Nr. 14. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebage beträgt für die fechsgespaltene Rolonete zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gerbertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sprialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Bemerkungen zum Militär- Etat. Man schreibt uns: Der Reichstag wird sich in Bälde mit dem Militär- Etat beschäftigen, da scheint es an der Zeit, einige der Erörterung gewiß werte Dinge, die dem militärischen Laien nicht so leicht ins Auge fallen, zu berühren. Donnerstag, den 17. Januar 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. dem steigt mit der Tragweite der Geschüße auch ihre Durch Vorschläge nach, der unter andern den Verhandlungszwang schlagskraft, wie mit dem Fortschreiten der Chemie sich auch vor den Gewerbegerichten dadurch erreichen will, daß er dem die Sprengwirkung der Geschosse erhöht, so daß die Aufrecht Vorsitzenden das Recht giebt, eine Strafe bis zu 100 m. für haltung der Festungen immer kostspieliger und schwieriger wird. das Nichterscheinen zu verhängen. Natürlich ist diese Strafe So werden wohl im Laufe der Zeit die heutigen viel zu gering. Auch der wildliberale Röside gehört zu Festungen allmählich aussterben. An ihre Stelle werden denen, die gegen unsre Anträge den unberechtigten Vorvielleicht einzelne selbständige Forts treten, die an den wurf erhoben, sie schössen vielfach über das Ziel Landesgrenzen die Bahnen beherrschen und daher dem hinaus. Als unbedingter Gegner der Gewerbegerichte Zunächst wenden wir uns der offenbar mit großem Eifer Gegner, der bei den jezigen Heeresziffern seinen Nachschub trat Herr v. Kardorff in die Schranken. Ihm betriebenen Bewaffnung der Infanterie mit Maschinen- an Proviant und Munition nur mehr mit der Eisenbahn sind deshalb auch alle Reformvorschläge verhaßt, hinter gewehren zu. Diese sollen sich auf den letzten Manövern bewältigen kann, den Vormarsch verwehren. Wenn denen er, auch wenn sie von bürgerlicher Seite kommen, die allerdings vorzüglich bewährt" haben, aber dies will sehr aber die dermaligen Festungen in absehbarer Zeit un socialdemokratische Anregung wittert. Dabei lobte er ſeinen wenig sagen. Denn beim Blindladen fällt der Rückstoß, die haltbar werden müssen, wäre es am Ende besser, Freund Herrn v. Stumm über den grünen Klee. Da Herr Strapazierung des Laufs, die Erregung der Bedienungs nicht mehr so viele Millionen in sie hineinzustecken. v. Stumm von keiner Seite sonst gelobt oder auch nur mannschaft weg und damit wird die ganze Prüfung zum Auf jeden Fall wäre hier eine ernste Aussprache mit dem erwähnt wird, muß es Herr v. Kardorff schon allein reinen Schaustück. Hingegen möchten wir mehr Wert auf die Striegsminister ant Plak. besorgen. In prächtiger Hyperbel verglich er unfre Beurteilung legen, die die Maschinengewehre in einer gewiß Marsch- socialen einem Reformen mit Ferner möchten wir auf die horrenden Marsch focialen in rasender Fahrt einwandsfreien Quelle, nämlich in dem je zigen Leitfaden Leistungen aufmerksam machen, die namentlich während befindlichen Eisenbahnzuge, der schließlich entgleisen und für den Unterricht in der Waffenlehre auf der Kaisermanöver von den Fußtruppen gefordert alles vernichten würde. Rosenow erwiderte ihm sehr den königlich preußischen Kriegsschulen", werden. Es giebt hierüber unanfechtbare Berichte, nämlich nett darauf unsre socialen Reformen glichen vielmehr erfahren. Hier heißt es Seite 40: jene, die das Militär- Wochenblatt" in seinen Beiheften einer alten Postkutsche, die an sehr vielen Stationen Halt " Die Verwendung der Maschinengewehre ist vor bringt. Da die einschlägigen Befehle, Karten und Terrain machte und jeden Augenblick reparaturbedürftig sei. läufig noch sehr beschränkt, weil ihr Mechanismus, beschreibungen wiedergegeben sind, kann nichts weg- Donnerstag um 2 Uhr wird die zweite Lesung des Etats aus vielen einzelnen Zeilen bestehend, sehr geleugnet werden. Wir haben im Vorwärts"( Nr. 216, des Reichsamts des Innern fortgesetzt. empfindlich gegen störende Einflüsse ist, Beilage 4, 1900) zum Beispiel die Marschleistungen, so daß plöhliches Bersagen gerade in entscheidenden die während des Kaisermanövers 1899 gestellt wurden, be Gefechtsmomenten nicht ausgeschlossen ist." sprochen und begnügen uns damit, auf den betreffenden Auf" " Das Abgeordnetenhaus Zweifellos wäre es sehr unangebracht, für eine derartig fatz zu verweisen. Wer sich noch eingehender unterrichten will, hat am Mittwoch den Etat der Budgetkommission unzuverlässige Waffe Hunderttausende, ja vielleicht Millionen dem empfehlen wir die Lektüre des 4. Beihefts des Militär- überwiesen. Die Debatte trug in der Hauptsache den Zickzack- Kurses, und Dr. v. Jaz dzewski erwiderten die Minister Studt auszugeben. Man möge also die bekannte Ungeduld des Wochenblatts" 1900 und des 3. Beihefts 1899."( Berlin, Charakter einer Polen debatte in schärfster Tonart. Auf Zickzack Nurses, die sich hier offenbar wieder auf etwas ganz Mittler u. Sohn.) Marschleistungen von 35-40 Kilometern die Beschwerden der polnischen Abgeordneten Dr. Mizer sti Unfertiges stürzen will, zügeln und sie auf die Zeit ver- sind hier an der Tagesordnung, die Divisionen haben schon und Freiherr v. Rheinbaben, unterstützt von dem unweisen, wo auch das Problem der Maschinengewehre genügend um 5 Uhr morgens marschbereit auf der Straße zu vermeidlichen Abgeordneten Dr. Sattler( natl.) in einer gelöst sein wird. stehen, so daß die Mannschaften durchschnittlich um Ein ernſtes Wort wäre auch wegen der allmählichen Neu- 3 Uhr morgens aufstehen müssen, nachdem sie am Weise, daß man wirklich glauben könnte, der ganze preußische bewaffnung mit dem Gewehr 98 am Plak, das successive Tage vorher erst gegen den Abend zur Ruhe gekommen Staat schwebe in Gefahr, von den drei Millionen Polen als Ersatz für das Gewehr 88 abgegeben werden soll. Die waren. Zu solchen gewagten Parforcetouren sind aber unsre übertreiben, teils aber auch ganz zutreffende Aeußerungen unterbrüdt zu werden. Weil einige polnische Blätter teils Militärverwaltung macht sich die Sache sehr leicht, indem Mannschaften, deren Hauptlebenszived nicht in, sondern über Preußen gebracht haben, weil die polnischen Eltern ihren sie behauptet, die Neubewaffnung fordere feine Mehrausgaben, außerhalb der Kaserne liegt und von denen gar nicht Kindern Religionsunterricht in ihrer Muttersprache erteilen und daher sei sie dem Reichstage entrückt. Unter dem Kapitel wenige die Stüßen armer Eltern sind, doch nicht da. Waffenwesen wird sie allerdings nicht bemerkbar, gewiß aber Zum Schlusse wollen wir auch noch die Offiziers- laffen wollen, weil einige Redner in Volksversammlungen in den Kapiteln Geld- und Naturalverpflegung der Truppen, pensionierungen in Erinnerung bringen. Im Jahre 1900 energisch gegen die Unterjochung der polnischen Nation prodenn die Einführung eines neuen Gewehrs zieht stets zahl- wurden in der deutschen Armee nicht weniger als 644 Offiziere Grunde gerichtet werden! Aber Heil den Deutschen! Ein testiert haben, soll das Deutschtum verloren und Preußen zu reichere Einberufungen an Unteroffizieren und Mannschaften( Bezirkskommandeure, Bezirksoffiziere nicht mitgerechnet) Retter ist ihnen erstanden in der Person des mutigen Polizeider Reserve und Landwehr behufs Information mit der pensioniert. Auf Preußen, wo sich die Verabschiedungen ministers, der im Verein mit Dr. Sattler den Staat vor dem neuen Waffe nach sich. Diese Einberufungen greifen außer gegen das Vorjahr um 123 vermehrten, treffen allein 516. miniſters, der im Verein mit Dr. Sattler den Staat vor dem Polentum retten und den Polen klar machen wird, daß sie dem auch noch störend in das Erwerbsleben der Wir glauben, daß die Dinge doch nicht länger so weitergehen davon Betroffenen ein. Gerade mit Rücksicht auf die sehr können. Es ist ja geradezu himmelschreiend, wenn einerseits" Deutsche sind und Deutsche bleiben sollen, so lange der unangenehmen Wirkungen, die das Wiederheranziehen den Invaliden die so wünschenswerte Ausbesserung aus preußische Adler noch seine Schwingen regt". Wenn es nur zum Dienst für die Angehörigen des Beurlaubtenstands Mangel an Mitteln versagt, andrerseits der Pensionsfonds Herr v. Rheinbaben so lange auf seinem Miniſtersessel nur zu oft hat, sollte eine Neubewaffnung nur dann in Aus- durch Massenpensionierungen, von deren Notwendigkeit nur Eine Rede von allgemeiner Bedeutung hielt mur sicht genommen werden, wenn sie unbedingt nötig ist. Dies die wenigsten Leute überzeugt find, mit Millionen befann aber im vorliegenden Fall nicht zutreffen, denn sonst lastet wird. würde die Neubewaffnung rascher geschehen und ferner würde die bayrische Militärverwaltung, die doch auch etwas von der Kriegstunst versteht, nicht so widerstrebend und zögernd an die Einführung der neuen Gewehre gehen. Trügen nicht alle Anzeichen, so hält man in Bayern von dem Gewehr 98 nicht besonders viel. der Politische Mebersicht. Der Reichstag Berlin, den 16. Januar. aushält! Abg. Schmieding( natl.), der als Vertreter der Sammelpolitik gleichzeitig für höhere 8ölle und für den Kanal eintrat und der Regierung empfahl, im Fall der Ablehnung der Kanalvorlage das Abgeordnetenhaus aufzulösen. Am Donnerstag steht die Interpellation betr. das Offenbacher Eisenbahnunglück und der freisinnige Antrag betr. anderweitige Abgrenzung der Landtags- Wahlkreise auf der Tagesordnung. 43 Deutsches Reich. Ebenso wie der Reichstag auf das Gebiet des Waffen- überwies am Mittwoch den socialdemokratischen wesens ein scharfes Auge haben sollte, wäre ihm auch eine Antrag zur Reform der Gewerbegerichte und den strenge Kontrolle der Ausgaben für die Festungen zu Antrag Trimborn einstimmig an eine Kommission von empfehlen. Es ist nämlich gewiß, daß das dermalige Festungs- 14 Mitgliedern. Die Resolution Hike Bassermann wurde Das preußische Hoffeft. system( eine mit Forts umgebene Stadt) in nicht allzuferner gegen die Stimmen der Freikonservativen und einiger MitZeit unhaltbar werden wird. Der Grund hierfür liegt in der glieder Rechten sofort angenommen. Die Offiziösen empfinden selbst, daß die höfisch dynastischen Herr Hize fich stets steigernden Tragweite der Geschüße. Da nämlich trat sehr lebhaft für den in seiner Resolution nieder- Festlichkeiten der Zweihundertjahrfeier des preußischen Königtums die Forts die Bestimmung haben, den Gegner fo gelegten Gedanken ein, die Gewerbegerichte zu Eini- alles andre als ein Voltsfest bedeuten und daß allzu buntes weit bom Centrum der Festung abzuhalten, daß gungsämtern auszubauen, in denen die Arbeiter eine Festgepränge nur um so eifriger die Kritik herausfordern würde, der in der Gründungsgeschichte des preußischen Königtums unendlich er es nicht mehr beschießen fann und da weiter, berechtigte Vertretung zu Verhandlungen mit den Unternehmern reicher Stoff sich darbietet. Der Artitel der Nordd. Allg. 3tg.", wie bemerkt, die Tragweite der Geschütze im Laufe und der Regierung sehen. Er scheint hiervon Wunderdinge der das Fest einleiten soll, ist denn auch auf einen gar der Zeit zunimmt, so müssen die Forts immer mehr hinaus- für die Erhaltung des socialen Friedens zu erwarten und entfagungsvollen Ton geftimmt. Allenthalben wird gegen die Be geschoben werden. Wir weisen hier auf die Vergrößerung hofft gleichzeitig damit unsrer Betonung der Klassengegenfäße, mühungen der socialdemokratischen Partei geeifert, die den historischen der Westseite von Metz hin. Vor zehn Jahren betrug die die die bürgerliche Gesellschaft spaltet, ein paroli gebieten zu Sinn der Bevölkerung verwirren und die Festesfreude stören wolle, Entfernung des westlichsten Forts von der Stadtumwallung fönnen. Die beiden nationalliberalen Redner, die heute welche eifervolle Bolemit nur die bänglichen Empfindungen der in der Luftlinie 4200 Meter, nunmehr sind die westlichsten sprachen, Herr Be cf und Herr Münch- Ferber bekämpften Offiziösen erweist. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erzählt aber selbst, wie das Fest zu stande gebracht wurde: Borwerke auf 9-10 Kilometer vorgerückt. Dieses Hinaus unsre Vorschläge als viel zu weit gehend. Die Trimbornsche aber selbst, wie das fest zu stande gebracht wurde: schieben der Forts hat aber den großen Nachteil, daß da Reform der Gewerbegerichte genügt ihnen und von der darin durch der Umkreis der Festung größer und infolgedessen verlangten Aufstellung einer amtlichen Wählerliste versprechen eine zahlreichere Striegsbesagung nötig wird. sie sich merkwürdigerweise eine Verringerung unsres Einflusses Und hierdurch werden zur reinen Verteidigung der auf die Wahlen zum Gewerbegericht, Aus demselben Grunde Festungen ganze Armeen festgelegt, die dem Feldherrn, wo ist ihnen auch das proportionale Wahlsystem für diese Wahl fie von größerem Nugen wären, entzogen werden. Namentlich sehr erwünscht. Herr Bed erklärte, er sei nicht ein grundGrenzfestungen, die sofort der vollen Kriegsbesatzung bedürfen, fäßlicher Gegner der Verleihung des Wahlrechts an die Frauen, machen sich sehr empfindlich bemerkbar. Wenn ein Abgeord- aber spruchreif ist die Sache immer noch nicht. Den Kon neter den Kriegsminister in der Kommission vertraulich fragen fervativen, für die Herr Dr. Oertel sprach, ist an unferm würde, wie viele Trnppen die Festungen Metz, Straßburg und Antrage besonders die Ausdehnung der Zuständigkeit der GeDiedenhofen der Feldarmee entziehen, bekäme er gewiß sehr werbegerichte auf die Landarbeiter und das Dienstpersonal hohe Zahlen zu hören. fatal. Herr Dr. Oertel wandte sich gegen diesen letzteren VorNun ist aber die Waffentechnik, vor allem jene der Ge- schlag mit Wizen über die Küchendragoner, die er aus den fliegenschüße noch lange nicht am Ende ihres Lateins. Und daher den Blättern bezogen hatte. Sie sind ihm eingestandenermaßen die muß mit einer noch größeren Tragweite der Geschütze und Quelle seiner Kenntnis über die Dienstboten. Zubeil und damit mit einem weiteren Hinausrücken der Forts gerechnet Rosenow, die für unsre Partei sprachen, erwiderten ihm werden. Infolgedessen würden die Festungen allmählich solche das notwendigste und verteidigten unsre Vorschläge nach allen Umfreise bekommen, daß jede von ihnen mehr als 100 000 Seiten. Während Rosenow hauptsächlich die Einrichtung kaufEin neuer Klingel. Mann Verteidigungsmannschaften fordern würde. Dadurch männischer Schiedsgerichte und ihren Anschluß an die Gewerbewürde aber die Feldarmee derartig geschwächt, daß man auf gerichte empfahl, behandelte Zubeil den Gesamtinhalt unsres Was sich Eingeweihte längst zuraunten, wird durch einen Auffazz die Festungen wohl oder übel wird verzichten müssen. Außer- Gesezentwurfs. Er wies die Unzulänglichkeit der Trimbornschen der Morgenpost" zur öffentlichen Stunde: die Pommersche HypothekenVon den zuständigen Centralbehörden sind, wie in der Presse bereits mitgeteilt wurde, Anregungen aus gegangen und Bestimmungen darüber getroffen, daß des wichtigen historischen Tags in den Kirchen gedacht und in den Schulen in besondren Festakten auf seine Bedeutsamkeit für den preußischen Staat hingewiesen werde. Auch eine Beleuchtung der öffentlichen Gebäude ist unter den üblichen Voraussetzungen vorgesehen, und es ist selbsts verständlich, daß auch zahlreiche Private durch die Bes leuchtung ihrer Wohnhäuser der Feststimmung des Gedents tags Ausdruck verleihen werden. Die Studierenden unsrer Hoch fchulen, zahlreiche Vereine und Korporationen werden sich zu Feiern zusammenfinden oder haben solche bereits in den legten Lagen veranstaltet, das Parlament, die Bureaus der Post, die der staat lichen und zumeist auch städtischen Behörden werden den Tag als Festtag behandeln." Behördlich befohlene Begeisterung! Ein Alltag wie jeder andre würde diese gweijahrhundert- Feier sein, wenn man sie der Freiwilligkeit der Staatsbürger hätte überlassen wollen! bank, die vor wenigen Monaten mit dem Titel einer Hofbank der wesen, aber nicht aus Gescheitheit, sondern aus Aufrichtigkeit. Wir derartigen Verstoß die Verbannung feht. Freilich verlangte er nicht die Anwendung dieser Strafe, wohl aber forderte er mit Saiferin begnadet wurde, ist ebenfalls mit einer Tochter haben bereits am 26. Oftober geschrieben: diskreter Geburt behaftet und hat dieses Früchtchen mit So ist Graf Posadowsky für uns unentbehrlich als Recht den Ministerpräsidenten auf, den päpstlichen Brief gebührend von ihr beliehenen Grundstücken ausgestattet. Der Ableger heißt: Immo- der Erfahrene in den Mysterien der Politik, der allein im zurüdzuweisen. M V In seiner Antwort fand mun Waldeck Rousseau nicht nur fein bilien- Verkehrsbank und ist, ganz wie die Sanden- Sprößlinge, vom stande ist, unsre Wißbegier vollständig zu befriedigen: was damaligen Direktor der Pommerschen Hypothekenbaut begründet. to sten die auf Privatbestellung gearbeiteten Geseze?" Wort der Abweisung, sondern er sprach sogar von den„ nüglichen Das Aktienkapital beträgt zwar nur 500 000 M., die Schulden aber lud am 28. Oktober wiederholten wir den Wunsch:„ Es ist mir zu Ratschlägen" des Papstes und die wenig verhüllte Drohung des waren Ende 1898 schon auf 18 Millionen gestiegen. Der Gewährs- wünschen, daß die Herren Posadowsky und Woedtke uns bis zur Erletzteren, Frankreich eventuell das Protektorat über die katholischen mann des genannten Blatts, der offenbar mehr weiß als er igon öffnung des Reichstags ethalten bleiben!" – Mau hat uns ja dann auch Wiffionen im Auslande au nehmen, deutete er als eine harmloſe fagt, setzt der Bankleitung die fatale Frage auf die Brust, ob sie den Wunsch erfüllt, und wir sind darüber erfreut, höchstens daß uns Hypothese". Wohlgemerkt, die Harmlosigkeit bezicht sich im Munde in Waldeck Rousseaus nicht auf die Entziehung des Protektorats selbst, etwa der Ablegergesellschaft diese 18 Millionen geborgt hat und ob ein wenig zu viel menschliches Mitleid, das wir auch Darunter, wie bei den Sanden- Banken, zugeschriebene, nicht der rauben Politik nicht ganz auszuschalten vermögen, hindert, die denn in diesem Punkte denkt auch das gegenwärtige Ministerium bezahlte Zinsen find. Unsere Vermutung, die wir an die Nachricht günstige Situation voll auszunügen. Wir haben also den Rat, den mit Gambetta, daß der Antiklerikalismus kein Ausfuhrartikel" ſei, von der ins Wasser gefallenen Dividende knüpften, bestätigt sich also. uns Herr v. Gerlach nachträglich giebt, seit Anbeginn befolgt aber und legt demgemäß einen großen Wert auf das" Privilegium" der „ ältesten Tochter der Kirche", die katholischen Missionen in der ganzen Mit der illegitimien Filiale ist aber der neue Klingel noch nicht die Wirkung, die unser Lehrmeister erwartet, ist nicht eingetroffen. erschöpft. Es ist längst bekannt und auch hier erwähnt, daß die Es ist doch recht merkwürdig, daß die Nationalsocialen, die die Welt unterstüßen und schüßen zu dürfen. Nach alledem find die Schlußworte Waldeck- Rousseaus über den Pommersche Hofbant mit derjenigen von Mecklen Bolitik gern in Personenfragen auflösen, so gar feine Witterung für burg Streligin Personalunion lebt. Die Aufsichtsräte die Charaktere der Personen haben. Sie irren sich stets in der Gehorjam, den auch die Geistlichkeit den Staatsgefeßen schulde, desto beider Banken sind beinahe identisch; auch Herr Munckel, der drolligsten Weise. Jezt lärmt Herr v. Gerlach wie vor ihm Herr nichtssagender, als sie einfach ein Citat aus einer bei ähnlicher Vielbeliebte unter den Aufsichtsräten des Bau, Terrain- und Barth über den schlafenden, Brutus, über die„ llnthätigkeit" der Gelegenheit vom flerifalfreundlichen Cafimir Périer gehaltenen Rede Hypothekengeschäfts, ist dabei; aus dem Aufsatz der Morgenpost" Socialdemokratie in der Handelsvertrags- Campagne. Er ist nervös darstellen. Der Ministerpräsident hat also die von den Melinisten beantragte geht nun hervor, daß mit der Personalunion auch eine Finanzunion geworden, weil sein geliebter Graf Bülow ganz wider sein Erwarten verbunden ist, insofern die Pommersche Bank etwa 51/2 Millionen neue ein zweiter Fall Rheinbaben unter die Agrarier gegangen sei. Vertrauensformel vollauf verdient. Selbstverständlich durfte er Aftien des Strelitzschen Instituts aufgenommen hat. Der Verdacht, Wer aber war es, der am 22. Oftober in der, Welt ani Montag" diefes Danaergeschenk nicht annehmen, obwohl Ribot und Poincaré in ihrer Resolution mit absichtlicher Schärfe die Rechte der Civildaß noch mehr ähnliche Schiebungen erfolgt sind, hat sehr viele schrieb: Gründe für sich. " In der inneren Politit foll Graf Bülow ein un- gewalt beträftigten, die gesetzliche Stellung der Kongregationen Andrerseits vermied es auch Waldeckbeschriebenes Blatt sein. Aeußerlich ja. Aber Lente, die ihn genau souverän zu regeln". kennen, versichern doch, daß er auch in den inneren Fragen fich Rousseau, die von Sembat beantragte Resolution anzunehmen, recht bestimmte Ansichten gebildet hat. Und zwar auch da in worin jede auswärtige Einmischung in unsre Diskussionen" Er zog sich aus der Verlegenheit dadurch, einer Richtung, von der die Agrarier sagen werden: anders wäre abgewiesen wird. eine beliebige der us lieber! Man wird diese Ansichten unter der Etikette liberal- daß er der Kammer freie Hand ließ... e social" zusammenfassen dürfen, ohne damit natürlich ait irgend zahlreichen Vertrauensformeln zu votieren, da von keiner Seite eine eine in unserm Sinne erfreuliche Zuspizung eines der beiden Worte Mißtrauensformel eingebracht war. Die Mehrheit verwarf nun sowohl die melinistische wie die socialistische Formel, um eine ganz oder gar an irgend welche Parteizusammenhänge zu denken. " Da, wo das Gebiet der inneren und der äußeren Politik zu nichtssagende radikale Resolution zu votieren. sammenstoßen, wie in der Frage der Handelsverträge, steht Graf Bülow bewußt auf dem Boden der Linken. Selbst wenn seine innerpolitischen Anschauungen nicht entschieden genug wären, um ihn in schroffen Gegensak zur Hochschutzöllnerei zu bringen, so würden schon seine diplomatischen Erfahrungen ausreichen, um ihn seine ganze Straft an die Verhinderung von Zollfriegen mit Nationen sezen zu lassen, mit denen wir aus Gründen der äußeren Politik zusammengehen müssen. Er wird alle Neigung haben, den handelsvertragspolitischen Faden, der den Händen des entlassenen Grafen Caprivi entglitt, wieder aufzunehmen.... M Als Dritie im Bunde figuriert eine Provinzbank, die ebenfalls schon öffentlich als Besizerin von 500 000 m. Attien der Mecklen burg Strelitzschen Hypothekenbant erwähnt ist, die Breslauer Diskontobank, bei der bis vor kurzem der gothaische, eben freierte Minister Hentig Aufsichtsrat war ein Posten, den inzwischen der Abg. Prof. Paasche, vielseitigen Vermögens, übernommen hat, um sich die von ihm gehaßte Börse etwas näher anzusehen und vielleicht um seine Abneigung in glühende Liebe umzuwandeln. Ob Herr Heitig, der sich vom Bismarcschen Sachwalter zum Intimus des hohen Adels entwickelt hat, eine Säule des Unternehmens war, eine Hofbantgruppe, isoliert von der übrigen Bankwelt ins Leben zu ufen, wäre zu erfahren sehr interessant. Eine Carriere. Vor etwa zwanzig Jahren war ein gewisser Freiherr v. Broich Landrat in der Eiffel. Die Gegend, die Clara Viebig künstlerisch inspiriert hat, wirkte auf den etwas fonderbar veranlagten Juristen in andrer Weise. Er ging unter die„ Socialpolitiker". von Seine jungen Neigungen schienen Glück zu haben. Der strebfame Beamte fam als Landrat nach Hanau, einem Kreise, in dem die schärfsten Gegensätze um die Herrschaft rangen: Proletarier und Hessische Kleinbauern. Unter der Sonne der Botschaft mit dem Tabalmonopol reifte die freiherrliche Socialpolitik mächtig. Und Herr v. Broich wußte dieser wichtigen ThatSo weit sache auch das nötige Aufheben zu machen. sein Kreisblatt nicht ausreichte, um die Baumpflanzungen und sonstigen Anstrengungen des Herrn Landrats ins gebührende Licht zu stellen, warb Herr v. Broich um die Aufmerksamkeit der Blätter, die feiner Bedeutung ein erhöhtes Postament zu schaffen geeignet waren. So konnte es nicht fehlen, daß Herr v. Broich nach Berlin fam. Sein Nachfolger in Hanau wurde Graf Bill, der zweite Sohn des Fürsten Bismarck, der sich durch eine Berordnung gegen das Statspielen der Schulmeister viel Ruhm erwarb und darauf Regierungspräsident in Hannover wurde. " Herr v. Broich schiebt all ſein Unglück auf jene unglücjelige Herr v. Broich schiebt all sein Unglück auf jene unglüdjelige Beförderung aus dem Landratsamte in eine halbe Sinekure in Berlin, wo sein focialpolitischer Thatendrang auf Abwege gekommen fei. Man kann über diese deutlich erkennbare fire Vorstellung nur melancholisch lächeln. Herr v. Broich war in Berlin derselbe betriebsame Socialpolitiker ohne alles geschäftliche und ökonomische Verständnis, wie in Hanan. Bäume pflanzen lassen und dergleichen hatte er allerdings allein vermocht, aber die Socialpolitik" dieser Art wächst in Berlin zu einem Wechselbalg von Geschäft und Wohlthat aus, dem Herr v. Broich wie ein armer Waijenjunge gegenüberstand. Er fand Gehilfen, die ihn sehr ergänzten". In der Attiengesellschaft„ Pionier", wo Herr Direktor Spiethoff Bläne hedte, war Herr v. Broich bald willkommenes Aushängeschild. Die großen Projekte verwirrten ihm den Sinn vollends. Und daß er gar mit der„ Bank Grundehrlich", mit Sanden und seinem Klingel, in Verbindung tam, gab ihm den Rest. Er war längst ein ruinierter Mann, der sich mit Bettelbriefen über Wasser hielt, immer noch überzeugt, daß sein Geschick mit demjenigen aller Leidenden, mit den schönsten Hoffnungen der Menschheit aufs innigste verknüpft sei. Das Gewebe von Beziehungen", die er mobil macht, reicht von der Umgebung der Kaiserin bis zum jezt eben frisch gebadenen gothaischen Minister Hentig, vom Kardinal Stopp bis Miquel und Brefeld Staat und Kirche in ihren höchsten Würdenträgern nahmen den Mann ernst, den vor 15 Jahren schon jeder Verständige nach einmaliger Begegnung als ein großes Unvermögen einschätzte, und der inzwischen längst den gefunden Verstand eingebüßt hat, so weit er ihn je besessen hat. de " Damit wir dem Freiherrn nicht Unrecht thun- wenn er feine Carriere 20 Jahre später begonnen hätte, würde er sicher Erfolg gehabt haben. Denn er hat offenbar Verständnis für den treibenden Faktor der Umstände von heute, für die Dekoration, für Umzüge, Medaillen und dergleichen. Er hat den großen Festzug zur Jahrhundertfeier in 1897 gemacht. Da er selbst ein höchst würdevoller Repräsentant" war, Seigneur von oben bis unten, eine stolze und schöne Erscheinung hätte es ihm nicht fehlen können. Schade! Die Interpellation Sembat wurde allgemein als Vorspiel zur Debatte über das Anti- Kongregationen- Gesetz aufgefaßt. Wird das Stück so schläfrig gespielt wie das Vorspiel, so können die Kongregationen und der Papst ruhig sein. Oestreich- Ungarn. Zum Wahlfieg in Korneuburg. In Ergänzung unsres gestrigen Telegramms vom Sieg unsres Genossen Seiz in Korneu burg sei noch mitgeteilt, daß Genosse Seiz mit 2737 Stimmen gegen den christlichsocialen Kandidaten Richter gewählt wurde, der 2679 Stimmen erhielt. Rußland. Petersburg, 16. Januar. Aus Odessa ging der Dampfer Saratow" mit 1450 Refruten zur Ergänzung der Truppen des Kwantung gebiets und des Amur- Militärbezirks nach Port Arthur ab. Der Maler Wereschtschagin begab sich nach China, um Schlachtenbilder des chinesisch- europäischen Kriegs zu malen. Türkei. „ Die falsche Politik der Socialdemokratie in der Flottenfrage erschwert die Situation außerordentlich. Das einzige Mittel, die Folgen dieses Fehlers ein wenig wieder gut zu machen, besteht für die Socialdemokratie darin, daß sie jetzt aus tattisch praktischen Gründen Bülow gegen Miquel stützt. Sie braucht sich wahrhaftig nicht Bülow, von dem sie fehr viel mit Recht trennen dürfte, mit Haut und Haaren zu verschreiben. Aber sie könnte ihm gegenüber, ohne ein einziges ihrer Principien zu opfern, sich ohne jedes Bedenken verhalten ivic Jaurés gegenüber Walded- Rousseau und selbst gegenüber Galliffet. Grenzunruhen. Wie aus Konstantinopel berichtet wird, Zunächst muß Miquel gestürzt werden. Das sollte auch für einen soll eine Anzahl Türken die serbische Grenze überschritten und prattischen Socialdemokraten die dringendste Aufgabe sein." mehrere serbische Dörfer in Brand gestedt haben. Die serbische Der Verfasser dieser erleuchteten Auseinandersetzungen war fein Reaieruna erhob Protest und verlangte Entschädigung. andrer wie eben unser lieber Erzieher Herr v. Gerlach. Jezt Amerika. freilich ist er sich darüber flar geworden, daß Graf Bülow auch nur In dem Vorauschlage des Marine- Etats für das nächste Miquelsche Politik treibt und freiben muß. Hätten die Nationalsocialen so viel Einfluß, wie sie thatsächlich nicht besigen, so würde Rechnungsjahr, der von der Marinekommission des Repräsentanteneingewiegt zu haben als gerad: die Bülow Gläubigen v. Gerlach auf 77 Millionen angegeben, d. i. eine Vermehrung von 11 Millionen niemand so viel Schuld daran tragen, das Volk in falsche Sicherheit hauses der Bereinigten Staaten festgesetzt ist, werden die Ausgaben und Konsorten, die heute sich anmaßen, der Socialdemokratie Ratschläge zu erteilen, in welcher Weise sie agitieren sollen. Die Herren auf das laufende Jahr. Zwei Panzer und zwei Kreuzer sollen ermögen uns erlauben, daß wir unsre Politit nach unsrem Ermessen treiben zumal nach solchen Beweisen von ihrer politischen Einsicht. # Die Nationalliberalen und die Wahlreform in Baden. Man würde baut werden. Der Boeren Krieg. Das Repräsentantenhaus vertagte auf unbestimmte Zeit die Resolution, in welcher der Kriegssekretär Root um Aufklärung ersucht wird bezüglich des Protestes, welchen General Chaffee betreffs der in China vorgekommenen Plünderungen und sonstigen llngehörigkeiten erheben konnte. Man schreibt uns: Der Vorschlag des engeren Ausschusses der Dies geschah infolge eines Briefs von Root an den Präsidenten der nationalliberalen Partei Badens, die Landtagsfraktion möge sich für Kommission, in welchem es heißt, mit Rücksichtnahme auf die Verdie Einführung des di retten Wahlrechts zum Landtage ohne die von handlungen mit China halte er es nicht für angebracht, die An der Regierung geforderten„ Kautelen" in Form von besonderen Juter- gelegenheit öffentlich zu verhandeln. effen- Vertretungen erklären, ist in den verschiedenen Bezirksvereinen des Die Wirren in Columbia. Ein Telegramm aus Colon Landes mit nur zwei Ausnahmen angenommen worden. Dies geschah, obgleich die Regierung zu wiederholten Malen unzweideutig hatte erklären meldet: Die Truppen der Regierung griffen die Aufständischen am laffen, daß fie für ein derartig„ raditales Mafienwahlrecht", das Sonnabend außerhalb Panamas an. Es entspann sich ein furzes eine Gefahr für die ruhige, den bisherigen politischen Traditionen Gefecht, die Aufständischen wurden geschlagen und erlitten schwere des Landes entsprechende Ausgestaltung unsrer Verfassungszustände Verluste. Die Verluste der Regierungstruppen waren gering. bilde, unter feinen Umständen zu haben sei. freilich fehlgehen, wenn man dieses Abrücken der badischen Nationalliberalen aus dem Lager der Gegner des direkten Wahlsystems in dasjenige der Anhänger des radikalen Massenwahlrechts" auf die Belehrung der Partei vom Standpunkt der unbeschränkten nationalliberalen Herrschaft in Baden zu dem der politischen Billig- soll bei einer Audienz, die er dieser Tage bei der Königin Victoria Wenn sich unsre hatte, äußerst pessimistische Ansichten über die Lage in teit und Gerechtigkeit zurückführen wollte. Nationalliberalen jetzt für diese freiheitliche Reform des Wahlrechts Südafrika geäußert haben. Lord Roberts soll nach dem in Hoferklärt haben, so geschah dies vielmehr nur aus der Erkenntnis heraus, freisen cirkulierenden Gerücht auf die Fragen der Königin offen erdaß ein weiterer Widerstand gegen die von der großen Mehrheit des flärt haben, daß an ein baldiges Ende des Kriegs nicht nur badischen Volts geforderte Einführung der direkten Wahl an Stelle nicht zu denken sei, sondern daß eine Beendigung des des veralteten Wahlmännersystems den völligen Zerfall der seitherigen Seriegs nur durch das Zugeständnis der UnabhängigRegierungspartei nicht nur nicht aufhalten, sondern noch beschleunigen keit an die Boerenrepubliten möglich sein werde. Engwürde. Der Frontwechsel der Nationalliberalen geschah also lediglich land könne nur dann auf einen Erfolg rechnen, wenn es dauernd der Not gehorchend, nicht dem eignen Drang", und auch die ge- eine Armee von 300 000 Mann in Südafrika unterhalten könne. Auch glaubt man in London aus dem Wunsche des Lord nannten beiden Vereine, die dem direkten Wahlsystem nicht be= dingungslos zustimmten, ließen sich dabei nur von dem Wunsche Roberts, die ihm zugedachten Ehrenbezeugungen einstweilen zu nach der Wiedererlangung der früheren unbeschränkten Machtstellung unterlassen, darauf schließen zu dürfen, daß England in absehbarer Zeit eine dirette oder indirette Friedensder nationalliberalen Partei leiten. bermittelung einleiten werde. Ihren allgemeinen politischen Programmforderungen entsprechend, hat die socialdemokratische Fraktion des badischen Landtags bereits zu Beginn des vorigen Jahrs einen Initiativantrag, betreffend die Einführung des direkten Wahlrechts auf der Grund Als Erzieher der Socialdemokratie spielt sich mit mehr lage des Proportionalsystems, eingebracht und der Kammer Eifer als Geschick hartnädig der nationalsociale Verein, insonderheit einen bis ins Detail ausgearbeiteten diesbezüglichen Gesezentwurf Herr v. Gerlach auf. Neulich erzählte dieser Erzieher den Wienern vorgelegt. Derselbe sieht die Verhältniswahlen natürlich nicht nur in der Zeit", welche Dummheiten die Socialdemokraten in der für die großen Städte, sondern für das ganze Land vor. Bei Pojadowsky- Affaire begangen haben. Wir hätten den Minister den Verhandlungen des Landtags über diesen Antrag wird sich dann stürzen wollen und für diese Absicht das untauglichste Mittel anzeigen, ob die gegenwärtig zur Schaut getragene Liebe unsrer gewendet: nämlich den Sturz gefordert. Nach dem herrschenden Nationalliberalen für ein freiheitlicheres und gerechteres Wahlsystem Grundsatz des Nun erst recht!" mußte natürlich deshalb die auch vorhält über den Punkt hinaus, wo es für sie bloß zu holen Stellung des Grafen Posadowsty um so fester werden. Wenn wir giebt.aber so flug gewesen wären, wie Herr v. Gerlach, so hätten wir das dringende Verlangen aussprechen müssen, daß der Graf uns erhalten bliebe dann wäre er sicher gestürzt. Ausland. Papft und Regierung. Lord Roberts Ob Lord Roberts thatsächlich so pessimistische Aeußerungen gethan hat, und ob er und andre maßgebende Personen in der That ernstlich an einen Friedensschluß denten, der den Boeren- Republiken die frühere Unabhängigkeit läßt, mag dahingestellt sein. Jedenfalls beweist aber der Umstand, daß man in England der= artige Aeußerungen und Pläne für möglich hält, daß der jingoistische Uebermut und das über jeden Zweifel erhabene Selbstbewußtsein gründlich dabei geschwunden sind. Während die Boeren jeden auf ein Kompromiß sich gründenden Friedensvorschlag entschieden von sich weisen, wird aus Kapstadt gemeldet, daß der in diesem Sinne geschehenen Erklärungen Krügers zufolge die beiden Afrikander Delegierten Meriman und Sauer sich im Laufe der nächsten Woche nach London einschiffen werden, um bei der englischen Regierung nochmals dahin zu wirken, den Boeren günstige Friedensbedingungen zu gewähren. Aus dem Haag wird übrigens noch die folgende Aeußerung Krügers gemeldet: Bräsident Krüger erklärte, die Erschießung eines eng It. ichen Agenten auf Befehl De Wets sei die Antwort auf die Erschießung des Boerenoffiziers Cordua aut Befehl Roberts. De Wet sei nunmehr entschlossen, keinerlei Schonung auszuüben. Die englischen Rüstungen. 5000 Mann Yeomanrys sollen demnächst nach Südafrika ele geschifft werden.„ Daly Mail" erklärt den Nachschub für ungenügend; mindestens 50-60 000 Mann feien erforderlich. gefchifft werden. Daly Mail" erklärt den Nachschub für ungenügend; Scharmützel. Es gehört die ganze Naivetät diefes nationalsocialen Diplomaten Paris, 15. Januar.( Eig. Ber.) dazu, um zu meinen, die Socialdemokratie hege die Absicht, die Man begreift jetzt, warum der Ministerpräsident die Vertagung der Minister zu stürzen. Im Gegenteil: da wir nicht mit leibhaftigen Ministern vervettert sind, so können wir ja nicht wissen, daß etwa Interpellation des socialistischen Abgeordneten die Erfezung des Freiherrn v. d. Recke durch den Freiherrn v. Rhein- Sembat über die päpstliche Einmischung in die innere Politit baben ein unsägliches Glück für die Sache der Freiheit bedeutet. Frankreichs verlangt hatte. Er wollte es weder mit dem Papst noch Bir neigen vielmehr ganz im allgemeinen zu der Ansicht, daß den mit dem linken Flügel seiner Mehrheit verderben. Das gelang ihm schlimmen Ministern nur die schlimmeren folgen, zumal die neuen nun aber nicht. Er mußte schon gestern zum päpstlichen Brief an Besen im Anfang noch zu beweisen wünschen, daß sie ganz be- den Pariser Erzbischof über das Vereinigungsgesetz Stellung sonders schneidig zu fehren verstehen. Unter der socialdemokratischen nehmen und er hat es in einer Weise gethan, daß die Schule pflegen fich dann die verständigeren Personen nach und nach melinistischen Republikaner der Regierung eine Vertrauensformel zwischen die Beine werfen konnten! ein wenig abzuschleifen. Der Brief Leo XIII. wendet sich bekanntlich gegen das„ VerAm allerwenigsten jedoch haben wir irgend einen Anlaß, einen Nach einer Meldung der„ Daily Mail" aus Pretoria haben die fchiver fompromittierten Minister stürzen zu wollen. Ihn fönnen einigungsgesetz", das u. a. die unerlaubten Kongregationen treffen wir immer wieder an seine Schuld mahnen, während sein Nachfolger soll. Der Pariser Erzbischof ließ den Brief im offiziellen Teil Boeren am Rhenostertoop einen englischen Couvoi, natürlich die Verantwortung ablehnen würde für das, was sein der„ Semaine Religieuse"( die religiöse Woche), des erzbischöflichen bestehend aus 12 Wagen, erbeutet. Die Bededungsmannschaften, Vorgänger gejündigt. Darum war es uns voller Ernst und nicht Organs, veröffentlichen, ohne natürlich die Erlaubnis der Regierung welche aus 23 Mann bestanden, ergaben sich, nachdem zwei haben. Das ist ein offenkundiger Verstoß getötet und elf verwundet waren, wurden nachher aber nur gerissene" Tattit, daß wir von Anfang an in der 12 000 Mark- nachgesucht zu Affaire den Wunsch aussprachen, Graf Pofadowsky möge recht lange gegen das Concordat, den Vertrag, der feit Napoleon I. die wieder freigelaffen. Nach einem Telegramm des Standard" aus Durban von im Amte bleiben. Herr v. Gerlach hat nämlich seinen Wienern ein Beziehungen zwischen Staat und Kirche in Frankreich regelt. Märchen erzählt. So gescheit, wie er jegt ist, sind wir längst ge- Genofie Sembat wies darauf hin, daß das Gesez auf einen gestern hatten am Sonntag drei Schwadronen berittener Infanterie aus Johannesburg ein Gefecht mit Boeren bei Holfontein nördlich jetzt, wo erst alles vorher bewilligt werden müsse. Dieser Gedanke von Springs. Fünf Boeren wurden getötet, darunter wurde sehr lebhaft bekämpft, es wurde darauf hingewiesen, daß im Kommandant van den Heeren, mehrere verwundet. Reichs- Eisenbahnetat noch 25 Millionen unaufgebrauchter Reste vorDie Engländer hatten keine Verluste. handen seien, und daß es für einen Staatsbetrieb nicht angängig Man beobachtet in England bei der Veröffentlichung der Kriegs- sei, den von Möller vorgeschlagenen Weg zu beschreiten. Der Reneuigkeiten augenscheinlich die Taktif, einem Boerenerfolg stets einen ferent ließ daraufhin seine Anregung fallen.- Die nächste Sigung englischen Erfolg gegenüber zu stellen. findet Donnerstag statt. * Die Justizkommission nahm am Mittwoch eine Reihe Aenderungen der Strafprozeß- Ordnung nach Maßgabe der sogenannten Wegen Beleidigung der Polizei in Halle war vor längerer Zeit der Redacteur Genofie Haupt in Magdeburg zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Auf seine Revision hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache zit nochmaliger Verhandlung an die Vorinstanz zurückvertiefen. Jezt hat ihn die Strafkammer freigesprochen, weil teine Beleidigung vorliege. Aus der Frauenbewegung. Abessynier als Boerenbekämpfer? Aus Marseille berichtet das Herold- Bureau vom 16. Januar: lex Rintelen an, stimmte aber im Gegensatz zu der lex Rintelen Die hier eingetroffene abejiynische Boſt berichtet, daß die Eng- ben Anträgen Senzmann und Mundel( fri. Bp.) zu, welche Schöneberg, am 14. g. Dus, in der nach einem Vortrage Zubeits länder zahlreiche Abessynier als Soldaten an- bestimmt sind, den Zeugniszwang der Verleger, der zunächst a gel als legter Vertrauensmann Schönebergs seinen geworben haben, um sie nach Südafrika zu schiden. Redacteure und Drucker zu beseitigen. Die Re- Geschäftsbericht erstattete. Er hatte im letzten Geschäftsjahre eine Der Regus Menelik traf zu spät an der Küste ein, um die Abfahrt gierung hatte die Beseitigung dieses dem Anstande widersprechenden Einnahme von 2148,56 M. und eine Ausgabe von 2049,71 M. Ga feiner Unterthanen verhindern zu können. Zeugniszivangs für unannehmbar erklärt. Der Einführung des wurden 10 Versammlungen und 3 Agitationstouren veranstaltet und Nacheides stimmte die Kommission zu, ebenso den auf Ver- ca. 64 000 Flugblätter verbreitet. Abgeordnetenhaus. 5. Sigung vom 16. Januar, 11 15917 Die erste Lesung des Etats wird fortgesetzt. meidung zu vieler Gide gerichteten Anträgen, hielt aber im Gegen Darauf gab Frau Meiling den Bericht von der Frauen satz zu dem Wunsche der Regierung und den Anträgen Rinagitation. Für dieje Zwecke wurden 100,55 W. eingenommen telen( C) und v: Salisch( f.) daran fest, daß das Gericht nur und 91,51 M. ausgegeben. Frau Meiling, Göthestr. 50, Quergebäude dann wegen llinglaubwürdigkeit die Beeidigung unterlassen darf, wenn 3 Treppen, wurde wiederum als Vertrauensperson für Schöneberg dieselbe von keiner Seite beantragt ist. gewählt. Zu Revisoren derselben wurden Frau Selle und Frau Schulz gewählt. Partei- Machrichten. Abg. Schmieding( natl.) wendet sich gegen die Beschwerden des Abg. v. Jazdzewski und weist dann die Angriffe des Abg. Dr. Hahn auf die westliche Industrie zurück. Diese hat nur aus Arbeitermangel die polnischen Arbeiter Zur polnischen socialdemokratischen Bewegung. Durch die nach dem Westeit geholt. Die Arbeiter fehlten und eine stärkere Blätter geht diese Notiz: Kohlenförderung war wegen der Kohlennot dringend geboten. Der( deutsche) Parteivorstand hat infolge Differenzen zwischen Die Bergwerke wollten gerade die Kohlennot verhindern. der Leitung des polnischen Blatts in Berlin, der„ Gazeta Robotnicza" Von den in Westfalen ansässigen Polen muß man freilich verlangen, und den Genossen von Posen und Oberschlesien, die ihr nationadaß sie deutsch lernen und ihre Versammlungen in deutscher Sprache liftischen Charakter, wie überhaupt Inbrauchbarkeit vorivarfen, der abhalten. Das ist schon wegen der polizeilichen leberwachung nötig. Zeitung der„ Gazeta Robotnicza" erklärt, daß die bis jetzt dem Blatte ( Redner wird hier auf der Tribüne unverständlich, da er ganz leise seit 10 Jahren gewährte Unterstützung von 200 m. monatlich vom spricht.) Er geht später auf die Kanalvorlage ein, spricht die Hoff- 1. April aufhört." nung auf Annahme aus, fürchtet aber, daß sie zur Verstimmung der Parteien beitragen wird. Vom Grafen Bülow hofft er, daß er die Politik der preußischen Regierung einheitlich zu gestalten wissen werde.( Beifall.) Abg. v. Arnim( f.): Die Kanalvorlage werden wir wie im vorigen Jahre mit der größten Objektivität prüfen. Wie das schließliche Ergebnis fein wird, weiß niemand in diesem Hause, auch nicht der Abg. Richter. Einen grundsäßlich ablehnenden Standpunkt haben wir nie ein genomnien. Die diesmalige Vorlage ist auch besser. Die bisher befolgte sparsame Finanzpolitik wollen wir weiterführen. Vorsicht ist am Blaze, weil wir bei einer Reihe von Etats nicht mit dauernden Mehreinnahmen zu rechnen haben. Die Domänen werden noch mehrere Jahre Mindereinnahmen ergeben. Gegen die zunehmende Verschuldung der Brovinzen, Streise und Gemeinden muß endlich etwas gethan werden. Für die Landwirtschaft müssen mehr Mittel zu Gebote stehen. Im Often fehlt noch immer jede landwirtschaftliche Hochschule. Zum Echluß fordert Redner die Vorlegung eines Schuldotations- Gesetzes. ( Beifall rechts.) Abg. Dr. Mizerski( Pole): Die Meldung ist in der Begründung nicht ganz forrekt. Die Entziehung der Subvention erfolgt, weil ein friedliches Zusammen: arbeiten der polnischen und der deutschen Genossen in Posen und Oberschlesien durch das Verhalten der„ G. N." mehr gestört als gefördert wird. Der polnische Parteivorstand will übrigens die„ G. R." nach Oberschlesien verlegen. Zur bevorstehenden Landtagswahl in Brandenburg sind Zur bevorstehenden Landtagswahl in Brandenburg find in 20 Urwahlbezirken 32 ausgefchiedene Wahlmänner nachzuwählen, von denen 14 aus der dritten Abteilung unsrer Partei angehörten. Die Konservative Korrespondenz" weiß auf die letzte AbNach einer furzen aber heftigen Distusfion, in der sich verschiedene Frauen über die ungenügende Agitation mancher Parteigenossen beschwerten, wurde Frau Thiel, Tempelhof. Friedrich Wilhelmstr. 17, als Kreis Vertrauensperson für TeltowBeeskow- Charlottenburg gewählt. Zum Schluß forderte Frau Menze die Frauen noch auf, ihre Waren stets vor 8 Uhr abends zu laufen, um die Bestrebungen der Handelsangestellten zur Erreichung des Achtuhrschlusses zu unterstützen, und Frau Rönts forderte zum Besuche der von der Centralkommission der Krankenkassen ins Leben gerufenen hygienischen Vorträge auf, für die der Magistrat Schulräume zur Verfügung gestellt hat. Sociales. Ein Sauerkrautring soll nach der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" in Magdeburg gegründet worden sein. Der Ring wurde gebildet zu dem Zwede einer Preiserhöhung und es wurde auch erhöhen. Natürlich trifft diese Preiserhöhung wieder vornehmlich die fofort befchloffen, den Preis des Orhoft von 14 M. auf 17 M. zu Arbeiter. führung, die wir ihr wegen der Beitragsleistung der Verbandsseger Der Konflikt in der Holzindustrie vor dem Ginigungsamt. in der Druckerei unsres Blatts zur Parteikasse an teil werden ließen, Am Mittwochnachmittag fand der zweite Termin vor dem nichts weiter mehr zu erwidern, als daß sie sich unter Wiedergabe Ginigungsamt statt. Eine große Zahl von Zuhörern aus den Kreisen der ihr gewidmeten kräftigen Ausdrücke über unsren Ton beschivert der beteiligten Arbeiter hatten sich dazu eingefunden. und dazu bemerkt: Wie muß unser Hinweis auf die Beitragsleistungen der im Vorwärts" beschäftigten Mitglieder des neutralen" Buchdruder verbands gesessen" haben!" In Westfalen sind jetzt 200 000 Polen, da lohnt es sich schon, Von dem Vorwurf der Lüge kann sie sich also nicht mehr noch einige polnische Beamte einzustellen. Wir sind gegen die reinigen. Das ist so konservative Taktik; wenn sie festgenagelt find Methode, wie man die dortigen Polen zum Deutschlernen zwingen und nicht mehr aus noch ein wissen, dann beklagen sie sich über will. Den Religionsunterricht sollte man doch nur in der Mutter- da wir nur die zutreffenden deutschen Ausdrücke für die zu beurschlechten Ton. Uebrigens in unfrem Falle ganz unberechtigterweise, sprache erteilen. Herr v. Miquel hat uns gestern vorgerechnet, was der preußische Staat alles für die Polen gethan hat. Das Geld für teilenden Handlungen angewandt haben. diese Wohlthaten haben aber die Polen selbst aufgebracht. Was nügt den Polen die Kultur, wenn Sie die Herzen der polnischen Kinder veröden lassen, indem Sie ihnen Unterricht, der auf Herz und Gemüt wirken soll, in einer ihnen fremden Sprache erteilen lassen. Warum sieht die Regierung das Unhaltbare dieser Zustände nicht ein?( Beifall bei den Polen.) Kultusminister Dr. Studt: Einen Gantag für Südbayern halten unsre Parteigenoffen am 20. Januar in München ab. Die provisorische Tagesordnung ist eine rein geschäftliche. Nachdem der Vorsitzende, Gewerberichter v. Schulz, um 514 Uhr die Sizung eröffnet hatte, zogen sich die Beisiger mit den Vertretern der Arbeitgeber zurüd, um den letzteren die Vorschläge des Einigungsamts zu unterbreiten. Um 7 Uhr traten auch die Vertreter der Arbeiter zur Beratung ab, tehrten aber bald wieder im Verhandlungszimmer. Dann wurden folgende Vergleichszurück. Um 94 Uhr erschienen die Vertreter der Arbeitgeber wieder bedingungen festgesetzt: Die Parteien vergleichen sich bezüglich der in dem fogenannten Kontrollbuch sich unter I und IV befindenden Arbeitsbedingungen folgendermaßen: d Die 1. Abjaz I bleibt unverändert. 2. Zu Abjag II: Löst der Arbeiter den Arbeitsvertrag und liegt seinerseits ein gesetzlicher Grund dazu vor, so ist der Arbeitgeber Das Protokoll über die Verhandlungen des 5. Parteitags der verpflichtet, den verdienten Lohn sofort auszuzahlen. Andernfalls Socialdemokratie Bayerns, abgehalten in Fürth, ist erschienen. erfolgt die Auszahlung des Lohns am am nächsten Zahltag. Der Preis ist auf 20 Bf. festgesetzt. durch Entlaffnug den Arbeitgeber darf nur nach Wenn dagegen Arbeitnehmer gefeßliche Totenliste der Partei. Jn 11 rberach( Hessen) starb. an der Arbeitsschluß erfolgen. Wir müssen auf eine Verständigung mit den Polen über die Schul- und Sprachenfrage verzichten, denn sie ist unmöglich. Wir Proletarierkrankheit der Parteigenosse Konrad Rint. Welches Entlassungsgründe geben, oder sich bei der Einstellung zu schenten nicht davor zurüd, wo es die Staatsraison erfordert, auch Ansehen er sich durch seine Thätigkeit erworben, bezeugte das zahl- solchen Arbeiten verpflichtet haben, deren sie nicht fähig find, so foll energisch einzugreifen. Wir müssen es, denn die Berhältnisse sind reiche Leichengefolge. Leider erfuhr die Trauerfeier eine peinliche es dem Arbeitgeber gestattet sein, einen solchen Arbeiter sofort zu Störung durch das Auftreten des amtierenden katholischen Geist- entlassen. durch die großpolnische Agitation so schwierig für die Deutschen ge- lichen. Als dieser bereits vom Grabe zurückgetreten war, trat ein 3. Mit den Bestimmungen des Absatz III ist nur der Ausschluß Minister des Innern Frhr. von Rheinbaben: Parteigenosse vor und legte im Namen des socialdemokratischen des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gemeint. Vereins einen Kranz mit weißer Schleife am Grabe nieder, 4. Zu Absatz IV: Auf das Recht der Aufrechnung wird ver Herr Mizerski beklagt sich über die Germanisierung der polnischen wobei er einige Worte zur Ehrung des Verstorbenen fagte. zichtet mit der Maßgabe, daß dadurch das bisher geübte Rüd Namen. Welcher Thatbestand liegt denn zu Grunde? Die Polen Da kam der Geistliche wieder zurück und wollte das ver- behaltungsrecht des Arbeitgebers für vom Arbeiter absichtlich oder haben lange Namenslisten aufgestellt, die sie als polnisch reklamieren, bieten. Als sich der Parteigenosse diese Störung in ruhigen grob fahrlässig verpfuschte Arbeit und Material nicht berührt wird. darunter jogar Breslau. Dem müssen wir entgegentreten. Weil Worten verbat, wurde der Geistliche heftig, gestikulierte mit den Biernach treten somit die Worte unter Absatz IV:" Der Arbeitoffene Postkarten mit aufrührerischen polnischen Versen versandt Händen und rief laut: Polizei, Polizei, ist denn keine Polizei da! geber" bis aufzurechnen" außer Kraft. wurden, habe ich die Postverwaltung ersucht, solche Karten zu um die Leichenfeier nicht zu einem wüsten Standal ausarten zu 5. Die wegen verweigerter Unterschrift bisher entlassenen Arbeiter beanstanden. Mein Nachbar hier( Der Abg. von Jazdzewski steht lassen, trat darauf unser Parteigenosse vom Grabe zurück. Das werden vorzugsweise wieder eingestellt. Maßregelungen finden neben dem Minister) hat eine gewisse Aehnlichkeit mit der Nachtigall. Gefolge war aufs höchste entrüstet über das Gebahren des Geist- nicht ſtait. ( Seiterfeit.) worden. lichen. " 6. Das Gewerbegericht soll die redaktionelle Faffung vorstehender Vergleichsbedingungen vornehmen. Eine ftaatsgefährliche Urteilsbegründung. Unser Krakauer 7. Rach endgiltiger Feststellung des Wortlauts des Vergleichs Parteiblatt Naprzod" veröffentlichte einen Bericht von der zweiten wird der Vergleich gedruckt werden. Je ein Exemplar desselben ist Barreau". Es wurde auch die Begründung des Urteils abgedruckt, jeden Arbeiter zugänglich auszuhängen. Ferner werden die Arbeits Verhandlung über die Klage der galizischen Richter gegen das Wiener in jedem Kontrollbuch einzukleben und in jedem Arbeitsraum für und der Staatsanwalt tonfiscierte diese Urteils geber sowohl dem Junungs- Schiedsgericht, als auch dem Gewerbebegründung. Der Naprzod" weist darauf hin, daß der tonfiscierte Bajjus die wörtliche Ueberfeßung der in der„ Neuen enden. tonfiscierte Passus die wörtliche Ueberfegung der in der„ Neuen Bericht je ein Exemplar zur Benutzung bei der Rechtsprechung überFreien Presse" wiedergegebenen Urteilsbegründung ist. Polizeiliches, Gerichtliches unv. haben. Aber es Glode verlangt, daß im Protokoll noch eine Erklärung aufgenommen werde, des Juhalts, daß die sogenannten Fragebogen nicht, als schwarze Listen benutzt werden. erforderlich und erklärt: Es sei gar nicht daran zu denken, daß die Brh hält die Aufnahme einer solchen Bestimmung nicht für erforderlich und erklärt: Es sei gar nicht daran zu denken, daß die Freie Vereinigung schwarze Listen einführe, dafür gebe er hier fein Wort als Vorsitzender der Vereinigung. Nachtigall, Nachtigall, alle Jahre lehrst Du wieder? Neues hast Du nicht gelernt, fingst nur Liebeslieder!" ( Große Heiterkeit.) Neues war es nicht, was er hier ausführte, und richtig war es auch nicht.( Heiterkeit.) Wir wollen alles daran segen, die deutschen Provinzen auch deutsch zu erhalten. Die Frage nach der polnischen Gefahr ist recht naiv. Stetig wird das Deutschtum bon den Polen in den Schmutz gezerrt. Die Deutschen finden sich im Zustand gezwungener Verteidigung. Wir müssen unsern Bestand behaupten und deshalb müssen wir gegen die großpolnische Agitation auf der Wacht sein, wie sie in Zeitungen ,, Lieberbüchern, Bersammlungen und Vereinen zum Dutch- Ist niemand, der sich geärgert fühlt? Drei Genossen in bruch fomnit., In einem solchen Artikel wird die preußisch- deutsche Meißen sollten auf grund polizeilicher Strafverfügung Geldstrafe Geschichte die schmutzigste aller Völker genannt. In Briefen, die bezahlen, weil sie durch Verbreitung socialdemokratischer Kalender veröffentlicht find, wird den Spigen der Regierung der Plaz am und Flugblätter groben Unfug verübt haben sollen. Sie beantragten Marterpfahl für ihre Schandthaten gewünscht. An Soldaten der gerichtliche Entscheidung und deshalb mußte der Nachweis versucht deutschen Armee ist in unverantwortlicher Weise über die werden, daß sich jemand über die Druckschriften geärgert habe. Die Obermeister Ra hardt bemerkt, er halte es für unnüz, etwas deutschen Herrscher geschrieben worden. In den Kasernen Bolizei brachte 2 Gastwirte, 1 Schmiedemeister und 1 Lehrer, sind polnische Flugblätter ähnlicher Art verbreitet worden, die bezeugen sollten, sich geärgert zit die zu großpolnischen Thaten auffordern. Die Wiedererstehung wollte trog vieler Kreuz- und Querfragen des Vorsigenden und die Erlösung von Preußen ist das wieder des Staatsanwalts nicht recht gelingen. Sämtliche Zeugen mußten Tehrende Leitmotiv. Das heißt die Grenze des Erlaubten doch weit vielmehr zugeben, daß die Verbreiter erst gefragt hatten, ob die überschreiten. Solche Angriffe müssen wir zurüdweisen. Ueberzeugen Leute einen Kalender haben wollten. Auf die Frage, ob die Versich die Deutschen in den Ostprovinzen, daß sie in Bezug auf die breiter aufdringlich gewesen seien, gaben die Zeugen an, daß die Sie nicht, daß wir heimlich schwarze Liſten einführen. Glauben Sie mir, Glärtung des Deutſchtums, auf die diegierung regnen fönnen, je breiter aut, wenn ich mich nicht mehr an meine Erklärung gebunden halten wid wird der Erfolg nicht fehlen. Wir sind deutsch und wollen Deutsche Num fragte der Vorsigende weiter, ob sie den Kalender gelesen und dabei und wir es für nötig halten, eine Kontrolle, wie Sie sie fürchten, bleiben, so lange der deutsche Adler seine Schwingen noch regt. fich geärgert hätten. Nur der Schmiedemeister gab zu, den Kalender einzuführen, dann bin ich auch Mannes genug, es offen zu er und die Broschüre von Göhre gelesen zu haben und wollte sich Glode: Wir beruhigen uns bei diesen Erklärungen, bemerken dabei auch geärgert haben. Sehr treffend erwiderte ihm einer der Verbreiter, er hätte es ja nicht zu lesen brauchen, denn die aber, daß wir uns völlig freie Hand behalten für den Fall, daß Aufschrift habe doch schon gezeigt, daß es eine jocialdemokratische wir fehen, es werden thatsächlich schwarze Listen eingeführt. Hierauf wird dem Protokoll noch folgender Passus angefügt:) Schrift sei. Dann wurde gefragt, ob denn die Zeugen bei Empfang des Dem Inhalt nach tritt der Vergleich sofort in Kraft. Kalenders schon gewußt hätten, daß die Schrift socialdemokratisch war und ob sie sich nicht nachträglich geärgert hätten, als sie es erfuhren. Arbeiter, soweit sie in Arbeit stehen oder in Arbeit treten, verpflichten Darauf wurde von einem Zeugen die Antwort gegeben: er sei schon sich, bis spätestens Sonnabend die Unterschrift in dem sogenannten daran gewöhnt, da doch jedes Jahr eine socialdemokratische Schrift Kontrollbuch zu leisten. tomme. Polens, ( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Sattler( natl.) wendet sich ebenfalls gegen die polnische Agitation, Abg. Dr. v. Jazdzewski bestreitet, die Authenticität der vom Minister v. Rheinbaben citierten Aeußerungen, die nur aus Zeitungsausschnitten herstaminten. Er verlangt nochmals polnischen Religionsunterricht. Es giebt Deutsche, die ims kennen und besser beurteilen. Der: Justizrat Lewinski in Posen gab uns das Zeugnis, daß es uns nur darauf ankomme, unire Muttersprache und unsre Litteratur zu erhalten und meinte, es fei eine traurige Nation, die das nicht thue. Damit schließt die Debatte. Der Etat wird der Budgetkommission überwiesen. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr.( Jnterpellation Funt Sänger wegen des Offenbacher Unglüds, Antrag Biemer( frf. Vp.) und Barth( frf. Vg.) auf Aenderung der Wahlbezirke.) Schluß 3 ihr. Parlamentarisches,& bezüglich der Fragebogen hier festzusehen. Wenn die Innung es für nötig halte, Erkundigungen über einzustellende Gesellen eins zuziehen, so werde es zum Schutz der Meister geschehen. Glocke: Nach dieser Erklärung des Herrn Rahardt bleiben unsre Befürchtungen bezüglich der schwarzen Liſten bestehen. Bry: Sie können sich mit unfren Erklärungen begnügen. Fürchten tlären.d Borsigender v. Schulz schließt die Sigung um 10/4 Uhr. Da es mit diefen vier Zeugen absolut nicht gelingen wollte, wurde schließlich auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschloffen, die si Verhandlung zu vertagen, um noch mehr Zeugen zu vernehmen. od Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die - Vom mecklenburgischen Sonntags: Socialistengeich. Die Straffammer in Rostod verwarf die Berufung von zwei Genoffen Konferenz der in Konsumvereinen beschäftigten Lagerhalter und Lagerhalterinnen der Provinz Brandenburg. aus Ribniz gegen das Urteil des dortigen Schöffengerichts, wonach fie je 6. blechen sollten, weil sie Sonntag, den 9. September, Der Ruf nach Verbesserung unsrer oft nicht beneidenswerten M. in Gelbensande Probenummern der„ Mecklenburgischen Volks- Lage hat sich in einer ganzen Reihe von Städten unsrer Provinz, in zeitung" verbreiteten. Die Begründung lautete: Das Post- denen Konsumvereine existieren, beniertbar gemacht, so daß es endlich gejes gestatte 9 nur die Verteilung von Zeitungen durch einmal Zeit wird, sich zur That zu ermanen. Beauftragte und expresse Boten bestimmte Adressen und Die Budgetkommiffion erledigte am Mittwoch die Einnahmen Abonnenten(?). Außerdem hätte die Verteilung stattgefunden zu des Reichs- Eisenbahnetate. Aus der Debatte ist nur bemerkens einer Zeit, in der die Poſt am Orte nicht bestelle. Hebt das Oberwert, daß der Referent Abg. Möller( natl.) den Gedanken auf- landesgericht das Urteil nicht auf, dann ist das Parlament wieder warf, dem Reichs- Eisenbahnamt einen größeren Dispositionsfonds einmal in die angenehme Lage versetzt, wahrnehmen zu müssen, daß für Anfäufe von Grundstücken und Materialerwerbungen zur Ver- es sich nicht so auszudrücken versteht, daß es nicht mißverstanden fügung zu stellen. Die Verwaltung fönne billiger wirtschaften als werden faun, Wie in allen andren Berufen, so findet man auch hier bei uns teilweise unwürdige Behandlung, äußerst lange Arbeitszeit, minimale Bezahlung, Ausnutzung der Familienangehörigen usw. Allen diefen Mißständen fann sehr leicht abgeholfen werden durch gegenseitigen Zusammenschluß aller, d. h. durch Organisation. Durch Beschluß der letzten Zusammenkunft der Lagerhalter Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 20. Januar, nach mittags 2 Uhr, im Gewer Ischaftshause, Engelufer IS, Saal 3, eine Konferenz der Lagerhalter der Provinz Brandenburg mit folgender� Tagesordnung statt: 1. Die Lage der in Koiisum- vereinen beschäftigten Lagerhalter und Lagerhalterinnen der Provinz Brandenburg. Referent: Kollege E. Tost- Berlin. 2. Manko- bcrechnung. Referent: Kollege H. Kratzsch-Brandenburg. Z.Anträge. 4. Verschiedenes. Kollegen! Jeder, der es ernst mit der Verbesserung seiner Lage meint, must erscheinen. Keiner darf fehlen, darum rüttelt alle In- differenten auf und erscheint alle Mann für Mann. I. A.: E r n st T o st, Nixdorf, Ziethenstr. 31, Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. In Oranienburg hatte sich eine Zahlstelle des Fabrik- arbeiter-Verbands gebildet. In der dortigen Chemiscken Fabrik A.- G. sind infolgedessen in letzter Zeit fortgesetzt, Mast- regelungen von Mitgliedern, namentlich Vorstandsnutgliedern vorgenommen worden, so dah die dortigen Arbeiter den Ausstand be- schlössen. Zuzug ist streng fernzuhalten. Deutsches Reich. Die Arbeits- und Lohnbedingungen des ComptoirpersonalS der Koufumtiereine bildete den Verhaiidlungsgegenstand einer Vertreterkonferenz der sächsischen Konsumvereine, die am 13. d. M. in Chemnitz tagte. Die betreffenden Angestellten hatten die An regung für eine Regulierung der Gehaltssätze gegeben und folgendes vorgeschlagen: In Städten bis zu IlZOOOO Einwohueru ist ein Anfangsgehalt von mindestens 90 M. zu zahlen, das in 10 Jahren auf 150 Mark zu steigen hat; in Städten über 100 000 Ein- wohner beträgt das Anfangsgehalt 110 M. und steigt innerhalb 10 Jahren bis auf 17ö M. Jugendliche Angestellte unter 21 Jahren können entsprechend niedriger eingestellt werden, jedoch nicht unter 75 M. pro Monat. Die Gehaltszahlung hat wöchentlich zu erfolgen. — Die tägliche Arbeitszeit für die Comptoir-Angestcllten beträgt 8 Stunden; desgleichen ist der Betrieb im Lager so einzu richten, daff die Arbeitszeit der Lagerangestellten nur in Ausnahme- fällen 8 Stunden übersteigt. Sonntagsarbcit, Ivo solche notwendig, ivird besonders vergütet.— Den Comptoir- und Lagerangestellten ist jährlich eine Ferienzeit von 14 Tagen unter Forlzahlung des Gehalts zu gewähren." Es wurde eine Kommisston eingesetzt, die mit Vertretern der Angestellten verbandeln soll; die Vorschläge wurden im allgemeinen wohlwollend beurteilt. Eine spätere Konferenz soll auch über die Errichtung eines Schiedsgerichts zur Schlichtung von etwa entstehenden Streitigkeiten zwischen Verwaltung und Angestellten der Konsum- vereine Beschluß fassen. Der Leipziger Töpfcr-Streik ist nach 13wöchiger Dauer nun- mehr als beendet erklärt worden. Die Ausständigen hatten kurz ?uvor noch einen letzten Versuch zn einer beiderseitigen Ver- tändigung gemacht, indem sie das Gewerbegericht als Einigungsamt anriefen. Die gegenwärtige ungünstige Geschäftszeit und' die zahl- reichen Arbeitswilligen haben aber auch diesen Versuch zum Scheitern gebracht; der Jnnungsvorstand lehnte die Einiguugsverhandlungen ab. Die Innung hat einen Arbeitsnachweis gegründet, der unter Leitung des Obermeisters stehen und von vier Arbeitgebern und vier Arbeitnehmern verwaltet werden soll. Es'befanden sich noch 70 Personen im Ausstande, die, soiveit sie seit längerer Zeit zum örtlichen UnterstützungsfondS gesteuert haben, auch ferner nach Möglichkeit unterstützt werden. Wege» Vcrrufserklärnng angeklagt und freigesprochen zu werden, dies Glück hatte der Vorsitzende des Christlichen Textilarbeiter-Verbands zu Aachen. Bei Gelegenheit eines Streiks hatte er sich zu einem Barbier, dessen Frau Streikbrccherdienste leistete, begeben und denselben aufgefordert, dahin zu wirken, daß seine Frau auch die Arbeit einstelle. Würde seine Frau weiter arbeiten, so käme die Sache in einer Versammlung zur Sprache, und die Folge sei, daß kein Weber sich mehr bei ihm rasieren laste. Diese Aeußerung wurde zur Anzeige gebracht und der Vorsitzende wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe-Ordnung zu einem Tage Gefängnis verurteilt. Gegen dies Urteil legte der Verurteilte, aber auch der Amtsanwalt, welcher 6 Wochen Gefändnis beantragt hatte, Berufung ein. Die beiderseitige Berufung wurde zurückgewiesen. Jetzt meldete der Vorsitzende Revision beim Oberlandesgericht inKöln an. Die Revision hatte Erfolg, und gelangte das Oberland'esgericht zu der Ansickt, daß von der Strafkammer in Aachen der Begriff der Drohung ver- ka nnt worden sei. Es hätte festgestellt' werden müssen, ob der Angeklagte selbst auf die Herbeiführung der von ihm in Aussicht gestellten Maßregel habe einwirken wollen. Aus dem Grunde wurde die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Berufungsinstanz zurückgewiesen. In der Sitzung der Strafkammer vom 11. Januar kam es zur Freisprechung des Vorfitzenden. Sämtliche Kosten wurden der StaatSkaffe zur Last gelegt. Der Thatbcstand des Vergehens gegen 8 153 der Gewerbe-Ordnung konnte nicht festgestellt werden. Solche Richter wünschen wir jedem.Streiksünder". Der Dortmunder Maurerstreik, der im August 1900 statt- fand, beschäftigt noch immer die Dortmunder Gerichte. Am 14. d. M. vertraten vor der Berufungs-Strafkammer zwei Maurer ihren Einspruch gegen die Schöffengerichtsurteile. Für die Worte: „Wenn wir erst mit 50 Mann kommen, werdet Ihr schon aus dem Bau herausgehen", hatte der Maurer B e N e r drei Tage Gefängnis zudiktiert bekommen. Seine Berufung wurde verworfen. Sein Kollege T h a d d e y, der in einem andren Falle.für Be- drohung" zu einer Woche verurteilt wurde, zog es vor, seine Berufung vor der UrtcilSsprechung zurückzuziehen. Ausland. Der Streik der Spitzenwcbcr in Calais dauert unverändert fort. Obwohl die zur Verteilung gelangenden Unterstützunge» zur Zeit recht geringe sind, haben die Ausständigen auch in ihrer letzten Versammlung wieder erklärt, auszuhalten. UmaberihreFriedensliebezu beweisen, haben sie den Fabrikanten von neuem Unterhandlungen anbieten lassen. Der Streik wäre wahrscheinlich schon längst zu Gunsten der Arbeiter entschieden, wenn den Unternehmern nicht Unterstützung würde durch die Gewerkschaft„Emanicipation". Diese Arbeiter- Vereinigung ist gegründet worden von Leuten, die a»S der alten Gewerkschaft der Spitzenweber ausgeschlossen worden oder selbst ausgetreten sind. Gegen diese Vereinigung sind seitens der Streikenden schwere Vorwürfe gemacht worden, so daß sich der Ausschutz der Pariser Krbeitsbörse veranlaßt sah, einen Vertreter nach Calais zu entsenden, Ilm die Angelegenheit untersuchen zu lassen. Auch die„Fran- zö fische Arbeiterpartei" lGueSdistenf sandte einen Delegierten der Nordföderation dahin, weil ein großer Teil der Mitglieder der„Emancipation" zugleich Mitglieder ihrer Partei- Organifution ist. Die Untersuchungen haben nun ergeben, daß die gegen die «Emancipation" erhobenen Anklagen leider zum größten Teil be- rechtigt sind. Die Mitglieder der genannten Vereinigung haben sich nicht als Streikende betrachtet und die Arbeit nicht mit niedergelegt. als der„Verband" in den Streik trat, weil die Unternehmer den unterzeichneten Vertrag durchbrachen und das Gesetz verletzten. Als die Unternehmer die Aussperrung verfügten, stellte die .Emancipation" ihnen gegen eine wöchentliche Entschädigung von pro Mann 20 Fr. Leute zur Verfügung, welche die mechanischen Stühle, überhaupt die sehr teuren Werkzeuge in Ordnung hielten. Die Streikenden behaupten, daß ohne diese Hilfeleiswng die Unter- nehmer längst hätten bewilligen müssen, bei Strafe, großen Material- schaden zu erleiden. Beide oben bezeichneten Berichterstatter sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese Anschuldigungen zutreffend sind: als Ent- schuldigung bezw. als Erklärung für daS Verhalten der„Emancipation" wird angeführt die in Calais seit Jahren bestehende Uneinigkeit unter der Arbeiterschaft, die schon seit dem Jahre 1896 datiere. Der „Verband" habe allein die Verträge mit den Unternehmern ab- geschlossen, auch den Streik allein votiert und habe es unterlassen, an die„Emancipation" heranzutreten, um sie an der Streikleitung zu beteilipen. Trotzdem gelangt der Ausschuß der Arbeitsbörsen zu dem Schluß, daß das Verhalten der„Emancipation" zu verurteilen sei und wird infolgedessen nur den„Verband" unterstützen. Die Nord- föderation der französischen Arbeiterpartei hat ihren Mitgliedern ver- boten, während der Dauer des Streiks in den Fabriken irgend welche Arbeiten zu verrichten, widrigenfalls sie sofort aus der Partei aus- geschlossen werden._ Berliner Partei-Angelegenheiten. An die Berliner Partcigenoffen. Seit einigen Monaten macht der Kriminalschutzmann Leuthold, Derlichingenstraße 7, Moabit, wohnhaft. Versuche, in Parteikreisen und Vereinen Eingang zu finden und daS Vertrauen der Parteigenossen zu erwerben. Leuthold gicbt sich für einen Schildermaler aus, behauptet, Mitglied der Organisation zu sein, auch im Besitz einer Wahlvercins- Mitgliedskarte zeigte er sich. Ii» 2. Wahlkreise machte er den Versuch, die augenblickliche Notlage eines Genossen dahin auszunützen, daß er ihn zum Spitzel zu werben suchte. Im Juli v. I. verkehrte er in einer Parteikneipe in Moabit und suchte dort das Vertrauen der Genossen auch damit zn erwerben, daß er gelegentlich einer Flugblatt- Verteilung ebenfalls 100 Stück„zwecks Verteilung" mit stch nahm. Leuthold ist in Rudolstadt gebürtig, von Beruf Maurer; als solcher war er in Hamburg organisiert; dann ging er nach Amerika, kehrte vor einigen Jahren nach Rudolstadt zurück und wurde dort Stadtpolizist: dann kam er vor ca. Jahresfrist zur politischen Polizei nach Berlin und hofft demnächst wieder in Rudol- stadt eine z. Z. erledigte Polizeiwachtmeisterstelle zu erlangen. Namentlich der 2., 4. und 6. Wahlkreis scheint sein Beobachtungs- gebiet zu bilden; er trägt in der Regel dunkles Jackett und Hose und unter dem Jackett eine wollene Jacke; spricht mit Vorliebe von seinen Erlebnissen in Amerika, trägt ostentativ in der Rocktasche den „Vorwärts" und sehr häufig' führt er auch einen Band der Z o l a s ch e n Romane mit sich. Wir inachen die Genossen auf diesen Kriminalschutzmann Leuthold, Berlichingenstr. 7, Moabit, aufmerksam und raten ihnen bei dieser Gelegenheit abermals, Ver- trauen in Parteisacben erst zu gewähren, wenn sie sich über die vertrauensuchenden Personen näher erkundigt haben. Die Vertrauensleute. Zur Lokalliste. In der letzten Lokallifte ist das Lokal von Gebauer, Tieckstr. 24, vergessen worden. Die Genossen des sechsten Kreises wollen hiervon Notiz nehmen. Fünfter Wahlkreis. Die Mitglieder werden auf die am Freitagabend 8Vs Uhr. im Rosenthaler Hof, stattfindende General Versammlung des Socialdemokratischen Vereins hierdurch auf- merksam gemacht. Mitgliedsbuch legitimiert.— Die Zahlstelle» des Vereins befinden sind: Otto Wendland. Marienburgerstraße 32; Wilhelm Knötsch, Hirtenstr. 10; Robert Richter. Neue Königstr. 90; Emil Jäckel, Monbijou Platz 10; Ernst Witcbow, Kl. Hamburgerstratze 27; Jakob Reul, Barnimstr. 42; Wilhelm Spät. Weinstr. 23. Der V o r st a u d. Arbciter-Bildungsschnle» Engels- Ufer 15, Gelverkschaftshans, Seitenflügel. 2 Treppen. Hente abend 9 Uhr: Beginn des Kursus in Nationalökonomie(Die moderne Arbeiterbewegung). Bor- tragender Rechtsanwalt Viktor Fränkl. Freitag, den 18. Januar: Rede-Uebung(Kursus für Fortgeschrittene). Vortragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. Bibliothek 3 Treppen, 8—9 Uhr. Zahlreichen Bestich erwartet Der Vorstand. I» Pankow ist heute abend bei Großkurt, Berlinerstr. 27, eine o I k s v e r j a m m l u n g. in der Reichstags-Abgeordneter Stadt- Hägen einen Vortrag hält. Charlottenburg. Die Mtglieder des socialdemokratischen Wahlvereins Charlotlenburg werden nochmals auf die heute abend SMi Uhr, in der Gambrinus-Brauerei stattfindende Generalversamm- lung aufmerksam gemacht. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordnten Molkenbuhr über:„Beiträge zur Geschichte des preußischen Proletariats in den letzten zwei Jahrhunderten." Britz. Den Mitgliedern des Volks- Bilbungsvereins für Britz und Umgegend zur Nachricht, daß sie sämmtliche in ihrem Besitz befindliche Bücher der Bibliothek bis Freitag, den 18. Januar, im Vereinslokal abliefern müssen, da durch die Neu- Organisation eine Regelung sich notwendig macht. Die Versammlungen finden von etzt ab seden Freitag vor dem 15. im Monat statt.' Die Bibliothek ist jeden Sonnabend von 8—10 Uhr im Vereinslokal geöffnet. Gevirhks--Leitung» Milde Bestrafung eines unverschämten Lümmels. Un- moralisches Verhalten gegen eine» iveiblichenDienst- boten lag der Anklage wegen thätlicher Beleidigung zu Grunde, die gestern vor der ächten Strafkammer des Landgerichts I gegen den 24jährigen Kaufmann Max Schmul verhandelt wurde. Der Angeschuldigte, der im Hause seiner Eltern wohnt, soll sich wieder- holt gegen deren Dienstmädchen vergangen haben. Eines der Mädchen hat schon früher dieserhalb bei dem zuständigen Polizei- revier Beschwerde geführt. Im November v. I. erstattete wiederum ein Mädchen Anzeige, weil es unsittlicher Angriffe von seiten des Angeklagten ausgesetzt gewesen sei. Derselbe sei nachts in ihre Schlafkammer gedrungen und habe sie belästigt. Der Angeklagte behauptete,' daß er nach— Zündhölzern gesucht habe. Staatsanivalt Reis hob hervor, daß das weibliche Dienst- personal gegen derartige Angriffe seiner Herrschast eines besondere» Schutzes bedürfe, er beantrage gegen den Angeklagten 9 Monat Gefängnis und wegen begründeten Fluchtverdachts sofortige Ver- Haftung. Auf den Antrag des Verteidigers Rechtsanwalts Lißner ließ der Gerichtshof den Angeklagten noch einmal mit einem empfind- lichen Denkzettel davonkommen und erkannte auf eine Geldstrafe von 200 M._ Versammlungen. Eine Vertrauensmänner-Versammlung dcS Holzarbeiter- Verbands nahm an, 14. d. M. im Saale des Herrn Lipps am Friedrichshain den Bericht über die Verhandlungen des Einigungs- amts entgegen. Der Referent, Glocke, ging ausführlich auf die Verhandlungen ein, wie sie im.Vorwärts" bereits wiedergegeben waren. Alsdann verlas S t u s ch e die Werkstätten, in welchen die Kontrollbücher vorgelegt worden sind und die Kollegen dies dem Bureau gemeldet hatten. Daraus ist ersichtlich, daß n»r ein geringer Teil der Arbeiter die Unterschrift geleistet haben, unter diesen befand sich das Personal von Zelder u. Platen, Frankfurter Allee, Pfaff, Zeughofstraße, und Klug, Warschauerstraße. Sonst waren es nur mittlere und kleine Werkftellen, in denen die Gesellen unterschrieben hatten. Die große Mehrheit der Arbeiter hatte sich stritte nach dem Beschluß der Vertrauensmänner-Veriammlung gerichtet. Die Zahl der Ausgesperrten ist trotzdem noch klein. Bis Montag waren 368 Mitglieder in die Listen eingetragen. Meistens haben die Gesellen ihre Accordarbeiten fertig zu stellen, ehe sie entlassen werden können. Viele Unternehmer zogen die Kontrollbücher zurück, sobald sie auf Wiederstand gestoßen waren, andre gaben ihren Leuten Bedenkzeit, bis daS Einiguugsamt den Schiedsspruch gefällt habe. Die größere Hälfte der Berliner Tischlermeister hat sich dem Jnnungsbeschluß bisher noch nicht unterworfen, trotzdem ihnen im Weigerungsfalle eine Geldstrafe angedroht worden ist. Es haben mithin nur die Scharfmacher im Tischlergewerbe den Beschluß durch- gesetzt. Hat doch ein Herr B. in einer JnnungSversammlung erklärt: „Wenn wir die schwarzen Listen schon hätten, dann würde ich be« antragen, meinen besten Gesellen als ersten in die Liste aufzunehmen, weil er mir die Achtung verweigert hat." In der Diskussion wurde ausgeführt, daß sogar mehrere Meister ihre Leute dringend gebeten haben, sie möchten nur aus Gefälligkeit unterschreiben, weil sie die angedrohte Strafe nicht zahlen möchten. Sie haben dann auf Wunsch der Gesellen diesen ein Schriftstück ausgestellt, in welchem sie sich verpflichten, von den Bestiurmungen des' Kontrollbuchs keinen Gebrauch zu machen. Mehrere Redner er- zählten, in ihrer Werkstätte hätten die Kollegen zwar unterschrieben, aber die Erbitterung sei eine derartige, daß sie einstimmig den Vorsatz gefaßt haben, mit allen Kräften dahin zu ivirken, daß den Meistern bei passender Gelegenheit die Kontrollbücher doppelt heimgezahlt werden. Der Beschluß, die Unterschrift zu verweigern, ivird aufrecht er- halten. Alle Veränderungen in der Werkstätte, die auf die Kontroll- bücher Bezug haben, sind sofort auf dem Bureau ini Gewerkschafts- haus zu melden. Am Donnerstag, den 17. Januar, findet die nächste Vertrauensmänner-Versammlung statt. Die an Holzbcarbeitungs-Maschincn beschäftigten Arbeiter hielten am 14. Januar eine äußerst stark besuchte Versammlung im Geiverkschaftshause ab. Die Wahlen und Abrechnungen konnten nicht zur Verhandlung kommen, da die sehr erhitzte Debatte beim ersten Punkt der Tagesordnung:„Die Einführung des Kontrollbuchs" bis nach 12 Uhr sich ausdehnte. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden und wurde ein Antrag, am Donnerstag eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, angenommen. Charlottenburg. In der außerordentlichen Generalversamm- lung des deutsche» Holzarbeiter-Verbands der Zahlstelle Charlotten- bürg, welche am 14. d. M. in der Gambrinus-Brauerei. Wallstr. 94, tagte. gab zunächst der Vorsitzende B e n s ch e ck den Jahresbericht der Ortsverwaltung. Sodann wurde zur Wahl des gesamten Vorstands geschritten. Die Bibliothek wurde dem Kollegen Dörre, Wallstraße 90. übertragen. Alsdann beschäftigte sich die Versammlung mit dem Konflikt in der Holzindustrie. Es wurde festgestellt, daß bis zum betreffenden Tage im Orte 33 Kollegen in 5 Werkstellen wegen Verweigerung der Unterschrift ausgesperrt seien, wogegen von 5 Kollegen die Unterschrift geleistet wurde. Der bereits schon gefaßte Beschluß, die Unterschrift so lange zu verweigern, bis das Einigungsamt gesprochen hat, ivurde bis zum Schiedsspruch ausgedehnt. China. DaS kaiserliche Siegel. Endlich soll die provisorische Note durch den Aufdruck des kaiserlichen Siegels in aller Form unterzeichnet worden sein. Eine in New Kork eingetroffene Meldung besagt: Prinz T i ch i n g begab sich ain 14! Januar in Begleitung des Ober- e u n u ch e n nach der„verbotenen Stadl" und drückte den Dokumenten, die morgen den Gesandten überreicht werden, das kaiserliche Siegel auf. Wird damit nun endlich über daS Vorspiel zu der Tragikomödie der Friedensunterhandlungcn der Vorhang gefallen sein? WaS nun? Trotz dieser Erfolge der genialen Khakidiplomatie befindet man sich in den leitenden Kreisen Englands sowohl wie Deutffchlands augenscheinlich in wenig begeisterter Stimmung. Die Annahme des Präliminarfriedens bedeutet ja im Grunde noch gar nichts, die Einigung der Mächte unter sich und das definitive Abkommen mit China steht ja noch aus. Werden die Mächte sür die Politik der Brüskierung Chinas zn haben sein? Und wird China sich einem es allzu sehr deniüligenden und schädigenden Bertrag unterwerfen? Die Osfiziösen in London und Köln' zweifeln selbst daran! Die„Köln. Ztg." läßt sich aus London telegraphieren: Der dem Auswärtigen Amt nahestehende„Daily Telegraph" begrüßt die Unterzeichnung der chinesischen Vertragsnote mit einem äußerst skeptischen Artikel. der in dem Satze gipfelt, die Durchführung des Vertrags, soweit sie von der Ehrlichkeit Chinas abhänge, sei lediglich Sache der Kaiserin, die den Vertrag ebenso sehr hasse, wie die Barbaren. Von dem, was man vor einigen Monaten verlangt und erwartet habe, sei herz« lich wenig erzielt worden. Peking sei nicht dem Erd« boden gleich gemacht, die Kaiserin nicht abgesetzt. Prinz Tuan habe ivenig oder nichts zu fürchten, selbst Tunfuhsians Aussichten seien nicht hoff- n u n g s l o s. In der Hauptsache habe China das Spiel gewonnen, die Dynastie sei unversehrt geblieben und keine lv es entliche Sühne für ein Verbrechen ohne Gleichen verhängt tvorden. Der Hauptzweck im Herbste sei gewesen, einen mächtigen Eindruck auf die chinesische Einbildungskraft zu machen, was aber schwerlich gelungen sei. Von den einzelnen Errungenschaften bezeichnet weiterhin der Artikel die Sühnemission nach Berlin und die Errichtung eines Denkmals für den ermordeten deutschen Gesandten in Peking als die vielleicht wirksamsten für die Gemüter der Chinesen. Von der Rückkehr des Hofs nach Peking iverde keine Rede sein, bis die verbündeten Truppen der Hauptstadt und Takn den Rücken gekehrt hätten. vielleicht aber auch dann noch nicht. Wenn aber der Hof nicht zurückkehre, wäre der ganze Verttag hinfällig, ebenso wie das Verbot der Waffeneinfuhr, das hier wie in Südafrika durch falsche Zolldeklarationen uingangen werden könne. In- zwischen seien allerdings die Mächte in einer wichtigen Sache einig geblieben, freilich größtenteils auf Kosten ihrer Wirksamkeit. Die bülowosfiziöse Kölnerin enthält sich zwar jeder Bemerkung zu dem offiziösen Artikel, doch hat auch sie erst vor einigen Tagen ihre Ansichten mit ungefähr denselben Worten geäußert: „Es zeigt stch immer deutlicher, daß diejenigen recht hatten, die ein unbedingtes rasches und Ivohl überlegtes Nachgeben deS chinesischen Hofs nicht für wahrscheinlich erklärten. Hinter der großen Mauer liegt eine andre Welt. Die physische Macht der Verbündeten wird kaum bis dorthin aus- gedehnt werden; die Macht aber der Erkenntnis und der Ueberzeugung reicht nicht bis dorthin. Von der un- bedingten Folge chinesischer Ausflüchte, der Verlängerung der Be« setznng und der Erhöhung der Kosten scheint man am chinesischen Hofe keine Vorstellung zu haben." Es wird also komme», wie ivir es vorausgesagt haben: der pomphaft augekündigte Hnnnenkrieg wird günstigenfalls mit einem kläglichen Frieden enden. China wird nicht für Jahrtausende nieder« geworfen, sondern nur aus seiner Apathie zur blutigen Wieder- Vergeltung aufgerüttelt sein. Oder bergen sich hinter der Elegie der Offiziösen nur neue Scharf mackerabsichten? Trägt man sich am Ende wirklich mit der Absicht einer Expedition nach Singanfu?_ Zletzke VttchLichtett und Depeschen. Flensburg» 16. Januar. Heute nacht wurde auf die Per- sonenpost Sonderburg-Flensburg zwischen Nübel und Atzbüll ein R a u b a n f a l l verübt. Ei» unbekannter Thäter griff den Postillon an, feuerte auf den Postbegleiter, ohne ihn jedoch zu treffen, und flüchtete alsdann. Die Post' führte bedeutende Barmittel mit. Frankfurt a. M.» 16. Januar.(8. H.)_ Die„Franks. Ztg." meldet aus Basel: Heute nachmittag traf hier die Nachricht ein, Arnold Pöcklin sei in seiner Villa bei Fiesole unweit Florenz ge- starben. Florenz, 16. Januar.(W. T. B.) Arnold Böcklin war seit 14 Tagen infolge einer akuten Herzerkrankung leidend; sein Tod er« folgte in Anwesenheit seiner nächsten Verwandten. Die Beerdigung soll am Freitagmittag stattfinden. Nerantwortl. R-dacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin Hierzu S Beilagen n. ltntcrhaltnngsblatt. «t 14. i8. 3mm. i. Keilllge des„Vsmillts" DertlUl Wldsdlllü. s-«"»-!-». 17. ZW»« 1S01. Zur Kanalvorlage. Nachdem nunmehr die große Kanalvorlage, die von tief- greifendem Einfluß auf das gesamte deutsche Wasserstraßennctz sein Ivird. dein preußische» Landtage zugegangen, bringen ivir unsern Lesern eine Karte der durch dieselbe geplanten neuen Wasserstraße» i» Verbindung mit sämtlichen vorhandenen schiffbaren Wasserstraßen Norddentschlands. Zur Erläuterung der Karte sei hier aus der amtlichen Vorlage kurz folgendes angeführt. Nach der Vorlage soll die Staatsregicrung ermächtigt werden: 4. Zur Herstellung und Verbesserung von Wasserstraßen und zwar: 1. eines den Rhein, die Weser und die Elbe verbindenden Schiffahrtskanals lRhein— Elbe-Kanals), bestehend aus a) einem Schiffahrtskanal vom Rhein in der Gegend von Laar bis zum Dortmund— Ems-Kanal in der Gegend von Herne sD o r t m u n d— R h e i ir- K a n a l). b) verschiedenen Ergänzuugsbauten am Dortmund— Ems-Kanal in der Strecke von Dortmund bis Bevergern, v) einen, Schiffahrtskanal vom D o r t m u n d— E m s- K a n a l in der Gegend von Bevergern bis zur Elbe in der Gegend von Heinrichsberg unterhalb Magdeburg sMittellandkanal) mit Ztveig- kanälen nach Osnabrück, Minden, Liuden, Wülfel, Hildcsheim, Lehrte, Peine und Magdeburg einschließlich der Kaualisierung der Weser von Minden bis Hameln, 2. eines Groß- Schiffahrtswegs B e r l i n—S t e t�t i n(Wasser- straße Berlin— Hoheusaathen), 3. der Wasserstraße zwischen Oder und Weichsel, sowie der Schiffahrtsstraße der Warthe von der Mündung der Netze bis Posen, 4. des Schiffahrtswegs zwischen Schlesien und dem O d e r— Spree- Kanal. II. Zur Beteiligung des Staats an 1. der Verbesserung der Vorflut in der unteren Oder, 2. der Verbesserung der Vorfluts- und Schiffahrtsverhältniffe in der unteren Havel, 8. dem Ausbau der Spree. Durch die geplante Verbindung der fünf großen, in die Nord- oder Osce mündenden Ströme lRhein, Weser, Elbe, Oder, Weichsel) untereinander wird ein leistungsfähiges Wasserstraßennetz geschaffen, das nnt seinen vielfachen Verzweigungen fast daö gesamte preußische Staatsgebiet umfaßt. Die Wasserstraßen sollen auch bei einem feind- lichen Angriff auf die West-, Nord- und Ostgrenzen des preußischen Staats für die glückliche Durchführung des Kriegs von aller- größtem Werte sein. Unsre Karte giebt nicht nur die sämtlichen in Betracht kommenden vorhandenen oder geplanten Linien wieder, sondern in- folge der in ihr angewendeten verschiedeuartigen Signaturen läßt sie wesentliche Gesichtspunkte der Vorlagen sowie die technische Beschaffenheit der Wasserstraßen deutlich hervortreten. In dieser Hin- ficht sei auf die Zeichenerklärung unten rechts verwiesen. Zunächst sind die Wasserstraßen, Flüsse sowohl tvie Kanäle, ihrer Tiefe und Befahrbarkeit nach unterschieden, sodann ist zum Ausdruck gebracht, welchen Interessen die neuen Linien vorwiegend dienen werden, ob denen der Schiffahrt oder denen der Landwirtschaft bezw. Landeskultur. Netchsfog. 27. Sitzung vom Mittwoch, den 16. Januar 1901, 1 Uhr. Am Bundesratstische: Niemand. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Be- ratung der Anträge A l b r e ch t(Soc.). T r i m b o r n(C.) und Dr. Hitze sC.). Hehl zu Herrnsheim(natl.) und B a s s e r- m a n n(natl.) betr. Abänderung des Gesetzes über die Gewerbegcrichte. Abg. Hitze(C.): Unser Antrag ist das Resultat der Beratungen der vorjährigen Kommission und ivurde dort mit IS gegen S Stimmen angenommen. Unter den t> Gegnern befanden sich 4 Socialdcmolratcn. Unser Ziel ist, für die Pflege des Friedens zwischen Arbeit- geben, und Arbeitnehmern gesetzliche Bestimmungen über die Formen herbeizuführen, in denen die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung gemeinsamer An- gelegenheiten beteiligt werden. Einen Weg zur Erreichung dieses Ziels scheu wir in dem Ausbau der Gewerbegerichte. Wünschens- ivcrt wäre besonders Ausgestaltung des Eiuiguugsamts. Die Gewcrbegerichte müssen das Recht haben, die streitenden Parteieü vorzuladen. Ebefiso kann die gutachtliche Thätigkeit der Gewerbegcrichte eriveitert werden. Sollen diese erhöhten Auf- gaben aber erfüllt werden, so müssen die Gewerbegerichte in ver- fchiedenc Abteilungen geteilt werden. Die Kommission hat sich für die Dreiteilung: Fabrik, Handwerk, Hausindustrie, entschieden. (Bravo! im Centrum.) Abg. Bcck-Heidelberg(natl.): Was die Einzelheiten der Anträge anlangt, so wünschen auch wir die obligatorische Einführung der Gewcrbegerichte in Orten mit über 20 000 Einwohnern.' Wir begrüßen auch die Aus- dchnung der sachlichen Zuständigkeit der' Gewerbegcrichte; nur darf diese Ausdehnung nicht zu weit gehen, specicll nicht soweit, wie die socialdemokratischen Anträge das wollen. Die vorgeschlagenen Aenderungen in der Aufstellung der W ä h l e r I i st e n accep- tiercn wir in der Hoffnung, daß dadurch die socialistischen Einflüsse bei den Wahlen zum Gewerbegericht n, ehr in den Hintergrund gedrängt werden können. Mit großer Freude würde ich die Zulassung der Anwendung des Proportional-Wahlsystems bei den Wahlen zum Gewerbegericht, wie sie der Abg. Trimborn wünscht, begrüßen.— Durch den Ausbau der Einignngsamter der Gewerbegcrichte werden wir am beste» unnötige Streits verhüten. Freilich muß dann auch das Gclverbcgericht das Recht bekommen, die Parteien zwangsweise vorzuladen.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Gerade aber weil die Aufgaben der Gewerbegerichte so eminent wichtig sind, bin ich gegen, die von den Socialdemokrateu verlangte Herabsetzung des Wahlalters.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Oertel(k.): Bis zu einem gewissen Grade kann auch ich die Thätigkeit der Gewerbegerichte anerkennen, so rosig freilich, ivie der Herr Vor- redner, sehe ich die Sache nicht an.— Von den vorliegenden An- träge» ist. uns der Antrag Trimborn am sympathischtcn und Mtir werden für Ueberweisung desselben an eine Kommission stimmen. Dagegen halten wir den Antrag der Herren Albrecht und Genossen für unannehmbar. Das Vorlangen dieses Antrags ans obligatorische Einführung der Gewcrbegerichte wider- spricht dem Charakter dieser Gerichte als Sondcrgerichte. Die Landarbeiter unter die Kompetenz der Gewerbegerichte zu stellen, liegt absolut kein Anlaß bor. Der Gedanke, das G e- finde ebenfalls vor das G e w e r b e g e r i ch t zu schicken, hat für mich direkt e t lv a s schauerliches.(Lachen bei den Socialdemokrateu.) Wer das Verhältnis unsrer Dienstboten zu den Herrschaften kennt— wer es nicht kennt, kann sich darüber in den„Fliegenden Blättern" unterrichten— kann dies Verlangen ernst- Haft nicht stellen.— Daß gerade die Socialdcmokratcn das Wahl- recht der Frauen wünschen, ivundert mich umsomehr nach den Er- fahrungen, tvclche dieselben mit den Frauen— ich erinnere nur an Rosa Schocnlank(Heiterkeit)— auf ihren Parteitagen gemacht haben. (Lachen bei den Socialdemokratcn.) Für den Antrag Hitze können wir im allgemeinen eintreten. Abg. v. Kardorff(Rp.): Meine politischen Freunde vertreten gegenüber den vorliegenden Anträgen einen der Majorität des Hauses eiitgegengesetzten Stand- Punkt. Wir können in den Gewerbegerichten keine segens- reiche Einrichtung sehen. Die Arbeiter werden durch das Bestehen derselben nur in dem Glauben bestärkt, daß in der Socialdcmokratic, die die Wahlen zum Gewerbegericht beherrscht, für sie das Heil zu suchen sei. Daher können wie auch nicht für de» Antrag Trimborn eintreten, der obligatorische Einführung der Gewerbe- gerichtc in den Städten mit über 20 000 Einwohnern verlangt.— Wenn die Arbeitgeber es so machen würden, wieFrh r. v. Stumm. so>v ü r d e n Streiks überhaupt nicht vorkommen. (Lachen bei den Socialdemokrateu). Mein Freund v. Stumm erhöht aber stets rechtzeitig die Löhne und ist überhaupt täglich zwei Stunden für jeden seiner Arbeiter zu sprechen. Ein solches Vor- gehen würde viel mehr zur Förderung des socialen Friedens bei- tragen als der Ausbau der Gewerbegerichte. Es geht mit unserer Socialpolitik ohnehin schon in so rasender Fahrt vorwärts, daß es ein Unglück giebt, wenn man nicht bremst.(Große Heiterkeit links.) Ich hoffe, die vorliegenden Anträge werden keinen praktischen Erfolg haben. Abg. Zubeil(Soc.): Was die rasende Fahrt in socialpolitischer Hinsicht anlangt, so will ich Herrn von Kardorff nur bemerken, wenn wir eine so rasende socialpolitische Fahrt hätten, wie die Agrarier in rasender Fahrt Lebens mittelzölle. Fleisch eins uhr-Ver- böte usw. erreichen, dann kvmiteii wir sehr zu- frieden sein.(Lachen rechts.) Wir fordern, daß die Gewerbe- gerichte obligatorisch werden, damit die Arbeiter, die sich jetzt bald an' sie, bald an die I n n u n g s g e r i ch t e, bald an die Polizei, bald an die Gemeindebehörde n, bald an die Amts- und Landgerichte wenden müssen. manchmal sogar erst im V e r w a l t u u g s st r e i t v e r f a h r e n ihre aus dem Arbeitsverhältnis ciitspringendcn Streitigkeiten regeln. können, eine einzige Stelle erhalten, an die sie sich wenden können. Aus die Länge wird sich der Wider- stand gegen das Obligatorium nicht aufrecht erhalten lassen. Die Arbeitgeber, die die Herren Dr. Oertel und v. Kardorff vertreten, werden sich freilich niemals mit den Gewerbegerichtcn befreunden können, weil diese Gerichte auf der G l e i ch b e r e ch t i g u n g der Arbeiter mit den Unternehmern beruhen. Wie sehr die Unternehmen den Wert der Gewerbcgerichte auch für ffch erkannt haben. gebt aus folgenden Zahlen über die In- anspruchnahme des Kölner Gelvcrbegerichts hervor: 1892/93 wurde es von 14 Arbeitgebern in Anspruch genommen, 1894/95 von 46, 1898/!)g von 234 Arbeitgebern mit ca. 75 Proz. der eingereichten Klagen. Herr Trimborn wies auf die �Schwierigkeit des Obligatoriums hin, aber sein Parteigenosse Hitze hat heute selbst erwähnt, daß in München- Gladbach daS Gewerbe» gcricht auf den ganzen Haiidelskammer-Bezirk ausgedehnt worden ist. Wenn das Obligatorium auf diesem Wege eingeführt würde, so hätten wir nichts dagegen einzuwenden. Die von Trimborn be- antragtc Einführung der Gewerbcgerichte in Gemeinde» von über 20 000 Einwohner bedeutet ja einen gewissen Fortschritt, aber auch dann würde ein großer Teil iudustriereicher Bezirke ohne Gewerbegericht bleiben. Ich erinnere an die Judustrie-Dörfer im Leipziger Landbezirk, an Köpenick mit seinen 2400 Arbeitern, an Luckenwalde und manche Berliner Vororte. In R e i ch e u b a ch im Voigtlande haben die Arbeiter vergebens um die Errichtung eines Gewerbegerichts wiederholt bei den Behörden petitioniert. Jetzt haben die Behörden au die Unternehmer, also ganz einseitig, einen Fragebogen mit den Fragen verschickt: 1. Sind Sic für Errichtung eines Gewerbe- gcrichts? Aus welchen Gründen? 2. Im Fall einer Ver« nciumig der ersten Frage: Weshalb halten Sie die Einrichtung der Eewerbegerichte nicht für zweckmäßig? Selbstverständlich wird bei solcher Fragestellung die Autwort wieder verneinend aus- fallen. Daß die Rechte»nsren Antrag ablehnen würde, stand bei unS von vornherein fest. Er geht ja von Socialdemokrateu aus, und die Socialdemokrateu wollen ja nur„hetzen!". Das würde uns aber nicht beirren, die Ausdehnung der Gewcrbegerichte für die Arbeiter in der Forst- und Landwirtschaft, in der Fischerei und für das dienende Personal zu verlangen. Denken Sie nur an die unglückliche Stellung der Gärtnergehilfen, die einmal als Land- arbeite,- gelten, sobald sie' aber dazu verwendet werden. Bin- nie» oder Gemüse ans den Markt zu bringen, unter dieHandlungs- Hilfsarbeiter fallen und dann dem Gewerbegericht unterstehen. Daß eine große Zahl Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis auch auf dem platten Lande entstehen, Ivird selbst Herr Dr. Oertel zugeben müssen. Jetzt aber haben die Landarbeiter nur den schwierigen, langwierigen Weg zum Amtsgericht. Häufig fehlen ihnen die Mittel und die' Kenntnisse für Klagen, und sie müssen deshalb auf ihr Recht verzichten. Sollte auch unser Autrag heute abgelehnt werden, daS Ccntrum wird doch im Laufe der Jahre mit Rücksicht auf seine ländlichen Wähler ge- zwuiigcn sein, sich niisrcm Standpunkt anzuschließen. Recht ge- schmackvoll waren Herrn Dr. O e r t e l s A cn ß e r u n g e n ü b e r das dienende Personal, seine Witze von den„Berliner Pflanzen" und den„dicken Köchinnen".- Herr Dr. Oertel, was würden Sie und Ihre Ge ma h I i n anfangen, wenn daS von Ihnen so geschmackvoll bezeichnete Küchen« u'n d D i e n st p e r s o n ä l einmal st r e i k e n würde.(Heiter- keit.) Solche Aeußeruugen würden, wenn sie den Dienstboten be« kennt würden, ihnen die Augen öffnen und ihnen beweisen, wo die Ausbeutung und elende Behandlung des Dienstpersonals zu finden ist! Herr Trimborn hat eingesehen, daß die Dienstboten mit ihren Streitigkeiten vor die Gewcrbegerichte gehören. Um so sonderbarer Muß es berühren, daß er unsren Autrag. auch die Miets- streitigkeiteu, die aus dein Arbeitsverhältnis entspringen. vor das Gewerbegericht zu bringen, gar nicht verstanden hat. Herr Trimborn hat die Amtsrichter sehr gelobt und sie Volksrichter ge- namit. Im Volke beißen sie ganz anders. Die ungesunde Langsamkeit des Verfahrens vor den Amts- geri'chten tvird von allen Seiten beklagt. Die Amtsgerichte sind überbürdet. Unsre Vorschläge werden sie eiiilasten. Außerdem haben die Eewerbegerichte den Vorzug, daß das Wahlvcrfahren ein andres ist, wie zu den Schöffengerichten, daher wollen wir auch die Streitigkeiten der kanfmäimischen An- die heute Ich bitte Das Schlußwort zu dem Antrag Albrecht erhält Abg. Rosenow( Soc.): Serr gestellten vor das Gewerbegericht verwiesen wissen. Höchstens tönnten Textil- und Wäsche- Industrie z. B. sind auch die Frauen viel gesonderte Kammern für sie eingerichtet werden. Als einen beffer zum Urteil befähigt. In den Einigungsämtern, deren Herr v. Kardorff meinte, es tämen bei Herrn v. Stumm teine Verstoß gegen die guten Sitten, der vor dem Gewerbegericht Ausbau wir wünschen, sehen wir die Möglichkeit, Streits schon im abgeurteilt Beispiel Steime beizulegen. Wenn dies ermöglicht werden sollte, muß aber Streits vor, weil er stets rechtzeitig die Löhne erhöhe. Der wirkliche werden muß, betrachten wir zum die schwarzen Liften der Arbeitgeber. Vor einigen Jahren der Borsigende das Recht haben, die Parteien zwingen zu können, Grund liegt aber jedenfalls darin, daß seine Arbeiter sich in solcher fand hier ein großer Klavierarbeiter- Streit statt. Noch drei vor dem Gewerbegericht zu erscheinen und auf Verlangen Auskünfte Abhängigkeit von ihm befinden, daß sie es gar nicht wagen Jahre nach diesem Streit wurden alle Arbeiter, die in den Listen zu erteilen. Falls eine Partei nicht erscheint, müßte sie mindestens fönnen, in eine Bewegung zur Verbesserung ihrer Arbeitsder Unternehmer mit drei Kreuzen versehen waren, von keinem 1000 M. Buße zahlen. 100.. wie sie das Centrum ver verhältnisse einzutreten. Herr v. Kardorff sprach weiter von der die meisten Arbeitgeber gar nichts. Arbeitgeber dieses Gewerbes angestellt. Ebenso beurteilen wir die langt, bedeutet für Konkurrenzklausel, zu deren Annahme die Arbeiter in Zeiten von Der Verband der Metallindustriellen erhebt 3000 m. Ston- rasenden Fahrt unsres socialpolitischen Wagens. Ich würde unfre Socialpolitik lieber mit einer gemütlichen Postkutsche Arbeitslosigkeit leider häufig gezwungen werden. Unsere An- ventionalstrafe von seinen Mitgliedern, die gegen feine An alten Schlages vergleichen, die recht viel altestellen hat träge in Bezug auf Herabsetzung des Wahlrechtsalters sollen ordmungen handeln. Gewerbegerite müssen weiter das und jeden Augenblic reparaturbedürftig ist.( Sehr gut! bei nur agitatorisch nach außen wirken. Wir haben aber schon stets techt bekommen, Gutachten zu erteilen und Petition en ben Socialdemokraten.)- Ich verstehe nicht, weshalb sich Herr Trimverlangt, daß allen Arbeitern von 21 Jahren das aktive Wahlrecht z. B. auch an den Reichstag, zu richten. Als bei Gelegenheit born gegen die Erteilung des Wahlrechts an die Frauen ausspricht. Hat überhaupt gegeben werden möchte, denn mit 21 Jahren wird jeder ber Buchthausvorlage eine Petition seitens des Berliner Gewerbegericht doch die letzte Generalversammlung der Katholiten Arbeiter mündig und kann seine bürgerlichen Angelegenheiten felbft an den Reichstag gehen sollte, hat der Oberpräsident der Provinz Deutschlands den Beschluß gefaßt, der Frauenbewegung, ordnen. In einzelnen Bundesstaaten haben auch die Arbeiter mit Brandenburg das Gewerbegericht 16 Monat auf eine Antwort warten insbesondere der gewerblichen Thätigkeit der Frauen 21 Jahren das Recht, ihre Vertreter in die staatlichen lassen, bis er erklärte, das Gewerbegericht hätte fein Recht, sei eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. und kommunalen Körperschaften zu entsen de n. Petitionen an gefeßgebende Körperschaften abzugeben, sondern Wenn man anerkennt, daß die Frauen gezwungen sind, sich In China Kultur zu verbreiten, dafür halten Sie die jungen Leute nur an Behörden. Ich erinnere auch an die Vorgänge, die fich jetzt immer mehr in den wirtschaftlichen Kampf zu stürzen, dann muß für alt genug, aber um zu den Gewerbegerichten zu wählen, dazu vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts ereignet haben. Der man ihnen auch erhöhte Rechte zuerkennen. Es giebt eine große follen sie zu jung sein. Das passive Wahlrecht soll mit fünfund Verband der Holzindustriellen hat dort erklärt, selbst, wenn das Reihe von Arbeitsverhältnissen, in denen die Frauen sogar beffer Bezwanzig Jahren eintreten. In diesem Alter ist die große Mehrzahl Einigungsamt zu einem Schiedsspruch kommen sollte, würde es sich der gewerblich thätigen Arbeiter bereits elf Jahre lang im Beruf demselben unter teinen Umständen unterwerfen.( hört, hört! bei ſcheid wissen wie die Männer. Unser Antrag, auch die Streitigkeiten der Kaufleute den Gewerbeund bat daher ein ausreichendes Urteil über die beruflichen den Socialdemokraten.) Das ist doch ein Beweis dafür, wie macht gerichten zu überweisen, hat Widerspruch gefunden. Unser Vorschlag noch find! Gewerbegerichte Verhältnisse. Wir verlangen weiter die Abschaffung der Innungs. Ios unfre Anträge anzunehmen. Schiedsgerichte. Die Urteile dieses Schiedsgerichts sind durch Sie also, Eine Kommissions- bat aber den großen Vorzug, daß die Vorfigenden in den Gewerbeweg sehr parteiifch. Ich will ein Kuriforium anführen. Ein Wertmeister beratung ist jegt ganz zwvedlos. Im vorigen Jahr hat gerichten über die Verhältnisse dieses Berufs genau unterrichtet sind, hatte den Obermeister einer Gelbgießer- Innung verklagt. Als das die Stommission schon einen vollständigen Gesez- Entwurf während dies bei den ordentlichen Gerichten vielfach Schiedsgericht zusammenberufen werden sollte, wurden dazu nicht die ausgearbeitet, als die Session geschlossen wurde. Dasselbe würde nicht der Fall ist. Die Rechtsanschauung der Unternehmer überträgt sich unwillkürs eben neu gewählten Beisiger eingeladen, weil zu ihnen schon social- jezt gefchehen und wir hätten dann wieder umsonst gearbeitet. Wenn lich auf die denselben Kreisen angehörigen oder nahestehenden Richter. Beisitzer, deren Mandate schon längst abgelaufen waren. Als ein zeugt. daß Sie in nicht allzu ferner Zeit gezwungen sein werden, in den Gewerbegerichten beteiligt worden sind. Das trifft auch demokratische fortgeschrittene Gesellen gehörten, sondern die alten Sie auch heute wieder unsre Anträge ablehnen, so bin ich doch über- lich auf die denselben Kreisen angehörigen oder nahestehenden Richter. Das ist der innere Grund, weshalb die Arbeiter am Richteramt Beisiger den Obermeister schließlich auf diesen Umstand auf die Wünsche der Arbeiter in Bezug auf die Gewerbegerichte zu er für die kaufmännischen Angestellten zu. Die taufmännischen merksam machte, antwortete dieser frant und frei: Kommen füllen!( Beifall und Bravo bei den Socialdemokraten.) Schiedsgerichte dürfen nicht den Amtsgerichten sondern müssen den Sie nur hin, der Assessor wird schon mit unsren Vorschlägen Abg. Münch- Ferber( natl.): Gewerbegerichten angegliedert werden. Beschäftigt ein Geschäft einverstanden sein. Das war auch der Fall, und der Werkmeister Auch wir wollen die Socialpolitik fördern und dies bezwecken Arbeiter und kaufmännische Angestellte, so tann leicht der wurde von dem so zusammengesezten Schiedsgericht verurteilt.( Hört! unfre Anträge zum Ausbau der Gewerbegerichte. Alle Streits und Fall eintreten, daß der Beklagte wegen derselben Angelegen hört! b. d. Soc.) Charakteristisch ist auch der folgende Fall: Ein Streitigkeiten werden ja dadurch nicht aus der Welt geschaffen werden, heit vor dem Amtsgericht oder dem ihm angegliederten Schlossermeister wurde verklagt, in scheinen hat. Das hat sein mißliches. Werden die kaufmännischen Schiedsgerichte den Gewerbegerichten nicht angeschlossen, so fömen Die Forderungen der Socialdemokraten gehen vielfach über das sie fich nicht entwickeln. Wir hoffen mit Zuversicht auf den schließZiel hinaus. Für die Anträge des Centrums und der Nationtal- lichen Sieg unsrer Anschauungen über die Gewerbegerichte.( Bravo! liberalen ist erfreulicherweise die große Majorität des Reichstags. Die Herren Freikonservativen, die andrer Meinung sind, gehören einer längst vergangenen Epoche an, über sie gehen wir einfach zur Tagesordnung über. Ob wir die Angelegenheit im Plenum er ledigen, wie Herr Zubeil wünscht, oder in einer Kommission, ist ziemlich gleichgültig. Schließlich sind wir doch abhängig von der Stellungnahme der Regierung. hört! b. d. Soc.) Charakteristisch ist Fall 30 M., in einem aber eine wesentliche Förderung des socialen Friedens wird hoffent faufmännischen Schiedsgericht und vor dem Gewerbegericht zu er andern 64 M. zu zahlen und erklärte sich Abg. Nöficke- Dessau( wildlib.): Natürlich ließ sich der Kläger darauf nicht ein. Das Junungs- lich doch erreicht werden.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Schiedsgericht tam aber plößlich zu dem merkwürdigen Urteil, die Selage sei abzuweisen, weil nicht genügend Beweise erhoben werden könnten. So wurde der Kläger in die Kosten verurteilt und abgewiefen. Ferner verlangen wir das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Im vorigen Jahre find 2500 Klagen von Arbeiterinnen vor dem hiefigen Gewerbegericht durch Männer entschieden worden. Herr Trimborn meinte, die Arbeiterinnen seien mit dem jezigen Zustande ganz zufrieden. Es liegen aber eine ganze Reihe von Petitionen, auch von bürgerlichen Frauenvereinen, vor, die das Wahlrecht für die Frauen verlangen. Ueber die Verhältnisse in der Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 17. Januar. Opernhaus. Fidelio. Unf. 7 Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Der Meister von Palmyra. Anfang 72 Uhr. Leffing. Wie die Blätter. Anfang 72 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft( 1. Tetl). Anfang 7 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 7 Uhr. Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 72 Uhr. Westen. Der Waffenschmied. Die schöne Galathee. Anf. 71/2 Uhr. Central. Die Schöne von New York. Anfang 7 Uhr. Secessionsbühne. Der Leibalte. Anfang 72 Uhr. Schiller. Die Welt in der man sich Tangweilt. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Obersteiger. Anfang 71/2 Uhr. Carl Weiß. Der Brandstifter. An fang 7 Uhr. Luisen. Kyritz Pyrig. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Schuster und % Teufel. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten Vorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 7 Uhr. Beichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Passage Panoptikum. Specialis täten D Borstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans". Jm Hörsaal:„ Acetylen und andre moderne Lichtspender." Dr. Naß. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Central Theater. Abends 7 Uhr: Die Schöne von New York. ( The belle of New York.) Burleske Operette in 3 Aften v. Benno Jacobson. Mufit von Gustav Kerter. Morgen und folgende Tage: Die Schöne von New York. Sonntagnachm. 3 Uhr zu halb. Breifen: Die Geisha. Abends 72 Uhr: Die Schöne von New York. Apollo- Theater. Phänomenaler Erfolg: Valentine Petit Helene Gérard Rachettas Minstrels parisiens Salambos Miss Zelia Quartett Légay Rob. Steidl Messters Kosmograph: Chinabilder. Des Löwen Erwachen. Kom.Operette in 1 Akt v. J.Brandt. Anfang 8 Uhr. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Täglich 29 Uhr: ine tolle Nacht. Berliner Ausstattungspoffe. Das sensat. Debut der American Zouaven und das vollständig neue Januar: Specialitäten- Programm. Anfang 28 Uhr, der Tollen Nacht" 29 Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Sonnabend, 19. Januar: Zweiter grosser Schiller Theater Metropol- Theater- Ball. ( Wallner Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufz. von E. Pailleron. Deutsch von Tuhten und Wittmann. Freitagabend 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonnabendabend 8 Uhr: Freiwild. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Der Cirkus ist gut geheizt und vor Zug geschützt. Cirkus Busch Donnerstag, den 17. Jannar, abends 72 Uhr: Gr. Gala- Abend. Zum 50. Male: Thalia Theater Die ciferne Maske. Dresdenerstr. 72. Seute und folgende Tage Amor von Heute. Gr. Ausstattungspoffe m. Gef. u. Tanz. Anfang 72 Uhr. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Der Brandfifter. Gr. historisches Manege: Schaustüd in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Original- Pantomime des Cirfus Busch.- Besonders hervorzuheben: Eine veritable Falkenjagd und Der feenhafte Goldakt mit der FWunderfontaine. Borher Auftreten der neu engagierten Ainsler. Außerdem Europ. Kavallerien, große Cuadrille auf 16 Schulpferden. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 20. Januar, nachmittags Morgen: Die Anne- Lise. 4 Uhr: Berliner Landpartien". Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Kinder: wozu jeder Erwachsene auf allen Sitplägen 1 Kind frei hat; weitere Kinder Borstellung, fleine Preise: Tausend und eine Nacht. I bie Sälfte. Damit schließt die Diskussion. bei den Socialdemokraten.) Die Anträge Albrecht( Soc.) und Trimborn( C.) werden hierauf einstimmig einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Die Resolution Hize- Bassermann wird gegen die Stimmen eines Teils der Rechten angenommen. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr. Fortsetzung der 2. Lesung der Etats des Reichsamts des Innern. Schluß 4/2 Uhr. Cirkus Schumann. RANIA Gente Donnerstag, den 17. Januar 1901, abends präc. 7½ Uhr: Taubenstr. 48/49. Im Theater Donnerstagabend 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Im Hörsaal: 1 Elite- Abend. Gala- Programm. Bum 117. Male: Ein Sensationsschlager ersten Rang8: Größtes Manegen und Wasserschaustück der Gegenwart. China. 600 Mitwirkende. Verwendung des ganzen Marstalls. Sämtl. Einlagen. Sterbe- Kasse chem. Pflugscher Arbeiter Hetzelsche Kasse. General- Versammlung Sonntag, den 27. Januar, vorm. 10 Uhr, Dr. Nass: Acetylen und andre Bang neue Waffereffette. Feenhafte Lichteffekte. Borführung der neuesten in Nümanns Saal, Brunnenſtr. 188. moderne Lichtspender. imot Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Grosse Weihnachtsbie Ausstellung! Die ,, Trinklust" der Germanen, sensationelle plastische Gruppen aus Deutschlands Vorzeiten! Kriegstrophäen aus Transvaal. Damenkapelle Zarina. Die wilden Weiber aus Dahomey u. vieles andre mehr! Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Das durchweg neue und phänomenale and Januar- Programm! 9 Uhr: Neu! 9 Uhr: Eine tolle Nacht! Boffe mit Gesang in 2 Atten von Anno. Blech, Bojaunist: Dir. Rich. Winkler. Cécil St. Germain und Mile. Therese. Neu! Im Reich der Illusion! Neu! The 3 Hanlons, staunenerregende Kraft Produktionen. Dazu 12 Schau- Nummern I. Rangs. Sonntags 7 Uhr. Anfang: Wochentags 7% Uhr. Entree 50 Pf. Sanssouci Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Lustige Vagabonden. Reichshallen Stettiner Sänger. Zum Schluß: Weihnachten in China. Nur noch kurze Zeit. Anfang 8 Uhr. Militär- Konzert : 16010d Bilder aus China durch den Kinematographen. Vorher: 12 der hervor: ragendsten Nummern. Auftreten sämtlicher neu engagierten Specialitäten. Direktor Albert Schumanus anerkannt unerreicht dastehende Original Dreffuren. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der General Versammlung vom 22. Juli 1900. 2. Kaffenbericht des Rendanten pro 1900 und Bericht der Revisoren. 3. Max Kliems Festsäle Meridiebene Staffentangelegengetten. Hasenheide 13-15. Jeden Sonntag und Donnerstag: 4. 1. Borfizenden, danten und 2. Schriftführers. 5. Wahl 2110b von drei Revisoren. Der Vorstand. Otto Winkler. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Gr. humoristische Soiree d. Norddeutschen Sänger ( Zimmermann, Steinhardt, Stangenberg). Anfang 7 Uhr. In den alten Sälen von 4 Uhr ab: Ball. Empfehle meine Säle, 1200, 1010 und 560 Personen faffend, Vereinen und Gesellschaften. Max Kliem. [ 575L*] Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen. Juh.: Max Schindler. Telephon: Amt IVa 9tr. 8002. Heute: Grosser Ball, als Specialität:* Cigarren- und echten id Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Sonntag, den 27. Januar: Plünderung des Riesen- Weihnachtsbaums. Theater Grand- Hotel Alexander Plak. Budapester Boffen- und Operetten- Ens. Folies Caprice. Jockl Geiger, Lebensbild. Ein Don Juan in tausend Aengsten, Posse. Pinkas& Comp., Burleste. Anf. 7 Uhr. Entree 60 Pf. intl. Gard. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Täglich 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung v. 3 Uhr nachm. b. 11 Uhr nachts. The two Cirnoes Die Ueberwinder Houdinis. Ravizetta d'Aragon Der Herr von Maxim 17 erstklassige 17 Specialitäten Eintritt einschliesslich 50Pf. Panopticum W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Hotel Klingebusch. Original- Bollsstück mit Gefang in brei Aften von R. Kneisel und Jacobson. Nach der Vorstellung: Passage- Panopticum. anzkränzchen. Die zusammengewachsenen Bwillinge. Die 12 unverbrennb. Fakire Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Masken Garderobe bon 5640* Carl Ernst, Köpnickerstr. 1261. Größte Auswahl! Billigste Preise! Vorzeiger diefer Annonce erh. 10 Proz. Preisermäßig. In ganz Deutschl. gesetzl. erlaubt Freitag: Die Grille. Wer wagt, gewinnt!] Ziehung 1. Februar. Jährlich 12 GewinnZiehungen mit abwechs. 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Für die vielen Kranzipenden bei der Orts- Krankenkasse Beerdigung meiner lieben Frau und der Gastwirte unsrer guten Mutter sagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten u. verwandter Gewerbe zu Berlin. Ausserordentliche 2111b in Dräsels Festsälen, Mene Friedrichstraße Nr. 35: Seute, Donnerstagabend 84 Uhr, im Saale der Brauerei uniren tiefempfundenen Dant. Versammlung. Tages Ordnung: Das Fiasko der nationalsocialen Bewegung. Abgeordneter Genosse Heinrich Peas. Friedrichshain, am Friedrichshain: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke. Referent Reichstags: 236/1 Arde Die Führer der nationalsocialen Partei find zu dieser Bersammlung Jede Werkstatt muß vertreten sein. Brieflich eingeladen. Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Freitag, den 18. d. M., abends 8½ Uhr, General- Versammlung im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, des Kassierers und der Revisoren 2 Vereins: angelegenheiten. 245/ 1* Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Centralverein der Bildhauer. Freitag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Ausserordentliche Versammlung. Tages Ordnung: Antrag„ Eine Unterstützung von 10 Mark pro Woche für die Monate Januar und Februar an sämtliche arbeitslosen Kollegen zu zahlen. Der Vorstand. Rixdorf.no? Socialdemokratischer Wahlverein. Die Parteigenossen werden ersucht, die rädständigen Beiträge des ehemaligen Vereins„ Vorwärts" bis spätestens 10. Februar in folgenden Zahlſtellen zu regulieren: Kopisch, Karlsgartenstr. 9. Reterau, Hermannstr. 50. Zibell, Reuterstr. 54. Münzer, Steinmetzstraße, Ecke Lessingstraße. Herrmann, Kirchhofstr. 1. Preil, Rosenstr. 24. Beet, Knesebecstr. 135. Prejler, Bietenstr. 69. Hahn, Wißmannstr. 10. Günther. Kopfftr. 39. Bartel, Schönweiderstr. 9. Schulz, Bergstr. 81. Grunewald, Richardstr. 112. Stangenberg, Kottbuser Damımı 99. 232/2 76/17 Mitgliedsbuch nebst Vertrauensmännerkarte legitimiert. Die Ortsverwaltung. Freie Volksbühne. General- Versammlung Donnerstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse No. 19: Tages- Ordnung: Vortrag: Herr Fritz Stahl über: Die bildende Kunst und das Volk." 2. Geschäfts- u. Kassenbericht. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erbittet Der Vorstand. I. A. G. Winkler, etusiv VI. Abteilung Im Car! Weiss- Theater Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 23/4 Uhr: $ 119 Lumpacivagabundus. Die Mitglieder sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen und dürfen nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen im Theater. en Platz chung: Ordner- Sitzung Donnerstag, den 17. Januar, im Gewerkschaftshaus( Zimmer 3). Es ist Pflicht eines jeden sich zur socialdemokratischen Parteineb Irisan A eesong eid rechnenden Arbeiters, dem Verein beizutreten, um jederzeit zeteichey lexitA netsleeeg Kampf gerüstet zu sein. Der Vorstand. Bauhandwerker Krankenkasse zu Berlin und Umgegend.( Eingeschr. Hilfskasse No. 118.) Sonntag, den 3. Februar, vormittags Punkt 10 Uhr, bet Herrn Schulz, Grenadierstr. 33: Ordentl. Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands und Ausschusses. 2. Abrechnung des Kassierers und Revisionsbericht. 3. Ersatzwahl des Vorstands( 1. Kassierers, 2 Vor sitzenden, 2 Beisitzer und 4 Erfaßmänner). 4. Wahl des Ausschusses und 4 Grfaßmänner. 5. Innere Staffenangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert! 138/10 Der Vorstand. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Zahlstelle Wedding und Gesundbrunnen von Lehmann nach Wiesenstr. 27 bei Lösener, verlegt ist. D. D. edeb nom Earl Britt nebst Kindern. General- Versammlung Krankenkaffe der der gewählten Vertreter der Kaise am Freitag, den 25. Januar 1901, nachin. 8 Uhr im Fürstenhof" Hntmachergesellen( 3us. a. Bots), töpniderfir. 137/38. zu Berlin. ( Eingetragene Hilfstasse Nr. 67) Tagesordnung: 1. Bestätigung der Wahl des Kaffenrendanten. 2. Beschlußfassung über Generalversammlung einen Antrag auf Berlängerung der Tagesordnung: Montag, den 21. Jan. 1901, abends Gehaltszahlung an die Ehefrau des 82 Uhr, im Lofal des Herrn A. Feins. verstorbenen Rendanten. 3. Erledigung Weinfr. 11. 19956 der Anträge des Vereins der Schant wirte 2c. mit weiblicher Bedienung vom 20. November 1900. 4. Wit teilungen des Vorstands über allgemein wichtige Kaffenangelegenheiten. Berlin, den 16. Januar 1901. Der Vorstand. Poppe, Kraushaar, Vorsitzender. Schriftführer. 1. Kaffenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Wahl der Revisoren und Kranten: fontrolleure. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Otto Tschoppe. Donnerstag, den 17. d. Mts. Berliner Prater, Rastanien- Allee 7: 270/6 Deffentlicher Herren- Bortrag. Bekanntmachung Thema: Medizinische Irrtümer bei sogenannten unheilbaren Leiden. Anfang 1/29 Uhr bei freiem Entree. Kurbad: Magazinstr. 17. + Herren- Vortrag+ Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über: ,, Sogenannte unheilbare Männer: leiden" Donnerstag 17. Jan., abends der Orts Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. DelegiertenErgänzungswahlen: Uhr, in den Fortuna Sälen, Behufs Vornahme der Ergänzungss Straußbergerstr.3. Nur Herren. Eintritt wahlen, welche auf Grund des§ 49a frei! Keine Tellersammlung.[ 21076 des Rassenstatuts vom 30. Dezember Empfehle allen Freunden u. Bekannten 1898 für die im Laufe des Jahrs mein Weiss-, Bayrischbier- 1900 ausgeschiedenen Vertreter stattund gr. Speisegeschäft. Reich zufinden hat, machen wir hierdurch haltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag bekannt, daß 98 Vertreter der Kaffenmit Bier 50 Bf. fowie Abendtisch à la mitglieder und 27 Vertreter der Arcarte von 30 Pf an. 2 Vereinszimmer beitgeber zu wählen sind. mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Rest, Nitterstr. 123. Arbeiter- Bildungs- Schule. Sonnabend, den 19. Januar 1901, in den Gesamträumen des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11-13 Künstler- Konzert zur Feier des zehnten Stiftungsfestes. 00 61 Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester Dirigent: Herr Moser. → Prolog 28) old Verband der an Holzbearbeitungs- Maschinen noes beschäft. Arbeiter Berlins u. Umgeg: Donnerstag, den 17. Januar, abends 82 Uhr, in H. Fiebigs Festsälen, Gr. Frankfurterstr. 28: Herr Franz Stahl. Recitation: > Herr Friedrich Moest. Festrede newhado Herr Dr. Karl Liebknecht. Auszug aus dem Programm: Ouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt" Felix Mendelssohn- Bartholdy. . Eröffnung 7 Uhr. Franz Schubert. Billets 50 Pf.- Abendkasse findet nicht statt. Rauchen nicht gestattet. Hob Außerordentliche General- Versammlung. Sinfonie H- moll( unvollendet). Tages Ordnung: Fortsetzung der letzten Generalversammlung. 82/2 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und ist das Mitgliedsbuch borzuzeigen, sonst fein Zutritt. Der Vorstand. Verein der Tischler Berlins u. Umgegend ( Vertrauensmänner- Centralisation). Freitag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, bei 2. Keller( fl. Saal), Koppenstraße 29:20 mlo Tabla sex Die Saalthüren bleiben während der Vorstellung geschlossen. Nach dem Konzert in beiden Sälen: General- Versammlung. Beerdigungs- Verein Berliner Zimmerleute 1. Bericht des Vorstands, Kassierers und der Agitations Kommission. 2. Der Spruch des Einigungsamts. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. [ 186/ 3*) Kleber( Tapezierer). Freitag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, bei Herrn Jannaschk, Jufelstr. 10: Gr. öffentliche Versammlung Tages Ordnung: feintaldo? 1. Wie stellen sich die Berliner Kleber zur Festlegung des Tarifs mit der Innung, eventuell zur Lohnbewegung? Referent Kollege Straffer. 2. Diskussion. 101/1 Die Lohnkommission. Achtung, Goldschnittmacher! Morgen, Freitag, abends 81/2 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15: 31lisda Versammlung. Tages Ordnung: 2. Berschiebenesen Konrad 1. Bortrag des Kollegen Konrad über. Ronjumgenoßenschaften. Der Vertrauensmann. [ 629L Feuersteins Fest- Säle, Alte Jacobstr. 75 Große und fleine Fest- Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten stehen den Bereinen zur Verfügung Jeden Sonntag: Deffentlicher Tanz Lichtbilder Morgen, Freitag, ab. 81/2 Gäste 20 f. 1 Broschüre 23/4 Frauen- Vortrag Andreasstraße 21 b. Stechert, Frau Naturheilt. Grundmann über: Schwangerschaft, Geschlechtsleben und Leiden. Großer Berliner Naturheil- Verein. Sonnabend, den 26. Januar 1901, in Stecherts Festsälen, Andreasstraße 21: Grosser Wiener Maskenball. Die Mitglieder, Freunde und Gönner unfres Vereins werben gütig eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Billets a 50 Pf sind vorher bei den unterzeichneten Komiteemitgliedern zu haben: Klebb, Boffenerstr. 22, 1. Stfl. 2 Tr.; Liebetrau, Neue Königstr 18; Krafft, Braunftr 19, Quergeb. 4 Tr.; Brunzel, Wilsnackerstr. 61, St. 3 Tr.; Schneider, Zoffenerstr. 35, 3 Tr.; Vetermann, Reinidendorferstr. 65, 4 Tr.; Mahn, Eisenbahnstr. 31, 2 Tr.; Girke, Waldemaritr. 52, 1 Tr. Außerdem bei Herrn Bandelow. Langestr. 13 im Restaurant, und Herrn Schmidt, Münchebergerstr. 28 im Restaurant. Anfang 8, 5: Das Komitee. J. A.: Auguft Klebb. Zoffenerstr. 22. 259/1] Ziehung 25. Jan. u. folgende Tage. Mühlhauser Geld- Lotterie in Thüringen zur Wiederherstellung der Marienkirche 17597 Gewinne im Betrage von F473000 Mark. 584L*) Die Hauptgewinne sind 0000-50 000-20 000-10 000 Mk. etc. Original- Lose a 3,30 Mk.( Porto a. 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Das Wahllokal befindet sich im Saale von Cohn( Judnftrie gebäude), Beuthstr. 20/22. Die Wahlversammlungen bes sinnen um 5 Uhr nachmittags und werden um 11 Uhr abends geschlossen. Um Zweifeln vorzubeugen, machen wir darauf aufmerksam, daß die Gefamtzahl der Delegierten in beiden Wahllokalen zu wählen ist. Wahlberechtigt find alle großjährigen Kassenmitglieder, welche im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte find. Bur Legitimation dient das Mitgliedsbuch oder bei denjenigen Kaffenmitgliedern, welche noch nicht im Besize eines solchen sind, eine Bescheinigung des Arbeitgebers, daß sie in versicherungspflichtiger Beschäftigung stehen.( Datum, Unterschrift der Firma bezw. Stempel). Freiwillige Mitglieder, welche ihre Wohnung ans zugeben haben, legitimiert das Mitgliedsbuch. Die Wahlen seitens der Arbeitgeber finden statt am Freitag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, im Rassentotale, An der Stadt: bahn 46, Hof 1 Treppe, Aufgang lints im Seitenflügel. Es werden hierzu die Arbeitgeber mit dem Bemerken eingeladen, daß um 8 Uhr der Wahlatt beginnt, die Listen um 9 Uhr geschlossen werden. Wahlberechtigt find alle Arbeit: geber, welche für die bei ihnen beschäftigten Personen Beiträge aus eigenen Mitteln zu obengenannter 19936 Kaffe zahlen. Der Vorstand. Aug. Werner. H. Philipsohn Vorsißender. Schriftführer. Metropol- Theater Behren- Strasse 55/57. Sonnabend, den 19. Januar 1901 Zweiter gr. Metropol- Theater- Ball. 4 Musikkapellen. Vorzügliche Weine. Exquisite Küche. Anfang 11 Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Alles Nähere besagen die Plakate. Zweihundertjahr- Feier der Königerhebung Preußens. Jubiläumsschriften von Dr. phil. Nikolaus Thoemes. Friedrichs d. Gr. Bündnis mit der Gesellschaft Jesu Rom und Berlin z. Zt. Friedrichs d. Gr. 60 f. Anteil der Jesuiten an der Preußischen Königskrone. 1. Teil 60 Pf, 2. Teil 70 Pf., 3. Teil 50 Pf. Spannend geschrieben und hoch interessant für jedermann. 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Lokales. Staatsrettung. Wegen Verbreitens socialistischer Ideen unter in den Zimmern und auf den korridoren; von dicht abgeschlossenen seinen Landsleuten, wurde der aus Böhmen gebürtige Schneider Räumen findet sich keine Spur. Hier arbeiten Maurer, Töpfer und Smidet vom hiesigen Polizeipräsidium aufgefordert, innerhalb acht andere Handwerker in schädlichen Kohlenorydgasen; der ganze Bau Tagen das preußische Staatsgebiet zu verlassen. Also wieder einmal ist von Coatsdunst geschwängert. Wo bleibt die Pflicht der Bauein lästiger Ausländer. Seine Landsleute können sich an ihm ein polizeibehörde, einzugreifen? Ist es der Stadtverwaltung von Beispiel nehmen. Mit dem preußischen Staat hatte er es wohl Rixdorf unbekannt, daß auf einem ihr gehörigen Vau in dieser hauptsächlich deshalb verdorben, weil er seine Landsleute zum Ein- leichtfimigen Weise mit Menschenleben gespielt wird? Ist tritt in die Gewerkschafts Organisation aufgefordert hatte. Eine es der Fall, dann fordern wir fie auf, sofort einzugreifen bittere Fronie auf das den Arbeitern gewährleistete Koalitions- und zwar so, daß sie den Unternehmer verpflichtet, unverzüglich recht Kanonenöfen mit Abzugsröhren an Stelle der Coakskörbe zu feßen. Bertrams Nachfolger soll also der Stadtv. Gerstenberg iverden. Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Vorbereitung der Stadtschulrats- Wahlen hat, wie bereits mitgeteilt, mit 9 gegen 5 Stimmen beschlossen, der Versammlung Herrn Gerstenberg als den geeignetsten Mann zu empfehlen. Schon gleich nachdem Bertram fein Pensionierungsgefuch eingereicht hatte, bevor noch die Stadtverordneten- Bersammlung zur Einsetzung des Ausschusses geschritten war, wurde die Nachricht verbreitet, daß die Mehrheitsfraktionen der Versammlung Herrn Gerstenberg dazu ausersehen hätten, Leiter des Zeugen gesucht. Die Personen, welche am ersten Weihnachts- Den Bauarbeitern ist durch diesen Fall wiederum bewiesen, daß sie Berliner Volksschulwesens zu werden. Da dieser Bosten von hervor- tage nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr die Affaire beobachtet haben, mit aller Energie die Einrichtung einer Kontrollbehörde, der Bauragender Wichtigkeit ist und seit Jahren ein ganz besonders die sich am Marianneuplatz zwischen einem Schußmann und Civil- gewerbe- Inspektion, zu fordern haben. Auch die Regierung tüchtiger Mann dafür verlangt worden ist, so darf man billig personen abgespielt hat, werden gebeten, sich bei Mag Melzer, fann hieraus ersehen, daß Verordnungen, die nicht befolgt werden, fragen, wie es in dieser Beziehung um Herrn Gerstenberg steht. Tischler, Reichenbergerstr. 16, Hof part., zu melden. nichts nützen. Daher fort mit den einzelnen Verordnungen; an Ueber seine Befähigung zur Leitung eines Volksschulwesens, wie es deren Stelle schaffe man ein einheitliches Landes- Bauarbeiterschutzdas von Berlin ist, kann man sich auf Grund seiner beruflichen wesen. Im Hause Oranienstr. 204 stahl er dem bei Frau Schureck Ein Schlafstellendieb treibt im Südosten der Stadt sein Un- Gesetz und eine Baugewerbe- Inspektion! Thätigkeit faum ein Urteil bilden. Herr Gerstenberg ist Direktor wohnenden Tischler Bunker, mit welchem er eine Nacht zusammen Anschaffung eines Desinfektionsapparats für das Krankenhaus, ferner In Köpenick beschloß die Stadtverordneten Versammlung die des Friedrichs- Realgymnasiums. In dieser Stellung hat er natürlich nicht zeigen können, wessen sich die Berliner Volksschule von Karl Klinger und gab an, Kaufmann zu sein. Er hat ein Alter von Aufsehen erregte eine Klage über Mängel am Bau des neuen Schulwohnte, gestern sämtliche Kleidungsstücke. ihm zu versehen hätte, wenn ſie ihm anvertraut würde. Man hat Stava Jahren, ist etwa 1,75 Meter groß und trug dunkles Haar zusehen erregte ommiſsion wurde mit ber Untersuchung der AnDer Dieb nannte sich wurden der Sanitätskommission 1000 m. zur Verfügung gestellt. fich daher an das zu halten, was er nach dieser Richtung hin in und dunklen Schnurrbart. feiner kommunalen Thätigkeit geleistet hat, Da müssen wir nun gelegenheit beauftragt. In die verschiedenen Deputationen wurden gestehen, daß wir an Herrn Gerstenberg bisher noch nichts bemerkt Ein Feuer im„ Pathologischen Juftitut" der Charité, auch unsre im Stadtparlament ſizenden Parteigenossen gewählt. haben, was uns veranlassen könnte, in ihm den Messias zu erblicken, das gesternvormittag 9 Uhr austam, hat für die Wissenschaft zum auf den die Berliner Volksschule wartet. Herr Gerstenberg hat in Teil umerseßliche Verluste im Gefolge gehabt. Im zweiten. Stock Schöneberg. In der letzten Sigung der Stadtverordnetens der Stadtverordneten- Versammlung sehr oft zu den Fragen des des zum Abbruch bestimmten Gebäudes befinden sich die Räume für Versammlung stand zunächst die in der letzten Sigung resultatSchulwesens, des höheren wie des niederen, gesprochen. Aber was anthropologische Sammlungen, in denen die Skelette und wertvollen los verlaufene Vorsteher Stellvertreter Wahl zur das Volksschulwesen angeht, so hat er sich in der Behandlung dieses Präparate aufbewahrt werden. Speciell enthielt ein kleines Gemach Tagesordning. In einer ziemlich unerquicklichen Diskussion, in wichtigsten Zweigs der städtischen Verwaltung in nichts von den Ber- eine wertvolle Sammlung des Professors Rudolf Virchow. welcher die verschiedenartigsten Interessensphären recht grell zum tretern des fattsam bekannten Kommunalfreisinns unterschieden. Er Unmittelbar über dieser Stube im Dachgeschoß liegt Ausdruck gelangten, wurde über die gweckmäßigkeit der augenblidhat die in unfren Gemeindeschulen herrschenden Mißstände selten das Heizungsrohr, das den Brand verursacht hat. Dieser lichen Vornahme dieser Wahl hin- und hergestritten, bis endlich die direkt verteidigt, aber er ist auch niemals mit Entschiedenheit dagegen wurde jedoch so spät bemerit, daß er die Dede nach Wahl des vorjährigen Stellvertreters mit 21 von 39 gültig, ab= aufgetreten. Wenn man nach seiner Haltung in der Stadtverordneten dem zweiten Stod bereits zerstört hatte, und die brennende gegebenen Stimmen diesen Gegenstand der Tagesordnung erledigte. Ueber Berjammlung urteilen darf, dann ist erin lebereinstimmung mit Deckenschälung teilweise zwischen die Virchowsche Sammlung ben weiteren Verlauf der Sigung berichtet uns unser Storrespondent: seinen Fraktionsgenossen durchaus der Ansicht, daß im Berliner herabgestürzt is Die Feuerwehr war dann zwar bald zur Bei der mun folgenden Beratung des Orts statuts betr. GinVolksschulwesen im großen und ganzen alles in bester Ordnung ist. Stelle und löschte das Feuer mit zwei Schlauchleitungen ab, doch quartierung der bewaffneten Macht während der In dieser Hinsicht muß er den Mehrheitsfraktionen der Versamm- sind ganze Waschkörbe von Präparaten teils ganz vernichtet, teils Friedenszeit entwickelte sich ein Schauspiel seltener Art, welches lung mit Recht als der geeignetste Mann erscheinen, Bertrams Nach- angekohlt. Unerseßlich ist der Verlust einer zerstörten Mumie aus jedermann ausreichende Gelegenheit gab, den Wert des vor ganz folger zu werden. Peru. Der Schaden für die Wissenschaft wäre noch größer gewesen, furzer Zeit hier gegründeten Mietervereins und die für die Pläne der Ein Fühler? In einem anscheinend von der Straßenbahn- türzlich erst vollendeten Neubau der Charité gebracht wäre. Das Gründer dieses Vereins" recht anschaulich kennen zu lernen. Der wenn nicht schon ein erheblicher Teil der Sammlungen nach dem breite Masse Schönebergs berechneten umivälzenden direktion inspirierten Artikel des Berliner Börsen- Courier" findet Herr Vorsteher Müller hielt es nämlich bei dieser Gelegenheit fich folgende merkwürdige Stelle: Will die Stadt durchaus die Dachgeschoß wurde in erheblicher Ausdehmung zerstört. Straßenbahnen beherrschen, so ist es unsres Erachtens das richtigste, Ein Hochstapler, der unter dem Titel eines Fürsten Lahowari für angebracht, den von diesem Verein und auch von uns gegen den Hausbefizer Verein erhobenen Vorwurf, er hätte es gleich das ganze große Unternehmen der Großen Berliner Straßen- in Berlin und anderswo Gaunereien begangen hat, ist gestern auf durch seine Vertreter im Stadtparlament, welche die Mehrheit bahn zu kaufen. Der Augenblick für eine Erwerbung Veranlassung der hiesigen Polizei in Genua in der Person des bilden, dahin gebracht, daß die Einquartierungslasten nicht den der Großen Berliner Straßenbahn wäre besonders vorteil früheren rumänischen Offiziers Georg Manolesco verhaftet worden. Hansbefizern, sondern der Stadt aufgehalft werden, als unrichtig haft gewählt, da der Kurs der Aktien seit Jahr und Tag bedeutend gefallen ist und der gegenwärtige Kursstand, namentEin seltsames Malheur ist dem in der Mühlenstr. 33 bei Boy zurückzuweisen. Er führte als Beweis seiner Behauptung die lich angesichts des fortwährenden Riesenwachstums der Linien wohnhaften Invaliden Romeleit aus Insterburg passiert. Er fam Bereitwilligkeit der Hausbesitzer, die erforderlichen Kosten durch und des Verkehrs, als ein entschieden preiswürdiger be= am 22. Dezember von dort fremd hierher und logierte sich bei einem eventuelle Ümlagen zu bestreiten, an. Trotzdem sehen wir dieser zeichnet werden kann. Wir glauben, daß sowohl die Ver- Gastwirt ein. Am folgenden Tage ging er fort, ohne sich Namen Behauptung bei der Mehrheit der Hausbefizer starten Zweifel Wagner und waltung wie die Aftionäre sich bereit finden würden, heitter und Straße des Wirts zu merken und ließ gleichfalls feine Sachen entgegen. Nicht so die Herren, Direttor die int den Versammlungen, gu welchen gemessenen Basis wegen des Uebergangs auf die Stadt zu verstehen. Es gelang ihm später nicht, sein Logis wieder zu finden. Dr. Richter, Ersuchen eins handeln, bei der die Stadt Berlin sicherlich noch ein glänzendes Romeleit hofft nun, durch diese Veröffentlichung zu seinem Gepäd die Schöneberger Parteigenoffen mit dem geladen waren, daß nur durch gemeinsames Vorgehen der Geschäft machen und sich für Jahre hinaus ansehnliche Ueberschüsse zu kommen, das u. a. einen Hypothekenbrief enthält. fichern könnte, die der Mehrheit der Steuerzahler zu gute fommen genug entwickeln konnten, wie diesem Vorgehen zu begegnen sei. Uebermut der Hausbesitzer gebrochen werden tönne, nicht Bläne würden." n sanften Tönen flötete der Herr Stadtv. Wagner, daß ja der Am Ende stellt sich heraus, daß die Große nur darum in legter Mieterverein bestrebt sei ,,, in gutem, bestem Einvernehmen Zeit mit Bublifum und Angestellten Schindluder gespielt hat, um mit den Hausbesigern zu leben, trotzdem man den Verein die Stadt zum Ankauf ihres Unternehmens zu bewegen. Die Aftien von radikaler Seite darob derb getadelt habe." Auch habe man der Großen stehen auf 210; der Ankauf würde die Kleinigkeit von fich erst ein Urteil erlaubt, nachdem von seiten der Hausbefizer der Fehderund 150 Millionen Mark beanspruchen.. Es sei, noch bemerkt, daß handschuh hervorgeholt worden sei. Und nun erst der Herr Dr. Richter. die Große für die Aktien der Siemens u. Halsteichen Bahnen, die wir sehen darauf, daß der Mieterverein sich die Stadt zum Kurse von 166 zu kaufen gedenkt, 125 geboten hat. nicht gegen die Hausbefizer wendet, und ver Verschiedene Benennungen neuer Straßen sind vom Staiser meiden jede Schärfe zwischen den beiden", diese genehmigt worden. Berlin wird utter andren seltsamen StraßenAeußerung that ein Mann, der in Flugblättern zum Kampf der bezeichnungen fünftig auch einen Eyfe von Repkowplay, eine Mieter gegen den Wohnungswucher auffordert. Und jene beiden Kniprodestraße und eine Til Wartenbergstraße haben. Pankow. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung war Herren, sie wurden gerichtet; gerichtet von den Hausbesißern im Ueber die Zustände in einer Badeanstalt im Norden der von besonderem Interesse die vom socialdemokratischen Arbeiter Stadtparlament, von einem Mann, der häufig Proben seiner Abneigung Stadt brachten wir am 4. November v. J. einen Artikel, dessen verein an die Gemeindevertretung gerichtete Protestresolution, die gegen, die Nichtbefizenden gegeben, der uns hier jedoch aus der Seele Richtigkeit von dem in Betracht kommenden, Besizer bestritten wurde. fich scharf gegen die Subvention der Bürgervereins gesprochen hat, als er auf diese Jeremiaden ausrief: Der MieterWie uns jetzt mitgeteilt wird, hat die Staatsanwaltschaft sich mit Bibliothek aussprach und in der verlangt wurde, die dafür berein ist weiter nichts, als die Faust in der Tasche den Zuständen in der Anstalt beschäftigt; das Ermittelungsverfahren festgesetzte Summe von 200 M. zurückzuziehen. Sie möge in den geballt! Friede seiner Aiche! Weiter erfolgte die Einseßung einer gemischten hat zu einer Anklage gegen den Badeanstalts- Inhaber geführt, über Etat eingestellt werden, um unbemittelten Schülern der Gemeindedie am 23. Januar vor der Straftammer verhandelt wird. schulen unentgeltlich Schul- und Lehrmittel zur Verfügung Deputation für Volts Badeanstalten. Dieselbe besteht zu stellen. Selbstverständlich ging man über die Resolution aus zwei Magistratsmitgliedern und fünf Stadtverordneten, zu Folgende Verkehrsbeschränkungen sind aus Anlaß der zur Tagesordnung über, troydem Genoffe Klingenberg welchen der Genosse Obst gehört. Jubelfeier am 18. Januar angeordnet: Etwa von 9 Uhr vormittags sich scharf gegen solche Verwendung der Steuergroschen der Ein- Zu der vorgestrigen Meldung über die Schlägerei in bis nach beendeter Feier im Zeughause werden nach Bedarf für den wohner wandte. Die Eisenbahn Direktion beantragte. Charlottenburg teilt uns die Verwaltung der dortigen Fahr und Fußgängerverkehr gesperrt: die Kaiser Wilhelmbrücke, die Unterzeichnung des Vertrags, wonach ein Teil der Nordbahn- Gambrinus- Brauerei mit, daß der Berichterstatter eine übertriebene der Luftgarten, die Schloßbrücke, die Pläge am Zeug- und am straße an den Fiskus abzutreten ist. Dies soll geschehen zur Ver- Darstellung gegeben habe. Mit Ausnahme einer Fingerverlegung, Opernhause. Der Straßenbahnverkehr über den Play ami Opernhause breiterung der Brücke im Zuge der Wollantstraße und um den die sich der Wächter bei Fortnahme eines Faffes zugezogen hat, erleidet voraussichtlich keine Unterbrechung. zweiten Zugang zur Station zu errichten. Es wurde beschlossen, seien Personen nicht zu Schaden gekommen, ebenso sei der Sachden Lageplan und die Beichnungen einzufordern und die Unter- schaden unbedeutend. zeichnung des Vertrags so lange auszusetzen. an= Vom steigenden Volkswohlstand. Ein großer Transport von„ Schlachtpferden" bewegte sich gestern abend von Weißensee herkommend durch die Straßen der Stadt und erregte durch den meist ganz jammerhaften Zustand der für die Schlachtbank bestimmten Tiere viel Aufsehen. Diese wurden nach dem Anhalter Bahnhof geführt und dort nach Leipzig verladen, wo ebenso wie in Berlin der Pferdefleischkonsum, ständig steigt, Feuerbericht. Mittwoch früh 7 Uhr hatte Alexanderstr. 22 ein Fenerbericht. Mittwoch früh 7 Uhr hatte Alexanderstr. 22 ein Tabakslager Feuer gefangen, das erst nach längerem Wassergeben abgelöscht werden konnte. In der vorhergehenden Nacht brannten Strautstraße 7 Möbel und Betten. Landwehrstr. 19 ging die Berpackung eines Wasserrohrs in Flammen auf. Wegen eines brennenden Straßenbahnvagens erfolgte ein Alarm nach der Kanonierstraße. Stellerbrände waren Zehdenickerstr. 12 c, Lessingstr. 33 und Brüderstraße 14 abzulöschen, während Königsbergerstr. 31 und Grünauer straße 34 Küchenbrände zu beseitigen waren. In mehreren Fällen wurden außerdem noch Schornsteinbrände gemeldet. 100 Aus den Nachbarorten. " " Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Lychenerstraße. Herr Scherl ist Mitbesitzer der„ Morgenpost". Näheres über das Verhältnis ist uns nicht bekannt. R. T. 8910. Wenden Sie sich an das Magistratsbureau IV, Char lottenburg, Berlinerstr. 77, II. Weihensee. Der Mechaniker, der am 11. Ottober 1896 in Karlsruhe von Lieutenant v. Brüsewitz ermordet wurde, heißt Siebmann. G. P. Das Brunnenunglück in Schneidemühl war 1893. C. K. Die Kriegsschiffe der deutschen Marine sind nicht gegen UnglücksDommisch. Fragen Sie in einer Holzhandlung an. 5. 1000. W. 99. Wir bitten Sie, sich an den Leiter der städtischen Die Wohnungskommission in Rigdorf, die aus 5 Magistratsmitgliedern und 9 Stadtverordneten besteht, trat am Dienstag zumi erstenmal zusammen. Erster Bürgermeister Boddin gab zunächst die neuesten, die Nixdorfer Wohnungsverhältnisse betreffenden Feststellungen des Magistrats bekannt. Die Zahl der im Armenhause Das Opfer eines Zusammenstoßes mit einem elektrischen untergebrachten wohnungslosen Familien ist seit Anfang November Straßenbahnwagen ist der 36 Jahre alte Kutscher Heinrich Kann on 24 auf 14 herabgegangen. Zwei weitere Familen werden in den nächsten Tagen das Armenhaus verlassen und aus der Siemensstr. 6 geworden, der bei Ravené in der WallDie übrigen bemühen sich ernststraße befchäftigt war. Als er vor acht Tagen mit einem ein- eigne Wohnungen beziehen. fonnten lich um Wohnungen, aber feine erhalten. Die spännigen Geschäftswagen von Tegel tam, scheute sein Pferd an der Ecke der Müller- und Barfusstraße vor einem Straßenbahnwagen, etwa 950 neue fleine Wohnungen mit zwei Zimmern und Küche festgestellte Bauthätigkeit läßt erwarten, daß bis zum 1. Oktober fälle versichert. der ihm begegnete. Das Pferd ging durch und der Kutscher fiel bei sowie mit einem Zimmer und einer Küche bewohnbar sein werden. Sie werden nähere Auskunft von der Bauleitung der Hochbahn, Lindendem Zusammenstoß vom Wagen und geriet unter die vordere Blatt um eine gründliche Erörterung der Angelegenheit zu ermöglichen, straße 20, erhalten. form. Mit 13 Verlegungen wurde er nach dem Paul Gerhardt- Stift beschloß die Kommission, eine Umfrage nach den Wohnungsverhält- Fleischschau, Herrn Obertierarzt Nießmann, Schlachthof, Eldenaerstraße zu gebracht. Dort ist er gestorben. nissen von Groß Berlin( Berlin und die Vororte im Umkreise von wenden. Ein großes Konzerthaus im Stil der Philharmonie foll auf atvei Meilen) zu halten. Ferner beschloß die Kommission, dem Essen W. 5. Lieber Manu! Die Statistik ist leider zur Zeit der dem vom Fistus für 1/4 Millionen Mark verkauften Gelände des alten Magistrat zu empfehlen, verbunden mit dem städtischen Arbeitsnachweis Bölferwanderung ebensowenig im Schwange gewesen wie die BuchdruckerMilitärfriedhofs in der Linienstraße, zwischen Gormann- und einen unentgeltlichen Wohnungsnachweis einzurichten. Auch soll bei der funst, so daß wir Ihnen beim besten Willen nicht sagen können, wieviel Rückertstraße, gebaut werden. Mit dem Bau, dessen Ausführung dem Landesversicherungsanstalt wegen Hergabe von Geld zur hypothekarischen Menschen seit jener Zeit durch Kriege, Revolutionen und Ercesſe„ auf dem Architekten Lanzendorf übertragen ist, soll bereits im April begonnen Verleihung an Bauausführende angefragt werden. Nach dem Einlauf Erdball" ungekommen sind. Ihre übrigen Fragen sind ebenso schwierig zu werden. Es ist die Anlage von sechs großen Festsälen geplant; der des Materials soll der Frage, ob und wie die Gemeinde einzu- beantworten; daher unfre bisherige Schweigſamkeit. größte Saal foll 3000 Personen faffen. F. W. Heiratslustige männlichen wie weiblichen Geschlechts greifen habe, näher getreten werden. Im übrigen ließen die meisten bedürfen von Vollendung des 21. Lebensjahrs ab teiner elterlichen EinDie Verbindlichkeiten, welche die aus Anlaß des Hypotheken- Herren gegenüber den socialistischerseits gegebenen Anregungen willigung zur. Heirat. 3. A. 29. 1. Das ist möglich und ist von Fall bankfrachs in Konkurs geratené Seifenfabrik von Franz feinen Zweifel darüber, daß an einen Bau von Häusern durch die zu Fall zu entscheiden. 2. Zu diesem Ziel würde nur Anmeldung des Kons Spielhagen in der Nostizstraße zu erfüllen hat, sollen sich auf Gemeinde nicht gedacht wird. Inrses oder gütliche Einigung führen. A. 8. 01. 1. und 2.: Nein. 31/2 Millionen Mark belaufen. Die Bewohner der Nostizstraße hegen 3. Ja: zuständig ist das Gewerbegericht. M. 33. Charlottenburg. Bauarbeiterschutz- Ministerialverordnung und Kommunaldie schwache Hoffnung, daß die Fabrit, deren Dünste die ganze bauten. Uns wird von gewerkschaftlicher Seite geschrieben: 93e- aber der Großvater des unehelichen Kinds, haftet für die Alimentation. O. 34. t. 70. Ja. A. G. 89. Der Vater des Kinds, nicht Gegend verpesten, aus Anlaß des Krachs endlich verlegt wird. fanntlich heißt es in der Verfügung des Ministers v. d. Necke vom F. 1., 2. und 4. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechs Dem Komiker Reutter ist das Auftreten im Wintergarten 7. Juli 1897, daß auf Bauten, wo offene Coatsfeuer brennen, fiunde zur Selarlegung vor. 3. Ja. N. B. Ein Recht auf Zahlung wieder gestattet worden. Somit hat die Polizei durch ihre gefeßlich nicht gearbeitet werden darf. Diese Anordnung ist durchaus ver- steht Ihnen mangels besonderer Vereinbarung nicht zu. M. 100. schwer zu rechtfertigende Maßnahme dem Manne einen großen nünftig; leider haben die Unternehmer ihr bisher wenig, oder sagen 1. Ohne genauere Kenntnis des Sachverhalts( welche Verwandten find Nellamedienst erwiesen. 2. Sie müßten sich an die be= wir gar keine Rechnung getragen. Aber nicht nur die Unternehmer sonst vorhanden?) nicht zu beantworten. betreffenden Pfarrämter mit dem Antrag auf Ausstellung der Im Fieberwahn and dem Fenster gesprungen ist gestern fehren sich nicht an derartige Verordnungen. In dieser Beziehung Geburts und Heiratszeugnisse wenden. 3. In 30 Jahren. früh die 27 Jahre alte Auguste Rante aus der Stopischstr. 9. Nach stehen auch die staatlichen und städtischen Bauten nicht J. G. 44. 1. Die Wiederaufnahme hätte keine Aussicht auf Erfolg. dem ihr Mann, ein Metalldreher, nach Martinicenfelde gegangen zurüd. Und das ist auch ganz erklärlich. Verordnung über Ver- 2. Wenden Sie sich an einen Arzt. A. B. in A. 11. 1. Jn Nürnberg. war, besuchte sie vorgestern abend einen verheirateten Bruder in ordnung kann erlassen werden, aber mit dem bloßen Erlaß ist 2. Nein. 35. Die Zwanzigpfennigstücke gelten nach wie vor 20 Pfennig. der Bernauerstr. 22 und blieb dort auch über Nacht. Plöglich er- dem baugewerblichen Arbeiter nicht gedient. Dazu, daß solche 23agener. 1. Zu einer öffentlichen Verlosung ist nicht nur Anzeige, franft, bekam sie furz vor 3 Uhr heimlich ihr Bett und sprang früh einen Bieberanfall, verließ Verordnungen praktischen Nutzen für die Arbeiter bringen, gehört fondern auch Genehmigung erforderlich. 2. Nein. im ersten Stock gelegenen vor allem eine kontroll- und leberwachungsbehörde; fei denn, daß dem Vermieter ein Verschulden zur Last fällt, z. B. daß er die Wohnung geöffnet ließ. D. Kommen Sie in die Sprechstunde. Bimmer auf den Hof hinab. Mit schweren inneren Verlegungen und so lange diese Institution fehlt, nügen auch die Verordnungen nichts. einer Verstauchung beider Beine wurde sie auf Veranlassung eines und selbst die städtischen Behörden scheinen derartige Verordnungen Wetter Prognose für Donnerstag, den 17. Jaunar 1901. Arztes, der ihr die erste Hilfe leistete, mit einem Lüdschen Rettungs- nicht zu fennen. Auf dem in Rigdorf in der Erfstraße belegenen Etwas wärmer bei ziemlich frischen südlichen Winden und zunehmender wagen nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht Bau der Feuerwehr stehen die Coatstörbe in allen Etagen, 1 Bewöltung; geringe Niederschläge. Berliner Wetterbureau. 2. D. 66. Nein, es Kaufhaus max mannheim Frankfurter Allee 89. werden in allen Abteilungen eine grosse Anzahl Artikel Nach beendeter Inventur zu herabgesetzten Preisen verkauft. Kleiderstoffe. • Kammgarn- Cheviot, doppeltbreit, Zwirn- Loden, doppeltbreit. Schotten u. Karos, doppeltbreit Wintertuche in allen Farben.. 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