Mr. 13. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags Betlage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post Bettungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgefpaltene kolonete zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Verein der Kommerzienräte. zu er Mittwoch, den 16. Januar 1901. Politische Nebericht. Reichstag. Berlin, den 15. Januar. Expedition: SW. 19, Beutl- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Fortsetzung der Etatsdebatte im Abgeordnetenhause bot am Dienstag nur in einer Hinsicht etwas Neues: in Selten dringt vom Handelsvertrags- Verein eine Kunde in die ihrer Polen politit scheint die Regierung noch schroffer Oeffentlichkeit. In stiller Selbstgenügsamkeit führt er ein beund rücksichtsloser vorgehen zu wollen als bisher. Wenigstens schauliches Dasein. Den ästhetischen Gemütern der mit der Vererwiderte Dr. v. Miquel dem polnischen Abgeordneten Heute war das Haus zum erstenmal im neuen Jahre Dr. v. Jazdzewski, der eine lange Reihe von Klagen seiner tretung seiner Interessen beauftragten Bantiers und Reeder widerstrebt die Einmischung in das rohe politische Tagesgetriebe; heimlich Centrum alle seine Mannen aufgeboten und es wimmelte bisher nicht von ihm gehört haben. Der Kampf gegen das beschlußfähig. Zu seiner Duell- Aktion hatte das polnischen Freunde vortrug, in so scharfer Weise, wie wir es suchen sie auf dem leider auch nicht mehr ganz exflusiven höfischen Hintertreppenwege das Ziel ihrer Wünsche auf den Tribünen und im Saale von Schwarzröcken. Drei Polentum ist die Parole, die das gesamte Staatsministerium ihrer besten Redner schickten die Ultramontanen vor, die auf seine Fahne geschrieben hat, denn auch der Kultus zu erreichen, indem fie, wo immer nur ein An faß sich bietet, sich ehrerbietigst an den sogenannten maß- Herren Trinborn, Bachem und Lieber, und der Theaterdonner minister Dr. Studt verfiel in die gleiche Tonart wie gebenden Stellen in empfehlende Erinnerung bringen, sei es durch rollte und die Kolophoniumblige zuckten über die Bühne. Herr v. Miquel. Daß durch die ausnahmegesetzliche BeGlückwünsche zu Familienereignissen und Redeleistungen, durch devote Herr v. Gozler ertrug das fünftliche Unwetter mit großem Handlung der Polen nur Erbitterung in die Massen getragen Anzeigen und Einladungen zu Stapelläufen oder burch Dotierung Gleichmut. Er beantwortete die Frage: Was wird fünftig ge- und die polnischen Landesteile Preußen noch mehr entfremdet irgendwelcher patriotischer Stiftungen. Als vornehmste Aufgabe aber schehen, um solche Vorfälle, wie die Kölner Abweisung katholischer werden, sollte doch die Regierung in der langen Reihe der gilt es, das Wohlwollen des Reichskanzlers zu erwerben: ein selbst- Offiziersafpiranten vom Offiziersstande zu verhüten, mit einem Jahre eingesehen haben. Aber es giebt eben Leute, die nichts gestecktes hohes Ziel, das man, nach dem Verhalten der dem ruhigen: Nichts. In Köln sind die Herren ja sehr unvorsichtig ge- lernen wollen. Verein nahestehenden Presse au urteilen, dadurch wesen, aber die Inquisitionsfrage: Geben Sie unter allen UmAußer dem polnischen Vertreter tamen nur drei Redner ständen Satisfattion mit der Waffe? ist auf Anweisung des Kom- des Hauses zu Worte: der freisinnige Abg. Ehlers, der ringen hofft, daß man jede politische Rede Billow mit enthusiastischen Lobreden begleitet und ihn für mandos des achten Armeecorps aus den Atten entfernt und damit eine Reihe von Einzelfragen aufrollte, auf die ein näheres, ein staatsmännisches Genie erklärt, das in seiner klaren Er- Gott befohlen. Der Kriegsminister weiß, und die Redner des Eingehen sich erübrigt, und die beiden Kanalgegner faffung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands die sicherste Gewähr Centrums sagten es auch ausdrücklich, daß sie dem Offiziers Frhr. v. 8edli( ft.) und Dr. Hahn( wild). Die Rede für des Reichs Zukunft bietet. Wahrscheinlich hält der Handels- stande in seiner Exklusivität durchaus nicht zu Leibe des Freiherrn v. Beblik ist nicht sowohl ihres Inhalts wegen vertrags- Verein diese Elogen- Politit nicht nur für seiner würdiger, wollten. Im Gegenteil, sie wollen ihn so, wie er ist, und da als vielmehr aus dem Grunde sehr beachtenswert, weil man sondern auch für eher zum Ziel führend, als das wirken in breiter müssen sie schon die leidige Duellgewohnheit mit in den ja weiß, daß ihm der Text dazu direkt aus dem KastanienOeffentlichkeit. Haben bei den Beratungen über das Fleischeinfuhr- Rauf nehmen. Aber da sind ja die kaiserlichen Erlasse, wäldchen geliefert wird. Er gab dem Finanzminister darin verbot die persönlichen Vorstellungen des Herrn Ballin von der die das Duell nach Möglichkeit" einschränken wollen. Und recht, daß das Reich eine selbständige Finanzpolitik treiben Hamburg- Amerika- Linie mildernd eingewirkt, weshalb sollten dann das Centrum ist viel zu höfisch geworden, um solche Erlasse müsse und nicht Kostgänger der Einzelstaaten sein dürfe.„ Im auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Hinterwege sich nicht weitere zu kritisieren und von ihrer vortrefflichen Wirkung nicht von Reich haben wir ja noch die allergrößten Steuerquellen." Soll Erfolge erzielen lassen? vornherein überzeugt zu sein. Es bekämpft das Duell schon das etwa heißen, daß die Bevölkerung den Kulturfeinden zu Nur hin und wieder läßt mal der Handelsvertrags- Verein durch nicht mehr aus Brincip, sondern weil es eine„ Rebellion" seine„ Korrespondenz" etwas von sich hören, dann aber meist in so gegen einen kaiserlichen Erlaß ist. Diese Gesichtspunkte wurden ungeschickter Form, daß seine Kundgebungen zum Spott heraus dem Centrum von unsrem Genossen Vollmar in einer fordern. Zu diesen Publikationen zweifelhafter Güte gehört auch wirksamen Rede vorgehalten. die Auslassung über die Abstimmung auf dem Deutschen Handelstage. Anstatt an den Verhandlungen und dem Intriguenspiel der Vertreter der Eisen- und Stahlindustriellen scharfe Stritit zu üben und zur Gegenaktion aufzurufen, bringt die Korrespondenz eine lahme Entschuldigung des Handelstags, indem sie die allbekannte Geschichte auftischt, daß innerhalb der Judustrie gewisse Schichten vorhanden seien, die dank ihrer gefestigten Organisation und ihrer mit großen Mitteln arbeitenden Agitation es verstanden hätten, sich „ troß ihres numerischen Mindergewichts" das Ansehen einer General vertretung der deutschen Industrie zu geben und weite Gruppen, deren handelspolitische Interessen mit den ihrigen durchaus nicht im Einklang ständen, in eine gewisse Vormundschaft zu nehmen." Dazu käme ferner, daß noch von früher her in einer großen Anzahl deutscher Handelskammern" die schutzöllnerische Strömung ein starkes Uebergewicht befäße, daß gerade diese hochschutzölluerischen Verbände Vertretung auf den Handelstagen erlangt hätten. Den Rest des Tags nahm die Fortsetzung der Den Rest des Tags nahm die Fortsetzung der Der Deutsche Handelstag ist bekanntlich nicht nur eine focialpolitischen Debatte beim Etat des Reichs Am Schluß der Sigung ergriff noch der Minister des Bertretung der deutschen Handels- und Gewerbekammern. In amts des Innern ein. Innern Frhr. v. Rheinbaben das Wort, um auf die Angriffe demselben haben vielmehr Siß und Stimme bon jeher Bebel griff an erster Stelle ein und kritisierte die vom des Abg. Dr. Sattler vom Tage vorher zu antworten. auch eine Reihe wirtschaftlicher Verbände, die teilweise Reichsamt des Innern verschuldete Unthätigkeit der Kommission Seine Rede gipfelte in dem Sat, daß die politischen Beamten einen starten Einfluß ausüben. Wir nennen den Central verband deutscher Industrieller( Berlin), den Verein füd- für Arbeiterstatistik, an deren Spize ein mit andren Geschäften amtlich" ihren Einfluß weder für die eine, noch für die deutscher Baumwoll- Industrieller( Augsburg), den Berg- und überlasteter Beamter steht. Den Satz von der Abhängigkeit andre Partei geltend machen dürften; nur wenn es sich um Hüttenmännischen Verein( Siegen), den Mittelrheinischen der Regierung von den herrschenden Gesellschaftsklassen die Bekämpfung der Socialdemokraten oder in Hannover Fabrikanten- Verein( Mainz), den Verein zur Wahrung der gemein- illustrierte unser Redner durch einige schlagende Beispiele. auch der Welfen handle, dürften sie sich amtlich politisch befamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen Das Hauptthema seiner Rede aber war die Bäckereithätigen. Neu ist dies Geständnis einer edlen Polizeiseele ( Düsseldorf), die nordwestliche Gruppe des Vereins deutscher Verordnung, die er gegen die Angriffe der Bäcker- nicht. Aber die Socialdemokratie gedeiht vortrefflich dabei. Eifen und Stahl- Industrieller( Düsseldorf) 2c. Diese Verbände meister und ihres parlamentarischen Vertreters Dertel Die Debatte wird am Mittwoch fortgesetzt.find überwiegend hochschutzöllnerischer Tendenz. Von seiten andrer und anders gefinnter wirtschaftlicher Verbände find zwar wie die Untersuchung über den bekannten Brief der Seewirksam in Schuh nahm. Die Frage unsres Genossen, mehrfache Anträge auf Aufnahme in den Deutschen Handelstag Berufsgenossenschaft stehe, beantwortete Graf Posadowsky Unter geschichtsfundigen Patrioten hat es einiges Kopfschütteln daß ein Ausgleich auf diese Weise nicht geschaffen ist. dahin, daß er das Reichs- Versicherungsamt mit der An- verursacht, daß der preußische König Friedrich II. in den StandNamentlich sind im Gegensatz zur Metallindustrie gelegenheit befaßt habe. Er fügte aber gleichzeitig hinzu, bildern des Tiergartens den Tontünstler Bach zur Gesellschaft erdie großen Fachverbände der lebhaft am Export interessierten daß dieses Amt keine Disciplinarbefugnis über die Berufs- halten hat, statt Woltaires, dem einzig und allein dieser Platz gehört chemischen Industrie und garnverbrauchenden Textilindustrie nicht genossenschaften habe, wohl um anzudeuten, daß auch hier hätte, wenn einmal eine solche Allee von Marmorfiguren aus dem im Handelstage vertreten. Wenn also trotz dieser Lage der nichts geschehen wird. Hohenzollernhause aufgestellt werden sollte. Bach hat mit Dinge die Abstimmung noch gegen jede Erhöhung der Getreidezölle entschieden hat, so scheint uns dies ein eklatanter Beweis Dann ging der Minister sehr ausführlich auf die zahl. Friedrich II. nur in ganz flüchtigen Beziehungen gestanden, während dafür zu sein, in wie weitem Umfange Industrie und Handel von lofen Anregungen und Wünsche ein, die im Laufe der bisherigen Voltaire reichlich vierzig Jahre lang der geistige Mentor zwar dem Bewußtsein durchdrungen sind, daß eine Erhöhung der Getreides Debatte an ihn gerichtet worden sind. Eine Enquete über die Lage nicht des Königs Friedrich, der niemals ein freigeistiger zölle eine schwere Schädigung unsrer nationalen Wirtschaft bedeute." Der Steinarbeiter sei im Gange. Die Zustände in den Glas- Herrscher" gewesen ist, aber Menschen Das ist richtig. Auf dem Handelstag waren auch die Verbände fabriken seien geregelt und die Angriffe des Abg. Horn über- Friedrich war. Freilich da den Kehrreim ihres reichhaltigen der Eisen- und Stahlbranchen, der Garnspinnereien 2c. vertreten trieben. Den Fabrikanten von Phosphor- Zündhölzern braucht Briefwechsels das geflügelte Wort: Ecrasez l'infâme, vernichtet die und haben dort, wie in manchen Handelskammern und im politischen der Minister zu seiner Befriedigung nicht wehe zu thun. In Infame( nämlich Kirche) bildete, so würde es einem so bewährten Leben überhaupt einen Einfluß ausgeübt, der ihre wirtschaftliche Frankreich ist eine neue Zündmasse erfunden worden, deren Mann, wie dem Oberhofmeister Mirbach, wahrscheinlich einen tödBedeutung übersteigt. Aber weshalb? Doch nur infolge der rück- Verwendung für die in der Fabrik beschäftigten Arbeiter lichen Schlaganfall zugezogen haben, wenn Voltaires Büste an der fichtslosen, energischen Agitation für ihre besondren Interessen und weniger Gefahren bietet. Wenn sie eingeführt wird, vielleicht Seite eines Hohenzollernfürsten aufgestellt worden wäre, und so der Flauheit, wenn nicht gar der direkten Unterstützung jener Wirt- auch durch gelinden Zwang, dann ist alles gut. mag es aus diesem triftigen Grunde unterblieben sein. schaftstreife, welche ihre Vertretung im neugegründeten HandelsZum Schluß befriedigte Graf Posadowsky die Agrarier vertragsverein finden. Auf dem Wege über die Hintertreppe mögen fich in Einzelfällen fleine Vorteile und Abschwächungen erreichen durch die Erklärung, daß der neue 8olltarif, so weit Lassen, eine zielbewußte Handelspolitik läßt sich auf ihm nicht durch es an dem Reichskanzler liege, so bald wie möglich dem führen. Noch weniger aber find dazu Artikel wie der oben erwähnte Reichstag unterbreitet werden wird. Liebe mit neuen indirekten Steuern bebacht werden soll? Einen andren Sinn vermögen wir diesem Ausspruch faum beizulegen. Des weiteren billigte Frhr. v. Zedlik die wirtschaftspolitische Auffassung des MinisterIm übrigen wurde die Duellfrage ganz allgemein erörtert. präsidenten, bedauerte aber zugleich das Einbringen der Herr Dr. Pachnicke von der freisinnigen Vereinigung und Herr Kanalvorlage und warf dem Abg. Richter vor, daß er durch Dr. Müller- Sagan von der freifinnigen Bolfspartei gingen der sein Eintreten für den Kanal nur die Konservativen und die alten, barbarischen Dummheit im Verein mit unserm Redner Regierung verheben wolle genau dasselbe, was am Monfräftig zu Leibe. Aber wir fürchten, daß der Klaffendünket tag Herr v. Miquel in feiner warmen Befürwortung" des stärker ist als die Vernunft, und daß die Duellchronit auch Kanals gesagt hatte. Das Verlangen nach einem ausreichenden nach diesen Reichstagsverhandlungen ebenso umfangreich sein Schutzzoll für die heimische Produktion und namentlich für wird als vorher. Aus den Angehörigen der Corps, die die Landwirtschaft war der Kern der Zedlipschen Rede. Herr Dr. Lieber nicht ganz mit Unrecht als die eigent- Auch das enfant terrible des Bunds der Landwirte, Herr lichen Träger der Duellsitten bezeichnete, gehen ja unsre Dr. Hahn, verlangte hohe Getreidezölle; er war aber so patentierten Staatsstüßen hervor. Ein kleiner Fortschritt ist unvorsichtig, zu erklären, daß auch im Fall der Abvielleicht darin zu erblicken, daß die offenen Anhänger des lehnung des Kanals die Getreidezölle erDuells, die im Reichstag sizen, sich mit der Sprache nicht höht würden. Hoffentlich ergreift Hahn noch recht oft mehr hervortrauen. das Wort; auf diese Weise kommt vielleicht der Kuhhandel, den die Agrarier auf Stoften des arbeitenden Volks mit der Regierung geschlossen haben, am ehesten an's Tageslicht. 10 Voltaire. des wohl Um so dankbarer werden es unter solchen Umständen geschichtsfundige Batrioten begrüßen, daß Voltaires Andenken mun dennoch geehrt worden ist durch den metallenen Kranz, den der deutsche stonful in Beirut am 12. Dezember vorigen Jahrs Auch die Handels- im Namen Wilhelms II. auf das Grab des Sultans Saladin geeignet, oder wie jener des Hamburgischen Korrespondenten" am berträge würden rechtzeitig gekündigt werden, nachdem vor niedergelegt hat." Der große Sultan" Saladin nämlich,„ eine der 10. Januar, in dem erklärt wurde, Handel und Industrie tönnte so Ablauf der bestehenden auf Grund des Zolltarifs Verhand- ritterlichsten Gestalten aller Zeiten, ein Ritter ohne Furcht und Tadel, lange eine mäßige Getreidezollerhöhung mit einem tolerari lungen mit den beteiligten Mächten stattgefunden haben. der seinen Gegnern oft genug zeigen mußte, worin wahre Ritterlichpotest"( es famn geduldet werden) aufnehmen, so lange sie überhaupt noch den Abschluß langfristiger Tarif berträge zuläßt". Herr Barth thäte wirklich gescheiter, sich mit seinem schon früher und jest wieder in der„ Nation" gegen die Leitung der socialdemokratischen Arbeiterpartei erhobenen Vorwurf, fie leiste zu wenig in der Bekämpfung schutzölnerischer Bestrebungen, an die Adresse seiner politischen Gesinnungsverwandten, der Kommerzienräte vom Handelsvertrags- Verein zu wenden. Nachdem noch der nationalliberale Abg. Möller Herrn Bueck und seine den Agrariern verdächtige Thätigkeit im früheren Zollbeirat verteidigt und dem ehrenwerten Herrn Laeisz eine Thräne der Rührung geweiht hatte, wurde die weitere Beratung vertagt. Mittwoch ist Schwerinstag. Die Debatte über die Reform der Gewerbegerichte wird fortgefekt. teit und echte Gottesfurcht besteht", ist weiter nichts, als eine freie Schöpfung des großen Aufklärers Voltaire. Jedoch verdient diese von Voltaire erfundene Geschichtslegende insofern ein milderes Urteil, als andre ihres Gleichen, weil sie keinen Menschen täuschen, sondern vielmehr die Köpfe der Menschen von dem verfinsternden Sput religiösen Aberglaubens befreien sollte. Da Voltaire zu seiner Zeit der Infamen" nicht anders an den Leib konnte, so machte er einen blut- und raubgierigen Sultan, der Christenblut wie Wasser vergoẞ, zu einer ritterlichen Jdealgestalt, von der sich die christlichen Kreuz fahrer, als Träger aller menschlichen Verruchtheit, um so schwärzer| briefen Untersuchungen anstellt. Im übrigen wiederholen wir: Das abheben sollten. Bekanntlich ist ihm dann Lessing auf diesem Wege Original des angezweifelten Briefs steht uns zur Verfügung. gefolgt, aber natürlich auch er nicht, um seine Zeitgenossen mit histo- Er ist in jedem Buchstaben echt. rischen Legenden zu speisen. England. Konflikt im Kriegsamt. Das Herold: Bureau meldet: Ein ernster Konflikt ist, wie verlautet, im Kriegsamt aus Kanalhandelsverträge. Die Junkerschaft hat in der ganzen gebrochen. Die hervorragendsten Mitglieder desselben wollen anDer Sultan Saladin trumpft in„ Nathan dem Weisen" die Angelegenheit von Anfang bis zu Ende gezeigt, wie man bei uns geblich ihre Demission einreichen, falls dem neuen Befehlschristlichen Unholde gar trefflich ab, aber die Fabel des Stüds be- Politik machen muß, um Erfolg zu haben. Die Agrarier waren ge- haber Lord Roberts freie Hand zur Reorgani ruht auf dem„ Wunder", daß dieser Sultan ausnahmsweise einmal wiß auch sa chlich Gegner des Kanals, wie sie gegen alle Verkehrs- ation des Kriegsdepartements gelassen werden Lord Roberts hat aber das ihm übertragene Anit einen gefangenen Tempelherrn nicht niedermegeln ließ, also nur aus erleichterungen sind, weil sie von ihnen, nicht ohne Grund, eine Aber gerade unter dieser Bedingung übernommen. Er soll nahmsweise einmal einer ganz besonders schuftigen, aller Ritterlichkeit Verschärfung der industriealisierenden Tendenz befürchten. für sie in erster Linie ein bloßes entschlossen sein, mit den bisherigen Traditionen zu brechen oder sein Hohnsprechenden Mordsmanie entfagte. Damit wurde in vollkommen die Kanalfrage war Mittel Amt niederzulegen. Er soll sich mit dem Kriegsminister Brodric im für die zwedmäßige Vorbereitung der Handelsverständlicher Weise angedeutet, daß Sultan Saladin nur das SprachSie sind sich bewußt, daß es für sie immer Einverständnis befinden und auch dieser werde nicht nachgeben. rohr war, durch das die großen Aufflärer ihre zermalmende schwieriger werden wird, ihren skrupellosen Egoismus durchzusetzen. Die militärischen Verlegenheiten Englands werden durch Kritik an die Adresse der Mirbache ihrer Zeit brachten und, wenn Die industrielle Entwicklung richtet sich gegen sie. Schon bei den die Nachricht illustriert, daß in Judien 15 000 Soldaten, deren sie nicht sofort mundtot gemacht werden sollten, auch bringen legten Handelsverträgen glaubten fie fich gegenüber der Industrie Dienstzeit abgelaufen fei, zurückgehalten wurden, da noch übervorteilt, die Getreidezollherabsetzung um 1,50 M. haben sie nicht teine Erfaßtruppen aus England eingetroffen feien. Die Regierung Es war so, als wenn heute die Gegner des chinesischen Aben- verwunden, und cs gilt für sie bei der nächsten handelspolitischen werde wahrscheinlich durch Prämien diese Soldaten zum längeren teners den Prinzen Tuan feiern wollten als eine der ritterlichsten Campagne, unter noch ungünstigeren Verhältnissen, nicht nur Bleiben zu bewegen suchen. Die englischen Truppen in Judien Gestalten" c. Das haben sie glücklicherweise nicht mehr nötig, aber den 1892 zugestandenen Anteil an der Beute zu feien ohnehin 9000 Mann schwächer, als der normale Effektivbestand fie dürfen deshalb nicht hochnäfig auf die großen Aufklärer des vorigen verträge Taufen am 1. Januar 1904 ab. Die ersten Jahre des neuen behaupten, sondern zu erhöhen. Die jetzigen Handels- erfordere. Amerika. Jahrhunderts herabsehen, denn ihrer glorreichen Arbeit verdanken Jahrhunderts werden also erfüllt sein von dem handelspolitischen Kapitulationen auf den Philippinen. Nach einem Washingtoner wir nicht zuletzt das Maß von Preßfreiheit, das uns gestattet, un- Kampf um den großen Profit. Das wirtschaftlich zurückgedrängte Telegramm meldet Mc Arthur, daß der Oberbefehlshaber in mittelbar, um mit Leffing zu sprechen, die„ unselige Raserei" zu be- Junkertum mußte mithin rechtzeitig eine weithin sichtbare Probe seiner To Flo, in der Provinz Panay, sich ergeben habe und teilt kämpfen,„ die das rechtgläubige Europa entvölkert, um das un- politischen Macht liefern, es mitte in Breugellandtanal nicht ther ferner mit, daß noch weitere wichtige WaffenniederDeshalb werden auch nicht für das Reich schlagen, es durfte schließlich bloß gute Batrioten ihre Freude daran haben, daß gegenwärtig bewilligen, als bis er seine Fruchtbarkeit für die Erbentung höherer legungen in wenigen Tagen erwartet werden. Nach anderweitigen Nachrichten aus der legten Zeit soll die in dem Geschöpfe Saladin so feierlich der Schöpfer Voltaire gestompensationen, dann den Kanal, zuvor die Gegenleistung, hernach Lage der Amerikaner auf den Philippinen nichts weniger als mußten. ehrt wird. * Deutsches Reich. Die chinesischen Patrioten. In der soeben dem Reichstag vorgelegten Denkschrift über die Entwidlung des Schutzgebiets Kiautschout bis Oktober 1900 werden die chinesischen Boger nunmehr selbst von der deutschen Regierung als Patrioten anerkannt. Die Denkschrift schildert die allgemeine Lage in Schantung in der Zeit vor Ausbruch der wirren im vorigen Sommer also: Erst die handelspolitischen die Leistung in dieser soliden Beise treibt Ostelbien feine Ge- günstig sein. schäfte. Damit war die Parole in der Kanalfrage zunächst gegeben: es kam darauf an, zu verhüten, daß der Entwurf jetzt Gesetz wurde. Der Boeren- Krieg. Die Losung hieß demzufolge zunächst: Verschleppen!" So beurteilte eine im Herbst 1899 im Verlag der Vorwärts Buchhandlung erschienene Broschüre die Taktik der Konservativen in der Kanalfrage. Jegt fann man erkennen, welche großen Erfolge die Junkerrevolte gehabt hat. = idi Erfolge der Boeren werden entgegen den offiziellen englischen Meldungen über Lourenço Marques gemeldet. Danach soll der Angriff auf die Bahnlinie bei Belfast vollständig gelungen sein.. Die Delagoabahn sei an dieser Stelle vollständig zerstört, Belfast sei genommen und die Garnison, bestehend aus einem RifleRegiment, gefangen genommen. Privatbesitz auf Reichskosten. Man schreibt uns aus Baden: Der süddeutsche Reichsoffiziofus Julius Kay in Karlsruhe tritt in seiner„ Südd. Reichsforr." nun auch auf den Plan, unt für die Nach einer weiteren Meldung zerstörten am Donnerstag und „ Mißwuchs und Dürre haften schon im Frühling 1898 in Restauration der Hoh- Königsburg sein recht dürftiges, aber pflicht- Sonnabend 1500 Boeren die Bahnlinie nach Johannes. einigen Teilen der Provinz Schantung die Veranlassung zur Unzufriedenheit der Bevölkerung gegeben; es bildeten sich Räuber- gemäßes Scherflein beizutragen. Angeblich aus Straßburg läßt er burg. Sie besezten das an der Bahnlinie nach Johannesburg sich fafeln, daß das. Projekt der Wiederherstellung der liegende 3 uurfontein und nahmen Fühlung mit Delareys banden, die stehlend und plündernd die Provinz durchzogen. Im Hoh Königsburg allgemeinen und ungeteilten ungeteilten Beifall September desselben Jahres erfolgte die Palastrevolution in Beling Reichslande im Stellungen, der bei Krügersdorp stehe. Pretoria sei vollfindet mit Ausnahme natürlich und damit der Umschwung in der Stimmung der Regierungskreise benjenigen Streifen, welche fich der Regierung in ständig von Boerenkommandos eingeschlossen. gegen die Fremden". Eine der ersten Handlungen des neuen politisch feindlich gegenüberstellen. In der Kapkolonie Gewiß Gewiß ist Regimes war die Wiederbelebung der Bürgermilizen, es natürlich, und wir begreifen die Jeremiade des Kay, foll nach einem Telegramm Kitcheners die Lage unverändert" sein. die zuerst in der Provinz Shantung ins Werk gesetzt daß es so böse Streise giebt, die in den Zeiten der Chinesen Stitchener macht sogar einige Bemerkungen, die von Optimiſten als wurde. Wenn auch diese Maßregel mit der Notwendigkeit des eignen Millionen- Bumpe für den Ausbau einer in Privatbesitz befindlichen schüchterne Anzeichen der Besserung der Lage gedeutet werden könnten. Schutzes der Ortsgemeinden begründet wurde, so fehlte es nicht an Ruine 1/2 Millionen nicht übrig haben. Angesichts der Haltung der Einige Heine Boerenabteilungen schienen" auf dem Rückweg nach äußeren Zeichen, die erkennen ließen, daß in der Auffassung der Regierung in der Striegsinvaliden- Frage giebt es übrigens solcher dem Dranjefreistaat zu sein und„ einige Aufständische, die sich den Beamtenkreise und der Bevölkerung der Erlaß als eine Anreizung zur Biberseglichkeit gegen Fremde und zu deren Befehdung galt. lleberall Opponenten mehr, als sich der Kay in seiner Offiziosenweisheit Boeren angeschlossen gehabt hätten, hätten sich ergeben". Nach dem„ Reuterschen Bureau ist eine starte englische träumen läßt. entstanden, wie stets in China in Zeiten der Gärung, geheime Abteilung bei Piquetberg eingetroffen. Die Boeren in Gesellschaffen; die eine Zeit lang bedeutendste Sette des Den Anfang zum Bücklerschen Zukunftsstaate scheint man Calvinia rüdten einstweilen nicht weiter vor. Mit dieser Meldung steht " großen Meffers" wurde von denjenigen der Fanft des in Halberstadt gemacht zu haben. Dort wurde im Stadt- jedoch eine andre Nachricht aus Kapstadt in einigem Widerspruch, wonach Patriotismus und des Friedens"( Boxer) verschlungen. verordneten- Kollegium in Uebereinstimmung mit dem Magistrat der die Boeren, die Clamer: Minen( 100 Kilometer südwestlich von Als Gouverneur von Schantung folgte im Mai 1899 auf den Beschluß gefaßt, daß nur Anhänger der christlichen Calvinia) besetzten, den Engländern mehrere Gefechte friedliebenden und maßvollen, von den Missionaren als fremden- Religion in die Schuldeputation gewählt werden lieferten, über die näheres nicht mitgeteilt wird. freundlich bezeichneten Tschang- ju- mei, der angeblich eine Ver- bir fen. Als ein jüdischer Stadtverordneter in der Debatte Einspruch Eine für die Engländer unangenehme Beiveglichkeit entfaltete söhnung der widerstreitenden Elemente anstrebte, der rücksichtslose erhob und auf die Verlegung der Rechte der jüdischen Einwohner jedoch ein aus 500 Mann bestehendes Boerenkommando bei der Mandschu Yu- hsien. Ihm gelang es, die Bestrebungen der Räuber- himvies, die doch auch Kinder in die Schule schiden, erklärte, 110 Meilen von Kapstadt entfernten Touwsriverstation, inscharen mit denen der Geheimbündler zu verquicken, die zu seiner wie wir unsrem Halberstädter Parteiblatt entnehmen, der Ober- dem sie sich bemühen, den Wasserzuflüß für diese Station Zeit offen als patriotische Partei fich organisierten und bürgermeister Dr. jur. Oehler, daß die Ausschließung aller abzuschwächen, wodurch sie im Falle des Gelingens den Bahn. Fremdenvertreibung und Erhaltung der Mandschu- Dynastie" auf Nichtchristen von der Schulaufsicht vom Gesez vorgeschrieben betrieb stören würden. ihre Fahnen schrieben. Die Christenverfolgungen wurden allgemein; fei. Natürlich giebt es ein derartiges Gesetz in Preußen nicht. Zum Schuße der Diamantminen Beanite, welche der Mission hatten Schutz angedeihen lassen, wurden abgesetzt. Leipzig, 15. Januar. In dem Civilprozeß des Grafen Erich im Oranje- Freistaat soll eine 250 Mann starfe Schuhwache organisieri Der mit den Geheimbündlern allzu sichtlich übereinstimmende zur Lippe- Weißenfels gegen den Graf- Regenten Ernst zur Lippe- werden. In Betschuanaland Juhfien wurde im Anfang des Jahres 1900 durch den klugen und Biesterfeld in Detmold erkannte das Reichsgericht auf Vergewandten Yuan- schih- kai ersetzt. Derfelbe war bis dahin tonman- werfung der Revision des Graf- Regenten gegen das Urteil des dierender General der zinn Schitze der Reichshauptstadt außerschenen Oberlandesgerichts in Celle, durch welches dem Graf- Regenten das Truppen gewesen, welche er mit Hilfe europäischer Justrukteure Recht zur Empfangnahme einer gewissen Rente abgesprochen wurde, im Lager von Hsian- tschau bei Tientsin zu einer für chinesische weil dessen Großmutter, Modeste von Unruh, nicht Begriffe gut einegercierten und disciplinierten Armee hatte aus- freiherrlichen Standes gewesen sei. bilden lassen. Mit diesen Truppen zog er angeblich zur Stuttgart, 15. Januar. Die Ständeversammlung wurde heute Niederwerfung der aufrührerischen Bewegung in Schantung ein. Die Bewegung ruhte jedoch nicht, tonzentrierte sich indessen vom König mit einer Thronrede eröffnet, in welcher die wirt nach dem Norden dieser Provinz hin und überschritt ihre Grenze, fchaftliche Lage und der Stand der Staatsfinanzen als durchaus um in der Folgezeit in der Provinz Tschili die größte Unter- befriedigend bezeichnet werden. Die Ueberschüsse aus den zwei ftügung zu finden. Judem die Abstoßung der störenden Elemente lezten Jahren betragen 9 Millionen. Die Staatsausgaben feien nach dem Norden des Reichs sich glatt und geschickt vollzog, zwar im Steigen begriffen, trotzdem könne der Etat mit einem ersuchte privatim den 2 ord mayor von London und die andren wurden wesentliche innere Kämpfe in der Provinz Schantung ber- leinen Ueberschuß abgeschlossen werden. Sodann kündigt die Thron Mayors, die beabsichtigte feierliche lleberreichung des rede die Wiedervorlage der gescheiterten Steuer= Ehrenbürgerrechts an ihn aufzuschieben; er habe die Bezüglich der Verfassungsreform sagt Empfindung, daß unter den gegenwärtigen unglüdlichen erstrebe fortdauernd eine Das Kruppsche Kanonenblatt, die Berliner Neuesten die Thronrede, die Regierung Umständen in Südafrika für einige Zeit feinerlei FestAenderung der Zusammensetzung beider Kammern; allein, Nachrichten", behauptet wiederholt, daß der von uns am lichkeiten stattfinden sollten. 11. Januar veröffentlichte Hunnenbrief eine grobe Fälschung bezw. solange die tiefgehende Meinungsverschiedenheit einen Ausgleich in Bescheidener wäre es noch von Lord Roberts gewesen, die ihm von A bis 8 erlogen ist". Das Blatt behauptet weiter, daß die der Ständeversammlung selbst nicht erfahren habe, sei von einem als Boerenbesieger zugedachten Ehrungen überhaupt abzuschlagen, da orthographischen Fehler augenscheinlich fünftlich" feien, es erklärt Borgehen der Regierung ein Erfolg nicht zu erwarten. Endlich sich seine Siege inzwischen nur als Episode des wechselvollen Ringens ferner, der Brief rühre von einem„ socialdemokratischen Berliner fündigt die Thronrede eine neue. Gemeinde- Ordnung Bierbankstrategen" her und es lamentiert zum Schluß mit an, durch welche die periodische Wahl der Ortsvorsteher eingeführt erwiesen haben. deutlicher denunziatorischer Absicht, daß die fortgesetzte Ber- wird, sowie eine Anzahl minder wichtiger Vorlagen. Die Unabsehbarkeit des Kriegs öffentlichung solcher Briefe eine standalöse Beleidigung der Armee Majestätsbeleidigung. Der Tagelöhner Leidlein in und die Methode der unausgesetzten Kleinen Nachschübe, die sich dann sei, der endlich ein Ende zu machen die höchste Zeit sein dürfte". Nürnberg faufte eines Tages die Bilder von Grillenberger, immer wieder als unzulänglich herausstellen, beginnt die englische Die freche Jufamie dieses von Krupp ausgehaltenen Unternehmer Dertel und Bebel und brachte sie mit nach Hause. Als ihn Presse ernstlich aufzuregen. So schreibt die„ St. James- Gazette": organs wird nur durch die beispiellose Dummheit übertroffen. Das eine Logiswirtin frug, warum er nicht lieber das Bild" Zu zahlen haben wir so wie so, aber die heute befolgte Blatt sollte sich doch wirklich sagen, daß kein zurechnungsfähiger des Kaisers gekauft habe, son er eine Aeußerung haben Methode ist einfach unsinnig. Wir zahlen Woche für Woche socialdemokratischer Redacteur das gefährliche Handwerk treiben fallen lassen, die als Majestätsbeleidigung betrachtet wird. und das kommt uns schließlich teurer, als wenn wir die Sache wiirde, Briefe zu fälschen oder gefälschte Briefe zu veröffentlichen. Später foll er diese Aeußerung in einem Gespräche mit auf einmal regeln. Wir wünschen nicht zu beunruhigen, aber Wäre das Organ nicht so völlig hirulos, so müßte es sich doch andren Bersonen über ſeine Verhältnisse als Militär- wir haben uns von vornherein nie verhehlt, daß mehr be= ferner sagen, daß, wenn wir Fälscher wären, wir nicht so grobe pensionist wiederholt haben. Er stellt dies in Abrede und behauptet, rittene Truppen den Krieg zum Ende bringen Schnizer hineinbringen würden, daß die" Berliner Neuesten Nach es liege ein Rache- Akt des Denunzianten vor. Auf dessen bestimmte würden." richten" unmittelbar aus dem Inhalt auf die Fälschung schließen Aussage hin erhielt er sech Monate Gefängnis. mieden." tönnten. " Hätte das edle Organ nur ein wenig von der berühmten Unternehmerintelligenz, so würde es aus den leicht und auf den ersten Blid erkennbaren falschen Angaben umgekehrt auf die Echtheit des Briefs geschlossen haben. Fälscher pflegen nicht Zehnmarkstücke aus silberähnlichem Metall anzufertigen, um jedermann auf die Fälschung aufmerksam zu machen. mit einent K 10 dib Ausland. BonDeftreich- Ungarn. " 1. muß die Gärung einen hohen Grad erreicht haben. Sind doch in Vryburg 170 Verdächtige" gefangen genommen und nach Rimberley geschafft worden. Binnen furzem sollen weitere 800 Ver dächtige folgen. Daß die Boeren die gegenwärtige Kriegslage als eine sehr günstige betrachten, beweist auch eine Nachricht des„ Daily Telegraph" aus Laurenço Marques, wonach sich unter den auf portugiesisches Gebiet geflüchteten Boeren eine Bewegung bemerkbar mache, sich ihren früheren Kommandos wieder anzuschließen. Lord Roberts Und der Kriegskorrespondent der„ Daily News" erklärt, dag man 100000 Berittene nach Südafrika schiden müsse und weitere 100 000 Mann mit Pferden für den Fall bereit stellen müsse, daß die Kapholländer sich in Masse erheben. Diese Ungeduld der Blätter ist ja sehr begreiflich, nnr sollten die ungeduldigen Kritiker dem Kriegsamt die geforderten 100 000 bis 200 000 Mann auch mit ihrem guten Rate gleichzeitig zur Berfügung stellen. nehmen? Reichsratswahlen. Bei der Reichsratswahl des steirischen Großgrundbefizes wurden am Dienstag die bisherigen vier verDie Behauptung der Berl. Neuesten Nachr.", daß der Brief faffungstreuen, bei der des oberöstreichischen Großgrundbefizes die England verfügt über feine regulären Truppen mehr, gefälscht sei, fligt sich nämlich im wesentlichen auf die Mitteilung bisherigen drei konservativen Vertreter wiedergewählt. Bei der und der Versuch, 25 000 Freiwillige anzuwerben, hat hisher bes Soldaten, daß er in Shanghai, 30 Stunden von Wahl des Großgrundbesizes in Kärnten unterlag der bisherige ein Hägliches Resultat gehabt. Tientsin auf Posten gestanden habe. Die Berliner Neuesten deutschvolfliche Vertreter Milesi dem verfassungstreuen Grafen In Australien defertieren die Soldaten, um nicht nach SüdNachrichten" verschreiben fich extra einen militärischen Mitarbeiter, thevenhüller. Die Triester Handelskammer wählte den liberalen afrifa verschidt zu werden, und in Kanada vollends weigert man um uns zu belehren, daß Shanghai in der Luftlinie 600 Kilo- Italiener Basevi wieder. meter von Tientsin entfernt liege. Die gesamte Presse, mit Ausnahme der fleritalen und anti- fich, weitere Truppen zu stellen. Woher also die 100,000 Berittenen Ach, wir bedürfen feines militärischen Fachverstandes, um die femitischen Blätter, ist mit dem Resultat der am Montag statteinfache Aufklärung über dies Shanghai" fofort zu erkennen. gefundenen Reichsratswahlen, welche den Antisemiten neue Parlamentarisches. Der" Humme" hat natürlich nicht die bekannte große Stadt chwere Verluste beigebracht haben, äußerst zufrieden und Shanghai gemeint, sondern offenbar irgend ein Nest in der Provinz fonstatiert, daß es mit der fleritalen und antisemitischen Herrlichkeit Die Budget Kommiffion Schantung, dessen fremden Namen der Soldat ihm geläufigeren, vermutlich ähnlichen Klangbild wiedergab. Wir rasch bergab geht. 10Jn Wien behauptete die Fortschrittspartei die vier Mandate beschäftigte fich am Dienstag mit der Beratung des Reichs- EisenReferent war Möller Duisburg( natl.) und wissen aus den vielen Chinabriefen, die durch unfre Hände gegangen der inneren Stadt und das Mandat des Bezirks Leopoldstadtbahn Etats. find, daß die Ortsnamen fast ausnahmslos falsch wiedergegeben Brigittenau. In den übrigen neun Wiener Wahlbezirken wurden wie torreferent Müller Sagan( fri. Vp.). Die Verhandlungen bes werben, auch die Daten gehen oft ziemlich wirr durcheinander. Es ist bisher Christlichsociale gewählt, aber mit viel geringeren Majoritäten gannen mit den Einnahmeposten aus dem Personenverkehr, woran beiläufig ein beschämendes Zeichen für die Mangelhaftigkeit unfrer als 1897, da die Zahl der liberalen und socialdemokratischen Wähler sich eine große Debatte knüpfte über die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs speciell in den D- Rügen. An der Debatte beteiligten fich Volksschulbildung, daß die Briefe in ihrer Mehrzahl in so fümmer- überall gestiegen ist. außer den Referenten unter andren Prinz Arenberg( C.), lichem Stil, so ungrammatikalisch und so unorthographisch geMüller Fulda( E.), Eickhoff( frf. Bp.), b. Tiedemann( f.), schrieben sind. Präsident Krüger erklärt aufs bestimmteste, die Bermitte- Riff( Hosp. d. fts. Vg.), die Elsaß- Lothringer Hauß und Preuß Die Berliner Neuesten Nachrichten", die in so nichtsnuziger, schamloser und idiotischer Weise ehrliche Lente ohne jeden Beweis Iung des fanadischen Premierministers Laurier und die Socialdemokraten v. Bollmar und Bebel. Es wurden der Fälschung beschuldigen, mögen die Militärbehörde doch erst ein- night annehmen zu können. Auch die Reise der Afrikander Beschwerden laut über die Schwierigkeit, bei Unglüdsfällen den mal zu veranlaffen suchen, daß sie bei den mit Namen in Kreis: Mission nach London fei zwecklos, da die Boeren nur auf Grund gefährdeten Wagen zu entrinnen, ferner über die mangelhafte Beleuchtung, Heizung und die Ueberfüllung der Wagen. Vollmar blättern und in gutgesinnten Organen veröffentlichten Hunnen absoluter Unabhängigkeit Frieden schließen könnten. ustioNiederlande. # V Partei- Nachrichten. Sinne. frug an, wie es mit der Central Kuppelung stehe, und ob Settlements, da der größte Teil des Handels von und nach China hier vielleicht eine Reform angebahut sei. Ferner wurde über Singapore geht. Zudem hatten mehrere Bezirke Hinterindiens von verschiedenen Rednern die Frage einer Reform im legten Jahr eine schlechte Reisernte. Die Parteigenoffen Hamburgs haben zu den bevorstehender der Personen Tarife in Erörterung gezogen. Die Eine Steigerung wird, nach den bislang bekannt gewordenen Bürgerschaftswahlen ein Aktionsprogramm aufgestellt, das auf der Regierungsvertreter gaben die Erklärung ab, daß eine Kommission, Berichten zu urteilen, der Handelsverkehr Englands mit Kanada im Grundlage des allgemeinen Parteiprogramms die Forderungen im bestehend aus Vertretern der verschiedenen deutschen Eisenbahn- lezten Jahr zu verzeichnen haben, zum größten Teil wohl eine Folge einzelnen aufführt, die die Genossen an das Hamburgische Staatsbehörden zujammertreten werde, um über die Sicherheitsmaßregeln der England von dieser Kolonie eingeräumten Vorzugszölle. Ganz wefen gegenwärtig zu stellen haben. Es befinden sich darunter zu beraten. In der Frage der Tarifreform seien die Verhandlungen ungemischt dürfte jedoch die Freude über die„ patriotische Haltung" selbstverständlich eine ganze Anzahl Forderungen, die auch in andren daran gescheitert, daß sich die verschiedenen Regierungen d. H. der Kanadier kaum sein. Neben der augenblicklich am Ruder befind- parteigenössischen Landtagsprogrammen enthalten sind; so bezüglich ihre Eisenbahnverwaltungen noch nicht über ein gemeinsames System lichen englischen Partei steht in Kanada eine starte, meist aus fran- des Vereins- und Versammlungsrechts, des Steuerwesens, des dieser Reform hätten verständigen können. Von Bebel wurde ver- zösischen Kanadiern, Irländern, Bürgern der Vereinigten Staaten Schulwejens, Verkehrswesens, der Armenpflege, des Kranken-, Gelangt, daß, wenn die Beratungen in Bezug auf die Sicherheit des und Deutschen bestehende Richtung, die gern das Sternenbanner burtshilfe- und Bestattungswesens, der Lohn- und Arbeitsbedingungen Personenverkehrs beginnen, man sich nicht bloß mit der Frage der gegen den Union Jack eintauschen möchte. Die Hauptpropaganda- der Staatsarbeiter 2c. Sicherheit der D- Züge und der Schnellzüge, sondern der gesamten Vereinigung dieser Partei, die" National Continental Union League", Von den sonstigen Forderungen des Programms seien hervor Bersonenzüge befassen solle, da die verschiedenen Eisenbahn- entfaltet eine rührige Agitation für den Anschluß an die Vereinigten gehoben: Unglüdsfälle, die in den letzten Jahren stattgefunden hätten, hin- Staaten. Allgemeines, gleiches, direktes und geheimes Wahlrecht( aktiv langlich bewiesen, daß in der Organisation des Eisenbahnwesens Die bisher unabhängig von einander sich verwaltenden auftra- und passiv) zur Bürgerschaft für alle großjährigen Staatsangehörigen. große Mängel vorhanden seien. Der Regierungsvertreter erwiderte, lischen Kolonien treten als australischer Staatenbund, als Beseitigung der Grundeigentümer- und Notabelnvertretung und Wahl daß die Absicht bestünde, die Beratungen auch auf die Sicherheit des Commonwealth" in das neue Jahrhundert ein. Die wirtschaftliche der gesaniten Bürgerschaftsmitglieder aus allgemeinen Wahlen in allgemeinen Verkehrs auszudehnen. Lage war im vergangenen Jahre eine ziemlich gute. Die Getreide obigem Proportionalwahlsystems. Einführung eines ernten find im ganzen zufriedenstellend ausgefallen, nur Queensland, Vornahme der Wahlen an einem Sonntag oder gesetzlichen Die Justizkommission beschäftigte sich in ihrer Dienstags- die durch natürlichen Reichtum weitaus bevorzugteste der australischen Ruhetag. Halbschichtige Erneuerung der Bürgerschaft nach je Sigung mit dem fliegenden Gerichtsstand der Preffe". Auf Kolonien, hatte schwer unter einer anhaltenden Dürre zu leiden. zwei Jahren, bei vierjähriger Dauer des Mandats. Unbeschränktes Anregung der Regierung schlug der tonservative Abg. v. Salish Besonders gewinnt die Weizenproduktion mehr und mehr an Umfang. Petitionsrecht an die Bürgerschaft; Pflicht der letzteren, die Petitionen vor, neben dem ausschließlichen Gerichtsstand der begangenen That während andrerseits der Schafreichtum zurückgeht die Viehweide zu prüfen. in denjenigen Fällen, in welchen die Strafverfolgung nur auf An- macht dem Ackerland Play. Vor 20 Jahren umfaßte der bebaute Aufhebung der Lebenslänglichkeit des Senatorenamts. Wahl trag eintritt, auch den Gerichtsstand des Wohnfizes des Verlegten Boden nur etwa 5 300 000, zu Anfang vorigen Jahrs hingegen des Senats durch die Bürgerschaft, ohne jede direkte und indirekte zuzulassen. Der Antrag wurde zwar lebhaft bekämpft, gelangte aber 8670 000 Ader. Gleichzeitig ging die Anzahl der Schafe von Mitwirkung des Senats und ohne Beschränkung auf bestimmte doch mit Inapper Majorität zur Annahme.-§ 7 der lex Rintelen, 106,4 Millionen auf 74,3 Millionen Stück zurüd. Wahrscheinlich hat Berufsgruppen. Zulässigkeit der Wiederwahl abtretender Senatoren. der sich auf den fliegenden Gerichtsstand der Presse bezieht, lautet im vergangenen Jahr der Schafstand noch weiter abgenommen, denn der Unzulässigkeit nebenberuflicher Erwerbsthätigkeit der Senatoren. nunmehr in der von der Kommission angenommenen Faffung wie Preisridgang der Wolle übte auf die Wollausfuhr einen nachhaltigen Civilrechtliche Verantwortlichkeit der Senatoren für Schäden durch ihre Amtsführung folgt:" Bildet der Jubalt einer im Inlande erschienenen Druckschrift Druck aus, der kaum die Schafzüchter zur Ausdehnung ihres Vieh- und Nachteile, welche durch ihre Amtsführung entstehen. den Thatbestand einer strafbaren Handlung, so ist der Gerichtsstand bestands ermuntert haben dürfte. Recht der Bürgerschaft, Senatoren, welche durch ihre Amtsder begangenen That nur bei demjenigen Bericht begründet, in Die drei fleineren Nachbarstaaten Deutschlands, Holland, führung die Verfassung oder die Geseze verlegen, ihres Amts deffen Bezirk die Drudschrift erschienen ist. Daneben ist bei straf- Belgien und die Schweiz, sind in stetigem Fortschritt begriffen. zu entfeßen. Offizielle Vertretung des Senats in jeder Bürgerbaren Handlungen, deren Verfolgung nur auf Antrag eintritt, der Nicht das Gleiche läßt sich von Frankreich behaupten, dessen Weltschafts- Sigung. Wohnsiz des Verletzten für den Gerichtsstand maßgebend. Die Fälle ausstellung zwar den Pariser Geschäftsleuten manchen Verdienst ge- Direkte Anteilnahme der Bevölkerung an der Gesetzgebung durch der Verfolgung, in welchen die strafbare Handlung in der selbständigen bracht hat, das aber feine einstige mächtige Stellung auf dem Welt- Ausübung des Borschlags- und Verwerfungsrechts. Gesetzesvorschläge, Berbreitung der Druckschrift besteht, werden durch diese Vorschrift markt mehr und mehr einbüßt. Während durchweg die großen welche von mindestens einem Zehntel der stimmfähigen StaatsIndustriestagten in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahrs eine angehörigen beantragt werden, sind nach Vorberatung in der BürgerDie lex Rintelen schlägt als§ 8a neu vor, einen Gerichtsstand Bermehrung ihrer Ausfuhr erzielt haben, ist die französische Ausschaft zur Bolfsabstimmung zu bringen. Auf Antrag eines Zehntels auch bei demjenigen Gericht begründen zu laffen, in dessen Bezirk fuhr gegen das Jahre 1899 nach vorläufiger Berechnung um under stimmfähigen Staatsangehörigen sind auch von Senat und der Beschuldigte ergriffen worden ist. Die Socialdemokraten be- gefähr 30 Millionen Frank zurüdgeblieben. Noch weiter als der Bürgerschaft beschlossene Gefeße der Volksabstimmung zu unterwerfen. antragen die Streichung dieses neuen Gerichtsstands, der ja für alle französische Handel bleibt die französische Schiffahrt zurück, trog der be- ft zwischen Senat und Bürgerschaft über Gesegesvorlagen oder sonst Staatsbürger einen fliegenden Gerichtsstand einführen würde. willigten Prämien und Subventionen. Nach einer Berechnung des fran- zu treffende Maßnahmen eine Einigung nicht zu erzielen, jo ents Mundel und Bech( frs. Bp.) schließen sich dem Autrage an und zösischen Nationalökonomen Therry stellte sich Mitte vorigen Jahrs scheidet die Volksabstimmung, ohne daß es eines besondren Antrags berlangen mindestens, daß diese Bestimmungen auf die durch die die Anzahl der französischen Dampfer von über 100 Tonnen auf bedarf. Brejse begangenen Handlungen keine Anwendung finden sollen. 526 mit einem Gehalt von 516 928 Tonnen; dagegen hatte Deutsch- Erhaltung und möglichste Vermehrung des staatlichen GrundDie Regierung tritt für diesen neuen Gerichtsstand lebhaft ein und land 900 solcher Dampfer mit einem Gehalt von 1 166 928 Tommen. befizes. Unbeschränktes Expropriationsrecht des Staats. bestreitet, daß irgend welche politischen Abfichten für denselben maßWas für Oestreich- Ungarn auf politischem Gebiet gilt, das Erlaß eines wirksamen Wohnungspflege Gesetzes und strenge gebend gewesen seien. Nach längerer Debatte wird der neue Gerichts- gilt auch auf wirtschaftlichen( ausgenommen Nord- Böhmen und Durchführung desselben. Verbesserung des Baupolizei Gesezes. stand abgelehnt. Ebenso wird eine Verschlechterung, die die lex Mähren)- das Fortwursteln" herricht vor. Außerdem wurde in Staatsseitige Beseitigung gesundheitsschädlicher Wohnungen und AnRintelen einführen will, durch Aufhebung des dritten Absages des den ersten Monaten des Jahrs die industrielle Thätigkeit durch einen lagen auf dem Wege der Expropriation. Staatsseitige Erbauung 23 der Strafprozeß- Ordnung( Garantie, daß nicht mehr als zwei Streif der Stohlengräber gehindert, der von den Großgrubenbefizern, geeigneter Wohnungen zur mietweisen Ueberlassung( zum SelbstRichter in der Hauptverhandlung mitwirken, welche bei der Ent- den Rothschild, Gutmann, Zarisch, Wittgenstein und ihren Beamten fostenpreise) an Arbeiter und Unterbeamte. fcheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens mitgewirkt haben) durch schroffe Zurückweisung jeglicher Forderung der schlechtgestellten abgelehnt. Arbeiter provoziert worden war. nicht berührt." Nächste Sigung Mittwoch, den 16. Januar. In Rußland ist die Ernte etwas besser ausgefallen, als im Jahre 1899 und 1898, doch leidet das Land noch immer an den Nach Die Toleranz Kommiffion, die unter dem Vorsiz des wirkungen der schlechten früheren Ernteergebnisse. Auch die EisenAbg. Lerno( E.) sich mit dem Toleranz- Antrage des Centrums zu industrie des Ural- und Donezgebietes befindet sich, da die Regierung befaffen hat, tommt mit ihren Arbeiten nicht vorwärts. Es ist beim Interesse ihrer Finanzen den Preis der für die Staatsbahnen zu schlossen worden, die nächste Sigung erst im Februar stattfinden liefernden Schienen beträchlich herabgedrückt hat, in schwieriger Lage. zu lassen. Bis dahin soll umfangreiches juristisches und statistisches Nach fürzlich bekannt gewordenen statistischen Berechnungen ist in Material von der Regierung zusammengetragen werden. Das Wirtschaftsjahr 1900. 0 Errichtung eines Arbeitsamts zur Vertretung der Arbeiterinteressen, zur statistischen Feststellung der Arbeitsverhältnisse und zur Ueberwachung der gewerblichen Betriebe in Gemeinschaft mit der Gewerbe- Juspektion. Errichtung eines kollegialen Seemannsamts nach Art der Ges werbegerichte. Beseitigung des Vorrechts der Juristen auf die Beamtenstellungen des höheren Verwaltungsdienstes" und Ermöglichung des Aufrückens der Beamten zu den höchsten Stellen, ohne Rücksicht auf die akademische 1899 der Export gegen 1898 um ungefähr 220 Millionen Mark Vorbildung. Ausgleichung der großen Gehaltsdifferenzen unter den zurückgeblieben, und das letzte Jahr wird kaum ein viel Beamten. Beschränkung der Zahl diätarisch beschäftigter Hilfs, befferes Resultat aufzuweisen vermögen. Dazu tommt, arbeiter und Festanstellung der letzteren nach einer bestimmten daß die die Staatsfinanzen sich trotz aller offiziellen Be Dauer der diätarisch beschäftigten Arbeiter. Schaffung von Beamtenschönigungsversuche immer ungünstiger gestalten. llm die ausschüssen zur Vertretung der gemeinsamen Interessen der Beamten. II. Das Ausland, Mittel für die Striegführung in China zu gewinnen, sah sich die Sicherung aller Beamten gegen willkürlich verhängte Disciplinar Englands Wirtschaftsleben stand im vergangenen Jahre völlig finanzielle Slemme erklärt weit mehr, Regierung zu besonderen Steuer- mid Zollzuschlägen genötigt. Diese strafen durch Schaffung einer Berufungsinstanz für Disciplinarsachen, erklärt weit mehr, als die vielgerühmte insbesondere Abschaffung der Verhängung von Strafen durch direkte unter dem Einfluß des südafrikanischen Kriegs, der einerseits zwar Friedensliebe" des Baren, die Zurückhaltung Rußlands in China. Borgesetzte und Wegfall der Haftstrafen. Civilrechtliche Haftbarkeit die Produktion von Kriegsmaterial und von Proviant für die im Troß der keineswegs rosigen Lage fehlt es nicht an Aftien aller Beamten für durch sie fahrlässig oder vorsätzlich verursachten Felde stehenden Truppen förderte, andrerseits aber die Ausfuhr jener gründungen. Im Jahre 1899 find nicht weniger als 327 Grün- Schaden. Artikel hinderte, die bisher nach dem Kapland, Natal und den beiden Dungen mit einem Grundkapital von ungefähr 358 Millionen Nubel Boeren- Republiken guten Absatz gefunden hatten. Der berüchtigte Naporra, der seit mehreren Jahren als ge Dazu kommt vorgenommen. In einem großen Teil dieser Unternehmungen stedt beimer politischer Kommissar zur Ueberwachung der socialdemokratischen noch, daß der Krieg die oberen Klajien vielfach zur Einschränkung fremdes Kapital, zumeist französisches, belgisches, deutsches und und polnischen Bewegung in Danzig thätig war, ist, wie uns von ihrer lururiösen Ausgaben veranlaßte, die den Geschäftsleuten, englisches. Nach einer jüngst vom französischen Botschaftssekretär bort berichtet wird, an Gehirnerweichung erkrankt und schon welche in diesen Klassen ihre eigentliche Kundschaft haben, schwere versuchten Zusammenstellung find hauptsächlich folgende Länder feit einiger Zeit vom Dienst dispensiert. Verluste brachte, und daß ferner das Ausbleiben des reichen Gold- beteiligt: zuflusses aus Transvaal eine zeitweilige Goldknappheit auf dem Geldmarkt hervorrief. Frankreich Belgien Deutschland. England. Holland . 792 Millionen Frank 734 9 261 " 236 " " 18 Nordamerika Destreich. Schweiz Schweden Italien 12 11 5 • 4 2 " 2075 Millionen Frank " " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Holzarbeiter! Alle diejenigen Werkstellen, in denen Kollegen wegen Verweigerung der Unterschrift entlassen werden, find nach wie vor zu meiden, so lange die VertrauensmännerVersammlung feine andren Beschliffe gefaßt hat. Auch ist die Unterschrift zu verweigern bis zur Entscheidung des Einigungsamts resp. bis zur anderweitigen Regelung durch die nächste Vertrauensmänner- Versammlung. Alle Aenderungen in den Werkstellen find sofort durch den Vertrauensmann an das Verbandsbureau Engel- Ufer 15( Ge werkschaftshaus) zu melden. Die Ortsverwaltung. Was den Eisen- und Koblenmarkt betrifft, so gleicht die Lage der deutschen. Gleich zu Anfang des Jahrs machte sich infolge des Kriegs mit den Boerenstaaten ein Anziehen der Kohlenpreise bemertbar, dem im September, veranlaßt durch die Erschütterungen auf dem amerikanischen, deutschen und belgischen Eisenmarkt, ein Sinken der Eisen- und Stahlpreise und im weiteren ein allgemeines Nachlassen der industriellen Thätigkeit in der Eisenbranche folgte; felbst im Schiffsbaugewerbe, das in der ersten Hälfte des leßten. Jahrs laum den gestiegenen Anforderungen zu genügen ver mochte, ist Flauheit eingetreten. Dagegen fanu die Reederei mit Genugthuung auf das Jahr 1900 zurüdbliden. Die Inanspruch In den Vereinigten Staaten von Nordamerika stand die wirtnahme des Schiffsbestands durch die Transporte nach dem jüdafrikanischen schaftliche Gestaltung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrs Kriegsschauplatz und später nach China, verringerte die Konkurrenz einerseits unter der Unsicherheit des Eisenmarkts, andrerseits unter auf dem Frachtenmarkt und gestattete, die Fracht- und Pafiagier- dem Einfluß des Kampfs um die Präsidentschaft zwischen MacKinley und preise hochzuhalten. Thatsächlich haben denn auch die meisten Bryan. Die Wiederwahl des ersteren wurde sofort an der New Reedereien im vergangenen Jahre recht hohe Profite erzielt. Ju Morfer Börse mit einer starken Hausse begrüßt und hat thatsächlich 3n dem Konflikt in der Holzindustrie nahm eine Versamm: der fürzlich abgehaltenen Generalversammlung der Peninsular and eine entschiedene Besserung der wirtschaftlichen Lage eingeleitet. Tung der Holzbildhauer Stellung, die am Montag im Oriental Steam Navigation Company", der größten_englischen Zahlreiche größere Bestellungen laufen wieder bei den Eisen- und Gewerkschaftshause tagte. Nach langer Diskussion wurde einEchiffsgesellschaft, fündigte z. B. der Vorsitzende Sir Th. Sutherland Stahlwerken ein, die Roheisenproduktion, die seit Juni nachgelassen st i mt mig beschlossen, daß überall da, wo die Mehrheit in einer eine Dividende von 9 Proz. und eine Abschreibung von über hatte, steigt und die Preise ziehen wieder an. Zudem ist die Ge- Werkstatt für die Verweigerung der Unterschrift sich ausspricht, sämt 500 000 Pfd. Sterl. an: eine Abschreibung, wie sie ähnlich seit treide- Ernte befriedigend ausgefallen; und auch der Ertrag der liche Arbeiter daselbst solidarisch diese zu verweigern haben und daß 23 Jahren nicht vorgenommen ist. Baumwollenernte hat sich größer bewiesen, als man im August an diejenigen, die infolgedessen gezwungen sind, die Arbeit zu verlassen, Mehrfachen starken Schwankungen ist der Baumwollenmarkt nehmen zu dürfen glaubte. als gemaßregelt zu betrachten sind. ausgesetzt gewesen. Als zu Anfang des Jahrs sich die Nachrichten Die Verhandlungen mit England über den Nicaragua- Kanal über das ungünstige Resultat der amerikanischen Herbst- Baumwoll- sind nicht zum Abschluß gelangt; der amerikanische Senat hat den ernte bestätigten, zogen die Preise langfam an, fielen dann aber Hay Bauncefote Vertrag nicht in der vorgelegten Fassung an vom März ab allmählich, da auf eine desto bessere Herbsternte in genommen, sondern gründlich verändert, und zugleich haben 1900 gerechnet wurde, jedoch nicht gleichmäßig, sondern unter Ricaragua und Costa Rica Protest gegen den vom Senat Bureau Schüßenstr. 18/19, Telephon- Amt I. 1308, wochentags vielerlei Schwankungen. In August, als die Berichte eine aber gestalteten Vertrag erhoben, da dieser nicht, wie der erste malige schlechte amerikanische Ernte prophezeiten, trat dann wiederum Entwurf, die Anlegung von Befestigungen an den Seiten eine Hauffe ein. Die Preise gingen enorm in die Höhe, um im des Kanals durch die Vereinigten Staaten ausschließt. Oftober und November nach und nach auf ihren früheren Stand Dagegen ist der lange schon projektierte Ausbau der herabzufinden. Kanalverbindungen zwischen den großen Binnenseen und dem Trotz der im ganzen taum günstigen Geschäftslage war Atlantischen Ocean in Angriff genommen. Es soll dadurch eine der Außenhandel ein reger; die Zunahme der Ausfuhr in den ersten direkte Fahrstraße zwischen den Binnenseen und dem Meere her3 Monaten des abgelaufenen Jahrs wird gegenüber dem gleichen gestellt werden, die den großen Oceandampfern ermöglicht, die in Beitraum in 1899 auf allein 22 Millionen Pfd. Sterl. berechnet. Von den englischen Kolonien läßt sich faum fagen, daß sie im und Produkte der Stahlinduſtrie direkt, also ohne Umladung, den der Umgegend der Seen gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse vergangenen Jahre wesentliche Fortschritte gemacht haben. Oft fernen Bestimmungshäfen zuzuführen. indien hatte im ersten Halbjahr schwer unter einer andauernden Wie wirtſchaftlichen Zustände Mittel- und Südamerikas find mit Hungersnot und Bestepidemie zu leiden, und als sich allmählich eine Ausnahme jener Meritos, Chiles und Argentiniens, die gute Fort gelinde Besserung einstellte, begann der Kampf in China, der dem schritte machen, außerordentlich pretäre. Die Kleinen mittelameritaoftindischen Garn- Export nach China und damit zugleich der ein- nischen Staaten befinden sich in völliger finanzieller Abhängigkeit Vierhundert Arbeiter der Norddeutschen Eiswerke in heimischen Garnspinnerei einen schweren Schlag versetzt hat. Nach vom Uncle Sam; Venezuela frankt an den Folgen seiner sich immer Köpenick haben nach kurzer Dauer eines Streits dieselben Fordes der chinesischen Statistik hat die Einfuhr indischen Garns in China wieder erneuernden„ Revolutionen", und Brasilien steht am Rand rungen durchgedrückt, wie ihre Berufsgenossen in Rummelsburg. während der letzten Jahre durchschnittlich 80 Millionen Mart des Bankrotts. betragen. Zugenommen hat hingegen aus Indien die Häute- Noch trauriger sieht es in China aus. Der Krieg hat den Ausfuhr und zwar in ganz abnormen Maße. Ein er- Handel schwer geschädigt, weite Gebiete der Provinz Petschili sind freuliches Resultat ist darin jedoch nicht zu erblicken; verwüstet, angefangene Bahnbauten demoliert, und die KriegsDenn dieser massenhafte Häute Export bedeutet nichts andres, als entschädigungen, welche schließlich die vereinigten Mächte erpressen daß der Viehbestand des indischen Bauern folossal zurückgegangen werden, erscheinen wenig geeignet, die wirtschaftlichen Kräfte des sein muß und bei dem geringsten Anlaß die Hungersnot mit ver- Lands zu wecken; hat doch ohnehin China an seiner StaatsStärfter Schärfe ausbrechen wird. schuldenlast von über 1200 millionen Mart schwer zu tragen. Wie Vorderindien hat auch das britische Sinterindien unter den Zuständen in China schwer zu leiden, besonders die Straits H. C. farten zum Streit- und Agitationsfonds der Kleber Berlins und Achtung, Kleber( Tapezierer)! Die Ausgabe der BeitragsUmgegend für das Jahr 1901 hat begonnen und werden die Kollegen umgegend für das Jahr 1901 hat begonnen und werden die Kollegen ersucht, soweit dies noch nicht geschehen, die betreffenden Karten in vormittags von 8-91/ 2 Uhr und abends von 7-9 Uhr, ferner am vormittags von 8-9 Uhr und abends von 7-9 Uhr, ferner am Sonntag ebendaselbst und in den Zahlstellen vormittags bon 10-12 Uhr in Empfang zu nehmen. Der Schlußstempel der Beitragskarten von 1900 wird nur im Bureau Schüßenstr. 18/19 Sonntags, Montags, Dienstags und Sonnabends erteilt. Zu den felben Zeiten wird daselbst Auskunft in gewerblichen Rechtsangelegenheiten erteilt und werden die Kollegen ersucht, hiervon sammlung bei Janascht, Inselstr. 10.( Siehe Annonce Donnerstag ausgiebigen Gebrauch zu machen. Am Freitag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, öffentliche Ver im„ Borwärts".) Robntommijjion Die der Kleber Berlins und Umgegend. Deutsches Reich. Die Generalfommission der deutschen Gewerkschaften hat, wie schon mitgeteilt, für die Spigenweber in Calais eine Sammelstelle errichtet. Die Gelder find an A. Röste, Ham=; burg. Eimsbüttel, Bismarckstr. 10, zu richten. Achtung, Holzarbeiter! In Breslau sind bei Herrn Josef Zwiener, Bau und Kunsttischlerei, Differenzen ausgebrochen. Es wird versucht, die Errungenschaft der letzten Lohnbewegung im Juni 1900 zu durchbrechen, indem die 10 stündige Arbeitszeit statt der bis Ijcr bewilligten Sstündigen Arbeitszeit eingeführt worden ist. Ebenso erfolgt Verkürzung der Arbeitslöhne. Die auswärtigen Kollegen werden ersucht, dies zu beachten. Lohnlommission der Holzarbeiter Breslaus. Achtung, Cifelcure? Bei der Firma Seyffart. Metallwaren- fabrik A l t e n b u r g S.-A., haben sämtliche Arbeiter wegen Maß- regelung eines Kollegen die Arbeit niedergelegt. Von unsrer Seite sind an dem Streik 6 Ciseleure beteiligt und werden die Kollegen allerorts ersucht, Stellenangebote der Firma Seyffart vorläufig nicht zu berücksichtigen. Der Central-Vorstand. Der nationalsociale Pfarrer Naumann wollte im Laufe dieser Woche im Ruhrrevier in drei Versammlungen spreche» und bat schon angekündigt, daß er unsren Abgeordneten im Landtage und Reichstage lFabr. Franken) wegen ihrer politischen Haltung den Ter! lesen werde, dieselben sollten auch zu den Versammlungen eingeladen werden. Die Versammlungen für Bochum. Schalke und Gelsenkirchen sind aber jedenfalls durch Einschüchterung der Wirte, die einer nach dem andren ihre zugesagten Lokale zurückzogen, vereitelt worden. Ehren-Quandel vom„Rhein.-Westf. Tagebl." zog in einem Leitarttkel gegen Naumann zu Felde und nannte das Versammlungs-Arrangement eine socialdemokratffche Mache. Verboten wurde in Hagen-Eckesay am Sonnabend, den 12. dieses Monats, eine öffentliche Volksversammlung, in welcher der Vertrauensniann der Former von Rheinland und Westfalen, Genosse M. Sandler. über das Koalitionsrecht der ausgesperrten Tllkingschen Former sprechen sollte. Trotzdem kurz vorher eine öffentliche GeiverkvereinS-Versammlung in dem- selben Lokal stattgefunden, stützt man sich jetzt aus baupolizeiliche Anordnungen._ Der Sekretär deö internationalen BnchdruckersekretariatS, Friedrich Siebenmann, ist im Alter von 49'/- Jahren gestorben. Das Sekretariat hat seinen Sitz bekanntlich in Bern und hat die Aus- gäbe, die Verbindung zwischen den Nationalverbänden herzustellen. „Der Holzarbeiter", Organ des italienischen Holz- arbeiter-BerbandS, wendet sich in einem Aufruf an die Holzarbeiter-Organisationen aller Länder. Es wird dort darauf hin- gewiesen, daß unter den italienischen Arbeitern, die ihr Brot im Ausland suchen müssen, leidersovielesichbefinden, die nicht den geringsten Sinn für die Idee der Organisation und der Solidarität besitzen. Die Redaktion de? genannten Blatts glaubt nun, daß solchen im Ausland lebenden italienischen Arbeitern durch die Lektüre des Blatts Aufklärung und Belehnmg gegeben werden könne, und ersucht deshalb die Holz- arbeiterorganisationen aller Branchen, sich um Zusendung von Zeitungen an sie zu wenden. Auch ersucht die Redaktion um In- formation über alle mit den Arbeiterverhältnissen, Bewegung und Organisation der Holzarbeiter in Zusammenhang stehenden Fragen. Die Adresse ist:„II Lavorante in Legno". Torino, Camera del Lavoro, Corao Siccardi 12. Socittles. Unfälle im Straffenbahnbetrieb. Unter den soeben er- schienene» Rechnungsergebnissen der deutschen Berufsgenossenschaften für 1899 verdienen die Zahlenangaben der Straßenbahn- Berufsgenossenschaft besondere Beachtung. Sie zeigen, wie mit der Ausdehnung des Verkehrswesens in den Strotzen der Städc- und der Entwicklung des Stratzenbahnwesens im besonderen sich die Unfallgefahr der Verkehrsarbeiter gesteigert hat, und wie notwendig eine reichsgesetzliche Regelung der Arbeitsverhältnisse im Ve rke Hrsg e werbe ist. Zunächst zeigen die Straßenbahnbetriebe ein rasches Anwachsen der beschäftigten Personenzahl. Während 1898 33 917 Personen bei der Straßenbahn-Berufsgenossenschaft versichert waren, stieg diese Zahl 1899 auf 39 454. Die Zahl der vorhandenen Straßenbahn- betriebe stieg in dem einen Jahre von 319 auf 338, wohl durch die zunehmende elektrische Einrichtung des Straßenbahnwesens, welches, wegen seiner größeren Billigkeit gegenüber dem Pferdebetrieb, die Bahn auch in' solchen Städten rentabel macht, in denen sie bisher nicht eingeführt worden war. Die Zahl aller Verletzimgen, die im Laufe des Jahrs zur Anzeige gelangten, betrug 1898' schon 2664 und stieg bis 1899 in rascher Steigerung auf rund 3999 oder 76,94 Verletzte unter je 1999 versicherten Personen l ES ist daS eine erschreckend hohe Ziffer, welche zeigt, wie notwendig es wäre. durch Verkürzung der Arbeitszeit und bessere Schutzvorrichtungen die Unfallgefahr herabzumildern. Sehr sparsam ist die Berufsgenoffenschaft mit der Festsetzung von Entschädigungen; solche wurden festgesetzt bei einem Zehntel aller Verletzten: 399. Be- merkenswert ist es noch, die Ursachen der Verletzungen festzustellen, wobei wir die Ziffern des Vorjahrs in Klammern vermerken. Es verunglückten durch Motoren, Transmissionen, Arbeitsmaschinen ec. 27 s?) Personen, durch Fahrstühle, Aufzüge, Krahne, Hebezeuge 2 sl), durch Dampfkessel, Leitungen 2C. 1(1), durch Sprengstoffe, Explosionen«. 2(—), durch feuergefährliche Gase 2(—), durch Zusammenbruch, Umfallen von Gegenständen 21(39), durch Herabfallen von Leitern, Treppen 55(25), beim Auf- und Ab- laden 39(16), durch Ueberfahren durch Fuhrwerk 18(15), durch Ueber- fahre» von Motorwagen, Eisenbahnen 97(72), durch Tiere 19(29), durch Handwerkszeug 44(11). Der Tod trat ein in 49(19) Fällen. Im allgemeinen ist aus diesen Ziffern sehr wohl zu erkennen, wie die größere Schnelligkeit und Hast des elektrischen Betriebs die Unfallgcfahr steigert. Während die deutschen Straßenbahnarbeiter, soweit sie sich organisiert haben, für reichsgesetzliche Regelung ihrer Verhältnisse und Arbeiterschutz eintreten, sind die schwer reichen Kapitalisten der Gesellschaften bemüht, nachdem sie die Arbeiter durch Maßregelung schon so weit wie möglich um das KoalitionSrccht gebracht haben, es ihnen nun auch auf dem Wege der Gesetz- gedung zu rauben. In dem Organ des Deutschen Straßen- und Kleinbahn- Vereins tritt bei Syndikus dieser Organisation, Professor Dr. Karl Hilse, in einem Artikel „Vertragsbruch im Verkehrsgewerbe� dafür ein, daß d a S V e r- einigüngsrecht der G e w e rb e- O rd n un g für die Verkehrsarbeiter aufgehoben werde. Er deduciert: „Der Vertragsbruch im Verkehrsgewerbe ist wesentlich anders geartet als im gewöhnlichen Gewerbebetriebe. Selbst Gegner der Bestrafung des Vertragsbruchs im allgemeinen werden deshalb der Ansicht beipflichten, daß der Vertragsbruch im Verkehrsgewerbe einer abweichenden Behandlung von dem allgemeinen benötigt ist, daß die Staatsgewalt wohl befugtsein könnte, sich mit demselben zu beschäftigen, daß also die Bestrafung des Vertragsbruchs in Verkehrsbetrieben sehr wohl eine Rechtfertigung finden kann. Einfacher würde es allerdings sein, wenn in Gewerbe-Ordnung § 152 ausdrücklich ausgesprochen würde, was durch eine Zusatz- bestinimung zu erreichen wäre, daß daS dort begründete Vereinigungsrecht sich auf Betriebe beschränkt. welche der Gewerbe-Ordnung unterliegen, und für Betriebe a u s g e s ch l o s s e n s e i. auf welche die Gewerbe- Ordnung unanlv endbar erklärt worden ist.* Also fort mit dem Koalitionsrecht der Verkehrsarbeiter oder cm kleines Zuchthausgesetz, wenn sie es wagen, von ihm Gebrauch zu machen! Dieser Unternehmer-Terrorismus ist ein bezeichnendes Pendant zu der Opferung von Leben und Gesundheit der Verkehrs- orbeiter im Betrieb, wie'sie die Statistik zeigt. Arbeiterschutz auf Bauten. Auf Grund des neuen Bau- gesetzcS werden jetzt im Königreich Sachsen von den Polizeibehörden allenthalben Verordnungen erlassen, in denen zum Teil recht an- erkenncnswerte Vorschriften gegeben werden. So verordnet die Stadt Zittau unter andern,: � Der betreffende Raum(Baubude) muß eine verschließbare Thür, sowie die zur. hinreichenden Beleuchtung und Durchlüftung erforder» lichen Fenster, einen festen, trockenen und dichten Fußboden haben. Verantwortl. Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Ins mit Bänken, Tischen, Spucknäpfen, Waschgeschirren, sowie mit einem Verbandstoffe und Medikamente für die erste Hilfeleistung bei Unfällen enthaltenden Kasten aus- gestattet, endlich auch vom 1. Okiober bis 1. April heizbar sein. Baumaterialien irgend welcher Art dürfen in diesen Räumen nicht gelagert werden. Die Baubude muß für die gauze Dauer des Baus erhalten bleiben. Die Amtshauptmannschafl Annaberg und noch etliche verlangen Vorrichtungen zum Aushängen der Kleider und wassergefüllte Spucknäpfe. Auch soll ein Anschlag angebracht werden mit der Aufschrift:„Nicht auf den Boden spucken. Spucknaps benützen.* Aehnlich sind die Verordnungen der Amts- hauptmannschast Bautzen, Dödeln, Drcsden-AIt- und-Neustadt. Zwickau, und die der Stadträte zu Lommatzsch, Meißen und Rochlitz. Die Swccateure. Putzer, Töpfer usw. werden sich nach- stehende Verordnung der Amlshauptmannschoft Dippoldiswalde der Stadträte zu Zittau und Dippoldiswalde wünschen.'Sie lautet: „Vom l. Oktober bis 1. April dürfen Stuccateur-, Putzer- und Töpferarbeiten in Neubauten nur dann ausgeführt werden. ivenn die Räume, in denen gearbeitet wird, durch Thüren und Fenster verschlossen sind. Die vorläufige Anbringung der- artiger Verschlüsse ist für genügend zu erachten." I» Dresden und noch vielen andren Orten müsseck die im Ausbau Beschäftigten vom 15. März bis 15. November in der Zugluft arbeiten, wenn sie nicht mit Hilfe der Organisiition der Gesetzgebung voran- geeilt sind. Der Zittauer Stadtrat verbietet offene Coaksfeuer überhaupt:„Die Austrocknung der Räume ist durch versetzbore eiserne Oefen mit Rauchableitungsröhren oder in andrer geeigneter Weise zu bewirken." Die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg schreibt für jede am Bau beschäftigte Person 1 Quadratmeter Grundfläche der Baubude vor. anstatt 9.75 Meter, wie die übrigen Behörden bestimmen. Die Dresdener Amtshauptmannschasten ver- ordnen, daß die Unsallverhütungs-Vorschristen der sächsischen Bau- gewerks-Berufsgenossenschaft für Betriebsinhaber usw. Teil A auf den Baustellen aufgehängt werde».(Dies sind die weitgehendsten Bestimmungen.) Daß nur etliche Behörden verordnen, den Teil A der Unfallverhütungs-Vorschriften auszuhängen, ist charakteristisch. VU,s dev Fvauenbetvegung. In der Generalversammlung des Vereins der Plätte- rinnen am 9. Januar erstattete die erste Vorsitzende den Vorstands- bericht. Sodann verlas die Kassiererin den Vierleljahrsbericht, der eine Einnahme von 398,94 M. und eine Ausgabe von 59,69 M. auf- weist. Unter Verschiedenem wurden die Firmen Gothcim und Jordan einer scharfen Kritik unterzogen. Die Neuwahl des ge- samten Vorstands hatte folgendes Resultat; 1. Vorsitzende Frau Schulz, 2. Vorsitzende Frl. Milz; 1. Kassiererin Frl. Lange, 2. Kassiererin Frau Müller; 1. Schriftführerin Frau Benz. 2. Schriftführerin Frl. Scholz. VevfÄtnnUungett. Die Antisemiten sind durch die gepfefferte Kost, welche ihnen ihr Dreschgraf bietet, etwas verwöhnt, und deshalb ziehen auch Redner, die hinter dem wüsten Geschimpfe des edlen Grafen Pückler zurückbleiben, nicht mehr. Die Antisemitenversammlung, die am Montag bei Buggenhagen stattfand, war aus diesem Grunde auch nur mäßig besucht. Zudem ist ja auch das Thema: Der Krach der Pfandbriefbanken, kein solches, welches einem Antisemiten besonders dankbar erscheinen könnte. Sind doch die Leiter und Protektoren der verkrachten Banken christlich-germanische Leute vom reinsten Wasser. Nun, den einen Trost konnte Herr Dr. Böckel sich und seinen Zuhörern wenigstens geben, daß auch bei dem Hypothekenbank- Schwindel der Jude Baron Cohn einer der Hauptmacher war, und daß auch Herr M u n ck e l, der zwar kein Jude, aber doch ein Freisinniger ist, eine Rolle dabei spielt. Redacteur Böckler ging noch etwas weiter in der Entdeckung jüdischen Einflusses. Er de- duzierte: Sonden ist ein Judenfreund, denn er ivar eng be- freundet mit dem Freiherrn v. Mirbach, und dieser hat ja im Vorzimmer Singers herumgestanden und so viel jüdische Gelder für den Bau der Kaiser Wilhelm-Kirche gesammelt, als ob es sich um den Bau einer Synagoge gehandelt hätte. Wer ist da noch sicher, daß ihn die Antisemiten eines TagS als ganz verlumpten Judenknecht erkennen werden. Der socialdemokratische Agitationsverein für den Reichs« tags- Wahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen tagte am 6. d. M., um den Bericht über die Thätigleit des Vereins im letzten Vierteljahr entgegenzunehmen. Der Kossenbericht weist einen Kassenbestand von 36,35 M. auf. Der§ 1 des Statuts erhielt folgenden Zusatz: Und so weit die Mittel reichen, Greifswald- Grimmen zu unterstützen.§ 19 erhält folgende Fassung: Statuten- änderungen, welche nur in einer Generalversammlung vorgenommen werden können, und über die die einfache Majorität entscheidet, müssen den Mitgliedern in der letzten Sonnabend- Nummer des „Vorwärts" im Vereinskalender zur Kenntnis gebracht werden. Die deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft hielt am 6. Januar cr. im Englischen Garten, Alexanderstr. 27o. eine außer- ordentliche Mitgliederversammlung ab. Nach einem Vortrag über die Rechtsverhältnisse in gewerblichen Streitsachen, den Karl Oriwohl hielt, beschäftigte man sich mit der Frage: Wie stellen wir uns zu den Entlassungen bei Reinhold u. Westphal? Alfred Schröder bemerkt hierzu, daß acht aus der Fabrik von R. u. W. in letzter Zeit entlassene Kollegen sich als Gcmatzregelte betrachten. Redner glaubt aber, daß nicht genügend stichhaltige Gründe für diese Annahme vorlägen. Die Ortsverwaltung hat trotzdem l'/s Woche Unterstützung gezahlt und es im weiteren den Kollegen anheini- gestellt, sich'event. an die gesamte Mitgliedschaft hiesiger Organi- sation zu wenden, was nun auch geschehen ist. Nach längerer Dis- kussion verneinte die Versammlung mit großer Majorität das Vorhandensein einer Maßregelung. Ter Verein der Kleber(Tapezierer) hielt am 9. Januar eine Generalversammlung ab. Nach dem Bericht des Vorstandes tagten innerhalb des letzten Quartals 1999 sieben Versammlungen. Die Einnahmen waren infolge der herrschenden Arbeitslosigkeit ver- hältnismäßig gering, da die Kollegen, die den Tarif hochhalten, zum großen Teil auf der Straße liegen. Die Frühjahrssaisou und die damit verbundene Hebung derBewegung wird ja in dieserHinsicht wieder Wandel schaffen. Dem Bericht des Kassierers zufolge betrug die Einnahme im 4. Quartal des vorigen Jahrs 37,39 M., der Bestand vom vorigen Quartal betrug 193 M., macht einen Gesamtbestand von 145,39 M. Die Ausgaben betrugen im 4. Quartal 74,99 M., mithin bleibt ein Bestand von 71,21 M. Unter Bereinsangelegenheiten wurde der Vorstand nochmals beauftragt, gegen die betreffenden Kollegen, die vom Stiftungsfest noch nicht abgerechnet haben, energisch vorzugehen. Nachdem noch auf die am 23. Januar bei Jannascht. Jnselstraße 19, stattfindende öffentliche Versammlung der Kleber auf- merlsam gemacht und für rege Agitation für dieselbe aufgefordert. erfolgte Schluß der Versammlung. Die Fliesenleger nahmen in ihrer Generalversammlung am 19. d. M. den Bericht über die Thätigleit des Vereins im Jahre 1999 entgegen. Die Mitgliederzohl ist vom Anfang des Jahrs 1999 bis zum Schluß desselben von 63 auf 199 gestiegen, mithin ist nur noch ein Drittel der Fliesenleger unorganisiert. Die Abrechnung weist eine Jahres-Einnahme von 599 M. und eine Ausgabe von 596 M. auf. Es befinden sich jedoch 199 M. in Händen de« Vergnügungs- komitees, weil vom Stiftungsfest noch nicht abgerechnet ist. Es folgte nunmehr die Wahl des Vorstands und wurden folgende Mit- glieder gewählt: Pfister erster, BrandeS zweiter Vorsitzender; Franz Wegner erster, Ritschke zweiter Kassierer; Seidel erster. Schwarz zweiter Schriftführer; Propp, Holz, Pflüger. Revisoren. In de» Ausschutz wurden Menz und Keller delegiert. Bei Besprechung des Arbeitsnachweises wurde es allgemein gerügt, daß sich die Arbeits- losen nicht melden. Man beschloß deshalb, es jedem Kollegen zur Pflicht zu machen, den Arbeitsnachweis bei Pflüger, Steinmetzstr. 36, zu benutzen. ratenteil verantwortlich:»H.Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mal Charlottenburg. Die Barbier- und Friseurgehilfen Char- lottenburgs hielten am 19. Januar eine ziemlich besuchte Versa»»»« lung ab. Dieselbe nahm ein Referat des Kollegen L u b e c t- Berlin entgegen. Der Referent nahm Bezug auf die bevorstehende, von den Meistern gevlante Preiserhöhung und auf die durch den Umstand notwendig werdende Lohnbewegung der Gehilfenschaft, daß der Gehilfe durch die Preiserhöhung des größten Teils seines Trinkgelds verlustig geht. Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag nahm die auch von Meistern besuchte Versammlung einstinimig folgende Resolution an:„Die heutige Versammlung des Zweigvereins Charloltenburg erkennt die Ausführungen des Referenten an und beschließt, nicht eher der Preiserhöhung zuzustimmen, ehe nicht der Gehilfenschaft eine dem- entsprechende Lohnerhöhung gesichert ist".— Bei der Borstands- Neuwahl am 29. Dezember wurden gewählt: Schobert als erster, M a r s ch k e als zweiter Vorsitzender. Hahne als Schriftführer und W i e m e r als Kassierer. Rixdorf. Die Möbelpolierer hörten in ihrer Versammlung am 19. d. M. einen Vortrag des Herrn Stenz über Vivisektion. Im An- schlutz hieran wurde eine Resolution angenommen, die sich für ein Verbot der Vivisektion ausspricht. China. Die Boxerjagden dauern fort! Waldersee meldet aus Peking: Kolonne Pawel zurückgekehrt- nachdem Hauptkräfte Suanhua erreicht hatten. Detachement unter Major Thiemig(Kommandenr der Mun.-Kol.-Abt.) ist von Tientsin noch Gegend Thsang(95 Kilometer südlich von Tientsin) ab- m.'a r schiert, tvo sich räuberi.s che �Banden gezeigt haben. Die N o t e ist nnnmehr unterzeichnet, der Präliminar- frieden abgeschlossen worden und nichts destoweniger herrscht in China der Kriegszustand fortl Wozu hat man unter diesen Umständen eigentlich so sehr auf die Unterzeichnung der Note gedrängt? Daß die Unterzeichnung der Note nicht den definitiven Friedensschluß im unmittelbaren Gefolge haben wird, begreift auch unsre Presse. Sie sollte indessen auch die Frage aufwerfen, wer nunmehr die Schuld an der weiteren Verschleppung trägt. Zweifel- loS die Mächte, die vor lauter Einmütigkeitsbeteuerungen nicht dazu kommen, ihre Einmütigkeit durch einen gemeinsamen Friedensvertrag zu dokumentieren. Uevrigens scheint die Annahme der Note durch die Unter- Händler doch noch ihren Haken zu haben. Eine New Jorker Meldung besagt: Prinz Tsching teilte dem Doyen des diplo- malischen Corps mit. daß cr und Li- Hung- Tschang am Sonntagmorgen das Friedensabkommen unterzeichnet haben, aber er glaube nicht, dasselbe den Gesandten vor Mittivoch überreichen zu können, infolge der Schwierigkeit, das kaiserliche Siegel zu erlangen. dessen Aushändigung nur auf persönlichen Befehl deö Kaisers erfolgen dürfe. Rußlands Abzug. Mit Ausnahme von 1999 Mann, die teils zur Bewachung der Gesandtschaft in Peking, teils in Tientsin und Shanhaikwan zurück- bleiben, räumen die russischen Truppen die Provinz Tschili und begeben sich nach Kinschau, von wo sie, wie es heißt, aus Mulden zu marschieren werden. Uetzte Mschvichkett und Depeschen. Die Wahlen in Oestrcich. Wien, 15. Januar.(Privatdepesche deS„Vorwärts"). Heute ist der zehnte Soeialdemokrat gewählt worden. Teil? ist im Städtebezirk Kvrneuburg in der Stichwahl durchgedrungen. Der Sieg ist um so glänzender, als der Gegner 18 Jahre als Landes- auSschußmitglied den Bezirk vertreten hatte, und es der erste Sieg in den privilegierten Curicn ist, in die nun endlich Bresche ge- schlagen worden ist. Die deutsche Fraktion kehrt in voller Stärke ins Parlament zurück. Sämtliche 5 Verluste sind durch neue Erfolge wettgemacht worden. Wien, 15. Januar. lW. T. B.) Bei den heutigen ReichSratZ« Wahlen des Großgrundbesitzes wurden in Böhmen 16 Konservative, 7 Verfassungstreue gewählt; der Besitzstand bleibt unverändert. In Galizien wählte der Großgrundbesitz 29 Anhänger deS Polenklubs, unter ihnen den Obmaun dieses Klubs JaworSki und den ftüheren Ab- geordnetenhans-Präsidenten Abrahamowitsch. Bei den Wahlen deS Großgrundbesitzes in Salzburg unterlag der bisherige, der katholischen Volkspartei angchörige Vertreter Hölzl gegen den deutschvolklichen Kandidaten Gmachl.— Bei den Stichwahlen der Städte Ivurde in Voralberg der deutschvolkliche Drexel wiedergewählt. Der verfassungstreue Großgrundbesitz gewinnt ein Mandat von der deutschen Volkspartei; die katholische Volkspartei verliert ein Mandat an die deutsche Volkspartei. Der sonstige Besitzstand bleibt un- verändert. Ein Defraudanten-Klccblatt. Nürnberg, 15. Januar.