matrosen mit 1841 Mitgliedern. Außerdem besteht eine Organisation der ungelernten Arbeiter, welche die Hafenarbeiter, die Hilfsarbeiter in Industrie und Handwerk und einen Teil der ländlichen Arbeiter umfaßt, mit 27600 MitIn allen Städten und größeren Dörfern sind sowohl die gelernten wie die ungelernten Arbeiter im Anschluß an die Gewerkschaftsverbände organisiert. im gliedern. Der Lohn der männlichen Arbeiter ist von kaum 20 Oere Jahre 1872 auf 85%/ 2 Dere pro Stunde im Jahre 1899 gestiegen. Versammlungen. 0 Die Filiale des Verbands der Graveure und Giseleure hielt am 20. d. Mts. eine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. wie in beiden vorangegangenen Versammlungen, so wurden auch diesmal das Ueberstunden: System und die argen Mißstände der Hausarbeit kritisiert. Sämtliche Redner waren darin einig, daß diese Nebel mur durch eine stramme Organisation auszurotten sind und wurde folgender Antrag des Kollegen Leidner mit großer Ma jorität angenommen; Erkrankung der Kaiserin und Li- Hung- Tschangs. Die„ Daily News" melden aus Shanghai: Lord Li, der sich zur Zeit hier aufhält, erhielt ein Telegramm von Li- Hung- Tichang, in welchem dieser ihm von der Krankheit der Kaiserin Mits teilung macht, ohne jedoch Einzelheiten darüber anzugeben. Der Gouverneur von Schensi hat die Behörden von Kiangsu und Tschekiang von neuem aufgefordert, Lebensmittel für den Hof nach Singanfu zu schaffen. Die Morning Post" meldet ebenfalls aus Shanghai: 21Hung Tichang ist ernstlich trant, er telegraphierte an feinen Adoptivsohn Li- Ching- Fang, der am Sonnabend nach Tientsin abgereist iſt. Eine Rauferet In Erwägung, daß die Ueberstunden und Heimarbeit in unfrem Berufe die Erreichung befferer Arbeitsbedingungen, insbesondere eine Verkürzung der Arbeitszeit erschmert oder illusorisch macht, beschließt die Versammlung der Filiale Berlin: 1. Die Beseitigung der Heim- ist wieder einmal zwischen den Khakileuten zweier vereinigter" arbeit und die Verminderung der Ueberzeitarbeit in den Werkstätten Nationen ausgebrochen. auf das geringste Maß ist, neben der neunstündigen Arbeitszeit, vor Nach einer Depesche Londoner Abendblätter aus Shanghai tam allen andren Forderungen anzustreben. 2. Jedes Verbandsmitglied, es dort gestern abend zu einem Zusammenstoß zwischen etwa das der Heimarbeit und Ueberstunden Arbeit freiwillig Vorschub 30 französischen Soldaten und einer Anzahl leiftet, ist aus dem Verbande auszuschließen. 3. Die Untersuchung englischer Polizisten, bei dem einige Personen verwundet ihr bekannt werdender Fälle hat die örtliche Verwaltung zu führen wurden. und der Mitgliederversammlung dementsprechend Anträge zu unterbreiten." Selbiger Antrag wurde dem Centralvorstand zur Begutachtung überwiesen. Neu hinzugetreten sind 10 Kollegen. Letzte Meldungen. Köln a. Rh., 27. November. Die Köln. 8tg." erhält ein Teles gramm aus Stalgan, wonach die Kolonne des Grafen York bortselbst nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten auf dem Marsche Der Unterstütungsverein der Kupferschmiede Deutschlands glücklich angekommen und der Gesundheitszustand der Truppen aus( Filiale Verlin) hielt am 17. November im Gewerkschaftshaus seine gezeichnet ist. Die Borer sowie die kaiserlichen Truppen seien westMonatsversammlung ab. Außer den Vorschlägen zur gesamten wärts abgezogen. Damit sei die Zurückdrängung der Chinesen, die Vorstandswahl stand die Fortschung der Beratung über die zur westlich von Peking in bedrohlicher Nähe gestanden, also die Siches Generalversammlung in Magdeburg zu stellenden Anträge auf der rnng des Gebiets zwischen Peting und der äußeren großen Mauer Tagesordnung. Angenommen wurden folgende Anträge: 1. Die im Westen gelungen. Reise- und Ortsunterstüßung gleich zu stellen, desgleichen die Karenz- Wien, 27. November. Die„ Politische Korrespondenz" meldet zeiten. Ausnahmen sollen gemacht werden bei den Ausgelernten, die aus London: bei Reise- Unterstützung keine Karenz durchzumachen haben, wenn Der Verlauf des Gedankenaustausches der Mächte über die Befie innerhalb 2. Die innerhalb vier Wochen dem Verein beitreten. Gäge für Arbeitslosen Unterſtügung staffelweise einzuführen und schlüsse des Pekinger Diplomatencorps läßt eine allgemeine tvar 6 M. bei einjähriger, 7,50 M. bei dreijähriger und 9 m. bei Berständigung voraussehen. Als Basis gelte in diplomati fünfjähriger Mitgliedschaft. 3. Die Streit- Unterstützung auch über schen Kreisen, daß die Forderung der Todesstrafe für die die zehnte Woche zu gewähren. 4. Die Gehälter des Centralvorstands Rädelsführer, bei grundsäglichem Begehren dieser Strafart als der zeitgemäß zu erhöhen. 5. Der Ausschuß darf sich nicht am Siz des verschuldeten, nicht in die décision irrévocable eingereiht werde, Centralvorstands befinden. 6. Bildung von Provinzialverbänden zur ferner daß bezüglich der Entschädigungsfrage den Bes Agitation für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen. 7. Die Ent- benken wegen der Leistungsfähigkeit Chinas zunächst im Princip schädigung der Filialen für Agitation, Mühewaltung usw. von 10 Rechnung getragen werde, da vorläufig die Grundlagen für die auf 20 Proz. der Einnahme zu erhöhen. ziffernmäßigen Feststellungen fehlen. = Der Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend hielt am Dienstag, den 20. d. M., seine MitgliederNach glied auf 20 Pf. pro Monat feſtgeſtellt. Alsdann wurden noch einige fleinere Vereinsangelegenheiten verhandelt. Krüger in Paris. Ueber die sociale Bedeutung der Sypothekenbanken sprach versammlung ab, in welcher die Kaffiererin Keller die Abrechnung Tekte Nachrichten und Depeschen. in der zweiten wissenschaftlichen Sigung des Socialwissenschaftlichen vom 3. Quartal gab. Die Einnahme betrug während dieser Zeit Studentenvereins Herr Handelsredacteur Georg Bernhardt. 108,40 m., die Ausgabe 91,25 M. Mit dem Bestand vom zweiten Nach einer kürzeren Charakteristik des Wesens der Hypothekenbanken Quartal verbleibt am 1. Oktober ein Kaffenbestand von 320 M. Als ging der Redner auf ihre Geschichte ein und brachte eine Darlegung zweiter Punkt der Tagesordnung wurde die Frage erörtert. Wie der bezüglichen Gesetzgebung. Alsdann folgte eine Stritit der bestellen sich die Kollegen zur Einführung des Streitfonds? An der stehenden Geseze und eine Schilderung der socialen Einwirkung der Diskussion beteiligten sich Weiße, Boß und Keller. Uebernahme des Hypothekenbank Geschäfts durch die Stadt. Die Institute. Redner empfahl schließlich nach Düsseldorfer Muster die längerer Debatte wurde der Betrag zum Streitfonds für jedes Mit Stadt beschafft durch eine Anleihe, event. nach vorheriger Reorganifation des städtischen Anleihewesens, das Stapital für eine zu gründende städtische Hypothekenbank, die nur amortisable Hypotheken ausgiebt zu einem Binsfuß, der nicht wesentlich höher ist, als bei Staatsanleihen üblich. Die Stadt ist mit ihrem Vermögen haftbar, die Zinsen werden zum Teil der Stadt, zum Teil dem Reservefonds ausgezahlt. Die Subhastation eines Grundstücks verwandelt sich in einen Vorteil des tommunalen Körpers, indem die Bant es zum niedrigen Subhastationspreis übernimmt, womit es öffentliches Eigentum wird. Die Versammlung zollte den Ausführungen des Referenten lebhaften Beifall. Paris, 27. November.( B. H.) Ein Zwischenfall, der ernste Folgen hätte haben können, trug sich heute nachmittag zu. In dem Augenblick, wo die Studenten, etwa 1500 an der Zahl, zum Straße geworfen. Einige Polizisten und Studenten wurden aus einem Fenster des Grand Hotel Kupfermünzen auf die Hotel Scribe zogen und Hochrufe auf Krüger ausbrachten, wurden von Geldstücken getroffen. Es entstand ein furchtbarer Tumult, die Schöneberg. Eine von dem Vorstand des Mietsvereins Bolizei ließ sofort die Fenster des Grand Hotel schließen und ver am 23. d. M. im Klubbause einberufene Bersammlung sollte hinderte die Kundgeber, in das Hotel einzudringen, während ein Die dazu dienen, die Schöneberger Arbeiter als Mitglieder für Polizeikommissar mit mehreren Polizisten in das Hotel ging, an Ort und Stelle den Thatbestand festzustellen. diesen seit wenigen Tagen bestehenden Verein zu gewinnen. In um wie der Zwischenfall sich zutrug, längeren Ausführungen versuchte der Bodenreformer, Herr Dr. Spiße des Zuges war, Maurenbrecher, den Nachweis zu führen, daß durch den bereits am Hotel Scribe angelangt, und nur dem sofortigen Busammenschluß aller Mieter, hauptsächlich der Kleineren Mieter, Empfang der Delegation durch den Präsidenten Krüger war es au man eine Macht bilde, mit der die Hausbefizer bei den Kommunal verdanken, daß kein größerer Tumult vor dem Grand Hotel ents wahlen zu rechnen hätten. Die Vermehrung der Stadtverordneten stand. Die Studenten begnügten sich, bei ihrem Rückzuge vor dem von 48 auf 60 stände bevor. Gelänge es uns, die Hälfte aller Grand Hotel zu pfeifen und nach der bekannten Melodie das Lied Die deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft( Verwaltungsstelle Mandate zu erringen, so wäre die Macht der Hausbefizer gebrochen. anzustimmen:" Chamberlain gehört ins Frrenhaus!" Die Pariser Berlin) hielt am 21. d. M. die Fortsetzung ihrer am 11. d. M. be- Gegen den Versuch, die organisierte Schöneberger Arbeiterschaft zum Bevölkerung ist selbstverständlich über diese zweite englische Kundgonnenen außerordentlichen Generalversammlung ab. Zum 1. Punkt Beitritt in diesen Verein zu gewinnen, wandte fich Schubert. gebung empört. Die Angelegenheit dürfte ein gerichtliches Nachspiel der Tagesordnung: Unfre Agitation, referierte Dannenberger. Das Flugblatt, welches die Unterschriften des Pfarrers Naumann haben. Nachdem eine rege Diskussion über diesen Punkt stattgefunden hatte, als Nationalsocialer, eines Bodenreformers, Konservativen, ja eines wurde nachstehende Resolution angenommen: Die heutige außer Socialdemokraten trage( lettere ohne die Genehmigung des Be ordentliche Generalversammlung ist mit den Ausführungen im Bunkt treffenden), enthalte so etwas wie ein Programm; neben der ErAgitation einverstanden. Sie unterstützt die Absicht der Verwaltung, richtung eines Wohnungsnachweises will man eine Aende Monatsversammlungen sowie Besuche der Urania abzuhalten, erklärt rung des Kontrakts herbeiführen; hauptsächlich werde aber die ferner, in Zukunft mehr sich der Agitation zur Verfügung zu stellen." Beteiligung an den Kommunalwahlen beabsichtigt. Die Bum 2. Punkt wurde nachstehender Antrag, welcher nochmals ein Arbeiterschaft tönne jedoch nicht mit Leuten zusammengehen, die bei gehend diskutiert, mit einem Zusatz angenommen:" Alle an die jeder Gelegenheit beweisen, daß fie arbeiterfeindlich Redaktion unsrer geitung gerichteten Buschriften, wie: Artikel. Die Socialdemokratie ist die einzige Partei, die ernstlich Freiheit behalten wollte, und schilderte die Grenel des Kriegs, Situations- und Versammlungsberichte zum Zweck der Veröffent- gewillt ist, die Interessen der Arbeiterschaft zu vertreten. in welchem Gebote der Menschlichkeit nur in den Reihen der Boeren lichung müssen, soweit einzelne davon nach Meinung des derzeitigen n ähnlichem Sinne sprachen noch Frenzel und ein bürgerlicher beobachtet worden sein. Als der Dolmetscher diese Stelle der An Redacteurs nicht für aufnahmefähig gelten, von diesem an den Ob- Schriftsteller, während Herr Stadtbaurath Lohusen sich dagegen sprache übersetzte, unterbrach ihn Präsident Loubet mit den mann der Preßfommission gesandt werden. Dieser hat das ihm wandte. Recht offenherzig waren die Schlußworte des Referenten. Worten, der Krieg sei leider immer brutal. Präsident Krüger er überwiesene beanstandete Material in Gemeinschaft der Preß Er selbst unterschreibe die Forderungen Schuberts ohne weiteres; flärte weiterhin, er sei sich der Schwierigkeit seiner Mission vollauf tommissionsmitglieder mit möglichster Hinzuziehung des Redacteurs er sei jedoch vom Vorstand beauftragt, im Rahmen des soeben Ge- bewußt und hege teine große Hoffnung auf die Hülfe der Menschen, und Einsenders zu prüfen, um die endgültige Entscheidung überhörten zu sprechen und das habe er gethan. Im übrigen fönne ja er sei aber davon überzeugt, daß Gott die gerechte Sache nicht verlassen Annahme oder Ablehnung der Publikation in der„ Solidarität" herbei jeder Einzelne seine Sonderwünsche verfolgen, wie es ihm seine tönne. Präsident Loubet, welcher auf das Tiefste bewegt war, verzuführen. Zu der eventuell erforderlichen Abstimmung darüber sind politische Ueberzeugung vorschreibe. Auf die Mitarbeiterschaft der sicherte, daß ihn das Unglück des Boerenvolts tief rühre. Der Heldennur die Preßkommissionsmitglieder zulässig." Zusatz:" Der Redacteur Arbeiter könne man nicht verzichten und er hoffe, daß es doch noch mut, den die Boeren zeigten, sei ein hohes Beispiel und die Boeren hat den Artikel mit dem Grunde der Ablehnung an den Antrag gelingen dürfte, eine Einigung zu erzielen. könnten in der Bewunderung und dem Mitleid der ganzen civilisteller zurückzusenden." Alsdann wurden noch einige gewerkschaftfierten Welt einen schönen Trost finden. liche Angelegenheiten erledigt. " Ad China. Auseinandergejagt Ein schöner Trost! Paris, 27. November.( W. T. B.) Ueber den Empfang des Bräfidenten Krüger im Elysée berichtet der" Temps" folgende Einzel heiten: Präsident Krüger drückte seinen Dank für die warmen Sympathien aus, die er in Frankreich gefunden hat, sprach dem bon ungerechten Kriege, den eine einstmals liberale find. Nation ein kleines Volk unternommen, das seine % gegen Eine Mitgliederversammlung des Verbands der Schneider hat, darüber fann nun fein Zweifel mehr sein, Amerifas und Nuß( Filiale Berlin) tagte am 20. November im Luiseustädtischen Konzert- lands Haltung das angeblich im Zusammenspiel so treffliche Konzert haus. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung der Mächte. Deutschlands Dirigentenstab bringt in die schreiende das Andenken des verstorbenen Mitglieds Schacht in der üblichen Disharmonie teine Einheitlichkeit mehr. Der amerikanische Gesandte Weise. Zum 1. Punkt der Tagesordnung gab der Kassierer aaie Conger hat von seiner Regierung die Mitteilung erhalten, daß dieden Kassenbericht vom 3. Quartal. Demnach wurden 4191,54 m. selbe von dem Köpfen der Führer des Aufstands nichts wissen wolle, vereinnahmt. Die Ausgaben betrugen 4150,22 M, so daß für das sie halte vielmehr eine mäßige Entschädigung für eine 4. Quartal ein Bestand von 41,32 m. verbleibt. Die Lokal: ausreichende Sühne. Sollten die Mächte wirklich gewillt fein, auf kasse hatte inkl. eines Bestands von 5186,96 M. vom Quartal ihren drastischen Maßnahmen gegen China zu bestehen, so könne die eine Einnahme von 7381,12 M. zu verzeichnen; sie Aus- Washingtoner Regierung das nur als einen Jrrweg ansehen, der gaben betrugen 1781,98 W., bleibt ein Bestand von 5599,14 M. die Lage noch mehr verwideln fönnte. Für die Ortsverwaltung gab der Bevollmächtigte Ritter den Jahresbericht. Es haben stattgefunden 12 Verbandsversammlungen, Friedrichsfelde. Am Dienstag, den 20. d. M., tagte eine Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins für FriedrichsDer Verein der Tischler Berlins und Umgegend( Vertrauens- felde im Lotal des Herrn Bube an Stelle der uns von der Polizei Frankfurt a. M., 27. November.( W. T. B.) Wie die Frf. männer- Centralisation) hielt am 18, November bei Thiel, Frucht acht Tage vorher vereitelten Versammlung. Etwa 150 Personen 3tg." meldet, beschlossen heute in Köln sämtliche beteiligten Stahlstraße, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nachdem lauschten den Ausführungen des Referenten Schumann über die werke vom Niederrhein, von Westfalen, der Saar, der Mosel und über die Aufgaben und Obliegenheiten des Vertrauensmanns ge- Organisation der Land- und Fabrikarbeiter. An der Diskussion be- von Luxemburg, einen sofort in Kraft tretende auf 3 Jahre abges nügend diskutiert worden war, wurde Kollege Robert Radau, teiligten sich Sad, Glave und Saping. Das Amt des Ver- fchloffenen Verband für den gemeinsamen Verkauf Liebigstr. 11 wohnhaft, einstimmig mit diesem Bosten betraut. trauensmanns wurde dem Vorsitzenden des Vereins, Pinseler, von Trägern und Halbzeug zu gründen. Kollege Diederich erstattete seinen Bericht über die letzte übertragen, um so ein einheitliches, besseres Arbeiten zu ermöglichen. Wien, 27. November.( W. T. B.) Die Landtage werden Geschäftstommiffions Sigung. Hierauf schritt man aur Statuten In die Lokalfommission wurden gewählt: Gronwald, Schön innerhalb der Zeit vom 10. Dezember bis zum 17. Dezember zus änderung. Die von der Siebener- Kommission vorgeschlagenen§§ 3. felber und Niebe. Es fanden eine große Anzahl von Neuauf- fammentreten. 3a und 7a wurden einstimmig angenommen. Ferner wurde der nahmen statt. Wien, 27. November.( B. S.) In Wörth und Stuppach wurde Beschluß gefaßt, daß jeder arbeitslose Beitragssammler pro 8ahlgestern abend 7 Uhr 30 Min. ein 3 Sekunden dauerndes Erdbeben abend 50 Pf. Entschädigung erhält. Nachdem noch verschiedene in der Richtung von Süden nach Norden verspürt. Vereinsangelegenheiten ihre Erledigung gefunden, folgte Schluß der Konstantinopel, 27. November.( B. H.) Die türkisch- ameri Versammlung. fanischen Beziehungen haben sich verschärft. Der amerikanische Gesandte führte auf der Pforte eine sehr scharfe Sprache und drohte mit einer Flottendemonstration, wenn nicht sofort die Zahlung der Entschädigung an die amerikanischen Unterthanen erfolgt und die Erteilung der Exequatur au den neu ernannten amerikanischen Konsul in Charput ausgesprochen wird. Belgrad, 27. November.( W. T. B.) Der ehemalige in dem Kabinett Giorgiewitsch, Minister des Innern entschitsch, der am Sonntag eingetroffen war, ist wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch eine seiner Zeit in einem ausländischen Blatte veröffentlichte, den König verlegende Aeußerung sowie wegen direkter Beleidigung durch zwei den König beleidigende Briefe verhaftet worden. Gentschitsch dürfte auch wegen Veruntreuung von Staatsgeldern verfolgt werden. London, 27. November. Evening Standard" giebt unter 4 Werkstatt und Geschäfts- Delegiertenfizungen, sowie 5 größere find die Differenzen zwischen Rußland einerseits und Deutsch- Vorbehalt ein Gerücht wieder, wonach eine Verschwörung zur Sizungen der Bahlstellen, Werkstatt- und Bezirtstaffirer. Die Orts- land und England andrerseits noch keineswegs beseitigt. Ermordung Lord Roberts entdeckt worden sei. Etwa 20 Auss verwaltung selbst hielt 107 Sigungen ab, wovon die meisten infolge zwischen den Gesandten nur eine formale Verständigung erzielt, länder feien dabei beteiligt gewesen. Die Verschwörer hätten eine der stattgefundenen Lohnbewegung in das I. und II. Quartal die den Kern der Sache unberührt läßt. Mine gelegt, welche am legten Sonntag, während Roberts in dieses Jahrs fielen. Redner beklagt in seinen weiteren Aus: die den Kern der Sache unberührt läßt. Johannesburg in der Kirche war, auffliegen sollte. Die Verschwö führungen die große Fluktuation im Mitgliederbestand. Durch das Doppelspiel Rußlands. Tod verlor die Filiale Die Mitglieder. Nach einer Meldung des Daily Expreß" aus Shanghai wäre rung sei durch die Wachsamkeit der Polizei und der Schuhwache des Es heißt, etwa 10 Personen, Mitgliederzahl hat sich um nahezu 100 Broz. erhöht und ist zu er die Mehrheit der Mandichu Beamten auf ihre Posten in Kirin und Feldmarschalls entdeckt worden. warten, daß der jetzige Bestand erhalten bleibt. Bei der hierauf er: Mutden zurückgekehrt und dort unter ruffischem Schutz amtlich thätig. Imeistens Italiener, seien verhaftet. Verantwortl. Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Groß- Lichterfelde. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Den neun Auch in der Entschädigungsfrage Es wurde St. 277. 17. 1. KeilM Its Jotniirts" Sttlinn UcksM vi«"«. 28.zlmmdn 1900. Neichsksg. s. Sitzung. Dienstag, 27. November 1000, 1 Uh r. Am Bimdesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. v. T h i e l- mann. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Beratung der Denk- s ch r i f t über die Ausführung der seit 187S erlassenen Anleihegesetze. Abg. Büsing snatl.) beantragt Absetzung dieses Gegenstands von der Tagesordnung, da sich über die in Amerika aufgenommene 80 Milliouen-Anleihe große Debatten entspinnen würden.' Abg. Singer(Soc.) schließt sich im Interesse der Erledigung der Scemauns-Ordnuug dem Antrag Büsing an. Der Gegenstand wird abgesetzt. Nach Erledigung einiger Rechnnngssachen wird die erste Be- r a t u n g der Seemanns-Ordnung fortgesetzt. Abg. Dr. Lenzman»(frs. Vp.): Die Vorlage der Regierung ist im ganzen ein durchaus Wohl- gelungenes Werk; sie beruht auf den Ergebnissen einer umfangreichen Enquete, die sich durchaus nicht nur an die Reeder- gewandt hat. Die Vorlage hatte im wesentlichen drei Auf- gaben zu lösen, erstens Sicherung des Schiffs mit seinem toten und lebenden Inhalt, zweitens Förderung der Seeschiffahrt, und drittens Schutz der Schiffsleute. Um diese Zwecke zu erreichen, muß zunächst die Disciplin au Bord unter allen Umständen aufrecht er- halten bleiben, weiter muß die Seeschiffahrt befreit bleiben von jeder kleinlichen polizeilichen Einmischung, und endlich müssen die Grenzen scharf gezogen werde» für die Machtbefugnisse der Vorgesetzten. Die wenigen Mängel ivird hoffentlich die Kommission beseitigen. So z. B. paßt sich für die Offiziere die Bezahlung der Ueberstunden nicht, darunter leidet nur die Autorität der Offiziere. Es ist an- geregt worden, an Bord einen Schiffsrat einzuführen, zu dem auch Arbeitnehmer zugezogen werden. Im allgemeinen kann ich mich dafür erklären, aber dieser Schiffsrat darf nicht gewissermaßen ein Generalstab an Bord werden, der bei jedem kleinen Beschluß gefragt werden muß.— Vor allem müssen wir uns hüten, dem Bundesrat irgend welche Befugniffc zn der Vorlage zu erteilen. Nachdem wir das erlebt haben, daß ein Mitglied dieseö Bundesrats sich von ciner Interessengruppe mit IS 000 M. hat besteche» lassen, müssen wir lehr vorsichtig sein. sSehr richtig I links.) Ueber das Koalitionsrecht wird sich in der Kommission ein großer Streit entspinnen. Daß auf dem Schiff Volksversammlungen abgehalten werden, verlangen auch die Socialdemokraten nicht. Es muß aber in den heinnschen Häfen den Seeleuten das Koalitions- recht unbedingt gewahrt bleiben. Daher muß die Bestimmung be- seitigt werden, daß es den Leuten, während das Schiff im Hafen liegt, befohlen werden kann, an Bord zu bleiben. Dieser Befehl darf nur ergehen, wenn der Dienst ein solches Verbleiben an Bord unbedingt nötig macht. Vundesbevollmächtigter für Bremen Dr. Pauli wendet sich gegen die Bemerkung des Vorredners, daß Mitglieder de» Bundesrats sich durch Jnteresscntengrnppen bestechen lassen. Abg. Schwary(Soc.): Die Kommission für die Seemanns-Ordnung wollte eigentlich ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen, da sie der Meinung war, das 'Gesetz würde doch nicht zu stände kommen. Da wurde vom Reichsamt des Innern der Kommission die Versicherung gegeben, der SlaatSsekrelär lege Gewicht darauf, daß die Kommission Iveitcr arbeite und es könnten die Beschlüsse derselben möglicherweise noch in der neu einzubringenden Vorlage berücksichtigt werden. Erst daraufhin hat die Kommission ihre Arbeiten wieder aufgenommen, und es wäre doch nicht mehr als recht und billig, wenn in dieser neuen Vorlage wenigstens dieser oder jener Beschluß der Kommission enthalten wäre. Das ist nicht geschehen; das ist nur darauf zurück- zuführen, daß im Laufe dieses Sommers ans den Grostrecdcr- kreisen schwere Bedenken bei der Regierung geltend gemacht worden waren. Wenn aber die Regierung auf die Großrecdcrkrcise Rücksicht nehmen will, dann halten wir es für das beste, wenn wir die alte Seemanns- Ordnung be- halten. Denn die wenigen Verbesserungen, die in der neuen ent- halten sind, iverden vollauf aufgewogen durch die vielen Ver- schlechtcrungen. Herr Dr. Semler' hat' gemeint, es müsse geprüft werden, ob die Forderungen der socialen Fürsorge sich vereinigen lassen mit den realen Verhältnissen. Ja, ist denn die Seemanns- Ordnung eine sociale Fürsorge? Sehen Sie sich doch das Ding anl E§ herrschen darin zum großen Teil wahrhaft mittelalterliche Zustände in Bezug auf die Strafbestimmnngen ustv. Sehen Sie sich die Paragraphen über die Disciplinargelvalt an und die so- genannten Meutereiparagraphen. Da fehlen nur noch Halseisen, Galgen und Rad und wir haben die Zustände wieder, wie sie vor der Seemanns-Ordnung waren. Es ist viel von der Sonntagsruhe gesprochen worden. Ich be- Haupte, daß der übergroße Teil aller Seeleute über- Ans Briefen von Friedrich Engels. Zum 28. November. Vorbemerkung. Angeregt durch verschiedene Vorkommnisse auf dem Pariser Internationalen Socialistcn-Kongreß und dem im Anschluß au ihn abgehaltenen Nationalkongreß der französischen Socialisten, habe ich im„Mouvcment Socialiste" einige Auszüge aus Briefen veröffentlicht, die Friedrich Engels' mir in den Jahren 1881 bis 1883 zukomnien ließ. Wenn die Veröffentlichung in erster Reihe die Meimmgsverschicdeiiheiteii unter den Socialisten Frankreichs iin Auge hatte, so haben die Briefe selbstverständlich auch für die Socialdemokratie andrer Länder, und insbesondere Deutschlands, ihr großes Interesse. Sie sind indes hier nur erst teiltueise bekannt geworden und dies in Rückübersetzung aus dem Französische», während sie selbstverständlich im Original deutsch geschrieben sind. Es ist aber unvermeidlich, daß tvenn Schriftstücke eine doppelte Uebersetzung hinter sich haben, manches etwas anders herauskommt als es ursprünglich lautete. So scheint es mir kein unwürdiger Tribut an das Andenken dieses großen Denkers, an dem Tage, wo er seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert hätte, die in französisch bekannt gegebenen Bruchstücke nun auch in seiner eignen Sprach? zu publizieren. Warum es nur Bruchstücke sind, ist ebenfalls im weiter unten Folgenden dargelegt. Hier nur noch eine Bemerkung. Es ist mir von' einem französischen Freunde, der der Arbeiterpartei Guesdistischer Richtung angehört, brieflich ein Vorivurf aus dieser fragmentarischen Veröffentlichung gemacht worden. Sicher enthielten, meinte er. die betreffenden Briefe auch Stellen, welche für diese Partei sprächen, die veröffentlichten Stellen ober richteten offenbar ihre Spitze gegen die Partei, deren Hauptführer Jules Guesde ist. Die einen ohne die andern zu geben, sei daher unfair gegen diese Partei. Ich habe darauf zu erwidern, daß die betreffenden Briefe nicht nur„mich" Stellen enthalten, die für Guesde und seine Freunde sprechen, sondern daß sie sogar, wie dies auch einige der von mir citierten Stellen deutlich erkennen lassen, vorzugsweise zur Recht- fertigung geschrieben wurden. Aber die Punkte, um welche es sich bei' der Rechtfertigung handelte, sind teils heute endgültig er- ledigt und betreffen andrerseits Personenfragen, die aufzufrischen mir aus den verschiedensten Gründen uuan'gezeigt erschien. Der Gedanke, daß ich irgend einer Sektion der französischen Social- deniokrntie zu nahe treten könne, hat mich beim Entscheid der Frage. ob ich den Brief im Auszug oder gar nicht veröffentlichen solle, zwar Haupt keine Sonntagsruhe kennt. In den Ostseehäfen zum Beispiel, Ivo die Tourendampfer verkehren, verläßt jeden Sonn- abendmittag oder-nachmittag das Schiff den Hafen, ist also immer am Sonntag in See. So lange die Hochsaison dauert, giebt es für die Seeleute keinen Sonntag. Erst im Herbst, wo der liebe Herrgott den Reedern einen Strich durch die Rechnung macht, da wird den Seeleuten notgedrungen Sonntagsruhe gegeben. In England herrscht strikte Sonntagsruhe, wenigstens war das früher so, und trotzdem sind die englischen Reedereien immer reicher geworden. Wenn die Notwendigkeit sich ergiebt, daß das Schiff unter allen Umständen den Hafen verlassen muß, dann wird sich kein Seemann wehren, am Sonntage zu arbeiten. Ebenso verhält es sich mit der Ucberstundenarbeit. Es wäre übrigens gar nicht nötig, daß die Schiffsleute Ueberstunden machen, es sind ja genug Leute' am Lande, die gern arbeiten würden. Die Schiffsleute verlangen die Ueber- stunden bezahlt und damit zeigen sie, daß sie gar' nicht abgeneigt sind, welche zu machen. Auch den Offizieren insbesondere den Steuerleuten müssen die Ueberstunden bezahlt werden, tveil sie sonst gar nicht auskommen können. In der kleineren und mittleren Dampf- schiffahrt müssen die Offiziere von morgens bis abends arbeiten. Nun ist behauptet worden, daß, wenn dies' allgemein gemacht werden soll, daß hierin der Grund zn suchen sei,' weswegen die kleinen Reedereien nicht bestehen könnten. Das trifft aber nicht zu I Die kleine Reederei geht vielmehr aus ganz andern Gründen zurück. Ich will dabei' auf die Lübeckschen Reedereien zurückgreifen. Lübeck hatte früher einen großen Stapel- und auch einen großen Passagierverkehr. Die Passagierfahrt wurde Lübeck genommen, seit- dem Berlin anfing, Weltstadt zu iverden. Denn namentlich die reichen Russen, die früher, wenn sie nach Paris zc. reisten, ihren Weg stets über Lübeck nahmen, sie reisen jetzt alle erst nach Berlin. Nachdem nun noch im Anfang der siebziger Jahre der neue Schiffsverkehr aufgekommen war. wonach nur Schiffe von 1S00 bis 2000 Tons verwendet werden durften, die kleineren Lübeckschen Schiffe also vom Seeverkehr ausgeschlossen wurden, da war es natürlich, daß diese größeren Schiffe gleich den ganzen Handel von Rußland nach Antwerpen usw. vernntteln konnten. Da- durch verlor Lübeck auch seinen Stapelverkehr. Den letzten Rest gab dann Lübeck noch der neue Zollverkehr l So kam es, daß die Lübeckschen Reeder, während sie noch anfangs der 70er Jahre bis in die 30 Proz. hinein Dividende für die einzelnen Schiffe zahlen konnten, jetzt entweder gar nicht oder höchstens nur 4 bis 5 Proz. zu zahlen in der Lage sind. So liegt es auch in den andren Ostseehäfen mit Ausnahme von Stettin und Danzig. Deshalb also gehen die kleinen Reedereien zurück.(Sehr richtig! links.) Nun ist weiter gesagt worden, daß die Untersuchung eines Schiffs auf die Seetüchtigkeit durch die See-Berufsgenossenschaft aus- geführt werden soll! Ja, meine Herren, da sitzen aber grade die Reeder selbst, also sie würden sich ja selbst beaufsichtigen!(Sehr wahr! links.) Viel ist weiter von der Koalitionsfreiheit gesprochen worden. Man hat gemeint, die Autorität des Kapitäns würde unter der Koalitionsfreiheit der Seeleute leiden. Nun ist es ganz selbst- verständlich, daß auch wir die Koalitionsfreiheit an Bord des Schiffs verlangen. Wir sind auch durchaus davon überzeugt, daß an Bord Disciplin herrschen muß, und schon im Jahre 1893 habe ich im Reichstag gesagt: Der Seemann ist ganz genau davon unter- richtet,' daß auf einem Schiffe Ordnung sein muß, und damit, daß man ohne Disciplinargewalt mit einem Schiffe nicht über See kommen kann. Sobald das Schiff den Hafen verlassen hat und sich auf hoher See befindet, ist es von der ganzen übrige» menschlichen Gesellschaft abgeschlossen und bildet ein Ganzes für sich; und da muß Ordnung herrschen. Sie sehen, so denke ich, der ich selbst 30 Jahre Seemann gewesen bin, so denken alle Seeleute; es ist also müßig, wenn hier davon geredet wird, daß die Seeleute die Koalitionsfreiheit nur haben wollen, um die Disciplin an Bord des Schiffs zu lockern. Ich kann es nicht verstehen, wenn Herr Frese hier im Frühjahr einen Fall anführte, wo auf einem Schiff die See- leute die Arbeit niedergelegt haben sollen, so daß der Kapitön selbst ans Steuer gehen mußte. Das glauben Sie doch wohl selbst nicht, Herr Frese, daß so etwas möglich ist. Wissen Sie denn nicht, daß, wenn man das Steuer verläßt, das Schiff der größten Gefahr ausgesetzt ist?(Abg. Frese: Sehr richtig I) Ja, glauben Sie denn. daß die Leute mit Gewalt er- trinken wollen? Wenn so etwas auf einem Schiff vorkommt, dann ist das schon Meuterei. Für uns handelt es sich also vor allem darum, die Koalitionsfreiheit im Hafen zu gewähren; es darf den Leuten nicht verboten werden, am Lande mit ihresgleichen zusammek zu kommen und über ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen zu beraten. Nun steht es aber heute im Belieben eines jeden Schiffsführers, den Leuten zu verbieten, an Land zu gehen, ob irgend welche Arbeit vorliegt oder nicht. Die Beseitigung dieses unhaltbaren Zustands verlangen die See- leute, weiter nichts! Es müssen Seemannsämter vorhanden sein, in denen Offiziere in Gemeinschaft mit gewöhnlichen'Seemännern über vorgekommene Streitigkeiten aburteilen. Auch auf dem Schiff muß ein Schiffsrat vorhanden sein. Herr Lenznmnn zeigte seine völlige Unkenntnis der Verhältnisse, indem er erklärte, der Schiffsrat könne nicht, wenn Not an Mann sei, befragt werden. auch beschäftigt, aber nicht lange gequält. Viel ernster tvar für mich die Frage, ob es Engels gegenüber recht gehandelt sei, wenn ich seine Briefe so nach eignem Gutdünken bruchstückweise herausgebe. Bei Stellen, wo mir dies zweifelhaft erschien, habe ich denn auch thatsächlich die Veröffentlichung unterlassen. Dagegen glaube ich die Verantwortung der Bekanntgabe' der hier folgenden Stücke mit gutem Gewissen übernehmen zu können. Bei der Gestalt, die der Streit zwischen den französischen Socialisten anzunehmen drohte, erschien es mir von Wichtigkeit, zu zeigen, welches, abgesehen von Personenfragen, die Stellung von Engels und damit auch Marx zu dem Vorgänger dieses Streits war. Es handelt sich nicht um eine Klarlegung ihrer Auffassung vom allgemeinen Charakter der socialistiscken Beivegung— da würden die Briefstücke allerdings ein einseitiges und darum auch falsches Bild geben—. sondern um ihre Stellung zu ganz bestimmten Spccialfragen. Für niehr als Aeußerungen über solche gebe ich die Briefstücke nicht, soweit aber sind sie auch, was die principielle Seite der Fragen betrifft, durch- aus in sich abgeschlossen. Der entscheidende Gedankengang tritt überall in voller Klarheit und Bestimmtheit hervor. Was Engels' Urteile über die principiellen Seiten taktischer Fragen anbetrifft, so kann sich keine Sektion der Arbeiter- Partei über deren Veröffentlichung beschwert fühlen. Es steht jedem frei, so viel oder so wenig davon anzunehmen, als ihm nach seiner Ueberzeugung angezeigt erscheint. Nur wird er gegebenenfalls sich nicht auf die Altmeister zu berufen, sonderneben seine eigenen Gründe darzulegen haben, und das wird keinem, der von der Triftigkeit seiner Gründe überzeugt ist, schwer fallen. - Damit genug hierüber. An zwei Stellen gebe ich den Text in Deutsch etwas ausführlicher als im Französischen. Es betrifft dies den Brief vom 22. Februar 1882. der keine Parteihändel, sondern die Frage der Balkanslaven und die Stellung der Socialdemokratie zu deren nationalen Bestrebungen betrifft. Ganzjkann ich den Brief freilich auch hier nicht geben, da er verschiedene, auch Tagesvorgänge-c., Stellen enthält, die ohne Kommentar den meisten Lesern des„Vorwärts" unverständlich bleiben würden. Ohnehin war es nicht möglich, die Briefe ganz ohne erklärende Zusätze in die Welt zu schicken. Ich gebe die Erklärungen, die mir unbedingt geboten scheinen, teils in Fußnoten, teils in Zwischensätze im Text. Es hat mir immer als eins der angemessensten Mittel geschienen, das Gedächtnis eines bedeutenden MannS zu begehen, ihn in seinen eignen Worten zu uns sprechen zu lassen— womöglich in solchen, die vordem entweder unbekannt oder ungewürdigt waren. Als ich dies einmal mit Bezug auf Marx that. drückte mir Engels brieflich seine Es ist von der Tiefladelinie gesprochen worden. Das Schiff soll nicht überladen werden. Soll' eine Marke angebracht werden, die angiebt, wie tief das Schiff beladen werden darf, so muß eine besondere Behörde geschaffen werden, die überwacht, daß diese Marke ordnungsmäßig angebracht wird, den See-Berufs- genossenschaften darf man das nicht überlassen. Es ist auch wieder dem Ziichtigungsrccht der Vorgesetzten gegenüber den Schiffsjungen das Wort geredet worden. Ich bin der Meinung, daß mit fetter Schrift in der Seemanns- Ordnung stehen muß, daß Prügeln verboten ist. Man muß bedenken, daß die Schiffs- jungen nicht immer 14 Jahre alte Jungen sind, sondern daß sich sehr viel ältere und sogar verheiratete Leute darunter befinden. Unter drakonischen Gesetzen steht der Schiffsmann, aber zeigen Sie mir, was für Strafen gegen die Offiziere festgesetzt sind. Der Kapi- tän kann gerichtlich bestraft werden, aber man weiß ja, was bei solchen Verhandlungen herauskommt. Der Kapitän geht frei aus, der Seemann wird immer bestraft. In der Seemanns-Ordnung zeigte sich immer der Gedanke: die Schiffsmannschaft ist die Bestie, die muß gebändigt werden. Eine solche Seemanns-Ordnung sollte doch für das 20. Jahrhundert nicht mehr angewendet werden. Ich hoffe, daß sich die Kommission fähig erweisen wird, in der Seemanns-Ordnung diejenigen Bestimmungen zu treffen, die not- wendig sind. Thui sie das nicht, so wird unsre Schiffahrt und unser Handel auf das schwerste geschädigt werden.(Bravo! bei den Social- demokraten.) Abg. Raab(Ant.): Ich will nur auf einige wenige Punkte eingehen. Vor allem ist es widersinnig, daß in einzelnen Fällen eine„freie Vereinbarung" zugelassen werden soll. Dann ist das Gesetz eben einfach keine Seemanns-Ordnung mehr. Man meint die sociale Stellung der Offiziere verbiete es, daß ihnen die Ueberstunden bezahlt werden. Dieser Ansicht sind aber die Offiziere selber nicht. Herr Dr. Semler hat sich gestern als Freund des KoalitionSrechts bekannt. Möge er seinen großen Einfluß auf die Hamburger Reeder geltend machen, die einen wahrhaft rnssischen Ukas erlassen und ihren. Offizieren die Zugehörigkeit zu dem durchaus nationalen und nicht socialdemokratischen Verein der See-Offiziere untersagt haben. Es sind folgende Reedereien: die Hambnrg-Südamerikanische Dampfer- Gesellschaft, die Slomanlinie, die Deutsch-Australische Linie, die Linie A. C. de Fretsta, die Firmen F. Laeiß und Wenk u. Söhne(und die Wörmann- Linie. Heben diese Reeder. deren rigorosem Vorgehen sich die Hamburg« Amerika übrigens nicht angeschloffen hat, diesen Ukas nicht auf, dann verlieren sie den letzten Rest Achtung, den sie noch in der Welt haben. Herr Dr. Semler warnt vor einer Schädigung der Reederei. Nun, jüngst ist ein Großreeder in Hamburg gestorben und hat 43 Millionen Mark hinterlassen. Auch dem kleinen Reeder geht es gar nicht so schlecht.— Das Verbot der Sonntagsarbeit würde beweisen, daß uns die religiösen Interessen noch höher stehen als die materiellen. Redner polemisiert gegen den Abg. Frese, der ähnliche Ausführungen, wie der Abg. Dr. Semler gemacht hat, und betont wiederholt, daß die T i e f l a d e l i n i e von allen Sachverständigen gefordert werde. Die Furcht vor der Konkurrenz der norwegischen und schwedischen Schiffe, die keine Tiefladelinie haben, ist unbegründet. Sollte diese Konkurrenz wirklich zu merken sein, so können wir es so machen wie die Engländer und einfach die zu tief beladenen Schiffe nicht in unsre Häfen lassen.(Beifall.) Staatssekretär Graf Posadowöky: Es ist getadelt worden, daß die Regierungsvorlage die Kom- missionsbeschlnsse unberücksichtigt gelassen hat. Diese Beschlüsse waren aber nur vorläufige. Wenn mau sie nicht berücksichtigt hat, so liegt darin nicht daß die Regierung allen diesen Beschlüssen ablehnend gegenübersteht.(Hört! links.) Hätte man sie berücksichtigt, so wäre da-' durch die sofortige Einbringung der Vorlage bei Beginn der Session nicht möglich gewesen. Es sind gegen die See-Berufsgenossenschaft viele Vorwürfe erhoben worden.' Demgegenüber muß ich diese Genossenschaft doch in Schutz nehmen. Sie'hat bei der Ueberwachung der Schiffe durchr ans ihre Pflicht gethan. Auch in Bezug auf die T i e f l a d e- linie hat die See-Berufsgenossenschaft beschlossen eine Ueberwachung des Tiefgangs der Kauffahrteischiffe ein- treten zu lassen. Auch in Bezug auf die Bemannungs- Frage ist ein Beschluß der See- Berufsgenosfenschaft gesaßt worden; ihre Vorschriften decken sich über die Bemannungs- zahl fast vollständig mit der bestehenden englischen. Hamburger Bundesbevollmächtigter Dr. Burchard: Herr Lenzmann hat davor gewarnt, dem Bundesrat den Erlaß von Ausführungsbestimmungen im einzelnen zu überlassen. Gewiß ist dieses Hans' voll berechtigt, z. B. anzuzweifeln, daß eine Vor» läge, die der Bundesrat bringt, opportun ist und ähnliches, aber ich meine. die Integrität des Bundesrats— ich spreche nur vom Bundesrat als solchem— muß selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben sein. Herr Raab sagt in seinem Buch: Inwieweit dabei die Reeder beteiligt sind, weiß' ich nicht; ich denke mir aber mein Teil.(Heiter- keit.) Die Hamburger Polizeibehörde aber sagt amtlich, daß kein besondere Genugthuung darüber aus. Grundsätzlich Neues über den nun mehr als fünf Jahre von uns geschiedenen Engels sagen die folgenden Briefe freilich nicht. Aber sie zeigen ihn uns in seiner ganzen Bedeutung und lassen uns erkennen, wie viel wir an ihm verloren— nein, wie viel wir an ihm besessen haben und noch besitzen. Hier noch einige Sätze aus der französischen Vorrede: „Wie man sehen wird, ist der erste der Briefe, die mir Engels mit Bezug auf die Streitigkeiten der französischen Socialisten schrieb, eine Antwort auf eine voii mir gestellte Frage. Es war im Oktober 1881, als ich von Benoit Malou, der damals aus Anlaß des Churcr socialistischcu sWelt-j Kongresses in Zürich weilte, die ersten genaueren Mitteilungen über die Zerwürfnisse in der kurz vorher erst ge- gründeten socialistischen Partei Frankreichs erhielt. Malon war' in höchster Erregung, und alle meine Bemühungen, ihn ruhiger zu stimmen, schlugen fehl. Seinen Anschuldigungen wider Marx und Engels und deren Freunde in Frankreich konnte icb ja auch nur eine mildernde Auslegung der Thatsachen entgegenhalten, auf die er sie gründete, da ich die Thatsachen selbst oder, was er für solche hielt,' nicht wiederlegen konnte. Ich entschloß mich daher, an Engels selbst zu schreiben. Ich erhielt eine sehr eingehende Ant- wort und von Zeit zu Zeit noch weitere Briefe über die französischen Vorgänge.... Wenn ich die Namen unterdrückt und durch Zeichen ersetzt habe. so ist das mehr eine Sache der Form als von faktischer Bedeutung. Nichts liegt mir ferner als vorzugeben, daß sie deshalb unbekannt bleiben würden. Ich weiß sehr wohl, daß wer nur ein wenig über die betreffenden Vorgänge unterrichtet ist, anch schon wissen wird, wer in jedem Falle gemeint ist. Aber ich will alles alles vermeiden, was dieser Veröffentlichung einen persönlichen Charakter geben könnte...." Und nun endlich zu den Briefen selbst. I. London, 2S. Oktober 1881. ,.... Ich bin Ihnen sehr dankbar dafür, daß Sie an mich in der Angelegenheit der„Egalite" geschrieben haben. Abgesehen von dem Punkt. um den es sich handelt. giebt dies mir Gelegenheit, Ihnen auseinanderzusetzen, was Marx und damit in zlveiter Linie Reeder daran beteiligt ist.( hört, hört!) Herr Saab denkt sich sein Teil.[ erst vor einigen Tagen festgestellt, daß ein hoher Reichsbeamter Gelder und Gold in feinem Portemonnaie gezeigt und gesagt habe, Ich denke mir über Herrn Raab auch mein Teil.( Große Heiterfeit.) von einer bestimmten Interessentengruppe erbeten hat, um damit das sei von dem bewußten Herrn; Herr Hofmeier habe auch Iuguriös Ich hoffe, eine Verständigung wird in der Kommiffion zu stande für eine Vorlage der Regierung Propaganda zu machen. Das nenne gelebt und ihm( dem Zeugen) eines Tages feine Bitte um ein Dars kommen. Ich bin sehr für sociale Reformen, sie müssen nur im ich Partei und kann es nicht zurücknehmen. Redner will noch weitere lehn erst erfüllt, nachdem der fremde Mann mit der Droschke wieder Einklang mit den divergierenden Interessen stehen. Ich wünsche, Ausführungen machen, wird daran aber vom Präsidenten Grafen vorgefahren war. Nach der Behauptung des Zeugen habe Herr Hofmeier auch durch die Post Gelder zugesandt erhalten und ihm eines Tags daß das vorliegende Gefeß unsrer herrlichen Schiffahrt zum Segen Ballestrem gehindert, da das nicht mehr persönlich sei. gereichen wird.( Beifall.) Abg. Kirsch( C.): Bei dem Lob der Hamburger Needer muß man immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Wie meine Fraktion über den Gefeßentwurf denkt, haben wir schon in der vorigen Seffion flar gelegt. Wir werden für die Seeschöffengerichte eintreten und wollen auch den Seeleuten Koalitionsfreiheit auf dem Land einräumen. Bei der Handhabung der Sonntagsruhe können im Ausland Schwierigkeiten entstehen. Abg. Stockmann( Rp.): Meine politischen Freunde anerkennen, daß die Vorlage einen Fortschritt für die Seeleute bedeutet und daß sie im großen und ganzen das Richtige getroffen hat. Sie kommt den Wünschen der Seeleute entgegen und wahrt doch die Interessen der Reederei. Die Kommissionsbeschlüsse gehen vielfach zu weit, fie fchädigen die Reederei und sind der Konkurrenzfähigkeit abträglich. Abg. Dr. Hahn( wildk.): Leider hat Herr Dr. Burchard unser Bestreben in der Kommission, bie Sonntagsarbeit ganz zu beseitigen, nicht gerade unterstützt. Die sociale Fürsorge für die Seeleute dürfen wir nicht einer InteressenVereinigung, der See- Berufsgenossenschaft, überlassen, sondern müffen sie einer Reichsinstanz anvertrauen. Abg. Bargmann( frs. Vp.): Abg. Molkenbuhr( Soc., persönlich): Als Herr Senator gesagt: er treffe auf dem Alexanderplatz mit einem Kriminalbeamten, Dr. Burchard sprach, that ich einen Zwischenruf, und der Herr den er die Bezeichnung schwarze Lerche" beilegte, zusammen. Bundesbevollmächtigte hat daran eine längere Reihe von Aus: Beuge ofmeier erflärt alle diese Behauptungen für unwahr. führungen geknüpft. Er griff den von mir gerufenen Namen Stöver Thatsächlich habe er von dem Herrn Jänide nur einmal 100 m. erhalten. auf und meinte, man fönne der See- Berufsgenossenschaft doch Der Zenge Bergmann beschwört seine Aussage. Der Anfeinen Vorwurf machen, daß sie betrogen worden sei. Mein geklagte Sternberg stellt durch Befragen fest, daß Herr Hofa Ruf lautete: War Stöver ein netter Mann? Nämlich meier seine Bemühungen für ihn, die ohne praktisches Ergebnis geso lange Herr v. Bödicker Präsident des Reichs- Versicherungsamts wesen, eingestellt habe, als er auf die Polizei zu seiner Vernehnning war und die Aufsicht über die See- Berufsgenossenschaft zu führen citiert worden sei. hatte, auch als er den vom Herrn Senator Dr. Burchard vorgelesenen Nach einer kurzen Pause wird Frl. Bieber auf Grund einer Brief geschrieben hat, war Stöver der unumschränkte Leiter der See eingegangenen Karte darüber befragt, ob sie Herrn Sternberg vor Berufsgenossenschaft. diesem Prozeß gesehen oder gekannt oder von Herrn Sternberg größere Geldsummen erhalten habe. Sie erklärt unter Hin veis auf ihren zu leistenden Eid, daß dies entschieden nicht der Fall sei und dringend bitte, die Schreiberinnen der betreffenden Karte zu ermitteln und vorzuladen. Angeklagter Sternberg erklärt, daß er die Zeugin Bieber bis dahin nicht gesehen und nicht einmal dem Namen nach gekannt habe. Zengin Frl. Bieber erklärt nochmals den Inhalt der fraglichen anonymen Karte für„ krasse Unwahrheit". Die Vorlage wird einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung: Donnerstag den 29. November, 1 Ühr. Tagesordnung: 1. Gesetz betreffend die privaten Versicherungsgesellschaften. 2. Denkschrift über die seit 1875 gemachten Anleihen. 3. Antrag Nintelen( Ctr.) Abänderung des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung. Schluß der Sigung 7 Uhr. Prozeß Sternberg. Dienstag, 23. Verhandlungstag. Der Vorsigende läßt hierauf Frau Hausmann nochmals vortreten und befragt sie nochmals über den Vorfall, bei dem sie den Kommissar Thiel in ihrer Wohnung gesehen haben will. Der Vorsigende will namentDie Zeugin Klara Fischer wird der Zeugin Fel. Bieber lich wiffen, ob seit dem Tage, an welchem hier vor Gericht dieser Ich habe der Kommission angehört und den meisten ihrer Be- gegenübergestellt. Sie habe sofort gesagt, daß sie mit einem Herrn Vorfall erwähnt worden, etwa Herr Zuppa bei ihr gewesen sei. Die schlüsse beigestimmt, die hier Anfechtungen erfahren haben. Ich gebe Beziehungen habe und Besuche von demselben empfange. Die Zeugin Bengin erzählt den Vorfall noch einmal. Im Februar d. J. sei Herr zu, daß die Kommission ihre Beschlüsse über das Verbot der Fischer schildert unter lebhaftem Protest des Frl. Bieber den Verkehr Luppa mit zwei Herren bei ihr erschienen und habe gebeten, daß die Sonntagsarbeit einer nochmaligen Prüfung unterziehen muß. Es in dem Bieberschen Bensionat in sehr ungünstigen Farben. Sie beiden Herren mit der Callis allein sprechen könnten. Dies sei gehandelte sich der Kommission aber darum, das Princip der Sonntags giebt zu, bei dem Gespräch über Sternberg recht harte und un- schehen und sie selbst sei inzwischen mit Herrn Luppa in ein andres ruhe für die Seeleute aufzustellen.( Sehr richtig! links.) Es wird freundliche Ausdrücke über denselben gebraucht zu haben, Bimmer gegangen. Als es dann einmal flingelte, habe sie durch ein zu überlegen sein, ob Ausnahmen zugelassen werden sollen. Dem ebenso wie Fräulein Pfeffer. Die Beugin weiß, Dem ebenso wie Fräulein Pfeffer. Die Beugin weiß, daß ihre fleines Loch in der Thüre in das Zimmer geguckt und habe den Antrag, die Vorlage an eine 21gliedrige Kommission zu überweisen, Schwester ein Klavier und Räder besaß, welche auf Abzahlung Mann gesehen, den sie sofort für Kriminal" gehalten und den sie schließe ich mich mit der Hoffnung an, daß wir dort im Interesse genommen waren, fie hat jedoch keine Kenntnis davon, später auch hier auf dem Gericht, als er einen Augenblick neben ihr der Seeleute zu einer Verständigung gelangen.( Beifall.) daß etwa Sternbergsches Geld dahinter stecke. Zeugin stand, als Herrn Thiele wieder zu erkennen glaubte. Die Callis Abg. Raab( Ant.): Bieber tritt der Darstellung des Frl. Fischer über den Verkehr in habe sie damals gebeten, ihr die Hand darauf zu geben, Mit dem Grafen v. Posadowsky werde ich mich in der Kommission ihrer Wohnung nochmals entgegen. Beugin Fischer erwähnt daß sie nicht verraten wolle, daß Herr Thiel in Mit dem Grafen v. Posadowsky werde ich mich in der Kommission Sie habe ihr dies auch ber= auseinandersetzen. Dagegen muß ich meinem Bürgermeister( Heiter noch: Als sie mit Herrn Schneider nach London gegangen war, ihrer Wohnung gewesen. feit), Herrn Dr. Burchard, einige Worte widmen. Meinen Ausspruch, hätten sie von der Pfeffer einen Brief erhalten, in dem sie dringend sprochen. Frau Hausmann meint, mit Bestimmtheit habe sie daß sich die Hamburger Reeder durch ihr Verbot des Koalitions- aufgefordert wurden, nicht hierher zurückzukehren, da hier die un- Herrn Thiel nicht als den Mann erkannt, der in ihrer Wohnung war, rechts um den Neft aller Achtung gebracht haben, muß ichlaufrecht hätten sie von Frl. Pfeffer erfahren, daß alle diese Dinge von erkennen, wenn er ihr jetzt vorgeführt werden sollte. Herr Luppa geheuerlichsten Dinge gegen sie vorgebracht werden sollten. Später er famt ihr aber sehr bekannt vor und würde ihn gewiß bestimmter erhalten. Selbstverständlich in socialer Hinsicht. Mit diesem meinem Urteile find mir sehr fernstehende Leute einverstanden, so z. B. die Fr. Bieber herrührten. Letztere erklärt darauf, daß sie dem Frl. sei inzwischen nicht bei ihr gewesen, dagegen erwähnt die 8engin, Frankf. 8tg.". Dr. Burchard hat nur für mein Buch Reflame gemacht. Pfeffer nur das erzählt habe, was ihr Frau Schneider über ihren daß an dem Abend, als hier vor Gericht der Zwischenfall mit dem Ich danke ihm dafür, die 2. Auflage wird num gesichert sein( Heiterkeit). Ehemann und Frl. Fischer mitgeteilt habe. Diese habe u. a. auch" Freunde" der Frau Hausmann und der abzufangenden Depesche Herr Dr. Burchard hat hier Herrn Dr. Bödiker als Leumund- den Plan gehabt, einen Haftbefehl wegen Ehebruchs gegen dieselben spielte, sie abends von dem Freunde, dessen Name sie nicht teime, zeugen für die See- Berufsgenossenschaft angeführt. Herr Böbiker ist herauszubringen. Bräf.: Weiß die Zengin Fischer etwas davon, und einer Frau vor ihrem Hause abgepast worden sei und man ihr Direktor eines grozindustriellen Unternehmens und die Herren von daß ihre Schwester Margarete jezt mit einem Herrn Miller ver- nahe gelegt habe, doch mit einer Summe von 500 M. nach Holder See- Berufsgenossenschaft sind seine Kunden.( Hört! hört! lints.) heiratet ist? 3eugin: Davon habe ich teine Stenntnis. land zu gehen. Sie habe gesagt, daß sie mindestens 5000 M. brauche, Irrtümer mögen in meinem Buch zu finden sein, aber Herr Burchard Weitere Bestechungsversuche? wenn sie nach Holland gehen solle, und damit sei die Unterredung hat doch herzlich wenig Faliches daraus anführen können. beendet gewesen. Der nächste Zeuge ist der Kaufmann Bergmann, der in demt Vielleicht öffnet mir Herr Burchard nun die behördlichen Goldgeschäft von Belmonte thätig ist: Er macht Aussagen, aus denen Der Zeugin Callis wird vom Vorsitzenden vorgehalten, daß Thüren, so daß so daß ich amtliche Auskünfte erhalte. Ueber hervorgehen soll, daß der gestern vernommene Zeuge Hofmeier, fie auch in einer Stuppelfache Strüger als Beugin vernommen worden die Festsetzung der Tiefladelinie hat Herr Laeisz gefagt, ber in demselben Geschäft eine Nebenbeschäftigung hatte, in diefer fei und auch bei dieser Gelegenheit sofort von ihrem Verkehr mit " Die Anteilnahme des Kaisers an der Tiefladelinie ist Strafsache für Luppa heziehungsweise Sternberg sehr thätig gewesen Sternberg gesprochen habe. Die Callis wird wiederum vom Vorfebr und sehr unbequem." Die Einführung der Tieflade sei. Er weiß, daß Hofmeier sich bestrebt habe, Herrn Blinke in ſizenden ernstlich ermahnt, die Wahrheit zu sagen, und auf die Strafen des Meineids verwiesen. Sie behauptet, daß sie der Unfälle, also dem Geschäft anzubringen, er habe jogar fich bereit erklärt, ja immer gemeint habe, daß der Mann, dessen Photographie ihr auf müßte sich die See- Berufsgenossenschaft darüber freuen. Unerhört das Gehalt gleich auf drei Monate aus seiner Tasche 3 der Polizei als diejenige Sternbergs gezeigt worden war, mit dem ist es weiter, daß ein Mann wie der Reeder Schiff, der die deponieren. Er habe auf Befragen auch zugegeben, daß Maler aus Frankfurt a. O. identisch sei und deshalb habe sie immer Depesche sandte: Schiff und Ladung verloren, Mannschaft leider er vont Blümke etivas herausbekommen möchte. gerettet! noch im Vorstand der Seeberufsgenossenschaft fit.( Hört! er mir alles sagen wollte, was ich wissen will, könnte Blümle sofort den Namen Sternberg angewandt, wenn sie von jenem Mann sprach. hört! bei den Socialdemokraten.) Schließlich kann ich zur Stellung 10 000 m. verdienen und ich 30 000 m." Henge Hofmeier bleibt Sie bleibt dabei, daß Herr Sternberg jener Mann nicht sei. der See- Berufsgenossenschaft zur Frage der Unfallverhütungs- dabei, daß dies ein Scherz sei, Zenge Bergmann behauptet dagegen, Zeuge Ludwig Rittershans ist ein Freund des Sternvorschriften ein Schreiben des Vorstands an die Mitglieder der Berufs- daß es sehr ernst gemeint gewesen sei. Er erzählt dann noch von bergschen Hauses und kennt Herrn Sternberg ſeit etwa 10 Jahren. genossenschaft anführen, das außerordentlich bezeichnend ist. Dort Beobachtungen, die er in der Hofmeierschen Wohnung, wo er zu Als letterer verhaftet worden war, hat der Beuge Frau Stern heißt es, die Unfallverhütungsvorschriften dienen nur zur Dekoration. Mittag aß, gemacht habe. Hofmeier habe wiederholt Besuch von berg in größter Aufregung gefunden. Sie habe erklärt, daß sie Wir sollten, meine ich, jede auftauchende Frage durch eine hübsche einem Herrn bekommen, den er später Jänide genannt habe, der aber ihrem Mann ein solches Bergehen an einem kleinen Mädchen nicht Unfallverhitungsvorschrift zu lösen versuchen. Je harmloser, desto jedenfalls Herr Zuppa gewesen sei, denn Frau Hofmeier habe zutraue und habe den dringenden Wunsch ausgesprochen, daß doch beffer.( Hört! hört!), Mundus vult decipi"( Die Welt will betrogen einmal den Droschtenkutscher, mit dem der Herr angefahren nach dem Lenmund des betreffenden fleinen Mädchens Ermittelungen fein.) Hört! hört 1) Dieses„ mundus vult decipi" hat man in Angefragt, wer denn der Herr sei und habe die angestellt werden möchten. Er habe sich schließlich etwas gegen wendung gebracht auch gegenüber dem Reichs- Versicherungsamt, gegen- Antwort erhalten: seinen Wunsch bereit erklärt, Recherchen anzustellen und habe ebenso es ſei ein Direktor, der in der über Herrn Bödifer. Dieses Schreiben befindet sich bei den Akten, jeden- Berlinerstraße in Charlottenburg wohne. wie seine Ehefrau und eine Frau Trapp Nachforschungen nach der Einmal habe Herr Frieda Woyda bei dem Rektor und einem Lehrer in Rigdorf und falls hat es sich dabei befunden. Dafür habe ich Zeugen. Meine Hofmeier auch gesagt, der fremde Mann habe erklärt, Stellungnahme gegenüber der See- Berufsgenossenschaft ist also durch komme von Dr. Werthauer. Als dann in den Zeitungen Mit bei einigen Schülerinnen angestellt. Die Auskunft ſei nicht günſtig aus begründet. Ich wäre vielleicht von selbst nicht soweit in teilungen darüber standen, daß mehrere Personen in der Sternbergschen ausgefallen, Frieda Woyda sei ihm als unglaubwürdig und windmeinen Angriffen gegangen, wenn man aber so gereizt wird, dann Sache wegen Beeinflussung verhaftet seien, habe der Inhaber des beutelig geschildert worden. Richtig sei es auch, wie der Zeuge auf Befragen des Staatsanwalts zugiebt, daß er einige padt man nicht bloß dies aus, sondern vielleicht noch mehr.( Bravo) Belmonteschen Geschäfts, Herr Levy, den Beugen Hofmeier gewarnt, richtigungen", die Herr Sternberg in der Fournaçon- Sache in Tinie bedeutet doch eine Verringerung Staatssekretär Graf Posadowsky: Wenn das Schreiben, das soeben verlesen ist, authentisch ist ( Jawohl! links: Copierbücher nachsehen!), ist es von so großer Bedeutung, daß ich um eine Abschrift desselben bitten muß. Uns ist das Schreiben absolut unbekannt. Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Lenzmann( frs. Bp.): Herr Senator Dr. Burchard hat mir den Vorwurf gemacht, daß ich die Unpartei lichkeit des Bundesrats angezweifelt habe. Der Reichstag hat doch auch meine Stellung zur französischen Bewegung ist. Und von diesem einen Exempel haben Sie den Maßstab unfrer Stellung zu den andren außerdeutschen Bewegungen, soweit sie uns, und wir ihnen, sympathisch find. " dieser habe aber gesagt: ,, Mich kriegen die Aefter nicht, Wenu er " Be die Zeitungen bringen wollte, nach den Anforderungen des Preßgefeges redigierte. Richtig sei es auch, daß er einmal bei der Hausmann, ich bin schlauer wie fie". Der Zeuge erkennt in der ihm vorgelegten gewesen sei und nach der Callis gefragt habe. Ueber den Gang der Photographie Luppas den Herrn wieder, den er bei Hofmeyer ge- Untersuchung sei er in der Folge auf sein Befragen durch Luppa und sehen habe, letzterer wird vom Präsidenten unter Verwarnung vor Münchhausen aufgeklärt worden, die darüber wohl durch die Vers dem Meineide befragt, ob er nicht zugeben wolle, daß der angebliche teidigung Andeutungen erhalten hatten. Der Name des Herrn Thiel sei bei Jänicke Herr Luppa Zeuge Hofmeier giebt zu, daß dieser Gelegenheit nie genannt worden, den Namen des Herrn Wilson eine gewisse Aehnlichkeit vorliege. Der Zeuge Bergmann habe er wohl gehört, wisse aber nicht, wer es sei. Auf die Frage, bekundet weiter, daß Herr Hofmeier wiederholt Papiergeld welchen Grund er wohl für die vorlagen, haben wir geschrieben... Marg hat wie ich von Zeit zu Zeit durch X einen Rat gegeben, der aber kaum jemals befolgt worden ist. „ Aber allerdings tam X. herüber, als es sich darum handelte, den Programm Entwurf für die französische Arbeiterpartei zu entwerfen. Engels erzählt nun, was heut allgemein bekannt ist, daß die Erwägungen des Programms, das später als Minimumprogramm bekannt wurde, ein Meisterstück schlagender, den Massen in wenigen Worten Harzustellender Beweisführung, wie es mich selbst in dieser konzisen Fassung in Erstaunen sette" von Marx herrühren, daß die andren Programmpunkte aber Resultat einer Beratung sind, bei der Mary und er darauf verzichteten, alles nach ihrer Auffassung formuliert zu sehen da nicht wir, fondern die Franzosen dafür verantwortlich sind." Ed. B. " Dies Programm haben dann nachher die Franzosen diskutiert und mit einigen Aenderungen angenommen. Die Sache ist die, daß unsre französischen Freunde, die den Parti ouvrier" gründen wollen, seit 12 bis 15 Monaten einen Bock über den andern gemacht haben, und zwar alle ohne Ausnahme. Den ersten beging X, als er aus absurdem Purismus XX verhinderte, die ihm angetragene Redaktion des Arbeiterdepartements im....( Name einer Zeitung) anzunehmen. Das ist der Ausgangspunkt des ganzen rate his. Dann tam die unverzeihliche Dummheit mit der( Beitung) Emancipation", wo XX sich von den Lhonnern durch falsche Versprechungen hintergehen ließ, wo aber ebenso higig war, ein Tageblatt à tout prix 31 haben. Nachher der Bank um des Kaisers Bart wegen der Kandidatur, wobei es sehr möglich ist, daß X. den von Ihnen gerügten Formfehler begangen hat, wobei mir aber klar ist, daß XX. „ Dann habe ich noch zwei Artikel in die„ Egalité" Nr. II geeinen Anlaß zum Streit suchte. Endlich der Eintritt in und dann geschrieben über le socialisme de M. Bismarck, und das ist, soviel der Austritt aus dem Citoyen français des Herrn Bonbeau alias ich weiß, unser ganzer Anteil an der französischen Bewegung Secondigué, eines Abenteurers schlimmsten Nufs der Austritt, Es ist also nicht Marr, der den Leuten seine Meinung, geschweige weil durch( bloße Privatangelegenheit) veranlaßt, ohne politischen seinen Willen aufdrängt, es sind diese Leute selbst, die zu ihm tommen. Und gerade darauf beruht der eigentümliche, für die BeHier beginnt eine Kritif, die sich nicht mehr auf einzelne wegung äußerst wichtige Einfluß von Marg. Irrtümer bezieht, die, wie die vorerwähnten, von allen Beteiligten Wie zu den Franzosen, so steht Mary, und in zweiter Linie ich, als solche anerkannt sind, sondern schon mit Personenfragen verWir haben fort knüpft ist und daher besser ungedrudt bleibt. Ich nehme daber du den übrigen internationalen Bewegungen. nur eine Stelle aus ihr heraus, wo es sich um politische Ansichten währende Fühlung mit ihnen, soweit es der Mühe wert und Gelegenhei da, aber jeder Versuch, die Leute wider ihren Willen zu und Tendenzen handelt und die Kritik rein objektiv ist. Ed. B. beeinflussen, würde nur uns schaden, das alte Vertrauen aus der Zeit der Internationalen vernichten. Und dazu haben wir doch zu viel Erfahrung in revolutionaribus rebus.. Grund. Dann der... X hat ganz andre Fehler. Erstens den Pariser Aberglauben, daß immer mit dem Wort Revolution um sich geworfen werden muß. Und zweitens seine grenzenlose Ungeduld. Er ist nervös frant, glaubt nicht lange mehr leben zu können und will nun mit Gewalt noch etwas Ordentliches erleben. Daher und aus seiner frankhaften Erregung der übertriebene, manches verderbende Thatendrang. " Nehmen Sie nun dazu noch die Unfähigkeit der Franzosen, befonders Pariser, Differenzen anders als persönlich aufzufassen, und es wird wohl klar genug sein, wieso. 11 ... Nun zu uns. Wir stehen, d. h. Marg und ich, mit X gar nicht cinmal in Korrespondenz. Nur wo bestimmte geschäftliche Anlässe " Wegen der„ Egalité" halte ich für's beste, daß die Leute vor der Hand gar kein neues Blatt stiften, bis die Verhältnisse innerhalb der Partei sich etwas mehr flären. Wenn sie indes anfangen wollen, so können wir und niemand sie hindern; ich sehe aber nicht ab, wie es diesmal ohne Strakehl zwischen„ Egalité" und" Proletaire" ab gehen soll. Das wäre kein Weltunglück, aber doch immer eine vielleicht unnötige Kinderkrankheit." Friedrich Engels. II. ..... Daß mein Brief über die damals im Aufstand befind lichen Herzegowiner*) Sie nicht bekehrt, da Sie schon Sympathien hatten für die unterdrückten" Südslaven ist sehr begreiflich. Wir alle haben ja ursprünglich, so weit wir erst durch Liberalismus oder Radikalismus durchgegangen, diese Sympathien für alle„ unterdrückten" Nationalitäten mit herübergenommen und ich weiß, wie viel Zeit und Studium es mich gekostet hat, sie, dann aber auch gründlich, loszuwerden. „ Sie sagen, sobald die slavischen Völfer... nicht mehr Grund haben, in Rußland ihren einzigen Befreier zu sehen, ist der Panflavismus schachmatt. Das ist leicht gesagt und flingt plaufibel. Aber erstens liegt die Gefahr des Panflavismus, soweit sie besteht, nicht in der Peripherie, sondern im Centrum, nicht am Balkan, sondern in den 80 Millionen Sklaven, aus denen der Zarismus seine Armee und Finanzen Holt. Da also ist der Hebel anzusetzen und er ist ja angesetzt. Soll ein Krieg ihn wieder absetzen? " 8weitens will ich nicht untersuchen, wie so es kam, daß die fleinen slavischen Völker im Bar ihren, einzigen Befreier sehen. Ge nug, fie thun es, wir können es nicht ändern, und es bleibt so, bis der Barismus gebrochen; giebt's Krieg, so ziehen alle diese interessanten Natiönchen auf seiten des Barismus, des Feinds des ganzen bürgerlich entwickelten Westens. So lange dies der Fall, kann ich mich für ihre unmittelbare, sofortige Befreiung nicht der Herzegowina gegen die vom Berliner Kongreß beschlossene Besetzung *) AIS 1881-82 sich ein Teil der Bevölkerung von Bosnien und diefer Landesteile durch Destreich erhob, ließ der Zürcher, Socialdemokrat" bentlich seine Sympathien für den Aufstand durchblicken. Engels riet mir zur Vorsicht gegenüber etwaigen Intriguen der russischen Panflavisten, die nur darauf brannten, im südöstlichen Europa das Feuer von neuem zum Ausbruch zu bringen. Auf meine Gegenfrage, ob eine große serbo- slavische Föderation nicht das beste Wittel wäre, die zarischen Intriguen zu Schanden zu machen, antwortete er mit einem sehr langen Brief, der u. a. die großen Schwierigkeiten aus. einandersetzt, die sich einem solchen Bund entgegenstellen. Im obigen gebe ich einige Stücke aus diesem Brief, in denen die Principien entwickelt sind, nach welchen diese Fragen von den Socialisten der Ed. B. vorgeschrittenen Länder zu behandeln seien. Flucht Luppas berg herangetreten sei, um ihn einigermaßen zu trösten. Dabei| Urteils darüber, wer die Situation gerettet hat, sehr wesentlich. annehme, drückt der Zeuge die Vermutung aus, daß Luppa wohl habe ihm Herr Sternberg die ernsteste Versicherung gegeben, daß er Dann spricht er eine Vermutung barüber aus, was Mehring geflohen sein mag, weil er mit den Maßnahmen in Bezug auf die mit der Frieda Woyda nichts zu thun gehabt habe. Schließlich bekundet dabei vorgeschwebt haben dürfte. Die Möglichkeit, daß er dies ge=" " Post" Artikel in Verbindung gebracht wurde. Weiter wird der Zeuge noch, daß sich eines Tags eine unverehelichte Starosta bei meint haben könnte, suche ich zu erklären durch die Konstatierung der Zeuge von den Verteidigern befragt, ob er Herrn Sternberg als Frau Sternberg gemeldet und behauptet habe, daß sie auch der Thatsache, daß Mehring niemals in die Massen hinabzutauchen engherzig in Geldfachen kennen gelernt habe. Der Zeuge verneint Verkehr mit Herrn Sternberg gehabt habe. Er( Beuge) habe nach Gelegenheit hatte". Erscheint Mehring dies als anmutige Tirade", diese Frage. Er kenne den Angeklagten in finanzieller Sinficht als dieser Richtung hin Ermittelungen angestellt und Frl. Starosta habe, so bekenne ich, daß mir an dieser Form gar nichts liegt und daß ich fehr liberalen Mann, der vielfach ausgebeutet werde. Ein großer als sie Herrn Sternberg gesehen, erklärt, daß dies nicht der Mann gern bereit bin ganz nüchtern zu sagen, daß Mehring die eigentTeil der Gehäjfigkeiten gegen Sternberg rühren wohl daher, daß sei, der sich ihr gegenüber für August Sternberg aus Charlottenburg lichen Massen nicht kennt und nicht weiß, wie ihre rettenden Thaten" wenn Herr Sternberg diese Ausbeutungspläne merkte, er sehr ausgegeben habe. Der Gerichtshof beschließt, den Beugen unzu stande kommen. Das muß aber unterschieden werden, ehe man, abweisend war. Der Almosen- Etat des Herrn Sternberg betrage bereidigt zu lassen, da er der Begünstigung verdächtig erscheine. gesinnungstüchtig oder nicht, das historische Urteil abgiebt: Die nach Mitteilung der Ehefrau desselben jährlich 30-40 000 m. Der Vorsitzende bricht hier die Beweisaufnahme ab und vertagt Massen und nicht die Führer haben die Situation gerettet. h. w. Er habe Herrn Sternberg stets als einen Mann von außer die Verhandlung auf Donnerstag 91/2 Uhr. Mittwoch findet ordentlich kühlen Ueberlegung kennen gelernt. teine Sigung statt. Sternberg als Socialreformator. Einem Manne von der Der Prozeß gegen die Harmlosen. 7. Tag. Sociales. Auf weiteres Befragen der Verteidigung befundet der Zeuge, Ueber Krankenfürsorge bei Versicherten enthält der eben daß Herr Sternberg öfter mit ihm über die Anlage seines Vermögens erschienene Bericht der Landesversicherungsanstalt Hannover begesprochen und dieser ihm große sociale Pläne entwickelt habe, die Landgerichts- Direttor Oppermann eröffnet die Sigung um merkenswerte Mitteilungen. Während beim Infrafttreten des Insich beispielsweise auf eine ausführliche Fürsorge für Arbeits- 91/2 Uhr. validitäts- und Alters- Versicherungsgesetzes im Jahr 1891 die VerIofe erstreckten. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Werthauer Lieutenant v. A. hat sowohl die Spielabende bei Hecht wie im ficherungsanstalten ihre Hauptaufgabe in der Bewilligung der Renten wird der Zeuge darüber befragt, ob er auf Grund seiner Thätigkeit Centrala und Minerva Hotel besucht. Er hat vom Angefl. v. Kayser erblickten, hat sich von Jahr zu Jahr mehr die Ueberzeugung in dieser Sache Herrn Sternberg für schuldig oder unschuldig gehalten einmal unbar 2900 M. gewonnen, die Schuld ist den verabredeten Bahn gebrochen, daß eine ebenso große, wenn nicht größere Aufgabe habe. Der Zeuge erklärt, daß er ihn für unschuldig gehalten Terminen gemäß pünktlich beglichen worden. Der Zeuge hat auch der Versicherungsanstalten darin besteht, eine durchgreifende und früh habe. Zunächst sei ihm ganz unglaubwürdig erschienen, daß den Angeki. Wolff an einigen Spielabenden gesehen, ist aber einseßende Krankenfürsorge zu üben. Auch das Reichs- Versicherungsder Angeklagte dem betreffenden Mädchen 10 Pf. als Belohnung nicht mit ihm in Berührung gekommen. Andre Zeugen äußern amt hat wiederholt Gelegenheit genommen, die Versicherungsgegeben haben solle. der Krankenfürsorge erhöhte Aufeminenten fich in ähnlicher Weise über den Angeklagten v. Stayser. Alle anstalten aufzufordern, Klugheit des Herrn Sternberg habe er ein solches Verbrechen und haben sie als Gesamtergebnis ihrer Spielerthätigkeit mehr oder merksamkeit zu widmen. Wenn die Ausgaben infolgedessen Der Kaufmann Licht hat dem bei den meisten eine solche verbrecherische Dummheit fernerhin nicht zu weniger große Summen verloren. meisten Versicherungsanstalten erheblich gewachsen getraut und schließlich habe Herr Sternberg, als die Fournaçon Angeklagten v. Kayser einmal beim Spiel 3000 M. geliehen, das sind, so dürften dieselben durch Ersparung bei den Ausgaben für beSache schwebte, ihm versichert, daß absolut nichts weiter gegen ihn Darlehn aber pünktlich am folgenden Tage zurückerhalten. Der willigte Invalidenrenten wieder ausgeglichen werden. Die Landesvorliege. Herr Sternberg habe auch keinerlei Anstalten zur Flucht Benge bekundet, daß v. Kayser sich durch hohe Einsäze auszeichnete. versicherungsanstalt Hannover hat bisher 5000 ihrer Versicherten in getroffen, sondern sich stark in die Geschäfte gestürzt. Der Zeuge be- tamen Differenzen beim Spiel vor, so wurde in der Regel v. Kayser Krantenfürsorge genommen und für jeden im Durchschnitt 200 M. fundet unter Buhilfenahme feines Notizbuchs noch mancherlei. als Schiedsrichter angerufen, da er als ruhiger, überlegter und aufgewendet. Die Frage, ob die aufgewendeten Kosten sich bezahlt Eines Tags habe ihm Frau Sternberg erzählt, es sei ein erfahrener Spieler galt. Der Zeuge hat während eines Jahres die machen, wird fortwährend geprüft und zwar in der Weise, daß die als Mann bei ihr erschienen, der einen falschen Bart getragen Gesellschaft besucht und dabei gegen 50 000 m. verloren. Dann hat geheilt oder gebeffert entlassenen Versicherten fünf Jahre lang einer habe, und habe ihr angeboten, daß er ihren Mann gegen er sich jedes weiteren Spiels enthalten. Stontrolle ihres Gesundheitszustands und ihrer Erwerbsfähigkeit 20 000 m. befreien tönnte. Der Mann sei dann noch einmal Der folgende Zeuge, Referendar Graf Kr., war schon zu einem unterworfen werden. Bisher sind die Nachforschungen bezüglich der wiedergekommen und habe einen angeblich von Sternberg Her- früheren Tage geladen worden, hatte jedoch dem Gerichtshofe ein in den Jahren 1892 und 1893 in Krantenfürsorge gewesenen Verrührenden Kasfiber mitgebracht, auf welchem die Worte standen: Schreiben eingesandt, daß er sich in Oberitalien aufhalte und erst sicherten zum Abschluß gelangt, und es hat sich erfreulicherweise Errette mich, errette mich, sonst bin ich verloren. Dein Gatte." in 14 Tagen zurückkehren werde. Der Zeuge giebt zu, daß er seine ergeben, daß die in den Jahren 1892 und 1898 aufgewendeten Da die Worte unorthographisch geschrieben waren, habe er sofort Vorladung noch vor seiner Abreise von Berlin erhalten habe. Der Krantenfürsorge- Kosten durch die erzielten Ersparungen an Renten gesehen, daß es sich um einen Menschen handelte, der Geld er- Präsident bemerkt dazu:„ Es wird Ihnen bekannt sein, daß die reichlich gedeckt sind. pressen wollte. Frau Sternberg habe sich ferner darüber beklagt, Zeugenpflicht der Vergnügungsreise vorgeht, Sie hätten sich danach daß sie von allen möglichen Personen überlaufen werde, die immer einrichten müssen. Das Gericht hat Sie deshalb wegen Ihres Ausbehaupteten, fie wüßten etwas. Sie habe sich auch über die Machen bleibens in eine Geldstrafe von 100 M. genommen."-Der Zeuge schaften gegen ihren Mann in der Presse beklagt und behauptet, diese weiß nur zu bekunden, daß er durch Herrn v. Kröcher bei Albrecht gingen von einem bestimmten Journalisten aus. Auf Verlangen des eingeführt wurde und dort mit ihm und Wolff wiederholt gespielt Vorsigenden nennt der Zenge nach längerem Sträuben den Namen hat. Schon am ersten Abend hat er 4000 m. verloren. Sein Gedes Journalisten Borges, mit dem er sich in Verbindung gesetzt famtverlust betrug gegen 10 000 m. habe, um ihn zu ersuchen, doch diese aggressiven Artikel zu unterlaffen. Hier greift Staatsanwalt Braut ein und wünscht zu wiffen, ob der Benge, welcher Schriftsteller sei und mit verschiedenen auswärtigen " " Der Angeklagte v. Kayser verzichtet auf eine Reihe seiner Entlaftungs- und Leumundszeugen. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Leonhard Friedmann, stellt dagegen den Antrag auf Berlesung der bei den Akten befindlichen Einladungen und Hofansagen, Danach läßt sich also selbst vom reinen Geschäftsstandpunkt nichts gegen dieses Verfahren einwenden, das aber für die Versicherten entschieden vorteilhafter ist, wie die nachträgliche Gewährung einer unzulänglichen Rente an den invalide Gewordenen. Der Die Nitterschaft" antwortete nur mit großem Lärm. Güstrower Hofrat wird wohl nun von ihnen zu den heimlichen Umstürzlern gezählt werden. Mittelstandsrettung in Mecklenburg. Jm medlenburgischen Ständeparlament, dessen Mitgliedschaft jedermann für nicht allzu viel Geld erkaufen kann, gab es jüngst eine tomische Auseinanderfegung. Der Herr v. Treuenfels, der auch zugleich ReichstagsAbgeordneter ist, beantragte im Landtage zu Malchin die Einführung einer Warenhaussteuer. Zur Begründung schilderte er gar beweglich den Niedergang der kleinen Geschäftsleute, die der verderblichen Zeitungen in Verbindung stehe, Konkurrenz der Großbazare nicht gewachsen wären und verwies auf die günstige Artikel für Sternberg in die Zeitungen lanciert habe. Der um zu beweisen, daß v. Kayfer in den höchsten Streisen ein gern schlimmen politischen Folgen der Vernichtung des Mittelstands. Die Vorsitzende fordert den Zeugen auf, dem Gerichtshof die Zeitungen gesehener Gast und Gesellschafter war. Oberstaatsanwalt: Unzufriedenheit wachse, die treuesten Stüßen von Thron und Altar zu nennen, mit denen er in Verbindung stehe und die von ihm Mit- Wenn dieser Antrag aufrecht erhalten wird, muß ihm natürlich statt würden der Socialdemokratie in die Arme getrieben usw. teilungen über die Sternberg- Affaire aufgenommen haben. Der gegeben werden. Ich habe schon in der vorigen Verhandlung darauf Ihm und den Mitantragstellern erwiderte ein Hofrat Dahse Beuge bittet, ihm die Beantwortung dieser Fragen zu erlaffen, da hingewiesen, wie-milde ausgedrücktes anstößig wirfen aus Güstrow. es anstößig wirfen aus Güstrow. Die Herren würden dem bedrängten Mittelstande es doch in keiner Beziehung zu dieser Strafsache stehe, wenn er die muß, wenn Herr v. Kayser aus einer Zeit, als von einem Spieler- viel mehr nügen, wenn sie ihre gnädigen Frauen" veranlaßten, Frage beantworte, für welche Zeitungen er arbeite. Der Staats- prozeß noch keine Rede war und er wie zugegeben werden soll, statt bei Gerson oder Herzog in Berlin, ihre Einkäufe bei den kleinen anwalt und der Vorsitzende sehen teinen gesetzlichen Grund, als junger, angesehener, talentvoller Mann zu den höchsten Kreisen Geschäftsleuten der heimischen Obotritenstädte zu machen. Gerade aus welchem der Zeuge diese Fragen umbeantwortet laffen könnte, Butritt hatte, jest kapital schlagen will. Ob Herr v. Kayser in den Kreisen der Rittergutsbesizer fänden sich zahlreiche Kunden die Rechtsanwälte Fuchs, Dr. Werthauer und Dr. Mendel noch den Mut hat, auf diesem Antrag zu beharren, muß ich ihm der Großbazare. führen dagegen aus, daß der Zeuge doch wirklich nicht in die Lage überlassen.- Rechtsanwalt Leonh. Friedmann: Die Eingebracht zu werden brauchte, hier seine ganzen Geschäfts- ladungen reichen bis in den Februar hinein. Den Mut, den Antrag geheimnisse aufzudecken.- Der Vorsitzende hält den Zengen zu stellen, hat nicht nur der Angeklagte gehabt, sondern auch ich. für verpflichtet, diese Fragen zu beantworten, event. tönnte und ich habe auch den Mut, den Antrag zurückzuziehen, nachdem der ja für diesen Teil die Oeffentlichkeit ganz ausgeschlossen Herr Oberstaatsanwalt zugegeben hat, daß Herr v. Kayser noch in den werden. Rechtsanwalt Dr. Mendel regt an, die Oeffentlichkeit Kreisen verkehren konnte, nachdem die Artikel längst erschienen waren. überhaupt auszuschließen. Staatsanwalt Braut hält den Zeugen Oberstaatsanwalt Dr. Jie nbiel: Demgegenüber möchte ich darauf zur Beantwortung der Frage für verpflichtet, denn es komme doch hinweisen, daß in den Artikeln von Herri v. Kayser gar keine Rede L. darauf an, festzustellen, imvieweit der Zeuge in dieser Sache thätig war, wie dieser selbst hervorgehoben hat. Rechtsanwalt 2. Friedgewesen ist. Was den Ausschluß der Oeffentlichkeit betreffe, so wider- mann: Ich ziehe also meinen Antrag zurück. spreche er diesem Antrag. Nachdem der Gerichtshof den wohlüber- Die Beweisaufnahme nähert sich ihrem Ende. Heute Mittwoch, legten Beschluß gefaßt, die Oeffentlichkeit in einen beschränken Um- fällt die Sigung aus. Am Donnerstag, vormittags 91/2 Uhr, fange zuzulaffen, liege nicht der geringste Grund vor, hiervon abzu- sollen noch einige Zeugen vernommen werden, dann die Plaidoyers gehen. Der Gerichtshof beschließt nach kurzer Beratung, troß des beginnen und die Verhandlung soll, wenn angängig, an demselben Tage fehlenden Rechts des Zeugen zur Ablehnung der zu Ende geführt werden. Frage, ihm dieselbe vorläufig nicht vorzulegen und sich auf folgende Fragen zu beschränken: Hat der Zeuge in hiesigen oder andren deutschen oder ausländischen Zeitungen, weil er von der Unschuld Sternbergs überzeugt ist, Artikel veröffentlicht, die die Unschuld Sternbergs hervorheben sollten? 8euge: Nein. Er habe nur zwei oder dreimal hervorstechende Momente aus der vorigen Verhandlung in Artikeln berührt. Bors.: Hat der Beuge Gelder an hiesige oder auswärtige Zeitungen gegeben, damit diese die Affaire Sternberg in einem für diesen günstigen Lichte erscheinen ließen? Der Zeuge erwähnt noch auf weiteres Befragen, daß er, als in der vorigen Verhandlung das Urteil gesprochen war, an Herrn Sterninteressieren; sie bleiben unsre direkten Feinde, eben so sehr, wie ihr Bundesgenosse und Schutzherr, der Zar. wohnen letariats Litterarisches. Von Gotha bis Wyden. Auf die Erklärung des Genoffen Mehring erividere ich ihm, daß ich ihm keineswegs zugemutet habe, die Parteigeschichte mit gesinnungstüchtigen Redensarten zu schreiben, ich habe ganz im Gegenteil gemeint, daß man das nicht thun sollte. Kinderschutz. Die Polizeiverwaltung in Rottbus hat ber ordnet, daß Kinder unter 10 Jahren zu gewerblicher Beschäftigung irgend welcher Art nicht verwendet werden dürfen. Zum Austragen von Erzeugnissen des Handwerks, Waren oder Beitungen auf vorherige Bestellung dürfen schulpflichtige Kinder im Alter von über zehn Jahren beschäftigt werden: im Sommerhalbjahr von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, im Winterhalbjahr von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Zum Feilbieten von Haus zu Haus von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs 2c., sowie von Lebensund Genußmitteln aller Art dürfen Mädchen unter 16 Jahren überhaupt nicht, schulpflichtige Knaben über 10 Jahren nur in der Zeit von 1-8 Uhr nachmittags verwendet werden. Die gewerbsmäßige Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern in Gaft und Schant wirtschaften ist verboten. außer in dem Betriebe der Eltern Uebertretungen werden an Eltern, Gewerbetreibenden 2c. und an strafmündigen Kindern mit Geldstrafe bis zu 30 M. ev. Haft be broht. Vermischtes. Hermann Hirschel t. Am Montag ist der Bühnen Schrifts steller Hermann Hirschel im Alter von 52 Jahren entschlafen. Der dichtungen und Operetten und als solcher dem größeren Bublikum nicht unbekannt. Seiner Feder entstammen„ Die Herren Eltern", Hamburger Nestküken"," Geiger zu Gmünd"," Dompfaff" u. a. Bon dramatischen Werken ernster Natur errang einen Erfolg sein Schauspiel„ Der verlorene Sohn". Hirschel ist am 20. März 1848 zu Hamburg geboren. Wenn Mehring weiter meint, daß meine Bemerkungen zu der Streitfrage paßten wie die Faust aufs Auge, so liegt das wohl nur daran, daß ihm im Eifer der Sinn des ganzen Sages entgangen daß es nicht ganz zweifellos set, was Mehring unter Wassen" Muse ist der Verfasser einer erheblichen Anzahl von Schwankversteht; das ist aber für die Würdigung seines historischen mitten in Europa für einen Anachronismus zu halten. Und wenn die Leutchen so hoch ständen, wie die von Walter Scott gefeierten Hochschotten, die ja auch die ärgsten Viehdiebe waren, so können wir doch höchstens die Art und Weise verurteilen, mit der die heutige Gesellschaft sie behandelt. Wären wir am Ruder, auch wir würden dem altererbten Rinaldo- Rinaldinis und Schinderhannestum dieser Burschen ein Ende machen müssen. Und so müßte es die großserbische Regierung auch. Also auch hier heißt Großserbien Erneuerung des Kampfs, den die Herzegorzen jetzt führen, also Bürgerkrieg mit all den Hochländern von Montenegro, Cattaro, Herzegowina. Eine Nachricht von dem amerikanischen Nordpolfahrer Peary ist in London eingetroffen. Beary teilt mit, daß er vorzüglich überwintert habe, reichliche Vorräte besige und den Bol im nächsten Frühjahr zu erreichen hoffe. Die Meldung Bearys ist vom 31. März datiert. " Wir haben an der Befreiung des westeuropäischen Broletariats mitzuarbeiten und diesem Ziel alles andre unterzuordnen. Und wären die Balkanslaven u. Co. noch so interessant, sobald ihr Befreiungsdrang mit dem Interesse des Proletariats kollidiert, so fönnen sie mir gestohlen werden.... Der Eieg des Proletariats befreit sie wirklich und mit Notwendigkeit, nicht scheinbar und temporär, wie der Zar. Darum sollen sie, die für Europa und feine Entwicklung bisher nur nichts geleistet, sondern ein Hemmischuh Frih Friedmann Chefredacteur in Brüffel. Legthin ver an ihr sind, mindestens so viel Geduld haben, wie unsre Proletarier." Was den Krieg angeht, so scheinen Sie mir doch le coeur lautete, Frizz Friedmann sei von einer Hamburger Finanzgröße als Um der paar Herzegorzen willen einen Weltkrieg entflammen, der un peu trop leger zu haben. Stommt es zum Krieg, so bringt Leiter eines bedeutenden Unternehmens für Berlin engagiert. Trotz tausendmal mehr Menschen kostet als in der ganzen Herzegowina Bismard es mit Leichtigkeit dahin, daß Rußland als der Angreifer der Reklame scheint nichts daraus geworden zu sein. Wie ein hiefiges das ist nicht meine Ansicht von der Politik des Pro- erscheint: er kann warten, die russischen Panslavisten nicht. Ist Blatt im Juferatenteile" bekannt giebt, wird der Genannte vom 1. Dezember d. J. ab in Brüssel eine internationale Wochen. aber Deutschland und Oestreich einmal im Osten engagiert, so muß schrift für Handel, Gewerbe, Finanzen, Nationalökonomie und „ Ein Großserbien ist nach zwei bis vier Generationen und nach man die Franzosen und besonders die Pariser schlecht kennen, um nicht Rechtspflege unter dem Titel" Der richtige seurs" heraus allgemeinen europäischen Umwälzungen sicher möglich, heute vorauszusehen, daß sofort ein chauvinistisches Revanchegeschrei ent- geben. Fritz Friedmann bezeichnet sich selbst in der Reklame als bei dem Bildungszustand seiner Elemente ebenso sicher nicht. steht, vor dem die sicher friedliche Majorität des Bolts verstummen" Chefredacteur". Die Zeitschrift wird neben fortgesetter, ausführlicher 1. Teilen sich die Serben in drei Religionen( die Zahlen find muß und das es dahin bringt, daß auch hier Frankreich als An- Besprechung aller aktuellen Handels- und Finanzfragen, fritischer aus Safarit, Slovansky Narodopis und gelten für 1849). Griechisch greifer dasteht; und daß der dann herrschende Chauvinismus sehr Beleuchtung der Geschäftslage staatlicher, finanzieller und industrieller 2 800 000, katholisch inkl. der sog. Kraaten, die aber serbisch bald das linke Rheinufer fordern wird. Daß dabei Deutschland in Unternehmungen und Anlagewerte, Nat in finanziellen und juristischen sprechen 2 664 000, ohne Stroaten 1 884 000, Muhamedaner 550 000. einen Kampf um die Fristenz gerät und damit auch dort der Fragen im Briefkasten bringen. Noble Passionen. Ueber eine grauenhafte Bestialität wird der Bei diesen Lenten geht aber Religion noch vor Nationalität, und patriotische Chauvinismus wieder vollständig Oberwasser bekommt, In Patterson haben So weit also alle Aussichten gegen uns. N. A. Ztg." aus New York berichtet. jede Konzession vill herrschen. So lange hier fein Bildungs- scheint mir evident. fortschritt, der wenigstens Toleranz möglich macht, heißt Großserbien Ist der Krieg aber einmal im Gang, so wird der Ausgang mehrere Söhne reicher Fabrikanten ein junges Fabrikmädchen zu nur Bürgerkrieg. eines solchen europäischen Kampfes, des ersten feit 1818-15, einer Spazierfahrt eingeladen, ihr Schlafmittel verabreicht und 2. Hat das Land 8 politische Centren: Belgrad, Montenegro, ganz unberechenbar, und, ich möchte ihn um feinen Preis herbei sie nach schändlichen Mißhandlungen tot im Walde liegen lassen. herbei- Dieser eine Fall hat zu weiteren Nachforschungen Anlaß gea Agram. Weder Kroaten noch Montenegriner wollen sich der Hoheit wünschen. Kommt er, dann ist's eben nicht zu ändern.... geben. Man hat bald fünf weitere Opfer entdeckt, welche waren Bleibt Friede, dann sind die russischen Banslavisten geprellt wieder genesen und sich geschent von Belgrad unterwerfen. Im Gegenteil, Montenegriner und ihre geschent hatten, gegen Freunde, die Naturvöllchen in Krivosce und Herzegowina, werden und müssen bald abtreten. Dann kann der Kaiser höchstens die reichen, allmächtigen Brotherren Alage zu führen. Bald gegen Belgrad und jede andre Centralregierung, ferbisch oder nicht, noch einen letzten Versuch machen mit den bankrotten Bureau- stellte sich heraus, daß die Hausmutter eines Heims für unglückliche ihre Unabhängigkeit" ebenso verteidigen, wie gegen Türken und traten und Generalen, die bereits Schiffbruch gelitten. Das kann Mädchen eine ganze Menge Opfer der ungezügelten Begierden jener Oestreicher. Diese Unabhängigkeit besteht darin, daß sie, um ihren höchstens ein paar Monate dauern, und dann bleibt kein Ausweg Jünglinge zu beherbergen hat, ja, daß deren Bahl ca. 150 beträgt. Haß gegen die Unterbrüder zu beweisen, ihren eignen unterdrückten" als die Liberalen zu berufend. H. eine Nationalversammlung Ein schauderhaftes Bild der Verkommenheit unter Battersons jeunesse dorée" hat sich aufgerollt. Die ehrenhaften jungen ferbischen Landsleuten das Vieh und andre bewegliche Wert- irgend welcher Art, und das, wie ich Rußland kenne, ist Revolution Herren figen derzeit hinter Schloß und Riegel, und die allgemeine fachen abstehlen, wie sie das seit 1000 Jahren gethan, à la 1789. Und da foll ich Krieg wünschen? Sicher nicht, und wenn Entrüstung ist so gewaltig, daß auch die Geldbeutel der Herren und wer dies Recht des Raubens angreift, greift ihre Unabhängig- 200 edle Räubervölker dabei kaput gingen." Bäter eine Milderung der Strafe nicht bewirken werden. Der Prozeß hat noch nicht stattgefunden. feit an. Ich bin autoritär genug, die Existenz solcher Naturvöltchen Fr. E. " Centralverband der Maurer etc. Zahlstelle Berlin II. Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause( großer Saal). Tages Ordnung: 190/ 16* 1. Die neueste Politik der Reichsregierung und die Arbeiter. Referent: Reichstags- Abgeordneter Albrecht. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Regen Besuch erwartet Die Verbandsleitung. Arbeiter- Radfahrer! Donnerstag, den 29. b. M., abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: 13116 Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vertrauensmann. Verband der Ban-, Erd- Achtung! Rixdorf. Achtung! 1. gewerblichen Hilfsarbeiter Barteigenossinnen und Genossen! Silfsarbeiter Deutschlands Zahlstelle Berlin I. Den Kollegen zur Nachricht, daß Donnerstag, den 29. November 1900, abends 8½ Uhr: unjer Kollege Richard Brusig Deffentliche Partei- Versammlung am 26. d. M. infolge eines Unfalls verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofs in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. im Lokale des Herrn Gröpler, Bergstraße 147. Tages Ordnung: 1. Aus dem Reiche des Ministers von Thielen. Referent: Reichstags: Abgeordneter Genosse Friz 8ubeil- Berlin. 2. Diskussion. 3. Wahl von drei Delegierten zur Kreistonferenz. Pflicht der Genossinnen und Genossen ist es, recht rege für diese Ver: Der Vertrauensmann. Für die große Teilnahme bei der fammlung zu agitieren. Beerdigung unfres Sohnes Max Pagel 13136 fagen allen Freunden, insbesondere den Kollegen der A. E.-G., unfren herzlichsten Dant. Die trauernden Eltern und Geschwister Pagel. Für die bewiesene Teilnahme bei der Beerdigung unfres Sohns Wilhelm Richter fagen allen unfren herzlichen Dank. 13/26 Familie Blank und Tochter. Orts- Krankenkaffe der Stellmacher. Generalversammlung Mittwoch, den 5. Dezember, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Nümann, Brunnenstr. 188. Tagesordnung: Neuwahl der statutengemäß aus: ſcheidenden Mitglieder( zwei Arbeit nehmer). Nur Arbeitnehmer haben zu dieser Versammlung Zutritt. 13096] [ 204/20] Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große Frankfurterstr. 133, of part.-SO.: Friz Thiel, Staligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelers | III. Wahlkreis. Socialdemokratischer Wahlverein. Heute abend in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Versammlung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin). Heute, Mittwoch, den 28. Nov., abends 82 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung 45/2 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Die bevorstehende Urabstimmung. 2. Abrechnung von der Urania- Vorstellung und vom Herbst: vergnügen. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist dringend notwendig. Die Ortsverwaltung. Charlottenburg Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstraße 94: Große öffentliche Versammlung sämtlicher Gewerkschaften. Tages Ordnung: WerkstattBekleidung auch für Lehrlinge aller Branchen. Blaue ArbeitsAnzüge für Heizer, Mons teure, Elektrotechniker, Mechaniker- Kittel, Blusen für Buchdrucker, Maler, Bildhauer, Konditoren, Köche, Schlächter, Fri feure 2c. 1512* Adolf Wecker, Berlin C., Mühlendamm 3 ( früher Molkenmarkt). teppdecken fauft man am besten und billigsten nur direkt in der Fabrik B. Strohmandel, Berlin S., 72, Wall- Strasse 72, wo auch alte Deden aufgearbeitet werden. 32* Keinen Bruch mehr! 2000 Mark Belohnung demjenigen, der beim Gebrauch meines Bruchbands ohne Feder nicht von seinem Bruchleiden voll. ständig geheilt wird. Man hüte fich vor minderwertigenNachahmungen. Auf Anfrage Broschüre gratis und 1. Vortrag des Genossen Dr. Arons- Berlin über: Konsumvereine franto durch das Pharmaceutische und ihr Verhältnis zur Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. Bureau, Valkenburg( L.) Holland, 204/19 r. 270. Da Ausland- Doppel3. Gewerkschaftliches. Um recht zahlreichen Besuch bittet Die Gewerkschafts- Kommiffion. porto. straße 8, part. im Laden. Wedding unb Oranienburger Zähne 2 Mark. 10 Jahre Paletot Garantie. Teilzahlung Woche 1 Mr. Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. GesundVollkomm.schmerzl.ZahnRosenbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. zlehen 1 Mk., Plomben 1 Mr. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: RarImars, J. Blumberg, Elfafferstr. 33, Rastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ede Goethestr., v. 1 Treppe.- Dentsch- Wilmers- ja. Oranienb. Thor. Spr.8-7, Sntgs.9-1 dorf: Th. Miller, Berlinerftr. 132/133, rechter Seitenfl. und W. Nidel Auguftastr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl Welt, Berlin O., Frankfurter Allee 177. Grünau: Engel, Dahmestr. 6. Rixdorf: Ostermann, Erfstr. 6.- Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Ober- Schönewelde: - Nieder- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I. Adlershof: Emil Vollmann, Selchowstr. 14. Köpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Friedenau- Steglitz: S. Bernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Dippelstraße 8, Baumschulenweg: und Fr. Schellhase, Ahornstraße 15a. Stod, Ernststr. 2 II. Nen- Weissensee: Heinrich Bach) mann, Lehderftr. 1, part. Iints. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. 3. A.: F. Josewsti. Herren- Vortrag rechtzeitig von der Wohnungsveränderung Mitteilung + Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über:„ Sogenannte unheilbare Männer Leiden" Mittwoch, 28. Novbr., abends 82 Uhr, in der Drachenburg, An der Schlesischen Brücke. Nur Herren! Eintritt frei! Keine Tellersammlung.[ 1301b Es wird dringend ersucht, dem bisherigen Spediteur zu machen, da die Spediteure herpflichtet sind, die Adressen an die zuständigen Bezirke abzugeben. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen 1 Mk. Plomben 1,50 Mk. Tellzahlung wöchentl. 91 Mk. Zahn- Arzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Spr. 9-7.* Zähne 2 M., Große Berliner Gentral- Küche. Aus technischen Gründen war die Große Berliner Central- Küche während einiger Monate geschlossen. Die Wiedereröffnung findet am Montag, den 3. Dezember, statt. Nachdem es mir gelungen ist, Herrn Balduin Franke, befannt aus seinen Unternehmungen ähnlicher Art in der Großen Frankfurterstraße 73, Rosenthalerstraße 60 und Neue Grünstraße 39, als Leiter des Betriebs zu gewinnen, ist der Berliner Arbeiterschaft die Gewähr gegeben, daß die Speisen weiterhin in vorzüglichster Qualität und zu billigsten Preisen berausgabt werden. 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Farbigmacher verlangt Oranien Achtung, Anschläger! 13076 12466* Ur. 277. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. November 1900. Obdachlose. Kommunales. # schlecht bei ihm haben. übernommen fo= wegen ihrer Eristenz nicht in Ungewißheit zu lassen und um sie der geschirr gestohlen und wir haben die Spitzbuben ergriffen. Firma zu erhalten, neue Engagementsverträge bis zum Was sind denn das für Spizbuben? Na, Spizbuben! ganz Kommen Sie nur mal her! Herr Henfel 1. November 1901 mit angemessenen Gehaltserhöhungen gemeine Spitzbuben! Im Etat der städtischen Park- und Gartenverwaltung find die Einnahmen für 1901 mit 17 070 M. angesetzt, die ordent- mit dem Personal ab. Beide Firmeninhaber führten nun einen eilte zum Bureau, obwohl ihm seines Wissens fein Geschirr gestohlen liche Ausgaben stellen sich im Voranschlag auf 710 755 M., die Rechtsstreit gegeneinander bezüglich ihres Societätsverhältnisses. war, und erfuhr, daß dort ein Kriminalkommissar Richter nicht war. außerordentlichen auf 233 210 M. Die Fischerei und Eisnuzung im Das Ende vom Liede war, daß Herr Bacher aus der Firma Ueberzeugt, daß er irregeführt worden sei, ging der Meister wieder Treptower Park bringt der Stadt 2000 M. Pacht ein, die dortige austrat und dem Herrn Leon das Feld überließ. In dem nach Hause. Dort waren unterdessen die Spitzbuben, die ihn wegErfrischungshalle 1500 M.; aus der Lieferung von Pflanzen des notariellen Bertrage, der hierüber zwischen den beiden gelockt hatten, in den Keller eingedrungen und hatten wirklich ein Humboldthains an Privatschulen bezieht die Stadt 1000 m., aus Socien abgeschlossen ist, erklärt Herr Leon ausdrücklich, daß er wertvolles Geschirr gestohlen. dem Verkauf von Hölzern 1400 M. Unter den Ausgaben sind die die Verpflichtungen übernehme, welche aus den Eisenbahnunfall auf der Stadtbahn. Dienstagvormittag Herrn Bacher mit dem Personal abgeschlossenen Posten Arbeitslöhne, Bewässerung, Ankauf von Sand und Kies sowie Engagements erwachsen. Als nun am 1. November die 101/2 Uhr ist auf einen am Stadtbahnhof" Tiergarten" haltenden 30 000 M., zur Anschaffung von Sämereien und Gerätschaften 38 600 M. nahmen, die ihnen zustehenden Gehaltserhöhungen/ Die Lokomotive des zweiten Bugs ist leicht beschädigt. Der Unfall angejezt, ferner find angefekt als Betrag für den Thiergarten Gehälter für den Monat Oktober zur Auszahlung kamen, Stadtbahnzug ein von Bellevue abgelaffener zweiter Zug aufgefahren. erhielten die Angestellten, mit wenigen Aus- Hierbei wurden einige Personen mehr oder minder leicht verlegt. Der Park: ist auf eine Störung des elektrischen Blockapparats zurückzuführen. 6 Baumschulen, die Baumpflanzungen auf 305 Alleen, Straßen und nicht. Herr Leon setzte sich nicht nur leichten Herzens Der am schwersten Berunglückte ist der Hausdiener Stein, der Mohrenöffentlichen Plägen, die Anlagen an 11 Gymnasien, 9 Realgymnasien, über die vertraglichen Verpflichtungen, die er hatte, hinweg, sondern er erklärte den Angestellten straße 21 in Stellung ist und einen Bruch des Oberkiefers erlitt. 6 böheren Töchterſchulen, 12 Realschulen, 4 Turnhallen, 5 Fachschulen, gar, es sei unmoralisch, wenn sie auf Auszahlung der Ge- Man brachte ihr nach der Rettungswache, wo auch der in demselben 216 Gemeindeschulen, 4 Krankenhäusern, 5 Hoſpitälern, 3 Stiftungen, haltserhöhungen, die er in einer Zwangslage übernommen habe, be- Hauſe wohnhafte Professor Sonnenburg sich zur etwa benötigten 1 Waisenhaus, 2 Badeanstalten und die Anlagen am Asyl für stehen würden, und wenn sie etwa ihr echt geltend machen Hilfeleistung einfand. Die Seilung wird schwierig ſein und vorDie Deputation schlägt dem Magistrat und der Stadtverordneten- follten, dann würden sie es während der Dauer des Engagements aussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem ihm die notwendigen Verbände angelegt waren, wurde er auf seinen Wunsch versammlung eine Regelung der Gehälter für die Angestellten ihres Bereichs vor. Danach soll das Gehalt des Direktors Was blieb den arg Enttäuschten unter diesen Umständen andres mittels Droschte nach seiner in Charlottenburg belegenen Wohnung für den Anfang auf 6000 m. festgesetzt werden( ausschließlich 900 m.übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen? Wie die Werbefördert. Die übrigen Baffagiere sind mit leichteren Verlegungen Mietsentschädigung) und sich innerhalb 12 Jahren in dreijährigen hältnisse im Handelsgetverbe liegen, fann ja der Chef dem Angestellten davongekommen; zwei wurden durch Glassplitter leicht verlegt. Zwischenräumen auf schließlich 8000 m. steigern, ebenso das Gehalt durch endlose Placereien das Leben so schwer machen, daß eine Selbstverständlich herrschte eine große Aufregung unter den Bassader Inspektoren von 3600 M. auf 4200. Das Gehalt der Ober- schlecht haben, für den Angestellten ein sehr zweifelhafter Vorteil ist. Gefälschte Pfandscheine des königl. Leihamts sind gestern Gehaltserhöhung unter der sicheren Voraussetzung, man werde es gieren. gärtner soll innerhalb 18 Jahren von 2800 M. auf 3600 M. steigen, Daß aber die Enttäuschten über das Vorgehen des Herrn Leon auf dem Zweiginstitut in der Jägerstraße angehalten worden. Dort das der Gärtner innerhalb 24 Jahren von 1750 m. auf 2800 m. im stillen recht erbittert sind, kann man sich denken. selbst erschien ein Handelsmann, um einen Pfandschein auf eine Die Mietsentschädigung beträgt für Inspektoren 800 m., für Obergärtner 540 M. Nach 15jähriger einwandfreier Dienstzeit sollen die Während nun Herr Leon, indem er eingegangene Ver- goldene Ankeruhr, die laut Tage mit 265 Mart bewertet war und Gärtner nach den Vorschlägen der Deputation pensionsberechpflichtungen gröblich verletzt, die Gehälter seiner Angestellten einen solchen über einen Ring mit Brillanten im Wert von tigt werden; bisher waren sie auf die Gnade der städtischen Be- erabdrückt und deren Lebenslage verschlechtert, ist er gleichzeitig 165 Mark einzulösen. Da die erwähnten beiden Gegenstände fich hörden angewiesen. eifrig bemüht, als patriotischer Wohlthäter zu glänzen. trotz allen Suchens nicht vorfanden, so wurden die Nummern mit Gerade jetzt finden wir in der„ Boffischen Zeitung" einen Aufruf den Büchern des tönigl. Leihamts verglichen und es stellte sich Ueber die gestrige Ausschußfizung zur Stadtschulrats zum Besuch eines Konzerts zum Besten unsrer Krieger nun nach der Buchung heraus, daß weder ein Ring mit Brillanten, Wahl, die unter Vorsitz des Stadtverordneten Vorstehers in Ostajien". Dem Komitee dieser Veranstaltung gehört neben noch eine goldene Ankeruhr auf diese Pfandscheine versetzt gewesen Dr. Langerhans tagte, wird uns mitgeteilt: Es wurde zuerst er der Gräfin Bülow, der Prinzessin Elisabeth zu waren, sondern zwei billige filberne Remontoiruhren, welche mit wähnt, daß man sich mit der Wahl zweier Stadtschulräte Hohenlohe Schillingsfürst, der Gräfin und dem 5 resp. 7 M. beliehen waren. Die Pfandscheine wurden unter der zu beschäftigen haben werde, da auch Herr Stadtschulrat Grafen Hochberg, dem fächsischen Gesandten Grafen Lupe geprüft und festgestellt, daß die ursprünglichen, auf dem königDr. Fürstenau, welcher gegenwärtig die Geschäfte seines aus v. ohenthal, dem bayrischen Gesandten Grafen Lerchen- lichen Pfandleihamt ausgefertigten Inschriften auf chemischem Wege geschiedenen Kollegen Dr. Bertram führe, spätestens am 1. April aus feld, der Oberhofmeisterin Freifrau v. Mirbach, der entfernt und dafür die oben erwähnten Titel und höheren Zahlen dem städtischen Dienste zu scheiden gedenke. Bisher hatte Herr Gräfin v. Pojadowsky und andren hocharistokratischen täuschend ähnlich von dem Fälscher nachgeschrieben worden waren. Dr. Fürstenau das Decernat für Gymnasien und Realgymnasien, Damen und Herren auch der Herr Leon an. Mit dem Gelde, Der betreffende Händler hat, wie er angab, die beiden Scheine auf Herr Dr. Bertram ein solches für Realschulen, Fortbildungs- und welches Herr Leon durch die unberechtigte Gehaltstürzung feines einer vom Auktionsfommissarius Hähnel veranstalteten freiwilligen Gemeindeschulen inne. Es wurde anerkannt, daß die Geschäfte, die Personals in einem Monat erspart", fann er schon eine Anzahl Bersteigerung erstanden. Dem legtgenannten Herrn sind die beiden Herr Dr. Bertram übernommen, weit über die Kraft eines Mannes Gintrittskarten a 30 W. erstehen und also als patriotischer Wohl- Urkunden von einem Pfandleiher Hoffmann übergeben worden. hinausgegangen feien, aber es hätten sich doch Klagen über Mißthäter bei dem Konzert glänzen, welches mit allerhöchster Ge- welcher sie dort nebst audren Pfandscheinen der töniglichen Leihstände, namentlich in Gemeindeschulen eingestellt. nehmigung" am 10. Dezember bei Kroll stattfindet. Das ämter und verfallenen Pfandgegenständen meistbietend versteigern ließ. In einer Generaldebatte beschäftigte man sich mit der Frage, erhebende Gefühl, welches den Geldaristokraten beschleicht, ob mit dem Ausscheiden der erwähnten beiden Herren eine Aendewenn er bei Gelegenheit solcher wohlthätigen" und zugleich rung in der Organisation der Leitung des städtischen Schulwesens patriotischen" Veranstaltungen mit hervorragenden Vertretern der herbeizuführen sei. Es wurde in dieser Generaldebatte u. a. der Geburtsaristokratie in Berührung kommt, wird die Scham, die Herr Borschlag gemacht, ein Decernat für das Fach- und Fortbildungs- Leon über sein Verhalten gegenüber den Angestellten seines Geschulwesen zu schaffen und zum Decernenten einen Stadt- Schul- schäfts empfinden müßte, wohl nicht aufkommen lassen. Mehr als inspektor zu ernennen, der selbständig zu arbeiten habe. Ein weiterer durch derartige Wohlthätigkeitsbestrebungen" würde Herr Leon In einem Anfalle von Geistesgestörtheit haben sich givei Borschlag ging dahin, drei Stadtschulräte zu wählen und diesen zwei seinem Ansehen hoffentlich auch bei den aristokratischen Komitee- Personen das Leben genommen. Der 46 Jahre alte Arbeiter Karl unbesoldete Magistratsräte an die Seite zu stellen. Ein dritter Wormitgliedern dienen, wenn er seinen Angestellten die ihnen zu- Sprenger, der seit acht Tagen für sich allein in der Stephan schlag will für das gesamte städtische Schulwesen ein Oberhaupt, stehenden Gehälter nicht widerrechtlich fürzen würde. straße 41 wohnte, war nerventrant, seitdem er vor Jahresfrist seine, d. h. nur einen Stadtschulrat mit drei Generaldirektoren ernannt Frau durch den Tod verloren hatte. Als eine 19 Jahre alte Tochter, wissen. Bu einer Einigung kam es in der erwähnten Sigung infoWie gegründet wird. Bürgerliche Blätter melden: Im die in der Turmstraße dient, ihn gestern abend besuchen wollte, fern, als man beschloß, in der nächsten Stadtverordneten- Sigung Frühjahr dieses Jahre erregte, wie die Beitungsleser sich wohl fand sie ihren Vater als Leiche an der Thürklinke hängen. einen Antrag zu stellen, wonach die Stadtverordneten den Magistrat noch erinnern, die plögliche Abreise" des spiritus rector der 42 Jahre alte Frau des Kohlenhändlers Griese aus der Großen erſuchen, sich an der Frage einer Menderung der Organisation der Berliner„ Finanz- und Handelszeitung"( A. Bruer), des nicht ganz Frankfurterstr. 72 litt schon längere Zeit an nervösen Kopfschmerzen. Leitung des städtischen Schulwesens zu äußern. Principiell abgelehnt wurde ein Antrag, zunächst das Gehalt für die neu zu be- unbekannten" Finanzmanns" Hugo Löwy, nicht geringes Auf Gestern nachmittag brachte sie um 4 Uhr ihrem Manne Kaffee nac) fegende Bertramiche Stelle festzusehen und einen neuen Schulrat in Wiesbaden abspielte. sehen. Damals handelte es sich um eine Angelegenheit, die sich dem Geschäft in der Frankfurterstr. 67, ging dann auf den Boden Es lag gegen Hugo Löwh der Verdacht dieses Hauses hinauf und erhängte sich an einer Stange, die zum zu wählen. Auf der Tagesordnung der Stadtverordneten- Versamm vor, wieder Geschäfte gemacht zu haben, die ihn früher einmal Aufhängen von Wäsche dient. Jung am Donnerstagnachmittag 5 Uhr stehen u. a. folgende Gegen- Die Ermittelungen ergaben nun zwar, daß in diesem Fall eine Leben genommen. Der frühere Maurer Karl Köhler wohnte, feitin recht empfindliche Berührung mit dem Strafrichter brachten. Ein 68jähriger Greis hat sich in der Rügenerstr. 25 das stände: Berichterstattung über die Vorlage betr. die Weiterführung strafbare Handlung nicht vorlag, wenn auch das Geschäfts- dem ihm vor 3 Jahren die Frau gestorben war, für sich ganz allein. der Kaiser Wilhelmstraße bis zur Lothringerstraße, die Errichtung gebaren bom moralischen Standpunkt öffentlich den schärfsten An einer Hautkrankheit leidend, konnte er schon seit 5 Jahren nicht eines städtischen Amts zur Untersuchung von Nahrungs- Tadel fand. und Genußmitteln Um so auffallender mußte es erscheinen, daß Hugo mehr arbeiten und lebte zum größten Teil von einer Ürmenunterstützung. fowie Gebrauchsgegenständen, die Annahme das der Stadt Berlin von dem verstorbenen Löwy einer Vorladung des Untersuchungsrichters nicht folgte, sondern Seine einzige Thätigkeit bestand noch darin, die Stube in Ordnung zu Rentier Richard Koch zur Begründung einer Stiftung es vorzog, plößlich in das Ausland abzureisen. Wie jezt aushalten. Hier hielt er auf peinlichste Sauberkeit. In der letzten Zeit augefallenen Betrags von ca. 51 000 M., die Erhöhung des London berichtet wird, ist Hugo Löwh dort, wenn auch nicht ernst Lagelohns der bei der städtischen Straßenreinigung und Handelszeitung". Diese Thatsache wird an und für sich schon lich, so doch thatsächlich der Leiter der Filiale der Berliner Finanzaushilfsweise beschäftigten Arbeiter,- die Erwerbung, eines in Deutschland intereffieren; fie verdient aber jetzt um so mehr auf Grundstüds an der Samariterſtraße zum Bau einer GemeindeDoppelschule, die für Erwerbungen und Beschränkungen von blicklich mit dem Plane umgeht, eine neue internationale Bank mit merksamkeit, als die" Berliner Finanz- und Handelszeitung" augen Straßenland auf Grund von Entschädigungsbeschlüssen oder richter dem Gig in London zu gründen, zumal da man sich bei der lichen Entscheidungen in der Zeit vom 1. April bis 80. September 1900 gezahlten Beträge und die Wahl von 30 Mit- Werbung um Gründer und Kundschaft nicht etwa auf London gliedern und 18 Mitglieder- Stellvertretern für die Einkommensteuer- bezw. England beschränkt, sondern sogar die Dreiftigkeit hat, fich Berufungskommission. Berichterstattung über die Vorlage betr. die auch an deutsche Persönlichkeiten mit hochklingenden Namen zu wenden. Verlegung des Friedrich Werderschen Gymnasiums nach Moabit, sowie über den Antrag von Mitgliedern der Ver- Bei der geftrigen Stadtverordneten- Stichwahl im vierten Straße 58, Frankfurter- Afeef136, Keithstr. 22 und Wienerstr. 49 fleine sammlung betreffend die Errichtung einer höheren Lehranstalt( Voll- Kommunalwahlbezirk II. Abteilung, erhielten Dr. Kuhlmann( Gruppe Bimmerbrände. Ausgeströmtes Gas verursachte Prenzlauer- Allee 223 gymnasium) in den Bezirken vor dem Halleschen Thor bezw. Mommsen Jacoby) 247 und Jugenieur Kampffmeyer( Neue Fraktion eine kleine Explosion, die aber glücklicherweise weder Perfonen verlette, noch wesentlichen Schaden herbeiführte. Getrocknete Nutzhölzer die Verlegung eines schwach besuchten Gymnasiums aus der Linken) 198 Stimmen. einem andern Stadtteil in die genannten Bezirke. Vorlagen Mithin ist Kuhlmann gewählt. Isingen Große Frankfurterftr. 86 in einem Trockenraum in Flammen Eine recht hübsche Agitation ist in diesem Fall von dem ob auf. Invalidenstr. 101 war ein Kellerbrand abzulöschen. Gleichzeitig Denunziationstüchtigteit bekannten betreffend die Erwerbung eines Grundstücks in der GreifenGemeindedoppelschule, Abstandnahme von Bei der Obduktion eines Hundekadavers hat sich der Tierarzt Sonnenburg aus Dresden eine Verlegung zugezogen. Da nun nachträglich bei dem gefallenen Tiere die Tollwuth festgestellt wurde, so ist der Tierarzt nach Berlin gekommen, um die Schutzmittel der hiesigen Station in Anwendung zu bringen. Die flagte der alte Mann wiederholt, daß ihn sein Leiden noch zur mehr. Da die Zeitung vor der Thür liegen blieb, so holte man Verzweiflung bringen werde. Seit Sonnabend sah man ihn nicht gestern nachmittag die Revierpolizei, die die Stube öffnen ließ. sich auf diese gesetzt, vor sich auf einem Stuhl einen kleinen Spiegel Mun fand man den Greis tot auf einer Fußbant fißen. Er hatte aufgestellt und sich dann durch einen Revolverschuß in den Mund getötet. Vorher aber hatte er noch die ganze Stube und alles, was barin war, blizblank geputzt. Feuerbericht. Im Laufe des gestrigen Tags erfolgten Oranienden bisher mit Militäranwärtern getroffenen Vereinbarungen faltet worden. Das fromme Blatt schrieb geichsboten" ent- hatten sich Urbanstr. 65 Lumpen entzündet, doch machte die Ab= bezüglich der Benfionierung. Außerdem findet am Beginn dieser Sigung die Einführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten Friedberg und Giese statt. Der Antrag der Stadtverordneten Kalisch zc, gegen den Brotwucher wird von Schweinburg offiziös mit dem Einwand begeifert, daß nach der Städteordnung der Stadt Berlin angeblich tein Recht zusteht, einen solchen Antrag zu beraten. Der Einwand des Schweinburg ist gegenstandslos, da nach früheren Erfahrungen die Stadtverordneten- Bersammlung nicht gut den Grundfaz befolgen fann, nur dann sich mit politischen" Gegenständen zu befassen, wenn es oben genehm ist. Lokales. Dritter Wahlkreis. Heute Mittwochabend spricht Dr. Steiner in der bei Möhring, Admiralstr. 18c, stattfindenden WahlvereinsVersammlung über Hädels Welträtsel. Ein ,, nobler" Unternehmer. Bei der Stadtverordneten- Nachwahl am 6. d. Mts. im Westen von Berlin wurden nicht weniger als drei freisinnige(?) Kandidaten präsentiert. Da angenommen wurde, daß die zahlreichen konservativen Wähler in diesem Bezirk irgend einem freifimigen Kandidaten ihre Stimme nicht geben konnten, wurde als tonservativer Kandidat der Ober- Postassistent to dnt ann Sto präsentiert. Trotz alledem haben 42 frühere Minister, boch gestellte Beamte, Generale z. D. und viele Adlige in Gemeinschaft mit Juden und Judengenossen offen dem freisinnigen(?) Apotheker Kuhlmann ihre Stimme gegeben. Wir werden abwarten, ob sich das widerliche Schauspiel bei der Stichwahl wiederholen wird, und dann die vollen Adressen es ist ja offene Wahl der weiteren Oeffentlichteit übergeben. Dieser Artikel ist, der Nat.- 3tg." zufolge, den betreffenden 42 ,, früheren Ministern, hochgestellten Beamten" 2c. zugeschidt worden, in der offenbaren Absicht, einen Druck auf sie auszuüben. Wir müssen gestehen, daß wir ein Stückchen Schadenfreude kaum darüber unterdrücken können, daß auch frühere Minister, Generale und hochgestellte Beamte einmal die Reize der öffentlichen Stimmabgabe zu spüren bekommen, die nach konservativ- scharfEine arge Enttäuschung hat das kaufmännische Personal der be- macherischer Sophistik ja allein des freien Deutschen würdig tannten Konfektionsfirma Bacher u. Leon erfahren. Den be- sein soll. treffenden Angestellten sind nämlich seitens des Herrn Leon die ihnen Mit elektrischer Lichtanlage soll versuchsweise ein Stadt. vom 1. Oktober an vertraglich zu stehenden Gehalts- bahnzug ausgerüstet werden, und falls sich die Beleuchtungsart erhöhungen rundweg verweigert worden. Bum besseren bewährt, dann zur allgemeinen Einführung gelangen. Maßgebend Verständnis dieses Vorgangs jei folgendes mitgeteilt: Im Auguft für diese Neuerung dürfte vermutlich die Katastrophe bei Offenbach dieses Jahres fündigte das gesamte taufmännische Personal der gewesen sein. welcher den Angestellten erzählte, sein Societätsverhältnis mit Herrn 1073% Aus den Nachbarorten. Nummelsburg. Heute abend findet im Café Bellevue eine Parteiversammlung statt. Genoffe Göhre spricht über Weltmachtspolitik, aldann folgen Wahlen. Die Rigdorfer Stadtverordneten- Versammlung wird sich in ihrer nächsten Sigung am Donnerstag mit der Wohnungsnot beschäftigen. Der Stadtverordnete a ch hat im Auftrage der socialdemokratischen Fraktion folgende Anfrage an den Magistrat gerichtet: Was hat der Magistrat zur Linderung der augenblicklichen Wohnungsnot gethan? Was gedenkt der Magiftrat zu thun, um für die Zukunft solcher Not vorzubeugen? Der Magistrat hat sich bereit erklärt, die Interpellation am nächsten Donnerstag zu beantworten. Zugleich wird er Mitteilung machen über die Wohnungsverhältnisse und die Belegungsziffern des städtischen Armenhauses. mit Die Verhandlungen über die Versorgung Rigdorfs elettrischer Straft find infolge eines weiteren Angebots in neues Stadium getreten. Die mit der Angelegenheit betraute Kommission wird der Stadtverordneten- Versammlung in der nächsten Sizung Bericht erstatten. Die Untersuchung wider den des versuchten Giftmords beschuldigten Bautechniker Graß aus Berlin, der in Karlshorst die Gastwirtsfrau usch zu vergiften gesucht haben soll, dürfte einem Berichterstatter zufolge wohl im Sande verlaufen, da angeblich feststeht, daß Graß, obwohl er erst 26 Jahre alt ist, zuweilen an Delirium tremens leidet. Der letzte Ausbruch dieser Krankheit Firma zum 1. Oftober. Dies geschah auf den Rat des Herrn Leon, Die bekannte Eisenwarenfirma Jacob Ravené Söhne n. Co. Bacher laufe demnächst ab, er, Herr Leon, führe das Geschäft hat gestern ihr 125jähriges Jubiläum begangen. allein weiter und er werde das Personal dann für sein Geschäft aufs Moderne Einbrecher. Bei dem Schlächtermeister entel liegt etwas über Jahresfrist zurück. Graß besigt in Eggers neue engagieren. Herr Bacher dagegen erklärte den Angestellten, in der Stallschreiberstraße flingelte es vor einigen Tagen abends dorf beim Ostbahnhof Straußberg ein fleines Grundstück nach dem zwischen ihm und seinem Socius bestehenden Vertrage fönne am& ernsprecher, die Frau ging an den Apparat und es ent- und hielt fich viel in dieser Ortschaft auf. Eines von einer Trennung der beiden Firmeninhaber vor dem 1. No- spann sich ein kurzes Gespräch:" Hier Henkel, wer dort? Hier Tags befand er fich im Restaurant Lübbecke, als bember 1901 keine Rede sein, das Geschäft werde demnach unverändert Kriminalkommissar Richter: Herr Hentel, tommen Sie das Delirium bei ihm ausbrach. Vier starte Männer fortgeführt. Herr Bacher schloß auch, um die Angestellten doch mal sofort herum zum Revierbureau; Ihnen ist ein Pferde- l vermochten nur mit schwerer Mühe den Tobsüchtigen zu bewältigen. Er wurde gebunden und Mutter und Schwester wurden aus Berlin| telegraphisch herbeigerufen. Diese brachten ihn mittels Krankenwagens in eine Berliner Heilanstalt, aus welcher er später als geHeilt entlassen wurde. Der damalige Redacteur des„ Nieder- Barnimer Anzeigers" hat damals berichtet, daß Graß in der Trunkenheit einen Streit begonnen habe, und gehörig verhauen worden sei. Deshalb ist er von Graß wegen Beleidigung verklagt und zu hoher Geldstrafe verurteilt worden. Dem Vernehmen nach will Graß sich bei seiner Verteidigung darauf stüßen, daß er auch die letzte Strafthat unter dem Banne des Alkohols begangen habe. Landsmannschaft der Schleswig Holsteiner. Mittwochabend 8/2 Uhr in G. Feuersteins Festfälen, Alte Jakobftr. 75: Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. med. J. Sternberg über: Verdauungsstörungen. 30. November, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Händler und Händlerinnen. Protestversammlung am Freitag, den Tagesordnung: Der Kampf der feßhaften Geschäftsleute und Hausbesitzer gegen den Straßenhandel. Referent Genoffe Schumann. Marktpreise von Berlin am 26. November 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Str. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Betzen, gut " " Roggen, gut " Gerste, gut " 11111118851111|| 6, 1,60 1,20 1,30 1. 1,60 1,20 mittel gering " do. Bauch " " Schweinefleisch " n mittel gering Kalbfleisch 1,80 1, " " Hammelfleisch 1,60 1, " " 15,40 14,60 Butter 2,80 2, mittel 14,50 13,70 Eier 60 Städt 4,80 3, gering 13,60 12,90 Karpfen 1 kg 2,20 1, tafer, gut 16, 15,10 Aale 2,50 1,40 " mittel " 15, 14,10 Bander 2,60 1,20 " gering 14, 13,20 Hechte 1,80 1, " Barsche 1,60 " Schleie 3, 0,80 1,20 " 40, 25, Bleie 1,40 45, 20, Krebse 70, 30, Konservatives Bier. Mit einer merkwürdigen Angelegenheit hatte sich jüngst der Arbeiterausschuß der tgl. Gewehrfabrit in Spandau zu beschäftigen. Der Inhaber einer Brauerei am Ort hatte sich bei der Fabrikdirektion darüber beschwert, daß in den Fabrikkantinen nicht sein Bier zum Ausschank gelangte; er sei ein Mann von konservativer Gesinnung und bitte um Berücksichtigung seines Geschäfts. Die Direktion Legte die Eingabe dem Arbeiterausschuß zur Begutachtung vor, der durch Umfrage bei den Arbeitern feststellen konnte, daß ihnen das konservative Bier nicht schmecke; vielmehr die sie wünschten vielmehr des bisherigen Bräus, das Auf das eine große auswärtige Brauerei liefert. Grund dieser unpolitischen, aber jedenfalls zutreffenden Erflärung des Arbeiterausschusses tritt eine Aenderung in der Bier lieferung für die Fabrikkantine nicht ein. Vielleicht wendet sich, so meint die Volks- Zeitung", der wir diese Mitteilung entnehmen, der Spandauer Brauer wegen des Absages seines Produkts an die Vorstände konservativer Wahlvereine. Beibehaltung Wundern muß man sich nur, daß die Direktion der königlichen Gewehrfabrit es überhaupt für angebracht gehalten hat, den Arbeiter- Ausschuß mit dem Ausinnen des konservativen Bierbrauers zu behelligen. Ueber die geplante Kanalisation Schönebergs, Wilmersdorfs und Friedenaus wurde gestern in einer Konferenz beraten, wozu Vertreter genannter Gemeinden, der beteiligten Ministerien, der Städte Berlin und Charlottenburg und der Regierung zu Potsdam, der Landrat des Kreises Teltow v. Stubenrauch, Polizeipräsident v. Windheim, Polizeidirektor Hammacher und die MinisterialMilitär- Bautommiffion nach dem Rathause zu Schöneberg geladen waren. Mit den Grundlagen des unter Leitung der gemeinsamen Baukommission der drei Gemeinden vom Stadtbaurat Brix( Wiesbaden) gefertigten Kanalisationsprojekts erklärte man sich allgemein einverstanden. Einzelne technische Fragen wurden einer Kommission überwiesen, die am 29. d. M. im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zusammentreten wird. Die bei Ragow und Deutsch- Wusterhausen erworbenen Rieselländereien sollen am 30. November besichtigt werden. Mit den Vorarbeiten wird bald begonnen werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 28. November. Opernhaus. Der Ring des Nibe: lungen. Die Walküre. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Reutlingen. Anfang 7/2 Uhr. Neues Opern: Theater( roll). Geschlossen. Deutsches. Rosenmontag. 712 Uhr. Anfang Leffing. Johannisfeuer. Anfang 712 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft. An: fang 7 Uhr. Nesidenz. Die Dame von Maxim. Anfang 71/2 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 71/2 Uhr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Nachmittags 2 Uhr: Orestie des Aeschylus. Central. Der Brautvater. Anfang Central- Theater Anfang 72 Uhr. Der Brautvater.Nichtstroh Hen Erbsen Speisebohnen Linjen per Schort 12, +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 27. November. Die Stimmung auf dem Getreidemarkt war heute ziemlich fest auf reichlichere Zufuhren und auf besseren Warenbegehr, wodurch der Einfluß der niedrigen amerikanischen und englischen Notierungen paralisiert wurde. Die Lieferungspreise für Roggen stellten sich etwas höher. Weizen blieb behauptet. Niedrigere von den östreichisch- ungrischen Märkten gemeldete Notierungen bewirkten für Weizen schließlich eine mäßige Abschwächung. Hafer war gut behauptet. Nüböl zog auf lokale Deckungen um 30 f. an. Spiritus. Oer Locospiritus war zu 45,60 m. unverändert. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 28. November 1900. Ein wenig fühler, vorwiegend nebelig oder wolkig bei schwachen süd öftlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Dienstag, Genoffe D. Gewiß darf zwischen den einzelnen Organisationen Toleranz geübt werden, dagegen verstößt unsre Notiz keineswegs. Etwas andres ist es aber, ob wir fritiklos das Auftreten des Herrn Dr. Mar Sirich bei Besprechung des Streiks der Straßenbahn- Angestellten im Abgeordnetenhaus übergehen sollen. Hier müssen wir den Lesern zeigen, wie Arbeiterinteressen von sogenannten Arbeitervertretern wahrgenommen werden. W. R. 25. Gewünschtes ersehen Sie aus der Annonce in der Bei: Tage des„ Vorwärts" vom 27. November d. J. R. G., Görlig. Das können wir doch nicht wissen. 5. F. 24. Nein! London 58. Bitte, Frage deutlich zu wiederholen. A. Albrecht. Es wäre uus lieb, wenn Sie vormittags zwischen 10 und 12 Uhr gelegentlich auf unsrer Redaktion vorsprechen wollten. Kyffhäuser 63. 1. Es braucht keine Auseinandersetzung stattzufinden. 2. Wenn feine Kinder, aber Eltern und andre Abkömmlinge von den Eltern 0,80 oder Großeltern da sind, so erhält die Frau die Hälfte des Nachlasses. 2,50 Fehlen Kinder, Eltern und Elternabkömmlinge sowie Großeltern, so be tommt die Frau alles. Die Schulden lasten auf dem Gesamt nachlaß, d. h. der Rein- Nachlaß besteht aus den Attiven abzüglich der Schulden. R. K. Wollen Sie zunächst die Art Ihres Betriebs angeben.- M. 5. 45. Nach Art. 9 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 ist niemand verpflichtet, Reichs- Silbermünzen im Betrag von mehr als 20 Mark und Nickel- und Kupfermünzen im Betrag von mehr als 1 Mark in Zahlung zu nehmen. Der Thaler ist aber teine Reichs Silbermünze und unbeschränkt anzunehmen. 5. K. 1. Klagen Sie gegen die Ehefrau baim Amtsgericht Rirdorf. Die Klage fann in der Gerichtsschreiberei zu Protokoll erklärt werden. E. 2. 70. Ja, das Kind 3. M. 31. Ja, er muß gezahlt werden. fann Zeuge sein. S. 2. 40. 1. Der Vormund hat kein Recht zum Widerspruch. 2. Durch die Verheiratung des Vaters gehen seinem unehelichen Kinde teine Rechte verloren. 3. Die Ansprüche verjähren innerhalb 30 Jahren. 4. Nein, die Klage muß nur erhoben, d. h. zugestellt sein. 5. Nein. 6. Jeder Beweis, auch Eideszuschiebung, ist zulässig. P. S. 37. Ja, Sie können die Uhr durch einen andren Uhrmacher reparieren lassen und die Kosten dann einklagen. E. S. 24. Nein, der Vertrag bleibt bestehen. F. W. 13. Ihre Frage ist unverständlich. 28 637. H. F. Ueber solche Fragen geben wir keine Auskunft. 1. Es giebt Einviertelnoten in fast jedem Musikwerk. Sie werden durch einen ausgefüllten runden Kopf mit einem senkrechten Strich bezeichnet. 2. Die Schleuse bezweckt Aufftauung des Wassers an von Natur flachen 2woltent- 13 Stellen, sei es zur Schiffbarmachung, sei es zu Bewässerungszwecken. Sie fann auch zur bloßen Absperrung dienen. 3. Wenden Sie sich schriftlich an 65lb. bed. 9 einen der Abgeordneten.- A. P., Reinickendorf. Sie sind nicht ver5 bebedt 5 pflichtet, da Sie niemals Eigentümer waren; verweisen Sie die Behörde P. M. 75. Sie können den Gehalt verlangen. an den Eigentümer. Der Beweis der Krankheit wird Ihnen auf andre Weise leicht gelingen. Witterungsübersicht vom 27. November 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer= stand mm Wind: Bunipa Windstärke Wetter 2 Nebel 2 bedeckt Swinembe. 758 SSO 2Dunst Hamburg Berlin Franff./M. München Wien Gesangsposse in 3 Aften von Adolf Rosée. Musik von H. Plazbecker. Mitwirkende: Damen: Albes, Grabiz, Walde. Herren: Albes, Ander, Run: ,, Samoa, stadt, Morway, Schulz, Sondermann. Morgen und folgende Tage: Der Brautvater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Bogelhändler. ( Brifchristel": Mia Werber.) Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Der Liebesschlüssel. Große Ausstattungspoffe in 3 Atten. Donnerstag: Der Liebesfchlüffel. Freitag: Zum erstenmal: Amor von heute. Ausstattungspoffe mit Gefang u. Tanz. Die zum 26. gelösten Billets werden gegen Freitags-Billets umgetauscht. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Seceffionsbühne. Die Bildſcöniger. Nur noch wenige Tage! Daheim. Der Bär. 72 Uhr. Anfang Riefen: November Programm. Kolossaler Lacherfolg! 812 Uhr: Schiller. Die Welt in der man fich langweilt. Anfang 8 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. fang 72 Uhr. Luifen. König Krause. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Fledermaus. Auf. 7/2 Uhr. Carl Weiß. Der rechte Schlüffel. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Die Zwiderwurz'n. Anfang 8 Uhr. Neu! Neu! 99 756 SO 758 SO 758 SSW 760 203 4bedeckt 4 heiter 760 WNW 2heiter Temp. n. G. 5° 4° R. RANIA** Taubenstr. 48/49.. Im Theater abends 8 Uhr: Stailonen Barometerstand mm Wind4 Haparanda 7589 5 Petersburg 4 Cort 7 Aberdeen 3 Paris 6 747 SS 74423 richtung Windstärke Wetter Temp. 11. 6. 16° C.= 4° R. Cirkus Cirkus Busch Schumann. Mittwoch, 28. Novbr., abds. 712 Uhr: Deutschlands Gr. Wohlthätigkeitsneueste Kolonie" von Herrn v. Hesse- Wartegg. Im Hörsaal: Das Leben auf deutschen Burgen im 12. u. 13. Jahrhundert" v. Dr. Werminghoff. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Letzte Woche des sensationellen November- Programms Eintr. inkl. Panoptikum 50 Pf. Die Regimentsnummer Passage- Panopticum. Boffe niit Gesang von M. Reichard. Schladebach, Schlächtermstr.: Direttor Richard Winkler. Lona Cass, die jüngste deutsche Soubrette. Gisella- Quartett, Cancan à la parisienne. Clown Levator, The Bretons, einzig in feiner Art. großartige Redturner. Entree 50 Pf. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 72 Uhr. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Die Regimentsnummer. Anfang 72 Uhr. Neichshallen. Anfang 8 Uhr. Apollo- Theater. Um 9 Uhr: Fräulein Loreley Stettiner Sänger. Die vorzügl. November- Specialitäten. Speciali Paffage Panoptikum. Speciali täten D Borstellung. Anfang = mittags 12 Uhr. Chavita. Carola. Miss Madge Ellis. Urania. Taubenstr. 48/49. m Pannonia. Sulivan u.Aranka. Theatersaal) Abends 8 Uhr: Samoa, Deutschlands neueste Riccardo u. Benedetto. Kolonie, von Herrn v. HesseWartegg. Im Hörsaal: Das Leben auf deutschen Burgen im 12. und 13. Jahrhundert. Von Dr. Invalidenſtr. 57/62. Kometen und Meteore. Von K. Graff. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Eduard Pailleron. Deutsch von A. Tuhten und Karl Friedrich Wittmann. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Ephraims Breite. Freitag, abends 8 Uhr: Ephraims Breite. Seceffionsbühne. Alexanderstr. 40. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Zum erstenmal: Der rechte Schlüssel. Neu: Krao, das Bindeglied zwischen Mensch u. Affe( lebend). Liza, das 12jährige Riesentind ( 336 Pfund schwer). China in Berlin. Großes theatralisch- ethnographisch. Schaustück in 11 Bildern. Entree einschließlich Theater 50 Pf. Kinder die Hälfte. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu! 38 wilde Weiber von der Lelbgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. G Militär u. Kinder 25 Pf. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Schauspiel in 4 Aften v. Francis Stahl. Die Blinde von Paris. In Scene gesezt von Jos. Dill. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachmittags: Kindervorstellung: Schneewittchen. Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse, vis- a- vis dem Rathaus. Mittwoch, 28. November, abends 8 Uhr: Novitäten- Abend. Erstes Auftreten in Deutschland: The two Cirnocs. Die Flucht vom Galgen. Unerklärlich! Merkwürdig! Herr Cirnoc wird an einen Schauspiel in 5 Aften v. F. Herrmann. Donnerstag: Kyritz Pyrit. Vorftellung für das XII. Kommissariat des Nationalbanks für Veteranen. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Berliner Landpartien Ult über Ult. Tolle Streiche zu Waffer und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Die höheren Töchter in der Schwimmanstalt. Hypnotismus? Suggestion? ober Spiritismus??? des berühmten Hoffünstlers Direktor M. Roesner. Great Equestrian- Act ausgeführt von: The little Toney, Mlle. Andalusia, Sign. Bedini und Mr. Charles Clarke. Herr Burkhardt- Foottit als Schulreiter. Europäische Kavallerien auf 16 Schulpferden. Direft. Busch mit seinen groß artigen Meisterdreffuren. Vorzüglichste Programmnummern! Avis! Sonntag, 2. Dezbr., nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. Reichshallen. Täglich: Stettiner. Sänger. Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Gänsefedern, Schlachtefebern 1,50 M., Pflüde 2,50 Marf, geriffen 3,25 M., versendet gegen Nachnahme 1316b Julius Loth, Genschmar( Oderbruch). Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Juh.: Max Schindler. Telephon: Amt IV Nr. 1132. Heute: Grosser Ball, ats Specialität: Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten Vorstellung. Entree frei. 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