Nr. 12. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Summer mit taluftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. D 18. Jahrg. 10 Dte Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonete zetle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erfte Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr. nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Englische Preßverhältnisse. London, den 10. Januar. Dienstag, den 15. Januar 1901. " " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Das war ein Blatt, das der Geschäftsmann, der Angestellte im Mit der Unaufmerksamkeit des Hauses hatten übrigens Eisenbahnwagen bequm lesen konnte, wenn er morgens in die City alle Redner zu kämpfen, besonders unser Genosse Horn, fuhr. Kein langer Leitartikel, der ein aufmerksameres Lesen er der die Zustände in den Glashütten und Schleifereien einer Ein Personalwechsel in der Londoner Journalistik wirft ein forderte, keine allzu ausführlichen Berichte: alles vielmehr nach dem eingehenden und fachkundigen Kritik unterzog. Von bürgerintereffantes Licht auf die Entwicklung der Breßberhältnisse in Princip der Tit Bits" der kurzen Bissen zubereitet, pikant licher Seite sprach noch der Pole v. Czarlinsti, England. und leicht berdaulich. Der Erfolg war folossal. In furzer Zeit hatte der seine berechtigte Beschwerde über willkürliche Abänderung Die„ Daily News", das lange Zeit meist gelesene und ange- Daily Mail" die Auflage der großen Blätter erreicht, heute dürfte polnischer Vornamen bei Eintragungen in das Standesamtssehenste Blatt des englischen Liberalismus, ist in andre Hände über- das Blatt von allen täglichen Blättern Englands die größte Verbreitung Register vorzutragen suchte, von dem Vicepräsidenten Büsing gegangen, oder richtiger, von den Anteilscheinen der Aktiengesellschaft, haben. Zu Anfang des Kriegs stieg sie auf eine Million. Seitdem aber zur Sache gerufen wurde. Der Staatssekretär des Innern der das Blatt gehört, ist die größte Partie in andre Hände über- ist der radikale Morning Leader", eines der ersten Halfpenny- muß zwar wissen, wann die Lachse in Holland laichen und gegangen. Die Herren Arnold Morley und Henry Oppenheim, Blätter, nach dem gleichen Muster eingerichtet worden, und von den wie hoch der Krankenversicherungs- Beitrag einer Berliner die weit über die Hälfte der Anteile eigneten, haben ihren Besitz einem Gebrüdern Pearson, zwei Journalisten, die es durch geschickte Lehrerin ist, aber die polnischen Eigennamen gehören doch Konsortium verkauft, das aus den Herren George Cadbury, Gründungen von Unterhaltungsblättern zu großem Vermögen ge- noch nicht zu seinem Ressort. Der freisinnige Abgeordnete Dr. Müller- Meiningen R. Lehmann und Mr. Leon besteht. Die Erstgenannten find liberale bracht haben, der„ Daily Expreß", gegründet worden, das woImperialisten Mr. Arnold Morley steht in feinem verwandtschaft- möglich noch mehr dem Geschmack der Masse entspricht, wie die wünschte eine Ausgestaltung des Gesetzes gegen den unlichen Verhältnis zu dem Alt- Radikalen John Morley. Er ist der vorerwähnten Blätter, sie jedenfalls an Strupellosigkeit im Auf- lauteren Wettbewerb und erteilte dem manchesterlichen StandSohn des reichen Nonconformisten- Häuptlings Samuel Morley und tischen und an Findigkeit im Auffischen von Sensationsnachrichten punkt und den Wahlfreissorgen seines Fraktionsgenossen Wiemer dadurch eine Lektion, daß er sich im Gegensatz zu war, nachdem er längere Zeit Einpeitscher der liberalen Partei ge- noch etwas übertrifft. wesen, im legten Gladstoneschen Ministerium General- Postmeister. Ueberblickt man morgens die Auslage der Zeitungshändler, dann diesem sehr energisch für das völlige Verbot der Verwendung Die neuen Inhaber, Mr. Cadbury und seine Freunde, find radikale sieht man sofort, wie sehr diese Halfpenny- Blätter die Benny- Blätter von Phosphor bei der Zündholzfabrikation aussprach. Den Schluß des Tags bildete eine Rede des noch nicht Anti- Imperialisten, Mr. Cadbury ist der Haupt- Inhaber zurückgedrängt haben. Es ist daher meines Erachtens auch sehr einer der größten Kakao- und Schokoladen- Fabriken Englands und fraglich, ob eine Frontveränderung irgend welcher Art genügen à la Klindowström gezähmten agrarischen Rösick e. Die Ver gehört, wie beiläufig seine beiden größten Konkurrenten würde, der„ Daily News" die frühere Position zurückzuerobern. Die bindung des Reichsamts des Innern mit Interessentengruppen in England, Die Tage soll erlaubt sein, wenn es sich um agrarische oder agrarfreundRowntree und Fry, der Sekte der Quäker größere Wahrscheinlichkeit liegt auf der andren Seite. an. Mr. Lehmann gehört einer aus Hamburg stammenden der radikaldemokratischen Penny- Morgenblätter scheinen mir gezählt. liche Verbände handelt. Tadelhaft ist sie nur, wenn durch Malerfamilie an an und ist ständiger Mitarbeiter des Wiz- Das bedeutet aber eine Steigerung des fapitalistischen Charakters solche Einflüsse hinter den Coulissen die schleunige Durchführung blatts Bunch". Mit dem Uebergang der Besigtitel ist auch eine der Zeitungsunternehmungen. Es werden immer größere Mittel des Fleischbeschau- Gesezes hintertrieben wird. Der Bund der Schwenkung in der Haltung des Blatts verbunden. Bisher vertrat erfordert, ein Blatt ins Leben zu rufen und über Wasser zu halten. Landwirte ist mit der doppelten Buchführung eben sehr vertraut. es in der Südafrika- Frage im wesentlichen die Politit der Re- Gäbe es nicht eine Reihe von Gegenfräften im nationalen Leben Zum Schluß richtete Herr Röside an den Staatssekretär mit gierung, von mum ab wird es sie bekämpfen und den Boeren- und wäre das„ Kapital" in Wirklichkeit die Einheit, die es großer Energie die Gewissensfrage, ob denn der neue Zollanwälten seine Unterstützung leihen. Der Posten des dem Begriff" nach ist, so wäre die Presse vollständig tarif noch in dieser Session kommen würde und ob die RegieChefredacteurs geht von Mr. Ed. T. Cook, der ihn bisher inne hatte, dem Kapitalisteninteresse überliefert. Immerhin wird, wenn rung auch entschlossen sei, die Handelsverträge rechtzeitig zu an Mr. Rud. Lehmann über, der des Redacteurs der Parlaments- man diese Entwicklung der Presse verfolgt, die Antwort des irischen fündigen. Graf Pofadowsky schwieg und Schweigen ist auch rubrik von Mr. Luch an Mr. Massingham, den einstigen Redacteur Nationalisten Tim Healy auf die von einem amerikanischen Blatt eine Antwort. des„ Daily Chronicle", und der des zweiten Redacteurs an gestellte Rundfrage begreiflich, welches die größte sociale Gefahr für Dienstag wird vor die Fortsetzung der Etatsberatung die Mr. Harold Spender, ebenfalls seiner Zeit Redacteur am„ Chronicle". das zwanzigste Jahrhundert sei. Sie lautete lafonisch:" Die Duellinterpellation Trim born eingeschoben. Soweit ist an der Sache nichts Außergewöhnliches. Wie Zeitungen." die Herren Massingham und Spender vor munmehr als JahresDie Etatsberatung im Abgeordnetenhause. Um noch einmal zur Personenfrage zurückzukehren, so stehen die frist wegen ihrer Bekämpfung der Chamberlain- Milnerschen obengenannten Journalisten sämtlich in der Socialpolitik auf sehr Jm Abgeordnetenhause begann am Montag die erste Politik aus dem„ Daily Chronicle" auszuscheiden hatten, weil die vorgeschrittenem Standpunkt. Der„ Jingo" Cook giebt da den Pro- Lesung des Staatshaushalts Etats. Ruhiger als Eigentümer des Blatts, die Gebrüder Lloyd, es für unpatriotisch Boers Lebmann, Spender usiv. nichts nach. Er ist einer der her- man nach den Vorkommnissen der legten Monate erwartet Hielten, jener Politik zu opponieren, so muß Mr. Ed. Cook jetzt vorragenden Rustinianer Englands und hat, unterstützt durch seinen, hatte, setzte die Kritik ein. Natürlich mußten alle Redner den feinen Platz räumen, weil die neuen Hauptaktionäre der„ Daily ans der Arbeiterklasse hervorgegangenen Kollegen Clement feit der letzten Session eingetretenen Wechsel in der höchsten News" durch Parteinahme für die Boeren die Sache des Friedens Edwards, sich große Verdienste um die Wohnungsreform, den Beamtenstelle des Staats streifen, aber keiner von ihnen in Südafrika am wirksamsten zu fördern glauben. Es ist das Kinderschutz und ähnliche Fragen erworben, sowie wiederholt mit fonnte sich dazu entschließen, die gesamte wirtschaftliche und Eigentumsrecht, das materielle Interesse oder je nachdem die Glück in kritischen Momenten die Schlichtung von Ausständen ver- politische Lage einer eingehenden Besprechung zu unter" Ball Mall ziehen. Die ganze Debatte trug den Charakter einer Ideologien der betreffenden Kapitalinhaber, welche in letzter Instanz mittelt. Als Kollegen in der damals radikalen die Haltung der Zeitungen bestimmen. Auch für Mr. Cook ist die Gazette" hatte er den jezigen Oberkommissar für Britisch- Südafrika, harmlosen Blauderei, wie man sie vielleicht am BierErfahrung nicht neu. Er war Chefredacteur der„ Ball Mall Gazette", Sir Alfred Milner. Mr. Harold Spender war verschiedene Jahre tisch zu hören pflegt, wie sie aber einer Volfsvertretung als dies bis dahin liberale Blatt von dem amerikanischen Millionär Docent für Volts- Hochschulkurse und hat dann längere Zeit in Lon- nicht würdig ist. Arbeiterfragen wurden nicht aufgeworfen, Aftor angelauft und in ein konservatives Organ umgewandelt wurde, doner Eastend verlebt, um das Leben und die Bedürfnisse der dafür hat das Bourgeois- Parlaments fein Interesse. Der und hatte, da er die Wandlung nicht mitmachen wollte, seinen Bosten untersten Boltsschichten genauer fennen zu lernen. Er tandidierte einzige, der auf eine Arbeiterfrage einging, war Graf Limzu verlassen. Mit ihm schied damals u. a. auch der obengenannte zu Anfang des Boerenkriegs bei einer Nachwahl in einem Eastend- burg Stirum( f.), nicht etwa um die Interessen der Harold Spender aus der„ Pall Mall Gazette" aus. Wahlkreis als Liberalradikaler, ward aber mit großer Mehrheit vom Arbeiter zu schüßen, sondern um den neuen Ministerpräsidenten, Was den Fall für die neueren Entwickelungen charakteristisch Kandidaten der Kriegspartei geschlagen. Amgin der übrigens der Sigung nicht beiwohnte, scharf zu machen für die Bekämpfung der Socialdemokraten. Und macht, sind die Umstände des Besizwechsels in der„ Dail News". teiner der nachfolgenden Redner hielt es für nötig, ihm zu Die Herren Morley und Oppenheim haben ihre Anteile verkauft, weil sie den Rückgang der Erträge nicht länger mit ansehen konnten Der erste Redner, der Centrumsabgeordnete Frigen, oder mochten. Ehedem war„ Daily News" für die Eigentümer eine Goldgrube. Noch vor acht bis neun Jahren erzielte Mr. Labouchere, rühmte die gute, ja glänzende Finanzlage und wies darauf hin, daß sich bereits Anzeichen des Rückgangs der wirtschaftals er seinen Anteil an das Blatt verkaufte, dafür die hübsche Summe von 90 000 Pfd. Strl. nahezu zwei Millionen Mart. Damals fette Montag die socialpolitische Debatte fort, die sich immer lichen Konjunktur bemerkbar machen, namentlich in der Textilmachte das Blatt glänzende lleberschüsse sie sollen sich bis auf bei der Beratung des Etats des Reichsamts des Innern ent- und Eisenindustrie, so daß man für die nächsten Jahre nicht 40 000 Pfd. Strl. und darüber belaufen haben. Heute deckt es spinnt. Zunächst gab die socialpolitische Leuchte des Centrums, mehr so gute finanzielle Ergebnisse erwarten dürfe. Weiter schwerlich seine Rosten, seine Auflage ist in rascher Progression ge- der Herr Kaplan Dr. Hitze, ein Pröbchen ultramontaner brachte der Redner die bekannten firchenpolitischen Forderungen fallen, während der Krieg wahrscheinlich seine Ausgaben sehr ge- Socialpolitik. Ueberall blies er zum Rückzug. Geht es nach des Centrums vor, betonte die Notwendigkeit eines Boltssteigert hat. seinen Wünschen, dann ist die 12000 Mart- Affaire begraben. schulgesetzes auf tonfessioneller Grundlage und zog auch die Die Alt Radikalen find schnell bei der Hand, für den Rüdgang Die Bäckereiverordnung soll nach den Wünschen der Bäcker- Frage der Reform einer Kriminalpolizei in den Kreis des Blatts seine Haltung in der Boerenfrage verantwortlich zu meister und ihrer Freunde auf der Rechten zurückrevidiert seiner Betrachtungen, ohne indes positive Vorschläge zu untermachen. Aber die guten Leute haben ein kurzes Gedächtnis. Als werden usw. So versagt das Centrum in allen entscheidenden breiten. Ungefähr in demselben Sinne äußerte sich Graf die Herren Lloyd vom„ Daily Chronicle" Ende 1899 ihren Arbeiterfragen. Was haben dem gegenüber die unverbind- Limburg Stirum( f.), der wie alljährlich das Reich zur Redaktionswechsel eintreten ließen, hieß es umgekehrt: die bis dahin lichen Redensarten auf sich, die Herr Hiße über die Not- Vorsicht in seinen Ausgaben mahnen zu müssen glaubte, ohne boerenfreundliche Haltung jenes Blatts habe einen so starten wendigkeit eines rascheren Tempos in der Socialpolitik zum zu bedenken, daß ja seine Freunde mit daran die Schuld Abonnentenschwund zur Folge gehabt, daß das Finanzinteresse der besten gab. or tragen, daß infolge der immer steigenden Ausgaben für Heer, Befißer den Frontwechsel dittierte. Die cine Lesart widerspricht der Die weitere Debatte wurde fast ausschließlich von unsren Flotte und Weltmachtspolitik die Finanzlage von Jahr zu andern. Thatsächlich ist denn auch die Haltung der" Daily News" Rednern beherrscht. Genosse Hoch beleuchtete in einer längeren Jahr schlechter wird. Größer als die Reden der Vorredner war die des Aban ihrem Rüdgang sehr unschuldig. Das Blatt weicht nicht der Rede die socialpolitische Unfähigkeit und Rückständigkeit des Konkurrenz von Gegnern seiner Stellung zur Südafrika Frage, es Reichsamts des Innern. Sein besonderes Thema war der geordneten Richter( frf. Bp.) angelegt. Die Kritik wird erdrückt durch billigere, die Sensation stärker fultivierende, Bauarbeiter- Schutz und die unzweckmäßigeu Maßnahmen, die der Miquelschen Finanzpolitit, der Nachweis, daß trotz hohen Eisenbahn- Ueberschüsse keine Tarifreformen neuen Preßthpus Von den Graf Posadowsky ergriffen hat. Graf Posadowsky gab sich der repräsentierende Blätter. Abnehmern, die es verloren, sind fünf Sechstel, wenn nich mehr, an wieder als ganz verkannte Unschuld und der sächsische Ge- zu erwarten sind, die Gegenüberstellung der Finanzwirtschaft „ Daily Mail" und" Daily Expreß" übergegangen, das erstere liberal-, heimrat Dr. Fischer wiederholte seinen Versuch, dem social- im Reich und in Preußen machten schließlich Eindruck auf das das letztere unionistisch- imperialistisch. Beides Halfpenny- Blätter mit demokratischen Hezer eins auszuwischen, der das schöne und Haus. Sehr glücklich und geschickt operierte Herr Richter gegen den enormen Auflagen. ungetrübte Verhältnis zwischen Arbeitern und Unternehmern, gegen seinen alten Gegner Miquel und Die ersten Versuche, Morgenblätter in London zu einem Half- Regierungsorganen und Arbeitern störe. Der Geheimrat Minister des Innern in der Frage der Reform der penny( 4/6 Pf.) pro Nummer herauszugeben, wurden Anfang der Werner, ein recht junger Herr, nahm das von Wurm heftig Kriminalpolizei, der Theaterzensur und der Spreepräfektur; neunziger Jahre gemacht, waren aber damals nicht sonderlich erfolg- angegriffene ungeschickte Register zu den Berichten der Fabriker verstand es, die Lacher auf seine Seite zu bringen, und Schuß, wenn er auch ber- insbesondere als er den Konservativen vorhielt, daß reich. Die Blätter blieben in Ausstattung und Redaktion so inspektoren diesmal von ihnen nicht abweit hinter den großen Penny- Blättern zurück, daß sie diesen sicherte, daß nicht getränkter Autorenstolz ihn zur Ver- die Kanalvorlage diesmal wenig Boden abgewinnen konnten und demgemäß ein recht teidigung dieser mißlungenen Arbeit antreibe, so zeigten seine gelehnt, sondern angenommen oder verschleppt werden pretäres Dasein führten. Anders als vor bald fünf Jahren Worte und die temperamentvolle Art seines Vortrags doch, würde. Schon die beiden Vorredner hatten die KanalSowohl der Vertreter des Centrums Gebrüder Harmsword mit der„ Daily Mail" auf die Bühne traten. wie schwer er gekränkt worden ist. Besonders angethan hatte vorlage erwähnt. Hier wurde dem Bublifum für einen Halfpenny ein Blatt geboten, es ihm der gut geprägte Ausdruck unsres Genossen Fischer als auch der der Konservativen haben offenbar Furcht das in der„ Mache" den großen Blättern nichts nachgab, in der vom meinungslosen Geheimrat. Er hatte sich da eine ver- vor einer Auflösung des Landtags im Falle einer Fülle der Nachrichten sie nahezu erreichte, fie an Uebersichtlichkeit nichtende Erwiderung zurecht gelegt, die er mit großem nochmaligen Ablehnung des Kanals. Diese Furcht ist allerübertraf, und in der Behandlung des Stoffs dem Geschmack und Aplomb bortrug, die leider aber nicht einmal bei den An- dings unbegründet, zu einer Auflösung wird es nicht kommen, die Vorlage wird auch nicht verschleppt, sondern glatt anBedürfnis der Masse der Leser die größten Zugeständnisse machte hängern der Regierung einschlug. einen Politische Uebersicht. Der Reichstag in Berlin, den 14. Januar. erwidern. 1 genommen werden und die Agrarier aller Richtungen werden dafür durch höhere Zölle belohnt werden, spielten doch die Herren Fritzen und Graf Limburg schon ganz deutlich den neuen Zolltarif an! Nach Richter erhob sich endlich Herr v. M i q u e l. um zunächst seine Finanzpolitik wieder einmal alS die einzig richtige zu preisen und sodann einige Worte gegen den Kanal zu sagen. Zwar betonte er, daß er niemals eine Vor- läge energischer vertreten habe, wie die Kanalvorlage, aber die Art und Weise, wie er über den Kanal sprach und das, was er vorbrachte, läßt keinen Zweifel, daß er auch in dieser Session die Rolle des Achselträgers spielen und den Agrariern gute Ratschläge erteilen will, wie sie die Kanalvorlage zu Falle bringen können. Machte er doch Herrn Richter, der warm für den Kanal eingetreten war, den Vorwurf, seine Rede sei nicht geeignet, den Kanal zu fördern, sondern sie bewirke eher das Gegenteil. Also weil Herr Richter für den Kanal ist, sollen die Agrarier dagegen stimnien! Nachdem noch der Minister des Innern, Frhr. v. Rhein- b a b e n. in nicht ernst zu nehmender Weise die Angriffe gegen sein Ressort verteidigt, S a tt l e r(natl.) einen echt nationauiberalen Eiertanz aufgeführt hatte, wurde die weitere Beratung auf Dienstag vertagt.— Socialpolitik und Spreepräfektur. Im klbgeordiletenhaiise hat am Montag der Minister des Innern, Rheinbaben, die Notwendigkeit einer schärferen Sie- ciufsichtigung der Berliner Stadtverivaltung durch die Errichtung einer Spreepräfektur damit zu beweisen gesucht, bah die Stadt Berlin ihren socialen Pflichten gegen die ärmeren BcvölkerungSklassen nicht gerecht werde. So gern wir auch bereit find, mit Genugthuung festzustellen, dah der Minister in der Beurteilung der Berfehlungen des herrschenden Kommunalsteisinn» zur Höhe der socialistischen Kritik emporgestiegen ist, so sehr setzt es uns in Erstaunen, dah die Einsicht darüber, welche Mittel der Bcflening anzuwenden seien, nicht in demselben Grade gewachsen ist, wie seine Klarheit über den socialpolitischen Bankrott des herrschenden StadtkliingelS. Herr v. Rheinbaben lveih doch so gut wie wir, dah auch der prenhische Staat auf allen Gebieten socialer Fürsorge völlig versagt hat, daß seine sociale Thätigkeit noch weit unter dem Mah frei- sinniger Socialpolitik steht. Der prenhische Staat, der in der Hörigkeit des JunkertunrS schmachtet, könnte gar nicht, auch wenneres wollte, irgend eine befreiende That socialer Richtung wagen. Wie kann angesichts dieser Dhatsache Herr v. Rheinbaben hoffen, dah die Einsetzung eines neuen hohen BerwaltungSbeamten die städtische Socialpolitik fördern könnte, es mühte denn sein, dah er nur an Kirchenbauten und ähnliche Mahnahmen gedacht hat, die in gewissen Kreisen auch unter die Fürsorgeleistimgen für die Armen gerechnet werden I Die Ver- schärfung der preußischen Staatsaufsicht kann die Verhältnisse nur noch verschlimmern. Wenn eS dem Minister Rheinbaben thatsächlich mit seinen socialen Vemühnngeu Ernst ist, so giebt es nur ein Mittel, wie er seine Absichten sicher durchsetzen kann. Er bringe ein Gesetz ein und setze seine Annahme mit allen Mitteln durch, da» in Staat und Gemeinde das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht gewährt. Wir verbürgen uns dafür, dah Herr v. Rheinbaben dann nienmls mehr über Der- nachlässigung der socialen Pflichten zu klagen haben wird.— »* « Deutsches Weich. Bernstein und Motteler. Der„Hamburgische Korrespondent" berichtet: „Der bekannte socialdemokratische Schriftsteller Eduard Bernstein wird demnächst»nbrhelligt nach Deutschland zurückkehren können. Als Redacteur des„Socialdemokrat", der in Zürich während des SocialistengesetzeS in de» 30 er Jahren er- schien, hatte Bernstein sich eine Anzahl von Anklagen bei deutschen Gerichten zugezogen, deren Verjährung bis jetzt durch die ständige Erneuerung der staatsanwaltlichen Anträge ver- hindert wurde, so dah Bernstein bei einer Rückkehr nach Deutsch- land sich einer Menge von Prozeffen und vermutlich schweren Bestrafungen ausgesetzt hätte. Er ging deshalb, als er auch aus der Schweiz ausgewiesen wurde, nach England und lebt seit etwa 10— 12 Jahren in London. Bor einigen Monaten hat die Schweiz den Ausweisungsbefehl aufgehoben, und nunmehr hat auch die prenhische Justizbehörde beschlosien. Gras über Dinge wachsen zu lasten, die 16—20 Fahre zurückliegen. Eine Erneuerung der Anklagen ist unterblieben, damit wird am t. Februar d. I. Verjährung eintreten und der Rückkehr Bernstein? nach Deutschland steht nichts mehr im Wege."' Die Meldung des Hamburger Blatts ist nach unsrer Kenntnis der Thaffachen zutreffend. Sie ist aber nicht vollständig. Neben Bernstein kann nunmehr auch sein Leidensgenosse Motteler, der „rote Postmeister", der die Expedition des„Socialdemokrat" besorgte, in die Heimat zurückkehren. Auch gegen diesen Gefährten Bern- steins im Londoner Exil ist der Steckbrief nicht erneuert worden; in Mottelers Fall ist die Verjährung bereits Anfang Januar ein- getreten. Die beiden tapferen und verdienten Vorkämpfer de§ Proke- tariats, die in der schwersten Zeit der Partei auf vorgeschobenem Posten standen, können somit endlich nach langen Jahren der Ver- bannung das Vaterland wiedersehen, an daß sie Familie, Freunde und Waffenbrüderschaft fesseln. Die Einbringung des Zolltarifs im Reichstag wird von Schweinburg für Frühjahr angekündigt. Der Osfiziosus Miqnels versichert, daß alles gethan werde, um diese Absicht zu verwirkliche». Bewähren sich diese Bersichernngeu. so dürfte sich der Reichstag dann im Sommer vertagen und im Herbst mit der Beratung des Zolltarifs fortfahre», der die g r ll n d l i ch st e und e i n g e h e n d st e Erörterung bedarf und auch finden dürfte. Graf PosadowSky verdirbt es immer mehr mit seinen Freunden. Die„Kölnische Zeitung" rüffelt ihn, weil er in einem„unglücklich gewählten Wort" die Socialdemokratie im Reichstag als Arbeiter- Partei bezeichnete, unwillkürlich den Thatsachen die Ehre gebend. Die„Berk. Neue st. Nachrichten" sind ihrerseits erstaunt, daß Graf PosadowSky nichts davon weih, dah der Central- verband den russischen Handelsvertrag gemacht hat. Wenn der Herr Staatssekretär sich über die Richtigkeit jener That- fachen weiter informieren wolle, so brauche er nur die . damaligen deutschen Unterhändler. an deren Spitze der jetzige Staatssekretär des Neichsschatzamts, Freiherr v. Thielmann, stand, beziehungsweise die Mitglieder des wirtschaftlichen Ausschusses, die danials an der Spitze des Zollbeirats standen, die Herren Geh. Kommcrzienräte Möller und Vogel und den Herrn Vergrat Wachler zu fragen; er werde von diesen sicher die gewünschte Auskunft er- halten können. Wahrhaftig, Graf PosadowSky befindet sich einer Lage, um die ihn niemand beneidet l— Ei» unersetzlicher Verlust droht das parlamentarische Levrsi zu treffen. Herr v. F r c g e, der Vater der grünen Jungen, der Freund der Preßjünglinge, der Vicepräsident des Reichstag? und Präsident der Sprachkunst, will nach Ablauf der Session das parlamentarische Leben lassen. Die Journalistentribüne wird, wenn Herr von Frege seine Drohung wahr macht, vor Gram erblassen, die stürmische Heiter- keit tvird aus dem hohen Hause verschwinden, und die konservative Partei wird ihren Verstand verlieren. Herr v. s�rege wußte als Vicepräsident König Solomon und Wippchen in semer Person zu vereinigen. Er griff mir selten ein, aber wenn er eS that, erbebte das Haus unter seinem Griff. Wenn sich der Wackere den Entschluß doch noch einmal über» legen möchte I Zum Hypothckenbankkrach. Warum die Pommersche Hypotheken- bank plötzlick zu der Erkenntnis gekommen ist, dah sich keine Bilanz mit Dividende anfftellen läßt, während sie vor einem Mona noch 7 Prozent in Aussicht gestellt hat, das mag ein sehr ver- ständiger Ministrrialerlah über die Hypothrkrnbanl- Bilanzen erklären. Der Laiidwirtschastsministcr hat angeordnet, dah die Hypothekenbanken ihre eigenen von ihnen zu niedrigeren Kurse» „hereingenommenen", d. h. zurückgekauften Pfandbriefe nur mit dem Kurs- oder dem Ankaufsivert, nicht mit dem Nenntvert in die Bilanz tellen dürfen. Die Pommersche Hypothekenbank— die in der Behren- trahe in Berlin einen Geschäftspalast besitzt— hat, um die Kurse zu halten, große Betröge ihrer Pfandbriefe„hereinnehmen" müffcn, und sie soll dazu mit erheblichen Verlusten gute Hypotheken ans ihrem Besitz verkauft haben. Nun ist es aber be- dciillich, dah eine hiesige Kreditbank sich bereit erklärt hatte, der Pommersche» Hypothekenbank Vorschüsse zu jenem Zweck zu machen, wenn die letztere ihre inneren Verhältniffe offen darlegen wollte. Sie hat daS aber nicht gethan. Warum nicht? Der Schluß liegt nahe, dah die Pomnierische Hypothekenbank irgend ein dunkles Departement hat, das ebenfalls mit Terrains Not leidet. Es scheint, dah die Kritik an der Treuhand-Gesell- s ch a f t auf die Behörde nicht ohne Einfluß geblieben ist. Die den Pfandbriefgläubigern angesonnene ZinSreduktion soll von der Aufsichtsbehörde n'icht genehmigt worden sein. Die Aufsichtsbehörde hat oen Treuhänder der Grundschuld- bank Justizrat Eugen Zentzytzki abgesetzt. Herr Rtunckel scheint als Syndikus noch zu amtieren. Auf den 6. Februar ist eine Aktioilärversammlung der Aktiengesellschaft für Grundbesitz und Hypothekeuvcrkehr einberufen, um die Liquidation zu beschliehen oder dcu Konkurs einzuleiten. Bei dieser großen Terraingesellschaft ist Herr Munckel im AnfsichtSrat.— Ehrung SaladiuS durch Wilhelm ll. Wie wir einem spaltenlaiigen Bericht der.Nordd. Allg. Ztg." entnehmen, legte der deutsche Konsul in Beirut am 12. Dezember einen kunst- voll gearbeiteten Kranz im Namen Wilhelms II. am Grabe des SultanS Saladin in Damaskus nieder. Der Konsul er- imierte dabei die dem Festakt beituohnenden türkischen Würdenträger an die Worte deS deutschen Kaisers, die er bei seinem zwei Jahre zurück- liegenden Besuche von Damaskus an die Vertreter der Stadt gerichtet habe: er fühl« sich im Herze» bewegt bei dem Gedanken. a» der Stelle zu iveilen, wo einst einer der ritterlich sie» Herrscher aller Zeiten, der große Sultan Saladin. ge- herrscht hat, ein Ritter ohne Furcht und Tadel, der seinen Gegnern oft genug zeigen muhte, worin ivahre Rit'terlichkeit und echte Gottesfurcht be- steht. „Seine Majestät der Kaiser, fuhr der Konsul fort, hatte da- mals mit Ihrer Majestät der Kaiserin daS Grab Sultan SaladiuS persönlich besucht und zum Zeiche» seiner Verehrung für diesen großen Herrscher an dessen Sarg einen Kranz, dessen Reste wir hier noch heute sehen, niederlegen lassen. Seine Blätter sind jetzt vergilbt uud seine Blumen vertrocknet. Um dem An- denken Saladins des Großen ein dauerndes Merkmal seiner Hochachtung zu widmen und zugleich ein dem Zahn der Zeit mehr Widerstand leistendes Zeichen zur Eriimeriuig an seinen Besuch dieser geweihten Stätte zu hinterlaffeu, bat Seine Majestät der Kaiser deutschen Künstlern die Aiifertigung eines Kranzes aus Metall, würdig dem Andenken des hier zur ewigen Ruhe gebetteten Toten, anbefohlen." Sultan Saladin ist eine jener Herrschcrgcstaltcn, denen die alle Blutthatcn sorgsam registrierende Geschichtsschrcibnng den Bei- namen des„Großen" zu verleihen pflegt. Immerhin vergessen die Historiker nicht, neben der diesen orientalischen Herrscher ans- zeichiieuden Tapferkeit und in Augenblicken edlerer Wallung bekundeten Großmut auch dessen Roheit, Raub- gier und Grausamkeit hervorzuheben.— Das Expcrimeutiercn mit Uniformen soll angeblich fort- gesetzt ivcrden.„Bon gut unterrichteter Seite" geht der.Königs- berger Allgcm. Ztg." folgende Stachricht zu: Veräuderuiigen in der militärischen Uniform ivcrden in nächster Zeit, vielleicht ichon zum 18. Januar, erwartet. Es handelt sich im Ivcsentlichen»mi Abschaffung des sogeuaiinten„Ucberrocks", au dessen Stelle für den Dienst ein litewkeuartiger Waffen rock nach östreichischcm Schnitt in grauem Tuch treten soll, mährend der bisherige blaue Waffenrock nur für Parade» und Gesevschastszwecke dienen soll. Auch sollen in der ganze» Armee durchweg die hellgelben natur- farbenen Stiefel, wie sie bisher nur die Jäger zu Pferde trugen, eingeführt werden.— Ausland. Oestreich-Nngarn. Wie«, 14. Januar. Bei den heutigen Wahlen des Groß- grundbesitzes wurden in Goerz und Jstrien je ein liberaler Italiener, in Schlesien 3 verfasimigstreiie Deutsche gewählt. Der Besitzstand ist unverändert. Der Großgrundbesitz in Tirol wählte die Kompromiß- liste, nämlich 2 verfassuugstreue Deutsche, darunter Grabinayr, einen Italiener und einen Konservativen.— Frankreich. Die zweijährige Dienstzeit und das franco-russische Bündnis. Dem„Gaulois" zufolge soll die französische Regierung den« russische« Kaiser die Versicherung gegeben haben, dah die zweijährige Dienstzeit in Frankreich nicht durch- gesetzt würde. Ferner sollen Unterhandlungen zwischen den Regierungen gepflogen werden über ein vor siebe» Monaten zwischen Frankreich und Ruhland begonnenes Fiiianzunternehmen. Nach dem Kommentar, den das nationalistische Blatt zu der Mitteilung giebt, findet dasselbe es ganz in der Ordnung, daß Ruhland Frankreich Vorschriften über seine politischen Angelegenheiten zu machen wagt!— Italien. Rom, 11. Januar.(Voss. Ztg.") ES werden neuerdings aus verschiedenen Laudesteilcn, so aus dem Römischen, Neapolitanischen, den Marken. Sizilien Vaucruunrnhcn gemeldet, die ihre überein- stimmende Ursache in dem Verlangen der armen Landbevölkerung nach Aufteilung des Gemeindelands oder gewisser Latifundien haben. Ernste Unruhe» werden ans Eboli und Saleruo gemeldet, wo das ausgedehnte Weideland der Gemeinde großenteils cm die wohlhabende» Grundeigentümer verpachtet ist. Die Kleinbauern und ländlichen Tagelöhner wollen, daß man es ihnen in Erbpacht gebe, und haben schon öfter lärmende Kundgebungen zu diesem Zwecke veranstaltet. Ihre Lage verschlechterte sich und ihr Unwille stieg noch, als die von einer englischen Gesellschaft geplante Anlegung einer Zuckerfabrik und Einführung der Rübenkultur an dem Widerstande des Gemeinderats scheiterte. Beschäftigungslose gewerbliche Arbeiter vereinigten sich mit den Landleuten, und vorgestern durchzogen ihrer 600 unter Vorautragung einer Fahne und den— aus der Zeit der „fesci" erinnerlichen— Rufen:„Es lebe der König! Nieder mit dem Gcmeinderat! Wir wollen Aufteilung des Lands!" die Straßen von Eboli. Lärmend drangen sie in das Rathaus ein. und es kani zum Handgeniciige mit den herbeigeeilten Schutzleuten und Carabinieri, die blinde Revolverschüsse abgeben muhten, um die Menge ein- zuschnchtem. Es gelang schließlich, sie zu zersprengen, ivobei mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Aus Salerno wurde Militär herbeigerufen.— Ruffland. Das Neichöbudget für 1S01 ist veröffentlicht worden. An Einnahmen werden aufgeführt: Ordentliche 1730096006 Rubel, auherordcntliche 1 600 000 Rubel, aus freien Baarinitteln der Reichsrcntei 66 386 000 Rubel, insgesamt 1 738 482 006 Rubel; an Ausgaben: Ordentliche 1666 662 556 Rubel, außer- ordentliche 131329 460 Rubel, insgesamt 1 738 482 006 Rudel. Von ordentlichen Ausgaben entfallen auf Zahlungen für Anleihen 274 S09 743' Rubel, oberste Regterungsbehörden 8 155 401 Rubel, Heiligen Synod 23 733 309 Rubel, Hofministerinm 12 715 243 Rubel, Ministerium des Auswärtigen 6 289 074 Rubel, des Kriegs 324024871 Rubel, der Marine 93697666 Rubel, der Finanzen 306 833 826 Rubel, der Landwirtschaft 40 728 781 Rubel, des Inner» 87 660199 Rubel, des Unterrichts 33 076 518 Rubel, des Verkehrs 883 143 456.Rubel, der Justiz 46 227 606 Rubel, auf die Kontrolle 711Y716 Rubel. A» Ein- »ahmen erwartet man: n» direkten Steuern 127 172 906 Rubel, in- direkten Steuern 652 310 800 Rubel, Zöllen 88 916 729 Rubel, Regicrungsregalien 227 999 900 Rubel, aus Stantseigeutum und Kapitalien 465 335 362 Rubel. Loskaufzahluiigen 83 906 500 Rubel, Veräußerungen von Reichsdommicii 573 291 Rubel. Ltompeusation der Ausgaben der Reichsreutei 72 917 197 Rubel. Die ordent- lichen Eiimahmen übersteigen die ordentlichen Ausgaben um 73 443 450 Rubel. Dem zahlenmäßigen Bericht ist eine ausführliche Erklärung bei- gegeben, die sich nicht nur über die Finanzlage sondern auch die ganze Politik Rußlands ausläßt. Die direkten Ausgaben für die militärischen Operationen in O st a s i e n werden für 1900 auf 61,9 Millionen Rubel geschätzt, wozu jedoch noch bedeutende Bewilligungen an Eiscnbahn-Gcsellschaften in der mutmaßlichen Höhe von 82 lRillionen kommen. Konstatiert wird die mißliche Finanzlage, die aus die Ereignisse in China zurückgeführt tvird. Zum Schluß wird die Friedensliebe des Zaren in allen Tonarten gefeiert. „Das tröstliche an diesen Ereignissen ist, daß sie mit schlagender Klarheit die ganze Aufrichtigkeit der friedlichen Gefühle erkennbar machen, von denen der russische Monarch beseelt ist. Sein erhabenes Wort, das alle uud jeden zum Frieden rief und die friedlichen Absichten Rußlands verkündete, ist ein hehreS, ein christliches Wert gewesen. In dieser schwierigen Lage der chinesischen Wirren waren alle Ge- danken des Oberhaupts der russische» Nation auf die Erhaltung des Friedens gerichtet. Nur durch die Notwendigkeit und den Zwang, seinen Vertreter in Peking zu verteidigen und das Leben der Russen und andrer Europäer zu schützen, begann Ruß- laud eine Reihe von militärischen Operationen, die zur Ein- »ahme Pekings führten. Gleichwohl arbeitet Rußland au der schnellen und allgemeinen Beruhigung und der Wiederherstellung unverändert wohlwollender Beziehungen zu dem chinesischen Reich. Sobald die unmittelbaren und drängenden Aufgaben erfüllt sind, entfernt Rußltwd seine Truppen aus Peking und schreitet zur Ver- Minderung der Streitkräfte i» der Mandschurei. In der Verteidigung seiner Grenze hat Nußland in China selbst alles das erftillt. was ihm die Pflicht als christliche Macht zur Unterdrückung des Anfstands gebot. Nicht die Aussicht auf Vorteil, sondern has Bewußtsein der Gemeinsamkeit mit der ganzen Menschheit hat uns so handeln lassen. All' dies bezeugt unwiderleglich, daß Nuhlaud im höchsten Grade friedlich gesinnt ist. Rußland braucht keine Gefahr zu fürchten, woher sie auch immer kommen könnte, Rußland, da» von heut« zu morgen so ungeheure Streitkräfte entfalten konnte. Aber unser Staat macht auS seiner Macht nicht die Elemente geheimer egoistischer Berechnungen. Der russische Kaiser ist bei seinen friedlichen Absichten ein großer christlicher Fürst, der keinem andre» Antriebe als dem seines Herzens folgt und mir von der idealen Wahrheit und dein Wohle der Menschheit ge- leitet wird" Die russische Friedensbotschaft, die jetzt bei der Beunruhigung, die die Annexion der Mandschurei hervorgerufen hat, zur trost- bedürftig rechten Zeit kommt, wird natürlich alle englischen Be- fürchtungen sofort niederschlagen.— Der Beeren-Krieg. Englische Schlappe bei Belfast. 700 Boercn griffen bei Belfast den Außenposten an, der von 60 Mann des Royal Jrish Regiments verteidigt wurde, diese kämpften tapfer mit Messern und Bajonetten, bis nur 20 Mann übrig blieben, die sich ergäbe n. Schließlich wurden die Boereu von Gordon-Hochläudern rmd andren Truppen ans ihren Stellungeir vertrieben. Unter den getöteten Boercn befand sich der Sohn des Kommandanten Viljoen, bei dessen Leiche eine Depesche Bothas an Viljocn mit der Weisung, den Spitzkop einzunehmen, vorgefunden wurde. Der Spitzkop wurde später angegriffen, die Boercn jedoch mit Verlust zurückgeschlagen. Ueber weitere Gefechte berichtet Lord Kitchener vom 13. Januar auS Pretoria: Es haben verschiedene Gefechte stattgefunden, in denen dieBoeren zurückgetrieben wurden. Beiderseitige V e r l u st e g e r i» g. In einem Gefecht beiSenekal fielen Kommandant Duprez und acht Boeren. Bewegungen sin der Kapknlonie. Ein Kapstadter Telegramm meldet, daß sich eine Abteilmig von 120 Boeren in der Gegend von Tulbach-Cloof befindet. Andre Boeren stehen in dem Distrikte von Beaufort-West. �Dieselben nahmen eine englische Patrouille von 20 Mann gefangen, ließen sie jedoch am nächsten Tage wieder ftei. Beaufort-West befindet sich 100 Meilen von Kapstadt entfernt. Kriegsunlust in Australien. Nach einer Meldung auS S i d n e y find in den letzten Tagen zahlreiche Soldaten fahnenflüchtig geworden. da sie besürchteteu, nach Südafrika geschickt zu werden. Ter Ober- befchlshaber hat infolge dessen einen Tagesbefehl erlassen, der für Desertieren eine ziveijährige Gefängnis strafe androht. Behandlung Boercngcsaugeuer. Aus Paris wird gemeldet: Unter den gestern in St. Helena eingetroffenen 200 gefangenen Boeren war eine große Anzahl infolge Nahrungsmangels so schwach, daß sie sofort in die Ambulanz geschafft >v erden mußte. Das Fiasko des FriedcnskomitecS. Die englischen Blätter erklären, daß in dem gegenlräitlgen Stadium des Kriegs die Aussichten aus FriedenSuuterhandluugeu begreiflicherweise sehr geringe seien.„Daily Mail" berichtet serner über die Bchaudluug, die einigen Delegierten des Friedens- komitees seitens der Boeren>v i d e r f a h r e» ist und erklärt, daß drei derselben bei L i n d I e y am 10. Januar in die Hände der Boeren gefallen seien, von denen der eine er- schössen und die beiden andern durchgepeitscht wurden. Das ganze bisherige Vorgehen der Boeren läßt derartige Brutalitäten absolut unglaubwürdig erscheinen. Daß die kämpfenden Boeren den Kreaturen Kitchencrs besondere Ovationen bereiten würden, ist allerdings kaum anzunehnmt. Ueber die Rustuuge» Englands wird mitgeteilt: Die' kanadische Regierung soll durchaus nicht g e- neigt sein, von ihrer vortrefflichen berittenen Poltzei etwas zu Kriegszwecke an England abzutreten. Außer vereinzelten Abenteurern würden sich aber auch Freiwillige durch die in Afrika nicht viel bedcmenden versprochenen 5 Schilling den Tag nur in geringer Zahl verlocken lassen, umsomehr als die englische Regierung jetzt eine Anwerbung deuten. Parlamentarisches. auf fünf Jahre zur Bedingung mache. Man hofft in London liche-, die im Vorw." beschäftigt sind freiwillige" Beiträge zur Borsitzender v. Schulz: Um einen Schiedsspruch, dem sich die jedoch, daß es bis zur zweiten Hälfte des Februar gelingen werde, socialdemokratischen Kaffe zu liefern gezwungen werden, obwohl Innung zu fügen hat, tann es sich ja nicht handeln. Wir suchen aus der Heimat und den Kolonien zusammen an Kavallerie, gerade diese Organisation mit aller Energie die politische Neu- eine Einigung herbeizuführen zwischen Arbeitnehmern und Arbeit. reitender Infanterie und irregulärer Reiterei 10000 Mann tralität vertritt." gebern, ob diese nun einer Junung angehören oder einer andern auf den Kriegsschauplatz zu schaffen. Der Remontenachschub Der Remontenachschub Wir haben der„ R. R." nicht erwidert, weil sie auf die That- Korporation. An und für sich halte ich das Gewerbegericht für betrug feit einigen Monaten monatlich 5000 Pferde und fache der Bahlung von Beiträgen für unfre Parteikasse durch die kompetent. Das Einigungsamt wird über die Frage der Zuständigwird in den nächsten vier Wochen 8000 ferde betragen. Berbandsseger der Druckerei unsres Blatts aufmerksam gemacht hat, feit beraten. Alle diese Maßnahmen werden von sachverständiger Seite sondern weil sie es so darstellt, als ob die von ihr erwähnte Zahlung Nach kurzer Beratung verkündet Vorsitzender v. Schulz, das zur fiegreichen Beendigung des Kriegs nicht als genügend von 150 M. erfolgt wäre zu dem Swede, einer drohenden Entlaffung Einigungsamt hält sich für zuständig und stigt sich im allgemeinen angesehen, vielmehr wird behauptet, daß Großbritannien dieser Setzer vorzubeugen. Deshalb weisen wir auf die Thatsache hin, auf§ 61 des Gewerbegerichts- Gesetzes. In diesem speciellen Fall ist die der Ansicht, daß Achtzehner mindestens noch einmal oder gar doppelt so viel Truppen daß solche Zahlungen seit Jahren regelmäßig erfolgen, ein Umstand, das Einigungsamt aufbringen müffe, wie jest schon in Südafrika ständen, das der gegenüber den Behauptungen der K. K." nicht nebenfächlich. Sommission für alle Differenzen aus dem Arbeitswürde also jetzt noch einen Bedarf von 2- bis 400 000 Mann be- sondern gerade die Hauptsache ist, denn daraus begründet sich für verhältnis zuständig ist. Ahrens Die Verhandlungen werden hierauf fortgesetzt. jedermann die Bernuutung, daß auch diesmal nicht andre Gründe für die Zahlung vorhanden find, wie fonst. ( Arbeitnehmer) begründet die Ungefeßlichkeit des vierten Punkts des Stontrollbuchs. Die Arbeitgeber wollen, wie Herr Bry sagt, so gnädig sein, diesen Punkt zurückzuziehen, wenn er durch gerichtliches Urteil als ungeseßlich erkannt wird. Nun, in diesem Fall handelt es sich nicht mehr um den guten Willen der Arbeitgeber, sondern dann müssen sie diesen Punkt zurückziehen. Sie, meine Herren Arbeitgeber, fagen, Sie wollen die Kontrollscheine im Interesse der Arbeiter einführen. Sollten Sie wirklich jetzt ein so gutes Herz für die Arbeiter bekommen haben, so ist doch nicht ausgeschlossen, daß audre Arbeitgeber diese Stontrollscheine als ein Mittel zur Maßregelung von Arbeitern ergerlich kann man schon werden, wenn man sich mit solchem benutzen können. Als wir nach dem Streit den Vergleich schlossen, Gesindel herumschlagen muß; es ist für anständige Menschen iminer da fannten Sie, meine Herren, doch schon das Bürgerliche Gesetzbuch. peinlich, fich mit berufsmäßigen Berleumdern befaffen zu müssen. Aber erst jest halten Sie Ihre Arbeitsordnung für notwendig. Aber mit schweigender Verachtung ist eben dieser Sorte gegenüber nachdem Herr Bry aus§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs nichts zu erreichen; das nügen fie erst recht als einen Sieg aus dreimal einen Thaler zahlen mußte. Als ich in der Achtzehnerund Gläubige finden fie leider immer noch. Da heißt es fest autommiffion fragte, wie es denn jetzt mit den Entlassungen gung auch noch so unangenehm sein. dossimit Dem Reichstage ist in neuer Auflage das Verzeichnis der Bundesratsbevollmächtigten sowie das alphabetische Verzeichnis der Reichstagsmitglieder mit angehängter Fraktionslifte zugegangen, Nach dieser zählen: Deutsch- Konservative 52 Mitglieder, Reichs partei 21, Deutsch- sociale Reformpartei 10, Centrum 106, Bolen 18, Rationalliberale 51, Freisinnige Vereinigung 18, Deutsche Freisinnige Volkspartei 27, Deutsche Volkspartei 7, Socialdemokraten 57, teiner Fraktion angehörig 38, zusammen 395 Mitglieder. Erledigt sind zwei Mai ate: Dr. Hille( C.) 3. Aachen hat sein Mandat am 21. November 1900 niedergelegt; Motty( Pole) 1. Bosen ist am 21. Dezember 1900 gestorben. Die Feststellung, daß die Zahlungen seit Jahren regelmäßig er folgen, bezeichnet nun die K. R." als die Feststellung, daß die Bahlungen gezwungen erfolgen. Das fügt zur Dummheit und Frechheit auch noch die Lüge. Hätte die K. K." behauptet, die Bahlungen erfolgten gezwungen, so hätten wir es als eine Un wahrheit bezeichnet; denn sie erfolgten thatsächlich, weil die Zahler Barteimitglieder find. Die Behauptung aber, der gwang sei durch unsre Konstatierung der Regelmäßigkeit festgestellt, ist eine Lüge. valle Die Wohnungsfrage im Ausschuß des Stadtparlaments. greifen und den Lumpenkerl ordentlich schütteln, mag diese Beschäfti- wird, da antworteten Gie: Es bleibt dabei, wer nicht unterschreibt, Polizeiliches, Gerichtliches usw. " " wird entlassen. Also, während die Verhandlungen über den Streitpunkt noch schweben, bleiben Sie dabei, die welche nicht unterschreiben, zu entlassen, und Sie haben das auch thatsächlich gethan. Ein derartiges Borgehen würden Sie von unsrer Seite nie erfahren. Der zur Vorberatung des Antrags Singer und Genossen und der Magistratsvorlage, betreffend die Errichtung der König FriedrichStiftung eingefeßte Ausschuß hielt gestern seine dritte Sigung ab Ju der Volksstimme" für Magdeburg erschien vor und trat, da die Beratung über den Magistratsantrag auf Ver einigen Monaten unter der Verantwortlichkeit des Genoffen Haupt anlassung unsrer Vertreter vorweg genommen und in den ein Artikel, worin unter der Spizmarte„ Ein geohrfeigter StaatsDirettor 2 orenz: Der streitige Punkt wird hier von der zwei ersten Sizungen zu Ende geführt worden war, anwalt" erzählt wurde, ein durch Verfolgungen bekannter Staats- Gegenseite verschoben, nur, um Effekt zu machen. Zur Sache gleich in die Generaldiskussion des Antrags unfrer Gesanwalt in Bremen sei eines Tage vou zwei Arbeitern, die auf seine selbst ist zu bemerken, daß die Bestimmungen der Arbeitsnossen ein. Dieser zerfällt bekanntlich in zwei Teile, von denen Veranlassung unschuldig verhaftet worden waren, auf dem Gerichtsordnung, mit Ausnahme des Bunttes 3, schon längst der erste sich auf die Zustände im städtischen Familienobdach, der forribor geohrfeigt worden. Wegen dieses aus einem andren Blatte thatsächlich gestehen, und daß sie deshalb keine Ursache zum Streit zweite auf Einleitung einer planmäßigen, zielbemußten fommunalen entnommenen Artikels wurde Haupt der Beleidigung der Staats- hätten geben sollen. Woraus, meine Herren, schließen Sie denn, Wohnungspolitik bezieht. Unfre Vertreter gingen zunächst auf die anwaltschaft in Bremen angeklagt, weil es nach der Auflage in daß wir mit den Fragebogen schwarze Listen einführen wollen? Borgänge ein, die sich im Herbst v. J. im städtischen Familienobbach Bremen weder einen Staatsanwalt giebt, der durch Verfolgungen Wenn man mit jemand ein Geschäft abschließen will, so ist es doch abgespielt haben; sie führten dann aus, daß infolge des Krachs bei bekannt ist, noch einen, der Unschuldige hat verhaften lassen, noch ganz natürlich, daß man sich über denselben erkundigt. Wir find den Hypothekenbanken und der dadurch bedingten Einschränkung der endlich einen, der geohrfeigt worden ist. Da Haupt auch nicht in eben mit der Beit flug geworden. Sie, vom Holzarbeiter- Verband, privaten Bauthätigkeit, deren Folge eine weitere Steigerung der Wiets- der Lage war, dies zu beweisen, wurde er zu einem Monat find es ja auch jetzt wieder, die die Arbeiter kommandieren, nicht zu preise sein wirde, zu den nächsten Semester- Umzügen ein weit größerer Gefängnis verurteilt, unterschreiben. Ansturm auf das Familienobbach zu erwarten sei und daß dann die dort zur Verfügung stehenden Stäume absolut ungenügend sein müßten. Unfre Vertreter verdichteten ihre Ausführungen zu dem folgenden Antrag: Der Ausschuß wolle beschließen: Da die zur Unterbringung obdachloser Familien zur Zeit bereitstehenden Räume aller Voraussicht nach dem in nächster Zeit entstehenden Bedürfnis nicht genügen werden, ersucht die Versamm lung den Magiftrat, Der Konflikt in der Holzindustrie vor dem Einigungsamt. Glode: Herr Brh sagte, die schwarzen Listen- ich kann die Fragebogen nicht anders nennen richten sich nur gegen solche Gefellen, die als Betrüger von Werkstatt zu Werkstatt laufen und die angefangene Arbeit liegen lassen. Ich halte es nicht gerade für schön, Leute, die nicht hier sind, als Betrüger zu bezeichnen. Wenn jemand die Arbeit liegen läßt, weil er sie für den vom Meister geAm Montag verhandelte das Einigungsamt unter Vorsitz des botenen Accordlohn nicht fertigstellen kann, so liegt das doch nur daß Getverberichters v. Schulz über die beabsichtigte Einführung der daran, eben die Meister nicht einen nicht selten. zu Kontrollbücher im Tischlergewerbe. Als Beisiger im Einigungsamt niedrigen Lohn zahlen. In solchen Fällen die Arbeit durch einen Erweiterungsbau des städtischen Obdache für obdach- fungieren die Herren Bernhard und Maaß( Arbeitgeber), liegen zu lassen, das hat wohl schon mancher gethan, loje Familien oder durch Herstellung geeigneter interimistischer affini und Koblenzer( Arbeitnehmer). der heut ein adjtbarer Meister ist. Solche Gesellen als Betrüger zu Wohnungsräume oder durch Adaptierung eines städtischen Nach Eröffnung der Sigung erhält Glode als Vertreter der bezeichnen, das muß entschieden zurückgewiesen werden. Herr Lorenz Gebäudes für die Aufnahme obdachloser Familien die zur Arbeitnehmer das Wort: Wir sind der Meinung, daß die Ein- meint, die Fragebogen seien ebenso berechtigt wie die Zeugnisse bei Berfügung stehenden Räume schleunigst ausreichend zu verführung des Kontrollbuchs gegen den Vergleich vom 20. März 1900 den Kaufleuten. Ja, diese orbeiten doch unter ganz, andren Berhältmehren. verstößt. Diese Arbeitsordnung führt eine Verschlechterung der Arbeits- nissen. Wenn Sie, meine Herren, uns, wie es bei den Kaufleuten Wegen der Bereitstellung der dafür erforderlichen Mittel sieht verhältnisse herbei, denn sie hebt das gefeßliche Kündigungsrecht ganz üblich ist, lange Kündigung und dementsprechenden Lohn bewilligen die Versammlung einer Vorlage des Magistrats entgegen. auf; indem sie nur Etundenlohn festsegt, geht den im Wochenlohn wollen, dann lassen wir vielleicht auch wegen der Nachfragen mit Uebergehend auf die allgemeinen Verhältnisse wurde in aus- stehenden Arbeitern die Bezahlung der gesetzlichen Feiertage ver- uns reden. Es liegt uns ja überhaupt nur daran, daß wir uns, führlicheren Darlegungen die Notwendigkeit einer umfassenden loren, der Punkt 3 hebt die Vergünstigungen des§ 616 des Bürger- wenn Sie eine neue Arbeitsordnung für nötig halten, gemeinsam Städtischen Wohnungspolitik betont, da für die unbemittelte Belichen Gesetzbuches auf, und den Punkt 4 halten wir für ungeiezlich, darüber verständigen. bölferung der Kern der Wohnungsfrage neben dem zu geringen weil die Aufrechnung von Ansprüchen des Arbeitgebers gegen den Bry bemerkt nach längeren Ausführungen: Nachdem sich das Arbeitslohn nicht statthaft ist. Angebot von fleinen Wohnungen in der Unzulänglichkeit Er wäre hinfällig, selbst Einigungsamt für zuständig erklärt hat, geben wir dem hohen dieser Wohnungen nach der sanitären Seite und den kaum mehr zu der Immung erlassen, ohne daß die Vertretung der Arbeiter, Arbeitern verlangen, sich im Rahmen der Vereinbarungen hält, ob wir wenn er unterschrieben würde. Diese Arbeitsordnung ist von Gericht anheim, darüber zu beraten, ob das, was wir von unfren erschwingenden Mietspreisen bestehe. Um diesen Uebelständen der Gesellenausichus befragt wurde, auch die Aufsichtsbehörde ist berechtigt find, innerhalb unirer Betriebe Bestimmungen zu erlassen, und soweit es in der heutigen Wirtschaftsordnung überhaupt möglich ist zu steuern, empfahlen unsre Vertreter planmäßige Erweiterung des nicht dagegen eingeschritten, daß diese Arbeitsordnung. die doch in ob diese Bestimmungen die Grenzen der Billigkeit überschreiten.- Auf städtischen Grundbesiges und Verwertung desselben, soweit er für einem Punkt ohne Zweifel ungefeßlich ist, von der Junung eine eine Anfrage des Beifikers Bernhard erividert Herr Bry: Beim eigne städtische Zwecke nicht verwendet wird, im Wege des Erbbaurechts, geführt werden soll und die sich weigernden Meister sogar mit Strafe Abschluß des Vergleichs nach dem Streit haben wir die Bestimmungen Errichtung städtischer Häuser mit gefunden fleinen Wohnungen auf bedroht werden. Um so mehr fühlten wir uns veranlaßt, das des Allgemeinen Landrechts im Auge gehabt. Die§§ 616 und 394 städtischem Terrain und Vermietung dieser Wohnungen zu Miets- Ginigungsamt anzurufen. Mit dem Kontrollbuch zugleich soll ein des Bürgerlichen Gesetzbuchs, waren uns damals noch nicht bekannt. städtischem Terrain und Vermietung dieser Wohnungen zu Miets preisen, bei denen nur die landesübliche Verzinsung und die Amorti- fogenannter Fragebogen eingeführt werden, der nichts andres ist, wenn aus dem Einigungsprotokoll gefolgert werden soll, daß wir sation des aufgewendeten Kapitals sowie die für die Instandhaltung zeichnen pflegt. Wir haben über diese Bunkte eine Verständigung mit ausschließen dürfen, dann erkläre ich namens meiner Kollegen, daß als das, was man unter dem Namen schwarze Listen" zu be- unsere Verpflichtungen aus diesen Paragraphen nicht durch Vertrag der Gebäude entstehenden Kosten in Anrechnung kommen, Errichtung ber Achtzehner- Stommission zu erzielen versucht, es ist uns aber nicht wir die Aufhebung des Protokolls verlangen müssen.( Bewegung eines Wohnungsamts zur schnellen Erforschung der jeweiligen Wohnungs verhältnisse, Anstellung städtischer Wohnungsinspektoren und schließlich gelungen, da die Arbeitgeber nicht von ihrem Standpunkt zurückgehen unter den anwesenden Arbeitern.) Menderung der städtischen Steuerpolitik nach der Richtung, daß nicht wollen. Die Arbeitgeber wenden ein, es handle sich hier nur unt Ahrens: Nach unsrer Meinung kommen bei dem Vergleich wie jezt die Nutzungswerte, sondern die Verkaufswerte als Grundlage anerkennen, denn wenn, wie es geschehen, die Immung verfügt hat, zu jener Beit zu Recht bestanden. Das sind die Paragraphen des eine interne Angelegenheit ihrer Betriebe. Das können wir nicht vom 20. März 1900 diejenigen geseglichen Normen in Betracht, die für die Besteuerung dienen. Unfre Vertreter führten ferner aus, daß sie sich gegen den Plan des Magistrats wenden müßten, städtische eine Sache, die nicht mehr eine interne Angelegenheit ist, sondern in den Arbeitern die Vergünstigungen, die ihnen aus diesen Paragraphen jeder Gefelle, der nicht unterschreibt, wird sofort entlassen, so ist das Bürgerlichen Gefeßbuchs, und wir halten deshalb daran fest, daß Terrains an private Unternehmer zu verkaufen, damit diese Es scheint, daß diese erwachsen, auch zu gute tommen. Das ist unser selbstverständliches dort Häuser mit Kleinen Wohnungen errichten könnten, und hohem Grade allgemeine Interessen berührt. daß fie auch der Absicht des Magistrats, für die städtischen Angelegenheit Anlaß geben soll zu einer allgemeinen Aussperrung, einer Recht. Die Herren Arbeitgeber beklagen sich darüber, daß der Holzmit stillschweigenden Sperren gegen ein Arbeiter Wohnungen zu erbauen, nicht zustimmen würden, die Maßregel, die gegen die Vereinbarungen verstößt, weshalb wir das arbeiter- Berband Das ist, wie wir schon das Wohnen in Häusern, die dem Arbeitgeber gehören, in jedem Fall Einigungsamt für durchaus kompetent halten, sich mit dieser Sache zelne Werkstellen vorgegangen sei. eine neue Form der Abhängigkeit für die Arbeitnehmer bedeute, zu beschäftigen. öfter betont haben, nicht der Fall, und fann uns auch nicht nachHerr Bry, als Sprecher der Arbeitgeber, führt aus: Es könne gewiefen werden Sie aber, meine Herren, haben ja doch Ihre In der Diskussion wurde von allen Rednern zugegeben, daß nicht zugegeben werden, daß die Achtzehner- Kommission für alles, Sollegen, welche die Kontrollbücher nicht annehmen, mit einer Strafe 3. 3. in Berlin ein Mangel von kleinen Wohnungen vorhanden was im Gewerbe vorkommt, zuständig sein solle. Jedenfalls habe fie von 20 M. bedroht. Von den hinterlegten Sichtwechseln, auf die sei, was allerdings angesichts der vorliegenden Zahlen nicht gut sich mit dieser Sache nicht zu befaffen. Der Erlaß von Fragebogen Sie hier nicht eingegangen sind, gar nicht zu reden. Wenn von zu bestreiten war. Auseinander gingen die Ansichten darüber, ob dieser Wohnungsmangel jetzt oder demnächst zu einer Wohnungs- fei ein gutes Recht der Arbeitgeber, und die Benutzung derselben unsrer Seite irgend welche Maßnahmen mit ähnlichen Zwangsgehe die Arbeiter gar nichts an. not werden würde. Während der Debatte liefen eine große Zahl würden sich die Arbeitgeber von niemand dreinreden lassen. Das welch ein Sturm der Entrüstung sich in Ihren Reihen erheben In dieser Angelegenheit mitteln ins Werf gefeßt würden, dann wollten wir einmal sehen, Anträge ein, die bestimmt waren, den Uebeln auf die eine oder andre Weise zu begegnen. Dis Diskussion derselben wurde jedoch Kontrollbuch sondern eine Arbeitsordnung ist- haben wir eingeführt, Kontrollbuch dieser Name ist mir unsympathisch, weil es kein würde. bis zur Specialdebatte und bis sie gedrudt vorlägen, zurückgestellt. Die Diskussion wird hierauf geschlossen, das Einigungsamt zieht Vor Schluß der Sigung nahm der Vertreter des Magistrats das Wort, um die Schädigungen, welche das Bürgerliche Gesetzbuch den Arbeit sich zur Beratung zurüc Nach fünfstündiger Unterbrechung der Sizung, während welcher um auszuführen, daß nach seiner Ansicht die Stadt mit der Errichtung gebern bringt, durch Vertrag auszuschließen. Das hat sich als noteigner städtischer Häuser nur dann vorgehen dürfe, wenn sie bereit volle Ausschluß der Kündigung begründet sei. wendig herausgestellt. Redner führt näher aus, daß der Zeit längere Sonderberatungen der Parteien stattfanden, verkündete sei, das Wohnungsbedürfnis von nahezu 45 Proz. der Bevölkerung, Die meisten Borfizender v. Schulz: Das Einigungsamt ist noch nicht in der die in unzulänglichen Wohnungen leben, durch die Errichtung solcher Klagen vor dem Innungs- Schiedsgericht entstehen wegen der Lage, einen Schiedsspruch, falls ein solcher notwendig werden sollte, Heiterfeit.) zu fällen. Es wird ein neuer Termin angefeßt auf Mittwoch 5 Uhr Häuser selbst zu befriedigen. Da eine derartige Ausschaltung der Kündigung.( Glode: Das liegt an den Meistern. privaten Bauindustrie nach seinem Dafürhalten unmöglich und un- Wenn wir die Verpflichtungen, die§ 616 des Bürgerlichen Gesetz nachmittags. Ich hoffe, daß wir in erster Linie Vergleichsvorschläge thunlich wäre, müßte er sich schon jetzt gegen die diesbezüglichen buchs dem Arbeitgeber auferlegt, ausschließen wollen, so kann uns machen können, auf die sich beide Parteien einigen können. Wenn Anträge unfrer Vertreter erklären. Auf die andren Anregungen ein- bas niemand verdenken, denn selbst der Eisenbahnfiskus mit seinen das nicht der Fall sein sollte, dann sind wir in der unangenehmen zugehen, behielt er sich für die nächste Sizung vor. nach Millionen zählenden Ueberschüssen hat ganz dasselbe gethan. Lage, einen Schiedsspruch zu fällen. Mir selber ist es passiert, daß ich in ganz furzer Zeit an ein und demselben Arbeiter dreimal Bezahlung für Versäumnisse aus§ 616 Einem des Bürgerlichen Gesetzbuchs leisten mußte. fleinen Unternehmer würde das gar nicht möglich sein, darum müssen Dumm und frech nannten wir in unsrer Nr. 10 die Kulis von wir für unser Gewerbe den§ 616, der kein zwingendes der„ Kons. Korrespondenz", weil sie behaupteten, die Verbandssezer Recht ist, ausschließen. Was die Lohnaufbefferung betrifft, so bin in der Druckerei unsres Blatts hätten durch Zahlung dieser Summe ich im Gegensatz zum Vorredner der Meinung, daß die Frage, ob ( der 150 M., die in der letzten Monatsquittung unires Parteifaffierers eine Lohnaufrechnung, wie wir fie im Bunft 4 unsrer Arbeitsnachgewiesen werden) Ereignissen vorgebeugt, wie sie in Leipzig ein- ordnung festjeßen, noch zweifelhaft, und durchaus noch nicht entgetreten sind." Wir stellten demgegenüber fest, daß die Verbands- schieden ist. Redner begründet seine Ansicht, indem er sich auf die fetzer in der Druckerei unsres Blatts seit Bestehen desselben regel- einschlägigen Gesezesparagraphen und darauf bezügliche Kommentare mäßige Beiträge an die Parteikasse leisten. Darauf antwortet jegt ftützt. Redner bezeichnet die Aufrechnung als zulässig und giebt den die ons. Korrespondenz in einer Weise, von der wir gern gestehen, Arbeitern anheim, die Frage im Prozeßwege entscheiden zu laffen. daß wir sie trotz der Einschätzung, die wir dem Blatte zu teil zur Einführung des Kontrollbuchs sagt Redner: Die größte Mehrwerden lassen, doch nicht erwartet hätten. Sie sagt: zahl der Arbeiter haben bereits unterschrieben.( Lebhafter WiderPartei- Nachrichten. „ Der„ Vorwärts" ist ärgerlich darüber, daß wir aus der spruch bei den Arbeitern.) ja wohl, in allen größeren Betrieben, legten Monatsquittung über Beiträge für die socialdemokratische mit Ausnahme des Kümmelschen, ist die Unterschrift erfolgt, und die Parteikasse den Zufanimenhang zwischen den im Vorwärts" be- Arbeiter des Herrn Kümmel werden auch noch unterschreiben. schäftigten Mitgliedern des Buchdruckerverbands und der Social Außerhalb Berlins gelten dieselben Bedingungen, die durch unsere demokratie nachgewiesen haben. Daß dieses klingende" Ber- Arbeitsordnung eingeführt werden sollen. Ueberall find diefelben hältnis auch schon früher bestanden hat, ist durchaus nebensächlich. ohne weiteres angenommen, nur in Berlin ist es der Holzarbeiterhätten sich die Verbandsmitglieder früher geweigert, ihre Zu- Verband, der seine Mitglieder zum Widerstande auffordert. gehörigkeit zur Socialdemokratie in bar zu„ bethätigen", so würden Ein Vertreter der Innung schließt sich dem Vorredner an und fie vermutlich ebenso wie ihre Kollegen von der Leipz. Boltsztg." betont, daß die Innung das Einigungsamt des Gewerbegerichts hinausgeflogen sein. Festgestellt ist jedenfalls die Thatsache, daß die nicht für zuständig halte, über die Innung einen Schiedsspruch zu Mitglieder des Verbandes deutscher Buchdrucker- und zwar sämt- lfällen. Aus der Frauenbewegung. Der hiesige Verein ,, Franenwohl" hat an das preußische Abgeordnetenhaus eine Petition gerichtet: „ gelegentlich der Revision des Kommunal- Wahlrechts für alle Stadt und Landgemeinden in Preußen das allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht für Männer und Frauen, die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind und zu den GemeindeIaften beitragen, einzuführen und die öffentliche Auslegung der Wählerlisten vier Wochen vor der Wahl anzuordnen." In der Begründung heißt es unter andrem: „ Die Mißstände der öffentlichen sowie der indirekten Dreiflaffenwahlen find so bekannt und in die Augen fallend, daß fich für die allerfeits als dringend notwendig anerkannte Reform des Gemeindewahlrechts lediglich das Reichstagswahlrecht zu Grunde legen läßt. Die Besonderheiten der Gemeinde- Organisation und ihre Obliegenheiten rechtfertigen es jedoch, daß das Wahlrecht nur von wirtschaftlich selbständigen und in der Gemeinde seßhaften Personen ausgeübt wird, so daß in der Verwaltung der Gemeinde stimmberechtigt ist, wer zu ihrer Erhaltung, wenn auch im geringsten Maße, beiträgt." Es ist zwar anerkennenswert, daß die„ radikalen" bürgerlichen Frauen das gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen fordern, aber haben sie auch um von allen weiteren Einwendungen abzu fehen- bedacht, daß durch die Einschränkung des„ allgemeinen" Wahlrechts auf diejenigen, die zu den Gemeindelasten beitragen, die meisten Frauen vom Wahlrecht ausgeschlossen würden? Vercin der Frauen und Mädchen Schöneberge. Am 16. Januar, abends 8 Uhr, im Klubhause, Hauptstr. 5/6: Regelmäßige Mitgliederversammlung. 1. Vortrag des Fräulein Dr. Springer. praft. Aerztin, über: Wie kann man seine Kinder zu gefunden Menschen erziehen? 2. Disfuifion. 3. Abrechnung der Weihnachtsbescherung. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Tischler( 3wang8-) Junung, wenigstens was ihren Vorstand und ihre Delegiertenversammlung anbetrifft, tanzt auch bei den jezigen Differenzen zwischen Meistern und Gesellen wegen Einführung des sogenannten Kontrollbuchs wieder recht wacker, wie es treuen Vasallen geziemt, nach der Pfeife der Scharfmacher der Freien Vereinigung der Holzindustriellen Berlins", auf deren Drängen der Beschluß der Innungsleiter, die zwangsweise Einführung eines neuen Arbeitsvertrags durch das Kontrollbuch, ja überhaupt zurückzuführen ist. scheinen bittet Versammlungen. Sonderbare Attentäter. Der bewegung), Vortragender: Rechtsanwalt Viktor Fränkl. Freitag, den Lehte Nachrichten und Depeschen. f 18. Januar, Rede Uebung( Kursus für Fortgeschrittene), Bortragender: Dr. Steiner. Bibliothet, 3 Treppen, 8-9 Uhr. ZahlDie Reichsratswahl in Oestreich. reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Wien, 14. Januar.( W. T. B.) Nach den bisher vorliegenden In Friedrichshagen findet am Donnerstag, abende 81/2 Uhr. Wahlergebnissen haben die Handelskammern in Kärnten, Steiermark im Saale ven Karl Conrad die außerordentliche General- und Oberöstreich zwei Anhänger der Deuschen Volkspartei und versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins statt. Auf der zwei Mitglieder der deutschen Fortschrittspartei gewählt. Tagesordnung steht: Etatutenänderung, Ergänzungswahl des Vor- Besisstand ist somit unverändert geblieben. Bei den Städtewahlen stands, Aenderung der Monatsversammlungen. Um zahlreiches Er- in Niederöstreich wurden bisher zwei Deutschvolfliche und ein deutschfortschrittlicher Abgeordneter gewählt, ferner Der Vorstand. find zwei Stichwahlen erforderlich geworden in Korneuburg und Treptow- Baumschulenweg. Morgen Mittwoch hält der social: Wiener Neustadt zwischen Socialdemokraten einerseits und einem demokratische Verein Borwärts" eine außerordentliche General Chrstlich- Socialen und einem Deutschvoltlichen andrerseits. bersammlung im Lokale des Herrn Michler, Marienthaler- Von den Wiener Wahlbezirken ist vorläufig erst das Wahlergebnis Die Wahlen zum Kuratorium des Arbeitsnachweises der und Ernststraßen- Ede, ab. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Beaus folgenden Bezirken bekannt: Der zweite Bezirk wählte den Brauereien Berlins haben für die Gruppe der Arbeitnehmer am richt und Neuwahl des gesamten Vorstands. Welche Vorteile bietet Deutschfortschrittler Vogler, im dritten Bezirk wurde Steiner, im bergangenen Sonntag stattgefunden. Sämtliche in der öffentlichen eine Konsumgenossenschaft. Nur Mitglieder haben Zutritt. fünften Strobach, im sechsten Battai, im siebenten Geßmann, im Versammlung vom 9. Dezember v. J. aufgestellten Kandidaten Der Vorstand. achten Schlesinger, im nennten Weißkirchner und im sechzehnten bis wurden gewählt. Bei den Brauern siegten Wilhelm Richter und neunzehnten Prinz Lichtenstein, sämtlich christlichsocial, gewählt. A. Heyder und deren Ersazmänner mit 509 Stimmen gegen Wien, 14. Januar.( W. T. B.) Bei den Stichwahlen in der 350 Stimmen, welch' letztere die seit 1895 im Kuratorium sigenden Städtekurie wurde in Saaz der Deutschfortschrittliche Schüder wiederBundesgesellen Lindner und Jung erhielten. In der zweiten Der III. Kongreß der Schriftgießer Deutschlands trat am gewählt gegen den Deutschradikalen Herold. In Letschen unterlag Gruppe wurden in legter Stunde von den zum Teil organisierten Hand. 13. Januar im Gewerkschaftshaus„ Germania" in Dresden zu der Deutschfortschrittliche Fournier gegen den Deutschradikalen sammen. Anwesend find 28 Delegierte. Den ersten Gegenstand der Tichann. Die Deutschfortschrittler verlieren daher ein weiteres werkern noch eigne Kandidaten aufgestellt, doch wurden nur 162 Stimmen Verhandlung bildete der Geschäftsbericht der Centralkommission, den Mandat aus der Städtekurie Böhmens. In der Städtekurie in für dieselben abgegeben, während Hermann Carl und Wilhelm Flaschmann gab. Der Auftrag der Centralkommission, den die Niederöstreich unterlag in St. Pölten der bisherige Abgeordnete Jay Jordan nebst deren Erfagmännern 1143 Stimmen erhielten. Wenn felbe vom 97er Kongreß erhalten hatte, bestand darin, die Ein-( chriftlichsocial) gegen den Deutschvolklichen Voelkl. In Baden es auch ausgeschlossen ist, daß durch diese Neuwahl größere fofortige führung einheitlicher Lofaltarife in die Wege zu leiten, die Gründung fiegte der Deutschfortschrittler Marchet gegen den Christlichsocialen Aenderungen im Arbeits- und Arbeitsnachweis- Verhältnisse eintreten von Fachvereinen zu fördern und den Anschluß der Arbeiterinnen Adler. werden, so lehrt doch der Ausgang der Wahl, daß die übergroße herbeizuführen. Was den ersten Auftrag anbetrifft, so ist es geAus der französischen Deputiertenkammer. Mehrzahl der Berliner Brauer und Brauereihilfsarbeiter den im lungen, in den Städten Berlin, Dresden, Breslau, Leipzig einheitliche Tarife einzuführen. Fachorganisationen mit Anschluß der Paris, 14. Jan.( W. T. B.) Der Socialist Sembat interpellierte Centralverband organisierten Kollegen ihre Zustimmung und Ver- Arbeiterinnen bestehen in Berlin, Leipzig. Frankfurt a./M., Offenbach a./M. in der Deputiertenkammer über die Einmischung des Vatikans in die trauen entgegenbringt. Und auf Grund dieses Vertrauens werden Nach Einführung des Berechnens überstieg der Verdienst der Gehilfen inneren Angelegenheiten Frankreichs. Sembat fragt, ob nicht die sich auch fernerhin Verbesserungen in den Verhältnissen der ge- um ein beträchtliches den früheren Lohn. Die Leipziger Prinzipale Regierung gegen die Veröffentlichung des jüngsten Briefs des Papstes samten Berliner Brauerei- Arbeiterschaft erreichen lassen. trachteten deshalb nach Reduktion des Tariss und beantragten die an den Erzbischof von Paris anläßlich des Gesezentwurfs Die Herren wurden auf den betreffend die Kongregationen protestiert habe. Ribot sagt, der Schaffung eines Normaltarifs. nunmehr stattfindenden Kongreß verwiesen. Offenbach hat das Papst habe das Recht, seine Stimme zu erheben, wenn er die gewisse Geld wieder eingeführt und zwar ohne Zustimmung religiösen Interessen bedroht glaube.( Beifall rechts und im der Centralkommission. Die aufgenommene Statistit ergiebt, daß Centrum.) Waldeck- Rousseau führt aus, die Regierung sehe in dem 10 der Schriftgießer Mitglieder des Verbands der Deutschen Buch- Briefe des Papstes keine Drohung, werde aber dessen Einmischung drucker find. Die Delegierten erklären sich im allgemeinen mit der nicht zulassen. Er schließt mit der Versicherung, daß die Regierung Thätigkeit der Centralkommission zufrieden. Dem Bericht folgen Toleranz übe, aber auch verlange, daß die Rechte des Staats geachtet verschiedene Ergänzungen mit dem Hinweis, daß in den noch werden.( Beifall.) Ribot erklärt sich von den Ausführungen des folgenden Situationsberichten der Delegierten weitere Aufklärung Vorredners vollständig befriedigt. Alsdann nimmt der Ministerpräsident Waldeck- Rousseau eine Tagesordnung an, in welcher die ErIn einem den Mitgliedern der Immung soeben zugesandten über gethane Schritte folge. Damit schließt die erste Sigung. Cirkular zeigen die Vorstände der Innung, der Freien Vereinigung der Holzindustriellen Berlins und des Centralverbands der Bau- Ausschußsizung des Bunds fand am 6. Januar statt. Der zweite die Billigung der Regierungserklärungen enthält, wird mit 499 wird, um die Rechte des Staats zu sichern. Der erste Teil, welcher Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Eine flärungen der Regierung gebilligt und auf deren Festigkeit gezählt tischlermeister Berlins an, daß in den allernächsten Tagen von hierzu Kassierer des Bunds, Robert Meyer, legte die detailierte Abrechnung besonders beauftragten Kollegen" Recherchen in den Werkstellen bezw. vom Sängerfest in Weißensee vor. Nach dieser steht einer Gesamt- gegen 95 Stimmen und der zweite Teil mit 310 gegen 92 Stimmen bei den Meistern ausgeführt werden sollen. Diese„ Beauftragten" einnahme von 4691,05 m. eine Gesamtausgabe von 2481,10 m. angenommen. Mehrere Deputierte beantragen Zusätze zu dieser Tagesordnung. sollen sich, so heißt es in dem Cirkular, das Kontrollbuch und gegenüber. Es verbleibt demnach ein Ueberschuß von 2209,95 M. sonstiges hierauf bezügliches Material" von den Inhabern der Werk- Von den Revisoren ist diese Abrechnung geprüft und wurde dem stellen vorlegen lassen. Es soll also ein Druck auf diejenigen Tischler- Kassierer Decharge erteilt. Zum Arrangement am 18. März wurde Bukarest, 14. Januar.( W. T. B.) Nach einer Meldung des meister ausgeübt werden, welche den Frieden mit ihren Arbeitern bekannt gegeben, daß der Komponist Weißheimer aus Italien Mitte durch zwangsweise Einführung des Kontrollbuchs bisher noch nicht februar in Berlin eintrifft und gewillt ist, die Proben zu leiten. Universal" hat die Wiener Polizei die rumänische Regierung vergestört haben. ständigt, daß rumänische Anarchisten(?) ein Attentat auf den Da die Weißheimerschen Kompositionen Schwierigkeiten bieten, wurden die größeren und mit gutem Stimmenmaterial versehenen Exkönig Milan vorbereitet, aber bis jetzt noch nicht Gelegenheit Bereine, welche gewillt sind, diese Lieder in ihren Uebungsstunden gefunden haben, dasselbe auszuführen. Die Regierung verfügte die einzuüben, sowie Proben und Aufführung mitzumachen, aufgefordert, strengsten Maßregeln behufs Ernierung der Verschworenen. dieses dem Vorstande bis Sonntag, den 13. Januar, anzuzeigen. Die Boeren und der englische Friedensvorschlag. Die dem Ausschuß vorgelegte Statistik über die Organisationsfrage der Vereinsmitglieder des Bunds hat folgendes Resultat ergeben: Breslau, 14. Januar.( B. H.) Herr Hans Hermann, Bis zum 1. Januar 1901 haben 184 Vereine den vorgelegten Specialkorrespondent verschiedener deutscher Zeitungen während des Fragebogen beantwortet. Die Gesamtmitgliedschaft beträgt 4646 Ber- Transvaalfriegs, der kürzlich nach mannigfachen bitteren Ersonen, von diesen sind 4039 organisiert und 572 nicht organisiert und fahrungen zur Erholung nach Europa gekommen ist, giebt dem„ Brest. var: 2982 gewerkschaftlich, 1607 politisch und 1706 gewerkschaftlich Gen.- Anz." nachfolgendes zur Veröffentlichung: Durch die Zeitungen Nachdem vom Vorsitzenden bekannt gegeben, daß fursieren auf einmal Gerüchte, daß England Frieden mit den die Liedertertbücher mit Tonangabe( Jubiläumsausgabe) pro Stüd Boerenstaaten zu machen gedenkt. Die Unabhängigkeit der beiden mit 20 Pfennig an die Vereine resp. Mitglieder abgegeben werden, Boerenstaaten folle garantiert werden, vorausgesetzt, daß sie ihre Forts schleifen und ihre Artillerie auflösen. Sie müßten erfolgte Schluß der Sigung. ferner das Gebiet des Rands im Goldminendistrikt Johannesburg England überlassen. Ich habe die Autorisation des Präsidenten Stejn, derartigen Gerüchten, sollten sie einmal bei Wendung der Wagschale nach der Boerenseite auftreten, entgegenzutreten. Der Kampf geht um das Ganze"; es heißt entweder fiegen" oder um die Kapitulation liegen," tein Mittelweg. Als es sich eine Partei, unterſtügt von Johannesburg handelte, gab es von Abenteurern aller Nationen, die die Minen bont Ob die beiden Friedensvermittler zu der Unterzeichnung vom Johannesburg, dem Zantapfel der ganzen Situation, in die Luft Die Leinenindustriellen Westdeutschlands find kürzlich bei- ofe autorisiert worden waren, wird nicht mitgeteilt. Be- sprengen wollte. An ihrer Spize stand der Richter Kock, der Sohn ſammen gewesen und haben über die Lage der Leinenindustrie be- die Note unterzeichnen zu wollen. Durch die Unterzeichnung der einigte sich. Stock wurde arretiert. Der Kominandant von Johannesfanntlich hatte Li- Hung- Tichang erklärt, eventuell auf eigne Faust des bei Elandslaagte gefallenen Generals gleichen Namens. Man raten. Das Resultat war, daß beschlossen wurde, die Produktion Note ist den Mächten nun der Vorwand genommen, noch länger mit burg. Krauſe, und General Louis Botha waren weiſe gemig, einzuschränken, um durch diesen beliebten Unternehmer- Trick die den Einzelheiten ihrer Forderungen geheimnisvoll hinterm Berge einzusehen, daß sie, wie auch nach der Beendigung des Kriegs der Preise für die Leinenfabrikate in die Höhe zu schrauben. Und dieses zu Vorgehen der westdeutschen Leinenindustriellen ist auch der Grund, zu halten. Ob nunmehr wenigstens die Boxerjagden eingestellt Status wäre, wer die Regierung haben sollte, ob Briten oder Afrikander, die Einnahmequelle des Landes intatt bleiben müsse. Das weshalb die Firma Stünsemüller in Bramsche in Erwägung Gebiet Johannesburg wurde von beiden friegführenden Parteien gegeben hat, ob man den achtstündigen Arbeitstag oder eine füufstattete dem deutschen Gesandten einen Besuch ab. Minen und unfren" Dynamitkonzessionen, dem Eckstein des wie ihr Augapfel gehütet. Krüger sprach stets von unsren" tägige Arbeitswoche einführen wolle." Die Unterredung hatte, wie es heißt, ein günstiges Resultat. Die Staats". Es heißt jetzt das Jahrhundert des Unrechts und der Eine Buchdruckermaßregelung. Das Amtsblatt von Ernennung Chuns zum taiserlichen Abgesandten englischen Mißherrschaft in Südafrika abzuschließen mit einem fiegDortmund, die" Dortmunder Zeitung" hat vor einiger Zeit mit der Mission, sich nach Deutschland zu begeben, wurde gut reichen Kriege oder in der Erreichung des Biels untergehen. Alles in einem Fachblatt Nichtverbändler" durch Anzeigen geheißen. Prinz Su wird ihn wahrscheinlich nach Europa be- dreht sich nur um die Frage der Zukunft, ein vereinigtes Südgesucht. Als der hiesige Ortsverband der Buchdrucker sich dieserhalb gleiten. afrita. Selbst wenn England siegt, liege es im Interesse des an die Firma wandte, erhielt er feine Antwort. Die in der Dortm. Prinz Chun hatte unlängst die Bogerbewegung als solosses von Rhodes und seiner Clique, auf die baldige Erreichung 3tg." beschäftigten Sezer wurden auch bei der Geschäftsleitung vor nationale Bewegung bezeichnet und über die einseitige dieses Ziels hinzuarbeiten; die Boeren wollen das gleiche. Wir stellig, man erklärte ihnen aber, Verbändler würden grundsätzlich Beurteilung der chinesischen Verhälmisse seitens der Mächte Klage wollen abwarten, wer stärker ist. nicht mehr eingestellt werden. Zugleich wurde ihnen versichert, daß geführt. Sein Besuch in Berlin giebt ihm hoffentlich Gelegensie nicht entlassen werden sollten. Das war ant 10. Dezember 1900. Heit, den Hummenkrieg ein wenig in chinesischer Auffassung zu be= Und schon am 12. Januar 1901 wurden die in der Dortm. 8tg." leuchten. stehenden Setzer durch eine ganz entgegengesetzte Mitteilung überrascht. Die Verbandsmitglieder wurden aufgefordert, bis Dienstag, den 15. d. M., schriftlich zu erklären, daß sie aus dem Verbande austreten; andernfalls sollten sie ihre Stellung als gekündigt betrachten. Es handelt sich also um eine direkte Maß- Rückzug angetreten haben. regelung wegen Verbandszugehörigkeit. Von 33 beschäftigten Segern gehören nur 12 dem Verbande an. Der Verband hat den ihm aufgezwungenen Kampf angenommen. Eine öffentliche Volksversammlung wird sich in diesen Tagen mit dem Thema befassen. Deutsches Reich. Die Former in Knatstedts Maschinenfabrit in Kottbus streifen. Sie verlangen die Bezahlung des ohne ihr Verschulden entstandenen Ausschusses mit 2/3 des Accordpreises. Die Firma mutet ihnen zu, schon ausgezahlte Löhne für nach Berlin gelieferte Gußteile, die angeblich Ausschuß sind, zurück zu zahlen. Natürlich fehlt den Arbeitern jede Kontrolle. Auf den Friedhof der Zwangsinnungen wird als Leichnam die Schuhmacher- Zwangsimmung zu 8 illich aut abgeliefert. Die ehrsamen Meister von Hans Sachsens Bunft sagen:" Die Konkurrenz der Fabrik und die Gewohnheit des Publikums, nur fertige Waren zu kaufen, hat die hiesigen Schuhmachermeister zu Schuh flickern degradiert, denen das Innungswesen feine Vorteile bietet. Deshalb leuchtet uns nicht ein, weshalb wir eine Einrichtung unter halten sollen, die ohne Gegenleistung nur Lasten uns auferlegt." Was sagen die Mittelstandsretter hierzu? Die Aussperrung der Handschuhmacher in Halberstadt dauert fort. Nachdem sich eine der Hauptfirmen mit den Arbeitern geeinigt hatte, war angenommen worden, daß auch die übrigen Firmen Frieden schließen würden, diese Hoffnung ist aber leider nicht in Erfüllung gegangen. Die Firmen lehnten den Vergleichsvorschlag der Gehilfen ab, und so geht der Kampf weiter. " 1 Bociales. " und politisch. China. Die Note unterzeichnet. Eine Depesche aus Peking vom Sonntag meldet: Bring iching hat die gemeinsame Note am Sonnabend, Li- Hung Tichang hat sie heute unterzeichnet. werden?! Prinz Chun Walderfee meldet am 13. aus Befing: Kolonne Pavel kehrt morgen zurück, nachdem durch Vormarsch auf Kiming festgestellt ist, daß die nach Suanhua zurückgekehrten chinesischen Truppen rechtzeitig Die Chinarekruten. Für den Rekrutentransport nach China ist der Lloyddampfer H. H. Meier" gechartert, welcher am 18. Januar abgehen soll. Oberstabsarzt Dammann vom Expeditionscorps der Marine Infanterie ist aus China hierher zurückgekehrt. Kein Landerwerb, sondern Annexion. der unterDuisburg, 14. Januar.( W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Gestern abend 10 1hr 54 Min. stieß auf Bahnhof Duisburg infolge hausen mit dem in der Ausfahrt nach Styrum begriffenen Güterdichten Nebels der vorziehende Personenzug 225, Duisburg- Oberzug 8615 seitlich zusammen. Personen wurden nicht verletzt. Der Betrieb ist nicht gestört. Hamburg, 14. Januar.( B. H.) Der Kommandeur der Schußtruppe in Kamerun, Major Kampy, ist hier eingetroffen, um im Prozeß gegen Hauptmann v. Besser als Zeuge vernommen zu werden. Hamburg, 14. Januar.( W. T. B.) Jm Mobilienlager von Hugo Schick, Elbstr. 32, brach heute abend Feuer aus. Das Lager ist größtenteils zerstört. Der Geschäftsinhaber hat bei dem Feuer seinen Tot gefunden. Paris, 14. Januar.( W. T. B.) Kriegsminister Andrée ordnete Nach einer Washingtoner Meldung aus Peking erklärte der gegen den Brigadegeneral Geslin de Bourgogne wegen einer von Eine Kleinigkeit Socialreform. Nach der Frankfurter 3tg." dortige russische Gesandte v. Giers, als ihm das Gerücht ihm gehaltenen anti- republikanischen Rede eine Untersuchung an. bestimmte der preußische Eisenbahnminister für die Gehilfen des Paris, 14. Januar.( B. H.)" Patrie" meldet aus Nizza die Stations, Bureau-, Abfertigungs-, Werkstättendienstes usw.: alle Ge- gemeldet wurde, daß Rußland sich bemühe, ein Sonderabkommen hilfen können unter Belaffung ihrer Einkünfte bis zu 14 Tagen jähr mit China zu treffen, wenn das der Fall wäre, würde er die gemein Verhaftung eines russischen Prinzen, dessen Name noch geheim jährlich beurlaubt werden. Bei etwaigen Entlastungen ist ihnen ame Note nicht unterzeichnet haben, wenngleich es ja möglich gehalten wird, wegen Teilnahme an einem Komplott gegen das mindestens ein Monat vorher zu fündigen. Arbeiterspeisesäle, Ueber- sei, daß, soweit die Mandschurei in Betracht tomme, Rußland Leben des Zaren. leber- China besondere Abmachungen träfen, die nicht La Chiappa( Korsika), 14. Januar. Lloyd- Meldung. Der nachtungslokale und Aufenthaltsräume, die zu längerer Unterkunft der Eisenbahnbediensteten dienen, sollen mit guten Büchern, Beit gegen irgendwelche Verträge verstießen, die Rußland oder italienische Dampfer" Leone" ist unweit der torsischen Küste au andre der verbündeten Mächte abgeschloffen hätten. Er glaube Grunde gegangen. Au der Küste werden viele Leichen gefunden. schriften 2c. ausgestattet werden. nicht, daß Rußland die Absicht hege, die Mandschurei London, 14. Januar.( B. H.) Infolge einer Explosion in einer Warum? Den zahlreichen Arbeitern und Angestellten der tatsächlich zu behalten, sei aber andrerseits der An- Hutfabrit wurden 10 Personen getötet und mehrere verwundet. Eisenbahnbetriebs- Werkstätte in Cottbus ist vor einiger Zeit der sicht, daß es nötig sein werde, die Eisenbahn auf un- London, 14. Januar.( Lloyd- Meldung.) Von der Besatzung Austritt aus dem dortigen Konsumverein anbefohlen worden. Man bestimmte Zeit zu bewachen. Er bestreite die Behauptung andrer des italienischen Dampfers Leone", welcher unweit der korsischen geht offenbar mit der Absicht um, den Arbeitern eine Lohnzulage zu Gesandten, daß Rußland sein Wort gebrochen habe, indem es stifte zu Grunde gegangen ist, sind 4 Mann ertrunken; 4 Man bewilligen, damit sie in der Lage sind, den Kleinkrämern in Cottbus eine Konzession bei Tientsin erwarb, er sei vielmehr der Ansicht, wurden gerettet. Ueber das Schicksal der übrigen ist man in Unihre teuren Waren abzukaufen. daß Tientsin in Wirklichkeit eine Fremdenstadt sei. Ruß gewißheit. land habe die Notwendigkeit gefühlt, im Interesse seiner Madrid, 14. Januar.( W. T. B.) In dem hiesigen Palais Handelsbeziehungen einen bestimmten Landstrich in des Marquis Berralbo, eines Vertreters von Don Carlos, hat heute Berliner Partei- Angelegenheiten. seinen Bejiz zu bringen. Rußland werde aus diesem eine polizeiliche Haussuchung stattgefunden; die Schriftstücke, welche Arbeiter- Bildungsschule, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Stück Land ein wertvolles Befigtum machen, welches man suchte, wurden jedoch nicht gefunden. Die Behörden lassen Seitenflügel 2 Treppen. Heute abend 9 Uhr: Beginn des Kursus in Russen und Chinesen au gute tomme; er betrachte fortdauernd die Carlisten sorgfältig überwachen. Naturerkenntnis( die allgemeinen Himmelserscheinungen). die Angelegenheit daher nicht als Landerwerb. Malaga, 14. Januar.( W. T. B.) Die Leiche des Ingenieurs Vortragender Schriftsteller Dr. Bruno Borchardt, Donnerstag, den der Gneifenan" ist an Land gespült und wird auf dem englischen Friedhof beerdigt werden. 17. Januar, Nationalökonomie( die moderne Arbeiter" Verantwortl. Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 12. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 15. Januar 1901. Reichstag. genau, daß das Material von den verbündeten Regierungen sehr schwert und unmöglich gemacht wird, müssen wir wirklich die Lust allmählich einläuft, er hätte also viel früher das Material einfordern verlieren. müssen. Der Herr Staatssekretär meinte, wenn einmal der Tag kommen. 25. Sigung vom Montag, den 14. Januar 1901, Ganz ähnlich liegt es ja auch mit der Regelung der gelverb- sollte, wo einer seiner Nachfolger den Beifall eines Socialdemokraten 1 hr. lichen Stinderarbeit und der Frauenarbeit. Die Erhebungen liegen finden könnte, so wäre dies das Ende der Sürgerlichen Gesellschaft Am Bundesratstische: Graf Bosadowsth. jezt vor. Was aber ist Neues dadurch zu Tage gefördert und des Deutschen Reichs. Nun wir haben niemals verlangt, daß worden? Absolut nichts. Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des amtlich festgestellt sind, waren schon vorher jedem Sachkenner verlangen aber, daß die Regierung dasjenige durchführt, wir Die traurigen Zustände, die nun die Regierung socialdemokratische Politik treiben solle, Innern wird fortgesetzt.( Titel Staatssekretär.) Jabekannt, nur dem Reichsamt nicht. So geht es immer. Enqueten was unter den gegenwärtigen Verhältnissen möglich ist, daß Abg. Dr. Hite( E.): plus und Enqueten, Dentschriften und Denkschriften werden aus fie vor allen Dingen überhaupt weiß, was fie will Die 12 000 Mart- Affaire ist durch die präcifen Erklärungen gearbeitet und darüber vergehen Jahre. Jest soll über die Frauen- und einen bestimmten socialpolitischen Plan verfolgt.( Sehr Die Arbeiter wollen Verdes Herrn Reichskanzlers für uns erledigt und es wäre angebracht, arbeit wieder eine Denkschrift ausgearbeitet werden. Ja, wenn der richtig! bei den Socialdemokraten.) nach den ausführlichen Erörterungen diese Angelegenheit nun Arbeiterklasse mit Denkschriften geholfen werden könnte, dann befferungen haben, aber sie wollen sie auf Grund genauer Erendlich ruhen zu laffen. Auch die Renommiſtereien des Herrn Bued wäre ihre Lage glänzend. Beschämend ist manchmal die forschungen der Thatsachen haben. Die Organisation des Reichskönnen uns nicht veranlaffen, für die vorgestern von dem Herrn bureaukratische Unfähigkeit. So erklärt das Reichsamt des amts des Junern ist doch von Grund aus verfehlt, so daß alle Abg. Fischer eingebrachte Resolution zu ftimmen. Wir hoffen, Innern bei der Enquete über die Kinderarbeit, daß es sich Vorbedingungen fehlen, damit sich die socialpolitische Gesetzgebung erday das Vorgehen des Herrn Bued das Reichsamt den Wortlaut der Geseze über die Kinderarbeit in den Einzelstaaten giebig entfalten kann.( Beifall bei den Socialdemokraten.) des Junern davon überzeugt haben wird, wie gefährlich es Nordamerikas nicht habe verschaffen können. Ja, warum denn nicht? Staatssekretär Graf Posadowsky: " ist, mit einem so einseitigen Intereffenverband in Beziehung zu Die vorgeschrittenen australischen Geseze über die Kinderarbeit treten und wie geboten es erscheint, die Scheidelinie scharf zu ziehen. werden mit keinem Wort erwähnt. Jm Braunschen Archiv" Der Herr Vorredner hat ein sehr zutreffendes Wort gejagt. Er Die 12 000 Mark- Affaire bedauern auch wir, aber von einem System haben aber Dr. Karpeles und andre über diese Gefeße eine meinte, er könne von den Vertretern der Regierung nicht mehr verder Abhängigkeit des Reichsamts des Innern vom Centralverband Arbeit veröffentlicht. Was Privatmännern möglich ist, sollte langen, als sie unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen In seinen Ausführungen hat er sich aber nicht kann nicht die Rede sein. Einer solchen Annahme stehen schon die Thaten doch auch eine Regierung leisten können! Da ist es kein Wunder, leisten können. Er hat nicht genügend be= des Herrn Grafen Posadowsky entgegen, ich erinnere nur an feine wenn im Reichsamt des Innern häufig die völlige Unfähigkeit herrscht, auf diesen Boden gestellt. Stellungnahme für die Rentenstellen. Wir meinen, auch die Linke die Wünsche der Arbeiter auch nur zu verstehen. Die Frage des Bau- rücksichtigt, daß ich als Minister in einem förderativen Staat fönnte nun zufrieden sein, nachdem endgültig das Tischtuch zwischen arbeiterschutes liegt für das Reich sehr einfach. Es soll nur für genügende mich stets mit sämtlichen Staaten einigen muß und nicht so dem Reichsamt des Innern und dem Centralverband durch das Vor- Kontrolle sorgen und praktische Bauarbeiter als Controleure an- despotisch anordnen kann, wie er das glaubt. Wenn Sie wüßten, gehen des Herrn Bued zerschnitten ist. stellen. Diese Wünsche sind von den Bauarbeitern seit Jahren wie außerordentlich schwierig manchmal selbst das zu erIch komme nun zur Socialpolitik. Was die Bäckereiverordnung beim Reichsamt erhoben worden. Der Herr Staatssekretär ist auf reichen ist, was Ihnen hier vorgelegt wird, so würden Sie in Ihrem anlangt, so find wir stets für einen erhöhten Schutz der Bäcker- diese Wünsche auch eingegangen und hat in einem Rundschreiben Urteil etwas ruhiger, etwas milder und damit etwas gefellen eingetreten, nur über die geeigneten Wege dazu gehen erläutert, wie er sich die Sache von den Einzelregierungen durch gerechter sein. Ueberhaupt würden wir weiterkommen, wenn Sie die Anfichten auseinander. Vor allem find wir der Meinung, daß geführt denkt; danach soll ein Arbeiter den Bau kontrollieren, der Ihre Beschwerden in einer etwas ruhigeren Weise hier vorbringen würden. in Bezug auf die Arbeitszeit eine Wochenregelung der Tagesregelung von dem Unternehmer selbst bezahlt wird, und wenn der Unter- Wenn wir hier von Tag zu Tag nur immer Vorwürfe hören und vorzuziehen ist. Herr Wurm hat das Register der Gewerbe- nehmer die vorgeschriebenen Schutzvorschriften nicht durchführt, dann alles als böswillig, schlecht und ungeschickt gemacht hingestellt wird, dann Inspektions- Berichte eingehend kritisiert. Ich kann mich dieser Kritit soll er ihn darauf aufmerksam machen. Weigert sich der Unter- stumpfe ich nicht nur dagegen ab, sondern auch meine Beamten. der überaus fleißigen Arbeit nicht anschließen, höchstens wäre es an- nehmer, dem guten Rat feines Arbeiters zu folgen, so ist der Ar-( Sehr richtig! rechts.) Sie wollen das Interesse der Arbeiter schützen gebracht gewesen, alle Mitteilungen über die Beschäftigung ver- beiter verpflichtet, zur Polizei zu gehen und den Unternehmer zu und wir auch! Verlassen Sie sich darauf! Das geht besser bei der heirateter Frauen unter ein Stichwort zu bringen. denunzieren. Einen Scherz hat sich der Staatssekretär doch offenbar ruhigen Erörterung, wie wir sie ja auch in den Stommiffionen mit Was nun die Hauptsache, die Fortentwicklung der Socialreform nicht leisten wollen. Man muß diesen Vorschlag wirklich für bitteren den Socialdemokraten pflegen. anlangt, so haben die Herren Bassermann und Röside bereits Ernst halten. Er muß wirklich glauben, daß irgend ein Unter- Ich muß noch auf einzelne Punkte eingehen. Was die Streit überaus dankenswerte Anregungen gegeben. Nach den Erklärungen nehmer es sich gefallen lassen wird, von einem von ihm bezahlten klausel in den Verträgen des Fistus angeht, so fann ich erklären, des Herrn Staatssekretärs liegen fa geng Eisen im Fener, Arbeiter fontrolliert und denunziert zu werden. Uebrigens hat teine daß teineswegs die Absicht besteht, einen Streit stets als eine vis aber die Entwicklung geht doch etwvas fehr langsam vorwärts. Einzelregierung sich mit einer solchen Maßregel, wie fie der Staats- major anzusehen, die vom Vertrage entbindet, sondern es soll in leber die gewerbliche Kinderarbeit, über die Arbeit verheirateter sekretär empfiehlt, lächerlich gemacht. Nur in Preußen hat man auf jedem einzelnen Fall geprüft werden, aus welchen Ursachen der Frauen, über die Lage der Hausindustrie schweben schon lange Er- das Rundschreiben reagiert und zwar so, daß man die Kontroll- Streit hervore gangen ist, und danach wird der Ressortchef enthebungen, ohne daß pofitive gesetzliche Maßnahmen in nächster beamten für die Bauten von der Innung stellen läßt. Das ist nun scheiden, ob die Frist zur Ausführung hinauszuschieben oder Aussicht ständen. Der gestrigen Anregung des Abg. Wurm fiber die einmal preußische Socialreform.( Sehr gut! bei den Socialdemo- der Unternehmer zur Erfüllung seiner Pflicht anzuhalten ist. Berücksichtigung der Steinarbeiter schließe ich mich durchaus an. Ich fraten.) Eine feine Antwort hat die bahrische Regierung dem Was die Bäckereiverordnung anbelangt, so ist zuzugeben, daß auf habe die Denkschrift mit Interesse gelesen, fie bietet Anhaltspunkte Staatssekretär gegeben. Sie hat ihm gewissermaßen gezeigt, dem Gebiet der Bäckerei schwere Uebelstände durch gerichtliche genug. Auf die Frage des sanitären Maximal- Arbeitstags ist noch wie es richtig angefangen werden fönnte. Sie hat nämlich Erkenntnis festgestellt sind( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) nicht weiter fortgeschritten. Die Kommiffion für Arbeiterstatistik schien eine eine Konferenz zur Besprechung der Frage einberufen, all Zeitlang allmählich abzusterben, jetzt ihr aber doch erfreulicherweise der die Gewerbe- Aufsichtsbeamten, Vertreter der Regierung, der ständen entgegenzutreten. Man muß aber den Bädereibefizern eine eine Reihe von Aufträgen geworden, die eine fruchtbringende Unternehmer und der Arbeiter teilnahmen. Die Baugewerts- ausreichende Uebergangsfrist gewähren, wenn sie nicht schwer geThätigkeit dieser Kommission sichern. Dazu gehören Erhebungen Beitung" hat auch erschreckt geschrieben, vier Arbeiter seien dagewesen, schädigt werden sollen. Die Gerichte sollen weiter allzu milde verfahren bei Vernach= über die Arbeitszeit der Angestellten im faufmännischen Betriebe, darunter drei waschechte socialdemokratische Agitatoren. Einhellig und die Erhebungen über das Fleischereigetverbe. Der Reichstag hat war diese Konferenz der Ansicht, daß eine Kontrolle der Bauten läffigung der Unfallverhütungs Vorschriften seitens der Demgegenüber ist von dem Justizminister im übrigens auch eine Resolution angenommen betr. Erhebungen über das durch Arbeiter notwendig fei, daß aber diese Arbeiter Beamten sein Unternehmer. ein Rundschreiben пи die OberstaatsVerkehrsgewerbe. Hoffentlich wird auch diese Materie der Kommiffion müßten und nicht in Lohn und Brot bei einem Unternehmer stehen Ottober 1898 überwiesen. Daß die Krankenversicherungs- Novelle noch nicht kommt, ist dürften. Die Gemeinden München und Nürnberg haben auch dem anwalte ergangen, um sie auf diese Angelegenheit aufmerksam Auch beabsichtige ich eine besondere Dentja bedauerlich, aber wohl durch die umfangreichen Vorarbeiten zu erklären. entsprechend Einrichtungen getroffen, ja, sie haben sich sogar direkt zu machen. schrift über dieses Vorgehen der Gerichte ausarbeiten Was die Beschränkungen der freien Hilfskaffen in an die Arbeiterorganisationen gewendet. dieser Vorlage anlangt, so möchte ich den Herrn Staatssekretär doch Das Reichsamt des Innern hat ein besonderes Geschid, alle zu laffen. Was den Geheimerlaß des Herrn v. Berlepsch andringend bitten, nicht wieder Geseze einzu Dinge falsch anzufaffen. Ueber die Art, wie die Statistik über die langt, so scheint dieser allerdings teilweise von den Beamten mißbringen, die doch abgelehnt werden und nur Wigftim- Kinderarbeit vorgeschrieben ist, führt das statistische Amt lebhaft verstanden zu sein. Der Sinn dieses Erlasses war, die Beamten mung hinterlassen. Weiter möchte ich den Herrn Staatssekretär um lage. Von den Erhebungen über die Frauenarbeit fagt der Ge- follten die Beschwerden der Arbeiter entgegennehmen, sie sollten nur Auskunft darüber bitten, wie es mit dem Befähigungsnachweise im werbe- Inspektor von Baden: Das völlig negative Ergebnis hat seinen nicht den Vertretungen der Arbeiter über den Erfolg dieser Handwerksgewerbe steht.- Man hat gesagt, für die sociale Grund in der zu schablonenhaften Art der Fragestellung.( hört! hört! b. b. Beschwerden Bescheid erteilen. Herr Hoch hat wieder den Er mußte Reform ſei jetzt cine Schonzeit nötig. Ich kann das Soc.) Die vom Reichsamt des Innern vorgeschriebene Fragestellung beruht Erlaß über den Bauarbeiterschus berührt. nicht anerkennen. Sehr zwedmäßig wäre dagegen, nachdem nunmehr auf der Unterstellung, daß für verheiratete Frauen andre gesetzliche selbst zugeben, daß das Vorgehen Bayerns eine direkle Folge meines die Arbeiterschutz- Gefeze zehn Jahre lang bestehen, eine Erhebung Schutzmaßregeln notwendig feien als für unverheiratete Fabrit Erlasses ist. Die andern Staaten haben allerdings meinen Vorschlag über die Wirkung dieser Gesetze. Vielleicht können mit dieser Auf- arbeiterinnen. Die Antwort auf eine folche Frage fonnte als zu weitgehend abgelehnt. Einen Zwang auf sie auszuüben, bin gabe die Gewerbe- Inspektoren betraut werden. Alle focial- nur verneinend ausfallen." Es giebt eben Fragen, die der ich nicht in der Lage. Schließlich wiederhole ich nochmals, daß die Publikation über politischen Aufgaben tönnen nicht wirksam gefördert werden, wenn flügſte Mann nicht beantworten lann. Statt daß das Reichsamt nicht ein Reichs- Arbeitsamt geschaffen wird zur Entlastung des Innern bei allen Angelegenheiten, wo Arbeiterintereffen das Krankenversicherungs- Gesetz eine reine Privatarbeit ist. in Frage fommen, bestimmt, daß man sich an die Arbeiter Für das Verhalten irgend eines einzelstaatlichen Ich kann mich in erster Linie zu wenden hat, geschieht das Gegenteil. Das zeigte Beamten bin ich nicht verantwortlich. Abg. Hoch( Soc.): fich besonders deutlich bei der Vorbereitung der Reform der also auf eine sachliche Erörterung der gerügten Fragebogen hier nicht einlassen. Jedes Jahr wird uns bei diesem Etat, wenn wir unfre erantenversicherung. Solange die Orts- Krantentasse von Kritik anbringen, vorgehalten, unsre Angriffe feien übertrieben. Frankfurt a. M. unter der Herrschaft der Unternehmer stand, Sächsischer Bundesbevollmächtigter Geheimrat Dr. Fischer: Aber auch in diesem Jahre ist es nicht gelungen, irgend einen herrschten in ihr die ärgsten Mißbräuche und sie ging auf den Herr Hoch hat das Mißtrauen der Arbeiter auf das Verhalten Angriff, der von uns erhoben ist, als ungerechtfertigt zu erweisen. Bankrott zu. Nachdem die Arbeiter die Kaffe erobert haben, ist sie der fächsischen Gewerbe- Inspektoren zurüdgeführt. In der That Auch dasjenige, was der Herr Vertreter der sächsischen Regierung ein Musterinstitut geworden. Davon scheint auch der preußischen Re- ist aber dieses Mißtrauen ein Produkt des bei den fächsischen Argegenüber dem Genossen Wurm antwortete, war nicht geeignet, daß gierung etwas zu Obren gekommen zu sein. Sie schickte den bekannten Re- beitern von gewiffer Seite gefliffentlich genährten Bestrebens, sich die Angriffe Wurms gegen die sächsische Fabrikinspektion unberechtigt gierungsrat Dr.Hoffmann aus Berlin nach Frankfurt a/ M., um die Kaffe zu fern zu halten von den staatlichen Behörden. Daß die Gewerbegewesen wären. Der Regierungsvertreter spricht von dem allgemeinen inspicieren. Der Herr ging mit einem Vertreter des Frankfurter Inspektoren nicht gerade gerne z. B. in Arbeiterversammlungen gehen, Mißtrauen der Arbeiter. Es ist ja sehr leicht, das Bedauern über Magistrats hin, hielt sich eine halbe Stunde auf, richtete aber nicht ist sehr erklärlich. Es tommt häufig vor, daß die Beamten ein derartiges Mißtrauen auszusprechen. Aber man muß eine Frage an die Vorstandsmitglieder der Kasse.( hört! hört! bei in solchen Versammlungen beleidigt und beschimpft werden und ihnen doch fragen, woher fommit tommt das Mißtrauen? Es ist die den Socialdemokraten; Bundesratsbevollmächtigter Fischer: In die unlautersten Absichten untergeschoben werden. naturgemäße Folge des Verhaltens der Gewerbe Aufsichtsbeamten Dresden haben wir es anders gemacht.) Nun, einmal tann in den Arbeitern gegenüber. Wenn die Arbeiter von diesen stets Dresden schon etwas Besseres geschehen als in Preußen.( Heiterkeit.) chifaniert und ungerecht behandelt werden, so schwindet naturgemäß das Vertrauen ganz von selbst. Wo dagegen die Beamten bemüht Präf. Graf Ballestrem: find, ihre Pflicht zu thun und auch solche giebt es Ich bitte leine Privatgespräche zu führen.( Seiterkeit.) winnen fie auch mit der Zeit das Vertrauen der Arbeiter. Leien Sie nur die bayrischen, hessischen und württembergischen Berichte, Abg. Hoch( fortfahrend): fommt nochmals auf die Registerfrage zurüd. Sämmtliche vier finden Sie fast auf jeder Seite die Erklärung, daß Man arbeitet direkt darauf hin, unrichtiges Material von den Bände der Fabrik Inspektorenberichte sind am 29. Oktober an das Mißtrauen der Arbeiter mit der Zeit beseitigt werden Polizei- Organen zu erhalten. Man schreibt ihnen vor, was sie berichten den Reichstag gelangt; der Registerband am 6. November, also fonnte. Der Herr Regierungsvertreter schüttelt den Kopf, follen. So ist der bekannte Artikel des Regierungsrats Dr. Hoff auch noch vor Zusammentritt des Reichstags. Die Klagen da hat er jedenfalls die Berichte nicht genau durchgelesen. In mann im preußischen Verwaltungsblatt erschienen, das von allen des Herrn Abg. Wurm über das verspätete Erscheinen des Registers Württemberg tommen die Inspektoren mit den Arbeitern, sogar mit Beamten gelesen wird. Er sagt darin: so und so denke ich mir die sind also unbegründet. Ueber das Register kann ich mich objektiv den socialdemokratischen Arbeitervertretern zusammen, ja in Reform. Natürlich werden dadurch die Beamten ganz unwillkürlich äußern, denn verlegter Autorenstolz tommt bei mir nicht in einer solchen Zusammenkunft fragte einmal ein Arbeiter, ob die und beeinflußt, entsprechend zu berichten. Das ist eine unredliche Art Frage. Wir machen das Register nicht für Herrn Wurm und seine die Handlung des Inspektors nicht ungerecht wäre. Der Inspektor und Weise, Material für die Gesetzgebung zu erhalten.( Sehr Freunde, sondern für den Reichstag, den Bundesrat und antwortete ruhig und fachlich, und das Vertrauen war wieder richtig! bei den Socialdemokraten.) In der geheimen Enquete, die unsre Beamten. Wir werden 1113 doch nicht aus Bös hergestellt. Der Herr Regierungsvertreter sprach von einem die Regierung über die Reform der Krankenversicherung veranstaltet willigkeit ins eigne Fleisch schneiden. Herr Wurm hat das Beamten, der berichtet hatte, daß die Arbeiter in öffent hat, findet sich auch folgende Frage: Sodan sind in einer Nach- Register der preußischen Fabrikinspektoren- Berichte gelobt. Dieses lichen Bersammlungen über Mißstände Klage geführt hätten, weisung diejenigen Orts- Krankenkassen aufzuführen, bei denen Register ist in der That sehr zur Bequemlichkeit derjenigen eingerichtet, und daraus einfach den Schluß zog, daß ihnen wohl nichts daran Vorstandsmitglieder sich als Angehörige der socialdemokratischen die eine abfällige Stritit üben wollen.( Unruhe bei den Socialdemokraten.) gelegen hätte, mit ihm selbst in Verbindung zu treten. Ich verstehe Partei bekennen und ob in diesen Staffen die Verwaltung zu focial- Dazu ist es wie geschaffen, denn es ist kein Register, sondern ein gedrängte nicht, wie der Regierungsvertreter es billigen fann, daß der Gewerbe- demokratischen Parteizweden mißbraucht worden ist besonders Inhaltsübersicht. Das konnte man rasch ansehen und sagen: hier ist Infpeftor den Arbeitern einfach diese Absicht unterschiebt, statt nach bei Streitigkeiten mit Aerzten, Apothekern usw. In dieser Frage eine Stelle, wo man anhaken kann nnd hier wieder eine. Dann den Gründen zu forschen, weshalb wohl die Arbeiter sich nicht an liegt eine unerhörte Beschimpfung für die Arbeiter.( Sehr brauchte man die Berichte nicht erst durchzulesen.( Unruhe Es ist eine Verlegung bei ihn gewandt haben. Der Herr Vorredner hat das Register meinem richtig bei den Socialdemokraten.) den Socialdemokraten.) Das Schema für das ReKollegen Wurm gegenüber verteidigt. Die Angriffe meines Partei- von Recht und Verfassung( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten). gister fehlte bis jetzt. An dem Register werde ich genossen über die verkehrte Wahl der Stichworte sind aber nicht Wenn die Socialdemokraten ihren gefeßlichen Verpflichtungen nach festhalten, so lange mir nicht mit fachlichen Gründen nachgewiesen widerlegt worden. Schließlich ist aber das Inhaltsverzeichnis der kommen, so geht es die Behörde gar nichts an, ob sie Socialdemo- wird, daß ein besseres Register möglich ist. Daran werde ich festSchlüssel zu den ganzen Gewerbeberichten. traten find. Im Krankenkassengesetz wird kein Unterschied zwischen halten, obwohl ich nach den Worten des Herrn Abg. Fischer Wir haben nun wieder das traurige Schauspiel erlebt, daß die socialdemokratischen und nicht socialdemokratischen Arbeitern gemacht. nur ein meinungsloser Geheimrat bin. Wir meinungslosen Bertreter der bürgerlichen Parteien erklärten, mit den Leistungen der Es ist unerhört, daß Recht und Gesez so verlegt werden können. Es für Sie( zu den Socialdemokraten), Socialpolitik nicht zufrieden zu sein. Der Herr Staatssetretär hat ist eine Herabfegung der focialdemokratischen um einen Börsenausbruck zu gebranchen, gar keine Meinung, wohl ibnen ja geantwortet: Was wollen Sie denn, Sie haben ja felbft Arbeiter zu Bürgern zweiter Klaffe. aber haben wir von Ihnen eine Meinung, die ich nur deshalb nicht die Regierungsvorlagen verschlechtert. Darin liegt durchaus ein ausspreche, weil fie Ihnen vermutlich ebenso gleichgültig ist, wie uns des Reichsamts des Innern.( Bravo! im Centrum.) δα dann ges Vicepräsident Büsing: richtiger Kern. Besonders die maßgebende Partei, das Centrum, Ich lann es nicht für zulässig erachten, daß der Redner sagt, die trägt fehr viel Schuld an dem ungenügenden Ergebnis der Socialpolitik. Es wäre sehr wünschenswert, daß es ebenso focialdemokratischen Arbeiter werden auf Anweisung von oben au eifrig für die Socialreform einträte, wie für die Berteurung Bürgern zweiter Klaffe herabgedrückt. Ich rufe den Redner deshalb der Lebensmittel.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Es zur Ordnung. macht aber doch den Eindruck, daß vom Reichsamt des Innern selbst Abg. Hoch( fortfahrend): Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich habe vorhin vergessen, auf die Anfrage des Herrn Abg. Hize zu erwidern, daß die Ausführungsverordnung zum§ 105e ber Gewerbe- Ordnung in allernächster Zeit ergehen wird. Geheimrat Werner 3 Ihre Meinung von uns. Bir meinungslosen Geheimräte werden nach wie vor unfre Meinung offen aussprechen, wo es sich für uns darum handelt, das allgemeine Wohl zu fördern. Abg. v. Czarlinski( Bole) beschwert sich über die Verdeutschung polnischer Eigennamen bei Ein tragungen ins Standesamts- Register, wird aber vom Vicepräsidenten Büsing darauf aufmerksam gemacht, daß diefe Angelegenheit nicht zum Reichsamt des Innern gehöre, sondern möglicherweise zum birelt darauf hingesteuert wird, alle Vorlagen möglichst zu ver Gegen ein solches Vorgehen bei der Fragestellung hat der Herr schleppen und selbst das Notwendige so lange hinauszuschieben, wie Staatssekretär die Pflicht einzuschreiten. Wir haben die ehrliche es irgend möglich ist. Das sehen wir wieder am Kranken- Abficht, mitzuarbeiten bei der socialpolitischen Gesezgebung. Wenn berficherungs- Gesez. Der Herr Staatssekretär wußte boch ganz uns aber so die Aufgabe durch Borlegung falschen Materials er- Reichs- Justizamt. ganz anders für die Durchführung des Fleischbeschaugesezes gesorgt, der Einbringung beobachtet Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.) worden ist. Wir haben in der Behandlung der Kanalvorlage nie einen fragt an, ob Deutschland der internationalen Gewerbeschutz- und als das Graf Posadowsky gethan hat. Die Einfuhr der in diesem der Frage Patentunion beigetreten sei oder nicht. Die hohe Bedeutung Gesetz angeführten Artikel, die aus sanitären Gründen verboten war, ist Gegenjas zwischen Handel und Industrie und zwischen Industrie unsres Kunsthandels macht ein Gesetz zum Schuß bis zum 1. Oftober 1900 erlaubt worden. Bis dahin hat sich dann und Landwirtschaft gesehen. Rücksichten auf die Landwirtschaft sind der Erzeugnisse der bildenden Kunst dringend nötig. Ferner ist die Einfuhr dieser Artikel gegen das vorhergehende Jahr um das für unsre Ablehnung nicht maßgebend gewesen. Es ist richtig, wir Ich fann mir nur denken, daß bei haben von ihr eher einen Vorteil als einen Nachteil für die Landes für das deutsche Kunstgewerbe bedeutungsvoй, daß auch Doppelte vermehrt. mit Rußland und Holland ein Abkommen getroffen werde. dieser Hinausschiebung des Verbots der Einfuhr amerikanischen wirtschaft erwartet, hätten wir aber die Ueberzeugung erlangt, daß Das Warenverzeichnis- Gesez und das Gesetz über den Büchsenfleischs und ähnlicher gesundheitsschädlicher Waren wieder die Vorlage die gemeinsamen Interessen des Lands zu fördern geunlauteren Wettbewerb bedürfen dringend einer Reform. Ich bitte einmal unverantwortliche unverantwortliche Einflüsse maßgebend gewesen sind. eignet sei, wir hätten gleichwohl für sie gestimmt. Wir wollten den Herrn Staatssekretär zunächst eine Enquete über die Wirkung Schrieb doch die Frankfurter Zeitung" vor kurzem:„ Es ist durch einen solchen Kanal nicht die Herrschaft über die Tarife verdes Gesetzes zu veranstalten. Mit welchen Staaten stehen wir in bekannt, daß Herr Ballin zu denjenigen gehört hat, die lieren und unser Finanzwesen gefährden. Diese Bedenken sind noch einem Gegenseitigkeitsverhältnis in der Bekämpfung des unlauteren in den maßgebenden Kreisen das Fleischbeschaugefeß in einzelnen nicht beseitigt, aber wir werden die Vorlage objektiv prüfen Wettbewerbs? Die Schaffung einer Reichs- Centralbehörde für Punkten als unannehmbar erklärt haben." Wohin sollen wir aber und dann nach rein fachlicher Ueberzeugung stimmen. Ich glaube, technische Angelegenheiten wäre sehr erwünscht. Weite Kreise der fommen, wenn fortgesetzt derartige Einflüsse von Seiten wirksam sind die die versöhnliche Art der Einbringung bürgt dafür, daß, mag nun Industrie, vor allem der Ingenieure wünschen zu wissen, wie nicht zur Verantwortung gezogen werden können.( Sehr richtig! rechts.) der Kanal angenommen oder abgelehnt werden, eine fich die Regierung zu dieser Frage stellt. Schließlich Weiter muß ich auch darauf aufmerksam machen, daß die Vorbereitung der Verstimmung zwischen den Parteien, die auf einander angewiesen fomme ich noch auf eine Frage, die für Tausende Handelsverträge viel zu langsam vor sich geht. Wenn die Arbeiten oder auf ein Zusammenwirken mit der Regierung angewiesen sind, deutscher Familien von großer Bedeutung ist, auf die Frage des Wirtschaftlichen Ausschusses nicht erheblich gefördert werden, ist es nicht einzutreten braucht.( Lebhafter Beifall rechts.) der Abschaffung der Phosphor- Streichhölzer. Ich ausgeschlossen, daß die Handelsverträge rechtzeitigt gekündigt werden Abg. Richter( frs. Bp.): stehe da auf einem ganz andren Standpunkt wie der Herr Ich richte daher die Anfrage an den Herrn Staatseine flare, bestimmte Antwort darauf, Die Rede des Ministerpräsidenten war eine schöne Rede, er hält Abg. Wiemer. Die Phosphornekrose ist viel weiter verbreitet als die sekretär und erwarte Interessenten glauben machen wollen, und die Wirkungen dieser Krank- ob der neue Zolltarif uns noch in dieser Tagung vorgelegt ja stets schöne Reden.( Heiterfeit.) zu beklagen ist das Mißgesichertem und gesteigertem Zollschutz. heit sind furchtbar. Die strengsten Unfallverhütungs- Vorschriften haben werden wird, und ob die Regierung an der Absicht festhält, die be- verständnis zwischen ( Erneute Heiterkeit.) Liegt das noch immer an der fehlerihr gegenüber nichts genützt. Ich bin daher lediglich im Interesse stehenden Verträge rechtzeitig zu kündigen? der betreffenden Arbeiter für ein vollständiges Verbot der VerHierauf vertagt sich das Haus. haften Aluftit des Hauses?( Heiterfeit.) Uebrigens ist doch wendung von Phosphor bei Herstellung von Zündhölzern. Ein Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr.( Duellinterpellation Trimborn. jeder gefeßliche Bollschutz auch gesichert. Wir befinden uns in bloßes Verbot bedeutete aber die Vernichtung der Existenz von Fortsetzung der zweiten Etatsberatung.) Hunderten von Familien, eine Entschädigung der Arbeitgeber und Schluß 6 Uhr. Arbeiter durch das Reich müßte damit Hand in Hand gehen.( Bravo! links.) in V Abg. Horn- Sachfen( Soc.): tönnen. Abgeordnetenhaus. absteigender Linie. Wir werden die Konjunktur überwinden, wenn uns die Weltpolitik teine Rückschläge giebt. Die Landwirtschaft hat einige gute Ernten hinter sich.( Lachen rechts.) Der Rückgang der Domänenpachten ist bedeutungslos, wenn man die Preise von heute mit denen vor 20 Jahren vergleicht. Der Finanzminister hat heidenmäßig viel Geld. Die Steuern sind im Verhältnis von 100 zu mehr als 250 gestiegen, das Einkommen der Steuerzahler aber nicht. ( Sehr richtig!) Dabei ist der Einfluß der Volksvertretung auf die 3. Sigung vom 14. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. v. Miquel, Frhr. v. Rheinbaben, Frhr. v. Hammerstein, Schönstedt, v. Thielen, Bre- Finanzen fehr gering. Troz der steigenden Einnahmen der feld, Studt. Vicepräsident Frhr. v. Heeremann eröffnet die Sigung. Zur Beratung steht die erste Lesung des Etats. Abg. Frigen( C.): Abg. Graf von Limburg- Stirum( f.) das Die not der Beamten gesprochen. Er braucht den Beamten nur entbrannt ist. % Jm vorigen Frühjahr hat der Reichstag über eine Reihe von Bestimmungen verhandelt, die den Kinderschutz in gewissen Industrien betreffen. Die Verordnung des Bundesrats geht dahin, daß z. B. in den Polierwerkstätten der Glashütten die Kinderarbeit bis zum Staatsbahnen giebt es feine durchgreifende Tarifreform. 13. und 14 Jahre zulässig ist, allerdings nur auf 6 Stunden. Das Der Reformeifer ist ist bei der Kälte eingefroren. Herrn stellt aber gegen den früheren Zustand eine wesentliche VerFrigen stimme ich darin zu, daß die Einzelstaaten mehr schlechterung dar, soweit es sich um die Kinderbeschäftigung wie bisher zu den Beiträgen des Reichs herangezogen werden müssen. den Glasschleifereien handelt. Die Schleiferei in Glashütten ist eine gesundheitsschädliche und besonders gefährlich für Trotz des Aufschwungs der Staatsfinanzen bewegt sich Es ist unerhört, daß man in Preußen Hunderte von Millionen Kinder. Bekanntlich erreichen die Glasarbeiter nur ein verhältnis- gewerbliche und landwirtschaftliche Leben in absteigender Linie. thesauriert, während im Reich um lumpiger 900 000 M. willen eine mäßig geringes Alter, die Glasschleifer nur einen Durchschnitt von Landwirtschaft leidet Not, die Textilindustrie ist sehr herunter, Centrum mit uns, damit wir es durchsetzen, daß die Ueberschüsse neue Steuer eingeführt werden muß. Hoffentlich vereinigt sich das 35 Jahren.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten). Das sollte auch der Eiſenindustrie geht es schlechter und bei den Berg- ins Reich fließen. Herr v. Miquel bat von der Wohnungsfür die Regierung eine Mahnung sein, im Arbeiterschutz nicht rüd- werksbetrieben ist es ähnlich. Hoffentlich werden die Vorwärts, sondern borwärts au schreiten. Gerade in den anschläge für die Staatsbergwerke auch erreicht. Unfre Schulden- soviel Zuschuß zu geben, daß sie die Wohnungen bezahlen tönnen, katholischen Bezirken, wo die Glasindustrie vorherrscht, in tilgung ist besser als im Reich. Das ist das Verdienst des Finanz- dann ist die Wohnungsnot beseitigt.( Sehr richtig! links.) Ein der Oberpfalz und in Oberfranken ist der größte Prozent- ministers v. Miquel. Ich erkenne das an, obwohl ich eine An- Schuldotations- Gesez wünsche ich jetzt nicht, es würde nur jazz Schwindsuchtsfälle. Da sollte das Centrum doch schauung nicht teile, daß zwischen den Finanzen des Reichs den Streit wieder aufleben lassen, der beim Zedlizschen Entwurf seine Arbeiterfreundlichkeit einmal beweisen. Redner führt dann und der Einzelstaaten ein dicker Strich zu ziehen ist. ausführlich Beschwerde über die ungenügende leberwachung der Das ist ein partitularer Standpunkt, der überwunden sein sollte. Die Aufiedelungspolitik hat bankrott gemacht. Jetzt will man Betriebe speciell in den Glashütten. Eine Enquete der Glasarbeiter was nun die einzelnen Etats anbelangt, so meine ich, um beim es mit der Gründung von Theatern und dergleichen versuchen. Wenn hat festgestellt, daß die Verordnung des Bundesrats über die Stultusetat zu beginnen, daß es höchste Zeit ist, das Schul- die Bekämpfung der Polen auf diesem Wege geschieht, dann möchten Sonntagsarbeit größtenteils nicht eingehalten wird.( Hört! hört! dotations: Gesez vorzulegen. Dann sollte man den Kranken- andre Provinzen wohl gern auch einige Polen befizen.( Heiterkeit.) bei den Socialdemokraten). In einer ganzen Reihe von Be- pflegerinnen katholischer Konfession die Niederlassung erleichtern. Bei den Spielhagenbanken hat sich die Staatsaufsicht blamiert. trieben wird jeden Sonntag jeden Sonntag gearbeitet, und zwar nicht Für die Oberlehrer sollte endlich die Gleichstellung im Gehalt mit Dem Grafen Bülow rechne ich es als ein Verdienst an, daß er aus bloß 4-6 Stunden, sondern 10 Stunden, und auch während den Richtern zur That werden. der Nacht von Sonntag auf Montag. Und auch Kinder unter Weite Kreise sind durch den Krach der Spielhagenbanken Anlaß des Sternberg- Prozesses den Minister des Jnnern zu einer 13 Jahren werden des Sonntags beschäftigt.( hört! hört! bei den stark beunruhigt. Ich frage, wo war die Staatsaufsicht? Ich hoffe, Konferenz über diese Zustände eingeladen hat. Er hat auch flug daran gethan, diesen Schritt der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Socialdemokraten.) Es ist weiter festgestellt worden, daß die Arbeit der Landwirtschaftsminister wird uns genügende Aufklärung geben. Offenbar hat ihn das Schicksal des Herrn v. Marschall dazu an den drei Sonntagen, wo das Arbeiten gestattet ist, in 12 Be- Im Justizetat wird eine Erhöhung der Polizeikosten gefordert. Das bewogen, der vor der Polizei in die Deffentlichkeit flüchten trieben 12, in 15 aber 16-18 Stunden beträgt. Das ist doch kein führt uns auf die Mißstände innerhalb der Kriminal: Jm Sternberg Prozeß wurde mußte.( Sehr gut! lints.) Sonntag! Solche Zustände sind aber nur möglich, weil die ganze polizei, die der Prozeß Sternberg wieder bloßgelegt hat. Der Staatsanwalt, der gegen den angeklagten Millionär einen Art der Festlegung der Sonntagsruhe in den Glashütten ein solches Die erwiesene Bestechlichkeit eines höheren Beamten giebt schweren Stand hatte, von der Polizei einfach im Stich geKunterbunt von Bestimmungen ist, daß sich nicht einmal viele um so mehr zu Bedenken Anlaß, als der Tausch- Prozeß schon arge laffen. Herr Frigen hat also recht, wenn er von der Unterſtellung Fabrikanten dabei herausfinden, viel weniger die Arbeiter. Mißstände au den Tag gebracht hat. Die damals versprochene Während der Weihnachtsfeiertage sind nach einem Brief, der mir Besserung ist nicht eingetreten. Sind die Befugnisse richtig ab- der Kriminalpolizei unter die Staatsanwaltschaft nicht entzückt ist. Die Polizei beschäftigt sich jetzt zu viel mit Politik, man ent vorliegt, die Kinder und selbst Frauen angespannt worden. In der gegrenzt? Sollte man nicht einmal versuchen, die Kriminalpolizei lafte fie von der leberwachung der Versammlungen und Personen, Verordnung des Bundesrats über die Beschäftigung der Frauen ist durch andres Blut als aus Militärkreisen aufzufrischen? Die Unter die meist überflüssig sind. Die Kommissare haben sich als selbständige mit gefagt, daß in solchen Räumen, in denen vor einem Ofen stellung der Kriminalpolizei unter die Staatsanwaltschaft scheint im Tausch- Prozeß Mächte gezeigt. Sie fonspirierten gearbeitet wird und eine außergewöhnlich hohe Wärme mir nicht der richtige Weg zu sein. Geschehen muß aber etwas. Ministern. Kommt es einmal zum Klappen, dann wird einer oder Herrscht, Frauen nicht beschäftigt werden dürfen. Diese Ver- Der Ministerpräsident ist hier für die Kanalvorlage eingetreten. ordnung wird so gar nicht beachtet. Die Fabritinspektion wendet Ich bedauere die Einbringung der Vorlage gerade in dieser der andre penfioniert, das ist alles! Die politische und die Wohlden sanitären Mißständen in den Glasbetrieben nicht die gehörige Tagung. Denn sie ist nun einmal zum Bankapfel der Parteien fahrts- Polizei muß in Berlin wenigstens vom Polizeipräsidium abgelöst werden. Bedenken sind gegen die jeßige Handhabung Aufmerksamkeit zu. Eine greifbare Regelung muß möglichst bald geworden. Heute, wo der Zolltarif- Entwurf vor der Thüre steht, der Theatercensur zu erheben. Sie will jezt auch gegen Stüde erfolgen. Viel von den Uebelständen wird dadurch verschuldet, daß sollte man aber alles vermeiden, was die Parteien und die Regierung verkehrter Grundtendenz" vorgehen, gegen Stücke von " aweifel den Aufsichtsbeamten zu wenig Rechte eingeräumt find. Sie müßten zu entzweien geeignet ist. Unfre Pflicht ist es natürlich, die neue haftem Kunstwert". Die Stücke sind ja schließlich fast sämtlich freiempfindliche Strafen verhängen können, um die Unternehmer zu Vorlage ruhig und objektiv zu prüfen und dieser Pflicht werden wir givingen. uns nicht entziehen. Wir hoffen aber, daß die Regierung aus gegeben worden, aber nach wie viel Arbeit! Lebten Schiller und Nun zu der sächsischen Fabrikinspektion. Der Herr ciner Ablehnung der Vorlage nicht zu einer Auflösung des Goethe noch: Wehe ihnen! Sie wären keine Klaffifer ge worden.( Heiterkeit). Herr Dumrath den Minister lasse ich Geheimrat Fischer meinte, das Verhältnis der sächsischen Arbeiter Hauses kommen wird.( hört! hört! links.) Das würde zu unabseh- außer Konkurrenz, würde es nicht erlaubt haben. zur Fabrikinspektion habe sich in legter Zeit gebessert. Die baren Schwierigkeiten für die Parteien und für die Regierung führen. ( Erneute Heiterkeit). Fabrikinspektoren Berichte bestätigen diese bestätigen diese Behauptung leider( Beifall im Centrum und rechts.) Die vielen Köche, die sich mit Berlin beschäftigen, verderben nicht. Am allerwenigsten der Bericht des Dresdener den Brei. Man wundert sich nur, daß Berlin trotz der vielen Fabrikinspektors. Wieviel Leute haben denn dort feine Bermittlung angerufen? Ausgezählt 19, darunter 10 mündlich,( auf der Tribüne schwer verständlich): Das Centrum hat seine Finanz- Aufsichtsinstanzen, die hineinreden, den erwachsenden Aufgaben 9 schriftlich und einer darunter anonym. Das ist grade kein Zeichen politik geändert, es scheint jetzt bereit zu sein, die Einzelstaaten stärker gerecht werden kann, und nun soll noch eine neue Justanz, der für großes Vertrauen. Nach Herrn Dr. Fischer soll das an der Ver- als bisher zu den Beiträgen für das Reich heranzuziehen. Früher hat es Oberpräsident von Berlin geschaffen werden. Schon um seine hegung der Arbeiter liegen. Nein, nicht daran, sondern an doch die Einzelstaaten wirtschaftlich wie politisch so selbständig wie Existenzberechtigung zu erweisen, wird er in das Räderwerk der den früben Erfahrungen, die die Arbeiter gemacht haben. möglich machen wollen. Unfre Finanzen sind noch gut, aber es Berliner Verwaltung eingreifen und den Reibungskoefficienten Besonders die Glasarbeiter des Dresdener Bezirks. Die fragt sich, ob das so bleiben wird. Wir müssen deshalb neue große vermehren. Jch bedaure nicht, daß das Feld für die Kanalvorlage sturm Berichte, die die Fabrikinspektoren in die Welt setzen, Ausgaben vermeiden und sparsamer als sonst wirtschaften. Die NotSturmlauf entfremden ihnen die Arbeiter.( Sehr wahr bei den Social- lage der Landwirtschaft muß ich auch in diesem Jahr in den frei gehalten wird.( Sehr gut! lints.) Ob es wieder zum demokraten.) So find die Verhandlungen zwischen den GlasVordergrund stellen. Sie wird am besten illustriert durch den Rück- gegen die Regierung mit dem vorjährigen Sturmläuten kommen Es war gut, daß der Ministerpräsident arbeitern und dem Fabrikinspektor außerordentlich befangen hört! rechts.) Es muß gelingen, die Landwirtschaft zu schützen, nicht von der Unerschütterlichkeit der Regierung gesprochen hat. gang der Bachterträgnisse aus den Domänen um 25 Prozent.( Hört, wird?( Heiterkeit.) dargestellt. Zum Beispiel wird behauptet, es hätten die Arbeiter in Radeberg über den Betrieb der Glashütte Be- damit sie wie Handel und Industrie in Blüte kommt, sonst Solche Redensarten machen auf feiner Seite mehr Eindruck. Wie steht wird der Staat sehr geschädigt. Ich mißgönne natürlich heute Herr v. Miquel zum Kanalprojekt, von dem im Vorjahre Graf hauptungen aufgestellt, die den Thatsachen nicht entsprächen. dem Handel und der Induſtrie ihr Gedeihen nicht, sondern Stanis nicht wußte ob er dafür oder dagegen gesprochen habe. Alle Angaben der Arbeiter über die Staubentwicklung, die Gesundheits- ich Meinte er die Kanalvorlage, als er in seiner Etatsrede sagte: Wir ſchädlichkeit des Aufenthalts und der langen Arbeit in einem Raum, einen Ueberschuß von 180 Willionen bei einem Gesamtüber haben so viel Geld, daß wir auch einmal ein Unternehmen beginnen der einem Schweinestall gleicht, sind aber richtig. Auch die Treibriemen sind ohne den vorschriftsmäßigen Schuß. Und das schuß von 528 Millionen, d. h. fie betragen 1/8 des Gesamtüberschusses. tönnen, das nicht ganz sicher ist?( Heiterteit.) Ich glaube, diesmal Dieses Verhältnis ist bedenklich. Eine kleine Schwenkung oder wird der Kanal nicht abgelehnt. Er wird angenommen oder alles beschönigt der Fabrikinspektor. Wie der Dresdener Herr berichtet, geht schon daraus hervor, daß er den Depression in Handel und Verkehr kann da schlimme Verwirrungen verschleppt.( Murren rechts.) Seien Sie nur ruhig, er wird an genommen.( heiterkeit.) Warum auch nicht! Es find ja 25 neue Redacteur, der in dieser Sache in einer öffentlichen GlasarbeiterWir sind bereit, die Regierung in ihren Plänen für die Er- Regierungsstellen im Etat vorgesehen. Wenn also noch ein paar LandVersammlung im Interesse seiner Kollegen gesprochen hat, höhnisch haltung des Deutschtums im Osten zu unterstützen, wir müssen räte umfallen, fallen sie in weiche Seife!( Heiterkeit links, Unruhe rechts). als„ Redacteur" bezeichnet hat. Es ist aber ein wirklicher Redacteur, mur prüfen, ob die Absichten immer zweckentsprechend find. Wir be- Jezt, wo die Rosinen im Kuchen sind, ist er zu schön, als daß man tein Redacteur des„ Dresdener Journals". Haarsträubend find die dürfen im Often einer zielbewußten starken Politik. Das Schwanken ihn verschmähen könnte. Die Kompenſationstheorie bedaure ich, sie Zustände, die in den Glasbetrieben bezüglich der Unreinlichkeit der muß aufhören.( Beifall rechts.) Die Vorgänge auf dem Hypotheken- ist eine Schraube ohne Ende.( Sehr gut! links.) Je eifriger wir Werkstätten und der Aborte herrschen. In einem Bericht wird er- marft zeigen, wie richtig es war, die Pfandbriefe nicht den staat- im Vorjahre für den Sanal eintraten, desto lauer wurde die Rewähnt, daß ein Arbeiter, der diese Unreinlichkeit habe befeitigen lichen und andern sichern Anlagepapieren gleich zu stellen. In der gierung. Unfre Freundschaft schien ihr unheimlich zu sein, deshalb sollen, sich dessen geweigert habe und deshalb entlassen sei. Wenn sich ein Arbeiter weigert, an einer Beseitigung des Schmuges Budgetkommission wird diese Sache noch näher erörtert werden werden wir uns der Regierung nicht als Vortruppen aufdrängen. Wir haben unfre Schuldigkeit gethan. Thue nun die Regierung die teilzunehmen, so muß die Sache schon sehr weit gediehen sein. Die Verhältnisse sind in vielen Betrieben so, daß sich der Mensch einfach eines Schuldotations- Gefezes und eines Schulgesetzes unter Wahrung Auf dem Gebiete des Schulwesens berlangen wir die Einbringung ihrige.( Lebhafter Beifall links.) zu Tode efeln müßte, wenn er eine solche Arbeit verrichten sollte. und Abgrenzung der Rechte der Eltern und der Kirche.( Zustimmung Finanzminister Dr. v. Miquel: Hier muß Wandel geschaffen werden. Die Glasarbeiter haben an Meine Pflicht als Finanzminister ist es, vor einer Ueberden Bundesrat eine Petition gerichtet um Beseitigung all dieser rechts und im Centrum.) bor Ich komme nun zur Nede des Ministerpräsidenten. Wir sind schäßung wie einer Unterschäzung der Finanzen zu Uebelstände. Ich hoffe, daß ihre Forderungen endlich erfüllt werden. erfreut, nun einen wirklichen Ministerpräsidenten zu befizen. Wir warnen. Herrn Richters Politit will aber alle Einnahmen einer hoffen, daß er in großen Fragen energisch vorgehen wird, ins günstigen Beit sofort wieder ausgeben. In einer schlechten Zeit Abg. Nöficke- Kaiserslautern( B. d. L.): besondere gegen die Mächte des Umsturzes. Wir freuen uns, würde sich ein solcher Mann nicht helfen können. Herr Richter Die 12 000 Mark Affaire hat schon einen breiten Staum daß Graf Bülow die Notwendigkeit des Schuzes für die Landwirt meinte, wir stehen an einer Wende unsrer wirtschaftlichen Verhält in der Debatte eingenommen, ich muß aber doch noch furz schaft anerkannt hat. Solche entschiedene Anerkennung haben nisse.( Abg. Richter: Im Gegenteil 1) Er gab zu, daß die darauf eingehen. Bezeichnend iſt die Haltung der social wir in den letzten Jahren vermißt. Wir freuen uns, Einnahmen sich vermindern werden.( Abg. Richter: Im GegenAls im Verlauf der Debatte fest- daß demokratischen Presse. die Landwirtschaft nicht nur als wirtschaftlicher, teil! Große Heiterkeit.) Die höheren Steuerbeträge beruhen auf gestellt wurde, daß auch bei der Vorbereitung zum russischen sondern auch als politischer Faktor behandelt werden soll. der Steigerung der Wohlhabenheit.( Der Minister wird hier unverHandelsvertrag private Mittel der Regierung zur Verfügung gestellt Wir hoffen, daß der Ministerpräsident sein Programm in Bezug auf ständlich. Er schließt mit dem Sage: Die Gestaltung der preußischen worden seien, da erhob sich auf jener Seite fein Sturm der Entrüstung. die Landwirtschaft in die That umsetzen wird. Geschieht das, dann Finanzen nach meinen Anschauungen ist dem Staat jedenfalls nüz Freilich handelte es sich damals auch nur um die Juteressen der Landwirt werden wir auch helfen, Handel und Industrie zu fördern. Meine licher, als wenn Herr Richter fie leitete.( Der Minister geht auf schaft. Im übrigen muß ich den Herrn Staatssekretär doch gegen die politischen Freunde unterstützen die Regierung lieber, als daß fie feinen Platz zurück, geht aber wieder auf die Tribüne und beginnt socialdemokratischen Vorwürfe verteidigen. Ich meine, er muß zu ihr in Opposition treten und nur ein Diffens in grundlegenden unter großer Heiterkeit des Hauses von neuem mit den Worten: das Recht haben, zur Propagierung seiner Geseze auch Fragen hat uns zu unsrer oppositionellen Haltung bestimmt. private Mittel anzunehmen. Freilich kann die Annahme Wir hoffen auf den Ministerpräsidenten im Kampfe gegen folcher Gelder mit mehr oder weniger Geschick den Umfturz. Wir glauben nicht an eine Mauserung der Socialgeschehen. Ganz falsch ist es übrigens, wenn die Herren der Linken demokratie. Hier heißt es einschreiten, ehe es zu spät ist.( 8u behaupten, wir verteidigten den Grafen Posadowsky nur, weil er ein ftimmung rechts.) ( Bravo! bei den Socialdemokraten.) anrichten. müssen. nur Die Eisenbahnen haben agrarischer Minister sei. Da muß ich doch sagen, einen agrarischen Die Einbringung der Kanalvorlage bedanere ich. Anzu versöhnliche Form, die Minister denke ich mir ganz anders. Ein agrarischer Minister hätte erkennen ist die ruhige und die bei Ich will noch zum Kanal reden. Die Regierung hätte die Kanalvorlage benußen können, um eine andre politische Konstellation im Lande herbeizuführen, die Regierung hat es nicht gethan, weil fie Herr Richter in Frieden mit dem hohen Hanse leben will. sprach hier von„ Manipulationen", mit denen der Kanal durchgebracht werden soll. Herr Richter würde der Kanalvorlage einen Dienst erweisen, wenn er solch unrichtige Dinge nicht vorbrächte.( Beifall.) Minister des Innern Frhr. v. Rheinbaben: " Verwaltungsbeamten, die ihren amtlichen Einfluß zur| 1866 und 1870/71 das Bürgertum für den Militarismus begeistert Ein Minister, der den Beifall des Herrn Richter fände, wäre Gründung eines konservativen Parteiblatts, ja zum Gewinnen von haben und weil das Bürgertum aus Angst vor der nach mir eine etwas bedenkliche Erscheinung.( Oho! links.) Es ist nicht Annoncen mißbraucht hätten. Landräte und Kreissekretäre läden rückenden Arbeiterpartei sich schutzsuchend der Staatsgewalt richtig, daß ich die Censur dahin beeinflußt habe, in ihrer Grund- zu Versammlungen gegen die Kanalvorlage die Gemeinde- in die Arme geworfen habe. Es scheine, daß diese Periode des demotendenz bedenkliche Stücke abzulehnen. Er verliest seine vorsteher ein. fratischen Niedergangs jezt überwunden sei und wir am Anfang einer hierauf bezügliche Verfügung und fährt fort: Ich erfahre Eine Reform der Kriminalpolizei ist dringend not- neuen demokratischen Entwicklung des Bürgertums stehen. Der von Censurverboten erst, wenn sie erlassen sind und denke nicht als wendig. Die Polizei ist sehr forsch, aber Mörder zu entdecken ge- Redner beleuchtete eingehend die gegenwärtigen politischen Zustände Beschwerde- Instanz in den geordneten Instanzenweg einzugreifen. lingt ihr nicht, der Mörder muß sich schon selbst anzeigen.( Heiterkeit.) und zeigte dabei, daß wir in Deutschland zur Zeit noch in einem Ich bin aber kein Böotier dritter Ordnung. Ich habe in der Rhein- Wie stellt sich der Finanzminister zur Reform der Tarife? Wir folgen schroffen Gegensatz zu den Forderungen der Demokratie stehen. proving einen Schillerverein gestiftet und wenn Schiller( Ruf: Herr nur einem alten bewährten Führer unsrer Partei, dem Oberbürgermeister Als er zur Besprechung der Handelspolitik tam, sagte er, er sei im von Schiller! Heiterkeit) lebte, würde er sich vielleicht für mich er- Miquel( Heiterkeit), wenn wir verlangen, daß an den Staat nur ein Gegensatz zu seinen politischen Freunden der Meinung, daß ein flären und nicht für Herrn Richter. Ich halte die dramatische Kunst für Teil der Eisenbahnüberschüsse abgegeben werden muß, das andre Getreidezoll, wie wir ihn heut haben, zur Ueberwindung der Krise ein Bildungsmittel ersten Rangs. Gerade deshalb muß die After- aber der Eisenbahnverwaltung selbst zur Durchführung von Tarif im Getreidebau nötig sei. Redner ist aber gegen Erhöhung der finst abgewiesen werden, müssen wir die jugendlichen Gemüter nicht reformen gelaffen werden muß. Bei dem Offenbacher 11n Getreidezölle und gegen Doppeltarife. Das Bündnis zwischen Industrie vergiften lassen. Der Minister läßt sich über Tolstois Macht der glid soll feinen Beamten Schuld treffen, dann liegt die Schuld an und Agrariertum in der Handelsvertragsfrage sei gefährlicher wie Nach einer treffenden Kennzeichnung und Finsternis" und„ Die Dame von Marim" aus. Das den Einrichtungen. Mit den Ausführungen des Ministerpräsidenten das Agrariertum allein. lettere Stück verleze jedes moralische Gefühl. Tolstois„ Macht der sind wir völlig einverstanden. Landwirtschaft und Industrie entschiedenen Verurteilung der Weltpolitif fam der Redner zu dem Finsternis" sei aber in der Grundtendenz nur billigenswert und des- müssen gleichermaßen gefördert werden. Deshalb hängt die Schluß: So trübe das Bild der gegenwärtigen Zustände auch sei, halb billige er auch die Aufhebung des Censurverbots durch den Erhöhung des Zollschutes mit der Entwicklung des Verkehrs im es fehle doch nicht an erfreulichen Erscheinungen. Mitten in diefer Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. Freilich sei das Censur- Innern eng zusammen. Das eine bedingt das andre. Ich hoffe, daß reaktionären Zeit, im Niedergange des demokratischen Bürgertums verbot zu erklären aus der Kraßheit der Vorgänge in dem Drama der Kanal angenommen wird und fürchte mich nicht vor der Auf- haben eine Anzahl von Fortschritten in der Stille eingefeßt. Gine Tolstois. lösung. Die Regierung darf die Gegner der Vorlage nicht im Socialpolitik hat begonnen, wir haben eine Arbeiterschutz- GesetzIm Gegensatz zu Herrn Richter bin ich der Meinung, daß der Zweifel lassen, daß es ihr mit diesem Kulturwerk nun wirklich ernst gebung, die Gewerbegerichte mit der Beteiligung von Arbeitern Spreepräfekt der Stadt Berlin ganz dienlich sei. Die ist und daß sie Annahme der Vorlage wirklich ernstlich verlangt. an der Rechtsprechung, die Krankenkassen von Arbeitern vertraurigen Verhältnisse der Militäranwärter in der Berliner( Beifall.) waltet und mit der Gleichberechtigung der weiblichen Mitglieder Verwaltung, das Fehlen jeglicher Fürsorge für die unteren Hierauf vertagt sich das Haus. in Verwaltungsangelegenheiten, also das Frauenstimmrecht als Bevölkerungsschichten machen einen wohlwollenden Ratgeber Persönlich bemerkt hoffnungsvollen Anfang für weitere Entwickelung. Also eine demonötig. Bei der Kriminalpolizei sind Mißstände zu Tage fratische Unterströmung sei trotz aller Reaktion vorhanden. Die Abg. Richter( frs. Vp.): getreten, unsre Reformpläne werden hoffentlich zur Ueberwindung Socialdemokratie nähere sich immer mehr den rein demokratischen der Mißstände führen. Schon jetzt werden übrigens die Beamten Censurverbote nicht in die Schuhe geschoben. Herr v. Rheinbaben geständnisse gemacht werden. Wenn auch die Demokratie als Partei Der Minister hat mich falsch verstanden. Ich habe ihm die Forderungen, denen auch von den Mittelparteien manche Zu feineswegs alle aus militärischen Kreisen rekrutiert. Ueber die Unterstellung der Kommissare unter die Staatsanwaltschaft haben möge aber die Art seines parlamentarischen Auftretens der Be- schwach sei, so mache doch die Idee Fortschritte, und sie werde im Der zweistündige wir mit dem Justizminister verhandelt, find aber zu dem scheidenheit seiner bisherigen parlamentarischen Erfolge anzupassen zwanzigsten Jahrhundert die Welt erobern. Ergebnis gekommen, daß die Unterstellung nicht möglich ist. Vortrag fand allgemeinen Beifall. Bei den jezt thätigen Kommissaren wird nachgeforscht, ob fie Schulden haben. Das hat einen inquisitorischen Beigeschmad. Bei unverschuldeten Schulden soll die Behörde den Beamten beispringen. Abg. Dr. Sattler( natl.): A suchen. Minister Frhr. v. Rheinbaben erwidert, er habe den Abg. Richter so verstanden, als habe dieser ihn persönlich für die Censurverbote verantwortlich gemacht. Nächste Sigung: Dienstag 11 Uhr( Fortsetzung der Etats: beratung). Schluß 5 Uhr. Versammlungen. Das Centrum geht jetzt mit seiner Finanzpolitik darauf aus, die Macht der Einzelstaaten zu Gunsten der Centralisierung zu be schränken. Das Charakteriſtikum der Finanzlage ist: Preußen schwimmt im Gold und die Kommunen darben und seufzen unter den Lasten.( Sehr richtig!) Wir wünschten nur, daß das preußische System auch im Reich Platz griffe. Die Landwirtschaft leidet sehr Profeffor Quidde aus München sprach am Sonntag in einer start unter dem Arbeitermangel. Die schlechtere industrielle start besuchten Volksversammlung im Buggenhagenschen Saal über Konjunktur halte ich nur für vorübergehend. Herr von das Thema: An der Schwelle des Jahrhunderts. Er sagte: Das Miquel ist bei den einzelnen Refforts herumgegangen wie neunzehnte Jahrhundert sei das Jahrhundert der demokratischen ein Löwe und hat gespart. Ich hoffe, er wird jezt löwen Entwicklung gewesen. Es habe uns den Verfassungsstaat, das fühn vor uns hintreten und sagen: Jetzt haben wir das Geld, jetzt allgemeine Wahlrecht, die Selbstverwaltung und die Anfolgt auch mir, die Ihr mir in der Sparsamkeit gefolgt seid, und fänge einer socialen Politik gebracht. Go groß aber auch bewilligt die Kanalvorlage.( Sehr gut! links.) Für verglichen mit den Zuständen früherer Jahrhunderte Kulturzwede geforderte Summen werden wir immer bewilligen. Auch der Fortschritt des demokratischen Gedankens im neunzehnten Jahr mit der Anbahnung einer Wohnungsreform sind wir einverstanden. hundert sei, von dem, was wir als Ideal erstreben, feien wir noch Wie gedenkt der Minister den Kommunen zu helfen? Ich meine, weit entfernt, ja unfre gegenwärtigen Zustände befinden sich in man jolle die Provinzialdotationen um 50 Millionen erhöhen. Redner einem Gegensatz zu der demokratischen Entwicklung des neunzehnten führt Beschwerde über das Verhalten der hannoverschen Jahrhunderts. Das komme daher, weil die kriegerischen Erfolge von Socialdemokr. Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Osten) Dienstag, den 15. Januar, abends 8½ Uhr, Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeorducten Paul Singer über: „ Aus dem Reichstage". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht III. Wahlkreis. = Am Mittwoch, den 16. Januar, abends 8%, Uhr, im Lokal von Möhring, Admiralstr. 18c: General- Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Tages Ordnung: 242/1 Bericht des Vorstands und des Kaffterers vom 4. Quartal. Antrag des Vorstands auf Abänderung des Statuts. Vorstandswahl. Verschiedenes. Um recht zahlreiches. Erscheinen ersucht Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags= Wahlkreis. Freitag, den 18. d. M., abends 8½ hr, General- Versammlung im Rosenthaler Hof, Nosenthalerstr. 11/12. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, des Kassierers und der Revisoren. 2. Vereins: angelegenheiten. 245/ 1* Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Centralverband der Zimmerer Deutschlands Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 15. Januar cr., abends 72 Uhr: Ausserordentliche = Mitglieder Versammlung im Gewerkschaftshans, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Regelung der monatlichen Versammlungen für 1901. 2. Stellung von Anträgen zur 14. Generalversammlung. 3. Wahl der Delegierten zu derselben. 4. Verbandsangelegenheiten. Der Vorstand. ( 243/ 1* Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Rudolf Fiedler amt 12. b. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenfen! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. d. W., nachmittags 23 Uhr, vom Trauerhause, Hochstraße 28, aus nach denr neuen Pauls Kirchhof ( Plößensee) statt. 11m zahlreiches Erscheinen ersucht 246/2 Der Vorstand. Danksagung. Allen Freunden, Berwandten und Kollegen, die bei der Beerdigung meiner lieben Frau teilgenommen haben, insbesondere dem Gesangberein Liberté I", sage hiermit meinen 1988b besten Dant. Gustav Müller nebst Rindern. Bekanntmachung. ant Die Betriebs- Krankenkasse der Stadtgemeinde Berlin ist 18. Januar 1901 geschlossen. Berlin, den 14. Januar 1901. 270/5 Der Vorstand. Sonnabendabend 53 Uhr ver: starb nach kurzen, schweren Leiden mein guter Gatte und Vater Rudolf Fiedler. Die tranernde Witwe und Sohn. Die Beerdigung findet Mitt: woch, den 16. 6. M., nachmittage 23/4 Uhr, vom Trauerhause, Hochstraße 28, aus nach dem neuen Pauls- Kirchhof statt. 1977b Deutscher Metallarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Am 12. Januar verstarb unser lang: jähriges Mitglied, der Klempner Rudolf Fiedler. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 16. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Hochstr. 28, aus nach dem Paulskirchhof, See: straße, statt. 110/12 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die große Teilnahme an der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes Hermann Mania sage ich allen Verwandten, Be: fannten und Freunden, sowie den Sängern und Turnern der Berliner Turnerschaft, dem Ber ein der Bade- Anstaltsbesizer, dem Radfahrerklub Humboldt und für die so reiche Kranzspende meinen herzlichsten Dank.[ 1981b Witwe Anna Mania. In der staatswissenschaftlichen Abteilung der Berliner Finken schaft spricht am Donnerstag, den 17. Januar, abends 82 Uhr, im Bazenhofer", Friedrichstr. 71, Herr Fabrikbesizer Heinrich Freese über Die Gewinnbeteiligung der Arbeiter in modernen Großbetrieben". Gäste herzlich willkommen. Berliner Zweigverein der Internationalen Föderation. Mitt woch, den 16. Januar, abends 8 Uhr, Bürgersaal des Rathauses: Bortrag des Herrn Dr. med. Hacer aus Leipzig: Die Aufgaben des Staats auf dem Gebiete der Moral und Hygiene". Disfussion. Damen und Herren haben freien Eintritt. Eingegangene Druckschriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 15. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die GenossenschaftsDer Ursprung des preußischen Königtums. Die Ausstände in bewegung und der Socialismus. Von E. Anseele. Von Hubert Lagardelle. Frankreich; Nochmals Klaffenkampf und thit. Bon A. Kautsky.- Litterarische Rundschau: Georg v. Mayr, Die Pflicht im Wirtschaftsleben. Walter Claasen, Schweizer Bauern politik im Zeitalter Ulrich Swinglis. Feuilleton: Ein steinernes Beugnis für die historische Wirklichkeit Jesu von Nazareths. Von Ludw. Woltmann. Verein Berliner Buchdruck- Maschinenmeister. Dienstag, den 15. Jankar, abends 9 Uhr, in Cohns Festfälen, Beuthstr. 20: Vereins- Versammlung. Vortrag des Herrn H. Stenz über„ Vivisektion, die Folter und [ 35/3 der Mord im Dienst der Wissenschaft". Gäste willkommen! Hierzu ladet freundlichst ein * Der Vorstand. Voranzeige! Sonntag, den 3. März cr.: Großer Vortrags. abend mit Damen.( Näheres wird noch bekanntgegeben.) Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 15. Januar 1901, abends 8 Uhr, bei Nümann, Brunnenstr. 188: Derlammlung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Steiner über Professor Häckels Welträtsel. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Nichtmitglieder als Gäste willkommen! Die Kollegen und Kolleginnen werden dringend ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Donnerstag, den 17. Jannar, abends 82 Uhr, Bezirks- Versammlung für den Osten bei Keller, Koppenstr. 29. Tages Ordnung: 1. Obligatorische Schiedsgerichte und Streitzwang. Referent: Redacteur Hugo Poetzsch. 2. Diskussion. Kollegen! Da jeden deutschen Metallarbeiter der Streitschutz- Gesetzentwurf des französischen Handelsministers Millerand interessieren wird, und dieser Gefezentwurf die Unterlage des obigen Referats bilden wird, so erwarten wir zahlreichen Besuch in dieser Versammlung. Die Bibliothek befindet sich im Verbands Bureau, Engel- llfer 15 1, und ist täglich während der Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags geöffnet; Dienstags und Donnerstags außerdem von 7-9 Uhr abends. Sonnabends nachmittags ist die Bibliothek geschlossen. 110/11] Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Centralverband der Töpfer. Mittwoch, den 16. Januar, abends 84 Uhr. in Habels Brauerei, Die Mitglieder werden in ihrem eigensten Intereſſe ersucht, recht zahr- Weften und Süd- Westen: Bergmannstr. 5-7. reich und pünktlich zu erscheinen. 254/1] Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Achtung! Rixdorf. Achtung! Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Fränkt über:" Deutsche und preußische Verfaffung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Frauen find willkommen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Vertrauensmänner- Versammlungen Mittwoch, den 16. Januar, abends 8 Uhr, in den Apollo- Sälen ( Juh. Ph. Thomas), Hermannstr. 48-50: General- Derlammlung. Tagesordnung: der Drechsler 1. Kaffenbericht vom 4. Quartal. 2. Bericht der Gautagsdelegierten. Mittwoch, den 16. Januar 1901, abends 84 Uhr, 3. Bericht der Ortsverwaltung und Neuwahl derfelben. 4. Berschiedenes. 76/14 Mitgliedsbuch legitimiert! Die Ortsverwaltung. Die nächste Vertrauensmänner- Bersammlung findet am Dienstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr, im Verkehrslokale, Rosenstr. 24, statt. Lightbildermorgen, Mittwoch, ab. 82. Gäste 20 Pf. 1 Broschüre. Männervortrag Kommandantenstraße 20, pratt. Naturheilt. Grundmann b: Schwangerschaft, Geschlechtsleben u.-Leiden Naturheilv. Brüden Ost u. Nordost: Koppenstr 41 bei Matthes, Südost u. Südwest: Admiralstr. 18c bei Möhring, Norden: Brunnenstr. 150 bei Neumann. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommissionen. 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Branchenangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch und Bertrauensmännerkarte legitimiert. Musikinstrumenten- Arbeiter. Gredit. 11, Kurbad, Köpnickerstr. 72, Rembert. Mittwoch, 16. Januar, abends 8½½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Sprechst. 6-8 im Neanderstr. Achtung! Maurer. Norden! Mittwoch, 16., abds. 72 Uhr, bei Jrmert, Swinemünderstr. 26: 19826 Grosse Abendsprache. J. A.: Aug. Löwenstein. Engel- Ufer 15: Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: ( Filiale Berlin). Mittwoch, den 16. Januar, abends 6 Uhr, bei Stechert, Andreasstr. 21: 195/1 General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstands, Bibliothekars und Arbeitsnachweisers um Raffenbericht. 2. Wahl des gesamten Vorstands. 3. Gewerkschaftliches. Pflicht jedes Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Brauerei- Arbeiter! 41/2 Der feiner Zeit mit den ringfreien Brauereten bereinbarte Arbeitsnachweis, Blumenstr. 38, wird. von der Direktion des Münchener Brauhaus Aft.- Ges., Johannisstr. 18/19, nicht anerkannt. Agitations- Kommission der Brauerei- Arbeiter Berlins und Umgegend. J. A.: Richard Schüler. Eine feit breißig Tischlerei von ca. 20 Bänten mit feinſter, fefter Kundschaft ist todeshalber für den Jahren bestehende Inventarwert fofort zu verkaufen. Eventuell fann sich ein Compagnon mit Rapital mit dem ältesten Sohn zusammen daran beteiligen. Offerten Vogler, Berlin, Leipzigerstr. 31/32.* 1. Bericht der Kommission und Neuwahl derselben. 2. Bericht vom sub F. E. 753 at Haasenstein& Gautag. 3. Verbandsangelegenheit und Verschiedenes. afé Schurig, C Dresdenerstr. 128, nahe Kottbuser Thor. Kaffee 15, Bier 10; ca. 50 hiesige u. auswärtige Beitungen; zwei Billards ( Kerkau), Stunde 40 Pf. Bahlstelle Freie Voltsbühne. 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Schriftthe dim sich wird ein Sekretär gelucht. E Derselbe muß mit der Arbeiterbewegung, den Socialgesezen genau vertraut und rednerisch begabt sein. Das Anfangsgehalt beträgt 2000 m. Bewerber wollen ihre Offerten, denen eine schriftliche Darstellung ihres Lebenslaufs beizufügen ist, bis zum 1. März an Aug. Fiedler, Kl. Kuhberg 35, Siel, einreichen. [ 5579* 2 Charlottenburg! Dr. Bruno Dienstag Uhrmacher Kunstmann, Wallstrasse 1. Borchardt RechtsNationalökonomie Die moderne Arbeiterbewegung. anwalt DonnersVictor tag Fränkl Schriftsteller Dr.Rudolf Steiner RedeUebung Kursus für Fortgeschrittene. Freitag Der Unterricht beginnt in Geschichte Montag, den 14. Januar; Natur- Erkenntnis Dienstag, den 15. Januar; Nationalökonomie Donnerstag, den 17. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 18. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 211 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. 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Ar 19875* 19846 Mathäitirchstr. 31: Bau Kaiser u. v. Großheim. Eisenbahnstraße: Baur Garbe. 179/ 17*] Die Lohnkommiffion. Nr. 12. 18. 2. Irilan Ks JonBärts" Kcrliicr WsM sw*» ,...» im Der Prozeß gegen Frl. Platho nnh Kerrn Arndt wcqcn Beleidigung des Oberstaatsanwalts Dr. I s e n b i e l, welcher gestern vor der siebenten Strafkammer des Landgerichts I zur Ver Handlung gelangte, hatte einen kolossalen Menschenandrang nach dem kleinen Sitzungszimmer der Strafkanimer verursacht. Der Zuschauerraum war' im Nu gefüllt und die Gerichtsdiener hatten schwere Arbeit, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.— Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Voigt, die Anklage vertritt Staats- auwaltfchaftsrat Dr. E g e r, als Verteidiger sind die Rechtsanwälte Morris und Dr. Hahn- Charlottenburg zur Stelle. An der Anklagebank hatten Platz zu nehmen: 1. Fräulein Harries P l a t h o, 33 Jahre alt, evangelischer Konfession; 2. der� Grundstücksmakler Hngo Arndt, 39 Jahre alt. evangelischer Konfession.— Unter den vorgeladenen Zeugen befinden sich Ober- staatsanivalt Dr. Jsenbiel, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Romen, Landgerichtsdirektor M ül l e r, Landgerichtsrat K ä m p f e, Schutz- mann Stier st ädter, Kriminalkonimissar Thiel, Rechtsanwalt Dr. Werthauer, Staatsanwalt Braut, Zeitungsvcrlcger und Rcdacteur Bruhn, Bankier Fritz Behrens, Gerichtsphhsikns Dr. Stürmer, Verwitlvete Frau Regierungsrätin v. Gräfe geb. Lowenthal und Frau verwitwete Sanitätsrat Pfeffer.— Fräulein P l a t h o wird in einem Fall, Herr Arndt in 3 Fällen der Beleidigung desOberstaatsanwaltsDr.Jsenbielnach Z137 bezw.186 Str.-G.-B. beschuldigt.— Die Angekl. P l a t h o erklärt auf Befragen des Vorsitzenden: Sie betreibe seit Jahren Unter den Linden 16 ein Bank- und Kommissionsgeschäft und sei mit dem Angeklagten geschäftlich bekannt. Sie kenne Sternberg und da dieser nach seiner Verurteilung ihr leid gethan und sie ihm Dank schulde, habe sie den Plan gefaßt, alles zu thun, um dessen Begnadigung herbeizuführen. Sie habe sich deshalb mit Herrn Arndt in Verbindung gesetzt, der mit dem Bankier Fritz Behrens bekannt war und gesagt habe daß dieser mit vornehmen Kreisen Berührung habe. Sie habe Herrn Arndt gesagt, er solle Herrn Behrens für ein Gnadengesuch zu ge- Winnen suchen; Slernberg würde für eine wohlthätige Stiftung 500 000 M. geben und beim Gelingen des Gnadengesuchs 50 000 M. bewilligen, welche Summe sie sich mit Herr» Arndt teilen wollte. Die ganze Sache sei nicht zur Ausführung gekommen und nicht über das Stadium eines Entivurfs zu einem Begnadigungsgesuch hinaus- gekommen. Dieser Entwurf sei wahrscheinlich im Bureau des Rechtsanwalts Dr. Werthauer hergestellt worden. Letztere habe sich ihr gegenüber ablehnend gegen ein Gnadengesuch verhalten, ebenso dem Angeklagten Anidt gegenüber, als dieser selbst mit Dr. Werthauer in Verbindung trat. Als Herr Arndt von Dr. Wcrthauer kam. habe er sich darüber beklagt, daß dieser nichts von dem Gnaden- gesuch wissen und wahrscheinlich das Geld selbst verdienen wolle. Arndt habe ihr hierbei nichts davon mitgeteilt, daß Dr. Werthauer bei dieser Rücksprache vom Reichsgericht gesprochen habe. Die Angeklagte giebt ferner zu, daß sie vielleicht davon gesprochen habe, daß sie mit der dem Staatsanwalt Dr. Jsenbiel bekannten Frau v. Gräfe über Sternberg gesprochen habe, sie bestreitet aber entschieden, daß sie sich wegen der Be- gnadigung der Beihilfe der Frau v. Gräfe bedienen wollte. Deren ablehnendes Verhalten bei einer Unterhaltung über die Sternberg- Affaire habe ihr gezeigt, daß daran nicht zu denken sei. Die Air geklagte erkennt einen an Arndt gerichteten Brief als von ihrer Hand geschrieben an, in welchem es ungfähr heißt: Können Sie ermitteln, ob Herr F. B. die Mitglieder des Strafsenats des Reichsgerichts kennt und mir Empfehlungen mitgeben kann? Ich will hinüber fahren und soll für die Reise noch 2 Mille bekommen. Die Angeklagte nimmt an, daß dieser Brief von ihr auf Veranlassung von Arndt geschrieben sei. Letzterer habe den Brief vielleicht Herrn Behrens vorlegen wollen, um diesem zu zeigen, daß man mit der Sache wirklich Ernst mache. Ihr habe niemand 2000 M. für eine Reise nach Leipzig zugesichert. Auf direktes Befragen des Vorsitzenden erklärt die Angeklagte: Sie habe mit Frau V.Gräfe nie über Schritte gesprochen, die diese zu Gunsten einer Begnadigung Sternbergs bei dem Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel unternehmen solle, sie habe auch nie gehört, daß Fra» v. Gräfe mit Dr. Jsenbiel in dieser Sache gesprochen habe, nehme es auch nicht an. Es folgt die Vernehmung des Augeklagtcn Arndt. � Derselbe giebt zu, daß er seit Jahren mit Frl. Platho in Ge« schäftsverbindung gestanden habe. Das Fräulein habe zuerst über Sternberg zu ihm gesprochen und sein Interesse für die Sache erregt. Schon bevor er den Namen des Herrn Behrens genannt, habe Frl. Platho denselben erwähnt. Sie habe auch vorgeschlagen, den Herrn Behrens in Anspruch zu nehmen. Der Angeklagte Arndt erzählt dann, daß er zu Herrn Behrens gegangen sei und ihn gebeten habe, sich für S t e r n b e r g s Begnadigung z u' v e r- wenden. Herr Behrens habe erwidert,'daß' er nur dann für Steniberg sich verwenden würde, wenn er die Gewähr habe, daß Sternberg durch sein Vorleben und seine Ver gangenheit eine solche Empfehlung verdiene. Er selbst, Behrens, wolle ja keinen Pfennig für seine Bc- mühungen haben, aber es wäre ihm keineslvegs unangenehm, wenn ihm zu wohlthätigen Zwecken 500000 Mark zur Verfügung gestellt würden. Frl. Platho habe zuerst da- von gesprochen, daß auch er, Arndt, etwas für seine Mühewaltung haben müsse und 30 000 M. vorgeschlagen. Er habe gefragt:„Soll ich die allein haben?", worauf Krl. Platho erlvidert habe, daß sie die Hälfte davon haben müsse.. Darauf habe er denn vorgeschlagen, daß sie 50 000 M. fordern solle, es erhalte jeder dann 25 000 M. Abhandeln könne man sich immer noch etwas lassen. Frl. Platho habe dann den Entwurf des Begnadigungsgesuchs selbst zu Herrn Behrens gebracht, dieser habe aber, wahrscheinlich auf Grund der eingezogenen Erkundigungen, die Sache auf sich beruhen lassen. Nach- dem dieser Versuch gescheitert sei, habe Frl. Platho erzählt, daß ihr ! gegenüber eine Frau v. Gräfe wohne, die im Hause des Ober- taatsanwalts Dr. Jsenbiel verkehre, vielleicht ließe sich durch diese Dame etwas erreichen. Frl. Platho sei zunächst zum Dr. Werthauer gegangen, um mit ihm betreffs des Begnadigungsgesuchs Rücksprache zu nehmen. Sie sei zurückgekommen mit der kurzen Erklärung, daß Dr. Werthauer ihn selbst sprechen wolle. Er sei zu ihm gegangen und habe von Dr. W. gehört, daß ihm an einer Begnadigung gar nichts gelegen sei, er wolle lieber die Revision abwarten. Dr. Werhauer habe im Laufe des Gesprächs gesagt, daß sein(des Angeklagten) Gewährsmann, wenn er so hohe Beziehungen habe, vielleicht den Oberstaatsanwälten Dr. Jsenbiel und W a ch l e r näher treten und ihnen nahe legen könne, daß Sternberg ein Opfer von Jntriguen sei; eventuell würde auch schon viel gewonnen sein, wenn der Staats« nwaltschaftsrat Dr. Romen nichts mehr bei der Sache zu thun habe. Der Angeklagte Arndt bekundet weiter: Er habe dem Dr. Werthauer gesagt, daß sein Gewährsmann sich auf solche Dinge nicht einlassen würde. Am nächsten Tage habe er dem Frl. Platho dies mitgeteilt und diese habe gesagt: na, sie möchte vielleicht doch den Versuch machen, Herrn Behrens die Sache vorzustellen. Sie seien dann beide � zu Herrn Behrens gegangen und Frl. Platho habe ihm die Bitte vorgetragen, ob sie nicht von ihm Empfehlungskarten haben könne, um Be- zichungen zu den Herren Oberstaatsanwälten Dr. W a ch l e r und Dr. Jsenbiel herzustellen. Der Angeklagte Arndt giebt auf Vor- halt zu, daß er einen anonymen Brief, den seine Frau geschrieben, an den Staatsanwaltschaftsrat Romen gerichtet habe. Darin wird Dr. Romen vor den Mackinationen gewarnt, die im Gange seien, um Sternberg frei zu bekommen und ihn, den Dr. Romen, zu beseitigen. „Eine verwitwete Negierungsrätin hat bereits den Ober- staatsanivalt Dr. Jsenbiel, der in dieser Sache Ihr Gegner ist, gewonnen und dieser ist bereits vor dem Termin am Reichsgericht nach Leipzig gereist." Der Angeklagte erklärt dies dahin, daß er von der vollen Wahrheit der ihm von dem Fräulein Platho gemachten Mitteilungen überzeugt gewesen sei und da er sich von der ganzen Sache zurück gezogen hatte, habe er den dringenden Wunsch gehabt, den Staatsanwalt Dr. Romen von den Vorkommnissen in Kenntnis zu setzen. Der Vorsitzende meint, daß der Angeklagte doch ein doppeltes Spiel getrieben zu haben scheine und es fast so aussehe. als ob der Angeklagte aus Aerger über den i h ni entgangenen Gewinn gehandelt habe. Auf weiteren Vorhalt erkennt der Angeklagte Arndt auch ein die ganzen angeblich vorgekommenen Beeinflussungsversuche und Machinationen zusammenfassendes Schriftstück als von ihm ge- schrieben an. Er ist damit zunächst zum „Vorwärts" gegangen. Er habe denselben erproben(!) wollen, ob er nicht nur Beamte beschuldigen, sondern auch Beamte in Schutz nehmen könne. Der Redacteur des„Vorwärts" habe, nachdem er diesem mündlich über die Dinge Mitteilungen gemacht, gesagt, die Dinge seien ja allerdings haarsträubend,' und wenn er die volle Ver- antwortung übernehme» wolle, solle er die Sache zu Papier bringen. Er sei dann am zweitfolgendcu Tage mit dem Schriftstück zum „Vorwärts" gegangen, habe aber einen andren Redacteur dort an- getroffen und diesem das Schriftstück übergeben.— Präs.: Sie haben dem Redacteur des„Vorwärts" ausdrücklich gesagt: Sie könnten nicht glauben, daß Dr. Jsenbiel die Richter in Leipzig be- einflußt habe und trotzdem haben Sie ihm ein Schriftstück übergeben, in welchem klipp und klar steht, daß Dr. Jsenbiel es gethan habe.— Angeklagter: Ich habe gesagt, daß ich die Sache für ganz ungeheuerlich halte und wollte dem Dr. Jsenbiel Gelegenheit geben, sich gegen die im stillen ver- breiteten Beschuldigungen zu rehabilitieren.— Präs.: Für die Verbreitung dieser ungeheuren Beschuldigungen haben Sie selbst bestens besorgt, obgleich der Redacteur des„Vorwärts" Ihnen Ihr Skriptum zurückgeschickt und Sie ans den richtigen Weg ver- wiesen hatte, indem ex Ihnen sagte, Sie sollten sich' an den Vorsitze den der Strafkammer Landgerichtsdircktor Müller wenden. Statt dessen haben Sie das Schriftstück nach der „Staatsbürgcr-Zcitung" getragen und es dort veröffentlichen lassen. Als erster Zeuge wird der Redacteur und Verleger der„Staats- bürger- Zeitung", Wilhelm Bruhn, vernommen. Derselbe bekundet: Bei der Uebergabe des Manuskripts habe Arndt nur gesagt, daß er die Thatsachen bezüglich des Ober- staatsanwalts Dr. Jsenbiel von Frl. Platho habe, er habe aber nicht gesagt, ob er dies selbst glaube oder nicht glaube. Vor Veröffentlichung des Artikels sei dieser Herrn Arndt vorgelesen worden und er habe sich nnt der Form des Artikels einverstanden erklärt. Arndt habe gesagt, er habe sich zunächst an de»„Vorwärts" gewandt und sei dort abgewiesen worden; er habe hinzugesetzt: er habe den Eindruck gehabt, daß dies nur geschehen sei, weil es sich hier um Angriffe gegen Juden, den Dr. Werthauer zc. handelte 1 Der Zeuge bekundet ferner: Arndt habe ihm gesagt, er habe sich mit anonymen Briefen an Dr. Romen u. a. gewandt, weil er sehe, daß zu Unrecht alles mögliche gegen Herrn Stierstädter ausgespielt werde. Als der Zeuge dann Arndt die Frage vorgelegt, warum er sich denn nicht an das Gericht wende, habe dieser gesagt, er wünsche nicht, daß sein Name dabei bekannt werde. Zeugin Frau verw. RegierungSrätin v. Gräfe: Fräul. Platho habe an sie niemals das Ansinnen gestellt, auf Dr. Jsenbiel ein- zuWirken, sie würde auch nicht gewagt haben, ihr Geld anzubieten. Zeuge Bankier Fritz Behrens kann sich absolut nicht er- inner», daß irgendwie Frl. Platho von ihm Empfehlungen an den Oberstaatsanwalt Dr. Wachler und den Oberstaatsanwalt Dr. Isen- biel erbeten habe. Staatsanwaltschafts-Rat Dr. Romen bekundet auf Befragen des Vorsitzenden, daß es selbstverständlich ein ganz blödsinniges und wahnwitziges Hirngespinst sei, wenn irgend jemand behaupte,' daß er seine Berufung in das Kriegsministerinm Herrn Sternberg zu ver- danken habe. Der folgende Zeuge, Rechtsanwalt Dr. Werthauer, erklärt, daß ihm der' Besuch des Angeklagte» Arndt vollständig ans seinem Gedächtnisse entschwunden war und erst durch den Artikel in der „Staatsbürger-Zeitung" wieder in seiner Erinnerung wachgerufen worden sei.' Wenn der Angeklagte Arndt behaupte, er habe ihm gesagt,„Arndt solle doch für eine Versetzung des Staatsanwalts Romen sorgen, wenn er sich so hoher Beziehungen erfreue", so müsse er erklären, daß dies entweder eine bösartige Verleumdung seiner Person, oder auf einen mangelhaften Intellekt des Arndt' zurück- zuführen sei. Eine derartige Redensart könne er garnicht gethan haben. Es wird darauf der Redacteur W e tz k e r vom„Vorwärts" vernommen. Er bekundet, daß Arndt ihm eines Tags in der Re- daktion einen Besuch abgestattet und ihn: die Mitteilungen mündlich gemacht habe, die gleichzeitig den Anhalt eines von Arndt verfaßten Manuskript bildeten. Der Zeuge habe das Schriftstück mit nach ause genommen und dort gelesen. Als der Angeklagte am folgenden äge wieder erschienen sei, habe ihm der Zeuge das Schrifstück mit dem Rate zurückgegeben. er möge es dem Vorsitzenden des Stemberg-Prozesses, Landgerichtsdirektor Müller zur Verfügung stellen. Der Staatsanwalt beantragt gegen die Angeklagte Platho vier Monate Ge- f ä n g n i s, gegen Arndt wegen des anonymen Briefs an Herrn v. Tresckow vier Monate, wegen des Briefs an Dr. Romen fünf Monate, wegen des veröffentlichten Artikels acht Monate und eine Gesamtstrafe von einemJahrGefängnis. Sollte der Gerichts- Hof wider Erwarten nur 8 186 annehmen, so beantrage er gegen Arndt neun Monate Gefängnis. Die Verteidiger plädieren auf Freisprechung der Angeklagten. Nach kurzer Beratung fällte der Gerichtshof folgendes Erkenntnis: In Bezug auf die Angeklagte Platho sei festgestellt, daß sie wußte, daß die ihr benachbart wohnende Frau von Gräfe« mit dem Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel bekannt sei; gegen sie spreche auch der Brief, den sie an Arndt geschrieben. Hier handele eS sich aber um die Behauptung, daß Dr. Jsenbiel nach Leipzig gefahren sei und die Neichsgerichtsräte beeinflußt habe. In dieser Beziehung werde sie nur durch Arndt belastet und der Gerichtshof habe es vorgezogen, sie freizusprechen, weil ihre Schuld nicht klar erwiesen sei. Gegen Arndt habe der Gerichtshof auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Gefängnis errannt. Wenn die Behauptungen auch außerordentlich kraß, dumm und thöricht gewesen, so habe der Gerichtshof doch nicht angenommen, daß sie wider befferes Wissen aufgestellt worden und nur s 186 in Anwendung gebracht. Des Schutz des K 163 stehe dem Angeklagten nicht zur Seite. Bei der Abmessung der Strafe habe der Gerichtshof erwogen, daß der Angeklagte aus den schäbigsten Motiven gehandelt habe. Mit dem Gold habe er angefangen und mit der Rache habe er aufgehört. Uoksrles. Der alte Holdheim von der hiesigen„Volks«Zeitung" ist. wie dies Blatt mitteilt, gestern im Alter von 76 Jahren ge- starben. Mit Holdheim ist einer der lautersten und opfermütigstcn Charaktere aus der bürgerlichen Journalistik dahingegangen. Zwei- undfünfzig Jahre hat der tapfere Kämpfer dem Blatte angehört, in dessen Redaktion er seit der Gründung am 1. April 1849 thätig war. Als Dreiundzwanzigjähriger sah ihn die März- belvegung auf den Barrikaden Berlins; er gehörte zu denen, die am 19. März als Gefangene nach Spandau geführt wurden. Aber auch als Redacteur hat Holdheim tapfer seinen Mann gestanden; mehr als fünfzigmal hatte er vor Gericht zu erscheinen und etwa fllnfundzwanzigmal ist er zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das sind Lorbeeren, deren heutigen Tags, von ganz seltenen Ausnahme» abgesehen, sich nur noch Socialdemokraten rühmen können. Am 1. April 1399 feierte Holdheim unter vielen und wohlverdienten Ehrungen sein fünfzigjähriges Arbeitsjubiläum in der„Volks-Zeitung". Nun ist er dahingegangen, ein wackerer Mann, ein tapferer Verfechter des demokratischen Gedankens. Sein Andenken wird auch von uns in Ehren gehalten werden. Hohcnzollern- Festspiele für Arbeiter. Unter Patrioten ist es eine ausgemachte Sache, daß der Umsturz auch in solchen Kreisen seine stillen Anhänger und Förderer hat, die durch ihre Stellung an sich vor allen staatsfeindlichen Tendenzen immunisiert sein sollten. Fast muß man an die Richtigkeit dieses Verdachts glauben. wenn man von der neuesten Verekelung des Patriotismus vernimmt. Wird da im Neuen königlichen Opern-Theater von Dilettanten ein Hohenzollern-Fe st spiel gegeben, das in der gutgesinnten Presse mit Bedauern als gehaltlos und des er- hebenden Moments der Ziveijahrhundertfeier, mit dem Preußen am 18. Januar bedacht wird, recht wenig würdig bezeichnet worden ist. Bombastische, ordcnSschielende Gelegenheitsarbeit, die mit den Zwecken des Theaters nichts gemein hat und ganz danach angethan ist. selbst aufrichtige Patrioten melancholisch zu stimmen. Nun scheint es, daß, was ja zu begreifen ist, der Besuch dieses seit gut acht Tagen wiederholten Festspiels zu lvünschen übrig läßt, und da ist nun die Leitung auf den unheilvollen Gedanken ge- kommen, das Berliner Unternehmertum mobil zu machen. Nicht daß dieses selber das Opfer auf sich nehmen sollte, sich ein paar Stunden im Parkett zu mopsen. Bewahre. Wohl aber haben die Festspiel- fördcrer von„Arbeitgebern" gehört, die ihre wirkliche oder ein- gebildete Macht dazu benutzen, an die für sie Mehrwert schaffenden Arbeiter die Pastor Hüllesche Verleumdungslektüre und ähnliches Zeug zu verteile». Da ging nun von einem Ehrenkomitee der hiesigen Arbeitgeberschaft gestern folgendes Schreiben aus: „Ew. Hochwohlgeboren teilen wir im Namen nnsreS Ehren- komiteeS mit, daß eine Verfügung ergangen ist, Ar- b e i t e r n und Angestellten größerer Betriebe Preis- er mäßig un gen auf allen Pläßen unter drei Mark zu ge- währen. Wir bitten, davon Gebrauch zu machen und im Jnter- essederSache Ihrer Einflußsphäre unsre Veranstaltung zu erschließen. Die Preise für die minderwertigen Plätze sind denn auch recht niedrig bemessen; sie gehen von einer Mark bis zu 25 Pf. herunter. Trotzdem glauben wir, daß sogar solche Unternehmer, die es sich sonst nicht verkneifen können,„ihre" Arbeiter zu bevormunden, das Angebot als unprofitabel zurückweisen. Der Patriotismus, worunter natürlich die Anpreisung der heute noch bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu verstehen ist, ist ein schönes Ding, wo Zuchthauskurs und Arbeitcrknebclung unter seiner Firma besorgt werden. Was nützt aber der Patriotismus, der die Arbeiter drei Stunden lang zum Langweilen verdammt und sie dadurch am Ende gar' auf p r o f i t f e i n d l i ch e Gedanken bringt? Den schieß ich einfach tot! In der dritten Vorschulklasse eines Gymnasiums müssen die 6 und 7jährigen Buben zum 18. Januar folgendes Gedicht auswendig lernen: Der kleine Patriot. In jeder Hütte, jeden» Haus Sah hängen ich ein Bild, Es sah so gut und freundlich aus. So kühn und doch so mild. Ich Hab' die Leute nicht gefragt, Rief keinen erst herein. Mir hat das Herz es gleich gesagt: Das mutz der Kaiser sein: Denn ich. bin ich auch jung und klein. Hab' doch den Kaiser lieb, Und wenn ich erst Soldat werd' sein, Dann üb' ich Schuß und Hieb; Und lver den» Kaiser etwas thut, Den spieß' ich einfach tot. Bis dahin nimm ihn Gott in Hut Dai»n hat es keine Not. Zu gleicher Zeit lernten die Jungen in der Religionsstnnde das fünfte Gebot:„Du sollst nicht töten". Man kann Mitleid mit den Eltern haben, die es drildeu müssen, daß die unreifen Köpfe der armen Kinder mit solchen patriotischen Anschauungen und unlösbare»» Widersprüchen angefüllt werden. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat die von den beiden städtischen Körperschaften beschlossene Festsetzung eines Ge- Halts von 12 000 M. für die vom 1. Januar ds. Js. ab vakante Stadt-Schulratsstelle genehmigt. Für diese vom Magistrat ausgeschriebene Stelle haben sich 20 Belverder gemeldet. Wer von diesen die besten Aussichten hat, läßt sich heute noch gar nicht vor- hersage»». Für die später zun» 1. April d. I. frei»verdende Stadt- Schulratsstelle soll, einer offiziösen Meldung zufolge, der Direktor Stadtv. G e r st e n b e r g die besten Aussichten haben, gewählt zu werde». Eine neue GeschäftSanweisinig für die Direktion der städtischen Gaswerke, durch die der Verwaltungs-Direktor nach der tcchiuschcn Seite hin entlastet werden soll, ist jetzt ausgearbeitet, vom Magistrat genehmigt»nid wird den Stadtverordneten zur Annahme überreicht und empfohlen werden. Der Magistrat ersucht die Stadtverordneten-Versammlung um ihre Zustinim,n»g, daß das Unternchinen der Bespannmrg, Bedienung ni»d Unterhaltung der städtischen Kehrmaschinen an die Ui»ter»ehmer A. Brehme»ind Gebr. Krause für die Zeit vom 1. April 1901 bis 81. März 1904 gegen eine Entschädigung von 7,45 M. für je eine Maschine und Tag' vergeben wird. Bisher»var den» Unternehiner A. Brchine, Schulstraße, das Unternehmen übertragen worden, der mit den Gebr. Krause, Kottbuser Damm 88. zu den Mindestfordernden gehörte. Der Ausschuß zur Borberatung einer Vorlage über die Er- richtring eines städtischen Amts zur Untersuchung von Nah r'u n g s-»» n d G e n u ß n» i t t e l n s o>v i e G e b r a u ch s- gegenständen hat beschlösse»», die von» Magistrat vorgelegte Bau- skizze den Stadtverordneten nicht zu empfehlen und somit folgenden Beschltiß zu fassen: Die Versainmlnng erklärt sich damit einver- standen, daß das zwischen der Fischerstraße, am Mühlendamin und der Fischerbrücke belegene G r u n d st ü ck neben der Feuer- wache zur Erbauung eines städtischen Amts für die Uirtersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln solvie Gebrauchsgegenständen ver- wendet»verde. Als Zeitpunkt für die Uebcruahme des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauses in städtische Verwaltung war Wetter Prognoie für Dienstag, den 15. Januar 1901. Etwas tälter, vielfach, heiter, zeitweise nebelig bei schwachen südöstlichen Winden, teine wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Dermischkes. bom Magistrat nach vorhergegangenen tommiffarischen Berhand-| haben schon öfter Neibereien stattgefunden. Als ein Schläger ist lungen über die Uebergangsbedingungen der 1. April 1902 in Aus- namentlich der Vorsitzende Oskar Schulz vom Athletenklub bekannt. ficht genommen worden. Inzwischen ist durch ein Schreiben des Er hat schon mehrfach mit dem Gericht zu thun gehabt und sollte Anstaltsvorstands dem Magistrat die Mitteilung zugegangen, daß die hente eine viermonatige Gefängnisstrafe antreten. Schulz ging nun verfügbaren Mittet nicht ausreichen, um die Erhaltung der Kranken um 2 Uhr nachts mit einem als Schugmann mastierten Klubgenossen in dem Verhältnis zu dem gegenwärtigen Bedürfnis und die Ver- zu den Bau- und Erdarbeitern hinüber. Diese wußten, daß beide waltung des Krankenhauses über den laufenden Monat hinaus nicht mit freundschaftlichen Absichten kamen, und empfingen sie demfortzuführen. Der Magistrat schlägt deshalb den Stadtverordneten entsprechend. Die beiden hinausgeworfenen Athleten alarmierten Ereignis, das den Surch die letzten Funde ohnehin schon start erZur Ermordung Winters. Der Sonntag brachte wieder ein bor: 1. für das laufende Etatsjahr eine städtischen nun ihre Klubgenossen, und es wurde ein regelrechter Sturmangriff auf das Lokal der Gegner unternommen. Die Athleten er wünschungen gegen die Mordgesellen oder ihre Helfershelfer bietet. regten Bewohnern neuen Stoff zu Debatten, Kombinationen und Vere öffneten den Kampf mit einem Bombardement von Steinkohlen, die Man hat am Vormittag nämlich im Logengarten das Beinkleid sie in großen Haufen auf dem Hofe der Brauerei fanden, mußten sich aber schließlich vor der Uebermacht auf die Straße zurückziehen. des unglücklichen Winter aufgefunden. Der„ Konizer Hier zertrümmerten sie noch das Brauereischild, das etwa 400 m. Anzeiger" teilt hierüber folgendes mit: Diesmal also hat der Bewert war. Ein Schumann, der auf den Lärm tam, wurde sofort ſeitiger des so lange aufbewahrten Kleidungsstücks ganz nahe beim Sameraden Hilfe. Mit der blauten Waffe machten die brei Beamten von dem Dunkel und Nebel der letzten Nacht, ungestört das Beinthätlich angegriffen. Durch die Notpfeife bekam er von zwei Centrum der Stadt, unweit dem Mönchssee, wahrscheinlich begünstigt dem Stampfe um 4 Uhr ein Ende. Bertrümmerte Stühle zc. beleid des Ermordeten über einen Zaun geworfen und zwar wieder Buschuß von 30 000 M. und 2. für das nächste Jahr statt des bisherigen Zuschusses von 50 000 m. einen Bufschuß von 100 000 M. zu gewähren und vom 1. April 1902 ab das Kinder- Krankenhaus in städtische Verwaltung zu übernehmen. and in planin Seinen Verletzungen erlegen ist der 12 Jahre alte Schüler Erich Fiedler aus Neuenhagen, der vor einigen Tagen von einem elektrischen Straßenbahnwagen überfahren wurde, als er auf einem Gange, den er schon öfter allein gemacht hatte, durch die StalizerStraße fant. Aus den Nachbarorten. Lichtenberg. Die am Donnerstag stattfindende Gemeinde vertreter- Sigung wird sich mit der Errichtung neuer Lehrstellen an der katholischen wie an der evangelischen Gemeindeschule, sowie der Errichtung eines neuen Schulhauses zu beschäftigen haben. Hier wie in allen Orten fliegende Klassen, fehlende Lehrkräfte, hohe Frequenz( 75-80 Schüler) und angeblich feine Mittel, dafür 50 000 m. Liebesgabe an die Herren Hausbesiger in Form eines Gemeindebeitrags zur Kanalisation. Die Wählerlisten zu den Gemeindevertreter Wahlen liegen nur noch bis Sonnabend, den 19. d. M., im Zimmer 20 des hiesigen Rathauses in der Beit von 8-8 Uhr zur Einsichtnahme aus. Einsprüche gegen diese müssen bis dahin erfolgt sein. Wem keine andre Gelegenheit gegeben ist, fann die Listen im Bureau des focialdemokratischen Wahlfomitees, Frankfurter Allee 181 bei Grauer einsehen. Wer nicht in der Wählerliste steht, kann an der am Ende diefes Monats stattfindenden Neuwahl der Gemeindevertretung nicht teilnehmen. 150 nome de " = an einem Ort, von dem er wußte, daß er öfters abpatrouilliert deckten hundert Schritte weit den Damm der Wallstraße. Festgenommen wurden Schulz und einige Klubgenossen. Bedeutende werde, so daß das Kleidungsstück bald gefunden werden mußte. Berlegungen fanden auf beiden Seiten statt. Bom Bau- und Erd- Herr Kriminalkommissar v. Kracht aus Berlin, der seit einigen Tagen arbeiter- Berein meldeten sich gleich sechs Verwundete, um gegen die in Stonih weilt, findet, wie man sieht, noch ein weites Feld für ersprießAngreifer Strafantrag zu stellen. liche Thätigkeit. Schiffsunglück. Eine Lloyd- Meldung besagt: Der deutsche Ein gräßliches Brandunglück hat sich am Sonntagmittag in Dampfer Timandra", von Hamburg nach Antwerpen unterwegs, ist Potsdam zugetragen. Dort wohnt im Hause Neue König- bei Broulvershaven( Holland) gestrandet. straße 94 in der dritten Etage der feit 1/2 Jahren angestellte Durch falschen Fenerlärm im jüdischen Theater zu Chicago Schußmann Burchardt, deffen Ehefrau, mit welcher er erst seit in der Turnhalle entstand am Sonnabend eine Panik. Die gue Jahresfrist verheiratet ist, gegen Mittag für ihr 1/4 Jahr altes Kind schauer, etwa 800 an der Zahl, drängten dem Ausgange zu; drei eine Flasche mit Milch zurecht machen wollte, während der Mann Frauen, drei Mädchen und ein Knabe wurden getötet und 22 Perfich im Dienst befand. Frau Burckhardt hielt gerade eine Flasche fonen verwundet. mit Spiritus in der Hand, als sie gewahr wurde, daß der in dem In einem Abteil erster Klaffe des Gotthard- Schnellzugs Bratofen der Kochmaschine brodelnde Gänsebraten anbrennen wollte. fand man Sonntag früh zwei Leichen, die gerichtlich agnosciert Eiligst sprang fie zu und setzte dabei unbedacht die Flasche wurden als Ostar Dreßler, Kaufmann, geb. 1870, aus Konstanz und mit Spiritus auf die heiße Platte der Kochmaschine. Während sie Margarete Günther, geb. 1883, aus Halle a. d. Saale. Der Tod nun in gebüdter Stellung mit dem Braten beschäftigt war, erplo- war durch Revolverschüsse herbeigeführt. Es handelt sich um ein dierte die Flasche mit Spiritus und ihr brennender Inhalt ergos Liebesdrama. Nach legtwilliger Bestimmung soll die Beerdigung in fich über Frau Burckhardt und in die Küche. Im Umsehen standen die Olten stattfinden., ad Kleider der Frau in Flammen, so daß sie förmlich in ein Flammenmeer eingehüllt war. Sie rief laut um Hilfe, aber ehe ihr dieselbe durch Nachbarsleute gebracht wurde, hatte sie am ganzen Körper fo gräßliche Brandwunden davongetragen, daß fie nach qualvollen Stunden im städtischen Krankenhause, wohin sie durch die zur Ab- werden vermißt. löschung des Brands herbeigerufene Feuerwehr gebracht wurde, ihren Geist aufgab. Furchtbare Schneeftürme wüten dauernd in der Krim, im Kautasus und Südwesten Rußlands. Der Eisenbahnverkehr Neu- Weißensee. Ein größeres Schadenfeuer entstand in der erleidet große Störungen. In den beffarabischen und taurischen Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in einem im Hause KönigSteppen sind ganze Dörfer vom Schnee verweht. Viele Menschen Chauffee und Elfaßstraßen Ede befindlichen Maskengarderoben Es werden täglich zahlreiche Erfrorene auf Geschäft. Die hiesige freiwillige Feuerwehr war nicht in der Lage, gefunden. In Taurien find 100 000 Schafe vom Schneetreiben überdes Feuers Herr zu werden; die Schlauchleitungen waren nicht in rascht und umgekommen; über die Schäfer fehlt noch jede Nachricht. Ordnung. Wasser tam sehr wenig an den Brandherd, sondern lief vielmehr stromweise die Treppen hinunter. Wäre dies nicht der Ein großes Unglück hat sich beim Schlittschuhlaufen ereignet. Das von der Regierung abkommandierte Militär vermag nur wenig Fall gewesen, hätte das Feuer eine solche Ausdehnung nicht an- Am Sonntag unternahmen zivei junge Landschaftsmaler aus Berlin zu helfen, da die freigelegten Wege fofort wieder zugeweht werden. Aus Konstantinopel, 13. Jamar, wird gemeldet: An Bord genommen. Erst der zur Hilfe herbeigeholten Berliner Feuerwehr mit einer jungen Dame von Ferch aus eine Schlittschuhpartie über war es möglich, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Der den Schwielowsee. Auf der Rückfahrt gerieten sie in der Nähe des von Alexandrien nach Beirut zurückgekehrten franzöfifchen Schiffs angerichtete Schaden ist sehr erheblich, ob dieser von der Versiche von Caputh unter das Eis. Die beiden Herren ertranken, Die beiden Herren ertranten, Génégal" wurde ein pestverdächtiger Erkrankungsfall tonstatiert. Die rung, soweit das vollständig ausgebrannte Garderobengeschäft in Frage während die Dame gerettet werden konnte und sich zu Caputh in Provenienzen aus Alexandrien und Port Saïd wurden einer ärztkommt, gedeckt werden wird, erscheint sehr fraglich, da die letzte ums Leben Gekommenen sind die Maler von der Wonde, Pflege befindet. Es gelang, eine Leiche zu bergen. Die so jählichen Untersuchung unterworfen. Das Gepäd der Passagiere sowie der Schiffsbesatzung wurde desinfiziert. Brämienquittung nicht eingelöst wurde. Dessauerstr. 2, und Guido Frohberg, Trebbinerstr. 15 wohnhaft. Die so oft schon geforderte Errichtung einer Berufsfeuerwehr hat sich bei dieser Gelegenheit als unbedingt notwendig erwiesen. Es fann schlechterdings von jemand, der am Tage wie jeder andre oft schwer arbeiten muß, nicht solche Elasticität des Körpers und Geistes als vorhanden angenommen werden, die ein solch schwerer Beruf erfordert. Die Mehrheit der Gemeindebertretung ist verantwortlich zu machen für den Schaden, der den einzelnen Gemeindegliedern aus der Ablehnung des Antrags auf Errichtung einer Berufsfeuerwehr erwachsen ist und noch erwächst. Einen wüften Kampf gab es in der Nacht zum Sonntag in Charlottenburg zwischen dem Athletenklub Borussia" und dem Bau- und Erdarbeiter- Berein. Dieser feierte einen Maskenball in der Gambrinus- Brauerei in der Wallstr. 94, jener in Schweizers Salon in der Rosinenstr. 3. Unter Mitgliedern beider Bereinigungen Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 15. Januar. Opernhaus. Cosi fan tutte.( So machen es alle.) Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der neue Herr. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Michael Kramer. An fang 71 Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 72 Uhr. s Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 72 Uhr. Westen. Faust( Margarete). Anfang 7½ Uhr. Central. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Der Leibalte. Anfang 7 Uhr. Schiller. Freiwild. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr.gu Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Obersteiger. Anfang 7 Uhr. Schiller Theater on( Wallner Theater) Dienstag, abends 8 Uhr: Freiwild. Schauspiel in 3 Aften von Schnitzler. Mittwoch, abends 8 Uhr: Freiwild. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Welt, in der man sich om langweilt. Freitag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Palast- Theater frither Feen- Palast, Burgstr. 22. Das durchweg neue und phänomenale Januar- Programm! Neu! 9 Uhr: 9 Uhr: Eine tolle Nacht! Boffe mit Gesang in 2 Aften von Anno. Blech, Bosaunist: Dir. Rich. Winkler. Cécil St. Germain und Mile. Therese. Neu! Im Reich der Illusion! Neu! The 3 Hanions, staunenerregende Kraft- Produktionen. Witterungsübersicht vom 14. Januar 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Better 2 bedeckt 2 Nebel 2 bedeckt winembe. 782 N Hamburg 781 SO Berlin 782 SO Frantf./m. 7800 2 wolfent Winchen Wien 77930 781 NA RANIA 4 Nebel 1 3 wolfig 5º 6.4 R. Temp. n. C Stationen 4aparanda 6 Petersburg 3 Cort Barometerstand mm Winds richtung Wetter Windstärke FI 7665 wolkig 8 Aberdeen 770SSO 85lb. bed. 8 Baris H Temp. n. T. " Briefkasten der Redaktion. Chelse O.. Sie leben auch jetzt außerhalb Gütergemeinschaft. 3. 3805. Ueber die Verfolgung im öffentlichen Interesse wird nach Stellung des Strafantrags kostenlos durch den Staatsanwalt entschieden. Lehut die Staatsanwaltschaft die Verfolgung ab, so tönnten Sie den Weg der Privatflage beschreiten. Fuchs. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Der Erhebung der Privatllage müßte ein Sühneverfuch bei dem Schiedsmann Mark. Es ist möglich, borausgehen, in dem die zu Verklagende wohnt. daß die betreffende Idee geschützt ist. Auskunft darüber, ob dies der Fall A. 2. 1. Mit ift, tönnen Sie im Patentamt( Luisenstraße) erhalten. Ablauf des 31. Dezember 1901, falls nicht inzwischen eine Unterbrechung 9 der Verjährung eintritt, verjährt die Forderung für einen im Jahre 1899 6 gelieferten Anzug, sowie eine solche im Jahre 1899 durch Ratenzahlung oder 2. Die Frau haftet nicht für die Schulden sonst anerkannte Forderung. Ihres Manns. Central- Theater. Abends 7 Uhr: Taubenstr. 48/49. Die Schöne von New York. Im Theater Dienstagabend 8 Uhr: Mittelmeerfahrten. Im Hörsaal: of Ueberblick über die Geschichte der Erde. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Apollo- Theater. 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Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte.and Thalia Theater v. 3 Uhr nachm. b. 11 Uhr nachts. The two Cirnocs Die Ueberwinder Houdinis. Ravizetta d'Aragon Der Herr von Maxim 17 erstklassigen 17 Specialitäten Spandaner Brücke. Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. ( The belle of New York.) Burleske Operette in 3 Atten v. Benno Jacobson. Mufit von Gustav Kerter. Morgen und folgende Tage: Die Schöne von New York. Sonntagnachm. 3 Uhr zu halb. Preisen: Die Geisha.: Abends 712 Uhr: Die Schöne von New York. Passage- Panopticum. Die zusammengewachsenen Bwvillinge. Die 12 unverbrennb. Fakire Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Täglich 29 Uhr: Reichshallen Stettiner Sänger. Bum Schluß: Weihnachten in China. Anfang 8 Uhr. Vorher: Militär- Konzert he 910 Der Cirkus ist gut geheizt und vor Zug geschützt. Cirkus Busch Dienstag, den 15. Jannar 1901. abends 71/2 Uhr: Elite- Gala- Abend. Zum 48. Male: Die eiserne Maske. 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Drud und Verlag von May Bading in Berlin.