103 Nr. 24. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mr.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Er bition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Somniund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. gern fprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Das Baisongeschäft. Freitag, den 29. Januar 1892. Daß bei diesem tollen Treiben die heiligsten Güter der Menschheit verkümmern, das ficht diese Gesellschaft nicht an. Ihr ist es gleich, welches Elend sie schafft. Nur vorwärts, der Mammon lockt! Diese Sucht nach dem Prosit hat auch zum Saisongeschäft geführt, einer der krankhaftesten, verderblichsten Erscheinungen der Gegenwart. Expedition: Beuth- Straße 3. heit des Handels, gleichviel, die Thatsache bleibt bestehen, daß Sie erhöhte Leistungsfähigkeit der Industrie nur der Spekulation zu Gute kommt und die Arbeiter benachtheiligt. In dieser Entwickelung der Dinge giebt es fein Burückstauen, da der Wille, etliche kleine Vortheile zu ergattern, bei unseren Bourgeois ein zu ausgeprägter ist, als daß auf dem Wege des gemeinsamen Vorgehens eine Abstellung des Mißbrauchs des„ Saisongeschäfts" möglich wäre. Mit unheimlicher Schnelle und streng systematisch reiht der Kapitalismus Beweis an Beweis für seine Lebensunfähigkeit. Die Mißbränche der kapitalistischen Gütererzeugung, die mit dieser untrennbar verwachsen sind, werden immer ausgedehnter, immer zügelloser, immer un erträglicher. Von Stunde zu Stunde kommt die Ueber- In vielen Erwerbszweigen drängt sich die Hauptthätiglebtheit und die Gemeinschädlichkeit der kapitalistischen feit jetzt alljährlich auf wenige Monate und Wochen zu- Es fordert seine Opfer, unerbittlich, brutal und mit Produktionsmethode, die von allen wirthschaftlichen Systemen sammen. Diese kurze Zeit, das ist die Saison. Da werden stets wachsendem Wolfshunger. am gründlichsten abgewirthschaftet hat, deutlicher zur Er- alle Arbeitskräfte bis auf's Aeußerste angespannt, bis zur Wieder ist es der thätige Arbeiter, der zuerst die Zuchtkenntniß eines Jeden, der sich der Erkenntniß nicht plan- Grenze des Möglichen, bis dort, wo die physischen Kräfte ruthe des kapitalistischen Systems der Ausschreitungen an mäßig verschließt. des Saisonarbeiters versagen, bis zur Gesundheitsschädlich seinem eigenen Leibe verspürt. Er ist der PrügelWie lange noch kann es dauern, daß der Kapitalismus teit. Die Nacht wird zum Tage, der Sonntag zum Werkel- tn abe für die Sünden des Kapitalismus. mit seiner fulturwidrigen Arbeitsmethode fortfahren darf, tage Es fragt sich nur, wie lange noch will, nein, wie lange gegen die Gesetze der Natur und die Satzungen der Und ist die Saison vorüber, dann hat der Arbeiter noch kann die Menschheit die Geißel der Ausbeutung Humanität zu wüthen? nicht nur an seiner Gesundheit Schaden gehabt, durch eine Handvoll Spekulanten ertragen? Wie lange wird die Menschheit ein Joch ertragen dann steht er sich unweigerlich auf's Pflaster gekönnen, das ihr von einer Handvoll Egoisten aufgebürdet worfen, oder, wenn er Glück hat, in seinem Lohn um ein Beträchtliches zurückgesetzt. Die Mehrzahl der wird? und die bitterste Noth. A Wie die böse That fortzeugend Böſes muß gebären, so Fabriken übt wohl die Praxis beider Gewohnheiten, der Politische Uebersicht. muß ein Mißbrauch den andern erzeugen. Der folgende ist Lohnverkürzungen und der Arbeiterentlassungen zugleich. die logische Konsequenz des vorangegangenen, und am Schluß Damit beginnt natürlich für den Arbeiter die Zeit der Berlin, den 28. Januar. besteht die ganze tapitalistische Güter Hervorbringung und harten Prüfung. Schlechte Ernährung geht Hand in Hand Der Reichstag bot heute das Schauspiel, daß er Vertheilung nur mehr noch aus Irrthümern und Miß mit zunehmender Verschuldung. Und die Verschuldung beschlußfähig war und doch zu dem gewünschten Beschlusse bräuchen aus Mißbräuchen und Irrthümern. schmiedet ihrerseits den Arbeiter an die Scholle des Fabrit nicht gelangen fonnte. Die Frage drehte sich um die ErDer schlimmsten einer ist die Einrichtung des herrn. Eine fortlaufende Kette bitterster Entbehrungen und mäßigung der Zollsäge für jenes ausländische Getreide, Saisongeschäfts, die von der Arbeiterwelt wie demüthigendster Erniedrigungen Kurz, die Saison welches laut amtlicher Feststellung am 1. Februar innereine furchtbare Geißel empfunden wird weit furchtbarer, ar beit ist wesentlich mit die Anstifterin halb des deutschen Zollgebietes in Freilägern, Bollniederweit härter treffend als niedrige Lohnfäße, als die direkt der mehr und mehr überhand nehmenden lagen oder Privatlägern unter amtlichem Witverschluß, sofapitalistische Ausbeutung. Denn diese schafft wohl Re- physischen und geistigen Leiden des Pro wie in den deutschen Zollausschlüssen vorhanden ist und fruten der Armuth, fie proletarisirt wohl die Massen, jene letariats. Sie ist ein Hauptquell der Arbeits- zwar ohne Nachweis der Abstammung. Die Kommission aber erzeugt die Arbeitslosigkeit, den Hungertyphus losigkeit. Und je mehr die Saisonarbeit sich zur Lebens hatte beschlossen, die Zollermäßigung auch auf die Bestände gewohnheit der Industrie entwickelt, desto mehr nimmt an ausländischem Getreide und Mehl in Mühlen, soweit Die Quelle aller dieser Uebel, die Planlosigkeit in die Arbeitslosigkeit folgerichtig zu. dasselbe auf Bollkonto angeschrieben ist, sowie auf ausder heutigen Produktion, ist nicht zu beseitigen. Solange Zur Unerträglichkeit schon scheint sie gediehen. ländisches Bau- und Nuhholz und ditto Weine auszudehnen. die ökonomische Entwickelung im Fahrwasser krassester Miß- Und was das Schlimmste ist, es ist keine Aussicht auf Da die noch nicht verzollten Lagerbestände sehr bedeutend wirthschaft steuert, so lange werden die Krisen Alltags- Besserung vorhanden. Die technische Vervollkommnung der sind und mit jedem Tage bis zum 1. Februar wachsen erscheinungen sein, so lange werden die Mißbräuche in der Betriebe dient heute einer herz- und gewissenlosen Spekulation. werden, so haben die Agrarier, welche über die hohen kapitalistischen Güter- Hervorbringung lawinenartig weiter Der Großkaufmann, der Fabrikherr, der Zwischenhändler, Getreidezölle zwar Krokodilsthränen weinen, innerlich wachsen. Nach wie vor werden überschüssige Kapitalien sie alle sind heute nur Spekulanten. Sie wissen, daß die aber sehr mit denselben einverstanden sind, ein großes auf Wege geleitet werden, die feinen Raum mehr Industrie fähig ist, innerhalb weniger Stunden große Interesse daran, daß die Herabsetzung der Zölle auf diese für deren Bethätigung bieten nach wie vor wird Waarenmengen zu erzeugen, daß sie ihren Bedarf decken Bestände nicht Platz greife. In der Kommission hatten man fortfahren, hochragende Schornsteine zu errichten, tönnen, jederzeit und nach ihrem Belieben. Wozu wäre auch die Zentrumsmitglieder für die Ausdehnung der Zollgroße Arbeitsfäle mit wahren Wundern maschineller Technik denn die Nachtarbeit da, wenn nicht für die kurzen Liefer- herabsetzung gestimmt, im Plenum aber stimmte diese zu schaffen wird man mit doppelt und dreifach erhöhter fristen? Bartei welche mehr und mehr zur Fraktion Drehscheibe technischer Leistungsfähigkeit ganze Berge von Waaren pro- In diesem Gefühl der Sicherheit sucht ein Spekulant sich ausbildet gegen die Kommissionsvorschläge. Dieduziren und auf den Markt werfen, ohne Sinn, ohne Be- den anderen zu übervortheilen, schiebt der Großkaufmann felben wurden trotzdem angenommen, da die linke Seite des rechnung. Denn Niemand in der heutigen Gesellschaft wird seine Ordres auf, bis der Krämer seine Aufträge ertheilt Hauses sehr stark besetzt war. Nun hat aber der sich bereit finden, um des Gesammtwohls willen auch den hat, wartet der Krämer, bis der Großhändler sich versorgt Abgeordnete Brömel das Bedürfniß empfunden, eine fleinsten seiner vielen persönlichen Vortheile nur aufzugeben. hat. Ein Jeder sucht Vortheile zu erhaschen auf Kosten des redaktionelle Aenderung des Gesezentwurfes zu beantragen, Nach wie vor wird die Jagd nach dem Profit alle Nerven lieben Nächsten. Und so konzentrirt sich das Geschäft in welche nicht gedruckt vorlag, so daß nach der Geschäftsdes wirthschaftlichen Lebens vibriren machen. allen Betrieben immer enger, auf immer kleinere Zeiträume, ordnung die Gesammtabstimmung nur hätte stattfinden immer mehr Arbeitslosigkeit erzeugend und sie erhöhend. können, wenn von keiner Seite ein Widerspruch erfolgte. Nennen wir es Marotte, nennen wir es Lebensgewohn- Dieser aber wurde erhoben und zwar durch Herrn Die Jagd nach dem Profit! Das ist das Zeichen der Zeit. Feuilleton. Nadbrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. [ 24 Zeitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. " Fünf? Und Sie, Herr Jwan?" " Ich stehe unter allen Umständen neben meinem Freunde," erklärte der Ruffe. fommen wir zu Ihnen, Herr Levy, was denken Sie über unser Vorhaben?" " Ich habe mir überlegt die Sache hin und wieder. Möchte ich gebeten haben um einige Bedenkzeit." Die follen Sie gewiß haben, denn nur aufrichtige Theilnahme und freudiges Mitwirken kann uns bei einem solchen Unternehmen nüßen. Jetzt handelt es sich nur noch um Herrn Molinaro, der freilich von uns höchstens als Kranker oder Invalid angesehen werden kann." Mir auch war ein Leben aufgegangen," murmelte der Mime, der ziemlich tief ins Glas gesehen zu haben schien. ,, Gehen Sie nur getrost mit uns," tröstete Frant, eine brave Armee nimmt auch ihre Kranken mit, und so dent' „ Es kann geschehen," rief Molinaro, indem er das Glas ergriff und nun mit höchstem Pathos deklamirte: Jetzt gehe Jeder seines Weges still Zu seiner Freundschaft und Genoffame. Wer Hirt ist, weide ruhig seine Heerde Und werb' im Stillen Freunde für den Bund. Was noch bis dahin muß erduldet werden, Erduldet's, laßt die Rechnung der Tyrannen Anwachsen, bis ein Tag die allgemeine Und die besond're Schuld auf einmal tilgt. Bezähme Jeder die gerechte Wuth Und spare für das Ganze seine Rache, Denu Raub begeht am allgemeinen Gut, Wer selbst sich hilft in seiner eig'nen Sache!" Schön gesprochen, edler Wtime," erklärte Frank, und allseitig gute Nacht, meine Herren." „ Sechs! Was werden Sie thun, Herr Streit?" " An mix soll's gewiß nicht fehlen, und Sie können sich ich, wir vervollständigen mit Ihrem Namen die Zahl Neun. meiner eifrigsten Rampfgenossenschaft versichert halten." Indessen ist wohl die Zeit herangekommen, in welcher wir somit Sieben. Herr Sommer, wie steht es mit Ihnen?" Herr " Ich muß Ihnen aufrichtig gestehen," bemerkte der Alle der erquickenden Ruhe entgegenschmachten. Lieutenant erröthend und verlegen, daß ich mir gar keinen Molinaro hat den letzten Tropfen unseres Schlaftrunkes in rechten Begriff davon machen kann, in welcher Weise ich die unergründlichen Tiefen seines Verdauungsorganes hinabeiner solchen Gesellschaft von Nutzen sein könnte. Sonst fließen lassen, und so wollen wir mit dem nächsten Morgen gestärkt und gekräftigt an ein neues Tagewerk recht gern." Sie können doch Turn, Fecht- und Schwimmunter- gehen." richt geben, Lehrstunden in Mathemathit, Zeichnen 2c.?" " 4 " 1 Gute Nacht!" erscholl es in der Runde. Die Tische und Stühle wurden nach den verschiedenen Zimmern zurückgebracht und der„ Normalmensch" mußte schlafend nach seinem Bette getragen werden. Auf der benachbarten Matraze nahm der junge Schrifts steller Plaz. Er bedurfte keines Wiegenliedes, denn er träumte wachend von Blumen und Sternen, und träumte bald schlafend von ihnen. Zwölftes Kapitel. Aber es fehlt uns noch Herr Mensch," warf der umDas tann ich allerdings, aber die Gelegenheit..." fichtige Kaufmann ein. " Wird sich finden, kann geschafft werden. Ich notire" Herr Mensch ist augenblicklich kein Mensch mehr, denn Auch eine Verschwörung. Sie ganz unbedenklich, vorausgesetzt, daß Sie sich keiner er hat sich in die innerlichsten Tiefen seines Jchs zurücksolchen Arbeit scheuen?" gezogen und schläft. Diese Eroberung müssen wir uns auf In einem geräumigen Zimmer des Hotels Bum morgen ersparen. Und siehe da: sein Glas ist noch voll. goldenen Engel" war am nämlichen Abend, der uns so Herr Molinaro, wie wäre es, wenn Sie es ließen rinnen lange beschäftigt hat, eine Gesellschaft versammelt, der wir und beteten dabei einen frommen Spruch. Können Sie um so mehr unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen, ais nicht die schöne Stelle rezitiren, mit welcher Stauffacher die dieselbe aus einer Anzahl von Führern der„ Liberalen Partei" besteht. Ich habe jetzt andere Ansichten über alle diese Dinge, als früher, und werde mich um meine ehemaligen Bekannten nicht mehr fümmern, als sie sich um mich bekümmert haben, seitdem ich in diese Lage gekommen." Und daran thun Sie ganz recht. Acht also. Nun Szene auf dem Rütli beschließt?" v. Stumm. Ein Antrag die Sitzung um eine halbe Stunde zu vertagen bis zu roelcher Zeit der neugedruckte Gesetz- entwurf hätte vertheilt sein können, wurde per Hammelsprung mit I05aegen 103 Stimmen abgelehnt. Die Schlußabstimmung wird also erst morgen erfolgen können und steht das Ergebniß derselben sehr im Zweifel, da von links und rechts natür- lich der letzte Mann noch herangeholt werden wird. Ein Gesetzentwurf der Regierung, den Bundesrath zu ermächtigen, vom 1. Februar 1892 ab die für die Einfuhr nach Deutsch- land vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zoll- ermäßiguugen auch solchen Staaten, welche emen Vertrags- mäßigen Anspruch hierauf nicht haben, gegen Einräumung angemessener Vortheile ganz oder theilweise bis längstens zum 1. Tezmber 1892 zuzugestehen, fand in erster Lesung fast einstimmige Annahme. Das Gesetz soll wohl in erster Linie dazu dienen, der Reichsregierung freie Hand in den Zollunter Handlungen mit Rußland zu geben, welche, wie im Reichstag erzählt wird, im vollen Gange sein sollen.— Das Volksschnlgesetz wird in jedem Falle einen Sieg der Reaktion bilden, gleichviel, ob es unverändert mit Hilfe- der Konservativen und des Zentrums, oder mit den Amendements der Liberalen und Freikonservativen ange- uommen wird. Im ersteren Falle ist der Sieg der Reaktion un- bestritten und aiigenscheinlich, im zweiten Falle hat die Reaktion vielleicht den Schein der Niederlage, in Wirklichkeit aber hat sie eine neue Etappe gewonnen, die das bisher Erreichte sicher stellt und den vollen Triumph vielleicht etwas ver- zögert, aber um so gewisser macht. Ein Volksschul-Gesetz mit den Amendements der Liberalen und Freikonservativen wird der Reaktion viel größere Dienste leisten, als ein un- verändert angenommenes. Indem die reaktionären Grund- sähe, die in Jahrzehnten sich zur allgemein geltenden ?raxis ausgebildet haben, nunmehr gesetzlich unter illigung der Nationalliberalen und Deutsch-Freisinnigen festgestellt werden, wird der Reaktion noch die liberale Sanktion ertheilt. DnS Schwergewicht der Herrschaft über die Schule wird etwas mehr nach der Seite der Bureau- kratie gelegt, und daß die Schule unter dieser besser, freier oder unabhängiger sich gestalten wird, das wird man wohl kaum behaupten können. Die staatlichen Behörden werden wie bisher deni Lehrer die Abhängigkeit von der Kirche, von den Geistlichen aufzwingen; die staatlichen Behörden wer- den um so leichter mit den Lehrern umspringen können, als diese ihnen ja willenlos von den Freisinnigen und Nationattiberalen ausgeliefert sind. Mit dem unter liberaler Mitwirkung von einer durch- aus reaktionären Regierung geschaffenen Volksschul-Gesetz, giebt der Liberalismus die Schule vollständig preis. Ob die uiweränderte Vorlage oder die amendirte mehr oder weniger Nachtheile hat, kann hier gar nicht in Betracht kommen; in diesem Falle bedeutet das Weniger mehr. Der unveränderten Vorlage gegenüber würde auch der bürger- liche Liberalismus Front zu macheu gezwungen sein, die amendirte Vorlage aber vernichtet den Rest des bürgerlichen Liberalismus. .Herr Eugen Richter, der große Staatsmann, ergeht sich freilich schon in der Hoffnung aus eine große liberale Partei im Oppositionskampf mit der Regierung. Eine Opposition eingeleitet von Herrn von Bennigsen und Genossen! Eine große und mächtige und liberale Partei, für die bürgerliche Freiheit kämpfend, mit Männern, die ihre„Staatsmännischkeit" in 25jähriger Prcisgebuna jedes UnabhängigkeitsgefiihlS, in der Schaffung der reaktionärsten Gesetze, in der Bahnung und AuS- schmückung jedes Weges, der zur Willkür und zum Absolutis- muß führte, erprobt haben— eine solche Partei auch nur zu träumen, das zeugt von einer Blindheit oder Verblendung, wie sie nur die maßloseste Eitelkeit erzeugen kann. Nur die Eitelkeit, diese Begleiterin der Impotenz, kann es fertig bringen, alle Erfahrungen in den Wind zu schlagen und sich den gröbsten Täuschungen hinzugeben. Wenn Leute wie Bennigsen, Miquel und Genoffen wirklich eine Spur von freiheitlicher Gesinnung hätten, dann müßten sie vor allem bei Seite gehen; sie müßten erkennen, daß sie in den Kampf nur ein zerbrochenes und zwar von ihnen selbst zerbrochenes Schwert bringen, daß das Wort der Freiheit in ihrem Munde eine Ironie ist und daß ihre vermeintliche Weisheit sich als größte Thorheit erwiesen, daß jede Sache/ die sie vertreten, auf Vertrauen nicht mehr zu rechnen hat, daß ihnen nur noch übrig bleibt, bei Seite zu gehen und sich begraben zu lassen, oder nach wie vor den Wagen der Reaktion weiter zu schleppen. Wir bedanern freilich, etwas spät zu kommen, denn daS luxuriöse Abendessen, mit welchem Dr. Raffmaus in Gemeinschaft mit dem reichen Weinhändler Ticftrunk die Gesinnungsgenossen während der eben vergangenen zwei Stunden vewirthet, wird gerade abgetragen. Die Gäste zünden ihre importirten Havannas oder Ambalemas an den von kostbaren silbernen Leuchtern getragenen Wachskerzen an und stärken sich durch den Genuß des in den Spitzgläsern perlenden Champagners zu dem wichtigen und ernsten Werke, das ihnen bevorsteht. Die durch den eben gehabten Genuß bedeutend er- hobenen Gemüther werden ernster im Angesicht der ernsten Stunde, locker herabhängende Brillen werden in die Höhe geschoben. Dr. Raffmaus, welcher an der Spitze der Tafel sitzt, betrachtet noch während eines kleinen Weilchens die weißschimmernde Asche seiner köstlich duftenden Zigarre, dann ergreift er den elfenbeinernen Griff einer silbernen Glocke und bentttzt die dadurch herbeigeführte feierliche Stille zu folgender Anrede: „Meine Herren, die Ursache, auS deren Veranlassung wir unS die Ehre gegeben haben, Sie zu einer privaten Besvrechung einzuladen, ist, wie Sie schon errathen haben werden, keine andere, als die in nächster Zeit bevorstehende Landtagswahl. „Sie werden heute Abend einige unserer bisherigen Ge- Nossen in unserem Kreise vermissen, und bin ich Ihnen hierüber eine Erklärung schuldig. Sie wissen, wie viel Dr. Benjamin uns in Bezug auf seine bürgerliche Stillung zu verdanken hat. Ausgeschloffen und aus- gestoßen, wie er es von allen liberalen Parteien wegen seines Hochverrätherischen Treibens in der lehren Revolution war, suchte er uns seine Reue überzeugend darzustellen. Wir nahmen ihn großmüthig in unsere Reihen auf, wir wiesen ihm eine ziemlich hervorragende Stellung bei allen Volks- Versammlungen an, wir haben ihm endlich die Ehrenstellung als Stadtverordneter verschafft, haben ihn bei den von ihm vertretenen Rechtssachen unseren Freunden beim Gericht empfohlen, und seine advokatorische Praxis hat dadurch sehr Diese Bennigsen und Miquel, welche die Wahlen von 1878 unter dem Banner der Sozialistenhetze betrieben, ohne zu merken, daß es sich dabei weniger noch um das Sozia- listengesetz, als um die schutzzöllnerische und aararische Gesetz- gebung und vor allem um die ungeheure Mehrbelastung des Volkes handelte; diese Bennigsen und Miquel, welche dieses Abgeordnetenhaus unter der Fahne des Kartells zusammen- brachten, welche den ärgsten Reaktionären die Spitze im Abgeordnetenhause verschafften, und dann noch für die Ver- längerung der Sessionsperioden sorgten; diese Bennigsen und Miquel sollen die neue liberale Aera einleiten! Das Kartell, das die große liberale Partei bilden soll wird einen noch schmählicheren Verlauf nehmen, als das Kartell von 1887. Bennigsen ünd Eugen Richter— welcher Wechselbalg wird wohl aus der Umarmung dieser Beiden hervorgehen!— Die Reichstags-Ersatzwahl im 22. sächsischen Wahl- kreise( A u e r b a ch- R e i ch e n b a ch) ist auf den 15. März anberaumt. Ter Wahlkreis war bisher durch den konser- vativen Laudgerichtsdirektor Kurtz, dessen Mandat infolge seiner Beförderung im Staatsdienst erloschen ist, vertreten. Für die Neuwahl sind bereits als Kandidaten aufgestellt: H o f m a n n- Chemnitz(Sozialdemokrat), K r a m e r- Kirchberg(nationalliberal), Opitz- Treuen(konservativ). Von Seiten der Antisemiten wird wahrscheinlich Dr. Paul Förster aufgestellt werden, nachdem F r i t s ch- Leipzig aus„Gesundheitsrücksichten" abgelehnt hat.— Die Reichstags- Ersatzwahl in Mecklenburg- Strelitz für den konservativen Abgeordnetcil von Oertzen findet am 19. März statt.— Heuchelei. Wird da jetzt anläßlich der Geburtstags- feier des deutschen Kaisers von ordnungsvarteilichen Blättern ein Gedicht veröffentlicht, welches mit den Versen beginnt: „Einig in Süd und Nord Steh'« wir getrost hinfort Jeder Gefahr." Sind wir denn„einig"? Ist unser Volk nicht in sich gespalten und wird nicht gerade von den Parteien, deren Organe uns solche Kost auftischen. Alles gethan, um die „Emiakeit" zu einer schamlosen Lüge zu machen? Haben sie nicht die I u d e n h a tz gezüchtet und die S o z i a l fst e ir- y a tz? Verlangen sie nicht jetzt mit demagogischem Gepolter, alle Parteien müßten sich zusammenschließen, um die Sozial- demokratie zu vernichten, d. h. die stärkste Partei in Deutsch- land? Predigen sie nicht tagtäglich den„trockenen" Bürgerkrieg, welches Wort wir nach dem Muster der „trockenen Guillotine" bilden? Den Bürgerkrieg, der nicht knall und �all todtschießt, sondern langsam zu tödten sucht, indeni er die soziale Acht verhängt und den wirthschaftlichen Ruin seiner Opfer herbeiführen will, sovaß sie verhungern oder zu Kreuze kriechen müssen? Und das nennt die politische Heuchelei„einig".— Tie Aufrechthaltung des Volksschulwesens in dem bisherigen Geiste wird von der„Nationalliberalen Korrespondenz" als Kern der Bewegung aller Kreise des Bürgerthnms angesehen. Ob sich die Mühler, Puttkamer, Goßler es je haben träumen lassen, der Gegenstand der Verherrlichung durch Bennigsen und Eugen Richter zu werden? Die Lehrer, die ihre Hoffnung auf den„Freisinn" richteten, werden jetzt wohl ihre schmähliche Täuschung er- kennen.— Die Anklage gegen Baare wegen Stempelfälschung ist jetzt auch erhoben worden. Noch vor wenigen Tagen bestritten dies die Herrn Baare dienstbaren Blätter. Der schweizerische Ständerath hat einstimmig die gandelsverträge mit Deutschland und esterreich-Ungarn angenommen. Der Nationalrath hat dem Bundesrathe mit 81 gegen 14 Stinimen Vollmachten zur bestmöglichen Wahrung der schweizerischen Interessen im Handelsverkehr mit Frankreich ertheilt. Der BnndeSrath soll in der nächsten Session der Bundesversammlung Bericht erstatten, welchen Gebrauch er von diesen Vollmachten gemacht hat. Nach Zustimmung des Ständerathes wird auf Grund des obigen Beschlusses Frankreich vorläufig das Recht der Meist- begünftigung erhalten.— viel gewonnen; wir haben ihm bei fast allen sich dar- bietenden Gelegenheiten besondere Aufmerksamkeiten er- wiesen, haben ihn ins Schiller-Komitee und in den Borstand des Bürgervercius, beim Gcwerbcverein und beim Spar- und Vorschußverein in ehrenvolle Stellungen gewählt, ja wir haben ihm seine Wahl als Landtagsmitglied in nicht zu entfernte Aussicht gestellt. Aber dieser Undankbare statt sich für alle diese Ehren und Wohlthaten empfänglich zu zeigen und sich uns mit Leib und Seele anzuschließen, will jetzt ein selbständiger Führer der liberalen Partei werden, will uns gewissermaßen aus dem Sattel heben und hat sich zu diesem Zwecke bereits zu wiederholten Malen mit Vertretern der Demokratie in Verbindung gesetzt, die wir doch bereits so ziemlich ins Schlepptau genommen hatten. Alles daS, um selbständig Boden im Volke zu ge- Winnen und von uns unabbängig zu werden!" „Ja, ich habe Anzeichen genug dafür, daß er seine Hand in hervorragender Weise mit im Spiele gehabt, als ich mit so auffallend geringer Majorität wieder zum Stadtverordneten- Vorsteher gewählt wurde. Jetzt, glaube ich, geht er entschieden damit um, nicht nur eme Anzahl seiner besonderen Freunde ins Stadtverordneten- Kollegium zu bringen, sondern auch seine eigene werthe Person in den nächsten Landtag. „Ein solches Vorgehen zeugt nicht nur von grenzenloser Undankbarkeit, sondern auch von einer grandiosen Selbst- überhebung, und es scheint mir darum dringend geboten, dem unternehmenden Herrn ei» entschiedenes:„Bis hierher und nicht weiter!" zuzurufen. „Es lassen sich allerdings gegen verschiedene Unter- nehmungen des Dr. Benjamin, sowie gegen seine Ver- waltung von Ehrenämtern erhebliche Beschwerden vorbringen, doch halte ich ein rücksichtsloses Vorgehen gegen ihn in dieser Richtung für bedenklich im Partei-Jnreresse, denn wenn wir seine Missethaten an's Licht ziehen, so wird das Publikum stutzig und fragt: Wie konntet Ihr uns diesen Mann so angelegentlich empfehlen? Außerdem giebt es Unterschiedliche unserer Getreuen, die ähnlichen Angriffen würden ausgesetzt werden, waS doch sicherlich unser Ansehen Die belgische Kammer hat soeben«in Gesetz erlassen, welches die Kooperativ-Gesellschaften(Pro- duktiv-Genoffenschaften der Arbeiter) schwer besteuert. Das Gesetz soll ein Schlag sein gegen die sozialistische Be- wegung. Der„Vooruit" in Gent wird nach diesem sauberen Gesetz für seine Bäckerei allein ungefähr 10 009 Frks. jähr- lich zu zahlen haben, und da er diesen Aussall nicht tragen kann, so wird er den Preis des Brotes erhöhen müssen. Die Majorität der belgischen Kammer besteht aus Klerikalen, d. h. aus Vertretern des Katholizis- muS, dessen Lobredner uns bei jeder Gelegenheit verkünden, er sei berufen, die soziale Frage zu lösen. Wir sehen in Belgien, worin diese Lösung besteht: theueres Brot. Frei- lich zu wundern haben wir Deutsche uns nicht, denn unser Zentrum hat ja in dieser Richtung auch Be- deutendes geleistet. Hätte doch ohne seine Mitwirkung die Bismarck'sche Ärotvertheuerungs- Politik nicht durchgesetzt werden können. Während die belgische Kammermajorität rasch bei der Hand ist, wenn es gilt, den Arbeitern das Fell über die Öhren zu ziehen und den Brotkorb höher zu hängen, sträubt sie sich nach wie vor mit aller Kraft gegen das von neun Zehnteln des belgischen Volkes ge- forderte allgemeine Wahlrecht. Jede Hoffnung auf gutwilliges Nachgeben der Kammer muß aufgegeben werden. Eine Kraftprobe zwischen Volk und Kammer ist unvernieidlich. Es offenbart sich hier wieder einmal mit packender Deutlichkeit, wie die sogenannten Rechtsfragen in der Politik allesammt Machtfragen sind. Das belgische Volk hat jetzt zu zeigen, was es kann. Und unsere Ge- nassen haben den Vorkampf zu führen. Nach dem Schau- spiel, welches sie uns bieten, zweifeln wir nicht, daß sie ihrer ehrenvollen, aber schwierigen Aufgabe gewachsen sind. In der Presse, in der Agitation entfalten sie eine wahrhaft herzerfrischende Thätigkeit, und so sicher dem festen, ziel- bewußten Willen kein Hinderniß unüberwindlich ist— so sicher wird der belgische Sozialismus den Kleri- k a l i s m u S, wird daS belgische Volk die belgische Kammer besiegen.— I« England haben bei einer Ersatzwahl die Liberalen gesiegt. Darob großer Jubel in der liberalen Presse Englands und auch anderer Länder, namentlich Deutschlands. Ein„Umschwung" soll sich vollzogen haben, der Driumph des Liberalismus bei der bevorstehenden all- gemeinen Wahl sicher sein. Das ist kindisches Gerede. Der Zwist im Lager der irischen Homeruler ist für die liberalen Oppositionsparteien Englands so nachtheilig, so schwächend, daß hierdurch allein die Wahlchancen des Liberalismus aus ein Minimum herab- gedrückt würden, selbst wenn der Liberalismus nicht auch rn sich selber zerfahren, und bis ins innerste Mark faul wäre.— In der letzte» italienischen Kammersttzung wurde der Justizminister C h i m i r r i mehrfach über die von ihm getroffenen Willkürhandlungen gegen Sozialisten interpellirt. Der Minister trat mit der Unverfrorenheit auf, die den im Unrecht befindlichen Gewalthabern eigen ist und mehr als alles andre das niederträchtige Verhalten der Justiz und Polizei kennzeichnete. Auf daS Verlangen einer Amnestie erwiderte er, daß der Prozeß gegen Cipriani und Genoffen nächstens wieder aufgenommen werden wird. Welches Bubenstück mag inzwischen die Regierung ausgesonnew haben, um die Verurtheilung derselben herbeizuführen! Inzwischen hat eine Regierungsverfügung alle Arbeiter- Versammlungen im Freien verboten!— Spanien hat jetzt einen Belagerungszustand. Zum Anlaß nahm die Regierung den Äergarbeiter-Streik in Bilbao, bei welchem die Polizei gegen die Streikenden in brutalster Weise eingriff und so Konflikt« herbeiführte. Der Regierung war dieses höchst willkommen, um in dem Streit den Ausbruch einer internationalen- anarchistischen Be- wegung zu erblicken und den Belagerungszustand zu er- klären. Ein Kriegsgericht ist eingesetzt, um diejenigen Personen, welche sich Eingriffe in die„freie" Ausübung der Arbeit schuldig machen, aburtheilen zu lassen. Die freie Ausbeutung der Arbeiter, die Unterdrückung und Knechtung der Arbeit bleibt ungehemmt. Das Wolff'sche Tclegraphenbureau meldet: 7„Die Er- klärung des Belagerungszustandes brachte eine gute Wirkung hervor." Es braucht nicht hinzuzufügen:„unter der beim Volke schwächen müßte. Die liberalen Parteien haben hier solidarische Interessen. Meinen Sie nicht auch, meine Herren?" „Das ist gan» unleugbar wahr, wenn sich auch Ihre Bemerkung schweräch aus einen der Anwesenden beziehen dürste," erklärte der Kaufmann Rollmann, eine dürftige Persönlichkeit m* eingefallenen, gelbledernen Wangen und unstät herumirr«-,»den Augen. „Ja, die Reputation unserer Leute muß gang schlechter- dings ausrecht erhalten werden, sonst mißtraut am Ende das Volk selbst den Besten unter uns," meinte der Wein- Händler Tiestrunk, indem er sich langsam mit seiner fetten Hand das dünne, semmelblonde Haar aus dem weingerötheten Bacchusgesichte strich. „Mit dem KrankenhauS-Jnspektor Zahler wird eS wohl nicht mehr lange gehen," bemerkte ein noch ziemlich junger Mann, dessen Gesichtszüge von Intelligenz zeugten, wenn auch die etwas zugespitzte Stirn mehr scharfes Urtheil und schlaue Berechnung, als harmonische Geistesbildung ver- rieth;„sein Aushungernngs-System gegenüber den Patienten nimmt immer bedenklichere Dimensionen an, während andererseits sein« Buchsühnmg kaum noch der nächste» gründlichen Revision Stand halten dürfte." „Sie muß Stand halten, sie muß Stand halten, Herr Sekretär Lutz. Sie sind immer der unheilverkündende Rabe. Wo denken Sie denn nur hin? Der Mann ist gut, unent- behrlich sogar, er versteht populärer zu sprechen, als irgend ein Anderer," erwiderte Dr. Raffmaus.„Wir können ihn ja einmal privatim warnen, ihm auch gelegentlich eine Ge- Haltszulage auswirken, aber gehalten muß er werden unter allen Umständen: Denken Sie nicht auch, meine Herren?" „Er ist ein Grnndpseiler der liberalen Parteien," bemerkte der Möbelhändler Rollfuß, indem er langsam ein Glas Champagner die Kehle hinunterfließen ließ.„Seine Wirk- samkeit im liberalen Arbciter-Bildungsverein allein ist Golde? werth. Wie schön weiß er die Leule an Ordnung, Genüg- samkeit und Unterwürfigkeit zu mahnen. Es ist eine Freude, ihn anzuhören." (Fortsetzung folgt.) 104 Ob die Regierung mit ihren Gewaltstreichen sich zu befestigen glaubt? Wir glauben, daß ihre Tage gezählt find und sie nur ihren Untergang beschleunigt. Bourgeoiste." Wann hätte die Niedermegelung von Ar-| Klärungen und Gesprächen gegen Bezahlung im Betriebe zu haben, In Köln befchloß eine start besuchte fogialdemokratische beitern, zumal von streifenden Arbeitern, nicht eine gute steht vorbehaltlich der Bestimmung des§ 2a ausschließlich dem Boltsversammlung für 1. April die Uebernahme der Kölner Wirkung unter ihr hervorgerufen? Reiche zu.(§ 2a der Anträge von Bar statuirt das Recht der Arbeiterzeitung" auf die Partei. Das Blatt, welches Gemeinden zum Betriebe des telegraphischen Verkehrs im Ge- bisher vom Genossen Röder verlegt wird, erscheint von jenem meindebezirke.) Beitpunkte ab unter dem Titel: Rheinische Beitung für die Referent Abg. von Buol weist auf die seit dem vorigen Interessen der arbeitenden Bevölkerung der Kreise Köln, Mülheim, Jahre beim Hause eingegangenen zahlreichen Petitionen hin, Gummersbach, Wipperfürth". welche zum Theil ganz neue Momente für die Beurtheilung der Frage des Reichsmonopols beibringen. Er stellt anheim, die Petitionen durch die zu fassenden Beschlüsse für erledigt zu er flären. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 159. Gigung vom 28. Januar, 2 Uhr. Um Tische des Bundesraths von Marschall, von Malzahn. Die Vorlage, betreffend die Anwendung der vertragsmäßigen Bollfäße auf Getreide, Holz und Wein, steht zur dritten Berathung. Abg. Frigen( Koblenz): Durch die Ablehnung der Kom miffionsbeschlüsse, betreffend die Anwendung der Ermäßigung auf die schwimmenden Lager und auf das in Holland lagernde Getreide der rheinischen und westfälischen Interessenten find legtere in Nachtheil gerathen und zur Nachweisung des Ursprungs ihres Getreides aus Vertragsländern verpflichtet, wenn sie den Zollfah von 3,50 M. genießen wollen. Der Reichskanzler hat möglichste Erleichterung der Formalitäten bezüglich des Ursprungsnachweises versprochen. Ich hoffe, daß die Zollbehörden der Ginzelstaaten möglichst bald mit entsprechender Anweisung durch das Reichs Schazamt werden versehen werden. Abg. v. Stumm( Rp.) tritt den Ausführungen der Herren v. Kleist- Rezzow und v. Schalscha bei, wonach jede Erweiterung der Begünstigungen abzulehnen sei, um die im Auslande schon jeht sehr verbreitete Auffassung, als tönne man von uns ohne jede Konzession diefelben Vortheile wie die Vertragsländer er fangen, nicht noch mehr zu bestärken. Das gelte namentlich vom Wein. Ein großer Theil der Reichspartei werde das ganze Gesez verwerfen, wenn die in zweiter Lesung beschlossenen Erweiterungen ftehen blieben. des Die Dortmunder Sozialdemokratie erklärte in ihrer Versammlung am 24. Januar, daß gemäß den Beschlüssen des legten westfälischen Parteitages die Beitungen des Herrn oder der Frau Jeup nicht mehr als Parteiorgane zu betrachten find. Abg. Schrader( bfr.) stellt und begründet den Antrag auf Zurückverweisung der Vorlage an eine Kommission. Nicht nur die Petitionen feien für die erneute Prüfung maßgebend, sondern auch fachliche Momente anderer Art, besonders die Fortschritte Nach Estebrügge im Altenlande wurde vom Parteis der Elektrotechnit, wie sie auf der elektrischen Ausstellung in genoffen Weber aus Buxtehude eine Versammlung einberufen, Frankfurt aller Welt vorgeführt worden seien. Das Interesse in welcher das Thema Die Bestrebungen der Sozialdemokratie der Städte gegen dieses Gesetz sei durch die Ergebnisse und Eugen Richter's Irrlehren" zur Verhandlung stand. Zu dieser Ausstellung und elektrotechnischen Kongresses dieser Versammlung war der bekannte Bismarck- Agitator Dr. mächtig gestärkt worden. Auch die Zahl der Amen- Hahn aus Berlin eingeladen. Er kam auch, hatte aber diesdements zu einzelnen Bestimmungen der Vorlage beweise, mal weniger Glück, als in einer früheren, von seinen Estebrügger daß die Arbeit der Kommission noch nicht ausgereift sei. Gesinnungsgenoffen abgehaltenen Bersammlung, wo man dem Andererseits sei das Verlangen der Gemeinden, das Telegraphen- anwesenden sozialdemokratischen Redner nur eine engbegrenzte gesetz nur pari passu mit dem Geseze über die elektrischen An- Redezeit gewährte, weshalb dieser auf das Wort verzichtete. Die lagen zu berathen. oben erwähnte Bersammlung war von ca. 600 Personen besucht, die Kopf an Kopf gedrängt ben Saal füllten. Nachdem& mil if cher aus Hamburg das Tagesordnungs- Thema unter lebhaftem Beifall besprochen, ging Dr. Hahn für seine Sache ins Beug. Schmalfeldt- Stade fertigte ihn entsprechend ab. Gine Resolution des Herrn Hahn wurde mit großer Mehrheit abgelehnt und mit dem Gesang der Arbeitermarseillaise, welcher bas Heil Dir im Siegertranz" und die Bismarckhochs der Herren Hahn und Genossen machtvoll übertönte, ging die Verfammlung auseinander. Abg. Hammacher( natl.) unterstützt den Antrag auf Zurückverweisung, hauptsächlich unter Bezugnahme auf die zahlreichen Abänderungsanträge. Abg. Graf Ballestrem( 3entr.) giebt für seine Partei eine ähnliche Erklärung ab, lehnt aber ab, der Kommission den Vorwurf nicht genügender Sachkenntniß zu machen. Abg. Schrader verwahrt sich gegen den Vorwurf, als habe er solchen Vorwurf im Sinne gehabt. Abg. Graf Arnim( p.) bedauert, sich der Majorität fügen zu müssen, da er die Nothwendigkeit der Zurückverweisung nicht anerkennen tönne. Es seien diese Verzögerungen auf Einflüsse Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Paffan find von zurückzuführen, über die ihm leider in diesem Moment zu sprechen unserer Partei zwei Beisitzer und zwei Hilfsbeisiger gewählt verwehrt sei. worden. Die Ultramontanen brachten nur einen Kandidaten Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Die Zurückverweisung wird darauf gegen die Stimmen der durch. Rechten beschlossen. Abg. Nickert( bfr.): Die Frage der Transitläger hat Jahre Die ausgesetzte Abstimmung über das Gefeß, betreffend die erfordert, ehe sie zu einer befriedigenden Lösung gelangt ist. Um Ausdehnung der Zollermäßigungen stellt der Präsident dem- Das Reichsgericht hat die polizeiliche Schließung fo fonderbarer muß es erscheinen, wenn Herr v. Stumm plötzlich Hause jeht vorzunehmen anheim, obwohl die Zusammenstellung des Staßfurter Bergarbeiter Vereins aufgehoben erklärt, seine Partei werde das ganze Gefek verwerfen, wenn die der Beschlüsse noch nicht gedruckt vorliegt. Abg. v. Stumm und den wegen Uebertretung des preußischen Vereinsgefezes vervon der Kommission beschlossenen, in zweiter Lesung an- widerspricht; da der Widerspruch eines Ginzelnen genügt, fann urtheilten Vorsitzenden Handelsmann Fritsche freigesprochen. In genommenen, vom Reichstansler fast ganz direkt zugestandenen die Abstimmung nicht erfolgen. Abg. Rickert beantragt, die den Gründen wurde gefagt, es sei allerdings nicht anzuzweifeln, Erweiterungen auch in dritter Lesung angenommen würden. Ich Sigung auf eine halbe Stunde zu vertagen, ba bis dahin die daß in jenem Vereine öffentliche Angelegenheiten verhandelt feien bitte, die vorgestrigen Beschlüsse einfach zu bestätigen. Die Bertheilung erfolgt sein werde. Der Antrag wird mit 105 gegen und insoweit treffe die Berurtheilung zu, aber der Verein sei fchwimmenden Lager werden hoffentlich nach den Erklärungen des 108 Stimmen abgelehnt. doch kein solcher gewesen, der bezweckt habe, öffentliche Angelegen Reichskanzlers der Zollermäßigung auch theilhaftig werden, wenn Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sigung Freitag 2 Uhr. heiten zu behandeln. der Nachweis des Ursprungs aus Vertragsländern erbracht ist. ( Gesammtabstimmung über die Vorlage, betr. die Ausdehnung Abg. von Kleift- Regom tritt nochmals der beschloffenen der Zollermäßigungen; dritte Lesung des Gefeßentwurfs, betr. Ausdehnung der Vergünstigungen entgegen; diese Ausdehnung bei die Gewährung der Zollermäßigungen an nicht meistbegünstigte dieser Gelegenheit fet der ganzen Stellung des Reichstages Staaten; Gefeßentwurf, betr. Die Einziehung der österreichischen unangemessen. Es werde auf diese Weise einer kleinen Zahl von Vereinsthaler; Petitionen.) Großhändlern und Großindustriellen ein Vortheil auf Kosten der großen Menge der kleineren Gewerbetreibenden zugewendet. ( Beifall rechts.) Abg. Buhl( nl.) bedauert, daß von rechts den Beschlüssen des Reichstags so unzutreffende, unangemessene Motive untergelegt würden, und ersucht gleichfalls um Bestätigung der Beschlüsse zweiter Lesung. Parlamentarisches. -Das Magdeburger Schwurgericht verurtheilte die Arbeiter Wiczorowsky und zwei Genossen, welche im Martens'schen Prozesse sich des wissentlichen Meineids schuldig gemacht haben sollen, zu Zuchthausstrafen von 18 bezw. 15 Monaten und zu 5 jährigem Ghrverlust; von der siebenmonatlichen Untersuchungshaft wurden 4 Monate angerechnet, BeTaftungszeugen waren der Bürgermeister Reinhard, der Kommissar Burt und der Sergeant Simon. Lettere beide Beamte waren in der betreffenden Versammlung, wo Martens gesprochen hatte, als Ueberwachende anwesend; auf die Notizen Die Geschäftsordnungs- Kommission hat sich gestern dafür Burts und ferner darauf hin, daß Sergeant Simon fofort, als Abg. von Schalfcha( 8.): Die Vorlage hatte einen prat erklärt, daß das Mandat bes Abg. Dr. Brünings weiter als die inkriminirte Aeußerung gefallen fet, feinen Borgefeßten an tischen Zweck, die Erweiterungen der Rommission find sämmtlich giltig zu betrachten sei, da durch Verleihung des Titels eines Ober- gestoßen habe, ist das Urtheil gefällt worden. Acht Entlastungstendenziöser Art( Widerspruch links), wie Herr von Kleift richtig Landesgerichtsraths und der Zuwendung eines höheren Gehaltes zeugen erklärten positiv, die betreffende Aeußerung nicht gehört zu haben, die anderen Beugen im ganzen waren überhaupt haben, die anderen Zeugen dargestellt hat. Wir sind nicht in der Lage, solche Vergünstigungen derselbe in Wirklichkeit in kein neues Amt eingetreten sei, sondern 23 geladen wußten nichts Bestimmtes anzugeben. Erstere's einzelnen Handelshäusern zu gute kommen zu faffen. als Landgerichtsrath weiter beschäftigt wird. Weiter hat dies find nachträglich gleichfalls verhaftet worden. Für die Staß Abg. Fürst Hahfeldt( Rp.) verwahrt die Kommiffion, deren selbe Kommission sich prinzipiell dahin ausgesprochen, daß das furter Verhältnisse ist folgendes charakteristisch: Rechtsanwalt Vorsitzender er gewesen, gegen den Borwurf tendenziöser Be- Recht der Wahlanfechtung nicht blos den Wählern des betreffen Träger, welcher mit seinem Kollegen Werner- Magdeburg schlüsse; sie habe sich einfach von zweckmäßigkeitsgründen leiten den Kreiſes, sondern jedem deutschen Reichstags- Wähler zusteht. Die Bertheidigung führte, richtete an den Bürgermeister Reinhard Taffen. Diese Frage wurde aus Anlaß der Wahl des Abg. v. Stumm die Frage, ob es wahr sei, daß in Staßfurt eine FabrikantenAbg. Möller( natl.) würde eventuell veranlaßt sein, noch in zur Entscheidung gestellt, gegen welche ein Protest eingereicht ist, vereinigung bestände, und ob sich dieselbe zur Aufgabe mache, AngeWählern ausgeht, welche nicht im Wahlkreise britter Lesung zu versuchen, den schwimmenden Ladungen die der von Wählern ausgeht, von Neunkirchen wohnen. Wohlthaten des Gesezes zu verfchaffen, wenn in diefer Beziehung des unumschränkten Herrschers von Neunkirchen wohnen. hörige der sozialdemokratischen Partei zu maßregeln. Der Bürge nicht eine beruhigende Erklärung des Bundesraths erfolge. Er Wähler aus dem Stumm'schen Wahlkreis dürfen, bei Ber- meister bejahte den ersten Theil der Frage, der Beantwortung des zweiten Theils wich er verlegen aus. ber Gefahr des erfennt aber an, daß im gegenwärtigen Augenblick die Abgabe meidung vollständigen wirthschaftlichen einer solchen Erklärung Schwierigkeiten machen könnte, und hofft Ruins, nicht wagen einen Wahlprotest zu unterzeichnen. Weiter im Anschluß an die Darlegung Rickert's, daß die versprochene beschloß die Kommission noch die gegen den Abgeordneten Werner Erleichterung in den Abfertigungsformalitäten auch den schwim-( Antisemit) nachgesuchte Genehmigung, aur Fortseßung von drei menden Lagern zu gute fommen wird. Privattlagen( Beleidigungen) zu verweigern. Soziale Uebersicht: Abg. Brömel( fr.), der im Verein mit dem Abg. Büsing In der Budgetkommission wurden beim Militär- Etat die ein Amendement eingebracht hat, durch welches der die Mühlen: Schießaffären der 2ẞachtposten in belebten Gegenden und Straßen In Eilenburg faßte am 27. Januar eine öffentliche Ges fonten betreffende Theil des Gesetzestextes redaktionell verbessert zur Sprache gebracht und angeregt, den Wachtposten andere und wertschaftsversammlung eine Resolution, in welcher der Grwird, bittet ebenfalls, die Beschlüsse zweiter Lesung mit diesem unseren Kulturverhältnissen etwas näher kommende Instruktionen wartung Ausdruck gegeben, daß die Vorstände der deutschen Amendement anzunehmen. Abg. v. Stumm macht darauf aufmerksam, daß der Reichs- su geben. Die Herren Vertreter des Kriegsministeriums wollten Gewerkschaftsorganisationen Mittel und Wege finden würden, den von einem Mißstande auf diesem Gebiete natürlich nichts alberstädter Gewerkschaftstongreß in würdiger tanzler zu den Kommissionsbeschlüssen keineswegs unbedingt seine wissen, denn der„ einsam stehende Posten müsse doch ein Weise abzuhalten, aber der Vorschlag hinzugefügt ist, man möge Zustimmung erklärt habe. Nach Schluß der Diskussion wird das Gesetz unter Grsetzung Mittel der Abwehr gegen Angriffe der rohen, niedrigen Die Zahl der Delegirten mindestens um vier Fünftel beschränken, Voltsschichten haben." Diese den wirklichen Thatbestand da erstlich in Anbetracht der traurigen wirthschaftlichen Lage der des Absages betreffend die Mühlenkonten durch das Amendement so ziemlich auf den Kopf stellende Darstellung wurde von unserem Arbeiter eine Kostenersparniß geboten und zudem noch genug Brömel- Büsing in der Fassung zweiter Lesung angenommen. Genossen Singer und anderen Kommissionsmitgliedern auf das Streits zu unterstützen feien, wofür das Gelb bessere Verwendung Bom Zentrum ftimmen nur etwa fünf oder sechs Abgeordnete, Energischste zurückgewiesen und schließlich der Antrag, es mögen finden würde. Diefe Resolution wurde von der gut besuchten von der Reichspartei nur Fürst Haßfeldt und Merbach, von die Wachtposten mit neuen und für das Publikum weniger ge- Versammlung mit allen gegen drei Stimmen angenommen. den Deutschtonservativen Niemand mit der Mehrheit. Dagegen fährlichen Instruktionen versehen werden, mit Majoritat anfind die Bänke der Linken einschließlich der Nationalliberalen sehr genommen. stark besetzt. Die Gesammtabstimmung bleibt einstweilen ausgefeht, bis die neue Zusammenstellung der Beschlüsse gedruckt ist. Es folgt die erste und event. zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Anwendung der vertragsmäßigen Bollbefreiungen und Zollermäßigungen gegenüber den nicht meistbegünstigten Staaten. Parteinachrichten. Auf der sozialdemokratischen Konferenz für Lippe Abg. Graf Kanth( bt.) verbreitet sich ausführlich über die Detmold wurde mitgetheilt, daß sämmtliche andere Parteien den Bedeutung und den Werth der Meistbegünstigung, welche durch Kampf gegen die Sozialdemokratie mittelst Saalabtreiberei und die Vorlage gegen die Einräumung gewiffer Vortheile denjenigen Maßregelungen führen. Unsere Parteigenoffen lassen sich aber Staaten, die in einem handelspolitischen Vertragsverhältnisse zu dadurch nicht irre machen. Die Bewegung geht ruhig vorwärts, Deutschland nicht stehen, zugestanden werden soll, und fragt, es waren diesmal Orte auf der Konferenz vertreten, wo früher welche Staaten schon heute die Meistbegünstigung genießen, da noch niemals von einer sozialdemokratischen Bewegung die Nede in dieser Beziehung genaue Nachrichten nicht vorlägen. gewesen. Die Konferenz, welche von etwa 30 Delegirten besucht war, Staatssekretär v. Marschall erwidert, daß nach Annahme fetzte zur Organisirung und Agitation, die fich hauptsächlich auf der Borlage der Bundesrath in eine Prüfung der Frage ein- die Landorte erstrecken wird, eine Agitationstommission ein und zutreten habe, welchen Ländern ein Anspruch auf Meistbegünsti- jeder Parteigenoffe wurde verpflichtet, nach besten Kräften der gung zustehe; der Bundesrath sei schon jetzt in diese Prüfung Bartei entweder Versammlungslokale zu gewinnen oder unserer Idee durch Verbreitung von Flugschriften auch bei den Landeingetreten. bewohnern Eingang zu verschaffen. Abg. v. Kleift- Rehow erklärt sich gegen die Vorlage, die uns nur Schwierigkeiten schaffen tönne; es handle sich ja doch blos um Rußland, mit dem handelspolitische Vereinbarungen doch aussichtslos feien. Borgeschlagene Dividenden: Böhmisches Brauhaus Rommanditgesellschaft auf Attien. Knoblauch, Berlin 12 pCt. Kontinental- Kautschuck- und Guttapercha- Rompagnie 27 pet. Baugesellschaft am Kleinen Thiergarten 10 pt. Berliner Brotfabrik- Aktiengesellschaft 81/2 pet.( gegen 8 pct. im Vorjahre). Union, Baugesellschaft auf Attien 5 pet.- Matters bant in Berlin 10 pet. Nationalbank für Deutschland 6 pet. Bremische Hypothekenbank 4a pet.- Hamburger Waaren- Kreditanstalt 14 pet. Waaren- Kreditanstalt 14 pet. Bierfener Aftienfpinnerei und Beberei 11 pt. Börsen- Handelsverein 11 pGt.Fuldaer Chemische Fabrik Vereinigte Schuhstoff- Fabriten 14 pt. Aktiengesellschaft vormals Morih Milch u. Ko. 8 pct. liner Staffenverein 6½ pct. 3 Sprechsaal. Ber Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Raum bafür abzugeben tft, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt beffelben identifizirt zu werden. In dem Bericht über die Voltsversammlung, welche am 21. b. M. im Feenpalast in Berlin tagte( Vorwärts" Nr. 19), In Lüdenscheid findet am 14. Februar die schon erwähnte findet sich die Bemerkung. daß ich in der Versammlung der Parteitonferenz für den Wahlkreis Altena Iser- Berliner Maurer, welche am 10. d. M. stattfand, erklärt haben Tohn statt. Tagesordnung: Presse, Agitation und Organisation, folle, daß Genosse Bebel ein Gegner der Gewerkschaftsbewegung Anträge der Delegirten. gewesen sei. Diese Erklärung soll ich in der leztgenannten Berfainmlung abgegeben haben, und ist auch in diesem Bericht " Staatssekretär v. Marschall: Es handelt sich nicht blos um Rußland, sondern auch um Rumänien und event. um Spanien. Die Regierung erbittet die Vollmacht, um mit allen den Staaten das Meistbegünstigungsverhältniß herzustellen, welche den ernsten In Bredow bei Stettin fand am 25. Januar eine öffent-( Vorwärts" Nr. 9) eine solche Bemerkung zu finden. Es scheint Willen zeigen, mit uns in freundliche stetige Handelsbeziehungen liche Kommunalwähler- Versammlung statt, die zum hier offenbar ein Mißverständniß vorzuliegen. Meine Aus zu treten. größten Theil von Sozialdemokraten besucht war, aber sich auch führungen deckten sich vollständig mit dem, was in dem Protokoll Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. v. Münch( wild) feitens der Groß- und Kleingrundstücks Bestzer und Geschäfts- über die Verhandlungen des Pariser Kongresses( Seite 24, schließt die erste Lesung. In zweiter Lesung wird die Vorlage leute reger Theilnahme zu erfreuen hatte. Die Leitung der Ver- Beile 22 u. f. f.) wiedergegeben ist. Daffelbe habe ich auch in ohne Debatte unverändert angenommen. fammlung lag in den Händen der Genoffen 28 sew it, der Broschüre Die Organisationsfrage" auf Seite 4 ertlärt." Das Haus wendet sich dann zur zweiten Berathung des Geethte und Haat. Genosse F. Storch Stettin referirte in Unter feinen Umständen tönnen aber diese Bemerkungen feßzentwurfs über das Zelegraphenwesen des Deutschen einstündiger Rede unter reichem Beifall der Versammlung über Veranlassung geben zu der Behauptung, daß ich erklärt hätte, die Landgemeinde Ordnung. Man beschloß darauf, in die Ge- Bebel set ein Gegner der Gewerkschaften gewesen. Wenn ich in meindewahl einzutreten, und da in Bredow 13-1400 2ähler der der Versammlung vom 10. d. M. den Irrthum nicht sofort dritten Klasse vorhanden sind, so haben wir Aussicht, einige Ge- richtig stellte, so lag dies daran, daß durch mein Eintreten für nossen durchzubringen. die gewerkschaftliche Zentralisation sich die Debatte schon volle vier Stunden ausgedehnt hatte und ich durch nochmaliges Sprechen diefelbe nicht noch verlängern wollte. Ich bitte jebermann, von dieser Richtigstellung Notiz zu nehmen. C. Legien, Reiches. §1 der Kommissionsbeschlüsse lautet: Das Recht, Telegraphenanlagen für den allgemeinen Ver mittelungsverkehr zu errichten und zu betreiben, steht ausschließlich dem Reiche zu. Unter Telegraphenanlagen sind die Fernsprechanlagen mit begriffen. T Eine sehr gut besuchte Volksversammlung in Penig Die Abgg. von Bar und Genoffen( bfr.) beantragen,§ 1 sprach nach dem Vortrage Rarl Pintau's der sozial demokratischen Reichstagsfraktion ihre Zustimmung zur Abwie folgt zu faffen: Das Recht, elektrische Zeitungen zur Uebermittelung von Er- ftimmung über die Handelsverträge aus. Hamburg- St. Georg, Au der Koppel 70, I. Theater. Freitag, den 29. Januar. Opernhaus. Dinorah. Schauspielhans. Der zerbrochene Krug. Der eingebildete Krante. Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Faust's Tod. Berliner Theater. Maria Stuart. Residenz- Theater. Musotte. Vorher: Modebazar Violet. Wallner- Theater. König Krause. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Cacao. Bellealliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Oftend- Theater. Am Altar, Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Alexanderplatz- Theater. Berliner Pflaster. Der Feenpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. Unserm Freund u. Genoffen Guftav Circus Renz. emeling gen.„ Michel Knautschte" Karlstraße. Freitag, den 29. Januar 1892, Abends 71/4 Uhr: Große Komiker- Vorstellung mit neuen, höchst komischen Entrees und Intermezzos von den Klowns C. Godlewsky, 3 Gebr. Briatore, Gebrüder Kronemann, Paul und William, Gebr. zu seinem heutigen Wiegenfefte ein dreimal donnerndes Hoch, daß die Tonkin- Stöcke tanzen. Bon sein. Kolleg. " Justav laß jießen!" Todes- Anzeige. 1182b furzem Krantenlager unser Kollege Am Mittwoch früh verstarb nach Carl Völker. 1192b Dianta und Warne, Herrmann, Misco u. s. w. Außerdem: Prinz Carneval und sein Gefolge, komisch equeftr. Arrangement mit 12 Freiheitspferden, Nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle Die Beerdigung findet am Sonntag dressirt und vorgeführt von Herrn des Kirchhofs" Bum heil. Kreuz" in Franz Renz. Cyd, geritten v. Schul- Tempelhof statt." reiter Herrn Gaberel. Jeu de la rose, geritten von den Damen Frls. Clot. Hager und Mlle. Therina. Sisters Lawrence am flieg. Trapez. Lord und Sohn, komische Reitpiece v. mehreren Herren. Auftreten der vorzüglichsten Reitkünstlerinnen und Reitkünstler 2c. Zum Schluß der Vorstellung: ,, Auf Helgoland" oder: Ebbe und Fluth. Die Kollegen der Piano- Fabrik von Görs& Kallmann. Danksagung. 1187b Allen Freunden und Kollegen meines verstorbenen Mannes, des Schriftsetzers Fritz Deiters, sowie dem Gesangv.„ Typographia" sage ich für die letzte Ehre, welche sie ihm am Grabe erwiesen haben, meinen innigsten Dank. Große hydrologische AusstattungsPantomime in 2 Abtheilungen mit National Tänzen( 60 Damen), AufKonkordin- Palast- Theater. Spe- zügen. Neue Einlage: Die Gardezialitäten- Borstellung. Husaren. Dampfschiff und Boot Kaufmann's Variété. Spezialitäten- fahrten, Wasserfälle, Riefenfontänen mit der allerlei Lichteffekten. Neu! Die Grottenbeleuchtung 2c., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Vorstellung. Giskeller. Theater und SpezialitätenVorstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Regelbahnen 6 Billards, 2 Säle. 1169L Täglich: Auf Helgoland. Sonntag 2 Vorstellungen. Nach mittag 4 Uhr( 1 Kind frei). Auf vielseitiges Verlangen: ,, Die lustigen 7/ Die trauernde Wittwe u. Hinterbliebenen. Mechaniker, Optiker und Orts- Krankenkasse verwandten Gewerbe. Sonntag, den 7. Februar 1892, Vorm. 10 Uhr: in den Arminhallen, KommandantenStraße 20: Heidelberger. Abends 7 Uhr: Wahl- Versammlung Auf Helgoland." 90 E. Renz, Direktor. sämmtl. grossjähr. Kassenmitglieder. Tagesordnung: Wahl von 270 Vertretern der Arbeitdes Statuts). Circus G. Schumann. nehmer aur Generalversammlung(§ 48 Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstr. Freitag, den 29. Januar 1892, Abends 72 Uhr: Grosse GalaVorstellung mit vorzüglich gewähltem Programm. Zum 3. Male: Berliner Leben. Große Wafer- und Feuer- PantoUm 11 Uhr Vormittags findet im gleichen Lokal eine Versammlung der Herren Arbeitgeber, welche Beiträge aus eigenen Mitteln leisten, statt. Tagesordnung: Etablissement Buggenhagen mime in 2 2btheilungen mit 9 Bil- geber zur Generalversammlung. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 bern und Apotheose. Die Huldigung Wahl von 130 Bertretern der ArbeitBerlin, den 25. Januar 1892. Der Vorstand. des deutschen Heeres und der 1189b Marine, ausgeführt vom gesammten Berfonal unter Mitwirtung aktiven Die Beleidigung gegen den Schlächter Militärs. Große neue Ballet- Einlagen H. Bree nehme ich hiermit zurück und und militärische Evolutionen in Uni- erkläre denselben für einen achtbaren form der Krongardisten, Potsdamer Mann. Gardisten, Ziethen- Husaren, GardeF. Müller. Infanterie und der kaiserlichen Marine, sowie österreichischer und italie6. Werner. Brot billiger, nischer Kavallerie. Vollständig neue 4 Pfd. ausgebacken 50 Pf., mit Zufah Castan's Panopticum Ausstattung von Rostümen, Requisiten von Maismehl, kräftig und wohlFriedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: und Dekorationen. Morgen: Große Vorstellung. Berliner Leben. Sonntag: 2 Borstellungen. 31/2 Uhr ein Kind frei. Zirkus unter Wasser. 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Januar 1892, Abends 8 Uhr, Jm Theater- Saal( ohne im gr. Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11-13. Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten.. La belle Irene, die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum Tages- Ordnung: 1. Gewerkschaften und Streiks. Referent: Reichstags- Abgeordneter Wilhelm Liebknecht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Wir empfehlen den Parteigenossen zur Anschaffung die Berliner Arbeiter- Bibliothek. Herausgegeben von Max Schippel. 1. Serie: 1. Heft: Ein sozialistischer Roman.( Ein Rückblick 2000 bis 1887.) Nach dem Amerikanischen des Edward Bellamy. 32 Seiten. Preis 15 Pf. 2, 3. 4. 5. 6. . 7. 8. 9. 10. ย 11. B 12, Die Gewerkschaften, ihr Nuzen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Rede von May Schippel. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Die Arbeiterinnen und Frauenfrage der Gegenwart. Von Clara Zetkin. 40 Seiten. Preis 20 Pf. Der Sozialismus in Frankreich seither Pariser Kommune. Von Ossip Bettin( Paris)+. 48 Seiten. Preis 20 Pf. Charakterköpfe aus der franzöfifchen Arbeiterbewegung. Von Ossip Bettin( Paris)+. 48 Seiten. Preis 20 Pf. Die Hausindustrie in Deutschland. Von Paul Kampffmeyer. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Junker und Bauer. Zur Entwickelung unserer Agrarverhältnisse. Von Paul Kampffmeyer. 32 Seiten Preis 15 Pf. Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwickelung der Sozialdemokratie. Bon May Schippel. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Die Marx'sche Werththeorie. Zur Einführung in das Studium von Mary. Von Paul Fischer. 52 Seiten. Preis 20 Pf. Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauch für sozial demokratische Wähler. 36 Seiten. Preis 15 Pf. Die soziale Frage auf dem Lande.( I. Die Lage der ländlichen Lohnarbeiter in Preußen. Von II. Der Ruin des ländlichen Paul Kampffmeyer. Kleinbetriebs durch die landwirthschaftliche Großproduktion. 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Die feit nunmehr 3 Jahren bestehende ,, Berliner ArbeiterBibliothek", die sich unter der Herausgabe des Genossen May Schippel so vortheilhaft in der Partei eingeführt hat, ist mit allen Vorräthen und Rechten in unseren Verlag übergegangen und ersuchen wir die Genossen, nach wie vor energisch für die Verbreitung derselben thätig sein zu wollen. Alle Aufträge und Zahlungen find also nicht mehr an die Expedition der Volks- Tribüne" resp. Verlag der Arbeiter= Bibliothek," sondern nur noch an uns zu richten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bestellungen nach auswärts gegen vorherige Einsendung des Betrages. Porto extra. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Befagen. yiOT 1 Beilage zum„Vomiirts" Berliner Volksblatt. Frettag, den 29. Januar 1892. 9. Jahrg. Kr. 24. VÄlvletinenksverizhke. Abgeordnetenhaus. 7. Sitzung vom 28. Januar. 11 Uhr. Am Ministertische Graf C a p r i v i, Graf Zedlitz und Kommissarien. Die erste Lesung desVolls-Schulgesetzes wird fortgesetzt. Abg. Graf Limburg-Stirum(kons.): Herr von Kardorff hat den Wunsch ausgesprochen, daß dieses Gesetz nicht einseitig unter Vergewaltigung der Parteien, mit denen wir vielfach zusammen- gegangen sind, zn Stande kommen möge, daß die Freikonser- vativen und Nationalliberalen mit zur Verständigung heran- gezogen werde». Die Reden der Freikonservativen lassen eine solche Verständigung nicht ausgeschlossen erscheinen. Anders liegt es bei den Nationalliberalen. Wenn eine Vorlage als unan- nehmbar bezeichnet wird und gleich provokatorisch aufgetreten wird, wenn der Oberpräsident von Bennigsen an die freisinnige Partei, an das deutsche liberale Bürgerthum sich wendet, wenn Herr Hodrecht sich in stärksten Redewendungen gegen die Vor- tage wendet, wenn er behauptet, daß die Lehrer zu Heuchlern ge- macht werden sollen, so liegt offen am Tage, daß dieses Gesetz als Gegenstand des politische» Kampfes betrachtet wird. Diesen Kampf kann ich ihnen nicht verdenken, aber für dieses Gesetz ist es nicht zuträglich, wenn es nur von diesem Standpunkt aus be- trachtet wird. Ich stehe nicht an zu erklären, daß es bedenklich ist, ein Gesetz zu machen, welches so große Unzufriedenheit er- regt. Das heißt einen Kulturkampf herausbeschwören, und Sie werden mir glauben, daß ich mir die Dinge ganz genau ansehe, denn ich habe einen solchen Kampf schon einmal durchgemacht. Tie Beftinimungen über die Kousesfionalitäl der Schulen werden keine dauernde Unzufriedenheit im Lande hervorrufen.(Widerspruch links.) Die Entwicllung der Dinge hat sestgeftellt, daß die übergroße Mehrheit der Bevölkerung sich ihre Religions- Übungen nicht ungetrennt von der Konfession vorstellen kann; deshalb muß auch die Schule konfessionell gestallet werden. Wer alsLehrer sich ausbilden will, der muß ein gläubiges Gemüth haben, oder er sollte lieber auf diesen Beruf verzichten. Infolge dessen ist die Mitwirkung des kirchlichen Kommissars bei der Prüfung unbedenklich. Durch die Uebernahme des Religionsunterrichts seitens der Geistlichen werden die Lehrer nicht in Abhängigkeit von der Geistlichkeit gebracht; denn die Geistlichen werden sich nur unter besonderen Umständen dies« Lasten des Religionsunterrichts übernehmen. Die Bedenken der Nationalliberalen gegen diesen Punkt sind also unbegründet. Anders liegt es bezüglich der Privatschulen; es müssen im Gesetze Kantelen geschaffen werden, um die wchule konfessionell zu gestalten und dasür zu sorgen, daß die Schule nicht mißbraucht wird für sozialdemokratische Tendenzen. Daß die Unterrichtssprache in polnischen Landestheilen die polnische sein soll und daß die Kreisschulinspektoren der Konfession der Schule angehören müssen, ist eine Forderung der Polen. Ter ersten Forderung muß ich entschieden widersprechen, die preußische Volksschule kann nur eine deutsche sei». Die Schul- Inspektoren sind Vertreter des Staates und der Staatsaufsicht, nicht der konfessionellen Seite der Schule. Ich möchte warnen vor einer Politik der übermäßigen Konzessionen an die Polen. Diele Befürchtungen werden allerdings als unbegründet bezeichnet, aber die Ernennung eines polnischen Erzbischoss hat doch Be- sorgnisse erregt. Jedenfalls haben die Polen daran Hoffnungen geknüpft bezüglich fernerer Konzessionen im Schulwesen. Das würde eine schwere Gefährdung des Deutschthums in den polnischen Landestheilen mit sich bringen. Im vorigen Jahre wurde das Unterrichtsgesetz mit den anderen Reformgesetzen vorgelegt. Es zeigt sich jetzt, daß die unteren Verwaltungsbehörden überlastet sind mit der Ausführung der beschlossenen Gesetze. Deshalb müssen wir bitten, daß dieses Gesetz erst dann in Krast tritt, daß sie die Behörden nicht mehr außergewöhnlich belasten. Wir werden darauf hinarbeiten, daß dieses Gesetz noch in diesem Jahre zu Stande kommt, und zwar in dem Sinne, wie unser Redner Herr von Buch es dargestellt hat.(Beifall rechts.) Abg. von JazdzetvSki(Pole) bezweifelt, daß der Vorredner im Namen seiner ganzen Partei gesprochen hat, denn die evangelische Generalsynode hat verlangt, daß nicht nur die Lokal-, sondern auch die Kreisschulinspektion konsessionell geordnet sein soll. Das stimmt vollständig mit unseren Forderungen überein. Daß eine Volksschule ohne die Volkssprache nicht denkbar sei, werde von allen Pädagogen erkannt; die deutsche Sprache solle auch ge- lernt werden, aber in erster Linie stehe für die polnischen Landes- theile das polnische. Wenn die Volksschule unter staatlicher Leitung alles erfüllt, was sie erfüllen soll, dann ist die Gefahr, daß Privatschulen eingerichtet werden, nicht groß. Wenn unsere Forderungen aber nicht erfüllt werden, dann sind wir auf die Privatschulen angewiesen. Di« Befürchtungen, welche der Vor- redner auf die Berufung des neuen Erzbischoss knüpfte, seien un- begründet. Durch diese Maßregel würde vielmehr die allgemeine Zufriedenheit hervorgerufen.____, � Abg. Porsch(Z.): Den Vorwurf des Herrn Richter, daß das Zentrum verfassungswidrig handele, wenn es die Vorlage annehme, weil dieselbe nur ein Stück des Unterrichtswefens regele nicht das ganze Schulwesen, muß ich als unrichtig zurückweisen. Herr Zelle hat im vorigen Jahr den Entwurf für verfassungsmäßig gehalten und in der Kommission hat Herr Knörcke sich in demselben Sinne ausgesprochen. Beim Schulaufsichtsgesetz und bei den anderen Schulgesetzen haben sich die Freistnnigen auch nicht ab- lehnend verhalten und jetzt wollen sie dem Zentrum den Vorwurf des Verfassungsbruches machen! Ehe noch die Vorlage in Aus- ficht stand, hat Herr Rintelen in einer Schrift über die vorjährigen Kommissionsverhandlungen ausgeführt, daß es wohl möglich sei, das Volksschulwesen allein zu regeln, wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden, namentlich die Ausnahme der Vorschriften über die Lehrervorbildung und über die Privasschulen. Nur wen» die letzteren Vorschriften in dem Entwurf bleiben, wird das Zentrum für den Entwurf stimmen können. Mit Leichtigkeit setzt sich Herr Richter über die Bestimmungen der Verfassung hinweg; er meint, das sei eine Formel aus den fünfziger Jahren. Ist denn die Verfassung ein Saisonartikel? Soll nicht gerade die Ver- fassung eine lex in porpetmun valitura sein? Da könnten auch andere Leute kommen und andere Artikel der Verfassung als verstaubt und veraltet bezeichnen. Die Presse hat� dem Lande allerdings vorgelogen, daß die Vorlage den Wünschen des Zentrums entspreche und Probst Jahnel soll sich nach Herrn Richters Mitlheilungen gegen die Vorlage ausgesprochen haben. Propst Jahnel hat diese Behauptung in einem an den Vorsitzenden der Zentrumssraklion gerichteten Schreiben widerlegt und erklärt, daß er, wie er glaube, allein gegen die Eingabe ge- stimmt habe, welche an das Abgeordnetenhaus gerichtet werden sollte. Da zeige sich, wie der Kamps gegen die Volksschule von der Presse mit großer Verlogenheit geführt werde. Dre„Frei- finnige Zeitung" stellt es so dar, als wenn der Probst Jahnel nur glaubte, gegen die Eingabe gestimmt zu haben, wahrend er glaubte, daß er allein dagegen gestimmt hat. Es ist eine Un- Wahrheit, daß diese Vorlage lediglich den Wünschen des Zentrums entspreche. Nicht blos die evangelische Generalsynode, sondern auch der jeder ullramontanen Tendenz unverdächtige evangelische Schulkongreß ist für die könsessionelle Volksschule und konsessio- nelle Lehrervorbildung eingetreten. Da ist es unerhört, daß man den Leuten, welche den Entwurf nicht genau gelesen haben, vor- redet, daß die Schule der katholischen Kirche ausgeliefert wird. (Zustimmung im Zentrum.) Es ist richtig, daß der Eni- ivurf das bestehende Recht kodifizirt; man kann darüber streiten, ob diese Bestimmungen überall das Rechte treffen; aber darüber braucht man kein solches Geschrei zu erheben. Herr Richter hätte sich ein Verdienst erworben, wenn er nicht blos die in die Vorlage aufgenommenen Anträge Rintelen er- wähnt hätte, sondern auch nachgewiesen hätte, welche Anträge nicht aufgenommen sind. Der Kultusminister von Goßler hat aus Anlaß des Windthorst'schen Schulantrages erklärt, daß die Schule schon ganz konsesstonell eingerichtet sei; er hat den Zu- stand geschildert, wie ihn die Vorlage feststellt. Ich fordere die Herren, welche behaupten, daß die Schule in andere Bahnen ge- bracht wird, auf, das im einzelnen nachzuweisen. Was wollen die Herren eigentlich? Die einen wollen die konfessionslose, das heißt die religionslose Volksschule, andere wollen zwar den Religionsunterricht konfessionell gestaltet sehen, aber den anderen Unterricht von der Religion nicht beeinflussen lassen. Dazu muß die Verfassung geändert werden. Sind die Herren der Meinung, daß die Religion oder das Christenthum ein Gift ist, welches man nur in möglichst kleinen Dosen verabreichen darf?(Heiterkeit im Zentrum.) Das Christenthum ist für uns die Hauptsache; eS muß das Herz des Kindes durchdringen, um es zu stärken für den schweren Weg des Lebens.(Zustimmung im Zentrum.) Ein christlicher Vater glaubt am besten, sei» Kind erziehen zu können, wenn er es dem Seelsorger anvertraut. So ist die Kirche die Mutter der Schule geworden. Unsere ganze Kultur wäre nicht vorhanden, wenn die Kirche nicht wäre.(Beifall rechts und im Zentrum.) Herr Enneccerus will nur den Religions- Unterricht konsessionell geitalten; das Kammergericht hat aber entschieden, daß der konfessionelle Charakter der Volksschule auch in den nichtreligiösen Unterrichtsgegenständen zu Tage trete. In der Simultanschule können die Kinder weder katholisch noch evangelisch erzogen werden. Auf konfessionellen Anstallen wird kein Haß gegen die andere Konfession eingesogen. Das habe ich auch erlebt; aber auf den nichtkonfessionellen Universitäten habe ich gesehen, wie unter der Maske der Wissenschaften den Schülern konfessioneller Haß eingeflößt wird.(Zustimmung im Zentrum.) Herr Richter hat anerkannt, daß den Religionsunterricht eigentlich die Geistlichen übernehmen müßten; seine Freunde haben im vorigen Jahre aber im entgegengesetzten Sinne gestimmt. Man wird es bald begreisen, wie schwer gefährlich es ist, wenn eine Generation ohne christlichen Glauben heranwächst. Ter moderne Unglaube ist schlimmer als das alte Heidenthum. Mit dem Worte Pfaffe ist die Kirche und Religion beseitigt; die Moral beschränkt sich auf das Strafgesetzbuch. Ich begreise es, daß die Staatsregierung hier Abhilfe schaffen will. Wir wollen der Staatsregierung helfen, wenn die Bedenken, welche wir haben, aus dem Wege geräumt werden. Es wird als gefährlich hingestellt, daß der bischöfliche Kommissar entscheiden solle über die Bejähigung eines Kandidaten für die Ertheilung des Religions- Unterrichts. Das ist weniger, als bisher Gesetz gewesen ist. Herr von Goßler hat erklärt, ein Lehrer, der i» Religion durchgefallen ist. sei für die Volksschule unbrauchbar. Das ist noch schlimmer. (Widerspruch links: Kein Veto.) Für die konfessionellen Schul- vorstände tritt auch der evangelische Bund für die Volksschule ein, was hat Herr Richter dagegen vorgebracht? Er hat Witze gemacht über die Hausväter. Wenn«in Junker oder ein Pfaffe solche Witz« gemacht hätte!(Sehr richtig! links.) Warum hat man diese Dinge nicht angeführt gegen die Einrichtung der kirch- lichen Vermögensverwaltung? Das Volksschul-Gesetz ist von großer Bedeutung für unsere Verhältnisse. Herr Richter meint aller- dings, was hat die Sozialdemokratie mit der Religion zu thun. tch bestreite, daß Jemand, der bewußt gläubig ist, ein bewußter ozialdemokrat sein kann.(Zustimmung rechts.) Herr Richter hat eine geistreiche Kritik der Sozialdemokratie geschrieben, welche bei meinen Freunden große Anerkennung findet. Aber es ist wunderbar, daß er, der schärfste Bekämpfer der Sozialdemokratie, die schärfste Waffe gegen dieselbe, die Schule, nicht anerkennt. Die Lösung des Räthsels der sozialen Frage finden die Armen nur in dem Glauben an«in Jenseits. Wenn die armen Leute sich sagen, der Kaiser und seine mächtigen Minister müssen sich einmal vor Gott verantworten über die Macht, welche sie in der Hand haben, so sind das Gedanken, die«ine große Bedeutung haben. Freilich, wenn der Glaube an das Jenseits verschwindet, dann sind solche Gedanken nicht vorhanden. Ich glaube, daß die moderne Sintfluth, wenn sie zunickgehalten werden kann, nur durch das hölzerne Kreuz, durch diese stärkste Waffe der Welt, zurückgedämmt werden kann.(Zustimmung rechts und im Zentrum.) Deshalb liegt ein staatliches Interesse vor, die Menschen so zu ziehe», daß sie wissen, daß es im Jenseits einen Richter giebt. Es ist der Wunsch ausgesprochen worden, zu einer Verständigung zu kommen. Ob das möglich sein wird bei den vorhandenen Gegensätzen, weiß ich nicht. Wir können mit Ruhe und Mäßi- gung distutiren. Wenn man sich klar machen wird, daß die Ab- weichungen des vorliegenden Gesetzes von dem bestehenden Rechte nicht erheblich sind, dann wird eine Verständigung nicht aus- geschlossen fein.(Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts.) Abg. v. Eynern(natl.): Der Vorredner hat wohl ver- aessen, daß der große Reichthum weniger in den protestantischen Ländern vorhanden ist, als in den katholischen Ländern, wo die Klöster und Kirchen über große Reichthümer verfüge».(Wider- spruch im Zentrum.) Mit den extremen Auffassungen des Vor- redners läßt sich eigentlich überhaupt nicht streiten. Die Frage, ob das Christenthum Gift sei, sollte hier überhaupt nicht gestellt werden; ich halte es für unwürdig, darauf zu antworten.(Zu- stimmung links.) Ueber die Stellung des evangelischen Bundes sollte sich Herr Porsch ans dem Artikel des Professor Beyschlag im„Deutschen Wochenblatt" unterrichten. Wes- halb Herr Stöcker eine Verständigung zwischen National- liberalen und Konservativen für ausgeschlossen hält, weiß ich nicht, nachdem im vorigen Jahre eine solche herbeigeführt worden ist. Der neue Entwurf bringt erhebliche Abweichungen von dem Goßler'schen Entwurf, namentlich räumt er der Kirche eine be- denkliche Herrschaft ein, wovon Graf Limburg überhaupt nichts gesprochen hat; er will weitere Konzessionen nicht machen, aber nach seinem heutigen Verhalten wird er im nächsten Jahre wohl noch weiter den Forderungen des Herrn Porsch»achgeben. Nicht blos die Ausführung dieser Vorlage sollte aufgeschoben werden, sondern auch die ganze Bcrathung; die Erregungen der Gemüther über den Kulturkampf ist noch eine viel zu große, als daß man jetzt schon mit diesem Gesetz kommen sollte. Nothwendig ist nur ein Schuldotations-Gesetz, welches erledigt werden kann, ohne daß die prinzipiellen Punkte zur Entscheidung kommen. Bei der ersten Lesung des Etats kam dir Beifall für den Grafen Zedlitz nur vom Zentrum, die Konservativen schwiegen still. Um so größer und schmerzlicher war die Ueberraschung durch die Rebe des Herrn von Buch, welche eine vollständige Abkehr von dem Entwurf des Herrn von Goßler enthielt. Die Konservativen schloffen sich den« Zentrum als Gefolgschaft an. Von der großen weltgeschichtlichen Bedeutung der Vorlage scheint mir der Minister noch keine Ahnung zu haben, sonst würde er sich nicht darauf beschränken, die Vorlage nur als Ausführung des Verfassungsrechtes und der Verwaltungspraxis zu bezeichnen. Es ist schon früher einmal gesagt worden: fdie Schlacht zwischen dem Protestantismus und Katholizismus wird auf märkischem Sande geschlagen werden; ich glaube, die Zeit dieser Schlacht naht jetzt heran. Den Vorwurf müssen wir uns verbitten, dach die Kreise des Bürgerthums die Volksschule religionslos machen wollen. Sie erregen dadurch nur Unwillen bei uns. In dieser Beziehung nehme ich die freisinnige Partei in Schutz. Die freisinnige Partei beherrscht die Stadt Berlin, wo ist denn die Religion aus dem blühenden Volksschulwesen der Stadt Berlin entfernt worden?(Widerspruch rechts.) Ueber die Verfassung�- bestimmungen bestehen so viel Meinungen als Juristen vorhanden sind. In den weitesten Kreisen wird niemand glauben, daß die Verfassung solche reaktionäre Einrichtungen verlangt, wie sie der Entwurf enthält. Aus allen Reden des Kultusministers hak« ich mit uns fast gar keine Berührungspunkte gefunden, wenn auch der Minister den Wunsch ausspricht, mit uns zusammen- zuarbeiten, so stellt er sich doch immer auf seine Aus- legung der Verfassung, an welche wir uns halten sollen, wie an die Worte der Bibel. Wenn eine Ver- ständlgung erfolgen soll, dann muß der Artikel 24 erst eine klare und gemeinverständliche Fassung erhalten. Die konfessionellen Verhältnisse sollen möglichst berücksichtigt w er» den; die betreffenden Kirchenaemeinschaften leiten den Religions- Unterricht. Das läßt eine Trennung des Religionsunterrichts von der Schule zu, aber nicht eine Scheidung der Unterrichts- anstauen nach konfessionellen Gesichtspunkten. Diese Auslegung ist auch bei der Berathung der Verfassung im Herrenhause zum Ausdruck gekommen. Es sollen jetzt die Verwaltungsvorschriften Gesetz werden, welche dem jetzigen Minister gefallen. Wohin uns. das führt, zeigt die neueste Verfügung des Ministers bczüglic'y des Religionsunterrichts der Kinder der Dissidenten. Eine solche Verordnung ist aber noch kein bestehendes Recht; denn gegen eine solche Verordnung giebt es die Klage. Aber der Min.tster setzt seine Verordnung in den Entwurf und bezeichnet sie als gellendes Recht. Dieser Punkt zeigt so recht den Geist, der im Kultusministerium und in den Parteien herrscht, die diese Vor- läge billigen. Sind denn die Dissidenten gottlose Menschen, denen man die Erziehung ihrer Kinder nehmen muß? Nirgends finden Sie mehr Dissidenten, als bei uns im Wupperthale, und sie sind gerade sehr fromme Männer. Ist denn das Heil allein in der Staatskirche zu finden? Wenn Herr Stöcker mit seiner unduldsamen Thätigkeit nach hierarchischer Gliederung der evangelischen Kirche Erfolg hat. dann wird die Dissidenlenfrage jedenfalls noch eine sehr viel brennendere werden.(Zustimmung links.) Der Kultusminister hat den Angriff Richter's auf seine Räthe zurückgewiesen. Man hat sich daran gewöhnt, bei den Rüthen des Kultusmtnisteriums u. s. w. die Dauer der gleichmäßigen Praxis im Schulwesen zu finden. Wir haben nicht geglaubt, daß nach dem Wechsel des Ministers eine solche Wandlung sich vollziehen würde. Kann sich denn der Minister in der kurzen Zeit seiner Amtsführung über Alles insormiren? Das überschreitet die Kraft eines einzelnen Mannes. Das wichtigste Gesetz wird nach ganz neuen Grund- sähen ausgearbeitet in Zeit von wenigen Monaten. Bei dieser Schnelligkeit muß man fragen, wer hat den Minister berathen? Wer hat aus allen Reskripten diejenigen einseitig ausgesucht, welche Gesetz werden sollen? Es scheint, die katholische Ab- theilung ist im Stillen wieder eingeführt worden.(Zu» stinimung links.) Bis jetzt hat man in den weitesten Kreisen des Volkes durchaus kein Bedürfniß empfunden, die extrem- konfessionellen Volksschulen einzurichten. Der Lehrer inag der befähigtste Mann sein, seine Stellung hängt ab von der Geistlichkeit. Denn da die meisten Schulen bei uns einklassige sind, so kann der Lehrer, welcher nicht Religion lehren darf, nicht an diesen angestellt werden. Der Appell an die Behörden wird ihm nichts helfen. Das ist undurchführbar. Die Staatslehrer werden schließlich ebenso preisgegeben werden, wie seiner Zeit die Staatspfarrer. Der ganze Unterricht wird konfessionell werden auf allen Gebieten, namentlich auf dem. Ge- biete der Geschichte. Der Gegensatz der Konfessionen wird Gegen- stand des Unterrichts werden. In den Schulen wird dan n ge- lehrt werden, daß Luther ein schuftiger Selbstmörder gewesen ist. daß der Protestantismus die Mutter der Sozialdemokratie ist. (Hört! links.) Der Lehrer kann abgesetzt werden von seinem Staalsamte durch eine Macht, die außerhalb des Staates liegt; das ist ein Eingriff in die Kronrechte, eine Verletzung des Artikels 47 der Verfassung. Bei jedem Grenzstreit zwischen Kirche und Staat ist der Lehrer verloren. Die Lehrer müssen sich den Anforderungen der Vorgesetzten anbequemen und in erster Linie werden sie sich dem Schutz des Geistlichen anvertrauen. Daß die konfessionelle Volksschule nur der Anfang ist, weiß man ja; die konfessionelle katholische Universität ist schon lange eine Forderung der Ultramontanen. Katholische Minister hat Windthorst ebenfalls mehrfach verlangt. So wird schließlich die ganze Nation in zwei Hälften getheilt. Es mag sein, daß einzelne Lehrer sich selbst überschätzen. Des- halb kann man doch nicht den ganzen Stand verurtheilen. Macht denn Herr Stöcker immer von dem Vereinsgesetz und von der Presse den richtigen Gebrauch? Ueberschätzt er nicht manch- mal feine Persönlichkeit?(Heiterkeit.) Sollen denn deshalb alle Geistlichen unter Aufsicht gestellt werden? Wir brauchen solcher einzelner Vorkommnisse wegen nicht Bestimmungen in die Vor- läge zu bringen, welche die Selbständigkeit der Lehrer vernichten. Wenn die Schulabtheilungen der Regierungen aufgehoben werden, dann wird der Regierungspräsident sich einen jungen Assessor nehme», welcher die Sache bearbeitet. Der Regierungspräsident. namentlich wenn er noch ein Mandat ausübt, kann doch schließ- lich nicht die Durchführung dieses Gesetzes allein übernehmen ohne eine» kollegialen Beirath. Der Regierungspräsident wird vielleicht auch von oben herab angewiesen, in dieser oder jener Richtung vorzugehen und in die Selbständigkeit der Städte und Gemeinden in einer Weise einzugreifen, wovon wir heute noch gar keine Ahnung haben. Wir wollen den legitimen Einfluß der Religion wahren, aber nicht die Lehrer in die Herrschaft der Geistlichkeit stelle». Die Schulvorstände im Bergischen entsprechen durchaus nicht den Schulvorständen der Vorlage; sie sind nicht Vertreter der Konfession, sondern werden von der Schuldeputation er- nannt. Daß zur Zeit des alten Fritz die Geistlichen einen erheblichen Einfluß auf die Schulen hatten, ist nicht richtig; also berufen Sie sich nicht auf diesen König; der gehört uns. Friedrich der Große setzte den Minister v. Zedlitz zum Leiter des Unterrichts- wesens ein und gab ihin eine Jnstrnktion, die nicht so kleinlichen konfessionellen Gesichtspunkten entsprungen war. Herr Richter hat wohl aus der Vorlage gesehen, wohin es führt, wenn man mit dem Zentrum kokettirt. Ich habe das aussprechen müssen, weil wir dem Zentrum gegenüber immer einen ablehnenden Standpunkt eingenommen haben, wobei wir nicht immer die Unterstützung der Freisinnigen gefunden haben. Wenn uns jetzt die Bundesgenossenschaft angeboten wird, so müssen wir darin die Führung haben.(Heiterkeit links und im Zentrum.) Den Abschnitt über die Privatschulen sollte sich die Regierung an der tand der Erfahrung noch einmal gründlich überlegen. Die ozialdenlokraten werden Schulen gründen, die Jesuiten werden >urückkehren und Unterrichtsanstalten gründen-c.(Heiterkeit.) Auf cieu ökonomischen Theil der Vorlage w>ll ich nicht näher eingehen. Der Borwurf des Abg. Sattler, daß die Vorlage eine Ausführung des Windthorst'schen Schulantrages sei, ist vollständig zutreffend. Der Beirather des Ministers, der selbst aus Schlesien ist, war der schlesische Fürstbischof und der eifrigste Vertheidiger der Regierung, welche fich offen zum Christenthum bekannt hat. Vorlage war ebenfalls ein Schlesier: Herr von Huene.( Zustimmung im Zentrum und rechts.) Fühlen die nationallibe- Debatte wird geschlossen. Stadtv. Manegold spricht für den Ausschußantrag. Die Schlesien verdankt seine Stellung dem preußischen Könige ralen Führer das Bedürfniß, ihre morsche Stütze durch grünes, Friedrich II. Ich hoffe, daß es diesen Schlesiern nicht gelingen freisinniges Sols zu verstärken? Wollen fie die übrigen führenden daß der Referent in Berbindung mit einem Antrage Singer Stadtv. Singer( persönlich): Ich verwahre mich dagegen, wird, die prenßische Volksschule in ihrer Stellung zu erschüttern. Parteien einschüchtern? Jedenfalls ist es eine wohl überlegte davon spricht, daß Plusmacherei getrieben worden ist. Wenn Ich hoffe, daß die Vorlage nicht Gesez werden wird, ohne daß Aktion der nationalliberalen Partei.( 3uruf von den National- von Plusmacherei geredet werden tann, so trifft das nur auf grundlegende Bestimmungen darin geändert werden. liberalen: Dreist erfunden! Ich wünsche dringend, daß die Diejenigen zu, die aus dem viel zu billigen Ankauf städtischer Vorlage Gesetz wird und ich hoffe, daß es gelingen wird, den Grundstücke für sich Plus machen wollen. legten Paragraphen aus der Welt zu schaffen. Darauf wird um 4/2 Uhr die Berathung bis Freitag 11 Uhr vertagt. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 28. Januar, Nachmittags 5 Uhr. Stadtv. Offermann hat das Mandat niedergelegt. Der Ausschuß für den Antrag Singer betr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist gewählt; zu den Mitgliedern gehört auch der Antragsteller. Borsigender ist Stadtv. Langerhans. Nach dem Vorschlage des betreffenden Ausschusses soll für Die Zeit bis zum 1. April 1901 der Betrieb der Bedürfnißanstalten zu gleichen Theilen den Unternehmern Proß und Hirschberg- jedem 22 Anstalten übertragen werden. Das System Beeh soll geprüft und der Magistrat ermächtigt werden, dem Unternehmer die Aufstellung und den Betrieb von 6 Anftalten zu gestatten. Die Auswahl der Plätze soll einer gemischten Deputation vorbehalten bleiben. -W Unter Ablehnung des Antrags Sabor wird der AusschußAntrag angenommen. Der zur Vorberathung des Antrages Stadthagen betr. den obligatorischen Besuch der städtischen Fortbildungsschulen und die Ausdehnung des Unterrichts auf Unterweisung in den sogen. Sozialreformgesetzen eingesetzte Ausschuß hat den zweiten Theil des Antrages berathen und folgende Beschlußfassung vors geschlagen: " Die Versammlung ersucht den Magistrat, in den städtischen Fortbildungsschulen und den städtischen technischen Lehranstalten einen Unterricht über die wichtigsten, in das praktische Leben eingreifenden Rechtsverhältnisse er theilen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß ins befondere baldigst über die sich aus dem Arbeitsverhältniß ergebenden Rechte und Pflichten, sowie über die Unfall, Kranken-, Invaliditäts- und Altersversicherungs- Geset gebung in den gedachten Schulen und Anstalten unterrichtet wird." Kultusminister Graf Bedlin: Die Schulauficht ist ein staatliches Amt; damit ist gegeben, daß dieselben Grundlagen wie für alle staatlichen Aemter auch für dieses Amt gelten. Daraus folgt, daß für diese Aemter nicht überall die konfessionellen Rückfichten maßgebend sein dürfen. Das schließt nicht aus, daß man wünscht, daß die Schulaufsicht den konfessionellen Verhältnissen entspricht. Unmöglich ist es eine Bestimmung in das Gefeß aufzunehmen, welches den Unterricht in einer fremden Sprache fichert. Wir sind national einheitlich zusammengefaßt, daß ein fremdsprachiger Unterricht zur Verlegung der Nationalität führen müßte. Auch hier müssen die wirklichen Bedürfnisse im einzelnen geprüft werden. Darin würde ich keine Herabminderung des Einfluffes des Staates finden, daß der Religionsunterricht in der Kirchensprache der Eltern ertheilt wird. Graf Limburg verlangte eine Herausschiebung der Ausführungen des Gesetzes. Dieses Gesetz annehmen und nachher in den Repositorien des Minifteriums liegen zu lassen, wäre eine Unmöglichkeit. Denn die sofortige Ausführung des Gesetzes müßten auch die Herren links fordern( Widerspruch links), bas verstehe ich nicht. ( Buruf links: Ueberhaupt nicht!) Ja, das verstehe ich. Ich wende mich nun gegen Herrn von Gynern, der selbst von sich bezüglich des ersten Theils des Antrages noch statistisches Referent Stadtp. Friedemann: Der Ausschuß erwartet fagt, feine Art sei nicht die des Herrn Richter. Aber die des Material, hat aber die Berathung des zweiten Theils trotzdem Herrn Richter ist mir angenehmer( hört!). Herr Richter ist ein in Angriff genommen, weil diese Frage auf die Gestaltung des prinzipiell er, energischer Gegner, der auch meine selbständige AufStats von Einfluß sein kann. Der Ausschuß ist weiter gegangen, faffung achtet; mit einem solchen zu kämpfen ist mir eine Ehre. Leider muß ich bekennen, daß die Art und Weise des Herrn als der Antrag Stadthagen wollte; er will der gewerbetreibenden Referent Meyer I hebt hervor, daß der Ausschuß sich für Bevölkerung noch weitere Rechtskenntnisse mitgeben, um den von Ennern nicht so offen ist, denn sie stellen eine Reihe von ein Monopol des Herrn Prog nicht habe entscheiden können und Nachtheilen des Grundsatzes Unfenntniß des Gesetzes schützt Dingen in eine Beleuchtung, die nicht die Beleuchtung der Dinge, daß demnach, wenn zwei Unternehmer zur Konzession vorge- nicht" möglichst entgegenzuarbeiten. Die Ausführung des Planes sondern die Beleuchtung des Herrn von Eynern ist, fie ist per schlagen würden, von selbst sich ergebe, daß die Versammlung glaubt der Ausschuß dem Magistrat überlassen zu müssen. fönlich verlegend und objektiv nicht zutreffend. Die National- über die Auswahl der Plätze, welche dem einen und welche liberalen haben von vornherein eine ablehnende Stellung ein- bem andern angewiesen werden sollen, mitzufprechen habe. möglichst einstimmig anzunehmen. Wir haben schon in der ersten Stadtv. Stadthagen: Ich bitte, den Ausschußantrag genommen, weshalb weiß ich nicht. Es wird von allerlei Die Höhe der nach gleichen Grundsätzen zu bemessenden Berathung erklärt, daß wir bezüglich einer Ausdehnung der Trag politischen Kombinationen gefabelt.( Burufe: gefabelt?) Ja, ge- Abgabe wird der Vereinbarung zwischen dem Magistrat weite des Antrags zu jedem Entgegenkommen bereit sind. Neben fabelt, trotz der rührenden Rüttliszene( Heiterkeit), die im Reichstage und den Unternehmern überlassen. Besonderen Werth legt der dem praktischen Werthe, den es für Arbeiter und Arbeitgeber aufgeführt worden ist, kann ich doch nicht glauben, daß man dieses Ausschuß auf das Mitbestimmungsrecht der Versammlung bei der haben muß, daß sie das Recht kennen lernen, dessen Unkenntniß Gesetz zum Eckstein einer neuen Parteigruppirung machen wird. Anweisung der Bläge an jeden der Unternehmer. Der Magistrat ihnen Nachtheile verschaffen kann, ist der mir noch größer ers Man bestreitet, daß ich alles hätte machen tönnen; ich habe mich beanstande diesen Vorschlag; aber die Versammlung könne doch scheinende Vortheil zu beachten, der den Schülern auf pädagogischem informirt, denn ich habe arbeiten gelernt. Man hat es so dar nicht wollen, daß der eine Unternehmer einfach behalten soll, was und politischem Gebiete daraus erwachsen kann. gestellt, als ob ich wie ein ungeschickter Redakteur mit der er hat, also die Sahne von dem Ganzen abschöpft( Heiterkeit), fächlichen Rechtsverhältniffe die Krystallisation der wirklichen Daß die that Scheere die einzelnen Verfügungen zusammengeschnitten hätte. wodurch der Andere schwer benachtheiligt werde. ( Buruf: Sehr geschickt!) Ich danke für das Kompliment. Was Machtverhältnisse sind, diese Thatsache wird durch einen solchen Stadtrath Voigt: Die Beschlüsse des Ausschusses stimmen Unterricht den Schülern zum Bewußtsein tommen. Deshalb bin ist denn vorgeschlagen? Dinge, die von der vorjährigen Kom mit den Bedingungen, unter welchen im vorigen Jahre das Aus- ich auch dafür, daß die Juristen als Lehrer dieser Disziplin fo mission beschloffen sind oder der Minister Falt gehandhabt hat. schreiben ergangen ist, nicht überein. Im Interesse der Gemeinde bald wie möglich wieder verschwinden möchten, fie treiben doch In ganz Deutschland solle eine Erregung über die Vorlage ent- liege, daß auf Grund dieses Ausschreibens der Abschluß der An- meistens, zumal die der alten Schule, nur juristische Seiltänzerei, und standen sein. In Bayern ist die Gefeßgebung viel schlimmer gelegenheit erfolge. Danach sollten die bestehenden 24 Anstalten bas pädagogische Moment würde bald verloren gehen, Rabulifterei und selbst in dem Musterlande des Liberalismus, in Baden find erhalten bleiben, die Zuweisung neuer Pläge binnen 3 Monaten an feine Stelle treten. Ich hoffe, daß bereits am 1. April mit viel schärfere Bestimmungen. Wo ist denn die Schule, die Ihren durch den Magistrat erfolgen. Beiden Bestimmungen diesem Unterricht wird begonnen werden können. Wünschen entspricht( nach links deutend). Sie existirt nicht, denn widerspreche der Kommissionsbeschluß. wenn sie bestände, würde sie dem Gefühl des Volkes widerDer Ausschußantrag wird ohne weitere Debatte genehmigt. Stadtv. Stadthagen: Die Versammlung hat denjenigen sprechen.( Lebhafter Beifall und im Zentrum.) Daß ich nicht meiner Kollegen, der für unsere Partei schon im Plenum den erfolgte durchgreifende Veränderung des bestehenden Klaffen- und Im Anschluß an die durch das neue Einkommensteuer- Gesetz bibelgläubig der Verfassung gegenüberstehe, werden mir selbst die richtigen Standpunkt dargelegt hatte, nicht in den Ausschuß Einkommensteuer Systems hat der Magistrat ein neues Nationalliberalen glauben; folche Uebertreibungen nußen feiner gewählt. Ich konstatire das gegenüber jenem f. 3. von frei- Regulativ für die Erhebung der GemeindePartei( Widerspruch von Eynerns: Das habe ich gar nicht ge- finniger Seite herausgegebenen Flugblatt, in welchem die unwahre Einkommensteuer entworfen und der Versammlung vorfagt!) Ich habe eine große Scheu vor der Heiligkeit unserer Thatsache steht, daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten gelegt. Verfassung; ich würde zehmal mit meinem Gewissen zu nicht in die Ausschüsse hinein wollen.( Unruhe und ZwischenHathe gehen, ehe ich an dieser Grundlage ändern würde. rufe.) Ob das hierher gehört, Herr Rollege Namslau, wenn ich diesem Antrage widerspricht Stadtv. Singer. Stadtv. Sachs II Stadtv. Sangerhans beantragt die Annahme en bloc; Herr von Eynern will die Selbständigkeit des Lehrers ausbilden, nicht irre, geht Sie nichts an!( Erneute Zwischenrufe.) Infolge beantragt Ausschußberathung, weil der auf Grund der Andas will ich auch; so lange ich minifter bin, haben sich die davon muß diese wichtige Angelegenheit jetzt in der engherzigsten weisung des Finanzministers ausgearbeitete Entwurf doch im Lehrer nicht darüber zu beklagen, daß ich sie nicht in allen Be- Weise behandelt werden, da wir uns gewissermaßen in einer Einzelnen redaktionell und materiell verbesserungsbedürftig sei. ziehungen vertreten hätte. Ich will sie unter fein Rondominat Zwangslage befinden. Der Ausschußvorschlag ist ja etwas besser stellen. Ich gehe in dieser Beziehung sogar so weit, daß ich mich als die Vorlage, aber sehr wichtige Fragen, an deren Beant- gelegenheit geboten fei, von Stadtrath Hagen bittet, bei der Gile, die in dieser Anfelbst berichtige, wenn ich mich geirrt habe. Herr Rnörde hat wortung uns sehr viel liegt, find von dem Ausschuß gar nicht fehen. Das Regulativ sei mit der äußersten Borsicht abgefaßt. von einer Ausschußberathung abzus mir vorgeworfen, daß ich die Lehrer von dem Besuch des Lehrer- erörtert worden. Eine Stadt wie Berlin hat darauf hat ja tages zurückgehalten habe. Ich nahm an, daß sich dafür ein Stadtv. Tuyauer so eindringlich hingewiesen in erster Reihe fammlung laufe ohnehin Gefahr, ihren Schwerpunkt wieder zu Stadtv. Spinola ist gegen Ausschußberathung. Die VerZeitpunkt innerhalb der Ferien finden ließe. Ich habe mich über- darauf zu sehen, daß, wenn irgend Jemandem ein Gewinn von sehr in die Ausschüsse zu verlegen. zeugt, daß das nicht der Fall ist und habe in diesem Interesse Gemeinde wegen zufommen soll, festgestellt wird, wie lange die bie Pfingstferien verlängert, weil ich auch die freiefste Distussion Leute bei dem Betreffenden arbeiten müssen.( Ah!) Ja, wir Der Lehrer über ihre eigenen Interessen nicht scheue. Die Arbeiten verlangen, daß die Bedingungen nicht solche sind, daß dadurch nicht der Regierungsabtheilungen von Schulfachen gehen auf die Ge- Leute von Stadt wegen ausgebeutet werden.( Lärm.) Die Angestellten meinde- und Kreisorgane über, die Städte find babei vollständig haben theilweise von 7 Uhr Morgens bis 11 Uhr Abends, also selbstverständlich. Das Uebrigbleibende geht auf die Firma des 16 Stunden ununterbrochen in diesen fleinen Dingern zu thun, Regierungspräsidenten über, aber über Betfügung aller Räthe, und zwar bei einem monatlichen Lohn von 42 M., also und stellt anheim, den Ausschuß durch den Vorstand wählen zu Stadtv. Meyer I hält Ausschußberathung für nothwendig welche jetzt die Abtheilungen ausmachen. Herr von Gynern, Sie 10 Pfennigen für die Stunde. Gehen die Bedingungen nicht laffen. beurtheilen mich ungünstig, aber für so thöricht sollten dahin, daß ein weniger menfchenunwürdiger Lohn gezahlt wird, so Sie mich nicht halten, daß Der Antrag auf Ausschußberathung wird angenommen. ich diese Dinge einem ist die Sache für uns unannehmbar. Niemand von Ihnen Stadtv.- Vorsteher Stryd theilt unmittelbar darauf die Namen jungen Affeffor übertragen wollte. Die Bedenken gegen wünscht, daß die bort beschäftigten Personen besonders schlecht der 10 Mitglieder mit, auf die sich der Vorstand geeinigt hat die Vorlage stammen hauptsächlich aus technischen Kreisen. gestellt werden sollen; das muß auch in den Bedingungen zum( Heiterkeit). Zu denselben gehört Stadtv. Singer. Diese technischen Kräfte sollen der Schule erhalten bleiben, aber Ausdruck fommen. Früher hat die Stadt, so bei den Pferdebahnfie sollen von den fleinlichen Arbeiten entlastet werden, um Rutschern, gleiche Bedingungen zu stellen verfäumt. Anstalten wie provisorische Regulirung eines Theils des Plages E an der Ede Die Vorlage betr. die Regulirung der Straße 11 und die unferen Schulen zu dienen durch Verbesserung der Methode. Die die hier in Rede stehenden sollten überhaupt feine Einnahmequelle der Gneisenau- und Bergmannstraße soll nach einem Antrag Ausführung des Borredners über den Religionsunterricht treffen fein; steht indeß die städtische Vertretung auf dem Standpunkt des Esmann durch einen Ausschuß vorberathen werden. den Kern der Sache und beweisen, daß wir wirklich auf einem Non olet, so soll sie selbst die Verwaltung in die Hand nehmen so verschiedenen Standpunkt stehen, daß wir schwer zusammen- und vernünftige Löhne zahlen. Ich frage deshalb: Wie steht es fammlung auf den Umstand, daß auch hier wieder die auf dem Stadtv. Sabor: Ich lenke die Aufmerksamkeit der Vertommen fönnen. Eine religionslose Schule wollen die Herren augenblicklich mit Lohn und Arbeitszeit, und welcher Lohn wird Blaze etwa vorhandenen Baulichkeiten nach der Tage der Bau nicht, das habe ich anerkannt. Wir sind der Meinung, daß die für fünftig vorgeschlagen? Das ist von allen 3 Bewerbern zu Inspektion meistbietend verkauft werden sollen, und auf die ThatGrundlagen des Christenthums den Kindern nur in der Form ermitteln. Ist dem Ausschuß die Sache aber gleichgiltig, so sache, daß seit einer langen Reihe von Jahren eine Vereinigung des Ratechismus beigebracht werben tönnen.( Abg. Enneccerus: bitte ich, die Vorlage abzulehnen und so den Magistrat zu von Unternehmern exiftirt, deren Geschäft es ist, diese Baulich Wir etwa nicht? Ich habe mich doch ausführlich darüber aus zwingen, die Einrichtung in städtische Verwaltung zu über- feiten zu einem weit unter dem Werth befindlichen Preise an sich gesprochen! Heiterkeit rechts.) Man muß uns nicht Unduldsam nehmen. feit vorwerfen, das ist nicht günftig und nicht vermittelnd. zu reißen und die erstandenen Objekte unter sich weiter zu ver Braktisch werden wir uns leicht verständigen, sowie wir sie Debatte gefchloffen wird. Stadtv. Leo empfiehlt den Ausschußantrag, worauf die äußern und den Mehrertrag unter sich zu vertheilen. Die Ver prinzipiell erörtern, fommen wir zu solchen Gegenfäßen, wie wir einigung hat sich den bezeichnenden Namen Chabruse" beigelegt. fie heute gehört haben. Referent Meyer I bewerkt im Schlußwort, daß der Aus- Die Tage der Bau- Inspektion ist oft fo niedrig, daß ein großer Herr von Eynern hat mich an die schuß unmöglich bei einer solchen Gelegenheit sich mit der Frage Nugen für die Herren abfällt; einzelne von ihnen leben einzig Traditionen meiner Familie aus der friedericianifchen Beit er- Der Arbeitsbauer und der Löhne der Domestiken habe beschäftigen und allein von diesem Geschäft.( Heiterkeit und Unruhe.) Bei innert. Sie tönnen sich denken, daß jemand wie ich eine lebhafte tönnen. Empfindung hat für das, was von einer alten Familie einem solchen Abbruch wurden 3700 m. gezahlt, bei der Weiter herabtropfelt auf die Epigonen. Die Bedlize in Schlesien haben in Treue alle Zeit zum evangelischen Bekenntniffe ge- 50 qm ehemaligen Wegeterrains vor dem Grundstück Urban- bereit, es in dem Ausschusse zu thun. Ich bringe diese Dinge versteigerung tamen über 17 000 m. heraus; ich kann die einDie Vorlage des Magistrats betr. die Veräußerung von zelnen Theilnehmer des Geschäfts genau bezeichnen und bin halten. Es war ein Bedliß, der als Freund Melanchthons üraße 115/116 als Vorgartenland zum Preise von 26 M. für den vor, um auf die Beseitigung derartiger Mißbräuche zu bringen. die erfte evangelische Kirche Schlesiens erbaut Es giebt viele Schulen und Kirchen, die dieser Familie die Für trag Singer einem Ausschuß überwiesen worden. Dieser empfiehlt waren nur Scheinbieter- für 16 000 m. nicht sofort den Zuschlag, hat. Quadratmeter an den Maurermeister Rösel war f. 3. auf An- Bei einer andern Versteigerung bekam der eine Bieter- die andern forge bis auf den heutigen Tag verdanken. Es ist nicht leicht, die unveränderte Annahme. bem Nachkommen und dem Sproß einer solchen Familie unweil die Tage 16 980 M. betrug; da redete ihm einer der andern unterbrochen ins Geficht zu schleudern: Du bist nur ein Be- höhung des Preises auf 50 m. mit allen gegen 1 Stimme ab- und bei der Wiederversteigerung famen 22 500 m. heraus. Referent Stabto. Löwel bemerkt, daß ein Antrag auf Er- zu und er zahlte die Taye. Dann ging es in die nächste Kneipe, rathener des Zentrums und des Herrn von Huene. Ich schäße gelehnt, ein Antrag auf Erhöhung auf 30 t. zurückgezogen sei. einem Verkauf auf dem Gesundbrunnen war die Tare 1403 M.; Bei auch in dem Katholiken, der auf dem Boden feiner Ueberzeugung Schon 1888 fei auf Antrag Singer für Vorgartenland in der- nachher ging die Weiterversteigerung bis über 5000 m. As in steht, den Mann seiner Ueberzeugung. Ich nehme von ihm Rath felben Straße eine Erhöhung von 15 auf 20 M. für den Quadrat der Neuen Friedrichstr. 31 Bersteigerung war an, aber ich ermächtige niemand mir deshalb nachzusagen, daß meter beschlossen worden, später set man bis 26 gegangen und ca. 11 400. die Tare betrug ich beswegen der Nachbeter fremder Auffassung bin.( Widerspruch so sei eine andauernde Plusmacherei betrieben worden. hatten sich die Mitglieder der Chabruse ent des Herrn von Eynern.) In der Sache haben Sie das gesagt. Ausschuß habe eine weitere Erhöhung für unbegründet erachtet. 20 520 M.( Hört, hört!) Reich und Staat machen es ja mit der Der zweit, da bot Jeder auf eigene Faust und der Ertrag war Es sind Wünsche nach Abänderung von allen Seiten des Hauses an mich herangetreten. Ich habe gebeten, die Generaldiskussion höhen und bemängelt ben Standpunkt des Ausschusses, wonach solche Mißbräuche und die Zustände in der Verwaltung, durch Stadto. Sa bor beantragt, den Preis auf 50 M. zu er- Bersteigerung allerdings oft ebenso. Ich halte aber dafür, daß nicht durch eine zu scharfe Bufpihung der Gegenfäße zu ver- das Vorgartenland eigentlich werthlos fei, später event. unent welche sie erzeugt werden, beseitigt werden müssen. schärfen; ich habe erklärt, daß ich bei einer Reihe von Fragen geltlich wieder abgetreten werden müsse und in jener Straße feit mit mir reden laffen würde. Wenn trobem von der linken 1889 eine Werthsteigerung nicht erfahren habe. Da der Besizer jahr 1. Oftober 1890/91 der Feuer- Sozietätsbeitrag Nach dem Vorschlage des Magistrats soll für das GeschäftsSeite in der schärfsten Weise gegen das Prinzip gearbeitet wird, des Grundstücks das Vorgartenland laut baupolizeilicher Vor- auf 4 Pf. pro 100 M. festgesetzt werden. Dann nehmen Sie jede Hoffnung auf eine Verständigung weg. schrift haben müsse, könne er auch einen Preis dafür zahlen, der ( Beifall rechts.) noch ein Preis zu nennen sei, nicht aber einen solchen, wodurch Abg. v. Hammerstein( t.) wendet sich zunächst gegen Herrn ihm das Terrain halb oder zu drei Vierteln geschenkt werde. v. Eynern und führt dann aus, daß Herr v. Bennigfen mit Die unentgeltliche Zurücklieferung stehe doch für eine Reihe von feinem Aufruf an das liberale Bürgerthum das Tischtuch zerschnitten Jahrzehnten noch nicht in Frage. Der Grund und Boden sei dort habe, als überhaupt vom Volksschulgeset noch feine Rede war. ganz erheblich im Werthe gestiegen, das habe auch Kollege Manegold Man segte auch sofort die gesammte auswärtige Presse in Be- anerkannt. Redner mag es nicht verantworten, daß die Stadt wegung, allen voran die jüdische liberale österreichische Presse. eine Grundfläche zu einem so billigen Preise verkaufen wolle, Ernster ist, daß man auch den Partitularismus mit anzuregen während die große Maffe darbe. Habe man durchaus 1200 m. versucht hat, wie die Aeußerungen der badischen Amtsvertündiger übrig, so überweise man sie den Wärmehallen und lasse 12000 beweisen. In Baden hätte man doch etwas vorsichtiger fein Speiſemarken dafür vertheilen.( Schlußrufe.) Ich spreche, so sollen. Prinz Wilhelm, der die Revolution in Baden vernichtet lange ich noch etwas zu sagen habe. Aus den Magistratsaften hatte, erkannte als den Ursprung derfelben die Bernachlässigung entnehme ich, daß bis zu 185 M. für den qu. Bauterrain in Der Schule. Es handelt sich hier nur um einen Borstoß des diefer Gegend gezahlt worden ist. Dagegen sind 26 M. geradezu Protestantenvereins( Gelächter lints), unternommen gegen eine lächerlich. Der Ausschußantrag wird angenommen. Vortheile eine Ausschußberathung bringen folle. Die Aufnahme Stadtv. Langerhans fann auch nicht erkennen, welche der ehemaligen untersten Klaffensteuerstufe in das Regulativ ſet nothwendig, sonst beraube sich die Versammlung der Möglichkeit, jedes Jahr über den event. Erlaß zu beschließen. " Die Versammleng erklärt sich hiermit einverstanden. Taubenstr. 23b gegen die Grundstücke Mühlenstr. 129/131 wird Die Vorlage, betreffend den Austausch des Grundstücks nach furzer Debatte einem Ausschuß überwiesen. Schluß der öffentlichen Sigung nach 8 Uhr, Tokales. Verborgenen, eine Filiale ber Berliner Arbeiterkolonie". Ans Jm benachbarten Tegel blüht gleich einem Veilchen im geregt durch die Schilderungen über das letztgenannte Institut, welche wir dieser Tage veröffentlichten, haben uns eine Anzahl " 106 decken zum zudecken geliefert. B • Der Aus Am Roloniften, welche das Leben in der Tegeler Filiale aus eigener Pflichten haben und keine Rechte. Um zu glänzen werben außen ständniß ablegen?- Anget: Ja. Präs.: Fühler Sie Erfahrung kennen zu lernen das große Bergnügen batten", einen Tausende, die der Verwendung einer besseren Sache würdig Reue? Angeti.: Ja, sehr. Nun begann der Präsident Bericht über die in dieser Filiale herrschenden Zustände ein- wären, hinweggeworfen und innen werden Arbeiter militärisch- das Berhör mit dem Angeklagten. Es ging daraus hervor, daß gesandt, welchem wir die Aufnahme nicht versagen wollen. Die human behandelt. die Scherbarth das Opfer einer Personen Verwechselurig geLeitung der Filiale hat mit der Oberförsterei in Tegel ein Abworden der Angeklagte hatte seine Ehefrau tödten tommen getroffen, laut welchem 50-60 Rolonisten permanent in Wie hiesige Blätter berichten, gebenten am 11. April d. J. wollen. G3 war ein trauriges Chestandsdrama, das der Forst zu beschäftigen find. Die Kolonie domizilirt in den der in Pantom ansässige Lehrer Friedrich Schulze und seine durch das Bekenntniß des Angeklagten entrollt wurde. Baracken an der Tegeler Chauffee, etwa 30 Minuten hinter dem Gattin ihr 70jähriges Chejubiläum zu feiern. Der Jubilar ist felbe gab an, daß er vor zehn Jahren seine jetzige Ehefrau, alten Steuerhause, welche Eigenthum des Militärfistus sind. Die am 26. November 1801 auf der Rauenschen Biegelei bei die aus einer Arbeiterfamilie stammte, geheirathet habe. Baraden werden theils als Speise, theils als Schlaffaal benutzt. Fürstenwalde geboren, feine Ehefrau Dorothea, geb. Gundlach, der Ehe entsproffen sechs noch lebende Kinder. Die ersten Jahre Das ehemalige Offiziertafino ist das einzige massiv gebaute am 5. September 1802 in Schildow. Lehrer ist Sch. 50/2 Jahre des Zusammenlebens feien glückliche gewesen, dann Sam es Haus, in diesem aber haben die Kolonisten wenig zu suchen. gewesen, emeritirt seit dem 1. Juli 1873. Sein 69jähriger Sohn zwischen den Eheleuten zu häufigen Zwiftigkeiten, der Angeklagte Der große Saal steht die meiste Zeit des Tages Icer, es ist der ist seit 27 Jahren am Pestalozzi Stift in Pankow Lehrer; sein will von seiner Ehefrau hintergangen worden sein, er wurde lüderunumgänglich nothwendige Beetsaal. Die übrigen Räume des Bater unterstützt ihn noch kräftig bei der Bestellung der zum lich und ergab sich dem Trunte. Nach längerer Trennung zogen Gebäudes dienen als Wohnung des Vorstehers und weisen stets Stift gehörigen Wecker und Gärten. die Eheleute im vorigen Frühjahre wieder zusammen. Bald beeine behagliche Temperatur auf. In dem Schlaffaal da= Der Angeklagte gab an, gegen herrscht eine Hundekälte, da Wind und Wetter Ein Verein felbständiger Händler( Marktreisender, gann die alte Geschichte wieder. in die Baracke freien Zutritt haben. Bis vor kurzem war in Händler und Hauſirer) ist in Berlin errichtet worden, Derselbe daß ihm glaubwürdige Mittheilungen zugegangen seien, wonach der Baracke ein Ofen überhaupt nicht vorhanden, als es aber der Baracke ein Ofen überhaupt nicht vorhanden, als es aber bezweckt seinen Mitgliedern bei Ausübung ihres Gewerbes Er seine Ehefrau mit einem Bahnbeamten unerlaubten Verkehr pflog, es fam täglich zwischen den Eheleuten zu argen Auftritten. vor Kälte kaum mehr auszuhalten war, hat sich die Verwaltung leichterung zu schaffen und ihnen erforderlichen Falls Rechtsschutz Schließlich sei ihm der Gedanken gekommen, seine Ehefrau zu entschlossen, einen kleinen eisernen Ofen aufstellen zu laffen. Die zu gewähren, ferner dieselben in Krankheitsfällen zu unterſtüßen ermorden. Geit dem 8. Mai habe er sich ruhélos umhergetrieben Kolonisten, welche bei der jetzigen Witterung den Tag über in fowie den Hinterbliebenen beim Todesfall des Mitglieds eine und im Freien genächtigt. In der Nacht zum 10. Mai der Forst gearbeitet hatten, nur dürftig bekleidet, oft von einem Beihilfe zu ſpenden. Dem Verein kann jeder Händler beitreten, feien ihnt die Mordgedanken vergangen, er habe sich Schneetreiben überrascht, nur Holzpantinen oder defekte Stiefeln welcher das 21. Lebensjahr vollendet hat und im Besitz der nach Staaten begeben und versucht, wieder bei seiner an den Füßen, mußten Nachts in dem eisig talten Schlaffaal bürgerlichen Ehrenrechte sich befindet. Heute, Freitag, den 29. Ja Ehefrau Aufnahme zu finden. Mittelst einer Leiter habe er zum nuar, Abends 71/2 Uhr, findet in Seefeldt's Restaurant, Grenadierkampiren, fie erhielten für ihre Lagerstatt nur zwei alte Pferde- straße 33, die erste öffentliche Versammlung statt. In derselben Fenster einsteigen wollen, seine Ehefrau sei ihm, mit der Zampe muß aufgestanden werden. Nachdem die Kolonisten ihre Betten heutige Lage der Gewerbetreibenden sprechen. Alle selbständigen holen mußten. Er habe sich voller Wuth wieder entfernt und Schlag 5 Uhr des Morgens, sobald das Glockenfignal ertönt, werden die Herren J. Horwis und. Färber über die in der Hand, entgegengetreten, habe ihn in schroffster Weise zurückgewiefen und zwei der Kinder geweckt, die einen Gendarm wieder in Ordnung gebracht haben, geht es zur Waschküche. Die Händler Berlins find eingeladen, ebenso die Vertreter der Presse. den Rest der Nacht in einem Neubau zugebracht. Arbeiter, welche in den Forst gehen, erhalten hierauf Frühstück, Vor dem Gebrauch des sogenannten Carbon Natron folgenden Tage sei er auf der Suche nach Arbeit gewesen, Mehlsuppe und ein Stück trockenes Brot. Um 346 Uhr muß Ofens, einer Heizeinrichtung, der von den Verkäufern nach wobei er viel Getränke genossen habe. Gegen Abend habe dieſes Frühstück hinunter gewürgt sein, denn dann beginnt gerühmt wird, daß sie ohne Rauch und Geruch Wärme erzeuge, er sich in halbberauschtem Zustande von Spandau nach Staaten im Betsaal die Morgenandacht. Dieselbe bauert etwa eine halbe wird wiederholt von dem Polizei- Präsidenten mit dem Hinweis begeben in der Absicht, seine Frau zu ermorden. Unterwegs sei Stunde und wird vom Borsteher abgehalten. Sehr schlecht an öffentlich gewarnt, daß während des Winters 1887/88 in hiesiger eine Frauensperson vor ihm gegangen, die er der Kleidung und geschrieben stehen bei demselben die„ Trinker" und die+++ Sozial- Stadt ein, in Wiesbaden zwei Fälle von Kohlenoxyd- Vergiftung dem Gange nach für seine Ehefrau gehalten habe. Das Blut Demokraten. Um 1/47 Uhr geht's, ausgerüstet mit drei Paar in Folge Aufstellung solcher Defen herbeigeführt worden sind. fei ihm zu Kopfe gestiegen, er habe einen schweren Stein geSchmalzstullen, die das Schmalz oft nur ganz oberflächlich ge- Durch Prüfungen im hiesigen hygienischen Institut ist festgestellt nommen, sei neben die Frau getreten und ohne derselben ins sehen zu haben scheinen, nach der etwa 1/2 Stunde weit ent- worden, daß der Carbon- Natron- Dfen als eine äußerst gefährliche, Gesicht zu blicken, habe er ihr mit dem Stein einen wuchtigen fernten Arbeitsstelle. Die Witterung ist gleichgiltig, ob's schneit unter Umständen todtbringende Heizvorrichtung zu bezeichnen ist. Schlag gegen den Kopf versetzt. Lautlos fei die Getroffene oder regnet, der Kolonist muß heraus! An drei verschiedenen zu Boden gesunken. Er habe ihr noch fünf bis sechs Schläge Stellen wird ausgeforstet, jede Rolonne muß des Abends einen Mit dem Mord der Nitsche wird jetzt eine Berhaftung in verfezt und sie dann auf den Acker geschleift. Hier habe er fie Handwagen voll Holz unter 7 cm im Durchmesser mit nach der Verbindung gebracht, von der ein hiesiges Blatt meldet und die mehrere Minuten am Halfe gewürgt, bis er annehmen mußte, Kolonie bringen. Das Holz dient theils als Feuerungsmaterial, den früheren Schlafwirth der Nitsche, den Fleischer Pötsch, be- daß fie todt fei. Um sich hiervon zu überzeugen, habe er fein theils wird es flein gemacht, Meterweise aufgestapelt und ver- trifft. Am Donnerstag voriger Woche wurde nämlich in der Gesicht dem seines Opfers genähert und zu seinem Schrecken befauft. Die Kolonisten erhalten für diese tägliche Lieferung im Wohnung der Wittwe Röseler, Blumenstraße 53 wohnhaft, ein merkt, daß es nicht seine Frau, sondern die Scherbarth war. Er Sandwagen( etwa 1/ 2-2 Rubikmeter) feinerlei Vergütung. An Einbruch verübt. Die Diebe mußten gestört worden sein, denn sei davongegangen, habe auf dem Exerzierplay genächtigt und der Arbeitsstätte zündeten sich die Kolonisten gewöhnlich erst ein es fielen ihnen nur einige Garderobenstücke in die Hände, während anch schlafen können. Am folgenden Lage sei er verhaftet Feuer an, damit sie sich wenigstens ein Mal ordentlich erwärmten, verschiedene Verschlüsse, in welchen baares Geld enthalten war, worden. das dürfte aber nicht verrathen" werden, sonst gab's Strafe. ihnen entgingen. Polizeiliche Ermittelungen ergaben, daß die Bei dem Geständniß des Angeklagten konnte die BeweisDie Arbeit des Ausforstens ist nicht leicht, fie wird sogar schwer, wenn gestohlenen Gegenstände eine halbe Stunde später in der Pfand- aufnahme sehr beschränkt und die Verhandlung auf einen Lag man bedenkt, daß die Kolonisten den Unbilden jeder Witterung aus- leihe Große Frankfurterstraße 44 versetzt worden waren. Weitere beschränkt werden. gefeßt find. Mit Anbruch der Dunkelheit wird dann der Rück Ermittelungen führten auf die Spur des ehemaligen Schlafwirths Der Erste Staatsanwalt plädirte für Schuldig im vollen weg angetreten, entweder steif gefroren oder durch und durch der Nitsche, des Fleischers Pötsch, welcher des Einbruchs über- Umfange der Anklage. Der dem Angeschuldigten begegnete Jrrnaß. Gegen 6 Uhr Abends erfolgt der Einzug in die Kolonie führt erscheint. Auf der Polizei soll man ihm die Ermordung thum in der Person tönne ihm nicht zu Gute gerechnet werden, mit den vollgeladenen Wagen. Dann giebt's das inzwischen falt der Nitsche auf den Kopf zugesagt haben und er soll sich sehr der Angeklagte habe mit Ueberlegung vorfäßlich ein Leben ver gewordene Mittagessen und um 7 Uhr auch schon das Abend verstockt gezeigt und auf teine an ihn gerichtete Frage geantwortet nichtet und das sei Mord. Es könne ganz gleichgiltig sein, ob effen, die übliche Suppe und das übliche Stück trockenes Brot. haben. Wie weit die Verdachtsgründe der Polizei reichen, ist der Ermordete Schulze oder Müller heiße. Er bitte die GeUm 3/49 Uhr erfolgt der Antritt zur Abendandacht, während noch nicht bekannt. Hierzu fei noch erwähnt, daß der Kellner schworenen, ihren Wahrspruch auf Schuldig des Mordes zu welcher wiederum die Trinker und die Sozialdemokraten tüchtig Ottomar Nagel aus Wien, der in Würzburg als vermeintlicher fällen. herhalten müssen. Nach Beendigung derselben geht's in das so- Mörder der Nitsche verhaftet wurde, wieder in Freiheit gefeßt genannte Bett, das in den letzten Wochen sehr oft hart gefroren worden ist. war. Nach Angabe des Försters wird an die Kolonie gezahlt für: 1 Rubikmeter Stubben( Wurzeln) 1,50 M., 1 Kubikmeter In unserer heutigen Nummer befindet sich ein Inserat Unterholz 0,60, 1 Festmeter Brennholz 0,50, 1 Meter Knüppel betreffs einer Petition gegen das Volksschul- Gesez. Wir machen von 7-14 Gentimeter 0,60, 1 Meter Knüppel unter 7 Centimeter auf das Inserat hiermit besonders aufmerksam." 0,40, 1 Meter Reisig 0,30. Nun ist sehr fleißig gearbeitet Der Vertheidiger vertrat einen anderen Standpunkt. Man fönne die Frage, ob der Angeklagte die Frau Scherbarth, mit Ueberlegung" getödtet habe, nicht ohne Weiteres bejahen, denn der Wille des Angeklagten ging dahin, eine andere Person zu tödten. Bedeutende Rechtslehrer seien der Ansicht, daß man dem Angeklagten nur einen Versuch oder eine Fahrlässigkeit vorwerfen könne und diese Ansicht habe zweifellos ihre Beworden, so fleißig, daß sich jeder Kolonist der Hoffnung Polizeibericht. Am 26. d. M. Abends wurde ein Rentier rechtigung. Der Bertheidiger sprach die Hoffnung aus, daß die hingab in 14 Tagen doch wenigstens 1-2 Mart verdient in seiner Wohnung in der Dessauerstraße, und am 27. d. M. Geschworenen den Angeklagten nur des Todtschlags schuldig zu haben. Diejenigen, welchen die ungewohnte Arbeit Vormittags ein Hausdiener auf dem Boden des Hauses Behren sprechen würden. Nach Schluß der Plaidoyers wird die Hauptnicht so von Händen ging, glaubten, wenigstens ohne Straße 28 erhängt vorgefunden. Am 27. d. M. Vormittags frage dahin verändert, ob der Angeklagte schuldig ist, vorsätzlich Hinterlassung von Schulden die Kolonie verlassen zu können. sprang eine Frauensperson an der Großbeerenbrücke in den Land- und mit Ueberlegung einen Menschen", nämlich die Frau Aber es tam anders, denn der Vorstand muß eine ganz andere wehrkanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen Scherbarth, getödtet zu haben. Nachdem der erste StaatsRechnung aufmachen. Der Fleißigste der Kolonie hatte 16 Wochen und nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Mis Mittags anwalt und der Vertheidiger auf weitere Ausführungen gearbeitet, er erhielt bei seinem Weggang nicht einen Pfennig ein Bäckermeister in dem Kohlengeschäft von Baldamus, Fehr verzichtet haben, beginnt der Präsident seine Rechtsausgezahlt, sondern hatte noch 60 M. Schulden zu zahlen! bellinerstr. 25, mit einem geladenen Revolver unvorsichtig um- belehrung mit dem Bemerken, daß man die That verGanz ähnlich erging es den übrigen Kolonisten. 9 Mann, welche ging, entlud sich ein Schuß und wurde die danebenstehende Frau dammen müsse, den Thäter aber vielleicht bedauern könne. in etwa 14 Tagen abgingen oder fortliefen, hinterließen über des Letteren am Unterarm und Oberschenkel verlegt. Vor dem Unter feinen Umständen dürfe ein Richter sich aber von seinem 300 M. Schulden! Wofür diese Schulden gemacht worden sind, Hauſe Potsdamerstr. 112 wurde Abends ein Mädchen von einem Gefühl leiten laffen, es sei ein herrliches, bevorzugtes Recht der wissen nur die Götter, die Kolonisten nicht, denn Mehlsuppe und Pferdebahnwagen überfahren und am Kopf und an der Hand so Krone, Gnade zu üben und voraussichtlich würde diese höchste troden Brot kann doch solche Kapitalien unmöglich verschlingen. bedeutend verlegt, daß es nach der Charitee gebracht werden Instanz auch angerufen werden. Nach alledem arbeitet der Rolonist lediglich für die Anstalt, ein mußte. Bu derfelben Zeit fiel ein Mechaniker im Hause Rosenfreier Arbeiter steht sich bei dem geringsten Lohn noch viel besser thalerstr. 5 in der Dunkelheit die Rellertreppe hinab und erlitt als ein Rolomst und er hat nicht nöthig, in Baracken zu schlafen, eine Berlegung des Rückgrats. Am 28. d. M. Morgens erschos in Wind und Wetter im Freien zu sein und sich tagtäglich schöne sich ein Raufmann in seiner Wohnung in der Röpnickerstraße. Predigten vorerzählen zu lassen. Am 27. d. M. fanden brei kleine Brände statt. Müssen wir noch etwas hinzusehen? Gerichts- Beifung. schuldig. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten bes Mordes Der erste Staatsanwalt beantragte das gefeßliche Strafmaß, die Todesstrafe. Das Erkenntniß lautete dem Antrage gemäß. Der Augetlagte nahm das Urtheil ohne fichtliche Erregung entgegen. Frühgesetzes Ein wahrhaft glänzendes Zeugniß für die LeistungsWegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz waren die fähigkeit auf dem Gebiete der elettrischen Beleuchtung boten Genoffen Vogel, Busack und Roldicke vom Amtsgericht zu Altgelegentlich des Kaisergeburtstages die Allgemeine ElektrizitätsLandsberg mit 15, bezüglich 30 M. Strafe belegt. Ihr Ver Gesellschaft und die Berliner Elektrizitätswerte durch die großgehen bestand darin, daß sie einen 23jährigen und zwei 17jährige artige Jllumination des den genannten Gesellschaften gehörigen Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann Maurer, die noch Lehrlinge waren, in den Verein" Vorwärts" zu Grundstückes am Schiffbauerdamm. 6000 Glühlampen aller Farben gestern die Verhandlung gegen den Arbeiter Valentin Ferant, Alt- Landsberg aufgenommen hatten. Ihr Einwand, daß sie die waren derartig gruppirt, daß sie einen Riefenadler, das Reichs- welcher des Mordes beschuldigt ist. Da der Beschuldigte die Lehrlingsqualität nicht gekannt hätten, wurde verworfen, weil sie wappen, mit der schönen Inschrift:" Der Kaifer hoch" prächtig That leugnet, fo find 84 Zeugen geladen, um ihn zu überführen. sich danach hätten erfundigen müssen. Gegen dies Urtheil legten darstellen. Die meisten Bewunderer diefes feenhaft beleuchteten Den Borfiz führt Landgerichtsdirektor Grünhagen, die Anklage zeitig der Amtsanwalt wegen der Strafniedrigkeit Berufung fie durch Rechtsanwalt Arthur Stadthagen und gleichEtablissements werden vielleicht geblendet durch die großartigen behörde vertritt der Erste Staatsanwalt Woytasch. Der 42 jährige ein. Der Vertheidiger machte geltend, daß dahin gestellt bleiben Lichteffekte zu dem Schluß gekommen sein, daß die Arbeiter im Angeklagte stammt aus Kosten, Kreis Lissa, er ist Soldat gewesen Hintergebäude der genannten Gesellschaften mindestens ein der und hat es bis zum Unteroffizier gebracht. Im vorigen Früh- könne, ob ein 28jähriger Maurer Lehrling im Sinne des VereinsBeleuchtung entsprechendes Loos haben; doch dem ist nicht so! jahr arbeitete Ein Kenner der Arbeitsverhältnisse der Berliner Elektrizitäts- bei Spandau. der Angeklagte in Staaten, einem Dorfe gesetzes fei. Jedenfalls könne nur eine vorsätzliche UeberDer Thatbestand der Anklage ist in Kürze tretung der bezüglichen Vereinsgesetz Bestimmungen bestraft werke macht den Vorschlag, dem Riesenabler mit Krone und In folgender: Am 12. Mai vorigen Jahres wurde die Arbeiterin werden. Das Landgericht Berlin II erachtete diese Dar schrift auch noch in großen Lettern und Ziffern eine ausführliche Scherbarth, eine von ihrem Ehemanne getrennt lebende Frauens legungen für zutreffend, verwarf die Berufung des Amtsanwalts Lohntabelle einzuverleiben, aus welcher die Löhne, die die gen. person, die in der fgl. Munitionsfabrit au Spandau beschäftigt und sprach die Angeklagten in sämmtlichen drei Fällen frei. Gesellschaft ihren Hilssarbeitern, Schlossern und Mechanikern war, von ihren Hausgenossen vermißt. Sie war am Morgen Gegen den ,, Volksbankier" Otto Nietschmann wurde zahlt, genau ersichtlich sind. des 11. Mai zur Arbeit gegangen, am Abende aber nicht nach gestern vor der vierten Strafkammer des hiesigen Landgerichts I Die Arbeiter dieser Firma müssen in Uniform gehen, welche Staaten zurückgekehrt. Drei Tage später wurde die Leiche der eine umfangreiche Anklage wegen 37 Fälle des Betruges verEigenthum der Fabrit bleibt, wofür aber wöchentlich für Ab- Scherbarth auf freiem Felde zwischen Spandau und handelt. Nietschmann betrieb seit dem Jahre 1873 mit dem nüßung den Hilsarbeitern und Monteuren 40 Pf. und den Ober- Staaten gefunden. Die Untersuchung ergab zweifel- Raufmann Dehme zusammen ein Rolonialwaarengeschäft en gros Monteuren 75 Pf. in Abzug gebracht werden. los, daß ein Mord begangen war. Augenscheinlich in der Kurstraße 18/19. Dehme besorgte die Buchführung, Die Uniform muß mit militärischem Anstand getragen war die Frau auf dem Heimwege überfallen und Nietschmann dagegen besuchte die Kundschaft. Dieselbe hatte werden( Rock stets ganz zugeknöpft, Müze grade sigend). mittelst eines stumpfen Instruments zu Boden geschlagen worden. großes Vertrauen zu ihm und da es bekannt war, daß er an der und Anreden wie: " Ohne Urlaub soll tein Arbeiter an Feiertagen Berlin ver. Die Schädeldecke war zertrümmert. Der Hals der Ermordeten Börse Geschäfte mache, ließen sich viele Personen vom Spekulationslaffen und jeder Arbeiter muß sich erforderlichen Falls auch zeigte Merkmale, daß der Thäter auch Erdrosselungsversuche ge- teufel verführen, ihm seit Jahren große Geldbeträge anSonntags und Nachts der Firma jederzeit zur Verfügung stellen, macht hatte. Die Leiche war dann vom Wege nach einem Acker zuvertrauen, um diefelben verzinslich anzulegen. Die gekauften wenn eine dringende Reparatur an großen elektrischen gefchleift worden, wo sie halb versteckt in einer Furche lag. Der Werthpapiere überließ man ihm vertrauensselig, ja man übergab Leitungen auszuführen ist. Die Behandlung ber Ar- Berdacht der Thäterschaft lenkte sich auf den Angeklagten, welcher ihm sogar Werthpapiere zur Verwahrung. Er übernahm es beiter ist militärisch human Er", am 8. Mai feine Arbeit aufgegeben und fich feit auch, Werthpapiere seinen Runden zu verkaufen, andere dafür Ihr" und Euch" ist ist das das Personal schon gewöhnt, biefer gewöhnt, dieser Zeit müßig und trintend herumgetrieben hatte. au faufen und für seine Kunden an der Börse zu spekuliren. auch findet öfter einmal Appell statt. Täglich werden die Namen Die Verdachtsgründe mehrten sich in dem Umfange, daß Jerzyk Nebenbei spekulirte der Angeklagte durch Vermittelung der berjenigen Arbeiter bekannt gegeben, welche Abends Dienst in Haft genommen wurde, troßdem ein einigermaßen triftiger Berliner Bank und der Bankgeschäfte Gebr. Jaffé und haben, also Ueberstunden machen müssen bis 10, ja fogar bis Grund für die That nicht erfindbar war. Von einer Beraubung 2. Behrend auf eigene Rechnung in großem Umfange 12 Uhr Nachts! der armen Person fonnte teine Rede sein. Der Angeklagte und sehr unglücklich. Zur Deckung seiner Verluste griff Jeder Arbeiter muß, um bei der Firma Arbeit zu erhalten, bestritt vor dem Untersuchungsrichter mit größter Hartnäckigkeit, er schließlich die fremden Gelder fremden Gelder und Werthpapiere an sich zunächst im Zentral- Arbeitsnachweis der Berliner Metall- daß er der Thäter fei, er erbot fich, einen Alibibeweis und verkaufte und verpfändete sie zu eigenem Nutzen. industriellen gründlich auf sozialdemokratische Bazillen unter- anzutreten, und Beugen über Beugen mußten geladen In den legten zwei Jahren hat er auch eine Reihe von Persuchen lassen, muß prima Zeugnisse besigen, muß ein Leumunds- werden. In der gestrigen Verhandlung verneinte der fonen durch falsche Vorspiegelungen bewogen, ihm Werthpapiere zeugniß oder ein polizeiliches Führungsattest beibringen oder für Angeklagte wiederum, daß er die That begangen. Der Präsident zu übergeben, welche er dann schleunigst verkaufte. Er redete in Beschaffung deffelben sich 1,65 M. in Abzug bringen laffen, und verließ seinen Play, trat dicht vor den Angeklagten hin und er- biefen Fällen den Leuten vor, er wolle die Papiere nur für dies Alles werden im Falle des Engagements 30 Pf. mahnte ihn zur Wahrheit. Haben Sie nicht wiederholt Ihrem gegen Entgelt verleihen, oder sein Makler brauche sie Stundenlohn geboten, nach den ersten drei Monaten foll Wertheidiger eingestanden, daß Sie den Mord begangen für kurze Zeit und er werde sie in wenigen Tagen es dan 2/2 Pf. Zulage geben pro Stunde. Der Durchschnittslohn Ang et L. schweigt. Praf.: Angeklagter, gehen Sie in zurückbringen. In anderen Fällen wieder spiegelte er aller Arbeiter exil. Aufsichtspersonal beträgt taum 33 Pf. pro sich, entlasten Sie doch Ihr Gewissen, haben Sie nicht den Leuten vor, bestimmte Werthpapiere feien ausgelooft und Ihrem Bertheidiger gegenüber wiederholt eingeräumt, daß ließ sich dieselben aushändigen, angeblich um die Einlösung zu Stunde. Aus dieser fleinen Blüthenlese ist ersichtlich, wie der Groß- Sie der Thäter waren?- Angell: Ja. Präs.: bewirken. Er gerieth immer mehr auf die abschüssige Bahn. tapitalismus als Arbeitgeber von seinen Arbeitern Alles ver- Warum bestreiten Sie es denn jezt?- Angefl.: Jch ftreite Als er den Zusammenbruch immer mehr voraussah, bewog er noch langt und dafür nichts bietet, während die Arbeiter große ja nicht mehr. Bras.: Wollen Sie denn heute ein Ge- verschiedene Leute durch falsche Angaben, ihm Wechsel zu akzeptiren, er fammelte auch dadurch Geldmittel, daß er zur Deckung feiner Privatschulden Wechsel für die Firma Nietschmann u. Dehme G Bfeifenttub ,, Angra Rauchflub ,, Rothe Quaste", jeden Freitag Abend 9 Uhr Sorauerfir. 13. Aufnahme von Mitgliedern. Paul Die Gründung einer Arbeiter Bildungsschule ist vom Betnfte. 28. Rauch Hub ,, Gemüthittett tagt alle rettag erbnb um Allgemeinen Arbeiterverein zu Magdeburg befchloffen worden. our bet D. Schröber, Steichenbergerſtraße str. 34 Witteber eben aufafzeptirte. Das Vertrauen der Kunden erhielt er sich dadurch, genommen. Privat- Theatergesellschaft Augufta Bittoria" heute Abend 9 Uhr: Sigung Berlebergerstraße 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Statflub Unternehmergewinne aus dem Geschäftsjahre 1890/91: ournee", Abends 8 Uhr, beim Genossen Karl Ullrich, Wrangelfraße 84. daß er regelmäßig 5 und 6 Prozent Zinsen und außerdem Aktiengesellschaft für Leinengarn- Spinnerei und Bleicherei, vor- Gäfte, durch Mitglieder eingefügte geh Als er im Juni v. J. einsah, daß sich eine Entdeckung seiner Ver- mals Renner u. Ko., Röhrsdorf. Nach 34 800 M. Abschreibungen Bequena", Gigung Abends 10 Uhr, Neue Hochftr. 53, bei Bergat. Gäfte beträgt der Gewinn 90 962 M. Attiengesellschaft Beche Danne- beim Genoffen Gimede, Köpnickerstr. 130. Gäfte find willkommen. willkommen. untreuungen nicht länger verhindern lasse, trat er aus der baum". Während der ersten 6 Monate des laufenden Geschäfts- tel's cher mufitverein Allegro" jeden Sonnabend bei M. Bogel, Handelsgesellschaft aus und wurde flüchtig. Bei seiner in Hamburg am 27. Juli v. J. erfolgten Verhaftung wurden jahres( bis 31. Dezember 1891) 1 239 000 M. Ueberschuß. ca. 6000 m. bei ihm vorgefunden, doch vermuthet man, daß er Bom sächsischen Vogtland melden die tonservativen größere Summen bei Seite gebracht hat. Die Zahl der von ihm Dresdener Nachrichten":" Augenblicklich haben viele Fabrikanten Geschädigten beträgt ca. 80, die Summe der veruntreuten mindestens die Hälfte ihrer Arbeiter entlassen. Die in der Arbeit Gelder und Werthpapiere übersteigt 400 000 Mart. Berbliebenen arbeiten zumeist auf Lager". Die Noth ist in der Der Angeklagte war im Allgemeinen im Allgemeinen geständig und That groß und schwer geworden; daß sie bald gehoben sein dürfte, stellte sich selbst als ein Opfer unglücklicher Börsen- ist gegenwärtig nirgends ersichtlich. Die Leute fangen an, Spekulationen hin. Staatsanwalt v. d. Reck beantragte zehn im buchstäblichen Sinne zu hungern." Noch kein Jahre Gefängniß und entsprechenden Ehrverlust, Rechtsanwalt Nothstand? Dr. Friedmann plädirte aus juristischen und thatsächlichen Gründen auf Milderung der Strafe. Der Gerichtshof er fannte auf 8 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehr verluft. Soziale teberlicht. Vermischtes: Wegen verleumderischer Beleidigung des Redakteurs Ad. Thiele in Wurzen wurde der Bürgermeister Särtwig in Oschah vom Landgericht Leipzig zu 250 Mart Strafe und zur Tragung der sämmtlichen Kosten einschließlich der nothder Regierung 200 000 m. zur Aufbesserung der Der bayerische Landtag bewilligte gemäß dem Antrage wendigen Auslagen des Klägers verurtheilt. 2öhne der in den Staatsbahn- Werkstätten beschäf Druckerei eingerichtet, wie in Nr. 21 des„ Vorwärts" berichtet Buchdrucker Hünig in Dresden hatte keine geheime tigten Arbeiter. Unterstützt war dieser Ausgabeposten durch eine von 1794 Arbeitern unterschriebene Petition. In der war, sondern sein Gewerbe schon vor Jahren beim Magiftrat Debatte darüber bemerkte der Minister v. Crailsheim, daß die angemeldet, zahlte demzufolge auch seine Steuern als BuchLöhne der in den Staatsbahn- Wertstätten beschäftigten Arbeiter Druckereibefizer. zwar meist niedriger wären, als die in den Privat- Werkstätten Niedergebrannt ist in Duisburg die Buller'sche gezahlten, dafür aber die Arbeiter der Staatsbahn- Werkstätten Blech wa aren- Fabrik( früher vom Rath'sche Zuckerfabrik). auch nicht plögliche Entlassung bei Arbeitsstockung zu gewärtigen In Lodz( Polen) die bedeutende Wollspinnerei von hätten und im Alter denselben Lohn bekämen wie vorher. A. Lewkowicz mit allen Vorräthen; 300 Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. Raffel. In Sachen des Nürnberger Brauerstreites fand vorigen Sonnabend eine Versammlung der Brauereibefizer Nürnbergs statt, in welcher folgende Beschlüsse gefaßt wurden: 1. Von den streifenden Brauergehilfen werden sofort acht Verheirathete ein London veröffentlicht eine Statistik der Armenverhältnisse Londons. Aus der ,, beften der Welten". Die Fabian Soziety in Ertränkt hat sich in einem Teiche bei Wilhelmshöhe der bei Benreffung des Lohnverhältnisses ihre bis jetzt verbrachten haus und von elf empfängt einer öffentliche Armenunterstützung. gestellt; den zur Einstellung gelangenden Brauergehilfen werden Danach stirbt jeder neunte Einwohner der Riesenstadt im Arbeits- Mörder Rennert des Gefangenenwärters Steinhäuser aus Arbeitsmörder Arbeitsjahre angerechnet. 2. Bei Bakanzen in den Brauereien Bon 50 000 Schulfindern wurde festgestellt, daß sie nicht die zum Ueber die Zuckerfabrik in Tiegenhof bei Danzig ist der dürfen nur verheirathete streikende Brauergehilfen eingestellt Leben nothwendige Nahrung von ihren Eltern erhalten können. gerichtliche Konkurs eröffnet worden. werden; zu diesem Zwecke ist eine Liste der ausständigen verheiratheten Brauergehilfen anzufertigen, welche einem der Herren Ueber die Lage der amerikanischen Gastwirths. Freifinniges." In Nürnberg betreiben die FreiBrauereibefizer eingehändigt wird, bei welchem eintretende bediensteten schreibt Waiters' Journal":" Die Arbeitslosigkeit sinnigen, wie die" Fränt. Tagespoſt" mittheilt, die Agitation Vakanzen anzumelden find. 3. Zur Feststellung des Lohn- und in unserem Geschäft hat jetzt hier eine solche Höhe erreicht, daß gegen das„ Klebegeset" auf sonderbare Weise. Sie laſſen Arbeitsverhältnisses und zur Schlichtung von allenfalls eintretenden sie eine Krists befürchten läßt und nur dadurch einigermaßen ge- worauf die Arbeiter sich unterschreiben sollen, ohne zu wissen, nämlich durch Werkmeister und Vorarbeiter Bogen herumgehen, Differenzen wird eine Kommission ernannt, welche zu mildert werden kann, wenn der Zuzug von Europa ferngleichen Theilen aus Brauereibesigern und Brauergehilfen besteht. gehalten wird." Tagtäglich tommen Kollegen von Europa um was es sich handelt. Wenn die Petitionen gegen das Vorbedingung dieser Zugeständnisse ist die Beendigung des Streits und vergrößern die Armee der Arbeitslosen, die nach Tausenden Gesetz an den Gesetzgeber gelangen, wird man sich daran erinnern, und die Aufhebung der Boykottirung von Brauereien. Auf zählt und eine Höhe erreicht hat, deren sich die ältesten Kollegen wie sie zu Stande gekommen sind. Grund dieses Entgegenkommens nahm am Montag eine Volts nicht erinnern fönnen. Die Löhne, welche schon an und für sich Durch zu frühzeitiges Schließen der Ofenklappe ist in versammlung, in welcher die zur Führung der Unter- sehr niedrig sind, sinken durch das verstärkte Angebot noch mehr.zerst bei Konig der Hauseigenthümer Goforsti nebst handlungen mit den Brauereibefizern eingefeßte Kommission Deshalb geht unsere Bitte an alle Schwefterorgane sowie an feinen zwei Kindern erstickt. Seine Frau liegt schwer Herren Segit und Schmidt) Bericht erstatteten, folgende alle Fachvereine Europas:„ Haltet die Kollegen ab, nach hier zu frank darnieder. Resolution einstimmig an: In Rücksicht auf das gegenwärtige tommen." Wenn es schon für die Anfömmlinge schwer wird, Die Große Oper von Paris bereitet die Aufführung der Verhalten der Brauereibefizer erklärt die Versammlung den durch Unkenntniß der Sprache hier Stellung zu erhalten, so ist Wagnerschen, Meistersinger" vor. Streit für beendigt und sieht von einem weiteren Vores augenblicklich doppelt schwer, und die fleinste Stellung in gehen in dieser Angelegenheit zunächst ab. Die Versammlung ihrem Vaterlande wird mehr von Nutzen für dieselben fein, als erwartet von diesem Beschluß eine vollständige Einigung zwischen hier eine Hungerkur durchzumachen". Arbeitern und Unternehmern im Brauergewerbe und vor Allem, daß die gegebenen Busagen seitens der Brauereibefizer voll und ganz erfüllt werden, andernfalls wird eine Wiederaufnahme dieser Frage in Aussicht gestellt. Herr Schmidt soll betreffs Einhaltung der gegebenen Zusage der Brauereibefizer mit dem Vertreter derfelben in Verbindung treten, und seiner Zeit dann Bericht erstatten. Bevor nicht alle Streifenden eingestellt sind, soll ein Fremder nicht eingestellt werden." Versammlungen. der Eisenbahnstrecke Rosendael- Blissingen wurde eine Mord auf der Eisenbahn. In einem Coupee 2. Klasse Frau ermordet und beraubt aufgefunden. Die Boykottirung des Tabakrauchens, welche die persische Geistlichkeit als bestes Mittel gegen das Zabatsmonopol angeordnet hatte, ist wieder aufgehoben, nachdem das Monopol gefallen. Wegen des Bahnüberfalls bei Tscherkeßköt hat das Kriegsgericht von Adrianopel 121 Personen verurtheilt und 446 freigesprochen. Die Mitglieder des Wahlvereins im 6. Reichstage. Wahlkreise hörten am Dienstag einen interessanten Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Frih Kunert über den politischen Zur Kritik des Kapitals. Der Vorstand des Unter- Indifferentismus an. Zum Schlusse seines Themas wandte sich bei Marotto. Fünf Personen der Mannschaft ertranken; Schiffsunfälle. Das österreichische Schiff„ Brahm" sant ftüßungsvereins deutscher Buchdrucker erläßt im der Redner sehr scharf gegen das jest im Abgeordnetenhause zur fieben Mann, darunter der Kapitän, sind gerettet. Rorresp." eine Bekanntmachung, worin die Gauvorstände mit Berathung stehende Volksschul- Gefeß. Mit Recht wies er darauf Egmont( Nord- Holland) strandete der Neptuns Dampfer Bei Sex statistischen Aufnahme des Konditionslosenstandes beauftragt hin, daß dieser Entwurf nur der Bekämpfung der Sozialdemo- ris." werden. Diese Aufnahme hat den Zweck, den Buchdruckerei fratie dienen soll, daß aber, wenn man ihn zum Gesetz erhöbe, besitzern wie dem Publitum und„ namentlich den im Interesse der wir auch trotz dieses Gesetzes weiter fiegreich vordringen würden. Beginn der Vorlesung einem randalirenden Studenten eine Ohr In Neapel gab der Universitätsprofeffor Scabuto bet Unternehmer wirkenden Behörden gegenüber den Beweis zu Der Ausspruch des Zentrumsredners, es genüge, wenn den Beginn der Vorlesung einem randalirenden Studenten eine Ohrliefern, wie berechtigt die Forderung der Berkürzung der Arbeits- Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt werde, zeige klar feige. Das führte zu einem fürchterlichen Tumult und in weiterer zeit im Buchdruckgewerbe ist. Dann heißt es weiter: die Absichten des fleritalen Pfaffenthums. Eine unverantwort: Folge zu einem Studentenstreit". Abends brachten die ,, MusenBei dieser Gelegenheit muß der Vorstand konstatiren, daß liche Unkenntniß babe der neue Kultusminister durch seine Söhne" dem Profeffor eine Kazenmusik und warfen ihm die Fenster folches ist, daß die bereits vorhandene Berbitterung noch in be- werde, Religion in der Schule zu lehren. Daß die Sozialdemo- angeordnet. das Verhalten der Prinzipale nach Beendigung des Streits ein Aeußerung an den Tag gelegt, daß es allgemein zugegeben ein. Der Rektor hat die einstweilige Schließung der Universität deutendem Maße gesteigert wird und einen friedlichen Uebergang fratie, die numerisch stärkste Partei, diesen Satz von jeher auf unter diesen Verhältnissen erschwert. Wir stellen hier fest, daß das Allerbestimmteste bekämpft, sei also diesem Herrn, einem der Zentralausschuß für Streifangelegenheiten die den Vertretern Minifter, unbekannt geblieben. Die lächerliche Bemerkung des der Gehilfenschaft gegenüber gestellte Bedingung nicht zur Durch Abg. Richter, durch die Ablehnung des Gesetzes werde die Soführung bringen zu wollen scheint. Es wurde in der der Bezialdemokratie wirksam bekämpft, fand ebenfalls vom Referenten endigung des Streits vorhergehenden Besprechung zwischen den die richtige Würdigung. Einstimmig nahm dann die Versammbeiderseitigen Vertretern vereinbart: Aufnahme der Arbeit zu lung eine Protestresolution gegen diesen Entwurf an. den alten Bedingungen." Nachdem die Gehilfen im Vertrauen hierauf den Streit beendigten, werden jezt Forderungen an die Eintretenden gestellt, für welche uns ein parlamentarischer Ausdruck fehlt. von alten Bedingungen ist teine Nede. Bezeichnend ist hierbet, daß die zu solchen Maßregeln greifenden Prinzipale erklären, daß sie sich nach der Leipziger Vorschrift richten müßten. Der Vorstand wird Veranlassung nehmen, die Behörden, welche glaubten, die Prinzipale unterstüßen zu müssen, davon in Kenntniß zu setzen, wie unsere Arbeitgeber das gesetzliche Vereinigungsrecht der Arbeiter respektiren. In Berücksichtigung der Erklärung eines Prinzipalsführers, daß man alles thun werde, um unsere Organisation zu untergraben, fordern wir die Mitglieder auf, treu zum Ganzen zu halten und unter allen Verhältnissen eingedenk zu sein, daß nur eine starke Organisation der unmoralischen Rampfesweise des größten Theiles der Prinzi pale entgegen zu treten vermag." Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Beft, 28. Jan. Bon den heute begonnenen 341 Neuwahlen Abends 8% Uhr, Beuthstr. 21, Bersammlung. Vorstandswahl. Sonntag, ben flecken bekannt. Verein zur Pflege freireligiösen Lebens. Freitag, den 29. Januar, um ungarischen Unterhause ist bisher das Resultat aus 123 WahlGewählt wurden 88 Liberale, darunter der 31. Januar, Bormittags 10% Uhr, Beuthstr. 22, Vortrag des Herrn Waldeck Minister- Präsident Graf Szapary und der Finanzminister Manasse über: Religion und Dichttnnst". Freier Zutritt für Gäfte( Herren Dr. Weferle je einmal und der Handelsminister Baroß dreimal Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Erfte alle einstimmig; ferner wurden 19 Mitglieder der äußersten OppoGeneralversammlung Freitag, den 29. Januar cr., Abends 9 ühr, in der Ber- fition und 16 Mitglieder der gemäßigten Opposition( National liner Reffource, Kommandantenstr. 57( großer Saal). Wahl des Vorstandes Verbands- Mitgliedsbuch vorzeigen. und Ausgabe der Billets zum Maskenball am 6. Februar in Sanssouci. partei) gewählt. und Damen). Tambourverein Frei weg". Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Erbsmehl, Elfafferftr. 58. Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 30. Januar, Winterfest in Joel's Salon( oberer Saal), Audreasftraße 21, verbunden mit Zanz und tomischen Vorträgen unter gütiger Mitwirtung der beiden mufitalischen Clowns( Gebr. Brenner). Anfang 8 Uhr. Entree inkl. Tanz 30 Pf. Arbeiter- Bildungsschule( Sübschule, Kurse Deutsch 2 und 3). Der 8% Uhr bei Böhland, Bülowstr ( Depeschen des Bureau Herold.) Colberg, 28. Januar. Die Jnnungsmeister fündigten sämmtlichen Tischlergesellen, die Mitglieder des deutschen Tischlerverbandes sind, weil sie sich weigerten, einen Gesellen- Ausschuß zu wählen und aus dem Verbande auszuscheiden. 0 Köln, 27. Jan. Die K. V.- 3." meldet aus St. Ingbert: geplante Museumbesuch findet Sonntag 12 úhr Mittags von der Südschule, Der Rechtsschutz Verein pfälzischer Bergleute hat sich freiwillig Bagelsbergerstr. 43 aus, unter Zeitung eines Lehrers statt. aufgelöst. bei Grube, Mariendorferftr. 10. Gäfte haben Zutritt. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 Uhr Rom, 28. Jan. Kardinal Ledochowsti tritt am 1. Februar Best en", Abends sein Amt als Präfekt der Propaganda an. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. UebungsDas Mainzer Gewerbegericht hatte nach Mittheilung ftunde Abends Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. atfer'fcher der D. W." in seiner legten Sigung des vorigen Jahres über verein Nord", Brunnenstr. 38 bet Gnadt. Männerchor", Schönhauser Allee 28 bet Kuhlmey. Arbeiter Gefangeinen Fall von prinzipieller Bedeutung, die Arbeiter- Frühstücks- wärts 1", 6.6. Adalbertstraße 21 bet Roll. Arbeiter- Gesangverein, Bor= Rummel'scher Gesangpause betreffend, au verhandeln. Ein Schlossermeister hatte seinen verein", Landsbergerstraße 31 bei Musehold.-Buchbinder MännerBriefkaffen der Redaktion. Gefellen ohne Kündigung entlassen, weil derfelbe während der or Berlins, Alte Jatobftraße 75 bet Feuerstein. Maiglöckchen", Hochstraße 32a, bet Wilte. Arbeiter- Gefangverein Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefi Frühstückspause die Werkstätte, in welcher er beschäftigt war, ver- tch feit"( Buger), Seydelstraße 30. Gesangverein ,, Gemüth= Antwort wird nicht ertheilt. Gefangverein Jugendfreuben", ließ, dieselbe abschloß, sofern der Meister in derselben nicht an- Gartenstr. 162 bet Meißner. Gesangverein ris", Köpnickerstr. 127a bet Kontrollmarken der Textilarbeiter Deutschlands find wefend war, und sich in ein benachbartes Gasthaus begab. Der Küfter. Gefangverein„ Gollegia". Reichenbergerstraße 16, bet Pätzold. Gehilfe ftrengte daraufhin eine Klage gegen den Meister auf Gesangverein, Balme" in Belten, bet Schröder.- Gesangverein Blaue ziehen. Auf die Angabe einer anderen Adresse, die man uns vor Gesangverein Johanni", Rüdersdorfer str. 45, Gesellschaftshaus Ostend. nur von Ernst Lohse, Rappel bei Chemniz, zu beLohnentschädigung für zwei Wochen an. Der geladene fach- Schleife" in Bankow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr. Gefangverein Vor " verständige Schloffermeister erklärte, es sei allgemein Brauch, daß, verein Sänger- Freiheit", Naunynstr. 43 bei Fröhlich. wärts 6"( Gem. Chor), Nieder- Schönweide, bet Siebenbaum. Gefang einigen Tagen machte, theilte uns dies der Vertrauensmann der " " " menn einmal in der Werkstätte Frühstückspause eingeführt sei, verein" Frete länge", Golmftr. 52, Ede Barutherstr. bei Faulseid. Gefang der Arbeiter während derselben thun tönne, was ihm beliebe; Gefangverein Fretheit Gruß", Rastanten Allee 35 bei Scholz. sei derselbe nach abgelaufener Bause pünktlich wieder an seiner Gefangverein, Worgenroth 4", köpnic bei Wiedemann in Adlershof. Arbett, so könne Niemand dagegen etwas einwenden. Infolge Gefangverein Balme" in Welten bei Schröder. Gefangverein Wahrheit", An der Zwölf- Aposteltirche 7b bei Framte. Gefangverein ,, Brüder= diefer Aussage verurtheilte das Gericht den Beklagten zur fa ft"( Sausbtener), Fischerstr. 41.- Gefangverein ,, tbertee, Wrangel Bahlung, erniedrigte jedoch die beanspruchte Lohnfumme von bergerftr. 21 bet Hetfe. ftraße 84, bet Ulrich. 33,60 Mt. auf 25,20., weil der Kläger nicht im Wochen-, sondern im Tagelohn beschäftigt war. 17 Stunden täglich sollen in einer Brauerei zu Hannover die im Sudhaus beschäftigten Arbeiter nun schon wochenlang arbeiten müssen, trotzdem zwischen den dortigen Branereibefizern und den Brauerei- Arbeitern im Jahre 1889 Der elfstündige Normalarbeitstag vereinbart wurde. Es heißt, daß diese gesundheitsschädliche Ueberarbeit von den betreffenden Arbeitern auch noch gratis verrichtet werden müsse. Zur höheren Ehre" der deutschen Industrie? Vermuthlich, denn die höchste Ehre der deutschen Industrie ist der Profit. Wer am schnellsten Millionär wird, das ist das Genie des Jahrhunderts. Von der Landstraße. 7848 reisende Arbeitslose benutzten im Vorjahre die Hildesheimer Herberge zur Heimath, 2569 mehr als im Jahre 1890. Am 17. Januar wurde in der Nähe von Pyrit ein arbeitsloser Schmiedegeselle aus Neustettin todt aufgefunden. Er hatte von seinem Kollegen im legten Dorfe Alten- Grap Abschied genommen und da er nicht genügend Geld zum Nachtlogis hatte, wollte er noch bis Pyrit wandern. Auf der Hälfte des Weges ist er vor Hunger und Rälte umgefunken. Wirker und Wirkerinnen Berlins mit. O. M. Zu derartigen Hilfeleistungen sind wir leider nicht in der Lage. einem Abonnement nicht rathen. M. N., Beiningkehmen, Ostpr. Wir können Ihnen zu. Linden. Den politisch- ökonomischen Standpunkt der Person Tennen wir bis heute noch nicht. ,, Karthau'scher Gesangverein", LichtenSund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Freitag: Berein Grüne Tanne" 9 Uhr bet Zeßner, Markusstr. 8. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Berliner Turngenossens H. F., Münster. Die 1,50 M. für den Taufschein müssen fchaft, 9. M.- Abth. Jeden Dienstag und Freitag 8-10 Uhr, Blumenstr. 63a. Sie bezahlen, sonst erhalten sie eben keinen. Außerdem aber männer- Gefang- Berein„ Union" Abends» Uhr, in der Berliner Bod- namentlich aber eines Hausfriedensbruches zu enthalten. Die von Männerchor Waldesrauschen", Martgrafenftr. 87 bet Weigt. rathen wir Ihnen an, sich strengstens aller Beleidigungen, Braueret. Mufifdilettanten- Berein 6 Iode" 9-11, nebungsstunde. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gefangverein Sibertee". Bet Ulrich, Ihnen angedeutete Bezeichnung würde sich entschieden als Bevereinir bet", Gartenstr. 62, bet Nikoley. Aufnahme geschulter MitWrangelfir. 84. Stimmbefähigte Genoffen werden gewünscht. Tambour- leidigung darstellen. glieder vom 17. Lebensjahr an. Uebungsftunden Dienstag und Freitag von A. 11. 23. Innerhalb der Weichbildgrenze darf überhaupt bis 10% uhr. Karthaus'scher Gefangverein. Freitag, Lichtenberger- nicht geschlachtet werden. Auch von Privatleuten nicht. straße 21 bei Heise.- ,, Lieberfreund, Anhaltische Ressource, Möckern- R. S. 91. Sie können nicht klagen. Mufit- Dilettantenverein Staccato" Dirigent A. Lepke. Freitag, Abends 9 Uhr, Stromstraße 28, bei Herzog, Uebungsstunde. Auf nahme neuer Mitglieder. Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. Mufit Dilettantenverein Süd- West" jeden Freitag Abend 8% Uhr im Tambourverein Boruffia", ehem. Alsen. Uebungsstunde jeben Dienstag feine Beachtung. Senden Sie den betr. Beamten irgend eine Restaur. Faulfett, Solmsstr. 52, Ecke Barutherstr. Aufnahme Mitglieder. R. F., Reinickendorferstraße. Das Gossenblatt verdient und Freitag im Restaurant Feldhahn, Weidenweg Nr. 12. verein füd auf bends 11hr Stung bet Möwes, Fichte die beste Widerlegung der albernen Angriffe des bürgerlichen Bergnügungs instruktive Broschüre aus dem Verlage des Vorwärts". Das ist verein, Euphrosyne". Gizung mit Damen Abends 9 Uhr im Restaurant Organs. Die Empfehlung der Wirthschaft in Bl. muß vont straße 29. Nach der Sigung Zanz. Gäfte willkommen. Bergnügungswohllebe, Alexandrinenftr. 110. Nach der Sigung Tanz. Gäste willkommen. Vertrauensmann dieses Ortes oder des Kreises geschehen. Gefelliger Berein" sun" bends 9 Uhr, im Restaurant Heinide, Drantenftr. 36. ftraße 114. " Rauchtlub, Weichselblatt"; Abends 9 Uhr, Stalizer ftraße 147a bei Wichert. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, widtommen. Rauchtlub Dhne 8wang", Abends 8% Uhr, bet W. Spaeth, D R. Thos. Die Wiedergabe von Vorträgen in Versammlungs berichten ist aus Raumesgründen nur in Ausnahmefällen möglich. Ein solcher Fall lag nicht vor. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 107 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 24. Aus Spanien. Den 21. Januar. Freitag, den 29. Januar 1892. Es ist vollständig ausgeschlossen, daß die Sozialdemokratie irgend etwas mit dem Putsch in Jerez zu thun bat. Die Genossen bekämpfen hier die Anarchisten in Wort und Schrift, und die Führer zeichnen sich durch Ruhe und prinzipielle Festigkeit aus. Die Bewegung unter den Arbeitern ist in letzter Beit lebhafter; möge sie nicht unter den albernen Vorgängen von Jerez leiden." " 9. Jahrg. Der Vorstand wird beauftragt, diese Resolution der Stadtverordneten- Bersammlung sofort zu übermitteln." 2. Die heute in Joel's Salon tagende Versammlung der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen erklärt, mit aller Bestimmtheit für die Interessen unserer Organisation einzutreten und dieselbe in allen Punkten hochzuhalten." Hierauf wurden die Kollegen Nürnberg, Papfe und Bengsch als Vorstandsmitglieder für den Ostbezirk zur Wahl vorgeschlagen. Unter Geschäftlichem machte Rollege Raßler auf die Beitung Ginigkeit aufmerksam. Die Zahlstellen für den Osten find: Beyer, Blumenstr. 21, und Fröhlich, Grüner Weg 65, part. " spanischer Genossen ist die, daß die Regierung hinter diesem Diskussion führte Kollege Müller an, daß der Unterstützungsbund Butsch steht, um einen Scheingrund gegen die Arbeiter zu haben. der Hausdiener in der Lederbranche sich nur dann auflösen könne, Der ganze Regierungsapparat ist so wackelig, so torrumpirt, daß wenn zwei Drittel der Mitglieder für die Auflösung sind. Diese ein Putsch der Regierung im höchsten Maße angenehm ist. Jetzt zwei Drittel würden jedenfalls zusammengebracht werden, so daß In den Weihnachtstagen sind in verschiedenen Städten heißt es, gegen die Arbeiter hetzen, um die Aufmerksamkeit von sich der Bund doch noch dem Verbande anschließen werde. Kollege Spaniens von den dortigen sozialistischen Arbeitervereinen Fest den faulen Zuständen des Staates abzulenten. Der spanische Grauer erklärte, daß sich schon 600 Kollegen in den Verband ein lichkeiten abgehalten worden, welche darauf schließen lassen, daß Spießbürger wird ängstlich gemacht und schreit im Café oder zeichnen ließen, fodaß bis zur Generalversammlung die Zahl 1000 sie einen neuen Antrieb zur Weiterentwickelung der Arbeiter durch seine Zeitungen nach Bolizei und Ausnahmegesehen gegen erreicht sein dürfte, und kritisirte dann das Verhalten des bewegung in Spanien geben mögen. Würde die an jenen Tagen die Sozialisten und Anarchisten, welche in seinen Augen voll- Magistrats betreffs der von den Arbeitern geforderten Sonntags entfaltete Begeisterung dauernd sein, so könnten wir mit den ständig gleich sind. Ift es denn ein Wunder, daß ruhe. Nachdem noch einige Redner im Sinne des Vortrages und größten Hoffnungen auf die spanischen Genossen blicken; aber die Regierung mit einem Entwurf zur Bekämpfung der Sonntagsruhe gesprochen hatten, wurden folgende Resolutionen leider verfliegt der erste Begeisterungsrausch gar leicht, um einer der gemeingefährlichen Bestrebungen der" Sozialdemokratie" einstimmig angenommen: fruchtlosen Unthätigkeit Platz zu machen. Je länger ich in kommen wird? Sie wird höchst wahrscheinlich ein willfähriges 1. Die in Joël's Salon tagende Versammlung des Verbandes Spanien weile, desto mehr wird es mir zur Klarheit, daß die Parlament finden; und dann ist der Staat wieder einmal ge- der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen richtet an die verständigen und leitenden Genossen eine Riesenenergie und eine rettet. Sollte die Regierung weder direkt, noch indirekt hinter Stadtverordneten- Versammlung von Berlin das dringende Gesuch, ebenso große Geduld besitzen, um die Arbeiter, auch wenn sie den Vorgängen von Jerez stehen und die Sache wirklich von den von dem Antrag des Magistrats, betreffend die Rechte, welche genügend aufgerüttelt sind, dauernd zu feifeln und zu festen, wir- Herren Anarchisten ausgegangen sein, so beweist das ebenso sehr der Stadtverwaltung in Bezug auf die weitere Einschränkung fungsvollen Organisationen zusammenzuschließen. Bisher ist die Trostlosigkeit der bestehenden Zustände in Spanien. Es der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe zustehen, keinen Gebrauch es mir nicht möglich gewesen, den Hauptführer der handelt sich zunächst lediglich um ein rein lokales Ereigniß, auch machen zu wollen. hiesigen sozialistischen Arbeiterpartei, Iglesias, persönlich wenn die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß es an anderen Die Versammlung erwartet mit Bestimmtheit, daß die fennen zu lernen, aber nach allem, was ich von ihm weiß und Stellen mit oder ohne Hilfe der Anarchisten zu ähnlichen Auf- Stadtverordneten dem Antrage Singer und Genossen, welcher aus Parteiblättern und gegnerischen Zeitungen erfahre, ist er tritten tommen tann. Die Zustände unter den spanischen Schließung der Bank und Engrosgeschäfte am Sonntag, und ein energischer Mann, der sich mit Aufopferung feiner ganzen Bauern sind eben haarsträubend; sie haben unerschwingliche Einschränkung der Arbeitszeit in Detailgeschäften auf 8 Stunden Person der Organisirung und Aufklärung des Proletariats widmet. Steuern zu zahlen, führen ein überaus elendes Leben, Tausende und zwar so, daß die Arbeitszeit um 10 Uhr früh beendet ist, In San Andres de Palomark und in Mataro waren die Ver- von kleinen Bauerngütern werden von den Steuerbehörden sub- als ein Uebergangsstadium zur völligen Sonntagsruhe zustimmen sammlungen am Weihnachten besonders von Erfolg gekrönt. bastirt, aber Niemand kauft sie. So kommt es, daß die werden. Die Versammlung erwartet dies umsomehr, weil ja Biele neue Mitglieder ließen sich in die bestehenden Arbeiter Landwirthschaft in Spanien eine rückläufige Entwickelung nimmt durch Annahme dieses Antrages Der weitaus größte vereine aufnehmen. In Mataro sprach unter anderen auch die und das Land immer mehr verarmt. Die Mißwirthschaft unter Theil der 30 000 Hausdiener Berlins noch bis Mittag Genoffin Joaquina Pascued, welche unter den Sozialisten den höheren Beamten nimmt immer zu, die Finanzen des Staates durch Verrichtung von Privatarbeiten( Gänge 2c.), und auch Spaniens durch ihre Schriften und die Verfolgungen, welche sie werden immer schwächer; und Spanien geht mit Riesenschritten ein Theil noch am Nachmittag durch Besorgung von ihrer Gesinnungen wegen hat erdulden müssen, sehr bekannt ist. feiner Auflösung entgegen. Packeten zur Post von der Wohlthat der Sonntagsruhe Am 1. Januar wurde in Valencia von dem dortigen ausgeschlossen bleibt. Eine Wohlthat nennt die Versammlung die fozialistischen Arbeiterverein eine Neujahrsfeier abgehalten. In Sonntagsruhe schon darum, weil an den Wochentagen eine geder Voraussetzung, daß diese auch die deutschen Genossen interesfirt, regelte Arbeitszeit fast gar nicht und Effenpausen sehr wenig einwill ich dieselbe kurz schildern. Schon etwa 2 Stunden vor Beginn gehalten werden, mithin jede Möglichkeit zur Erholung und Pflege der Feierlichkeiten war der geräumige, mit Emblemen und rothen Des Familienlebens ausgeschloffen ist. Fahnen reich geschmückte und prachtvoll erleuchtete Saal so sehr besetzt, daß den noch kommenden Gästen kein Einlaß mehr gewährt werden konnte. Auf der Tribüne nahmen die Vorsitzenden, Die spanische Arbeiterschaft beweist ihren internationalen Iglesias aus Madrid, dazu die Vertreter der Presse Platz. Um Charakter dadurch, daß sie sich sehr für den Streit der Buch9 Uhr Abends begann die Feier mit der Sinfonie Wilhelm Tell, bruder in Deutschland interessirt. Am 1. Januar erließ das welche von einem aus Arbeitern bestehenden Guitarren- Quartett Zentralorgan der sozialistischen Arbeiterpartei in Spanien" El gespielt wurde. Danach gab der Genosse Cases eine kurze Ueber- Socialista" einen längeren Aufruf an die Arbeiter Spaniens, ficht über die Arbeiten des Vereins im verflossenen Jahre. den Streit mit Geldmitteln zu unterstützen. Bei den sehr Andere forderten in begeisterten Worten die Arbeiter auf, sich niedrigen Löhnen, welche im Allgemeinen in Spanien herrschen, inniger an einander zu schließen, für die Arbeitersache zu agitiren, werden die Arbeiter nicht im Stande sein, bedeutende Geldmittel weil nur die Einheit aller Arbeiter den Sieg über die jetzt zur Verfügung stellen zu können, aber sie werden thun, was in herrschenden Klaffen erringen tönne; einzelne wandten sich be- ihren Kräften steht. Von verschiedenen Gewerkschaften und Arbeiter fonders noch an die anwesenden Frauen. Die einzelnen Ansprachen vereinigungen weiß ich, daß Gelder bewilligt worden sind, und Ju der Glafergesellschaft Berlins und Umgegend sprach wurden von Musikstücken unterbrochen. Endlich nahm JIglesias das vielleicht mögen sie schon in dem Augenblick, wo ich dieses Herr Silberberg über das Thema„ Lohn- und Akkordarbeit." Wort. Mit großem Beifalle wurde er begrüßt. Aus seiner langen, häufig schreibe, in Deutschland angekommen sein. Alle Arbeiterkreise, Der Redner plädirte für die Abschaffung der Akkordarbeit und pon stürmischem Applaus unterbrochenen Rede sei bemerkt, daß er be- mit welchen ich in Berührung gekommen bin, interessiren sich erntete für seinen Vortrag reichen Beifall. Die Versammlung fonders auf die bisherigen Erfolge der Arbeiterorganisationen sehr für die deutsche Sozialdemokratie. Oft muß ich ihnen von wählte hierauf zur Ausarbeitung eines Lohntarifs eine fiebenhinwies, so auf die fiegreichen Streits der Docker in London, der den deutschen Arbeitern und der Macht, welche diese schon in gliedrige Kommission. Der Kaffenbericht vom letzten Quartal Arbeiter in Manlleu u. f. w., und die Hoffnung aussprach, sich verkörpern, erzählen, und jedes Mal drücken sie mir ihre fonstatirte eine Einnahme von 262,76 M., eine Ausgabe von daß auch die deutschen Buchdrucker fiegreich sein mögen. Er vollste Sympathie in den gefühlvollsten Worten aus und wünschen, 188,15 M. und einen Bestand von 79,61 M. Dem Kassirer wurde warnte die Arbeiter vor jeglichem Anschluß an bürgerliche Par- daß auch sie einst so stark dastehen mögen, wie die deutschen einstimmig Decharge ertheilt. Zu Revisoren wählte man die teien und besonders vor den Menschen, welche sich so sehr arbeiter Genossen. Kollegen Schulz und Knarr. Unter Verschiedenem stellte freundlich zeigen, aber weiter nichts wollen, als die bestehenden Vom 1. bis zum 3. Januar hielten die Textilarbeiter einen Kollege Fuß den Antrag, die arbeitslosen Kollegen mit 4 M. Organisationen brechen, um so den Arbeitern ihr bestes Stampf Kongreß in Barcelona ab, um sich neu zu organisiren. Ueber wöchentlich zu unterstützen. Das wurde, weil augenblicklich nur mittel zu entreißen und sie kampfunfähig zu machen. In er- die eigentlichen Verhandlungen vermag ich nichts zu berichten, 6 Kollegen feit einer Woche arbeitslos sind, und auch im Hinblick greifenden Worten wandte er sich an die Frauen, sie darauf hinweisend, da der Korrespondent des Partei- Organs" El Socialista" feinen auf den schwachen Kassenstand abgelehnt. Den Ueberschuß vom daß sie nicht allein die materiell am meisten ausgebeuteten Zutritt hatte und über die Verhandlungen nichts in die Deffent- letzten Vergnügen überwies man der Kasse. Sonnabend, den Menschen, sondern häufig auch allzu sehr das bedauernswerthe lichkeit gedrungen ist. Der Korrespondent beklagt sich sehr über die 12. März, findet ein Maskenball statt; die Ausgabe der Billets Opfer der brutalen Gelüfte der Bourgeois feien. Derartige Zu- Rigorofität des Kongresses, deutet auch an, daß die Behörden erfolgt in der am Dienstag, den 16. Februar, stattfindenden stände könnten nie beseitigt werden, wenn sie sich nicht an die mit im Spiel gewesen sind, ihm den Zutritt zu verweigern; er Vereinsversammlung. Männer anschließen und Hand in Hand mit diesen um ihre Be- erzählt, daß es während der Verhandlungen zwischen zwei Delefreiung ringen würden. Zum Schluß bat er die Männer, dafür girten zu ernsten Streitigkeiten gekommen sei, welche durch förper in seiner Versammlung am 25. Januar ein Referat Gustav Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter nahm zu sorgen, daß die Frauen, welche besonders in Spanien ihrer liche Gewalt zum Abschluß gebracht wurden. Ich bin nicht in Reßler's über die Gewerbegerichte entgegen und faßte nach geistigen Bildung nach sehr vernachlässigt feien, über der Lage, zu beurtheilen, ob dies irgendwie von Einfluß gewesen foziale Fragen aufgeklärt würden, um ihnen selbst tüchtige Kampf- ist, nur muß ich nach dem Berichte des Korrespondenten schließen, einer Debatte, die sich im Sinne des genannten Redners bewegte, genossen zu sein. Auch möchten die Männer Bedacht nehmen auf daß die Textilarbeiter feine bestimmte Stellung zur sozialistischen folgende Resolution: Die Weiterentwickelung ihrer eigenen Erkenntniß der sozialen Ver- Arbeiterpartet nehmen. Aus den neu beschlossenen Statuten will instrumenten- Arbeiter erklärt sich mit dem Referenten in Sachen Die heutige Vereinsversammlung des Fachvereins der Musikhältnisse; denn das mache sie stark in den mannigfachen sozialen ich einiges hervorheben. Kämpfen. Ein lang anhaltender Beifall folgte seinen AusDie einzelnen Bereinigungen, welche zusammen die Gefammt der Gewerbe- Schiedsgerichte einverstanden; sie wünscht, daß die führungen. Nachdem ein Hoch auf die Arbeiterbewegung und föderation bilden, mögen sich einzeln wieder nach besonderen Grund einschließlich der Sonntage ausgelegt werden und daß die Höhe Listen behufs Aufstellung der Wählerlisten mindestens 4 Wochen ein revolutionäres Lied von einem Gesangverein vorgetragen fäßen organisiren, erhalten dazu aber keine Unterſtügung von der der Diäten für die Arbeiter auf mindestens 6 M. bemessen wird. war, schloß die erhebende Versammlung. Besonders die Frauen Gesammiföderation. Der Zweck dieser ist, die Arbeitsbedingungen Die Versammlung stimmt der Listenwahl vollständig zu und er es waren etwa 200 anwesend gingen mit der größten Be- möglichst zu verbessern, sowohl in Bezug auf die Dauer des friedigung zurück in ihr Heim. Arbeitstages und die Löhne, als auch in Bezug auf die Er- wartet, daß der Entwurf dahingehende Abänderung findet." Die dann vom Kollegen Martin perlesene Abrechnung Nach einigen Tagen wurde eine Gegenverfammlung ab haltung oder Herstellung guter Zustände in der Fabrikation. gehalten, in welcher die Anarchisten die Arbeiterpartei und ihre Der Kongreß der Textilarbeiter findet jährlich in Barcelona vom Stiftungsfest ergab 639,70 M. Einnahme, 489,60 M. Ausgabe und 150,10 M. Ueberschuß. Dem Kassirer wurde Decharge Führer vernichten sollten. Beiden Seiten wurde 11/2 Stunde zwischen den 24. Dezember und dem 8. Januar statt. Der Hedezeit gewährt. Von den Anarchisten sprachen Thean Kongreß macht einen Softenauschlag in Bezug auf die Verwaltung ertheilt. Der Antrag des Kollegen Luther: In Anbetracht, daß es zur thatkräftigen Organisation ( Franzose), Montanana und Torrens. Ihre Angriffe waren ent- und die mündliche und schriftliche Organisation. Interessant der Bewegung unbedingt nöthig ist, eine in wissenschaftlicher und weder rein persönlicher Natur, oder zeugten, wenn ist der Absatz, welcher zum Streit Stellung nimmt, welchen ich gewerblicher Beziehung gut redigirte Fachzeitung zu besitzen, fich auf allgemeine Sachen einließen, von einer daher in wörtlicher Uebersetzung beifüge. Wenn in einer großen Unwissenheit. E3 wurde daher den Genoffen oder verschiedenen Fabriken Differenzen entstehen, so darf weder ferner es unbedingt nöthig ist, diese Fachzeitschrift zur besseren Aufklärung der Kollegen untereinander auch nach Kräften zu Valero und Iglesias leicht gemacht, diese unberech der leitende Ausschuß der Sektion, noch der Vertreter, wenn tigten Angriffe abzuweisen, zumal man im Stande war, dem derselbe einen hat, den Streit erklären. Unverzüglich hat er eine unterstützen, erklären die Musikinstrumenten- Arbeiter, die von der cinen ganz bedentliche Handlungen vorzuwerfen. Von dem Generalversammlung der Mitglieder einzuberufen, welche mög- Solidarität" abonniren, und für deren weiteste Berbreitung Agitations Kommission als Publikationsorgan angenommene Franzosen wurde behauptet, daß die Wahl Lafargue's in Lille lichst für eine Regelung oder Lösung des Konfliktes zu sorgen Sorge tragen zu wollen", mit Hilfe der Boulangiften zu Stande gekommen sei und daß hat. Wenn diese nicht erfolgt und die Generalversammlung den sand Annahme. Neu aufgenommen wurden 11 Mitglieder und die Marxisten( Guesde u. s. w.) Verbindungen mit Conftans Streit für berechtigt hält, darf derselbe doch nicht erklärt werden fand Annahme. Neu aufgenommen wurden 11 Mitglieder und unterhielten. Besonders Torrens, welcher eigens von Barcelona ohne Dazwischenkunft des National- Komitees, und wenn die Ent- Kollege Hirsch aus der Werkstatt von Herzte gegen 2 Stimmen gekommen war, zeichnete sich dadurch aus, daß er nicht einmal scheidung desselben günstig ist, wird sie zur Kenntniß aller Set- als gemaßregelt anerkannt. Der Maskenball findet am 18. Febr. Die ersten Forderungen und Grundfäße der Sozialisten begriffen tionen gebracht, damit sie den wöchentlichen Beitrag für das ſtatt; die Mitglieder sind ersucht, sich recht rege am Umsatz der Billets zu betheiligen. hatte. Er beklagte sich, daß die Sozialisten eine Parlaments- einzelne Mitglied, welcher nothwendig ist, bestimmen; derfelbe partei werden wollten und empfahl, sich jeglicher Erlangung darf aber das Doppelte, was jeder einzelne in seiner be- Im Verein der Einsetzer sprach am 17. Januar Herr von politischer Macht zu enthalten. Iglesias wies diefem gegen- treffenden Sektion bezahlt, nicht übersteigen. Wenn aber die im Joseph unter dem Beifall der Versammlung über Bentralüber darauf hin, daß gerade die Erringung der politischen Streit Befindlichen sehr zahlreich sein sollten und das Maximum und Lofal- Organisation. Der Redner gab der ersteren Form der Macht, welche aber nur durch die geeinigte Arbeiterschaft zu des Beitrags nicht ausreicht, wird der Kongreß berufen, um eine Organisation den Vorzug, da sie allein auf die heutige, für den erlangen sei, das Mittel fei, durch welches die Arbeiter zu Lösung zu schaffen. Das Nicht beachten irgend einer dieser Weltmarkt terechnete Produktion den Einfluß ausüben könne, ihrem Ziele bringen könnten. Er schloß mit den Worten:" Der Bestimmungen entbindet die Föderation oder die Sektionen von welche erforderlich ist, um die Interessen der Arbeiter zur Tag, an welchem es, wie Mary wollte, nur ein Herz und einen jeglichem Versprechen, und es versteht sich, daß die Sektion mit Geltung zu bringen. Nach einer Diskussion, an der sich die Kopf giebt, wird die Retten unserer Stlaverei in tausend Stücke ihren eigenen Mitteln oder durch die Hilfe, welche ihr die übrigen Stollegen Schönberg, Schmidt( Moabit), Pitters, brechen." Diese Gegenversammlung war von einem solchen freiwillig gewähren, den Streit aufrecht erhält." Dreimal Menste und Bienefeld betheiligten, erklärte sich die VerErfolg begleitet, daß sich viele Arbeiter der Arbeiterpartei an- monatlich erscheint eine Zeitung unter dem Titel„ La Associacion", fammlung mit den Ausführungen des Referenten vollständig einschlossen und von den Anarchisten Abschied nahmen. welche die Interessen der Textilarbeiter vertritt. In diesem verstanden und versprach dahin zu wirken, daß jedes Mitglied Die Anarchisten bereiten der Sozialdemokratie Spaniens Blatte darf fein Artikel veröffentlicht werden, welcher einen fich dem Verbande deutscher Tischler anschließt. vieles Unangenehme, besonders in Andalusien. Das haben bürgerlich- politischen Charakter trägt, noch darf es durch eine wiederum die Vorgänge in Jerez bewiesen, welche aber einem der Fraktionen, in welche die Arbeiterklasse getheilt ist, besonders In einer öffentlichen Versammlung der Photographie. Denkenden Menschen zu allerlei Vermuthungen Veranlassung geben. beeinflußt werden. Unter dem Programm der Zeitung set hervor Gehilfen, einberufen von der Freien Vereinigung derselben, hielt Die Nachrichten über die blutigen Vorgänge in Jerez sind aber gehoben, daß sie die Arbeiterschutz- Bestimmungen, wie sie auf dem am 25. Januar Herr B. Henning einen mit lebhaftem Beifall so widerspruchsvoll, daß man sich kein klares Bild von denselben Pariser Kongreß angenommen worden sind, energisch zu ver- aufgenommenen Vortrag über Zweck und Nutzen der Fachorganimachen kann. Meiner Meinung nach dürfte die Vermuthung am treten hat. fationen. Herr Pöwe schloß sich den Ausführungen des Refe nächsten liegen, daß es sich hier um einen Putsch, der von der renten an, indem er wie jener die Nothwendigkeit betonte, daß Regierung angestiftet worden ist, oder um die Mache irgend in Fachorganisationen jede politische Grörterung bei Seite ge eines der vielen hungernden Politiker Spaniens handelt. Es laffen werden müsse. Obgleich er diesem Grundsatz entsprechend heißt nämlich, daß die Behörden schon um den Plan eines Uebergehandelt, sei er mit noch einigen Kollegen aus dem Verein falles gewußt haben. Dieser Umstand ist für die denkenden Gephotographischer Mitarbeiter ausgeschlossen worden, unter dem noffen ein schwerwiegendes Moment, um den größten Verdacht Vorgeben, sie hätten diesen Verein geschädigt. Er glaube gegen die Regierung zu hegen. Wenn die Behörde darum Ju einer Wanderversammlung, die der Verband der annehmen zu müssen, daß man hierbei lediglich seine politische wußte, warum hinderte sie nicht derartige Tumulte, da Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen Meinung und die seiner Freunde im Auge gehabt habe. Auch sei es ihr doch zahlreiches Militär zur Verfügung stand? Wes- für den Osten Berlins veranstaltet hatte, sprach Kollege Kaßler möglich, daß die Herren daran Anstoß genommen hätten, daß er halb ließ sie zu, daß die Banden so lange Beit in über jene Organisation, von deren Zweck unsere Leser durch die Uebergriffe einzelner Prinzipale in den Bersammlungen geißelte. der Stadt hausten? Meine Ueberzeugung und die vieler mehrere ausführliche Berichte bereits Renntniß baben. In der Jenem Ausschluß sei der Austritt von weiteren 25 Kollegen ge fte 1871 21 1 Le # silö 622010 Versammlungen. KIE folgt, die gemeinsam mit den Ausgeschlossenen einen neuen Verein, Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten 12. Vorsitzender, Freyer, 1. Kassirer, W. Buchholz, zweiter Die" Freie Vereinigung", gründeten. Dieselbe werde gern bereit Arbeiter hielt am 20. Januar in Seeger's Lokal, Grüner Weg, Kassirer, G. Daumig, 1. Schriftführer, Karl Schmidt, sein, wieder eine Einigung herzustellen, jedoch bezweifelt Redner eine Bezirksversammlung für den Diten ab, in welcher Herr 2. Schriftführer; Revisoren: Logge, Weißgerber und bei dem Verhalten der anderen Herren die baldige Möglichkeit Fiebig über das Thema: einer solchen. Der Vorsitzende theilte hierauf mit, daß die„ Freie Arbeit“ sprach. An der Diskussion darüber betheiligten sich die dann, am 20. Februar einen Maskenball in der Schloßbrauerei Bereinigung" jeden Freitag in der Kommandantenstraße 15 ihre Kollegen Dorp, Mude, Selchow u. A. Beim„ Ver- abzuhalten; ferner famen die Gemeinderaths- Wahlen sowie die Versammlungen abhält u. a. auch einen Unterstützungsfonds ge- fchiedenen" äußerte Kollege úIlrich den Wunsch, die für Ver- Thatsache zur Besprechung, daß den Arbeitern hier nur noch die gründet habe. Darauf stimmten die Anwesenden den Ausführungen sammlungen bestimmten Laufzettel möchten der Metallarbeiter Schloßbrauerei und das Lokal des Herrn Jakob, Grunewalddes Referenten zu und verpflichteten sich zum Anschluß an die Beitung" bei deren Versendung beigefügt werden. Der Wunsch straße 110, zu Versammlungen zur Verfügung stehen, während Freie Vereinigung der Photographiegehilfen". Auf die Auf- ist leider nicht zu erfüllen. Eine Anfrage betreffs Gewährung die Inhaber der übrigen Lokale nach wie vor ihre Säle verforderung des Herrn Pöwe, einer der anwesenden Unterstützer von Rechtsschutz wurde bis zur nächsten Generalversammlung weigern. des oben gekennzeichneten Ausschlusses solle diesen öffentlich be- zurückgestellt. Die Versammlung war schwach besucht; man er gründen, getraute sich keiner der Herren zu antworten. fuchte deshalb die Mitglieder, für besseren Besuch der nächsten Versammlung thatträftig zu agitiven. = Vermischtes. Der Fachverein der Stuckateure und Berufsgenossen hielt am 18. Januar feine Generalversammlung ab. Genosse Eine Versammlung der in der Kartonbrauche beReßler sprach über die Gewerbe- Schiedsgerichte und unterzog fchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hörte am 19. Januar dabei den Statuten Entwurf des Berliner Magistrats einer einen Vortrag des Herrn Türk über Sibirien. In der DisEin fideles ,, Rettungshaus"! Vorgänge im Rettungs längeren Kritik, hauptsächlich betonend, daß die Zeit von fussion wurden die deutschen Verhältnisse in einen Vergleich zu hause für verwahrlofste Kinder des Kreises Neumarkt bildeten 14 Tagen zum Ginzeichnen in die Listen zu kurz sei und anstatt den russischen gebracht, der für die ersteren keineswegs glänzend den Gegenstand einer Gerichtsverhandlung, welche am 23. Januar dessen 4 Wochen festgesezt werden, auch die Entschädigung der ausfiel. Hierauf übertrug man Herrn Schwarzburger vor der Straftammer I in Breslau spielte. Auf der Anklage Arbeiter- Beisiger mit 4 M. zu gering angefeßt und auf 6 M. und Fräulein Artelt für einzuberufende öffentliche Versamm- bant befanden sich mehrere junge Burschen aus Neumarkt und erhöht werden müsse. Nach der Diskussion über das Referat lungen jener Branche die betreffenden Vertrauensposten. zwei 15-16 Jahre alte Mädchen, die im vorigen Jahre und erflärte sich auf Antrag Janice die Versammlung in einer Resolution einstimmig mit den Ausführungen des Gen. Reßler ein- Im Verband deutscher Textilarbeiter und Arbeiterinnen, auch schon früher Böglinge der Anstalt waren. Eines derfelben verstanden und beauftragte den Vorstand, die Abstellung der an- Filiale der Weber Berlins, wurde am 19. Januar ist jetzt Dienstmädchen, das andere wieder unfreiwilliges Mitglied des Rettungshauses. Die jungen Burschen sind nächtlicherweile geführten Mängel beim Magistrat zu beantragen. Die vom Koll. folgender Kassenbericht vom 4. Quartal erstattet: Bestand vom in den Mädchen- Schlaffaal eingestiegen. Das Treiben hat Meyer erstattete Abrechnung vom 3. Quartal ergab eine Ein- 3. Quartal 33,55 M., Einnahme im 4. Quartal 251,30 M., mindestens ein halbes Jahr ununterbrochen gedauert. Die übrigen nahme von 616,16 M., eine Ausgabe von 530,74 M. und einen Summa 284,85 M.; Ausgabe 183,75 M., bleibt Bestand 101,10 2. Bleglinge, zumeist Kinder unter 12 Jahren, find, nachdem die Bestand von 85,42 M.; auf Antrag der Revisoren wurde dem In die Arbeitsnachweis- Kommission wurden die Kollegen Wegener, Anstalt Abends 10 Uhr geschlossen worden und der Verwalter Kassirer Decharge ertheilt. Zwecks baldiger Abrechnung über Debarry, Kühne, Brunzlow, Borne, Meier, Rich. Schulz und " Bauhandwerker" wurden die Kollegen aufgefordert, ihre Hoffmann gewählt. Ferner beschloß man, die Todesanzeigen nebst seiner Frau im ersten Stock zur Ruhe gegangen waren, Refte zu begleichen. Zum Thema„ offene Koatstorb- Heizung" verstorbener Mitglieder in den Vorwärts" einrücken zu lassen, sehr oft durch die Fenster des im Parterre gelegenen Schlaflokals sprach Kollege W. Schulz sein Bedauern darüber aus, daß beim falls sie sofort dem Vorstand der Filiale mitgetheilt werden. ausgestiegen, und haben sich halbe Nächte mit den Angeklagten Kartell so wenig Unfälle zur Anzeige gebracht worden sind, und Den noch ausgesperrten 12 Webern von der Firma Feibisch be- umhergetrieben. Damit der durch die nächtlichen Besuche ver machte es den Kollegen zur Pflicht, über jede durch die Koats- willigte man bis zu 30 M. Unterstüßung aus der Kasse für den ursachte Lärm nicht etwa nach der Schlafftube des Verwalters bringen konnte, verstopften die Mädchen das nach oben forb- Heizung verursachte Krankheit 2c. dein Kartell Nachricht zu Fall, daß durch die Sammelliften nicht genügend einkommt. führende Sprachrohr. Kamen die Burschen einen oder geben. Am 5. März findet in Sonssouci unser Wiener Mastenball statt, um recht rege Agitation für guten Umsatz der Billets wird gebeten. den blau" Umgegend erläuterte kürzlich Herr Forsberg das neue Bundes- als Ueberbringerinnen derselben fungirten 10-12jährige weib Im Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und zwei Abende nicht, so erhielten sie sofort Briefe der Mädchen; statut. Bezüglich der Feier des( ersten) Stiftungsfestes beschloß liche Pfleglinge. Bei einigen dieser Besuche wurden die Burschen Der Tischlerverein hatte, wie der Kassirer Winter in Wahlen, aus welchen die Herren& ut a3 vom Rauchklub Hell- ihnen auch zur Nachtzeit zugänglichen Rüche Kaffee, sie ents man dieselbe im Frühjahr stattfinden zu lassen. Es folgten auch seitens der Mädchen bewirthet, dieselben tochten in der der am 23. Januar stattgehabten ordentlichen Generalversammlung mittheilte, in der Kranken- Unterstützungskasse während des Rasprzato als Mitglieder der Kartellkommission hervorgingen. die Zigarren des Verwalters. Außerdem find drei von den ang als Kassenrevisor, und Dussel, Dähne Dussel, Dähne und nahmen der Vorrathstammer Brot, Butter, Fett, Eier und auch letzten Vierteljahres eine Einnahme von 985,20 M., während die Ausgabe 791 M., folglich der Ueberschuß 194,20 m. betrug. Der Zur Aufnahme in den Bund meldeten sich die Vereine„ Waldes- geklagten mehrmals lediglich zu dem Zweck in das Rettungshaus grün" Vermögensbestand der Kaffe bezifferte sich am 31. Dezember auf fomitees geschritten, baffelbe besteht aus den Herren Pugge, theilweise unter Anwendung von Nachschlüsseln Strümpfe und grün" und„ Lustspiel". Alsdann wurde zur Wahl eines Fest- eingestiegen, um Diebstahle zu begehen. Sie entwendeten dabei 1164,64 M., jener des Reservefonds auf 5147 M. Die Einnahme D. Schröter, Bod, Kleemann und Schröder. Stach verschiedene andere Kleidungsstücke, sowie auch Nahrungsder Vereinstaffe betrug 239,24 M., die Ausgabe 306,41 M. Bum dem das in voriger Versammlung gewählte Schiedsgericht Be- mittel und zwei Nexte. Archivar wurde Kollege Döring einstimmig wiedergewählt. Ein richt erstattet hatte und dasselbe mit der Schlichtung eines neuen Thäter und dabei kam der Eingangs erwähnte nächtliche von 15 Vereinsmitgliedern gestellter Antrag, den ausstehenden Falls beauftragt war, ging die Versammlung mit einem be- Verkehr im Rettungshause zur Kenntniß der Behörde. Der BerBuchdruckern eine Unterstützung zu bewilligen, zeitigte eine leb- geisternden Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung aus walter, der jetzt im Alter von 63 Jahren steht, während seine hafte Debatte. Die Versammlung bewilligte schließlich den Buch- einander. Die nächste Bundesversammlung findet am 21. Februar Frau 60 Jahre zählt, ist in den lezten Jahren sehr schwerhörig bruckern und den Hilfsarbeitern und Arbeiterinnen je 50 m. statt. Vereine, welche gewidt sind, dem Bunde beizutreten, er- geworden, jezt also nicht mehr zur Zeitung der ca. 40 Pfleglinge Zur Zeitungsfrage wurde beschlossen, nur den Vorwärts" als fahren Näheres durch den Vorsitzenden Herrn Arthur Schmelzer, fähig. Der Verkehr durch die unvergitterten Fenster des RettungsInsertionsorgan zu benußen. Ferner werden bei Todesfällen von Lübbenerstr. 26, 1 Tr. hauses war um so leichter, da das Haus etwa eine viertel Meile Mitgliedern die Kosten der Kranzspende und der Annonce der von der Stadt Neumarkt am Wege nach dem Bahnhofe liegt Vereinskaffe aufgelegt. Friedenau. Der Arbeiter Bildungsverein und in einiger Entfernung nur eine Mühle als Nachbarschaft von Steglig und Friedenau wählte am 20. Januar hat. Von dort konnte über das nächtliche Umhertreiben der Die Generalversammlung des Verbandes der Möbel die Genossen Fritsche und Richter zu Revisoren für das Burschen eine Anzeige nicht erstattet werden, da der Lehrling des polire Berlins und Umgegend, welche am 18. Januar statt- 4. Quartal, und zum Beisiger den Genossen Braun. Da die Müllers selbst zu dem Konsortium gehörte. Sämmtliche Angefand, ehrte zunächst das Andenken der verstorbenen Mitglieder Bibliothek einen großen Aufschwung genommen hat und ein noch flagte waren geständig. Einer der Burschen wurde zu 1 Jahr durch Erheben von den Plägen. Der Vorsigende Fähse er bedeutenderer erwartet werden darf, wurde Genosse Sudrow 2 Monaten Gefängniß und 2 Wochen Haft, die übrigen zu Gee mahnte hierauf die Anwesenden, auch in diesem Jahre treu und zum Bibliothekar ernannt. Die vom Genossen Braun über fängnißstrafen von 1 Woche bis 5 Monaten, außerdem einige fest zur Organisation zu stehen, wie im vergangenen, und bebas letzte Bergnügen erstattete Abrechnung ergab 57,70 m. noch zu Haftstrafen verurtheilt, während die beiden Evastöchter richtete dann über die Thätigkeit des Vorstandes, welche eine Ueberschuß. Derselbe wird zu Bibliothelzwecken verwandt. Unter je 6 Wochen brummen müssen. äußerst rege gewesen ist. Der Verband hat bei Lohndifferenzen Verschiedenem besprach man die bevorstehenden Kommunalwahlen; u. 1. w. ftets die Vortheile der Mitglieder zu wahren gesucht. es wird in dieser Angelegenheit noch eine öffentliche Versammeiner Mittheilung der Köln. Bolts- Zeitung" in Köln in ber Drei historisch interessante Grabstätten wurden nach Rechtsschutz haben drei Kollegen beansprucht, wovon zwei Fälle lung einberufen werden. au Gunsten der Kollegen entschieden sind; der dritte schwebt noch. In lung einberufen werden. Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei von St. Pantaleon ent den Versammlungen wurden wissenschaftliche und gewerkschaftliche Schöneberg. In der Generalversammlung des hiesigen deckt: Der Sarg der Griechin Theophana, Gemahlin des Kaisers Vorträge gehalten. Beim Kassenbericht beklagte der Kaffirer Arbeiter Bildungsvereins theilte der Vorsitzende Otto 11., die Gebeine des Erzbischofs Bruno von Köln, des Kollege Wendt das mangelhafte Gingehen der Gelder, deffen Ursache beim Jahresbericht u. A. mit, daß das Sozialistengeset zwar Bruders von Otto 1., und die Grabstätte des Abtes Hermann wohl in der herrschenden Krisis beruhe. Der Kassenbestand betrug gefallen wäre, dafür aber in Schöneberg im Vorjahre die Strafen von Bütphen. 41,51 M. Die Kasse der Fachkommission hat nach dem Bericht viel zahlreicher gewesen seien, als während der Zeit des des Kassirers Frohmann einen Bestand von 67,09 M. Beiden Sozialistengesetzes. An der Diskussion über den Bericht, aus Proben eines Mehles aus dem Nothstandsgebiet an det Kassirern wurde Decharge ertheilt. Hinsichtlich der Bücher- welchem noch zu erwähnen, daß acht Vereinsversammlungen statt. Wolga waren, wie die„ Chemiker- 3tg." berichtet, folgendersammlung ersuchte der Bibliothekar Reuter die Mitglieder, fanden, betheiligten sich die Genossen Albrecht und Weismaßen zusammengesetzt: dem Mangel an wissenschaftlichen Büchern nach Kräften ab- gerber im Sinne des Vorsitzenden. Es folgten Abrechnungen. zuhelfen. Ein schriftlich eingereichter Antrag Lindner's, Beim Stiftungsfest betrug die Einnahme 125,50 M., die Auswonach der Verband arbeitslose Mitglieder unterstüßen sollte, gabe 101,50 M., der Ueberschuß 24 M. Die Abrechnung des fand nirgends Anklang. Beschlossen wurde, eine Anzahl Partei- Kassirers ergab: Einnahme 92,76 M., Ausgabe 52,80 M., Beprogramme anzufchaffen und dieselben an die Mitglieder un- stand 39,96 M. Aus der Wahl des gesammten Vorstandes Natürlich waren die Leute, welche dieses Mehl" genossen entgeltlich abzugeben. gingen hervor: Freisang, 1. Vorsitzender, Schimansty, hatten, in großer Bahl erkrankt. Gegen das beabsichtigte Volksschul- Gesek. 10,08 pet. Feuchtigkeit, 17,16 Mineralstoffe, Sand 2c., " " " 32,67 Deltuchenmehl und Unkrautsamen, 40,09 Roggenmehl. Allgem. Deutscher Sattlerverein. Bekanntmachung. Sonnabend, den 30. Januar 1892, bei Buggenhagen( Mariplah): gebenden Mitglieder der OrtsGr. Wiener Maskenball. am III. Die Marseillaise. Listen zu einer Petition gegen das dem preußischen Nach 12 Uhr: Aufführung lebender Bilder: I. Pastor Jstraut's geistige Landtage vorliegende Schulgesetz liegen zur Unterschrift, Aaffen. II. Michela den Reſtaurants von Gründel, Dresdener sowie zur Entgegennahme behufs Sammlung von Unter- fraße 116; Wienecfe, Alte Jakobstraße 83; Pätschke, Französischeschriften bereit bei: N. Vogt, Cigarren- Geschäft, Veteranenstr. 2. Rubenow, Buchhandlung, Brunnenstr. 105. Gnadt, Restauration, Brunnenstr. 38. NO.: Gumpel, Cigarren- Geschäft, Barnimstr. 42. O.: Tempel, Restauration, Breslauerstr. 27. Böhl, Restauration, Frankfurter Allee 74. SO. Kohlhardt, Buchhandlung, Mariannenstr. 34. Kehr, Hutgeschäft, Köpnickerstr. 126. Schweiher, Cigarren- Geschäft, City- Passage. Börner, Cigarren- Geschäft, Witterstr. 108. Gründel, Restauration, Dresdenerstr. 116. S. Klein, Restauration, Schönleinstr. 6. SW. Faffarke, Cigarren- Geschäft, Junkerstr. 1. W. Antridt, Cigarren- Geschäft, Steinmeistr. 60. Rihing, Restauration, Bülowstr. 52. NW. Vogtherr, Eisenwaaren- Handlung, Stephanstr. 27a. C. Salzwedel, Restauration, Klosterstr. 83. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38, Quergeb. I., nur Sonntags von 10-12 Uhr, Es wird gebeten, die Listen an den Stellen, von denen sie entnommen find, wieder abzuliefern, und zwar möglichst bis Mitte Februar. Wagenbauer. Grosser Wiener Masken- Ball am Sonnabend, den 30. Jannar, in Mohrmann's Salon, Große Frankfurterstraße 117. Anfang 8 Unr. Billets à 50 Pf. sind zu haben bei Herrn Schüler, Memelerstraße 29; Döhring, Rüdersdorferstraße 58; Hamann, Neue Grünstraße 25a, vorn 1 Tr.; Behlow, Rüdersdorferstraße 56, of 1 Tr.; Pieper, Große Frankfurterstr. 130, Hof im Keller; Schulz, Gubenerstr. 58, vorn 3 Tr.; Schwarz, Gubenerstraße Str. 16/17, Hof im Keller. Um zahlreiche Betheiligung bittet 371/6 Das Komitee. Billets sind zu in straße 6; sowie am selbigen Abend bei den Vorstandsmitgliedern. NB. Laut Grflärung der Lokallommission in der Versammlung am 26. b. M. können Vergnügungen in oben genanntem Lokale, welche zur Zeit arrangirt sind, noch abgehalten werden. Oeffentliche Versammlung 265/9 der Bildhauer u. deren Angehörige am Sonntag, den 31. Januar, Abends 7 Uhr, im großen Saale der Armin- Hallen, Kommandantente. 20. Vortrag der Frau Emma Jhrer. 147/5 Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein, Tanz u. Vorträge. Leseklub ,, Carl Marx". Bersammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 31. Jannar, Abends 6 Uhr, im großen Saale der Berliner Bockbrauerei" am Tempelh. Berg. Tages Ordnung: 408/11 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Nachdem: Gesellige Unterhaltung und Tanz. Achtung! Der Einberufer. Maurer! Achtung! Grosse öffentliche Maurer- Versammlung Sonntag, den 31. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreas- Strasse No. 21. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Gewerbe- Schiedsgericht. 2. Diskussion. 8. werkschaftliches. Alle Maurer Berlins find dazu eingeladen. pünktlich 10 Uhr eröffnet. 427/6 Eine Versammlung der arbeit krankenkasse d. Maschinenbau- Arbeiter u. verw. Berufsgen. zu Berlin, zum Zweck der Delegirtenwahl in den Vorstand, findet am Freitag, den 5. Februar cr., Bimmer 68, Eingang Jüdenstraße, statt. Abends 7 Uhr, im Berliner Rathhause, Gleichzeitig findet am Montag, den 8. Februar cr. die Delegirtenwahl I. der arbeitnehmenden Mitglieder und zwar für die, in den großen Fabriken, welche über 75 Mann beschäftigen in der Fabrik des Arbeitgebers; II. für die, in den Fabriken, welche unter 75 Mann beschäftigen, im Saale des Handwerker Vereins, Sophienstraße 15, Abends 71/2 Uhr und W III. für die freiwilligen Mitglieder ( Diverse) in dem Restaurant See feldt, Grenadierstr. 38, Abends 7/2 Uhr, statt. Anträge für die Tagesordnung der General- Versammlung sind bis zum 27. Februar 1892 schriftlich beim Bor stand einzubringen. Das Quittungs buch legitimirt. 1183b Berlin, 28. Januar 1892. Der Vorstand. Carl Thieme. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler 1. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin C. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 31. Januar, Vorm. 1012 Uhr, im Lokale Königshof, Bülowstraße. T.- D.: 1. Abrechnung v. 4. Quartal 1891. 2. Verschiedene Kaffenangelegen Ge- heiten. Die Versammlung wird 308/11 Der Bevollmächtigte. Otto Witte. Größtes LagerBerlins Wagener, Alt- Moabit Nr. 125. Kinderwagen.pesh. 230. P. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.