Ur. 285. 3:12 and sd billed and fund 12 Abonnements Bedingungen: of = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1900 unter r. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts snis mallont Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgefpaltene Rotonete geile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: mit I, r. 1508. Zelegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Wahlen in Württemberg. Freitag, den 7. Dezember 1900. B Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. gelegt und es herrschte bereits so ziemlich Einigkeit wärtigen Chinapolitik der Regierung begiebt, wer die„ Civili zwischen Regierung und Parlamentsmehrheit, daß die Privile- sierung" Chinas vermittelst Militäraufgebots gewähren läßt, der gierten aus der zweiten Kammer, beseitigt und auch sonstige fann sich schtverlich weiteren Konsequenzen verschließen. Schon hat Die am Mittwoch vollzogenen Landtagswahlen in Reformen durchgeführt werden sollten. Da fiel das Centrum um. die Regierung eine dauernd stärkere Bejagung in Württemberg brachten unsren Parteigenoffen einen sehr beachtens- Aus reinen firchlich konfessionellen Gründen verweigerte tirchlich konfessionellen Gründen verweigerte es Beting sowie in andren chinesischen Städten und werten Erfolg. Nach den Meldungen des Wolffschen Bureaus, ist das seine Zustimmung zu der Reform und da nun die zur Verfassungsänderung äfen angekündigt. Die sämtlichen bürgerlichen Parteien, die durch Endergebnis folgendes: erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht mehr vorhanden war, blieb alles Indemnitätskomödien ihre verhängnisvolle Forderung Gewählt find 37 Abgeordnete, davon 16 Centrum, 8 Bollspartei, beim alten. Das Centrum unter Führung Gröbers trägt der Weltpolitit vergeblich zu beschönigen versuchen, sind außer 5 deutsche Partei, 4 Konservative und Bund der Landwirte, 2 Wilde, die Schuld daran, daß die Entwicklung der württembergischen Gesez stande, eine solche Entwicklung der Dinge irgendwie zu hindern. 2 Socialisten; 33 Stichwahlen sind erforderlich. In die Stichwahl gebung in fortschrittlicher Nichtung immer wieder durch das Blei- Wer Weltpolitit fagt, wer Verfassungswidrigkeiten des Chinazugs kommen von der Volkspartei 23, von der Deutschen Partei 19, von gewicht der standesherrlichen Privilegien verhindert wird. Es scheint durch Indemnitäten Verzeihung zubilligt, der sagt auch Kolonials den Socialisten 10, von den Konservativen und vom Bund der ihm bei seinen oberschwäbischen Wählern noch nichts geschadet zu armee. Landwirte 8, vom Centrum 6 Kandidaten. Der frühere Minister- haben. Hier steht der politischen Aufklärungsarbeit noch ein weites präsident Freiherr v. Mittnacht kommit in die Stichwohl mit seinem Feld offen. Fraktionsgenossen Spieße, wobei das Centrum den Ausschlag giebt. Ju zwei Bezirken findet Stichwahl zwischen Centrums- KandiDaten statt. Dem vorigen Landtag gehörten an: 31 Boltspartei, 18 Centrum, 11 Deutsche Partei( Nationalliberale), 4 Landespartei( Mischmasch), 1 Socialdemokrat, 1 Konservativer und 4 Parteilose. Und die Regierung rechnet bereits start mit der Schaffung der Kolonialarmee. Herr von Goẞler lehnte trop eindringlichster An den Stärkeverhältnissen der Parteien im Landtag wird also Fragen eine Erklärung ab, durch welche die Befürchtungen der wenig geändert werden und die innere Politik Württembergs dürfte Kolonialarmee hätten gemildert werden können. Er beruhigte vielmehr zunächst auf dem toten Punkte stehen bleiben, auf dem sie gegen- die aufdringlichen Frager, indem er sie ersuchte, vorläufig nicht über wärtig angelangt ist. Das Wahlergebnis ist aber trotzdem ein sehr die gegenwärtige Expedition hinauszudenken und das weitere der erfreuliches. Die„ Frankfurter Zeitung" konstatiert bereis ein riesiges Zukunft zu überlassen. Die ausweichenden Wendungen des KriegsAmvachsen der socialdemokratischen Stimmen im ganzen Lande, und ministers sind für jeden, der Ohren hat zu hören, beutlich ster Bei den letzten Wahlen( 1895) errangen wir anfangs 2 Size, das ist nicht bloß auf das Conto der inneren Verhältnisse Beweis, daß die kolonialarmee im Anzuge ist. Auch nämlich Stuttgart- Stadt und Cannstatt. Beide Mandate Württembergs zu setzen. Ist doch gerade in den das Land diese bittere Frucht der Weltpolitik wird der Chinazug zur Reife wurden in der Stichwahl gegen die Nationalliberalen mit Hilfe der gegenwärtig bewegenden wichtigsten innerpolitischen Fragen auch bringen. Volkspartei erobert. Der Vertreter für Cannstatt, Genosse Glaser, die Volkspartei zu weitgebenden Reformen geneigt. Die starb bald darauf, und in der Nachwahl fiel das Mandat wieder an allgemeine Bolitit des Neichs, der Weltmachts- Kurs, die Zuchthausdie Nationalliberalen zurüd. Es bedeutet somit schon einen be- und Trinkgelder- Politik der Reichsregierung haben in dem Wahldeutenden Sieg, daß Cannstatt diesmal im ersten Wahlgange fampfe gleichfalls eine wesentliche Nolle gespielt und dieser Politik zurückerobert wurde. Das zweite, diesmal im ersten Wahl ist ihr Urteil mitgesprochen durch das Wahlergebnis, das die Socialgange eroberte Mandat, Stuttgart Land, gehörte bisher demokratie, die einzige ernsthafte principielle Gegnerin der Welt der Volkspartei, die Jes 1895 in der Stichwal uns mit Hilfe der Nationalliberalen eroberte. gegen machtspolitit, in entschiedenem Bordringen zeigt. Wenn erst die Das Mandat Gesamtstimmenzahlen bekannt sein werden, wird sich zeigen, daß die Socialdemokratie die alleinige Siegerin in diesem Kampfe ist. des Genossen Kloß für Stuttgart- Stadt, das wir wiederum in der Stichwahl gegen die Nationalliberalen zu verteidigen haben, ist uns Nachfolgend der Bericht aus der Budgetkommission: Es wird zunächst nochmals wird zunächst nochmals zurückgegriffen auf Titel IV Pensions, Witwen- und Waiſengelder. Ein Re gierungsvertreter teilt die Geseze mit, die in Deffentlichkeit vorenthalten bleiben sollen. So soll ein besonderes Aussicht genommen worden sind, die aber vorläufig der werden, vor dessen Erledigung der Nachtragsetat nicht endgültig beGesetz seitens der Regierungen über die Pensionierung vorgelegt willigt werden foll. Beim Titel V ,, Kosten einer Medaille für Teilnehmer an der Expedition" findet teine Diskussion statt. Die Abstimmung bleibt aber ausgesetzt. so gut wie sicher; stehen doch unfren 11 026 Stimmen nur 11 355 Der Keim der Kolonialarmee. gegnerische gegenüber, unter denen sich über 2000 volfsparteiliche befinden. Auch darin offenbart sich ein bedeutender Fortschritt unsrer In der Donnerstagefiyung der Budgetfommission feierte Sodann diskutierte die Kommission Antrag Richter VIIa: Partei. Im Jahre 1895 erreichte Kloß im ersten Wahlgange mir die Scheinopposition des Centrums und der Libe Bestände und Restausgaben aus den für das Rechnungsjahr 1900 7615 Stinimen gegen 9836 gegnerische. Somit läßt sich heute schon talen wahrhafte Orgien. Herr Lieber und Herr Gröber wett- ſtimmten Mitteln find über das Rechnungsjahr 1901 hinaus mit Gewißheit sagen, daß wir im neuen Landtag über mindestens eiferten mit Herrn Richter, faum die Haut rigende Nadelstiche durch wendungen im Jahre 1900 fich erübrigen, find dieselben auf den nicht zu übertragen; sofern späterhin noch Ausgaben und Auf3 Site gegen bisher 1 verfügen werden. dröhnende Worte und scheinradikale Anträge als wirkliche Thaten Reichshaushalts- Etat zu bringen." Durch diesen Antrag will tonftitutioneller Mannhaftigkeit wider die verfassungsbrüchige Regie- Abgeordneter Richter die Kontrolle über den Verbleib restierender rung auszuschreien. Summen ermöglichen. Außerdem sind wir aber noch an 9 Stichwahlen beteiligt, während wir 1895 unter Ausscheidung von Stuttgart- Stadt nur an 4 Stichwahlen beteiligt waren. So weit die Streise, in denen das der Fall ist, schon genauer bekannt sind, haben wir da in drei Fällen mit der Volkspartei und in vier Fällen mit den Nationalliberalen zu kämpfen; in zwei Fällen fehlen uns die Angaben. Soweit sich das von hier aus beurteilen läßt, haben wir in den Kreisen, in denen wir mit der Volkspartei in Stichwahl stehen, die geringsten Aussichten, während man die übrigen Kreise, wo die Volkspartei den Ausschlag zu geben hat, als etwas günftiger für uns betrachten darf. Es ist daher wohl möglich, daß wir auch in der Stichwahl noch das eine oder andre Mandat erobern. Man strich zunächst den Zusatz zu den fünf Titeln des ChinaEtats, der die gegenseitige Dedung dieser Titel forderte. Durch Bewilligung dieser Forderung hätte die Regierung bequem Ueberschüsse, die aus einem der Titel scheiden können, zu irgend welchen andren Zwecke verwenden können, ohne das Parlament zu befragen. Die Erhebung einer solchen Forderung beweist, bis zu welcher Dreiftigkeit der Bewilligungseifer der bürgerlichen Parteien die Regierung ermuntert hat. Und die Bescheidenheit dieser Parteien hinwiederum ist so weit gediehen, daß sie in der Abweisung jener Zumutung bereits im Hochgefühl konstitutioneller Pflichterfüllung schwelgen zu dürfen glauben. Abg. Dr. Lieber( C.) regt an, daß die Bemerkung ini Etat die vorstehenden Titel decken sich gegenseitig", die sich auf das laufende Jahr bezieht, gleichfalls beseitigt werden muß, sonst würde der Regierung geradezu eine Bauschalsumme Möglichkeit der Untersuchung, ob die einzelnen Posten wirklich zur Verfügung gestellt und es fehle dem Reichstag die für die einzelnen Ausgabezivede verwendet worden find. Dann tönne man ja schließlich den gesamten Etat als Pauschalsume be willigen. Er stimme auch dem Nichterschen Vorschlag der Rechnungsverschärfung zu. Staatssekretär Freiherr v. Thielmann wünscht, daß die gegenfeitige Dechung zugelassen werde, weil die einzelnen Anschläge un sicher seien. nachweisen, daß die Möglichkeit der Kontrolle dem Reichstag auch Unterstaatsfefretär des Reichsschazamts v. Aschenborn will beim Verfahren der gegenseitigen Deckung verbleibe. Allerdings darf man auf die Boltspartei nicht übergroße Soffnungen segen; sie hat sich vielfach als ebenso unzuverlässig er- Den Hauptgegenstand der Beratungen der Kommission bildete wiesen, wie unsre Freifinnigen. Dazu kommt, daß die Voltspartei die Frage der für China nengebildeten eeresformationen diesmal ganz besonders verschnupft sein dürfte, denn sie ist es vor Herr Dr. Lieber erhob sich zu einer Strafpredigt gegen das Verallen Dingen, die unsre Zeche zu zahlen hat. Sowohl der von uns halten der Regierung in dieser Frage, die bei den Nichtkenneri der Abg. Dr. Bachem( C.): Nachdem der Reichstag einmal bes eroberte Kreis Stuttgart- Land wie auch sechs der Kreise, in denen Centrumsgweidentigkeiten den Eindruck hätte bewirken können, als züglich seines Etatsrechts derartig bei seite gestellt worden ist, so wir in Stichwahl stehen, waren bisher voltsparteilicher Besigstand. sollte ernsthafter Widerspruch gemacht werden. Dr. Lieber haben wir jetzt allen Anlaß, unsre Rechte streng zu wahren. Durch Es sind das die Kreise Ludwigsburg- Land, Göppingen, stellte in fast feierlicher Nede mehrfache Verfassungs- die Streichung der Formel der gegenseitigen Deckung" erreichen Tuttlingen, Heidenheim, Heilbronn- Land und widrigkeiten feft: Die Formierung einer deutschen Armee wir, daß sofort ein Nachtragsetat eingebracht werden muß, sobald Balingen. Davon hatte die Bolkspartei den ersten und den letzten widerspricht dem Kontingentscharakter des Heeres; eine Unter- Armee mir ein Titel überschritten werden soll. 1895 im ersten Wahlgange erobert und die andren in der von Freiwilligen widerspricht dem Princip der allgemeinen Stichwahl gegen die Nationalliberalen. In Göppingen und Wehrpflicht und der gesetzlich festgelegten Präsenzstärke des Heeres; die Heidenheim hatte fie dabei den Sieg lediglich den Regierung könnte, wenn derartiges ihr nachgesehen würde, schließlich auch socialdemokratischen Stimmen zu verdanken, während in eine 5 und 10mal so starte Freiwilligen"-Armee ohne Bewilligung des Tuttlingen das Centrum den Ausschlag gab und in Heilbronn Parlaments aufftellen. Der Centrumsredner erhob sich zu der Anklage der Centrum und Socialdemokratie zusammen der Volfspartei zum Wißhandlung des Reichstags durch die Negierung. Nicht Siege verhalfen. Ganz verdrängt find nun die Volksparteiler aus minder grimmig zog Herr Richter vom Leder: Das könne nicht ihren bisherigen Sißen Ludwigsburg Land, Göppingen und Heil- genügen, wenn der Stanzler sage, es solle so etwas nicht wieder bronn Land. Der Kreis Göppingen dürfte demnach in ganz be- vorkommen; es müsse Sicherung gegen die Wiederholung solcher sonderem Maße zum Prüfstein für die politische Einsicht der Bolts- Borkommnisse geschaffen werden. partei werden. Doch auf welche Weise haben die streitbaren Herren ihre Das Centrum wird seinen Befißstand mindestens erhalten. Es tapferen Ankündigungen durch Thaten zu erfüllen versucht? Herr hat 16 Mandate im ersten Wahlgenge behauptet und steht in Stichter wiederholte die Indemnitätskomödie. Nicht nur für 6 Stichwahlen, wobei in 2 Fällen Centrumskandidaten gegen die Veransgabung der nicht bewilligten Geldsummen bedürfe einander stehen. Damit sind ihm 18 Mandate, soviel wie es bisher die Regierung der Indemnität, nein auch die ungefeßlichen Heeresbesaß, unbedingt sicher. Auch 1895 hat es 16 Mandate im ersten formationen müssen gefühnt werden durch Indemnitätserteilung. Wahlgange erobert und war ebenso wie diesmal an sechs Stich- Da aber der Reichskanzler diese Indemnität nicht erbeten hat, so wahlen beteiligt. Das ist eine außerordentlich beachtenswerte Erschlug Herr Richter vor, fie ihm von Reichstags wegen anzutragen. scheinung. War es doch gerade das Centrum, an dessen Verhalten Die Wiederholung der Indemnitätsformel, deren Richtigkeit der die Verfassungsrevision gescheitert ist. bayrische Bundesrats- Bevollmächtigte so offenherzig zugestanden hat, Es wird dann eine viel größere Sparfamleit in den einzelnen Refforts Platz greifen. mission einstimmig gestrichen und der Antrag Richter VIIa an Die Formel der gegenseitigen Deckung" wird von der Kom genommen. Es kommen sodann folgende Anträge Richter zur Diskussion: Antrag VIIb: Stellen im Expeditions corps, in Heer und Marine, welche nicht zugleich im ReichshaushaltsEtat für den Friedensstand vorgesehen sind, dürfen nach Inkrafttreten dieses Gesezes nur besetzt werden mit dem Vorbehalt, daß die betreffenden Personen nach Beendigung der Expedition in diejenigen Stellungen und Bezüge einrüden, auf welche sie auch beim Verbleiben im Friedensstande Anspruch haben." Antrag 2e: Die für die o stasiatische Expedition gebildeten Truppenteile sind nach Beendigung der chinesischen Wirren oder nach ihrer Rüdkehr auf deutschen Boden aufzulösen, derart, daß die ihrer allgemeinen Wehr pflicht noch obliegenden Mannschaften und die Mannschaften des Beurlaubtenstands in die Heimat entlassen werden. Die Offiziere, Unteroffiziere, Kapitulanten und Beamten der Expedition rücken nach Maßgabe der in den etatsmäßigen Stellen des Friedensstands der Armee und der Marine eintretenden Balanzen in diese Stellen ein." Antrag 2f: Für die Bildung von Truppenteilen, welche Die Verfassungsrevision spielt in den politischen Kämpfen das ist der Erfolg der bürgerlichen Parteien gegenüber der in dem Reichs- Militärgejez oder in dem Etat der Marineverwaltung Württembergs seit Jahren eine hervorragende Rolle. Es handelt sich absolutistischen Aufstellung der verfassungswidrigen China- Armee. nicht vorgesehen sind, bedarf es, abgesehen von der Ausführung dabei namentlich um eine Modernisierung des württembergischen Die Größe dieses Verdienstes Des Centrums und der des Mobilmachungsplans, der vorherigen 8ustimmung Parlaments. So volkstümlich auch das Wahlrecht zum württem- Liberalen ist zu ermessen an der Thatsache, daß die kon des Bundesrats und des Reichstags, auch weit diese Truppenteile zu überseeischer Verwendung bestimmt sind." bergischen Landtage ist im Verhältnis zu den sonstigen deutschen fervativen Feinde der Volksgerechtfame Seite an Seite Abg. Richter( freis. Vp.) rügt die Verlegung des Reichs- MilitärLandtagswahl- Gefeßen- so altertümlich ist doch die Zufammen mit ihnen jene Sicherung der parlamentarischen Rechte" betrieben. gefeßes und erklärt, daß eine besondere Indemnitätserteilung nötig fegung des Parlaments. Denn nicht allein, daß der zweiten Genosse Bebel hat in einer schneidenden Polemik die Jämmerlich fei. Ferner sei es nicht statthaft, den Offizieren, die in höhere Stammer eine erste Standesherren- Stammer gegenübersteht, figen in feit diefer bürgerlichen Oppofition gebrandmarkt. Stellen gerüdt feien, auch über die Dauer der Expedition hinaus der zweiten Rammer neben den 70 aus allgemeinen Wahlen hervor Nun hat allerdings Herr Richter sich weiterhin bemüht, höhere Stompetenzen zu bewilligen. Die betreffenden Herren müssen gehenden Abgeordneten noch 23 Privilegierte( Standesherren und wenigstens die Auflösung der ungefeßlichen China- Formationen nach Beendigung der Expedition von den höheren Kompetenzen geistliche Würdenträger), die wie ein Bleigewicht jeden Fortschritt zu fichern und ihre dauernde Beibehaltung zu hindern. Herr zurücktreten. hindern. Die Wahlen von 1895 hatten nun ein entschiedenes Bolts- Richter sprach die Befürchtung aus, daß aus der China- Armee eine geringem Umfange vorgekommen feien, bei Auflösung des ExpeditionsGeneral v. Einem teilt mit, daß Avancements nur in ganz votum für die Verfassungsrevifion ergeben. Die Regierung hatte Rolonialarmee erwachsen tönnte. Aber gerade die Politit corps treten die Offigiere in vafante Stellen. Eine Buficherung er dem Bollswillen bis zu einem gewissen Grad Rechnung getragen, des Abg. Richter erzeugt mit Notwendigkeit die Folgen, höhter Stompetenzen fei nicht gegeben worden. Der Antrag Richter fie hatte einen Gesetzentwurf zur Verfassungsänderung vor die sie verhüten will. Wer sich auf den Boden der gegen zu 2f sei für die Militärverwaltung unannehmbar. Die Regierung konnte bei der Formierung des Expeditionscorps nicht anders ver- fahren, als sie in der damaligen Notlage verfahren ist. Es haben sich damals 41 lWV Mann als Freiwillige gemeldet. Abg. Dr. Lieber(C.): Man hat sich in verantwortlichen Kreisen noch immer nicht vollständig klar gemacht, was es bedeutet, daß man dieHeercsvcrwaltung zwang, ohne gesctzlichcnRiickhaltaniNeichStag vor zugehen. Die Verfassung kenne nur die allgemeine Wehrpflicht und ein Kontingentsheer. Die Verträge mit Bayern und Württemberg wissen nichts von einer freiwilligen Armee. Jetzt wurde mit einem Mal eine kaiserliche, eine deutsche, eine freiwillige Armee gebildet. Das ist völlig wider die Verfassung.' Di an Haide Bundesrat nicht befragt und den' Reichstag ge radezu mißhandelt. Das erscheine ihm noch schwerer als' die Nichtachtung des Bndgetrechts des Reichstags. ES handelt sich um eine fundanientale Institution des Reichs. So könne man ja schlich lich eine noch zehnmal größere Freiwilligen-Armre schaffen. Abg. Richter sfrs. Vp.): Es genügt nicht, daß der Reichskanzler gesagt hat. wir wollen eS nicht wieder thun. Es müssen V o r b e u g u n g s in a ß n a h m e n für die Zukunft getroffen iverden in der'Form einer Jndemnitüts . ertcilung auch bezüglich der Heeresformationen. Es besteht die Be fürchtung, daß eine Kolonialarmee gebildet werden soll. Der . Militärk'onflikt der sechziger Jahre' ist gerade aus einem solchen Provisorium entstanden, wie Ivir ihn jetzt haben. Wir müssen verlangen, daß Klarheit geschaffen wird über die Auflösung des Expeditionscorps. Es'darf nicht abgewartet werden, ob der Reichstag vielleicht einen Teil dieses Expeditions corps zu irgend welchen weiteren Ziveckcn in Zukunft be willigen wird. Abg. Bebel(Soc.j: Die Bildung der chinesischen Heeres fonnntionen bedeutet einen offenbaren Verfassungs b r u ch, wie er in moderper Zeit in keinem Staate vorgekommen ist. Wenn jetzt der Reichstag nicht in aller Entschiedenheit Stellung hiergegen nimmt, dann darf er sich nicht wundern, wenn auch später über ihn hinweggegangen werden wird in militärischen Dingen. Die Erklärungen des Reichskanzlers sind bedeutungslos, denn sie sind nur für seine Person gültig und in keiner Weise für seine Nachfolger bindend. In früheren Fällen hat der Reichstag die Indemnität nicht der Regierung angetragen, sondern er hat erklärt: Wir bewilligen nicht, wenn die Regierung nicht einen Jndemnitäts- antrag selbst einbringt. Sie dürfen auch jetzt nicht aus Ihrer Mitte die Indemnität antragen, sondern der Reichskanzler muß durch Einbringung eines Jndemnitätsantrags die Schuld der Regierung bekennen. Die ganze Frage der Neuformationcn wird noch jetzt von der Regierung wie eiiic Bagatelle behandelt. Die Regierung sagt kein Wort.' daß die Formationen aufhören sollen zu existieren, sobald der Krieg zu Ende ist. Abg. Gröber(C.): Der Herr Abgeordnete Bebel irrt sich inso- fern, als wiederholt der Reichstag die Jdemnität von sich aus an- angetragen hat. Die Auflösung der chinesischen Truppenteile nmtz jetzt vorgescben werden. Vielleicht ist die Einrechnung dieser Truppen teile in die Friedenspräsenz vorzuschlagen; dann wird die Heeres Verwaltung selbst schnell zur Auflösung der Formationen gelangen. Kriegsminister von Goßler: Auch wir haben nicht die Absicht, die Expedition ins Unermeßliche auszudehnen. Wir wollen nur mit Ehren aus der Sache herauskommen. Wir durften unsre Truppen hier in Deutschland nicht schwächen und mußten deshalb ■ zum Freiwilligenverfahren greifen. Ich kann darüber nichts Näheres sagen, ob die Formationen weiter bestehen sollen. Sie werden aufgelöst werden, sobald sie nicht gebraucht werden. � Sollen sie bleiben, so wird natürlich der Reichstag befragt werden. Beschlüsse bezüglich einer Kolonialarmee liegen in keiner Weise vor. Ob sich einmal eine Kolonialarmee entwickeln wird, kann ich nicht sagen. Ich bitte Sie vorläufig, über diese Expedition hinaus nicht zu denken.' Wir wollen jetzt nur dafür sorgen, daß der Friede gefördert wird, indem der Reichs tag mit der Regierung Hand in Hand geht. Abg. Dr. Paaschc(natl.Z: Es ist ja bereits angekündigt, daß die Truppen in Peking und sonst als Besatzungen in' China bleiben sollen. Darum müssen wir schon jetzt erklären, daß solche dauernden Besatzungen nur durch besonderes Gesetz geregelt werden können. Abg. Richter sfrs. Vp.) bringt einen Jndemnitätsantrag bezüglich der Heeresformationen ein. Abg. Dr. Lieber(C.): Der Appell des Kriegsministers an unsren Bewilligungseifer ist überflüssig; aber im Hurra geht es allerdings jetzt nicht mehr. Ich bcdaure', daß der Reichskanzler bei diesen wichtigen Fragen nicht gegenwärtig ist. Wenn der Kriegs- . minister die chinesischen Formationen als Kriegsformationen bezeichnet, die die oberste Kommandogewalt nach ihrem Ermessen bilden kann, so irrt er sich. Erstensmal handelt es sich um keinen Krieg; der Bundesrat hat einen solchen nicht beschlossen, ferner kennt die Ver- fassung Expeditionsformationen nicht als Prärogative der Kommando- gewalt. Aber selbst die Kriegsformationen bauen sich unmittelbar auf auf den Fricdensformationen und sind gesetzmäßig festgelegt. Hier handelt eS sich um ganz neue und nirgendwo festgelegte fremdartige Formationen. Abg. Richter sfrs. Vp.): Wenn nicht noch allerlei Projekte in der Luft lägen, so würde der Kriegsminister sich bezüglich der Kolo- nialarmee deutlich ausgedrückt haben. Im Militär-Wochenblatt hat die Agitation für die Kolonialarmee begonnen und wird jetzt von Offizieren in Versammlungen usw. fortaetrieben. Man ist sich nur noch nicht einig, wie man die Sache anfangen will. Wir bitten um Auskunft, ob auch Mannschaften des ersten DienstjahrS nach China gesandt worden sind. Der Kriegsminister beantwortet diese Frage in bejahendem Sinne. Hier wurde die Beratung abgebrochen und auf Freitagvormittag IV Uhr vertagt._ Kohlenmangel tragen. An der Hand der Thatsachen bewies er die Haltlosigkeit dieser Behauptungen. Die Jahresleistung des deutschen Bergmanns hat sich gesteigert, der sächsische Bergarbeiterstreik hat so gut wie gar keinen Einfluß auf die Produktion ausgeübt und die Löhne sind nur pfennigweise gestiegen. Dagegen sind die Verdienste der Zechen ins Maß lose gewachsen und das Kohlensyndikat hat die Produktion künstlich zurückgehalten. Jetzt denkt es daran, seinen Mit gliedern Exportprämien zu gewähren, nur um die hohen Preise im Inland aufrecht erhalten zu können. Als Sachse die Verdienste einzelner Aussichtsräte angeben wollte und dabei Herrn v. Kardorff nannte, fiel ihm Graf Ballestrem mit der Bitte ins Wort, Privatverhältnisse von Abgeordneten nicht zu er örtern. Graf Ballestrem ist bekanntlich selbst einer der hervor- ragendsten Grubenlords und der Gedanke, daß ihm sein Ver dienst nachgerechnet werden könnte, mag ihm nicht besonders angenehm gewefcn sein. Die drei Redner, die aus dem Hause sonst noch zum Worte kamen, Herr Gamp für die Freikonservativen, Herr v. Czarlinski für die Polen und Herr Dr. Pachnicke für die Freisinnige Vereinigung, vermochten nicht sonderlich mehr zu interessieren. Herr Gamp polemisierte in üblicher Weise gegen den socialdemokratischen Bergarbeiter-Verband, verteidigte die hohen Gewinne der Gruben, die er im Gegensatz zu dem Herrn Hilbck zugab und nahm das Kohlensyndikat im Gegensatz zum Grafen Kanitz in Schutz. Der socialistischc Gedanke der Ver staatlichung des Bergbaus verzerrte sich bei ihm zur Auf forderung an den Handelsminister,„zu recht hohen Preisen unter Beiscitestellung aller fiskalischen Gesichtspunkte Gruben im Ruhrrevicr für den Staat zu erwerben." Das mag den Herren schon passen. in der Hoch- konjunktur ihre Gruben an einen so zahlungsfähigen Käufer wie den preußischen Staat loszuschlagen. Neben- bei verlangt Herr Gamp noch die Zulassung galizischer Arbeiter in-Oberschlesien, ganz ähnlich wie die oberschlesischen Agrarier nach billigen Kulis schreien, ohne sich durch nationale Bedenken, die sie sonst so gern in den Vordergrund stellen, davon abhalten zu- lassen. Herr Brefeld war von dem Gampschcn Vorschlage offenbar nicht sehr entzückt und gab eine ausweichende Antwort. Herr Dr. Pachnicke warnte als Manchestermann vor allen socialdemokratischen Experimenten. Darunter rechnet er auch den Vorschlag des Grafen Kanitz, die Gewinne der Händler unter staatliche Kontrolle zu nehmen. Die Kohlen- not will er durch den harmlosen Vorschlag beseitigen, die Torfflächen, die im Besitz des Staats sind, einer starken Aus- beutung zu unterwerfen. Außerdem rechnet er auf das gute Herz der Fabrikanten, die ihren Arbeitern die Kohlen zum Einkaufspreise abgeben sollen. Freitag wird die Debatte fortgesetzt. NolUifchv Mebevficht. Berlin, den 6. Dezember. Der Reichstag setzte am Donnerstag die Debatte über die Kohlennot mit un- geschwächten Kräften fort, ohne sie zu Ende zu führen. Das Redebedürfnis, das noch über ein Dutzend Wortmeldungen auf die Rednerliste für morgen gesetzt hat, entspricht dem reichlichen Gehalt der Verhandlungen sehr wenig. Die bürgerlichen Parteien sind in heller Ratlosigkeit, wie sie der Kohlenteuerung, die die weitesten Volks- kreise trifft und aufwühlt, steuern sollen. Eni- weder versuchen sie der Oeffentlichkeit einzureden, es fei gar nicht so schlimm und die Kohlenteuerung würde bald vorübergehen, oder sie brüten Specialmittelchen aus, von denen sie von vornherein überzeugt sind, daß sie nicht angewandt werden oder die, selbst wenn sie angewandt würden, einer so allgemeinen Erscheinung gegenüber kläg- lich versagen würden. Der einzige Gedanke, der wirk- liche Abhilfe verspricht, wird von der Socialdemokratie vertreten: die Verstaatlichung des Kohlenbergbaus. Voraus- sctzung dabei ist natürlich, daß eine scharfe öffentliche Kontrolle durch das Parlament die rein fiskalische Ausnutzung der Kohlenbergwerke verhindert und die gewerkschaftliche und politische Freiheit der Bergarbeiter garantiert. Dieser Gedanke lourde von unsrem Genossen Sachse heute mit allem Nachdruck betont. gleichzeitig wiederholte er unsre alte Forderung nach einem Reichs- Berggesetz. Der Hauptteil seiner sachkundigen Rede war der Widerlegung der unsinnigen Angriffe gewidmet, die gegen die deutschen Bergarbeiter erhoben worden sind. Sie sollen faul sein, sie sollen durch hohe Löhne die Kohlenteuerung hervor- gerufen haben, sie sollen durch Streiks die Hauptschuld am Nach den Flitterwochen. Des Grafen Bülow Herrlichkeit ist schnell verblaßt. Er ist schon nach ein paar Wochen nicht mehr der allgelicbte politische Herzensbrecher und Veilchenfresser, der amüsante Schwerenöter, der gar zu süß ist, als daß man ihm wider- tehen könnte. Heute bereits regen sich die boshaften Nörgler, die Intriganten und' die Frondeurs, und sie lassen sich gar nicht mehr imponieren durch die strahlende Cotillonschönheit Bülowscher Redekunst. Die verblüffend schroffe Abweisung Krügers, für die ja der höfliche Graf die Verantwortung übernimmt, hat das Signal zum Sturmangriff gegeben. Kein Zweifel, daß dem Reichskanzler nur noch das Wolffsche �elegraphenbureau, das.iBerliner Tageblatt", die„National Zeitung", die„Frankfurter" und die Wiener Journalistik Treue hält— im übrigen begegnet er nur spöttischen und mißtrauischen Blicken. Daß es reaktionäre Motive sind, die den Angriff gegen Bülow organisieren, ist unzweideutig. Die Hochschutzzöllner argwöhnen in dem Reichskanzler den Vertrauensmann der Exportindustrie, des Handels und der Hochfinanz. Der ver- bissene Engländerhaß beschwingt die giftigen Pfeile. Und in der That ist dieser Engländerhaß heute eine sehr populäre Sache. Selbst wir Socialdemokraten. die wir uns von jeder Englandhetze frei halten und keine Neigung verspüren, den russischen Begierden Vorschub zu leisten, müssen bekennen, daß die dreiste Art, in der England, auf gewisse Stimmungen Berlin spekulierend, sich Deutschland zum blinden drauf- gängerischen Handlanger seiner Interessen zu machen sucht, zur'Abwehr herausfordert. Aber gleichgültig, welche Motive die Feinde des Grafen Bülow leiten, ihre Angriffe selbst sind durchaus be- rechtigt. zumal sie jetzt Argumente ins Feld führen, die bisher nur die von der vaterlandslosen Socialdemokratie geltend gemacht worden sind. Die„Rhein.-Westf. Ztg.". das Organ der Grubenbarone und der Centralverbändler, fällt ein .�eradezu vernichtendes Urteil über die ganze Welt- und Chinapolitik des Grafen Bülow. Man höre: „Unsre Besitzungen und die benachbarten chinesischen Provinzen zeigen eine baumlose heiße Fläche, bevölkert von unendlichen Millionen von Leuten, die in harter Arbeit ein halbcivilisiertes Leben fristen. Deutsche Arbeiter und Bauern haben dort keinen Platz. Was dort arbeite» kann, sind nnr die großen deutschen Bankkonsortic» und ihr Kapital... Bedenklicher wird es, wenn man Erzc'findet, und so unsre deutsche Eisenindustrie den ostasiatischen Markt verliert. Sicherlich aber wird man vor allem auf die Industrie sich legen, mit der man in allen unkultivierten Ländern stets anfängt: die Gewebe-Jndustrie. Deutsches Kapital, Dampfkraft und Knli-Arbeit werden sich vereinigen,«m riesige Baumwoll- und Seidenspinnereien wie-Webereien aus dem Boden zu stampfen, und dann werden die Textil- fabrikanten in Gladbach, Krefeld» Elberfeld usw.. welche heute schon über Italien und Japan jammern, zum Himmel schreie» über diese Frucht der Chinapolitik. Aber trotzdem ist China anscheinend das Ideal des Grafen Bülow. Hunderte von Millionen sind schon hineingeworfen, allerdings, wie wir gern gestehen, zum Teil infolge eines uns aufgedrungenen Kriegs. All- jährlich aber verschlingtKiautschou große Summen. Wir wüßten andre Zwecke, wo zum Nutzen deS deutschen Volks in deutschen Kolonien das Geld besser bertvendet wäre. Aber China ist jetzt der Angelpunkt unsrer Weltpolitik und Graf Bülow sieht das A und Z seiner Ausgaben augenblicklich in China. Daß die Erhaltung von 500000 Niederdeutschen in Afrika wichtiger ist als die Erwerbung von fünfzig Millionen Chinesen, der Gedanke ist dem Grafen Büloiv wohl niemals gekommen." Was das Blatt über die kapitalistische Interessiertheit an China sagt, ist von uns oft genug betont worden: das deutsche Kapital giert danach, in China mit seinen riesigen Bodenschätzen und seinen billigen Arbeitskräften dem Heimat- lande, namentlich den deutschen Arbeitern Konkurrenz zu machen. Die„Rh. Westf.-Ztg." charakterisiert dann die„tiefe Kluft". die sie in weltpolitischen Fragen vom Grafen Bülow trennt: „Wir wollen eine Kolonialpolitik für das deutsche Volk. Graf Bülow treibt eine Kolonialpolitik für das mobile Kapital. Wir wollen daher zu allererst eine Festsetzung Deutschlands in gemäßigten Klimaten. Graf Bülow will sich überall festsetze», wo nur' deutsches Kapital und der deutsche Assessor arbeiten kam'. Wir wollen alle Deutschen und Niederdeutschen soweit a.s möglich vor dem nationalen Untergang retten und sie znsamnrer- fassen. Gelingt das, so sind wir Deutsche mit unsren achtz x Millionen ohne weiteres ein Wcltvolk. Graf Bülow rasji Leute jeder beliebigen Nation in der ganzen Welt zusammen; Polynesier, Chinesen, Neger und andre. Wir wollen eine Festsetzung an wenigen, brauchbaren Punkten, eine nutz bare, brauchbare Ausdehnung deS Deutschen Rcickis Übersee. Graf Bülow treibt eine Politik des P r e st i g e, eine fast abenteuerhafte Kolonialpolitik nach französischem Muster. die dein Deutschen Reich keine Stärke bringt. Wir wollen eine Weltpolitik zu Nutzen des deutschen Volks. Graf Büloiv treibt eine Weltmachtpolitik zum Ruhme seines kaiserlichen Herrn. Dem deutschen Volk hat die Weltpolitik des Grafen Bülow noch keinen Tropfen Gutes gebracht, sondern nur Steuern und Kriege. Der deutsche Reichstag hat sich natürlich„voll und ganz" in die Arme Bülows geworfen. Er hat ja auch die geistige Im- Potenz des Grafen Caprivi und die Nichtsthuerei des Fürsten Hohenlohe ebenso begeistert mitgemacht. Er hat nur eins nicht vertragen: die Größe Bismarcks." Man sieht: Die Fronde des„alten Kurses" lebt noch und sie verfolgt mit allen Mitteln, selbst mit socialdemo- kratischcn Argumenten, ihre Ziele. Die„Deutsche Tages- zcitung" stimmt heute der Effener Kollegin„von Anfang bis zu Ende" zu und sie schreibt mit äußerster Schärfe: „Ist denn das, was wir heute treiben, in der That„Welt- Politik"? Eine deutsche Weltpolitik kann doch nur darauf gerichtet sein, die Stellung des deutschen Volks in der Welt zu festigen, vor allem seine Ausbreitung über die Welt und damit die Beherrschung eines möglichst große» Teils der Welt durch Deutsche'zu fördern.' Eine solche Politik müßte vor allem uiüer den gegebenen Umständen ihr Auge auf Südafrika richten! Was thun wir dagegen? Wir unter- st ü tz e n England bei seinem Bemühen, deutsches, zunächst nieder- deuyches Volkstum in Südafrika auszurotten l Hat unsre Re- gierung vielleicht auch schon die Konseqnenzen gezogen und sich mit dem Gedanken ausgesöhnt, daß späterhin auch unser Reichsgebiet dem Englandertum verfällt? Was wir dagegen in China eintauschen, das ist auf die Dauer nichts mehr als eine Möglichkeit besserer Verzinsung für unser Großkapital. DaS aber ist trotz aller schönen Reden nicht Weltpolitik, sondren Krämer- Politik!" Schon haben die Agrarier in Westpreußen entdeckt, daß auch Graf Bülow ein Mann ohne Aar und Halm sei. Bald wird man schriller Pfeifen, wenn der Graf sich den Brot- Wucherern spröde erweisen sollte. Glaubt Herr v. Bülow wirklich, daß er mit Miguelscher Sammelsucht und dem zweifelhaften Eigengewächs seiner höflich flirtenden Beredsamkeit die rauhe Wirklichkeit harter Konflikte zu betäuben vennag?— Deutsches Weich. Die chinesische Mauer. Eine Belastung des Verkehrs verlangt in einem Miquel-offiziösen Artikel die„Post". Die Reichsverfassung jflle so geändert werden, daß der Verkehr auf den natürlichen a i s e r st r a tz e n mit Abgaben belastet werden könne. Der Zweck des Vorschlags ist klar: Der Import soll gehindert werden. Während Deutschland Hunderte von Millionen ins Wasser wirft, um in China die Thür zu öffnen, während zu diesem Zweck sogar das Recht der Expropriation verkündet wird, soll Deutschland, chinesischer als China, sich von aller Welt absperren. Nach den kriegerischen Grundsätzen, die man jetzt bei uns verkündet, wäre ein solches Verfahren Grund genug, um etwa Amerika zu berechtigen, eine„Strafexpedition" nach Deutschland zu unternehmen.— Englands Trinkgeld für den Krügrr-Nichtcmpfang. Die englische Presse begnügt sich nickt damit. sich bei der deutschen Regierung für die schroffe Abiveisung Krügers durch Lobeshymneu auf Deutschlands kluge und staatsmännische Poliük zu bedanken, sondern sie nennt auch bereits das Trinkgeld, daß England Deutsch- land für den Porticrdicnst in die Hand zu drücken gedenkt. So heißt es in einem Leitartikel der„Westminster Gazette": „Wir glauben Deutschland nicht unrecht zu thun, wenn wir uns fragen', was es wohl für seine Abweisung des Präsideuten Krüger erhalten wird. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß uns mit dieser Absage ein erheblicher Dienst erwiesen worden ist, der uns zu entsprechenden Gegendiensten verpflichtet. Deutschland hat übrigens schon niehrere Vorteile durch den Krieg von uns erwirkt. Bei Ausbruch des Kriegs erlangte es Samoa. Später erwarb es eine Kohlen st ation im Persi- s ch e n Golf und freie Hand im Euphrates-Thal. Dann rettete das deutsch- englische Abkommen(in Sachen von China) Deutschland vor drohender Isolierung und öffnete das Dangt se-Thal dem deutschen Handel ohne Ein- büßnng der ausschließlichen Rechte in Schantuug. Schließlich wird Deutschland vielleicht die Wolfis ch-Vucht erhalten. Das ist der Nutze» des Herrn Krüger." Diese glänzenden Aussichten werden nnsrc erbosten Allieutschen hoffentlich niit der Regierungspolitik aussöhnen. Je mehr Kohlen- stationcn und Plätzchen an der Sonne Deutschland durch seine süd- afrikanische Politik des laisssr aller einhandelt, desto mehr Panzer- kühne werden sich auf dem Ocean schaukeln und flottenbegcistcrtc Herzen mit patriotischen Schauern erfüllen können. Mit den Gcwissensskrupeln. daß es das Fell deS wackeren Boerenvölkchens ist, das hier verschachert wird, wird sich der realpolitische Verstand bald abfinde». Die„Kreuz-Ztg." mäkelt allerdings noch an dem Trinkgeld herum, das ihr als kein genügendes Aequivalent erscheinen will. Nun, Feilschen gehört ja zum Schacherhandwerl. Vielleicht versteht sich England auf Drängen dazu, Deutschland noch ein paar Jnselche». oder einen versandeten Hafen ohne Hinterland anzuhängen. Ehrlicher mag das Poltern der„Deutschen TageS-Ztg." gemeint sein, die nicht versteht, warum die„nationalen Jntereffen" Deutsch- lands in Südafrika völlig den chinesischen Interessen geopfert iverden sollten. Heute sei China Trumpf und die dortigen Kapitalsinteresscn. Aber haben denn nicht auch die Agrarier die Chinapolitik. wenn auch nicht gerade mit Heller Bcgeisteruu'g. mitgemacht? Wenn man für eine weltpolitische Aktion als erste Abschlagsrate 153 Millionen be- willigt, kann man dafür doch nicht jede Verantwortung ablehnen.— Auf«iuen sehr bezeichnenden Widerspruch macht die .Münchener Allgem. Zeitung" aufmerksam. Am 80. No- vember schloß der„Vorwärts" einen Leitartikel„Im weltpolinschen Fahrwasser" folgendermaßen: „Nur zu bald wird es heißen. Deutschland könne, nach- dem eS sich eine leitende Stelle im Konzert der Mächte er- rungen, nun auch„zur Wahrung seiner Ehre" anderswo lals in Asien) nicht zuxückbleiben, es müsse mit dabei sein, wo irgend es W e I t h ä n d e l g i e b t, sei es in Europa, in Afrika oder in der weiten Inselwelt des Stillen Oceans." Amt 2. Dezember schreibt der Vorwärts" in einem Leitartikel, Die Jubiläumsfeier soll mit dem am 18. Januar regelder nachweisen will, daß die Boerenrepubliken im Hinblid mäßig gefeierten Ordensfeste zusammenfallen und einen histo auf Deutschland das Opfer einer politischen Illusion geworden seien, rischen Charakter tragen. das Nachstehende: B Sie( die Boeren) glaubten der gepanzerten Faust der beChronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. freundeten deutschen Nation sicher zu fein. So ergriffen sie Genoffe Pokorny in Zwickau hatte sich am Dienstag vor denn, als der Ausbruch des Kriegs unvermeidlich ge- dem Landgericht Chemnitz wegen angeblicher Majestätsworden war, die Offensive.... Die einfältigen Viehzüchter hatten beleidigung zu verantworten. Er sollte das Vergehen in einer Veraber keine Ahnung davon..., welch vorsichtige Ge- fammlung zu Delsniz i. Erzgeb. begangen haben, als er die Chinafchäftspolitiker im Grunde die wiedererstandenen fahrt besprach. Das Gericht sprach ihn frei. Wikinger sind." Die Münchener Allgemeine Zeitung" bemerkt dazu: Der Noblesse Ausland. Holland. Für die Adresse, welche die Versammlung dem Vorsteher zu seinem 25jährigen Jubiläum als Stadtverordneter gewidmet hat, spricht der also Geehrte unter dem Beifall der Mitglieder seinen Dant aus. In den Ausschuß für die Vorlage wegen Errichtung eines städtischen Untersuchungsamts für Nahrungsmittel usw. ist auch der Stadtv. Dr. Freudenberg deputiert. Der zur Vorbereitung der Neuwahl eines Stadtschulrats( für Bertram) eingefeßte Ausschuß hat nunmehr beschlossen, die Dotierung der Stelle mit 12 000 m. und zugleich die öffentliche Ausschreibung der Stelle vorzuschlagen. Ohne Diskussion tritt die Versammlung den Ausschußvorschlägen bei. „ Ein treffliches Beispiel dafür, wie man seitens der Schriftgelehrten des„ Borwärts" mit der Urteilslosigkeit der„ Genossen" Auf Grund einer zum Etat für 1900 von der Versammlung gezu rechnen pflegt. Gleich dem„ Hereneinmaleins" muß auch diefer vollkommene Widerspruch" geheimnisvoll bleiben für ein. Er wurde auf dem Bahnhofe von dem Konful der Süd- hilfsarbeiter bei der Straßenreinigung eine Präsident Krüger traf Donnerstagmittag in 3ebenaar faßten Resolution hat der Magistrat vorgeschlagen, für die AusWeise, wie für die, die ihre geistige Nahrung vom Vorwärts" be- afrikanischen Republit in Amsterdam, von Mitgliedern des niederziehen." Erhöhung des Tagelohns ländischen Boerenkomitees und Das ist in der That ein sehr bezeichnender Widerspruch aber empfangen. einer großen Menschenmenge Bon Deputierten der benachbarten Gemeinden eintreten zu lassen. Die Erhöhung soll von 2,25 auf 2,60 M. ers das Münchener offiziöse Organ irrt, wenn es ihn im Vorwärts" wurden Begrüßungsansprachen gehalten. Der Bürgermeister folgen und schon für den bevorstehenden Winter in Kraft gesetzt entdecken zu können glaubt. Dieser Widerspruch steckt vielmehr in von Zevenaar hieß Krüger in den gastlichen Niederlanden werden. mnfrer Regiererei, zu deren hervorstechendsten Eigentümlichkeiten es willkommen. Seine Ansprache wurde vom Beifall der Menge vielVon verschiedenen Seiten ist Erhöhung auf 2,80 bezw. 3,00 Mt. ja gerade gehört, daß sie zwischen wild schweifender abenteuerlicher fach unterbrochen; er sprach den Wunsch aus, daß Krügers Reise den beantragt. Nomantik, die keine Grenzen kennt, und einem engherzigen, unter gewünschten Erfolg haben und daß das Ende des Kriegs nahe fein 2,80 ME., wie sie auch die Straßenreinigungs- Deputation vor Stadtv. Carl Goldschmidt befürwortet die Erhöhung auf würfigen Krämertum, das auch die elementarsten Pflichten möge. Krüger dankte für diesen Beweis der Sympathie und sagte, gelegentlich dran giebt, hin- und hertaumelt. er halte die Sache der Boeren für eine gerechte und er danke dem geschlagen habe, ohne beim Magistrat durchzudringen. Für die bisGerade die Boeren haben ja binnen einem Jahrfünft niederländischen Bolle. Holland sei stets ein Stämpe für die Ge- herige Entschädigung bekomme die Stadt schlechterdings keine Schneedie beiden extremen Widersprüche des neudeutschen Wesens gründlich rechtigkeit gewesen. Er sei überzeugt, daß die Sympathie der schipper mehr. Es heiße zwar, der Satz von 2,60 sei gewählt, weil fennen gelernt, erst die Romantik, dann der Geschäftsgeist. Holländer aus dem Herzen komme. Nur ein Schiedsgericht könne die Große Berliner Straßenbahn in diesem Winter auch nicht mehr Bittet alle Gott, daß er die Herzen der Staatsoberhäupter bewege, diefer Hilfskräfte aufzubeffern, weniger erfreulich aber, daß es erst den Boeren helfen. Krüger schloß: Brüder und Schwestern! gebe; aber das fönne doch für die Stadt nicht maßgegend sein. Stadtv. Koblenzer: Erfreulich ist ja die Absicht, den Lohn fämpfet mit uns durch Gebet und Gott wird uns erhören!" Der Wagen des Präsidenten war angefüllt mit Blumen und Kränzen. eines Notstands bedurfte, um den Magistrat willfährig zu machen. Alls derselbe aus der Bahnhalle fuhr, folgte der laute Beifall der Die Verwaltung sollte doch bemüht sein, ihre Betriebe zu Musteranstalten zu machen: um so unbegreiflicher wäre es, Menge dem Präsidenten, der an der Wagenthür stehend grüßte. Die die Stadt dem Beispiel einer privaten Erwerbsgesellschaft folgte. Lokomotive war mit zwei Fahnen von Transvaal geschmückt. Die vorgeschlagene Erhöhung erreicht noch nicht einmal den ortsEngland. üblichen Tagelohn. Andrerseits darf man doch nicht auf den Notwerden. Unter 3 M. fann ein Arbeiter in Berlin überhaupt nicht stand der Leute rechnen, welche zu dieser Arbeit herangezogen auskommen; wir haben daher diesen Satz beantragt. Deputation bitte ich, einen andren Zahlungsmodus in Erwollen. wägung nehmen zu Die Leute, welche durch augenblickliche Not gezwungen, die Arbeit annehmen wollen, können es vielfach nicht, wenn sie bis Ende der Woche auf den ohn warten sollen. Es müßte doch angehen, den Leuten den Lohn täglich auszuzahlen. Bemerkungen über Widersprüche und ungenießbare geistige Nahrung Die Münchener Allgemeine Zeitung" hat sich also mit ihren an die falsche Adresse gewandt. Mit dem Zollkrieg droht Rußland. Der Vertreter des russischen Finanzministeriums in Berlin, v. Timiriafeff, der auch bei den Handelsvertragsverhandlungen von 1894 als ruffischer Unterhändler fungierte, hat fich jüngst gegenüber einem Gewährsmann der Königsberger Hart. 8tg." in diesem Sinn geäußert: Afrika. wenn Die " Wenn die deutsche Regierung die Getreidezölle über die Die Thronrede zur Eröffnung des Parlaments befagt: Es ist bisherigen Säße des deutsch- russischen Zolltarifs hinausgehen läßt, so wird, meint Timiriafeff, die russische Regierung in nötig geworden, weitere Deckung für die Ausgaben zu beschaffen, die Lage kommen, ihre vertraglichen Gegenleistungen in die infolge der Operation meiner Heere in Südafrika und China erentsprechendem Maße zu verringern und wenn die agrarischen wachsen sind. Ich habe Sie zu einer besonderen Tagung zusammenBollfäße, welche Deutschland fünftig beanspruche, eine Höhe berufen, damit Sie den hierzu erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen erreichten, welche irgend welche wesentlichen Ihre Sanftion geben. Ueber andre Ihre Aufmerksamkeit in AnGegentonzessionen Rußlands unbegründet er spruch nehmende öffentliche Angelegenheiten will ich mich erst scheinen ließen, so würde Rußland von der ferneren äußern, wenn das Parlament im Frühjahr zu seiner ordentlichen Vereinbarung eines Tarifvertrags überhaupt absehen. Tagung zusammentritt. Stadtrat Mielent: Was die Große Berliner Straßenbahn in Für einen fünftigen Tarifvertrag lägen nach der ganzen wirts diesem Jahre zahlen will, haben wir nicht gewußt, wir schaftlichen Lage Rußlands seine Forderungen lediglich auf agrarischem Gebiete, in den Bolltarifen Deutschlands für land- Bloemfontein vom 5. Dezember: General Kenog griff gestern und wir glaubten eine Kleinigkeit mehr zahlen zu müssen. Die LohnVom Kriegsschauplah. Lord Kitchener telegraphiert aus wußten nur, daß sie im vorigen Jahre 2,50 M. gegeben hat, wirtschaftliche und tierische Produkte bei ihrem Import aus Nuß die Truppe Dewets nahe bei Straße Bethulie- Smithfield an und zahlung erfolgt schon jetzt ganz nach dem Wunsch der Leute täglich, land, während andrerseits die Gegenleistungen Rußlands auf dem vertrieb den Feind aus allen seinen Stellungen. Vor Sonnen auch halbtäglich. Großzenteils handelt es sich bei diesen Leuten nicht Gebiete seiner Industriezölle liegen. untergang zog sich der Gegner alsdann gegen Norden zurück. um Bollarbeiter, sondern um invalide Arbeiter, denen mit dieser Eine Abteilung der Garnison von Utrecht stieß am 2. Dezember Aushilfsbeschäftigung gedient ist. Wenn jemand in die Kolonne der nicht als Hilfsarbeiter, sondern nahe bei der Stadt auf 200 Voeren und hatte ein zweieinhalb Straßenreinigung eintritt, stündiges Gefecht mit denselben; schließlich zog sich der Feind zurück als Bollarbeiter, so muß er sich mit 2,75 M. fürs erste begnügen und ließ sechs Mann auf dem Schlachtfeld. Die englischen Verluste wir können also bei den Hilfsarbeitern nicht auf 2,80 m. hinauf waren 2 Tote und 5 Verwundete. Infolge von Streifzügen, welche gehen. die Boeren bei Bereblying unternahmen, ging am 2. Dezember von Stadtv. Koblenzer: Im städtischen Central- Arbeitsnachweis Heidelberg aus eine Abteilung dahin ab und wurde von 150 Boeren weiß man bisher nichts von der täglichen Lohnzahlung. angegriffen. Sie schlug dieselben und nahm 9 Wagen weg. 3e Stadtrats nicht beirren zu lassen, enn die Löhne der städtischen Zwei Stadtv. G. Goldschmidt bittet, sich durch den Einwand des Engländer find gefallen. General French meldet aus Botschefstroom: General French meldet aus Potschefstroom: Eine Kolonne, welche in der Nähe von Lorberg operierte, machte Straßenreiniger sollen nach der Absicht der Deputation samt und viele Gefangene, erbeutete mehrere tausend Stück Vieh und vertrieb sonders erhöht werden. mindestens 500 Boeren aus der Nachbarschaft. In der That, kaum ein zweites Land ist so sehr auf Handelsverträge angewiesen, wie gerade Deutschland, für das einerseits der Import von Robproduken und Lebensmitteln andrerseits der Export von Fabrikaten eine Lebensfrage ist. Zollkriege würden Deutschland ain allerschwersten treffen. Krupp- Stumm. Die Nachricht der Frankfurter Zeitung", daß feitens der Firma Krupp die Absicht bestände, die Stummschen Werte anzukaufen, wird von den Schweinburgschen Nachrichten für falsch erklärt. Mecklenburgische Erbweisheit. In der Freifinnigen 8tg." findet sich folgende ergözliche Berichtigung: Auf dem Globus, nicht auf dem 2ocus forderte am Mitt woch der mecklenburgische Gesandte v. Derzen die Abgeordneten auf, nachzusehen, wo die von ihm bei der Darstellung der Verteilung der Katholiken in Mecklenburg benannten Orte liegen. Heiterfeit, welche die Vorstellung erweďte, Mecklenburg und seine Städte auf einem Globus auffinden zu können, hat das Mißverständnis in dem gestrigen Parlamentsbericht veranlaßt. Besuch Krügers in Wien und Rom zu verhindern. Die stürmische Der Satz von 3 M. wird abgelehnt, derjenige von 2,80 m. mit Der Militär- Gouverneur von Johannesburg erklärte, wie der beträchtlicher Mehrheit angenommen. Die durch die vereinigten Gemeindebehörden zu bewirkende " Morning Post" von dort gemeldet wird, in einer Bankettrede, daß die Behörden beschlossen haben, die nach Johannesburg zurück Wahl von 30 Mitgliedern und 18 Stellvertretern für die kehrenden Bürger militärisch auszubilden und zu bewaffnen. Man Gintommensteuer Berufungstommission soll zunehme an, daß auf diese Weise eine Truppe von 20 000 Mann zunächst durch eine gemischte Deputation vorbereitet werden. stande komme, welche„ Rand Rifles" genannt werden soll. Parlamentarisches. Ohm Krüger hat inzwischen seine Reise nach Holland fortgefeßt. In Düsseldorf und Oberhausen sind ihm auf der Durchreife stürmische Ovationen bereitet worden. Dem„ Berliner Tageblatt" war aus Wien gemeldet worden, daß im Einvernehmen mit Nationalliberalen bleiben zu wollen; wenigstens hat er mit fünfzehn Freiherr Heyl zu Herrnsheim scheint doch wieder bei den der deutschen Regierung Bemühungen im Gange feien, um einen Nationalliberalen zusammen im Reichstag einen Antrag eingebracht, Die„ Nordd. Allgem. Zeitung" bemerkt dazu offiziös, daß die Reichsaufsicht für solche kartelle oder Syndikate ein Meldung, soweit es sich um eine Beteiligung Deutschlands handle, geführt wird, deren Geschäftsgebahrungen einen nachweislich völlig unbegründet sei. Vermutlich handelt es sich aber nur um monopolistischen Charakter angenommen haben. englische Quertreibereien, zu denen die englische Diplomatie durch die Vorgänge in Deutschland ermutigt worden ist. Partei- Machrichten. Zur Errichtung einer Gemeinde Doppelschule foll an der Samariterstraße ein der Aktiengesellschaft Berliner Neustadt gehöriges, 5828 Quadratmeter großes Grundstück zum Preise von 40 M. pro Quadratmeter, also für ca. 233 120 m. erworben werden. Ein weiterer Grundstücstauf für Gemeinde Schulwe de foll in der Schönhauser Vorstadt erfolgen. Die Aktienin Liquidation ist zum Verkauf eines an der Greifenhagener297 711 M., 5. H. zum Preise von 57 M. pro Quadratmeter, bereit. straße belegenen etwa 5223 Quadratmeter großen Terrains für Beide Anträge werden ohne Debatte genehmigt. Mit der Verlegung des Er Schnäbele geftorben. Wie aus Nanch gemeldet wird, ist dort Friedrichs- Werder- Gymnasiums der frühere Grenztommissar Schnäbele gestorben. Schnäbele Gemeindewahlen. Socialdemokratische Gemeinderats Mit nach Moabit in die Nähe des Hansaviertels hat sich der niedervar am 20. April 1887 durch deutsche Polizeibeamte verhaftet worden, glieder wurden wiederum in folgenden Gemeinden des Königreichs gesezte Ausschuß in seiner Mehrheit einverstanden erklärt. weil er deutsche Reichsaugehörige zum Landesverrat angeftiftet Sachsen gewählt: in Rochsburg bei Chemnitz 3, in Cuns empfiehlt der Versammlung, die grundsägliche Zustimmung zur Verhaben sollte. Die Verhaftung Schnäbeles tam Bismard äußerst ge- dorf bei 3widau 1, in Gohlis bei Dresden 2, in Unterlegung auszusprechen und den Magistrat um baldigste Ausführung legen, um durch Anzettelung eines deutsch- französischen Konflikts, weißig bei Dresden 1, in Seidnitz bei Dresden 1, in Neunderfelben zu ersuchen. Im Sinne des Antrags Berls wird vom der offiziös riesig aufgebauscht wurde, die Reichstagsmehrheit für dorf bei Großenhain 1. Ausschusse ferner vorgeschlagen, den Magistrat zu ersuchen, sobald die Bewilligung der großen Militärforderung geneigt zu In der Gemeinde Fissau in Schleswig- Holstein unterlagen als möglich eine neue Vorlage betr. die Verlegung einer machen. Der Reichstag, das Angstprodukt der Septennatswahlen die bisherigen socialdemokratischen Vertreter gegen die Liste der zweiten höheren Lehranstalt aus dem Innern der Stadt vom 21. Februar 1887, bewilligte denn auch am 20. Mai in dritter Bauern. in die Bezirke vor dem Halleschen Thore zu machen. Lefung 300 Millionen Mark für militärische Zwecke, nachdem er Partei- Organisation. Die Parteigenossen des Reichstags- Referent ist der Stadtv. Kreitling." bereits am 7.- 11. März die Septennatsforderung bewilligt hatte.wahlkreises Wangleben haben einen socialdemokratischen Verein für Schnäbele wurde am 28. April wieder freigelassen, da ihm von den den ganzen Wahlkreis gegründet, der seinen Sig in Groß Ottersdeutschen Polizeibeamten freies Geleit zugesichert worden war.- leben hat. " 0 obwohl aufrichtiger Freund der Humanistischen Bildung, warnt vor Stadtv. Mommsen( Freie Vereinigung, bisher Fraktion Spinola), der Errichtung neuer Gymnasien; mit der Verlegung des Krügerchikanen. Unter der Spigmarke„ Wir Deutsche Aus der Schweiz. Das Justiz- und Polizei- Departement des Friedrichs- Werder Gymnasiums sei er einverstanden. Man könne fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt" wird Kantons Genf hat die 1898 gegen den italienischen Genofen nicht fünstlich der inneren Stadt ihre Gymnasien erhalten wollen, der Tägl. Rundschau" aus Köln mitgeteilt: Den zur Begrüßung Vergnanini erlaffene Ausweisung zurückgenommen, so die dort zum Teil überflüssig geworden seien. des Präsidenten Krüger nach Köln gereisten Bonner Studenten wurde daß er, der seitdem in Bern wohnte, nun wieder nach Genf zurück- Stadtv. Schwalbe( Alte Linke) bedauert, daß der Magistrat auf Betreiben der Kölner Polizeiverwaltung verboten, Couleur tehren kann. sich nicht habe entschließen können, für Moabit ein eignes anzulegen, sowie Benugung geschlossener Wagen Polizeiliches, Gerichtliches univ. Gymnasium zu errichten. Mit Unrecht stoße er sich an dem Kostenzur Vorschrift gemacht, die mit zwei Minuten Abstand folgen sollten. Den fliegenden Gerichtsstand der Presse erfannte das punkt. Die Studenten sind ersucht worden, diese Thatsache der Danziger Gericht nicht an. Ein Danziger Kaufmann hatte gegen Sadtv. Caffel( Alte Linke) tritt dem Vorredner mit der ThatOeffentlichkeit vorzuenthalten. Die Kölnische Polizeiverwaltung scheint selbst auf ihre An- den Redacteur Hennig von der Bollstribüne" in Königsberg i. Br. fache entgegen, daß die Schülerzahl der humanistischen Gymnafien einen Privatbeleidigungs- Prozeß anhängig gemacht. Das Amis nicht mehr steigt. ordnungen nicht gerade stolz gewesen zu sein, da sie sich doch vor gericht hat sich aber für unzuständig erklärt. Buständig sei das deren Bekanntwerden genierte. Gericht am Erscheinungsort des Blatts. Entscheidungen, die einen besonderen Gerichtsstand für Preßdelitte konstruieren, werden als überzeugend nicht anerkannt. Die Kosten trägt der Privat " Stadtv. Profeffor Virchow hält den heutigen Moment für die Berlegung eines Gymnasiums für wenig geeignet und möchte gern Idealismus und Geschäft. Die Frankfurter Zeitung" läßt einen voreiligen Beschluß verhindern. Er ist nicht etwa aus Finanzfich aus Eisenach telegraphieren: Die Fabriken des Geh. Baurat rücksichten gegen neue Schulen, wünscht aber, daß noch etwas geEhrhardt in Eisenach und Düsseldorf( Gießereien) liefern gegenwärtig läger. wartet werde, bis die augenblicklichen Schwankungen, denen ja auch 18 Batterien der neuen Schnellfeuergeschüße, Die Nilpferdpeitsche. Der frühere verantwortliche Redacteur die Unterrichtsverwaltung tagtäglich noch unterliege, sich mehr beSystem Ehrhardt, nach England für die dortige Kriegs- der Erfurter Tribüne", Genoffe Otto Ma y, stand bekanntlich unter ruhigt haben. verwaltung ab. Ferner werden geliefert 900 Munitionswagen der Anklage, den hiesigen Lieutenant Förster dadurch beleidigt zu Moabit und das Hansaviertel eine Lebensfrage. Stadtv. Kurt Ulrich( Antisemit): Die Gymnasiumsfrage ist für und 54 000 Schuß. Der Kontrakt wurde nicht direkt von der haben, daß er die Erziehungsmethode kritisch beleuchtete, die dieser braucht bei 200 000 Einwohnern längst ein zweites Gymnafium. Der Stadtteil englischen Kriegsverwaltung, sondern durch Vermittelung der mit Hilfe der Nilpferdpeitsche an seinem schwarzen Diener übte. Behufs Chartered Company( Cecil Rhodes und Genossen) im Monat weiterer Beugenvernehmung war die Verhandlung seiner Zeit vertagt für eine besondere Anstalt in Moabit aus. Stadtv. Hugo Sachs spricht sich gleich dem Stadtv. Schwalbe April abgeschlossen. worden. Jetzt ist sie zu Ende geführt worden. Lieutenant Förster Während unsre Patrioten das perfide Albion verunglimpfen, das hat selbst zugestanden, daß er den Neger vier bis sechsmal mit der eilung warnt und Abwarten anrät, weil wir uns mitten in einer Oberbürgermeister Kirschner: Wenn Herr Virchow vor lleberdie Boeren vergewaltigt, liefern dieselben Batrioten England Ge- Nilpferdpeitsche geschlagen und ihm dabei einmal eine Verlegung am Reform der höheren Anstalten befinden, so steht doch nicht fest, daß schütze und Munition, um die letzten Freiheitstämpfer nieder- Ohr beigebracht zu haben. Trotzdem gelangte das Gericht zu der zuschmettern. Natürlich wird sich über die kleinen Prozentpatrioten Meinung, daß May den Förster durch den Vorwurf unerhörter bei den Veränderungen, die möglicherweise eintreten, eine innere Organisationsänderung notwendig wird. Für uns scheidet diese ein großes Geschrei erheben, während man den großen Prozent- Mißhandlung" beleidigt habe und verurteilte ihn zu 200 M. Geld Organisationsänderung notwendig wird. Für uns scheidet diese Erwägung gänzlich aus( hört, hört!); die etwa notwendigen Verpatrioten Krupp damit entschuldigt, daß er doch die deutsche Mord- strafe. hört!); änderungen werden sich ja nicht bloß auf die eine Anstalt, sondern waffen- Industrie durch Lieferungen für das Ausland konkurrenzfähig auf sämtliche erstrecken, und die Lokalfrage wird keine Rolle spielen. erhalten müsse. Eine wesentliche Veränderung in der Frequenz nach der Richtung eines großen Zuwachses infolge der neuen Kabinettsordre kann auch mit Sicherheit nicht vorausgesetzt werden. Die augenblickliche fattische Lage aber zwingt uns zur Verlegung eines Gymnasiums. Es sind nicht bloß Gymnasien, sondern auch Universitäten verlegt worden. Es wird doch auch nicht bloß der Name, sondern auch der Lehrkörper und die Ausrüstung, der Etat der Anstalt hinübergenommen. Unnüßerweise für neue Anstalten Gelder auszugeben, ist die Stadt auch bei der glänzendsten Finanzlage nicht berechtigt. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Neue Denkmünzen sollen zu der im nächsten Jahre stattfindenden 200- Jahrfeier des Bestehens des Königreichs Preußen in Gestalt von 2- und 5- Martstiden geprägt 34. Sigung vom Donnerstag, 6. Dezember 1900, werden, deren eine Seite das Doppelbild König Friedrichs I. nachmittags 5 Uhr. und Kaiser Wilhelms II. zeigt. Ein Entwurf dieser Dent- Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung mit münzen liegt dem Bundesrat zur Zeit noch nicht vor, dürfte ihm einem tiefbewegten Nachruf für den am 2. d. M. verstorbenen Stadtaber in nächster Zeit durch den Staatssekretär des Reichs- Schazamts verordneten Spinola, der seit 19 Jahren der Versammlung an zugehen. gehörte. ganz erheblich erhöhten) Gerichts- Beifung. 4 lassen. die Stadtv. Dr. Hermes( A. 2.) kann die Beweisführung des 10 Lehte Nachrichten und Depelthen. Oberbürgermeisters als richtig nicht anerkennen. Der Stadtteil habe das Gymnasium notwendig und auch für die entfernter wohnenden Im Lübecker Streikposten Prozeß fand gestern vor dem Verheerungen durch den Sturm. Schüler sei es bei den guten Verbindungen sehr bequem erreichbar. Brandenburger Schöffengericht die Verhandlung gegen den Genossen Köln, 6. Dezember.( B. H.) Stündlich laufen weitere ein, über Unglücksfälle welche der Sturm Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen und in nament- uth statt. Diefelbe endete mit Freisprechung des Angeklagten; Siobsposten licher Abstimmung die Verlegung des Friedrichs- Werderschen die Verordnung selber hielt der Gerichtshof jedoch für zu Recht er- Heute früh angerichtet hat. Auf den Bahnhöfen in Kal Gymnafiums nach Moabit beztv. die Berücksichtigung der Tempelhofer lassen. pour 9 1115 scheuren und Nippes wurden Stellwertsgelände umgeBorstadt mit 87 gegen 23 Stimmen beschlossen. Ein Anarchisten- Prozeß beschäftigte gestern die zweite Straf- worfen, wodurch beide Hauptgeleise lange Zeit gestört blieben. Die vom Magistrat vorgeschlagenen neuen( d. h. fast durchweg fammer des Landgerichts I. Der Tischler Otto Albrecht war be- Auf dem Güterbahnhof Gereon fuppelten sich infolge des starken schuldigt, als verantwortlicher Redacteur der socialistisch Sturms eine Anzahl Wagen los. Hierbei wurde eine Person getötet. Einheitssätze für die Erstattung der Waisen Pflegekosten Weite Strecken der benach für die Zeit vom 1. April 1901/3 hat der niedergesezte Ausschuß in anarchistischen Zeitschrift Neues Leben" durch in diesem Blatt Auf den am Werft vor Anker liegenden Schiffen wurden die Mast: veröffentlichten Artikel zur Begehung des Mords und der bäume wie Streichhölzer gefnidt. feiner Mehrheit abgelehnt und empfiehlt die Versammlung, es aufreizung verschiedener Bevölkerungsklassen gegeneinander auf- barten Chausseen sind mit schweren entwurzelten Bäumen bedeckt. bei den bisherigen Säßen zu belassen. gefordert zu haben. Beanstandet waren die Nummern des„ Neuen Auch die Ortschaften des Vorgebirges haben empfindlich gelitten. Referent des Ausschusses ist der Stadtv. Dr. Freudenberg( S.): Der Magistrat hat im Aus- Leben" vom 10. Oftober und 10. November d. J. In der letzteren Marktleute erzählen, daß zahlreiche kleine Häuser eingestürzt sind, Stadtv. Dr. Freudenberg( S.): Der Magistrat hat im Aus- Nummer befand sich ein Gedicht mit der Ueberschrift Pro meroria", wobei viele Personen verletzt worden seien. Die Größe des durch schusse erklärt, daß er mit der Vorlage zunächst den Zweck ver- welches den am 11. November 1887 in Chicago hingerichteten, bezw. das Unwetter verursachten Unglücks wird sich erst morgen übersehen folgt habe, fich über die felbst zu informieren, dann aber auch in die Lage zu kommen, die zu langjähriger Buchthausstrafe verurteilten Anarchisten gewidmet war. jenigen Unterstützten oder deren Angehörige, die eine größere Erb- Der Leitartikel in demselben Blatt beschäftigte sich mit den MordKrüger in Holland. fchaft gemacht haben, zur Erstattung der vollen Kosten anzuhalten. Gegen diese neuen Grundsäße ist eingewendet worden, daß Fälle der Gesellschaftsordnung zurückgeführt und auch die That Luecheni wurde bild der Stadt hinaus hielt eine dichtgedrängte Menschenmenge lezteren Art doch nur sehr selten sein würden, daß aber andrerseits als ein Opfer der Klasse der Besitzenden hingestellt. Der Artikel mit niederländifen und transvaalischen Fahnen beide Seiten die höheren Säge für viele Erstattungspflichtige sehr hart seien und schloß mit den Worten: Ihr seid vorangegangen, wohlan, wir des Bahndamms besetzt. Der Zug des Präsidenten wurde beim leicht die Entziehung des Wahlrechts dadurch in Bermanenz erklärt wollen Euch folgen unter dem Rufe:„ Hoch die Anarchie!" Der Einlaufen in die Stadt mit stürmischer Begeisterung empfangen. Um werden könnte. Auch treffe die Analogie der Krankenhauskosten Berechnung nicht zu. Die Einrechnung des Grund und Bodens fei angeklagte gab an, daß er zwar Anarchist, aber kein Anhänger der 3 Uhr 50 Min. traf der Zug auf dem Bahnhof ein. Viele Vertreter Propaganda der That sei. Er habe nur bis zu seinem 14. Lebens- der Behörden und zahlreiche Mitglieder beider Kammern, sowie zahlebenfalls beanstandet worden, weil die Stadt denselben seiner Beit Jahr die Volksschule besucht und sei nicht im stande, auch nur reiche Vereine waren zugegen. Da Krüger incognito reift, war fein nicht bar bezahlt habe. den tleinsten Artikel zu schreiben. In einer von Vertreter des Hofes anwesend. Ein Sängerchor stimmte den Stadtv. Friederici( A. 2.) beantragt Zurückverweisung der Angelegenheit an den Ausschuß, da man die finanzielle Tragweite einigen Anarchisten besuchten Bersammlung sei die Frage gestellt 72. Psalm an. Der Bürgermeister hieß Präsident Krüger im Namen worden, wer die Redaktion für einige Monate übernehmen wolle. der Hauptstadt willkommen und der Vorsitzende des Südafrikanicht übersehe. Er habe sich hierzu erboten, zumal ihm versichert wurde, daß er Vereins im Haag begrüßte Krüger im Namen des niederländischen irgend welche Gefahr dabei nicht laufe. Die Oftobernummer fei Bolts. Sodann wurde der Präfident in feierlichem Zuge nach dem ihm vor ihrer Fertigstellung nicht zu Geficht geotel des Indes geführt. tommen, der Expedient Hornickel zu Adlershof habe auch die ganze Redaktion besorgt. Entweder diefer oder der Stuckateur Gustav Schall feien nach Ansicht des Angeklagten Verfasser der Artikel. Bei dieser Sachlage hielt der Gerichtshof es für geboten, die An Paris, 6. Dezember. Auf der Tagesordnung der heutigen flage in betreff der Oktober- Nummer zu vertagen und die Alten der Sigung steht die Vorlage über die Amnestie. Guieysse erklärt, Staatsanwaltschaft zur weiteren Ermittelung zuzustellen. In betreff es sei die Dreyfus- Angelegenheit, welche die ganze Sachlage beder November Nummer hielt Staatsanwaltschaftsrat Sanzow herrsche. Die Vorlage über die Amnestie werde es Dreyfus ins die Anklage in beiden Punkten aufrecht. Er beantrage eine möglich machen, seine Unschuld zu beweisen. Wenn Dreyfus schuldig Zum Konflikt in der ,, Leipziger Volkszeitung". ( Lärmende Zwischens Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger, Nechte fei, so hätte man ihn nicht begnadigen sollen. Zu unsren gestrigen Mitteilungen geht uns nachstehendes anwalt eine, führte aus, daß die Nummern beschlagnahmt rufe.) Redner fagt zum Schluß, er lehne die Amnestie ab, da Schreiben zu: wurden, als sie in einem Sack zur Post gebracht wurden. Hierin sie einen S buben wie Esterhazy ungestraft lasse und achtGr. Lichterfelde- antwis, 6. Dezember 1900. liege noch keine Verbreitung, sondern vielleicht ein Versuch oder eine bare Offiziere wie Picard auch weiterhin dem Verdacht ausseye. Zu den beiden letzten Notizen unter der Rubrik: Bum vorbereitende Handlung. Könne doch auch keine Verbreitung darin Deribère verlangt, daß, um Beruhigung herbeizuführen, die Amnestie Konflikt der Leipziger Volkszeitung" in der gestrigen Nummer gefunden werden, daß vorher andre Personen durch Verabfolgung allgemein sei und daß nur für das Verbrechen des Verrats eine Auserkläre ich, daß ich als Verfasser des Artikels der Buchdrucker- des Pflichteremplars von dem Juhalt der Nummer Kenntnis nahme gemacht werde.( Vereinzelter Beifall.) Die Regierung solle Wacht":" Der legte Trumpf zur Vernichtung der Gewerkschaft" erhielten. Aber auch der Inhalt des Artikels sei nach der Ansicht des eine Vorlage in diesem Sinne einbringen. Ministerpräsident Waldedsämtliche von mir angeführten Thatsachen stritte aufrechterhalte Verteidigers nicht dazu geeignet, zu Gewaltthätigkeiten aufgureizen. Rousseau erklärt, er habe eine allgemeine Amnestie deshalb nicht bes und in der Lage bin, dieselben zeugeneiblich( event. vor Gericht) Die mit übertriebenem Bathos geschriebenen Artifel feien nicht antragt, weil er das Land nicht einer neuen Erregung aussehen zu bekräftigen." adid Theodor Labjuhn. anders zu beurteilen als die Reden, die ein bekannter Mann zu wolle.( Wiederholter Beifall.) Der Antrag Deribère wird mit 311 halten pflege und in diesem Jahre bereits zweimal gegen 232 Stimmen abgelehnt. von der Anklage der Aufreizung freigesprochen worden sei, obgleich er fortwährend geschrieen habe: aut die Juden, Das Gericht habe den Grafen iagt sie hinaus! usw. Bidler einfach als einen Phraseologen angefehen, deffen blumens reiche Sprache nicht ernst zu nehmen sei. Er bitte, auch den Angeklagten aus diesem Grunde freizusprechen. thaten, welche seit dem letzten Jahrzehnt von Anarchisten begangen wurden. Diese Verbrechen wurden als Folgen der bestehenden Haag, 6. Dezember.( W. T. B.) Bis weit über das Weichs Die Sache geht an den Ausschuß zurück. Die Verhandlung über die Anträge Singer, betr. die Einführung des Reichswahlrechts für die Gemeindewahlen, und Kalisch, betr. die Lebensmittelzölle, werden bei der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung abgesetzt. Nach Erledigung einiger Gegenstände von untergeordneter Bedeutung schließt die Sigung gegen 9 Uhr. Gewerkschaftliches. " Wir haben Herrn Labjuhn, der in der Offizin des Borw." beschäftigt ist, in mündlicher Auseinandersetzung ersucht, uns mit zuteilen, von wem und unter welchen Umständen das behauptete Anfinnen an die Geschäftsleitung ergangen ist. Herr 2. hat darüber jede Auskunft verweigert. Für uns liegt nicht die geringste Ursache vor, an den von uns gestern veröffentlichten Erklärungen der Verbandsseßer und den damit übereinstimmenden Feststellungen der Geschäftsleitung zu zweifeln; wir erklären nochmals ausdrücklich, daß die Behauptungen Labjuhns, soweit sie sich auf den Vorwärts" beziehen, vollständig auf unwahrheit beruhen. Die Spitzenweber von Calais haben von dem parlamenta rischen Comitee der englischen Trade- Unions die Zusicherung erhalten, daß von den englischen Gewerkschaften Unterstützungen einlaufen würden. Das P. C. wird an die Gewerkschaften ein Cirkular erlassen. Die Unternehmer in Calais drohen mit Auswanderung; sie wollen von den Fabrikanten in Nottingham( England) die Einladung erhalten haben, nach dort überzusiedeln. Sociales. " der Der Gerichtshof hielt nur eine Aufreizung für vorliegend und erkannte hierfür auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Der Verurteilte wurde auf freien Fuß gesezt. Wozu ein Dienstmädchen herhalten muß. Eine Anklage brud Aus der französischen Kammer. Die Adresdebatte im englischen Oberhaus. London, 6. Dezember.( W. Z. B.) Lathom bringt die Adresse auf die Thronrede ein und erklärt, nur die Regelung der südafrika-' nischen Angelegenheit, durch welche für die Aufrichtung einer festen britischen Herrschaft Sorge getragen werde, könne zufriedenstellend sein. Kimberley weist auf die plötzliche Auflösung des Parlaments hin und sagt, er setze voraus, die Regierung habe damals den Eingehabt, daß der Krieg in Südafrika thatsächlich wegen wissentlich falscher Anschuldigung schwerster Art wurde gestern beendet sei, aber die jetzigen Umstände ließen diese Voraussetzung vor der vierten Straffammer des Landgerichts I gegen den Kauf- als ungerechtfertigt erscheinen. mann Robert Hartung verhandelt. Im Juli d. J. befand der Angeklagte sich in einer Geldverlegenheit, die er für vorübergehend Die Thronrede der Königin fei äußerst kurz, das Parlament habe hielt. Um sich daraus zu befreien, soll er heimlich die Schmucksachen aber das Recht, genauere Auslaffungen über die Politik der Refeiner Ehefrau an sich genommen und dieselben versetzt haben. gierung bezüglich Südafrikas zu erwarten. Der Krieg nähere fich als seine Ehefrau den Verlust bemerkte, beschuldigte sie sofort ihr offenbar noch nicht seinem Ende, die Feindseligkeiten hätten im Dienstmädchen Marie Bieliz des Diebstahls und erstattete gegen fie Gegenteil in legter Zeit zugenommen und einen bedenklichen Charakter Anzeige. Das Mädchen wurde trotz seiner Unschuldsbeteuerungen in angenommen. Sehr peinlich hätten die Meldungen über die Haft genommen. Ihr Dienstherr nahm weder für noch gegen sie grausame Behandlung der Boeren berührt. Er habe zu der Partei, fondern ließ ihre Verhaftung ruhig geschehen. Die Menschlichkeit des Feldmarschalls Roberts volles Vertrauen, Socialreform im Gastwirtsgewerbe. Die seit Jahren ge- Polizei stellte bei allen Leihämtern und Trödlern Ermittelungen und er fei, bis er von maßgebender Seite eine Auskunft pflogenen Erhebungen und Vernehmungen über die Lage des gast- an und dabei wurde festgestellt, daß die Schmucksachen auf wirtschaftlichen Hilfspersonals find bekanntlich soweit gediehen, daß den Namen des Kaufmanns Hartung, der auch von dem betreffenden erhalten, nicht geneigt, jenen Meldungen Glauben zu schenken, die Kommission für Arbeiterstatistit ihre Vorschläge dem Bundesrat Trödler auf das bestimmteste wiedererkannt wurde, versetzt worden doch wünsche er zu erfahren, wie weit ein strenges Vorgehen über unterbreitet hat. Die Reformvorschläge" der Kommiffion in waren. Das Mädchen wurde auf freien Fuß gesetzt und dagegen haupt völlig unvermeidlich war. Bezüglich der Lage in China hält Bezug auf die Arbeitszeit gehen, wie f. 8. mitgeteilt, dahin, den das Verfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung gegen den Redner dafür, daß sich die Mächte dort so gut verständigt hätten, wie Kellnern und Kellnerinnen eine a cht stündige Ruhezeit gefeg- Angeklagten eröffnet. Jm Termin versuchte der erwachsene Sohn des An- man dies unter so schwierigen Umständen vernünftigerweise erwarten lich zu gewähren, d. h. also eine 16stündige Arbeitszeit als geklagten die Schuld auf sich zu nehmen, indem er behauptete, daß er die fonnte. Der Abschluß des englisch deutschen Abkommens habe Maximum festzusetzen. Dieser Eingriff in die Freiheit der Schmucksachen entwendet und versetzt habe. Der Gerichtshof schenkte ihm ihn mit Genugthuung erfüllt, er hoffe jedoch nicht, dvß Arbeit" geht den gastwirtschaftlichen Unternehmern aber noch aber keinen Glauben, sondern hielt den Angeklagten für den Thäter. dieses Abkommen der Plan einer Expedition nach zu weit. Seit einigen Tagen ist hier in Berlin die Inter Sein Verhalten gegen das unschuldige Dienstmädchen sei ein höchst nationale Bereinigung der Gasthofsbefizer ver- verdammenswertes und sei deshalb auf ein Jahr Gefängnis dem Junern Chinas anschließe, nu dort den Kaiser und sammelt. Der Vorsitzende, Hotelier Hoyer, sprach über die Vor- bei sofortiger Verhaftung erkannt worden. Unter lautem Jammern, die Kaiserin von China gefangen zu nehmen. Ein solches Unters schläge der Kommission. Er meinte, daß, wenn das Hotelgewerbe daß er unschuldig für seinen Sohn büßen müsse, wurde der Ver- nehmen würde sich noch länger hinziehen, als der Krieg in Südafrita. Premierminister Lord Salisbury entgegnete: Glaube Lord nicht eine große Schädigung erleiden solle, dann dürfe die tägliche urteilte abgeführt. Ruhezeit Stunden nicht übersteigen. Wenn jedoch eine Kimberley denn, daß England alle gebrachten Opfer aufgeben und Trennung der Hotels von den Gast- und Schankwirtschaften nicht eine Art von Unabhängigkeit geben wolle?( Lord Kimberley unter zu ermöglichen sein sollte, so wolle der Verein im Hinblick auf die brechend: Das würde ich über alles bedauern.) Was sei dann länger währende wirkliche Arbeitszeit in den lettgenannten Betrieben auf Lord Kimberleys Aeußerung zu geben; denn das einzige, thätigen Gehilfen, sowie mit Rücksicht auf den Umstand, daß dieselben was diese Guerillas befriedigen tönne, sei die Wieder vielfach verheiratet seien und nicht im Hause wohnen, in diesem Fall ein Opfer bringen und dem Beschlusse der Reichs wurde von Offizieren des Seebataillons zum besten gegeben. herstellung einer Art von Unabhängigkeit, und das fönnte nicht geschehen. Die Position einer britischen Kolonie mit eigener Bers tommission für Arbeiterstatistik bezüglich der acht stündigen Ale nach der Einnahme der chinesischen Residenzstadt zwei Ruhezeit beipflichten. Die Generalversammlung stimmte diesem Bor- deutsche Offiziere die Wohnräume des kaiserlichen Palastes waltung wünsche die Regierung dem Volle anzubieten, wenn es schlage sogleich einstimmig zu. durchschritten, fiel ihnen auf, daß von chinesischen Kulis Trag bereit sei, diese anzunehmen. Er wisse nicht, wie lange dies dauern bahren mit Tüchern überdeckt und anscheinend schwer beladen hinaus werde, es könnten Jahre sein, es tönnte auch eine Generation getragen wurden. Die Offiziere vermuteten darunter Leichen nud darüber hingehen. Hinsichtlich Chinas stimme er Lord Kimberley fümmerten sich nicht weiter darum. Wie erstaunten dieselben aber, vollständig bei und spreche die Hoffnung aus, daß eine solche als fie in einem Zimmer des Kaiserpalastes den englischen Bot- Expedition nicht entsandt werde. Im übrigen könne er Lord Kimberley schafter Sir Claude Macdonald nebft Gattin emsig damit be- nicht zufriedenstellen, indem er genau die Lage, in der die chinesische schäftigt fanden, die Kunstschätze des Palastes auf Tragbahren zu legen Zur Kohlennot. Durch Uebergang zur Tagesordnung erledigte und zur Aufbewahrung nach ihrer Wohnung tragen zu lassen! In Frage sich befinde, auseinandersetze. Das Konzert bestehe, und die letzten Nachrichten zeigten, daß es eine sehr vernünftige Lebensdie Stadtverwaltung von Duisburg einen Antrag des socialdemo: Deutschland nennt man so etwas Diebstahl." Englische Korrespondenten haben wiederum allerlei Erbauliches fähigkeit befize. Er( Salisbury) sei mehr im Zweifel über die Zeit, fratischen Vereins; der Antrag bezweckte die billige Kohlenversorgung von den Plünderungen andrer Nationen erzählt. Daß man wann ein befriedigendes Resultat erreicht werden würde, als der unbemittelten Bevölkerung durch die Stadt. Die Verwaltung, fich felbft beschuldigt, kann man ja nicht gut erwarten. darüber, ob das europäische Konzert Erfolg haben werde. Die die kurzerhand über den wichtigen Antrag entschied, ist dieselbe, Regierung hoffe alles zu erreichen, was sie sich vorgesetzt habe. welche bei Hurra- Festen unbeschränkten Kredit gewährt und die durch ihre Sorglosigkeit bei der Wasserversorgung der Stadt den Ausbruch Nach weiterer furzer Debatte wurde die Adresse angenommen und der legten Typhusepidemie verschuldet hat. das Haus bis Montag vertagt. Das„ Opfer" werden die Herren Hoteliers wahrlich mit Leichtigkeit tragen können. Im ferneren Verlauf der Verhandlung beschäftigte sich die Verfammlung auch mit der Stellenvermittelung. Der Forderung auf vollständig to stenlose, von Berufsvereinen ausgeübte Vernitte Lung wurde einstimmig zugestimmt. teiligung der Genofsinnen und Genossen ersucht China. Wie man in Peking plündert. Die Deutsche Beitung" läßt sich aus Shanghai melden: „ Eine hübsche kleine Episode von der Einnahme von Peking Die Expedition York ist von Kalgan nach Peking zurückgekehrt. Sie hat die Leiche des Grafen Yort mitgebracht. Seine Beifegung findet am 5. dieses Monats statt. Der Yangtsetiang hat gegenwärtig einen sehr niedrigen WasserLord Roberts in Durban. Berliner Partei- Angelegenheiten. stand. Bei Kiuliang ist das Waſſer nur acht Fuß tief, und der Fluß Das verhindert die beabsichtigte Entfendung von Lord Roberts fand hier einen glänzenden Empfang, an dem sich Durban, 6. Dezember.( Telegramm des„ Neuterschen Bureaus" Dritter Wahlkreis. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, findet im fällt noch immer. großen Saale von Buggenhagen am Morigplaz eine Volts- Striegsschiffen nach Hankow. Ueber Gefechte im Hinterlande von Kiautschou meldet der Mitglieder des hiesigen Jrenvereins beteiligten. Roberts hielt eine versammlung statt. in welcher der Genosse. Reichstags: Gouverneur Ia e ich fe an den( chinesischen) Gouverneur in Schantung: Rede. in der er die Hoffnung aussprach, daß man, wenn der Krieg Abgeordneter Wolfgang Seine über: Aufgaben und Kämpfe " Ew. Excellenz Telegramm vom 24. d. M., in welchem Sie mir vorbei sei. denjenigen die Bruderband reichen werde, die Englands der Socialdemokratie im Reichstage" sprechen wird. Um rege Be Ihr Bedauern ausdrücken, daß ein deutscher Offizier verwundet Feinde gewefen, daß man diefelben ehre für den Kampf, den sie geworden ist, habe ich erhalten und sehe zu meiner Befriedigung fämpft, und daß man vorbereitet sein werde, die Privilegien, die Briz. Heute, Freitag, bei Dorn, Bürgerstraße 8, außerordent daraus. daß Sie die Uebelthäter jener Gegend ebenso wie ich ver- jeder Engländer hochhalte, auf sie auszudehnen. Er glaube, den aus den Republiken Geflohenen werde die Rückkehr in ihre Heims liche Mitgliederversammlung. Der wichtigen Tages- Die gerechte Strafe ist inzwischen eingetreten. Das Dorf ftätten in nicht langer Beit gestattet werden. ordnung halber ist es Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Li tfchia hing, aus welchem auf die ruhig vorüberreitende Der socialdemokratische Verein von Johannisthal und Batrouille geschossen worden ist, sodaß der Offizier an acht Stellen Nieder Schöneweide hält am 8. Dezember cr., abends 8 Uhr, feines Körpers schwer und ein Mann leicht verwundet worden, ist im Lokale des Genossen Franz in Nieder- Schöneweide, seine Mit- am folgenden Tage gestürmt worden, ebenso das Dorf Kelan, in gliederversammlung ab. dem sich die Aufrührer des Kaulidistrikts gesammelt und verschanzt Ober- Schöneweide. Sonnabendabend, 81/2 Uhr, findet bei hatten. Es sind dabei mehr als 200 der Unruhestifter Töpfer die Versammlung des Arbeiter Bildungsvereins ftatt. getötet worden. Dies wird ein warnendes Beispiel für das Dr. med. Baul Bernstein hält einen Vortrag über: Kinder- thörichte Bolt jener Gegend sein. frankheiten". Gäste haben Zutritt! Bardon wurde auch hier scheinbar nicht gegeben. 3 Der Vertrauensmann. dammen. . 3 Haag, 6. Dezember.( W. T. B.) Die Erste Kammer nahm einen Beschlußantrag an, in welchem sie ähnlich wie in dem be treffenden Beschluß der zweiten Kammer, den Präsident Krüger in den Niederlanden herzlich willkommen heißt. Sofia, 6. Dezember.( B.) Gerüchtweise verlautet, Fürst Ferdinand sei entschlossen, falls die Sobranje dem neuen Ministerium das Budget nicht votieren sollte, ein Militärregime einzuführen. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortl. Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Nr. 285. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 14. Sizung. Donnerstag, den 6. Dez br. 1900, 2 Uhr. Am Bundesratstische: v. Thielen, Brefeld. Zunächst steht ein schleuniger Antrag Albrecht( Soc.) u. Gen. betreffend Einstellung eines gegen den Abg. Thiele( Soc.) schwebenden Strafverfahrens zur Beratung. Abg. Dr. Arendt( Rp.): Geffton ſchiver Der Herr Abg. Thiele hat in der vorigen Session schwere ehrenrührige Vorwürfe gegen den Steiger Rothe erhoben. Ich habe den Nachweis geliefert Präs. Graf Ballestrem: Diese Ausführungen gehören nicht zum Antrage. In diesem handelt es sich um ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung durch die Presse.( Große Heiterkeit.) Ich bitte Sie zu diesem Antrage zu sprechen. Abg. Dr. Arendt( Np.): Ich habe geglaubt, daß, da dieser Antrag sich gegen die Person des Abg. Thiele richtete, ich auch meine Beweggründe gegen die Person des Abg. Thiele. 152098114 Präsident Graf Ballestrem: Dieser Glaube war irrtümlich.( Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Arendt( Rpt.): Dann muß ich mein Bedauern darüber ausdrücken, daß es die Geschäftsordnung nicht gestattet, Angriffe gegen Personen außerhalb des Reichstags, die auf Grund der Redefreiheit im Reichstag ge: macht sind, hier zur Sprache zu bringen, so daß dem Betreffenden Gerechtigkeit geschieht.... Präsident Graf Ballestrem: Auch dies gehört nicht mehr zum Antrage.( Heiterkeit.) Hierauf wird der Antrag Albrecht angenommen. Freitag, 7. Dezember 1900. händler in Schutz zu nehmen, aber man soll sich doch nicht so vorigen Jahre, also ca. 3 Millionen Mehrgewinn.( Hört! hört! bei Dividenden sind gezahlt worden: 1897 stellen, als ob die Händler allein die Schuld trifft. Auch auf sie ist den" Socialdemokraten.) = ein Druck ausgeübt worden. Einem Kohlenhändler aus Erfurt, der 8 Proz., 1898 9 Pro3., 1899 10 Proz., int laufenden Jahre 11 Proz. zu billig verkaufte, ist ein Verweis deswegen erteilt worden, und als In den laufenden sechs Monaten ist der Verdienst ein noch größerer er sich daran nicht lehrte, da er sich im Recht glaubte, ist ihm in gewesen als im legten Jahre. Auch andre große Zechen wie die einem zweiten Briefe verboten worden, unter dem Preis zu verkaufen." Hibernia" haben große Ueberschüsse, 1899 betrug der GesamtüberNoch mehr beweist das ein zweiter Brief, der aus Marburg stammt, schuß 7/2 Millionen Mart, in den ersten zehn Monaten des laufenden aus dem hervorgeht, daß dem Händler, der nach Ansicht des Jahrs 11/2 Millionen mehr. Die Grube Gelsenkirchen hat im Jahre 1899 einen Ueberschuß Syndikats zu billig verkauft hat, die Kohlen von dem RheinischWestfälischen Syndikat überhaupt entzogen worden sind. Nur ganz von über 9 Millionen ergeben, im Jahre 1900 in den ersten wenig Firmen erhalten noch vom Syndikat Kohlen, die andern zehn Monaten einen Ueberschuß von 13 322 748 M., daß ist ein alle nicht. Mehrüberschuß von circa 3 Millionen in zehn Monaten. Ebenso Der Herr Handelsminister hat dann weiter gefagt, gewerb haben die fleineren Zechen große. Ueberschüsse. Auch der preußische liche Genossenschaften sollten ebenfalls direkt Kohlen von Fiskus hat mit seinen Gruben horrende Geschäfte gemacht. Der staatlichen Gruben erhalten. Nun, es wurde kürzlich aus Breslau Gesamtüberschuß betrug in den Jahren 1895/96 etwa 9 882 000 m., geschrieben, und zwar von der Handelskammer an eine staatliche Grube, 1897/98 über 12 Millionen und 1899 20 784 000 Mark. Nicht mir ob die dortigen Innungen direkt Stohlen beziehen könnten. Man erhielt zur an diesen kolossalen Ueberschüssen sieht man die günstige Lage der Antwort, es fönnten feine Kohlen von der Staatsgrube an die In- Kohlenbergwerke, sondern es sind noch bedeutende Summen zu nungen geliefert werden. Aber auch Private, Fabrikbefizer haben Reservefonds, Special- Reservefonds und zu Amortisationszwecken verdieselbe Antwort erhalten; daß diese Absage an der Tagesordnung wendet worden.( Redner führt eine Reihe Zahlen als Belege dafür an.) Es ist Aus alledem geht hervor, daß die Ueberschüsse für das nächste Jahr ist, sieht man daraus, daß die Absagekarten gedruckt sind. also festgestellt, daß gewerbliche Genossenschaften und Private vom noch höhere sein werden. Den größten Vorteil von der günstigen Staat Rohlen nicht beziehen können. Lage der Kohleniverke haben natürlich die Vorstände der Gruben. So bezieht Herr v. Kardorff ein Gehalt von 27 000 Mark als Aufsichtsrat der Laurahütte.( Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Der Handelsminister hat ferner zugegeben, daß es notwendig sei, den Zwischenhandel einzuschränken. Er hat aber die Kohlenhändler auch sehr gelobt. Sie hätten sich durch Einführung der oberschlesischen Kohle unter Ausschaltung der englischen z. B. großes Verdienst um die Berliner Bevölkerung erworben. Ich sage vielmehr: sie haben sich großen Verdienst von der Berliner Bezugehen. völkerung erworben.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) im Ich bitte nicht auf das Privatverhältnis der Abgeordneten einAbg. Sachfe( Soc., fortfahrend): Der Herr Eisenbahnminister hat sich gegen die Aufhebung der AusIch will noch darauf zu sprechen kommen, daß die deutschen fuhrtarife erklärt. Interessant ist dabei, daß der Eisenbahnrat für Bergarbeiter, wenn sie wirklich etwas mehr verdient haben, dies Ost und Westpreußen plößlich in einer Sigung ebenfalls über die nur auf Kosten ihrer Gesundheit haben thun tönnen. der Abschlüsse niederschlesischen Knappschaftstaffe Ausfuhrprämien debattiert hat und mit 17 gegen 5 Stimmen einen Die Antrag auf Aufhebung der Kohlenausfuhrtarife angenommen hat. Bezirk Waldenburg beweisen ganz deutlich, daß die KrankheitsWährend Herr v. Thielen hat darauf hingewiesen, daß auf Grund 25jähriger ziffer 1899 gegen 1898 ganz gewaltig gestiegen ist. hatte, hatte Sodann wird die Besprechung der Interpellation Heim( C.) Berträge heute noch die Kohlen aus dem Ruhrrevier zu Vorzugs- die Knappschaftstoffe 1898 57,5 Prozent Kranke wegen der Kohlenteuerung fortgesetzt. tarifen nach den Gasanstalten in Paris geliefert werden. Wie sie im Jahre 1899 69,09 Proz. Im Ruhrbecken waren 1898 von würden die Herren von der Handelsminister Brefeld: Rechten und die National- 100 Arbeitern 53 trant, im Jahre 1899 dagegen 61. Das ist eine iven die Socialdemokratie gewaltige Steigerung der Krankheitsfälle. Die Arbeiter mußten sich Nicht nur die landwirtschaftlichen, auch die gewerblichen Ge- liberalen über uns herfallen, Industrielle in einer solchen 1899 bedeutend mehr anstrengen als im Vorjahre. Es wäre hohe nossenschaften sollen bei dem direkten Bezug staatlicher Kohlen be- ausländische Arbeiter oder Weise begünstigen würden. Die Behauptung, daß rücksichtigt werden, wenn auch bei den gewerblichen Genossenschaften in Zeit, daß die Regierung endlich einmal eingriffe und diese Zustände größere Schwierigkeiten zu überwinden sind. Der weitere Vorwurf der Schweiz deutsche Kohlen billiger verkauft ins Auge faßte. Denn im Es sind am Montag verschiedene Vorschläge gemacht worden. des Abg. Richter, ich sei gegen die Gründung staatlicher Central- werden, scheint doch nicht jeder Grundlage zu entbehren. bureaus für den direkten Verkauf von Kohlen an die Konsumenten vorigen Winter ist sogar von liberaler Seite in der Budgettommission Keiner geht aber auf den Grund der Sache, feiner giebt das ift gleichfalls unberechtigt. Solche Bureaus bestehen bereits für darauf hingewiesen, daß in der Schweiz die Kohlen 20 m. billiger Mittel, das allein auf diesem Gebiete Befferung hervorrufen Die einzige Möglichkeit einer Besserung ist trotz schwerer staatliche Kohlenbezirke. Das oberschlesische Centralbureau hat mein verkauft werden als in Deutschland und daß demgegenüber Schritte tann. Gruben daß die in den Staatsbefik Thatsache ist auch, daß Grubenbefizer Bedenken die, Amtsvorgänger v. Berlepsch errichtet, ich habe es vorgefunden. gethan werden müßten. Dann würde das Bei den hohen übergehen. deutsche die Parlament Borzugstarife auf der Eisenbahn genießen. Redner sucht sodann zahlenmäßig nachzuweisen, daß die Heran- Dividenden der Bergwerksbefizer wird die Eisenbahnverwaltung dies Aufsicht über die Gruben haben. Es würde sie kontrollieren ziehung der Händler seit seinem Amtsantritt zurückgegangen sei. Es würde darüber wachen können, daß nicht eine Es ist an mich in der Preffe die Aufforderung gerichtet worden, Vorgehen kaum verantworten fönnen. Uebrigens wird die Ausfuhr lönnen. die oberschlesischen Kohlengruben mit den staatlichen zu einem, Syn- deutscher Kohlen vom Syndikat auch noch auf andren Wegen zu be- Arbeitszeit gegeben wird, die der Gesundheit schädlich ist. Es würde nicht zugeben, daß das deutsche Volt in einer dikat zu vereinigen. Nach meiner Meinung aber hat der Staat die werkstelligen gesucht. wie bisher ausgebeutet werden kann. Der Herr Am 27. November hat das westfälische Syndikat einen Ausschuß Weise Aufgabe, die Preise erst zu erhöhen, wenn die Marktlage eine feste ist. Gehört er jedoch dem Syndikat an, so wäre er jedenfalls dazu eingesetzt, der sich darüber schlüssig werden soll, ob nicht auch von vom Centrum hat am Montag sehr schön geredet, damit ist berpflichtet, sobald die Majorität Preiserhöhung beschließt. Herr feiten des Kohlensyndikats Ausfuhrprämien gezahlt werden es aber nicht gethan. Ich will die Herren nur daran erinnern, daß Heim hat es als eine Schande bezeichnet, daß das XVIII. Armee- follen.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Im nächsten sie dahin wirken mögen, daß auch außerhalb diefes corps englische Kohle beziehe. Ich finde das bei dem großen Import Eine auffallende Thatsache ist, daß die Stohlenpreise Frühjahr ein solcher Beschluß sicher gefaßt werden. Hauses die Angehörigen ihrer Partei der Beund der Güte der englischen Kohle gar nicht verwunderlich. Herr Heim Eine auffallende Thatsache ist, daß die Kohlenpreise bis wegung der deutschen Bergarbeiter nicht immer Knüppel und nach gestiegen sind, und erst als zwischen die Beine werfen.( Sehr richtig! b. d. Socialdemokraten.) wird hat weiter die Frage an mich gerichtet, ob die preußische Regierung zum Herbst nach die deutschen Fabrikanten und die deutschen Handels- Die Zustände wären für die Bergarbeiter schon bedeutend besser, niemals von der Befugnis des§ 65 des preußischen Berggefeßes Gebrauch gemacht habe, die Privatgrubenbesiger zu erweitertem Abbau aufzufordern. Ich kann ihm erwidern, daß dazu niemals ein Anlaß vorgelegen hat. Die Grubenbefizer haben sich stets sebr bereit gefunden, ihren Betrieb zu vergrößern. Auch in diesem Jahre find 72' Neuanlagen in Vorbereitung begriffen. Eisenbahn- Minister Thielen: wenn nicht die Verhegung der Kapläne außerhalb des Hauses( Oho! beim Centrum) so viel Schaden wirfte. Diese Agitation des Centrums gegegen die socialdemokratische Arbeiterschaft steht auf einer sehrniedrigen Stufe. Flugblätter sind verbreitet worden, die die socialdemo fratischen Arbeiter beschimpfen.( Zuruf aus dem Centrum: Kohlen!) Das hängt eng mit der ganzen Frage zusammen. Ich spreche eben darüber, weil durch solche Verhegungen die Bergarbeiter zurückgebracht worden sind. fammern, in denen die Kohlenbergwerksbesitzer keinen Einfluß hatten, dagegen opponierten, wurden ihnen von seiten des Syndifats die Preise nicht mehr gesteigert, wohl aber stiegen die Preise für die Hausbrandkohle noch am 1. Oktober um 15 Proz.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Freilich die armen Arbeiter haben ja nicht solchen Einfluß, fie fonnten daher noch einmal geschröpft werden! Sehr wahr! bei den Socialdemokraten.) Wenn übrigens Der Herr Abg. Heim hat geäußert, die Kohlen hätten in der das Centrum hier eine Interpellation über die Kohlenteuerung einseine Freunde Das merken auch die katholischen Bergarbeiter allmählich. Auch Das beweist das Vorgehen der oberfernung von den Gruben gelegenen inländischen Bezirken, und in Oberschlesien vorgehen. Die Bergwerksbesitzer dort haben in ihren Streisen regt es sich. schlesischen Bergarbeiter, die es in der jetzigen Zeit der Kohlendas läge an den billigen Transportkosten wegen der Exporttarife genau so ihre Preise erhöht wie die westfälischen. und weil zum Teil im Auslande billigere Preise für Kohlen Man hat nun auch den hohen Löhnen" der Bergleute die teuerung über sich gewannen, eine Lohnerhöhung von 25 Proz. Aus der amtlichen zu verlangen. Nicht der Glaube allein ist also maßgebend. genommen würden. Beide Behauptungen haben ich und der Herr Schuld an der Kohlenteuerung zugeschrieben. Handelsminister schon Montag widerlegt und ich hoffte, daß Herr Statistik gebt indes hervor, daß 1899 bei den Steinkohlenarbeitern und auch die Amtsvorsteher, die Ihrer Partei angehören, Heim fich dadurch würde überzeugen lassen. Trotzdem hat Herr die Durchschnittslöhne 2,87 m. betrugen, im zweiten Quartal 1900 in find alles andre, nur nicht unparteiisch. Ich habe es in Oberschlesien Heim seine Erklärung wiederholt. Ich kann mumehr kontrollieren, Oberschlesien 3,09 M., alfo mur 22 Pf. mehr. In Niederschlesien betrug selbst erlebt, mit welchem Ton ein solcher Amtsvorsteher den daß seitens des Herrn Präsidenten des Reichs- Eisenbahnamts der der Durchschnittslohn 1899 2,80 M., im 2. Quartal des laufenden Arbeitern entgegentritt. Versammlungen sind verboten worden; gifferumäßige Nachweis geliefert ist, daß diese Behauptungen irrig Jahrs 2,95 M. Im Rubrrevier 1899 3,96 M., im 2. Quartal 1900 Schantsperrungen hat man angeordnet. find. Redner erläutert dies durch einzelne Zahlen. 4,17 M., also die deutschen Bergarbeiter haben im laufenden Jahr nur wenige Pfennige mehr verdient als im vorigen; und Abg. Sachse( Soc.): 62 ich behaupte, daß durch diese kleine Lohnerhöhung die Kohle hätte um teinen Pfennigsteurer werden brauchen( Sehr richtig links) und werde dies noch durch den Hinweis auf die großen Ueberschüsse der Kohlenbergverksbesiger beweisen. Die westfälischen Braunkohlenarbeiter haben im Jahre 1894 pro Tonne 99 Pf. und 1899 pro Tonne 1 Mt. Verdienst gehabt. Die Lohnsteigerung beträgt also mit Rüdsicht auf die gesteigerten Förderungen nur einen Pfennig. Schweiz zum Teil weniger gekostet als in den in gleicher Ent- bringt, so soll es sich doch zuerst erfundigen, enteuerung ein- worden sind. Wenn Sie wünschen, meine Herren, daß Ihre schönen Worte hier im Hause etwas nüßen sollen, daß wirklich Remedur gefchaffen werden soll, dann bitte ich Sie dringend, streben Sie dahin, Es find im Laufe der Debatte gegen die Bergleute verschiedene die deutschen Kohlengruben in Reichsbesig überVorwürfe erhoben worden. Vor allen Dingen hat man den Streits gehen, daß wir ein Reichs- Berggefes belommen, in Sachsen die Schuld an der Kohlenteuerung zugeschrieben. Ich Daß das Parlament in Zukunft dafür jorgen darf, fann fonstatieren, daß von 430 000 Kohlenarbeitern nur 20 000 Arbeiter daß das deutsche Bolt eine Ausbeutung in dieser höchstens 14 Tage gestreift haben. Die fächsische Regierung ist ja auch Weise nicht mehr bekommt.( Bravo! bei den Social mit Erfolg bemüht gewesen, durch Gewaltmaßregel den Streit sofort demokraten.) zu unterdrücken. Vor dem Streit aber hat eine massenhafte Aus- Herr Hilbd hat auch von den Arbeitervillen in Dortmund Sächsischer Bundesbevollmächtigter, Ministerialdirektor Dr. Fischer: fuhr deutscher Kohle in das östreichische Streifgebiet stattgefunden. und Essen gesprochen und uns aufgefordert, fie uns einmal näher Der Herr Vorredner hat meiner Regierung den Vorwurf geSogar Fabrikanten, die deshalb teine Kohle hier bekommen fonnten, anzusehen. Ich habe das zwar nicht selbst gethan, bekam aber sofort haben gegen diese antinationale Politik der deutschen Kohlen einen Brief aus der dortigen Gegend mit Schilderungen über die macht, sie hätte nicht den Mut gehabt, den sächsischen Kohlen( Sehr richtig! bei den Socialmagnaten protestiert. Wenn der Eisenbahnminister also im Ab- Arbeiterkolonien. Dort heißt es 3. B.: Die Wohnungsverhältniffe demokraten.) Sie rufen: Sehr richtig! Was hätte meine Rez. magnaten entgegenzutreten. geordnetenhause erklärte, sobald bie streifenden Arbeiter der Arbeiter sind schauderhaft. Hunderte von ausländischen zur Vernunft kommen würden, würde die Kohlennot auf- Arbeitern werden herbeigelodt und in Pferdeftällen und Holz- gierung aber thun sollen? Das einzige Mittel wäre vielleicht ein hörrn, so hätte er beffer gethan, wenn er die Arbeitgeber schuppen untergebracht.( hört! hört! bei den Soc.) Ein anständiger abgeschen davon, daß der Nutzen dieser Maßregel noch gar Ausfuhrverbot gewesen und dazu war meine Regierung nicht befugt, zur Vernunft gebracht hätte!( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Bergmann geht nicht freiwillig in diese Kolonien!" Weiter wird mir mit abgesehen davon, daß der Nutzen dieser Maßregel noch gar nicht erwiesen ist. Der Herr Vorredner hat mich weiter auf Es ist auch gesagt worden, daß die Faulheit der deutschen geteilt, daß Herr Krupp, bevor er die Kirche in einer feiner Arbeiter ein Gebiet locken wollen, das ihm besonders sympathisch ist, da er Bergarbeiter an der Kohlennot schuld wäre. Die durchschnitt- Billenkolonien einweihte, seinen Bergleuten auf Zeche Hannover in dieser Beziehung große Sachkenntnis besitzt, ich meine liche Jahresleistung des deutschen Bergarbeiters ginge von Jahr zu 10 Proz. Lohnabzug gemacht hat, was ungefähr 300 000 m. jähr auf das Gebiet der Bergarbeiter Ausstände. Ich werde Jahr zurüd. Es fällt mir nicht schwer, diese haltlosen Behauptungen liche Eriprarnis für ihn bedeutet; dafür kann man freilich Billen aber diesem Sirenenlocken nicht folgen.( Heiterkeit.) Jedenfalls zurückzuweisen. Aus einer amtlichen Statistit, die mir hier vorliegt, tolonien bauen und sich als Wohlthäter der Menschheit werden Sie mir zugeben müssen, daß die Kohlenarbeiter- Ausstände will ich folgende Angaben machen. In Sachsen betrug die jähr aufspielen und Monarchen zu Gafte laben!( Sehr liche durchschnittliche Förderung eines Bergarbeiters im Jahre 1892 gut! links.) Weiter wird mir mitgeteilt, daß ein Betriebs- Scene gesetzt sind, damit die Kohlennot dadurch vermehrt und nicht damit sie vermindert werde. 305 Tonnen, 1895 345 Tonnen, 1899 379 Tonnen, also gegen 1892 führer igeäußert hätte, ordentliche Arbeiter gehen nicht in solche Abg. Gamp( Np.): eine Mehrleistung von 74 Tonnen pro Jahr. In Schlesien Kolonien". Auch ich kenne die Kolonien aus eigner Anschauung; Nach unsrer Meinung ist es ganz selbstverständlich, daß sich wurden von jedem Bergarbeiter jährlich durchschnittlich gefördert: im der Mann hat durchaus recht. Zu diesen Kolonien hat fast jede Jahre 1892 197 Tonnen, 1895 217 Tommen, 1897 219 Tonnen, Familie fünf Kostgänger und diese wohnen zusammen in drei die katholischen Arbeiter nicht mit den socialdemokratischen Arverbinden, δα diese eben noch Sinn für ihr ebenfalls eine erhebliche Steigerung. Im Dortmunder Zimmern. Dazu kommt die sllavische Abhängigkeit von der Beche. beitern Bezirk betrug die durchschnittliche Förderung 1899 267 Comment, Auch ein Boligist hat sich über die Insassen solcher Kolonien geäußert: Vaterland haben. Herr Sachse hat von den hohen Gewinnen der 1895 274 Tonnen und 1899 ebenfalls 274 Tonnen. Es find ja Ordentliche Arbeiter sind nicht dabei.( hört! hört! bei den Social- Aktiengesellschaften gesprochen. Die hohen Gewinne find jetzt nicht allerdings auch Jahre darunter, wo die Leistungen niedriger gewesen demokraten.) Für Niederschlesien will ich zugeben, daß dort zu leugnen, fie folgen aber recht vielen mageren Jahren. Das find, aber das liegt eben daran, daß die Gruben immer tiefer werden das Einzimmer- System wenigstens abgeschafft ist, so daß viele Ar Kohlensyndikat ist hier teilweise mit Unrecht heftig angegriffen. und die Kohlengewinnung infolgedessen immer schwieriger wird. beiter zwei Zimmer haben. Aber die Abhängigkeit dieser Arbeiter, Die Steigerung der Preise ist nicht durch das Syndikat hervor im Gegenteil es hat ein Verdienst um Herr Hilbek wird mir das zugeben und er hat es ja auch in seinen die in den Zechenhäusern wohnen, ist eine außerordentlich große. gerufen worden, Das. Produktion erworben. Syndikat Ausführungen am Montag hervorgehoben. Es ist ganz felbst- Rein Zeitungstolporteur darf dort Zeitungen austragen, die dem die Regelung aber den der Exportindustrie nicht verständlich, daß die Leistungen nicht immer dieselben sein können, Grubenbefizer nicht genehm find. Ein ungeheurer Druck wird auch ist troydem die Arbeiter immer fleißiger arbeiten müssen. Die Behauptung, bei den Wahlen ausgeübt. daß die Bergarbeiter faul gewesen sind, ist vollständig hinfällig und Was die Löhne anbetrifft, so steht es übrigens fest, daß eine Rohlenbergwerke. Soweit will ich nicht gehen. Aber auch ich meine, ich kann nur bedauern, daß selbst Centrumsblätter in diesen falschen ganze Reihe von Zechen jezt noch Lohnreducierungen vornehmen es ist Pflicht des Staats, in Rheinland- Westfalen größeren Gruben Ruf gestimmt haben. Wenn die Kohlennot von irgend einer Seite resp. für den Januar in Aussicht gestellt haben. Jede Woche gehen befig zu erwerben, um dort maßgebenden Einfluß zu gewinnen. In tünstlich hervorgerufen worden ist und wenn schon seit Jahren von derartige Notizen durch unsre Fachzeitschriften. Wie steht es nun Oberschlesien müssen mehr galigische Arbeiter zugelassen. Nationale Interessen kommen dabei nicht in Betracht. getvissen Kreisen auf die Kohlennot hingearbeitet ist, indem man jede aber demgegenüber mit den Ueberschüssen der Bergwerksbefizer? werden. Ueberproduktion zu vermeiden suchte, so ist es das rheinisch- Das im deutschen Bergbau angelegte Kapital hat sich im Jahre 1894 Dem Minister des Junern ist der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er westfälische Rohlensyndikat gewesen. Seine Hauptauf mit 5/4 Broz. verzinst, 1897 bereits mit 10 Bros., 1899 mit mit der Abschiebung der Galizier den Kohlenbergbau schwer, gegabe war es von vornherein, die Produktion einzuschränken und diese 13,7 Proz. Ich hatte also wohl recht zu behaupten, daß die gering- schädigt hat. Dagegen verspreche ich mir von einer Aufhebung der Einschränkung hat von Jahr zu Jahr zugenommen und ist fügige Lohnzulage die Kohlenpreise auch nicht um einen Pfennig Auslandstarife nichts. Sehr interessant war mir, daß Herr v. Thielent aufrecht erhalten bis zum Mai dieses Jahrs. hätte zu steigern brauchen. die Befürchtung aussprach, die Kohlen würden bei Aufhebung dieser Ferner haben nicht nur die Vertreter des Kohlensyndikats, sondern Ich will dann einige Zahlen über die horrenden Ueberschiffe Ausnahmetarife auf den Wafferweg gedrängt. Jm Abgeordnetenhause auch die verschiedensten Zeitungen behauptet, daß die Händler die angeben. Der Durchschnittsverkaufspreis der Zeche Dortmund betrug werden wir auf diese Aeußerung jedenfalls noch zurückkommen. Hauptschuld an der Kohlenteuerung trügen. Bis zu einem gewissen im Jahre 1899 8,64 m. pro Tonne, im laufenden Jahre 9,52 M.( Sehr gut! rechts.) Auch das Mittel des Ausfuhrverbots würde Grade ist das richtig, und ich habe teine Veranlassung, die Groß- pro Tonne, der Gewinn 12 858 811 m. gegenüber 9 251 673 M. im nichts nügen, denn es müßte paritätisch für alle Reviere angewandt der eft, baß eine gerecht geworden. Herr Sachſe verlangte die Verſtaatlichung der werden, während wir dem Saarrevier z. B. nicht ein Aufgeben feiner sämtlichen Geschäftsverbindungen nach dem Ausland zumuten tönnen. Breußischer Handelsminister Brefeld: Der Herr Vorredner hat gefragt, weshalb der Staat nicht auch im Ruhrrevier Grubenbejiz erworben hat. Ja, das ist nun einmal früher nicht geschehen und jetzt ist dort nichts mehr zu haben. Abg. Czarlinski( Pole): Das beste Mittel zur Beseitigung der Kohlennot wäre, wenn der Fiskus in größeren Mengen Kohlen direkt an das Publikumi abgeben würde. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Freitag, 7. Dezember. Opernhaus. 4. Sinfonie- Abend der tönigl. Kapelle. Schauspielhaus. Agnes Bernauer. Anfang 712 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Der Wildschüß oder: Die Stimme der Natur. Phantasten im Bremer Ratsteller. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71 Uhr. Leffing. Wie die Blätter. Anfang 7 Uhr. Berliner. 72 Uhr. Die Räuber. Anfang Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7/2 Uhr. Nenes. Die Liebesprobe. Anfang 71 Uhr. Westen. Lucia von Lammermoor. Anfang 8 Uhr. Central. Der Brautvater. Hierauf: Die Fledermaus.( 2. Att.) Aufang 7 Uhr. Secessionsbühne. Anfang 7/2 Uhr. Der Leibalte. Schiller. Faust.( 2. Teil, 2. Abend.) Fausts Tod und Erlösung. An fang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Luifen. Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Strohwitwe. Anf. 71/2 Uhr. Carl Weiß. Lenore, die Grabes: braut. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Geigenmacher von Mittenwald. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Balast. Specialitäten Vorstellung. Der Säugling. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Baffage Panoptikum. Specialis täten D Vorstellung. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Jm Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans". Im Hörsaal:„ Borweltliche Tiere". Bon Prof. Dr. Müller. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Fanst bon Goethe, der Tragödie II. Teil. ( 2. Abend: Fausts Tod und Erlösung.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Ephraims Breite. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Central Theater Anfang 7 Uhr. Heute und folgende Tage: Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Atten von bolf Rosée. Mufit von H. Plazbecker. Hierauf: Die Fledermans.( 2. Akt.) Sonnabend, 8. Dezember, nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Hänsel und Gretel. Märchenspiel mit Gesang in 4 Aften. Preise der Pläge: Logen 2,10 M., Barquet 1,10 M., I. Rang 80 Pf., II. Rang 55 Pf. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 71/2 Uhr: Der Brautvater. Sierauf: Die Fledermaus.( 2. Att.) Kragen Manschetten Serviteurs Oberhemden Krawatten Hosenträger sehr billig. 9 zu Die Abg. Dr. Pachnide( frf. p.): Torfflächen, auch könnten die Fabrikanten, wie das schon Die Beseitigung der Ausfuhrprämien nüßt niemand, sondern geschehen ist, ihren Arbeitern rn die Kohlen zu denselben denen sie sie selbst erhalten. schadet höchstens der Industrie das haben wir jetzt von beiden Preisen liefern, Herren Ministern bestätigt gehört. Unmöglich erscheint ein Ausfuhr mögliche Ausbeute au Kohlen ist ja eine ungeheure. Allein das verbot, das schon mit den bestehenden Handelsverträgen nicht ver- oberschlesische Kohlenrevier wird nach den Berechnungen der Techniker einbar ist. Für das Vorgehen des Syndikats tann ich mich natürlich noch bis zum 4. Jahrtausend Kohlen liefern.( Beifall links.) nicht erwärmen, zugegeben muß aber doch werden, daß die Unter- Hierauf wird ein Antrag auf Vertagung angenommen. nehmer ebensogut das Recht haben, sich zu vereinigen, wie die Arbeiter. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr.( 1. Rechnungsjachen; 2. FortVielleicht wäre eine öffentliche Kontrolle der Geschäftsführung der Startelle zu empfehlen. Ein sehr wirksames Mittel gegen die stohlen- fegung der heutigen Debatte.) teuerung wäre noch die vermehrte Ausbeutung fiskalischer HERREN- HUT. Preiswerther Filz in mehreren Farben mit Atlasfutter MARKE BLITZ" " 1 Mk 90. Baer Sohn RANIA** Herren und Knaben Ausstattungen. 25 Chausseesh 24a Chausseesh Brückenstr. 11. Secessionsbühne. Alexanderstr. 40. Der Leibalte. Taubenstr. 48/49. Romödie in 3 Atten v. Lothar Schmidt. Im Theater abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Im Hörsaal: ,, Vorweltliche Tiere". Prof. Dr. Müller. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu! 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. 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Heute und folgende Tage: Amor von heute. Gr. Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz von Jean Kren u. Alfr. Schönfeld. Musik von Wanda. Anfang 7 Uhr. jeinen Vorzüglichste Programmnummern! Avis! Sonntag, 9. Dezbr., nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. Carl Weiss- Theater Metropol Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Lenore, die Grabesbrant. Schauspiel mit Gesang in 3 Aften von R. v. Holtet. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Montag: Bum erstenmal: Die Veilchenprinzessin. Ein Märchenspiel mit Gesang und Tanz in 5 Aften von Willy Lang. Für diese Vorstellungen ist jeder Erwachsene berechtigt, zwei Rinder auf einen Plat frei einzuführen. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: Schneewittchen und die sieben Zwerge. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Die Blinde von Paris. Schauspiel in 5 Aften v. F. Hermann. Sonnabend: Keine Vorstellung. Behrenstr. 55/57. Henry Bender als Debüt. Dit vollständig neuer Ausstattung Morgen: Dieselbe Vorstellung. Cirkus Schumann. Heute, Freitag, den 7. Dezember, abends präcise 72 Uhr: Grosse Vorstellung. Riesen Erfolg des neuen sensa tionellen Dezember- Programms. Löwen Baron Löwen. V Gastspiel des berühmten Kunstreiters Mr. Alfons Althoff in seinem musikalischen Afte stehend zu Pferde. Auftreten der beiden Amerikaner Haarfilzhüte Cylinderhüte Chapeaux claques Handschuhe Schirme Tricotagen sehr billig. Deutsche Konzerthallen Spandaner Brücke. 4 Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Schluß 54 Uhr. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Heute, Freitagabend 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Sitzung der Orts- Verwaltung mit den Bezirksleitungen und Agitationskommissionen. Sonnabend, den 8. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Dieke, Ackerstr. 123: Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden. Sonnabend, 8. Dezember, abends 8½ 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Allgemeine Versammlung aller in der Drahtwarenindustrie beschäftigten Arbeiter als Nadler, Drahtweber, Geflechtspinner, Schlosser und sonstige Arbeiter, TO.: Wie können die Arbeiter ihre Lage verbessern? Referent Otto Mäther. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Agitationskommission. 4. Verschiedenes. Sonntag, 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Allgemeine Versammlung der Heizungs-, Gas- und Wasserrohrleger und Helfer. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Lint über:„ Bauarbeiterschuß und wieweit fommit solcher für unfren Beruf in Betracht." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, 9. Dezember, vorm. 9% thr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Versammlung der Cirkus Jansly. Eleifer, Galvaniſeure, Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen. Schöneberg, Hauptstrasse. vis- a- vis dem Rathaus. Freitag, 7. Dezember, abends 8 Uhr: Rawsone u. June. Clown- u. Komiker- Vorstellung. 5 Alex 5 5 Jockeys 5 Dir. Albert Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Originaldreffuren. Um 9 Uhr: CHINA. Das größte u. sensationellste ManegenAusstattungsstück mit wunderbaren Waffer- und Lichteffekten. Mitwirkend ca. 600 Personen. Neue Einlagen: Die sansende Bootsfahrt ( Humoristischer Abend.) Auftreten sämtlicher Clowns und Auguste in ihren besten und glanz vollsten Leistungen. U. a.: Neu! Amateur- Konkurrenz- Reiten zwischen Clown Frisky u. mehreren hiesigen jungen Leuten. 50 Mk. Prämie erhält derjenige, welcher dreis mal stehend zu Pferde die Manege herunireitet. Clownpferd Nordstern", das lichtansteckende Pferd. Mr. Checoers mit seinem singenden Achtung! Efel Rigolo 2c. 2C. Nochmalige Fesselung des Kunst schlossers Herrn Reinhold Menz aus Schöneberg, welchem es nicht gelungen, die 100 Fuß lange und steile fich am 1. Dezember zu entfeffeln. Cascade hinab. Erſtürmung der 20 Fuk bohen glatten chinesischen Mauer. Einzig dastehende Bravourleistung. Sonntag 2 Vorstellungen. Apollo- Theater Um 8 Uhr: Fräulein Loreley. Ferner: die sensationellen DezemberSpecialitäten: Horence Esdalk. Miss Galatée. Mlle. Bresina. Sisters Emilia. François Gerard. Milli Capell. Cäcilie Carola. Helene u. Emilon. Mesters Kosmograph: Krügers Ankunft in Marseille u. Chinabilder. Anfang 8 Uhr. Sanssouci Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 ühr. Entree 30 Pf. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins: und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Passage- Panopticum. Neu! China in Berlin. Krao, Bindeglied zwischen Mensch und Affe. Liza, das 12jähr. Riesenmädchen. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Fine tolle Nacht. Palast- Theater Berliner Ausstattungsposse in 5 Bildern. Vorher: Das Dezember Specialitäten: Programm Brüder Pantzer. Renard. Mile. Bacha. Anfang der Specialitäten 18 Uhr, Anfang der„ tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Morgen u. d. folgenden Tage: Eine tolle Nacht. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. Pummels Roman ober: Berliner Leben. Gr. Berliner Gesangspoffe in 5 Bildern. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. V. Fränkt über: Gin Streifzug durch die deutsche Reichsverfassung. 2. Diskussion. 3. Verbands angelegenheiten. Sonntag, den 9. Dezember, vorm. 9 1hr, bei Herrn Mörschel, Jüdenstr. 35: Morgensprache der Silberpolierer. Die Bibliothek befindet sich im Verbands: Burean, Engel- Ufer 15 1, und ist täglich während der Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags geöffnet; Dienstags und Donnerstags außerdem von 7-9 Uhr abends. Sonnabends nachmittags ist die Bibliothek geschlossen. 122/1 Die Ortsverwaltung. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Direktion: Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Sonntag, 1 Uhr. Theater- u. Maskengarderobe Schlesische Brücke: ( Teufelssee und Müggelheim.) Gr. Saal frei! Böhmisches Brauhaus. Borher: Konzert 2. Weihnachtstag zur Matinee Gröte Weihnachtsmesse und Ausstellung im Messpalast Alexandrinenftr. 110. 3. Feiertag zum Abend für Konzert und Ball.* Bet H. Bermühler, Berlag Berlin S.W. 61, Gitschinerstr. 2, ist foeben in fünfter vermehrter und berbefferter Auflage Das Geschlechtsleben des Weibs von Frau Dr. Fischer- Dückelmann erschienen. [ 14636 von Berthold Schröder, W., Passauerstrasse 3, empfiehlt fich den werten Genoffen zum Arrangieren von lebenden Bildern, Theaterstücken für Vereine, Stiftungsfeste 2c. Ehe 5759* Sie Trauringe Uhren, Goldwaren beachten taufen, Sie bitte unfre ermäßigten, billigsten Preise. Welcher Beliebtheit sich die von uns gelieferten Trauringe er: freuen, beweist am besten die fortwährend steigende Produktion. E. 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Bezirksversammlung für Moabit. Tages- Ordnung: 1 Bortrag des Ingenieurs Herrn Grenupe über:„ Technik und Berfehrswesen". 2. Diskussion 3. Wahl der Werkstatt- Kontrollkommission. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 4. Die Kollegen von Kuhnert und Kühne, befonders der Kollege 284/16 Sonntag, den 9. Dezember, mittags 1 Uhr, im Englischen Garten, Oldenburg sind dazu eingeladen. Alexanderstraße Nr. 27c: Oeffentl. Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Bitschte über: Sociale Gesezgebung und Arbeiterorganisationen. 2. Unterstützungs- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. 181920M- 1900 Am Montag, den 10. Dezember, abends 82 Uhr, bei Herrn Schiller, Rosenthalerftr. 57, Hof part.: Achtung! Elektromontenre! Mitglieder Versammlung am Sonnabend, den 8. d. M., abends 8½ Uhr, in Uhls' Vereinslokal, Linienstr. 96. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Abraham. 2. Wahl einer Lohntommission. 3. Erledigung der Anträge.( 279/18) Voss, 1. Borfigender. Achtung! Elektromonteure und Berufsgenossen. Sämtliche in Nigdorf mohnende Elektromonteure werden hiermit zu einer am Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, stattfindenden Besprechung im Lotal von M. Pohl, Hermannstr. 255, [ 279/17) 3: Wangrin. Branchenversammlung der Bürsten- u. Pinselmacher eingelaben. Tages Ordnung: Verband des technischen Bühnenpersonals. 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl über: le schüßen wir uns vor 275/15 der Lungenkrankheit? 2. Distuffton 3 Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Berfammlung wird pünktlich eröffnet. Der Bertranensmann. Verein der Tischler Berlins u. Umgegend. Vertrauensmänner Zu dieser Bersammlung ist jeder Kollege hiermit eingeladen und ver pflichtet, zu erscheinen Ausnahme neuer Mitglieder Die Adresse des Obmanns tst: Paul Flegel, Aderstraße 10. Freitag, 7. Dezember, abends 11 Uhr, Nene Rofstr. 3: Tages Ordnung: Mitglieder Versammlung. 19 279/20 Sonnabend, den 8. Dezember 1900: 10 Sonnabend, den 8. Dezember; abend3 812 Uhr, im Lokal der Streit im Sonnabend, den 8. Dezember; abends 82 Uhr, im Loral Der Streit im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater. Zweites Stiftungs- Fest im Lofale Königsbank, Große Frankfurterstraße Nr. 117 Grokes Vokal: und Instrumental Konzert unter gefälliger Mitwirkung der Norddeutschen Sänger. Anfang 8 Uhr. Billets intl. Tanz: Damen 30 Bf., Herren 50 Pf, find auf den Zahlstellen zu haben.. Das Komitee. NB. Die Bahlstellen bleiben an diesem Abend geschlossen.[ 199/15 Lichtbildervortrag Lungenleiden und Schwindsucht f. Männer u. Frauen v. praft. Naturheilk. Grundmann 8/2 heute, Freitag, Müllerstr. 178, aben 8 Mitglieder: u. Kranken- Aufnahme in Naturheilanstalt Brücken, Neanderstr. Köpnickerstr. 72 aturärztl. Spr. 11-2, 6-8. Reparaturen in 2 Stunden. Plombieren von 1 M. an. Schmerzl. Zahnziehen. Sprechz. 8.- 8, Sonntag 8-4 Rommissionssihung der Drechsler. des Herrn Mörschel, Jüdenstraße 35: Um zahlreichen Besuch bittet Achtung! Der Vorstand. Achtung! Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft, Brauerel- Arbeiter Berlins u. Umgegend. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 9. Dezember, nachmittags 1%, Uhr. S in Kellers Festsälen( großer Saal). Koppenstraße 29: Sonntag, den 9. Dezember, abends 6 Uhr, im Englischen Garten. Große öffentliche Versammlung Alexanderstr. 27 c: Große Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: aller in den Brauereibetrieben beschäftigten Arbeitnehmer, als da find: Braner, Böttcher, Fahrer, Mitfahrer, Stallleute, Seizer, Maschinisten, Hof und Kellerarbeiter usw. Tages: Ordnung: 1. Vortrag über paritätische Arbeitsnachweise. Chartistenbewegung. 2. Diskussion. Kuratorium des Arbeitsnachweises der Ringbrauereien und Aufstellung der Nach der Bersammlung: Gemütliches Belsammensein und Tanz. Kandidaten zum Kuratorium. 3. Das Verhalten der Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 25 f zum Arbeitsnachweis. 4 Verschiedenes. Gäste herzlich willkommen. 1. Bortrag des Schriftstellers Herrn Wax Schütte über: Die Referentin: Fräulein 3 in Le.. 2. Berichterstattung ber Mitglieber im ringfreien Brauereien Es wird jedem Kollegen zur Pflicht gemacht, pünktlich zu erscheinen, da Der Einberufer. 41/ 6* Einen genußreichen Abend versprechend, ersucht um recht zahlreichen der Saal um 5 Uhr geräumt sein mußeruter. 3. u.: R. Schüler. Zanne 2. R. Lange, Blumenstraße 25, Ede Martusstraße. Besuch CV Jahres- Abschluss der Kasse der Landes- Versicherungsanstalt Berlin Der Rechnung Kapitel Titel I 1 für das Jahr 1899 ( nebst Abschluss des Reservefonds für das Jahr 1899). 1goT Einnahme M Die Ortsverwaltung. VIII. 1 Der RechKosten der Beitragserhebung und der Kontrolle: Kosten der Quittungskarten, der Beitragsmarken 110022 und des Verkaufs der letzteren(§§ 99 und 101, 9 2 Absatz 3 des Gesetzes) Vergütung an Krankenkassen und andre mit der Einziehung betraute Stellen(§ 112, Absatz 3 des Gesetzes) Kosten der Kontrolle(§ 128 des Gesetzes) Summa Kapitel VIII Kosten der Rechtshülfe(§ 141, Absatz 2 des Gesetzes) Ueberweisungen an den Reservefonds ( pro not. in Kapitalanlagen sind 378 346,70 M. überwiesen.) Andere nicht vorhergesehene Ausgaben Kosten der Erwerbung von Kapitalanlagen. Summa der Ausgaben Reservefonds. Ist- Einnahme Der Rech16 089 75 33 561 75 49 651 50 16 45 15 260 35 5 526 808 64 7804 696 47 3 Ist Einnahme IX. X. 00 MO im einzelnen M. Pf. M. im ganzen T. | Pf. XI. XII. Beitragsleistungen: Erlos für verkaufte Beitragsmarken Hiervon ab für vernichtete Beitragsmarken (§ 3 der Vorschriften vom 30. April 1895) Beiträge für Seeleute Für Wertpapiere:: Für Darlehen 2 n II. Zinsen: 642 III IV. 3 Für anderweit belegte Gelder Miete und Pacht aus Grundbesitz Zuschüsse aus dem Reservefonds.. Erstattung von Rentenzahlungen: Invalidenrenten Altersrenten • Strafgelder und andre nicht vorgesehene Einnahmen Erlös für veräusserte Kapitalanlagen 22376 28 306 05 II. Summa Kapitel V. 2 682 33 III. 10 716 19 150 557 39 7 811 761 28 IV. 91 949 70 V. 7 903 710 98 7 304 696 47 599 014 51 Summa der Einnahmen Hierzu: Bestand aus dem Vorjahre sind zusammen ab: Summa der Ausgaben Mithin Bestand 6 352 006 12 bleiben 29 831 6 322 174 76 36 Einnahme Summa Kapitel I. 6 322 174 36 774 110 549 240 63 38 nung Ka- Tipitel tel im einzelnen im ganzen nung Ka- TiAusgabe M. Pf. M. Pf. pitel tel I. Zinsen: I Summa Kapitel II. 1 323 351 2280 01 123 Für Wertpapiere 51 355 54 • Inanspruchnahme Ist- Ausgabe im einzelnen im ganzen M. Pf.. des Reservefonds 60 (§ 21, Abs. 8 des Gesetzes). M. Pf. he V. VI. VH. Für Darlehen Für anderweit beJegte Gelder. Summa Kapitel I Miete und Pacht aus Grundbesitz. Ueberweisungen an den Reservefonds( pro not. in Kapitalanlagen sind überwiesen 373 346,70) Sonstige Einnahmen Erlös für veräusserte Kapitalanlagen. Summa der Einnahmen Hierzu: 1 51 355 54 #E II 11 11 OFF Sonstige Ausgaben Kosten der Erwerbung von Kapitalanlagen 4 020 55 375 54 Bestand aus d. Vorjahre 52 227 63 sind zusammen. 107 603 17 Summa der Ausgaben 4 882 40 Mithin Bestand 102 720 77 Abschluss II. Summa d. Ausgaben Wertpapiere usw. 2. Die Ausgaben 836 50 4045 90 4882 40 Bar. Der Rechnung Kapitel Titel I. H II. III. IV. V. VI. VII. 12 12 2 1 2 3 4 56 7 Renten: Invalidenrenten Altersrenten Ist- Ausgabe im einzelnen M. | Pf. im ganzen M. Pf. 518 220 32 301 397 82 em Summa Kapitel I 819 618 14 Kapitalabfindungen an Ausländer(§ 14 des Gesetzes): Invalidenrenten Altersrenten • Kosten des Heilverfahrens(§ 12 des Gesetzes) Erstattung von Beiträgen: 11 Summa Kapitel II 294 432 56 256 034 38 65 172 01 Summa Kapitel IV 821 206 39 In Fällen der Verheiratung(§ 30 des Gesetzes) In Todesfällen(§ 31 des Gese Gesetzes) Verwaltungskosten: Gehälter und Remunerationen der Beamten mit Ausschluss der Kontrollbeamten( zu vergl. Kapitel VIII) und Vergütung für Schreibhilfe Vergütungen, insbesondere Tagegelder und Reisekosten bezw. Ersatz für bare Auslagen und für entgangenen Arbeitsverdienst(§ 58 des Gelensetzes): a) an Mitglieder des Vorstands und Anstaltsbeamte 3510,24 M. b) an Mitglieder des Ausschusses 525,10 39 c) an Mitglieder des Aufsichtsrats an Vertrauensmänner • 9418,25 Summa Titel 2 Miete für Geschäftsräume, Aufwendungen für Dienst- Grundstücke( Unterhaltungskosten, Steuern etc), sowie Reinigung, Heizung und Erleuchtung der Geschäftsräume. Bureau- und Kassenbedürfnisse, Drucksachen, Porto, Insertionskosten, Buchbinder- und Botenlohn Anschaffung und Unterhaltung der Inventarien Beiträge zu Pensions-, Witwen- und Waisenkassen sowie sonstige Versicherungsbeiträge versicherung) Pensionen u. Unterstützungen für ausgeschiedene Beamte etc. und deren Hinterbliebene Summa Kapitel V Kosten der Erhebung bei Gewährung oder Entziehung von Renten. Schiedsgerichts- und sonstige Kosten aus Anlass des Berufungs- und Revisionsverfahrens 762 17 28 73 253 883 59 7 689 02 16 129 83 191 152 33 I. a) Nach den Tagebüchern der Kasse haben im Jahre 1899 betragen: 1. Die Einnahmen b) Nach den Zu- und Abgangslisten der Kasse haben im Jahre 1899 betragen: 1. Die Einnahmen: a) Betriebsfonds b) Reservefonds. Voreinnahmen Vorschüsse a) Betriebsfonds 44 177 328,52 M. 1 626 377,33 45 808 705,85 M. 521 474,67 M. 3 911,14 1001,20 b) Reservefonds c) Voreinnahmen d) Vorschüsse Mithin verbleibt am Schlusse des Rechnungsjahrs 1899: a) Barbestand b) Bestand in Wertpapieren usw. 11 645 344,62 M 11 058 947,51 526 387,01 586 897,11 M. 45 277 318,84 M. 45 863 715,95 M. II. a) Die Jahresrechnung pro 1899 Betriebsfonds" schliesst ab mit einem Bestande v. Die Jahresrechnung pro 1899" Reservefonds" schliesst ab mit einem Bestande v. Hierzu treten die am Schlusse des Rechnungsjahrs 1899 vorhandenen Voreinnahmen mit sind In Abzug zu bringen sind dagegen die bis zum Schlusse des Rechnungsjahrs 1899 nicht erstatteten Vorschüsse mit.. zusammen 599 014,51 M. 102 720,77 701 735 28 M. 606, 702 341,28 M9 115 944.17 M 13 453 59 6 Am Schlusse des Rechnungsjahrs 1899 verbleibt also ein Barbestand( wie oben) b) Die Zu- und Abgangslisten pro 1899 schliessen mit folgenden Beständen ab: a) Betriebsfonds 43 655 853,85 M. 586 397,11 M b) Reservefonds 10 779 01 35 965 01 1.742 75 c) Voreinnahmen d) Vorschüsse 1 622 466,10 1001,20 Am Schlusse des Rechnungsjahrs 1899 verbleibt also als Bestand in Wertpapieren usw.( wie oben) Vorstehende Rechnungsabschlüsse werden hierdurch gemäss§§ 18 und 20 der Satzungen der Landes- Versicherungsanstalt Berlin mit dem Bemerken veröffentlicht, dass die Jahresrechnung für 1899 von dem Ausschusse der Anstalt in der Sitzung vom 7. November 1900 abgenommen worden ist. Berlin, den 30. November 1900. Der Vorstand der Landes- Versicherungsanstalt Berlin. 45 277 318,84 M. 45 868 715,95 M. Dr. Freund. Dr. Sträter. A. Jandorf& Co. ais 182£ modna sgion and postg tindi sa strict i C. Spittelmarkt 16/17 SW. Leipzigerstrasse 64 SW. Belle- Alliancestrasse 1/2. not di Konserven. Konserven. 19tiedrsniste Weine und Liqueure. 50 Pf. Stangenspargel II. Stangenspargel III Stangenspargel IV / Dose Mk. 190 1. vk. Stangenspargel Pa... 95 P. 135 Stangenspargel.::: 90 P. 78 Pt. 168 18 140 o Mk. 30 Steinpilze. Pfefferlinge. Pisanzustadi padazada Doe Doad Stangenspargel Extra Pa. 100 65 Mk. Kaiserschoten Suppenschoten Gemüse- Melange • Dose Dose Ober- Moseler incl. Flasehe •• • 68 Pf. 1 Mk. 40 Pt. Moselblümchen incl. Flasche Trabener incl. Flasche .60 Pf. . 75 Pf. 38 Pf. 65 Pf. 11 65 Pf. 120 Mk. 33 P. 55 Pf. 68 Pf. Mk. :: 60 Pf. 110. Kohlrabi mit Grün Jila231 Pf. Bruchspargel Pa. 60 Pf. 110 Bruchspargel Extra Pa.. 70 Pf. 130 Mk. Brech- u. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 7. Dezember 1900. Prozeß Sternberg. 29. Verhandlungstag. Der heutigen Sigung wohnt Oberstaatsanwalt Dr. Wachler bei. Die Zengin Fri. Pfeffer teilt brieflich mit, daß sie nicht verschwunden, sondern nur recht trant sei und sich jeder Zeit zur Verfügung des Gerichts halte. Erste Zeugin ist die unverehelichte King, die vor acht Jahren als noch nicht 14jähriges Mädchen mit dem Angeklagten Sternberg in Verkehr treten wollte, von diesem aber sofort nach Hause gefchidt wurde, als er hörte, daß die Zengin noch nicht 14 Jahre alt war. Zeuge Arndt überreicht sein Mietsbuch zum Beweise dafür, daß er seine Miete stets bezahlt habe, die gegenteilige Behauptung also unrichtig sei. der beste sei. tönne. Nene Vernehmungen. Lokales. 10 fie mit demselben Herrn, mit dem fie bei der Fischer verkehrte und Nach der Pause äußert sich der Vorsitzende namens des Gerichts- ber nun wieder ich sein soll, auch bei der Krüger verkehrt hat oder hofs über einige Anträge. Der Gerichtshof hat die Vernehmung nicht? Beugin Callis: Nach meiner Erinnerung: Nein. der vorgeschlagenen Zeugen über den Leumund des Zeugen Arndt Die weitere Berhandlung wird hier abgebrochen und auf Freitag abgelehnt, da dies mit der Straffache selbst nicht in Busammenhang 9/2 Uhr vertagt. stehe. Einer Reihe der übrigen gestern von der Verteidigung gestellten Die Zeugin Ehlert erregt schließlich noch eine lärmende Scene. Beweisanträge giebt der Gerichtshof statt und ordnet die Ladung Sie verlangt mit ihrer anwesenden Mutter sprechen zu dürfen zahlreicher Zeugen an. Auch Fräulein Pfeffer und Fräulein und als der Vorfizende dies nicht gestatten will, da die Clara Fischer sollen noch einmal vernommen werden, legtere Beugen nicht mit einander sprechen sollen, wird die Ehlert sehr ausüber die Handschrift in den Modell- Annoncen, jedoch nur für den fallend. Sie erklärt mit lauter Stimme, daß sie ihre Mutter doch Fall, daß Margarete Fischer aus New York nicht hierher kommt und sprechen werde und wenn man es ihr zwanzigmal verbieten würde, selbst über dieses Thema befragt werden kann. sie sei in einer Erziehungsanstalt und nicht in einem Gefängnis, Rechtsanwalt Fuchs I beantragt, deu Bater des gestern ver: ihre Mutter würde sie doch nicht beeinflussen, es wäre doch noch nommenen Zeugen Wohl und den Hanslehrer des letzteren über den schöner, ihr das Sprechen mit ihrer Mutter zu verbieten 2c. 2c. Geisteszustand desselben zu vernehmen. Der Gerichtshof behält sich Der Staatsanwalt beantragt, die Ehlert wegen Ingebühr vor Gericht Der Vorsitzende geht sodann zur Vernehmung des Postassistenten einen Beschluß hierüber vor. in eine Ordnungsstrafe zu nehmen. Der Gerichtshof verurteilt sie Schulz über, der darüber Auskunft geben soll, warum Zeuge Der alsdann vernommene Kriminalschußmann Friese beau 3 Tagen Haft, zu deren Verbüßung fie sofort abgeführt Stierstädter vom Militär fundet, daß er Nachteiliges über Herrn Stierstädter nicht sagen wird. Sie schreit beim Weggehen höhnisch:" Meinetwegen sechse!" entlaffen ist. Der Beuge war damals Feldwebel, Stierstädter Unteroffizier und hat mit legterem dienstlich eine gwiftigkeit gehabt. Der fiegesfichere Detektiv- Direktor. Das hat dem Hauptmann nicht gepaßt und er hat deshalb mit Kriminalschutzmann Schelena bestätigt seine Begegnung mit Stierstädter nicht mehr tapituliert. Stierstädter sei ein besonders dem Detettiv Direttor Sulze auf dem Polizeipräsidium, umsichtiger und zuverlässiger Mann gewesen. Der Beuze ist vom acht bis 14 Tage vor dem jezigen Prozeß. Schulze habe vom Stern- Sigung den Tagelohn der StraßenreinigungsDie Stadtverordneten- Versammlung hat in ihrer gestrigen Detektiv Schulze aufgesucht worden und dieser hat gesagt, daß er berg- Prozeß angefangen und gesagt: Diesmal falle Herr Stier- ilfsarbeiter( Schneeschipper) von 2,25 m. auf 2,80 m. den Tagelohn der Straßenreinigungsden Auftrag habe, sich nach dem Leumund des Stierstädter zu erstäbter hinein und auch für andre Leute werde die Sache schlecht werden. ifsarbeiter Schneeschipper) von 2,25 M. auf 2,80 M. fundigen. Staatsanwalt Braut teilt hierzu mit: Gin Er habe die ganzen Detektiv- Ermittelungen zu leiten, Geld spiele erhöht. Der Magistrat hatte mur 2,60 M. vorgeschlagen, und anonymer Briefschreiber, der in dem Heimatsort des Stier- teine Rolle; er habe schon jemand aus dem Zuchthause geholt auch dazu hatte er sich nur deshalb bequemt, weil die Direktion der städter wohnt, übersandte ihm ein Anschreiben des Detektiv- und werde auch den Angeklagten Sternberg freibekommen. Die Straßenreinigung bei dem bisherigen Lohnfah unter der Konkurrenz Instituts" Jus", in welchem gleichfalls nach dem Leu- Zeugen würden anders aussagen, als sie ausgefagt haben. Der der Straßenbahn- Gesellschaft zu leiden hat, die bei großen Schneemund des Stierstädter geforicht wurde. Der Anonymus Beuge ist empört darüber gewesen, als er Herrn Schulze dann auf fällen die erforderliche Zahl von Arbeitskräften rascher bekommt, habe dabei gleichzeitig erklärt, daß der Ruf der Familie Stierstädter Gespräch geführt zu haben. Auf Befragen des Justizrats focialdemokratischer Antrag, der von unfrem Genoffen da fie 2,50 M. zahlt. Die Erhöhung auf 2,80 m. war dem Gerichtsforridor traf und dieser es ableugnete, jolches von freifinniger Seite beantragt worden, während ein Auf Wunsch des Staatsanwalts wird die Zeugin Schartau, Dr. Sello erklärt der Zeuge, daß er damals die Unterrebung So blenzer begründet wurde, 3 M. vorschlug. Dieser Antrag das Dienstmädchen der Töpfer, nochmals vorgerufen und ernstlich seinem Vorgesetzten, Kriminalinspektor öft, mitgeteilt habe. befragt, ob ihre Behauptung, von ihrem Vater 2500 M. zum Staatsanwalt Braut giebt seine Ansicht dahin kund: Wahrscheinlich wurde abgelehnt. Auch bei den linken Flügel bes Freifinns fand Ankauf einer Konditorei erhalten zu haben wirklich wahr sei Herr Schulze zuerst sehr siegesgewiß gewesen und habe geglaubt, er feine Unterſtügung. Herr Goldschmidt erklärte in seiner Begründung des weniger weit gehenden freisinnigen Ansei. Sie meint jest, sie habe nur sagen wollen, daß die Konditorei die Sache würde fehr bald zu Ende sein, da Frieda Woyda und eigentlich fy nt= so viel wert sei, ihr wird aber nachgewiesen, daß dies entschieden andere umgefallen. Als er dann gefchen, daß er sich getäuscht, sei trags, daß ihm die Erhöhung auf 3 M. pathischer sei, aber als der socialdemokratische Antrag vor falich fei. Im übrigen bleibt die Beugin dabei, daß sie bei der ihm die zweite Begegnung mit dem Zeugen gewiß unangenehm geben seinigen zur Abstimmung tam, rührte auch er feine Töpfer nur einen Herrn bemerkt habe, der der Angeklagte Sternberg wejen. nicht war. Nach Ansicht des Staatsanwalts handelt es sich bei dem Benge Pieste, der jetzt sein Jahr abdient, war früher als Hand. Es versteht sich von selbst, daß unsre Genoffen nachher mit für den Antrag Goldschmidt eintraten. ganzen Konditoreitauf wahrscheinlich nur um eine Stonzeffions- Rechtskandidat im Justitut Jus" beschäftigt und hat Recherchen schiebung zu Gunsten der Frau Töpfer. Die geugin erklärt auf über die Frieda Woyda angestellt, indem er von dritten Personen tung der Beratung der Magistratsvorlage über die Verlegung Den größten Teil der übrigen Sigung widmete die VersammBefragen, daß auf sie von keiner Seite eingewirkt sei. Erkundigungen einzog. Er that dies in Gemeinschaft mit Herrn des Friedrichswerderfchen Gymnasiums nach Kriminalschutzmann Oswald Hirche, über das Vorleben Schulze, Herrn Jänide und Herrn Obst. Die Erlundigungen seien Stierstädters befragt, kann irgend etwas ungünstiges über ihn sehr reef vorgenommen worden. Der Beuge ist etwa im Mai aus- o a bit und des Antrags Perls, der die Errichtung einer nicht fagen. Er befundet aus einem Vorgang, der sich im Zimmer geschieden, weil ihm die Thätigkeit im Institut nicht mehr zujagte; bie Berlegung einer solchen nach diesem Stadtteil fordert. Die Angelegen höheren Lehranstalt vor dem Halleschen Thor oder des Kommissars v. Trescow abgespielt habe, als Polizeidirektor für diese habe er selbst 5 W. täglich bekommen, Herr Schulze heit wurde mit einer Gründlichkeit und Ausdauer erörtert, wie wir fie v. Meerscheidt- Hüllessem dort zugegen war und über den Falltäglich 100 W. Herr Schulze habe seinerseits großes Interesse auch für manche andre Debatte wünschen möchten, z. B. wenn die Sternberg gesprochen wurde. Herr Stierstädter habe dabei geäußert: für die Erlangung von Extrahonoraren an den Tag gelegt, Wenn Sternberg freigesprochen würde, so würde er ihn Tag und der Beuge selbst hat solches Extrahonorar nie bekommen. Aufolksschule in Frage kommt. Vorlage und Antrag wurden nach den Vorschlägen des Ausschusses angenommen. Nacht observieren, und wenn es ein ganzes Jahr dauern würde; Befragen des Staatsanwalts erklärt der Beuge, daß er nur aus allgemeiner Abneigung gegen die ganze Beschäftigung aus dem Jnür die Erstattung der Waisenpflegetoften hat nicht Die Magistratsvorlage über die neuen Einheitssäge ftitut ausgeschieden sei, nicht etwa deshalb, weil er in den Geschäfts- den Beifall des zu ihrer Prüfung eingefegten Ausschusses gefunden. praftifen etwas unanständiges bemerkt hätte. Berichterstatter des Ausschusses war Genosse Freudenberg, der noch einmal das Unhaltbare der vom Magistrat in dieser Sache befolgten Grundsätze nachwies. hatte die undankbare Aufgabe, gleich bei dem ersten Mal, wo er als Bürgermeister Brinkmann Bertreter des Magistrats in der Versammlung das Wort ergriff, eine so schlechte Sache zu verteidigen. Ob er es aus Ueberzeugung that, blieb zweifelhaft. Er sprach zugleich für und gegen die Bor age, um schließlich wie es der ihm gewordene Auftrag er maliger Prüfung an den Ausschuß zurückgegeben. wiederum für fie einzutreten. Sie wurde zu noch Er müßte rin! " Eine nene Sensation. Direktor v. Meerscheidt- Hüllessem habe dies gerügt und gefragt, ob er denn recht bei Simmen sei, solche Aeußerung zu thun. Herr v. Hüllessem sei dann nach dem Zimmer des Zeugen Die Vernehmung wird hier unterbrochen. Staatsanwalt Braut gekommen und habe gesagt: Er wisse gar nicht, wie Stierstädter teilt mit: Die Zeugin Callis habe soeben bei dem Untersuchungssei; denn wenn zufällig fremde Leute in dem Zimmer gewesen wären und nun der Verteidigung diese Aeußerung mitteilen würden, dann richter eine eidliche Aussage abgegeben, die Anlaß gebe, fie fowürde diese gleich eine Waffe gegen die Polizei in der Hand haben. fort noch einmal zu bernehmen. Die Callis wird vor Beuge Stierstedter erklärt hierzu, daß diese Aeußerung zu der gerufen und erklärt: Sie wolle jetzt die jetzt die Wahrheit Beit gefallen fei, als Sternberg über ihn eine Beschwerde losgelaffen fagen. Sie tenne Herrn Sternberg doch und habe etwa sechsmal hatte. Einige andre Schutzleute können Ungünstiges über Herrn in der Fischerschen Wohnung mit ihm Verkehr gehabt. Sie habe fich Stierstädter nicht aussagen. Beuge Schutzmann Watertamp auf die Modell- Aunoucen bei der Fischer gemeldet, da habe sie den bekundet: Stierstädter habe ihm erzählt, er tenne Sternberg schon Angeklagten Sternberg getroffen. Die Zengin giebt über die Ginzel von Jugend auf, er tenne feinen Vater noch von der Zeit, als er mit dem Sad auf dem Budel herumgelaufen fei heiten dieses Verkehrs jetzt Aufschlüsse, die ihren legten Aussagen Sternberg habe seine( Stierstädters) Verwandte ruiniert und dadurch gerade enigegen stehen und mit den Behauptungen der Anklage fein Geld zusammengescharrt. Zeuge Stierstädter: Grübereinstimmen. Sie erkenne den Angeklagten bestimmt wieber, ein habe schon früher erklärt, daß er sich dabei in der Person geirrt Irrtum sei ganz ausgeschlossen. Frau Stabs habe ihr gesagt, habe. Der Mann, den er meinte, sei ein Mann Namens zum Schwur tomme es bei ihr ja doch nicht, sie brauche Strauß gewesen. Auch dem Zeugen Watertamp hat Herr Sfier ben Angeklagten also nicht wieder zu erkennen. Ebenso habe Herr städter gelegentlich einmal gesagt:" Der Mann( Sternberg) Wolf und Frl. Saul zu ihr gesprochen. Von diesen habe sie im muß' rin 1" Kriminalschuhmann Schumann ist s. 3. dem Kriminalkom ganzen etwa 170 M. erhalten, ebenso habe ihr Frau Stabs Geld missar Thiel unterstellt gewesen. Bei einer Gelegenheit hat ihm gegeben. Als die Zeugin heute in das Bimmer des UntersuchungsHerr Stierstädter einmal gesagt: es fei ein wahrer Segen, daß er richters gerufen wurde, habe ihr die Stabs ein Zeichen gegeben, nicht auf eine andre Sache eingegangen sei, denn sonst würde er indem sie den Finger auf den Mund legte und ihr zurief: bald im Zuchthaus fizen. Er hat im Auftrag des Kommiffare Nicht verplappern! Man habe ihr immer gesagt, es werde Thiel einmal in einer andren Registratur nachfragen müssen, ob schon besorgt, daß sie nicht zum Schwur fomme, und Frl. Aften über Blümke vorhanden seien. Er habe dann weiter den Saul habe sie immer beruhigt, fie fäme nicht zum Schwur. Auftrag erhalten, vorsichtig über den Leumund der Blümkes Recherchen Sie habe dies auch geglaubt und hätte auf keinen Fall einen Meinanzustellen, sei zunächst auf das Einwohner- Meldeamt und dann nach eid leisten wollen. Die Zengin behauptet auf Befragen, daß sie der Keibelstraße gegangen und habe nur festgestellt, daß Blümfes dort wohnen. Damit hat er sich begnügen lassen, denn er habe ge- auch den Kriminalkommissar Thiel mit Bestimmt abut, daß es sich um eine Ermittelung handele, die nicht in das beit als den Mann wieder erkenne, der mit Luppa Reffort des Kommiffars Thiel( Kollidiebstähle) fiel. Er habe keine bei der Hausmann gewesen sei und mit ihr gesprochen weiteren Aufträge nach dieser Richtung hin erhalten, wisse nicht, ob habe. Sie habe ihn damals sogleich als den Mann erkannt, der im Thiel bei Blümtes war und habe auch sonst weiteres nicht von Thiel Bimmer des Herrn v. Trescow gesessen habe, und deshalb gelacht. über die Sternberg- Sache gehört. als er fich für einen Verwandten Sternbergs ausgab. Kriminalfchutzmann Schumann hat von dem Besitzer der Böttcherschen Konditorei in der Nathenowerstraße gehört, daß die Callis gestern in Bezug auf Thiel sich geäußert habe: Nun hat ja der Ochfe doch alles eingestandent. dienender Bruder fotveit fie fich auf Frau Stabs und Herrn Wolf und Fräulein Saul Der Staatsanwalt beantragt, die Aussagen der Zeugin Callis, beziehen, au protokollieren. Auf Befragen des Justizrats Dr. Sello bestätigt die Zengin Gallis, daß sie schon 14 Jahre alt war, als sie bei der Fischer verfehrte. Die Aussage der Callis wird protokolliert, nachdem die Zengin Stabs und genge Wolf ihr gegenübergestellt worden waren. Beide erklären die Behauptungen ber, Callis für unwahr. Fran Stabs will ihr nur hin und wieder kleinere Beträge geliehen haben, Wolf behauptet, daß er nur täglich 2 M. Softgeld für die Callis gezahlt habe, damit sie nicht verschwinde. Kriminalichuzmann Schulz ist einmal mit Stierstädter beim Kommissar Thiel gewesen, um amtliche Dinge zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit habe Thiel zu Stierstädter gesagt:" Sie könnten ja eine wunderschöne Stellung bekleiden, wenn Sie sich pensionieren Laffen. Sie könnten in die Freimaurerloge, deren Mitglied ich bin, als eintreten, wo Sie täglich 10-20 m. verbienen können?" Der Beuge hat dann dem Herrn Stierstädter zuerst gesagt:„ Das wäre ja eine Bei der Protokollierung erklärt die geugin Callis noch, daß Stelle, die man so nebenbei versehen fönnte", bald darauf hat er Frl. Saul auf ihre Besorgnis, daß fie doch wohl vereidet werden ihm aber gesagt, er folle sich doch vorsehen, denn die Sache fomme würde, geantwortet habe: wenn sie zum Schwur gebracht werden ihm tomisch vor. Angell. Sternberg wünscht zu wiffen, ob follte, würde man sie ins Ausland bringen. ihm Herr Thiel irgendwelche Andeutungen dahin gemacht habe, daß er ihn( Sternberg) näher kenne. 8euge Stierstädter weiß darüber nichts; Herr Thiel habe ihm nur angedeutet, daß er früher einmal eine Sache zu bearbeiten hatte, in welcher Sternberg als Benge fungierte. Benge Stierstädter versichert, daß er damals die Thielsche Offerte bezüglich der Stellung als dienender Bruder ohne Arg aufgefaßt hatte. Stabs und Wolf verhaftet. Staatsanwalt Braut: Auf Grund der Beugenausfage der Callis erkläre ich die Bengin Stabs und den Beugen wolf für vorläufig festgenommen und beauftrage zwei Polizeibeamte, fie fofort abzuführen. Dies geschieht. forderte -1 Ereignisse. Am Mittwoch das Geständnis des Kriminalkommiffars Die Sternberg- Affaire bringt jest Tag für Tag überraschende Thiel und gestern der„ Umfall" der Callis, die nunmehr entgegen ihrer früheren Bekundung sich zu der Mitteilung bequemt hat, daß Sternberg doch mit ihr im Verkehr gestanden. Allerdings sei sie damals bereits über 14 Jahre alt gewesen. Als neueste Sensation brachte gestern noch das„ Berl. Tagebl." die Meldung, daß Polizeidirettor v. Meerscheidt hüllessem sich erschossen habe. Die Mitteilung ist unwahr. Frau Luppa, die Ehefrau des flüchtigen Angeklagten im Sternberg- Prozeß, hat, wie die Blätter berichten, seit Dienstag Berlin verlassen und fich vermutlich nach London zu ihrem geistig verwirrten Gatten begeben. Nachdem Kriminalkommiffar Thiel ein Geständnis abgelegt hat, das ihm die Zuchthausjacke und dem Luppa das Gefängnis sichert, wird dieser sich hüten, den sicheren englischen Boden zu verlassen. Interessant ist, daß die Kreuz 8eitung", die für ehrliche Leute, wenn diese Socialdemokraten sind, nichts sehnsüchtiger herbeiwünscht, als brutale Drangfalierung durch Ausnahmegejezze, dem Polizeikommissar und meineidigen Buchthauskandidaten Thiel gegenüber plöglich ihr Christenherz entdeckt. In der Hammersteinpose verdreht das Blatt überaus stilvoll die frommen Augen: In dem Bewußtsein, daß er dereinst vor seinem him m Tischen Richter, den er bei seiner falschen Aussage zum Zeugen angerufen hat, werde Rechenschaft ablegen müssen, hat er dem irdischen Richter die Handhabe gegeben, über ihn eine schwere Strafe zu verhängen. Diese Haltung ist wohl geeignet, in uns als Christen Mitgefühl für den unglücklichen und verführten Mann zu erwecken. Aber darüber dürfen wir nicht vergessen, in wie frevelhafter Weise in dem Prozesse von der verderblichen Macht des Golds Gebrauch gemacht worden ist... Der Umstand, daß ein Beamter in verantwortungsreicher und geachteter Stellung der Bestechung zum Opfer gefallen ist, wird von der Kreuz- Beitung" geradezu erschütternd" genannt. Run, die Geschichte ist ja gewiß keine Bagatelle. Aber haben wir doch mit der Polizei schon Dinge erlebt, die weit bedenklicher find, als der Fall Thiel, der immerhin nur Einzelpersonen in seine Streise gezogen hat. So schlimm die Affaire an fich ist, fir das Staatswesen hat fie einen weit geringeren Belang, als z. B. unter dem Socialistengesetz die Angelegenheiten, die fich unt Bersonen wie Ihring- Mahlow und Naporra drehten, Leute, die nach Aufdeckung ihrer Heldenthaten von Buttkamer in Gestalt des Allgemeinen Ehrenzeichens eine eklatante Genugthuung erhielten; der Fall Thiel streift in seiner symptomatischen Bedeutung auch keineswegs an die Schlappen, die sich Beamte der Polizei, um nur wenige Beispiele zu nennen, vor wenigen Jahren im Tausch- Prozeß und im StadthagenProzeß vom Oktober 1898 geholt haben. Immergin soll anerkannt werden, daß es ein Unterschied ist, ob die treuz- Beitung" über einen Sünder wie Thiel heiße Christenthränen vergießt, oder ob sie Bolizeithaten wie die eben berührten fromm bemäntelt oder gar verteidigt. Bengin Callis befundet auf Befragen weiter: Sie habe auch die Leichert mit zur Fischer genommen. Die Zeichert sei damals Kriminalschutzmann Schulz belundet noch auf Befragen des schon fein unbescholtenes Mädchen gewesen und die Fischer habe der Staatsanwalts: Nach einer Witteilung des Kriminalschußmanns felben augeredet, sie solle fälschlich sagen, fie fei über 14 Jahre alt. Schelenz habe der Detektivdirektor Schulze vor Beginn dieser Ver- Ferner behauptet die Callis: Frau Teichert, die Mutter des Mädchens handlung ihn vor dem Zimmer 194 des Polizeipräsidiums an, habe von der Stabs und dem Frl. Saul gleichfalls wiedergesprochen und sich auch zum Prozeß Sternberg geäußert, indem er holt Geld erhalten, und zwar thalerweise. Frau Teichert be- Aus dem Reiche des Herrn v. Thielen. Zu Weichenstellern fagte: Stierstädter werde diesmal hineinfallen, hauptet, daß ihr Mann im Krankenhause liege und nichts verdienen erster Klaffe( Haltestellen Aufsehern) werden neuerdings vielfach denn die Zeugen würden jetzt anders aussagen. Als dann der tönne. Sie selbst fizze hier min täglich von früh bis spät auf dem Bureaugehilfen ausgebildet. Das bedeutet für die unteren WeichenBrozeß schon mehrere Tage im Gange war, habe Herr Schelenz den Gericht und habe fich von der Stabs und von der Saul etwas Geld steller eine empfindliche Zurücksetzung, da ihnen die Aussicht, es zu Schulze auf dem Korridor des Gerichtsgebäudes getroffen und habe geliehen. Die Frage des Staatsanwalts, ob fie oder ihr Mann einer etwas besseren Stellung zu bringen, dadurch vielfach abgeihn gefragt:„ Na, was sagen Sie denn nun? Sie haben doch nicht 500 W. erhalten habe, verneint die Beugin mit großem ichnitten ist. Die ehemaligen Bureaugehilfen werden als Halte gefagt, die Beugen würden diesmal anders aussagen?" Herr Schulze Nachdruck. stellen- Aufseher regelrechte Beamte, was sie in ihrer früheren Eigenhabe darauf so gethan, als ob er Herrn Schelenz gar nicht fenne An die Beugin Callis wird ferner die Frage gerichtet, ob fchaft schwerlich geworden wären. Die Prüfung eines Kandidaten und ihm erwidert:„ Wenn Sie beschwören würden, daß ich so etwas ihr in das Krankenhaus einmal Blumen geschickt worden seien und zu diesem Amt weicht von der Stationsassistenten- Brüfung nur um gefagt habe, würden Sie einen Meineid leiſten". Der Gerichtshof Sarunter 300 M. gelegen haben. Die Zengin erklärt, nur Blumen ein geringes ab. Nach der Prüfungsordnung muß der Weichenbeschließt, den Kriminalschutzmann Schelena sofort als Beugen vor erhalten zu haben, bon 800 M. aber nichts zu wissen. steller erster Klasse im Stations, Telegraphen, Rangier zuladen. Hierauf tritt eine turze Pause ein. Angeflagter Sternberg: Bei dem so genauen Gedächtnis und Abfertigungsdienst seinen Mann stellen und außerdem der Beugin müßte sie nun doch genauen Bescheid geben können, ob den Fahrkarten- Bertauf tennen. Trozdem hat der Haltestellen " 17 Vermischkes. Aufseher das Bewußtsein, bei einem Höchstgehalt von 1600 m. nie Der Weihnachtsbäume- Markt am Großgörschen Bahnhof| bruch zugezogen hatte. Nach Anlegung eines Notverbands wurde ein föniglicher Beamter werden zu können, während die offiziellen weist bereits annähernd 150 Waggons Bäume auf. Auffällig ist in der Berunglüdte nach seiner Wohnung gebracht. Der Zustand ver Rangiermeister und Telegraphenassistenten bei einem Gehalt von diesem Jahre der Mangel an Silber- und Doppeltannen. Beide schlimmerte sich aber so, daß eine Operation notwendig wurde. 1800 M. in einer gewissen Zeit zu Beamten avancieren. Auch giebt Sorten find nur in wenigen Wagenladungen vorhanden und ist ihr Diese wurde in der Vorwerkschen Klinik in der Nankestraße auses Weichensteller 1. Klasse, welche auf Grund ihrer langjährigen Preis dementsprechend hoch. Kleinere Silbertannen werden mit geführt und verlief glücklich. Der Verunglückte muß jedoch etwa Thätigkeit zu solchen ohne Prüfung ernannt werden und mit Leuten, 60 M., mittlere mit 90-120 M. und Herrschaftsbäume mit 120 bis 10 Wochen lang das Bett hüten. welche eine halbjährige Ausbildung genossen haben, auf einer Rang- 250 M. pro Schock an Wiederverkäufer offeriert, während das Schock stufe stehen. Aeußerlich, in der Uniform, rangieren die erwähnten Doppeltannen Preise bis zu 75 M. erzielt. Die Silbertannen werden polizei das 15jährige Dienstmädchen Marie Dröhmel, das bei dem Wegen Brandstiftung ist von der Charlottenburger KriminalWeichensteller trotz ihrer schweren Verantwortung als niedere An- aus Bayern, Böhmen und Galizien bezogen, während die Doppel- polizei das 15jährige Dienstmädchen Marie Dröhmel, das bei dem Doppel- Hauseigentümer gestellte. Kein Wunder, daß sie sich zurückgesetzt fühlen. tanne aus Thüringen und dem Harz herbeigeschafft wird. Die Bahr Hauseigentümer Müller in der Friedbergstr. 39 in Stellung war, der aus letztgenannten Gegenden nach Berlin gebrachten Christbäume ihres Dienstherrn wiederholt Brandherde, meistens in frühen verhaftet worden. In vierzehn Tagen fand man in dem Hause Seife ist die Hauptsache. Ein Berliner Korrespondent der Hamb. Nachr." erzählt folgende fleine Geschichte: Als der Kaiser nimmt von Jahr zu Jahr ab, besonders in Stammfichten, da markt- Morgenstunden. Das Feuer wurde aber immer noch im Entstehen Herrn v. Bülow in Homburg ankündigte, daß dieser nun Reichs- fähige Ware immer feltener wird. Die auf Holzauktionen zu tanzler fei, freute sich Graf Bülow selbstverständlich respektvoll und Tausenden angebotenen, bereits aufgeforfteten Bäume kommen für den gelöscht. Die angebrannten Sachen waren stets mit Petroleum gevielleicht auch von Herzen. Dann aber glitt doch ein etwas und geringe Ware bieten. Der Hauptlieferant für Stammbäume ist zur Rede gestellt wurde, beschuldigte fie den eignen Vater der Berliner Markt fast gar nicht in Betracht, da sie nur mittelmäßige tränkt. Als der Verdacht auf das Mädchen fiel und dieses ernstlich nachdenklicher Zug über sein Gesicht, so daß der Kaiser sich seit einigen Jahren Schleswig- Holstein. Die dortigen Bauern haben Brandstiftung. Dieser habe von ihr Geld verlangt, und als sie ihm zu der Frage genötigt fah: Warum das, Bülow? Herr von Bülow entgegnete, ſeine Frau sei ihm eingefallen; bietet. Gie holzen deshalb ihre 10 jährigen Fichtenbestände einfach Anschuldigung erwies sich als ganz haltlos, während die Schuld des bald herausgefunden, daß sich hier eine hübsche Einnahmequelle nichts geben konnte, gedroht, das Haus anzünden zu wollen. Die gegen das Reichskanzleramt habe sie nichts, doch viel gegen das ab und bepflanzen sie sofort wieder.Mädchens festgestellt wurde. Reichskanzlerpalais; denn während ihr jetziges heim ein wahres Schmuckkästchen sei, würde man im Reichskanzlerhause sicher vor Gönczis Todesurteil ist bestätigt und dem Angeklagten Jahresfrist nicht mit dem Großreinemachen" fertig werden. Grüßen gestern zugestellt worden. Im Laufe des Nachmittags wurde Gönczy Sie die Gräfin", antwortete Majestät heiter, und sagen Sie ihr, ich nach Blößensee gebracht und soll die Hinrichtung heute früh erfolgen. Mord. Das Polizeipräsidium teilt mit: In Köln wurde in würde das Meinige für das Großreinemachen beitragen...!" Jch weiß nicht, wie Herr v. Bülow sich diese Worte gedeutet hat. Viel der Donnerstagabend gegen 7 Uhr in der Celluloidwarenfabrik von Christine Schrepe in ihrer Wohnung im Eulengarten Nr. 16 Unabsehbare Folgen hätte leicht ein Fabrikbrand haben können, der Nacht vom 2. zum 3. Dezember gegen 2 Uhr eine Frau leicht gar nicht; vielleicht hat er auch gehofft, des Kaisers Wille Brauer u. Zander, Köpnickerstraße 94, zum Ausbruch fam. Die mit einer Kopfverlegung tot aufgefunden, Es liegt die Bermutung würde eine durchgreifende Renovierung des Reichskanzlerpalais Fabrit beschäftigt gegen 50 Arbeiterinnen, die größtenteils um nahe, daß die unter filtenpolizeilicher Aufsicht stehende Frau erdurchsetzen. Jedenfalls wurde einige Tage später bei der Gräfin 6 Uhr Feierabend gemacht hatten, während außer dem Comptoir- mordet worden ist. Auf die Ermittelung des Thäters ist von Bülow ein gewichtiges Paket abgegeben und zwar auf faiser- personal noch etwa zehn Mädchen zurückgeblieben waren. Alle dem Polizeipräsidenten in Köln eine Belohnung von 300 Mark lichen Befehl. Es enthielt einen Centner Seife-ben fich dieselben ebenfalls zur Heimkehr rüsteten, zersprang in ausgesetzt worden. Mitteilungen sind an diesen zu richten und versprochenen Beitrag zum Großreinemachen" im Reichskanzlerdem einen Arbeitsrauni eine elektrische Glühbirne palais. und werden auch von der Berliner Kriminalpolizei entgegengenommen. setzte im Nu den Zu den akademischen Lesehallen- Wahlen. Wir werden um liegenden fertigen und unfertigen Materialien in Flammen. Vallendar- Ehrenbreitstein auf etwa 90 Meter Länge die Chaussee feinen Celluloidftaub und die umber- Eisenbahnunfall. Mittwochabend wurde auf der Strecke Abdruck folgender Mitteilung ersucht: Begreifliches Aufsehen erregte Hilferufe erfchollen, und in wilder Hast stürzten die oben anwesenden und die Eisenbahn durch einen Bergrutsch etwa 5 bis 8 Meter hoch in der Studentenschaft die seltsame Thatsache, daß der Socialwissen Bersonen unter Rüdlaffung ihrer Garderobe nach den beiden Ans- überschüttet. Die Aufräumungsarbeiten werden mindestens 48 Chmden schaftliche Studentenverein als dritten Kandidaten einen Herrn auf- gängen, so daß sie unversehrt das Freie gewannen. Wäre das ge- in Anspruch nehmen. Die Züge müssen über die linke Rheinfeite gestellte, der seiner Zeit gegen den Antrag des Vereins, die Lefeballe famte Personal noch anwesend gewefen, wären Schreckensscenen führt werden. an den Sonntagnachmittagen für jedermann aus dem Volfe zu unausbleiblich geworden, da binnen wenigen Sekunden die Flammen öffnen, gestimmt hatte, aus der Befürchtung, dadurch könne die aus sämtlichen Fenstern der im dritten Stock belegenen ArbeitsStudentenschaft in unangenehme Berührung mit geräumie schlugen. Die benachbarte Feuerwehr aus der Köpnickerstraße wissen fleinen Zierchen tommen". Der betreffende Herr war schnell zur Stelle und griff mit mehreren Dampffpritzen- und hat außerdem noch vor einem halben Jahre die antisemitisch- Sydrantenrohren erfolgreich ein. Die notwendige Ablöschung währte nationale Partei im Direktorium der Lesehalle vertreten, die be- jedoch 11/2 Stunden. Sechs Arbeitsräume brannten total aus. fanntlich gegen alle Reformen auf socialem Gebiete eintritt. Wir finden diese Schwenkung des Vereins unbegreiflich und hoffen, daß diese Kandidatur möglichst bald zurückgezogen wird." Marktpreise von Berlin am 6. Dezember 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Belzen, gut mittel gering " " Noggen, gut mittel gering f) Gerste, gut mittel gering " 6,- 4, Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Sammelfleisch Butter 2,20 1,20 1,30 1" 1,60 1,10 " 1,80 1, " 1,60 0,90 " 15,40 14,60 14,50 13,70 13,60 12,90 2,80 2, Gier Karpfen 60 Stüt 5,- 3- I 1 kg 16, 15,20 Aale 2,50 1,20 " mittel gering 15,10 14,30 14,20 13,40 Hechte Bander 2,60 1,20 " " 1,80 1, 7,16 6,32 Barsche 1,60 0,80 " 7,80 5,30 Schleie 3, 1,20 n 40, 25, Bleie 45, 25, Strebse 70, 30, Nichtstroh gen Erbsen Ein großer Dachstuhlbrand wütete in der Nacht zu gestern in dem Eckhause Ramlerstraße 6. Gegen 11 Uhr bemerkten Gäste eines gegenüber der Brandstätte liegenden Lokals Rauch aus den Elendsstatistik. Im Männerasyl des Berliner Asylvereins für Luten steigen, und als kurze Zeit darauf die Feuerwehr eintraf, fand Obdachlose nächtigten im Monat November 20 780 Personen, im fie bereits ein in hellen Flammen stehendes Gebäude, dessen Frauenasyl 4521 Personen. Arbeitsnachweis erbittet der Verein für brennende Flügel nach der Ramlerstraße und nach der Butbufer- afer, gut Männer Wiesenstraße 55/59, für Frauen Füsilierstr. 5. Auch wird straße die Nebengebäude in die größte Gefahr brachten. Nach zweium gütige Zuwendung von getragenen Kleidungsstücken, Wäsche, stündiger angestrengter Thätigkeit der Feuerwehr mit Dampfsprize Schuhe und Stiefeln gebeten, da bei der lleberfüllung der Ashle und mechanischer Leiter war die Kraft des Feuers gebrochen, und die Gegenstände vortreffliche Verwendung finden. Die Sachen werden gern abgeholt. Der Verein bittet um furze Mitteilung aufs gegen 1/22 1hr ein starker Regen begann, konnte jede Gefahr als beseitigt angesehen werden. 2 einer 2 Pfg.- Postkarte an vorstehende Adressen. Der frühere Vorstand des Rabatt- Sparvereins Rosenthaler Fenerbericht. Im Laufe des gestrigen Tags hatte die Wehr Vorstadt teilt uns mit, daß ihm in der Angelegenheit des Vereins Manteuffelstr. 62 und Reinickendorferstr. 59 fleine Wohnungsbrände feinerlei Verfehlung zur Last zu legen sei, da er nach Ausweis der und Kottbuser Ufer 64, sowie Elisabethstr. 56 unerhebliche KellerBücher und Protokolle bei Niederlegung des Amts im Juni brände zu beseitigen. Joachimstr. 4 brannten Kisten und Decken, während Friedrichstr. 17 die Berpackung eines elektrischen Kabels vorigen Jahres die Kaffe in ordnungsmäßigem Zustande dem neuen Fener gefangen hatte. Vorher mußte die vierte Compagnie Waldstraße 58 einen Dachstuhlbrand ablöschen, der auch mehrere mit Hausrat gefüllte Bodenkammern einäscherte. Dresdenerstr. 88 waren Kohlen und Spähne in einem Maschinenraume in Brand geraten, Der aber im Reine erstickt wurde. Vorstand überliefert hat. Verlustlifte vom elektrischen Kriegsschauplan. Die Zahl der Opfer der Großen Berliner war im Monat November erfreulicherweise geringer, als in den vergangenen Monaten. Durch Ueberfahren getötet wurden am 6. November der aus Breslau zugereiste Tischlermeister Gustav Strod, am 8. die geheime Hof Die Neue Freie Volksbühne veranstaltet am Sonntag, den 9. d. M., rätin Bahl an der Halenseer Brücke und am 27. der Kaufmann abends 6 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, ein Künstler May Kalbow, insgesamt drei Personen gegen acht Tote im wirkende: Martha Hornig, Klavier; G. Lenzewski, Bratsche; D. Hutschen fonzert, ausgeführt von der Berliner Kammermusik- Vereinigung. Mit Oktober. Ebenso hat sich die Zahl der Schwerverlegten, reuter, Violoncell; M. Stibidi, Kontrabaß; A. Kurth, Flöte; F. Flemming, unter denen sich auch ein Wagenführer der Straßenbahn Oboe; P. Möffert, Horn. Billets a 50 Pf. sind an der Abendkasse zu befindet, verringert. Sie beträgt 8 gegen 10 im Vormonat. Hin haben. gegen ist die Zahl der Leichtverlegten von 9 auf 14 gestiegen. Während die Unfälle durch Ueberfahren, wahrscheinlich infolge der größeren Vorsicht des oft genug gewarnten Bublifums, abgenommen, hat sich sonderbarerweise die Zahl der Zusammenstöße vermehrt. Wie wenig man übrigens aus der kleinen Verlustziffer im November auf eine gründliche Besserung der Zustände schließen darf, beweist der Umstand, daß in den ersten 5 Tagen des laufenden Monats durch die Große Berliner bereits 2 Personen getötet und 7 schwer verlegt worden sind. Zu dem Sturz des Tischlers D. aus der dritten Etage des Hauses Adalbertstr. 94, bei welchem der Unglückliche auf einen den Hof passierenden Briefträger aufschlug und diesen verlegte, wird mitgeteilt, daß D. seiner Verwundung im Krankenhause Am Urban erlegen ist. Aus den Nachbarorten. = 1,40 0,80 per Sjod 12,- 2,50 Speisebohnen Linfen f) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 6. Dezember. Getreide. Der Getreide: markt bekundete heute feste Tendenz auf größere aus der Provinz eingegangene Kauforders, auf bessere amerikanische Notierungen und auf geringe und unrentable russische Roggenofferten. Die Lieferungspreise für Weizen und Roggen stellten sich durchschnittlich unt 0,50 10. höher. weiterhin zog Weizen mehr an, und zwar vorn 1 M. bis 1,25 M., Mat 0,75 M. Hafer war ſtill und wenig verändert. Nüböl ſchwächte sich auf Realisationen ab. Spiritu 3. 70er Locospiritus notierte 45,30 M. oder 0,10 niedriger. Wetter: Prognose für Freitag, den 7. Dezember 1900. Ein wenig wärmer, vorwiegend trübe und regnerisch bei ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Am Mittwoch, den 5. d. M., verschied nach einer schweren Operation in Berlin meine innig geliebte Frau Marie Henriette Heinss geb. Tischendorf. Um stille Teilnahme bittet tieftrauernd Carl Heinss, Spandau, Moltkestr. 3. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 32 Uhr in Berlin von der Leichenhalle des Johannis evangelischen Kirchhofs in der Barfus: straße aus statt. 104/7 Socialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. August Bummert. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Central Friedhofs aus statt. Der Vorstand. Die Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung beschäftigte sich am Mittwoch fast die ganze Sigung hindurch mit der Es handelt sich um ein Gelände, das ursprünglich einen tiefen Teich Vorlage über den Ankauf des Karpfenteichgeländes. bildete und im Lauf der Jahrhunderte zugewachsen ist. Die Besizer haben es in einem unwürdigen Zustand belassen und dadurch die Entwicklung jener Gegend, namentlich die Bebauung der angrenzenden Straßenzüge aufgehalten. Um eine gründliche Besserung der Verhältnisse in jener Gegend herbeizuführen, beantragte der Magistrat den Ankauf des Geländes für 420 000 m.( 290 M. pro Quadratrute), um dasfelbe zur Anlage einer Baumschule oder zur Herstellung von Gartenund Barkanlagen aus zumuten beziehungsweise einen Spielplatz Todes- Anzeige. Das Polizeipräsidium teilt mit: Wie gewöhnlich zur darauf zu errichten. Der Ausschuß schloß sich diesem Antrage an Am 29. bor. Mts. verstarb bei der Weihnachtszeit, fo tritt auch in diesem Jahre ein und beantragte außerdem noch, den Magistrat zu ersuchen, in Er- Arbeit unser langjähriges Mitglied, Schwindler auf, welcher Dienstmädchen aufsucht, diefen vor- wägung zu ziehen, ob und in welchem Umfang die Besizer der an- der Bauarbeiter schwindelt, daß die Herrschaft Sachen gekauft hätte, ihnen dann ein liegenden und benachbarten Grundstücke zu den Kosten des in Frage fleines Batet übergiebt und den Betrag dafür eintassiert. Bisher hat stehenden Grunderwerbs und den späteren Aufwendungen zur der Schwindler nur die Vororte, insbesondere Charlottenburg zum Regulierung des besagten Terrains herangezogen werden können. Schauplatz seiner Thätigkeit ausersehen. Derselbe wird wie folgt Wider Erwarten bekämpfte die Fraktion der Unpolitischen, die sich beschrieben: Anscheinend Hausdiener, 18 bis 20 Jahre, 1,58 bis fast nur aus Vertretern der beiden ersten beiden Wählerklassen zu 1,60 Meter groß, Haare schwarz, Augenbrauen dunkel, Nase und sammensetzt, die Vorlage. Obwohl in der Debatte seitens Mund gewöhnlich, ohne Bart, rundes, blasses Gesicht, fchlant, graue des Magistratsvertreters mitgeteilt wurde, daß die Zustände Joppe, schwarzer weicher Hut. Vor dem Schwindler wird gewarnt. auf den Karpfenteichwiesen gesundheitsschädlich Zwei Revolver- Affairen haben gestern den Nordosten und feien und nach einem Gutachten des Kreisphysifus namentlich die Ausbreitung von Typhus begünstigen, wurde die VorSüden der Reichshauptstadt in Aufregung versezt. Gestern nachin namentlicher Abstimmung mit 28 gegen mittag wurde das 18 Jahre alte Fri. Corinth, welches bei ihrem 22 Stimmen abgelehnt. Die Mehrheit nahm statt dessen Schwager, dem Druckereibefizer Unruh wohnhaft ist, mit einer schweren eine Resolution an, welche den Magistrat ersucht, mit der PolizeiVerlegung am Kopf in das Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert. Direktion sich ins Benehmen darüber zu setzen, ob und auf welchem Herr Unruh ist Eigentümer des Hauses Neu- Hohenschönhausenerstr. 4 in Wilhelmsberg und zu feinen Mietern gehört der Schriftsteller Wege eine Beseitigung der Mißstände auf den Karpfenteichwiesen zu Steffens, mit dem er schon wiederholentlich Streitigkeiten gehabt erzielen ſei. hatte. Gestern mittag fam St. von einem Ausgange zurück und als er den nach seiner Wohnung führenden Hausflur betrat, wurde und Genoffen eingegangen: er von einem dem U. gehörigen Hunde angefallen. Der Schriftsteller forderte den in diesem Augenblick den Flur betretenden Hausbefizer auf, das bösartige Tier zurückzurufen, widrigenfalls er es erschießen würde. Gleichzeitig zog er einen Revolver aus der Brufttasche und feuerte blindlings drei Schüsse ab. Fräulein C., die durch die laute Stimme ihres Schwagers beunruhigt, in diesem Augenblick den Flurgang betrat, wurde unglücklicherweise von einem Schuß am Kopf getroffen und so schwer verlegt, daß sie nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte. Iag Im Verlauf der Sigung war folgender Initiativantrag Wöllmer Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen: Iden Magistrat zu einer gemeinsamen Eingabe an das Preußische Staatsministerium aufzufordern, in welcher dasselbe er sucht wird, für die Beibehaltung langfristiger Handelsverträge, gegen den Doppeltarif und gegen die Verteuerung unentbehrlicher Boltsnahrungsmittel durch Zölle im besonderen gegen die Erhöhung der bestehenden Getreidezölle bei den bevorstehenden Beratungen des Bundesrats einzutreten." Ganz unnötigerweise erklärte der stellvertretende Vorsteher, Herr Einen glücklicheren Verlauf nahm eine Revolver- Affaire, die als Ströbler, er trage Bedenken, den Antrag, der sich seiner Meinung nach nicht mit einer Gemeinde Angelegenheit Mord- und Selbstmordversuch zu bezeichnen ist. In dem Hause befasse, auf die Tagesordnung der nächsten Sizung zu setzen; er Oranienstr. 44 wohnt die 36 Jahre alte Masseuse Witwe Anna Grounke, müsse erst mit dem Vorsteher darüber Rücksprache nehmen. Die welche früher an den jetzt 24 Jahre alten Kellner Walther Kraneit Antragsteller protestierten dagegen, und es bleibt abzuwarten, ob der ein Zimmer vermietet hatte. Zwischen K. und der Witwe entspann sich Vorstand bis zur nächsten Sizung seine mit der Geschäftsordnung ein freundschaftliches Verhältnis, welches trop des Altersunterschieds in Widerspruch stehende Anschauung geändert haben wird. Es sei der beiden zu einem stillen Verlöbnis führte. Seit mehreren übrigens bemerkt, daß ein ähnlicher Antrag im Jahre 1891 von der Monaten war St. beschäftigungslos und da er sich nach Meinung Versammlung angenommen worden ist und daß sich damals auch der Masseuse unt neue Arbeit nicht befümmerte, tam es zwischen der Magistrat der Petition gegen die Erhöhung der Getreidezölle dem Paar zu Streitigkeiten, die dahin führten, daß die Witwe dem Kellner fündigte und dieser die Wohnung verlassen mußte. St. machte angeschlossen hat. Ebenso hat die Versammlung zur Umsturzvorlage wiederholentlich Annäherungsversuche und kam auch gestern abend und zum Fleischbeschaugefey Stellung genommen, ohne daß von nach der G.schen Wohnung, wo es zwischen ihm und der Masseuse irgend einer Seite dagegen Einspruch erhoben wäre. Am 5. d. M. verschied im Alter von 62 Jahren mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Schriftsezer 14516 Franz Henze. Um stilles Beileid bitten Erneftine Henze geb. Simon und Kinder. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. d. M., nachu. 2 Uhr, auf dem Friedhof der St. PetriGemeinde, Friedenstraße, statt. Kranten Unterstützungs: 11. Begräbnis- Verein ber Schmiede u. verw. Gewerbe Deutschlands, Berlin I. Am 4. Dezember verstarb nach längerem Leiden unser langjähriges Mitglied Wilhelm Jahn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Leichen Halle des Central Friedhofs, Friedrichsfelde, aus statt.[ 14566 Die Ortsverwaltung. Am 5. Dezember 1900 starb unser Kollege, der Schrift: feger Franz Henze di im Alter von 62 Jahren an Herzschlag. Wir verlieren in dem Ver storbenen einen in jeder Be ziehung ehrenwerten, liebens würdigen Kollegen, dessen Andenken wir stets bewahren werden. Berlin, 6. Dezember 1900. Das Personal der H. S. Hermannschen Buchdruckerei. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Dezember, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle der Petri- Gemeinde, Friedenstraße, aus statt. 3102 Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschl., Zahlstelle Berlin I. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 29. Novbr., verstarb plötzlich bei der Arbeit unser treuer Kollege August Bummert. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des Central: friedhofs in Friedrichsfelde aus, statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung der Zahlstelle Berlin IV. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Donnerstag, den 29. November, mein lieber Mann und guter Vater, der Bauarbeiter August Bummert plößlich bei der Arbeit gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Dezember, vor: mittags 10 Uhr, von der Leichen: halle des Centralfriedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Die trauerude Gattin nebst Tochter. 14606] Danksagung. zu einem Wortwechsel tam. Plöglich zog der Kelner einen Revolver Ein schwerer Unfall beim Billardspielen ereignete fich im Allen Freunden und Bekannten sound gab einen Schuß auf seine ehemalige Geliebte ab, diese leicht Restaurant Am Knie" zu Charlottenburg. Der Ingenieur wie den Herren Chefs u. den Kollegen an der rechten Kopfseite streifend, und richtete dann die Waffe gegen Rudolf Etti aus der Grolmanstraße 66 beugte sich bei einer un- der Pianofabrik v. Görs u. Kallmann, ebenso den Mitgliedern vom Tischler: fich. St. verletzte sich jedoch nur leicht am Ohr und wurde, nachdem günstigen Stellung weit über das Billard, schrie beim Stoß laut verein danken wir vielmale für die ihm auf der Sanitätswache in der Adalbertstraße ein Verband an- auf und brach zusammen, als er sich aufrichten wollte. Man trug herzliche Teilnahme bei der Beerdigelegt, in Haft genommen. Er behauptet, daß er die G. nur habe ihn in ein Rebenzimmer und ein Arzt der Unfallstation in der gung unfres lieben Gatten u. Baters. erschreden wollen. Marchstraße stellte hier fest, daß er sich einen eingeklemmten Leisten- itive Hulda Klitschmüller u. Kinder. Berantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.