Nr. 286. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28$ fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Borts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft- BettungsPreislifte für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. zach sibillon quiet often offen stad17. Jahrg. Vorwärts Berliner Dolksblatt. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rolonete zeile oder deren Raum 40 fg., für. politische und gewertschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ gpedition abgegeben fol werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. hildeernsprecher: Rmt 1, Nr. 1508, Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Reichsbankrott. Sonnabend, den 8. Dezember 1900. old stand tod Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die socialdemokratischen Vertreter in der Budgetkommission, die in Abg. Müller- Fulda( C.)( begründet seine Anträge). Nach der der Kostenfrage heut noch nicht zum Wort gelangten, werden angesichts des finanziellen Zusammenbruchs im Reich und angesichts der neuen mit erneuter Eindringlichkeit die Forderung erheben, daß diejenigen unerträglichen Steuerbelastung, die der arbeitenden Bevölkerung droht, die Chinaschuld bezahlen sollen, welche die Nation in die sinnlose Kostipieligkeit der modischen Weltpolitik verstridt haben. 23 Jod Regierungsvorlage wird die Anleihe für unbeschränkte Zeit aufIn der Budget! ommission wurde am Freitag zunächst die genommen. Wir wollen aber nicht dauernde Anleihen für die ChinaIndemnitätspoffe zu allgemeiner Befriedigung" ausgespielt. Graf maligen Ausgaben wünschen wir Einschränkung der Anleihe auf vier In der Budgetkommission wurde am Freitag zunächst die Angelegenheit. Wenn aus dieser dauernde Kosten entstehen, so muß auf andre Weise Fürsorge getroffen werden. Für die jetzigen einBülow war graufam genug, das Centrum des letzten Glanzes Jahre und Begebung derselben durch Schazanweisungen. Nach vier oppofitioneller Rechtswahrung zu entfleiden, indem er die Erklärung Jahren soll eine Neuregelung erfolgen.§ 3 trifft Fürsorge für den abgab, daß die Indemnität für die ungefeßliche Formierung der Fall, daß China Entschädigungsgelder zahlen wird, das würde ich Chinafreiwilligen, der man ihn unterwerfen wollte, in seinem aber kaum glauben. eignen Ersuchen um Indemnität mit enthalten gewesen sei, das sich Aus der Kommission erhalten wir folgenden Bericht: Staatssekretär des Reichsschazamts v. Tielmann: Ich bitte nicht nur auf die Verausgabung nicht bewilligter Summen bezogen die Ellbogenfreiheit in der Be habe. Die doppelte Indemnitätserteilung wurde darauf mit den Wiederaufnahme der Beratung über die Judemnität für die Neu- ich bezweifle, daß wir von China Entschädigungen in größerem Die Budget- Kommission begann in der Freitag- Sigung mit der der Regierung handlung der Anleihen nicht zu verkümmern. Auch Stimmen sämtlicher Barteien, auch der freisinnigen Bolts- formation der chinesischen Truppen. partei, ausgenommen die Socialdemokratie, zum Beschluß erUmfange bekommen werden. Wie sollen wir nun die jetzigen Reichskanzler Graf Bülow gab folgende Erklärung ab:" Wie Ausgaben decken? Es giebt nur den Weg neuer Anleihen oder Erhoben. Alle Sünden wider Gesetz und Verfassung sind vergeben ich im Reichstag erklärt habe, suche ich um Indemnität nach, und höhung von Steuern. In den Jahren 1904 und 1905 müssen wir und vergessen. zwar sowohl für die Aufstellung der nach Ostasien ohnehin die 80 Millionenmark- Anleihe zurüdzahlen. Jetzt kommt Die sodann nochmals behandelte Frage der Auflösung der entsandten, in der Reichsverfassung und den nach dem Antrag Müller die Zurückzahlung auch dieser Anleihe, inesischen Heeresformationen wurde noch nicht end- Militärgefeßen nicht vorgesehenen Truppen- hinzu. Das würde sich auf 60 Millionen pro Halbjahr belaufen, gültig erledigt. Man gab vor, eine Formel zu suchen, welche einer förper, wie auch für alle durch die Erpedition entstandenen, im aber auch das Etatsjahr 1901 wird es notwendig Fortdauer der Chinaformationen oder eines Teils derselben auf teichshaushalts- Etat nicht vorgesehenen Ausgaben. Es fein, für die Fortsetzung des China- Unternehmens weitere unbestimmte Zeit hinaus und ohne ausdrückliche Mitwirkung des fann auch feinem Zweifel unterliegen, daß die nach China entsandten neue Anleihen aufzunehmen. Anleihen aufzunehmen. Damit würde die Summe Barlaments vorbeugen kann. Abg. Richter forderte Auflösung Truppenförper, für welche eine gefeßliche Basis nicht besteht oder Derartige Mehrausgaben sind unmöglich. unsrer Verpflichtungen auf über 60 Millionen wachsen. der Formationen nach Beendigung der chinesischen Wirren". Ein frei nicht geschaffen wird, aufzulösen sind, sobald sie ihre Mission in wird dem Reichstag noch im Laufe dieses Winters ein tonfervativer Antrag aber, dem sich das Centrum anschließt China erfüllt haben werden." Ergänzungs- Etat zugehen, der sich auf 100 Millionen beund dessen Annahme gesichert erscheint, verlangt die Auflösung unter Es dann also 1904 der höchſt bezeichnenden Einschränkung auf diejenigen Truppenkörper, für welche eine gesetzliche Basis nicht besteht oder nicht geschaffen wird". Diese Fassung entspricht völlig den Wünschen des Reichskanzlers, der erklärte: " Es kann keinem 8weifel unterliegen, daß die nach China entsandten Truppenkörper, für welche eine gefegliche Basis nicht besteht oder nicht geschaffen wird, auf zulösen find, sobald sie ihre Mission in China erfüllt haben werden." = wielt überaus berubigend. Der Reimslangler fucht um Indemilität nach nicht nur für die ausgegebenen Geldsummen, sondern auch für die verfassungswidrige Aufstellung von Truppenteilen. Damit er scheint der Antrag Richter eigentlich erledigt. Wir sind dem Reichstangler sehr dankbar für seine Erklärungen. Kommission wolle beschließen:„ Für die Aufstellung der nach Ostasien Abg. Müller Fulda( C) bringt folgenden Antrag ein: Die entsandten, in der Reichsverfassung und den Militärgefegen nicht vorgesehenen Truppenförper, sowie für alle Ausgaben, welche auf den im§ 1 bezeichneten Betrag zu den Verwendungszwecken des zu gehörigen Nachtragsetats bereits geleistet sind, wird dem Reichstanzler Indemnität erteilt." Reichstanzler Graf Bülow, erklärt sich mit diesem Antrag ein verstanden. 120 bis 150 Millionen Mart bur neue Steuern aufgebracht werden oder wir müßten in dieſen Jahren wiederum gewaltige Anleihen zur Deckung dieser Verpflichtungen aufnehmen. Ob dies empfehlenswert ist, ist zur Zeit nicht abzusehen. Es ist jedenfalls nicht zu empfehlen, da man nicht weiß, wie dann der Geldmarkt liegen wird. 0 Abg. Dr. Lieber bestreitet die Richtigkeit dieser Behauptung. Er habe lediglich gefagt: In einer großen Bartei muß der Einzelne oft auf den Lurus einer selbständigen Politik verzichten. Abg. Bebel( Soc.) will die Haltung des Centrums zu Militär-, Marine- und China- Fragen im Plenum weiter verfolgen. An Stelle des Abgeordneten Müller- Fulda übernimmt Abg. Dr. Baasche( natl.) das Referat. Die Debatte über diese Ankündigung des Reichsschazsekretärs wird unterbrochen durch eine geschäftsordnungsmäßige Debatte, die fich entspinnt infolge der Erklärung des Abg. Müller- Fulda( C.), daß er das Referat für das Plenum nicht übernehmen wolle. Ein, Herr Dr. Lieber verwahrte sich in dem ihm üblichen Bathos, Beamter des Reichs- Marine Amts habe in privaten das jeden Centrumsumfall einzuleiten pflegt, gegen die Auffassung. Streisen erklärt, er sei froh, daß die Reichstagswirtschaft nun mal ein als ob seine Partei durch die Zustimmung zu dieser Fassung des Ende nehme. Er habe die ganze Arbeit machen Gesetzes die Verpflichtung einer fünftigen Bewilligung von übermüssen. Der Bericht des Abgeordneten Müller( Fulda) sei eigent Abg. Richter( frf. Bp.) beantragt zu seinem gestern mitgeteilten lich von ihm hergestellt, abgesehen von zwei Zeilen, die dann auf feeischen Heeresformationen übernehmen wolle. Es ist jedoch außer Antrag 2e, betreffend Auflösung der chinesischen Truppenteile nach Antrag des Abgeordneten Richter wieder gestrichen worden seien. Zweifel, daß durch die sanfte Klausel: oder nicht gefchaffen wird" Beendigung der chinesischen Wirren, die Einschiebung eines Abf. 2: Das sei alles unwahr, so lange aber der betreffende Beamte des schon jetzt der Entwicklung einer Kolonialarmee borgearbeitet Wenn dauernde Befagungen in China nötig werden, so ist dies Marine Amts dieser Kommission angehöre, übernehme er kein wird. Und zu allem Ueberfluß verdeutlichte Herr Dr. Lieber selbst durch besonderes Gesez festzustellen." Der Antragsteller erklärt, es Referat. den Sinn der Klausel durch die Erklärung: Möglicherweise werden müsse ausdrücklich festgelegt werden, daß es der übereinstimmende Staatssekretär des Reichs Marine Amts v. Tirpik: Der wir uns auch davon überzeugen, daß einzelne dieser Formationen Wille der Regierung und des Reichstags sei, die Chinaformationen Vorgang ist mir unbekannt. Wenn derartige unrichtige Behauptungen auf eine dauernde gefeßliche Grundlage gestellt werden müssen! aufzulösen und im Falle der Fortdauer der Besetzung von Beling ausgesprochen worden sind, so ist das zu bedauern. Im Laufe dieser Runmehr trat die Kommission in die Kosten dedungs- oder andrer Städte in China dies durch besonderes Gefez zu begeschäftsordnungsmäßigen Debatte fommt es auch zu einer Auseinanderschließen. Frage ein. Hier erfolgten Erklärungen von seite des Vertreters segung zwischen Abg. Dr. Lieber( C.) und Abg. Bebel( Soc.)," Abg. Dr. Lieber( C.): Es erscheint doch verfrüht, für die welch letzterer eine Art moralischer Verpflichtung des Centrums, als des Reichs- Schazamts, die das größte Aufsehen erregen müssen. Es Auflösung der Chinatruppen jetzt schon gefeßliche Vorkehrungen zu der ausschlaggebenden Partei, zur Uebernahme der Referate in scheint, als habe den Oberverweser des Reichssäckels selbst ein un- treffen. Die Erklärung des Reichskanzlers deutet ja an, daß die Militär- und Marinefragen aufstellte. Abg. Lieber habe ja erklärt, geheurer Echred gepact ob der verzweifelten Lage, in die Möglichkeit bestehe, daß in Anknüpfung an die nach China entfandten daß das Centrum gegenüber dem jezigen Regierungskurs den Lurus das China Abenteuer die Reichsfinanzen stürzt. Herr Truppenförper etwas Neues geschaffen werden könnte. Vielleicht einer selbständigen Politik nicht nötig habe. v. Thielmann gab eine Schilderung der Situation der Reichs- werden wir uns auch überzeugen, daß einzelne dieser Formationen Hauptkaffe, welche geradezu eine Bankrottansage bedeutet. auf gefegliche Grundlage gestellt werden müssen, und einer solchen Schon abgesehen von den Chinakosten so legte der Reichs- Möglichkeit kann man doch jetzt nicht vorgreifen. Abg. Dr. Paasche( natl.) schließt sich den Ausführungen Richters schazsekretär dar, habe sich die Finanzlage des Reichs höchst an, daß Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit nicht irgend ungünstig gestaltet infolge der wachsenden Aufwendungen für welche dauernde Konsequenzen aus den jezigen Chinaformationen das Versicherungswesen, der steigenden Ueberweisungen an die gezogen werden. Bundesstaaten, der Minderung der Posteinnahmen, der bedeutend Abg. Graf zu Stolberg( 1) beantragt folgende Faffung des zunehmenden Vorschüsse an die Marine. Daher mußte man Richterschen§ 20: bereits Anleihen vorzeitiger, als früher üblich war, aufnehmen, um Die nach China entfandten Truppenkörper, für welche eine nur die Löcher in der Kaffe zu ſtopfen. So wurde die gesetzliche Basis nicht besteht oder nicht geschaffen wird, sind, sobald 80 Millionen- Anleihe in Amerika nötig. Es sei daher der Vorschlag fie ihre Mission in China erfüllt haben, aufzulösen. des Centrums unangängig, die 153 Millionen für China auf Es sei nicht wahrscheinlich, daß uns Verpflichtungen zu weiterer Unterstaatssekretär im Reichsamt des Auswärtigen v. Richthofen: Anleihen zu nehmen, die schon 1905 wieder getilgt werden sollen. Besetzung in China erwachsen, wohl aber wollen wir uns das Recht 1904 und 1905 sei ohnehin die amerikanische Anleihe zurückzuzahlen; ausbedingen, Besatzungen in Beling und Tientsin zu halten. Soweit wollte man auch die China- Anleihe so schnell tilgen, so müßte man hierzu Neuformationen nötig sind, erkennen wir die Notwendigkeit Abg. Richter( fr. p.): Es sei unmöglich, den gesamten in jenen Jahren an 60 Millionen per Halbjahr auszahlen. einer gesetzlichen Neuregelung an. Kostenbetrag durch Kredite aufzubringen. Solche durch Situationen Und an diese Prophezeiungen reihte der Reichs- Schazsekretär Abg. Bebel( Soc): Es sei dringend notwendig, mit voller des Augenblids verursachten Ausgaben dürfe man nicht vollständig bie Ankündigung eines sehr baldigen zweiten China- Nachtrags: China fünftig werden soll, sonst tönne die Regierung der China- Kosten Extra- Steuern ausgeschrieben hat, so auch England Klarheit festzustellen, was aus den Neuformationen in burch Anleihen aufbringen. Wir sehen, daß Rußland zur Deckung etats von rund 100 Millionen, die wiederum nur durch neue daraus alles mögliche machen. Der Begriff der Beendigung der und andre Staaten. Wir können das im Reiche nicht machen. Hätten Anleihe aufzubringen seien. Wolle man alle diese Anleihen nach einigen Wirren in China sei ein ganz unbestimmter. Rechne die Regierung wir eine Vermögenssteuer, so würde ich vorschlagen, 50 Millionen daraus Jahren wieder abstoßen, so würden 120-150 Millionen Mark ferner Kiautichon zu China? Streng genommen gehört es dazu. durch Extra- Aufschlag aufzubringen. Es bleibt nur übrig, den einzelnen durch neue Steuern aufgebracht werden müffen. Die Regierung fönne also sehr wohl eine Garnison in Kiantichou zu Staaten einen Teil der Last zu übertragen. Es ist auch ein GrundDiese ungeheuerlichen Ankündigungen, in des Reichs Shaz halten beabsichtigen, und auf diese Weise würde der Reichstag in gedanke der Verfassung, daß die Einzelstaaten das Reich erhalten fetretärs fühl gemessener Art vorgetragen, wirkte wahrhaft nieder- die Bwangslage gebracht, die Anfänge einer Rolonial follen. Jetzt fuchen sich, durch die Finanzpolitik des Herrn v. Miquel schmetternd auch auf die legten der Chinabegeisterten. Das legte armee zu bewilligen, wozu, wie es scheint, das Centrum ermutigt, die Einzelstaaten finanziell vom Reiche abzuschließen und Rosawöllchen hoffnungsfreudiger Chinaftimmung zerftieb. schon heute feine Bereitwilligteit ankündigt. treiben so das Reich immer mehr in Verschuldung. Wenn wir 50 Millionen Abg. Dr. Lieber( C.): Ich wende mich entschieden gegen die auf die Bundesstaaten legen, so würde das den Bundesrat vorsichtiger und Das Deutsche Reich wird durch die modische Weltpolitik in Meinung, als wollten wir schon heute sagen, wir seien nicht ab- strenger stimmen in der Beurteilung der fachlichen Frage der Weltben finanziellen Ruin und in die Schuldknechtschaft des Geldkapitals geneigt, später ein derartiges Gesez zu bewilligen. Ich beabsichtige politit überhaupt. Mein Antrag ist sehr bescheiden, denn er be getrieben. Schon ist tiefste Ebbe in den Kassen des Reichs. Nur lediglich, durch die Zustimmung zu dem Antrag Stolberg das schränkt sich darauf, daß dem Reiche zufließen soll, was an leberdurch außerordentliche Mittel weiß das Schazamt die nötigen Betriebs- erzielte Einverständnis zwischen Regierung und uns gefeßlich fest weisungen die etatsmäßigen Anfäße überschreitet. Ferner wünsche mittel herbeizuschaffen. Inmitten dieser finanziellen Bedrängnis soll zulegen. Irgend welche Verpflichtungen für spätere Bewilligung ich, daß Ueberschüsse im Reichshaushalts Etat selbst ebenfalls zur der 153 Millionen- Bump aufgenommen werden. Und im Augenblid, Kürzung der Reichsanleihen Verwendung finden. da die Volksvertretung diesen Bump bewilligen soll, wird für die nächsten Monate wiederum eine neue Chinarate von 100 Millionen angezeigt. Die leste Rate? Niemand fann es glauben. Bug um Bug bis zur völligen Erschöpfung wird der Chinaspaß das deutsche Volk ausbluten. Das deutsche Volt! Denn wer sonst als der arme Steuerzahler wird die neue Bürde tragen müssen? Selbst der Vorschlag Richters, nur einen geringen Teil der jetzt geforderten Chinatosten den Bundesstaaten aufzuerlegen, findet nicht die Gegenliebe der Regierung; und das Centrum, das vor kaum Jahresfrist bei der Beratung des großen Marine- Programms sich seines Kampfs gegen die übermäßige Aufnahme von Anleihen rühmte, bekehrt sich jezt im Zwang des Khalifurses zu der von ihm heftigst befeindeten Bumpwirtschaft. einzelner solcher Truppenteile lehnen wir entschieden ab. Es darf uns aus diefer Fassung des Antrags tein Strid gedreht werden. schiedenen Anträge gedruckt vorliegen, und geht über zur Frage der Die Kommission verläßt vorläufig dieses Kapitel, bis die verAufbringung der Kosten. Dazu liegen vor Anträge muller( C.): Die Kommission wolle beschließen.§ 2 wie folgt zu ändern: der Reichskanzler wird ermächtigtigt, zur Bestreitung der in § 1 bezeichneten Ausgaben die Summe von 152 770 000 M. durch Begebung von Echakanweisungen, deren Umlaufszeit den 31. März 1905 nicht überschreiten darf, flüssig zu machen. § 3 wie folgt zu ändern: In der weiteren Debatte zur Finanzierungs- Frage begründet Abg. Richter seine Anträge, die in der Hauptsache eine Heranziehung der Einzelstaaten zu den Kosten der China- Expedition befürworten:" Zur Bestreitung der Ausgaben dienen die Beträge, welche im Rechnungsjahr 1900 die den Bundesstaaten zustehende weinverbrauchs- Abgaben und Zuschlägen zu derselben, sowie an leberweisung aus den Erträgen an Zöllen, Tabaksteuer, BranntReichs- Stempelabgaben die etatsmäßige Summe übersteigen." Staatssekretär des Reichsschazamts Freiherr v. Thielmann: noch nicht übersehen. Es ist unmöglich, eine ganze Reihe FinanzDie weit ausschauenden Pläne des Abgeordneten Richter lassen sich reformen jo als Anhängsel zu dieser vorübergehenden Angelegenheit zu behandeln. Das müßte gründlich gemacht werden, was im Augenblick boch nicht möglich ist. Der Redner schildert weiter die Lage der Reichsfinanzen. Die ordentliche Finanzlage des Reichs, ganz abgesehen von der China- Expedition, hat die Amerika- Anleihe nötig gemacht. Der Stand der Hauptkaffe ist ein überaus ungünstiger. Dazu haben beigetragen einesteils die erhöhten Ausgaben für das Versicherungswesen, dann die höhere Ueberweisung an die BundesSoweit eine Rückerstattung der in§ 1 bezeichneten Aus- staaten, ferner der ungünstigere Stand der Post- Ein= gaben stattfindet oder solche nicht zur Verwendung gelangen, nahmen. So stand die Reichshauptkaffe im Oktober dieses find die rüderstatteten oder nicht verwendeten Mittel in erster Jahre um 51 Millionen Mark schlechter als vor 2 Jahren. Linie zur Tilgung der auf Grund des§ 2 begebenen Schatz- Dazu kommt, daß wir jegt viel höhere Buschüsse für die Marine anweisungen zu verwenden. nd nd homiguu sai leisten müssen als je zuvor, für das nächste Jahr 35 Millionen 2 mehr. Daher ist es gekommen, daß wir die Amerika-Anleihe schon vor Schluß des Rechnungsjahrs aufnehmen mußten. um nur die Löcher z u z u st o p f e n. Ich kann die Erklärung abgeben, daß ohue eine dauernde Verstärkung der Reichshauptkasse nicht mehr auszukomlncn sein wird, denn die Ausgaben steigen gewaltig, während die Einnahmen sich eher ungünstiger entwickeln. Nachdem noch ein andrer Vertreter des Reichsamts gegen die Richterschcn Vorschläge gesprochen hat. wird diese Debatte abgebrochen. Der Antrag Müller sFulda) betr. die Indemnität isiehe oben) wird Parteien außer der Socialdemokratie an- von allen genommen. Die Beratung wird Montag fortgesetzt. Die Kommisston will beim Präsidenten anregen, sttzung ani Montag ausfallen zu lassen, um den ganzen ihre Arbeiten frei zu haben. Nolikische VebevNchk. Berlin, den 7. Dezember. Der Reichstag hat heute die Besprechung über die Kohlennot glücklich zu Ende geführt. Bei der ganzen Interpellation ist nichts heraus- gekommen, als die Zusage der Regierung, eine eingehende Stati stik über die Bewegungen des Kohlenmarkts im In- und Ausland monatlich zu veröffentlichen. Bescheidene Gemüter, wie der freisinnige Abgeordnete Lenzmann, waren von diesem Er- gebnis sehr entzückt. Zu den sehr Bescheidenen zählt auch der Centrums-Abgeordnete Dr. Stephan, der Generaldirektor des riesigen Grubenbesitzes der schlesischen Grafen Henckel von Donnersmarck. Er suchte nachzuweisen, daß weder der Großhandel noch die Gruben an der Kohlennot schuld feien, nur der Zwischenhandel habe etwas übertriebene Preise gefordert. Bei dieser Sachlage sollte man von allen einschneidenden gesetzgeberischen Maßnahmen absehen. Die Kohlenpreise würden schon von selbst zurückgehen. Das also ; war des Pudels Kern. Dann entsteht nur die Frage, wes halb das Centrum, zu dessen einflußreichsten Mitgliedern Herr Dr. Stephan gehört, die Interpellation überhaupt ein gebracht hat. Aus der langen Debatte, die durch eine kleinbürgerlich socialistelnde Rede des Antisemiten Dr. Böckel eröffnet wurde, sind nur einige Einzelheiten erwähnenswert. Dazu gehört zu nächst das Auftreten des Herrn v. Hehl. Es war bekanntlich davon die Rede, daß er aus Aerger überZurücksetzun aus der nationalliberalen Fraktion aus geschieden sei. Die Thatsache st i m m t auch. Er ist aber nur vierundzwanzig Stunden lang in der Wüste ge blieben. Dann ist er wieder zurückgekehrt, bezaubert von der Liebenswürdigkeit, mit der ein Teil der Fraktion seinen Antrag auf staatliche Kontrolle über die monopolistischen 'Syndikate unterzeichnet hat, und heute hat er als n a t i o n a l liberaler Redner gesprochen. Er suchte seinen Ruhm bekanntlich darin, nicht nur ein strammer Schutzzöllner und Agrarier, sondern auch ein energischer Socialpolttiker zu sein. Heute trat er für den ' achtstündigen Normalarbeitstag für die Bergarbeiter ein Warum soll ihm seine Fraktion das nicht erlauben? Ist doch ! sogar Herr Franken, ein direkter Vertreter der Interessen der Grubenbesitzer, bereit, den Achtstundentag für die Bergarbeiter 'zu bewilligen. Die Kohlen- Großindustrie muß diese Be ' schränkung also wohl ertragen können. Der zweite Zwischenfall, der Erwähnung verdient, wurde durch den konservativen Agrarier Nösicke, Kaiserslautern, herbeigeführt. Er bekam nämlich das Kunststück fertig. Ohm Ä rüg er mit der Kohlennot in Verbindung zu bringen Der Uebergang von dem Thema der Kohlennot zu dem doch recht entfernt liegenden Thema der hohen Politik war geradezu elegant. Herr Rösicke schalt auf die Handelsverträge, die ein Kohlen- Ausfuhrverbot unmöglich machten, und beklagte, daß in wirtschaftlichen Dingen bei uns zu viel Rücksicht auf das Ausland genommen würde. Leider geschehe das auch in politischen Dingen. So hätte man in gefälliger Rücksicht auf England den Präsidenten Krüger vor der deutschen Thür umkehren lassen. Graf von Bülow sollte doch um Himmels willen den Kaiser orientieren, wie wenig eine solche Maßnahme von der all gemeinen BolkSstimmung verstanden würde. Graf Bülow war natürlich nicht zur Stelle. Dafür trat Gra' Posadowsky auf, um einen Ausflug ins Höhere zu unter nehmen. Er sprach in edlen Gesten von den„glühend heißen Fragen der äußeren Politik", von der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers für den Frieden der ganzen Welt, und von der Notwendigkeit, auf populäre Stimmungen nicht fentsi mentale Rücksichten zu nehmen. Es war sehr schön, und das Centrum klatschte lebhast Beifall. Besser hätte es Bülow selber nicht machen können. Die dritte erwähnenswerte Thatsache aus den Ver Handlungen ist die bündige Erklärung des Handelsministers Brefeld, daß er unter allen Umständen einen Streik als höhere Gewalt betrachte und daß nicht nur die Zechen, sondern olle Fabrikanten das Recht hätten, ihren Kontrakt nicht zu halten, wenn es zu einem Streik in ik>rem Betriebe käme. Herr Brefeld stellte sich also als unbedingter Anhänger der Streik klausel vor. Er sollte zum Ehrenmitglied des Bundes deutscher Baugewerks-Jnnungen ernannt werden. Nachdem ein Schlußantrag der Diskussion über die Kohlenteuerung ein Ende gemacht hatte, kam es zu einem kleinen Streit zwischen dem Präsidenten und der Budget kommission über die Frage, ob die nächste Sitzung am Mom tag, wie der Präsident wollte, oder am Dienstag, wie die überlastete Budgetkommission wünscht, stattfinden solle. Die Mehrheit entschied sich schließlich für den Präsidenten in der Hoffnung, dann in der nächsten Woche einen Tag früher in die Weihnachtsferien zu gelangen. Am Montag wird also die erste Lesung des Etats beginnen. Englische Scharfmacherek. Die englische Presse macht die krampfhaftesten Anstrengungen, um Deutschland, dessen Hurrapolitik in China, von den lebhaften Gefechtsübungen abgesehen, in letzter Zeit sehr kleinlaut geworden ist, wieder zu Unbesonnenheiten zu verleiten. Sie �bezeichnet die Wieder ein neneS Jnfanteriegrwehr. Man schreibt unS: Einem Norweger ist«S gelungen, ein neues Gewehr zu erfinden, da» sowohl hinsichtlich seiner genialen Konstruktion, als auch der Durchschlagskraft seiner Geschosse alle anderen Systeme übertrumpft. Mit dem neuen Mordinstrument wurden im Deutschen Lehrinfanteriebataillon eingehende Versuche angestellt, die ein dermaßen„glänzendes Resultat' ergaben, daß— wie dem Schreiber diese? von durchaus vertrauenswürdiger Seite versichert wird— der Kaiser befohlen habe, eine der Divisionen des hannoverschen(X.) Armeecorps probeweise damit auszurüsten. Die Erfindung ging vor kurzem in den Besitz eines Konsortiums internationaler Kapitalisten über, unter denen sich u. a. auch die Rothschilds befinden. Einer der Hauptteilnehmer ist ferner der Geheimrat Ehrhardt in Düsseldorf, in dessen Fabriken die Waffen hergestellt werden sollen. jetzige Situation in China als einen völligen Mißerfolg und behauptet, daß Deutschlands jetzt bekundete Geneigtheit, seine anfänglichen hochfliegenden Rache- und Zerschmetteruugspläne zu Gunsten eines baldigen Friedensschlusses aufzugeben, in China den Eindruck der Schwache, ja einer förmlichen Niederlage hervor- rufen müsse. So schreibt z. B. der„Spectator": „Als erstes ist die Einigkeit d e S W e st e n«, do» Kon- die Plenar- zert, in die Brüche gegangen... Das bedeutet natür- Tag für lich, daß China das Sprel gewinnt. Nicht baS Geringste ist geschehen, was die Chinesen davon überzeugen könnte, daß ihre mächtige Herrscherin geschlagen ist, oder daß die Mächte im stände sind, ein zukünftiges Massakre zu verhindern. ES ist den Chinesen vollständig gleichgültig, daß die Alliierten Peking eine Zeü besetzt gehalten haben, sofern sie eS nur erst wieder geräumt haben. Den Verlust einiger Tausend ihrer Landsleute fühlen sie ebenso wenig, wie ein Schwärm Heringe einen Netzzug spürt. WaS sie allein glauben werden, ist, daß die Fremden zum Schluß doch die Unmöglichkeit einsahen, den Hilfsquellen Chinas gegenüber a nd au e rn d S tan d zu halten und im Lande zu verbleiben.... Wir möchten glauben, daß Europa schließlich müde wird, große Ausgaben zu'machen, ohne ein R e s u l t a t zu sehen, verwirrt über den passiven Wider- stand und im Herzen beschämt über Schlächtereien, so daß es schließlich den ststus quo ante ohne Murren annimmt. Nur eins läßt uns Zweifel: Wird Wilhelm II. ein solches Scheitern seiner Hoffnungen rnhig ertragen? DieserMonarch hat seit Jahren die Absicht gehabt, in China sich ein Indien zu erwerben, er sagte, daß er den Chinesen ein Attila sein wolle.... Keine Großmacht wird ihn mit Krieg überziehen, wenn er eine chinesische Provinz nimmt, so lange niemand unmittelbar bedroht wird; die chinesischen Armeen können ihn, so wie sie jetzt sind, nicht ver- treiben, die Einkünfte Schantnngs, das voll Mineralien steckt, würden alle seine Unkosten decken. Sein eignes Volk wird glauben, daß er ihm einen immens großen Markt eröffnet hat, und er selbst wird stolz sein, den Grund st ein zu dem Kolonialreich (Colonial Empire) gelegt zu haben, ohne das europäische Gleichgewicht erschüttert zu haben. Das erscheint uns als das mögliche Resultat des mißlungenen Versuchs, die Kaiserin- Witwe zu zwingen... Um seine Scharfmachereien wirksamer zu machen, hält sich das Blatt zum Teil an die Thatsachen. Gegenüber der anfangs prokla mierten Chinapolitik Deutschlands bedeutet thatsächlich dessen jetzige Haltung eine auffallende Resignation, eine politische Niederlage. Frei lich wäre es eine ungleich größere, eine geradezu un- verzeihliche Tborheit der deutscheu Politik, wenn sie trotz der inzwischen empfangenen Lehren noch mit dem Kopf durch die Wand rennen wollte, zu keinem andern Zweck, als um England als Puffer gegen Rußland zu dienen. Deutschland hat um so weniger Ursache, England den begehrte» Beschützerdienst zu erweisen, als die englische Presse diese Schars machcrabsicht nachgerade gar zu täppisch verrät. Wie genug muß man von der deutschen Diplomatie denken, daß man ihr einen Köder vorwerfen zu dürfen glaubt, aus dem der Widerhaken so offensichtlich hervorragt I Deutschland solle die Provinz Schantung annektieren. denn«S brauche nicht zu befürchten, deshalb in einen Krieg mit einer Groß macht verwickelt zu werden. England zumal werde seinen Segen zu dieser Snnektion gebe». Und Schanwng sei eine so schöne Provinz. eine so reiche Provinz, die voller Mineralien stecke. Hat das ländergierige England jemals einen sonst gehatzten Rivalen eine so wertvolle Kolonie derartig aufzudrängen versuckit? Aber England wäre augenblicklich Deutschlands Annektionspolitik in Oftasien äußerst' willkommen, deshalb läßt es alle Scharfmacherkünste spielen, deshalb niacht es der deutschen Regierimg in demselben Augenblick die zweifelhaftesten Koinpliinentc. in dem es über das klägliche Scheitern der Voll dampf-Politik höhnt. Schon seit Geraumem haben wir systematisch auf Englands dreiste Scharsmachereicn hingewiesen, das jetzt mit den gelvaatesten Mitteln des Lockspitzeltmns arbeitet. Die Chinawirren sind augenblicklich an dem kritischen Wende Punkt angelangt; da gilt es die Augen offen zu halten.— Deutsches Weich. Die gekränkte Leberwurst. Einen heiteren Zwischenfall brachte die heutige Budgetkommisston neben ihren politisch bedeutsamen Vorkonimnissen. In einer GeschästsordnungSdebatte überraschte Herr Müller- Fulda, einer der hervorragendsten Geschäftsleute des CentriimS, die Kommiffiou mit der Erklärung, daß er das i» früherer Sitzung übernommene Referat an das Plenum jetzt ablehne. Zur Be> gründnng seiner Ablehnung erzählte Herr Müller in komiicher Er regung folgende Schanennär: Als das Zustandekommen de« letzten ;roßen FlöttengesetzeS im letzten Frühjahre durch ein Gartenfest beim Reichskanzler gefeiert wurde, habe einer seiner Parteifreunde unfrei willig eimge Aeußemngen eines hohen Beamten deS Reichs- Marine-AmtS über ihn— Müller-Fulda— angehört; der Beamte habe gesagt:„Ich bin froh, daß die Reichstags- Wirtschaft endlich mal ein Ende nimmt� Ich habe alle Arbeit gehabt, daS Referat des Herrn Müller habeich machen müffcn, bis auf zwei Zeile», die Müller gr chricben hat und die dann auf Antrag des Abgeordneten Richter wieder gestrichen worden find.' Meine Herren— so fuhr Abgeordneter Müller in kreischender Entrüstung fort— daS tnd Verdächtiglingen, die ich mir nicht gefallen lassen kann, ich habe den Bericht verfaßt und nur die rechnerischen Anlagen kamen vom Marine-Amt. Der betreffende Beamte aber ist hier anwesend als Vertreter der Regierung; so lange er hier ist, übernehme "ch kein Referat wieder. Vergeblich erklärte der Staatssekretär des ReichS-Marine-Amt». wenn ein Beamter seines ResiortS ungünstiges über den Abg. Müller behauptet habe, so bedauere er das aufrichtig; vergeben« versuchte der Vorfitzende und andre Mitglieder der Kommission dem in seinen bedeutendsten Verdiensten um die Marine gekränkten Herrn Müller Zuzureden. Herr Müller verschmähte die Centrumsgewohnbeit deS Imfalls und blieb heldenhaft fest in der Ablehnung des Referats. ist zu erwarten, daß der Beamte, der eS wagte, Herrn Müller also schwer zu verletzen, zu feierlicher Abbitte genötigt werde. Soviel Lohne« sollte da« heiße Bemühe» deS CentrumS um Militär-, Marine- und Chinavorlagen sicher fein.— Ueber die Wahlen in Württemberg liegen noch keine«nd- ültigen Abstimmungszahlen vor. doch ist soviel schon gewiß, daß ich die socialdemokrattschen Stimmen ungefähr verdoppelt haben. Während ISSS nur rund 82 000 focialdemokratische Stimmen ab- gegeben wurden, werden die 60000 kaum reichen. Dagegen hat die Volkspartei 20 000 Stinimen verloren; fie erhielt nur noch etwa 7l 000 Stimmen. Das ist ein sichere« Kennzeichen dafür, daß dieses VolkSurteil nicht nur der inneren Politik Württembergs, sondern daß es vielleicht in noch höherem Grade der allgemeinen Reichs- Politik gilt. An diesem Stimmenverhältnis läßt sich aber auch ermeflen, wie ungerecht daS gegenwärtige Wahlsystem Württemberg« mit seiner Kreiseinteilung ist und ivie notwendig die Einführung des Pro- portional-Wahlsystem» ist. Während nämlich die Voltspartei bei ihren 71 000 Stimmen nur wenige von ihre» bisherigen 31 Mandaten verlieren wird, wird es die socialdemokrattsche Partei mit ihren 60000 Stimmen auf vielleicht 6 Mandate bringen. Mit der Ver- affungSrevision sollte wenigsten» für die Abgeordneten, die an Stelle' der auszumerzenden Privilegierten gewählt werden sollten, eine proportionelle Vertretung eingeführt werden. Da da« Centrum das eine verhindert hat, hat es auch da» andre verhindert.— Potemkinsche Dörfer und die Villenkolonien, die nach Be- hanptung des Herrn Hilbck— am Montag im Reichstag— in Rheinland-Westfalen zu finden sein sollen. Wenn Herr Hilbck gesagt hätte, Ausländer-Niederlassungen, dann hätte er in Bezug auf die Zechenkolonien recht. Von den einheimischen Bergleuten wird man sehr wenige als Mieter in den Kolonienwohnungen finden. Einzelne der Kolonien sind fast ausschließlich von Polen bewohnt, in andren dominieren Oestreicher. Für die ineisten Ausländer muß man not- gedrungen Koloniewohnungen errichten, weil dieselben ordentliche Woh- nungen nicht bezahlen können. Zur Zeit kommen hier im Industriegebiet noch Oestreicher an, die, trotzdem man ihnen 7—8 M. Lohn ver- sprachen hat. mit 2,80—3,00 M. abgespeist werden. Von einem Beamten einer Zeche bei Dortmund wurde kürzlich auch offen aus- gesprochen, daß man, wenn Arbeiterentlassungen vorgenommen iverden müßten, dann nicht die Ausländer, sondern die heimischen Arbeiter„fliegen' müßten. Ein Polizeibeamter, der Gefangene nach Dortmund abgeliefert hatte, bemerkte im Gespräch, die Ausländer in den Kolonien sbei Lütgendortmund) haben meist alle etwas auf dem Kerbholz, wir haben viel Last damit, auch die Kommunen werden sehr belastet.— Das sind die Bergnrbeiter-Villen-Kolonisten.— Aber in Essen, da soll's herrlich sein! Eine.Villen-Kolonie' giebt's hier allerdings. Dieselbe liegt eine Stunde von Essen entfernt, un- mittelbar an die Besitzung des Herrn Krupp anstoßend. Die Anlage dieser Kolonie, die aus ca. 50 ein Stockwerk hohen Häuschen be- steht, die je von zwei Familien bewohnt werden, dürste mehr aus besonderer Liebhaberei, als aus sonstigen Motiven entsprungen sein. Diese Kolonie wird auch nicht von aktiven Arbeitern, sondern von In« validen bewohnt. Die Hanptkolonie der Firma Knipp ist der sog. „Cronenberg' und besteht aus ca. 120 Mietskasernen. � In jedein HauS wohnen bis zu 12 Familien. Auf den, sogen.„Schedohof", Nordhoff und Westend- Kolonie findet man zum großen Teil Holz- barocken, die aus sanitätspolizeilichen Rücksichten eigentlich geschlossen werden müßten. In den neueren Kolonien sind die Wohnungen so teuer, daß Arbeiter mit gewöhnlichem DurchschnittSverdieust die- selben überhaupt nicht mieten können. Wie es trotz der Villen- Kolonien übrigens in Esten aussieht, kann schon daraus ermessen werden, daß der Oberbürgenneister der Stadt bereits die Errichtung einer Bau bank sowie' eine bedeutende Unterstütz u nst der Baugesellschaften in Aussicht gestellt hat— zur Abhilfe der Wohnungsnot.— Eine Hunnenkarte. Die„Rhein. Wests. Arbeiter-Zeitung' ver- öffentlicht die folgende ihr zugestellte Feldpostkarte: Tientsin. 17. 10. 1900. LieberBruderundSch wägerinl Wir werden wohl diesen Winter in Tientsin liegen bleiben denn wir haben uns die eingeschosseuen und niedergebrannten Häuser wieder aufgebaut und uns häuslich darin niedergelassen. Eine schöne Gegend' ist hier nicht. Die Chinesen sind gerade wie die Sklaven! Wenn man etwas zu machen hat, nimmt man den ersten beste», der muß es dann für eine» arbeiten. Traurig aber wahr. lGrüße Unterschrift). Unsre Scharfmacher müsten vor Neid vergehen, daß sie sich nicht auch bei uns auf diese billige Weise Arbeiter verschaffe.» können, wie diese christlichen Sklaventreiber in China.— Rückkehr von Ostasten-Mannschasten. Mit dem Lloyd- dampfer„Köln' werden am Sonntag oder Montag 887 Mann au« Ostasten znrückkebren. Die Heimkehrenden haben im Juni, Juli und August in den Zusammenstößen mit den Boxern mitgekämpft. Die Heimkehrenden gehörten den Besatzungen 18 verschiedener KrieaS» schiffe und Torpedoboote, den Seebataillonen und dem ostastatischen ExpedüionScorpS an. Von der Besatzung deS»JltiS' treffen 45 Mann ein. Von den ausgesendeten 25 Truppentransportdampfern ist eins, der Lloyddampfer H. H. Meyer bereits wieder in seinem Heimat- Hafen eingelaufen, zwölf andre Dampfer befinden sich auf der Heim- reise,»atürliib ohne militärislbe Rückfracht. Ueber die Verwendung der Dampfer für die Militärtransporte schreibt unser Bremerhavener Bruderorgan: Das Herausnehmen der vielen großen Dampfer au« den Schiffahrtslinien des Norddeutschen Lloyd hat sehr deprimierend auf den Schiffsverkehr in Bremerhaven gewirkt und dem ganzen Erwerbsleben der Unterweser-Orte einen schweren Rückschlag gegeben. Den ganzen Sommer und Herbst herrschte in den Unteriveser-Orten eine Geschäftsflaue, wie sie seit langem nicht vorgekommen. Die Folge davon ist teils schon jetzt bemerkbar und wird noch mehr in de» nächste» Wochen durch Konkurse von größeren und für sicher fundiert gehaltenen Geschäften zum Ausdruck kommen. Die Chinabegeisterung deS Bürgertums rächt sich so an ihm selber. Auch die Arbeiter und, wie das gestern von uns veröffentlichte Eingesandt beweist, vor allem die Hafenarbeiter, sind von dem mangelnden Schiffsverkehr in den hiesigen Häfen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Hoffentlich wird das jetzt nach der Rückkehr der untenvegS befindlichen Hunnen- schiffe besser werden. Die Herren Grotz-Reeder haben freilich ein glänzendes Geschäft mit dem Truppentransport gemacht.— Was militärische Erlaffe nützen. Die deutsche Khakipreffe thut sich besonder« viel darauf zu gut, daß endlich, nach Bekannt- werden der Hunnenbriefe, von den deutschen Truppenführern in Ost- asten Befehle gegen das Plündern und die Brutallsierung friedlicher Chinesen erlasten worden sind. Die russische Presse teilt nunmehr mit. daß der russische Kriegsminister bereits am 23. Juni an den Kommandanten der mandschurischen Truppen folgendes Telegramm sandte: „Gezwungen, unsre Truppen in die Mandschurei einrücken zu lasten, werden wir unzweifelhaft nach einer Reihe von Siegen den be- wafineten Widerstand der rebellischen Truppen und Bevölkerung vollständig brechen. Gewiß ist es auch, daß es unter dem Schutze unsrer siegreichen Truppe» möglich fein wird, die Arbeiten von staatlicher Wichtigkeit hinsichtlich der Durchlegung der Eisen- bah» durch die Mandschurei zu erneuern. Doch genügt diese« nicht. Es ist dringend notwendig, Maßnahmen zu ergreife», damit die bisher friedliche Bevölkerung der Mandschurei von den Rebellen nicht fortgerissen wird und unS nicht in die schwere Zwangslage versetzt, einen Volkskrieg führen zu müsten. Zu diesem Zwecke geruhte Seine Majestät der Kaiser zu befehlen. Sie und den Admiral Slexejew mit der Ergreifung energischer Matznahmen zu beauftragen, damit die Feindseligkeiten in der ihnen eignen Unerbittlichkeit nur die chinesischen Truppen und die bewaffnete Bevölkerung treffen. Die Truppen und die bewaffnete Bevölkerung müsten vvllig ge- schlagen, die Befestigungen vernichtet, die Waffen abgenommeu iverden, aber die friedlichen Einwohner, ihreBe» hausungen und ihr Eigentum dürfen keines- fall« Objekte der feindseligen Handlungen unsrer heldenmütigen Truppen oder der Kosaken» Grenzbevölkerung sein. Keine überflüssigen Grausamkeiten und Zerstörungen dürfen zuge» lassen werden, Zerstörung von Städten und Dörfern. Brände, die die Bevölkerung am meisten gegen uns aufbringen, können nur als ausnahmsweise Vergeltung für s ch Iv e r e und blutige Verbrechen gegen un« gestartet werden. Plünderungen und Raub in jeglicher Gestalt seitens der Militärchargen und der Kosakenbevölkerung müssen mit strengen Maß- regeln, das Standrecht nicht ausgeschlossen, ge- ahndet werden. Für alle von der Bevölkerung g e- lieferten Produkte sind Barzahlungen zu l e i st e n...' Wie trotzdem die russischen Soldaten durch Morden, Sengen und Plündern gehaust haben, ist bekannt. Wie würde die russische Soldateska erst gehaust haben, ivenn man ihr die Losung gegeben hätte, daß Pardon nicht gegeben werde.— Mit einer Sensationsnachricht über einen Kompromih- Vorschlag im südafrikanischen Konflikt überrascht das „Leipz. Tagebl." die Oefsentlichkeit. Dasselbe veröffentlicht die ihm angeblich von einer hochgestellten englischen Persönlichkeit übermittelte Meldung, dag die Möglichkeit eines Kompromisses zwischen England und den Boere» darin bestehe, dag den Boeren die Bildung einer neuen Boeren republik in der Nordhälfte Transvaals zugestanden würde. Die deutsche Regierung habe Krüger wissen lassen, dab Deutschland bereit sein werde, bei einem auf dieser Grundlage zu stände kommenden Frieden ihre Mitwirkung zu bieten. Bei Deutschland würden fich den» auch die Boeren zu bedanken haben, wenn ihnen ein der- artiges Zugeständnis gemacht werde. Wir halten die Nachricht für äußerst unwahrscheinlich. So große Sorgen die völlige Unteriverfung der Boeren England auch bereiten mag, so glauben wir doch nicht, daß es sich noch einmal der Gefahr eines Elitscheidungskriegs mit den Boeren aussetzen würde. Für noch un- wahrscheinlicher aber halten wir es, daß Deutschland den Boeren gegenüber unter der Maske kühlster Teilnahmslosigkeit die Rolle des geheimen Wohlthäters spielen könnte. Soviel Edelmut lönnte Teutschland unmöglich verschweigen.-- Tcr Segen der Kanalgegnerschaft. Wie rasch man als Be- amter durch seine Opposition gegen eine Regierungsvorlage avanciere» kann, beiveist die rasche Beförderung des'frühcren Land- rats in Lüben, v. Dallwig, der seiner Zeit wegen seiner Ablehnung der Kanalvorlage ebenfalls seines Amts entsetzt worden war. Herr v. Dallwig ivurde bereits anfangs dieses Jahrs zum Regierungs- rat in Posen befördert, um jetzt gar zum vortragen- den Rat in demselben Ministerium des Innern cniannt zu werden, daS ihn doch vor Jahresfrist gemaßregelt hatte! Japans verständige Haltung. Die.Post» sticht die Besorg- nisse zu zerstreuen, die sich wegen Japans Haltung in der Frage der Friedeusverhandlnngen hier und da kundgegeben hatten. Es handle sich keineswegs um ein innigeres Verhältnis zivischen Tokio und P e k i n g, wie man angenommen habe. Japan sei nur deshalb für die Milderung einzelner Friedensforderungen eingetreten, um nachher, wenn man in die Notwendigkeit des Falle n las sens zu weitgehender Forderungen versetzt würde, nicht den Eindruck zu erwecke», vor den Chinesen in gewisser Hinsicht zu k a p i t u l i e r e n. Die„Post" findet diese Bor- ficht ganz in der Ordnung, trotzdem die deutsche Politik genau das Gegenteil dieser Politik der klugen Berechnung darstellt.— Dir KrUger-Quarantiinr erstreckte sich nach der„Deutschen Zeitung" auch auf KrügerS Berührung mit der katholischen G e i st- Ilchkeit. Als Krüger während seines Aufenthalts in Köln den Dom des u ch t e, wurde er wie irgend sonst ein Privatmensch von einem Küster und dem D o m s ch w e i z e r in fadenscheinigem Alltagshabit empfangen. Kein geistlicher Würdenträger hatte'sich eingefunden, und ein kürzlich mit dem Kronenorden zweiter Klasse dekorierter Dompropst, der sich mit im Dom befand, verschwand schleunigst von der Bildfläche, als Krüger den Dom betrat. Dafür walteten aber der Küster und der Schweizer um so nachdrücklicher ihres Amts, indem sie nur 8 Personen, die als offizielle Begleitung KrügerS angemeldet waren, einließen und die übrigen rücksichtslos zurückdrängten. Die Kirche pflegt nur da ihren Glanz zu habe» wo sie selbst sich im Glänze der irdischen Macht sonnen kann.— «in» Oereiniguna zur Aufklärung de» ftonitzer Mords »läßt in der antisemitischen Presse einen Aufruf zur Sammlung eines Fonds, aus dem weitere Recherchen nach dem Mörder des Gymnafiasten Winter bestritten werden sollen. Da? unterzeichnete Komitee, in dem sich ein katholischer Pfarrer, ein evangelischer Pfarrer, der LandlagS-Abgeordnete für Konitz-Schlochau-Tuchel und mehrere Stadträte befinden, giebt der Hoffnung Ausdruck, daß es noch immer gelingen könnte, eine weitere Spur'des Verbrechens aus- zufinden. Wir wünschen der Vereinigimg besseren Erfolg als den Gerichtsbehörden und beffre Zeugen, als einen Maßloff.— TyphuS im deutschen Heere. Von der 1. Abteilung des Feld-Artiklerie-Regiments Nr. IS. die wegen zahlreicher TyphliSfälle vor etwa drei Wochen aus ihrem Staydort S t raß b» rg in das Barackenlager des Tnippen-UebungSplatzeS bei Hagenau verlegt worden war. sind, einer Meldung der„Hagenauer Zeitiiiig" zufolge in den letzten Tagen wieder zwei Mann an Typhus gestorben. Das Blatt fügt hinzu, dieser unglückliche Verlauf der Krankheit hätte selbst durch die„geradezu peinlich sorgsame Ueberwachung und Pflege" der von der Epidemie Befallenen nicht verhütet werden'können. Der Krankenstand der Abteilung ist immer noch ein bedenklich hoher und die Gefahr weiterer Todesfälle nicht ausgeschlossen. Man nimmt an, daß die Seuche durch den Genuß schlechten TrinkivasserS auS dein Manöver in die Garnison eingeschleppt worden fei.— DaS Kieler RcichStags-Mandat beanstandet. Die Wahl- prüfungs-Kommission hat am Donnerstag die Wahl des Abg. Hänel in Kiel zu beanstanden und weitere Beweiserhebungen über die im socialdemokratischen Protest behaupteten Unregelmäßigkeiten anzu- ordnen beschlossen._ Chronik der MajestatSbeleidigungS- Prozesse. Vor der Elberfelder Strafkammer hatte sich der Schleifer Wilhelm Nietenhöfer von Solingen wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten. In dem Kosthause des An- geklagten wurde am 29. Oktober über die Kaiserbefuche im bergischen Lande gesprochen. Hierbei machte der Angeklagte eine abfällige Aeußcrung über den deutschen Kaiser, die dann später der Polizei hinterbracht wurde. Der Angeklagte war damals stark angetrunken und konnte sich des Vorfalls nicht mehr entsinnen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den bisher unbestraften An- geklagten sechs Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf drei Monate Gefängnis.. Ausland. Niederlande. Ein niederläudisch-portugiesischer Konflikt ist dadurch ent- standen, daß dem niederländischen Generalkonsul Pott in L o u r e n? o M a r q u e z die Exequatur entzogen wurde. Vermutlich ist daS Vor- gehen Portugals auf englische Einflüsse zurückzuführen, da England das Einschreiten Potts zu Gunsten der die portugiesische Grenze überschreitenden Boeren verdrossen haben dürste. Das Einschreiten gegen Pott hat dazu geführt, daß der portugiesische Gesandte im Haag, von Weede. seinen Posten verlassen hat. Wie das„Reutcrsche Bureau" ans guter Quelle erfährt, wird der portugiesische Gesandte sich wahrscheinlich auf einige Tage nach Lissabon begeben, um seine Regierung mündlich über die Schioierig- keilen der Angelegenheit Pott zu unterrichte», er beabsichtige jedoch. auf seinen Posten' zurückzukehren. Der niederländische Gesandte in Lissabon befinde sich ebenfalls auf seinem Posten.— Belgien. Brüssel, 7. Dezember. Der von den Soctalisten eingebrachte Gesetzentwurf betreffend die Alterspension für Grubenarbeiter setzt die Pension für Grubenarbeiter, die das fünfzigste Lebensjahr überschritten haben, auf 600 Fr. fest. Diese Pension soll gesichert werden durch einen drciprozentigen Lobnabzug und eine dreiprozeutige Abgabe der Arbeitgeber, berechnet auf die Lohnsätze der Arbeiter. Die staatliche Unterstützung soll sich auf 2.3 der Gesamtsumme der von den Arbeitern und Arbeitgebern gestellten Summe belaufen. Die Pensionsberechtigung erfordert den Nachweis einer dreißigjährigen Thärigkeit als Grubenarbeiter. England. 320 Millionen Mark ucne Anleihe. Nach dem am 7. Dezember dem Parlament zugegangenen Rachtragsctat verlangt die Regierung zur Deckung von Ausgaben für die in Südafrika und China stehenden Truppen 16 Millionen Pfund Sterling. «fr»«. Vom Kriegsschauplatz. Lord Kitchener berichtete aus Bloem- fontein vom 6. Dezember: 500 Boeren unter dem Befehl des Kam- Mandanten Delarey griffen am Z.Dezember in der Nähe von Büffel- spoort einen englischen Proviantzug an, der sich nach Rustenburg begeben wollte. Die englische Begleitungstrupp«, bestehend aus 300 Mann mit 6 Geschützen, nahm Stellung aus den umliegenden Höhen und leistete heftigen Widerstand. Der Kampf dauerte bis zum Einbruch der Nacht. In den ersten Morgenstunden des nächsten Tages hatten die Engländer bereits Verstärkungen erhalten, und die Boeren zogen sich nunmehr zurück, nachdem sie die Hälfte der Proviantkolonne zerstört hatten. Ihre Verluste waren bedeutend. Di« Engländer hatten Tote und 23 Verwundete.— General Dewet überschritt am 5. Dezember den Caledonflutz bei KareSpondfort und be< gab sich nach der Gegend von Rosenthai. General Knox verfolgt ihn mit einem Teil seiner Truppen.— 60 Boeren befinden sich in Witrand, 12 Meilen von Waranton. Im Norden von Kimberley werden noch immer zahlreiche Boerenpatrouillen gemeldet. Ein weiteres Telegramm meldet: In der Nacht vom 5. zum 6. Dezember stieß eine von Aliwal North entsandte Patrouille nahe bei der Stadt auf die Borposten von Dewets Hauptmacht, welche dort lagerte. Die Patrouille machte einen Gefangenen. Dewet ist hart bedrängt und scheint unter dem fortgesetzten Trekken zu leiden. Der Gefangene berichtet, Dewet habe nahe bei dem Süd- user des Caledonflusses ein Geschütz zurücklassen müssen. Alle gefangenen Engländer, welche nach DewetSdorp gebracht worden waren, sind befreit worden mit Ausnahme der Offiziere. Der Kommandant von Aliwal North hat alle Vorbereitungen für den Fall eines Angriffs getroffen. Die„Befreiung" der Gefangeneu reduciert sich wohl auf die Thatsache. daß die Boeren au» Gründen der Proviantersparnis die Gefangenen mit Ausnahme der Offiziere ihrer Gewohnheit gemäß haben laufen lassen. Reue englische Brutalitäten werden aus Johannesburg angekündigt: Die Regierung trifft Vorkehrungen, um auf der Rennbahn bei BooyfenS 4000 Personen unterzubringen. Es besteht nämlich die Absicht, alle umliegenden Farmen auf dem Rand von ihren Be- wohnern zu säubern und sie da unterzubringen, wo man sie streng überwachen kann, da viele von ihnen den Feind durch Lieferung von Nahrungsmitteln und durch Knndschafterdienste zu unterstützen pflegten. Der Afrikauder-Kongreß hat am 6. Dezember in Worcester fKapkolonie) stattgefunden. Es nahmen etlva 3000 Delegierte an demselben teil, die 120 000 Afrikandcr vertraten. Auf den die Stadt umgebenden Bergen waren 8000 Mann Soldaten mit Artillerie postiert, es kam jedo ch zu keinen Ruhestörungen. Einer der Delegierten. welcher»ach England entsandt gewesen war. teilte mit, daß von de» britischen Liberalen, so wie sie jetzt seien, nichts zu erwarten stände. ES wurden dem Kongreß sodann drei Resolutionen vorgelegt. Die eine verlangt die Beendigung des Kriegs, nimmt Bezug auf die Verwüstung des Lauds und die Ausrottung des eine» weißen Stamms, erklärt, daß dies und die Behandlung, der die Frauen und Kinder der Boeren ausgesetzt seien, ständig ei» Gefühl der Erbitterung weiter vererben würden, und spricht sich schließlich dahin aus, daß die Unabhängigkeit der Republiken allein den Frieden in Südafrika sichern könne. Die zweite Resolution kritisiert die Politik und die Haltung des.Gouverneurs der Kap- kolonie Milner und tritt für da» Recht der Kolonie ein, ihre Angelegenheiten selber zu verwalten. Die dritte Resolution be- stimmt, daß eine Abordnung abgesandt werde, welche der Reichs- regicnmg die Anschauungen de« Kongresses zur Kenntnis bringen soll. Nachdem eine Anzahl von Reden gehalten war, in denen eine sehr heftige Sprache geführt wurde, alle Redner aber jeden Gedanken an einen Aufstand von sich lviesen, wurden die drei Resolutionen unter lautem Beifall angenommen. Der Kongreß wurde sodann geschlossen.— Vsvlsmenkaviflszes. Toleranz-Antrag. Die Konstituienmg der 9. Kommission des Reichstags, welche den Entwurf eines ReichsgcsetzcS betreffs„Frei- hcit der Religiousübung" zu beraten hat. um die zweite Lesung dcS Entwurfs vorzubereiten, fand am Freitag statt.— Dieser sogenannten Toleranz-Konuuission gehören für die sccialdemokratische Fraktion die Abgeordneten BloS, Kunert. Stolle und 25 o II rn a r an Die Liibecksche Streikposten-Verfiignug bot den Anlaß zu einer am 6. d. M. vor dem Schöffengericht in Branden- bürg a. H. geführten Verhandlung. Angeklagt war der Gcnoffe Theodor tulh wegen Vergehens gegen Z lll. Abs. 2. Jukriminirt ist die r. 177 der„Braudenb. Ztg.", in welcher». o. die Erwartung aus- gesprochen war, daß die Lübecker Arbeiter der Verordnung „Trotz bieten werden", um gerichtliche Entscheidungen herbeizuführen. Nachdem das Amtsgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt hatte. hat nach einer Reihe von Wochen die Strafkammer zu Potsdam auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft die Eröffnung des Haupt- Verfahrens und die Verhandlung vor dem Schöffengericht zu Brandenburg angeordnet„in Erwägung, daß die Anwendung des § 111 Str.-G.-B. nicht die Nechtsgültigkeit einer straf- androhende» Gesetzesbestimmunj, voraussetzt, daß danach der An- geschuldigte hinreichend verdächtig erscheine". Der Angeklagte machte geltend, daß— selbst die Gesetzmäßigkeit der Lübeckschen Verordnung vorausgesetzt— er zu einer loulreten gesetzwidrigen Handlung doch nicht aufgefordert habe. In eingehender Weise tbat der Angeklagte sodami dar, wie die Lübecksche Verordnung dem Artikel 2 der Rcichsverfaffung, der sich mit drei Worten dahin fasse» lasse, daß„Reichsrecht Landes- recht bricht" sowie dem§ 152 der Gcwerbe-Oroiiuiig zuwider laufe. Daß da» Koalitionsrecht nicht iu dieser Weise auf dem Wege landespolizeilicher Verordnung beschränkt werden dürfe, haben die verbündete» Regiernngeu selbst dadurch anerkannt, daß sie den Tenor der Lübeckschen Streikposten- Verordnung zum Reichsgesetz machen wollten. Die gleiche Bestimmung befinde sich nämlich in dem ZuchthauSgesetz-Ent- wurf. der bekanntlich vom Reichstag verworfen worden sei. Der Reichstag habe da« auch in der Verhandlung vom 11. Juni d. I. der Regierung in unzweideutiger Weise zu erkennen gegeben. Der Angeklagte citierte die wichtigsten Aeußerungen der Abgeordneten Bassermann, Spahn u. a., verivies auch auf die be» kannte bezügliche Arbeit deZ früheren Ober-LandesgerichtSrats Dr. V. B u ck k a. der noch bor kurzem selbst der Reichsregierung an- gehört hat und überreichte dem Gerichtshof die den Buchkaschen Artikel enthaltende Nummer der„Deutschen Juristen-Zeitung". Selbst der Herr Staatssekretär des Reichs-Justiz- amts, Herr Dr. Riederding, habe sich nicht unbedingt für die Gültigkeit der Verordnung auszusprechen vermocht, mid gerade Herr Dr. Nieberding habe die Anregung dazu gegeben, Entscheidungen der ordentlichen Gerichtshöfe herbeizuführen. Gericht- liche Entscheidungen gegen Polizeiverordnunge», könnten doch aber mir auf die Weise herbeigeführt werden, daß man denselben nicht Folge giebt. Jedenfalls sei eö das gute Recht eine» jeden Bürgers. über die Rechtsgültigkeit von Bestimmungen Entscheidung der ordentlichen Gerichte herbeizuführen, und wenn zu letzterein auf- gefordert iverde, so werde nichts Unzulässiges begangen. Der Amtsanwalt begründete die RechlSgültigkeit der genamiien Verordnung mit dem Interesse der öffentlichen Ordnung und bean- tragte 100 M. Geldstrafe oder 20 Tage Gesängniß. Auf den Hinweis, daß die Subsidiärstrafe nur Hast sein könnte, weil das Delikt selbst (die Uebertretung der Verordnung), wenn ei» Delikt überhaupt angenommen würde, nicht mit Gefängnis bedroht ist. änderte der Amtsanwalt seinen Antrag entsprechend. Der Auffassung, daß die Verwendung deS Z III Str.- G.-IB. nicht die Rechtsgültigkeit einer ftrafondrohenden Gesetzesbestimmung vorausfetzt, hat sich der Gerichtshof nicht anschließen können. Der Gerichtshof war vielmehr der Meinung, daß die Rechtsgültigkeit der Verordnung erst Voraussetzung zur event. Verurteilung sei. Das Gericht hat indes angenommen, daß die ftagliche Lübecksche Verordnung vom 24. April d.'J. nicht im Widerspruch mit der Gewerbe- Ordnung stehe, der Z 152 der letzteren schließe nicht ans, daß die Polizei- behörde im Interesse der öffentlichen Ordnung Verordnungen er- lassen und auch die im§ 153 erfolgte speciclle Aufzählung von Delikten mache die Polizeiverordnung' der angegebenen Art nicht unzulässig. ES sei sehr wohl denkbar, daß daS Streikposten- stehen dem Verkehr und der öffentlichen Ordnung hinderlich sei, es könnte darin sogar Zusamnirnrottung gesehen werden. Derartige Verordnungen seien ebenso zulässig wie polizeiliche Verordnungen, welche die Ausführung der vereinzelten Verfamm- lungen betreffen. Die Auffaffling, welche bei Verhandlungen im Reichstag und in der Litteratur bezüglich der Rechtsungültigkeit der genannten Verordnung kundgegeben, sei für den Gerichtshof nicht verbindlich, wenngleich die Aeußernngen von Fachleuten herrühren, die sich fpcciell mit der Frage besaßt haben. Für die UrteilSfällung komme es nunmehr auf die Feststellung des Thatsächlichen an. Es sei ja nun zugegeben, daß eine gerichtliche Entscheidung so gefaßt sein müsse, daß sie nicht auf eine Beengung des freien Worts hinauslaufe. Nun enthalte fast der ganze Artikel eine sachgemäße Be- trachtung über die Frage der Rechtsgültigkeit der Lübeckschen Verordnung, der zu einer Jnkrimimerung keinen Anlaß biete; nur der Schlußsatz werde beanstandet; aber es sei nach den vorftehendc» Erörterungen nicht anzunehmen, daß der Angeklagte sich der Strjas- barkeit des Schlußsatzes bewußt gewesen fei; es sei ihm wohl zu glauben, daß eS ihm lediglich darauf angekommen sei, eine Prüfung der Rechtsgültigkeit durch die ordentlichen Gerichte herbeizuführen. Unter diesen Umständen habe der Gerichtshof auf Freisprechung erkannt. Partei Gemeindewahle». In Wüstenbrand bei Chemnitz wurde in der Klaffe der Unansässigen der socialdemokratische Kandidat mit starker Mehrheit gewählt. In I a h n s b a ch bei Chemnitz erlitten wir infolge der Lauheit der Arbeitcrwähler eine Niederlage. Von 300 Wählern der Klasse gingen nur 52 zur Wahl. Unter den Säninigen befanden sich viele Leser der„Ehemnitzcr Volksstimine". In Bunzlau in Schlesien, wo der Genosse Schebs in die Stichwahl gekommen war, unterlag dieser leider mit 229 Stimmen gegen den bürgerlichen Kandidaten, der 268 Stimmen er- hielt. In B a u e r s ch a's t S ch i l d e s ch e in Westfalen wurde der socialdemokratische Kandidat mit 82 gegen 1 Stimme gelvählt. Für die Etadtverordneten- Stichwahl in BreSla« haben unsre Parteigenossen mit den vereinigten freisinnigen Parteien ein Abkomme» getroffen, demzufolge die locialdemolratischen Wähler in zwei Wahlbezirken für drei freisinnige Kandidaten und die frei- sinnigen Wähler in einen, Bezirk für zwei socialdemokratische Kaudi- daten stimmen. Die Londoner Socialdemokraten hatten am 4. d. M. in der „Memorial Hall" zu Ehren der»eugewählten socialistischen Ab- geordneten eine Versammlung einberufen. Die Versammlung war stark besucht; als Redner traten Tom Mann, Richard Bell(Leiter des Eisenbahner-verbandS). Keir Hardie, George» BarneS(Maschinen- bau«) und andre auf. In einer einstimmig angenommenen Re- solution werden die Abgeordneten aufgefordert, im Parlament eine energische Opposition gegen die Kapitalistenklasse im allgemeinen zu führen, im besonderen gegen die Jingopartei und die Jingopoliiik der Regierung sich zu wenden. Kuliteiliche», Gerichtliches usw. — Wegen Groben NnftigS war Genoffe Swienth in Halle zu 6 Tagen Haft verurteilt worden. DaS Bcrnftmgsgericht ermäßigte die Strafe auf 10 M. Geldstrafe. — Wege», Beleidigung dcö Natö dcr Stadt Zwickau wurde der Rcdacteur de»„Sächsischen Volksblatts", Genosse Albert in Zwickau zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Die Beleidigung wurde in der Ilebcrschrift einer Notiz über das städtische Submissionswesen in Zivickau gefnuden. — Znknnfiö- Unfug. Die AmtShauptmannschaft Meißen sandle einem dortigen Genossen daS folgende originelle Schreib«»: ... Die von den Gendarmen Bcrger und Grabowsky mit Be« schlag belegte» Schriften mit dem Bemerken zuzuseiiden, daß jede Verbreitung derselben von Hans zu Haus ohne vorgehende Be- siellnng nach ß 360.11 als grober Unfug bestraft lvird. Wir sind unhöflich genug, die guten Abfichte» der väterlich« wohlwollenden Behörde nicht anzuerkennen. — Wegen„SonntagS- Gntheilignng" wurden in Sorau zwei Parteigenossen vom Schöffengericht zu je 3 M. Geldstrafe der- urteilt, weil sie deS Sonntags Flugblätter verteilt hatten. Die Wer- teilrnig war außerhalb dcS Gottesdienstes geschehen. Gemevkfchaftli�es. Deutsches Reich. Der Krach im Hirfch-Dunckerschen Gewerlverein. Zwischen dem OrtSverband Düsseldorf und dem Sentralrat besteht schon seit langem eine Spannung. Die Düsseldorfer Verbands- Mitglieder hatten sich entschieden gegen die sonderbare Stellungnahme Dr. Hirsch'S zum Straßeiibahner-Ällsstand im Landtag ausgesprochen, sie sind ferner nicht einverstanden mit der Anfrechterhaltung des bekannten Reverses, durch de» Socialdemokraten vom Gcwerkverein ausgeschlossen find, sie wünschen im ganze» eine energischere Ver- tretnng der Arbeiterinteressen seitens des Verbands. Di« Differenzen sind nun soweit gediehen, daß der Centralrat in feiner Sitzung vom 29. Roveinb'er mit 26 gegen 4 Stimmen beschlossen hat, den Ortsverein Düsseldorf auszulösen.— Allzu tragisch werden die Düsseldorfer diese» Beschluß nicht auftrehmeu; sie hatten schon vorher die Gründuug eines eignen Organs für Rheinland angebracht, da sie mit der Haltung des VerbandsorganS längst nicht mehr einvcr- äanden waren. Schwere Strafen trafen drei Bromberger Bauarbeiter, die es gewagt hatten, beim dortigen Bauarbeiterstreik als Streikposten zu ungiecen und zureisende Arbeiter auf die Lage am Orte aufmerksam zu machen. Die betreffenden Arbeiter. Gustav Günther. Johann Krüger und Ferdinand Rick, wurden wegen angeblicher. Bedrohung" zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staats- an»v alt hatte nur einen Monat beantragt. Differenzen im Miinchcncr Wirtsgewerbe.(Eig. Der.) Dem Münchener Kellnerinnenverein stehen schwere Zeiten bevor. Die dem Gewerbevcrcin der Gastwirte Münchens(alter Vereiü) angehörenden Wirte haben nämlich den Beschlutz gefaßt, die o r g n- n i s i e r t e n Kellnerinnen zu bohkotten und deren Stellen mit männlichem Personal zu besetzen. Dieser Beschluß muß umsomehr beftemden, als der Vorsitzende des WirtevereinS auf 'pecielle Einladung vor verhältnismäßig kurzer Zeit einer Versamni- lung der Kellnerumen-Organisation beiwohnte und dort die Et- kläning abgab, die Gastwirte würden dem Verein nichts in den Weg legen, wenn er sich darauf beschränke, erfüll- bare Forderungen zu erhebe». Nun ist der von bürger- lichen Socialpolitikern geleitete Verein weit davon entfernt, himmelstürmende Thaten zu verrichte». Jedoch scheint der in seiner 'etzten Versammlung gefaßte Beschluß gegen die gewerbS- mäßigen Stellenvermittler vorzugehen, verschiedene» Wirten aus ganz bestimmten Gründen nicht in de» Kram zu passen. Nun sind swar die Verhältnisie den neuesten Stunnuliugen durchaus nicht be- sonders günstig, denn sie haben nicht um einen Teil des Publikums, sondern vor allem auch die gesamte München er Presse voii vornherein gegen fish. Aber immerhin würde eine Aussperrung der organisierten Kellnerinnen eine schwere Probe für die LebenSfähiglm ihres Vereins sein. Die Mitglieder des Kellnerinnenvereins scheinen Es ist von Intereffe, zu verfolgen, wie sich die Cigaretten- Industrie J einem Antrag Regerau, bie Nichtbeteiligung an event. stattfindenden fich, soweit uns unsre persönlichen Beobachtungen nicht täuschen, zu- Aegyptens in den letzten Jahren entwickelt hat, und es find große Stadtverordneten, Reichstags- oder andren Wahlen gelten. Der so meist aus den Kreisen der Aushilfsfellnerinnen zu refru- Zahlen, mit denen hier gerechnet wird. Während noch im Jahre 1894 veränderte Entwurf fand alsdann einstimmige Annahme und wurden tieren. Bei den seinerzeitigen Gründungsversammlungen schienen Tabakblätter im Gewicht von mir 4548 893 Kilogramm ein- die Delegierten zur Kreistonferenz am 9. d. M. beauftragt, in außer diesen nur noch solche Mädchen den Organisationsbestrebungen geführt wurden, belief sich die Einfuhr im Jahre 1897 auf diesem Sinne ihre Mandate auszuüben. Berständnis entgegenzubringen, die die Folgen längerer oder fürzerer 5103 491 Kilogramm, im Jahre 1898 auf 5 250 832 Silogramm und Adlershof. Am 2. Dezember tagte hier in Schmausers Saal Arbeitslosigkeit momentan spüren mußten. Der eigentliche Stamm im Jahre 1899 auf 5 196 192 Silogramm. der Kellnerinnen, die in den besseren Restaurants und Cafés thätigen Im Jahre 1894 wurden nicht mehr als 158 492 000 Stüd in Mädchen, die noch über Gesundheit, Jugend und ein hübsches Gesicht Aegypten fertiggestellte Cigaretten in das Ausland ausgeführt, daverfügen, scheinen trog eifriger Agitation selbst eines Teils der gegen 1897 210 409 230 Stüd, 1898 246 928 374 Stüd und 1899 Wirtshausgäste sich nicht zum Beitritt entschließen zu können. Wozu 294 905 089 Stüd. die Drohungen gewiffer Wirte die allerdings alle Ursache haben, odes Von andren Der Taback wird in seiner Hauptmasse mit ca. 4 Millionen eine öffentliche Diskussion ihres täglichen und vor allem nächtlichen Kilogramm ans der Türkei bezogen, sodann ist Griechenland mit Thuns und Treibens zu fürchten mit beitragen mögen. Es ca. 1 Million Kilogramm Tabat, der seiner schönen Farbe wegen muß jedoch ausdrücklich betont werden, daß bei weitem zumeist zu Mischungen gebraucht wird, beteiligt. nicht alle Wirte so unvernünftig sind, fich find, sich den Scharf. Ländern kommt nur noch Bosnien mit circa 150 000 Kilogramm in machern in ihrem Berufe anzuschließen. Denn die Münchener Gaft Betracht. wirte find zum großen Teil infolge der übergroßen Konkurrenz feineswegs auf Rosen gebettet. Und wenn das Publikum etwa den Stiel umdrehen würde, dann wäre gar mancher von ihnen unrettbar dem Bankerott verfallen. Außerdem ist leider die Kellnerinnen bedienung dann doch noch erheblich billiger, als die Arbeit der Kellner. Ausland. eine gut besuchte Boltsversammlung, in welcher Walded- Manasse einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über Kirchentum und Christentum hielt. Unter Verschiedenem sprachen mehrere Redner gegen das Verhalten der Leitung der hiesigen Drahtfabrit vormals Vogel. In diesem Betriebe war ein junger Mann, der in der Fabrit schwer verunglückt war, mehrere Stunden liegen gelaffen worden, ehe der Krankenwagen requiriert wurde. In einer Re folution sprach die Versammlung die Erwartung aus, daß die Gemeindevertretung die 2000 m., welche zur Ausschmückung des Blazes vor der Kirche gefordert werden, ablehne, und dafür die Anschaffung Hauptabfazgebiet für die ägyptischen Cigaretten ist Deutschland, eines Krankenwagens und die Anstellung eines Schularztes fordere. Weißensee. Am 8. b. M. Hielt der Socialdemokratische und zwar betrug die Ausfuhr dorthin im Jahre 1896 91 467 Kilo gramm, 1897 107 793 Rilogramm, 1898 126 906 Kilogramm und Arbeiterverein seine öffentliche Vereinsversammlung im Prälaten" ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung forderte der 1899 168 434 Kilogramm. Mit diesen Zahlen läßt Deutschland die andren Länder weit leberwachende die anwesenden Frauen auf, den Saal zu verlassen. hinter sich; England z. B., das an zweiter Stelle bei der Ausfuhr Genosse Adolf Hoffmann sprach über das Thema: Friede auf beteiligt ist, hat im letzten Jahre nur 92 696 Kilogramm Cigaretten Erden und den Menschen ein Wohlgefallen". Redner wurde oftmals von großem Beifall unterbrochen. Unter Berschiedenem teilte der bezogen. Arbeitslosigkeit. Bei der allgemeinen Arbeitsvermittelungs. Borfizende mit, daß am 10. b. M. eine öffentliche Boltsversammlung anstalt in Budapest find 6620 Arbeitslose vorgemerkt, für die nur bei Rettig, Berlinerstraße, stattfindet, zu der auch Frauen Zutritt 868 Arbeitspläge offen waren. lop d Sociale Rechtspflege. 090 Bon " haben. China. Amerika rückt völlig ab. Um 10 Uhr Alle amerikanischen Truppen, mit Ausnahme der Mache für die Gesandtschaft, haben, nach einer Washingtoner Neuter"-Meldung vom Donnerstag, China jezt verlaffen und sich nach den Philippinen And der Schweiz. Der Streit der Stider in Arbon am Bodensee hat für die Arbeiter insofern einen Erfolg gehabt, als die ursprüngliche Lohnreduktion von 18 Proz. erheblich verringert wurde. Die Streifenden wurden alle wieder eingestellt und die Wohnungs fündigungen zurüdgezogen. Die Schalenmacher in Grenchen Schmargendorf. In der öffentlichen Parteiversammlung am ( Kanton Solothurn) haben durch einen zweitägigen Streit erreicht, 4. d. Mts. referierte Genosse Körsten- Schöneberg. Das Thema daß vom 1. Januar 1901 an der Zehnstundentag eingeführt Iautete: Ridblid auf das 19. Jahrhundert". Nach dem Vortrag, wird. Die Lohnbewegung der Polizisten in Basel ist welcher mit dem größten Interesse entgegengenommen war, wurden noch nicht beendet. Nachdem die Regierung ihre Petition Ein Angestellter der Staubschuh- Gesellschaft namens Gutbier, Napp und Seeger zu Delegierten zur Kreiskonferenz gebeantwortet hat, beschloß eine eine Versammlung von sechzig Kinsbrunner hatte dem ihm unterstellten Lackierer S. wöchentlich wählt. Polizisten die Einreichung ihrer Eingabe an den Großen 5 M. vom Lohn zurückbehalten, indem er sich auf einen Borgesetzten Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 9. Dezember, vormittags Rat( Landtag), hauptsächlich zu dem zwecke, das Besoldungs- berief. Dieser sollte ihn berechtigt haben, die Abzüge für vor- 8 ühr, in der Aula der 69. Gemeindefcule, Steine Frau magimum schon nach 10, statt erst nach 15 Jahren zu erreichen. Der ca. 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigende Schuh- Kinsbrunner stellte sich heraus, daß K. eine Vollmacht dazu durchaus Freiheit der Lehre." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. gehaltene Schablonen zu machen. Gelegentlich eines Urlaubs des furterstr 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Wilhelm Bölsche: Die fabrikant Bully in Schönenwerd( Kanton Solothurn) hat an nicht erhalten habe. S. verklagte nunmehr Kinsbrunner beim Montag, den 10. cr., abends 8 Uhr pünftlich, im unteren Saale des geordnet, daß den in seiner Fabrik beschäftigten verheirateten Ar- Gewerbegericht aufherauszahlung der abgezogenen Lohnbeträge. Englischen Gartens, Alexanderstr. 27c. Beschließende Versammlung. beiterinnen der Sonnabendnachmittag freigegeben werde. Den Bert höherer Beiträge an die Gewerkschaften scheint man allmählich Jener Vorgesezte, Rittmeister a. D. v. Beier- Ehrenberg, bekundete Weiße Quittung legitimleranderir. 27c. Beschließende Versammlung. auch in den schweizerischen Arbeiterkreisen zu begreifen. So ist im als Beuge, daß er dem Beklagten nicht anheimgestellt habe, die fragDie Kammer V wies die Klage wegen Schalenmacherverband der Monatsbeitrag durch Ur- liche Abzüge zu machen. Unzuständigkeit des Gewerbegerichts ab, weil es sich hier abstimmung auf 1,50 Fr. erhöht worden. Die Uhrenarbeiter in Locle( Kanton Neuenburg) haben auf friedlichem Wege eine Lohn- Arbeitsverhältnis handle, sondern um einen andren nicht um einen Anspruch aus dem gewerblichen erhöhung von 10 bis 25 Broz. erreicht. Rechtsanspruch aus unerlaubten Handlungen, Zürich, 5. Dezember.( Eig. Ber.) Der Vorstand des unrechtmäßiger Bereicherung oder dergleichen. fweizerischen Arbeiterbunds hat in feiner am legten einer Forderung aus dem Arbeitsverhältnis fönne nicht gesprochen Sonntag hier abgehaltenen Sigung unter andrem die Freigabe des werden, da der Bellagte nur ein Angestellter der Arbeitgeberin, der Sonnabend Nachmittags für die Fabrikarbeiter sowie Staubschuß- Gesellschaft, gewesen sei und von ihr oder einem ihrer neuerdings die Frage der Neutralität der Gewertgefegmäßigen Vertreter zu der den Kläger schädigenden Handlungsschaften behandelt. Für die Besprechung der ersteren Angelegen- weise keine Bollmacht hatte. heit bildete der Beschluß der bezüglichen nationalrechtlichen Kommissionsmehrheit, den Arbeitsschluß auf 4 Uhr nachmittags an den Sonnabenden zu verlegen, die Grundlage. Der Bundesvorstand beschloß nun eine Eingabe an die Bundesversammlung mit dem Begehren um Freigabe des ganzen Sonnabend- Nachmittags zu richten. Der erste Wahlverein hielt am Mittwoch im Hanfa- Viertel, Die Neutralitätsfrage wurde von Bodsberger, der Mitglied des und zwar Brüden- Allee 18 eine Versammlung ab, die aber nur Bundeskomitees des schweizerischen Gewerkschaftsbunds schweizerischen Gewerkschaftsbunds, ange- fchwach besucht war. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des schnitten. Den Anlaß dazu gab ihm die seit der Reichstags- Abgeordneten gst er. Der Vortragende gab eine interNeutralisierung des gemachte Erfahrung, effante Uebersicht über die Verhandlungen des Reichstags während daß die Lohnarbeiter, welche Mitglieder der katholischen Organi der letzten vierzehn Tage. Hieran schloß sich eine längere Be- des schönsten Seidenstoffs histy und 25 yards sation find und derentwegen die Neutralisierung beschlossen wurde, sprechung, in der die Haltung der Mehrheitsparteien und der bis heute noch nicht in die Gewerkschaften gekommen find. Die Regierung kritisiert wurde. Unter anderm bemerkte Genosse Boldt Gegner der Neutralisierung hatten seiner Zeit vorausgefagt, daß es unter Hinweis auf die Wahl des Reichstagspräsidiums: Wir brauchten so tommen wird und daß die Socialdemokraten die Düpierten sein uns doch nicht daran stoßen, daß das Präsidium zu Hofe gehen müsse. werden, die Opfer bringen, um sich nachher von den schlauen ultra- wir hätten ja so nette Leute unter uniren Abgeordneten, die sehr montanen Parteiführern auslachen zu lassen. Die anwesenden wohl zu Hofe gehen fönnten. Man würde dann auch oben eine fatholischen Führer bestritten auch gar nicht die Behauptung Bocks- andre Meinung von den Socialdematraten bekommen, denn jetzt stelle bergers, im Gegenteil forderte der Basler Advokat Dr. Feigenwinter noch weitere Garantien vom Gewerkschaftsbund dafür, daß die fatholischen Arbeiter von den bösen Socialdemokraten nicht behindert werden. In diesem Sinne gaben auch in der That die gewerkschaft lichen Vertreter eine Erklärung ab. Ob jest nun die katholischen Arbeiter tommen werden? Wir wollen abwarten. Aus der Frauenbewegung. Zur Kellnerinnenbewegung. Die dem Gastwirtsverein angehörenden Wirte in München haben beschlossen, keine Kellnerin zu beschäftigen, die dem Kellnerinnen- Verein angehört. Dazu schreibt ein bürgerliches Blatt, die Landshuter Zeitung": das Derlammlungen. " begeben. Dagegen hat Rußland Ordre gegeben, daß einstweilen 5000 Mann, denen bereits der Befehl zur Rückreise gegeben war, einstweilen in Ostasien bleiben sollen. Bermutlich will Rußland England und Deutschland ein wenig auf die Finger sehen. Ueber Plünderungen feitens der Truppen der Mächte awischen Tatu und Tientsin berichtet der Frantf. 8tg." zufolge der aus Tafu in Australien eingetroffene Führer eines englischen Dampfers, der einen Pferdetransport für die deutschen Truppen nach Ostafien geleitet hat. Man habe einen Säbel, der unter andren Umständen nicht für 5000 m. täuflich gewesen wäre, schon für eine Flasche bisty und 25 yards für eine halbe Soda wasser erstehen können. Auch Diamanten habe man von den Truppen für einen Spottpreis erhandeln können. Ueberhaupt sei alles, was mur irgend Wert besessen, tommandiert" und hinterbrein zu geradezu lächerlichen Preisen losgeschlagen worden. ain plo man fich einen, Socialdemokraten vor als einen Sterl mit der Lehte Nachrichten und Depeschen. Schnapsflasche in der Tasche.( Heiterfeit.) Hierauf erwiderte Ag st er, er stebe bis zu einem gewissen Grade auf dem Standpunkt, Aus dem englischen Unterhaus. den der Karlsruher Boltsfreund" eingenommen hat: Wenn die ( W. T. B.) In Fortsetzung der London, 7. Dezember.( W. T. B.) Stärke unsrer Bartei uns Anspruch auf einen Sitz im Präsidium Adreßdebatte bringt Emmott einen von Trevelyan unterstützten giebt, dann sollten wir wegen der Formalität der Borstellung bei Bujazantrag ein, der ausführt, er werde zur Pacifierung der Hofe nicht auf unser Recht verzichten. Oppel betonte dagegen, eroberten Gebiete beitragen und zu fünftigen guten Beziehungen daß er den von Singer im Seniorenfonvent vertretrenen Standpunkt unter den europäischen Stämmen in Südafrika, wenn sobald als für den richtigen halte. es irgend möglich sei, Maßregeln angekündigt würden zur Die Agitationskommission der Droschkenkutscher Berlins Sicherung von Freiheit und Eigentum ber jetzt noch unter den und der Umgegend hatte vor kurzem eine öffentliche Bersammlung Baffen befindlichen Personen, welche sich ergeben werden, fernier zur nach Schneiders Gesellschaftshaus, Belforterstr. 15, berufen behufs Regelung der Verhältnisse dieser Gebiete sowie zur Förderung der Stellungnahme zu den Forderungen: 1. die Beschaffung eines ent- Versöhnung und der Wohlfahrt der Einwohner derselben. sprechenden Raums auf den Fuhrhöfen zur Unterbringung der London, 7. Dezember.( W. T. B.) Chamberlain führt aus. Wir bezeichnen das rundweg als einen nicht gerechtfertigten Sachen der Kutscher und 2. Bergütung an die Kutscher beim Vor- das erste Ziel der Regierung sei, den Kleinkrieg in Südafrika zum Terrorismus, über den wahrscheinlich das Publikum das letzte Wort stellen der Fuhrwerte vor dem Kommissariat. In einem einleitenden Ende zu bringen. Uebergehend auf die Frage der Niederbrennung sprechen wird. Es tennzeichnet die ganze Situation, daß sich die Vortrag erläuterte der Vorfigende des Vereins Berliner Droschten der Farmen sagt Chamberlain, sowohl die Regierung als auch die Wirte vor Mädchen fürchten, die eine Verbesserung ihrer teilweise futscher, Knütter, die Bedeutung der Personen- Lohnfuhrwerts Innung englischen Generale seien darin einig, daß diese Bestrafungsart so flandalösen Arbeitsverhältnisse anstreben. 16-17stündige Arbeitszeit für die Angestellten und gelangte zu dem Echluß, daß nur der Ge- sparfam als möglich anzuwenden sei und bedauerten, daß Anlaß zu in rauchigen, schlecht ventilierten Lokalen ohne Lohn oder nur mit hilfenausschuß einigen Wert für die Angestellten habe. Bezüglich ihrer Anwendung vorhanden ſei. Es sei Hoffnung vors einem Scheinlohn, meist schlechtes Eſſen, das ist die Signatur des der oben angeführten Forderungen faßte die Verianimlung den Be handen, daß binnen kurzem jedenfalls aber vor der nächsten Kellnerinnenlebens und da wundern sich die Wirte, daß dieser Klasse schluß, dieselben dem Gehilfenausschuß mit der Maßgabe zu über Barlamentstagung eine gewiffe Civilverwaltung in Transvaal und von Bediensteten ebenfalls der Gedanke an eine Verbesserung ihrer weisen, dieselben dem Jnnungsvorstand zu unterbreiten und dieselben im Oranjefreistaat eingerichtet sei. Sir Alfred Milner werde zum Lage tommt." nachdrücklichst zu vertreten. Gouverneur beider Kolonien bestimmt werden unter Beibehaltung feines Amts als Oberfommiffar. Ein Mitglied der Liberalen unters Der Verein der Tischler Berlins und Umgegend( Ver- bricht den Minister mit dem Zuruf:" Dann werden Sie Südafrika trauensmänner- Centralisation) hielt am 4. Dezember Versammlung verlieren!" Chamberlain fährt fort: die Regierung plane einen ab. Zur Verlesung kamen diejenigen Mitglieder, welche länger als stellvertretenden Gouverneur für die Oranjefolonie zu ernennen, sechs Wochen mit ihren Beiträgen reftieren, und werden die Ver- Beide, der Gouverneur und der stellvertretende Gouverneur, sollen trauensmänner ersucht, die betreffenden Kollegen an ihre Ver- durch einen Exekutivrat unterſtügt werden. Indessen fei nicht ihr Mitgliedsbuch zur Abstempelung Sonnabends auf den Zahlstellen biefelbe sein müsse. Die Regierung lege den größten Wert auf die pflichtungen zu erinnern. Die arbeitslosen Kollegen werden ersucht, geplant, daß die Verfassung der beiden Kolonien notwendigerweise niederzulegen. Nachdem noch verschiedene Werkstatt- Angelegenheiten schleunige Schaffung von Gemeindeverwaltungen in Pretoria, Bloemé besprochen, folgte Schluß der Versammlung. fontein, Johannesburg und in andren Orten. Diese Gemeindes perivaltungen würden alle Befugnisse erhalten, welche solchen Körpers schaften gewöhnlich übertragen feien. Sociales. Schöneberg. Der öffentliche Arbeitsnachweis der Stadt Schöne: berg wurde im November von 150 Arbeitgebern in Anspruch genommen, denen 165 Arbeitsuchende gegenüberstanden. Davon wurden erledigt durch Einstellung 137 Personen; es wurden verlangt 46 Arbeiter, 32 Aufwärterinnen, 35 Fabritarbeiterinnen, denen 51 Arbeiter, 46 Aufwärterinnen, 23 Fabrifarbeiterinnen als Arbeit suchende gegenüberstanden. werden. Auf Antrag der Schöngeberger Glettricitätswerte hat der Magistrat einer Breisherabfeßung für Stromlieferung eine gutbeiuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher nach einem Der Verband deutscher Mühlenarbeiter hielt am 2. Dezember Chamberlain fchließt, unter diesen Umständen tönne die Rea 31 8weden der Hausflur und Treppenbeleuchtung zugestimmt. An Stelle von 55 Pf. pro Kilowattstunde sollen sezt nur 83 Pf. erhoben wurden. Es wurden eine Reihe Statutenänderungen besprochen, die und die gleiche Freiheit herrschen werde, allerdings teine that Vortrag von Ostwald die Anträge zum Verbandstage diskutiert gierung versprechen, daß in ganz Südafrika das gleiche Recht fächliche polittiche Unabhängigkeit, aber eine Freiheit und eine Vers Zwanzig Mietsräume zu Bureauzweden fucht der Schöneberger bem Berbandstag unterbeitet werden sollen. faffung, welche schließlich zu der Selbstregierung führen werde, welche Magistrat, da das jezige Nathaus zu flein ist. Rigdorf. Die Umgestaltung der Wahl- und Bildungs England dafelbst eingeführt zu sehen wünscht. In Bezug auf den Expropriationsrecht der Gemeinden. Die bayrische Re- bereine zur Centralisation!" lautete die Tagesordnung der Ber- Borschlag, daß die Regierung diese Absicht unter den Boeren vergierung fordert von den Magistraten Gutachten über die Frage des fammlung des focialdemokratischen Vereins„ Vorwärts" zu Rigdorf breiten folle, jagt Chamberlain, dies sei bereits geschehen und man Zwangs- Enteignungsrechts der Gemeinden ein. In der Stadt am Dienstag. Das einleitende Referat hatte Hoppe übernommen. habe sich auch bereits mit Milner in Verbindung gefeßt wegen der erweiterungs- Kommission, in der die Angelegenheit behandelt wurde, Derfelbe schilderte, wie durch Aufhebung des§ 8 des preußischen Form einer Proklamation, die in englischer und holländischer erklärte man sich mit den bisherigen Bestimmungen einverstanden. Vereinsgefeßes im vorigen Jahre obige Frage auf der Kreis- Sprache und im Transvaaldialekt veröffentlicht werden soll. Nichts Jedoch einigte man sich dahin, daß die Gemeinden überall ein Ent- tonferenz unfres Streises zuerst angeregt, und eine 13 gliedrige werde von englischer Seite verabsäumt werden. England hege feine eignungsrecht bekommen sollen, wo es fich darum handle, gemeind- Kommiffion mit der Ausarbeitung eines Entwurfs zu einem achegefühle gegen die Männer, welche gegen dasselbe in Waffey liche Interessen zu fördern. Es würde diese Erweiterung zur Folge Statut für einen Central- Wahlverein für den Kreis Teltow- getveien, es beklage sich nicht über die Art, in welcher sie den Krieg haben, daß Gemeinden nicht nur Häuser, sondern ganze Komplere Beeskow usw. betraut wurde. Als Mitglied dieser Kommission unter- geführt hätten. Sie feien tapfere Feinde und würden als solche bezu expropriieren berechtigt find. Der Magistrat nahm die Vorschläge breeitete Hoppe mun der Versammlung einen 20 Paragraphen um handelt werden.( Beifall.) fassenden Entwurf, welchen er nach eingehender Erläuterung den einstimmig an. Soweit hygienische Rüdsichten in Frage fommen, ist ein solches erweitertes Enteignungsrecht im Königreich Sachsen jezt eingeführt worden. Genoffen zur Annahme empfahl. In der darauffolgenden Diskussion Köln, 7. Dezember.(.. B.) Das Steigen des Rheins bemängeln Regerau, Rambow und Schadebach eine Bestimmung des und seiner Nebenflüsse dauert an. Hier ist der Rhein seit heute Entwurfs, nach welcher es den Mitgliedern zur Pflicht gemacht wird, sich vormittag 11 Uhr bis abends 7 Uhr um 60 Centimeter, also auf ihren Gewerkschaften anzuschließen. Nachdem Hoppe, Blietschau, Die Cigaretten Industrie in Aegypten. Die Sudan Paufe, Wittich, Henning u. a. die Stommiffionsfaffung berteidigt. 2,58 Meter gestiegen. Die Mosel stieg bei Trier ſeit vormittag regierung, welche für den Sudan die Tabatkultur nördlich von Chartum wurde ein Antrag, nach welchent nur gewerkschaftlich organisterte weiter um 0,23 Meter, also auf 3,70 Meter, und ist jetzt über die ufer getreten. gänzlich verboten hat und für das südlich davon gelegene Gebiet nur Mitglieder zu Vorstandsposten wählbar sein sollen, mit geringer mit ausdrücklicher behördlicher Genehmigung geftattet, aber auch nur Mehrheit angenommen. Die Genossen Ostermann und Schadebach Washington, 7. Dezember.( W. T. B.) Die dem Repräsentanten auf denjenigen Ländereien, wo bereits früher Tabat regelmäßig gebaut beantragten, noch folgenden Baffus ins Statut aufzunehmen: Auf Hause zugegangene Vorlage, betreffend die Heeresorganisation, ente worden war, ist mit diesem Verbot dem Beispiel der ägyptischen Regierung Antrag von 1/3 der Lokalvereine ist der Centralvorstand verpflichtet, hält die Bestimmung, daß der Präsident die Zahl der eingestellten gefolgt, welche bereits durch Dekret vom 25. Juni 1880 unter gleich eine außerordentliche Generalversammlung des Vereins einzuberufen", Mannschaften nach seinem Befinden zwischen der Mindestzahl von zeitiger Erhöhung des bereits vorhandenen Einfuhrzolls das Ane was auch nachdem Breßler dagegen gesprochen hatte, angenommen 58 924 und der Höchstzahl von 96 766 anwachsen oder abnehmien pflanzen von Tabakstauden gänzlich untersagt hat. wurde. Als Grund zum Ausschluß aus dem Verein soll noch, nach lassen kann. Hierzu 2 Beilagen. Berantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Ur. 286. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 8. Dezember 1900. Reichstag. 15. Sigung. Freitag, den 7. Dezember 1900, 1 hr. Am Bundesratstische: Frhr. v. Thielmann. at Zunächst werden einige Rechnungsfachen debattelos erledigt. Es folgt die erste Beratung des Gesetzes betreffend die Aus übung der freiwilligen Gerichtsbarkeit nnd die Leistung von Rechtshilfe im Heere. 8199 Abg. Gröber( C.): Die in diesem Gesez behandelten Fragen feien technisch- juristischer Natur und eignen sich nicht zur Erörterung im Plenum. Es wird sich aber doch empfehlen, den Entwurf einer Kommission von 14 Mitgliedern zur Prüfung zu überweisen, und ich stelle daher einen dahingehenden Antrag. gefeßt. ein Verkaufsbureau in Düsseldorf errichtet habe. Es verkauft aber polistischen Charakter annehmen. Bei den legteren ist Reichsaufsicht Die erwiesenermaßen seine Stohlen mehr durch Handelsgenossenschaften. bringend notwendig.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) org Aber der Staat hat auch ein Bureau in Saarbrücken. Ich glaube, d die Einrichtungen, die wir getroffen haben, find denjenigen des Die Debatte hat erfreulicherweise auf allen Seiten des Hauses Abg. Lenzmann( freis. Vp.): Synditats gleichwertig. Außerdem ist gesagt worden von Herrn Müller, wir hätten den Verständnis für die Frage der Kohlenteuerung erwiesen, auf der § 65 nicht in Anwendung gebracht, wir hätten die Grubenbesiger Ministerbank herrschte leider nicht das gleiche Verständnis. Man hat angeführt. Alle nicht zu weiterem Abbau gezwungen. Die Grubenbesitzer haben viele einzelne Gründe für die Kohlennot diese Gründe: Streits der fich ja gar nicht geweigert. Hätten sie das gethan, dann wären wir Aufschwung der Industrie haben aber nicht für sich gewirkt, sondern Arbeiter, verkehrte Tarifpolitik, eingeschritten. Run noch eins. Die deutsche Agrarkorrespondenz" hat Un haben in ihrer Gesamtheit die Kohlenteuerung verschuldet. Was die griffe beispiellofer Art gegen mich gerichtet. Sie schreibt über Abhilfemittel anlangt, jo tönnen wir uns mit der Verstaatlichung die erste Debatte betreffend die Kohlennot: Sie hat be: nicht einverstanden erklären. Wir wollen die Schar der Staatssklaven wiesen, daß es einen Staatsminister giebt, der entweder nicht noch vermehren und die heutigen Verhältnisse in den fiskalischen Die Abgg. Hoffmann- Dillenburg( natl.) und Lenzmann Gache unrichtig barstellt." Und weiter: die Ausführung des Herrn machen. Es ist dem Staat der Rat gegeben worden, selbst nene Gruben selbst nicht orientiert ist, oder, wenn er orientiert ist, die Gruben können für den Gedanken der Verstaatlichung nicht geneigter ( frj. Vp.) schließen sich diesem Antrag an. Der Entwurf wird darauf einer Kommission von 14 Mit- Ministers, der Hauptgrund für die Kohlennot bestehe in einem er- speciell im Ruhrgebiet zu erwerben. Nun, der Herr Handelsminister. gliedern überwiesen. heblichen Herabgehen der Einfuhr aus Böhmen und England, ist hat schon darauf hingewiesen, daß dort nichts mehr zu holen ist. Sodann wird die Besprechung der Kohleninterpellation fort- eine schlechthin unbegreifliche Unwahrheit". Die Agrar- Auch der Gedanke des Ausfuhrverbots ist ganz indiskutabel. Einzelne Korrespondenz" begründet diese Behauptung damit, daß sie Gebiete sind geradezu auf die Ausfuhr nach dem Auslande Abg. Dr. Böckel( wild. Ant.): an Zahlen nachweist, daß sowohl die böhmische Kohleneinfuhr angewiesen. Auch auf den Arbeitermangel ist hingewiesen. von 1887 bis 1900 als auch die englische je um ungefähr Man vergißt nur dabei, daß die Schuld an dem Arbeitermangel vor Für mich ist der springende Punkt bei der Sache der folgende: 5 Millionen gestiegen sind. Das habe ich auch gar nicht bestritten, allem in unsrem outrierten Militarismus liegt; statt aber hier AbSolange wir die Schäße des Grund und Bodens dem Großkapital sondern ich habe nachgewiesen, daß sowohl die böhmische wie die hilfe zu schaffen, verlangt man zulaffung galizischer Arbeiter. überlassen, ohne irgend welche Kontrolle zu haben, wie dasselbe mit der Ausbeute dieser unentbehrlichen englische Stohleneinfuhr von August vorigen Jahrs bis zuni Februar Nun ist gesagt worden, die Ursache der Stohlennot liege und dieses Jahrs erheblich zurückgegangen ist. An englischer Kohle führten bei den Syndikaten. Ich habe keine große Liebhaberei für die unerſeßlichen Schäße wirtschaftet, so lange werden wir vorübergehende wir z. B. im Februar 1900 weniger als die Hälfte von dem ein, Syndikate, obgleich ich zugeben muß, daß das Kohlensyndikat in geKohlenteuerung nicht verhindern können. Ich lege den Hauptwert was wir im August 1899 einführten. Aehnlich verhält es fich wiffem Sinne wohlthätig gewirkt hat; denn eine Stetigkeit der nicht auf die hohen Preise, sondern auf den Kohlenmangel. Es mit Böhmen. Seit dem August 1899 ist die Einfuhr jeden Breise ist in der That eingetreten, daß diese stetige Linie eine auf herrschte eine förmliche Angst in der Bevölkerung, daß die Kohlen- Monat um ein beträchtliches gesunken. Ich glaube also, der steigende ist, finde ich nicht so traurig, denn unsre ge zufuhr überhaupt ausbleiben könnte. Den vorgeschlagenen Mitteln Vorwurf, der mir gemacht zur Abhilfe des Kohlenmangels stehe ich zum Teil sympathisch gegenworden ist, ist durchaus famte Judustrie befindet sich in einer aufwärts steigenden Beüber. So zum Beispiel wäre ein Kohlenausfuhr Verbot durchaus ungerechtfertigt. Daß die englische Einfuhr abgenommen habe, habe wegung. Ein Kohlensyndikat hat aber doch seine Macht gemißbraucht, Es ist gesagt angebracht. Ganz verständlich ist es mir, daß selbst fiskalische ich nicht behauptet; im Gegenteil, sie hat zugenommen gegen frühere um die von ihm abhängigen Leute zu schädigen. Gruben ins Ausland verkaufen. Auch von der Notwendigkeit Jahre. Ich muß also den Vorwurf der Unwahrheit als vollständig worden, man solle ihnen Einkaufsgenossenschaften entgegenstellen. Aber was hilft da Bildung von Genossenschaften, wenn das Syndikat der billigen Exporttarife fann ich mich nicht überzeugen. Was die unbegründet und unbegreiflich zurückweisen. wol sich weigert, an derartige Genossenschaften Kohlen abzugeben, wie Großhändler anlangt, so sehe ich wirklich nicht ein, weshalb Herr Abg. Dr. Röficke- Kaiserslautern( B. d. 2.): das thatsächlich geschehen ist.( Hört! hört! lints.) Ob die GesezCafar Wollheim während der Kohlenteuerung nicht weniger als sechs Wir müssen dem Centrum dankbar sein, daß es eine so das gebung einschreiten kann, ist mir zweifelhaft. Jedenfalls weiß ich Millionen verdienen mußte. Kann denn der Fiskus nicht ohne Herrn Boltsleben berührende Frage hier zur Erörterung gebracht hat. Die mit dem Antrag Heyl nichts zu machen. Er will sach Bollheim auskommen und bei dem Verkauf selbst verdienen? Eine Aus- Herren Minister hätten sich doch etwas früher um die Kohlen gemäße Reichsaufficht für solche Kartelle, deren Geschäftsbentung der Notlage liegt auch von feiten des Kohlensyndikats vor, denn not fümmern müssen, denn sie bestand schon im vergangenen gebahren einen nachweislich monopolistischen Charakter annimmt." dasselbe hat unzweifelhaft die Förderung beschränkt. Als ultima ratio Jahre. Damals aber stellten es die Minister so hin, daß als wenn die Jebe dieser Zumutungen an die Regierung ist vollständig tautschukwenn sonst nichts mehr hilft, würde uns noch die Verstaatlichung Teuerung nur eine ganz vorübergehende sein werde. artig.( Sehr richtig! lints.) Soll die Reichsaufsicht vielleicht so geder Gruben übrig bleiben. In der Landwirtschaft ist die Koblennot auch außerordentlich schehen wie die Reichsaufsicht bei den Aktiengesellschaften, dann ist sie: Abg. Müller- Fulda( C.)[ auf der Tribüne sehr schwer verständlich]: fühlbar gewesen, denn die Induſtrie ist bei der Lieferung bevorzugt für die Preisbestimmung ohne jede Bedeutung, oder sollen die Abg. Müller- Fulda( C.)[ auf der Tribüne sehr schwer verständlich]: worden. Aber die Kohle ist das Brot der gewerblichen Arbeit auch Syndikate vielleicht mit einer Buchthausvorlage bedacht werden wie die Der Herr Abg. Sachse hat gestern erwähnt, daß in dem Blatte in der Landwirtschaft. Man hat die Schuld von den Grubenbefizern Associationen der Arbeiter? Dann danke ich auch dafür; denn die des Herrn Dasbach den Arbeitern der Vorwurf der Faulheit gemacht auf die Händler abgewiesen. Aber sind denn etwa die Gruben Arbeitgeber haben dasselbe Recht, sich zu vereinigen wie die Arbeiter. fei. Ich glaube nicht, daß es angebracht war, Herrn Dasbach dafür befizer so ohne allen Einfluß auf die Händler! Gegenüber den Sehr bedenklich scheint mir auch der Unterschied, den Herr v. Heyl verantwortlich zu machen angesichts der Thatsache, daß er sich letzten Ausführungen des Herrn Handelsministers muß ich zwischen Syndikaten notleidender und nicht notleidender Industrien während seiner langen parlamentarischen Wirksamkeit der Bergarbeiter doch auf die Reichsstatistik verweisen, die ergiebt, daß die englische machte. Auch die Kohlenbarone werden sich schon als notleidend stets in hervorragendem Maße angenommen hat. Wenn weiter Herr Kohleneinfuhr vom Januar bis jetzt Monat für Monat gestiegen ist. hinstellen wie die Agrarier. Ihr( nach rechts) Zuckerring und Ihr Sachse den katholischen Kaplänen vorgeworfen hat, fie seien bestrebt, Herr v. Thielen hat bestritten, daß deutsche Kohle in der Schweiz Spiritusring find ebenso verwerflich wie das stohlensyndikat. Sie Sie Bergarbeiter zu veruneinigen, so muß ich das entschieden billiger fei als bei uns. Es steht steht aber doch fest, unterscheiden sich nur dadurch von dem letzteren, daß leider bestreiten. Ich bin selbst Mitglied einer christlichen Gewerkschaft und daß sogar deutsche Kohle aus der Schweiz wieder nach der Staat sich dazu hergegeben hat, Ihre Syndikate durch Konkann konstatieren, daß dieselben eifrig bestrebt sind, eine Einigung Deutschland mit Profit zurückgeführt ist.( hört! hört! rechts.) Die tingentierung zu unterstüßen.( Sehr richtig! links.) aller christlich gesinnten Bergarbeiter herbeizuführen. Ich habe mich deutsche Kohle muß im Juland bleiben, dann brauchen Der schlimmste Sündenbock soll aber der Zwischenhandel sein. gefreut, daß von seiten der Herren Minister sogar ein Kohlen wir auch feinen Austausch mit dem Auslande. Aber Es ist ja richtig, daß der Zwischenhändler die hohen Zechenpreise noch notstand und wucherische Preisbildung zugestanden find. bei uns herrscht leider eine Hypertrophie des Export bedeutend erhöht. Aber das liegt daran, daß das Kohlensyndikat einzelne Für so weitgehende Forderungen, wie für die Verstaatlichung, tann Handels, die verursacht ist durch die Handelsverträge. Zwischenhändler über alle Maßen protegiert hat. Es hat ihnen ganz ich nicht eintreten; auch von einer staatlichen Beaufsichtigung des Die fistalischen Gruben müssen sich unbedingt von dem Großhandel exorbitant große Quantitäten von Kohlen an die Hand gegeben. Synditats erwarte ich sehr wenig. Am meisten könnte jedenfalls Ginzelne Zwischenhändler sind durch den Verkauf dieser Mengen in erreicht werden durch Ausnutzung des Rechts, das der preußischen wenigen Tagen geradezu Millionäre geworden. Dagegen ist wenig Regierung durch den§ 65 des preußischen Berggesetzes gegeben ist, zu machen, am allerwenigsten aber in der Weise, wie fie Graf Kaniz nämlich die Gruben zur Ausdehnung der Förderung anzuhalten. vorschlug, daß man den Zwischenhändlern, die übermäßige Preise ( Beifall im Centrum.) für ihre Kohlen verlangen, die Ausnahmetarife nimmt. treibend wirken. frei machen. Heute sind durch die Genossenschaften die Formen gegeben, in welchen der Fiskus mit dem Publikum in Verbindung tritt. Die Zuversicht der Minister, daß die Teuerung bald vorüber geht, teile ich nicht. Denn das Kohlensyndikat wird weiter preis Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Hauptsache für uns ist, daß auch in dieser Frage nicht leber den sogenannten Zechenvertrag möchte ich noch einiges Herr Richter hat den Wunsch ausgesprochen, daß eine amtliche so viel Rücksicht auf das Ausland genommen wird. Hat doch diese sagen. Das Syndikat will sich damit den Anschein geben, als Statistit über die Bewegungen des Kohlenmarkts heraus- Rücksicht auf einen befreundeten Staat erst vor kurzem verschuldet, ob es seinerseits dazu übergehen wolle, die Preise der gegeben werden möge, so wie das jetzt schon in Bezug auf daß das Staatsoberhaupt eines stammverwandten Lands vor den Zwischenhändler zu kontrollieren. Das ist nur ein ScheinSpiritus und Zuder geschieht. Ein gewisser Unterschied besteht ja in- Thüren Deutschlands umkehren mußte. Der Herr Reichskanzler hat manöver, um die Industrie oder das Volk über die Allmacht fofern, als Spiritus und Zuder Gegenstand indirekter Besteuerung find. es leider auch in diesem Falle nicht verstanden, den Kaiser über die bes Syndikate hinweg zu täuschen. Den Kohlenhändlern foll Aber ich will den Wunsch des Herrn Abg. Richter in soweit anerkennen wahren Empfindungen und Auffassungen des deutschen Volts richtig eine Strafe auferlegt werden oder es sollen ihnen überhaupt keine und ihm nachzukommen versuchen, daß ich versuchen will, in den Nach- zu orientieren.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Kohlen mehr geliefert werden, wenn sie zu viel Gewinn nehmen. richten für Handel und Industrie in Zukunft monatlich eine eingehende Regierungsvertreter v. Turmon Als Schiedsgericht über die Zulässigkeit der Strafe soll die in Effen Wenn Statistik nicht nur über die Bewegung des inländischen Kohlenmarkts tritt der Behauptung entgegen, daß durch die Kohlentarife irgendwie Handelskammer fungieren. irgend ein für ganz Deutschland zu geben, sondern auch über die Preise an den das Ausland gegenüber dem Inland begünstigt werde. Organ ungeeignet ist, als Schiedsgericht in derartigen Fragen Hauptmarktorten für Kohlen und über die Kohlenproduktion im Auszu fungieren, so ift es Effen. die Handelstammer in land und besonders über die Ein- und Ausfuhr vom Ausland nach Pusstaatssekretär Graf Posadowsky: Es ist schon gestern darauf hingewiesen, daß die Handelskammer in Deutschland und von Deutschland nach dem Inland. Der Herr Abg. Röfide hat seine Rede mit einer Abschweifung Essen zusammengesezt ist aus durchaus interessierten Personen, aus Auch auf eine Frage möchte ich noch eingehen, nämlich auf die auf das Gebiet der äußeren Politik geschlossen. Ich bedaure, daß er den guten Freunden und Verwandten der Zechenvorstände und Frage, welche Rolle die Synditate in der Stohlennot spielen. Der mir nicht vorher eine Andeutung von dieser Absicht hat zugehen Großgrubenbefizer. Es ist auch eine durchaus undankbare Einpreußische Handelsminister hat schon im Februar des Jahres laffen, dann hätte ich den Herrn Reichskanzler bitten lassen, in diefer richtung, daß ein Interessentenfreis für legitimiert betrachtet wird, eine Erflärung abgegeben, daß die beteiligten Refforts bereits schwierigen Frage selbst zu erscheinen und Antwort zu geben. Ich bin gefchloffene Verträge einfach aufzulösen. Die Handelskammer kann zufammengetreten feien, um in kommissarischen Beratungen zu er der Ansicht, daß die glühend heißen Fragen der äußeren Bolitit auch je nachdem sie den Händlern oder den Zechen wohl will, einfach wägen, in welcher Weise eine zuverlässige Grundlage geschaffen formal etwas anders zu behandeln sind, wie die Fragen der die Strafe für unberechtigt erklären oder die Berträge auflösen. In werden könne, um genau zu erfahren, welche Ehudifate sich gebildet inneren Politit.( Sehr richtig! im Centrum und bei den ein Schiedsgericht müssen unparteiische Personen berufen werden. haben, in welchen Bezirken, welchen gived fie verfolgen und wie Nationalliberalen.) Für einen unverantwortlichen Reichstags- Will das Syndikat wirklich die Händler auf bestinmit limitierte ihre Geschäftsführung sei. Das Reich hat es übernommen, das Abgeordneten ist es ziemlich leicht, einer gewissen populären Preise beschränken, so mögen die Verträge dahin geschlossen werden, Material, welches wir bereits über die Syndikate, Preis- Strömung Ausdruck zu geben. Aber ein Mann, der an einer jo daß nicht mehr als 10 bis 20 Proz. Avance genommen werden. Die fonventionen, Startelle usw. besitzen, übersichtlich zufammen verantwortlichen Stelle steht, wie der Kanzler des Deutschen Reichs, Verhältnisse sind ja in den verschiedenen Gegenden verschieden und zustellen und namentlich Fragebogen auszuarbeiten, welche der die Verantwortung trägt für den Frieden, ja unter Umständen die Unkosten der Händler nicht überall dieselben, aber es wird sich den weiteren Untersuchungen zu Grimde gelegt werden der ganzen Welt, für den dürfen populäre und sentimentale Rück- doch eine Mittelgrenze finden lassen, bei der auch der Händler, der follen über die wirksamkeit und den Umfang der Kartelle fichten unter feinen Umständen ausschlaggebend sein. Für ihn giebt die meisten Untoften hat, seine Rechnung findet. im Deutschen Reiche. Diese Arbeiten werden im Reichsamt des es nur einen Kurs! die Ruhe und Sicherheit, die Wohlfahrt und Ich komme zum Schlusse. Nach meinem Dafürhalten hat die Innern in nächster Zeit beendet sein und die Ressorts werden dann das Interesse des eignen Vaterlands!( Lebhaftes Bravo b. Centrum, Kohlendebatte dem Volke die Augen geöffnet über das Gebahren von von neuem zusammentreten, um zu beraten, ob Ergänzungen nötig Nationalliberalen und links.) Interessentenkreisen, das nicht mehr schön zu nennen ist. Mit Freude find, namentlich in der Richtung, wie die Kartelle wirken auf die ist es zu begrüßen, daß von der Regierung versprochen worden Preisgestaltung und den Wettbewerb in Bezug auf den Export und Man hat bisher immer den Eindruck gehabt, daß die Verwaltung ist, in Zukunft eine Statistik über den ganzen Kohlenhandel über die Frage der Wirksamkeit der sogenannten internationalen des Saargebiets in socialpolitischer Hinsicht eine bessere ist, als die zu veranstalten und zu veröffentlichen und auch daß der Herr Staatssekretär des Reichsamits des Innern eine eingehende Enquete über Es wird sich also darum Handeln, zunächst ein flares Bild des dem Synditats gehörigen Ruhrgebiets. Gerade im Ruhrgebiet bie Syndikate angekündigt hat. Im übrigen, meine ich, soll die find die Kohlenpreise, soweit sie den Brand des Kleinen Manns über die wirtschaftliche Wirksamkeit der Startelle zu gewinnen. betreffen, in den letzten zehn Jahren besonders hoch gestiegen und die Gesetzgebung nicht so schnell einſchreiten mit Maßregeln der Brutalität, Eine ganz andre Frage ist es, ob man dann auf Grund der ge- Synditate bemühen fich diese Breise aufrecht zu erhalten. Die Kohlen- fumenten überlassen, auf dem Wege der Selbsthilfe und der mit Zuchthausvorlagen gegen die Syndikate, sondern es den Kon wonnenen Erfahrungen gefeßliche Maßnahmen hinsichtlich der indifate haben aber auch den Export ausgedehnt, während das Saarrevier freien Association den Shudikaten zu zeigen, daß jenseits des Waffers Synditate treffen soll. Man hat das schon versucht, aber man ist ihn einschränkte. Die Kohlensynditate find ferner für die Preise der auch noch Leute wohnen. Freie Entwicklung des Handels und istudifate entweder ganz wieder davon zurückgetreten oder der Erfolg ist nur Kohlenhändler verantwortlich zu machen. Die Stohle sowohl wie der Arbeiterbewegung, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer find sehr gering gewesen. Im allgemeinen wird man mit der Vornahme das Petroleum tragen monopolisierbaren Charakter, fie müssen nach meinem Dafürhalten die Grundlagen der salus publica( Gemeinsolcher Einrichtungen außerordentlich vorsichtig sein müssen, um nicht deshalb einer staatlichen Aufsicht unterstellt werden. Ihr Ver wohl), und wenn wir daran festhalten, so wird es auch auf diesem schädliche Wirkungen hervorzurufen.lugu so lauf muß durch Gesetz geregelt werden. Es ist behauptet Gebiete bald besser werden. Polizeigejeze helfen da gar nichts. Sandelsminister Brefeld worden, daß Export in ersten wendet fich hauptsächlich gegen die Ausführungen des Abg. Müller. des Jahrs, deren ſtatiſtiſche Angaben jegt erſt vorliegen, gbg, Francken( natl.): Herr Müller beklagte sich darüber, daß Private, die Kohlen unter zurüdgegangen sei. Das ist nicht richtig. In den ersten Ich kann mich furz fassen, da schon der Herr Abg. Hilbe das Vergünstigungen erhalten hätten, diese nicht weiter verkaufen dürften. drei Monaten vielmehr vielmehr ist der Export Export ein ungewöhn Verhalten der Syndikate genügend verteidigt hat. Kohlenteuerungen Das ist doch ganz natürlich. Denn wenn wir eine große Verteilung lich hoher gewesen, und erst nachher hat er nachgelaffen. und Kohlennot find ja nichts Neues. Ich erinnere an die vornehmen wollen, dann können wir doch die Konjumenten feinen Die Folge war, daß eine Menge Arbeiter dadurch über- Teuerungen in den 50iger Jahren, im Jahre 1872, wo der große Handel treiben lassen. Wenn sie das thun, dann werden fie flüffig wurden. Wenn die Löhne sich trotzdem im Ruhrgebiet er Streit die Veranlassung gab und schließlich wieder 1892. Aber die zu Händlern. Ein weiterer Vorwurf ist der: Wir hätten höht haben, so ist das ein Verdienst der Bechen und nicht des Koblennot, die wir jetzt erleben, ist doch von den frühern zu unterdie Kohlenbestellungen Privater abgelehnt, und das stehe im Synditats. Uebrigens haben die Löhne auch hier die Grenze nicht scheiden. Diesmal haben die Zwischenhändler schwer gesündigt, das Widerspruch zu meiner Erklärung. Die Erklärung bezieht sich aber überschritten, die schon seit vielen Jahren vorhanden ist. Aber an Produkt ist aufgekauft und dann gesperrt worden, bis man hohe auf nächstes Jahr und nicht auf das vergangene. Herr Müller hat der Saar und in Oberschlesien sind die Löhne leider noch rückständig. Breise verlangen konnte; Redner geht sodann eingehend auf die sich dann weiter darüber beschwert, daß die Gruben ihren Lieferungs- Hoffentlich werden die betreffenden Verwaltungen dieses Ver Geschichte des Syndikats ein. Die Behauptung, daß das Kohlenbedingungen die Streilllaufel eingefügt haben, das heißt, daß sie die fäumnis bald nachholen. Die Hauptsache für die Arbeiter aber ist syndikat die stohlenförderung zurückgehalten habe, ist hinfällig. verpflichteten Lieferungen nicht leisten, wenn ein Streit der nicht ein höherer Lohn, sondern die Frage der Arbeitszeit. Ich Abg. Dr. Stephan( C.): Bergarbeiter ausbricht. Ich bin gern geneigt, den Fabri- stehe nicht an, obgleich ich sonst nicht für den Achtstundentag fanten dasselbe Recht wie den Zechen einzuräumen. Ich meine, bin, hier für einen achtstündigen Normal Arbeitstag ein- Ich muß einiges richtig stellen, was in Bezug auf die oberschlesische daß auch sie von der Abnahme bestellter Kohlen zu zutreten. Warum sollen wir das nicht offen ausfprechen dürfen. Kohlenindustrie geäußert ist. Der Herr Sachse hat das oberschlesische Das ist Streit ausbricht. Ich betrachte den Streit unter aussagungen von Marr. Gerade durch sie werden die Mittelbetriebe nicht zutreffend. Der größte Teil der Gruben befindet sich nicht in allen Umständen als force majeur( höhere Gewalt). erhalten. Also die Konzentrationstheorie hat sich ebenso wenig wie den Händen von Centrumsleuten. Auf die Angriffe des Herrn ( Hört, hört! bei den Soc.) Es wurde auch gesagt, die Verwaltung des die Krisentheorie von Mary bewährt. Aber man muß unterscheiden Sachfe gegen einzelne Personen gehe ich nicht ein, sondern nur auf Sohlensyndilats sei besser als die des Stants, indem das Syndikat zwischen volkswirtschaftlich gefunden Kartellen und andern, die mono- die fachlichen Einwendungen. Man hat immer auf den§ 65 des preußischen Kartelle. Abg. Frhr. v. Hehl zu Hernsheim( natl.): Monaten 06.0 entbinden en lind, wenn in ihrem Betriebe ein Die Kartelle widersprechen in ihrer Entwicklung durchaus den Vor- Gebiet als eine Domäne des Centrumé bingestellt. Auch ein Vertagungsantrag wird angenommen. beraumen. Der Präsident will die nächste Sigung für Montag 1 Uhr an Abg. v. Kardorff bittet im Namen der Budgetkommission, den Montag für die voraussichtlich letzte Sitzung der Budgetkommission freizulassen und mit der Etatsberatung erst Dienstag zu beginnen. ant auch So geht es den gewerkschaftlich thätigen Arbeitern. In irgend einer der zahlreichen Schlingen, die der Arbeiterbetvegung im Klaffenstaat gelegt sind, werden sie gelegentlich doch gefangen! Marktpreise von Berlin am 6. Dezember 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. " " mittel gering " " Roggen, gut Kalbfleisch Kartoffeln, neue, D- Ctr. 6,-4, Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 120 do. Bauch 1,30 1" Schweinefleisch 1,60 1,10 mittel gering 1,80 1. " Hammelfleis 1,60 0.90 " " " " Gerfte, gut mittel gering 15,40 14,60 Butter 2,80 2, 14,50 13,70 Eier 60 Stud 5,- 3, Karpfen 1 kg 2,20 1,20 +) Bafer, gut 16, 15,20 Aale 2,50 1.20 15,10 14,30 Bander 2,60 1,20 gering 14,20 13,40 Hechte 1,80 1, 7,16 6,32 Barsche 1,60 0,80 7,80 5,30 Schleie 3,- 1.20 70, 40, 45, 25, 30, 25, Bleie Krebse 1,40 0,80 per Sjot 12,- 2,50 mittel 13,60 12,90 †) frei Wagen und ab Bahn. Berggesetzes hingewiefen. Eine Notwendigkeit, diefen Paragraphen 16 Monaten Gefängnis, worauf 1 Jahr 3 Monate Inter auf die oberschlesische Kohlenindustrie anzuwenden, besteht aber suchungshaft und die seit dem 11. Juni bis heute verbüßte Unter nicht, denn diese ist stets bestrebt gewesen ihre Produktion zu ver- fuchungshaft ganz angerechnet werden sollen, ferner zu 500 M. Geldmehren. Die Produktion hat sich von 1889 bis 1899 um 49 Proz. buße eventuell noch 50 Tage Gefängnis und Ehrverlust auf die gesteigert.( Hört! hört! im Centrum.) Eine besonders große Ausfuhr Dauer von 4 Jahren; 2. Wißmann zu 2 Monaten Gefängnis, nach Destreich hat nicht stattgefunden, trozdem dort infolge des Streits die als verbüßt zu erachten sind; 3. Jacob zu 3 Monaten GeRechtsanwalt Morris Kohlennot herrschte. Eine Beschränkung der vorhandenen Ausfuhr wäre fängnis, die als verbüßt erachtet werden. für die oberschlesische Kohlenindustrie außerordentlich verhängnisvoll. beantragte die aftentlassung des Angeklagten v. Kriegsheim, Die Grubenbesiger haben die Preise durchaus nicht exorbitant ge- Staatsanwalt Ellendt widersprach diesem Antrag, da der Ansteigert, es wäre für sie ein leichtes gewesen, die Preise um 30 bis geklagte noch 22 Monate Gefängnis zu verbüßen habe. 40 Proz. in die Höhe zu treiben, sie haben es nicht gethan. Der Gerichtshof lehnte den Haftentlassungs- Antrag ab. Auch die Großhändler haben nicht übertriebene Preise gefordert, der Zwischenhandel trägt an Die Granitplatten im Kampf wider die Streifposten. Der der Kohlenteuerung die Hauptschuld. Die Höhe der Arbeitslöhne steht mit Schneider Gerhardt hatte sich am 5. Dezember d. J. vor dem der Kohlennot in losem Zusammenhang; ich wünsche Schöffengericht zu verantworten. Ihm war zur Last gelegt, am dem oberschlesischen Kohlenarbeiter durchaus eine bessere Lebens- 6. Oktober als Streitposten auf dem Bürgersteig in der Jerusalemer, haltung, und ich glaube auch, daß, wenn die günstige Kohlen- Ecke Mohrenstraße mit mehreren Personen gestanden, dadurch aber fonjunktur anhält, er höhere Löhne erhalten wird. Einschneidende den Verkehr behindert zu haben. Der Vorsigende wies bei Beginn Nichtstroh legislatorische Maßnahmen halte ich nicht für notwendig. Die Kohlen- der Berhandlung darauf hin, daß die dem Angeklagten zur Laft ge- en preise werden wieder nachlassen und ich hege die gleichen Hoffnungen, legte That an sich nicht strafbar sei, nicht das Stehen auf dem Bürger- Erbsen die hier der Herr Eisenbahnminister ausgesprochen hat.( Beifall.) steig sei verboten, sondern nur das Stehen auf den Granitplatten. Speisebohnen Hierauf wird durch die Annahme eines Schlußantrags die Dis- ausdrücklich nur betont, daß der Angeklagte auf dem Bürgersteige In der von dem Kriminalschutzmann S. erstatteten Anzeige sei aber sen fussion geschlossen. gestanden habe, von Granitplatten sei in der Anzeige keine Rede. Produktenmarkt vom 7. Dezember. Getreide. Auf dem Getreides Vielmehr sei Gewicht nur auf das Streikpostenstehen gelegt. Dies markte herrschte heute ungleichmäßige Tendenz. Weizen bewegte sich in aber sei nicht strafbar. Der als Zeuge vernommene Kriminalschutz- rückläufiger Richtung auf niedrigere auswärtige Notierungen, während mann bekundete jedoch, daß er den Angeklagten an mehreren Roggen eine ziemlich feste Haltung bekundete, tros reichlicherer und eher am billigerer russischer Angebote. Das Geschäft war belanglos. Jn Roggen 6. Oktober habe der Angeklagte bestimmt auf den Granit- wurde vielfach Dezemberlieferung gegen Mailieferung getauscht; außerdem wurde der Preis für Mairoggen durch Meinungsläufe gehoben. Hafer platten gestanden. Ein weiterer als Zeuge bernommener war geschäftslos. Nüböl gab auf Paris weiter nach. Präsident Graf v. Ballestrem will der Budgetkommission Schußmann bestätigte zuerst ebenfalls mit voller Sicherheit diese Spiritus. 70er Locospiritus notierte 45,20 m. oder 10 Pf. niedriger. infofern entgegenkommen, als er den Beginn der Montagsfizung Befundung, mußte dann aber auf Befragen des Vorsitzenden zuum zwei Uhr festsetzen will. Es sei keine Garantie dafür gegeben, geben, daß er nicht wisse, ob der Zeuge grade auf den Granitplatten daß die Budgetkommission am Montag fertig werde und sie werde gestanden habe. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund vielleicht am Dienstag dann ein nochmaliges Verlangen nach einem der Ausiage des Kriminalschutzmanns Berurteilung, allerdings freien Tage richten. felbstverständlich" nicht in Höhe von 30 M., wie der polizeiliche Strafbefehr lautet, sondern in Höhe von 1 M. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, antragte die Freisprechung. Es jei aus der Aussage des platten und den übrigen Teil des Bürgersteigs auseinanderzuhalten wir Ihnen nicht mitteilen.- 2. M. 99. Das Kammergericht ist in den zuletzt vernommenen Zengen ersichtlich, wie schwer es sei, die Granit A. D. Straßmannstraße. Wo Sie Geld geborgt erhalten, können Der Kriminalschuhmann habe zwar mit Bestimmtheit bekundet, daß jenigen Straffachen als Revisionsinfianz zuständig, in denen in erster Inder Angeklagte auf den Granitplatten gestanden habe. Aber diese stanz ein Schöffengericht im Bezirk des Kammergerichts geurteilt hat. Aussage dürfe nicht maßgebend sein, denn der Bericht des Außerdem ist das Kammergericht als sogenanntes fleines Obertribunal für Schußmanns spreche mur vom Stehen auf dem Bürgersteig. diejenigen Revisionssachen aus ganz Preußen zuständig, in denen es sich Offenbar habe der Schußmann. nur auf das Streitpostenstehen um vermeintliche Berstöße gegen lediglich preußische Strafgeseze handelt. Herrn chulze. 1-4: Nein.- Uckermart. 1. Die Klage wird vor: an sich geachtet und rechtsirrtümlich vielleicht schon dies für strafbar C. B. 7. Ja. 2. S. 1 gehalten. Der Schutzmann habe, wie er selbst zugegeben hat, den aussichtlich abgewiesen werden. 2. Ja. und 2: Ja. E. S. 1. Nein. 2. Ja. 3. Versicherungspflicht liegt vor, Angeklagten an mehreren Tagen beobachtet und könne daher wohl wenn Ihre Tochter nur für einen Arbeitgeber arbeitet. Ift Ihre Tochter nicht mit Bestimmtheit sagen, ob gerade an dem 6. Oktober der Mitglied einer freien Hilfskaffe, die den Anforderungen des§ 75 K.-B.-G. Angeklagte auf den Granitplatten gestanden habe. Der Gerichts- genügt, fo fällt die Berpflichtung, einer Zwangslasse beizutreten, fort. hof erklärte, er komme aus den vom Verteidiger angeführten Gründen B. J. 100. Die Hälfte der Jnvaliditätsmarten erhält eine Frau zurüd, zur Freisprechung des Angeklagten. Der Bericht des Schutz- für die vor der Heirat mindestens 200 Marken geklebt sind und die den manns laffe es in der That sehr zweifelhaft erscheinen, ob der An- Erstattungsantrag innerhalb eines Jahre nach ihrer Heirat fielt. 2. 3. 14. 1. Nein. 2. Ja. Beschweren Sie sich über das durchaus un berechtigte Anfinnen des Polizeischreibers und sehen Sie uns dann von geklagte wirklich auf den Granitplatten gestanden habe. R. 2.. Spandau. dem Ausfall Ihrer Beschwerde in Kenntnis. Abg. Dr. Sattler( natt.) bittet, es beim Vorschlag des Präfi denten zu belaffen. Abg. Dr. Müller- Sagan( freis. Bp.) schließt sich den Ausführungen des Abg. v. Kardorff au. Präsident Graf Ballestrem läßt abstimmen. Centrum, die Mehrheit der Nationalliberalen und die Socialdemokraten stimmen demi Präsidenten zu. Das ist die Mehrheit. ( Nächste Sigung Montag 2 Uhr. Erste Lesung des Etats.) Schluß 6% Uhr. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Das Lokal von Gebauer, Tieckstr. 24, sowie das von Prog. Schönhauser Allee 28( früher Meyders Konzertfäle) stehen der Arbeiterschaft unter den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Herr P. Wolf, Fichtenau bei Neu- Nahnsdorf, teilt uns mit, daß er nicht mehr Inhaber des Kurparks ist und ersucht die Lokaltommission, ihn von der Liste zu streichen. Das Lokal von Villwod, früher Grüßmacher, Lindenstr. 43 in Nieder- Schönhausen, steht der Arbeiterschaft ebenfalls zur Verfügung. Die Lokalkommission. Der Vertrauensmann. Gerichts- Beifung. be 1 Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Zillermann. Bitte wiederholen Sie Ihre Frage. A. Krause. Pro Monat 75 Bf. -X Ob N. 100. Zunächst Gewerkschaftliche Thätigkeit als Nötigung. Als im Mai d. I. die Zimmerer auf einem Bau des Maurermeisters Ludwig 1 Das würde keine Kosten verursachen. 2. Nur die Erben haften. 3. Nein. W. 2., Wankow.. 1. Anmeldung ist erforderlich; die Anzahl der Ueberstunden machten, begab sich unser Parteigenosse. Zimmerer Perionen ist unerheblich. 2. Ja. A. So. Schriftliche Antwort zu erteilen Achtung, VI. Wahlkreis! Den Genossen und Genoſſinnen en ipfer dorthin, um sich in seiner Eigenschaft als Mitglied der lehnen wir ab. Es müßte die Sache in der Weise geführt werden, daß zur Nachricht, daß am Sonntagnachmittag 6 Uhr im Stolberger Achtzehner- Kommission zu überzeugen, ob hinsichtlich der Ueberstunden unter Ausschluß des Rechtswegs eine Versicherung eingerichtet wird. Salon, Kolbergerstr. 23, eine Versammlung für Männer und auch die in dem für das Baugewerbe zwischen Arbeitern und Unter- und inwieweit die für Ihren Berein bestehenden Vorschriften den gefeßlichen Frauen stattfindet, in welcher der Genosse G. Link einen Vortrag nehmern bestehenden Vertrage festgelegten Bedingungen erfüſt Beſtimmungen genügen, ist ohne Angabe derfelben nicht zu ersehen. Spregen über„ Die Geschichte der Arbeiterbewegung" hält. Zu recht zahl würden. Nuüpfer ersuchte die betreffenden Zimmerer, daß sie, wie Sie gelegentlich mit ben Statuten in der Sprechstum bon London II. reichem Besuch ladet ein es der Vertrag vorschreibt, Ueberstunden möglichst vermeiden sollten. Leider giebt es eine andre Stelle nicht. muß bei dem Gericht, iu dessen Bezirk der Ehemann wohnt, Als ihm entgegengehalten wurde, daß Mitglieder des Zimmerer- Sühnetermin beantragt werden. Erst mennt dieser Termin frucht: Verbands auch bei andren Gelegenheiten Ueberstunden gemacht haben, los ausgefallen ist, kann die Ehescheidungsklage eingereicht werden. ist durch einen Anwalt beim hat Rnüpfer, wie das Schöffengericht für erwiesen anjah, zu zwei Dieselbe Landgericht anzustellen. B. 18. Sie können auf Herausgabe der Uhr oder Ersas ihres Werts Jm Prozeß Kriegsheim und Genoffen wurde gestern nach Zimmerern, die dem Verband angehören, gejagt: Wir werden Euch Schmidt Netlin. Wenden 14tägiger Verhandlung folgendes Urteil gefällt: Der Gerichtshof hat auf die Finger sehen, und wenn Ihr das Ueberstundenmachen nicht gegen Erstattung der Pfandleihlosten flaget. die zwei Fälle v. Richthofen und Graf Kanig vertagt, weil unterlaßt, dann könntet Ihr einmal den..... u voll friegen. Sie sich direkt an die Buchhandlung Vorwärts, Beuthstr. 2.-.. 100. Nein. G. 2. 54. Sie find zur Zahlung verpflichtet. E. W. 127. diese beiden unentbehrlichen Zeugen nicht anwesend waren, ferner Wegen dieser Aeußerung hat das Schöffengericht wie wir feiner 1. Ja, nach Ablauf von 5 Jahren ist man zur abermaligen Leistung des den Fall Korb vertagt, um die vom Angeklagten gestellten Beweis- Zeit berichtet haben unter Anwendung des§ 153 der Ge- Offenbarungseids verpflichtet. 2. Rein. 6. S. 141. 1. Verjährung anträge zu erfüllen. Die Beweisanträge in Bezug auf den Fall werbe- Ordnung, gegen Knüpfer auf eine Gefängnisstrafe liegt nicht vor. Durch Erhebung des Einspruchs würden Sie die Sache Egloffftein hat der Gerichtshof abgelehnt, weil das Gericht die in von vierzehn Tagen erkannt. Knüpfer hat Berufung lediglich etwas aufhalten. 2. Die Kinder, nicht aber der Schwiegersohn und Maitre coquin. dem Schriftsatz des Angeklagten aufgestellten Behauptungen als eingelegt und dadurch erreicht, daß die Strafkammer, die sich am die Stieffinder, find zur Unterstügung verpflichtet. wahr unterstellt. Im übrigen verurteilt der Gerichtshof Donnerstag mit der Angelegenheit befaßte, das Urteil des Schöffen- 1. Dian fann in dem Borgehen eine Beleidigung erbliden. 2. Innerhalb 1. den Angeklagten v. Kriegsheim unter Freisprechung gerichts zwar aufhob, weil in diesem Falle der§ 153 der Gewerbe- drei Monaten. F. M. 11. Die Zinsen werden in der Regel am Schluß des Rech int vier Fällen wegen Betrugs im Falle des Grafen Ordnung nicht angewendet werden kann, aber die Straffammer fab mungsjahrs, das ist der 1. April, eingetragen. Wahrscheinlich lautet die v. Egloffstein, wegen Bergehens gegen§ 80 I des Gefeßes betreffend die Sache als eine versuchte Nötigung an und verurteilte Binszuschreibung vom Oktober bis 1. April 1900. Das würde bei Ihrem die Gesellschaften mit beschränkter Haftung und wegen Betrugsfälle, Snüpfer unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Guthaben 90 Pi. betragen.- Rummelsburg. Wir haben den Bericht nicht erhalten. in denen die Verurteilung rechtskräftig geworden ist, zu 3 Jahren Geldstrafe von 30 Mart, eventuell sechs Tage Gefängnis. Unfrem Klubwirt F. Reimann zum heutigen Wiegenfest ein dreimal Kollege, der Schriftfeter bonnerndes Hoch, daß die ganze But buserstraße wackelt. 1466b Die durftigen Brüder von Blaue Wolfe IV. Dem ollen ehrlichen, friedlichen und gemütlichen Holzgießer"," Erfinder Ber Glasschmiedekunst" und Sanges: bruder Max Zack ein dreifach donnerndes Hoch! daß der ganze Heinrichsplay plazen soll. Am 5. b. Mts. starb unser lieber Julius Riepenhausen Wir werden fein Andenken fiets in im 48. Lebensjahre. Ehren halten! Berlin, den 7. Dezember 1900. Die Kollegen der„ National Zeitung". | Allgemeine Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter U. Arbeiterinnen zu Berlin. Die für die Wahlperiode 1900-1901 gewählten Delegierten werden hiermit zu der am Sonntag, den 16. De zember 1900, vormittags 10 Uhr Orts- Krankenkasse ber Mechaniker, Optiker and verwandten Gewerbe. Montag, den 10. Dezember 1900, abends präc. 8 Uhr, in Cohns Festfälen, Beuthstr. 20/21: Beerdigung: Sonntagnachmittag bezw. 10% Uhr, in den Armin: Fortsetzung der Hallen, Kommandantenstr. 20. 3 Uhr auf dem Heilig Kreuz- Kirchhof, Mariendorf. Deutscher stattfindenden General- Versammlung Tages- Ordnung: ordentl.Generalversammlung Beschlußfaffung über Abſchluß eines Die„, Holzgiesser" von„ Oppensdorf Holzarbeiter- Verband. ergebenft eingeladen. Am 6. Dezember, früh 4 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Krantenlager unser lieber Kollege, der Schriftseter 14686 Carl Schlenter im 34. Lebensjahre. und Sein edler Charakter follegialer Sinn sichern ihm bei uns ein bleibendes Andenken. Die Kollegen der Buchdruckerei Emil Billig Nachf. Beerdigung: Sonntag, den 9., nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Luisenstädt. Kirchhofs, Hermannstraße. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Otto Dörbant am 4. d. M. verstorben ist. Die Be: erdigung findet am Sonntagnachmittag 1 Uhr vom Trauerhaus, Waßmannstraße 17, nach dem Auferstehungs: Friedhof, Weißenseer Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht 284/17] Die Ortsverwaltung. Jede Dame lese! Reisemuster, ausschl. Modelle. Jackets, schwarz u. farbig, v. m. 6,00 Jackets a. Sde, eleg.berarb., v. M. 10,50 Allen Freunden und Bekannten Sackpaletots m. u. o. Futt. v. Mt. 7,50 Hierdurch die traurige Mitteilung, daß Frauencapes.90-100cm T. b. t. 12,00 mein lieber Mann, der Restaurateur Abendmäntel.schw.u.farb. v. m. 6,50 August Haberstroh Damen- Mäntel- Fabrik am 4. b. M. nach kurzeni aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Witwe Pauline Haberstroh, Neuenburgerstraße 10. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. d. M., nachm. 22 Uhr, von der Leichenhalle des Simeon- Kirchhofs aus statt. 14776 Am 6. Dezember cr. verschied nach kurzem Leiden der Puzzer Carl Dusterhoff im 84. Lebensjahre. gros Seydelstr. 2, 1 Tr. am Spittelmarkt. Abends bis 9 Uhr, Sonntags 8-10 und 12-8 geöffnet. 2140* Um 10 Uhr: Versammlung der Arbeitgeber: Delegierten. Tagesordnung: Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern für die Zeit 1901-1902 an Stelle der ausscheidenden Herren Rosenstod und Schröter. 1m 10 Uhr: Versammlung jämtl. Delegierten. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahrs. 2. Bestätigung eines vom Vor: stand provisorisch angestellten Beamten. Mitteilungen des 3. 4. Statutenänderung. der Dienstvertrags mit den Kaffenbeamten. Verschiedenes. 14716 Der Vorstand. Kaufen Sie nicht früher, bevor Sie sich von den Gelegenheitskäufen der Firma Chic Borftands. Gr. Frankfurterstr. 39 Bersammlung Arbeitnehmer: Delegierten. Tagesordnung: Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern für die Beit 1901-1902 an Stelle der ausscheidenden Herren Gunow, Kuhn, Bernau u. Frau Rönsch. Berlin, den 30. November 1900. Der Vorstand. A. Cunow, Vorsigender. Ohne Legitimationstarte ist der Eintritt nicht gestattet. Verloren gegangene Starten werden im Kassen: 274/17 in Herren- Artikeln überzeugt haben. Jeder Käufer erhält bei einem Einkauf von ant eine feidene rawatte als sent. Specialität der Firma: total, Neue Friedrichstr. 9/10, erjest. 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Prozetz Sternberg. 30. VerhondlungStag. Landgerichts-Direktor M ü l l e r eröffnet die Sitzung um vV�UHr. Jufti�rat'Dr. Sello teilt den Brief eines von der Hedwig Ehlert früher benannten Zeugen Müller mit, durch welche die Behauptung derselben über ihren Verkehr mit dem Zeugen bestätigt Wird. Fräulein P l a t h o wünscht ihre frühere Aussage noch in einigen Punkten zu ergänzen. Sie macht darauf aufmerksam, dah das Gnadengesuch schon am 30. Mai ihr zugegangen sei, der in der«Staatsbürger-Zeitung" veröffentlichte Brief, den sie an Herrn Arndt geschrieben, aber vom 29. Juni datiere. Sie habe das Gnadengesuch sofort nach Empfang noch spät abends zu Herrn Behrens getragen, der vier Wochen später datierte Brief könne daher vielleicht den Zweck gehabt haben, Herrn Behrens scharf zu machen. Fenier erklärt die Zeugin, daß ihr Vater allerdings mit dem Justiz- minister v. Friedberg bekannt war und mit ihm verkehrt hat, daß er aber nie in irgend einer Sternberg-Sache in Leipzig sich ver- wendet hat. Der GerichtSvorfitzende gegen Jnstizrat Sello. Der Detektiv-Direktor Schulze bestreitet, daß feine Begegnung mit dem Kriminalschutzmann Schelenz sich in der Weise abgespielt habe, wie dieser gestern angegeben. Er bestreitet, jemals mit Thiel etwas zu thun gehabt zu haben.— Präs.: Ist Ihnen nicht be- kannt, daß und wie Herr Thiel die Verteidigung bedient hat? — Zeuge: Nein. Justizrat Dr. S e l l o wünscht Aufklärung darüber, was der Vorsitzende mit seiner Bemerkung meint.— Präs.: Ich nehme Ver- anlaffung zu dieser Frage auf Grund des vorliegenden Geständniffes des Kommissars Thiel, der zugestanden hat, daß er Berichte an Luppa geliefert hat und diese Berichte wohl an die Verteidigung gelangt find.— Justizrat Dr. Sello: Keiner von uns weiß oder hat eine Ahnung davon gehabt, daß Thiel von irgend jemand irgend etwas berichtet hat.— Vors.: Es liegt aber die Aussage Thiels vor, daß er schon im März dem Justizrat Dr. Sello davon Mitteilung gemacht hat, daß er ein bestochener Beamter sei und damit stimmt doch die E n t r ü st u n g nicht, mit welcher hier vom Verteidigertisch die auf Thiel bezüglichen Mitteilungen deS Schutzmanns Stierstädter begleitet worden sind— Justizrat Dr. Sello: Das hat Herr Thiel nicht ausgesagt; ich selbst bin gestern zu den Aussagen Thiels vor dem Untersuchungsrichter ver- nommen worden. Herr Thiel ist etwa im März zu mir gekommen und hat mir den Eindruck gemacht, als ob er in schwerer GewiffenSbedrängniS sich befunden und eine gepreßte Seelenstimmung hatte. Er hat davon Mitteilung gemacht, daß er in den Verdacht gekommen sei, bei dem Besuch, den Luppa und Münchhansen in der Wohnung der HanSmann gemacht haben, zugegen gewesen zu sein. Ich habe ihn auf die Strafbestimmungen und die Disciplinarbestimmungen ans- merksam gemacht und ihm geraten, die Finger von solchen Sachen zu lassen.— Vors.: Da haben Sie doch also er- fahren, daß Thiel ein bestochener Beamter war?— Justizrat Dr. Sello: Ich habe allerdings den Eindruck gehabt, daß der Ver- dacht gerechtfertigt sei, daß er allerdings bei der Hansmann bezw. der Callis gewesen ist und mich als Menschen und Verteidiger um Rat fragt.— Vorsitzender: Ich erinnere mich, daß, als die eingehenden Behauptungen über Thiel aufgestellt wurden, Herr Stierstädter in ganz besonders nachdrücklicher Weise angegriffen worden ist.— Justizrat Dr. Sello: Von Berichten des Thiel ist damals mit keiner Silbe die Rede gewesen, ich habe auch solche Be« richte niemals gesehen und niemals gehört, daß solche existieren. Im übrigen war ichdamalS von der Pflicht der Amts- Verschwiegenheit noch nicht entbunden. Meine damalige Entrüstung bezog sich auf die Behauptung des Zeugen Stierstädter, wonach Herr Thiel ihm gesagt haben sollte, ich hätte eine Summe von SO« 00« Mk. in Aussicht gestellt. Ich habe ausdrücklich die Frage offen gelassen, wer von den beiden die Unwahrheit gesagt habe.— Präs.: Sie geben doch zu. daß Sie mindestens geahnt haben, daß Herr Thiel in strafbarer Weise sich vergangen hat.— Justizrat Dr. Sello: Die Vorgänge im einzelnen find mir keineswegs bekannt gewesen. Er hat mir nur gesaflt, daß er in den Verdacht geraten sei, bei der HauSmann und Collis gewesen zu sein und da habe ich ihm geraten, seine Finger davon zu laffen.— Vors.: Sie haben ihm bestimmte Paragraphen des Strafgesetzbuchs verlesen, die doch zweifellos die Bestechung bestrafen, Sie haben ihn auch in Kenntnis gesetzt über das Diseiplinarverfahren. Der Kommissar Thiel ist auch bei dem Untersuchungsrichter trotz Ihrer gegenteiligen Behauptung bei seiner Aussage verblieben und hat erklart, daß er abwarten werde, ob Sie den Eid daranf leiste« werden. Er bleibt dabei, daß er Ihnen gesagt habe, er fei ein bestochener Beamter.— Justizrat Dr. Sello: Das ist nicht wahr, er hat nur von dem Verdacht gesprochen, in welchen er gekommen.— Vors.: Sie haben doch aber Berichte be- kommen, von denen Sie sich sagen mutzten, daß sie nur von einer amtlichen Person herrühren konnten.— Dr. Sello: Auch das ist nicht richtig! Ich wiederhole auf das bestimmteste, daß ich nie Berichte erhalten habe, die ich auf eine Thätigkeit Thiels oder einer andren Amtsperson hätte zurückführen müssen.— Vors.: Es kann doch den Verteidigern gar nicht unbekannt gewesen sein, daß solche Auskünfte erteilt wurden. Luppa ist fortgesetzt beim Rechts- anwalt Dr. Werthauer gewesen, eS find dort wiederholt Konferenzen abgehalten worden. eS find immer neue Orders an Detektivs erteilt worden, die doch eine ganz genaue Kenntnis aller Borgänge voraussetzten, daß man über den Ursprung dieser Kenntnis kaum zweifelhast sein konnte. Wir müssen hier entschieden wiffen, wie die Sache liegt. Wenn man daran denkt, daß von der Verteidigung immer neue Anträge eingingen, so kann es doch kaum zweifelhaft sein, daß der Verteidigung manches bekannt gewesen sein mutz, was doch nur durch die verbrecherischen Berichte Thiels erlangt sein kann. Justizrat Dr. S e l l o: Ich weiß nicht eine einzige mir bekannt ge- wordene Thatsache, von der ich hätte annehmen müssen, daß fie auf die verbrecherische Thätigkeit eines Beamten zurückzuführen wäre. — Vorsitzender: Jst eS Ihnen nicht bekannt gewesen, was die Colli» auf dem Polizeipräsidium ausgesagt hat?— Jnstizrat Dr. Sello: Nein, das ist mir nicht bekannt gewesen, ich habe das erst aus den Akten erfahren.— Vors.: Wenn man daran denkt. wie viel Tausende in dieser Sache weggeivorfen worden find, so könnte doch eine Spur von Verdacht bestehen bleiben, daß die Verteidiger irgendwie und in irgend einer Form Kenntnis von diesen Mitteilungen erhalten haben, denn daß ein Mann wie Luppa diese Tausende ausgiebt, um die Berichte im Kasten ruhen zu lassen, ist doch nicht an« zunehmen.— Jnstizrat Dr. Sello: Dem gegenüber habe ich auf das allerbestimmteste zu erklären, daß ich auch jetzt noch nicht eine einzige Thatsache angeben könnte, von der ich hätte vermuten können, daß fie auf Informationen vo n Thiel herrührte n.— Staatsanwalt Braut: Nach meiner Erinnerung hat, als die Sache hier zur Sprache kam, Justizrat Dr. Sello eine Erklärung abgegeben in dem Sinne, daß er von irgend welchen verbrecherischen Manipulationen deS Thiel keine Kenntnis hatte. Ich habe den Ein- druck, als hätte er bekunden wollen, daß er selbst nie an Thiel herangetreten, ihm aber auch nichts von einer verbreche« rischen Thätigkeit deS Thiel bekannt sei. Nun er- fahren wir. daß Justizrat Dr. Sello schon damals wußte, daß Thiel mit Luppa bei der Hausmann und CalliS gewesen war. Ich frage nun, ob Justizrat Dr. Sello geglaubt hat, Thiel habe dies aus llneijjennutz gethan.— Justizrat Dr. Sello: Meine Erregung seiner Zeit entstand, wie ich wiederhole, daraus, bafe_ Herr Slierstädter behauptete, er habe von Thiel erfahren, daß ich 200 000 M. in Aussicht gestellt hatte. Jetzt habe ich erst durch das Zugeständnis des Herrn Thiel erfahren, daß er thatsächlich eine solche Erzählung gemacht hat. Herr Thielhatim März nichtvon Geld gesprochen, ich werde wohl vernnltct haben, daß es sich bei ihm um Geld handelte und gerade deshalb habe ich ihn ans die strafgesetzlichen und diSciplinaren Bestimmungen hingewiesen. Im übrigen hatte ich damals noch die Pflicht der Amtsverschwiegenheit, von welcher ich jetzt entbunden bin. — Vors.: Ich konstatiere, daß ich denselben Eindruck, wie der Herr Staatsanwalt habe, daß sich die mit besonderer Feierlichkeit abgegebene Erklärung des Verteidigers auf Thiel im allgemeinen bezog.— Justizrat Dr. Sello: Ich hübe keine der- artige Erklärung abgegeben, wiederhole aber nochmals, daß ich' weder direkt noch indirekt, weder mündlich noch schriftlich noch sonst irgendwie solche Berichte Thiels gekannt, oder von ihnen gehört habe.— Vors.: Es wäre doch wohl angezeigt gewesen, zu sagen: Ich wußte im März schon, daß Thiel ein bestochener Beamter war. Justizrat Dr. Sello: Dann würde ich die Obliegenheiten meines Amtes auf das gröblichste verletzt haben. Meine Erklärung bezog sich lediglich auf die angebliche Mitteilung Thiels an Herrn Stierstädter.— Vors.: Es wäre doch mindestens Pflicht gewesen. irgendwie auf das Gebot der Amtsverschwiegenheit hinzuweisen. Bei der besonders feierlichen Art machte es doch den Eindruck, als ob der Verteidiger fest von der Unschuld Thiels über- zeugt sei und vielleicht hat der Staatsanwalt auch gerade mit Rück- ficht hierauf von der sofortigen Verhaftung Thiels damals Abstand genommen.— Staatsanwalt Braut: Ich habe nur zu bemerken, daß bei der Frage, ob ich jemand verhaften oder nicht verhasten soll, mehr oder weniger feierliche Erklärungen der Verteidigung auf mich keinen Eindruck machen. Rechtsanwalt Dr. Werthaner erbittet sich das Wort: Der Herr Vorsitzende hat sich etwa dahin geäußert, daß eine Spur deS Verdachts, von amtlichen Berichten des Thiel Kenntnis gehabt zuhaben bestehe» bleiben würde, wenn nicht die Un- niöglichkeit nachgewiesen würde. Ich bin in der Lage, die Un- Möglichkeit' nachzuweisen. So viel ich weiß, soll Thiel den Besuch bei der CalliS im Januar gemacht haben; ich bin erst viel später überhaupt in die Verteidigung eingetreten, habe vo» Thiel keine Ahnung gehabt, ich habe keine feierliche Erklärung ab- gegeben, hätte sie aber aufs feierlichste abgeben können, weil mir nicht das geringste davon bekannt war, was Thiel mit Luppa vorhatte. Mir ist nicht ein einziger Bericht Thiels zu Gesicht gekommen, ich weiß kein Sterbenswort von dem. was Thiel mit Lnppa abgemacht haben soll, ich habe nie einen Bericht gesehen, der mir auch im entferntesten den Gedanken nahe legen konnte, daß er von amtlicher Seite herrührte. Ich habe mich dem Gerichtshöfe gegenüber schon neulich durchaus bereit erklärt, über alles glatt Auskunft zu geben. Rechtsanwalt Fnchö: Wer Herrn Stierstädter auf Grund seiner überraschenden Mit- teilnngen an dem betreffenden Tage scharf angegriffen hat, war nicht Kollege Sello, sondern ich. Meine Entrüstung ivar optima Läs ausgedrückt, denn ich habe mir nicht vorstellen können, daß so etwas überhaupt denkbar sei. Ich glaubte, daß dabei vielleicht ein Mißverständnis obwaltete. Wir werden hier mit einer außer- ordentlich schweren Beschuldigung belastet und bitten, uns doch zu- nächst mitzuteilen, was an Thatsache» vorliegt.— Vorsitzender: Ich habe keine Beschuldigung erhoben, sondern halte eS nur für meine Pflicht, diese Dinge hier aufzuklären.— Staatsanwalt Braut: Die Herren Verteidiger tonnten mit Vorstrafen- Verzeichnissen, Wohuungsregistern aufwarten. Thiel hat zugestanden, daß er solche an Luppa gegeben hat und jeder vernünftige Mensch muß doch sich sage», daß er diese Dinge nicht in der Tasche behalten. sondern a» die Verteidiger weiter gegeben hat.— Vors.: Thiel hat auch gestern bei der Konstontatio» mit dem Justizrat Dr. Sello vor dem Untersuchungsrichter ausdrücklich flesaqt, er habe im März dem Dr. Sello gesagt, daß er bestochen sei. Thiel hat sich auch er- kundigt. ob durch Dr. Sello schon der Eid geleistet sei, und sich glücklich geschätzt. daß dicS noch nicht der Fall sei. Ich habe das hier zur Sprache bringen müssen.— Rechtsanwalt F u ch S: Wenn Thiel nichts weiter geliefert hat. als Vorstrafen und WohnungSregisler einzelner Zeugen — woher sollte denn wohl die Verteidigung sehen, daß dies von amt- licher Stelle komme? Nichts berechtigt zu dem der Ver- teidigung gemachten schwerwiegenden Vorwurf. Ich habe solche Berichte nie gesehen und nie empfangen, aber selbst wenn ich erfahre, wo Herr X. oder Herr A. wohnt. so würde ick doch nie auf den Gedanken gekommen sein, daß dies vo» einem Beamten herrührt.— Jnstizrat Dr. Sello: Ich bitte mich als Zeugen zu vernehmen. Ich habe n i e Mitteilungen über Vorstrafen der Zeugen erhalten, meine Angaben über die Vor- strafen der Schnörwangc und der Ehlert beruhen auf meinen Notizen aus der ersten Verhandlung.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Vorstrafen- und WohnungS Register können doch lehr leicht auch von Detektivs erkundigt werden. Ich bin seit 8 Jahren Verteidiger und habe auch noch nicht eine einzige disciplinare Rüge erhalten. Die Verteidiger würden nicht mehr im Saale fungieren können, wenn ein solcher Verdacht weiter auf ihnen ruhen sollte. Die Rechtsanwälte Heinemann und W r o n k e r schließen sich den Erklärungen des Rechtsanwalts Fuchs an, ebenso Rechtsanwalt Dr. Mendel, der noch darauf hinweist, daß er erst kurz vor dieser Verhandlung mit in die Verteidigung eingetreten ist.— Der Vorsitzende erklärt nochmals, daß er gar keine Vorwürfe erhoben, sondern nur seine Pflicht erfüllt habe, diese Dinge möglichst aufzuklären. Nach diesem Zwischenfall wird die Zeugenvernehmung wieder aufgenommen. Kriminalschutzmann Jordan ist von der Verteidigung darüber benannt daß Stierstädter gehäsfige Aeußungen über Sternberg ge- lhan hoben solle. Der Zeuge weiß nichts davon und ebenso wenig der folgende Zeuge. Kriminalschutzmann Karge. Rechtsanwalt Wronker erbittet sich daS Wort zu einer Be- merkung: Er sei während deS eben stattgehabten Zwischenfalls nicht zugegen gewesen, nehme aber Veranlaffung zu betonen, daß die vom Rechtsamvalt Heinemann für ihn abgegebene Erklärung in allen Punkten richtig sei. Die medizinischen Sachverständigen bitten mit Bezug auf die Zeugin Ehlert ein Gutachten abgeben zu dürfen. Moralischer Irrsinn. Prof. Dr. Eulenburg: Nach der lärmenden Scene, die gestern von der Ehlert im Gerichtssaal aufgeführt worden sei, habe sich sein seit dem ersten Auftreten der Ehlert vor Gericht aufgetauchter Verdacht. daß sie nicht geistig normal sei, bis zur Gewißheit verstärkt. ES liege ein typischer Fall jener Krankheit vor, die man früher„moml insanity" nannte. In heutiger Zeit gehe man aber davon aus, daß eS angeborener Schwachsinn sei. ES halte ja schwer, derartige Kranke in einer Anstalt unterzubringen, aber wünschenswert sei eS. Beisitzer LandgerichtSrat LauteriuS: Habe ich Ihr Gutachten dahin ver- stmidcn. daß die Ehlert geistesschwach und nicht geisteskrank sei und wie stellen Sie sich zu der Frage, ob die Ehlert sich bei dem gestrigen Auftritt in einem Zustände der Aufregung befand, wodurch ihre freie WillenSbestimmung ausgeschloffen wurde?— Prof. Eulen- bürg: Das letztere nehme ich an. Der Ehlert fehlen die samt- lichen moralischen Elemente, einem Antriebe zu widerstehen, wie durch ihre ganze Lebensführung bewiesen wird.— Staatsanwalt Braut: Halten Sie die Annahme für ausgeschlossen, daß die Ehlert nur über eine» besonders hohen Grad von Ungezogenheit verfugt?— Pros. Eulenburg: Das halte ich für ausgeschlossen. — Jufiijrat Dr. Sello richtet an den Sachverständigen die Frage, ob er die Ehlert für fähig halte, die Bedeutung des Eids zu er- kennen.— Der Sachverständige glaubt dies kaum. Dr. med. Albert Moll schließt sich im wesentlichen dem Gut- achten des Professors Enlenburg an. Das ganze läppische Wesen der Ehlert. ihr Lachen dem Vorsitzenden ins Gesicht, das ungestüme Wesen bei dem gestrigen Auftritt, ihre vagabondierende Lebens- weise. daS alles spreche dafür, daß sie an der früher „moral insamity" benannten Krankheit leide. Wenn man auch von einer bestimmten Geistesstörung nicht sprechen könne, so pflege in solchen Fällen doch der§ St des Strafgesetzbuchs zur Anwendung zu kommen. Auch dieser Sachverständige hält die Zeugin Ediert nicht für eidesfähig. Der Gerichtshof beschließt, mit Rücksicht darauf, daß die Sach- verständigen bei dem gestrigen Auftritt nicht zugegen gewesen seien und daß keiner der Anstaltsärzte, welche mit der Ehlert in Be- rührung gekommen seien, einen Zweifel an ihrer Geistesgesundheit hätten laut werden lasse», die Ehlert nur vorläufig aus der ihr auf- erlegten dreitägigen Haftfirafe zu entlassen und sich weiteren Beschluß vorzubehalten. Nochmals Stierstädter» Pflichttreue. Es wird dann der Kommissar Karl Weiß vernommen. Der Zeuge giebt dem Stierstädter ein glänzendes Zeugnis. Derselbe sei ein Muster von Strebsamkeit. Eifer und seltener Pflicht- treue. Er habe selbst bei Kleinigkeiten mit bcwunderns- wertem Eifer recherchiert. Stierstädter sei früher ihm direkt unterstellt gewesen, er habe aber desien Versetzung beantragt. weil er sich einmal eines Widerspruchs schuldig gemacht habe. Es folgt die Fortsetzung der Vernehmung der Zeugin Frau Ehlert. Sie bleibt dabei, daß sie am 6. Dezember ber einer Vor- sühruug ihrer Tochter vor Gericht zugegen gewesen sei, als Stier- städter'auf ihre Tochter eingeredet habe, sie solle sagen, Sternberg sei der Mann gewesen, mit dem sie bei der Fischer zu thun gehabt. Die Zeugin habe gesagt: Aber Herr Slierstädter, der Wahrheit die Ehre I darauf habe Stierstädter erwidert:«Ach was, mit der Wahrheit kommt man heutzutage nicht weit! Ei» ander mal habe Sticrstädtcr gesagt:„Er muß rin I Seine 17 Millionen sollen ihm diesmal nicht viel nützend Der Zeuge Stierstädter stellt jede Beeinstussung der Hedwig Ehlert in Abrede, die erregte Frau Ehlert bleibt aber' dabei und stößt die Worte aus: Jgwohl, Herr Sticrftädter, Sie haben mein Kind auf dem Gewissen! Staatsanw. Br a u t: Dies soll also am 6. Dezember gelvesen sein. Damals, am 6. Dezember, spielte,, wie feststeht, der Fall Fourna?on; wie sollte also der Zeuge Stierstädter dazu kommen, au jenem Tage, Ivo der Fall Woyda n'ocki gar nicht zur Kenntnis gekonimen war, der Zeugin zuzureden: Die Tochter solle nur sagen, daß der Mamt, der bei der Fiicher verkehrte, der„Maler aus Frankfurt a.O." sei?—• Justizrat Dr. Sello: Es steht aber ebenso fest. daß Herr Stier- städter schon ini August vorigen Jahres gesagt hatte, sie solle nur bei der Fischer nach ihrer verschwundenen Tochter nachforschen. Er batte also schon damals nach dem Treiben bei der Fischer' Recherchen angestellt.— Staatsanwalt Braut: Es steht durch nichts fest, daß Herr Stierjtädtcr der Zeugin gesagt hat, der Maler auS Frankfurt a. O. sei Sternberg.— Justizrat Dr. Sello weist daraus hin. daß im November doch schon der anonyme Brief des Fräulein Pfeffer vorlog, in welchem der Verdacht auf Sternberg hingelenkt worden war.— Es knüpfen sich hieran längere Aus- einändersctzungen darüber, ob der Zeuge Stierstädter damals ein Interesse daran hätte haben können, die Eltern der Ehlert und diese selbst zu beeinflussen, daß sie sagen solle, fie habe bei Fischer mit dem Angeklagten Sternberg verkehrt und dieser sei der Maler au? Frankfurt a. O. Die Zeugin behauptet es bestimmt, Zeuge Stierstädter bestreitet eS ebenso bestimmt.— Angekl. Sternberg macht darauf aufmerksam, daß er zu der hier fraglichen Zeit eine Beschwerde über den Schutzmann Sticrftädter erhoben und dieser schon eine feindselige und gereizte Stimmung gegen ihn gehabt habe.— Zeuge Maurer Fritz Schöpel be- kuiidet: er habe ungefähr im August dieses Jahres einmal mit der Hedwig Ehlert gesprochen und bei dieser Gelegenheit habe ihm diese gesagt, daß sie mit Steniberg nichts zu thun gehabt habe.— Schutzmann Richter, der seiner Zeit die Hedwig Ehlert nach dem Gerichtszimmer Nr. 1 vorgeführt hat. kann sich nicht darauf besinnen, daß Herr Stierstädter mit der Ehlert in einer Ecke des Gerichtskorridors gesprochen und auf sie eingeredet habe. Er er- innert sich nur, daß die Ehlert sehr frech war.— Hedwig Ehlert bleibt dabei, daß Herr Sticrftädter auf sie eingeredet habe. daß sie sagen solle: sie sei bei der Fischer gewesen und habe mit Steniberg verkehrt. Sie habe dies bestritten. Stiersiädtcr habe aber gesagt, sie sei doch dagewesen und er werde es ihr beweisen. Sie solle nur sagen, das schade ja gar nicht», sie solle nur bekunden, daß sie bei der Fischer verkehrt habe. DieS alles sei geschehen, während gleichzeitig der Schutzniann Richter mit ihrem Vater gesprochen habe.— Zeuge Stier stätter bestreitet nochmals diese Behaiiptnng und beruft sich aus den Schutzmann Richter, der ihm bestätigt, daß er eine so lange Unterhaltimg gar nicht geduldet haben würde. Ein als Zeuge vernommener Arbeiter Adolf Sack bekundet gleichfalls, daß die Ehlert zwei andren Personen gesagt habe, sie habe mit Sternberg nichts zu thun gehabt. Die Verhandlung wird hierauf abgebrochen. da die Ver- t e i d i g e r Zeit zu haben wünschen, um in längerer Konferenz sich über verschiedene Punkte, namentlich auch bezüglich des noch nötigen Umfangs der Beweisaufnahme schlüssig' zu machen. Die Verhandlung wird Sonnabend ö'/e Uhr fortgesetzt. Zur Aufklärung der gestrigen Verhandlung fügen»vir die Er- klärung hinzu, die Herr Justizrat Dr. Sello in der Verhandlung am 1. November abgab, nachdem Stierstädter gegen Kriminal- kommiffar Thiel die bekannten Beschuldigungen erhoben hatte. Herr Dr. Sello erklärte dqnals: Ich weiß nicht, ob es sich um einen Meineid des Zeugen oder um ein ganz schweres Amtsverbrechen andrer Art handelt, sondern kann nur erklären: An der ganzen Erzählung deS Zeugen Stierstädter, soweit mein Name darin vorkommt, i st kein wahres W o r t.eS ist aus der Luft gegriffen, ein v o I l st ä n d i g e s Märchen von Anfang bis zu Ende. Ich habe weder mündlich noch schriftlich, weder andeutungsweise, noch direkt derartige Mitteilungen, wie hier behauptet worden, Herrn Kriminalkommifsär Thiel zukommen lassen. So feierlich, w i e es irgend möglich ist, gebe ich die Erklärung ab, daß an alledem, was Herr Thiel dem Zeugen angeblich gesagt haben soll. lein wahres Wort ist. Ltflmles. Der Arbeiter-Sängerbund begeht heute abend in der Brauerei Friedrichshain die Feier seines zehnjährigen Bestehens. Am IL September 1890 tagte die erste Versammlung, die sich mit der Gründung des Bunds beschäftigte, und die Koiistiluierung erfolgte am 19. Oktober desselben JahrS, | 12 " brei Botten nad bem Fall des Socialifengefeges, unter welchem 19 Mobiter Blieger bem graußgen Borgang bet. Im drei Wochen nach dem Fall des Socialistengefeges, unter welchem| 12 Moabiter Bürger dem graufigen Vorgang bet. Im ganzen follen hinab und zog sich schwere Verlegungen der Wirbelsäule zu. Auch g die brutale Gewalt der Machthaber nicht allein die politischen und 33 Eintrittskarten hierzu ausgegeben worden sein. fie wurde durch die Unfallstation IX einem Strankenhaus zugeführt. gewerkschaftlichen Vereine, sondern auch die Gesangvereine der Ar Der Polizeipräfident v. Windheim veröffentlicht folgende Was fie zu dem Selbstmordversuch getrieben hat, ist nicht bekannt. beiter zum größten Teil zerstört hatte. So ist es denn im Grunde Berichtigung: Die erste Bezirks- Beilage des Berliner LokalVon einem 22 Meter hohen Gerüst abgestürzt ist gestern, ein Irrtum, daß der Arbeiter- Sängerbund zehn Jahre alt ist. Schon Anzeigers", westliches Viertel, vom 3. Dezember bringt in einer Freitagmittag, um 12 Uhr in der Siemens u. Halstefchen Fabrit 1878, als die Beit von Deutschlands tiefster Schmach begann, fiel der D. D. miterzeichneten Annonce folgendes: Herr Conrad Hinz zu Charlottenburg der Maurer Köpte aus der Spreestraße 1. Er damalige Arbeiter- Sängerbund, der freilich nur aus sieben Vereinen Sauerstoff- Heilanſtalt, Schöneberg, Berlin, Bahnstraße 84. Die auf erlitt eine schwere Verlegung des Rückgrats und eine schwere Gehirnbestand, dem Ausnahmegesez zum Opfer. Ein winziges Häuflein meine Beranlassung vorgenommene chemische Untersuchung der erschütterung und wurde mit einem Koppschen Rettungswagen nach damals, jedoch start genug, um den Grundstein zu legen zum Aus- Ihrer Anstalt entnommenen Präparate hat ergeben, daß dieselben dem Krankenhause gebracht. bau des freiheitlichen Arbeitergesangs. Zwölf Jahre lang mußten ben 27. November 1900. v. Windheim, Polizeipräsident." Superoxyde( das heißt attiven Sauerstoff) enthalten. Berlin, Ich Von einem Straßenbahnwagen umgefahren wurde gestern, die verbotenen Arbeiterlieder vor den Blicken der Polizei berborgen erkläre hierzu, daß ein Schreiben in der vorstehenden Fassung Herrn Freitagmorgen, um 8½½ Uhr an der Ede der Brunnen- und Stralaufbewahrt bleiben und sie ertönten nur, wenn die Parteigenossen E. Hing nicht zugegangen ist." bomag pudsunderstraße der 28 Jahre alte Arbeiter Hermann Töniges aus der draußen im Waldesgrün trotz alledem sich zu Rat und That zu Stralsunderstraße 67. Er erlitt schwere innere Verlegungen und sammen gefunden hatten. Als dann der Bund 1890 neu gegründet gählung. Der Stadtrat Dr. Weigert berichtete in der Magiftrate: Das Thürzuschlagen auf der Stadt- und Ringbahn wird von 1 884 345 Einwohner hat Berlin nach der letzten Bolts- mußte in ein Krankenhaus gebracht werden.spridit S. 19 wurde, erklärten sofort 49 Vereine ihren Beitritt. Die mächtige fizung vom 7. d. Mts. über das borläufige Ergebnis der BoltsEntwvidlung des Bunds seitdem ist bekannt. Heute gehören ihm zählung vom 1. Dezember 1900. Die Zählung hat 1884 345 Gin den Beamten zum Teil mit beträchtlicher Kraftanstrengung geübt. 200 Vereine mit 4500 Mitgliedern an, davon haben 122 Vereine in wohner gegen 1677 304 am 2. Dezember 1895 ergeben, das ist eine So passierte es gestern vormittag um 11 Uhr einem Passagier, der Berlin und 78 in der Umgegend ihren Siz. Die gesamte Lieder- Bunahme von 207 041 Einwohner. In Prozenten ausgedrückt betrug auf Station Rummelsburg eingestiegen war, daß die Thür hinter gemeinschaft der Arbeiter Sängervereinigungen Deutschlands, der die Zunahme von 1895 au 1900: 12,34 Broz, 1890-1895: 6,24 Broz, ihm mit solcher Gewalt zugeschlagen wurde, daß die Fensterscheibe auch unser Bund angeschlossen ist, zählte auf dem letzten Delegierten- 1885-1900: 20,03 roz., 1880-1885: 17,19 Proz. und 1875 bis in tausend Stüde ging. Die Glasscherben flirrten, und nur dem tag, der 1898 zu Frankfurt a. M. abgehalten wurde, 719 Bereine 1880: 16,08 Bro3. Die größte Zunahme wurde im Standesamts- Umstand, daß er das Geficht zufällig abgewendet hielt, hatte der tag, der 1898 zu Frankfurt a. M. abgehalten wurde, 719 Vereine bezirk VII b( Nordosten) festgestellt, sie betrug dort 39,13 Broz, Fahrgast es zu danken, daß er im Gesicht unverletzt blieb. mit 28 810 Mitgliedern. se tim disilded lodes während die größte Abnahme im Standesamtsbezirk I( FriedrichSelbstverständlich hat es dem Arbeiter- Sängerbund auch im Laufe stadt) mit 12,83 Broz. fich ergab. Auch in den Standesamts- 3u erschießen versuchte sich in der Nacht zu gestern zum der verfloffenen zehn Jahre nicht an polizeilichen Drangfalierungen bezirken II( Alt- Köln 2c.) und VI wurden Abnahmen der Bevölkerungs- zweitenmal in einer Gastwirtschaft der Lützowstraße der 28 Jahre gefehlt. Der Vorstand erhielt 1895 die Aufforderung, das Mit- ziffern festgestellt. Die vorläufig für Charlottenburg alte, aus Hamburg gebürtige Uhrmacher Karl Witter. Dieser hatte gliederverzeichnis des Bunds einzureichen, und wurde nach der ermittelte Zahl beläuft sich auf 189 300 Einwohner, was einer Bu- eine Beitlang in Berlin gearbeitet und war dann nach Schweibniz Weigerung, einer solchen Anordnung nachzukommen, in eine Geld- nahme von nicht weniger als 48 Proz. in den legten fünf Jahren berzogen. Dort zeigte er ein niedergeschlagenes, grüblerisches Wesen strafe genommen. Es tam zu einer Klage beim Ober- Verwaltungs- entspricht. lai patisti und schoß sich eines Tags eine Augel in die Brust. Nachdem er einiger gericht, in der die Vereinslieber, die Vereinsberichte im Vorwärts" Die Zahl der Berliner Universitätslehrer hat 400 über Wohnung bei einer Witwe in ber Flottwellstraße. maßen wiederhergestellt war, tehrte er nach Berlin zurüd und bezog Gestern abend und die angebliche Agitation bei den Sängerfesten zur Konstruierung schritten und beträgt gegenwärtig 405. Im ganzen zählt der Lehr- faß er längere Zeit ruhig in einer Wirtschaft in der Lützowftraße. einer politischen Thätigkeit des Bunds herhalten mußten. Trotz der törper der Universität 88 ordentliche Professoren, 23 ordentliche Dann ging er auf das Klosett, verriegelte dieses und schoß sich ausgezeichneteu Verteidigung durch den Rechtsanwalt Dr. Herzfeld Honorarprofefforen, 1 lesendes Mitglied der Akademie, 99 außer abermals eine Kugel in die Brust, durch den Verband hindurch, den wurde die Strafverfügung bestätigt. ordentliche Professoren, 188 Privatdocenten und 6 Lektoren. tar er von seiner ersten Verlegung noch trug. Neben sich hatte er ein Das Reichs- Postmuseum ist vom 9. Dezember ab wieder für geöffnetes Meffer gelegt für den Fall, daß die Kugel nicht treffen die allgemeine Besichtigung zugänglich. follte. Der Verwundete wurde einem Krankenhause zugeführt. Witter ist vermögend und scheint nur durch Vereinsamung trant geworden zu sein. Nun, geschadet hat diese Polizei Affaire dem Bunde nicht und mit der allgemeinen Arbeiterbewegung wird auch er sich immer thäftiger entwickeln. Der Arbeiter- Sängerbund wird dem Proletariat auf dem Wege zu fünstlerischer Erhebung vor wie nach ein treuer Führer sein! ein Gang zum Tiergarten- Direttor Erfolg hat. Der Herr de Wegen weiterer Zulaffung von Anhängewagen befinden sich die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn in Unterhandlung mit dem Polizeipräsidium. Mit dem am 1. Januar in Kraft tretenden Behnpfennig- Tarif ist eine außerordentliche Verkehrsaunahme, ganz besonders auf den Durchgangslinien der Berliner Straßenbahn, zu erwarten. idad Ueber die Riesenstadt Canton sprach der Marinepfarrer Herr angemann vorgestern im Hörsaal der Urania. Wie nicht anders denkbar, ging der Redner dabei auf die chinesischen Zustände der Gegenwart ein und zwar in einer Weise, wie ein Militärpfarrer dies fa wohl muß. Die in China einheimischen Religionsgrundsäge und Wenus and 8ahlen geht. Wie gering selbst in durchaus morallehren that er mit einer Sandbewegung ab, und der Umstand, patriotischen" Kreisen das Jutereffe für die deutsche Ghinadaß im Reiche der Mitte Achtung vor dem Menschenleben und BarmExpedition ist, zeigt der Umstand, daß eine an der Universität herzigkeit unbekannte Dinge feien, daß die Mandarinen kühl bis ans Berlin ausgelegte Sammelliste für die deutschen Soldaten nach Herz hinan mit dem armen Bolt umspringen, war bem Redner ein 3 Monaten und wiederholten Aufforderungen aller Intereffierten die Beichen beispiellos tiefer Kulturrädständigkeit. Gerade als ob erstaunliche Summe von 23,50 M. aufweist. Freilich werden hier nt ber tranten Heimat der allmächtige Centralverband deutscher auch die Namen der einzelnen Geber nicht an die große Glocke Industrieller und die Hamburger Reederkonsortien teine christlichen gebracht. oid So@ gignis mis toin Patrioten in sich vereinigten, die auf das Gefez pfeifen, wenn dieses Der Staat der Socialreform läßt zur geit wieder im Ziergarten große Holzfällungen vornehmen. Viele Arbeiter sind jetzt beschäftigungslos, und da das Gerücht, daß vor dem Brandenburger Thor am Ende einige Mart zu verdienen felen, sich recht schnell verbreitet hat, begeben sich häufig Arbeitsuchende dorthin. Der Armen harrt im Tiergarten eine schwere Enttäuschung. Gewiß, dort werden Bäume gefällt nach Noteit, aber die Leute, die diese Arbeit berrichten, sind Soldaten, Soldaten, die von dem Gelde der Steuerzahler erhalten werden. Gestern waren 46 Pioniere unter der Leitung dreier Unteroffiziere und eines Feld webels mit der Art im Park beschäftigt. Mit trüber Miene betrachten Zu Sachen der Schulreform" haben wir uns gleich andren ihneit nicht paßt, und die bei all ihrem Christentum die Rechte ber die arbeitslofen Steuerzahler dies Schauspiel. Vielleicht daß dennoch Blättern insoweit eines Irrtums schuldig gemacht, als fortant nicht Direktor zudt mit den Üchfeln. Von Neneinstellungen lönne feine Rede das Abiturium, sondern die sogenannte Einjährigen- Prüfung fortfein. Im Gegenteil, von den zur Zeit unter seiner Leitung beschäftigten fallen fold Civilpersonen könnten ohne Not die Hälfte entlassen werden, und wenn sie trotzdem in Stellung blieben, so gefchehe das nur in Rüdficht auf die schwere Winterszeit. Aber ist denn, von allen socialpolitischen Erwägungen abgesehen, der Profit so groß, den der Staat aus ber Soldatenarbeit herauszieht? Die Pioniere erhalten einen Tagelohn von zwei Mart. Den Arbeitern wurden bisher 2,25 m. bis 2,50 Mt. gezahlt; nur die Holzfäller erhielten 2,70 M. in traurigeron, für Arbeitsloje, am Ende auch mit Augenschein mancher der ber Art umzugehen weiß, einspringen würde. Den Borteil, ben der Staat täglich aus der Soldatenarbeit herauszieht, mag sich nach Adam Riese auf rund 25 Mart belaufen. Und darum müſſen arbeits lose Steuerzahler müßig zusehen, wie Soldaten die Arbeit verrichten, deren Ertrag ihnen und ihrer Familie am Ende ein Stick Brot zur Weihnacht eingebracht hätte.#sulfid ug di sisi sulfidugi Die Gröffnung der Vogel. Austellung, welche bet gaures Kanarienzüchter- und Vogelschutzverein" in der ersten Etage des Hauses Münzstraße 17 veranstaltet, findet am Sonnabend, den 8. Dezember statt. Die Ausstellung ist bis zum 12. Dezember von 9 Uhr morgens bis 8 uhr abends geöffnet.mpg drama " Das Schiller: Theater. Gerhart Hauptmanns neuestes Wert, das KünstlerMichael Kramer", zu bem bie Proben im Deutschen Theater schon seit längerer Zeit stattfinden, wird von den Damen Dumont, Eberty, b. Pöllnis, Schneider, und den Herren Runker, Stayßlet, Meinhard, Reinhardt, Sauer, Schwaiger, Ballentin her dargestellt werden; die Regte führt Emil' Leffing. Die ersten Aufführungen find auf den 21, 22., 23., 25. und 26. Dezember festgesetzt. heater wird auch in diesem Jahr seine mit großem Erfolg eingeführten abonnements zum II. Rang für beliebig zu wählende Abendvorstellungen Weihnachts Abonnements wieder ausgeben. Diese Weihnachts an Wochentagen find in zweierlei Form zu haben, die eine enthält 4, bie anbre 6 Eintrittstarten gut einem hübsch ausgestatteten Heftchen vereinigt. Der Preis beträgt 3 M. und 4,50 m. eignen Boltsgenossen, wenn diese Arbeiter sind, mit einer Graufam teit mißachten, der sich in der Geschichte nur wenige Beispiele an die Seite stellen können. Weiter gab Herr Wangentann eine Schilderung des Maffenelends in der asiatischen Millionenstadt, das in der That Während bisher die Briefträger nur Postwertzeichen zu bio schlimm sein muß, wie die Zustände, die sich in Berlin N. und O. und 10 Bf. und Postkarten au 5 f. zum Verkauf an das Publikum ichen in den Hinterhäusern der Mietstafernen verbergen. Der Vortrag bei sich zu führen hatten, ist jetzt bestimmt worden, daß sie auch flang aus in einen patriotischen Appell. Wie könne Deutschland, Bo stwertgeichen und oftfarten zu 2 Pf. bereit halten das so viele und große Interessen im asiatischen Reiche zu vertreten müssen. Diese Einrichtung ist mir getroffen worden, um den habe, unthätig in der jegigen Attion beiseite stehen? Den Beweis, Augenblicksbedarf des Bublikums zu deden; größere Mengen werden daß der Hunnenkrieg den Handelsinteressen förderlich ist, ersparte nach wie vor an den Schaltern einzukaufen fein. tundis puts Herr Wangemann fich. parts Herr Wangemann sich.: 11 das wohlthätige Berlin. Die Kinder- Bottsküchen gehen leider zurück, obwohl der Zuspruch enorm ist. Die Mittel find aber derart erschöpft, daß sogar in diesem Winter die zehnte, bisher in der Bergstraße befindliche Küche nicht eröffnet werden kann. Schon im vorigen Winter konnten mir die allervedürftigsten Kinder mit insgesamt 280 354 unentgeltlichen und 57 648 bezahlten Portionen ( a 5 Bf.) berücksichtigt werden. Ob dieser Zustand nicht endlich das Gewissen der Kommunalverwaltung wachrütteln wird? Zu den Wahlen für die Akademische Lefeballe wird uns stingye geschrieben: Der Aufmarsch der Parteien für die Neuwahlen der In Sachen des Ladenschluffes zur Weihnachtszeit hatte Akademischen Lesehalle ist beendet. In energischer Weise hat der der Centralausschuß kaufmännischer und gewerblicher Vereine schon Socialwissenschaftliche Studentenverein den Mitgliedern der L.-H. fein im September dem Bolizeipräsidenten ein Gesuch unterbreitet, in Programm fundgegeben, dessen Hauptfäße die studentische Freiheit diesem Jahre noch 24 Tage festzulegen, wo die Läden erst um 10 Uhr und Gleichberechtigung und die Propaganda für die socialen Ideen abends geschlossen zu werden brauchen. Der Polizeipräsident hat nun find. In den Vordergrund seiner praktischen Thätigkeit wird er die 22 der vorgeschlagenen Tage genehmigt, dagegen zwei gestrichen. Einrichtung von Boltsunterrichtstursen stellen auf Grund des Zu- Einer dieser beiden Tage, an denen die Geschäfte doch um 9 Uhr fammenarbeitens der Arbeiterschaft und Studentenschaft Berline. gefchloffen werden müssen, ist der Heiligabend. Der Centralausschuß Die fatholische und bie jüdische Steligiouspartet haben haben hat nun eine zweite Betition an den Polizeipräsidenten gesandt, burch ihre Regungslosigkeit bewiesen, daß es sich besonders worin er darauf hinweist, daß am Weihnachtsheiligabend immer eindrade i om bei der ersteren ganz wesentlich um forporative Interessen- besonders großes Berkaufsgeschäft vorzukommen pflege, und abermals bertretung handelt. Die Fintenschaft vermag fich in ihrer inneren gebeten, den Behnuhr- Schluß für diesen Tag festzulegen, ist aber bis dad studAus den Nachbarorten.deildren spot bisa Berfahrenheit nicht zu energischem Handeln und positiven Forde- heute ohne Antwort geblieben. Wir glauben, daß es auch an diesem Aus Aulas der Umwandlung des Pferdebahnbetriebs rungen aufzuraffen; mag fie den Socialwissenschaftlichen Studenten- Tage ohne den Zehnuhr- Schluß gehen wird. in elektrischen Betrieb müssen von der Gemeinde Neu- Weißen=" verein der radikalen, ja focialdemokratischen Gefiunung zeihen, dadurch Die erste Berliner Kohleneinkaufs- Gesellschaft ist die von fee sehr umfangreiche Pflasterungen vorgenommen werden. Die wird die Thatsache nicht aus der Welt geschafft, daß die Finkenschaft, den Bädermeistern ins Leben gerufene Genossenschaft, die soeben König- Chauffee, die Langhans- und Gustav Adolfstraße sollen diefe Organisation der Richtorganisierten, den Schein der Stätte nur ihre erste Generalversammlung abgehalten hat. Dort fonnte feitens reguliert, verbreitert und neugepflastert werden. Hierzu ist eine da zu wahren vermag, wo es fich um so allgemeine Gedanken des Vorstands die Mitteilung gemacht werden, daß die Arbeiten des Summe von rund 502 000 m. erforderlich, von der jedoch die Große handelt, daß sie für das wirkliche Leben bedeutungslos find. Ausschusses für Beschaffung billiger Kohlen Erfolg gehabt haben. Berliner einen Teil, nämlich 177 000 m., zu tragen hat. Nach Abzug Und die„ nationale" Partei des Vereins deutscher Studenten? Man hat in der Nähe der Bahnhöfe passende Räume gemietet, von des für solche Zwecke noch vorhandenen Barbestands bleiben noch Bisher glaubte man au wissen, daß sie für den extremsten Nationalis- wo aus den Konsumenten die Kohlen auf Bestellung geliefert ca. 200 000 w. zu beschaffen, die unter Umständen durch eine Anleihe mus eintrete. Jezt finden die staunenden Kommilitonen auf seiner werden. Wie bedeutend der Bedarf der Berliner Bäder an aufgebracht werden sollen. Der Gemeindevorsteher wird der VerListe dem Namen des einen Kandidaten als Empfehlung die Be- Feuerungsmittel ist, geht daraus hervor, daß bei dieser Genossen tretung in der nächsten Sigung eine Vorlage, die Beschaffung der zeichnung Süddeutscher" hinzugefügt. So gefellt sich, der lieben fchaft auf einen Jahresumsatz von ca. 16 000 Lowrys Kohlen notwendigen Mittel betreffend, vorlegen. Stimmen halber, zum Nationalismus der Partitularismus. Uebrigens gerechnet wird; jeder Bäcker verbraucht ca. 8 Waggons pro Jahr. haben sich die Einwendungen, die in der gestern von uns gebrachten Die Gemeindevertretung von Groß- Lichterfelde hatte sich Buschrift gegen eine Kandidatur erhoben wurden, als durchaus hin- Das Polizeipräsidium bringt in Erinnerung, daß bei ein- in ihrer letzten Sigung mit der alljährlich wiederkehrenden Eingabe fällig erwiesen, dimidious trade sid god eleph Stinnsteinbrüden mit Sand, Aiche oder andrem abstumpfenden Teltowerstraße für ihre elektrische Versuchsbahn zu befaffen. Die ge tretender 28 interglätte die Bürgersteige, Granitbahnen und der Firma Siemens u. Halste wegen Ueberlassung der Die Hinrichtung des Raubmörders Gönczy ist gestern früh Material bestreut werden müssen. Das Streuen hat jo zu genannte Firma, der die elektrischen Linien im Orte gehören, zeichnet auf auffälligen roten Plakaten dem Publikum mitgeteilt worden. Zur fchehen, daß während der Stunden von morgens 7 bis abends sich hier durch eine besondere Rigorofität in Bezug auf Fahrpreise Warnung, wie man sagt, damit niemand auf den Einfall konune, fich 10 Uhr der Entstehung gefahrbringender Glätte vollständig vorgebeugt sowohl wie überhaupt in verkehrstechnischer Hinsicht aus. einer gleichen Todsünde schuldig zu machen. Der Fortschritt der wird. preußischen Kultur hat es bekanntlich erst in den letzten Jahren dahin gebracht, nicht allein Einschulung, Gestellung und Kontrollversammlung Der Maler Adolf Menzel vollendet heute fein 85. Lebensjahr. des Staatsbürgers, fondern auch dessen Hinrichtung an der Anschlagsäule Förderung der Wehrfähigkeit. 430 Schneider aus Rhein zu verkünden. Wie enorm unsre Kultur fich am Ende des Jahrhunderts land und Westfalen, die früher beim Gardecorps gedient haben, Alle Gemeindevertreter waren einig darin, daß diese Nebelstände gerade in diesem Puntt entwidelt hat, tritt besonders llar zu Tage, find zu einer achtwöchigen llebung mit Nabel und Bügeleisen nach wenn man erwägt, daß unter Wilhelm I. bis zum Ende der siebziger Berlin einberufen werden. Sie find in der Garde- Füfilierkaferne Jahre in Preußen überhaupt keine Hinrichtungen vollzogen wurden. einquartiert und üben im Corps- Bekleidungsamt in der Lehrter Erst nach den Attentaten wurden diese furchtbaren amtlichen straße. Die Begleitmannschaften, die sie hierher brachten, haben bis Handlungen häufiger, und in der Gegenwart würden sie am Ende zum Sonntag Urlaub, um sich Berlin anzusehen. Affichen verkündigt würde. 1999 is m allusing fibipomt opni greidsdod jars is ded Die Fahrpreise sind sehr hoch; bei den legten berkehrenden strecken liegen schlecht und find natürlich auf den Geldbeutel der Wagen muß die doppelte Fahrtage bezahlt werden. Die TeilGesellschaft zugeschnitten. endlich einmal beseitigt werden müßten. Nur Herr Schöffe Lange übernahm die Rolle eines Offizial Verteidigers der Firma Siemens u. Halste, Herr Gemeindevorsteher Schulz ton ftatierte, daß alle Versuche bei der Firma, doch den berechtigten Wünschen der Bevölkerung entgegenzutommen, refultatlos waren. folchen Hartnädigkeit gegenüber sich ebenfalls auf den Rechts Man hätte nun erwarten sollen, daß die Gemeindevertretung einer standpunkt stellen und die fernere Ueberlaffung der Teltowerstraße die alten faum besonders auffallen, wenn ihr Vollzug nicht, wie gesagt, durch Schaukaftendiebe haben in der Nacht zum Donnerstag gegen leber bie legten Stunden des Doppelmörbers wird noch folgen- 4 Uhr die Uhren- und Goldwarenhandlung von A. Robain( Inhaber des berichtet. Gönczi ist ohne Geständnis in den Tod gegangen. brachen die durch Eisenbeschläge und Vorhängeschlösser gesicherten i rima wurde genehmigt, man sprach nur mutig den Brinner) in der Jerusalemerstr. 42 heimgesucht. Sie erverweigern würde. Aber weit gefehlt! Das Gesuch der Nachdem er Donnerstagnachmittag um 42 Uhr in die Mörderzelle Schaufäften, zertrümmerten die sehr bide Scheibe und erbeuteten irma wurde genehmigt, man fprach nur mutig den geführt worden war, erhielt der Verurteilte um 6 Uhr den Besuch Wunsch" aus, die hohe Direktion von Siemens u. Halste möge bes Anstaltsgeistlichen am Untersuchungsgefängnis Prediger Hirsch. 12 filbernen Herrenuhren, 30 goldene Damenuhren, 96 DoubléUm 7½ ihr erschien Frau Gönczi, um von ihrem Mann ringe, 15 Doublétetten, 4 Baar Double- Patentarmbänder und sieben doch auch einige Rücksicht auf die berechtigten Ansprüche der LichterAbschied zu nehmen. Sie verweilte eine halbe Stunde bei Baar goldene Ohrringe im Wert von 1200 M. Die Versicherungs- felder nehmen. Die Firma wird sich unbändig freuen über guten Gemeindevertreter. Die Bevölkerung ihm. Beide waren tief bewegt. Erst nach dem Abschied geſellſchaft Thuringia ſezt auf die Wiederbeschaffung der gestohlenen möge fich aber bei den lesteren bedanken, wenn fie seiner Frau gab sich Gönczi teiner Täuschung mehr hin. Sachen eine Belohnung von 800 M. aus. auch fernerhin der Willfür der Gesellschaft ausgeliefert bleibt. Um 81/2 Uhr verlangte er zu essen und erhielt ein Beefsteat. Aus dem Fenster gesprungen sind gestern, Freitagnachmittag, Die Errichtung von vier neuen Lehrerstellen wurde beschloffen, 211 316i ni bin Teh und Gäufer gevejen, wortete awei Berfonen in der Gartenstraße. Der Sofgänger start om te ebenso die Beibehaltung der Elementarlehrerſtelle an der Realichule. er: I bitt' schön, i bin fein Raucher und Säufer gewesen, aber a aus Stolp in Bommern, ein junger Mann von 20 bis 22 Jahren, Gemeindevertreter Lehmgrübner rügte die große Unzuverlässigkeit bißl Wein." Mit einem Biertelliter leichten Rotweins begnügte erwartete in der Agentur der Frau Helpin in der Gartenstr. 116 auf des amtlichen örtlichen Materials gelegentlich der Volks fich. Der Prediger wiederholte feine Besuche während der Nacht noch eine Stellung und sprang furg nach 12 hr plöglich zum Fenster zählung. Der Gemeindevorsteher erwidert, daß ja wie überall mehrere Male. Gönczi war sehr unruhig und schlief teine Minute. Hinaus. Die Unfallstation IX in der Eichendorffstraße ließ ihn mit auch hier Irrtümer unterlaufen könnten. Die Voltszählung jei ja Fortwährend behauptete er fowohl dem Geistlichen wie den Auf einem Strantenwagen nach der Charité bringen, wo er bald nach. ber auch dazu da, um folche Irrtümer zu beseitigen. Dem Vernehmen fehern gegenüber, daß er unschuldig set. Aufnahme an einem Schädelbruch starb. 8wei Stunden später nach soll in Groß- Lichterfelde alle Vierteljahre eine solche Bolts sprang in dem Hause Nr. 162 die Agentenfrau Margarete Rojen zählung stattfinden, damit die amtlichen Listen danach berichtigt berg aus einem Fenster ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung werden können. und Die Hinrichtung wurde auf dem Gefängnishof der Strafanstalt Plößensee um 73/4 Uhr vollzogen. Außer den Amitspersonen wohnten Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. MTheater. Sonnabend,( 8. Dezember. Opernhaus. Der Barbier bon 99 RANIA Achtung! Ristenmacher. Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Taubenstr. 48/49. Sonntag. 9. Dezember, abends 6 Uhr, in den Andreas Geftfälen, Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Dobrick, Benfselstraße 9: Im Theater abends 8 Uhr: , Die Weltausstellung in Paris". Andreasftr. 21: Versammlung mit Frauen. Bezirksversammlung für Moabit. Tages Ordnung: Vortrag des Genoffen Theodor Mehner über: Gleiches Recht für alle. 168/12 Im Hörsaal: Photo- Nach der Bersammlung: Gemütliches Bagdad. Vergißmeinnicht. An ,, Licht und Farbe"( Photofang 72 Uhr. Jodysdi graphie in natürlichen Farben) #Schauspielhaus. Die Tochter des von Dr. Donath. Invalidenstr. 57/62. Erasmus. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Se stiep bine Deutsches. Die Macht der Finsternis. Tägl. Sternwarte. Anfang 7 Uhr. bil Leffing. Johannisfeuer. Anfang 037½ Uhr. Berliner. Ueber unsre Straft. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 72 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 7/2 Uhr. osi suald Weften. 088 Uhr. Die Jüdin. Anfang Nachm. 3 Uhr: Sneewittchen und die fieben Bwerge. Central. Der Brautvater. Hierauf: Die Fledermaus.( 2. Att.) An fang 7 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Kinder- Borstellung: Hänsel und Gretel. Seceffionsbühne. Anfang 7 Uhr. Der Leibalte Schiller. Ephraims Breite. et, Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Luifen. Der Millionenbauer. An anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. D -Vorstellung ( Nachmittags 3 Uhr bis abends 11 Uhr. Tägl. Auftreten Gertrude Barrison Jenseits der krummen Lanke. 2. Seebataillon 3 Compagnie. 16 Nummern. Eintr.( soweit der Raum 50Pf. reicht) inkl.Panopticum 2003 CASTANS dam Der Beitelstudent. Auf. 7 PANOPTICUM Nachm. 3 Uhr: Aladin oder die Wunderlampe. Carl Weift. Benore, die Grabes: gbraut. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kinder- Borstellung: 210Sneewittchen und die sieben 8merge. Belle Alliance. Der Geigenmacher bon Mittenwald. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Walaft. Specialitäten Vorstellung. Der Säugling. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialt täten D: Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Die Weltausstellung in Paris". Jm Hörsaal:" Licht und Farbe" natürlichen ( Photographie in Farben). Bon Dr. Donath. Juvalidenftr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. ualallalal 326 Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabend, abenbs 8 Uhr: Ephraims Breite. Schauspiel in 5 Att. v.Karl Hauptmann. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Montag, abends 8 Uhr: Ephraims Breite. Central Theater Heute, Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Friedrichstr. 105, U Neu! Dahomey- Dorf. Neu 38 wilde Welber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. st 1. Azages- Ordnung: Bortrag des Ingenieurs Herrn Grempe über: Technik und VerNun abeches writheinen einliches Beiſammenſein und 8/133 tehrswesen 2. Diskussion. 3. Wahl der Werkſtatt- Kontrollkommiffion. Der Vorstand. J. A.: Karl Judel, Rummelsburg, Kantstr. 49. Seceffionsbühne. Alexanderstr. 40. Der Leibalte. Komödie in 3 Atten v. Lothar Schmidt. Morgen, nachm. 3 Uhr: Bildſchniker Sockenjos“. Abends 7 Uhr: Der Leibalte. Dic Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse. vis- a- vis dem Rathaus. Sonnabend, 8. Dezbr., abends 8 Uhr: Gala- Sport- Vorstellung. Rect ( Großartiges Sportprogramm.) 1. a.: Neu! Springfahrschule, geritten von Frl. Eugenie. turner Brothers Hugosset. Guirlanden, Walzer, getanzt vom Corps de Ballett 2c. 2c, Nur noch zweimal: Die Flucht vom Galgen. Sonntag: 2 Borstellungen, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr. Reichshallen. тоблоге Täglich: 15 OobadStettiner Sänger. sob bobs Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert Dole taloare 14 no19b siwot Militär u. Kinder 25 Pf. zoboroviczon Palast- Theater Sanssouci Neu! früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Neu! Dehr Der Säugling. Posse mit Gesang von 5. Richter. Nickel, Rentier: Direktor Richard Winkler. Bunt erstenuial in Berlin: Rangs. Reinhold- Truppe, Afrobaten ersten Miss Claire. Mr. Richard, unvergleichliche Trapez Kuufiler. Jung u. Johnny, afrob. Clowns. The 3 Heltons, jugendliche Athleten. 14 Riefen Schaunummern! Wochentags 72 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Henry Bender als Debüt. Mit vollständig neuer Ausstattung Eine Fine tolle Nacht. Hansel and Gretel Berliner Ausstattungspoffe in Märchenspiel mit Gefang in 4 Aften. 1. Daheim. 2. Im Walde. 3. Die Here. 4. Wiedergefunden. Preise der Plätze: Logen 2,10 M., Barquet 1,10 M., I. Rang 80 Pf., II. Rang 55 Pt. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Die Geisha. Mimosa: Mia Werber. Abends 7 Uhr: Brantbater und Fleder: maus.( 2 Atte.) 1 1hmg Thalia- Theater Dresdenerstr. 72.0 Heute und folgende Tage: Amor von heute. Gr. Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz von Jean Kren u. Alfr. Schön feld. Mufit von Wanda. Anfang 71/2 Uhr. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittag 4 Uhr: Kindervorstellung: Zwerge. Schneewittchen und die sieben 5 Bildern. Borher: Das Dezember Specialitäten: Programm. Brüder Pantzer. Renard. Mile. Bacha. Anfang der Specialitäten 1/28 Uhr, Anfang der„ tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchenfolgenden Tage: überall gestattet. Eine tolle Nacht. Morgen Cirkus Schumann. Heute, Sonnabend, den 8. Dezember, abends präcise 712 Uhr: Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags Uhr. Entree 50 Pf. on 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 ühr. Gufree 30 Bfstein Nach jeder Sotree: 1 Tanzkränzchen." Wochentags Tanz frei. Vereins- und Borzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Bersammlungen. Passage- Panopticum. Neu! China in Berlin. Krao, Bindeglied zwischen Mensch und Affe. bent Deutsche Konzerthallen Spandaner Brücke. 4 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen von Kuhnert und Kühne, besonders der Kollege 284/18 Oldenburg find dazu eingeladen. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 8. Dezember, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Diecke, Aderstraße 123: Täglich Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden. ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Cirkus Busch Sonnabend, den 8. Dezember, abends 0161071/2 Uhr: gled Brunt- und Gala- Abend. Sonnabend, 8. Dezember, abends 8% thr, im Gewerkschaftshand, Engelufer 15: Allgemeine Versammlung aller in der Drahtwarenindustrie beschäftigten Arbeiter als Nabler, Drahtweber, Geflechtspinner, Schloffer und fonftige Arbeiter. Tagesordnung: 1. Wie fönnen die Arbeiter ihre Bage verbeffernt? Referent: Otto Näther. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Agitationstommission. 4. Verschiedenes. Sonntag, 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, lant Engelufer 15: Allgemeine Versammlung Die eiserne Maske bereizungs., Gas- und Waſſer- Rohrleger und Helfer. 600 mitwirkende Personen. 120 Pferde. Europäische Ravallerien auf 16 Schulpferden. Direktor Busch mit feinen Meisterdreffnren. Borzüglichste Programmnummern! Avis! Morgen, Sonntag, 9. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen&.& int über„ Bauarbeiterschutz und wieweit tommt folcher für unsren Beruf in Betracht." 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. vorm. Sonntag, 9. Dezember, vorm. 9% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Versammlung ber Berliner Landpartien leifer, Galvaniſeure, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Rechtsanwalts Serrn Dr. V. Fränkl über: Ein Jeder Erwachsene auf Sigpläken Streifzug durch die deutsche Reichsverfassung. 2. Diskussion. 3. Verbands: 1 Rind frei, weitere Kinder die Hälfte. Größte schönste Weihnachtsmesse und angelegenheiten, che Reichs Sonntag, den 9. Desember, vorm. 9 Uhr, bei Seren Mörschel, Jüdenstraße 35: Ausstellung im Messpalast Morgensprache der Silberpolierer. Alexandrinenstr. 110. Täglich Konzert v. 5 Kapellen. Illusionen. Variétés. Mysterium des 20. Jahrhunderts. Erscheinung aus Kaisers der überfinnlichen Welt. Panorama. Hölle u. Nordpol. Höllen Variété. Sonntags: Gr. Ball bei 20 Mann starfer Stapelle. Gutree frei und 10, 20, 30 f. Dir. Kranz. ST Montag, den 10. Dezember er, abends 8% thr: Versammlung für Moabit in den Arminiushallen, Bremeritr. 72-73. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags Abgeordneten A. Agster über: Arbeiter frankheiten. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Beztristetters. 4. Berbands: angelegenheiten. #goino 35068 Dienstag, den 11. Dezember cr., abends 8% Uhr: a W. Noacks Theater. Versammlung für den Osten Brunnenstraße 16. Wegen Privatfestlichkeit feine enim Lokale des Herrn Keller, Roppenste. 29. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hugo Pötzsch. 2. Distuffion. 3. Ber Liza, baš 12jähr. Rieſenmädchen Vorstellung. Van Borstellung. Vansangelegenheiten. 22 Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Sonntag: Dorf und Stadt. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Karlstrasse. Direktion: J. M. Hütt. Wochentags 7 Uhr. Nur erstlaffige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. E. Riek, Optiker, Weinbergsweg 15 b, 315L* zweites Geschäft vom Rosenthaler Thor. ( vorm. H. Richter.) Bitte genau auf Firma zu achten, um sich vor Nachteil zu schützen. Rathenower Neugold Brillen und Pincenez von Gold nicht zu unterne scheiden Nickel- Brillen, Pincenez M. 2,50 1,50 99 " 2, 1, 22 do., feinste Qualität Stahl- Brillen.. Brillen u. Pincenez, echt Gold doublé M. 5.-, 6,-, 7, do. echt Gold M. 8,-, 10,-, 12, bis zu den teuersten. 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Die Bibliothek befindet sich im Verbands Bureau, Engel- Ufer 15 1, und ist täglich während der Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags geöffnet; Dienstags und Donnerstags außerdem von 7-9 Uhr abends. Sonnabends nachmittags ist die Bibliothek geschlossen. 122/2 Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Sonntag, den 9. Dezember cr., vormittags 11 thr: Gr. öffentliche Versammlung schig der Formeru.Berufsgen. other 2009 drol ibite discht Specialität Opern- u. Reiseglas„ Herkules" 10,- m. Led.- Etui u. 2 Riemen. von M. 6,- bis zu den feinsten. Gediegene Auswahl in Barometern, Operngläser rein achromatisch Thermometern, Laterna magicas, Modell- Dampfmaschinen, Reisszeugen zu festen billigen Preisen. 14 Tage zur Probe g itu isto doron versenbe ich meine The pur? dan disk midde neueste Limbje guring Amoretten 81 Drehorgel durch mit mehrfacher Trompeten 2013 betzierung ca. 30 em lang, 23 cm hreit und 18 em 9 hoch. 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Die Kollegen nebst Frauen, speciell von Weissensee, werden ersucht, hente abend 8% Uhr Möllefte. 20 zu erscheinen, daselbst Oeffentliche Versammlung. Foto Tages Ordnung: 1. Der internationale Socialisten Kongreh und die Ge: werkschaften Referent: Genoffe F. Kotzke. elenidos ad 2. Disfuffion. 3. Gewerkschaftliches. Montag, ben 10. Dezember cr., abends 81%, Uhr, Ackerstraße 123: Versammlung. Tages Ordnung: mit Gund 1. Vortrag des Koll. Nitschke über: Religion und die Organisations: arbeiten". 2. Ausgabe der Urania Billets zum 27. Dezember cr. nachmittags 4 Uhr. 3. Verschiedenes. Den Hautausschlag betreffend hat sich Herr Dr. W. Becher bereit ertlärt, die Untersuchung weiter unentgeltlich vorzunehmen; wir ersuchen deshalb alle Kollegen, speciell die damit behaftet find, fich untersuchen zu laffen; auch andre Berufe, welche Spiritus und Del verarbeiten, können sich daran beteiligen. Die Untersuchung findet täglich von 10-11uhr( auch Sonntags) Elfafferstr. 39, Suergeb. rechts 1 r., ftatt. Die Kollegen, welche noch mit Beiträgen oder Streifmarken restieren, werden hiermit aufgefordert, ihrer Pflicht heut in d. Zahlstellen nachzukommen. Die Möbelpolierer oder Grundierer, welche in diesem Jahre bei dem Tischlermeister Fiedler, Breslauerstr. 81, gearbeitet haben, werden gebeten, morgen vormittag 10 Uhr bet Herrn Kühn, Bofenerstr. 10, zu erscheinen oder ihre Adresse an S. Schulz, Memelerstr. 60a, einzusenden. 148/8] Der Vorstand. Wo ist die schönste Fußpartie? Durch den Grunewald nach Pichelswerder zum alten Freund.[ 2118* Rote Lose Ziehung in Berlin vom 17.- 21. Dezember 1900.[ 104/ 4* Haupttreffer: 100 000, 50 000 etc. Mk. bar. Originallose Mk. 3,50. Porto u. Liste 30 Pf. extra. Ausland 60 Pf. Berlin W., Peter Loewe, Marburgerstr. 7. Telegr.- Adr.: Glückspeter Berlin. J. Brünn ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt Nr. 4. Billige Weihnachts- Geschenke. us Nach beendeter Engros Saison gelangen nunmehr große Lagerbestände meiner Zeppiche! Gardinen! Steppdecken! 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