Nr. 298.ph Abonnements- Bedingungen: 4 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährt. 3,30 mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft Beitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebütye beträgt für die fechsgespaltene Sotonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinss und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Grpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bocialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Geldkönige. Sonnabend, den 22. Dezember 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. eine eine so durchschlagende Wirkung, daß die Ablehnung des Ausschußantrags immer wahrscheinlicher wurde. vorgeht, dann hat die Börsenpresse schwere Unterlassungssünde begangen. Wer die Wahrheit tennt und saget sie nicht 2c." Wäre die Die Verhaftung der vier Hauptschuldigen an dem Hypo= Börse genau unterrichtet gewesen, dann hätte sich der Kurs der theten Bankkrach der Kirchenbauer und Boltsplünderer hat Pfandbriefe nicht auf der Höhe halten können, bis die Katastrophe hereinbrach. Auf jeden Fall ist es sehr bezeichnend, daß diese bei den schändlich ausgeraubten Kleinen Leuten eine gewisse GenugBreffe es gar nicht fühlt, in welches Licht sie fich stellt, wenn sie thuung in ihrem finanziellen Zusammenbruch verschafft. Dagegen behauptet, sie hätte die Verbrechen der Geschäftsleitung der herrscht in den Kreisen der konservativen, frommen, monarchischen Spielhagenbanken genau gekannt und dazu geschwiegen". Staatsflüßen die bleiche Furcht. Die Kreuzzeitung" ist so Freilich trägt die Hauptschuld auch die preßgefeßliche Einschnürung tief erschüttert über das Schicksal des bewährten Kirchenrats von der öffentlichen Kritik. Die Korruption tann deshalb Jahrzehnte Potsdam, daß sie in ihrem Schmerz keine Worte findet; nur der lang wuchern, weil die Presse es nicht wagen tann, selbst wenn sie Lokalredacteur hat in einer fleinen unauffälligen Notiz die es wollte, auf Grund der ihr zugetragenen Nachrichten Anklage au Verhaftung gebucht. Der Reichsbote" aber fann das Fürchterliche noch nicht fassen und dies Organ für Paftoren und erheben. Wehe, wenn eine Einzelheit sich als nicht ganz richtig erweist- der Staatsanwalt tritt sofort in Funktion. Defter hat Hofdamen widmet dem Freunde Mirbachs eine schier überschweng- schon der Mann, der einen Standal aufdeckte, Strafe erlitten, während liche Charakteristik. Der Fehler des Kommerzienrats scheint danach der Schuldige frei ausging. mur in seiner grenzenlosen Gutmütigkeit bestanden zu haben eine Um die Situation zu retten, versuchten die Hauptgegner unfres Antrags, die Herren vom Centrum und eine Anzahl Nationalliberaler, die Zurückverweisung an den Ausschuß durchzusetzen. Jedoch ver= gebens, der Verweisungsantrag wurde abgelehnt und alles Reden ber Gegner vermochte die günstige Stimmung für die Grundgedanken unfres Schulprogramms nicht zu beeinträchtigen. Für dieselben sprachen fich aus die bauernbündlichen Abgeordneten sowie ein großer Teil der Nationalliberalen. läglich benahmen sich die paar Freisinnigen unter Führung des Abg. Gutfleisch, der im Princip dafür und in gerade um das Bischen Kredit, das er noch hat. Der Antrag auf Pragis dagegen war. Der Freifinn bringt sich auf diese Weise nach tebernahme fämtlicher Volksschullaften wurde, unter Ablehnung eines nationalliberalen Abschwächungsantrags, mit 19 gegen 16 Stimmen angenommen. Unfre Forderung auf Durch führung der Einheitsschule wurde, nachdem das schredhafte Wort„ obligatorisch" mit 19 gegen 17 Stimmen abmerkwürdige Gutmütigkeit, die es dem Besizer dieser glücklichen Und auch einen andren Geldkönig hat das Strafgericht ereilt! gelehnt war, in der so modifizierten Form mit 24 gegen 11 Stimmen Tugend ermöglicht, 28 Millionen Mark zu erarbeiten und ungezählte den edlen Menschen- und Kinderfreund August Sternberg. angenommen. Für die volle unentgeltlichkeit der Lehrmittel und fleine Leute um ihre Spargroschen zu bringen. Der„ teichs bote" Der Sternberg- Prozeß hat gestern nach einer Dauer von Eltern war eine Mehrheit noch nicht zu haben. die kostenlose Ausbildung aller befähigten Kinder unbemittelter Immers aber preist den Mann, der dem feiertäglichen Gottesdienst einstweilen fast acht Wochen mit der Verurteilung des Angeklagten zu zwei hin fanden sich auch für diese Forderungen eine größere in der Anstaltskirche des Moabiter Untersuchungsgefängnisses obliegen Jahren sechs Monaten Buchthaus geendet. Eine harte Anzahl von bürgerlichen Abgeordneten, die mit der Socialdemokratie muß, in folgender Weise: Strafe, die den Empfindungen der Masse am Ende entsprechen, gingen. Aus einfachen Verhältnissen emporgearbeitet, war er den Juristen vielleicht wegen der Unzulänglichkeit der formalen Der Regierung ist dieses Resultat unfres Schulantrags nicht bon Natur ein anspruchsloser, bescheidener, bilf Beweisführung bedenklich erscheinen wird. Doch die Person wenig in die Glieder gefahren. Sie wird wohl oder übel ihre Schulreicher Mensch, der lediglich für sein Geschäft und seine Familie des traurigen Helden dieses Prozesses verschwindet auch heute, politit der Richtung desselben anpassen müssen, wenn sie nicht ernſten lebte. Er war von früh bis spät thätig und auch die in der wo sein Schicksal besiegelt erscheint, in der gewaltigen Schlammflut, Ronflitten mit der Kammer entgegengehen will. Staatsminister bürgerlichen und tirchlichen Gemeinde über= auf die Stimmung des nommenen Pflichten erfüllte er mit persönlicher bie der Prozeß aufgewühlt hat. Singabe. Sein Familienleben er hat acht Kinder Die Flut wütet weiter und hat als neuestes Opfer den Polizei- Hauses, noch während der Verhandlung bereit, eingehende Gr. Polizei- hebungen über bie finanzielle Wirkung der Verstaats war ein musterhaftes; wenn auch der Haushalt ein groß direktor Herrn v. Meerscheidt- Hüllefsem verschlungen. Dieser Beamte, lichung der Volksschule in die Wege Leiten zu lassen, artiger war, so war das Leben der Familie doch selbst ein zurück in dem sich die Korruption gewissermaßen fonzentriert hatte, ist Der nächste praktische Schritt wird die Beseitigung gezogenes... Gegen Geselligkeit schloß sich Sanden faft hermetisch ab. gestern plöglich gestorben. Ob ein natürlicher Tod ihn von der Vorschulen fein, für welche die Kammer schwerlich die Bersönlichkeiten, die ihm näherstanden, bezeichnen als seinen größten den Folgen seiner sittlichen und materiellen Verschuldung erlöst hat, Mittel weiter bewilligen wird. Ferner wird die Regierung nicht Fehler eine Gutmütigkeit, die niemand etwas abschlagen steht noch dahin; das nächstliegende ist offenbar die Annahme, daß umbin können, alsbald einen praktischen Versuch mit der Beseitigung konnte, und die ihm auch als eine besondere Schwäche er gewaltsam seinem Dasein ein Ende gemacht hat. Stommissar des fremdsprachlichen Unterrichts in den 3 untersten Klaffen an einem feiner Finanzverwaltung feiner Finanzverwaltung und feiner Umgebung gegenüber Thiel ein Zuchthauskandidat, in langer Reihe hinter dieser Ordnungs- diese Weise für die allgemeine Einführung des gemeinsamen Unterder hessischen Gymnasien( Reformgymnasien) zu machen, um auf mit verhängnisvoll gewesen sein soll. Ihn als abgefeimten Intriganten und fcheinheiligen Heuchler darzustellen, ist ungerecht, stütze andre Gezeichnete, darunter Rechtsanwalt Dr. Berthauer baues zunächst bis zum 6. Schuljahr praktische Anhaltspunkte au wie gerade die behaupten, die ihn kennen. Er hätte sonst faum als ein Mann, von dem berichtet wird, daß Anklage wegen bekommen. das Bertrauen gefunden, das er sich zu erwerben verstand und das Verleitung zum Meineid gegen ihn erhoben sei. Kurz, eine Fülle er mun zur Ueberraschung vieler, gerade auch kleiner Leute in furchtbaren Schmußes ist aufgerührt, aufgerührt auf dem Boden modernKulturbanditen. Potsdam, leider in seinen Banken nicht gerechtfertigt hat." tapitalistischer Ordnung. Denn nur ein geistig Blinder kann sich der Der französische General Frey, dessen Sendungen, wie wir Das wird allerdings auch von andrer Seite dem Kommerzienrat Erkenntnis verschließen, daß der Fall Sternberg teine dem Wesen der schon mitteilten, in Marseille beschlagnahmt worden sind, muß un Sanden nachgesagt, daß er für seine Person ein sehr geiziger Herr Gesellschaft fremde Einzelerscheinung, sondern ein naturnotwendiges geheuere Massen von Kunstgegenständen in Peking 3 gewesen, eine Eigentümlichkeit, die übrigens vielen Geldtönigen an Glied in der Kette der Ereignisse ist, die im Harmlosen Prozeß fammengeraubt haben. Die" Aurore" bringt darüber nähere AnHaftet. In der Familie aber ging es hoch her. Da waren sie b- bie Edelsten der Nation, in der Posadowsky Affaire die Großgaben, wie sich der edle Herr die Verteilung der Schätze gedacht zehn Bedienstete, die den Sprößlingen aufwarten mußten. industriellen, in der Angelegenheit Laeisz Schiff die Groß- hat; die Kunstobjekte sollten nach Gewicht verteilt werden: ZweiUeber die Verhaftung Sandens werden folgende Einzelheiten reeder, im Krach der Hypothekenbanken Finanzwelt und Kirchen- tausend Kilo für den Präsidenten der Republik, achtzehnhundert Kilo mitgeteilt: fromme gemeinsam bloßstellen. Und so weiter ins Unendliche. für den Kriegsminister, achtzehnhundert Kilo für den Marineminifter, Berpeftung, Verwesung überall, und mitten in diesen Gräueln eines ebensoviel Kilo für den Louvre" und ebensoviel für einige andre verächtlichen Tods Gott Mammon, der trampfhaft die Faust ballt Museen. N " Die Festnahme wurde durch den Kriminalkommissarius Guban am Donnerstagvormittag ausgeführt. Als diefer in Begleitung des Polizeikommissarius Lieutenants Kratz in der Sandenschen Villa, Marienstr. 11/12, erschien, hatte der Kommerzienrat noch nicht gefrühstückt und war sehr überrascht von dem Haft befehl, weil er wohl erwartet hatte, daß er, nachdem Wochen darüber hingegangen, seitdem der Strach der von ihm geleiteten Banten erfolgte, auf freiem Fuß werde belassen werden. Von seiner Frau und seinen Kindern nahm Sanden feierlichst Abschied. Geh mit Gott!" rief ihm seine Frau zu, als er dem Beamten folgte. Dieser brachte ihn zu Fuß durch einig weniger belebte Straßen, um Aufsehen zu vermeiden, zunächst nach der Potsdamer PolizeiEin paar Geldkönige aus dem Morgen- und Abendlande werden direktion am Kanal und dann mit der Pferdebahn nach dem Bahnhof. Der Transport war aber bei der allgemeinen Geschäftsstille, diesmal ihre weihnachtliche Anbetung des goldnen Kalbs hinter die infolge des Bankentrachs namentlich in Potsdam herrscht, nicht Kerkergittern verrichten müssen. Einige Helden des Kapitalismus unbemerkt geblieben, weil unendlich viele Personen Verluste erleiden sind zur Strecke gebracht worden, aber der Stapitalismus lebt noch und deshalb der Person des Kommerzienrats, Kirchenrats und- das erst wird das große erlösende Weihnachtsfest werden, an Stadtverordneten besonderes Interesse entgegenbrachten. Daher dem das System selbst ins Buchthaus einer vergangenen Historie tam es, daß die Ankunft des Krimialtommiffarius mit dem Vergebannt ist. hafteten auf dem Bahnhof allgemeines Aufsehen erregte, zumal es gerade die Zeit, 12 Uhr 4 min., war, wo die Bankiers zur Berliner Börse fuhren. und beteuernd getert, daß er trotzdem terngefund, daß er unsterblich Urban Gohier bemerkt hierzu in der„ Aurore":" Niemals sei, und daß ihm die Welt gehöre von Ewigkeit zu Ewigkeit ist der Civilgewalt von einer prätorianischen Kanaille Ein groteskes Bild, dessen Schauer nur den nicht packen, der da eine gröbere Beleidigung zugefügt worden, als in diesem Falle. weiß, daß als Erbe des Sterbenden, Bößen ein Jüngling bereit steht, Denn der General sagt damit der Regierung deutlich: Wir, die rosig frisch und träftig genug, den Schutt und Moder hinwegzu- Befehlshaber der Armee, haben in China goldene Geschäfte räumen, Blaz zu schaffen einem Geschlecht, das auf gesundem Boden gemacht. Ihr, die Minister sagt dazu nichts. Als Preis für Eure gedeihen und unter dem Baum des Socialismus geeint der heutigen Stomplizität bekommt Ihr von uns Euren Teil; mit etlichen Millionen schließen wir Euch die Augen." Fäulnis vergessen wird! Politische Nebericht. Berlin, den 21. Dezember. Die Minister haben aber von diesem Raube nichts haben wollen und die Beschlagnahme der Kisten angeordnet. Wo bleibt, so fragt Gohier, die vielgerühmte Ueberein ftimmung zwischen Heer und Volt?" Wir haben eine Armee von Räubern, aber wir sind doch nicht eine Nation von Banditen?" Gohier verlangt nun aber ferner, daß auch diejenigen Kiften, die der General Frey, dessen Zurückberufung aus China gerücht weise angekündigt wird, und seine Komplizen an ihre Familien und ihre Freunde, sowie an die Händler schicken, beschlagnahmt werden. Die Stadtgemeinde Potsdam erleidet durch den HypothekenDemnach ist in Beting in der ungeheuersten Weise gestohlen banttrach besonders große Nachteile, denn Sanden war der Höchst besteuerte der Stadt und zahlte für den Besiz seiner Millionen, Der focialdemokratische Schulantrag hat in der ateiten worden; das meiste dürfte aus dem kaiserlichen Balaste sein. Die bie jetzt größtenteils seiner Frau gehören und fich im Ausland beffischen Kammer eine breitägige, außerordentlich lebhafte Debatte franzöfifchen Blätter bringen in den von ihnen zur Veröffentlichung befinden sollen, etiva 50 000 m. jährliche Steuer, welche Summe entfesselt, deren Resultat, tie bereits fura gemeldet, die Annahme der gelangenden Hunnenbriefen denn auch ein umfassendes Material bei Auch der Hauptpunkte desselben war. nun durch die Gesamtheit aufgebracht werden muß. über die Plünderungen, die in China von den Truppen verübt Unser Antrag forderte 1. bie Uebernahme fämtlicher worden sind. Demnach scheint es, daß die Franzosen sich von den Diretior Barsinsti von der Deutschen Grundschuldbank, der mit Boltejullasten auf den Staat und 2. die Einrichtung Menschenjagden ziemlich fern gehalten haben, dafür aber sich Sanden verwandt ist, ist einer der höchsten Steuerzahler Botsdams. ber obligatorischen Boltsschule( Einheitsschule), wobei mehr dem edlen Diebeshandwerk gewidmet haben. Es beweist wohl die" Gutmütigkeit" Sandens, daß er sein Ver- 8. Die unentgeltlichkeit des Unterrichts und aller in mehr dem edlen Diebeshandwerk gewidmet haben. Aus den Briefen und Aussagen französischer Soldaten, die sich mögen edler Weise seiner Frau geschenkt und dadurch sicher ge- der Wolfsschule notwendigen Lehrmittel durchzuführen ist und in der„ Aurore" zusammengestellt finden, entnehmen wir das folgende: stellt hat. 4. allen befähigten Kindern unbemittelter Eltern Wir haben fo erzählt ein aus China zurückgekehrter Soldat Inzwischen greift der Krach um sich. Der Generalfonful und Ausbildung und Unterhaltung bis zum Abschluß ihrer Studien aus Hofbantier Schmidt von der Firma Anhalt u. Wagner, der übrigens öffentlichen Mitteln zu gewähren ist. Die Ausschuß- hauptsächlich auf Rechnung der Missionare geplündert." Hofbankier Schmidt von der Firma Anhalt u. Wagner, der übrigens mehrheit empfahl die Ablehnung sämtlicher Bofitionen In Beting quartierte sich der General Frey im Kaiserpalast ein, dort nicht identisch mit dem verhafteten Direktor Heinrich Schmidt ist, ist unfres Antrags und das gleiche verlangte die Regierung, indem sie zu plündern war den Soldaten verboten(!). Aber auf die Stadt aus dem Centralausschuß der Reichsbank ausgeschieden. die finanzielle Undurchführbarkeit des ersten Buntis und die wurden sie losgelassen. Für drei Tage wurde uns die Stadt überEine sehr bemerkenswerte Erscheinung tritt auch in diesem Bant fachliche Berwerflichkeit der übrigen Forderungen behauptete. Der laffen, mit dem Bedeuten, ohne Gnade zu töten und zu plündern, bruch wieder hervor. Er kommt als jähe Katastrophe und überrascht Leiter der Schulabteilung, Ministerialrat Eisenhut, bestieg was wir fänden, in Wirklichkeit hat es acht Tage gedauert." die Opfer, die sich nicht rechtzeitig ficherten. Wozu find die Aufsichts- bei dieser Gelegenheit die Rofinante der Socialistentöterei, indem was wir fänden, in Wirklichkeit hat es acht Tage gedauert." Man ging in Gruppen los, die Missionare führten, räte, jene„ hervorragenden Männer da, wenn sie selbst eine ver- er die direkt auf die Einführung der zukunftsstaatlichen Zwangs fie tannten bie reichen Häuser; wir traten ein, nahmen brecherische Geschäftspragis nicht aufzudecken vermögen? Wichtiger erziehung zielenden Rebenabsichten" der Antragsteller enthüllte. fie tannten die reichen Häuser; wir traten ein, nahmen noch ist, daß die bürgerliche Bresse trotz ihrer umfangreichen Handels- Dieser Bersuch verfehlte aber die beabsichtigte Wirkung bei der alles, was wir fanden; die Eigentümer mußten das geraubte Gut teile und-Redaktionen nicht die Fähigkeit oder den Willen hat, Mehrheit der Abgeordneten vollständig. Unter großer Seiterfeit des nach Bei Tschang- das ist die Stadt der Religions GesellHauses fertigte der Abgeordnete David die ministerial schaften- tragen." ihr Publikum zuverlässig zu orientieren. Die Deutsche Tagesrätlichen Bangemachereien und Unterstellungen ab und empfahl In mehreren Blättern zugleich wird dann noch übereinstimmend zeitung" hat so unrecht nicht, wenn sie über das Verhalten der der Regierung, diese etwas stark veraltete Art der Bekämpfung folgendes erzählt: Börsenpresse schreibt: ein für allemal in die Rumpelfammer zu werfen. Nur durch die Alles, was die franzöfifchen Soldaten gestohlen hatten, wurde Sie stellt sich so, als ob sie seit Jahrzehnten über die ganzen Webernahme der Schullaften auf den Staat sei eine gerechte Berteilung ihnen von Herrn Chameau, dem Restaurateur, der die Verpflegung Angelegenheiten auf das genaueste unterrichtet gewesen sei, und derselben möglich, und nur durch die organisatorische Vereinheitlichung ihnen von Herrn Chameau, dem Restaurateur, der die Verpflegung behauptet, die Börse habe die jest Berhafteten nie ernst bes gesamten Schulwesens fönne man die Unfinnigkeit und fociale Under Legationen geführt hatte, abgenommen und bezahlt. Ihm wurde genommen. Wenn dem wirklich so ist, wenn die gerechtigkeit des Kastenschulwesens überwinden. Seine Ausführungen aber das Geld knapp und so tauften die Missionare die Sachen num Börsenblätter gewußt haben, was hinter den Coulissen sowohl wie diejenigen der Abgg. Ulrich und Cramer erzielten selbst auf und zwar gegen Checks auf Pariser und Marseiller Religionsgesellschaften lautend. Die Wechsel waren in großer Anzahl unterzeichnet von dem Pater Ducoulombier. Zu den ersten Tagen des September, so wird weiter erzählt, sei dann ein Befehl ergangen, die Checks abzuliefern; wer, dies nicht thue, werde als Dieb betrachtet. Die Checks würden annulliert werden und das für dieſelben eingelöſte Gelb solle unter die Teilnehmer an der Blünderung verteilt werden. Der Besiz an Wechseln war unter den Soldaten sehr verschieden; die, welche am wenigsten besaßen, hatten doch immerhin für 1500 Frant, es gab aber welche unter uns, die viele Tausende besaßen, einer hatte für 80 600 Fr." ,, Wir haben die Checks abgegeben, und jeder von erhielt 520 Frant in bar ausgezahlt." Die Zahl der französischen Soldaten, die an der Belinger Plünderung teilgenommen haben, betrug etwa 160, nach Rechnung des Gewährsmanns müssen etwa für 400 000 Fr. Checks in den Händen derselben gewesen sein. In welchen Händen der Rest der Summe, die nicht unter die Soldaten verteilt worden, geblieben ist, darüber weiß der betreffende Soldat nichts anzugeben. 000 Deutsches Reich.ak jot " Herr Mar Lorenz, der Ersocialdemokrat, hat sich einen gewissen| Die bremische Bürgerschaft hatte in einem Beschlusse den Ruf dadurch erworben, daß er vor einiger Zeit den Vorwärts" Wunsch ausgesprochen, für die Bürgerschaftswahlen abgestempelte wegen Majestätsbeleidigung demumziert hat. Er ist also wohl der Wahlcouverts einzuführen und die Wahlen an einem Sonntag vorrichtige Mann, einen Bund für Freiheit und Wahrheit zu leiten. zunehmen. Der Senat hat diese Wünsche aus ganz nichtigen Gründen an darf sich der Hoffnung hingeben, daß der Goethebund sich abgelehnt. eriählen wir weiter vorteilhaft entwickeln und Herrn Noeren zum Vorsitzenden Der Schiedsgerichts- Antrag vor der Zweiten hessischen Kammer. Aus Darmstadt wird gemeldet: Die Zweite Kammer Lehrer als Abonnentenfänger. Die ostpreußischen Landlehrer lehnte heute mit 22 gegen 22 Stimmen den Dringlichkeitsscheinen von gewissen Leuten als„ Mädchen für alles" angesehen zu antrag Köhler- Langsdorf, betreffend Herbeiführung eines In Königsberg besteht eine Buchdruckerei und Verlags- Schiedsgerichts zwischen England und den Boeren anstalt, derem Aufsichtsrat der Kammerherr Baron sta a ten, ab. Die Stimme des Präsidenten gab den Ausschlag. v. Gustedt Labladen, Graf Iindowström und andre Dafür stimmten sämtliche Antisemiten und Socialdemokraten, das Hauptagrarier fizzen. In den Verlag erscheinen alle möglichen gegen das Centrum und der größte Teil der Nationalliberalen. Die fonservativen, agrarischen, christlichen und antisocialdemokratischen Vertreter der Regierung hatten vor Eintritt in Blätter. Wer sich für das Unternehmen interessiert, erfieht man die Beratung den Saal verlassen. daraus, daß an einem Diner, das dieser Tage nach der General- Schuhmannsbegnadigung. Im September vorigen Jahrs versammlung stattfand, außer den Aktionären, dem Vorstand und wurde der Schuhmann Paul Tucholski von der Danziger Strafdierende General Graf Find von Findenstein, General- beraubung zu einer neunmonatlichen GefängnisAufsichtsrat u. a. folgende Herrschaften teilnahmen: der komman- tammer wegen Körperverlegung und Freiheits lieutenant Graf zu Gutenburg- Widen, Vice- Oberstrafe verurteilt. Nachdem er von der Strafe acht Monate verhofiägermeister Fürst zu Dohna- Schlobitten, Landes- büßt hat, ist er jetzt begnadigt. auptmann v. Brandt, Regierungspräsident v. Waldow. Junker im Brotivucher ankündigenden Worte seitens des Berliner Cirkular versandt, in dem ihnen mitgeteit Dem Verlag ein Brandts in Düsseldorf, des Vorsigenden der Alters- und Um dem Unternehmen, das bisher nicht sehr einträglich war, Für die bevorstehende Reichstags- Erfahwahl in Aachen. Der Brotwucher. Graf Klindowström erklärt in der aufzuhelfen, wird seit kurzem ein unparteiisches" Blatt heraus- Stadt hat das Centrum immer noch keinen Kandidaten gefunden. Ostpreußischen Zeitung" die Einzelheiten, die in Anknüpfung gegeben. Als Abonnentensammler müssen auf dem Lande Mit der„ in Aussicht genommenen" Kandidatur des Landrats nu seine jüngst mitgeteilten, die Cinigkeit zwischen Regierung und die Lehrer dienen. An diefelben ist von dem Verlag ein Brandts ist es nichts; es Tageblatts" geäußert wurde, als erfunden. Erfunden soll danach Anfrage beim Pfarrer sei der Bescheid erteilt, daß dieser Herr hat gebeten, von seiner Person abzustehen. Wie der aus Aachen berichtet wird, fein: die Angabe über die Höhe der zukünftigen Getreidezölle und der Lehrer wahrscheinlich bereit sein werde, Kölnischen Beitung" sollen die Angabe, daß bereits eine große Mehrheit im Reichstag für einen abonnenten für die Neuesten Nachrichten" zu auch andre Herren eine Absage erteilt haben. Der Aachener Bolts6 oder 7 Mark- 3oll gesichert sei. freund", das linksstehende Centrumsblatt, teilt mit, daß erst einmal der engere Wahlausschuß sich mit dieser Reichstags- Ersatzwahl näher beschäftigt hat, bagegen der erweiterte und entscheidende Wahlausschuß noch gar nicht." Das Blatt bestreitet nicht, daß die Standidatensuche bisher vergebens war. Das letztere iſt auch wohl der Grund, daß der entscheidende" Wahlausschuß noch nicht zufammengetreten ist. " fammeln. Desgleichen strömt es von Ablengnungen aus den Parteien, die Zum Schluß wird den Lehrern eine Provision in Aussicht am Zollkompromis beteiligt sein sollen. Die„ Kölnische Volkszeitung" gestellt. erklärt die betreffenden Mitteilungen für unwahr, weil die Fraktion Die Landlehrer befinden sich in großer Abhängigkeit vom Geist( des Centrums) mit der Zolltariffrage sich noch gar nicht beschäftigt lichen. Derselbe ist fast immer Ortsschulinspektor, auf jeden Fall hat". Eine ähnliche Ausrede gebraucht die Nationallib. Korresp." aber fann er dem Lehrer leicht Ungelegenheiten bereiten. Das find und die" Deutsche Tageszeitung", geftachelt durch die unlautere Gründe genug, um die meisten Lehrer zu veranlassen, dem au fie Stonkurrenz, die ihr Graf Klindowström in der Fürsorge für die gerichteten Aufinnen nachzukommen. Notleidenden bereitet, erflärt, es könne sich jedenfalls nur um, underbindliche Gespräche" handeln, aus dem für die fünftige Gestaltung der diodes t der Angelegenheit kein Schluß gezogen werden kann". " Germanisierung durch die Volkszählung. Bei der letzten Info Voltszählung sollte auch die Muttersprache der verschiedenen Bevölkerungsfreije im Reich festgestellt werden. Zu diesem Zwed war die Rubrit eingerichtet, welche die verschiedenen in Betracht Die Muttersprache sollte kommenden Sprachen enthielt. Eine neue Art der Brandschahung ht punt Graf Klinckowström hat das ist nun flar geplaudert wird vom ostasiatischen Kulturkampf Schauplatz gemeldet: Die und, da man die nötigen Schlüsse aus seinen Worten zieht, Londoner Morning Post" veröffentlicht ein Telegramm aus Beting berlegt er sich aufs Dementieren. Dezember, in dem an der Lungshing Lann er den eigentlichen Kern der Sache. bestehen, Graf Klindowström, der Führer der Brotverteurer- Partei, den oftpreußischen Landräten zurief: Sie dürfen guter 8ubersicht fein, wir und Graf Bülow sind einig! Nicht dementieren aber vom 2ppen angeklagt werden, erstens, die Bevölkerung zu 63 Proz. polnisch ist, auf den Einfall gekommen, das deutschen Expedition entgegen der allgemeinen Abmachung, während der Friedens verhandlungen sich ruhig zu verhalten, überhaupt unternommen, zweitens, sechzig Soldaten der regulären chinesischen Truppen, die mit der BeDieser Ruf des gräflichen Heißiporns war eine politische fämpfung des Boxeraufstands beschäftigt waren, erschossen und die Thorheit sondergleichen. Er hat verraten, was hinter den Coulissen chinesische Bevölkerung in schamlosester Weise geplündert zu bor fich geht. Natürlich habe die Fraktion der fornzöllnerischen haben. Außer den 60 chinesischen Soldaten sollen die Deutschen, wie Reichstagsparteien noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. Das fonnte die Morning Post" weiter meldet, noch 30 andre Personen getötet auch niemand meinen. Wohl aber spricht die größte Wahrscheinlichkeit und 300 zu Gefangenen gemacht haben. Letztere feien in Freiheit dafür, daß in unverbindlichen" und doch die schwerste Gefahr nahe gesetzt worden, nachdem sie den Deutschen eine Summe bringenden Gesprächen der maßgebenden Parteiführer und der 20 000 Zaels ausgezahlt hätten.Regierungsvertreter jene ungeheuerliche Ausplünderung der arbeitenden Hoffentlich leitet die deutsche Regierung eine gründliche Klassen in sichere Aussicht genommen wurde. Untersuchung über diese Vorkommnisse ein. Durch die voreilige Ausplauderung des Grafen Klindowström ist das Spiel verraten und die Bedrohten sehen sich zur 28ehr. Daher der jetzige Eifer der Abwiegler. Vom deutschen Vereinsrecht. Im Fürstentum SchwarzburgSondershausen sind bekanntlich alle politischen Arbeitervereine verboten; die finnreiche deutsche Neichs- Gefeßgebung gestattet zivar nicht, daß den Vereinen durch Landesgesez verboten werde, mit einander in Berbindung zu treten, sie gestattet aber, daß die Vereine überhaupt von vornherein und ohne Grund verboten werden. Gegen dieses reaktionäre Gesetz in Sondershausen hatten, wie wir seiner Zeit berichteten, zivei Parteigenoffen aus Arnstadt eine Petition an den Landtag des Fürstentums gerichtet, mit der sich der Landtag in dieser Woche beschäftigte. Der Landtag hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, die Petition der Regierung als Material zu überweisen. von Liebenswürdigkeiten unsrer Verbündeten. Der Korrespondent der Morning Post" schreibt: Dem Grafen aldersee ist es nicht gelungen, die Einigkeit unter den Truppen der Mächte durch eine gerechte und umsichtige Politik herbeizuführen. Die Deutschen haben aus verschiedenen Gründen und wegen ihrer Strenge sich einen schlechteren Ruf als selbst die Russen erworben." Daß es dem Oberstkommandierenden nicht gelungen ist, dem allgemeinen Plündern Einhalt zu thun, wurde ja unlängst auch deutsch- offiziös in einer Mitteilung zugestanden, die sich etwas darauf zu gute that, daß in Befing wenigstens im deutschen Quartier jetzt dem Plündern so ziemlich Einhalt gethan fei. Daß die Engländer selbst keine weißen Unschuldsknaben sind, Das fürstliche Gesez ragt wie eine Reliquie aus vergangenen geht aus der Meldung desselben Blatts hervor, die besagt, daß ein Zeiten in die unfrige hinein, aber der Vertreter der fürstlichen Teil der von den englischen Soldaten erbeuteten Regierung, Staatsminister Petersen, stritt mit dieser Reliquie Gegenstände aus Beting in London eingetroffen sei. erfolgreich um den Ruhm der Altertümlichkeit. Der Herr Zu einer allseitigen Verurteilung der Erhöhung der fand es zwar begreiflich, wenn das aus älterer Zeit stammende Lebensmittel- Zölle fam es am Donnerstagabend in der Offen Gesetz als unzeitgemäß erachtet werde", Beschwerden über bacher Stadtverordneten Sizung anläßlich des von Härten des Gesezes feien ihm jedoch nicht au bem nationalliberalen Stadtverordneten Feisimann eingebrachten Ohren gekommen und daher sei er noch nicht in der Lage gewesen, sich mit der Frage zu beantrags:" Die Bürgermeisterei zu ersuchen, bei der großherzoglichen ihäftigen, ob es weiter bestehen tönne oder nicht. Regierung in Darmstadt dahin vorstellig zu werden, fie möge bei der Die Haltung des Landtags, in dem unsres Wissens National Beratung des dem hohen Bundesrat demnächst zugehenden Bolltarif entwurfs ihre Stimme gegen jede Erhöhung der jezigen liberale und weiblich Freifinnige die Hauptrolle spielen, ist übrigens autonomen Zollfäße für Mehl, Getreide und nicht viel anders zu beurteilen, wie die des so naiv thuenden Herrn sonstige notwendige Lebensmittel abgeben". Während Ministers. Der Landtag hatte schon längst ohne alle Umstände die der Antrag einstimmige Annahme fand, mußte sich der Aneinfache Aufhebung dieser Gesetzesvorschrift fordern müssen. tragsteller den Hinweis unsrer Genossen gefallen lassen, daß er bei Die Aufhebung des Koalitionsrechts durch Polizei seinen Parteigenossen nicht überall auf Gegenliebe mit seiner Abberordnungen findet die wärmste Billigung der„ Nationalliberalen neigung für Getreidezollerhöhungen rechnen tönne. Korrefp." Streifpoften fönnten nicht für sich das Recht beanspruchen, " Land durch die Volkszählung als ein deutsches Sprachgebiet hinzustellen. Und so wurde auf der ganzen Linie darauf hingearbeitet, daß die Lente troß ihrer Proteste das Wort Deutsch" als Muttersprache So wird dem oberschlesischen, Katolit" aus dem unterstrichen. Rybniker Bezirk gemeldet:„ Meiner Meinung nach ist die Bolts, zählung in ganz Oberschlefien nicht so vor sich gegangen, wie es Als mir der Amtsbiener die Formulare brachte, jein sollte. bat er mich, ich möge selbst einschreiben, denn er hätte viel " Dann sagte er mir, ich brauchte sie nicht zu thun. auszufüllen, sondern mir zur Polizei hinzutragen, da würden fie ausgefüllt werden. Ich zog aber vor, das Formular ſelbſt auszufüllen und es zum Bureau zu tragen. Da sagte mir der Sekretär des Amtmanns: Warum habt Ihr denn polnisch" unterstrichen, Ihr fönnt doch gut deutsch?" Jm Gleiwizer Bezirk ging der Amtsschreiber in den Dörfern herum und schrieb alles deutsch" ein; er meinte, daß„ polnisch" jezt keine Bedeutung habe. n Biasowic, einer ganz polnischen Gemeinde, ließen die Beamten die Leute nach einigen Hütten bezw. Wirtschaften kommen und schrieben sie ein, ohne nach der Muttersprache zu fragen. Im Beuthener Bezirk schrieb ein Mann mit Familie sich als polnisch" ein. Weder er noch seine Frau können deutsch und so fchrieb er auf dem Formular in polnischer Sprache. Das Formular mußte umgeschrieben werden und der Zähler machte die ganze zu„ Deutschen!" Familie Ju Westpreußen hat man ganze Dörfer, die von Polen start bewohnt sind, einfach vollständig als" deutsch" eingetragen, ohne den Leuten die Formulare in die Hand zu geben. In Wildbergshoff( Pommern) wurden die Polen gegen ihren willen mit deutscher" Muttersprache verzeichnet! Die polnischen Blätter bringen spaltenlange Klagen über der artige Feststellungen der Muttersprache. und man muß sich in der That fragen, was eigentlich mit dieser Frreführung geplant wird? Hugo Wesendonk, einer der Veteranen der Paulskirche, ist in Er zog mit New York gestorben. Ein geborener Düsseldorfer, gehörte er der Linken der Frankfurter Nationalversammlung an. dem Rumpf- Parlament nach Stuttgart, wurde von den preußischen Gerichten wegen Hochverrats verurteilt und ging in die Ver bannung nach New York, wo er sich als Rechtsanwalt eine Stellung erwarb. Nach der Amnestie kam er besuchsweise nach Deutschland. Ausland. Destreich- Ungarn. er fo wurde, Eine Schuhmannsschule. Man schreibt uns aus Krefeld vom Die galizifchen Städtewahlen vervollständigen den Erfolg des von Straßenpolizei- Bestimmungen nicht mitbetroffen zu werden. Da 19. Dezember. Der Regierungspräsident von Düsseldorf beabsichtigt Bolentiubs, und wenn auch gestern drei Abgeordnete gewählt wurden, nun Streifpoften fortgewiesen worden sind, die sich nicht der ge- für den ihm unterstellten Regierungsbezirk eine Schußmanns- die nicht vom Wahlkomitee des Bolenklubs aufgestellt waren, so ringsten Störung der öffentlichen Ordnung schuldig gemacht haben, bie also, wenn sie den Polizisten nicht gerade als Streifposten beschule zu errichten Eine Reihe von Vorkommnissen auf dem Gebiete werden diese doch dem Polenklub beitreten, der, da ihm die noch zeichnet worden wären, ihres Aufenthalts auf der Straße der polizeilichen Eretution hätten den Regierungspräsidenten zu der ausstehenden Wahlen aus dem Großgrundbesitz sicher sind, mindestens wegen nicht im geringsten, behelligt worden wären, will die Erwägung geführt, ob etwa durch Errichtung einer Schuhmannsschule um 6 Stimmen stärker als während der letzten Tagung in das neue Nationalliberale Korresp." den Polizeibeamten das Ausnahmerecht für die planmäßige Ausbildung der neu eintretenden Polizei- Haus einziehen wird. In den Wahlen tritt nunmehr eine 14tägige Bause ein. mannschaften fünftig Sorge getragen werden könnte. eingeräumt wiffen, auch solche Personen wegzuweisen, die Rußland. Die eigenartigen und schwierigen Verhältnisse des Regierungsdie öffentliche Ordnung zu stören sich auschicken", die eine bezirks Düsseldorf, insbesondere das Vorhandensein einer zahlreichen Der rettende Typhus. Das Neue Wiener Tageblatt" läßt derartige Störung, besorgen lassen". Eine solche Besorgnis und stellenweise dichtgedrängt wohnenden, mit unruhigen, zu Aus- sich aus London von einer aus Livadia dorthin zurückgekehrten wird aber natürlich jeder Polizist jedem Streitposten gegenüber schreitungen und Gewaltthätigkeiten neigenden Elementen durchsetzter Person über den Gesundheitszustand des Zaren behegen, so daß das Streitpostenstehen überhaupt verboten ist. Die Bevölkerung, der häufige Wechsel der Wohn- und Arbeitsstätten, ferner richten:" Die Ruffen feufzen, wenn sie von ihrem Cache liegt also so, daß nicht etwa Streitposten den Bestimmungen die rege Vereins- und Versammlungsthätigkeit stellen an die Umsicht 3aren" iprechen nicht wie man meinen möchte, weil der Straßenpolizei- Verordnungen entzogen werden sollten, sondern einer bon schweren Krankheit ergriffen daß umgekehrt Streitposten gegenüber diesen Verordnungen ein bedingen insbesondere eine genaue Bekanntschaft derfelben mit den sondern aus Gründen, die außerhalb Rußlands nicht allgemein ber. Grektivbeamten teilweise außergewöhnliche Anforderungen wh ganz neuer, auf andre Personen anzuwendender ihre Pflichten und Befugnisse regelnden gesetzlichen Bestimmungen, bekannt sind. Das russische Volk giebt sich dem Glauben hin, daß Sinn untergeschoben werden soll. Und diese Außerkraftſegung damit sie die Voraussetzungen und Grenzen ihres Einschreitens in der Typhus, welcher ihn in Livadia heimsuchte, die physische eines wichtigen Bestandteils des Stoalitionsrechts durch eine ganz jedem Falle rasch, sicher und zutreffend zu erkennen und dadurch vor Rettung des Zaren bedeuten werde. Es wird nicht geleugnet, unzulässige, zu diesem speciellen 3wed erfolgte mißgriffen sich zu bewahren in der Lage find. daß der Gesundheitszustand des 3aren auch bor Interpretation straßenpolizeilicher Verordnungen findet den lebhaften Es ist an die in Betracht kommenden Gemeinden eine Anfrage Dieser legten Krankheit alles zu wünschen übrig Beifall der Nationalliberalen! ie B. Bald nach seiner Thronbesteigung wurde der Zar von einer Krankheit heimgesucht, welche man durch eine Trepa= Seither hat nierung der Hirnschale heilen mußte. der Bar sich feiner vollkommenen Gesundheit mehr erfreut und er litt nicht nur an physischem Unbehagen, sondern auch an einer niedergeschlagenheit, die ihn gegen alles gleichgültig machte. Run behaupten viele Aerzte, daß der Typhus eine so vollständige Umwälzung des Organismus mit sich bringe, daß der Mensch, welcher ihn übersteht, in wahrſtem Sinne des Worts ein neuer Mensch ist. Von dem außerordentlichen Appetit, welcher den Typhusrekonvaleszenten eigen ist, erhofft man für die Konstitution des Zaren eine besondere Kräftigung, und vem in den Bulletins von zufriedenstellendent Appetit des Baren die Rede ist, so muß man das in diesem Fall als ein überaus günstiges Symptom betrachten". Die Erkrankung des Zaren, die zu einer Trepanierung der Hirn schale führte, ist auf die Schädelverlegung zurückzuführen, die der damalige Kronprinz Nikolaus 1891 bei dem Besuche eines japanischen Theehauses angeblich durch den Säbelhieb eines japanischen Polizisten, nach andrer Lesart durch einen Stockhieb eines zweifelhaften Individuums- erhalten hatte. 11 gerichtet worden, ob sie sich an dem Unternehmen beteiligen wollen. Verschiedene Gemeinden sollen schon zugesagt haben. Der Eisenbahn Naubbau ist in diesem Jahre noch weit er giebiger gewejen, als im vergangenen Jahre. Während 1899 die Die Präsidentenstelle der Düsseldorfer Regierung ist das Durchgangs Einnahmen den Voranschlag um zwanzig Millionen über stadium für den Sessel des Polizeiministers, und es scheint, als ob der schreiten, sollen diesmal die Ueberschüsse über den Voranschlag noch jetzige Präsident sich schon auf die Rangerhöhung vorbereiten will. biel größer sein. Nach der Zeitung des Vereins deutscher Eisen- War er doch auch derjenige, der die berühmte" Polizei bahn Verwaltungen" haben in den ersten acht Monaten 1900 die verordnung über das Streitposten stehen zuerst Einnahmen der Staats Eisenbahnen sich gegen das Vorjahr um erließ. 914 dofmadada 60 Millionen erhöht. 0 Diese Ueberschüsse des preußischen Eisenbahnetate werden be- Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. kanntlich durch die Ueberbürdung des Personals, die niedrigen Gehälter Von der Straftammer des Landgerichts Schweibniz wurde und Löhne der unteren Beamten und Arbeiter, den menschenunwürdigen der 65 Jahre alte bisher unbestrafte Arbeiter Julius B. aus Kurtwig Zustand der oft überfüllten IV. Klasse, den Mangel an rollendem wegen Majestätsbeleidigung zu der niedrigsten gefeßlich zulässigen Material und die hohen Tarife auf Kosten der Betriebssicherheit des Strafe von zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Anzeige ist reifenden Publikums erzielt. An eine Beseitigung all dieser fchreienden Mißstände ist angesichts der durch die weltpolitischen von Furnachbarn erstattet worden; dieselben wollen durch die Thür Abenteuer geschaffenen trostlosen Finanzlage des Reichs heute weniger gehört haben, daß P. am 11. Oktober die Strafthat begangen, als er angetrunken nach Hauſe tam. als je zu denken. Die Straffammer in Köln verurteilte den Droschkentutscher Der Schweinburg des Goethebunds. In der Täglichen Heinrich Esch zu zwei Monaten Gefängnis. Er hatte am 14. September Rundschau" lesen wir:" Zum Generalsekretär des Goethebunds ist in einer Wirtschaft eine unanständige Geberde gemacht und dann der bekannte Schriftsteller und nationalsociale Bolititer Mag eine auf den Staiser sich beziehende beleidigende Aeußerung Lorenz, der Theaterkritiker der Preußischen Jahrbücher", gewählt gethan. Die Braunsberger Straffammer verurteilte den Arbeiter Nagel worden. Wir hoffen, daß diese Wahl als ein erstes Anzeichen für eine Burüddämmung der radikalen und wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängnis. Um ein parteiliberalen Strömungen im Goethebund Obdach zu erhalten, hatte Nagel auf der Straße eine beleidigende Aeußerung in Bezug auf den Kaiser gethan. aufzufassen ist." 11 Afrika. Die Lage in der Kapkolonie wird für England täglich kritischer. Die Unruhe unter den Kapholländern soll einen sehr hohen Grad erreicht haben. Und trotz der Konzentrierung von Truppen in den bedrohten Distrikten ist es noch nicht gelungen, die Invasionscorps Schreiben gerade an die Pfeffer gerichtet, von der die Fischer wußte, geholfen hätte, da die beantragte Einsichtnahme der Atten abgelehnt der Truppen zurückzuweisen oder gar zu umzingeln. Eine Kund- daß fie Sternberg glühend haßte, seine Todfeindin war? Er stehe worden sei. Gegenüber feiner Bemerkung, daß nach seiner gebung der Kapregierung besagt: i im Gegensatz zu dem Gerichtshofe auf dem Standpunkte, daß es ein Kenntnis die Staatsanwaltschaft doch nur in seltenen Fällen die 11 " Die Boeren, die über den Rhenosterhoek vorgedrungen Erpresserbrief war, ihm sei es jedenfalls absolut Ilar. Diese Entlastungsmomente für einen Angeklagten sammelt, fage der Ober find, werden jetzt aufgehalten, da Steynsburg start besetzt ist. subjektive Anschauung werde durch viele objektive Momente unter staatsanwalt: Die Staatsanwaltschaft sei die objektivste Behörde int Die Eindringlinge fönnen sich jetzt nur mit großer Schwierigstüßt. Zunächst habe die Fischer zwei verschieden lautende Staat und er wisse nicht, wie viele Anklagen mangels ausreichenden feit bewegen; sie wurden zuletzt auf den Zuurbergen zwischen eidesstattliche Versicherungen abgegeben, wenn sie hierzu fähig fei, Belastungsmaterials unerhoben bleiben. Der Mangel ausreichenden Steynsburg und Venterstad beobachtet. Die Boeren, die die Sanddrift fönne man ihr auch einen Erpressungsversuch zufrauen. Es werde Belastungsmaterials scheine ihm nun kein Beweis dafür zu ſein, überschritten, zählen etwa 2000; sie schienen auf Colesberg, vor- hervorgehoben, daß die Fischer in dem Briefe gewissermaßen stoß- daß die Staatsanwaltschaft alles Entlastungsmaterial dringen zu wollen; als ihnen aber Truppen entgegengesandt wurden, weise" mit ihren Geständnissen hervorkomme. Dem sei entgegen gesammelt hat. Das wäre etwa so, daß jemand einen andren schwenkten sie in der Richtung auf Philipstown ab und besetzten es am zuhalten, daß sie den Brief nicht allein geschrieben habe. Sie habe ins Wasser stößt und da dieses mun so seicht ist, daß er ans andre 19. d. Mts. Bisher fam es nur zu Plänkeleien, da die Eindring- geschickte Ratgeber gehabt, denn der Brief mußte schlau und geschickt Ufer waten fann, behaupten wolle, er habe sein Leben gerettet, weil linge jedesmal vor den britischen Truppen zurüdgingen. In abgefaßt sein. Und in der Hand des Frl. Pfeffer fonnte der Brief er ihn gerade an solcher seichten Stelle ins Wasser gestoßen hat. Ventersdorp nahmen sie die aus 20 Mann bestehende eine furchtbare Waffe sein. Ob das Reichsgericht das Urteil aufhob Die Behauptung, daß die Staatsanwaltschaft die objektivste Behörde Garnison gefangen..In Hamelfontein im Colesberg oder nicht, für Sternberg mußte der Brief immer von Wert sein. fei, fei eine solche, daß er sich mit dem Oberstaatsanwalt distrikte wurde die Garnison zur Kapitulation aufgefordert; auf die Jedenfalls sei der Inhalt desselben nicht gegen die Angeklagte schwerlich darüber verständigen werde. Was die Detektivs betrifft, Weigerung erfolgte ein mehrstündiger Kampf. Die Angreifer würden Bender zu verwerten. Nach den Bekundungen der Fischer habe die so wolle er nochmals hervorheben, daß Schulze selbst nach der Ansicht des schließlich mit beträchtlichen Verlusten(?) vertrieben. In mehreren Wender weiter nichts gethan, als die Mädchen zu Sternberg hinein- Staatsanwalts bei seinen Ermittelungen die zulässigen Grenzen nicht Distrikteit ist das Standrecht proklamiert. geführt. Selbst wenn sie aber Augenzeugin gewesen sei, habe sie überschritten hat. Aus dem bloßen Versprechen einer Be Danach bewegt sich die eine, 2000 Mann zählende Boerenkolonne sich höchstens einer vorbereitenden Handlung schuldig gemacht, oder lohnung fönne man keine Folgerung darauf ziehen, daß er etwas noch in vollster Freiheit. der Kuppelei, die nicht strafbar sei, weil veder die Ge- Inforrettes begangen habe. Wenn Staatsanwalt Braut sage, man Der" Daily Mail" wird aus Kapstadt telegraphiert: In Coles- wohnheitsmäßigkeit noch die gewinnsüchtige Absicht nachgewiesen sei. müsse dem Angeklagten die mildernden Umstände schon aus Princip berg sollten in den Tagen bis Sonnabend Hochverratsfälle ab- Der Staatsanwalt habe gesagt, das Moment, daß versagen, um dem Laster und der Prostitution entgegen zu wirken, geurteilt werden. Da aber die Boeren inzwischen bis auf 7 eng Sternberg nach dem Fournaçon Fall so erwidere er: Die Prostitution sei so alt wie die lische Meilen an das Gerichtsgebäude herangekommen find, muß das nichts gethan habe, um die Frieda Woyda wegzuschaffen, könne nicht welt und wenn fie was er bestreiten möchte heute größer Gericht nach einem fichereren Ört verlegt werden. Die Mitglieder des in Betracht kommen, weil er ja doch nicht alle 50 Mädchen hätte Mannes, sondern Schuld gewisser focialer Schäden, durch sein sollte als früher, so sei dies nicht Schuld eines einzelnen Gerichtshofs sind in Kapstadt eingetroffen. wegschaffen können. Dagegen sei einzuwenden, daß absolut nicht welche täglich ganze Ueber De Wet berichtet ein Reuter- Telegramm: Scharen in den Schlamm Nachdem De Wet die Linie Thabanchu Ladybrand passiert feststeht, daß die 50 Mädchen, die sich auf die Modell- Annoncen hinabgedrückt werden. Das Uebel werde nicht ver hatte, marschierte er nach Fidsburg. Seine Gesamtverlust e gemeldet haben sollen, mit Sternberg verkehrt haben, noch weniger stopft werden, wenn man einen einzelnen Mann als Sühne aber, daß diese unter 14 Jahre alt waren. Der Verteidiger hebt während seines Vorstoßes gegen die Grenze der Kap- ferner das Moment hervor, daß die Frieda Woyda nachgewiesener- opfer vor aller Welt schlachtet, sondern die Quelle könne vielleicht kolonie und des dann folgenden Rüdzugs betragen einmal durch gefegliche Mittel verstopft werden. Und dann die nahezu 50 Tote und 100 Gefangene; außerdem hat er drei(?) maßen die Handlungen, deren sie Sternberg beschuldigt, gerade selbst Teichert sei die letzte, über die man in slagetöne ausbrechen müſſe; in früheren Jahren mit Kindern vorgenommen habe. Sie habe also Diese jedenfalls übertriebenen Verluste erscheinen für die Kühn- gar nicht ihre Phantasie zu sehr anzustrengen gebraucht, um mit den fie sei ein verdorbenes Mädchen gewesen und er frage sich vergeblich, Diese jedenfalls übertriebenen Verluste erscheinen für die Kühn Ginzelheiten Sternberg zu belasten, die Einzelheiten waren ihr zur Mädchen geschädigt hat. Wenn man einen Mann, der in Verblendung welcher Art die Rechtsgüter sein sollen, die Sternberg bei diesem heit der ganzen Aktion noch außerordentlich gering. Auch bei Pretoria rühren sich die Boeren noch emsig. Ein Genüge bekannt. Dazu komme, daß nach dem tiefdurchdachten Mädchen gefchädigt hat. Wenn man einen Mann, der in Verblendung einem in ihm mächtigen Naturtrieb folgend, mit solchen verdorbeneit dort aufgegebenes Telegramm meldet, daß die Boeren im Süden wiſſenſchaftlichen Gutachten der Sachverständigen die Woyda Mädchen in Berührung tritt in moralischer Beziehung trete er der Stadt eine große Thätigkeit an den Tag legen. Der ein phantastisch- krankhaftes Kind ſei, deren Bekundungen der sorg- natürlich ganz und gar nicht für den Angeklagten ein- ins ZuchtKommandant Oppermann ist am 18. b. M. sieben Meilen südlich Resultat kommen, daß ein durchaus anormales, trankhaftes Kind vor ein junger Mann ein unbescholtenes 17 jähriges Bürgermädchen verfältigsten Nachprüfung bedürfe. Wenn 4 Sachverständige zu dem haus schickt und das Gesetz mit verschränkten Armen zusehe, wein von Elandsfontein signalisiert worden. Er scheint die Absicht zu uns stehe, so müsse doch auch der Jurist aus Respekt vor der ärzt führt, so würde dies keine Gerechtigkeit sein. haben, die Eisenbahnverbindungen abschneiden zu lichen Wissenschaft Halt machen und sich diesem Gutachten beugen. wollen. Sämtliche englische Posten sind verstärkt worden. Die Frieda Woyda habe mit ihrer jegigen entlastenden Aussage nichts ganz Neues produciert. Ihr erstes Wort auf die Frage des Herr Dr. Fuchs sei ausschließlich Civilist und er begreife nicht, Herrn Stierstädter, was mit Sternberg geschehen sei" war Nichts!", wie dieser auf so ungeheuerliche Angriffe auf die Staatsanwaltschaft ihr letztes Wort hier in dieser Verhandlung war wieder:" Nichts!" verfallen sei. Er fönne ihm nur sagen: die einzige Beschwerde, daß Gemeindewahlen. In folgenden sächsischen Orten wurden was dazwischen liegt, kann man nicht glauben, denn Frieda nämlich die Staatsanwaltschaft doch nicht die Briefe herausgeholt Kandidaten der Socialdemokratie gewählt: Rähnik 1 und 1 Ersatz- Woyda habe eine ganze Kette von Lügen vorgebracht. Es haben würde, die etwa die Pfeffer hinter sich habe, sei durchaus mann, Großburg 3, Rabenau 1 und 1 Erfagmann, sei nicht richtig, was der Staatsanwalt behauptete: daß hinfällig. Wenn der Staatsanwaltschaft nur eine einzige Andeutung Somsdorf 2, Niederhäßlich 3 und 2 Ersatzmänner, man geglaubt habe, nur über Stierstädters Leiche den Weg gemacht worden wäre, daß Frl. Pfeffer, noch Briefe hinter sich habe, 8auderobe 2, Birtigt 2 und 1 Ersatzmann, Weirdorf 1 zur Freisprechung Sternbergs erringen zu können.sens so würde sie alle gesetzlichen Mittel angewendet haben, um die und 1 Erfagmann, Sereif cha 3 und 2 Ersatzmänner, 2 ang Briefe zu erlangen. Ungefegliche Mittel würden allerdings burkersdorf 2 und 2 Erfahmänner, Waltersdorf 5, verschmäht worden sein und für ungefeßlich halte er einen Sofa bei Schwarzenberg 2, Bernsbach i. Erzgeb. 2, Linden folchen Brieffauf, wie er doch mindestens geplant worden sei. Das thal bei Leipzig 1 und 1 Erfagmann, Kleinbauchliz bei Gleichnis des Verteidigers sei ganz verfehlt. Döbeln 1, Schönau 1 und 1 Ersazmann. Kanonen und viel Munition verloren. Partei- Nachrichten.s D diur in In Württemberg wurden in in Degerloch 5 und Möhringen 2 socialdemokratische Bürgerausschuß- Mitglieder gewählt; in Schwachhausen bei Bremen wählte man ein focialdemokratisches Gemeinderats- Mitglied. Totenlifte der Partei. In Braunschweig starb der ehemalige Buchdrudereibefizer Genosse A. Vogel. Der Verstorbene beteiligte sich im März 1873 an dem großen Buchdruckerstreik; er fand alsbald Anstellung im Comptoir unfres verstorbenen Genossen Bracke, der ihm im Jahre 1874 die Leitung seiner Buchdruckerei in der Neuenstraße übertrug, die ihm später auch von seinen Kollegen übertragen wurde, als sie im Jahre 1880 von einem Teil der Brackeschen Arbeiter täuflich erworben und unter der Firma Vogel u. Co. fortgeführt wurde. In den 90er Jahren ließ sich Vogel Invalid schreiben. Der Verstorbene war wegen seines ruhigen und freundlichen Wesens eine allgemein beliebte Persönlichkeit, die zwvar in der Oeffentlichkeit nicht hervortrat, aber stets ein treuer Anhänger der Partei war. Polizeiliches, Gerichtliches univ. " Sternberg muß freigesprochen Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel: Rechtsanwalt Fuchs: werden, nicht weil man annimmt, daß Herr Stierstädter der Wohda die Beschuldigungen eingeredet hat, sondern weil sie überhaupt verlogen sei und man ihr überhaupt nicht glauben kann. Herr Stierstädter habe gewiß im besten Glauben und mit der besten Absicht, die Wahrheit zu ergründen, gehandelt, aber man könne doch nicht wiffen, welche Wirkung seine Unterhaltungen mit dem Mädchen ebenso wie dieser, das Recht nicht nehmen, auch über Gesez und Er sei zwar Civilist, wie Justizrat Dr. Staub, lasse sich aber, auf dieses ausgeübt haben, ob nicht die Woyda dadurch angefeuert Handhabung der Strafjustiz mitzusprechen. Er würde sich freuen, worden ist, ihre Aussagen nach dem von ihr erkannten Wunsch Stierstädters zu machen. Der Verteidiger citiert einen Ausspruch des wenn er sich getäuscht hätte und in Zukunft sähe, daß die StaatsJustizrats Stanb in der Deutschen Juristenzeitung", in welchem auf, anwaltschaft sich aller entlastenden Momente so annähme, wie der Angeklagte selbst. das Bedenkliche solcher Wahrheits- Ermahnungen durch einen Schutz- Hierauf tritt eine Pause von 20 Minuten ein. Danach will der mann hingewiesen werde; er rechtfertigt die Benutzung von Detektivs und kritisiert abfällig die Aussagen des Barbiers Sand- Angeklagte Sternberg eine Verteidigungsrede in der Dauer von etwa zwei Stunden halten. mann über den von ihm beobachteten Verkehr bei der Margarete Fischer. Er kommt zu dem Schluß, daß ihm selten ein Fall vorgekommen sei, in welchem so wenig Material zu einem Schuldigfpruche borliege, wie hier. Mindestens müsse man zu einem non liquet kommen. Oberstaatsanwalt Dr. Jenbiel: Rechtsanwalt Bermögear 20 Sabre Das Schlußwort des Angeklagten.is Angell. Sternberg erklärt, indem er um Nachficht mit seiner leifen Stimme bittet, da er gänzlich erschöpft und lampfesmüde fei, daß er derartige Handlungen, wie sie ihm in der Anklage zur Last gelegt werden, nie gethan habe. Die Versuchung liege Er müsse zu seinem Bedauern darauf zurückommen, daß Dr. Heine- für ihn nahe, das ganze Gebiet der Anklage einzeln durchzugehen, er mann einen Ausspruch des Justizrats Dr. Staub citiert hat. Justiz- verzichte darauf und wolle sich darauf beschränken, sich gegen einige Von der Parteiprefse. Unser dänisches Bruderorgan Social- rat Staub sei gewiß eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu verteidigen. Herr Sternberg sucht dann im Einzelnen seine Unschuld demokraten" wird am 1. Januar mit feinem gesamten Betriebe aus in dieses sein Gebiet hinübergreifen und sagen wollte, dies darzulegen und dem Gerichtshof ebenfalls die Verwendung von des Handelsrechts, was würde er aber sagen, wenn man von hier nach dem neuen großen eignen Grundstück in der Större Farimagsgade und jenes sei richtig. Justizrat Staub war feines Wissens mur Detektivs plausibel zu machen. Den Zwischenfall mit dem Kommiffar übersiedeln. Socialdemokraten" ist das am weitesten verbreitete Blatt in Standinavien und erscheint jetzt in einer Auflage von ganz kurze Zeit vorübergehend bei dieser Verhandlung gegen Thiel bedauere er unendlich. Herr Sternberg schließt seine Nede 40 000 Exemplaren. Vom 1. Januar ab wird die Zeitung, statt wie Schußmanns zu wärtig gewesen und er halte es beinahe für etwas folgendermaßen: bisher Tipaltig, in 8 spaltigem Format erscheinen und damit der leichtfertig, in dieser Weise die Thätigkeit eines Seams Andis Ich bin nicht ber& glemmer, der die Arbeit nicht fennt. Ich Herren Auch ich habe meinen Ehrgeiz. Umfang um ein siebentel vermehrt werden. nicht darin erblicken, auf alle Fälle einen Angeklagten zu belasten. bin ein sehr vermögender Mann geworden. Aber Der Oberstaatsanwalt hebt nochmals das Bedenkliche hervor, daß mein Vermögen ist mir nicht in den Schooß ge - Weihnachtsfreuden für Redacteure. Der wegen des be- ein Privatdetektiv, dem 50 000. für den Fall der Freisprechung fallen. Ich war 20 Jahre alt, da ich meine Mutter- der W. fannten Hunnengedichts gegen unsern inhaftierten Genossen versprochen worden, in so ausgedehntem Maße, wie hier, in ein Angeklagte stockt hier und vergießt Thränen und meine Familie Swienth eingeleitete Majestätsbeleidigungsprozeß ist zum Sonn- Strafverfahren eingreift. schon ernähren mußte. Aus" eigner Kraft habe ich mich empor abend zur Verhandlung angesetzt. Genosse Swienty hat die Auflage Rechtsanwalt Dr. Heinemann erwidert in einer furzen Ent- gerungen und meine Familie hochgebracht. Dann kam ich nach Berlin. erst fürzlich zugestellt erhalten; er wird aber auf die Wahrung der gegnung. Hier habe ich wieder mit eiserner Kraft und Energie Ladungsfrist verzichten, um die Sache so schnell wie möglich zum Die eingebrockte Suppe. gearbeitet. Gewiß ich habe viel Glüd gehabt. Aber ich Dr. Abschluß zu bringen. Hoffentlich wird durch die vor dem Landgericht Mendel giebt vor Beginn feines habe auch gearbeitet, raftlos gearbeitet. Sie werden nur wenige stattfindende Hauptverhandlung dargelegt, daß die Verhaftung eine Plaidoyers folgende Erklärung ab:" Durch die Publikation der finden, die so viel gethan haben, sich so selten Ruhe gegönnt habent. ganz überflüffige Maßregel war. Ebenfalls am Sonnabend hat sich Bresse betr. die mögliche Einleitung des Verfahrens vor der Audre haben Reisen gemacht, sie sind nach Norwegen, und auch Genoffe Swvienty wegen Beleidigung der beiden Affefforen Anwaltskammer gegen mich zwar erheblich geschädigt, hielt Stalien gegangen. Es wäre gescheidter gewefen, Welder und Göschen vom Amtsgericht zu verantworten. In diesem und halte ich es doch nicht für angemessen, in dem auch noch so ich hätte es auch gethan. Aber ich war zu ehrgeizig. Ich Falle handelt es sich um die Kritik eines Urteils in einem Unfugs- weiten Rahmen einer mir anvertrauten fremden Sache meine hatte große Pläne im Kopf, wollte große Etablissements prozesse. In den Prozessen werden die Rechtsanwalte Justiz eigenen Interessen zu schügen und mein Verhalten gegenüber einem für Arbeitslose gründen. Da sollte jeder Arbeit finden, der rat Mundel, Dr. Landsberger- Magdeburg und Dr. Lieb- hiesigen Journal vor der Offentlichkeit zu rechtfertigen. Daß ich brotlos geworden. Nur das tnecht Berlin als Verteidiger auftreten. es mun doch berichte, glaube ich dem Angeklagten Sternberg schuldig Gemeinwohl hatte ich im Sinn Wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes wurden in zu sein, da Herr Staatsanwalt Braut gestern u. a. die mir etwa Lieguit der Genoffe Baul Heider als Ginberufer einer Ber- erwachsenden Unbequemlichkeiten Herrn Sternberg zurechnen zu und an der Arbeit hatte ich Freude, und ich war geachtet in sammlung, Genosse Bruhns aus Breslau als Redner der Ver- müssen glaubte. Sollten die ganz meinem Wunsche entsprechenden den Kreisen der guten Gesellschaft. Borermittelungen der zuständigem Behörde noch meine Er Ich hatte vornehme Freunde, die ich hier gern vor Gericht als fammlung und der Gastwirt Klingner als Lokalinhaber zu je 15 M. flärung und vielleicht demnächst meine Verantwortung vor dem Zeugen gesehen hätte und die gewiß nur das beste von mir gesagt Geldstrafe verurteilt. Heider hatte zu einer Bersammlung des Vorstand der Anwaltskammer geboten erscheinen lassen, so werde hätten. Aber meine Verteidiger haben mir davon abgeraten, fte dortigen socialdemokratischen Vereins, alle Wähler der dritten Abteilung" ich mich der Entscheidung dieser Aufsichtsbehörde unterwerfen. Mag hierher zu laden. Und ich wollte sie auch nicht in diese Affaire eingeladen, die Versammlung aber, die er als Vereinsversammlung dann mein Thun als pflichtgemäß erklärt oder angenommen werden, hineinziehen. Ich durfte es ja nicht, mein Name ist fo betrachtete, nicht besonders angemeldet, weil die Vereinsversammlungen baß ich in der Hize des Gefechts aus Irrthmm unrichtig gehandelt heruntergekommen. ein für allemal im voraus angemeldet sind. Erschienen waren nur wenige Gäste. Besonders auffällig ist die Bestrafung des Redners, der habe, jedenfalls will ich die mir selbst eingebrodte Suppe allein nachwies, daß er den Einberufer gefragt hatte, ob er die Berausessen; das soll und darf nicht sein, daß der Angeklagte Sternberg durch etwaige Fehler meinerseits irgend welchen Schaden erfammlung angemeldet habe, was diefer bejahte. Ihm mußte doch leiden soll. Das ist es, was ich durch diese Erklärung zu verhindern mindestens der gute Glaube zugebilligt werden, da er diesen Zu wünsche." jammenhang doch unmöglich vermuten fonnte und überdies die Frage, ob hier eine öffentliche Versammlung vorliege, mindestens zweifelhaft ist. Prozeß Sternberg. Sternberg.@ idues 38. Verhandlungstag. Zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus die) fautet, wie wie wir vorweg bemerken, das Urteil, das der Gerichtshof gestern abend gegen Sternberg fällte. Ferner wurde der Angeflagte zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Sechs Monate wurden ihm auf die Untersuchungshaft angerechnet. Den Gang der gestrigen Verhandlungen geben wir in folgendem wieder: Nach Eröffnung der Sigung durch Landgerichts- Direttor Miller ergreift Rechtsanwalt Dr. Heinemann Der Verteidiger gelangt am Ende seiner Ausführungen zu dem Schluß, daß Sternberg nicht überführt sei und deshalb auch der Angeklagte Luppa freigesprochen werden müsse. Rechtsanwalt Wronker als Verteidiger der Angeklagten Scheding tritt mit Wärme für deren Freisprechung ein. Er bittet um völlige Freisprechung der Scheding. Komme der Gerichtshof aber zu einer Berurteilung, ſo ſei eine Geldstrafe, die durch die erlittene Untersuchung für verbüßt zu er achten fei, wohl eine ausreichende Sühne. Ich bin wahrhaftig kein Mensch, der den ganzen Tag hinter den Beibern herläuft. Ich soll Kinder für meinen Verkehr gebraucht haben, soll das Gesetz verletzt haben. Ich wäre ia ein diot gewesen, wenn ich das gethan hätte. Wenn ich die Fischer nach New York geschickt habe, jo habe ich es nicht gethan aus Schuldbewußtsein, sondern aus Furcht vor der Oeffentlichkeit. Ich wollte meinen Namen nicht wieder durch die Zeitungen gehen lassen. Aber ich habe mich nicht gegen das Geset vergangen, und ich bitte, mir zu glauben, daß ich auch, wenn der Fall Teichert wirklich sich so abgespielt hat, ich unschuldig bin und nicht gewußt habe, daß ich gegen das Gesetz handelte. Ich bitte, mich freizusprechen. Der Präsident fragt Auta Wender, ob sie noch ein Wort zu sagen habe. Die Angeklagte erklärt kurz, daß alles, was Frieda oyda im ersten Prozeß ausgesagt, erlogen war. Die Angeklagte Scheding hat nichts so sagen. Um 1/23 Uhr zieht sich der Gerichtshof zur Bes ratung zurüd. Oberstaatsanwalt Dr. Jienbiel machte dem Rechtsanwalt Bronter fein Rompliment für die schönen Ausführungen, die ihn schwankend gemacht hätten, ob man der Scheding mehr als eine grob fahrlässige Handlung zur Laft legen fönne. Er stelle dem Er stelle dem Gerichtshof anheim, nach dem Antrage des Verteidigers zu er- Nach mehr als zweistündiger Beratung verkündete der Vorsitzende tennen.sid: das Urteil des Gerichts dahin: astias Rechtsanwalt Fuchs Der Angeklagte Sternberg ist des Verbrechens gegen die hält es für nötig, sich gegen einige Ausführungen des Ober- Sittlichkeit in vier Fällen schuldig und deshalb zu 2 Jahren zur Verteidigung der Angeklagten Auguste Wender das Wort. Der staatsanwalts zu wenden. Die Verteidigung habe gestern gesagt, 6 Monaten Zuchthaus, wovon 6 Monate als verbißt zu Staatsanwalt, so führt derselbe aus, habe selbst darauf hingewiesen, daß sie von manchem überrascht worden sei, was bei dem Unter- erachten, ferner zu 5 Jahren Ehrverlust zu verurteilen, von der Antdaß diese zur Zeit der That faum 18 Jahre alt war und nur der suchungsrichter Brandt in dem vielerörterten Neben- Verfahren vor- flage des Sittlichkeitsverbrechens in einem fünften Falle aber freiBeihilfe schuldig befunden werden könne. Als belastend für die gegangen sei. Der Oberstaatsanwalt habe gefagt, die Verteidigung zusprechen. Bender werde in erster Linie der Brief der Fischer an Fräulein hätte ja eine Handhabe in dem§ 245 der Strafprozeß- Ordnung Die Angeklagte Wender ist der Beihilfe in 3 Fällen schuldig Pfeffer angeführt. Daß diefer Brief lediglich zum Zwede der Er gehabt, jeder Ueberraschung vorzubeugen. Dem gegenüber müsse er und deshalb zu 6 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von preifung geschrieben wurde, jei zweifellos. Warum wurde das darauf hinweisen, daß die Aussetzung der Verhandlung gar nichts 2 Monaten Untersuchungshaft, zu verurteilen. Die Angeklagte Scheding ist freizusprechen. Die Kosten fallen. soweit eine Verurteilung erfolgte, dem Angeklagten, soweit Frei» sprechung erfolgte, der Staatskaise zur Last. Es liegen bei Sternberg drei Verbrechen gegen die Sittlichkeit im Fall Wvyda, eins im Fall Teichert vor. Der Fall Collis scheidet aus, weil dies Mädchen schon über 14 Jahre alt war. In der ersten Verhandlung sind dem Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt worden, weil der Fall Woyda als vereinzelte Verirrung angesehen wurde. Jetzt ist aber jeder Zweifel gehoben, daß ihm ein Hang inne wohnt, sich an Kindern zu ver- gehen. Deshalb hat der Gerichtshof eine Zuchthausstrafe für angemessen erachtet. ist aber im Falle Teichert nicht erheblich über daS Strafminimum hinausgegangen und hat auf ein Jahr drei Monate Zuchthaus erkannt. Die zwei Jahre Gefängnis im Falle Woyda sind in ein Jahr acht Monate Zuchthaus umgewandelt und die Gesamtstrafe auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus, wovon sechs Monate als verbüstt erachtet werden, festgesetzt worden. Bei der Schwere der That und der Ehrlosigkeit der Gesinnung Ehrverlust erkannt. ist auch auf fünf Jahre Herr Justizrat Dr. Seiko ersucht uns um Aufnahme folgender Erklärung: Es war meine Absicht, mich gegen die gegen mich erhobenen Vorwürfe nur vor dem Ehrengericht der Anwaltskammcr zu ver- antworten. Indessen nötigen mich die gestrigen Ausführungen der kgl. Staatsanwaltschaft, schon jetzt öffentlich die Annahme zurück- zuweisen, daß ich meine flüchtigen persönliche» Beziehungen zu dem Kriminalkommissar Thiel im Interesse des Angeklagten Steruberg aus genutzt hatte. Es ist mir unbegreiflich, wie gegenüber Thiels eignen Bekundungen eine solche Annahme auch nur hat entstehen können. Meine wenigen, kurzen Besprechungen mit Thiel haben sich, so weit sie den Fall Sternberg betrafen, nur auf Thiels Beteiligung an der Befragung der Zeugin Collies bezogen. Ich habe ihn, wie er selber bekundet hat, auf die möglichen strafrechtlichen Folgen seines Thuns hingewiesen und ihn ermahnt, sich von solchen Dingen fernzuhalten. Er hat selbst niemals behauptet, datz ich von ihm je irgend eine Auskunft erbeten oder erhalten hätte. Ich- habe meine pflichtmähige Aufgabe ihm gegenüber nur darin erblickt, ihn in der selbstverschuldeten Lage durch Rechtsbclehrung und Warnung zu beraten. Ich habe es auch bei der schweren Gewissensbedrängnis, die sein ganzes Verhalten aussprach, gar nicht für möglich gehalten, daß er meine Warnung alsbald' in den Wind schlagen und neue, schwerere Schuld auf sich laden werde. Von seinem Verkehr mit Stierstädter habe ich erst in der letzten Gerichtsverhandlung etwas erfahren; ich habe niemals irgend eine Mitteilung empfangen, die ich auch nur vermutungsweise auf die Thätigkeit des Herrn Thiel hätte zurückführen können. Bis zum heutigen Tage ist nicht eine einzige Thatsache erwähnt worden, deren Kenntnis die Verteidiger dem pflichtwidrigen Verhalten des Herrn Thiel zu danken hätten. Alles dies bin ich zu beschwören bereit. Am 4. Verhandlungstag trat der Zeuge Stierstädter mit seinen Enthüllungen ans Licht; ich sollte ihm durch Thiel 200 000 M. und eine Villa am Genfer See haben anbieten lassen. Der Bestechungs versuch, dessen er Thiel hiermit beschuldigte, erschien mir als so unerhört und so plump, der behauptete schnöde Mißbrauch meines Namens aber als so undenkbar, daß ich im ersten Augenblick der Empörung eine solche Ungeheuerlichkeit nicht für möglich halten konnte. Der weitere Verlauf der Verhandlung hat freilich zu Gunsten Stierstädters diese meine Auffassung widerlegt. Meine unmittelbar nach Stierstädters Aussage abgegebene Er klärung hat nichts weiter bezweckt und besagt, als daß ich nicht entscheiden könne, ob Stierstädter die Wahrheit gesagt oder Thiel sich eines Amtsverbrechens schuldig gemacht habe, daß aber in jedem Fall mein Name in sträflicher Weise gemißbraucht worden sei. Wenn ich jetzt auf die Ereignisse zurückschaue, so wäre eS sicherlich bequemer für mich gewesen, wenn ich jeglicher Begegnung mit Herrn Thiel von vornherein grundsätzlich ausgewichen wäre. Ich glaube aber weder als Mensch noch als Anwalt Tadel verdient zu haben, wenn ich einen Mann, der mich in meinem Berufe um Rat und Beistand in schwerer Gewissensnot anging, beriet und warnte. wie ich es seit mehr mehr als 20 Jahren für meine Anwaltspflicht gehalten habe und stets halten werde. Durch den nachdrücklichen Hinweis auf die Bestechungsparagraphen de« Strafgesetzbuchs und die ernste Mahnung, seine Hände von ge- fährliche» Dingen zu lassen, hat wohl noch nie ein Mensch einen Beamten zu pflichtwidrigen Handlungen zu verleiten gesucht. Berlin, den LI. Dezember 1900. gez. Dr. Sello, Justizrat. GemeMpchktfkliches. Berlin und Umgegend. Graveure. Der Streik bei der Firma O. Fismer dauert un- verändert fort. Die Rammer der Firma H. Hein in Charlottenburg sind am Donnerstagnachmittag zum größten Teil in den Ausstano getreten. Auf einem Bau desselben m Rixdorf sollten zwei Hilfsarbeiter, natürlich gegen geringeren Lohn, mit Nammen beschäftigt werden. Die Firma begründet das damit, daß sie keine Rammer bekommen könne, während die Kammer das Gegenteil behaupten und ja that sächlich auf andern Bauten der Firma vereinzelt Nammer entlassen worden sind. Infolge dessen verlangten die Rammer, die sämtlich organisiert sind, daß die Hilfsarbeiter von den Nammen fort genommen würden. Der Arbeitsführer hatte diesem Verlangen auch vorläufig entsprochen, aber auch den Firmeninhaber davon in Kenntnis gesetzt, welcher bei seinem Erscheinen auf dem Bau darüber in höchstem Maße erregt wurde und sich zu Aeußerungen hinreißen ließ, die die betreffenden Arbeiter glaubten nicht anders als durch Niederlegen der Arbeit beantworten zu können. Es haben sich dann sofort die Rammer von mehreren andren Bauten der Firma dem Vorgehen ihrer Kollegen angeschlossen. Leider muß aber konstatiert werden, daß sich vereinzelt Stein- setzer gefunden haben, welche sich zu Streikbrecherdiensten gebrauchen lassen. Den Gewerkschaften zur Nachricht, daß unser Bureau am Montag, den 24. Dezember(WeihnachtSheiligabend), und am Donnerstag, den 27. Dezember(3. Feiertag) bis nachmittags 2 Uhr geöffnet ist, abends dagegen geschloffen bleibt. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. I. A.: Gustav Busse. Deutsches Reich. Di« Konflikte in der„Leipziger VolkSzcitung" bieten der bürgerlichen Presse noch immer den gewünschten Anlaß, sich mit der.w i d e r s p r u ch s v o l l e n T h e o r i e und Praxis" der socialdemokratischcn Partei zu beschäftigen. Nachdem wir und mit uns die gesamte Parteipreffe, sowie der Fraktionsvorstand sich rückhaltlos gegen das Vorgehen der Leipziger ausgesprochen hatten. war der bürgerlichen Presse zunächst der Boden für ihre Treibereien entzogen; i» dem Scheitern der Einigungsoerhandlungen glaubt sie die Handhabe zu neuen Angriffen gefunden zu haben. Veranlassung giebt ihr in erster Linie eine Aeußerung deSFraktions- Vorstands, durch welche die Setzer, die durch ihren Eintritt in die „Leipziger Volkszeitung" das Weitererscheinen derselben ermöglichten. ausdrücklich als Nicht-Streikbrecher erklärt worden seien.. Der zur Vermittlung angerufene Fraktionsvorstand hat m seinem Bermittlungsvorschl'ag allerdings eine solche Erklärung mit aufgenommen, wie wenig ihm daraus der Vorwurf gemacht werden kann, er habe damit den Streikbruch entschuldigen wollen, so, bald er in socialdemokratischen Parteigeschästen geübt wird, ist auS folgendem deutlich ersichtlich Im Einigungsvorschlag des Fraktionsvorstands wird gesagt: Zur Beilegung der schwebenden Streitigkeiten ist sowohl den gekündigten Setzern als den später aus Anlaß d i e f er Kün d i gun g en aus derArbeit getretenen Personen der Wirdereintritt in ihre früheren Stellen inner- halb 14 Togen offen zu halten. Soweit dieselben von diesem Rechte keinen Gebrauch machen, bleiben die an ihre Stelle ge tretenen Mitglieder der Buchdruckcr-Gcwerkschaft in Beschäftigung In diesem' Verlangen des Fraktionsvorstands liegt die denk bar schärfste und voll st ändig st e Mißbilligung des Verhaltens der Leipziger Geschäfts- bezw. Parteileitung, seine Erfüllung bedeutete die denkbar möglichste Genugthuung für die Entlaffenen bezw. Aus getretenen. Erst nach dieser klaren Stellungnahme gegen das Vorgehen der Leipziger nimmt der Fraktionsvorstand in seiner Erklärung von den arbeitswilligen Mitgliedern der Buchdrucker g ew erksch a ft daS Odium des bewußten Streikbruchs. Sie haben, so heißt eS infolge deS eigentümlich gelagerten Konflikts in der Buchdruckerei der „Leipziger Vollszeitung" diese Stellen in gutem Glauben an- genommen. Der gute Glaube, durch Annahme dieser Stellungen einen Streikbruch nicht zu begehen, kann bei objektivem Urteilen den Gewerkschaftlern in der That nicht abgesprochen werden. Es muß berücksichtigt, werden, daß bedauerlicherweise zwei Buch drucker-Organisationen bestehen, die den Streitfall in genau ent- gegengeseytem Sinne beurteilen, ja daS Vorhandensein der zwei Organisatlonen ist in letzter Linie die eigentliche Ursache des Konflikts, durchaus berechtigt also, wenn den eingetretenen Gcwert- schaftlern in dem Kompromißvorschlag nicht der subjektive Streikbruch zum Vorwurf gemacht wird. Ferner muß noch festgestellt werden, daß die Leipziger Partei genauen sich der allgemeinen Verurteilung, welche ihr Beschluß, erfahren hat, wonach die Einstellungen und Entlassungen in Leipziger Parleigeschäften neben der geschäftlichen Tüchtigkeit auch die Partei thätigkeit zu berücksichtigen sei, gefügt haben, indem sie diesen Be- schluß ausdrücklich aushoben. Wenn die Leipziger Parteigenossen aus diesem ihren Beschluß nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen und den Vorschlag des Fraktionsvorstands nicht augenomiuen habe», wenn ferner die Leipziger Parteileitung nunmehr den Vorschlag macht, nur etiva 10(und nicht, ivie mir kürzlich berichteten, die Hälfte oder Zwei drittel) der früheren Setzer wieder einstellen zu wollen, so miß> billigen wir dieses Verhalten der Leipziger Genoffen durchaus. Der Buchdruckerverband hat ein Recht aus Wieder- einstellung aller seiner früher in der„Leipziger Volkszeitung" be schäftigten Mitglieder, soweit er nicht in de» Vergleichsverhandlungen freiwillig auf einen Teil dieses Rechts verzichtet hat. Wenn der Leipziger Volkszeituug" größere finanzielle Verbindlichkeiten aus dieser Situation entstehen, so muß sie diese Folgen ihres Fehlers tragen. Aus dem endgültigen Scheitern der Verhandlungen der Gesamt- Partei einen Strick drehen zu wollen, ist schlechterdings unmöglich; nur die inobjektive, blinde Wut der Soldschreibcr der Scharfmacher presse bringt solche Ungereimtheiten fertig. Wen» zwei sich streite»— erfährt man die Wahrheit! Der Verein deutscher Buchdruckereibesitzer, Sektion Sachsen, macht in dem„Zlvickauer Amtsblatt" folgendes bekannt: „Es ist in den Kreise» der Buchdruckereibcsitzer und Zeitungs Verleger von Zwickau und Umgebung allgemein bekannt, daß die Druckerei des„Zwickauer Tageblatts" sowohl auf dem Drucksachen- wie auf dem An zeige»gebiete eine Kon kurrenz bereitet, wie sie nur noch in den Abonnementspreisen der indem letzten Jahrzehnt entstandenen sogenounten General- anzeiger-Presse ein Beispiel findet. Während aber diese Gcneralanzeiger-Prefse die Konkurrenz meist auf Kosten des eignen Geldbeutels betreibt, in der Hoffnung, durch spätere Preiserhöhungen ihrem Schaden wieder beizutoninien, thul dies das„Zwickauer Tageblatt" auf Kosten der Arbeitslöhne, denn es bezahlt seinen Gehilfen so niedrige Löhne. wie sie nur in wenigen gleichartigen sächsi schen Druckereien wieder vorkommen. Eine Konkurrenz auf Kosten der Arbeitslöhne ist aber entschieden zu mißbilligen und wir glauben, daß die ver- ehrlichen städtischen und Gemeindeverwaltungen nach Kenntnis »ahme hiervon auch auS diesem Grunde Veranlassung nehmen werden, daS Anerbieten deS„ZwickauerTageblattS zurückzuweisen. Im Interesse eines reellen GewerbcstandS und der Anfrechterhaltung f o li d e r Geschäftsgrundsätze hielten wir uns für verpflichtet, den verehrlichen Verwaltungen diese Mitteilungen zu machen und erklären unS auch jederzeit bereit, die Beweise für unsre Angaben zu erbringen." Aus Liebe für die Arbeiter wird dieser Kampf gegen daS„Tage blatt" ja nicht geführt, sondern, wie ja auch gesagt, um die illoyale Konkurrenz zu beseitigen. Auch NencS haben die Arbeiter durch diese Bekanntmachung des UnternehinerverbandS nicht erfahren, aber das längst Bekannte ist als Wahrheit bestätigt worden. Zur Aussperrung auf der Eeebeckschen Werft in Bremer- Häven. Die Firma hat in einem Schreiben an den Borsitzenden des dortigen GewerbegerichtS dieses als EinigungSamt abgelehnt. Die Firma sucht nun durch Inserate und auch brieflich im In- und Auslände Ersatz zu erhalten. Zuzug von Monteuren, Maschinen- dauern, Eisen- und Metalldrehern usw. ist dringend fernzuhalten. Ausland. AuS der Schweiz. Die Uhrenarbeiter in Biel hatten im November mit den Fabrikanten eine Vereinbarung über die Arbeits« Verhältnisse getroffen und darin die Bestimmung aufgenommen, daß für deren Verletzung durch die Fabrikanten demelben eine Buße bis zu S00 Fr. auferlegt werden kann. Da sich bald darauf drei Fabrikanten einer solchen Verletzung schuldig machten, legten 60 Arbeiter die Arbeit nieder und nahmen sie erst wieder auf. nach- dem jeder der drei Sünder 200 Fr. zu Gunsten der Gewerkschafts« lasse gezahlt hatte. Ein ebenso seltener wie interessanter Vorgang. Im Antwerpeuer Hafen ist die Situation noch ziemlich dieselbe: die Arbeiter halten fest zusammen. Die Borarbeiter haben sich, obwohl sie zum Teil einen sehr guten Verdienst haben, den Arbeitern angeschlossen; sie haben eme besondere Liga gebildet und beschlossen, die Arbeit der Streikenden nicht zu übernehmen. Einige Schiffe lassen ihre Ladungen durch ihre Besatzungen löschen, diese haben aber ebenfalls in den meisten Fällen die Arbeit verweigert. Die Unternehmer begaben sich zum Bürgermeister von Antwerpen, um ihn zu veranlassen, gegen die Streikenden einzuschreiten und ihnen den Umzug im Hasengebiet zu verbieten. Streikbrecher sind nur in ganz geringer Anzahl vorhanden; eS sind einige Landleute auS dem Nordland. Bauarbeiterschutz. buna erlassen woroe Sociales. In D r e s d e n ist ein« neue MatSbekannt« machung erlassen worden zum Schutze der Bauarbeiter. Sie trifft Anordnung über Baubuden und UntcrkunftSräume und deren Be- schaffenheit; geordnet wird Höhe, Flöchenraum, Bedachung, Uni- Wandung, Fenster, Reinigung, Heizung und Sitzeinrichtungen. ES wird ferner die Beschaffung von besonderen Aborten und deren Beschaffenheit vorgeschrieben sowie Vorschriften über die CoakSfeuer und die Anbringung von Fenstern auf dem Bau zur Winters- zeit gegeben. Ueb'cr die Beschäftigung von Arbeiterinnen wird gesagt: „Werden Arbeiteriimen auf Bauten beschäftigt, so sind ihnen abgesonderte Unterkunftsräume und Aborte zur Verfügung zu stellen. Auf Gerüsten dürfen Arbeiterinnen nur dann beschäftigt werden. wenn die Stockwerke durchaus dicht mit Brettern belegt und unter« einander nicht durch Leitern, sondem durch schiefe Ebenen ver- Kunden sind."_ Als Strafen werden Geldstrafen bis zu 1000 M., Haftstrafen bis zu 6 Wochen oder Bauverbot angedroht. Die Bauarbeitcrschutz- Kommisston in Lübeck hatte an Senat und Bürgerschaft eine Petition gerichtet um Erlaß von Schutz- Vorschriften. Die Petition ist den lübische» Behörden und dann der „Bauhütte" zur Begutachtung übergeben worden. Diese hat in einer Versammlung darüber verhandelt und dabei hat man sich dahin auSgc- sprachen, daß unmöglich etwas Gesetz werden könne, was der Staat selbst nicht befolge. Namentlich beziehe sich das auf die Baubuden. Die staatlichen Arbeiter, die Außenarbeit verrichteten, seien bei schlechter Witterung ohne jeglichen Schutz, während für die baugewerk« lichen Arbeiter in dieser Hinsicht schon jetzt„gesorgt" sei. Wir bezweifeln sehr, daß schon jetzt fürlden Schutz der Bau- gewerklichen ausreilbend gesorgt sein sollte. Der lübische Staat aber wird gewiß nicht zögern, die Vorwürfe der Bauunternehmer gegen ihn gegenstandslos zu machen. Der SechSuhr-Ladcnschluß in Finnland. Während die Ber- liner Manchesterleute den Untergang Berlins infolge deS Nennuhr- Ladenschlusses prophezeien, berichtet man aus HelsingforS, daß die dortigen Manufaklurwarenhändler beschloffen, den SechSuhr- Ladenschluß einzuführen, und zwar soll der ganze Arbeitstag der Angestellten nicht mehr als 9 Stunden betragen. gemeinsame beantragten China. Unterzeichnung der Note. Die Gesandten haben am 20. Dezember die Note an China unterzeichnet, mit dem von England Zufatz, die Räumung von Peking und Pet schilt so lange abzulehnen, bisChina sich den Forderungen der Mächte gefügt habe. Der amerikanische Gesandte Ivar durch ein Telegramm seiner Regierung, welches ihn aufforderte, auf eine nochmalige Abänderung der Note zu dringen, an der Unterzeichnung derselben verhindert worden. Er hat dem- nach seine Unterschrift noch verschoben, glaubt indessen, daß die Negierung in Washington nicht auf ihrem Verlangen be- stehen ivird. Anscheinend wäre damit die Einigkeit der Mächte hergestellt, sofern Amerika sich nicht länger gegen die Unterzeichnung sträuben sollte. Aber selbst wenn das geschieht, was noch abzuwarten bleibt, kann die niühsam erzielte Einigkeit bei der ersten Gelegenheit Ivieder aus dem Leim gehen. Sind doch die Forderungen der Note, die z. B. s ch w e r st e Bestrafung der Hauptschuldigen und eine a n- gemessene Entschädigung verlangt, derart von Kautschuk, daß jede Macht sich in jedem Augenblick mit den andren entzweien kann. Und wenn nicht alles trügt, wird der Hader auch bald genug wieder entbreiiiien. Der Kaiser von China auf dem Wege nach Peking. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Tientsin vom 21. De« zember: Prinz Tschings Dolmetscher erzählt, daß der Kaiser ohne die Kaiserin Hsianfu am 19. Dezember verlassen habe, um sich nach Peking zu begeben. l�heakev. Deutsches Theater.„MichaelKramer". ein Künstler« drama von Gerhart Hauptmann. Der erste Akt wurde ziemlich schweigsam aufgenommen, der zweite fand regen Beifall, der dritte wurde mit Fug und Recht unter Totenstille begraben und der letzte endlich teilte das Publikum in zwei Lager, von denen sich schließlich die Beifallsfreudigen als die Stärkeren er« wiesen. Es wurde gezischt, aber die Zischer drangen nicht durch. Soviel über den äußeren Erfolg. Wir wissen uns in uusrer künstlerischen Wert« schätzung vom Erfolg unabhängig. Seitdem es aber zu einer früh« licken Gewohnheit geworden ist, über die Aufnahme von Dramen gefälschte Geschäfts- Telegramme in die Welt zu senden, gehört auch ein Bericht über die Stimmung des Publikums zu den Pflichten der Kritik. Um nicht mißverstanden zu werden, bemerken wir ausdrücklich, daß wir hierbei mit keinem Gedanken an Hauptmann denken.„Michael Kramer" ist, künstlerisch be- trachtet, wiederum ein Rückschritt, selbst gegen den„Fuhr- mann Henschel". An die„Weber" etwa darf man gar nicht denken. Trotzdem interessiert der letzte Akt der Dichtung, weil Hauptmann hier etwas versucht, waS er künstlerisch bisher nicht versucht hat— er bemüht fich, die Wirkung des ganzen Akts durch abgeklärte Betrachtungen zu bestreiten. Damit versucht er die Grenzen seines künstlerischen Reichs zu erweitern und er bringt eS auch in einigen Momenten zu einer weihevollen Stimmung. Im allgemeinen freilich zeigt er mehr die Grenzen seines Reichs, als daß er sie erweitert. Nichtsdestoweniger ist uns sein Wollen shm- pathisch. Unter den Schauspielern, die im Vordergrunde standen, war K a y ß l e r bedingungslos brillant. Reinhardt's Leistung in der Titelrolle läßt sich nicht mit einem oder einigen Worten ab- thun. Nähere? morgen._ E. S. Uetzke MnchVichtvtt und Depeschen. Vom Kriegsschauplatz in Transvaal. London, 21. Dezember.(W. T. B.) Ein Specialkorrespondcnt deS„Reuterschcn Bureaus' beschreibt in einem Telegramm ans Thabanchu von, 16. Dezember den Rückzug De WetS und sein Durch- brechen der Thabanchu- Linie, als er sah, daß sein Versuch, in die Kapkolonie einzudringen, hoffnungslos war. Der Korrespondent sagt: Es war ein prächtiges Sckiauspicl. als die Boerenarmee von un- gefähr 2500 Mann durch Springhaan Nek in offener Ordnung zu galoppieren begann. Es war ein bewundernswertes Wagestück, wie Steijn und Pict Fourie unter dem unnushörlichen feuern der britischen Geschütze und Gewehre den Angriff leiteten. Der Erfolg war vollständig, obgleich die Boeren 2 Kanonen und 2ö Gefangene verloren haben. Johannesburg, 20. Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Boeren haben Zuurfontein auf der Bahnlinie zwischen hier und Pretoria Dienstagnacht angegriffen, wurden aber zurückgeschlagen. Die Engländer hatten keine Verluste. Kapstadt, 21. Dezember.(Meldung deS„Reuterschen BnremiZ".) Binnen kurzem wird in den Distrikten Stellenbosch, Worcester und Wellington das Kriegsrecht proklamiert werden. Verantwortlicher Redacteur- Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Pose», 21. Dezember.(W. X.©.) Der Reichstags- und Landlagsabgeordnete, AmtsgerichtSrat Motty, ist heute gestorben. Budapest, 21. Dezember.(B. H.) Die hiesigen Schriftsetzer ordern Verminderung der Arbeitszeit sowie Lohnerhöhung und drohen im Fall der Nichtbewilligung dieser Forderungen in den Streik zu treien. Paris, 21. Dezember.(W. T. B.) In einer halbamtlichen Note wird erklärt, daß Major Cuignet, welcher gegenwärtig wegen seiner Insubordination gegenüber dem KriegSmimster eine Disciplinar» strafe auf dem Moni Valerien verbüßt, dort bis zum Beginn seines Prozesses in Haft bleiben werde. In der Wohnung CnignetS wurde heute nachmittag im Austrage des Platzkommandanten eine Haussuchung vorgenommen, wobei eine Anzahl Papiere beschlag- nahmt wurde. PariS, 21. Dezember.(W. T. B.) Der Kriegsminister hat den Major Cuignet mit 60 Tagen Festungshaft bestraft. Genna, 21. Dezember.(B. H.) Die Situation verschärft sich. Heute stellten die Straßenhahn-Angestellte» und die Bahnhofs- arbeiter den Dienst ein, so daß jeder Handel stockt. Tie Schiffe verlassen den Hafen, um»n Marseille ihre Ladungen zu löschen. Hierzu S Beilagen Ir. 298. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 22. Dezember 1900. Theater. Kunft und Wissenschaft. an die Charaktere. Ich verstehe nicht, wie ein Mann von der Unglück seiner Sprache beraubt worden ist. Ein weiterer Zufall ästhetischen Bildung Wilbrandts Die Tochter des Herrn Fabricius" macht den Krüppel zum Zeugen der Blutthat, und ein dritter bringt Schiller- Theater. Die Tochter des Herrn Fabricius. schreiben konnte. Daß ihm seine Beschäftigung mit den Griechen es mit sich, daß er infolge eines neuen Schrecks zum Reden kommt Schauspiel von Adolf Wilbrandt. Vielleicht war es mehr das nicht verleidet hat! Mir entringt diese ganze Kunstrichtung nur und die Unschuld seines Vaters an den Tag bringt. Rührende, allder Autorname, als dies Stück, das die Aufführung bewirkte. Das das ehrliche Bekenntnis:„ Ich ertrag sie nicht". gemeine Versöhnung am Schluß. Programmheft ist zwar etwas allzu liebenswürdig, wenn es in gast- Die Aufführung war gut. Gregori( sehr fein!) Pategg Herr Eduard Pleithner, der artistische Leiter der Truppe, freundlicher Weise meint, daß Wilbrandt unter den Dichtern der( wirksam, mur gelegentlich allzu derb) und Marie Gundra spielte die schwierige Rolle des Helden mit fünstlerischem Geschick. Gegenwart eine hervorragende Stellung" einnehme. Zu den müssen genannt werden. Fränlein Wulf war so gut, wie sie seit Die übrigen Darsteller und die Regie zeigten sich ebenfalls ihrer Dichtern der Gegenwart gehört er wohl eigentlich überhaupt langem nicht gewesen ist. Sie verfügt über Fleiß, Talent und eine mehr oder weniger bedeutsamen Aufgabe gewachsen, so daß ein nicht. Dagegen ist allerdings richtig, daß er sich einen geachteten Namen anmutige Erscheinung. Wenn sie innerhalb der Grenzen ihres wohlgelungenes Wert zu stande kam. bewahrt hat, auch bei denen, die seiner Kunst so fern stehen, Könnens bleibt, ist sie auch natürlich und bringt es dann zu guter wie seine Kunst dem Leben. Und gerade jezt ist sein Wirkung. Das war diesmal der Fall. E. S. Andenken in Berlin in der schönsten Weise erneuert. Aristophanes' " Frauenherrschaft" wird in seiner Bearbeitung im Ber= liner Theater" gespielt und erfreut dort alle, die sich Naivetät und Frische bewahrt haben. So war es gar kein übler Gedanke des Schiller- Theaters, auch einmal eins seiner alten Stücke zu geben und dabei daran zu erinnern, daß er sich auch früher schon Verdienste um die Wiederbelebung der griechischen tragischen Kunst erworben hat. Kein übler Gedanke war es auch ein Erfolg? Auf das Publikum schien die Sache Eindruck machen. Mir brachte sie nur aufs neue zum Bewußtsein, wie fern Wilbrandt und die Dichter, zu denen man ihn am ehesten rechnen muß, dem Wesen des Dramas stehen. Was in aller Welt soll uns diese Geschichte von der Sängerin, die Mann und Tochter verläßt und dann später die Tochter als schlecht bezahlte Buchhalterin und den Mann als entlassenen Sträfling wiederfindet? Die Bühne nimmt uns alles; sie vergröbert das Milieu, Hemmt die Bewegung großer Massen und liefert die Naturstimmungen dem Pinsel des Theatermalers aus. Nur eins giebt sie uns doppelt: den Menschen. Sie giebt ihn durch den Dichter und giebt ihn noch einmal durch den Schauspieler. So bleibe man uns doch mit romanhaften Erzählungen vom Hals und halte sich an den Menschen, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 22. Dezember. Opernhaus. Der arme Heinrich. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. 0 AnDeutsches. Michael Kramer. fang 712 Uhr. Leffing. Wie die Blätter. Anfang 712 Uhr. Berliner. Die beiden Leonoren. Anfang 7/2 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Hand. Vorher: Die Liebesprobe. Anfang 7 Uhr. Westen. Der Zigeunerbaron. Anfang 72 Uhr. Nachmittags: Sneewittchen bei den 78wergen. Central. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Der Leibalte. Anfang 7 Uhr. Schiller. Die Tochter des Herrn Fabricius. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 71/2 Uhr. Luifen. Der Roland von Berlin. Aufang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Tata Toto. Anfang 72 Uhr. Carl Weiß. Der Herenmeister vom Teufelssee. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Sneewittchen und die 7 Zwerge. Belle Alliance. Die Paffions: spieler von Oberammergau. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Fräulein Loreley. Anf. 8 Uhr. Palast. Geschlossen. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Passage Panoptikum. = täten D Vorstellung. nachmittags 3 Uhr. Specialis Anfang Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: ,, Weltausstellung in Paris." Juval idenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Tochter des Herrn Fabricius. Schauspiel in 4 Aufzügen von Adolf Wilbrandt. Sonntag, abends 8 Uhr: - Die Maschinenbauer. Montag: Geschlossen. Dienstag, nach m. 3 Uhr: Ephraims Breite. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Ehre. Mittwoch, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Central- Theater Sonnabend, den 22. Dezember, zum erstenmale: Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Amor von heute. Große Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 3 Aften von J. Kren oe. Das Gaftspiel der Tegernseer geht zu Ende. Zum Schluß bringen sie in diesen Tagen ein Stück, das etwas höher bewertet fein will, als die harmlosen Bauernschwänke und Wildschüßendramen,- hl. Der Maler Karl Becker ist am Donnerstag in Berlin in denen sie sich als Meister naturfrischen Spiels bewährt haben. gestorben. Noch vor wenigen Tagen, am 18. Dezember, war Es ist ein von dem Münchener Schriftsteller Richard Manz ver- fein 80. Geburtstag in den offiziellen Berliner Kunstkreisen festlich faßtes Schauspiel„ Der Herrgottspieler von Ammer begangen worden. Er hatte es zu hohen Ehren gebracht, war lange gau". Wir sehen den Mann, der seit zwanzig Jahren in den Jahre hindurch Vorsitzender des Vereins Berliner Künstler gewesen Paffionsspielen den Herrn Jesus darstellt, schwärmerisch verzückt in und zum Ehrenpräsidenten der Berliner Akademie gewählt worden. seiner Rolle aufgehen. Religiöser Wahn umnebelt sein Hirn, der Aber er war auch einer der bekanntesten deutschen Maler; seine Herr will in ihm zum zweiten Male Fleisch und Blut werden, und Bilder hatten ihrer Zeit vor dreißig oder vierzig Jahren. in unsäglich schweren Prüfungen soll er zeigen, ob er des Heilands große Erfolge und wurden in zahllosen Reproduktionen verbreitet, amts, das seiner harrt, würdig ist. So duldet er ohne Einspruch, und sie sind noch heute als Wandschmuck sehr beliebt. Mit Vorliebe daß man ihn des Mords verdächtig ins Gefängnis bringt, obwohl behandelte er Genrescenen aus der italienischen oder deutschen Geein Wort genügt hätte, die furchtbare Schmach zu verhindern. Der schichte, in erster Linie venetianische Stoffe. Nur an seinen„ Othello" Herr wird auch ohnedies die Augen seiner irdischen Richter öffnen, und seinen„ Karl V. bei Fugger", als an die bekanntesten, sei erund wenn der Kelch nicht an ihm vorübergeht, wenn er, der innert. Es waren mehr Kostümbilder" als geschichtliche DarSchuldlose sterben muß, um so ähnlicher ist er dann seinem gött- stellungen, aber die glänzende Buntheit ihrer Farbengebung bestach. lichen Vorbild. Becker war ein Berliner Kind, er hatte seine Ausbildung in Berlin Das Problem wird nüchtern und bäurisch glatt zu Ende geführt. und München erhalten und war dann nach Italien gegangen, wo er Der Zufall will, daß der Sohn des Herrgottspielers durch ein die für ihn entscheidenden Anregungen empfing. Apollo- Theater. Berband der Möbelpolierer. RANIA Apollo- Theater. Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Täglich um 8 Uhr: Fräulein Loreley. u. A. Schönfeldt. Muſik v. G. Wanda. Auf den Wogen des Oceans. Horence Esdaik, Herren: Thomas. Thielscher, Helmer: ding, Junkermann, Paulmüller Invalidenstr. 57/62. und die Damen: Milton, Meilaut, Boje, Tagl. Sternwarte. Wannovius, Wehling, Junker- Schatz. Anfang 72 Uhr. = An allen Weihnachts Feiertagen: Amor von heute. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Carl Weiss- Theater PANOPTICUM Gr. Frankfurterstr. 132. Heute nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung ( fl. Breise): Sneewittchen und die fieben Zwerge. Abends geschlossen. Sonntag, zum erstenmal: Der Herenmeister vom Teufelsfee Hierauf: Die kalte Hand, oder: Der Prozeß ohne Ende. Montag geschlossen. Dienstag und folgende Tage: Die: selbe Vorstellung Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Wegen Vorbereitung zu den Feiertagen bleibt das Theater bis intl. 24. Dezbr. geschlossen. Vom 25. Dezember ab: Riesen- WeihnachtsfestProgramm. Biele neue Sensationsnummern. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Die Ehrenkarten haben bis influſive Sonnabend, den 29. Dezember keine Gültigkeit. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Henry Bender als Debüt. Mit vollständig neuer Ausstattung Fine tolle Nacht. Vorher: Das Dezember: Specialitäten: Programm. Anfang der Specialitäten 1/28 Uhr, Anfang der„ tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Cirkus Busch Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu! 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. Militär u. Kinder 25 Pf. Passage- Theater Unter den Linden 22. -Vorstellung ( Nachmittags 3 Uhr bis abends 11 Uhr. Tägl. Auftreten The brazil Girl 2. Seebataillon 3. Compagnie. 16 Nummern. Eintr.( soweit der Raum reicht) inkl.Panopticum 50Pf. Sanssouci Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach jed. Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereins: und Vorzugsbilles wochent tags gültig. Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Deutsche Konzerthallen Sonnabend, den 22. Dezbr., 72 Uhr: Spandauer Brücke. Gr. Prunk- u. Gala- Abend. 8um 25. Male: Täglich 66 4 ausländische Kapellen 4 Die eiserne Maske Gr. Theater- Vorstellung. 2 Großes histor. Manegen Schaustück in 4 Atten und 3 Hauptbildern. Original- Pantomime d. Cirkus Busch. Größte Cäcilie Carola, Milli Capell, Miss Bresina, Betreff Einführung der Kontrollbücher von seiten der ZwangsInnung hat unterzeichneter Vorstand beschlossen: 1. In allen Betrieben, wo die Mehrheit der Beschäftigten bereit ist, zu unterschreiben, mögen die Möbelpolierer auch unterschreiben, dagegen in den Betrieben, wo die Mehrheit dagegen ist, haben auch die Möbelpolierer die Unterschrift zu verweigern. 2. In den Werkstellen, wo nur von einem Teil der Beschäftigten 3. B. Tischler, die Unterschrift verlangt wird und von den Kollegen nicht, haben die Möbelpolierer weiter zu arbeiten. 3. In allen Betrieben, wo Kündigung besteht und Differenzen ausbrechen, muß die Kündigung verlangt resp. eingehalten werden, näheres erteilt der Bevollmächtigte der Zahlstelle, wo die Werkstelle sich be10 Specialitäten. findet. Die Kollegen, welche noch für dieses Jahr mit Beiträgen oder Neueste Aufnahme des Mester- Streifmarken restieren, werden hiermit zum lekten Male aufschen Kosmograph: Einzug un- gefordert, dieselben heute abend in den Zahlstellen zu begleichen, serer Chinatruppen in Berlin baselbst tönnen auch die Mitglieder im letzten Jahresbericht enthaltene Irrtümer am 16. Dezember. betreffend Eintritt oder Geburtstag schriftlich richtigstellen. Die Aus: zahlung des Krankengeld- Zuschuffes erfolgt am Montag von 5 bis 6 Uhr. Urania Billets zum 27. Dezember, nachmittags 4 Uhr, find nur noch bei H. Schulz, Memelerstr. 60a, zu haben. Daselbst wird die jezige Adresse des Kollegen Schäfer( früher Steinmetzstr. 65) gewünscht. 148/10 Der Vorstand. Cirkus Schumann. Heute, Sonnabend, den 22. d. Mts., abends präc. 72 Uhr: XIII. Grande Soirée High- Life. Gala Programm. Auftreten der neu engagierten Specialitäten. Zum Schluß zum 91. Male: Das größte Manegen und Wasserschau: stück der Gegenwart: CHINA. Der Schlager der Saison. Bilder aus der Gegenwart in drei Abteilungen von Hof Balletmeister Der Gesangverein der Möbelpolierer nebst noch zwei Gesangvereinen veranstalten am 1. Weihnachtsfeiertag im Schweizer Garten"( Königsthor) ein Vergnügen, wozu die Kollegen nebst Familie hiermit eingeladen werden. Billets sind bei den Sangesbrüdern zu Das Komitee. Haben. " Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, 26. d. M.( 2. Weihnachtsfeiertag), vormittags 10 Uhr Versammlung A. Sienis, auf das glänzendfte der Heizungs- Monteure, Hilfs- Monteure und Helfer infceniert und mit ganz neuen Waffer: Effekten versehen vom Dir. Alb. Schumann. Sämtliche Einlagen. im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 122/9 Darstellendes Bersonal 600 Personen. 1. Ist es möglich, für unsren Beruf einen einheitlichen Accord- Tarif Sonntag 2 große Vorstellungen, zu schaffen? 2. Nenwahl der Agitationskommissions: Mitglieder. nachm. 31 Uhr und abends 72 Uhr. 3. Verbands- Angelegenheiten. Nachmittags ein Kind frei. Bum 92. Male: China. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse. Bon Montag, den 17., bis int 24. Dezember bleibt der Cirkus wegen baulicher Veränderung geschlossen. Wiedereröffnung: 1. Weihnachts: Feiertag. Grünau. Montag, den 24., Donnerstag, den 27., und Montag, den 31. Dezember ist das Burcan nur am Vormittag geöffnet. Der Arbeitsnachweis bleibt an diesen Lagen gänzlich geschlossen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Montag, den 31. Dezember Große Silvester- Feier Große im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15 10 unter Mitwirkung des Buchbinder Männerchor8". Grosser Ball. Silvester- Scherze. Neujahrs- Post. Anfang abends 812 Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Billets für Herren 50 Pf. infl. Tanz; für Damen 25 Pf., sind heute in allen Zahlstellen, bei den Vertrauenspersonen, sowie in unsrem Bureau, Engel- Ufer 15, zu haben. Am Montag, den 24. Dezember, wird das Bureau um 45/9 Zur grünen Ecke, 3 uhe nachmittags geschlossen. Die Ortsverwaltung. Röpniderstraße 89. Arbeiter Verkehrslokal. Empfiehlt sein Lotal allen Freunden und Bekannten. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Franz. Billard. Um zahlreichen Be: A. Gerke. such bittet 600 mitwirkende Personen. 120 Pferde. schönste Weihnachtsmesse und Rote Dompfaffen 3 M. " Ararat", arab. Vollblut- Schimmelhengst, in der hohen Schule geritten Ausstellung im Messpalast von Herrn Burkhardt- Foottit. Miß Die Schöne von New- York. 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Drud und Verlag von Max Badina in Berlin. agiriat r. 298. 17. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 22. Desember 1900. Kommunales. gleich die ganze Nachbarschaft wüßte, daß sie nach der Armenküche geht! und sich unsterblich. machen durch Jahrhunderte überdauernde Aber man fieht es ja, wenn sie mit dem gefüllten Eimer zurüdfomnit!-Stiftungen. Aus der Magistrate- Sihung vom Freitag. Nach einer ein- Aehnlich scheint der Graukopf zu denken, der jetzt mit einem Krug aus dem Der Sternberg Prozeß hat noch manches andre Verdienst; er gehenden Erörterung über die Vorarbeiten und geplanten Linien der Hause heraustritt. Das bißchen Futter, daß er darin hat, kann doch so hat vieles ans Licht gebracht, und in den Bestechungs- und sonstigen neuen, bon der Stadt in eigner Regie zu bauenden und zu be- ihm eine rechte Last, daß er den Strug tragen muß. Gute Tage hat der Prozessen, die sich anschließen werden, wird die staunende Deffents schwer nicht sein! Aber er macht ein finsteres, brummiges Gesicht, als wärs treibenden Straßenbahnlinien wurde beschlossen, dem Antrage alte wohl nie in seinem Leben gesehen. Und doch: als er noch ge- lichkeit noch manches erfahren. Aber so hineingeleuchtet zu haben der Stadtverordneten- Bersammlung beizutreten und der bestehenden unde nochen am Zeibe hatte, noch arbeiten fonnte, da hätte ihm in die Psychologie eines der berüchtigtsten Millionenjäger, das ist Verkehrsdeputation die Zeitung der Vorarbeiten 2c. zu übertragen. Zur schnellen Förderung der Arbeiten wird mal einer fagen sollen, daß er noch mal Stammgaft in der Suppen- nicht das kleinste Verdienst der Prozesses. diese eine Subkommission oder einen Ausschuß wählen, der dann anstalt werden würde! Frei von solchen Empfindungen sind wohl die nächsten Schritte in enger Fühlung mit der Verkehrs- Freude über die schöne Suppe", die verwöhnteren Nasen gar nicht bimen furzem zu erwarten sein. Der Verein der Saalbefizer von meist die Kinder. Aus ihnen spricht anscheinend nur das Gefühl der Eine Verlängerung der Polizeiftunde für Balllokale foll deputation unternehmen wird. Zunächst foll wegen der Bewilligung einer Summe von 50 000 M. für die Vorarbeiten der verführerisch duftet, die aber einem hungrigen Broletarierlinde Berlin und Umgegend hat durch seinen juristischen Vertreter beim PolizeiStadtverordneten- Versammlung eine Magistratsvorlage zugehen, der als Götterspeise erscheinen muß. Daß schon unterwegs da präsidium das Gefuch einreichen lassen, die Handhabung der Polizeistunde, eine Erläuterung beigefügt werden soll. von gekostet wird Alsdann beschäftigte ja, das soll zwar nicht sein, aber wer die in der Regel bis 2 Uhr dauert, dahin abzuändern, daß den fich das Kollegium mit der Uebernahme des Kaiser- und will's dem Hungrigen verübeln? wirst Du wohl- Na Wirten gestattet ist, den Gästen, die sich bis zu dieser Stunde im Kaiserin Friedrich Kinder- Krankenhauses in der wart'!" scheucht ein aus der Fabrit heimeilender rußger Arbeiter Lokale aufgehalten haben, nach dieser Zeit noch Erfrischungen verReinickendorferstraße. Es wurde im Princip beschlossen, das In- einen Jungen auf, der mitten auf dem Trottoir steht und aus abreichen zu dürfen. Es ist von den Saalbesitzern darauf hin stitut zu übernehmen. Wegen der Uebernahme, der näheren einem Napf schlürft. Schwappt ja doch bloß aus, eh' id's nach gewiesen worden, daß es schwere Gefahren für Leben und GesundBedingungen und des Beitpunktes sollen noch Berhandlungen Hause bringe!" antwortet der Junge; aber er seht doch beschämt den heit mit fich bringt, wenn diejenigen, die sich bis 2 Uhr beim Tanz mit dem Vorstande der Anstalt gepflogen werden und Napf ab und trägt ihn behutsam weiter. Einen traurigen Anblick vergnügten, mit Eintritt der Polizeistunde gezwungen werden, er dann der Stadtverordneten Bersammlung eine gewähren die Obdachlosen, die sich unter den Gästen der hist, oft in Schweiß gebadet, das Lokal zu verlassen. Von Vorlage mit dem Gesuch um Genehmigung der Uebernahme zugehen. Als Armenküchen befinden. Sie haben kein Heim, sie haben natürlich der Behörde ist eine wohlwollende Prüfung der Angelegenheit in Beitpunkt für die eventuelle Uebernahme wurde der 1. April 1902 auch kein rechtes Eßgeschirr. Die Armenküche borgt dem teins, dem Aussicht gestellt. Reizend, diese Rücksicht auf die schweißgebadeten in Aussicht genommen. Außerdem wurde noch verhandelt über es fehlt weder Napf noch Löffel. Die Gefäße, die die Obdach- Opfer der Amorsäle! Vertragsverhandlungen mit der englischen Gascompagnie. lofen mitbringen, find meist alte verrostete konservenbüchsen oder zerschlagenes Geschirr, das sie irgendwo aufgelefen infort et jalta heilstätten Berein will der Magistrat haben. Das laſſen fie fich fülen und ziehen sich dann in die Thüreine jährliche Beihilfe von 200 m. bewilligen. nischen, in die Flure und auf die Höfe der benachbarten Häuser zurüd, um dort die Suppe auszutrinken. Hauswirte, die etwas auf fich und ihr Haus halten, greifen dann und wann zum Knüppel und treiben die Brüder" hinaus, oder sie betrauen den HausWunsche mancher Hauswirte ginge, dann dürfte es überhaupt teine reiniger mit dieser menschenfreundlichen Aufgabe. Wenn es nach dem Armenfüchen geben, zum mindesten nicht in ihrer Nachbarschaft. Die verschimpfieren einem die ganze Straßel" 3 Tokales. 6. Wahlkreis( Wedding und Oranienburger Vorstadt). Die am 2. Feiertag im Eisteller, Chauffeestraße 88, arrangierte Matinee dürfte allen Besuchern genußreiche Stunden verschaffen. Außer dem Festprolog und der Aufführung der Operette: Die Verlobung bei der Laterne" bietet das Blobelsche Konservatorium im Verein mit den Gesangvereinen Nordwacht" und" Maiglöckchen" Gewähr dafür, daß die Besucher auf ihre Rechnung kommen werden. Eröffnung 11 Uhr. Anfang präcise 12 Uhr. Die Armenküchen " " Sternberg als Socialpolitiker. und im Verlauf derfelben auch auf seine Wohlthätigkeit hinSternberg hat gestern eine lange Verteidigungsrede gehalten gewiesen, um zu zeigen, daß er nicht nur gierig die Millionen zu sammengerafft habe, sondern daß er von dem Ehrgeiz beseelt gefind nun auch wieder, wie alljährlich im Dezember, eröffnet worden. laffen. Wir wollen kein Aufhebens davon machen, daß er unter wesen sei, der Welt etwas Nützliches und Segensreiches zu hinter 8war will es mit dem Winter vorläufig noch nicht recht was werden, feinen Handlungen der Wohthätigkeit auch aufzählte, er habe aus aber der Verkehr in diesen Anstalten hat doch sofort wieder ziemlich start eingesetzt; wenigstens ist das bei denjenigen der Fall, die wir seiner Junggesellenzeit noch weibliche Beziehungen und bezahle an zu beobachten Gelegenheit hatten. Hungrige giebt es eben zu allen verschiedene seiner Verhältnisse" monatliche Pensionen von 100 oder Beiten des Jahrs, und wahrscheinlich würde es den Armenküchen 200 Mart; auch habe er mehrere dieser Damen ausgesteuert und schon im Herbst und selbst im Sommer nicht an Zuspruch fehlen, anständig verheiratet. Das waren wohl mur Entgleisungen in der wenn sie auch da in Betrieb wären. Size des Verteidigungsgefechts." Sternberg- Postkarten", in denen der Bibelspruch„ Lasset die Kindlein zu mir tommen" in unfittlicher Zusammenstellung an gebracht war, find gestern von der Polizei konfisciert worden. In der Kaiser Wilhelmstraße soll das der Stadt gehörende Grundstück Nr. 16 vom 1. April 1901 ab auf drei Jahre zur Aufstellung von Marktwagen vermietet werden. Von der Verwendung ftände erwartet werden, die der Marktwagen- Verkehr in der Ums bes Grundstüids zu diesem Zweck darf eine Milderung der Uebelgebung der Central- Marthallen mit sich bringt, und die von der Bevölkerung dieses Stadteils seit langem als lästig empfunden worden sind. Das 3421 Quadratmeter große Grundstück, ein Nest des ehedem zur Durchlegung der Kaiser Wilhelmstraße angekauften wiederholt, das letzte Mal noch vor knapp 3 Monaten, von der Proviantmagazin- Grundstücks, ist eine Reihe von Jahren hierdurch städtischen Grundeigentums Deputation zum Verkauf ausgeboten Gedante, das Grundstück nicht zu verkaufen, sondern an dieser Stelle worden, ohne daß sich ein annehmbarer Käufer gefunden hat. Der Beit von privater Seite angeregt worden. einen Standplatz für Marktwagen einzurichten, war schon vor einiger W Der Weihnachts- Bäckereiverkehr hat schon jetzt einen fo ge waltigen Umfang angenommen, daß seit dem 19. d. Mis. PoſtSonderzüge in den Nachtverkehr eingelegt werden mußten. Diese Sonderzüge, die aus je 30-40 Gepäck und Postivagen bestehen, befördern hauptsächlich den enorm gewachsenen Durchgangsverkehr. Zur Beförderung der Pakete von einem Bahnhof zum andren in Berlin sind, soweit ein Umrangieren der Postwagen nicht möglich ist, täglich 62 zweispännige Möbelivagen erforderlich. Wo die Armenküchen zu suchen sind, das ist in der Regel nur Aber eine andre Mitteilung war doch zu charakteristisch, um nicht dem Eingeweihten genauer bekannt. An den Häusern, in wiedergegeben zu werden. Herr Sternberg fagte, sein Vermögen sei denen fie untergebracht sind, verkündet kein Schild und kein Plakat, daß hinten auf dem Hofe Armensuppen gekocht werden. Wer schon jetzt so groß, daß er nur den vierten oder sechsten Teil Raubmordverfuch oder That eines Wahnsinnigen? Am gezwungen ist, sich aus dem Suppentessel der Armen zu beköstigen, der Zinsen zu seinem Lebensunterhalt gebrauche. Trotzdem habe Donnerstagabend fuhr in einem Abteil II. Selasse des Zugs, der um ber weiß ihn auch so zu finden, und andre brauchen es nicht zu er unermüdlich weitergearbeitet, denn ihm habe ein großes social- 6 Uhr 53 Minuten vom Charlottenburger Bahnhof abging, eine wissen, wo er steht. Dennoch ziehen die Armenküchen auch die Auf- politisches Ziel vor Augen gestanden. Er habe sein Vermögen dazu Dame allein nach Westend zu. Plöglich trat aus einem Nebenabteil merksamkeit mancher Uneingeweihten auf sich, insofern sie in ihrer verwenden wollen, um eine Institution gegen die Arbeits- ein gut gekleideter Mann, der sich mit schwarzem Zeug mastiert Nachbarschaft das Straßenbild um die Mittagszeit in eigentümlicher losigkeit ins Leben zu rufen. Sein Plan sei gewesen, den armen hatte, zu ihr herein und verlangte unter Drohung mit einem Revolver Weise beeinflussen. Sobald die Stunde der Suppenausteilung heran- Hungernden, die im Winter Spiegelscheiben einschlagen, um sich nur Geld. Bevor die Dame noch ein Wort sagen konnte, feuerte er auch naht, dann wird es in der Straße, in der eine solche Anstalt liegt, ein Unterkommen im Gefängnis zu verschaffen, Gelegenheit zu nun die Geängstigte um Hilfe rief, kehrte der Mann in das bereits einen Schuß ab, ohne jedoch zu zielen und zu treffen. Sobald lebendig. Von allen Seiten tommen fie an, Frauen, alte Männer Arbeit und Verdienst zu geben. Die Arbeitslosen würden wahrschein sebenabteil zurück, in dem eine ältere Dame ebenfalls allein saß, und Kinder. Gefäße aller Art bringen sie mit, Töpfe und Näpfe, Kannen und Eimer. Und einer nach dem andern verschwindet in lich nur wenige Groschen vedient haben und die Anstalt stieß die Thür auf, trat auf das Trittbrett hinaus und ging demselben Hause! Der Vorübergehende bleibt stehen:" Was ist da würde dauernd zugesetzt haben. Aber es würde doch immer eine auf diesem den Bug entlang bis in die Nähe der Maschine. Hier los?!" Da tommen einige schon wieder heraus und tragen die That socialer Hilfe für die arbeitende Bevölkerung gewesen sein. feierte er noch zwei Schüsse ab. Als darauf, wie er wohl berechnet dampfende Suppe nach Hause. Ach so, eine Armenküche!" Wir glauben Sternberg das Vorhandensein dieses Plans aufs hatte, der Lokomotivführer bremste und den Zug, langsam gehen ließ. Wer diesem Treiben öfter zuschaut, der kann hier manche Lehr- Wort. Denn es ist Geist vom echt kapitalistischen Geist. Auf krummen sprang er vom Trittbrett ab, überschlug sich einigemal, raffte sich reiche Beobachtung machen. Unter den Leuten, die sich ihr Mittag- und geraden Wegen, auch wenn sie nur eben dicht am Zuchthause wieder auf und lief davon, ohne daß ihn in der effen aus den Armenküchen holen, ist augenscheinlich mancher, der vorbeiführen, Millionen zusammenraffen. Die Arbeiter schinden und einsamen Gegend bei Wigleben jemand Wizleben jemand anhalten konnte. an die Wahrheit des Sages, daß Armut nicht schändet", nicht recht glauben will. Der blassen jungen Frau da ausbeuten. Keine Spur von Mitleid, wenn in den verkrachenden Unter- Ueber einen Baun hinwegkletternd, gewann er die Schwarze bielleicht Brücke und enttam durch die Knobelsdorfstraße. Spuren einer ist sie die Frau eines jegt beschäftigungslosen Arbeiters, vielleicht nehmungen Witwen und Waisen ihr Legtes verlieren. Mögen Leichen Kugel fand man in dem Abteil ebenso wenig wie diese selbst. Der schon eine Witwe die ihren Eimer halb mit der Schürze verdeckt und zertretene Gristenzen den Weg räumen: unbarmherzig darüber Revolver lag an der Stelle, an welcher der Mann vom Zuge abund sich schen an den Häusern entlang drüdt, um nicht aufzufallen, hingeftampft auf der unvernünftigen Jagd nach dem Golde. Und gesprungen war. Diese Stelle und ebenso der Baun zeigt auf starte wird der Gang zur Armentüche sicherlich nicht leicht. Wenn nur nicht dann am Ende des Wegs den socialen Wohlthäter spielen Blutspuren, so daß der Entkommene sich erheblich verlegt haben muß. " Ein Hohenzoller aus der Sieges- Allee. mich sowie meinen Bruder auf das härteste. Keinen Augenblick den eilte herbei und befreite mich mit Gewalt aus des Königs Händen. Heute wird in der Sieges- Allee das Denkmal des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen enthüllt, und wir wollen diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, zu dem, was die vaterländischen Geschichtsbücher über diesen Fürsten enthalten, einige brauchbare Nachträge zu liefern. Doch wir wollen nicht die politische Geschichte dieses Manns schreiben, sondern nur einige Episoden wiedergeben, und dabei halten wir uns an die für die häuslichen Vorgänge beste Quelle: seine eigne Tochter hat in französischer Sprache geschriebene Lebenserinnerungen hinterlassen, die im Jahre 1810 bei Cotta in Tübingen unter dem Titel erschienen find: Denkwürdigkeiten aus dem Leben der königlich preußischen Prinzessin Frieberite Sophie Wilhelmine ( Schwester Friedrichs des Großen) Markgräfin von Bayreuth vom Jahre 1709 bis 1738." Aus diesen Mitteilungen der Tochter über den Bater geben wir nachstehend einige wörtliche Citate. Zuerst die Mitteilung, wie der König über das Briefgeheimnis seiner Landestinder dachte: Wie ich schon gesagt habe, brachte man dem König alle Briefe, die auf die Poft gegeben wurden. Den ganzen Tag brachte er in Wusterhausen damit zu, alles, was in und aus seinem Lande geschrieben wurde, zu lesen." nicht mehr anders als die englische anaille und mißhandelte ganzen Tag durften wir ihn verlassen; wir nahmen alle Mahlzeiten neben seinem Bette ein, und um uns noch mehr zu plagen, ließ er mir und meinem Bruder nur solche Dinge zu essen geben, vor denen wir einen entschiedenen Absche u hatten. Gut oder übel mußten wir sie hinunterschlucken, auf die Gefahr, das Fieber zu bekommen oder uns den ganzen Tag zu erbrechen. erbroffeln fühlte, rief ich endlich um Hilfe. Ein Kammerdiener Sage mir nun felbst, ob mir ein andres Mittel übrig bleibt, als die lucht?" Die Geschichte der Flucht selbst ist bekannt genug, auch daß der König bei der ersten Begegnung mit dem gefangenen Kronprinzen den Degen zog und ihn durchbohrt haben würde, wenn sich nicht der anwesende General Mosel dazwischengeworfen hätte. Die erste Begegnung des Königs mit der Schwester wird also gefchildert: Kaum erblickte er mich, so ward er ganz schwarz vor Wut und versetzte mir drei ungeheure Faustich fäge ins Gesicht, von denen einer die Schläfe traf, so daß ich finnlos niederfiel. Der König wollte mich mit Füßen treten und seine Schläge wiederholen." Schließlich verbannte der König die Kinder, die Mahlzeiten ausgenommen, aus seiner und der Königin Gegenwart. Nachmittags ließ uns die Königin heimlich zu sich kommen; ihre Spione paßten indes allezeit auf, um sie von der Rückkehr des Könis zu benachrichtigen". Eines Tags werden sie jedoch vom König beinahe überrascht. Der Kronpring war damals 17, die Prinzessin 20 Jahre alt. Mein Bruder berbarg fich in einem Bandschrank u Mittlerweile wurde die Prinzessin verheiratet, aber mit dem schlüpfte unter der Königin Bett. Kaum hatten wir Beit Schwiegersohn, dem Erbprinzen von Bayreuth, tomte er sich nicht dazu, als der König eintrat. Unglücklicherweise war er sehr müde, recht befreunden. Einmal setzte er im Tabatskollegium den Grafen er schlief ein und schlief zwei Stunden lang. Ich befand mich in Seckendorff zwischen sich und den Schwiegersohn und sagte, so daß der lästigsten Stellung und ersticte faft unter unter dem sehr der Erbprinz es hören mußte:" Ich kann meinen Schwiegersohn niedrigen Bett. Bon Zeit zu Zeit gudte ich leise mit nicht leiden. Er ist ein Pinsel. Ich gebe mir vergeblich alle Mithe, dem Stopfe heraus, um zu sehen, wie lange der Schlaf ihm Verstand einzuflößen, er hat nicht einmal genug, um ein großes dauerte. Endlich wachte der König auf und ging feiner Wege. Wir trochen aus unsren Höhlen heraus und baten die Königin inständig, uns feiner solchen Komödie mehr auszusetzen." " Eines Tags bekommt die Mutter vom Kronprinzen einen Brief. Er fagte ihr darin, daß er in Verzweiflung fei, denn der König habe sich endlich bis zu Thatlichkeiten hinreißen laffen und habe ihn aufs grausam ste mit dem Stode mißhandelt, so daß er geglaubt habe, er würde ihn in seiner Wut umbringen." Glas auszutrinken." Der Schwiegersohn wendete sich darauf zu Seckendorff und sagte:" Ich wollte, der König wäre nicht mein Schwiegervater, so würde ich ihm zeigen, daß der Pinsel wohl fähig wäre, ihm das Maul zu stopfen." Hiermit hob er fein Glas zum Munde und jezte hinzu: In des Teufels Namen!" Uebrigens konnte der König auch sehr aufgeräumt sein, be= fonders in Tabatskollegium. Zu seinen köstlichsten Späßen gehörte es, wenn sich seine gelehrten Hofuarren, die er gegen einander aufgehetzt hatte, in die Haare gerieten und sich zur Erlustigung des Sollegiums blutig schlugen. Wiederholt beklagt sich die Markgräfin darüber, daß die Kinder im Hause des Vaters nicht genügend zu effen bekommen haben. Als fich einmal eins der Kinder über das Effen beklagt, giebt es Brügel. " Bum Anfang warf er seinen Teller meinem Bruder an den Kopf, der ihm nur mit Mühe auswich. Ein zweiter flog auf mich zu, und ich war ebenso glücklich. Ein Strom von Schimpfreden folgte diesen Der König will die Prinzessin verheiraten und macht zwei ersten Feindseligkeiten.. Wie wir, mein Bruder und ich, vorbei Vorschläge, die weder der Prinzessin, noch der Mutter genehm find. gehen wollten, um das Zimmer zu verlassen, verfette er uns mit Nach langen Familiengwiftigkeiten wegen der Heirat schickt er einen Einmal kam der Prinz von Anhalt- Bernburg nach feiner Strüde einen Schlag, der uns, hätten wir ihn nicht abgewehrt, Kammerdiener von Potsdam nach Berlin zu Frau und Tochter. Potsdam zum Besuch. Dieser Prinz scheint ein bißchen beschränkt niedergestreckt hätte. Wir enttamen endlich glücklich aus dem Dieser bestellt unter anderm: Der König giebt der Prinzessin drei und unbeholfen gewesen zu sein, und die Markgräfin erzählt einen Bimmer." Tage Bedenkzeit. Und wenn sie dann noch auf ihren Willen be- Borfall von der königlichen Tafel, der Zeugnis ablegt von dem Sehr vielen Merger in dieser Musterfamilie machte die Ver- harrt, will er die beiden Prinzen nach Wusterhausen tommen lassen, träftigen Ton, der im Hause ihres Vaters herrschte. heiratung der Kinder. Die Mutter, eine intriguante, herrschfüchtige und die Prinzessin zwingen, einen von ihnen zu heiraten. Willigt" Der König fagte bei Tische zu ihm: Hören Sie, Prinz, ich Frau, wollte sie nach England verheiraten, der Bater bestand unter fie nicht freiwillig ein, so erwartet man die priesterliche Einsegnung will Sie verheiraten. Ich weiß eine gute Frau für Sie, die Sie den ärgsten Drohungen auf anderweitigen Verbindungen. Aus nicht, sondern sperrt sie mit dem Herzog ein, und glücklich machen wird. Sie müssen meine Base heiraten. Es ist das einer hierauf bezüglichen Unterredung mit der Mutter führt die dann ist sie glüdlich, tv enn er sie nachher beste Geschöpf von der Welt, voll guter Eigenschaften, aber häßlich Tochter folgendes an: noch heiraten will." wie tausend Teufel. Sie müssen sie nur im Finstern sehen. Ja, Was Ihren Thunichtgut anbetrifft, fuhr er fort, und Die Mißhandlungen des Kronprinzen bringen diesen zur Ver- hol mich Satanas, wenn mein H nicht schöner ist meinte damit meinen Bruder( den späteren Friedrich den Großen), zweiflung. 1730 erzählt er seiner Schwester: Täglich bewie ihr Gesicht. Aber das thut nichts, nicht wahr, Pring? so erwarten sie nicht, daß ich ihn verheirate. Ich will teine Schwieger- to mme ich Schläge, werde behandelt wie ein Sklave und habe Der arme Mensch wußte nicht, was er sagen sollte, ob ja oder tochter, die die Nase hochträgt und mir den Hof mit Intriguen nicht die mindeste Erholung. Was mich endlich ganz überwältigt, ist nein. Nachmittags fahre ich mit Ihnen nacy Berlin, fing der anfüllt, wie es die andern schon thun. Der Roznaje von ihrem der letzte Auftritt, den ich in Potsdam mit dem König hatte. Er König wieder an, wir wollen bei meiner guten alten Tante zu Abend Herrn Frizz werde ich eher die Peitsche geben lassen, als ihn läßt mich des Morgens rufen. Sowie ich eintrete, faßt er mich bei essen und da können Sie sich mit der Tochter versprechen. berheiraten. Und nun wurde über meinen Bruder, der zum Glück den Haaren, wirft mich zu Boden, und nachdem er seine Nach einiger kurzen Befinnung fand sich der arme Prinz sehr nicht anwesend war, ein ganzer Strom von Schmähungen ergossen." starten Fäuste auf meiner Brust und meinem ganzen geehrt, die Base eines Königs zu heiraten, besonders wenn sie eine Aus dem Jahre 1729: Gleich nach unsrer Ankunft hatte er Leibe erprobt hatte, schleppte er mich an das Fenster und legte mir so große Aehnlichteit mit seinen interteilen habe." einen heftigen Anfall von Podagra, das ihn seit einiger Beit plagte. den Vorhangftrang um den Hals. Glücklicherweise hatte ich Alfo wörtlich zu lesen in den von der Tochter dieses jovialen Diese Krankheit mit dem Unwillen über feine betrogenen Hoffnungen Beit gehabt, mich aufzuraffen und seine beiden Hände zu fassen. Da Fürsten niedergeschriebenen Lebenserinnerungen. verbunden, gab ihm eine unerträgliche Laune. Mich nannte er gar er aber den Rorbanoftrang aus allen Kräften zuzog und ich mich Etwaige Mitteilungen über die Persönlichkeit des Mastierten nimmt| Für den Lehrvertrag gelten die Bestimmungen der Getverbe- Ordnung.) Die Charlottenburger Kriminalpolizei, die die Sache weiter verfolgt, in der Lehrzeit hat das Wasser- oder Biermädchen, wo der Fortentgegen. Wünschenswert, wäre es, wenn die ältere Dame fich bildungs- Schulawang eingeführt ist, die Fortbildungsschule zu bemelden wollte. Die andre war zu sehr erschrocken, um den Mann suchen. 5. Mädchen unter 16 Jahren dürfen im Gastwirtsgewerbe näher beschreiben zu können; sie weiß nur, daß er mittelgroß ist überhaupt nicht angestellt werden. 6. Mädchen von 16-18 Jahren und einen dunklen Anzug und einen dunkelbraunen Ueberzieher trug. dürfen nicht länger als bis 10 Uhr abends und nicht vor 6 Uhr Zwei Einbrecher, die trok ihres jugendlichen Alters schon Arbeitszeit fino an höchſtens 30 Lagen im Jahre( Karneval) zulässig. morgens beschäftigt morgens beschäftigt werden. 7. Ueberschreitungen der gesetzlichen recht viel auf dem Kerbholz zu haben scheinen, find von der 8. Der Verein bittet den Reichstag um Ausdehnung der GewerbeKriminalpolizei dingfest gemacht worden. Es sind die Arbeitsburschen Oskar Schulz von hier und Hermann Schutter aus Fürsten- Inspektion auf das Wirtshausgewerbe." walde, dieser 20, jener erst 15 Jahre alt. Beide wurden bei einem Einbruch erwischt, den Schulz ausführte, während Schuster„ Schmiere stand". Sie behaupteten, daß sie sich wohnungslos in Berlin auf hielten, die Kriminalpolizei ermittelte jedoch ihre Wohnungen im Norden der Stadt ind fand darin eine große Menge Sachen, die sie bei früheren Einbrüchen erbeutet hatten, vor allem aber Pfandscheine über verpfändete Sachen, besonders' Gold- und Silberwaren. Alles kann im Zimmer 37 des Polizeipräsidiums befichtigt werden. Dreizehn Einbrüche haben die Burschen bereits einfichtigt werden. Dreizehn Einbrüche haben die Burschen bereits ein geräumt, wahrscheinlich haben sie aber noch weit mehr ausgeführt. Zur Ermordung der Schiffersfrau Grasnick. Der Mörder der Schiffersfrau Grasnic, die am 25. März d. J. in Eichwalde mit durchschnittenem Halse nicht weit von der Chauffee im Walde tot aufgefunden wurde, sollte nach einer auch von uns registrierten Meldung gestern festgenommen worden sein. Richtig ist an dieser Meldung, daß ein 38 Jahre alter Schlächtergeselle Hermann Reimann, der sich in Eichwalde in der Trunkenheit selbst beschuldigte, in Gemeinschaft mit 3tvei andern Männern die Frau Grasnic ermordet zu haben, an gehalten und nach Königswusterhausen in das Gerichtsgefängnis gebracht wurde. Die Selbstbezichtigung trifft jedoch richt zu. Denn, wie die Ermittelungen ergaben, befand sich Denn, wie die Ermittelungen ergaben, befand sich Reimann zur Zeit des Mords in der Strafanstalt zu Rummelsburg.o Der Beleidigungsprozeß des Oberlieutenants Förster von der Kaiserlichen Schuztruppe gegen seine frühere Zimmerwirtin Frau Wünsch aus der Kurfürstenstraße und Genossen( drei Redacteure der Berliner Morgenpost") wird morgen, Sonnabend, vor der neunten Straflammer des Landgerichts I zur Verhandlung kommen. a sed pudo d Versammlungen. Gesang, Turn: und gesellige Vereine. Sonnabend. Theaters und Vergnügungsverein Astania", Ramlerstraße 36.- Theaterverein " Bohemia", Pletschow, Veteranenftr. 18. Schauspielklub„ Centrum", Königsfäle, Neue Königstraße 26. Henreka". Verein zur Beförderung der Sprechfertigteit Stotternder. Uebungsabend jeden Sonnabend Niederwallstr. 7, Gemeindeschule. Zwanglofe Zusammenfünfte mit Damen im Restaurant des Gewerkschaftshauses. Sonnabend: Buchbinder. 82 rue Deutscher socialdemokratischer Leseklub in Paris. Notre- Dame de Nazareth, 3e arrond. Brasserie des 3 Suisses. Jeden Sonnabend öffentliche Versammlung; reiche Bibliothet, Zeitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige socialdemokratische Berein Londons, der alte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kom: munistische Arbeiter- Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Alle Anfragen in gewerkschaft. lichen und parteigenössischen Angelegenheiten sind an vorstehende Adresse unter Bezeichnung:„ An den 1. Sekretär" zu Händen des Vereinsvorstands, Verein Vorwärts, Johannesburg( ransvaal). zu richten. Deutscher Arbeiterverein Brüssel. Verkehrs: und Vereinslokal: Progreß- Bierhalle, Corner of Marshall and Swall Street. Maison du peuple. * Vermischtes. Vereinslokal Der Fachverein der Bretterträger und Brettschneider bechloß in seiner lezten Sizung, die vom Kartell ihr auferlegte Unterfügungsrate für die ausständigen Maurer in Halle zu leisten. Nach Erledigung der Statutenberatung wurden die Vorstandswahlen voll30gen, die folgendes Resultat ergaben: Blod erster, Overbed weiter Vorsitzender; Schönwald erster, Krüger zweiter Kassierev; Morawsta erster, Otto zweiter Schriftführer; Lehmann, Teurig und Blüm el Revisoren; Geisdorf und Teurig Kontrolleure. Die Versammlung beschloß, das Königstädtische Kasino als Versammlungslokal festzusegen. E Wie man einen Gemeindevorstand beleidigen kann. In Der Verband der Graveure und Ciseleure hielt am 18. d. M. der Leipziger Gerichtszeitung" lesen wir: Der Gemeindevorstand eine Versammlung ab, in der über den Streik bei der Firma Fismar von Liebertwolkwitz hatte vor einiger Zeit eine Kopiſtenſtelle aus. Bericht erstattet wurde. Zu den 4 Arbeitswilligen haben sich zwei geschrieben und darauf meldete sich unter andern Bewerbern weitere gefellt und von den 10 Ausständigen ist auch einer der Sache auch der Schreiber Oskar B. Dieser junge Mann, der zu untreu geworden. Es wird deshalb dringend ersucht, den Zuzug seinem Unglück eine humoristisch satirische Ader haben muß, fernzuhalten. Es folgte dann der Bericht des Gewerbegerichts- berührte auch die Gehaltsfrage, indem er schrieb:„ Ich nehme beisigers Thurow, den die Versammlung mit Interesie entgegen- an, daß die 500 Mart Gehalt pro Quartal gezahlt werden follen. nahm. Dem Verbande neu hinzugetreten find 10 Mitglieder. Wenn es indessen das ganze Jahresgehalt sein sollte, dann frage ich ergebenst an, ob dazu auch ein haltbarer Lederriemen mitgeliefert Der Verband der Möbelpolierer( Filiale Osten) besprach wird, damit man sich den Magen zusammenschnüren kann, wenn Man kam zu dem Beschluß, daß überall da, wo die Tischler in der vorstand in seiner Ehre getränkt und er stellte Strafantrag wegen am 18. d. M. die Einführung der Kontrollbücher seitens der Innung. man Hunger hat?" Dadurch fühlte sich der genannte GemeindeMehrzahl die Unterschrift leisten, dies auch die Poliere thun können. Beleidigung. Vom hiesigen Schöffengericht wurde der Beklagte zv Vorſtand in seiner Ehre gekränkt und er stellte Strafantrag wegen Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden Rogawski und Bollfraß einer Geldstrafe von zehn Mark verurteilt. zum Bevollmächtigten und Beisitzer, Schostag, Krump und Reuter zu Saffirern, Dittmann und Behrend in die Kontrollkommission und Strät in die Bibliothek gewählt. Die Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker hielt am 18. Dezember ihre regelmäßige Versammlung ab. Nach Erledigung einiger Ersatzwahlen machte der Vorsitzende bekannt, daß die Verfammlung am 11. Dezember beschlossen hat, den Vertreter für die Berliner Gewerkschaftskommission von der Freien Vereinigung zu wählen. Der Verein betraute das Mitglied Hoch mit diesem Posten und ernannte Wilfe zum Stellvertreter. V $ 12.0 Marktpreise von Berlin am 20. Dezember 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. 6-4, Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 Weizen, gut D.- Str. 15,-14,96 14,92 14,88 mittel gering loggen, gut " mittel + Geifte, gut 14,84 14,80 13,90 13,88 13,86 13,84 Kalbfleisch Hammelsteisch Butter Gier do. Bauch Schweinefleisch 1,30 1.4 1,60 1,10 " 1,80 1, " " gering " 13,82 13,80 1,60 0,90 " " 15,40 14,70 2,80 2, mittel 14,60 13,90 60 Stitt 5- 3, " gering 13,80 13,10 Karpfen 1 kg 2,20 1,20 16, 15,20 Aale 2,50 1,40 mittel 15,10 14,30 Bander gering 14,20 13,40 Hechte 6,82 6,32 Barsche 7,70 5,20 40, 25, 45, 25, Schleie Bleie Krebse per Sajot 1230, tafer, gut " 670 5 70 1 2,50 1,20 1,80 1, 1,60 0,80 3,-1,20 1,40 0,70 2,50 Aus den Nachbarorten. Groß- Lichterfelde. Die Gemeindevertretung befchäftigte sich in ihrer legten Sigung zunächst mit der Festsetzung des Brenn Kalenders. Die Laternen sollen früher angezündet werden, die Bahl der Laternen- Anzünder soll von 18 auf 21 erhöht werden. Die Mehrkosten gegen das Vorjahr belaufen sich auf 2700 M. Die Position wird genehmigt. Ein Schreiben der Firma Siemens u. Halste sucht nachzuweisen, daß die Berichte in der legten Der Verein deutscher Schuhmacher hielt am 19. d. M. im Sigung der Gemeindevertretung über die finanziellen Ergebnisse Englischen Garten eine stark besuchte außerordentliche Generalder Linie Steglitz- Chausseestraße den thatsächlichen Verhältnissen versammlung ab, in der man sich mit den gegenwärtigen Lohn- und nicht entsprächen. Die Zuschrift versucht das rigorose Vorgehen der Arbeitsverhältnissen in der mechanischen Schuhwaren- Industrie und Nichtstroh Hen Gesellschaft zu rechtfertigen und verfolgt weiter den 3wed, fich das der von der Organisation in nächster Zeit einzuhaltenden Taktik beWohlwollen" der Herren Gemeindevertreter auch in Zukunft zu schäftigte. Die Vorschläge der Ortsverwaltung und der Ver- Erbsen wurden von der Versammlung mit großer Speisebohnen fichern. Aus Anlaß der Kanalisation und auf Grund eines früheren trauensmänner Beschlusses wird bei der Kreissparkasse Teltow eine Anleihe von Majorität angenommen. Bom 1. Januar 1901 an haben die Linsen *) ab Bahn. †) frei Wagen und ab Bahn. 400 000 m. gegen 4 Prozent und hypothekarische Eintragung auf das in der mechanischen Schuhwaren- Industrie beschäftigten MitGut Werben aufgenommen. glieder einen erhöhten Lokalfondsbeitrag von 50 Pf. für männliche Produktenmarkt am 21. Dezember. Der Getreideverkehr hielt sich Eine längere Diskussion zeitigte die Forderung des Gemeinde- und 25 Pf. für weibliche Personen wöchentlich zu leisten. Aus- auch heute in engen Grenzen bei ziemlich fester Tendenz. Dezember- und Baurats Tietzen, für Reparaturen der Turnhalle des Gym- geschlossen von diesen Leistungen find Mitglieder, welche der Regel Mai- Rieferungen fonnten sowohl für Weizen sowie für Roggen leicht an nasiums 100 m. zu bewilligen. Nach den zum Teil sehr drastischen nach nicht über 12 m. verdienen. Männliche Mitglieder, welche der ziehen, unter dem Einfluß von Deckungen. Die schwächeren Notierungen Ausführungen verschiedener Gemeindevertreter muß diese" Turnhalle" der europäischen Börsen wurden durch die Einwirkung höherer amerikani ein trauriges Machwerk deutscher Baukunft sein. Als Turnhalle" ist scher Preise paralysiert. Weizen- und Roggenlieferungen zogen durchweg um 0,50 M. an. Hafer war behauptet. Rüböl ließ ferner um dieses Gebäude nach den Ausführungen der Redner lebens- und 0,20 M. nach. gesundheitsgefährlich, als Brutanstalt für Ratten dagegen entspricht es selbst den höchsten Anforderungen. Herr Dr. Lehmgrübner bemerkt, daß dieser Zustand schon seit fünf Jahren eriftiere. Es ist anerkennenswert, daß der Herr Doktor wenigstens jetzt den Mut gefunden hat, der Kritik andrer über jenes pädagogische Institut sich anzuschließen. anerkannt. D Regel nach nicht über 15 M. verdienen, werden der Beitragsleistung der weiblichen Mitglieder gleichgestellt. Zum Schluß wurden die Versammelten noch zur regen Beteiligung an dem diesjährigen bei Cohn, Beuthstraße, stattfindenden Weihnachtsvergnügen und der am 27. Dezember vormittag in demselben Lokal stattfindenden öffentlichen Versammlung aufgefordert. " Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 44,60 m. Briefkasten der Redaktion. Verband der Maurer. Die Rabizputer besprachen am 19. d. M. in ihrer Versammlung die Differenzen mit der Firma Die juristische Sprechstunde findet am Montag, den 24. Dezember, Günther u. Solwedel. Dort wurde den Arbeitern zugemutet, jezt nicht von 7-9 Uhr abends, sondern von 3-5 1hr nachmittags Es werden alsdann 100 M. für Reparaturen bewilligt; gleich- 5 f. billiger die Stunde zu arbeiten. Die Arbeiter weigerten sich statt. zeitig wird die Notwendigkeit des Baus einer neuen Turnhalle und beriefen sich auf die Tarifvereinbarung. Vor der Kommission, der die J. K., Langestraße 85. Wir sind auch nicht in der Lage, Ihnen Sache zur Entscheidung überwiesen war, hat dann die Firma ihr zu helfen. G. 8. Die Ansicht, daß das Gesetz bestimmte Spiele als Glücksspiele Rigdorf. Die Stadtverordneten Bersammlung Vorhaben zurückgezogen. Es wurde sodann die Liste der Arbeitsgenehmigte in ihrer legten Sigung den Ankauf eines Grundstücks losen für den Monat Dezember berlesen. Danach waren 57 Arbeits- bezeichnet, ist eine irrige. Ein Glücksspiel ist ein solches, bei welchem die Entscheidung über Gewinn und Verlust allein oder baustsächlich vom Zufall, gegenüber dem Plage 7 zu dem Zweck, darauf ein Schulhaus lose vorhanden, von denen 30 wieder in Arbeit traten, 5 haben nicht aber von der Geschicklichkeit, dem Berstand, der körperlichen Tüchtigkeit zu errichten. Die Schule ist, hauptsächlich für die Kinder aus der andre Beschäftigung erhalten und 5 sind abgereist. Die übrigen und dergleichen abhängt. Spiele, deren Gegenstand feinerlei Vermögens Schönweider, der Kirchhof-, der Thüringer, der Herzberg- und der Gegenstände der Verhandlung betrafen interne Angelegenheiten, zum vorteile bilden, sind nie Glücksspiele. Ob das Spiel einen Vermögenswert Treptowerstraße, sowie aus den in der Gegend neu erstandenen Schluß gelangten einige Mißstände auf den Bauten zur Besprechung. habe, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Bierblatt um Streichhölzer ges spielt ist also nie ein Glüdsjpiel im Sinne des Strafrechts, um Straßen bestimmt. Mit dem Bau soll bereits im April 1901 be01 be- Wilmersdorf. Am 19. ds. Mts. tagte hier in Wittes Bolts- einen Bruchteil eines Pfennigs gespielt tann es als Glüdsspiel erachtet gonnen werden. garten" eine Versammlung der Maler und Berufsgenossen, in welcher werden.- G. B. 999. 1. und 2. Nein. 2. Sch. Noch unbestimmt. Der Entwurf einer neuen 2ustbarkeitssteuer- Ordnung Stollege Flemming über das Thema: Ist es notwendig, daß wir 3. G. 9. Nein: Die Hinterbliebenenrente besteht in bestimmten, feſten führte zu einer lebhaften Debatte, in der außer dem Stadtverordneten uns der Organisation anschließen? referierte. Der Redner be- Säßen, die auch bei größerer Bedürftigkeit des Kinds nicht erhöht werden Regerau( Soc.), der die Lustbarkeitssteuer aus principiellen leuchtete die traurige wirtschaftliche Lage der Malergehilfen und tönnen. Die Rente beträgt für jedes Kind und für die Mutter je 20 Broz. Gründen verwarf, auch noch die Stadtvv. Gröpler, Hildebrandt, tam zu dem Schluß, daß es die Pflicht eines jeden Kollegen des Jahresarbeitsverdienstes, insgesamt aber nur 60 Proz., so daß die Rente Mier und Noster für sofortige Ablehnung der Vorlage sprachen. Sein müsse, sich der Organisation: der Vereinigung deutscher gefürzt wird, wenn mehr als 3 Rentenberechtigte vorhanden sino. Siedow. Die Steuerbehörde ist leider in Recht. Sie hätten rechtzeitig Die Mehrheit entschied sich jedoch für Kommissionsberatung. In Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder anzuschließen. gegen die Veranlagung zur Steuer reklamieren sollen. Diese Reklamation die Kommission entsandten die Socialdemokraten die Stadtov. Dem Vorschlage des Referenten, für Wilmersdorf und Umgegend erschwert der Magistrat in Berlin dadurch außerordentlich, daß er bei. EinHennig und Breßler. fommen bis 900 Wart die Veranlagung nicht jedem Veranlagten zustellt, sondern nur die Veranlagungsliste offen legt. Abstellung dieser schweren Ungerechtigkeit ist von socialdemokratischer Seite oft verlangt worden. 21. 43. Sie müßten nunmehr Klage erheben. Verjährung liegt nicht A. W. J., Charlottenburg, Sie würden mit der Stundung einen Fehler begehen. Sie müßten mahnen, eventuell Zwangsvollstreckung vornehmen, im äußersten Fall den Lohn durch das Gericht pfänden lassen. J. J. 27. Verjährung liegt nicht vor. Das Gericht befaßt sich nicht von Amtswegen mit Regulierung der Erbschaft. Sind nur großjährige Erben da, fo thun diese am flügsten, sich außergerichtlich über die Art der Teilung zu verständigen.-. M. 18. 1. und 2. Ja; aber es ist unwahrscheinlich, daß ein Verfuch zu pfänden unternommen werden wird. D. D. 39. Nein; Schlägerei zwischen Mitarbeitern wird aber zum Entlassungsgrund, wenn mit derselben trok wiederholter Wahnung forts gefahren wird oder neue insceniert werden. Thätlichkeiten gegen den Arbeits geber, deffen Vertreter oder Familienangehörige bilden einen sofortigen Entlassungsgrund. M. P. 100. 1. Wenn die Wohnung durch die Nasse gesundheitsgefährlich oder unbrauchbar geworden ist, und die Näffe nicht etwa durch den Mieter selbst verursucht ist, hat der Mieter das Recht, Aufs hebuung des Mietsvertrags und Schadensersatz zu verlangen. 2. Ja; wenden Sie sich direkt an die Buchhandlung. 3. 200 Wtarten, also bereits 4 vollgeflebte Karten genügen. 410. Die lage beziehentlich die Wieder: aufnahme des durch Urteil abgeschlossenen Verfahrens, hätte keine Aussicht auf Erfolg. Ufinger. 1. Nein. 2. Die Klage geht weiter. 3. 1877. A. F. 16. Wenden Sie sich an das Victoria haus für Krankenpflege, Landsberger Allee 19/20, oder an die Krankenpflegerinnen- Lehranstalt im Augusta Hospital, Scharnhorststraße( Invalidenpart). Die Einsegung einer gemischten Kommission zur Grörterung der Wohnungsfrage betraf der nächste Bunkt der Tagesordnung. Der Magistrat begründet die Vorlage folgendermaßen: Die in der letzten Sigung stattgehabten Er örterungen über die hiesigen Wohnungsverhältnisse lassen es angebracht erscheinen, diese Verhältnisse, insbesondere auch die Bewegung auf dem Gebiete der Bauthätigkeit, während der nächsten Zeit zu beobachten, um bei zu erwartendem Wohnungsmangel rechtzeitig Einrichtungen schaffen zu können, welche einer Obdacheine Zahlstelle des Centralverbands zu errichten, wurde in der Disfussion zugestimmt und demgemäß beschlossen. Zum Kassierer der neuen Zahlstelle wählte man einstimmig Köhler- Wilmersdorf, welcher nun Sonnabends, abends von 8-10 Uhr, im Lokal von Witte, Berlinerstr. 40, die Beiträge entgegen nimmt. = Vereinskalender. bor. Arbeiter Sängerbund Verlins und der Umgegend. Vorsitzender Erster Kassierer Seifrit, losigkeit von hiesigen Einwohnern vorbeugen. Es erscheint des- Richard Thate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Alle Fidicin Straße 16. Aenderungen im Vereinskalender find halb die vorübergehende Niedersehung einer gemischten Kommission zu richten an Otto Rasche, Reichenbergerstr. 115a. Sonnabend, abends zwedmäßig, 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Stadtv. Rezer au beantragt namens der socialdemokratischen Eyrania", Göbel, Landsberger Allee 156. Sanges: Echo", Krüger, „ Glüd Fraktion, in die Kommission auch außerhalb der Versammlung Naunynstr. 6. Immergrün", Tegel, Rentner, Spandauerstr. 15. stehende Bürger, darunter zwei Mieter, aufzunehmen. Der Stadtv. zu", Lorisch, Pantstr. 32a." Hand in Hand II", Friedrichsberg, Bosse, Frisch auf I", Friedrichsberg, Petrich, Frankfurter Seltmann wünscht dasselbe. Stadtb. Abraham ist dagegen Frankfurter Allee 14. Weiße Rose II", Weißenfee, Sorrer, Straßburgstr. 56. und meint, man fönnte die Vertreter der Mieter, soweit sie Chaussee 136. Gintracht I", Teltow, Derk, Zehlendorferstr. 6. Sängerlust", Lucen außerhalb der Versammlung ständen, in der Kommission ja inwalde, Schulze, Beeligerstr. 34.„ Einigkeit II", Reinickendorf West", formatorisch hören. Stadtv. BelB bestreitet jede Wohnungsnot Bethwell, Wittestraße. Echo II", Markgrafpieste bei Fürstenwalde, und Wohnungsüberteuerung in Rigdorf, wie man von ihm natürlich Grasnid. Gemischter Chor", Luckenwalde, Gerhart, Hang 5. Ober nicht anders erwarten konnte. Stadtv. Wach( Soc.) trat ihm ent- Schöneweider Liedertafel", Ober- Schöneweide, Wagener, Edisonstr. 5. gegen. Eine Wohnungsnot sei unzweifelhaft auch in Rirdorf in die Zündholz", Becker, Wriezenerstr. 6. Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen Erscheinung getreten. Sogar der erste Bürgermeister habe in der vorigen Situng, obwohl seine Ausführungen nach Form und Inhalt im Vereinskalender find zu richten an Albert Liebetreu, Berlin, Putbuserstr. 44, offensichtlich dem Zwecke der Beruhigung dienten, doch zugegeben, Er. Sonnabend: Havana II", Nowawes- Neuendorf, Bernhardt, Priesterstraße 31.„ Glück Auf", Rüdersdorf Kalfberge, Greve, Heinigstr. 19.- ,, Suba", daß zum mindesten die Wohnungsfrage eine gewiffe Beachtung erwehrwald, Alte Jakobstraße 54/55.-„ Pappel", Dahmte, Buchholzerstr. 5. fordere. Die Wahl von Bürgerbeputierten wurde abgelehnt. Die„ Gavana I", Rizbori, Bflug, Juliusstr. 59." Blauer Dampf", Doye, Tausch und Frei- Exemplare für 3eitungen und Lesehallen Stadtv. Wach( Soc.) und Herrmann( Soc.) wurden unter anderm in Müllerstraße 32a. Kommune", Bärsch, Drontheimerstr. le. Grüne sind von uns als bei dem betreffenden Bostamt abzuholen angemeldet. die Kommission gewählt. Wiese", Schrader, Stralsunderstr. 63. Wasserturm", Schwarz, Straß- Die für den Vorwärts" bestimmten Tausch- Gremplare bitten wir an das burgerstraße 32. Einigkeit III", Wohlert, Herzfelde, Hauptstraße. Postamt Berlin S.W. 19 zu adressieren. Guter Tabat", Kupsch, Teltow, Hoher Steinweg 41. Gemütlichkeit V", Mier, Henidendorf, Kirchplatz. Klub 1900", Ruppert, Lindenstr. 87. Angler I", Buleger, Zimmerstr. 60. " Wilhelmstraße. Aus der Frauenbewegung. = Briefkasten der Expedition. Witterungsübersicht vom 21. Desember 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Adlershof. Die Mitglieder des Socialdemokratischen ArbeiterBildungsvereins, welche mit Beiträgen im Rückstand sind, werden ersucht, dieselben bis zum 29. Dezember an den Kassierer Neumann, Mezzerstr. 5 II, abzuführen, da am 1. Januar der Anschluß an den Central- Raucherbund. Buschriften an May Koch, Nixdorf, Hermannstraße 34. Sonnabend: Lange Pfeife", Rirdorf, Schröder, Knesebeck Central- Wahlverein stattfindet. straße 60.„ Glück Auf", Rirdorf, Noster, Stnesebecstr. 49." Frohsinn", „ Grüne Quafte", Lichterfelde, Schmidt, Rirdorf, Diet, Hermannstr. 115. Grüne Edelweiß", Lichterfelde, Voigt, Moltkestr. 33. Eiche", Zehlendorf, Küz, Berlinerstr. 1. Gemütlicher Qualm", Potsdam, Schaade, Zimmerstr. 2. Seemanns Luft", Potsdam, Luisenstr. 43, Gasthof. Germania", Tegel, Klippenstein. Arbeiter Turnerbund. 0 Sonnabend: Turnb." Fichte", Berlin. Hamburg abbs. 8-10 Uhr: 1. Männer Abt. Friedenstr. 37. 3. Männer- Abt. Berlin Frantf/ M. Reichenbergerstr. 131-132. 1. Ist eine tägliche ununterbrochene Mindest- Ruhezeit von zehn Boechstr. 17/20.- 7. Männer Abt. 2. Lehrlings: Abt. Stalizer: München Stunden festzusetzen. 2. Jeden zweiten Sonntag ist Gelegenheit 8. Männer Abt. Höchstestr. 36/37. Straße 55-56. 4. Lehrlings- Abt. Siemensstr. 20( Moabit). 5. Lerl.- Abt. Wien zum Besuch des Gottesdienstes zu geben. 3. In jeder Woche ist ein Aderftr. 67. Freie Turnerschaft Johannisthat" abds. 9-10 1hr Senft: Turnerschaft d. V.„ Nereus"( gegründet 1882), 1. Lehrlings: boller Ruhetag von 24 Stunden zu gewähren, und zwar von einem leben. Morgen bis zum andren. Die Aushilfe hat der Wirt zu bezahlen. 4. Jede Abteilung 8-10 Uhr abds. Manteuffelstr. 7. ,, Arb.- Turnb." in Adlershof, Kellnerin hat eine zweijährige Lehrzeit zu leisten( als Biermädchen 2c.). Schmauser, Bismarcstr. 16, 82-10 Uhr abends. Die Münchener Kellnerinnen haben in einer Versammlung eine Petition an den Reichstag beschlossen, in der sie folgende Forderungen aufstellen: Barometers ftand mm Wind= richtung Windstärke Wetter 5 bedeckt Swinembe. 754 SSW 5bebedt 752 SS 75728 761 SW 5 bedeckt 2 bedeckt Zemp. n. G. 5° C. 4° Stationen T Barometer stand mm Wind richtung Windstärte 5 Haparanda 735 7 Petersburg 4 Cort 2 Aberdeen 765 SSW 1wolfent- 2 Baris 768 2 Nebel 7563 11 Wetter Temp. n. C. 15° 6. 4° 9. 2 Regen 1 3 heiter Wetter- Prognose für Sonnabend, den 22. Dezember 1900. Zunächst etwas wärmer, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Regenfällen und frischen westlichen Winden; später etwas Regen. Berliner Wetterbureau. anen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber einziger Sohn, der Tischler Max Schönauer fnt Alter von 20 Jahren am 19. Dez. nach langem Leiden gestorben ist. Hugo Schönauer und Frau. Die Beerdigung findet Sonntag, 23. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Salle des Neuen Jerusalemer Kirchhofs, Hermannstraße aus statt. Dentfer Holzarbeiter Verband. = Den Migliedern zur Nachricht, daß der Kollege Tischler Max Schönauer 285/10 am 19. b. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnach: mittag 3 Uhr von der Leichenhalle des neuen Jerusalemer Kirchhofs, Rirdorf, Hermannstraße, aus statt. Ferner verstarb der Kollege Tischler Julius Neumann aut 17. d. M. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. d. M., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Marfus Kirchhofs in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarb.- Verband. Zahlstelle Cöpenick. Todes: Anzeige. Allen Kollegen die traurige Nach richt, daß unser langjähriges Mitglied Karl Judis nach Taugem Leiden im 47. Lebensjahre an der Proletarier Krankheit perschieden ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Charlottenstraße 10, aus statt. 285/9 Uut recht zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Beerdigungs- Verein Berliner Zimmerlente. Am 20. d. Mr. verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Herr Hermann Hampe. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. d. M., nachmittags 312 Uhr, bom Trauerhause, Münchebergerstr. 6, aus nach dem Georgenkirchhof an der Landsberger Allee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 16876 Der Vorstand. 3. Weihnachts: Feiertag, 7 Uhr, Hallesches Thor: Vormittags Tour nach Groß- Lichterfelde. Donnerstag, den 3. Januar: General- Versammlung bei Wilke. 28/16 Neuwahl des Vorstands und der Fahrwarte. Nächsten Montag und Mittwoch feine Poliklinik, dafür Donnerstag, den 27. d. 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