Ur. 8. Absimemtnts- KcdiNMNgen: SbonnemenlS-Preis pränumerando: vierteljährl. 3,30 3J!t, monatl. 1,103JK., wöchentlich LS Pfg. Iret WS Hau». Simelnc Numm»r 5 Psg. Sonntag»- Nummer ml» illuNrteriec Sonntag»- Beilage„Dt- Neue Welt" 10 Pfg. Post- Pbonnement: SLO Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung»- Preisliste für 1901 unter Er. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungar» L Marl, für da» übrige«utland 3 Mark pro Monat. 18ÄZ. Ate Knlerttons-Geöllyt beträgt für die fechSgefpaltene Kolonst» zeile oder deren Raum SO Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und BerfammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anzeigen" jede» Wort S Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer muffen biS t Uhr nachmittag» in derSxpedition abgegeben werden. Die Erpcdtiton ist an Wochen- tagen dt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bt» s Uhr vormittags geöffnet. «rschewl Liglich nutzer Monkng«. Verlinev Volksblstt. Telegramm-Adrefs«: „«ocialdrmokrut Serlin« Centralorgan der socialdemokrattschen Partei Deutschlands. Redaktion: 19, Veuttz-Strahe 2. Fernsprecher: Amt I. Nr. 1508. Sonntag, den 6. Januar 1901,. Expedition: SW. 19, Beuth-Skratze 3. Fernsprecher: Amt I. Nr. 5121. Die östreichischen Wahlen. — st— Wien, 4. Januar. Gestern war der Wahltag der fünften Kurie, der Wählerllasie des allgemeinen Stimmrechts. Der Tag hat der Socialdemokratie traurige Resultate gebracht, aber auch große, bedeutende Siege sind ihr beschieden worden; sie hat schmerzliche Enttäuschungen zu ver- zeichnen, aber auch ungeahnte, herrliche Erfolge sind erfochten worden. Eine schwere Niederlage bilden die Wahlen in Böhmen; von den sieben Mandaten, die in diesem großen Jndustrielande bei der vorigen Wahl erobert worden sind, wurde nur ein einziges— das von Reichenberg— behauptet; alle übrigen find an die Nationalen beider Volksstämme verloren gegangen. Freilich, so schwer und bitter diese Niederlage ist, unverständlich oder überraschend ist sieZnicht. In Böhmen ist heute der Chauvinismus Trumpf; für die internationale Socialdemokratie, die beiden Völkern Besonnenheit, nüchterne Auffassung der Dinge predigt und innerhalb der entfesielten Flut des nationalen UtopiSmuS eine Politik der Wirklichkeit vertritt, ist der Boden allzu sehr eingeengt. Gegen die Socialdemokratie erhob sich eine Koalition des Bürgertums aller Grade und aller Parteien; alles, waS nicht wetterfest socialdemokratisch ist, fiel ab in diesem Wahlkampfe, der nicht um wirkliche Dinge, sondern um eingebildete Verranntheiten ging. Dazu kam die durch eine vierjährige, in der Geschichte moderner Staaten ganz beispiellose Krise erzeugte Ab- gespanntheit und Unlust der Arbeiter, die sie in die Defensive drängte und ihre Stellung sehr erschwerte. Nicht zum wenigsten hat auch der dumpfe Groll mitgewirkt, der in den Wählerschaften gegen das unselige und verächtliche Parlament lebt und der sich naturgemäß gegen die Menschen wendete, die im Parlament waren und daher als die Berantivortlichcn erscheinen für den Verfall de? Hauses. Entscheidend ist aber die F o r m des Wahlrechts, die so ist, daß das Proletariat bei der geringsten Ungunst der Zeiten in die gefährlichste Lage gedrängt wird. Die ungeheuren Wahlgebiete mit Bevölkerungszahlen von einer halben Million Menschen, zerfallend oft in 200 bis 300 Gemeinden, bieten schon der Agitation fast unlösbare Aufgaben. Aber daS schlimmste ist daS indirekte Wahlrecht. Man stelle sich diese Schwierigkeiten nur einmal deutlich vor. In jedem der Hunderte Orte sind erst die Wahlmänner auszusuchen; dreiviertel der verfügbaren Zeit und Kraft geht auf diese rein technische Frage auf. Die Bürgerlichen haben in jedem Weiler ihren Kaplan, ihren Bürgermeister, den Lehrer; wir müssen uns das alles selbst machen. Zudem werden die Wählerlisten von denselben Gemeindevorstehern angefertigt, die die extremsten Anhänger der nationalen Bewegung find; was Wunder, daß überall über die schleuderhafte, absichtlich falsche Anlegung des Wahlkatasters geklagt wurde. Das indirekte Wahlrecht verekelt den Wählern die Lust am Wählen; da sie nicht den bekannten Kandidaten, sondern immer ein Dutzend gleichgültige Mittelmänner zu wählen haben, schwindet das Interesse am Wählen immer mehr. Die erzielten Minoritäten sind überdies solche, daß ohne jede Selbst beschönigung gesagt werden kann: Bei der nächsten Wahl ist selb st beim indirekten, geschweige denn dein, direkten Wahlrecht die Schlappe gutgemacht In den fünf deutschen Bezirken, wo Ivir geschlagen worden sind verfügen unsre gesammten Feinde über 1S86, die Socialdemo- kraten über 1341 Stimmen, die diesmal aus reinproletarischen llrstimnicn stammen. Wir brauchen ihnen also nur 73 Stimmen abzurechnen und die märchenhaften Siege zer fließen in Nichts. Wobei zu bemerken ist, daß die Wahlmänner- stimmen der Socialdemokraten ganz andre Mengen von Wähler- stimmen vorstellen als die der Bürgerlichem So erhielt Schrammel im Leitmeritzer Kreise sicherlich SVProz. der abgegebenen Stimmen und»ur die Tücke des indirekten Wahlrechts besiegelte seinen Fall. Wir werden uns in keine Selbsttäuschungen wiegen und wissen, daß mehr als die lokalen und technischen Fragen eS daS Uebergewicht der nationalen Kämpfe ist, was gegen uns entschied. Aber in dem Kampfe der Socialdemokratie ist die Niederlage auf den böhmischen Feldern nur eine Episode; die bewährte Thatkraft der böhmischen Genossen bürgt uns dafür, daß diese schmerzhafte Wunde bald ge- schlössen werden wird.« Die Wahlen in den übrigen Ländern bewegen sich in dem durch die erste Wahl vorgezeichneten Geleise. Von den drei mäh- r i s ch e n Bezirken ist einer behauptet, einer verloren gegangen; in Brünn werden wir wie 1807 in der Stichwahl siegen. Der Verlust des einen mährischen Mandats ist durch den Gewinn in Schlesien wettgemacht; das Ergebnis bleibt in diesen zwei eng ver- bundenen Ländern unverändert. Auch Graz ist verloren gegangen; gegen die unnatürliche Koalition der Radikalnationalen und Ultraklerikalen erwiesen sich die Arbeiter als zu schwach. Aber Resel hat um mehr als tausend Stimmen mehr erreicht, als das letzte Mal, und die geeinte reaktionäre Masse hat nur mit sehr knapper Mehrheit ihren schmutzigen Sieg erfochten. Sowohl Graz als der oberschlesische Bezirk bieten für die Zukunft viel bessere Hoffnungen; die Steirer, die temperamentvollsten der Genossen, werden für die ihnen zuge- fügte Unbill nächstens schon gute Revanche nehmen. Aber so wichtig alle diese Momente sind und so aufmerksame Beachtung sie erheischen: sie verbleichen in ihrer Be- deutung ganz gegenüber dem gewaltigen Siege, der gestern in Wien und in Niederö st reich erkämpft worden i st. Wie hat sich dort gestern das Bild Kegenüber den traurigen Märztagen des Jahrs 1897 geändert! Damals zogen in den Wahlkampf die Wiener Arbeiter mit den größten Hoffnungen. und die schmerzlichste Enttäuschung tvard ihnen! Von den fünf Mandaten, die im allgemeinen Stimmrecht Wien, und von den vier, die das flache Land Niederöstreichs vergeben, wurde nicht ein ein- zigeS erobert, alle neun wurden die leichte Beute der christlich- socialen Demagogie I Unsre besten Männer fielen, und mit in- grimmiger Verzweiflung beobachtete jeder Wiener Arbeiter die Verheerungen dieses traurigen Tags. Wohl war die errungene Stimmenzahl keine geringe, aber im Gedächtnis der Menschen hastet doch nur das sinnlich wahrnehmbare Ergebnis. Wie herrlich anders war das Resultat des gestrigen Tags I Zwei Zahlen veranschaulichen es. Im Jahre 1807 erzielten wir 88 300 Stimmen, die Christlichsocialen 117 102 Stimmen; die Differenz war also 29 000 Menschen. Diesmal erzielten die Christlichsocialen rund 102 000 Stimmen— wieviel auf falsche Legitimationen ist nicht zu schätzen—. wir 95 000 Stimmen, die Differenz ist also auf 7000 Stimmen gesunkenl Was daS in dem verluegerten Wien bedeutet, gegenüber einer Partei, deren Tücke und Gewissenlosigkeit durch keine sittliche Schranke ge- zügelt wird, die alle Gewalten des Gesetzes in ihren Dienst gestellt, aus dem Rathause ein Agitationslokal gemacht hat; wie viel Arbeit, organisatorische Kraft und unablässige Mühe in diesem Resultat steckt: das ist nur dem ganz verständlich, der die geistige Verwahrlosung dieser einsamen großen Stadt als ein wahrhaft kulturgeschichtliches Phänomen studiert hat. Wien ist eine typische Stadt des Kleinbürgertums: wieviel bedeutet also dieser Sieg des Proletariats! Wir haben in Wien zwei Mandate erobert. Ellenbogen und Schuhmeier sind gewählt, und Adler kommt in Stichwahl, bei der der Erfolg nicht ganz unmöglich ist! In Wiener-Neustadt endlichhat Pern erst orfer den herbei- geholten Landesausschuß Steiner mit überwältigender Majorität geschlagen; diese„berühmte" Leuchte wurde von der socialdemo- kratischen Flut einfach weggeschwemmt. Auch sonst haben die Christlichsocialen in Niederöstreich, ihrem nicht nur angestammten, sondern auch einzigen Lande, schwere Einbußen erlitten; ihr Verlust wird mehr als 50 000 Stimmen betragen, wogegen die Social- demokratie überall Fortschritte gemacht hat. Einer der widerwärtigsten unter den vielen widerwärtigen Christlich socialen, der Pfaffenknecht G e ß m a n n, der an der Wiege der antisemitischen Bewegung stand, ist in seinem Wahlbezirk gar nicht durchgedrungen. Er kommt in eine sehr gefährdete Stichwahl, bei der die Socialdemokraten den Ausschlag geben, und so ist die Miig lichkeit gegeben, noch einen der klerikalen Versencher auf die Strecke zu bringen. Zum erstenmale, seitdem die Luegerei, dieses häßliche Gemisch von Strebertum, Demagogie, falschem Patriotisnius und echtem KlerikalismnS auf den Plan getreten ist, ist ihr eine empfind- liche Nieberlage beigebracht worden. Der sich immer frecher und siegestrunkener geberdenden Kohorte ist ein energisches Halt geboten worden, und die diese Kulturthat vollbracht haben, sind die social- demokratischen Arbeiter! Was die Wahlen vom Standpunkte der allgemeinen Politik bedeuten, wird noch zu betrachten sein. Alles in allem sind sie das kräftigste Plaidoyer für die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts! Im Augenblicke überwiegt aber nur eine Empfindung: die der Freude über den Wiener Sieg. Man kann den Wiener Arbeitern, die des Enthusiasmus ebenso fähig sind wie sie die Tugend der zähen Beharrlichkeit besitzen, nichts Besseres und Wärmeres nachsagen, als daß sie es verdient haben, zu siegen!_ Nolikisrhe Berlin, den 5. Januar. Der prenhische Landtag wird am Dienstag zu einer neuen Session zusammentreten. Bei den sich widersprechenden Nachrichten der offiziösen Blätter läßt sich über die dem Landtag zugehenden Vorlagen heute noch nichts Bestimmtes sagen. Nur soviel scheint festzustehen, daß die Kanalvorlage von neuem eingebracht werden wird. Offenbar weiß die Regierung selbst nicht, warum sie das thut. An einem thatkräftigen Versuch, die Vorlage gegen den konservativen Widerstand durchzuführen, denkt sie keineswegs. In der Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses ist eine Aenderung nicht eingetreten, und die Kanalrebellen sind durch die Komödie der Beamtenmaßregelungen nicht zu Boden ge- worfen, sondern höchstens noch in ihrem Widerstand bestärkt worden. Kein Wunder! Giebt es doch für einen Beamten, der mit seiner Stellung unzufrieden ist, gar keine bessre Ge- legenheit zur Beförderung, als die nochmalige Einbringung und Ablehnung dieser Vorlage! Das Kulturwerk bleibt aussichtslos. Um so bessere Aus- sichten haben die mannigfaltigen reaktionären Zette- l u n g e n. die in der neuen Session teils seitens der Regie- rung, teils aus den volksfeindlichen Parteien, welche den Landtag vollständig beherrschen, zu erwarten sind. Der Land- wirtschaftsminister Frhr. v. H a m m e r st e i n hat im vergangenen Sommer erklärt, daß eine Vorlage betreffend Bestrafung des Kontraktbruchs ländlicher Arbeiter dem Landtage sofort bei seinem Zusammentritt zugehen werde! Die gesamte bürgerliche Presse hat davon seit Monaten kein Wort verlauten lassen; viel- leicht glaubt sie die Arbeiterschaft überrumpeln zu können. Aber die Socialdemokratie wird nichts unterlassen, um die Arbeiter über die neue ihnen drohende Gefahr aufzu- klären. Und so mancher andre reaktionäre Vorstoß wird zu ernsten Kämpfen führen. Statt auf neue reaktionäre Pläne zu sinnen, sollte der Landtag lieber an die Erfüllung wichtiger Kulturauf- gaben denken, er sollte sich endlich der so lange vernach- lässigten Volksschule erinnern, er sollte Resonnen auf dem Gebiete des Wohnungswesens ergreifen, er sollte die Regierung als Besitzerin der größten K o h l e.n b e r g- werke zwingen, etwas zur Linderung der Kohlennot zu thun, er sollte das System der Fabrik- inspektoren, das in Preußen noch sehr im Argen liegt, ausbauen. An Gelegenheit, sich in kulturförderndem Sinne zu bethätigen, fehlt es nicht, wohl aber fehlt es an dem, nötigen Verständnis und an gutem Willen. Dazu kommt, daß Herr v. Miguel, bisher der mächtigste Mann in Preußen, principiell für Kulturaufgaben kein Geld übrig hat. Weniger politisch bedeutsam als psychologisch interessant wird das Verhältnis Miguels zu Bülow sein. Unter dem alten Hohenlohe war Miguel thatsächlich der leitende Staatsmann Preußens, Hohenlohe selbst erschien fast nie im Landtage und Miguel konnte thun und lassen, was er wollte. Ob es unter Bülow auch so sein wird? Der neue Ministerpräsident ist ja in Bezug auf die innere Politik noch ein unbeschriebenes Blatt, aber er wird sich wohl oder übel der kulturfeindlichen, nur auf die Stärkung des junkerlichen Einflusses gerichteten Politik des Vicepräsidenten anschließen� müssen, oder es kommt zu dauernden Reibereien und Konflikten- zwischen beiden, aus denen der vielgewandte Liebling der Agrariers als Sieger hervorgehen würde. Eine solche innere Krisis wird- der geschmeidige Graf zu vermeiden suchen, und so wird iw Preußen auch trotz des Wechsels im höchsten Staatsamte- alles beim alten bleiben. Nach wie vor wird dem preußische Landtag sich bewähren als der Hort der Reaktion in Deutschland, als die Zufluchtsstätte der Pfäfferei und Junkerei, wo die finstersten Pläne zur Ver- dummung, Knebelung und Ausbeutung des Volks geschmiedet werden. Ist auch die größte Partei Preußens, die einzige Hüterin der Volksrechte, die Socialdemokratie nicht im Landtage ver- treten und kann sie infolgedessen auch nicht die Absichten der Reaktion durch unmittelbares Eingreifen zu Schanden machen, so wird sie doch fort und fort das arbeitende Volk über die Vorgänge im Landtag gründlichst unterrichten und das Treiben jener Dunkelmänner der Reaktton nach Verdienst brand- marken.—_ Bneck und Posadotvsky. In der„Deutschen Industrie- Zeitung" veröffentlicht H. A. Bueck einen Aufsatz über das Verhältnis des Central- Verbands der Industriellen zum Bueck, den man verschieden auffassen kann. Scheinbar ist es ein Rückzug nach der Kanonade Buecks gegen den Staatssekretär, es mag aber auch andres dahinter stecken. Vielleicht hat Graf Posadowsky inzwischen dem Centralverband beruhigende Versicherungen gegeben, möglicherweise aber entspricht auch diese scheinbare Abwiegelung wieder dem Bestreben, den bedeutsamen Einfluß des Centralverbands auf die Wahl des etwaigen Nachfolgers des Grafen Posadowsky zu verschleiern. Herr Bueck wehrt zunächst den von konservativ-agrarischen Blättern geäußerten, allerdings gänzlich haltlosen Verdacht ab, daß" er, Bueck, selbst den 12(XX) Mark-Brief in die Oeffentlichkeit gebracht habe. Solche Verdächtigungen reichten weder an den Centralverband noch an Herrn Bueck heran, sondern fielen in den Schmutz zurück, aus dem sie hervorgegangen. Dann schreibt Herr Bueck weiter: „Zunächst sollte man sich daran erinnern, daß in Preußen, und der König von Preußen ernennt als deutscher Kaiser auch die Staatssekretäre, noch kein Minister durch die Presse gestürzt worden ist. Das ist nicht Brauch und wird es wohl auch so bald nicht werden. Daraus sollte man schließen, daß eine Körperschaft, in der nur einigermaßen gesunder Menschenverstand die Oberhand hat, nicht versuchen wird, mit Zeitungsartikeln einen Staats- sekretär aus seinem Anit zu entfernen." Das ist eine sehr zielbewußte Schmeichelei. Selbst wenn ein Minister stürzen sollte, der dem Centralverband zufällig nicht gefällt, so ist das nur eine freie Entschließung der maß- gebenden Person. Ebenso würde es nur ein zufälliges Zusammen- treffen sein, wenn die Wahl eines neuen Ministers aus jemand fallen würde, der sich des außerordentlichen Wohl- gefallenes des Centralverbands erfreute. Es ist nur ein Glück, nicht aber ein beabsichtigter Erfolg, wenn die Wünsche der Großindustrie in Erfüllung gehen. Nach diesem klugen Appell an die freie Entschließung des Monarchen, der niemals sich fremden Einflüssen beuge, er- leichtert Herr Bueck sein Herz in Hinsicht der Handelspolitik. Die Angriffe gegen Posadowsky gingen von den Freihändlern aus. der Centralverband aber huldige einem maßvollen Zoll- schütz der nationalen Arbeit. Extreme Hochschutzzöllnerei habe zwar im Centralverband keinen Halt und Boden. „Aber der Centralverband hat den Schutz der nationalen Arbeit für alle Erwerbsstände auf seine Fahne geschrieben, und diese» Schutz hat er bisher und wird er auch ferner in denjenigen Grenzen fest und energisch vertreten, die von dem Interesse der Gesamtheit des Volks gezogen werden. Daß- Graf von Posadowsky bezüglich der Handels- Vertrags- und Zollpolitik auf dein Standpunkt steht, den auch der Centralverband einnimmt, ist von nur in meinem eingangs erwähnten Artikel scharf hervorgehoben worden. Im Centralverband herrscht unbedingt die Uebcrzeugung. daß der Herr Staatssekretär hinsichtlich deS künftigen Zolltarifs diejenige mittlere Linie vertritt, deren Einhaltung den für das wirtschaftliche Gedeihen des Deutschen Reichs absolut notwendigen Abschluß langfristiger Haudelsverträge er- möglicht. Unter diesen Umständen kann nur böser Wille oder gänzliche Urteilslosigkeit zu der Unterstellung gelangen, daß der Central- verband oder dessen Geschäftsführung bestrebt sei, einen Minister] von seinem Amte zu entfernen, der mit vollem Verständnis und feltener Energie und Kraft in der jetzt bedeutungsvollsten Frage der Zollpolitif, besonders aber in der Vorbereitung des Abschlusses fünftiger Handelsverträge dieselbe Richtung wie der Centralverband verfolgt. Danach hätte sich also Graf Posadowsky, um im Amte zu bleiben, der herrschenden Industrie und ihrer handelspolitischen Auffassung löblich unterworfen, und die agrar- radikalen Bollwucherer hätten in dem Grafen Posadowsky keine Stüze mehr. Für uns haben diese leidenschaftlichen und wüsten Coulissenintriguen nur den einen Wert, daß sie uns zu berschärfter Wachsamkeit mahnen. Ob das Volk von den Extremen gefotten oder auf der mittleren Linie" gebraten werden soll, ist nur eine Gradfrage schamloser Ausbeutung. Wir erheben uns gegen die„ maßvolle" wie gegen die übertriebene" Belastung des Proletariats, die in den Getreides zöllen liegt. Deuts Deutsches Reich. Laeisz- Ehrung. மரு is Auf Ballin folgt Laeisz! Wilhelm II. hat die Mitteilung des Hamburger Reeders Carl Laeisz, daß die Firma einen neuen Fünfmaster in Bestellung gegeben habe, also beantwortet: Mit lebhafter Freude hat mich Ihre Meldung erfüllt. Ich erfehe daraus, daß Sie, Ihrer Charaktereigenschaft entsprechend, mit Zuversicht in die Zukunft blidend, in Ergebenheit gegen Gott, der Ihnen so schwere Prüfung auferlegte, rastlos weiterstreben. Ich gratuTiere zu dem Entschluß, der Ihre Reederei und auch Deutschland in betreff der Segelschiffe wiederum in die vorderite Linie gebracht. Gott schütze Sie und Ihr Schiff! Wilhelm, I. R." Die schwere Prüfung war der Tod jenes Carl Ferdinand Laeisz, der im Vorjahre verstorben ist. C. F. Laeisz war bekanntlich ein „ Humorist", der für die Schaffung möglichst vieler UnfallverhütungsVorschriften eintrat, weil die Welt doch nun einmal betrogen werden müsse. Der alte Laeisz war auch sonst ein Spaßvogel. Das Organ deutscher Kapitäne und Seesteuertente„ Die Seefahrt", veröffentlicht heute, wie uns ein Privattelegramm aus Hamburg meldet, den Text einer Visitenkarte, die der lebende Needer Karl Laiesz dem jetzt im Gefängnis fizenden Direktor Stoever von der SeeBerufsgenossenschaft anfertigen laffen und geschenkt hat und deren Text ausdrücklich von dem verstorbenen Laeisz als famofer Wig Jeines Alten bezeichnet worden ist. Die Karte enthält oben linte eine Vignette, einen die Schnapsflasche schwingenden Affen und die Worte Heinrich Stoeber, Direktor der Seeaffen- Besoffenschaft Hamburg". Der Großherzog von Sachfeu- Weimar ist, wie uns ein Privattelegramm aus Weimar meldet, am Sonnabendabend furz nach 6 Uhr gestorben. Karl Alexander ist 1818 geboren und regierte feit 1858 ein ben Klassischen liberalen Traditionen Weimars nicht entfremdeter Mann. Ihm folgt, da sein erbrechtlicher Sohn dem Vater im Tode vorangegangen, sein Entel Wilhelm Ernst in der Regierung, der erst 24 Jahre alt ist. Dem jungen Großherzog wird eine große Schneidigkeit nachgesagt, auf der vielleicht schon der Scharfmacherkurs zurückzuführen ist, den in leyter Zeit die Politik des Landes steuerte. " 21 Der Schluß der Mirbach- Reinigung flingt in einen großartigen erhält, daß sein Einkommen sich auf 4 M. für den Arbeitstag oder Umsturz- Sang aus: 1200 M. jährlich beläuft. Ja, die Rechnung, welche die TagesMit einer wahren Gier hat die jüdische Presse sich auf den Zeitung" aufmacht, ist so liberal" veranschlagt, daß man leicht Sanden- Fall gestürzt, um von dem schauderhaften Eindruck, der in merkt, wie weit die Einkünfte eines nordmecklenburgischen Guts- Tageden weitesten Boltskreisen der Sternberg- Prozeß verursacht hat, abzu- löhners in Wahrheit jenen Betrag noch übertreffen. Alle ordent lenten. Sie begegnete sich in ihrem Bestreben mit der Socialdemokratie, lichen Lagelöhner, die nicht von besonderem Unglück heimgesucht deren Verleumdungssystem in dem öffentlichen Leben mehr und werden, find Kapitalisten und kaufen sich noch bei rüftigen Jahren mehr Platz gewinnt, wie dies in der Posadowsky- heze und jetzt zwar fein Rittergut, aber doch eine Büdnerei, eine äuslerei. wieder in der Mirbach- Hezze deutlich hervortritt. Den Umsturz Da hiernach die nordmecklenburgischen Landwirte im stande männern tommt es eben darauf an, die Meinung zu verbreiten, find, ihren Arbeitern Löhne zu zahlen, von denen bisher kein Mensch als seien die hochgestellten und angesehenen Männer der heutigen außerhalb Mecklenburgs etwas gewußt hat, so wird es sich selbstGesellschaftsordnung samt und sonders in Geldfachen anrüchig verständlich die Deutsche Tageszeitung" fortan angelegen sein lassen, und als müßte ein Kapitalist nach dem andren zur Strecke die Agrarier in ganz Deutschland zur Nachahmung des gebracht werden, um schließlich den ganzen Kapitalismus glänzenden Beispiels der nord medlenburgiüber den Haufen zu werfen. Nicht Scheinheiligkeit ist es, die fchen Kollegen anzufeuern und so mit einem Schlage der unser öffentliches Leben vergiftet, sondern die auchtlose Re de Leutenot ein Ende zu machen. Wir prophezeien für den Fall, daß dieje der auf den Umsturz von Staat und Kirche hinarbeitenden Anregung Erfolg hat, eine Entvölkerung der großen Städte und die Kreise, die das Terrain für ihr gehässiges Treiben in der ein- Heimkehr aller verlorenen Söhne des platten Lands, wo man demflußreichen Judenpresse mühelos erweitern. Die dadurch ge nächst nur noch die Oertelschen Lieder vom Landleben singen und schaffenen Beunruhigungen, die Sensation und der diesen Naturpropheten in jeder Hütte kennen wird. aufgebauschte Schwindel geben den Blättern täglich neuen Stoff zur Unterhaltung des großstädtischen Publikums Es ist eine Pflicht der konservativen Breise, folchem Treiben Einhalt zu thun und das Vertrauen in die Tüchtigkeit und unantaftbare Integrität derjenigen Männer, welche in ihrem Leben etwas mehr geleistet haben als Zeitungsartikel, und die in ihrer Stellung mehr bedeuten, als ihre böswilligen Breß anfläger, troz aller verlogenen Ausstreuungen der auf sie los gelaffenen Heze unerschütterlich festzuhalten". Angesichts eines solchen Ziels wird Herr Dertel doch nicht etwa zaudern, als Agitator durch den ganzen Nordosten zu reisen und die Begehrlichkeit in Ostpreußen, Posen, Schlesien durch den Hinweis auf Nordmecklenburg zu reizen? Die gefittete Welt" giebt sich bekanntlich nach dem Sprech gebrauch der internationalen hatipresse ein Stelldichein, um China zu civilifieren. In einem wuchtigen Satz geißelt sie der prächtige amerikanische Humorist Mark Twain, indem er einen Begrüßungsspruch des 19. Jahrhunderts an das 20. in Kurzschrift" wie folgt Also vertraut nur Eure Ersparnisse ruhig, wieder den frommen niederlegt:" Ich bringe Ihnen die stattliche Matrone, genannt Männern, den Sanden und Schmidt an, die in ihrem Leben etwas Civilisation, auf der Rückreise von Piratenausflügen nach mehr geleistet haben als Beitungsartikel. Berzweifelt nicht an der Kiautschon, der Mandschuret, nach Südafrika und den unantastbaren Integrität solcher tüchtigen Männer. Herr v. Mirbach Philippinen, beschmukt und eutehet, mit einer Seele voll bürgt für die Ehrenhaftigkeit dieser Rasse. Uebrigens hat sich der Niedertracht, mit den Taschen voll Bente und mit einem Gebt ihr Seife und Handtuch, doch Herr Oberhofmeister immer noch nicht über die schwerwiegende Frage und voll Heuchelei. eäußert, ob es ihm wirklich gelungen ist, einen geversteckt den Spiegel! Gez. Mark Twain." wissen millionenbefiz in Pfandbriefen ohne Verlust abzustoßen. Die zuchtlose Presse wartet auf Antwort, Frhr. v. Mirbach! Die goldne Hand. Wie bereits im gestrigen Depeschenteil mitgeteilt wurde, wird Dr. Liman Klage gegen die Kölnische Beitung" erheben, weil sie seine Veröffentlichung über die Bea ftechungen der De Beers- Company als Verleumdung bezeichnet hat. Das„ Bolt" will wiffen, daß die Worte: Köln 1200 000 m." nicht bedeuten, daß das Geld nach Köln geflossen sei, sondern daß es in Köln zahlbar sei in einem Check auf köln. Die Wahlprüfungskommiffion des Reichstage wird wegen ihrer Beschlüsse zur Wahl im Wahlkreise Kiel- Rendsburg befonders in freifinnigen Blättern lebhaft angegriffen. Die Bostiche Beitung" hält die Kassierung von 712 Stimmen, die in 8 Wahl bezirken abgegeben worden sind, für schwer verständlich", denn es sei gar nicht versucht worden nachzuweisen, daß irgend ein Wähler in feiner freien Stimmabgabe behindert oder von nirgend einem Beamten beeinflußt worden sei." Die rheinischen Centrumsbauern verstehen bekanntlich, wie ihre jüngste Generalversammlung in Köln gezeigt hat, das Schreien nicht minder gut wie die oftelbischen Junter. Und ihr Organ, die Rheinische Voltsstimme", tann es an Anmaßung mit dem Berliner Bündlerorgan getrost aufnehmen. Das lehet wieder einmal eine Centrumsversammlung, die am Sonntag in Stettersheim( Kreis Schleiden) stattgefunden hat. Dort sprach, nachdem sich der Abgeordnete Prinz Arenberg über die Chinafrage und den Toleranz antrag des Centrums ausgelassen hatte, Abg. Dr. Am 8ehnhoff über die Agrarfrage und die Kanalvorlage. Er meinte, die Landwirtschaft sei das Fundament des Staats; da die Regierung bisher hauptsächlich für die Industrie gesorgt habe, so müsse fie mu mehr ihre erhöhte Fürsorge der Landwirtschaft zuwenden. Das sei durch das Fleischschaugefeß geschehen, weiter müßten aber auch die Zölle etwas erhöht" werden. Zu weit gehenden Forderungen der gravier würde er sich jedoch widersetzen. Sobe Zölle würden namentlich den Oftelbiern zu gute kommen, während man im Westen faum davon profitiere. In Bezug auf die Kanalvorlage meinte der Redner, sie werde jedenfalls wiederkommen, da aber der hiesige Streis weder Vorteil noch Nachteil vom Kanalbau habe, so könne er ganz frei nach seiner Ueberzeugung abstimmen. Es ift erwiesen worden, daß in den 8 Wahlbezirken die Ceffentlichkeit der Wahlbandlung durch unberechtigte Ausweisung focialdemokratischer Wahlcontroleure verlegt worden ist. Das Berlangen der Boss. 3tg.", die unberechtigt Ausgeschloffenen müssen, wenn der Damit verrät der Herr Abgeordnete eine Auffaffung der Pflichten Wablatt beanstandet werden solle, den Nachweis erbringen, daß in als Voltsvertreter, die man als echte und rechte Kirchturmspolitik den Wahllotalen Unregelmäßigkeiten vorgekommen feien, erscheint une bezeichnen darf. Bei einem Wert, wie dem Mittellandkanal, von fo fchwer verständlich". Die Wahlprüfungs- Kommiffion ist mit gutem ungeheurer handels- und verkehrspolitischer Bedeutung, sollte doch Recht der Meinung, daß die Aufhebung der elementaren Bedingung nur das Allgemeinintereffe, nicht aber die Rücksicht auf den Wahldes Reichstags Wahlrechts, der Oeffentlichkeit und Kontrollierbarkeit freis, den der Abgeordnete vertritt, maßgebend sein. Also nur weil der Wahlhandlung, den betreffenden Wahlakt überhaupt ungültig der Kanalbau für den Eifelkreis Schleiden von leiner Bedeutung ist, machen muß. Dagu tommt im vorliegenden Fall, daß mindestens wird Herr Am Behnhoff nach feiner Ueberzeugung ftimmen. Da der Berdacht vorliegt, daß die Verhinderung der Deffentlichkeit auf darf man fragen, wie er denn stimmen würde, wenn der Kanal für eine fyftematische Anordnung des Landrats des Kreises Rendsburg feinen Wahlkreis mun boch von Bedeutung wäre. Etwa nicht nach zurückzuführen ist. jeiner Ueberzeugung? 2 In sonstigen Fällen gab es für die Bossische Zeitung" teinen Nun muß sich aber Abg. Am Zehnhoff in der Rheinischen Bolts,, Vor allem keine inneren Krisen". Die Münchener Ang. Zweifel, daß eine also zu staude getommene Wahl ungültig ist. Jest stimme" fagen lassen, daß seine wähler im Kreife Montjoie- Mal Beitung", welche zuerst diesen neuerlich viel umstrittenen Ausspruch handelt es sich um einen freifinnig vereinigten Parteigenoffen, und medy- Schleiden durchaus nicht mit seinen Aeußerungen einverstanden des Reichskanzlers Grafen Bülow gemeldet hatte, betont gegen- flugs verbrennt Tante Voß, was sie bisher angebetet hat. find und daß nur die im Saale herrschende Kälte( 1) und die ver über allen Zweifleru an der Richtigkeit dieser Angabe, daß die föhnlichen Schlußworte des Vorsigenden bie Teilnehmer über die Aeußerung genau fo gefallen fei, wie sie berichtet habe. Der Entwurf zum Schaumweinstener- Gesez ist dem Bundes bedenklichen Aeußerungen hinweg trösteten". Das christliche BauernDagegen bezweifelt das Blatt, daß, wie die Stöln. Wolfsztg." ber- rat zugegangen. Danach unterliegt der inländische Schaumwein Organ belehrt den Herrn Abgeordneten zunächst, daß der Mittellandmutete, speciell die Rücksichtnahme auf die äußere Lage den Reichs- aus Traubenwein, aus Obst- oder Beerenwein( Fruchtwein) oder aus Sanal feineswegs für den Streis Schleiden ohne Bedeutung ist. Wir dekretiert tanzler zu diesem Ausspruch bestimmte oder daß er dieses weinhaltigen Stoffen einer Verbrauchsabgabe( Schaumhoffen daher bestimmt auf Ablehnung der Kanalvorlage" Wort auch auf die Situation bezogen weinsteuer). Schaumivein, der ausgeführt wird, bleibt von der die Rheinische Volksstimme". wissen wollte, Herr Am Zehnhoff wird also nicht in Breußen durch die erneute Ablehnung der Kanal Abgabe befreit. Ueber den Inhalt des Entwurfs wird folgendes mit frei nach seiner Ueberzeugung stimmen dürfen! vorlage früher oder später geschaffen werden fönnte. Der Kanzler geteilt: habe offenbar nur die Absicht, klar zu stellen, daß er sich von seinen bisherigen Mitarbeitern in der Leitung der Geschäfte des Reichs und Breußens nicht zu trennen, also einen neuen politischen Kurs, dessen Einleitung innere Stürme entfesseln und zu scharfen Konflikten zwischen der Regierung und den in den Barlamenten derzeit maßgebenden Parteien Anlaß geben könnte, nicht einzuschlagen gedenke. Die Das bestätigt durchaus unsre Auffassung der Bülowschen Bolitit. Graf Bülow wünscht einige Jahre Reichskanzler zu fein- bas ist alles. Warte nur, balde! Die Norddeutsche Allgemeine Beitung" teilt jegt offiziös mit, daß die neue Kanalvorlage ficherem Vernehmen nach" bald nach Beginn der Session dem Landtag zugehen werde. Neulich hieß es: sofort"! Barte nur balde ruhest auch Du! Was wäre aus Berlin geworden ohne die Hohenzollern, ruft verzückt der Reichsbote" aus und bringt folgende verblüffende Entdeckung auf den Markt: Berlin ist bekanntlich die Hauptstadt Preußens und des Deutschen Reiches und ist beides, wie jeder Schulbube in ganz Deutschland weiß, durch die preußischen Stönige geworden. Die Gänsehirten und Fischer der alten aus Gänseangern bestehenden Fischerdörfer Berlin und Kölln hätten ihre Dörfer aus den märkischen Sümpfen schwerlich aur glänzendsten Stadt der Welt entwickelt." Berlin wäre also ohne die preußischen Könige immer noch ein Gänsedorf, also ein agrarisches Eiland. Da müssen wir den Hohenzollern doch wirklich dankbar sein, die uns die Möglichkeit schufen, Daß aus dem Gänsedorf die glänzende Hauptstadt der Social demokratie geworden ist. 11 Dann wird dem Herrn Abgeordneten gesagt, daß er„ bedauerDie Schaumwein steuer beträgt a) für Schaumwein, licherweise bezüglich des Fleischschaugefeges über die Forderungen der unter Verwendung von Fruchtwein hergestellt ist, 20 Pfennig des Nheinischen Bauernvereins nicht aufgeklärt worden zu fein für jede Flasche; b) für andern Schaumwein, falls er mittels fcheint". Das Fleischschaugefeß, wie es zu stande gekommen fei, beFlaschengarung hergestellt ist, 50 Pf. für jede Flasche; falls er nicht beute nichts als eine ungerechte und unbegreifliche Bevorzugung mittels Flaschengärung hergestellt ist, 40 Pfennig für jede Flasche. der ausländischen Landwirtschaft auf Kosten der inländischen". Herr Für jede halbe Flasche ist die Hälfte und für jede Heinere Am Behnhoff wird wohl bald einsehen lernen, daß es nicht so leicht Flasche ein Viertel der auf die Flasche entfallenden Steuer zu ist, Vertreter eines ländlichen Wahlkreises zu fein, auch wenn er von entrichten. § 29 bestimmt, daß das Gefeß am 1. Oktober 1901 in Kraft tritt und von diesem Zeitpunkt ab Landessteuern vom Schaumwein nicht mehr erhoben werden. christlichen Bauern bewohnt ist. Am meisten aber regt sich das centrumsagrarische Blatt auf über die Aeußerungen bezüglich der Getreidezölle. Es frage fich zunächst, so heißt es, wie weit das etwas" des Herrn Abgeordneten In der Begründung wird hervorgehoben, daß die reiche. Der Hinweis, daß nur die Ostelbier Nugen von höheren deutsche Schaumwein- Industrie feit Einführung des erhöhten Getreidezöllen haben, siehe durchaus nicht. Würden die Bölle auf Schutzzolls von 80 M. im Jahre 1885 ihre Gesamt Getreide zu niedrig bemeffen, so würde der Often sich noch mehr erzeugung verdoppelt hat. Die deutsche Schaumivein- auf die Viehzucht werfen, als es jetzt schon geschehe, und da er Industrie stellt gegenwärtig jährlich etwa 12 Millionen biniger produzieren könne, fo würde er die westlichen Viehzüchter Flaschen her. Von dieser Gesamtmenge entfallen etwa zwei einfach totmachen. Deshalb seien die Getreidezölle für die WeſtDrittel auf Schaumwein, der im Flaschengärungs- Verfahren her- elbier nicht minder notwendig wie für die Ostelbier, und neben Gegestellt ist, während gegen 4 Millionen Flaschen, zum Teil unter treibezöllen natürlich auch noch Zölle auf Bieh, Milch, Butter, GeVerwendung von Obst- und Beerenwein, mittels Zuführung von müße, Obst niw. Kohlensäure bereitet werden. Von dem im Inland erzeugten Das Geständnis, das in diesen legten Sägen liegt, ist sehr wertvoll. Echaumwein gelangen rund 1 Million Flaschen zur Ausfuhr; auf Danach sind also auch diejenigen Bauern, die selbst kein Getreide der andren Seite werden außer dem verzollten Schaumwein, verkaufen, für hohe Getreidezölle, weil sie von niedrigen Getreidewelcher der inneren Verbrauchsabgabe nicht zu unterwerfen ist, zöllen eine wachsende Konkurrenz in der Viehzucht usw. fürchten. noch etwa 700 000 Flaschen Schaumwein aus Luxemburg ver- Eine Hand wäscht die andre denkt der christliche Bauer. Der Bauer im Westen schützt den Junker im Osten, dafür schützt dann der getreidebauende Oftelbier wieder den viehzüchtenden Westelbier. Das ist ausgleichende„ Gerechtigkeit". Die Kosten des schönen Sandels zahlt das arbeitende Boll mit teurerem Brot und teurerem Fleischbraucht. Nach dem Gesezentwurf wird unter Vorausfegung eines Rüdgangs des Konfums um etwa ein Behntel auf einen Ertrag der Schaumweinsteuer von über 5 millionen Mart jähr lich und der Reinertrag für die Reichskaffe unter Annahme eines Betrags von 1/3 Million für die Erhebung und Verwaltung der Steuer auf 5 Millionen veranschlagt. Die Begründung sucht den Schaumweinproduzenten die Steuer annehmbar zu machen durch die Erklärung, daß bei ihrer Ausgestaltung darauf Bedacht genommen ist, die Uebertragung der Steuer auf die Konsumenten möglichst zu erleichtern. Hochadelige Grundstückspekulanten. Man schreibt uns aus München, 2. Januar: Die aufstrebende Hauptstadt des Bayernlands scheint ein auferordentlich günstiger Boden für allerhand Spekulantengefindel zu einziger großer Spetulant dieses Geschäftsgebiet für fein, das fich namentlich auf dem Gebiete des Terrain. handels betätigt. Während noch vor wenigen Jahren ein fich monopolisiert zu haben schien und mit Hilfe der von königlichen Prinzessinnen gegebenen Hypotheken-die ganze Umgebung der Candens Freund. In dem„ Evangelifchalirchlichen Anzeiger", offenbar einem geistlichen Zwilling des zumeist weltlichen Kleinen Journals", wird Frhr. v. Mirbach gegen die Angriffe zu verteidigen gesucht, die aus Anlaß des letzten Bankbruchs den Frommen gewidmet wurden. Der Rechtfertigungsversuch bestätigt aber lediglich bewilligungseifrigen Parteien, die das gewaltige Flottenprogramm Die Schaumweinsteuer ist angeregt worden durch die flotten die sehr intimen Beziehungen zwischen dem Oberhofmeister der Kaiserin und den Bantheiligen, die zur Zeit in Moabit hausen. Es dem Bolle durch die schöne Phraſe ſchadhafter machen wollten, daß die kosten von den Wohlhabenden getragen werden sollen. " Die Beziehungen des Frhrn. v. Mirbach zur Bant Anbalt 5 Millionen bringt nun diese neue Steuer, aber die flotten und Großstadt im Befit hatte, haben sich in der legten Zeit Leute auf die n. weltpolitischen und die Reichsschulden wachsen stammen daher, daß die Leiter beider Institute infolge des um so toloffale Beträge, daß 5 Millionen dem Tropfen auf den Stands ihre Hände bisher von derartigen Geschäften sauber zu allgemeinen langjährigen Bertrauens Schatzmeister in verschiedenen heißen Stein gleichen. Ein winziges Bruchteilchen sollen die Wohl halten pflegten. Nicht nur die Aktien der zahlreichen, wie Bilze aus großen Vereinen waren, in deren Vorstand Frhr. v. Mirbach eben habenden aufbringen, die Wucht der Steuerbürde bleibt den Massen, der Erde schießenden Terraingesellschaften sind zum großen Teil in den Händen der eben erwähnten Personen, sondern es haben falls sigt. Generalfonful Schmidt ist seit etwa 1889 in diesen den Unbemittelten und Armen. heißt in dieser Hinsicht: " höchsten Vereinen( Evangelisch- Kirchlicher Hilfsverein, Kirchenbau- Verein, Ein Paradies für den Arbeiter ist nach dem Auffah eines fich auch verschiedene Mitglieder des hohen und Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirchen- Kommission) und seit 1892 of- Junkers von P. in der Deutschen Tageszeitung" das nördliche Adels gefunden, die das einträgliche Geschäft des Güterbandels bankier der Kaiserin, Herr Sanden seit 1894 in Potsdamer Medlenburg. Die Deutsche Tageszeitung" hat troß unsrer wieder betreiben. Im legten Landtag nahm unser Parteigenosse Adolf Vereinen und seit 1900 im Gemeinde- Kirchenrat der Friedens- holten Produktion sich und ihren Hintermännern im Osten ruhig die Müller Veranlassung, den in manchen Dingen sehr schiverfirche." Beschuldigung von seiten des Präsidenten der Königl. Ansiedlungs- hörigen Finanzminister nachdrücklichst auf das Treiben dieser Das genügt unfren Ansprüchen völlig. Kein wahres Wort soll Kommission bieten lassen, daß die nach dem Zuchthaus- Küchenzettel Spefulanten, die er zum Teil mit Namen nannte, anfmerksam aber an der Behauptung sein, daß Herr v. Mirbach den Sanden zusammengestellte Agung der Arbeiter auf den Ansiedlungs- zu machen. Und der socialdemokratische Abgeordnete Dr. v. Haller zum Geheimen Kommerzienrat und zum Abel vorgeschlagen haben gütern der auf den Nachbargütern gebräuchlichen Ernährung erklärte es als eine Pflicht der Staatsregierung, dieſem modernen foll; nun, ein anonymer Zeitungsartikel braucht kein Eid zu sein. entspreche. Jetzt renommiert sie mit den Musterbetrieben im Raubritterwesenden Stempel des Unehrenhaften auf Bestätigt wird dagegen wieder, daß 420 000 Mark des Kirchen- nördlichen Medlenburg, wo nach ihren Angaben ein Guts- Tage- aubrüden, ein Charakter, den dieses Geschäft heute bereits in den baufo nos größtenteils" in Sandenpapieren angelegt waren. Löhner zwar nur 160 m. in bar, aber an sonstigen Bezügen so viel Augen von Gentlemen hat". Zu den allerzweidentigsten dieser Geschäfte aber gehört nach der 150 befinden sich noch an Bord, die übrigen find über bürtig zu machen, beweisen die wiederholten Meldungen über riefige einstimmigen Meinung des Bolts, der Fachleute und der Ge- Bord gesprungen und verschwunden. Neun Po- Pferde- Aukäufe in den Vereinigten Staaten. So wird jest wieder bildeten" die Erschließung eines im fernsten Osten gelizisten wurden verwundet. aus Ottawa gemeldet.: legenen Terrains durch eine Aktien- Gesellschaft, die in der Hauptsache aus den Teilhabern eines bekannten großen Baugeschäfts und verschiedenen Hosbeamten, Banflenten 2c. besteht. Ilm nun dieses, fern allem Verkehr und jedem Verkehrsbedürfnisse Englands völliges Fiasko Die hiesigen Regierungskreise zeigen sich verstimmt darüber, daß die Londoner Regierung wieder große Pferde- Antäufe in den Vereinigten Staaten angeordnet hat, während die interessierten Kreise in Kanada darauf gerechnet hatten, daß diesmal liegende Terrain leichter zu erschließen, baut die edle Gründer in Südafrika wird bereits in boerenoffigiösen Artikeln triumphierend Kanada allein den Bedarf decken sollte. Die tanadische gesellschaft dort hinaus ein großes Theater, das bielgenannte verkündet. Die in der Kapkolonie stationierten englischen TruppenRegierung hatte in London angeboten, 50000 Pferde Prinzregenten Theater, das von der königlichen Civil- teile feien absolut unzulänglich, um die in die Stapkolonie einunentgeltlich zu liefern, während die übrigen lifte bereits auf eine Reihe von Jahren gegen einen relativ gefallenen, durch die Kapholländer gewaltig verstärkten Boeren100 000 ferde zu bezahlen wären. Nun aber läßt hohen Betrag fest gepachtet wurde. Vor einigen Tagen abteilungen wieder aus dem Lande herauszudrängen. Lord Kitchener man sich in London das Geschenk Kanadas gefallen und die Ansah sich nun der Intendant von Bossart, der da werde genötigt sein, unter Breisgabe der Boerenrepubliken seine fäufe gegen Baar macht man in den Vereinigten Staaten. draußen" in Gemeinschaft mit dem alles vermögenden Hofrat Truppen aus Transvaal und dem Oranjefreistaat zur Verteidigung Unlängst sollte England 50 000 Pferde in den Vereinigten Staaten v. Klug ſelbſt Grundstücksbefizer ist, veranlaßt, einen großen Bortrag der Stapkolonie nach Süden zu dirigieren. Ein solcher Rückzug werde ankaufen, nach dieser Meldung scheint die Zahl noch viel größer über die Zukunft des Prinzregenten- Theaters zu halten. Wie man nur unter enormen Verlusten durchzuführen sein und die im Osten zu sein. England scheint seine ganze Infanterie beritten machen zu in München über den Reklamevortrag Boffarts und das ganze Transvaals stehenden Corps ihrem Schicksal überlassen müssen. wollen. Als ob ſeine Infanteristen, die von der Behandlung der Geschäft im allgemeinen denkt, das geht hervor aus einem Aber diefe Räumung Transvaals werde nicht nur Eng- Pferde auch keinen Schimmer haben, noch nicht genug teures PferdeArtikel eines sehr loyalen Blatts, der ultramontanen Land um die Früchte seiner mühsamen Invasion ber material zu Schanden geritten hätten! и neemobergen, den 8uurbergen, und wohl auch in den Stormbergen eingenistet hätten, hatten damit Stellungen ein genommen, aus denen fie selbst durch die größte Uebermacht nicht fo leicht wieder vertrieben werden könnten, freiwillig aber würden fie nicht wieder in den früheren Fehler einer vorzeitigen Räumung bes Staplands verfallen. Neue Bayr. 8tg.", betitelt: betitelt: Die Civilliste leistet Boerenrepubliken bringen, sondern auch den Zwed der Gründerplänen Vorspann?" Mit Recht betont das genannte Rüdwärtskonzentrierung, die Gäuberung der Transvaal. Blatt, daß die Civilliste, die das Hoftheater mit nahezu 400 000 m.tolonie, verfehlen. Denn die Boeren, die sich auch bereits in den jährlich fubventioniert, durch die Pachtung des Prinz- Regenten Theaters der direkten Unterstützung der sehr fragwürdigen Privatspekulation sich schuldig macht, fa sogar als deren eigentliche Urheberin zu betrachten sei. Und in der That muß die Art und Weise, wie der tönig liche Intendant, dessen Privatbantier nebenbei gefagt, die östliche Terraingesellschaft finanzierte, die Lärmtrommel für sein Unternehmen rührte, den bestehenden Verdacht beStärken. Den Verdacht nämlich, daß nicht fünstlerische Rücksichten, nicht das dringende Bedürfnis nach billigen Voltsvorstellungen die Veranlaffung zum Bau gaben, sondern die Profitivut der Bauspekulanten. Derselbe Herr v. Bossart, der nicht Zeit fand, der Münchener Boltsbühne einen wiederholt und bestimmtest ber sprochenen Recitationsabend zu halten fand Zeit und Muße genug, einen marktschreierischen Vortrag zu Gunsten einer Terrain gesellschaft vom Stapel zu laffen. Der intimste Freund Boffarts ist err b. Klug, der Vermögensverwalter des Regenten. Beide Herren besigen, wie schon erwähnt, in der Nähe des Neuen Theaters Grundstücke, die unter höchst eigenartigen Verhältnissen erworben wurden. Aber ohnehin fei die Lage der Engländer in den Republiken eine äußerst mißliche gewesen. Dadurch, daß Lord Roberts seine Operationsbasis auf mehr als 3000 Kilometer ausgedehnt habe, habe er zur Sicherung der Verbindungen eine derartige Truppenzahl verwenden müffen, daß seine eigentliche Operationsarmee ungeheuer geschwächt worden sei. Trotzdem hätten die Etappen nicht einmal zum Schutz der Eisenbahnlinien ausgereicht. Der Krieg fönne nach alledem schon jetzt für die Engländer als verloren gelten. Für das Infelreich könne es fich nur noch darum handeln, ein gewisses diplomatisches Prestige zu retten. England fönne schon deshalb nicht den Krieg ins Endlose ausdehnen, weil es die einzige Armee, die es befize, die afrikanische, schonen müsse. Die Bernichtung feiner Landmacht wäre für Großbritannien gleichbedeutend mit seinem weltpolitischen Bufammenbruch. Was aber kann Boffart veranlaßt haben, so scheinbar ohne Sehr günstig urteilen über die Boerenfache auch die Briefe jeden äußeren Anlaß aufs Brettl hinauf zu steigen, um die deutscher Kombattanten, die veröffentlicht werden. So die Aeußerungen, Reklametrommel zu rühren? Das Bedürfnis, verschiedenen die in einem Frankfurter Blatte aus den Papieren eines solchen einflußreichen Persönlichkeiten, vom energischen, weitblickenMitkämpfers veröffentlicht werden. Nach dem Zeugnis diefes Deutschen den Eisenbahnminister angefangen bis herab zum Trambahn stehen gegenwärtig noch 26 000 Boeren unter den Waffen. Und diefe Direktor, die fragwürdigsten und fadeften Schmeicheleien an den Leute feien im Unterschied zu vielen Boerentämpfern zu Anfang des Kopf zu werfen, wird eg wohl kaum gewesen sein. Striegs, die von den Mitgliedern der ausländischen Corps den Spott Mehr Wahrscheinlichkeit hat die Annahme, daß die gegenwärtige namen der Hartloopers", Schnellläufer, erhalten hätten, eine stahlFlaue auf dem Geldmarkte, der Bankfrach und die allgemeine schlechte harte disciplinierte Schar geworden. Viele diefer Boeren, deren Lage des Terraingeschäfts ihn zu diesem Schritte veranlaßt haben. Farmen verbrannt worden feien, felen geradezu auf den Strieg als Es scheint, die so sehr erwünschten Grundstücksverkäufe vom Existenzgelegenheit angewiesen. Bring Regenten Terrain verzögern sich in unerwünschter Weife. Vielleicht steht gar jezt schon ein fleiner Krach bevor? Die nächste Wirkung des Bossartschen Vortrags war freilich überraschend. Gestern, nämlich brachten die„ M. N. N." an hervorragender Stelle folgendes vielsagende Inserat: Baupläge aus dem Befize der Heilmannschen Immobilien- Gesellschaft in der Nähe des Bringregenten Theaters werden, eventuell mit Verluft, zu verkaufen gesucht. Anzahlung nicht unbedingt nötig." Im übrigen wird es bei der gegenwärtigen Breßdiskussion nicht fein Bewenden haben und Herr v. Boffart dürfte von einer andren Stelle aus noch einiges zu hören bekommen. Druckfehler- Berichtigung. Jm Artikel„ Das Ausland im Jahre 1900" I ist fälschlich von semitischen statt Huffitischen Traditionen in Böhmen die Rede. Gleichfalls muß es nicht heißen ,, die Füße", sondern die Führer der Nationalisten wurden vom Senat verurteilt. In der Notiz„ Der socialpolitische Goethe- Bund" in der letzten Nummer dieses Blatts ist zu lesen: Die bisherige Entwicklung statt Erbitterung. Ausland. Niederlande. " 00 Wo steckt De Wet? Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 14. Dezember: Der westliche Teil der Boeren scheint sich nach Calvinia zu begeben, der östliche scheint sich in tleinere Gruppen aufgelöst zu haben. Gestern hat wieder eine leine Boeren: abteilung westlich von Aliwal North den Orangefluß überschritten. Die Boeren zeigten fich wieder an der Bahnlinie bei Rhenoster, doch ist es zweifelhaft, ob De 28et sich bei ihnen befindet. General Knog scheint demnach ebensosehr mit De Wet die Fühlung verloren zu haben, wie die Truppen in Fraserburg mit der westlichen Invasionstolonne der Boeren. Calvinia befindet sich circa 150 Kilometer westlich von raserburg, die Boeren suchen also, ohne auf Hindernisse zu stoßen, immer neue Kreise der Kapkolonie aufzuwiegeln. Und daß diese Versuche von Erfolg getrönt sind, beweist folgendes Reuter- Telegramm über die wachsende Erhebung der Kapholländer. Kapstadt, 5. Januar. Seit mehreren Tagen sollen zahlreiche Rapholländer beimlich aus dem West en der Kapkolonie nach Norden aufgebrochen sein, vermutlich, um sich den in die Kolonie eingebrochenen Boeren anzuschließen. Ein englischer Mißerfolg bei Middelburg. Aus Cradock wird vom 4. Januar gemeldet: Oberst Williams griff am 1. Januar eine starte Position der Boeren auf den Kopjes einige Meilen westlich von Middelburg an. Seine Streitmacht war aber nicht genügend, um den Feind aus seiner starten Stellung zu vertreiben. Die Engländer hatten 5 Verwundete. Der Feind zog sich während der Nacht zurück und wandte sich nach Bethesda. Das Gerücht von einem Boerensieg, Die Boeren tönnen no jahrelang weiter ben Kommandant Botha erfochten haben soll, cirkuliert in Laurenzo tämpfen. Die Ueberzeugung davon, daß dies möglich ist, Marques. hat jeder einzelne Ausländer, der das erste Striegsjahr bis zum Wichtige Maßnahmen Schluß aktiv bei den Boeren mitgemacht hat. Aber die Boeren müffen auch den Kampf fortführen. Den Grund dafür kann scheinen nach folgendem Telegramm von der Regierung der Kapkolonie ich mit wenigen Worten unwiderleglich darlegen. darlegen. Als getroffen werden zu sollen: zu Beginn des füdafrikanischen Winters bas retten Kapstadt, 5. Januar. Der Premierminister der Kaps Der Boeren in das Bushveldt überhand nahm. folonie Gordon Sprigg und der Obertommisjar Milner im März 1900, da faßte die frisch aus Europa Gelom batten beute früb eine lange Unterredung, deren Ergebnis menen tieffte Niedergeschlagenheit. Alfo bas waren die war, daß sofort ein besonderer Kabinetsrat einberufen werden Leute, für die man in Begeisterung ausgezogen war? Die den wird. Es wird eine wichtige Bekanntmachung erwartet. Feind Feind fein ließen und mit Hüh und Hott wieder Ochien hirten wurden? Man thut dem Boer unrecht. Wenn er sein Vieh erhalten will, muß er es im Winter von der fahlen Hochebene, die vom Oranjefluß bis über Bretoria reicht, in das warme Unterland treiben, das sog. Buschveldt im Norden, wo es auch im Winter Gras giebt. Außerdem ist er hier sicher vor nossen in zwei Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten Versammdem Feind. Das Buschveldt ist ein Meer von Dorngeftrüpp mitung. In der Hauptwahl erhielt Genosse Herlich 220 Stimmen, der fingerlangen Stacheln. Hier findet nur der staffer und der Boer mit freifinnige Gegner 250 Stimmen. Bei der Stichwahl siegte dann feinem Vieb auf geheimen, vielfach gewundenen Fußpfaden durch. der freifimige Kandidat mit 420 Stimmen, gegen 341, die auf Eine englische Abteilung würde bald verirrt, ger unsern Genossen fielen. Im andern Bezirk fielen auf den Genoffen fest und verhungert sein. Auch im März 1901 wird es 288 Stimmen, während der freifinnige Gegenfandidat ins Buschveldt geben. Es wäre thöricht, wenn man dann in 412 Stimmen erhielt. Europa wieder annehmen wollte, alles sei zu Ende. Im In sächsischen Orten wurden gewählt in Euba 1 Parteigenoffe, in Alberoda 2. Nieder- Runnersdorf bei Löbau 1, Oltober geht es wieder los. Und genau so wird es 1902 sein, wenn die Engländer dann noch im Lande sein Gloffen 1. 8afchendorf 1 und 1 Ersatzmann. follten." to Partei- Machrichten Gemeindewahlen. In Eberswalde unterlagen unsre GeIn Württemberg drang in hofen der ganze Bettel der Arbeiter durch und in Stammheim wurden 3 Parteigenoffen geBei den in Schweden gegenwärtig stattfindenden Gemeindetommunalen Babigefeß ist es das Geld und nicht die Bürger, die meindesteuer zahlt, hat eine Stimme, wer 2 Kronen zahlt, zwei tommunalen Wahlgesetz ist es das Geld und nicht die Bürger, die wählen. Wer 1 Krone Staatssteuer und eine dementsprechende Ge Stimmen und so fort. Wer 100 Kronen Staatssteuer zahlt, hat 100 Stimmen. Durch dieses stockreaktionäre Wahlsystem ist es den Arbeitern unmöglich gemacht. ihren Einfluß in den Gemeinden zur Geltung zu bringen. Amfterdam, 4. Januar.( Eig. Ber.) Die Zweite Kammer Hat ihre Zustimmung gegeben für die Heirat der Königin Wilhelmine mit dem Herzog Heinrich von Mecklenburg- Schwerin. Der Heirat felbft hat sich feine der Parteien widersetzt, aber gegen eine Bestimmung Und je länger der Krieg dauere, desto blutiger werde er wählt. Noch immer seien die Boeren zu der bezüglichen Gesegesvorlage, wobei der Herzog, ungeachtet seines für die Engländer werden, Alters, in alle Regierungskollegien ernannt werden kann, wurde der Krieg dauere unb je mehr er an Erbitterung zunehme, befto human, um fliebende, Feinde unschädlich zu machen. Je länger bon demokratischer und socialdemokratischer Seite Wider- wahlen ist bis jetzt ein Socialdemokrat gewählt worden. Nach dem spruch erhoben. der socialdemokratischen Abgeordneten gegen eine Benfion von die dann auch nicht mehr davor zurückschrecken würden, dem fliehenden Besonders richtete fich aber der Widerstand allgemeiner werde bei den Boeren die Verfolgungswut gunehmen, 150 000 Gulden( 250 000 m.), welche für den Herzog fest- Feinde das tödliche Blei nachzusenden. gesezt ist für den Fall, daß er Witwer wird und niederländischer Die britische Artillerie werde von den Boeren nicht mehr im Birger bleibt. Für eine Altersversicherung der Arbeiter ist kein geringsten gefürchtet. Sie ſelbſt hätten ihre Geschütze entweder verGeld zu bekommen, die Socialdemokraten meinten deshalb, unter graben oder zerstört, die von ihnen verwendeten Geschütze seien. diesen Umständen gezieme sich auch keine Witwerversicherung für ausschließlich englische Beute, für die die Munition niemals den Mann, der die reichste Frau des Lands heiratet. Selbst ausgebe. Wenn die englischen Generale die Erbeutung von Boeren verständlich dachte die erdrückende Mehrheit der bürger- geschossen meldeten, so vergäßen sie zu bemerken, daß es sich mur lichen Bollsvertreter darüber anders. Die Genehmigung der um die Zurückeroberung englischer Geschütze handle. Vorlage geschah jedoch nicht ohne Hindernisse. Der Führer Die Lage der Engländer erfährt auch in dem Brief eines einer ganz niedlichen Junkerpartei, der Jonkheer De Sabornin Loh- annoveraners eine nichts weniger als günstige Beleuchtung, man, befürwortete die Verleihung an den Herzog eines Jahres- der im Original unserm Hannoverschen Bruderorgan vorgelegen hat. gehalts von 100 000 Gulden während des Lebens der Königin; er Der Brief lautet: warf der Regierung Stargheit und Gleichgültigkeit vor, und ein Katholischer Redner möchte über diesen Volkswunsch" ein Referendum abhalten lassen. Als die Regierung sich dennoch ablehnend verhielt, plauderte Herr De Savornin Lohman aus, das sei in Widerspruch mit daß sie dem Wunsche vieler Volksvertreter, um dem Herzog ein Gehalt zu verleiten, nachgeben würde. Diese Offen herzigkeit des Junkers verursachte eine mertbare Verstimmung bei der Regierung, anscheinend hat diese vor dem entschlossenen Widerstand der Socialdemokraten sich flein gegeben. Die Wahlen. stehen ja vor der Thüre. Liebe Mutter! " Pretoria, den 5. November 1900. Deinen Brief v. 3. 7. 00 bekam ich nach langem Hin und Her am 21. Septbr.; natürlich, nachdem er gelesen war bol ist in der Schlacht bei Johannesden englischen Beamten. der geheimen Verabredung, gefangen burg und genommen hat augenblicklich das Vergnügen, sich die schöne Insel Ceylon" anzusehen. Hier geht es nach wie vor sehr schlecht. Du kannst Dir denken, daß die Preise für Lebensmittel auch sehr hoch sind. Der Petroleum hat das Tinn( Inhalt 25 Flaichen) 4 Bfd. Sterl. 10 Shilling, alfo 90 m. gestanden; Kartoffeln das Pfd. 3 M.; wenn man also Bellfartoffeln effen will. so foster einem die Mahlzeit 9 M.!- Streichhölzer, eine Schachtel 50 Pf.u.i.f. Im letzten Monat ift nun wieder etwas nach bier gekommen, so daß die Preise wieder bedeutend herabgefest sind; aber ab und zu nimmt der so berühmte und gefürchtete General de Wet" einen ganzen Zug mit Kost weg und dann giebt es hier lange Gesichter. Soviel wir bier in Pretoria erfahren und das sind doch meistens mur Gerüchte steht es für die Herren Engländer nicht gut und jeden Tag erwarten wir die Boeren zurüd: Es ist nicht möglich, die Boeren zu besiegen. Der Herzog bekommt also kein Jahrgeld, wenigstens nicht ans der Staatskaffe. Ob die holländischen Kapitalisten Troelstras Nat befolgen und ihm aus eigner Tasche ein Gehalt zulegen werden, ist sehr fraglich. Frankreich. Die Deputiertenkammer tritt am 8. Januar zu einer neuen Session zusammen. Voraussichtlich wird es schon bei der Präfi dentenwahl zu einem starken Zusammenstoß kommen zwischen der Rechten und den Parteien der Linken. Die letteren haben sich auf Brisson geeinigt. Gegen Deschanel wird von seiten der Linten bittere Klage geführt, daß er die Geschäftsordnung parteiisch handhabe. Afrika. Einen erfreulichen Wahlfieg errangen die Parteigenoffen in Delmenhorst. Sie jetzten bei der Wahl des Schulausschusfes für die evangelische Schule die Erhöhung der Mitgliederzahl von 9 auf 12 durch und errangen von den 12 Sigen 8, so daß sie eine Bweidvittelmehrheit haben. " Totenliste der Partet. Ein alter treuer Stämpfer, der Weber start Neufirchner ist in 8 wickau nach vollendetem 80. Lebensighr gestorben. Ueber seine Lebensgang entnehmen wir unsrem Zwickauer Parteiblatt das Folgende: arbeitete, that er sich öffentlich hervor. Als die Kämpfe des„ tollen Schon im Jahre 1848, als er als Weber in Offenbach a. M. Jahrs" begonnen hatten, als die Revolution ausgebrochen war, da finden wir ihn neben den ersten Kämpfern der damaligen Zeit Nach verschiedenen Hin und Herfahrten hervorragend mit thätig. nach dem Kampf kam N. in der 60er Jahren nach Leipzig, woselbst er einen fleinen Handel mit Schneiderartikeln trieb. Die Lassallesche gitation riß auch ihn mächtig mit fort und begeistert trat er als fanatischer Anhänger mit ein in den Kampf, den die Lassalleaner" nach Laffalles Tod gegen die Eisenacher" ausfochten. All bie stürmischen eriammlungen, bie in Leipzig damals stattfanden, zählten Neufirchner als eifrigen Teilnehmer. Als dann das Socialistengefeß tam, war N. eines der ersten Opfer desselben. Ueber Leipzig war der kleine Belagerungszustand verhängt und N. wurde mit mehreren Freunden ausgewiesen. Krank und stech, ohne alle Barmittel und von allem entblößt, fam er nach Zwickau. Von seinem Geschäft, daß ihm bis dahin wenigstens ein Auskommen verschafft hatte, war er gewaltfam losgeriffen worden. Ja, man trieb die Rigorosität fogar so weit, daß ihm wiederholt Gesuche, auf wenige Tage nur zur Regelung feiner Verhältnisse nach Leipzig kommen zu dürfen, abschlägig beIn verflossener Woche hat de Wet wieder einen Zug mit der schieden wurden. Damit war er ruiniert. Und nur, weil er ehrlich europäischen Post und 60 000 Pfd. Sterl., also mehr als eine bleiben, weil er ein Freund der Arbeiterfache sein wollte! Bismard Million Mart, fortgenommen, und was er nicht gebrauchen konnte, und feine ebenbürtigen Helfershelfer haben neben so vielen auch verbrannt. Obwohl ich gern etwas erfahren hatte aus deutschen ihn auf dem Gewissen. Auch in Zwickau blieb N. vor Verfolgungen Beitungen, fo freut es mich doch, daß die tapfren Boerenscharen nicht verschont. Während der 1881er und 1884er Wahlbewegung wieder einmal Geld genommen haben; es ist, als wenn sie es wurde er wiederholt verhaftet und hatte mancherlei Unannehmlichriechen; ich meine natürlich das Geld. feiten, aussuchungen 2c. zu erdulden und als Sechzigjähriger mußte er noch auf drei Wochen ins Gefängnis, weil er angeblich den Socialdemokrat" verbreitet haben sollte. Gebessert" wurde er dort natürlich nicht. Bon seiner Lust am Schaffen, an der Agitation und Nummer des Socialdemokrat" widmete und welcher lautet: der Liebe zur Sache zeugt ein Abschiedsgruß. den er der letzten Kampf zwischen portugiesischen Mannschaften und Minenfulis. Dem„ Reuterschen Bureau", wird aus Beira unter dem gestrigen Tage telegraphiert: Der Dampfer herzog" ist hier mit 186 Somalis und Abessyniern für die Minen in Nhodesia eingetroffen. Da den Leuten von den Heizern des Schiffs gefagt worden wvar, fie müßten in Stetten arbeiten, weigerten sie sich, an Land zu gehen. Der Aufseher rief des balb zwei portugiesische Polizeibeamte an Bord, um den Mädelsführer verhaften zu lassen. Als die Polizeibeamten von den Aufrührern mißhandelt wurden, drang eine starke Abteilung Polizei, unterstützt von portugiesischen Soldaten und Passagieren, au Bord und es fam au einem heftigen Handgemenge; die Eingeborenen berbarrikadierten das Vorderdeck und erst nach mehrstündigem Kampf gelang es den Portugiesen, des Aufruhrs Herr zu werden. Ein Welch gewaltige Anstrengungen England macht, um seine Somali wurde getötet, 26 wurden verwundet; Truppen beritten und dadurch den flinken Boerenkommandos ebens Ich könnte nicht schreiben, wenn nicht zufällig ein Freund nach Europa ginge und dieser wird den Brief in Holland aufgeben. Selbst deutsch geschriebene Briefe laffen die Herren Engländer nicht durch; wahrscheinlich, weil sie zu dumm sind, deutsch zu lesen...." Englische Pferde- Ankäufe. Ich fühle mich gefund und träftig, und werde beim Fallen des Schandgefeßes von meinen 70 Jahren 40 abschreiben und vie ein Dreißigjähriger für die Aufklärung der Masse und ihre Befreiung alles thun, was in meinen Kräften steht, wie ich es auch 1849 zur Reaktionszeit gethan habe, allwo ich mir von der großherzoglich hesstschen Negierung das Prädikat als„Wühler" el' worden dabe/' So der Siebzigjährige, der sich bis zu seinem Tode treu ge blieben ist l_ GeiverKslhAftliches. Berlin und Umgegend. Der Verein der Tischler Berlins und Umgegend(Per trauensmänner« Centralisalion) hält aus Anlaß der jetzigen Vor> kommnisje jeden Abend von 7—9 Uhr bei Fronte. Palliscbenslr� 9 seine Bureaustunden ab. und werden die Kollegen ersucht, in jeder Beziehung sich dorthin zu bemühen. Die Differenzen in der Holzindustrie, hervorgerufen durch das Vorgehen der Berliner T i s ch l e r i n n u n g. werden Gegen stand von Verhandlungen der Achtzehner-Kommission sein. Diese finden am?. Januar unter Vorsitz eines Gewerbegerichts-Vorsitzenden am hiesigen Gewerbegericht statt. Deutsche? Reich. Zur nächsten GewerbegerichtS-Wahl in O f f e n b o ch a. M soll zum erstenmal von den modernen Gewerkschaften auch der Versuch gemacht werden. Sitze der Arbeitgeber zu erobern. Zu diesem Zweck faßte das Gewerkschaftskartell den Beschluß, in der Stadtverordneten- Versammlung einen Antrag einzureichen, der eine Aenderung des Ortsstatuts dahingehend herbeiführen soll, daß in Zukunft auch diejenigen Hausgewerbetreibenden zu Gewerbegerichts Beisitzern gewählt werden können, die den Nachweis liefern,' daß sie ivenigstens Vi Jahr Arbeiter beschäftigt haben. Bisher mußten diese Arbeitgeber ein Jahr lang Arbeiter beschäftigt haben, wenn sie wählbar sein wollten. Die Gründung ekncS GewerkschaftShaufeS ist seitens der Hamburger Gewerkjchaften ins Auge gefaßt worden. DaS Kartell hat in seiner letzten Sitzung darüber' beraten und eine Special kommission gewählt, die im Verein mit der Kartellkommission die nötigen Erhebungen über die Kosten vorzunehmen haben. Es wird von den Ergebnissen dieser Borarbeiten abhängen, ob man zur AuS führung schreiten wird. Ausland. Der dänische Fachverein der auf der Werst der Kriegs marine beschäftigten Arbeitölcute ist bei dem Chef vorstellig ge Ivordcn, zwecks Erhöhung der Löhne für die Tagelöhner. Diese nur tageweise beschäftigten Arbeiter erhalten bisher 2,40 Kr. und ver langten nun 3 Kr.(3,40 M.) pro Tag. Sie erhielten darauf die Antwort, daß sie von jetzt ab nicht mehr als„Tagelöhner" bezeichnet werden sollten, sondern als„ArbeitSmänner". Im übrigen soll nach Sjährigcr Thätigkeit eine Lohnzulage von 20 Oere gewahrt werden Die Arbeiter wollen sich hiermit nicht zufrieden geben und zu ge legener Zeit ihre Forderungen von neuem stellen. Die Streikbewegung in Brüx droht weiter um sich zu greifen. In mehreren Gruben haben die Bergleute eine Stunde früher aufgehört, um den Achtstundentag durchzusetzen. I» Budapest waren 6000 Arbeitslose versammelt, welche einen Zug nach dem Stadthause unternahmen; die Polizei stellte sich ihrem Zuge entgegen. AuS der Schweiz. Eine bemerkenswerte Thätigkeit entfalten in letzter Zeit die Eiscnbahnarbeiter-Bereine. Derjenige in St. Gallen verlangt in einer Eingabe an die dortige Direktion der Vereinigten Schweizerbahncn die vertragliche Anstellung einer größeren Zahl von ständigen Linienarbeitern, die AuSbezahlnng von 7'statt nur 6 Tage« löhnen pro Woche, die Erhöhung der Gehaltsminima und endlich die frühere Abgabe von Freikarten.— Andrerseits hat die Arbeiter- Union schweizerischer Transport-Anstalten beschlossen, an den neuen VerwaltungSrat der Bundesbahnen eine Eingabe zu richten nni Festsetzung eines Gehaltsminimums von 4 Fr., eine regelmäßige Gehaltsaufbesserung alle zwei Jahre für die nicht vertraglich Angestellten.— Mit der von der Brauereiarbeiter- Organisation angestrebten Abschaffung deS Freibiers von 6 Litern pro Tag nnd entsprechender Lohnerhöhung haben die Brauereien, welche die Forderungen erfüllten, die besten Erfahrungen gemacht. So äußert sich die Aktienbrauerei Basel darüber, daß die Leistungsfähigkeit der Arbeiter sich merNich ge- hoben und auch der Gesundheitszustand der Arbeiterschaft sich be deutend gebessert habe. Aber trotzdem muß auch darum gekämpft werden. Der Streik der Seideuwcber in Calais dauert noch immer fort. Die Unternehmer haben teilweise ihre Fabriken geöffnet. Den Ausständigen ist eine größere Summe— 20 000 M. von den eng- lischen Maschinenbauern zugegangen; auch die Arbeiter der Glashütte von Albi haben 1000 Fr. gesandt. Ans der Frsuenbetvegung« Franen als Bormünder. Nach dem B. G. � B. dürfen be kaimtlich Frauen als Vormünder bestellt werden. Leider scheint bei den zuständigen Behörden die Neigung, von diesem Rechte Gebrauch zu machen, noch sehr gering zu sein, obwohl die Frauenvereine dies seit Jahr und Tag empfehlen, um dem noch immer so fühlbaren Mangel an Vormündern abzuhelfen. Es muß übrigens auch gesagt sein, daß auch das Angebot von Frauen, die zur Uebcrnahme eines solchen Amts bereit sind,»och verhältnismäßig gering ist. Der Verein Frauen wohl will, um beiderseits die Auf merksanikeit auf die Verwendung weiblicher Kräfte in der Vormund� schaft zu schärfen und um Frauen, die geiegnet und geneigt sind, das Amt zu übernehmen, Vorlesungen halten lassen, in welchen in populärer Form die Pflichten des Vormunds behandelt werden sollen. Der Magistrat hat zu diesem Zwecke den Bürger saal des Rathauses zur Verftigung gestellt. Die Vorträge werden an zwei Abenden, 9. und 14. Januar. 8 Uhr von D r. j u r. Anita Augspurg gehalten und sind ohne weiteres unentgeltlich zugänglich._ Sociales. Der„Wohlstand" in Prenßen. Nach der Steuereinschätzung für 1899 mußten von den 32 908 339 Einwohnern nicht iveniger als 21 163 323 steuerfrei bleiben, da sie nicht mehr als 900 Mark Einkommen hatten. Es waren danach unter je 100 Einwohnern nur 9,40, die mehr als 900 M. Einkommen hatten. Unter diesen 9,40 sind aber nur 1,19, deren Einkommen über 3000 M. steigt; 8,21 bleiben zwischen 900 und 3000 M. Scheidet man die große Gruppe nochmals in engere Grenzen, so zeigt sich noch deutlicher, wie wenige Personen in Preußen ein Einkon, men haben, das zu einem mehr als dürftigen Leben ausreicht. Es hatten nämlich von 100 Einwohnern ein Einkommen von 900 bis 1200 M.: 4,40; von 1200 bis 1500 M.: 1,60; von 1500 bis 2100 M.: 1,33 und von 2100 bis 3000 M.: 0,88. Es gab demnach unter 100 Einwohnern nur 3,40, deren Einkommen über 1600 M. und nur 2,07. deren Ein- kommen über 2100 M. hinausgeht. Bon der Invalidenversicherung. Die Versicherungsanstalt für Elsaß-Lothringen beabsichtigt von einer Neuerung des Invaliden- gesetzes Gebrauch zu machen, die zu den wenigen begrüßenswerten Verbesserungen des neuen Gesetzes gehört. Es können bekanntlich Versicherungsanstalten, deren Sondervermögen ihren notwendigen Bedarf übersteigt, im Interesse der Versicherten höhere Aufwendungen machen. Die genannte Anstalt will nun den Angehörigen solcher Versicherten, die' einem Heilverfahren unterworfen werden, das ganze Krankengeld auszahlen und dies auch für die Sonn- und Feiertage ge- währen.' Für Personen, die der Krankenversichcrimgs-Pflicht nicht unterliegen, soll an Stelle des Krankengelds die Hälfte des ortsüblichen TogelohnS treten. Der Beschluß der Versicherungsanstalt bedarf der Zustimmung des Bundesrats. Die Versicherungsanstalt für das Königreich Sachsen will mit der Gewährung von'Jnvalidenhaus-Pflege an Stelle der Invaliden- rente beginnen. Sie hat dafür für 1901 den Betrag von 14 960 M ausgeworfen und mit dem Bezirks-Siechenhauie Seidau eine Ab machung für Aufnahme von 20 Rentenempkängern getroffen Als Veipslegesatz sind freilich nur 60 Pf. pro Kops und Tag ve: einbart worden. Besonders wohl wird's dabei den armen ArbeitSl invaliden nicht werden. ReiS- Trust. Unter der Firma Reis« und Handels- Aktien gesellschoft hat sich am Freitag in Bremen«ine neue Aktien gesellschaft mit einem Kapital von 4 000 000 M. gebildet. Beteiligt hieran sind sämtliche 9 deutsche Reismühlen. Aufsichtsrats-Vorsitzender ist Andreas RickmerS, Vorstand Upmar.n in Bremen. Der Eitz der Gesellschaft ist Bremen. Nun kann die Preiserhöhung losgehen. ReiS ist etnS der be deutendsten Volksnahrungsmittel. Die Masse wird es bringen, hier. wie bei der Milch, den Kohlen usw., sowie auch bei den indirekten Steuern Wärme- und Lesestuben für Arbeitslose. Das GewerischaftS kariell in Dresden richtete vor einigen Monaten unter Hinweis auf die in diesem Winter zu erwartende große Arbeitslosigkeit und die schlimmen Folgen dieie» svcwlen Uebels die davon Betroffenen das Ersuchen an die Stadtverwaltung Wärme- und Lrtehaven aus städtischen Mitteln zu errichten. Die Dresdener Siadtväter haben aber anscheinend mi Denkmalsplänen, dem Waschen der schmutzigen Wäsche Hartwigs und der Jnteresfenvolisik in den eignen Reihen so viel zu thun. daß sie bisher keine Zeit für solch nebenkächliche Dinge, die zudem „nur" den Arbeitern zu gute kommen, finden konnten. Da doS Gewerkschaftskartell nicht bis zum Sommer oder noch länger— vielleicht bis zum Skt. Nimmerleinstage— auf die städtischen Wärmehallen warten konnte, beschloß es. dem Stadtrat zu zeigen, daß die Herstellung der geforderten Ein richtungen ohne große Kosten und Umstände möglich sei, wenn man den guten Willen habe, den bedauernswürdigen Opfern der modernen Produktionsweise wenigstens eine Zuflucht gegen die Unbilden der Witterung und der Winterkälle zu schaffen. Von den vom Gewerkichaftskartell projektierten zwei Lese- und Wärmestuben ist eine bereits am 1. Januar, just zur rechten Zeit, um den Arbeits losen einen Schutz vor der jetzigen großen Kälte bieten zu können eröffnet worden. Der Wirt vom Restaurant GewerkschaftShauS stellte seinen Soal, der wohl 200 Personen fassen mag. gegen eine Entschädigung für Heizung und Beleuchtung sanit dem nötigen Inventar zur Verfügung. Ärbeiterbibliotheken, Volksbuchhandlungen und Privatpersonen lieferten Bücher und Zeitschriften und eS wurde auf diese Weise eine ganz stattliche Bibliothek für die Arbeitslosen zusammengestellt, daS Lesebedürfnis kann erner durch die Gewerkschaftsblätter, die wohl ziemlich vollzählig aushängen, einige politische Zeitungen und Witzblätter befriedigt werden. DaS Spielen für Geld ist laut Reglement unter agt, doch sonst werden dem Besucher außer anständigem Betragen keinerlei Verpflichtungen auferlegt und der Verkehr ist ein völlig unze- zwungener. Auf Verlangen erhalten die Besucher Kaffee und Speisen zu herabgesetzten Preisen, und zwar Kaffee für 6 Pf. und eine Portion Essen schon für 16 Pf. Obwohl die Errichtung der Wärmestube nur durch eine Notiz in einigen Tageszeitungen angekündigt und diese in der Hauptsache organisierten Arbeitern zu gute kommen soll, waren doch schon am zweiten Tage fast sämtliche Stühle besetzt, und zuzeiten war kein Platz für die Neuankommenden vorhanden. Den Wert solcher Aufenthaltsräume wird jeder zu schätzen wissen, der nur kurze Zeit in dem freundlichen gut geheizten Räume weilte. Wie sehn iichtig die Bedauernswerten nach dem Ivarmen Aufenthalt äreben, der ihnen sonst nirgends geboten wird, wenn das Geld nicht mehr zur Begleichung einer Zeche im Wirts haus hinreicht! In der Wärmestube findet der Arbeitslose nicht nur Schutz gegen Kälte, sondern auch Zerstreuung und Unterhaltung mit Schicksalsgenossen und Gelegenheit, den gesunkenen Mut durch gegen� 'eitige Aussprache aufzuheitern. Eine besondre Aufsicht und Ueberwachnng hat man nicht für nötig gehalten; nur ab und zu sehen zwei Gewerkschaftsbeamte, die in der Nähe ihr Bureau haben, nach dem Rechten. Trotzdem herrscht Ordnung und Ruhe, die Arbeitslosen holen sich selbst die Bücher ans den offenen Schränken und stellen sie wieder an den Platz. Ob sich päter, wenn der Andrang größer wird, nicht doch eine ordnende Hand nötig macht, muß abgewartet werden. Einen Gesetzentwurf betreffend die Regelung drS Lchr- lingSwesenS hat der socialdcmokratische Regierungsrat(Minister) des Kantons Zug. Genosse Müller- Keffer, welcher Direktor der Abteilung für Handel und Gewerbe ist, ausgearbeitet. Nach dem Entwurf' soll das Gesetz Anwendung finden auf alle Handwerks und fabrikmäßigen Gewerbe, sowie auf alle Handels- und Transport anstalten. Geschäftsinhaber, welche sich gegen die ihnen an- vertrauten Lehrlinge grober Pflichtverletzung schuldig machen, können durch gerichtliches Urteil des Rechts. Lehrlinge zu halten. verlustig erklärt werden. Weiter bestimmt der Entwurf: Das Minimal- alter für den gewerblichen Lehrling beträgt 14. für den kauf- männischen 16 Jahre, der Lehrvertrag ist schriftlich abzuschließen, ur den Besuch der Fortbildungsschule ist die nötige Zeit zu ge währen, die Mittagspause beträgt eine Stunde, die Lehrlingsprüfung ist öffentlich und obligatorisch, die Uebertretungcn des' Gesetzes können mit Bußen bis zu 100 Fr. belegt werden. Der Kritik bietet der Entwurf manchen Anhaltspunkt. Besondere Lehrlingsgesetzc haben gegenwärtig nur die Kantone Waadt, Neuenbürg und Genf. Uiicutgeltliche Leicheiiverbreimuiig in Zürich. Nach� der neuen städtischen Verordnung über die Feuerbestattung ist dieselbe llr die Einwohner der Stadt Zürich unentgeltlich. Außer den bei einer gewöhnlichen Bestattung(Beerdigung) üblichen Leistungen übernimmt die Stadt den Vollzug der Verbrennung, die Bereitstellung einer Aschenume oder die Beisetzung ans dem zum Krematorium gehörenden Friedhofe oder auf� einem Privat- Grabplatze. Bei der Feuerbestattung der von auswärts(außerhalb der Stadt Zürich) gebrachten Leichen werden Gebühren erhoben. Erforderlich ist das Zeugnis eines Bezirksarztes daß nichts die -enerbestattung hindere, ebenso eine schriftliche Erklärung der ver- 'lorbeiien Person, daß sie die Feuerbestattung wünsche, oder ein christliches Begehren ihrer Angehörigen. Sociale Veihkspflegr. Der Maurer Breitwiescr war im Jahre 1599 als Ge'elle des Maurermeisters Brock beim Neubau einer Brauerei thnlig. Eines Tags wurde er von dem Kutscher des Bauherrn, des Brauerei- besitzers Michel, um Hilfe angerufen, als das von diesem geführte Pferd einen mit Gerste belad'enen Wagen vergeblich die in der Nähe befindliche Rampe heraufzuziehen versuchte. Breitwieser sprang auch hinzu und griff in" die Speichen des rechten Vorder- rodes, wobei ihm die linke Hand eingeklemmt wurde. Er beanspruchte demnächst von der Baugewerks-Berufsgenosienschast eine Unfallrente, wurde aber mit der Begründung abgewiesen, daß der Unfall nicht beim Baubetriebe des Maurermeisters, sondern beim Brauereibetriebe des Herrn Michel passiert sei, da die Gerste auf dem stecken gebliebenen Wagen in der Brauerei verivendet werde» ollte. Der Kläger Ivandte' sich nunmehr an die Brauerei- und Mälzerei-Berufsgcnosscnschaft, die ihm indessen ebenfalls die Rente verweigerte und die Baugewerks- Bcrnssgenoffenschaft für verpflichtet erklärte. Breitwieser legte Bernfung ein. Nachdem die Schiedsgerichte beider BernfSgenossenichoften das Rechtsmittel ver- warfen hatten, beschäftigte sich das ReichS-VersicheningSamt mit der Angelegenheit. Das Reknrsgericht verurteilte die Baugewerks- Bcrufsgenossenschaft und führte begründend aiiS: Es handele sich hier nur um eine gelegentliche Hilfeleistung im Interesse des Brauereibetriebs, die nicht einen Ucbertritt anS dem Baubetriebe 'eines Arbeitgebers in den Brauereibetrieb des Bauherrn in sich schließe. Auch für die Zeit dieser gelegentlichen Hilfeleistung sei Kläger als Arbeiter deS Maurermeisters anzusehen und der Unfall müsse darum dem Baubetriebe zugerechnet werden, die Baugewerks- Berufsgenosienschaft sei somit, zur Rentengewähnuig verpflichtet. China. Die Annahme der Note bereitet noch immer S ch w i e r i g k e t! e n. Wie wir gestern meldeten, erklärten dt« chinesischen Unterhändler Tsching und Li- Hung-Tschang ihre Bereitwilligkeit, daS Friedensabkommen zu unterzeichnen, sobald dasselbe wirklich seit ig vorliege, d. h. die einzelnen Bedingungen bestimmt formuliere. Darauf ersuchten, wie heute gemeldet wird, die Gesandten Tsching und Li-Hung-Tichcng. die Note der Mächte zu unterzeichnen und jeder Gesandtschaft ein Exemvlar zu übersenden nebst dem mit dem kaiserlichen Siegel versehenen Dekret, in welchem die Annahme der Note ausgesprochen wird. Die Gesandten erklärten. Tsching und Li-Hung-Tschang würden die Aufklärungen, um welche sie bitten, erst erhallen, wenn diese Formalität, welche die unerläßlichen Bedingungen der Note außer Diskussion stelle, erfüllt sei. Das Ersuchen um Auf- Uärungen soll l ch r i f t l i ch geregell werden, die Antwort werde mündlich in einer Versammlung eriolgen, zu welcher Tsching und Li-Hung-Tschang eingeladen werden würden. China soll sich also auf Friedensbedingungen fest- legen, deren Sinn und Tragweite es nach dem kautschuk- artigen Wortlaut der Note gar nicht zu ermessen vermag! Dies Verlangen erschiene äußerst sonderbar, wenn man nicht an» nehmen müßte, daß die Gesandten deshalb mit ihren präcisen Forderungen nicht herausrücken, weil sie sich s e l b st noch nicht über dieselben geeinig» haben, Deshalb verlangen sie einstweilen, daß China sich ihnen mit gebundenen Händen überliefere, um ihm später eventuell schnöden Vertragsbruch vorwerfen zu Zönneu! Ein pfiffiger Schachzug, auf den ohne weiteres hineinzufallen, die nicht minder pfiffigen chinesischen Diplomaten einstweilen gerechte Bedenken tragen. Aber selbst wenn China die Note in aller Form anzunehmen sich bereit finden lasten sollte, wird der F r i e d e n selbst noch immer in recht weiter Ferne stehen, sintemalen Rußlands Protek- torat über die Mandschurei in England und Frankreich sehr verstimmt hat. Glücklicherweise scheint diesmal wenigstens Deutschland auf den englischen Köder nicht anbeißen zu wollen. Wenigstens begegnen wir in der„Köln Ztg." folgender offiziösen Auslassung: „Dieses Vorgehen der„Times" ist für uns Deutsche insoweit reckst erfreulich als eS aufs neue beweist, daß dieses immer deutsch- feindlicher gewordene englische Blatt jede Fühlung mit der englischen Regierung verloren hat. Denn sonst würde eS wisten, daß das deutsch-englische China« Abkommen sich auf die Mandschurei gar nicht bezieht. Auf Wunsch der englischen Regierung sollte dieS zuerst im Artikel 1 offen ausgesprochen werden; es wurde aber schließlich von ihr vorgezogen. keinerlei äußerliche Grenzlinien für den Umfang der Gültigkeit des Abkommens festzulegen, fondern vielmehr einfach zu sagen, daß die gegen- feitige Verständigung für alles chinesische Gebiet' zu gelten habe, wo England und Deutschland einen„Ein- fluß ausüben können". Daß zu dieser Einflußsphäre zu der Zeit, als diese Verhandlungen zwischen den beiden Kabinetten schwebten, die Mandschurei nicht gehörte, darüber herrschte vollstes Einverständnis. Andernfalls würde Deutschland gar nicht in der Lage gewesen sein. dem Oktober-Abkommen zuzustimmen. Denn Deutschland hat in der ganzen Mandschurei nicht das geringste eigne Interesse; ihm kann es gleichgültig sein, lver über dieses Land die eigentliche Herrschaft ausübt; ihm kann es nur darauf ankommen, daß dort Friede und Ordnung herrschen, damit nicht etwaige Unruhen von dort aus auf die Provinz Tschili übergreifen. Die englische Regierung ist von vornherein über diesen deutschen Standpunkt nicht im unklaren geblieben; demgemäß war eS selbstverständlich, daß die Mandschurei nicht vonunsrem Abkommenge- troffen wurde." Die englische Regierung sieht danach also nicht gleich den Times" in dem Protektorat Rußlands über die Mandschurei ein neues„ernstes Problem". Gleichwohl fährt die englische Scharfmacher-Compagnie in Shanghai fort, immer neue Beunruhigungen auszustreuen. Der„Agence Havas" wird nämlich ans Shanghai telegraphiert: Meldungen aus Singanfu bestätigen, daß Dllhsien am 18. Dezember auf Befehl der Kaiserin hingerichtet worden ist. Prinz Tuan be- indet sich immer noch in Ninghia. In Singanfu sind 30 000 chinesische Soldaten konzentriert. Bis jetzt hat der Hof keine Vorbereitungen zu seiner Rückkehr nach Peking getroffen. Die Expeditionen werden, wie uns ein Telegramm des Grafen Waldersee beweist, auch � etzt noch munter fortgesetzt. Das Telegramm lautet: Patrouillen haben bei Mafang-tschwang Feuer erhalten. Kolonne Madai marschiert von Tung-tschou auf linkem Peiho-Ufer nach Norden, die am 31. gemeldete Kolonne unter Hauptmann Hering über Tschi- tnn-tschwang ans Dang-ko-tschwang, Kolonne Grüber von neuem über San-ho-hsien auf Ping-lu-hsien. Die Meuterei der englischen Marinetruppen wird als möglichst harmlos darzustellen versucht. Ueber den Vorfall an Bord des englischen Flaggschiffs„Bnrfleur" meldet das„Reutersche Bureau" aus Hongkong vom 6. d. M., die Jiisnbordiuation habe vor einer Woche' stattgefunden, sei aber nicht annähernd eine Meuterei gewesen. Fünf Lafetten- ahmen seien über Bord geworfen worden. Die Angelegenheit sei von der lokalen Presse ganz bedeutend über- trieben worden. Nach kurzer Untersuchung' seien drei Mann em Kriegsgericht überiviesen worden. Das Reutersche Bureau ist bekanntermaßen ebenso stark im Vertuschen wie im Aufbauschen, auch muß England natür- sich alles daran liegen, in feinem ohnehin so stark erschütterten An- ehe» nicht noch tiefer zu sinken. Uchte NnihviMett und Depeschen. Hannover» 6. Januar. Der von Leith nach Königsberg bestimmte deutsche Dampfer„Scotio" kehrte nach Leith zurück, da seine Maschine vollständig nnbrauchbar geworden war. Rom, 5. Januar.(W. T. B.) Nach einer Meldung deS Avanti" sind in der vergangene» Nacht auf einem Eisenbahnzuge der Linie Turin— Rom dreizehn Wertpakete gestohlen worden. Das Blatt berichtet, die Pakete stammten ans Amerika und hätten Wert- paviere im Betrage von 300 000 bis 400 000 Lire enthalten. Von andern Seiten rerlcutet, die Pakete stammten aus England oder Frankreich._ Verantwortl. Rchacteur: Paul John in Berlin. Skr den Jnieralenteil verantwortlich:»H.Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. lluterhaltungsblatt. Nr. 5. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 6. Januar 1901. Berliner Partei- Angelegenheiten. nicht einmal das zum Leben Allernotwendigste haben, nicht so traß des Herrn v. Stumm, der für das schwere Stück Geld, mit dem in die Erscheinung; δα verschwinden jene Aermsten der er sein Leibblatt aushält, teine andren journalistischen Hilfsdie die zur Armen unter der millionenköpfigen Menge des großstädtischen träfte friegt, als die unglüdseligen Kreaturen, Zur Lokalfrage. Am 9. Januar veranstalten die Arbeiter der Proletariats. Anders dagegen, wenn der Winter, wie jest, Gesellschaftsrettung unentbehrliche Waffe der Lüge derart tölpelhaft Betriebswerkstatt der elektrischen Straßenbahn von Siemens und mit eisiger Strenge einsett. Dann kommen sie, die fein handhaben. Bismarck betrachtete es als sein Verhängnis, daß an Halste Treptow ein Vergnügen und zwar in den Konkordia- schützendes Dach über dem Kopf und feinen wärmenden ständige Leute nicht für ihn schrieben. Aber er fand doch zuweilen Sälen, Andreasstraße( Inh Säger). Ebenso veranstalten die Schneider Herd haben, die, so lange die Witterung mild war, auf Straßen und einen talentvollen Klopffechter für das Geld aus dem Reptilienfonds. der Firma Roman einen Maskenball am 25. Januar in Willes Gaffen ihr Heim hatten, an die Oberfläche des großstädtischen Ge- Um die Sache des Scharfmacherkönigs steht es aber so schlimm, daß Festfälen, Friedrichstr. 122/123. Insbesondere machen wir die Ar- triebes, und der behäbige Bürger, der das Vorhandensein des das Talent selbst in seiner wurmstichigsten Gestalt sie flieht. Welch beiterschaft auf folgendes besonders aufmerksam. Am 19. Januar Maffenelends leugnet, so lange er selber nichts davon sieht, kann ein Fluch flebt an den Hallberger Millionen? findet ein Maskenball in der Philharmonie, Bernburgerstraße, statt, fich nun durch den Augenschein davon überzeugen, wie groß die arrangiert von einer sogenannten Internationalen Carnevals Menge der Hungernden, Frierenden und Obdachlosen ist, die Tag Gesellschaft, deren Komitee aus Verbands.Buchdruckern besteht. Die für Tag in den Anstalten, welche wohlthätige Leute für sie errichtet hier angeführten Lofale stehen, wie bekannt, der Arbeiterschaft zu haben, Unterkunft fuchen. Versammlungen nicht zur Verfügung, dagegen wird versucht, zu den Festen Billets in den Kreisen der Genossen umzufezen. Parteigenoffen, mehr denn sonst ist es Eure Pflicht, sich streng nach der Lokalliſte zu richten. Soll die Lokalliste ihren Zweck er füllen, so handelt danach und der Erfolg wird nicht ausbleiben. Die Lokalkommission. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Verband der Buchdrucker über den in obiger Notiz bezeichneten Maskenball am 12. Dezember eine längere Aussprache gehabt, die zu dem Beschluß führte, den Mit gliedern zu empfehlen, für dieses Vergnügen weder Billets abzusetzen, noch das Vergnügen selbst zu besuchen. Die Wärmehallen waren, seit sie im Dezember für diesen Winter in Betrieb gelegt wurden, bis Ende vorigen Monats, also so lange die milde Witterung anhielt, täglich von 400-500 Personen besucht. Der Andrang steigerte sich aber mit dem Eintritt der strengen Kälte auf mehr als das Doppelte. Berlin wollen sich auch die Arbeitgeber des Baugewerbes befassen. Die Nimmersatten. Mit der Frage der Wohnungsnot in n diesen Kreisen schreibt man den Bestimmungen der Berliner Bau Ordnung einen wesentlichen Anteil an der Verminderung der Bauluft und somit mittelbar auch an der Wohnungsnot zu. Man will deshalb eine Revision der Bauordnung an zuständiger Stelle fordern. Die Revision der Bauordnung im Sinne der Unternehmer bedeutet, Die Revision der Bauordnung im Sinne der Unternehmer bedeutet, gesundheitsschädlicher noch als bisher zu bauen. So muß außer Buchthauskurs und Streifflausel auch die Wohnungsnot diefen Ehrenmännern zum besten dienen. Morgens um 7 Uhr wird die Halle geöffnet. Noch lagert nächt liches Dunkel, kaum vom ersten Schein der Morgendämmerung gemildert, über der Stadt. Da kommen auch schon die ersten Scharen Ueber die in Wuhlgarten begangene Leichenschändung jener Armen heran, die in den elendesten Bennen oder wohl gar wird weiter berichtet, daß in der Sache am 7. d. M. vor dem Amtsin irgend einem versteckten Winkel eines alten Hauses die Nacht zugebracht haben. Den ersten Antömmlingen folgen bald gericht in Alt Landsberg gegen den Direktor Dr. Seboldt Termin ansteht. Arbeiter- Bildungsschule. Heute abend 7 Uhr in Cohns Feste neue Gäste und nicht lange währt es, so find die Räume, die mehr Nach den Einzelheiten, die neuerdings mitgeteilt werden, erscheint faal, Beuthstr. 19, Vortrag des Schriftstellers Rudolf Steiner als 1000 Personen fassen, vollständig gefüllt. Dicht aneinanderüber Alte und neue Schwarmgeister und Wissenschafter. Die Kurse gedrängt figen sie auf den langen Holzbänken: eine Gesellschaft, das Verfahren, das von Herrn Dr. Heboldt geübt worden ist, noch beginnen am 14. Oftober im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, of bie recht verschiedenartig zusammengefegt ist, obwohl das Elend schlimmer, als es an und für sich schon ist. Die Verstorbene war die Iints vei Treppen.( Näheres siehe Lehrplan im Juferatenteil.) Das ihnen allen den Stempel aufgedrückt und sie dadurch gleichartig ge- 16 jährige Tochter des Am Königsgraben wohnhaften Handelsmanns 10. Stiftungsfest findet am 19. Januar in den Gesamträumen macht hat. Da sehen wir alte gebrechliche Leute, die in Wiebe. Die Eltern, welche den Tob ihres Kindes vorausfahen, des Böhmischen Brauhauses statt.( Siehe Inserat.) Zahlreichem einem Leben voll Arbeit und Mühsal abgenugt num feine hatten sich eine Obduktion der Leiche aufs allerentschiedentste Besuch steht entgegen Der Vorstand. Arbeitskraft mehr haben, die sie dem Unternehmer verkaufen verbeten. Danach beurteile man, was von der Verteidigung des fönnten; daneben Männer in den besten Jahren, auch jüngere Leute. Herrn Dr. Heboldt zu halten ist, welcher angegeben hat, er habe die die wohl nur durch vorübergehende Arbeitslosigkeit oder sonstiges Mißgefchid ins Elend geraten find, und sich, sobald sie Gelegenheit Berstümmelung der Leiche nur deshalb ohne Vorwissen der Eltern dazu finden, wieder berausarbeiten werden. Aber es fehlt in dieser vorgenommen, weil er ihnen den Anblick des topflofen Leichnams Gesellschaft auch nicht an Gestalten, denen man ansieht, daß sie zu erfparen wollte. Als der Sarg in die Gruft hinabgelassen wurde, jenen Lumpenproletariern gehören, die, abgeftumpft durch unaufzeigte es fich, daß diese zu flach war und daß der Sarg nur zur Hälfte börliche Not, die Empfindung für ihr Elend verloren haben und es hineinging. Die bei der Bestattung beschäftigten Anstaltswärter Kel. nie mehr überwinden können. und Th. machten dem Prediger den Vorschlag, die Leiche so einzufegnen, Recht öde und unfreundlich sieht es in den großen Stadtbahnbogen arbeiten an zwei Stunden Beit erforderten. Entrüstet wies, wie ein Die Räume der Wärmehalle haben durchaus nichts Einladendes. sie würden nachher das Grab in Ordnung bringen, da die Schaufel aus. Aber, was die Hauptfache ist und damit erfüllt die Halle ihren gweddie riefenbaften eisernen Oefen strömen eine fich fiber hiesiges Blatt meldet, der Geistliche dieses Anfinnen zurüd; er ers den ganzen Raum verbreitende behagliche Wärme aus; ein Umstand, flärte, daß die Trauernden und er auch bis zum Abende warten der uns mit Rücksicht auf die hohen Kohlenpreise und unsre würden. Nachdem die Gruft erweitert war, wurde der Sarg von eigne, ach so schwer heizbare Proletarierwohnung diefe unwirtlichen neuem hinabgelaffen. Dabei aber verschob sich der Sargdeckel, und Räume einigermaßen anheimelnd erscheinen läßt. es wurde ein Arm der Leiche sichtbar. Steglit. Der focialdemokratische Wahlverein für Stegliß hält am Dienstag, den 7. d. M., abends 81a Uhr bei Schelbaie. Ahornstr. 15a, seine erste Mitglieder Verfammlung ab, in welcher Genosse Rapp über die stattgefundene Gemeindevertreter- Stonferenz, insbesondere über die Wohnungsfrage sprechen wird. Lichtenberg Friedrichsberg. Sonntag, den 6. d. M., findet eine lugblatt- Verbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, sich in den Zahlstellen ihrer Bezirke früh 8 Uhr einzufinden, Schöneberg. Die Generalversammlung des socialdemokratischen Bereins findet Montag, den 7. Januar, im Klubhaus, Hauptstr. 5-6, abends 8 Uhr statt. Kommunales. Das Arbeitshaus der Stadt Berlin hat bekanntlich die von ber Landespolizeibehörde beschlossene Unterbringung in ein Arbeitshaus an diejenigen Personen zu vollstrecken, die innerhalb des Bezirks des Landarmen- Verbands der Stadt Berlin wegen Ueber tretung der§§ 361 Nr. 8-8 und 862 des Reichs- Strafgesetzbuchs festgenommen und gerichtlich verurteilt worden find. Neben dem eigentlichen Arbeitshause für die Korrigenden besteht noch ein Hospital, ebenfalls in Rummelsburg, in welchem solche Personen aufgenommen werden, die Gegenstand der vorläufigen oder endgültigen Fürsorge des Orts- oder Landarmenverbands der Stadt Berlin geworden find. Das Hospital hat mit dem Arbeitshause als Zwangsarbeits- und Befferungsanstalt nichts gemein und ist auch räumlich von ihm getrennt. hin und wieder bekommen die Wärmehallen auch, bor Wer unser Blatt verfolgt hat, wird finden, daß wir nicht selten neb men" Besuch. Herren und Damen aus den Kreifen jener über Beschwerden von Angehörigen Verstorbener berichten mußten, Glücklichen, in deren Etat ein Zehnmartstid teine größere Rolle die dahin gingen, daß im Krankenhause die Sektion ohne Wissen und spielt als ein Fünfpfennigftück im Haushalt eines Arbeiters, fommen ab und zu in die Halle und kaufen an der Kaffe eine Anzahl Einwilligung derer erfolgt sei, die über die Leiche zu bestimmen hatten. Suppenmarken, die dem Auffichtspersonal zur Verteilung an die Nun kommt ja leider in Betracht, daß gegen die im Intereffe der WiffenWärmehallengäste übergeben werden. Mit dem erhebenden Gefühl, schaft oft fast unerläßliche und der leidenden Menschheit zu gute kommende Wohlthätigkeit geübt und damit ihr Teil zur Linderung des Elends Obduktion von Leichen in weiten Bevölkerungsschichten ein fast beigetragen zu haben, verlassen die Herrschaften den Ort des Jammers. an Aberglauben grenzendes Vorurteil besteht. Ihre Suppenspende aber, die von der großen Menge der danach Ver. Dies im hohen Grade bedauerliche Vorurteil hat in dem völlig un langenden doch nur wenigen, und vielleicht nicht einmal den genügenden Wiffen, das die vielgepriesene preußische Boltsschule Hungrigsten zu teil wird, ist bei dieser Masse des Elends doch nur bietet, wie auch in den krausen Begriffen, die manche ein Tropfen auf den heißen Stein. hauptsächlich seine Wurzel, Im Arbeitshause befanden sich am 31. März 1900 nach dem Wer etwa glauben sollte, die 1000 Personen, welche in der Menschen von Religion haben, foeben erschienenen Verwaltungsbericht 1262 Korrigenden( 1119 männ Bärmehalle Blaz finden, stellen die ganze Summe der Unterkunfts- und man darf wohl sagen, daß es von unsren, ja auch gegen die liche, 148 weibliche) gegen 1195 im Vorjahre. Der Zugang betrug losen dar, der irrt. Wenn auch die Halle eine Anzahl Stammgäste Feuerbestattung eifernden christlichen Orthodogen nicht selten im Berwaltungsjahre 1899/1900: 1222, der Abgang 1155, barunter hat, so ist das doch nur ein fleiner Teil der Besucher. Die meisten gefördert wird. 18 Todesfälle. Untergebracht waren in der Hauptaustalt zu der Gäste wechseln nicht nur alle Tage, sondern auch im Laufe ein Nun stelle man sich, von vorliegendem Fall ganz abgesehen, Rummelsburg im Berichtsjahre durchschnittlich täglich 418 männliche und desselben Tags geht es beständig ein und aus. Die einen, die Lage eines Mannes der Wissenschaft vor. Auf der einen Seite und 124 weibliche, auf den Arbeitskommandos der städtischen Riesel wenn sie sich genügend durchgewärmt baben, geben, andre kommen. die Angehörigen, die nichts als ihr hartnäckig verfochtenes Vorurteil felder durchschnittlich täglich 667 männliche Korrigenden. Echon mehrmals mußte die Halle in den letzten Tagen wegen Die Ursache der Verurteilung war bei 781 männlichen Ueberfüllung zeitweise gefchloffen werden. Wenn der Anbrang sehr gegen die beabsichtigte Leichenfektion ins Feld führen können. Auf und 14 weiblichen Korrigenden Bettelei, bei 2 männlichen start ist, dann müssen die am längsten Anwesenden die gastlichen der andren Seite das wissenschaftliche Interesse, dem erhöhte Bedeutung zukommt durch den möglicherweise vorhandenen Umstand, Mußiggang, bei 165 weiblichen Gewerbsunzucht und bei 181 Räume verlassen, um den draußen Harrenden Blaz zu machen. männlichen und 10 weiblichen Obdachlosigkeit. Die Dauer der Außer der Wärmehalle giebt es in Berlin bekanntlich noch andre daß in dem besonderen Fall gerade durch die Sektion in ein bisher Korrektionshaft betrug bei 202 männlichen und 115 weiblichen Zufluchtsstätten für die Wermsten der Armen, die, als weiteres dunkles Gebiet Licht gebracht werden kann. bis 6 Monat, bei 375 männlichen und 64 weiblichen über 6 Monat Beichen des herrschenden Elends, ebenso start in Anspruch genommen Mit dieser Gegenüberstellung soll die Handlung des Dr. Heboldt bis unter 2 Jahre und bei 337 männlichen und 10 weiblichen 2 Jahre. werden, wie jene. Der Aſylverein für Obdachlose öffnet sein Männer feineswegs entschuldigt werden. Es ist, unter der Voraussetzung, Der jüngste Korrigende war bei seiner Einlieferung erst 14 Jahr, die afyl in der Wiesenstraße jest ichon um 3 Uhr nachmittags. Um daß die Mitteilungen stimmen, eine in ihrer Bietätlofigkeit überaus brei ältesten über 70 Jahr alt. diese Beit sieht man die Obdamlojen in hellen Scharen dem gastlichen Ort zuftrömen. Die einen in zwar start abgetragenen, aber doch noch tadelnswerte Verfehlung geschehen, ein Uebergriff, der an der Leiche leiblich gegen die Kälte schüßenden Kleidern, die meisten dagegen im einer Person aus vornehmen Streifen ganz gewiß nicht dünnen Rodchen, mit von der Kälte geröteten Gesichtern, die Hände begangen wäre. Aber immerhin wären solche mit Recht als in den Hosentaschen versenkt, den Kopf tief eingezogen, damit Leichenschändung zu bezeichnende Handlungen nicht möglich, wenn Hals und Ohren durch den Rodfragen möglichst geschützt werden, das mit vernünftigen Argumenten nicht zu rechtfertigende Vorurteil io ziehen die vor Kälte zitternden Gestalten an den Straßen gegen Obduktionen in unsrer Bevölkerung verschwunden wäre. paffanten vorüber. Haftig streben sie dem Eingang des ils au und zu nehmen mit sichtlichem Behagen in der Für ungültig erklärt hat die Gewerbebeputation als Aufsichtswohldurchwärmten, äußerst sauber und trotz ihrer Schmuck- behörde die Anfang Dezember v. J. vorgenommenen Erfazwahlen frage behandeln, insbesondere die Grundlagen der socialen Ent- losigkeiten freundlich aussehenden Sammelhalle Blaz. An der au der Orts krantentaffe für das Barbiergewerbe. wicklung, die Frage der Arbeitsnachweise, der Versicherung gegen Thiir steht ein Aufseher, der die Eintretenden zählt, und sobald ihrer Diefe Kaffe umfaßt alle im Berliner Barbiergewerbe thätigen PerArbeitslosigkeit, das Gewerkschafts- und Genossenschaftswesen, die das ist die Zahl der Betten, über die das Aihl verfügt ionen, so weit sie nicht der Innungs- Krankenkasse der WollschlägerSocialgefeßgebung 2c. Dann werden sich, soweit die Zeit es noch wird das Thor geschlossen. Um 5 Uhr ist die Anstalt gewöhnlich fchens, Barbier, Friseur- und Perrückenmacher- Innung angehören. erlaubt, Ausführungen über eine Reihe moderner Wohlfahrtseinrich schon vollständig besetzt. Wer dann noch tommt, dem fann selbst au Bei der letzten Erfazwahl für die Orts- Strankenkasse siegten die Kantungen anschließen. Die Vorlesungen finden jeden Dienstag von diesem gastfreien Ort weder Einlaß noch Unterkunft gewährt werden. didaten der sog. Altdeutschen Innung gegen die vorgeschrittenen 5-7 Uhr im großen Hörsaal des Victoria Lyceums, Potsdamer- und es find nicht wenige, die täglich wegen lleberfüllung vor geschlossener Berufsangehörigen dadurch, daß sie sich grober Ungehörigkeiten straße 39a, statt. Eintrittskarten sind dort vor Beginn der Vorlesung Thür umlebren müssen, ohne ein schützendes Obdach für die Nacht schuldig machten. Im Arbeitshaus- Hoſpital befanden sich am Schluffe des Berichtsjahrs 540 Hospitaliten( 428 männliche und 112 weibliche) gegen 518 im Vorjahr. Der Bugang betrug 671, der Abgang infl. 98 verstorbener Hospitaliten 649. Am 8. Januar nimmt Stadtrat Dr. Münsterberg feine Borlesungen über 8.iele und Grundlagen der Wohl fahrtspflege im Victoria Lyceum wieder auf. Er wird in diesem Vierteljahr hauptsächlich die gewerbliche Arbeiter zu entnehmen. 700 find zu finden. Alle Wohlthätigkeit, so gut sie auch gemeint sein mag, Nachdem die großen Eeen in Berlins Umgebung dem Eisist eben nicht im stande, das ungeheure Elend, welches der Kapitalis- iport freigegeben sind, ist es wohl angebracht, auf die Gefahren mus geschaffen hat, und das uns gerade jegt in Gestalt der hinzuweisen, die den Schlittschuhläufern vielfach drohen. Hungernden, Frierenden und Obdachlosen so grauenhaft vor Augen Sobald das Gis eine hinreichende Stärte erlangt hat, beginnen die tritt, in werklicher Weise zu lindern. " P fann. Diese bon den Fischern Ueber die Beobachtungen und Erfahrungen, die bei den Versuchen einer Aenderung und Befferung der Straßenreinigung und Besprengung in Berlin gemacht worden find, giebt jegt der Magistrat der Stadtverordneten- Verfammlung in einer ausführlichen Fischer mit der sogenannten Eisfischerei, die in der Weise ausVorlage Kenntnis. Gleichzeitig werden die Anordnungen mitgeteilt, geübt wird, daß sie Oeffnungen in das Eis hauen und dann die die für die Zukunft hinsichtlich der sommerlichen Reinigung und Be sprengung getroffen find: 1. 8ur Wegschaffung der Pferde- Erkremente Tragisches Gefchid. Im Kampf gegen die Socialdemokratie Nege in die Tiefe lassen. Die Fischer find in ihrem Gewerbe durch teine Anordnung beschränkt, und solche Eislöcher finden sich bald an vor dem Bertreten ist eine Anzahl neuer Mannschaften einzustellen. find uniren Feinden alle möglichen Waffen recht. Rur vor einer verschiedenen Stellen vor; nur ist es Vorschrift, daß solche für den 2. Es find Vorkehrungen zu treffen, daß der Durchmesser der Löcher haben sie einen heillosen Respekt, vor der Wahrheit. der Brauferohre zum Besprengen und zum Waschen verschieden ist, um in der Natur der Dinge. Troftlos wird es aber, wenn den Gegnern fenntlich gemacht werden. Dies ist indes, wie die Erfahrung geeine Staubentwidelung zu verhüten. 3. In den Morgenstunden und am selbst in der Handhabung der Lüge trotz langer llebung jegliches lehrt hat, fein zuverlässiges Merimal, zumal es von Unberufenen Tage ist ein Waschen zu unterlassen, vielmehr ist nur mit Brauserohren zu einer Entschuldigung aufschwingen müssen, nachdem wir sie wegen verursachten Eislöcher haben in jedem Winter Menschenopfer Geichid mangelt. Hat da die Stummsche Post" sich nunmehr zu jederzeit beseitigt werden sprengen, deren Löcher einen geringen Durchmesser haben. 4. Das Sprengen der Stein- und Holapflaster- Straßen in den Nachmittags ihrer Verleumdungen in Sachen des Vereins abstinenter gefordert; wer in folche Deffnung beim Schlittschuhlauf hineingerät, stunden dergestalt, daß die Nässe noch für die Nacht zur Reinigung Arbeiter etwas unfanft auf die Finger geflopft hatten. Wir gefordert; wer in solche Deffnung beim Schlittschuhlauf hineingerät, ist fast immer rettungslos verloren, da er unter dem Eise sogleich ausreicht, ist zu unterlaffen. 5. Ohne gleichzeitige Vornahme der schrieben vorgestern bekanntlich: Reinigung ist jede erhebliche Besprengung zu unterlassen; zu diesem Bwed ist eine Anzahl Wagen anzuschaffen, die eine Kombination von Sprengung und Reinigung ermöglichen. 6. Bis zu dieser Anschaffung ist dafür Sorge zu tragen, daß durch die Mann schaften die Reinigung im unmittelbaren Anschluß an die Besprengung erfolgt. 7. Für eine größere fontinuierlichere Bededung der Straßen mit Sand ist zu sorgen. 8. Die Nachtreinigung in den Hauptstraßen muß im Sommer um 6 Uhr, im Winter um 7 Uhr beendet sein. Lokales. Winterelend. " Der Vorstand des Vereins abstinenter Arbeiter verschwindet. Zur Vermeidung dieser Gefahren kann nur dringend hat die in bürgerlichen Blättern verbreitete Lügenmär von der geraten werden, bei Benutzung der Natureisbahnen, an denen die angeblichen Verweigerung des Versammlungsraums selber flipp Umgebung von Berlin reich ist, nicht von der durch die Pächter und klar durch eine an unfer Blatt gerichtete Buschrift wider- fenntlich gemachten Fläche abzuweichen. Diese Mahnung ist indes legt. Daß die" Post" Kenntnis von dieser Richtigstellung hatte reichen Seen der Umgegend zu beherzigen.- Die spiegelglatte Eisnicht allein auf der Havel, sondern auch der Spree und den zahlund daß es dem Blatte nur um eine niedrige Berleumdung bahn des Müggelse es ist gestern morgen von der Polizei für zu thun war, geht daraus hervor, daß es die socialdemo fratische Parteileitung, die mit der Verwaltung des den Sport aller Art freigegeben worden. Zahlreiche Segelschlitten, Getvertschaftshauses nicht das geringste zu thun bat, tummelten sich alsbald auf der weiten Fläche. Schlittschuhsegler und Eisläufer, die auf die Freigabe gewartet hatten, die Verweigerung aussprechen läßt." Nun beachte man die Entschuldigung des Stumm- Blatts: Das Fehlen der Schutzvorrichtung an einer Maschine Es war uns entgangen, daß die socialdemokratische war die Ursache eines schweren Unfalls, der sich am 31. Dezember Parteileitung die Nachricht, fie habe die Bergabe des in der Dampf- Waschanstalt von Julius hand, Neue KönigSaals im Gewerkschaftshause Gewerkschaftshause für die socialdemokratischen ftraße 84, ereignete. An dem genannten Tage geriet die Arbeiterin Not und Elend giebt es jowohl im Sommer wie im Winter. Temperenzler verweigert, dementiert hat. Klara Meyer mit dem Arm zwischen die heißen eisernen Walzen Das gehört, so lange der Kapitalismus an der Herrschaft ist, zu den Alles Sinnen darüber, ob die" Post" hiermit den Verein einer Dampfmangel und erlitt dadurch eine schwere Quetschung der unansrottbaren Erscheinungen in der göttlichen" Weltordnung. In abstinenter Arbeiter oder die Geschäftsführung des Gewerkschaftshauses Hand und des Unterarms. Als vor drei Wochen eine Separatur ber milden Jahreszeit freilich, da tritt das tiefe Elend derer, die oder wen sonst in die socialdemokratische Parteileitung umgefälscht an der Dampfmangel ausgeführt wurde, ist die Schutzvorrichtung von allen Genüssen des Lebens ausgeschlossen sind, ja die meist hat, tritt zurüd vor dem innigen Mitleid über das tragische Geschick abgenommen und nicht wieder angebracht worden. Unmittelbar nach dem Unfall ließ der Geschäftsinhaber die Schutzvorrichtung wieder an der Maschine befestigen, und als die Polizeibeamten kamen, um den Thatbestand festzustellen, war natürlich alles in Ordnung, Den Arbeiterinnen, welche Zeugen des Unfalls waren, und fest überzeugt sind, daß er nicht vorgekommen wäre, wenn die Schutzvorrichtung nicht gefehlt hätte, ist bisher nicht Gelegenheit gegeben worden, ihre Aussage vor der Behörde zu machen. Vom schreienden Klafsenwahl-Unrecht. Ein seltsamer Wahll bezirk ist der 14. Gemeinde-Wahlbezirk erster Abteilung, in dem nächstens die Ersatzwahl für den Stadtverordneten S p i n o l a statt findet. Der Bezirk umfaßt den ganzen Norden Berlins, grenzt im Westen an Charlottenburg, im Osten an Weißensee, er deckt sich ungefähr mit dem ISSOlX) Wähler umfassenden sechsten Berliner Reichstags-Wahlkreise, ist aber noch größerund hat— 21 Wähler, lieber 3 von diesen 21 Stimmen verfügt die Allgemeine Elektricitäts� Gesellschaft, die selber wahlberechtigt ist und von der zwei Direktoren zu den Wählern gehören. Diese 21 Wähler haben 3 Stadtverordnete zu wählen, es kommt also auf 7 Wähler ein Gewählter, während in der dritten Abteilung ein Stadtverordneter auf etwa ö2S0 Wähler kommt I Zum Wettbewerb für die Errichtung eines aus Marmor her gestellten Richard Wagner-Denkmals im Thiergarten find die deutschen Bildhauer eingeladen. Jeder dieser Künstler, der den zweiten Wettbewerb mitmacht, erhält hierfür ein Honorar von 1500 Mark. Außerdem werden die drei besten der aus diesem engeren Wettbewerb hervorgehenden Entwürfe mit Preisen ausgezeichnet welche 2500, 1500 und 1000 Mark betragen. Im ganzen soll zur Erlangung der Entwürfe die Summe von 20 000 Mark auf gewendet werden. Die preisgekrönten oder honorierten Entwürfe werden Eigentum des Komitees, welches sich volle Freiheit der End fchließung für die Ausführung des Denkmals vorbehält. Die Frist der Einsendung geht bis zum 1. Juni d. I. Mit einer Hundertmark-Bliite hat ein junger Schwindler einen Kaufmann H. im Norden der Stadt hineingelegt. Der junge Mann kam abends in den Laden und bestellte dieses und jenes. Während der Kaufmann die gewünschten Sachen abwog, kranite er in seinen Taschen herum und packte u. a. einen Militärpatz aus, de» er auf den Ladentisch legte. Aus dem Paß sah mit einer Ecke ein Papier vom Aussehen eines Hundertmarkscheins hervor. Dieses nahm der Käufer, nachdem er mit einer gewissen Aengstlichkeit seine Taschen umsonst durchforscht hatte, an sich, indem er anscheinend erleichtert aufatmete, als er es beim Durchblättern des Passes wiederfand. Befriedigt legte er das Papier wieder in den Paß hinein, so daß es ebenso wie vorher mit einer Ecke hervorlugte, und ließ es mit dem Patz auf dem Ladentisch liegen. Im Lauf des Gesprächs bat er dann den Kaufmann, der fich eben anschickte, das Paket für ihn zurecht zu machen, ihm doch rasch hundett Mark zu wechseln, da er draußen eine Droschke sieben habe. Der Kaufmann, der den Schein im Patz liegen sah, zählte 100 M. auf den Ladentisch und ließ den jungen Mann damit hinausgehen, um den Kutscher zu bezahlen, da er ja den Hundertmarkschein liegen ließ. Eine Zeitlang wartete er auf die Rückkehr seines Kunden. Dann ging er, weil er durch die gefrorenen Scheiben nicht sehen konnte, doch einmal vor die Thür, um sich nach ihm umzuschauen. Er sah aber weder eine Droschke, noch seinen Kunden. Als er nun den„Hundertmarkschein- aus dem Patz an sich nahm, entdeckte er, daß es eine Blüthe war, noch dazu eine schlechte mit der Aufschrist „Prosit Neujahr I- Den zurückgelassenen Paß hat der Schwindler jedenfalls gestohlen. Eine Verkehrsstörung verursachte der Frost am Sonnabend nachmittag um 4 Uhr ans dem Alexanderplatz. Um Eisbildung in den Weichenkasten vorzubeugen, streut man in diese Salz hinein. Nun hatte sich aber in der Weiche zwischen der Alexander- und Landsbergerstraße doch so viel Feuchtigkeit angesammelt, daß sich Eisstückchen bildeten. Infolgedessen wirkte die Weiche nicht so, wie sie sollte, und ein Wagen der Linie Grunewaldstraße— Friedrichsberg entgleiste und stellte sich quer über das Geleise. Es dauerte eine halbe Stunde, bis man den Koloß mit Hilfe von Ketten und mehreren Motorwagen wieder auf das Gleise zurückgebracht hatte. Um die Verkehrsstockung nach Möglichkeit zu verhindern, hatte man inzwischen viele Wagen über andre Strecken herumgeführt. Eine ganze Wagenburg aber hatte sich dennoch angesammelt. Der Herr Rechtsanwalt Dr. Felix Münzer bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung: Die„Staatsbürger-Zeitung- hat in ihren gestrigen Nummern und ihrer heutigen Nummer über die Verhaftung eines hiesigen Rechtsanwalts eine Notiz gebracht, in der zuerst ohne Namensnennung, demnächst mit Namensnennung auf mich hingeiviesen ist. Bisher habe ich eine Berichtigung unterlassen, weil ich es vermeiden wollte, den bis dahin nicht genannten Namen des verhafteten Kollegen in die Zeitung zu bringen. Nunmehr bitte ich davon Notiz zu nehmen, daß ich mit dem verhafteten Rechts- anwalt nicht identisch bin. Ein umfangreicher Briefmarkenfchwindel ist durch Ver- Mittelung eines hiesigen Instituts aufgedeckt ivorden. Eine bosnische Handlung zeigte in den Fachblätteni des Briefmarkensammelsports an, daß sie für 30 M. 3000 gute und seltene Marken zu liefern in der Lage sei. Ein östreichifcher Offizier ließ sich zunächst eine genauere Beschreibung der Marken schicken, da er hieraus ersah, daß es sich in der That um befiere Marken handeln mutzte, sandte er die verlangten 32 M.— 80 als Preis und 2 M. für Porto— ein. Er war mcht wenig erstaunt, als er statt der Marken ein französi- fcheS Kochbuch im Wert von etwa 20 Centimes erhielt. DaS war ihm doch zu stark. Er wandte sich nun an ein hiesiges philatelistisches Institut und dieses deckte mit konsularischer Hilfe den Schwindel auf. Die Anzeigen wurden von einer internationale» Schwindlerbande erlassen, die schon zahlreiche Opfer geftmdcn hat. Vorgeschoben aber hatte sie als Geschäftsmann einen zwölfjährigen Schüler. Ein unentgeltlicher Kursus in Elektrotechnik beginnt am Donners- tag, den 10. Januar, in der 7. städtischen Fortbildungsschule, Gräfestr. 85. Der Unterricht findet abends von 7Vj— 9V« Uhr statt. Die Teilnahme ist jedermann gestattet und bedingt keine Vorkenntnisse. Anmeldungen werden schon jetzt abendS im Amtszimmer, Gräfestt. SS, entgegen- genommen. Jnvalidenstr. 57—62, beginnt am 15. Januar. 10. Freitags Privatdocent Dr. Joachimsthal„Die Abweichungen von der normalen Gestalt des menschlichen Körpers- im Museum für Völker künde, L>V. Königgrätzerstr. 120, beginnt am 18. Januar. 11. Sonn abends: Afsistent Dr. Robert Defregger„Die physikalischen Grundlagen der Elektrotechnik- im Physikalischen Institut der Uni versität, IW., Reichstags-Ufer 7/8, beginnt am 19. Januar. Der Eintrittspreis beträgt für jeden Kursus 1 M. Karten zu den ersten 10 Kursen find zu hoben bei: Georg Belling. W. Leipzigerstr. 136 A. Schütz, 0. Holzmarktstr. 60 II; Chr. Tischendörfer, C. Sophien straße 20; Trautweinsche Buchhandlung, W. Leipzigerstr. 13; Bern hard Staar, SW. Friedrichstr. 250; Ceutralstelle sür Arbeiter-Wohl fahtrs-Einrichtungen, W. Köthenerstr. 23 IL Urania. Professor Silvanus P. Thompson aus London ergffnet am S. Januar im wissenschaftlichen Theater der Urania den Cyklus der Mitt- wochs-Vorttäge dieses Quartals. Der hervorragende Gelehrte, welcher am Polytechnikum zu London den Lehrstuhl für Elekttotechnik einnimmt und nicht nur durch seine bedeutenden wissenschaftlichen Bestimmungen, sondern auch durch die ausgezeichnete Gabe sahlicher Darstellung bekannt ist, wird über die Forschungen seines grossen Landsmanns Faraday und dessen Em- fluss auf die moderne Elektrotechnik sprechen. Ter Borttag wird in deutscher Sprache gehalten. Im Zoologischen Garten ist ein Ular-Huhn oder Riesen- Steinhuhn aus dem Altai-Gebirge an der Grenze zwischen Südstbirien und der Mongolei eingetroffen. Bon der Grösse einer Auerhenne, aber mit unbefiederten Läufen und ähnlich wie ein Steinhuhn gezeichnet, bewohnt dieser Hühnervögel die Hochgebirge von West- und Mittelasien. Im süd- lichcn Kleinasien und im Kaukasus haben sie ihre westlichsten Brutpläye. Sie leben paarweise, sind aber sehr scheu, ernähren sich von Beeren, Würmern, kleinen Käsern und dergleichen und kommen nur sehr selten einmal lebend (N die Gefangenschaft. Heute ist 2S Pfennig- Tag im Zoologischen Gatten. Das Programm für den diessähttgen BortragscykluS des Vereins „Berliner Presse- ist nunmehr festgesetzt. Ani 10. Januar beginnt der be- kannte Breslauer Kunstkritiker Richard Muther mit einem Vortrag über die moderne französische Kunst. Es folgt am 17. Januar ein humvttstischer Abend mit Julius Stinde und dem Freiherrn von Schlicht. Der 7. Februar ist drei jungen Dramatikern gewidmet: Rudolf Huch, dem Verfasser von Mehr Goethe-, Rudolf Prcsber und Erich Schlaikjer. Am 21. Februar werden drei beliebte Münchener Autoren das Podium betteten: Ludwig Ganghofer, Freiherr Ftttz von Ottini und Benno Rauchenegger. Am 28. Fe- bruar findet ein Erzählerabend statt, ausgefüllt durch den Freiberrn Georg v. Ompteda, den Frbrn. K. v. Perfall und Paul yskar Höcker. Den Schwss bildet ein Damenabend, an dem neben Anna Ritier und Klara Viebig, Gabttele Reuter zum erstenmal als Vorleserin vor dem Berliner Publikum erscheinen wird. Eintrittskarten sind zu haben in den Buchhandlungen von Amelang, Potsdamerstr. 126; Lazarus, Friedrichstr. 66; Speyer u. PeterS, Unter den Linden 43; Trautwein, Kursürsteiistr. 88; Woyte, Potsdamerstr. 13. Feuerbericht. Fortgesetzt bringen die kalten Tage zahlreiche Brände, die jedoch meistens bedeutungslos sind. In der Nacht zum Sonnabend kam Belle-Allianceplatz 23 in dem Cigarrenlager von Palm Feuer aus, das die Wehr längere Zeit befchäftigte. Früh 8 Uhr wurde sie nach Holzmarktstr. 6 u. 7 gerufen, wo in der Jnter« nationalen Glühkörper-Compagnie ein Fußboden und Balkenbrand entstanden war, der schon stundenlang geschwelt haben mutz, denn er hatte das Balkenlager vom dritten zum zweiten Stock in ganzer Ausdehnung ergriffen. Ueber zwei Stunden hatte die Wehr mitAufreißen zu thun. um das Feuer vollständig zu löschen. Zu gleicher Zeit brannte Wilsnackerstr. 56 ein Geschäftsladen. Friedrichstr. 207 hatte Magnesium- blitzlicht in einem photographischen Atelier Feuer gefangen, das von der schnell herbeigerufenen Wehr bald unterdrückt ivurde. Wohnungs- brände mutzten Stralauerstr. 34. Gertraudtenstr. 26 und Lindenstr. 73 beseitigt werden. Ein unbedeutendes Feuer rief die Wehr nach der General-Jntendantur der königl. Schauspiele, Dorotheenstr. 2, konnte edoch bald wieder abrücken. Außerdem wurden noch kleine Brände von Jagowstr. 15, Münzstr. 16, Birkenstr. 24, Fehrbellinerstr. 25, Manteuffelstr. 71, Swineniünderstr. 64, Memelerstr. 47 und Wilhelms- höhe 13 gemeldet._ SluS den Nachbarorten. Die Nixdorfer Stadtverordnetru-Verfammlung erklärte in ihrer Sitzung vom Freitag die Wahlen sämtlicher in letzter Zeit neu- Der Verein für Hochschullehrern wird Vortragskurse abhalten. lUi Stunden umfassen. und find für Männer lautet: 1. Montags volkstümliche Kurse von Berlinerin den Monaten Januar bis März elf Jeder Kursus wird sechs Vorträge von je Die Vorträge beginnen um 8>/z Uhr abends und Frauen zugänglich. Das Programm Geh. Med.-Ral Prof. Dr. W«j d e y e r „Atmungs- und Ernährungsorgnne- im Hörsaal der Anatomie. NW., Philippstr. 12, beginnt am 14. Januar. 2. Montags: Privatdocent Dr. Georg Huth„Sibirien- im Hörsaal des Museums für Völkerkunde, KW., Königgrätzerstr. 120, beginnt am 11. Februar. 8. Dienstags: Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. D i e l s und Privatdocent Dr. Helm„Einführung in die lateinische Sprache- im Französischen Gymnasium, NW., Reichstags-Ufer 6, beginnt am 15. Januar. 4. DienStagS: PrivatdocenttDr. Hertel„Chemie und Gesundheits- pflege in der Küche- im Hörsaal I der Landwirtschaftlichen Hoch- schule, N., Jnvalidenstr. 42, beginnt am 15. Januar. 5. Mittwochs: Prof. Dr. Z u n tz„Die Ernährung des wachsenden Menschen- im Hörsaal Vll der Landwirtschaftlichen Hochschule, N., Jnvalidenstr. 42, deginnt am 16. Januar. 6. Mittwochs: Privatdocent Dr. Max Herr mann„Das Theater, sein Wesen und seine Geschichte- im Friedrich-Werderschen Gymnasium, NW., Dorotheenstratze 13/14, beginnt am 23. Januar. 7. Donnerstags: Geh. Justizrat Professor Dr. von L i s z t„Aktuelle Probleme des Völkerrechts- im Friedrich- Werderschen Gymnasium, NW., Dorotheenstr. 13/14, beginnt am 17. Januar. 8. Donnerstags: Privatdocent Dr. Vierkandt „Staat und Gesellschaft bei den Naturvölkern- im Französischen Gymnasium, NW.. Reichstagsufer 6, beginnt am 17. Januar. 9. FreitaaS: Prof. Dr. Scheiner„Himmelsphotographie- in der alten Urania, N., und wiedergewählten Stadtverordneten für gültig und verlvarf den vom Schriftsetzer Max Pohl gegen die Wahl des Steinsetzmeisters Wickel eingelegten Protest, auS dessen Begründung wir Donnerstag Näheres mitgeteilt haben. Der in der 3. Abteilung gewählte Herr Müller, der von der focialdemokratischen Arbeiterschaft aufgestellt und gewählt worden war, hat das Mandat abgelehnt und dies mit geschäftlicher Verhinderung begründet. Die Versammlung erachtete seine Gründe ur stichhaltig, so daß eine neue Wahl bevorsteht. Es erfolgte dann die Einführung der Nengewählten. Darunter befinden sich die Socialdemokraten Conrad. Dr. Silber st ein, Ost ermann, oewe, Pohl, Wutzky und Paerschke, sowie der von Socialdemokraten gewählte Zimmermeister Hesse, der sich jedoch keiner Fraktion anschließen will. Herr Wickel wurde wegen des voraussichtlichen Verivalttingsstreitversahrens nicht eingeführt. Bei der Neubesetzung der ständigen Deputationen und Ausschüffe wurden von unfern Genossen delegiert in die Baudeputation Oftermann, Löwe und Pohl, in die Grundeigentums- Deputation Hesse, in die VerkehrS-Deputation Dr. Silberstein und Keller, in die D e p u t a t i o n für die B e- leuchtungsan st alten Conrad und Pretzier, sowie Cigarren- äbrikant Müller als Bürgerdeputierter, in die Deputation für ie Begräbnisplätze Hennig, in die Gewerbe-Depu- t a t i o n Wach und Wutzky, sowie als Bnrgerdeputierler Tischler Nierich, in die K a s s e n d e p u t a t i o n Conrad, in die D ep u- tation für Progymnasium und Realschule die Bürgerdeputterten PH. Thomas und Gustav Müller, in die D e p u- ation für das Schulmuseum Hennig, in die Arm en d eputati on Paerschke und Wutzky. soivie als Bürger- deputierter Ph. Thomas, in die Deputation für die Pflege- Anstalten Pretzier und Dr. Silberstein, in den Rechnungs- ausschuß(zugleich Et a t s k o m m i ss i o n) Ostermann. Pohl. Herrmann, Sy und Hesse, in den Wahlausschuß Conrad, Osler« mann und Wach. Die Verhandlung über die vom verstärkten Wablausschutz vor- beratene Besoldungsordnung, die den städtischen Beamten und Bediensteten eine bessere Regelung der Besoldungsverhältnisse und«ine Gehaltsaufbesserung bringen soll, wurde bis Ende Januar vertagt. Im städtischen Arbeitsnachweis zu Schöneberg verschob sich im Monat Dezember das Verhältnis zu Ungunsten der Arbeitsuchenden ganz wesentlich. Es waren vorhanden an offenen Stellen: 8 für männliche, 51 für weibliche Arbeiter, zusammen 59. Demgegenüber standen 19 männliche, 65 weibliche, zusammen 84 Arbeitsuchende. Davon wurden placiert 49, gestrichen 27. Es meldeten sich u. a. 19 Anfwärterinnen, 15 Fabrikarbeiterinnen, 6 un- gelernte und 5 gelernte Arbeiter. Vom Grunewald. Die Charlottenburger„Reue Zeit- meldet: Der Kaiser hat den Plan gefaßt, einen Teil des Grunewalds, und zwar fpeciell die an Halensee und Westend angrenzenden Jagen, in einen großartigen Park umwandeln zu lassen. Der kgl. Gartendirekior Geilner ist mit der Ausarbeitung geeigneter Projekte beauftragt worden. KönigSb. Allg. Ztg.': hörten die Bewohner Vermipitztes« Kine rätselhafte Geschichte berichtet die Seit den Nachmittagsstunden des 2. Januar des Hauses Hinter-Tragheim Nr. 526 in Königsberg i. Pr. aus den AusgutzrohrenHilferufe. Stöhnen und Wehklagen dringen. Besonder« deutlich waren sie aus den Ausgußbecken einer im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung vernehmbar. Im Laufe des Tags wiederholten sie fich. und auch in der Nacht zu Donnerstag wollen Einwohner auch beS Hause? Nr. 52« deutliches Stöhnen und Wimmern gehört haben. Im Laufe des gestrigen Tags wurde dann die Revier- Polizei von der Sacke in Kenntnis gesetzt. Man rief nun in das Ausgußrohr hinein und erhielt bald eine Antwort, so daß man schließlich mit dem angeblich Eingeschlossenen zu einer ziemlich guten Verständigung kam. Der Mensch erzählte, er sei der Ikjährige Arbeitsbursche Schmerbach und sei von fünf Bäckerjungen„durch ein Loch in den Kanal ge- warfen worden.- Die Antworten auf die Fragen erfolgten stets in größeren Zwischenräumen, so daß es den Eindruck machte, daß der Gefragte erst seine im Schwinden begriffenen Kräfte sanimeln müsse. Um 3 Uhr 52 Minuten abends wurde die Feuerwehr alarmiert, die alsbald mit einem ziemlich beträcht- lichen Rettungsapparat zur Stelle war. Branddirektor Bruhus hörte die Stimme des Menschen sowohl vom Ausgußrohr des einen Hauses als auch aus einem Schlafzimmer des' Neben- Hauses. Hier schienen die Laute aus der Wand zu kommen. Während der Branddirektor dem Sch. Mut zusprach, wurden von den Feuer- wehrleuten sämtliche GullieS der Nachbarschaft einer genauen Durch- suckung unterzogen. Gleichzeitig aber ließ der Branddirektor, der die Möglickkeit einer Mystifikation nicht einen Augenblick vergaß, die Schornsteine der beiden Häuser besetzen. Als dies letztere geschah, sollen dann die Rufe verstummt sein, ohne daß es freilich gelang, des etwaigen Urhebers des schlechten Spaßes habhaft zu werden. Der rätselhafte Gefangene gab später an,„über einen Zaun in das Loch- geworfen worden zu sei». Wo er sich damals befunden habe, wisse er nicht. Er wohne Sackheim rechte Sttaße 50. sei in dem Kanal bereits seit langer Zeit, zur Hälfte in der Jauche steckend, vorwärts ge- krochen und könne nun nicht mehr weiter. Er sei schon halb erstarrt und dem Verhungern nahe. Fortgesetzt wurde ihm zugerufen, nickt den Mut zu verlieren. Die Feuerwehr arbeite bereits an seiner Rettung. Für eine Stunde etwa ver« ftummte dann das durch Mark und Bein gehende Gejammer. Dann rief die Stimme merklich schwächer:„Ach Gott, das dauert ja so lange, so lange. Ich muß ja doch jetzt sterben-. Während der Nacht entstand dann aufS neue ein furchtbares Stöhnen, Die Feuerwehr war bis nach Mitternacht stramm bei der Arbeit. Es wurden, wie gesagt, alle Schächte. Rohr- und Kanalleitungen sorgsam abgesucht— allein ohne Erfolg. In den Morgenstunden hörte das Gewimmer ganz auf, um dann vormittags— allerdings nur noch ganz schwach vernehmbar— wieder vereinzelt hörbar zu werden. Auch heute vormittag war eine Deputation der hiesigen Kriminalpolizei, ferner Branddirektor Bruhns und mehrere Herren vom städtischen Bauamt, an der rätselhaften Stelle und nahmen ihre Untersuchungen vor. Auch diese hatten kein positives Ergebnis.� und allgemein wurde angenommen, daß es fich hierbei um einen groben Unfug handelt. Ein Brandunglück mit furchtbaren Folgen hat sich Sonn- abend in K ö l n a. R. ereignet. Der Telegraph berichtet von dort: Heute vormittag brach in einem hiesigen Materialwarengeschäst Feuer aus, das sich schnell ausbreitete und das Innere des Hauses völlig zerstörte. Mehrere Personen konnten infolgedessen das Freie nicht rechtzeitig gewinnen. Die Frau und ein siebenjähriger Sohn des Ladenbesitzers fanden den Tod durch Ersticken, zwei andre Kinder des Besitzers wurden noch lebend ins Krankenhaus gebracht. Eine im ersten Stock wohnende Frau und ihre kleine Tochter verbrannten, eine Frau, welche zu Hilfe geeilt war, wurde als Leiche auS den Trümmern hervorgeholt. Man glaubt, daß das Feuer dadurch entstanden ist, daß in der Nähe eines Ofens lagernde Waren Feuer rng en. SchiffSimglück. AuS London wird berichtet: Nach einer bei Lloyds eingegangenen Meldung ist der Postdampfer„Nord- auf der ij-ahrt von Dover nach dem Kontinent auf der Höhe von Calais im Nebel auf g e la uf en. Passagiere, Gepäck und Post find ge- landet. Wahrscheinlich wird der Dampfer heute mittag wieder flott werden. Englische Millionäre. Die im verfloffenen Jahre veröffent- lichten Testamente englischer Millionäre liefern einen guten Beitrag zur Geschichte des Reickthums dieses Landes. An der Spitze marschieren 6 Millionäre mit je über 20 Mill. Mark Nachlatz. sind dies: Mr. W. Orme Foster mit 52 Mill., Baron Adolphe de Rothschild mit 45 Mill., Mr. S. G. Smith(Bankier) mit 31 Mill., Mr. T. H. Jsmah lSchiffseigenthümer) mit 26 Mill., Mr. C. I. Knowles mit 23 Mill. und Mr. I. Craig(Branntwein- brenner) mit 20Vs Mill., zusammengenommen mit 198l/» Mill. Mark. Es folgen 8 Millionäre mit je über 10 Mill. im Gesamt- betrage von 104 Mill. Mark. Unter den Erblassern dürften be- 'anders der Herzog von Westminster, Lord Kensington, Mr. I. Maple(ehenials Teilhaber der großen Londoner Möbel« "abrik Maple u. Co.), sowie der Brauereibesitzer Mr. R. H. Comb« dem großen Publikum bekannt geworden sein. ES folgen 35 Millionäre mit je über 5 Millionen im Gesamtbettage von 232�e Millionen Mark. Hierunter befinden sich der MarquiS von Winchester, der Graf von Meßborough, verschiedene Bankiers, Agenten, Gewerbetreibende und andre. Es folgen 14 Millionäre mit je über zwei Millionen im Gesamtbetrage von 45 Millionen Mark, darmiter der Konsul Chas. Oppenheimer. Lord Ruffel of Killowen, der Herzog von Wellington. Feldniarschall Sir D. Stewart und andre. Anzuführen wären noch 9 Millionäre mit einem Ge- samtnacklaß von 9 Millionen Mark. Alles in allem genommen l e- läuft sich der im Jahre 1900 vennachte Betrag auf 589 Milliol.cn Mark. Markipreise von verli» am 4. Januar 1VV1 »ack Erniiltliinae» des rgl. Polize>l>räsidi»nis. . Kartoffeln, neu«, D-Ctr. RmdNeiich, Keule 1 lrg da. Bauch. Sckweinefieisch» Kalbfleisch. Hnnnuelfiellch m Butter Eier Karvse» Aale Zander Hechle Barsch« Schlei« Bleie Krebse «0 StOil Ikg »« Schock 6- 1,60 1.30 I.6V 1,80 1,80 2,80 5- 2,20 2,80 250 2,- 1,60 3,— 1,40 12,- 4- 1,20 1— 1,10 1- 090 i:= 1,20 1,40 1,20 1,— 0,80 1,20 0,80 2,50 Produktenmartt vom 5. Januar. Der heutige Getreidemarkt bekundete sehr seste Tendenz infolge des Unistandes, daß statt der erwarteten milderen Temperatur wieder kältere Witterung emgetreten ist und eine längere Fortdauer derselben befürchtet wird. Die wesentlich höheren New Yorker Notierungen, die geringeren Zufuhren regten namentlich die Kauflust für Weizen an, sodass sich die Lteferungspreiie für dielen Artikel durch- fchnittlich um IM. höher stellten, Roggenlieserungen stellten sich um 0,75 M. höher. Haftt blieb gut behauptet. Rüböl wich aus Pariser und lokale Ab- gaben um IM.— 70erLocospiritus stellte sich um 10 Pf. höher auf 44.80 M. Städtischer Schlachtbiehmarkt. Berlin, b. Januar 1901. Amtlicher Bericht der Direktion, Zum Verkauf standen: 4872 Rinder 1651 Kälber, 8531 Schafe, 0936 Schweine. Bezahlt wurden sür 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlackt- wertes, höchstens 7 Jahre alt 62-66, d) junge fleischige, nicht aus- geuiästet« und ältere ausgeniästete 56—61; o)»lässig genährte junge und gut genährte ältere 53— 55; d) gering genährte jeden Alters 50—52.— Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 59-62; d)»lässig genährte jüngere und gut genährte ältere 54- 58; o) gering genährte 50- 53.- Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färse» höchsten Schlachtwerts 00-00; d) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu? Jahren Festspiel Hohenzollern Rosenmontag Michael Kramer Rosenmontag Michael Kramer Rosenmontag Nm.: Die Weber D. beid. Leonoren Nachm.: 83-55; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Stühe und Färsen 51-52; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 46-49; e) gering genährte Kühe und Färsen 42-44. Kälber: a) feinste Mast fälber( Bollmilchmast) und beste Saugtälber 78-82, b) mittlere Mastkälber und gute Saugfälber 68-72, c) geringe Saugfälber 55-58, d) ältere, gering genährte( Freffer) 40-47. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast hammiel 60-63, b) ältere Masthammel 49-56, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) 45-48, d) Holsteiner Niederungsschafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen und deren Kr euzungen im Alter bis zu 11 Jahren 220-280 Pfund schwer, 55; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Käfer) 00-00; c) fleischige 52-54; d) gering entwickelte 49-51; e) Sauen 49-51. Für 100 Pfund mit 20 pCt. Tara. Verlauf und Tendenz. Der Rindermarkt verlief ruhig, aber fefter als vor acht Tagen, es bleibt mäßiger Ueberstand. Der Kälberhandel gestaltete fich ruhig; gute schwere Ware war schwach vertreten. Bei den Schafen war der Geschäftsgang langsam, es wird nicht ganz ausverkauft. Der Schweinemarkt verlief ruhig, schließlich langsam und wird kaum ganz geräumt. Witterungsübersicht vom 5. Januar 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer ftand mm Winds richtung Windstärte Wetter Temp. n. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Winds richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° G.= 4° R. Wochen Spielplan. Opernhaus Montag 7. Schauspiel. Das Pulverfaß Der Compagnon Maria Stuart Das Pulverfaß haus Neue Oper ( Kroll) Deutsches Theater Sonntag 6. Dienstag 8. Mittwoch 9. Donnerstag 10. Freitag 11. Sonnabend 12. Sonntag 13. Aida Der Ring des Nibelungen Götterdämmer. Der Barbier v. Mignon D. schw. Geschl. D. neue Vorm. Figaros Hochzeit Der Prophet D. schw. Gescht. D. neue Vorm. Lohengrin Bagdad. D. roten Der fliegende Holländer Schuhe Aus eignem Recht Der Burggraf Agnes Bernauer Die Quizows Wilhelm Tell Festspiel Hohenzollern Festspiel Hohenzollern Festspiel Hohenzollern Festspiel Hohenzollern Geschlossen Der Compagnon Rosenmontag Rosenmontag Der Biberpelz Berliner Theater. Frauenherrschaft Die strengen Herren Frauens Herrschaft Ueber unsre Kraft Leffing: Theater Flachsmann als Erzieher Flachsmann als Flachsmann als Erzieher Erzieher Johannisfeuer Die beiden Leonoren Flachsmann als Erzieher Frauens Herrschaft Die strengen Herren Theater des Hoffm. Erzähl. Westens Der Troubadour Der Bettel student Hoffmanns Erzählungen Schillers Theater Die goldne Eva 2 bededt Haparanda 764 Still 2 wolfig 3 bebedt 9 Petersburg 9 Cort 768 S 7725 bebedt 6 wolkig 1hlb. bed. 11 Urania 8 Theater Auf den Wogen Die Maschinenbauer Auf den Mogen Die Tochter des Herrn Fabricius, Ephraims Breite Faraday des Oceans des Oceans 4 Taubenstr. 48. 771 Still bebedt 7739 2 Schnee 16 Paris 11 $ Swinembe 7785 Hamburg Berlin 77850 778 OSO Frankf./M. 775 NO München Wien 4 wolfent.- 11 Aberdeen Wetter- Prognose für Sonntag, den 6. Januar 1901. Troden und vorwiegend heiter bei strengem Frost und ziemlich scharfen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wahlverein für den 2. Kreis. Freitag, den 4. b. M., verstarb unser langjähriges Mitglied, der Tischler Verein d.Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Am 31. Dezember vor. Js. verstarb Gustav Schröder.unjer Die Beerdigung findet am Montag, ben 7. b. M., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heil. Kreuz- Kirchhofs zu Mariendorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 238/1] Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Kollege Tischler Josef Szlifka am 3. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Januar nachmittags 3 Uhr vom Krantenhaus am Urban aus nach dem fatholischen Kirchhof in Mariendorf statt. 76/4 Ferner verstarb am 5. Januar der Rollege, Tischler Gustav Schröder. Die Beerdigung findet Montag, den 7. b. M., nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Heil. Kreuzkirchhofs zu Mariendorf aus statt. Am 4. Januar verstarb der Kollege, Tischler August Uterhack nach längeren Leiden. Die Beerdi gung findet am 8. Januar, nachm. 31%, Uhr auf dem Heil. Kreuzkirchhof au Martendorf statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 0 Todes Anzeige. Freitag, den 4. Januar, verschied nach schwerem, langem Leiden mein lieber Mann, der Tischler Gustav Schröder im Alter von 45 Jahren. Die Bes erdigung findet am Montag, den 7. d., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heil. Kreuzkirchhofs in Mariendorf aus statt. [ 1886b Dies zeigt tiefbetrübt an Frau Schröder nebft Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Manns, unfres guten Baters, des Tischlers Richard Sperling, fage allen Freunden und Bekannten, insbesondre den Chefs und den Kollegen der Firma Lennig u. Jazti und den Mit: gliedern des Holzarbeiter Verbands meinen tiefgefühltesten Dank. 18945] Frau Anna Sperling und Kinder. Mitglied, Stollege Karl Klein. den 6. Januar, nachm. 2 Uhr, von Die Beerdigung findet am Sonntag, der Leichenhalle des St. Markus: und Andreas Friedhofs in Wilhelmsberg aus statt. V Um rege Beteiligung ersucht 138/2 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 5. Januar früh 21 Uhr ver: schied sanft nach schweren, aber schmerzlosen Leiden mein lieber Gatte, unser Vater, Schwieger- u. Großvater und Bruder, der Tischler Aug. Uterhack H Mittelmeer fahrten Romeo und Julia Freudlose Liebe Hierauf: Der Schulreiter Mittelmeerfahrten Wie die Blätter Flachsmann als Erzieher Margarete Der Freischütz ( Frau Björnson) N.: Sneewittchen Der Raub der Die Tochter des Sabinerinnen Herrn Fabricius Mittelmeer fahrten Mittelmeer fahrten D. d. Kleinstädt. Flachsmann als Erzieher. Nm.: Silvesternacht Margarete Nm.: Zar und Zimmermann Die Orientreise Nm.: Ephraims Breite Der Leibalte. Ständiges Repertoire: Residenz Theater. Alle Abende: Frauen von heute. Seceffions- Bühne. Alle Abende: Thalia Theater. Central Theater. Alle Abende: Die Schöne von New York. Alle Abende: Amor von heute. Friedrich Wilhelm: städtisches Theater. Alle Abende: Tata: Toto. Belle- Alliance- Theater. Alle Abende: Gastspiel der plattfölnischen Boltsbühne. Sonntag nachmittag: Madame sang schön. Carl Weiß Theater. Alle Abende: Der Herenmeister vout Teufelssee. Freitag: Der Brandstifter. Apollo Theater. Alle Abende: Des Löwen Erwachen. Metropol Theater. Alle Abende: Tolle Nacht. 99Elektra", Prinzenstrasse 55. Grosser Neujahr- Eröffnungs- Kursus für Monteure am 8. Januar, abends 8 Uhr. Praktische und theoretische Ausbildung in der Elektrotechnik. Für alle Metallgewerbe Anmeldungen täglich, auch Sonntags. Prospekte gratis. Bei 6 Fl. die 7. gratis. Wasser Weingeist Sie wollten doch! Extrakt Ausserhalb bei 12 Fl. franco. Gr. FrankfurterBuss' Salon, strasse 85.* Empfehle meinen Saal zu Festlich: feiten u. Versammlungen. Otto Theel. Hoffmanns Salon Köslinerstrasse 8 empfiehlt seinen großen Saal Vereinen zu Versammlungen und Tanz, auch B. 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Nachdem die Abteilungs- und Bezirksführer gewählt und der Vorsitzende zur regen Mitarbeit bei der Wahl auf gefordert, erfolgte Schluß der gutbesuchten Versammlung. Der Centralverband der Elektromonteure und Berufsgenossen hielt am 30. Dezember v. J. eine Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshause ab. Das Mitglied Abraham kritisierte das lage Arbeiten des Centralvorstands und empfahl den Antrag des Sektionsvorstands, Ostern 1901 einen Delegiertentag abzuhalten, der angenommen wurde. Unter Verschiedenem teilte ein Mitglied mit, In Lichtenberg- Friedrichsberg fand am 3. Januar eine daß er nach 10/ 2jähriger Thätigkeit aus der Allgemeinen Elektricitäts- öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Pfannkuch in Gesellschaft entlassen wäre, ebenso ein andrer Kollege, welcher vier stündiger Rede über„ Die Aufgabeu der Socialdemokratie in Jahre daselbst thätig war. Der zweite Vorsitzende machte bekannt, der Kommune" referierte. Nachdem mehrere Redner die Ausdaß am 20. Januar eine Generalversammlung im Gewerkschaftshause führungen des Referenten ergänzt, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: stattfindet. gegen. Die Barbiere nahmen in ihrer am 3. Januar abgehaltenen Generalversammlung den umfangreichen Bericht des Vorstands entDer Kassenbericht ergab eine Einnahme inkl. des Kassen bestands vom vergangenen Jahre von 1320,97 m. und die Ausgabe 1203,15 M., so daß ein Kassenbestand von 117,82 M. vorhanden ist. Auf dem Arbeitsnachweis wurden 659 feste Stellen und 2766 Aushilfen besetzt. Das Gehalt des Vorstehers wurde auf 45 M. festgesetzt. Bei der hierauf stattgefundenen Wahl wurde Kaiser als 1., König als 2. Vorsitzender, Geelbaar als 1., Heinze als 2. Schrift führer, Lierer als 1., Langer als 2. Kassierer gewählt. In die Arbeitsnachweis- Kommission wurden Piriz, Lubert, Mehling, in die Arbeitslosenunterstügungs- Kommission Schwanebed, Hinzmann und Piriz delegiert. # In Lichtenberg Friedrichsberg hielt der socialdemokratische Wahlverein am 28. Dezember eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nach einem Bericht des Gemeindevertreters Gen. Grauer gab Weißpflug die von uns aufgestellten Kandidaten bekannt und unterbreitete der Versammlung eine darauf Bezug nehmende Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 6. Januar. Freie Volksbühne. Bessing= Theater. 7. Abteilung( weiße Karten). Der Bund der Jugend. Anfang 23 Uhr. Carl Weiß- Theater. 4. Ab: teilung( braune Karten): Lumpacivagabundus. Anf. 23 Uhr. Opernhaus. Aida. Anfang 71% Uhr. Montag: Götterdämmerung. Schauspielhaus. Das schwache Geschlecht. Das Pulverfaß. Der T neue Vormund. Anfang 72 Uhr. Montag: Der Kompagnon. Neues Opern Theater( Kroll). Wilhelm Tell. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 712 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Der Probe: tandidat. Montag: Rosenmontag. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Specialis täten: D: Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 3 Aften von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, sie verspricht, mit allen Kräften bei den bevorstehenden Neuwahlen der Gemeindevertretung für die Wahl der von der erwerbsthätigen Bevölkerung Lichtenbergs aufgestellten Kandidaten einzutreten und das Wahlkomitee der socialdemokratischen Partei sowohl durch persönliche Hilfeleistung, wie auch materiell nach jeder Richtung hin zu unterstügen. Samariter Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Kursus in der Filiale Brunnenstr. 150 sticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Gäste willkommen. Neue am Montagabend 9 Uhr wieder beginnt. Vortrag über: Ertrinken, ErTeilnehmer fönnen noch jederzeit eintreten. Wilmersdorf. Die üblichen Bezirksbesprechungen finden statt: Für Bezirt 7 Halensee am 9. Januar, abends 8 Uhr, bei Heidemann, West: fälischestr. 44; 3., 4., 5. Bezirk am 12. Januar, abends 8 Uhr, bei Witte; 1. und 2. Bezirt am 13. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Rohr, Pariser Ede Fasanstraße; 6. Bezirk am 14. Januar, abends 8 Uhr, bei Rudloff, Bruchsalstr. 13. Die nächste Generalversammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins ist am 16. Januar. Der Vorstand. ** Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. G. S. Das Berliner Pfandbriefamt befindet sich Eichhornstr. 5 und ist von 9-1 Uhr geöffnet. Ueber Wertpapiere tönnen wir keine Auskunft geben. Die städtische Sparkasse nimmt mehr als 300 m. auf einmal nicht an, ferner dürfen auf ein Sparkassenbuch nur 1000 M. im ganzen eins gelegt werden. W. B. 8. Vielleicht kann die Redaktion der Allgemeinen FahrBeitung", Schützenstr. 58, Ihnen Auskunft geben. N. Scheibe. Für 1900 find uns diese Zahlen noch nicht zur Hand. Für 1895 sind sie folgende: Proving Sachsen 2 698 549; Reuß ä. 2. 67 468; teuß i. 2. 132 130; Sachsen Altenburg 180 313; Sachsen- Koburg- Gotha 216 603; Sachsen- Meiningen 234 005; Sachsen- Weimar 339 217; Schwarzburg- Rudolstadt 88 685 und Schwarzburg- Sondershausen 78 074. Sie dürften heut vielleicht durchschnittlich um 5-7 Prozent höher sein. Ad. Jentsch. Profit Neujahr! vom Angeklagten noch dem Bertreter der Anklagebehörde geladen, sondern Zwei Streitende. 1. J. hat kein Zeugengeld erhalten, weil er weder nach juristischer Auffaffung zufällig" dem Termin beiwohnte. 2. F. erhält nur 5000 M. Gehalt, also nicht soviel wie 2. C. M. 2210. 1. Die Eisenbahnstrecke Berlin- Wien ist 698 Kilometer, die Strecke Berlin- Konstantinopel 2009 Kilometer lang. Berechnen Sie danach, wie lange ein Radfahrer bei 15 Kilometer Gefchwindigkeit in der Stunde und sieben Stunden Fahrt am Tage radeln muß. 2. Prinz Max von funft geben. Lesen Sie den betreffenden Artikel in einem KonversationsSachsen. 3. Darüber läßt sich in einer kurzen Briefkastennotiz schwer Aus lexikon nach. Saarb. 101. Wenden Sie sich an die Gewerkschaftskommission Berlin, Engel- Ufer 15. nichts nügen. Die Ortstare gilt allerdings auch für den Nachbarorta D. D. 39. Die Post ist im Recht und eine Beschwerde wird Ihnen Berkehr; daraus aber, daß Friedrichsberg und Berlin auf der einen und Berlin und Friedenau auf der andren Seite Nachbarorte sind, folgt noch nicht, daß auch Friedrichsberg und Friedenau als Nachbarorte zu gelten haben. Beide sind doch von einander durch Berlin getrennt. RANIA Metropol Theater. Preie Volksbühne. Taubenstr. 48/49. Im Theater Sonntagabend 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstr. 57/62: Die Weltausstellung in Paris. Auf den Wogen des Oceans. Montagabend 8 Uhr: Invalidenstr. 57/62: Von Schantung bis Peking. Invalidenstr. 57/62. von Franz und Paul von Schönthan. Montag, abends 8: Tägl. Sternwarte. Die Maschinenbauer. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Tochter des Herrn Fabricius. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Central- Theater. PANOPTICUM Nachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die Geisha. Operette in 3 Aften von Sidney Jones. Abends 71/2 Uhr: Leffing. Flachsmann als Erzieher. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Frauenherrschaft. fang 7 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Wetterhäuschen. AnHabakuk im Montag: Die strengen Herren. ( The belle of New York.) Burleske Operette in 3 Aften v. Benno Jacobson. Musik von Gustav Kerter. Morgen und folgende Tage: Die Schöne von New York. Residenz. Frauen von heute. An- Carl Weiss- Theater fang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nora. Montag: Frauen von heute. Meues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der weiße Hirsch. Montag: Liebesprobe. Sierauf: Die Hand. Weften. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Waffenschmied. Montag: Der Troubadour. Central. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Die Schöne von New Yort. Seceffionsbühne. Anfang 7 Uhr. Der Leibalte. Nachm. 3 Uhr: Die Bildschniger. Ein Heiratsantrag. Der Bär. Montag: Der Beibalte. Schiller. Der Raub der Sabine: rinnen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Montag: Die Maschinenbauer. Thalia. Amor von heute. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Friedrich Wilhelmstädtisches. Tata Toto. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Tata- Toto. Carl Weiß. Der Herenmeister vom Teufelssee. Hierauf: Die falte Hand. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Zullen. Der Roland von Berlin. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Grille. Montag: Die Grille. Belle Antance. Drei Tage aus dem Kölner Leben. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Madame sang schön. Montag: Dret Tage aus dem Kölner Leben. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 712 Uhr. = Montag: Dieselbe Borstellung. Palast. Specialitäten Borstellung. Wo ist die Mutter??? Anfang 712 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans." Montag: Auf den Wogen des Oceans". " Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Abends 8 Uhr:" Die Weltaus: ftellung in Paris." Montag: Von Schantung bis Beting". Gr. Frankfurterstr. 132. Letter Sonntag: Der Herenmeister vom Teufelsfee Hierauf: Die kalte Hand, oder: Der Prozek ohne Ende. Anf. 72 Uhr. Morgen: Dieselb. Borst. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Kinder Vorstellung, fleine Preise: Tausend und eine Nacht. Freitag: Der Brandstifter. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Friedrichstr. 165. Grosse WeihnachtsAusstellung! Die ,, Trinklust" der Germanen, sensationelle plastische Gruppen aus Deutschlands Vorzeiten! Kriegstrophäen aus Transvaal. Damenkapelle Zarina. Die wilden Weiber aus Dahomey u. vieles andre mehr! W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. So sind sie alle. Boffe mit Gesang in drei Aften von Mannstadt und Weller. Nach der Vorstellung: Behrenstr. 55/57. Täglich 29 Uhr: Mit vollständig neuer Ausstattung Fine tolle Nacht. Berliner Ausstattungsposse von J. Freund u. W. Mannstädt. Ferner: Das sensationelle Debüt der American Zouaven und des vollständig neuen Januar: Specialitäten Programms. Anfang 28 Uhr, der„ Tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Der Cirkus ist gut geheizt und vor Zug geschützt. Cirkus Busch Sonntag, den 6. Januar: IV. Abteilung im Carl Weiss- Theater heute nachm. 24 Uhr: Lumpacivagabundus. Im Lessing- Theater gleichzeitig VII. Abteilung: Der Bund der Jugend. Die Mitglieder sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen und dürfen nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater. 228/1 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Apollo- Theater. Kolossaler Erfolg des neuen Januar- Programms! Les minstrels parisiens Quartett Légay Robert Steidl Valentine Petit Helene Gérard Salambos und 8 Specialitäten 1. Rangs. Um 8 Uhr: 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Des Löwen Erwachen. Nachm. 4 Uhr und abends 7/2 Uhr. Nachm. 4 Uhr hat jeder Erwachsene ein Kind auf allen Sipplägen frei; weitere Kinder zahlen die Hälfte. Nachmittags 4 Uhr: Komische Operette in 1 Akt von J. Brandl. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Grosse Zauber- Soiree Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anf. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. 527L* C. F. Walter. Alhambra Wallnertheater- Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Gr. 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Wiener Maskenball. 3wei Mitglieder- Versammlungen Täglich Militär- Konzert. 12 Uhr: Demaskierung.-1 Uhr: Kaffeepause, während derselben humoristische Vorträge. Anfang 8 Uhr. Billet 50 Pf. Billets sind zu haben: Norden: Frau Panzeram, Pappel- Allee 128, Frau Müller, Wiesenstr. 30, Quergeb. II. Nord- West: Frau Bauschke, Rostockerstr. 47, Hof II. Osten: Frau Klotzsch, Koppenstr. 81, Frau Gerndt, Blumenstr. 26, Hof III, Frau Förster, M. d. V., Friedenstr. 80, empfiehlt ihre Damen- Masken- Garderobe zu billigen Preisen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen, Montag, abends 8 Uhr: Sigung der Ortsverwaltung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Achtung, Parkettbodenleger! Dienstag, den 8. Januar, abends 7 Uhr, im Gewerkschafts hause, Engel- Ufer 15, Saal 6: Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten. Sämtliche Vergnügungskomitee Mitglieder und Revisoren sind hiermit eingeladen. Die Kollegen H. Weitekat( Liste Nr. 1) und Kienast( Liste Nr. 16) werden ersucht, diefelben bis Dienstag abzuliefern. Wegen der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, alle zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Des Ferneren ersuchen wir die Kollegen, die Billets vom Weihnachtsvergnügen abzurechnen. Die Kommission. Maskenball am Sonnabend, den 19. Jannar, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- llfer 15, am Sonnabend, den 26. Januar, in den gesamten Räumen von Keller, Koppenstr. 29, und bei Wernan, Schwedterstraße 23-24. Billets auf allen Zahlstellen und auf dem Bureau im Gewerkschaftshause. Billets 50 Pf. Central- Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, 11, Zimmer 16, Tel. A. 7. 3348. in Wernaus Feftfälen, Schwebterstr. 23-24. Vortrag des Genoffen Waldeck Manasse über: Die offizielle Friedensheuchelei und die einzig wahrhafte Friedenspartei; in den Arminiushallen, Bremerstr. 70-71, Vortrag des Genoffen Ströbel über: Der Krieg in Südafrika. Gäste haben Zutritt. [ 246/ 1* 1 Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein zu Schöneberg. Montag, den 7. Januar cr., abends S Uhr: Generalversammlung im Klubhaus, Hauptstraße 5-6. Tages Ordnung: 1. Raffen: und Revisionsbericht. 2. Bericht der Bibliothekare. 3. Be richt der Parteiſpedition. 4. Bericht des Vorstands. b. Antrag Hoffmann: Die Vereinsabende auf einen andern Tag zu verlegen." 6. Bericht der Botalfommission. 7. Neuwahl des gesamten Borstands. 8. Vereins: An: gelegenheiten. 9. Verschiedenes. Im Anschluß an die Centralisation werden alle Mitglieder ersucht, etwaige Refte zu begleichen. Zur Gratis- Berteilung gelangt die Broschüre: Die Genoffenschaftsbewegung von A. v. Elm." Es ist Pflicht eines jeden Genossen zu erscheinen. Der Vorstand. R. Küter, Apoftel- Paulusstr. 27. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, den 19. Januar 1901, im Böhmischen Brauhaus( Gesamträume), Landsberger Allee 11-13: Künstler- Konzert ( Berliner Sinfonie- Orchester) zur Feier des * X. Stiftungs- Festes.* Prolog. Festrede. Recitationen. Nach dem Tanz in beiden Sälen. Konzert: 15/1 Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf., nach 8 Uhr abends 30 Pf. Geschäftsführer. Konsum- Verein Berlin- Rigdorf fucht zum baldmöglichsten Eintritt einen im Genossenschaftswesen erfahrenent 287/15 tüchtigen Geschäftsführer. Der Verein zählt gegenwärtig 1200 Mitglieder. Geft. Offerten find bis spätestens 18. Januar 1901 zu richten unter Angabe bisheriger Thätigkeit und Gehaltsansprüche an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Franz Baberske, Berlin SO., Grünauerstr. 15. Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeitern. verw. Gewerbe zu Berlin. Français Leçons 0,75. Professeur Parisien Pommeret, Breitestr. 19. Achtung, Rixdorf! Montag, den 7. Jannar, im Die Wahlen von 161 Vertretern Apollo- Theater, Hermannstr. 49: der versicherungspflichtigen und 15 für die General- Versammlungen pro 1901 gemäß§ 44 vierten Nachtrags zum Statut finden statt am Montag, den 14. Jan. 1901, Bertretern der freiwilligen Mitglieder abends von 7 bis 9 Uhr. Es wählen: Abteilung I.( S. u. SO.) 42 Bertreter " 4/2 Eröffnung 7 Uhr. Billet 50 Pf. Abendkasse findet nicht statt. Achtung! Kohlenarbeiter u. Kutscher. Achtung! Centralverband der Maurer Deutschlands Sonntag, den 6. Januar 1901, abends 6 1hr: Grosse Versammlung mit Frauen im„ Englischen Garten", Alexanderftr. 27c. Tages Ordnung: 1. Die Kulturaufgaben des Socialismus." Referent: Genoffe P. Jahn. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. 67/1 Dienstag, den 8. Jannar, abends 29 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: Zahlstelle Berlin 11, Bezirk Süd- West. Dienstag, den 8. Januar, abends 71/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokal des Hrn. Sitenstock, Gneisenauftr. 67. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht des Obmanns und Neuwahl desselben. 2. Der dies: jährige Verbandstag. 3. Verschiedenes. [ 136/2 Regen Besuch erwartet Die Verbandsleitung, Grosse Versammlung Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker der Geschäftsdiener, Packer n. Packerinnen. Tagesordnung: 1. Die Notwendigkeit der Organisierung der Handels- Hilfsarbeiterinnen. Referentin: Genoffin Frl. Imle. 2. Distussion und Beschlußfassung. 3. Berbandsangelegenheiten. Un zahlreichen Besuch für beide Versammlungen ersucht AS Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Fliesenleger! Donnerstag, den 10. Januar, abends 8 Uhr: Ordentliche General- Versammlung bei Schulz, Grenadierstraße 33. Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstands. 2. Abrechnung des ersten Rassierers. 3. Neu wahl des gesamten Vorstands. Mitgliedskarte legitimiert. Der Vorstand. [ 56/1 Arbeiter- Bildungs- Schule Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II. Lehrplan für das I. Quartal 1901. Unterrichtsfach Behandelter Lehrstoff Lehrer UnterrichtsAbend SchriftGeschichte Welt- und Lebensanschauungen. steller Dr.Rudolf Montag Steiner SchriftNatur- Erkenntnis Die allgemeinen Himmelserscheinungen. steller Dr. Bruno Dienstag Nationalökonomie Die moderne Arbeiterbewegung. Rechtsanwalt DonnersVictor Fränkl tag SchriftBorchardt steller Kursus für Fortgeschrittene. Dr.Rudolf Freitag Steiner Rede. Uebung Der Unterricht beginnt in Geschichte Montag, den 14. Januar; Natur Erkenntnis Dienstag, den 15. Januar; Nationalökonomie Donnerstag, den 17. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 18. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 1/211 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Berlins und Umgegend. Dienstag, den 8. Jannar, vormittags 10% Uhr: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung bei Schulz, Grenadierstraße 33. Tages Ordnung: [ 50/1 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Fortsetzung der Tarifberatung. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Verein der Tischler Berlins und Umgegend ( Vertrauensmänner- Centralisation). . II. Volks- Versammlung. Tagesordnung: Der Kampf der Aerzte gegen die Kurpfuscher und Reklamewindler unter Berücksichtigung der Rirdorfer Verhältnisse. Referent: Georg Wagner- Charlottenburg. Disfuffion. 18776 Der Einberufer. Märtiſchen Sof" Orts- Krankenkasse ( With. Möhring) hier, Admiralstr. 18c. W. u. SW. u. C.) 17 Bertreter im LindenCasino"( Frz. Piesnack), Lindenstr. 106. III.( N. u. NW.) 86 Ver: treter im Webling- Part, hier, Müllerstr. 178. VI.( O.. NO.) 16 Ver treter im Wiltefchen Lo: tale, hier, Andreasstr. 26. V.( freiwillige Mitglieder) 15 Vertreter bei Buske, hier, Grenadierstr. 33. der Graveure, Ciseleure und andrer künftl. Gewerbebetriebe. Sonntag, den 13. Januar 1901, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Wahlverfammlung. I. Vormittag 10-11 Uhr für die Herren Arbeitgeber. Tagesordnung: Wahl von 45 Vertretern für das Jahr 1901. II. Vormittag 11-12 Uhr für die Herren Arbeitnehmer, laut§ 49 des 90 Bertretern für das Jahr 1901. Der Vorstand. Die Wahlen sind geheim. Statuts. Tagesordnung: Wahl von Abgabe der Stimmzettel von 7 bis 270/2 9 Uhr abends. Die Stimmzettel dürfen nicht mehr Namen enthalten, als in den einzelnen Abteilungen Vertreter zu wählen sind. Ferner müssen die Stimmzettel ent: halten: Vor- und Zunamen, die ge naue Wohnung und die Buch nummer der zu wählenden. Stimmzettel, welche obige Angaben nicht oder mehr Namen enthalten, als 18906 find, find ungültig. Orts- Krankenkaffe der Schneider, Schneiderinnen und verw. Gewerbe zu Berlin. Die Vertreter der Orts- Krantentasse der Schneider, Schneiderinnen und berwandten Gewerbe werden zu der ant Montag, 14. Januar 1901, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantens straße 20, stattfindenden ordentlichen hierdurch eingeladen. in der betreffenden Abteilung zu wählen Um 9 Uhr abends wird der Wahl General- Versammlung aft geschlossen und beginnt hierauf die Ermittelung des Wahlresultats. Wahlberechtigt und wählbar sind mur Mitglieder, welche das 21. Lebens: jahr erreicht haben und sich im Befige der bürgerlichen Ehrenrechte beDas Legitimationsbuch oder die Legitimationsfarte ist am Eingang des Wahllokals bei Abgabe der Stimmzettel vorzuzeigen. Tagesordnung: In getrennter Wahl- Versammlung Neuwahl von 3 Borstandsmitgliedern und 1 Stellvertreter derselben aus den Reihen der Arbeitgeber für 1901 und 1902. Um 8 Uhr beginnt der Wahlaft und werden von da ab die Thüren geschlossen. Um 9 Uhr in getrennter WahlDie Herren Arbeitgeber bezw. Be Bersammlung Neuwahl von 6 Bortriebsunternehmer werden dringend standsmitgliedern und 2 Stellvertretern ersucht, die zum Zwecke der Wahlen derselben aus den Reihen der Kaffenbesonders angefertigten Legitimations: mitglieder für 1901 und 1902, 1 Borfarten zuvor im Kaffenlofal abheben standsmitglied und 2 Stellvertretern oder aber den Mitgliedern ihre für das Jahr 1901. Legitimationsbücher mit dem Um 92 Uhr beginnt der Wahlatt Tagesstempel des Wahltags persehen und werden von da ab die Thüren - an diesem Tage aushändigen zu geschlossen. laffen. II. Die Wahl der Herren arbeit: Um 10% Uhr: gebenden Mitglieder findet am Gemeinschaftliche Dienstag, den S. Januar, abends 8 Uhr, bel Franke, Donnerstag, d. 15. Januar 1901, General- Versammlung Pallisadenstrasse 9: Vertrauensmänner- Versammlung. Jebe Werkstatt muß vertreten sein. Der Vorstand. Rabatt- Sparverein Friedrichshain. Moutag, den 7. Januar 1901, abends 8 Uhr, im Lokal Elysium, Landsberger Allee 41: General- Derlammlung Tagesordnung: abends 8-9 Uhr, Tagesordnung: im Fraktionszimmer des Berliner 1. Wahl eines Ausschusses von 6 PerRathauskellers( Eingang Spandauer straße) statt. Bu wählen sind: M 94 Bertreter zur General Ber: jammlung pro 1901(§ 44 des Statuts). Die Wahlen sind gleichfalls geheim und finden mittels Stimmzettels statt. Um recht zahlreiches und pünkt liches Erscheinen wird gebeten. Berlin, den 5. Januar 1901. Der Vorstand. Hans Beyisig. Karl Gutheit. 1. Jahresbericht des Rendanten. 2. Verlesung der Revisionsprotokolle. 3. Abänderung und Ergänzung der Statuten. 4. a) Wahl des 1. Vor fizenden. b) Wahl des 2. Vorfizenden. c) Wahl des Rendanten. d) Wahl 18626 der ausgeschiedenen Beifizer. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Pflicht der Mitglieder ist es, recht pünktlich und zahlreich in dieser Verfammlung zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. J. A.: H. Otto. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichts- T geld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. and ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. am BERLINER PFERDELOTTERIE Ziehung am 11. Januar 1901. 3333 Gewinns, zusammen M 100000. Loose àl M.Stick 10 M Portou Liste 20 PP. Carl Heintze BERLIN W. Unterden Linden3 [ 456 schaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II und in nach- Graumanns Festsäle, früher Renz, Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstrasse 40a; Reul, Barnimstr. 42; Schiller, Rosenthalerstr. 57; Krause, Müllerstr. 7a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S. 42, Brandenburgstr. 9, IV, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 69, Dieffenbachstr. 75, zu senden. Der Vorstand. Naunynkrake 27. [ 6289 Empfehle meine Säle, 900 Personen fassend( auch mit Bühne), zu allen Geftlichfeiten u. Versammlungen. Einige Sonnabende find noch frei für Bereine. Jeden Sonntag und Donnerstag: Grosser Ball. Alle übrigen Tage steht mein Lokal zu Versammlungen zur Verfügung. fonen zur Vorprüfung der Jahresrechnung( 2 Arbeitgeber und 4 Raffenmitglieder). 2. Vorlegung der Kontrakte für die Beamten zur Beschlußfassung. 3. Ergänzung der Verhaltungsregeln für ertranfte Mitglieder. 4. Verschiedenes. Berlin, 6. Januar 1901. Frau Reimann, Vorsitzende, Eisenbahnstr. 33. Ernst Jache, Schriftführer, Stromstr. 35. Schla möbel- Bazar Baby' 1. Invalidenstr. 160.| 4.Gr.Frankfurters. 115 2. Oranienstr. 31. 5. Brunnenstr. 92. 3. Friedrichstr. 18. 6. Chausseestr. 8. 7. Reinickendorferstr. 2 d. [ 538L* 8. Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 55. 9,12 bis 75 Mk. Bettfedern auch Teilzahlung wöchentlich von 1 Mark an. Betten 1881b 8, 15-100 M. Stand: 10, 12-90 M. Bezüge Lieferant des Post- Spar- u. Vorschussverein. 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Sonnenberg. Große Frankfurterstraße 35/36. Gerichtstr. 10. Gebr. Ahmus. Invalidenstr. 139. A. Bahr. J. Majcherkiewicz. Koppenstr. 25. W. Edelmann. 2. Borstorff, Bahnhofstraße. Nieder- Schöneweide. Invalidenstr. 128. P. Würfling. Königsbergerst. 13 M. Angermann. Rausch, Grünauerstr. 5. Westen. Pankow. Müllerstr. 40. F. Kröber. Müllerstr. 166a. Hugo Schult. Petersburgerstr. 72. Julius Beeh. Prinzen- Allee 29. Friedr. Thiele. Thaerstr. 62. Franz Zimmer. C. Buchmann, Floraftr. 35. R. Rosemann, Brehmestr. 65. Reinidendorferstr. 26a. P. Recollin. Reinickendorf( West). Reinidendorferst. 56b. G. Leisegang Culmstr. 1, Ece Bülowst. M. Eckert. G. Zobel, Scharnweberstr. 117. Reinidendorferstr. 70. Paul Trapp- Groß Görschenstr. 31. C. Ordnung.. Rheinsbergerstr. 55. Alex Howik. Keithstr. 17. O. Köppner Lüz. Drog. 6. Vincent, Bergftr. 129. Weinbergsweg 1. M. Zaremba. Surfürstenstr. 139. C. A. Winkler. Lemcke, Kaiser Friedrichstr. 242. NW. Altonaerstr. 3. Anna Hütter. Brüden Allee 17. R. Sauer. Havelbergerstr. 11. H. Sommer. Leffingftr. 16. W. Diepow. Lübeckerstr. 26. A. Wohlgemuth. Stromstr. 40. Felix Günther. Wilsnackerstr. 59. W. Diepow. NO. Rixdorf. Nachf. Schöneberg. Surfürstenstr. 119., E. Senfer Nfl. Surfürstenstr. 27. Karl Kesler. Hermann Voges, Hauptstr. 100. Kyffhäuserstr. 20. M. Schuberth. R. Lehmann, Hauptstr. 4. Lutherstr. 48/49. Otto Bleck. Spandau. ügowstr. 59. Gebr. Harnisch. May Bock, Schwönwalderstr. 91. Magdeburgerstr. 25. H. Schoene. May Bock, Breitestr: 26. Ballasstr. 24. Dr.S.Rosemann& Co. Arthur Lehmann, PichelsdorferPotsdamerstr. 42. E. Henser Nfl. Straße 26. Potsdamerstr. 6. 2. Horn. Landsbergerstr. 109. Alb. Treder. Tauenzienfir. 20, Eing. Baffauerstr. Linienftr. 8. C. Stahl Nachfl. SW. Chamiffoplatz 7. Neinh. Kohl. Hans Schwarzkopf. Charlottenburg. Friedrichstr. 249. C. F. Ander. Oskar Mertens, Krummestr. 37. Großbeerenstr. 28b. Otto Willer. F. Severin, Magazinstr. 16. Martgrafenstr. 29. J. F. Schwarz. F. Neumann Söhne, Berliner lose Söhne, Kgl. 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Die Behörde sandte einen ihrer erfahrensten Beamten, den Kriminalschutzmann Witowski, nach dem Bahnhofe, um dort Beobachtungen anzustellen. Längere Zeit waren seine Be- mühungen erfolglos. Am Abend des 28. August, als auf dem Bahnhofe die Fernzüge nach Paris und Warschau bereit standen und auf dem Bahnsteig ein reger Verkehr herrschte, fielen dem Beamten zwei Herren auf, die sich auf eigentilnUiche Weise in dem Gedränge bewegten. Neben einander gehend, trugen sie ihre Ueberzieher auf den über der Brust gekreuzten Annen, so dah es aussah, als hielten sie unter dem Ueberzieher in den Händen ein Gepäckstück. Tie beiden Herren verschafflen sich auf diese Weise etwas rücksichtslos Platz im Gedränge, bis sie den Zug, der nach Paris abgehen sollte, erreicht halten. Ein Herr war gerade im Begriff, in einen Abteil 2. Klasse zu steigen, als einer der beiden von dem Beamten beobachteten Herren ihm zuvorkam, ihn dabei sirit seinem Oberkörper berührte und ihm zugleich mit der rccdten Hand in die Brusttasche fuhr. Witowski sah, daß die Hand leer wieder herausgezogen wurde; er Uetz die beiden Per- dächtigen nicht auS den Augen. Alle drei Herren stiegen ein und nahmen in dem ersten Abteil Platz. Nach kurzer Zeit erhoben sich die beiden beschriebenen Herren wieder, be« gaben sich in einen andren Wagen und stiegen hier wieder ans. Wiederum ihre Ueberzieher wie vorhin tragend, wandten sie sich der Ausgangstreppe zu. Da bemerkte Witowski zum zweitenmal, datz einer der Beobachteten einem neben ihm gehenden älteren Herr» mit raschem Griff in die Brusttasche fuhr. Jetzt ergriff der Beamte beide Verdächtigen. Trotz heftige» Widerstands wurden sie zur Wache gebracht. Es zeigte sich bald, dah man einen wichtigen Fang gethan hatte. Einer der Verhafteten nannte sich Antonio Rodriguez aus Buenos AvreS, der andre wollte ein Franzose Namens Murivel sein. Auf dem Bahnsteige, in der Nähe der Stelle, wo die Verhaftung stattgefunden, wurden zwei kleine, auherordentlich sauber gearbeitete Zangen gefunden, mit denen man leicht den Karabiner einer Uhrkette durchschneiden konnte. Es wurde angenommen, dah dir Diebe die Zangen fortgcworsen hatten. In umfassendster Weise wurden die Erniittelungen angestellt. die ein überraschendes Resultat ergaben. Der angebliche Brasilianer war«in Italiener und hieh Antonio Guiseppe B o t t a. Er ist der Sohn eines Turiner Hafenarbeiters, in Italic» zweimal wegen Taschendiebstahls vorbestraft und am 18. April diese» JahreS aus einer italienischen Strafkolonie entflohen. Der zweite Verhaftete war der Artist Marius Duma» aus Frank- reich, ebenfalls wegen Taschendiebstahls mehrfach vorbestraft. Bei Botta wurde eine Briestasche mit 500 östreichiscden Guldennoten be schlagnahmt,' bei DumaS eine Briestasche mit SO Gulden in Papier. Im Termine� gaben die Angeklagten zu, dah sie sich früher falsche Namen beigelegt hatten, bestritten dagegen, dah sie auch nur einen einzigen der ihnen zur Last gelegten Diebstähle begangen hätten. Sie wollen sich zufällia in einem Hotel in Frankfurt a. M. kennen gelernt und sich ebenso zufällig in Berlin wieder getroffen haben. Di: zur Sprache kommenden Diebstähle deweffen, dah die Angeklagten mit beispieNosem Raffinement vorgegangen waren. Am 26. August vorigen JahreS reiste der bekannte Rheder Woermann aus Hamburg mit seiner Gattin nach Oestreich. Er lieh sich vorder von seinem Kassierer für etwa 1000 Gulden östreichischeS Papiergeld geben. daS er in einer Brief- tafche aufbewahrte. Als er den Anhalter Bahnhof, in Berlin erreicht hatte, entdeckte er, dah ihm die Brieftasche fehlte. Er muhte sie verloren haben, wie er annahm. Herr Woermann reiste weiter. In Toblach fiel ihm eine Berliner Zeitung in die Hände, woraus er ersah, dah man hier zwei internationale Taschendieb« festgenommen habe, bei denen eine grohe Anzahl Gulden- scheine beschlagnahmt sei. Nun habe er gewuht, dah er das Opfer der Diebe geivorden sei und sich erinnert, dah er bei seiner Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof in ein Gedränge geraten sei. Der Zeuge Woermann erkannte mit aller Bestimmtheit die ihm vorgelegte Brief- tasche als die seinige wieder. Botta wollte die Tasche in Paris gekaust und die Guldennoten in Belgien eingelöst haben. Mit aller Bestimmtheit erkannten auch die meisten übrigen Bestohlenen die Angeklagten wieder, die gewöhnlich zusammen gearbeitet hatten. Der Gerichtshof schied einige Fälle alS zweifelhaft auS. verrir- teilte aber mit Rücksicht auf die auherordentliche Gemeingefährlich- keit der Angeklagten den Angeklagten Botta zu acht Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Polizei-Nussicht, den Angeklagten Dumas zu sechs JahrenZuchthaus, Sjährigem Ehrverlust und Polizei-Aussicht. Moderne» Mittelalter. Di« religiöse Erziehung der Kinder auS„gemischten" Ehen betrifft eine dieser Tage vom Kammer- geeicht gefällte Entscheidung. Die katholische Frau Kalaczynska hatte von ihrem evangeliswen Gatten, als dieser im Sterben lag. die Zustinininng dazu erhalten, den 13jährigen Sohn in der katholischen Religion unterrichten zu lassen. Der Knabe hatte bis dahin den evangelischen Religionsunterricht besucht. Frau K. hielt nach dem Tode ihres Manns den Junge» vom evangelischen Religionsunterricht fern. Sie wurde deshalb auf Grund einer Ver- ordnung der Regierung zu Marienwcrder in Geldstrafen genommen. Auf ihren Einspruch entschied"» Schöffengericht und Landgericht zu ihren Ungunsten, indem sie davon ausgingen, dah der Cohn in der Religion'deS Vaters hätte weiter unterrichtet werden müssen. Nun- mehr legte die Beschuldigte Revision ein und bestritt, dah die Verordnung, gegen die sie sich vergangen haben solle, überhaupt zu Recht bestehe, Polizeiverordnungen konnten auf dem frogliwen Gebiete nicht regelnd eingreifen. Zur Hauptfrage berief sich die Revidentin darauf, dah sich nach dem Allgenieinen Landrecht Ehe- leute darüber einigen könnten, in welcher Religion die Kinder erzogen werden sollten. Sie und ihr Man» seien sich nun dahin einig geworden, dah der Knabe lediglich katholisch erzogen werden solle. Diese Abmachung wirke auch über den Tod des Vaters binauS, sie hätte also mit Recht den Jungen vom evangelischen Religionsunterricht in der Schule ferngehalten und ihn in der katho- tischen Religion unterrichten lasten. Das Kammergerichl verwarf die Revision mit folgender Be- gründung: Die in die Recktsgültigkeit der angezogenen Verordnung gefetzten Zweifel seien unbegründet ES handele sicki nicht um eine Verordnung der Regierung als Polizeibehörde, sondern um eine Ausführungsverordnung zu den geltenden gesetzlichen Be- stimmungen, und zum Erlah solcher Verordnungen Halle der Senat die Regierung für befugt. Mahgebend seien hier nun die durch das Bürgerliche Gesetzbuch nicht berührten Vorschriften im 2. Titel des 2. Teils und die Deklaration von 1803. Danach seien ehrliche Kinder in der Religion des VaterS zu unterrichten. Der§ 78 He bestimme nun allerdings, datz den Eltern niemand hineinreden könne, wenn sie sich ander- weitig über den Religionsunterricht ihrer Kinder einig seien. Diese Bestimmung komme aber n u r in Frage für bestehende Ehen. d. h. eine entsprechende Einigung behalte ihre Wirksamkeit nur b i s zu r Lösung der Ehe durch den Tod oder durch weltliche Gewalt. Die Einigung mit dem sterbenden Manne rechtfertige also nicht das Verhalten der Augellagten nach dem Tode des Galten. Von der Verpflschtung, den Sohn weiter am evangelischen Religio»?- Unterricht teilnehmen zu lassen, wäre Frau K. nur entbunden ge- wesen, wenn ihr Ehemann den Jungen vorher ein ganzes Jahr durch in ihrem Glauben hätte unterrichten lasten. Da diese durch ß 82 II 2 zugelassene Ausnahme hier ebenfalls nicht vorliege, so sei die Angeklagte mit Recht bestraft worden. An den Prozeh Holst in Wismar erinnert eine GerichtS-Ver- Handlung, die sich dieser Tage vor der Strafkammer de» Landgericht? in Schweidnitz abspielte. Wegen fahrlässigen Meineids standen der Gerber» geselle August Br. aus Zobten und seine Ehefrau Mathilde unter Anklage. Bei einer Tanzmusik in Zobten wurde die Ehefrau Br. von vier jungen Burschen thätlich angegriffen und muhte mit ihrem Mann, der zu ihrem Schutz eingegriffen hatte, flüchten, verfolgt von ihren Angreifern. die sich dann noch des Hausfriedensbruchs und andrer Vergehen schuldig machten. Der Vorfall hatte ein gerichtliches Nachspiel. Die vier Burschen wurden vom Schöffen. gericht Zobten verurteilt und das Erkenntnis von der Strafkammer bestätigt. Während der schöffengerichtlichen Verhandlung in Zobten hatten die damaligen Angeklagten behauptet, Br. habe sie arg be- schimpft, was dieser und seine Frau jedoch unter ihrem Eide in Ab« rede stellten. Vor der zweiten Instanz gaben sie diese Möglichkeit auf eindringliche Vorhaltungen zu, wollten jedoch davon nichts mehr wissen. Auf eine von der Gegenpartei erstattete Anzeige hin wurde die Anklage nun wegen fahrlässigen Meineides gegen die beiden er- hoben, und in der Verhandlung bekundeten zahlreiche Zeugen, dah Br. in jener Nacht bei der Tanzmusik thatsächlich seine Angreifer be- schimpft habe und dah seine Frau dies gehört haben »i ü s s e. Trotz dieser Feststellung kam der Gerichtshof unter ein- gehender Würdigung der Umstände, die damals obgeivaltet und auf die Angeklagten eingewirkt haben mögen, zu einem frei« sprechenden Erkenntnis. Beantragt waren von der Staats. anwaltschaft je 14 Tage Gefängnis. Wie ganz anders erging es unsrem armen Genosten Holst, trotzdem der Sachverhalt ziemlich der gleiche war. Tie Verjährung bei Vergehen gegen 8 2 de» Verein». gesetzes. Wegen Uebertretung des K 2 des Vereinsgesetzes waren die S Vorstandsmitglieder deS„Vereins zur Erhaltung der d a n i s ch e n Sprache" sSitz Apenradel angeklagt worden. Sie wurden dafür verantwortlich gemacht, dah das Ausscheiden verschiedener Vereins« Mitglieder nicht binnen drei Tagen der Polizei gemeldet worden war. DaS Landgericht in Flensburg als Berufungsinstanz ver« urteilte sämtliche Angeklagte zu Geldstrafen. ES erklärte zunächst den Verein für einen politischen Verein, der auf öffentliche Angelegenheiten einwirken wolle. Er verfolge, wenn auch nicht nach seinem Statut, so doch nach seinem thatsächlichen Wirken den Zweck, den Gegensatz zwischen Dänen und Deutschen in der Norbmark immer wieder aufzufrischen, und unterfalle deshalb dem erwähnten Paragraphen des Vereiusgesetzes. Der von den Be« schuldigten geltend gemachte Einwand der Verjährung sei hinfällig. Vergehen gegen§ 2 des Vereinsgesetzes seien Dauer- delikte. Die Verjährungsfrist von drei Monaten be« ginne bei ihnen erst mit der Erfüllung der Verpflichtung zu laufen. nicht mit dem Ablauf der drei Tage, binnen deren nach Z 2 die Meldung erfolgt sein solle.— Auf die Revision der Angeklagten wurden diese jedoch vom Kammergericht mit folgender Begründung freigesprochen: Der Lauf der Verjährung beginne bei Vergeben gegen F 2 m i t dem Ablauf der im Gesetz bestimmten Meldefrist von drei Tagen. Zwischen dem dritten Tag und der ersten richter- lichen Handlung liegen nun im vorliegenden Fall mehr als drei Monat, also sei Verjährung eingetreten. DaS Gericht habe nicht, wie sonst in solchen Fällen, auf Einstellung des Verfahrens, sondern auf Freisprechung erkannt, wie das in neuerer Zeit vom Reichsgericht als allein richtig anerkannt worden sei. Es ist nicht recht einzusehen, wie das K a m m e r g e r i ch t diese sehr verständige Entscheidung in Einklang bringen will mit seiner in den letzten Jahren geüblen Praxis, wonach die Verpflichtungen der VereiuSvorstcher auS Z 2 auch noch nach den dort erwähnten drei Tagew fortbestehen soll. UcbrigeiiS hatte der Ober-StaatS« a nw alt am Kammergerichl gerade mit Rücksicht auf jene Praxis gleich dem Landgericht von einen» D a u e r d e litt gesprochen und die Verwerfung der Revision beantragt. IX /! HvBBvn-NtasvN nach Mass. Herren-Anzüge nach Mass. Gut« Artelt. Hochmoderne Stoffe. 18.- 15.- 12.- 10.- Gnto Arbeit. Hochmoderne Statte. 65.- 50.— 40.— 30.- 7 Mk. 24 Mk. Lieferanten an die prengslsche Armee, Waren-Häuser, Garderoben- Geschäfte, Vereine, Institute und ausländische Gesellschaften. Baer Sohn, Fabrikation und Mass- Anfertigung guter Herren- und Knaben-Bekleidung. Chaussee-Strasse 24a— 25. Brücken-Strasse 11. Gr. 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