Ar. 9. Abonnements• Kedingnnge«: Abonnements-Pnl» pränumerando: Vierleljährl. 3£0 Mb, monatl. 1,10 Sttf-, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Eimelne Nummer 5 Pfg. SonntagS- N ummer mir illufirterter Sonntage- Betlage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: SLO Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zettung»- Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn»Mark, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat. 18. Jahrg. Ate Inftrtions.GkLliyi beträgt für die sechsgespaltene Kolonel» zetle oder deren Raum 40 Psg., sür politische und gewerks chastliche Vereins- und Vers ammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anseigen" jedes Wort 5 Psg. (nur daS erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen biS 4 Uhr nachmittags in derExpedttion abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bt« 8 Uhr vormittag» geössnet. Erscheint täglich«nfter M»nt«g». Devltnev Volksblcrkk. Telegramm-Adresse» „Porinldemokrat Serlin" Centratorgan der soctatdemokratifchen Uartei Deutschtands. Redaktion: 19, Veuth-StraAe 2. Fernsprecher: Amt l Nr. 1SV8. Freitag, den II. Januar 1901. Expedition: SW. 19, Vrnth-Strahe 3. Fernsprecher: Amt l. Nr. K1S1. Kannibalen. Einen Hunnenbrief, der an scheusäliger Roheit noch die bisherigen fürchterlichen Zeugnisie europäischer Gesittung und mili- taristischer Kultur übertrifft, veröffentlichen wir zur zweiten Lesung des Etats. Dieser unsäglich gemeine Brief, der das Entsetzlichste wie etwas ganz Natürliches schildert, ist von dem freiwilligen Patrioten an die— eigne Mutter gerichtet worden, nur die Erwähnung des BildeS«seiner Minna" deutet darauf, daß er eine holde deutsche Braut sein eigen nennt. Die schlimmsten Verbrechen, die in Deutsch- land mit dem Tode bestraft werden, verblassen neben diesen Kriegs- greueln, deren sich der Briefschreiber mit unflätigem Behagen rühmt. Der Brief, dessen Original in unsren Händen gewesen ist, lautet buchstabengetreu: Tientsin, den 11. 10. 1900 Liebe Mutter und Verlvandte I Ich muß Euch Benachrichtigen das Ich jetzt 4 Wochen in China bin und morgen, am 12. gehen wir nach Peking und da müssen wir gegen 28(0)00 Boxer das Ist das erste Gefecht was Ich mitmache und dann werde Ichs Beste hoffen das Ich Gesund und Munter wiederkomme denn mit den Chinesen da spielen wir nicht. Ich war auf Posten den 29. September in Schanghai 30 Stunde von Tientsin da machten wir einen Raubzug da wollten mir 7 Chinese» Uebcrfallcn. Aber da Hab Ichs Ihnen Gezeigt was Deutsche sind. Jtfi schoß 5 direckt todt und 2 schlug Ich den Kopf zusammen dann eroberten wier Ochsen Esel Pferde und Andere Lebensmittel wenn sie nichts Geben wollten dann wurde Gewalt gebraucht. Geld oder Todt denn hier GibtS kein Erbarmen. Das Arbeite» für Uns müssen die Chinesen thim wenn sie Geld haben wollen denn kriegen sie Schläge zu und dann werden Sie rausgeschmissen beim Zopf. Das ist Gerade was für mich den» ich habe schon einige mit dem Bajonett durchstochen und dann die Mädchen, daran fehlt es hier nicht. In jedem Hause 6—6. 7. Stück dann wird sich die schönste Ausgesucht die Andern werden ransgeschmisscn und dann machen wier damit was Wir wolle» die Männer wenn die was wollen die werden gleich vcrhauhen denn die Sind so feige wenn wir mit 2 Mann im Hause sind und 20 Männer dem, kriegen sie es doch mit der Angst. Das schlimmste hier ist die Nhur und Tivus daran sterben viel mir hat bis jetzt nichts Gefehlt und denn hat mir meine Minna Ihr Bild nach hier Geschickt. Und denn Wünsche Ich Euch Alle fröhliche Feste nächstes Jahr bin Ich viel- leicht wieder da. Ich konnte hier Schandarm werden aber das wollte Ich nicht mehr. Nun will Ich schließen und thue Euch Alle Herzlich Grüßen aus China Es grüßt.... Schreib bald wieder Das sind wieder, um mit dem China- Maler Rocholl zu reden, „fesselnde" Bilder aus dem Kriege— ein neuer Beweis für die Richtigkeit unsrer Kriegsschwärmer von Moltke bis Stengel und Goßler, daß der Krieg eine der schönsten und nützlichsten Ein- richtungen Gottes sei, ein Stahlbad sittlicher Charakterbildung und ein„Glück" für eine Armee, die ihre Kräfte erproben kann. Gerade heute schreibt die„ T ä g l i ch e R u n d s ch a u" in An- knüpfung an einen allgemeinen Satz über«geschändete Weiber und ermordete Kinder", zwar nicht entrüstet über die Hunnenthaten, aber über die Socialdemokraten, die diese Dinge aufdecken. Sie meint: „So lange wir eine derartige Gesilinung in socialdemokratischen Zeitungen antreffen, die selbst vor der Verleumdung unsrer o p f e r- mütigen Brüder in der Ferne nicht Halt macht, welche ihr Blut und Leben einsetzen für die Ehre ihres Vaterlands, so lange dürfen wir vor de» socialdemokratischen Gefahr ruhig sein. Denn auch die socialdemokratischen Leser des Blatts werden sich eines Elels vor einem solchen Treiben nicht verwehren können, und jeder anständige Mann wird wissen, wie er sich einer politischen Richtung, die dergleichen Mittel benötigt, zu ver- halten hat." Was meint die«Tägliche Rundschau" über die in dem oben mitgeteilten Soldatenbrief eines opfermutigen Bruders enthaltene Selbstbezichtignng, der mit geschändeten Weibern rüde renommiert.— »» » DaS„Journal de Pontarlier" veröffentlicht, wie wir der Pariser .Aurore" entnehmen, einen Brief, aus dem sich ergiebt, daß als neueste Geschenksartikel— Hunnen köpfe verschickt werden. Pontarlier ist Grenzstadt und liegt an der Eisenbahnlinie, die durch den Gotthard führt. Hier ist das Zollamt für die aus Italien kommenden Waren, und da in den italienischen Häfen viel von der in China eroberten Beute ausgeschifft wird, so berührt vieles davon die genannte Bahnstation. Der Redacteur des oben genannten Blatts bekundet, daß er sich von der Wahrheit deS in dem Schreiben An- gegebenen überzeugt habe. Der Brief lautet: Pontarlier, 2. Januar 1901. Herr Redacteur! «... Auf dem Zollamt des hiesigen Bahnhofs lagert seit einigen Tagen eine Kiste von etwa 1 Kubikmeter Umfang; die Kiste ist innwendig mit Eisen ausgeschlagen. Dieser Kasten ist bis oben angefüllt mit sehr eleganten Kleidungsstücken: Mäntel mit Fuchspelzbesatz, Blusen, gefüttert mit Schafspelz, Kleider und Röcke für Frauen in den prächtigsten Farben. Das alles aus- gestattet mit Seidenstickerei und Spitzen von großer Feinheit, und alles höchst vollendet gearbeitet. Wie es scheint, hat mau hier eine vollständige Garderobe irgend eines hohen Mandarinen oder eines Prinzen vor sich. Die prachtvolle Ausführung läßt auf einen sehr hohen Grad künstlerischen Geschmacks der chinesischen Arbeiter schließen, wie man ihn ver- gebenS bei denen suchen dürfte, die dahin gesandt sind, um dort die Civilisation zu verbreiten. Aber das ist doch nicht das Interessanteste der Sendung; die? ist vielmehr in einer Ecke des großen Kastens verborgen. Es ist der Kopf eines MannS, sorgsam in Papier gehüllt, an deffen Schädeldecke folgende Inschrift in Tinte zu lesen ist: Der Kopf eineS BoxerS, Alter ungefähr 25 Jahre. Getötet durch mich. Bei der Eroberung von P. T. Hang den 16. August 1900. Beten wir für ihn k(De profunda.) M. Lafrance. Der Schädel sieht ans, als ob er einem Manne gehört habe, der bereits seit 15 oder 20 Jahren tot ist, so gesäubert sind die Knochen des Kopfs und des Gesichts vom Fleisch, und wenn man bedenkt, daß der arme Teufel vor kaum 6 Monaten noch lebte, so kann man ermeffen, welche sorgfältige Schlächterarbeit der Offizier, der ihn tötete, geleistet haben muß. Die Idee, den Schädel des von ihm Getöteten aufzubewahren und als Trophäe nach Hanse zu schicken, konnte nur dem Gehirn eines Frauen- und Kinder- schlächters entspringen. Und von welchem Seelenznstand zeugt das: De profundis (daS„Laßt uns für ihn beten" am Schluß französischer Todes- anzeigen)? Ist das die That eines Christen, bei dem das religiöse Gefühl nicht mehr bis zur Achtung vor dem Tode reicht? Oder findet man sich der That eines durch das Blutvergießen zur Bestie Gewordenen gegenüber? Was kommt es schließlich darauf an, seit drei oder vier Jahren sind wir an so viel gewöhnt. Dieser Kopf und die kostbare Seide, in die er versteckt, sind adressiert an eine Frau, Mutter, Gattin oder Schwester des Ab- senders. In früheren Zeiten mit andren Sitten- und Moral- grundsätzen hätten die Adressatinnen eine solche schauderhafte Trophäe mit Grauen und Ekel empfangen; kein Ziveifel, daß die Empfängerinnen von heute bei dem Empfang der Seide sich im- gemein freuen werden, lein Zweifel auch, daß der Schädel einen hervorragenden Platz bekommen wird, damit er Kunde gebe von den großen Thaten des Offiziers." Soweit der Brief. Urban G o h i e r, der tapfere Kämpfer gegen den ftanzösischen Militarismus, der den Brief in der„Aurore" zum Abdruck bringt, bemerkt dazu: Das sind die Schönheiten der Civilisation! Das die Zeugnisse der Ebre und der Moralität des Militarismus. Man komme nicht und schreie überUnwahrscheinlichkeit. Erstens ist der Thatbestand von Dritten beglaubigt. Ferner aber stimmt diese Schilderung vollkommen überein mit den Behauptungen, die ich seiner Zeit aufgestellt habe, ohne Widerspruch zu finden, und die dahin gingen, daß die französischen Offiziere von Algier aus an ihre Freunde in Frankreich Kästen mit Ohren und abgeschnittenen Händen schicken. polikifcho Mebevfichk. Berlin, de» 10. Januar. Kanal und Getreidezoll. Die neue Kanalvorlage wird in der ministeriellen „Berliner Korrespondenz" mit einer Entschiedenheit angekündigt, daß man wirklich glauben sollte, die Regierung werde diesmal auf dem Entwurf bestehen und unbeugsamen Willen bethätigen. Darauf scheinen die folgenden einleitenden Sätze der sonst unbeträchtlichen Auslassung hinzudeuten: „Nachdem in der Thronrede zur Eröffnung der Landtags- seffion die nahe bevorstehende Einbringung der umgearbeiteten und erweiterten Kanalvorlage angekündigt worden ist, werden wohl auch diejenigen, welche bis zuletzt der Meinung waren, daß die Vorlage erst viel später, vielleicht auch gar nicht an den Landtag gelangen werde, einsehen, daß sie in einem Irrtum de- fangen waren. Nachdem ferner der Ministerpräsident Graf Bülow in der gestrigen ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses mit ernsten eindringlichen Worten für die Kanalvorlage ein- getreten ist, darf auch darüber kein Zweifel mehr obwalten, daß die hier und da umlaufende» ZeitungSgerüchte von einer bloß formalen Erledigung der Vorlage völlig haltlos sind." Die Agrarier stellen sich freilich einstweilen sehr spröde. Sie beobachten die pfiffigen Manieren des Viehhandels und tragen eisige Kühle zur Schau. Den Kanal rechnen sie nach wie vor unter die unrentablen Ausgaben und sie schelten ihren Miguel, daß er die Finanzlage zu rosig gemalt habe. Man will eben erst des denkbar höchsten Zolls sicher sein, ehe man seine Geneigtheit erklärt, für den Kanal zu stimmen. Darum nimmt denn auch die agrarisch-konservative Presse die Bülowsche Ankündigung eines erhöhten Zollschutzcs mit vornehm-gleichgültiger Miene als etwas Selbstverständliches hin, das zu keiner Gegenleistung verpflichte. Die Junker ver- stehen ihr Geschäft. Die Bülowschwärmerei der Liberalen, Freisinnigen und Demokraten ist jetzt stark erschüttert. Man hatte den Kanzler durch Liebkosungen und Schmeicheleien zu gewinnen versucht und erkennt nun, daß der Geliebte seine Gunst den Agrariern erweist. Das ist der Unterschied zwischen der junkerlichen und bürgerlichen Taktik. Die Bourgeoisie sucht durch schweif- wedelnde Unterwürfigkeit Vorteile zu erschleichen. Das Junker- tum durch dreisten Trotz. Dieses erreicht, was es will, jene trägt zur Schande der Erniedrigung noch den Hohn davon. Der Reichstag hat am Donnerstag die zweite Lesung des Etats aufgenommen. von dem am Mittwoch nur ein ganz unwesentliches Teilchen erledigt worden war. Es ging schneller, als man vermutet hatte. Der Etat des Reichskanzlers wurde ohne aufregende Debatten erledigt. Die Agrarier sind mit dem Grafen Bülow seit seiner Rede im Abgeordneten- hause offenbar recht zufrieden. Sie beschränkten sich heute darauf, über eine Resolution des Grafen Klinckowström zu debattieren, der in dem künftigen Handelsvertrag mit Rußland die Ausnahmefrachtsätze für russisches Getreide, das aus Libau und Riga kommt, auf deutschen Bahnen beseitigt haben will. Graf K a n i tz benutzte als Gemütsmensch die erste Gelegenheit, um Rußland über die Erhöhung des Roggenzolls, den er schon in der Tasche zu haben scheint, zu trösten: In deutschen Landen soll von 1903 ab nicht mehr das Petroleum der dreisten Jankees, fondern nur russisches Petroleum brennen, für dessen Bezug jede nur mögliche Erleichterung gewährt werden soll. Die Frage dieser Ausnahmefrachtsätze wird in der Budget- kommission ausführlich erörtert werden. Dort will auch der preußische Handelsmimster nähere Auskunst geben, wie er durch einen seiner Geheimräte versprechen ließ. Ob aber schon der Schleier von den Verhandlungen des Wirtschaft- lichen Ausschusses über den neuen Zolltarif aufgehoben werden wird, wie der freisinnige Abg. Müller- Sagan ver- langte, erscheint sehr ungewiß. Der Reichskanzler schwieg. Er schwieg auch, als ihm unser Genosse Molkenbuhr wegen der„Vaterlandslosen Agitatoren"- Rede des Kaisers anließ. So billig wie Graf Bülow wird Graf Posadowsky Wohl nicht fortkommen, obwohl die Vorsicht beobachtet wird, Herrn v. Woedtke ganz versteckt zu halten. Der National- liberale Bas s ermann eröffnete die Debatte über den Etat des Reichsamts des Innern mit einer langen socialpolitischen Rede nach dem Muster des Vereins für Socialreform. Er tadelte in sanften Worten das langsame Tempo, das in allen Arbeiterfragen eingehalten wird, verlangte mit ziemlicher Energie das Verbot der Heimarbeit schulpflichtiger Kinder und trat für eine erweiterte Thätigkeit der Kommission für Arbeiterstatistik ein. Zu seinem socialpolitischen Programm gehört noch die Anerkennung der gewerkschaftlichen Organisationen, kauf- männische Schiedsgerichte und paritätische kommunale Arbeits- nachweise. Natürlich müssen so grundstürzende Reformen hübsch bedächtig eingeführt werden. Immerhin ist sich Herr Bassermann darüber klar geworden, daß die Thätigkeit des Reichsamts des Innern, das für Agrarier und Großindustrielle die Hände voll zu thun hat, selbst bescheidenen Ansprüchen nicht genügt, und er verlangte deshalb ein besonderes Amt für Socialpolitik. Genosse Molkenbuhr forderte mit viel größerem Nach- druck als der Nationalliberale die Erweiterung der Zuständig- keit der Kommission für Arbeiterstatistik. Er fragte an, wann die Novelle zur Krankenversicherung denn endlich kommen werde und berührte das von ihm schon früher zur Sprache gebrachte Thema der falschen Berechnung der Durchschnittsheuer. Graf PosadowLky erklärte es für ausgeschlossen, daß die Krankenversicherung noch in dieser Session reformiert werden könne. Als nächstes Arbeitsgebiet für die Kommission für Arbeiterstatistik bezeichnete er die Untersuchung der Zustände im Fleischergewerbe und in den Comptoiren. Ein Gesetz über die Heimarbeit der Kinder soll in Vorbereitung sein. Den Schluß des Tags bildete wieder eine kleine agrarische Debatte. Der Centrums-Abgeordnete Speck erklärte es sür eine Verletzung des Rechtsgefühls des Volks, wenn die elsaß- lothringische Regierung den Arbeitern erlaube, auswärtige Würste in kleinen Quantitäten zollfrei über die Grenze ein- zuführen. Graf Posadowsky machte ihn bescheiden darauf aufmerksam, daß die Frage, ob das Fleischschau- Gesetz eine so rigorose Auslegung, wie er sie verlange, finden würde, mindestens strittig sei und bat die Agrarier um Entschuldigung wegen der langsamen Durchführung des Fleischschau- Gesetzes, die sehr umfangreiche technische Vorarbeiten erheische. Freitag ist Schwerinstag. Zunächst wird ein konservativer Antrag ans Abänderung des Gesetzes über den Invaliden- fonds beraten werden; dann kommt unser Antrag wegen der Gewerbegerichte an die Reihe.— » Deutsches Weich. Dr. v. Siemens giebt zu unsrer gestrigen Wiedergabe eines umlaufenden Gerüchts die folgende Erklärung ab: In dem heutigen Leitartikel des„Vorwärts" wird über eine Unterredung berichtet, welche zwischen dem Herrn Reichskanzler und mir stattgefunden haben soll. Gestatten Sie mir dem- gegenüber die Mitteilung, daß seit mindestens einem Jahr keinerlei irgendwie geartete Unter- Haltung zwischen demReichskanzler und mir statt« gefunden hat. Die gute finanzpolitische Tradition. Die„Berliner Politi- schen Nachrichten" machen darauf aufmerlsam, daß im Extra- ordinarium des preußischen Etats für 1901 verschiedene erste Bauralen für solche wasserwirtschaftlichen Unternehmungen aus- gebracht werden, welche in der dem Landtag zu unterbreitenden wasserwirtschaftlichen Vorlage enthalten sind. Die Einstellung dieser Bauraten des erst noch zu bewilligenden Kanals in den diesjährigen Etat sei um deswillen nötig, weil die Kanalvorlage nicht aus Gewerbsmäßige Bettelet. " der Blutmorde". Er wies aus der antisemitischen Litteratur nach, wie zwar langfam, aber deutscher Gründlichkeit ents doch stetig fortschreitend, das uralte Dunkel über das jüdische Blutgeheimnis endlich gelichtet. wird. im Immer mehr bricht sich deutschen Volke die furchtbare Erkenntnis Bahn, daß es nicht nur wirkliche Blutmorde giebt, sondern, daß sich auch besonders dazu veranlagte Menschen zu einer geheimen Mörder= Genossenschaft verschworen haben müssen, um unschuldiges, gefundes, reines Menschenblut alljährlich erlangen zu können. Es hat sich herausgestellt, daß diese blutsüchtigen Menschen unter den Juden zu suchen sind, ja, daß nicht bloß eine besondere jüdische Blutmord Sette besteht, sondern daß eine große Anzahl Hebräer ihr angehören müssen. Die Gerichtsverhandlungen über Sturz, Xanten, Polna, Konig haben ferner ergeben, daß der Schächter der Menschenopfer ein und derselbe Mann ein abschreckend häßlicher, hinkender, blatternarbiger, fräßiger Hebräer ist. Die in der Staats" Anleihen, fondern aus den ordentlichen Staat 3-1 lange Einleitung hin, die sich bemühte, die Schuld der Chinesen einnahmen finanziert werden solle. Das entspricht fo fagt möglichst grel gu färben. Das sollte eine Art Entschuldigung werden das Organ Miquels sprechend der in Preußen bestehenden guten finanz für das, was folgen würde, damit die Nerven der Gutgesinnten politischen Tradition". So werde eine Belastung der Zukunft nicht verlegt würden. Alle Welt war nach dieser verheißungsvollen mit Zinsen und Tilgungsquoten möglichst vermieden. Was sagt dazu Freiherr v. Thielmann, der Staatssekretär Einleitung gespannt auf die Fortsegung der Berichte. Jedoch bis des Reichs Schazamts? Im Reich ist man im Begriff, von zum heutigen Tage hat der Lokal Anzeiger" diese Fortsegung neuem hunderte Millionen zusammenzupumpen. Gewaltige Flotten nicht veröffentlicht. Warum? Hat die Redaktion etwa das und China- Anleihen folgen fich in schneller Ablösung. Die Weltweitere Manuskript noch nicht erhalten oder hat sie es verlegt? politit wirft die gute finanzpolitische Tradition" Preußens über Ober aber hat sie die Wahrheit der Rüdsicht auf ein gutes Einvernehmen den Haufen und führt eine Finanzwirtschaft herbei, in der Herr mit den regierenden Kreisen geopfert? Zwar hat der Lokal- Anzeiger" Miquel, das vielbewunderte Finanzgenie, das finanzielle Werderben teinen politischen Ehrgeiz, und Herr Scherl pfeift auf alle Minister, erblidt. die fa arme Schlucker im Vergleich zu ihm find. Aber er hat eine empfindliche Stelle, an der er getroffen werden tann: das Geschäfts Genosse Diek hat am Dienstag im Reichstage die, wie die interesse und den Stolz, stets das Neueste zu bringen. Gebt ihm feine Informationen und der Mann wird zum rasenden Roland. Bossische Zeitung" meint, etwas fezerische", aber deshalb nur um so richtigere Ansicht aufgestellt, daß die deutsche Schriftstellerwelt auf Man wird vielleicht bemerkt haben, daß in der ersten Zeit der Bülowschen dem Wege der Organisation dasselbe und noch mehr erreichen Ranglerschaft dem neuen Herrn im Lokal- Anzeiger" einige aufbürger- Beitung" fürzlich veröffentlichte, für jeden Kenner russischkönnte als durch die Gesetzgebung. Weshalb es aber zufällige Bosheiten gewidmet wurden. Damals traf es sich zufällig, feiner wirksamen Organisation der deutschen Schriftsteller kommt, daß die Informationen aus dem Reichskanzleramt ausblieben. Wir ist eine Frage, deren erschöpfende Auseinandersetzung zu weit führen vermuten, daß man diese Bosheiten oben nicht gern gefehen hat; würde; einige Schlaglichter darauf wirft aber ein Geschäftsbericht" denn plöglich kamen die" Informationen" reichlich und Graf Bülow der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller" in war wieder ein tadelloser Staatsmann von enormem Genie. Sollte München, der uns zufällig an demselben Tage zuging, wo Genosse Dieß über die mangelnde Organisation der deutschen Schriftsteller etwa der Wunsch, in dem Empfang Berliner Informationen im Reichstag sprach, und der interessant genug ist, um hier kurz nicht beeinträchtigt zu werden, den Verzicht auf die chinesischen " Specialberichte" veranlaßt haben. retapituliert zu werden. Er beginnt mit der angenehmen" und" hocherfreulichen" Mitad d] tombeg md dag idad a dnotbur moned tod esda teilung, daß der Pensionsanstalt als Ertrag eines Presse- und Offiziöser Humbug. Bühnenfestes in Nürnberg eine Spende von 10 000 Mart zu Köln, 10. Januar. Die Köln. 8tg." bezeichnet die Meldung. Dafür wird den offiziellen Persönlichkeiten" wonach Graf Bülow über einen Bollfaz von 6-7 oder 5-6 m. gegangen sei. und den ersten Gesellschaftstreifen" der beiden Schwester städte" qualmender Weihrauch angezündet; nicht weniger als für Brotgetreide sich mit den Agrariern verständigt habe, als 25 Männlein und Weiblein, von einer gottbegnadeten Sängerin" ieder thatsächlichen Begründung entbehrend. Die Beschlußder Berliner Hofoper" bis zur begeisterten Hingabe" und genialen fassung hierüber sei ausschließlich Sache des Reichs und auch der Finanzkunst" eines Nürnberger Kommerzienrats werden namentlich Reichskanzler werde sich nicht über solche Mindestsäge aussprechen, aufgeführt wegen ihres ebenso feltenen wie uneigennützigen Inter- bevor er des Einverständnisses der verbündeten Regierungen fich effes", wofür ihnen die verdiente Anerkennung aller unsrer Berufs- vergewissert habe. ( Die Köln. 8tg." will damit offenbar nur sagen, daß eine günstiges finanzielles Resultat" geliefert; die mitwirkenden Künst- schriftliche, notariell beglaubigte Abmachung zwischen dem lerinnen werden zwar noch mit Namen genannt, find aber weder " " genoffen" verheißen wird. Eine Matinee in Darmstadt hat nur ein genial" noch gottbegnadet", sondern müssen sich mit„ verbindlichstem" Reichskanzler und den Agrariern nicht bestünde Die Verpflichtung Dant im Namen der Anstalt" begnügen. Dann wird die Gründung für einen erhöhten Bollschutz hat Graf Bülow ja selbst öffentlich eines Ortsverbands Chemnitz erwähnt, der seine Thätigkeit mit einer bekräftigt. Sted. d.„ V.") Dabei seien Huldigungssolennen Fresserei begonnen habe. telegramme" an den Landesherrn König Albert von Sachsen und den Prinzen Ludwig von Bayern abgesandt worden. In die Tasche gegriffen haben die beiden hohen Herren aber nicht, was wir beiläufig sehr verständig finden, so daß der Geschäftsbericht" nur den Wortlaut der beiden Telegramme" abbruden fann, worin König Albert und Bring Ludwig in huldvollster Weise" danken. 9 Deutsche China- Beute. Wie uns aus Wesel berichtet wird, hat ein dortiger Wirt von einem China Freiwilligen eine Anzahl chinesischer Bilder und einen echten, 85 Centimeter langen Haarzopf erhalten. Der Birt hat diese erbeuteten" Sachen, diese Zeugnisse germanischen Heldenmuts in feinem Lokal ausgestellt. Eine Amnestie wird zum 18. Januar angekündigt. Während man auf der einen Seite behauptet, nur die Strafen bis zu acht Wochen würden erlassen werden, glauben andre zu wissen, daß befonders politische Sünder begnadigt werden würden. " Der„ Geschäftsbericht" feuert dann noch seine Mitglieder an, zur Gewinnung von außerordentlichen Einnahmen" beizutragen. Wie das zu machen ist, zeigt er an einigen Proben. Ein mit Namen genannter Redacteur in Mittweida hat dem dortigen Theaterdirektor eine Benefizvorstellung zu Gunsten der Austalt, sei es mit Güte, sei Bum Ungehorsam gegen das Gefen fordert das Organ des es mit Gewalt abgerungen, wofür der Direktor verbindlichsten Umsturzes von oben, die" Post", auf. In einer Betrachtung über Dant" erhält. Dagegen erhält mur gebührenden Dant" die Duell Interpellation des Centrums erklärt die Bost" ber Direktor des Stadttheaters in Kemptent, ber uns zunächst das Duell für ein notwendiges Uebel", um es alsdann durch unser Mitglied so und so an Stelle einer Benefizvorstellung also zu berherrlichen: einen einmaligen Beitrag überweisen" ließ. Es wird wohl nur ein" In der modernen, start demokratisierten Gesellschaft, innerBettel gewesen sein, denn schon für ein Geschenk von lumpigen halb deren es unüberbrückbare Schranken zwischen den einzelnen 300 M. schuldet die Anstalt" einem Wiener Schriftstellerverein„ be- Ständen nicht mehr giebt, in welcher das Auf- und Absteigen fonderen Dant". Dann stößt der„ Geschäftsbericht" aber noch einmal zwischen den einzelnen Gesellschaftsschichten in einem beständigen mit voller Kraft in die Posaune, daß der Verlag der Fliegenden Flusse ist, erscheint das Duell geradezu als eine feste Schranke Blätter" als außerordentliches Mitglied beigetreten sei. Diese gegen eine allgemeine Verwilderung der Sitten." hochangesehene Firma" wird mit besonderer Freude in der Liste unfrer Mitglieder" begrüßt, wobei sie den Wink mit dem Baumpfahl erhält, daß fie bereits bei Gründung der Anstalt eine namhafte Spende überwiesen", sich nunmehr also als außerordentliches Witglied noch ganz anders zu löffeln habe. Schließlich verkündet der Geschäftsbericht", daß demnächst das Stadttheater in Hamburg und das Theater in Linz bluten werden. Der Hamburger Direktor, der nicht erst gewartet zu haben scheint, bis ihm die seidene Schnur ins Haus gefandt wurde, wird in liebenswürdiger Weise" ausge zeichnet, während von dem Theaterdirektor in Linz trocken gemeldet wird, daß er sich auf Anregung des dortigen Ortsverbands bereit erklärt habe, eine Benefizvorstellung zu veranstalten". " " " polnischer Verhältnisse so überaus wahre Erzählung„ Reb Baruch" läßt uns in dem göttlich verehrten Zadek oder heiligen Mann in Israel" den unheimlichen Beschaffer des so sehr begehrten, daher heiligen Bluts ahnen, und ein eingehenderes Studium der jüdischen Schriften ergiebt, daß dieser fürchterliche Zadek thatsächlich der Kopf der Blutmörderbande ist. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß zur Deckung dieses Kopfs oder aus Geld- und Blutgier sich auch gelegentlich einmal andre hebräische Schächter solchen kostbaren und sehr teuer bezahlten Bluts zu bemächtigen suchen werden, zumal, wenn der Badet selbst nicht genügend für die Gemeinden 2c. hat erlangen können. Der feit Urzeiten einzig dazu befugte Schächter des heiligen Blutopfers aber ist lediglich jener unſtät umherwandernde Zadek, der sagenhafte Ahasverus der Juden, jener fchon äußerlich als Typus des Teufels gekennzeichnete frumme, hinkende Jude". Es wird daher Sache ber Regierungen sein, auf diesen trummen Juden und heiligen Mann" zu fahnden und zu= nächst ihn, fein Gezücht und seine Beschüßer alias Stabal unschädlich zu machen; denn mit ihm und dem Blutgeheimnis steht und fällt die Blutmordbande. Auch bezüglich bezüglich Aufdeckung der Motive zu den Blutmorden find deutsche Forscher emifig an der Arbeit, besonders scheint das Alte Testament wichtiges und reichliches Material zu liefern. Zum Schluß wies Redner noch auf eine wunderbare, verheißungsvolle Prophezeiung im 5. Mose 28, 49, die sich nunmehr endlich zu erfüllen beginnt:" Danach soll dereinst über Israel ein Volt kommen, von der Welt Ende, von Mitternacht herstammend, ein großes, mächtiges Volt, wie ein Adler flieget, welches das älteste Bolk auf Erden ist und Israel vernichten wird. Diefes uralte, großmächtige, adlige Bolt find ohne Zweifel wir Germanen. Thatsächlich hat sich an uns Deutschen der geheimnisvolle Blutzauber, der hypnotisierende Blutbann Judas auf die Daner als unwirksam erwiesen, der eingeschläferte deutsche Michel erwacht langsam, aber ständig aus feinem Blutbann- Schlafe!..." Ausland. England. Mene Kolonial: Regimenter. Die Bildung von drei neuen indischen Infanterie- Regimentern ist amtlich genehmigt worden, diejenige von weiteren zwei Regimentern wird geplant. Diefelben follen für den Garnisondienst in Mauritius, Singapore, Hongkong und Ceylon verwendet werden. Frankreich. Deputiertenkammer. Deschanel übernahm das Präsidium und hielt eine Rede, in welcher er erklärte, er werde den Vorsiz un Sodann sprach er die Hoffnung aus, daß die Das freifonfervative Blatt billigt ferner durchaus, daß das parteiisch führen. Offiziercorps niemanden aufnimmt, der Gegner des Duells ist, denn Beratungen der Kammer ruhig und ergebnisreich sein und dazu die Republik zu einem Neich der Ge es müßte für den Geist unserer Armee verhängnisvoll werden, beitragen würden, Brüderlichkeit zu machen. Deschanel schließt, wenn im Offiziercorps zwei Richtungen mit ganz verschiedenen Aufrechtigkeit und Brüderlichkeit zu machen. das neue Jahrhundert werde möglicherweise tiefgehende Ver fassungen im Punkte der Ehre sich gegenüberständen." in Europa entstehen sehen, darum sei es nötig, daß man mehr Mäßigung im Kampf der Meinungen, mehr Duldsamkeit und Achtung vor der gegenwärtigen Ueberzeugung an den Tag lege. Nötig sei ferner, daß man eine thätige Diplomatie befize, welche sich stüße auf eine mächtige, einige und geachtete Armee und auf eine sorgfältig geleitete Finanzverwaltung. Der Senat hat Fallières mit 175 Stimmen wieder zum Präsidenten gewählt. Nur die Gesegesverächter sollen nach der„ Post" Offiziere änderungen werden dürfen. Wer das Gesez achtet, ist nicht würdig, in der Armee zu avancieren. Die Byzantinerei steht wieder in üppigster Blüte. Wir lesen in der Kreuz- Zeitung": " geschehen, vor allem das Werk des Hauses Hohenzollern ist, Zur franko- russischen Allianz. Delcassé richtete an den Es giebt Grund wahrheiten der Geschichte, fiber die man nicht streitet. Unter diesen aber steht in erster Diesem Verein der geschäftsmäßigen Bettelei gehören 789 MitReihe die, daß alles, was seit den Tagen der Reformation glieder an. Das ist immerhin die Minderheit der deutschen Schrift- in Preußen und Deutschland Großes und Entscheidendes steller, aber doch eine sehr starke Minderheit. Wer die Geschichte der deutschen Presse tennt, der ist hinlänglich darüber unterrichtet, daß alle Anläufe zu Berufsorganisationen der Schriftsteller an dem Geiste der Kriecherei, Speichelleckerei und Schnorrerei gescheitert sind, der so beredt aus den 21/2 Druckseiten dieses Geschäftsberichts" spricht. Schriftsteller, die an Charakter und Talent etwas zu ver lieren haben, wurden dadurch von vornherein oder doch sehr bald abgestoßen, und auch die weniger peinliche Kollegenschaft" tam zu nichts, da diese unvollkommene Welt doch nicht so unvollkommen eingerichtet ist, daß sich kräftige Berufsorganisationen auf den Bettelsad gründen lassen. Die Beeinfluffung der Preffe. " dem gegenüber sich selbst der größte deutsche Staatsmann aller neu ernannten russischen Minister des Aeußern Grafen LamsBeiten mit der stolzen Bescheidenheit, die allein dem Geniusdorff, ein Glüdwunschtelegramm, in dem er die Hoffziemt, in seiner Grabschrift:„ Einen treuen deutschen Diener" nung eines fünftigen noch engeren gemeinsamen Zusammenwirtens nennt. Dieses Zeugnis für die weltgeschichtliche Bedeutung unfres der beiden Länder aussprach. Graf Lamsdorff beteuerte in dem Herrscherhauses bedarf der Erläuterung nicht; es spricht für sich Antworttelegramm, zur Befestigung der engen und unabänderlichen selbst." Freundschaft beitragen zu wollen. Bismard tokettierte gern als„ treuer Diener", so lange er Herr er Diener" war im Reiche. Als dies zu Ende ging, schlug er bekanntlich andre Töne an. Was aber bezweden die Konservativen, daß sie sich wieder einmal byzantinisch ausrafen zu sollen vermeinen? Ist der er wünschte Kornzoll noch nicht genügend gesichert? Gilt es, illoyale Konturrenz der Nichtagrarier zu übertrumpfen? " Afrika. Franzöfifche Kolonialgrenel im Kongogebiet. Das Pariser Journal" schreibt: Seitdem in der französischen Kongo- Kolonie die vierzig unter der Verwaltung des Kolonialministers Guillain errichteten Konzesstonsgesellschaften funktionieren, signalisiert man Das Berliner Preßbureau muß dieser Tage die Losung aus derd von mehreren Punkten her ernste Unruhen. Die Beziehungen gegeben haben, die braven Deutschen über die Hunnenbriefe zu be- Als künftigen Oberpräsidenten von Berlin bezeichnet die Als künftigen Oberpräsidenten von Berlin bezeichnet die zwischen den Europäern und den Eingeborenen gestalten sich und durchaus nicht befriedigend So verbreitete die demokratische Frankfurter Beitung" D. T." Herrn v. Stubenrauch, den Landrat des Teltower Miligen liefert oft die Pflanzer auf Gnade und Ungnade die Unzulänglichkeit der ruhigen. die beschwichtigende Notiz, daß alle Ausschreitungen" deutscher Kreises, der sich, wie das genannte Blatt sagt, der persönlichen einer Empörung der Neger aus. Andrerseits werden die EinSoldaten in China mit unnachfichtlicher Strenge geahndet würden. Wertschäzung des Kaisers in außerordentlichem Maße" erfreue. geborenen oft von den Milizen geplündert und niederIn der Köln. 8tg." giebt zu gleicher Zeit ein höherer Offizier aus In unfrem oftafiatischen Pachtgut herrscht nach den Mit gemegelt. Es giebt nämlich im franzöfifchen Kongogebiet Tientsin" diefelbe Versicherung ab, daß alle Uebelthäter" und teilungen des Amtsblatts für das deutsche Kiautichou- Gebiet" feine Truppen mit regelmäßigen Cadres, ſondern nur Milizen oder räubigen Schafe" streng bestraft würden. Der Wert der Soldaten wiederum Ruhe." Das energische Eingreifen des Hauptmanns Conradi Söldner, die von europäischen Feldwebeln angeführt werden, die den briefe wird bestritten. Der höhere Offizier aus Tientsin führt alle in der Umgebung von Kannei habe die Ordnung wiederhergestellt. Titelgardes de milice" führen. Diese Truppen haben wiederum die grauenhaften Erzählungen auf überhitte Phantasie" zurück; Als ein Zeichen der Unterwerfung müsse angesehen werden, zu Anfang Dezember schändliche Ausschreitungen im Der Sache soll einem gerade weil die Soldaten im Grunde nicht, wie sie erwartet hatten, daß zahlreiche Ortsvorsteher bei Hauptmann Conradi waren und Dorfe der Batetelas begangen. fonderliche Abenteuer erlebt hätten, sei es menschlich durchaus er- fußfällig für ihre Dörfer um Gnade flehten mit uns zugegangenen Briefe unsres Korrespondenten aus Brazzaville klärlich, sich bei den Verwandten und Bekannten in der Heimat als der Versicherung, daß fie dafür forgen würden, daß der Bahnbau nie zufolge die brutale Wegholung einer Negerin aus wieder gestört würde. Es sei ihnen darauf Gnade zugesagt der Hütte ihres Manns zu Grunde liegen. Ein eine Art Desperado, als verzweifelten Kerl aufzuspielen. Es gehört wirklich Hunnenmut dazu, angesichts der Hunderte von worden, jedoch mit der Warnung, daß unnachsichtliche Beschwarzer Milizsoldat weckte sie mit Kolbenstößen auf und führte fie ftrafung eintreten würde, wenn wiederum Eisenbahn- Material gewaltsam zu seinem Vorgesetzten. Der Gatte, aufs höchste über beglaubigten Briefen, die die hauptsächlichsten Geschehnisse überein- zerstört oder gestohlen würde, oder sonst welche Ausschreitungen dieses Verfahren empört, machte durch seine Wutschreie das stimmend berichten, diefe Dinge mit der Phrase von der überhigten gegen die Bahn vortämen. ganze Dorf rebellisch, dessen sämtliche Einwohner für ihn Phantasie und mit dem Hinweis auf renommistische Bedürfnisse abzu- Mit welchen Mitteln man die Gärung unterdrückt hat, Partei ergriffen. Der von den erregten Leuten mißhandelte thun. Will der„ höhere Offizier aus Tientsin" wirklich jemand glauben verriet der unlängst von uns abgedrudte Brief eines Arbeiters aus Milizfoldat erhielt Unterstützung von seinen Kameraden, und die ganze Truppe der Miliz, machen, daß alle diese Soldaten lächerliche Eisenfresser seien, die sich Kiautschou. Verbrannte Dörfer und Hunderte von Chinesenleichen um acht Uhr abends begann mit erlogenen Schandthaten, die noch dazu merkwürdig überein- bezeichneten die Spur der Strafexpedition. Dies energische Vor- 40 Mann hoch, auf die wehrlosen Dorfbewohner stimmen, brüsten? Das wäre auch fein gutes Zeugnis für die er- gehen" hat die Erhebung im Blute erstidt und unter der Be- loszuschießen. Es gelang dem weißen Führer indeffen, sie zu zieherischen Wirkungen der Presse. Der„ höhere Offizier aus Tientsin" völkerung Furcht und Schrecken verbreitet. Und die Bevölkerung beruhigen; am nächsten Morgen aber begannen sie aufs neue mit hat alle Ursache, auch für fünftige Ausschreitungen zu zittern, denn dem Schießen. Die unglücklichen Batetelas, die keine Waffen hatten, aber hat überdies und das ist das verräterische Loch in seiner wie in Betschili wird auch in unsrem Pachtgut summarische flüchteten sich aus dem Dorfe, das von den Miliztruppen aus Schönfärberei übersehen, daß eine große Anzahl von Briefen Justiz geübt. geplündert wurde." Das" Journal" behauptet, daß man im Kolonialdurchaus nicht mit den Greueln renommieren, sondern ganz im Die That Einzelner wird an ganzen Dörfern ministerium diese schändliche Geschichte totzuschweigen suchte, indem man eine Depesche über sie, die von dem Korrespondenten aus Gegenteil ehrlich darüber klagen, daß sie zu diesen Blutarbeiten durch, energisch" geahndet. Brazzaville an das" Journal" abgesandt worden war, einfach die befohlene Kriegstattit gezwungen worden sind. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. Das Volts- unterschlug. Das Blatt verlangt Aufklärungen über diesen Borfall, blatt für Bochum" berichtet: der voraussichtlich in der Kammer zur Sprache gebracht werden # Zum Ueberfluß haben noch unabhängige Korrespondenten der verschiedenen Nationen das Gräßliche bestätigt. Indessen auch diese Schilderungen von journalistischen Augenzeugen scheinen gegenwärtig in Deutschland auf höheren Einfluß von den Blättern unterdrückt zu werden. Eine sehr auffällige Erscheinung bietet in dieser Hinsicht der ,, Berliner Lokal- Anzeiger". Der China Reisende des Scherlichen Blatts hatte eine Reihe Schilderungen vom Kriegsschauplatz geschickt, die das Blatt zu veröffentlichen begann. In einem dieser Briefe kündigte der Berichterstatter Dr. Wegener an, daß er wahrheitsgetren wiedergeben wolle, was er gesehen. Er schien recht schlimme Dinge erzählen zu wollen. Auf diese Absicht deutete eine " = West Beiderich. Wegen Majestätsbeleidigung, begangen dürfte. durch eine alberne Redensart, muß der Kupferschmied Bernhard Kruse von hier zur Strafe drei Monate im Gefängnis fizen." Aus dem Irrenhause. " Unter dem Titel Derjüdische Blutmord" giebt die Staatsbürger- Zeitung" wortgetreu nachfolgenden Bericht: Im Germanischen Boltsbunde berichtete am legten Montag ein alter Student der antisemitischen Wissenschaft über die Fortschritte der Aufklärung bezüglich Parlamentarisches. In der Justiz- Kommiffion des Reichstage, welcher die drei Anträge Rintelen, Lenzmann und v. Salisch überwiesen sind, die Aenderungen des Gerichtsverfassungs Gesezes, der Strafprozeß- und der CivilprozeßOrdnung betreffen, wurde heute zunächst§ 77 des Gerichtsverfassungs- Gesezes beraten, welcher jetzt wie folgt lautet: # .Die Knmmcrn entscheiden in der Besetzung von drei Mitgliedern mit Einschlutz des Vorsitzenden. Die Straf- kamniern sind in der Hauptverhandlung mit fünf Mitgliedern, in der Berufungsinstanz bei Uebertretungen und in den Fällen der Privatklage aber mit drei Mitgliedern einschließlich des Borsitzenden zu besetzen.' Abg. Dr. R i n t e l e n Man kann sehr ziveifelhaft sein, ob gegenüber der Stellung, die der Staat schon seit längerer Zeit gegen- über der Sclbstverwalttmg der Gemeinden einnimmt, ob" die Behandlung, die gerade Berlin in den verschiedensten Fällen von den Regenten erfahren hat. der Anlaß sein müßte, jede Gelegenheit zu benutze», um sich an der bett. Stelle wieder bemerkbar zu machen. Wir würde» aber, selbst wenn wir wie Sie das Verlangen hätten, den 200. Jahrtag des Königreichs Preußen zu feiern, dieser Vorlage nickt zustimmen, weil sie uns vom Standpunkt der Ovation zu klein, zu geringfügig, zu nichts bedeutend erscheinen würde.(Beifall bei den Socialdemokraten.) Von einer„Lösung der Wohnungsfrage' kann hier in unsrem Sinn überhaupt nicht die Rede sein. Sie ist nach meiner festen Ueberzeugung nur denkbar, wenn der Gnmd und Boden dem Kapitalismus entzogen wird.(Große Unruhe, Beifall bei den Socialdemokraten.) Wir geben uns über den Erfolg unsrer Bestrebungen keinen Illusionen hin, aber zwischen der Lösung der Wohnungsfrage und dem Verewigen der verkommenen Zustände ist noch ein Mittelweg möglich. Diesen Mittelweg zu gehen beabsichttgt unser Vorschlag.' Der wird eben natürlich ganz andre An- strengungen und Mittel erfordern, als wie eS, abgesehen von dieser Stiftung, in dieser Versammlung möglich ist. Der Magisttat hat sich über die Wirkung seiner Vorlage der Täuschung hingegeben, daß dadurch auch nur entferntest eine wesent- licke' Linderung der Verhältniffe herbeigeführt werden kann. Die Vorlage ist nickt einmal der Tropfen auf den heißen Stein, sodern ein Tröpfchen. Ich muß aber anerkennen, daß in der Magistratsvorlage, namentlich im 8 2, ein einigermaßen socialpolitischer Sinn steckt. Dieser Paragraph ist von dem socialen Geist durchtränkt, daß die Gemeinde es als Verpflichtung ansieht, auf einem Gebiete, auf dem Tausende, ja Hunderttausende unsrer Mitbürger in den schlimntsten Verhältnissen leben, mit städtischen Mitteln ein- zugreifen. Der Ausschuß dagegen weist das zurück. Der letzte Satz des 8 2 des Ausschusses enthält des Pudels Kern. Sie wollen eine neue wohlthätjge Stiftung errichten für Leute, die durch Wirt« schaftliches Mißgeschick, Familienunglück usw. zurückgekommen und nicht in der Lage sind, ihre Miete zu zahlen, durch eine Miets- unterstntznng über Wasser halten, ihnen helfen.(Zuruf: Das ist doch sehr schön I) Das ist sehr schön, aber es nützt nichts und kostet nichts. Vielleicht finden es die Herren deshalb sehr schön, iveil es nichts kostet. Sie erreichen damit noch den angenehmen Nebenzweck, daß die Hausbesitzer ein Ge- schenk bekommen, in sofern sie durch die Mietsunterstützung vor Verlusten geschützt werden, oder der Verlust wenigstens gemildert wird. Aber auch der Magistrat ist in meinen Augen dadurch nicht ent- schuldigt, daß er mit dieser auch für ihn nicht erheblichen Million wenigstens versuchen will, etwas zu leisten. Wir glauben, daß die Stadt Berlin sich darüber klar sein muß, daß es auf diesem Gebiet nicht mit Almosen, mit Wohlthätigkeit gethan ist, sondern daß ge- meinnützige Einrichtungen geschaffen werden müssen, die der großen allgemeinen Wohnungsnot abzuhelfen im stände ist. Diese Stiftung sieht zwar aus, als ob sie etwas ist, aber sie hat thatsächlich nicht die geringste Bedeutung, und deshalb werden wir gegen die Vorlage stimmen.(Beifall bei den Socialdemokraten.) Stadtv. Nathan(N. L.): Auch wir stehen nicht auf dem Stand- Punkt, daß die Könige allein Preußen groß gemacht haben. sondem auf dem, daß die Könige gemeinsam mit dem Volk für den Staat gearbeitet haben. In diesem Sinne sind wir Monarchisten. Herr Singer erkennt einen König doch wenigstens als Autorität gegenüber einem andren König an.(Heiterkeit.) Die ganze Social- demokratie verehrt Ferdinand Lassalle, der doch auch nicht in jeder Beziehung ein Muster und Vorbild war, in dessen Leben gewisse Liebschaften eine Rolle spielen und der schließlich im Duell gefallen der ein sich muß, 'st, während doch die Soc!aldemo?rotie eine Gegnerin des Duell? ist-(Zuruf Singers: Wir machen auch keine Lassalle-Stiftung! Große Heiterkeit.) Dennoch verehren Sie Lassalle, und mit Recht. ivegen der Berdienste, die er um die Arbeiter hat. Friedrich I. hat das historische Verdienst, daß er Preußen zu einer Monarchie ge- macht Hai. Damit hat er ihm die Sporen in die Seite gesetzt und dadurch sind wir schließlich zum Deutschen Reich und' zum all- gemeinen Wahlrecht gekommen, von dem auch Sie(zu den Social- demokraten) profitieren. Sie nennen uns Byzantiner, die »Kreuz- Zeitung" nennt uns rote Republikaner. Wahr- scheinlich sind � wir also aufrechte Bürger, die mit dem Königtum gemeinsam die Größe und Freiheit des Vaterlands wollen. Entscheidend für die Annahme der Stiftung ist für mich übrigens auch der Antrag Singer, dem ich große Bedeutung beimesse. Die Mehrheit meiner Freunde nimmt die Magistralsvorlage an, welche ich hiermit entgegen dem Ausschußvorschlag wieder beantrage. Stadtv. Wallach(A. L.) bestreitet, daß die Grund- und Boden- Spekulation an der Höhe der Mietspreise schuld sei. Die Ursachen seien vielmehr die gesteigerten Materialpreise und Arbeitslöhne. Die Annahme des Antrags Nathan würde die ganze Sache wieder ge fährden. Die Stiftung dürfe selbst nicht Häuser bauen, denn mit dem Gelds der Steuerzahler fei nicht zu experimentieren. Stadtv. Pretzcl(Bürgerpartei) wird mit Freude der Stiftung zustimmen, sieht aber darin keine Abhilfe für die Wohnungsnot. Die Hauptnrfache für die unleidlichen Zustände im Wohnungswesen sei die Verhetzung der Arbeiter durch die Socialdemokratie.(Lachen bei den Socialdemokraten. Rufe: unglaublich I> Diese habe zum Beispiel die Maurer gezwungen, immer weniger zu arbeiten und inimer höhere Lohn forderungen ztt stellen.(Zustimmung). Früher habe ein Maurer täglich 7— 300 Steine verarbeitet, jetzt bloß noch 3— 400. Gerade in diesem Saale, iveil die Social- dcmokratie immer mit Handschuhen angefaßt werde, sei es an der Zeit, ihr auch einmal den von ihr nach unten geübten Byzantinismus vor Augeuszu halten. Mit dem Aufhören der Wer- hetzung der Arbeiter sei die Wohnungsfrage gelöst.(Gelächter.) Stadtv. Cassel(A. L.): Auch die Socialdemokratie setzt nicht einseitig die Arbeitslöhne fest, diese Verhältnisse regeln sich nach Angebot und Nachfrage. Stadtv. Singer: Wenn Friedrich I. neben seinen menschlichen Schwächen auch nur annähernd so viel für die Aermsten und Eni- erbten gethan Hütte wie Lassalle, so würde ich gewiß Friedrich I. darum nicht geringer schätzen, weil er König war.(Heiterkeit.) Herr Nathan spielte auch beiläufig auf den Zukunftsstaal an. Ich begnüge mich an dieser Stelle mit der Gegenbemerkung, daß Sie ja diese unsre Zukunstsstaats-Bestrebungen nur benutzen, um damit auch von den minimen Verbesserungen abzuschrecken, die in Gegenwart erreichbar wären. Herrn Pretzcl muß Wohlgefühl allerersten Rangs durchzittcrn, wenn er heute als Vertreter der großen Majorität sehen denn deren Beifall zu haben ist ihm noch nicht oft passiert. Herr Pretzel hat thatsächlich im Sinne der Mehrheit den Nagel auf den Kopf getroffen mit seiner Ausführung, daß an den Zuständen nicht die Gesellschaft schuld ist, sondern die Social- demokraten, die mit diesen Zuständen unzufrieden sind. Die Arbeiter müssen eben wieder billiger arbeiten, damit die armen Hausbesitzer billigere Häuser bauen können; daß sie dann auch die Wohnungen billiger vcrinicten werden, hat er allerdings nicht hinzugefügt.'(Heiterkeit.) Ernstlich ans diese mittelalterlichen, fossilen Anschauungen des Herrn Pretzel einzugchen, verlohnt sich nicht; darüber ist die moderne Bewegung denn doch mit elementarer Gewalt hinweggegangen. Stadtv. Pretzel hat den Socialdemokraten nur einmal die Wahrheit sagen wollen. Nicht die Antiseniitcn, zu denen er nicht gehöre, hätten politische oder religiöse Gegner wirtschaftlich ruiniert, vielmehr sei dieses Verfahren von den Juden ausgegangen. Stadtv. Cassel bestreitet letzteres. Damit schließt die Debatte. In persönlicher Bemerkung hebt Stadtv. Pretzel hervor, daß er bei den Jude» auch auf der schwarzen Liste stehe. Der Magistratsantrag betr. die Errichtung der Stif- tung wird angenommen und darauf das Statut der Stiftung beraten. Bei Z 2 wiederholt sich die Debatte über die Frage, ob die Stiftung selbst Häuser bauen oder erwerben könne. Stadtv. Wallach spricht nochmals dagegen. Der Oberbürgermeister Kirschner hält dafür, daß der Erwerb von Häusern z. B. im Fall eines Legats der Stiftung doch nicht untersagt werden könne und daß man doch auch die Möglichkeit, wenn die Stiftung einmal in ferner Zeit unter veränderten Verhältnissen selbst ein Haus bauen wolle, nicht hindern sollte. Stadtv. Nathan zieht nach dieser Erklärung seinen Antrag zurück, während Stadtv. F ä h n d r i ch(A. L.) auf Grund der Interpretation des Oberbürgermeisters nunmehr gegen Z 2 zu stimmen müssen erklärt. Stadtv. Singer: Die Vertreter der Unverlctzlichkeit der Privawnternehmerschaft gegen kommunale Eingriffe haben durch ihre Ausführungen sehr zur Klärung beigetragen, sie haben ihren »Standpunkt in seiner nackten Schönheit erkennen lassen. Bei den verschiedenartigen Interpretationen, die wir jetzt hören, wird es das beste sei, die Sache dem Ausschuß zurückzugeben, was ich hiermit beantrage.(Heiterkeit.) Jeder Kollege wird mir unterschreiben: Diese Stiftung ist ein totgeborenes Kind. Vom Stadtv. Wallach wird der Zusatzantrag verlesen:»E r lo erbung und Bau von Wohnhäusern ist aus- g e s ch l o s s e n."(Heiterkeit.) Stadtv. Cassel sucht die Herren HauSagrarier zu beruhigen, iudem er deduziert, daß die Stiftung nach§ 2 Häuser zu bauen nicht berechtigt ist. Der Antrag Wallach sei insoweit überflüssig; auch den Erlverb zu verbieten gehe andrerseits zu weit. Die Zurückverweisung an den Ausschutz ivird abgelehnt, der modifizierte Antrag Wallach„Bau von Wohnhäusern ist aus- geschlossen" desgleichen; der§ 2 der Ausschutzbeschlüsse wird mit großer Mehrheit angenommen, ebenso der Rest des Statuts der Stiftung und das Statut im ganzen. Kleinere Vorlagen. Stadtv. Karl G o l d s ch m i d t hat beantragt, den Magistrat zu ersuchen, der Versammlung recht bald eine Vorlage betr. den Neu- bau der Brücke im Zuge der A d a l b e r t st r a tz e zu machen. Der Antrag, für den sich auch Stadtv. Schulz II lSoc.) an- gcsichts des unleugbaren Bedürfnisses ausspricht, wird an- genommen. Nach Erledigung einiger weiterer Vorlagen, welche keine erheb- liche Debatten hervorrufen, schließt die Sitzung um VeS Uhr. GenreVkslhstfklirtzes. Berlin und Umgegend. Zwecks Beilegung des AuSstanvS der Kutscher, Handwerker und Arbeiter der Vereinigten Berliner Mörtelwcrke fand am 10. Januar Verhandlung vor dem Einiguugsamt des GelverbegerichtS statt. Den Vorsitz führte der Vorsitzende des Gewerbegerichts v. Schulz; als Beisitzer fungierten für die Arbeit- nehmer Körsten und Schuhmann und für die Arbeitgeber Bernhardt und K o h n. Als Vertreter der Arbeitnehmer ivaren Werner. Lowsti und Lange und als Vertreter des Arbeit- gebers der Direktor der Mörtelwerke P e r n e t und der Inspektor Bojanolvski erschienen. Im April vorigen Jahres hatten die Kutscher einci, Wochenlohn von 25 Mark mit dem Arbeitgeber vereinbart. Diese Abmachung sollte vom 1. April 1S00 bis zum 1. April 1901 gelten. Trotzdem wurde den Kutschern anr 10. Dezember eine Reduktion deS Lohns auf 21 Mark angekündigt mit der Bemerkung, daß, falls sie nicht darauf eingehen würden, Entlassungen vorgenommen werden müßten. Die Arbeiter gaben sich damit zufrieden � unter der Bedingung, daß keine Entlasiungen stattfinden sollten. Trotzdem wurden nun am Montag 1ö Arbeiter entlassen. Darauf legten die übrigen 60 Arbeiter des Betriebs die Arbeit nieder. Seitens der Vertreter des Arbeitgebers wird nun behauptet, es sei gesagt worden: wenn irgend möglich, soll keiner entlassen werden; wogegen die Vertreter der Arbeiter behaupten, daß dieses Versprechen unbedingt gegeben worden sei. Nach etwa dreistündiger Verhandlung kommt es zu folgendem Vergleich, der von den Arbeilnchmervertretern unter Vorbehalt acceptiert wird: 1. Der Arbeitgeber zahlt in Zukunft jedem Kutscher pro Woche 20 M., und zwar vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit bis zum 15. März 1901. Die Kutscher sollen bis zum 15. März 1901 ohne Aussetzen arbeiten. Es wird bemerkt, daß alle andern Arbeiter 35 Pf. Stundenlohn erhalten, und daß, sobald die Filiale in der Köpenickerstraße wieder in Betrieb geletzt wird, die dort beschäftigten Arbeiter— Kutscher und Handwerker kommen hier nicht in Betracht— ebenfalls zum Lohnsatz von 35 Pf. pro Stunde wieder eingestellt werden. 2. Vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit an sollen je nach Bedarf die Sattler, Schmiede und Stellmacher zur Arbeit angenommen werden. Die eine Hälfte soll sofort eingestellt werden. 8. Der Arbeitgeber verpflichtet sich ganz allgemein, die ent lassenen und streikenden Arbeiter wieder einzustellen. Ebenso ver- pflichten sich die Arbeiter ihrerseits, die Arbeit wieder aufzunehmen. 4. Die Aufnahme der Arbeit findet am 11. Januar 1901 statt. Diejenigen Kutscher, Handwerker und Arbeiter, welche bis zum 14, Januar früh morgens die Arbeit nicht angetreten haben, haben das Recht auf Wiedereinstellung verwirkt,(Für die Arbeiter der Filiale Köpenickerstraße gilt das unter Nr. 1 Gesagte.) 5. Die Parteien verpflichte» sich, vor dem 15. März 1801 durch beiderseitige Verhandlungen die Lohnsätze der Kutscher und Arbeiter für einen bestimmten Zeitrauni zu vereinbaren. Alle Differenzen, die aus diesem Vertrage etwa entstehen sollten, sollen dem Einiguugsamt des Gewerbegerichts unterbreitet werden. Das Gcwerbcgericht ist innerhalb drei Tagen nach Ausbruch eines nicht beizulegenden Streiks anzurufen. 6. Maßregelungen finden nicht statt. 7. Der Vertreter des Arbeitgebers nimmt den Vergleich vor- behaltlos an; die Arbeitnehmer- Vertreter unter Vorbehalt der Beschliiffe der heute abend stattfindenden Versammlung. I» der Versammlung der Kutscher und Arbeiter der Vereinigten Berliner Mörtclwerke, die gestern abend tagte, wurden nach längerer Diskussion die Vereinbarungen vor dem Einigungsamt einstinimig angenoninien und beschlossen, daß sämtliche Arbeiter am 11. Januar die Arbeit wieder aufnehmen sollen. Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter. Nachdem die Ver- Handlungen vor der A ch t z e h n e r- K o m m i s s i o n scheiterten, daselbst aber erklärt wurde, daß der Absatz 4 des Kontrollbuchs zweifellos ungesetzlich ist, so empfehlen wir unsren Kollegen, das Kontrollbuch zu unterschreiben. Sollten Kollegen durch den Absatz 4 benachteiligt werden, so bitten wir um sofortige Meldung, damit Gelegenheit gegeben wird, gerichtlich vorzugehen. Der Vor st and. Deutsches Reich. Eine„nochmalige Prüfung" kann schließlich auch einmal R e g i e ru n g s p r ä s i d e n t e u z« anderer Ansicht bringen. Der " o s e n e r Regierungspräsident hatte die dortige Zahlstelle des SchiihmacherverbandS als politisch erklärt und deshalb aufgelöst. Auf die Beschwerde des Verbands an de» Oberpräsidenten mußte ich der Herr Regierungspräsident zu nachstehender Erklärung be- qnemen:'' Der Königl. Posen, 3. Januar 1901. Regierungs-Präsidcnt. J.-Nr. 13 777/00 I. A. Ihre Beschwerde gegen meinen Bescheid Nr. 5438/00 I. A. ist" mir von Sr. Excellcnz Präsidenten Hierselbst nochmals zugegangen. Bei der infolgedessen ermöglichten nochmaligen Prüfung der Sachlage hat sich ergeben daß die hiesige Zahlstelle des Verbands deutscher Schuh- macher dem hiesigen Arbeiter- Sekretariat nicht angegliedert ist. und dieselbe daher, so lauge sie sich im Rahmen ihre Statuts hält und uicht daS politische Gebiet betritt, als politischer Verein im Sinne des Vereiusgesetzcs uicht an- zusehen ist. Unter Aufhebung meiner Entscheidung vom 3. Juli d. I. Nr. 5438/00 I. A. habe ich den Herrn Polizcipräsideuteu hierselbst ersucht. Vorstehendem gemäß zu verfahren und sehe daher Ihre Beschwerde vom 13. Juli als erledigt an. I. V.: gez.(Unterschrift)., Der Herr Regierungspräsident hatte die Zahlstelle auf Grund der Statuten des Verbands deutscher Schuhmacher als politischen Verein erklärt, jetzt sieht er sich genötigt, die Zahlstelle auf Grund derselben Statuten als unpolitisch zu betrachten. Was der Herr Rcgierungspräfident unter der Auglicderung an das Arbcitersekretariat, soll besser heißen Unterstützung des Sekretariats, versteht, um daraus Politik zu konstruieren, ist unerfindlich. Le- kanntlich ist gerade das Sekretariat die unpolitischte Einrichtung.— Im übrigen möchten wir den Herr» Regierungspräsidenten noch auf eine Inkonsequenz aufmerksam machen. Die Versammlungen der Zahlstelle der Schuhmacher erklärt er als politisch und läßt die Frauen hinauSweisen, die Zahlstelle selbst läßt er aber weiter be- stehen, trotzdem ihr gleichfalls Frauen angehören, wie er aus der beim Polizeipräsidium eingereichten Mitgliederliste schwarz auf weiß sehen koiuite. Die Logik, die Logik! In der Jutefabrik Sandhofen bei Mannheim legten 300 Arbeiter und Arbeiterinnen, meist Italiener, die Arbeit nieder. Die Direktion hatte eigenmächtig den Wegfall der Nachmittagspause angeordnet. Die Streikenden wollen nicht eher m die Fabrik zurückkehren, als bis die Maßregel rückgängig gemacht ist. Die Landes- Bauarbeiter- Schutzkommission für Bayern beruft für den Ostersonntag nach N n r n b e r g(Restaurant Martin Behaim) eine Landesversammlung der lokalen Bauarbeiter- Schutz- kommissionen ein. Sie hat auf die provisorische Tagesordnung die folgenden Punkte gesetzt: 1. Bericht der Landes-Bauarbeiter-Schutzkommissson. 2. Berichte der lokalen Bauarbeiter-Schutzkommissionen. 3. Der Bauarbeiterschutz mit besonderer Rücksicht auf die Reform in Bayern. 4. Agitation und Organisation für den Bauarbeiterschutz in Bayern. Alle den Bauarbeiterschutz in Bayern und die Konferenz be- treffenden Angaben sind zu richten an: Johann Merkel, Osianderstraße 11, Nürnberg. Ausland. AuS Dux wird berichtet, daß die VertrauenSniänner-Ver- sammlung der Bergarbeiter beschloffen habe, den Ausstand vom dem 3. Juli v. I Herrn Ober- aufzugeben. China. Kriegsbulletins WalderseeS. Waldersee meldet am 6. aus Peking:„Kolonne Pavel, behufs Kooperation mit Kolonne Madai von Denking(72 Kilometer Nordwest- lich Peking) nach Tsinganphu am Peiho marschiert, hat am 3., nach äußerst beschwerlichen Märschen auf Saumpfaden durch Hockigebirge. von etwa 600 bis 1000 Boxern mit 10 Geschützen und durch Minen verteidigte Befestigungen bei Hophu 10 Kilometer südwestlich Liupingphnl(letzteres 80 Kilometer nördlich Peking) erstürmt. Oberlieutenant Hirschbcrg vom Feld- Artillerie- Regiment und Unteroffizier leicht. 2 Musketiere schwer verwundet, davon einer gestorben. Kolonne geht in breiter Front über Denking zurück; südwestlich Tientsin hat kleines Detachement unter Major Serno Gegend von Räuberbanden ge- säubert." Ferner vom 7. Januar: Die am 3. erstürnite Befestigung Hophu und das nahegelegene Szchaikou(?) waren Hauptsammelorr neuorganisierter Boxerbanden, über 1000 Mann, welche Umgegend terrorisierten und Marsch nach Denkhing-Thangphing (72 und 38 Kilometer nordwestlich von Peking) planten. Kolonne Pavel hat sich am 5. in Denkhing wieder mit ihrem Kavallerie- Zug vereinigt, der inzwischen unter Oberlieuteiiant Kersien Gegend Tschitcheng— Thumu— Huailai(ersteres am Peiho, letztere beiden an der Straße Peking-Knlgan) mit außerordentlichen Marschleistungen durchstreifte und bei Thumu einen aus Siianchua vorgeschobenen chinesischen Kavallerieposten verjagte. Kolonne Pavel sendet heute Kavallerie und berittene I n- f a n t e r i e unter Major Wyneken auf S u a n h u o und folgt mit Gros zunächst bis B i m i n g(beide Orte an der Straße Peking- Kaigan). Die be! Miyim befindlichen Reste der Lutai-Truppen sind vor den Kolonnen Grüber, Haering und Madai in Auflösung über Kupeikhou(100 Kilometer nordöstlich von Peking an der chinesischen Mauer) nach Fengning<12 Kilometer nördlich von Kupeikhou) ge- flüchtet. Kolonnen Madai und Haering heute hier wieder eingetroffen. Ein Reuter- Telegramm meldet weiter aus Peking: Am 3. Januar haben die Deutschen 2 Compagnien in die Nähe der Minggräber entsandt, von wo Unruhen gemeldet werden. In demselben Maße, wie die Kriegsnachrichten wieder reichlicher einlaufen, fließen die Nachrichten über den Fort- gang der Friedensunterhandlungen spärlicher. Der chinesische Kanoffagang. Eine Meldung der„Times" besagt: Der deutsche Gesandte sprach den Wunsch aus, Prinz Chun, den siebzehnjährigen intelligenten Bruder des Kaisers, als Versöhnungs- gesandten' nach Berlin zusenden. Wahrscheinlich wird der von China vorgeschlagene Prinz S u auch nach Berlin gehen. Der Reise dieser Prinzen ist die allergrößte Bedeutung beizulegen. Mir ist in jahrelangem Verkehr mit chinesischen Diplomaten stets der Wunsch dieser Kreise wiedergekehrt, daß der von den H o f g e s e tz e n verbotene Besuch Europas einem kaiserlichen Prinzen ge- stattet werden möchte, da dadurch allein China die Augen über die moderne Kultur geöffnet werden k ö nn t e n. Bedarf es denn nach dem Hunnenkrieg wirklich noch einer weiteren Demonstrierung dieser„modernen Kultur"? Das harmlose Rußland. Den„Central News" wird aus Petersburg gemeldet: In amtlichen Kreisen drückt man Erstaunen über die große ichtigkeit aus, welche der r u s s i s ch-chinesischen Konvention über die Mandschurei im Auslande beigemessen wird. Man erklärt, daß die Konvention nur ein zeitweiliges Arrangement sei. welches von einem russischen Unterbefehls- Haber mit dem chinesischen Gouverneur von Mulden abgemacht und von dem russischen Verwalter von Port Arthur kontrolliert sei. Alles, was nach einer politischen Konvention aussehen könnte, ist ausgemerzt. Diese Beteuerungen des allein ehrlichen Nußland werden in Eng- land zweifellos großen Eindruck machen! Letzte Meldungen. New York, 10. Januar.(Telegramm des„Renterschen Bureaus".) Nach einer Meldung aus Peking von gestern berichtet ein aus Singanfu dort eingetroffener Chinese, im Innern der Stadt exerzierten ständig 85 000 Mann chinesischer Truppen. Die meisten von ihnen seien mit modernen Gewehren bewaffnet. Die Stimmung der dortigen Bevölkerung sei erbittert gegen die Ausländer und man glaube, daß die Chinesen den Verbündeten in offenem Kampfe begegnen und dieselben schlagen könnten. Die Ge- sandten, heißt es in dem Telegramm weiter, seien sehr erstaunt über die Konzession, welche Rußland am Nordufer des Peiho bei Tientsin neben der britischen und der ftanzösischen Niederlassung gewährt worden sei. Die Russe» erklärten, diese Konzession sei ihnen frei- Ivillig gewährt worden für die Dieiiste. welche die Russen China durch ihre Bemühungen, den Frieden Herbeizuführen, geleistet hätten. Uetzke MKifzLWHkett und Vepvfrhen» Vom Kriegsschauplatz in Kapland. London, 10. Januar.(B. H.) Aus Piquetberg wird gemeldet. daß sich die Boeren in zwei Kolonnen geteilt haben und nach Süden weitermarschieren. Die englische Kriegsmacht ist nicht genügend stark, um Widerstand zn leisten. London, 10. Januar.(B. H.) Aus Warrenton wird berichtet: Die Engländer beschlagnahmten sämtliche Pferde der Holländer sowie der Ein'geboriien. Die Lebensmittel haben bereits unerschwingliche Preise erreicht. Diejenigen Farmer, von denen mau annimmt, daß sie Freunde der Boeren sind, werden verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Nach amtlicher Meldung sind bei Naauwport am 5. Januar 30 Mann getötet und 33 verwundet worden. Ter Unfall der„Russie". Faraman, 10. Januar.(SB. T. 23.) Das Seil zur Verbindung der„Russie" mit dem Lande ist gerissen. Man hat vergebens ver- sucht, ein neues Lauduugsboot vom Ufer aus abzusende». Inzwischen ist es gelungen, trotz der sehr hochgehenden See anderweitige Ver- bindungen zwischen der„Russie" und dem Lande herzustellen. Paris, 10. Januar.(W. T. B.) Der Marineminister empfing vom Admiral Bessou eine in Marseille um 3 Uhr nachmittags auf- gegebene Depesche, welche meldet, daß der Versuch eine Verbindung mit der„Russie" herzustellen, seit heute früh erfolglos gebliebe» sei. Admiral Besson habe aus Toulon ein breites Boot, wie es Walfischfänger mit sich führen, verlangt. Das Wetter verschlechtere sich wieder. Nach der letzten Depesche aus Faraman sind alle Bemühungen zur Herstellung einer Verbindung mit der„Russie" endgültig gescheitert. Frankfurt a. M., 10. Januar.(B. H.) Die„Franks. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Die bakteriologische Untersuchung deS gestern unter verdächtigen Symptomen verstorbenen Manns ergab Buboneupest. Wien, 10. Januar.(W. T. B.) ReichSratSwahlen. Alle vier Mandate der Landgemeinden KärutheiiS fielen der deutsche» Volkspartei zu, welche mithin ein Mandat von den Slovenen gewann. Wien, 10. Januar.(W. T. B.) Das Ergebnis der heutigen Städtewahlen in Böhmen stellt sich, wie die„Neue Freie Presse" meldet, so. daß die Deutschradikalen in Böhmen bereits 17 Maadate besitzen. Die deutsche Fortschrittspartei verlor heute drei Mandate an die Radikale». Die deutsche Volkspartei behauptete den Besitzstand; zwei Stichwahlen find aussichtsvoll für die Fort- schrittspartei. In Mähren haben die Radikalen 1 Mandat ge- Wonnen und eins verloren. Den Deutschen gelang es nicht, den Olmützcr Städtebezirk zurückzuerobern. Konstantinopel, 10. Januar.(Meld, des Wiener k. k. Telegr.- Korresp.-Bur.) Der an der türkisch-persischen Grenze ansässige Stamm der Djafs, dessen Häuptling ein gewisser Mahniud-Pascha ist. machte in die persische Provinz Kerniaiiseah einen Einfall und zog seit einiger Zeit plündernd und verwüstend umher. Der persische Botschafter erhielt den Auftrag, bei der Pforte Schritte behufs Wiedergutmachung deS von dem genannten Stamme augerichteten Schadens und wegen Veranlasnmg der Djafs zum sofortige» Rückzüge zu unternehme». Der persische Botschafter erhielt ferner den Auftrag, bei der Pforte Schritte zu thun, um die Lösung der schwebenden Frage betr. die Regelung der türkisch- persischen Grenze an der persischen Provinz Aserbeidschan durch eine türkische und persische Kommission zu beschleunigen. Konstantinopel, 10. Januar.(Meldung der Wiener k. k. Telegr.- Korresp.-Bureaus.) Der von den Brigante» in der Nähe von Smyrna gefangen genommene Franzose Mille wurde gegen Zahlung eines Lösegelds im Betrage von 2000 türkischen Pfund wieder in Freiheit gesetzt.__ Veramwortl. Redau cur: Paul John in Bertin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlao von Mar Badina in Berlin. Hierzu S Beilagen«. IluterhaltniigSblatt. Nr. 9. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. Am Bundesratstische: Reichstanzler Graf Bülow, Freiherr b. Thielmann. Die zweite Etatsberatung wird beim Etat des Reichs: Tanzlers und der Reichskanzlei fortgesetzt. Die Beratung beginnt mit den Fortdauernden Ausgaben Tit. Reichstanzler( Gehalt 100 000. einschließlich 64 000 m. Repräsentationskosten außerdem freie Dienstwohnung). -GRO Abg. Molkenbuhr( Soc.): UnterAbg. Molkenbuhr( Soc.): Es ist richtig, daß schließlich der Hamburger Senat die Firma Blohm u. Boß auf das Vertragswidrige ihrer Maßnahmen auf merksam gemacht hat, es ist nur merkwürdig, daß der Senat so eigentümlich spät kenntnis von dem vertragswidrigen Vorgehen erhielt, hatte doch der Hamburgische Korrespondent" sogar von der Thatsache, daß die Arbeiter im Freihafengebiet wohnten, Notiz genommen. Dem Senat ist aber auch weiter der Vorwurf zu machen, daß er, auch nachdem er Kenntnis genommen hatte, nicht schnell genug eingeschritten ist. Die Eröffnung des Senats an die Firma erfolgte erst, als nach Beendigung des Streits die Räume zu Arbeitszwecken gebraucht wurden. Hoffentlich wird der Senat in Bukunft in solchen Fällen energischer einzugreifen und Gefeßes verlegungen entgegenzutreten fich gemüßigt fühlen. Abg. Graf von Klindowström( f.) B werden. im Freitag, 11. Januar 1901. Die im Freihafengebiet wohnten. Blohm u. Voß haben daraufhin macht haben. Aber die vom Reichstag tundgegebenen Wünsche in mitgeteilt, daß fie feine neuen Wohnungen errichten würden. In Bezug auf den Arbeiterschutz in besonders gesundheitsgefährBetrieben sind noch nicht erfüllt worden. Die 22. Sigung vom Donnerstag, den 10. Januar 1901 zwischen war auch der Werftarbeiterstreit beendet.lichen 1 Uhr. Resolutionen über die Konfektionsarbeiter und die von der arbeiterstatistischen Erhebungen über das Gastwirtsgewerbe sollen zu Ers wägungen im Schoße der Regierung geführt haben. Es ist zu wünschen, daß auf der Bahn des Arbeiterschußes fortgeschritten wird. Wir erwarten, daß im nächsten Jahre eine Reform der Krankenversicherung dem Reichstage vorgelegt werden wird und daran wird sich die Witwen- und Waifenversicherung der Arbeiter anschließen müffen. Noch ein weites Gebiet harrt der Lösung; die Hausarbeit schulpflichtiger Kinder außerhalb der Fabrik. Hier herrscht, wie die amtliche Statistit ergiebt, ungeheurer Jammer, übergroßes Elend. Ich habe eine Frage an den Herrn Reichskanzler zu richten über Auch die Beschäftigung von Kindern in gewerblichen Berufen giebt einen Fall, der uns auch schon früher beschäftigt hat. Ich frage Anlaß zu eingehender Prüfung. Vielfach melden hier die Berichte Gesundheitsschädigungen, ste erzählen bon bleichen ihn, ob er gedenkt dafür zu sorgen, daß Verträge, die zwischen auch Kindern mit frummen Rücken 2C. Auch die dem Reich und Hamburg geschlossen sind, innegehalten werden. Gesichtern, sittliche Schädigung ist nicht zu leugnen. Die Beschäftigung der In der That find nämlich solche Verträge wiederholt gröblich verlegt worden. Nach einem Vertrage mit Hamburg vom Jahre 1881 Kinder beläuft sich sehr häufig auf 10 Stunden, teilweise werden ist Hamburg ein Freihafengebiet eingeräumt worden, wo begründet eine von ihm zum Etat gestellte Resolution, wonach bei arbeit tann nur gesetzlich, nicht im Verordnungswege geregelt die Kleinen auch zur Nachtarbeit herangezogen. Die Kinders Waren zollfrei lagern dürfen. Nur das Wohnen in diesem Frei- einem zukünftigen Handelsvertrag mit Rußland die Aus- arbeit kann nur gesetzlich, nicht im Verordnungswege geregelt hafengebiet ist nicht gestattet. Es sind sogar ganz festnahme- rachtfäge, welche jezt für die nach den Häfen wegen der Rechtsgültigkeit der Verordnungen. Die Unternehmer Der Verordnungsweg giebt sofort zu Zweifeln Anlaß umschriebene Bestimmungen in den Vertrag aufgenommen, nach welchen Libau und Niga führenden Eisenbahnen in Straft find, nur werden zuerst stets solche Verordnungen anfechten. In Hamburg das Wohnen im nördlichen Teil des Freihafengebiets ganz unter- für Artikel gelten sollen, soweit folche zur Ausfuhr über See nach ist das bei einer Verordnung geschehen, die den Kindern das Ausfagt, im füblichen nur so weit gestattet ist, als es zu Aufsichtszweden dem Zollausland bestimmt find.( Abänderung des Artikel 19 des tragen von Milch und Semmel verbot und die Verordnung dringend erforderlich ist. Zu diesem Vertrage sind eine ganze Reihe Schlußprotokolls des deutsch- ruffischen Handelsvertrags.) Der jezige ist daraufhin aufgehoben worden. Eine erweiterte Thätigkeit ist der Ausführungsbestimmungen erlaffen, unter denen die Arbeiter er Artikel 19 begünstigt den Handel und schädigt die Landwirtschaft. Kommission für Arbeiterstatistik zu wünschen. Die jenige heblich zu leiden gehabt haben. Aber ich will zugeben, daß diese Ich lehne den ganzen Artikel 19 ab, aber mein Antrag bezeichnet Organisation ist an der geringen Leistung der Kommission schuld. im Jutereffe der Bollsicherheit nötig find. Bereits einmal aber das Mindestmaß dessen, was meine Freunde nnd ich zu Ihr Vorsitzender ist ein sonst viel beschäftigter Beamter. wurde gegen den Vertrag gröblich verstoßen, bei Gelegenheit des fordern gewillt find. Ich habe hier auch erhebliche Verfassungs- Stommiffion hat wenn ich nicht großen Arbeiterstreits 1896: Damals fuchten die vergangenen Jahre, bedenken. Ich weiß nicht, welche Bestimmungen der Verfassung irre, nur nehmer in ganz Deutschland Arbeiter und schleppten fie nach überhaupt das Recht zu einem solchen Tarifvertrag geben, der das Gastwirtsgewerbe find beendet, jetzt sollen Erhebungen über ein einziges Mal getagt. Die Erhebungen im Hamburg mit der Abficht, die Streitbrecher in Speichern und Lager- Hoheitsrecht eines Bundesstaats über die Bestimmung seiner Eisen- die Wünschenswert kaufmännischen Angestellten folgen. häusern des Freihafens unterzubringen. Damals erhoben der bahntarife einfach aufhebt und auch die Vorschrift der preußischen wäre es, daß sich die Kommission auch mit den Gehilfen der Ana Hamburger Senat und der Reichskommissar dagegen Einspruch und Berfaffung verlegt, nach welcher der Landtag bei Tarifabänderungen walte und Notare 2c. beschäftigte. Beide Dinge tönnten gut mit die Unternehmer fanden den Ausweg, daß sie die Streifbrecher auf befragt werden muß. Der Landtag ist nicht befragt worden, obwohl einander verbunden werden. Auch die Forderung einer Minimalden Schiffen einquartierten. Im letzten Jahre ist man nun noch es sich hier um einen Vertrag, nicht etwa um eine einfache Berwal- ruhezeit für die im Schiffahrtsgewerbe Angestellten wäre geeignet, weiter gegangen. Bei Gelegenheit der Aussperrung der Werftarbeiter tungsmaßnahme handelt. Jezt liegt die Sache 10, so, daß wurden für die Streifbrecher in dem Freihafengebiet Schuppen wir unser einheimisches Getreide auf unsren einheimischen, den Schiffern liegt eine dahingehende Petition vor, ihr sollte stattvon der Kommission für Arbeiterstatistik geprüft zu werden. Von gebaut, in denen eine große Anzahl sogenannter Arbeitswilligen wohnten. mit unfrem Geld gebauten Bahnen zu einem drei bis vierfach Dieser Verstoß gegen den bestehenden Vertrag war in der ganzen teuren Preise befördern müssen, als das russische Getreide, das gegeben werden. hamburgischen Bevölkerung bekannt, ja im" Hamburger Korrespondent" unfrem einheimischen nur Konkurrenz macht, befördert wird. Ich sehr bemängelt worden, meines Erachtens in übertriebener Weise. Die neue Herausgabe der Berichte der Fabrikinspektoren ist vom 5. Dezember wurde diese Thatsache offen besprochen. Da fragt beantrage, daß diese Resolution an die Budgetkommission über Erfreulich ist, daß man aus diesen Berichten konstatieren kann, daß es fich nun, ob vielleicht eine Suspendierung des Vertrags während wiesen wird, um dort zusammen mit dem Eisenbahn- Etat eingehend die Ausstellung weiblicher Fabritinspettoren sich durchdiefer Zeit durch das Reich herbeigeführt ist. Darüber möchte ich zu beraten zu werden. aus bewährt hat. Arbeitgeber wie Arbeiterinnen erkennen ihr sachnächst Auskunft vom Herrn Reichskanzler haben. Man könnte ja Abg. Rickert( frs. Vg.): gemäßes Wirken an. Bezeichnend ist die Aeußerung eines Berichts aber sagen, daß eine Suspendierung der Verträge im Interesse der Die Ausführungen des Herrn Vorredners machen den Eindruck, aus Bayern; das häufige Aufsuchen der Arbeiterinnen durch auswärtigen Bolitik nötig war, weil die Schiffe nach China sonst als sei diese Sache ganz etwas Neues. Wir haben aber 1894 hier die weiblichen Inspektoren, wodurch häufig Mißstände aufnicht rechtzeitig hätten fertiggestellt werden können. Die Arbeiter und in der Bugetkommission eingehend darüber debattiert, und die für den Schiffsbau wären aber auch zu haben gewesen, ohne daß Majorität des Hauses hat sich auf einen entgegengesezten Standpunkt gebilligt.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Noch einige gedeckt wurden, wurden, wurde nicht immer von den Arbeitgebern man Kräfte von außen heranzog. Es handelte fich nämlich gestellt, als ihn die Resolution vertritt. Der Abgeordnete Dr. Worte über die Frage der Arbeiterorganisationen. Die Regierung im wesentlichen gar nicht, wie lügenhafterweise ver- ammacher, dessen Autorität auch wohl die Herren von der Rechten verhält sich solchen Organisationen, sowohl den Berufsvereinen wie breitet wurde, um einen Streif, sondern um eine anerkennen werden, sagte am 12. März 1894: Durch die Er- dem Ausbau gemeinschaftlicher Organisationen der Arbeitgeber und Aussperrung, hervorgerufen durch die Unternehmer. Die flärung des Herrn v. Thielmann ist überzeugend nachgewiesen, daß Arbeitnehmer gegenüber, noch immer ablehnend. Solche Organi Ursache dieser Aussperrung war folgende: Im Frühjahr durch den§ 19 teinerlei Schaden für die Landwirtschaft ein- fationen sind aber doch geeignet, ein einigendes Element in vorigen Jahres versuchten die Metallarbeiter die günstige treten kann. den Kampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu bringen. Geschäftskonjunktur auszunuzen, um für die erhöhten LebensmittelBei eingehendem Studium der Berichte wird auch die Regierung zu preise durch Erhöhung der Löhne einen Ersatz zu bekommen. Wir stimmen der Resolution au, weil wir es mit der aus dieser Ueberzeugung kommen. Die Berichte konstatieren ein ständiges Den auf dem Lande beschäftigten Metallarbeitern gelang gleichenden Gerechtigkeit nicht für vereinbar halten, daß zu Gunsten Anwachsen besonders der christlichen Gewerkschaften. Auch in den dies auch gut. Die auf den Werften beschäftigten Metall- einiger weniger Städte Ausnahmetarife gelten, die außerdem die Kreisen der Arbeitgeber bricht sich die Ansicht Bahn, daß sie sich solchen arbeiter erhielten dagegen auf ihr Schreiben von den Werftbefizern kleine Mühlenindustrie schädigen und das Ausland vor dem Inland Arbeiterorganisationen gegenüber nicht grundfäßlich ablehnend vergar feine Antwort, wie es später hieß, weil es nicht höflich genug begünstigen. Wir verpflichten uns aber durch die Annahme der halten dürfen. Ein Bericht erkennt an, daß die Arbeiterorganisationen abgefaßt war. Ein zweites Schreiben, das sich in fast devoten Aus- Resolution nicht dahin, den Artikel 19 überhaupt in den zukünftigen in maßvoller und fachlicher Weise die Gesamtinteressen der briden bewegte, wurde ebenfalls nicht beantwortet, und die Arbeiter Handelsvertrag aufzunehmen.( Bravo im Centrum.) Arbeiter vertreten. Der Bericht aus Mecklenburg- Schwerin fagt, daß fahen vom Streit ab. Nun hatte sich aber herausgestellt, daß die der Verkehr mit dem Gewerkschaftskartell durchaus dankbar gewesen Nieter einer Werft 1-2 Pf. weniger Lohn hatten, als die Nieter bei den andern Werftbefizern. Diese Nieter, ungefähr 60-70 Mann, sei. Aus Württemberg wird konstatiert, daß die Organisationen durch verlangten nun Gleichstellung im Lohne mit den übrigen Nietern. das Buchthausgefeß an innerer Festigkeit erheblich gewonnen haben. Nur ganz vereinzelt werden Beschwerden erhoben gegen Es handelte fich um ganz tleine Beträge, denn eine Anzahl von diesen Leuten bezog nur 31 Pf. Stundenlohn. Die Erhöhung wurde rücksichtsloses Vorgehen der Organisationen, im allgemeinen aber geht bie Meinung dahin, daß man fte nicht aber verweigert und die Nieter streiften. Von diesem Streit nun Ich will nur dem entgegentreten, daß man etwa aus unsrem nur als Streitvereine betrachten könne. Was die Verwendung der machten alle Werftbefizer Gebrauch und verlangten von ihren Ar- Antrag den Schluß zieht, daß wir bei den neuen Handelsverträgen Gelder der Gewerkschaften anlangt, fo find von 1891-97 7 Millionen beitern, sie sollten dafür sorgen, daß die 60-70 Nieter weiter für den bas russische Reich weniger günstig behandeln wollten als bisher. für Unterstüßungszwecke und nur 3 Millionen für Streits verausgabt. Hungerlohn arbeiteten. Andernfalls sollten alle Werftarbeiter aus: Das ist nicht der Fall. Wir legen auf das freundschaftliche friedliche Unter diesen Umständen wird die Regierung ihren bisherigen Standgesperrt werden. Was sollten denn aber die Arbeiter thun, sollten fie Ginvernehmen mit Rußland den größten Wert und werden unsrem Nachbar punkt gegenüber den Berufsvereinen der Arbeiter nicht mehr bei etwa ihre Kollegen durchprügeln, um sie zur Arbeit zu zwingen? Einen soweit als irgend möglich entgegengenommen. Ich will hier nicht behalten können. Vor allem ist eine Regelung der Rechtsverhältnisse folchen Terrorismus tann man doch nicht von ihnen verlangen. Die Zahl näher darauf eingehen, ob es richtig ist, auswärtige und Wirtschafts- dieser Vereine dringend notwendig. Weitere wichtige socialpolitische der ausgesperrten Werftarbeiter stieg schließlich auf 3600. Daß hier- politik zu verquicken. Jedenfalls ist hier ein Präcedenzfall geschaffen, Forderungen, die wir bei Gelegenheit besonderer Anträge noch bedurch die auswärtige Bolitik in eine gewisse Berlegenheit tam, ist ja nachdem der Reichskanzler Graf Caprivi feiner Zeit erklärt hat, sprechen werden, betreffen die Einführung kaufmännischer Sonderselbstverständlich. Wie ein Bliz aus heiterm Himmel wirkte aber in der Bwed der Handelsverträge sei, die politischen Berbindungen zu gerichte und paritätischer tommunaler Arbeitsnachweise. Hamburg jene bekannte Bremerhavener Kaiferrede Kaiferrede vom stärken. Ich wünschte nur, daß die Verbündeten Regierungen beim 4. Auguft, worin behauptet wurde, der Streit sei das Werk Abschluß der Handelsverträge von dem Grundsatz ausgingen, daß alle erfüllt werden können. Ich bin mir ja klar, daß nicht alle diese Forderungen auf einmal Ein wesentliches Hindernis liegt in der vaterlandslofer Agitatoren. In der That waren doch die Unter- Länder möglichst paritätisch behandelt werden müssen. Beim Abschluffe Organisation der Centralstelle. Wir müssen unbedingt ein benehmer, welche die Arbeiter ausgesperrt hatten, die vaterlandslosen der bestehenden Handelsverträge ist Amerita ganz offenbar gegenüber fonderes Reichs- Arbeitsamt fordern, das die Lösung dieser Fragen Agitatoren. Lehnten diese doch unter dem 14. August das Anerbieten Rußland begünstigt worden. Wir wünschen eine vollkommen gleich auf sich nimmt. Das Reichsamt des Innern ist besonders jetzt, wo des Borfizenden des Gewerbegerichts auf Bermittelung rundweg ab. mäßige Behandlung. Rußland gegenüber fönnten wir vielleicht ihm die Vorbereitung der Handelsverträge obliegt, viel zu überlastet. Vielleicht erklärt fich die Haltung der Werftbefizer aus folgendem: dadurch unser Wohlwollen beweisen, daß wir unfren Bedarf an( Bravo! bei den Nationalliberalen.) In dem Geschäftsbericht eines Werftbefizers fommt folgender Petroleum statt aus Amerika aus Rußland deden.( Bravo! rechts.) Baffus vor: Es hat sich gegen das Vorjahr eine Erhöhung der Eisenpreise von 30 anf 40 M. für die Tonne ergeben. Dieser Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Wp.): Preisstand erwies fich unter den gegenwärtigen Verhältnissen als Wir hoffen, daß, wenn die Resolution in der Budgetkommission zu hoch und der Schiffsbau sah sich froh reichlich vorliegender zur Verhandlung tommt, von seiten der Regierung möglichst ein Arbeit zu Betriebseinschränkungen gezwungen, umsomehr als gehende Auskunft über die Verhandlungen des Wirtschaftlichen Ausauch an der Börse Geldknappheit herrscht". Daraus geht doch aber hervor, daß die Werftbefizer die Ausschusses über den Zolltarif bei dieser Gelegenheit erteilt werden wird. sperrung provoziert haben, um einen Druck auf die Eisenpreise auszuüben. Abg. Gerstenberger( C.): Abg. Dr. Paasche( natl.): Auch meine politischen Freunde werden der Refolution zustimmen und schließen uns auch dem Antrage an, daß diese Resolution in der Budgetkommission eingehend verhandelt werden soll.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Graf v. Kanik( f.): Abg. v. Karborff( np.) begrüßt den Antrag, die Resolution der Budgetkommiffion zu überweisen, mit Freuden. Vor allem müffe die wichtige staatsrechtliche Frage geprüft werden, wer eigentlich berechtigt sei, Eisenbahntarif Berträge mit dem Ausland abzuschließen.( Bravo! rechts.) Abg. Brömel( frf. Vg.): Präsident Graf Ballestrem: Es ist ein schleuniger Antrag vieler Abgeordneten eingegangen, den Etat des Reichs- Eisenbahnamts der Budgetkommission zu überweisen. Dieser Antrag wird angenommen. Abg. Beckh( Koburg) begründet eine von ihm eingebrachte Resolution auf Vogelfchus, wonach die verbündeten Regierungen erfucht werden 1. dahin zu wirken, daß die bereits 1895 zu Paris vereinbarte Vogelfchutzfonvention o fonvention von den beteiligten Staaten endlich ratifiziert und in Wirksamkeit gesetzt werde, und 2. das Vogelschutzgesetz 22. März 1888 baldigst einer Revision zu unterziehen. Abg. Molkenbuhr( Soc.): vom Es steht also fest, daß alle Schuld auf die Unternehmer fällt nnd von einem Terrorismus der Arbeiter nicht gesprochen werden kann. Natürlich sagen die Werftbefizer nicht offen heraus, wie die Dinge liegen. Sie wollen sich auch nicht nach oben hin tompromittieren." All das sollte dem Reichskanzler Veranlassung Meine Freunde werden gegen die Resolution stimmen, denn wir geben, die Sache etwas näher zu untersuchen. Er will ja die Ver- find der Meinung, daß die deutsche Landwirtschaft russisches Getreide antwortung für die Reden des Kaisers übernehmen, und auch alle braucht, um es mit dem eiheimischen zu mischen und dadurch einen Herr Baffermann hat darauf hingewiesen, daß die Kommission Monarchisten find interessiert daran, zu erfahren, wie es gelommen höheren Preis für dasselbe zu erreichen. Natürlich haben wir gegen für Arbeiter- Statistit eine ganze Anzahl Arbeiten ausführen mußte ist, daß eine offenbare unwahrheit in den Mund des Raisers eine eingehende Prüfung der Tariffragen in der Budgetkommission und hat es als wünschenswert hingestellt, daß wir ein Reichsgelegt worden ist.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) nichts einzuwenden. Abg. Möller- Duisburg( natl.): Hamburgischer Bundesbevollmächtigter, Senator Lappenberg ( schwer verständlich): Im Freihafengebiet sind schon immer Wohnungen Ich kann zwar den Ausführungen des Grafen Klindowström für Beamte errichtet worden, soweit es nötig ist zur Kontrolle und nicht voll beistimmen, denn die Königsberger Walzmühle hat jeden zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Nach dem Vertrag dürfen die falls durch die Ausnahmetarife Vorteile gehabt. Aber die kleinfontrollierenden Beamten im Freihafengebiet wohnen. Das dauernde Mühlenindustrie ist durch diesen Tarif geschädigt worden. Jeden Wohnen ist sonst dort verboten; aber vorübergehendes Wohnen ist falls bin auch ich für eine eingehende Besprechung dieser Frage in schon wiederholt vorgekommen. Als neue Hafeneinrichtungen geschaffen der Budgetkommission. wurden, ist es denunternehmern gestattet worden, für ihre Arbeiter WohGeheimer Ober- Regierungsrat Möllhausen: Damit schließt die Diskussion. Sedan tommiffion überwiesen. Tit. 1 wird bewilligt, die Resolution wird der Budgetkommiffion überwiesen. nungen im Freihafengebiet zu errichten. Die Zollbehörde hat gesagt, Ich bin von dem preußischen Herrn Handelsminister, der bedauert, es sei ihr viel angenehmer, wenn die Leute, die sonst unmittelbar heute hier nicht anwesend sein zu können, beauftragt, mitzuteilen, an der Grenze des Freihafengebietes wohnen würden, direkt im baß er bereit ist, in der Stommiffion auf das eingehendste Auskunft Freihafengebiet wohnen. Dann sei es viel leichter Schmuggel zu über alle hier erörterten Fragen zu erteilen. verhindern, als wenn die Leute täglich die Grenze paffieren müßten. Die Firma Blohm und Boß hat nun während des letzten Streits einige Wohnungen in beschränkter Bahl für ihre Arbeiter errichtet. Die Inhaber der Werft hatten sich an die Rollbehörde um Erlaubnis getvandt. Das Hauptzollamt und die Generaldirektion erklärten, ein Zollintereffe fei nicht gegeben und es bestände kein Bedenken, das vorübergehende Wohnen einiger Leute im Freihafengebiet zu Es folgt der Etat des Reichsamts des Innern. Die Begestatten. Der Senat aber meinte, wir wollen lieber vorsichtig sein, ratung beginnt bei den fortdauernden Ausgaben. Beim Titel„ Staatssekretär" nimmt das Wort uns feine Vorwürfe zuziehen und uns während des Streiks ganz unparteiisch halten. Mit dem Hinundherschreiben an die Bollbehörde Abg. Baffermann( natl.): verging einige Zeit. Dann aber wurde den Herren Blohm u. Voß Es ist anzuerkennen, daß die Arbeiterversicherungs- Gesetzgebung erklärt, daß es gegen den Zollvertrag sei, wenn ihre Arbeiter wie die Arbeiterschutz- Gesetzgebung im letzten Jahre Fortschritte gedebattelos erledigt. Der Etat der Reichskanzlet sowie die Einnahmen werden Arbeitsamt bekommen. Man hat, glaube ich, erwartet, als die Kommission ins Leben gerufen wurde, fie würde erheblich mehr in die Gefeßgebung eingreifen, als es thatsächlich geschehen ist. Jetzt ist die Kommission beinahe ganz eingeschlafen.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Zwei Sigungen des Jahrs 1899 find noch nicht so viel wie eine halbe des Jahrs 1892/93. hört! bei den Socialdemokraten.) Allerdings ist ( Hört! die Kommission schon in ihrer Anlage verfehlt.§1 des Regulativs bindet der Kommission zu sehr die Hände. Die Kommission ist nur befugt, sich mit den Verhältnissen der gewerblichen Arbeiter zu bes schäftigen und viele Aufgaben, die der Kommission überwiesen wurden, konnten schon deshalb nicht durchgeführt werden, weil bei Behandlung dieser Materien die Kommission über den Rahmen der Gewerbe- Ordnung hätte hinausgreifen müssen. Das zeigte sich schon bei Erhebungen über das Gastwirtsgewerbe. Darin find eine ganze Anzahl Personen angestellt, die der Gewerbe Ordnung nicht unterstellt sind. Da greift oft die Gefinde- Ordnung hinein, und um die dieser unterstellten Leute hat sich die Kommission nicht zu fümmern. Trotzdem nun die Ansichten in den verschiedenen Bundesstaaten darüber verschieden sind, wer zum Gesinde gehört, will man doch nicht die Thätigkeit der Kommission auf das Gefinde ausdehnen. Ebenso steht es mit den im Verkehrsgewerbe Angestellten. Der Reichskanzler follte also erivägen, ob es nicht angebracht sei, den § 1 des Regulative so zu ändern, daß die Kommission nicht in ihrer Bewegungsfreiheit so gehemmt wird. Nun zu einer andem Sache. Bei der Revision des I n v a l i- Mtiitsgesetzes sind bestimmte Verbesserungen mit dem Hinweis darauf ausgesetzt worden, daß sie bei der kommenden Reform des Krankenkassengcsetzes erledigt werden würden. Der Herr Staats- sekretär hat es selber als die bedeutendste Aufgabe der nächsten Zukunft bezeichnet, eine Brücke zwischen dem Schluß' der 5trankcnversicherung und dem Beginn der Invalidenversicherung zu schlagen. Er stellte deshalb auch eine Reform der Llrankcnversicherung bei der Be- ratung des Jnvaliditätsgesetzes in nahe Aussicht. Wir haben aber bis jetzt noch nichts von einer solchen Borlage gehört. Zweifellos hat doch aber die Regierung die wichtigsten Grundsätze dieser Reform längst feststellen können. Weiter wurde im vorigen Jahre bei Beratung der Ilnfallversicherungs- Gesetze die Versicherung abgegeben. daß eine anderweitige Festsetzung der DurchschnittShcuer der Ser leute erfolgen solle. Das ist auch mittlerweile geschehen. Die Heuern für Vollmatrosen bleiben immer noch' zurück hinter dem Durchschnitt der in den Jahren 18g7— 189S gezahlten um einige Pfennige d. h. um ca. 2 Proz. Man hat also für die notwendigen Ncbeneinnahmen nichts eingesetzt. Hauptsache ist aber, daß für die Leichtmatrosen für Köche niederer Ordnung die Monats heuer auf 32 M. festgesetzt wird. Im§ 12 des See-Unfallversicherungs-Gesetzes hat man nun angenommen, daß diese Renten uur für junge Leute gelten, denn nach vollendetem IS. Lebens- jähre soll die Rente nach dem für Vollmatrosen festgesetzten Durch schnittssatze der Lohnsätze erhöht werden. Thatsache ist aber, daß unter den Zwischendecksstewarts und Köchen z. B. sich viel ältere Männer befinden. Verunglücken nun z. B. bei demselben Unfall zwei Köche niederer Ordnung, von denen der eine 18, der andre 30 Jahre alt ist, so erhalten sie beide zunächst eine Rente von 396 M. Wird der jüngere nun 19 Jahre alt. so erhöht sich seine Rente auf 5572/3 M. Der andre der vielleicht Frau und Kinder zu ernähren hat und nicht mehr in der glücklichen Lage ist, 19 Jahre alt werden zu können, behält sein Leben lang die niedrige Rente (HörtI hört! bei den Socialdemokraten.) Ich möchte noch einen Fall erwähnen, der bei der Kontrolle der See-Berufsgenossenschaft in Betracht zu ziehen sein wird. Während der Werftarbeiterstreik ausbrach, befand sich der Dampfer LeSbos noch in Reparatur und nur wenige Planken waren genietet. Trotz dem verließ das Schiff in diesem Zustand den Hafen und auf die Anzeige der Arbeiter bei Herrn Laeisz kam die Inspektion erst, als der Dampfer schon aus dem Hafen war. So leichtsinnig geht man mit dem Leben der Seeleute um.(Hört! hört l bei den Social demokraten.j Staatssekretär Graf Posadowsky: Herr Bnffermann hat die Regierung an die Einführung des sanitären Arbeitstags gemahnt. Zur Zeit finden Erhebungen statt über die Hausindustrie im Cigarrcngewerbe und über die Verhält nisse in der Binnenschiffahrt. Wir haben also dieses Ziel nicht aus dem Auge verloren. Die Denkschrift über die Beschäftigung ver- heirateter Frauen wird Ihnen wohl noch im Laufe des Januar zugehen. Ueber die gewerbliche Kinderarbeit ist keine eigentliche Zählung vorgenommen worden, sondern die Regierungen sind nur im allgemeinen um ihre Meinung angegangen worden. Das Material, das auf Grund dieser Erhebungen eingegangen ist, giebt aber schon ein vollkommen ausreichendes Bild mrd ivie ich zu- gestehen muß, ein leider zum Teil recht trauriges. Diese Frage kann jedenfalls nur gelöst werden durch ein Gesetz, nicht durch Ver- ordnung, weil bei einigermaßen beftiedigcnder Lösung es notwendig ist, in daS Recht der Familie bis zu einem gewissen Grade einzudringen. Die Kommission für Arbeiterstatistik hat die Erhebungen über Sonntagsarbeit in der Binnenschiffahrt und in Flößereibctriebcn vor und es ist ihr neu übertragen, Er Hebungen über die Beschäftigung der Gehilfen in Comptoircn und Fleischereigeschäftcn anzustellen. Die Bureangehilfen bei Rechts anwaltcn fallen nicht unter die Gewerbe-Ordnung. Diese Frage kann nur durch Gesetz gelöst werden. Ich habe mich aber deswegen auch mit dem Reichs-Justizamt in Verbindung gesetzt. Es sind heute auch die Berichte der Fabrikinspekloren einer Kritik unterzogen worden. Diese sind Ihnen diesmal sämtlich im Original vorgelegt worden, um der Behauptung entgegenzutreten, daß die Berichte tendenziös gefärbt feien. Da man nun hier mit der Kritik nicht einsetzen konnte, hat man die Register bemängelt. Die preußischen Register sollen bedeutend besser sein. Selbstverständlich ist es leichter für einen Einzelstaat, wo die Berichte selbst nur einmal durchgearbeitet werden, ein specialisierte? Ne S ister zu machen. Für das ganze Reich ist diese Arbeit sehr hwierig und außerordentlich zeitraubend. Die Bemängelung der Berichte, daß sie über die Wirkung der Beschäftigung von Kindern in Gewerblichem Berufe und über die Zahl der Unfälle nicht genügend Aus- unft geben, ist nicht haltbar. Ueber die Besckiästigung von Kindern ist an sehr vielen Stellen die Rede und über Unfälle ist ca. 130 mal berichtet worden. Ich will keineswegs eine Erwägung darüber ab- lehnen, ob das Register in Zukunft noch übersichtlicher gemacht werden kann. Jetzt ist die Herstellung der 141 Seiten ichon sehr zeit- raubend; hätten wir es noch komplizierter machen wollen, dann wäre es wohl bis heute nicht fertig geworden. Ich meine aber, daß wir mit dem jetzigen Register auskonimen können. Abg. Molkenbuhr hat mich gefragt,' wie es mit der Krankenversicherung steht. Ich ver- sichere ihm, daß mir die Förderung dieser Reform ganz außerordentlich am Herzen liegt. Aber in Bezug auf die Krankenkassen ist das Reicks- amt des Innern und der Reichskanzler den Einzelstaaten gegenüber in einer ganz andern Lage als bei dem Invaliden- und Unfallgcs'ctz. Bei diesem hat das Reich eigne Organe, bei der Krankenversicherung liegt die Ausführung ganz in den Händen der Einzelstaatcn. Die Erhebungen der Einzelstaaten sind noch nicht abgeschlossen. Wir haben von ihnen noch keinen Bericht. Es ist deshalb ganz aus- geschloffen, daß die Krankenkassen-Reform noch in dieser Session kommt, aber hoffentlich kann die auch von mir dringend gewünschte Novelle in der nächsten Session vorgelegt werden. Die Durchschnittsheuer beruht auf den allersorgfältigsten Erwägungen, sie kann aber doch nur nach dem thatsächlichen Ein- kommen,' nicht nach dem Alter des Manns berechnet werden. Das Material über den Unfall des„Lesbos" habe ich leider nicht hier, ich werde später darauf zurückkominen. Geh. Rat Werner: Zu meiner Freude kann ich mitteilen, daß für die Durchschnitts- Heuer fast in allen Klaffen eine Erhöhung stattfinden mußte und gerade in den unteren Klassen mit Ausnahme der Klaffen 8 und 9 ist die Erhöhung eine ganz beträchtliche, so bei der Klaffe 6 19 Proz., bei der Klasse 6 13 Proz., bei Klasse 7 sogar 20 Proz. Eine Herab- setzung hat nur in drei Klaffen stattfinden müssen. In der Offiziers- klaffe'2b, wo die Herabsetzung eine sehr geringfügige ist und in den Klassen 8 und 9. Ich gebe zu, daßdieseHerabsetzung für die in diese Klassen gehörenden Leute sehr betrüblich ist, aber gegen die Ergebnisse der Statistik konnten wir nicht an. Eine thatsächliche Verminderung ihrer bisherigen Bezüge findet durch die Herabsetzung nicht statt, da bei der Durchschnittsberechnung jetzt eine höhere Wochenzahl angenommen wird, als bisher. Die Neuklassifi- zierung der Seeleute ist, wie regierungsseitig in der Kom- Mission für die Seemanns- Ordnung mitgeteilt wurde, in Angriff genommen worden. Mehr konnte nicht gesagt werden. Die Berechnung der Durchschnittsheuer kann nach dem Princip der Neu- klassifizierüng erst erfolgen, wenn statistische Erhebungen über drei Jahre vorliegen und bearbeitet sind. Dann erst kann die neue Klasseneinteilung für die Berechnung der Durchschnittsheuer er- folgen. Jetzt mußten wir noch an der alten Klaffeneinteilung fest- halten, obwohl wir erkannt haben, daß sie in vielen Punkten nicht zutreffend ist. Herr Molkenbuhr hat sich darüber beschwert, daß Seeleute in eine Lohnklasse zusammengefaßt worden sind, die nicht dazu gehören. Das läßt sich aber nicht anders machen. Es wäre eine ungeheure technische Arbeit, für etwa 120 Kategorien Seeleute die Durchschnittsheuer zu berechnen. Sobald für jede einzelne Kategorie die Durchschnittsheuer durch die statistischen Erhebungen festgestellt ist. werden die einzelnen Kategorien in eine Klasse vereinigt, die un- gefähr dieselbe Heuer haben. Abg. Molkenbuhr(Soe.): Die Thatsache bleibt bestehen, daß die Durchschnittsheuer nach dem für Vollmatrosen bezahlten Lohn berechnet werden soll. Hier über wird nun eine amtliche Statistik geführt, die in den «Statistischen Jahrbüchern" veröffentlicht wird. Aus dieser geht hervor, daß die festgesetzte Heuer noch immer hinter dem in den letzten 3 Jahren gezahlten Lohn für Vollmatrosen zurück geblieben ist. Nun meint der Herr Regierungskommissar, man müsse 3 Jahre warten, um für die Zukunft die Heuer zu berechnen. Ich glaube aber doch, daß die See-Aemter wohl in der Lage wären, das Material für die verflossenen drei Jahre zu liefern. Ich betone nochmals, daß eine große Ungerechtigkeit darin liegt, daß zu der Klaffe der Leichtmatrosen auch ältere Leute ge hören und diese niemals in den Besitz einer höheren Rente gelangen können, da sie nicht mehr in der glücklichen Lage sind 19 Jahre alt werden zu können. Als der Z 12 in das See- UnfallversicherungS- Gesetz aufgenommen wurde, hat wohl niemand an eine solche Konsequenz gedacht. Geheimer RegierungSrat Werner» Die Statistik in den«Statistischen Jahrbüchern", auf die Herr Molkenbuhr hinwies, ist deshalb nicht für uns zu brauchen, weil sie nicht berücksichtigt, für welche Zeit die Seeleute angemustert sind. Diese Statistik verfolgt ja aber auch ganz andre Zwecke als die Fest stellung der Durchschnittsheuer. Daß die Nebeneinnahmen bei der Berechnung nicht mitgerechnet sind, ist falsch. Die r e g e I- mäßigen Nebeneinnahmen sind stets gleich in die Heuer ein- gerecknet worden. Ich gebe zu, daß bei Klasse 8 Leichtmatroseu, wenn sie 19 Jahre alt werden, besser fortkommen als die älteren Personen, die in derselben Klasse find. Für den harmlosen Menschenverstand liegt hier eine gewisse Ungerechtigkeit vor.(Lachen bei den Social- demokraten.) Aber das Gesetz ist nun einmal so. Auch ist zu be- denken, daß die Durchschnittsheuer für die Klasse 8 dadurch erhöht worden ist, daß ältere Personen in diese Klasse gekommen sind. Würden sie wieder herausgenommen, so würden die Leichtmatrosen schlechter fahren als jetzt. Abg. Speck(C.) beklagt die in Elsaß-Lothringen erlassenen Ausführungsbestimmungen über den kleinen Grenzverkehr mit Wurst und Büchsenfleisch. Staatssekretär Graf PosadowSky betont die großen Schwierig- keiten bei Aufstellung der zahlreichen Reglements und Aus- führungsbestimiunngen' zum Fleischschau- Gesetz. Bei der Ein- führung von Würsten im kleinen Grenzverkehr in Elsaß- Lothringen kommen die lokalen Verhältnisse in Betracht. Dort gehen täglich über 2000 Arbeiter über die Grenze. Da ist es natürlich, daß sie auch Würste einführen. Ob die einzelnen Regierungen befugt sind, Ausiiahme-Bestimmungen zu dem§ 14 des' FleischbeschaugesetzeS zu erlassen, ist eine offene Frage, die, wenn ein Fall zur Anzeige kommt, entschieden wird. Hierauf vertagt sich das Haus. Auf Vorschlag des Präsidenten findet Freitag ein„Schwerins- tag" statt. Die Sitzimg beginnt 1 Uhr. Tagesordnung: I.Antrag Nißler(k.s betr. Abänderung des Reicks-Jnvalidcn-Fonds-Gesetzes: 2. Antrag A l b r e ch t und Genossen(Soc.) betr. Abänderung des Gesetzes über die Gewerbegerichte in Verbindung mit ähn- lichen Anträgen der Abgg. Trimborn(C.) und Basscrmann(natl.). Schluß 6 Uhr._ Aus dev Fvuuenbemegung. Arbeiteriillltn Berlüls, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gcwcrbc-Ordnung, die zum Sckutze der Arbeiterinnen und jügcudlichc» Arbeiter erlasien sind, werden viel- fach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Tie Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause! an Vorabenden von Sonn- und Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeits- stätte an diesen Tage» bis spätestens b1� Uhr verlassen sein Jugendliche Arbeiter von 14—16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je'/estündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigunflrii und Entlaffungcn. Gründe für sofortiges Ver- laffen der Arbeit sind z. B.: Unsittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlickkeiten, grobe Beleidigungen. un- regelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Be- chäftigung usw. Tie Kündigungsfrist ist eine 14 tägige; sie kann durch gegen- seitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungs- fristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zcugniffen. Tic Arbeiterin Hot das Recht, ein Zeugnis über Art und Tauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungesetzlich und sind zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. Hygicuifthe und Schutzmastregeln. Arbeitsräume, BctriebS- vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute Luft, Beseitigung von Siaub und Abfällen zu sorgen: ebenso sind Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- änstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet ein, daß Sitte und Anstand nichr verletzt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schutze er- lasseucn gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten werden. Wohl bat man dem Drängen der Arbeiterschaft auf Anstellung weiblicher Gewerbe-Jnspektoren insoweit Rechnung getragen, daß man für Berlin eine weibliche Assistentin anstellte. Damit allein sind unsre Forderungen jedoch nicht erfüllt. Auch dürfen wir uns nicht der Hoffnung hingeben, daß durch diese Anstellung die Aufnahme von Beschwerden in einer solchen Weise vor sich gehen wird, wie es notwendig wäre. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen- zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. DieNamen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Frl. Baader, Großgörschenstraße 88, zweiter Hof II. Frau Bauschte, Rostockerstt. 47, Hof II. Frau Dr. Wehl, Lothringer- traße 67, I. Frau Jung, Fichtestraße 2ö, Hof II. Frau Lutz, Waterloo-Ufer 9. im Laden. Frau M e s ch, Lhchenerstr. 3, linker Aufg. IV. Frau Tietz, Blumenstr. 63, I rechts. Frau Sprung. Engel-Ufer 4», 2. Hof II. Sprechzeit jeden Mitttvochabend von 7—9 Uhr. Gewerkschaftsbureau, im GewerkschaftShause. Engel- Ufer 15, I.. Zimmer 8. Vorm. 9—1 und nachm. 6—8 Uhr. Die Gewerbe-Jnspektorin Fräulein Reich elt, Georgenkirchplatz 22. ist jeden Donnerstag von 7—8 Uhr abends und eben ersten Sonntag«n Monat von 9— 10 Uhr vormittags zu prechen. Soctales. Gegen die Beschränkung der Heimarbeit für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter, wie sie der Antrag Hehl, Hitze u. Gen. verlangt, beabsichtigen die Inhaber von Konfektionsgeschäften und Wäschefabriken, deren Betriebe am meisten von den diesbezüglichen Vorschlägen getroffen würden, eine Petition an den Reichs- tag zu richten. Sie berufen sich darauf, daß der Antrag nur den ß 137» der letzten Gewerbe- Ordnungs- Novelle wieder aufnimmt, der seiner Zeit vom Plenum des Reichs- tags in zweiter und dritter Lesung verworfen wurde. Schon wegen der Schwierigkeit der Kontrolle ist, nach der Meinung der Arbeitgeber in der Konfektion, eine Ein- schränkung der Heimarbeit undurchführbar. Mit der Ausarbeitung der Protesteingabe wird sich die Fünfzehner-Kommission der Berliner Konfektionsgeschäfte beschäftigen. Da die Konfektionäre so in Sorge sind wegen der schwierigen Kontrolle, so schlagen wir ihnen vor, sich gegenseitig zu verpflichten, keine Heimarbeit mehr auszugeben und' sich auf Einhaltung der Verpflichtung gegenseitig zu kontrollieren. Sie ersparen sich damit ihre Petition und machen sich um die Arbeiter der Branche sehr verdient. In Mülhausen i. E. wurde dieser Tage eine in einer Ar« beiterveriammlung gewählte Deputation auf dem Rathause vorstellig, um die städtische Verwaltung zur Ausführung von Notstands- Arbeiten zu veranlassen, bei denen die gegenwärtig außer- ordentlich zahlreichen Arbeitslosen einigen Verdienst finden könnten. Man erwiderte ihen, sie hätten gleich«positive" Vorschläge über die in Angriff zu nehmenden Arbeiten machen und auch die Fonds bezeichnen sollen, aus welchen die Stadt die voraussichtlich erwachsenden Kosten bestreiten könne. Im übrigen werde die städtische Finanzkommission sich mit der Sache befassen. Die Zahl der völlig arbeitslosen Textilarbeiter und Arbeiterinnen wird in Mülhausen augenblicklich auf etwa 1000 geschätzt, wozu noch der Nachteil kommt, der durch den Ausfall eines Arbeitstags in der Woche in verschiedenen Fabriken bewirkt wird. Gleichfalls auf etwa 1000 wird die Zahl der Arbeitslosen im Bau- g e w e r b e angeschlagen. Dabei verschlimmern sich die Zustände immer noch durch weitere Arbeitseinschränkungen. Arbeitslöhne und Unternehmergewinn. Wer den Haupt- gewinn an der Preissteigerung der Kohlen hat, darüber giebt für Belgien die amtliche Statistik interessante Aufschlüsse. Sie stellt die Durchschnittspreise der Kohlen per Jahr zusammen und stellt dann nach Hundertteilen von Jahr zu Jahr den Auteil der Arbeitslöhne, der sonstigen Unkosten und des UnterncbmergewinnS einander gegen- über. Daraus ergiebt sich folgendes Bild: 1892 1893 1894 1895 189S 1897 1898 1899 Durchschnittlicher ErlSS pro 1 1 Kohlen.. ' Arbeiterlöhne. Selbstlosten außer Löhnen Unternehmer- gewinn... 5,3 3,5 4,2 4,3 5,4 8,9 Wie man sieht, ist der Anteil der Unternehmer geworden, so daß ihnen der Hauptvorteil von der Preissteigerung zu gute gekommen ist. In der deutschen amtlichen Statistik sucht man vergeblich nach Alchen Feststellungen und Vergleichen! da ist es dem Tagespolitiker nur mit Hilfe komplizierter Untersuchungen möglich, einige annähernd richtige Wahrscheinlichkeitsschlüsse in dieser Richtung zu ziehen. Die deutsche Socialstattstik hat zu viel damit zu thun, den Arbeitern be- greiflich zu macheu, welche Wohlthaten ihnen fortwährend erwiesen ivcrdcn und wie es ihnen immer besser und besser geht. Hätte man für Deutschland solche Statistik, so würde sich übrigens höchst wahrscheinlich ergeben, daß der Auteil deS Arbeiters am Produktionsertrage noch hinter dem der belgischen Kohlen- arbeiter zurücksteht, der Profit und die Ausbeutung noch größer sind &S »5 8,33 56,4 7,57 7,55 67,1 57,6 7,66 58,3 7,70 8,31 57,8 66,9 8,91 10,07 M. 55,6 53,3 pCt. 38,3 39,4 38,2 37,4 36,8 35,2 84,8 32,9« 9,6 13,8. ständig höher Vevsammlunsen.- Ter Verein der Bau-Anschläger hielt am S. Januar sein» Generalversammlung im Gctvcrkschaftshause ab. Der Vorstand er- tattete Bericht über seine Tbätigkeit im verflossenen Jahre. Die Mitglicderzahl hat sich von 330 auf 580 Kollegen vermehrt: auch der Kassenbestand ist trotz erheblicher Ausgaben von 2067 M. auf 9239 M. angewachsen. Die Neuwahl des Vorstands hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Schulz. 2. Vorsitzender: Finke, 1. Schrift- ührer: Graf. 2. Schriftführer: Kassubeck, 1. Kassierer: Plieth, 2. Kassierer: Leuenberg. Charlottruburg. Die Filiale der«Vereinigung der Maler. Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands" hielt am 9. Januar bei Leder ihre regelmäßige Generalversammlung, die sich eines guten Besuchs erfreutes ab. Nachdem der Kassierer Matzke den Kassenbericht vom 4. Quartal vorigen Jahres gegeben, berichtete der Vorsitzende über die Arbeiten des Vorstands, die sich als sehr umfangreiche bezeichnen lassen. Damit steht im engen Zusammenhang das Steigen der Mitgliederzahl. In die Filial« Verwaltung wurden gewählt: Flemming als Be- vollmächtigter. Lücke als Beisitzer, Matzke als Kassierer und Röbel als Schriftführer. Zu Revisoren wurden Rensch und Hermann er« nannt. Aus dem Bericht des Bibliothekars ist zu entnehmen, daß ich das Lesebedürfnis gegenüber früheren Jahren bedeutend gehoben hat. Die Wahl des Bibliothekars fiel wieder auf Scheuerbrandt. lluter Punkt«Bereinsangelegenheiten" machte Flemming auf die hygicnifchen Vortragskurse. die jeden Dienstag in der Aula deS Realgymnasiums, Schloßstraße 27. und jeden Freitag in der Aula der Gcmeindefchule. Göthestr. 22. stattfinden, aufmerksam und bat, diesen Kursen durch zahlreiche» Besuch die nötige Beachtung zu schenken. Hierauf wurde beschlossen, pro Mitglied im Jahr der Gewerkichaftskominission 20 Pf. zuzusteuern und fenier der Bibliothek drei wertvolle Bücher einzuverleiben. Das Verkehrslokal befindet sich im Restaurant Karl Petrick, Göthe- und Sescnheimerstraßen-Ecke. und sind dortselbst die Kassen- und Zahlstunden jeden Mittlvoch- und Sonnabendabend von VsS bis VelO Uhr. In Ncnenhagcn, wo bisher eine Zahlstelle des socialdemo- kratischen Vereins in Rummelsburg bestand, erfolgte am 6. d. M. in einer für diesen Ort besonders einberufenen Versanimlung die Gründung eines socialdcmokratischen Arbeitervereins. Mit der Leitung des Vereins wurden die Parteigenoffen Brettschneider. Bürger, Schmücke, Göken und Decker bettaut. Die Sitzungen deS Vereins werden regelmäßig jeden Sonntag nach dem ersten im Monat, nach- mittags 4 Uhr stattfinden. Allgemeine«ranken,«nd Sterbekaffe der Metallarbeiter (E. H. 29, Hamburg). Sonnabend, den 12. Januar, abends 8»/» Uhr, tm Lokal des Kollegen R. Müller, Türrschmidstr. 37, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Lokalfrage. 3. Interne«assen-Angelegen- hellen.- Sonnabend, den 19. Januar, bei Witwe Schonert, Neu-Seeland in Stralau großer Wiener Maskenball. An diesem Abend bleibt die Zahl- stelle geschlossen. Im Socialwtffenschaftlichen Studentenverein spricht am Freitag- abend V,9 Uhr Professor Quidde auS München über«die sociale und all- gemeine Bedeutung der Friedensfrage". Gäste sind herzlich willkommen. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chlffre(zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte AbonnementSquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant- wortet und schriftliche Antwott wird nicht etteilt. Tie juristische Sprechstunde findet Montag. Tienstag, Tonnerstag und Freitag von 7—9 Uhr abend? statt. Essen, W. 5. Wiederholen Sie Ihre Frage. Wir können nicht alle Briefkasten-Anfragen im Gedächtnis behatten. Tegel erftraste, W. H. 1. Ihnen steht ein Anspruch' auf Miagigen Lohn zu; zuständig ist ll» Ihrem Fall das Amtsgericht, weil die Apotheken nicht ben Vorschriften der Gewerbe- Ordnung unterliegen. 2. Ihren Anspruch W. St. D. 100. 1. und 2. Ausländer( Nicht- Deutsche) können W. 100. Norben. Ja, falls die Krankheit eine nicht erhebliche Beit auf höheres Krantengeld müssen Sie gegen die Kaffe zunächst bei der naturalisiert werden, haben aber kein Recht hierauf. Der Antrag ist an die beträgt. Darüber, was ein nicht erheblicher Zeitraum ist, ist von Fall zu Aufsichtsbehörde( Gewerbedeputation, Stralauerstraße für Berliner, Landrat| Regierung( in Berlin an den Polizeipräsidenten) zu richten. 3. Die minder: Fall zu entscheiden. A. B. Werkmeister ist derjenige, dessen Thätigkeit für Niederbarnimer Kassen) geltend machen. Memelerstr. 32. Ihre jährigen Kinder teilen die Staatsangehörigkeit ihres Vaters. 4. und 5. in der Leitung oder Beaufsichtigung des ganzen Betriebs oder einer AbStrafe tann zwischen einem Tage und 5 Jahren betragen. Selbst nach Beides ist möglich. G. Köpsch. Der aus der Landeskirche Ausgeschiedene teilung desselben besteht. Die Kündigungsfrist beträgt, falls die Stellung Ihrer Schilderung werden Sie mit weniger als 6 Monaten schwerlich be: ist mit Ablauf des auf die Austrittserklärung folgenden nur eine vorübergehende, aushilfsweise ist oder falls die Vergütung nicht straft werden, weil es von ganz besonderer Roheit Zeugnis ablegt, wenn Jahrs zu Kirchensteuern, welche auf der persönlichen Kirchen- oder in festen Bezügen, sondern z. B. in Accordlohn besteht, 14 Tage, sofern Sie Ihre Frau, die Mutter von 4 Kindern, schlagen und mit Todschlag Kirchengemeinde- Angehörigkeit beruhen insgemein schlechtweg persönliche nichts andres vereinbart ist. Treffen die beiden angeführten Voraussetzungen bedrohen, dies so arg treiben, so daß polizeiliche Hilfe in Anspruch ge: Kirchensteuern genannt nicht mehr verpflichtet. Zu den Kosten eines nicht zu, so beträgt die Kündigungsfrist 6 Wochen zum Ersten des Quar nommen werden muß, und sich noch darüber beschweren, daß wir soweit außerordentlichen Baus, dessen Notwendigkeit vor Ablauf des Kalender tals. Es fann eine andre Kündigungsfrist vereinbart werden, jedoch muß find", daß man nicht einmal seine Frau auszanten" darf. Würden Sie jahrs, in welchem der Austritt aus der Landeskirche erklärt wird, festgestellt diese Frist mindestens einen Monat betragen. Grunow 63. 1. Ste ähnliche Ansichten dem Gericht vortragen, so wäre eine nach Jahren zählende ist, sind die Leistungen noch bis Ablauf des zweiten auf die Austritts- find zur Zahlung nicht verpflichtet. 2. Falls Urkundenfälschung vorliegt, Strafe nicht unangemessen. Für solche Roheiten giebt es keine Ent: erflärung folgenden Kalenderjahrs zu zahlen. Leistungen, die nicht auf die tann auf Gefängnis, Zuchthaus und Geldstrafe erkannt werden. Sprechen schuldigung; als Milderung könnte lediglich die Ueberzeugung, daß Sie sehr Kirchenangehörigkeit beruhen, sondern von jedem zu zahlen find( z. B. Sie gelegentlich mit den Vertrag mit Ihrer Frau in der juristischen unrecht gehandelt haben und daß Sie Ihr Unrecht Ihrer Familie gegen: Grundstücks- Kanon, Grundstücks- Dezem) sind natürlich auch von den aus Sprechstunde vor, damit Ihnen mitgeteilt werden kann, ob eine Urtundenüber bethätigen, ins Gewicht fallen. O. Das können wir nicht sagen. der Kirche Ausgetretenen zu zahlen. Winterfeldtstraße. 1. und 2. Ja. fälschung vorliegt. 3. Ja. W. St. Warschauerstraße. Leider nicht. Deutscher Holzarbeiter Verband. Centralverband der Maurer etc. Allgemeine Kranken- u. Sterbekaffe Den Mitgliedern zur Mitteilung, daß Kollege Adolf Richter im 32. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 23 Uhr vom Krankenhaus Friedrichshain aus nach dem Georgen firchhof Landsberger Allee statt. Um rege Beteiligung ersucht[ 76/10 Ferner verstarb der Kollege, Tischler Gustav Henning. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs der Auferstehungs: Kirchengemeinde in Weißensee, Lichten: bergerstraße aus statt. Zahlstellen Berlins und Umgegend. Bureau im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Zimmer 29. Telephon: Amt VII, Nr. 4289. Geöffnet an den Wochentagen von vormittags 8-1 Uhr und nachmittags 3-7 Uhr. Wir geben den Mitgliedern des Verbands nochmals bekannt, daß nach dem Versammlungsbeschluß vom 12. Dezember v. Js. alle Streitfondskarten, soweit dieselben in Ordnung sind, den Schlußstempel erhalten sollen. wir bitten, so weit dies noch nicht geschehen, die Karten im Bureau der Verbandsleitung zur Abstempelung vorzulegen. Gleichzeitig machen wir die Kollegen darauf aufmerksam, daß mit der Ausstellung der neuen Sammelfarte für das Jahr 1901 begonnen worden ist. Soweit die Kollegen in Arbeit stehen, sind hiermit die Baudeputierten aufgefordert, sich in den Besitz von Aufnahmelisten zu setzen, dieselben auszufüllen und im Bureau abzugeben. 136/ 3* Die Verbandsleitung. J. A.: Karl Panser. Achtung! MAURER. Achtung! der Metallarbeiter ( E. H. 29 Hamburg), Filiale Berlin 10. Sonnabend, den 19. Januar, im Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81: Grosser Wiener Maskenball zum Besten der ausgesteuerten Mitglieder. Billets a 40 Pf. sind in den Zahlstellen: Stephanstraße 11 beim Restaurateur M. Faber, und Filiale 9 beim Restaurateur Gundlach, Waldenserstraße 23/24, zu haben. 119/1 Wegen obigem Maskenball findet die Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 13. Januar, vormittags 10 Uhr, bei M. Faber, Stephanstraße 11, statt. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. J. A.: Th. Hahn. Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 13. Jannar, vormittags 10 Uhr, im Grand- Hotel, Alexanderstraße 46-48: Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Danksagung. Für die vielen Beichen innigfter Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sage hiemit allen Freunden und Bekannten herzlichsten Dant, insbesondere auch den Herrn Chefs und Kollegen der Firma Wentels Nachfolger. 19276 Witwe Uterhuck nebst Kindern. Mitglieder- Versammlung. 1. Die Machinationen der Verbandsleitung der Maurer Deutschlands beim Hallenser Maurer: streit und Stellungnahme zu denselben. 2. Berichterstattung über das revidierte Statut. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 131/1 Deutsch. Metallarbeiter- Verband Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Zahlstelle Berlin. Sonnabend, den 12. Januar, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße 20: Wiener Masken- Ball. 12 Uhr Demaskierung. 1 Uhr Kaffeepause, während derselben humoristische Vorträge. Anfang 8/2 Uhr. Billets a 50 Pf. sind zu haben: Norden: Frau Panzeram, PappelAllee 125; Frau Müller, Wiesenstr. 30, Quergeb. II; Nordwesten: Frau Bauschke, Rostockerstr. 47, of II; Often: Frau Klotsch, Koppenstr. 81; Frau Gerndt, Blumenstr. 26; Frau Förster, Friedenstr. 80, empfiehlt ihre DamenMaskengarderobe zu billigen Preisen. Bekanntmachung. Burean: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Beute, Freitagabend 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Kranker- nterstützungs- und Sitzung der Orts- Verwaltung Begräbnis- Sasse der Leder- Nr. 559 Gew.- Ger. 00. Heute, Freitag, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sigung der Ortsverwaltung mit den Bezirksleitungen und Agitations- Kommissionen. Am Sonnabend, den 12. Januar, abends 8½ 1hr, im Lokal des Herrn Dieke, Ackerstraße 123: Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden. Sonntag, 13. Januar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Bezirk Moabit. zurichter Berlins H. Gewerbegericht zu Berlin. 55/2 Berlin, den 7. Januar 1901. Gemäß§ 81, Absatz 1, unfres [ 19206 Ortsftatuts vom 26. Oktober bis Sonntag, den 13. Januar. vormittags 10 Uhr, Stromstraße 28: Sonntag, den 20. Januar cr., Bezirks- Versammlung. V Tages Ordnung: termen 2. Distuſſion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 1. Vortrag des Herrn Ingenieur Grempe über:" Technik und Ver Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht 76/9 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Versammlung Fachverein der Holz- und Bretterträger der Heizungs-, Gas- und Wasserrohrleger und Helfer. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Agitationskommission und Neuwahl derselben. 4. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, den 13. Jannar, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Wetzel, Wrangelftr. 136: Vertrauensmännerkonferenz der Schraubendreher. Sonntag, den 13. Januar, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Mörschel, Jüdenstr. 35: Berlins und Umgegend. vormittags 10% Uhr: General- Versammlung bei Feind, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung vom 4. Quar: tal 1900. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vorstandswahl: a) eines 2. Bor: figenden; b) eines Kassierers: c) eines Controleurs; d) Wahl der Ersatzmänner. 4. Geschäftliche Mitteilungen. Sonntag, den 13. Januar, vormittags 10% Uhr, im Lokal Der Vorstand. J. A.: Gastav Buffe. des Herrn Graumann, Naunynftr. 27: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1900. 2. Gewerkschaftliches und Ber Möbel- Frabrik Nord- Oft ( E. G. m. b. H.) Wir bringen hierdurch zur Kennt 84/1 Die Billets zum Maskenball können in Empfang genommen werden. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Die Mitglieder werden ersucht, möglichst ihre Beiträge zu ent- nis, daß die diesjährige richten, um die neuen Bücher in Empfang zu nehmen. ordentliche Morgenſprache der Silberpolierer. Tischler- Verein zu Berlin.neral- rang Sonntag, den 20. Januar, vormittags 9 Uhr, findet in der Urania, Taubenstraße, die letzte Vorstellung über: ,, Die Pariser Weltausstellung" 110/8 Sonnabend, den 12. Januar, abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Lipke, Melchiorstraße Nr. 15: fratt. Billets a 50 Bf. intl. Garderobe find bei allen Staffierern, sowie im General- Derlammlung. Verbandsbureau erhältlich. Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler und verw. Berufsgen. Branchenversammlungen der Berliner Mitglieder: Filiale 1: Geschirr- und Galanterie- Branche General Bersammlung Sonnabend, den 12. Januar, abends 812 Uhr, im „ Englischen Hof", Neue Roßstr. 3. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands und Neuwahl desselben. 2. Bericht der Agitationskommission. 3. Verschiedenes. Filiale II: Treibriemen- Branche Sonnabend, den 12. Januar, abends 82 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: am Donnerstag, 31. vormittags 10 Uhr, in unserm Geschäftslotal: Blumen: straße 30, stattfindet. Tages- Ordnung: 1. Vorlage des Jahres- Abschlusses. 2. Neuwahl des Aufsichtsrats und des Vorstands. 3. Geschäftliches. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Wir machen darauf aufmerk fam, daß die Bilanz den Genossen in unserm Comptoir zur Einsicht ausliegt. 1. Abrechnung vom 4. Vierteljahr 1900. 2. Jahresbericht. 3. Wahl von 3 Ausschußmitgliedern. 4. Festsetzung der Gehälter. 5. Bericht über die Bibliothet. 6. Wahl eines Bibliothekars. 7. Insertionsfrage. 8. Be schlußfassung über die Höhe des Sterbegelds. 9. Sonstige Vereins: Angelegenheiten. 198/1 Ohne Mitgliedsbuch kein Einlak. NB. Unser Maskenball findet am Sonnabend, den 2. Februar, im neuen großen Saal des Herrn Kliem, Hasenheide 13, statt. Billets sind bei sämtlichen Borstandsmitgliedern( auch in der Bersammlung) zu Gentral- Kranken- u. Sterbehaben. Der Vorstand. Gr. Arbeitslosen- Versammlung am Freitag, den 11. Januar, vormittags 10 Uhr, tassed. Dachdecker Deutschlands , Ginigkeit“. 12. November 1892 werden die Beifizzer des Gewerbegerichts zu Berlin aur Wahl der Mitglieder des auf die Dauer von 2 Jahren( vom 1. Januar 1901 bis 31. Dezember 1902) zu bildenden Ausschusses für Gutachten und Anträge bezüglich gewerblicher Fragen und zwar die Arbeitgeber zu Freitag, den 25. Januar, nachmittags 5 Uhr; die Arbeitnehmer zu Mittwoch, den 30. Januar, abends 8 Uhr, nach dem Bürgersaale des Rathauses ( Eingang Königstraße) ergebenst eingeladen. Bu wählen sind 10 Arbeitgeber und 10 Arbeitnehmer. Der Vorsitzende des Ausschusses. gez. von Schulz. Ziehung 25. Januar u. folg. Tage. -Lotterie Geld: Mühlhausen I. Thür. zur Wiederherstellung der Marienkirche. 330 800 Loose. 17 597 Geldgewinne, zahlbar ohne Abzug im Betrage von M. 473,000 HauptGewinn M. 100,000 HauptGewinn 50,000 HauptGewinn 20,000 54/1 HauptGewinn 10,000 Am Sonntag, d. 13. Januar, vorm. 11 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung. [ 54/1 Quartal KaffenFiliale III: Koffer- und Taschen- Branche Dienstag, den 15. Januar, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Enger im großen Saale des Herrn Keller, Koppen-Straße 29. 1900. 2. Berſchiedenes und Kaſſen Ufer 15( Seitenflügel). 156/1 Tagesordnung: 1931b angelegenheiten. Der Vorstand. 1 à 5000- 5000 2 a 3000- 6000 1. Die wirtschaftlichen Zustände und die Arbeitslosigkeit. Bekanntmachung. 10& 1000-10000 Filiale IV: Militäreffekten- Branche Sonnabend, den 12. Januar. abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel: 2. Freie Aussprache. Ufer 15, Saal V. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Gen. Adolf Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Anträge zur Konferenz. 4. Verschiedenes. Filiale V: Teppich- und Linoleum- Branche Am 21. Januar findet eine General- Versammlung mit folgender Tages: Ordnung statt: 1. Wahl des Vorstands. 2. Bericht des Delegierten. 3. Bericht der Behner- Kommission. 4. Verschiedenes. Es ist unbedingt nötig, daß in dieser Versammlung ein jedes Mitglied pünktlich erscheint. Filiale VI: Wagen- Sattler Dienstag, den 15. Januar, abends 82 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstr. 35/37. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bitten Die Vorstände. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Vertrauensmänner- Centralisation. Sonntag, den 13. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Stechert, Andreasstraße Nr. 21: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vertrauensmanns. 2. Abrechnung vom öffentlichen Streiffonds. 3. Wahl des Vertrauensmanns und der Lohukommission. 4. Abrechnung vom 4. Quartal und Jahresbericht. 5. Vereinsangelegen heiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. NB. Da die Tagesordnung von Wichtigkeit ist, so ist es Pflicht eines Jeden Kollegen, zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 31/1 Der Vertrauensmann: Fritz Krüger. Reparaturen in 2 Stunden. Plombieren bon 1 M. an. Schmerzloses Zahnziehen. Sprechz. 8-8, Sonntag 8-4. R. Lange, Blumenstraße 25. Ede Martusstraße. Zähne 2 M. Der Einberufer: A. Schröder. Würzburger Hühneraugenmittel Die Betriebs- Krankenkasse der Stadtgemeinde Berlin wird am bon Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung frei. fort. 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Januar 1901. von einer Million der gewaltig angewachsenen angewachsenen Berliner Die Fahrschule. Der schon vielfach besprochene Plan der ErDer Konflikt in der Berliner Holz- Wohnungsnot zu Leibe gehen zu wollen und die Gelegenheit richtung einer Fahrfachschule für Berlin ist, wie eine Korrespondenz obenein zur Ehrung eines Friedrichs 1. benußen zu wollen, wurde mitteilt, keineswegs endgültig gescheitert, vielmehr steht zu hoffen, Industrie. von unserm Genossen Singer in sarkastischen Ausführungen be- daß die Fachschule noch im kommenden Frühjahr zur Eröffnung geleuchtet. Gegen die Vorlage in der abgeschwächten Form, in der sie langen wird. Nach dem Beschluß der im November vorigen Jahrs nach der Ausschußberatung an die Versammlung zurüdgelangt abgehaltenen konstituierenden Versammlung wurde als Mindest hatten sich am Mittwoch in Kellers Festsälen versammelt, um ist, erklärte sich auch ein Teil der„ Neuen Linken". Stadt- Betriebskapital für die Schule ein Betrag von 100 000 M., festgesetzt. zu den Verhandlungen der Achtzehner- Kommission Stellung zu verordneter Nathan, der den Standpunkt dieser Gruppe Diese Summe ist jedoch durch freiwillige Zeichnung nicht erreicht nehmen. Glo de berichtete über den Verlauf derselben. Die von begründete, empfahl, die ursprüngliche Gaſſung der Vorlage worden. Es sind im ganzen 80 Stammteile a 500 M. in Summa der Verwaltung zu der Achtzehner- Kommission bestimmten Kollegen wieder herzustellen. Gleichzeitig wandte er sich aber dagegen, 40 000 W. gezeichnet. In einer Ende dieses Monats abzuhaltenden hätten eingehend die Einwände der Arbeitgeber, daß die daß die beabsichtigte Stiftung, wie Singer gesagt hatte, weiter nichts Versammlung, zu welcher eine größere Interessentengruppe, wie bier Punkte der Arbeitsordnung harmloser Natur feien, als eine„ byzantinische Ovation" sei; diese Ansicht könne er nicht folche bereits bei der ersten Sigung vereinigt gewesen, zusammenwiderlegt. Die ersten drei Punkte bedeuten in einer großen teilen. Für einen Freisimnigen, wie Herrn Nathan und seine berufen wird, dürften voraussichtlich noch weitere Zeichnungen von Anzahl vou Werkstellen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen Freunde, ist dieses Geständnis recht interessant! Ein ungemein be- Stammanteilen erfolgen. Die Fahrfachschule wird dann, nötigenund ſeien somit ein Verstoß gegen die im Frühjahr ab- luftigendes Intermezzo bildete sodann die Rede des Bürgerparteilers falls allerdings in kleinerem Maßstab, als ursprünglich geplant war, geschlossenen Einigungsbedingungen. Der 4. Punft verstoße gegen Brezel, der sich mit der Ankündigung einführte, er wolle die errichtet werden. den flaren Wortlaut des§ 394 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und sei Ursachen der Wohnungsnot ergründen. Die Hauptursache, fagte Ueber einen Eisenbahn Brand berichtet ein hiesiges Blatt: die Bau felbst bei gegebener Unterschrift ungültig. Die Fragen, die die dieser unfreiwillige Spaßmacher, sei die, daß Arbeitgeber gleichzeitig mit in Umlauf fegten, feien geeignet, besonders arbeiter zu wenig arbeiten und zu viel Lohn Der Brand, der während der Fahrt in einem Wagen 4. Klasse ausfür die Organisation thätige Kollegen dauernd arbeitslos zu machen. triegen, darum würden die Häuser teuer. Nicht wenige der brach, entstand in dem Abendzuge der Nordbahn. Der stark besetzte Charakteriſtiſch war das Verhalten der Arbeitgeber während der Ver- fich freifinnig nennenden Kollegen dieses Herrn lauschten seinen Wagen füllte sich bald dermaßen mit Rauch, daß für die handlungen. Nachdem der Vorsitzende der Achtzehner- Kommission, Worten in lautloser Andacht und schmunzelten behaglich, als Passagiere eine ernste Gefahr zu befürchten war. Da die NotHerr Dr. Gerth, nachgewiesen, daß die Bestimmungen des Bürger- er erklärte, und die verheßende Socialdemokratie bremse anfänglich versagte, so waren die Fahrgäste auf Selbsthilfe Die Infassen, meist Frauen, retteten sich, von be lichen Geſetzbuchs nicht ohne weiteres durch den Paſſus 4 der Arbeits- habe die Bauarbeiter so weit gebracht. Als er ge- sonnenen Männern unterstüßt, dadurch, daß sie während voller Fahrt ordmung" beseitigt werden könnten, erklärte Herr Bry, sie würden sich endet hatte, dankten sie ihm mit wohlwollendem Beifall ein Voreinen mit dem brennenden Wagen verbundenen andren Waggon zurückziehen, um diesen Passus zu modifizieren. Aber statt mit einer gang, den Ginger als einen noch nicht dagewesenen Erfolg des aufsuchten. Später funktionierte die Notbremse, und als der Zug Umänderung, kamen die Herren mit der Erklärung, daß sie der An- Herrn Pretzel bezeichnete. Nachdem die Versammlung schließlich dann hielt, loderten aus dem Fußboden des gefährdeten Wagens ficht seien, die Achtzehner- Kommission sei in dieser Sache nicht zu ihre grundfäßliche Zustimmung zur Errichtung der Stiftung bereits die hellen Flammen empor. Der beschädigte Wagen wurde ständig. Die Herren von dem Innungsvorstand waren wohl in der ausgesprochen hatte, entspann sich bei der darauf folgenden auf der nächsten Station, Oranienburg, ausgesetzt. Majorität und wollten nun ihr Kind, das Kontrollbuch, welches fie Beratung des Statuts noch ein in manchen Einzelheiten mit großem Aplomp und unter Strafandrohung den Tischlermeistern höchst amüsanter Streit darüber, ob die Stiftung selber Häuser Ein großer Ladenbrand wütete gestern( Donnerstag) abend aufzuzwingen versuchen, so leichten Staufs nicht preisgeben. bauen solle oder die Million in andrer Weise zur Linderung der Ritterstraße 76 in der Glacieranſtalt( Fensterdekoration) von Grabs Sie scheinen fich lieber das Kontrollbuch von der Aufsichtsbehörde, Wohnungsnot( Unterstützung von Baugenossenschaften, Mietsbeihilfen u. Berger. Das Geschäft war kurz vor 8 Uhr geschlossen und wenige welche in diesem Falle die Gewerbedeputation ist, annullieren lassen für Unbemittelte) verwenden solle. Die Vorstellung der Möglichkeit Minuten später bemerkten Straßenpaffanten, daß der Laden in zu wollen. Jedenfalls, führte der Redner aus, sei es mun notwendig, eines Häuserbaus durch die Stiftung selber rief bei einigen Hausagrariern Flammen stand. Die im Laden vorhandenen Lacke und Firnisse bes daß das Einigungsamt feststelle, daß Differenzen wegen Arbeits- und ihrem Anhang eine förmliche Aufregung hervor und Herr Wallach, günstigten die Ausbreitung des Feuers, so daß die Feuerwehr bei ordnungen der Kompetenz der Achtzehner- Kommission unterstehen. der Vorfämpfer des Hausagrariertums, forderte seine Freunde ihrer Ankunft einem Flammenmeer gegenüberstand. Es dauerte fast Redner ersucht schließlich die Vertrauensleute, fich zu äußern, ob auf, dann die Vorlage noch nachträglich zu Falle zu bringen. Er eine Stunde, bevor die Flammen erstickt und die Aufräunungsarbeiten unter den gegebenen Umständen, daß selbst bei Unterschreiben des beantragte einen Zusaß, der den Bau durch die Stiftung selber aus- vollendet waren. Der Laden ist total ausgebrannt. 4. Absages derselbe keine Gültigkeit erlange, es angebracht sei, schließt, vermochte indes nicht damit durchzudringen. Das Statut Heilmittelschwindel. Das Polizeipräsidium teilt mit: In der den Sonntagsbeschluß aufrecht zu halten. In der sehr regen wurde darauf in allen Paragraphen in der durch den Ausschuß ab- Tagespresse wird gegenwärtig unter dem Namen Epsteins Polyund lebhaften Diskussion, in der festgestellt wurde, daß geänderten Form angenommen. gonum Thee( russischer Snöterich) ein angeblich gegen Brust und die Mehrzahl der Meister das Kontrollbit ch überhaupt nicht vorgelegt hätten, waren die Zum Tode des Bürgermeisters Brinkmann. Die Ueber- Balsleiden wirksames Mittel angepriesen und von einem J. Epstein meisten Redner für Beibehaltung des Beſchluſses. Die Abstimmung führung der Leiche des verstorbenen Bürgermeisters Brinkmann aus in Dresden in Päckchen von etwa 70 Gramm Inhalt zum Preise ergab die fast einstimmige Zustimmung dieser Ansicht, jedoch soll am dem Trauerhause in das Rathaus findet heute, Freitag, in der von 1 M. zuzüglich 40 Pf. Nachnahmegebühr versandt. Der Thee eine weitere Vertrauensmänner- Versammlung stattfinden, neunten Abendstunde statt. Die Trauerfeier am Sonnabend wird besteht lediglich aus zerkleinerten Teilen des gewöhnlichen Vogeldie die ferneren Maßnahmen festlegen soll. Jeder Vertrauensmann um 12 Uhr mittags durch den Domchor mit einem Choral eingeleitet nöterichs, wie er auf allen Wegen und namentlich auch oft an wenig berkehrsreichen Straßen zwischen den Pflastersteinen wächst. Der soll jedoch verpflichtet sein, über Aenderungen in seiner Werk werden. Nach dem Prediger Schmeidler werden der Oberbürger- in Rußland vorkommende Vogelknöterich ist von dem in Deutschland statt, hervorgerufen durch das Kontrollbuch, fofort per Starte meister Seirschner und der Stadtverordnetenvorsteher- Stellvertreter wachsenden in feiner Weise verschieden. oder persönlich Mitteilungen an das Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, Michelet, diefer an Stelle von Dr. Langerhans, deffen Befinden Eine specifische Heilwirkung hat der Vogelknöterich nicht; 70 Gramm gelangen zu lassen. Die bis jetzt wegen Verweigerung der Unter- feine Beteiligung an der Trauerfeier nicht gestattet, dem Dahingeschiedenen desselben in zerschnittenem Zustande haben im Großhandel einen Wert schrift Entlassenen werden unterstüßt. Eine andre Regelung unter- Worte des Abschieds nachrufen. Den Schluß der Feier wird ein von etwa 10 Pf. Tomo ob liegt den Beschlüssen der nächsten Vertrauensmänner- Bersammlung. von den Zöglingen des städtischen Waisenhauses vorgetragener Die Wertstellen, in denen Entlassungen wegen Gesang bilden. Der Trauerzug wird sich durch die König- Im Plänterwäldchen bei Treptow läßt der Magistrat am: Unterschreiben des Kontrollbuchs vorgenommen straße, über den Schloßplatz durch die Französischestraße, die Mark- Mittwoch nächster Woche eine Jagd abhalten. Sie gilt dem! wurden, sind nach wie vor zu meiden. Die Ber: grafen und die Lindenstraße über den Belle- Alliance- Platz und armen Freund Lampe, der sich so sehr stark vermehrt haben soll, daß handlungen vor dem Einigungsamt finden Montag früh 10 Uhr auf burch die Blücherstraße nach dem alten Jerufalemer Friedhof be- er den jungen Anpflanzungen gefährlich wurde. dem Gewerbegericht statt. Metalldiebe haben die Witwe des Gelbgießers Nettke aus der, Der Magistrat widmet dem Toten folgenden Nachruf: Am Alexanderstr. 9 empfindlich bestohlen. Die Frau wollte nach dem Nachmittage des 7. Januar entriß ein jäher Tod uns den Bürger- Tode ihres Mannes das Geschäft nicht weiter betreiben und daher Die Tischlerinnung, die Freie Vereinigung der Holzindustriellen aus dem gleichen Amte zu Königsberg i. Br., in welchem er mit wert sind, ließ sie vom Laden nach dem Keller schaffen, um sie bei meister unsrer Stadt Herrn Karl Brinkmann. Bor wenigen Monaten die Einrichtung verkaufen. Mehrere hundert Formen, die jede 6 M. und andre gewerbliche Organisationen der Tischlermeister hatten am Anerkennung und Erfolg gewirkt hatte, hierher berufen, stand er in der Hand zu haben, wenn Rauflustige erschienen. Donnerstag gemeinsam eine Versammlung für die Tischlermeister der Blüte seiner Jahre, in der Fülle seiner Straft. Freudig, voll des wohl Spigbuben beobachtet haben, die dann in den Keller einBerlins einberufen. Dieselbe tagte im Kontordia- Saal und war Drangs, in dem größeren Wirkungstreise zum Segen der Stadt brangen und fämtliche Formen stahlen. Der Diebstahl ist wahr bon etwa 1000 Personen besucht. Wie neulich in der Achtzehner- und neuen Mitbürger besten Kräfte ein= Kommission, so bezeichneten die Herren Unternehmer auch jetzt die zusetzen, war er in unser Kollegium eingetreten. Die Frische und scheinlich am hellen Tage ausgeführt worden, niemand hat aber auf von der Innung verfügten und von den andern Arbeitgeber- Organisationen übernommenen Maßnahmen als durchaus Gediegenheit seines Wissens, die Wärme seiner Gesinnung und die Sachen weiter geachtet. Lebendigkeit seiner Anschauungen, die Klarheit seines Urteils und die dem sehr betriebreichen Grundstück auf das Aufladen der gestohlenen harmlos. Herr Direktor Lorenz meinte, es handle sich um Liebenswürdigkeit seines Wesens hatten ihm schnell Wertschäzung und Die Eisernte wird augenblicklich auch auf dem Humboldthafen nichts andres, als um die Einführung einer Arbeitsordnung. Wenn Zuneigung, vor allem die Hochachtung und Liebe seiner Amtsgenossen sehr stark betrieben. Hier macht fie aber keinen besonders appetitdieselbe mit dem Namen„ Kontrollbuch" bezeichnet werde, so sei das und Mitarbeiter erworben. Die reichen Hoffnungen, die auf ihn ge- lichen Eindruck. Es liegen nämlich im Eise mehrere Mülltähne fest, ja tein richtiger Ausdruck dafür. Der Hölzarbeiter- Verband habe jetzt waren, hat ein höherer unerforschlicher Wille uns versagt. Sein die beladen werden. Hierbei ist nun gerade in diesen trockenen nun aus der Sache etwas ganz andres gemacht, indem er das Andenken aber wird unter uns unvergessen bleiben." Tagen die Staubentwicklung sehr groß. Eine ganze Schicht bedeckt Kontrollbuch als gleichbedeutend mit der Einführung schwarzer Listen * Die Unternehmer. im wegen. hingestellt habe. Diese Annahme sei aber ganz unbegründet. Was Bur Umgestaltung des Platzes vor dem Brandenburger daher das Eis so dick, daß es graubraun aussieht, obwohl es in den die neue Arbeitsordnung enthalte, daß bestehe schon seit längerer Thor werden 311 000 M. im Etat des Finanzministeriums ge- unteren Schichten ternig und klar ist. Daß die Oberfläche vor der Zeit in allen größeren Betrieben und solle jetzt nur, fordert. Es ist an Stelle der jetzigen Springbrunnen die Errichtung Einheimsung gesäubert wurde, sieht man nicht. Die Säuberung Ordnung im Gewerbe zu schaffen, in allen Betrieben ein- bon Blumenanlagen und Balustraden aus Marmor in Aussicht ge- würde auch nicht lange vorhalten, da die Staubentwicklung sich immer Die Neu- von neuem wiederholt. Wie viel Müll und Staub mag nun nicht geführt werden. Wenn der Holzarbeiter Verband sich jetzt nommen, die sich dem Bilde der Siegesallee anpassen. der Unterschrift widersetze, so geschehe das nur deshalb, weil anlage foll gleichzeitig die Aufstellung neuer Denkmäler ermöglichen, mit den Eisschichten in die Keller gelangen! Und was sich alles er wissen wolle, ob die Arbeitgeber noch in geschlossenen Reihen unter welchen eines auf Kosten des Kaisers dem verstorbenen Kaiser darin befindet, malt man sich lieber erst nicht weiter aus. zusammenstehen. Wenn der Verband sehe, daß das nicht mehr der Friedrich errichtet werden soll. Unglück im Straßenverkehr. In der Yorkstraße fuhr der Fall sei, dann werde er bald einen neuen Tanz mit den Arbeitgebern Die ausgetretenen Oberbürgermeister. Die Oberbürger- Kutscher Paul Zinse mit seinem Müllwagen gegen den Anhängebeginnen. Um sich davor zu hüten, müßten die Tischlermeister in meister von Halle und Erfurt waren mit Deputationen zu Graf wagen eines ihm entgegenkommenden Straßenbahnwagens, zer dieser Angelegenheit solidarisch zusammenstehen. Herr Bry ver- Blumenthals Leichenfeier nach Berlin geschickt worden. Ein Augen- trümmerte mit der Deichsel eine Fensterscheibe und verlegte die in wahrte fich dagegen, daß die Maßregel gerade jegt eingeführt zeuge des Leichenzuges schreibt mun der„ Saale- Beitung":" Dem dem Wagen sigende Aufwärterin Henriette R. erheblich am Kopf. worden sei, weil eine schlechte Konjunktur die Unternehmer darin Sarge folgte der Kaiser, den Marschallsstab in der Hand, Die Bedauernswerte trug einen Schädelbruch davon, so daß ihre begünstige. Die Arbeitsordnung sei ein Produkt langer und mit unerschütterlicher Ruhe bis zuletzt aus harrend... Ueberführung in das Elisabethkrankenhaus erfolgen mußte. forgfältiger Erwägungen, sie habe sich nötig gemacht als Als wir auf dem Bahnhofe angekommen waren und die Unterbringung eine Vorsichtsmaßregel gegen einige Bestimmungen des Bürger- des Sarges abgewartet hatten, blieb alles noch im Halbkreise um den lichen Gesetzbuchs deren Schädlichkeit den Arbeitgebern fühlbar ge- Bahnhof stehen, da der Kaiser ebenfalls noch verweilte und zahlworden sei. Mit dem Ausschluß des§ 616 des B. G.-B. thäten die reiche Personen durch Ansprachen auszeichnete. Leider war aber die Tischlermeister nichts andres als was der Eisenbahnfiskus in Bezug Deputation unirer Stadt da nicht mehr anwesend. Herr auf seine Arbeiter auch bereits gethan habe. Wenn die Gesellen Oberbürgermeister Staude hatte es vorgezogen, an der Friedrichstraße der Mitfahrer auf der Deichsel stand, um die Decken abzunehmen. meinen, Bunft 4 der Arbeitsordnung( Abzug für verdorbene Arbeit) mit seinen Begleitern den Zug zu verlassen, was wir Hallenser Der Mitfahrer tam unversehrt davon, der Kutscher dagegen wurde sei ungeseglich, dann müsse es ihnen überlassen bleiben, im Prozeß- aufrichtig bedauerten und was von den Augenzeugen lebhaft wege hierüber ein Urteil der höchsten Instanz herbeizuführen. und in wenig schmeichelhaftem Sinne erörtert wurde. Man sollte ichwer verlegt. Trotz dreier Knochenbrüche aber dachte er nicht an Wenn auf diese Weise die Rechtsungültigkeit des betreffenden Punktes doch meinen, daß das, was der Kaiser that, auch unser Herr Ober- fich und seine Schmerzen, sondern nur an seine Frau und seine drei festgestellt werde, dann müsse er natürlich zurückgezogen bürgermeister hätte thun können, nämlich ausharren... Besonders kleinen Kinder, für die er in der Not zu sorgen bat. werden. Nachdem noch ein Innungsmeister die Kontrollbücher bemerkenswert erscheint es dabei, daß der Kaiser am Bahnhof Feuerbericht. Am Lehrter Bahnhof tam in der Nacht zu berteidigt hatte, beschloß die Versammlung: An der Einführung des sämtliche Deputationen zu sich heraufrufen ließ, wobei dann Donnerstag in einem Stadtbahnbogen Feuer aus. Der Bogen ist Kontrollbuchs unter allen Umständen festzuhalten. Sollte die Unter- natürlich unser Herr Oberbürgermeister und übrigens auch der Erste vom Postfiskus, der in der Nähe ein neues Postgebäude aufführt, schrift seitens der Arbeiter verweigert werden, so find Lohuarbeiter Bürgermeister von Erfurt, Dr. Schmidt, der den Zug ebenfalls an gepachtet und dient als Lagerraum für Bauhölzer. Der Bauwächter fofort, Accordarbeiter nach Vollendung ihres Accords zu entlassen. der Friedrichstraße verlassen hatte, fehlten!" hatte den Raum kurz vor Ausbruch des Feuers mit Licht betreten, Falls einzelne Werkstätten oder Bezirke gesperrt werden sollten, find Der Fall ist bedenklich und sollte im Interesse der Beteiligten so daß der Brand vielleicht auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen ist. auf Anordnung der betreffenden Vorstände( der Meister- Organi- wie der patriotischen Gesamtheit disciplinarisch untersucht werden. Glücklicherweise wurde er rechtzeitig bemerkt und von der Wehr in sationen. Red.) im ganzen Gewerbe prozentuale Ent- Vielleicht stellt sich dann heraus, daß Ursachen, die man zuweilen kurzer Zeit abgelöscht. Der Bahnverkehr erlitt teine Unterbrechung. lassungen vorzunehmen." mit dem besten patriotischen Willen nicht bemeistern kann, die beiden Zur selben Zeit erfolgte ein Alarm nach der Friedrichstraße, wo ein Lokales. Seinen Verlegungen erlegen ist der Kutscher August Dittmar aus der Luckenwalderstr. 11. Der Bedauernswerte ist ein Opfer des Bersuchs geworden, seinen Mitfahrer vor Schaden zu bewahren. Dittmar wurde am 4. d. M. von seinem eignen Wagen überfahren. Er warf sich den Pferden in die Zügel, als sie durchgingen, während Verkehrshindernis im elektrischen Bahnbetriebe zu beseitigen war. Früh 4 Uhr war Kommandantenstr. 36 die Balkenlage in Brand geraten, die erst nach längerem Wassergeben gedämpft werden konnte. Mezerstr. 38 brannte Gerümpel im Keller und Wienerstr. 14 eine Badestube. Wilsnaderstr. 37 wurde der Inhalt eines Schaufensters eingeäschert. Oberbürgermeister zwangen, aus dem Zuge auszutreten. Zur Sternberg- Affaire. Frau Miller geb. Fischer, die ehemalige Zuführerin Sternbergs, ist rechtzeitig vor Ablauf des freien Geleits wieder mit dem Dampfer Karlsruhe" nach New York Aus der Stadtverordneten- Versammlung. abgefahren. Ein Haftbefehl gegen den Kaufmann Arndt, der In der gestrigen Sigung hatte an Stelle des infolge eines zusammen mit Frl. Blatho der Beleidigung des Oberstaatsanwalts Unfalls behinderten Vorstehers Langerhans der Vorsteher- Stellver- Dr. Jfenbiel beschuldigt ist, war von der Staatsanwaltschaft wegen Eine große Ueberschwemmung hat in der Nacht zu gestern treter Michel et dem verstorbenen Bürgermeister Brint- der Höhe der zu erwartenden Strafe beantragt worden. Sowohl der einen Teil des Hauses Alexanderstr. 40 Heimgesucht. Hier befinden mann einen Nachruf zu widmen. Herr Michelet ist Mitglied der Untersuchungsrichter, wie das im Beschwerdewege von der Staats- fich u. a. das Secessions- Theater und ein Café. Daher muß aus jenigen Fraktion, die vor der Bürgermeisterwahl am heftigsten anwaltschaft angerufene Gericht haben jedoch diesen Antrag ab- Gründen der Feuersicherheit nach polizeilicher Vorschrift die Wassergegen Brinkmann gearbeitet hat und bei der Wahl selber geschloffen gelehnt. leitung ftets zugänglich sein und darf der Haupthahn nicht gesperrt für Meubrint eingetreten ist. Der Herr wußte sich indes aus der Eine Eisbahn mit freiem Eintritt befindet sich nahe dem werden. In der Nacht zum Donnerstag plaßte nun, wahrscheinlich Zwangslage, in die er sich versetzt fah, mit seiner wohleinstudierten Ringbahnhof Prenzlauer Allee. Hier liegt hart an der Prenzlauer infolge des starten Frostes, im ersten Stod des Vorderhauses in Rede ziemlich geschickt herauszuwinden. Allee ein mäßig großer Teich, der dazu dient, die Maschinen- einem Geschäftsraum der Uhrengroßhandlung von Blümchen ein Die zweite Lesung der Magistratsvorlage über die Abwässer einer benachbarten Fabrik aufzunehmen. Das Gewässer, Wasserrohr. Der Schaden wurde nicht wahrgenommen, da im König Friedrich- Stiftung", die die Versammlung gestern in deffen Mitte sich eine kleine Insel mit einer zierlichen Laube be- ersten Stock niemand wohnt. Das Wasser lief ungehindert aus zu erledigen hatte, war reich an erheiternden Momenten. Der findet, ist im Sommer zumeist von Enten bevölkert. Gegenwärtig und drang in einen zweiten Raum ein. Bald schwammen die Anlaß, der zu dieser Vorlage geführt hat, die gegenwärtig in tummelt sich darauf eine Schaar von Kindern, denen das umzäunte Regulatoren in der Flut umher, die auch durch die Decke sickerte Berlin herrschende Wohnungsnotist ja leider sehr ernst, Grundstück geöffnet und der Teich als unentgeltliche Eisbahn über- und diese beschädigte. Weiter floß das Wasser in das Erdaber daß die Debatte trotzdem oft recht amüsant wirkte, lassen worden ist. Allerdings bringt nur ein Teil der Kinder Schlitt- geschoß hinab in den Laden der Möllerschen Meerschaum- und Elfendafür sorgten die Freunde der Vorlage. Der groteste Ge- schuhe mit. Die Mehrzahl benutzt die Eisbahn, wohl meist in Gr beinwaren- Fabrit. Hier stand das Wasser schließlich einen Fuß hoch dante, mit dem lächerlich unbedeutenden Mittel einer Stiftung mangelung von Schlittschuhen, lediglich zum Schliddern". und vernichtete viele teils neue, teils zur Ausbesserung dem Geschäft übergebene Waren. Endlich sicherte das Wasser auch auf die Straße Der Kreis Niederbarnim hat nach dem borläufigen Ergebnis and wurde hier bon patrouillierenden Schuhmännern bemerkt der Boltzählung vom 1. Dezember b. 3. 292197 Ginwohner, tuos Da der Eigentümer nicht im Hause wohnt und die Verwalterin von 147 284 dem männlichen und 144 913 dem weiblichen Ges zufällig verreist war, wußte niemand, wo sich der Haupthahn be- fchlecht angehören. Vor fünf Jahren betrug die Bevölkerungsfindet. Es mußten daher erst Sachverständige geholt werden, die ziffer 229 233; der Kreis hat also um 62 964 Personen zu ihn fuchten und fanden. Erst dann konnte der Ueberschwemmung, genommen. die einen sehr großen Schaden angerichtet hat, Einhalt gethan werden. Aus den Nachbarorten. aid. Adlershof. Der Naturheilverein hält am Sonntag in dem gesperrten Lokal Kaiser Wilhelmsgarten, Kaiser Wilhelmstraße, eine Versammlung ab. Die Parteigenoffen wollen beachten, daß der Besizer des Lotals seinen Saal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stellt. Ju Ober- Schöneweide findet am Sonnabendabend 8 1hr bei John eine Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins statt. Gemeindevertreter Genosse John spricht über die Brandenburger Gemeindevertreter Konferenz mit Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse. Gäste haben Zutritt. die Gerichts- Beitung. Dermischtesen aufolge tourbe Zur Strandung des Dampfers ,, Ruffie" wird aus Marfeille berichtet, daß alle an Bord befindlichen Personen wohlbehalten find. Der Kreuzer Galilée" und der Schleppdampfer Travailleur" trafen gestern morgen in Sicht von Faraman ein, um dem Dampfer Russie" Hilfe zu leisten. Zwei andre Schiffe gehen ebenfalls in See, um sich an dem Rettungsversuche, der trotz der hohen See stattfinden solle, zu beteiligen. Aus Marseille wird weiter depeschiert: Etne aus Faraman heute früh 9 Uhr an die„ Société Générale des Transports maritimes" gelangte Depesche besagt, daß ein Boot sich an die Seite der Russie" gelegt hat. Um 8 Uhr wurde eine Verbindung mittels Seils hergestellt, um dem Dampfer Lebensmittel zukommen zu lassen und wenn möglich die Rettung zu versuchen. Das Wetter ist leidlich, ein Dampfer hält sich in einer Entfernung von 3/4 Meilen für alle Fälle bereit, man hat begründete Hoffnung, die Schiffbrüchigen, welche sich alle wohl befinden, retten zu können. Erdbeben in Schlesien. Schlesischen Zeitungen zufolge wurde Donnerstagmorgen gegen 33/4 Uhr in Hain im Riesengebirge ein stärkeres Erdbeben gespürt. In etwa zehn Sekunden eras folgten ungefähr zwölf anscheinend aus Süden kommende Stöße. In der Gebirgsstadt Glas wurde eine heftige Erschütterung in der oganzen Stadt wahrgenommen, Bimmerfachen gerieten start ins Einer Anklage wegen versuchter vorsätzlicher und vollendeter Schwanken und verursachten Geräusch. Ferner wurde in Friedland, fahrlässiger Tötung, die gestern das Schwurgericht des Görbersdorf und andren Orten eine anderthalb Sekunden anLandgerichts Berlin I beschäftigte, lag eine Revolveraffaire zu Grunde, dauernde Erschütterung beobachtet. Das Wetter war dabei flar mit im 40. Lebensjahre stehender Maurer Jul. Blod, ist verheiratet, hatte weise so heftig, daß es den Menschen, die im Bett lagen, so vortam, wie sie heutigen Tags leider nicht selten sind. Der Angeflagte, ein Mondschein und bei südlichem Winde. Die Bewegung war stellenfich aber 1895 von seiner Frau getrennt und lebte feitdem mit einer als ob sie in die Höhe geworfen und geschüttelt wurden, so daß sie Witwe Martha Schüler zusammen, zuletzt in dem Hause Dennewigstr.19. Infolge der Neigung des Angeklagten zum Trunke und der daraus erschrocken aus dem Schlafe auffuhren. Auch auf dem„ Weißen entstehenden Zerwürfnisse wurde das Zusammenleben getrübt, und Hirsch" bei Dresden wurde Donnerstag morgens 3½ Uhr ein im August machte Frau Schüler kurzen Prozeß: fie erklärte dem kurzer Erdstoß wahrgenommen. Angeklagten, daß sie nichts mehr mit ihm zu thun haben wolle, und Ebenfalls liegen aus Böhmen Mitteilungen über Erdbeben verbot ihm das Betreten der Wohnung. Der Angeklagte ging dann vor. Um 4 Uhr morgens wurde in Neustadt an der Mettau ein Johannisthal. Der socialdemokratische Verein in Johannes- auch, nahm aber ein Sparkassenbuch und eine der Frau Schüler startes Erdbeben verspürt. Auch in Nachod erfolgte ein thal und Nieder- Schöneweide hält seine Mitgliederversammlung am gehörige Nähmaschine mit. Auf eine von der Frau Schüler erstattete heftiger Erdstoß. Angeblich ist in einer Ortschaft das Schulgebäude 12. Januar, abends 81/2 Uhr, im Lokal von Franz ab. Tages- Anzeige wurde gegen ihn ein Ermittelungsverfahren eingeleitet. Diese stärker beschädigt. ordnung: Gründung eines Wahlvereins von Nieder- Schöneweide und ganze Angelegenheit scheint den Angeklagten sehr aufgeregt zu haben. Er Reichenberg, 10. Januar.( B. H.) Heute morgen 314 Uhr Wahl des Vorstands. fuchte sich mit Frau Sch. auszuföhnen und da diese nicht darauf eingehen wurde hier sowie in der Umgebung von Trautenau und Braunau wollte, wurde seine Erregung noch größer. Dazu kam, daß der Aus Nixdorf. Das definitive Resultat der Volkszählung wurm der Eifersucht an seinem Herzen nagte. In dieser Stimmung ein drei Sekunden dauerndes heftiges Erdbeben verspürt. vom 1. v. M. liegt nunmehr vor. Danach zählte Nixdorf insgesamt faßte er den Entschluß, die Schüler und sich selbst aus der Welt zu 8ittau, 10. Januar.( B. H.) Das Erdbeben, das heute früh 90 360 Einwohner, und zwar 44 622 männliche und 45 738 weibliche. schaffen. Er erzählte diesen Vorsatz einem andern Maurer, mit dem zwischen 3 und 1/24 Uhr in einem großen Teile Schleftens und In der Hermannstraße tam es gestern morgen zu einem heftigen er auf dem Wertheimschen Bau zusammenarbeitete, er gab Böhmens verspürt worden ist, ist auch hier und in der ganzen 8usammenstoß zwischen einem elektrischen Straßenbahnwagen biefem sogar einen Beutel mit Geld und taufte sich einen Laufis wahrgenommen worden. Ein gleiches wird aus Bauzen und und einem Giswagen der Firma Redlich in Briz. Der Kutscher Revolver. Nur mit Mühe gelang es, ihm den Plan aus aus der Dresdener Gegend gemeldet. Levandowski wurde dabei von dem Eiswagen herabgeschleudert und erlitt erhebliche Verlegungen, so daß er zunächst nach der Unfall- zureden; der Arbeitskollege hatte den Verkäufer des Revolvers station XII und von dort mittels Droschke nach seiner in der dahin verständigt, daß er ihm nur Plazpatronen verabfolgte, er verstand es auch, ihm listigerweise den Revolver vorzuenthalten, daRudowerstr. 36 belegenen Wohnung gebracht werden mußte. mit er fein Unheil damit anrichten sollte. Der Angeklagte war aber Schöneberg. Die Wahl von drei neuen Stadträten bald wieder im Befize der Schußwaffe und scharfer Patronen und und zwar von zwei besoldeten und einem unbesoldeten wird dem äußerte am 13. September mehreren Personen gegenüber: Nun werde nächst vom Magistrat verlangt werden. Ihr Eintritt dürfte schon er die Schüler und sich selbst erschießen; die Kinder würden in das zum 1. April erfolgen. Auch eine Vermehrung der Stadtve rordneten Waisenhaus tommen. Am 14. September ging er zur bon 48 auf 60 wird die Folge des rapiden Anwachsens Schönebergs Wohnung der Frau Schüler, die ihm auch Eintritt in die sein. Trotzdem die Finanzverhältnisse Schönebergs fleine Küche gewährte. Er sprach sich dort ganz verständig gerade nicht besonders günstige zu nennen sind, haben doch im mit der Frau aus, fie ließ fich aber von dem Vorsatz, von laufenden Etatsjahre einzelne Steuerpositionen recht erfreuliche ihm getrennt zu leben, nicht mehr abbringen. Er bat darauf, das Resultate gezeitigt. Die Einkünfte aus dem Berliner Ortsteil über Klosett benutzen zu dürfen, kaum hatte er aber den Korridor be schreiten das Soll um 80 000 m. Im Friedenauer Ortsteil find treten, als auch schon ein Schuß lostrachte. Frau Schüler warf bisher 30 000 m. mehr eingekommen. Ebenso liegt es mit der instinktiv die Küchenthür zu und drehte den Schlüssel um. Durch Hundesteuer. Nur die Umsatzsteuer bleibt wesentlich gegen die die Thür sprach sie mit dem Angeklagten und forderte ihn auf, Beranschlagung zurück, ein Beweis, wie günstig Wohngebäude heute die Wohnung fofort zu verlassen. Da er dieser Aufforderung nicht im Werte stehen. nachtam, tam der Frau der Gedanke, daß der Angeklagte Die Opfer des Brandunglücks in Köln wurden Donnerstag In der Gesellschaft von Damen der Halbwelt wurde vor- vielleicht durch die Thür schießen könnte, und sie hielt es vormittag zu Grabe getragen. Besonders großes Mitgefühl zeigte gestern von seinem Brinzipal in Berlin überrascht der Buchhalter daher für zweckmäßig, von der Thür wegzugehen. Ihre Be fich für den Inhaber des Ladens, der Frau und sämtliche Kinder Hanschte aus Potsdam. H., der seit Jahren in dem Kolonialwaren-, fürchtung wurde bald bestätigt, denn der Angeklagte schoß durch das Feuer verloren hat, sowie für den Arbeiter Schlemmer, Delikatessen und Buttergeschäft von W. Rohrschneider u. Söhne, wirklich. Die Küchenthür, welche ausgehoben und als Beweisstück der mittags, als er von der Arbeit nach Hause fam; seine Frau und Humboldtstr. 2, thätig ist, war von seinem Chef nach Berlin gesandt nach dem Schwurgerichtssaal geschafft worden war, ist von der Kugel sein siebenjähriges Kind als verkohlte Leichen vorfand. worden, um eine Rechnung von 5000 m. einzutaffieren. Spanschte ist gerade an der Stelle durchlöchert, wo der Angeklagte aus dem ge= Zu dem Funde in der Koniker Mordsache wird uns von sehr leichtlebig und hatte schon einmal dumme Streiche ge- führten Gespräch den Standort der Frau Schüler vermuten konnte. macht, sein Bater, ein auswärtiger wohlfituierter Die Kugel, die ihr hatte, dort gemeldet: Wie bereits telegraphisch mitgeteilt, sind bei der eigentliches Ziel verfehlt Kapellmeister, wieder gut machte. Er fehrte nun nicht nach traf mit einen fünfjährigen Knaben, der den Kindern hiesigen königlichen Staatsanwaltschaft das Jadett und die Weste Potsdam zurück, so daß sein Chef nach Berlin fuhr, um ihn dort der Frau Schüler in der Küche spielte, in den Ober- des ermordeten Gymnasiasten Ernst. Winter eingeliefert worden. aufzusnchen. Als er in einem vielfach von der Lebewelt aufgesuchten schenkel. Die an sich nicht gefährliche Wunde hatte einen Bund- Diefe Kleidungsstücke sind Mittwochnachmittag zwischen 3 und 4 Uhr Café Umschau nach dem Buchhalter hielt, trat dieser in fidelster Starrframpf im Gefolge, der Knabe mußte in das Krankenhaus durch Spielleute des 14. Jufanterie- Regiments in einer TannenStimmung in Gesellschaft von mehreren Damen der Halbwelt überführt werden und verstarb dort in turzer Zeit. Nach dem schonung in der Nähe des Weges nach Klein- Konig, links von dem herein und lief feinem Chef direkt in die Arme. Von den Gutachten des Sanitätsrats Dr. Mittenzweig ist der Tod eine von Konig nach Baudersdorf führenden Wege- zwischen Schüßenaufgefunden. Dieselben sind heute 5000 M. fehlten bereits ca. 1000 M. und da diese Summe diesmal Folge der Schußverlegung gewesen. Der Angeklagte war nach der Haus und Wilhelminenhöhe von dem Vater nicht erstattet wurde, so erfolgte die Verhaftung des That entflohen, wurde aber in Schöneberg festgenommen und der durch einen intimen Freund des Ermordeten, den Sekundaner Hans Schwerenöters. Kriminalpolizei überliefert. Er behauptete, daß er die Frau Schüler Boeck, auf das Bestimmteste als diejenigen des Winter wiedernur habe erschreden und bewegen wollen, mit ihm wieder zusammen erfannt worden. Während die Weste sehr sehr zerknillt ist, war das In der Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung zu leben. Staatsant. Liebenow hielt diese Ausrede nach der ganzen Jackett ziemlich unbeschädigt; doch war das Aermelfutter des erfolgte am Mittwoch zunächst die Einführung der neu gewählten Sachlage für eine ganz verfehlte. Er ersuchte die Geschwornen, die letzteren stark mit Blut durchtränkt. In der Tasche des Jadetts be Mitglieder Oberberghauptmann a. D. Freund und Prof. Dr. Klingen- Schuldfragen zu bejahen und mildernde Umstände auszuschließen. fand sich übrigens auch das mit E. W. gezeichnete Taschentuch, welches berg. Die hierauf vorgenommene Neuwahl des Vorstands ergab In Berlin fei es leider Mode geworden, daß Leute, die in der Liebe die Frauen Roß und Berg bekanntlich in der Lewyschen Wäsche be die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Von den zahl Schiffbruch erlitten, sich flugs einen Revolver kaufen, um damit die merkt haben wollten. Es gewinnt den Anschein, daß das ganze reichen Vorlagen, mit denen sich die Versammlung beschäftigte, rief treulose Geliebte und angeblich sich selbst zu erschießen. Das Verfahren in ein andres Stadium übergeht. Die umfangreichsten eine besonders lebhafte Debatte die Berichterstattung des Ausschusses lettere werde dann gewöhnlich vergessen. So fei es auch Ermittelungen sind wieder im Gange und sollen möglichst geheim geüber die Anwendung der landhausmäßigen Bau hier wieder der Fall gewesen. Leute, die fo leichtfertig halten werden. ordnung auf das nördlich von der Spandauer Chaussee auf mit dem Leben andrer Menschen spielen, verdienen feine Ein wahnsinniger Amtsrichter. Während des Vortrags des Westend gelegene Gelände hervor. Im Gegensatz zu dem Magistrat, der mildernden Umstände. Der Verteidiger Rechtsanwalt Leysersohn Unterstaatssekretärs Betri in der Konferenz praktischer Juristen zu für die landhausmäßige Bebauung eingetreten war, tam die Ber- führt aus, daß die Geschworenen den Angeklagten nur der versuchten Straßburg wurde ein Amtsrichter plöglich to bfüchtig und Sammlung, entsprechend den Vorschlägen des Ausschusses, zu dem nötigung für schuldig befinden könnten und machte eine Reihe unterbach den Redner mit den Worten:" Bum Kutut das verResultat, daß sich für jenen Stadtteil nicht die landhausmäßige Be- mildernder Gesichtspunkte geltend. Die Geschworenen bejahten dammte Gesetzbuch!" Der Kranke wurde in die Heilanstalt Stephansbauung, sondern die Bauordnung für die Vororte der Grundstücke zwar die Schuldfragen im Sinne der Anklage, billigten aber dem feld gebracht. Klasse I mit einigen Abänderungen empfehle. Außerdem nahm die Angeklagten mildernde Umstände zu. Der Staatsanwalt beantragte Versammlung folgenden, von Mitgliedern verschiedener Fraktionen 2 Jahre, der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr 6 Monate Ge In Konstantinopel wurde ein Best faII mit tödlichem Auseingebrachten Antrag einstimmig an:" Eine Aenderung der für die fängnis. gang festgestellt. Der Gesundheitsrat hielt Mittwoch eine außerStadtteile jenseits der Spree bestehenden Bauordnung würde eine befentiben und ist von einem diesbezüglichen Vorarbeiterschaft führt, wird aufs neue durch einen Beolbarbeiter der Gesammtinteressen der Der Ordnungskampf, den der Amtsvorsteher v. Oppen in ordentliche Sigung ab, in der alle notwendigen Vorsichtsmaßregeln Adlershof Stadt dortige socialdemokratische getroffen wurden. Große Schneefälle werden aus Südrußland gemeldet. In der gehen Abstand zu nehmen. Der Magistrat wird ersucht, in allen Fällen, in welchen er die Aenderung von Baupolizei- Ordnungen prozeß gekennzeichnet, den unser Parteigenosse Goldarbeiter Umgegend von Odessa blieben fünf Bersonenzüge infolge von Eichenjäger vor dem Schöffengericht in Köpenick zu Schneeverwehungen stecken, wodurch etwa 200 Personen in schlimme für erforderlich erachtet und die Anregung bei der Polizei- Ber- bestehen hatte. Der Anklage lag eine Aeußerung zu Grunde, welche Lage tamen. Es wurden 4000 Soldaten und Arbeiter entsandt, um waltung zu geben beabsichtigt, der Stadtverordneten- Versammlung Eichenjäger in einer Versammlung am 28. Oftober v. J. gethan den Schnee von den Linien wegzuschaffen. hiervon vorher Kenntnis zu geben. Werden derartige Aenderungen haben soll. Werden derartige Aenderungen haben soll. Am 8. Juli v. J. fand im Schmauserschen Lokale von der Polizeibehörde angeregt, so wird um vorherige Mitteilung ein geschlossenes Vergnügen des Rauchflubs Bascha" statt, ersucht, falls dies den Umständen nach angängig erscheint." welches selbstverständlich ohne gesetzlichen Grund vorher vom AmtsMarktpreise von Berlin am 9. Januar 1901 Weiter gelangten den Vorschlägen des Magistrats gemäß zur vorsteher v. Oppen verboten worden war. Abends gegen 8 Uhr nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Annahme die Vorlagen betreffend die Errichtung eines neuen Gymnasiums in der Wormserstraße, betreffend die wurde das Fest durch etwa 10 Gendarmen und Amtsdiener ge-*) Welgen, gut D.- Str. 15,40 15,32| Startoffeln, neue, D- Ctr. Errichtung einer neuen höheren Mädchenschule, betreffend waltsam beendigt. Gegen den Angeklagten wie auch gegen andre Teildie teilweise Ueberlassung von Räumen des neueu Erhebung einer Antlage aber nicht führte. Am 27. Oktober v. J. war nehmer am Vergnügen ward ein Vorverfahren eingeleitet, welches zur Bürgerhauses für 8wede des Krantenhauses und wiederum ein geschlossenes Bergnügen desselben Vereins angemeldet gegen die Stimmen der Socialdemokraten und einigen Freifinnigen worden; gewißigt durch den Mißerfolg des Einschreitens vom**) Gerste, gut Sie auf die Feier zum 18. Jamuar bezüglichen beiden Vorlagen. 8. Juli war eine größere Anzahl von Beamten beauftragt worden, Den Antrag auf Einrichtung eines Ashls für Obdachlose zogen die Antragsteller, Stadtverordneten Buchta und Genossen zu beobachten, ob das Vergnügen thatsächlich die Bedingungen **) Safer, gut einer geschlossenen Gesellschaft erfüllte. Diese Beobachtungen mittel zurück, nachdem der Magistrat erklärt hatte, daß das alte gaben dem Angeklagten Veranlassung, in der Versammlung Familienhaus vom 1. Juli ab ausschließlich für die Unterbringung am 28. Oktober das Verhalten der Behörde zu kritisieren und hierbei Mätstroh von Obdachlosen zur Verfügung stehe. Die Beratung, des Antrags soll er nach der Anklage geäußert haben, daß der Gendarm Reschke Wöllmer betr. eine Eingabe an das Staatsministerium gegen Grhöhung der Zölle auf Lebensmittel wurde wegen der vorgerückten sich die halbe Nacht in Civil um das Schmausersche Lokal herum- Erbsen getrieben habe. Bei der Verhandlung bestritt der Angeklagte, vom Speiſebohnen Beit vertagt. Im Laufe der Sigung ging ein von einer Reihe von Stadt- Herumtreiben" des Beamten gesprochen zu haben; er habe nur gesagt, Linjen *) ab Bahn und frei Mühle. daß der Beamte herumgelaufen sei. Vor der Bereidigung der verordneten verschiedener Parteien unterzeichneter Antrag ein, Gendarmen Reschte und Thörmer beantragte der Angeklagte, die**) frei Wagen und ab Bahn. an den Magistrat das Ersuchen zu richten, mit allen zur Produktenmarkt vom 10. Januar. Bei stillem Geschäft zeigte der Verfügung stehenden Kräften dahin zu wirken, daß seitens der Beugen nicht zu vereidigen, da sie ihm feindlich gesinnt seien, einen falschen Bericht an ihre vorgesetzte Behörde erstattet und in dem ab- Getreidemartt heute schwache Tendenz auf Realisationen, die durch Großen Berliner Straßenbahn den Berkehrsbedürfnissen entsprechend auf den nach Charlottenburg führenden Linien geschlossenen Strafverfahren gegen den Arbeiter Hildebrandt schwerfälligen Mehlabsatz der hiesigen Mühlen, die Fortdauer der günstigen die Zeugen Witterung und mattere nordamerikanische Notierungen gefördert wurden. ausreichende Wagen eingestellt und die Fahrzeiten diefer Linien wissentlich Falsches beschworen hätten, wodurch Die Lieferungspreise für Weizen gaben um 0,50 M., die für Roggen um Beweis hierüber antreten entsprechend festgesetzt werden und überhaupt daß ein besserer Ber- unglaubwürdig seien; 10 Pf. nach. Spiritus. 70 er 2ocospiritus 30g um 10 Pf. auf fehr als bisher gewährleistet wird, ferner daß die beabsichtigten zu können, beantragt er die Vertagung der Verhandlung und Ladung 25 M. nach. Hafer war bei ruhigem Verkehr feft. Rüböl ließ ferner um Aenderungen in den Berkehrsbewegungen rechtzeitig zur Kenntnis neuer Zeugen. Der Zeuge Reschte beantragte sofort die Proto- 44,90 W. an. follierung dieser Beschuldigungen, da er beabsichtige, Straf der Interessenten gebracht werden. Der Antrag wird in der nächsten Sizung, am 23. Januar, beantrag gegen den Angeklagten zu stellen, zog aber nach der Belehrung durch den Vorsitzenden, daß dem Angeklagten in diesem Fall der§ 193 zur Seite stehe, seinen Antrag zurück. Er Auf dem Auswanderer- Bahnhof Ruhleben bei Spandau bekundete aber, daß er erst auf Befehl seiner vorgefeßten Stationen bient als Lazarett zur Unterbringung ertrantter Auswanderer eine Behörde zur Stellung des Strafantrags veranlaßt worden mit recht dürftigen Einrichtungen ausgestattete Wellblech- Barade. fei. Die geugen wurden vorläufig unbeeidet vernommen. Während Diese hat sich längst als unzulänglich eriviesen und die beteiligten der Gendarm Thörmer mur befunden konnte, daß er sich nicht Dampfergesellschaften Norddeutscher Lloyd und Hamburg- Amerita- mehr genau auf den Wortlaut besinnen könne, aber der Auf- Swinembe. 769 SSD 3 wolfent. oder Hamburg nische Paketfahrt- Aktiengesellschaft sind von der Eisenbahnverwaltung fassung fei, daß der Angeklagte von Herumlungern Berlin neuerdings verpflichtet worden, ein Lazarettgebäude aus massivem Herumtreiben gesprochen habe, behauptete der Gendarm Reschke Mauerwerk, mit den erforderlichen hygienischen Einrichtungen ver- pofitiv, daß der Angeklagte den Ausdruck„ Herumtreiben" gebraucht Grantf./M. 767 Still sehen, auf ihre Kosten errichten zu lassen. Der Bau soll demnächst habe. Einen neuen Antrag des Angeklagten, die Verhandlung zu Wien 775 SSO 3 Nebel 9 in Angriff genommen werden. Die erkrankten Auswanderer haben vertagen, lehnte der Gerichtshof ab; die Gendarmen wurden verWetter- Prognose für Freitag, den 11. Januar 1901. Kur- und Verpflegungskosten an die Dampfergesellschaften, die auf eidigt und der Staatsanwalt beantragte 30 M. Geldstrafe, auf welche Ein wenig wärmer bei schwachen füdlichen Winden und zunehmender dem Bahnhof ihre Vertreter halten, zu erstatten. Bei Unbemittelten das Gericht denn auch erkannte. Außerdem wurde dem Gendarm Bewölkung; feine erheblichen Niederschläge Berliner Wetterbureau. tragen die Dampfergesellschaften die Kosten. Publikationsbefugnis zugesprochen. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil berantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. raten werden. anie die um den " " mittel gering 15,40 14,70 14,60 13,90 Eier 13,80 13,10 Karpfen 16,- 15,30 Aale 15,20 14,50 6, 4,50 mittel " " " gering *) loggen, gut mittel gering " 15,24 15,16 Rindfleisch, Keule 1 kg do. 15,08 15, Bauch 1,60 1,20 1,30 1" 14,30 " 14,22 14,14 14,06 Schweinefleisch 1,60 1,10 " " Kalbfleisch " 1,80 113,98 13,90 " Hammelfleisch Butter 1,60 0,90 " 2,80 2, 60 ind 5,50 3,20 1 kg 2,20 1,20 2,80 1,20 2,50 1,20 2,- 1, " " 7,50 6,82 Barsche 8,20 5,60 Schleie 40, 25,- Bleie 45, 25, Krebse 70,- 30, 1,60 0,80 3,- 1,20 1,40 0,70 per Shod 12, 2,50 Hen gering Bander 14,40 13,80 Hechte Witterungsübersicht vom 10. Januar 1901, morgens 8 Uhr. München Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 768 SSO 2 wollent. -wolfent. Zemp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 85aparanda 762 NO 7 Betersburg 771 S 2 bedeckt 766 OSO 3 wolfent. 6 Cort 7Aberdeen Baris 1Schnee 753 NNW 5 bedeckt 7612 2 bedeckt Temp. n. 6. Owa5°.= 4° N. t