Nr. 303. sausio Dat Abonnements- Bedingungen: d Vorwärts Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährt. 3,30 M., monatl. 1,10 r., Ltd wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntages Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungsa Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. 6 dod Erscheint täglich außer Montage. Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Kolonels getle oder beren Raum 40 Pfg., für polttische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Borialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mit dem 1. Januar 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den glamation spidsdim sid lon „ Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage sims dand bordado sula Die Neue Welt", under Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am 1. Januar mit dem Abdruck des Nomans von R. v. Seydlik: ,, Der Kastl vom Hollerbräu." Für Berlin nehmen sämtliche Beitungsspediteure sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämtliche Postanstalten stellungen zum Preise von 3 Mark 30 Pfennig für die Monate Januar, Februar und März Sonntag, den 30. Dezember 1900. Expedition: SW. 19, Bent- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. u. V. BI. S. 81) einzuleitenden Verfahrens auf Entziehung der tendenziösen Anpassungen unabhängigen Christentums zu interessieren, Rechte des geistlichen Stands zu beschreiten. Unter den vorgedachten Voraussetzungen fordern wir Sie daher ferner auf, sich in der angegebenen Frist auch darüber er Hlären zu wollen, ob Sie freiwillig auf die Rechte des geistlichen Stands verzichten. nd dm( gez.) Schmidt. An den Herrn Pastor a. D. Göhre Todundus mt shHochehrwürden, in Zehlendorf. Göhre empfing das Schriftstück am 18. Dezember. Er antwortete am 27. Dezember wie folgt: ud, jub An das tgl. Konsistorium der Provinz Brandenburg. Auf das Schreiben des tgl. Konsistoriums vom 13. Dezember d. J. erwidere ich folgendes: Ich habe sowohl den Aufsatz in der Zukunft" wie in den " Socialistischen Monatsheften verfaßt und bekenne mich noch heute zu ihrem Inhalt. " Ich habe den im Vortvärts" Nr. 273 d. J. berichteten Vortrag gehalten. Der Bericht selbst ist jedoch zu kurz, infolge des unvollständig, in einzelnen Punkten auch nicht zutreffend. Von den im Be- Schreiben des königl. Konsistoriums wörtlich citierten drei Punkten geben der erste und zweite den Sinn meiner Worte richtig wieder. Betreffs des dritten Punkts habe ich etwa der Bortrag ist nicht niedergeschrieben gesagt:„ völlige Ablehnung jeder heutigen Form von Kirche, sei es Staatskirche oder Kirchenstaat, durch die Partei". entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste unter Nr. 7671.) In Belgien, Dänemart, England, Frankreich, Holland, Italien, 2uremburg, Rumänien, Schweden, in der Schweiz, in Spanien und Portugal, den Bereinigten Staaten von Nordamerika und andren zum Weltpostvere ein gehörenden außereuropäischen Ländern kann der„ Vorwärts" gleichfalls bei der Post bestellt werden. Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutschlands und Destreich- Ungarns, im Ausland.3 Mart pränumerando. sid Die Redaktion des Vorwärts". 10 000-3 Christentum und Kirche. Obgleich ich nicht einzusehen vermag, inwiefern das von mir schriftlich wie mündlich Geäußerte mit meiner Zugehörigkeit zum mit der Aechtung, mit der„ Erkommunikation". Der Fall Göhre lehrt, daß das echte Christentum innerhalb ber den herrschenden Selassen unterthänigen Stirche feinen Platz hat. Der innerlich leere Heuchler des Glaubens, der aber im reaktionären Sinne staatserhaltend sich bethätigt, darf getrost in Amt und Würden bleiben, der innerlich Gläubige, der es wagt, aus den Lehren des Christentums Folgerungen für das politische Leben zu ziehen, wird gedrängt, sich selbst auszustoßen. Man kam die Hunnenthaten preisen und doch gut befoldeter Lehrer christlicher Nächstenliebe bleiben, wehe aber, wenn jemand aus christlichem Gewissen gegen sie und das System, dem sie entspringen, antämpft! Im Kirchen- Protestantismus ist nichts von Protestlertum enthalten, es sei denn der Protest gegen die Wahrheit und gegen die Freiheit der Ueberzeugung. Und die ersten, die aus der christlich= lutherischen Gemeinschaft ausgestoßen würden, wenn sie heute lebten, wären Christus und der junge Luther. Man beschuldigt die Socialdemokratie der Feindschaft gegen die Religion. Kein Vorwurf ist grundloser. Zwar verzichtet der einzelne Socialdemokrat auch in religiösen Fragen nicht auf das Recht freier Bernunftkritik und für viele ist die überlieferte Religion nur ein tiefsinniges historisches Problem menschlicher Entwicklung. Hasser der Religion ist die Socialdemokratie nicht. Dagegen giebt es teine schlimmeren Feinde und Verderber der echten Religiöfität als ihre Agitatoren im Dienste der Kirche und im Solde der[ besitzenden Klasse. geistlichen Stande unvereinbar ist, so erlibrigt sich mir doch. Die Versammlung der Geprellten. darauf näher einzugehen. Denn ich erkläre hiermit dem königlichen Konfiftorium, und daß ich von heute ab auf die Rechte und Pflichten eines Trägers des geistlichen Stands der preußischen Landestirche freiwillig verzichte. " Es wird uns berichtet: Der erste Aft der Neujahrstragödie vom Hofbankklingel spielte gestern in der Philharmonie. Einige Male schienen aus dem Acheron, den erschienenen Brovinzbantiers, Stürme aufzusteigen, aber bie Ich erspare dem fönigl. Konsistorium das mir in Aussicht ge- Götter ber haute banque fchwebten als unsichtbare Regisseure fiber der stellte Disciplinarverfahren, obgleich dessen Durchführung in mehrhunderttöpfigen Bersammlung. Die Deutsche Bank will ihr aus jedem Fall für mich eine volle Rechtfertigung, für weite ethischen Motiven" begonnenes Rettungswert nach ihrem Geschmac Streise eine neue, wertvolle Aufklärung bringen würde. Ich ver- 3 Ende bringen; insofern war die Bersammlung der Geprellten von der Grundschuldbank nur eine Formsache, allerdings zichte auf diese Genugthuung lediglich deshalb, um auch den eine wichtige; fie hat, nachdem die Herren aus ber Schein zu vermeiden, als ob ich angesichts der im Provinz ihren moralischen Verpflichtungen gegen die KundSchreiben des tgl. Konsistoriums zum Ausdrud fchaft genügt und die nötige Entrüstung geleistet hatten, gekommenen Auffassung, die ich für falsch und mit rührender Einmütigkeit alles angenommen, was ihr die Unsicht bor allem mit dem Geiste und der Lehre Jesu baren und der für solche Sachen äußerst geschickte Borsitzende, Herr unvereinbar halte, in der That noch Wert auf meine Justizrat Kempner, vorschlugen. Eigenschaft als Geistlicher der preußischen Landeskirche legen dürfte. Charan Der Klaffende Widerspruch, der zwischen dem Christentum im Geiste seines Ursprungs und dem es ausnüßenden und entstellenden Kirchentum besteht, offenbart sich wiederum in einer Handlung eines töniglich preußischen Konsistoriums. Unser Parteigenosse Göhre erhielt Mitte Dezember die folgende ad Weihnachtsbotschaft: Königl. Konfiftorium der Provinz Brandenburg. C. VI. Nr. 7127. " Berlin, den 13. Dezbr. 1900. SW. 12, Schüßenstr. 20. Hochachtungsvoll Zehlendorf( Wannseebahn), den 27. Dezember 1900. Paul Göhre. Die Handlung der Kirchenbehörde ist eben wenig überraschend, aber start tompromittierend für die beamteten Bekenner des Christentums. Der Klaffenstaat, der nicht duldet, daß ein Wortführer der gewaltigen proletarischen Bewegung an der Universität Phyfit lehrt, will auch nicht gestatten, daß sich ein Socialdemokrat dem geistlichen Stande zuzählt. Göhre hatte vor seinem Uebertritt zur Socialdemokratie sein Pfarrer- Amt in Frankfurt a. D. freiwillig aufgegeben. Er erhob also keinen Anspruch mehr, an offizieller Stätte das Christentum zu predigen. Aber die Kirche, der es, wie wir leicht begreifen, ein schweres ergernis sein mußte, daß einer der Ihrigen für die von den Beamten einer veräußerten Religion verleumdete und verfolgte Socialdemokratie eintrat, konnte es in ihrem feinfühligen Gewissen nicht zulassen, daß der Frevler auch nur dem geistlichen Stande zu gezählt würde. berief sich für den guten Glauben der Vermittler, die so große Summen Einer der Provinzialvertreter schilderte den Zorn der Kunden und von Grundschuld- Obligationen in der Provinz abgesezt haben gegen 2 Prozent extra auf Herrn v. Mirbach und desfeit bei einer hohen Staatsbehörde eingeholte Auskunft, nach der Die Obligationen so ficher feien wie Konsols. Diese feine Auskunft aus hohen Aemtern wird vielleicht noch eine wichtige Rolle vor Gericht spielen, wenn etwa bockbeinige Kunden in der Provinz auf Grund der 2 Prozent Extra Provision ihre Ver Die Schuldigen, die Sanden, mittler auf Ersatz verklagen. Schmidt 2c., faßen heute, wie bekannt, nicht mehr unter der Corona, sondern anderswo. Der Gang der Verhandlung von gestern war sehr interessant für den, der auf den Grund wenigstens einigermaßen zu blicken vermochte. In dem gebrudten Bericht waren in fetter Schrift weitere mündliche Aufklärungen besonders über die Regreßansprüche versprochen worden. Nachträglich schien den Herren im Hintergrunde dies Versprechen leid geworden zu sein, denn es hieß mm einfach, Bertretung zu überlassen. Das war doch einigen Anwesenden etwas daß es zweckmäßiger sei, die Negreßansprüche der zu wählenden wirklich wenig Aufklärung, es wurde also gefragt, wie es mit Frau Sandens Vermögen, ferner wie es mit dem Anspruch an die Erben des Bankiers Baron Cohn- Dessau mit endlich dem Anspruch an die Hypothekenbant sollte den Offenbarungseid leisten, als die Verhaftung dazwischen fam. Man hat es inzwischen vorgezogen, den Konkurs über sein Vermögen zu beantragen. Das letztere ist nicht weit her, besteht vorzugsweise, ja fast allein aus„ Werten" der Sandenschen Banken usw. Sanden lebt mit seiner Frau in Gütertrennung und hat das Recht zum Nießbrauch. Man wolle über die Höhe dieses Nießbrauchs durch den Konkurs Klarheit schaffen. In der diesjährigen Nr. 34 der Zukunft"( S. 326 ff.) ist unter Ihrem Namen ein Aufsatz unter dem Titel: Mein Uebertritt zur Socialdemokratie" erschienen. Ferner findet sich in dem diesjährigen Heft VI der Socialistischen Monatshefte"( S. 311 ff.) ein gleichfalls unter Ihrem Namen veröffentlichter Auffaz:„ Die Fälle Weingart und Hillmann". Endlich enthält die Beitung Vorwärts" in ihrer Nr. 273 vom 23. November d. J. unter der Rubrit Versammlungen" einen Bericht über einen Vortrag, den Sie in einer Volksversammlung in Martens Sälen hier, Friedrich straße, über das Thema" Christentum und Socialdemokratie" gehalten haben sollen. Der Bericht faßt die Schlußergebnisse Ihres Vortrags wie folgt zusammen: der, Redner fordert im Interesse der socialdemokratischen Wäre die Kirche wirklich frei vom Staat eine Forderung, und Partei, daß fie: 1. auf Grund der neuen theologischen die gerade die Orthodoren wie Herr Stöcker unablässig ver- stehe. Antwort: Sanden hat sein Vermögen angegeben und Forschungen die socialistische Litteratur der letzten 40 Jahre treten, der übrigens trotz seiner Thätigkeit und seiner errevidiert und das verwirft, was wissenschaftlich unhaltbar ist. zwungenen Entfernung aus dem Amte nicht unwürdig befunden Die Partei müsse von neuem Stellung nehmen zu dem worden ist, dem geistlichen Stande anzugehören, beſtünde diese Christentum und seinen Problemen. Der Redner fordert 2.: Unabhängigkeit der Kirche, so wäre das Vorgehen der Kirchenbehörde Aufrechterhaltung und Vertiefung des Grundsatzes Religion völlig unbegreiflich. Göhre bekennt sich zu den Lehren des evanist Privatsache", und 3.: völlige Ablehnung der Partei gegen gelischen Christentums und damit erfüllt er schlechterdings alle Pflichten, jede Form von Kirche. So sehr ich Christ bin, sagte Göhre, die an ein Mitglied des geistlichen Stands zu stellen sind. Es müßte Ueber den Regreß gegen die Erben des Barons Cohn wurde sehr so sehr bin ich ein Gegner jeder der heutigen Kirchen." ihr ganz gleichgültig sein, welche politischen Anschauungen der zurückhaltend gesprochen. Die Negreßpflicht ist zweifellos. Betont Wir veranlassen Sie, sich binnen 10 Tagen von Zustellung Einzelne hegen möge. Aber die Kirche ist eben nur eine willige wurde insbesondere, daß der Brofit einer Transaktion in Attien, die dieser Verfügung ab schriftlich zu erklären, ob Sie die Urheber- Dienerin des Stlaffenstaats, eine Zutreiberin für die Interessen der der Grundschuldbank zu einem festen Kurse aufgehalft find, in Herrir schaft der genannten beiden Auffäße und die Richtigkeit der im weltlich Herrschenden, deren Reich von dieser Welt ist, da wo Sandens und des Barons Cohn Taschen geflossen sei. Der Anspruch gegen die hypothefenbank ist der " Borwärts" gegebenen Darstellung Ihres Vortrags, insbesondere fie am irdischten ist. Es ist kein Zeugnis der Stärke, sondern des wichtigste. Es ist ganz flar, daß für die Obligationäre die Richtigkeit des vorstehenden, wörtlich angeführten Teils Schwächegefühls, daß die Kirche es nicht wagen kann, in ihrem der Grundschuldbank die Sache weit günstiger liegt, als man früher des Berichts anerkennen, und ob Sie sich uns gegen- Kreise einen politischen Kezer, der aber ein religiös annehmen mußte, und selbst günstiger als für die Pfandbriefinhaber über zum Inhalt der Aufsätze und des Vortrags be Gläubiger ist, zu dulden. Die Herrlichkeit Gottes und alles der Hypothekenbank, denn es steht fest, daß der Tausch von von der Grundschuldbank kennen. Falls diese Frage bejaht wird, glauben wir annehmen Christentum schwindet in der Furcht vor den Gewalten des Diesseits. 41 Millionen guter Hypotheken ein die Hypothekenbant von der zu müssen, daß der ersteren verübter in jenen Weh den Schriftgelehrten, die unrechte Geseze machen, und die un- an daß Sie selbst es mit der Kundgebungen bezeugten Auffaffung unvereinbar finden, jedenfalls recht Urteil schreiben, auf daß sie die Sache der Armen beugen, und Betrug ist. Darüber sprach man sich heute ohne Rückhalt aus. Die Grundschuldgläubiger würden, da 94 Millionen Pfandbriefe auch keinen Wert mehr darauf legen werden, noch weiterhin Gewalt üben am Recht der Elenden unter meinem Volt." So ruft im Umlauf. 60 Millionen Hypotheken als realisierbar anzusehen sind, Träger der Rechte des geistlichen Stands der preußischen Landes- zwar der Prophet Jesaias, wer aber das Wort ernst nimmt, wird mit jenen entwendeten 41 Millionen guter Hypotheken gedeckt sein. Die lirche zu sein. für unwürdig erklärt, dem Stande christlicher Geistlichen an- Bersammlung wählte heute 2 Liquidatoren und noch weitere Vertreter, Uns scheint das auch von Ihrem Standpunkt aus als die zugehören, welche die Lehren der Propheten von allen Kanzeln denen die Vollmacht zur Stundung der Zinsen bis auf notwendige Folgerung aus Ihren bisherigen Schritten und zur fünden. weiteres erteilt wurde, womit man den Konturs abzuwenden vollen Klarstellung der Rechtslage im Interesse einer Sehr bezeichnend ist es, daß Göhre gerade wegen seiner Berliner Bor hofft, was aber zweifelhaft bleibt. Ferner ist dem gewählten Ausschuß Verhütung von Mißverständnissen und erger- träge über das Christentum mit dem Diciplinarverfahren bedroht Bollmacht erteilt, wegen der entwendeten 41 Millionen Hypotheken mit der Hypothekenbank einen Vergleich abzuschließen. Die eben Ges nissen erforderlich. Nach der bisherigen Entwidelung worden ist, derselben Vorträge, die in manchen Parteitreisen Anstoß prellten haben sich also aufs neue einer Gruppe von Mandataren mit Haut der Verhältnisse und im Hinblick auf die frühere friedliche erregten, weil Genoffe Göhre den leisen Argwohn erweďte, er hätte und Haaren verschrieben. Zwar tauchten hier und da leiser Berdacht Lösung Ihrer Beziehungen zu dem geistlichen Amte würde es die Absicht, die Partei zur christlichen Kirche zurückzuführen. Die auf, daß die haute banque nicht aus ganz so ethischen" Gründen uns unerwünscht sein, den uns eventuell gewiesenen Weg eines nach Stirche des Christentums aber beantwortete diesen Versuch, Social- handle, wie der Vorsitzende verficherte, und daß insbesondere die § 46 des firchlichen Disciplinargesetzes vom 16. Juli 1886( S. G. demokraten für die Probleme eines von staatlichen Interessen und Interessen der Grundschuldobligationäre, bei einem Konturse " " 'er Grundschuldbank besser führen als bei den freund- kichcn Aktionen der Deutschen Bank. Auch munkelte man einiges über die Gründe der Sprödigkeit der Herren Nosenstock und Schwaß, die durchaus nicht wieder in den Ausschuß wollen. Gerade diesen beiden Herren schenkt man in cingctveihten Kreisen besonderes Vertraue»; gerade Herr Nosenstock sprach sich über den Regreß- anspruch wegen der 41 Millionen sehr kräftig ans. Die Iiauto banque, mit der einige Male geheimnisvoll ondentend operiert tvnrde, hat die Bedingung der Liquidation der Grnndschuldbank gestellt, und die Versammlung tuar einfältig genug, auf dieses Ansinnen einzugehe». Wie die Dinge liegen, hätte die Hhpothekcnbank iveit mehr Anlaß zur Liquidation,' als die Grnndschuldbank, wenn diese nur ihre 41 Millionen von jener zurück- forderte. Offenbar geht der Plan der Macher darauf hin. die sämtlichen Tochterinstitute der Hypothekenbank abzuschlachten und die letztere— etwa mit einer Zinsreduktion— am Leben zu halten. WaS das für Gründe haben mag? Die Versammlmig der Aktionäre, der zweite Akt, machte einen andren Eindruck als die von gestern morgen— vielleicht aus niehreren Gründen. Die Geprellten' scheinen ja in erster Linie die Aktionäre, aber erstens handelt es sich da um weit weniger, dann trifft es Leute, die es trage» können, endlich hat man inzwischen gespeist— und: ein satter Mensch, ein schöner Mensch, sagt ein altes Wort. Mit jovialem Scherz übernahm Herr Justizrat Keinpner, der auch gestern morgen präsidierte, den Vorsitz. Herr Direktor Könitz gab dann ein Vild der Mißwirtschaft, wobei ihm wohl nicht ganz absichtslos die Verwechselung unterlief, daß er von der „Neuen Berliner O m n i b u s- Gesellschaft" redete, anstatt von der Neue» Berliner Baugesellschnft. Interessant ivar ferner der scharfe Tadel gegen Herrn Mnnckcl, der zugleich Syndikus der Hypotheken- und der Grundschuldbank und Aussichtsrat der Gesell- schaft für Grundbesitz ec. gewesen sei. Die„Freis. Ztg." habe zwar erklärt, Herr Munckel habe als Syndikus nur Rechtsgutachtcn zu geben gehabt, indessen habe Herr Munckel in jenen mit einander kollidierenden Stellungen den Rat nicht unparteiisch geben können. Ebenso sei es eine Mißwirtschaft, daß der Treuhänder der Grund- schuldbank zugleich stellvertretender Treuhänder der Hypotheken- dank gewesen sei und als Notar zugleich die sämtlichen Notariatsakte der beiden Gesellschaften ausgefertigt habe. Der Staatsanwaltschaft empfiehlt Herr Könitz die vereidigten Taxatoren, denen schwindclhafte Taxen, nachdem diese von der Baukdirektion angefettigt, lediglich zur Unterschrift zugeschickt sind, die dann auch prompt unterschrieben zurückgeschickt wurden. So kam ein Taxat zu stände, das ein Objekt mit 12 500 M. Mietsertrag auf K00 000 M. schätzte. Um mich italienisch auszudrücken: So pleite, so Pleite— indessen eröffnete der Redner den Aktionären die Hoffnung, daß die Banken, die so freundlich bereit sind, das nationale Unglück des Zusammen- � bruchs zu mildern, auch den Aktionären eine Kleinigkeit zukommen lassen lverden, wenn diese hübsch brav der Liquidation zustimmen. sBravo!) Der Vorsitzende macht die Mitteilung, daß neben dem Bank- direktor Schmidt nun auch der Generalkonsul und Hofbankier Ed. Schmidt verhaftet ist.„Schweren Herzens"— in raschem Stimmungswechsel anscheinend— empfiehlt der Vorsitzende die Liqui- dation,— diesmal nicht, tvie gestern morgen gegenüber den Obligationären im Namen der bants banque, sondern höchst feierlich — im Namen der Grundschuld- Obligationäre 1 1 Aber dir Ver- � sammlung von heute kann es leider nicht machen, denn es sind nur 5 224 000 M. vertreten— merlwürdig, beim die Hypothenbank selbst besaß nach dem Ausschußbericht von gestern morgen ungefähr fünf Millionen Aktien der Grundschuldbank. Der Vorsitzende macht sich selbst lächelnd das Kompliment, daß er auf diese Eventualität der Beschluß- unfähigkeitin den gesternmorgen angenommeneu Antrügen gleich Rücksicht genommen und keine bestimmte Generalversammlung genannt habe. Es wird den inzwischen heimgefahrenen Provinzlern eine hohe Meinung von der geschäftlichen Begabung des Herr» Justizrat Kempncr verschaffen, wenn sie nberniorgen lesen, mit wie feiner reservatio mentalis ihnen der Vorsitzende gestern morgen die Mei- nung beigebracht hat, es handle sich nur um die Versammlung von gestern abend. In vier Monaten wird eine neue Generalversammlung die Liquidation beschließen— die auivesenden SVi Millionen sind dafür. In den Aufsichtsrat wird mit einigen Bankiers auch Herr Dr. Wittenberg gewählt, eine höchst„tüchtige Kraft", die neulich im Socialniissenschaftlichcn Sludentenverein eine Lanze brach für den kapitalistischen Betrieb des Hypotheken- und Bauwesens. Das Debüt des neu�ewählten Herrn in der Debatte des Abends ist von der Art, daß der Vorsitzende den Protokollführer und die Vertreter der Preffe bitten muß, davon keine Notiz zu nehmen. Am Montag versammeln sich in der Philharmonie die Pfand- bries-Gläubiger der Hypothekenbank. Gegen den Kommerzicnrnt Eduard Schmidt, Generalkonsul von Schweden und Norlvegeu, Inhaber der Bankfirma Anhalt u. Wagener Nachf. in der Brüderstr. 6, Hofbankier der Kaiserin, ist, dem„Lokal-Anzeiger" zufolge, von der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I der Haftbefehl erlassen worden. z�olmsche Mvvorflchk. Berlin, den 29. Dezember. Agrarisches Mißtranen gegen den Centralverband. Den Einfluß des Centralverbands der Industriellen beginnen Such die Agrarier unangenehm zu empfinden, seitdem die Handels- Vertragspolitik den Interessengegensatz zwischen Industrie und Land- Wirtschaft zuspitzt. Die„Konservative Korrespondenz" verlangt heute. daß der Centralverband seinen Geschäftsführer B u e ck wegen seines Vorstoßes gegen den Grafen Posadoivsky„rektifiziere"— als ob man im Ernst glaubt, Herr Bueck habe jene Kundgebung auf eigne Fanst verantwortet. Die„Berliner Neuesten Nachrichten" erklären denn bereits auch gegenüber der„Kons. Korresp.", sie„scheine keine Ahnung davon zu haben, welchen Eindruck die Rede des Herrn Staatssekretärs des Innern auf die großen Jndustrickreise hervorgerufen, und wie sehr sein Vorgehen dort befremdet hat". Die„Kons. Korresp." läßt weiter durchblicke», daß Herr Bueck selbst hinter der Veröffentlichung seines 12 000 Mark-Briefs stecke, und deshalb vom Centralverband keine Schritte gethan habe, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dazu bemerken die„Berliner Neuesten Nachrichten': „Ob der Centralverband in Sachen des VertranensbruchS Schritte zur Ermittelung des ThäterS gethan hat oder nicht, kann die .Kons. Korresp." schwerlich wissen, ebenso wenig ob diese Schritte mehr Erfolg gehabt haben als die der Behörden, denen unaufhörlich Geheimerlasse gestohlen werden, ohne daß bisher nur ein einziges Mal etwas über den Thäter bekannt geworden wäre, obwohl cS Minister gicbt, die darüber klagen, daß ihnen Schriftstücke vom Schreibtisch weg gestohlen werden. Für die„Kons. Korr." liegt mithin gar kein Anlaß vor, hierüber ein„Befremden" zu bekunden oder gar sich zum Echo nnqualifizierbarcr Verdächtigungen zu machen. Sie wird sich auch mit dem noch größeren«Be- fremden" abfinden müssen, daß der Centralverband, jedenfalls in der großen Mehrzahl seiner leitenden Persönlichkeiten, mit dem Vorgehen keines Generalsekretärs principiell durchaus e i n v e r st a n d e n i st". Wer die Minister sind, denen die Schriftstücke vom Schreibtisch weg gestohlen werden, vermutlich um in höheren Hintertreppen- Jntriguen verwendet zu werden, verrät das Blatt leider nicht. Gegen diese Antwort der„Berliner Neuesten Nachrichten" eifert nun lvicder die bündlerische„Deutsche Tageszeitung", indem sie schreibt: „Bisher waren wir geneigt, den Centralverband und seine Leitung nicht für die Rolle, die Herr Bueck in der ganze» Angelegen- heit gespielt hat, verantwortlich zu machen. Insbesondere glaubten wir annehmen zu dürfen, daß der letzte ebenso täppische wie unschöne Vorstoß des Herrn Bueck gegen den Staatssekretär v. PosadotvSky lediglich auf das Privatkonto des genannten Herrn zu setzen sei. Darin scheinen wir uns ge- täuscht zu haben... Wir sind gezwungen, in dem Bueckschen Vor- gehen nicht eine Privatlcistung, sondern einen Vorstoß des Central- Verbands deutscher Industrieller zu sehen. Dadurch gewinnt die Sache an Bedeutung und an Interesse. Dadurch bekommen aber auch gewisse Vermutungen, die bei derVsröffentlicknng des Bueckschen Briefs laut Ivurden und gegen die wir uns bisher erklärt haben, einige Unterstützung. Es dürfte deshalb vielleicht nicht unzlveckmäßig sein, die Frage, wie der Buecksche Brief in die „Leipz. Volksztg." gelangte, noch einmal der öffent- lichen Erörterung zu unterbreiten. Die Beantwortung der Frage würde erleichtert, wenn die damaligen Adressaten des Briefs genannt würden." Also auch hier derselbe Argwohn, daß Herr Bueck den Brie' selbst lanciert hat. Wenn übrigens die„Deutsche Tageszeitung" jetzt die Nennung der Adressaten deS Briefs verlangt, so hat sie ver- gessen, daß sie ja früher selbst mit ihrer Wissenschaft geprahlt und behauptet hat, der Brief sei nur an drei Personen gerichtet gewesen, die ihr persönlich als durchaus eintvandfrci bekannt seien. Diese Auseinandersetzungen aber haben über das Persönliche hinaus ein nicht unbedeutendes sachliches Interesse. Sie deuten nicht nur auf handelspolitische Differenzen innerhalb der Groß- industrie selbst, sondern auch auf ein starkes Mißtrauen der Agrarier gegen die ihr bisher verbündeten Schntzzöllner der Industrie. Die Auslassung der„Kons. Korresp." beweist, daß die Agrarier in Herrn Bueck, der auch vom Doppeltarifsystem nichts wissen will, einen gefährlichen Gegner einer allzu agrarischen Handels- oder richtiger AntiHandelspolitik fürchten. Herr Bueck aber ist nichts andres als der Sachtvalter der großindustriellen Industriellen, und damit wird der Streit zu einem Symptom eines Jnteressengegen- satzeS zwischen Industrie und Landwirtschaft, der sich immer mehr verschärfen muß.—_ Der Kanal-Ulk. Wie einen Silvester-Schwank behandeln mit frechem Hohn die Miguel- Schweinburgschen„Berl. Pol. Nachr." die Kanal- frage, für deren alsbaldige Lösung sich der„unbeugsame Willen" des Kaisers ganz persönlich verpflichtet hat. Das Organ des preußischen Finauzmimsteriums aber spottet höchst fidel: „Um die besorgten Gemüter einiger ganz außerordentlich eifrigen Kanalfieunde in der Presse zu beruhigen, wollen wir ausdrücklich erklären, daß auch wir der Ueberzeugnng sind, die Vor- läge wegen des Ausbaus u n s r e s Wasserstraßen- netzeS werde den Landtag in seiner bevorstehenden Tagung beschäftigen. Wenn wir das gestern bei Aufzählung der Fragen, die bei der Etatsberatung zur Sprache kommen dürften, nicht noch ausdrücklich erwähnt haben, weil tvir es selbst mehrmals gemeldet hatten, so bedauern tvir diese Unterlassung angesichts jener schweren Besorgnisse gar sehr und bitten demütigst um Entschuldigung. Borläufig äbev�ürfte der fragliche Gesetzentwurs sich noch nicht im königlichen Kabinett befinden, also die Genehmigung des Königs zur Einbringung des Entwurfs noch nicht erteilt sein. Wenn die Landtags-Abgeordneten diese Drucksache nicht sofort beim Betreten des Hauses am 8. Januar vorfinden sollten, so darf das keinen neuen Anlaß zu Beunruhigungen geben— kommen wird die Kanalvorlage zeitig genug, um gründlich durchberaten zu werden. Wir wollen nur aufrichtig wünschen und hoffen, daß der anerkennenswerte Eifer der oben genannten Kanalfrennde unvermindert bis zur endlichen Verabschiedung der Kanalvorlage anhalten wird." Der Hohn des letzten Satzes kann nur den Sinn haben: Der ursprüngliche Entwurf des Mittelland-Kanals ist durch die„östlichen Kompensationen" zu einem solchen Ungeheuer aufgeblasen worden, daß die alten Kanalfreunde selbst vor dem neuen Milliardenentwurf zurückschrecken würden. Darauf lief die Coulissenarbeit des geheimen Ober- agrariers Miguel ja hinaus. Der Licepräsident des preußi- 'chen Ministeriums ist anscheinend mit Erfolg bemüht ge- Wesen, er hat seine Absicht erreicht, das Werk der Re- gierung durch seine Uebertreibung lächerlich und unmöglich zu machen.-- ** » Deutsches Meich. Herrn v. Merscheidt-Hiilleffems Ende. In den Feiertagen ist der Polizeidirektor Herr v. Merscheidt- Hülleffem bestattet worden. Auch er war durch den Steriiberg-Prozeß schwer kompromittiert und deshalb vom Amte suspendiert worden. Kurz darauf erkrankte er, wurde totgesagt, bis kurz vor dem Feste sein Tod wirklich eintrat. Die bürgerlichen Zeitungen beeilten sich, als Todesursache Herzschlag festzustellen. Und man brachte auch eine ganze Geschichte, die diesen Herzschlag plausibel zu machen suchte. Herr v. Hüllessem sei vor Jahr und Tag schwer nervenkrank aus Paris zurückgekehrt. Ivo er unfreiwilliger Zeuge der Katastrophe in der Eomeckie franpaise gewesen und durch sie aufs schwerste an- gegriffen worden sei. Dannsei derTodseiuerFrau dazugekommen. Dabei habe er sich in der Nacht vor der Beerdigung derselben mit der Toten in die Leichenhalle einschließen lassen— was eine neue schwere Nervenkrisis bei ihm hervorgerufen. Schließlich habe die Sternberg- fache das letzte dazu gethan. sodah der Herzschlag nur zu begreiflich sei. Wir wollen den Herzschlag nicht leugnen,>wissen aber, daß vorher Chankali in Wirlsamkeit getreten ist. Dadurch wird freilich die sonst doch einigermaßen verwunderliche Thatsache der Obduktion der Leiche sehr verständlich, ebenso die Nachricht von der Fortführung der Untersuchung gegen den verstorbenen Polizei- direktor. Die deutschen Sendboten deS Christentums. Aus Mannheim wird uns berichtet: Der Brief eines Chinasoldaten wird in dem Mannheimer„Ge- neral-Anzeiger", dem dortigen nationalliberalen Amts- verlündiger veröffentlicht, gewiß in einer unverdächtigen Quelle. Die Redaltion hat es zudem nicht unterlassen, den Briefschreiber mit vollem Namen zu nennen. Es ist ein Mannheimer mit Namen Hans Wagner. Der Briefschreiber gehört in die Kategorie Soldaten, dem das Kriegshandiverk eine Lust ist. Von Skrupeln ist er weiter nicht bedrängt Aber auch so kann man in seinem in sackilichem Ton ge- haliene'n Brief die Bestätigung von manchem früher hier Mitgeteilten lesen. Der Brief ist datiert Shanheikwan, 21. X. 1S00 und an den Vater gerichtet. Der Schreiber ist mit dem Transportschiff„Straß- bürg" am 26. September nach Taku gelangt. „Niemand konnte es", heißt es im Briefe,„erwarten, bis das Ausschiffen losging. Wir sollten jedoch bitter enttäuscht werden; denn bald erfuhren wir, daß es hier für uns keine Arbeit mehr gab....... Endlich am Montag, 1. Oktober, hieß es schleunigst in See gehen, noch Shanheikwan. Hier sollten wir die um die Stadt liegenden Forts erstürmen und erstere selbst im Vereine mit den uns begleitenden Kriegsschiffen zur Uebergabe zwingen...... Dienstag, 2. Okt., früh gegen 8 Uhr, kamen wir endlich vor Shanghaikwan an; alles brannte vor Kampfbegierde, aber nch, da wehte uns schon von weitem die englische und die japanische Flagge entgegen. Die Chinesen hatten nämlich, als sie von nnsrer Annäherung Wind bekamen, nichts Eiligeres zu thun, als die Forts so wie sie waren, liegen zu lassen und auszureißen.... Es erregte bei allen Offizieren Bewunderung über die Flucht der Chinesen; die Forts waren nämlich mit den ni o d e r n st e n Kruppsche» sowie teilweise Armstrong- scheu Geschütze» armiert und bei einigermaßen guter Verteidigung sehr schwer zu nehmen gewesen. Zu- nächst wurde von uns natürlich jeder Winkel des Forts genau durchstöbert und fanden wir eine Unmasse Munition für unserfrüheresGewehrModell 71/84 und sonstiges Kriegsmaterial, wie Granaten, Zünder sc....... Auf den Wällen befinden sich drei Kruppsche 21 Centimeter Geschütze vom Jahre 1893, sowie zwei Armstrongsche 21 Centi- Nieter Geschütze neuesten Modells, mittels Elektricität ab- zufcuern. nebst Munition... Da die Verproviantier ung die ersten acht Tage ungemein schwer fiel, unter- nahmen wir immer, 3—4 Mann, kleine Streifziige nach den»unliegenden Ortschaften, wobei selbstredend die größte Vorsicht geboten war... Dann verbot uuS der Hauptmann das' eigenmächtige Requirieren, welchem Befehl auch unbedingter Gehorsam geleistet wurde." Nicht etwa völkerrechtliche Bedenken sind die Ursache dieses Ver- bots, sondern:„Dies war auch unbedingt notwendig, sonst wäre in kurzer Zeit unter der Bevölkerung Hungersnot aiiSgedrocheii." Nur die Furckit vor einer ausbrechenden Hungersnot, die schließlich auch für die Soldaten gesundheitliche Gefahren bringen mußte, führte zum Verbot der S t r e i f z ü g e vuIav Requirieren. .. ES kam... wiederholt vor, daß die arme Bevölkerung durch herumstreifende Boxer ermordet und beraubt wurde. Solch eine Bande Boxer brachten eines Tages unsre italienischen Käme- raden mit." Was aber hatte diese„Bande Boxer" nun gethan? „Einer von den Kerlen hatte mit seiner ungeheuer langen Luntenflinte, Gingal genannt, auf den italienischen Hauptmann geschossen, weShaib die Italiener d i e ganze Sippschaft ein- fingen und zwei Tage darauf auf dem Walle unsrcs Forts er- schössen." Einer hatte, man beachte, geschossen und zwar ohne zu treffen, sonst hätte sich es der Brieffchreiber nicht nehmen lassen, es zu erwähnen, aber alle mußten ihr Leben lassen. „Mittwoch, 7. Oktober, kam wieder Abwechselung in unsre Lebensweise. Da hieß es nämlich, Freiwillige zum Wacht- kommando nach Shanghaikwan vor. Das gab was Neues. da niußte ich natürlich mit dabei sein..... Wir sind hier(beim Wachtkommando) in einem Tempel einquartiert, in welchem sich eine Anzahl Götzen be- finden, die jedoch wegen Mangel an Platz nnsrer Zer- störiingswnt zum größten Teile zum Opfer fielen." Diese„Götzen" sind die Götterbilder der Chinesen, die bei ihnetz noch höhere Verehrung genießen, als bei den deutschen Christen Christus- und Marienbilder.— In die ersten Zeiten der deutsch-christlichen Kulturthätigkeit in China führt ein Hunnenbrief zurück, den die„Rhein.-Westf. Arbeiter- Zeitung veröffentlicht vnd der in besonders roher Form bereits be- kannte Scheußlichkeiten bestätigt. Es heißt in dieser Epistel: „Den vierten Tag sind wir vor Peking angekommen. Auf dem Marsch so'neu Gestank, alle zehn Minuten kletterte man über einen halbverfaulten Chinesen oder über ein ver- faultes Pferd, eS war grausig. Die erste Zeit in Peking war eS ziemlich ruhig. Der erste Sonntag»var sehr iudreffant, den» am Sonntag Nachmittag erschossen wir 74 Chinese»», das war eine Sonntagsarbeit... Den 12. September da war es, wo wir das erste Gefecht hatten, die Erstürmung der Festung Lianghiang... Die Kugeln der Boxer und Chinesischen In- fanterie pfiffen über unsere Köpfe. Da war es aber grausig zugegangen. S—LOO Chinese» wurden niedergemacht. Du mußt bedenken, was die Chinesen für Angst haben; wir haben die größten Tropenhüte, da denken die Chinesen, die wären von Eisen da ginge keine Kugeln durch und die langen Seitengewehre. Am vergangenen Montag machten wir wieder nach dem Gebirge, da kamen wir bloß 2 Stunden zu spät, sonst wären uns 20 000 Boxer in die Finger gelaufen. Das wäre aber ein Morden gewesen. Du glaubst gar nicht das» macht einem Spaß, so zu morden nach Herzenslust...." Ein Wahlbild. Der jetzt erschienene Bericht der WahlpriistmgS-Kommission deS Reichstags betr. die Wahl des Abg. H ä n e l(frs. Vg.) im Schleswig- Holsteinschen Wahlkreise(Kiel-Nendsbnrg-Neumüiistcr) gestattet wieder intereffante Einblicke in die behördliche Wahlmache. Unser Partei- genösse Legten hatte bei der Hauptwahl am 16. Juni 1898 eine Stimmenzahl von 19 420, Professor Hänel 12 685, andre Kandidaten zusammen 6942 Stimmen; es fehlte also Legien nur eine geringe Stimmenzahl an der absoluten Majorität. In der Stichwahl siegt« Hänel mit geringer Mehrheit. Ans Grund eines socialdemolratischen Wahlprotestes, der sich hauptsächlich auf Vorkommnisse im Rendsburger Gebiet unter dem Landrat Brütt bezog, veranlaßte die Wahlprüfungs-Kommission Beweiserhebungen, deren Ergebnis jetzt vorliegt. Der Protest hatte behauptet, daß in vielen Orlen des Wahl- kreises die Vertrauensleute der socialdemolratischen Partei wider- rechtlich anS den Wahllokalen entfernt worden sind; es sei sicher anzunehmen, daß dieses Verhalten der Wahlvorstände auf l a n d- rätliche Anordnung erfolgt sei; der Landrat habe angeordnet, daß als Legitimation für diejenigen, die der Wahlhaiidlung bei- wohnen wollen, eine Photographie' und auf deren Rückseite eine mit Stempel versehene Beurkundung der Polizeibehörde, daß der Besitzer wahlberechtigt sei, erforderlich sei. Als B e w e i s e r g e b n i s wird nun zunächst mitgeteilt, daß Landrat Brütt allgemeine Anordnungen darüber, wie die Wahlvorsteher sich gegenüber nnbekannten Personen zu verhalten hätten, nicht erlassen haben will. Weiter aber erklärt /der Landrat: „Wohl aber habe ich die G e n d a r m e n und gelegen»- lich auch Amts-, Gemeinde-, Wahlvorsteher und Private darauf hingewiesen, daß nach dem geltenden Recht die Oeffentlichleit der Reichstagswahl nur für Reichstagswähler be- stehe.... Daß demnach die Wahlvorsteher diejenigen nicht im Wahllokal zn dulden brauchen, welche ihnen nicht als Reichs- tagswähler persönlich bekannt oder alS solche glaubhaft legitimiert sind, ergiebt sich als ganz selbstverständliche Konsequenz. Ich weiß nicht, ob ich jedesmal, wenn ich über den Umfang der Oeffentlichleit bei der Reickstagswahl mich unterhalten habe, hierauf ausdrücklich anfinerksaiu machte; ich zweifle aber nicht, daß ich die Gendarmen ansdrücklich daraus hingewiesen habe, daß die Wahlvorsteher diejenigen Personen im Wahllokal n i ch t z u d n I d e n b r a u ch e n, die nicht als Reichstagswähler bekannt oder ausreichend legitimiert sind. Be- stimmte Vorschriften über die Art, wie die Legitimationen zu führen find, habe ich nicht gegebe n." Es ist sogleich zu bemerken, daß der Herr Landrat diese Er- klärung nicht unter Eid abgegeben hat. Eine große Anzahl von eidlich vernommenen Zeugen, die in verschiedenen Orten der Wahlhandlung beizuwohnen beabsichtigten,- sagten übereinstimmend ans:(Sie seien aus den Wahllokalen ge- wiesen ivorden, indem Steuerzettel, Arbeitsbücher, Militärpässe nicht als genügende Legitimation� «nqesehen wuröen. Mehrere Zeugen, die das Wahllokal nicht der- lassen wollten, wurden durch den Gendarm dazu genötigt. Ein Zeuge sagt beispielsweise aus: „Ich war beauftragt, in Beringstedt die Wahl zu überwachen, Bei meinem Eintritt in das Wahllokal begrügte ich die Vorsteher und fragte, ob ich der Handlung beilvohnen konnte. Mir wurde von einem Wahlvorsteher gesagt, daß ich mich legitimieren und eine Photographie vorzeigen müsse. Mein von mir vorgezeigter Gewerbeschein und Militärpaß, den ein anwesender Gendarm auch noch besah, wurde für nicht ausreichend erklärt. Ich begab mich gleich hinaus, traf den mir bekannten Briefträger Popp, ging mit ihm in das Lokal zurück:ich mußte jedoch das Lokal verlassen. trotzdem dieser mich rekognoscierte. Ich telegraphierte noch an den Landrat Brütt in Rendsburg, um Abhilfe«nd erhielt die Antwort, daß er mdjt Abhilfe leiste» könne, er kenne mich nicht." Ein andrer Zeuge: „Auf das Verlangen, mich zu legitimieren, wollte ich meinen M i I i t ä r p a ß vorzeigen; mir wurde aber gleich erklärt, ohne daß Einsicht in denselben genommen wurde, den könne ich ja g e st o h l e n haben, ich müßte ein Signalement, von»reinem z n st ä n d i g e n Sl m t s v o r st e h e r b e- s ch e i n i g t, vorlegen. Als ich erklärte, daß ich dasselbe nicht hätte, wurde ich aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Als ich darauf erklärte, daß ich dies nicht thäte, sprang das betreffende Wahlvorstandsmitglicd auf, ging auf mich los und sagte:„Wenn Sie nun aber nicht machen, daß Sie herauskommen" und ich bin dann gegangen, iveil ich fürchtete sonst mit Gelvalt hinausbefördert zu werden." Selbst der Gemeindevorsteher Trede und der Gendarm Otto mußten wenigstens die Möglichkeit zugeben, daß die— rechtlich »nznlässige— Zulassuugsbeschränkung im Sinne der landrätlichen AniveisuNg stattgesilnden habe, Die Wahlprüfungs-Kommission hat auf Grund dieser Beweis- erhebungen den E v e n t u a l beichluß gefaßt, die Wahlhandlung in den betreffenden Orten für ungültig"zu erklären. Da durch diese Ilngültigkeitserklärinrg Legien im ersten Wahlgauge bereits die absolute Mehrheit der Stinimen gehabt hätte, so beantragte der Refereiit der Kommission, Abg. Fischer- Berlin, die Ungültig- keit der Wahl auszusprechen. Leider bat sich die Mehrheit der Kommission zu dieser ganz selbstverständlich scheinenden Schlußfolgerung aus den erwiesenen groben Unregelmäßigkeiten nicht aufzuschwingen vermocht. Obschon die Kommission es als auffällig erklärt, daß die Beweiserhebungen von demselben Landrat vorgenommen worden sind, gegen den sich der Vorwurf unzulässiger Beeinträchtigung der Oeffentlichkeit der Wahlhandlung richtete und der deshalb nicht als unbefangen an- gesehen werden könne, so sah sie doch eine systematische Ein- schränkung der Oeffentlichkeit noch nicht erwiesen und beschloß, ein weiteres Beweisverfahren vorzunehmen, in dem durch eidliche Vernehmung verschiedener Wahlvorsteher festgestellt werden soll, ob sie unmittelbar oder mittelbar durch den Landrat zu der von ihnen geübten unzulässigen Einschränkung der Oeffentlichkeit veranlaßt worden sind. Uns erscheint das, was nochmals untersucht werden soll, bereits klar erwiesen. Herr Hänel sitzt zu Unrecht im Reichstag und müßte unsrem Genossen Legien Platz machen. Das Wahlbild zeigt, wie sehr manche Behörden der freien AuS- Übung des Neichstags-Wahlrcchts und der dazu nötigen Kontrolle der Wahlhandlungen abhold sind. Es ist festzuhalten, daß der Wahl- Vorsteher die Wahlfähigleit desjenigen, der die Wahlhandlung über- wachen will, nicht zu bezweifeln hat, wenn nicht besondere G r ii»de hierfür vorliege», wie z. B. allzu jugendliches Aussehen, und daß die Wahlvorstünde ihrerseits die Anhaltspunkte für ihre Zweifel anzugeben haben.— Vom Zolltarif. Die Richtigkeit der Mitteilung, daß die Re- gierung den Zolltarif erst im nächsten Herbst dem Reichstage vor- zulegen beabsichtige, wird wiederum bestritten. Es soll vielmehr, so sagen die„B. Neuest. Nachr.", der Plan bestehen, den Tarif noch in dieser Session vorzulegen; ob dies technisch ausführbar sei, bleibe allerdings vorläufig noch ungewiß.— Die Schaffung eines besonderen Berliner Obcrpräsidiums wird in einem Gesetzentwurf beim Landtag beantragt werden. Es soll auf diese Weise eine Entlastung des Oberpräsidiinns der Provinz Brandenburg erreicht werden.— Die Ankläger deS HunnentumS unter den KricgSkorrespondenten mehren sich. So entwirft aus Ticntsin der Kri e g s ko rr e sp o n d en t der„Franks. Ztg.", selbst ein ehemaliger preußischer Offizier, ei» Bild von der Thätig- keit der weiß- und gelbhäutigen Kulturverbreiter, das überquellenden Ekel vor den Scheußlichkeiten atmet, die in Ostasien eine entmenschte Soldateska an Wehrlosen verübt. Dem vom Ende November datierten Bericht seien einige Stellen entnommen: „Ein braver Infanterist, den ich tief nachsinnend in einer japanischen Bierkneipe vor einer höchst merkwürdig aussehenden Tasse Bier sah— die Leute geben das Bier in Tasten statt in Gläsern— antivortete mir auf meine Frage:„Na. Landsmann, wie gefällt uns das denn hier?":„Wenn meinen Vater sein Sohn jewußt Hütt', wie bat hier draußen aussehn d u h t, denn s ä tz ick D ä§ k o p j e tz n i ch hier. Na, Maski, dct kann ja nich immer so bleib'», hier unter'n wandelnden Mond." Maski ist das Wort, mit dem der Chinese sich über alle Unannehmlichkeiten hinweghilft. Schwamm drüber, iviirden wir sagen.... Der Korrespondent entwirft alsdann ein schauriges Bild von der entsetzlichen Verwüstung friedlicher Chinesendörfer. Noch mit Reis gefüllte Eßtöpfe im Schutt der niedergebrannten Hütten ver- raten, daß die kultnrverbreitcnden Horden unvermutet über friedliche Bewohner hereingebrochen sind. Außer dem Heulen hungriger Hunde herrscht Totenstille auf der Trümmerstätte. Nur an einer der zer- störten Wohnstätten machen sich einige Gestalten zn schaffen.„Wahr- sckieinlich einige von unsren Leuten, die nach Wertsachen graben", er- klärt dem Korrespondenten ein Hauptmann.„Die müssen wir weg- jagen, denn es ist dies streng verboten". „Man erzählte mir. daß bei dem Brande, der bei der engen Bauart des Orts und bei dem Fehle» jeglicher Löschmittel natür- lich rasend um sich griff, mehrere alte Chinesen an ihre brennenden Häuser angelehnt ihre Pfeife ge- raucht und mit Ergebenheit den Augenblick ab- gelv artet hätten, in welchem das stürzende Haus sie begraben mußte. Sie hatten genug Not gesehe»; ihnen war der T o d in irgend welcher Gestalt kein Unglück mehr, sondern ein lieber Tröster. Die Leute mußten mit Gewalt entfernt werden. Es ist nun leider unter den Europäern bräuchlich geworden, das Niederbrennen eines chine- fischen Dorfs durch die Erzählung vorhergegangener chinesischer Mordthaten zu entschuldigen. Ich weist, dast auch«, dem oben besprochene» Falle ein deutscher Korrespondent kurz entschlossen die Ermordung einer Pa- trouille oder doch den blutigen Augriff ans eine Patrouille hinzuphantasiertc. In einem Teile des Dorfes war eine japa- nische Knlikompagnie einquartiert— über diese von der deutschen Verwaltung bedauerlicherweise angeworbenen Kerle später ein Wort— und diese Knlis mögen den Chinesen das Leben schwer genug gemacht haben. Das schließe ich daraus, daß die Mehrzahl der Dorfbewohner freiwillig den Ort geräumt hatten, lange bevor er niederbrannte. Auch weiß ich, daß nur durch das energische Einschreiten eines Europäers ein alter Chinese gerettet wurde, den einige dieser Kulis immer wieder in den Fluß warfen, um ihn zu ihrem Zeitvertreib zu ersäufen. Ein Zeitvertreib, den sich, nebenbei bemerkt, japanische Soldaten bei Taku auch ni i l Frauen und Kindern leisteten... Der Korrespondent läßt sich dann über die Verrohung der deutschen Truppen durch die unausgesetzten Bestialitäten aus. So sehr dieselben auch bereits durch das Geschehene gelitten hätten, so sei doch immer noch einiges Menschlichkeitsgefiihl zu retten. An den japanischen und russischen Soldaten sei seiner festen lieber- zeugung nach freilich nichts mehr zu verderben.„Gnade Gott den deutschen Dörfern» in die vielleicht dereinst die Soldaten deS FricdenSzaren, wenn auch nur vorübergehend. einrücken sollten." Die Schrecken deS 30jährigen Kriegs würden sich erneuern— und Deutschland, das heute alle Kriegsgreuel als etwas Selbstverständliches mit ansehe, werde nicht einmal mit Recht Anklagen gegen eiuen derartigen r ä u b e r i- sch e n und blutgierigen Feind erheben können! Den Deutschen zu Hause möchte ich aber noch eins sagen: Reizt in Briefen nicht Eure Angehörigen in China zu H e l d e n t h a t e n auf, die zu vollenden sich kaum Gelegenheit bieten wird. Hetzt nicht gegen das Chinesenvolk, denn nusrc Soldaten waren schon zu sehr aufgeregt worden. Noch ist das Ansehen unfrei mili- tärischen Manneszucht nicht ganz zum Teufel gegangen, aber es sind doch T h a t e n vorgekommen, die zu seiner Er- schiitteruug diente». Das Bewußtsein, daß man in der Heimat brutale Thaten nicht bejubelt, sondern bedauert, kann günstig einwirken, der Gedanke, daß man den Chinesen gegenüber allen Leidenschaften die Zügel schießen lassen dürfe, kann unsre Mannszucht vernichten! Der Korrespondent hätte seine Mahnungen, die Soldaten nicht noch zu Brutalitäten anzustacheln, auch an einen Teil seiner Kollegen.in O st a s i e n richten sollen. Entblödeten sich doch einige der Herren Zeilenreißcr. die den nur für die Chinesen blutigen Hunneulrieg als Schlachtenbummler mitmachen, nicht, einzelnen der deutschen Unterchefs allzu große Humanität bei der Ausführung ihrer Expeditionen vorzuwerfen! So beispicls- iveise Eugen Zabel, der Mitarbeiter der„National-Zeitung", der eS dem Generalmajor von Ketteier sehr verübelte, nicht bei jeder Gelegenheit Massenmetzeleien im russischen Stil an- gerichtet zu haben._ Politik in der Todesanzeige. In Schlestvig ist der frühere Landrat v. Bornstedt gestorben, einer der Kanalrcbellen. In der vom Vorstand des konservativen Vereins zu Friedebcxg Nm., dem Postdirektor Wiedner unterzeichneten Todesanzeige, die das dortige Kreisblatt veröffentlicht, wird dem Verstorbenen nachgerühmt,„daß er der einmal gefaßten Ucberzeugung selbst sein ihm lieb gewordenes Amt zum Opfer brachte". Unsre Hochachtung für diese opferwillige Ueberzeugungstreue, die einmal von einem Konservativen bcthätigt wurde, würde noch wachsen, wenn diese Herren auch andrer Ueberzengung achten würden. Ob wohl der kaiserliche Postdirektor Wiedner auch seinen unter- stellten Beamten die freie Bethätigung ihrer Ucberzeugung ver- stattet?— Gekrönte Beharrlichkeit. Der Prinzregcnt von Bayern hatte anläßlich der„Gneisenau"-Katastrophe an den Kaiser ein Kondolenz- telegramm gerichtet, in dem von dem„deutschen Sckmlschiff und der'„d e n t s ch e n Marine" die Rede war. In dem Antivort- telegramm bediente sich der Kaiser, wie der„Fränk. Courier" hervor- hebt, der Wendung„unsre aufstrebende Marine". In diesem Frühjahre hatte es' in der Presse einiges Aussehen erregt, daß in dem damaligen Tclegrainmtvechscl zwischen dem Prinzregenten und dem Kaiser anläßlich der Rheinfahrt der Torpedoboots- Flottille der erstere von„deutschen Kriegsfahrzeugcn", der letztere von „meiner Torpedoboots- Division" gesprochen hatte. Es ist also damit anerkannt, daß auch die Bundcsfürsten au der Flotte teilhaben. Das Lob des Hunnenkriegs stimmt das„Militär-Wochenblatt" in seinem Silvester- Artikel an. Hören wir, wie g l o r- und segensreich dieser Krieg für unser HeercSleben gewesen ist: „Das Jahr 1300, mag es nun als das letzte des neunzehnten oder als das erste des zwanzigsten Jahrhunderts betrachtet werden, wird jedenfalls in Geschichte und Kriegsgeschichte tief- ausgeprägte Spuren hinterlassen.... Andrer- seits haben die chinesischen Ereignisse zeitweise die europäische Welt in fieberhafte Spannung versetzt und auch unser Vaterland und unser Heer auf das tiefste berührt. Gottlob dürfen wir ohne Ueberhebung sagen, daß diese Probe unsre Wehr- macht zu Wasser und zn Lande auf der Höhe ihrer Aufgabe gefunden hat. Die rasche Bereitschaft nnsrer Flotte, die glänzenden Tbaten des„Iltis" bei Takn, der Matrosen- detachements und der Marine-Jnsantcrie bei Tientsiu und in Peking haben bewiesen, daß die Arbeit des Kriegsherrn an dieser jüngeren Schwester der Armee keine vergebliche gewesen ist, daß der Geist unsrer großen Zeit auch in ihr lebendig ist, und daß dreißig Friedensjahre dem deutschen Schwerte nichts von seiner Schärfe geraubt haben... Die schnelle Orga- nisation und Äusrüstung des Expeditionscorps, als diese Auf- gäbe völlig überraschend an die Heeresverwaltung herantrat... dürfen uns stolz machen, auch wenn dem Corps selbst nach Lage der Verhältnisse kriegerische Lorbeeren nur vereinzelt zu teil werden sollten. Vor allem aber ist es für das Leben der Armee von unermeßlichem Wert» daß wieder einmal Bedeutungsvolles von ihr verlangt werden konnte, daß wieder einmal— und unter kaiserlichen Fahnen— Augehörige aller Kontingeute zusammenstehen, daß zahlreichen Berufsoffizieren Gelegenheit geboten ist, herauszutreten aus dem Einerlei des Friede nsdicn st es, im fernen Lande kriegerische Thätigkcit zu sehen und zn üben und dann mit erweitertem Blick und erfrischtem G e i st(!) heim- zukehren, um ihre Erfahrungen im Interesse des Ganzen zu ver- werten." Es ist erstaunlich, wie anspruchslos unsre militärischen Kritiker mit einem Mal geworden sind, sobald es sich um die Würdigung eigener Kriegsthaten handelt. Daß Deutschland 25 000 Mann nach Ostasien verschiffen konnte, ohne daß grobe Stockungen der Wirrnisse entstanden, lvird als Großthat verherrlicht, während nian bei E n g l a n d, das nach Afrika die zehnfache Zahl von Truppen zu verschicken hatte, jeden Fehler und Mangel kritisch nachrechnete. Besondere Beachtung verdient aber die W i e d e r h o l u n g der Ansicht des Kriegsministers, daß es für die Armee von „unermeßlichem Wert" gewesen sei, lv i e d e r einmal „aus dem Einerlei deS Friedensdienstes heraus- treten" zu können. Und trotz dieses Zugeständnisses, daß auch für die beste Armee ein Krieg ein geradezu zu ersehnendes Ereignis sei, soll der Militarismus eine Friedens- garantie bilden?—_ « Sittenverbrecher im Priestergewande. Aus Metz schreibt man uns: Der Vorsteher der Erziehungsanstalt für katholische Knaben in Oberginingen. Pfarrer T h i l m o n t, ist auf Requisition der hiesigen Staatsanwaltschaft verhaftet und in Unterslichungshaft abgeführt worden. Er soll sich mit Zöglingen der Anstalt gegen den§ 175 des Reichs-Strafgesetzbuchs(widernatürliche U nzu ch t) vergangen haben. Bereits vor etwa zwei Jahren war gegen Thilmont ein ähnliches Verfahren eingeleitet, mangels genügender Beweise jedoch wieder eingestellt worden. Da- mals strengte der in seiner Würde verletzte Herr Pfarrer gegen ver- schiedene Bürger von Oberginingen Beleidigungsklage an und erzielte empfindliche Bestrafung der Betreffenden. Die jetzige Affaire erregt deshalb in der ganzen Gegend um so größeres Aufsehen. Seitens der klerikalen Presse Lothringens sucht man den Fall totzuschweigen, obwohl er doch viel schlimmer ist als etwa derFall Sternberg, den die klerikale Presse jetzt wieder für die lex Heinze auszunützen sucht. Preußische WohnungSgesetzgcbnttg'f Schweinburg schreibt in den„B. P. N." über die Wohnnngs- frage. Er hat entdeckt, daß eine Wohnungsnot besteht, daß ein Gründbesitzcrmonopol besteht und daß dieses in der Nähe der Städte übermäßig ausgebeutet und dadurch die Wohnungsnot gefördert wird. Er findet/ daß' die Gesetzgebung eingreifen müsse; es müsse ein WohnungSgcsctz geschaffen' werden mit Vorschriften für Bau, Be- schaffenhcit und Benutzung der hergestellten Wohnungen: „Durch ein bloßes Wohnungsgesetz ini unmittelbaren Sinne kann ab5r allein nicht geholfen werden. Eine den Bau von kleinen Wohnungen fördernde staatliche und kommunale Gesetzgebung, auch auf dem Gebiete der Besteuerung, insbesondere der kommunalen Besteuerung, der Herstellung anbaufähiger Straßen und Plätze und der Verteilung der dadurch erwachsenden Lasten, der Beschränkung der übermäßigen Aus- beutung des Grundbesitzer- Monopols in der Nähe der Städte muß hinzutreten, um die Wohnungsnot von den ver- schiedensten Seiten aus zu bekämpfen." Danach wird mitgeteilt, daß sich die preußische Regierung schon seit längerer Zeit eingehend mit allen diesen Fragen beschäftige und zu hoffen sei, daß in nicht allzu langer Zeit auf diese Weise gute Früchte ge- zeitigt werden. Die„B. P. N." glauben, daß innerhalb der E i n'z e I st a a t e n d a s Z i e l a m ersten e r r e i ch t w e r d e n k a n n.. Diese Auslassinigen legen die Vermutung nahe, daß eS darauf abgesehen ist, ein Eingreifen der Reichsgesetzgebung zu verhindern. Diese Verinntnng wird bestätigt durch Sätze wie die folgenden: „Die an sich anerkennenswerten Bestrebungen des Reichstags werden daher unsres Erachtens fruchtlos bleiben. Die föderative Gestaltung Deutschlands widerstrebt denselben. Umsomchr aber ist es Aufgabe der Einzel- staaten, sich dieser großen Sache anzunehmen.... Die Gesetz- gebung wird auf diesem Gebiet so wie so mit großer Vorsicht vorgehen müssen. Allzu strenge und plötzlich durch- zuführende Vorschriften würden, für eine sehr lange II e b er g a n g s p e ri ode wenigstens, die U e b e l st ä n d e n u r erhöhe n." Befürchtet man. daß durch die Reichsgesetzgebimg Preußen einige nützliche und wertvolle Vorschriften aufgenötigt werden könnten und will man dem aus dem Wege gehen dadurch, daß man in Preußen mit Hilfe des Drciklasscuparlaments ein Gesetz schafft, daß weder Hand noch Fuß hat? lind noch eine andre Befürchtung drängt sich auf. ES ist ja schon mehrfach angedeutet worden, daß man die Gelegenheit zu finden hoffe, unter' dem Deckmantel einer Wohmmgsgesetzgebnng die Freizügigkeit aus agrarischen Gesichtspunkten einzuschränken. Da wirkt es nun gar nicht beruhigend, daß Schweinburg in demselben Artikel die Freizügigkeit schützen will. Er schreibt in Fettdruck:„Die Ercizügigkeit muß unberührt bleiben" und in Sperrdruck:„Eine solche rdnuiig(deS Wohnungswesens) darf aber niemals aus deni Gesichts- punkte der Absicht der Beschränkung der freien Bewegung der Menschen hervorgehen." Wir erinnern unS, daß der Migucl-Offiziosus vor nicht langer Zeit gerade das Gegenteil dessen ankündigte, was er jetzt wahr haben will. Damals wurde der Plan der Freizügigkeitsbeschränknng vernnttels der Wohnnngk-Gesetzqebung offen ausgesprochen. Wir schlugen alSbald Alarm. Jetzt will man vorsichtiger operieren und die reaktionären Zettclungen auf Schleichwegen einschmuggeln. Die jetzigen, im Schweinburg-Orgnn auffälligen Beteuernngen der Nicht- antastung des Freizügigkeilsrechts gemahnen nur allzusehr an jene köstliche Versicherung, daß das Znchthausgesetz demSchutze der Arbeiter in ter essen diene» sollte. Sind wir es doch von jeher gewöhnt, tönend« Worte vom Schutz der Arbeiter- intereffen,' vom Schutz der Freiheit und aller heiligen Güter der Menschheit zu hören, sobald es sich daruni handelt, irgend einen neuen Knebel für das arbeitende Volk zu fabrizieren. Man wird deshalb auch der anscheinend bevorstehenden preußischen Aktion auf dem Gebiete des Wohnungswesens mit größtem Mißtrauen ent- gegensehen müssen.—_ Unser kleiner Bismarck. Die„Kölnische Zeitung", das oberste Reklameblatt des neuen Reichskanzlers, erzählt der aufhorchenden Welt ausführlich von dem denkwürdigen Ereignis des Besuchs deS Grafen Bülow denn Maler Lenbach: „Als Graf Bülow sich kürzlich behufs Besuchs des Regenten zwei Tage lang in Ri ü n ch e n aushielt, wartete jedesmal um die Mittagszeit ein zweispänniger Hofwagen, um den sich neugierige Zuschauer hcrumdrängten, vor einem der eigenartigsten Garten- Paläste der Lniscnstraße, der jedem Münchener wohlbekannten Wohnung des Professors v. Lenbach. Der neue Reichskanzler wünschte zu Weihnachten seine Gcni ahlin mit einem Bildnis von der Hand desselben Meisters zu überraschen, durch den Bismarck in seiner äußeren Erscheinung der Nachwelt überliefert werden wollte. Spätere Besucher des Lenbachschen Ateliers fanden den Künstler, der be- lanntlich ebenso hübsch zu plaudern, wie genial zu malen ver- steht, ganz vertieft in die ihm so eilig übertragene Arbeit, und es entspann sich dabei folgender Dialog:„Sehen Sie diese interessante Linie der S t i r n b i l d u n g. Sie tritt en face nicht ganz so deutlich hervor, wie eS in Wirklichkeit der Fall ist. Deshalb werde ich ein Profil- bild malen. Auch das Auge ist merkwürdig schön und a u s d r u ck S v o l l."— So schön wie daS Bismarcks?"—„Das will ich nicht entscheiden. Bismarcks Aug« war das schönste. daS ich je gesehen. Bülow wird auch später noch interessanter aussehen als jetzt. Oder glauben Sie etwa, daß Bismarck mit 50 Jahren schon solche malerischen Schönheiten dar- geboten hätte wie mit 70?"—„Viele Menschen und besonders die Damen werden anders denken".—„Junge Mädchen vielleicht, aber jeder Maler wird mich verstehen." Während der Künstler mit schnellen Kohlenstrichen seine Gedanken veranschaulichte, fuhr er fort:„Ein Zug ist bei Bülow ganz anders als bei Bismarck, nämlich die außerordentliche Weichheit dor unteren GestchtShälftc. Sehen Sie das Grübchen im Kinn. Es fiel mir zuerst so besonders stark auf, als ich mit dem Reichskanzler, während er mir saß, in ein Ge- spräch über das Wohlwollen gegen Menschen und Tiere verwickelt war. Da dachte ich mir, daß der Gesichtsausdruck diesem Wohlwollen ganz und gar entspreche."— „Wenn, das die Boeren hörten, so würden sie viel- leicht nicht so unbedingt zustimmen."—„Nun ja. Bülow denkt eben, wir Deutscheu hätten uns bisher durch über- triebene Sentimentalität gerade genug geschadet. DaS war doch auch Bismarcks Ansicht, zu dessen ausgesprochenen Be- wunderern sich Bülow nicineS Wissens bekennt."—„Sie haben, Herr Professor, wohl alle bisherigen Reichskanzler gemalt?"— „ C a p r i v i nie. Bismarck aber während der zwanzig Jahre von 1878 bis 1898 und während eines alljährlichen, oft mehr- monatlichen Aufenthalts in Friedrichsruh wohl über hundertmal, und auch Hohenlohe verschiede nt- lich, besonders als er Statthalter von Elsaß-Lothringen war. Länger als Bülow kenne ich von Wien h�r dessen Gemahlin. Aber auch BülowS Züge haben sich mir so gut eingeprägt, daß ich ihn jeder Zeit frei nach dem Gedächtnis darstellen könnte." Graf Bülow eilt sehr, sich in der Zeichnung deS großen Portraitisten der Zukunft zu erhalten. C a p r i v i, der zurückhaltende Gentleman, vennied sorgsam, die Welt mit der Entdeckung der interessanten Linien seiner Stirn- bildung und des merkwürdig schönen ugd ausdrucksvollen Auges zu beglücken. Graf Bülow beliebt, Bismarck nachzufolgen, und wäre „es wie er sich räuspert, wie er spuckt". Uebrigens scheint Graf Bülows starke Persönlichkeit bereits Herrn Lenbach erheblich beeinflußt zu haben. Der Physiognomiker entdeckt in Bülows Antlitz das Grübchen des Wohlwollens, das sogar die Tierwelt umspannt, und zugleich die Freiheit von sentimentalen An- tonnblungen, vermittels derer Graf Bülow die Boeren vo» der Schwelle wies. Herr Leiidach wird also einen echten Bülow malen, de» Kanzler für alles.— Ausland. Schweiz. Zürich. 26. Dezember. Ans der Bundesversammlung. Der Rückzug der die Boerensache betreffenden Motion Manzoni vollzog sich nicht einheitlich und würdevoll,'sondern so kläglich und jämmerlich, wie der Kampf der.radikalen" Presse da- gegen geführt worden war. Einzelne radikale Mituntcrzeichner zogen sich beschämt und schüchtern wie bestrafte unartige Kinder aus der Affaire zurück, weil sie offenbar den Tcrrorismus und die rück- sichtslose Brutalität ihrer Partei fürchteten. Die motivierte Erklärung. niit der schließlich die Motion in aller Form zurückgezogen wurde, lautet:„Indem der Bundesrat auf seinem Standpunlt beharrt, versetzt er uns in die Unmöglichkeit, den Antrag zur Behandlung zu bringen und wir bedauern lebhaft, dadurch gezwungen zu sein, den mehr- erwähnten Antrag fallen zu lassen. Das Schweizervolk mag nun selbst seinen Gefühlen in dieser Sache Ausdruck geben, wie es dies für gut findet." Außerdem reichte noch die Mehrheit der 38 Unterzeichner der Motion Manzoni dem Präsidenten des Nationalrats folgende Er- klärung ein:„Die Unterzeichneten ziehen hiermit die Motion auf eine Kundgebung des Nationalrats zu Gunsten des Friedensschlusses zwischen Großbritannien und den südafrikanischen Republiken zurück. Obgleich sie sich in ihrem Vorgehen getragen wissen von den Gefühlen der Mehrheit der Schweizerbürger. wollen sie nicht länger säumen, dem Wunsche der Mehrheit der Kollegen des Rats entgegenzukommen. Sie können dabei nicht umhin. entschieden sich dagegen zu verwahren, daß in ihrem vom Wunsche nach Herstellung des Friedens veranlaßte» Vorgehen irgend etwas gelegen hätte, was die guten Beziehungen der Schweiz zu dem Staate und dem Volke, an dessen Billigkeit und Humanität appelliert werden sollte, hätte gefährden können daß die Motion sich in Wider spruch mit der bisher befolgten Politik des Bundesrats setzen wollte. und aus diesem Grunde von demselben hätte bekämpft werden müssen; wir wahren im übrigen dem Parlamente ausdrücklich das Recht, Kundgebungen, die weder den Bundesrat binden, noch die Mithilfe seiner Organe in Anspruch nehmen, nach Gutfinden zu erlassen."— Eine wahrhaft fromme Kinderstube, dieser schweizerische National rat, in dem nur eine allergetreueste Opposition Seiner Majestät des Bundesrats mit dessen'Einverständnis geduldet wird. Zwei Dutzend Socialdemokraten mit unbeugsamer Energie und Rücksichtslosigkeit thun dem schweizerischen Nati'onalrat dringend not, wenn er wieder die Bedeutung einer wirklichen Volksvertretung erlangen und nicht der bloße Schatten eine? Parlaments sein soll. Zu diesem Urteil könnte man auch gelangen durch die Haltung des Nationalrats in Sachen des Rückkaufs der Schweizerischen Centralbahn. Es handelt sich dabei um ein Geschäft von 75 Millionen Frank, also um eine Summe, die derjenigen des Jahresbudgcts des Bundes ausmacht, also von der größten finanziellen und wirt schaftlichen Bedeutung für das Land ist. Das wichtige Geschäft wurde sozusagen im Handumdrehen erledigt, d. h. durchgepeitscht. Heute kam die Vorlage, 31 Druckseiten umfassend und morgen schon wurde sie mit 101 gegen 3 Stimmen bei ca. 20 Enthaltungen angenommen. Ein Antrag von Curti und Scherrer-Füllemann au Verschiebung der Abstimmung auf zwei Tage wurde mit 56 gegen 4S Stimmen abgelehnt. Unter den drei Verwerfenden war auch unser Genosse Wullschläger, der einmal gegen die gewaltthätige Durchpeitschung des so wichtigen Geschäfts mit seiner Ablehnung protestieren wollte, dazu aber auch aus sachlichen Gründen gelangt war. Er findet den Kaufpreis von 750 Fr. pro Aktie zu hoch und darum den ganzen Rückkauf der Centralbahn viel zu teuer. Derselbe ist ein glänzendes Geschäft für die Kapitalisten und der Umstand, daß es vom Nationalrat fast einstimmig angenommen Ivurde, zeigt dessen ausgeprägten kapitalistischen Charakter im hellsten Lichte. Der Vorgang erhält noch höhere Bedeutung dadurch. daß nun wohl auch die übrigen Bahnen nach den gleichen Grund sätzen werden zurückgekauft'werden, wobei die Finanzwelt viele Millionen mehr erhalten wird, als feiner Zeit bei der Aktion mit dem Verstaatlichungsgesetz angenommen worden war. So könnte man den Nationalrat als eine Versammlung von Aktionären betrachten und daraus sich die Zufriedenheit der Herren„Volks- Vertreter" mit der Geschäftsführung des Bundesrats unter allen Um ständen erklären. Eine äußerst reaktionäre Leistung vollbrachte der Nationalrat noch mit dem Beschluß, daß Bürger, welche ihre Militärpflicht- Ersatz st euer nicht bezahlen, deswegen mit 1—10 Tagen Haft so- wie mit dem Entzug des Stimmrechts ans die Daner von 2 Jahren bestraft werden können. Im Ständerat soll man gar beabsichtigen. auch noch das Verbot des WirtshanSbesnchs hinzuzufügen. Warum nicht gleich die Todesstrafe? Unser Genosse Wullschlcger, der seit langer Zeit gegen diese reaktionären und verfassungswidrigen Gelüste— die Bundesverfassung kennt keinerlei Schuldhaft— einen energischen Kampf führt, bezeichnete sehr zutreffend die Vorlage als ein Klassengesetz im schlimmsten Sinne des Worts, weil kein wohb habender Steuerpflichtiger es auf Haftstrafe wird ankommen lassen. Diese hätte müssen vorgesehen werden für solche, welche zu wenig versteuern, diese fiskalische Maßnahme würde dann auch viel er- giebiger gewesen sein. Doch alle Einwände waren vergebens. der reaktionäre Wechselbalg ivurde acceptiert und die Schweiz wird ein neues schlechtes Gesetz erhalten. Schließlich sei noch erwähnt, daß beschlosien wurde, eine Frühjahrs sesfion abzuhalten. Frankreich. ®er Papst hat durch den von ihm empfangenen Henri DeShoux in den„Matin" eine scharfe Erklärung gegen den Vereins- gesctz-Entwurf lancieren lassen. In derselben heißt es: Nach Waldeck-RouffeauS Toulousaner Rede und angesichts des Vereinsgesetz-Entwurfs kann ich nicht länger schweigen; meine apo tolische Pflicht gebietet mir zu sprechen. Die französischen Katholiken ollen wiffen, daß ihr Vater sie nicht verlätzt, daß er in ihren Heim- uchungen mit ihnen leidet und ihre hochherzigen Bemühungen ür ihr gutes Recht und die Freiheit ermutigt. Der Pap st kann nicht einwilligen, daß die fran zösische Regierung das Konkordat von dem Geiste, der es eingegeben hat, abwende, und ein Werkzeug deS Friedens und der Gerechtigkeit in ein Kriegs und Bedrllckungswerkzeug verwandle. Die geistlichen Orden bilden einen Bestandteil der apostolischen Kirche, genau so wie die Pfarrgeistlichkeit. Sie haben ihre besondere Aufgabe, verschieden von der der staatlich anerkannten Seelsorger, doch nicht minder heilig als diese. Ihr Dasein bedrohen, heißt die Kirche treffen, sie verstümmeln, ihre Wohlthaten einschränken. Der Gesetzentwurf der Regierung zielt auf die Aufhebung und Beraubung der Orden ab und schafft für eine Klasse von Staatsbürgern wegen ihres geistlichen Charakters Ausnahmegesetze. Nicht einmal in protestantischen Ländern ohne Konkordat behandelt man die Orden so. Vielleicht werden sie, wie während der Schreckensherrschaft, dorthin zurückkehren, um sich vor der Rechtsbeugung des katholischen Frankreich zu retten. Der Papst rühmt dann die Dienste, die � er der Republik erwiesen habe, spielt darauf an. daß Deutschland seine moralische Unterstützung nachgesucht habe, um im Osten Frankreichs Erbschaft anzutreten, und erklärt sich entschlossen, liebevoll, doch fest in den Kampf gegen die den Orden feindliche Gesetzgebung ein- zugreifen. . Italien. Im Senat erklärte bei der Beratung des Budgets des Aeußern Visconti Venosta auf eine Interpellation Vitellcschis über die Lage in China, man habe die Aufgabe, die Interessen Italiens und seiner Staatsangehörigen wahrzunehmen, nicht andren überlassen können. Italien habe ebenfalls Genugthuung für die Ver« letzung deS Völkerrechts verlangen müssen und eS müsse auch wünschen, daß China dem internationalen Handel geöffnet sei. Die Regierung wolle indes weder eine Abenteurerpolitik in China treiben, noch erstrebe sie anderwärts eine Ausdehnung. In erster Linie sei jede Occupatio» von Ländergebiet ausgeschlossen. Die Teilung Chinas in große Sphären, auch solche handelspolitischer Art, würde eine Maßnahme sein, zu der Italien sich nicht bereit finden ließe, im Gegenteil sei eine Politik ersprießlich, welche diejenigen chinesischen Häfen, wo die Beziehungen mit Europa am stärksten entwickelt sind, dem internationalen Handel öffnet.— Afrika. Der Krieg in der Kapkolonie hat fich auch heute nicht zu Gunsten der Engländer verändert. Die über eine Reihe von Ge- fechten vorliegenden Telegramme besagen im wesentlichen: Vierhundert bis fünfhundert Boeren unter Ben Viljoen griffen niit einem Maximgeschütz eine Abteilung von 24 Man» in der Nähe von Modderfontein an. Die Stellung wurde tapfer verteidigt, bis Verstärkungen von Backsburg eintrafen, welche den Feind vertrieben. Den Boeren gelang es, die Batterien von New-Kleinfontein und Chi m es zu beschädigen und die Posten zu vernichten. Sie versuchten auch die Cyanitwerke durch Feuer zu zerstören, doch wurde der Brand von den Kaffern gelöscht.— Es kam am 26. d. Mts. 12 Meilen östlich von Standerton zu einem Gefecht zwischen 200 Boeren und 150 Briten, welche Nahrnngs mittel aus einer Farm fortschaffen wollten. Auf seite der Briten wurden zwei Mann verwundet, doch gelang eS ihnen, die Nahrungs- mittel fortzuschaffen. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 28. Dez. meldet: Während eine in der Nähe von Greylingstad operierende Abteilung unter Colville in ein Gefecht mit dem Feinde verwickelt war, griff eine andre feindliche Abteilung Col villeS Train an. Eine Compagnie mit einem' Geschütz unter Kapitän Radclyffe schlug den Angriff zurück; Radclhffe und ein andrer K a p i t ä n'ivnrden verwundet, 8 Mann getötet. S7 verwundet; SV werden vermißt. Kitchener fügt hinzu, daß die Compagnie sich sehr tapfer hielt. Britische Truppen haben Ficksburg wiederbesetzt, welches seit einiger Zeit in den Händen des Feindes war. Eine Boerenstimme über den Krieg. Aus Rom wird ge- meldet: Der mit Depeschen Schalk BurgherS für Präsident Krüger hier durchreisende Boe'renkommandant Grover Botha äußerte sich sehr zuversichtlich über die Zukunft der Boeren. die den Krieg noch jahrelang aus- halten könnten. Die Engländer könnten das nördliche Transvaal unmöglich einnehmen und den nationalen Geist der Boeren nie be- zwingen. Die Erhebung der Afrika»der sei von langer Hand vorbereitet und werde immer mehr um sich greifen.—_ Nsrs amenkÄvifches. Abgeordnetenhaus. Bei Beginn der dritten Tagung der 10. Legislaturperiode werden in den am 8. Januar 1901 zusammen- tretenden Landtag die Fraktionen des Abgeordnetenhauses in folgender Stärke eintreten die: Konservativen 138(gegen 139 bei Beginn der vorigen Tagung), F r e i k o n s e r v a ti v e n 59 (gegen 60), Nationalliberale 74(gegen 73), Centrum 100 (gegen 100), freisinnige Volkspa'rtei25(gegen 25), frei- sinnige Vereinigung 11(gegen 11). Polen 12(gegen 13), bei keiner Fraktion 7(gegen 7). Erledigt find z. Z. 7 Man date durch Todesfall:c._ Sir Robert Hart über die Lage. Der gründlichste Chinakenner, der langjährige Verwalter der chinesischen Seezölle, Sir Robert Hart, hat sich in der„Fortnightly Review" in recht pessimistischer Weise über das Chmaproblem ausgelassen. Zunächst schildert Sir Robert Hart die kulturellen Erfolge des Hunnenkriegs: „Von Takn nach Peking hat der Ausländer seinen Triumph- u g ausgeführt, und obwohl nur wenige Gefechte tattgefunden haben, ist doch jedes Gehöft, jedcS Dorf und jede Stadt längs der Marschroute der Rache deS Fremden verfallen gewesen. Ganze Bevölkerungen sind verschwunden, Häuser und Gebäude sind niedergebrannt und zerstört worden, und die Ernte verfault in dem ganze» Gebiete, weil sie niemand einheimsen kann. Wenn man daran denkt, wie dieser ganze Landstrich noch im Frühling dieses Jahres von einer glücklichen, zufriedenen und fleißigen Bevölkerung belebt war. so ist es schwer, sich vorzustellen, daß jetzt längs der ganzen 120 Meilen von der Küste bis zur Hauptstadt kaum noch ein Zeichen menschlichen Lebens zu finden i st. Deshalb kann man gar nicht umhin, die grausame Notwendigkeit zu bedauern, welche so viel g r ä ß« liche V e r w ü st u n g hervorgerufen hat. Natürlich haben die Boxer und die chinesischen Soldaten ihr gutes Teil dazu bei- getragen, aber was sie übrig ließen, chaben wir nachgeholt." Trotz dieser grauenhaften Verwüstung aber sei selbstverständlich China keineswegs niedergeworfen. Der Hunnenkrieg habe immerhin nur 2 oder 3 der 200 chinesischen Präfekturen heim- gesucht; außerhalb Petschilis herrsche noch immer der Glaube vor. der f r e m d e n Teufel s e i e n z e r s ch ni e t t e r t. Da es nun platterdings unniöglich ist, ganz China zu verwüsten und zu ent- Völkern, erklärt Hart es in erster Linie für förderlich, daß der Hof wieder nach Peking zurückkehre. Man solle deshalb so rasch als möglich Frieden zu schließen suchen. Und da China noch schwer unter der Last der japanischen Kriegs- entschädigung leide und alle Einnahmen des Reichs teils verpfändet seien, teils dringend zur Verwaltung gebraucht würden, empfehle es sich für die Mächte, die Kriegsentschädigung so»iedrig als möglich anzusetzen. Die zukünftige Prosperität von Handel und Gewerbe würde eine bessere Zahlung einer solchen Schuld sein als eine u n- erträgliche Geld st rase, die jetzt sofort in bar zu er- legen wäre. Also auch dieser Chinakenner mahnt zur Nachgiebigkeit, zum Rückzug, den die Khakimäcbte denn auch trotz alles Sperrens schließlich werden antreten müssen. China. Einwände des Hofs gegen die Note. Ans Peking wird gemeldet: Der chinesische Hof kündigte den Empfang der Kollektivnote der verbündeten Mächte an und stellte hierzu folgende fünf Fragen: 1. K ö n n e n d i e B e f e st i g u n g s- werke nicht verschont bleiben? 2. Müssen die rinzen, gleich den übrigen Schuldigen, geköpft werden? 3. Werden die Mächte ihre Truppen- se n dun gen einstellen, wenn ihre Forderungen bewilligt find? 4. Welche Plätze gedenken die Verbündeten zu be fetzen? 6. Wie lange wird diese Besetzung dauern? Ferner melden„Central News" aus Shanghai, daß der Kaiser „im Princip" die Note der Mächte angenommen habe. Im Princip waren sich ja auch die Mächte einig, trotzdem erfolgte die Unterzeichnung der Note durch ihre Bevollmächtigten erst nach monatelangen endlosen Schritten. Der chinesische Hof wird sich nun auch die Zeit lassen. Und das umsomchr, als Amerika China darüber verständigt hat. daß es endgültig aus dem„Konzert der Mächte" ausscheidet und vollständig mit China seinen Frieden machen wolle. Einer Washingtoner Drahtung der„Morning Post" zufolge wurde nämlich Conger vom Präsidenten McKinley an- gewiesen,«die chinesischen Bevollmächtigten zu verständigen, daß die Verwerfung der von den Mächten vereinbarten Bedingungen eitenS Chinas Amerika nicht binden würde, an einer etwaigen Wicderanfnahme der Feindseligkeiten teilzunehmen, daß die Union sich auch nicht für verpflichtet halten würde, eine ständige Legationsmache in Peking zu unterhalten oder die Einfuhr von Waffen und Munition nach China zu verhindern. Amerika mache auch noch andre Vorbehalte. Diese Dnrchkrenzung der Friedensverhandlungen durch Amerika, dessen Haltung von Japan jedenfalls nach- geahmt werden dürfte, wird jedenfalls auch D e u t s ch l a n d und England veranlassen, gelindere Saiten aufzuziehen. 'Daß der chinesische Hof keineswegs geneigt ist, sich überspannten Forderungen der Mächte ohne weiteres zu unterwerfen, wäre aber vollends klar, wenn das vom„Standard" verbreitete Gerücht von der Entthronung des Kaisers Kwangsü auf Wahrheit beruhte. Das Blatt meldet: Privatmitteilungen aus Schansi zufolge ernannte die a i s e r i n, als der Hof sich in Taijüenfu aufhielt, einen fünfzehnjährigen Knaben mit dem Namen Tunghsu heimlich zum neuen Kaiser. In der betreffenden Eniennungsalte ivar das Verbot enthalten, die Nachricht von der Thronbesteigung des neuen Kaisers zu veröffentlichen. Der neue Kaiser wurde in der kaiserlichen gelben Sänfte nach Singaniu gebracht. So erklärt es sich, daß der Kaiser Kwangsü die Erlaubnis erhielt, nach Peking zurückzukehren. Der Kaiser Kwangsü hat seinen Freunden von der Reformpartei die Mitteilung gemacht, daß er nach Peking zurückkehre und sie um ihre Unterstützung bei der Leitung der RegierungSgeschäfte ersuche. ©olltj sich die Nachricht bestätigen, so drohten China neue irren, in die sich nicht hineinreißen zu lassen im höchsten Interesse der Mächte läge. Die gepanzerte Faust bringt inzwischen trotz aller diplomatischen Aktionen unberdroffen weitere Boxerbanden zur Strecke. Graf Waldersee macht folgende Meldungen: Zur Kooperation mit der am 21. Dezember gemeldeten Expedition Grüber(die am 19. von Tientstn auf Nuetienhsicn aufbrach) geht ein gemischtes Detachcment unter Major v. Madai ! Commandeur des I. ScebataillonS) in Richtung S a n h o h si e n vor, ferner ein amerikanisches(?) Detachement(?) von Peking über psianghohsicn. Die am 22. Dezember von den Franzosen ge- chlagenen Truppen scheinen in südlicher Richtung geflohen zu sein. Am 24. hat Compagnie Knörzer Regiments 3 im Gebirge nord- westlich Mantcheng(22 Kilometer nordwestlich Paotingfu) etwa 500 Mann chinesischer Truppen zersprengt, und anrückende Verstärkungen geworfen. Ein Detachement unter Oberst- lieutcuant Pavel(Commandenr des 2. Jnfanterie-Regiments) ist von Peking nach T s h a n g p i n g t s h o u und Nankou(37 und 43 Kilo- meter nordlvestlich Peking) entsandt worden. Soctolv Veözkspflege. Entschädigungsanspruch wrgen Nichtanshändigung dcS Kassenbuchs. Der Arbeiter H. verlangte durch Klage beim G e- Werbegericht eine Lohnentschädigung, weil ihm der beklagte Arbeitgeber P i r ch bei Lösung des Arbeitsverhältnisses nicht rechtzeitig das Krankenkassenbuch herausgegeben hätte. Außerdem bean- spruchte H. die Rückerstattung des Einschreibegelds von 1,50 Mark, indem er betonte, daß er beim Eintritt in die Arbeit bereits versichert gewesen sei und es einer Neuanmeldung bei der Kasse nicht bedurft hätte.— In letzterer Beziehung wurde durch die Beweiserhebung festgestellt, daß der Kläger sein altes Kassenbuch dem Beklagten nicht gegeben hat. Die Kammer III unter dem Vorsitz des Gewcrberichtcrs Dr. S ch a l h o r n verwarf die Klage mit folgender Begründung: Die Kammer III stehe allerdings(im Gegensatz zu andren Kamniern Der Berichterst.) auf dem Standpunkt, daß auch Ansprüche tvegen verzögerter Herausgabe der Kranken- bücher sc. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis seien und vor das Gewerbegericht gehörten. Die Ansprüche dcS Klägers hätten aber als unbegründet zurückgewiesen werden müssen. Eine Entschädigung könne er nicht' verlangen, weil nach Lage des Falls die verspätete Herausgabe des neuen Kassen- buch? durch ihn mit verschuldet worden sei. Und die Forderung auf Wiedergabe des abgezogenen Eintrittsgelds wäre nur dann gerechtfertigt, wenn Kläger dem Beklagten rechtzeitig durch Vorweisung seines alten Kassenbuchs nachgewiesen hätte, daß er zur Zeit des Antritts seiner Stellung bei ihm noch vollberechtigtes Mitglied einer andren Kasse gewesen sei. Da er diesen Nachweis unterlassen habe, müsse Kläger selber für das vielleicht unnütz gezahlte Einschreibegeld aufkonimen. Uetzke Llachvichkett und VepeschVtt« Das Budgct-Provisorium in bestreich. Wien, 29. Dezember.(W. T. B.) Die morgige Nummer der „Wiener Zeitung" veröffentlicht sechs kaiserliche Verordnungen, dar« unter das Bndget-Provisorium für die erste Hälfte des Jahrs 1901, weil mit Rücksicht auf die durch Auflösung des Reichsrats ge- gebene Sachlage für die Fortführung des Staatshaushalt« vor- gesorgt werden mußte; niit Rücksicht auf den Termin deS Zusammentritts des neuen Reichsrats sowie die erforderliche Zeit für die Konstituierung desselben und die Beratung des Staats- Voranschlags mußte das Provisorium auf einen längeren Zeitraum, nämlich auf sechs Monate, ausgedehnt werden. In dem Budgct-Provisorium wird die Erniächtigung zur Auf- nähme einer schwebenden Schuld bis zu 50 Millionen Kronen wie in der zweiten Hälfte des JahreS 1900 vorgesehen werden. Eine andre kaiserliche Verordnung betrifft das Reichsgesetz, welches bei dem Mangel des Finanzgesetzcs pro 1900 notwendig ist und im wesentlichen dem Entwurf des Finanzgcsetzes pro 1900 ent- spricht, jedoch infolge der verschiedenen in der Zwischenzeit vor- gefallenen Ereignisse, wie der Festsetzung der Quote des Beitrags zu den gemeinsamen Angelegenheiten usw., um 875 029 Kronen hinauf« gesetzt erscheint. Weitere Verordnungen betreffen die Fortdauer der Steuer- befreiung für die Sechandelsschiffe für das Quinquennium 1899 bis 1903, ferner die Dotierung der Meliorations- Fonds, welche pro 1901 auf 2 500 000 Kronen erhöht werden, endlich die Verlängerung der Wirksamkeit des Gesetzes betreffend die staatliche Subventiouierung der Donau-Dampffchifsahrts- Gesellschaft pro 1901. Belgrader Privatdepeschen zu- Militär- Berschwörnng zu Wien, 29. Dezember.(B. H.) folge bereiten hohe Offiziere eine Gunsten Milans vor. Bad Gastet», 29. Dezember.(B. H.) Der Besitzer deS Hotels Hirsch' Karl Lainer und der Kaufmann Kindlinger aus Salzburg stürzten von den Anlagen des schwarze» Berges ab. Beide sind tot. Antwerpen, 29. Dezember.(W. T. B.) Der Zuzug ans- wärtiger Arbeiter dauert fort; auf 24 von 27 am Quai liegenden Dampfern wird gearbeitet, dagegen ruht die Arbeit auf 18 von 26 in den Docks befindlichen Fahrzeugen. Am Sonntag soll auf vielen Schiffen gearbeitet werden. Eine große Zahl der Arbeiter, welche in den Ausstand getreten waren, haben die Arbeit bereits wieder auf- genommen. PariS, 29. Dezember.(W. T. B.) Der Senat nahm den Gesetzentwurf betr. die Bewilligung eines provisorischen Budget- Zwölftels an unter Abtrennung des Artikels betr. die Amortisation, obwohl Ministerpräsident Waldeck- Rousseau und Finanzminister Caillaux sich gegen die Abtrennung aussprachen. Der Gesetzentwurf muß demnach an die Deputierlenkammer zurückkommen. Darauf vertagt sich der Senat auf morgen. Die Deputiertenkan�mer nahm mit 436 gegen 61 Stimmen das Budget im ganzen an. Paris', 29. Dezember.(W. T. B.) Die l.Comödie Franyaise" wurde heute abend nach ihrer Restaurierung mit einer Festvorslellung eröffnet. London, 29. Dezember.(W. T. B.) Dreizehn Börseufinncn, welche 29 Mitglieder umfassen, sind auf dem hiesigen australischen Markte für fallit erklärt worden._ Verainwortl. Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag vo» Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u.ttuterhaltuiigsblatt. Nr. 303. 17. Fabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 30. Dezember 1900. 705 Stimmen. Partei- Nachrichten. Petition um Lohnerhöhung eingereicht. Diese Petition ist jetzt dahin thätig ist; er zeigt aber auch, wie notwendig die Mitbeteiligung der beantwortet worden, daß ein Bedürfnis zur Lohnarbeiter an der Kontrolle ist. Der Arbeitercontroleur, der mit den erhöhung nicht vorliegen könne, da nach dem letzten Lohn Arbeitern auf gleichem Fuße verkehrt, wird viel eher über solche Der Wahlfieg unsrer Genoffen in Lippe erscheint in be- tage von der Königsgrube allein 461 Leute ohne Grund und Mogeleien unterrichtet werden, wie der Beamte, der gar keinen fonders glänzendem Lichte, nachdem die Stimmenzahlen vorliegen. Ursache nicht eingefahren sind. Die weiteren Ersuchen um Verkehr mit den Arbeitern hat. Im ersten Wahlkreise wurde der Genosse Obier mit 673 Stimmen Aenderung des Auszahlungsmodus an Lohntagen und Sprengen Eine Regelung der Heimarbeit im Staate Missouri bezweckt gewählt, während auf den freifinnigen Gegentandidaten 399 Stimm gewählt, während auf den freifinnigen Gegenkandidaten 399 Stimmen von Pfeilern mit Dynamit werden nach Möglichkeit Berücksichtigung das Gesetz vom 2. Juni 1899, das sich auf die Erzeugung von Kleidungsentfielen; im dritten Wahlkreise erhielt der Genosse Beder- Lemgo 1111 finden. und der freisinnige Gegenkandidat 854 Stimmen; im siebenten Wahlstüden, Federn, künstlichen Blumen, Börsen und Toilette- Artikeln in freife fielen auf Genossen Becker- Oerlinghausen 1007 und auf. Die Arbeiterfreundlichkeit des katholischen Klerus. In Privatwohnungen bezieht. Hierbei darf ein Arbeitsraum höchstens feinen socialliberalen Gegenkandidaten( Naumannscher Couleur) Sädingen traten vor einigen Wochen eine Anzahl Textilarbeiter von drei Personen, ausschließlich der darin wohnenden Angehörigen der Dabei bestehen die beiden letzten Wahlkreise aus zusammen und gründeten eine Filiale des Textilarbeiter- Verbands. Familie, benutzt werden. Jeder Unternehmer, der Heimarbeiter mit der lauter Heineren Ortschaften meist ländlichen Charakters. Die dortigen Steinem einzigen dort wohnenden katholischen Pfarrer ist es bis zur Erzeugung der genannten Gegenstände beschäftigt, oder das Material Parteigenossen hoffen, auch noch das vierte Mandat, um das sie in Gründung dieses Vereins eingefallen, eine Arbeiterorganisation zur an Kontrattoren zur Beschäftigung von Heimarbeitern aus dem der Stichwahl zu fämpfen haben, zu erobern. Die Wahl in diesem Hebung der Lage der Tegtilarbeiter in Sädingen und Umgebung zu Hause giebt, hat ein Verzeichnis der Namen und Adressen diefer Kreise ist am 31. Dezember. schaffen. Nach Gründung dieses Vereins aber fiel es den Herren Kontrahenten oder Arbeiter zu führen und auf Verlangen dem hose gillus Pfarrern dort ein, daß fie von jeher sehr arbeiterfreundlich waren Arbeitsinspektor oder Vorstand des Arbeitsamts vorzulegen. Das Gemeindewahlen. Socialdemokratische Gemeinderats- Mit- und daß es deshalb ihre priesterliche Pflicht sei, dieser Arbeiter wissentliche Ausgebot oder Verkauf von Artikeln der genannten glieder wurden in folgenden Orten des Königreichs Sachsen gewählt: Bereinigung einen neuen Verein, und zwar einen christlichen Gewerk- Art, die unter gesetzwidrigen Bedingungen hergestellt wurden, Neutoswig 1, Erfenschlag 1, Reid 1, Eschefeld 3, schafts- Verein gegenüberzustellen. In der Versammlung, die sie zum ist verboten. Erlangt ein mit der Durchführung des Rozschau 2, Thalheim sämtliche Kandidaten, Nieder- Zweck der Gründung einberiefen, ließen sie den Referenten weidlich Gesezes betrauter Beamter Kenntnis davon, daß solche Gegenplaniz 2. auf die Socialdemokratie und den Verband schimpfen, dem Redner stände im Widerspruch mit dem Gesetz oder unter ungesunden bezw. des Verbands entzogen sie, als er diese verteidigen wollte, das unreinlichen Verhältnissen erzeugt wurden, so hat er diese Waren Wort. Die Zersplitterung der Arbeiter, und damit ihre Schwächung durch einen Bettel von mindestens zwei Boll Länge mit der Aufden Unternehmern gegenüber haben sie nun wiever einmal erreicht. schrift:" In Privatwohnung erzeugt" oder„ unter ungefunden Ver hältnissen verfertigt" fenntlich zu machen. Die Entfernung dieses Ausland. geschehen. Jede Uebertretung dieses Gesetzes ist mit 10-50 Dollar Bettels darf nur mit Zustimmung des aufsichtführenden Beamter eventuell bis 10 Tagen Haft oder mit beidem zu bestrafen. In dem württembergischen Orte Birkenfeld wurde die ganze socialdemokratische Liste, sieben Mann, gewählt. Damit besteht der gesamte Gemeinderat aus Socialdemokraten. In Sanden bei Bergedorf wurden 2 Parteigenossen gewählt. Zum Wahlproteft über die Reichstagswahl im Wahlkreise der Streit bezw. die Aussperrung der Antwerpener Nandow Greifenhagen liegen, wie unser Stettiner Parteiblatt, der„ Volksbote" berichtet, bereits aus 44 Wahlorten Protest- Hafenarbeiter dauert fort; nur die Rollwagenkutscher haben die punkte vor, die derartig gewichtiges Material enthalten über Ber- Arbeit wieder aufgenommen; einige Schiffe behalfen sich mit Ausstöße gegen das Reichstagswahlrecht und das Wahlreglement, daß hilfe, die ihnen vom Lande zugelaufen ist. Die gesamte Bürgernicht nur der Reichstag, sondern auch der Strafrichter sich in garde ist aufgeboten, um das Hafengebiet zu bewachen; in den t mehreren Fällen mit den gegnerischen Wahlmachern beschäftigen wird. Am Freitag hatten die Arbeiter abzustimmen, ob sie sich mit dem legten Tagen ist aber keinerlei Rubestörung mehr vorgekommen. Partei- Organisation. Die Parteigenossen in Trebbin haben neuen Vermittelungsvorschlag des Bürgermeisters einverstanden er ihren Arbeiterbildungsverein aufgelöst und an dessen Stelle einen flären wollen. 8600 erklärten sich dagegen, nur 16 Stimmzettel Socialdemokratischen Wahlverein für Trebbin" mit Anschluß an lauteten für den Einigungsvorschlag. Hosp den Central- Wahlverein des Kreises Teltow- Beestow- Charlottenburg gegründet. 168 Gewerkschaftliches. Eine Probe auf das Exempel. #Q Kommunales. d kojem Der Magistrat hat beschlossen, den Lehrern an städtischen Taubstummen und Blindenschulen eine Gleichstellung in der Besoldung mit den ordentlichen Lehrern an höheren Mädchenschulen zu sichern. Der Stadtverordneten- Versammlung wird eine Die schwedische Gewerkschaftsbewegung hat sich hier ver: Vorlage zugehen, daß die laut Beschluß vom 31. Mai 1900 für die hältnismäßig spät entwidelt, hat aber in den letzten Jahren einen ordentlichen Lehrer an den höheren Mädchenschulen festgesetzte Bgroßen Aufschwung genommen. Die erste Gewerkschaft im Sinne Gehaltsordnung auf die an den Taubstummen- und Blindender modernen Arbeiterbewegung war der 1887 gegründete Fachverein schulen bereits angestellten Lehrer ohne weiteres nicht zur der Maler; dann folgten 1888 die Schuhmacher, 1889 die Fach- Anwendung fommt, diese Ordnung aber für die Zukunft vereine der Holzarbeiter und der Schneider. Zur Blüte gelangten bei Neuanstellungen an dieser dieser Anstalt Geltung findet. die Gewerkschaften erst Ende der 90er Jahre. 1895 gehörten nur Der Magistrat wird der Stadtverordneten- Versammlung eine Vor7625 Mitglieder der socialdemokratischen Partei den Gewerkschaften lage folgenden Inhalts unterbreiten:„ Die Versammlung erklärt an; 1898 aber waren es 39 476. In diesem Jahre wurde die sich damit einverstanden, daß die Anstaltsverwaltung des Hospitals Landesorganisation der Fachverbände gegründet. Dieser schlossen und der Siechenanstalt an der Fröbelstraße sowie des Hospitals fich 24 Gewerkschaften an, mit einer Mitgliederzahl von 53 006. an der Pallisadenstraße getrennt werden und für jede Anſtalt zur Dazu kommen noch einige alleinstehende Fachvereine mit 5334 Mit- selbständigen Verwaltung derselben ein unmittelbar dem Kuratorium glieder. Die schwedischen Arbeiterorganisationen zählten also 1898 des Friedrich Wilhelm- Hospitals und den Siechenanstalten unterinsgesamt 58 340 Mitglieder. geordneter Inspektor angestellt wird. Die Versammlung genehmigt, daß das Diensteinkommen für den demnächst zu ernennenden Inspektor der Anstalt an der Fröbelstraße auf 5000 m., einschließlich 900 M. Emolumente festgesetzt wird, und daß dem Inspektor des Hospitals in der Pallisadenstraße vom 1. April ab eine gulage von 200 m. jährlich gewährt wird. deren sich Der Der Streit der Spigenweber von Calais, von dessen bisherigen Verlauf wir unsre Leser ständig unterrichtet haben, hat ein hervorragend politisches Intereffe. Der Konflikt ist bekanntlich infolge des Gesetzes betreffend die Arbeitszeit der Fabritarbeiter und Arbeiterinnen in gemischten Betrieben entstanden. Dieses Gesetz schreibt vor, daß die Arbeitszeit der Männer, Frauen und Kinder, bezw. jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren in Betrieben, wo diese Kategorien zusammenarbeiten, 11 Stunden nicht überschreiten darf. Nach zwei Jahren soll sie 10/2, nach weiteren 2 Jahren 10 Stunden Aus der Frauenbewegung. betragen. Die Unternehmer in Calais machten mum zunächst geltend, daß in ihren Betrieben die jugendlichen Arbeiter in Ausbeutung der Verkäuferinnen. Ein Beispiel gemeinster abgesonderten Räumen arbeiteten, ihre Fabriken somit nicht Ausbeutung armer Verkäuferinnen erzählt ein Dresdener Blatt von unter das Gesetz fallen. Die obige Bestimmung hatte der einem dortigen größeren Geschäft, indem es schreibt: Die Verhandlungen zwischen dem Magistrat und der Georgen" Dort entfalten die Verläuferinnen eine ganz ungewöhnliche Kirchen- Gemeinde, als Eigentümerin des Georgentira plazes Handelsminister Millerand in das Gesetz hineingebracht Bungenfertigkeit, und jeder Käufer glaubt, daß den jungen Mädchen wegen Regulierung und Uebernahme dieses im Centrum von Berlin zu dem ausgesprochenen Zivecke, die Kontrolle zu erleichtern, die wirklich angst um sein Seelenheil wird, wenn er einen ihm an- liegenden Plazzes sind von Erfolg gewesen. Die Uebernahme ist Umgehung des bisherigen Gesezes zu erschweren. Für die jugend- gebotenen Gegenstand nicht kauft. Schickt er sich zum Gehen an, notwendig geworden, nachdem im Jahre 1886 in einem Rechtsstreite lichen Arbeiter war nämlich schon durch das Gesetz von 1892 eine ohne das, wonach er sich erfundigt hatte, sofort zu kaufen, dann mit den Eigentümern der Grundstücke Georgenkirchplatz 19-23 rechtskürzere, und zwar die zehn stündige Arbeitszeit eingeführt drückt sich in der Miene der ihn bedienenden Berkäuferin eine fräftig entschieden worden war, daß diesen Anliegern tein Recht zuworden. Durch den Umstand aber, daß die erwachsenen Arbeiter wahre Berzweiflung aus. Wie kommit es mun, daß die jungen ficht, den Fahrdamm nach der Neuen Königstraße zum Uns ist das Geheimnis verraten Fahren Die zu benutzen. länger beschäftigt werden durften, als die jugendlichen, war die Damen so diensteifrig sind? Anlieger sicherten denn Kontrolle fast unmöglich. Es ist klar, daß bei der Auslegung, welche ohne ihn zum Kaufe einer Sache, die er sich zufällig und ganz Magistrat ist, das Recht zur Benutzung des Fahrdamms. worden. Läßt nämlich eine Verkäuferin dort einen Kunden gehen, durch Verträge mit der Kirchengemeinde, Patron der die Calaiser Fabrikanten dem Gesetze zu geben belieben, der alte harmlos angesehen hat, zu überreden, dann hat sie eine Es ist beschlossen worden, zwischen der Weftseite des Plages Bustand wieder herbeigeführt wäre. Die Fabrikanten haben denn Strafe von 50 f. verwirtt. Die Aufsicht ist scharf, so und der Neuen Königstraße neue Fluchtlinien festzusetzen. diesen Einwand auch nicht aufrecht zu erhalten vermocht. leicht entgeht dem strengen Auge des Controleurs das Verbrechen" Magistrat wird nunmehr in Uebereinstimmung mit der BauNun war in den Spitzenwebereien von Calais das Relaissystem der Angestellten nicht, und dann ist ihr schmales Einkommen von deputation die Stadtverordneten- Versammlung um ihre Zustimmung das Ablösungssystems eingeführt und zwar in der denkbar ca. 70 m. pro Monat wieder um eine halbe Reichsmark niedriger. zu dem Abkommen mit der Georgenkirchen Gemeinde ersuchen, schlechtesten Form. Die Arbeiter waren in zwei Gruppen eingeteilt, Zuweilen hat fie freilich Glück. Es ist fürzlich vorgekommen, wonach diese sich verpflichtet, gegen Zahlung von 15 812 M. für die von denen jede je 6 Stunden hintereinander thätig war. Da der daß eine Frau nach dem Preise einer Ware fragte. Die Dame hatte gärtnerische Ausschmückung des Platzes das gesamte ihr gehörige Betrieb Tag und Nacht aufrecht erhalten wird, kommt jede Gruppe mitzunehmen; aber um die Zeit des Einpadens auszunuzen, fragte und kostenfrei zu übereignen. Die Gemeinde verpflichtet sich ferner, Strümpfe gekauft und dachte gar nicht daran, noch etwas andres Straßen- und Plazterrain der Stadtgemeinde unentgeltlich pfand= innerhalb 24 Stunden zweimal, also 12 Stunden an die Arbeit. fie nach einigen Kleiderstoffen. Sofort ließ die Verkäuferin bis spätestens 1. April 1904 das Hospitalgebäude zu beseitigen und Das Gesetz vom 30. März verbietet aber, daß" Equipen"( be: das schwerste Geschütz ihrer Beredsamkeit spielen. Alles ver das dadurch freiwerdende Straßenland ebenfalls der Stadtgemeinde stimmte Anzahl von Arbeitern, die zusammenarbeiten) ihre Arbeit geblich; die Dame war nicht zu erweichen, und die Verkäuferin zu übereignen. unterbrechen; sie müssen ihre Arbeit, mit Unterbrechung nur auf die atmete erleichtert auf, als sie wahrnahm, daß der GeschäftsAm Montag werden die Bureaus des Magistrats und Dauer der vorgeschriebenen Bausen( zum Essen), in einem Zuge be- gewaltige von dem verpfuschten Handel nichts bemerkt hatte. Das enden, und können an demselben Tage nicht noch einmal zur Arbeit Glück war nur von kurzer Dauer, denn am selben Tage kehrte der Stadtverordneten Versammlung um 1 Uhr gedie Käuferin in das Geschäft zurück, um den ihr so warm empfohlenen schlossen. herangezogen werden. Die Calaiser Unternehmer sind auch auf Grund des Gesetzes nachträglich noch gewirkt. Das gereichte letzterer diesmal zum VerKleiderstoff zu kaufen. Die Ueberredingskunst der Verkäuferin hatte und zwar wegen Anwendung des Relaissystems verklagt worden, der derben, denn kaum hatte die Dame gejagt, daß sie den Stoff, der Berliner Partei- Angelegenheiten. Gerichtshof von Boulogne hat sie jedoch freigesprochen. ihr heute gezeigt worden sei, den sie aber nicht mitgenommen habe, Die Neujahrsnummer des Wahren Jakob" gelangt in Das Urteil wurde damit begründet, daß das Gesetz für die er nunmehr faufen wolle, so wurde die unglückliche An- Berlin am Montag, den 31. Dezember, zur Ausgabe. wachsenen Arbeiter mur bezüglich der Regelung der Dauer der gestellte ermittelt, und sie hat ihre 50 Pfennige Bur Lokallifte. Den Mitgliedern der Lokalfommission von Arbeitszeit Bestimmungen enthalte. Die ganze Gerichtsverhandlung war Strafe abladen müssen." Berlin, insbesondere aber denen der Umgegend zur Nachricht, daß eine Farce, die Auflage war auf Betreiben der Fabrikanten selbst erfolgt, Singelegenheit für Frauen in Frankreich. Der Senat am 13. Januar 1901 die nächste 2otalliste erscheint. Ich ersuche sie rechneten auf die Freisprechung und wollten dadurch das Gesez für hat jezt einem in der Deputiertenkammer bereits vor einiger Zeit daher dringend um eine genaue Aufstellung für die nächste Liste. sie unwirksam machen. Das ist ihnen durch den Spruch des angenommenen Gesetz seine Zustimmung gegeben, durch Für den Kreis Niederbarnim sind alle für die Lokalliste bestimmten Boulogner Gerichtshofs in der That gelungen vorläufig. welches in weiblichen Angestellten Magazinen und Aenderungen und Neu- Aufnahmen zu senden an Paulette, Der Handelsminister hat gegen dies Urteil Rekurs beim Kaffations- Verkaufsläden Siggelegenheit geschaffen wird. Danach müssen Friedrichsfelde, Lichtenberger Prinzen- Allee 20a; für Teltow- Beeskow in jedem Raum, Saal usw. so viel Size vorhanden hof eingelegt. Es steht zu hoffen, daß dieser das erstinstanzliche fein, als Frauen darin beschäftigt sind. Der Betriebsleiter ist für Osthavelland an E. Rieger, Spandau, Moltkestr. 3; für diverse an Hermann Quitt, Rigdorf, Hobrechtstr. 82 IV.; für PotsdamUrteil unstößt, denn es widerspricht vollkommen dem die Ausführung dieser Bestimmung verantwortlich. Die Heber Orte an St. Salomon, Wriezen a. O.; für Berlin an Geiste des Gesetzes. Jaurès weift dies in der wachung ist der Polizei übertragen, die das Recht hat, jederzeit eine Scholz, Wrangelstr. 110. Alle Zusendungen müssen bis spätestens Betite République" durch die Heranziehung der Motive des Ge- Revision vorzunehmen. Dem Gesetz Zuwiderhandelnde können bis den 8. Januar in den Händen der genannten Parteigenoffen sein, setzes und der Artikel selbst ganz schlagend nach. Sollte wider Er- au 500 Fr., im Rüdfall bis zu 1000 Fr. bestraft werden auch fann spätere Bustellungen können nicht berücksichtigt werden. Die Lokal warten auch der höchste Gerichtshof sich dem Spruch der ersten In- die Insertion der Urteilsbeschlüsse auf Kosten der verurteilten Unter- tommission. J. A.: Carl Scholz, Wrangelstr. 110. stanz anschließen, so müßte, so führt Jaurès aus, die Regierung die nehmer in einer Zeitung, sowie das Aushängen des Urteils verfügt Kammer sofort veranlassen, diese Versuche, das Gesez unwirksam zu werden. machen, durch einen neuen Beschluß unmöglich zu machen. 200 Der Streit in Calais währt nun bereits die siebente Woche. Die Unternehmer haben jetzt beschlossen, die Fabriken Anfang Januar zu öffnen und die Arbeiter zu den alten Bedingungen wieder auf zunehmen. Die Streifenden wollen eine geheime Abstimmung darüber vornehmen, ob die Arbeit aufgenommen werden soll. Berlin und Umgegend.or Achtung, Tapezierer! Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Streit bei der Firma Birnbaum, Fliederstraße 4, unverändert fortdauert, und ist deshalb Buzug fernzuhalten. lid Die Verbandsleitung. Deutsches Reich. Achtung, Metallarbeiter! Ein Privattelegramm von Nien burg a. S. meldet uns: In der Maschinenbaufabri Attiengesellschaft Nienburg wurde von den Arbeitern verlangt, daß sie durch Unterschrift die gemachten Lohnabzüge anerkennen sollten. Sämtliche 70 Metallarbeiter verweigerten dies und wurden deshalb ausgesperrt. Zuzug von Metallarbeitern den Sociales. Ein Kapitel and der Berginspektion schildert die„ RheinischWestfälische Arbeiterzeitung" in Dortmund. Das Blatt berichtete vor einiger Zeit, wie auf einer Zeche im Dortmunder Revier am Tage einer Inspektion gefährliche Betriebspunkte vernagelt resp. zu gestellt waren und Ueberhaue mit Seilen verzogen waren, welche Thatsachen bei dem inspizierenden Beamten die Ansicht hervorrufen mußten, daß er es mit gestundeten Betriebspunkten zu thun habe. Thatsächlich wurde Tags vorher und Tags nachher vor den Betriebspunkten gearbeitet. Der düpierte Beamte, der es mit seiner Aufgabe ernst nahm, fette alles daran, um Klarheit in der Sache zu schaffen. Er erschien wiederholt zu stundenlangen Verhören auf der Zeche, ohne daß jedoch etwas Positives dabei heraustam. Carl Der socialdemokratische Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis veranstaltet Montag, den 31. Dezember, abends 8 Uhr, Köpenickerstr. 68/69( Diana- Säle), eine Silvester feier. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zweiter Wahlkreis. Bei dem am 1. Weihnachtsfeiertag in Kliems Salon, Hasenheide 13, abgehaltenen Winterfest find mehrere Gegenstände zur Verlosung gekommen. Die Gewinne auf Nr. 12, 58, 72, 113, 163, 165, 177, 188, 212, 213, 258, 260, 265, 304, 327, 377, 390, 894, 411, 432, 433, 449, 458, 461, 463, 473, 475, 481, 492, 557, 576, 595, 674, 694, 695, 721, 797, 801, 884, 856, 857, 861, 902, 908, 912, welche noch nicht zur Ausgabe gelangten, können zu jeder Zeit gegen die Losnummer bei H. Werner, Bülowstr. 59, abgeholt werden. Der Vorstand. Lokales. Gute und gesunde Romanlektüre! Wir machen unsre Leser nachdrücklich aufmerksam auf den unsrer Nach bewährten Mustern forschte man auf der Zeche nach den Verrätern" und wie immer tam man an die Unrechten. Zwei Arbeiter, die gar nichts mit der Veröffentlichung zu thun hatten, heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der wurden als vermeintliche Thäter in Strafarbeit verfekt. Darauf gingen die beiden zum Inspektionsbeamten und machten unter eidesstattlicher Illustrierten Roman- Bibliothek dirsh ,, In freien Stunden" über das hinausgingen, was unser Dortmunder Parteiblatt berichtet Von dieser Zeitschrift liegen jegt vier abgeschlossene Jahrgänge Versicherung Angaben über die Vorgänge bei der Inspizierung, die weit Skin Wochen Heften au 10 3 f. hatte. Eine daraufhin vorgenommene neue Untersuchung bestätigte ihre Zur Lohnbewegung der Bergleute in Oberschlesien. Der Angaben. Ein gerichtliches Strafverfahren gegen die schuldigen Be- vor; sowohl die äußere Ausstattung wie der Juhalt unterscheiden die Freien Stunden" vorteilhaft vor den zahlreichen Schundchristliche Bergarbeiter- Verein Königshütte( nicht zu verwechseln amten soll bereits eingeleitet sein. mit dem oberschlesischen christlichen Arbeiterverein zur gegenseitigen Der Vorgang läßt ahnen, was bei der Berginspektion heraus- roman- Heften, die leider gerade in Arbeiterfreifen noch vielfach VerSilfe in Beuthen) hatte an die Berginspektion Königshütte eine fommen mag, wo fein so energischer und pflichtbewußter Beamter breitung finden: faft durchgehends brachten die„ Freien Stunden" ist fernzuhalten. " Romanlitteratur haben will, der abonniere die Freienstunden", die ihm jede Buchhandlung, jeder Colporteur und Spediteur, sowie die Parteispeditionen liefern.d " Um dem Verkehrsbedürfnis in der Silvesternacht Genüge zu Romane, die man zu den besten der Weltlitteratur zählen darf. ist, als diejenigen der gehaltenen Gespräche. Die Ursache dieser auf- p Freilich, bloßer fentimental- feichter Unterhaltungsstoff ist es nicht; fälligen Erscheinung ist darin zu suchen, daß häufig Personen die leisten, wird auf den unter Verwaltung der Firma Siemens u. Halste der Leser soll zugleich auch zum Denken angeregt und zur Automaten benutzen, ohne die Bestimmungen hierfür zu kennen oder A.-G. stehenden Linien der Betrieb über die fahrplanmäßige Beit fich vorher zu informieren. Die betreffenden Personen werfen das hinaus aufrecht erhalten werden. Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden. Der neue Jahrgang. Geldstück in den Schlitz, bevor sie die Ohrmuschel von dem Konduktor Auf der Linie Behrenstraße- Treptow werden die Wagen ab beffen Abonnement wir unfren 2efern dringend abgenommen, oder ehe fich das Vermittelungsamt gemeldet hat. Behrenstraße( Ece Wilhelmstraße) in Abständen von 10 Minuten bie empfehlen, bringt insofern eine Bereicherung, als in jedem Die Fernsprech- Beamtinnen sind dann natürlich nicht in der Lage zu 1 Uhr nachts und auf der Linie Mittelstraße- Pankow ab Mittel- und Heft gleichzeitig zwei Romane erscheinen und das Kleine fontrollieren, ob die Zahlung in Wirklichkeit erfolgt ist oder nicht, Friedrichstraßen- Ede in Abständen von 10 Minuten bis 1 Uhr 58 Minuten Feuilleton", das bisher auf dem Umschlag erschien, jetzt dem Texte und verlangen, bevor die Verbindung hergestellt wird, die noch nachts verkehren. einverleibt wird. Die für den neuen Jahrgang ausgewählten malige Entrichtung von 10 Pf.( bei Gesprächen nach den Vororten Romane scheinen uns für den Zwed: Unterhaltung und von 20 Pf.). Es sei deswegen nochmals darauf aufmerksam gemacht, Nachwirkungen des Sternberg- Prozesses. Die für den Belehrung, glücklich ausgewählt zu fein; wir verweisen unsre daß der Einwurf des 10 Pfennigftücs in die Geldöffnung nicht 14. Januar angesezte Verhandlung Blatho und Genossen, Leser auf den Prospett selber. Wer von unsren Lesern für seine früher erfolgen darf, als bis der Fernsprech- Beamte durch den wegen Beleidigung des Oberstaatsanwalts Dr. Jfenbiel, wird vor der 7. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsiz des LandgerichtsFrau und seine heranwachsenden Kinder eine gute und gesunde Buruf zahlen" hierzu auffordert. Der Silvesterskandal. Das Polizeipräsidium teilt mit: Um Direktors Boigt stattfinden. Die Anklage richtet sich nur gegen dem Unfug in der Silvesternacht zu steuern, werden seit längerer Fräulein Blatho und Herrn Arndt. Als Zeugen werden in der Zeit die dabei vorgekommenen Uebertretungen nicht durch polizei- Berhandlung, bei welcher Staatsantvalt Dr. Eger die Anklage vers liche Straffeftfeßung erledigt, sondern der tgl. Staatsanwaltschaft treten wird, außer einigen andren Personen auch Oberstaatsanwalt zur gerichtlichen Verfolgung übermittelt. In der vorjährigen Sil- Dr. Jfenbiel, Frau Gräfe, Fräulein Pfeffer und Rechtsbesternacht wurden 58 derartige Fälle zur gerichtlichen Ahndung ge- anwalt Dr. Werthauer vernommen werden. bracht, von denen nur fünf wegen mangelnder Beweise zur Frei- sonstigen Nachflänge zum Prozeß Sternberg betrifft, so ver fprechung führten. Die übrigen 53 Exzedenten wurden wegen groben sonstigen Nachklänge zum Prozeß Sternberg betrifft, so ver lautet, daß gegen Justizrat Dr. Sello und Rechtsanwalt nfugs oder ruhestörenden Lärmens gerichtlich verurteilt und zwar lautet, daß gegen Justizrat Dr. Sello und Rechtsanwalt 19 zu Freiheitsstrafen von sechs Wochen bis zu drei Tagen, und Dr. Werthauer die förmliche Voruntersuchung wegen Begünstigung eröffnet worden sei. In einer sehr üblen Lage zu Geldstrafen von 50 M. bis 3 M. Am heutigen Sonntag, dem letzten des Jahrs, ist dem Geschäfts- befindet sich Frau Margarete Miller geb. Fischer. Wie uns geverkehr, wie an den Sonntagen vor Weihnachten, durch die polizei- meldet wird, ist ihr nicht nur das Zeugengeld, sondern auch die lichen Bestimmungen ebenfalls ein größerer Spielraum gelassen Rückfahrtkarte nach New York von ihren Gläubigern, die sie bei worden. Die Geschäfte dürfen geöffnet sein: vormittags von 1/28 bis ihrer plöglichen Abreise nach Amerita hier unbefriedigt zurückgelassen 10 Uhr und nachmittags von 12-8 Uhr. hat, abgepfändet worden. Sie sißt nun fest und weiß nicht, wie sie aurüdtehren soll ein Umstand, der im Hinblick auf die nicht lange Dauer des ihr gewährten freien Geleits immerhin bedenklich ist. Da Herr Miller vor Gericht betonte, daß er aus begüterter Familie stamme, so sollte man denken, daß diese mit dem in Margarete Fischer erhaltenen, neuen Zuwachs ein menschlich Rühren empfinde. Die ,, Große" und ihre Angestellten. Die Leerung der Post- Briefkästen am Montag wird nicht in der Stundenfolge, wie sie an den Kästen vermerkt ist, sondern außer der Reihe und bedeutend häufiger erfolgen. Da die gesamte Stadtbrief- Beförderung bei dem diesmaligen Jahreswechsel zum erstenmal ausschließlich durch die Reichspoft bewirkt wird, so muß die Behörde mit einem Maffenverkehr rechnen, der alles bisher Da geweſene ganz bedeutend übersteigen wird. der Was die Daß die Große Berliner den Dienstvertrag, den wir seinerzeit Daß die Große Berliner den Dienstvertrag, den wir seinerzeit als einen Bruch der Einigungsbedingungen vom 21. Mai 1900 bezeichneten, zurückgezogen hat, ist Thatsache. Wie uns von zuverlässiger Seite bestätigt wird, trifft der Inhalt der Beitungsmeldung, welche bürgerliche Blätter am Freitagabend brachten und von der wir in der gestrigen Nummer Notiz nahmen, im wefentlichen zu. Die Direktion hat der von ihr zusammenberufenen Beschwerdekommission der Angestellten die Zusage gemacht, daß ein Dienstvertrag ausgearbeitet werden soll, in welchem die Berein barungen vom 21. Mai Anerkennung finden. Somit ist also die vertragliche Unterschlagung der Errungenschaften des Streits für diesmal abgewendet, und zwar dant der Kennzeichnung, welche das geplante Attentat auf die Rechte der Angestellten durch die Presse erfahren hat. Daß bie Straßenbahn- Direktion noch in legter Stunde Gewissensbisse wegen der beabsichtigten Aufzwingung des gekennzeichneten Dienstvertrags empfunden haben Daß die Dummen troz allem nicht alle werden, zeigt folgende und ihn aus freien Stüden gerüdgezogen haben sollte, wird polizeiliche Warnung: In verschiedenen Tageszeitungen wird zur wohl niemand glauben. Gewisse Anzeichen sprechen dafür, daß die Vom Polizeikampf gegen die Anarchisten. Die Anarchisten- Heilung von Krankheiten das sogenannte Voltaireuz zum Preise Direktion, nachdem der die Rechte der Angestellten verlegende Dienst- konferenz, die auf den dritten Feiertag" nach Berlin einberufen von 2, 3 bezw. 4 M. angepriesen. Der Polizeipräsident macht das vertrag bekannt geworden ist, von einer Stelle, der fie fich nicht zu worden war, ist vom Polizeipräsidenten verboten worden, und zwar Publitum erneut darauf aufmerksam, daß dem Voltairenze nach dem widersezen wagen tann, einen Wint erhalten hat, der ihr befundete, auf Grund des Allgemeinen Landrechts aus sicherheitspolizeilichen Urteile maßgebender Sachverständiger jedwede Heilwirkung abgeht Als die Teilnehmer ant dem Lokal in und daß sein Herstellungswert kaum mehr als 10 Pf. betragen daß sie nicht gar zu rüdfichtslos über eingegangene Verpflichtungen Gründen. dürfte. hinwegschreiten dürfe. Daß bei der nunmehr erfolgten Zurüd Dragonerstraße, in dem der Kongreß tagen sollte, erschienen, ziehung des Vertrags auch die Furcht vor einem abermaligen fanden sie es von Polizeibeamten in Uniform und bürgerlicher Ueber die Regulierung der Panke schweben zur Zeit Ver Streit der Angestellten, vielleicht in erster Linie, bestimmend Kleidung umstellt und mußten unterrichteter Sache wieder handlungen zwischen dem Berliner Magistrat und der Gemeinde war, läßt fich denken, denn es wird der Direktion nicht umkehren. Von den von auswärts gekommenen Anarchisten wurden Bankow. Der Lauf der Pante soll von der Prenzlauer Chauffee unbekannt sein, daß die Angestellten wegen des Vertrags, einige sistiert, alsbald aber wieder freigelassen. Die Bahnhöfe und westwärts auf ca. 350 Meter durch Holzbollwerke reguliert werden. mit dem fie zum Jahresschluß überrumpelt werden sollten, sehr Lokale, in denen Anarchisten zu verkehren pflegen, wurden von Die Gemeindevertretung von Bankow beschloß, beim Berliner Mas giftrat dahin vorstellig zu werden, daß die Stadt Berlin die er erbittert waren, und daß sie zu vier Fünfteln ihrer gewert Beamten in bürgerlicher Kleidung überwacht. schaftlichen Organisation angehören, trotz aller Be- Es scheint sich von neuem zu ergeben, daß in der anarchistischen forderlichen Arbeiten auf ihre Kosten ausführen lassen und auch die dauernde Unterhaltung der Böschungen übernehmen soll. Begründet mühungen der Direktion, die Angestellten dem Central- Verband der Bewegung fein Lebensfeim steckt. Denn anders müßte die polizei wird dies Verlangen mit dem Hinweis darauf, daß die Regulierung Transport- und Verkehrsarbeiter zu entziehen, daß demnach also ein liche Behandlung fie längst zu merklicher Blüte gebracht haben. erst dadurch notwendig geworden sei, daß die Abwässer von den Rampf um die Erhaltung des einmal Errungenen, bei dem ja auch Wie anders die Socialdemokratie, die ihre große und städtischen Mieselfeldern in immer größerer Menge in die Banke die Sympathie des Berliner Publitums fast ansnahmslos auf der fegensreiche Entwicklung zum nicht geringen Teil den behördlichen fließen. Seite der Angestellten stehen würde, die best en Aussichten Verfolgungen zu danken hat! Bu Tode furiert? Ueber eine merkwürdige Art von Krankenhätte. Die Organisation der Straßenbahner würde sich auch keinen Ein aufregender Vorgang spielte sich Sonnabend frith 8 Uhr behandlung weiß eine hiesige Korrespondenz folgendes zu melden: Augenblick befinnen, den Kampf aufzunehmen, wenn die in dem Hause Alte Jakobstroje 25 ab. Die 35jährige Frau des Von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden ist die Leiche Direktion versuchen sollte, nachdem das erste Manöver mißglückt ist, Schneidermeisters Sahr versuchte in einem Anfall von Geiftes des zwölfjährigen Gemeindeschillers Walter St. aus der Großbeeren jezt in weniger handgreiflicher Weise die Rechte der Angestörtheit aus dem dritten Stock auf die Straße zu springen und straße, der während einer verwidelten Krankheit zum Teil von seinem gestellten zu verlegen. verursachte dadurch einen großen Menschenauflauf. Sie litt feit eignen Vater, dem Schuhmacher R., behandelt wurde. Dem Knaben einiger Zeit an hochgradiger Nervenfchwäche und flagte hente früh wurde vor längerer Zeit in der Klinit ein Kopfgeschwür geschnitten. Die Mietssteigerungen fallen befonders bei solchen Hans ganz besonders, so daß ihr Mann nach einem Arzt ging. Kaum war während er hieran noch litt, zog er fich eine Erkältung und einen befizern ins Auge, die in ihrer Eigenschaft als Maurer- und Zimmer er zurückgekehrt, als die Frau sich durch das Fenster zwängte, um schweren Darmkatarrh zu. Ein Heilmittel, das ein Arzt ihm verschrieb, ließ meister oder Bauunternehmer zugleich auch den Kampf gegen hinabzuspringen. Im legten Augenblick erfaßte Herr S. noch der Vater ihn nicht nehmen. Dieser gab ihm vielmehr, angeblich nach die Arbeiterschaft auf ihre Fahne geschrieben haben. Die einen Arm der Unglücklichen und hielt ihn krampfhaft feft, den Vorschriften von Bilg' Naturheilmethode, noch Ricinusöl. Als die den der Arzt das erfuhr, gab er die weitere Behandlung auf. Herren haben ja bekanntlich schon ganz offen erklärt, daß sie sich für während sowohl er wie auch Straßenpaffanten, Vorgang beobachtet hatten, um Hilfe riefen. In wenigen wandte sich St. an eine Unfallstation und, da er die Aerzte dort für die nächste Zeit mit dem Gedanken einer erheblichen Lohn Sehunden waren noch mehrere Männer nach oben geeilt, um dem zu jung hielt, weiter an einen andren Arzt, der ihn an seinen Ber herabjegung tragen. Zieht man in Betracht, daß diese Herren der besuchen konnte. Als ferner eifrig bemüht find, durch Einführung der Streitklausel hemann, deffen Kräfte erlahmten, beizuspringen. Ein Emporziehen treter wies, da er selbst einer Geburt wegen den Kranken nicht neue Arzt die früheren der außen schwebenden Frau erwies fich zuerst als ummöglich, weil gleich auch jeden Kampf gegen bie geplanten Lohnherabsetzungen gab aber R. Sohne den Rat, seinem unmöglich zu machen, so tritt die Gemeingefährlichkeit ihres Treibens fie mit dem Rüden gegen die Wand gekehrt hing. Man versuchte, Borgänge erfuhr, lehnte er die Behandlung eben in überaus widerwärtiger Form ans Licht. Und dieser Gesellschaft das Fensterkreuz zu beseitigen, doch gelang das nicht, weil in der falls zu machen. Temperiertes Wasser Er ging kommt dann der„ Staat der Socialreform" zum Ueberfluß noch mit Aufregung kein Beil zu finden war. Endlich wurde der Frau eine einen feuchten Umschlag 8uchthausvorlagen und den befannten gegen die Streit afchleine um den Oberkörper gefchlungen, wodurch eine Drehung genügte aber dem Schuhmacher Seilfünstler nicht. posten wirkenden Straßenpolizei- Verordnungen zu Hilfe! des Körpers ermöglicht wurde. Den vereinten Kräften der Helfer mit einem Laken an einen Straßenbrunnen, tränkte es mit dem In Moabit hat ein Mitglied diefer edlen Zunft feine" Mieter in gelang dann die Rettung. Frau S. wurde nach dem Hedwigs. eiskalten Wasser und padte dann seinen franken Sohn hinein. Dieser wurde auch ersichtlich besser, besonders nachdem der Vater ihm noch einem Jahre schon zum zweitenmal gesteigert. Der Herr nennt frankenhaus gebracht. Kneippschen Blütentee gefocht hatte. Bald aber, am zweiten Feier fünf Mietstafernen fein eigen. Wie hoch sich der ohne jede Mühe- Der Deutsche Centralverein zur Fürsorge für die schultage, trat ein Rückschlag ein, und am nächsten Morgen war der leistung erzielte Mehrgewinn diefes Scharfmachers beläuft, läßt sich entlaffene Jugend hielt dieser Tage im Gebäude des tönigl. Knabe tot. Nun verlangte N. von den Aerzten einen Totenschein, ungefähr ermeffen, wenn man bedenkt, daß unser Gewährsmann Brovinzial- Schulkollegiums eine Vorstandssigung unter dem Borfize teiner aber wollte ihn ausstellen, da er die Todesursache nicht an allein im vorigen und in diesem Jahr jedesmal um 24 M., ins- des Vicepräsidenten Sucanus ab. Der Vorstand war fast voll geben konnte. Daher wurde die Leiche zur gerichtsärztlichen Deffnung gesamt also um 48 M., gesteigert worden ist. Von den etwa ständig vertreten, insbesondere war auch Geh. Rat Krone und beschlagnahmt. 60 Mietern eines Hauses sind zu Weihnachten allein 48 in so Geb. Rat v. Massow aus Potsdam als Gast und Mitglied des liebenswürdiger Weise bedacht worden. großen Ausschusses anwesend. Auf der Tagesordnung stand Attentat auf einen Eisenbahnzug. Auf der Strede Breslaus Die Einführung des Zehnpfennig- Tarifs auf der Straßen neben dem Bericht über die bisherige Thätigkeit der Bericht des Berlin wurden gestern früh auf einen bort verkehrenden Bersonenzug bahn ist laut Vertrag mit der Stadt bekanntlich auf den 1. Januar Geh. Rats v. Massow über das Fürsorge Erziehungs- mehrere Schüffe abgefeuert. Ein Passagier des betreffenden Zugs festgesetzt. In der Silvesternacht läßt die Große noch nach dem geje z. Daran knüpfte sich eine eingehende Besprechung über die berichtet dem Berl. Tagebl." darüber folgendes: Als unier Zug fura Es wurde einstimmig vor Bahnhof Biltendorf sich befand, sahen wir zu unsrent alten Tarif gefahren, und erst am Neujahrsmorgen treten die Stellung des Vereins zu diesem Gesez. Schaffner mit den neuen Fahrkarten an. Eine Ausnahme hat der Tarif anerkannt, daß der Verein feine Eagungen dem durch das Fürsorge Schreden plöglich einen Schuß aufbligen, und eine Kugel schlug dicht jedoch, nämlich auf der Strede Spittelmarkt- Friedrichsfelde, für welche gesetz eingeführten Aufgaben anzupassen habe, sofern er der Höhe neben dem einen Coupéfenster ein. Mit den Worten:„ Ich bin ge seiner im ein Fahrpreis von 15 Pf. festgejezt wird. Das hängt wie folgt zufammen: einer umfassenden Ziele sich bewußt bleiben wolle. Nicht nur die ichoffen worden," sprang eine am Fenster fizende Dame im höchsten Als seiner Zeit der Vertrag mit der Stadt Berlin und mit den schulentlassenen, sondern sämtliche gefährdeten Kinder jedweden Grade erichroden auf. Glüdlicherweise stellte sich bei der sofortigen Alters und jedweder Bevölkerungsschicht werden durch dieses Gesetz Untersuchung auf Bahnhof Biltendorf heraus, daß der Schuß an Bororten abgeschlossen wurde, durch den fich die Gesellschaft ver- betroffen, der Verein werde deshalb seine Zwecke erweitern und in einem Nagel abgeprallt war, der Nagel aber mehrere Centimeter pflichtete, den Behnpfennig Tarif am 1. Oftober 1900 reip. am Bukunft mit den sämtlichen Organen Hand in hand gehen müssen. durch die Wand, an welcher die Dame saß, durchgetrieben worden 1. Januar 1901 einzuführen, verkehrten die Wagen der genannten auf den Linie nur zwifchen Spittelmarkt und Friedrichsberg( Weichbild Allerdings feien die Aufgaben durch die erstrebte Erweiterung der Vereins- war. Dieser Nagel hatte die Dame leicht verlegt. Auf den Zug Friedrichsfelde). Später wurde die Strede auf Grund eines Vertrags jagungen unendlich weite geworden und würden engherziger Anschauung waren außerdem noch zwei Schüffe abgegeben worden, und zwar mit der Ortsgemeinde Friedrichsfelde in diefes Dorf hineingeführt, leichthin als vage und unbestimmte erscheinen können. Aber der Spiel- traf der eine den Postwagen, der andre Schuß den zweiten Wagen, jedoch war bei Abschluß diefes Vertrags die Gesellschaft nicht zur raum zur vollen und ganzen Entwicklung könne, wie allgemein betont ohne Schaden anzurichten. Der Zug war sehr start besetzt. Einführung des Behnpfennig- Tarifs verpflichtet worden, wohl in der wurde, nur in dieser Art geschaffen werden und der deutsche CentralAnnahme, daß dies selbstverständlich wäre. Die Direktion der verein selbst könne lediglich auf diesem Wege zur Lösung seiner Großen Berliner Straßenbahn hat natürlich nicht die Abficht, dem großen Aufgabe gelangen. Die Vorstandsfigung wurde durch den fchaft rometheus" haben verschiedene Mitglieder abermals Bublifum einen Beweis von ihrer Koulanz zu geben und bestimmt, einstimmigen Beschluß beendet, in einer für den Januar nächsten eine Denunziation bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, und zwar weil ihnen zu der gestrigen Generalversammlung ihrer Meinung Jahrs anzuberaumenden Generalversammlung dem Gesamtverein daß der Fahrpreis vom Spittelmarkt nach Friedrichsfelde auf 15 Bf. Die erweiterten Sagungen vorzulegen, nach denen die Fürsorge für nach zu Unrecht der Eintritt verweigert worden ist. festzusehen ist, für die Teilstrede vom Spittelmartt bis Friedsrichs- sämtliche gefährdete Kinder und hiermit vor allem auch die Auswahl Die Unterschleuse des Landwehrkanals wird zur A118. berg tritt der 10- Pf. Tarif ein. Hoffentlich wird die Friedrichs- und leberwachung der sogenannten Fürsorger des neuen Gefeßes wechfelung der Schleusenthore vom 10. Januar 1901 ab bis zum felder Ortsbehörde bei etwaigen Reu- Konzessionen die Straßenbahn-Hand in Hand und in Anlehnung an die staatlichen Behörden, 14. Februar gesperrt. Direktion zur Herabsetzung des Fahrpreises zwingen. insonderheit die Oberpräsidenten und die Waifenräte den Juhalt " Nun Gegen die Leitung der verkrachten Lebensversicherungs- Gefell. Der Neujahrs Briefverkehr tritt bei der Bost bereits am der fünftigen Thätigkeit des Centralvereins und seiner über ganz Eine Sensationsmeldung wird von einer Lokalforrespondenz hentigen Sonntag seine Herrschaft an. Die Schalter aller Post: Deutschland zu begründenden Ortsvereine bilden soll. verbreitet: Eine Aufsehen erregende Angelegenheit beschäftigt zur anstalten des Ober- Bostdirektionsbezirks Berlin find an diesem Tage Die Firma Siemens und Halske ersucht uns, folgendes be- Beit die tönigl. Staatsanwaltschaft. Es ist während der Nachtzeit für den Verkauf von Wertzeichen und die Annahme von Post- fannt zu geben: Für die Inhaber von Straßenbahn- ein beerdigtes junges Mädchen auf Anordnung eines Arztes ausanweisungen geöffnet. Wie die Ober- Postdirektion soeben ferner mit Monatsfarten hat die Betriebsleitung der elektrischen Straßen- gegraben worden, worauf der Leiche der Kopf abgeschnitten wurde, teilt, dürfen bei den Bostämtern in Berlin, Charlottenburg, Schöne u. um diesen in wissenschaftlichem Interesse zu verwenden. Es haben teilt, dürfen bei den Bostämtern in Berlin, Charlottenburg, Schöne berg und Nixdorf auch Einschreibbrieffendungen eingeliefert werden. bahnen von Siemens 1. Halske insofern eine große Erleichterung bereits Bernehmungen stattgefunden, welche die Angaben der Sonntagvormittag findet eine zweite Briefbestellung statt. Bon geschaffen, als vom 1. Januar 1901 ab für ihre Linien: BehrenSonntag an find endlich in den Schaltervorräumen besondere Brief- traße- Treptow und Mittelstraße- Pankow die Monatstarten a 5 m. anonymen Anzeige vollauf bestätigten.- Die Sache flingt dem außer im Bureau fasten für Ortsbriefe aufgestellt, deren Benutzung empfohlen Monate auch während der Fahrt bei den Schaffnern erneuert an den letzten und ersten Wochentagen der doch etwas unwahrscheinlich. Vom Mietswucher. Den unter dieser Stichmarke am Diens wird. Freimarken sind möglichst frith zu kaufen. Die Neujahrs werden können. Für neue Abonnenten erfolgt jedoch die tag gebrachten Artikel bezieht Herr Kozowa, Turmstr. 16 auf sich sendungen sind besonders genau zu adressieren nach Wohnung mit Straße, Nummer und Stockwert, sowie mit Postbezirk und Bestell- Ausstellung der ersten Monatskarte wie bisher ausschließlich und teilt uns mit, daß nicht, wie die von uns benutte Korrespondenz im Bureau Hollmannstraße 34, doch wird dieselbe auch auf meldete, fast alle Mieter sondern von 32 nur" 10 mit einer Miets Postanstalt in Berlin. Gemeinsame Orts Brieftage mit Berlin schriftlichen Antrag, dem eine deutliche Wifitphotographie und 30 Bf. steigerung bedacht worden seien; die Mietssteigerung betrage für haben Baumschulenweg. Charlottenburg, Friedenan, Friedrichsberg. für Porto und den Umschlag beigefügt find, durch die Bost zugestellt. Wohnungen, die in der Nachbarschaft 30-32. fofteten, ur" Grunewald, Halensee, Lichtenberg, Neu- Lichtenberg, Neu- Weißenfee. Bedingungen und Antragsformulare find unentgeltlich bei der 2-5 M. und die Mieten stellten sich jest auf 21-25 W., in einem Nieder Schöneweide, Pankow, Plößensee, Reinickendorf, Rigdorf. Betriebsleitung erhältlich. Ebenso werden alle übrigen Zeitfarten Falle auf 27 M. Das Laboratorium im Hause beherberge keine Treptow, Westend und Wilmersdorf. Hier tostet die Starte und( Schülerfarten 2c.) nach wie vor allein im Bureau Hollmannstr. 34 Tiertadaver und von einer Inanspruchnahme der Polizei sei ihm, beziv. für die Linie Mittelstraße- Pankow auch auf dem Betriebs- dem Wirt, nichts bekannt. Drudsache 2 Pf., der Brief 5 Pf., sonst überall 8, 5 und 10 Bf. bahnhofe in Bankow, Dameronstr. 9-15 berabfolgt. 8ur weiteren Die Fernsprech- Automaten haben der Postverwaltung bisher Erleichterung werden im Betriebsbureau: Hollmannstr. 34, außer einen nicht unbedeutenden Ueberschuß abgeliefert, indem die Bahl der dem Jahreskarten, bis zum Schlusse des Kalenderjahrs gültig, aus in den Geldtäften vorgefundenen 10 Pfennigstüde erheblich größer gegeben. dipity dustligions of hist D Die Nene freie Voltsbühne bringt am Dienstag, den 1. Januar nachmittags 2 Uhr, im Thalia- Theater, Dresdenerstr. 72, Otto Ludwigs Erbförster" mit Emanuel Reicher in der Titelrolle zur Aufführung. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat in heutiger Nummer. Fast unter den Augen der Polizei haben Einbrecher ge- Die Briefmarken Sammelwut, die unter den Bost fich an einem 11 jährigen Rinde in einer Weise, die das Strafgeset arbeitet, die am 2. Weihnachtsfeiertage dem Glasermeister und beamten schon so manches Opfer gefordert, ist auch für den Brief- mit Zuchthaus bestraft. Der„ Schußmann" wurde verhaftet. Bildereinrahmer Knad in der Alexanderstr. 39 einen Besuch ab- träger Otto Baar, der gestern vor der II. Straflammer des Infolge des heftigen Sturms, der auf dem Kanal an der statteten. Meister Knad war nachmittags mit seiner Familie zu Landgerichts I. stand, verhängnisvoll geworden. Der Angeklagte ift englischen Küste und auf dem Lande herrschte, war der regeleiner Weihnachtsbescherung gegangen, nachdem er die dem Polizei- feit dem Jahre 1892 beim Postamt 12 in der Zimmerstraße an mäßige Dampferverkehr auf dem Kanal zwischen Dover und Calais präsidium gerade gegenüber gelegene Wohnung und Werkstatt verschlossen gestellt gewesen. In den letzten Jahren liefen dort viele Befowie zwischen Folkestone und Boulogne eingestellt. Schiffsunglüdshatte. Als er um 7 Uhr abends zurüdkehrte, fand er eine arge Ver- fchwerden über nicht an ihre Adresse gelangte Briefe ein. Erst im fälle und Verluste an Menschenleben werden von verschiedenen wüstung vor. Spizbuben, die mit der Dertlichkeit vertraut sein mußten, Laufe dieses Sommers gelang es dem fortgesetzten Bemühen der Buntten der Küste gemeldet. In der Nähe von Holy Head ist das hatten die vom Hofe nach der Werkstatt führende Thür mit einem Nach Postbehörde, den ungetreuen Beamten in der Person des Angeklagten Segelschiff Primrose Hill" gefcheitert. 34 Personen find er schlüssel geöffnet und die Wohnungsthür erbrochen. In den mit zu ermitteln. Derselbe gab auch im Termin seine Strafthaten trunten, nur eine fonnte gerettet werden. Gewalt geöffneten Kommoden und Spinden fanden sie zunächst unumwunden zu, wollte aber jetzt nur gegen 30 Fälle zu Der Afrikaforscher Serga Pinto ist, wie aus Lissabon geallerhand Weihnachtsgeschenke. Diese ließen sie jedoch liegen und geben, während er früher gegen 50 Fälle eingeräumt hatte. Bei der meldet wird, gestorben. Er war am 30. April 1846 auf Schloß wühlten alles nach Geld um. Schließlich fanden sie auch in einer Post waren weit über 100 Beschwerden eingelaufen. Der Angeklagte Kommode 700 M. bares Geld und eine goldene Uhr mit Kette. hat in umfangreicher Weise Briefe, welche aus dem Auslande tamen Bolchres am Donro geboren, wurde Offizier und machte schon als Im Jahre 1877 wurde er als Beides nahmen sie mit. junger Mann ausgedehnte Reifen. Die Einbrecher haben ohne Zweifel und ihm zur Bestellung übergeben waren, unterschlagen, um fich die Major mit der Führung einer Expedition betraut, welche das Gedie Gelegenheit ausbaldowert" und fich Beit gelaffen, darauf befindlichen Freimarken für seine Sammlung anzueignen. In biet zwischen Angola und Mosambik erforschen sollte. Mehrfache da sie wußten, wußten, daß daß die Familie erst abends zurück- häufigen Fällen fand er auch im Briefe Freimarken, die er ber- vortrefflich ausgerüstete Expeditionen durch Afrika unternahm er tehren werde. Auch nicht weit vom Polizeipräsidium wertete. Die Briefe wurden von ihm vernichtet. Der Anentfernt liegt der Thatort eines nächtlichen Einbruchs bei dem Musil geklagte ging fogar so weit, daß er beim Sortieren Briefe, instrumentenmacher August in der Kaiserstr. 6. Hier drangen die die nicht zu seinem Bestellbezirk gehörten, an sich brachte, um Diebe vom Flur in das Geschäft ein, indem sie die Thür erbrachen, fie zu unterschlagen. In diesem Berhalten erblidte das Gericht und hielten dann unter dem in großer Auswahl vorhandenen In einen fortgesetzten Diebstahl. Der Angeklagte behauptete, daß er im strumenten eine Auslese. Zum Mitnehmen für geeignet hielten fie Jahre 1898 in der Beitung gelesen habe, daß ein Briefträger wegen Symphonien, Spieluhren, Schulgeigen und Harmonikas. Von allen gleicher Vergehen streng bestraft worden sei. Seit dieser Zeit habe diesen Instrumenten nahmen sie gleich ganze Posten in der Ber- er teine Beruntreuungen mehr begangen. Schließlich wurde dem padung mit, im ganzen für über 500 Mart. Um die Beute weg- Angeklagten noch eine Hehlerei zur Last gelegt, die außerhalb seines zuschaffen, haben sie sicher einen Wagen benutzt. Die Nachforschungen Amts Ing. Ein unredlicher Hausdiener hatte ihm eine Anzahl nach den Thätern und dem Verbleib des gestohlenen Guts hatten Gegenstände geschenkt, die er aus dem Geschäft seines Prinzipals bis jetzt keinen Erfolg. entiendet hatte. Der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis und zweijährigen Ehrverlust bei sofortiger Verhaftung. den Ualari. an westlich vom Nyassa, damn längs der Küste nach Jbo und von bort landeinwärts. Seine Reiseschilderungen erschienen deutsch von obeser unter dem Titel Wanderung quer durch Afrika".( Leipzig, obeser unter dem Titel„ Wanderung quer durch Afrika".( Leipzig, 1881, 2 Bde.) Marktpreise von Berlin am 28. Dezember 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr. *) etzen, gut D.- Str.| 15, mittel gering **) oggen, gut " †) Gerste, gut 13,80 13,10 Butter " " # 14,98 14,96 14,94 14,92 14,90 14,- 13,98 6, 4, Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 do. Bauch 1,30 1, " Schweinefleisch " 1,60 1,10 mittel gering 13,96 13,94 Kalbfleisch 1,80 1, " 13,92 13,90 Hammelfleisch 1,60 0,90 W 15,40 14,70 2,80 2, " mittel gering 14,60 13,90 Eier 60 Sind 5, 3, Karpfen 1kg 2,40 1,20 †) Safer, gut 16, 15,20 Aale mittel 15,10 14,30 Bander " gering 14,20 13,50 Hechte 6,82 6,32 7,80 5,50 Barsche Schleie 40, 25, Bleie 45, 25, Krebse 30, Linsen *) ab Bahn. Im Zoologischen Garten ist ein sehr merkwürdiger Affe, der Uatari" oder das Scharlachgeficht, aus Südamerika eingetroffen Die Plünderung eines Weinkellers beschäftigte gestern die und in dem kleinen Hause, gegenüber dem neuen Bärenzwinger, neben dem vierte Straftammer des Landgerichts I. Als auf dem ehemals Löwenäffchen untergebracht. Er ist etwas größer als ein Kapuziner- Affe, hat einen bichtbehaarten, verhältnismäßig furzen Schwanz und einen sehr Borsigschen Terrain in Moabit eine neue, jetzt Thomafiusstraße geweichen und dichten Pelz, der gelbrot gefärbt ist. Die Stirnbehaarung ist namite Straße angelegt wurde, bildete das Bauterrain den Tummelfehr kurz und erscheint wie abgeschoren. Ueber den Augen stehen buschige plaz zahlreicher Kinder, die dort zu spielen pflegten. In dem Keller Nichtstroh Bronen. Der Unblid, where man einen hengeres eines der Hinterhäuſer der Calvinstraße, die nach beimlich Erbfen paffendes Wappentier suchen, so fönnte man fein geeigneteres finden, als reichhaltiges Weinlager. Eines Tags entdeckten spielende Knaben Speisebohnen Das Lehrprogramm der Volkshochschule Humboldt Akademie durch Zufall, daß das Fenster zu diesem Steller mur und entdeckten die dort vers für das am 9. Januar beginnende I. Quartal 1901 ist soeben erschienen. gelehnt war, fie öffneten es G8 enthält auf 2 Seiten die ausführlichen Inhaltsangaben von 77 Bortrags: borgenen Schäße. Die Versuchung war zu groß: fie schleppten cyflen und Unterrichtstursen aus allen Wissensgebieten, welche in den sechs einige Flaschen hinweg und tredenzten sie daheim ihren Eltern, die Berliner Lehrstätten, sowie im tönigl. Alten Museum und im Saale der sich den Rebensaft wohl munden ließen, denn die Jungen hatten Pianofortefabrit Duysen, erstere meist in den Abendstunden, vor Herren und unbewußt ihre Hände gerade nach den besten Marken ausgestreckt. Damen abgehalten werden. Neben der großen Mehrzahl der bisherigen Die Bloßlegung des Weinkellers und die Kunde, daß daselbst billig Docenten, darunter nach längerer Pause Herr Prof. Dr. F. 8ilbe über Wein zu haben sei, lockte bald weitere Kinderscharen herbei, die nun Kompositionslehre, werden im neuen Quartal die Herren Oberlehrer Dr. G. Louis für Philosophie, und Dr. Leopold Hirschberg für nach Herzenslust räuberten und ihre Schäße, teils im Arme tragend, Musikgeschichte ihre Lehrthätigkeit eröffnen. Nach dem Bericht für das ver: teils mit Kinderwagen befördernd, nach Hause brachten. Es sollen floffene Herbstquartal waren in den Berliner Lehrstätten 81 Cyflen von auf diese Weise über hundert Flaschen Wein abhanden gekommen sein. zusammen 3776 ständigen Sörern besucht, in der neu errichteten Lehistätte Der Kriminalpolizei gelang es, sechs der fleinen Missethäter zu entCharlottenburg 7 Cyflen von 515 Hören; gegen das Herbstquartal decken und diese hatten sich gestern wegen Diebstahls zu verantworten; 1899 ein Zuwachs von 1086 ständigen Hörern, ein Aufschwung, wie solcher ihnen gesellten sich acht Erwachsene hinzu, die unter der Anklage der feit dem Bestehen der Akademie nicht vorgekommen. Die neuen Programme Anstiftung bezw. Hehlerei standen. Der Staatsanwalt hielt diese find in einer Reihe befaunter Buchhandlungen, im„ Invalidendant" und Delifte auch für erwiesen, während der Gerichtshof nur Mundraub in ben Bureaus der Akademie: Nicolaische Buchhandlung, Dorotheenstr. 75, und Anstiftung für vorliegend erachtete. Die Knaben tamen mit E. Haase, Potsdamerstr. 116a; S. Hahne, Prinzenstraße 54; Th. Fröhlich, einem Verweise davon, brei der mitangeklagten Mütter wurden Landsbergerstr. 32, für 10 Pf. täuflich. freigesprochen, die übrigen zu 1 Tag Gefängnis bezw. 1 Tag Haft Aus den Nachbarorten. Die Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung zunächst mit der für Schöne berg zu erlassenden neuen Straßenpolizei- Ordnung. Einzelne Bestimmungen wurden start bemängelt, so z. B. der Maulforbzwang, der für die in Schöneberg vorhandenen Hunde bis jezt nicht besteht. Auch einige Bestimmungen, die auf den in Schöneberg noch recht in Blüte stehenden landwirtschaftlichen Betrieb Bezug haben, wurden getadelt, da sie fachmännischen Ansichten und Erfahrungen nicht entsprächen. Nach längerer Besprechung wurde der Entwurf der Polizei- Ordnung einem Ausschusse von neun Mitgliedern überwiesen. Der Nowawed- Nenendorfer Schützenhauswirt Siegmund, welcher bekanntlich vor einigen Monaten von dem später verhafteten Einbrecher, Gärtner Pfuhl, durch mehrere Schüsse aus einem Armeerevolver schwer verlegt wurde, befindet sich noch immer im Oberlinkrankenhause zu Nowawes. Der Heilungsprozeß der finger langen Wunde am rechten Oberschenkel geht sehr langsam vor sich, da Siegmund, der früher ein äußerst fräftiger Mann war, infolge des großen Blutverlustes, Wundfiebers und der starken Giterung sehr abgenommen hat, so daß seine völlige Wiederherstellung faum vor Oftern zu erwarten ist. Vor einigen Tagen hat man erst den Streckverband entfernen können. Sämtliche Potsdamer Bäckermeister haben sich gegen eine Konventionalstrafe von 100 m. verpflichtet, vom 1. Januar 1901 ab die Zugabe auf Weißware in jeder Form fortfallen zu lassen. verurteilt. 67510 2,80 1,40 2,50 1,20 2,- 1, 1,60 0,80 3,- 1,20 1,40 0,70 per Shot 12, 2,50 **) ab Bahn und frei Mühle. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 29. Dezember. Getreide. Unter bem Einfluß höherer amerikanischer und etwas besserer europäischer Notterungen war die Stimmung für Weizen und Roggen etwas fefter, wozu auch ungünstige argentinische Erntenachrichten beitrugen. Die Weisenlieferungspreise konnten sich gut behaupten, die für Roggen fiellten sich um 0,50 M. höher. Hafer notierte etwas Weiterhin vollzog sich eine leichte Abschwächung. niedriger. Rüböl blieb behauptet. Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 44,50 M., 50er ocofpiritus 64 M. Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 29. Dezember 1900. Amts Bullen: Kälber: a) feinste Mast licher Bericht der Direktion. 8um Verkauf standen: 4723 Rinder 2048 Stälber, 9174 Schafe, 9995 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht wertes, höchstens 7 Jahre alt 61-66, b) junge fleischige, nicht ansgemäßtete und ältere ausgemäſtete 56-60; e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 53-55; d) gering genährte jeben Alters 48–52. a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 58-62; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 54-56; c) gering genährte 48-52. Färsen und Wegen Veranstaltung einer öffentlichen Kollekte zu übe: a) vollfleischige, ausgemästete Färfen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) volifleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren Gunsten der Socialdemokratie( 1) war der Bergmann Schimid 53-54; c) ältere ausgemästete süthe und wenig gut entwickelte jüngere aus Oberschlefien angeklagt worden. Das Schöffengericht in Rühe und Gärsen 50-52; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 44-46; Kattowi verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 18 M. unde) gering genährte Kühe und Färsen 40-42. das Landgericht Beuthen verwarf seine Berufung mit folgender Be- tälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 80-82, b) mittlere taftkälber gründung: Schiwick, der die Berg- und Hüttenarbeiter und gute Saugfälber 68-72, c) geringe Saugtälber 55-60, d) ältere, gering Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Mast Beitung" ihren Lesern zutrage, habe bei dieser Gelegen- genährte( Freffer) 35-44. c) mäßig genährte heit in einer Kneipe zu Laurahütte freiwillige Beiträge für Hammel 58-62, b) ältere Masthammel 46-53, Schweine: a) vollfleischige der feineren die ausgesperrten Arbeiter Sachsens entgegen- Gammel und Schafe( Merzschafe) 40-43, d) Holsteiner Niederungsschafe( Lebendgewicht) 00-00. genommen und die Beträge in eine Liste eingetragen, welche er bei Raffen und deren Krenzungen im Alter bis zu 1% Jahren 220-280 Pfund fich führte. In der von ihm ausgetragenen Zeitung sei zu Zahlung schwer, 55; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Käfer) 00-00; c) fleischige solcher Beiträge aufgefordert worden. Wenn ihm nun auch die Leute 51-53; d) gering entwidelte 48-50; e) Sauen 49-50. Für 100 Pfund in der Kneipe die Geldbeiträge freiwillig gegeben hätten und mit 20 pet. Tara. er dann erst die Liste hervorgeholt hätte, so wäre sein Verhalten doch als ein verschleiertes Sammeln, zum min besten aber als Förderung einer unerlaubten öffentlichen Stollette anzusehen. Lettere sei ebenfalls strafbar. Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, der Begriff der Oeffentlichkeit sei verkannt worden. mitglieder des Berg und Hüttenarbeiter- Ber bands hätten Beiträge geleistet, also ein begrenzter Personenkreis. Das Kammergericht wies die Revision ab und führte aus: Der Begriff der Oeffentlichkeit der Kollekte sei nicht verlegt worden, denn maßgebend sei, daß der Aufruf in der ausgetragenen Beitung, die ausgesperrten fächsischen Arbeiter durch Beiträge zu unterstigen, sich nicht auf einem individuell begrenzten Personenfreis beschränkt habe. BL Vermischtes. Der Nur Der frühere Bankier Eduard Mertens in Potsdam, der, wie berichtet, am gleichen Tage wie Kommerzienrat Sanden verhaftet wurde, hat bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis in seinem Hause in Potsdam eine unangenehme Entdeckung machen müssen. Ein unfagbar rohes Verbrechen haben, wie man aus Gleiwit Er fand nämlich seine Wohnräume vollständig leer. In der meldet, mehrere Bergarbeiter in der Königin Luife- Grube begangen. Zwischenzeit war der Gerichtsvollzieher erschienen und hatte alle Sie begossen ihren Kollegen Mastulla, während dieser schlief, mit Mobilien gepfändet. Mertens hatte sein Haus, für das er, weil er Petroleum und zündeten dasselbe an. Maftulla erlitt fich mit niemand vertragen kann, in den letzten Jahren überhaupt furchtbare Brandwunden und starb bald nach seiner Einlieferung in feine Mieter bekam, vollständig verfallen lassen, so daß es auf bau- das Knappschafts- Lazarett in Zabrze. Die Missethäter sind verhaftet polizeiliche Anordming renoviert werden mußte. Die Kosten dafür, worden. Wahrscheinlich haben sie ihre wahnsinnige That im Rausch bie Mertens nicht zahlen wollte, sind mun durch die Pfändung ein- begangen. getrieben worden. Gerichts- Beitung. Brand des Hotels Agenstein. Das allen Besuchern des Vierwaldstätter Sees bekannte Grand Hotel Agenstein bei Brunnen ist heute früh, wie telegraphisch gemeldet wird, abgebrannt. Verhaftung eines Schuhmanns. Aus Elberfeld wird beDurch Nichtangabe einer Vorftrafe gelegentlich seiner Vernehmung als Beuge sollte sich der Kaufmann Reinhold Bredow, richtet: Schlecht bestanden hat ein seit mehreren Monaten probe der gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stand, weise angestellter Polizeisergeant. Der Hüter der Ordnung vergriff " Spielplan. Sonntag 30. Der Ring des Nibelungen Die Walküre Opernhaus Montag 31. Der Mikado Schw. Geschl Schauspiel Der Compagnon Das Pulverfaß haus D. n. Vorm. Nachm.: Wie Die Tochter Klein- Else das des Erasmus Christt. such. ging Nene Over ( Kroll) Deutsches Theater Berliner Theater. des fahrlässigen Meineids schuldig gemacht haben. Der Angellagte Wochen: war Vorsitzender des Vereins der Militärinvaliden und Veteranen von Berlin und Umgegend." Als Kassierer des Vereins fungierte eine Zeit lang der ehemalige Förster Reich. Diefer geriet mit Bredow in Streit, legte sein Amt nieder und verweigerte die Herausgabe von noch 10,40 m., die er eingezogen hatte mit der Begründung, daß er eine Forderung in gleicher Höhe an den Verein habe. Bredow stellte gegen Reich Strafantrag wegen Unterschlagung und trat gegen ihn im Termin als Belastungszeuge auf. Bevor Bredow bereidet wurde, fragte der Vorsitzende ihn, ob er wegen Meineids borbestraft sei, und als die Frage verneint wurde, fragte der Vorfigende: Auch nicht wegen Eigentumsvergehens, Diebstahls oder der gleichen?" Der Gefragte verneinte wiederum und leistete den Eid. Reich, Der freigesprochen wurde, erfuhr später, daß Bredow außer wegen Beleidigung und Breßbergehen einmal vor 14 Jahren wegen Anftiftung zum Diebstahl mit 8 Tagen Gefängnis vorbestraft worden Leffing: war. Nun wurde Bredow zur Anzeige gebracht. Er räumte im Theater Termin cin, daß es mit seiner Vorstrafe richtig sei. Sein früherer bekundet, daß er ihn an Buchhalter hatte aus mathe gestiftet habe, von einem Straße der lagernden Theater des Westens voll dem Magistrat gehörte, eine Karre Sandhaufen, der um ihn für seinen, Bredows, Vorgarten zu entwenden, Schiller: zu benutzen. Die Frage des Richters sei ihm so unvorbereitet geTheater tommen, daß er befangen gewesen sei. Außerdem habe er Anstiftung Urania gum Diebstahle nicht für ein Eigentumsvergehen gehalten. StaatsTheater anwalt Dr. Rug hielt bei dem Bildungsgrade des Angeklagten diese Angaben für leere Ausreden und sein Verhalten für so grob fahrTässig, daß er gegen ihn eine Gefängnisstrafe von neun Monaten beantragte. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Ulrich, plädierte für Freisprechung. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten für schuldig. erkannte aber nur mit Rüdsicht auf die ganze Sachlage auf eine Woche Gefängnis. auf Der Biberpelz Dienstag 1. Bar und Bimmermann Iphigenie auf Tauris Der wilde Reutlingen Rosenmontag Nm.: Cyrano von Bergerac D. beid. Leonoren Nm.: Habatut im Wetterhäuschen Flachsmann als Erzieher Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft widelte sich langs fam ab und hinterläßt Ueberstand. Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig aber fest. Bei den Schafen war der Geschäftsgang äußerst schleppend, es bleibt starter Ueberstand, ungefähr ein Drittel des Auftriebs. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wird geräumt. Wetter- Prognose für Sonntag, den 30. Dezember 1900. Etwas fühler, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit geringen Berliner Wetterbureau. Niederschlägen und frischen westlichen Minden. Briefkasten der Redaktion. mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahn) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant: wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die nächste juristische Sprechstunde findet am Montag, den 31. Dezember, von 3-5 Uhr nachmittags statt. m. t. 200. Sie werden die städtische Frrenanstalt zu Dalldorf meinen. R. 5. 100. Sie meinen vielleicht den Berliner Spar- und Bauwöchentlichen Raten von 30 Pf. an erworben werden. berein, Sidingenstraße 7. Der Geschäftsanteil beträgt 300 Mt. und kann in 2. 10. Wenden Sie sich an die Bauleitung der elektrischen Hoch- und Untergrundbahnen, Lindenstraße 29. P. P. 75. Es giebt ein Buch, betitelt:„ Tabellen zur Gewichts: berechnung von Walzeisen und Eisenkonstruktion". Das Buch kostet 3 M., kann durch die Buchhandlung Vorwärts bezogen werden und dürfte bas enthalten, was Sie wünschen. Streit: P. R. 57. G. 20. Fragen Sie in einer größeren hiesigen Buchhandlung nach. Dalge. Hammerstein ist am 22. April 1896 zu drei Jahren Buchthaus verurteilt worden. Daß von seinen Verwandten. die Vergünstigung der Selbstbefäftigung für ihn beantragt worden ist, halten wir für unwahrscheinlich. Mittwoch 2. Donnerstag 3. Der Ring des Nibelungen Siegfried Margarete Freitag 4. Sonnabend 5. 6. Sinf.- Abend D. arme Heinr. der Kön. Kapelle. Nachm.: Kinders Mitt. Hauptpr. vorstellung D. schw. Gescht. D. schw. Gescht. Das Pulverfaß Der Compagnon Das Pulverfaß D. neue Vorm. D. neue Vorm. Geschlossen Die Macht der Finsternis Frauen Herrschaft Silvesternacht Michael Kramer Habakuk im Wetterhäuschen Flachsmann als Erzieher Frauens Herrschaft Silvesternacht Hoffmanns Erzählungen Der Zigeuner baron Der Troubadour Die Welt, in der man sich Der Raub der N.: D. Tochter d. Sabinerinnen Herrn Fabricius langweilt Die Die Maschinenbauer Der Bettel student Nm. Undine D. Raub d. Sab. Geschloffen Geschlossen Sonntag 6. Aiba D. schw. Geschl. Die Jungfrau Das Pulverfaß bon Orleans D. neue Vorm. Geschlossen Wilhelm Tell Rosenmontag Michael Kramer Rosenmontag Michael Kramer Nachm.: Der Frauens Herrschaft Johannisfeuer Die beiden Leonoren Flachsmann als Erzieher Renata Der Waffenfchmied ffmanns Erzählungen Die Welt, in der man sich Die Orientreise Tangweilt Die Auf den Wogen Weltausstellung auf den Wogen Auf den Wogen Weltausstellung Auf den Wogen bes Oceans des Oceans in Paris des Oceans Probefandidat D. beid. Leonoren Frauenherrschaft Nm.: Habakut im Nm.: Habatut im Wetterhäuschen Wetterhäuschen Wie die Blätter Flachsmann als Erzieher Der Zigeuner: Hoffm. Erzähl. baron Nachm.: Der N.: Sneewittchen Waffenschmied Die goldne Eva Die Nachm.: Kabale Maschinenbauer und Liebe Die Weltausstellung in Paris des Oceans Taubenstr. 48. in Paris Ständiges Repertoire: Residenz- Theater. Sonntag: Die Dame von Marim. Bon Montag ab: Frauen von heute. Seceffions Bühne. Alle Abende: Der Leibalte. Thalia Theater. Alle Abende: Amor von heute. Central Theater. Alle Abende: Die Schöne von New York. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Alle Abende: Tata: Toto. Belle Alliance Theater. Sonntag, Montag: Gastspiel der Tegernseer. Vom 1. Januar an: Gastspiel der plattfölnischen Boltsbühne. Carl Weiß Theater. Alle Abende: Der Herenmeister vom Neues Theater. Alle Abende: La main. Liebesprobe. Teufelsfee. Die talte Hand. Apollo Theater. Sonntag: Fräulein Loreley Bon Montag ab: Des Löwen Erwachen. Luisen Theater. Alle Abende: Roland von Berlin. Die Haushaltungsgegenstände 5. 198. Wer in die Lungenheilstätte am Grabowfee aufgenommen| pflichtet. Dadurch, daß Sie ein Jahr lang Ihre Verpflichtung nicht erfüllt dem Vormundschaftsgericht einzureichen. werden will, hat von der Ortsbehörde, der Krankenkasse oder der Ver- haben, erlischt Ihre Verpflichtung nicht. 23. K. 100. uns nicht be: brauchen nicht einzeln aufgeführt zu werden; es genügt die Angabe des R. G. 73. Der Finder einer verlorenen Sache erlangt seit dem Gesamtwerts. Georg Sch. 13. ficherungsanstalt, der er angehört, einen Ausweis über seine Berfon sowie fannt. Ihr Vertrag läuft weiter, weil er Die Mitteilung des Wirts, daß er steigern wolle, ist eine ärztliche Bescheinigung beizubringen, die sich namentlich darauf zu er: 1. Januar 1900 nach Ablauf eines Jahrs nach der Anzeige des Funds bei nicht gekündigt ist. 3. F. Die Kündigungsfrist strecken hat, ob die Möglichkeit einer wesentlichen Besserung der Erwerbs der Polizeibehörde( bei Sachen unter 5 M. Wert nach Ablauf eines Jahre keine Kündigung. R. E. 100. Ja. fähigkeit vorhanden ist. Wenden Sie sich zunächst an den Vorstand der seit dem Funde) das Eigentum des Funds, wenn inzwischen fein Empfangs: eines Werkführers beträgt, falls nichts andres vereinbart ist, 6 Wochen zum Krantentasse, der Sie angehören. Aufnahmegesuche sind sodann an die berechtigter ermittelt ist, und hat im Fall der Herausgabe des Funds An- Quartalsschluß, falls der Werkführer nicht nur vorübergehend und gegen G. 3. 30. Der Direktion der Boltsheilstätte an Grabowsee bei Oranienburg zu richten. spruch auf Finderlohn. Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, fefte Bezüge( nicht gegen Accordlohn) angestellt ist. E. W. In geeigneten Fällen übernimmt die Krankenkasse oder die Versicherungs- hat dem Verlierer, und wenn er diesen nicht kennt, die Sache aber mehr von Ihnen beschriebene Zustand ist gesetzlich nicht unzulässig. anstalt Berlin die Kosten; auch sind Ermäßigungen des sich auf 3 M. be: als 3 M. wert ist, der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Der Finder: Die Vollendung des 70. Jahre ist zur Erlangung der Altersrente erforderlich. M., Thifted. Sie ja Jhre Adresse nicht angegeben, folglich können von dem Mehrwert ein Prozent, bei Tieren Laufenben Pflegegelbs und, Greistellen vorgesehen; berartige Gesuche wären, lohn beträgt fünf Prozent vom Wert der Sache bis aut 30 ni: wir fein Berzeichnis ſenben. L. Berlagswerte von Schrey fönnen nachdem Ihnen die Aufnahme zugesichert worden, an den Schriftführer des Voltsheilstätten- Vereins vom Roten Kreuz, Herrn Stabsarzt Dr. Pannewitz, Charlottenburg, Knesebeckstr. 29, zu richten. Zwei Wettende. Seit dem 1. Januar 1900 ist die elterliche Ein willigung zur Eheschließung nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs erforderlich. N. R. Sch. Sie sind nach wie vor zur Zahlung verTodes- Anzeige. W. W. 00. Sie sind im Irrtum, das Gericht ist im Recht. Der Sie durch unsre Buchhandlung beziehen. 2. Die stenographischen Berichte Witwer sowohl wie die Witwe haben das ihrer Verwaltung unterliegende sind zu haben, aber kostspielig; den Preis tönnen wir nicht mitteilen, da er Vermögen ihrer Kinder, welches beim Tode des verstorbenen Ehegatten vor: schwankend ist. handen ist oder später dem Kinde zufällt, zu verzeichnen, das Berzeichnis P. S., Poehned. Die genannte Schrift ist bei uns nicht eingegangen. mit der Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit zu versehen und Unfallfrage später. Socialdemokratischer Wahlverein Am Freitag, den 28., starb nach für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Tangem schwerem Leiden unser Partei: genoffe 215/18 Montag, den 31. Dezember 1900, abends 8 1hr, Diana- Säle ( oberer Saal), Köpnickerstr. 68-69: August Fink. Die Beerdigung findet am Diens: tag, den 1. Januar, mittags 1212 Uhr, bom Trauerhause, Borndorferstr. 12, nach dem Auferstehungs- Kirchhof in Weißensee( an der Lichtenbergerstraße) statt. Die Vertrauen@ lente des 4. Wahlkreises( Oft). Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reiclistags- Wahlkreis. ( Osten.) Todes- Anzeige. OF Am Freitag, den 28. d. M., starb nach langem schweren Leiden unser altes treues Mitglied der Puter August Fink. Die Beerdigung findet am Dienstag, ben 1. Januar 1901, mittags 121/2 Uhr. vom Trauerhause, Borndorferstr. 12, nach dem Auferstehungs- Krchhof in Weißensee( an der Lichtenbergerstraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 244/5 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter Verband. = Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Ernst Lose, berstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Dezember, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Luisen- Kirchhofs, Rixdorf, Hermannstraße 190, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 285/15 Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsre Mitglieder. 130/8 241/7 Grosse Silvesterfeier. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Freie Volksbühne. II. Abteilung Sonntag, den 30. Dezember, III. Dienstag, den 1. Januar 1901, 99 im Carl Weiss Theater nachmittags 2% Uhr: Lumpacivagabundus. Im Lessing- Theater gleichzeitig V. Abteilung Sonntag, den 30. Dezember, VI. 99 Dienstag, den 1. Januar 1901: Der Bund der Jugend. Die Mitglieder sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen und dürfen nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater. 235/8 Achtung! Ordner! Montag, 31. Dezember, Restaurant von Sticher, Silvester- Vergnügen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Neue freie Volksbühne. Die Dezember- Vorstellung findet für die 1. Abteilung: Dienstag, den 1. Januar, nachmittags 22 Uhr, für die 2. Abteilung: Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 22 Uhr im Thalia- Theater, Dresdenerstraße 72, statt. Zur Aufführung gelangt für beide Abteilungen: Der Erbförster. Trauerspiel in 5 Atten 151/7 von Otto Ludwig. Emanuel Reicher- Ensemble. Regie: Herr Fr. Moest. Mitglieder zur zweiten Abteilung werden noch in allen Zahlstellen aufgenommen. Der Vorstand. J. A.: H. Neft, Stassierer, Georgenkirchstr. 47 I. Arbeiter- Bildungs- Schule Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II. August Pohl, riebenstr. 42, Lehrplan für das I. Quartal 1901. Thomas Gulla, steinstr. 5, gestorben sind. Die Beerdigung findet Sonntag= nachmittag 3 Uhr bei Bohl, um 4 Uhr bei Gulla von der Halle der Hedwig Pius Gemeinde in NeuHohen- Schönhausen aus statt. V = Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Freie Kranken u. BegräbnisUnterrichtsfach Behandelter Lehrstoff UnterLehrer richtsAbend Geschichte Welt- und Lebensanschauungen. Schriftsteller Dr.Rudolf Steiner Montag SchriftNatur- Erkenntnis Die allgemeinen Himmelserscheinungen. Die moderne Arbeiterbewegung. Nationalfasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. ökonomie ( E. H. Nr. 27.) General- Versammlung Rede Sonntag, den 13. Januar 1901, nachm. 4 Uhr, im oberen Saal bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vierteljährliche und jährliche Abrechnung. 2. Neuwahl des gesamten Borstands und Ausschusses. 3. Innere Kaffenangelegenheiten. Quittungsbuch legitimiert. 18006 Der Vorstand. Krankenkasse Uebung Kursus für Fortgeschrittene. steller Dr. Bruno Dienstag Borchardt Rechtsanwalt DonnersVictor tag Fränkl Schriftsteller Dr.Rudolf Freitag Steiner Der Unterricht beginnt in Geschichte Montag, den 14. Januar; Natur- Erkenntnis Dienstag, den 15. Januar; Nationalökonomie Donnerstag, den 17. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 18. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 211 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. am Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 6. Januar cr., vormittags präcise 10 Uhr, im Lokale der Brauerei Friedrichshain: Ausschuss- Sitzung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Abrechnung vom Sängerfest. 3. Programm Aufstellung zum 18. März. 16/20 4. Festsetzung der General- Versammlung. 5. Verschiedenes. Sämtliche Vereine müssen pünktlich vertreten sein. Der Vorstand. NB. Die nächste Bezirks- Uebungsstunde findet am Sonntag, den 13. Januar bei Iiem, Hasenheide, statt. D. D. Achtung! Isolierer und Rohrumhüller. Heute, Sonntag, den 30. Dezember, nachm. 3 Uhr, bei Schulz, Grenadierstr. 33: Bekanntmachung. Das revidierte Statut der All. gemeinen Orts- Krankenkasse ge werblicher Arbeiter und Arbeite: Oeffentl. Versammlung. rinnen i am 28. November b. J. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Vertrauensmanns. 2. Wahl genehmigt worden. Für die Bedes Vertrauensmanns. 3. Wahl des Delegierten sowie des Stellvertreters. messung der Beiträge und der Unter4. Verschiedenes. 5. Vortrag.. 287/17 Der Vertrauensmann: Albert Westphal. Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Friz Thiel, Staligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwvedelerstraße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. Rosenthaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Rarl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestr., v. 1 Treppe.- Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl. und W. Nickel, Augustastr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl elt, Berlin O., Frankfurter Allee 177. Grünau: Engel, Dahmestr. 6. Rixdorf: Ofter mann, Erfstr. 6.- Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp.- Ober- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Nieder- Schöneweide: Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Manu, Friedrichstr. 39, I. Adlershof: Emil Vollmann, Selchowstr. 14. Köpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Friedenau- Steglitz: S. Bernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:§. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstraße 15a. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2 II. Neu- Weissensee: Heinrich Bach mann, Lehderstr. 1, part. liuts. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen stützungen werden die Kaffenmitglieder fünftig nach der Höhe thres that: sächlichen Arbeitsverbienstes ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht in fünf Klassen eingeteilt: 1. Kaffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 2,75 M. oder mehr beträgt, 1. Klaffe. 2. Kaffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 2,25 m. bis 2,75 M. ausschließ lich beträgt, 2. Klaffe. 3. Kaffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 1,75 m. bis 2,25 M. ausschließlich beträgt, 3. Klaffe. 4. Raffenmitglieder, deren Arbeits: verdienst für den Arbeitstag 1,25 M. bis 1,75 M. ausschließ lich beträgt, 4. Klasse. 5. Staffenmitglieder, deren Arbeitsberbienst für den Arbeitstag weniger als 1,25 M. beträgt, 5. Slaffe. Seitens der höheren Verwaltungsbehörde ist der durchschnittliche Tagelohn für die 1. Klasse auf 3,00 m. " " 2. 3. " " " " " 2,50 2,00 " " 4. " " " " 1,50 " 5. " 1,00 " Werte dort zu haben. Auch werden Inserate für fetgefeßt." Grlaß bom" 19. Septem. den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, den 19. Januar 1901, im Böhmischen Brauhaus( Gesamträume), Landsberger Allee 11-13: 10. Stiftungs- Fest. Sinfonie- Konzert. Prolog. Festrede. Recitationen.g Nach dem Tanz in beiden Sälen. Konzert: Eröffnung 7 Uhr. [ 5/12] SCHUTZ- MARKE No. 92. Fornapr.: At Sobensberg Billet 50 Pf. Für Fabriken, Werkstätten, Kantinen 2. Tiefere ich:[ 57620* 307/16 Fl. Export- Weißbier f.M. 2,25 ( ohne Wasserzusag). 3038 Flaschen helles od. dunkl. Lagerbier für 2,25 ( von welcher Brauerei gewünscht wird). ber 1900, D. p. 16 237.) ex Im Falle der durch Krankheit herbeigeführten Erwerbsunfähigkeit wird den Mitgliedern die Hälfte dieser Tagelohnsätze als Krankengeld gewährt. 276/3 Für den Todesfall eines Mitglieds gewährt die Kaffe ein Sterbegeld im dreißigfachen Betrage des durchschnittlichen Tagelohns. Die Eintrittsgelder und Beiträge betragen: Für Mitglieder Eintritts Beitrag geldam pro Woch der 1. Klaffe 1,50 m. 63 Pf. 2. " " 1,50 54 " 3. " " 1,25 42 " " 4. 33" 21 5. 1,00 1,00 Vorstehende Bestimmungen treten mit dem 28. Februar 1901 in Kraft. Berlin, den 29. Dezember 1900. Allg. Orts- Krankenkasse gewerbl. Arbeiter und Arbeiterinnen zu Berlin. Der Vorstand. A. Cunow, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker. Die Kaffenstunden sind vom 1. Ja: nuar 1901 vormittags von 8-1 Uhr. Sonntags und Feiertags geschloffen. 276/4 Der Vorstand. 30 38 Flaschen Versandbier 2 M. 50 Pfennig. Gold. u. filberne Medaille Paris 1900. Abrechnung kann wöchentlich erfolgen. Für Magenleidende! Eis umsonst. Eiskasten leihweise. A. Seidler, für die Beamten und Angeftellt. d. Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, sowie der Juvaliditäts- und Altersverficherungs- Auftalten zu Berlin. ( G. 5. 108.) Mittwoch, den 9. Januar 1901, Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann abends 8 1hr, Lammé, Berlin S. 42, Brandenburgstr. 9, IV., Geldsendungen an den findet Stralauerstraße 57 bei Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 75, zu senden. Miegel die Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstrasse 40a; Reul, Barnimstr. 42; Schiller, Rosenthalerstr. 57; Krause, Schöneberg- Berlin W. Comptoir: Sedanstrasse 82, II. Appetits- Kräuter- Magenbitter- Liqueur. ordentliche 18036 General- Versammlung statt. Tages- Ordnung: 1. Jahres Kaffenbericht pro 1900, fowie Bericht der Revisoren. 2. Grgänzungswahl des Vorstands für 1901 und 1902. 3. Wahl der Revi foren für 1901. 4. Festsetzung des Publikations- Organs. 4. Verschiedenes. Č. Koblenzer, Borsitzender. Cigarren [ 56312* gut und träftig a Stück 5 und 6 Pf. empfiehlt Freunden und Bekannten M. Könkow, Danzigerstr. 97. Fahrräder, Nähmaschinen verschiedene Marken, auch wenig gebrauchte, zu billigsten Breisen. Reparature Werkstätte. Lehrbahn. Sämtl.Zubehör. Teitzahl. gestattet. Carl Karras, Langestr. 17. 56392* Müllerstr. 7 a. BERLINER PFERDELOTTERIE Der Vorstand. Ziehung am 11.Januar 1901. 3333 Gewinne, zusamman A 100000. Loose à1 M.11 Stick 10 M Portou.Liste 20 PFg. Carl Heintze BERLIN W Unterden Linden3. Berliner Export- Weißbier- Brauerei. ,, Elektra", Prinzenstraße 55. Grosser Neujahr- Eröffnungs- Kursus für Montenre am 8. Januar, abends 8 Uhr. Praktische und theoretische Ausbildung in der Elektrotechnik. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 30. Dezember 1900, Momentbilder sid Am 30. wurde der Ausstand der Tapezierer durch Vergleich gehalten, und zwar am 18. die Kreiskonferenz für Niedervor dem Einigungsamt beigelegt. Am gleichen Tage beging der Barnim in Rummelsburg, am 19. die Parteikonferenz für den Arbeiterveteran Theodor Mesner unter allgemeiner Anteilnahme Wahlkreis Botsdam- fthavelland in Spandau und bie die Feier seines 70. Geburtstags. Parteikonferenz für den Wahlkreis N aus der Berliner Arbeiterbewegung des Jahrs 1900. BeestowDer Ostermonat April nahm einen wesentlich ruhigeren Verlauf. Stortow Charlottenburg im Gewerkschaftshaus sowie die Das erste Jahr des„ neuen Jahrhunderts" war für die Berliner Ein bedeutungsvolles Ereignis war die am 14. erfolgte Er- Kreistonferenz für den Wahlkreis 8auch Belzig Luden Arbeiterbewegung wiederum ein Jahr rastlosen Kampfs und sicht öffnung des Gewerkschaftshauses am Engel- Ufer. walde ebenfalls im Gewerkschaftshaus. Ferner fand am 26. der baren Fortschritts. Sie hat schöne Erfolge aufzuweisen, jedoch auch Dasselbe erhielt seine Weihe durch den an demselben Tage dortselbst Provinzial- Parteitag für die Provinz Brandenburg statt. schwere Verluste zu verzeichnen. abgehaltenen Verbandstag der in Buchbindereien 2c. be- Am Schluß des Monats, am 31., begannen die Lassalle- Feiern Das neue Jahr wurde gleich eingeleitet mit einem Streit, schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. en. Die Oſterfeiertage wurden welche auch und zwar dem der Bauanschläger, welcher am 2. Januar in hergebrachter Weise mehrfach zur Abwickelung ernster Geschäfte be- den Monat September einleiteten. In diesem Monat, und feinen Anfang nahm und die Durchführung eines neuen Lohntarifs mußt. So fand am 15. die erste Generalversammlung des Verbands zwar am 4., wurden auch die Delegierten zum internationalen zum Endzweck hatte. der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter und Unter- Songreß in Paris gewählt, zu welchem Zweck im Feenpalast Am 4. fam es im städtischen Parlamente zu lebhaften Debatten. angestellten in den Borussia- Sälen statt, während im Gewerkschafts- eine Parteiversammlung stattfand. Durch die Anträge der socialdemokratischen Fraktion wurde die be- hause die Generalversammlung des Verbands der Sattler und Am 17. begann der Parteitag in Mainz seine Verschlossene Erhöhung der Kur- und Verpflegungskosten in den städti- verwandter Berufsgenossen tagte. handlungen, die ja auch für die Berliner Bewegung von maßgebender schen Krantenhäusern zur Sprache gebracht. Die Mehrheit Am 19. hatte sich die Stadtverordneten Ver- Bedeutung find. der Stadtverordneten- Versammlung lehnte die Anträge der Arbeiter- sammlung mit dem socialdemokratischen Antrage auf Einführung Eine Stadtverordneten Ersazwahl wurde am 18. vertreter indessen gewohnheitsmäßig ab. des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts auch bei den erfolgreich in Spandau vollzogen. Am 6. Januar erfolgte in Rummelsburg der Zusammentritt der Gemeindewahlen zu beschäftigen. Der Antrag wurde einem AusKreistonferenz für den Reichstags Wahlkreis Nieder- schuffe zur Vorberatung überwiesen. Barnim. An demselben Tage stand der Maurer Damke, der Der 1. Mai, der Weltfeiertag der Arbeiter, welcher diesmal Grpreffung" angeklagt, vor Gericht, das ihn zu 6 Wochen Ge- auf einen Dienstag, fiel, wurde, von schönem Wetter begünstigt, in fängnis verurteilte. hervorragendster Weise gefeiert. Mit der am 9. erfolgten Eröffnung des Reichstags wie des Landtags nahm auch die gesetzgeberische Thätigkeit wieder ihren Anfang. 9 Der 6. war der Todestag des Tischlers Emil Hinz( zweiter Wahlkreis). Die Beerdigung erfolgte am 9. anf dem Neuen JakobiKirchhof zu Nixdorf. Der 21. brachte die Gewerbegerichtswahlen in Berlin. Die Kandidatur für das durch das Ableben Liebknechts erledigte Reichstagsmandat für den 6. Wahlkreis wurde am 26. unfrem Genossen Georg Ledebour übertragen. Die Wahlagitation wurde im Monat Oktober mit Eifer betrieben. Am 7. veranstaltete die Arbeiter Bildungsschule für ihren Gründer Wilhelm Liebknecht eine Gedächtnisfeier. Eine große Protest- Kundgebung der baugewerblichen Arbeiter Die Berichterstattung vom Parteitage und der Parteigegen die Aufnahme der Streitklausel in die Bauverträge der konferenz für die Bronvinz Brandenburg wurden am 9. in ents Unternehmer mit der Stadt Berlin erfolgte in Form von vier gleich- sprechenden Parteiversammlungen in allen fechs Wahlkreisen entgegenzeitig abgehaltenen Protestversammlungen am 9. Mai. genommen. Gleichzeitig erstatteten die Vertrauensleute, die PreßDer Streit der Straßenbahner, welcher ganz Berlin fommission, die Lokalkommission und die Agitationskommission der Der Monat Februar nahm einen recht bewegten Verlauf. in Aufregung verfezte und so zahlreiche unheilvolle Begleit- Provinz Brandenburg Bericht über ihre Thätigkeit, auch fanden die. Am 4. tagte der vierte Verbandstag des Verbands der Steinerscheinungen und Nachspiele hatte, tam am 19. zum Ausbruch. Neuwahlen dieser Körperschaften statt. feter( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands bei Nümann in Durch Bermittelung des Oberbürgermeisters Kirschner erfolgte am Am 11. wurden die Stadtverordneten Erfahwahlen der Brunnenstraße. 22. die Wiederaufnahme des Betriebs. in Rigdorf zum zweitenmal vollzogen, nachdem das OberDer 21. brachte dem Redacteur des Handels- Verwaltungsgericht die socialdemokratischen Mandate für ungültig Angestellten" wegen Beleidigung eines Kaufmanns eine Geld- erklärt hatte. strafe in Höhe von 100 m. Den Schluß der bemerkenswertesten Ereignisse im Monat Januar bilden Gewerbegerichts- Wahlen, welche am 15. in Charlottenburg und am 20. in Schöneberg, an beiden Orten mit dem üblichen Erfolge für die socialdemokratischen Arbeiter, stattfanden. Gegen die Flottenvorlage veranstaltete die Arbeiterschaft am 7. eine große Kundgebung durch gleichzeitige Abhaltung von 19 Protest versammlungen in Berlin und den Vororten; ant 8. erfolgte eine gleiche Protestkundgebung in CharTottenburg. Der 14. brachte Ergänzungswahlen zur Berliner Stadtverordneten Versammlung und zwar im 35. und 44. Kommunal- Wahlbezirk. Während im 35. Bezirk der socialdemokratische Kandidat gewählt wurde, gelangte er im 44. Bezirk in die Stichwahl. An demselben Tage hielt Frau Klara BettinStuttgart in einer Volksversammlung in Sanssouci Vortrag über ,, Arbeiterinnenschuß und Frauenrecht". Am 15. hatte der Redacteur John( Vorwärts") vor dem Radi zu erscheinen. Ihm wurde eine Beleidigung des Magistrats von Spandau zur Last gelegt. Diese Frevelthat wurde mit 2 Monaten Gefängnis geahndet. Am 19. brach der große Aus stand der Möbeltischler aus, der in seinem Verlauf so weite Kreise zog und zur AusSperrung zahlreicher Arbeiter führte. Der Monat März stand unter dem Zeichen der Gemeindebertreter Wahlen in den Vororten. Solche fanden statt: Am 5. in Friedrichshagen, am 9. in Groß- Lichterfelde, am 12. in Adlershof, Steglit und Erkner, am 13. in Stralau und Reinickendorf, am 14. in Dalldorf, am 15. in Treptow- Baumschulenweg, am 17. in Weißensee, Johannisthal, Bankow, Deutsch- Wilmersdorf, OberSchöneweide, Briz, Friedrichsberg- Lichtenberg, Nieder- Schöneweide, am 19. und 20. nochmals in Bantow und Friedrichsberg- Lichtenberg. am 21. in Nowawes- Neuendorf und am 22. in Mariendorf, Südende und Tempelhof. Diese Wahlen hatten in den meisten Fällen für die Arbeiter einen schönen, teilweise sogar glänzenden Erfolg. Bon sonstigen Ereignissen im Monat März sind noch besonders bemerkenswert: Die Berichterstattung vom internationalen Kongreß in Paris erfolgte am 16. in einer bei Keller( Koppenstraße) stattgehabten Barteiversammlung. Am 24. trat bei Blaurock in Pankow ein Kongreß der durch Vertrauensmänner centralisierten Gewert schaften Deutschlands zu seinen Beratungen zufammen. Am 20. wurde eine Kreiskonferenz für den Reichstags- Wahlkreis Aus dem Monat Junt ist im allgemeinen wenig zu berichten. Nieder- Barnim im Café Bellevue zu Rummelsburg abAm 12. erfolgte Schluß des Reichstags, nachdem die gehalten. Am gleichen Tage fiel Genoffe nüpfer dem§ 153 Flottenvorlage glüdlich unter Dach gebracht worden war. der Gewerbe- Ordnung zum Opfer. Er wurde mit 14 Tagen GeDer drohende Ausstand der Bäckereiarbeiter wurde durch fängnis belegt. die am 14. erfolgte Annahme des Einigungsvorschlags des Gewerbegerichts abgewendet. Auch der Monat Juli nahm, abgesehen von gewerkschaftlichen von gew Kämpfen, einen ziemlich stillen Berlauf. Am 14. verstarb zu Asch in Böhmen der aus Friedrichsberg ausgewiesene langjährige Vertrauensmann des Kreises Niederbarnim Anton Kopp. Am 16. begann der 4. internationale Textilarbeiter Kongreß im Gewerkschaftshause seine Beratungen, auf welchen Liebknecht seine legte größere Ansprache hielt. Der Monat schloß mit der am 30. vollzogenen Ersazwahl zum Reichstage im 6. Wahlkreise. Gewählt wurde Georg Ledebour. " Im Monat November beschäftigten sich am 7. zehn Voltsversammlungen mit der Wohnungsnot und Kohlenteuerung und faßten entsprechende Beschlüsse und Resolutionen. Ebenfalls am 7. wurde die Arbeiterin Schleich wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung mit 1 Woche Gefängnis belegt. Am 14. fand die Eröffnung des Reichstags statt. Einen Cyklus von Vorträgen zur Frauenagitation begann am 19. Frau Käthe Duncker- Leipzig. Ein Todesfall ist vom 22. zu verzeichnen. An diesem Tage starb im fechsten Wahlkreise der Steinmetz Walter Mesch, der Tags darauf, am 20. begann unser Parteigenoffe, der ehemalige Schöpfer des Grabdenkmals für Agnes Wabnik. Die Beerdigung| Pastor Göhre, eine Reihe von Vorträgen über das Thema: erfolgte am 25. auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde. Christentum und Socialdemokratie" Der Monat August ist reich an denkwürdigen Ereignissen. Am 22. fanden zum drittenmale Ersazwahlen zur StadtverordGleich das am 5. bei Sterneder in Weißensee stattgehabte neten- Versammlung in Rigdorf statt. Sängerfest des Arbeiter Sängerbunds weckt traurige Er In Monat Dezember tagte am 9. im Gewerkschaftshause eine innerungen durch den mit ihm in Verbindung stehenden Unglücks- Kreiskonferenz für den Wahlkreis Teltow Beestow Storfall. Es ertranten drei Personen im Weißen See, der Maurer tow Charlottenburg. Roth, der Arbeiter Kretschmer und der Arbeiter Meißner. Am 12. fand die Beerdigung des verstorbenen Vertrauensmanns An demselben Tage wurde eine Prestonferenz für die für Bankow und Umgegend, Witglied des dortigen Arbeitervereins, deutschen Partei- und Gewerkschaftsblätter ab- Schockel, statt. Ein Fachkongreß der Gastwirtsgehilfen Deutschlands trat gehalten. Der 13. war der Tag, an welchem die Mehrheit der Stadtam 7. bei Dräsel in der Neuen Friedrichstraße zu seinen bedeutsamen Einen Nachtklang zur Maifeier bildete die am 6. erfolgte ge- verordneten- Versammlung den Antrag Singer und Genossen ab= Beratungen zusammen. Dem Kongreß folgte am 9. eine Maffen- richtliche Verurteilung des Bauarbeiters Schmidt zu 30 W. Geld- lehnte, an den preußischen Landtag das Ersuchen zu richten, protestversammlung der Handelsangestellten beiderlei Ge- strafe wegen Nötigung. daß bei der bevorstehenden Abänderung des Kommunalwahl- Gesetzes schlechts im Feenpalaft gegen die Besteuerung( Umsatzsteuer) der Der 7. ist der Todestag Wilhelm Liebknechts. Unser Freund die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts Warenhäuser. Am 10. wurde der erste Verbandstag des Verbands und Führer starb zu Charlottenburg. Das Leichenbegängnis auch für die Gemeindewahlen beschlossen werden möge. Deutscher Handlungsgehilfen in den Arminhallen abgehalten. erfolgte am Sonntag, den 12., auf dem städtischen Friedhof in Am 18. fand wiederum Stadtverordnetenwahl in RigDer Gedenktag des Boltstampfs, der 18. März, welcher Friedrichsfelde unter einer Beteiligung, wie sie noch keinem Fürstendorf statt. diesmal auf einen Sonntag fiel, wurde tros des herrschenden au feil geworden. Bei der Feier, erlag der Genoje sto ht einem Der 27. und 28. vereinigte socialdemokratische GemeindeRegenwetters von der proletarischen Welt in imposanter Weise ge- Herzschlage. Die Beerdigung erfolgte am 16. ebenfalls auf dem vertreter der Provinz Brandenburg zu einer zweiten feiert. städtischen Friedhof in Friedrichsfelde. Konferenz im Gewerkschaftshause. Wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten verschiedener Bevölkerungs- Am 14. fanden in allen sechs Wahlkreisen öffentliche Partei- Der zweite Weihnachtsfeiertag wurde vom ersten Gau des Klaffen gegen einander wurde am 21. der Schuhmacher Groß- versammlungen statt behufs Erledigung von Anträgen und Buchbinder Verbands zur Abhaltung eines Gautags im mann mit einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten belegt. Wahlen zur Brandenburger Konferenz sowie Wahl der Gewerkschaftshause benutzt. Nach fünfeinhalbwöchigem Kampfe erfolgte am 27. Friedens- Delegierten zum Parteitag in Mainz am 17. September. Im Zu- Ebendaselbst trat ani 27. der Gautag des Deutschen Holzschluß in der Holzindustrie. Durch Vergleich vor dem sammenhang mit diesen stand auch die Bolksversammlung am 16. im arbeiter Verbands für die Provinz Brandenburg zuEinigungsamt erreichte die Aussperrung der Holzarbeiter ihr Ende. Gewerkschaftshaus, in welcher Frau Klara Bettin( Stuttgart) über die sammen. Eine angebliche Bedrohung eines Streitbrechers hatte am 28. Weltpolitik der gepanzerten Faust und die Intereffen des Proletariats" Damit hatte die Flucht der bemerkenswerten Ereignisse des der Sattler Albert Schneider mit einer Geldstrafe von 50 M. zu und der Pariser Kongreß und die Frauenkonferenz in Mainz" referierte. Jahrs 1900 ihr Ende erreicht. föhnen. Im Anschluß hieran wurden verschiedene Parteikonferenzen abS " chmerzloses Zahnziehen ohne Specialität: Plattenloser Zahnersatz. Absolut festsitzend, vorzüglich beim Sprechen, Singen etc. Plomben, Nervtöten, Reinigen etc. Frau B. v. H. schreibt u. a.: Durch zwei mich behandelnde Aerzte zu Ihnen empfohlen, kann ich Ihnen für Ihre überaus geschickte und schmerzfreie Behandlung nur den grössten Dank zollen. Narkose! Herr Dr. B. schreibt: Ich habe während der Operation selbst als auch in der Folge keine Schmerzempfindung gehabt etc. etc. Zahn- Arzt Dr. Lind Linde Zähne 2 Mark. 10 Jahre Garantie. Tellzahlung Woche 1 Mt. 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Restauro äter Handwerksmeister, ein großer Teil, nämlich zwei Drittel, zum Handwerk über, meistens zur ausgegeben 23 382,80 M., mithin trat, eine Schulen hatte, die erste Klasse also bereits ein Jahr früher erreicht hat schwer unter den großen Ausgaben für Arzneimittel zu leiden werden konnte, als in den Charlottenburger siebenklassigen und so unrichtig ist die Behauptung wohl nicht, daß die EristenzSchulen, so erscheinen die Berliner Resultate noch weniger bedingungen nicht allein der Krankenkassen sondern auch der in ihrem Der Leiter des Statistischen Amts der Stadt Charlotten günstig, nur 88 Prozent damals die Oberstufe Dienste thätigen Aerzte um ein beträchtliches Stück gehoben werden burg, Dr. E. Hirschberg, veröffentlicht soeben die ersten Bei- erreichten. Zu den die Ursachen, welche Schulthätigkeit tönnten, wenn es gelänge, die Ausgaben für Medikamente, selbsts träge solche Punkte der statistischen Beobachtung zu unterziehen, welche der Schule, die übermäßige Heranziehung der Kinder Jn feinen Rezeptbuch weist Herr Dr. Dresdner nun nach, daß in Beobachtung allergie, Bende ungeftide, beefier de ber häufige Wechsel verständlich ohne Schädigung der Kranken, nennenswert einzuſchränken. bisher gar nicht oder wenig behandelt worden sind und gleich zu gewerblicher Beschäftigung, die vielfach nicht be- schr vielen Fällen komplizierte Verordningen sich durch einwohl von Wichtigkeit erscheinen. Die wichtigsten Resultate der friedigenden gesundheitlichen Verhältnisse, die häufigen Schulverfäums fachere und daher billigere ersetzen lassen. Schon seit etlichen wird von den Münchener Krankenkassen Untersuchungen, die regelmäßig fortgesetzt werden sollen, teilen wir nisse und das Vorhandensein eines verhältnismäßig bedeutenden Jahren in folgendem mit: Anteils fittlich verwahrloster Kinder. Es wird erhofft, daß durch nach den von Herrn Dr. Dresdner aufgestellten Grundsäßen Was zunächst den Beruf der Eltern der Schulkinder die Anstellung von Schulärzten, ferner durch die Einschränkung gewirtschaftet, und wie das Beispiel der dortigen Ortskrankenkasse betrifft, so fand zu Anfang des Sommers 1899 eine Erhebung statt, der ge: verblichen Beschäftigung infolge der Polizeiverordnung vom für das faufmännische Gewerbe zeigt, mit außerordentlich günstigem um festzustellen, welche Bevölkerungsklassen die städtischen Schulen 23. Jamar dieses Jahres, sowie durch das Gesetz über die Fürsorge- Erfolg. In der bayrischen Hauptstadt hat vor Einführung des zubenußen. Von den Schülern der Gemeindeschulen war Erzichung Minderjähriger(?) bald eine wesentliche Besserung ein- nächst nur für Münchener Verhältnisse geschriebenen Buchs im Gein 7,6 Proz. der Vater verstorben; die Mütter ernährten sich, soweit ein treten werde. Erwähnenswert ist, daß etwa der fünfte Teil der schäftsjahr 1897/68 die Zahl der Rezepte 26 742, die der Ausgaben Beruf angegeben war, als Waschfrauen, Blätterinnen, Aufwartefranen, Segtaner aus Gemeindeschulen fam. dafür 29 874,14 M. betragen, so daß jedes Rezept auf 1,12 M. zu Schneiderinnen. 80 Kinder waren als Waisenkinder, 56 als unehelich be- Was die Berufswahl der von den Schulen abgehenden Kinder stehen kam. Nach Einführung des Buchs stellten sich die Verhältnisse zeichnet. Weitaus die meisten Kinder, 54,3 Proz., gehörten den hand- betrifft, so ging bei den Knaben von den Gemeindeschülern wie folgt: Es wurden 26 886 Rezepte angefertigt und dafür trotz der um 144 arbeitenden Stiaffen an, in 10,6 Broz. bon 6491,37 M. ein; Ersparnis vor in 7 Proz. Rauffente, in 2,6 Proz. Restaurateure, in 1,8 Proz. Sub- Schlofferei. 12,5 Prog. wollten ungelernte Arbeiter, Burschen, Diener, höheren Rezeptzahl von 87 f. alternbeamte, in 6,5 Proz. Unterbeamte. Von höheren Beamten Kutscher usw. werden, 7,2 Proz. Kaufleute, 6,6 Proz. Schreiber. auf das einzelne Rezept entfiel ein Betrag Rentieren alten hat nie ein sind in den Shulen, von Bon ben se a gymnafia ft en wandle fich über die Hälfte dem Daß die Patienten dabei nicht schlechter behandelt wurden, wird ave und Pensionären 106 0,7 pct. In der Bürger- faufmännischen Berufe zu, über ein Viertel dem technischen, 7,4 Broz. der Thatsache geschlossen, daß Slagen über unzureichende ärztliche mädschenschule entfielen 132 pro Mille der Schülerinnen dem militärischen. Von den Ober- Realschülern wollten rund oder medikamentöse Behandlung nicht eingelaufen find. Bemerkt sei, auf Töchter von Gesellen, Gehilfen, Arbeitern, Dienern und der 43.3 Proz. Kaufleute werden, dagegen 12,4 Proz. Studenten, daß die erwähnten Erfolge unter dem System der freien Arztwahl 55 gehörten gleichen; in der Oberrealschule von 25,7 Broz. Handwerker, und zwar meist Mechaniker, Maschinenbauer erzielt wurden. Die neue, deutsche Ausgabe des Buchs, welche sich 1000 Knaben zur Arbeiterbevölkerung; im Reform gymnasium und Schlosser. mit jeder Krankheit befaßt und die Apothekenverhältnisse aller deutschen nur 6; im Realgymnasium und im Augusta- Gym- Die Ergebnisse der Untersuchungen der Schul- Bundesstaaten in Betracht zieht, beschäftigt sich außerdem mit sämt nasium mur ie ein Kind. Die städtische höhere ärzte haben das Resultat geliefert, daß von 100 untersuchten lichen diätetischen und physikalischen Heilmethoden und zieht auch Mädchenschule ähnelt in der Berufszusammensetzung mehr Knaben mur 24, von den Mädchen nur 19 von guter Konstitution, Specialitäten sowie Nährpräparate 2c. in Betracht. dem Realgymnasium. Auffallend ist der Umstand, daß die je 4 von schlechter, je 2 von unter mittlerer sind. Bei Wir führen einige Beispiele aus den vom Verfasser zusammen selbständigen Kaufleute die Gemeindeschulen mehr bevor- 21 Proz. der Knaben und bei 19 Proz. der Mädchen gestellten Preisunterschieden der Apothekerwaren in den verschiedenen zugen als die abhängigen. Als Grund dafür wird angeführt, daß die wurde ärztliche Kontrolle angeordnet. 60 Proz. der Knaben und Bundesstaaten an. wirtschaftliche Lage der in Charlottenburg wohnenden abhängigen 63 Proz. der Mädchen mußten als nicht völlig normal Wir sehen daraus, daß dieselbe Arznei( Medizinaltagpreis des Kaufleute vielleicht deshalb eine bessere ist, weil sie größeren bezeichnet werden. Von den nicht völlig normal Befundenen ent- Rohmedikaments) in diesem oder jenem Staate teurer und zwar Berliner Geschäften verhältnismäßig zahlreicher angehören, während fielen bei Knaben auf Brust und Bauch, Auge und Gesicht, Mund, nicht selten un 2 M. und mehr teurer ist, als in andren Staaten. die selbständigen die große Zahl der Kleingewerbetreibenden mit Nase und Sprache je 20 Broz., während bei den Mädchen bei Brust So fostet z. B. von Pilocarpin 1 Decigramm in Preußen 30, in enthalten. und Bauch etwas weniger zahlreiche nicht normale Befunde kon- Sachsen 50, in Württemberg 45, in Hessen 120, in Bayern 160 f. Die Untersuchung der Größe der Schulräume in b in den statiert wurden. Gemeindeschulen ergiebt, daß im Durchschnitt auf den Ge- Ueber die Kosten der städtischen Schulen wird mit- Pfennig mehr als der preußische. Vom gelben Vaseline, die billigste meindeschüler 1 Quadratmeter Bodenfläche und 3,88 Kubikmeter Raum geteilt, daß auf das Bildungswesen etwa 30 Proz. der regelmäßigen Grundlage für Salbe, tosten 80 Gr. in Preußen 40, in Sachsen 60, entfallen, auf die Schülerin 1,02 beziv. 3,90. Gegenüber diesem Ausgaben des Charlottenburger Stadt- Haushalts entfielen. Für in Württemberg 48, in Hessen 80, in Bayern 120 Pfennige. Liquor Durchschnitt zeigt sich eine regelmäßig abfallende Skala von der das Jahr 1898/99 ergiebt sich an Ausgaben nach Abzug der Ein Ammonii caustici in Preußen 100 Gr. 15, 200 Gr. 20 Pf., in oberen bis zur unteren Klasse von 1,42 bis auf 0,89 Quadratmeter nahmen für jeden Gemeindeschüler 77,48 M., für jeden Realgymi Bayern 100, Gr. 30, 200 Gr. 60 Pf., Aqua chlorata in Preußen bei den Knaben und von 1,48 Mädchen, sowie von 5,57 Quadratmeter bei ben nofinſten 124,88 M., für jeden Schüler des Reformgymnasiums 100 Gr. 20, 200 Gr. 30 f., in Bayern 100 Gr. 40, 200 Gr. 80 f., bis auf 3,42 Stubifmeter beztu. von 5,67 62,20 m., für jeden Schüler der Ober- Realschule 134,01 M., für Borax pulver in Gachsen 100 Gr. 30, in Württemberg 40, Heſſen 45, bis auf 3,22. Am günstigsten ist die noch nicht voll befezte Echule jede Schülerin der höheren Mädchenschule 67,74 M. und für jede in den übrigen außerbayrischen Staaten 50, in Bayern 80 Pf., in der Kaiserin Augusta- Allee, am ungünstigsten die Schule in der Schülerin der Bürger- Mädchenschule 64,10 m. Tinctura Chinae composita in Preußen ze. 10 Gr. 15, 100 Gr. 100, Sophie- Charlottenstraße. in Bayern 10 Gr. 20 f., 100 Gr. 160 Pf., Chininum tannicum Bei dem Abgang der Schultinder ist namentlich die in Preußen 1 Gr. 5( 8 Gr. 40), in Bayern 1 Gr. 15( 8 Gr. 120) Frage zu untersuchen, inwieweit die Erreichung des Lehrziels, also Pfennige uff. Die angeführten Artikel sind lauter vielgebrauchte. die natürliche Ursache dabei den andren Ursachen gegenüber wie Mit lobenswertem Mut läßt der Herr Verfasser sich in einer Fortzug aus der Stadt, Umzug innerbalb der Stadt, Ülebertritt in 19 Die Schädigungen, welche durch das Apothekenmonopol Vorrede zu seinem Buch über die für Strantentaffen und Private eine höhere oder niedere Schule oder Tod in die Erscheinung tritt. der leidenden Menschheit erwachsen, werden mit drastischer Klarheit gleich unerträglichen Apothekenzustände wie folgt aus:... AndrerDie Ergebnisse zeigen, daß nur 39 bis 56 Proz. der Kinder in einem vortrefflichen Buche des Münchener Arztes Dr. Dresdner feits erkläre ich auf Grund meiner Kenntnisse der deutschen Arzneider siebenklassigen Gemeindeschule das Lehrziel ganz oder beleuchtet. Es nennt sich„ Aerztliche Verordnungsweise für Kranken- tagen- Verhältnisse, daß in dem Erwerbsleben der Apotheker schwere annähernd erreichten, indem sie von der ersten Klasse nach erfüllter fassen und Privatpragis nebst Rezeptsammlung". Deutsche er Auswüchse vorhanden sind, welche nicht bloß die rantenSchulpflicht abgingen. 4,4 bis 7,1 Proz. der wegen erfillter Schul weiterte und vielfach abgeänderte Ausgabe des bei der Abteilung für tassen auf das schwerste schädigen und ihnen die Ermöglich machen, unter pflicht entlassenen Kinder gelangten nicht einmal bis zur freie Arztwahl des ärztlichen Bezirksvercins München eingeführten füllung wichtiger Aufgaben britten Klasse. Leider fehlen die bezüglichen Statistiken Arzneibuchs. Verfaßt von Dr. med. Ludwig Dresdner. welchen vielmehr weite Kreise der Bevölkerung, so besonders der aus andren Städten fast gänzlich, so daß eine Vergleichung München 1900. Piloth u. Loehle. Preis gebd. 7,50 M." Mittelstand, leiden. Der Umstand, daß wir Aerzte uns gezwungen der Resultate nicht möglich ist. Auch für Berlin liegt nur aus Wir halten das Buch namentlich in der Kranken- gesehen haben, eine Unterscheidung zu treffen zwischen Mitteln für dem Jahre 1891 eine Erhebung vor, wonach 58 Prozent der Kinder faffenpragis für so außerordentlich nützlich, daß jeder Kaffen die allgemeine und für die bessere" Bragis ist eine Sch ma ch aus der ersten, 30 aus der zweiten, 12 aus der dritten Klasse nach vorstand die für die Kaffe thätigen Herren Aerzte auf für unsre Kultur. Es ist Pflicht der Regierungen, diese erfüllter Schulpflicht abgingen. Da aber Berlin nur sechsklassige seine Bedeutung aufmerksam machen sollte.. Jede Krankenkasse Answüchse zu befeitigen. Esset Seefische! Seefisch ist das billigste und beste Volksnahrungsmittel, ersetzt das Fleisch vollständig und ist überaus wohlschmeckend, nahrhaft und bekömmlich. Zum Silvester empfehlen: Seelachs 25 Pf. im Ausschnitt 35 Pt. pr. Pfd. 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