Ar. 2. Ablnmtments- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando! «t-rteljährb 3,30 Mb, monall. 1,l0Mb, wöchentlich 23 Psg. frei tnZ HauS. Eimelne Numm-r 5 Pfg. Sonntags- Nummer mir KluNiierier SonntagS- B-ilag-„Di- Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. «ingstragen in der Post- Zeitung»- PretSlifte für lSOt unter Nr. 7671. Unter Kreuzband fiir Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 18. Jahrg. Die InftMons-Geöllyr beträgt für die fechSgespaltenc Kolonet» zetle oder deren Raum t0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BsreinS- und WersammlungS- Anzeigen 20 Psg. „Kleine Knseigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen btS 4 Uhr nachmittags in derExpediiton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und gesttagen bis s Uhr vormittags geöffnet. «rscheinl täglich ftilgtt»ontag». Verlinev Volksblskk. Telegramm-Adresse: „Soriatdemokirat Serlin» CNntralorgan der socialdemokratisthen Vartei Deutschlands. Redaktion: SW. 19. Bruth-Stratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Donnerstag, den 3. Januar 1901. Expedition: SW. 19, Veuth-Strage 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Das Ausland im Jahre 1990. Die Pariser Weltausstellung, der Zusammenbruch Chinas und Englands Unfähigkeit, der beiden Boerenrepublilen Herr zu werden, haben im verflossenen Jahre das ganze Interesse an der auswärtigen Politik aufgebraucht, so daß die übrigen Vorgänge im Auslände nicht die Aufmerksamkeit fanden, die sie sonst sicherlich gefunden hätten. Selbst wenn wir von diesen drei großen Ereignissen absehen, bleibt genug Hochwichtiges übrig, das wert ist, nochmals in die Er- innerung zurückgerufen zu werden. In einer Reihe von Staaten fanden Parlamentswahlen statt, die auf einen Umschwung der Stimmung hindeuten, der Beschluß der Regierung der Vereinigien Staaten, den Nicaraguakanal zu bauen, die Verschmelzung' der australischen Kolonien zu einem Staatswesen sind hochbedeutende Ereignisse, die allein genügen würden, das Jahr 1300 in der Erinnerung späterer Geschlechter nicht untergehen zu lassen. Die Bedeutung der vielen denkwürdigen Vorgänge in den einzelnen Staaten können im engen Rahmen dieses Rückblicks nicht gewürdigt, nicht einmal alle registriert werden; wir müssen uns genug sein lassen, wenn wir die wichtigsten aufzählen. Oestreich steht an der Jahreswende mitten in der Wahlbewegung zur Erneuerung des Abgeordnetenhauses. Das Ministerium Körber hat trotz der großen Erwartungen der Lobredner des Ministerpräsidenten keinen Ausweg aus den parlamentarischen Wirren gefunden; die Obstruktion der Jungczechen hatte ihren Höhepunkt erreicht, sie hatte die deutsch- klerikal- slavisch- nationale Mehrheit gesprengt, eine neue Parteigruppierung war in Sicht, da' drohten die Jungczechen mit direkten Gewaltmaßregeln im Abgeordneten- hause. Dieser Drohung wich Körber, er löste das Haus auf und schrieb für einen sehr späten Zeitpunkt die Neuwahlen aus; eine Verschärfung der nationalen Gegensätze dürfte das Resultat der monatelang währenden Wahlbeweguna sein. In Galizien wo die Wahlen beendet sind, scheute man kein Mittel, um den Sieg von Socialdemokraten zu verhindern; trotz zahlreicher Prozesse, die gegen Daszynski angestrengt wurden, trotz schamloser Verleumdungen und Wahltricks aller Art wurde der erste parlamentarische Redner unsrer östreichischen Partei gleich im ersten Wahlgange geivählt. Gegen die von den extremen Deutsch-Nationalen gepflegte Los-von- Rom-Bewegung, der parallel eine schwächere, an die semitischen Traditionen anknüpfende czcchische Bewegung läuft, wendet die östreichische Regierung unter andren Mitteln auch die Aus- Weisung protestantischer Pastoren aus dem Reiche an. Während man für die freie Missionsthätigkeit in China mit vereinten Kräften wirkt, entledigt man sich in Oestreich der protestantischen Missionare durch Abschiebung über die deutsche Reichs grenze! Unsre Partei kann auf keine äußerlichen Fortschritte bei den Reichsratswahlen rechnen, sie hat Lemberg verloren, sie wird einige böhmische Sitze einbüßen und kaum anderwärts vollen Ersatz finden aber die Stimmenzahl der Partei dürfte stark wachsen und die Wahl- statistik eine Ausbreitung in Gegenden nachweisen, die bisher der Socialdemokratie verschlossen waren. Die Fortschritte der Partei traten bei den Gcmeindewahlen in Wien, Graz, in vielen böhmischen, mährischen, steierischen und andren Gemeinden zu Tage. Aller Achtung forderte der langwierige Kohlenarbeiter-Strcik heraus; trotz un- bedeutender Unterstützungen hielten die Kohlengräber unter ans- gezeichneter Disciplin monatelang aus. Eine Verkürzung der Arbeitslosigkeit auf gesetzlichem Wege wurde von der Regierung in Aussicht gestellt. Ungarn. Unser Partei-Organ, die„Nspszava", deckte eine lange Reihe von verbotenen Beziehungen der Parlamentarier zu Erwerbsgesellschasten auf. Die Arbeitslosigkeit hat zu Ende des Jahrs sehr bedeutende Dimensionen angenommen. Lange parlamentarische Debatten rief die morganattsche Eheschließung des Thronfolgers hervor, bei denen rückhaltlose Kritik an der mittelalterlichen Idee von der Ebenbürtigkeit bei Eheschließungen geübt wurde. Eine Steigerung des monarchischen Gefühls war kaum das Ergebnis dieser Debatten. In der Schweiz wurde das Interesse durch die beiden großen Volksabstimmungen absorbiert. Eine gewisse Niedergeschlagenheit in den politisch fort geschrittenen und ehrlich socialreformerischen Kreisen hatte die Ab- lehnung des Kranken- und Unfallversicherungs-Gesetzes und der beiden Volksbegehren auf Proportionalwahl des Nationalrats und Wahl des Bundesrats durch das Volk zur Folge. England drohte mit dem Abbruch der diplomattschen Beziehungen, wenn der Nationalrat den Bundesrat auffordern sollte, eine schiedsgerichtliche Erledigung der südafrikanischen Wirren bei Großbritannien anzuregen. Die Eisen- bahnverstaatlichung hat durch Abschluß eines Kaufvertrags mit der Centralbahn weitere Fortschritte gemacht. Frankreich hat am Jahresschluß noch das gleiche Ministerium wie zu Jahres beginn, nur der Marquis de Galliffet ist ausgeschieden. Sein Nach- folger Audrs hat den Versuch unternommen,' im Kriegsministerium Ordnung zu schaffen. Man sucht nun auch den Offizieren, die nicht in pfäffischen Anstalten ihre Erziehung genoffen haben, die Karriere zu den höheren Posten zu öffnen. Mit der knapp vor Weihnachten angenommenen Amnestievorlage glaubt man die Dreyfus-Affaire zu begraben. Die Verurteilung der mit den Orleanisten aufS engste liierten Fußes der Nationalisten durch den Senat als Staats- gcrichtshof am Beginn des vorigen Jahrs hat den großen Erfolg der Nationalisten bei den Pariser Genieindewahlen nicht verhindert, vielleicht sogar hervorgerufen, aber im Lande nahm der Einfluß der Ne- gierung immer mehr zu, was sich m zahlreichen Wahlen zu den Gemeinderäten und Nachwahlen zur Deputiertenkommer sowie auch in der Haltung des Parlaments zum Kabinett Waldeck-Rouffeau klar aussprach. Keiner der zahllosen Veriuche das Kabinett zu stürzen, gelang. Die antiklerikale Politik, die z�u einem energischen Vorgehen gegen den Orden derAffumplionistcn und denen politischeThätigkeit führte, scheint den Beifall des Landes zu finden. Eine Verbesserung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, die socialpolitischeii Forderungen' berücksichtigenden neuen Submissionsbedinguugen und der Entwurf eines Streikgesetzes sind auf Millerands Thätigkeit als Handelsminister zurückzuführen. Die Pariser Weltausstellung ivar nicht nur ein großer Erfolg als Well- schau, sie hat auch den Nationalhaß der Franzosen unsrem Volk gegenüber gewaltig abgeschwächt. Deutsche Schauspieler, deutsche Musiker, deutsche Gesangvereine sind unter lebhaftem Beifall ohne jede Störung aufgetreten, auf zahllosen Kongreffen haben Deutsche unter sympathischem Beifall der Franzosen ihre Anschauungen entwickeln können. Belgiens Beziehungen zum offiziellen England haben infolge des Attentats eines halbwüchsigen Bürschchens auf den Prinzen von Wales eine Trübung erfahren. Die Wahlen haben an den parlamentarischen Machtverhältnissen nichts geändert, aber unsre Genossen konnten einen ansehnlichen Stimmenzuwachs verzeichnen. Holland hat am wärmsten für die Sache der Boeren mitgefühlt, und, soweit dies bei einem Kleinstaate überhaupt möglich war, auch werk- thättg seine Sympathie bekundet. Die Unfallversicherungs-Vorlage der Regierung ist nach Annahme in der zweiten Kammer in der ersten gescheitert. Große aber wenig erfolgreiche Ausstände der Hafenarbeiter waren zu verzeichnen. England nahm baS Mißgeschick im Boerenkriege leicht, die heimkehrenden Krieger empfing es, als ob sie eine Weltmacht niedergeworfen hätten. Auch bei den Neuwahlen spielten die Riesenopfer des Lttiegs keine Rolle, die Mehrheit der Konservativen blieb bestehen; in dem nach den Wahlen rekonstruierten Kabinett wurde der Einfluß SaliSbury durch Uebertragung ivichtiger Aemter an Angehörige seiner Familie sehr gesteigert Infolge der kontinentalen Flottenvermehrungen hat Eng- land riesige Schiffsbauten in Angriff genommen. Neben dem Boerenkriege und dem China-Feldzuge muß Albion noch die Aschantt bekriegen. Für socialpolitische Maßregeln blieb dem konservativen Kabinett keine Zeit. In Dänemark hatten die Socialdemokraten außerordentlich große Erfolge bei den Kommunalwahlen zu verzeichnen gehabt; fast alle größeren Städte hatten socialdemokratisch gewählt, lieber den Verkauf der West- indischen Kolonien an die Vereinigten Staaten schwebten das ganze Jahr hindurch Verhandlungen, ohne daß sie zu einem Abschluß kamen. Schweden und Norwegen stehen nun unter der Regentschaft des Kronprinzen, da der König nervös schwer krank sein soll. Die Neuwahlen in Norwegen haben die Macht der Bauerndemokratie nicht zu schwächen vermocht. Rußland setzt die verfassungswidrige Russifizienmg Finnlands trotz aller Proteste und trotz des rühmlichen passiven Widerstands der Be- völkerung weiter fort. Mit der Russifizierung sucht man auch alle gewährleisteten Freiheiten, wie die Versammlungsfreiheit, die nie groß gewesene Pretzfreiheit u. a. zu unterdrücken. Ebenso wie in Finnland wird im Königreich Polen gehaust, neue schivere Strafen wurden denjenigen angedroht, die polnischen Sprachunterricht gegeben, Noch weit schärfer geht man gegen die socialistische Bewegung vor; zahllos ivaren die Verhaftungen, Verschickungen und Verurteilungen unsrer Genossen im verflossenen Jahre, in Warschau z. B. wurden 7 Socialisten zum Tode durch den Strang verurteilt. Dabei schreien die socialen Zustände zum Himmel, in Beffarabien und in zahlreichen andren Gouvernements herrschte Hungersnot, die Staatskassen sind leer und die zahlreichen Bemühungen deS Finanzministers Witte. Geld zu schaffen, ivaren nicht vom erwarteten Erfolge begleitet. Der plötzliche Tod des Ministers des Auswärtigen Murawieff' hat zu dem in St. Petersburg allgemein geglaubten Gerüchte Anlaß gegeben, daß er Selbstmord verübt habe, weil seine Jntriguen in China durchschaut waren und nicht die nachträgliche Billigung deS Zaren gefunden hatten._ Pulilifäse Mebevfichk. Berlin, den 3. Januar. PosadowSky. Die Konservativen bemühen sich eifrigst, das Ende des 12000 Mark- Grafen abzuwehren. Wenn Graf Bülow, so erklärt die„Kreuz- Zeitung", innere Krisen vermeiden wolle, so möge er sich doch hüten, durch«in Ausweichen um jeden Preis gerade die Krise herbeizuführen. Durch Warnung und Drohung versucht das führende Blatt der konservativen Partei die Rettung ihres Freundes dem Reichskanzler abzuzwingen: „DieS(die Herbeiführung der KriseS) würde z. B. sicher der Fall sein, wenn die gegen den Grafen PosadowSky unter Führung der Socialdemokratie und unter stiller Beteiligung andrer ihr äußerlich femstehender Elemente betriebene Hetze zum Rücktritte dieses hochverdienten Staatsmanns führte. Daß die ack ttoo Verbündeten ihren nächsten Zweck, einen Systemwechsel auf dem handeis- politischen Gebiet, damit erreichen würden, glauben wir freilich nicht, und wir haben diesen Standpunkt von Anfang an vertreten. Etwas andres, was für den Umsturz grnnd- sätzlich noch wichtiger ist, würde dadurch aber allerdings zu Wege gebracht werden. Niemand könnte nämlich fortan mehr bezweifeln, daß die grundsätzliche Opposition, obwohl parlamentarisch in der Minderheit, doch Einfluß genug besitzt, um einen ihr mißliebig gewordene» Minister zu stürze». Ueber die Tragweite dieser Thatsache ein Wort zu verlieren, hieße Wasser ins Meer tragen; sie spricht für sich selbst. Eben daraus läßt sich aber ohne Mühe erklären, daß und weshalb die bekannte Hetze, 8uf die wir als solche hier nicht wieher eingehen, in der verbündeten Presse mit einer Unermüdlichkeit und Ausdauer fortgesetzt wird, die selbst unter den heutigen Verhältnissen bemerkenswert ist und ihres- gleichen sucht. Hier wäre allerdings ein Streich zu führen, besten Tragweite von dem berührten Standpuntte gar nicht überschätzt werden kann. Die letzte Entscheidung wäre damit thatsächlich in die Hiivde der socialdemokrattschcn Parteileitung gelegt, auch ohne daß dies äußerlich in irgend einer Weise bekundet zu werden braucht, ganz friedlich und ohne den Anschein der„inneren Krise", und doch mit den aller- schwerwiegend st en Folgen. Vom formalen Standpunkt läßt sich die Sache deshalb nicht beurteilen und abthun, in ihrem sachlichen Kern muß man sie erfassen. Das liegt dermaßen auf der Hand, daß es nahezu beleidigend wäre, eine andre Auffassung der„inneren Krise", die„vermieden" werden muß, überhaupt für möglich zu halten." Die„Kreuz-Ztg." droht dem Reichskanzler mit ihrem zonÄgsten Zorn, wenn er den Grafen PosadowSky fallen läßt. Wenn Graf Bülow den Grafen PosadowSky in die Wüste der Regierungs- Präsidentschaft jagt, so dankt er ab zu Gunsten der triumphierenden socialdemokratischen Parteileitung, waS nimmer geschehen darf, und häufte sich der Unrat reichsbehördlicher Schmutzigkeiten noch so hoch. Die Entlassung des Grafen Posadowsky bedeutet die„innere Krise", d. h. die unerbittliche Opposition der Junker. Es muß um den Grafen Posadowsky wahrlich recht bös stehen, daß die„Kreuz-Zeitung" durch das„rote Gespenst" auf die maß- gebende Stelle wirken zu sollen vermeint. Natürlich weiß die „Kreuz-Zeitung" sehr wohl, daß erst durch die Ungnade des Centralverbands der Industriellen die Situation des Grafen PosadowSky eine kritische geworden ist. Die Aufdeckung der Korruption durch die Socialdemokratie ist allerdings der Anlaß für die Aengsten des Staatssekretärs im Reichsamt des Innern, aber die Ursache seines Sturzes— darüber täuschen w i r uns am wenigsten— ist der Groll derer um Bueck. Graf PosadowSky muß den konservativen Junkern überaus wertvoll sein, daß sie zu seiner Rettung alle Minen springen lassen.— Der Wahltag der allgemeinen Wählerklafse. -st- Wien, 1. Januar. Nachdem die Wahlen seit vier Monaten ausgeschrieben sind, wird Donnerstag in Oestreich endlich gewählt werden. Am 3. Januar ist der Wahltag der sogenannten fünften Kurie, der Wählerklasse des allgemeinen Stimmrechts. Sie umfaßt bekanntlich 72 Abgeordnete, von denen zwanzig— die für Galizien, Bukowina, Dalmatien und Krain— bereits gewählt sind. In Kärnten, dem Lande mit einer halben Million Einwohner, das einen Abgeordneten wählt, ist die Wahl erst am ü. Januar; Donnerstag werden also im ganzen 61 Abgeordnete gewählt. Da« ist nur ein kleiner Bruchteil des Parlaments, das ja ans 426 Abgeordneten besteht; trotzdem stehen diese Wahlen im Vordergrunde des Interesses und alle Aufmerksamkeit ist auf sie konzentriert. Da tritt eben daS Volk selbst auf die Tribüne, wogegen eS sich bei den Wahlen der privilegierten Kurien um nicht mehr als um den Streit kleinerer oder größerer Cliquen handelt. Von den 51 Mandaten entfallen auf Böhmen 18, Mähren 7, Schlesien 2, Niederöstreich 9(darunter Wien mit 6), Oberöstreich 3, Steiermark 4, Tirol 3, auf die übrigen Länder: Vorarlberg. Salzburg, Trieft, Jstrien, Görz und Gradica je ein Mandat. Direkt wird gewählt in Niederöstreich, dann in den Wahlbezirken der großen Städte, wie Prag, Trieft, Graz und Brünn. Insgesamt werden in direkter Wahl 13, in indirekter, durch Wahlmünncr, 33 Abgeordnete gewählt werden. Von den Donnerstag zu besetzenden Mandaten hatte die Social- demokratie bis jetzt zwölf besessen: sieben böhmische(von denen Eger, Saaz, Leitmeritz, Neichenberg und Trautenau deutsch, Pilsen, Smichoiv czechisch waren) drei mährische und(deutsch, Mährisch-Schön- berg, czechisch Brünn und Olmütz), fenier das deutsche Mandat von Graz und das czcchische von Tischen(Schlesien). Von diesen zwölf Mandaten eroberte aber die Socialdemokratie aus eigner Kraft nur fünf(Eger, Leitmeritz. Reichenberg, Pilsen und Smichow), alle übrigen wurden erst in der Stichwahl ihr Besitztum. Man be- greift also, daß die Koalierung sämtlicher bürgerlichen Parteien die Chancen für unsre Bewerber sehr verschlechtert. Wie iveit dieser Haß gegen die Socialdemokraten geht, zeigt die Wahlbewegung in Graz. Dort ist im Jahre 1897 unser Genoffe Resel in der Stich« wähl gewählt worden; die Deutschnationalen sttmmten für ihn gegen den Klerikalen. Obwohl nun die Klerikalen in dem Wahlbezirke, der auch die ganze bäuerliche Umgebung von Graz umfaßt, doppelt so stark sind als die Deutschnationalen— sie hatten bei der vorigen Wahl 14 000, die Nationalen blos 7000 Stimmen— so haben sie doch, um der Konstellation vom Jahre 1897 auszuweichen, auf die Aufstellung eines eignen Kandidaten verzichtet und stimmen sofort für den deutschnationalen Kandidaten— um ja nur dem socialdemokratischen die Möglichkeit der Stichwahl zu rauben! Und dabei ist bei Wiederwahl der Gegensatz zwischen klerikal und antiklerikal derzeit gar nicht so stark wie der zwischen bürgerlich und socialdemokratisch I Die Socialdemokratie hat bei diesen Wahlen thatsächlich eine Koalition sämtlicher nichtsocialdemokratischer Parteien gegen sich, und kein Gegensatz deS politischen Lebens ist so groß, daß er sich in diesen Wahlen nicht gegen die Socialdemokraten sofort schlösse. Der Wahltag ist so nahe gerückt, daß es überflüssig wäre, über seinen möglichen Ausgang Vermutungen aufzustellen. Nach dem Stande der Wahlmänner- Wahlen ist ein Verlust von vier Mandaten(Eger, Graz, Trautenau und Olniütz) leider gewiß. Alle übrigen können noch errungen werden, obwohl die Aussichten in einigen Bezirken nur recht dürftige sind. Dagegen ist Hoffnung vorhanden auf die Eroberung neuer Mandate. Hier ist vornehmlich Wien in Frage, wo wir 1897 in vier Wahlbezirken nur mit einer nicht bedeutenden Mehrheit geschlagen worden sind. Auch Wiener Neustadt, wo Pernerstorffer gegen den allerdings sehr einflußreichen Landesausschuß Steiner im Gefecht steht, bietet Chancen. Nicht ausgeschlossen ist die Eroberung eines Bezirks in Steiermark und des zweiten Mandats in Schlesien. Das Charakte= ristischte dieser Wahlen ist eine allgemeine Unsicherheit. Keine Partei fann vorher von einem sicheren Besigstand reden; alles ist im Fluß und der Wahltag fann freudige, tann traurige Ueberraschungen bringen. Deutsches Retch. Aus der Hunnenbrief- Mappe. In den legten Tagen sind wieder so otele Betefe deutscher Chinatrieget bekannt geworden, daß wir eine ganze Beitungsnummer mit den fürchterlichen Einzelheiten füllen könnten. Wir begnügen uns mit der Zusammenstellung einiger Stichproben. Aus einem dem Vorwärts zur Verfügung gestellten Briefe, datiert Schan hat fivatt, den 27. Oftober: "... sonst verhalten die Chinesen sich einigermaßen ruhtg. wo so ein Schligauge einem gefährlich vorkommt, wird er einfach niedergeschossen oder gestochen. Wenn es geht, schic ich Ihnen zu Weihnachten einen fleinen Chinesen im Karton". mun gerabe erwischt, wie sie mit Betroleumflaschen herumliefen. Sie wurden totgeschlagen und schrecklich zugerichtet. So wurden in der Nacht 15 Chinesen erschlagen, die meisten von den Deutschen. Ich sah mir einige an, aber ein schrecklicher Anblick. Man muß hier mehr auf Gesundheit rechnen, als auf die Kugel. Damit genug für heute. Unter dem Beichen diefer Kundgebungen deutscher Kultur wandern wir ine 20. Jahrhundert! Auch ein Hunnenbrief. baß ein Dorf der Aufständischen in Brand gesteckt worden ist. Mein Bruder, ich erfehe aus Ihrem Briefe mit Vergnügen, remplacifche Büchtigungen find durchaus notwendig. Soffentlich hat man das Dorf von den Soldaten plündern bewohnern verfahren. Das ist Striegsgebrauch, aber es ist auch So muß man mit den aufständischen Land eine Pflicht, welche die Politit vorschreibt." laffen. Der Brief, der heute geschrieben sein fönnte, stammt aus dem Jahre 1806 und rührt von Napoleon I. her. Das war die Parole wider die Boger in Europa! Der Napoleonismus lebt noch in den wächten Europas, er ist nur inzwischen minder genial, dafür aber um so brutaler geworden! auf einen Sonflift mit dem neuen Rangler ankommen laffen ihre dermaligen Bestrebungen und weiteren Wünsche einer eingehenden Nachprüfung zum Jahreswechsel. Die Anmaßung, andre zu meistern, ist nicht immer da am schwächsten, wo die Verpflichtung, den Balfen im eignen Auge nicht über den Splittern in andren zu vergessen, am zivingendsten erscheint." Dies den Agrariern gestellte Bild des Grafen Bülow tann Herr Lenbach getrost topieren. Es ist alles darin: das Schwimmen mit der mittleren Linie und das Schwimmen gegen den Strom, das Weibliche und das Männliche, die Konzilianz und die Tapferfeit fürchten als vor dem Original. der Konflitte. Die Agrarier werden sich vor dem Bilde ebenso " " Zuchthaus- Sehnsucht. Boft" und Kreuz 8eitung" betrachtungen ihre heiße Begierde nach einem Zuchthauskurs der äußern heute à tempo aus Anlaß der socialdemokratischen NeujahrsScharfmacherei. Greifen wir das lebel nur an der Wurzel an und treffen wir scharfe Maßregeln gegen die zersetzenden Einflüsse auf unser Volksleben"- deklamiert die Kreuz- Zeitung", meint aber damit weder die Kanalrebellen, noch die Brotwucherer, noch die Sarmlosen, noch die Stipendiaten der Trinkgeldpolitik, noch die Hunnen, auch nicht die Sanden- Frommen sondern die Aus Thüringen tft einem unfter Mitarbeiter ein Chinabrief Socialdemokratie. übergeben worden, dem folgende Stellen entnommen feien fe. Fromme Treue. Jest soll nun ber fromme Rommerzfenrat Die„ Post", die unfren Neujahrsartikel einen„ paralytischen " Als wir die Thore geöffnet hatten und die andern( deutschen Sanden nicht einmal etwas für die Kirche gethan haben. Seine Dithyrambus" nennt, macht am Schlusse die funkelnagelneue GutSoldaten) alle hereindrangen, da ging die Mezelet tos. Alles Zuwendungen sollen wenig mehr als 20 000 m. betragen haben. deckung, daß die Socialdemokratie fich in letzter Zeit" als Feind wurde niebergemacht, mit Ausnahme von Frauen und Die Frommen sind undankbar und treulos. Vielleicht erklärt sich der Monarchie bekenne, daß sie jetzt" die Manarchie als Inſtitution Kindern. Mitunter trafen wir in einem Haule aber die Differenz zwischen den jezigen und den früheren Angaben, existiert; aber sie unterscheidet sich dadurch von den Freunden der bekämpfe. Gewiß, das thut die Socialdemokratie, seitdem sie fechs Chinesen, te haben wir in eine tet he daß man die thatsächlichen Zuwendungen nach dem heutigen Bost" und„ Kreuz- Zeitung", daß sie die Institution principiell gestellt und dann unseen Spaß gehabt. Kurswert der Grundschuldpapierchen berechnet hat. Denn für lumpige ablehnt, während diese Ordnungsstügen nur so lange der Person einem jeden bas Bajonett so drei, oiecmal 20 000 m. bemüht sich doch der Freiherr v. Mirbach nicht, dem Herrn des Monarchen huldigen, als sie ihren Intereffen nügt, fofort aber in die Brust zu rennen. Als alles niedergemacht war Kirchenrat oder ist Sanden auch das nicht gewesen? den gegen ihn heimtückisch intriguieren oder auch offen agitieren, wenn Next foll nun " Der Kanal Ulf. Die Köln. Voltsztg." stellt fest, daß die Sadje der Kanalvorlage aussichtslos sei; weder die Konservativen noch das Centrum werde für den neuen Entwurf zu haben fein. Das fatholische Blatt schließt sich der Auffassung des Vorwärts" an, daß Die Politik der Regierung will fagen Miquels set, die Stanal vorlage endgültig aus der Welt zu schaffen. Die Regierung fapituliert eben vor dem unbeugsamen Willen " und Frauen und Kinder hinausgetrieben waren, wurde das adel zu verschaffen, was der Kammerherr der Kaiserin übrigens feine Politit ihnen nicht genug Vorteile verschafft. Die ganze Nest in Brand gesteckt. Ich wünschte, einer von Euch hätte bisher eben so wenig bestritten hat, wie die andte Behauptung, daß monarchische Gesinnung der Konservativen iſt ja, wie wir aus bas gesehen. Draußen vor der großen Mauer es ihm gelungen sei, mit Hilfe des dafür mit dem Kommerzienrats- ihren eignen Geständnissen wissen, lediglich eine 8ollfrage. Tagen die Chinesen mit gebrochenen Beinen; titel belohnten, gegenwärtig in Moabit befindlichen Hofbankiers und Für eine Zoll- Differenz von 2, 8 oder 5 M. ist den Junkern und fie hatten flüchten wollen und waren die hohe Mauer hinunter Generalfonfuls Schmidt einen gewissen Millionen- Besiz ohne Verlust Industrie- Freiherren jede Strone feil. gesprungen. Die mußten wir alle erstehen, was mir abzustoßen.g großen Wit machte, denn die Hunde sind nichts andres wert. Diesen Herrn Schmidt sucht übrigens ein gnädiges Berliner Du machst Dir feinen Begriff, was das für ein Kriegführen ist, Lokalblatt ein bißchen ungurechnungsfähig zu machen. Er soll an denn die Boxer haben weiter nichts, als eine Lanze und ein den Folgen einer schweren Operation leiden usw. Man versichert uns Schwert, manche find bewaffnet mit Pfeil und Bogen. Auf 800 Meter im Gegenteil, daß der Herr nie frant, sondern stets sehr gesund gewesen. schießen wir noch alle stehend, freihändig. Du müßteft bloß einmal ein Eine Kopfoperation hatte nicht der Hofbantier, sondern ein Sohn Schlachtfeld sehen, wenn alles vorüber ist, da liegen die Boger von ihm im Jahre 1897 durchzumachen gehabt. Auch Herr Eduard der Junker I umber wie Steine und da geht erst das Stechen to8, denn die Schmidt hat eine intereffante Bergangenheit, er stammt aus einer meisten Hunde verstellen sich blok; sobald einer hinkommt, machen gang armen Familie. Sein Vater war Musiker. Mutter und Die Reichsbank beging am Mittwoch ihr fünfundfie die Augen zu oder drehen sich um, dann bekommen fie noch Schwester verdienten ebenfalls ehrlich ihr Brot, indem sie für ein 3 wanzigjähriges Jubiläum. Zur Feier des Tags fand ein paar Stiche und es ist vorbei mit ihnen. Wenn ich Dir Geschäft Puppenköpfe mit Wachs überzogen. Mit Sanden steckte der Centralausschusses statt. Der Präsident der Reichsbank Dr. Koch alles ausführlich schreiben wollte, würdest Du staunen und hoffent ofbanfiet schon 12 bis 15 Jahren zusammen. Seiner Frau hat schilderte in einer längeren Ansprache die Entwickelung und Belich kann ich's Euch mündlich erzählen, denn in einem er bereits vor drei Jahren ein beträchtliches Vermögen übertragen deutung der Reichsbank. Aus der Versammlung heraus wurden die Soldatenbrief darf man nicht alle Wahrheit schreiben, da- er hat sich also gut vorbereitet. Frau Schmidt verfügt außer Verdienste des Herrn Dr. Koch um die Neichsbank betont. man nicht weiß, wer ihn noch alles lesen thut." dem fiber einen beträchtlichen Grundbesitz. Die Angehörigen dieses Freiwilligen sind ganz berzweifelt über die in dem Brief, der ja noch das Schlimmste zu verschweigen scheint, sich äußernde Verrohung ihres Verwandten. als # Die = Es ist erreicht! Der Vorsigende der Landwirtschaftskammer für die Proving Posen, Major a. D. Endell, von dessen auffälligen finanziellen Manipulationen wir jüngst berichteten, ist nunmehr fein Rittergut Nidrz an die Ansiedelungskommission losgeworden. Dazu hat Breußen nämlich seinen 200 Millionen- Fonds für die Gerniantfierung der Polen, damit mit seiner Hilfe bankrotten deutschen Agrariern auf die Beine geholfen wird. " Wertrauens Auf dem„ segnenden Chriftus", der das Erbbegräbnis der Familie Sanden schmückt, steht die Inschrift:„ Kommt her zu mir, alle die Ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken. Den Hunnenbrief eines Civilisten, dessen Namen bekannt ist, veröffentlicht, wie man uns aus Düsseldorf schreibt, ein Mit diesem Spruch hat wohl auch der Kommerzienrat die Müh dortiges Blatt. Der Schreiber ist der Maler Theodor Nocholl, feligen und Beladenen aufgefordert, sich mit seinen Papieren zu er der bom Kaifer nach China geschickt wurde, um im Quartier quiden. Die Folgen verspüren jetzt Tausende. Ein Webermeister Waldersees Studien zu machen. Der Maler schreibt it. a:: in Nowaves soll über den Verlust seiner in der Grundschuld. Nachdem Herr v. Endell so für seine Person die agrarische Frage beseitigt hat, ist er vom Vorstz der Landwirtschaftstammer Unter uns, am Ostthor, erschallt eine Salve. Unfre bank angelegten Eriparniffe geistesfrant geworden sein. zurückgetreten. Die Deutsche Tageszeitung" widmet aus diesem Pferde stußen nur einen Moment und schnoben die Luft. Ich fromme Frau des heiligen Sanden hat ihr Vermögen im Anlaß ihrem hochverehrten Führer" einen rühmenden Nachruf.fige ab. Da liegen 3 Chineſen( Solpaten, bie Bar Auslande angelegt. Das Amtsgericht in Potsbam ist, wie berichtet tronen entwendeten) nebeneinander Wie die Offiziösen schwindelu! Das Berl. Tageblatt" läßt in der frisch wird, jegt bemüht, wenigstens festzustellen, wo im Inlande fich aus München telegraphieren, der Graf Bülow sei deshalb gefchaufelten Grube. Dicht davor eine Seftton deutscher In Frau Sanden noch Kapitalien hat. Vor einigen Tagen hat sie mit hohen Orden bedacht worden, weil es ihm gelungen, die Gefanteristen. Ste haben ihr 3tet nicht verfehlt. Von an den Vorstand der Werderschen Schützengilde ein Schreiben spanntheit in Bayern und Württemberg gegen die Reichsregierung" neuem treten Hand in Hand 5 Boger in die Grube zwischen die gerichtet, in dem sie ersucht. die fälligen Binjen für zu beseitigen, die unter dem Fürsten Hohenlohe in der Leichen. Lauttos stehen sie da. 2 haben davon sich nachgewiesener eine ihren Namen auf das Grundstück des legten Zeit" eingetreten sei. maßen(?) an der Ermordung der Weisstonare beteiligt. Abermals das Werderschen Schüßenhauses zur ersten Stelle eingetragene Der arme Hohenlohe! Woran der nun plötzlich alles schuld Kommando Feuer". Vornüber stürzen die 5. Ein Körper wirftypothef von 40 000 Mart direkt an sie zu senden. Sanden sein soll. In Wahrheit verhält sich die Sache umgekehrt. Die fich noch einmal hoch. Dann„ Erde drüber. Die 10 Kufis pflegte die guten Sypothekengeschäfte aus eignen Mitteln zu machen Bundesstaaten fühlten sich allerdings wesentlich vernachlässigt, aber fchaufeln ihre Landsleute ein. Die Nachmittagssonne und die ungünstigeren den von ihm geleiteten Banken zu überlaffen. fie schoben die Schuld so wenig der Reichsregierung zu, daß sie viel mehr Fürst Hohenlohe geradezu als den liegt warm über der Mauer und deckt das festgetretene frische So ist es auch bei dem Werderschen Schüßenhause gewesen; mann ihrer Rechte betrachteten und den alten Mann deshalb verGrab der Fanatiker. Ihnen wird bald der Kriegsminister denn seiner Zeit der Vorstand der Gilde bei der anlaßten, jo lauge, wie es irgend ginge, im Amte zu bleiben. Die der Provinz Petschili folgen und noch 20-30.... Preußischen Hypotheken- Aftienbant um Beleihung des Grundstücks jähe Entlassung Hohenlohes verschärfte natürlich den Unmut der Die Gesichter der Einwohner werden täglich nachsuchte, machte Sanden Einwendungen und erklärte sich schließlich Bundesstaaten und deshalb mußte Graf Bülow schleunigst die länger. Dem ersten Eintritt der Offiziere faben ste bereit, die 40 000 W. zu 4 Proz. aus eignen Mitteln herzugeben. Rundreise an den Höfen antreten. Es galt einen Krach zu ver noch so recht übermütig und spöttisch zu. Aber jetzt, wo Vor einigen Monaten ließ der Kommerzienrat dann die Hypothek hüten. die höchsten Mandarinen ihres Lebens nicht mehr sicher auf den Namen seiner Frau umschreiben. Der Fall des Profeffore Neißer in Breslau, der seiner Beit find, hat sich der Spott gar schnell gelegt. Das war in der Presse und im Abgeordnetenhause so viel Aufsehen erregte, Die Enträtselung des innerpolitischen Bülow wird in den wurde am 29. Dezember in Berlin vor dem Disciplinarhof ein intereffanter Ritt von Tientsin hierher. Durch Hoch- Blättern mit rührjamem Eifer betrieben. Dabei schneidet der Herr für nicht richterliche Beamte verhandelt. Prof. Neißer hatte in einer ummauerte Städte. Die Bivouats in Tempelgärten. Von Bogern an- Kanzler trefflich ab Agrarier und Nichtagrarier aller Schattierungen Festschrift im Jahre 1899 in einem wissenschaftlichen Auffaz selbst ergebrannte und zerstörte Städte, von chinesischen Truppen wieder lobpreisen den Grafen Bülow als Besizer der wunderbarsten Fähig- zählt, daß er in der Breslauer Universitätsklinik an Kindern, welche erobert. Abgeschnittene Köpfe an den Stadtthoren und an feiten, der tiefgründigsten Kenntnisse und selbstverständlich der der Klinik zur Heilung von Krankheiten anvertraut waren, Berden Pfeilern zerstörter Brücken... Ein Boger wird uns vor- gefunden Vernunft, ihre der jedesmaligen Verherrlicher-inner- fuche mit Syphilis gift angestellt habe, und hatte geführt aus dem Gefängnis. Der Mandarin würde nichts dagegen politische Wünsche erfüllen zu wollen. Dabei fühlt sich keiner der den Verlauf dieser Versuche eingehend beschrieben. haben, wenn wir ihn erschöffen- aber wir hatten zu ſehen: um so eifriger aber läßt er fogleich wieder den Weihrauch Eltern und ebenso der Kinder vorgenommen worden. Prüfenden seiner Sache sicher aus Furcht, fich morgen schon enttäuscht suche waren ohne Vorwissen und Einwilligung der neige, der ihn am eifrigsten als einen bedeutenden, als einen sehr Plenum des Abgeordnetenhauses zur Sprache gebracht worden war, bedeutenden Mann erklärt hat. wurde eine behördliche Untersuchung angestellt. Es soll sich ergeben Eine der anmutigsten Leistungen dieser Art bietet die Münch. allg. 3tg." Zunächst erklärt das Blatt, man thue dem Grafen 1892 matchen Bersuche fraglicher for eller en Billow bitter Unrecht, wenn man annehme, er habe noch gar kein Jahre 1892 stammen und seitdem von Professor Neißer ähninnerpoliti wegen Verjährung unmöglich war. Es blieb also nug Programm; es wird aufgezählt, wie tiefe Erliche Versuche nicht mehr vorgenommen worden sind. Was die Verfahrungen auch in der inneren Bolitik der Graf in seinen früheren folgung dieser Versuche selbst angeht, so stand damit fest, daß fie Aemtern habe fammeln fönnen. Dann klingt das Lied vom neu die erwähnte Veröffentlichung, die ebenfalls zu Anständen Anlaß aufgelegten Bismard: gab, dem Urteil des Disciplinarhofs vorbehalten. Professor Neißer hat eine Ordnungsstrafe von 300 W. und einen Verweis erhalten. den armen zähnetlappernden Burschen nicht für das, was der Mandarin ihn gerne ausgeben möchte: einen Boger führer... Und weiter geht's, bis ein neues, feffelndes Bild bas vorige verbrängt." et! ist ber tefte te Stitt," feffelbe Bilder" jagen eine ander! Rafael ist der wahre Künstler auf der Höhe der Zeit! Wird der interessante Studien aus dem Feldzug mitbringen! Abgeschnittene Menschenköpfe... Das Waffer muß einem richtigen Hunnenliebhaber förmlich auf der Bunge zusammenlaufen! Bum Künstler gefellt sich ein- Theologe, In der Ostpreußischen Zeitung" schildert ein freiwilliger Krankenpfleger und Predigtamtskandidat Erich Braun, wie man bei der Verladung des Gepäcks vorgeht: „ Das Schlimmste dabei war, bag bet diefer Arbeit mit den Aulis alles nervös wurde. Da wurde geschimpft. ge= wettert und mit dem Knüttel breingeschlagen. So ungern man zu diesem Mittel greifen wird, es hilft nicht, mit der Gee sellschaft ist anders kaum fertig zu werden." Daß aber die Kulis auch nicht ihren Lebenszweck einsehen, den eindringenden Hunnen das Gepäd zu schleppen! Ueber sein tägliches Arbeitspensum berichtet ein Chinafrieger aus der Provinz Posen: 2 oder 3 Chinesen werden alle Tage totgeschlagen und in den Beiho geworfen." Aus einem Brief, den die Erfurter„ Tribüne" mitteilt: Widerseht sich ein Chinese, so wird er vor den andern erschoffen, damit die andern Furcht bekommen, bor die Germany wie sie uns Deutsche nennen haben Sie die größte Furcht auch vor den Russen tommt aber ein Japaner, so mus erst Der Deutsche mit zwischen schlagen, dresche bekommen die Chinesen wie die Maulthire... In Befing haben Russen Japaner und Deutsche mächtig geplündert Seibe Geld Uhren und andre Wertsachen, am meisten die..."( der Saz ist nicht wiederzugeben, weil er schwerste Beschuldigungen enthält.) Bom Plündern erzählt auch ein lieber Neffe seinem Onfel und feiner Tante in einem Briefe aus Pefing vom 10. Oktober, den die Leipziger Voltszeitung" bringt: " Von Tientsin bis Peking hier haben wir schon schwer ge: raubt und geblündert alles was nicht nit und Nagel fest war wurde niedergebranndt und die Borer alle erschossen und erstochen." Aus Tientsin, 28. Oktober, schreibt ein Khaki Mann: „ Die Chinesen waren am Tage zuvor teils verschwunden, teils geflohen. Etliche waren jedoch zurückgeblieben. Einige wurden " Er würde aber seine ganze politische Herkunft als ein aus der Bismardichen Schule hervorgegangener Realpolitiker mit langen und vielseitig geprüften Erfahrungen verleugnen, wenn er nicht in erster Linie sowohl in wirtschafts. wie in focialpolitischer Beziehung die mittlere Linie zu gewinnen mit allen Kräften bemüht fein möchte. Es ist nicht wahrscheinlich, daß er sich in dieser Beziehung allzusehen auf die Bemühungen von intereffierter Seite, ihm das Parallegramm der Kräfte an die Hand zu geben, in dem er bloß die Diagonale zu ziehen haben würde, verlassen werde. Er wird vielmehr selbst prüfen und das wählen, war er in Abwägung der gesamten vaterländischen Interessen für das beste hält. Diese Ver Das Befinden des Großherzogs von Sachsen- Weimar ist derart. daß die Katastrophe in nächster Zeit erwartet wird. Aus dem Lande des Ochsenkopfs und des ritterschaftlichen Junkerregiments wird berichtet, daß die dortigen Junker die Absicht der Regierung, zum Zwecke einer Reform des rückständigen ritterschaftlichen Seminars in Lübtheen eine drei flaffige Präparandenanstalt zu errichten, dadurch durchkreuzt haben, daß sie nur zwei Bräparandenklassen bewilligten. Nach der„ Meckl. 8tg." hielten Kommission und Ritterschaft Mit dem heute zu Grabe getragenen Feldmarschall Blumen: zweijährige Seminarzeit allein für ausreichend zur Vorbereitung auf eine Präparandenanstalt überhaupt für überflüssig und eine that wird Graf Bülow der Meinung sein und bleiben, daß den ritterschaftlichen Schuldienst. Diefer Schuldienst sei nämlich ein Schlachten nicht nur vorher bedacht werden wollen, sondern auch besonderer und eigenartiger. Es sei den Kindern der Eingefeffenen unter Umständen aus dem Sattel gewonnen werden müssen. nur das Verständnis des göttlichen Waters zu er Er wird also fich auffein Programm nicht feftnageln öffnen und neben einigem beschräntten wiffen Iassen. Seiner ganzen Natur aber, die bei aller Ron= zilianz nichts weniger als eine weichliche oder im Zeien. Schreiben und Rechnen zu übermitteln. a Iz bom engeren und weiteren Vaterlande nur so viel Kenntniffe weibliche, sondern im Gegenteil eine männliche und fie später im Hofdienst brauchten. Die medlenburgische starte ist, wird es widersprechen, wenn sich die Annahme feft- Schulzeitung bemerkt bitter dazu: Nicht zukünftige Bürger des feste, er scheue fich, einen Konflikt auf sich zu nehmen. Die An Deutschen Reichs hat danach die ritterschaftliche Schule heranzus schauung, daß die Regierung der Personen kommen müsse, hat sich bilden, sondern nur zukünftige ritterschaftliche Tageseit Jahr und Tag bei mehr als einer Partei fefter gefegt als löhner." es im bestverstandenen Interesse des Vaterlands eriprießlich ist. Wenn früher oder später sich eine derartige Annahme als Der Württembergische Landtag wird auf den 15. Januar irrig erweisen sollte, so wird man damit rechnen dürfen, einberufen. In der Einberufungsurkunde findet sich die veraltete daß der Reichskanzler und Ministerpräsident Graf Bülow einen Formel, der Stönig befehle, daß die Mitglieder der beiden ihm ettva aufgedrungenen inneren Stampf mit großer Stammern sich an dem betreffenden Tage in Stuttgart einfinden und Energie und Rüdsichtslosigkeit, aber auch unter sich bei dem ständischen Ausschuß legitimieren. Festhalten des Bismardichen Standpunkts durchführen werde, daß Konflikte nicht dazu da sind, um zu Gefallene Offiziere. In der deutschen Armee wurden seit einer bauernden Institution ausgebildet zu werden. 15. November pensioniect: 2 Generallieutenants, 4 Generalmajore, Vielleicht unterziehen verschiedene Parteien, bevor sie es 4 Oberste, 3 Oberstlieutenants, 12 Majore, 34 Hauptleute, 7 Ober UeutencmtS, 9 Lieutenants, Summe 75 Offiziere. Kosten pro Jahr ea.»Z7 000 M. Ohne Pension wurden verabschiedet: 4 preußische Lieutenants. Ausgeschieden sind 8 preußische Lieutenants, so daß der Gesamt- abgang an Offizieren in den letzten k Wochen 87 beträgt. Von den Pensionierten treffen auf Preußen 8 Generallieutenants, 2 Generalmajore, 4 Oberste, 3 Oberst- lientenantS, 9 Majore, 28 Hauptleute, B Oberlieutenants, 8 Lieutenants l Summe 61); auf Bayern 2 Generalmajore, 1 Major, 4 Hauptleute, 1 Oberlieutenant(Summe 8); auf Sachsen 2 Majore, 1 Oberlieutenant(Summe 3); auf Württemberg 2 Hauptleute, 1 Lieutenant(Summe 3). Was nun die im Laufe deS JahrS 1900 stattgehabten Verabschiedungen anbelangt, so ist folgendes zu konstatieren: Pensioniert wurden in diesem Zeitraum 014 Offiziere gegen 548 im Vorjahre. Hiervon treffen auf Preußen 516 gegen 393 ini Vorjahre; auf Bayern 72(gegen 92 im V.); auf Sachsen 31(gegen 34 im V.); auf Württemberg 25(gegen 29 im SB.). Ohne Pension wurden verabschiedet bezw. sind ausgeschieden 164 Oberlieutenants und Lieutenants(gegen 152 im V.). Auf Preußen treffen hier 156(gegen 143 im V.); auf Bay ern 1 (ebenso im SB.); auf Sachsen 3(gegen 4 im V.); auf Württem- b e r g 4(ebenso im V.). Der Gesamtabgang an Offizieren beläuft sich somit im Jahre 1900 auf 808 gegen 700 im Vorjahre. Aus den obigen Zahlen ergiebt sich, daß die Verabschiedungen in Bayern, Sachsen und Württemberg abgenommen, in Preußen aber sich rapid vermehrt haben. Und dies trotz der China-Expedition, durch die der aktiven Armee rund 550 Offiziere entnommen wurden. Zum Schluß bringen wir noch eine Statistik, welche über die in den einzelnen Chargen stattgehabten Pensionierungen Anfschlnß giebt. Bei dieser Gelegenheit wird es sich zeigen, daß das heutige Verabschiedungssystem namentlich unter den höheren Offizieren bedeutend mehr auf- räumt als ein Krieg, also ein solcher für das Avance- ment gar kein Gewinn wäre. Es wurden im Jahre 1900 pensioniert: 1 General der Infanterie, 25 GcnerallieutenantS, 43 Generalmajore, 56 Oberste. 29 Oberstlieutenants, 143 Majore, 218 Hanptleute, 63 Oberlieutenants, 61 Lieutenants. Somit erhielten in einem Jahre 69 Generäle und 233 Stabs- Offiziere den Abschied. Auch der erbittertste Krieg könnte nicht so wüten. Die Republik als monarchischer Geldschrank. Die«New Dorker StaatSzeitung" teilt mit: «Europas gekrönte Häupter mögen uns gesinnungSgetreue Republikaner nicht leiden können, aber unsre Aktien kaufen sie gern. Daß wir aller Welt schulden, weiß man; daß.alle Welt* auch eine ganze Reihe von Majestäten und königlichen Hoheiten ein- schließt, wissen wohl nur wenige. Zum Beispiel hat Königin Victoria beträchtliche Kapitalien auf dieser Seite des Ocean» angelegt. Ost, wenn ich auf dem Wege zur Staken Island- Fähre am Bowling Green-Gebäude vorllberschritt, habe ich, an dem riesigen.Wolkenkratzer" hinaufsehend, über die seltsame Verkettung der Umstände nachgedacht, die es bewirkt, daß der Norddeutsche Lloyd die HauShaltungskosien im Schlosse zu Windsor bezahlen Hilst. Aber die Anlagen der Königin in New Iorler Grundeigentum sind noch weit ausgedehnter. Sie sollen sich insgesamt auf 6 0000 000 Dollar belaufen, und dazu kommen noch 2 bis 3 Millionen in amerikanischen Bahnwerten. Wir bezahlen der englischen Herrscherin jährlich an die 400 000 Dollar Zinsen. Sie ist notorisch eine gute Wirtin, und diese acht oder neun Millionen Dollar, die sie uns geliehen, sind das beste Kompliment, das sie unsrer Finaiizkraft und Kreditfähigkeit hätte machen können. Auch ihr Sohn, der Prinz von Wales, hält unS für gute Zahler. Er hat etwa 5 Millionen Dollar in den Vereinigten Staate» nwestiert, aber während seine Frau Mutter nur Grundeigentum und Eisenbahnwerte kauft, nennt er auch beträckitliche Posten von In- dustriepapieren sein Eigentum. American Steel u. Wire, Tcnessee Coal u. Jron, American Sugar Refinerh z. B. sind Werte, in denen er besonders interessiert ist. Der Herzog von Uork und andre Mit- glieder des englichen Herrscherhauses zählen ebenfalls zu unsren Gläubigern. Vom deutschen Kaiser läßt sich dasselbesagen. Seine amerikanischen Anlagen bezifferten sich früher sogar auf 7 Millionen Dollar, doch find es zur Zeit nur noch 3 Millionen Dollar. Aber auch so zahlen wir ihm noch jährlich 150 000 Dollar Zinsen, und zwar sind eS namentlich Eisenbahnen wie Lonisville und Nashville, Atchison, Topeka und Santa Fs, Union Pacific, Southern Pacific, Missouri Pacific und Illinois Central, die dazu beisteuern. Die deutsche Kaiserin hat un« 500 000 Dollar geliehen. Was sonst von Mitgliedern der Kaiserfamilie in unsren Staaten angelegt worden, soll sich insgesamt auf 4 000000 Dollar belaufen. Der Zar hält eS vornehmlich mit Pennsylvania R. R., New Dork Central R. R., Northern Pacific, Canadian Pacific und New Jersey Central; � er hat Aktien dieser Bahnen in Höhe von 6 000000 Dollar in seinem Besitz, und sein Jahreseinkommen wird dadurch um volle 500 000 Dollar vermehrt. Die Ex-Kaiserin Eugenie hatte hier mal 10 000 000 Dollar investiert, und die königliche Familre von Spanien hat noch heute 2 000 000 Dollar in amerikanischen Werten. Die Regenten Belgiens. Dänemarks. Italiens und Griechen- landS, selbst der Schah von Persicn und der Sultan von der Türkei find unsre Gläubiger.— Ausland. Bei dem NeujahrSempfang des diplomatischen Corps im Elyfee hielt der N u n t i u s L o r e n z e I l i eine Ansprache an den Präsidenten Loubet. Er gab den Wünschen des diplomatischen Corps für den Präsidenten und für Frankreich Ausdruck, ge- dachte sodann der glänzenden Kundgebung der Völker zu Paris, die das 19. Jahrhundert abgeschlossen, gab dem Wunsch Ausdruck, daß die Bande der Brüderlichkeit unter den Völker» sich festigen und die Ideen der Gerechtigkeit, Eintracht und Nächstenliebe sich immer Iveiter über die ganze Welt hin ausbreiten möge», und schloß mit folgenden Worten:«Dem Auge des Menschen ist eS nicht gegeben, die Geschichte des neuen' Jahrhunderts voraus- zusehen und die künftige Bilanz desselben zu erraten. Angesichts dieser den Geist beunruhigenden Ungewißheit fühlen der philo- sophische und der religiöse Gedanke das Bedürfnis, sich im Ver« trauen und Gebet zu Gott zu erheben, der das Schicksal der Völker in seinen Händen hält und den Wandel der Zeiten lentt." Präsident L o u b e �konstatierte in seiner Erwiderung zunächst die SBerwirklichung der für den Erfolg der Weltausstellung von dem Nuntius vor einem Jahre geäußerten Wünsche, die der hingebenden Mit« Wirkung der Staaten, deren Vertreter den RuntiuS heute umgäben, zuzuschreiben sei. Mit tiefen Gefühlen der Dankbarkeit gedenke er des herrlichen Schauspiels, dessen Stätte Paris gewesen zu sein stolz sei. Er hoffe, diese Kundgebung der Völker werde der Aus- breilung der führenden Ideen der Menschheit förderlich sein. Sei denn nicht schon das Einvernehmen, welches die Waffen und die Diplomatie der Völker fast des ganzen Erdballs gerade jetzt in O st a s i e n verbinde, ein Zeichen des Gefühls der Hingabe der Nationen an die höheren Interessen der Clvili- sation? Solche Zeugvisse der Solidarität gäben das Recht, von dem Jahrhundert, deffen Anbrechen wir begrüßen, die Wohl- thaten zu erwarten, die die Worte des Nuntius uns von demselben erhoffen ließen. Wenn die Menschheit ihren Glauben an den Fortschritt der Civilisation und den Sieg der Humanität auf das Einvernehmen der Mächte in Ostasien und deren dortige civilisatorische Thätigkeit bauen müßte, stünde eS schlimm um sie. Diesen Hinweis hätte Loubet sich wirklich sparen sollen.— Oestreich-Ungarn. StaatSstretchgrrüchte. Aus Wien wird berichtet: Großes Aufsehen macht eine politische Neujahrsüberraschung des«Neuen Wiener Journals". Das Blatt teilt mit, daß die Regierung für den Fall abermaliger Arbeitsunfähigkeit des Neichsrats einen Staatsstreich vlant und beabsichtigt, mit dem Herrenhaus allein zu regieren. Die Herrenhaus- Mitglieder Geheimrat SBaron Helfert, der berühmte Strafrechts-Lehrer Professor Lammasch und der Reichsrats-Abgeordnete Max Menger bestätigen mit ihrem vollen Namen im„Neuen Wiener Journal" die Richtigkeit dieser Mitteilung. Professor Lammasch sagt, daß sogar schon Vorverhandlungen mit dem Herrenhaus ge- führt würden, und in einer der ersten HerrenhanS-Sitzungen dieses Projekt diskutiert werden dürfte.— Dänemark. Vom Militarismus. Ueber eine merkwürdige Zusammenkunft von Offizieren und Mitgliedem der Linken berichtet unser Kopen- haganer Bruderorgan. Der Zweck dieser geheimen Versammlung, die in einem abgelegenen Ort auf Fünen stattfand, war, dem Militarismus mehr Einfluß und Ansehen zu verschaffen und vor allem größere Geldbewilligungen seitens des Reichstags durchzusetzen. Alle Offiziere sprachen ihr Mißtrauen gegen das gegen- wärtige Ministerium aus und erklärten, daß weder vom Kriegs- minister Schnack noch vom M a r i n e in i n i st e r Middelboe etwas für die Landesverteidigung zu erwarten sei. Kur ein nationales Liiiken-Ministerium, das' gleich unabhängig vom Radika- lismus wie vom SocialiSmuS sein müsse, könne die Frage der Landesverteidigung lösen. Wie man sieht, handelt eS sich hier um eine Art Verickiwöning der Offiziere gegen ihre höchsten Vorgesetzten. Daß diese Sache an die Oeffentlichkeit gekommen ist, ist felbstverständlich ihnen ebenso unangenehm, wie den Herren Demokraten.— England. Englische Frenndschaftöbeteurungen.«Daily Telegraph" kommt in seinen Neujahröbetracktungen über das Verhältnis zwischen England und Deutschland zu folgendem Ergebnis: „Die nicht wegzuleugnende Tbatfache, daß der industrielle fortfchritt Deutschlands nur gegenüber dem mistigen an zweiter telle steht, zeigt, daß ein SBruch zwischen den beiden p r o d u k t i v st e n Nationen, die sich hinsichtlich ihrer socialen Bedürfnisse und der ihnen drohenden auswärtigen Ge- fahren immer ähnlicher werden, das größte Unglück sein würde, welches Europa treffen könnte." Der Standpunkt, daß die ökonomisch vorgeschrittensten Staaten, statt sich als Rivalen zu bekänipfen, in friedlichem Wettbewerb mit einander ringen sollten, ist ein ganz vernünftiger. Wir haben denn auch ganz von diesem Standpunkt aus die deutsche Flottenpolitik, die noch im Frühjahr des soeben erst verflossenen letzten Jahrs ihre Spitze gegen England richtete, mit aller Entschiedenheit bekämpft. Ebenso entschieden freilich legen wir dagegen Verwahrung ein, daß Deutschland um der englischen Freundschaft willen sich zum Haus- knecht und Prcllbock Englands gebrancven läßt, eine Rolle, zu der die stets in Extremen sich bewegende Politik des allerneuesten Kurses Deutschland ausersehcn zu haben scheint.— Asien. Von der afghanischen Grenze gelangen wieder einmal be- unrnhigende Nachrichten in die englische Presse.«Sunday Special" erfährt, daß 3000 Mann nissischer Trnppen von Batnm nach der Grenze von Afghanistan gesandt worden seien, die die Vorhut einer 26 000 Mann und 7000 Pferde starken Truppenniacht bildeten, die zur Verstärkung der russischen Streitkräfte ini östliche» Turlestan bc- stimmt seien. Wahrscheinlich werde Rußland die Truppensendungen damit niotivieren. daß diese Trnppeusendimgcn durch die Ent- sendungen in Mittelasien stationierter Truppen nach China notwendig geworden seien. Es sei jedoch im indischen Kriegsamte bekannt, daß die russischen Besatzungen in Mulel- asien gegenwärtig ihre normale Stärke überstiegen. Auch sei zu be- merken, daß der Emir von Afghanistan es unterlassen habe, einen Vertreter zur Begrüßung zu entsrNden, als der Vicekönig von Indien, Lord Curzen. bei seiner jüngsten Rundreise dnrch Nordwcstindien die afghanische Grenze berührt habe. Der Emir von Afghanistan führte unlängst bittere Klage darüber, daß es England an der nötigen Stärkung seiner durch Rußlands un- aushörliches Vordringen gefährdeten Position fehlen lasse.— Afrika. Die Lage in Südafrika wird von der englischen Presse sehr pessimistisch beurteilt. Sie stellt fest, daß der Einfall der Boeren in die Kapkolonie einen fast allgemeinen Aufstand hervor- gmifen hat. Vielfach giebt man dem Gedanken Ausdruck, daß England klug handelte, wenn es mit den Boeren in Friedens- Unterhandlungen eintrete. Wenn Friedensangebote einen bcfferen Erfolg haben sollten, als die englischen Waffen, müßten sie freilich den Boeren sehr weit- gehende Zugeständnisse machen, Die englischen versuche, die Boeren aus der Kap- kolonie zu vertreiben, sind bisher völlig ergebnislos ge- blieben. Die Boeren, die die„Daily Mail" nach einer Meldung auS Kapstadt bereits auf 5000 Mann schätzt — die Schätzung, die die Tausende der zu den Boeren über- gegangenen Kapholländer unberücksichtigt läßt, ist wohl viel zu niedrig— haben im Gegenteil noch Verstärkungen ans dem Freistaat erhalten. Während einzelne Kommandos das Land durchziehen und— so bei Standerton. Ros- m e a d und Sherborne— Eisenbahnzüge abfangen und Bahnlinien zerstören, ist eine starke Abteilung weiter nach Süden vorgedrungen, wo sie Middelburg bereits hinter sich gelassen hat. Bei R o s m e a d. wo ein Zug zum Ent- gleisen gebracht wurde, wurden 60 Mann Kolonialtruppen gefangen genommen. Zwei weitere starke Boerenabteilungen befinden sich auf dem Marsche nach Southerland und C r a d o ck. Daß die eng- lischen Truppen all diesen Märschen Schwierigkeiten bereiteten, wird nicht gemeldet. Daß England mit seinen Truppen augenscheinlich nichts gegen die Boeren auszurichten vermag, beweist folgende Meldung aus Kapstadt: Die Regierung richtete in 27 Distrikten der Kap- kolonie mit Einschluß von Kapstadt an die treu- gebliebenen Unterthanen einen Aufruf, in welchem dieselben aufgefordert werden, durch Bildung eine? be- foldeten Trnppenkörpers bei der Zurückwerfung der in die Kolonie eingedrungenen Boeren mitzuwirken. In dem Aufruf wird weiter mitgeteilt, daß die Boeren südlich von Middel- bürg in die Kolonie eindrangen. ES ist freilich kaum anzunehmen, daß England auf diesem Wege des Aufstands in der Kapkolonie Herr werden könnte. Während Lord K i t ch e n e r dergestalt in der bösesten Klemme sitzt, ist Lord Roberts glücklich in England angekommen, Sein Empfang wird kaum allzu enthusiasmiert ausfallen. Daß auch die Engländer Gefangene freilassen, ist die neueste Ueberraschung. die der an Ueberraschungen so reiche Feldzug bereitet. Nach einer Depesche Lord Kitcheners ans Pretoria vom 30. Dezember meldete General Knox, er folge De-Wet auf dem Fuße und habe einige Pferde und fünf Wagen mit Munition erbeutet. Knox habe 76 Mann, die gezivungen unter De-Wet mitgefochten hatten und in seine Hände gerat.en waren, freigelassen. Diese englische Großmut, die von den früheren Gepflogenheiten so grell absticht, muß gerechtes Staunen hervorrufen. Gedenkt man jetzt die Boeren durch besondre Milde abtrünnig zu machen? Oder befindet sich in dem Telegramm ein Druckfehler, so daß es heißen müßte: De-Wet folgt Knox auf dem Fuße? Diese Lesart würde die Freilassung der Gefangenen entschieden erklärlicher erscheinen lassen.— Australien. Der australische Staatenbund hat nunmehr durch einen großen Festakt in Sydney seine Krönung gefunden. Auch Neu- seeland, das sicki dem Bunde einstweilen noch nicht angeschloffen hat, wird sich voraussichtlich in nicht allzu ferner Zeit dem Staaten- bund anschließen. Zum ersten Generalgouvernenr ist Graf H o p e t o w n, der 1839—1895 Gouverneur von Pretoria war, mit 200 000 M. Gehalt ernannt worden.— Das Schwindelgevände. Der Hypothekenklüngel besteht aus folgenden Firmen: 1. Preußische Hypotheken- Aktienbank.(21 Millionen Mie». 272 Millionen Pfandbriefumlanf.) 2. Deutsche Grnndschuldbank.(Aktienkapital: 10 Millionen. Obligationen: 94 Millionen. Diese beiden Institute bilden den Stock des Klüngels.) 3. Aktiengesellschaft für Grundbesitz und Hhpothekenverkehr. (Aktienkapital: 4 Millionen, davon aber nur 226 000 im Privatbesitz) (Ivo?), 2 Millionen im Besitz der Grnndschuldbank, 1784 000 beider Hypothekenbank. Diese Gesellschaft, bei der Herr Ed. Schmidt der Regent und Herr Mnnckel im AufsichtSrat war. hat die meisten Gelder der notleidenden Banken festgelegt und verschlungen. Sie besitzt die großen Terrains in Stettin und 71 Grundstücke in Berlin. Der AnfsichtSratsposten bei dieser Gesellschaft dürfte Herrn Munckel die materielle Grundlage seiner Existenz kosten. 4. Neue Berliner Baugesellschaft(Aktienkapital 1 Million, davon 772 000 im Besitz der Firma unter 3, der ganze Rest im Besitz von Otto Sanden, eines Verwandten des KommerzienratS Ed. Sauden. Diese Gesellschaft ist seit Ende 1899 zu einer Reihe von schwindelhaften Scheingeschäften mit der Grnndschuldbank vorgeschoben worden; insbesondere sind W* Millionen G efä lligk'eits Hypotheken zu Gunsten der Grnnbschnld- bank ausgestellt und von dieser zur Deckung ihrer umlaufenden Obligationen benutzt worden. Im Aufsichtsrat der Ballgesellschaft sitzt auch Herr Haenschke, der mit Otto Sauden den Vorstand der unter 3 genannten Gesellschaften bildet.) 5. Grnnderiverbs-Gesellschaft für Berlin und Vororte G. m. b. H.(400 000 M. Kapital, je zur Hälfte den verhafteten Direktoren Ed. Sanden und Pnchmüller gehörig.) 6. Märkisctier Jnnnobilien-Vcrcin(300 000 M. Kapital, deffen Eigentum der Firma uiiter 7 zusteht.) 7. Kreditgesellschaft für Industrie und Grundbesitz.(50 000 M. Kapital; 30 000 Otto Sanden. 20 000 Franz Tippel gehörig.) Außer diesen Gesellschaften vermehren den Klüngel zwei .Konsortial-Komen" in den Büchern der Grundschuldbank. Hinter diesen Konten verbergen sich die persönlichen Eingriffe von Sanden in das Eigentum der Bank. Sanden will nicht sagen, wer etwa sonst noch mit hinter dem anonymen Konsortium steckt; an» einigen Bucknmgen gebt aber hervor, daß Sanden sich aus diesem Conto 318 926.20 M. hat auszahlen lassen und an Baron Cohn 114 373,60 M. daraus gutgeschrieben sind. Um die Vcrivirrnngen heillos zu machen, kommt ferner der Generalkonsul Schmidt mit seiner Firma Anhalt u. Wagener, der die Hypothekenbank um etwa 15 Millionen erleichtert hat, und die gleichfalls bankrotte Firma Pezold u. Co., bei der 13�5 Millionen hängen. Alle diese Firmen. Konten und Gesellschaften bildeten einen großen Klüngel, unter denen Scheingeschäfte, leere Schcinbuchungen und Schiebniigen nach jetveiligem Belieben der Herren Sanden und Ed. Schmidt vollzogen wurden. Ed. Sanden war Direktor der beiden Banken, AufsichtSrat bei der Firma 3, Geschäftsführer bei 5; Heinr. Schmidt ebenfalls Direktor der beide» Bänke». Ed. Schmidt Vorsitzender des AufsichtSratS beider Banken und der Firma 3. u. f. m. Diesen ganzen Klüngel händbablen die beiden Eduard, Schmidt und Sanden; sie sind offenbar die Hoiiptverantwortlichcn und Regisseure des Schwindel», Ed. Schmidt wnbricheinlich der Voranstifter, der vielleicht als mildernden Umstand für sich in Anspruch nehmen wird, daß er zuerst durch Finanzbeziebnngen z u vornehmen Kreisen in SBerlegenheit gebracht worden sei. Seit Ende 1896 mindestens ist die Bilanz der Hhpo- thekenbank verschleiert und gefälscht worden. Dieser Schwindel wurde nötig, weil die Z i n S e i n g ä n g e nicht mehr hinreichten zur Deckung der ZinSausgaben. Die von den Ab- legetgesellschaften erworbenen Grundstücke gaben keine Barerträge. auch die auf Ed. Schmidts Beranlassung bei Anhalt u. Wagner und Pezold festgelegten Millionen nicht. So mußten Fälschungen und Ber- schleierungen aushelfen, um den Bankrott zu vertuschen. Dazu ist direkter Betrug gekommen— vergl. oben unter 7— besonders auch durch Ed. Schmidt. Die Fäden des Klüngels sind schließlich so verwirrt, daß noch Monate dazu gehören werden, alles aufzuhellen. Als die Geldverlegenheiten groß wurden, sind Verpfändungen und andre Mittel angewandt worden, ohne daß man darüber Buchungen vornahm. So lagern Vermögensstücke in Leipzig und Breslau, ohne daß man sicher weiß, wofür sie haften und auS welchem Grunde. Die Firma G. von Pachalis Enkel in Breslau, deren Teilhaber AufsichtSratsmttglied der Grnndschuldbank war, pflegte in Breslau Bangelder vorzulegen, wenn die Bank dort Grund- stücke belieh. Pachalis Enkel hat neuerdings darauf hin Hypotheken- inslrumente in hohen Beträgen der Bank entnommen und schuldet der letzteren eine erhebliche Summe. Die Buch- und Bilanzfälschungen stiegen natürlich von Jahr zu Jahr. Ende 1899 sind in der Bilanz die Gläubiger im laufenden Verkehr(also abgesehen von den Pfandbrief-Glänbigern) nur mit dem achten Teil ihrer wirklichen Forderungen angegeben. Endlich mußten auch die Hhpothekenzahlen gefälscht werden. In der Ende Oktober v. I. gezogenen Bilanz war eine Uebcrdeckung von 11 142825,18 M. herausgerechnet. Thatsächlich überstiegen die Pfandbriefe um beinahe 2 Millionen die zu ihrer Deckung vorhandenen Hypotheken. Dabei hatten die Treuhänder noch am 22. Oktober erklärt, daß die Deckung ungefähr 3 Millionen höher sei, als der Pfandbrief-Umlanf. Das Gebäude des Schwindels stürzte zusammen, als in der zweiten Hälfte de? Oktober große Pfandbriefbeträge aus der Erbmasse Cohn- Deffau auf den Markt kamen und die Hypothekenbank diese nicht „hereinnehmen" konnte. Die Angriffe der„Franks. Ztg.", die seit August erfolgt sind, hatten der Bank anscheinend nichts vermocht. Erst als das Bargeld ausging, war die Puste weg. Die Verantwortlichen. Für die Gläubiger der Grnndschuldbank kommen, wie wir schon darlegten, in erster Linie in Betracht: die Hypothekenbank, die 41 Millionen veruntreute� gute Hypotheken wieder herausgeben muß, wenn nicht die bestellte Vertretung der Grundschuld- Obli- gationen sich mit einem ungünstigen Vergleich hineinlegen läßt; die Erben des Baron Cohn und die übrigen Aufsichtsräte von jetzt und früher. In dieser Hinsicht scheint eine unverantwortliche Rücksicht genommen zn werden. Die mobilen Bermögensstücke können bald verschleppt iverden. Die schon bekannten Bilanzmängel und Fälschungen genügen weitaus, um eine nach vielen Millionen rechnende Haftbarkeit der Aufsichtsräte zu konstruieren. Es ist nicht die geringste Zeit zu verlieren, um die haftbaren Vermögen zu sichern, was sofort mit den Schritten gegen die Direktoren auch gegen die Aufsichtsräte hätte geschehen sollen. „Verhandlungen" mit den Erben des Baron Cohn wurden am Sonnabend bestritten; unter der Hand erhält sich aber das Gerücht. daß die Erben sich abzufinden wünschen. Weil die Aufsichtsräte für einander einstehen müssen, würde die von den Erben des Baron Cohn z» beanspruchende Summe zu einer ungeheueren Höhe steigen können. Schon aus diesem Grunde wäre ein Arrest ans daö ganze Cohnsche Vermögen durchzusetzen. Die bestellten Ver tretungen versprechen in dieser Hinsicht„Energie", rühmen sich derselben sogar, und Herr Justizrat Kempner versicherte mit der ihm eignen Fähigkeit zur überzeugenden Nachdrücklichkeit, daß das Cohnsche Vernrögen gefaßt werden solle, wo und wie es zu fassen sei. G e schehen ist aber noch nichts, wie denn überhaupt die euer- gischen Maßregeln in diesen Vorgängen etwas reichlich viel Zeit beanspruchen; Worte haben keinerlei Wert für die Geprellten. Der Plan der Deutschen Bank. Als die Deutsche Bank mit ihren hohen Verbündeten sich der Sache bemächtigte, weigerte sich ihres„TreuhandZesellschaft", die Ver tretung auch der Grundschuldbank-Jnteressenten zu übernehmen; nur für die Hypothekenbank-Pfandbriefe wurde eine Schutzvereinigung gegründet; die Vertretung der Grundschuld-Jnteressen wurde mit der Begründung abgelehnt, daß sie mit den Hhpothckenbank-Jnteressen in Streit geraten dürfte. Wie sehr sich dieser Konflikt inzwischen verwirflicht hat, haben wir gezeigt. Die Gruppe der Deutschen Bank hatte sich bereit erklärt„vor- s ch u ß w e i se" die Januar fälligen Zinsen für die Hypotheken dank zu zahlen, nicht aber für die Grundschuldbank. Offenbar wollte man diese zuerst dem Konkurs überlassen. Auffällig erscheint es, daß im letzten Augenblick zu der Vertretung der Obli- gationen am Sonnabend etwa 4l) Millionen angemeldet sind und so eine beschlußfähige �-Vertretung zu stände gekommen ist. Wie voll- ständig Herr Justizrat Kempner, der in einer früheren Versammlung Vertrauensmann der Deutschen Bank war, die Versammelten am Sonnabend leitete, haben wir erwähnt. Da die„Deutsche Bank" außerdem die Mehrheit der angemeldeten Obligationen vertrat, so hat sie thatsächlich die Leitung der Grundschuldbank in ihre Hand genommen, mit der früher ihre Treuhandgesellschaft nichts zu thun haben wollte, weil es doch nicht passend und wohlgethan sei, zwei Parteien zu vertreten. Die Bank vertritt diese nun so, daß sie von der Grundschuld- dank die Liquidation verlangt. Wenn alle Rechtsansprüche ausgetragen werden, ist aber die Hypothekenbank viel bankrotter als die Grnndschuldbank. Ausschlag- gebend ist für die Deutsche Bank-Grnppe offenbar, daß die Hypothekenbank das größere Objekt ist. Das giebt aber kein Recht, die kleinere Grundschuldbank und deren Gläubiger zu Gunsten der Hypothekenbank einzuspannen. Wie dem aber auch sei— die Versammelten am Sonnabend haben ihre Interessen einer Gruppe anvertraut, die früher zugestanden hat, daß sie selber die von ihr vertretenen Hypothekenbanken-Jnteressen als entgegengesetzte ansieht. Nur die allergrößten Kälber usw. Der Plan geht offenbar dahin: die Grnndschuldbank soll liquidieren; wegen der 41 Millionen wird ein Vergleich abgeschlossen; die Grundschuld- Obligationen erhalten 7» Prozent ihrer Minimalforderungen, oder vielmehr in entsprechendem Betrage neue Pfandbriefe der Hypothekenbank; die schlechten Hypotheken werden abgestoßen, die übrigen auf die Hypothekenbank übernommen; allen Pfandbriefinhabern wird eine Zinsherabsetzung oder Zusammen- legung zugemutet; die Aktionäre der Grundschuldbank erhalten auch eine„bescheidene Quote", etwa auf drei Aktien eine Aktie der Hypothekenbank. Auf dieser oder einer ähnliche» Grundlage wird die letztere rekonstruiert. Diese Richtung deS Plans konnte man schon erkennen, als vor ein paar Wochen die Aktien der Banken stiegen, während die Pfand- briefe kein Mensch wollte. Der Plan mag einer geschäftlichen Betrachtung sehr zu- sagen: aber er wird rechtlich auf Kosten der Grundschuld- Obligationen vollzogen, die zu vertreten die Deutsche Bank sich anheischig gemacht hat. Gerade die Grundschuld-Obligationen sind aber in den letzten Jahren gegen die berüchtigten 2 Prozent ExtraKommission in der Provinz kleineren Leuten aufgehalst; in kleineren Städten sind Beträge von einer halben Million untergebracht. Unter diesen Umständen ist es bemerkenswert, daß die recht- liche Seite der Sachlage die ist: daß trotz der Beschlüsse am Sonnabend der Konkurs der Grundschuldbank nicht zu ver- meiden scheint. Herr Georg Benihard weist in der«Berk. Zeitung" mit Recht darauf hin, daß ein Liquidationsbeschlnß in der Aktionär- Versammlung nicht zu stände gekommen und also die Voraussetzung nicht erfüllt ist, von der die Öbligationärversammlung die Stundung der Zinsen abhängig gemacht hat. Nach den Bestimmungen des Handelsgesetzes muß deshalb der Konkurs eintreten. sie kein Mittel besäßen, um die Ueberlastung auch wirflich feststellen zu können. Ein Kinderschutzverein, von einigen Socialisten zu dem ausgesprochenen Zweck gegründet, solche Uebertretungen der gesetzlichen Sühne entgegen zu führen, hatte ebenfalls nur geringe Resultate aufzuweisen, es fehlte immer au einem ieicht zugänglichen Mittel, die Gewichte der Lasten festzustellen. Dem ist nun durch ein neues Dekret Millerands abgeholfen werden. Er hat durch die Aichämter leicht zu handhabende Wagen herstellen lassen, die auch für Wagen, Karren usw. zugänglich sind und an allen Orten aufgestellt werden sollen. Die Polizei-Agenten werden mit dem Gebrauch derselben oertraut gemacht und zur An zeige von Uebertretungen verpflichtet. Vom Publiknm aus Fälle von Ueberlastung jugendlicher Arbeiter aufmerksam gemacht, haben sie für Feststellung und Aufnahme eines Protokolls Sorge zu tragen. Arbeitslosigkeit in Budapest. In der Hauptstadt Ungarns hat die Arbeitstosigkeii einen außerordentlichen Umfang angenommen. Jnfolgessen hat eine kurz vor Weihnachten abgehaltene Versammlung von Arbeitslosen eine Resolution an die städtischen Behörden beschlossen, worin um sofortige Ausführung öffentlicher Arbeiten und darum ersucht wird, die Arbeiten in städtischer Regie auszuführen oder sie an Arbeitergenossenschaften zu übertragen. Im Auftrag der Versammlung war ein Komitee beim Bürgev meister der Hauptstadt, um ihm die Resolution zu übergeben und zu empfehlen. Der Bürgermeister erklärte der Deputation.' daß er thun wolle, was in seiner Macht stehe. Die Hauptstadt hat größere Betröge für das Fahr 1901 in Anschlag gebracht zu Zwecken der öffentlichen Arbeiten, aber diese können sofort nicht ausgeführt werden, weil die Pläne noch nicht vollständig angefertigt sind und auch die Witterung keine geeignete ist. Er wird aber dringend veranlassen, daß wenigstens' die Vorarbeiten begonnen werden. Auch werden, bis man' den Arbeitern Arbeit geben können wird, als provisorische Hilfe 10 000 Stück Äusweisungskarten in die Volksküche an die Arbeitslosen ausgeteilt. Weiter erklärte er, daß die vaterländische Sparkasse 1700 Kronen zu seinen Händen gelangen ließ zur Verteilung an die Arbeitslosen. Auf Ansuchen erklärte der Bürgermeister sich bereit, die 1700 Kronen den Budapester Arbeiter-Fachorganisationen bezw. dem über dieselben die Aufsicht ausübenden Gewerkschaftsrat zu übergeben, weil dieser am besten weiß, welche Arbeitslosen in erster Reihe auf Hilfe angewiesen sind._ Ans der Frauenbewegung. Frauen als Arbeiter in der Münze. Seit Januar des letzten Jahrs werden in der Hamburger Münze Frauen beschäftigt. Frauenarbeit ist ja billiger als Männerarbeit. Bei zehnstündiger Arbeitszeit erhielten die Arbeiterinnen zunächst einen Lohn von 2, SO M. pro Tag. Um die Maschinen besser auszunützen, wurde später Schichtarbeit eingeführt, und zwei Schichten von Arbeiterinnen wurden eingestellt. Die eine schaffte von morgens S'/s Uhr bis mittags 1 Uhr, die andre von mittags 1 Uhr bis abends 8'/s Uhr. In der Folge wurde den Arbeiterinnen der Lohn auf 2 M. gekürzt und sie mußten sich schriftlich damit einverstanden erflären. Zur Zeit arbeiten in der Hamburger Münze 21 Frauen, wovon 16 zu einem Tagelohn von 2 M. Staatsbetriebe sind aber trotz allem Musterbetriebe. Vorjmmnlttttgen. Sortales BetriebSeiuschriiukuug und Preiserhöhuug. Der„Kölnischen Kolkszeitung" zufolge haben die Webereien Rheinlands und West- falens die Bildung eines Verbands Westdeutscher Leinen-, Halb- leinen- und Gebil'd-Wcbereien, sowie gleichzeitig zur Durchführung einer notwendigen Preiserhöhung eine allgemeine Betriebs- einschränkung beschloffen. Das bedeutet also für die Arbeiter eine Lohnkürzung und gleich- zeitig eine Preissteigerung notwendiger Bedarfsartikel. Allgemeiner deutscher Städtebund. Eine Konferenz von Vertretern der deutsche» Großstädte ist zu Anfang Februar nach Eisenach einberufen worden, um über die Gründung eines all- gemeinen deutschen Städtebundes zu beraten. Kinderschutz in Frankreich. Die Ueberbürdung jugendlicher Arbeiter bis zum Alter von 18 Jahren durch Trag- und Fahrlasten ist in Frankreich bereits seit einer Reihe von Jahren verboten. Danach dürfen Knaben im Alter von unter 14 Jahren innerhalb der Betriebe/sprozentige Staatsanleihe an ein Konsortium, bestehend aus der Dresdener Bank-Berlin, der Deutschen Effekten- und Wechselbank und dem Bankhaus L. und E. Wertheimber-Frankfurt a. M. begeben. Wien, 2. Januar.(W. T. B.) Die Arbeiter der ersten östreichischen Jutespinnerei und Weberei in Florisdorf bei Wien haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. Graz, 2. Januar.(B. H.) Ein aus Budapest kommender Personenzug stieß auf dem hiesigen Südbahnhof auf einen Güter- zug. Mehrere Waggons des Güterzugs wurden zertrümmert und ein Kondukteur verwundet. Brüx, 2. Januar.(W. T. B.) rung der Achtstnndenschicht den Schächten des Brüxer, Revier heute die Arbeit vorzeitig Ueber einzelne Schnchtarbeiter wurden deshalb Discipliiinrsirase» verhängt. Ein Arbeiter wurde angeblich wegen öffentlicher Gewalt- thätiakeit verhaftet und in das Kreisgericht eingeliefert. London, 2. Januar.(W. T. B.» Nach einer bei Lloyds ein- gegangenen Meldung ist der englische Dampfer„Joydeun", von Ham- bürg nach Wilmington unterwegs, bei Neufundland gescheitert und befindet sich in bedenklicher Lage. Die Mannschaft ist gerettet. Der engIifcheDampfer„Tanagra" von Savannah nach Premen bestimmt, traf in Falmouth mit brennender Ladung, welche aus Baumwolle besteht, ein. Covrntry(Warwick), 2. Jannar.(©. T. B.) Die Ueber- chwemmungen, welche in ganz West-England flroße Verheerungen angerichtet haben, haben auch hier große Verwüstungen hervorgerufen. Der Schaden wird auf etwa 50 000 Pfd. Sterling berechnet. Auch aus den mittelenglischen Grafschaften werden von allen Seiten ausgedehnte Flutverhcerungen gemeldet. In der Nähe von Wellington(Salop) platzte ein Wasserreservoir. Die Wasser- Massen setzten die Stadt OakengateS unter Wasser, die Eisen- werke mußten den Betrieb einstellen und die Bewohner der Stadt durch die Fenster der Häuser fortgeschafft werden. DaS Thal deS Nen- FlnsseS ist auf SO Meilen qanz unter Waffer gesetzt. GutShöfe und Dörfer zu beiden Seiten >eS FluffeS sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Midland-Eisenbahn steht' auf der Strecke von Nottingham bis Lincoln ebenfalls unter Wasser. Kapstadt, 2. Dezember.(Telegramm des Reutcrschen Bureaus.) Eine Boerenabteilung ist in Glen Harry, einer Station an der Eisenbahn unmittelbar im Norden von Graaf Reinet, erschienen. Behufs Durchsetzung der Forde- haben die Belegschaften in Duxer und Oberleutensdorfcv teilweise oder ganz eingestellt. BergMwortl. Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 1 Beilage«. Unterhaltungsblatt. Nr. S. 18. IchrWg. KrilM in„Mwärls" Knlmr PMIttt.»— n)— 1901. PÄVkei-MÄMVirtzten. Jubiläen. Zwei Parteiblätter können wieder mit Stolz au das erste Jahrzehnt ihres Bestehens zurückblicken: die„Branden burger Zeitung" und die„Volks stimme" in Chemnitz. Die„Brandenburger Zeitung" giebt zur Feier ihres Jubiläums eine hübsch ausgestattete Festnumm'er auf gutem Papier heraus, die der Schilderung der Parteigeschichte in Brandenburg und Umgegend und der Geschichte des Blatts gewidmet ist. Das Blatt entstand aus der Verschmelzung zweier kleinerer Blätter, die in Braiideuburz und Rathenow ein mühevolles Dasein führten Nach der Vefchmelzung ging es dann wesentlich besser und heute, lach zehn Jahren, erfreut sich das Blatt eines ausgedehuten Sbonnentenkreises und eines bedeutenden Einflusses im öffentlichen Velen Brandenburgs. Das Strafregister dieser 10 Jahr umfaßt 20 Moiate und 20 Tage Gefängnis, 15 Wochen und 5 Tage Haft und 5317 M. Geldstrafe. Die„Volsstimme". die ihr Jubiläum gleichfalls mit ent sprechenden Btrachtungen und Mitteilungen aus ihrer Entwicklungs geschichte feiet, erschien früher in Burgstädt, seit Mitte 18S9 in Chemnitz. Aich sie hat in den 10 Jahren ihres Bestehens ihren Leserkreis uw damit ihre Leistungsfähigkeit uud ihren Einfluß wesentlich gqoben und erweitert und kann gleichfalls mit Befriedigung auf ihre bisherige Thätigkeit zurückblicken. Vom Staatsanwalt wurde sie noch härter angefaßt wie das Brandew burger Blatt' ihre Redacteure hatten zusammen 5 Jahre 10 Monate und 3 Woche: im Gefängnis zuzubringen und 1186 M. Geldstrafe zu bezahlen. Beide Bätter erscheinen jetzt täglich. Wir wünschen ihnen zu ihrem Jubiläim herzlich Glück. Eine Erinnerung. In alten Zeitungen blätternd, finden wir im»Neuen vocialdemokrat" Nummer 75 vom Jahre 1873 folgende Notiz: Denunciatior des„N. S.-D." gegen den Landrat deS Kreises Neurode, Herrn Grafen E. Pfeil. Arbeiterversammlungcn betreffend. Bezugnhmeud auf die in letzter Zeit stattgehabten Arbeiter versammlurgen, ersuche ich ergebenst sämtliche Herren Arbeitgeber, mir von denjenigen Arbeitern, welche wegen Beanspruchung höherenArbeitslohns oder vermindcrterArbeits- zeit aus der Arbeit entlassen wurden oder die letztere einstellten, die genauen Tauf- und Familiennamen sowie deren Wohnort zu nennen, wje il ich die betreffenden Namen jedesmal im Kreisblatt zu publizieren be absichtige.° Neurode, den 8. Vai 1873. E. Graf Pfeil. Auch damals stam bereits das heutige Koalitionsrecht der Arbeiter auf dem Papieie der deutschen Neichsgesetze. Wieviel deutsche Arbeiter der Herr Landnt Graf Pfeil damals zur Strafe für die Ausübung eines gesetzlich garantierten Rechts, der Aechtung und dem Hunger überliefert hat. wffen wir nicht; das aber wissen wir, daß seme Handlungsweise der daUschen Arbeiterbewegung keinen Abbruch zu thun vermochte und daß die Arbeiter heut weniger denn je gewillt find, sich ihr bißchen Koaliionsrecht nehmen zu lassen uud daß sie erst recht nicht auf den Kamff für bessere Lebensbedingungen verzichten werden— so wenig, wie je sich durch den Herrn' Landrat damals von diesem Kampfe abhaltei ließen. Die Socialdemokratit in den LandeSparlamrnte». Zu unsrer letzten Aufstellung übr die Stärke unsrer Vertretung in den Einzelparlamenten kommt n:n noch ein vierter im lippischen Land tage; außerdem ist noch naazutragen ein socialdemokratischer Ab geordneter im koburgischen Conderlandtage, so daß der koburg. gothaische Gesammtlandtag 10 ocialdcmokratische Abgeordnete zählt. D,e Gesamtzahl unsrer Abgeordieten in den 15 Parlamenten erhöht sich damit auf 78. t i i ■ An neues Jahrhundert! Ein Flugblatt mit diesem Titel. eme Art socialdemokratischer Neujchrsgruß, verbreiteten die Genossen Münchens am vergangenen Conntag in einer Auflage von 200000 in der Stadt._ Deutsches Räch. Bei de« Gewerbegerichts- Wahlen in Zeitz erhielten die vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Kmdidaten der Arbeiter 665 bis 670 Stimmen. Eine Gegenliste trar nicht aufgestellt. Die Arbeitgeber wurden mit 12 Stimmen gehöhlt. St. Ingbert. Endlich ist es gelungen, die Glasarbeiter des Saargebiets zusammen zu bringen und find bereits ca. 200 aus den Glashütten von St. Ingbert, Schnappech, Sulzbach. Friedrichs thal, Quierschied und Luisenthal dem Verdaiid beigetreten. Wenn der fiskalische Druck auf die Bergleute nicht bestände, würde eS da auch Widers aussehen. Ausland. Krakauer Aerztestreik ist vertagt worden. Der Land Marschall Graf Badeni hat die Aerzte und»uch den Direktor des Allgemeinen Krankenhauses empfangen. Badeni sagte die Anstellung noch einer Anzahl Aerzte zu und versprach die sonstigen Wünsche der Aerzte im Landesausschuß zu vertreten. Die Aerzte erklärten sich für vorlausig befriedigt. Falls ihre Forderurgen vom Landes- auSfchuß nicht berücksichtigt werden, soll der Streik ohne weitere Ankündigung acht Tage nach Schluß der Session begonnen werden. Vim»utwerpeuer Hafeuarbeiterstreik ist wenig Neues zu berichte». Bürgerliche Blätter behaupten, daß 700 Arbeitswillige vorhanden seien, sowie, daß englische Arbeiter zu erwarten wären. Die Ausständigen verhalten sich ruhig. Wie der Brüsseler„Peuple" berichtet, ist gegen den Unternehmerverband eine gerichtliche Unter- suchung eingeleitet worden, weil er die Freiheit der Arbeit verletzt hat, intem er feine Mitglieder gegen Hinterlegung von Wechseln in der Höke von 10000 Frank verpflichtete, die Arbeiter auszusperren. Mommunerles. Die Wohnungsnot. Der städtische Ausschuß zur Vorberatung des Antrags des Stadtv. Singer und Genossen betreffend die Wohnungsnot und die auf dem Gebiete des Wohnungswesens be- stehenden Mißstände lehnte am Mittwochabend diesen Antrag in erster Lesung ab und nahm dann die Magistratsvorlage, betreffend die Errichung einer königlichen Friedrich-Stifwng zur Jubel- feier des 200jährigen Bestehens deS Königreichs Preußen in Höhe»on einer Million Mark mit folgendem Zusatzantrage des Vorsitzindcn Stadtv. Mommsen mit großer Mehrheit an:„Die Stiftung hit den Zweck, unbemittelten Einwohnern der Stadt Berlin bei der Etangung billiger und gesunder Wohnungen behilflich zu sein. Sie kann insbesondere Unternehmungen, die den Bau von kleinen, blligen und gesunden Wohnungen für die Bevölkerung der Stadt Berlin in gemeinnütziger Weise fördern wollen, in geeignetr Form Beihilfe zur Erreichung diese? Zwecks leisten. Sie kann ferner ihre disponiblen Mittel dafür verwenden, um minderbemttelte Belvohner der Stadt Berlin vor WohnungSlosigkeit zu schützen.' Zu wrklich entscheidenden Reformen können sich die Herren in der freisinngen Verwaltung der Stadt Berlin nicht entschließen, der einzige Awweg ist für sie ein bischen Wohlthätigkeitsmache, wenn das Uebel allzu kraß sich bemerkbar macht. Das ist keine Be- kämpfung der Wohnungsnot und des Wischers, der heute mit dem Mietspreis getrieben loird, sondem ein stilles Gewährenlassen der Praktiken der Hausbesitzer. Auf der Tagesordnung für die Sitzung der Stadt- Verordneten-Versammlung am Donnerstag, den 3. Januar 1901, nachmittags 5 Uhr, stehen u. a. folgende Gegenstände: Wahl des Vorstehers und des Vorsteher-Stellvertreters, sowie von 3 Beisitzern und 3 Stellvertretern derselben; Beschlußfassung über zu wählende ständige Ausschüsse. Vorlagen, betreffend: Festsetzungen hinsichtlich der bei den städtischen Betriebs-Verwaltungen beschäst, gten Beamten und eine anderweite Regelung der Anstellungsverhältnisse der Zeichenlehrerinnen an den städtischen höheren Mädchenschulen.— An- trag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Verpachtung des größten Teils des öffentlichen sogen. Marktplatzes in der Prinzen- Allee zu einem Kohlenplatz.— Die Festsetzung einer neuen Be- soldungsordnung für die Turnwarte und Turnlehrer an den voll- ständigen städtischen höheren Lehranstalten.— Die Verteilung einer Schrift zur Feier des 18. Januar an Gemeindeschulkinder.— Die Be- soldungsverhältnisse der Lehrer an der städtischen Taubstummen- und Blindenschule.— Die Bewilligung des Festsaals zu einem Bach- Feste,— und die Uebertragung der Verwaltung des städtischen Straßenbahnwesens an die Verkehrsdeputation und die Bereitstellung der zu den ersten Vorarbeiten erforderlichen Mittel. Außerdem findet um 6»/» Uhr eine gemeinschaftliche Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung statt behufs der Wahl 1. eines Mitglieds und eines Stellvertreters des Steuer- Ausschusses der Gewerbesteuerklasse I für den Veranlagungsbezirk Berlin zum Zweck der Veranlagung der Warenhaussteuer für das Steuerjahr 1901, 2. von 30 Mitgliedern und 18 Stellvertretern für die Einkommensteuer-Berufungs-Kommission. Lokales. Die Ueberfllllung der GemeindeschuMafse« hatte in den letztenJahren allmählich nachgelassen. War die Besserung auch noch nicht groß, so konnte man doch wenigstens die A n f ä n g e zu einer solchen erkennen, und man durfte für die Zukunft weitere Forffchritte erhoffen. Das laufende Winterhalbjahr hat nun leider keinen Fortschritt, sondern zur Abwechslung wieder einmal eine Verschlimmerung des Uebel- standes gebracht. Zwar ist, wie die kürzlich der Stadtverordneten-Versammlung zugegangene Uebersicht über die Frequenz der Gemeindeschulen vom 1. November 1900 ergiebt, die durchschnittliche Besetzung der Klassen weiter heruntergegangen. Iii, Sommer 1900 bestanden 237 Gemeindeschulen mit 4178 Klassen. Sie waren am 1. Mai mit 209 080 Kindern be- setzt, so daß auf die Klasse durchschnittlich 60,01 Kinder kamen. Im Winter 1900/1901 bestehen 241 Gemeindeschulen mit 4242 Klassen. Am 1. November saßen darin 210 490 Kinder, auf die Klasse kamen also durchschnittlich nur„och 49,62 Kinder. Die Durchschnittsfrequenz ist damit zum erstenmal unter 50 herab gegangen. Wohlgemerkt: Die Durchschnittsfrequenz I Wie sehr aber dieser Durchschnitt über den wahren Sachverhalt täuscht, das haben wir oft nachgewiesen. Eine Prüsting der Frequenz der einzelnen K l a s s e n st u f en(wobei zu beachten ist, daß die Berliner Gemeindeschulen nach der an, 1. Oktober 1900 in Kraft getretenen „Reorganisation" nicht mehr sechs-, sondern siebenstufig sind) zeigt, daß die Täuschung diesmal besonders derb ist. Die Ermäßigung des allgemeinen Durchschnitts von 50,04 auf 49,62 ist nur dadurch herbeigeführt worden, daß die oberen Klaffen ent- lastet worden sind. Die unteren Klassen dagegen sind nicht nur nicht entlastet worden, sondern der Durchschnitt ist hier sogar noch g e st i e g e n. Gerave hier wäre aber eine nachdrückliche Herab- setzung der Frequenz am allernotwendigstcn; denn die Frequenz ist hier von vornherein viel höher als in'den oberen Klaffen, und die Ueberfüllung wirkt hier auch viel nachteiliger. Am 1. November saßen in 663 letzien(jetzt„siebenten") Klassen 38 143 Kinder, macht pro Klasse 58,41. Am 1. Mai dagegen hatte die Durchschnittsfrequenz der letzten(damals„sechsten") Klaffen nur 68,22 betragen. Am 1. November saßen in 330 dieser letzten Klassen noch je 60 oder mehr Kinder. DaS Maximum soll hier bekanntlich 69 sein. ES wurde in 43 Klassen(am 1. Mai nur in 31) erreicht und in 3 Klassen(am 1. Mai in 3) sogar noch überschritten. Die 134. Schule(Höchste straße) hatte eine 7. Klasse mit 70 Kindern, die 39. Schule (Müllerstr. 168/159) eine mit 72, die 36. Schule(Gartenstr. 169) eine mit 77 Kindern. Die letzte Zahl ist allerdings so ungeheuer lich, daß wir einen Druckfehler annehmen möchten. Vielleicht ist einer unsrer Leser, der ein Kind in dieser Klasse hat. in der Lage, nähere Auskunft zu geben. Die Klaffe ist eine„gemischte" und wurde(nach der Vorlage) am 1. November von 36 Knaben und 41 Mädchen besucht.— WaS die vorletzien(jetzt„sechsten") Klassen betrifft, so saßen hier am 1. November in 651 Klassen 37 664 Kinder, also im Durchschnitt in der Klasse 57,86. An, 1. Mai hatte die Frequenz in den vorletzten(damals„fünften") Klassen 57,94 be- tragen, so daß hier mindestens keine Besserung von Belang eingetreten ist. In 305 dieser vorletzten Klassen saßen am 1. November noch 60 oder mehr Kinder. DaS offizielle Maximum 69 wurde in 29 Klassen erreicht(am 1. Mai nur in 22. außerdem wurde es damals in zwei Klaffen überschritten).— Drittletzte(jetzt„fünfte") Klassen waren am 1. November 678 vorhanden. Sie waren mit 37 006 Kindern besetzt, so daß auf die Klasse im Durchschnitt 54,67 kamen, während am 1. Mai die Durch- 'chnittSftequenz der drittletzten(damals„vierten") Klassen nur 53,94 bettagen hatte. DaS offizielle Maximum ist hier 60. Es wurde in 64 Klassen erreicht(wie 1. Maip und in 68 Klassen überschritten (wie 1. Mai). Das thatsächliche Maximum war 69.— Die folgende Klaffenstufe(jetzt„vierte", früher„dritte" Klaffe) bestand am Novemher aus 650 Klaffen mit 32 186 Kinder,,. Auf die Klaffe kamen im Durchschnitt 49,62 Kinder, dagegen am 1. Mai nur 48,12. DaS offizielle Maximum betrug hier früher 60, seit der„Reorganisatton" ist es auf 65 erhöht. Aber auch dieses erhöhte„Maximum" wurde noch in 62 Klassen überschritten. Das thatsächliche Maximum soll hier, nach der Vorlage, 74 gewesen sein. Vielleicht ist auch daS nur ein Druckfehler; es handelt sich um eine„vierte" Klaffe der 117. Schule, EberSwalderstraße.— Erträglicher wird es erst in den obersten Klassen. In den 683 jetzt„dritten" Klaffen saßen am 1. November 26 153 Kinder, macht pro Klasse 44,86(am 1. Mai in den„zweiten" 46,06); in den 482 jetzt �zweiten" Klaffen 20277 Kinder, macht pro Klaffe 42,07(am 1. Mai in den„ersten" 40,49, so daß selbst hier noch eine Verschlechterung eingetreten ist). Die„dritten" und zweiten" Klassen haben das offizrelle Maximum 60. Es wurde in den„dritten" 57 mal, in den„zweiten" 11 mal überschritten; das thatsächliche Maximum war dort 67, hier 62.— Die 404 jetzt„ersten" Klassen, die wir der„Reorganisatton" verdanken, waren mit 16 476 Kindern besetzt, durchschnittlich mit 38,31. DaS offizielle Maximum, auch hier 50, werden noch 5 mal überschritten; daS thatsächliche war 53.— Von den „Oberklassen", die„nach Bedarf" aufgesetzt werden, waren 85 vorhanden. Sie waren von 2884 Kindern besucht, macht pro Klasse 33,93. DaS zulässige Maximum, gleichfalls 60, wurde nirgends er- reicht.— In den 66„Nebenklassen" schließlich waren 701 Schwachbefähigte vereinigt. Der Durchschnitt war 12,52, während Hierselbst das Maximum nur 12 sein soll. Es wurde 26 mal über- schritten; die höchste Frequenz war 20. Ob die Schwachbefähigten da viel lernen werden? Wir sind mit unsrer Aufzählung zu Ende. Sie ist etwas trocken ausgefallen, aber ein besonderer Kommentar zu all' diesen Zahlen ist unsreS ErachtenS überflüssig. Sie sprechen für sich selber— ifft noch unbestimmt. richtiger gesagt: gegen sich selber— und zeigen mit hinreichender Deutlichkeit, daß sich der Uebelstand der Ueberführung da, wo er bisher am größten gewesen und am unangenehmsten empfunden worden war, nämlich in den u n t e r st e n K l a s s e n. thatsächlich noch verschlimmert hat._ Die Erhöhungder Milchpreise hat einerHandvollkapitalistischer Milchproduzenten bereits eine Mehreinnahme von circa 21/2 Millionen Mark pro Jahr gesichert. In einem Aufruf an die„Märkischen Milchproduzenten" wird mitgeteilt, daß es gelungen ist, für alle diejenigen Landwirte, welche sich der„Milchcentrale, Genossenschaft m. b. H." angeschlossen haben, 1 bis 2 Pf., durch- schnittlich 5/i Pf. für ihre Milch in der Zeit vom 1. Oktober 1900 bis 1. Oktober 1901 mehr herauszuschlagen. Der Durchschnitts- preis der Milch franco Berlin beträgt in dieser Zeit 12 bis 12V2 Pf. pro Liter, anstatt wie bisher 10V2 bis II1/2 Pf. Das ergiebt für die beteiligten Produzenten eine Mehreinnahme von ca. 2V2 Millionen Mark. Mit diesem Beutezug an der Berliner Bevölkerung ist die am 10. August v. I. gegründete Genossenschaft, die durch die bekannten Agrarier E. Ring- Düppel, Graf v. d. Schulenburg- Grünthal, Ritterschaftsdirektor v. Bredow- Landin usw. inS Leben gerufen und vertreten ist, aber durchaus noch nicht zufrieden. Es soll allerdings auch noch in Zukunft Milch an die„reellen Berliner Milchpächter" verpachtet werden. Aber Ivenn 400 000 Liter, also ca. s/s des Verbrauchs in Berlin, genossenschaftlich geeinigt sind, dann wird von der Milchcentrale folgender Normalvertrag fest- gesetzt: 1. Alle Vollmilch von 2,7 Proz. Fettgehalt darf franco Berlin Bahnhof ausschließlich der Kosten für den Kutscher uud der Fastage, die beide der Pächter zu tragen hat, nicht unter 13�/2 Pf. verpachtet werden(Axmilch mit 14 Pf.). Der Milchpächter hat an den Produzenten 13 Pf.(Axmilch ISVj Pf.), an die Centrale tt2 Pf. pro Liter wöchentlich zu zahlen. 2. Der Milchpächter darf») Vollmilch von den Genossen der Milchcentrale niemals unter 20 Pf. in Berlin verkaufen. b) Keine Konsum- und Rabatt- Vereinsmarken ausgeben, o) Keine Zugabe geben. „Wer sich selbst hilft, dem hilft Gott!" lautet die Parole dieser famosen Genossenschaftler, und unter dieser Devise soll der Berliner Bevölkerung wiederum eines der wichtigsten Lebensmittel verteuert werden. Die Folgen hiervon werden sich sehr deutlich und ins- besondere durch eine erhöhte Ziffer der Kindersterblichkeit bei der ärmeren Bevölkerung bemerkbar machen. Auf der einen Seite fortgesetzte Steigerung der WohnungS- inieten, der Kohlenpreise und Verteuerung der aller- wichtigsten Lebensmittel; auf der andren Seite der Nieder- gang der Geschäftskonjunktur, die wirtschaftliche Krisis, die Arbeitslosigkeit und weitere Reducierung der Löhne! Und' die herrschende Klasse? Sie hat weder den Willen, noch ist sie dazu im stände, den skandalösen Zustand zn be- seitigen.„Wer sich selbst hilft, dem hilft Gott I" Nur durch den festen Zusammenschluß in der gewerkschaftlichen und politischen Organisation ist es der Arbeiterschaft möglich, eine weitere Herabsetzung ihrer Lebenshaltung auch unter der gegenwärtigen privatkapitalistischen Gesellschaftsordnung zu verhindern. Die Aeltesten der Kaufmannschaft über die Arbeitslöhne und Matcrialienpreise im letzten Jahre. Ende Oktober 1899 wurde der Direktion der Artilleriewerkstatt in Spandau eine größere Maschinenanlage, bestehend aus 67 Stück Werkzeugmaschinen ver- schiedener Große zum Gesamtpreisc von 260000 M. angeboten. Diese Anlage sollte dann im Oktober 1900 bestellt werden. Die Fabrik wollte aber jetzt einen höheren Preis verlangen, indem sie auf die inzwischen eingetretene Steigerung der Arbeitslöhne und der Eisen- und Stahlpreise'hinwies. Die Direktion der Artilleriewerkstätten wendete sich deshalb am 9. Oktober 1900 an die Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin um Auskunft darüber, ob in diesem Jahr sine Preissteigerung oder ein Rückgang in den Arbeitslöhnen und in den Preisen dieser Matenalen stattgefunden habe. Die Antwort der Aeltesten darauf lautete: „Berlin, 18. Oktober 1900. Auf die gefällige Anftage vom 9. d. M.— J.-N. 16405 00 II—\ erwidern wir' ergebenst, daß der heutige Stand der Arbeitslöhne' und der Materialienpreise von denjenigen gegen Ende Oktober, vorigen Jahres nicht wesentlich abweicht und deshalb eine Preiserhöhung, welche mit dem Steigen der Materialien- und Arbeitspreise' begründet wird, nicht gerechtfertigt erscheint. I. 5265. 00. Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin." Die Antwort der Aeltesten konnte nicht wohl anders lauten; sie ist eine offizielle Bestätigung dafür, daß das viele Geschrei der Scharfmacher und ihrer Blätter über das stetige und beträchtliche Steigen der Arbeitslöhne und Materialienpreise im letzten Jahre in Wirklichkeit nichts als eine schwindelhafte Vorspiegelung war. Der Tod, den General Pochhammer auf den Schienen der Straßenbahn erlitten, scheint in der That die von uns gekenn- zeichneten Folgen auszuüben. Eine Mitteilung des hiesigen Kleinen Hofjournals besagt:„Der beklagenswerte Unfall, dessen Opfer Generallieutenant Pochhammer geworden ist, hat den Kaiser auf das tieffte ergriffen. Schon vorher war das Ministerium der öffentlichen Arbeiten als llilfstchtsbehörde über die Klein- bahnen durch Vermittelung der königlichen Eisenbahn- Direktion Berlin an die Straßenbahn- Gesellschaft herangetreten, um gegen die beunruhigende Häufigkeit der Unfälle geeignete Maßregeln zu treffen. Jetzt wird auf Anregung von allerhöchster Stelle eine Kommission zusammentreten, die aus hervorragenden Fachleuten des öffentlichen Fuhrwesens, Ingenieuren, Mitgliedern des M- nisteriums der öffentlichen Arbeiten, des Kommissariats für öffent« liches Fuhrwesen und der Straßenbahn- Direktton bestehen wird. Es sollen unter Nutzbarmachung ausländischer, namentlich amerikanischer Erfindungen Schutzvorrichtungen an den Straßenbahnwagen angebracht werden, die das ent- setzliche Verstümmeln der Ueberfahrenen verhindern. Bis zu welchem Grade dies gelingt, wird man abwarten müffcn. Die Straßenbahn-Direktion hat zugesagt, daß sie bei Einführung der Schutzvornchtungen keinerlei Rücksicht auf den Kostenpunkt nehmen wird. Früher, als Menschen gewöhnlichen Schlages von der Großen getötet wurden, hat die Direttion sich nicht sonderlich bemüht. Sie half sich in einem Schreiben an den Magistrat über die furchtbaren Geschehnisse sogar mit dem empörenden Witz hinweg, daß die beste Schutzvorrichtung der— Selbstschutz des Publikums sei. Weiterhin wird einem hiesigen Blatt gemeldet: Die Unter- suchung über den Unfall des Generallieutenants Pochhammer ist von der Staatsanwalttchast bereits abgeschloffen worden. Danach war die unmittelbare Todesursache Schädelbruch. Der Verunglückte. der sofort unter den Wagen geriet, wurde deshalb so weit geschleift. weil er mit der Hand unter den Sandstreuer gekommen war. Nach dem Ergebnis der Untersuchung ist der Wagenführer Tobel, der am UnglückStage erst vier Stunden im Dienst war, unter dem an der Unfallstelle befindlichen Sekttonsausschalter stromlos durchgefahren und nicht„übermäßig" schnell. Er ist im Dienst verblieben, und ob die Staatsanwaltschaft nach den abgeschlossenen Vernehmungen em strafrechtliches Verfahren gegen den Wagenführer einleiten wird, " # -Wie die Polizei die gute Sitte rettet! Die Bolts Der Geldbriefträger Hugo Schwarz vom hiesigen Haupts| Schneiders ausfiele, eine neue Wahl anberaumt werden müssen; der Beitung meldet: Ein Dienstmann aus Berlin mit Namen Mägte postamt, welcher, wie noch erinnerlich sein dürfte, nach Unterschlagung an Stimmenzahl nächstfolgende Kandidat habe auf keinen Fall Aber selbst wenn das vom Wahlvorstand gehatte sich im Sommer eines Tags nach einem Vorort begeben, um amtlicher Gelder in Höhe von etwa 13 000 m. am 9. September nachzurüden. Dort einen Auftrag auszurichten. Sein Weg führte ihn an einem 1899 flüchtig geworden war und dessen in London erfolgte Ver- übte, vom Magistrat gebilligte Verfahren an sich Rechtens wäre, Teich vorbei, wo verschiedene Männer fich badeten, obwohl fich in haftung wir seiner Zeit meldeten, ist nunmehr in sicherer Begleitung selbst dann wäre nicht Herr Widel der Gewählte, sondern Herr der Nähe einige Frauen befanden. Mätte beschloß, ebenfalls ein an Bord des Dampfers Peregrine" in Hamburg eingetroffen. Der Kuhlmeh mit 102 Stimmen. Er genüge deshalb den Anforderungen, Freibad zu nehmen; er wurde aber hierbei betroffen und zur Defraudant wurde alsbald nach seiner Ankunft von Berliner die das Oberverwaltungsgericht an Hausbefize- Stadtverordnete Anzeige gebracht. Im Strafverfahren wurde er zu 30 Mart Striminalbeamten dort in Empfang genommen und ist inzwischen in stellt, weil er mit seiner Frau in Gütergemeinschaft lebe Geldstrafe verurteilt. und ihr kleiner Anteil am Hause darum nicht den Charakter eines Ferner aber strengte der Polizeipräsident das Moabiter Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. felbständigen Mitbefizes hat. Die auf ihn gefallenen gegen Mäkke Klage auf Zurücknahme der Bestallung als Dienstmann an, da er fich in fittlicher Beziehung verAm Silvesterabend war das Berliner Theater der Schau- Stimmen hätten für vollgültig genommen werden müssen. Die Stadtverordneten Verfammlung wird in ihrer Sizung am geffen habe und als Dienstmann ungeeignet erscheine! Obschon platz eines eigenartigen Theaterstandals". Nach dem ersten Afte Mägle hervorhob, daß er 12 Jahre Dienstmann gewesen sei, ohne von Frauenherrschaft" wurde von einer großen Bahl von Parkett- 4. Januar über den Einspruch Beschluß fassen. Im Fall der Verfich etwas zu Schulden kommen zu lassen, und daß er sich nichts besuchern in sehr erregter Weise Klage darüber geführt, daß im werfung wird wahrscheinlich der Weg des VerwaltungsstreitSchlimmes dabei gedacht habe, als er bei der Hize in jenem Teich Buschauerraum ein sehr starker Bugwind zu verspüren sei. Es kam Verfahrens beschritten werden, und zwar bis zur leiten Instanz. ein Bad nahm, erkannte der Bezirksausschuß zu Ungunsten des hierbei zu äußerst tumultuarischen Scenen, die sich während des Die Frau unfres im vorigen Jahre ausgewiesenen und im Dienstmanns! Dieser focht die Entscheidung des Bezirksausschusses zweiten Afts in erheblicher Weise steigerten. Der Regisseur erschien Grit verstorbenen Genossen Anton Kopp weilt nieder in unsrer beim Ober- Verwaltungsgericht an, hatte es aber unterlassen, das auf der Bühne und erklärte, daß für sofortige Abhilfe gesorgt werden mitte. Kopp, der als geborener Destreicher sich lästig" gemacht Rechtsmittel zu begründen, wie es vorgeschrieben ist. Das Ober- würde. Darauf wurde die Vorstellung ohne weitere Störung zu hatte, wurde nicht allein ausgewiesen; seine Frau mußte das Eril verwaltungsgericht fah sich daher gezivungen, aus formellen Er- Ende geführt. mit ihm teilen. Jetzt ist durch landrätliche Verfügung der Ausweisungswägungen die Berufung des unglüdlichen Dienstmanns zurüdbefehl zurückgenommen worden. zuweisen. Gerichts- Beitung. Vorgänge." Die Deute gebrung für eine ebenso schivere als temperatur schreckte fie ab, obwohl einer der Schwimmer, der Erde geschleudert. Das sich ansammelnde Bublifum berder Der Sturz ist für den Kutscher Da von = In der bekannten Straffache gegen den Bankier May Arendt u. Gen. wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Dr. Roſen= stod steht auf Grund der von den Berurteilten eingelegten Revision am 7. b. M. Termin vor dem Rechsgericht an. Die Angeklagten werden in Leipzig durch die Rechtsanwalte Ostar Meher und Georg Morris vertreten sein. Zu dem verdächtigen Krankheitsfall, über den wir aus der Schönhauser Allee berichteten, fönnen wir heute mitteilen, daß es Die Viehzählung in Berlin am 1. Dezember 1900 ergab, fich um echte Boden handelt. Eine wiederholte genaue Unterverglichen mit der Zählung vom Jahre 1895 folgendes Resultat: Es fuchung hat darüber keinen Zweifel gelaffen. Zum Glück für den wurden von 25 039( 24 416) überhaupt vorhandenen bebauten Grund- Kranken und feine Umgebung ist der Charakter der Krankheit gleich Recht traurige Folgen hat ein Busammenstiß gehabt, der ftüden auf 8644( 8735) Grundstüden in 14 172( 14 065) Haushaltungen in ihrem Entstehen richtig erkannt worden, so daß gleich entsprechende nachstehend bezeichnete Biebarten gehalten: 51186( 50 363) Pferde, Heil- und Vorbeugungsmittel angewandt wurden. Bei dem Er- auf die ungewöhnliche Leichtfertigkeit eines Straßewahn- Kutschers 6( 3) Maultiere, 94(?) fel, 14 285( 9897) Stüd Rindvieh, 7935 frankten, dem Schüler Liersmann, find die Boden jezt erst im Auf- zurückzuführen ist und gestern vor der 8. Straffammer des Land( 2958) Schafe, 10 994( 10 772) Schweine, 989( 1237) Biegen und gehen. Danach tann man schon heute sagen, daß eine Gefahr für gerichts I dem Kutscher Johannes Schüler zur Las gelegt wurde. Der Zusammenstoß fand am 8. Juni v. J. Ecke der Bank69 190( 85 143) Stück Federvieh. An Bienenstöden wurden in fein Leben nicht vorhanden ist; sein Befinden ist ganz leidlich. An jenem Lace fam ein und Reinickendorferstraße statt. Berlin 105, an Obstbäumen 16 386 gezählt. Durch einen Sturz von der Treppe scheint der 65 Jahre alte vom elektrischen Wagen losgehängter sogenannter inhängewagen, Zur Boykottierung des Deutschen Flottenvereins wird Bahnarbeiter Eduard Zufall aus der Aderstr. 136 ums Leben geber an den Seiten teine Tourenschilder hatte und kene Bassagiere bon antisemitischer Seite aufgefordert. Der Kalender des fommen zu sein. Nachdem er den Tag über gearbeitet hatte, fand beförderte, vom Wedding her im schnellsten Tempo anjene StraßenDeutschen Flottenvereins für 1901, herausgegeben von Konter- man den alten Mann gestern Abend um 9 ühr mit gebrochenem ede. Wie Augenzeugen übereinstimmend bekundeten, fiel es dem Admiral z. D. Plüdemann, enthält u. a. folgenden Bassus: Schädel unten an der Treppe tot im Hausflur liegen. Ein Arzt Kutscher gar nicht ein, zu klingeln; der Führer eines leeren SteinDaß Selten in China entstanden sind, die Langmesser, später fonnte nur den Schädelbruch und den Tod feststellen. Wie lange der wagens, der an der gedachten Straßenfreuzung die Schienen zu Boger" genannt, welche die Vertreibung der Fremden auf ihre Unglüdliche bereits dagelegen hatte, weiß man nicht. paffieren hatte, wurde daher nicht gewarnt, der Steinvagen wurde Fahne geschrieben, fann nicht besonders verwundern, haben doch hochentwickelte Kulturstaaten in der antisemitischen Bewegung analoge wieder drei Mitglieder, des Charlottenburger Schwimmbereins von Brandes, bei dem Zuſammenprall, bei welchem auch das SchulDas übliche Neujahrsschwimmen veranstalteten auch diesmal vom Straßenbahnwagen erfaßt und der Führer des erseren, Kutscher Borgänge." Die Deutsche Wacht" des Reichstags- Abgeordneten 1887 im Stochfee. Weber die Kälte draußen noch die tiefe Wasser- gitter des Straßenbahnwagens verletzt worden feis fom, soll, 8immermann erklärt unmotivierte Beleidigung nicht festzuhalten, denn dieser fuhr gefinnter Glemente, die um so weniger zu entschuldigen ist, als sie die Studenten gähnbel und Hildebrandt noch im jugendlichen Alter in einem außerordentlich schnellen Tempo, wie von einem hohen Offizier ausgeht. Das Blatt fordert seine stehen. Die Wasserfreunde ließen sich vom Besizer der Bade- Anstalt Feuerwehr üblich ist, davon. Gesinnungsgenossen zu einem entschiedenen Proteft gegen dies Vor- im Gee 20 Geviertmeter Eis weghauen, sprangen vom Turm in den Brandes verhängnisvoll geworden, denn er hat ihn zu einem be gehen des Flottenvereins auf und schließt seinen diesbezüglichen See hinab, durchschwommen die Fläche, stiegen ans Land, fleideten mitleidenswerten Invaliden gemacht, der auf die Dauer erwerbsAufruf mit den Worten: Los vom deutschen Flottenverein!" Auch andre Streise als die rein radau- antisemitischen können die sich wieder an, tranten einen Grogt und gingen gefund nach Hause. unfähig sein dürfte. Er hat sich anscheinend das Rückgrat verlegt und fann fich unter thatfräftiger Unterstügung eines Führers nur Wahrheit bekanntlich nicht hören. So die Herrschaften, die kürzlich Das kalte Bad hat ihnen nichts geſchadet. Als er gestern als Beuge in den Saal Anstoß daran nahmen, daß wir den Freiherrn v. Schill, der eben- Der diesjährige Vortragscyklus des Vereins„ Berliner Presse" be: mühsam fortbewegen. bot er ein Bild des Jammers. des davonasenden Straßenbahnfalls die Vertreibung der Fremden auf seine Fahne geschrieben ginnt am Donnerstag, den 10. Januar, 8 Uhr abends, im großen Saal des gerufen wurde, hatte, mit den um die nationale Unabhängigkeit tämpfenden Borern Gelegenheit zum erstenmale als Borleser persönlich vor dem Berliner Wagens erkannt werden konnte, wurde geger Schüler, der den betr. Architektenhauses. Berschiedene berühmte Schriftsteller werden bei dieser Augenzeugen die Nummer verglichen. Publikum erscheinen. Aus dem reichhaltigen Programm feien erwähnt ein Wagen an jenem Tage zum Depot gebracht hatte, die Anklage wegen Der Schalterverkehr der Berliner Postämter am Silvester- Münchener Abend" mit Ludwig Ganghofer, ein„ Sumoristischer Abend", fahrlässiger Körperverlegung erhoben. Der Angeklagte, der von keinem tage. Die Postichalter sind am Silvestertage von der Eröffnung an ein Erzähler- Abend" und ein„ Damen- Abend" mit Gabriele Reuter, Clara der Zeugen persönlich wiedererkannt werden konnte, bestritt überhaupt, bis zu den späten Abendstunden wohl keinen Augenblick ohne Biebig und Anna Ritter. Der Verkauf der Eintrittskarten wird am Frei an jenem Tage einen berartigen Zusammenfoß gehabt zu haben und betag beginnen. Vormerfungen auf Karten für alle sechs Vorträge zum Publikum gewesen. In den Nachmittagsstunden waren an einzelnen Breise von 15 und 12 m. werden schon jetzt entgegengenommen in den rief fich darauf, daß ihm sein Wagen im Depot ohne abgenommen worden fei, Bostämtern nicht nur die Vorräume bis zum letzten Platz befeßt, Buchhandlungen von Amelang, Potsdamerstr. 126; Lazarus, Friedrichstr. 66; ie de Beanstandung sondern zuweilen standen auch noch auf der Straße wartende und Speyer u. Peters, Unter den Linden 43 und Trautwein, Leipziger dieser also mit dem beschädigten Magen nicht identisch sein ungeduldig werdende Personen, die Marken einkaufen wollten, sehr straße 18. fönne. Der Staatsanwalt hielt die Echuld des Angeklagten für oft aber unverrichteter Sache wieder umkehren mußten. Besonders Feuerbericht. Ein böser Kellerbrand kam Mittwoch früh 10 Uhr ausreichend nachgewiesen und beantragte mit Rücksicht auf die Frauen und Kinder, die sich nicht mit den Ellenbogen bis zum Schalter Königstr. 55, gegenüber dem Rathause, zum Ausbruch. Da er von schweren Folgen, die der Unfall gehabt hat, fechs Monate Ge Hurchkämpften, mußten sehr lange warten, so daß fich schließlich die verschiedenen Seiten aus gemeldet war, rüdten nicht weniger fängnis. Der Gerichtshof beschloß noch weitere Beweise zu erVorsteher einzelner besonders verkehrsreichen Bostämter veranlaßt sahen, als sechs Löschzülge heran, die indes bald wieder Kehrt machten. heben, namentlich auch darüber, zu welcher Zeit und in welchem Unterbeamte zu bestellen, welche acht zu geben hatten, daß die Die Größe des Feuers war anfangs gar nicht zu übersehen, da Zustande der Angeklagte den von ihn geführten Wagen an jenem einzelnen Personen der Reihe nach am Schalter vorbeidefilierten. Keller und der nur wenige Quadratmeter große Hof in erstickenden Tage ins Depot gebracht hat. Auch die Briefträger und die offenen Verkaufsgeschäfte waren mit Rauch eingehüllt waren. Die Löschmannschaften konnten daher auch ihren Markenvorräten bald fertig, so daß auch hier das Publikum nur unter Anwendung von Rauchschuh- Apparaten zum Brandherde sehr oft vergeblich forderte. Das vergangene Jahr fann trotz der vordringen, wobei sich zeigte, daß lediglich Kisten, Körbe und offiziellen Jahrhundertwende auch nicht im entferntesten mit dem Gerümpel Feuer gefangen hatte. Nach halbstündiger Arbeit war die Briefverkehr in diesem Jahre konkurrieren, da ein großer Teil des Gefahr beseitigt.- Gin zweiter Stellerbrand mußte Schliemann Berliner Briefverkehrs im vorigen Jahre noch von der Privatpost straße 28 abgelöscht werden. Oderbergerstr. 16 brannten in einem geleitet wurde. Pferdestalle Futtervorräte. Wohnungsbrände, die durch brennende Die für den 14. d. M. vor der 7. Straffammer anDas Silvestertreiben in der Friedrichstraße und Unter Weihnachtsbäume entstanden waren, mußten Millerstr. 158/159, beraumte Hauptversammlung gegen Fräulein Blatho und Herrn den Linden war trotz der vom Polizeipräsidiumi erlassenen Warnung Dorfstraße 47, Megerstraße 18 und Rostockerstraße 41 be- Arndt wird erst um 11/2 Uhr sein und dürfte nur kurze Zeit in ärger als in den Vorjahren, und es hat infolgedeffen eine größere feitigt werden. Zehdenickerstr. 21 war durch Explosion einer Anspruch nehmen. Vorausfihlich wird Herr Oberstaatsanwalt Bahl von Sistierungen stattgefunden. Sehr viele zweifelhafte Betroleumlampe ein Wohnungsbrand entstanden. Ein Dachstuhl Dr. Isenbiel, der als geleidigter den Strafantrag gestellt hat Elemente hatten sich eingefunden, welche sich nicht nur darauf be- brand mußte Stromstraße 42 abgelöscht werden. Bülow- und als Zeuge zu vernehmen ist, sich dem Verfahren als Nebenschränkten, Bassanten mit Cylinderhüten anzurempeln, sondern auch straße 24/25 hatten fich Prestohlen entzündet. Stroh ging Linden fläger anschließen. Die Angeklagte Fräulein Platho wird vom in Droschten und auf Omnibussen fahrende Bersonen belästigten. Die Straße 46, Granfeerstr. 2 und Lebuferstr. 1 in Flammen auf. Außer Rechtsanwalt Morris, de Angeklagte Arndt durch Rechtsanwalt Schußleute, die mit außerordentlicher Energie vorgingen, wurden wieder dem wurde die Wehr noch nach Friedenstr. 31, Prinz Eugenstr. 1. Dr. Hahn- Charlottenburg verteidigt werden. holentlich stark umdrängt, um so sistierten Personen Gelegenheit zu ver- Potsdamerstr. 44, Linienstr. 14, Sorauerstr. 27 und Dresdenerstr. 44 schaffen, fich loszureißen und zu entkommen, was auch mehrfach gelang. gerufen. Mittwoch gegen abend war die ganze 4. Compagnie gleichDiese Handlungsweise dürfte jedoch vielen teuer zu stehen kommen, zeitig in Moabit, wo sie Ottostr. 10 und Paulstr. 9 Wohnungsbrände da eine Anzahl der Ercedenten festgenommen wurden, die sich wegen abzulöschen hatte. Die Ankunft der Geretteten der Gueisenau". Gefangenenbefreiung resp. des Versuchs hierzu zu verantworten Wilhelmshaven wird von Mittwoch depeschiert: Der Dampfer„ Anhaben werden. Während in dem unteren Teil der Friedrichstraße dalusia" mit den gereteten Mannschaften der Gneisenau" ist um schon bald nach 1 Uhr die Massen sich etwas verliefen, so daß die dort vorgenommenen Sperrmaßregeln aufgehoben werden konnten, Eine Haussuchung fand bei dem früheren Mitternacht hier eingetroffen. Die an Bord befindlichen Geretteten anarchistischen Wochenschrift Neues Leben", von der Gneisenau" zählen 14 Offiziere, 7 Dedoffiziere, 58 Seehatten sich in dem Teil zwischen Französische und Mohrenstraße Expedienten der große Menschenmengen festgefegt welche trotz des entschiedenen Vor- G. Hornitel, am Mittwoch statt. Es handelte fich um Manuskripte, fadetten und 332 Mannschaften. Heute früh wurden dieselben durch gehens der berittenen sowie der Fuß- Schußleute nicht auseinander die korrespondenz und ein Cliché der inkriminierten Nen. 41 und 44 die Dampfer, Kraft“ und„ Boreas" an Land gebracht. Elf Kranke wurden zutreiben waren. Hier fanden allein in einem Zeitraum von Die Durchsuchung, welche von zwei Beamten der auf Tragbahren nach dem Lazarett geschafft, die Leichtverwundeten, unter einer Stunde über 50 Giftierungen statt. Erst gegen politischen Polizei und einem Gendarm ausgeführt wurde, dauerte denen sich auch die beiden Schiffsärzte befinden, konnten sich zu Fuß 3/24 Uhr morgens fonnten die Schuyleute aus der Friedrichstadt zwei Stunden und war eine gründliche. Nach obligater Leibes- dorthin begeben. Die gefunden Mannschaften wurden in den afernen zurückgezogen werden. In der Neujahrsnacht wurden insgesamt vifitation wurde selbst das Bett gehörig unter Kontrolle genommen. untergebracht. In Auftrag des Kaisers sendet der Staatssekretär des Reichs Marine Amts den Hinterbliebenen der auf der 230 Personen polizeilich festgenommen, davon 156 wegen groben Das Resultat der Durchsuchung war erfolglos. Gneisenau" umgekommenen Offiziere und Mannschaften ein vom Unfugs, der Rest wegen Trunkenheit, Schlägerei, Bettelus usw. Schöneberg. Die Generalversammlung des socialdemokratischen saifer entworfenes Gedentblatt, um die Erinnerung Die Hauptmasse der Ausschreitungen entfiel auch diesmal auf die Vereins findet Montag, den 7. Januar 1901, abends 8 Uhr, im der für das Vaterland Gestorbenen bei ihnen wachzuhalten. Straßen in der Nähe der Linden und der Friedrichstraße, wo im slubhaus, Hauptstr. 5/6, statt. Pflicht eines jeden ist es, in der Malaga meldet ein Telegramm: Die Leiche des ersten Offiziers der ganzen 155 Siftierungen, davon 132 wegen Unfugs, erforderlich wurden. Bersammlung zu erscheinen, um das neue Mitgliedsbuch in Empfang" Gneisenau" ist von einem Fischerboot auf hoher See ausgefunden Die Einführung des Zehnpfennig- Tarifs auf der Straßen zu nehmen. sid bahn hat auf den Verkehr zwischen den Schaffnern und Ein Rigdorfer Wahlproteft. Bei den letzten Stadt- Ein Eisenbahn- llafall wird aus der Pfalz berichtet. Die dem Publikum in ganz eigenartiger Weise eingewirkt, wie man verordneten- Wahlen in Nigdorf find bekanntlich von den 23a 51- Pfälzische Breffe" meldet aus Germersheim: Der Schnellzug am gestrigen Sonntag bemerten tonnte. Dieser Verkehr wickelt sich vorständen sämtliche auf den von unsren Barteigenoffen in fünf Wünchen- Bruchsal- Landau ist am Neujahrstag nachmittags 8½ ühr nämlich jezt vollkommen lautlos ab. Stumm reicht der Fahrgast seinen Nickel hin und ohne ein Wort zu reden übergiebt ihm der Hausbefiber- Bezirken aufgestellten Tischler Schneider ent- vor der Einfahrt in den Bahnhof Germersheim entgleist. Ein Schaffner das schon vorher abgeriffene Billet. Denn auch das Wort Schneider nicht als alleiniger Eigentümer oder Nießbraucher Beschädigung. Maschine, Tender und Gepäckwagen sind vollſtändig fallenen Stimmen für ungültig erflärt worden, weil Heizer wurde schwer verlegt, von Passagieren erlitt niemand eine " Dante sehr", welches früher die Schaffner ziemlich oft aussprachen eines Hauses grundbuchlich eingetragen war. Die Wahlborstände zertrümmert. Die Reisenden mußten in einen neu zusammens nachdem sie das Fahrgeld erhalten hatten, hört man fast niemals mehr, da die Spenden eines Trinkgelds bei dem so überaus und der Magistrat erklärten in vier Bezirken die an Stimmengestellten Zug umsteigen. einfachen Zahlungsmodus zum Leidwesen der Schaffner so gut wie zahl nächftfolgenden Kandidaten für gewählt, die vom socialaufgehört hat. Das merken auch bereits die Inhaber der an den demokratischen Wahlkomitee noch in letter Stunde als ArbeiterEndstationen gelegenen Gastwirte, in denen die Schaffner während fandidaten aufgestellt worden waren. Im zweiten Bezirk wurden Die furistische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, des Aufenthalts zu verkehren pflegen. Denn so viel wie bisher jedoch auch die für den zweiten Arbeiterkandidaten Kuhlmey abtönnen sie jezt nicht mehr verzehren, da sie durch die ganz erhebliche gegebenen 102 Stimmen für ungültig erklärt, weil deffen Frau ein Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. civis academicus. Das Buch haben wir zur Besprechung einem Berringerung der Trinkgelder einen verhälnismäßig recht bedeutenden achtzehntel seines Hauses befigt. Hier ließ der Wahlvorstand den 8. 23. Ausfall an ihren Einnahmen haben. Auch die Kutscher leiden bürgerlichen Kandidaten Steinfegmeister Widel nachrüden, der 5 oder Mitarbeiter gegeben. 6 Stimmen erhalten hatte. Diese Wahl des Herrn Widel hat G. 900. Es müßten mindestens 200 Marken geklebt sein. Alb. H. Sarunter, da ihnen die Schaffner einen bestimmten Prozentia ab nun ein Wähler der 3. Abteilung angefochten. Der Proteft ist. Eine reichsgesetzliche Regelung des Strafvollzugs giebt es nicht. Das Ihre eherechtlichen Verhältnisse sind unverändert geblieben. zugeben pflegten. Man darf unter diesen Umständen wohl annehmen, insofern von besonderer Bedeutung, weil er eine bisher noch nicht Strafgefehbuch schreibt lediglich vor, daß zu Gefängnisstrafe Berurteilte in daß der Magistrat nächstens in bekannter Arbeiterfreundlichkeit bei entschiedene Rechtsfrage anschneidet. In der Begründung einer Gefangenenanstalt auf eine ihren Fähigkeiten und Behältnissen an der schwerreichen Direktion seine ganze Autorität einfegen wird, um wird u. a. ausgeführt: Der Wahlvorstand sei nicht berechtigt ge- gemeffene Weise beschäftigt werden tönnen und auf ihr Battegen so beeine 2ohnerhöhung für die Angestellten zu erreichen, und wesen, die für den Kandidaten Tischler Schneider abgegebenen fchäftigt werden müssen, und daß eine Beschäftigung auch außerhalb der Die Kälte ist gestern bis auf 14 Grad gestiegen, und die Spree Stimmen deshalb für ungültig zu erklären, weil Schneider an- Anstalt nur mit ihrer Zustimmung zulässig ift. beginnt bereits startes Eis zu zeigen. Auch der Müggelſee weift geblich nicht den vom Ober Berwaltungsgericht an die Hausbefizer Regelung der Gefängnisstrafe den Einzelfaaten überlassen. Diese haben schon eine glatte Decke auf. Die Eisbahnpächter machen flotte Ge- im Sinne der Städte- Ordnung gestellten Anforderungen entsprach. Der sehr verschiedenartige Regelungen getroffen. In Preußen wird in der Nälte besonders jetzt, wo überall das Gespenst der Arbeitslosigkeit ein Grund zur Ungültigkeit der Stimme an fich vorliege, d. h., wenn schäfte. Die ärmere Bevölkerung sieht einer längeren Dauer der Wahlvorstand könne nur Stimmen für ungültig erklären, wenn Regel Selbstbeköstigung abgelehnt. 2. Leider ja. Produktenmarkt vom 2. Januar. Der Getreidemarkt ver umgeht, mit Granen entgegen. die Person des Stimmenden gefeßlich begründeten Anstoß tehrte in sehr fester Tendenz auf bie wesentlich höheren norb merikanischen darüber zu be- Weizenpreise und auf das firenge Frostvetter in Mitteleuropa und Osteuropa. In einem Anfall von Verfolgungswahn machte gestern erregt. Das sei hier nicht der Fall gewesen, nachmittag der 66 Jahre alte Schneidermeister Friedrich Bornschein schließen, ob ein Kandidat den geseglichen Anforderungen ent- Die erhebliche Abnahme der hiesigen Roggenbestände stimuliere gleichfalls. aus der Luisenstr. 40 einen gräßlichen Selbstmordverfuch. Der spreche und die erforderlichen Schlüffe für die Gültigkeit oder Un- Weizenlieferungen ftiegen um 1,50 M., Roggenlieferungen um1 M. Hafer blieb unverändert; ebenso Rüböl und 70er Locospiritus; legerer hielt sich Mann hat, wie gemeldet wird, durch eberarbeitung feine gültigkeit feiner Wahl daraus zu ziehen, wäre lediglich Sache ungefähr auf dem vorgestrigen Stand von 44,50 M. Die Exfnahme des Nerven zerrüttet und wähnt sich verfolgt. In einem Anfall ergriff Ber Stadtverordneten Bersammlung. Das Verfahren hiesigen Getreibelagers ergab 6638 Tonnen Weizen oder 422 Tonnen er ein Rasiermesser und schnitt sich längs und quer in den Hals. des Wahlvorstands sei ganz unzuläffig. Auf die Beschlußfassung der weniger als Anfang Dezember und 4615 Tonnen Roggen oder 7780 Tonneu Schwerverlegt wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Stadtverordneten- Versammlung hin hätte, sofern fie zu Ungunsten weniger. Adlershof. des Blatts. Aus den Nachbarorten. 9 0 " Dermischtes. worden, ebenso die Leiche eines Matrosen. " Briefkasten der Redaktion. 210 Aus Im übrigen ist die Marktpreise von Berlin am 31. Dezember 1900 nach Ermittlungen des Weizen, gut D.-tr. 15,- 15,06 " " **) Roggen, gut fgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch 3, mittel gering 15,10 14,98 " 15,02 14,90 " " 14,13,99 " B mittel 13,98 13,97 " # gering 13,96 13,95 " Hammelfleisch " 15,40 14,70 Butter 14,60 13,90 13,80 13,10 16,- 15,20 Eier 60 Stild 1,60 0,90 2,80 2, 5, Karpfen Aale 1 kg a mittel gering 15,10 14,30 Zander 14,20 13,50 Hechte n Barsche 40, 25, Schleie Bleie Krebse †) Gerste, gut " mittel gering +) Bafer, gut Nichtstroh Hen Erbsen Speisebohnen Linien 1374 Stälber, 3363 Schafe, 9094 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund 6,-4,-in Pf.): Ochsen: a) boulfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht1,60 1,20 wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht aus 1,30 1- gemästete und ältere ausgemästete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut Bullen: 1,60 1,10 genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 48-52. 1,80 1,- a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 48-52. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemäßtete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 2,40 1,20 00-00; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere 2,80 1,40 ühe und Färsen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 44-46; Kälber: a) feinste Mast: 2,50 1,20 e) gering genährte Kühe und Färsen 40-42. 2,- 1- fälber( Bollmilchmast) und beste Saugtälber 82-84, b) mittlere Masttälber 1,60 0,80 und gute Saugfälber 72-76, c) geringe Saugfälber 60-64, d) ältere, gering 3,- 1,20 genährte( Fresser) 38-45. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Mast 1,40 0,70 Hammel 58-62, b) ältere Masthammel 46-53, c) mäßig genährte per Shot 12,- 2,50 Hammel und Schafe( Merzschafe) 40-43, d) Holsteiner Niederungsschafe( Lebendgewicht) 00-00.- Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 220-280 Pfund schwer, 58; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Käfer) 00-00; c) fleischige 55-56; d) gering entwickelte 51-54; e) Sauen 52-53. Für 100 Pfund mit 20 pCt. Tara. " 45, 25, 70,- 30, *) ab Bahn.**) ab Bahn und frei Mühle. †) frei Wagen und ab Bahn. Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 2. Januar 1901. Amt: licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 646 Ninder Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 3. Januar. Opernhaus. Margarete. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Der Compagnon. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). B RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Freitagabend 8 Uhr: Aut den Wogen des Oceans. Um 4 Uhr zu ermäss. Preisen: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstr. 57/62: Die Weltausstellung in Paris. Invalidenstr. 57/62. Passage- Panopticum. Die zusammengewachsenen Zwillinge 2 Köpfe, 2 Herzen, 4 Arme, 4 Beine und doch nur ein Weib. Eintritt einschließl. Theater 50 ẞf. Kinder die Hälfte. Verlauf und Tendenz. Vom Ninderauftrieb blieben ungefähr 190 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich glatt. Bei den Der Schweinemarkt setzte fest Schafen fand ungefähr die Hälfte Absatz. ein, verlief dann ruhig und verslaute schließlich; geräumt wird voraus fichtlich. Witterungsübersicht vom 2. Januar 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm richtung WindWindstärke Wetter Temp. n. G. 5°.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke -11 paparanda 7679 -10 Petersburg 7702 2 wolfent.- 13Cort Wetter 2bedeckt Temp. n. G. NAS 5° C.= 4° R. -21 769 NW 1Schnee-10 1 heiter 4 2516. bed. 2 heiter Swinemde. 774 SO 771060 2 heiter Hamburg 773 OSO Berlin 2 moltent.- 10 Aberdeen 761 S Frankf./M. 769 NO 767 SO -14 Baris 2 woltig München 769 NNW 4 wolfent.- 13 Wien Wetter- Prognofe für Donnerstag, den 3. Januar 1901. Trocken und vorwiegend heiter mit etwas gelinderem Frost und mäßigen Berliner Wetterbureau. südöstlichen Winden. Cirkus Busch Freie Volksbühne. Donnerstag, den 3. Januar: Elite- Abend Bum 36. Male: Apollo- Theater. Die eiserne Maske Mit vollständig neuer Ausstattung: 99 66 Gr. historisches Manege: Schauftück in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Hohenzollern- Festspiel. Anfang Tagl. Sternwarte. Des Löwen Erwachen. Original- Pantomime 72 Uhr. Deutsches. Michael Kramer. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Berliner. Die beiden Leonoren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 7 Uhr. Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 712 Uhr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Anfang 7/2 Uhr. Der Leibalte. Schiller. Die Welt, in der man sich langweilt. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 71/2 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Tata- Toto. Anfang 7 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Grosse WeihnachtsAusstellung! Die ,, Trinklust" der Germanen, sensationelle plastische Gruppen aus Deutschlands Vorzeiten! Kriegstrophäen aus Transvaal. Damenkapelle Zarina. Die wilden Weiber aus Dahomey u. vieles andre mehr! Carl Weißt. Der Herenmeister vom Thalia- Theater Teufelssee. Hierauf: Die talte Hand. Anfang 72 Uhr. Luisen. Der Roland von Berlin. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Drei Tage aus dem Kölner Leben. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten: Borstellung. Wo ist die Mutter??? Anfang 72 Uhr. Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Amor von Heute. Gr. Ausstattungspoffe m. Ges. u. Tanz. Anfang 72 Uhr. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Das durchweg neue sensationelle Januar- Programm! 812 Uhr: Neu! 81/2 Uhr: Reichshallen. Stettiner Sänger. Wo ist die Mutter? Anfang 8 Uhr. Paffage Panoptikum. % V Specialis täten D Borstellung. Anfang nachmittags 3 ühr. Urania. Taubenftr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans". Nachm. 4 Uhr( zu ermäßigten Preisen): Dieselbe Vorstellung. Juval idenstraße 57/62. " Boffen- Schwank von A. Anno. Sebastian Schmunzler: Dir. Winkler. Cornelius Manchenez, b. Weltwunder. Cécil St. Germain, der Universelle. Genée- Duo, einzig dastehend. BelliniTruppe, die Sterne der Luft. Dazu 10 Schau- Nummern I. Rangs. Die Weltausstellung in Paris." Anfang: Sonntags 7 Uhr. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Wochentags 71/2 Uhr. Entree 50 Pf. Schiller Theater Passage- Theater ( Wallner Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufzügen von Eduard Pailleron. Deutsch von A. Tuhten und Karl Friedrich Wittmann. Freitag, abends 8 Uhr: Die Orientreise. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Unter den Linden 22. Mile. Marguerita Erste Soubrette vom Petit Casino in Paris. Der Herr von Maxim Burleske Lokalposse in 1 Akt. 17 erstklassige 17 Specialitäten Eintr.( soweit der Raum 50Pf. reicht) inkl.Panopticum Cirkus Central Theater. Schumann. Abends 71/2 Uhr: Die Schöne von New York. Seute Donnerstag, 3. Januar. ( The belle of New York.) Burleste Operette in 3 Atten v. Benno Jacobson. Musik von Gustav Kerter. abends präcise 71/2 Uhr: Elite Abend. Sensationeller Erfolg des neuen ProMorgen und folgende Tage: gramms. Neu! Die phänomenalen Die Schöne von New York. Leistungen der Familie Nagels, Sonntagnachm. 3 Uhr z. halb. Preisen: die übrigen neu engag. Specialitäten. Reu! Mlle, Marguerite, fomie Die Geisha. bends 71/2 Uhr: Die Schöne von New York. Dir. Alb. Schumanns enerkannt unerreicht dastehende Originalbreffuren. Um 91 Uhr: 8um 101. Male: Der Schlager der Saison: Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich abends 8 Uhr: Der Herenmeister vom Teufelsfee Hierauf: Die falte Hand, oder: Der Prozek ohne Ende. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachmitt. 4 Uhr: Kinder: Borstellung, fleine Preise: Rotkäppchen. W. CHINA. Das größte Manegen- und Waffer schaustück der Gegenwart, Die Unfren Borer. in Riautschou. Der Aufstand der Krieg. Die Verbündeten vor Tafu- Peting. Außerdem sämt liche Einlagen. 600 Mitwirkende Noacks Theater. Sanssouci Brunnenstraße 16. So sind sie alle. Boffe mit Gelang in drei Atten bon Mannstadt und Weller. Musit von Mannstädt. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Freitag: Donnerstag, Sonntag Hoffm anns und Montag: Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. 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Januar, nachm. 4 Uhr: Berl. Landpartien( 1 Rind auf SitzIV. Abteilung Sonntag, 6. Januar, im Carl Weiss- Theater nachmittags 2 Uhr: Lumpacivagabundus. Im Lessing- Theater gleichzeitig VII. Abteilung: Der Bund der Jugend. Die Mitglieder sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen und dürfen nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen. Nachzügler haben kein Anrecht auf 228/1 einen Platz im Theater. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Centralverband der Maurer etc. ( Zahlstelle Berlin II.) plägen frei; weitere Kinder die Hälfte. Am Donnerstag, den 3. Januar, abends 8 Uhr, im Lokal Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. 4 des Herrn Fischer, Waldstraße 8: Mitgliederversammlung für Moabit. Tages Ordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Neuwahl des Obmanns. 3. Verschiedenes. Um regen Besuch bittet 136/1 Die Verbandsleitung. Täglich Deutsch. Metallarbeiter- Verband ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Reichshallen Stettiner Sänger. Zum Schluß: Weihnachten in China. Anfang 8 Uhr. Vorher: Militär- Konzert Bruch- Pollmann Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, den 3. Januar 1901, morgens 7 Uhr und abends 8 Uhr: Zwei Versammlungen aller in den Berliner Elektricitätswerken beschäftigten Arbeiter im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: Die Bekanntmachung der Direktion der Ruhegehalts- Kaffe der Berliner Elektricitätswerke betreffend und unfre Stellungnahme hierzu. Referent: Friedrich Schlegel. 110/2 Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Kollegen. Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Achtung! Die Vertrauensmänner- Konferenzen Neu für Schöneberg. Stoloffaler Erfolg. empfiehlt sein Lager in Bruchban- für den Osten und Westen finden erst Mittwoch, 9. Januar statt. 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Januar 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 8, Hof links 2 Treppen: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, der Revisoren und des Lehrer Kollegiums. 2. Anträge. 3. Schulangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Arbeiter- Vertreter- Verein. Am Donnerstag, den 3. Januar 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über die vollzogene Wahl der Schiedsgerichts- Beisitzer für Arbeiter Versicherung. 2. Bericht über die Thätigkeit der Vorstands: und Ausschußmitglieder der Landes- Versicherungsanftalt. 3. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht 153/1 Der Vorstand. Achtung! Stuccateure. Achtung! Donnerstag, den 3. Januar 1901, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstr. 33: Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Ausserordentl. Mitglieder- Versammlung. Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Tages Ordnung: 1. Die Arbeitsnieberlegung der Kollegen der Firmen Jäckel und Hänska und welche Konsequenzen hat die Algemeinheit daraus zu ziehen? 2. Existiert ein Arbeitsnachweis der Unternehmer und wie erfüllt berfelbe seine Aufgabe? 3. Verbandsangelegenheiten. 173/1 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Warenhaus A.Wertheim Nach beendeter Inventur werden in allen Abteilungen eine grosse Anzahl Artikel zu verkauft. Mäkig Genossen ist der echt Carl Saksche herabgetzten Preisen Der Verkauf beginnt heute. W Stralsunder Korn die beste Medizin. 4242* Wohlschmeckend, fufelrein, bekömmlich. Borrätig in allen größ. Destill. p. Ltr. 1 Mk. General Depot: Usedomstr. 31, Amt III, 404. 2. Niederlage: Neue Jakobftr. 8. MIKADO Bekanntmachung der Putzpomade, unstreitig das beste Orts- Krankenkasse Metall- Putzmittel der Gegenwart. BERLIN, [ 305L Carl Sauber& Sohn, Alexandrinenstrasse 58. Germania- Glanz wichse- Fabrik. 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Tellzahlung wöchentl. Français Leçons 0,75. Professeur Kleine Anzeigen. Teppiche mit Farbenfehlern, Todes- Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unfre gute Mutter Marie Schönberg am Silvesterabend plötzlich gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 4., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Nixdorf, Hobrechtstr. 78, nach dem Nixdorfer Kirchhof an der Rudowerstraße, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Adolph Schönberg nebst Rindern. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und unsre gute Mutter Emilie Hannebauer am 31. Dezember nach kurzen Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 3 Uhr vom Friedhof der Freireligiösen Gemeinde statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Ernst Hannebauer nebst Kindern. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn und Bruder Richard Sperling 5552 am Silvester plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 4. b. M., nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Friedrichsfelderstr. 41, nach dem Friedhof der Andreas- Ges meinde in Wilhelmsberg statt. Frau Anna Sperling geb. Baron nebst Kindern. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten für ihre Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Manns August Fink fage hiermit meinen herzlichsten Dant. [ 5562 Die trauernde Witive nebst Kindern. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Barthels 1852b Saal und Vereinzimmer empfiehlt Versilberer verlangt [ 206 Boldleistenfabrit, Große Frankfurter: Fabritniederlage Große Frantfurter Vermischte Anzeigen. Sannaft, Inſelſtraße 10. 9, 39* Nähmaschinen beste deutsche Ware, Destillation mit Vereinszimmer ohne Anzahlung. Woche 1 Mart. Bahlstellen, Mitte der Stadt, ist für Freier Unterricht. Langschiffchen, Ring: 2500 Mart zu verkaufen. 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