Nr. 19. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vornittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. The harlot's progress. ( Der Weg der Dirne.) Unwillkürlich werden wir an das Bild erinnert, welches Hogarth in den sechs Platten" von dem Weg der Buhlerin entwirft, wenn wir die Vorgänge auf wirthschaftlichem Gebiet betrachten. Sonnabend, den 23. Januar 1892. • Expedition: Beuth- Straße 3. das Sehvermögen der Herren bedenklich gestört zu haben, hielten sie zum Schaden der heimischen Industrie künstlich denn noch immer bemerken sie nicht, daß die Waffen, die für übernatürliche Preise, und jetzt, da sich zynische und freche den Wucher mit dem Jnlands- Konsum geschmiedet waren, Gaunerei an ihren Urhebern zu rächen beginnt, und das sich bereits gegen ihre Erzeuger kehren. letzte Mittel der Kartellweisheit, die Preisschleuderei nach Troy aller künstlichen Machinationen, trotz einer 15 bis dem Auslande, versagt, denkt man sich wieder aus der 20 prozentigen Produktionseinschränkung, wird von unauf- Arbeiterhaut Riemen zu schneiden. Das ,, Echo de la haltsamen Preisabschlägen berichtet. Dieses lasterhafte Gebahren des Kapitalismus birgt bourse"( Börsen- Echo") meldet, daß deutsche Kohlen die die Vorbedingungen zu seiner Vernichtung in sich. Wie die Hogarth schildert dort, wie die Buhlerin erst ihre Um- Preise des französischen Produkts konstant unter starkem Dirne schließlich in ihrer eigenen Verpestung untergeht, so gebung und ihren Anhang verpestet, dann aber, nachdem Druck halten, und in einem Inserat der Kölnischen Zeitung" wird auch der Kapitalismus an seinen eigenen Sünden fie Alles um sich herum mit Sumpfatmosphäre vergiftet finden wir Anerbietungen eines Kohlengroßhändlers von verenden. bat, in dieser Umgebung selber zu Grunde geht. 10-15 pŒt. unter offiziellen Syndikatspreisen. Die Rolle, die hier der Buhlerin für das gesellschaft- Wenn man aber daraus auf eine Nothlage" der liche Leben zugeschrieben wird, spielen bei uns für das Kohlenindustrie schließen wollte, so wäre solch ein Schluß wirthschaftliche Gebiet die Bereicherer des National- irrig. wohlstandes", die Praktiker des Syndikats- Schwindels. Für die Harpener Bergbaugesellschaft = Auch sie sind, nachdem sie das Wirthschaftsleben um 3. B., welche mit einem Kapitale von 36 Millionen Mark sich herum, und bis tief in das Innere des Landes arbeitet, schätzte man an der Börse die Dividende des hinein, durchseucht haben, auf dem Punkt, in ihre laufenden Geschäftsjahres auf 12 pCt. und den Jahres igene Grube zu fallen. gewinn auf 8 Millionen Mark, die Dividenden Vor Monaten schon haben wir darauf hingewiesen, der Hibernia und Dannenbaum Gesellaß die Syndikatswirthschaft sich in voller Auflösung befinde. schaften auf 14 p Ct. resp. 10 pCt. Die größten Wer jetzt noch daran zweifelt, der braucht nur die neueste Bechen also sind es gerade, welche die fettesten Ausbeuten Schöpfung der Kartellpatrioten zu betrachten, die Ver- für ihre Aktionäre herausschinden, und auch bei erheblicher inigung der Kohlenverkaufs- Vereine der verschiedenen Preisermäßigung noch folossalen Unternehmergewinn herausReviere zu einer General Vereinigung, das Zuschlagen würden. Daß auf schwindelhafter Grundlage ammenschweißen der schon bestehenden Synditate lokalen errichtete Bechen allerdings beim Nachgeben der Preise ihren Charakters zu einem einzigen Riesensyuditat. Gewinn oft ganz darangeben würden, soll nicht bestritten Wie sämmtliche Handlungen der Kohlenbarone erkennen werden. Aber, gerade das ist ja einer der stärksten Gründe laffen, daß diese Herren glauben, das ganze deutsche Volk gegen den Kartellunfug, daß man die schwindelhaften sei nur ihreiwegen, zu ihren persönlichen Bereicherungs- Elemente auf Kosten der Kohlenverbraucher großzieht und zwecken, da, so auch ihre neueste Kartellschöpfung, die Dort- mästet. Die alten, soliden Bechen, die etwa drei Viertel der munder Zechenvereinigung von Syndikaten, die dem Produktion ausmachen dürften, können getrost einen erhebegoistischen, vaterlandsschädlichen Vorgehen der Kohlen- lichen Preisabschlag ohne Schaden an ihrem Unternehmerpotentaten erst eigentlich die Krone aufsetzt. gewinn ertragen. Dieses einen Viertels wegen aber setzt man Anstatt der natürlichen Entwickelung der kohlen- die Welt in Aufruhr und entblödet sich nicht, davon zu verbrauchenden Industrien zu folgen, und ihre Thätigkeit reden, den Arbeitern die Löhne zu verkürzen. in Uebereinstimmung mit dem Gedeihen der übrigen In- Allen Ernstes wird nämlich davon gesprochen, daß duftrien zu bringen, glauben diese Unterwühler des Volts- die Unternehmer bei weiteren Preisabschlägen die Arbeiterwohlstandes mit ihren künstlichen, unhaltbaren Schiebungen löhne verkürzen werden, sowohl in Deutschland wie in die unnatürlich hohen Preise für die Inlandskonsumenten Frankreich. C aufrecht erhalten, glauben sie durch ihre Zechenvereinigung In Desterreich stellte die Alpine Montan Gesellschaft dem Zurückgehen der Preise vorbeugen zu können. Die sogar die Forderung an die Regierung, den Streit der Thoren merken gar nicht, daß sie, nachdem ihre Umgebung Kohlenarbeiter mit Gewalt zu beseitigen, unter Androhung mit dem tödtlichen Gift infizirt ist, an der entwickelten der gänzlichen Fördereinstellung. Fäulniß selbst erstiden. Sie merken den Teufel nicht, obwohl Die Begehrlichkeit der Kohlenbarone fennt eben keine er sie schon am Kragen hat. Grenze. Als die Preise in's Fabelhafte stiegen, erhöhte Allein, sofern es sich nur um die Kräftevergeudung man die Arbeiterlöhne noch nicht um soviel, als das der Unternehmer handelt, könnte uns die Sache gleichgiltig Aequivalent für die gleichzeitige Lebensmitteltheuerung laffen. Die Kohlen- Magnaten aber verlangen vom Staate ausmachte. Und nun, da die Preise infolge des habgierigen und wie wir sehen mit Erfolg- Eisenbahn Ausnahme- Experimentirens der Kohlenindustriellen etwas nachzulassen tarife, um auf Grund solcher einen ruinösen Konkurrenz- drohen, soll es wieder der Arbeiter sein, auf dessen Kosien tampf der fremdländischen Eisen- Fabriken und anderer Aus- man fette Einkünfte erzielen will. land: Industrien gegen Deutschland entfeffeln zu können. Erft rafften die Kohleninteressenten zusammen, was sie Die wilde Gier nach hohem Profit scheint nun aber auch erhaschen konnten, und der Arbeiter ging leer aus; dann Feuilleton. Madbrud verboten.) 9 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. gerathen bin? Haben Sie keine Furcht deshalb; der Kredit eines deutschen Schriftstellers ist so leicht nicht zu erschüttern. Im Gegentheil komme ich mir recht vornehm vor, daß man eine Unterschrift von mir auf dem Wechsel respektirt hat." Aber das Gerede der Leute...?" Politische Lebersicht. Berlin, den 22. Januar. Ueber die Bismarck'schen Landräthe fällt Bismarc in den Hamburger Nachrichten", in denen er davor warnt, Beamte zu Abgeordnete zu wählen, folgendes Urtheil: er Früher war es Tradition in zahlreichen Wählerschaften Preußens, daß es nüßlich sei, Beamte und namentlich den Landrath in die Kammer zu wählen, weil dieser ohnehin in der Lage sei, Einfluß auf den Kreis und für die Kreiseingesessenen auszuüben, aber auch die Bedürfnisse des Kreises genau tenne und an ihrer Befriedigung interefjirt sei.( Der wahre Grund war wohl der, daß der Landrath die Machts mittel zur Beeinflussung der Wähler in der Hand hatte.) Neuerdings ist die Stellung des Landraths in Preußen jedoch eine völlig andere geworden. Wer in früheren Zeiten( vor Bismarck) Landrath wurde, der wurde es mit dem Gedanken, in dieser Stellung alt zu werden und sie bis an sein Lebensende als Kreiseingesessener zu verwalten. Er war deshalb geneigt, als Abgeordneter die Interessen seines Kreises, wenn er glaubte, daß die Regierung fie schädigte, zu vertheidigen. Heutzutage ist es umgekehrt; der Landrath wird in der Regel Die Regierungsinteressen dem Kreise gegenüber wahrnehmen. Die jezigen Landräthe sind junge Assessoren oder ähnliche Beamte; sie betrachten den Landrathsposten als eine Stufe ihrer Karrière. Um lettere zu fördern, sind sie in der Ver suchung, nach oben hin sich dienstbar, strebend zu erweisen nnd sich ein Verdienst daraus zu machen, die Intentionen der Regierung mit Energie und Erfolg zu fördern, ohne sich immer flar darüber zu werden, ob das Ergebniß für das Wohlbefinden der Kreiseingesessenen nüßlich ist. Zwischen der Bezirksregierung und dem Landrath besiand früher eine Scheidelinie, jenseits deren vom Landrath eine Vertretung der Kreisinteressen bei Prüfung der Regierungsmaßregeln erwartet werden konnte. Gegenwärtig ist der Landrathsposten der staatlichen Bureaufratie vollständig einverleibt, und der Landrath, der nicht geneigt ist, in seinem Kreise zu bleiben, bis er emeritirt wird, wird nur im Falle eines höchst unabhängigen Charakters fich dazu verstehen, im Parlamente dem ihm vorgesezten Minister, von dem seine weitere Beförderung zum Ober- Regierungsrath, Präsidenten oder Ministerial- Hilfsarbeiter abhängt, offen und mit der Schärfe entgegenzutreten, welche allein in der parlamentarischen Arena Eindruck macht." Hier gesteht also Bismarck selbst ein, wie torrumpirend auf das Beamtenthum eingewirkt hat. sehen und zu hören, was auch für Unsereinen von großem Interesse sein würde". " " Darauf können Sie sich verlassen. Aber man muß etwas abgeftumpft werden, sonst verträgt man's nicht," er widerte Kiemer. Entweder man muß kein Herz oder keinen Verstand haben, um Pflichten, wie der unseren, obzuliegen " Das Gerede der Leute? Lieber Freund, lernen Sie ohne die Lust zum Leben zu verlieren. Und da man sich von mir ein wenig Lebensphilosophie. In einer Welt, wo den Verstand nicht abgewöhnen kann, so muß man es mit der Faullenzer reich wird, blos dadurch, daß er seine dem Herzen versuchen." " Und Ihnen ist das wohl so leidlich gelungen?" Binsen nicht ganz verbraucht, und der fleißige Arbeiter trotz aller Arbeit arm bleibt; in einer Gesellschaft, in" Was wollen Sie? Es macht sich das so nach Mein Name ist Riemer: Sie werden denselben wahr- welcher der reiche Schuft geachtet und geehrt wird, während und nach. Ich hatte ursprünglich viel Milleiden, zumal scheinlich schon gehört haben, ebenso gut wie den meines der von unverschuldetem Unglück betroffene Ehrenmann sich ver- ich in Denen, die ich in Haft bringen sollte, meine LeidensKollegen Schneider. Man nennt und vielfach gleich mit achtet sieht; wo es eine Schande ist, wenn man seine Schul- gefährten fah." bem zusammengesetzten Namen Riemenschneider, obwohl ich den nicht bezahlen kann, und es einem Fabrikanten zur Sie sind selbst in Wechselhaft gewesen?" Ihnen versichern kann, daß bei Unsereinem nicht viel von Ehre angerechnet wird, wenn er die Arbeitskraft von Es war der Aufang meiner jetzigen Karriere. Früher ber Schriftsteller so nebenhin. Mit wem habe ich denn die Ehre?" fragte nunmehr Riemenschneiden die Rede sein kann, trotzdem wir gewisser- Tausenden ausbeutet, um Dillionär zu werden; wo man war ich Tuchmacher und als die große amerikanische Krisis maßen unsere Haut zu Markte tragen. Ja, wir müssen den Menschen nach dem Gelde schätzt und vor dem Reichen eintrat, da fiel das große Handlungshaus Schmidt u. Hund, sogar tüchtig auf den Strümpfen sein, um nicht den Hunger- den Hut zieht, wenn man auch nichts von ihm hat; in einer mit dem ich in Geschäftsverbindung stand. Nun, das werriemen enger schnüren zu müssen. Doch, wir sind hier zu solchen Welt, Herr Riemer, läßt der denkende Mensch den den Sie ja wissen, wenn so ein großes Geschäft stürzt, da einer guten Reſtauration gekommen, wo Sie ein treffliches gewöhnlichen gedankenlosen Haufen reden und räjouniren reißt es gewöhnlich ein paar Dußend kleinere Leute mit in Bier und schmackhaftes Essen bekommen werden. Gehen Sie nur nach Herzenslust und giebt darauf gerade so viel feinen Ruin. Für Unsereinen ist das schlimm, denn man immer voran, wir werden uns um Sie nicht bekümmern; und Acht, wie auf das Spiel der Mücken im Lichte verliert gewöhnlich außer seiner Habe auch noch seinen ehr wenn Sie fortgehen wollen, so geben Sie nur einen Wink, der Sonne." Gie waren bei diesen Worten in den Restaurations Krisis voraussicht, weiß sich gewöhnlich noch etwas zu lichen Namen. Der Juhaber des großen Geschäfts, der die indem Sie den Hut aufsetzen, und wir brechen dann etwas garten getreten, wo der Gefangene und seine Wächter an retten, wirft sich damit auf ein neues, nicht selten auch wieder auf das alte Feld und bleibt ein geachteter Mann; einem und demselben Tische Plaz nahmen. Sie haben übrigens da ein ziemlich abwechslungs ja, wenn er dreimal bankrott gemacht und beim vierten nolles Leben, meine Herren," bemerkte der junge Schrift Geschäfte Erfolg hat, so zieht man mit um so höherer Achtung vor steller, nachdem er durch einen kräftigen Bug aus dem herbei- ihm den Hut. Unsereiner aber, der ganz unverschuldet um das zitirten Gerstensafte die erste nothwendige Stärkung zu Seinige gekommen ist, läuft als bankrotter und mittellofer Ich glaube, Sie bekommen Bieles zu Kaufmann, sagen wir als Lump von Thür au Thür, um früher auf." Lokal gehen und mir Gesellschaft leisten?" Warum wollen Eie denn nicht gleich mit mir in das Rollege, wir sind sehr gekannt von den Leuten." " Ich fürchte, es tönnte Sie geniren. Ich und mein Ach so! Und Sie meinen, es tönnte meinen Kredit erschüttern, wenn die Leute merken, daß ich in Wechselhaft sich genommen. wird. weiter verbreiten werden. M " Etwas Zur Frage des Religionsunterrichts der Kinder| Das ist frech geflunkert. So steht die Sache nicht.| bestraft werden darf, sondern blos wegen der gemeinen, um der Dissidenten hat der preußische Kultusminister im Ein Herr Richter hat von dem Streit nicht abgemahnt" derentwillen er ausgeliefert worden? Ju diesen gemeinen verständniß mit dem Justizminister aus Anlaß eines Spezial- rohrspaßenmäßiges Geschimpfe ist kein Abmahnen ab- Verbrechen" find ja die politischen enthalten. falles dahin entschieden, daß der Vater eines schulpflichtigen gemahnt haben nur die Sozialdemokraten. Ab- Der ausgelieferte Netfchajeff wurde in Rußland nicht als Kindes selbst dann, wenn er für seine Person einer staatlich gemahnt haben wir mündlich und schriftlich schon im Nihilist und politischer Verbrecher verurtheilt- behüte! anerkannten Religionsgesellschaft nicht angehört, gleichwohl September, als die Frage des Streits brennend wurde man schickte ihn auf Lebenszeit als gemeinen Mörder in die verpflichtet ist, das Kind an dem Religionsunterricht in der abgemahnt haben wir im Vorwärts",- abgemahnt haben Bergwerke des Ural, wo er inzwischen gestorben ist. öffentlichen Volksschule theilnehmen zu lassen, unsere Genossen und Organe fast überall, während Herr Eugen Und Aehnliches kann auch unter dem neuen Auss sofern er nicht den Nachweis erbringt, daß für den religiösen Richter den geldprogigen Prinzipalen, welche die Buchlieferungsvertrag geschehen. Es wäre gut, wenn der Unterricht des Kindes anderweit nach behördlichem Ermessen dru cer planmäßig in den Streik hinein felbe einer Urabstimmung unterworfen, und in ausreichender Weise gesorgt ist. Dieser Er sag- Unter- treiben wollten, nach Kräften behilflich war und vom schweizerischen Volk zurückgewiesen würde. Mag der richt soll wie jeder Privatunterricht von der Aufsichts- den verhaßten Arbeitern gewohntermaßen in die Waden Bundesrath einen besseren Vertrag ausarbeiten! Sonst ist behörde beaufsichtigt werden. Der diesem vom fuhr. Als die Buchdrucker- denen keine andere Wahl das Asylrecht der Schweiz ein reiner Spott! 16. Januar datirten Erlasse zu Grunde liegenden Auf- blieb, wenn sie ihre Organisation nicht selbst zerstören und faffung stehen, so führt der Minister nach Mittheilung des in die Gewalt der Herren Prinzipale geben wollten- Zur Skandalfzene im franzöfifchen Abgeordneten „ Staats- Anzeigers" aus, die Bestimmungen des Art. 12 der sich zum Aufnehmen des Handschuhes entschlossen und in hause wird uns aus Paris unterm 20. d. M. geschrieben: preußischen Verfassungs- Urkunde vom 31. Januar 1850 um ben Streif gingen, da schwanden für ims selbstverständlich Wie so oft im öffentlichen Leben, hat es sich auch gestern so weniger entgegen, als dieser Artikel nach seinem Schluß- alle Bedenken: Die Buchdrucker kämpften für eine gute und wieder gezeigt, daß Macht vor Recht geht. Wer die Macht sate die freie Religionsübung nur in so weit zuläßt, als gerechte Sache sie waren nicht leichtsinnig in den Kampf besigt, fann sie waren nicht leichtfinnig in den Kampf besigt, kann ungestraft das Ungeheuerlichste begehen. dadurch der Erfüllung der bürgerlichen und gegangen, sondern nach reiflicher Erwägung und in Ungestraft? Noch schlimmer als das: unter dem Beifall all staatsbürgerlichen Pflichten fein Abbruch ge- Nothwehr- und wir traten mit aller Kraft für die Derer, die von und aus dieser Macht mittelbar oder schieht. Zu diesen gehöre aber nach Artikel 21, Absatz 2, gute und gerechte Sache ein. Herr Eugen Richter aber unmittelbar Nußen ziehen. Die Skandalgeschichte, die sich in Verbindung mit Artikel 24, Absatz 1 und 2 der Ver- schimpfte pflichtschuldig weiter, fuhr den Buchdruckern in der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses abgespielt, faffung, desgleichen nach den in den einzelnen Landestheilen pflichtschuldig in die Waden und denunzirte sie zur Ab- ist dem Leser sicherlich schon zur Genüge aus den telegraphischen geltenden Vorschriften des Familienrechts auch die Sorge wechselung pflichtschuldig der hohen Staatsregierung. Das Nachrichten bekannt. Würde es sich also blos um diese dafür, daß das Kind während des religions- unmündigen ist die Wahrheit und sie soll Herrn Eagen Richter weder selbst handeln, wäre jedes Wort überflüssig. Alters nicht ohne Unterricht in der Religion gelassen vergessen noch geschenkt werden. anderes ist es aber mit der Beurtheilung dieser Skandalszene. Wer die heute erschienenen Blätter zur Hand nimmt, findet Nach dieser Logik kann man auch die freie Religions- Um die Ehre des Wahlkreises Ottensen mit Ausnahme der zwei, drei boulangistischen faft übung vollständig beseitigen; man braucht nur die An- Pinneberg, der in unserem Genossen Molkenbuhr kein einziges, das den unerhörten Fall, daß ein Minister gehörigkeit zu einer bestimmten Kirche für eine bürgerliche einen wackeren Vertreter im Reichstage besitzt, zu retten, ein Mitglied des Parlaments ohrfeigt und noch dazu im und staatsbürgerliche Pflicht zu erklären. Der Zweck, die traten am Sonntag eine Anzahl Bertranensmänner des die Hause selbst, gebührend verurtheilte. L'Estafette" bas Jugend im Banne der Kirche zu halten, wird durch diesen Kartellparteien umfassenden nationalen Bereins dieses Wahl- Organ Jules Ferry's, bringt diesbezüglich einen Leitartikel Bwang am wenigsten erreicht werden, weit eher noch das kreises in Elmshorn zusammen. Mit den Freifinnigen mit der Ueberschrift: Il a bien fait" -„ Er hat recht Gegentheil, indem die Kinder der Dissidenten die im elter wollen sie in Verbindung treten, um bei den nächsten Wahlen gethan". Und dieses: Er hat recht gethan, recht gethan, lichen Hause aufgenommenen Lehren unter der Schuljugend den Wahlkreis zurück zu erobern. Da lur' up! sagt der einen Abgeordneten in öffentlicher Sizung zu ohrfeigen, Hamburger. Der Wahlkreis wird seine Ehre besser zu zieht sich fast ausnahmslos durch die ganze Presse der wahren wissen, als daß er sie nochmals dem schmachvollen herrschenden Klasse. Einige machen sogar, den Namen des Deutsche Pharifäer erheben- anläßlich der jüngsten und gewiffenlosen Treiben der Kartellbrüder preisgeben Abgeordneten Laur benügend, der wie l'or( das Gold), aus Rammerprügelei in Paris- ibre chriftlich germanijchen wird, denen um einen Zipfel der Macht zu erhaschen, alles, gesprochen wird, den Wih, daß Constans zum Münz Augen fromm zum Himmel und danken Gott, daß in Vaterland, Freiheit, Recht, Gewissen und Gesinnung, feil Direktor ernannt werden wird, puisqu'il frapper heißt Deutschland, der frommen Kinderstube, Solches nicht möglich ist. Das Bolt hat längst seinen Stab gebrochen über das sowohl schlagen als prägen puisqu'il s'entend si bien sei. Die Herren Pharisäer irren sich fie kennen die Buhälterthum Bismarc's. à frapper Laur" weil er das Gold so gut zu prägen Geschichte des deutschen Reichstags nicht. Als Liebknecht versteht". 1870 gegen die Annexion von Elsaß- Lothringen Das neue Schweizer Auslieferungsgesetz, welcher sprach, wurde er von einer tobenden Rotte umringt und soeben die Zustimmung des Nationalraths, wenn auch gegen Man braucht wahrlich kein Freund der Boulangisten der Ruf: Haut ihn! ertönte. Bei dieser dieser und eine starke Minorität, erhalten hat, ist von sehr frag zu sein und wer kein Barenleder, Deutschenfresser oder bei späteren Gelegenheiten gingen gingen Abgeordnete würdigem Werth. Die wichtigste Bestimmung enthält Antisemit ist, kann es kaum mit ihnen halten der Rechten und der nationalliberalen Partei mit Artikel 10, welcher die politischen Verbrechen und Vergehen Vorgehen des Ministers des Innern aufs Schärffte geballten Fäusten, schimpfend auf Liebknecht los, betrifft. Wegen solcher wird die Auslieferung nicht be- zu verdammen. Was würde dieselbe Presse aber dazu und nur das Dazwischentreten von Freunden der willigt, mit Ausnahme der Fälle, in denen die Handlung, fagen, wenn irgend ein Abgeordneter einen Minister Radauparlamentarier verhinderte, daß jene geohrfeigt um deren willen die Auslieferung verlangt wird, obgleich ohrfeigen Sie fände sicherlich kein Wort, wurden und eine allgemeine Brügelei entstand. An Laur's der Thäter einen politischen Beweggrund oder Zweck vor scharf genug einen solchen Frevel genügend brandmarken, feine und Castelin's fehlt es auch in dem deutschen Reichstage schüßt, vorwiegend den Charakter eines gemeinen zu Züchtigung start genug, nicht nur daß das deutsche Blut etwas weniger heiß ist Verbrechen 3 oder Bergehens hat. Das Bundesgebiet um eine solche Unthat wett zu machen. Warum findet sie als das französische, und der Weg vom Worte zur That entscheidet im einzelnen Falle nach seinem Ermessen über aber im umgekehrten Fall nicht einmal ein Wort des Tadels bei uns etwas länger was übrigens oft gerade fein die Natur der strafbaren Handlung auf Grund des That- für den Minister? Weil Herr Laur ein Boulangist ist? Vortheil. bestandes. Wenn die Auslieferung bewilligt wird, so stellt Was aber diesem Abgeordneten geschah, könnte ja morgen Und da gerade von parlamentarischen Radauszenen die der Bundesrath die Bedingung, daß der Auszuliefernde ebenso gut einem sozialistischen Abgeordneten geschehen, bie Rede ist, so sei noch erwähnt, daß zu Ende der 60er und weder wegen eines politischen Verbrechen& ia bekanntlich auch nicht gut auf Herrn Constans zu sprechen zu Anfang der 70er Jahre der ehrwürdige Profeffor noch wegen seines politischen Beweg- sind. Allerdings würden diese nicht so feige wie Laur ge wald, einer der Göttinger Sieben", ehrwürdig durch grundes oder Zweckes bestraft werden dürfe.- wesen sein, der nachträglich erst bei Rochefort telegraphisch Charakter, Gelehrsamkeit und Alterer zählte an die Das find durchaus ungenügende Bürgschaften. anfragte, wie er dem Minister beikommen soll, sondern sie jedesmal wenn er im Reichstage gegen die Reaktionäre Regierungen haben die Gewohnheit, politische hätten ihm, der zuerst die Hallen der Gesetzgebung entweiht Annexion seines Heimathlandes Hannover sprach, von Bergehen zu gemeinen Verbrechen zu stempeln. Die hat, die Backenstreiche auf der Stelle doppelt heimgezahlt. etlichen Dutzend ihn umdrängenden nationalliberalen und deutschen Flüchtlinge von 1848 und 1849 wurden in den Allerdings ist Herr Constans in öffentlicher Sigung fonfervativen Reichstags Abgeordneten in pöbelhaftester, meisten Fällen wegen Mordes, Kassenraubes, und ähnlicher ge- beleidigt worden; aber dafür giebt es Strafen, die im wahrhaft empörender Weise verhöhnt und insultirt wurde. meinen Verbrechen verfolgt. Und die rassische Regierung, Reglement des Abgeordnetenhauses verzeichnet sind. Und Verglichen mit diesen Szenen, die uns heute noch nach die jetzt bei Auslieferungen am meisten in Frage kommt, wenn der Minister des Innern gar so zart besaitet ist, gar 20 Jahren und mehr bei der Erinnerung mit Efel und hat eine wahre Virtuosität darin, ihre politischen Gegner so feine Nerven besitzt, daß er außer sich geräth, weil ihm Zorn erfüllen, war der letzte französische Kammerskandal mit gemeinen Verbrechen zu belasten. Vor etwa 15 Jahren ein Abgeordneter von der Tribüne aus sagt, daß er ein noch verhältnißmäßig harmlos. wurde der Nihilist Netsch ajeff, der in Rußland einen von der öffentlichen Meinung Gebrandmarkter ist, dann Gendarmen verwundet und einen Spion getödtet hatte, als fann und darf er sich nicht monatelang von einem Blatte Herr Eugen Richter, der einsehen mag, daß sein gemeiner Verbrecher von der Schweiz ausgeliefert, was Tag für Tag aller nur denkbaren Schändlichkeiten zeihen Verhalten zum Buchdruckerstreik weder ehrenvoll noch klug feiner Zeit einen Sturm der Entrüstung hervor lassen, wie dies der Intransigeant" gethan und noch thut, war, sucht sich jetzt als Freund der Buchdrucker aufzuspielen, rief. Der Bundesrath entschuldigte sich nachträglich ohne dieses Blatt vor dem ordentlichen Gerichte zur Rechen der sie rechtzeitig gewarnt habe, wohingegen die Sozial- damit, daß die Aktenstücke, welche die russische schaft zu ziehen. Glaubte er sich aber zu erhaben über diese Semokraten, wie er dugendmal gesagt, zum Streit gehegt Regierung vorgelegt hatte, um Netschajeff's Ver- Angriffe, dann durfte er noch weniger im Parlamente gegen hätten, und wie er jetzt sagt, erst nach der Niederlage brechercharakter zu beweisen, unanfechtbar gewesen seien. Die Worte Laur's thätlich reagiren, weil da der Präsident der Streifenden mit ihrer Meinung herausrücken und ihn Nun derartige Aktenstücke sind immer unanfechtbar des Hauses zu seinem Schuße ist, der mit dem Reglement den zärtlichen Mahner„ der Arbeiterfeindlichkeit das Papier ist geduldig. Und was mußt die Bedingung, in der Hand jede Ausschreitung eines Abgeordneten gleich zeihen". daß der Ausgelieferte nicht wegen politisther Vergehen zu ahuden weiß. 80 Jahre ---0 würde? um um das eine Beschäftigung zu finden, die vor dem Hungertode schüßt. Ja, das habe ich freilich gedacht." ohne einen Blick auf die Räume und auf die Gesellschaft Ja, Herr Doktor, wenn man, so wie ich, einen Blick in's" Dieser Mann gehört jedenfalls in die Zeit der alten zu werfen, die uns seit unserem ersten Rapitel nicht mehr Geschäftsleben gethan hat, und man hört dann Römer," bemerkte der Schriftsteller lächelnd. fremd find. Die Bewohner sind allem Anscheine nach in den Gerichtsstuben was für Anfichten die Ein ganzer Napoleon, sage ich Ihnen", fügte Riemer bereits in tiefem Schlafe, denn Alles erscheint finster und Herren Assessoren und Gerichtsräthe vom Leben hinzu, der alte Napoleon nämlich, und Schneider verehrt still. Das Konversationszimmer" ist leer, im Spiel haben und aussprechen, und was für Urtheile denselben dermaßen, daß er alle Anreden des Kaisers an zimmer" liegen die gewöhnlichen Bewohner: Frank und der ba manchmal gefällt werden, da wird Einem ganz anders zu seine Truppen auswendig kann. Wenn ich gar nichts mehr Advokat Streit, im tiefsten Schlummer und werden weder Muthe, aber nicht beffer. Sehen Sie, ich denke bei meiner mit ihm anzufangen weiß, dann ziehe ich Vergleiche zwischen durch das Geräusch der Thüre, noch durch das Licht der Stellung so: Du bist die bloße Hand, ein willenloses Werk ihm und dem Kaiser Napoleon, und dann wird er gefügig Lampe geweckt, mit welchem der Wachtmeister, der jetzt im zeug, und wenn Du's nicht thuft, so thut es jedenfalls ein An- wie ein Ohrwürmchen, obwohl er sich sagen sollte, daß er langen Schlafrocke und mit halbgeschlossenen Augen dahin derer, und da gehe ich meines Wegs geradehin und sehe so wenig zwar ein sehr fester und auch verständiger Mann, aber wandelt, seinem neuen Pflegebefohlenen voranleuchtet. wie möglich rechts oder links. Aber so einem armen Teufel, ohne höheren Gedankenflug ist. So merkt er sich zum Angelangt im„ Meditationszimmer", deutet der Wachtmeister der sich nicht anders zu helfen wußte und doch gar nichts Beispiel alle Listen und Finten, die in sein Fach einschlagen, auf zwei Bettstellen mit Strohmatraßen und Stroh- Kopf dafür kann, daß die Welt so miserabel eingerichtet ist, ein aber neue erfindet er nicht, da muß ich allemal her tissen, und bemerkt: paar Jahre Arbeitshaus zuzudiktiren, das brächte ich nicht halten mit meinem bischen Genie. Trotzdem nehme ich ihn zu Stande, und wenn mir's selbst an Hals und Kragen immer mit, weil er mich am besten unterstützt. Und dadurch welches Sie wollen; meine Frau wird gleich die Decke Hier sind noch zwei leere Betten, benützen Sie davon, ginge, ebensowenig wie ich an Stelle der Frau Majorin ist er auch zum Theil zu seiner Berühmtheit gekommen, bringen." sein möchte, die neulich ihr Dienstmädchen wegen Ent- denn das mußt Du doch zugestehen, Schneider, daß Du das wendung eines Stückchens Seife polizeilich arretiren ließ." große Genie eigentlich nicht bist, für das man Dich aus Nun, ich ersehe aus Ihren Worten, Herr Riemer, schreit?" daß Sie das Herz noch ziemlich auf dem rechten Flecke haben." " Es geht nun, wie es geht. Da ist hier zum Beispiel als mein Gegenstück mein Kollege Schneider, dem hat das Herz niemals zu schaffen gemacht. Habe ich nicht recht, Schneider? " „ Das große Genie bin ich freilich nicht." " Mann;" gut, daß ich nicht verwöhnt bin. Aber so viel Sehr einfach, sehr spartanisch," erwiderte der junge Diogenes bin ich doch nicht, daß ich nicht das Betttuch vermißte." Sprechen Sie morgen darüber mit meiner Frau, für heute Nacht müssen Sie sich behelfen," entschied der Gestrenge. " Sie entschuldigen, meine Herren," rief unser junger Bekannter, indem er sein Glas leerte und aufstand, ich glaube, es ist die höchste Zeit, daß wir von hier aufbrechen, Inzwischen fam auch schon die Frau Wachtmeisterin wenn wir noch in jenen hohen Hallen Einlaß finden wollen." mit der Decke, die sie auf der einen Matratze ausbreitete, „ Es ist nur wegen des Hausmanns, der vielleicht im worauf sie sich mit einer guten Nacht" entfernte; ein Da hast Du freilich Recht," sagte der Kleine, un- besten Schlafe geweckt würde, sonst ist das Hineinkommen Beispiel, das von dem Herrn Gemahl alsbald nachgeahmt bedenklich zustimmend. dort jederzeit leichter und sicherer, als das Herauskommen. wurde. Im dritten Bette, welches noch im Zimmer stand, Sehen Sie, dieser Mann hat sich durch seine un- Wenn es Ihnen also gefällig ist, wollen wir gehen." lag Jemand, der die Decke bis übers Ohr gezogen hatte erschütterliche Berufstrene einen solchen Respekt bei seinen Borgesetzten erworben, daß man tein Bedenten trug, ihm Niemandem eine Unbequemlichkeit. Nur oben beim Wacht- unterschied. In der That verursachte der Eintritt in das Haus und kaum durch einen Athemzug sich von einem Todten die Verhaftung seines eigenen Bruders aufzutragen, als er meister dauerte es ein ziemliches Weilchen, bis sich die Leute fich dazu erbot. Und er erbot sich nicht etwa bazu, um aus den Armen des ersten Schlafes wanden und dem nächtdurch sein Erscheinen dem Bruder das Peinliche seiner Lage lichen Besuch die Thür öffneten. zu erleichtern, ihn zu trösten, seine Einbringung so glimpflich wie möglich einzurichten, nein, er hat mir selbst gestanden, daß er dabei an weiter nichts gedacht, als daß der Fängerlohn in der Familie bleiben sollte. Hast Du das nicht gedacht, Schneider?" Elftes Kapitel. Die geschlossene Gesellschaft. Der freundliche Leser würde uns gewiß zürnen, wollten wir, gleich den beiden Gerichtsdienern, an der Pforte umkehren, Der Wachtmeister hatte die Lampe mit sich genommen; tiefe Dunkelheit umgab deshalb den Änkömmling. Er hörte noch die Thüren öffnen und zumachen, dann ein kreischendes Schließen der äußeren Thüre des„ Konversationszimmers" und dann war Alles wieder still wie im Grabe. ( Fortsetzung folgt.) Von«velcher Seite man daher auch das Vorgehen des Ministers des Innern betrachte, bleibt es ein verdammens- werthes. Die Boulangisten selber haben allerdings kein stecht, es zu verurtheilen; denn während des Boulanger- Stummels, als sie sich schon nahe der Macht wähnten, haben sie überall, wo sie die Mehrheit bildeten, sich gleich Ban- d'ten benommen, die Jeden, der ihnen in den Weg kam, jaiiim erlich verhauten. Dies entschuldigt aber keineswegs das höchst brutale Vorgehen des Ministers. Und schließlich sind Ohrseigen keine Antwort; noch weniger aber eine Rein- waschung von Anschuldigungen des„Jntransigeant", auf den za die Ohrfeigen eigentlich genitlnzt waren.— Was wir über die„anarchistische" Bomben- Verschwörung von W a l s a l l in der vorgestrigen Nummer schrieben, findet in dem_ gegenwärtig zur Verhandlung stehenden Prozeß gegen die sechs wegen gesetzwidrigen Bc- sttzes von Sprengstoffen Angeklagten seine Bestätignng. In der gestrigen Verhandlung wurde das Geständniß eines der „Anarchisten" verlesen, in welchem die fünf anderen An- geklagten des anarchistischen Treibens beschuldigt werden und behauptet wird, die von ihnen verfertigten Bomben seien für das Ausland bestimmt gewesen. Hier, wie in so vielen ähnlichen Fällen, stellt es sich heraus, daß es sich um eine Lockspitzel-Anzettelung handelt, der eine Anzahl leicht- gläubiger und verworrener Köpfe zum Opfer fallen.— Die nichtswürdigen und alberne» Lüge», die in der ausländischen namentlich französischen Presse verbreitet werden, und gegen die sich ein, vom Leipziger„Wähler" theilweise veröffentlichter Brief Liebknechts an einen fran- Zösischen Freund richtet, finden sich gesammelt in dem vor- nehmsten Pariser Skandalblatt, dem„Figaro", dem zynischsten Vertreter des Kapitalismus. Und da man die Korrespon- denten des Blattes kennt, so ist man auch in der Lage, ihre Spuren zu verfolgen. Diese führen denn auch, mit der Deutlichkeit von Thierfährten in frisch gefallenem Schnee, zu den sauberen Gewährsleuten der sauberen Herren. Und da treffen wir denn lauter alte Bekannte: den He rrn Öberwinder vom Stöcker'schen„Volk", einige andere Adjutanten des Herrn Stöcker, und die ' Biedermänner, welche das hiesige Klatschblatt der„Un- abhängigen", die Londoner„Autonomie", das Amsterdamer „Recht für Alle" und andere Organe des Antisemitismus und Mundradikalismus mit geistiger Speise versorgen. Es ist dies ebenso charakteristisch und ehrenvoll für die sauberen „Figaro"-Herren wi«< für die gleich sauberen Gewährsleute. Wir machten schon vor dem Erfurter Kongreß auf das Treiben und die Verbindungen des undefinirbaren „W y z e w a" von,„Figaro" aufmerksam— seit dem Kongreß ist er rückhaltloser„Oppositions"-Liebhaber, jedoch ein etwas indiskreter, insofern er das zarte Verhältniß aller Welt auf die Nase hängt. In der letzten Nummer des„Socialiste" sind die„Wyzewa" und Konsorten gebührend an den Pranger gestellt. Und wenn wir der Sache erwähnten, so geschieht es nicht, um die Lieseranten der französischen Skandal- Bourgeoisie zu kennzeichnen— das wäre ein überflüssiges Beginnen— sondern um unseren französischen Freunden zu zeigen, ans welchen Quellen die Verleumder der deutschen Sozial- demokratie ihre Information schöpfen, und welcher Hand- langer und Bundesgenossen sich die Bourgeoisie in ihrem Verzweiflungskampf gegen das siegreich vordringende Prole- tariat bedient.*)— Ztavlnmettksbevidtke. Deutscher Reichstag. 134. Sitzung vom 22. Januar, 1 Uhr. Arn Tische des Bundesraths von Marschall, von Rottend nrg., Auf der Tagesordnung steht die erste und eventuell zweite Berathung des Handelsvertrages mit der Schweiz. Staatssekretär v. Marschall: Der vorliegende Vertrag schließt sich eng an dieHandelsverträge, welche vorWeihnachten vom Reichstage angenommen sind. In der Polemik über den Werth der Handels- Verträge überhaupt ist seitens der Gegner immer nur von den Vortheilen gesprochen worden, welche wir möglicher Weise von den Verträgen haben könnten, nicht aber von den drohenden Nachtheilen, welche dadurch abgewendet werden. Letzteres ist aber die Hauptsache. Mit unserer Schutzzollpolitik haben wir den einheimischen Markt ge- sichert; es handelt sich aber auch darum, unsere Exportinteresfen zu wahren, und zwar besser als durch die Meistbegünstigung. Bestehen nirgends Tarifverträge oder treten die bestehenden außer Kraft, so hat die Meistbegünstigung ja gar keinen J»halt. Die Schweiz hat seit ISöl eine ganze Reihe von Tarifverträgen ab- geschlossen, und alle die Vortheile daraus sind uns wie eine reife Frucht in den Schooß gefallen; wir dagegen haben in derselben Zeit unsere Zollnovellen erlassen, welche sich ganz wesentlich auch gegen die Schweiz gerichtet haben. Der Konventionaltarif der Schweiz hört aber am 1. Februar auf und damit auch unsere Vortheile aus der bisherigen Meistbegünstigung. Ter neue schweizerische Gencraltarif von 1891 würde unsere Aus- fuhr außerordentlich hart treffen, und wir würden daraus der Schweiz keinen' Vorwurf machen können. Hier liegt also ein Verhältniß vor, das uns nicht veranlassen konnte, die Hände in den Schooß zu legen. Laffen wir übrigens den alten Vertrag fortdauern, so wurden manche Gegner des neuen Vertrages erst recht unzufrieden sein. Das Deutsche Reich ist aber nicht nur politisch, sondern auch wirthschastlicl, stark, und keineswegs hat um jeden Preis ein Zollkrieg mit der Schweiz vermieden werden sollen. Aber warum leichten Herzens mit einem Lande, mit dem wir seit Jahrzehnten in guten Be- Ziehungen gestanden habe», und das für 200 Millionen Mark deutscher Erzeugnisse jährlich ausnimmt. Streit vom Zaun brechen und einen Zollkrieg beginnen? Ein gerechter Anlaß dazu würde nur vorliegen, wenn die Schweiz unsere Anträge und Anregung ohne Grund zurückwiese. Das ist aber nicht der Fall gewesen. In der Presse ist vorzüglich darauf hingewiesen worden, daß die schweizerischen Zollsätze nach dem Vertrage vielfach höher sind als die deutschen. Es liegt das an dem Umstände, daß die Schweiz in dem Handelsvertrage mit Frank- reich 1882 gegen französische Konzessionen erhebliche Gegen- konzessionen gemacht hat, auf die wir doch unmöglich Anspruch Machen können, da wir jene Konzessionen in dem Um- fange, wie Frankreich 1862 es that. nicht gemacht haben. Es»st widersinnig, wenn von unseren Schutzzöllnern der Vor- Wurf erhoben wird, daß wir nicht genug Konzessionen von der Ech,veiz erlangt habe». Die Streitigkeiten über alten und neuen Kurs sind muhig; die verbündeten Regierungen werden den- *) Die Lügen der Wyzewa und Konsorten'brauchen wir unseren Lesern nicht vorzuführen, da diese, wenn es sie interesstrt, die tzMlze Litanei in den obengenannten Blättern vorfinden. lenigen Kurs innehalten, der aus dem Gebiet der Wirthschafts- Politik dem nationalen Interesse entspricht. Abg. Graf Kanitz(dk.): Die Ausführungen des Staats- sekretärs über den schweizerischen Generaltarif kann ich nicht ganz unterschreiben. Wenn auch die Handelsverträge nicht zum Frei- Handel führe», so ist es doch ein bedeutender Umschwung, den sie bewirken, denn sie beschränken unsere Aktionsfreiheit ganz erheblich. Prinzipielle Bedenken gegen diesen Umschwung habe ich nicht, aber die Art der Durchführung ist das Bedenkliche. Ein anderer wichtiger Umstand ist die Frage der Differentialzölle. Die Kon- Zessionen, welche wir Oesterreich und Italien gemacht haben, fallen Dänemark, Norwegen, Schweden und Amerika ohne jede Gegenleistung in den Schooß. Das verschlechtert unsere Situation gerade Rußland und Rumänien gegenüber. Ferner sind die in den Verträgen vereinbarten Zollsätze für Deutschland nicht be- sonders günstige. Das gilt ganz hervorragend von dem schweizerischen Handelsvertrage. Der schweizerische Zollsatz für Gold- und Silberwaaren betrug bisher SV M.; der neue Generaltarif hat 300 M. angesetzt, welche uns großmüthig auf 200 M. ermäßigt worden sind. So treibt die Schweiz Zollpolitik. Es ist wohl selten vorgekommen, daß ein wirlhschaftlich weit stärkerer Staat in einem Vertrage so sehr den Kürzeren gezogen hat. Fast alle Industriellen verurtheilen einmüthig diesen Vertrag, so vor allein die Baumvoll-Jndustriellen.(Redner führt dies im einzelnen aus.) In dem Vertrage liegt eine tiefgehende Schädigung unserer Industrie, gerade so wie die anderen Verträge unsere Landwirlschast geschädigt haben. Ich kann auch diesem Vertrage nicht zustimmen.(Beifall rechts.) Abg. Bamberger(dfr.): Die Betrachtungen des Grafen Kanitz sind dieselben gewesen, wie er sie schon vor den Ferien zum Besten gegeben hat. Die einzige neue Behauptung, daß die deutsche Industrie den Vertrag einmüthig verurtheile, ist zwar neu, aber nicht richtig. Von der Textil-, der Eisen-, der chemi- schen Industrie ist diese Klage nicht erhoben worden. Auch ist es ein Unding, unsere so kräftig entwickelte, durch Fleiß und Gewissenhaftigkeit, Thatkraft und Tüchtigkeit so ausgezeichnete Industrie, als ob sie des Schutzes bedürftig, so schwach und hin- fällig zu schildern, daß sie durch diesen Tarifvertrag dem Ruin entgegengebracht werde. Graf Kanitz steht auf dem Standpunkte des gänzlich autonomen Tarifs, der nach meiner Meinung nicht zum Heil des Reiches gelangen kann. auch zu Zeiten der Bis- marck'schen Handelspolitik nie getheilt wurde, ivenigstens nicht in der Theorie. Deshalb haben wir in jener Aera Handels- vertrüge abgeschlossen, die allerdings immer inhaltsloser und zuletzt bloße Meistbegünstigungsverträge wurden. Die gegen den schweizerischen Vertrag erhobenen Bedenken gehen nach beiden Seiten, einmal sollen zu viel Konzessionen gemacht, anderseits zu wenig Konzessionen erreicht worden sein. Ich kann mich aus beiden Rücksichten nichtenlschließen, dem Vertrag feindselig entgegenzutreten. Natürlich ist es und tritt überall hervor, daß jeder Interessent sich zu Gunsten des anderen übervortheilt glaubt. Zu bedauern sind also vor allem die Unterhändler aus beiden Seiten, sie konnten es nicht Allen recht machen und wurden, was sie auch thaten, von Allen angegriffen. Die Darlegungen der Baum- Wollspinner kennen wir auch schon aus dem Jahre 1879, wo Herr v. Varnbüler der Hauptwortsührer war. Trotz aller da- maligen Voraussagungen hat sich die Feinspinnerei nicht ent- wickeln, jedenfalls nicht sich voin Auslande unabhängig machen können. So wenig wie seit 1379, so wenig wird die Fein- fpinnerci dies in den nächsten 10 oder 12 Jahren leisten, es ist das eben undurchführbar. Ueberdies tritt die Ausfuhr au Ge- spinsten ganz ungemein hinter derjenigen von Erzeugnissen der Textilindustrie zurück. Gewisse schutzzöllnerische Hantelskammern greifen allerdings sogar die Erleichterungen des Veredlungs- Verfahrens heftig an; in einer solchen Eingabe wird sogar von dem„vielbeklagten" Veredlungsverfahren gesprochen! Der Vor- schlag eines Zollkrieges ist wirklich nicht»echt begreiflich einem Staate gegenüber, mit dem wir seit 1813 in Frieden leben; ein solches Versahren Deutschlands gerade der Schweiz gegenüber trüge etwas besonders Gehässiges in sich. Die Zollkriege haben zu keiner Zeit Segen gebracht; auch hier plocruntur Achivi. Das soll man nicht zu Gunsten einiger Baumwollenkönige heraufbeschwören. Man braucht ja blos auf das Ergebniß des Zollkrieges zwischen Italien und Frankreich zu blicken. Ich hoffe, daß, wie in etwa 10 Jahren die fr-üher sreihändlerischen Konservativen sich zu Schutzzöllnern verwandelten, in den nächsten 10 Jahren eine Wandlung in der anderen Richtung eintreten wird.(Heiterkeit und Beifall.) Abg. v. Stumm(Rp.): Wenn wir der Schweiz etwas'ver- danken in dem Vertrage, dann ist das nicht dem Freihandel, sondern dem Schutzzoll zu verdanken.(Widerspruch links.) Wenn die ganze Industrie zum Freihandel übergeht, können wir aller- dings die Sache auch mitmachen, für die Eisenindustrie unter- schreibe ich das ohne weiteres; aber für Deutschland, im Herzen Europas, von Schuhzollstaaten eingeschlossen und nur nach Norden gegen England offen, ist dieses System unmöglich. Die Eisen- industrie hat sich gegen den Vertrag nicht vernehmen lassen, weil sie von demselben kaum berührt wird, dasselbe gilt von den beiden anderen Industrien, die Herr Bamberger angeführt hat; man kann also dem Grafen Kanitz nicht Unrecht geben. Die Baumwollspinner müssen über die Herabsetzung des Zollsatzes für feine eindrähtige Garne über Nr. 00 euglisch von 30 und 31 auf 24 M. beunruhigt sein. Der Hauptsturm richtet sich gegen den Umstand, daß 11 ermäßigten Positionen im schweizerischen Tarif über 100 Zvllerhvhunge» gegen den jetzigen Zustand gegen» überstehe». Die Erregung darüber kann doch Niemand wundern. Trotz dieser Anstände verwerfe ich den Vertrag nicht. Die Aktion der Regierung der Schweiz gegenüber würde dann so geschwächt sein, daß auf ein Resultat überhaupt nicht mehr zu rechnen wäre. Anderseits behalten wir ja die Aussicht, daß durch die Verhand- lungen der Schweiz mit Frankreich uns noch weitere Vortheile durch die Meistbegünstigung erwachsen. Auch stimme ich für den Vertrag, um endlich Ruhe für die Industrie zu schaffen, um den Beunruhigungsbazillus, vor allem auch in der Presse, meinerseits mit vernichten zu helfen. Abgeordneter von Bennigsen(nationalliberal): Ich hatte zuerst geglaubt, daß eine kommissarische Berathung der Vorlage allen Belheiligten nur förderlich sein könnte; jetzt aber, so kurz vor dem I.Februar, ist das nicht mehr thunlich. Einzelne Bedenken sind allerdings hervorgetreten, die sich nicht recht im Plenum ausklären lassen, und für die sich eine freie Kommission vielleicht zusammenfinden möchte; dabei ist aber vorausgesetzt, daß die Regierung zu dieser Gruppe Vertreter sendet. Ich bin von meiner Fraktion ausgefordert, diesen Gedanken anznregen. Ueber Auslegung und Anwendung der Bestimmungen hinsichtlich des Veredelungsverkehrs und der Verzollung nach dem Brutto- gewicht bestehen derartige Zweifel. Was sonst den Vertrag an- langt, so kann von der Schweiz doch wirklich nicht verlangt werde», daß sie von allen Seiten von fchutzzöllnerischen Staaten eingeschlossen, immer den Freihandel aufrecht erhält. Den Verkehr mit der Schweiz zu pflegen und zu erleichtern, muß Deutschland sich schon in Anbetracht der Höhe des Exports an- gelegen sein lassen. Wir haben nach der Schweiz Erzeugnisse im Werths von 180, die Schweiz nach Deutschland Erzeugnisse im Werths von 177 Millionen Mark eingeführt. Aber der Export der Schweiz nach Deutschland beträgt fast Vi des ganzen schweizerischen Exports, ihr Interesse an der Pflege der Vekehrsbeziehungen ist daher viel größer als das unfrige. Das Recht, ihre autonomen Tarije zu erhöhen, kann aber der Schweiz nicht abgesprochen werden; mit Drohungen und Pressionsmitteln dagegen vorzugehe», halte ich nicht für angebracht. Wir haben speziell nichts zu thun, was die Schweiz wirthschaftlich oder politisch in die Arme Frankreichs treiben würde. Am Schlüsse seiner Rede spricht Redner seine besondere Freude über den Abschluß dieses Systems von Handelsverträgen aus, welches ein Hauptverdienst der deutschen Politik der jüngsten Zeit sei. Daß Deutschland 1879 die Schutzzoll-Aera eingeleitet habe, sei nichts als eine historische Legende, denn lange vor 1379 hätten Rußland, Italisch Oesterreich Schutzzölle eingeführt; nur ick Frankreich fei erst 1831 der schutzzöllnerische Tarif zu Stande ge- kommen. Aber allerdings hat Deutschland durch seine Entscheidung in diesem Sinne der ganzen Beivegung einen gewissen Stempel auf- gedrückt. Das Aufhören des wirthschaftlichen Kampfes würde vielleicht auch für die Weiterentwickelung der liberalen Parteien von großem Vortheil sein. Es könnten doch Zeiten kommen, wo sich jetzt bekämpfende Parteien wieder gemeinsam zusammengehen können, ja müssen, auf einem Gebiet, das nicht nothwendig auf materiellem Gebiet zu liegen braucht. Solche Annäherungen würden auch eine Gesundung unsererer Parteiverhältniffe über- Haupt nach sich ziehen. Was die Getreidezölle anbetrifft, so habe ich, der ich nur für die Hälfte des, ursprünglichen Satzes von 1379 gestimmt habe, den Wunsch auszusprechen, daß auch in dieser Beziehung die Parteien in ihren Bestrebungen auf weitere Herabminderung sich eine gewisse Resignation auferlegten. Schutz- zölle auf Getreide sind heute anders zu beurtheilen als früher, wo die Landwirthschaft unter ganz anderen Verhältnissen lebte. Durch die totale Veränderung aller Verkehrs- und Produktions- Verhältnisse ist die Landwirthschaft in eine schwere Krisis ge- rathen, die die ganze Aufmerksamkeit des Staates herausforderte und mit den Schutzzöllen bekämpft worden ist.(Beifall links.) Um BVa Uhr wird die weitere Berathung auf Sonn« abend 1 Uhr vertagt. Vnrkeinaikirirkzkett. Zur Warnung. Der in der deutschen sozialdemokratischen Presse und speziell' auch im„Vorwärts" schon wiederholt als Schwindler und Kassenmarder gebrandmarkte Zigarrensortirer Emil K r a m p k a scheint den deutschen Boden nach und nach zu heiß gesunden zu haben, denn er sucht nun seine Beutelschneidereien in> Auslande fortzusetzen. So wird uns aus Rotterdam in olland berichtet, daß sich dort Krampka bei den Genossen um nterstützung bewarb, indem er erzählte, er sei in Deutschland wegen Majestätsbeleidigung steckbrieflich verfolgt und es stände ihm bei der Rückkehr eine schwere Gefängnißstrafe in Aussicht. An diesen Angaben ist kein wahres Wort; wir können unsere im Ausland lebenden Genossen nur auf das Dringendste vor jenem Erzschwindler warnen. Ein Kreistag der Sozialdemokratie der Mansfelder Bezirke findet am 14. Februar in E i s l e b e n statt. Die gewaltthätigen Bemühungen der„Ordnungs"-Parteien, die ge- segneten Gefilde ihres Machtbereichs vor dem Ansturm der „sozialdemokratischen Horden" zu schützen, haben gerade das Gegeutheil des Erhofften zur Folge gehabt. Die Zahl unserer Anhänger ist so gewachsen, daß die Schaffung einer geregelten Organisation der Mansfelder Sozialdemokratie nothwendig wurde. Der Kreistag ist zu diesem Zwecke einberufen. In Lahr errang die Sozialdemokratie bei den Stadt« verordneten-Wahlen zum ersten Mal einen Sieg. Es wurden zwei unserer Kandidaten gewählt. Im Tonneberger Gemeinderath beantragte der sozial- demokratische Stadlverordnete Wehder die Aufhebung des Schulgeldes. Der Gemeinderath debattirte den Antrag sehr eingehend, und da das Budget seiner Meinung nach die völlige Aushebung des Schulgeldes noch nicht zuläßt, so dehnte er die Befreiung vom Schulgeld wenigstens auf drei weitere Steuer- stufen und zwar bis zu 990 M. Einkommen aus. ** In Gera hat der nationalliberale Stadtrath Schneider. der bei der letzten Gemeinderathswahl sich zu Ungunsten des freisinnigen Redakteurs und Landtags-Abgeordneten I. Fi sa hn um 90 Stimmen verzählte, sein Amt„aus Gesundheits- rücksichten" niedergelegt. � Anschluß der Buchdrucker an die Sozialdemokratie ist weiter zu berichten aus Magdeburg. � Der sozialdemokratische Berein des dritten Hamburger Wahlkreises erzielte im Jahre 1391 eine Einnahme von 22 910,80 M., der eine Ausgabe von 19 333,49 M. gegenüber- steht. Es verbleibt somit ein Kassenbestand von 3372,31 M. » Aus Friedberg in Hessen wird mitgetheilt, daß die Anti- semiten Alles mögliche versuchen, um unseren Parteigenoffen Fritz Schmidt geschäftlich zu ruiniren. Sie haben ihm durch Verbreitung allerhand Klatsches denn auch schon Schaden genug ziigefügt, da er seine Kundschaft vorwiegend unter Bauern und Beamten, also unter Bevölkerungsklassen hat, die in jenem Distrikt den antisemitischen Demagogen noch Glauben schenken. In erster Linie ist es der„Reichsherold", das Blatt Böckels, welches diesem skandalösen Treiben obliegt. Trotzdem Böckel Reichstags-Abgeord- neter ist und schon aus Rücksicht auf die Würde seines Mandats dafür sorgen müßte, daß sein Blatt leidlich wahr schreibt, bringt daffelbe unberechtigte Angriffe der niedrigsten Art gegen Schmidt und unsere Partei. Natürlich spielt unter denselben der alte Schwindel, unsere Partei sei verjudet, auch seine Rolle. Es läßt sich danach ermessen, was für ein Zeitalter der Schande über Deutschland herausziehen müßte, wenn die Antisemiten Dumnu: genug fänden, die ihnen zur Herrschaft verhelfen würden. Nicht das Auge im Kopfe würde diese Verleumderbande dem politischen Gegner gönnen. Polizeiliches, Gerichtliches ee. — Zn Chemnitz waren mehrere Parteigenossen, welche gelegentlich der Maifeier an„unerlaubten" Geldsammlungen b«- lheiligt gewesen sein sollten, von, Polizei-Amt zu je 30 M. Geld- strafe verurtheilt worden. Schöffen- und Landgericht ermäßigten die Strafe, das Ober- Landesgericht erkannte zedoch auf völlige Freisprechung. Die Kosten des Jnstanzemveges bleiben außer Ansatz. — Vertrauensmann Ernst Hosang in Dessau hat 30 M. Strafe zu bezahlen, weil er einige Beamte durch folgende Aeußerung beleidigt haben soll:„Mein Schwager wurde vom Salzbergwerk Leopoldshall zuerst wegen zu hohen Alters(er ist über 40 Jahre alt) zurückgewiesen, dann aber, als er auf den Rath einiger Beamten sein Alter niedriger angab, als Bergmann angenommen." — Redakteur Feldmann vom„Proletarier" tritt am 22. Januar seine Strafhaft an. Am 29. Januar hat er sich noch in Reichenbach wegen einer geringfügige» Uebertretung des Preßgesetzes zu verantworten. Ferner hat der Redakteur G r o t h von der Bielefelder„Volksmacht" am 19. Januar im GefängnißQuartier bezogen, um eine einmonatige Gesängniß- strafe zu verbüßen. — Walther May, der Redakteur des Chemnitzer „Beobachters", erklärt in einer Briefkasten-Notiz, daß die Nach- richt von seiner Verhaftung wegen des Weihnachts-Artikels un- wahr und in unserer Mittheilung über diese Angelegenheit nur das richtig sei, daß nach dem Manuskript jenes Artikels gehaus- sucht wurde. Die Nachricht war von einem uns wohlbekannten Chemnitzer Parteigenossen eingesandt worden, der allerdings der Redaktion des„Beobachters" nicht angehört, von dem aber vorausgesetzt werden durste, daß er genau unterrichtet war. — Das Kreisgericht Davos(Graubünden) hat einen deutschen Schneider wegen seines„sozialistischen Sünden- reaisters" ausgewiesen. Nach der Züricher„Arbeiterstimme" bestand das Vergehen des Mannes darin, daß er Leiter der Schneider-Gewerkschaft war. Demnach läge wieder«in Fall ge« wöhnlicher Klassenjustiz vor. Theater. Sonnabend, den 23. Januar. Opernhaus. Die Afrikanerin. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Leffing- Theater. Das vierte Gebot. Cavalleria rusticana. Deutsches Theater. Kollege Crampton. Berliner Theater. Der Hütten befizer.. Residenz- Theater. Madame Mongodin. Vorher: Modebazar Violet. Wallner- Theater. König Krause. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Cacao. Bellealliance- Theater. Der Meineid- Bauer. Oßtend- Theater. Hamlet, Prinz von Dänemart. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplatz- Theater. Schwarze Brüder. Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. SpeKonkordia- Palast- Theater. zialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Giskeller. Theater und Spezialitäten Borstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 hr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 P Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Regelbahnen 6 Billards, 2 Gäle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 2. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Circus Renz.[ Circus G. Schumann. Karlstraße. Sonnabend, den 23. Januar 1892, Abends 7/4 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. Zum 125. Male: Auf Helgoland" E oder: Ebbe und Fluth. Große hydrologische AusstattungsPantomime in 2 Abtheilungen mit National Tänzen( 60 Damen), Auf zügen. Neue Einlage: Die GardeHusaren. Fernere Einlage: Die lanen 2c. Dampfschiff und Boot fahrten, Wasserfälle, Riesenfontänen mit allerlei Lichteffekten 2c., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Außer dem: 4 hohe Schulen, ger. v. d. Damen Frls. Clot. Hager, Oceana Renz, Vidal u. Helga Hager. 6 irländ. Jagdpferde, zus. dress. u. vorgef. v. Herrn Franz Renz. Eine Fahnenquadrille, ger. v. 16 Damen. 4 Gebr. Briatore, Afrobaten. Sisters Lawerenco a. fl. Trapez. Auftreten der vorzügl. Reit tünstlerinnen u. Reitkünstler. Komische Entrees 2c. Morgen, Sonntag: 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind frei). Auf viels. Verlangen:" Die Touristen." Abends 71/2 Uhr: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. Friedrich- Karl- Ufer, Ede Karlstr. Der Zirkus ift geheizt. Heute, Sonnabend, Abends 71/2 Uhr: Große Clown- und KomikerVorstellung. Wer sich amüsiren will, muß heute kommen. Besonders hervorzuheben: 3. 1. Male Reisende Künstler vor 30 Jahren, höchst tomisches Entree des Clowns Little Fred und seiner 3 Lehrjungen. Pas de deux, von Miss Adele ut. Mr. Joë Hodgini. 3 fadje Springfahrschule, ger. v. Herrn Ernst Schumann. Schulpferd ,, Albert", ger. v. Frl. Adele Schumann. Doppel- Jockey, Mr. Joë Hodgini u. Victor Bedini. Parodie auf den engl. Jockey v. Clown Tanti. Der imitirte Frosch, vorzügliche Kautschuckprodution von H. v. Bergh. Clown Tanti mit seiner Großmutter zu Pferde, höchst kom. Szene. Der eifersüchtige Schutter, fehr fom. Intermezzo von mehreren Clowns der Gesellschaft. Zum Schluß der Vorstellung: Berliner Kinder im Sommer und Winter. Große Wasser- und Feuer- Pantomime 10 Pfg. pro Nummer und Woche. Die heute erschienene Mr. 4 der Berliner Zu haben bei allen Zeitungsverkäufern und Trinkhallen. Illustrirten Zeitung mit sensationellen Licht, Wasser und enthält unter Anderem nachstehende Illustrationen: Feuer- Effekten, großem Ballet u. militärischen Evolutionen. Mordprozek Machus. Sonntag Nachmittag 3½ Uhr: Empfehle mein Vereinszimmer, Extra arrangirte Kinder- Vorstellung. des Vertheidigers und der Mörderin. 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April cr. durch Einsendung von Einer Mark in Briefmarken oder per Postanweisung an die Expedition der Berliner Illustrirten Zeitung, Berlin W., Leipzigerstrasse 134. Für Abonnement nach dem Anslande( Weltpostverein) find 50 Pfg. mehr einzusenden, Freie Volksbühne. Ort- Krankenkaſſe der Liſchler und Pianoforte- Arbeiter. Morgen, Sonntag, Nachmittags 2 Uhr, findet im Bellealliance- Theater für die II. Abtheilung( grüne Karten) die vierte Borstellung im zweiten Vereinsjahr statt. Zur Aufführung kommt: Nora, Schauspiel in drei Atten von Henrik Ibsen. Das Ausloosen der Pläge beginnt wie immer um 1 Uhr und wird das Theater 10 Minuten nach 2 Uhr geschlossen. 1092b Dieselbe Vorstellung findet am 31. Januar für die III. Abtheilung ( braune Karten) statt. Säulenanfchlag erfolgt zu feiner der beiden Borstellungen mehr und wird Zukunft Castan's Panopticum in Butt allmonatlich nur noch einmal, zur Erſt- Aufführung jeden Stüdes ftattfinden. Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: N° Es wird deshalb gebeten, daß die Mitglieder sich die Spieltage merken. Mitglieder der 1. Abtheilung fönnen gegen Nachzahlung von 50 Pf. die Vorstellung sich noch einmal ansehen. Neue Mitglieder werden in den Bahlstellen und im Theater aufgenommen. Auch wird wiederholt bekannt gemacht, daß Kindern der Zutritt nicht Der Vorstand. Die fliegende Geigen- Fee. gestattet ist. Lebend, ohne Ertra- Entree. Neueste mufitaliſche Illuſion. Borstellungen: Chausseestr.88. Eiskeller. Chauffeeſtr.88. 12 Uhr u. 1 Uhr. 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Nachmittags. Roloffal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Lebensgroße Wachsfiguren und Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama mit Gewitter. Sonnabend, den 23. Januar cr., Die Mitglieder- Versammlungen betreffend die Aufstellung der Delegirten eventuell Neuwahl derselben finden in folgenden Lokalen statt: 1. Bezirk des Kaffirers Schulze II( früher Schüß): Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, in ,, Habel's Brauerei", Bergmann fraße. Zahl der zu wählenden Vertreter 42. 2. Bezirk des Raffirers Schrepffer: Sonntag, den 31. Januar, Vormittags 10 Uhr, im ,, Eiskeller", Chausseestraße. Zahl der zu wählenden Vertreter 46. Jm Bezirk des Kassirers Schre pffer wählen bie freiwilligen Mitglieder, welche ihre Beiträge direkt im Raffenlokal bezahlen, mit. Bei der hohen Wichtigkeit der Delegirtenwahl ist es Pflicht aller Mit glieder, sich recht zahlreich zu betheiligen. Die Kommission. 325/9 Große öffentliche Bersammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 24. Januar, Nachm. 4 Uhr, bei Knebel, Badstr. Nr. 58 Lages Ordnung: Vortrag: Aus Gegenwart und Zukunft. Ref.: Frau Henrich- Wilhelmi, Der Einberufer: Paul Heitmann. Gemüthliches Beisammensein und Tanz, BE 433/3 Grosser Wiener Masken- Ball Buchbinder- Männerchor Berl. des Gefangverein SteinneIte". Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes. Billets à 50 Pf. bei Sahne, Lindowerstr. 17; Baath, Kesselstraße 40, Hof 1 Tr.; Zeperuid, Adferstr. 53( Restaurant). Hierzu ladet ein 163/18 Das Komitee. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, den 24. Januar, Abends 6 Uhr: Zwei große Versammlungen. Jm Theater- Saal( ohne Süd- Ost- Bezirk in Schmiedel's Festfälen, Alte Jakobstr. 32. Vortrag Extra- Entree): Täglich des Herrn Ledebour über: Die deutschen Stämme und ihre Dialekte". Alle Kollegen, Kolleginnen und Freunde des Vereins werden hiermit zu dem am Sonntag, den 24. Januar, und von da ab bis auf Weiteres alle vierzehn Tage in Feuerstein's Tunnel, Alte Jakobstr. 78, stattfindenden geselligen Abend verbunden mit Tanz und Vorträgen freundlichst eingeladen. Anfang 6 Uhr. Die Kommission. 439/8 Oeffentl. Volksversammlung v. 6 Uhr ab Vorstellung Diskussion. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein mit Tanz und Vorträgen am Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Weddingpark des von Spezial. I. Rang. unter gefälliger Mitwirkung der Frau Palm. Entree 50 Pf. Viel nene Spezialitäten. La belle Irene, die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Herrn Schröder, Müllerstraße Nr. 178, Tagesordnung: Süd- Bezirk im großen Saal der Bockbrauerei". Vortrag des Herrn Türk über:" Sibirien". Diskussion. Nachdem geselliges Beiſammensein und Tanz. nossenschafts- Bäckerei". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Vortrag des Herrn Bölkel über Zweck der zu gründenden Ges Gäste find freundlichst eingeladen. E Den Schülern der Südschule zur Nachricht, daß der Unterricht in Deutsch III wieder am Sonnabend stattfindet. 431/11 95/3 Die Agitations- Kommission. Achtung, Rixdorf! Kranken- und Sterbelasse der Sutmacher- Gesellen zu Berlin Deffentliche Sozialdem. Volksversammlung ( E. H. No. 67). General- Versammlung Dienstag und Damen. am Sonntag, den 24. Januar cr., Vormittags 10 Uhr, Freitag für Wo speisen Sie? In der alt. pommerfchen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. bei Klein! Frühst. 30 Bf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 80 bis 50 Pf, nach Auswahl. 18962 Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- u. Bairischbier- Lokal früher Reichenbergerñtraße jekt Picklerstraße Nr. 7. 1090b] Frih Schalekke. Martin Klein, Uhrmacher, 1476L im Lokale des Herrn Kruse, Pappel- Allee 3-4. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Wahl der Revisoren und Krankenkontrolleure. 4. Berschiedenes. 1067b J. A.: Otto Tschoppe, Fischerstr. 8. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 104 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag von Frau Henrich- Wilhelmi über: Feuerbestattung". Gäste sehr willkommen. Adhtung! 4. Wahlkreis. Große Plts- Versammlung Sonntag, den 24. Januar cr., Vormittags 10% Uhr, bei Barta, Bergfir. 120( großer Saal). Tages Ordnung: 1. Das Sozialdemokratische Programm und die Taftit. Ref.: Reichs tags- Abgeordneter W. Schmidt- Frankfurt a./m. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren. 4. Mittheilungen des Vertrauensmannes. 420/14 Es ist Pflicht eines jeden Genossen zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Friedrichshagen. Große öffentl. Volks- Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 24. Januar er, Vorm. 11 Uhr, im Gesellschaftshaus. Tages Ordnung: 378/11 1. Fortsetzung der Diskussion. Warum legt der Vertrauensmann sein Amt nieder? 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einbernfer. am Zonntag, den 24. Jannar, Vormittage 10- br, Allen Inhabern v. Schuhwaarengesch.! 25 Neue Hochstr. 25 im empfiehlt sein Lager aller Arten Uhr, Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Tages Ordnung: 10 Uhr ab, die Verkaufshallen jeglicher Schuhwaaren in den Stadtbahn zeigen wir hiermit an, daß wir von Montag, oen 25. Januar, Vormittags bögen 6, 7 und 8, Etablissement Zum Prälaten", Rönigstraße am Alexanderplat, eingerichtet haben. Eintritt für alle Legitimirten fret!! 1085b Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen. 1. Bortrag des Reichstage- Abgeordneten Max Schippel, über: Das Wand- und Laschen- Uhren. nene Programm der Partei. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Reparaturen zu soliden Preisen. 301/14 Der Einberufer. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 19. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Sonnabend, den 23. Januar 1892. 9. Jahrg. Wenn diesen Ge verminderung von 161/2 Millionen Mark zur Folge haben, weiß Kennzeichen der graffirenden Beunruhigung epidemie, wenn man der ich noch nicht. Jedenfalls kann ich dem System der Handels- Regierung feine positiven Vorwürfe machen kann, dann treibt verträge nicht Widerstand leisten, wenn diefelben zum Wohle des man hypothetische Politik und sagt: Wir trauen Euch einen 4. Sigung vom 22. Januar, 11 Uhr. Ganzen dienen. Wir haben bei 5 M. Zölle die schlechtesten Zölle ganzen Haufen von Niederträchtigkeit zu. Daß es der Wille der gehabt; wenn wir gute Ernten haben, genügen 3,50 M. und Staatsregierung ist, die bestehenden Verträge auf zwölf Jahre zu Am Ministertische: Graf von Caprivi, Miquel, wenn wir schlechte Ernten haben, helfen uns 10 M. nicht, wenn halten, ist deutlich genug zum Ausdruck gekommen. Graf von Bedlis, von Berlepsch, von Heyden, wir nichts verkaufen können.( Buruf des Herrn von Kardorff: man sich hätte zu einer geringeren Zeitdauer verstehen wollen, Thielen. Danach brauchen wir überhaupt keine Zölle!) Wenn der wären die Verhandlungen vielleicht leichter geworden. Aber Tie erste Berathung des Staatshaushalts- Etat 3 Bimetallismus eingeführt wird, dann brauchen wir nach Herrn darauf haben wir uns nicht eingelassen, weil wir die Ueberfür 1892-93 und fortgesetzt. von Kardorff auch keine Zölle. Unsere Sparsamkeit ist durch zeugung haben, daß Ruhe und Stabilität zu den ersten AnAbg. Graf Limburg- Stirum: Ich bin mit der Anschauung den Grafen Limburg verdächtigt worden, weil wir zur Re- forderungen im wirthschaftlichen und im politischen Leben gedes Finanzministers einverstanden, daß die Sparsamkeit noth- gierung in der Opposition standen. Ist das ein Grund, die sach- hören; und zur Herbeiführung der Stabilität möchte ich Ihnen wendig ist. Herr von Huene hat gestern erklärt, daß er von der liche Prüfung eines Antrages auf Ersparungen zu unterlassen? ein unbefangenes Eingehen auf den Volksschul- Gesetzentwurf Sparsamkeit zurückgekommen sei. Herr von Huene und seine Was die Herren Kulturkämpfer für Bauten und für Dispositions- empfehlen.( Beifall rechts.) Freunde waren am sparsamsten, als sie sich in der radikalsten fonds im Kultusministerium ausgegeben haben, werden sie nie- Abg. Cremer( Teltow) bestreitet, daß die EisenbahnOpposition befanden. Jetzt, wo ein sanfter Wind für das Zentrum mals verantworten können. Wir haben das vertreten, was wir Einnahmen eine bedenkliche Verminderung zeigen; solche weht, finden sie das nicht mehr praktisch.( Heiterkeit rechts; für richtig halten; aber trotz aller Mißhandlungen, die uns zu Schwankungen fommen bei jeder Betriebsverwaltung vor und Widerspruch im Zentrum.) Die Verpachtung der Domänen haben Theil geworden sind, haben wir uns niemals zurückgehalten, wenn wenn solche Differenzen ein bedenklicher Verlust wären, dann zum Theil vorzeitig aufgelöst werden müssen, weil die Bächter es galt, das Wohl des Ganzen zu fördern. Wer hat die wirth- wäre Rothschild schon längst Pleite. im Renirs geriethen. Ueber die Ergebnisse der Ueber die Ergebnisse der Ein- schaftliche Politik der Regierung unterstützt? Kann man einer Abg. Sattler( natl.) führt aus, daß die Anhänger des tommensteuer haben wir keine so optimistischen Anschauungen solchen Partei eine radikale Opposition vorwerfen? Ich be- Staatsbahn- Systems unter seinen Freunden sich noch nicht vergehabt, wie manche andere Leute; es ergiebt sich dauere, daß Graf Limburg das gesagt hat. Wir werden immer mindert hätten, weil die Sekundärbahnen und die sonstigen daraus jegt, daß es der Landwirthschaft im Osten schlecht geht. unsere Ansicht vertreten, mag der Wind wehen, wie er wolle. Meliorationen ohne die Staatsbahnen nicht hätten durchgeführt Die Einschätzung wirkt wie eine großartige Enquete. Die An-( Zustimmung im Zentrum.) werden können. Seit Jahren sind die Ueberschüsse der Eisenweifung des Finanzministers über die Einschäßung muß geändert Abg. v. Bedlin( frt.): Herr v. Huene hat erklärt, daß der bahnen immer für die allgemeinen Staatsausgaben verwendet werden in einem Punkte, im§ 27, wo gestattet ist, wenn eine Boltsschul- Gesetzentwurf die chriftliche Schule verwirkliche. Das worden; es zeigt sich jetzt, daß es ein Fehler war, nicht einen Einschätzung nicht erfolgen kann, die Grundlagen des Vermögens bedeutet, daß der vorjährige Entwurf das nicht that. Dagegen gewissen Grenzgraben zwischen den Eisenbahn- und den allgeanzugeben. Wir haben das dahin verstanden, daß die Unmög- muß ich Widerspruch erheben; auch der frühere Entwurf meinen Finanzen zu ziehen. Die Frage muß jedenfalls geprüft lichkeit auch in der Person des Zenfiten liegt. Wir werden diese schuf die christliche Schule, er ließ nur der Geistlichkeit werden und deshalb habe ich den Antrag gestellt, den EisenbahnFrage noch weiter verfolgen, ebenso die Frage der Diäten für feinen so großen Spielraum. Wenn auf unsere Gesetzgebung die Etat einer besonderen Kommission zu überweisen. Die Beundie Mitglieder der Voreinschätzungs- Kommission( Zustimmung). ausschlaggebende Stellung des Zentrums von Einfluß ist, dann ruhigung in den zweisprachigen Landestheilen des Ostens Die Ausgaben der Eisenbahnen haben sich gesteigert aus den trifft die Schuld zum Theil die freisinnige Partei, welche diese ist weniger durch die einzelnen Maßnahmen hervor Gründen, die der Eisenbahnminister angeführt hat. Bezüglich der Stellung des Zentrums hat sichern helfen. Der Ministerpräsident gerufen, als dadurch, daß überhaupt auf Löhne möchte ich bemerken, daß die Verwaltungen Löhne geben, hat den Kernpunkt nicht getroffen. Denn es kommt nicht darauf bieten etwas geändert ist.( Bustimmung lints.) Die Be welche die ortsüblichen weit übertreffen. Für die betreffenden an, daß man das Gute nimmt, wo es sich findet, sondern darauf, rührung der polnischen Frage wird stets eine wunde Stelle Betriebsleiter ist das bequem, aber der Landwirthschaft laufen daß die Ansichten derselben Regierung innerhalb furzer Zeit ge- in der preußischen Entwickelung sein; gerade deshalb sollte man die Arbeiter weg. Darauf möchte ich Rücksicht zu nehmen bitten. wechselt haben.( Bustimmung links.) Die Politik der freien sich jeder Aenderung auf diesem Gebiete enthalten und lieber Das Lob der Privatbahnen, welches Herr Rickert anstimmte, war Hand bringt die Gefahr, in das Treiben der Tagespolitit zu ge- etwas Unvollkommenes bestehen lassen als durch Aenderungen durchaus unzutreffend. Die Klagen über die schlechten Wagen, rathen und der gerade entscheidenden Partei dienstbar zu werden. Beunruhigungen hervorrufen. Bezüglich des Volksschul- Besebes die Rücksichtslosigkeit der Privatbahnen, ihr Bestreben recht viel Hoffentlich werden die Erklärungen des Kultusministers in zwei- bemerkt Redner, die Religion wolle man nicht aus der Schule Geld zu schaffen, find doch wohl noch zu sehr in aller Gedächtniß, als sprachigen Provinzen Beruhigung schaffen; aber der Spracherlaß entfernen, wie Herr von Huene uns entgegenhielt. Die Vorlage daß man Herrn Rickert zustimmen könnte. Die Verstaatlichung war hat doch die Wirkung gehabt, daß der Ausschluß der polnischen stimmt in den meisten Punkten mit dem Antrage Windthorst das einzige Mittel, um die nicht lohnenden Sekundärbahnen herbeizu- Sprache aus der Volksschule illusorisch gemacht ist. Auf den überein, sie enthält seine fast vollständige Ausführung, und macht führen. Außerdem find viele Tariferleichterungen herbeigeführt und die Etat will ich nur ganz furz eingehen. Ich bin einverstanden mit daneben die Privatschulen so frei, wie sie es noch niemals in Eisenbahnschulden vermindert worden. Wenn trotzdem über die den Aus ührungen des Finanzministers und des Grafen Limburg- Preußen gewesen sind. Das Goßler'sche Gesetz hat ganz andere Staatsbahnen geflagt wird, so muß ich sagen: Die Ansprüche Stirum über die Lage des Eisenbahnetats und die dadurch be- Vorschriften und bei diesem Gesetz erklärte der Reichskanzler, daß find zum größten Theil übertrieben.( Widerspruch bei den dingte Finanzlage. Aber sparsam sein darf man nicht bei Aus- man dem Wunsche der Kirchen entgegenkommen sei, so weit es Nationalliberalen.) Das Bestreben, die schwankenden Einnahmen gaben, welche zur Hebung des Volkswohlstandes dienen. Auf die das Staatsintereffe gestatte. Die Borlage ist nicht eine einfache der Eisenbahn zu sichern und zu garantiren, ist aussichtslos; eher Handelsverträge will ich nicht eingehen; die Landwirthschaft hat Ausführung der Verfassung, sondern eine Interpretation der wäre die Quadratur des Zirkels zu lösen. Das zeigt das Eisen- sich mit einem Boll von 3,50 M. einzurichten, und ich will nur hoffen, felben, wie sie bisher nur von fierifaler Seite vorgebracht ist. bahn- Garantiegefeß. Der Schwerpunkt liegt nicht in solchen daß man ihr für die nächsten 12 Jahre wenigstens Ruhe lassen wird.( Bustimmung links.) Diese Auffassung des Verfassungsrechts ist gesetzlichen Vorschriften, sondern in den Menschen, hier in diesem Unsere Landwirthschaft muß, weil wir uns immer mehr auch nicht konservativ; denn auch die Konservativen haben bisHause, welches sich der Verwendung der Ueberschüsse der Eisen- zum Industriestaat entwickeln, gefördert werden auf jede Weise; her daran festgehalten, daß zwar konfessionsloser Unterricht er bahnen für allgemeine Staatszwecke widersetzen muß. Daß die es wird dies mehr geschehen müssen, als im Etat geschehen ist. theilt werden soll, aber vom Lehrer im Auftrage des Staates. Aufbesserung der Gehälter nicht hat fortgesetzt werden können, Die Ausgaben für solche Dinge find dringender Natur und Deshalb hoffe ich, daß das Gesetz nicht zu Stande ist bedauerlich; hoffentlich führt die Sparsamkeit bald dazu, daß dürfen nicht zurückgestellt werden. Mit dieser Ausnahme bin ich tommt. Das deutsche Volt sieht jezt auf Preußen; denn damit fortgefahren werden kann. Bei der Verhinderung der einverstanden mit der vom Finanzminister protlamirten Sparsamteit. es muß jett entschieden werden, ob die Schule Lurusbauten werden wir dem Finanzminister zur Seite stehen, Ministerpräsident Reichskanzler v. Caprivi: Zu meiner dem Ultramontanismus ausgeliefert werden soll. Mit Beim Bau des Abgeordnetenhauses werden wir darauf sehen. Freude kann ich mich mit dem, was der Vorredner in Bezug diesem Gesetze überschreitet die Regierung die Grenze, bis daß es ein gutes Geschäftshaus wird. Ich fühle mich hier ganz auf den Unterschied zwischen dem diesjährigen und dem vor zu welcher ein Zusammenarbeiten aller Barteien möglich ist. wohl, aber für die Bureaus und die Aftenaufbewahrung jährigen Volksschulgesetz- Entwurf angeführt hat, insofern ein-( Bustimmung links.) Uns als Partei tönnte das Zustandekommen ist das baufällige Has nicht mehr brauchbar. Bur Auf- verstanden erklären, als auch ich diesen Unterschied für nicht so des Gesetzes angenehm sein; es würde die Segel unserer Partei befferung der Lage der Landwirthschaft in den öst- tiefgehend halte( Heiterkeit links), wie dies nach den gestrigen mächtig anschwellen( Abwarten!) Aber unser Partei- Interesse lid en Provinzen sind 150 000 Mark ausgefeßt.( Seiterkeit rechts.) Ausführungen scheinen möchte. Der Entwurf ist dem Umfange ist nicht entscheidend, die Hauptsache ist, daß der konfeffionelle Das erinnert mich daran, daß unter dem Ministerium Camp- nach erweitert, aber er flüßt sich auch da auf eine seit langer Friede nicht zerstört wird. Mögen daher die Konservativen hausen man einmal zeigen wollte, daß man für die Landwirth Zeit bestehende Praxis und ich weiß, daß der Kultusminister den überlegen, wie sie sich in dieser Frage stellen wollen.( Lebhafter schaft auch etwas thue: man schuf ein landwirthschaftliches Beweis führen wird. Die Staatsregierung hat im vorigen Beifall links.) Museum( Heiterkeit). Man hat der Landwirthschaft den Zoll- und in diesem Jahre das Motiv geleitet, so viel Kultusminister Graf Zedlių: Ich habe das Boltsschulschutz genommen, den man ihr nicht ersetzen kann; man hat es als möglich mit unseren katholischen unseren katholischen Mitbürgern Mitbürgern zum Gesetz möglichst schnell dem Hause vorgelegt, und ich bin aus Scheffelweise genommen und will es löffelweise wiedergeben Frieden zu gelangen und einen Zustand zu schaffen, Kreisen, die Herrn Sattler sehr nahe stehen, gebeten worden, ( Heiterkeit rechts). Erfreulich ist die Ausbesserung der Gehälter mit dem die katholische Kirche zufrieden sein kann. Die jetzige meine Meinungen zu sagen und aus meinem Herzen feine der Lehrer der höheren Lehranstalten. Die Summe für Ersatz Regierung hat den Kulturkampi nicht geführt, wir haben das Mördergrube zu machen. Das ist doch kein Anlaß, die Etatsder Stolgebühren läßt sich damit nicht vergleichen; denn es Ende, den Abbruch des Kulturkampfes übernommen. Wir stehen berathung zur Debatte über die Volksschul- Vorlage zu machen. handelt sich dabei nur um einen Ersatz für etwas Genommenes. in einer sehr schwierigen Zeit, wir stehen einer Ent- Zeitungsnachrichten zufolge soll ich die Geschäfte des Zentrums Ift es richtig, jegt in der Zeit knapper Finanzen den Etat mit wicklung von Kräften im Innern des Staates besorgen und mit den Führern des Zentrums Rücksprache jährlich 1 Million Mark für einen Dom' u zu belasten? Ich gegenüber, gegen welche wir alle Mittel unter genommen haben. Mit allen Parteien, das Zentrum bin der Meinung, daß wir damit warten müffen. Der Ausfall nehmen müssen.( Beifall rechts und im Zentrum.) Daß zu ausgenommen, habe ich über das Schulgeset gesprochen. Was bei den landwirthschaftlichen Zöllen trifft nicht den Staat, son den wesentlichsten Mitteln diesen Bewegungen gegenüber die das Handelsgeschäft betrifft, so bin ich als einfacher Ressort dern die Gemeinden, das heißt hauptsächlich wieder die Land- Schule gehört, ist keine Frage. Daß aber die Schule von diesem minister dazu überhaupt nicht berechtigt und in der Schäßung wirthschaft. Das wird zur Folge haben, daß das Land sich speziellen Gesichtspunkt aus der Religion nicht entbehren kann, der Handelsgeschäfte befinde ich mich in Uebereinstimmung mit noch mehr entvölfert, daß die wohlgesinnten ländlichen Arbeiter iit eben so richtig.( Beifall rechts.) Braucht die Schule die dem Ministerpräsidenten. Herr Sattler sowohl als auch Herr zu Sozialdemokraten werden. Dieser Prozeß vollzieht sich Religion, so braucht sie das Christenthum, welches nicht auf- Hobrecht haben keine Thatsachen für die Beunruhigung bezüglich langfam. Die Finanzlage ist im Allgemeinen feine schlechte. gefaßt werden kann ohne Konfeffion und dazu bedarf der Staat der Polenfrage angeführi. Begründete Beunruhigungen müssen Ein Staat, dessen ganze Schulden durch die Eisenbahnen gedeckt des Bufammenhanges mit der Konfession. Das ist eine logische doch auf Thatsachen beruhen. Ich kenne doch Posen auch ebenso find, der außerdem noch Domänen, Forsten und Bergwerke besitzt, Schlußfolgerung, die garnicht anzufechten ist. Es kann über das gut wie der Abg. Sattler aus Hannover.( Heiterkeit bei den Polen.) steht ganz gut da. Aber es herrscht leider die Neigung vor, die Maß geftritten werden, thun Sie das in der Kommiffion, Gute Deutsche aus Posen sind mit mir darin einverstanden geEinnahmen wegzuwerfen und die Ausgaben zu vermehren. Des- aber diese Grundsäge werden Sie nicht aus der Welt schaffen. wesen, daß man die Gespenster nicht mehr aus der Welt schaffen Wenn Sie das wollen, kann, weil man die Menschen nicht wegschaffen kann. Wir Eisenbahnen oder bei anderen Dingen, so bezahlt sie. Die Aus- verstehe ich die Angriffe gegen das Volksschul- Gesetz. Wenn Sie müssen in der Provinz Posen neben einander leben und da ist es gaben müssen in manchen Punkten noch vermehrt werden, das nicht wollen, stellen Sie sich auf dem Boden der konfessio- besser, uns zu verständigen, als miteinander den Kampf bis auf namentlich müssen die Gehälter der Beamten von unten nach nellen Schule. Der Vorredner hat dann die Regierung ermahnt, das Messer zu führen. Nichts tann uns Deutschen der Ost oben verbessert werden. Wenn unsere Finanzlage also eine un- einen festen Kurs zu halten. Was meine Person angeht, so bin provinzen verderblicher werden als dieses ewige Bitten um die behagliche ist, so werden wir dem Finanzminister zur Seite stehen. ich mir einer Schwentung nicht bewußt. Wir haben die Gesichts- Stüße der preußischen Regierung. Wir müssen auf eigene Füße ( Beifall rechts.) punkte, die wir für recht erkannt haben, verfolgt, soweit wir tommen und ich freue mich, daß dazu die Anfäze gegeben sind. Finanzminister Miguel: Ueber den Sinn des§ 27 des fonnten. Wenn Herr von Zedlig daran die Mahnung knüpft, Auf das Volksschul- Gesez einzugehen ist eigentlich schwierig, Einkommensteuer- Gesetzes ist seitens der Regierung kein Zweifel daß wir nicht vergessen dürfen, daß wir uns auf die über denn es werden nicht die einzelnen Paragraphen bezeichnet. gelassen, aber es ist zuzugeben, daß die strikte Durchführung dieser wiegende Mehrheit der Volksvertretung zu stüßen haben, so( Buruf:§ 112!) Das Betorecht des firchlichen Kommiffars. Auffassung im ersten Jahr der neuen Einschägung recht schwierig möchte ich bemerken, daß die wesentlichen Gesetze, die wir vor- Es ist mir peinlich, darauf einzugehen; die Herren scheinen fein wird. Wann soll der Steuerpflichtige berechtigt sein, eine gebracht und durchgesezt haben, immer eine ziemlich große Mehr- nicht zu wissen, daß der kirchliche Kommissarius jetzt das Deklaration zu unterlassen? So weit tann man nicht gehen, beit gefunden haben, ob immer diejenige Mehrheit, die der einen Vetorecht gegen das Lehramts Zeugniß überhaupt hat. zu sagen, daß sie immer unterbleiben soll, wenn der oder anderen Partei gefiel, ist etwas anderes. Ich habe mir an- Dieses Recht soll restringirt werden. Die Herren scheinen das Steuerpflichtige teine Aufzeichnung gemacht hat über zudeuten erlaubt, daß die ganze Entwickelung, welche den Bar Schul- Verwaltungsrecht nicht zu kennen.( Widerspruch.) Ich feine Einnahmen und Ausgaben. Im ersten Jahre teien einen wirthschaftlichen Charakter giebt, es der Regierung habe die Bestimmungen zum Theil aus früheren Entwürfen überwird man allerdings etwas nachsichtig fein müffen. immer schwer machen wird, mit bestimmten Parteien zu gehen. Sie nommen, z. B. aus dem Fall'schen Entwurf. Der letztere will Gerade von hervorragenden Landwirthen haben wir die Bitte sehen die Konsequenzen wirthschaftlicher Regierungen jenseits des bezüglich der Lehrbücher die Zustimmung der kirchlichen Behörde, gehört, hierbei stehen zu bleiben, weil es für die Landwirthschaft Ozeans. Mit jedem Aufkommen einer anderen wirthschaftlichen der jetzige Entwurf verlangt nur das Einvernehmen. Eine Ber von Bedeutung ist, die Landwirthe zu zwingen, über. ihre Ver- Partei eine andere Regierung. Wirthschaftliche Parteien befolgen eine ständigung über den Privatunterricht können wir leichter ins hältnisse Aufzeichnungen zu machen.( Bewegung rechts.) Es bestimmt begrenzte Intereffenpolitit. Jede hat naturgemäß das Rahmen des Volksschulwesens erzielen als bei der Regelung des wird weiter nichts verlangt, als daß über die baaren Ausgaben Bestreben, ihre Interessen durchzusetzen. Daraus folgen höheren Unterrichts. Die Konfessionsschulen überwiegen; der und Einnahmen Aufzeichnungen gemacht werden. Eine Folge Kollisionen zwischen den Parteien und wenn eine wirthschaft ganze Bestand an Simultanschulen im Lande ist 503; 1882 be der Einschägung wird es sein, daß die Steuerpflichtigen sich selbstliche Partei zur ausschließlichen Herrschaft kommt, so würde sie trugen fie 517. Troßdem die Unterrichtsverwaltung eine Zeit ihrer Verhältnisse besser bewußt werden. Wir haben auch schon über das Ziel hinausschießen. Es würde dann kommen, was lang die Simultanschulen förderte, hat die Bevölkerung sich dadie Erfahrung gemacht, daß die Bestimmungen über die Diäten ein Gelehrter, der sich mit wirthschaftlichen Fragen beschäftigt, durch nicht bestimmen lassen. Ob das Gesetz konservativ ist, für die Mitglieder der Boreinschätzungs- Kommission nicht aufrecht sagt, daß freihändlerische und schutzöllnerische Perioden von wage ich nicht zu entscheiden. Ich bin niemals ein Parteimann erhalten werden können. Bezüglich der Reform der Eisenbahn- 12 Jahren abwechseln, es würde dann immer ein Umschlag in gewesen, sondern immer ein Ginspänner. Ich habe das Gesetz Tarife fagte der Herr Rickert gestern, daß eine Ermäßigung der die entgegengesette Richtung erfolgen; daß damit alle mal nicht nach meiner Ueberzeugung gemacht, nicht nach einer ParteiTarife nicht unbedingt eine Verminderung der Einnahmen herbei- blos politische, sondern wirthschaftliche Umwälzungen verbunden schablone, sondern auf Grund meiner Kenntniß der Verwaltungs führen müsse. Das ist richtig. Aber es giebt Tarifermäßigungen, wären, ist zweifellos. Die Regierung muß also bei Zeiten solchen praxis. Ich bin kein eigensinniger Mann und deshalb habe ich welche dauernde, und solche, welche vorübergehende Einnahme- wirthschaftlichen Erzeffen vorbeugen und kann daher mit wirth- nicht den Anspruch erhoben, daß Alles unverändert bleiben muß. germinderungen zur Folge haben. Deshalb muß man immer die schaftlichen Parteien nur bis zu einem gewissen Grade mitgehen. Wenn Sie das Gesetz einmal ohne die vorgefaßte Meinung beBerhältnisse untersuchen und prüfen, ob man einen Einnahme- An welche Partei soll die Regierung fich halten und wie sehen trachten wollen, so werde ich bereit sein, Ihre Abänderungs berlust ertragen tann.( Zustimmung rechts.) diese Parteien aus? Ich bin im ganzen der Meinung, daß die vorschläge anzunehmen.( Beifall im Zentrum.) Abg. v. Huene( 3.): Für die kleinen Landwirthe wird das innere Gestaltung unserer gegenwärtigen Parteien nicht dazu an- Abg. Rickert( dfr.): Wenn der Kultusminister behauptet, Einkommensteuer- Gesez eine Wohlthat werden, wenn er seine gethan ist, einer Regierung eine feste Stüße zu geben, daß sie sich daß er mit Mitgliedern der freisinnigen Partei verhandelt und Einnahmen und Ausgaben schwarz auf weiß nachweisen kann; von ihr gar in das Schlepptau nehmen laffen tönnte. Bustimmung gefunden habe, so muß ich das bestreiten; ich möcht sonst wird ihm immer gesagt werden, du mußt ein höheres Gin- Der Vorredner hat bezweifelt, daß die Handelsverträge auf ihn bitten, Namen zu nennen. Wir sind alle einig in der Ver. tommen haben. Daß die Handelsverträge eine Einnahme- zwölf Jahre gehalten werden. Es gehört zu den charakteristischen werfung des Gesetzes. So sehr ich die Schulpolitik des Ministers bekämpfe, so sehr bin ich bereit, feine Polenpolitik zu unterstützen.| Arbeiter waren ja an ihrem Tode selbst schuld: was laufen sie schreit, müßt allesammt hinausgeschmissen werden! Das Heraus Durch Ausnahmegefeße werden die Polen nicht bekämpft, des- bei solchem Wetter draußen auf der Landstraße herum, wo es schmeißen besorgte der Herr Inspektor aber nicht selbst, diese wegen haben wir die Polengefeßgebung des Fürsten Bismarck doch in Berlin schon drei Wärmestuben giebt. Der Bourgeois Arbeit ist dem Herrn Kontrolleur vertrauensvoll überlassen, verworfen auf die Gefahr hin, als Reichsfeinde erklärt zu werden. ist ebenfalls entrüftet über den Leichtsinn dieser Leute, für sie Dieser Herr war früher Schloffergeselle und ist nicht wenig stolz Meinen Freunden aus Posen ist von der Beunruhigung der sind ja die Wärmestuben da. Sigt einer der Arbeitslosen länger auf seine Körperkraft. Vergangenen Dienstag verübte dieser Herr Deutschen durch die Polenpolitik nichts bekannt geworden. Herr in einer solchen Wohlthätigkeitsanstalt, als dem biederen Bürger einen Hinauswurf, am Mittwoch theilte er erſt Ohrfeigen aus v. Zedlitz hat uns vorgeworfen, daß wir dem Zentrum zu einer recht ist, dann geht das Geschimpfe wieder los: Was sitt denn und übte sich erst dann in dem Geschäft des Hinauswerfens. Daß der ausschlaggebenden Stellung verholfen hätten.( Buruf: Gefolg der Stromer den ganzen Tag am warmen Ofen, was ihm nichts Nachweis noch ganz gute Geschäfte macht, geht aus der That schaft des Zentrums!) Lassen Sie doch die schlechten Wige. toftet, soll er doch hinaus gehen und sich Arbeit suchen, Arbeit fache hervor, daß sich vom 1. bis 30. Januar gegen 700 Personen Wir wären zufrieden, wenn wir das Zentrum überall auf giebt's immer. unferer Seite hätten, namentlich im Reichstag. Auf dem Meldungen seines bürgerlichen Leiborgans keineswegs seinen foft- 100 Personen, zu welchem Lohn und unter welchen Bes Mit dieser Logit stören ihm die folgenden neu haben einschreiben lassen. Beschäftigung erhielten gegen Gebiete der Schule werden wir stets dem Zentrum entgegentreten. baren Appetit: daß die Schulverwaltung seit 100 Jahren so geführt sei, wie das dingungen ist nicht zu kontrolliren. Auf jeden Fall sind dieselben Echulgefeß fie jetzt kodifizirt, ist eine tühne Behauptung. Unter Am Dienstag Morgen wurde auf der Chauffee nach bis heute noch nicht Hausbefizer geworden. Bethmann- Hollweg war jedenfalls eine andere Praxis geltend. Falkenberg ein Arbeiter erfroren aufgefunden. Die Der Minister sollte einmal die Lehrer fragen, was sie von dem Leiche wurde als die des Arbeiters Aug. Vogel refognoszirt. Ueber den Abschnitt der Postanweisung bringt der Unterrichtsgesehe denken. Warum ist Herr von Goßler geAm Montag Morgen wurde in einem Gebüsch bei Rum- Anz. für Komtoir und Bureau" folgenden beachtenswerthen gangen? Kardinal haben sich die Verhältnisse im Kultusministerium melsburg ein etwa 27 Jahre alter Mann aufgefunden, Artikel: Das Geschäftshaus A. hatte einen sehr regen Verkehr geändert. Was heißt es, daß wir die Religion aus der Schule dessen beide Beine erfroren waren und der infolge dessen in Bostanweisungen, meist auf fleinere Beträge lautend. Die entfernen wollen? Sind das nicht ähnliche Vorwürfe, wie sie nicht mehr im Stande war zu gehen. Der Bedauerns- Abschnitte wurden bei der Ankunft sofort von den Anweisungen früher dem Zentrum gemacht worden sind, daß fie Staatsfeinde werthe wurde nach Rummelsburg geschafft und starb getrennt und der Betrag nach ersteren dann in das Kassenbuch find? Hödel war bewandert in allen religiösen Dingen, die die schon wenige Stunden darauf. Gestern Morgen wurde in eingetragen. Die Uebertragung in das Kontenbuch erfolgte aus der Köpnicker Haide ein Arbeiter S. aus Berlin er Schule lehrt. Die Staatsordnung wird geschützt nicht durch eine dem Kaffenbuche. Nun begab es sich, daß bei Abschluß der Konfession, sondern durch die allgemeinen Sittengefeße, welche froren aufgefunden, der, um Verdienst beim Eishauen Bücher sich ein Fehlbetrag von 30 M. vorfand, ohne daß auf dem Müggelsee zu suchen, nach Friedrichshagen zu es den vereinten alle Religionen enthalten. In dem religiösesten Lande der Welt, Anstrengungen des Buchhalters und geben beabsichtigt hatte. n Schottland, ist der Religionsunterricht aus der Schule entfernt. Raffirers gelingen wollte, den Fehler ausfindig zu machen. Da Der Reichskanzler hat mich misverstanden, ich hatte hauptsächlich fondere Veranlassung, ihr gemüthstiefes Herz zu zeigen. Als der Postanweisung bat. Dem Buchhalter fiel dies auf, da der Kunde bisDer letzte Todte giebt der bürgerlichen Presse noch ganz be- erhielt eines Tages die Firma A. eine Postkarte von einem Rundie Frage aufgeworfen: Wie ist es möglich, daß dasselbe Erfrorene gefunden wurde, fand man bei ihm eine Branntweinden, durch welche derselbe um Bestätigung des Empfanges einer Ministerium den Entwurf des Herrn von Goßler vorlegt, flasche. Die ist nun der Beweis, daß der Arbeiter fich während her eine derartige Forderung nie gestellt hatte. Im Kaffenbuch und damit begründet, daß er das äußerste sei, was der Kirche des Marsches berauscht hat, dann niedergesunken und erfroren waren 86 Mark für denselben eingetragen. Man sah aber nicht konzedirt werden könne, und daß jezt ein prinzipiell davon ab- ist. Mit anderen Worten also, der Mann war betrunken und allein im Kassenbuche nach, wie es sonst bei Bestätigungen weichender Entwurf vorgelegt wird? Diesen Widerspruch hat das war sein Unglück. Der satte Bürger macht sich sofort ein üblich war, sondern man suchte auch den Abschnitt, welcher Herr v. Caprivi nicht gelöst. Gine gewisse Stetigkeit in den Stück seiner Moral aus der Geschichte zurecht, er greift nach indeß fand sich bei näherer Prüfung, daß der an der 8 aufwärts Anschauungen und Maßregeln der Regierung ist nothwendig, feinem Echten" und stöhnt: zu der Postanweisung gehörte, hervor. Auch hier standen 86 M., das ist die Grundlage für das Vertrauen, welches das Parlament Seht, das kommt von dem der Regierung entgegenbringt. Heute mit dem Zentrum, morgen bei der schneidenden Kälte durch die Röpnicer Haide nach allen Grund, fich zunächst bei der Post zu erkundigen, ob die bes verfl Schnapsfaufen!" Nun möchten wir den sehen, der gezogene Strich in einer lichteren Färbung erschien als die übrigen mit den Konservativen und übermorgen mit den National Friedrichshagen zu Fuß wandert, ohne für eine Stärkung Sorge treffende Postanweisung wirklich den Betrag von 86 und nicht viel Züge der 8 und 6. Infolge dieser Wahrnehmung hatte man liberalen gehen, das konnte Fürst Bismarck mit seinen Macht zu tragen. Daß sich der arme Mensch von Arbeiter, der zum leicht von 56 M. enthalten habe. Die erhaltene Auskunft be mitteln auch der Krone gegenüber, das Ministerium Caprivi Eishauen stundenweit läuft, feinen Oyhoft Branntwein nachkann es nicht. Wir hätten gewünscht, daß eine Regierung ge- fahren Taffen kann, wird auch wohl die bürgerliche Presse bestätigte den Verdacht. Nicht 86, sondern 56 M. waren eingezahlt. tommen wäre, welche gegen die Stetigkeit, Klarheit und Durch greifen können. Der Mann hat wahrscheinlich keine 50 Pfennig worden und damit flärte sich auch die Differenz in der Kasse ſichtigkeit einer einfachen volksthümlichen Politik den Boden be- in der Tasche gehabt, als er seine Wanderung antrat. Davon auf. Die Firma nahm an, daß es auf einen Betrug abgesehen reitet hätte zu einem vertrauensvollen Verhältniß zum Bolt. hat er den größten Theil für Essen verausgabt und sich für den war. Man stellte dem Kunden eine Falle. Er sollte veranlaßt Die Verhehung der Parteien hat aufgehört. Wir haben keine Rest Branntwein gekauft. Was soll er sich denn sonst weiter werden anzugeben, welchen Betrag er eingezahlt. Er gab denBegünstigung von der Regierung verlangt, aber das Zeugniß faufen? Der eisige Wind hat den Profetarier, der zudem mit ſelben auf 86 M. an und hielt man nunmehr die betrügerische verlangen wir, daß wir frei und unabhängig nach unserer einem dicken Belz nicht angethan war, widerstandsunfähig gemacht Ueberzeugung und nach unserer Vaterlandsliebe die Regierung gegen die Einwirkungen des Fusels, er brach zusammen und die Firma, und rügte deren unordentliche Buchführung, da sie Absicht für zweifellos. Nun hatte der Kunde aber Falle gemerkt. unterstützen und sie bekämpfen, wo wir es für nothwendig halten. Er schrieb einen ziemlich groben Brief an Wenu der Kultusminister bei meinen Aeußerungen gelacht, so erfror. fage ich, auch wir sind Patrioten, die es mit dem Wohl des nicht einmal im Stande sei, ihm über seine Zahlungen Auskunft Baterlandes so ehrlich meinen wie er.( Beifall links.) Die Berliner Arbeiterkolouie ist zur Zeit überfüllt, täg zu geben. Er verzichte auf die Mittheilung, da er den ver Kultusminister Graf von Zeblių: Wenn der Vorredner werden, weil jede Arbeitsstelle besetzt ist. Wenn sich die Arbeiter er irrthümlich nur 56 M. eingezahlt habe. Gleichzeitig berichtigte lich müssen Arbeitslose, die sich zur Aufnahme melden, abgewiesen legten Postschein wiedergefunden und daraus ersehen habe, daß mich länger kennen würde, würde er wissen, daß ich die höchste schon in hellen Haufen nach solchen Kolonien drängen, dann muß er seine Restschuld von 30 M. Für die Firma A. war bei der Achtung vor der Ueberzeugung des Anderen habe. Wenn ich es weit gekommen sein, denn daß in denselben auf keinen grünen Sache weiter nichts zu thun, da sich nicht nachweisen ließ, daß gelacht habe, fo geschah es, weil etwas in der Debatte Tag, was 3weig zu fommen ist, weiß schließlich Jeder. Daß der Andrang der Kunde die Fälschung begangen. die Sache nicht tragisch auffassen ließ. Bezüglich des angegriffenen zu den Kolonien ein großer ist, wird natürlich von den Gründern Für die Postbeamten besteht feine Borschrift zu prüfen, ob Erlaffes über den Religionsunterricht der Kinder von Dissidenten, berselben dahin ausgelegt, daß sich der sogenannte„ Arbeiter" da der eingeschriebene Betrag auf der Postanweisung mit dem Abwill ich mittheilen, daß ich von dem Herrn von Bethmann- Holl- so wohl fühle wie der Fisch im Wasser. Daß der Andrang nur schnitte übereinstimmt. Für die Post ist nur die Anweisung maß den Herr Rickert gerühmt hat bei diesem Erlaß ab- deshalb stattfindet, weil es noch viel schlimmer ist, arbeits- und gebend. geschrieben habe.( Große Heiterfeit.) Der Erlaß entspricht obdachslos auf dem Pflaster zu liegen, ist ein für die Herren Es ist somit dem Adressaten nur zu rathen, genau zu prüfen, durchaus dem, was in Preußen geltendes Recht ist. Ich habe unfaßbarer Gedanke. Wie es in dem Berliner Kolonie- Glysium ob die auf der Postanweisung und dem Abschnitte nieders mich bei meinen Räthen eingehend in dieser schwerwiegenden aussieht, geht aus folgender Schilderung hervor: geschriebenen Beträge übereinstimmen. Frage informirt. weg Abg. Szuman( Pole) spricht seine Verwunderung darüber aus, daß man über die Erlasse des Ministers von Zedlig so großen Lärm mache. Die Verfügungen seien fachlich vollständig berechtigt und würden von den Polen mit Genugthuung entgegengenommen. werden. " mit in den Orkus 6 die Güte" sind die Lohnarbeiter, erster Güte" ist die Elitetruppe der Hauptpostamt an jedem Nachmittag um 6 Uhr. Um diese Zeit Die Arbeiter sind in zwei klassen eingetheilt, die zweiter Eine der größten Sehenswürdigkeiten Londons ist das Akkordarbeiter. Pfennige, er darf also pro Woche 5,40 M. Lohn sein Eigen nennen. Post. Für die Aufnahme der Briefe und der Beitungen find Der Lohnarbeiter erhält pro Tag 90 baare schließt die Annahme für die" foreign mail" für die ausländische Dieser schöne Traum löst sich sofort in Wohlgefallen auf, denn hiervon Briefkasten bestimmt, deren Umfang an die Arche Noah erinnert Abg. Bödiker( 3): Die Behauptung, daß die Zentrums: 4,90 M., Altersversorgung(!)= 12 ẞf., Krankenkasse(= 26 Bf., das hineinklettern könnte. Unfug ist dadurch vorgebeugt, daß die hat er folgende Abzüge zu bestreiten: Kostgeld( 70 Pf. pr. Tag) gleich und deren Einschnitte von einer Weite sind, daß ein Mann bequem partei Bewilligungen at gelehnt oder ausgesprochen habe, je nach macht pro Woche 5,28 M. Bilanz: Einnahme 5,40 Ausgabe Briefe in eine für Unbefugte unerreichbare Tiefe versinken. Bunft dem falten oder warmen Winde, der von der Regierung her 5,28 Ueberschuß pro Woche 12( 8 wölf) Pfennig! sechs Uhr aber schließen diese Kasten sich auf automatischem Wege. wehe, müffe er als eine Beleidigung der Zentrumspartei zurück- Selbst der Arbeiter will nun jede Woche ein frisch gewaschenes Nun ist es ein über alle Maßen fesselndes Schauspiel, daß auch weisen. Die Sparsamkeit des Finanzministers geht der Justiz- Hemd anziehen, das Waschgeld kostet 10 Pf., so daß er noch stets Hunderte von Neugierigen anzieht, diejenigen zu beobachten, verwaltung gegenüber über das Gesetz hinaus. Nach der Ver- über ganze 2 Pf. disponiren kann, da darf er sich aber nicht rasiren welche die Postaufgabe bis zum letzten Augenblick hinaus faffung sollen die Richter vom Könige auf Lebenszeit ernannt lassen, sonst sind diese auch schon verausgabt. Zur zeitweisen Wahrnehmung richterlicher Geschäfte sich aber nicht rasiren, er will für den Sonntag ein luxuriöses zu fommen. Wer bis auf eine, ja, auch nur eine halbe Minute Der Mann läßt geschoben haben und nun heranstürmen, um noch vor Thorschluß sollen Assessoren u. s. w. herangezogen werden können, die nicht Leben führen. Er macht also einen frummen Buckel, entfagt vorher eintrifft, hat es gut. Die Menge, welche immer mehr an vom Könige ernannt werden und nur vorübergehend mit Diäten feinem Reichthum von 2 Pf. und sucht bei dem Herrn Inspektor schwillt, weil jeder, der seine Last losgeworden ist, einen Moment befoldet werden. In Berlin sind von 146 Abtheilungen nur 104 um eine Audienz nach. Richter vorhanden, drei werden neu verlangt, also 39 Abtheilungen Glück hat, wird ihm der Ankauf von Er wird empfangen und wenn er viel verbleibt, um die weiteren Vorgänge zu beobachten, läßt willig find durch Hilfsrichter befeßt. Das sind fortdauernde Verhältnisse, bewilligt. Damit wird nun während des ganzen Sonntags schlagen der Stunde aus. Langfam, schwerdröhnend schallen ihre einer Stange Kautabat eine Gaffe offen. Nun aber hebt die große Glocke zum Annicht vorübergehende. Die Zahl der Richter hat von 1880-1890 renommirt, ein Restchen bleibt schließlich auch für die Woche Schläge, weithin vernehmbar. Wer bis dahin zur Post Tief, um 1,3 pet. zugenommen, die Bevölkerung um etwa 10 pGt. übrig Die Zunahme der Geschäfte war eine noch viel größere. Nur Die Atford- Arbeiter in der Tischlerei und Bürstenfabrik sind Schon ist der zweite und dritte Schlag vertlungen, neue Boten jagt und fliegt nun. Athemlos feucht er mit seiner Last heran. die Standhaftigkeit des Finanzministers hindert hier eine wohlhabende Leute im Verhältniß zu dem Lohnsflaven. Einzelne erscheinen auf den Stufen und nun, da sie die Briefkästen kaum Besserung. der Alforder machen ein Plus von 2 bis 3 Mart pro Woche, noch erreichen können, beginnen sie, ihre Wurfgeschicklichkeit Justizminister v. Schelling: Ich habe bei meinem Amtsaber das sind nur Einzelne, die Mehrzahl rangirt auf zu zeigen. In weitem Bogen über die Köpfe der Buschauer antritt die Wahrnehmung gemacht, daß bei der Gerichtsorgani- dem gleichen Nichts wie die Lohnarbeiter. In der Strohhülfen- fort fliegen die zusammengebündelten Packete, die allermeisten fation eine zu geringe Abschäßung erfolgt ist, daß eine Er- Fabrit giebt es 4 oder 5 glückliche Plusmacher. Wie arbeiten erreichen ihr Ziel und verschwinden, wo eins daneben fällt, gänzung der Richterzahl kaum in dem der Zunahme der Be- aber auch diese Leute! Sie verzichten auf jede Lebensfreude, helfen freundliche Hände nach, es schlägt 4-5 noch ein be völterung entsprechenden Maße erfolgt ist. Eine Befferung ist sie sind nur noch als zufällig Mensch gewordene Maschine zu besonders großes Bündel Zeitungen nimmt im Fluge einen Hut eingetreten feit dem Amtsantritt des jezigen Finanzministers, trachten. deffen Beziehungen zu den Justizgesetzen bekannt ist. Ich bin der Ueberzeugung, daß der Finanzminister auf dem von ihm feit, etwas zu verdienen, überhaupt ausgeschlossen. Wir führen zu zahlen hat. die Klappe fällt und furchtbar entBei dem weitaus größten Theil der Arbeiter ist die Möglich- täuscht zieht der Bote ab, der nun ein beträchtliches Strafporto betretenen Wege vorschreiten wird. Der jetzige Etat mußte fich für diese Behauptung folgendes Beispiel an: Etwa 50 Kolonisten und mit ganz solcher Haft, so spielten sich doch ähnliche Szenen Wenn auch nicht in ganz solchem Umfange eine gewiffe Beschränkung auferlegen. Ich bin in der Lage, aus werden in neuester Zeit mit Kaffeelesen beschäftigt, eine be- gestern Mittag um 2 Uhr bei Herrn Tübben hinter dem Gieß dem reichen Material die nöthigen Hilfsrichter zur Verfügung zu fannte Strafanstalts- Arbeit. Für das Lesen eines Pfundes Kaffee hause ab. Um 2 Uhr war der letzte Termin für die Annahme stellen. Finanzminister Miquel: Ich danke dem Justizminister für Eack voll roher Kaffeebohnen die schlechten, farbigen oder zer hatten sehr viele die allerdings nicht gerade reizende" wird 11/2 Pf. bezahlt. Das Lesen besteht darin, daß aus einem der Selbsteinschätzungen, und wie nicht anders zu erwarten, seine Aeußerung. Ich stehe mit dem Abg. Böditer auf dem brochenen Bohnen herausgesucht werden müssen. Das ist eine Aufgabe bis felben Boden, daß bei der Justizpflege nicht gewartet werden ziemlich mühselige Sache. Um das Tagespensum( d. i. das Kost- den verschiedenen Post- Annahmestellen in der Stadt hatte zum legten Momente verschoben. Auf darf. Aber daß man den Schaden nicht auf einmal furiren geld u. f. w.) zu erreichen, müssen ca. 55 Pfund Kaffee gelesen man sich schon während der letzten Tage Kluger Weise gerüstet. fann, daß man schrittweise vorgehen muß, wird Herr Bödiker werden. auch nicht bestreiten. Ich tönnte auch noch dringlichere Bedürf- Faust Kaffee lesen! Nun dente man sich einen Mann der schwieligen Wer einen Einschreibebrief an" Tübben" hatte, brauchte das nur nisse nennen aus dem Gebiete. der Verwaltung; es müßten ver- fünstler sein, Der muß schon ein Tausend zu sagen, um sofort abgefertigt zu sein, denn die Post- Empfangs fchiedene Regierungsbezirke und Kreise, die jetzt nicht mehr bringt! Da defretirt der Inspektor einfach, es muß Abends zwei fchrift aufgehäuft da. In einigen Postbureaus des Westens sollen ivenn er es auf 30 bis 40 Pfund bescheinigungen lagen fertig ausgeschrieben und bis auf die Unterordentlich verwaltet werden können, getheilt werden. Aber solche Stunden länger gearbeitet werden, denn das Penfum muß er- bis zu 1000 solcher Einschreibebriefe aufgegeben worden sein. Aber überkommenen Schäden kann man nicht auf einmal bessern. Darauf wird die Debatte geschlossen. Der Antrag der festgebannt an den Tischen mit falten Füßen und flammen besten thäten, ihre Antwort auf seine freundliche Einladung reicht werden. So sitzen nun die Aermsten bis Abends 9 Uhr sehr groß war auch die Zahl Derer, welche meinten, daß sie am Abgg. v. Eynern und Sattler, den Eisenbahn- Etat einer Händen, denn behaglich warm ist es in den Arbeitsstuben feines Herrn Tübben persönlich zu überbringen und die sich deshalb in besonderen Kommission zu überweisen, wird gegen die Stimmen wegs. Und wenn die Kolonisten auch noch diese Zeit gearbeitet die Höhle des Löwen begaben. Hier stand auf dem Vorflur ein der Mehrheit der Nationalliberalen und einiger Freikonservativen haben, dann haben sie doch noch ein Paar Groschen Schulden Brie fasten mit einem Umfang, desgleichen man in Berlin noch abgelehnt. Angenommen wird der Antrag: die Budget zu verzeichnen. Sie müssen das dann sehr oft hören, denn das nicht gesehen. Wenn er sich ein wenig mehr auswächst, wird er fommission zur Berathung des Eisenbahn- Etats um 7 Mitglieder schlimmste Verbrechen eines Kolonisten ist, der Verwaltung der die Größe zu verstärken. Kolonie noch etwas schuldig zu sein. bescheidenen Häuschens haben. Und So sieht's in der Berliner Arbeiterkolonie aus. Und da Wie viele Millionen wird sein unersättlicher Magen im Laufe hier hinein wanderten laut Anschlag die Selbsteinschätzungen. lich, wenn sie in der Kolonie Aufnahme fänden. Wer in diesem die Spätlinge, von ein Uhr an die Säumigen, von halb zwei wird von gewisser Seite noch behauptet, die Arbeiter feien glück der letzten Tage verschlungen haben? Von zwölf Uhr an famen „ Glück" Genüge findet, dem ist nicht zu helfen, wir wissen aber, Uhr an die Vergeßlichen, denen ihre Sünden und ihre etwaigen daß der Arbeiter erst dann wirklich glücklich sein kann, wenn er Folgen noch im letzten Momente einfielen. Sie tamen zu Fuß, in einem Staat lebt, der den vollen Ertrag der Arbeit ihm ge- in Droschten und in Equipagen, es war eine sehr stattliche Zahl währleistet. und der Vorsaal war stets gefüllt, gerade so wie es schließlich Im Zentral- Arbeitsnachweis für Arbeitslose herrscht der Briefkasten mit dem Riefenbauch war. Man hatte Fürsorge Im Zentral- Arbeitsnachweis für Arbeitslose herrscht jest naturgemäß ein foloffaler Andrang. Der Nachweis befindet getroffen, Punkt zwei Uhr die Zeitgrenze zu martiren. Wer zu jetzt naturgemäß ein foloffaler Andrang. Der Nachweis befindet spät kam, wird es vielleicht später empfinden, daß Pünktlichkeit Arbeitslose! Die Arbeiter Bildungsschule stellt sich bekanntlich neben der Wärmehalle am Alexanderplatz, gegen neben anderen ihr zugeschriebenen Bedeutungen in diesem Falle chre gut geheizten vier Schulräume, Müllerstraße 179a, fuchende, der 20 Pf. zu zahlen in der Lage ist. Trotzdem sprechen auch die Weisheit des Steuerzahlers war. hat aber nur der Hagelsbergerstraße 43, Markusstraße 31 und Steichenbergerstraße 138, in denen eine große Zahl hiesiger etwa 400 Personen täglich dort vor. Bon Morgens 8 Uhr bis Das vergebliche Warten der zu einer Schöffengerichts und auswärtiger Zeitungen zur Benutzung ausliegen in der Beit Abends 1/26 Uhr dürfen die Leute auf Arbeit warten in den Berhandlung geladenen Zeugen wurde neulich in der Presse von 9 Uhr früh bis 6 Ühr Abends allen Arbeitslosen gern zur weises sind sich der Verantwortlichkeit ihrer Stellung wohl be- Mittheilung der" Boltsztg." hervor: Eine Antlage wegen groben meisten Fällen allerdings vergeblich. Die Beamten" des Nach gerügt. Daß diese Rüge Erjolg gehabt hat, geht aus folgender Nachgerügt. Verfügung. Die grimmige Kälte der letzten Tage hat in unmittel- man oft meint, die Arbeitsuchenden seien Rekruten, die Angestellten Schöffengerichts verhandelt werden. wußt, sie haben einen derben Unteroffizierston am Leibe, so daß Unfugs follte vorgestern vor der 96. Abtheilung des Berliner barster Nähe vor Berlin bereits ihre Opfer gefordert. Die Unteroffiziere. Der Herr Inspektor hat z. B. eine Stelle." Er 10%/ 4 Uhr anberaumt, die Sache gelangte aber erst später zum Der Termin war um bürgerliche Breffe registrirt diese Fälle" ganz hinten, furz vor wird von allen Seiten um die Adresse bestürmt. Eine Fluth Aufruf. Da nachher noch zahlreiche Verhandlungen mit sehr dem Polizeibericht und fügt der Notiz kein Wort des Bedauerns, von Schimpfworten entströmte dem Gehege der Zähne des Ge- vielen Beugen anstanden, beschränkte fich der vorfißende fein Wort des Mitleides hinzu. Was sollte sie auch, die dummen strengen: Was wollt Ihr? Ihr Strolche, die Ihr so nach Arbeit Richter auf die Feststellung der Personalien des Angeklagten, Darauf werden die bedeutenderen Etats an die Budgetfommission verwiesen. Schluß 384 Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr( erste Lesung des Volksschul- Gesetzes). Lokales: eines 84 raubende Berlesung einer Broschüre stattfinden müsse und die Boziale Uebersicht. für deren einen ein Rechtsanwalt als Vertreter erschienen| in München wohnt, während der Mitangeklagte Baate seinen der Gegenstand noch nicht auf der Tagesordnung stand. Es und vertagte alsdann die Fortsetzung der Verhand- Wohnort nach Hamburg verlegt hat. Der Gerichtshof war auch wurde deshalb einstimmig beschlossen, innerhalb der nächsten acht lung auf 14 Uhr. Als Grund für diefe außergewöhnliche der Ansicht, daß die Verbreitung von Stuttgart aus geschehen Tage eine außerordentliche Bersammlung des Anwaltvereins Maßregel gab der Vorsitzende an, daß in dieser Sache eine zeit- sei und erklärte sich deshalb für unzuständig. einzuberufen, in welcher über die erforderlichen Maßnahmen Be schluß gefaßt werden soll. Wie uns weiter mitgetheilt wird, Erörterung der Rechtsfrage viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Es scheint jetzt schon ziemlich sicher zu sein, daß der zirkulirte gestern im Gerichtsgebäude in der Jüdenstraße unter Er könne und wolle es aber nicht verantworten, daß wie jüngst Prozeß Prager das Schwurgericht noch einmal wird beschäf- den Rechtsanwälten eine Liste, die sich bald mit den Namen derin einer anderen Abtheilung geschehen ist, deshalb so zahlreiche tigen müffen, denn es soll kein Zweifel mehr darüber obwalten, jenigen Anwälte bedeckte, welche sich verpflichten wollen, vor Personen stundenlang auf dem Korridor warten müßten. Gegen daß der Oberstlieutenant a. D. von Koze, welcher als Ge- Herrn Brausewetter nicht mehr zu plaidiren. 1/2 Uhr waren die Verhandlungen noch nicht bis zum Schluß schworener in jenem Prozesse fungirte, zur Uebernahme des gediehen es standen deren außer der genannten noch vier Geschworenenamtes nicht befugt war. Nach§ 84 des Gerichtsandere an. Der geladene Rechtsanwalt erklärte, daß er sich verfassungs- Gesetzes kann dieses Amt nur von einem Deutschen nunmehr entfernen würde. Da nun die beiden erschienenen An- versehen werden und Herr von Koze soll thatsächlich öftergeklagten eine Trennung der Sache nicht wünschten, beschloß der reichischer Staatsangehöriger sein. Derselbe ist ursprünglich Gerichtshof, die Verhandlung auf eine Woche zu vertagen. Deutscher, hat sich dann aber vor langen Jahren in Defterreich naturalisiren lassen, ohne daß nach seiner Rückkehr nach Deutschland In Bieber( Kreis Gelnhausen) wurden die dem Verbande ein formeller Wiedereintritt in den angehörigen Bergleute gemaßregelt. In der Zeitung preußischen bezw. deutschen Unterthanenverband stattgefunden deutscher Bergleute wird zu Sammlungen für dieselben aufgehätte. Dem Vernehmen nach hat der Präsident des Schwur- fordert. Es leben unsere Freunde: die Feinde! gerichts gestern bei Gelegenheit der Ausloosung der Geschworenen Herrn v. Koye direkt nach dem Sachverhalt gefragt und soll Bremen. Die Differenzen der Tischler mit den Ins von diesem die Antwort erhalten haben, daß er selbst habern der Werkstätte von Braasch& Jbendahl sind beinunmehr zweifelhaft darüber geworden sei, sei, ob Geschworenenamt qualifizirt erscheine. er zum gelegt. Da Herr v. Kozze, der übrigens unserer Erinnerung nach f. 3. auch im Prozeß Ihr Prinzipal" die Polizei, ist nachgiebiger gewefen, als die Die Stettiner Droschkenbesitzer werden nicht streiten. Gräf als Geschworener fungirte, bei verschiedenen Verhandlungen Droschtenbesiger jedenfalls sein würden, wenn das von ihnen be dieser Periode als Geschworener mitgewirkt hat, so dürfte sich schäftigte Fahrpersonal mit Forderungen hinsichtlich der vielleicht auch für alle diese Prozesse die Ungiltigkeit ergeben. Verbesserung seiner Lage an sie heranträte. Die Mutter und der aus Wien hierher geeilte Bruder der Frau Dr. Prager, welche jetzt täglich viele Stunden auf dem Korridor Ueber den Streit der Kutscher der Pariser Droschken des Gerichtsgebäudes darauf warten, daß ihnen die Sprech- gesellschaft Urbaine" theilt die Voff. 3tg." Erfreuerlaubniß gewährt werden soll, haben jetzt übrigens Herrn Rechts- liches mit. Danach kommt immer mehr Geld für die Ausstänamwalt Dr. Friz Friedmann damit betraut, die Sache der Frau digen ein, abgesehen von den 10 000 Fr., die der Gemeinderath Prager weiterzuführen. Dr. Fr. war schon von Anfang an bewilligte. In Paris fahren jegt ungefähr 10 000 Droschten; dazu auserfehen gewesen, die Vertheidigung in Gemeinschaft mit von diesen gehören 1800 der Urbaine, deren Kutscher sämmtlich Herrn Rechtsanwalt Rausnih zu führen, da sich aber in dieser feiern. Die Kutscher der anderen Gesellschaften, sowie die kleinen Beziehung Differenzen herausstellten, blieb der lettere der alleinige Fuhrherren steuern emsig zur Unterstützung bei, jeden Tag mehrere Sachwalter der Frau Prager. Tausend Franken, wozu noch anderes kommt. Es ist sogar die Rede davon, die arbeitenden Kutscher ordentlich zu besteuern, wozu sich die meisten verstehen dürften. Denn seitdem die 1800 Droschken außer Betrieb sind, haben die anderen um so bessere Einnahmen. Ein Kutscher giebt gern 1 Frks. den Tag, weil er jegt 3-4 Frants Mehreinnahmen hat. Dank der vielen Gesellschaften und Festlichkeiten ist gerade jetzt eine gute Zeit für die Kutscher im Allgemeinen. Eine noch nicht aufgeklärte Angelegenheit, die ein Menschenleben zum Opfer gefordert hat, beschäftigt gegenwärtig die Behörden. Erst am Donnerstag ging von einem Bericht erstatter, der mit der Kriminalpolizei Fühlung unterhält, den hiesigen Zeitungen eine Notiz zu, laut welcher in der Nacht vom 14. zum 15. Januar auf dem Alexanderplatz eine Echlägerei stattgefunden habe, bei welcher auch das Messer eine Rolle gespielt haben soll. Als der Krawall weithin hörbar wurde, eilten Nachtwächter und auch Schutzleute hinzu, um den Streit zu schlichten. Einer der an dem Streit Betheiligten war der Hutmacher Detar Ziems. Es ist noch nicht festgestellt, welche Szenen sich von dem Augenblick an abgespielt haben, in welchem die Nachtwächter einschritten. Thatsache ist aber, daß Ziems mittelst Droschte um 5 oder 1/46 Uhr früh nach dem 30. Polizeirevier in der Elisabethstraße transportirt worden ist. Ziems war schwer verwundet, er hatte eine furchtbare Verlegung am Unterleib, von einem Säbel oder breitem Messer herrührend. Das Revier ist kaum eine Viertelstunde vom Krankenhaus entfernt, ein Krankentransport- Institut ist in fünf Minuten zu erreichen. Der schwer Verlegte wurde erst um 1/29 Uhr im städtischen Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert, wo er in der Nacht vom 17. zum 18. seiner Verletzung erlegen ist. Die Direktion des Krankenhauses hat die Staatsanwaltschaft von dem Vorfall benachrichtigt und diese hat eine Untersuchung eingeleitet. Ein güldenes Ringelein hat der ehrenwerthen Frau Unter den Beamten, welche in den Kümmel, welche gestern als Zeugin von der BerufungsStreit eingriffen, befand sich auch der städtische Wächter Karl Straffammer erschien, viel Verdruß bereitet, denn es war ihr Lehmann. Dieser hat seinen Säbel gezogen und nach dem Leichen- Trauring, der eines Tages verschwunden war und da ihr Ehebefund rührt die Wunde des Verstorbenen von einem Säbelstich mann in solchen Dingen feinen Spaß versteht, so hat die Wermste her. Ob die Angabe, Ziems sei geflissentlich oder versehentlich viele böse Stunden durchkosten müssen. Frau Kümmel hatte eine selbst in den Säbel des Wächters gerannt, zutreffend ist, wird mit ihr in demselben Hause wohnende Freundin Namens Rein. wohl die Unterstützung ergeben. Beide hielten treu zu einander in guten und in bösen Tagen: findlich gewesenen Buchdruckergehilfen annimmt, das lassen schon Welchen Umfang die Aussperrung der im Streit be reichte bei der Einen das Wirthschaftsgeld bis zum Ultimo nicht bie bis jetzt bekannt geworbenen Zahlen erkennen. In Leipzig des heutigen Tages rechtskräftig, da Revision nicht eingelegt der Kaffee oder die Feuerung nicht zu, so erschien die stehenden rund 600, in Berlin von nach gegnerischer Angabe Das Urtheil wider die Machus wird mit dem Ablauf aus, dann schoß die andere vor und langte bei der Einen die bis jetzt bekannt gewordenen Zahlen erkennen. In Leipzig sollen nach der Angabe des„ Korresp." von den 1500 Aus worden ist. Die Verbrecherin dürfte in der allernächsten Zeit Andere als die Retterin in der Noth. Da ereignete nach der Strafanstalt in Luckau überführt werden. Beiläufig fich im Juli vorigen Jahres etwas, was die gute Freund: 1600-1700 Aussiehenden 300 eingestellt werden, in Stuttgart sei bemerkt, daß in dieser Anstalt ein Sohn des früheren Polizei- fchaft mit einem Schlage vernichtete und außerdem die Frau Rein find 350 von 700, in Frankfurt a. M. von 300-400 fage und präsidenten von Berlin, Herrn von Madai, die Direktorstelle be- auf die Anklagebant brachte. Frau R. vermißte nämlich eines Schreibe 15 eingestellt worden, in Dresden 180 von 870. In Tages ihren goldenen Trauring und alles Suchen nach demselben Breslau werden von der gleichen Zahl Ausstehender etwa 100 fleidet. 40 Mann Ju der Köpenicker Mordfache ist gutem Vernehmen nach theiligte und die vor ihrem Manne zitternde Freundin tröstete. Inserat in heutiger Nummer vermuthen läßt, mindestens 150 Ju der Köpenicker Mordsache ist gutem Bernehmen nach par vergebens, obgleich sich Frau St. eifrigst an dem Suchen beam Ort in Rondition getreten sein, Sannover behält, wie ein eine Wendung eingetreten, insofern als die Schütt ihren Da tam der legteren ein schwarzer Verdacht, den sie auch der Ausgesperrte von 400 im Streit geweſenen Kollegen übrig. Uns Bräutigam thunlichst zu entlasten sucht. Sie hat nämlich ihr Bolizei mittheilte. Die Folge war eine polizeiliche Haussuchung 40 ansässigen und 19 zugereiften Kollegen nicht mehr als 100 den Mitteldruckstädten meldet Bremen das Uebrigbleiben von früheres Geständniß, daß sie ihren Mitschuldigen in die Wohnung bei Frau R., welche zunächst von dem Verbleib des Ringe waren zusammen ausständig; Mainz behält von 70-80 Ausdes Ermordeten hineingelaffen habe, wieder zurückgenommen und feins nichts wiffen wollte, dann aber, als zum Deffnen behauptet nun, das Verbrechen ganz allein ausgeführt zu haben. ihrer Behältnisse geschritten werden sollte, einen Pfandschein ständigen 40 übrig ohne die Zugereisten und vorher KonditionsRuttle ſelbſt bestreitet hartnäckig jede Theilnahme an der Blut- präsentirte und eingestand, daß sie aus Ueberfluß an Geldmangel losen; in Würzburg besteht eine schwarze Liste von ungefähr that. Es sind jedoch bei ihm zwei Taschentücher beschlagnahmt ben Ring heimlich genommen und versetzt habe. Sie wollte der ganze Arbeit und sehen sich ein unvergängliches Denkmal; 70 bis 80 standen aus. Die Sieger" machen eben worden, die eine starke Röthung zeigen und daher zur Unter- Meinung gewesen sein, daß die Freundin event. Nichts dagegen welchen Haß und Abscheu sie damit fäen, wie unfäglich sie die suchung dem Gerichtschemiker Dr. Bein überwiesen worden sind. haben werde. Das Schöffengericht verurtheilte sie wegen Dieb- Gehilfenschaft hierdurch gegen sich aufreizen, das bedenken sie Der Beschuldigte erklärt, daß es lediglich rothe Farbe wäre; stahls zu 1 Tag Gefängniß. Auf die von der Angeklagten ein- nicht. Dafür wird sich bald die im Gewerbe thatsächlich Dr. Bein hat demgemäß festzustellen, ob nicht vielmehr die begelegte Berufung hatte sich die Straftammer mit der Angelegen- existirende Reserve- Armee bis auf den letzten Mann zählen lassen denkliche Färbung der Tücher von Menschenblut herrühre. In heit zu befassen. Rechtsanwalt Dr. Haase als Bertheidiger der diesem Falle wäre ein wichtiges Indizium für die Schuld des burch die Strafe schwer bedrückten Angeklagten suchte in juristischer und es wird sich zeigen, daß die gehilfenseits vor dem Streik an Ruttle gefunden. Beziehung den Nachweis zu führen, daß die Angeklagte bei der gegebene höchste Bahl eine unbeabsichtigte Beschönigung sonder Kindern gesegneten Familie des Arbeiters Ebert, Putbuserstr. 36, Thai hätte annehmen können, daß die letztere gegen die Mitnahme schäftigen, weisen jetzt, wie obige Zusammenstellung ergiebt, ein Drillinge find gestern bei der ohnehin schon reich mit innigen Freundschaft, welche sie mit der Zeugin verknüpft, in der gleichen in sich schloß. Allein die oben aufgeführten 10 Städte, welche in normalen Beiten zusammen etwa 9500 Gehilfen be eingekehrt. Die drei Knaben sind recht munter, denn sie wissen des Ringes nichts haben würde. Nach seiner Meinung beginne Arbeitslosentontingent von 3700 Wlann auf, das sind 38,95 pЄt.!" die strafbare Handlung erst mit der Hingabe des Ringes an den nicht, welche Bedrängniß ihr Erscheinen den Eltern verursacht. Pfandleiher, dann liege aber nur eine Unterschlagung vor, welche Die Schwäne der Havel und Spree werden, sobald im mit Geld gefühnt werden könne. Die Staatsanwaltschaft selbst rung des Neunstundentages veranlaßte vollständige Proletarisirung von Tausenden bilden sich die Buchim Winter strenge Kälte sich einstellt und die Flüsse sich mit Eis habe die Sache nicht so schlimm aufgefaßt, denn der an dem druckereibefizer noch ein, dieselbe so schnöd behandelte Gehilfenbedecken, in ihr Winterquartier nach Spandau gebracht; dasselbe Schöffengericht amtirende Staatsanwalt habe ihm selbst die Bebefindet sich hier auf dem Mühlengraben. Nach Spandau werden schreitung des Gnadenweges angerathen. Für die Zeugin ist die schaft werde mit ihnen die sogenannte Tarifgemeinschaft aufs neue eingehen und dadurch die im Gegensatz zu den Einkünften befördert die Schwäne auf der Unterhavel bis Kladow, auf der Geschichte allerdings schlimm genug ausgefallen, denn, wie sie anderer Gewerbtreibender verhältnißmäßig hohen Revenuen der Oberhavel bis Oranienburg und auf der Spree bis Berlin. Die mit betrübter Miene eingestand, hat ihr Ehemann ihr diesen großen Buchdruckereibefizer auch ferner auf Kosten des drucken Einbringung verursachte diesmal wegen des so plöglichen Ein- Streich ihrer Freundin lange nicht vergeben und ihr den goldenen lassenden Publikums zu schützen! Die Thoren! tritts des scharfen Frostes nicht geringe Echwierigteilen; viele Reifen bis zum heutigen Tage nicht wieder anvertraut Thiere mußten losgeeist werden. Hier werden die Schwäne auf wegen leichtfertigen Umgehens mit einem solchen Die Nache des Kapitals. Der Korrespondent für Kosten des Hojjagdamts mit Gerste gefüttert. Sobald aber das Talisman! Die Berufungskammer kam zu der Ansicht, daß Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" schreibt in seiner Eis vor der Sonne zerrinnt, duldet es sie nicht länger auf hier Diebstahl vorläge und der Vorsitzende bedauerte sogar, daß neuesten Nummer: dem Mühlengraben. Sie unternehmen dann aus eigenem An- der Gerichtshof das Strafmaß nicht erhöhen könne, da sonst bei Die Prinzipalität schwelgt auf unnoble Weise in ihrem trieb zu Wasser die Wanderung nach ihren früheren Stätten, und der Raffinirtheit der Angeklagten und dem groben Vertrauens- Siege". Schwarze Listen von großem Umfang, Ausschluß der alsbald beginnt unter ihnen das Liebesleben, wobei es zwischen bruch auf eine weit höhere Gefängnißstrafe" erkannt worden streitenden Gehilfen auf Jahresfrist von den Offizinen find gar den Männchen oft blutige Kämpfe setzt. nicht seltene Friedens" zeichen unserer Gegner. Außer diesen Der schlechte Nuf, in dem die Schlächter in Betreff ihres fenntlich find, befleißigen sich die Herren fast allgemein, die Gindirekten Maßnahmen der Rache, die an verschiedenen Orten erDie Havel fordert im Sommer wie im Winter ihre Opfer an Menschenleben. Der Fluß und die Seen sind jegt in weiter Schnellfahrens bei den Organen der Anklagebehörde stehen, zeigte Ausdehnung mit Eis bedeckt, und des Eissports wegen kommen sich recht deutlich in einer Verhandlung, die kürzlich vor der ftellungen von Gehilfen auf das geringste Maß zu beschränken; täglich hunderte von Schlittschuhläufern, die meist mit den lokalen 4. Straffammer des Landgerichts I stattfand. Der Schlächter- in den Mitteldruckstädten werden kaum 50 pct. der Ausstehenden Verhältnissen nicht vertraut sind. Da halten wir es für geboten, meister Heinrich& öschte befand sich wegen fahrlässiger Körper eingestellt, in den Großstädten dürfte das Resultat noch winziger auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche das Betreten verletzung auf der Anklagebank. Am 23. September v. J. fuhren sein. Zum Theile mögen diese Thatsache ja die Verhältnisse be= dingen, vielfach aber tritt die Absicht der Aushungerung unserer des Eises an verschiedenen Punkten im Gefolge haben kann. Die mehrere Schlächterwagen von der Zentral- Markthalle kommend, prinzipientreuen Kollegen offen hervor. Auf Tausende beläuft größte Vorsicht ist bei Benutzung der Gisbahn der Unterhavel durch die Neue Friedrichstraße. Der Schlächtermeister König war ich die Zahl der Ausgesperrten! Demgegenüber rufen und ihrer Seen zu üben. Wer dort die Verhältnisse nicht genau der erste in der Reihe. Ein alter Herr, der den Straßendamm wir die gefammte Kollegen und Arbeiterfennt, soll sich lieber fernhalten. Die Bahn wird von der Re- überschritt, wurde beinahe von dem Wagen gestreift. 3ornig fchaft des In- und Auslandes zur Hilfe an für gierung nicht verpachtet, und niemand hat die Bilicht, für die schlug er mit seinem Stock gegen den Wagen. Der Stock zer- unsere Opfer! Gezt die Sammlungen, jezt die Extraum Der alte Herr bückte sich, Sicherheit des Publilums zu forgen. die Stücke vom steuern fort wie bisher! Schüßen wir unsere Bravsten vor der fich nicht zu weit von den bewohnten Ansiedelungen der User. Pflaster aufzulesen. In diesem Augenblick kam auch Löschke's Verfolgung des Kapitalismus! Es ist die höchste Ehrenpflicht, Anders verhält sich die Sache mit der Oberhavel und dem Fuhrwerk heran und ehe dasselbe zum Stehen gebracht werden den Ausgesperrten mit allen Kräften zu helfen!" Tegeler See. Hier hat ein Bächter die erforderlichen Sicher fonnte, wurde der alte Herr von der Scheere zu Boden gestoßen. heitsvorkehrungen zu treffen. Das Gis hat übrigens schon Er erlitt nur leichte Verlegungen. Der Staatsanwalt beantragte eine solche Stärke erlangt, daß Pferd und Wagen dasselbe gegen den Angeklagten ein Jahr Gefängniß und sofortige Verhaftung, da nur eine energische Bestrafung im Stande sei, paffiren fönnen. dem gemeingefährlichen Schnellfahren der Berliner Schlächter Polizeibericht. Am 21. d. M. Morgens wurde der Bau- Einhalt zu thun. Der Gerichtshof erkannte auf 20 M. Geld Wegen der 20 M. werden die Schlächter allerdings wächter Belz in einem Zimmer des Neubaues Nykeftr. 21 durch strafe. Kohlendunst, der aus einem brennenden Heizkorbe entströmt war, anderen Leuten die Knochen ruhig weiter entzweifahren. betäubt aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichs Zu dem in Nr. 15 abgedruckten Gerichtsfall Der hain gebracht. Vor dem Hause Grüner Weg 36 fand Nachmittags ein Zusammenstoß zwischen einem Möbelwagen und einem feltene Fall" theilt uns Herr May May, Wallstr. 11, mit, daß Arbeitswagen statt, wobei der Führer des Letteren von seinem er mit dem in dem Bericht erwähnten Luxuspapierfabrikanten Siz herabgeschleudert wurde. Er erlitt dabei einen Bruch des May nicht identisch ist. Oberarms und mußte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. Im Laufe des Tages fanden 3 Brände statt. bi mu Vor allem entferne man wäre. brach. " Die Internationalität der Arbeiterbewegung im All gemeinen, wie der Gewerkschaftsbewegung im Besonderen kommt bei der Unterstützung der Ausstände am allermeisten zum Ausdruck. Einen schönen Beweis für die Solidarität der Arbeiter aller Länder giebt auch die Abrechnung, welche über den Streit der Wiener Buchdrucker gegeben wird. Der Ausstand dauerte 18 Wochen und erforderte eine Gesammtausgabe von 177 733,16 Gulden. Die Einnahme ergab 118 319,34 Gulden, hiervon wurden 63 578,19 Gulden von der Arbeiterschaft Desterreichs aufgebracht. zu den weiteren 54 741,15 Gulden lieferten die verschiedenen Länder nachstehende Beträge: Argentinien 34,34, Bulgarien 70,08, Dänemark 905,18, Deutschland 43 197,98( 74 951,60 m.), Eng. land 1343,81, Frankreich 678,60, Italien 1001, Luxemburg 46,12, Am Donnerstag Abend fand im Leipziger Garten" eine Norwegen 213,54, Rußland 32,76, Schweiz 6637,58, Schweden zahlreich besuchte Verhandlung des Berliner Anwalt 480,66, Serbien 56,00 und Spanien 48,50 Gulden. Diese Bus vereins statt, in welcher nach Erledigung der Tagesordnung fammenstellung ergiebt uns nicht nur einen Beweis dafür, daß das Verhalten des Landgerichtsdirektors Brausewetter in bie Arbeiter aller Länder sich solidarisch fühlen, sondern sie zeigt der Straffache kontra Schweizer und Gen., wie auch sein sonstiges auch, welche gewaltigen Summen durch die wirthschaftlichen Berhalten in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Schwur- Kämpfe, die nur eine Folge der gegenwärtigen ungeregelten Progerichts einer Besprechung unterzogen wurde. In der Berduktion sind, ausgegeben werden müssen, um die Arbeiter vor der fammlung herrschte allseitige Uebereinstimmung darüber, daß in Ein sozialdemokratisches Liederbuch hat dem Verfasser den zur Sprache gebrachten Fällen die sogenannten Rechts gemeinsten Sklaverei und Ausbeutung zu bewahren. dem Schriftsteller Max Regel, sowie dem früheren Redakteur belehrungen" des Herrn Brausewetter mit dem Gesetze nicht ver Spezialkongreffe der Vertreter der einzelnen Indes Vorwärts", Kurt Baate, eine Auflage wegen Auf- einbar gewefen und sein Verhalten gegenüber der Ver- dustriegruppen. Die Generalfommission hat in Aussicht gereizung verschiedener Gesellschaftstlaffen gegeneinander zugezogen, theidigung mit den Pflichten eines Borsigenden zur objektiven nommen, nach der Generaldiskussion über die Drganisations die gestern vor der ersten Straffammer des Landgerichts I ver Leitung der Verhandlung und mit der dem Anwaltstande schuldigen frage, Kongreffe der Vertreter derjenigen Berufe, welche sich zu handelt wurde. Das fragliche Buch ist bei Diet in Stuttgart Achtung in Widerspruch steht, daß somit eine Stellungnahme einer Union verbinden können, zu arrangiren. Schon bei der verlegt worden. Der Angeklagte Baate, der hier gleichzeitig einen der gesammten Anwaltschaft gegenüber diesem Verhalten des Konferenz in Halberstadt haben derartige Zusammenkünfte der Buchhandel betrieb, erhielt eine Sendung von mehreren hundert Herrn Brausewetter sowohl im eigenen Intereffe der Anwalt Vertreter der einzelnen Berufszweige stattgefunden und hat Exemplaren, welche von der hiesigen Polizei als im erwähnten Sinne fchaft, wie im Interesse der Rechtspflege dringend geboten sei. fich die Einrichtung zur schnelleren Klärung der streitigen Fragen die öffentliche Ordnung gefährdend, in Beschlag genommen wurde. Es fonnte jedoch nach Maßgabe der Statuten des Vereins ein als durchaus zweckmäßig erwiesen. Auf der Halberstädter Kon Im geftrigen Termine ftellte sich beraus, daß der Angeklagte Regel| Beschluß von der Versammlung noch nicht gefaßt werden, weil ferenz ist die Zusammenstellung der einzelnen Industriegruppen Gerichts- Beitung. Sigung: Tanz und Fidelitas". = Gebt in kurzer Zeit, ohne vorherige Anfrage bei den einzelnen Berufs- wiltommen. Die Theilnehmer versammeln sich früh 8 Uhr auf dem Stettiner organisationen, also mehr willkürlich, erfolgt. Es war dies bei der Bahnhof. Abfahrt nach Hermsdorf 9 Uhr. Wieder eine Hinrichtung. In Thorn wurde am geringen Zahl der Vertreter auch ohne wesentlichen Nachtheil möglich. ftelle Berlin). Die Monatsversammlung findet am 23. Januar, Abends 8 Uhr, knechtsfrau Budniewski aus Giercowo durch den ScharfPorzellanmaler und verwandte Berufsgenossen Deutschlands( Bahl- 22. Januar die im Oktober v. J. zum Tode verurtheilte PferdeDa bei dem Gewerkschaftskongreß jedoch die Zahl der Delegirten zu in den Lokalitäten von Roll, Adalbertstr. 21, statt. groß ist, um während der Kongreßverhandlungen einen Meinungs- Kollegen werden er jucht, fich sur gemeinschaftlichen Morgensprache am Sonn- mit Phosphor vergiftet. Metallarbeiter! wohnende richter Reindel hingerichtet. Sie hatte ihren franken Ehemann austausch über die Zusammengehörigkeit der einzelnen Berufe fag, den 24. Januar 2., Vormittage meinschaftlichen Morgenpage saa, einzu- hört man fast tagtäglich von neuen Mordthaten, ein Beweis, Troß der zahlreichen Hinrichtungen herbeiführen zu können, so bitten wir die Organisationen, bei finden. Anmeldung der gewählten Vertreter, uns gleichzeitig Mittheilung tag, den 15, Januar, abends& ubt, bet person. Chromitraße Nr. 38( Moabit). zuschrecken, absolut nicht erfüllt. ( Lokalverband Berlin). am daß die Todesstrafe ihren eigentlichen Zweck, vom Mord zurückmachen zu wollen, mit welchen verwandten Berufszweigen sie zu Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Th. Megner über:„ Gewerbe- Schiedseinem Spezialfongreß zusammentreten wollen. Diese Angabe gerichte". 2. Weitere Stellungnahme zur Arbeitsvermittlung. Den stürmenden Feind durch elektrische Wasser. liegt nicht nur im Interesse der einzelnen Organisationen, nr. 30 und 39) Strale 7. Stevehalle er dormittags 9 Uhr; Edison angeblich zum Ziel gesetzt. Wenn es ihm gelänge, Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( G. S. ftrahlen zu vernichten hat sich der amerikanische Erfinder sondern sie ist auch erforderlich, um alle Einrichtungen für den Mitglieder- Berfammlung bei Wendt, Göslinerstr. 17." Der wichtigen Tages eine Borrichtung zu erfinden, durch welche die Kriegsheher glatten Verlauf der Kongreßverhandlungen treffen zu tönnen. ordnung wegen Erscheinen dringend erwünscht. Nach der Gruppirung der einzelnen Industriezweige und der Zahl Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Pinn über: Alte der angemeldeten Vertreter müssen die Lokale für die Spezial- und neue Religion" Zweite Versammlung bet Seefeldt, Grenadierstraße 33: Wittenberg wird der„ Saale- Zeitung" geschrieben, daß den Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 24. Januar, Abends 6 Uhr, in den vernichtet würden, so wäre das ein größeres Verdienst. tongreffe bestimmt und eingerichtet werden. Ueber den Konkurs des Bankiers Fischer in Wir hoffen, in Bortrag des Herrn Henning über: Gin Vorfämpfer vor 2300 Jahren". diesem Punkte das weitgehendste Entgegenkommen seitens der vorm. 10 Uhr, Invalidenstraße la( Ede der Brunnenstraße). Tagesordnung: gr a mm gegeben haben soll. Hiernach telegraphirte Fischer im Gerber und Lederzurichter. Bersammlung am Sonntag, den 24. Januar, ersten Anstoß zu dem Krach ein verstümmeltes Teles Gewerkschaften zu finden und erwarten die baldmöglichste An- Der Rückgang der Gerberei in Berlin". meldung der gewählten Vertreter. Privat- Theater- Gesellschaft Boruffia", Beughofstraße 8, bet Bifter. Jahre 1889 an sein Berliner Kommissions- Bankbaus: Sonntag, den 24. Januar, Sigung um 4 Uhr. Gäste willkommen. Nach der( d. h. verkauft) die und die Papiere, nehmt( d. h. kauft) die 24. Januar, Borm. 10 Uhr, im ,, Webbing- Park" des Herrn Schröder, Müller leitende Wort in dem Telegramm nehmt" ist in Berlin Volksversammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den und die Papiere." Es war das eine lange Reihe. Das zweite auch die Moabiter Genoffen und Genoffinnen, an dieser Bersammlung theil gramm hieß nun: firaße 178 zu Gunsten der Genossenschaftsbäckerei: Vortrag. zunehmen. Wir ersuchen als„ nebst aufgenommen worden und das ganze Tele Gebt( verkauft) die und die nebst Deutscher Tischler- Verband( Sig Stuttgart), 3 ahlstelle Berlin 78. den und den Papieren." Die irrthümlich„ nebst" den Jeden Sonnabend von 8-10 Uhr weiden in folgenden Lokalen Beiträge tafsiri anderen gekauften Papieren aber stiegen rapid und die und neue Mitglieder aufgenommen bet: Lorenz, Koppenstraße 43 e Sente, Folge war, daß Fischer zu Ultimo statt einen Nußen einzu Blumenstr. 38; Zubeil, Naunynftr. 86; 8iemer, Guornstraße 17; Stamm, Ritterstr. 123; Scheuer, Gneisenaustraße 35; Kizing, Bülowitr. 52; Holzbecher, streichen, eine Differenz von 85 000 m. zu zahlen hatte, ein Dreyfeſtr. 3; Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen- Ede; Gnadt, Brunnenstr. 38; Schlag, von dem er sich, da die Post, nach einem in der Sache Silfcher, Belleallianceplay 6; und Opay, Grünauerftr. 3. Schmidt, Tresckow- und Diedenhofenerstraßen- Ede; Klein, Schönleinstraße 6 ergangenen Erkenntniß des Reichsgerichts, nicht ersatzpflichtig ist, Das Eintrittsgeld Tischler Beitung"). Mitglieder schon bestehender geme ffchaftlicher Vereine Zeitung", in doppelter Weise" warnend und belehrend. Der beträgt 30 Pf.( wofür Statut), der wöchentliche Beitrag 15 Pf.( intl.„ Neue nicht wieder erholen konnte. Die Sache ist", sagt die„ Saalefind von Zahlung des Beitrittsgeldes befreit. Die Zusendung der Beitung Irrthum hätte nicht geschehen können, wenn das Telegramm ftatt preste de biteure von Neujahr ab fret ins Haus, deshalb ist genaue der fachmännisch eingeführten Worte gebt" und nehmt" die Lese- und Diskutir klube. " euerbach im 2otale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. Sonnabend. Lese- und Diskutirklub Worte, verkauft" und" kauft" enthalten hätte. Auch wäre der " Beine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Zechlin, Hornstr. 11. Irrthum rechtzeitig aufgeklärt und unschädlich gemacht worden, Lese- und Diskutirklub des Arbeiterbildungs Vereins wenn das Telegramm als verglichenes" aufgegeben worden wäre, im fleinen Gaal. Gäfte haben Zutritt. Weißensee, Refaur. Duſedann( Bereinshaus), Charlottenburgerstraße 150 wofür allerdings um 25 pet. höhere Telegrammgebühren zu entde motratischer Lesetlub. Paris Deutscher foztal- richten sind. Der Fall wurde damals thunlich geheim gehalten, Ecke Rue Montmartre und Rue Etienne- um den Kredit der Firma nicht zu schwächen." Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche Versammlungen. Komm. ArbeiterBildungsverein, London W. 49, Tottenham- Street, Tottenham Court Road. Jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr Bersanimlung. Die Lokalkommiffion in Halberstadt hat erklärt, allen Wünschen der Delegirten in Bezug auf Quartier Rechnung zu tragen und will insbesondere jedem Genossen nach seinem Verlangen Logis im Gasthof oder in Privathäusern verschaffen. Sollten einzelne Genossen nach dieser Richtung hin Wünsche zu äußern haben, so bitten wir sie, sich an R. Dahlen, Bürstenfabrikant in Halberstadt, wenden zu wollen. Die Anmeldung der Delegirten hat jedoch bei dem Unterzeichneten zu erfolgen. Die Generalfommission. C. Legien, Hamburg- St. Georg, An der Koppel 79, I. Die fächsischen Gewerbe( Fabrik-) Inspektoren sollen nach einem dem Landtage zugegangenen Antrage der Regierung von 7 auf 18 vermehrt werden, die Zahl der Assistenten will man auf der bisherigen Höhe belassen. Falls der Antrag an genommen wird, was ohne Zweifel der Fall, werden in Sachsen neben 13 Fabrifinspektoren 18 Assistenten amtiren. Die italienischen Restaurant- und Kaffeekellner halten am 21. April in Mailand einen Kongreß ab. Zur Dis fussion find hauptsächlich gestellt die Fragen der Plazirung und eines regelmäßigen Ruhetages. Versammlungen. Ueber den neuen Kurs" sprach am vorigen Sonntag Richard Fischer im Leseklub Karl Marr". Er erntete für seinen Vortrag rauschenden Beifall. In der Diskussion sprach Herr Haupt im Sinne des Referenten. = Adresse Kassirer anzugeben. in Gefangverein, SangesArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein ,, Grüne Eiche", Rirdorf, Hermann- und Knesebeckstr.- Ecke bei Beyerle. ,, yrania", Landsbergerstr. 31 bei Musehold. Gefangverein Echo", Naunynstraße 86, bei Zubetl. ich a ft 24, Friedenstraße Nr. 48 bei Tollfühn. Knebel, Badstr. 68( Gesundbrunnen). Gesellschaftshaus. Gesangverein" Freund " Literarisches. Gefangverein Glück zu", Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' straße 65 bet Bredlow. Gefangverein armonie 3", Friedrichshagen, Aus dem Inhalt heben wir hervor: Bourgeoisie Jammer. Gefangverein Phönir". Bülow Verlag) ist soeben das 17. Heft des 10. Jahrgangs erschienen. Gesangverein Gefangverein Felsenburg" Blumenstraße 21a. Esmeralda", Königsbergerſtr. 24. Teltow" in Teltow, Schwarzer Adler. Gesangverein Einiges über die Prostitution in Gegenwart und Zukunft. Sonnabend: Vergnügungsverem ,, ufttge 13" bei Blöß, Dresdenerstr. 28. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. J. H. Dekonomische Taschenspielerei. Eine Böhm Bawerkiade von Die Zukunft und die Kunst.- Literarische Rundschau. Tambourverein ,, Deutsche Eich e" bet Sabeck, Fürbringerstr. 7, Sigung. -Notizen.- Feuilleton: Die Leffing- Legende. Eine Rettung Vergnügungsverein reus fidel" bei Springstube, Manteuffelstr. 67. Bergnügungsverein Vergnügungsverein Grüne Schleife" bet Sperling, Inselstraße 1. von Franz Mehring. Rauchtlub Dornröschen" bei Döhring, Prinz Eugenstr. 19. Lustige Brüder" bei Kowald, Oranienstr. 126. sett" bet Lehmann, Fruchtstr. 69. verein" Phönir". Bülowfir. 65, bei Bredlow. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefang-, Turn- und gesellige' ereine. Sonnabend. Männer- Gefang Männer- Gesangverein Sängerfranz", gegründet 1853, Annenstr. 9, Abends 9 Uhr. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Musikverein ,, Allegro", bei Vogel, Sorauerstr. 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Paul Nickel'scher Oeffentliche Versammlung für Frauen und Männer heute, Gonn Mufitverein„ Borwärts", Ab. 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, prt. Zitherklub abend, den 23. Januar cr., Abends 8 Uhr, in Schmiedel's Festfalen( früheres Baldrofe", Ab. 9 Uhr bei Kleemann, Baufigerstr. 41. Bitherflub„ ar Orpheum), Alte Jakobftr. 32. Tagesordnung: 1. Bortrag über die Sozia- erein" eutige Giche", Sigung 9 for in Reſtaurant Zechow, Baterloo 9 Uhr Uebungsstunde, Kaiser 7. Nach Hohen- Schönhausen- Wilhelmsberg hatten zum vorigen Sonntag die Unabhängigen" eine Versammlung einberufen, in welcher sie ihre tausendmal widerlegten Beschuldigungen aufs neue aufwärmten, aber ein Eingehen auf das, was sie eigentlich wollen, natürlich sorgfältigst vermieden. Unsere Genossen machten ihnen gehörig den Standpunkt klar. Liftische Gesellschaft". Referent: J. Türt. 2. Diskussion. Gefellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Das gesellige Beifammensein, verbunden mit Tanz, findet heute, Sonnabend, den 23. Januar, Abends, in Schmiedel's Fesisälen, Alte Jatobftraße 32, statt. Mitglieder, Freunde, Genoffen und Genoffinnen find zu recht zahlreichem Besuch ein geladen. Tischler- Verein. Seute Abend 9 Uhr Melchiorftr. 15: Generalversamm lung. Ausgabe der Billets zu dem am 20. Februar stattfindenden Mastenball. Das Quittungsbuch legitimirt. Verein Bildung und Geselligkeit, Berlin. Sonnabend, den 23. d. M., Abends 8 Uhr, Vereinsversammlung im Augustgarten, Auguststraße 24-25. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Julius Braun. Thema: Richard Wagner. Freireligiöse Gemeinde i Berlin. Sonntag, den 24. Januar, Vorm. 10% Uhr, Rosenthalerstr. 38. Frau Bilhelmi: Feuerbestattung. Arbeiter- Bildungsschule( Sübbezirt). Sonntag, den 24. Januar, Große Versammlung in der Bod- Braueret. Vortrag des Hern Türt. Den. Mit gliedern zur Nachricht, daß der Unterricht von Deutsch 3 wieder Sonnabend stattfindet. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer ( E. 5. Nr. 8, Samburg), Bezirk Berlin 3. Sonntag, den 24. Januar, Borm. Uhr, bei Wille, Hochstr. 32a. Kaffenbericht. Gefelliger Verein Waldesgrün. Zu Gunsten der gemaßregelten BuchDrucker Sonntag, den 24. Januar, Gesellschaftsabend, verbunden mit Tanz und Borträgen, in Schneider's Gesellschaftshaus, Prostauerstr. 37-38, Ede der Frankfurter Allee. Anfang o Uhr. Herren 40 Pf., Tamen 20 Pf. Billets beim Gen. Böhl, Frantf. Allee 74. Freier Diskutir- Verein. Die öffentliche Bersammlung am Sonntag, den 24. d. M., fällt aus; nächste Sigung: Sonntag, den 7. Februar, Nachm. 4 Uhr, Wtartgrafenftr. 89. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, den 24. d. M., Abends 6 Uhr, zwei große Versammlungen. Gübbezirt: im großen Saale der Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Vortrag des Hrn. J. Türt über Gibirien". Distuffion. Südostbezirk: in Schmiedel's Jesisälen, Alte Jafobftr. 32. Bort ag des Schriftstellers Herrn G. Ledebour über: Die deutschen Stämme und ihre Dialette. Distuffton. In beiden Bersammlungen nach dem Vortrag geselliges Betsammensein und Tanz. Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, 24. Januar, Machm. 4 Uhr, im Restaurant Klein, Schönleinftr. 6. Tagesordnung: 1. Bor trag. 2. Disfuffion. 3. Berschiedenes. Um zahlreichen B. fuch wird gebeten. Lese- und Diskutirklub Vereinte straft". Sonntag, den 24. Januar, Abends 8 Uhr, gemüthliches Betsammensein mit Familie und Freunden im Restaurant Klein, Schönleinstr. 6. Um rege Betheiligung wird gebeten. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 24. Januar, Nachmittags 4 Uhr, bet nebel, Badftraße Nr. 58 ( Gesundbrunnnen). Tagesordnung: Aus Gegenwart und Zukunft. Refer.: Frau Henrich- Wilhelmi. Nachher: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Verein Zuftige Brüder". Gigung Sonnabends( Sigung mit Damen) im Restaurant Rowald, Oranienftr. 126. Anfang 9% Uhr. Gäste willfommen. Besprechung über das Stiftungsfest. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. Vergnügungsverein Lustige Jugend". Sonnabend, den 23. Januar, Abends 9 Uhr, Sigung im Restaurant Lautenbach, Guvryftr. 77. Aufnahme. Junge anfiändige Herren und Damen als Gäste wiltommen. Gesangverein Steinnelke( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Heute Maskenball im Etsteller, Chauffeeftr. 88. " Ufer 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Derein " " Gut um Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Vereins, Warken, ist gestern aus der Haft entlassen worden. Saarbrücken, 22. Januar. Der Raffirer des Rechtsschutzeinen Streit unternommen. Diefelben halten heute Abend eine Paris, 22. Januar. In Bilbao haben 800 Bergarbeiter Versammlung ab. Die Polizei hat Vorsichtsmaßregeln angeordnet. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Berliner Turngenossenschaft. 6. Männer- Abtheilung Abends von 8-10 Uhr, Turnlokal Mariannenplay 1a.- 8. Männer Abtheilung. Abends 9-11 Uhr. Lübeck'scher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung turnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnfaal befindet sich Königstädtisches Gym Petersburg, 22. Januar. Bur Hebung des bäuerlichen nafium, Elisabethstraße 57-58.- Turnverein, Fichte( voltsthümlich), jeden Wohlstandes beabsichtigt die Regierung, denjenigen Gemeinden, Sonntag 4-6 1hr in Schölzels Seeschlößchen, Lichtenberg 3. " Jahn", Rixdorf( eigene Turnhalle Ziethenitr. 72a). Heute von Arbeitskraft der Gemeindemitglieder in Anspruch zu nehmen, Männer- Turn- deren eigener Grundbesitz nicht ausreichend ist, um die volle 6-81hr Schülerabtheilung, von 8%-10% Uhr Männerabtheilung. Stattlub, a mi ch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung Grundstücke mit der Verpflichtung anzuweisen, dieselben gemeinsam in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genossen sind freundlich zu bearbeiten. Die Arbeiten sollen unter der Aufsicht des Bezirks eingeladen. Statflub ,, Ranisch", Fürstenbergerstr. 10. Klub„ Adonis" bei Heid, Koppenstr. 75. Humoristischer Hauptmanns ausgeführt, die Geräthe von den Semstwos geliefert Gäste willkommen. Statklub Gentüthlich fett" tagt jeden Sonnabend und Montag, Abends 8% uhr, werden. Der erzielte Ernte- Ertrag soll zu einem Theil zur Füllung bei G. Wächter, Brigerfir. 22. Montags Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte der Gemeinde Getreidemagazine dienen, während der Rest ver willkommen. von 8-2 hr Nachts Hochfir. saa b. Milfe. Säfte, durch Mitglieder eingeführt; den Staatsschatz( insbesondere der infolge der Mißernte ent Startentlub ,, nulle tagt jeden Montag u. Sonnabend Abds. kauft und der Erlös zur Rückzahlung der Gemeindeschulden an haben Zutritt. Privat- Theatergesellschaft, Schneeglöckchen" im Lotal Beteranenftr. 9 bei Wettin.- Privat- Theatergesellschaft, ugusta Bictoria" standenen) sowie für verschiedene Gemeindezwecke, wie die Be 9 Uhr, Bictoria- Saal, Perlebergerstr. 13, Sigung, Aufnahme, Gäste willkommen. zahlung der Steuern u. s. w. verwendet werden soll. Die Maß Nach der Sitzung Probe.- Theaterverein Giaconda", Abd. 9 Uhr, S: gung. Theater- Berein Dilettanten Bühne", alle Sonnabend regel wird versuchsweise in den Gouvernements Samara und Uhr Sigung bei Barta, Nirdorf, Bergstr. 120. Gäste willkommen. Saratow eingeführt und soll, wenn der Versuch von Erfolg be Verein Bustige Brüder" Abends 9 Uhr, Brüderstr. 26. Ber gnügungs- Berein Zuftige 13", Abends 9% Uhr, bet Schadnat, Dresdener gleitet ist, auf das ganze Reich ausgedehnt werden. ftraße 28. Gäste willkommen. Vergnügungs- Verein Schildhorn, Kastanien- Allee 52, bei Weber. Gizung Abends 9% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Herren und Damien dazu willkommen Vergnügungsverein Gorgenbrecher". Gegründet 26. Juni 1880. Jeden Sonnabend, Abends 8% Uhr, Sigung im Restaurant Scholz, Bufunftsitaat, Rastanien- Allee 85. Gäne, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Bei gnügungsverein, humor", jeden Sonnabend, 9 Uhr, Buckowerstr. 9. Touriñenverein, an der I u ft". Sigung jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, Märtischer Hof, Admiralstr. 18c. Gäfte willkommen. Rauchub, Goldene ua fe", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bei Brückner. röschen", Abends 9-11 Uhr, Prinz Eugenftr. 19 bet Dyhring. Rauchtlub, Dorn lubelgoland". Jeden Sonnabend von 10 Uhr Elisabethstr. 30, im RegelRestaurant Herrmann. Mitglieder willkommen. der 30. Gemeinde- Schule. Sonnabend Sigung, Mittwoch Gefangabend Berein ehemaliger Schüler im Restaurant Saberecht, Gr. Frankfurterstr. 30. felliger Klub.rfidelitas" Abends 9% Uhr, Neue Promenade 8. AufGäste willkommen. Ge nahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Seben Sonnabend Görligerfir. 38 bei Wuttfe. Rauchtlub Freiheit" Privat- Theatergesellschaft Preziosa". Jeden Sonntag Nachmittag 4 Uhr, bet Herrn Joge, töpnickerstr. 191: Sigung. Gäste willkommen. Nach der Sizung: Fidelitas und Tanz. Gesangverein Lotosblume. Jeden Montag, Abends 8-10 Uhr, bei Ranzow, Kleine Kunjir. 10: Gigung. Touristenverein lub der Wanderfreunde" unternimmt am Conn tag, den 24. Januar, eine Wanderfah.t nach Hermsdorf, Tigel, Schlößchen Waldburg, Heiligenfee, Echulzendorf. Natur- und Wanderfreunde als Gäste glieder. Unserem Vorfißenden A. Krause zu seinem heutigen Wiegenfeste ein Alle Uhren donnerndes Hoch. " " Vermischkes. Briefhaffen der Redaktion. .. 18. Für nicht gezahlte Steuern tritt feine Haft. strafe ein. Oranienstr. 7, IV. G3 heißt eben nur, wie Sie ganz richtig fagen, ich fomme zu Dir. Die Präposition ,, bei" regiert stets den Dativ. brasilianische Konsulat. Fröhlich. Das wissen wir nicht. Wenden Sie sich an das Anonymus. Es geht den Weg alles Jrdischen. A. 1001. Wenn Sie die Beantwortung Ihrer Fragen übersehen haben, müssen Sie dieselben wiederholen. 2. 1. Börns. 2. Friß ist eine Abkürzung von Friedrich. P. 1. F. gehört zum Zentrum. 2. Das tommt auf die näheren Umstände an. C. G. Es heißt: Opponent. Muskauerstr. 1007, Mein. Briefkaffen der Expedition. Ambrecht, Biel. Reklamiren Sie die betreffenden Ihnen die Nummern nachzuliefern. Der Jesuitenorden zählt gegenwärtig angeblich 12 745 Mit- Nummern bei der dortigen Postanstalt, dieselbe ist verpflichtet, [ 1086b werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für 1,50 Mark( außer Bruch) bei Der Athletenklub Einigkeit. Danksagung. " W. Winkler, Vom Rauchklub Arabi Pascha" im Lokale des Herrn May Scheps, Moabit, Stephanstr. 62-63, find mir 12,15 9. Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, als Unterstützung zu Theil geworden, gegenüber der Dantes- Kirche.[ 25L worüber dantend quittirt.[ 1080b Lager aller Arten Uhren, Uhrketten Wittwe Höne. Achtung! Empfehle den Genossen im Süden und Zentrum mein 1867L Schuh- und Stiefellager Schneider und Schneiderinnen! au mäßigen Preisen. Wir machen darauf aufmerksam, daß E. Reckzeh, Schuhmachermfr die von Herrn Boche veranstaltete Maskerade, zu der schon jetzt Karten Luckauerstr. 10, Keller. vertrieben werden, nur privaten 3weden Jede Uhr dient. 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Schon die Bildung des Bureaus zeigte, welchen fleinbürgerlichen Charakter die Versammlung in Betreff der Gemeindewahlen einzunehmen gedachte, da, trotzdem dieselbe vom Vertrauensmann der Sozialdemokratie einberufen war, man huldvoll einen freifinnigen Grundbefizer zum ersten Vorsitzenden wählte. Nach einem Vortrage des Genoffen Wegner, welcher schon den Aerger einiger Grundbefizer erregte, so daß dieselben Den Saal verließen, wählte die Versammlung eine Kompromiß tommission von sieben Mann, darunter einen Freisinnigen und einen Ronfervativen, welche für die Gemeindewahl ein Programm ausarbeiten soll. Arbeiter von Wilmersdorf, dem gegenüber fordern wir Euch auf, weist jeden Kompromiß mit Entrüstung von Euch, denn niemals wird die arbeitende Klasse von den gegnerischen Parteien etwas zu erwarten haben. Wollt Ihr etwas erreichen, so ist es Eure Pflicht, als Sozialdemokraten auf eigenen Füßen zu stehen und nicht, wie von anderer Seite gewünscht wird, von Euch fagen zu lassen, daß die Arbeiterschaft von Wilmersdorf mit einem blau- rosa- rothen, verwaschenen Programm in die GemeindeVertretung einziehe! 0 Arbeiter Wilmersdorfs! Stellt selbst ein Progamm auf, und zwar auf Grund des sozialdemokratischen Programms. Hütet Euch vor der Dummheit des Kompromisses, denn Ihr und Niemand sonst würdet die Zeche bezahlen. Wir erinnern diesbezüglich an die letzte Reichstage Wahl, wo gerade von hiesigen Hausbesitzern uns mit Gewaltthätigkeiten gedroht wurde, weil wir ihnen nach ihrer Meinung die schönen Lage angenehmen Lebens verkürzen wollten. Jetzt möchte man Dieselbe Arbeiterschaft, gegen die man sich damals verging, als Aschenbrödel für seine Zwecke gebrauchen und sie schließlich noch die Kosten dessen bezahlen lassen. Mögen die Arbeiter von Wilmersdorf, welche in jene Rommission gewählt worden sind, bevor sie zur Ausarbeitung des Programms einer anderen Partei die Hand bieten, sich überlegen, ob dies den Interessen der Arbeiterschaft zum Wohle oder zum Schaden gereicht. Unter allen Umständen warte man eine öffentliche Verfammlung ab, welche die Interessen der Arbeiter zu schüßen wissen wird. Lieber nur einen einzigen wirklichen Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung, als einen Heuchler. Lieber unsere übrigen Stimmen wenn wir nur einen Genossen aufstellen tönnen auf beliebige, nicht aufgestellte Personen zersplittern, als unsere Gegner zu stärken! Arbeiter von Wilmersdorf, nehmt Eure Interessen ernsthaft wahr, handelt wie es sich für tlaffenbewußte Arbeiter geziemt, seid selbständig! 9. Jahrg. begünstigten Buchdrucker, welche sich zu organisiren anfingen für die einzelnen Gewerbe eine verschiedene ist. Dieser Umstand und eine Organisation schufen, die heute noch besteht. ist insofern von Bedeutung, als, wenn der Kampf einer streifens Die Buchdrucker hatten hierbei mancherlei Vortheile vor anderen den Gewerkschaft über die normale Zeit hinaus dauert, diese auf Arbeitern voraus. Das Buchdruckgewerbe ist von jeher ein mehr die Unterstüßung anderer Gewerkschaften angewiesen ist. Nach tapitalistisches gewesen. Der größte Theil der Gehilfenschaft dieser Richtung hin haben die Arbeiter in Deutschland wenig zu batte nicht Aussicht, sich eine Selbständigkeit zu erringen, da es erwarten, da die allgemeine Lage eine schlechte ist und die hierzu bedeutender Geldmittel bedurfte. Anders war es in anderen Arbeiterorganisationen erklärlicherweise schwach sind. Die engGewerben und dies änderte sich erst mit der Entwickelung der lische Arbeiterklasse befindet sich der deutschen gegenüber in einer fapitalistischen Produktionsweise. Infolge dessen bestand unter günstigeren Position. Sie hat es vermocht, sich große Organis den Buchdruckern ein größerer Korpsgeist. Dazu kam, daß das fationen und materielle Machtmittel zu schaffen. Dies war nur Gewerbe, trotzdem es auf tapitalistischer Grundlage beruht, auf möglich durch die insuläre Lage Englands, durch dessen See- und die Handarbeit angewiesen war. Troß aller Bemühungen ist es Handelsmonopol. Die Arbeiter konnten dort größere Fordeauch heute noch nicht gelungen, Sehmaschinen erfolgreich einzu- rungen stellen und erhalten, als auf dem Kontinente. Zudem führen. Allerdings soll jetzt in England eine Eegmaschine er war die englische Bourgeoisie viel weitfichtiger, als die deutsche funden sein, die alles bisher Dagewefene an Bollkommenheit ist; sie gewährte deshalb den englischen Arbeitern weit größere übertrifft. Mit einer solchen Eventualität werden auch die Buch- Freiheiten, als die deutschen Arbeiter besitzen. Diese günstige Lage drucker früher oder später zu rechnen haben, da der Kapitalismus der englischen Arbeiter hat sich aber immer mehr verschlechtert und durch die Klaffenkämpfe fich immer mehr bemüht, Maschinen an zwar in dem Maße, als die Großproduktion auf dem Kontinente Stelle der menschlichen Arbeitskräfte zu sehen. In anderen Ge- an Bedeutung gewann, als Deutschland, Frankreich und Amerika werben war die revolutionirende Wirkung der Maschinen mit ein mehr und mehr zu Industriestaaten wurden und England auf Sinderungsgrund sich in ähnlicher Weise wie die Buch- dem Weltmarkte Konkurrenz machten. Diesen Umständen mußte drucker zu organisiren, während andererseits durch die England Rechnung tragen. Da in Deutschland die Arbeitslöhne Theilung der Arbeit und den veränderten Arbeitsprozeß die alten wesentlich niedriger, Amerika in der Entwicklung der MaschinenOrganisationen zerriffen wurden. Dieser Prozeß hat in den letzten technik England überflügelt hatte, sab sich die englische Bourgeoisie beiden Jahrzehnten in feinem Lande- Amerika ausgenommen veranlaßt, immer schärfer gegen die Arbeiter vorzugehen. Die so revolutionirend gewirkt, wie in Deutschland. Deshalb ist es englischen Arbeiter haben aber die veränderte Lage begriffen. schwer, schnell Organisationen zu schaffen, die dem Kapitalismus Noch vor zehn Jahren wäre es unmöglich gewesen, denselben den dauernd Widerstand zu leisten vermögen. Neben dem Gedanken an eine internationale Verbindung beizubringen; jetzt Buchdruckerverbande besteht von den älteren Organisationen macht sich auch bei ihnen immer mehr die fortschreitende Gra noch die der Zigarrenarbeiter. Auch hier hat die fenntniß bemerkbar, daß die Arbeiter aller Kulturvölker Maschine noch noch wenig Eingang gefunden, dafür aber Hand in Hand gehen müssen. gehen müssen. Diese Diese Erkenntniß ist die billige Frauenarbeit. Dieses Gewerbe bietet das merk- sichtbar in die Erscheinung getreten bei den internationalen würdige Schauspiel der Rückkehr zum Kleinbetrieb aus dem Arbeiterkongressen in Paris und Brüssel. Bei dem letzten Großbetrieb. Die behördlichen hygienischen Fabrikvorschriften Streit der deutschen Buchdrucker sind die englischen Arbeiter zum haben viele Fabrikanten veranlaßt, den fabrikmäßigen Groß- ersten Male mit Enthusiasmus den deutschen Buchdruckern mit betrieb aufzugeben und kleine Arbeitsstätten einzurichten. Die großen Summen beigefprungen. Diese Erscheinung ist von Produktion ist größtentheils zur Hausindustrie geworden, welche weittragendfter Bedeutung. Der Streit der deutschen Buchdie Organisation ungemein erschwert. Das Beispiel der Buch- drucker hat wiederum bewiesen, daß die bisherigen Kämpfe drucker veranlaßte nun arch andere Arbeiter, sich zu organisiren, unzureichend find, den Ansprüchen der Arbeiter gerecht und so entstand allgemach eine wirkliche Arbeiterbewegung. In- zu werden. Die Buchdrucker hatten die bisher denkbar beste Drmitten der kapitalistischen Produktionsweise ist es naturgemäß, ganiſation. Sie hatten auch begriffen, daß, im Falle dieselbe in daß ein Interessenkampf zwischen Rapital und Arbeit besteht, Attion treten sollte, fie materielle Machtmittel zur Verfügung weil die Interessen beider grundverschieden sind. Der Kapitalist haben müsse und haben dementsprechend Opfer gebracht. In Deutschist bestrebt, die Arbeitslöhne zu kürzen, die Arbeitszeit zu ver- land ist es bisher noch nicht dagewesen, daß eine Gewerkschaft längern, der Arbeiter dagegen ist bemüht, die Arbeitslöhne zu mit einer Kriegskasse in Höhe von einer halben Million erhöhen, die Arbeitszeit zu verkürzen. Dieser Interessenkampf Mart in den Kampf trat. Wir haben gesehen, daß troß alledem zwifchen Rapital und Arbeit wird sich um so mehr verschärfen, je die Buchdrucker, trop Organisation, troß des fie beseelenden mehr der gegenseitige Konkurrenzkampf der Unternehmer diese zur Korpsgeistes, trotz der gewaltigen Unterstützungen unterlagen. immer intensiveren Ausbeutung der Arbeiter drängt. Ein solcher Für die erfolgte Niederlage sind eine ganze Reihe von Faktoren Kampf zwischen Kapital und Arbeit bedarf daher wohldurch- maßgebend. Einmal haben die Buchdrucker sich getäuscht über dachter Vorbereitungen. Der Kapitalist befindet sich von vorn die Widerstandsfähigkeit der Unternehmer. Diese sind zumeist herein dem Arbeiter gegenüber in einer machtvolleren Position, sehr reich und von sozialem Einflusse, standen zudem in dem hat infolge seiner sozialen Stellung bestimmenden Einfluß auf Kampfe nicht allein, wurden vielmehr von staatlichen und Quittung über bei der Generalkommission der Gewerkschaften Alle bisherigen Staaten waren noch Klassenftaaten, in denen die reitwilligit unterstüßt. Die fächsische und bayerische Regierung die Staatsgewalt und macht diese seinem Interesse dienstbar. städtischen Behörden und dem gesammten Unternehmerthum be Deutschlands in der Zeit vom 30. Dezember 1891 bis 13. Januar herrschenden Klassen sich die Staatsgewalt dienstbar machten. machte ihnen sogar Militär dienstbar, ein Verfahren, das ent 1892 eingegangene Gelder. Quartalsbeitrag der Musikinstrumenten- Die Klassengegensätze in der Gesellschaft übertragen fich auch auf schieden verurtheilt werden muß. Wenn die Regierung jederzeit arbeiter 20,-. Barmen, Arbeiterschaft( Maisonds) 74,25. Hagen den Staat und dieser muß Bieles thun, was er als Repräsentant betont, daß der Staat ein Beschützer der Armen und Schwachen i. W., Arbeiterschaft( Maifonds) 179,50, Verband der Bauarbeiter der Gerechtigkeit nicht thun dürfte. Die Arbeiter lernen hieraus, ist( Gelächter!), dann darf sie nicht gerade gegentheilig handeln. 100,- Quartalsbeitrag des Fachvereins der Töpfer pamburgs daß der Einzelne machtlos ist und daß sie zur Waffe der Dazu kommen die Maßnahmen der Regierung gegen 5,-. Rontobucharbeiter bei F. Ashelm, Berlin 5,- Maurer Organisation greifen müssen. Der gleiche Gedanke hat sich aber den Unterſtügungsverein, die seindselige Stellung gerade der frei Bergedorfs 28,50. Quartalsbeitrag des Verbandes der Lobgerber auch in den letzten Jahren in den Kreifen der Unternehmer finnigen Preffe gegenüber dem Buchdruckerstreit. Die Buchdrucker 36,- Quartalsbeitrag des Verbandes der Werftarbeiter 54, Bahn gebrochen und man beginnt, gefchloffen gegen die haben durch diesen Streit erkennen gelernt, auf welcher Seite ihre Quartalsbeitrag des Verbandes der Barbiere 15,- Verein der Arbeiter vorzugehen. Die Arbeiter befinden sich demgegen- Freunde und Feinde sich befinden. Diese Lehre ist nicht allein heilsam Kutscher Hamburgs von 1890 50,-. Quartalsbeitrag des Ber: über betreffs ihrer Organisation in einer schlimmen Position. für die Buchdrucker, sondern für viele hundert Tausende von Arbandes deutscher Textilarbeiter 60,- Schuhmacher Barmstedts Bunächst kommt in Betracht die große Zahl, und viele Köpfe, beitern, die heute noch nicht wissen, auf welche Seite sie in 50,- Bimmerer Verband, Preek 25,- Quartalsbeitrag des viele Sinne! Dann sind noch viele in den Traditionen auf politischer und sozialer Hinsicht gehören. Ferner kommt für die deutschen Tischler- Verbandes( 1. Quartal 1892) 480, gewachsen, welche die bürgerliche Gesellschaft im eigenen Interesse Niederlage der Buchdrucker in Betracht die ungeeignete Zeit, in A. Dammann, Kassirer, ihnen eingeimpft hat; die Staatsgewalt hat ferner gleichfalls ein welcher die gesammte Arbeiterschaft wie die einzelnen Branchen Hamburg, Intereffe daran, daß die Dinge so bleiben, wie sie sind und trägt sich in einer Nothlage befinden, die herrschende Arbeitslosigkeit, Bollvereinsniederlage, Wilhelmstr. 13, I. nach Kräften das Jhrige dazu bei durch Ausnutzung der bürger- die vielen Streitbrecher, ein Umstand, welcher bei der fortlichen Machtfaktoren Schule und Kirche. Von diesem Gefichts schreitenden Proletarifirung der Massen die wirthschaftlichen Kämpfe punkte aus hat das bekannte Wort: Die Religion muß dem immer mehr erschwert und zu Allem noch die Periode des Wolfe erhalten bleiben", eine sehr tiefe Bedeutung. Mit diesen wirthschaftlichen Niederganges. Alle diese Erfahrungen müssen jedem Thatsachen haben die Arbeiter schwer zu tämpfen und die Be- Denkenden die Ueberzeugung aufzwingen, daß es mit diesen feitigung der Hindernisse geht nicht so schnell, wie wohl Viele Rämpfen auf die Dauer nicht geht, daß die Chancen für die wünschen. Die Abhängigkeit der Arbeiterschaft tritt zu Tage gelegent- Arbeiter immer ungünstigere werden. Die Arbeiter müssen zwar Die Volksversammlung, welche im Feenpalast" abgehalten lich der Ausübung der politischen Rechte. Viele, sehr Biele wählen fortfahren, sich au organijiren, sich gewerkschaftlich zu organisiren wurde, in der am 21. d. Wits. Abgeordneter Bebel über die heute noch anders als sie sollten. Leider! Doch ist der Zustand nicht und vermöge dieser Gewerkschafts- Organisationen bessere LebensFrage: Was lehren uns die legten großen hoffnungslos. Diese Arbeiter lernen immer mehr erkennen, daß sie bedingungen sich zu erringen trachten, denn das bloße Borhanden. Streits", sprach, sprach, bot ein herzerhebendes Schauspiel. sich auf falschen Wegen befinden. Ihre Kämpfe erfordern vor sein einer fräftigen Organisation wird die Unternehmer schon abSchon Stunden vor der angefeßten Beit erschienen die ersten Allem Freiheit der Organisation und große Opferwilligkeit. Der halten, Manches zu thun, was sie sich unorganisirten Arbeitern Versammlungsbesucher, deren Zahl im Verlaufe der Stunden Organisation der Arbeiter werden aber die größten Hemmniffe gegenüber erlauben würden. Die Arbeiter aber müssen erkennen, daß lawinenartig anschwoll. Ganze Menschenfiröme ergossen sich in in den Weg gelegt; deshalb ist sie, zumal in den 23 deutschen über diese Stämpfe hinaus sie noch weitere Ziele haben, daß sie sich das Versammlungslokal, Frauen wie Männer, in furzer Zeit die Baterländern, nicht so durchzuführen, wie sie sein sollte. Dafür nicht mit kleinen Kongeffiönchen innerhalb der heutigen bürgerlichen weiten Räume bis in die zweite Galerie hinauf füllend; selbst sorgen die verschiedenen Vereinsgefege. Diese bilden die Hand Gesellschat zu begnügen, sondern diese Gesellschaft in eine bessere, der Bühnenraum wurde freigegeben und war im Handumdrehen babe, die gemeinsame Organisation für größere Bezirke unmöglich fozialistische umzuwandeln haben, daß sie sich nicht nur gewerk von einer vieltöpfigen Menschenmenge erfüllt. 5000 Personen zu machen. Soll ein Kampf Aussicht auf Erfolg haben, so schaftlich, sondern vor allem auch politisch bethätigen, von ihren und darüber hatten Einlaß gefunden, ungezählten Hunderten müssen die Arbeiter der jeweiligen Berufe die Gewißheit haben, diesbezüglichen Rechten den ausgiebigsten Gebrauch machen, an Stelle blieb der Eintritt infolge der schließlich erfolgten polizeilichen Sperre die Kollegen ganz Dentschlands hinter sich zu haben. Eine der der heutigen tapitalinischen Produktionsweise die gesellschaftliche des Lokals versagt. Bald nach 8 Uhr eröffnete Genosse Kohl- artige Organisation ist aber nicht ohne Weiteres durchzuführen, sozialistische setzen. Dies ist die Aufgabe der ziel und flassenmann die impofante Versammlung. Nachdem sodann das Bureau, da nach dem preußischen Vereinsgeseze politische Vereine nicht bewußten Arbeiter.( Rauschender Beifall.) Bebel beantragte hierauf bestehend aus Kohlmann, Täterow und Timm, fon mit einander in Verbindung treten dürjen; in Sachsen und die Annahme der Resolution, deren Wortlaut wir gestern bereits ftituirt worden war, nahm Bebel das Wort zu seinem Bayern genügt schon die Beschäftigung mit öffentlichen mitgetheilt haben. Vortrage: Die großbürgerliche Gesellschaft, so führte derselbe aus, Angelegenheiten zu diesem Verbote. Auch die Buch- In der dem Vortrage fich anschließenden Diskussion empfahl. erfreut sich in Deutschland noch feines langen Bestandes; denn- drucker sind genöthigt gewesen, ibre alte Organisation zunächst Hutmacher Bölte bie Kontrolimarte als Rampfmittel. noch treten immer mehr Erscheinungen zu Tage, welche deren verschiedentlich umzugestalten. Während die Arbeiter Dr Buchbrucker John hielt dafür, daß der Buchdruckerstreit, Versammlungen. " längeres Bestehen in Frage stellen. Zu diesen Erscheinungen ge- ganisationen auf Schritt und Tritt verfolgt werden und viele wenn auch formell verloren, doch große Bortheile im Gefolge hören auch die mit immer größerer Hestigkeit auftretenden Klassen: zerstört worden sind, können die Unternehmer sich frei entfalten, haben werde, schon durch die Aufklärung, welche die Berliner fämpfe. Diese sind allerdings nichts Neues und wurden schon ohne daß ein Staatsanwalt je Veranlassung nähme, gegen fie Kollegen, die in Berlin nicht wieder Arbeit finden, auch in die im Alterthume von unterdrückten Ellaven gegen ihre Herren ge- einzuschreiten troß aller Ungefeßlichkeiten, die sie begehen.( Redner entlegensten Orte bringen würden. Die Buchdrucker feien nicht führt. Auch das ganze Mittelalter hindurch kamen die Klassen- erinnert nur an den Fall Kühnemann zc.) Der Staat thut auch entmuthigt, der Kampf werde s. 3. mit erneuter Kraft gegensätze mehr oder minder akut zum Ausdruck, jedoch nie mit hier das Seinige. So bestehen in königl. Staatswerkstätten, bei und in größerem Umfange wieder aufgenommen werden. folcher Schärfe wie in der Gegenwart. Dies lag in den damaligen Ber- der Marine u. f. w. Bestimmungen, nach welchen Arbeiter von Größere Roalitionsfreiheit könne nur der Reichstag schaffen; hältniffen. Die damalige Produktionsweise war gegen die heutige eine der Arbeit ausgeschlossen sind, die sich zur Sozialdemokratie be- derselbe habe aber bisher nur das Gegentheil gethan. primitive, fleinbürgerliche. Ten Arbeitern war noch die Möglichkeit fennen, auch wenn sie in politischer Beziehung in keiner Weise Es müsse eine den heutigen Gesetzen angepaßte Organisationsgeboten, zur Selbständigkeit zu gelangen. Ein so scharfer thätig sind. Das ist ein Maß von Intoleranz, die mit dem Be- form gefunden, Politik und Gewertschaft völlig getrennt werden. Klaffengegensatz zwischen Kapital und Arbeit, wie in heutiger griffe der Gleichheit vor dem Gesetze im Widerspruch steht. Die Die Politik habe für die Zukunft zu sorgen, die Gewerkschaft Zeit, trat bei all den Kämpfen, von denen Redner Unternehmerklasse ist bestrebt, ihre Organisationen in der gedachten für die Gegenwart; die Gewerkschaftsbewegung habe die Aufeinige historische Beispiele vom 13. Jahrhundert an vor: arbeiterfeindlichen Tendenz immer mehr zu vervollkommnen. Diese gabe, der heutigen Gesellschaft abzupressen, was möglich ist, mit führte, nie zu Tage. Charakteristisch ist aber, daß auch Handhabung des Klaffenkampfes muß tei den Arbeitern naturgemäß den Waffen des Streits und Boykoits. Redner plädirte für die schon zu jener Zeit die Behörden sich auf die Seite der Unter- Unwillen und Erbitterung hervorrufen, sowie das Bestreben, die Organisationsform der Buchdrucker. nehmer ftellten. Diese feindselige Stellung der Staatsgewalt gegen- Erkenntniß dieser Thatsachen in iminer weitere Kreise zu tragen über den Arbeitern zieht sich durch die Jahrhunderte hin und immer weitere Kreise zur Erkenntniß der herrschenden ündurch bis in die Gegenwart hinein. Das Koalitionsverbot gerechtigkeit zu bringen. Die wirthschaftlichen Kämpfe der letzten ist bei uns erst in neuerer Zeit ausgehoben worden, nachdem die Jahre zerfallen in zwei Kategorien: in Angriffsstreits, die unterherrschenden Klaffen das den Arbeitern zugefügte Unrecht zum nommen werden, um günstige Konjunkturen auszunuzen gleich Frau Grobmann plädirte für Heranziehung der Frauen Theil eingefehen hatten und jenes Verbot nicht mehr brauchten, den Unternehmern und Vortheile irgend welcher Art für die Ar- als Kampfgenossinnen. Würden erst die Frauen mit in der Beda sie ohnedies Mittel genug besigen, ihre Interessen nach beiter zu gewinnen, und in Abwehrstreiks, die unternommen wegung stehen, so könnten die Männer mehr erreichen. Wunsch zu wahren. Wenn auch das Jahr 1848 in gewissem werden, um das Bestreben der Unternehmer, in schlechten Kon- Fräulein Wa bniz sekundirte der Vorrednerin in trefflichster Sinne eine Arbeiterbewegung veranlaßte, so ist doch von einer junkturen die Lage der Arbeiter zu verschlechtern, zu hinter Weise. folchen eigentlich erst seit den sechsziger Jahren zu reden. Als treiben. Zur Ausfi hrung dieser berechtigten Bestrebungen ist den Schriftfeher Runtel versprach sich von dem rein gewert die Bourgeoisie immer mehr politische Macht erlangte, erwachte Arbeitern von der bürgerlichen Gesellschaft die Koalitionsfreiheit schaftlichen Rampfe für die Zukunft nichts, empfahl vielmehr, auch bei den Arbeitern das Verlangen nach größerer Selbst zuerkannt worden. Bei einem solchen wirthschaftlichen Kriege neben der gewerkschaftlichen Organisation den politischen Kampf. ständigkeit. Es entstanden Arbeiter Organisationen, Gewert hat man, wie ein General in einer Ehlacht, alle Faktoren ab Maurer Wilte zog aus dem Buchdruckerstreit die Lehre, vereine, die theilweise noch heutigen Tages bestehen. Vor zuwägen, um den Sieg zu erringen. Bei Angriffsstreiks daß die Zentralverbände nicht die wünschenswerthe Form der zu Allem waren es die durch ihre soziale Stellung mehr list zu ernägen, daß die Zeit der günstigen Konjunktur erstrebenden gewerkschaftlichen Organisation seien. Schneider Taeterom forderte zur Benutzung aller den Arbeitern zu Gebote stehenden Mittel auf, um die politische und wirthschaftliche Macht zu erlangen, da durch Beiseitestehen und Enthaltsamkeit nichts zu erreichen sei. zu Bebel stellte in seinem Schlußworte die weit verbreiteten vorläufig von einer Erhöhung der Beiträge Abstand nehme und| Wagner und Lorenz. Diese Nebner ergänzten insoweit ben Irrthümer betreffs eines Darlehens an die streifenden Buch- infolge beffen die Urabstimmung annullirt worden sei. Die An- Bortrag, indem sie durch Enthüllungen mißlicher Zustände in Drucker richtig. Die Partei sei nicht in der Lage, Hunderttausende sicht der Berliner Kollegen hierüber fand in folgender Resolution Uhrmachergewerk die Juustrationen zu den allgemeinen Ausherzugeben oder sich in die Gewerkschaftsbewegung einzumischen. Ausdruck:„ Die heutige Versammlung protestirt gegen das Ver- führungen des Referenten lieferten. Von Allen wurde die NothRedner kam dann noch einmal auf die Nothwendigkeit des politischen halten des Zentralvorstandes und bedauert, daß dadurch die obli- wendigkeit des Anschlusses auch der Uhrenarbeiter an die allKampfes zu sprechen. Würden wir uns am Parlamentarismus nicht gatorische Einführung des Textil- Arbeiter" unmöglich gemacht gemeine Arbeiterschaft bezw. an die Sozialdemokratie betont. Die mehr betheiligen, dann würden die herrschenden Klassen sehr ver- worden ist." gnügt sein. Die Richtigkeit der Parteitaktit würde bewiesen durch Versammlung stimmte in einer einstimmig angenommenen ReDie Nachahmung, welche dieselbe in allen Ländern, wo es Sozial folution den Ausführungen des Referenten zu und erklärte in demokraten giebt, In der Generalversammlung des Fachvereins der Anbetracht der langen Arbeitszeit der Uhrmacher, welche wiederum giebt, findet. Auch in Frankreich mache Tapezirer, welche am 18. Januar stattfand, stand zunächst eine außerordentliche Arbeitslosigkeit zur Folge hat, es für die die Sozialdemokratie erst Fortschritte, seitdem die Arbeiter Bierteljahresbericht des Vorstandes auf der Tagesordnung. Der erste Forderung der Uhrmacher, eine fürzere Arbeitszeit zu er am politischen Kampfe theilnehmen. Ohne die Benutzung des Vorsitzende berichtete, daß im letzten Vierteljahr vier Versamm- streben; ferner erblickte fie die einzige Möglichkeit, die heutigen allgemeinen Wahlrechts würde auch in Deutschland die fozial- lungen abgehalten worden sind. In der ersten( einer außer wirthschaftlichen Mißverhältniffe von Grund aus demokratische Partei nicht so dastehen, wie es der Fall ist. Der ordentlichen Generalversammlung) wurde der Antrag Schwanz bessern, in der Vergesellschaftung Barlamentarismus ebne die Wege zu den letzten Zielen der und Biefter angenommen, daß die Werkstätten- Kontrollkommission nach in der Vergesellschaftung der ganzen Produktion Partei. Man babe die Legislaturperioden von 3 auf 5 Jahre in der Deffentlichkeit gewählt werden soll. Die öffentliche Ber- erstattete Herr näther Bericht über die Thätigkeit der Streif den Forderungen der Sozialdemokratie. Hierauf verlängert aus Furcht vor den Wahlen, man wolle Diäten be- fammlung, welche sich damit besaßte, überwies dies jedoch dem Kontrollkommission. Als neuer Delegirter in diese Kommission willigen auf Kosten des allgemeinen Stimmrechtes die Gegner Verein zur nochmaligen Berathung zurück. In der zweiten Ver- wurde Herr Krause gewählt, Nachdem berichtete Herr zeigten gerade den Weg, den wir zu wandeln haben, Narren sammlung sprach Herr Friedländer über:„ Verschiedene Ketzereien". Nät her, es sei der Agitationstommiffion gelungen, dahin zu wären wir, wollten wir zurückstehen. Die Festung müsse von In der dritten hielt Kollege Feder eine Vorlesung: Eine Kritik wirken, daß dieser Tage auch in Hamburg die Gründung eines allen Seiten bestürmt werden, und je energischer wir vorschreiten, Robert Schweichel's über Bola's Roman„ Germinal". Dafelbst auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Ver defto eher gelangen wir zum Siege!( Anhaltender Beifall.) wurde eine Resolution angenommen, nur solche Wirkwaaren zu eins der Uhrmacher jedenfalls vollzogen werden würde, und Die Bebe l'iche Resolution wurde hierauf einstimmig an- taufen, die mit dem Stempel der deutschen Textilarbeiter per- forderte zu reger Theilnahme an den Sammlungen zum Untergenommen, ebenso eine Resolution zu Gunsten der Arbeiter sehen find. In der vierten Versammlung hielt Herr Türk einen stüßungs- und Agitationsfonds auf; erfolge dies, so könne die Kontroll- Marken. Vortrag über die sozialistische Gesellschaft". Von diesem Bericht Agitationstommission mehr leisten. Zu Revisoren für diesen legte der Kassirer, Kollege Faber, Rechnung über die Kaffe Fonds wurden gewählt die Herren Schnell, Fuhr und Nachdem noch Bebel auf eine Anfrage des Maurers Karl Behrend bezüglich einer gegentheiligen Behauptung des Drechslers egien aus Hamburg erklärt hatte, daß er niemals ein Gegner der Gewerkschaftsbewegung, vielmehr jederzeit ein Förderer derfelben und Bekämpfer aller Gegenströmungen ge= wesen sei, schloß die Versammlung mit vieltausendstimmigen begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie und den Genossen Bebel. Unter dem brausenden Gefange der Arbeiter- Marseillaise entleerte sich langsam der Saal. Das sozialdemokratische Agitationskomitee für den Osten Berlins hielt am 17. Januar in Schneider's Lokal, Prostauerstraße, eine imposante Versammlung für Frauen und Männer ab, in welcher Frau Kolbe über„ Die Ursachen der Truntfucht" einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. In einer Resolution erklärte sich die Versammlung mit den Ausführungen der Referentin voll und ganz einverstanden und versprach rege für die Sozialdemokratie zu agitiren, damit daß sozialdemokratische Programm zur schnelleren Durchführung gelange; mit Gefeßen wie den gegen die Trunksucht vorgeschlagenen habe die Arbeiterschaft nichts zu thun, da dieselben nur das Proletariat hart träfen. Der Versammlung, welche mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß, folgte ein gemüthliches Beisammensein mit Vortrag und Tanz. des Vereins; danach war der Bestand im Oktober 1891 Ueberschuß vom Stiftungsfest Mitgliedsbeiträge Bestand im November Einnahme 177,45 M. 148,00 87,35 " " Summa: Ausgabe: Summa: Ausgabe: 407,80 M. 126,40 281,40 m. 61,60 343,00 M. 192,25 150,75 M. 46,30 197,05 M. 109,60 87,45 M. " " " " " Bestand im Dezember Einnahme Summa: Ausgabe: Bleibt Bestand: Am Weihnachtsfest wurden eingenommen 68,30 M. und ausgegeben 71,05 " Läser. Nachdem Herr Eßlinger noch die traurigen Ver hältnisse der Uhrmacher beleuchtet hatte, welche sogar in Berlin neben Koft und Logis theilweise nur 3 M. die Woche bekämen, schloß die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung. Der Verein der Militärschneider hielt am 18. Januar eine Generalversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende Roloff über die Thätigkeit des Vereins berichtet, gab der Kassirer Fris den Kassenbericht vom 4. Quartal 1891 und der Rendant Schulze den Bericht über die Kassenverhältnisse im ganzen Jahre 1891. Danach hatte der Verein eine Jahreseinnahme von 264,85 M. und eine Jahresausgabe von 235,11 M.; somit bleibt ein Bestand von 29,74 M. Dem Kassirer sowie dem Rendanten wurde Decharge ertheilt. Die dann erfolgte Vorstandswahl hatte folgendes Resultat: Roloff, 1. Borsigender, Danzig, 2. Bor sigender, Blankenfeldt, 1. Schriftführer, Reupte, 2. Schriftführer, Gould, 1. Rassirer, Baaz, 2. Kassirer, Kirchner, Drews, Jakob Meier, Beisiger. Zu Revisoren wurden gewählt die Herren Radtte, Pinnisch und Schwand. Darauf hielt Kollege Timm einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über den am 14. März stattfindenden Gewerkschaftsfongreß. Nach der Debatte hierüber wurde folgende Bleibt ein Defizit von: 2,75 M. Resolution gefaßt:" Die Versammlung erfennt die Nothwendig Die Agitationskommiffion der Schneider und Schnei die Bibliothek bei Uebernahme derselben seitens des jetzigen Vor- fchaften ein einmüthiges Vorgehen bezüglich Streits und Boykotts Der Bibliothekar Rollege Moßtopf berichtet hierauf, daß feit eines Kongresses an, um innerhalb der deutschen Gewerk derinnen Berlins hatte zum 20. Januar eine öffentliche Gestandes 88 Bände zählte und jetzt Bebel's Buch„ Die Frau" an- und der Agitation festzustellen; sie protestirt aber gegen die engwerkschaftsversammlung einberufen. Die rege besuchte Versammlung hörte zunächst einen Vortrag des Kollegen Täterow über geschafft ist. Im letzten Vierteljahr lafen 29 Kollegen 41 Bände. herzige Art der Einberufung des Kongresses seitens der Generaldas Thema: Die außerordentlich schlechten bei der großen Arbeitslosigkeit hätten die Kollegen dazu doch Zeit tretung ausgeschlossen find, und beschließt, troßdem einen Kollege& eder rügte, daß die Bibliothek so wenig benutzt wird; fommission, indem dadurch die Lokalorganisationen von der Ver werbsverhältnisse des legten Jahres und welche Maßnahmen gedenken wir für die 3u- Wertitätten- Kontrollfommission am 10. Oktober 1891 einen Fonds organisation zu wahren und sich mit gleichgesinnten Vertreterit genug übrig. Sodann berichtete Kollege Daßler, daß die Delegirten zu senden, mit dem Auftrage, das Recht der Lokalunft zu treffen?" Bären im letzten Jahrzehnt die Er von 1074,05 M. angesammelt hatte, in diesem legten Vierteljahr in Verbindung zu setzen, damit der Organisationsplan so gestaltet werbsverhältniffe fchon schlechte zu nennen gewesen, fo feien die- tamen noch 62,10 m. ein, so daß sich der Gesammtbetrag auf werde, daß der Klassenkampf des Proletariats fiegreich fort felben, wie der Vortragende meinte, im letzten Jahre geradezu 1136,15 W. stellt. Außerdem wurden auf Listen für die streiten- fchreitet und den politischen Machtfaktoren jedwede Eingriffe miserable geworden und zwar infolge der ungeheuren Krisis. den Buchbrucker 115,75 9. gesammelt. Kollege Bönife be- unmöglich gemacht werden." Bum Delegirten wurde Herr Kroll Nach einer eingehenden Erörterung der Ursachen derfelben, richtete über den Arbeitsnachweis in der Schützenstr. 18-19, gewählt. Dem Vorsitzenden wurden für gehabte Unkosten 6 M. der ganzen gesellschaftlichen Verhältnisse, schilderte der Referent baß, seitdem der Verein im August 1891 die Arbeitsvermittelung und der Agitationskommission der Schneider 15 M. bewilligt. die mißliche Lage des Schneidergewerbes im Besonderen und maß einen großen Theil der Schuld dem sich immer mehr breit übernahm, sich derselbe gehoben hat; es wurden mehr Stellen beantragt: P machenden Zwischenhändlerthum zu. Zur Befferung der Verhältnisse telephonisch vermittelt. Kollege Gräßel befürwortete, daß dieser nuar bei Herrn Wiersing, Knesebeckstr. 77, eine öffentliche Tischler als in gleicher Zeit im Vorjahre. 16 Stellen wurden Die Tischler Rigdorfs und Umgegend hielten am 20. Jas empfahl der Vortragende den Weg der Organisation und Bericht dem Vorstand schriftlich übergeben würde, um so fünftig versammlung ab, in welcher über die Niederlegung der Arbeit Agitation und forderte zum Beitritt zu den bestehenden Organi- eine Statistik ausarbeiten zu können. Kollege Friedmeier der Kollegen aus der Nähmaschinen- Möbelfabrik von& ab orenz, fationen auf, die Bedeutung der Koalition farlegend. Ferner ersucht festzustellen, wie viel ſtellensuchende Kollegen organisirt Knesebedstr. 71-72 verhandelt wurde. Kollege Wiedemann, ben verpflichtete er die Allgemeinheit zur nachdrücklichsten Unters find und wie viele nicht. Ueber die Fachschule berichtete Kollege als Bermittler vom Fachverein der Tischler draußen mit Herrn fügung der Agitalion, verlangte genligenden Arbeiterschuh und Erweiterung der politischen Rechte des arbeitenden Volkes und Junghans, daß sich 50 Kollegen einschreiben ließen, burch Laborenz Rücksprache genommen, legte demfelben klar, daß bei ermahnte die Anwesenden, in diesem Sinne zu handeln.( Beifall.) Kollege Rod it roh hat während 22 Abende theoretischen Unter- ſie der in Rede ſtehende Lohnabzug von 25 pGt. um so härter schnittlich aber nur 20 Kollegen am Unterricht theilnahmen. der schlechten Lage, in welcher die Arbeiter sich schon befinden, Seitens der Agitations- Kommission wurde folgende Resolution richt ertheilt, nunmehr hat Roll. Kuhn den praktischen Unterricht treffen müsse; bei dem schwachen Arbeiter mache das 2 M., bei Um eine Anbahnung besserer Verhältnisse zu ermöglichen Abends an. Kollege Biester hielt hierauf einen Vortrag über ließ sich aber nicht bewegen, die alten Preiſe weiter zu zahlen. seit 2 Abenden übernommen, und zwar Freitags von 1/29 Uhr einem der ältesten sogar 4 M. wöchentlich aus. Herr Laborenz und zu verhindern, daß sich die Arbeitsbedingungen noch mehr das Thema: Ven der Hierarchie bis zur Anarchie", der zum Mehrere Kollegen, die auch früher in der Fabrik gearbeitet hatten, verschlechtern, ist es Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen des Theil mit Beifall aufgenommen wurde. Der Antrag des Kollegen unterzogen die in derselben herrschenden Berhältnisse einer Schneidergewertes, sich zu organisiren und dem Schneider- und Seuer, den Vortrag in der nächsten Bersammlung zu diskutiren, fd, arjen Kritik und gaben ihrer Freude über die Einmüthigkeit Schneiderinnen- Verband resp. dem Militärschneider- Verein beizutreten. Ferner ist es Pflicht, die örtliche Agitation zu unter- Gräßel angenommen, laut welchem die Versammlung über den Resolution einstimmig angenommen:„ Die heute, den 20. Januar, wurde jedoch abgelehnt und dafür ein Antrag des Kollegen der ausständigen Kollegen Ausdruck. Es wurde dann folgende ftüßen, als die nothwendige Vorbedingung, um in Zeiten Bortrag zur Tagesordnung überging, weil es feine Art und im Lotale des Herrn Wiersing tagende öffentliche Tischlerversamm günftiger Konjunktur tampiähig und selbständig dazustehen. Weise sei, die bewährten Führer der Arbeiter in solch gehässiger lung von Rigdorf und Umgegend billigt das Vorgehen der KolDa von dem Ausschuß der Vertrauensmänner jede Beihilfe zu Weise, wie geschehen, mit Schmutz zu bewerfen. Kollege Fried legen der Nahmaschinen- Möbelfabrik von Laborenz. Sämmtliche den Kosten der örtlichen Agitation offiziell abgelehnt ist, ferner meter machte bann bekannt, daß am 28. Februar ein Herren- Kollegen von Rizdorf verpflichten sich, jene Kollegen moralisch das auf dem Bernburger Kongreß beschlossene Streitfarten- System abend und Montag, den 25. Januar, die Delegirtenwahl zur und materiell zu unterſtüßen, sowie jeden Zuzug fernzuhalten." durch das schädigende Vorgehen mehrerer Städte bedeutungslos Silfskaffe stattfindet. An Stelle des Kollegen Klatt wurde unter„ Verschiedenem" meldeten sich zwei Kollegen, welche in der geworden und schließlich die Berliner Streit- Kontrollkommission die Gewerkschaften laut Beschluß verpflichtet hat, einen Fonds Kollege Bönite zum zweiten Schriftführer gewählt. Der Vor- genannten Fabrik in Arbeit getreten waren, aber wieder auf zu schaffen, damit dieselben bei Ausbruch eines Streits über figende, Kollege Feder, richtete zum Schluß noch den Appell gehört hatten, als sie erfuhren, daß die Kollegen im Streif Mittel verfügen und das planlose Sammelwefen beseitigt wird, an die jongeren Kollegen, sich durch die unerquicklichen Debatten landen. Der eine Kollege hat vier Stunden gearbeitet und einen beschließt die Versammlung, einen lokalen Streitunterstüßungs- nicht vom Versammlungsbesuche abschrecken zu lassen. Verdienst von 75 Pf. gehabt. und Agitationsfonds zu gründen. Die Agitationskommission wird beauftragt, Streit und Agitationstarten und Marken auszugeben." Der Fachverein der Uhrmacher nahm in seiner kürzlich beitervereins, welche am 19. Januar bei Wiedemann und Köpenick. In der Monatsversammlung des hiesigen Ar abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung den Bericht des Manofsti zu Adlershof tagte, gelangte die Broschüre Unfere Diefe Resolution zeitigte eine längere Diskussion, in welcher die Ausgaben 97,85 M., rer Bestand 31,39 M. Auf Antrag der zur Verlesung. Eine Diskussion fand nicht statt. Hierauf wurde Raffirers entgegen. Danach betrugen die Ein ahmen 129,24 M., Tattit, ein ehrliches Wort zur Klärung" von Max Pfund, ein lebhafter Meinungsaustausch stattfand, wonach die vor Revisoren wurde der Raffirer entlastet. ftehend widergegebene Resolution einstimmig Annahme fand. Runge gegebene vorläufige Abrechnung vom letzten Bergnügen ertheilt. Aus dem Jahresbericht des Bibliothekars ging hervor, Die nächste Werkstätten- Delegirtenversammlung findet Mittwoch, Die vom Kollegen der vierteljahrliche Kassenbericht erstattet und dem Kassirer Decharge Den 27. d. M., bei Leopold, Markgrafensir. 88 statt; in derselben ergab 97,80 m. Einnahmen, 58,30 M. Ausgaben und 39 M. daß die Betheiligung am Studium der Bücher eine recht rege wird das Material für den vorgenannten Fonds zur Ausgabe schuß wurde der Bibliothekstaffe überwiesen. Die Bibliothek umfaßt Es folgte die Aufnahme von vier veuen Mitgliedern. Dann be gelangen. Außerdem werden noch Zahlstellen errichtet. Der zweite Punkt der Tagesordnung: Der Arbeiterfang bei ver- nach dem Bericht des Kollegen Lüderitz zur Zeit 75 Bände; die schloß inan am 27. Februar eine kleine Festlichkeit zu veranstalten, fchiedenen Konfektionsfirmen", wurde bis zu einer späteren Ver- 32,65 M., ſo daß 3,40 M. Bestand verbleiben. Zum zweiten und einem Tanzfränzchen bestehen soll, und wählte zur Leitung Einnahmen beliefen sich auf 36,05 Mart, die Ausgaben auf welche aus einer theatralischen Aufführung, einem Gefangstonzert fammlung vertegt. Die Abrechnung vom Herbstvergnügen am Schriftführer wurde Kollege Bät ge gewählt. Ueber den Arbeits dieses Vergnügens ein sechsgliedriges Komitee. 18. Oktober ergab nach dem Berichte des Kassirers, Kollegen nachweis theilte Kollege Nät her mit, daß die bisherige StellenSchulz, einen Ueberschuß von 131 M. Der Kassirer wurde V Vermischkes. Gefolgte vermittelung naturgemäß eine große Reihe von Unzuträglichkeiten entlastet. G3 folgte eine Reihe geschäftlicher Mittheilungen mit sich gebracht habe, die leider zum nicht geringen Theil feitens des Borsigenden, Kollegen Pfeiffer, welcher u. A. auch durch die Kollegen selbst verschuldet wurden. Bei der Wichtigkeit, Namens der Agitationstommiffion vor Abnahme von Billets zu welche gerade eine derartige Einrichtung für jede Arbeiter Dr dem Privat- Maskenballe des Kollegen Boche warnte. Meldungen zu dem am 1. Februar neu beginnenden Zuschneide Kursus für ganisation habe, sei es unbedingt erforderlich, daß eine Inftitution Herzen nimmt der Verbandskassirer entgegen. Auch soll ein geschaffen werde, welche den Uebelſtänden soweit als irgend Bur Heiligkeit der Ehe. Der Kommandant der Kavallerie solcher Kurfus für Damen eingerichtet werden. Mit einem Hoch möglich abhelje. Die Versammlung schloß sich diesen Aus- in Batavia, Dverit Hoogeveen, stand seit langer Zeit in auf die bevorstehende neue Schneiderbewegung gingen die Ber- führungen vollständig an und wählte demzufolge eine Arbeits- intimen Beziehungen zu der Gattin eines dort ansässigen Kaufsammelten auseinander. nachweis Kominission, welche aus 9 Personen besteht. = Die manns Namens Arel Holst. Als der Kavallerie Offizier wieder Die Posamentirer Berlins hielten am 18. Januar in Alte Jakobitraße 83, Wochentags Abends von 81/2 bis 10 Uhr. ihn durch vier seiner Diener mit Knüppeln mißhandeln und der Arbeitsausgabe erfolgt in Zukunft im Vereinslokale, bei Wienecke, einmal in der Villa des Herrn Holst verweilte, ließ legterer Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstraße 75, ihre erste diesjährige Rosten werden hierfür weder den Gehilfen noch den Prinzipalen art zurichten, daß der Offizier noch in derselben Nacht verſchied. Monatsverfammlung ab. Nach dem gegebenen Bericht, dessen berechnet. Der§ 3 Abs. 1 des Statuts wurde dahingehend ab- Die Soldaten des Regiments, bei welchem der Kommandeur Richtigkeit Kollege abnig als Revisor fonstatirte, betrug der geändert, daß das Eintrittsgeld von jetzt ab 50 Bf. beträgt. Für sehr beliebt war, liefen alsbald zusammen und zogen nach der Raffenbestand der Filiale Berlin 4,87 M. Ueber den Bunkt: Stollegen, welche bereits einer gleichartigen Organisation angehört Billa, um Herrn Holst zu lynchen, allein der Polizei und der Stellungnahme zum Entwurf der Generalfommission, betreffend haben, wurde eine Reise- Unterstügung von 3 M. festgesetzt, für herbeigezogenen Infanterie gelang es, diesen Racheakt zu vers die Neu Organisirung der deutschen Gewerkschaften, referirte nicht organisirte eine solche von 1,50 M. Kollege Hoffmann, welcher besonders betonte, daß gegenüber den machte sodann darauf aufmerksam, daß für die Mit er umsonst versuchte, sich durch das Berschneiden der Pulsader Der Vorsitzende hindern. Holst wurde verhaftet und ins Gefängniß gebracht, wo tapitalistischen Bereinigungen auch die Organisationen der Arglieder des Vereins Berliner Gastwirths Gehilfen beiter eine andere Form annehmen müsten, wobei er auf den weiße Erkennungszeichen durch das graue erfegt worden sei, und Offiziers vor Gericht gezogen. das das Leben zu nehmen. Er wird jezt wegen des Todes des von der Generalfommission ausgearbeiteten Entwurf verwies. ersuchte die Bersammlung, dieses zu beachten. Nachdem noch In der Diskussion wurde sehr lebhaft für und wider die Zentra: Kollege Näther auf die Bedeutung der Buchdruckerbewegung hin- wurde ein wohlhabender jüdischer Schentherr, Szmierels, Familienmord. Jm Dorfe Kielocin, Gouv. Wolhynien lisation gesprochen und schließlich, da man sich mit dem direkten gewiesen und zur thatkräftigsten Unterstügung aufgefordert hatte, nachts sammt seiner Familie, im ganzen aus sieben Personen Auftrage des Zentralvorstandes nicht ohne Weiteres einverstanden schloß der Vorsitzende die Sizing mit der Bekanntmachung, daß bestehend, von Bauern ermordet, angeblich aus Religionshaß. Die ertlären founte, von der Wahl des Telegirten zum Gewerkschaits: Die näd, ste Versammlung am 30. Januar 1852 stattfinde. Tongreß bis zur nächsten Versammlung Abstand genommen. Der Mörder wurden von der Gendarmerie ergriffen. nächste Punkt der Tagesordnung lautete: Das Verhalten des Die Uhrmacher versammelten sich am 21. Januar, um norwegische Saiff„ or" und ein anderes norwegische Zentralvorstandes bezüglich der stattgehabten Urabstimmung über einen Vortrag des Genossen Kesler über„ Die Verfürzung der Schiff, dessen Name nicht bekannt ist, mit Mann und Maus Schiffsuntergang. Bei den Shetland Inseln sind das Erhöhung der Beiträge. Im Dezember 1891 fand die Urabstim Arbeitszeit" zu hören. Die interessanten Darstellungen des mung statt. Auf wiederholte Anfrage theilte der Zentralvorstand Referenten riejen den lebhafteiten Beifall der Anwesenden hervor. untergegangen. mit, daß man mit Rücksicht auf die süddeutschen Kollegen An der Diskussion betheiligten sich die Herren Nätber, l " O Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.