Nr. 281. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntage Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post: Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post BeitungsPreisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Dte Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derGrpedition abgegeben werden. Dte Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt 1, Br. 1508. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Das Opfer politischer Illusionen. Sonntag, den 2. Dezember 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Als dann die Kunde von dem Einfall Jamesons in Berlin ein einer privaten Kapitalistengesellschaft gehandelt hatte, für getroffen war, erteilte der Staatssekretär v. Marschall am 31. Dezbr. deren Handlungen die englische Regierung offiziell jede Ber 1895 telegraphisch dem deutschen Botschafter in London den antwortlichkeit ablehnte, während es sich jetzt um einen Auftrag: de ganz offenkundigen Vertragsbrnch der englichen Regierung So zufrieden Ohm Krüger mit den Ovationen sein kann, die ihm das französische Volt und die französische Regierung bereitet haben, so wenig wird er den politischen Erfolg seiner„ Mission" in Frankreich zu überschätzen geneigt sein. Was nügen ihm alle Sympathie- Erklärungen für das heldenhafte Boerenvöllchen, für den Kampf für seine gerechte Sache, wenn Frankreich trotz seiner wenig england freundlichen Stimmung nicht daran denkt, für diese gerechte Der deutsche Botschafter antwortete telegraphisch, daß er aus selbst imperialistische Expansionspolitit zu treiben, Sache ernstlich Partei zu ergreifen. Daran aber denkt Frankreich seinem Gespräch mit dem englischen Premierminister und dem und zwar einstweilen in möglichst gutem Einvernehmen mit England. nicht, fann es nicht denken. Man soll Krüger in Paris er Kolonialminister den Eindruc empfangen habe, daß der Und so sehr sich auch die weltpolitische Presse platonisch über EngKlärt haben, daß man nur dann den Versuch einer Ber- englischen Regierung das Vorgehen der Chartered- Company lands Räuberpolitik in Südafrika entrüftete, so fiel es doch keinem mittlung machen werde, wenn auch Deutschland diesen Versuch in jeder Hinsicht unerwünscht gewesen sei, daß sie die Grenz- der Blätter, die 1896 bramarbafiert hatten, daß Deutschland jederzeit zu unterstügen beabsichtige. Aber auch das jetzt so eng mit England verlegung mißbillige und den Gouverneur der Kapkolonie sofort auch mit der That für seine stolzen Worte einzutreten bereit sei, liierte Deutschland wird es natürlich ablehnen, eine aussichtslose mit den nötigen Instruktionen versehen habe. Und am auch nur im Traume ein, die deutsche Regierung für eine Mittlerrolle zu spielen. Die offiziösen Organe beobachten dem ange- 8. Januar meldete Graf Hazfeld, daß Lord Salisbury ihm gegen gepanzerte Intervention zu Gunsten des blutsverwandten HeldenKündigten Krügerbefuch gegenüber ein kühles, reserviertes Schweigen, über die Hoffnung ausgesprochen habe, daß nunmehr die Transvaal- völlchens scharf machen zu wollen. Das Wasser, auf dem Deutschund die gelegentlich offiziös inspirierte Köln. 8tg." erklärt, daß frage als erledigt erledigt also im Sinne der deutschen Vor- lands Butunft liegen soll, ist also unter Umständen doch dicker als Deutschland nur dann zu der Vermittlung die Hand bieten könne, stellungen angesehen werden könne. wenn beide Parteien sie darum angingen. Wie die Dinge aber Bringt man mit diesen diplomatischen Verhandlungen das am Den schlichten Boerenpolitikern freilich Klang das schneidige liegen, werde aller Voraussicht nach das Schwert den Frieden 3. Januar abgesandte Krüger- Telegramm in Verbindung, Säbelgeraffel unsrer Englandfresser noch zu sehr in den Ohren. Sie diktieren. so wird man zugestehen, daß im Januar 1896 Deutschland 3 glaubten der gepanzerten Faust der befreundeten deutschen Nation sicher Intervention zu Gunsten Transvaals die denkbar zu sein. So ergriffen sie denn, als der Ausbruch des Kriegs unvernachdrücklichste war und bei den Boeren wohl den Glauben er- meidlich geworden war, die Offensive. Hätte erst einmal das blutige weden konnte, daß sie jederzeit an Deutschland eine feste Stüge Würfelspiel begonnen, so wähnten sie, so werde auch der deutsche finden würden. Michel sich zur ganzen Höhe feines sittlichen Zorns aufrecen und fein gewichtiges Schwert flirrend in die Wagschale werfen. Die einfältigen Viehzüchter hatten eben keine Ahnung davon, wie rasch in Europa fin de siècle die Moden wechseln und welch vorsichtige Geschäftspolitiker im Grunde die wiedererstandenen Wikinger sind. Es ist kaum ein Zweifel, die Boerenrepubliken find das Opfer einer politischen Jllufion geworden. „ an amtlicher Stelle in London sofort zu fragen, durch handelte, um den Bruch eines Vertrags, für dessen Anerkennung welche Mittel die britische Regierung den infolge der Deutschland seiner Zeit mit so demonstrativer Entschiedenheit einrechtswidrigen Grenzüberschreitung des Trans- getreten war. baalstaats durch die Truppen der Chartered= In den hohen Regionen war eben der Wind unte Company entstandenen Gefahren zu begegnen geschlagen, man hatte es als Deutschlands Mission er. beabsichtigt." kannt, selbst den Dreizack in die Faust zu bekommen, Das ist alles so flar, daß man die unzerstörbare Hoffnungsfreudigkeit Krügers bewundern muß, der scheinbar noch immer nicht begreifen kann, daß ein Staat, dem die Sympathien aller kontinentalen Nationen Europas gehören, aller Hilfe bar unter den Tagen des britischen Löwen verbluten sollte. Ganz so unbegreiflich ist freilich die Naivetät Krügers nicht, wenn man sich der Vorgänge entsinnt, die sich zur Zeit des Flibusterzugs Jamesons im Anfang des Jahrs 1896 abgespielt haben. Krüger braucht ja nur auf das bekannte Kaisertelegramm vom 3. Januar 1896, den Notenwechsel zwischen England und Deutschland und die damaligen Ertlärungen der deutschen Regierung im Reichstag hinzuweisen, um für seinen starren Glauben an eine Intervention wenigstens Deutschlands ganz plausible Gründe geltend zu machen. Ende 1895 hatte Cecil Rhodes den Freibeuterzug in das Boerenland insceniert, um mit Hilfe der Uitländer Transvaal in eine Revolution zu stürzen, die dann England den willkommenen Anlaß zum Eingreifen geboten hätte. Cecil Rhodes steckte, wie spätere Enthüllungen bewiesen, mit dem englischen Kolonialminister unter einer Decke. Schon damals traten durch die zärtliche Fürsorge der englischen Regierung für die Anstifter und Leiter des verunglückten Einfalls die engen Beziehungen derselben zu den Organisatoren des Jameson- Buges" hervor. Immerhin erklärte die englische Regierung und ein Teil der englischen Presse damals, daß die Banden Jamesons auf eigne Faust ihr Abenteuer unternommen hätten und daß England demselben durchaus fern stehe. Trotzdem nahm die deutsche Regierung die Affaire damals berart ernst, daß sie in sehr deutlicher Weise der englischen Regierung zu verstehen gab, daß Deutschland Transvaals Selbständigteit nicht angetastet zu sehen wünsche. Das bekannte Kaisertelegramm bezeichnete die Söldnerbande Cecil Rhodes als„ Friedensstörer". Besondere Beachtung mußte aber in England sowohl als mehr noch in Transvaal die Stelle des Telegramms Beachtung finden, in der Krüger dazu beglückwünscht wurde, daß es ihm ohne die Hilfe befreundeter Mächte" gelungen sei, die Truppe Jamesons unschädlich zu machen. Konnte Krüger diesen Worten eine andre Bedeutung beilegen als die, daß Wilhelm II. fich damit zum Schüßer der Unabhängigkeit Trans. baals aufgeworfen habe? Denselben Eindruck, daß Deutschland fest entschlossen sei, die Integrität Transvaals zu wahren, mußten die Leiter der BoerenRepublik auch aus den diplomatischen Verhandlungen zwischen Deutschland und England empfangen. Bereits in einem vom 1. Februar 1895 datierten Erlaß des Staatssekretärs v. Marschall an den deutschen Botschafter in London, Grafen v. Hagfeld, hatte Marschall dem Botschafter Mitteilungen über eine Unterredung gemacht, die er mit dem englischen Botschafter Sir Edward Malet über die Transvaalfrage gehabt habe, Er habe dem englischen Botschafter erklärt: Diesen Eindruck spiegeln denn auch die deutschen sowohl wie die englischen öffentlichen Rundgebungen. Die Leipziger Mitglieder des„ Aldeutschen Verbands" beglückwünschten das Auswärtige Amt zu Berlin zu „ dem festen Eingreifen der kaiserlichen Regierung zum Schuhe des vergewaltigten Transvaal." Im gleichen Sinne war eine Adresse der Deutschen Kolonialgesellschaft" gehalten. Die Köln. 8tg." schrieb am 6. Januar: Blut. Wenn Krügers Besuch in Deutschland und speciell Berlin fein andres Resultat haben wird: das wird ihm und den ihn begleitenden Mitgliedern der Boerenmission jedenfalls llar werden, daß die Welt " In Deutschland hatte man eigentlich nicht erwartet, daß des modernen Kapitalismus nicht von ethischen Triebdiese Kundgebung ein so unbeschreibliches Aufsehen in der ganzen fräften bewegt wird. Ebensowenig wie in England und Frankreich Welt machen würde, wie sie es gethan hat, nicht als ob man hier auch in Deutschland. Daß Krüger und seine Leute aus dieser die Schall- und Tragweite der Kaiserworte unterschäßt hätte, Erkenntnis eine tiefere Ruganwendung ziehen könnten, ist aber sie stehen so sehr im Einklang mit der zum Handeln freilich so gut wie ausgeschlossen. Wohl aber vermag das entschlossenen Boltsstimmung,... daß man die Proletariat auch aus dieser Tragikomödie seine Lehren kaiserliche Kundgebung als das noch fehlende Glied einer zu ziehen. Es lernt daraus, wie berechtigt, wie notwendig Kette von Handlungen betrachtet, das naturgemäß an- es ist, bei jedem patriotischen, moralisch noch so effektvoll ver gefügt werden mußte, wie Deutschland es ernst meint nicht nur mummten Spektakel der Bourgeoisie mit fühlster Gelassenheit beimit Worten, sondern auch mit Thaten." -seite zu stehen. Nicht England ist der brutale Raubstaat, sondern Die Kons. Korresp." glaubte gleich den„ Hamb. Nachr." die Kaiser- das brutale Recht des Stärkeren ist das Glaubensbekenntnis des worte noch dadurch unterstreichen zu sollen, daß fie erklärte, internationalen Imperialismus. Wer sich ehrlich über die das inzwischen erhobene Wutgeschrei der englischen imperia Bergewaltigung der Boerenrepubliken entrüstet, muß nicht eine listischen Jingopresse beweise nur, daß England seine Maste einzelne Nation, sondern die Weltpolitit aller abgeworfen und die Sache Jamesons zu der feinigen gemacht habe, Nationen, auch die eigne Weltpolitit bekämpfen, die daß es deshalb Deutschlands Haltung zu verstehen scheine. Die ihrerseits wieder eine Lebensäußerung des Kapitalismus ist. Schles. 8tg." deklamierte pathetisch: Politische Neberlicht. " " Die droheud erhobene Fauft ist dem stolzen Albion eine wenig symphatische Gefte." Berlin, den 1. Dezember. Kanzler und Junker. Der Hamb. Korrefp." betonte, daß die Unabhängigkeit Transvaals völkerrechtlich geschützt und nicht der Willkür eines starten Nachbars preisgegeben sei. Die„ Nh. Westf. 8tg." schrieb: Graf Bülow tastet sich durch die Anfänge seiner Kanzlerschaft „ Es muß der englischen öffentlichen Meinung flar werden, daß es sich hier nicht um eine zufällige Stimmung des Kaisers handelt, sondern um die Konstatierung einer langsamen politischen Entwicklung." Kurz, die ganze Ordnungspresse gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß nunmehr das unter deutschen Schutz gestellte Transvaal si cher sei wie in Abrahams Schoß. Daß auch Krüger selbst das Kaifertelegramm gleichzeitig als Perspettive auffaßte, verrät sein Danktelegramm: Ich bezeuge Euer Majestät meinen sehr innigen und tiefgefühltesten Dank für Eurer Majestät aufrichtigen aufrichtigen Glückwunsch. Mit Gottes Hilfe hoffen wir weiter alles mögliche zu thun für die Handhabung der tener bezahlten Unabhängigkeit und die Beständigkeit unsres geliebten Vaterlands." Auch im Reichstag erklärte v. Marschall am 18. Februar 1896: „ Der Pflicht, unsre legitimen Intereffen zu schüßen, werden wir uns nie entziehen, und wir wünschen nichts, als die Erhaltung der Selbständigkeit der Südafrikanischen Republik." Unfre Politit gehe einfach dahin, diejenigen materiellen Interessen gegen jeden Eingriff zu schüßen, welche sich Deutschland durch Erbauung von Eisenbahnen und die AnInüpfung von Handelsbeziehungen mit Transvaal geschaffen habe. Diese Intereffen geböten die Aufrechterhaltung Mit besonderem Nachdrud betonte 1896 die deutsche Transvaals als eines selbständigen Staats nach Maß- Regierung stets die Unabhängigkeit Transvaals und die gabe des Vertrags von 1884 und die Sicherung Rechtsnorm des Vertrags bon 1884. Dieser Vertrag des status quo und des Hafens in der Delagoabai. Damit feßte an Stelle des Vertrags von 1881, der Englands Obersei der Ausgangspunkt und der Endpuntt unfrer Bolitit hoheit festlegte, eine neue Konvention, die Englands in jenen Gegenden gefennzeichnet. Wenn Lord Kimberley ebenfalls Berzicht auf die Suzeränität darstellte, Transvaal im die Erhaltung des status quo anstrebe, warum gebiete Innern absolute Unabhängigkeit einräumte und nur man denjenigen nicht Einhalt, die unter recht un- bestimmte, daß Transvaal keinerlei Verträge mit einer andren passenden und unklugen Ausfällen gegen Deutschland ganz Macht außer dem Orangefreistaat eingehen dürfe. offen in London das Programm einer Aufsaugung Der Konflikt des Jahrs 1899 entstand aber gerade dadurch, Transvaals durch die Kaptolonie proflamirten?" daß England sich in Transvaals innere Verhältnisse einmischte, durch umfassendes Ausstellen von Wechseln auf die Zukunft. Selbst der Socialdemokratie rief er zu: Warten Sie doch, Sie fennen mich ja noch gar nicht! Jetzt sagt er ungefähr dasselbe den Agrariern, denen er bisher, wenigstens öffentlich, noch keinerlei Bekenntnis über seine Stellung zu den junkerlichen Wünschen ab= gelegt hat. Die Herren v. Arnim- Güterberg, Graf Schwerin- Löwitz und Frhr. v. Soden- Fraunhofen versuchten als Vertreter der Centralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern und des Vorstands des deutschen Landwirtschaftsrats über des Reichskanzlers argwöhnisch be= zweifelte agrarische Zuverlässigkeit sichere Erkenntnis zu gewinnen. Sie überreichten ihre Denkschriften, in denen die agrarischen Forde rungen bezüglich des Börsengesetzes und des fünftigen Zolltarifs niedergelegt waren. Graf Bülow sollte endlich Farbe bekennen. Graf Bülow läßt seine den junkerlichen Wortführern gegebene Antwort durch die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlichen, so daß sie als eine Art Programm in den agrarpolitischen Fragen aufzufaffen ist: " In seiner Erwiderung auf die mündlichen Erläuterungen der Herren Vertreter bemerkte der Herr Reichskanzler, daß zu erwägen sein möchte, ob nicht zunächst die Wirkungen des Börsengesezes noch länger zu beobachten feien, ehe über eine etwaige Abänderung des selben Entschließung gefaßt werde. Ueber die künftige Gestaltung des Bolltarifs sei er zur Zeit noch außer stande, bindende Erklärungen abzugeben, da der Entwurf der Beschlußfassung der verbündeten Regierungen noch nicht unterlegen habe und er einer solchen nicht präjudizieren könne. Wohl aber könne er die Zusicherung geben, daß den berechtigten Wünschen der Landwirtschaft werde Rechnung getragen werden, soweit das irgend mit den wirtschaftlichen Gesamtintereffen bereinbar sei. Auch werde die Fertigstellung des Entwurfs zum neuen Bolltarife und seine Vorlegung an die gesetzgebenden Körperschaften thunlichst befchleunigt werden." Und in einem weiteren Erlaß vom 15. Ottober 1895 teilte wozu ihm nach der Konvention von 1884 feinerlei Recht zustand. v. Marschall dem Grafen Hayfeld mit, daß er in einer er- und während die deutsche Regierung 1895 und 1896 mit größter neuten Unterredung mit dem englischen Botschafter erklärt habe, daß Schärfe erklärt hatte, daß sie den Vertrag von 1884 einDeutschland an dem Vertrage von 1884 festhalten und es als eine gehalten wissen wolle, ließ fie es jetzt böllig an einer schwere Verlegung seiner Interessen betrachten müsse, wenn Intervention zur Beachtung der vielerwähnten Transvaal seine Selbständigkeit verliere und zu einem Bestandteil Sonvention fehlen! Eine um so auffälligere Haltung. der Programmilosigkeit. Graf Bülow hält sich in den innerdes großen Rhodesia" herabfinte. als es fich doch drei Jahre vorher mur um eine Bettelung politischen Angelegenheiten völlig freie Hand, denn in diesen Fragen Das Programm des Reichskanzlers besteht in der Erklärung zwingt ihn vorläufig noch nicht ein höherer Wille zu einer klaren Stellungnahme wie der Welt- und China-Politil. Graf Bülow will beobachten und abwarten und erbittet sich Schonzeit. Alles was er sagt, sind gänzlich unverbindliche Worte, denen sehr verschieden geartete Thaten folgen können. Dennoch werden die agrarischen AusHorcher am wenigsten durch die Antwort des Reichskanzlers befriedigt sein. Wohl verspricht Graf Bülow alles, was möglich ist. für die Landwirtschaft, d. h. für die Notleidenden des Junkertums zu erwirken. Aber die Ein- schränkung einer Rücksichtnahme auf die Gesamtinteressen ist den Junkern verdächtig und die„Deutsche Tageszeitung" wird in der Erklärung des Reichskanzlers eine schwere Gefahr für die Ver- wirklichung der agrarischen Brotwucherhoffnungen feststellen. So sehr sich der Kanzler alles vorbehält, wird seine Erklärung den wilden Ansturm des Agrarierwms alsbald entfesseln. Dabei ist klar, daß Graf Bülow den Agrariern genug und über» genug der Liebesgaben auf Volkskosten in den Schoß werfen wird, wenn er auch nicht ihre ganze Unersättlichkeit befriedigen will. Und nichts wäre thörichter, als wenn das deutsche Volk auf etwaige den Agrariern nicht allzu günstige Stimmungen in hohen Kreisen irgend- wie Verlaß zeigen wollte. Gegen die wucherischen AuSzehrungS- Pläne der Junker schützt allein der unentwegt zähe Kampf der schwer gefährdeten Volksmassen.—______ Mutvolle Justiz. AuS Halle wird uns vom 30. November berichtet: „Die Haftentlassung des Genossen S w i e n t h wurde heute nachmittag von der beschließenden Strafkammer wider Erwarten abgelehnt. Das Richterkollegium, das diesen Beschluß faßte, erachtet Fluchtverdacht für begründet, da Genosse Swienty die nach der er- folgten Beschlagnahme veröffentlichte Nummer des„Volks- blatts" nicht mehr verantwortlich zeichnete. Thatsächlich hat Swienty die nächste Nummer nur deshalb nicht verantwortlich gezeichnet, weil seine Frclu entbunden ist und er infolge der Erkrankung seiner Frau nicht in der Redaktion sein konnte. Nur deshalb übernahm der Genosse Weißmann für die folgende Nummer die Verantwortung Ein ganz erklärlicher Vorgang ist von der beschließenden Strafkammer zu Ungunsten des Genoffen Swienty ausgelegt worden. Niemals ist es hier einem Redacteur eingefallen, sich einer eventuell zu erwartenden Strafe durch die Flucht zu entziehen. Gegen den Beschluß der hiesigen Strafkammer ist bereits bei dem Ober- Landesgericht Naumburg Beschwerde geführt." Es ist unerfindlich, wie die Strafkammer Fluchtverdacht aus der Thatsache folgern kann, daß Swienty aufhörte, das Blatt, dessen Redacteur er ist, verantwortlich zu zeichnen. Eine solche Folgerung deutet auf hoch gesteigerte Nervengereiztheit in den betreffenden Justizkreisen von Halle, wie überhaupt das ganze gegen Swienty eingeleitete Strafverfahren einen auffälligen Mangel kühler Er- wägung und Ueberfluß temperamentvoller Hitzigkeit verrät. Dem Verfahren gegen Swienty liegt ein in andren social- demokratischen Blättern unbeanstandetes Gedicht zu Grunde, das die Absicht der Regierung ironisiert, eine Medaille der Erinnerung : an die Chinathaten zu prägen. Es werden in dem Gedicht die aus China gemeldeten Abscheulichkeiten nicht anders besprochen, als es all- gemein seit Moiiaten in der nicht-weltpolitische» Presse geschah. Es werden die Unthaten gebrandmarkt, deren Thatsächlichkeit auch von den Regierungsvertretern im Reichstage nicht bestritten werden konnte. ES wird zurückgewiesen, daß ein Krieg, der solche Entsetzlichkeiten gebracht habe, noch durch Erinnerungsmedaillen feierlich dem Ge- dächtnis der Zukunft übergeben werden soll. Jetzt soll die Kritik der Chinathaten und die Jronisierung der Medaille zur Majestätsbeleidigung gestempelt werden. Das ist in jedem Fall eine juristische Ungeheuerlichkeit. Zum Aeußersten könnten die Regierungsvertreter als Beleidigte in Frage kommen, welche die Medaillen-Fordernng an den Reichstag � stellten. Wenn die Strafkammer in Halle Majestäts-Be- leidig ung annimmt, so übereilt sie alles, was wir je cm Auslegungen und künstlichen Konstruktionen, an dolus eventualis und dolus eventualissimus erlebten. Zugleich aber übernimmt das Gericht daS erstamiliche Wagnis, die Chinathaten unmittelbar auf die bekannten Kaiserworte: Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht I zurückzuführen, welchen Zusammenhang zuzugeben auch der Reichskanzler sich nicht erkühnte, der vielmehr sich hinter die Annahme eines Mißv-rstäiidniffcs flüchtete, für das er nicht verantwortlich zu machen sei. Das Gerichts erweist zudem der deutschen Chinapolitik kaum einen guten Dienst, indem sie durch Strafverfolgung derer, die im Namen der Kultur und Menschlichkeit sprechen, Fürsorge trifft, daß der Abscheu vor den hunnischen Thaten im Bewußtsein des Volks sich fortdauernd erneut.— *»* Aeutsches Weich. Auf dem Wege zum Finanzminister? Der freisinnige Abg. v. Siemens hat sich in Q u a r a n t ä n e begeben. Die„Nat.-Ztg." teilt mit. daß er demnächst a u S der Direktion der Deutschen Bank ausscheidet und in den Aufsichtsrat derselben übertrete. Siemens habe sich schon seit längerer Zeit an der Leitung der Bankgeschäfte nur wenig be- teiligt. Er wolle sich fortan vollständig der Wirksamkeit im öffent- lichen Leben widmen.— Damit ist das notwendige Uebergangsstadium geschaffen. Vom Bankdirektor unmittelbar zum Finanzminister befördert werden, scheint mit Rücksicht auf die agrarischen Empfindlichkeiten allzu gewagt. So wird Herr v. Siemens zunächst Nur- Politiker, bis er genügend ausgelüftet ist, um Miquels oder des Herrn v. Thielmann Nachfolger zu werden. Auf den Einfluß des Herrn v. Siemens hat, trotz aller Ab- leugnungen, der Frhr. v. Wangenheim neulich gezielt, als er im Reichstag über die„Wolke" klagte. Nun, allzu groß braucht die agrarische Besorgnis nicht zu werden. Auch ein freihändlerischer und freisinniger Mann verbrennt als erste Miuisterthat sein früheres Programm, und läßt mit sich handeln. Gedränge auf der Hintertreppe. Ein lebensgefährlicher An- drang herrscht jetzt auf der höfischen Hintertreppe. Alle bürgerlichen Parteien, konservative, klerikale, liberale, freisinnige, balgen' sich um das„Ohr des Kaisers". Nach den Agrariern kommt nun das Centrum und empfiehlt sich als Berater der Krone. Die„Köln. Volkszeitung." läßt sich in diesem Sinne von einem Kenner schreiben: „Ich kann als sicher annehmen, daß im Civilkabinett des Kaisers durch besondere Angestellte ein Auszug aus den ver- s ch i e d e n e n P r e ß st i m m e n für den Kaiser besonders an- gefertigt wird. In Berlin wurde mir seiner Zeit von einer Seite, die es wisse» konnte, mitgeteilt, daß diese Aus- schnitte dem Monarchen auf große Kartonblätter aufgeklebt täglich unterbreitet werden. Also eine AuS- Wahl, welche die Umgebung des Kaisers zurecht machtl Der Kaiser wird auf diese Art über die öffentliche Meinung durchaus ungenügend, vielleicht immer einseitig— wer weiß es? — unterrichtet. Ein Monarch, der sein„eigner Kanzler" sein will, dürfte nicht in dieser Weise durch Beamte seiner Umgebung beeinflußt werden. Man lege Sr. Majestät nicht zurechtgemachte Ausschnitte, sondern die betreffenden Zeitungen selbst vor, und zwar mindestens ein, wenn nicht zwei Organe jeder Partei. Der Kaiser wird, wenn er täglich die Hauptzeitungen der verschiedenen Parteien selbst durchsieht, bald auch das Bedürfnis fühlen, über das eine oder andre mit her- vorragenden Männern der einzelnen Parteien zu reden; nach wichtigen Verhandlungen im Reichstage oder Landtage wird er die eine oder andre Rede im Wortlaut zu kennen wünschen und sich das Stenogramm vorlegen lassen; er wird vielleicht das Bedürfnis nach persönlicher Fühlung empfinden, er wird einzelne hervor- ragende Männer auffordern lassen, sich in persönlichen Unter- redungen rückhaltlos ihm gegenüber auszusprechen. Und das gerade ist eS, was nach der Äuffassung weiter Kreise unsreS Volks in höchstem Maße erwünscht sein muß. damit der Herrscher in ruhiger Aussprache auch einmal andre Leute hört als Mitglieder desHofSundderdemHofe n a h e st e h e n d e n Kreise." Die freisinnige.Vossin" schließt sich dieser Meinung an. Man ist also sehr überzeugt von der Werbekraft der klerikalen und liberalen Presse. Wir meinen allerdings, daß der Kaiser zu solcher eingehenden Lettüre gar keine Zeit hat, sonst wären wir geneigt, durch den „Vorwärts" mit der„Kölnischen Volkszeitung" und der„Vossischcn Zeitung" in Konkurrenz zu treten.— Das 12 000 Mark- ReichSamt ist auf dem Wege, den Kapitalisten wiederum eine Liebesgabe zu bescheren. Schweinburg teilt mit: Die Geltungsdauer der BundeSratS-Bestim- m u n g e n, welche die Beschäftignua jugendlicher Arbeiter in Walz- und Hammerwerken erleichtern, ist b e f r i st e t. Wie wir hören, werden die beteiligten industriellen Kreise den Bundesrat ersuchen, die zuerst gesetzte Frist zu verlängern." Schweinburg begründet die Berechttgung des Unternehmer- Verlangens mit der cynischen Erklärung:„Der Knabe wird dadurch, daß er Arbeit erhält, vor dem Verlottern bewahrt." Ist kein W o e d t k e da. der die Erfüllung der kinderinörderischcn Forderungen der Kapitalisten vermittelt?— Tabakzoll und Tabaksteuer in Sicht! Die„VolkS-Zeitnng" veröffentlicht folgendes vertrauliche Schreiben: Deutscher Tabäkverein. Frankfurt a. M., den 28. November 1900. Geehrter Herr! In vertraulicher Weise teile ich Ihnen ergebepst mit, daß in einer jüngst Hierselbst stattgehabten Landesversammlung der Nationalliberalen Partei des Großherzogtnms Hessen Herr Reichstags-Abgeordneter v. Hehl- Worms es als eine Pflicht der»ationalliberalen Fraktion des Reichstags bezeichnet hat, eine Erhöhung des Tabak- zolls herbeizuführen, um den deutschen Tabakbau vor dem Unter- gang zu schützen. Wenn auch ziemlich zuverlässig feststeht, daß die ReichSregierung sich auf eine Erhöhung des Tabakzolls ohne gleichzeitige Erhöhung der Steuer nicht einlassen wird, so werden wir uns doch fortgesetzt auf die Abwehr eines parlamentarischen Vorstoßes vorbereitet halten müssen. Hochachtungsvoll Jos. Schloßmacher, Syndikus. ReaktionSgefahren ringsum!— Eine Ausweisnng auS dem Reichstag. Die„Tägliche Rundschau" schreibt: „Lebhaftes Auflehen erregte auf der Journaltstentribüne des Reichstags die Ausweisung eines parlamentarischen Berichterstatters, Dr. H.. der seit mehr als 20 Jahren der Journalistentribüiie angehört. Der Mann hatte das Unglück, oder wen» man will Ungeschick, über den Empfang deS Reichstags- Präsidiums beim Kaiser einige Einzelheiten zu melden, die sachlich und politisch ziemlich belanglos, jedenfalls aber thatsächlich im- richtig waren. Daraufhin wurden dem Dr. H. die Tribünenkarten abverlangt und er mutzte, von einem HanSinspektor begleitet, das Haus verlassen. Die Handlungsweise des Berichterstatters zu kritisieren, ist nickt unsres Amts, selbst wenn wir sie aber aufS schärfste verurteilen, können wir doch bei allem Respekt vor dem Hausrechte des Präsidenten die drakonische Strenge dieser Maßregel gegen einen Publizisten nicht gerechtfertigt finden, der in einer langen Lanfbahn sich als zuverlässig erwiesen hat. Die Ausweisung eines Publizisten ans dem Parlament wegen einer Falschmeldmig, die weder inhaltlich noch formell jemand kränken konnte, ist ein Präcedenzfall. der für die gesamte Journalistik nicht unbedenklich erscheint." . Wir schließen uns in der Beurteilung des reichStagspolizeilichen Mißgriffs dein genannten Blatte vollinhaltlicki an. Die Ente, die der gemaßregelte Korrespondent aufflattern ließ, war ein gar Harm- loses Tierchen, das niemand wehe gcthan hat. Es werden gar viele falsche Meldungen und Urteile, die dazu bisweilen recht kränkend ftir Mitglieder des Hauses sind, von der Journalistentribüne aus verbreitet. Wenn alle diese Schuldigen hinausgewiesen werden sollten, würde die Tribüne veröden. Auch auf den Bänken des Bundesrats wird nicht selten in falschen Be- hauptungen gesündigt— ohne daß man geneigt wäre, in solchen Fällen einzuschreiten.— Der Leipziger Buchdrucker-Konflikt hat. so unerquicklich er ist und so sehr ein rascher Frieden, der keine Verstimmung zurück- läßt, zu wünschen ist. doch eine erfteuliche Wirkung gehabt. Die gesamte bürgerliche Presse nimmt sich mit einem Eifer der Arbeiter- rechte an, schilt mit einer Leidenschaft auf den Unternehmer- terrorismns. daß wir gegen diese plötzliche Konkurrenz kaum zu bestehen vermögen. Bleibt uns jetzt nun noch übrig, daß Socialdemokraten auch gegen andre Anschauungen und Grundsätze der socialdemokratischcn Partei gelegentlich sündigen, und das Bürgertum verschreibt sich auf diesem Wege der Entrüstung über socialistische Verstöße gegen den Socialismüs allmählich dem ganzen Zukunftsstaat. Wir sind wirklich stolz, daß unsre Agitation doch schließlich das Empfinden der Bourgeoisie— wenn ancii einstweilen nur in einem Ausnahmefall— so außerordentlich verfeinert hat. Die ulkige„Germania" regt an, dies„Panama" der Social- demokratie zu einer Interpellation im Reichstag zu verwenden. Wäre uns sehr erlvünscht. Die Interpellation müßte etwa lauten: „Welche Schritte gedenkt der Herr Reichskanzler zu thun, um jedem Arbeiter in jedem Betriebe, seien es socialistische, konservative, klerikale oder Staatsbetriebe» die Freiheit seiner politischen Ueberzeugung zu wahren?" Hoffentlich befolgt das Ccntrum die An- regung des Centraiorgans.— ReichStagswahl. Nach amtlicher Feststellung beträgt das Gesamtergebnis der Stichwahl im Reichstags-Wahlkrcis Meseritz- Bomst für Gutsbesitzer v. Gersdorff- Bauchwitz(k.) 95öS, für Rechtsanwalt Dr. v. ChrczanowSki 871S Stimmen. Somit ist von Gersdorff gewählt. Das Kontraktbruchgesetz in Branuschweig wurde in der Schlußabstinimung endgültig angenommen. Gestrichen wurde der § 2, der die zwangsweise Zurückführung der ausgetretenen Arbeiter anordnete.— Ueber Krögers Reife wird gemeldet, daß Krüger nach feinen endgülttgen Dispositionen Sonnabendabend 11 Uhr in Köln ein- treffen werde. Es sollen nach dem Kölner wie nack dem in Magdeburg vorgesehenen Absteigequartier die nötigen Weisungen ergangen sein. Nach den in Köln eingettoffenen amtlichen Meldungen werde der Kaiser Krüger nicht empfangen. Von Berlin toll Krüger nach Wien und Petersburg weiterznreisen beab- sichtigen.—_ Ein Notschrei ans de« Apotheke«. Dem Reichstage ist eine von 1120 deutschen Apothekern unter- schriebene Petitton' zugegangen, welche Klage darüber führt, daß die zum Schutze des Laoenpersonals erlassenen Reichsgesetze den An- gestellten in Apotheken nicht zu gute kommen, obgleich gerade diese Leute bei ihrer sehr anstrengenden Thätigkeit des gesetzlichen Schutzes bedürftig seien. Durchschnittlich beträgt, so schildert die Petitton die hier in Be- tracht kommenden Verhaltnisse, die Dienstzeit in den Apotheken 14 Stunden, von morgens 7 Uhr im Sommer, in manchen Gegenden von 6 Uhr an, bis abends 10 Uhr. mit meistens nur V�l stündiger Mittagspause. Nur in wenigen Apotheken ist die Mittagspause von Iffs stündiger Dauer. Diese' lange Arbeitszeit besteht zudem nicht nur an den Wochentagen, sondern auch an den Sonn- und Feier- tagen, also das ganze Jahr hindurch. Das Schlimmste aber ist, daß sich an die schier endlose Tages arbeit noch der Nacht dienst anschließt. Allerdings haben die Gehilfen wöchentlich 2 Nachmittage und alle 2—3 Wochen einen Sonntag frei. Trotzdem haben sie innerhalb 7 Tage 2— 3mal 24—36, sogar 48 Stunden ununterbrochen Dienst, abgesehen von der kurzen Mittagspause. Daß durch eine solche geradezu übermäßig lange Arbeitszeit schließlich Ermüdung und Erschlaffung des Personals herbeigeführt werden muß, liegt auf der Hand. Damit wird aber eine schwere Gefahr auch sür das Publikum heraufbeschworen. Wie leicht kann einem übermüdeten Gehilfen ein Versehen bei der Anfertigung der Arzenei- mittel unterlaufen und welche verhängnisvollen Folgen können daraus entstehen I Wie oft hängt ein Menschenleben von der Gewissen- haftigkeit und Zuverlässigkeit des Apothekers ab! Aus diesem Grunde erscheint es als ein Gebot der Gerechtigkeit den Angestellten in den Apotheken gegenüber und zugleich auch als eine unerläßliche Rück- ficht auf das Wohl der Kranken, daß die Lage der Apothekergehülfen so viel wie irgend möglich erleichtert werde. Dieses Ziel verfolgt die Petition, indem sie fordert, daß das Gesetz vom 30. Juni d. I. über den obligatorischen 9 Uhr» Laden- schluß auch auf die Apotheken ausgedehnt»verde» soll. Zur Recht- sertignng dieser Forderung»vird darauf hingewiesen, daß der Geschäftsschluß der Apotheken inn 9 Uhr für das Publikum ganz unbedenklich sei. Denn auch bei verschlossener Thür ist auf den Ruf der Nachtglocke der Apotheker zur Stelle und liefert die Ware zu demselben Preise, lvie während der eigentlichen Geschäftszeit. Dem Wunsch der Apothcker-Angestellten kann also ganz gut Rechnung getragen werden. Hoffentlich geschieht dies aber bald. Oder wird auch in diesem Fall»vieder die alte Regel eingehalten »verde», daß jede, selbst die kleinste Verbesserung auf socialpolitischem Gebiete erst nach jahrelangem Kainpf errungen»verde» muß?— Die Gleichberechtigung der höheren Schulen. Der„Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine königliche Verordnung vom 20. Noveniber d. I.. in der für die Reform der höhere n Schulen folgende Grundsätze vorgeschrieben werden: Bezüglich der Berechtigungen ist davon auszugchen, daß das Gymnasium, das Realgymnasium und die Ober- Realschule in der Erziehung zur allgemeinen Geistesbildung als gleichwertig anzusehen sind. Dementsprechend ist auf die AuS- dchnung der Berechtigungen der realistischen Anstalten Bedacht zu nehmen. Durch die grundsätzliche Anerkennung der Gleichwertigkeit der drei höheren Lehranstalten wird die Möglichkeit� geboten, die Eigenart einer jeden kräftiger zu betonen. Mit Rückficht hierauf ivill die Verordnung nichts dagegen erinnern, daß im Lehrplan der Gymnasien und Realgymnasien das Lateinische eine entsprechende Verstärkung erfährt. Das Englische soll auf den Gym- nasten eingehender berücksichtigt werden. Deshalb ist überall neben dem Griechischen englischer Ersatzunterricht bis Unter-Sekunda zu ge- statte»» und außerdem in den drei oberen Klassen der Gymnasien, >vo die örtlichen Verhältnisse dasnr sprechen, das Englische an Stelle des Französischen nnter Beibehaltling des letzteren als fakultativen Uuterrichtsgegeustands obligatorisch zu machen. In den Ober-Real- schulen soll die Erdkunde eine ausgiebigere Fürsorge finden. Für den griechischen Unterricht ist enflcheidendes Gewicht auf die Beseitigung»»»»litzer Formalien zu legen und voruehinlich im Auge zu behalten, daß iiebeii der ästhetischen Auffassung auch die den Zu- sammenhang zivischen der antiken Welt und der modernen Kultur aufiveisende Betrachtung zu ihrem Rechte komint.� Im Geschichtsunterricht machen sich noch immer zivei Lücken fühlbar: die Vernachlässigung wichtiger Abschnitte der alten Geschichte und die zu ivenig' eingehende Behandlung der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts mit ihren erhebenden Erinnern»igen und großen Er« rungenfchaften für das Baterland. Im n a t u r»v i s s e n s ch a f t l i ch e n Unterricht haben die An- schauung und das Experiment einen größeren Raum einzunehmen und Häufigore Exkursionen den Unterricht zu beleben;_ bei Physik und Chemie ist die angeivaudte und technische Seite nicht zu ver- uachlässigen. A»»ßer den körperlichen Hebungen, die in ausgiebigerer Weise zn betreiben sind, hat auch die Anordnung des Stundenplans mehr der Gesundheit Rechnung zu tragen, insbesoiidere durch angemessene Lage und wesentliche Verstärkung der bisher zu kurz bemessenen Pause». Da die A b s ch l u ß p r ü f u n g den bei ihrer Einführung ge- hegten Erivartungen nicht entsprochen und namentlich dem über- mäßigen Andränge zum Universitätsstudium eher Vorschub geleistet, als Einhalt gethau hat, so ist dieselbe baldigst zu beseitigen. Die Einrichtung von Schulen nach den Altenaer und Frankfurter Lehrplänen hat sich belvährt. Der Versuch soll nicht nur fortgeführt, sondern auch auf breiterer Grundlage erprobt werden.— »« So»veit die neuen Grundsätze der Reform der höheren Schulen, die ja keine Reform im socialen, gcschiveige socialistischen Sinne ist. Die höhere Schule bleibt ein Monopol der besitzenden Klaffe, die Reform also eine interne Angelegenheit für die Sprößlinge der Bourgeoisie. Jin einzelnen bietet die Reforin etivelche Fortschritte. Dahin gehört die Gleichberechttguug der verschiedoneu Lehranstalten, die aus pädagogischen Gründen längst gelvünschte Beseittgung der Abschllißprüfrmg. die größere Rücksichtnahme auf die körperliche Eni- Wicklung u. a. in. Dagegen sind die ungünstigen Einwirkungen der neu reichs- deutscheu weltpolitischen Mode nicht zu verkennen, und die Bevor- zugung der Geschichte des 19. Jahrhunderts»vird zu nichts andrem führen, als z» der Verstärkung jenes Hurra-KnItuS, der schon jetzt die höheren Schulen in civile Kadetteuanstalten verwandelt. Ein Gran hellenischer Wahrheit ist»nehr»vert als ein Cenwer branden- burgisch-prcußischer Geschichtslegenden. Vertiefung und Befreiung wird die Reform in den Köpfen der heranivachsenden Bourgeoisie nicht hervorrufen— sondern das Gegenteil, trotz oder»vegen der mehr prakttschen Grundrichtung der„reformierten" Bildung. Ausland. Portugal. Ministerkrise. Die Minister der Finanzen und der öffentlichen Arbeiten werden zurücktrete». Es verlautet, Femando Mattoso»verde zum Finaiizminifter, Mauoel Vargas zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt werden.— Afrika. Eine Reihe neuer Gefechte haben auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz stattgefunden, die beiveisen, wie rührig die Beeren sind und eine»vi« siaitliche Zahl von Slreitern ihueu noch zur Ver- fiigung steht, trotz der Gefangennahme von 13 000 Mann,»vorunter sich freilich auch eine ganze Anzahl von Personen befinden, die nie gekämpft haben und iiur ihrer bloßen Vcrdächtigkeit»vegen ge- fangen geiiominen worden sind. Das„Rcuicrsche Bureau" meldet auS Vrhburg vom 27. November: Die Garnison von Schweizerre»neke wurde von einer Abteilung aus Vryburg e n t s e tz t- Die Boeren, welche den Platz eingeschlossen hatten, leisteten einigen Widerstand, wurden aber 2448 an. " 510 sto aid ednd di 231 er fchließlich mit Berluften zurückgetrieben. Die Engländer hatten tros aller Borhaltungen feitens des Vorfigenden, daß fie gefüche zu haben, nicht aber für so etwas und wenn er feinem Herrn drei Verwundete. die Adresse nicht mehr wisse, da sie sich dieselbe mur ober- damit tomme, würde er ihn gewiß die Treppe hinabwerfen. Er habe Dasselbe Bureau meldet ans Kapstadt bom 80. November: flächlich angefehen habe. Es wird ihr weiter vorgehalten, daß nach aber fein Notizbuch herausgenommen und fich die Namen der Oberst Mehrid hat mit einem Bataillon der geomanry am ihrer eignen Aussage die Fischer, sobald auf die Modell- Annonce sich beiden Oberstaatsanwälte aufgeschrieben. Am nächsten Tage 25. November Lichtenburg besetzt, ohne auf Widerstand zu stoßen, Mädchen gemeldet hatten, einen Brief geschrieben und dann der Herr habe er Fräulein Platho er Fräulein Platho aufgesucht und ihr empört hatte indessen zehn Meilen von der Stadt entfernt ein hart gekommen sei. Frl. Fischer habe ihr gesagt, daß dies ein reicher zählt, was Dr. Werthauer für Anforderungen gestellt habe. nädiges Gefecht mit 400 Boeren zu bestehen. Die Herr aus Frankfurt a. M. fei. Der Vorfigende weist darauf hin, daß Fri. Blatho habe ihm erzählt, durch Herrn Luppa seien für die Dienste Boeren entfalten im Bezirk von Standerton große Thätigkeit. Angeft. Sternberg auch aus Frankfurt a. M. fei, der Angeklagte erwidert, 50 000 m. bewilligt worden, die sie sich teilen wollten. Aus den Gestern fand nahe bei Standerton ein Scharmütel statt. daß bei den verschiedensten Gelegenheiten die Fischer festgestellter- weiteren Bekundungen geht hervor, daß nach den Abmachungen Von dem Verbleib der von Oberst Knor in drei Teile maßen immer nur von dem Maler aus Frankfurt a. D." gefprochen Herr Sternberg für seine Begnadigung, das heißt Umwandlung zersprengten" Kolonne Detvets wird heute ebenso wenig etwas ge- habe. Er sei außerdem seit 30 Jahren in Berlin und die Fischer der Gefängnisstrafe in eine Festungshaft bezw. in Geldstrafe eine meldet, wie über den Verbleib der in Dewetsdorp von den Boeren werde schwerlich gewußt haben, daß er in Frankfurt a. M. geboren Summe von gemachten 400 Gefangenen. Dewet scheint demnach wieder glücklich fei. Es werden noch zahlreiche Kreuz und Querfragen an die 300 000 bis 500 000 M. entschlüpft zu sein. Beugin Callis gerichtet, um herauszubekommen, ob sie nicht etwa für wohlthätige 8ivede stiften wollte. Der Zeuge protestiert dagegen, Die Verlufte der Boeren. doch wisse, wer der Maler und ob es etwa der Angeklagte Stern- daß Dr. Werthauer ihn hinausgewiesen habe; davon sei Teine Rede, 8wischen den Cape Times" und" Het Zuidwesten", zwei in der berg gewefen fei. Als Ergebnis dieser langen Fragenreihe er habe sich vielmehr ganz ruhig empfohlen. Auf Befragen erklärte Kapkolonie erscheinenden Blättern, herrscht Meinungsverschiedenheit stellt Rechtsanwalt Dr. Sello die Meinung der Zeugin Callis da der Zeuge, daß außer der Mittelsperson, von der er gesprochen, noch über die Verluste der Boeren. Die„ Cape Times" geben die Ver- hin feft: Sie hat mit einem Mann, der auch bei der Fischer ver- eine andere Mittelsperson vorhanden sei, an welche sich die erstere lufte an Toten nach Informationen aus englischer Quelle auf fehrte, bei der Frau Krüger verkehrt. Diefer Mann habe sich Willy erst wenden, mußte. Frl. Platho sei mit ihm selbst zu dieser Stein genannt und sie habe auch von ihm einen Brief aus Frank Mittelsperson gegangen und zu dieser sei das Gnadengesuch, welches Set Buidwesten" stellt dieser Behauptung eine Berechnung nach furt a. M. erhalten. Diefer Mann der nicht Sternberg fei- vom Nechtsanivalt Dr. Werthauer abgefaßt worden sei, gebracht Angaben des Lehrers Hondins in Prätoria gegenüber, welcher als fei derselbe, den ihr die Fischer als den" Maler" bezeichnet habe. worden. Dort sei es liegen geblieben. Justizrat Dr. Sello richtet Beamter unter Prof. Molengraaf beim Informationsbureau thätig Die nächste Beugin, Fräulein Katharine Liebert, die Ver- an den Zeugen die Frage, ob er schon früher einmal mit war, wo alle Legitimationsfarten einliefen, die von englischer und Dr. Werthauer zu thun gehabt habe. Der Beuge Boerenfeite bei gefallenen Boeren gefunden wurden. Es fielen demRechtsanwalts Dr. Möhring, widert, daß dies einmal der Fall gewesen sei, zu irgend einer nach in den Schlachten bei: Glandslaagte 75. Dundee 91. Modder- wird darüber vernommen, ob von seiten des Dr. Möhring irgend Swiftigkeit sei es zwischen ihnen aber nicht gekommen. Der Zeuge spruit 38. Colenso 7. Stormberg, enz. 15. Belmont, Grafpan, welche Beeinflussungen stattgefunden haben. Sie bestreitet dies und habe feine Sympatie für Dr. Werthauer gehabt, er habe Frl. Platho Modderriver 120. Magersfontein 70. Spiontop 70. Kimberley 30. weiß nur, daß es sich einmal darunt handelte, einer ihrer Ver- gefagt, Fräulein, lassen Sie die Finger davon, Sie fliegen bei der Colesberg, Dordrecht, enz. 85. Ladysmith 115. Mafeting 30. Baarde wandten, die in ärmlichen Verhältnissen lebe, eine Geldunterstützung Sache hoch, Dr. Werthauer wird sich Sternberg gegenüber mit fremden berg 30. Pieters Hoogte 50. Abrahamstraal, enz. 25. Weperter 15. autommen zu lassen. Da habe Dr. Möhring gesagt, sie könne sich Federn schmücken. Justizrat Dr. Sello fragt den Zeugen ferner, wie Spätere Gefechte bis August 154. Total 1000. 20 m. verdienen, wenn sie' mal Frau Huth aufsuchte und sich nach feine Mitteilungen zur Profeffor Molengraaff, der vor kurzem aus Südafrika zurüd- der Frieda Woyda erkundigte. Da Dr. Möhring bei seiner Aussage Kenntnis der ,, Staatsbürger Zeitung" gekehrt ist und nunmehr in Bussum bei Amsterdam wohnt, erklärt, auch bekundet hatte, daß Fräulein Liebert als Besizerin einer gekommen feien. Der Zenge erwidert:" Durch mich" daß die Gesamtverluste der Boeren an Toten bis zum 4. Juni( der Liqueurfabrik die Absicht habe, Filialen auch in Holland zu errichten und auf das weitere Befragen, welche Beweggründe erklärt er, daß er sich barüber Tag vor der Befeßung Prätorias) fich auf 1058 beliefen. und er gefprächsweise der Frau Hausmann in Aussicht gestellt habe, ihn geleitet hätten, Präsident Krüger erklärte, daß bei seiner Abreise( von Lorenço daß sie eine solche Liqueurstube in Holland übernehmen könnte, so geärgert habe, daß in dieser Verhandlung gerade vom Dr. Werthauer Marquez die Namen von 12-1400 Toten bekannt gegeben waren. wird die Zeugin auch über diesen Bunkt vernommen. Es ergiebt ein Beamter fortwährend angegriffen wurde, der seines Erachtens ( Die Ausländer find in diese Summe einbegriffen.) dubtes fich, daß die Zeugin die Inhaberin der bekannten in Friedenau nach nur seine Schuldigkeit gethan habe. Er habe sich gesagt, daß gestationierten Liqueurfabrik" Lieberts Boonecamp of Maagbitter" ist, es doch unerhört sei, wenn dies seitens eines Verteidigers geschähe, Ob welche von einem Direktor und einem Hausdiener betrieben wird der selbst Bestechungsversuche gemacht habe. und monatlich etwa 1000 Liter fabriziert. Dr. Möhring gleich er zur Volkspartei gehöre, habe er sein Material zunächst dem ,, Vorwärts" munterbreiten wiederholt, daß es beabsichtigt sei, Filialen in verschiedenen Ländern, auch in Holland, zu begründen. Prozeß Sternberg. 26. Verhandlungstag. 1730 Der heutigen Sigung wohnt der von seiner Krankheit genesene Justizrat Dr. Sello wieder als Verteidiger bei. Neue Widersprüche. imk " lobte des wollen. " er= Frau 2iebert, die Schwägerin der Vorzengin, ist die von Jm Vorwärts" habe man ihm gesagt, er folle alles schriftlich biefer genannte arme Verwandte. Nach ihrer Bekundung, die bei auffezen. Er habe es gethan, sei aber, als er am nächsten Tag Der Vorsitzende macht bekannt, daß zwei aufgefundene Rechnungs- der Teisen Stimme der Zengin nur zum fleinsten Teil verständlich wieder zum Vorwärts" fam, abschlägig beschieden worden. Man habe bücher der Margarete Fischer überreicht worden sind. Dieselben ist, hat ihre Schwägerin sie eines Tags zu sich bestellt und sie ihm gefagt, er folle fich an den Vorfizenden des Geweisen recht erhebliche Einnahmen auf. 3. B. 654 M. in einem Monat. gefragt, ob fie recht viel Geld verdienen wolle. Sie habe sie richts wenden. So fei er dann zur Staatsbürger- 3tg." ge Die Ausgabebücher find nicht vorhanden. Unter den einzelnen dann in das Zimmer des Dr. Möhring geleitet und diefer gangen und habe dort Mitteilungen über die Vorgänge gemacht. Beträgen, welche von dort verkehrenden Herren bezahlt worden habe bomi Prozeß Sternberg gesprochen und und ihr nahe Die Schlußwendung des Artikels rühre nicht von ihm her, er glaube find, befinden sich solche von 100 m., 60 M., 50 M. 2c. Auch„ Ein- gelegt, daß sie doch zu Frau Huth gehen und das Gespräch auch nicht, daß er diese Schlußfolgerungen gemacht habe. Nach der nahmen von Auta" fommen ziemlich reichlich vor. Die Angeklagte auf die Frieda Woyda bringen möge. Diese Frieda müßte Behauptung des Beugen habe Frl. Blatho auch ein Verzeichnis Wender, die ein Drittel der Einnahmen erhalten hat, erklärt dies ats Lügnerin hingestellt werden, denn sie sei die Hauptbelastungs- der Senatsmitglieder des Reichsgerichts im Besiz damit, daß das die Summen seien, die sie eingenommen hat, wenn zengin, Sternberg sei unschuldig, die Bankiers feien neidisch, weil gehabt. Auf Befragen des Justizrats Dr. Sello bekennt sich der Fräulein Fischer nicht anwesend war. er so früh Bankier geworden sei, die Polizei treibe die ganze Halb- Beuge zum Verfasser eines bem Staatsanwalt zugestellten weft zusammen, um Sternberg zu ruinieren, derselbe sei aber gefeg- anonymen, mit verstellter Handschrift geschriebenen Briefs, in welchem lich nicht strafbar, wenn sie die erste gute Nachricht bringe, dann er den Rechtsanwalt Dr. Werthauer verdächtigte, auf die Pfeffer werde sie ein paar Hundert Mart bekommen, für solchen Freund, eingewirkt zu haben. Der Zeuge erklärt dies damit, daß er au vo nachher Tausende bekomme, tönne man fchon seiner Verwunderung in den ersten Zeitungsberichten gelesen habe, einige Wege gehen 2c. 2c. Dr. Möhring habe ihr auch ge- daß Frl. Pfeffer angeblich wieder nicht zu finden sei, während er sie fagt, er führe während der Untersuchung die Bücher und die Kaffe, doch ohne Schwierigkeiten selbst in dem Werthauerschen Bureau fte solle sich ein Bimmer in der Nähe von Huths mieten und wenn getroffen habe. Justizrat Dr. Sello: hat der Zeuge noch fie seidene Kleider brauche, solle fie mur Geld fordern. Die Zeugin einen zweiten hat, wie sie bestätigt, von Dr. Möhring 20 M. erhalten, fie bat aber f die Huths überhaupt nicht aufgesucht, iveil ihr Mann und ihre Verwandten geraten haben, sich nicht einzumifchen. Durch eine Reihe von Fragen der Verteidiger wird festgestellt, daß die Zengin, die noch über verschiedene Phasen aus ihrer Familiens geschichte bekundet, Herrn Dr. Möhring und der Vorzeugin feindlich gefinnt ist. Nach der Pause wird der Kaufmann Hugo Arndt ( der Herr. der ,, Staatsbürger- Beitung") is Zeuge Bergmann, von der Goldwaren- Firma Belmonte, ergänzt feine früheren Aussagen noch durch einige Punkte, die darauf schließen lassen sollen, daß der Zeuge Hofmeier doch mehrfach recht biel Geld gezeigt habe und daß er eine Frau Kahn eines Tags zu Frau Blümfe gefchickt habe, um sich eine Jade machen zu lassen. Ebenso sei ihm erzählt worden, Herr Hofmeier habe wiederholt einen Herrn Baul wohl zum Rechtsanwalt Dr. Werthauer geschickt, um sich Beträge von 50 M. holen zu lassen. Ebenso habe Herr Hofmeier ihm selbst Geld zur Etablierung eines Geschäfts in Aussicht gestellt. erfahren habe. fumdungen. 103 Justizrat Dr. Sello stellt fest, daß die Geschäftsbücher der Margarete Fischer die fritische Zeit August- September vorigen Jahrs nicht umfassen. ulna no 510 As man Guadengesuch 30 " anonymen Brief Der nicht erkenne. Zeuge bleibt dabei, Zeuge: gefchrieben.- 8euge: Jawohl, ich habe einen solchen Brief an den Staatsanwaltschaftsrat to men gerichtet, in welchem ich ihn Beuge ofmeier erklärt die Aussagen des Zengen für durch baran erinnerte, daß, wenn er nicht dem Grundfak huldigte, aus unwahr, bis auf die Thatsache, daß er Frau Kahn zu Frau toujours en vedette", so würde ihm der fette Bissen wohl entZeuge: Blümte gefchickt habe, um sich eine Jade machen zu lassen, die mit gehen. Rechtsanwalt Dr. Sello: Wann war das? 9 M. bezahlt sei. Dies hatte den Zweck, den Ermittelungen zu Im Juli oder August. Verteidiger: Was veranlaßte Sie zu dienen. Frau Blümke hatte von diesem Zweck teine Ahnung. Die diesem Brief? Beuge: Weil mir schon zu Ohren gekommen Behauptung, daß er sich durch Herrn Wohl Summen vom war, daß die verwitwete Rechtsanwalt Dr. Werthauer habe holen lassen, sei durch vernommen: Er kenne ein Frl. Platho, welche nach der ersten VerFrau Regierungsrätin v. Gräfedpalagin ausu unwahr. Beuge überreicht eine eidesstattliche Verhandlung des Steinberg- Prozesies ihn aufgesucht habe. Der ver mit dem Oberstaatsanwalt Ifenbiel in Verbindung getreten ficherung seiner todfranken Frau, in welcher versichert sterbene Bater des Frl. B. sei Bantier gewesen und nach dessen war.- Dr. Sello: Woher wußten Sie denn das? wird, daß die Behauptungen des Zeugen Bergmann über Tode fübre fie das Geschäft unter der Firma 3. Platho. Unter den Von Frl. Platho. Dr. Sello: Satte Ihnen denn Frl. Blatho J. die Anwesenheit Luppas in ihrer Wohnung ebenso unwahr feien, Linden 16, weiter. Er selbst betreibe Terraingeschäfte und komme gesagt, daß sie sich ihrerseits mit Frau Geh. Nath v. Gräfe in Berwie die Behauptung, daß sie einmal einen Droschtenkutscher gefragt in diefer Eigenschaft öfter in das Bureau des Fel. Platho. Dort bindung geicht habe? Ja wohl! Der Zeuge behauptet auf habe, wer sein Gaft set, und auf diese Weise den Namen Luppa fei öfter über den Prozeß Sternberg gesprochen und er habe immer weiteres Befragen, daß Frl. Blatho einen Brief von der Frau Beuge Bergmann bleibt bei seinen Beden Standpunkt vertreten, daß er vom moralischen Standpunkt das v. Gräfe erhalten habe, wobei diese ihre Unterschrift aber sehr verdie aus geschäftlichen Beziehungen ihres Vaters Herrn Sternberg fie erhalten des Herrn Sternberg sehr mißbillige. Fräulein Platho, ichnörkelt und unleferlich gemacht habe, damit Herr Dr. Berthauer daß in lenne, habe dagegen den Standpunkt vertreten, daß fie felfenfest von dem Brief der Frau von Gräfe behauptet worden worden sei, Sternbergs Unschuld überzeugt sei. Nach dem ersten gegen Sternberg fie fei schon mit Dr. Jienbiel in Verbindung Der Eifer des Stierstädter. ergangenen Urteil habe sie den Zeugen gefragt, ob er nicht dafür getreten. Als Dr. Jfenbiel auf Reisen gegangen war, habe Beuge Karl Munthe hat auch aus Freundschaft für den An- forgen fönne, daß eine Begnadigung eintrete. Fräulein Blatho Fräulein Platho verschiedene Reifen in D- Bügen im Interesse geflagten fich in der Sache Fournaçon für eine Zurüdnahme des habe gewußt, daß er geschäftlich einen Herrn kenne, der Sternbergs gemacht. Fräulein Platho habe ihm auch den Namen Strafantrags bemüht. Der Angeklagte Sternberg giebt als Stonnegionen nach oben hin habe. Der betreffende Herr habe gefagt, des Referenten genannt, der im Sternberg- Prozesse beim ReichsBeweisthema an: Der Beuge folle beweisen, daß hier jemand in daß er, ehe er ein Begnadigungsgefuch einreiche, doch zunächst gericht mitgewirkt habe, er fei ihm aber entfallen. Fel. Blatho habe durchaus lohaler Weise ohne jemand zu einer unwahren Aus- Kenntnis über die Vorgänge im Prozeß. über Herrn Sternbergs Bor- ihm aber erzählt, daß sie auch dem Dr. Werthauer den Namen des fage bevegen zu wollen, ohne Entgelt und nur aus freund leben erlangen müsse. Fräulein Blatho sei dann mit ihm eines Referenten mitgeteilt habe. licher Gesinnung fich für ihn bemüht habe. Der Zeuge soll ferner Tage zum Direktor Zuppa gegangen und diefer habe gesagt, er werde Justizrat Dr. Sello hält es doch für sehr auffallend, daß der betunden, daß die Marie Fournaçon, die er( Sternberg) angeblich fich bei Herrn Sternberg darüber erfundigen, wie er sich zu der Beuge in seinem anonymen Brief an den Staatsanwalt doch auch ohne Kenntnis davon zu haben direkte Einzelberührt haben sollte, dem Zeugen das Geständnis abgelegt habe, Sache stelle. Es sei dann der Bescheid gekommen, daß Herr nod heiten bezeichnet habe, daß von ihr alles erlogen sei. Dann seien aber die Eltern, die Sternberg damit einverstanden sei, daß ein nach welchen Richtungen hin der mak pallon Rechtsanwalt Dr. Werthauer angeblich auf die Beugin Pfeffer eindurchaus geneigt gewesen, den Strafantrag wegen Deflorierung gewirkt habe. In dem Briefe stehe ausdrücklich, daß auf Fräulein zurückzunehmen, plötzlich wieder feindselig geworden, und der Zeuge eingereicht werde, alle weiteren Verhandlungen sollten jedoch durch Pfeffer dahin eingewirkt worden sei, Frieda oyda und Fräulein habe die Ueberzeugung erhalten, daß dies auf den Einfluß Stier den Rechtsanwalt Werthauer geführt werden. Was Fräulein Platho Clara Fischer zu bestimmen, ihre frühere belastende Ausstädters zurückzuführen fei. Beuge Munthe beſtätigt dies. betrifft, so bin ich überzeugt, daß ihr nur reelle Abfichten inne fage aurüdzunehmen und zu Gunsten Sternbergs aus er zu Fournaçons gelommen, hätten ihm diese erkärt, daß wohnten. The wir zum Dr. Werthauer gingen, fragte ich Fräulein guiagen. Der Beuge erklärt, daß er es für ungeheuerlich erachtet es zu spät fei; Tags zuvor sei Herr Stierstädter vier wohnten. oder fünfmal dagewesen und habe gedrängt, den Straf- Blatho noch einmal: Sagen Sie mal Fräulein, ich kann mir nicht habe, daß man die Pfeffer nicht finden könne und er sie doch bei helfen, aber die Sache ist doch etwas unsauber, ich bin ein ver- Dr. Werthauer getroffen habe. Er habe von Fräulein Platho erantrag einzusenden. Am andern Morgen fei nach der Mitteilung der Frau Fournaçon Herr Stierstädter schon wieder dort heirateter Mann in gefeßten Jahren, Sie könnten wohl Bertrauen fahren, wie auf Fräulein Pfeffer eingewirkt worden. Staatsanwalt Braut: In dem ersten anonhinen Brief an gewesen und habe gefragt, ob die Anzeige weg ist. Er habe dabei schenken und mir sagen, wie Sie zu dem gefagt, hier spiele wohl wieder das Geld eine Rolle und habe damit koloffalen Intereffe für Sternberg Dr. Romen haben Sie auch geschrieben, daß während der Sommergedroht, daß das Mädchen unter fittenpolizeiliche Ron, fommen. Darauf erwiderte mir Fräulein Blatho, daß es lediglich reise des Dr. Romen ein Entlassungsgefuch für den Angeklagten eintrolle gestellt werden würde. Die Fournaçon habe sich Dankbarkeit sei, welches sie gegen Sternberg hege. Sternberg babe Bereicht werden folle in der Hoffnung, daß in der Zwischenzeit vielleicht ein nicht so informierter Bertreter des Staatsanwalts dann in recht bösartiger Weise entpuppt und er habe den Eindrud ihrem Vater und ihrer Familie viele Wohlthaten erwiesen, als ihr Vater Dr. Nomen sich überrumpeln lasse. Nun ist thatsächlich in jener gehabt, daß dies eine Folge der Besuche des Herrn Stierstädter ge- auf dem Sterbebett gelegen habe, habe Sternberg ihn noch aus der geit ein Entlassungsgesuch eingereicht worden. Wußten Sie denn wefen fei. Der Beuge erklärt auf Befragen, daß die Fournaçons im Laufe Not geholfen. etwas dabon? Beuge: Ich hatte von Fräulein Platho gehört, bon 14 Lagen etwa 520 M. erhalten haben und daß ihnen noch Dr. Werthauer habe dann einmal den Wunsch ausgesprochen, 1200 M. in Monatsraten in Aussicht gestellt worden seien. Man ihn bezüglich des Gnadengefuchs zu sprechen, und so sei er eines daß Frau v. Gräfe gesellschaftlich schon bei Herrn Dr. Jfenbiel habe in gemeinsamer Beratung, die zwischen ihm, dem Angeklagten Tags zu Rechtsanwalt Berthauer gegangen. Nun wurde zu gleicher sich für die Unschuld Sternbergs ausgesprochen habe und Sternberg und Luppa stattgefunden, die Ansicht vertreten, daß, wenn Zeit das Fel. Pfeffer gesucht, und Frl. Platho intereffierte fich habe dann auch von Frl. Platho gehört, daß ein Entlaffungsgefuch eingereicht werden würde. Er habe sich genau zu informieren ges es sich um einen Strafantrag wegen Deflorierung handele, es nicht sehr dafür, daß diese ermittelt werde. Als er bei Herrn fucht, weil es ihm fo vortam, als ob Fel. Platho thatsächlich auf unstatthaft sei, die Eltern zur Zurücknahme des Strafantrags zu Dr. Werthauer wartete, fei plöglich eine Dame eingetreten, verbotenen Wegen gehe, und da er glaubte, daß das bewegen. und einige andre dort wartende Frauen hätten gefagt: Beuge Stierstädter bestreitet, daß er zur Abgabe des ah, da ist ja Fräulein Pfeffer. Die Frauen hätten sehr lebgefamte deutsche Volk Strafantrags gedrängt habe. haft auf die Pfeffer eingesprochen, warum sie denn so gehässig gegen erfahren müsse, ob es wirklich möglich sei, daß deutsche Richter beSternberg fei, fie solle doch etwas günstiger zu demselben sich stellen. einflußt werden können, habe er die Mitteilung gemacht. Bei der Frage, ob noch ein zur Callis Sache genannter Fräulein Pfeffer sei sehr erregt geworden und da wurde die Thür auf Beuge, erklärt auf Befragen, daß er von der Staatsb. 8tg." teinen Beuge geladen werden soll, erklärt der Staatsanwalt, daß der Fall gemacht und er zum Dr. Werthauer hineingerufen. Dr. Werthauer Pfennig Honorar erhalten, ein solches vielmehr birelt abgelehnt habe.Callis ausscheide, weil das Mädchen über 14 Jahr alt gewesen sei. habe ihn gefragt, wer fein Vertrauensmann sei, er habe dessen Namen Justizrat Dr. Sello stellt fest, daß der Zeuge im ganzen vier Auf den Zeugen wird verzichtet. Dagegen wird die Zeugin Callis aber veriveigert, es sei dann über das Gnadengefuch gesprochen worden, anonyme Briefe, an Dr. Romen, Direftor Müller, Kriminalnochmals vorgerufen und den beiden Mädchen Sauermann und Else der Benge habe aber gesagt: Das sage ich Ihnen gleich, mein Bere tommiffar v. Trescow und Herrn Stierstädter geschrieben hat und Lehmann gegenübergestellt, die allerlei Mitteilungen darüber machen, trauensmann läßt sich teine Borschriften machen, wie er das Gnadens behauptet, daß in den Briefen die Handschrift mehrfach verstellt was die Callis über den„ Maler" und ihren Verkehr mit gesuch anzufangen hat. Darauf habe Dr. Werthauer gejagt: Es war. Staatsanwalt Braut: Hat der Zeuge die bestimmte Erdiesem erzählt haben soll. Die Callis, welche immer komme vorläufig nicht auf die Begnadigung an, die Hauptsache sei innerung, daß in dem Briefe von Fran v. Gräfe stand, sie sei mit wieder vom Präsidenten ermahnt wird, doch die Wahr vielmehr die Revision. Wenn Sie so habe er gesagt Verbindung getreten? so hohe Herrn Dr. Isenbiel in Staatsanwalt: Ist in Ja. Ist in diesem Briefe heit zu sagen, bestreitet wiederum einige Behauptungen Berbindungen haben, den Namen will ich gar nicht wissen, so sehen Beuge: diefer Zeuginnen eine Einigkeit darüber ist nicht zu er. Sie doch einmal zu, ob es ihm nicht möglich ist, sich an die näher bezeichnet gewesen, in welcher Weise Frau v. Gräfe mit aielen. Die Callis wird wiederholt aufs genaueste befragt, was fie Oberstaatsanwälte Wachler und Jienbiel heranzumachen, Herrn Oberstaatsanwalt Dr. Jfenbiel in Verbindung getreten ist? über den Maler" aussagen fönne; fie müsse, wie ihr vorgehalten um dafür zu sorgen, daß durch die Revision die Sache in die Vorgenge: Nein. Frl. Platho habe ihm einmal gesagt, daß wird, doch wiffen, wer es fei, da sie doch zugegebenermaßen instanz zurüdtäme und daß Staatsanwalt Dr. Romen be Frau v. Gräfe doch mit Dr. fenbiel in Berbindung getreten sein mindestens einmal im Auftrage der Fischer einen Rohrpostbrief feitigt werde." Der Zeuge behauptet, er habe gesagt, daß sein müsse, denn sie habe erst den Referenten des Reichsgerichts- Senats an den Mann auf die Bost getragen habe. Die Callis behauptet Mann zu solchen Dingen nicht zu haben sei, er sei für Begnadigungs- falsch genannt, dann aber bald den richtigen Namen genannt. Wiederum der Maler. Der Rechtsanwalt FuchS: Herr Zeuge, ich ersuche Sie nun, mir den Namen Ihres Gewährsmannes zu nennen.— Der Zeuge erwidert. daß er dies nur notgedrungen thun würde. Da der Verteidiger auf seiner Frage beharrt, beschließt der Gerichtshof die Zulassung der Frage. Der Zeuge erklärt, es fei der Vorsitzende der frei« willigen Sanitätskolonne, Bankier Fritz BerendS in der Kurfür st en st raße.— Rechtsanwalt FuchS: Haben Sie dem Fräulein Platho mitgeteilt, daß Sie ihre Mit teilungen durch anonyme Briefe weitertrugen? � Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt FuchS: Also Sie behaupten, daß Sie in dieser Sache nur im Interesse des deutschen Volks thätig gewesen sind?— Zeuge: Jawohl. Rechtsanwalt Fuchs: Schließlich haben Sie aber doch 80 000 M. gefordert?— Z e u g e: Ja. Es wurde mir gesagt, ich sollte eine Forderung— etwa 30 000 M.— stellen, ivorauf ich entgegnete. wenn einmal gefordert werden solle, so könnten es auch 50000 M. sein, ich wolle dann aber mit Frl. Platho teilen.— Rechtsanwalt Heinemann richtet an den Zeugen die Frage, wer die erwähnte zweite Mittelsperson sei. Der Zeuge erklärte, daß er die zweite Mittelsperson nicht kenne. Zeuge Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich habe schon Gelegenheit gehabt, zu erklären, daß da?, wo- mit mich der Artikel inkriminiert, vollständig unrichtig ist. Ich be- stäsige hiermit, daß diese Angaben vollständige Verleumdungen sind, Verleumdungen gewöhnlicher Art. Eines Tags ist Frl. Platho in meine Sprechstunde gekommen und habe ihm gesagt: eS habe sich ein Mann Namens Arndt ihr oder Herrn Luppa genähert und gesagt: es würde so viel Geld in der Sternbergschen Sache ausgegeben, ob er denn nicht auch etwas verdienen könne. Der Mann habe gesagt, er könnte sich auch sehr nützlich machen, denn er habe einen Hintermann, der so hohe Beziehungen habe, daß Herr Luppa durch ihn alles erreichen könnte. Herr Luppa trug sich damals mir dem Gedanken, daß ein Begnadigungs- gesuch von Frau Sternberg veranlaßt werden müßte nnd zwar so rechtzeitig, daß, wenn etwa das Reichsgericht die Revision zurückweisen sollte, das Gesuch schon im Kabinett liegen müßte. Der Hintennann des Herrn Arndt ver- lange für seine Bemühungen 500 000 M. für wohlthätige Zwecke, die er selbst bestimmen wolle. Wenn er den hohen Stellen, zu denen er Beziehungen habe, zeigen könne, daß er wieder einmal für wohl- thätigeZwecke eine so große Summe beschafien konnte, so würde das seine Beziehungen kräftigen. Ich habe mich mit der Begnadigungsfrage nicht befassen wollen, da nach Ansicht der Verteidigung die Revision unzweifelhaft aus den geltend gemachten Revisionsgründen durch- gehen mußte. Fräulein Platho ging dann wieder von wir weg. Darauf kam anfangs Juni Herr Ämdt, den ich nicht kannte, zu mir. Es ist unwahr, daß ich Herrn Arndt erwartet habe. Fräulein Platho hat ihm vielleicht meine Sprechstunde genannt. In jener Zeit waren um die Zeit der Sprechstunde täglich 15—20 Personen im Warte« zimmer. Wenn Herr Arndt darunter ivar, so ist er nach der Reihe abgefertigt, wie jeder andre. Herr Arndt hat nun in den anonymen Zuschriften, die ich— wie ich jetzt anerkenne— zu Unrecht Herr» Stierstädter zur Last legen zu müssen glaubte, behauptet, daß ich Frl. Pfeffer beeinflußt habe. Ich war damals in der Sitzung darüber schon sehr empört und Frl. Pfeffer hat hier unter ihrem Eide dies für eine Gemeinheit erklärt. Da Herrn Arndt dies inzwischen bekannt ge- worden, dreht er die Sache jetzt so um. daß Fräulein Pfeffer in meinem Bureau beeinflußt worden sei. Justizrat Dr. S e l l o läßt feststellen, daß der Zeuge in seinem anonymen Briefe davon gesprochen habe, daß Dr. Werthaucr„teils selbst, teils durch andre eingewirkt" habe. Der Zeuge erklärt: es sei so sein Gefühl gewesen.— Zeuge Dr. Wcrthauer fährt fort Ich habe Frl. Pfeffer an jenem Tage nicht zu mir bestellt, sie kam aus eignem Antriebe, um zu bitten, daß sie in dem Prozeß doch nicht als Zeugin auftreten müsse. Herr Arndt kam zu mir herein. das Gespräch mit ihm. was mir damals überaus gleichgültig erschien, hat höchstens ein paar Minuten gedauert, ich kann wörtlich dieses Gespräch, daß ich ohne Absicht und ohne Arg geführt, natür- lich nicht wiedergeben. Dem Sinne nach sagte Herr Arndt etwa: «Ich komme im Austrage des Fräulein Platho in der Begnadigungs- angelegenheit, ich höre, daß Sie darüber zu bestimmen' haben und möchte Sie bitten, mich darin zu unterstützen, daß ich die 25 000 M. verdiene." Ich antwortete ihm klipp und klar: Ein Begnadigungs- gesuch sei in diesem Stadium gänzlich überflüssig, das würde vielleicht am Platze sein, wenn ein Jahr der Strafe verbüßt wäre. Herr Arndt verwies darauf auf feine hohen Beziehungen und nannte den Namen Fritz Berendts, wobei er sagte, daß dieser ebenso wenig ein pekuniäres Interesse habe, wie Fräulein Platho, daß er aber verdienen wolle. Er hob immer wieder seine hohen Beziehungen hervor. der Herr habe Beziehungen zum Haus- Ministerium und zu hohen Beamten, ob er denn nicht irgendwie eingreifen könne. Ich habe ihm geantwortet. daß es ja hirnverbrannt wäre. anzunehmen, daß irgend welche Beamte auf die Richter in Leipzig einwirken könnten, und kann dabei wohl gesagt haben: Das geht nicht und wenn Sie das ganze Reichsgericht oder die ganzen Beamten in der Tasche hätten. Jedenfalls habe ich den Mann nicht darüber in Zweifel gelassen, daß ich die ganze Begnadigungssache für unnütz halte. Dann ist der Mann weggegangen und hat sich am nächsten Tage bei Frl. Platho bitter darüber beschwert, daß ich ihn so abweisend be- handelt habe. Ich habe deni Manne sofort angesehen, daß er gar keine» hohen Hintermann besitze, und als er auf nieine Frage den Herrn Berendts genannt hatte, habe ich sofort gewußt, daß er lediglich einer der vielen Leute ist. die in dieser Sache etwas verdienen ivollten. Zeuge Arndt bestreitet entschieden, den Namen Berendt genannt zu habsn.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Der Mann hat sogar gesagt, sein Hintermann habe den indischen Elefantenorden oder dergleichen.— Zeuge: Das ist unwahr.— Dr. Werthauer: Der Mann, der sich bei Frl. Platho über mich beschwert hat, ist trotz- dem weiter gewillt gewesen, für die Begnadigungssache zu wirken. Herr Luppa toll an dem Gedanken des Gnadengesuchs festgehalten haben. ES ist dann auch ein solches gemacht worden. Ich habe dabei nicht mitgewirkt, da ich Gnadengesuche überhaupt nicht als eine AmtSthätigkeit erachte. Ob dies Gesuch, welches nur ganz all- gemein gehalten sein konnte in Herrn Luppas oder in meinem Bureau zu stände gekommen, weiß ich nicht. Ich habe das Gnaden- gesuch nie gelesen. Herr Arndt ist»uu weiter mit Fräulein Platho in Verbindung geblieben, um die 50 000 Mark möglicherweise zu verdienen. Da ist dann den, Fränlein Platho der' thörichte Ge- danke gekommen, das Reichsgericht könnte nicht bloß frei- sprechen oder verurteilen, sondern es könnte auch im Falle einer Ver- urteilung den Tenor so fassen, daß er einer Begnadigung günstig sei. Man hat dann den Wahnsinn so weit getrieben, anzunehmen, mait könnte vielleicht den sieben Richtern in Leipzig Begnadigungsgesuche unterbreiten und Frl. Platho hat dann wohl die Namen der Richter ermittelt, in der Meinung, daß ihnen Besuche im Interesse der Begnadigung zu niachen wären. Ich stehe diesen thörichten Ansichten und Unternehmungen völlig fern und mit ihnen in gar keiner Verbindung. Diese Rainen soll Fräulein Platho auf ein Schriftstück geschrieben haben. Das ist das, was die„Staats- bürger-Ztg." als ihr Material betrachtet und welches Gegenstand eines neuen Leitartikels werden soll. Diese Dinge habe ich erst von Fräulein Platho bezw. Luppa erfahren. Ich bin in der Sternbergschen Sache vor dem Revisionstermin nie in Leipzig gewesen,! ich habe über diese Angelegenheit nie mit den Reichsgerichtsräten, ebensowenig mit den Oberstaatsanwälten Wachler und Dr. Jsenbicl gesprochen. Was Dr. Romen betrifft, so habe ich keinerlei Anlaß gehabt, zu wünschen, daß ihm die Sache Steruberg ge- nommen würde— ganz im Gegenteil! Den Namen der Frau v. Gräfe habe ich nie gehört, ich habe die Dame nie gesprochen, ihre Existenz nicht gekannt. Frl. Platho ist eine hoch ehrenhaste Dame aus tadelloser Familie. Sie ist Feuer und Flamme für Herrn Sternberg, den sie für einen Unschuldigen hält, nach meiner Ueberzeugung ist sie lediglich bethört von Leuten, die Geld schlucken wollten und dazu rechne ich auch Herrn Arndt, der in allen diesen jetzt von ihm getadelten Dingen sehr eifrig war. Zeuge Dr. Werthauer meint, daß Arndt ein Mann sei, der eine besondre Empfindlichkeit besitze und ihm wohl wegen der Ab Weisung unfreundlich gesinnt sei. Er glaube ferner, daß die Namen der Oberstaatsanwälte Dr. I s e n b i e l und Wachler nur hineingezogen worden seien, um den Artikel zugkräftiger und für die Straße verkaufsfähiger zu machen. Was die Entlaffungssjesuche betreffe, so habe die Ver- teidigung solche während der Ferien etwa alle drei Wochen ein- gereicht, da dann doch häufiger eine neue Besetzung der zuständigen Kammer stattfände und man nicht wissen konnte, wie andre Richter sich zu dem Antrage stellen würden. Der Zeuge Arndt behauptet, daß die Angabe Dr. WetthauerS, er sei in der Sternbergschen Sache nie in Leipzig gewesen, au Unwahrheit beruhe. Da der Zeuge Hoffmeier sich— wie eS heißt— krankheitS halber entfernt hat, so bricht der Präsident die weitere Erörterung diese? Falle? ab und schließt die Sitzung um 5 Uhr. Am Montag findet keine VerhandluiP statt, sondern sie wird erst am D.i e n S t a g vormittag 91/* Uhr wieder aufgenommen werden. VevTammlungen. Im Wahlverein für den dritten ReichStagS-WahrkreiS hielt Dr. Steiner am Mittwoch einen naturwissenschaftlichen Vortrag. Er gab eine Darstellung der modernen Entwickelungslehre und kennzeichnete im Anschluß an die Besprechung des Häckelschen Buchs „Welträtsel" die Angriffe, welche dieses Werk von theologischen und andren Gegnern der modernen Naturwissenschast erfahren hat. An der Diskussion beteiligte sich ein junger Theologe, der dem Vor tragenden in einigen Punkten Oppositton machte, sowie ein Doktor, weicher demgegenüber den naturivissenschaftlichen Standpuntt vertrat. Die Ausführungen des letzteren wurden ebenso wie die vom Refr renten vorgetragenen Anschauungen mit lebhaftem Beifall auf genonimen. Die Glasschleifer hatten am Freitag eine öffentliche Ver sammlung, um über:„Das Entgegenkommen der Ber- liner Glasschleiferei-Besitzer auf unseren Lohn- t a r i f" zu beraten. Wie der Verlauf der Versammlung zeigt, konnte das Wort„Entgegenkommen" nur ironisch aufgefaßt werden, denn die Prinzipale hatten sich in keiner Weise entgegenkommend gezeigt. Der Fabrikant M a t t h e S hatte rundweg erklärt, daß er keine Verbändler mehr beschäftigen wolle. Auf eine Beschwerde, die hiergegen beim Vorstand des Bunds der Glasschleiferei besitzer seitens der Vertrauenspersonen der Arbeiter ein- gereicht wurde, erklärte dieser: er könne Matthes nicht dazu zwingen, daß er nur Verbändler beschäftige. Auf eine» Brief, in welchem der Vertrauensmann darauf hinwies, daß dieses ja gar nicht verlaugt werde, erfolgte eine nichtssagende, ausweichende Antwort. In den Vereinbarungen, die im Mai d. I. mit dem Bund getroffen worden sind, wurde festgelegt, daß im November eine gemeinsame Sitzung zur Beratung des Tarifs stallfinden sollte. Bis jetzt haben die Arbeitgeber' keine Neigung gezeigt, sich mit dem Tarif zu befassen. Der Referent sowie auch der Vorsitzende forderten wiederholt und energisch die an- w e s e n d e n Prinzipale und besonders den Vorsitzendendes Bundes, Herrn Koch, auf, sich zu der Sache zu äußern. Endlich erklärte der letztere, er sei nicht vorbereitet, hier eine Ansprache zu halten— er sei nur in der Versamni- lung, um zu hören. Mark.. „ roth s Lane.. Kalifornier....... {Kalifornier...... Oregon........ La Plata...... {Red Winter Nr 2. North. Spring Nr. 1 Liefcrungsware... Preise für 1000 Kilogramm in Mark 1895| 1896| 1897[ 1898| 1899 139,67 142,12 155,00 125,01 108,51 103,38 115,25 105,76 113,37 107,76 115,49 119,44 123,35 111,25 104,01 110,19 101,11 147,75 152,84 168,35 132,63 111.59 118,35 123,83 129,10 124,08 131,51 134,40 124,91 120,43 114,23 110,43 167,70 165,12 194,81 183,66 132,86 149,85 156,78 161,74 145,47 141,85 156,94 162,03 163,47 140,18 135,10 182,50 178,74 209,37 210,22 154,87 152,00 164,28 165,48 161,07 166,77 171,95 146,95 161,37 141,95 151,33 151,11 179,30 170,33 139,86 135,44 134,71 132,93 125,51 122,73 137,04 142,70 142,49 129,73 122,16 124,58 117,58 Etwa? sprechen bei dieser Verschiebung der Notierungen gegen einander zivar auch die Qualitätsschlvankungcn mit; selbst gleiche Sorten, auf demselben Boden gezogen, fallen nicht in allen Jahren gleichmäßig auS, doch ist der Einfluß dieser kleinen Qualitäts Veränderungen im ganzen ein sehr geringer und erklärt nicht, wes- halb für dieselbe Sorte in dem einen Jahr der Durchschnittspreis eines Börsenplatzes gegenüber dem Preis einer andern Börse nur Ivenig differiert, im nächsten aber ganz bedeutend So zeigt sich zum Beispiel bei einem Vergleich der Königs- berger Preise mit de» Mannheimer, daß in letzterem Ort die Preise in 1895 nur um 15,33 M., 1896 dagegen um 20,60 M., 1897 um 27,11 M,, 1898 um 26,87 M. höher standen. Eine noch weit größere gegenseitige Verschiebung zeigen die Notierungen für Königs- berg und Wien. In den Jahre» 1895 und 1896 stehen die Preise in Wien für Weizen bedeutend niedriger als in Königsberg; 1397 tritt, vornehmlich infolge der ungünstigen ungrischcn Ernte, ein Umschwung ein; der Preis ist in Wien um ca. 16 M. höher als in Stöiiigsbe'-g, 1898 beträgt die Differenz gar beinahe 28 M,, 1899 geht sie zurück auf 19 M. Aehnliche Resultate ergeben sich bei einem Vergleich der Londoner und Liverpooler mit den Danziger Durch- schnittsprciien. Zugleich aber lehrt ein Vergleich des Preisstands an den englische» und belgischen Börsenplätzen mit den deutschen Preis Notierungen, daß ganz unzweifelhaft eine bedeutende Verteuerung des Getreides auf dem Inlands markt durch den Getreidezoll erfolgt, wenn auch diese Wirkung im einzelnen Schwankungen unterworfen ist und die Verteuerung nicht immer genau der Höhe des Zollsatzes entspricht. Bei einer mittel guten Ernte Deutschlands stellt sich thatsächlich die Sache so, daß die deutsche Roggen- und Weizenproduktion etwa nur sechs Siebentel des deutschen Bedarfs deckt, also ein Siebentel vom Ausland be zogen werden muß. und das hierdurch auf dem Inlands markt bedingte Verhältnis der Nachfrage zum Angebot bewirkt unter gewöhnlichen Weltmarkts- Vcrhältniffen eine Steigerung der Inlandspreise um ungefähr vier Fünftel oder fünf Sechstel des Zolls. Ganz voll kommt unter genannte» Marktverhältnissen der Zoll in den Weizen- und Roggenpreisen nur selten zum Ausdruck. Selbst wenn wir die PreiSnotierungcn auf einem und demselben Markt für unverzollte Transitware und für die zum Jnlandsverkehr bestimmte Ware vergleiche», zeigt sich, daß durchweg nicht die Differenz, wie es der Theorie nach sein müßte, 35 Mark pro 1000 Kilogramm(entsprechend dem Vertragszoll von 3,50 M. pro Doppelcentner) beträgt. sondern etwas weniger. So kostete z. B. in Danzig pro 1000 Kilogramm Weizen Unverzollt. Inlands- Transitw. Roggen Unverzollt. Inlands- Transitw. wäre Transitw. wäre 1895 107,83 142,12 81,70 116,20 1896 117,93 152,84 77,66 111,75 1897 131,50 165,12- 119,30 1898 148,73 178.74 110,95 142,26 1899 117,21 151.11 107,33 139,48 Wir sehen, ganz entspricht selbst hier auf demselben Markt die Preisdifferenz nicht dem Zollsatz. Die Differenz für Weizen betrug 1895--- 34,24 M.. 1896— 34,91 M.. 1897= 33,62 M.. 1898— 30,01 M.. 1899= 33,90 M.. für Roggen 1895--- 34,50 M., 1896--- 34.09 M.. 1898— 31,31 M,. 1899= 32,15 M.; dabei ist in Berücksichtigung zu ziehen, daß im Lauf eines Jahrs, wie schon vorhin bemerkt wurde, eine gewisse Ausgleichung der Schwankungen eintritt. In der Hauptsache aber haben die freihändlerischen Gegner der Kornzölle unzweifelhaft Recht. Entspricht die preissteigernde Wirkung des Zolls nicht immer ganz der Höhe des Zollsatzes, so bleibt sie doch auch unter gewöhnlichen, man kann fast sagen, normalen Markt- Verhältnissen nicht weit hinter dieser Höhe zurück, und zwar tritt diese Wirkung um so voller«in, je schlechter die deutsche Ernte ausfällt, je mehr also die Nachfrage überlviegt und die Preise anziehen._ Aus Vev Frsuenbetuegung. oder Ursache und „Frankfurter Zeitung" Ministertöchter und Frauenbewegung Wirkung in der preußischen Politik. Der ivird berichtet: „In dem eben erschienenen Jahrbuch der„Hilfe" 1901(Buch- Verlag der„Hilfe", Berlin-Schöneberg) plaudert in einem Brief zur Frauenfrage Herr H. v. Gerlach folgendes Histörchen auS:„Es war zu den Zerten, als noch Bosse Kultusminister war. Herr Bosse hatte kein Privatvermögen, aber mehrere erwachsene Töchter. Das ist zwar eine Privatangelegenheit, aber immerhin so bekannt, daß man es ohne Indiskretion weitererzählen kann. Die Töchter waren tüch- tige Mädchen, denen Bälle und Bazarvorbereitungen das Leben nicht ganz zur Genüge auszufüllen schienen. So studierte denn die eine auf die Lehrerin, die zweite auf die Apothelerin los. Der Vater überzeugte sich in der eignen Familie, daß die Frauen ihre Pflichte» als Studierende mindestens ebenso gut � erfüllen wie die Männer. Warum ihnen also die gleichen Rechte vor- enthalten? Die Sache wurde im Kultusministerium erörtert. Eines schönen TagS las ein vortragender Rat NamenS Schmidt— übrigens ein Sohn des Konsistorialpräsidenten— Herrn Bosse eine Verfiigung vor, worin die Frauen zur Immatrikulation zuzulassen seien.' Herr Bosse nickte zustimmend. Ganz seine Meinung! Er hätte an der Verfügung nicht das mindeste auszusetzen, wollte sie nur, da es sich um eine wichtige Sache handelte, auf die Form hin noch einmal gründlich durchlesen. So ließ er sie denn zunächst ununterschrieben auf feinem Schreibtisch liegen. In den nächsten Tagen sollte sie das Licht der Oeffentlichkeit erblicken. Da passierte etwas Unerwartetes. Wie ein Sturmwind kam Prof. v. Bergniann angebraust. Er hatte Wind von der Sache bekommen. Wie, darüber wage ich nicht einmal in einem Privatbrief eine Vermutung zu äußern, Sie wissen, ich bin Jurist. Kurz, Herr v. Bergmann war da. Sie haben vielleicht davon gehört, daß der berühmte Gelehrte einige Seiten hat, die weniger angenehm berühren. Jedenfalls ge- hört die halbe Stunde, die er niit Hern: Bosse zusammen verlebte, nicht gerade zu Bosses liebsten Ministererinnerungen. Herr v. Berg- mann drohte mit Demission,„falls man ihm die Frauen aufnötige", und wußte durch die Energie seines Widerspruchs dem armen Bosse so zuzusetzen, daß er seine amtliche Meinung über das Frauenstudium änderte. Sie wissen ja, starres Festhalten an dem einmal Beschlossenen gehörte nie zu den Schlvächen des liebenswürdigen Manns, Er ließ sich leicht vom Gegenteil überzeugen. Jedenfalls, wie die Sache auch verlief— ich bin ja nicht dabei gewesen—, Thatsache ist, daß die Verfügung ohne Unterschrift blieb. Und da Herrn Bosses Nachfolger keine erwachsenen Töchter hat, aber ein echter preußischer Bureaukrat alten Schlags ist, so fürchte ich. daß auch Ihr Fräulein Tochter noch sich mit der halben Ehre der Hospitantin wird begnügen müssen." Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 3. Dezember, abends 8Vü Uhr, in den Arminhallcn, Kommandantenftraße 20. Vortrag deS Hern, Karl Legien über: „Die Arbeiterin in der Gewerlschaftsbeivegung". Am 12. Januar veranstaltet unser Verein einen Maskenball und sind zu demselben Billets zu haben: bei Frau Panzeram, Pappel- Allee 123, Frau Klotsch, Koppenstrahe 81, Frau Müller, Wiesen- straße 30, und Frau Bauschke, Rostockerstratze 47. Der Vorstand. Gegen die höhere Töchterschule werden nächsten Dienstag Dr. Anita Augspurg, Frl. Becker, stuä. pbil., und der Privatdocent Dr. Paul Bergemann in einer öffentlichen Versammlung im Jndustriegebäude, Beuthstraße 19/20, Vorträge halten. Die Ver- sammlung beginnt abends 3 Uhr. Sociales- Hinweisungeu für Renteu-Anwärter. AlterSrenten-Anwärter, welche im Dezember 1900 ihr 70. Lebens- jähr vollenden, haben an Beitragswochen nachzuweisen, wenn sie nach Eintritt in die Versicherung beschäftigt waren: a) als Arbeiter. Gehilfen. Gesellen, Dienstboten, HandlungS- gehilfe», BctriebSbeamte....~ b) als Haus- Gewerbetreibende der Tabakfabrikation...... c) als Haus- Gewerbetreibende der Textilindustrie mit Versicherungs- Pflicht vom Jahre 1894.... 251—254 Z d) als Haus- Gewerbetreibende der Tertilindustrie mit VersicherungS- Pflicht vom Jahre 1896.... 197—200 Z s) als Lehrer. Lehrerinnen, Erzieher, Gesellschafterinnen, sonstige Ange- stellte, deren dienstliche Veschäfti- guiig ihren Hauptberuf bildet, u. dergl........... 37-40 Die Bewerber haben außerdem den Nachweis zu erbringen, daß sie während der dem Inkrafttreten des Versicherungszwangs un- mittelbar vorangegangenen Jahre berufsmäßig, wenn auch nicht un- unterbrochen, eine Beschäftigung gehabt haben, für welche die Ver- sicherungSpflicht bestand oder inzwischen eingeführt worden ist. Der Nachweis wird erlassen, wenn innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Versicherungspflicht für den betreffenden Berufs- zweig in Kraft getreten ist, eine die Versicherungspflicht be- gründende Beschäftigung für die Dauer von mindestens 200 Wochen bestanden hat._ Gegen die Hungerzölle hat die Gemeindevertretung von Fürth in Bayern Stellung genommen. Nachdem der Magistrat bereits beschlossen hatte, an das Ministerium das Ersuchen zu richten, im Bundesrat gegen die Erhöhung der Getreidezölle und für lang- fristige Handelsverträge zu wirken, hat das Gemeindekollegium den Beschluß dahin erweitert, die Bevollmächtigten im Bundesrat möchten angewiesen werden, gegen jede Erhöhung der Zölle aus Lebensmittel, für langfristige Handelsverträge und gegen einen Doppeltarif Stellung zu nehmen. Eine» Entwurf zur Fürsorge für arbeitsunfähige städtische Arbeiter wird der Magistrat von Königsberg den Stadt- verordneten vorlegen. Es sollen danach für städtische Arbeiter, die nach zehnjähriger ununterbrochener Thätigkeit in städtischen Diensten, gerechnet von' erreichter Volljährigkeit an, wegen Arbeitsunfähigkeit entlassen werden, Invaliden-, Witwen- und Waisengelder gewährt werden. Das Jnvalidengeld soll mindestens 0,2 und höchstens 0,5 des Lohns betragen. Die höchste Rente wird erst nach fast 50 Dienst- jähren erreicht. Die Glasarbeiter bereiten eine Petition an den Bundesrat bor mit folgenden Forderungen: 1. Verbot der Sonntagsarbeit in allen Glasbetrieben dergestalt, daß spätestens in der Zeit von Sonnabendnacht 12 Uhr bis Montag früh 6 Uhr nicht gearbeitet werden darf. Ausgenommen hiervon sind diejenigen Arbeiten, welche zur Instand- Haltung der Oese» in heißem Zustande und zur Schmelze des GlaseS während dieser Zeit unbedingt erforderlich sind. Den Bcdienungs- Mannschaften der Glasöfen: Schmelzer, Schürer, Gemenger bezw. deren Gehilfen, welche an einem Sonntage ihre Funktionen aus- geführt haben, ist an einem der darauf folgenden Wochentage eine Ruhezeit von mindestens 30 Stunden zu gewähren. 2. Verbot der Beschäftigung jugendlicher Arbeiter männlichen Geschlechts unter 14 Jahren auch in den Glashütten, analog der Bestimmung sub I, Ziffer 2 der Verordnung des Bundesrats vom 11. März 1892._ Wittermigsübersicht vom 1. Dezember 1900. morgenS 8 Uhr. ibiis 397—400 BeitragSwochcn, 356-360 i Stationen Swineinde Hamburg Berlin Frankf.M. M laichen Wien Wetter-Prognose für Sonntag, de«?. Dezember 190».> Ein wenig kälter, ziemlich trübe und nebelig mit Niederschlägen und mäßigen nördlichen Winden. Wetter «■5. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 2. Dezember. Freie Volksbühne. Carl Weiß: Theater. 3. Abteilung( graue Karten). Ueber unsre Kraft. ( II. Teil.) Anfang 22 Uhr. Lessing Theater." V 1. Ab: teilung( rote Karten). Der Bund der Jugend. Anfang 24 Uhr. Opernhaus. Fidelio. Anf. 7 Uhr. Montag: Der Barbier von Bagdad. Die roten Schuhe. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 712 Uhr. Montag: Agnes Bernauer. Menes Opern Theater( Kroll). Turandot, Prinzessin von China. Anfang 7 Uhr. Montag: Die Fledermaus. Deutsches. Die Macht der Finsternis. Anfang 7 Uhr. Nachm. 2½ Uhr: Die verfunkene Gloce. Montag: Rosenmontag. Schiller Theater ( Walluer Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Eduard Pailleron. Deutsch von A. Tuhten und Karl Friedrich Wittmann. Sonntag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. RANIA** Taubenstr. 48/49. Sonntag abends 8 Uhr: Aufden Wogen des Oceans. Im Hörsaal: man heizen" von Dr. Nass. Invalidenstr. 57/62: 99 Wie soll Cirkus Cirkus Schumann. Sente, Sonntag, den 2. Dezember nachm. 32 Uhr u. abends 71/2 Uhr: 2 große außerordentliche 2 Gala- Vorstellungen. In beiden Borstellungen gleich reich: haltiges abwechselndes Programm. In beiden Vorstellungen der Schauspiel in 3 Atten von Hermann„ Die Weltausstellung in Löwen Baron Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Ephraims Breite. Dienstag, abends 8 Uhr: Faust. II. Teil.( 1. Abend.) Central Theater Anfang 72 Uhr. Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Atten von Adolf Rosée. Musik von H. Plazbecker. Mitwirkende: Damen: Albes, Grabit, Walde. Herren: Albes, Ander, Kunstadt, Morway, Schulz, Sondermann. Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Leffing. Wie die Blätter... An Vogelhändler.( Briefchriftet": Mia fang 7 Uhr. Montag: Johannisfeuer. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 7 Uhr. Nachm. 31% Uhr: Maria Stuart. Montag: Die strengen Herren. Nefidenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Fernande. Montag: Die Dame von Marim. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nackte Kunst. Montag: Die Liebesprobe. Weften. La Traviata. 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Undine. Montag: Undine. Anfang Central. Der Brautvater. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Vogelhändler. Montag: Der Brautvater. Secessionsbühne. Anfang 7 Uhr. Der Beibalte. Werber.) Abends 72 Uhr: Der Brautvater. Montag und folgende Tage: Der Brautvater. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Amor von heute. Ausstattungspoffe mit Gesang u. Tanz. Herren: Thomas, Thielscher, Helmer Sing, Juntermann, Paulmüller. Damen: Milton, Milani, Boje, Wanovius. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Alexanderstr. 40. Heute, nachm. 3 Uhr: Hockenjos Peter Squenz. Abends 72 Uhr: Der Leibalte. Nachm. 3 Uhr: Hockenjos. Peter Komödie in 3 Aften v. Lothar Schmidt. Squenz. Montag: Der Beibalte. Morgen: Der Leibalte. Schiller. Das Glück im Winkel. Carl Weiss- Theater Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Montag: Ephraims Breite. Thalia. Amor von heute. Anfang 712 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Luisen. König Krause. Anfang 8 Uhr. Nachm. 8 Uhr: Die Räuber. Montag: König Krause. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Strohwitwe. Anf. 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Die Strohwitwe. Carl Weiß. Der rechte Schlüffel: Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle- Alliance. Der Geigenmacher von Mittenwald. Anfang 8 Uhr. Nachnt. 31%, Uhr: Kindervorstellung: Lieschens Himmelfahrt. Montag: Der Geigenmacher von Mittenwald. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Palast. Specialitäten: Borstellung. Der Säugling. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Paffage Panoptikum. M Speciali täten D Borstellung. Anfang mittags 12 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans." Im Hörsaal: Wie soll man heizen". Von Dr. Naß. Juval ibenstr. 57/62. Die Weltausstellung in Paris"." Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Montag: Auf den Wogen des Oceans". Gr. Frankfurterstr. 132. Der rechte Schlüssel. Boltsstück in 4 Atten v. Francis Stahl. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: Schneewittchen. In Vorbereitung: Die Veilchenprinzessin Ein Märchenspiel mit Gesang in 4 Akten von Willy Lang. Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse. Sonntag, den 2. Dezember: 2 Grosse Vorstellungen 2 Nachmittags 4 und abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen abwechselndes gleich reichhaltiges Brogramm. Nachmittags 4 Uhr: 1 Kind frei. Abends 8 Uhr: Gewöhnliche Preise. The Hugossets, Luftgymnastiker. The Cirnocs, die Flucht vom Galgen. Avis: Mittwochnachmittag 4 Uhr: Schüler-, Kinderund Familien- Vorstellung. Passage- Panopticum. Neu: Krao, das Bindeglied awischen Mensch u. Affe( lebend). Liza, bas 12jährige Riesenfind ( 336 Pfund schwer). China in Berlin. Großes theatralisch- ethnographisch. Schaustück in 11 Bildern. Entree einschließlich Theater 50 Pf. Kinder die Hälfte, Montag: abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstr. 57/62. Neu! Louis Kellers Festsäle, Louis Koppenstrasse 29. Heute, Sonntag: Humoristischer Abend der renommierten Leipziger Sänger- Quartettu. Humoristen Herren Pauly, Müller, Hoffmann, Oppermann, Schmitz, Antonius, Cröning. Neues decentes humoristisches Programm. Mons. Alphons Althoff. Gr. Juftrumental- Konzert Mons. Alphons Althoff. June fowie die neu engagierten Specialitäten. In beiden Vorstellungen: anerkannt unerreicht dastehende Originaldreffuren. Tägl. Sternwarte. Direttor Albert Schumanns Nachmittags 5-10 Uhr. Nachmittags zum Schluß: Die ur tomische Burlesque: Berliner Aquarium Die Inftigen Unter den Linden 68 a. Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Nen! 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. Militär u. Kinder 25 Pf. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Tägl. Auftreten Gertrude Barrison und das grosse Dezember- Programm. Eintr. inkl. Panopticum 50 Pf. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Sonntag, ben 2. Dezember: Henry Bender als Debüt. Mit vollständig neuer Ausstattung Fine Fine tolle Nacht. Große Berliner AusstattungsPoffe in 5 Bildern von Julius Freund u. W. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Vorher: bas vollständig neue Dezember Special. Programm. Brüder Pantzer. Renard. Mile. Bacha. Anfang der Specialitäten 128 Uhr, Anfang der„ tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Morgen u. d. folgenden Tage: Eine tolle Nacht. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. Pummels Roman ober: Berliner Leben. Gr. Berliner Gesangspoſſe in 5 Bildern. Hoffmanns Salon Hoffmanns Salon Achtung! Köslinerstrasse 8. Zum 1. u. 2. Weihnachtsfeiertag ur Matinee fret. 130 2800 Köslinerstrasse 8 empfiehlt seinen großen Saal Vereinen Die lustigen Maurergesellen. Scenen aus dem Straßenleben in New York. In der Nachmittags- Vorstellung ist auf allen Plägen ohne Ausnahme ein Kind frei, iebes weitere Kind halbe Preife( außer Galerie), abends jedoch volle Preise. Rum Schluß zum 70. Mal: Allabendlich stürmischer Beifall. Das größte Manegen- und Wasserschauftück der Gegenwart CHINA. Die Unfren in Kiautichou. Der Aufstand der Borer; Krieg. 1 Die Verbündeten vor Taku- Peking. Sämtliche Einlagen. U. a.: 1nübertreffliche sensatio= nelle Bravourleistung: Erftürmung der 20 Fuk hohen glatten chinesischen Maner. Darstellendes Personal 600 Personen. Montag: Gala- Sport- Vorstellung. Neues Programm. Löwen- Baron. Rawsone u. June. China. Cirkus Busch 2 Sonntag, den 2. Dezember: Grosse Gala- 2 Vorstellungen. des Berliner Konzert- Orchesters 0001 unter Beitung feines Dirigenten Herrn Rud. Tietz. Grosser Ball. Zwei Orchester. Vor und während des Konzerts im Nebensaale Ball. Reserviert 50 Pf. Entree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. Diese Vorstellungen finden jeden Sonntag und Mittwoch statt. Mittwoch, den 14. November: Humoristischer Abend der Leipziger Louis Keller. [ 1142*] Sänger mit gänzlich neuem Programm. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Jub.: Max Schindler. Telephon: Amt IV Nr. 1132. Heute: Grosser Ball, als Specialität: Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree fret. Empfehle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken 2c. meine Säle, 300 und 1200 Personen faffend( mit Bühne) zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art.[ 57419* Max Kliems Festsäle Nach Hasenheide 13-15. Im neuen Bestiaat Gr. Militär- Streich- Konzert. Jeden Sonntag: Anfang 6 Uhr. dem Konzert: Kränzchen. In den alten Sälen von 4 Uhr ab: Ball. Jeden Donnerstag: Norddeutsche Sänger. ( Bimmermann, Steinhardt, Stangenberg 2c.) Anfang 7 Uhr. Empfehle meine Säle, 1200, 1010 und 560 Personen faffend, Vereinen [ 5681L] Max Kliem. und Gesellschaften. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Das pyramidale Dezember: Programm. 8% thr: Neu! 10793 Nen! Der Säugling. Nachmittags 4 Uhr u. abends 71% Uhr. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Erwachsene 1 Kind auf allen Sik plätzen frei, weitere Kinder die Hälfte. Poffe mit Gefang von O. Richter. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien Ult über Ult. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Nickel, Rentier: Direttor Richard Winkler. Zum erstenmal in Berlin: Reinhold- Truppe, Afrobaten ersten - Miss Claire. Mr. Richard, unvergleichliche Trapez Sünstler. Jung u. Johnny, akrob. Clowns. The 3 Heltons, judendliche Athleten. Range. Die Bootskatastrophe 14 Riesen- Schaunummern! auf dem Müggelfee. In beiden Vorstellungen: Auftreten der vorzüglichsten Reit: tünstler und Reitkünstlerinnen. Wochentags 72 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Die besten Clowns mit neuesten Sanssouci Wiken und Späßen. Die vorzüglichst. Programmnummern! Abends 7% Uhr: Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Abends 7% Uhr: Montag und Donnerstag: Zum viertenmal: 66 ..Die eiserne Maske" ( Le masque de fer). W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Kyrik- Pyrik. Bofie mit Gelang in a utt.( Bildern) Achtung! von Wilten und Justinus. von Michaelis. Nach der Vorstellung: Hoffmanns Salon Köslinerstrasse 8. zu Versammlungen und Tanz, auch Wegen Auflösung eines Vereins ist Sonnabends und Sonntags.[ 2289* ber zweite Weihnachtsfeiertag frei. Spree Nige hochfeiner Tafel Liqueur Sandmann Wolffgang Gebrüder COM.GES BERLINSW FLOCK Masit Tanzkränzchen. Montag: Kyrik- Pyrik. überall zu haben! Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7. Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 1130 Pf. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins- und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Elysium. Landsberger Allee 40-41. Jeden Sonntag und Mittwoch: Norddeutsche Sänger. Nach der Soiree: BALL. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Avis! Sonntage: 6. Januar, 10., 17., 24. Februar großer Saal zu bergeben. C. Eisermann. Spree Nixe nochfemer faleler Spice Nawa Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Täglich 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Apollo- Theater. Vollständig neues Specialitäten- Programm. Mlle. Brescina Pariser Excentrique. Milli Capell in ihrem unerreichten Sporting Act Kaffeneröffnung 6 Uhr. Anf. 72 Uhr.. Ein Club derHarmlosen. NO ΣΤ THoglowsks Beachten Sie St.Wolfgang" biffere Tropfen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert madis! asda 1pp/ s Anis& do Jooga pisid milla sfu atling Hi ther pings mi III. Wahlkreis. Freitag, den 7. Dezember 1900, abends 8 Uhr, im Lokale Buggenhagen, Morigplay: Volks- Versammlung Tages Ordnung: V 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wolfgang Heine über: " Aufgaben und Kämpfe der Socialdemokratie im Reichstage." 2. Diskussion. Zahlreichen 212/5] Maler und Berufsgenossen! Donnerstag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ortskrankenkasse der Weber und verwandter Gewerbe, Berlin. [ 1339b Crosse Versammlung Gr. Innungs- Versammlung der Maler u. Berufsgen. fämtlicher großfährigen Mitglieder 125/15 Sen Besuch erwartet 92Der Vertrauenshani 135 Central- Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, II, Zimmer 16, Tel. A. 7. 3348. Berlins, Rixdorfs und Charlottenburgs. Tagesordnung: Unser Lohntarif. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist geboten. Der Gehilfenausschuss. J. A.: M. Märtens, Altgehilfe, Stephanstr. 50. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. ophelde edeb Sonnabend, den 8. Dezember 1900, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Mehlkutscher Berlinsi Gr. Sonntag, den 2. Dezember, nachm. 1½ Uhr, bei Schneider, Belforterstr. 15: Zur Feier des zehnjährigen Bestehens Vokal- und Instrumental- Konzert. al- und ben Festrede. FF Versammlung. be Tages Ordnung: Kapelle des neuen Berliner Konzert- Orchesters unter Leitung des Herrn R. Tietz. Gesanglicher Teil: Sonderchor des Bundes.- Einzelvereine. Lebende Bilder. Nach dem Konzert: Tanz. Eintritt nur durch Bundes- Mitgliedskarte. Die Antwort der Bäckerinnungen und definitive Beschlußfassung. Programm 10 Pfennige. Anfang abends 8 Uhr. Bu diefer Versammlung sind die Mitgliedsbücher mitzubringen. Die Die Probe des Sonderchors findet am Donnerstag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain statt. jenigen Kollegen, welche noch nicht Mitglied sind, können sich aufnehmen Achtung! Taffen. pünktlich zu erscheinen. Achtung! Durch besondere Umstände 16/19 sämtlicher Arbeitgeber, sowie obiger Kasse, am Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 10% Uhr, in Wolffs Lokal( früher Freischütz) Fruchtstraße 36 a. Tages- Ordnung: 10% Uhr vorm.: Wahl von 55 Delegierten der Ar beitgeber für das Jahr 1901; 11 Uhr vormittags: 1. Aufstellung der Kandidatenlifte. 2. Wahl von 131 Delegierten ber Kassenmitglieder für das Jahr 1901, 3. Verschiedenes. Kann die Tagesordnung nicht erledigt werden, so findet in demselben Lokal, zur selben Stunde, am Sonntag, den 16. Dezember cr. die Fortfegung der Versammlung statt. Wahlberechtigt und wählbar sind nur großjährige Kaffenmitglieder Bum ($ 48, bs. II des Statuts). Gintritt in das Wahllokal ist das Mitgliedsbuch erforderlich. Das Wahllokal wird um 12 1hr Wahlatt beginnt. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Mehltutschers, in dieser Versammlung Die Kreistonferenzas Weihnachts= Feiertage geschlossen, da um diese Zeit der Rollkutscher und Speditionsarbeiter! des Reichstags Wahlkreises Teltow. Sonntag, den 2. Dezember 1900, abends 6 Uhr, " Englischen Garten, Aleganberir. 27 cr, Deffentliche Versammlung. Tages: Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann über:" Auf was wir flolz find. 2. Die Erhebungen der Reichstommission für Arbeiterstatistik im Transportgewerbe. Referent Sollege Joh. Rein. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. it Gure Kollegen! Es ist Eure Pflicht, recht zahlrecht zu erscheinen, fowie alle it zu erscheinen, You uns noch fernstehenden Kollegen, welche dem Verbande beitreten wollen, mit zubringen. Bringt auch Eure Frauen mit! In dieser Versammlung können auch Beiträge entrichtet werden. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Es ist alles vorbereitet, um den Kollegen und deren Familien einen recht gemütlichen Abend bereiten zu tönnen. einen A und deren Familien Dienstag, den 4. Dezember 1900, abends 9 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20: zur Matinée fret. Strzelewicz, Pankow, Wollantstr. 111. 14016 Beeskow- Storkow- Charlottenburg Berlin, den 2. Dezember 1900. Der Vorstand. C. Spann, Vorsitzender. R. Hildebrandt, Schriftführer. findet am 9. Dezember 1900, nachmittags 1 Uhr, im Gewerkschafts. Wäschenäherinnen! Teluälde 1204/ 18+ Tages Ordnung: hause 5), Engel: llfer 15, statt. ( Saal 5) 2. Statutenberatung und Wahl des provisorischen Vorstands. 3. Bericht 1. Die Centralisation der Wahl- und Bildungsvereine des Kreises. und Abrechnung des Kreisvertrauensmanns. 4. Bericht der Preß, Agitations- und Lokalfommissionen. 5. Kreisangelegenheiten. V aufmerksam: Jeder Ort tann bis 3 Delegierte zur Kreisfonferenz ent Gleichzeitig mache ich auf§ 3 des Organisations Statuts des Kreises fenden; die Wahl findet in öffentlichen Barteiversammlungen statt, jedoch müssen die Delegierten politisch organisiert fein. Anträge, welche auf der Kreisfonferenz ihre Erledigung finden sollen, müssen bis spätestens 5. De zember in Händen des Unterzeichneten sein. Die Kreistonferenz wird pünktlich eröffnet. Der Kreisvertrauensmann: Wilhelm Eberhardt, Charlottenburg, Wilmersdorferstraße Nr. 38 a. Dienstag, den 4. Dezember, abends 8½ Uhr: T Gr. öffentliche Versammlung in Wernans Festsälen, Schwedterstraße 23/24, Tages: Ordnung: verhältnisse der Wäschenäherinnen." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Vortrag der Genossin Frau Tietz über: Lohn- und Arbeits: werden um rege Agitation unter den Näherinnen gebeten. Alle Mitglieder des Vereins der Wäsche und Krawatten- Branche Die Einberuferin. 251/13 Achtung! Moabit. Achtung! Dienstag, den 4. Dezember 1900, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Peters, Alt- Moabit 80-81: Deutsch. Metallarbeiter- Verband A- monio. Verwaltungsstelle Berlin. 1088 Großer öffentlicher Vortrag Ausserordentliche alexiaA- nonio. loxi Bureau: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 3. Dezember 1900, abends 7 Uhr General- Versammlung der Verwaltungsstelle Berlin. in 1.„ Müdblide", Zeen Sabre unfrer Organiſation. Referent: der Tages Ordnung: Rollege Joh. Rein. 2. Disfuffion. 3. Ersazwahl des Kassierers. 4. Ber bands- Angelegenheiten. Kollegen! Erscheint zahlreich in dieser Versammlung. Am Eingang Tegitimiert das Mitgliedsbuch. Die Ortsverwaltung. Versammlung Former und Gießereiarbeiter im„ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten A. Agfter über: Weltschöpfung und Weltuntergang. CA X 2A 3 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, die noch ausstehenden Fragebogen zu dieser Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Bersammlung mitzubringen. Montag, den 3. Dezember, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Herrn Graumann, Naunynstraße Nr. 27. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Paul Jahn über: Humanität und Ge waltspolitit. 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegierten vom Gewerk schaftskartell der Lokalorganisierten. 4. Bereinsangelegenheiten. Achtung! Den Rirdorfer Kollegen zur Nachricht, daß sich die Zahlstelle vom 1. Januar 1901 Hermannstr. 197 bei Babenschneider befindet. 143/1 Dienstag, den 4. Dezember 1900, abends 81/2 Uhr Versammlung der Mechaniker, Optiker und Ührmacher im Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15( großer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten A. Agfter über: Welt: schöpfung und Weltuntergang". 2. Disfuffion.- 3. Die gegenwärtige Geschäftslage und die Verhältnisse in verschiedenen Werkstätten. 4. Neut wahl der Agitationstommission. 5. Verbandsangelegenheiten. Angesichts der außerordentlich wichtigen Tagesordnung ersuchen wir die Kollegen, zahlreich zu erscheinen. Berufsg. 121/19] Die Ortsverwaltung. Der Vorstand, Verband der Graveure, Ciseleure u. verw. Dienstag, 4. Dezember, präc. 8 1hr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Filial- Versammlung. Achtung Parkettbodenleger! Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Rechtsanwalts Dr. Viktor Frankl, 3. Bericht bes Kollegen E. Brüdner über unfren Arbeitsnachweis. 4. Bericht des Kollegen Tharow über seine Thätigkeit als Gewerbegerichts- Beifizer. 5. Berschiedenes. 74/17 NB. Der äußerst reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Glaser Berlins und Umgegend! Montag, den 3. Dezember, abends Punkt 8 Uhr: Gr. öffentliche Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Geschäftsbericht und Abrechnung über unsre Lohnbewegung. 2. Bericht des Kaffierers. 3. Verschiedenes. für Männer und Frauen. Die Vivisektion und ihre Folgen für die Arbeiter. Referent: Herr Reinhold Gerling. entferntube niemand, es banble fich nur um Berfuche an Tieren. Bivisektion ist Folter der im Dienste medizinischen Wissenschaft. Glaube Man ist längst auch zu Versuchen an Menschen übergegangen und die armen Leute in Krankenhäusern und in Polikliniken haben dazu ein reichliches Ver fuchsmaterial geliefert. Eintritt frei. Naturheilverein Zukunft", Moabit. Die Moabiter Mersteschaft ist eingeladen. 279/15] Berliner Konsumverein. Die in der General- Versammlung vom 25. November genehmigte Bilanz stellt sich wie folgt: Aktiva. affaconto. Warenconto Inventarconto Großeinkaufs GesellschaftsAnteilconto. Städtische Gaswerke W nis M Passiva. 1234,38 Mitglieber- Guthabenconto. 1602,79 5662,30 Reservefondsconto 632,94 Darlehnsconto 270,15 2054,14 Lieferantenconto. 1730,06 250,- Rückvergütungsconto( 8 Proz. 30, von 24 400 M.. Entschädigung für die Verwaltung 1952, . 200,--7809,62 7809,62 Der Umsatz betrug in Abteilung 1 und II bis 1. Juli etiva 4000, in Oben Monaten Juli bis Ende Oktober in Abteilung I 2614,03 m., Ab 13916 teilung II 5 366,76 M., Abteilung III 12 416 m. Dienstag, den 4. Dezember 1900, abends 6 Uhr, bei M. Prill, Charlottenburg, Grolmann- und Göthestraßen: Ece: Kommissionssitzung mit Vertrauensleuten. Die Kollegen der Firma Mittag und der Kollege Rennecke sind hier: mit eingeladen. Sämtliche Kollegen haben ihre Verbandsbücher mitzubringen. Gs ist Bflicht aller eingeladenen Kollegen, zu erscheinen. 284/13] Die Kommission. Verein der Tischler Berlins und Umgegend Vertrauensmänner- Centralisation. Dienstag, den 4. Dezember, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung bei Franke, Pallisadenstraße 9. Jede Werkstelle muß vertreten sein. 186/11 Der Vorstand. Die Rückvergütung von 8 Proz. tann vom 10. Dezember ab in den Verkaufsstellen in Empfang genommen werden, und zwar für die Mitgliederbücher 1-50 am 10., für 51-100 am 11. usw., für die nächstfolgenden 50 Nummern an jedem folgenden Tage. Gine geübte Verkäuferin und ein Verkäufer werden gesucht; beborzugt fchon in Stonsumvereinen beschäftigt gewesene. Schriftliche Be werbungen find an den Schriftführer Mar Steinschneider, Kaiser Wilhelmftr. 47, zu richten. In Abteilung III( o a bit) ist die Geschäftsstelle Veuffelstr. 56 eröffnet, in Abteilung IV Rummelsburg, Türrschmidtstr. 6. Abteilung IV hält ihre Abteilungs- Versammlung am Dienstag, ben 4. December, abends 81%, Uhr, im Nestaurant von Weigel, Türr schmidtstr. 45. Gäste willkommen. Wilh. Lamm, Borsigender. P. Schulz, Obmann des Aufsichtsrats. Verband der Tapezierer, Filiale Berlin. An die Arbeiterschaft Berlins! Dienstag, den 4. Dezember, abends 8 Uhr: Die Kollegen werben erfucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen, ba Bezirks- Versammlung Norden wichtige Beschlüsse zu fassen sind. 73/9 Der Vertrauensmann. ensmann. Montag, den 3. Dezember, abends 8 Uhr: ollino im Restaurant Nümann, Brunnenstraße 188. Tages Ordnung: 1. Das Drama und seine Bedeutung. Referent: Herr Dr. R. Steiner. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Die Verbandsleitung. Oeffentlicher Vortrag Socialdemokratischer Verein des Schriftstellers Karl Schneidt über: Der Prozess Sternberg und andre Prozesse 215 A im Friedrichstädtischen Kasino, Friedrichstr. 236. Entree 10$ fg. Frauen willkommen. 13785 Rixdorf. Socialdemokrat. Verein Vorwärts Dienstag, den 4. Dezember, abends 82 Uhr: zu Schöneberg. Versammlung. Montag, ben 3. Dezember, abends 8 Uhr, bei Obst: Tages Ordnung: 1. Das neue Organisations- Statut. 2. Disfuffion. 3. Vereinsangelegen Geiten. 4. Berſchiebenes Um zahlreiches Erscheinen ersucht 15/14 Der Vorstand. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, ben 3. Dezember, abends 8, 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Vortrag des Herrn Karl Legien über: Mitglieder- Versammlung Die Arbeiterin in der Gewerkschaftsbewegung. im Lokale des Herrn Lanckner, Bergstr. 152. Tages- Ordnung: 1. Die Umgestaltung der Organisationsform der Wahl- und Bildungs bereine zur Centralisationsform. 2. Distusfion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht 232/15 Der Vorstand. Gäste willkommen. Der Vorstand. Billets zu dem am 12. Jaunar stattfindenden Maskenball find zu haben bei Frau Panzeram, Pappel- Allee 128, Frau Klotsch, Koppenftraße 81, Frau Müller, Wiesenstraße 30, Frau Bauschte, Rostoder 59/2 ftraße 47. hole pod Grosse Berliner Central- Küche. Unter diesem Titel veröffentlicht Herr L. Höhnke, Greifs walderstr. 71, die Anzeige, daß es ihm gelungen sei,„ Herrn Baldwin Franke, befannt aus seinen Unternehmungen ähn licher Art in der Großen Frankfurterfir. 73, Rosenthaler. straße 60 und Neue Grünftr. 39, als Leiter des Betriebs zu gewinnen". Indem ich Herrn 2. Söhnke für sein Unternehmen bestens Glüid wünsche, will ich nur bemerken, daß die„ Unternehmungen ähnlicher Art" in der Großen Frankfurterstr. 78 und Mofenthalerstr. 60 von meinem kürzlich verstorbenen Manne und mir gegründet und erst später von Herrn Balduin Frante übernommen worden sind Dies der Wahrheit gemäß. Meine Speise- Halle für Volksernährung..Vorwärts" befindet sich nach wie vor Grosse Frankfurterstr. 40. Die Zahl meiner täglichen Gäste, 800-1000 im täglichen Durchschnit, spricht für die Güte und Bekömmlichkeit der Don 1393b mir gelieferten Speisen und Getränke. Fran Minna Schultz, Gr. Frankfurterite. 40. Plättanstalten, ver, Brooken", Plätt- und Glanzmaschine. uns. Restaurants, Universalmaschine f. sämtl. glatte Wäsche, Hand- u.Kraftbetr., Gas- u. Petrol.- Heizung. Private, Kragen u. Manschetten. 600 Stück verkauft. Bumsch& Hammer, Forst- Lausitz, Warenhaus A.Wertheim. Vor der Eröffnung Extra- Verkauf unsrer Neubauten Alle Waren sind im Preise ermässigt. zu ausserordentlich herabgesetzten Preisen in sämtlichen Abteilungen unsres Geschäfts. Ausgenommen sind nur vereinzelte Artikel, deren allgemeine Preislage eine Die Extra- Preise sind neben den bisherigen auf den Preiszetteln vermerkt. Herabsetzung nicht zulässt. 905 Montag, Dienstag, Mittwoch bringen wir, soweit der Vorrat reicht, folgende Artikel zu aussergewöhnlich niedrigen Preisen zum Verkauf: Achselschl. Madeir.- Pass. mit Hohlsaum m. ca. Hohl- 27 Damenhemden, Priesenform m. Spitze 1,35 u. 1,50 M. Tablettdecken mit Hohlsaum ca. 20 × 80 cm 17 Pf. Topflappentaschen, Drell mit Satin garniert 35 PI. Damenhemden, mit Spitze 1,75, m. handgest. 2,60 M. Tablettdecken ca. 24x35 cm 20, 32x45 cm 30 P. Bestecktaschen für 12 Paar Messer u. Gabeln 95 Pf. Damenjacken, Parchend mit Spitze 1,35 u. 1,60 M. Nachttischdecken, Servietten 27 P. Küchenhandtücher, grau mit Fransen 53 Pf. Damenbeinkleider, Parchend mit 1,90 u. 1,95 M. Tischdecken 67X67 cm 75, ca. 184 × 134 cm2,50 M. Taschentuchbehälter, Satin mit Spitze 35 Pf. Nachttaschen mit Spitze garniert 70 Pf. Stickerei mit m. Hohlsaum Parchendröcke, ise 2, wie mit 2,75 M. Tischläufer mit Hohlsaum ca. 35 × 150 cm Languette saum 85 Pf. Parchendröcke, weiss mit Handlanguetten 2,90 M. Stubenhandtücher mit Hohlsaum oder Franse 70 Pf. Deckbettbezüge, Renforce, seiner Breite 3,65 M. Wandschoner, weiss mit Hohlsaum 70 Pf. ca. 130 X 200 aus Kissenbezüge, ca. 83 X 83 cm, Renforcé 1 M. Bettlaken, Dowlas, eine Breite ca, 160 X 225 cm. 2,10 M. ca. 160 Bettlaken, Reinleinen, eine Breite 2,90 M. Besenvorhänge, Drell mit Satin garniert 1,75 M. Wäschebeutel, weiss mit Satin garniert 95 P Ruhekissen, Satin mit Volant 80 Pf. 5107 Ruhekissen, Filz mit Pflanzendaunen gefüllt 1,65 M. Küchentischdecken, Drell mit Satin garniert 1,- M. Brotbeutel, garniert 65 Pf. Sopillajo Eimerspinddecken, Drell mit Satin garniert 58 P. Frühstücksbeutel, garniert 30 P 1980 Ein grosser Posten Russisch- Leinen- Artikel: Tischläufer fertig gestickt, ca. 40 x 150 cm., regulärer Preis 8-10 M. 4,- M. Tischdecken fertig gestickt, ca. 60 X 60 cm., regulärer Preis 5,50 M. 2,45 M. Decken fertig gestickt, ca. 45 x 45 cm., regulärer regulärer Preis 3 M. 1,10 M. ebsilg Total- Ausverkauf wegen Geschäfts- Auflösung! Mein Warenlager muss in allernächster Zeit geräumt sein und habe ich die Preise daher nochmals ganz kolossal herabgesetzt. Kleiderstoffen, Leinen u. Baumwollwaren, Zur Hälfte u. darunter des regulären Werts kaufen Sie aus meinem Total- Ausverkauf. Ungeheure Mengen Resten Kleid Barehend, Inlett, Handtuch etc. are zu jedem nur annehmbaren Preise! 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Wir haben der Buchausgabe der Dichtung bereits vor längerer Zeit ein Feuilleton gewidmet und haben unser günstiges Urteil von damals in feinem Punkt zu ändern. Die Tochter des Bauern Ephraim ist eine eine Frauengestalt, die auch dem Dichter der„ Weber" niemals besser gelungen ist und in dem Gegensatz zwischen heißblütigem Bigeunertum und der febhaften schlesischen Bauernfamilie liegt Phantasie und Farbe. Es ist erfreulich, daß sich in Berlin wenigstens eine Bühne fand, die dem Dichter zu seinem Recht verhalf. ein Theater fie He im Grunde lub eine Güde, " Das Friedrich- Wilhelmstädtische Theater hat sein an so groß, daß der Komponist auf die Bühne geschleppt werden konnte; gekündigtes Streben nach einer Pflege der vornehmeren Operette was sich erst zu Ende wiederholte. Zu Beginn des zweiten Afts nun doch durch die gelungene Aufführung eines solchen Werts be fommt abermals der Fall vom fein angelegten Ensemble zum wider thätigt. Die Strohwitwe" ist auf ein Tertbuch der be- lichen Bossengesang dann Rückkehr zu Partien von ersterer Art tannten Wiener Autoren Victor Léon und Heinrich usw. Eine musikalisch viel besser benugte Situation als die frühere b. Waldberg aufgebaut. Daß diese Compagnie- Arbeit litterarisch ist vor dem zweiten Finale ein Sonnenuntergang oder was es eben wer konnte bei dieser durch die ganze Aufführung hindurch so gut wie nicht in Betracht kommt, braucht wohl nicht eigens be- war tont werden. Sie ist die typische Situationenmache, der geschickte unverläßlichen Beleuchtungstechnik eine sichere Anschauung davon Rahmen für eine dramatische Entwidlung, die fehlt; ein oder der haben! Die motivische Erfindung erhebt sich nicht weit über den andre Anlauf zu einer solchen im dritten Akt wird rasch wieder ver- erwähnten Melodienkram; gut melodisch sind die Spielpartien nichtet und führt zu einem mechanischen Rührschluß. Die Fabel zeigt das ohne Recitativisches immerhin gehalten. Busammenzwingen eines Pärchens durch eine zufällige Kompromittierung, dann ein Auseinanderzwingen durch Scheidung, die aber an Ver liebung scheitert, weiterhin die obligaten Verwidlungen und schließlich die obligate Löfung. Ein paar gute Couplets und eine altgewohnte Diftion vollenden, was da zu vollenden ist. SZ. Im Vordergrund der Darstellung stand wohl Joseph Josephi, der vorzüglich spielte, recht gut sang und ausgezeichnet sprach. Auch die auf meinem Programm- Exemplar gar nicht ver zeichnete Sängerin des lustigen Burschen Rip- wahrscheinlich Hansi Reichsperg leistete sehr Gutes: fie fang unter den Unter der Tyrannei dieses Textbuchs und der landläufigen An- Damen wohl am besten und spielte sehr temperamentvoll, mit nur forderungen an Wirksamkeit beim Bublifum hat nun ein wohl vordem wenig Spuren einer Soubrettentünstelei. Mit einer nicht eben sehr noch unbekannter Komponist, Albert Kauders, eine Musik ge- langvollen Stimme sang Marie 8 werenz gut ausdrucksvoll; Die Frage ist, wie sie ihre Aufgabe Töfte? Abgesehen von schaffen, die von einem vielleicht noch zu Großem berufenen Können im Klang etwas schöner war der Gesang Gusti 8immerElsa Seiz, die in der Nebenrolle einer Magd geradezu brillant zeugt. Wenn Herrn Stauders ein eignes tünstlerisches Wollen manns. Der Dirigent Fiedrich Korolanyi fonnte mit war, darf man wohl Gregoris 8igeuner als die geschloffenfte und die Gunft der Umstände, insonderheit einer litterarisch belang Recht von den üblichen Ehrungen ein gut Teil abbekommen. Leiftung bezeichnen. Wir verstehen darunter, daß er den Intentionen vollen Dichtung, beizeiten emporheben, so fann uns in ihm ein oe. Im Thalia- Theater hatte sich allgemach das Bedürfnis des Dichters gerecht wurde und daß seine Leistung nirgends störte, Schöpfer vollkommener Operetten, ja selbst Opern erstehen. Die nirgends Risse und Sprünge zeigte. Im letzten Aft hätte er etwas mehr Gesangs- und Instrumentalteile des Werks, in üblicher Weise durch herausgestellt, wieder mit einer neuen Boffe zu kommen. Das ist wachsen tönnen, im übrigen traf er den refignierten Ton des Boffendialog unterbrochen, find vor allem weniger als sonst auf isolierte in der Dresdenerstraße, wo überdies die Hausdichter Jean Kren willenlos hin- und her Schwankenden sehr gut. Pate gg war als Stückchen zugeschnitten. Immerhin kommen auch solche Nummern" und Alfred Schönfeld im Nebenamt auch noch Direktoren sind, nicht Bauer im Grundton und in den ruhigen Partien sehr wirkungsvoll. vor; doch sie wachsen großenteils aus der Vertonung bewegter so einfach als anderswo. Geduld will hier beim Werke sein, Leider ließ er sich häufig zu lautem Tragieren hinreißen und störte Scenen heraus, und in dieser, zumal in dem Hineinarbeiten der Geduld, bis die genügende Anzahl Kalauer zusammen Von dieser lieblichen Gattung von Wizen hängt im dann empfindlich. Und nun die Breite! Ja, die Breite- fie liegt Chorgefänge in die Sologefänge, leistet der Komponist Vorzügliches. getröpfelt sind. in ihrer herben Stärke und Tiefe so jenseits aller Fachbegriffe, Nur wenn es eben zu jenen Nummern oder selbst nur überhaupt zu Thalia- Theater alles ab. Handlung ist ziemlich nebensächlich, Kostüme lyrischen Hauptpunkten kommt, dann finft die vornehme sunſt einer Referta are ab. bißchen Glüblicht, das in einem fall vollkommen gut befeßen fann. Ist eine Schauspielerin ba, beren dramatischen Spielmufit in die typische ordinäre Singspiel- Mufit zu hochmodernen Ausstattungsstück den Chor- und Ballettdamen als KopfIndividualität der Breite verwandt ist, spielt sich die Rolle bis zu rück. Das Orchester ist das„ kleine", nur durch eine Posaune und eine putz gebührt, ist auch leicht besorgt. Ebenso schustert man aus den einem gewissen Grade von selbst, und ist sie nicht da, muß man sich zurückhaltend verwendete Harfe vergrößert, und wird vom vorhandenen Vorräten das zu den Füllcouplets benötigte Quantum felbst bei der besten Schauspielerin etwas abhandeln lassen. Im Schiller Komponisten mit feiner Kunst des Sazes und der Inftrumentierung Mufit ohne besondere Anstrengung zusammen. Aber die Kalauer, Theater war sie nicht da, was man bei Kenntnis des Personals von vorn- behandelt. Eine eigentliche Ouverture fehlt; dagegen sind der den zweiten die laffen sich nicht aus dem Aermel schütteln, mögen auch die Herren herein wissen konnte. Wir machen Frl. Carla Ernst nicht zum Vorwurf, Att einleitende Walzer, dann der romantische Eingang zum dritten Aft Dichter- Direktoren an so bewährten Kräften wie Thomas und Thielscher daß sie die Breite nicht plastisch darstellen konnte, wir bedauern aber, und einige melodramatische Stellen künstlerisch ganz annehmbar. Schiver achtungswerte Lieferanten haben. daß sie sie nicht einmal begriff. Sie wußte offenbar gar nicht, um leidet der Komponist unter der auf ihm lastenden Wiener Operetten- Ist jedoch genügend von der Sorte aufgelesen, dann geht man was es fich handelte. Hätte sie es gewußt, hätte sie als Schau tradition; von dem hübschen, aber unoriginellen Gesang im Vor- behende ans Wert, um ein Ausstattungsstück zu fabrizieren, das spielerin wenigftens erreichen können, daß wir den Charakter spiel:„ Ach, so ein Bal ist schrecklich fad"," bis zu dem abscheulichen auf alle Fälle für hundert bis hundertfünfzig Aufführungen Da gilt es, die Kalauer geschickt verteilen, jahen, auch wenn wir ihn nicht erlebten. Wenn mun aber die Schluß: Wenn man so von der Leber weg" usw., fputt die bekannte vorhalten muß. Die Freitag zum erstenmal Intelligenz der Schauspielerin nicht ausreichte, mußte die Intelligenz alte Spike. Der Uebergang von frischen feinen Chören und wie die Rosinen im Napftuchen. des Regiffeurs nachhelfen. Herr Heined stellte sich ein un Ensembles zu ganz gewöhnlichen Solostellen mit den primitivsten gespielte Posse, in der alles vorzüglich arrangiert ist, heißt, Amor gewöhnlich blamables Beugnis aus, als er diese Leistung durchließ, Accentfehlern begrüßt uns im Beginn des ersten Arts und fehrt von heute". Herr Thomas hat darin die Rolle eines Heiratsohne der Schauspielerin wenigstens etwas rein äußerliche Charakte weiterhin regelmäßig wieder. Auf einer achtungswerten Höhe steht vermittlers; daher, wenn wir nicht irren, der Name. riftit einzupaufen. Fräulein 2ulf lam troß ihres rühm auch durch die gut inftrumentirte Begleitung in jenem Aft der Hauptspäße des Stücks ist es, wenn der bejahrte Herr lichen Fleißes als Zigeunerin nicht über die fonventionelle Theater ein größeres Duett, deffen Höhepunkt auch nachher noch wirksam im Tricot just so tostümiert erscheint, wie der Kleine Bengel Spielerei hinaus. Daß sie als Landstreicherin elegante moderne verwendet wird. Dies geschieht im Verfolg der Stelle von der auf dem bekannten Reklameplakat der Amorfäle. Welch ein Abstand Stiefel trug, war bitter. Wenigstens das hätte die Regie verhindern vereitelten Scheidung warum doch hat der Componist mit der zwischen dieser„ Tricotrolle" und der des Striese im lustigen Raub müssen, fintemalen schon der Verstand eines Schufters ausreichte, die Bertonung dieser Situation nicht tiefer gegriffen und die der Sabinerinnen"! Ob es Herrn Thomas nicht melancholisch ums Stilwidrigkeit zu empfinden. In Nebenrollen können Elisabeth leere Mache der Text Autoren nicht ausgefüllt?! Judessen Herz wird, wenn er daran denkt, daß der Niedergang der Bosse Scholz, Bäschte, Wander und Marie Hundra mit entspringt daraus ein im bessen Sinn flottes Finale, und hier war auch den Komiker zum Fagenmacher, zum Cirkusklown degradiert Freuden genannt werden. Beifall doch wenigstens hat? im ganzen etwas fühle E. S, denn auch der Wolff Damentuche berühmte = eignen sich besonders für Weihnachtsgeschenke und zeichnen sich durch solides Tragen und Eleganz aus. en fich durch folides Wolffs Gestreifte u. carierte Tuchwarps, Breite 70/75 cm 6 meter für 2 M. 25 Pf. WIffs Einfarbige Damentuche, Breite 83/86 cm 6 Meter für. 3 M. 50 Pf. Wolffs Melierte Lodentuche, Breite 100 cm 6 Meter für 4 M. 50 Pf. Wolffs Bedruckte Damentuche, Breite 90 cm 6 Meter für 5 Mart. Wolffs Einfarbige Koepertuche, Breite Wolffs Einfarbige Jdealtuche, Breite Wolffs Einfarbige Cheviottuche, Breite Wolffs Bedrudte Damentuche, Breite 130 cm 5 Meter für 8 Mark. Wolffs Einfarbige Velourtuche, Breite 100 cm 6 Meter für 9 Mart. verſenben Gebrüder Wolff 3906 90 cm 6 Meter für 5 M. 25 Pf. 90 cm 6 Meter für 6 Mark. 130 cm 5 Meter für 8 Mark. Berlin N., Jnvalidenstraße 134. mum Aufträge von 18 Mark an franco. Katalog und Proben kostenlos. Große Berliner Centralfüche. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 2. Dezember 1900. Ruhegeld für städtische Arbeiter. § 7. c) Das Waisengeld beträgt für die ehelichen oder durch unsre Vertreter beantragt hatten, unverschuldete Arbeitshinderungen nachgefolgte the oder durch Ehelichkeitserklärung legitimierten Kinder unter 16 Jahren: 1. deren Mutter lebt und Witwengeld bezieht, 1/5 des Mitten gelds für jedes Kind; als Unterbrechung der Beschäftigung im städtischen Dienst nicht angesehen werden sollen und daß Ruhegeld auch bei türzerer als zehnjähriger Dienstleistung zu zahlen ist, wenn die Arbeitsunfähigkeit die Folge einer Krankheit, Verwundung oder sonstigen Beschädigung ist, die der Betreffende bei Ausübung des Arbeitsverhältnisses oder aus Veranlassung desselben sich zugezogen hat. Die genaue Formulierung dieser Bestimmungen wurde für die zweite Lesung vorbehalten. Der zur Vorberatung der Vorlage betreffend die Bewilligung von Ruhegeld und Hinterbliebenen- Versorgung für die ohne Bensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Personen 2. deren Mutter nicht mehr lebt oder Witwengeld nicht erhält, hielt gestern seine erste Sizung ab. Die socialdemokratische Fraktions des nach§ 6 zu berechnenden Witwengelds für jedes Kind; war durch Singer und Heimann vertreten. Nachdem die Ge8. für Kinder unter 16 Jahren einer im städtischen Dienste bewährung eines flagbaren Rechts auf Ruhegeld und Hinterbliebenen schäftigten alleinstehenden weiblichen Person nach dem Tode der Versorgung, welches von unseren Vertretern in erster Reihe ge- Mutter 1/3 des nach§ 6 zu berechnenden Witwengelds für jedes Die Einbeziehung der sogenannten Saisonarbeiter in den Gefordert wurde, abgelehnt war, brachten diese an stelle der in Kind. meindebeschluß, welchen§ 2 Abfaß 4 borsieht, wurde zunächst abNr. 239 des„ Borwärts" mitgeteilten Magistrats- Borlage folgenden Monate, für welche Sterbegeld bezahlt wird. Die Auszahlung des Waisengelds beginnt nach Ablauf der drei gelehnt, doch wird versucht werden, durch eine andre Formulierung Gegenentwurf ein: diesen Gedanken bei der zweiten Lesung zum Durchbruch zu bringen. § 8. Witwen- und Waisengeld dürfen weder einzeln noch zu- Als Altersgrenze nahm die Majorität gemäß der Magistratsvorlage sammen den Betrag des Ruhegeldes übersteigen, das der Berechnung das 21. Lebensjahr an und entschied sich schließlich auch für die Be des Witwen- und Waisengelds zu Grunde zu legen ist. Gegebenen ſtimmung der Magistratsvorlage, nach welcher der Gemeindebeschluß Falls tritt eine verhältnismäßige Kürzung der einzelnen Bezüge ein. auf solche Personen keine Anwendung findet, die nach Vollendung § 9. Stehen einem Ruhegeld- Empfänger Bezüge aus Mitteln des 50. Lebensjahrs oder nach bereits eingetretener Beschränkung des Reichs, eines Bundesstaats oder andrer öffentlicher Verbände zu, ihrer Arbeitsfähigkeit in städtische Dienste genommen wurden. so wird das Ruhegeld um diese Bezüge gekürzt. Eine einem RuhegeldEmpfänger auf Grund des Invalidenversicherungs- Gefeßes zustehende Rente darf nur mit der Hälfte des Betrags in Anrechnung gebracht werden. Diese Kürzungen treten jedoch nur dann ein, wenn und soweit diese Bezüge zusammen mit dem städtischen Nuhegeld den Jahresbetrag von 600 M. übersteigen. § 1. Den ohne Pensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Personen wird ein Ruhegeld und eine Hinterbliebenen Versorgung nach Maßgabe dieses Gemeindebeschluffes gewährt. §2. Voraussetzung der Gewährung des Ruhegeldes ist eine zehnjährige ununterbrochene Dauer des Arbeitsverhältnisses bei Eintritt dauernder Arbeitsunfähigkeit. Unterbrechungen durch Krankheit und militärische Uebungen fommen regelmäßig nicht in Betracht, wenn sie im Einzelfalle brei Monate nicht übersteigen. Die während eines Kriegs bei einem mobilen oder Ersatztruppenteil erfolgte Militär- Dienstleistung gilt ohne Rüdsicht auf ihre Dauer nicht als Unterbrechung der Dienstzeit, wenn der Betreffende nach seiner Entlassung vom Militär wieder in den städtischen Dienst eingetreten ist. Tritt dauernde Arbeitsunfähigkeit als Folge des Arbeitsverhältniffes ein, so ist das Ruhegeld ohne Rücksicht auf die Dienstzeit und das Lebensalter zu gewähren. Denjenigen Berfonen, welche wegen Mangel an Beschäftigung entlassen worden sind, wird bei fünftiger Wiederanstellung in dem gleichen oder in einem andern städtischen Betriebe die bisherige Arbeitszeit in Anrechnung gebracht, falls die Arbeitsunterbrechung nicht länger als ein Jahr gedauert hat. Die Arbeitszeit vor Vollendung des 18. Lebensjahrs wird nicht berücksichtigt. § 10. Das Ruhe, Witwen- und Waisengeld wird monatlich im voraus gezahlt. Eine Zahlung an Ceffionäre oder Pfandgläubiger findet nicht statt. § 11. Personen, welche 10 Jahre oder länger im städtischen Dienste stehen und das 28. Lebensjahr vollendet haben, können nur auf Grund eines Magistratsbeschlusses entlassen werden. Wird solchen Personen das Arbeitsverhältnis aus Gründen gefündigt, die nicht in ihrer Person liegen, so wird ihnen ein Ruhegeld und eine Hinterbliebenen Versorgung nach Maßgabe dieses Gemeindebeschlusses gewährt, auch wenn sie nicht dauernd arbeitsunfähig find. § 12. Das Ruhegeld, das Wittwen- und Waisengeld kann nicht § 3. Das Rubegeld beträgt nach 10jähriger Dauer des Arbeits- als flagbares Recht gefordert werden. Versagt der Magistrat die verhältnisses(§ 2) 15/60 des Durchschnitts- Jahresverdienstes, steigend Bewilligung von Ruhegeld bezw. Witwen- und Waisengeld in solchen mit jedem weiteren Dienstjahre um 1/60 bis zum Höchstbetrage von 45/60. Fällen, in denen er die Voraussetzungen der§§ 2 und 11 für vorFür die Berechnung des Nubegelds ist der Arbeitsverdienst der legten liegend erachtet, so ist der Stadtverordneten- Versammlung davon Mit 10 Kalenderjahre maßgebend. teilung zu machen. Die ausgesprochene Bewilligung von Rubegeld bezw. von Witwen- und Waisengeld kann nur durch Gemeindebeschluß geändert oder entzogen werden. § 13. Beiträge werden von den beteiligten Personen nicht § 4. Stirbt eine der im§ 1 bezeichneten Personen nach zurück erhoben. gelegtem zehnten Dienst bezw. 28. Lebensjahre, so erhalten seine§ 14. Diese Bestimmungen, welche mit dem 1. April 1901 in Witwe und die hinterlassenen ehelichen oder durch nachgefolgte Ehe Straft treten, finden auf die vor diesem Tage aus dem Dienst der oder durch Ehelichkeitserklärung legitimierten Kinder folgende Hinter- Stadt bereits ausgeschiedenen Personen und deren Hinterbliebenen bliebenen- Bersorgung: teine Anwendung. Der Wert einer Dienstwohnung und von Naturalbezügen wird bom Magistrat besonders festgestellt und bei der Berechnung des Ruhegelds neben den Barbezügen berücksichtigt. $ 5. a) Das Sterbegeld. Dieses wird geleistet durch die Fortbezahlung des Lohns oder des Ruhegelds, welches der Verstorbene zur Zeit seines Tods bezogen hat und zwar während der Dauer der auf den Tod folgenden drei nächsten Monate. § 6. b) Das Wittengeld beträgt 4/10 des nach§ 3 zu berechnenden Ruhegelds des Ehemanns, mindestens aber 250 m. jährlich. Die Auszahlung des Witwengelds beginnt nach Ablauf der drei Monate, für welche Sterbegeld bezahlt wird. Es erlischt mit der Wiederverheiratung der Witwe. Die mehrstündigen Beratungen gelangten nur bis zu§ 2 und mußten dann abgebrochen werden. In§ 1 wurde zu genauer Kennzeichnung der Personen, welche unter diesem Gemeindebeschluß fallen, noch ein Absatz eingefügt, welcher besagt, daß solche Personen, deren Zeit und Kräfte durch die ihnen übertragene Arbeit nur nebenbei in Anspruch genommen werden, keinen Anspruch auf Ruhegeld und Hinterbliebenen- Versorgung erwerben. § 2 Abjag 1 wurde nach dem Antrag unfres Vertreters an genommen. Zu Abfaz 2 und 3 wurde allieitig anerkannt, daß, wie -O N. Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. G. R. Sie können die Stiefel fofort berfaufen. Die Anzahlung ist später zurückzuzahlen.- A. B. 69. Kündigung besteht nicht. G. H. Sie brauchen nicht zu zahlen. N. 100 und P. H. Schreiben Sie dem Hauswirt oder Verwalter, daß Sie die Reparatur selbst vornehmen laffen sie nicht seinerseits bis zum 1. Dezember ausführen läßt. und die Kosten bei der nächsten Mietszahlung abziehen werden, falls er P. F. Klagen Sie auf Bahlung von 12 M. gegen Aushändigung des Aquariums. .. 100. 1. Es muß zunächst ein neuer Vormund bestellt werden. 2. Bolizeiliche Beglaubigung genügt. M. W., Reinickendorf. Nein. 2. G., Kronprinzenstraße. Arbeitsbücher können nach Entlassung aus der Volksschule ausgestellt werden. Die Entlassung kann auch vor dem 14. Lebensjahre erfolgen. 23. P. 100. Wenn das Dienstverhältnis im Laufe des letzten Dienstjahrs gegebenen Geschente auf den Lohn an durch Schuld des Dienstboten aufgehoben ist, dann kann die Herrschaft die rechnen. Bußtag 1900. 1. Der Bußtag darf nicht abgezogen werden. 2. Die Arbeitsordnung ist gültig. 3. Socialdemokrat. Auskunft 1900. Sie müssen zahlen. A. A., Friedrichsfelde. 1. Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht. 2. Sie müssen die Steuer zahlen. . R. O. Nein, die Möbel können Ihrer Frau nicht genommen werden. w. w. Wenn Ihre Schwägerin vor Ablauf des Mietsvertrags zieht, 3. 100. Kommen Sie mit dem Mietskontrakt in die Sprechstunde. fann der Wirt ihre entbehrlichen Sachen einbehalten. R. B. 1. und 2. Rein. J. M. 324. Abzüge für Verfäumniffe von türzerer Dauer find bei Stundenlohn zulässig, bei Tage- und Wochenlohn unzulässig. S. W. Die Kürzung fann erfolgen. Maichrowsky. Sie brauchen die 1 Mr. Stempelgebühren nicht zu zahlen. 95 M. K. Nach dem neuen Gesetz. geschlagen hat, kann ihm später die volle Konzession nicht versagt werden, A. H. Nein. 2 Wettende. Deshalb, weil er sie früher auswohl aber aus andren Gründen. Hr. K. Seit 1. Januar dieses Jahrs. Omega. Sie lassen sie durch den Schiedsmann ihres Bezirks zum Sühneversuch laden und erheben dann Privatklage beim Schöffengericht ihres Wohnsizes. Der Klage ist das Attest über den fruchtlosen Sühneversuch beizufügen. A. S. 107. Schwere Kuppelei in 10, leichte in 5 Jahren. S. G. Schroda. Ja, sie darf noch weitere Personen adoptieren. ink. 1. und 2. Die Kündigung ist ordnungsmäßig und wirksam erfolgt. 3. Ist die Frau transportfähig: ja, ist sie es nicht: nein. 5. D. 1861. Mein, verspätet. G. W. Der Wirt fann einbehalten. A. S. 19. Abzahlung. Sie brauchen für nichts aufzukommen und können die Annahme und Zahlung verweigern. G. H. 1. Ja. 2. Ueber 2000 Mart Echt goldener Ring, Echt goldener Ring, Echt golden. 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