Hogan of y trata din lemn si la det stud 17. Jahrg. Nr. 302. ilginal dos antimpla SAO: In 1 of midolla toidudung ein Ionit med maldita ng ma il vallsisij Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit luftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartat. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für basi übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erscheint täglich außer Montags. 路 7500 15 Jio Jbrdsa Vorwärts asd diedoj thin dan n $ 4in Berliner Volksblatt. __Berliner Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rotonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsa und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Deutsche Staatskunst. in dund Im letzten Jahre fand der deutsche Zickzackkurs zum erstenmal die Gelegenheit, sich in der Behandlung tiefeinschneidender auswärtiger Verwicklungen zu zeigen. Läßt fich, wenn auch nur von dem niedrigen Standpunkt diplomatischer Geschicklichkeit, behaupten, daß er sich hierbei hervorgethan habe? Werfen wir ein paar Blicke nach rückwärts. Im Juni und Juli begannen die chinesischen Wirren, Retteler wurde ermordet, die Gesandten eingeschlossen 2c. So günstig dieſe Ereignisse für die rufſiſchen Pläne waren, so wenig paßten sie England, dessen Kräfte durch den Boeren frieg in Südafrika festgehalten wurden. Aber wozu gab es denn in Berlin so ausgezeichnete Diplomaten! So erhielten denn die englischen Telegraphenagenturen den Wink, einmal einen richtigen Radau zu machen, damit der deutsche Aar Sonnabend, den 29. Dezember 1900. beurteilen zu können, muß man Botschafter, Gesandter gewesen sein, bei Hofe Hände gefüßt, Lawntennis gespielt, Cotillon getanzt haben und zwei große Diners an einem Tage vertragen können. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. nicht nur dem Parteiegoismus und den unvernünftigsten Belleitäten einen Freibrief ausstellen, sondern zu einer Art politischer Erpressung geradezu herausfordern. Wenn in den lezten Jahren der Uebermut nicht uur des Cenan dem allgemein verbreiteten Glauben, gelegen, daß fürft Hohenlohe unter keinen Umständen eine Reichtags- Auflösung Da aber die rauhe Wirklichkeit sich auch hier wieder auftrums, sondern auch der Socialdemokratie ins die Seite des Umsturzes" stellte, so blieb und bleibt den tiugen Khali Diplomaten doch nichts übrig, als fachte und langsam eine ihrer harten Bedingungen nach der andern fallen zu lassen, bis zuletzt fast nichts mehr übrig sein wird. Wenn wir auch nur einen kleinen Bruchteil der 350 Millionen, die der Flug des deutschen Aars gegen Often" tostet, wieder erhalten, müssen wir zu tot froh sein. wahrscheinlich werden wir nicht einmal dies bekommen, so daß der deutsche Aar den größeren Teil seiner Reise am Ende selbst wird bezahlen müssen. 3900 befürworten werde. Doch das war nur ein Glaube. Auf welche Schädigung der Regierungs- Autorität, wir uns erst gefaßt machen, wenn jest bie Bermeibung aller inneren Krisen ausdrücklich als Regierungsmagime proflamiert würde! Man hat vom Grafen Bülow eine feste, traftvolle Politit auch im Innern erwartet. Vor allem hoffte man, daß unter ihm die Social# list112 idin C881 So mag den Berliner Staatsmännern" ebenso wie bei dem Gedanken an Walderfees Rückkehr bei jenem an den demokratie wieder als das behandelt werden würde, was zornentbrannt gegen Often fliege und Friedensschluß eine leichte Gänsehaut über den Rücken laufen. fie ist. Jene Magime würde das Gegenteil von Kraft dort dem russischen Bären, dem das englische Ein- Wo wird die furchtbare Sühne bleiben? werden sie sich mit und Festigleit befunden und ist schon aus diesem Grunde horn dermalen nicht antonnte, ein Paroli biete. Die braben einem Seitenblick auf die allezeit spottlustige Opposition mit der Person des jetzigen Reichstanzlers unvereinbar. Männer am Telegraphen thaten mit Vergnügen, wie ihnen fragen. Wir haben uns von Anfang an in der Beurteilung des Grafen geheißen, fie logen, daß sich die Balken bogen, und siehe da, Doch wie es sich für einen richtigen Zickzackfurs, der Bülow keinerlei Illusionen hingegeben und wir zweifeln nicht, daß drohend erhob sich der deutsche Aar und rausche zum Entzücken heute das und morgen das gerade Gegenteil thut, geziemt, unsre Beurteilung seiner Persönlichkeit dem Herrn Reichskanzler inder englischen Diplomatie wutentbrannt gegen China. Ja, jo zeigte die fgl. preußische Staatskunst neben der großen mitten der Dithyramben, die ihn von allen Seiten überströmten, der deutsche Aar machte es sogar. noch viel fräftiger, als Sige, die sie in China entwickelte, auch eine eisige Stälte, und höchst unangenehm ist. Das allerdings glauben wir ihm nicht verEngland es erhofft hatte. Obwohl Deutschland die ge- zwar bei der Reise des Präsidenten Krüger nach Europa. fagen zu sollen: die höchsten Hoffnungen der Scharfmacher wird er ringsten Interessen in China hatte, schickte es dennoch Wir gehören gewiß nicht zu jenen jugendlichen Schwärmern, faum erfüllen wollen. Denn die Scharfmacher wollen die innere nach und nach 25 000 Mann dorthin, so daß es jetzt die da meinen, Deutschland solle wegen der Boeren den Krieg Krise, wollen die ausnahmegesetzliche Unterdrückung der Arbeiterbon allen Nationen das stärkste Expeditionscorps aufweist. an England erklären. Aber trotzdem bleibt bestehen, daß die affe, die Beseitigung des Reichstags Wahlrechts, den Staatsstreich. Außerdem lieferte Deutschland auch noch den sogenannten übertriebene Kälte des Zickzackurses gegen Krüger ebenso Solche Sachen sind dem Grafen Bülow denn doch allzu Oberfeldherrn der sogenannten Verbündeten. Man fommt hier wirklich in die Versuchung, zu fragen, ben chinesischen Wirren. fehlerhaft und beschämend war, wie die übergroße Hige bei figlich. ob denn den Berliner Staatsmännern" die Weltgeschichte Herr v. Bülow, der hier wie dort der verantwortliche und auch diejenige Preußens ein unentdeckter Erdteil ist. Die Leiter war, hat zweifellos beide Mal die falsche Temperatur Vergangenheit lehrt mit ehernen Lettern, daß solche Stoalitionen, erwischt. Es ist ja möglich, daß er das zweite Mal so talt wie die gegen China gerichtete, faft ausnahmslos versagen war, weil er sich das erste Mal die feinen Diplomatenund die Oberfeldherren derartiger Bündnisse geradezu fingerlein so böse verbrannte, aber immerhin ist die brenzlige flägliche Rollen spielen. Wir erinnern an die Bündnisse gegen Thatsache unleugbar, daß der Zickzackfurs bei den ersten Gaunereien unfägliches Unheil über zahlreiche Familien gebracht Friedrich II. von Preußen, an die Koalitionen gegen die erste ernſteren Proben, die ihm die auswärtige Politik stellte, hat, wie bekannt ein bewährter Mann von dreimal gefiebter Christfranzösische Republik, wo Friedrich Wilhelm II. von Preußen kläglich versagte. Und wenn die Khakimänner schon lichkeit gewesen: Religion ist Geschäftsfache. den berüchtigten Separatfrieden zu Basel abschloß und seine bei solchen doch sehr flat liegenden Fällen mit vollendeter Verbündeten einfach im Stich ließ. Wir weisen ferner auf Virtuosität das Unrichtige treffen, wie wird es erst dann die erbärmlichen Verhältnisse hin, unter welchen Schwarzen werden, wenn wirklich verwickelte Situationen ihrer warten? berg gegen Napoleon I. fommandieren mußte. Die Briefe, die der arme Generalissimus der Befreiungskriege an seine Frau schrieb, in denen er sich bitter beflágte, daß er nicht den richtigen Gehorsam finde, ja daß ihm mancher seiner Untergebenen sogar einen tüchtigen Hereinfall wünsche, geben eine interessante Illustration für die Stellung solcher Oberfeld- ins adult herren". " Aber obwohl die Geschichte die fast ausnahmslose Wert Iosigkeit militärischer Koalitionen darthut, trotzdem sie das Oberkommando über solche vereinigten Truppen als ein Unglück erscheinen läßt, hat der Zickzackkurs sich dennoch mit ganz besonderem Eifer am China- Abenteuer beteiligt und fogar den Generalissimus präsentiert. siut klar G Politische Mebericht. dung miturile Berlin, den 28. Dezember. Graf Bülow il maldad gaiss macht Anspruch, für die innere Politik Sphing zu spielen. Er hat Schonzeit für sich verlangt und die Parteien sind im allgemeinen geneigt, ihm diese Schonzeit zu gewähren. Auch vir wollen geru dem Wunsche des Reichskanzlers nachkommen, daß man ihn doch noch nicht kenne und abwarten möge, obschon wir nicht fehl gehen werden, wenn wir annehmen, Graf Bülow werde sich möglichst gewandt zwischen den Gegensägen innerpolitischen Lebens hindurch zuschlängeln versuchen, aber nimmermehr eine selbständige, einheit liche Politik, welcher Art auch immer, betreiben. 4 Vor allen Dingen teine inneren Krisen!" Die Bescherung liegt denn jetzt auch vor uns. Von einem wirklichen Oberbefehl des Grafen Walderfee kann keine Rede sein, die Russen, Amerikaner und Japaner haben sich Nun hat die Münchener Allg. 8tg." das Nätfel der Sphing ein einfach empfohlen, ohne Se. Excellenz um die Erlaubnis zu wenig lüften wollen und hat mitgeteilt, Graf Bülow habe un bitten; eine kleine Mitteilung, daß die Herrschaften nicht mittelbar nach seinem Amtsantritt als seine Meinung mid Absicht mehr dableiben werden, mußte dent Oberfeldherrn" ge- erklärt: ht nügen. Kurz, für den deutschen Weltmarschall bleibt nichts übrig als die Bestätigung einiger Todesurteile und Dies Wort fan Graf Billow sehr wohl gesprochen haben. Er die Anordnung längerer Marschübungen, bei denen ist gewiß nicht für Krisen, wenn sie kritisch werden. Wenn etwas nebenbei auf kampfunfähige Borer geschossen wird. Wir den Schein des Erfolges für sich hat, würde Graf Bülow es untersind der festen Ueberzeugung, daß der Herr Graf schon nehmen, wäre es noch so tritisch". Es würde uns nicht wundern, längst wieder heimgekehrt wäre, wenn man nur wüßte, wie wenn Graf Bülow eines Tags sich für die Nevolution erklärt. Er man ihn ohne furchtbare Blamage nach Hause bringen würde sich am nächsten Tage ebenso gut für die Reaktion er fann. Es wäre doch ein beißend tomisches Bild, wenn der flären. Generalfeldmarschall, der im August mit so lautem Tamtam Immerhin hat das Wort:" Vor allen Dingen teine inneren und Trara in den Krieg" zog, nun heimkommen würde und Krisen" die Scharfmacher unangenehm erregt. Die Berl. feine großartig angekündigten Thaten im Grunde nur Neueste Nachrichten" geben sich den Anschein, als glaubten barin bestünden, daß er auf einem Extradampfer mit größtem sie nicht an den Ausspruch des Grafen Bülow. Sie sagen: sid Komfort nach China fuhr und dort, unterstützt von einem Koch, der jährlich 10 000 Mart bezieht, einige Monate im taiserlichen Palast zu Peking residierte. Diese wirklich an den Fasching erinnernde Heimkehr des Weltmarschalls, auf die sich sämtliche Wizblätter und Karikaturenzeichner jett schon freuen, wird dem Khakikurs freilich nicht erspart bleiben, mag er auch noch so lange mit der Rückberufung Sr. Excellenz zögern. Das einzige Mittel, mit dem die Lächerlichkeit der Situation einigermaßen verschleiert werden könnte, wäre ein Friedensschluß, der Deutschland große Vorteile brächte. Daran ist aber gar nicht zu denken. " Auch der Friedensschluß wird der Berliner Diplomatie eine schwere Blamage eintragen. Von Anfang an war es flar, daß gegen China, von dem jeder der übrigen Berbündeten" im Geheimen Vorteile erhofft, wirklich harte Friedensbedingungen gar nicht durchzusetzen sind. Auch ist China viel zu groß, als daß man hier mit einer Kriegsführung bis zum Weißbluten, das sich nur durchführen läßt, wenn man das ganze Land in der Gewalt hat, kommen tönnte. Doch was fümmert sich der pfiffige Zickzackfurs um solche Erwägungen, die in der socialdemokratischen Presse sehr oft zu lesen waren. Was verstehen denn die Socialdemokraten von solchen Dingen. Um so etwas Gottes Segen bei Sanden. Wer es heute bei uns in höheren Kreisen zu Ansehen und Gold bringen will, muß fromm, fehr fromm, äußerst fromm sein. Je dider der gottselige Auftrag, um so größer der Erfolg. So ist denn auch der Kommerzienrat Sanden, der durch seine Aber nicht nur Sanden, sondern auch seine Gemahlin, die jetzt die Befizerin der 30 Millionen sein soll, war von dieser kirchlichen Jubrunst angesteckt, und anstatt von ihrem toloffalen Vermögen den Opfern des frommen Schurken etwas zukommen zu lassen, giebt sie ihnen Wechsel auf den lieben Gott. An ein älteres Fräulein, das den größeren Teil ihrer in schwerer Arbeit verdienten Ersparnisse bei der Sanden- Bant angelegt und das mit der Frau Sanden persönlich bekannt war, schrieb die würdige Dame den folgenden Brief: 1/11 " Potsdam, Marienstraße 11( Datum fehlt). Heute erhielt ich Ihren Brief, aus dem ich ersehe, daß Sie in ebenso schwerer Sorge sind, wie wir selbst! Gott der Herr allein kennt diejenigen, durch deren Verschulden mein armer Mann, der stets einem jeden ein Muster in Pflichttreue, Fleiß und Gewissenhaftigteit fein konnte, in diese so schreckliche Lage gebracht worden ist. Ich bin überzeugt, wenn Sie meinen Mann kennen würden, Sie würden es bereuen, auch Hur ein Wort der Anschuldigung fiber ihn geäußert zu haben. Er, dessen größte Freude es war, au helfen, sollte sich an fremdem Hab und Gut versündigt haben? Das tönnen mur Leute sagen, die ihn nicht kennen, oder solche, die gewissenlos genug find, absichtlich Böses zu thun. Sie beurteilen die Lage der Banken aus Zeitungsberichten, die in gehässiger und übertriebener Weise die Sache darstellen, und gerade diesen Beitungsberichten ist es zu verdanken, daß die Papiere so gefallen find. Eine genaue Darlegung der Verhältnisse wird erst in nächster Zeit stattfinden und Sie werden daraus ersehen, daß die Bant nicht so schlecht dasteht, wie es bisher geschildert ist. Sie schreiben, mein liebes Fräulein, mein Mann befäße 20 Millionen, er hat nicht den zehnten Teil davon und alles, was er hatte, ist bereits in die Bank gegeben(??) und sogar auch mein Besitztum mit angegriffen worden. Daher, mein liebes Fräulein, treffen mich Ihre schweren Anschuldigungen nicht, denn ich habe ein rubiges Gewissen und ebenso erträgt auch mein Mann diese schwere Prüfung mit Ergebung und in festem Vertrauen auf unfres Herrn und Gottes Hilfe. Wir sind nicht nur in ebenso trauriger Lage wie Sie, mein liebes Fräulein, sondern wir müssen noch Schmähungen und Befchimpfung über uns ergehen lassen, die wir, Gott weiß es, nicht verdient haben. Mein liebes Fräulein, verlieren auch Sie nicht das Gottvertrauen! Wenn wir alle Gott den Herrn bitten, daß er der gerechten Sache den Sieg verleihe, so wird er uns nicht verlassen, sondern uns gegen unsre Feinde beschüzen, die uns zu verderben trachten. Das ist ein zwar negatives Programm, aber doch ein Programm von außerordentlicher Tragweite. Innere Krisen zu verhüten oder ihnen aus dem Wege zu gehen, tann unter Umständen sehr verdienstlich sein, unter Umständen aber auch nicht. Die auswärtige Lage tann gebieten, selbst solche innere Krisen, die der leitende Minister für unvermeidlich hält, einstweilen zurückzustellen. Für einen Staatsmann, der sich, wie der deutsche Reichstanzler, in der einzigartigen Situation befindet, für die Politik in der einzigartigen Situation befindet, für die Politit eines großen und durch seine geographische Lage dauernd gefährdeten Reichs allein die Verantwortung zu tragen, wird es überhaupt stets ein sehr begreiflicher Wunsch sein, von inneren Schwierigkeiten verschont zu bleiben. Aber dieser Wunsch wird Schwierigkeiten verschont zu bleiben. Aber dieser Wunsch wird Daß Gott der Herr uns alle, die wir auf ihn hoffen, in bei einem groß veranlagten Staatsmann nicht seinen gnädigen Schuh nehmen und uns helfen möge, erfleht dahin führen, innere Krisen um jeden Preis zu vermeiden. Wir täglich in heißen Gebeten Frau M. Sanden, geb. Felzer." find deshalb, trop der besten Quelle", zweifelhaft, ob Graf Bülow droMan muß gestehen: des Herrn und der Frau Sanden fromme wirklich gesagt hat: Vor allen Dingen" feine immeren Ehe ist durch eine rührende Seelenverwandtschaft ausgezeichnet. Den Strijen. Wenn möglich, teine inneren Krisen!" würde guten Sanden hat Gott der Herr troß seiner Frömmigkeit zu Schanden uns wahrscheinlicher vorkommen. Wir nehmen an, daß dieser werden lassen, er hat sein Letztes verloren, und auch die Frau Ausspruch, falls er überhaupt gefallen, Personenfragen Gemahlin hat sogar ihr Besitztum nämlich die 30 Millionengegolten hat. Ein leitender Staatsmann, der bei seinem Amts- angegriffen. Wie billig und bequem ist es doch, die drängenden antritte eine grundsätzliche Scheu bor allen Mahner an den Segen des Himmels zu verweisen, der verlangt inneren Krisen fundgeben wollte, würde dadurch kein Geld! Der moderne Hiob ä la Sonden erträgt mit Gednld und Hin- gebnng die furchtbaren Schickungen des allmächtigen GotteS, nachdem er vorher für alle Fälle--- ein Vermögen von 30 Millionen bei Frau Hiob in Sicherheit gebracht hat! So wird auch das Veräußerungsverbot, daß über Herrn Sauden verfügt worden ist, wenig fruchten, da der Millionen-Schatz von Gottes Segen bei Frau Sauden in guter Hut ist; die jetzt ver- botene„Veräußerung und Entfernung von Bestandteilen seines Ver- mögens" ist eben bereits früher erfolgt. Letzt wird nur noch wenig zu holen sein. Aus Potsdam wird ferner über die Affaire berichtet: Es wird jetzt das Gerücht kolportiert, daß auch städtische Gelderin den Banken an- gelegt und verloren gegangen seien. Aus dem Grunde soll die ganze An- gelegenheit in der heutigen Stadtverordneten-Versammlung zur Sprache gebracht werden. Der Magistrat kann die beruhigende Versicherung abgeben, daß städtische Gelder bei der Affaire nicht in Frage kommen. Dagegen wird schon jetzt eine wesentliche Erhöhung der Steuer- zuschlüge für das nächste Jahr angekündigt, die man direkt auf die Ausfälle der städtischen Steuerkasse zurückführt. Es kommt dabei nicht nur der Steuerverlust der Direktoren Sauden und Warsinski in Betracht, sondern auch der Minderbetrag, den die Selbst- einschätzung der Leidtragenden bei dein Krach ergeben wird und der bei den eigenartigen Potsdamer Geldverhältnissen ganz erheblich ins Gewicht fällt.— Uebrigens hat Sauden auch an heiliger Stätte ein Denkmal. Am 9. Mai 1894 wurde, wie die„Volks-Ztg." berichtet, in der Pfingstkapelke, die inmitten„milder" Stiftungen am Fuße des Pfingstbergs steht, eine Ehrentafel errichtet, die mit goldenen Lettern auf schwarzem Marmor folgende Worte enthält: „Zum ehrenden Gedächtnis dem Bankdirektor Eduard Sanden". Die Tafel wird man nun wohl an der Wand einer Kcrkerzelle anbringen. Freiherr v. Mirbach gehörte mit zahlreichen andern Hof- beamten am ersten Feiertage zu den andächtigen Zuhörern des Lieblingspredigers Sandens, des Pfarrers Kritzinger, der ernste Be- trachtungen über freie Liebe fSternberg) und plötzliches Unglück in Palast und Hütte sSanden) anstellte. Sollte Pfarrer Kritzinger wirklich nur über das angerichtete Unglück und nicht auch über das Verbrechen des Unglücksstifters gc- redet haben, der seiner freien Liebe zum Golde Tausende von Menschen opferte! Ueber die bankrotte Hofbank„Anhalt u. Wagner Nächst." ist die außergerichtliche Liquidation beschlossen worden. Der heute erschienene Nevisionsbericht der Vertrauenskommission der Aktionäre der deutschen Grundschuldbank entwirft ein düsteres Bild von der heillosen Mißwirtschaft der frommen Gründer. Ein abschließendes Urteil über die Lage der Institute wird nicht gefällt, es scheint aber, daß für die Pfandbriefinhaber wenig oder nichts zu retten ist. Das Ehepaar Sanden wird sich vermutlich auch über diesen Umstand händefaltend mit dem frommen Spruch hinweg- trösten: Der Herr hat'S gegeben, der Herr hat'S genommen I— Die Korrektur des Löbtancr ZuchthauSurteils. Ein Privattelcgramm aus Dresden meldet uns, daß die Bau- arbeiter Pfeifer und Leiber am Freitag auS dem Zuchthause zu Waldheim entlassen wurden. Damit ist wieder ein Stück von dem Urteil des Dresdener Schwurgerichts, das im Anfang des Jahrs 1899 nicht nur in ganz Deutschland, sondern weit über dessen Grenzen hinaus, bis über den Ocean hinüber ein gewaltiges wie berechtigtes Aufsehen erregte, durch eine bessere Einsicht korrigiert worden. Als im Reichstage bei der Beratung des Justizctats das un- heimliche Urteil zur Sprache gebracht wurde und namentlich unsre Parteigenossen ihrer Entrüstung darüber Worte liehen, die, so be- rechtigt sie waren, doch nur von der Tribüne des Reichstag? aus möglich waren, da sprach der sächsische Bundesrats- Bevollmächtigte, Generalstaatsanwalt Rllgcr, die vermessenen Worte: „Sie mögen sagen was Sic wolle»: Ihr Einstuft reicht jedenfalls nicht so weit, daft sich die Thore deö Zuchthauses auch nur eine Viertelstunde früher für die Verurteilten öffne» werden." Diese Worte des sächsischen Justizvertreters wie die Rede seines damaligen Sekundanten, des Herrn v. Stumm, wie die Stellung- nähme der Scharfmacherpresse, sie drückten dem Urteil vollends den Stempel auf, den es für immer tragen wird und der es als eine Handlung zeigte, die aufreizender wirkte, wie alle Reden aller social- demokratischen Agitatoren zusammengenommen. DaS Urteil besteht und seine Wirkungen für die Beurteilung des Klassenstaats sind nicht zu beseitigen. Aber die schweren Leiden der Opfer dieses Urteils können gemildert werden und eine bessere Ein- ficht macht ihren Einfluß in dieser Richtung geltend. Nicht glauben wir— darin sind wir mit dem sächsischen Herrn General- Staats- anwalt einig—, daß unser Partei- Einfluß den armen Verurteilten die Thore deS Zuchthauses sogar um mehr als eine Viertelstunde früher geöffnet hat; wohl aber glauben wir, daß sich in der sächsischen Regierung die menschliche Einsicht Bahn gebrochen hat, daß es nicht im Interesse des heutigen Staats liegt, eine solche Anwendung der Justiz, wie sie dieses Urteil darstellt, noch zu be- kräftigen durch den besonderen Trumpf: Nun erst recht! Die sächsische Regierung hat sich anscheinend zu der Einsicht erhoben, daß wenn irgendwo, dann einem solchen Urteil gegenüber eS am Platze ist, Gnade für Recht ergehen zu lassen. Wir begrüßen diese Einsicht im Interesse der armen Verurteilten mit Befriedigung. Noch schmachten 6 der Opfer im Zuchthause. Begnadigt wurden bereits die zu je vier Jahren Gefängnis verurteilten G e i ß l e r und Hecht. Die jetzt Entlassenen waren zu je 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zuchthause sitzen noch Karl W o b st und Johann G e d l i ch, verurteilt zu 7 Jahren Zuchthaus, Karl Moriz, verurteilt zu 8 Jahren Zuchthaus, Friedrich Schmieder, ver- urteilt zu 9 Jahren Zuchthaus, und Ernst Z w a h r, verurteilt zu 10 Jahren Zuchthaus. Möchten sich auch ihnen bald die Thore deS Zuchthauses öffnen. *« Deutsches Weich. Ueber den ReichstagS-Tchluft wird bereits in den Blättern geredet. Die Regierung soll die Absicht haben, den Reichstag zeitig im Frühjahr zu schließen und frühzeitig im Herbst zur Beratung des Zolltarifs wiedereinzuberufen. Die„Deutsche Tageszeitimg" ist über diese Absicht recht un- zufrieden. Wahrscheinlich fürchtet sie, daß die Hinausschiebung der Zolltarifsberatungen zu einer Ueberrumpelung der Agrarier führen könne. Welche Pläne auch immer die Regierung in dieser Hinsicht ver- folgt, jedenfalls ist eine durchaus gründliche Beratung des Zolltarifs zu'fordern.— Die ewige Kanaldorlage soll dem preußischen Landtage sofort nach seiner Eröffnung zugehen. Die„Post" organisiert bereits wieder die Niederlage dieses erweiterten Produkts des unbeugsamen Willens deS preußischen Staatsministeriums. Fürst Hohenlohe hat seine Hoffnung betrogen. daß er das Zustandekommen des Werks durchsetzen werde, und da fein Nachfolger. Graf Bülolv. viel zu höflich ist, um eine„innere Krisis" zu' riskieren, so wird eS noch lange dauern, bis der erste Tropfen Wasser sich in den Mittelland-Kanal und seine Fort- führungen ergießt. Die Junker werden zum mindesten den Kanal als Pfandobjekt für die Handelsverträge einbehalten.— Ter chinesische Konflikt hat sich in erschreckender Weise ver- schärst. Der Pekinger Korrespondent von„LaffanS Bureau" ver- breitet die Meldung, daß zwischen dem Feldmarschall Grafen Walder see und dem deutschen Gesandten in Peking, Herrn Mumm v o n S ch iv a r z e n st e i n. Differenzen entstanden sein sollen, da dieser den Vorrang vor dem Grafen Waldersee beanspruche. Jetzt werden nun endlich die erstarrten Chinesen einsehen, wie viel höher unsre europäische Kultur steht. Dem Grafen Bülow aber wird nichts weiter übrig bleiben, wenn sich die beiden Herren nicht nach Hunnenart ohne Pardon an die Gurgel springen sollen, als schleunigst nach Peking zu reifen und den für die zukünftige Entwicklung' Deutschlands von unberechenbaren Folgen scheinenden Konflikt friedlich beizulegen. Endlich einmal eine würdige Aufgabe für ein staatsmännisches' Genie!— Zum Berliner Bankkrach. An? Straßbnrg i. E. wird uns geschrieben: Zu den Geprellten beim Krach d.er Preußischen Hypotheken- und der Deutschen Grundschnldcnbank gehören auch eine Reihe von Gemeinden und Kirche nfabriken Elsaß- Lothringens. Seitens der reichsländischen Verwaltungsbehörden, denen ein Aufsichtsrecht über die Verwendung und Anlage öffent- licher Gelder zusteht, hatte man von jeher dahin gewirkt, daß diese preußischen Geldinstituten zugeführt lvurden. Denn dort— so hieß es— werde musterhaste Ordnung gehalten und könne von Schwindel keine Rede sein. Jetzt, da der Krach da ist, beklagt man sich im Lande bitter darüber, daß die Gläubiger der verkrachten Banken von unsren Behörden, die ihnen seiner Zeit den Weg nach Berlin gewiesen hatten, nicht rechtzeitig auf die Unsicherheit ihrer Geld- anlagen aufmerksam gemacht und dadurch schwer geschädigt worden sind. Zweierlei Maft. In seinem kriegerischen gegen den Grafen PosadowSky gerichteten Manifest hatte Herr Bncck, der General- sekretär des Centraiverbands, auch die niedliche Enthüllung beiläufig angebracht, daß die Agitation für den russischen Handelsvertrag im Auftrag des Reichsamt's des Innern auch teilweise finanziell vom Centralverband ausgehalten worden sei. Jetzt führt die„Deutsche Tageszeitung" Klage, daß „die Presse" diesen Fall von Korruption mit Stillschweigen übergehe, und bemerkt: „Es ist still über den Wassern geblieben, wie eS damals allerorten still blieb, als Herr v.Bötticher die Unterstützung des Central- Verbands in der Agitation für die Handelsverträge suchte und fand. Es ist uns kaum je ein bezeichnenderes Beispiel des Messens mit zweierlei Maß oder der P o I i t i k mit doppelte in Boden vorgekommen, als dieses. Als der Direktor v. Wocdtke die Unterstützung des Ccntralverbands erbat und erhielt, da handelte es sich um ein Gesetz, das in erster Linie bestimmt war, die Autorität des Staats gegenüber einer maßlosen Verhetzung zu stärken. Als Herr v. Bötticher die Unterstützung desselben' Centraiverbands in Sachen der Handelsverträge suchte und fand, handelte es sich um ein außerordentlich bestrittenes Vorgehen ans wirtschaftlichem Gebiet, daß anerkanntermaßen einer Interessengruppe sehr förderlich, der andern aber schädlich war. Wenn das Vorgehen Wödtkcs zu verurteilen war, so war es das damalige des Herrn v. Bötticher doppelt und dreifach. Das Schweigen der Presse in diesem Fall beweist, daß ihre Entrüstung in jene m künstliche Mache zu einem bestimmten Zwecke war." Die„S t a a t S b ü r g e r- Z e i t n n g" nimmt diese Beschwerde ans, redet aber nicht mehr allgemein von der„Presse", sondern behauptet in ihrer durch unergründliche Dummheit verschärften Verlogenheit, daß auch die socialdemok ratische Presse jene Stelle des Bueck-Briefs geflissentlich verschwiegen habe. Sofern die liberale und freisinnige Presse in Betracht kommt. ist— auch nach unsren Beobachtungen— die Beschwerde der gc- nannten Blätter begründet. Die soci'aldemokratische Presse aber hatte so wenig Anlaß, mit ihrem Urteil über diesen neuen Fall von Korruption zurückzuhalten, da gerade der„Vorwärts" zu aller- erst im Leitartikel vom 20. Dezember auf diese bedeutsame Stelle des Bueck- Briefs die Aufmerksamkeit lenkte. und zugleich an die Agrarier, die den Grafen Posadowsky im 12 000 Mark- Fall ver- teidigten, die ironische Frage richtete, wie sie sich denn zu dem ähn- lichen Vergehen des Vorgängers des Grafen Posadowsky stellten. Die Socialdemokratie mißt stets und überall mit einerlei Maß, das ist die Grundlage jeder principicllcn und ehrlichen Politik. Dagegen sind die Agrarier genau die gleichen Heuchler wie die von ihnen gerügten Liberalen. Zwar verurteilen sie es jetzt, daß Herr v. Bötticher den Centralverband die Agitation für den Handels- vertrag bezahlen ließ, den Grafen Posadowsky aber finden sie nicht schuldig. Tie unsaubere Intimität zwischen dem Centralverband der Industriellen und der Regierung ist für uns gleich verwerflich, mag es sich um eine ZuchthanSvorlage oder einen Handelsvertrag handeln. Vielleicht sehen aber nun auch die Agrarier die Ge- Ehrlichkeit dieses Verhältnisses ein und beantragen im Reichstag eine parlani entarische Enquete über die Be- ziehuugen der Regierung zum Centralverband in den' letzten Jahrzehnten. Unsrer Unterstützung in diesem Bestreben, Licht zu schaffen, können sie sicher sein.— Zwei Ereignisse. Die„Konservative Korrespondenz" beginnt ihre Betrachtung zum Jahreswechsel mit dem folgenden Satz: „Das zu Ende gehende Jahr hat zwei Ereignisse von hoher Bedeutung gezeitigt: die Großjährigkeits-Erklärung Sr. kaiser- lichen und königlichen Hoheit des d e u t s ch e n K r o n p r i n z e n und den Wechsel im R e i ch s k a n z I e r a m t e." Es wäre interessant, zu erfahren, welches der beiden das Jahr 1900 kennzeichnenden Ereignisse dem anitlichcn Organ der lon- 'ervativen Partei vergleichsweise wichtiger erscheint.— Ein Weihnachtsgeschenk für die Postbeamten. Podbielski t das Bedürfnis empfunden, seinen Unterbeamten anläßlich des eihnachtsfestes, das für diese ungeheure Mehrleistungen mit sich brachte, sein väterliches Wohlwollen kund zu thun. Gerade zur Weihnachtszeit sind nämlich den Poswnterbcamten der Berliner Postämter Cirkulare folgenden Inhalts unterbreitet worden: „In dem Erlaß des Herrn Staatssekretärs vom 15. Sept. 1898 wird ausdrücklich vor dem„Deutschen Postboten" gewarnt, weil dieses Blatt eine Haltung angenommen hat, die geeignet ist, bei den Unterbeamten das Vertrauen zu den Vorgesetzten zu erschüttern und Unzufriedenheit mit dem gewählten Lebensberufe zu er« regen. Nach einer Verfügung der kaiserlichen Ober-Postdirektion vom 14. Dezember(Gl. 13368) stimmt die Wochenschrift„Deutsche Reichs- post" inhaltlich mit dem„Deutschen Postboten" überein und fällt daher unter den obenbezeichneten Erlaß. Ich erkenne an, hiervon Kennwis genommen zu haben. Berlin," Gerade zu einer Zeit also, wo von den Kanzeln der Kirche herab den Menschen„ein Wohlgefallen" verkündet wurde, hielten es die oberen Verwaltungsstellen für besonders angebracht, den unteren Beamten durch diesen Erlaß auch ihrerseits ein besonderes Wohlgefallen zu bereiten. Oder muß es die betreffenden Beamten nicht mit freudiger Genugthuung erfüllen, daß ihre vor- gesetzte Behörde so fürsorglich darüber wacht, daß sie nicht geistiger Rahrnngsmittelfälschung zum Opfer fallen und sich die hohe Freude an ihrem selbstgewählten Berns durch Hetzblätter verderben lassen, die sich aufdringlich zwischen sie und ihre Vorgesetzten zu schieben suchen? Ein professioneller Nörgler könnte freilich meinen, daß das Vertrauen zu den Vorgesetzten und die Lust am Beruf in einem solchen Musterbetrieb so unerschütterlich in der Brust deS Unterbeamten wurzeln müsse, daß frivole Hetzereien ganz erfolglos bleiben müßten. und daß gerade ein Verbot, solche Blätter zu lesen, Mißtrauen und Zweifel erwecken könne. Aber Herr v. Podbielski weiß als ehe- maliger Husarenoberst, daß D i s c i p I i n die Säule nicht nur der militärischen Ordnung und der Quell alles Glücksgefühls ist.— Die Krise in groftindustrieller Beleuchtung. Ein Berliner Mitarbeiter der„Rhcin.-Westf. Ztg." urteilt über die gegenwärtige wirtschaftliche Depression folgendermaßen: „Das zu Ende gehende Jahr bedeutet besonders einen Wende- Punkt in unserm wirtschaftlichen Leben. Die gewaltige Eni- Wicklung, welche die deutsche Industrie und der deutsche Welt- Handel in dem verflossenen Jahrzehnt durchgemacht haben, ist zu einem vorläufigen Stillstand gekommen und es beginnen sich deutliche A n z ei ch e n eines c n t s ch i e d e n e n Rückgangs bemerkbar zu machen. Es sind nicht nur äußere Gründe, wie die kriegerischen Verwicklungen in Südafrika und China, die diese rück- läufige Bewegung hervorgerufen haben. Es sind auch innere Gründe dafür vorhanden, die leider darauf schließen lassen, daß die eingetretene Krisis noch weitere Fortschritte machen und nicht sobald beendet sein dürfte. Ucberall hat eine Ueberspannung der vorhandenen Kräfte stattgefunden, der eine Abspannung gefolgt ist. Zwar ist bisher ein förmlicher Krach vermieden worden, aber die wirtschaftliche Krisis, unter der augenblicklich ganz Deutschland— freilich nicht Deutschland allein'— zu leiden hat, ähnelt bereits ver- zweifeltjene m Krach, wie er vor 27 Jahren das junge Deutsche Reich heimgesucht hat. Wenn wir heute bis- her die Folgen dieser Krisis leichter ertragen haben, so liegt das wesentlich daran, daß der deutsche Nationalwohlstand seitdem ganz gewaltig erstarkt ist und gegenwärtig bessere Grund- lagen zur Ueberwindung des erfolgten Rückschlags gegeben sind, als vor einem Menschenalter." Mitten in diese Depression falle nun der Kampf um die Handelsverträge, dessen Leidenschaftlichkeit mit dazu beitragen werde, eine Gründung der wirtschaftlichen Verhältnisse hinauszuzögern. Voraussichtlich gehe man noch sehr ernsten, sehr schlimmen Zeiten entgegen. Nur durch„entschlossenen Widerstand" könne nian den Gefahren begegnen. Mehr Ursache als die von der„Rh.« Wests. Ztg." repräsentierten mißvergnügten Industriellen haben freilich noch die Arbeiter, gegen die zweispännige weltpolitisch- agrarische Politik den entschlossensten Wiederstand zu organisieren.— Ein Urteil über die Hunuenpolitik. Im Handelsgeographischen Verein in S t u t t g a r t hat dieser Tage in Anwesenheit des Königs von Württemberg der Geh. Hofrat Bälz aus Tokio einen Vortrag über die Ostasiaten gehalten, von dem zn wünschen gewesen wäre. daß ihn auch andre' gekrönte Häupter und deren verantwortliche Handlanger gehört hätten. In dem Vortrag führte der Kenner der ostasiatischcn Verhältnisse das Folgende aus: „Ein verhängnisvoller Fehler Ivar, daß man für die Missionäre Mandarinenrang und Sitz auf der Richterbank erzlvang. Die Art. wie das Christentum den in religiösen Dingen durchaus toleranten Chinesen entgegentrat, die Neuerungen alle, die man ihnen aufdrängte, der erzwungene Eiscubahnbau, die Wegnahme von Land, all das zusammen häufte einen Zündstoff auf, der früher oder später eine Explosion zur Folge haben mußte. Daß diese so nahe sei. hätte allerdings Bälz s e l b st nicht geglaubt, als er in Nagasaki dem Prinzen Heinrich von Preußen seine Meinung dahin aussprach. daßinChina über kurz oder lang ent wederein A r m i n i u s oder eine sizilia nische Vesper kommen w e r d e. Auch die Thätigkcit der europäischen Gesandten streifte der Redner und hob unter anderm hervor, welchen Eindruck eS auf die Chinesen machen mußte, Ivcnn der Doyen des diplomatischen Corps, der dem Tsnng- Li-Damen geradezu Befehle dtkttcrte, nach seinem Rücktritt als Geschäftsagent Krupps nach China zurückkehrte. Ueber die Art der jetzigen Kriegftihrung in China citierte der Redner Aenßcrungcn deutscher und eng- l i s ch e r Offiziere, die selbst von den Chinesen zu Krüppeln geschossen sich dennoch mit großer Sympathie für China sind mit Heller Entrüstung über daö barbarische Vorgehen der Europäer aussprachen. Auch ans die Gefahren wies der Redner hin. daß das O d i u m der ganzen europäischen Aktion schließlich ans demjenigen sitzen bleiben könnte, der das s ch ä r f st e Vorgehen zeigt. Die Engländer in den Küstenplätzen sehen das schneidige deutsche Vorgehen sehr gern, soweit es zu ihrem Schutze dient, aber sie verfehlen daneben nicht, die Chinesen eben gegen Deutschland aufzuhetzen. Diese ebenso sachkundigen wie verständigen Ausführnngcn eines Unbefangenen rechtfertigen' die socialdemokratische Taktik an dem China-Äbenteuer in allen Punkten. Hoffentlich vermittelt der König von Württemberg die durch den Vortrag empfangene Belehrung auch dein einen oder andren seiner gekrönten Herren Vettern.— Kultnrpioniere. Wie unsre Kreuzfahrer in China hausen, davon erzählen, nach. dem man den Soldaten die Möglichkeit geraubt hat, von den Vor- gängen in Ostasien zu berichten, jetzt erfreulicherweise die Kriegs- korrespondenten unsrer Khakiblätter. Hier ein paar Stil- proben aus einem Bericht, den ein Dr. Georg Wegner dem „Lokal-Anzeiger" gesandt hat: Jeder Ritt durch die Straßen Tientsins bietet neue über- raschende Bilder, von denen man nur bedauert, daß man ihren flüchtigen Wechsel so wenig festhalten kann. Sei es, daß'. man zu den Lägern hinausreitct, wo die Leute unter Zelten aller Art kampieren,' Ivo Feldschmiedcn, Feldbäckereien, Feldsattlereien, Pferdeställe«., gehe es, wie es gehe, improvisiert sind, wo sich die Offiziere ihre kleinen, notdürftig ausgebauten Kasinos mit Hilfe von allem möglichen chinesischen Kram. Beutestücken der verschiedenen Streifzüge und dergleichen aus- geputzt haben; sei eS, daß man ani Pciho entlang streift, wo ungeheure Mengen requirierter Dschunken schwimmen, wo rasch hergestellte Schisfsbrücken den Verkehr der Provia ntkolonnen über den Strom vermitteln müssen, wo ungeheure Haufen an Heu, Getreide. Mehl, Konserven, mit Matten bedeckt, aufgespeichert sind, von Posten bewacht......" „Die Schare» von KnliS selbst, die morgenS zu vielen Tausenden aus den noch unzerstörten Teilen TientsinS in das Feldlager der Europäer ziehen und abends dorthin wieder zurückkehren— eine lebendige Flut und Ebbe von Wesen, die bei ihrer Massenhaftigkeit, ihrem gleichartigen Aussehen. der UnPersönlichkeit, mit der sie in Bausch und Bogen von ihren Arbeitgebern(!) behandelt werden, kaum noch als Menschen erscheinen— selbst diese tragen die Flagge der Nation voran, von der sie engagiert(!) sind, seitdem es Gewohnheit geworden war» daft die Soldaten, wenn sie Arbeitskräfte brauchten, irgend welche Kulihaufen ans der Strafte aufgriffen und sie mit Prügeln zu ihrem Dienste zwange»... „Die Schwierigkeit der Sprache scheint für den gewöhnlichen Soldaten eine erstaunlich geringe Rolle zu spielen. Ein russischer Offizier, der auch Deutsch und Französisch verstand, erzählte mir. wie er einmal einem solchen Gespräch zwischen einem Russen, einem Franzosen und eineni Deutschen unbeobachtet hätte folgen können. Der Russe sprach begeistert von der riesigen Körperkraft seines verstorbenen Zars, Alexanders des Dritten:„Den hättet Ihr mal sehen sollen, der hatte Euch Muskeln", sagte er und fuchtelte dabei mit seinen Armen bezeichnend in der Luft herum.„Tres bien, rnon arni, tres bien", siel der Franzose noch lebhafter gestikulierend ein,„und wir lassen Euch nicht allein, wir stehen im Eurer Seite, Wenns zum Fechten kommt".„Tet stimmt", be- stätigte endlich der Deutsche ruhig nickend,„ich Hab' et immer jesa'gt, d-t Eenzige. wat der Chinese versteht, is Keile'." Und so plauderten sie seclenvergnügt weiter." Zur badischen Wahlrechtsfrage hat die badische Regierung die Dauer selbst die Großspurigkeit auf. Die im Parlament für die Jorten bezüglich der Agitation und auch in allen übrigen wichtigen ein Rundschreiben an die Amtsvorstände gerichtet, in dem sie darlegt, Fortjehung des Kriegs bewilligten weiteren 16 Millionen Pfd. Sterl. gewerblichen Fragen. Außerdem müßten die kleinen Zahlstellen in daß die Regierung feineswegs einer Aenderung des indirekten spielen natürlich an und für sich keine große Rolle, aber der ihrem Bestreben, die Lohn- und Arbeitsbedingungen am Orte zu Wahlsystems und der Einführung des diretten Wahlrechts Steuer zahlende Bürger, der bereits jegt unter verbessern, möglichst unterstützt werden, damit den großen Städten abgeneigt sei, sondern nur dem widerstrebe, daß das der schweren Last der Abgaben stöhnt und ächzt, nicht die Stämpfe durch Zuzug unnötig erschwert werden. Der Dele dirette gleiche Wahlrecht unter Voraussetzungen sieht mit Schreden in die Zukunft, die immer neue gierte von Fürstenberg a. O. schildert, daß die Agitation bei eingeführt werde, welche für den Fortgang eines gefunden Steuern und neue Tagen für ihn in petto zu den Korbmachern infolge der langen Arbeitszeit, des schlechten Vertonstitutionellen Lebens wesentliche Gefahren haben scheint. Von dieser Ansicht ausgehend, verwirft der en g- dienstes und dadurch, daß die Korbmacher am Ort und in der weiten mit sich bringen".. lische Geschäftsmann, foweit er nicht zu jener großen Clique der Umgegend sehr vereinzelt arbeiten, eine äußerst schwierige ist. Hier Diese Gefahren konnten durch, geeignete 8usäße" ver- Finangleute gehört, die in ihrem eigensten Interesse die englische müsse namentlich die Hausagitation betrieben werden, durch die man hütet oder doch wenigstens möglichst abgeschwächt werden. Oberherrschaft in Südafrika wünschen, schon längst die auch schon gute Erfolge erzielt hat. 8irtel Berlin weist darauf Als ein solcher ergänzender Zusatz tomme unter anderm ins- Chamberlainsche Politit, die dem Lande so ungeheure hin, daß eine ungeschichte Agitation mehr schadet als nüßt und er besondere eine Regelung in Betracht, bei welcher den durch das Opfer an Blut und Geld auferlegt. Die Ladenbefizer hält auch die Agitation in der Werkstätte während der Pausen nicht allgemeine gleiche direkte Wahlrecht in die Zweite Kammer zu und Kleineren Geschäftsleute in London, d. h. alle jenen Leute, die gerade für zweckmäßig. Hingegen seien periodische Werkstättenwählenden Abgeordneten ein kleinerer Bruchteil von Ab- unter dem großen Ausfall an Kundschaft und Verdienst seit Jahres- figungen von Nugen, zumal die Unternehmer durch die bekannten geordneten beigegeben wird, welche entweder von den frist zu leiden haben und vielfach ruiniert sind, schieben das traurige Mittel immer bestrebt sind, die in dem Betriebe beschäftigten Vertretungen der Kreisverbände und der größeren Weihnachtsfest, das sie jetzt begehen müssen, einzig und allein dem Arbeiter gegenseitig zu veruneinigen. Unter anderm müsse dahin Städte oder von den Vertretungen der wirtschaft- Ministerium des Lord Salisbury und der inneren Interessenwirt- gewirkt werden, daß der übermäßige Alkoholgenuß, wie er lichen Interessenverbände gewählt werden. Weiter schaft der großen Herren zu, die offiziell vom Ministersessel aus oder leider in verschiedenen Werkstätten grassiert und der die Arbeiter befagt der Erlag: privatim in ihren Comptoirs in der City von London oder in Süd- physisch und geistig schwächt und folgedessen sehr schwer für die Or afrika die Geschide Großbritanniens leiten... ganisation gewinnen läßt, eingeschränkt werde. Es müsse alles vermi sucht und geeignete Mittel angewandt werden, um die Organisation dauernd zu stärken und es soll nicht erst dann für die Erhöhung der Mitgliederzahl gewirkt werden, wenn eine Lohnbewegung in Aussicht steht, wo es unter Umständen schon zu spät ist und die gute Konjunktur sich schon wieder im Niedergang befindet. Der Regierung fann es nur erwünscht sein, wenn über die von ihr als Ergebnis reiflicher Erwägungen zur Sache eingenommene Stellung in der öffentlichen Meinung keinerlei Zweifel gelassen werden und wenn in den weiten Kreisen des Volts die Ueberzeugung zum Durchbruch gelangt, daß in absehbarer Zeit die Einführung des direkten gleichen Landtags- Wahlrechts nur verwirklicht werden kann, falls durch wirksame Ergänzungen der gedachten Art eine Gewähr für die ruhige Entwicklung des öffentlichen Lebens gegeben wird." at and in der Ausland. er unter anderm: " Frankreich. Afrika. Der Krieg in der Kapkolonie, über den sich auch heute wieder die englischen Telegraphenbureaus ausschweigen, gewinnt an Ausdehnung. Wenigstens wird aus Kapstadt gemeldet, daß über zwei weitere Distritte der Kapkolonie der Belage= rungszustand verhängt worden sei. Von Delegierten aus Brandenburg, Frankfurt a. D. und Berlin wurden die Vorteile geschildert, die sich aus dem persönlichen InEin englischer Korrespondent tabelt es, daß man De Wet nicht verbindungtreten mit den Kollegen, durch das System des Einganz ernst nehme. Es sei von geringem Nuzen, ihm zu folgen, taffierens der Beiträge in den Wohnungen und durch die persönliche da er ein Arrieregarden- Gefecht liefere und während dessen zwanzig lleberbringung des Fachorgans ergeben haben. Außerdem wurde Meilen Vorsprung gewinne. Wenn man nicht mindestens darauf hingewiesen, daß bei der Wahl der Vertrauenspersonen 10 000 Berittene gegen ihn verwenden könne, habe man wenig äußerst vorsichtig verfahren werden muß und daß insbesondere jeder Die Dreyfus- Affaire scheint doch noch wiederaufleben Chance, ihn zu fassen. De Wet sei ein geborenes militärisches organisierte Stollege fich befleißigen soll, in der Werkstätte moralisch zu sollen. Nach Zola haben nun auch Dreyfus und Piquart Genie, das diesen phänomenalen Widerstand mit seiner wunderbaren und bei der Arbeit vorbildlich den noch indifferenten Arbeitern gegene öffentliche Briefe erlaffen. Oberst Piquart protestiert dagegen, in Macht aufrecht erhalten habe. Sobald er gefallen sei, fönne in über sich zu verhalten. Der Delegierte von Friedrichshagen glaubt, daß die das vom Senat genehmigte Amnestiegesetz einbegriffen zu werden. zwei Wochen alles vorbei sein.(?) Es scheine die Ansicht vorzuIn diesem an den Ministerpräsidenten gerichteten Schreiben erklärt herrschen, als ob die jetzt in der Oranjefluß- Kolonie noch fämpfenden Organisation bei den minimalen Beiträgen nicht genügend leiste Boeren eine Anzahl marodierender Banden seien, die ziellos und befürwortet unter lebhaftem Widerspruch vieler Delegierten die Man verbreitet seit einiger Zeit das Gerücht, ich solle wieder umherzögen und nur darauf bedacht seien, mit dem geringsten Konsumgenossenschaften als geeigneter für die Hebung der Lebensins Heer aufgenommen werden, einen guten Bosten, selbst Risiko für ihre Haut möglichst viel Schaden anzurichten. Seine haltung der Arbeiter. Nachdem sich noch mehrere Delegierte zur Agitation geäußert einen Orden erhalten, um mich für die erlittenen Schändlich- Ansicht könne irriger sein. De Wet habe jedes einzelne feiten zu entschädigen. Schamröte bedeckt mein Angesicht, während Kommando in feiner Kontrolle. Alle seine Patrouillen hatten, wurde Schluß der Debatte beschlossen und über die vorich das schreibe. Wie? Ich fordere Gerechtigkeit in einer An- und Abteilungen handelten auf seinen Befehl. Die Leute unterliegenden Auträge verhandelt. Zunächst gelangte ein Antrag von gelegenheit, die das ganze Landeswohl berührt, und man will seinem Kommando habe er durch seine Willenskraft in eine regel der Zahlstelle Brandenburg zur Annahme, wonach der Gauvorsteher recht organisierte, ihm aufs Wort folgende Armee verpflichtet und jeder einzelnen Zahlstelle in zwei Exemplaren recht organisierte, ihm aufs Wort folgende Armee verpflichtet ist, mich mit einem Amt oder Ordenskreuz födern?" formulieren the Biquart fündigt alsdann an, daß er seine Beschwerde bei umgewandelt. dial and fund Der Brief eines Deutschen im Boerenlager zur Diskussion zu überweisen. Nach einem weiteren Antrag der dem Staatsrat gegen seine schlichte Werabschiedung im Bahlstelle in Schwiebus soll bei jeder Gaukonferenz, sofern es mögFebruar 1898 zurüdziehe. Er greift aufs schärffte die Be- giebt folgende Schilderung von dem Kriegsleben der Boeren: Strieg kostet Geld, Geld und nochmals Geld und jeder Brunnen lich und angebracht ist, ein Vertreter des Hauptvorstands anwesend günstiger der Verbrecher in Rennes an, verurteilt die Eingriffe in schöpft sich aus", denkt man in Europa und bedauert die Boeren, die fein. Dem Antrag von Finsterwalde, den Gauvorstand zu verdie Verteidigung und schließlich die Begnadigung: " Ich kann die tiefe Betrübnis nicht verschweigen, daß Sie aus diesem Grunde doch bald aufhören müßten. Bewahre! Der Boer, pflichten, jährlich zwei Agitationstouren und zwar im Frühjahr und deffen Farm verbrannt, dessen Vieh geraubt und dessen Frau vertrieben. Herbst zu unternehmen, wurde ebenfalls wieder zugestimmt. Hin einer flaren Sache eine so tief unfittliche vorläufige Löſung geben tot oder geschändet ist, hat seine Sach' auf nichts gestellt," für ihn ist gegen wurde ein weiterer Antrag diefer Bahlstelle, das Werkstättenund das Land mehr als jemals der Ungewißheit und Zweideutig Geld zur Kriegführung nicht nötig. Was er braucht, holt Vertrauensmännersystem streng durchzuführen, dem Gauvorstande zur feit ausliefern. Unter dem Vorwand, die Republik zu retten, ber er sich zum Ueberfluß von den Engländern. Mit Berücksichtigung überwiesen. wirren Sie die öffentliche Meinung und lassen Verbrecher ungestraft, unter giebt es ganze Wagenladungen von Spargel und füßem Ein- Eine längere Debatte zeitigte ein Antrag von mehreren Zahl die Sie nicht zu berühren wagen, weil sie Ihnen zu groß sind. Und mittlerweile sind unfre Gefängnisse voll von Leuten, deren gemachten. Aber auch ohne das, was den Briten abgenommen stellen der Bororte Berlins, nach welchem der frühere Beschluß, die wird, hat noch kein Boeren- Kommando jemals zu hungern brauchen. Mitglieder bei der Aufnahme sofort an die Zahlstelle ihres Wohngrößte Schuld darin besteht, daß sie nicht die Mittel zum Leben An Munition fehlt es niemals. Unire schönen Mauser- sizes zu verweisen, von allen Zahlstellen streng durchgeführt werden od Dreyfus' gleichfalls an den Ministerpräsidenten Walded- Rousseau gewehre sind, für die Briten unauffindbar, ein foll. Insbesondere wurde von den Berliner Delegierten dagegen gegraben. Die ganze Armee der Boeren ist jetzt mit polemisiert und schließlich der Antrag abgelehnt und auch der früher gerichtetes Schreiben legt Verwahrung gegen die aufs neue gegen den Briten abgenommenen Martini- Henry- und Lee- gefaßte Beschluß wieder aufgehoben. Augenommen wurde der ihn erhobene Anschuldigung ein, im Jahre 1894 an den deutschen Kaiser einen Brief gerichtet zu haben, der von diesem mit Rand- Metford- Gewehren ausgerüstet, für die jeder Ueberfall einer Antrag: Bei größeren Streits oder Aussperrungen, bei welchen bemerkungen versehen und später in einer Gesandtschaft entwendet englischen Feldwache reichlichen Munitionserjag die Vororte in Mitleidenschaft gezogen werden, müssen zu den worden sei und den formellen Beweis für seinen Verrat liefern solle. hafft. Wenn der Engländer zu laufen anfängt, wirft er immer beratenden Bertrauensmänner- Versammlungen auch die Vertrauens. Dreyfus beteuert aufs neue seine vollständige Unschuld und feine ganze Munition weg. Der Boer aber ist damit sehr sparsam. leute der Vororte als Stimmberechtigte zugelaffen werden. Mit Hundert Patronen kommt er sehr lange aus, denn er schießt mur Ein Antrag von Treuenbriegen, in allen Zahlstellen, wo die erklärt, bis zum letzten Atemzug die rechtliche Anerkennung feiner bann, wenn er sicher ist, daß die Kugel auch sizen wird, nicht so ins Arbeitszeit länger als zehn Stunden ist, eine rege Agitation zur Unschuld durch die Revision verfolgen zu wollen. Seiner Rechte Blane hinein, wie Tommy Atkins. Daß das humane Mausergewehr Berkürzung der Arbeitszeit zu entfalten, wurde dem Gauvorstande beraubt, bleibe ihm nur das Recht jedes Menschen, seine Ehre zuicht außer Dienst gestellt ist, spüren die Briten zu ihrem lebhaften zur Berüdfichtigung überwiesen. Das gleiche geschah mit einem verteidigen. Es bleibe ihm also das Recht, den Ministerpräsidenten Mißvergnügen, denn die Lee- Metfords reißen gründliche Löcher. Antrage von Kottbus, wonach der Gauvorstand verpflichtet wird, um die Einleitung einer neuen Untersuchung zu bitten: „ Das Bordereau, das in den Prozessen von 1894, 1898 und Sie tragen ja nicht so weit, aber über 1000 meter hin- alljährlich eine Vortragstour zu arrangieren, mit einem tüchtigen 1899" vorgezeigt wurde, würde eine Abschrift sein. Diese neue aus schießt der Boer doch so wie so nie. Die Pferde schließ- Redner, der über Geschichte, Kulturgeschichte, Litteratur und NationalLüge kann auf Grund ihres Ursprungs nicht mit Verachtung ich werden ebenfalls aus den englischen Be- ökonomie sprechen kann. Diese Tour soll sich über sämtliche Zahlständen ergänzt." stellen des Gaues erstreden und ist so zu organisieren, daß 14 Tage behandelt werden. Der Journalist, der sie verbreitet, der sie vor Beginn dieser Tour für sämtliche Zahlstellen der Tag festtrog zehn offizieller Dementis wiederholt, hat sie nicht ergejezt ist. funden, sie ist nach diesem Journalisten nur das Echo der vertraulichen Mitteilungen, die ihm mit unverschämten Fälschungen von einem Abgesandten des Generals Boisdeffré überbracht wurden. Die Photographien der gefälschten Briefe des Kaisers von Deutschland und des mit Randbemerkungen versehenen Bordereaus sind zu wiederholten Malen gezeigt worden. Morgen würde für viele getäuschte Geister diese alberne Legende die Wahr- i atas std m heit bedeuten." haben." Der in Dreyfus' Schreiben erwähnte Journalist ist Henry Rochefort, der dem kürzlich verhafteten Major Cuignet gegen über versichert hatte, er fönne als Beuge aussagen, daß Dreyfus das betreffende Bordereau geschrieben habe. " 1 England. " Ueber einen mutmaßlichen Boerent rett berichtet ein Reuter- Telegramm am 19. d. M. aus Vryburg: Eine Abteilung Boeren, welche 150 Wagen mit sich führte, hat südlich von Vryburg, eine andre, die 270 Mann zählte und ein Geschütz mitführte, nördlich von Vryburg die Bahnlinie überschritten. Beide ziehen nach Westen. Man glaubt hier, daß sie nach Damaraland tretten. Partei- Machrichten. mond • Abgelehnt bezw. durch Uebergang zur Tagesordnung wurden: ein Antrag von Neu- Ruppin: Alle Jahre eine Statistik über Lohn- und Arbeitsverhältnisse vorzunehmen; ein Antrag von Brandenburg: bis zum nächsten Verbandstag eine rege Agitation für die Arbeitslosen- Unterstügung zu entfalten; ein Antrag von Finsterwalde: die Bibliotheken größerer Zahlstellen den Heinen Zahlstellen zum Teil leibweise zu überlassen; ein Antrag von Stopenid: der Gautag möge eine präcife Stellung zur Maifeier einnehmen. Außerdem wurden verschiedene Anträge, in denen eine größere Beriidfichtigung der Kleineren Orte gewünscht wurde, als bereits erledigt erachtet. Die Socialdemokratie in den deutschen Landesparlamenten. Durch die Parteipreffe geht gegenwärtig eine Mitteilung über die Vertretung unsrer Partei in den Einzelparlamenten der deutschen Bundesstaaten. Da die Aufstellung ungenau und unvollständig ist, Bon der Zahlstelle Kottbus wurde ein Gautag- Reglefo fei fie hiermit berichtigt und vervollständigt. Es figen gegenwärtig ment beantragt, das nach einigen Abänderungen in folgender Der Fluch der englischen Armee" betitelt sich ein Artikel in 15 der 24 deutschen Landesparlamente, die durch eine ordentliche Form zur Annahme gelangte: Der Gauvorstand wird verpflichtet, alljährlich zwischen Weihdes militärischen Mitarbeiters der Westminster Gazette" über einen Wahl zu stande kommen, 76 focialdemokratische Abgeordnete und zwar der Hauptschäden des englischen Militarismus. Der Verfasser in Bayern 11, Sachfen 4. Württemberg 5, Baden 7, nachten und Neujahr einen Gautag einzuberufen. Sofern nach Ansicht fchreibt: efien 6, eimar 2, Oldenburg 1, Meiningen 6, bes Gauvorstands oder einzelner Bahlstellen sich die Notwendigkeit " Dank den gesellschaftlichen Einflüssen", jenem altenburg 5, Koburg- Gotha 9, Schwarzburg: herausstellt, vor dieser Zeit denselben einzuberufen, so ist dazu die Fluche unfrer Armee, der seit Jahren umste militärische Lebenskraft Rudolstadt 2, Reuß f. 2. 3, Reus ä. 2. 1, 2ippe: Bustimmung der Mehrheit der Bahlstellen erforderlich. Als Ort dazu hat der Gauvorstand einen möglichst in der Mitte des Gaues untergräbt, find Truppen nach Südafrika hinausgesandt worden, die Detmold 8 und Bremen 11. niemals drüben hätten verwendet werden dürfen, In Sachfen dürfte ja die Vertretung unsrer Partei im Landes- liegenden zu wählen. und dann wieder nach Hause zurückgeholt worden, wenn sie parlament zunächst ganz verschwinden, aber vielleicht erscheinen dafür Die Zahlstellen haben hierzu bis zu 200 Mitglieder einen, bis zu 500 zwei und dann für jedes weitere 1000 je einen weiteren beffer drüben geblieben wären. Unfre Offiziere in Preußen bald einige Socialdemokraten im Landtage. Delegierten zu wählen. Außerdem muß der Gauvorstand ber und Mannschaften draußen im Felde sind durchaus teine Dumm Der Dr. Lütgenau in Dortmund hatte bekanntlich die treten sein. töpfe, noch sind sie blind, und deshalb sehen sie es sehr wohl, Genossen Gerisch, Lehmann, Lüdel und Wunderlich Die Kosten der Delegation für die Mitglieder des Gauvorstands, wie gewiffe Gentlemen die besten und bequemsten Stellen im Heere des Betrugs bez. der Anstiftung dazu bezichtigt. Von der Staats- sowie der nicht leistungsfägigen Zahlstellen werden von der Gautasie erhalten, obwohl sie durch nichts andres für solche Boften anwaltschaft in Bochum ist die Denunziation, wie das Dortmunder getragen. prädestiniert sind, als durch ihre schönen Titel und gesellschaftlichen Tageblatt" berichtet, als unbegründet zurückgewiesen Doch find die betreffenden Zahlstellen verpflichtet, das Geld der Konnegionen". Sobald nun die ernste und gefährliche worden. Da es sich hierbei um Vorgänge handelt, an denen Gaufasse möglichst wieder zuzuführen. Monotonie des Kampfs mit Epidemien, hunger, Ent- Lütgenau als Handelnder mitbeteiligt war, nämlich um die Ver- Die Höhe der Diäten bestimmt der Gautag selbst. behrung und mit den hartnädigen Boeren allzu langwaltung des Fonds zur Unterstüßung der Effener Berurteilten, fo Der Gautag ist möglichst an einem Ruhetag einzuberufen und weilig wird, dann eilen diese Herren nach England zurüd, wird sich Lütgenau noch wegen wissentlich falscher Anzeige zu ver- sechs Wochen vorher bekannt zu geben. Die Tagesordnung ist so Taffen sich dort auf Banketten fetieren, nehmen Ehren antworten haben. Ueberdies schwebt gegen Lütgenau ein Verfahren festzusehen, daß dieselbe möglichst nur einen Tag in Anspruch nimmt; fäbel in Empfang und posieren im allgemeinen wegen Unterschlagung und versuchten Betrugs. In dieser Sache die Verhandlungen dürfen über zwei Tage nicht ausgedehnt werden. als helden", während draußen im Veldt die grimmige, haben bereits verschiedene Bernehmungen stattgefunden. Die Mitglieder des Gaus und die Zahlstellen haben das Recht, bis tödliche Arbeit ihren Fortgang nimmt, und es dem weniger gesellschaftlich begünstigten" Soldaten, fei er Regulärer, Totenlifte der Partei. Ein braver Parteigenosse, der Schloffer 14 Tage vor der Tagung Anträge beim Gauvorstand einzureichen. Die Delegierten haben sich durch ein vom Gauvorstand an die Yeoman oder Volunter, überlassen bleibt, die schwere und undant- Magdeburg, ist in Leipzig im Alter von 37 Jahren geftorben. Bahlstellen überfandtes und von der Lotalverwaltung beglaubigtes bare Aufgabe, die ihm das Vaterland gestellt hat, zu lösen." Schon unterm Socialistengesez war Genoffe Magdeburg für unsre Ob diefe Angriffe nicht auch dem englischen Generaliffimus Sache eifrig thätig. Nach dem 1890er Wahlkrawall in Connewig, Mandatsformular auszuweisen. Nur solche Delegierte haben BeLord Roberts gelten, der ja auch gerade in dem Augenblick der bekanntlich wegen der als Wahlschlepper dienenden Studenten ratungs- und Stimmrecht. Als Diäten wurden sodann, außer Fahrgeld 3. Klaffe, nicht Afrita verließ, als der Kampf mit erneuter Heftigkeit ausbrach? entstand, wurde er zu einem Jahre Gefängnis verurteilt, das er in Auch das Ueberwuchern des Sports flagt man jegt, wo 8widau verbüßte. In der Gefangenschaft hat er sich den Todesfeim unter 6 M. pro Tag festgefeßt. Ferner ist jeder Delegierte be die politischen Mißerfolge zur Selbsttritit mahnen, als Ursache geholt. Krant lehrte er von Zwickau zurück und darauf lag er einmal rechtigt, einen Betrag für event. Lohnausfall zu liquidieren. Hierauf wurde über eine Beschwerde der Trebbiner Bahlmannigfacher Verfallssymptome an. Die Verherrlichung des Straft- fast drei Jahre lang im städtischen Krankenhauſe. Seine Gesundheit stelle gegen den Gauvorstand verhandelt. Nach einer längeren Disstoffeltums selbst durch die Lehrer habe nicht einmal im Striege ihre hat er nie wieder erlangt. Immer aber ist er seiner Ueberzeugungiffion, in der von den Trebbiner Delegierten behauptet wurde, daß Früchte getragen, wo es feineswegs in erster Linie auf törper treu geblieben bis zu seinem Ende. Die Genossen werden sein An- sich ein Mitglied des Gauvorstands gelegentlich einer Differenz der fiche Leistungen und bloßes Draufgängertum antomme Ueberhaupt: denken in Ehren halten. England fei ein gewaltiger Spielplag geworden und seine Stellung unter den Nationen leide darunter; die technische Erziehung sei niedriger als bei den Stonkurrenten, die kommerzielle Prosperitat Der Gautag des deutschen Holzarbeiter- Verbands für die Provinz Brandenburg 8 weiter Verhandlungstag. beginne zu weichen, und zwar nur infolge des Mangels an SpecialKenntnissen. Das ganze Erziehungs- und Unterrichtssystem bilde ein Chaos. Kurzum, die ganze Frage schneide tief in die Zukunft des Lands und der angelsächsischen Rasse ein. In der Vormittagssigung wird zunächst die Diskussion über die Getrübte Weihnachtsstimmung. Der Hamburger Kor- Agitation fortgesetzt. Die Delegierten von Nigdorf, Weißensee, respondent" läßt sich, aus London schreiben: Dazu kommt, daß Rathenow u. a. empfehlen den weiteren Ausbau des Vertrauens der Geldbeutel in höchst unerfreulicher Weise zu männersystems, planmäßige Veranstaltung von Werkstättenfigungen, Leiden hat, und da hört auch in England jede Gemütlichkeit und auf einheitliches Vorgehen der Berliner Verwaltung mit den VorTrebbiner Kollegen mit einem dortigen Unternehmer inforrett ver halten hat, wurde folgende Resolution beschlossen: Der dritte Gaus weisen. Des weiteren hat die Verhandlung in dieser Sache ergeben, daß die Trebbiner Kollegen die Verbandsbeschlüsse beziv. Streik reglement nicht so beachtet haben, wie es im Juteresse des Verbands gelegen hätte. tag beschließt nach eingehender Verhandlung, die Beschwerde abzuNachdem unter„ Verschiedenes" noch einige interne Angelegenheiten ihre Erledigung gefunden, erfolgte der Schluß des Gautags mit einem fräftigen Hoch auf die Organisation. Ans dev FvAuvttbcmeguttg« Eine Rechtschutzstelle für Frauen wird der Verein Frauen- Lesegruppe in Stuttgart einrichten und am 2. Januar eröffnen. Die Auskünfte werden unentgeltlich erteilt. Eine Anzahl Juristen haben ihre Mithilfe zugesagt. GumevKMÄfiliiszes. Berlin und Umgegend. Vergewaltigung der Arbeiter. Unter dieser Spitzmarie brachten wir in unsrer Nr. 284 eine Notiz, in der wir ans das arbeiterfeindliche Treiben des Vorstands der hiesigen Tischler- sZwangs-) I n n u n g hinwiesen, der die JnnnngSmeister unter Strafandrohung zwingen will, den Gesellen ein sogenanntes K o n t r ol l b n ch vorzulegen, in welchem diese sich durch' Namens- Unterschrift verpflichten sollen, einen von den Jnnungsgröhen will- kürlich ausgearbeiteten„Arbeitsvertrag" als rechtsverbindlich an- zuerkennen, ohne daß hierüber eine Vereinbarung mit der Organisation der Gesellen, dem Holzarbeiter- Verbände, statt- gefunden hätte. Zu dieser Angelegenheit wird uns nun geschrieben: Eigen- tiimlich mutz es berühren, daß die' Herren Tischler- meister bisher auch nicht den geringsten Versuch gemacht haben, diesem TerroriSmuS der I ii n u n g s l e i t er. die sich daS Recht anmaßen, sogar unter Androhung von Strafen, die Tischlermeister zur Einführung einer Arbeitsordnung, die den gesctz- lichen Bestimmungen direkt widerspricht, zu zwingen, energischen Wider- stand zu leisten. Sonst hieß es immer:„Wir wollen Herren in unsrer eignen Werkstatt sein"! Jetzt aber scheint es fast, als wollten sich die Tischlermeister zu willigen Sklaven des Jnnungsvorstands degradieren. Wie der Vorstand systematisch die Hetze gegen die Gesellen treibt, geht ans einem Cirkular hervor, welches von' ihm zu Weihnachten, dem„Feste des Friedens", an die Tischlermeister versandt wurde. In demselben wird zunächst darauf hingewiesen, daß jedenfalls eine Anzahl Arbeiter„auf Betreiben des Holzarbeiter-Verbands" die Unterschrift in den Kontrollbüchern verweigern wird. Daß diese Weigerung ein gutes Recht und moralische Pflicht der Arbeiter, zum mindesten der organisierten, ist, scheint den Scharf- machern der Innung nicht einzuleuchten. Der Vorstand dekretiert deshalb despotisch: 1.„Lohnarbeiter ohne Kündigung unterschreiben das Kontroll- buch oder verlassen die Werkstatt. 2. Lohnabeiter mit Kündigung unterschreiben oder werden sofort gekündigt. 3. Accordarbeiter stellen im Weigerungsfall ihren Accord fertig und hören auf." Endlich heißt es in dem Cirkular des Jnnungsvorstands, welches die Unterschrift des neuen Obermeisters Rahardt trägt: „Das eigne Interesse, sowie die„Ehrenhaftigkeit" eines jeden Meisters giebt unS die Gewähr, daß kein Einschüchtcrnngs- versuch, noch die Drohung mit einem Streik die Durchführung „unsrer Beschlüsse" hindern kann". Gleißnerisch wird dann noch hinzugefügt:„Der Zweck der Kontrollbücher ist einzig und allein, den Meister vor Schädigung durch diejenigen Elemente zu bewahren, welche weder arbeiten können noch wollen und Pflichten Überhaupt nicht kennen". Diese Vergewaltigung der Arbeiter ist übrigens die erste That der jetzt ca. ein Jahr bestehenden Tischler-(Zwangs-lJnnung in Berlin und für solche Heldenthaten zahlen die der Innung' an- gehörigen Tischlermeister ihrem ersten Obermeister eine jährliche Entschädigung von 28 meinden können kollegialische Gemeindevorstände gebildet werden. Von diesem uns nach§ 74 zustehenden Recht sollten wir Gebranch machen. Die Höchstzahl der Beigeordneten oder Schöffen darf sechs betragen. Je höher ihre Zahl ist, desto größer ist der Einfluß der Unansässigen. In den meisten r meinden waren diese Dinge bis vor kurzer Zeit noch unbekannt. Das allgemeine Landrecht und die Kreisordnung kannte keine kollegialen Gemeindevorstände; in den Vororten von Berlin empfiehlt es sich, überall auf den Erlaß von Ortsstatuten hinzuarbeiten, Ivo- durch solche kollegialen Gemeindevorstände gebildet werden. Die Schöffen haben weitgehende Befugnisse, sie sind z. B. verantwortlich für die Ausführung der Beschlüsse der Gemeindevertretungen. Die eigentlichen Rechte der Gemeindevertretung bieten die§§ 102 bis 113, die im allgemeinen für ganz Preußen gleich lauten. Sehr wichtig ist der§ 108, wonach an Verhandlungen über Rechte und Ver- pflichtungen der Gemeinde derjenige nicht teilnehmen darf, dessen Interessen mit dem der Gemeinde in Widerspruch st e h e n. Also, Gemeinden, die die Arbeiten der Reihe nach herum gehen lassen, handeln gegen§ 108. Solche ungesetzlichen Zustände müssen wir unter allen Umständen verhindern. Erforderlich wäre der Erlaß einer Geschäftsordnung, die natürlich kein Manlkorbgesetz für uns werden darf. Die Strafbestimmungen gegen Gemeinde Vertreter finden nur in seltenen Fällen Anwendung. Wichtig ist ferner das „Die nächste» Aufgaben der socialdcmokvatischcn Gemeinde- vertretet in den Landgemeinden." Recht der Festsetzung der Steuer», die ja durch das Gesetz begrenzt sind. Indirekte Steuern werden wir natürlich nicht empfehlen. In ungerechter Weise ist der Grund- besitz und die höchsten Stufen der Gewerbesteuer bevorzugt; unsre Aufgabe wird eS sein, wenigstens den vollen Zuschlag zur Grund- und Gebäudesteuer zu beantragen. Die Gemeinden dürfen Einkommen unter 900 Mark von der Besteuerung freilassen, und andrerseits sogar Einkommen unter 420 Mark nach fingierten Sätzen zu besteuern. Das ist ungerecht, denn diesen Steuerzahlern ist trotzdem das Wahl- recht genommen. � Deshalb ist es geboten, solche niedrigen Eiir- kommen steuerfrei zu lassen, denn wenn die Gemcindean'gehörigen nicht mitraten dürfen, brauchen sie auch nicht mitzuthaten. Hiergegen müssen wir mit aller Schärfe Front machen. Die Zustimmung des Kreisausschusses bei der Festsetzung von Steuern ist erforderlich für Gemeinden, in denen niemand oder nur wenig Leute mehr als 900 M. Einkomme» haben. Diese Bestimmung ist getroffen aus Furcht davor, daß in solchen Gemeinden die wenigen Reichen zu viel Steuern aufgebürdet werden könnten. In der Umgegend von Berlin wird es ja kaum derartige Gemeinden geben. Kleine Genieinden können weitere Leistungen und Dienste von den Abgabepflichtigen verlangen, und zwar auch von den Forensen. Diese Dienste können durch Geld abgelöst werden. In vielen Gemeinden, z. B. in der Umgebung von Spandau, giebt es fiskalische Einrichtungen, die steuerfrei bleiben. Militär-Spciseanstalten hingegen können besteuert werden, und das sollten wir thun. Die Grundbesitzer haben es verstanden, bei der Landgemeinde-Ordnung ihren Vorteil zu wahren. Die Ge- meinden sind befugt, Angehörigen, die noch nicht ein Jahr in der Gemeinde wohnen, das Wahlrecht zu gewähren. Grundbesitzer haben es ohne weiteres; es ist deshalb geboten, auch andren Personen gegenüber davon Gebrauch zu machen. Mitbesitzer eines Hauses von dem passiven Wahlrecht auszuschließen, ist durch den K 41 verhindert. Unbedingt sollten wir den Forderungen der Wähler Rechnung tragen; die Wähler einzeln aufzurufen, ist zwar in den AuSführungs- bestinimungen vorgeschrieben, aber in der Praxis stößt eS auf große Schwierigkeiten. In großen Gemeinden dauert der Namensaufruf viele Stunden; da ist die Einteilung in Wahlbezirke geboten. Gestern ist viel über die Geldnot der Gemeinden geklagt.' Hier bieten die ß§ 128 bis 130 die Möglichkeit zur Abhilfe, es können Land- gemeinden zur Wahrnehmung einzelner kommunaler Angelegenheiten verbunden werden. Unsre Rechte müssen wir um so energisckier wahren, weil ja der Staat die Änfsicht über die Gemeinden führt und natürlich bei Dingen, die ihm nicht in den Kram passen, von seinen Rechten Gebrauch machen wird. Unsre Pflicht ist es, in den Gemeindevertretungen überall Kritik zu üben, wir müssen die Hechte im Karpfenteich sein, wir müssen aber auch durch unsre praktische Thätigkeit die Massen aufrütteln und sie von der Ungerechtigkeit des Wahlrechts überzeugen. Auf die Beseitigung dieses Unrechts hin- zuweisen, ist unsre höchste Pflicht. Leider bringen die Genossen den Wahlen, namentlich de» Schöffenwahlen, noch nicht das genügende Interesse entgegen. Nutzen wir unsre Rechte aus und tragen wir dazu bei, daß wir den Sieg erringen. iBcifall.) Freywaldt-Pankow: Die Landgemeinde-Ordnung ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Ein Gemeindevertreter in Herzfelde, der feit 28 Jahren im Amte ist, hat sie erst jetzt von einem Genossen käuflich erworben.(Heiterkeit. j Es ist noch viel Mittelalterliches und Merkwürdiges in ihr. Da ist der§ 46, der nach meiner Auffassung eine Vertretung der auswärts wohnenden Stimmberechtigten, der Forensen, im Stimmrecht und in der Wählbarkeit zuläßt. Wir haben in Vertretung eines Forensen auf Grund einer von ihm ausgestellten Vollmacht gewählt und die Wählbarkeit verlangt. Jetzt klagen wir, und die Sache kommt jetzt an das Ober-Verwaltungsgericht, nachdem die Gemeindevertreter- Sitzung und der Kreisausschuß die Wahl kurzer Hand für ungültig erklärt haben und der Bezirks- ausfchuß das salomonische Urteil gefällt, daß der§ 46 zur Hälfte zu Recht besteht, zur Hälfte aber zu Unrecht. Stadt- Hägen meint zwar, an diesem Urteil sei nicht zu tippen(Heiterkeit), ich' aber bin der Anficht, daß der§ 46 vollkommen falsch interpretiert wird, und daß er nicht nur eine Vertretung im Stimmrecht, sondern auch in der Wählbarkeit zuläßt. Man kann doch denken, man ist doch nicht gerade auf den Hinterkopf gefallen.(Heiterkeit.) Wir werden ja sehen, wie das Ober-Verwaltnngsgericht entscheidet. Ich hoffe doch, daß noch etwas zu machen ist. Stadthageu-Berlin: Der Vorredner hat einen schwebenden Prozeß hier vorgeführt, dessen Inhalt keinem der Anwesenden recht klar geworden sein wird.(Heiterkeit.) Er sollte es doch nicht dar- stellen, als ob die Ansicht notwendig unrichtig sein müsse, die jemand ausspricht, der neben gesundem Menschenverstand auch juristische Vor- bildung besitzt. Er geht denn doch zu weit, wenn er glaubt, sobald etwas' nicht nach seinem Hinterkopf geht(Heiterkeit), sei es falsch. -Die Frage der Vertretung der Forensen können wir hier nicht durch Debatten lösen. Hüten wir uns, unsre Wünsche an Stelle dessen zu setzen, was recht ist. Damit schließt die Diskussion. Der Berichterstatter verzichtet auf das Schlußw'ort und auch dieser Gegenstand wird verlassen. ES folgt Punkt 6 der Tagesordnung: Referent ist Sonueuburg- Friedrichshagen. Wenn ich über unsre nächsten Aufgaben in den Landgemeinden sprechen soll, so stelle ich zuerst die Frage:„Schrecken denn unsre Genoffen in den ländlichen Gemeindevertretungen davor zurück, alle Fordeningen unsres Kommunalprogramms zu vertreten und auf deren Drirckführung hinzuwirken, daß für diese eine Ausnahme gc- macht werden muß und nur die nächsten Aufgaben in den Vorder- grund der Aktion gestellt werden sollen?" Und da lautet die Antwort: „So ist es denn doch nicht." Wir wissen ja zur Genüge, daß unsre Gegner in allen Körper schaften in Reich, Staat und Gemeinde Anträge, die von uns kommen, als nicht zeitgemäß und undurchführbar von der Tagesordnung ver- schwinden lassen. Wir wissen ferner, daß. so lange das allgemeine gleiche, geheime und direkte Gemeinde Wahlrecht nicht gesetz- lich eingeführt ist, die besitzende Klasse in ihrem Interesse gegen das Interesse der Arbeiterklasse, gegen das Interesse der Gesamt heit entscheiden wird. Deshalb legen wir aber die Hände nicht in den Schoß, sondern suchen in jeder Gemeinde praktisch zu arbeiten. In den kleineren Landgemeinden liegen die Verhältnisse anders als in den größeren und in den Städten, und deshalb müssen wir die n ä ch st e n Auf- gaben unsrcr Vertreter in den Langemcinden ins Auge fassen, um eine Grundlage für die praktische Thätigkeit selbst in der kleinsten Gemeinde zu gewinnen. Da komnie ich zunächst auf das sehr wichtige Gebiet des Schulwesens, insbesondere der Volksschule. Von Staat und Gemeinde wird sie noch immer als Aschenbrödel behandelt; darum ist es Pflicht der focialdemokratischen Gemeindevertreter, darauf hinzuwirken, daß die Volksschule das wird, was sie sein soll: eine wahre Bildnngsansialt, in der die Jugend für das spätere Leben und den harten Kampf ums Dasein mit dem nottvendigen Wissen ausgerüstet wird. Dazu gehört aber als Haupterfordernis eine sorgenlose Existenz der Volksschullehrer. Das Anfangs- und Höchstgehalt der Lehrer muß so bemessen sein, daß sie mit Lust und Liebe sich ihrem wichtigen Beruf hingeben und nicht aus Nahrungssorgen zu Neben- beschäftigungen greifen müssen, was leider auf dem Lande noch häufig geschieht zum Schaden der Gemeinde und der Schule. Tüchtige Lehrkräfte werden solchen Gemeinde», die ein geringes Gehalt zahlen, sobald als möglich den Rücken kehren und sich Ge- meinden zuwende», die für die" Zukunft den Lehrer in Bezug auf Gehalt, Alterszulage und Mietsentichädigung ausreichend sorgen. In den kleinsten Gcnieinden muß für'die Volksschule die U n- entgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehr- m!i t t e l eingeführt werden. Die Schulkinder der ärmeren Gemeinde- Mitglieder sollen auf Kosten der Gemeinde verpflegt werden, damit sie nicht mit hungrigem Magen die Schule besuchen müssen. Das hungernde Kind kann dem Unterricht nicht mit der erforderlichen Frische folgen. Die Vcrpflegnng der Kinder darf den Eltern aber nicht als Armenunterstützung angerechnet werden. Durch die A n st c l l u n g v on Schulärzten soll eine regel- mäßige Prüfung und Untersuchung des Gesundheitszustands der Schulkinder stattfinden, sowie eine Beaufsichtigung der Scknilklassen, der Schuleinrichtuugeii, der Heizung und der Ventilation. Bei Neu- bauten von Schulhäusern ist das Gutachten des Schularztes einzuholen. Die Schülerzahl der einzelnen Klassen muß auf eine mäßige Höhe festgesetzt sein, die einen gedeihlichen Unterricht ermöglicht. Für g ei st ig schwach veranlagte Kinder müssen besondre Klassen'unter der Leitung erfahrener Lehrer eingerichtet werden. Durch Ortsstatut ist die E r w c r b s t h ä t i g- keit schulpflichtiger Kinder zu verbieten. Das Kind gc- hört nach beendigtem Unterricht a»f den Spielplatz, wo es sich aus- tummeln soll, damit es gedeihe an Körper und Geist. Die Aus- beutung der jugendlichen Arbeitskraft schadet dem Wachstum der Kinder und muß unter Umständen ein frühes Siechtum zur Folge baben. Durch die Errichtung von Fortbildungsschulen für beide Geschlechter bis zum 18. Lebensjahre sollen die Kenntnisse der Schüler befestigt und erweitert werden. Der Unterricht muß jedoch an Wochentagen während der Arbeitszeit stattfinden, und nicht in den Ueberstunden, wo die jungen Leute von der Tagesarbcit er- müdet sind, aber auch nicht des Sountags, denn dieser Tag gehört der Erholung. Die Errichtung von Volksbibliothcken soll jedem Geme'indcmitglied Gelegenheit geben, sein Wissen zu vervoll- kommnen und seine'Mußestunden durch unterhaltende und belehrende Lektüre nützlich auszufüllen. DaS sind die Hauptaufgaben auf dem Gebiet der Schule, die ede Gemeinde zu erfüllen hat. Sind einzelne Gemeinden finanziell nicht dazu im stände, so muß der Staat helfend eingreifen. Werden Millionen für militärische und sonstige kultnrwidrige Zwecke ver- wandt, Millionen für die Unterhaltung der höheren Schulen aus- gegeben, so können wohl auch einige Brosamen für die Verbesserung ?er Volksschule von des Staates Tische fallen. Auf dem Gebiete der Krauken- und Gesundheitspflege liegt besonders in den Landgemeinden noch vieles im Argen. Auch die kleinste Gememde hat ihr Hauptaugenmerk zu richten auf die Erbauung von Krankenhäusern, die unentgeltlichen Desinfektion von Wohnungen, Möbeln und Äleidungsstticken, der Errichtung öffentlicher Badeanstalten und Schulbäder, sowie auf eine durchgreifende Wohnungshygiene. Mit den WohnungSverhältnisscn auf dem Laude icht es recht traurig aus. Diesem Elend muß die Gemeinde ent- legentreten durch den Erlaß eines Ortsstatuts, dos bestimmte Vor- chriften über die Beschaffenheit der Wohnungen, den erforderlichen Lustraum, über Licht und Vensilation enthält. Der Bau von Miets- kasernen ist zu untersagen und bei der Baucrlaubnis ist streng auf die Einhaltung der ortSstatutarischcn Vorschriften zu achten. Die Armen- und Waisenpflcge ist eine sociale Pflicht der Gemeinde. Unsre Vertreter sollten sich bemühen, in die Armcnkommissionen gewählt zu werden. Hier ist viel Arbeit für uns, denen der Arme als Mensch gilt. Die Armen- Unterstützungen müssen anständig bemessen sein. Es muß'streng darauf geachtet werden, daß die Armenhäuser im Gemeindcbczirk errichtet werden und nicht außerhalb desselben, denn dann liegt die Absicht nahe, die Annen auf eine bequeme und billige Art ab- zuschieben. Die Gemeinde hat weiter für das körperliche und ei st ige Wohlergehen der Waisenkinder zu sorgen. Wir haben dahin zu wirken, daß die Waisen in der Privatpflege nicht als Ausbeutungsobjekte betrachtet werden. Bei der Ausführung von Gcmeindc-Arbcitcn haben wir gewissenhast zu prüfen, ob eS für die Gemeinde nicht von Vorteil ist, die Arbeiten auf eigne Rechnung auszuführen, um den Unternehmergewinn der Gemeindekasse zu erhalten. Werden Gemeinde- Arbeiten oder-Lieferungen in Submission vergeben, so ist mit aller Entschiedenheit zu verlangen, daß dieselben nur an solche Unternehmer vergeben werden, die sich kontraktlich ver- iflichten, die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter in Gemein- chaft mit den Fachorganisationen der Arbeiter festzusetzen.(Zuruf: Streikklausel!) Zu, neinein Bedanern habe ich vernommen, daß ein ocialdemokratischer Gcmeindevertretcr für die Streikklausel ein- getreten ist, und' zwar nicht in einer Landgemeinde, sondern in einer tädtischen Gemeinde ganz nahe bei Berlin. Das ist ganz unzu- lässig. Wir müssen unbedingt darauf dringen. daß die Arbeitsbedingungen der Gewerkschaften streng ilMe gc- halten werden.' Durch Ortsstatut muß ferner bestinrmt werden. daß an Mitglieder der Gemeindevertretung keine Arbeiten oder Lieferungen für die Gemeinde vergeben werden. Das ist schon einfachste Anstandspflicht. Für die im G em e i n d e d i e n st stehenden Arbeiter und Beamten ist angemessene Bezahlung und Arbeitszeit— nicht über acht Stunden— zu verlangen. Ebenso sind für die Gemeinde- Arbeiter Pension?-, Witwen- und Waisen» Unterstiitzungskassen zu errichten und die Kranken-, Unfall-, Alters- und Jnvaliden-Vcrsicherung in Anwendung zu bringen. Das Koalitionsrecht der Gemeinde-Arbeiter darf in keiner Weise be- schränkt werden. In Gemeinden, in denen fast ausschließlich Fabrikarbeiter, Ge- sellen, Gehilfen und Lehrlinge ihre Beschäftigung haben, ist durch immer wiederholte Anträge die Errichtung von Gewerbegerichtc» zu erwirken. Wie wenig die Arbeiter die Wichtigkeit des Gewerbegerichts noch kennen, zeigt ein Vorfall in Reinickendorf, einer Gemeinde von 14 000 Einwohnern bei Berlin, nicht etwa in Ostpreußen. Dort hat die Gemeindevertretung die Errichtung eines Gewerbcgerichts bc- schloffen— und kein Arbeitnehmer hat von seinem Wahl- recht Gebranch gemacht, so daß der Regierungspräsident 6 Beisitzer ernennen mußte. Und dabei sitzen in dieser Gemeindevertrewng zwei Socialdcmokraten.(Hört! hört!) Neben diesen von mir skzzierten w i ch t i g st e n Aufgaben dürfen natürlich die übrigen Forderungen unsres Kommunalprogramins• nicht in den Hintergrund treten. Wir haben stets darauf hinzu- weisen, daß alle unsre Forderungen im Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung erfüllbar sind,' wenn nur der gute Wille vor- Händen wäre. Darum erlahmen wir nicht im Kampfe. Sind wir doch keine„vorübergehende Erscheinung", sondern eine Partei voller Lebenskraft, voller Ideale, die nicht ruhen wird, bis ihre Aufgabe erfüllt, ihr Ziel erreicht ist.(Beifall). Eine Diskussion schließt sich nicht an das Referat, Den letzten Punkt der Tagesordnung bildet die Beratung der vorliegenden Auträge. Die Agitationskommission für die Gemeindewahlen beantragt: „Die Konferenz beaustragt die Kommission für die Gemeinde- wählen, in zwei Jahren eine Konferenz der socialdemokratischen Gemeindevertreter des Königreichs Preußen einzuberufen". Singer: Ich glaube, bei der Einmütigkeit, die unter uns herrscht. wird sich eine lange Beratung des Antrags erübrigen. Im Anschluß daran möchte ich noch einen Vorschlag machen. Wir haben vor zwei Jahren eine Kommission gewählt. der. nachdem einige Veränderungen eingetreten sind, die Genossen Bruhns, Borgmaim, Glocke, Sonnenburg und Gerstenberger angehören. Wir werden gut thun, diese Kommission weiter bestehen zu lassen und sie auch für den Fall der Annahme des Antrags mit der Einberufung der Konferenz zu beauftragen. Es wird ferner nötig sein, auf der erweiterten Konferenz unser Programm einer erneuten Beratung zu unterziehen. Die Resolutionen sind ja als Teile des Programms anzusehen, wen» sie auch nicht formell darin stehen. Es ist aber wahrscheinlich, daß noch einige andre Punkte für das Progranim in Betracht kommen. Deshalb ist es ratsam, die bestehende Kommisston mit der Ausarbeitung eines neuen Programm-Entwurfs zu beauf- tragen und ihr zu diesem Zweck das Recht der Kooptation zu geben. (Zustimmung.) Freywaldt-Pankow bittet, die Kommission um zwei Mitglieder des Kreises Tcltow-Beeskow zu verstärken. Außerdem sei es er- wünscht, wenn die Kommission' den Genossen mehr mit der Nach- Weisung von Referenten an die Hand ginge. Gruhl-Nowawcs hält die Berücksichtigung der Genossen ans Proviiizfiädtcn für notwendig, damit nicht immer nur Berlin und die Vororte berücksichtigt werden. Hoffinann-Berlin ersucht, es bei dem Vorschlage Singers zu belassen. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag der Kommission wird angenommen. Trantmaiin-Weißcnsee beantragt, die Tagesordnung der Kon- fercnz künftig 8 Wochen vorher bckaimt zu geben. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Entsprechend dem Vorschlage Singers wird die bestehende Kommission, ausgestattet mit dem Rechte der Kooptation, mit der Vorbereitung der über zwei Jahre stattfindenden Gemeindevertreter- Konferenz für Preußen beauftragt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Singer teilt mit, daß im Laufe des Nachmittags einige städtische Einrichtnngcn besichtigt werden sollen. Zunächst eine Gcmcindcschule in der Dunckerstraße, die die von uns geforderten Einrichtungen hat: Schnlbäder, Kochschule, Volksbibliothek und Lese- halle. Ferner soll eine der hiesigen Gasanstalten besucht werden, um den Betrieb und die technischen Einrichtungen einer gut geleiteten Anstalt kennen zu lernen. Schließlich soll dem von privater Seite unterhaltenen Männerasyl für Obdachlos» in der Wiesenstraße ein Besuch abgestattet werden. Bc« danerlich ist. daß das städtische Obdach' nicht allen berechtigten Anforderungen entspricht. Die Führung hat Stadtv. Borgmann- Berlin. Es folgt die Schlußrede SingerS: Wir stehen am Ende unsrcr diesmaligen Arbeit. Meine gestrige Mitteilung, daß einige 70 Teilnehmer sich hier eingefimdcn haben, kann ich zu meiner Freude dahin ergänzen, daß nach der Eintragung in die Präsenzliste 93 Personen an den Verhandlungen teilgenommen haben. Das ist ein Fortschritt, mit dem wir zu- frieden sein können. Unzweiselhaft wird im Laufe der Zeit die Teilnahme an den kommunalen Arbeiten innerhalb der Socialdcmokratie»och viel mehr wachsen und damit auch die Teilnahme an diesen Besprechungen, in denen Ziel und Art dieser Thätigkeit festgesetzt wird. Ich hätte dieser Konferenz gern mitgeteilt, wie viel socialdemokratische Gemeinde- Vertreter wir in der Provinz Brandenburg haben. Eine genaue Feststellung ließ sich aber nicht treffen. Eine vorläufige Umfrage ergab, daß etwa 130 socialdemokratische Gemeindevertreter in der Provinz Brandenburg vorhanden sind. Wahrscheinlich ist diese Zahl aber noch zu niedrig gegriffen. Es wird die Aufgabe der Kam, Mission sein. statistiscdeS Material hierüber und über die Zahl unsrer Gemeindevertreter in Preußen bis zur nächsten Konferenz zu beschaffen. Die Verhandlungen dieser beiden Tage waren em lebendiger Beweis dafür, wie rege sich die Social« demokratie an den Gemeinde- Arbeiten' beteiligt. Ohne jede Ueberhcbnng kann ich aussprechen, daß die Diskussion sich auf der gebührenden Höhe bewegt hat. Sie zeigte, wie tief unsre Vertreter in die Verhältnisse ihrer Gemeinden eingedrungen sind, und welches Verständnis, welch ernster Wille sie beseelt, auch imierhalb der Gemeinde ihrer socialdemokratische» Ucberzeugung vollen Ausdruck zu geben. Die Gemeinden solle» nicht wirtschaftliche Veranstaltungen der Bourgeoisie, sondern sociale Gemeinschaften sein, die der Wohl- fahrt aller dienen. DaS ist unser Ziel. Das schöne Wort Johann Jakobys: Einer für alle ist Menschenpflicht, alle für einen ist Menschenrccht, das ist der Grundsatz, von dem wir uns leiten lassen. Wenn wir auch nicht verkennen, daß diese Kleinarbeit nebe» der Mühe nnd der innerhalb der heutigen Verhältnisse recht geringen Aussicht auf Erfolg eine ganz besondere Liebe und Thätigkeit er- fordert, so muß auf der andren Seite doch in uns der nnerschütter- liche Entschluß immer und immer ivieder zum Ausdruck konmre», daß wir auch in der Gemeinde nichts andres sein dürfen als Social- demokraten. Wir müssen auch in der Gemeinde unser großes Ziel propagieren, und wenn wir in der Gemeinde nichts andres aus- richten könnten, als Tag für Tag und Jahr für Jahr auf die Nieder« trächtigkeit der bestehenden Verhältnisse hinzuweisen, so hätten wir unsre Schuldigkeit gethan.(Beifall.) Die Dinge liegen aber nicht so schlimm, wir können vollständig im Rahmen unsrer Grundsätze auch heute schon für Verbesserungen innerhalb der Gemeinden sorgen. Und wir alle dürfen uns wohl des Erfolges rühmen, daß unsre Thätigkeit nicht nutzlos gewesen ist, sie ist aber nur deshalb nicht nutzlos gewesen, weil wir bemüht gewesen sind, in voller Reinheit das socialdemokratische Programm aufrecht zu erhalten— und nicht etwa aus Freude über einen kleinen Erfolg unsere Grundsätze zu verwässern..„ So sehr wir dafür eintreten müssen, mit Erfolg in den Ge- meinden zu arbeiten, so müssen wir uns doch stets darüber klar sein, daß wir lieber auf einen Erfolg als auf unfre socialdemokratische Ueberzeugung zu verzichten haben.( Sehr wahr!) Erfolge auf Kosten unsrer Grundsäge wollen wir nicht.( Beifall.) " Der Wert des Staats der Sozialreform für die arbeitende Bes Mietskontrakte zum 1. April ab, und bei dem festen Bus bölferung ist mit diesem Unternehmerurteil, wie jeder Ein- sammenschluß der Hausbesiger den Mietern fehlt es noch fichtige zugeben muß, allerdings verblüffend richtig eingeschäßt. immer an einer wirksamen Organisation läßt sich voraus Wir verkennen gewiß nicht die schwierige Lage unfrer Genossen sehen, daß ein nicht unerheblicher Prozentsaz der in den in kleinen Gemeinden, aber auch hier läßt sich viel machen. Wenn Hat die Große Furcht bekommen? Gestern morgen ver- schwarzen Listen" Befindlichen nicht wieder eine Wohnung geftern gesagt wurde, der Referent müßte auch gleich das Geld zur öffentlichten bürgerliche Blätter eine Zuschrift der Straßen wird erlangen können; sind doch die Hauswirte bei den gegen Durchführung seiner Vorschläge mitbringen, so erwidere ich, wir bahn- Direktion, in der diese sich abermals wegen wärtigen Verhältnissen in der Lage, in aller Ruhe eine sehr rigorose müssen uns von dem Gefühl losmachen, daß wir es sind, die die der an den Angestellten berübten Provokationen ent- Auswahl unter den Leuten zu treffen, die sie gegen Zahlung einer Geldmittel nachzuweisen haben. Nein, so stehen die Dinge nicht. schuldigt. Es wird wie neulich schon der Wortbruch, enormen Miete in ihre Häuser aufnehmen wollen. Von den sämt Unser ganzer wirtschaftlicher und politischer Kampf basiert ja auf der der in dem neuen Dienstvertrag liegt und die schwere lichen Mietern, deren Namen sich in der allgemeinen Schußliste" Erkenntnis, daß die durch die ausgebeutete Arbeiterklasse erzeugten materielle Schädigung, die er für die Angestellten bedentet, mit befinden, find übrigens nur 195 von verschiedenen Seiten angemeldet Werte von einer verschwindenden Minderheit und zum größten Teil feinem Worte erwähnt und gethan, als ob der Vertrag die loyalste worden, die übrigen wurden nur von einem einzigen Hauswirt auf im Interesse dieser Minderheit verwendet werden. Deshalb können Erfüllung der in Gegenwart des Oberbürgermeisters gegebenen Ver- die Prostriptionsliste gesetzt. Schon die Thatsache, daß jemand seine wir auch in den Gemeinden verlangen, daß die durch Besitz sprechungen bedeute. Auch sei, so heißt es in der Zuschrift, der Möbel auf Leihkontratt entnommen hat oder unpfändbare und Eigentum Bevorzugten die Mittel für die Durchführung Vertrag nunmehr nach Anhörung() der gewählten Vertrauens- Sachen befizt Dies ist auch bei vielen soliden kleinen Leuten" der socialer Reformen aufbringen, und reichen deren Mittel nicht männer der Angestellten erlassen und werde demnächst jedem An- Fall ist ausreichend, ihn für vogelfrei zu erklären! aus, so müssen die Wohlhabenden im Reich und Staat eintreten. gestellten in einem Exemplar ausgehändigt werden. Ich hoffe, daß auch diese Konferenz einen Fortschritt für unsre Arbeit So die Mitteilung von gestern morgen, die den neuen Der Weihnachtspäckereiverkehr hat nach der soeben von der in den Gemeinden bedeutet und daß unsre Bewegung immer weiter Vertrag bereits als vollendete Thatsache behandelt, der sich die kaiserlichen Ober- Postdirektion gefertigten Hauptübersicht in diesem wachsen wird. Wir erachten es als unsre Aufgabe, dafür zu sorgen, Arbeiter nach der Parole„ Maul gehalten" zu fügen hätten. Jahre wieder beträchtlich zugenommen. Als Weihnachtszeit gelten daß der Gedanke des Socialismus auch in praktischer Beziehung die Inzwischen muß der Direktion die selbstverständliche Mi B- 14 die Tage vom 12. bis einschließlich 26. Dezember. In diesen Gemeinden durchdringe. Wo wir auch kämpfen, im Reichstag, instimmung der Angestellten doch nicht recht geheuer vorgekommen 14 Tagen find nahezu 2 Millionen Postpakete in Berlin bearbeitet den Einzelstaaten, auf den Rathäusern, überall muß das social- sein. Denn gestern abend wurde folgende Zeitungsmeldung 695 883 Stüd, zusammen 1905 699 Patete. Es bedeutet dies eine wordelt. Aufgegeben wurden 1209 816 Stück, eingegangen find demokratische Ziel der Leitstern für uns sein und wenn diese Kon- verbreitet: ferenz dazu beigetragen hat, diese Auffassung zu festigen, so fönnen wir zufrieden sein und auseinandergehen mit dem festen Vorsatz, weiter zu kämpfen für die Socialdemokratie, zu kämpfen für die Befreiung des Proletariats. Diesen Vorsatz bekräftigen wir immer wenn wir auseinander gehen, mit dem Ruf: Die Socialdemokratie lebe hoch!( Die Anwesenden stimmen begeistert dreimal in den Ruf ein). Ich schließe die Verhandlungen. Schluß 1 Uhr. Tokales. oltro Freie Volksbühne. Sonntag: 23/4 Uhr( 2 Borstellungen) Carl Weiß- Theater, 2. Abteilung, Lumpacivagabundus. LessingTheater, 5. Abteilung, Bund der Jugend. Dienstag: 2/4 1hr ( 2 Vorstellungen) Carl Weiß- Theater, 3. Abteilung, Lumpacivagabundus. Lessing- Theater, 6. Abteilung, Bund der Jugend. Der Jahresbericht des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller zu Die Beschwerdekommission der Straßenbahn Ange- weitere Steigerung von 43 288 Paketen gegen das letzte Jahr. Be ſtellten wurde gestern im Auftrage der Direktion der Straßenbahn- fchäftigt wurden im Postbetrieb Berlins( ohne die Telegraphen- und Gesellschaft von dem Ministeraldirektor a. D., Mice, empfangen. Personen, und zwar 2938 Beamte, 4177 Unterbeamte, 2934 PostFernsprechämter) während der Weihnachtszeit insgesamt 12 567 Derselbe war der Kommission gegenüber sehr entgegen = kommend und machte ihr die Mitteilung, daß der legte boten, 678 militärische und 1730 bürgerliche Aushelfer. Vertragsentwurf für die Angestellten, der in den einzelnen Nachklänge zum Prozeß Sternberg. Die„ Staatsb. 8tg." Bestimmungen allerdings nicht ganz flar fei, nicht meldet: Aus Anlaß der Mitteilungen über die Thätigkeit des Fräulein aufrechterhalten werde. Augenblicklich sei ein neuer Blatho in Sachen Sternbergs, die sich auf Beeinflussung der Bes Vertrag in Bearbeitung, deffen Einzelheiten die den Angestellten gnadigungs- beziv. Revisionsinftauz richtete, ist nunmehr gegen gegebenen Zusicherungen gewährleiste. Auch die Frage der Platho und Genoffen" Anklage wegen Beleidigung erhoben Bewilligung eines freien Tags in der Woche wurde von der worden. Termin zur Hauptverhandlung ist auf den 14. Januar 1901 Kommission angeregt, und Direktor Mide erklärte ausdrücklich, anberaumt. worden. daß die diesbezüglichen Bestimmungen stritte innegehalten werden follen. Es tönnten allerdings Fälle eintreten, sei es, daß durch für den Generalfeldmarschall Grafen von Blumenthal begangen Mit großem militärischen Pomp ist gestern die Leichenfeier Erkrankung einer überaus großen Zahl von Beamten oder durch ausnahmsweise starte Betriebstage die freien Tage nicht inne gehalten werden könnten, in solchen Ausnahmefällen aber träten die Entschädigungs- Paragraphen in Straft. Herr Regierungsrat Mide entließ die Kommission mit der Zusicherung, daß die Vereinbarungen vom 21. Mai 1900 unter allen Umständen für jegliche Verkehrsbestimmungen maßgebend bleiben würden. neuen Der Kriminalschuhmann Stierstädter hat, wie berichtet wird, fofort nach Beendigung des Prozesses Sternberg den Dienst wieder aufgenommen.- Die Untersuchung gegen den verstorbenen Polizeidirektor v. Meerscheidt- Süllessem ist, wie ein Berichterstatter wissen will, durch den Tod des Beamten keineswegs eingestellt worden; sie wird schon im Interesse der Verwandten des Verstorbenen, wie auch der Polizei selbst weitergeführt. der für 1900 ist erschienen. Der Bericht enthält auch diesmal eine Menge statistischen Materials, dessen Wert zu prüfen und zu würdigen in einer kurzen Notiz ganz unmöglich ist. Die Stellung Worauf diese anscheinend ebenfalls von der Direktion ausgehende des Vereins zu den wirtschaftlichen Fragen ist selbstverständlich durch Mitteilung hinaus soll, ist nicht ganz klar. Möglich, daß die be das Eintreten für die handelsvertragspolitit auf bis schwichtigenden Zusicherungen von der Furcht eingegeben sind, mög Ein ferniges Deutsch scheint das hiesige Bant- und Agenturheriger Basis und durch eine scharfe Abwehr der agrarischen lich auch, daß eine neue, vielleicht etwas weniger plumpe Ber- geschäft von Briez u. Co. in seinen Geschäftsbriefen zu führen. Ein Buchergelüfte präcifiert; un aber bei den Regierenden gewaltigung der Angestellten geplant wird. Auf alle Fälle haben Hausbesitzer in Meißen hatte, wie das" Meißner Tagebl." zu benicht anzustoßen, liebäugelt der Verein zu gleicher Zeit diese auch unter der neuesten direktionellen Politik der Ordre und richten weiß, sich mit einem Darlehnsgefuch an dies Geschäft gemit dem für die Ausbreitung des Handels völlig wert- Desordre die Augen offen zu halten. wendet und die erforderlichen Grundstüdspapiere eingesandt. NachIojen, wenn nicht gar hinderlichen Weltmachtstoller. dem einige Zeit verstrichen war und weder das Geld noch die Papiere Die allgemeine Rückschau auf die Verhältnisse des Berichtsjahrs schließt des Stadtbaurats Hoffmann genehmigte der Magistrat die Entwürfe Die Bantfirma verlangte vorher 40 M. Jnformationsgebühren. Der Aus der Magistrats: Sigung vom Freitag. Auf Vortrag tamen, ersuchte der Hausbesizer um Rücksendung der Papiere mit nachfolgender Betrachtung: Ermöglicht ist diese seit dem Jahre 1894 ununterbrochen an zum IV. städtischen Strankenhause an der Seestraße und die Hausbesizer wandte sich an die Berliner Staatsanwaltschaft und teilte bauernde Steigerung unfres Absages auf den ausländischen Märkten, besonderen Entwürfe zur Be- und Entwässerungsanlage in Höhe dies der Bank mit, die mun die Papiere mit folgendem Begleitdie unsre Ausfuhr von drei Milliarden Mark im Jahre 1894 auf bon 260 000 M., zu den Dampfschornsteinen und Rauchkanälen in schreiben zurücksandte:" Herrn N. N. Antwortlich Ihrer frechen schäzungsweise 4,5 milliarden Mark im Laufe des Berichtsjahrsleitungen in Höhe von 435 000 M. und für die maschinellen Anlagen darauf aufmerksam, daß wir Ihnen von vornherein mitgeteilt haben, Höhe von 59 000 M., zum Dampfrundstrang- Kanal mit den Rohr Karte von heute machen wir Sie flegelhaften Patron gehoben hat, ausschließlich durch die in den Handelsverträgen in Höhe von 604 000 M. Die Schornsteine werden eine Höhe von daß es uns noch niemals beigefallen ist, für irgend welche faule, gegebene stabile Grundlage für den auswärtigen Handel. Die nationale Arbeit", die in 4/2 Milliarden Mart 50 Meter erreichen. uns unbekannte, zahlungsunfähige Darlehnssucher umsonst deutscher Ausfuhrwaren verkörpert ist, hat für die gesamte deutsche verordneten- Bersammlung zur Kenntnisnahme zugehen wird, zur nicht zahlen wollten oder konnten, durften Sie unsre Firma Der Magistrat genehmigte ferner eine Vorlage, die der Stadt zu arbeiten. Wenn Sie unser Prüfungs resp. Arbeitshonorar Volkswirtschaft teine geringere Bedeutung und demgemäß kein geringeres Anrecht auf Schutz und Berücksichtigung als diejenigen reinigung und Besprengung. Zugleich soll der Antrag gestellt felben um Zeit und Geld prellen. Wir haben wahrlich mehr zu Einführung eines Systems der Straßen nicht mit Ihrem faulen Antrage belästigen und uns durch den Zweige der deutschen Produktion, die mit Vorliebe das Schlag- reinigung wort vom Schuß der nationalen Arbeit für ihre Sonderinteressen werden, den Betrag von 52 540 M. in den Etat aufzunehmen thun, als uns mit irgend welchem zweifelhaften Schnapsin die Wagschale werfen. Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands zur Beschaffung von neuen Sprengwagen und Kehrmaschinen. berkäufer zu beschäftigen. Wie Sie in Ihrem Auftragbriefe wird wesentlich davon abhängen, ob durch eine Fortsetzung der bauung einer massiven Bride im Zuge der Manteuffel- fendung der Papiere veranlaßt worden und hat Ihnen derselbe Der vom Stadtbaurat Krause vorgelegte Entwurf zur Er selbst zugestehen, sind Sie durch einen unsrer Vertreter zur UeberPolitit der Handelsverträge unfrem auswärtigen Handel seine Existenzbedingungen erhalten bleiben, oder ob man es traße über die Spree ist vom Magistrat genehmigt worden. Die zweifellos unsren Prospett unterbreitet, aus dem selbst d wirklich unternimmt, die Art an eine der Wurzeln des Baukosten sind veranschlagt auf 1 100 000 M., wozu noch etwa 6 mm ste polnische Bauer herauslefen kann, daß er ein nationalen Wohlstands zu legen. Nicht nur in wirtschaftlicher, 90000 m. Grunderwerbskosten kommen für die Anrampungen. Die Prüfungs- und Arbeitshonorar zu zahlen hat. Bis jetzt ist uns nationalen Wohlstands zu legen. Nicht nur in wirtschaftlicher, gesammten Baukosten dürften 3 Millionen Mark übersteigen. auch in politischer Beziehung würden die Folgen verhängnisvolle Außerdem hat der Magistrat, nachdem vorher schon die Bau- weniger Intelligenz befist als das russisch- polnische. Da nicht bekamit gewesen, daß das sächsische Mindvieh noch sein; denn von unsrer wirtschaftlichen Bedeutung hängt in großem deputation und Parkdeputation dem vom Herrn Stadtbaurat Strause gegen ist uns bekannt, daß wir in Ihnen einen Mann vor uns Umfang unsre politische Weltstellung ab. Weltmachtspolitit ohne wirtschaftliche Weltpolitit ist nicht nur zwed aufgestellten Blane für die Umgestaltung der Straße Unter den haben, der durch den fortgejezten Verkehr mit Spiritus den Umgang los, sondern auch undurchführbar. Nur eine wirt- inden ihre Zustimmung gegeben hatten, sich gestern mit mit anständigen Personen vollständig verlernt zu haben scheint. schaftliche Weltpolitik, die frei ist von aller Sturzsichtigkeit und von diesem Entwurf einverstanden erklärt und wird die Genehmigung Achtungsvoll Banks und Wechselgeschäft M. Priez u. Co." aller Rüdsicht auf Sonderinteressen bermag der ob die, auf Grund des Entwurfs veranschlagten Kosten von Ende mit dem Bankier des Grafen Bückler zu thun. der Stadtverordneten- Versammlung nachsuchen. Die Beschlußfassung, Nach der kernigen Sprache zu urteilen, haben wir es hier am Deutschen Jutelligenz und Arbeit das freie Feld zu sichern, das zur 835 000 m. in den Etat von 1901 eingestellt werden sollen, wird erst weiteren Entfaltung unsrer Volkswirtschaft groß genug ist, und vermag bei der Etatberatung erfolgen. Der Plan zur Begründung einer ursachte Donnerstag eine Störung des Wagenverkehrs. Schon am Eine Senkung des Mitteljochs der Adalbertbrücke verunser Volt in Stand zu setzen, die großen Lasten fragen, die ihm auferlegt werden durch die Notwendigkeit, über- fich gefenit hatte. Der Belag gab immer weiter nach und gegen städtischen Central Bibliothek im Anschluß an die unfren Rang unter den Weltmächten und unsren„ Playz an der bestehenden Bibliotheken ist einer Kommission zur Beratung über Nachmittag wurde beobachtet, daß der Mittelflügel der Aufzugbrücke Conne" zu behaupten." 7 Uhr abends betrug die Sentung schon über einen Boll. Eine Ob das die Neigung zur Brotwucherpolitik, die oben vorhanden, Der Bevölkerungszuwachs Berlins im letzten Jahrfünft Belastungsprobe mit einem leeren Motorwagen der Straßenbahn dämpfen wird? ist nicht nur bedeutend größer als der im vorletzten, er ist auch ergab ein weiteres Eindrücken des Jochs. Die Brücke wurde daher leber die Erscheinungen auf socialpolitischem Gebiet wesentlich anders zu stande gekommen. Die Berliner für den Wagenverkehr gesperrt, während der Straßenbahn- Betrieb geht der Bericht aufgehobenen Fußes hinweg. Wo aber eine Aeußerung Bevölkerung wuchs vont 1. Dezember 1890 bis zum 2. Dezember durch Umsteigen aufrecht erhalten wurde. Noch am Abend wurden über Fragen diefer Art nicht zu umgehen ist, wird selbstverständlich 1895 von 1578 794 auf 1 677 304, also um nur 98 510 Köpfe. In die Reparaturarbeiten in Angriff genommen und derartig gefördert, der Vorteil des Unternehmertums für das Maßgebende gehalten. Diesem Zeitraum belief sich die Zahl der Geborenen( einschließlich daß die Brücke gestern früh wieder dem Verkehr übergeben werden Ein von der Behörde eingefordertes Gutachten über die Lage des Totgeborene) auf 256 555, die der Gestorbenen( einschließlich Tot- fonnte. einer früheren Anschauung zwar lauwarm für paritätische ben Ueberschuß aus der Zuwanderung kamen demnach von dem ge- Nachmittag gemeldet. Der 34jährige Maler Gustav Fräntel aus Zwei schwere Unfälle bei der Arbeit werden vom gestrigen Arbeitsnachweise aus, meint aber, nachdem auf angeblich ungünstige samten Bevölkerungszuwachs nur 16 317 Köpfe. Bom 2. Dezember der Gneisenaustraße 109 befferte an dem Hause Unterbaumstraße 8, Erfahrungen der Scharfmacher mit den von Arbeitern geleiteten 1895 bis zum 1. Dezember 1900 wuchs die Bevölkerung, wenn für oben auf einer drei Meter hohen Leiter stehend, ein Geschäftsschild Nachweisen hingewiesen ist, daß eine unmittelbare Anteilnahme staat die diesjährige Zählung das vorläufige Ergebnis zu Grunde aus. Um weit ausholen zu können, Tehnte er sich start nach der licher Organe bei der Verwaltung nicht empfehlenswert sei, da gelegt wird, von 1 677 304 auf 1884 345, d. h. um rund 207 000 Köpfe. Seite, verlor das Gleichgewicht und fiel mit der Leiter um. Der diese Anteilnahme bei den vielfach zugefpisten Verhält- In diesem Jahrfünft betrug die Zahl der Geborenen( einschl. Totnissen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern die bisherige geborene) etwa 255 000, die der Gestorbenen( einschl. Totgeborene) Schulter sowie schwere inmere Verlegungen zu. Seine Arbeitsgenossen Berunglückte zog sich einen Bruch des Schädels und der rechten gedeihliche Entwicklung der paritätischen Arbeitsnachweise bee in- ziemlich 170 000, also der Geburtenüberschuß rund 85 000. trächtige. Wir lassen es dahingestellt, ob der Verein bei Kund- Die Zahlen weichen von den entsprechenden des vorlegten Jahr Schlächter Johannes Winkler, der bei dem Meister Karbe in der brachten ihn nach der nahe gelegenen Charité. Der 22jährige gebung dieses Urteils von der Anschauung ausgegangen ist, daß fünfts nicht sehr erheblich ab. Der Wanderungsüberschuß Buttmannstraße beschäftigt ist, hatte ein Nind auszuschlachten. Dabei unter dem 12 000 Mark- Kurs eine Regierung gar nicht anders fönne, dagegen belief sich diesmal auf rund 122 000, das ist sieben- bis als bei der Anteilnahme am Arbeitsnachweis durch plumpes Ein- achtmal soviel wie der Wanderungsüberschuß des rutschte ihm ein sehr scharfes Meffer aus und drang ihm in den treten für die Unternehmerinteressen die Arbeiter zu vorhergebenden Jahr fünfts. Unterleib. Nachdem ein Arzt die starke Blutung geftillt hatte, wurde Das Jahrfünft 1395 bis brüstieren. 1900 ähnelt in dieser Hinsicht dem Jahrfünft 1885-1890, das einen der junge Mann in ein Krankenhaus gebracht; man fürchtet, daß er Auch die Frage der Gewährung von Siggelegenheiten Bevölkerungszuwachs von 263 507 brachte, darunter 76 985 Geburten- fich Gedärme durchschnitten hat. für weibliche Verläuferinnen ist auf behördliche Aufforderung überschuß und 186 522 Wanderungsüberschuß. Ein netter Helfer. Dieser Tage wurde, wie wir mitteilten, hin vom Vereinsvorstand begutachtet worden. Dabei leisteten die Die alte Klage. Zu der kürzlich vom Magistrat in einer als er eine schwere goldene Uhr mit Kette zu versetzen suchte. Der ein 18jähriger Schloffer Otto Höhne der Kriminalpolizei überliefert, Herren sich den mit der Wahrheit auf sehr gespanntem Fuß stehenden seiner Vorlagen zugegebenen lleberfüllung der städtischen Bursche behauptete, die Ihr redlich erworben zu haben, konnte aber Rapport, daß die beteiligten Verkehrstreise sich längst auf die ranten und Siechenhäuser gefellt sich die starte nicht nachweisen, wie und wo das gefchehen sein sollte. Nun hat sich Bundesrats- Berordnung eingerichtet und ihre Berechtigung Belegung der unter städtischem Patronat stehen- nicht nachweisen, wie und wo das geschehen sein sollte. Nun hat sich Bekanntlich mußte feiner Zeit ein privates Damenschutzlomitee Der neueſte Jahresbericht über die Verwaltung dieser Anstalten zuhalten. In den Ihrdeckel war, wie wir berichteten, innen der den Hospitäler und Altersversorgungs- Anstalten. herausgestellt, daß die Kriminalpolizei recht daran that, ihn feftden vollständigen Migerfolg ihrer auf das gute Herz der Laden- enthält über diesen Punkt wieder die alten Klagen. Am schlimmsten hin hat sich nun ihr Eigentümer gemeldet und die Angelegenheit Name Fr. Schäfer, Münster", eingegraben. Auf diese Mitteilung inhaber aufgebauten Agitationsbestrebungen konstatieren. Um auch den Humor zu feinem Recht kommen zu lassen, saiser Wilhelm- und Augusta Stiftung empfunden. Bülowstraße einen Ohnmachtsanfall. Ein junger Mann, der sich in wird der Mangel an Stellen Augusta- Stiftung empfunden. aufgeklärt. Der Gigentümer, ein alter stentnam, ber fich in teilen wir noch mit, daß der Verein Berliner Kaufleute und Die Zahl der vorgemerkten Anwärter ist beständig gewachsen, der Nähe befand, Otto Höhne, sprang hinzu und stellte sich so, als Industrieller sich auch mit dem Antrag zu beschaffen hatte, bei den Stellen werden aber nur selten frei und können immer nur mit den ob er dem alten Herrn Hilfe leistete. In Wirklichkeit aber benutte preußischen Behörden vorstellig zu werden, daß Arbeitern und An- ältesten Bewerbern besetzt werden. Das Statut läßt 60 Jahre als " " wiesen. Berliner Arbeitsnachweiswesens" spricht sich in Wahrung geborene) auf 174 362, mithin der Geburtenüberschuß auf 82 193. Auf bereitwilligst anerkant hätten. gestellten von Geschäftsbetrieben nach einer 25 jährigen ununter- das niedrigste Aufnahmealter zu, aber von den im März d. 3. er die Gelegenheit, dem Ohnmächtigen Uhr und Kette abzuknöpfen. brochenen treuen Dienstleistung in demselben Betriebe von Staats in der Anstalt befindlichen Infaffen stand der jüngste bereits im wegen ein tragbares Ehrenzeichen verliehen werde. Die 65. Lebensjahre. Wer sich als 60jähriger meldet, darf also noch Feiertage in der Dorotheen städtischen Kirche ausgeführt Ein Kirchenraub während des Gottesdienstes ist am ersten Befürwortung des Antrags wurde abgelehnt, und zwar weniger weil verständige Arbeiter für berartige Stinferligchen keinen Ginn nicht zu weit heruntergekommen sein, sonst erlebt er die Aufnahme worden. Dort befinden sich in der Vorhalle zwei Opferbüchsen, haben, als weil man dem Staate billigerweise nicht zumuten nicht mehr. Selbst Bewerber von 70 Jahren und darüber müssen deren Erträge für die Armen der Gemeinde bestimmt sind. Während könne, diejenigen, die seine Grundlagen berneinen andrer- auf später vertröstet werden. Unter den im letzten Jahre Auf- des Abendgottesdienstes hat nun ein Dieb die Büchsen mit einem feits als besonders verdienſtvolle Bürger nach außen hin fahre ſtanden. en folche, die bereits im 80., 81., 83., 84. Lebens- Stemmneiſen oder ähnlichen Juſtrument erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Die Beute des Diebs dürfte nur gering gewesen sein, denn die Büchsen waren nach den Vormittags- Gottesdienste geleert worden und können nur wenige von den Besuchern der Nachmittagstaufen und den Besuchern des Abend- Gottesdienstes herrührende Gelbstüde enthalten haben. W Der Staat des Zuchthauskurses und des Zwölftausendmark- Vom Uebermut der Hausbesitzer. Nach der soeben erbettels muß es als ein ungemein liebenswürdiges Kompliment für schienenen, von den Hausbefizervereinen in Berlin und einer Reihe feine focialreformatorischen Leistungen betrachten, wenn die Industriellen von Vororten herausgegebenen allgemeinen Schußliste", welche die es für ganz ſelbſtverſtändlich halten, daß sogar das Musterexemplar bisherigen einzelnen Listen zusammenfaffen und ergänzen soll, find, eines in 25jähriger Treue bewährten Arbeiters die Grundlagen des so schreibt die" Bolts- 3tg.". circa 4300 Miefer geächtet. Ein gefährlicher Brand kam Freitagabend gegen 6 Uhr in Staats verneinen muß! Bei einer großen Zahl von diesen laufen sicherlich die dem Lagerteller des Kaufmanns Albert Seefeld in der Neuen Friedrichstraße 74 zum Ausbruch. Am Tage hatte man im Steller i Aus den Nachbarorten. d Die Transport seiner taum wiederhergestellten Gesundheit wegen auf Liqueure destilliert, wobei sich jedenfalls Gafe gebildet hatten, die Wilmersdorf. Den Parteigenossen steht das Lokal Lehmanns Ochsenwagen mitmachte, die Geschichte seiner Verwundung und Gea den ganzen Raum anfüllten. Als dann ein Hausdiener den Keller Seeschlößchen, Kaiser- Allee, nicht mehr zur Verfügung; man wolle fangennahme wie folgt: Ich befand mich damals mit Hundert mit Licht betrat, erfolgte eine heftige Detonation und im Nu stand diese Mitteilung berücksichtigen. Die Lokalfommission. Infanteristen in Natal auf dem Marsche nach der Transvaalgrenze der Raum in Flammen. Dem Hausdiener war es noch gelungen, um einige auffässige Natalboeren zu bestrafen". Die Mitglieder des socialdemokratischen Vereins, welche noch au, um unversehrt das Freie zu gewinnen, als plöglich noch eine zweite mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, werden ersucht, am Sonn- Gegend, in der wir uns befanden, war unfrer Meinung nach voll Explosion erfolgte, die auf ein mit explosiver Flüssigkeit gefülltes tag, den 30. Dezember, in Wittes Voltsgarten, vormittags 9 Uhr, tommen sicher, und wir zogen daher sorglos und in guter Stimmung, Faß zurückzuführen war. Die in mehreren Zügen an beim Hauptkassierer abzurechnen. Der Vorstand. Dohne Patrouillen vorauszuschiden, unfres Wegs. Nach den neuesten stürmende Feuerwehr fand eine gefährliche Situation vor, da mit Unbegreifliche Massenbrandstiftungen find in Spandau auf Erfolgen voll von Hoffnung für die Bulunft, trabte ich auf meinem noch weiteren Explosionen gerechnet werden mußte. Diese wurden lich aus nächster Nähe ein Schuß, und ich fühle gleichzeitig im indes durch energisches Wassergeben verhütet, und nach halbstündiger dem Güterbahnhof der Lehrter Eisenbahn vorgekommen. Am mageren Pferdlein, ein Liedchen trällernd, voraus. Da ertönt plötzArbeit konnte die Gefahr als beseitigt gelten. Außerdem hatte die zweiten Weihnachtsfeiertag nachts brach, während Arbeiter nur an rechten Arm einen stechenden Schmerz; ehe ich mich befinnen kann, Wehr in den letzten 24 Stunden noch verschiedene kleinere Brände wenigen Stellen beschäftigt waren, in einer Weichenſtellerbude Feuer fühle ich einen zweiten Schuß im rechten Oberschenkel und im aus. Als man mit dem Löschen der Flammen, die das Innere des Moment, wo ich mein Pferd herumwerfen will, einen dritten Schuß zu beseitigen, so Mehnerstr. 1, Oppelnerstr. 5, Michaelkirchstr. 23, Häuschen zerstörten, noch nicht fertig war, brannte es plöglich an durch die rechte Wade, der zugleich mein Pferd zu Fall bringt, und Rüdersdorferstr. 27, Wolgasterstr. 9 und Köslinerstr. 5. Es waren einer entgegengesetzten Stelle des weitausgedehnten Bahnhofsterrains durchweg unbedeutende Wohnungsbrände, die mit Leichtigkeit be- in einem Schuppen, und so ging es die Nacht hindurch fort, bis man war so unglücklich, daß ich unter das Tier zu liegen komme. Während seitigt wurden. etwa ein halbes Dutzend Brände feststellen konnte, die indes jedesmal ich mich vergeblich bemühe, mich unter dem Pferde hervorzuarbeiten, Von der Direktion des Passage- Theaters geht uns auf die bald nach dem Entstehen erstickt wurden, ohne daß größerer Schaden springt einer meiner Leute, die mittlerweile herangekommen waren, zu meiner Hilfe herbei, um sofort selbst mit einem Schuß in die gestern veröffentlichte Beschwerde eines Lesers folgende Mitteilung angerichtet worden wäre. In jedem Fall war als Entstehungsursache Stirn tot niederzusinken. Ebenso geht es einem zweiten, einem dritten zu: 1. Bei der allein maßgebenden Stelle, der Direktion, ist eine vorsägliche Brandstiftung mit Leichtigkeit zu fonstatieren; der Thäter und vierten, und nachdem dem neunten dasselbe Schicksal ereilt hat, Reklamation des Beschwerdeführers wegen Rückerstattung des Gelds hatte überall Petroleum verschüttet und sodann das Feuer an nicht eingegangen, sonst wäre derselben, wie dies in ähnlichen Fällen gezündet. Im Laufe der Brandnacht fiel es dem Personal auf, daß ergreift die übrigen eine Panik und sie machen sich entsegt aus dem Staub. bereits wiederholt geschehen, bereitwilligst entsprochen worden. 2. Amber Rangierer Sys immer der Erste an der Brandstelle war, einer Klippe hervor, nimmt mich gefangen, hilft mir auf sein Hand Kurz darauf tritt ein zwölfjähriger Boerenjunge hinter zweiten Feiertage mußten wegen zu großen Andrangs wiederholt die wie er denn auch bald als der Entdecker des Feuers anerkannt Staffen auf längere Zeit geschlossen werden und unter sothanen Ver- wurde; er verschwand aber stets noch vor dem Ablöschen des Brands. pferd und jagt mit mir davon. Allein und fern von jeglicher Hilfe hatte er es gewagt, einen Trupp von hundert Engländern anzuhältnissen können Irrtümer und Mißverständnisse durch untergeordnete Schließlich fiel auf ihn der Verdacht, daß er der Urheber des Brands greifen und ihren Anführer gefangen zu nehmen. Wenn schon die Beamte vorgekommen sein. 3. Bei den sogenannten reservierten gewesen. Er wurde verhaftet und hat, in die Enge getrieben, bor tinder solche Teufel sind, was ist dann erft von den Alten zu erBlägen handelt es sich nicht um reservierte Stühle, welche der Seriminalpolizei seine Thäterschaft in allen Fällen eingestanden. warten, schloß Kolonel Stewart seine Erzählung. auf Stunden und Tage hinaus reserviert bleiben können, Es ist vollkommen unaufgeklärt, was den seit Jahren bei der Eisensondern um einen Raum, in welchem nach Maßgabe der bahn angestellten, verheirateten Mann, Vater von vier Kindern, zur borhandenen, nicht numerierten Site Personen mit Begehung der Verbrechen getrieben hat. entsprechenden Eintrittskarten Einlaß finden. Es liegt im Wesen Reinickendorf. Der Nordbahnhof, mit dessen Fertigder Dauer- Vorstellungen, bei denen das Publikum fluktuiert, daß stellung bereits begonnen ist, wird auf der Nordseite des von hier man Pläge nicht stundenlang unbenugt laffen kann. Der Herr nach Wilhelmsruh und Rosenthal führenden Wegs errichtet, von wo Beschwerdeführer fagt selbst, er habe mittags die Billets gelöst aus auch die Abzweigung der Bahn nach Liebenwalde an die Nordund abends alle Bläge besetzt gefunden. Dies kann eben täglich bahn erfolgt. Der Bahnsteig des neuen Bahnhofs wird im Ver. vorkommen. Für solche Fälle find uufre Beamten dahin instruiert, hältnis zu dem alten erheblich verbreitert, wie überhaupt die ganze den betreffenden Besuchern die Alternative zu stellen, entweder zu Anlage im großen Maßstab hergestellt wird. warten bis wieder Pläge frei werden, oder an einem andren Tage wiederzukommen; das Eintrittsgeld soll auch der Großen Berliner Straßenbahn unsrer Gemeinde in Aussicht ge- Frants./M. 750 S das Eintrittsgeld foll auch wei neue Straßenbahn- Verbindungen sind von eventuell dem Betreffenden wiedergezahlt werden, falls er von stellt. Weit dem ersten Januar wird eine Linie Scharnweberstraße, München den beiden Anerbieten keinen Gebrauch machen will. In dem vor Ede Berlinerstraße- Knesebecstraße eröffnet, am 1. April eine Linie liegenden Falle mag sich der betr. Herr an den Kassierer gewandt haben. Dieser ist aber zur Rückgabe des Geldes schon deshalb nicht ohne weiteres befugt, weil sonst eine Kontrolle unmöglich wäre. " " Theater. Im Deutschen Theater geht am heutigen Sonnabend Otto Erich Hartlebens Offizierstragödie, Rosenmontag" bereits zum 50. Male in Scene; die erste Aufführung hat am 3. Oktober stattgefunden. Am Silvesterabend wird Gerhart Hauptmanns Diebskomödie: Der Biberpelz" gegeben, am Dienstag, dem Neujahrsabend Rosen montag", am Neujahrstag- Nachmittag, Cyrano von Bergerac" mit Otto Sommerstorff und Theresina Geßner. Im Apollo Theater findet übermorgen Silvestervorstellung, und am Dienstag voll: ständiger Repertoirwechsel statt. u. a. find engagiert die Flammentänzerin Balentine Petit, die Cirkuskünstlerin Gerard und die Minstrels parisiennes. Ebenfalls ist im Metropol Theater Montag eine an Ueber: raschungen reiche Silvestervorstellung. Spittelmarkt- Schäferjee. 2 of 3) Witterungsübersicht vom 28. Dezember 1900, morgens 8 1hr. Stationen Barometer= WindBunipia Windstärke Wetter Swinembe. 750 SSO 3 Dunft Berlin Hamburg: 746 SO 3 bebedt 750 SSW 2 wolfig 75450 wien 759 S 4 Regen 5 bedeckt Stationen Barometer= Iftand mm Windrichtung Windstärke 3 Haparanda 770 5 Petersburg 763 9 4 Cort 8 Aberdeen 4 Paris Wetter Temp. n. 6. 360701 2616.beb.- 20 1Schnee- 14 731 O 6 bedeckt 478 1 Nebel- 2 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 29. Dezember 1900. Broquoje fü Tegel. Mit dem 1. Januar 1901 wird in dem Fahrplan der Warm und veränderlich, vorwiegend trübe mit Regenfällen und ziemlich Vorortzüge Berlin- Tegel eine wichtige Veränderung eintreten, die starken westlichen Winden, später etwas fühler. Berliner Wetterbureau. leider keine Verbesserung bedeutet. Laut einer Bekanntmachung der Eisenbahn- Direktion werden von dem genannten Termin an bis auf weiteres folgende Züge nicht mehr fahren: Nr. 161( Berlin- Tegel, o Briefkasten der Redaktion. Abfahrt 415, Ankunft 447 vorm.). Nr. 162( Tegel- Berlin, Abfahrt 457, Ankunft 530 vorm.). Nr. 191( Berlin- Tegel, Abfahrt 1030, An- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) tunft 1103 nachm.). Nr. 192( Tegel- Berlin, Abfahrt 1117, Ankunft anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte 1150 nachm.). Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die nächste juristische Sprechstunde findet am Montag, den 31. Dezember, von 3-5 Uhr nachmittags statt. Gablonz. Uns unbekannt. od ang Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. Dezember, vormittags 8 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Fraut furterstr 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 10 Uhr In der Secessionsbühne bleibt auch für den Silvesterabend Bothar vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Wilhelm Bölsche:" Der Schmidts Komödie" Der Leibalte" auf dem Repertoir.- Im Schiller Idealismus des Freidenkers". O. O. M. M. Dienstag, den 1. Januar 1901, vorm. Zu einem Abzug vom Lohn ist der Chef nicht Emil A. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Dem Theater beginnt die am Montag stattfindende Aufführung des 102 Uhr, ebendaselbst: Vortrag des Frl. Ida Altmann: An des Jahr berechtigt. Schwantes„ Der Raub ber Sabinerinnen" bereits um 72 Uhr. hunderts Wende". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Vater stehen auch unter den von Ihnen geschilderten Umständen die vollen elterlichen Rechte zu. G. B. Leider könnten Sie nur das Nachtleben Ben Ali- Bey der orientalische Magier, ist hierher zurückgekehrt und hat mit der Direktion des Apollo Theaters einen Vertrag abgeschlossen, laut herbeiführen. Wenden Sie sich mit einem dahin gerichteten Antrag an die Invaliden Versicherungsanstalt. St. 67. Lohnarrest ist wegen Alimente welchem er an drei Nachmittagen der Woche und zwar Mittwoch, Sonn für außereheliche Kinder nur soweit zulässig, als der notdürftige Unterhalt abend und Sonntags auf dieser Bühne, Familienvorstellungen veranstaltet. des Schuldners und der standesgemäße seiner Ehefrau und seiner ehelichen Für diese hat der Künstler ein anmutendes Programm zusammengestellt, Ein zwölfjähriger Boerenheld. Von einen, Transvaalfrieger Kinder dadurch nicht beschränkt wird. Als notdürftig wird in Berlin ein welches in zwei Haupt- und zwei Nebenabteilungen, japanische Bauberspiele, ägyptische Magie, indische Fatirtünste und zum Schluß die frappierende wird uns berichtet: Als wir im Juni dieses Jahres die englischen Betrag von 45 bis 60 Mart erachtet. Der Schuldner müßte gegen den zu Fluffion Abomey" bieten wird. Die erste dieser Vorstellungen findet Mitt- Gefangenen von Bronkhorstspruit nach Machodadorp transportierten; Unrecht oder in unrichtiger Höhe erlassenen Pfändungsbeschluß sofortige woch, den 2. Januar, nachmittags 4 Uhr statt. erzählte mir ein englischer Kolonel Namens Stewart, der den Beschwerde, die Ehefrau und Kinder Klage erheben. 2. 9. 50. Nein. Verband der Vermischtes. gewerblichen Hilfsarbeiter Deutscher Holzarbeiter- Verband. Dets Steatentafe Deutscher Buchbinder- Verband. Deutschl., Zahlstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Gottlieb Hauch am 26. b. M. verstorben ist. 51/1 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. d. M., nachm. 3 Uhr, auf dem Andreaskirchhof statt. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 30. Dezember, vormittags 10 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: = Vertrauensmänner Versammlung sämtlicher Bezirke. Fortsetzung der Tagesordnung der letzten Versammlung. Andreas firchhof in Wilhelmsberg flatt Jede Werkstatt muk vertreten sein. Abfahrt mit der nachmittags Mitgliedsbuch und Vertrauensmänner- Karte legitimiert. 1 Uhr vom Krankenhaus Am Urban. 285/14 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Centralverband d. Maurer Deutschlands. Filiale Berlin I( Buzzer). Den Mitgliedern sowie den Mit gliebern des Gesangvereins zur Kenntnis, daß unser Mitglied August Fink Die Ortsverwaltung. der Buchbinder und verwandter Gewerbe. Montag, den 7. Januar 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Außerordentliche General- Versammlung Tagesordnung: Allgem. Orts- Krankenkasse die Stranten unbedingt Folge zu leisten, Anträge der General Bersammlung gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen 3. Den ärztlichen Vorschriften haben und insbesondere ist ihnen nicht ge stattet, ihre Wohnung außer der ihnen vom Arzte bewilligten Ausgehezeit zu verlaffen. Das Verziehen nach einem andren außerhalb des Bezirks der Vereinsärzte gelegenen Ort wäh rend der Krankheit ist nur mit Ge: nehmigung des Arztes und des Stafsenvorstands gestattet. zu Berlin. Verhaltungs- Regeln für erkrankte Mitglieder, welche Krankengeld beziehen. Auf Grund des§ 24 des Statuts nach langem Krantenlager verstorben und§ 26 a Biffer 2 a des Kranken- 4. Dem Kranten ist ferner der Beift. Die Beerdigung findet am versicherungs- Gefeßes hat die General fuch von Schanklokalen sowie die Vor 1. Januar 1901, mittags 12 Uhr, versammlung vom 4. März 1900 nahme irgend einer Beschäftigung oder vom Trauerhause, Borndorferstr. 12, folgende Kontrollvorschriften be der Genesung hinderlichen Handlung aus nach dem Friedhof Hohen- Schön- schloffen: untersagt. hausen statt. 1. Raffenmitglieder, welche infolge 5. Zuwiderhandlungen gegen vor einer Krankheit erwerbsunfähig wer- stehende Vorschriften werden mit Ord: ben, haben hiervon innerhalb drei nungsstrafen von 1 bis 20 Mart ge: Tagen nach dem Eintritt der Er- ahndet. 6. Der Kaffe steht das Recht zu, werbsunfähigkeit der Kaffenverwaltung unter genauer Angabe ihrer der die Strafgelder von dem Krankengeld zeitigen Wohnung Anzeige zu ers in Abzug zu bringen. ftatten. Ein während der Dauer der Erwerbsunfähigkeit eintretender Wohmungswechsel fowie die Wiederaufnahme der Arbeit sind ebenfalls innerhalb drei Tagen der Verwaltung zu melden. Unt rege Beteiligung ersucht 135/7] Die örtliche Verwaltung. Verein der Töpfer Berlins und Umgegend. Am Donnerstag, den 27. De zember, verstarb unser Mitglied Emil Weigand im Alter von 42 Jahren. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs Kirchhofs in Weißensee( an der Lichtenbergerstraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ber Mitglieder ersucht 17846] Der Vorstand. ( Zahlstelle Berlin.) Montag, den 31. Dezember 1900: Silvester- Feier im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. *** Grosser Ball.*** Silvester- Scherze. Neujahrs- Poft. 1. Antrag des Vorftands: Die Gehalts- Billets für Herren 50 Pf. inkl. Tanz, für Damen 25 Pf. find heute erhöhung der Bureaubeamten, ev. noch in den Zahlstellen sowie in unsrem Bureau zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. hierzu. deildi modand Am Montag( Silvester) wird das Bureau um 3 Uhr nach45/10 2. Verschiedenes. 276/2 mittags gefchloffen. Die Delegierten werden ersucht, zahlreich und pünktlich am Plaze Der Vorstand. Bernh. Jost, Georg Bäßler, Vorsitzender. Schriftführer. zu fein. Es werde Licht! Verein zur Unterhaltung u. Belehrung. Alle Freunde geistiger Unterhaltung, Damen wie Herren, find zu dem am Sonnabend, 29. d. M., abends Uhr, im fleinen Saal der Kronen- Brauerei", Alt. Moabit, stattfindenden 8 Vortrag des Herrn Herm. Stenz über: Vivisektion", Nachtseite der modernen Wissenschaft, hiermit freundlichst eingeladen. Entree 10 Pf. 17766 NB. Mitglieder, welche ihrem Er werbe nachgehen und gleichzeitig Krankengeld beziehen, unterliegen den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs. die Der Vorstand. Paul Löbe, Vorsitzender. 2. Dem Kranten: Controleur muß Vorstehende Beschlüsse werden auf zu jeder Tageszeit der Zutritt zur Wohnung des Kranten gestattet wer- Grund des§ 26a Abs. 2 des Krankenden, und hat der Strante jede Aus. verficherungs- Gesetzes hierdurch gefunft zu erteilen, welche sich auf die nehmigt. Krankheit bezieht. Der Krantenschein ist dem Controleur stets vorzulegen Berlin, den 13. Dezember 1900. Der Magistrats- Kommiffar Honig! Entree 10 Pt. Der Vorstand. Oldenb. Bienenhonig, fendet 9 Pfd. netto zu Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Frik Thiel, Stalizerſtr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Start Anders, Salzwedelers Straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. Rosenthaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Rarl Mars, Rastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ecke Goethestr., v. 1 Treppe. Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenft. und W. Nidel, Auguftaftr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl Bett, Berlin O., Frankfurter Allee 177. Grünau: Engel, Dahmestr. 6. Rixdorf: Ostermann, Erfstr. 6.- Schöneberg: Wilh. Bäumler, Ober- Schöneweide: Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Nieder- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Karl Weber, Cigarrengeschäft.- Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I.- Adlershof: Emil Bollmann, Selchowstr. 14. Köpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Friedenan- Steglitz: 5. Bernfee, Stirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Dippelstraße 8, und Fr. Schell hase, Ahornstraße 15a.- Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2 II.- Neu- Weissensee: Heinrich Bach= mann, Lehderstr. 1, part. lints. Rummelsburg: Forgbert, Brinz Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Befte Qualität, ver: Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für 6,50 wt., 5 Bfb. netto den Vorwärts" entgegengenommen. E. Reil, Bahnhof Augustfehn, Zähne 2 M., und muß beim Verlassen der Woh für die Orts: und Betriebs: zu 4 M. fr. Nachn. Gar. Zurüdn., nung für den Controleur zurüd bleiben, falls der Kranke sich nicht zum Arzt oder zur Staffe begiebt. Achtung, Isolierer und Rohrumhüller! Sonntag, den 30. 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Laube ihm einen Mittel besaß, so nahm man ihn in Untersuchungshaft. 11 Tage hat Stoß in die Seite versezte. Erregt rief Feigl: Solche Flegeleien Die Leichtgläubigkeit eines Provinzialen erregte in einer ee dort schmachten müssen, bevor es seinem Verteidiger, Rechtsanwalt von Maulaffen von Offizieren gehen mich nichts an!", worauf Versammlung, die gestern vor der 129. Abteilung des Schöffengerichts Ulrich, gelang, aus der Heimat des Verhafteten die nötigen Papiere die Offiziere Feigls Arretierung veranlaßten. Bei der Polizei er stattfand, Heiterteit. Der im Oldenburgischen wohnhafte Guts- und von dessen Vater die Mittel zu beschaffen, um den leicht- flärte Feigl neuerlich:" Das Benehmen der Offiziere ist eine Flegels befizer B. ist im Besize eines bedeutenden Vermögens und eines finnigen Burschen auszulösen. Dieser trat dann in gedrückter Stimmung haftigkeit! Dieser Vorfall hatte zur Folge, daß am 20. August 22jährigen Sohns. Der letztere hatte sich stets auf dem väterlichen die Heimreise an. Es wurde aber gegen ihn Anklage wegen Ver- Otto Feigl wegen des Sizenbleibens im Theater bei der KaiserGute aufgehalten. Im November d. J. beschloß Herr B. seinen triebs von Losen auswärtiger Lotterien erhoben. Der Angeklagte huldigung der Majestätsbeleidigung und wegen der Szene Sohn auf eine Geschäftsreise zu schicken. Er sollte in der Mark eine wurde wegen weiter Entfernung vom persönlichen Erscheinen ent- vor dem Rathause infolge der Klage der beiden Offiziere der Anzahl Stücke Hornvieh taufen. Mit hinreichenden Mitteln aus- bunden. So mußte denn sein Verteidiger die Erlebnisse des jungen Ehrenbeleidigung angeklagt war. Feigl erklärte, daß er, im gerüstet und begleitet von den Ermahnungen der Eltern, begab der Oldenburgers in der Residenz schildern und eine möglichst gelinde Hintergrunde der Loge sigend, die Staiserbüste gar nicht gesehen junge B. sich auf die Reise. Den Vieheinkauf besorgte er gut. Dann Strafe zu erwirken suchen, die denn auch nur auf 3 M. Geldstrafe und von der Huldigung keine Ahnung hatte. E3 wurde fam ihm eines Abends die Idee, einen Abstecher nach Berlin zu machen. bemessen wurde. Temals fich politisch bethätigt hatte, so daß ihm die Abficht einer 19W0J 290 festgestellt, daß Feigl, ein unbescholtener, gebildeter Mann, überhaupt Er besaß noch 650 M. In der Residenz stürzte er fich topfüber in den Strudel der Vergnügungen. In einer Nacht waren die 650 M. Der Bilderkult. Ein für den reichsdeutschen Byzantinismus abfichtlichen Jlloyalität oder gar antidynastischen Demonstration nicht durchgebracht. Mit wüstem Kopf und völlig ratlos, wie er sich aus geradezu beleidigendes Urteil ist dieser Tage in Wien in einer augemutet werden könne; daß ferner auf der Galerie, da die Büste der Klemme ziehen sollte, faß er am folgenden Morgen in seinem Majestätsbeleidigungs- Sache gefällt worden. Es wird darüber aus dort überhaupt nicht zu sehen war, das Publikum sich gar nicht erHotelzimmer. Da fiel sein Blick auf den Anzeigenteil einer Zeitung. Wien vom 22. Dezember berichtet: Ein Majeftätsbeleidigungs- hoben hatte. Das Erkenntnisgericht sprach den Angeklagten von der " Spielend 500 m. verdienen kann jeder, der seine Adresse bei mir Prozeß und zugleich eine von Offizieren erhobene Ehren- Majestätsbeleidigung frei, da weder objektiv noch abgiebt", stand da zu lesen. Der junge B. atmete auf. 500 m. beleidigungs- Klage lag dem hiesigen Kaiiationsbofe fubjektiv der Thatbestand gegeben sei. In der Begründung konnten ihn gerade retten.„ Berlin ist doch eine ausgezeichnete zur endgültigen Entscheidung vor. Am 22. April war im Reichen- hieß es:„ Das Gesetz tennt feinen Bilder Stadt", dachte er, als er sich hinsette, um seine Adresse auf- bacher Stadt- Theater zu Gunsten des Deutschen Schulvereins eine fultus und stempelt nicht jeden zum Vers zuschreiben und abzusenden. Nun wartete er hoffnungsfreudig, er Festvorstellung veranstaltet worden, bei der unter andrem das Ballett brecher, der sich bei einer, vor einem Kaiser= dachte, es würden ihm 500 M. zugesandt werden. Der Briefträger Wiener Walzer" aufgeführt wurde. Am Schlusse des Balletts er- bilde gelegentlich abspielenden Huldigung: tam auch, aber nur mit einem einfachen Brief, der acht Achtellose schien im Hintergrund der Bühne eine Büfte des Kaisers Franz passiv verhält." Dagegen wurde Feigl wegen Beleidigung der einer thüringer Lotterie nebst einem Begleitschreiben einer Lotterie- Josef. Die Theaterkapelle spielte die Volkshymne. Die im Offiziere schuldig gesprochen und zu vierzehn Tagen mit zweimaliger firma enthielt. Er könne, wenn er Glück habe und die Lose behalte, Parkett sigenden Offiziere und das Publikum erhoben sich von den Einzelhaft und Fasten verschärften strengen Arrestes verurteilt. spielend" 500 m. verdienen, wolle er es aber nicht, so fönne er die Blägen. Oberlieutenant v. Laube bemerkte, daß in einer Loge ein Gegen diese Verurteilung ergriff Feigl die Nichtigkeitsbeschwerde. Lose auch weiter verkaufen und natürlich bei entsprechendem junger Mann, Namens Otto Feigl, der Sohn einer angesehenen Der Kaffationshof hob das Urteil und die Strafe auf Absatz eine hübsche Nebeneinnahme haben. Der zukünftige Guts- Reichenberger Familie, figen geblieben war. Er stellte deshalb den und verurteilte Feigl unter Anwendung des außerordentlichen Strafbesitzer entschloß sich in seiner Not zu dem schweren Schritt, jungen Mann zur Rede. Als die Vorstellung zu Ende war, traten milderungsrechtes nur wegen Uebertretung der Ehrenbeleidigung zu mit den Losen hausieren zu gehen. Er wandte sich an Personen auf dem Rathausplatz Oberlieutenant v. Laube und Oberlieutenant hundert Kronen Geldstrafe. in den Wirtshäusern und auf der Straße ohne jeden Erfolg. Karl Göbel neuerlich auf Feigl zu. Es entspann sich ein Wortwechsel, Unbedingt größtes*) Herren- u. 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Abends. 71/2 Uhr: Die Schöne von New York. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: ( Silvester und Neujahr) Amor von Heute. Gr. Ausstattungspoffe m. Ges. u. Tanz. Anfang 7/2 Uhr. Saub oder ber Prozeß ohne Passage- Panopticum. Ende. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Die Veilchenprinzessin. Luisen. Der Roland von Berlin. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Die Passions spieler von Oberammergau. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung Fräulein Loreley. Anf. 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Der Säugling. Anfang 72 Uhr. Neu! China in Berlin. Krao, Bindeglied zwischen Mensch und Affe. Liza, das 12jähr. Riesenmädchen. Eintritt einschließt. Theater 50 Bf. Cirkus Busch Reichshallen. Stettiner Sänger. Sonnabend, den 29. Dezember, Anfang 8 Uhr. # abends 72 Uhr: Speciali Brunt- und Gala- Abend! Paffage Panoptikum. Speciali. Prunktäten D Borstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. 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