Nr. 23. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preislifte für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für dte fechsgefpaltene Rolonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Das agrarische Kesseltreiben. Von allen Seiten stößt das Junkertum in ungestümem Drängen Bor, sich den erhöhten Bollschutz zu sichern. Am Freitag warf sich Fürst Herbert Bismard im Reichstag als Vorfechter des Brotwuchers auf. Am Sonnabend wurde der Reichskanzler und preußische Ministerpräsident Graf Bülow im Abgeordnetenhaus endgültig auf die agrarischen Forderungen verpflichtet. Seitdem der Reichskanzler sein inneres Programm enthüllt hat, weiß jeder Reichstagswähler, der sich noch im glücklichen Besitz seiner fünf Sinne befindet, woran er mit diesem genialen Staatsmann ist. Graf Bülow spielt den ehrlichen Maller" in dem politischen Schacher zwischen Junkertum und Bourgeoisie, versteht sich auf Kosten der Arbeiterklasse. Noch blutet die große Masse der Nation auf Noch blutet die große Masse der Nation auf lange hinaus an dem abenteuerlichen Zuge nach China, der angeblich im Interesse der großindustriellen Weltpolitik unternommen worden ist, und schon ist der Schnepper angesetzt, der ihr einen andern furchtbaren Aderlaß zufügen soll, diesmal im angeblichen Interesse der nationalen Landwirtschaft." Sonntag, den 27. Januar 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Damit Kanalichacher hin, den die Agrarier treiben, er wandte sich gegen die das wäre richtig, so scheint dieses Argument auch nur ein einseitige Wahrnehmung agrarischer Interessen, schilderte die Schädigung lendenlahmes Schaf zu sein, denn wenn wirklich die ländder Arbeiterklaffe durch hohe Getreidepreise und führte den Nachweis, daß lichen Arbeiter endlich, endlich ihre jammervolle Lebenshaltung die Erhöhung der Kornzölle überhaupt das Zustandekommen neuer ein wenig auf Stosten der Grundrente erhöht hätten, welches Handelsverträge vereiteln müsse. Auch die Abgg. Richter, Recht gewönne dadurch die Grundrente, sich durch einen Dr. Hirsch und Wintermeyer bekämpften den argrarischen An- Raubzug hoher Getreidezölle an den Löhnen der industriellen trag mit Entschiedenheit. Arbeitertlaffe zu erholen? Allein wir sagten auch nur, daß persönlichen Ausfällen gegen den Abg. Barth und gegen die Social- des Fürsten Bismard mittrabe, nicht aber schon dieses Arm an sachlichen Momenten, aber dafür um so reicher an der Schatten eines kräftigen Böckleins in der Schafherde demokratie war die Entgegnung des Freiherrn v. Redlik, der Böcklein selbst, das in seiner gedrungenen Gestalt und mit fich zu Aeußerungen hinreißen ließ, die sogar der Prä- seinen lustigen Hörnern einmal wieder vorzuführen nicht ganz fident v. Kröcher als mit der Ordnung des Hauses nicht überflüssig sein mag. in Einklang stehend rügen mußte. Herr v. Zedlitz ist An und für sich ist die Behauptung des Fürsten Herbert erzürnt, daß wir seine zweideutige Rolle im Kanalfampfe auf- Bismarck, daß die ländlichen Löhne in den letzten Jahren deckten; selbst die bessere Zahlung Scherls vermochte den Born über um 1/ 4-1/ 3 gestiegen seien, fein Schuß Pulver wert. das durch die Socialdemokratie verlorene hohe Amt nicht zu soll nicht gesagt sein, daß diese Löhne nicht irgendwo bis zu fänftigen. irgend einem Prozentsaze gestiegen sein könnten. Bekanntlich besitzen die ländlichen Arbeiter nicht das Koalitionsrecht, und nur durch das Recht der Freizügigkeit vermögen sie der junkerlichen Ausbeutung einen gewissen Riegel vorzuschieben. Die„ Leutenot" ermöglicht den ländlichen Proletariern, ihre Löhne zu steigern, und die fanatische Wut, womit die Junker der Freizügigkeit an den Leib wollen, macht es wahrscheinlich genug, daß ihr alt hergebrachtes Leuteschinden nicht mehr so leicht zu exekutieren ist, wie vor fünfzig oder selbst noch vor zwanzig Jahren. Aber von dieser Möglichkeit oder selbst ländlichen Proletariats um ein Viertel bis ein Drittel gestiegen seien, ist ein sehr weiter Schritt, und selbst wenn die Behauptung richtig sein sollte, so würde sich noch fragen, ob die Erhöhung der Geld löhne auch eine Erhöhung der Re allöhne sei oder ganz im allgemeinen, in welchem Verhältnis und Zusammenhang diese Bewegung der ländlichen Arbeitslöhne mit der gleichzeitigen Bewegung der Grundrente und des Kapitalprofits stehe. Mit der großen Mehrheit von 238 gegen 43 Stimmen hat das Dreiklaffen- Parlament dem agrarischen Antrag zugestimmt. Neben den Freifinnigen haben nur 16 Nationalliberale sich zu der schwachen Abwehrminderheit gefunden, die große Mehrzahl der Nationalliberalen stimmte gleich dem Centrum für den zu vermehrenden Brotwucher. Das Kampffeld liegt nun klar. Enttäuscht stehen die liberalen Gegner des Konzolls angesichts der heutigen Erklärung des Grafen Bülow, nachdem sie in vollendeter Unkenntnis der politischen Wirklichkeiten durch eifrige Teilnahme an der Marinevermehrung und am Hunnenmarsch nach China eine liberalere Regierungsära einzuhandeln gehofft hatten. Die agrarischen Blätter dagegen jubeln laut. Die wenigen Behntausend der alten Adelsgeschlechter, deren Da demnächst die Kanalvorlage zur Beratung gelangen soll, wirkliche sociale Bedeutung gleich Null ist, sie fizzen fest in der alt- Wahrscheinlichkeit bis zu der Behauptung, daß die Löhne des haben sich die Junker den Wucherpreis für eine vielleicht etwas ererbten Macht und üben sie in brutalem Egoismus auf Kosten der gnädigere Behandlung dieser Lieblingsvorlage ihres Königs vorweg Millionen des arbeitenden Bolts. Und die Regierung des zusichern laffen. Graf Bülow hat die Entschlossenheit der Grafen Bülow muß ihnen in willenloser Leibeigenschaft dienstRegierung verkündigt, für erhöhten 8ollschuß zu bar fein. wirken, und zugleich möglichst beschleunigte Fertig- Graf Bülow hat das entscheidende Wort gesprochen. stellung des Bolltarifs den Agrariern zugesagt. Die Der Brotwucher, der seit Jahrzehnten das deutsche Voll bedrückt, Streuz- Zeitung" erklärt den Verlauf der Beratung im Abgeordneten- foll nicht beseitigt, nicht gemindert werden, er soll drückender und haus als durchweg befriedigend". aussaugerischer denn je gestaltet werden. Den Aermsten der Armen soll mehr und mehr genommen werden, auf daß den Reichsten der als schon immer bisher. Reichen in noch reichlicherem Maße in den Schoß geworfen werde * Zur Begründung des agrarischen Antrags auf Herbeiführung eines wesentlich gesteigerten Zollschutzes" und auf Beschleunigung des Bolltarifs fchickten die Agrarier nicht einen ihrer gewöhnlichen Krakehler, fondern den geistig weniger tief stehenden Abgeordneten toucherparteien zu organisieren. Dr. v. Heydebrand vor, der zwar in der Sache scharf, aber im Ton auffallend milde die Regierung um flare Auskunft ersuchte, wie sie sich zu der Frage des höheren Getreidezolls stelle. schlag der Boltsfeinde zu nichte zu machen. Die Erbitterung des Volks allein vermag den verruchten AnPolitische Neberlicht. Berlin, den 26. Januar. Brotwucher: ,, Gründe". Vor zwanzig Jahren pflegte Bismard Vater zu sagen, In dichten Scharen so wird uns aus dem Abgeordnetendie Getreidezölle sollten auch dem ländlichen Proletariat haus geschrieben hatten sich im Abgeordnetenhaus die siegesnüßen, indem die Junker, wenn sie erst die Zölle in der bewußten Junker mitsamt ihren Trabanten vom Centrum und Regierung gelegt. Doch auch der Reichstag ist gefügig der Dieses Argument ist seitdem wirklich verreckt und alle Das Parlament der Besitzenden hat die Junkerfaust auf die Tasche hätten, ihren" Arbeitern höhere Löhne zahlen würden. Rationalliberalen zum wohlvorbereiteten Treffen eingestellt. Ihr Beutegier der Mächtigen, die allen Einfluß haben in den höchsten Genialität der Familie Bismarck vermag es nicht mehr lebendig Schützer, Herr v. Miquel, zeigte ein seit langem nicht mehr ge- Staatsstellen, in allen Schichten der Bureaukratie, die über Aemter zu machen. Der Sohn Bismarck giebt das in seiner Weise fehenes frohes Lächeln und tauschte schon geraume Zeit vor der und Würden, über Karriere und Reichtum verfügen. Sigung mit einzelnen agrarischen Oberhäuptlingen traute Zwiesprach. zu, indem er das Gegenteil dieses Arguments als lebendig Troft brauchte er ihnen diesmal nicht zu spenden, denn keiner von losen Uebermut der Boltsausplünderer mit aller Straft zu führen. 3ölle haben, damit sie höhere Löhne zahlen können, sondern Wohl gilt es da, im Reichstag den Kampf gegen den rüdsichts- behauptet; er sagt nicht mehr: die Junter müssen Getreideihnen zweifelte daran, daß die bereits Tags vorher von Schweinburg Schon nahm Herr Siemens den Fehdehandschuh des Fürsten er sagt: da sich die ländlichen Arbeiter höhere Löhne erkämpft angekündigte Rede des Grafen Bülow in ihrem Sinne ausfallen Bismard auf und sicherlich wird der Stampf alsbald in ungeahnter haben, so müssen nun auch die Junker höhere Getreidezölle würde. Endlich erschien der Ministerpräsident und das Schauspiel Schärfe entbrennen. tonnte beginnen. Doch die Gegner des Wuchers im Reichstage bekommen. Allein damit begiebt er sich auf ein Gebiet, auf vermögen nicht den schwersten Schaden fernzuhalten, wenn nicht dem man nur die agrarischen Aften selbst um ein Vierteldas deutsche Volt selbst seine Sache führt. jahrhundert zurück zu revidieren braucht, um die ganze Frivolität Gauen des Reichs die Bevölkerung wider das Attentat der Korn- Jahre und was heute der Bund der Landwirte iſt, war da Ungefäumt und mit Aufgebot aller Kräfte gilt es, in allen des junkerlichen Brotwuchers von heute zu erkennen. Die agrarische Bewegung begann im Anfange der siebziger mals der Kongreß deutscher Landwirte. Dieser Kongreß beschloß im Jahre 1875 auf Antrag von Rodbertus, Rudolf Die kurze Erklärung des Grafen Bülow, die er im Namen Meyer und Adolf Wagner, dem Reichskanzler das„ ehrder Regierung abgab und deren Wortlaut die Leser im Parlamentserbietige Ersuchen" zu überreichen, baldmöglichst" eine bericht finden, rief in Centrum und auf der Rechten lebhaften Beifall Kommission von Sachverständigen einzusehen, um nach dem hervor. Daß der Ministerpräsident jetzt ausdrücklich einen ausMuster des englischen kontradiktorischen Verfahrens die wirtreichenden und deshalb entsprechend zu erhöhenden Zollschutz verschaftliche Lage der arbeitenden Klassen auf dem Lande sowohl an sprochen hat, macht jedem Zweifel an seiner Unterwürfigkeit über sich wie in ihrem Zusammenhange mit der wirtschaftlichen die agrarischen Befehle ein Ende. Wie hoch der zukünftige KornLage des Grundbesizes und des Kapitals zu untersuchen. Die Junker arbeiten munter an der Begründung" des Obgleich dieser Antrag klar genug war, fragte der damalige zoll sein soll, darüber konnte sich Graf Bülow nicht äußern, aber Brotwuchers. Was sie dabei über die Bühne treiben, gleicht landwirtschaftliche Minister Friedenthal, um ihm näher zu der lebhafte Beifall der Agrarier und die freudigen Vertrauens- aufs Haar einer Herde abgeflapperter Schafe, die sich faum treten", doch bei Rodbertus nach, wie die Kommission zuerklärungen der konservativen Redner beweisen, daß sich das Volk noch auf den Beinen erhalten können. So sagte Fürst sammengesezt sein und welche Ziele ihre Untersuchungen haben auf einen Naub und Beutezug gefaßt machen muß, der allen Herbert Bismard dieser Tage im Reichstage, an der sollten. Rodbertus, der seine Borussen im allgemeinen fannte und bisherigen agrarischen Wucher weit übertrifft. Erhöhung der Getreidezölle hätten drei Viertel der länd- seine Posadowsky im besonderen ahnte, antwortete daranf, Das Centrum ließ durch die Abgg. Schmitz und Herold lichen Bevölkerung ein lebhaftes Interesse, und übrigens trüge das Reichsamt des Innern, dem es doch kein Ernst um sociale erflären, daß es geschlossen für den Antrag Limburg stimmen werde. das Ausland die Zölle. Wir würden die Landwirtschaft preisgeben, wenn wir den beFragen sei, dürfe jedenfalls nur mit einer Minderheit der Es hat gewiß etwas Rührendes zu sehen, wie sich Mitglieder in der Kommission vertreten sein. Was aber die Ziele stehenden Bollfat auch nur für annähernd genügend in der Familie Bismarc der hoffnungslose Stampf gegen der Untersuchung anbetreffe, so meinte Robbertus, die lägen halten würden," erklärte Herr Schmitz und zeigte damit die Bereit das Einmaleins von Geschlecht zu Geschlecht bererbt, aber leider ja auf der Hand. Sie sind keine andren, als ein treues obwilligkeit seiner Partei zu jeder noch so tollen Verteuerung der bleibt der Kampf deshalb doch hoffnungslos. Kann man nun jeftives Bild des Teilungsverhältnisses des National Nahrungsmittel des Volts. Das schlechte Gewissen des Centrums aber diesen abgetriebenen Schafen die nackteste Klassenselbstfucht einkommens zwischen Arbeitern, Grundbesitzern und Rapi berriet sich, indem Abg. Herold alsbald die Arbeiterfreundlichkeit an den Rippen abzählen, so ist dieselbe Operation nicht ganz talisten und der Bewegung dieses Teilungsverhältnisses seit seiner Partei in höchsten Tönen zu preisen begann, um ihre aus- so einfach bei dem orafelhaften Spruch des Fürsten Herbert dreißig bis vierzig Jahren zu gewinnen, denn nur erst, wenn gleichende Gerechtigkeit festzustellen- die ausgleichende Gerechtigkeit, Bismard:" Die Gebäude fressen uns auf." Jedoch ist auch davon ein wahres Bild vorliegt, wenn man zweifellos die den Arbeitern leere Worte, den Landbesigern flingende Vorteile das nur ein Schäflein aus der alten Herde. Als im Jahre weiß, wie sich dieses Verhältnis zur Zeit stellt und ob und spendet. 1885 bei irgend einer Bismarckfeier ein Fonds von mehreren nach welcher Seite dieser drei Zeilnehmer am Schwierig war die Aufgabe, die dem nationalliberalen Redner Millionen für einen„ nationalen Zweck" gesammelt wurde, Nationaleinkommen es sich seit dreißig bis vierzig Dr. Sattler zugefallen war; mußte er doch in demselben Atem- wobei auch unzählige Arbeiter wider Willen bluten mußten, Jahren etwa geändert hat, ist ohne Gefahr eines Jrrtums zu zuge für und gegen einen erhöhten Getreidezoll sprechen, da seine legte der alte Bismard seine Hand auf die größere Hälfte beurteilen, ob und mit welchen Maßregeln und Partei in dieser Frage gespalten ist. Aber er führte den Eiertang dieses Fonds und kaufte dafür ein von seinen Ahnen ver- zu Gunsten welchen Teils der Staat zu interbenieren mit so viel Stunft aus, daß am Schluß niemand wiffen konnte, ob plempertes Gut zurück, dessen prächtiges Herrenhaus er dann bei hat." Auf diesen Bescheid hüllte sich die amtliche Welt des er für oder gegen den Antrag Limburg stimmen würde. Auf der der Veranlagung der Gebäudesteuer als Speicher" deklarierte. Deutschen Reichs und des preußischen Staats in tiefes Journalistentribüne war man allgemein der Ansicht, er habe sich da- Die Sache machte damals peinliches Aufsehen, aber offenbar Schweigen, das bis auf den heutigen Tag gedauert hat. Dagegen erklärt, und es gab überraschte Gesichter, als in der Ab- ist sie nur die Frucht tiefen ökonomischen Denkens ge- gegen tamen drei Jahre später die Getreidezölle unter dem stimmung ein lautes Ja aus seinem Munde ertönte. wesen: Die Gebäude fressen uns auf", wie uns jetzt der Vorspann der abgetriebenen Schafherde, die Fürst Herbert Eine bedeutsame Abrechnung wider die agrarische Habsucht hielt Sohn Bismarcks aus den„ Gedanken und Erinnerungen" Bismarck eben wieder dem Reichstag vorgeführt hat. Dr. Barth von der freisinnigen Vereinigung, der beantragt hatte, feines Vaters belehrt. Dieser Fürst und Denker hat nur einen neuen Beweis in dem Antrag Limburg die Worte der Landwirtschaft ein wesent Bei alledem trabt in der Schafherde, die Fürst Herbert seines berühmten Diplomatengeschicks Diplomatengeschicks gegeben, indem lich gesteigerter Bollschug" bis zum Schluß zu streichen und an ihre Bismard über die Reichstagsbühne getrieben hat, auch das er durch seine suffisanten Redensarten über die besseren Löhne Stelle die Worte zu jezen:„ Die Interessen der Allgemeinheit wahr Gespenst eines Böckleins mit, das seiner Zeit ganz nette des Landproletariats die Erinnerung an den agrarischen genommen und nicht durch einseitige Begünstigung des in Grund Stöße auszuteilen verstanden hat. Der Fürst und Denker Beschluß von 1875 wach rief, der im voraus alle Gründe" und Boden angelegten Kapitals die nationale Arbeit geschädigt werde". behauptete nämlich, die Löhne des ländlichen Proletariats der heutigen Brotwucherer als beweislofes Gerede brandIn lebhaft angreifender Rede wies Dr. Barth auf den elenden seien in den letzten Jahren um 14 bis 1/3 gestiegen. Gesezt, markt. Vielleicht liest Herr Adolf Wagner, der legte Ueber" " " " Stimmen gegen den Brotwucher. Am 18. Dezember 1891 hielt Kaiser Wilhelm II. bei der Ein weihung des Teltower Streishauses eine Ansprache. Als er fie beendigt, erhielt er vom Reichskanzler Caprivi die Nachricht, daß soeben vom Reichstag der Handelsvertrag mit Oestreich in dritter Lesung mit 243 gegen 48 Stimmen angenommen sei. Der Kaiser erhob sich sofort und feierte das Zustandekommen des Bertes: " = 1 ,, das ist ein Tiefpunkt des nationalen Empfindens, ber nahezu an ben Mangel an Vaterlandsliebe erinnert, welchen die Socialdemokraten noch jüngst bei der 200 Jahrfeier befundet haben." Begründung: Herr v. Kröcher rief nun Abg. v. Zedlig zur Ordnung mit Tebende der Antragsteller von 1875, den Brottucherern da-| Freund Hammerstein einen Artikel gegen den Fürsten Bismard rüber ein fleines Kolleg, mit demselben anmutigen Strakehl, fabrizieren sollte. womit er vor Jahr und Tag für die Flottenvorlage Unfre Genossen Reißhaus und Stadthagen wehrten die Angriffe der beiden Gegner gebührend ab und der agitierte.gingen dann felber zum Angriff über, nicht gegen PerDiefer Satz enthält allerdings, wenn auch etwas verblümt, fonen, sondern gegen das System. Stadthagen lieferte den Vorwurf, daß ein Mitglied dieses Hauses auf dem Standinteressante Beispiele zur Beurteilung der Gefeßlichkeit der punkt des Vaterlandsgefühls der Socialdemokratie im Lande Unternehmer, während Reißhaus das furchtbare Elend der Stehe." Heimarbeiter in der Spielwaren Industrie des meiningischen Es ist reizvoll, einen Präsidenten zu sehen, der in der DurchOberlands schilderte. führung seiner Aufgabe, Mitglieder des Parlaments vor BeleidiHerr Dr. Oertel tam in breiten Ausführungen noch- gungen zu schützen, selbst die gröblichste Beleidigung verübt gegen mals auf die Arbeiter Konfumbereine zurüd und erteilte der eine Partei, deren Vaterlandsgefühl jeber, der objektiv zu urteilen Wir verdanken dieses Ergebnis der Arbeit des Reichskanzlers Socialdemokratie den höchst überflüssigen Rat, gegen die nicht zu fordern ist- mindestens höher einschätzt als das Vaterlandsbermag was allerdings vom Präsidenten des Junkerparlaments von Caprivi. Dieser schlichte preußische General hat es verstanden, schlechte Bezahlung der Angestellten der Konsumvereine gefühl der Kröcherschen Junker, die sich noch stets in der Füllung in zwei Jahren sich in Themata einzuarbeiten, die zu beherrschen Stellung zu nehmen. Das ist von uns immer geschehen. der eignen Taschen auf Boltskosten erschöpft haben. selbst für den Eingeweihten außerordentlich schwer ist. Mit weitem Herrn Bued erklärte Herr Dr. Oertel nun auch für gerichtet: politischen Blick hat er es verstanden, im richtigen Augenblick es hat recht lange gedauert, bis er sich zu diesem Urteil auf- Die Furcht vor dem Skandal. Aus München, 26. Januar, unser Vaterland vor schweren Gefahren zu behüten. Es ist gerafft hat. wird uns geschrieben: selbstverständlich, daß einzelne Interessen Opfer bringen müssen, Der zweite Teil des Tags brachte eine große Rede des damit das Wohl des Ganzen vorwärts gebracht werde; ich glaube freifinnigen Dr. b. Siemens gegen die Brotwucherer. Art der Abfägung des Brinzen Alfons bemerkbar machte, und Die große Entrüstung, die sich in allen Boltstreifen wegen der aber, daß die That, die durch Einleitung und Abschluß der In seiner flaren Art wies er nach, daß die Zollerhöhung namentlich die Kritik, die hierüber in der Presse geübt wurde, hat Sandelsverträge für alle Mit- und Nachwelt als eines der von den Konsumenten getragen würde, zu denen auch die gewissen Macher der bayrischen Politik veranlaßt, in aller Form bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse dastehen wird, die Kleinbauern als Viehproduzenten gehören. Seine in sich den Rückzug anzutreten. Es wurde verkündet, Prinz Alfons werde geradezu eine rettende zu nennen ist. Der Reichstag in geschlossene Beweisführung konnte durch den Lärm der Junker seinem militärischen Rang entsprechende Stellung erhalten. feiner Mehrheit hat gezeigt, daß er den weiten politischen Blick nicht gestört werden. Leider ließ der Schluß der Siemens scheint demnach, daß man alle Ursache hat, eine weitere öffentliche dieses Manns erkennt und sich ihm anschließt, und es wird schen Rede die innere Logit vermissen, die seine vorangehenden Diskussion der Angelegenheit zu fürchten. bieser Reichstag sich einen Mark und Denkstein in Ausführungen ausgezeichnet hatte. Der geadelte Bankdirektor der Geschichte des Deutschen Reichs damit gesezt haben. machte seinen neuen Standesgenossen die Konzession, ihre Eristenz Trot Verdächtigungen und Schwierigkeiten, die dem Reichs- als regierende Kaste als einen Vorzug Deutschlands vor kanzler und meinen Räten von den verschiedensten Seiten gemacht Frankreich und andren Ländern zu bezeichnen. Nur ist es ihm worden sind, ist es uns gelungen, das Vaterland in diese neue zweifelhaft, ob dieser Vorzug durch höhere Getreidezölle nicht Bahnen einzulenken. Ich bin überzeugt, nicht nur unser Vater zu teuer bezahlt wird. So wird man mit den Junkern land, sondern Millionen von Unterthanen der andren Länder, die wirklich nicht fertig. Wie kann man im Ernst von ihnen die mit uns bei dem großen Zollverband stehen, werden dereinst Erkenntnis erwarten, daß sie dem Lande zu teuer kommen? diesen Tag segnen." Hier wird die weitere Diskussion, die am Montag fortgesetzt wird, noch manches nachzuholen haben. Auch die Agrarier werden bessere Redner vorführen wollen, als es heute ihr ultramontaner Gesinnungsgenosse Herr Jäger aus der Kurpfalz war, dessen schwächliche Erwiderung die letzte Rede war, die das erschöpfte Haus anhören mochte. Am 24. Februar 1895- als die Agitation für den zweiten Antrag Kanig in Flor stand erklärte der Kaiser auf dem Brandenburgischen Provinziallandtag: " Ich möchte aber dringend davor warnen, überspannte Hoffnungen zu hegen... Kein Stand kann beanspruchen, auf Kosten der andren besonders bevorzugt zu werden". Bei derselben Gelegenheit äußerte der Kaiser zum Freiherrn b. Manteuffel nach dem tonservativen Volt": ,, Sie können mir nicht zumuten, daß ich Brotwucher treibe". Auch ein andrer Bundesfürst hat sich in jener Zeit der agrarischen Hochflut über den Brotwucher geäußert, Herrn Dr. Oertels Landesbater, König Albert von Sachsen. Bei einer Hoffestlichkeit Februar 1894 setzte der König gegenüber dem Herrn v. Frege die Notwendigkeit der Annahme des russischen Handelsvertrags auseinander. Frege erwiderte, daß er die Ablehnung für notwendig halte. Darauf bemerkte der König: ,, Wollen Sie denn, daß ich und meine Regierung und fünftighin auf die Socialdemokratie ftützen?" Reichetangler Graf Caprivi äußerte am 14. April 1804 ge Tegentlich des ersten Antrags Kaniz: Bon wem müffen nach diesem Antrage die 400 millionen aufgebracht werden? Von den Broteffern, also gerade von den ärmsten Klaffen. Wenn eine Steuer die armen Leute drückt, so ist es die Brotsteuer. Und die ärmsten Klassen würden sich dieser Steuer am allerwenigsten entziehen können." Am 29. März 1895- bei der Beratung über den zweiten Antrag Stanig äußerte der damalige Reichskanzler Fürst oben Deutsches Reich. Westfälische Zeitung" entdeden zu können. Sie läßt sich nämlich Eine Kränkung dynastischer Gefühle glaubt die Rheinischaus London schreiben: Kaiser Wilhelm soll sich unzufrieden darüber geäußert haben, daß weder der preußische Landtag noch der deutsche Reichstag es beim Empfang der Nachricht vom Ableben der tönigin Victoria für angezeigt erachteten, die Sigung zum Zeichen der Trauer aufzuheben, wie das andre Barlamente, z. B. das belgische, das italienische, das ungrische und auch das Washingtoner Repräsen tantenhaus gethan haben. Ueberdies wären die Herrscherhäuser dieser was der Kaiser in vertrautem Streise als einen Mangel an Rüdficht Staaten nicht einmal so nahe mit der verstorbenen Königin verwandt. Das, in den deutschen Parlamenten bezeichnete, werde der Kaifer burch eine außergewöhnliche offizielle Trauerfundgebung auszugleichen wiffen. Hiermit würde die Meldung in Einklang stehen, wonach die gesamte deutsche Flotte aus den heimischen Gewässern zur Trauerparade nach Spithead befohlen ist. fchen Verwandtschaftsinteressen zu pflegen, abgesehen davon, daß Selbstverständlich haben die deutschen Barlamente teine dynastieine derartige Sitte in deutschen Barlamenten überhaupt nicht beof theater auch nur für einen Tag ihre Vorstellungen eingestellt steht. Außerdem wäre darauf hinzuweisen, daß ja nicht einmal die Tohe, daß die Bauern Vorteil von höheren Getreidepreisen haben. haben, daß erklärte am 29. März 1895: " E3 Eine vorzügliche Kolonialverwaltung befizen wir in unfrem Plaz an der Sonne. Die Vielseitigkeit ihrer Amtsthätigkeit begeistert die in Tsingtau erscheinende„ Deutsch- Asiatische Warte" zu folgendem Hymnus: „ Um einem dringenden Bedürfnis zu entsprechen, hat das Gouvernement nach einer Mitteilung des gestrigen Amtsblatts einen so genannten Geburtstagskalender aufgestellt, der zu dem civilen Preise bon 50 Cts. in der Gouvernementsregistratur erhältlich ist. Der Kalender enthält die Geburtstagsdaten der Offiziere und Beamten des Gouvernements, sowie deren Gemahlinnen, der Kommandanten und ersten Offiziere der auf der ostasiatischen Station befind lichen Kriegsschiffe, ferner einer Anzahl hier wohnender Herren und Damen. Wer in dem Kalender nicht verzeichnet ist, mag sich durch Beschluß des Gouvernements als nicht geboren betrachten. Es muß dem Gouvernement hoch angeschrieben werden, daß es zu seinen sonstigen Regierungsforgen auch noch die schwere Last übernommen hat, die mit der Aufstellung eines Geburtstags- Kalenders verbunden ist. Die wohlthätigen Folgen der Neuerung werden sich in der Kolonie bald bemerkbar machen; Handel und Industrie, Kunst und Wissenschaft, Ackerbau und Viehzucht, alles wird dank dieser Neuerung einen weiteren, fräftigen Aufschwung nehmen. Wahrhaftig, es ist zum heulen!" Unire schligäugigen Landsleute werden in diesem UeberMandarinentum nun auch entschieden die höhere Kulturform verhren lernen. ben Vortrag, den der chineside Gefandte in New York in Confucianismus und Christentum. Wir erwähnten unlängst der dortigen Ethischen Gesellschaft gehalten hat. Nach ber ethischen Kultur" geben wir aus dem Vortrag des Diplomaten folgende Einzelheiten wieder: Wu Ting fang erläuterte die Grundsäze des Confucianismus und erklärte, China habe eine Religion, die feinem naren. Der Taotismus und Buddhismus feien Religionen für's Bedürfnis entspreche und trage fein großes Verlangen nach MiffioSterben, der Confucianismus die große Religion für das ihrem falschen Wege burch versprechen von Strafe und Lohn eben. Die Lehre des Confucius versuche nicht, die Menschen von abzubringen; sie wisse von einem Leben nach dem Tode nichts. die Betriebe bis 12 Hektar fein Getreide zu verkaufen haben, eines englischen Blatts hat Eduard VII. den deutschen Kaiser zum trachte er alles Nachdenken darüber als muglos. Auf die Frage: Wilhelm II. britischer Feldmarschall. Nach der Meldung Immerhin leugne Confucius auch nicht seine Möglichkeit; nur be sondern meistens noch Getreide kaufen müssen die 6 Gruppen Feldmarschall der britischen Armee ernannt. Vielleicht wird ( bis 12 Hektar) umfassen 4,0 Millionen Betriebe 76 Proz. übrigens Eduard VII. noch einmal Admiral unsrer Flotte, die im ver- was Leben ist, wie solltet ihr etwas über den Was ist der Tod?" habe er geantwortet: Ihr wißt nicht, aller landwirtschaftlichen Betriebe. Rechnet man auf den Betrieb floffenen Jahre durch das von der Regierung heraufbeschworene od wissen?" Kein Denken und kein Flug der Phantasie sei im 31/2 Personen, so handelt es sich hier um eine Bevölkerung von Schredgespenst vom Seekriege mit England den Reichstag stande gewesen, dem Wissen über die Welt der Geister auch nur ein etwa 15 Millionen Menschen( bei einer gesamten landwirtschaft bewilligungseifrig stimmte, Hat doch bereits Wilhelm II. soeben in Titelchen hinzuzufügen. Wer seine Pflichten gegen seine Nebenlichen Bevölkerung von 19 Millionen), die von der Erhöhung einem Marinebefehl von der englischen Schwestermarine" gesprochen.- menschen treulich zu erfüllen verfuche, habe wenig Zeit, auf das der Getreidepreise keinen Vorteil, ja, mit relativ wenigen Ausnahmen, sogar einen direkten Nachteil durch die Ver- wieder einen ganzen Leitartikel daran, um unter heftigen Zungen- Richtwiderstrebens dem Uebel", das er für zu weitgehend hielt, fubr Religion ift Privatsache. Die Germania" wendet Leben jenseits des Grabs zu starren. Nach einer furzen Betrachtung über das christliche Gebot des teuerung ihrer Lebenshaltung haben werden." trämpfen wider die Heuchler und Fälscher der socialdemokratischen der Redner fort: Endlich sei noch ein Urteil gegen die Getreidezölle mit Partei zu behaupten, der Socialdemokratie sei es nicht Ernst mit geteilt, das von niemandem anders stammt, als dem„ wissenschaft male eine Aeußerung Bebels an:" Wir verfolgen auf religiösem Das find, ich muß es zugeben, edle und große Gebanken. ihrem Programmjaz Religion ist Privatsache". Sie führt aber, Confucius fagt: Streite nicht mit dem, der dich beleidigt. lichen" Häuptling der Agrarier, dem Grafen Kanik. Dieser Herr Gebiet den Atheismus." Die„ Germania" nennt das einen„ Pro- Aber allzu hoch für die gebrechliche Menigheit. hristus sagt: Liebe deine Feinde und segne, die dich verfluchen. " Der Schutzoll funktioniert nicht mehr... Die festen grammsaz". Selbst zugestanden, daß die„ Germania" zufällig forrekt citiert, iemand kann in dieser Welt fie erreichen; und Zollsäge haben ihre Berechtigung, wo es sich um die Steigerung so beweist dies Beweiscitat gar nichts. Denn eine Aeußerung des die Lebensführung der Chriften ist weit davon entfernt." des Preises von Waren handelt, deren Angebot auf dem Weltmarkt Genoffen Bebel ist eben fein Programmfag, fein Parteibeschluß. In rufen Miffionare nach Nache und Blutvergießen. Chriftliche Liebet Gure Feindel und in demselben Augenblick feinen großen Schwankungen unterliegt... Anders liegt der Socialdemokratie darf jeder religiös denten wie er will, er kann es beim Getreide. Als der Getreidepreis 1890/91 auf gläubiger Christ, Mohamedaner, Jude, Atheist, Buddhist oder An- Armeen schonen weder Alter noch Geschlecht bei ihrem unter 200 M. stieg, da war der Zoll überflüssig. Heute genügt der Zoll hänger der Confutse sein, nur ist er verpflichtet, dafür zu sorgen, Schiedslosen Gemezel und beeilen fich, alles wegzuschleppen, worauf fie ihre and legen können. Welch ein gewaltiger Unter von 3,50 M. nicht. Dieser Mangel des festen Getreidezolls ist daß Religion nicht zur Staatssache in Staatsschulen und Staats- fie ihre Hand legen können. Welch ein gewaltiger Unter fchied zwischen Betenntnis und Thaten!" schon immer empfunden worden." Aber auch der gleitende firchen erhoben wird. Getreidezoll sei nicht zweckmäßig.„ Es ist unmöglich, den haben; denn es verrät einen bedauernswerten Mangel an Intelligenz, und Unrecht mit Gerechtigteit. Confucius verlangt nicht so biel. Vergilt Böses mit Die„ Germania" scheint teine jesuitische Erziehung genoffen zu Gutem, sagt der Chrift; Confucius: vergilt Gutes mit Gutem Getreidezoll immer steigen und fallen zu lassen, die daß sie immer noch nicht fapiert hat, was unser Programmifay be- Bergeltung oder Rache, wie manche, Er predigte nicht Landwirtschaft wird dabei immer der leidende deutet, und daß es gar nichts beweist, wenn sie mehr oder minder mit Bedauern fage Teil sein. Weil die festen Getreidezölle ihre wirtschaft- gehaltvolle, mehr oder minder beglaubigte Brivatäußerungen hangen. Christus und Confucius begegnen sich in der Aufstellung ich es, die den Grundsägen des Christentums an liche Aufgabe nicht erfüllen( nämlich die Preise der landwirt- zusammenstellt. Das katholische Centralorgan, die Germania". Der goldenen Lebensregel: Was ihr wollt, daß die Heute euch fchaftlichen Produkte zu steigern), find wir zu unserem Bor- glaubt an den Ritualmord. Wir würden daraus niemals die schlage gekommen." sagt Christus; und Confucius:„ Thue Folgerung ziehen: Ritualmord- Wahn ist Centrumsprogramm". Programmsatz theoretisch diskutiert, so z. B. unterm Socialistengesetz fünfhundert Jahre vor Chriftus. Ein guter Chrift ist auch ein guter In früheren Jahren hat die Partei gelegentlich über den nicht anderen, was du nicht wünschst, das sie dir thun." Das war im" Socialdemokrat" 1886. Da wurde der Parteistandpunkt dahin Confucianer, und umgekehrt. largeſtellt: Man hat den Lehren Confucies Mangel an idealem Es ginge nicht an, wollten wir unsrer Partei einen bestimmten Weise diesen Vorwurf durch den Siniveis auf das prattische Handeln Schwung vorgeworfen. Wu Ting- fang hat in sehr glüdlicher religiösen ober antireligiösen, was im Grunde dasselbe ist Charakter geben. Damit würde die Partei der fämpfenden der christlichen Nationen zurüdgewiesen, die, voll pharisäischen HochPartei der kämpfenden stampf gegen die Religion zur Barteifache machen wolle, dem„ ftede ale Träger der hohen christlichen Ideale in China nichts andres Arbeiter klasse zu einer religiöfen Sette" herabfinten". Wer den muts auf die hausbackene Ethit des Confucianismus herabblidend, die Religion noch zu fehr im Stopf, als daß ihn der radikale Stand- anzufangen wußten, als fich dort sofort als Sunnen zu etablieren. punkt unires Programms befriedigen könnte, der sich auf gar keine theologischen Streitigkeiten einläßt". Dem bürgerlich gesinnten Der zehnte Tag der Debatte über den Titel„ Gehalt des Atheisten möge die Erklärung der Religion zur Privatsache nicht genügen. Für uns aber genügt es durchaus, wenn den ReligionsStaatssekretärs im Reichsamt des Innern" bot in feinem gemeinschaften alle gefeglichen Borrechte gegenüber andren ich ersten Teile kaum ein andres Bild als die Vortage. Heftige Vereinigungen genommen, wenn fie lediglich auf den freien Zusammenstöße zwischen unsren Parteigenossen und den Zuspruch ihrer Anhänger angewiesen werden. So lange fie den bürgerlichen Gegnern charakterisierten auch ihn. Herr Kaplan finden, mögen sie ruhig fortegiftieren. Von Partei wegen beHite entrüstete sich außerordentlich über die Hochsche Bro- fämpfen wir fie nur, soweit sie uns politisch und social als Schleppen schüre, die er in 50 Eremplaren gleich auf dem Tisch des Hauses träger der heutigen Ausbeutergesellschaft, als Träger der politischen niedergelegt hatte. Dabei wiederholte er die hundertfach und geistigen Unterdrückungspolitik entgegen treten." widerlegte Behauptung von der religionsfeindlichen Haltung der Bartei gewesen. Das ist flar und unzweideutig und das ist stets die Anschauung unsrer Partei. Von diesem Märchen müssen sich unsre Gegner doch noch eine große Wirkung versprechen. Wenn die„ Germania" in bejammernswürdiger Geiftesschwäche diese Anschauung nicht zu begreifen vermag, fo liegt dies wohl Auch Herr Stöder ritt auf demselben Gaul wie der daran, daß fie ganz im Banne der Centrumspfäfferei lebt, bie die katholische Kaplan, nur daß er, seiner Natur entsprechend, katholische Religion zur Parteifache erklärt hat. Das Centrum Centrum an Beschimpfungen unsrer Partei, an Entstellungen und gerade macht sich jenes Unfugs schuldig, dessen sie uns zeihen will. Verdrehungen der Wahrheit( den Rekord erzielte. Er wagte Bor einem Jahrfünft war also alles einig in der Verwerflichkeit hoher Getreidezölle: Kaiser, Bundesfürsten und Minister. Ja, die Agrarier selbst waren die allerschärfften Gegner der Getreide zölle überhaupt. Heute ist das alles nicht mehr wahr. Der Bidzadfurs steuert auf erhöhte Getreidezölle hin, und die Agrarier, die mit so triftigen Gründen die Unawed mäßigkeit der Getreidezölle bewiesen haben, erklären heute, ohne die noch gesteigerte Ungtvedmäßigkeit nicht leben zu fönnen! Reichstag. thun, das thut ihr ihnen," 1 Wir werden um Veröffentlichung folgender Erklärung erfucht: hätte in der Reichstagskommission über den Antrag Stanis im Durch einen Teil der Presse macht die Mitteilung die Runde, Frühjahr 1895 die Aeußerung gemacht: Wenn Sie mir fagen, in zwei Jahren werde die ganze Landwirtschaft taput sein, so würde das für mich die erfreulichste Aussicht sein." Obgleich biefe Aeußerung so widerfinnig ist, daß man fte einent doch der erwähnte Teil der Preise seine Leser für solche Einfalts Menschen mit gesundem Verstand nicht zutrauen sollte, so scheint pinsel zu halten, daß er denselben das Dümmste zu glauben zumuten darf. offizielle stenographische Bericht über die Verhandlungen ber Ich will also zum Ueberfluß erklären, daß ich, wie auch der erwähnten Reichstagskommission nachweist, weder direkt noch indirekt eine Aeußerung machte, die jener mir in den Mund gelegten ähnlich Bebel vorzuwerfen, er hätte den bekannten Tuckerbrief er- netenhauses einen neuen Befähigungsnachweis als Präsident des gemeinen Schwindels über mich. Junker Kröcher hat in der Sonnabend- Sigung des Abgeord- ift. Es handelt sich also wieder einmal um die Verbreitung eines funden; den eignen Scheiterhaufenbrief stellte er als ein rüdständigen Dreillaffenparlaments erbracht. Abg. v. Sedlig hatte Berlin, den 26. Januar 1901. harmloses Recept für die Kreuzzeitung" dar, wonach sein gegenüber dem Abg. Barth erklärt: Bebel. Ausland. Schweiz. mathiaufhörens des Monsuns und mangelnden Regens eine schlechte Ernte in Aussicht; man fürchtet, daß noch bor August große Not eintreten werde. Amerika. Göhre. 4. Die zehn Gebote und die besigende Klasse von Adolf Hoffmann. 5. Grundfäge und Forderungen der Socialdemokratie von Kautsky und Schoenfant. 6. Neuer Weltkalender für 1901. 7. Arbeiter Notizkalender für 1901. 8. Der Wahre Jakob. 9. Der Süddeutsche Postillon. 10. Simplicissimus. 0 Bern, 24. Januar.( Eig. Ber.) Der preußische Junker Polizeispiel Baron v. Richthofen ist als türkischer Generalkonsul" durch den Türken Haidar Rashid Beb Indianeraufstand. Nach einer Meldung aus New York bee Er verbot deshalb dem Genoffen Trautewein in Quedlinburg eriegt worden. Er beeilte sich nach seiner Ankunft in Genf den traten 1000 Suake Indianer den Kriegspfad. Die Bundestavallerie die Stolportage biefer Schriften. Das Unglüd will es aber, daß der Betveis dafür zu erbringen, in den türkischen ist nach dem Judianerterritorium abgefandt worden. Derartige zartbefaltete Bezirksausschuß diefe Echriften nicht überhaupt verNegierungsfreifen von der Spigelwirtschaft, die unter der Judianeraufstände pflegen durch infame Betrügereien und Kränkungen bieten tann; fie werden im Laden ruhig verkauft, Trautewein darf Firma„ Türkisches Generalfonjulat" in Klein- Baris getrieben wird, der Agenten proviciert zu werden, denen die Pflege der auf dem fte sogar auf vorherige Bestellung jedermann ins Haus bringen und jehr genau unterrichtet ist und ebenso von dem Mißtrauen, das die Reservatorium angesiedelten Indianer anvertraut ist. so frißt das Uebel immer weiter. Der Boeren- Krieg. do ganze Schweiz gegen dasselbe empfindet. Der neue Generallonful Großthaten. Die Generalversammlung der Orts- Krankenkasse besuchte nämlich sofort die Redaktion der konservativen„ La Suisse" und in Neustadt a. d. Orla, beren Mitglieder in der größten Mehrzwar darum, weil das Blatt tags vorher alle die Verurteilungen heit Socialdemokraten und Abonnenten der Erfurter Tribüne" von in der Schweiz wohnhaften Türken durch ihre Regierung aufgezählt hatte, die das Werk des preußischen Spigelbarons waren. Ein angeblicher Erfolg Kitcheners. find, beschloß vor einiger Zeit, die Kassen- Bekanntmachungen neben dem Neustädter Kreisblatt auch in der Tribüne" zu veröffentlichen. Haidar Naschid Beh teilte mit, daß laut ihm joeben zugegangener Lord Kitchener hat das Bedürfnis gehabt, nach all den Miß Sie begründete diesen Beschluß damit, daß die Mehrzahl der MitDepesche aus Konstantinopel alle diese Verurteilungen wieder auf- erfolgen einmal einen unter höchsteigner Leitung erfochtenen Sieg glieder nur die„ Tribüne" und kein andres Blatt lesen. Das ist gehoben worden seien, weil die ottomanische Regierung durch zu melden zu können. Zu diesem Zwecke unternahm er eine Rekognos eine so einfache und selbstverständliche Sache, daß darüber eigentlich eifrige Agenten irregeführt worden sei, die ein Interesse daran cierungsfahrt gen Middelburg, über deren Verlauf er melden läßt: fein Wort weiter zu verlieren wäre. In deutschen Landen aber hatten, ehrenwerte junge Leute, die sich einfach zu liberaleren Ideen als Am 25. Januar ging ein Eisenbahnzug mit Kitchener und einer vergißt man über der Weltmachtspolitik auch das Kleine nicht. Der die Regierung bekennen, anzuschwärzen. Die Aufhebung sei auf seinen Anzahl Truppen in der Nichtung auf Middelburg ab. Eine Panzer- Bezirksausschuß wurde in Bewegung gesezt, machte eine hochVericht hin, worin der wahre Sachverhalt dargestellt war und wonach die lokomotive, die diesem Zug vorausfuhr, wurde in der Nähe von notpeinliche Untersuchung, resolvierte und entschied, daß türkische Regierung durch übertriebene, tendenziöse und alarmierende Balmoral durch Dynamit zum Entgleifen gebracht. Der Zug folches nicht zugelassen werden könne. Es sei der Kaffe nicht darum Nachrichten irregeführt worden, erfolgt. Sodann bat der neue tam bald darauf an diesem Orte an, woselbst zahlreiche zu thun, durch die Veröffentlichungen in der„ Tribüne" den MitGeneralkonsul die Redaktion von„ La Suisse", der Oeffentlichkeit Boeren erschienen und das Feuer eröffneten. Die gliedern die Staffenangelegenheiten bekannt zu machen, sondern der kund zu thun, daß er fortfahren werde, in dieser Richtung seines englischen Truppen nahmen sofort Stellung in" Tribüne" einen Nußen zuzuführen und dadurch ihren schlechten Amts zu walten und sorgfältig zu unterscheiden der Nachbarschaft und vertrieben, nachdem auch sie zu finanziellen Verhältnissen aufzuhelfen. zwischen Anarchisten und in der Schweiz lebenden feuern begannen, den Feind, der Verluste hatte; die Es würde sich vielleicht um 3 oder 4 Jnserate im Jahre handeln! Türten, die fich lediglich zu liberalen Ideen be Engländer tamen ohne Verluste davon. Welche That! fentent. Auf diese Weise hoffe er, sich die Sympathien des Ein Angriff auf die Minen in Johannesburg. Publikums wieder zu erwerben, die den eifrigen und interAus Belgien ausgewiesen wurde der französische ParteiNach einer Londoner Meldung erhielt der Sekretär der„ Rand genosse Albert Langer, der sich dort aufhielt, um die antiessierten Persönlichkeiten, deren Vorgehen er in allererster Central Electric Works" am Freitag von dem Betriebsleiter in militaristische Propaganda unsrer belgischen Genossen zu unterLinie table, verloren gehen mußten. Wenn dem so sei, Johannesburg die Kabelmeldung, daß die Boeren in der Nacht stützen. meint das Blatt, so werde sich der neue Generalkonsul Er hatte schon eine ganze Reihe Vorträge gehalten, auf Sonntag die Werte angegriffen haben. Drei ehe es der Polizei gelang, ihm die Ausweisordre zuzustellen. allerdings die Sympathien des Publikums erwerben. Im Dynamomaschinen wurden durch Dynamit beträcht- Gin ganzes halbes Dußend belgischer Freunde, die ihn begleiteten, Gegensatz zu den den Erklärungen des Bey find aber in lich beschädigt. Der Gesamtschaden, den die Anlage erlitten wurden nach und nach von seiner Seite weg und an seiner Statt zwischen in Konstantinopeler Blättern neue Verhaftsbefehle gegen hat, ist noch nicht genau bekannt. Steffel, Kondensatoren, Trans- verhaftet. Wenn die Polizei den Irrtum merkte, war Tanger schon eine ganze Reihe von im Auslande, speciell in Genf, wohnender formatoren, Vorräte und Gebäude find nicht beschädigt worden. längst wieder weiter, hielt irgendwo einen Vortrag und hatte sich Türten erlaffen worden, so daß der Beh offenbar genau fo viel Der Betrieb mußte eingestellt werden. Von den An- neue Dedung gesucht. Aber schließlich mußte die Haß doch ein Ende wert ist, wie sein Vorgänger Richthofen. Aber bewundernswert ist gestellten ist keiner verlegt worden. die Naivetät, mit der der türkische Diplomat" in völligem Vere nehmen; Tanger wurde endlich erwischt und nach der Grenze abgeffen feiner Eigenschaft als„ Generalfonful" offen seine Mission geschoben. als neuer türkischer Polizeispigel ausplaudert und ebenso rührend weist diesmal wieder die tägliche Berlustliste auf, die am Polizeiliches, Gerichtliches usw. die Naivetät der republikanischen Redaktion, den Polizeispiel auch 26. Januar vom Kriegsamt veröffentlicht worden ist. Verzeichnete- Drei Parteigenossen wurden vom Schöffengericht in Labiau noch der Sympathien des Schweizervolts zu versichern, wenn er in doch diese nur die Verluste eines Tags registrierende Lifte zu je 30 M. Geldstrafe verurteilt, weil sie nach Aussage eines GenMißachtung der Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Schweiz auf 12 Tote, 76 an Krankheiten und Verlegungen Gestorbene, barmen eine aufgelöste Versammlung nicht sofort verlassen haben deren Boden polizeiliche Funktionen ausübt. Der Fall zeigt wieder 11 Verwundete, 4 Gefangene und 1 Vermißten, zusammen also einen sollen. Die Angefagten bestritten das und beantragten die Ladung einmal drastisch, wie den bürgerlichen Republikanern alles Gefühl für Verlust von 104 Mann. Der Typ hus- oder nach der andern von Entlastungszeugen, was aber das Schöffengericht ablehnte. die Würde ihres Vaterlands völlig verloren gegangen ist. Die Lesart die Best- muß also ganz furchtbar unter den Truppen hansen! türfische Polizeifpigelwirtschaft in der Schweiz floriert also lustig weiter! Türkei * Und wo ist nun der Baron v. Richthofen? Ach, der ist, fvo er tvar, und was er war, der spielt weiter für die und der Herr Beh scheint nur der Strohmann zu sein für den Posten des Generalkonsuls. Nach der Züricher Bost" haben nämlich die offiziellen türkischen Blätter die Nachricht veröffent licht, daß der Herr Baron zum Großoffizier des Medjidie Orbens mit dem Titel, Excelleng ernannt worden sei und den Grab eines Generaltonfuls auf Lebenszeit erhalten habe. In der That befindet sich das türkische Generaltonfulat in Genf nach wie vor in der Wohnung des Junkerspigels v. Richthofen. Wo bleiben nur in diesem Falle die fonit so prompten und thatkräftigen Bundesbehörden? Wagt man fich an den Spielbaron nicht heran? Hat man wohl auch gar vor der Türkei ängstlichen Respett? " Schwere Verlufte Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " Kimberley, 25. Januar.( Telegramm des„ Reuterschen Bureaus".) Ein Güterzug mit Kriegsvorräten für die nordwärts von hier stehenden Truppen ist heute morgen von den Boeren weggenommen worden. Diese hatten einen Bosten Dublin- Süfiliere gefangen genommen und dann, im Hinterhalt Gewerkschafts- Terrorismus. Die Germania" giebt liegend, den Zug genommen. Dem Führer eines zweiten Bugs ge- wieder einmal eine Geschichte von angeblichem Terrorismus organilang es, mit seinem Zuge unbeschädigt nach hier zurückzukehren. fierter Berliner Arbeiter zum besten. Bur Verfolgung des weggenommenen Bugs, wurde alsbald ein ge- sollen Katholische Zimmerer pangerter Bug mit 200 Mann Infanterie abgelassen. von Gewerkschaftern chikaniert und terrorisiert worden fein. Die früheren von dem fromment Blatt aufgetischten Geschichten haben sich in der Regel als unzutreffend oder doch als riefig aufgebauscht erwiesen, so daß wir auch diesem Fall berechtigtes Mißtrauen entgegensegen. Die Scharfmacherpresse fält natürlich heißhungrig auf den apportierten Bissen los; wir werden auf die Sache zurückommen, wenn wir nähere Erkundigungen eingezogen haben werden. Partei- Nachrichten. Der Geschichtschreiber der Kommune, Profper Ollivier Liffagaray, ist am Freitag in Paris gestorben. Der Verstorbene, Journalist von Beruf, war 1838 geboren. Er hat seine Feder stets in den Dienst der Freiheit, in den Dienst des geknechteten Tapezierer! Die am 28. Januar tagende Inmungs- Versammlung Bolts gestellt und schon seine energische Bekämpfung des hat beschlossen, daß der Junungsvorstand nochmals eine Sigung mit ein. Während der Belagerung von Baris durch die deutschen Truppen zwecks Rücksprache über den Antrag auf Auflösung der AchtzehnerKaiserreiche trug ihm verschiedene Geld und Freiheitsstrafen der Achtzehner- Kommission und dem Gehilfenausschuß einberufen foll trat er mit feurigen Worten für die Kommune ein. Der Prozeſſierung kommission, desgleichen eine Sigung zwecks Uebernahme des Klebedurch die Kommuneschlächter entzog er sich durch die Flucht nach tarifs, wozu die Kleber- Kommission mit hinzugezogen werden soll. England, von wo ihm die Amnestie des Jahres 1880 die Rückfehr gestattete. Auch nach dieser Zeit kämpfte er unerschrocken für den Socialismus und zog sich auch dafür noch vielerlei Verfolgungen und Strafen zu. heroischen Kampfe des franzöfifchen Proletariats ein Denkmal gefeßt In welchem Geiste er das Buch geschrieben, in dem er dem hat, davon mögen einige Sätze aus seiner Vorrede genügen: # Der Verein der Tischler Berlins und Umgegend( Vertrauensmänner Centralisation) giebt hiermit bekannt, daß die Bureaustunden bei Franke aufgehoben sind, und dieselben jest in der Wohnung des Vorsitzenden Diederich, Weidenweg 17, stattfinden. Grante, Ballisadenstr. 9, stattfindenden Vorstandssigungen aufmerksam. Ferner machen wir die Kollegen auf die jeden Freitagabend bei Der Borstand. St. Gallen, 24. Januar.( Eig. Ber.) Die Volts abstimmung bom legten Sonntag über das Initiativbegehren betreffend die Proportionalwahl des Kantons rats brachte den Proporzparteien zwar nicht den Sieg, aber eine fo große und überaus verheißungsvolle Minderheit, daß fie damit zufriedener fein tönnen, als die Liberalen mit ihrem Sieg", denn dieser Sieg mit seinen 500 Stimmen Mehrheit gegenüber den 24 417 Minderheitsstimmen gleicht doch dem todbringenden Geschoß im Leibe des Kriegers, der den Feind fieg reich überwand, demselben aber bald selbst erliegen wird, während der unterlegene Gegner gleich dem Vogel Phönig sich bald wieder mit Freilich ist es ein Geächteter, der die Feder führt; aber neuem Leben und neuer Kraft dieser Geächtete war weder Regierungsmitglied, noch Offizier, noch in Spandau. Am Freitag versuchten drei Beauftragte der Streis Zum Streik der Arbeiter in dem Holzfägewerk von Franke wird. Das fühlen fühlen auch bie Liberalen trop des von Beamter der Kommune. Er hat fünf Jahre lang alle Benguiffe ge- fenden eine Aussprache mit den Arbeitgebern persönlich herbeiSonntag mit Kanonenschüssen vollführten Sieges- fichtet, er bat gehäufte Beweise verlangt, ehe er die Feder ergriff, er zuführen; diefe wurde unmöglich, da Herr Franke angeblich nicht zu Korrespondent die Demokraten an, fich doch mit den Liberalen zu fachen wegzuleugnen, und tennt für die Besiegten teine beffere Spektakels, benn in der" N. Bür. 3tg." fleht ihr St. Galler sieht den Sieger auf die kleinste Inrichtigkeit lauern, um alle That Hause war. Ein Vertreter desselben eröffnete ihnen, daß die Arbeiter gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Die Liberalen hatten zu ihrem Schugrebe, als die schlichte und aufrichtige Erzählung ihrer Geschichte. gar nicht darauf rechnen dürften, daß die Firma die Lohnabzüge rückSieges- Spettafel umsoweniger Grund, als sie ihren Sieg mur dem treulofen Abfall einer Anzahl Ultromontaner und Demokraten Nachkommen, wir sind sie den Arbeitern der ganzen Erbe schuldig. von den Verbands funktionären, die ja doch nur von den Beiträgen Zudem sind wir die Wahrheit den Bestegten felbst und ihren Verdienst ohne Not auskommen; sie sollten sich aber nur nicht gängig machen würde. Die Arbeiter fönnten mit dem ihnen gebotenen von ihren Parteien zu danken haben und die sonntägige Abstimmung Der Bestegte will die Ursachen seiner Niederlagen, der Sohn die der Arbeiter leben, aufheben" laffen. ben Beweis dafür erbrachte, daß die Liberalen gegenüber den beiden fünftigen Klippen, bie fjocialistische Partei die Feldzüge ihres der Firma die Arbeit wieder aufnehmen wolle, müsse zuvor noch Wer zu den Bedingungen Minderheitsparteien thatsächlich in der Minderheit sind und für sich Banners in allen Ländern kennen. Die Kommune von 1871 war b bitte leisten. allein teine Mehrheit mehr bilden. Der Firma tomme der Streit sehr gelegen, Der Frankesche Betrieb ruht vollständig, es streiken 69 Mann. Die Arbeiter wollen munmehr das Gewerbegericht anrufen. ihnen am Wie aussichtsvoll die Zukunft für die verbündeten Minderheits, nur ein Vorspiel. In den Kämpfen des Kaiserreichs tünden sich die sie spare dadurch die Arbeitslöhne. parteien ist, zeigt ein Vergleich der beiden Zahlen der Abstimmungen gestrige Schlacht nicht von Grund aus kennt, so wartet dasselbe vom 29. Januar 1893 und 20. Januar 1901 über den Proporz. Es Blutbad auf ihn. wurben nämlich abgegeben am 29. Januar 1893 21 597 Nein und 19 875 Ja. 1901 24 931 24 417 Somit wuchs die Stimmenzahl der Gegner in den acht Jahren um 3334 und der Anhänger um 4542, also erheblich stärker. Dieses Wachstum berechtigt vollauf zu der Hoffnung, daß ein dritter Anlauf den Proporz zum Siege verhelfen und auch den Arbeitern vermehrten politischen Einfluß im Kanton St. Gallen verschaffen werde. 20. " Belgien. " " " Militärgefegentwurf. Der frühere Minister Woefte hat am Freitag in der Repräsentantenkammer einen neuen. Militärgesetz entwurf eingebracht, nach welchem der militärische Freiwilligendienst eingeführt werden soll. Die Freiwilligen sollen Löhnung erhalten, wie die Miliz, und bei ihren Eltern wöhnen dürfen. Frankreich. 0 Unter folchen Umständen ist Schmeicheln gleichbedeutend mit Verraten. ob vorfäßlich oder aus Unwissenheit durch Geschichtsdithyramben Wer dem Volte falsche Revolutionslegenden erzählt und es täuscht, ist ebenso strafbar, wie der Geograph, der falsche Starten für den Seefahrer entwirft." Von Erfolg begleitet sind die unermüdlichen Vorstellungen der Pulverarbeiter in Spandau( es ist dies eine Kategorie Wir berichteten bereits mehrfach, daß diese Arbeiter, die durchweg vereideter Arbeiter, unterschiedlich von den Hilfsarbeitern) gewesen. auf eine Dienstzeit zwischen 20 bis 37 Jahren zurückblicken, zuletzt doch nur ein monatliches Einkommen von 92 m. hatten. Ihre vielfachen Beschwerden und Petitionen blieben so lange Die Lübecker Streikposten Verordnung vor dem Reichs- ohne Erfolg, bis jetzt endlich der Kriegsminister auf ein gericht. In Straffachen gegen den Reichstagsabgeordneten Genossen erneutes Gesuch den erfreulichen Bescheid erteilte, daß Moltenbuhr wegen Aufforderung anm Ungehorsam in der bekannten den Affaire der Lübecker Streikposten- Verordnung steht vor dem III. Straf- eine Zulage von 25 M. pro Monat gewährt werde, fodaß ihr EinPulverarbeitern" es sind ihrer mir noch 52 fenat des Reichsgerichts am 4. Februar, 9 Uhr morgens, Termin fommen jegt auf 117 m. im Monat igestiegen ist. Sicher haben die an. Als Verteidiger fungieren Rechtsanwalt Dr. Suse, Hamburg, Veröffentlichungen in der Arbeiterpreffe ihren Teil dazu beigetragen, und der Reichstagsabgeordnete Rechtsantvalt Heine, Berlin. daß die Heeresverwaltung jest wenigstens einen Teil ihres Unrechts gut macht. Die Elberfelder Stadtverordneten beschlossen, wie die Boltszeitung" meldet, dem socialdemokratischen Wolfeverein die aum Sämtliche Drucker der Cöpenicker Linoleumfabrik haben Das Projekt Waldeck Rousseau betr. die Religions Bau der Stadthalle hergeliehenen 2000 m. nebst Binsen zurüdgu- wegen fortgesetter Lohnreduktionen, nachdent eine in dieser Gefellihaften wird von einer parlamentarischen Kommiffion zahlen. Lange genug hat es gedauert, bis sich die städtische Ber- Angelegenheit vorstellig gewordene Kommission einen schroff ab= beraten, bestehend aus Abgeordneten der Linken. Der Zweck der Stom- waltung zu diefer eigentlich selbstverständlichen Handlungsweise ent- lehnenden Bescheid erhielt, einmütig die Arbeit niedergelegt. Einer mission geht dahin, die Freunde der Vorlage möglichst auf die schlossen hat. Trotzdeni kann sie den Vorwurf, ein gegebenes Ver- bereits vor zwei Jahren erfolgten Reduktion der Accordpreise um verschiedenen Abänderungsvorschläge zu einigen. Die Socialisten sprechen nicht gehalten zu haben, nicht von sich abwälzen. 33 Proz. follte mumehr eine weitere in der Höhe von 20-25 Proz. befürchten bekanntlich mit vollem Recht, daß die freien politischen nachfolgen, so daß die daselbst beschäftigten Druder durch Vereinigungen durch das Gefez leicht mit getroffen werden können, Deutsches Verfammlungsrecht. Der Befizer des einzigen diese neuerdings erfolgte Maßnahme der Direktion auf die fobald nur eine reaktionäre Regierung am Nuder ist. Die Kom- den Arbeitern zur Verfügung stehenden Versammlungslotals in Hälfte ihres ursprünglichen, an und für fich nicht hohen misston hat denn auch die Streichung der betreffenden Stellen Danzig erhielt folgende Verfügung des dortigen Polizei Berdienstes herabgedrückt sein würden. Beteiligt find 33 Personer, acceptiert. Beim Bureau der Kammer ist jetzt das 53. Amendement Präsidenten: sämtlich organisiert. Arbeiterfreundliche Blätter find unt Abdruck zu dem Gesetz eingereicht worden. Das Ministerium hat den Degebeten. Anfragen und Sendungen find an E. Wehtoph, putierten Jeine neue Statistik unterbreiten lassen, in welcher die un Berlin O., Koppenstr. 56, zu richten. beweglichen Vermögen der Religionsgesellschaften vom 1. Januar 1901 aufgeführt find. Die Schrift umfaßt 1178 Seiten. Der Papft und das Vereinsgeseų. Parifer Blätter wollen wiffen, der Bapft habe erklärt: Sollte die französische Regierung auf der Durchführung des Gesezes bestehen, so fomme es zu einem vollständigen Bruch zivifchen dem Vatikan und der franzöfifchen Regierung.Aus den Ihnen mündlich bereits mitgeteilten Gründen feße ich hiermit die Polizeistunde für Ihr Lokal, Starthäuserstr. 21, für alle bende, an welchen Versammlungen stattfinden, auf 11 Uhr abends fest. Es bleibt Ihnen überlassen, dafür zu sorgen, daß die Verfammlungen fo rechtzeitig beginnen, daß fie um 11 Uhr ihr Ende erreicht haben." Wohlwollende Berücksichtigung. Der Arbeitsminister v. Thielen hat unterm 14. Januar an Bei der mündlichen Verhandlung war dem wirt als Grund die Oberpräsidenten, an sämmtliche Regierungspräsidenten und an unter andrem mitgeteilt worden, daß sich einige Bolizeikommissare die Ministerial Bautommission in Berlin folgenden und erlaz über die zu lange Dauer der Versammlungen befchwert hätten. über die Einführung einer fog. Streifttanfe! in Merkwürdig, warum sie da nicht ruhig nach Hause gegangen sind! Bertragsbedingungen gerichtet:„ Die von verschiedenen BerAfien. einigungen des Baugewerbes ausgehenden Bestrebungen auf EinIn fittlicher und religiöser Hinsicht Aergernis genommen führung einer Streitlaufel in die allgemeinen vertraglichen Rene Hungersnot in Indien. Im Hochlande von Indien hat der Bezirksausschuß für ben Regierungsbezirk Magdeburg an Bedingungen für Bauten und für Lieferungen haben mir Berfm Najputanabezirk und den Centralprovinzen von Mittelindien ist folgenden Schriften: anlaffung gegeben, eine Stellungnahme der Centralbehörden des reicher Regen niebergegangen, welcher für die Landwirtschaft äußerst 1. Die preußische Gefinde- Ordnung vom 8. November 1810 von Reiche und Breußens zu den erhobenen Forderungen herbeizuführen. günstig zu sein verspricht. Im De'than, den Kerhatat. Aug. Heine. 2. Wilhelm Liebknecht, sein Leben und Wirten von Nach dem Ergebnisse der Beratungen habe ich dem Vorstande der und Bombay Distrikten stehen infolge zu frühen Sturt Eisner. 3. Wie ein Pfarrer Socialdemokrat wurde von Baul Baugeschäfte von Berlin und den Vororten den Bescheid vom 3 Mit dieser Erledigung ihres Antrags fönnen die Unternehmer mehr als zufrieden sein, sind sie doch an den Arbeitskämpfen immer schuldlos. Besonders wird es der Minister Thielen anerkennen, daß die Begehrlichkeit der Arbeiter unter allen Umständen zurüdgedämmt werden muß; für niedrige Löhne, lange Arbeitszeit, hat der Eisenbahn Minister bekanntlich ein weitgehendes Verständnis. Ausland. 8. Dezember vorigen Jahres zugehen lassen. Es ist danach| Anton Olsen aus Chriftiania, 2. die Artiften- Ehefrau Hedwig Hauptschuldigen ohne Ausnahme wieder aufgenommen haben, die Aufnahme der Streifflausel in die Vertragsbedingungen v. terhjelm und 3. der frühere Rechtsanwalt Eduard Lisser. Selbst der einflußreiche Tungfuhsiang soll dem Henters. abgelehnt, den Antragstellern aber eine wohl Die beiden Erstgenannten waren des wiederholten Betrugs beichwert verfallen, wenn auch erst dann, wenn dieser wollende Berüdsichtigung der Verhältnisse im schuldigt, Lisser sollte sich durch Beihilfe strafbar gemacht haben. General den Mächten den Gefallen erwiesen haben wird, sein Falle unverschuldeter Arbeitsfämpfe zugesichert. Ein vierter Angeklagter, der Artist v. Akerhjelm, ist flüchtig Haupt auf den Block zu legen. Einzig von der Hinrichtung des Ich ersuche, bei den Bauausführungen des dortigen Geschäftsbereichs geworden und wird steckbrieflich verfolgt. Da der An Prinzen Euan scheint man Abstand genommen zu haben. dein Bescheide entsprechend zu verfahren und etwaige Anträge auf geflagte Olsen nur der norwegischen Sprache mächtig war, jo Was die Mächte mit dieser abermaligen Forderung bezweden, Verlängerung der vertraglich festgesezten Fristen oder auf Nieder- mußte mit Hilfe eines Dolmetschers verhandelt werden. Olfen läßt sich schwer begreifen, sofern man ihnen die ernstliche Absicht des schlagung von Vertragsstrafen nach Maßgabe der Vorschriften recht wurde vom Rechtsanwalt Dr. Werthauer, Frau v. Aferhjelm vom balbigen Friedensschlusses zutraut. Selbst wenn er wollte, tönnte zeitig einzureichen." Justizrat Ehrlich und Lisser vom Rechtsanwalt Ballien 1 verteidigt. der Hof gar nicht diesen rigorosen Forderungen willfahren. Und Olsen und der flüchtige v. Aterhjelm sollen arge och stapler sein. selbst angenommen, der Hof opfere Tichuang und Jinglien, die im Herbst 1899 nach Berlin kamen, um hier eine reiche Heirat so würde die faktische Straflosigkeit des proftribierten einzugehen. Um seinem Begleiter würdiger zur Seite zu stehen, ungfuhsiang den Respekt vor den Mächten schwerlich zu erhöhen legte Olsen die Bezeichnung Konditor" ab und nannte sich Olsen- geeignet sein. Tuan und Tungfuhsiang würden zweifellos um so Tilse. Der Zufaz war der Name feines norwegischen Heimatsdorfs. fanatischere Organisatoren des einstigen Rachekriegs werden. Die v. Aterhjelm lief zuerst in den Hafen der Ehe ein. Er nannte sich Haltung der Mächte ist nur dann einleuchtend, wenn sie u mjeden " Baron", gab sich als Landwirt und Rentier aus und behauptete, daß er Preis den Abschluß des Friedensvertrags und außer großem Barvermögen noch ein herrliches Schloß in Norwegen be- bie 8urüdziehung der Truppen hinauszuzögern Der Streit der Spikenweber von Calais ist an dem ent- fize. Diese Angaben machte er einer Heiratsvermittlerin, die es sich an- beabsichtigten. scheidenden Wendepunkt angelangt. Die Unternehmer haben ihre gelegen sein ließ, den vornehmen Heiratskandidaten den ihr bekannten Uebrigens meldet bereits wieder Laffans Bureau aus Peking ,. Fabriken geöffnet; fie hatten es jo eilig mit dem Wieder- Damen zu empfehlen. Die jetzige Angeklagte von Aferhjelm wurde daß Amerita, Rußland und Japan mit dem Verlangen beginn der Arbeit, daß sie den am Morgen gefaßten Be die Erkorene des reichen Norwegers. Allerdings soll sie ihm über der Khatimächte nicht einverstanden sind, sondern für eine Mildernng schluß bereits am Nachmittag zur Ausführung brachten. Sie wollen ihre Verhältnisse auch leinen reinen Wein eingeschenkt haben. Als der betreffenden Forderung eintreten. Es wiederholt sich also das sich zunächst den Bestimmungen des Gesezes fügen. Nacht ihr Ehemann die Flucht ergriff, wurde sie verhaftet unter dem Ver- alte, reizvolle Spiel. arbeit soll nicht stattfinden und auf je einen Webstuhl soll ein dacht, gemeinsam mit ihm Schwindeleien verübt zu haben. Die Bischof Anzer Arbeiter fommen. Die Mitglieder der Gewerkschaft Emancipation" Beschuldigte, die in früheren Jahren unter Kontrolle gestanden hat beabsichtigt nach englischen Meldungen nunmehr ins Innere Chinas find, trotzdem ihr bisheriges Verhalten von fierten Proletariat Frankreichs auf das schärfste verurteilt sie sei von ihrem Ehemann arg betrogen worden. Als Modistinchitat, ihm seinen Schutz versprochen hat. Hoffentlich enthält sich dem organi und wegen Landstreichens vorbestraft ist, bestritt dies entschieden. zurückzukehren, nachdem der Gouverneur von Schantung, Juanworden, und troßdem fie von Sembat, der im Auftrag babe sie sich eine Summe von 6000 M. erspart und sich nach und nach Bischof Anzer fünftig aller politischen Konspirationen und befleißigt der socialistischen Kammerfraktion in Calais war, an ihre Pflicht auch eine hübsche Einrichtung angeschafft. Sie habe ihrem Bräutigam fich eines etwas bescheideneren Auftretens, damit der mühsam hergegenüber ihren Arbeitsbrüdern gemahnt wurden, in die sofort nach der Verlobung aus augenblicklicher Geldverlegenheit" gestellte Frieden nicht wieder gestört wird. Fabriken gegangen und haben die Arbeit aufgenommen. Der helfen müssen und ihm zunächst 1500 M. geopfert. Nach der Hochzeit Berband der Spizenweber dagegen hat beschlossen, die Arbeit nicht habe sie mit ihm auf sein Schloß in Norwegen fommen wollen, fie seien eher aufzunehmen, bis die Unternehmer die in dem abgeschlossenen aber nur drei Tage in einem Hotel in Christiania gewesen, da habe Bertrag festgesetzten Arbeitsbedingungen wieder einzuführen bereit ihr Mann erklärt, daß ihn notwendige Geschäfte zwängen, nach sein werden. An der Abstimmung, die eine geheime war, nahmen Berlin zurückzukehren, wo sie in der Bandelstraße eine bescheidene 1814( von 1832 eingetragenen) Ausständige teil; davon stimmten Wohnung bezogen hätten. Nach und nach habe sie das wahre 1776 für, 38 gegen den Streit, 18 enthielten sich der Abstimmung. Wesen ihres Manns fennen gelernt und gesehen, daß er nur Die Droschkentutscher zweier Pariser Compagnien find mit Strolchen verkehrte. Am 2. September v. J. habe sie ihn zum im Streit. Sie verlangen, daß bei Festießung des„ Durchschnitts", legtenmale gesehen. Sie sei die Betrogene; von den anderweitigen das heißt derjenigen Summe, welche der Kutscher pro Tag an die Schwindeleien ihres Manns wisse sie nichts. Ein böses Sünden Compagnie abgeben müssen, Delegierte der Kutscher angezogen register wurde dem Angeklagten Olsen vorgehalten. Auch ihm war werden. Die Festseßung soll alle 14 Tage von neuem geregelt es geglückt, eine Dame, die ihm 3000 m. mit in die Ehe brachte, werden. Außerdem verlangen sie die Abschaffung der Prämie von ins Garn zu loden. Sie hat ihn bald wieder verlassen. Beide 100 Fr., welche dann gewährt wird, wenn der Kutscher eine be- Norweger follen unnatürlichen Leidenschaften fröhnen. Olsen hatte stimmte Bahl von Tagen gefahren ist. Diese Prämie, die zu Neujahr ausgezahlt wird, wirkt im höchsten Grade forrumpierend auf die Arbeiter. D " Der Bergarbeiter Ansstand in Montecan les Mines dauert fort. Zwischen dem Streikkomitee und dem Präfekten haben bereits verschiedene Zusammenkünfte stattgefunden, ohne daß es zu einer Verständigung gekommen wäre. Kurzer Prozek. Wie flint unice Truppen in China mit dem Erschießen von Leuten bei der Hand waren, deren persönliche Schuld durch nichts erwiesen war, geht wieder aus einem Bericht hervor, den der Ost asiatische Lloyd" in seiner Nummer vom 14. Dezember über die Expedition nach Baoting fu enthält. In demselben liest man: hier bei der Deutschen Bank ein verschlossenes Batet, das angeblich 120000 m. enthalten sollte, hinterlegt, und dies spielte in den Betrügereien, die v. Aferhjelm und Olsen gemeinsam begingen, eine Hauptrolle. eine Olfen erzählte, daß er Inhaber einer großen Bäderei und eines Hotels in Christiania sei, im legteren pflege der deutsche Kaiser abzusteigen, wenn derselbe sich in Christiania aufhalte. Er sei ferner Befizer der Arbeiter sind der Direktion eingereicht. Die Stadt ist mit 360 000 kronen kaufen wolle. Durch alle diese Angaben gelang es Die Forderungen eines giveifälligen Wafferfalls, den ein englisches Konsortium für Gendarmen und Militär in der Zahl von etwa 3000 belegt, so daß den beiden Norwegern, mehrere Wechsel in Höhe von 1000, sie den Eindruck macht, als ob sie sich im Belagerungszustand 1500 M. usw. in Umlauf zu setzen und diskontiert zu erhalten. befände. Das Militär war in den städtischen Schulen einquartiert. Auf die Proteste des socialistischen Bürgermeisters hin wurden die bei der Deutschen Bant beschlagnahmt und geöffnet wurde, Als der Schwindel entdeckt und das erwähnte Wertpaket Schulen geräumt und die Soldaten bezogen Quartiere in den Gebäuden der Werksdirektion. Gelegentlich eines Leichenbegängnisjes wurde eine große Demonstration aufgeführt, an der gegen 15 000 Personen beteiligt waren. An diese schlossen sich eine Reihe Versammlungen unter freiem Himmel. „ Am 21 Oktober, morgens 8 Uhr, rückte das deutsche Detachement, bestehend aus dem 1. Bataillon des 4. Ost asiatischen Infanterie- Regiments, der 3. Schwadron des Reiter Regiments und einer Batterie, von Tientsin nach Paotingfu ab. Gleich im ersten Quartier fand man Spuren von Bogern vor. Der Tempel, in dem die 4. Compagnie Tag, lag etwas abseits von dem Dorfe Wang- tsin- to- chuang, in dem das Gros Unterkunft gefunden hatte. Durch einen äußerst glüdlichen Zufall wurde in diesem Tempel brennende Lunte entdeckt. Die fofortige Nachsuchung ergab, daß der ganze Tempel unterminiert war und mit Explosivstoffen in die Luft gesprengt werden sollte. Daß die ganze Sache vorher geplant war, lag flar auf der Hand. Major Vichura ließ sofort zehn der angesehensten Chinesen gefangen nehmen; sie sollten als Strafe 20000 Taels zahlen. Nach vielem Hin- und Herreden versprachen die Chinesen zu zahlen. Das Geld sollte am nächsten Tage zusammengebracht werden und die Truppen hatten einen Ruhetag. Da ertönte plöglich in der Nacht um 3 Uhr Feuerlärm und rüttelte die müden Soldaten gar unsanft aus dem Schlafe. Die Chinesen hatten das Dorf in der Windrichtung nach dem Lager zu angesteckt und hofften, unsre Leute auszuräuchern. Auch war das Geld noch nicht zur Stelle. Da wurde kurzer Prozeß gemacht. Der Mandarin und ein andrer Beamter wurden ohne weiteres erschoffen, während die andren acht mit blauem Auge davon famen. Vorher hatte die Haubigen Batterie 20 Shrapnels in das Dorf geworfen, um doch zu zeigen, daß es ernst gemeint sei. Kaum fielen die ersten Schüsse in das Dorf, als plöglich die Chinesen gefügig wurden und sich bereit erklärten, sofort zu zahlen; vorher hatten sie gehofft, daß die biederen Deuts schen ihre Zahlungsunfähigkeit einsehen würden. Aber nun war es zu spät.' zeigte sich, daß die darin befindlichen Papiere wertlos waren. Norweger besorgt. Es wird ihm vorgeworfen, daß er eine falsche Der Angeklagte Lisser hat einige der Geldgeschäfte für die beiden Auskunft erteilt hat, um das Geschäft abwickeln und die Provision einheimſen zu können. Er gab auf Befragen zu, daß er im Jahre 1899 wegen Unregelmäßigkeiten aus der Liste der Anwalte Aus der Frauenbewegung. gestrichen worden sei und sich zur Zeit außer wegen der borliegenden noch in einer andren Sache in Untersuchungshaft befinde. Achtung! Frauen und Mädchen des arbeitenden Volks! Im Lauf der Verhandlung wurde festgestellt, daß v. Akerhjelm Heute Sonntag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, findet Kösliner- in Malmö, Kopenhagen und Hamburg wegen der verschiedensten straße 8 eine Boltsversammlung statt, in der Genojjin e la ra Vergehen und Verbrechen schwer vorbestraft ist, zuletzt mit 3 Jahren Bettin unfren Standpunkt gegenüber der Kommune vertreten Buchthaus. Die Heiratsvermittlerin Zeugin Rudloff bekundete, wird. Erscheint zahlreich in dieser Versammlung und beweist, daß daß v. Akerhjelm ein Mann von gewandtem Auftreten gewesen sei, Ihr nicht gleichgültig allen öffentlichen Angelegenheiten gegenüber dem sie in jeder Beziehung geglaubt habe. steht. Schule, Waisenpflege, Armenpflege, das sind alles Fragen, Der Staatsanwalt hielt sämtliche Angeklagte für überführt. Er Die Geschichte von dem unterminierten Teufel flingt mehr als die in hohem Grade die Frau interessieren. Agitiert für den Besuch berechnete die von Akenhjelm und Olsen erschwindelten Summmen auf unwahrscheinlich. Zum mindeſten würden doch die Dorfbewohner dieser Versammlung bei Euren Bekannten und Freunden. insgesamt 8010. und kennzeichnete dieselben als Hoch- selbst nicht so unglaublich blödsinnig gewesen sein, ein Attentat gegen stapler der gefährlichsten Art. Gegen Oljen beantragte der Staats- die Truppen zu unternehmen, um dann der bekannten Hunnenrache Verein für Franen und Mädchen der Arbeiterklaffe. amvalt vier Jahre Gefängnis und 6 Jahre Ehrverlust, gegen bis auf den letzten Mann zu verfallen. Die Schuldigen hatten sich Montag, den 28. Januar, abends 81/2 Uhr, Kommandantenstr. 20: Frau Affenhjelm ein Jahr Gefängnis und 2 Jahre Ehrverlust, gegen alfo wenn an der ganzen Attentatsgeschichte überhaupt etwas Vortrag des Herrn Reichst.- Abg. Wurm über: Volfseinkommen Liffer ein Jahr sechs Monate Gefängnis und zwei Jahre Ehr wahr ist vorsichtigerweise davon gemacht. Nicht minder und Volksernährung". Gäste willkommen. tlar ist, daß die gestandrechtelten beiden Chinesen Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Olsen zu zwei mit dem Ausräucherungsversuch nicht das mindeste Jahren Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust; die Angeklagte zu thun haben konnten. Trozdem machte man mit ihnen Atenhjelm zu zwei Monaten Gefängnis, die durch die erlittene Unter- furzen Prozeß", kam es doch weniger darauf an, Schuldige zu fuchungshaft für verbüßt erachtet wurden und den Angeklagten Liffer bestrafen, als vielmehr den gelben Bestien einen heilsamen Respekt einzuflößen. Und der Krieg ist eben fein Schäferspiel, würde 34 bier Monaten Gefängnis. der Herr Kriegsminister schwachnervige Ethiker herablaffend belehren.Die Vertrauensperson. Bociales. Der Achtstundentag in Amerika. Mit dem 25. Januar ist für den Staat Washington ein Gesetz in Kraft getreten, das die Arbeitszeit aller Staatsarbeiter auf acht Stunden pro Tag beschränkt. Dieselben Bestimmungen finden Anwendung bei Arbeiten, welche Dritte auf Rechnung des Staats ausführen. Buvider handelnde werden mit 100-800. Geldstrafe oder mit 10 bis 90 Tagen Gefängnis bestraft. Berliner Partei- Angelegenheiten. Arbeiter Bildungsschule. Die Mitglieder, welche Billets zum heutigen Besuch der föniglichen Sternwarte am Enteplatz haben, werden gebeten, sich mittags 12 Uhr, in Garten der Sternwarte zu bersammeln. Heute abend 7 Uhr, Versammlung im Englischen Garten", Alexanderstr. 27c. Vortrag des ReichstagsAbgeordneten Dr. Herzfeldt über: Rechtszustände 18. Januar 1701. Zahlreichem Besuch sieht entgegen verlust. Eine Encyklika des Papstes. Die Verhandlungen gegen die Gründer der Helios: Gesellschaft förderten gestern nichts von hervorragender Bedeutung zu Tage. Beachtenswert ist die Aussage des jetzigen Direktors der Gesellschaft, Ludwig Freudenthal. Er befundet, daß, als er Lehte Nachrichten und Depeschen. sein Amt antrat, sich die Bücher in einem Zustande der Verwahrlosung befanden, so daß zwei Buchhalter monatelang damit zu thun Rom, 26. Januar.( W. T. B.) Die heute veröffentlichte hatten, um Ordnung herzustellen. Ueber die Punkte, die den Angetlagten als strafbare Handlungen zur Laft gelegt werden, Encyklika des Papstes über christliche Demokratie umfaßt 20 Drudivußte der Zeuge aus eigner Wissenschaft nicht viel anzugeben. feiten. Der Papst erinnert zunächst an seine früheren, der socialen Ju Aufsichtsrate sei man der Ansicht gewesen, daß Dr. Haafe Frage gewidmeten Encykliken und hebt hervor, wie auf Grund bei der ganzen Sache 100 000 W. und Angeklagter Richter 70 000 m. jener Encykliken die Katholiken ihre ganze Thätigkeit dem verdient habe, was beide allerdings bestreiten. Nach seiner Ansicht socialen Werke gewidmet haben, um dem Arbeiterstande abzuhelfen. sei die Möglichkeit eines größeren Verdienstes für die Gesellschaft Sodann beschäftigt sich die Encyklika, nachdem sie die Bevon Anfang an ausgeschlossen gewesen, denn ihr feien durch den zeichnung" chriftlicher Socialismus" als nicht richtig zurüdgewiesen, Socialismus" und der am mit der Firma Siemens abgeschlossenen sehr ungünstigen Vertrag mit dem Unterschiede zwischen dem Zum Schlusse ermahnt der Bapst die Hände so gebunden gewesen, daß ein Verdienst für die Gefell christlichen Demokratie". schaft nicht herausschauen konnte. Die Glühstrümpfe seien der die Katholiken, sich einig zusammenzuschließen und unnüge Alles dies würde dazu Firma Siemens zu 1 M. pro Stüd zu liefern gewesen, während die Streitigkeiten bei Seite zu laffen. Herstellung selbst 1,75 M. fostete. Er habe dem Dr. Haase einmal beitragen, Jedermann zu veranlassen, Alles zu fiichen, was und aufrührerischen Borwüfe wegen dieses Vertrags gemacht und darauf die Antwort einen revolutionären Charakter habe, erhalten: Wir brauchten doch den Namen Siemens. dagegen aber das Recht jedes andern zu achten, sich seinen Borgesetzten gegenüber achtungsvoll zu zeigen und praktisches Christentum zu treiben. So werde der sociale Friede an allen Orten wieder zur Ausbreitung gelangen. Die Enehelia trägt das Datum des 18. Januar 1901. Der Vorstand. Erster Berliner Reichstags- Wahlkreis. Heute, Sonntag, abends 6 Uhr, öffentliche Versammlung in Cohns großem Saal, Beuthstraße 20. Reichstags- Abgeordneter Mag Schippel spricht über die Entwicklung der deutschen Handelspolitik im 19. Jahrhundert. Nachdem gemütliches Beisammensein und Tanz. Charlottenburg. Am Donnerstag, den 31. d. M., wird in der Gambrinus- Brauerei eine Volksversammlung stattfinden mit der Tagesordnung: Die Verteuerung der Lebensmittel und die Konsumvereine. Es wird ersucht, besonders unter den Arbeiterfrauen für diese Versammlung eifrig zu agitieren. Bur Lokallifte. Das Lokal von Hermann Villwod, NiederSchönhausen, Lindenstraße 43, steht den Parteigenossen zur VerDer Vertrauensmann. fügung. Wilmersdorf. Mittwoch spricht Reichstags- Abgeordneter Albrecht im Lotal von Struß, Ecke der Berliner- und Auguftstraße über die wirtschaftlichen Krisen und die Arbeiterklasse. Die Genossen wollen sich Montagabend 71/2 Uhr in den bekannten Lokalen zur Flugblattverbreitung einfinden. Versammlungen. " " Eine Volksversammlung im dritten Wahlkreise, die am Donnerstag im Gewerkschaftshause stattfand und von etwa 1000 guhörern besucht war, hörte einen äußerst interessanten Vortrag des die Granff. 8tg.": Der erste Vorstand des Gemeindekollegiums von Frankfurt a. M., 26. Jan.( B. H.) Aus München berichtet Genossen Moltenbuhr über:" Beiträge zur Geschichte des preußischen Proletariats in den letzten zwei Jahrhunderten." Der Kempen, Hauptmann Heinrich Walde, ist wegen WechselDer jüngst fallierte Ziegelei etwa anderthalbstündige Vortrag wurde mit großem Beifall auf- fälschungen verhaftet worden. befizer Fromanu bei Kempen erschoß sich, als er ebenfalls Die beiden Fälle wegen Wechselfälschungen verhaftet wurde. stehen übrigens nicht im Zusammenhang. genommen. Der Arbeiter Bildungsverein in Friedrichshagen hielt am Donnerstag, den 17. Januar, eine Generalversammlung ab. Nach einer lebhaften Debatte über einen Beschluß der vorigen Versamm lung fand Grſagwahl einiger Vorstandsmitglieder statt. Ferner wurde beschlossen, die Versammlungen wieder des Sonnabends statt finden zu lassen. " Bankow- Nieder- Schönhausen. In einer öffentlichen Vereinsversammlung bei Setteforn, Nieder- Schönhausen, wird Genosse Schöneberg. Am 22. d. M. tagte im Klubhause die erste BerGrunwald am Dienstagabend 81/2 Uhr über Handelspolitik und ſammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins Weltpolitik sprechen. für Schöneberg", welchen Namen der bisherige socialdemoStralau- Rummelsburg. Die heute, Sonntag, im Lokal von fratische Verein für Schöneberg jezt führt. In derselben hielt Schumann, Stieg, stattfindende Generalversammlung Reichstags- Abgeordneter Hoch einen Vortrag über: Das Unfall des Socialdemokratischen Vereins wird nicht um 2 Uhr, sondern versicherungs- Gesetz", welcher von der Versammlung mit Beifall auf schon um 1/2 Uhr eröffnet. genommen wurde. An der Diskussion beteiligten sich Däumig, Erich Reiche, Mary und Lampe. Gerichts- Beitung. Ein Hochstapler- Konsortium. Nordische Märchen wurden in reichlicher Weise aufgetischt in einer Verhandlung, die gestern die ganze Sigung der neunten Strafkammer des Landgerichts I, unter China. Der ewige Cirkeltanz. Frankfurt a. M., 26. Januar.( B. H.) Die Frankf. 8tg." meldet aus Lübed: Bei heftigem Schneetreiben entlud fich am Mittag ein starkes Gewitter. Der Bliz schlug in den Jacobi- Kirchturm ein, der noch brennt. Brüssel, 26. Januar.( B. H.) Der Gouverneur der Provinz Luxemburg Baron Orban de Hyory wurde heute durch einen Provinzialbeamten, bei dem man schon seit längerer Zeit Anzeichen von Geistesstörung wahrgenommen hatte, in seinem Bureau erschoffen. Der Attentäter hatte vor drei Monaten seine Kündigung erhalten, jedoch durch Fürsprache des Gouverneurs seine Stellung wiedererlangt. Er stürmte heute in das Bureau des Gouverneurs und feuerte, ohne ein Wort zu sprechen, den tödlichen Schuß auf den Baron ab, der sofort starb. Der Attentäter beging darauf Selbstmord. Baron de Hyory ist etwa 40 Jahre alt und hinter läßt fünf unmündige Kinder. Mailand, 26. Januar.( W. T. B.) Die Aerzte Verdis haben von der Ausgabe eines Abendbulletins Abstand genommen, Nach der geftrigen Meldung der" Agence Havas" sollen die da bei der erstaunlichen Widerstandskraft des Kranten ihrer Ansicht dem Vorsitz des Landgerichtsrats Regenberg in Anspruch nahm. Gesandten der Mächte die feiner Zeit verständigerweise fallen- nach dessen Hinscheiden ebensogut jeden Augenblid, als vielleicht erst Aus der Untersuchungshaft wurden vorgeführt 1. der Konditor gelassene Forderung der Verhängung der Todesstrafe über die morgen erfolgen tam. Werantwortl. Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 23. 18. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 27. Januar 1901. Reichstag. 62 sid 34. Sigung vom Sonnabend, den 26. Januar 1901, 1 Uhr. alloise solo pusta Am Bundesratstische: Graf Bosadowsky. is di Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt( Titel Staatsjefretär). Abg. Dr. Hite( C.): " # " wenn zu ändern, so sind doch Grenzen für diese Aenderung durch auch nicht zu wundern, daß auf der andren Seite der Eifer Sas Gesetz felber gegeben. Es wird ausdrücklich bestimmt, für sociale Reformen erfaltet, man sieht, wie die daß die freien Vereinbarungen nicht gegen die guten Sitten Socialdemokratie allen Schmutz aufwühlt, um ihn auf das verstoßen dürfen. Nun ist von den Unternehmern der§ 616 patriotische Empfinden zu häufen, wie dies der ,, Vorwärts" am aber generell für ganze Betriebe aufgehoben und damit 18. Jannar gethan hat. Herr Ledebour hat meinen Scheitereine gefeßliche Bestimmung zu Gunsten der wirtschaftlich Schwachen haufen- Brief erwähnt. Das war feine Intrigue und ich habe durch freie Vereinbarung befeitigt worden, ein Vorgehen, das feinetwegen ein ganz gutes Gewissen.( Lachen bei den Socialoffenbar gegen die guten Sitten verstößt. In einer Konferenz des demokraten.) Bier Punkte habe ich darin aufgestellt, in denen ich Centralverbandes im Februar 1900 ist ausführlich über den§ 616 mit Bismard auseinanderging, und habe nur geraten, daß die verhandelt worden. Charakteristisch war die Behandlung der Kreuz- Zeitung" diese vier Bunfte in scheiterhaft heller Beleuchtung Der Herr Abg. Bebel hat bei einer früheren Socialistendebatte föniglichen Gewerbe Inspektoren, die sich den Unternehmern( Lachen) zeigen solle, um den Kaiser richtig zu informieren. Das das Wort Heines citiert:„ Es giebt hienieden Brot genug für gegenüber auf den Standpunkt gestellt hatten, daß es war eine offene, ehrliche Kampfesweise. Ihr Herr Bebel hat den alle Menschenkinder.... den Himmel überlassen wir den Engeln Rechtsnormen gegenstandslos zu machen. gegen die guten Sitten verstoße, den Arbeitern günstige Tucker- Brief" direkt erfunden.( Stürmische Unterbrechung bei und den Spazzen." Herr Bebel fuhr dann fort:„ Das ist unser Konkurrent des Bued und auch Commis der Unternehmer, meinte Herr Dr. Bäumer, ein den Socialdemokraten. Ruf: Unverschämt!) Programm." Unter diesen Umständen wird sich Herr v. Vollmar nicht auf jener Konferenz: Redner verteidigt des weiteren die christlichen Gewerkvereine. wundern dürfen, wenn wir die Programmforderung feiner Partei: den föniglichen Gewerberäten Belehrungen über die guten Sitten Es schien mir angezeigt, daß man sich von Abg. Reißhaus( Soc.): Religion ist Privatsache nicht sehr ernst nehmen können. Herr ein für alle Mal verbittet." Das ist die Sprache eines Commis Man darf nicht Religion mit Staatsreligion verivechseln. Daß b. Bollmar meinte weiter, der Fuldaer Hirtenbrief habe einen der Unternehmer gegen einen föniglichen Beamten, der das Gesetz für uns in der That Religion Privatsache ist, beweist die Thatsache, Sturm in Arbeiterkreisen erregt. Das ist falsch. Einen Sturm hat und die Rechte der Arbeiter verteidigte. Wie kann man solchen That- daß 3. B. Herr Göhre Mitglied unfrer Partei ist. Herr Stöcker nur die Aeußerung des Erzbischofs von Freiburg erregt, das Wort fachen gegenüber noch bestreiten, daß eine Nebenregierung besteht. warf Herrn Bebel vor, er habe den Tucker- Brief erfunden. Diese christlich sei bei den Gewerkschaften nur Aushängeschild. Daß dieses Auch der§ 826 ist weiter von den Unternehmern als für sie nicht Behauptung, Herr Stöder, steht auf derselben Höhe, Wort einen Sturm der Entrüstung bei den christlichen Gewert- vorhanden betrachtet worden. Dort heißt es: wer einem andren in einer wie damals Ihr Eid:„ ich habe Ewald nie gesehen!" vereinen erregt hat, darüber wird sich der Erzbischof jeden- Weise die gegen die guten Sitten verstößt, Schaden zufügt, wird( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Nach dem, was Herr Stöcker falls selbst sehr gefreut haben. Gegen die christlichen Gewerkvereine als solche hat sich niemand gewandt. Der Fuldaer Hirtenbrief hat schadensersatzpflichtig. Auch hier kehrt ja der Ausdruck" Verstoß hinter sich hat, hat er am wenigsten Recht, zumal einem Manne wie sich nur an die katholischen Arbeitervereine gewandt.- Herr Hoch gegen die guten Sitten" wieder, aber in den Kommissionsverhand- Bebel gegenüber, einen solchen Vorwurf zu erheben.( Abg. Stöcker: hat auf seine Broschüre verwiesen. Ich habe sie gelesen, aber ich lungen über diesen Paragraphen ist seiner Zeit klar ausgesprochen, Beigen Sie doch den Brief!) Darauf hat Ihnen Bebel schon oft muß fagen, ich habe es nicht für möglich gehalten, daß ein Mitglied toalitionsfreiheit enthalten, zweifellos gegen die guten Sitten dieses Hauses eine solche Kampfesweise für angemessen halten tönnte. Die Schrift liegt auf dem Tische des Hauses aus. Ihre Ausführungen bestehen teils aus gehälligen persönlichen Angriffen, teils aus Citaten, die aus dem Zusammenhang ge= rissen oder unvollständig wiedergegeben sind.sylum og al glaubt. Aber Herr Heh! bringe die eine Beschränkung der persönlichen oder genug geantwortet, ich habe keine Ursache, Ihnen den Brief zu Abg. Stöcker( f.): 4 Wenn sich Herr Stöder weiter über die Vorwärts"-Nummer Sacialdemokraten.) & Abg. Dr. Oertel( t.): " Die verstoßen. In allen solchen Fällen, wo Arbeiter durch solche Verträge vom 18. Jannar aufgehalten hat, so tann ich nur erwidern: wir geschäbigt werden, find also die Unternehmer, die gegen die guten haben lediglich die Wahrheit festgestellt und unsre Schuld ist Sitten verstoßen, schadensersatzpflichtig. Socialpolitik durch die faiserlichen Erlasse inauguriert sei. haben zu Schulden kommen lassen. Der Herr Staatssekretär behauptete gestern wieder, daß die es doch nicht, daß die Könige von Preußen sich solche Dinge Abg. Stadthagen( Soc.): Der Anstoß zu der Socialpolitik wurde aber einmal durch die wirt 3nbholz fabritation lenten. Auch der Herr Vertreter von Ich will nunmehr Ihre Aufmerksamkeit auf die Meininger Herr Hige hat aus einer Aeußerung meines Parteigenossen Bebel schaftliche Entwicklung und zum andern durch die Organisation Meiningen mußte ja zugeben, daß die Verhältnisse in der Hauseinen Widerspruch gegen unsre Programm- Forderung: Religion ist der Arbeiter, die Socialdemokratie, gegeben. Mein ParteiPrivatsache wenn er mit dem Heineschen Citat die Barteigenoffen des Herrn Size dem nachher in der Unfallversicherungs Gesetzgebung Rechnung Besserung eintreten, bis auch die Hausindustrie unter die Gewerbegefehen. Herr Bebel hatte damals durchaus recht, genosse Bebel hat schon 1871 den Gedanken ausgesprochen, industrie in Meiningen, in der die Zündhölzer hergestellt werden, außerordentlich traurig sind. Hier wird nicht eher eine darauf hinwies, daß Religion für uns Privatsache sei, daß wir uns getragen wurde. Graf Posadowsky bezeichnete übrigens um den Himmel hier nicht zu kümmern hätten, sondern daß es uns die Inaugurierung der Socialpolitik als unvergängliches Ruhmesblatt Ordnung gestellt wird. Aehnlich traurig wie hier liegen die darauf ankomme, für alle genug Brot zu schaffen. Und Bebel hatte in der Geschichte der Hohenzollern. Was ist denn aber von den Ab- Verhältnisse in der Spielwaren- Industrie in Sonneberg. auch weiter recht, wenn er sich gegen die wandte, die die Arbeiter fichten der Februarerlasse verwirklicht? Von dem, was 1890 Kinderausbeutung wird dort in entseglichem Maße betrieben. auf ein Jenseits vertrösten, statt ihre Forderungen für das Leben zu verlangt wurde, ist fast nichts geschehen, sondern im Sinne der Unter- In einem Fall wurde ein Kind von vier Jahren täglich eine erfüllen. Wenn Herr Hitze seine Behauptung immer wieder- nehmer find die Februarerlasse in in ihrer Bedeutung auf Stunde befchäftigt.( ört! hört!) 47 Broz. aller im Meininger Holt, Religion ſei uns nicht Privatsache, so ist das dasselbe, Null herabgesunken. Anstatt daß Oberland vorhandenen Kinder werden in der Industrie beschäftigt man den Arbeitern gab, mit einer Arbeitszeit von 2 bis 10 Stunden.( hört! hört!) Die als wenn jemand mit der häufigen Wiederholung des Sazes, was fie verlangen konnten, find nur ganz stückweiſe wenige Erwachsenen müssen 12 bis 16 Stunden arbeiten. Der DurchschnittsGrüne Bäume find rot- diese Behauptung bewiesen zu haben Forderungen erfüllt worden. Der Herr Staatssekretär hat behauptet, verdienst beträgt für die bestgestellten Arbeiter bei 12 stündiger er stände den Unternehmerverbänden ganz unabhängig gegenüber. Ich wende mich nun zu den gestrigen Ausführungen des Herrn Ich zweifle nicht daran, daß er das glaubt, wohl aber daran, Arbeitszeit nicht mehr als 6 m. die Woche.( Hört! hört! bei den b. Seyl. Herr v. Heyl bestritt die Behauptung des Abgeordneten daß es wirklich der Fall ist. Möge er doch seine Unabhängigkeit Molkenbuhr, daß es dem Arbeiterstande heute nicht so gut gehe, wie beweisen, indem er den Unternehmerverbänden Um mit seiner Frau zusammen 10 M. zu verdienen, muß ein entgegen es ihm gehen könnte, wenn wir eine halbwegs unparteiische Re- tritt, die darauf ausgehen, die Wirkung der socialen GeArbeiter dort von morgens 6 Uhr bis abends 10 Uhr arbeiten.( Hört! gierung und eine von kapitalistischen Gedanken unbeeinflußte Mehr- setzgebung vollständig zu beseitigen, außerdem auch jetzt gegen Wohnungsverhältnisse. In einer Stube, die als einziger Wohnhört! bei den Socialdemokraten.) Höchst traurig sind auch die heit im Reichstage hätten. Herr v. Heyl meinte, daß sich die Ein- den Magen der Arbeiter mit erhöhten Zöllen losgehen. Ich habe raum diente, war in einer Ecke auch die Ziege untergebracht. tommen gegen früher erhöht hätten. Mit dieser Behauptung tann Ihnen gezeigt, daß die Unternehmer- Verbände fich als eine Erpresser-( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Eine Villa bekommen aber Herr v. Hehl höchstens die Leute gemeint haben, die über bande zusanimenthun, um den Arbeitern das Koalitionsrecht zu 100 000 M. Vermögen haben. Diese Vermögen haben sich aller- nehmen. Was ist es andres als eine Erpressung, wenn sie den diese Arbeiter erst, wenn sie gestorben sind: eine Villa aus sechs dings nach Ausweis der legten Vermögensstatistit beträchtlich erhöht. Arbeitern verbieten, sich zu Vereinen zusammen zu thun, Brettern. Angesichts diefer Thatsachen ist es interessant, daß die Weiter stellte dann Herr v. Heyl den französischen Minister um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Die Unternehmer wollen Steuerstatistik beweist, daß die Spielwaren- Industrie für die UnterMillerand gewissermaßen als unfren Genoffen hin. Jedenfalls ist doch nur erreichen, auch weiterhin die niedrigen Löhne zahlen wie ich sie geschildert habe, sind auch von einem Schriftsteller festnehmer außerordentlich gewinnbringend ist. Alle diese Verhältnisse, Herr Millerand fein deutscher Socialdemokrat, und zum zu können. Das ist Expreſſung; ebenso gut tönnte man da- weit it, fie habe, auch von mindesten bestehen innerhalb der deutschen Socialdemokratie die gegen auch den Bucherparagraphen anwenden, denn dieses Vorgehen geftellt, nicht Socialdemokrat ist und doch zu Forderungen ge Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Eintritt eines social gegen die Arbeiter ist nichts weiter als ein gewerbsmäßig betriebener langt auf Grund seiner Forschungen, die den unseren vollkommen demokratischen Miniſters in ein bürgerliches Ministerium ratsam sei. Wucher, eine Ausbeutung der Notlage der Arbeiter. Die Unter- entsprechen, wie z. B. Verbot der Kinderarbeit unter 14 Jahren usw. Inter- Ich Er warf Herrn Millerand aber vor, daß er gegen streikende nehmer verhöhnen die Arbeiter geradezu, indem fie pfeifen auf das, Ich frage den Herrn Staatssekretär Grafen Posadowsky, wann Socialdemokraten mit Militär vorgegangen fei. Ich bedauere was gute Gitte ist, wenn es sich darum handelt, Mehrwert zu schaffen. endlich die Regelung diefer so außerordentlich wichtigen Materie der es, daß ein Socialdemokrat in ein bürgerliches Ministerium Gegenüber diesem Vorgehen der Unternehmer möge der Herr Staats- Socialpolitik erfolgen soll.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) eintritt, denn dann fann es eben geschehen, daß ihm solche Un- sekretär seine Unabhängigkeit beweisen.( Bravo! bei den Socialgeheuerlichkeiten, die in der That von Leuten verübt sind, die Herrn demokraten.) Heyl nahe stehen, auch zur Last gelegt werden. Ich gebe den Socialdemokraten zu, daß sie ihrem Programm sollte doch, statt dem Minister Millerand Thaten vorzuwerfen, die er gemäß der Religion unparteiisch gegenüber stehen. Viele von ihnen Religion mag ja für die Socialdemokratie Privatsache sein, handeln nach diesem Grundsage, und ich freue mich aufrichtig, wenn nicht begangen hat, wenn er ihn erwähnt, zum wenigsten auch das jedenfalls ist Irreligion für sie Parteisache. Religiosität ist Private ich höre, daß manche von Ihnen Ihre Beiträge an die SynagogenGünstige anführen, was von ihm zu berichten ist; so z. B. die iache, Religion kann nie Privatsache sein, sonst zerstört man sie. fasse zahlen.( Heiterkeit rechts.) Aber sorgen Sie erst dafür, daß Thatsache, daß infolge einer Verordnung des Ministers Millerand( Abg. Ledebour: Nordamerika!) Außerdem liegen ja viele Aeuße- aus Ihrer Preise die Angriffe auf das Christentum fortfallen, dann bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten die Unternehmer sich ver- rungen Ihrer Parteiführer gegen die Religion vor. Bebel hat als werden wir ganz daran glauben, daß es Ihnen ernst mit traglich verpflichten müssen, die von der betreffenden Organisation fein Ideal Republik, Kommunismus und Atheismus bezeichnet. Er hat ihrem Programmpunkte ist. Ob die Socialdemokratie Freude an festgesetten Arbeitslöhne zu zahlen. Ich habe mich zum Wort gemeldet, als neulich Herr v. Salisch gegen jede himmlische und irdische Autorität wendet, er sagt in an, darüber brauchen wir uns nicht den Kopf zu zerbrechen. unter Ihrem stürmischen Beifall erklärt, daß sich die Socialdemokratie den übergetretenen Pastoren erleben wird oder nicht, geht uns nichts ( Sehr eine Erweiterung des See- Unfall- Gefezes in der Richtung feiner Schrift: Socialdemokratie und Christentum:" Christentum richtig! bei den Socialdemokraten.) Falsch ist es, daß das Konverlangte, daß auch diejenigen Personen, die, ohne Seeleute zu und Socialdemokratie stehen einander gegenüber wie Feuer und fistorium Herrn Göhre habe fliegen" lassen. Die Flugbewegung fein, beim Bergen von Schiffen verunglücken", unter das Gesetz Wasser." fielen. Graf Posadowsky meinte, er werde den Punkt im Auge bes Prediger zu Ihnen übergetreten sind. Sie berufen sich jetzt darauf, daß einige chriftliche ist bei Ihnen üblich, demnächst wollen Sie ja sogar einen Abgeordneten halten. Graf Posadowsky sollte doch aber lieber das Gesetz im weder diese Männer noch Sie werden viel Freude daran Brief erfunden genannt hat, so war das nur eine Vermutung. Ob der Run, ich glaube, fliegen" laffen.( Heiterfeit rechts.) Wenn Herr Stöcker den TuckerAuge behalten, denn diese Forderung ist ja längst Gefeß geworden. erleben.( Ruf bei den Socialdemokraten: Abwarten!) Brief erfunden ist, wissen wir nicht. Wir wissen nur, daß er nicht da Höchstens diejenigen, die als Passagiere bei den Bergungsarbeiten Da ist der gute Pfarrer Blumhardt, der Sie jetzt im württem ist, daß ihn Herr Bebel nicht produziert. Wenn er getäuscht worden fich beteiligen und verunglücken, fallen nicht unter das Gefeß, bergischen Landtag vertritt. Er hat dort erflärt, er sei nicht gegen ist, hätte er den Lügner längst nennen müssen. Die Zusammenaber an die hat Herr v. Salisch wohl faum gedacht. das Königtum, sondern nur gegen gewisse feudale Formen. Das ftellung des Vorwärts" am 18. Januar war tendenziös, Auch andre Bestimmungen des Unfallgejezzes werden nicht beachtet. sticht doch sehr ab von der fast tomischen Art, in der Herr Ledebour alle Lichtpunkte waren weggelassen und nur die Schatten, deren So find. Berufsgenossenschaften Mitglied des Centralverbands ge- auf republikanische Momente in der deutschen Reichsverfassung hins historische Richtigkeit auch Herr Stunert nicht wissenschaftlich wird worden und wenden Leistungen für ihn auf. Das ist direkt ungewiesen. Blumhardt sollte nur hier im Reichstag fißen und die prüfen tönnen( Abg. Kunert: Friedrich II.) waren gegeben. Diese geseglich, und es ist Pflicht der Aufsicht, derartige Ungeseglich- norddeutsche Socialdemokratie mit ihren israelitischen Elementen und tendenziöse Zusammenstellung war angesichts des Jubeltage eine feiten zu verhindern. Dazu müßte die Aufsicht natürlich mit ihrem Christentumshaß kennen lernen, die ganz anders aussieht, Gemeinheit.( Bravo! rechts.) Herr Reißhaus und Herr Stadthagen viel strenger gehandhabt werden, als es jetzt der Fall als die harmlose süddeutsche Socialdemokratie, dann würde ihm der haben manche Mißstände genannt, die auch ich lebhaft bedaure. Nur ist. Auch die sogenannten Ehrenvorsitzenden mit Ge- Boden in Ihrer Fraktion bald zu heiß werden.( Sehr gut! rechts.) würden die Herren größeren Eindruck machen, wenn sie nicht so maßlos hältern von 10-12 000 m., die einzelne Berufsgenossenschaften Herr Göhre hat ja auch versucht, seine Privatreligion an den Mann übertreiben wollten. Mit Herrn Fischbeck werde ich mich über die Zollhaben, ich erinnere nur an Herrn Felisch, sind ein Mißbrauch, gegen zu bringen. Man hat ihm aber gesagt, damit solle er nur hübsch zu fragen unterhalten, wenn uns der neue Tarif, hoffentlich recht bald, den der Herr Staatssekretär vorgehen sollte. Das Gesez enthält Hause bleiben, das könne die Socialdemokratie nicht brauchen.( Heiterfeit vorgelegt wird. Herr Moltenbuhr hat wieder einmal behauptet, die weiter die Vorschrift, daß die Direktoren und Vorsitzenden der Senate rechts.) Sie betrachten die sociale Frage ausschließlich als Magenfrage. Getreidezölle schädigten jede Arbeiterfamilie jährlich um 30 M. Das des Reichs- Versicherungsamts vom Kaiser auf Lebenszeit ernannt Sie ist aber eine Herzens, Geistes- und Kulturfrage. Damit ruinieren wäre aber nur möglich, wenn der Getreidepreis um den Zollbetrag werden. Das ist am 1. Oftober nicht geschehen, Herr v. Woedtke Sie die ganzen socialen Ideen, Ihre Partei und Ihre Zukunft. gestiegen wäre und wenn der Brotpreis mit dem Getreidehat den Herren einfach gesagt, daß sie die Funktion eines Vorfißenden zu Zwischen uns und Ihnen flafft ein Abgrund. Sie predigen den preis parallel liefe. Beides ist nicht bewiesen. Der übernehmen hätten, die kaiserliche Order ist erst viel später ergangen. Klassenkampf und den Klaffenhaß. Wir sind Christen, denen 3011 wird 3 น einem großen Teil von Herrn Frankes Anregung einer Versicherung der freiwilligen Feuer- der Glaube an Christus den Gedanken an die Solidarität, denen ausländischen Exporteuren getragen.( Widerspruch wehr ist sehr dankenswert. Wir haben dasselbe schon viel früher der Glaube an die Unsterblichkeit den Blick für das Zeitliche links.) Herr Sachse hat mich persönlich wegen meiner Bemerkung beantragt. Die Unfallversicherungs- Gesetzgebung würde eine viel geschärft hat. Auch wir wollen Gerechtigkeit, die chriftlichen Arbeiter, über die Arbeiterkonsumbereine attackiert. Ich habe aber gesagt, daß verständigere, wohlthätigere Gestalt angenommen haben, wenn auch nur die mir nahestehen, haben dasselbe Verständnis für Koalitionsfreiheit, die Konsumvereine in der Umgegend Dresdens, die von Social ein Teil unfrer Anträge angenommen worden wäre. Ja, wäre das dieselbe Schäßung des Vereinsrechts wie Ihre Arbeiter. Ja bedaure, demokraten geleitet werden und aus Socialdemokraten bestehen, trotz Centrum auch nur auf dem Standpunkt stehen geblieben, den wir wenn vom Regierungstisch das Wort gefallen ist, Ihnen danke man der hohen Dividende von 800 000 m. ein Durchschnitts gehalt 1897 in der Kommission vereinbart hatten, dann wäre das Gefeß die Socialpolitik. Das fann höchstens im negativen Sinne von 930 M. an ihre Angestellten, Männer und Frauen, zahlten. viel besser geworden. So aber hat es dem Drängen des Herrn richtig sein. Was wir Ihnen verdanken, ist viel zu teuer bezahlt Jm Vorwärts" stand jüngst ein Bericht über die Konferenz der Bueck und der Berufsgenossenschaften nachgegeben, und deshalb worden mit dem Verlust vaterländischen, deutschen, religiösen Lagerhalter der Konsumvereine der Provinz Brandenburg. Dort find die Vorwürfe, die wir gegen das Centrum erhoben haben, voll und sittlichen Lebens in der Arbeiterklasse. Sie haben die arbeitenden fagte ein Genosse, daß die Arbeiter als Arbeitgeber ihre Anberechtigt. Klaffen isoliert. Ihr brutaler Egoismus, den Sie predigen, ist gestellten oft noch rücksichtsloser behandelten als die UnterAuch sonst sollte der Herr Staatssekretär seine Macht dazu ge- fulturfeindlich und geschichtswidrig. Ihre Absperrung der arbeitenden nehmer( hört! hört! rechts), daß ein Stundenlohn von 18 bis brauchen, den kapitalistischen Rechts bruneigungen ent: Schichten hat den andren Klassen die Ueberzeugung gegeben, daß 23 Pf. von den Konsumvereinen gezahlt würde( hört! hört! gegenzutreten, die beim§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs man mit ihnen nicht gemeinsam arbeiten kann. Auch ich wünsche rechts), daß sich diese Vereine erst durch das Gesetz hätten in die Erscheinung treten. Die Gewerberäte, die den Versuchen, teine polizeiliche Willfür gegen das Koalitionsrecht, auch ich wünsche zwingen lassen, um 9 Uhr zu schließen( hört! hört! rechts), daß durch private Vereinbarung gegen diesen Paragraphen zu verstoßen, die Anerkennung der Berufsvereine. Wir verfolgen aber nicht Ausbeutung von Frauen und Kindern vorfäme. Die Sache ist Ihnen entgegen getreten sind, sind von den Unternehmern öffentlich ver- bloß wie Sie irdische Biele, das wichtigste an der ganzen focialen ja höllisch unbequem. Deshalb haben Sie das Bedürfnis, die Leute höhnt worden. Hier muß die Autorität der Beamten gegen die Bewegung ist uns die Heranbildung eines tüchtigen vaterländischen von den Rockschößen abzuschütteln. Wenn ich im Vorwärts" einen Rechtswidrigkeiten der Unternehmer gestärkt werden. Der Geistes. Der englische Socialdemokrat Saunders hat jüngst hier in Leitartikel finden werde, der den Leuten ernstlich ins Gewissen redet, § 616 stellt fest, daß bei mititärischen Uebungen, bei furzen Er- Berlin betont, daß er die Notwendigkeit einer Pflege der Sittlichkeit dann will ich gern verkünden, daß Sie den Versuch machen zu beffern. trankungen, wenn im Hause sich ein Fällen dem Arbeiter der Lohn für all ereignet und bei ähnlichen in der Arbeiterklasse erkannt habe, weil das beständige Schüren des Ob es Ihnen gelingen wird, ist uns nach den Leipziger Er. die versäumte kurze Zeit nicht Klaffenhafses nur die Menschen schlecht mache. Das ist einfahrungen unsicher. entzogen werden darf. In anständigen Betrieben war das längst großes Vorbild für Sie!( Lachen bei den Socialdemokraten.) Herr Bueck ist gerichtet, nicht nur des Inhalts, sondern der gebräuchlich. Hervorragende Juristen find der Ansicht, daß die So wie Sie jetzt sind, find Sie positiv schädlich für Wortwahl und des Stils feines Briefs wegen. Ich habe für den Bestimmungen des§ 616 zwingende Rechte feien und er die Arbeiterklasse. Auch auf der andern Seite wird gefehlt. Centralverband manches übrig, fann aber nur wünschen, daß nicht durch freie Vereinbarung ausgeschaltet werden könnte. Die Enthüllungen über die Machenschaften des Central- Herr Bued nicht mehr oft in die Lage kommt, Um so schlimmer ist dann der Rechtsbruch der Unternehmer. Aber Verbands haben mich peinlich berührt. Das Resultat wird hoffent trauliche oder nicht vertrauliche Briefe für ihn zu schreiben. selbst wenn man, wie ich, annimmt, daß es möglich ist, die Be- lich sein, daß die Regierung den Boden einer objektiven Informierung Das bon der Nebenregierung ist natürlich ganz stimmungen des§ 616 im einzelnen Falle durch Vereinbarungen im Verkehr mit diesen Herren nicht mehr verläßt. Man braucht sich haltlos. Ich und viele meiner Freunde wollen die Koalitions" " den ver freiheit da, wo sie besteht, aufrecht erhalten. Eine Ausdehnung der Getreidezöllen auch hohe Industriezölle bewilligt wurden. Somit ist| Das Land hat kein ökonomisches Interesse daran, wer den Boden Koalitionsfreiheit aber ist erst dann möglich, wenn dagegen etwas die Industrie um 150 bis 200 Proz. gewachsen und das bebaut.( Oho! rechts.) Ob der Roggen gebaut wird von gethan worden ist, daß die Koalitionsfreiheit Koalitionsfrechheit wird, Ergebnis war eine sehr starke Auswanderung aus dem einem großen oder kleinen, von einem vornehmen oder und daß sie ausgenutzt wird, um die Ziele einer Partei zu fördern, Lande in die Stadt. 1885 bis 1899 find ungefähr fünf geringen Mann, das ist dem Lande sehr gleichgültig( Sehr die außerhalb der Verfassung steht.( Sehr richtig! Millionen Menschen in die Stadt gezogen. Wenn die Herren richtig! links), ökonomisch betrachtet. Aber eine andre Frage drängt rechts.) Die ,, Germania" erzählte heute von einem eklatanten Fall heute unter der Arbeiternot leiden, so find sie selber daran sich auf, eine politische Frage: Man sagt, es liegt im Interesse des focialdemokratischen Terrorismus. Ich hoffe, daß die Herren schuld, denn sie haben die Situation hervorgerufen. Sie Staats, der Aufrechterhaltung einer einheitlichen Verwaltung gewisse von der Mitte sich, wenn sie weiter folche Erfahrungen machen, fönnen sich deshalb nicht darüber beschweren und noch weniger regierungsfähige Klassen zu erhalten, die uns die Beamten ernstlich die Frage vorlegen werden, ob sie nicht ihre christlichen haben Sie das Recht, mun andern Leute die Nahrungsmittel weiter für die Verwaltung und die Justiz, die Offiziere für das Heer Arbeiter gegen diesen Terrorismus mehr schützen müssen verteuern zu wollen.( Widerspruch rechts.) Damit werden Sie nur liefern. Ich will durchaus nicht bestreiten, daß in der Aufrechtals bisher. So lange Sie nicht die Verfassung des Reichs eine Fortsetzung der bisherigen Situation schaffen, denn wenn nach erhaltung solcher Klassen ein ungeheurer staatlicher Wert liegen und die monarchische Verfassung Preußens anerkennen, so lange Professor Loge eine Zollerhöhung auf 6 M. eine Arbeiterfamilie tann, ich erkenne gern an, daß der Umstand, daß wir eine solche Klasse müssen Sie es sich gefallen lassen, als eine Partei hehandelt zu 30 M. im Jahre kostet und die Industrie entsprechend höher belastet haben, uns ein Uebergewicht über andre Staaten, über Frankreich und werden, die außerhalb der Verfassung steht!( Bravo! werden soll, so wird diese natürlich auch fragen, was sie dafür be- Rußland giebt. Die Frage ist nur: welchen Preis kann das Land rechts.) Ich habe mich gefreut, daß der Staatssekretär an der Hand kommt. dafür bezahlen, daß solche Klassen gehalten und geschützt werden? der Verfassung den Socialdemokraten nachgewiesen hat, daß ihre Noch ein Weiteres tommt in Betracht. Der Hauptwert unsrer Ist ihre Existenz es wert, daß Schutzölle von 50 Proz. auf. Biele mit der Verfassung unvereinbar sind. Ich hoffe, er wie sein Entwicklung in Europa liegt darin, daß wir die Industrie sehr sämtliche Nahrungsmittel gelegt werden? Ich habe persönlic Borgesetzter Graf Bülow werden aus dieser Erkenntnis die nötigen specialisiert haben. In gleicher Richtung sollten wir uns auch in die größte Sympathie für eine solche Klasse, halte sie für außerKonsequenzen ziehen.( Beifall rechts.) landwirtschaftlicher Beziehung bewegen. Wir sind in der Lage, ordentlich wichtig, gebe ihr aber anheim, ruhig und nüchtern zu Abg. Dr. v. Siemens( frs. Vg.): uns auch dort zu specialisieren und das Uebergewicht auf dem prüfen, ob sie das Recht hat, dem Lande eine solche Steuer im Fürst Bismard hat die Argumente für die Schutzo11- jenigen landwirtschaftlichen Gebiet uns zu sichern, wo es einmal Interesse ihrer Erhaltung aufzulegen. Das hatte ich dem Abpolitit angeführt, daß das Ausland die Zölle bezahle, daß die liegt, auf dem Gebiete der Fleischproduktion. Wir geordneten Fürsten Bismarck zu antworten. Die Beschlüsse Bodenrente trotz der Zollerhöhung unverändert geblieben sei und haben einige Provinzen, die auch nach der Richtung vorwärts gehen, des Abgeordnetenhauses gehen uns ja hier nichts an.( Levdaß das Interesse des Bauernstands die Zölle verlange. Die dort wo die Zuckerproduktion herrscht und in den Brennereigegenden. hafter Beifall links.)" Behauptung, daß das Ausland den Zoll trage, stimmt aber mit Im übrigen aber bewegt sich unsre landwirtschaftliche Produktion Präsident Graf Ballestrem: den in der Praxis gemachten Beobachtungen nicht überein. im Getreidebau, und Sie vernachlässigen die Viehhaltung.( WiderDer Herr Vorredner hat wenn auch in maßvoller und liebensEs ist überall so, daß wer Ware unbedingt gebraucht, spruch rechts.) würdiger Form- meine Geschäftsführung hier bemängelt. Er begriff unbedingt mehr Geld zahlen muß. Nun haben wir in Redner führt ziffernmäßige Belege dafür an. nicht, wie ich dulden konnte, daß beim Gehalt des Staatssekretärs Deutschland 261/4 Millionen Hektar Ackerland, wovon etwa der dritte Gegen diese offiziellen Ziffern der Statistit, die meine Be über Fragen gesprochen würde, die gar nicht im Zusammenhang Teil mit Brotgetreide bestellt wird. Es ist nicht anzunehmen, daß hauptung beweisen, fönnen Sie sich doch nicht wehren.( Sehr richtig! damit ständen. Seine liebenswürdige und maßvolle Form veranlagt wir sehr viel mehr Ackerland für das Brotgetreide brauchen können. Wir links.) Ich sage also, der Schwerpunkt der Getreideproduktion mich, zu meiner Verteidigung etwas zu sagen.( Heiterkeit.) Ich ge ernten 10/2 Millionen Tonnen und gebrauchen ungefähr 12-13 Millionen, liegt im Großgrundbesitz, der Schwerpunkt der Vichproduktion höre dem Hause fast ununterbrochen seit 30 Jahren an. Ich müssen also auf die Dauer 2-3 Millionen einbüßen. Die Produktion läßt aber im Kleinbefit.( Widerspruch rechts.) Der Bauer, der Klein- habe aber immer die Praxis befolgen sehen unter allen sich höchstens in arithmetischer Progression erhöhen, während die befizer, der Vieh produziert, kann nicht nur tein Getreide Präsidenten, daß man beim Titel„ Gehalt des Staatssekretärs" alle Bevölkerung in geometrischer Progression wächst. Wir können verkaufen, er muß Getreide als Vichfutter hinzukaufen Fragen besprechen durfte, die mit dem Reichsamt des Innern in daher niemals mit der eignen Produktion die Bedürfnisse der und also durch Getreidezölle geschädigt werden zu Gunsten Verbindung stehen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Da Nation decken und darum hat diese Frage aufgehört, eine nationale der Großgrundbefizer.( Lebhafte Zustimmung lints, Unruhe ich nun taum eine Frage kennen kann, die nicht mit dem Reichsamt zu sein. Wir werden immer Getreide kaufen und daher rechts.) Ueber diese Frage giebt es keinen Streit mehr.( Oho! des Junern in Verbindung zu bringen ist( Große Heiterkeit), so tann unter allen Umständen den Schutzoll felber zahlen müffen. rechts.) Sie wird vom Bauern, vom Kleinbefizer verstanden. Es ich die große Mannigfaltigkeit der Diskussion nicht verhindern. Ich Darin stimmen Wissenschaft und Praris überein, wie die Preis- haben sich bereits Bauernvereine gebildet( Höhnische Rufe rechts: tann sie nicht einschränken, wenn die Herren es aber selbst thun unterschiede zwischen verzolltem und unverzolltem Getreide ergeben. 2o denn? Nordost!), die erkannt haben, daß die Bauern zu wollten, würden sie mir den größten Gefallen thun.( Heiterkeit und ( Widerspruch rechts.) Redner führt dafür verschiedene Vergleichs- Gunsten der Großgrundbesitzer durch die Zölle ausgebeutet Beifall.) ziffern an. Wenn man einwende, daß der Getreidepreis im werden.( Lebhafter Beifall links; Lärm rechts.) Abg. Dr. Jäger( C.)[ auf der Tribüne sehe schwer verständlich] Jahre vor den höheren Zöllen nicht anders war, wie im Jahre Ich habe also festgestellt, daß die Getreidezoll- Erhöhung bezahlt polemifiert gegen den Abg. v. Siemens und hält eine Getreidezollnachher, so muß man doch auch bedenken, daß die Getreide- wird vom Inlande. Die Frage ist ernsthaft zu prüfen, ob das Inland Erhöhung im Interesse der Landwirtschaft für geboten. Der Bauernpreise in den verschiedenen Jahren überhaupt verschieden zu sein die Bollerhöhung ertragen kann ohne Schädigung der Industrie. stand muß erhalten bleiben. Wer nicht fühlt, worum es sich hier pflegen. Wir werden also bei unsren Handelsverträgen darauf Eine zweite Frage ist, ob Sie( nach rechts) den Weg weiter gehen handelt, der hat keinen politischen Blick. Wehe, wenn der Bauern Rücksicht zu nehmen haben, daß wir den Zoll im wesentlichen zu wollen, den Sie 1878 gegangen sind und den Batt weiter machen stand zu Grunde ginge.( Sehr richtig! im Centrum und rechts.) bezahlen haben. Daß die Getreidezölle bisher keinen besonders wollen mit der Großindustrie, die Ihnen hohe Getreidezölle verspricht Großkapital und Börse sind nicht so sichere Pfeiler des Staatswesens, günstigen Einfluß auf die Bodenrente gehabt haben, hat seine und Ihnen die Arbeiter entzieht. Mir ist es fraglich, ob Sie bei wie der Bauernstand. Redner geht dann auf die Frage der christeinfachen Gründe. Eigentlich sind hier den Großgrundbesizern durch diesem Patt nicht die Angeführten sind. Es wird behauptet, daß ein lichen Gewerkschaften ein und polemisiert gegen die Socialdemokratie. den Schutzoll 52 M. pro Heftar gegeben worden. Teil der Grundbefizer, wenn sie nicht höhere Getreidezölle bekommen, Die Ausführungen bleiben aber im einzelnen unverständlich. gezwungen sind, ihr Besigtum aufzugeben. Oetonomisch betrachtet, Die weitere Beratung wird hierauf auf Montag, 1 Uhr, kann das dem Lande gleichgültig sein.( Sehr richtig! links.) vertagt. Schluß 61 Uhr. Daß trotzdem keine außerordentliche Steigerung des Grundstück werts eingetreten ist, liegt an dem Batt von 1878, daß mit den Achtung! Achtung! Central- Krankenkasse der Maurer..Grundstein zur Einigkeit" Sonntag, den 27. Januar, abends 26 Uhr, im ,, Kösliner Hof", Köslinerstraße 8: Volks- Versammlung. 1/2 Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Klara Zetkin( Stuttgart) über:" Welches Interesse haben die proletarischen Frauen an der Kommune?" 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht II. Wahlkreis. Ⅲ. Mittwoch, den 30. Januar 1901, abends 8 Uhr, Friedrichstr. 236 früher Mertens: Gr. öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten H. Molkenbuhr über: „ Die Handelsvorlage und die Arbeiterinteressen". 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch ersuchen 210/2 Die Vertrauenslente. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, den 29. Januar, abends 72 Uhr: Versammlung fämtl. in der Militärbranche beschäft. Gürtler, Klempner u. Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen in den ,, Arminhallen", Rommandantenstr. 20. Tages Ordnung: Die augenblickliche Lage in unfrem Gewerbe und die Aufgaben der Organisation. Referent: Kollege Otto Näther. Mittwoch, den 30. Januar cr., abends 7, Uhr: Versammlung fämtl. in Metallknopf- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstraße Nr. 27. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten A. Agster über: Arbeiter: Krankheiten". 2. Diskussion. 3. Neuwahlen zur Agitations Kommission. 4. Verbandsangelegenheiten. = [ 111/13 Die Vertrauensperson. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 3. Februar, vormittags präcise 10 Uhr General- Versammlung Inselstr. 10, vorn 1 Treppe. Tages- Ordnung: 149/1 1. Rassen und Revisionsbericht vom IV. Quartal 1900. 2. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten, des zweiten Kassierers, des ersten Schriftführers und eines Revisors. 3. Innere Kaffen- Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. J. A.: P. Hoffmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Gentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und andrer gewerblicher Arbeiter. Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 3( Hamburg) Berlin G. Branche der Korbmacher. Mitglieder- Versammlung. Am Montag, den 28. Jannar, abends 72 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26 Verlammlung. Tages Ordnung: I 1. Bericht vom Gautag. Berichterstatter Adolf Belz. 2. Welche Schritte gedenkt der Hauptvorstand zu thun, um die Lage der Korbmacher zu verbessern? Referent Karl Schwedler. 3. Branchen Angelegenheit. 4. Verschiedenes. 77/7 Da in dieser Versammlung außergewöhnlich viel zu erledigen ist, wird dieselbe pünktlich eröffnet. Die Kommission. Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 28. Januar 1901, abends 8 Uhr, in Wollfs Festsälen, Fruchtstrasse 36 a. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht vom 4. Quartal 1900. 2. Bortrag des Warnft über: Das neue Unfallversicherungs- Gesez. 3. Verschiedene Staffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Sprechstunden fallen an diesem Abend aus. Beiträge werden in der Versammlung vom Kaffierer entgegengenommen. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder sowie deren Frauen ersucht Die Ortsverwaltung. 184/1 Sonnabend, den 9. Februar 1901, ,, Elysium" Landsberger Allee 40/41, Groker Wiener Maskenball zum Besten der ausgesteuerten Mitglieder. Nach der Demastierung ber schiedene Ueberraschungen. Billets find auf den Zahlstellen und bei sämt * Schluß? Mittwoch, den 30. Januar, abends 81/2 Uhr, bei Nowack, lichen Berwaltungsbeamten zu haben. Manteuffelstr. 9 Anfang 9 Uhr. Um recht rege Beteiligung bittet Das Komitee. Achtung! Drechsler! Agtung! Vertrauensmänner- Versammlung. Tages- Ordnung wird in der Berjammlung bekannt gemacht. Jebe Werkstatt muß vertreten fein. Achtung! Bananschläger! Achtung! im Montag, den 28. Jannar, abends 71/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus( Saal I), Engel- Ufer Nr. 15: Außerordentl. General- Versammlung Dienstag, den 29. Jaunar, abends 8½½ Uhr, „ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer Nr. 15: Versammlung aller bei Arbeitgebern der Drechsler- Junung beschäftigten Gesellen. des Vereins der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Wahl zweier Mitglieder zum Gefellen Tages Ordnung: 33/2 ausschuß und zweier Ersatzmänner. 2. Bericht des Gesellenausschusses. Bericht und Neuwahl der 21er Kommission und Verschiedenes. 3. Verschiedenes. Der Gesellenausschuss. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht jedes Vereinskollegen, 77/8 zu erscheinen. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Laternenwärter! Bahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen Montag, den 28. d. M., abends 8 Uhr, im ,, Englischen ist notwendig. Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Sonnabend, den 2. Februar a. c.: Grosser Wiener Masken- Ball im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, arrangiert von den Gold- und Silberarbeitern. Besondere Ueberraschungen. 1 Uhr: Kaffeepause, während derselben: Humoristische Vorträge, ausgeführt von den Hoffmannschen Norddeutschen Sängern". Anfang 9 Uhr. Billets a 50 Pf. [ 111/4 Garten", Alexanderstr. 270: Gr. öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zu den nicht bewilligten Unterkunftshallen. 2. Die Antwort auf unsre Petition in betreff der Lohnfrage. 3. Verschiedenes. [ 285/9 Obige Tagesordnung macht es jedem Laternenwärter zur Pflicht, in der Bersammlung zu erscheinen. Der Einberufer: B. Wagner, Eisenacherstr. 64. Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäscheund Krawattenbranche Berlins u. Umgegend. Montag, den 28. Januar, abends 8½ 1hr, in Dräsels Festfälen( großer Saal), Neue Friedrichstr. 35. General- Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Bericht des Arbeitsvermittlers und des find bei Firnkranz, Markusstr. 51; Holtkamp, Fürstenstr. 20; Becker, Dresdenerstr. 18; Lohse, Stalizerstr. 10; Feistel, Waldemarstr. 17; foie vermittlers, des Bibliothekars und der Revisoren. 5. Wahl der SektionsBibliothekars. 3. Wahl des Gesamtvorstands. 4. Wahl des Arbeitsim Bureau, Engel- Ufer 15, zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Leitung: a) Neuplätterinnen und Wäscherinnen, b) Näherinnen, e) Altplätterinnen und Wäscherinnen. 6. Bestätigung der Zahlsteltassierer. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen 7. Anträge des Vorstands: a) Paritätischer Arbeitsnachweis, b) Unser 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentlich Vereinsblatt, c) Gründung eines Streitfonds. Mitgliedsbuch legitimiert. 1 M. Alfred Apenburg, Invalidenstrasse 33, Einen recht zahlreichen Besuch erwartet Nähe Stettiner Bahnh. Spr. 9-7. Reparat. sofort.[* 251/2] Zähne 2 M.. Der Vorstand. Verband der Töpfer ( Filiale Berlin). Dienstag, den 29. Januar er., abends 6 Uhr, bei Pohl, Rosenthalerstraße Nr. 12: Außerordentliche General- Versammlung. Fortsetzung der Tagesordnung von der Generalversammlung am 16. Januar. Mitgliedsbuch legitimiert.[ 195/2] Der Vorstand. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 27. Januar 1901, mittags 12 Uhr, im Stolberger Salon, Kolbergerstraße 23: Oeffentl. Versammlung fämtlicher Arbeiter der Firma Kevling u. Thomas. Tages Ordnung: 1. Die Behandlung der organisierten Kollegen und die letzten Maßregelungen. Referent: Stollege Moricke. 2. Diskussion. 1280/2 Die Vertreter der Firma sind zu dieser Versammlung brieflich eingeladen. Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Glaser u. verw. Berufsgen. Deutschlands, Zahlstelle Berlin. Montag, den 28. Januar, abends 8½ Uhr General- Versammlung der Mitglieder in den., Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Neuwahl. 3. Bericht über den Arbeits73/2 nachweis. 4. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. Donnerstag, den 31. Januar, abends 8 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstr. 94: Oeffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Tages Ordnung! 1. Vortrag von Frl. Imle über: Konjumvereine. Die Verteuerung der Lebensmittel und die Konsumvereine. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch, besonders der Frauen erwartet Verein für Frauen u. Mädchen d. Arbeiterklasse. 115 Montag, d. 28. Januar, abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordneten Wurm über: ,, Volfsernährung u. Volfseinkommen." Gäste willkommen. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. 202/2 Sonntag, den 27. Januar 1901, abends 7 Uhr, Die Vertrauensperson. Adtung! Marmorarbeiter. Adtung! Dienstag, den 29. Jaunar, abends 71/2 Uhr Oeffentliche Versammlung im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c. Tages- Ordnung: I im Englischen Garten, Alexanderstrasse 27 c: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Dr. Herzfeld über Rechtszustände in Preussen am 18. Januar 1701.1 Nach dem Vortrag: Gemütliches Belsammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. inkl. Garderobe. Gentral- Kranken- u. Sterbeoran". 4/6 1. Wie stellen sich die Kollegen zu dem neuausgearbeiteten Tarif? Kasse der Tischler u. Prod.- u. Eint.- Genoſſenſch. 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegierten der Gewerkschaftskommission. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Achtung! 172/3 Der Vertrauensmann. Achtung! Lederarbeiter, Portefeuiller. Dienstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunynstr. 27: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Gründung eines Centralverbands der Lederarbeiter, Portefeuiller. 2. Wahl eines provisorischen Vorstands. 3. Verschiedenes. ( Oertliche Verwaltung Berlin F.) Montag, den 28. Januar, abends 82 Uhr, bei Neumann, Brunnenstr. 150: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1900. 2. Verschiedene Kassenangelegen: heiten. Mitgliedsbuch legitimiert! 183/1 Die Ortsverwaltung. bekannt für Radfahrer. Sonnabend, den 2. Februar cr., im Elysium, Landsberger Allee 40/41: Sommerfest im Grunewald. Reigen, gefahren von Mitgliedern, Frühstück im„ Nassen Dreiec". Gäste, Genossenschaftsfreunde und Bekannte, find herzlich willkommen. Billets hierzu sind in der Geschäftsstelle, Krautstr. 7, zu haben. Es wird gebeten, nicht die Frühstücksstullen zu vergessen.[ 98/8 Das Komitee. cr.: Wir beehren uns hierdurch ergebenft mitzuteilen, daß wir mit dem Ausstoß unsres diesjährigen Bockbiers am Sonnabend, den 26. Jannar er. beginnen. Wir liefern dasselbe: in Gebinden:% Tonne für 3,50 M. in Flaschen pfandfrei: 30 Flaschen a 30 tr. für 3 M. 30 Flaschen a 10 tr. für 4.50. Gefällige Bestellungen erbitten wir an unsre Fahrer oder direkt an uns Kaiserin Augusta Allee 15/16, Telephon Amt II 3066. Radeberger Export- Bierbrauerei, Abt. Pichelsdorf. Ein guter Tropfen Cognac, Rum, Branntweine und sämtliche Liqueure von föstlichem Aroma und herrlichem Geschmack von jedermann höchst einfach und leicht selbst zu bereiten. Echt Nur allein Kombinierte Original- Reichel- Essenzen original! Echt! Durch Destillation und Extraktion auf warmem Wege gewonnen, rein und natürlich, absolut nicht trübend und vollkommen gebrauchsfertig zur sofortigen Herstellung von über 100 Sorten wie: Ingwer, Boonekamp, Stonsdorfer, Rosen, Vanille, Cacao, Chartreuse, Benedictiner, Pepermunt, Halb und Halb. Cherry. Brandy, Curaçao, Punsch- Extrakte 2c. 2c., welche den besten Fabrikaten völlig gleichfommen und von teuersten ausländischen Marken nicht zu unterscheiden sind. Kein Mißlingen. Jeder Verfuch ein Meisterstück! Rezept: Kollegen, das pünttliche Erscheinen aller ist in dieſer wichtigen Künſtl. Zähne 2 Mark vorzügl. Sonntag, den 3. Februal Cen Geringe Selbſt often. und 1 Ltr. Waſſer vermiſcht Versammlung unbedingt nötig. 103/1 J. A.: Herm. Weinschild. Achtung! Isolierer u. Rohrumhüller. R. Lange, de arabe. Montag, den 28. Januar, abends präc. 8 Uhr, bei Schulz, Grenadierstr. 33: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 92/1 Die Arbeitseinstellung der Kollegen bei der Firma P. Krause. Ber: schiedenes. Die Lohnkommission. Central- Kranken- Kasse der Buchbinder Verwaltungsstelle Berlin. Montag, den 28. Januar er., abends 8½½2 Uhr: Haupt- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Raffen und Kontrollbericht. 2. Vortrag des Herrn Stenz über: Vivisektion im Dienste der Wissenschaft. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern obiger Kasse zur Mitteilung, daß von mehreren Mit gliedern am Sonnabend, den 16. Februar 1901, im großen Saal des 23/7 Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15 ein Großer Wiener Maskenball veranstaltet wird, dessen Ueberschuß zum Besten franter ausgesteuerter Mit glieder bestimmt ist. In Anbetracht des guten Zweds ist eine zahlreiche Beteiligung erwünscht. Einlaßkarten a 50 Ps. find in sämtlichen Zahlstellen, in obiger Verfammlung im Gewerkschaftshaus, Zimmer 22 und 24 sowie bei den Komitee: mitgliedern zu haben. Abendtaffe findet nicht statt. Anfang 8 Uhr. Das Komitee. J. A.: Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66. NB. Die Zahlstellen bleiben an diesem Abend geschlossen. Konsum- Verein Berlin- Rixdorf. Dienstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr: General- Versammlung im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Fortsetzung der General- Versammlung vom 14. Dezember 1900. Tages Ordnung: 1. Ergänzungswahlen. Zu wählen sind zwei Vorstands, drei Aufsichtsratsmitglieder und dret Erfagpersonen. 2. Anträge: 1) Gründung eines on; 2) nach§ 40 Absatz 10 des Statuts; 3) den Geschäfts: anteil von 10 ze 10 Mart zu verzinsen; 4) Zusatz zu§ 45; 5) Einfügung eines§ 45a des Gatuts. Als weitere Abänderungsanträge sind ein gegangen nach§ 26§ 42 des Statuts; ferner ein Antrag, Wahl einer Agitationskommission. 98/ 5*] Der Vorstand. Montag, den 28. Jannar, abends 8 Uhr, in Ballschmieders gr. Sial, Badstr. 16( Gesundbrunnen): Volksversammlung. Die Referenten: Minna Kube unb Rudolf Ponndorf Naturheilkundige, sprechen über: .. Falsche und wahre Heilkunde. 1. Eine Antwort auf die preisgekrönte Schrift der Brandenburgischen Aerztetammer" von Dr. Alexander: Alte und neue Enthüllungen ärztlicher 2. Mik und lebergriffe. Plombleren. Schmerzloses Zahnziehen. Reparaturen in 2 Stunden, auf Wunsch während der Nacht! Sprechzeit 8-8. Blumenstraße 25, Markusstraße. Max Brinner, Jerusalemerft. 42 Brunnenstr. 6, Großartige Auswahl von Kinder: Sport: ud Puppenwagen, linderbettstellen, best. Fabrikat, billigst. 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Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung. Nach unwesentlicher Generaldiskussion beginnt die Specialberatung bei den Ausgaben. Dazu liegen folgende Anträge vor: Antraf Graf von Limburg- Stirum: " Die tgl. Staatsregierung aufzufordern, mit größter Ent schiedenheit darauf hinzuwirken, daß bei der bevorstehenden Neuordnung größerer handelspolitischer Verhältnisse der Landwirtschaft ein wesentlich gesteigerter Zollschuk zu teil werde und in diesem Sinne dafür zu sorgen, daß baldigst die Vorlage des in Vorbereitung begriffenen Zolltarifs an den Reichstag erfolge". Antrag Barth= Kiel( frs. Wg.): Die Schlußworte von der Landwirtschaft an zu ersetzen durch die Worte: die Intereffen der Allgemeinheit wahrgenommen und nicht durch einseitige Begünstigung des in Grund und Boden angelegten Kapitals die nationale Arbeit geschädigt werde. uns Abg. Freiherr v. Zedlitz( frk.): höhung der Getreidezölle im Interesse unsrer arbeitenden die wahre Vertreterin des arbeitenden Volts. Wenn wir uns gegen Bevölkerung. Der Zoll wird unmittelbar von den Konsumenten diese verkehrte Wirtschaftspolitik wenden, entziehen wir der Social= getragen. Seit der Zeit der Caprivischen Handelsverträge ist die demokratie ihren fruchtbarsten Nährboden. Ich hätte es nie für age der Landwirtschaft besser geworden. Die möglich gehalten, daß eine republikanische Partei, wie die SocialPreise sind in die Höhe gegangen, das ist zu be- demokratie, in Deutschland so groß werden könnte. Den Hauptgrund weisen aus den Berliner Getreidepreisnotierungen. Hohe Getreide- dafür sehe ich, wie gesagt, in der verkehrten Wirtschaftspolitik. Herr preise haben hohe Bodenpreise zur Folge, und hohe Bodenpreise von Zedliz sprach von staatserhaltenden Parteien und meinte wollen Sie ja nur erreichen. Es müssen Hunderte von Millionen sich und das Centrum; ob er die Nationalliberalen mitgerechnet hat, von der arbeitenden breiten Masse aufgebracht werden. Jede weiß ich nicht.( Heiterkeit.) Aber staatserhaltend sind wir auch. Arbeiterfamilie wird um 60-70 M. mehr belastet.( Oho! rechts.) Sie Wir wollen den Staat erhalten, aber es giebt Parteien, die werden sagen, ich halte hier eine aufreizende Rede.( Sehr richtig! rechts.) wollen vom Staat erhalten werden( Große Heiterkeit.) Aber warten Sie nur ab, es tommt noch besser.( Heiterkeit.) Wir durch Liebesgaben, Zölle und Prämien. Herr Dr. Barth hat mit würden es geradezu als eine Versündigung ansehen, wenn wir nicht Recht gefragt, weshalb ist der Antrag gestellt worden, und Herr mit allen unsren Kräften die vitalsten Interessen der Arbeiterschaft v. Bedlig sagte, die Antragsteller wollten die Meinung der Regierung schüßen wollten.( Sehr gut! links.) Uebrigens selbst wenn der eruieren. Das war doch wirklich nicht nötig. Die Meinung Antrag hier angenommen wird, selbst wenn sich im Reichstag eine fennt man doch. Oder war jemand zweifelhaft, wie Herr v. Miquel Mehrheit für erhöhte Zölle findet, ist es noch nicht sicher, daß diese über Getreidezölle denkt?( Heiterkeit.) Herr v. Miquel ist erhöhten Bölle auch Gesetz werden. In dieser Frage hat die Bevölke- doch der beste Freund der Agrarier, er geht mit ihnen in gleichem rung selbst noch ein Wort zu sprechen.( Unruhe rechts.) Haben Sie Schritt und Tritt, ja noch einen Schritt weiter. Denn die Aeußerung, denn nicht schon ähnliche Erfahrungen gemacht beim Volksschulgesetz, die die Agrarier, die für Handelsverträge gestimmt haben, mit einer bei der lex Heinze?( Ruf rechts: Obstruktion!) Eine Tiergattung verglich, die nicht im Rufe großer Klugheit steht. Obstruktion kann nur erfolgreich sein, wenn sie von einer starken( Heiterkeit), ist noch nicht dementiert. Sie wollten durch den Antrag öffentlichen Meinung unterstützt wird. Glauben Sie denn überhaupt, wissen, ob Sie einen Boll von mehr als fünf Mark be daß Sie hier die Mehrheit der Bevölkerung ver- tommen werden. Darüber aber hat Sie der Ministerpräsident im treten. Sie find ein Klaffenparlament.( Unruhe rechts.) Sie unklaren gelassen. Graf v. Bülow hat der Industrie wie der LandAbg. von Heydebrand und der Lasa( k.): werden doch nicht bestreiten, daß die stärkste Partei, die Social- wirtschaft gleichmäßigen Schutz versprochen. Damit ist Ihr Antrag berlangt einen höheren Bollschutz für Getreide und hofft vom Minister- demokratie hier nicht vertreten ist.( Ruf rechts: Sie werden ihr unvereinbar. Der Bolltarif soll schleunigst vorgelegt werden. Aber ja hineinhelfen!) werden Ja, wir präsidenten heute ein klipp und klare Antwort. Wir hoffen, daß die Heiterkeit.) Weshalb die Gile mit dem Bolltarif? Erst 1903 laufen zu begründen?( Stürmische Heiterkeit.) Ich beneide die Geheimräte bemühen! glauben Sie denn, ein Bolltarif, wie Sie sich ihn wünschen, ist leicht Antwort in einem uns günstigen Sinne erfolgt, nachdem wir von Antwort in einem uns günstigen Sinne erfolgt, nachdem wir von was, fie dem Grafen Bülow schon das Anerkenntnis gehört haben, daß die die jetzigen Handelsverträge ab, die Sie doch nicht brechen wollen. nicht, die jetzt das Gegenteil von dem beweisen müssen, was fie dem Grafen Bülow schon das Anerkenntnis gehört haben, daß die Es scheint mir, Sie wollen der Regierung durch den autonomen früher bewiesen haben. Lanwirtschaft in Not ist und ihr geholfen werden muß. Wir Ich meine, der golltarif darf nicht haben einen Antrag eingebracht, hinter dem meine Freunde Bolltarif die Hände binden. überstürzt werden, er muß eingehend im Plenum beraten wie ein Mann stehen. Die Regierung wird sich über- Was nun meinen Antrag anlangt, so habe ich mich nicht der werden, nicht in der Kommission, sondern im Lichte bolster Oeffent zeugen, daß eine überwältigende Majorität in diesem Hause für der Allgemeinheit verstehe ich die Interessen der breiten arbeitenden tarifs verlangt wird, steht in merkwürdigem Kontrast mit der bilazeugen, daß eine überwältigende Majorität in diesem Hause für Hoffnung hingegeben, daß er angenommen wird. Unter Interessen lichkeit. Die Beschleunigung, mit der hier die Vorlegung des Zollunfren Antrag vorhanden ist.( Beifall rechts.) Nun hat der Abg. Masse, Sie aber nur die Interessen eines einzelnen Stands. Sie torischen Behandlung der Kanalvorlage in diesem Hause. Barth einen Gegenantrag eingebracht, den wir eigentlich auch an- werden meinen Antrag ablehnen, aber indem Sie ihn ablehnen, be= annehmen könnten, denn den Interessen der Allgemeinheit wollen Bei der Kanalvorlage ist man sehr gemächlich.( Heiterkeit.) wir auch dienen.( Lachen links. Beifall rechts.) Ich nehme den weisen Sie nur, daß Sie die allgemeinen Interessen hinter ihre Abg. v. Bedlig sagte, zwitchen Kanal und Bolltarif besteht kein Zu Antrag Barth aber nicht recht ernst. Er scheint mir ein Wiz au sein eignen Interessen zurückstellen.( Lebhafter Beifall lints. Bischen fammenhang. Ja, warum läßt er denn dann das Gegenteil drucken. und Herr Dr. Barth hat schon bessere Wize gemacht. Die Zeit ist rechts und im Centrum.) In seinem Artikel ist das Gegenteil wörtlich zu lesen. Herr v. 8edlitz zu solchen Wißen auch zu ernst. Die Landwirtschaft hofft auf Hilfe, drohte den Nationalliberalen, die nicht für den Antrag Limburg fie hat den Mut bisher nicht sinken lassen, sie ist auch immer loyal gewesen. Wird ihr jetzt der Schutz versagt, dann wird auch in land- hat auf die Anschauung und die Redeweise Dr. Barths merklichen das letzte Mal nur mit 39 Stimmen Mehrheit gewählt worden, trotzdem Die nahe Berührung des Vorredners mit der Socialdemokratie stimmen wollen, daß sie bei den nächsten Wahlen schlechte Geschäfte machen würden. Nur gemach( Heiterkeit), Herr v. Bedlig ist doch selbst wirtschaftlichen Kreisen die Staatsautorität an Gewicht einbüßen. Einfluß geübt. Seine Rede war auch wohl mehr auf Wirkung Die Landwirtschaft blutet aus tausend Wunden, ihr muß geholfen nach außen berechnet, auch das entspricht socialdemokratischen Ge- er damals noch Beamter war und über den ganzen amtlichen Apparat bis werden. Sie verlangt auf ihre Bitte um Hilfe ein einfaches und pflogenheiten. Herr Barth wendet sich durch sein Zusammengehen Reichstagsmandat hat es Herr v. Redlitz überhaupt noch nicht gezum Postdirektor von Mühlhausen verfügte.( Heiterkeit.) zu einem flares Ja.( Beifall rechts.) mit der Socialdemokratie gegen die Juteressen nationaler Arbeit. bracht.( Erneute Heiterkeit.) Bei der ganzen Behandlung der Frage Ministerpräsident Graf v. Bülow: Der von Barth citierte Artikel von mir bezweckte nichts andres als und der Einbringung des Antrags hat sich auf der Rechten eine geIm Namen der königl. Staatsregierung habe ich in Bezug auf zu verhüten, daß es bei der Beratung der neuen Kanalvorlage wieder wiffe Nervosität geltend gemacht. Die Herren scheinen doch zu er den hier vorliegenden Antrag des Herrn Grafen Limburg folgende Barteien kommt. An sich besteht zwischen der Kanalvorlage und dem tommen, wie sie geschädigt werden, daß ihnen dann ihre Beschlüsse zu einem Bruch zwischen der Regierung und den staatserhaltenden kennen, daß wenn erst die Millionen zum Bewußtsein darüber Erklärung abzugeben: In voller Anerkennung der schwierigen Ber Bolltarif natürlich gar fein Zusammenhang. Herr Barth spielt sich Ver- Parteien hältnisse, in denen sich die Landwirtschaft befindet und von dem als Vertreter der Arbeiter auf. Wir vertreten ebenso Arbeiter- hier auch nicht viel nügen werden.( Lebhafter Beifall links.) Wunsche beseelt, die Lage der Landwirtschaft wirksam zu verbessern, intereffen.( Lachen links.) Durch die Zölle werden die Arbeiter nicht Abg. Herold( C.): ist die Regierung entschlossen, auf die Gewährung eines aus geschädigt. Ein der Wahrheit wenigstens einigermaßen die Ehre gebender Wir wünschen das Zustandekommen neuer Handelsverträge. reichenden und deshalb entsprechend zu erhöhenden Zoll- Socialdemokrat Calwer hat offen zugegeben, daß es den Arbeitern Gerade deshalb muß aber möglichst bald durch den Zolltarif eine schutzes auf die landwirtschaftlichen Produkte hinzuwirken. viel mehr auf hohe Löhne, als auf billiges Brot ankommt. Sicheres Grundlage geschaffen werden. Wir verlangen auch einen erhöhten Die Staatsregierung ist ferner bestrebt, die Vorlage des neuen aus den Gegenden mit billigem Brot mit Vorliebe nach Gegenden geschädigt. Das Centrum bietet seine Hand nicht zu ArbeiterBrot ist ihnen lieber wie billiges Brot. Die Arbeiter gehen auch Bollschutz für die Landwirtschaft. Die Arbeiter werden dadurch nicht Zolltarifs in jeder Weise zu beschleunigen.( Lebhafter Beifall.) mit teurem Brot. Also die Arbeiter zeigen selbst, daß sie sich durch ichädigungen. Vom Centrum ist die ganze Arbeiterschutz- Gesetzgebung Abg. Dr. Sattler( natl.): etwas teureres Brot nicht geschädigt fühlen.( Lachen links.) Bon ausgegangen. Das Centrum wird am ärgsten von der SocialWir werden den Antrag v. Limburg ablehnen, denn wir halten den Gegnern der Getreidezölle wird jezt das Ausland gegen das demokratie befehdet, weil es am meisten Boden in der Arbeiterihn für überflüssig. Wir haben uns schon im vorigen Jahre Inland ausgespielt. Das zeigt beinahe dasselbe Gefühl bevölkerung hat.( Sehr richtig! im Centrum.) Herr Barth sagt, am 30. Juni für einen erhöhten Zollschutz der Landwirtschaft erVaterlandslosigkeit, das auch jüngst wieder die jede Arbeiterfamilie wird 60-70 Mart mehr für Brot zahlen flärt und stehen heute noch einmütig auf demselben Standpunkt, den Socialdemokratie bei der Zweihundertjahr Feier bekundet müssen. Das ist eine Rechnung, die auf dem Papiere steht, in Wirkerfreulicherweise auch die Regierung teilt. Auch die Fassung des hat. Herr Barth ruft die großen Massen auf, die lichkeit aber nichts zu bedeuten hat. Der Landtag vertritt nicht ganz Antrags Graf Limburg ist für uns nicht einwandfrei. Das Wort dröhnenden Arbeiterbataillone sollen gegen die Parlamentsmehrheit die Bevölkerung, aber gegen den Reichstag diese Behauptung aufwesentlich" wird von einem Teil meiner Freunde für harm- anrüden. Da die Reichstags- Mehrheit schutzöllnerisch ist, giebt Herr zustellen, ist ganz unverständlich. Ist doch der Reichstag in dem los, von den andren für gefährlich gehalten. Auch die Barth alle liberalen Grundsäge auf. Selbst der auf Grund des sicheren Bewußtsein gewählt worden, daß zu seinen Arbeiten die BeWorte mit größter Entschiedenheit" beanstandek ein Teil meiner allgemeinen gleichen Wahlrechts gewählte Reichstag darf nicht mehr ratung des Bolltarifs gehören wird. Der erhöhte Schutzzoll wird Freunde. entscheiden. Meiner Ansicht sind sich die Gegner der Getreidezölle die Löhne für die Arbeiter auf dem Lande steigern. Es wird Ihnen völlig klar über die Aussichtslosigkeit ihres Stampfs. Das sieht man deshalb nicht gelingen, die Arbeitermassen mobil zu machen, sie sind Wir werden für den Antrag stimmen. In einer soch hoch daraus, daß sich die Gegner der Zölle, wie die französischen Generale zu einsichtig und verständig dazu. Sie wissen, daß die Industrie ernsten Frage wollen wir zeigen, daß hier im Hause eine nicht mig gegenseitig der Lässigkeit zeihen. Herr Barth schilt feine lieben nicht von ländlichen Arbeitern überschwemmt werden darf. zuberstehende Majorität vorhanden ist. Dem Wortlaut nach Socialdemokraten, Herr Nichter den Handelsvertrags- Berein, den er Ich bitte Sie, den Antrag Limburg anzunehmen. könnten wir auch für den Antrag Barth stimmen. Aber nach dem den Verein der Kommerzienräte nennt und bespöttelt. Herr Barth Abg. Dr. Hirsch( frs. Vp.): Auftreten des Abg. Barth beim Domänenetat müssen wir annehmen, fragte, wie der Landtag dazu komme, sich um Reichssachen zu daß er dem Antrag eine Deutung geben wird, die wir nicht darf auf die Haltung seiner Regierung im Bundesrat einwirken, muß ich der Ansicht des Vorredners entgegentreten, daß durch hohe acceptieren können. Ich habe im Namen meiner Freunde ausdrücklich von diesem Recht machen wir Gebrauch. Unser Antrag liegt im zu erklären, daß wir die Industrie außerordentlich hochschätzen und neue Handelsverträge für notwendig halten. Aber wohlverstandenen allgemeinen und nationalen Interesse.( Lebhafter wir können nicht verlangen, daß sich die Landwirtschaft der Industrie Beifall rechts.) wegen selbst opfert, ihre Existenzbedingungen preisgiebt. Das würden wir thun, wenn wir den jetzigen Zollschuh auch nur annähernd als ausreichend ansehen würden. Bei den letzten Handelsverträgen hat meine Partei troß schwerer Bedenken nur aus patriotischen Motiven für die Ermäßigung der Zölle gestimmt. Wie berechtigt der frühere Zollschutz war, ergiebt sich aus der Thronrede von 1887, wo die Not der Landwirtschaft trotz dieses Bollschutzes ausdrücklich betont wird. Die Landwirtschaft rentiert sich nicht, sie muß für ihre Folge wird sein, daß die gesamte Arbeiterschaft an ihren Löhnen Produkte höhere Breise erzieleu. Wir bedürfen des Bollschutes im Präs. v. Kröcher: Davon habe ich nichts gehört. nationalen Interesse unsres Vaterlandes. Man hat gesagt, die ArAbg. Richter( fortfahrend): Doch es fommt nicht so sehr auf Schaden erleiden wird. Auch in der Landwirtschaft werden bei beiter würden geschädigt und uns würden die katholischen Arbeiter diese Aeußerungen an. Man fennt hier im Hause die Person des höheren Zöllen keine höheren Löhne gezahlt werden. Die Löhne in abspringen. Nein, gerade im Interesse der Arbeiter liegt ein erhöhter Abg. Frhrn. v. Jedlig und kennt die Person des Vorredners und den Städten werden einfach sinken und da werden die Herren Agrarier gar nicht nötig haben, ihrerseits die Löhne zu Zollschutz. Jetzt ist die Landwirtschaft nicht in der Lage, den weiß beide entsprechend einzuschätzen.( Sehr gut! links.) erhöhen. Die Schuld daran, daß die Landwirtschaft nicht Wenn man die Herren ihren Antrag begründen hört, so sollte Arbeitern auf dem Lande ausreichende Löhne zu zahlen. Daher man meinen, die Müller und Bäder allein werden den Zoll tragen prosperiert, liegt nicht an zu niedrigen Stornzöllen, sondern die Abwanderung in die Industrie, wo die Ueberschwemmung müssen.( Stuf rechts: Das Ausland) Oh, verehrtester Herr, der baran, daß der Grund und Boden zu teuer mit Arbeitskräften auch nur einen Lohndrud herbeiführt. Segen Sie eben diesen Zwischenruf gethan haben, ziehen Sie nur schleunigst i ft. Es ist aber ein Unrecht, von den Konsumenten eine Abgabe zu wir also die Landwirtschaft in den Stand, höhere Arbeitslöhne zu Ihre Unterschrift von dem Antrage zurück.( Große Heiterkeit.) Wird verlangen, um die Grundrente zu erhöhen. Uebrigens hat sich in zahlen. Ich ersuche Sie um einmütige Annahme des Antrags nämlich der Zoll vom Ausland getragen, so tritt er im Inlands- den letzten Jahrzehnten der Betrieb der Landwirtschaft außer Abg. Dr. Barth( frs. Wg.): Getreidepreis gar nicht in die Erscheinung. Dann nügt er ordentlich gehoben, die Erträge sind mächtig gewachsen.( Lachen Ihnen ja gar nichts.( Erneute Heiterkeit.) Man sieht an rechts.) Wir werden gegen die Erhöhung der 8ölle stimmen. Weshalb haben die Agrarier gerade jezt ihren Antrag ein- diesem einen Beispiel, welche Logit sich unter dem Antrag Limburg( Bravo! links.) gebracht. An und für sich ist es doch nicht Gewohnheit, daß sich ein zusammengefunden hat.( Sehr richtig! links.) Herr v. Jedlig sagte, Präsident v. Kröcher: Einzellandtag mit Reichssachen beschäftigt. Aber das ist schon öfters die Arbeiter gehen mit Vorliebe in Gegenden mit teurem Brot. Sie Es wurde vom Abg. Richter bemerkt, Frhr. v. Zedlig habe dem vorgekommen. Neu ist, daß ein Einzellandtag dem Reichstag gehen doch nicht wegen des teuren Brots dahin, sondern Abg. Dr. Barth einen Mangel an nationalem Empfinden vordas Tempo feiner Arbeit vorschreibt. Die Herren wegen der hohen Löhne. Die teuren Brotpreise dieser geworfen. Ich habe mir infolgedessen das Stenogramm verlangen, daß der Reichstag fleißiger ist.( Heiterfeit.) Was Gegenden find doch auch keine Folge der hohen Löhne, sondern weil der Rede des Abg. Frhrn. v. 8edlizz tommen Tassen, würden Sie( nach rechts) sagen, wenn der Reichstag sich der Transport, der Zwischenhandel die Ware teurer macht. Wenn und finde darin in Beziehung auf Dr. Barth die Worte: einmal in preußische Angelegenheiten einmischen würde und Sie also die im Westen an sich schon höheren Brotpreise noch ver- Das ist ein Tiefpunkt des nationalen Empfindens, der beispielsweise verlangen würde, daß der Landtag das teuern wollen, so schädigen Sie die Industriebevölkerung nahezu an den Mangel von Vaterlandsgefühl heranreicht, wie ihn mächtige Kulturwert der Kanalvorlage nicht doppelt.( Sehr gut! links.) Beschlüsse dieses Hauses können Socialdemokraten haben und wie er von denselben auch jüngst bei länger dilatorisch behandle.( Große Heiterfeit.) Daß wir nicht als Beschlüsse einer Voltsvertretung gelten laffen. Es der Zweihundertjahrfeier bekundet worden ist." Dieser Satz enthält die Abficht besteht, die Kanalvorlage dilatorisch zu behandeln, erhellt istein Dreiflaffenhaus, die Einteilung der Wahlkreise beruht auf der Bolts- allerdings, wenn auch etwas verblümt, den Vorwurf, daß ein Mitaus einem Artikel des Abg. Frhrn. v. Bedlig, den er im„ Tag" ver- zählung von 1858. Allein die Städte Berlin, Breslau, Stönigsberg, Stettin glied des Hauses auf dem Standpunkte des Vaterlandsgefühls öffentlicht hat. Dieselbe Tendenz atmet auch der heutige Antrag. würden 19 Abgeordnete mehr zu wählen haben, wäre die jetzige der Socialdemokraten im Lande stehe." Dies ist eine Beleidigung. Er soll jagen: Wenn du, Regierung, nicht ichleunigst den Einwohnerzahl maßgebend. Bei den letzten Reichstagswahlen find Herr Abgeordneter Frhr. v. Bedlig, ich rufe Sie deswegen zur Ord Bolltarif im Reichstag vorlegst, dann kannst du nicht für Freifinnige und Socialdemokraten 3 Millonen Stimmen ab- nung.( Beifall.) auf den Kanal rechnen.( Widerspruch rechts, sehr gut! gegeben worden. Diese 3 Millionen von im ganzen 71/2 Millionen Tints.) Man will also die Regierung ชน einer über- find entschiedene Gegner der Stornzölle, obwohl diese Frage gar stürzten Vorlegung des Zolltarifs drängen.( Unruhe nicht in der Wahlbewegung eine größere Rolle gespielt hat. Herr rechts.) Ja, sonst brauchten Sie doch die Regierung b. Bedlig fagt, Herr Barth habe heute eine aufreizende Rede genicht zu monieren, daß sie schneller arbeiten soll. Der halten. Dr. Barth ist doch der unschuldigste Waisentnabe gegen die Antrag verlangt Unterstützung der Landwirtschaft, ganz gleich, ob Agrarier mit ihren Aufreizungen.( Lachen rechts, Sehr gut! links.) andre Interessen dadurch geschädigt werden oder nicht. Die Getreide Herr v. Heydebrand hat ja erst heute wieder gedroht, daß bisher konserzölle sollen erhöht werden, ganz gleich, ob fünftig noch Handelsverträge vative Elemente ihre Gesinnung wechseln würden. Aehnlich hat ja der zu stande kommen oder nicht. Es giebt doch aber noch andre Interessen. agrarische Vorfämpfer, Herr Rupprecht aus Ranfern mit Uebergang Die Regierung muß sich flar sein, daß der Antrag die Handels- zur Socialdemokratie gedroht. Wir sollen der Socialdemokratie verträge gefährdet. Wenn die Regierung die Interessen der Vorschub leisten. Gerade indem wir die Kornzölle bekämpfen, treten eine namentliche. Allgemeinheit nicht folossal schädigen will, muß sie auf Fortsetzung wir der Socialdemokratie entgegen. Thäten wir das nicht, dann Der Antrag Graf Limburg wird mit 238 Stimmen gegen er Handelsverträge Bedacht nehmen. Wir sind gegen jede Er hätte ja die Socialdemokratie recht, wenn sie sagt, fie sei allein 43 Stimmen angenommen. Die Minderheit setzt sich zusammen Abg. Schmit- Düsseldorf( C.): Limburg.( Beifall rechts.) Abg. Richter( Frf. Bp.): Herr v. Zedlitz hat wieder einmal die Sachlichkeit der Ausführungen durch persönliche Verdächtigungen seines Borredners zu ersetzen versucht.( Glocke des Präsidenten.) ersetzen versucht.( Glocke des Präsidenten.) Präs. v. Kröcher: Davon habe ich nichts gehört. Abg. Richter( fortfahrend): Das bedaure ich, Herr Präsident. Ich rechne dazu Aeußerungen wie diejenigen von der vaterlandslosen Gesinnung.( Glocke des Präsidenten.) Als Vertreter von vielen Laufenden von Industrie- Arbeitern Getreidezölle die Arbeiter nicht geschädigt werden. Die Arbeiter der Man kann doch nicht leugnen, daß die fetten Jahre auch Gewerkvereine sind entschieden Gegner der Kornzölle. " für die Arbeiter vorüber sind. Da machen auch schon 60 bis Das bedeutet 5 bis 6 Wochen, die die Arbeiter Frondienste leisten 70 M. Mehrausgabe für das Jahr für die Arbeiter etwas aus. müssen für die Agrarier. Die Hoffnung auf höhere Löhne, die man den Arbeitern macht, wird sich auch nicht erfüllen. überhaupt Handelsverträge zu stande tommen etwa ein Bollfrieg entsteht, so werden diese für die Industrie doch nicht so günstige Zustände herbeiführen, wie sie jest find. Die B und Wenn nicht Abg. Frhr. v. Beblik( ft.)[ zur Geschäftsordnung]: Ich bedauere, daß ich meiner fachlichen Ausführung eine Form gegeben habe, die gegen die Ordnung des Hauses verstieß. Nach einigen weiteren Ausführungen der Abgg. LimburgStirum( tons.), Wintermeyer( frs. Bp.), Sieg( natl.) schliest die Diskussion. Der Antrag Barth wird gegen die Stimmen der beiden freisinnigen Gruppo abgelehnt.( Seiierieit rechts.) Die Abstimmung über den Antrag Graf Limburg ist ouS den freisinnigen Gruppen und den nationalliberalen Abgg> D a u b, v. Eynern, Hobrecht, Junghenn, Krause, Kra- Winkel und Nolle. Die weitere Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Der- waltung wird hierauf auf Montag 11 Uhr vertagt. Schluß 4>/4 Uhr. f UokÄlvs. Ueber künstlerische Erziehung in Schule und Hans sprach am Freitag im B erlin e r L eh r er v erein Hr. Dr. Jessen, Direktor am Kiinstgewerbe-Museum. Die Bedeutung d e r K u n st für die Erziehung ist seit langem erkannt und anerkannt. Aber die Versuche, aus dieser Erkenntnis die praktischen Kon- sequenzen zu ziehen, sind bei uns erst jüngeren Datums. Die Lehrerschaft hat sich der Bewegung, die sich auf diesem Gebiete anzubahnen beginnt, rasch und gern angeschlossen. Der Deutsche Lchrerverein will auf der nächsten deutschen Lehrerversammlung die Bedeutung der Kunst für die Erziehung erörtern; der Jcssensche Bortrag im Berliner Lehrerverein sollte zur vorbereitenden Klärung beitragen. Herr Jessen beschränkte sich im wesentlichen auf die Frage, welche Bedeutung die bildenden K ü n st e für die Erziehung haben und in welcher Weise diese der Jugend nahe gebracht werden können. Durch feine Ausführungen zog sich wie ein roter Faden der Gedanke: um die Kinder frühzeitig für Kunst empfäng- lich zu machen, sie mit Sehnsucht zur Kunst zu erfüllen, muß man ihnen die Umgebung entsprechend ge st alten. Die öde Kahlheit, die heute in Schule und Haus herrscht, muß einer geschmackvolleren Ausstattung weichen, die den Sinn für das Schöne weckt und die Freude am Schönen pflegt. Künstlerischer Wandschmuck ist ein Mittel, das der Erziehung der Jugend zur Kunst dienen kann, nicht das einzige Mittel, aber eines der wichtigsten und zugleich das nächstliegende. An die Teilaufgabe, zunächst ein- mal nnsren Schulen einen künstlerischen Wandschmuck zu ver- schaffen, ist in Berlin eine Gruppe von Schulmännern, Künstlern und Freunden der Schule wie der Kunst bereits vor Monaten heran- gegangen, doch ist die Sache bisher über das Anfangsstadium des Redens und Schreibens leider noch nicht hinausgekommen. Die Besprechung, die sich an den Vortrag anschloß, ließ er- kennen, daß die Frage in der That noch sehr der Klärung bedarf. Es zeigte sich sehr viel guter Wille, sehr viel Begeistenmg, aber keine volle Einsicht in die Ursachen, die den größten Teil unsrer Volksgenossen, die Erwachsenen ebenso wie die Kinder, nicht zum Genuß der Kunst kommen lassen. Die Forderung, die Schule solle sich in den Dienst der Erziehung der Jugend zur Kunst stellen, läßt sich ohne Beeinträchtigung des sonstigen Schul erfolgs und auch ohne große Kosten durchzuführen, das ist zweifellos. Aber die künstlerische Erziehung im Hause und durch das Haus stößt auf Schwierigkeiten, die sehr viel weniger leicht zu über- winden sind. Auch im Hause hätte die öde Kahlheit einer freund licheren und geschmackvolleren Ausstattung zu weichen, die schon in den Kindern den Sinn für das Schöne wecken und sie für die Kunst empfänglich machen kann. Wie soll das aber bei den elenden Wohnungsverhältnissen der unbemittelten Bevölkerung ermöglicht werden? Die paar Bilder allein, mit denen der eine nnd der andre die Löcher in den Tapeten zu verdecken sucht, genügen doch wohl nicht— abgesehen davon, daß gute Bilder teuer, also für Unbemittelte unerschwinglich sind. Den Kindern sollen— das ist eines der andren Mittel, die zur künstlerischen Erziehung der Jugend empfohlen werden— nur gute Bilderbücher von wirklichem Kunstwert in die Hände gegeben werden. Ja. wenn die mir nicht wiederum so sehr teuer wäre»! In der Besprechung wurde dieser Gesichtspunkt nur nebenbei erwähnt. Unsres Erachtens könnte es aber diesen Bestrebungen, die uns an sich selbstverständlich durchaus sympathisch sind, nur nützen, wenn ihre Freunde und Förderer sich auch der wirtschaftlichen Ursachen für die ver- schiedenen Erscheinungen in unsrem Volksleben etwas mehr bewußt würden. Ter AuSschust zur Borberatnng der Magistratö-Vorlage über die Bewilligung von Ruhegeld und Hinterbliebenen- Versorgung an die ohne Pensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Personen hat in erster Lesung die Magistratsvorlage mit folgenden Aeuderungen angenommen:' Zu § 1. Personen, deren Zeit und Kräfte durch die ihnen übertragenen Geschäft nur nebenbei in Anspruch genommen werden, erwerben keinen Anspruch auf Ruhegeld. Zu§ 2. Als Unterbrechungen der Beschäftigung im städtischen Dienste werden nicht augesehen unverschuldete Arbeitshinderungcn— zum Beispiel Krankheiten,— wenn diese Hinderungen unmittelbar zum Aufhören der städtischen Beschäftigung Anlaß geben und wenn nach Weg- fall des Hinderungsgrundes die städtische Beschäftigung wieder aufgenommen wurde. Dauern solche Hinderungen länger als 13 Wochen im Kalenderjahre, so wird das Mehr an Zeit auf die Gesamtdauer nicht angerechnet. Ist die Arbeitsunfähigkeit die Folge einer Krankheit, Verwundung oder Beschädigung, die die im§ 1 gedachten Personen bei Ausübung oder aus Veranlassung deS Dienstes ohne eigne Verschuldung sich zugezogen haben, so tritt die Pensionsberechtigung auch bei kürzerer als zehnjähriger Dienstzeit ein. Zu ZZ Sund 6. Während der».ersten zwei Monate nach dem Tode des Mannes werden die Reliktenbezüge verdoppelt. Zu 8 10. Das Ruhegeld, das Witwen und Waisengeld wird in jedem einzelnen Falle vom Magistrat festgesetzt und bewilligt; es kann nicht als klagbares Recht gefordert werden. Versagt der Magistrat die Bewilligung von Ruhe-, Witwen- und Waisen g e l d in solchen Fällen, in denen die Voraus- sctzungen des 8 2 vorliegen, so ist der Stadtverordueteu-Versammluug Mitteilung zu machen. Das einmal bewilligte Geld kann vom Magistrat jederzeit geändert oder wieber entzogen werden, indessen bedarf der Magistrat dazu der Zustimmung der Stadtverordneten Versammlung. Die Beschlußfassung über den 8 8 über Kürzung der Bezüge bei gleichzeitigem Bezug von Invaliden- und Alters' rente ist bis zum Eingang einer Auskunft des Reichs-Versicherungs amts über die Anwendbarkeit der Bestimmungen des§ 43 des Jnvalidenversicherungs-Gesetzes ausgesetzt." Nicht weniger als 3 170 204 M. werden für Neubauten und Vergrößerung der städtischen Gaswerke und Gasröhren s y st e m e von der Gasdcputation verlangt. Der Magistrat hat den Stadtverordneten eine Vorlage zur Bewilligung dieser Summen mit einer ausführlichen Begründung übersandt. Dieser entnehmen wir, daß für 1904 ein Max'imal-Tagesverbrauch von rund 1 070 000 Kubik meter Gas gegen 800 000 Kubikmeter im laufenden Monat an- genommen wird. Zur Beisetzung Robert ZelleS. Die Ueberfühnmg der Leiche Zelles von Meseberg nach Berlin erfolgt am Montag früh. Um 9 Uhr vormittags beginnt die Aufbahrung im großen Festsaale des Rat Hauses. Das vom Maler Coner gemalte Oelgemälde des Ver storbenen wird neben dem Sarge aufgestellt. Der Trauerzug be ivegt sich durch die Königstraße, über den Werderschen Markt, den Schloßplatz, die Markgrafenstraße, den Belleallianceplatz, die Hasen Heide nach Rixdors zum alten Thomaskirchhof, auf dem, wie bereits mitgeteilt, die Familie Zelle ein Erbbegräbnis besitzt. Die Bureaus und Kassen des Magistrats werden aus Anlaß der Beisetzung am Montag um 12 Uhr mittags geschlossen werden. Die Grostthaten des Kommcrzienrats Sauden und seiner frommen Kumpane scheinen überaus befruchtend in der Finanz- und Handelswelt gewirkt zu haben. ES werden nämlich heute gleich drei aufsehenerregende Fälle von Unterschlagung auf einmal gemeldet. In der Depositenkasse der Mitteldeutschen Kreditbank, Tauentzienstraße, haben die Vorsteher Daniel und Gallus Unterschlagungen im Gesamtbetrage von circa 200 000 M. verübt. Die in Aussicht genommene Dividende von 6 Proz. erleidet, wie zur Bemhigung der Aktionäre mitgeteilt wird. keine Einbuße. Um 80 000 Mark geschädigt wurde das Bankhaus C. H. K r e t s ch m a r in der Jägerstraße 9 durch einen Angestellten Namens Arndt, der in dem Hause schon längere Jahre einen Vertrauensposten bekleidete; Arndt, ein Junggeselle, lebte au großem Fuße. An Mitteln dazu fehlte es ihm, wie das„Berliner Tageblatt" berichtet, nicht, so lange ihm die Aktien der deutschen Grundschuldbank eine Ergänzung seines ohnehin ansehnlichen regel- mäßigen Einkommens lieferten. Nach dem Krach aber blieben diese Nebcneinkünfte aus, und nun konnte der Mann auf redlichem Wege seinen Verpflichtungen nicht nachkommen. Daher vergriff er sich an den Geldern seines Bankherrn und wurde schließlich nach Ver untreuung von 80 000 M. flüchtig. Der dritte Fall endlich hat einen politischen Beigeschmack. Der Verhaftete ist der Kaufmann Friedrich Pape, der Vorsitzende des Gaus Brandenburg vom Verband deutscher Handlungs- g eh i Ifen, und als solcher eine„Säule des Anti- s e m i t i s m u s". Er war Stadtreisender der in der Wallstraße domi- zilierenden Großfinna für Landesprodukte, Albert Metzdorf u. Sohn deren Vertrauen er in dem Maße sich zu erwerben gewußt hatte, daß sie ihm auch gleichzeitig die Einkassierung der aus seinen abgeschlossenen Geschäften fließenden Gelder übertrug. Pape, der im Alter von 33 Jahren steht und Vater von 6 Kindern ist, hat große Beträge der einkassierten Gelder— angeblich über 3500 Mark— unterschlagen und in seinem Interesse verwandt. Als seine Auftraggeberfirnia schließlich den Betrug entdeckte, erließ sie an ihre sämtlichen Kunden die Weisung, an Pape keinerlei Zahlung zu leisten. Zugleich erfolgte Anzeige bei der Kriminalpolizei, welche die Verhaftung des Beschuldigten vornahm. Eine Versammlung von Freunde» der Errichtung einer Fahr- und Fachschule in Berlin tagte am Donnerstagabend im Hotel Kaiserhof. Mit allseitigem Bedauern wurde die Thatsoche festgestellt, daß trotz der angestrengtesten Bemühungen es bisher nicht möglich gewesen ist, auch nur annähernd das zur Durch fllhrung des Plans erforderliche Mindestbetriebskapital von 100 000 M. durch, freiwillige Zeichnungen aufzubringen, und daher beschlossen, den Plan vorläufig zu vertagen. Bau von kleine» Wohnungen. Die Eigentümer des Geländes zwischen der Boxhagener- und Romintenerstraße beabsichtigen, dieses für den Bau von vorläufig 2S Häusern mit 600 kleinen Wohnungen abzuschließen. Die Besitzer wollen eine neue Straße, die unweit der Tilsiter-, Thaer- und Litthauerswatze bezw. Frankfurter Allee in die Boxhagenerstraße einmünden soll, auf ihre Kosten in einer Breite von 22 Meier anlegen, das Straßenland der Sradtgemcinde über eignen und die Kosten für die Belenchtungsaulagen tragen. Der Magistrat hat den Plan, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt- verordneten, gebilligt. Bom sicheren Tode gerettet wurde gestern abend gegen 8 Uhr durch Mannschaften der Feuerwehr die in dem Hause Schönhauser Allee 171 wohnende Witwe Bierow. Hausbewohner bemerkten, daß aus der Wohnung der B. dichter Qualm herausdrang. Sie machten sich, während gleichzeitig die Feuerwehr alarmiert wurde, an das Löschen des in der Kücde entstandenen Brandes, was auch mit Hilfe der inzwischen eingetroffenen Löschmanschaften nach kurzer Zeit gc lang. Mehrere Feuerivehrlente revidierten die Wohnung und ent deckten in einem Nebengelaß Frau B.. die, vom Qualm betäubt, be- sinnuiigslos am Boden lag. Die Samariter der Löschmannschaften stellten Wiederbelebungsversuche an, die von Erfolg gekrönt waren Feuer in der Dorotheenstädtischrn Kirche. Die Kirche ist innerhalb der letzten vierzehn Tage zweimal von einem Schadenfeuer heimgesucht worden. Das erstemal brannte, wie seiner Zeit gemeldet, die Orgel; in der Nacht zu gestern kam in der Sakristei ein Brand " bl'............. aus, der zwar keinen erheblichen Materialschaden anrichtete, aber Ständiges Repertoire: Neues Opern-Theater(Kroll). Dienstag: Wohlthätigkeits-Borstellung: Die Prüfung. Der erste Carneval. Konzert.— Residenz- Theater. Alle Abende: Frauen von heute.— Gecessions- Bühne. Alle Abende: Gastspiel von WolzogenS Buntem Theater.— Central- Theater. Alle Abende: Die Schöne von New Bork.— Thalia- Theater. Alle Abende: Amor von heute.— Friedrich Wilhelmstädtikches Theater. Alle Abende: Der Dainenschneider.— Carl Weift-Theater. Montag und DienStaa: Lumpacwagabundes. Alle übrigen Abende: Zwei Waisen.— Belle-Alliance-Xheater. Gastspiel des plattlölntlchen Volkstheaters.— Apollo-Thearer. Des Löwen Erwachen.— Metropol- Theater. Tolle Nacht. immerhin der Feuerwehr längere Zeit Arbeit gab. ES brannte der Fußboden infolge fehlerhafter Feuerungsanlage sowie Portieren. Das Innere der Kirche wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auf seine Mntter feuerte der Uhrmacherlehrling Alfred Neu- mann Freitagvormittag in deren Wohnung in der Teltowerstraße. nachdem die Mutter ihm ivegen seiner Trägheit Vorwürfe gemacht hatte, ans einer Taschcnpistole einen Schuß ab, ohne jedoch zu treffen. Da dies»ach Angabe der Mutter in den letzten Wochen schon wiederholt vorgekommen und ihrer Meinung nach ihr Sohn geistig nicht ganz gesund ist, wurde er von dein Bezirksphyfiker unter- sucht, jedoch für völlig zurechnungsfähig erklärt, er wurde infolge- dessen der Krimiiialpölizei zugeführt. Selbst gestellt hat sich vorgestern abend die 26 Jahre alte Kellnerin Pauline Böhninger, die, wie wir mitteilten, in dem Hause Oranienstraße 150 auf ihren Geliebte», den 2öjährigen Kellner Karl Zapf, zwei Schüsse abfeuerte. Zur Vorgeschichte des Attentats wird berichtet, daß sich die beiden vor zwei Jahren in Frankfurt a. O. keimen lernten. Aus dem Verhältnis ging ein Kind hervor, das im September v. I. starb. Seine Geliebte, der nia» zugetragen hatte, daß er hier ein andres Verhältnis eingegangen fei. war im Dezember schon zweimal mehrere Tage hier und jetzt wieder seit drei Tagen. Ihrer Behauptung nach soll Zapf auch Geld von ihr geborgt haben. Eine Ausstellung von Apparaten für die technische Ver- Wendung von Spiritus wird, wie uns die Centrale für Spiritusverwertung mitteilt, vom 13.— 18. Juni d. I. in Halle a. S. stattfinden. Die Nene Gemeinschaft hält Montag, abends 8 Uhr, im Beethoven- saale, Köthenerstr. 32, eine Böcklinfeier ab, zu der Karten zum Preise von 1 M. u. a. bei Hans Ostwald, IV., Uhlandstr. 144, zu haben sind. DaS Pollzripräsidinm hat „Der Ausflug ins Sittliche" von E gegeben._ die Aufführung der Komödie: eorg Engel' nunmehr frei- Ans de» Nachbarorten. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlnng zu Spandau standen zwei Anträge unsrer Parteigenoffen zur Be- ratung. Der eine, der sich mit der geplanten Erhöhung der G e- trei'dezölle beschäftigte, wurde nach einer kurzen Begründung durch unsern Genossen D u ck s ch auf Vorschlag des Stadtverordneten- Vorstehers auf zwei Wochen vertagt, damit erst die Verhandlungen des Städtetags abgewartet werden sollen. Der zweite social- demokratische Antrag lautete:„Wir beantragen die sofortige Nieder- setzung einer Kommission, welche Mittel und Wege zu beraten hat, wie dem gegenwärtig herrschenden WohnungSelend zu steuern ist." Stadtv. R i e g e r(Soc.) begründete den Antrag und wies be- sonders ans die Pflicht der Gemeinde hin. ihrer socialen Aufgabe auf dem Gebiete des Wohnungswesens gerecht zu werden. Vom Stadtv. Jen» est.) und 25 Stadlverordneten war hierzu ein Antrag eingebracht und von Herrn Jenne begründet worden, welcher die Ablehnung des Antrags Rieger und Genossen fordert, weil darin vom Wohnungs- elend gesprochen werde. Dafür wurde die Einsetzung einer Kommission gefordert, welche„Erhebnngen" über die bestehende Wohnungs not anstellen und schriftlich Bericht erstatten soll. Genosse R i e g e r bekämpfte diesen Rumpfantrag". Um der Sache willen ändere er das Wort„Wohuungselend" in seinem Antrage in„Wohnungsnot" um. Im Verlauf seiner weiteren Ausführungen über da? im ivahrsten Sinne des Worts bestehende WohnungSelend wurde unser Redner mehrfach von den bürgerlichen Herren Stadtverordneten unterbrochen und als er auf diese Störung mit ein paar scharfen Worten antwortete, vom Stadtverordneten-Vorsteher zur Ordnung gerufen. Oberbürgermeister K ö l tz e, der vom Stadtv. Scholz(Soc.) wegen statistischen Materials zu dieser Frage angezapft wurde, führte aus, daß zur Zeit der größten Wohnungsnot elf Familien obdachlos gewesen seien, lind kritisierte sodann die Obdachlosen als teilweise schlechte Zahler. Bei so viel socialem Verständnis konnte es natür« lich nicht ausbleiben, daß der Antrag unsrer Genoffen mit allen gegen die Stimme des Antragstellers und des Stadtv. Lamprecht abgelehnt und der Autrag Jenne aligenommen wurde. In die Kommission wurde von unsrer Seite Stadtv. Rieger (Soc.) gewählt. Ein weiterer Antrag der Hausbesitzer auf Einfühning einer rundwert-Steuer an Stelle der Grnud- und Gebäude- steuer wurde einer Kommission, welcher auch unser Genosse Scholz angehört, überiviesen.. Bei der Beratung des Straßenreinignngs- Etats mußte der Decerneut. Stadtrat Becker, auf eine Anfrage unsres Genossen Rieger zugeben, daß die Stadt vonden H a n S e i g e n t ü m e r n„aus sanitären Rücksichten" ' ch o ii seit Jahren für die Müllabfuhrgeringere Gebühren erhebt, als die Selbstkosten betragen. llnsre Genossen Riegcr und Scholz sprachen sich deshalb entschieden gegen die Annahme des Etats aus; letzterer fragte, ob denn die HauS- besitzer noch weiter auf dieses städtische„Almosen" reflektieren wollten. Der socialdemokratische Antrag,„den Etat zurückzuverweisen und die Aofuhrgcbühren zu erhöhen", wurde mit allen gegen die Stimmen unsrer Genossen abgelehnt. In geheimer Sitzung ivurde die Wieder- wähl des zweiten Bürgermeisters Wolf, dessen Amts- Periode abgelaufen ist, beschlosseil. Gin Garde-Offizier, der Oberlientenant Gutschmidt vom Garde-Fnßartillerie-Regiment zu Spandau, hat sich, wie von dort gemeldet wird, durch einen Schuß in den Mund getötet. Als Ursache des Selbstmords wird unglückliche Liebe angegeben. Die Tollwut ist. wie der Regierungspräsident zu Potsdam öffentlich bekannt macht, in Grünau festgestellt worden. Man hat dort einen herunigelaufenen Hund unschädlich machen müssen, der an dieser gefährlichen Krankheit litt, Wetter-Prognose für Sonntag, den 87. Januar»«VI. Zeitweise heiter, vorherrschend wolkig mit Niederschlägen und frischen westlichen Winden; Temperatur wenig verändert, Berliner Wetterbureau. Zum keburtstlige dem St c st a u r a t e u r Herr» kermsllll 8lr!etiel et» dreifach donnerndes Lebeach! Die Arbeiter der Finna F. Faatz lcnwl-KMken- u. Zterbe- d. M., 253/1 (ffi. H). Berlin 6. Am Donnerstag, den 24. verstarb das Mitglied Otto Lehmann nach schwerem Leiden im 39. LebenS- jähre. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. b. M., nach- mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Marienburgerstraste 8, aus nach dem lmmmmel- Kirchhof, Falkenberger hauffee, statt. Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich das Schankgeschäst Gipsstr. 16 übeniommen habe. Bereinszimmer steht den geehrten Vereinen zur Verfügung. 2284b Zu freundlichem Besuch ladet ein Trutlnat, Zimmerer. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben MannS, des Restaurateurs Carl Schon- heim, für die reichen Kranzspenden und insbesondere für den erhebenden Gesang der„Kreuzberger Harmonie" sage meinen herzlichsten Dank. Vfitwe Schonheim. Danbaagang. Für die rege Beteiligung und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unsres lieben Vaters W. Schwarz« sagen wir allen Freunden, Kollegen und Bekannten unsren besten Dan«. Im Namen der Hinterbliebenen: VI, Schwane. P. Krause. Ehrenerklärnug. Die thätllche Beleidigung gegen den Kraukenbesucher der Wagenbauer- Kranlenkafie Franz Jaecbke nehme ich hiermit zurück und bedaur« aufrichtig daß ich mich dazu hinreiße» ließ, Frau Kaesebitter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 27. Januar. Freie Volksbühne. Carl Weiß Theater. 7. Abteilung( weiße Karten): Lumpacivagabundus. Anf. 23 Uhr. Opernhaus. Der Freischütz. An: fang 72 Uhr. Montag; Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Das Testament RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Sonntagabend 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde. Montagabend 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Cirkus Busch Sonntag, den 27. Januar: 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 Uhr und abends 7% Uhr. Nachm. 4 Uhr hat jeder Erwachsene auf Sigpläßen ein Kind frei; weitere Kinder die Hälfte. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. In beiden Vorstellungen die be: rühmten französischen Clowns Gebr. Veldeman. Die großartig. Freiheits: dreffuren des Dir. Busch. Auftreten Reitfünstlerinnen. Vorreiten der besten Schul: u. Springpferde des Marstalls. Außerdem vorz. Programmnummern. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Wagen des Tebens. Preie Volksbühne. Volksstück mit Gesang in vier Aften von 2. Treptow und 2. Hermann. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Montag: Wogen des Lebens. Schweizer- Garten des großen Kurfürsten. Anfang Thalia Theater er borzüglichsten Reitfünstler und Am Königsthor, am Friedrichshain 72 Uhr. Montag: Das schwache Geschlecht. Das Pulverfaß. Der neue Vormund. = Dresdenerstr. 72. eute und folgende Tage: Amor von Heute. Jeden Sonntag: Ball Abends 7 Uhr: Bum 60. Male: bei berstärktem Orchester.[* Neues Opern Theater( Kroll). Gr. Ausstattungspoffe m. Gef. u. Tanz. Die eiserne Maske. Aus eignem Recht. Anf. 71/ 2Uhr. Montag: Geschlossen. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die versunkene Gloce. Montag: Rosenmontag. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bund der Jugend. Montag: Flachsmann als Erzieher. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die strengen Herren. Montag: Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Residenz. Frauen son heute. An fang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Trilby. Montag: Frauen von heute. Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nadte Kunst. Montag: Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 72 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung** Anfang: Sonntags 12 Uhr. Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Familie Neu! Neu! Tscherpanoff. Russische Sänger- u. TänzerGesellschaft. Cirnocs. Ravizetta d'Aragon und Gr. historisches Manege: Schaustück in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Original: Pantomime des Cirkus Busch. Besonders hervorzuheben: Die Eroberung Strassburgs mit dem illuminiert. Münster. Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anf. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest: Sanssouci lichkeiten und Berfammlungen. Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. 17 erstklassige 17 Luftige Specialitäten Eintritt einschliesslich 50Pf. Panopticum CASTANS Westen. Carmen. Anfang 7% Uhr. PANOPTICUM Nachm: Der Freischütz. Montag: Alessandro Stradella. Central. Die Schöne von New York. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Die Schöne von New York. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbretti. Anf. 7 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller. Der Herr Senator. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Montag: Der Herr Senator. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. 7 Uhr. Anfang Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Damenschneider. Carl Weiß. Zwei Waisen. Anfang 72 Uhr. Montag: Lumpacivagabundus. Luisen. Kyritz- Pyrit. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Der Roland von Berlin. Belle Alliance. Die tölnische S Heimat. Vorher: Glückliche Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Montag: Diefelbe Borstellung. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Palaft. Specialitäten Borstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. Die zwölf unverbrennbaren Fatire. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde". Montag: Diefelbe Vorstellung. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Friedrichstr. 165. Nur noch kurze Zeit: Die wilden Weiber aus Dahomey. Der sensationelle ,, GermanenSaal" mit plastisch. Gruppen urgermanischer und deutscher Trinker. altZur Zweihundertjahr- Feier: Die preussischen Könige im Fürstensaal. Die Herrscher Europas, Generäle, Minister etc. etc. Berliner Aquarium Unter den Linden 68 a. Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 25 Pf. I Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 50/18 Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. 29 Uhr: Fine tolle Nacht. Berliner Ausstattungsposse. Das sensation. Debüt der American Zouaven und das vollständig neue Januar: Specialitäten Programm. Anfang 28 Uhr. der„ Tollen Nacht" 1/29 Uhr Rauchen über ali gestattet Montag, den 4. Februar: Erstes Gastspiel der Edhiller Theater Mame. Yvette Guilbert ( Wallner Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Lustspiel in 3 Aufz. von E. Pailleron. Deutsch von Tuhten und Wittmann. Sonntagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz b. Schönthan und Gustav Kabelburg. Montagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Dienstagabend 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Bwei Wailen. Anfang 7 Uhr. Montag und Dienstag: Lumpacivagabundus, Mittwoch und folgende Tage: Zwei Waisen. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Kinder: Vorstellung, fleine Preise: Tausend und eine Nacht. Central- Theater. Nachmittag 3 Uhr zu halben Preisen: Die Geisha. Mimofa: Mia Werber. Abends 7 Uhr: Die Schöne von New York. ( The belle of New York.) In London über 1000 mal aufgeführt. Burlest- Operette in 3 Atten von Benno Jacobson. Musik von Gustav Kerfer. Montag u. Dienstag: Die Schöne von New York. Mittwoch und Donnerstag: Die Geisha. GNOS Frei tag: Die Schöne von New York. Apollo- Theater. Phänomenaler Erfolg: Valentine Petit Vagabonden. Passage- Panopticum und Theater. Neu! Die Nen! 12 unverbrennbaren Fakire Die Sensation der Pariser Welt: Ausstellung. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. 527L* C. F. Walter. Hoffmanns Salon Köslinerstrasse 8 empfiehlt seinen großen Saal Vereinen zu Versammlungen und Tanz, auch Sonnabends und Sonntags.[ 5262* Alhambra Wallnertheater- Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Gr. Extra- Ball bei doppelt besetztem großen Orchester. Anfang 5 Uhr. 136* A. Zameitat. VII. Abteilung Heute, Sonntag, im Carl Weiss- Theater, nachmittags 234 Uhr: Lumpacivagabundus. Die Mitglieder sind verpflichtet, pünktlich zu erscheinen und dürfen nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater. 228/8 Sonntag, 3. Februar, beginnt für die I. Abteilung die 6. Vorstellungsserie mit: Meister Oelze. Drama in 3 Aufzügen von Johannes Schlaf. Die Abteilungen haben nach der Reihe ihre Vorstellung an den folgenden Sonntagen. Die 7. Serie im Lessing- Theater 3. März mit der Aufführung von Brieux': Robe rouge( Die Rächern). Ins Deutsche übersetzt von Dr. Berthold. Voranzeigen! beginnt für die I. Abtellung am 99 Märzfest. Sonnabend, 16. März, Brauerei Friedrichshain. Festmarken a 50 Pf. vom 15. Februar ab in allen Zahlstellen. 2 Opern- Extravorstellungen: Der Barbier von Sevilla im Theater des Westens". Sonntag, den 10. März und Sonntag, den 24. März, nachmittags 22 Uhr. Opernmarken a 80 Pf. erhalten die Mitglieder( soweit der Raum ausreicht) vom 15. Februar ab in den Zahlstellen und zwar am 10. März nur die 1., 3., 4., 5., 7. Abteilung und am 24. März nur die 1., 2., 3., 5., 6., 7. Abteilung. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 27. Januar cr., abends 61/2 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: H. Kriegers Festsäle Bortrag des Srn. Arnold Böcklin, sein Leben und sein Werk" Palast- Theater Buss' Salon, re früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Nur noch wenige Tage: Das Riesen- Januar- Programm 81% Uhr Sensations- Grfolg! 8 hr Eine tolle Nacht! Bosse mit Gesang in 2 Aften von Anno. Blech, Posaunist: Dir. Rich. Winkler. Donnerstag, den 31. Januar: Benefiz für den Kapellmeister A. Sommerfeld. Neu! Bummelfriße. Neu! Gr. Poffe mit Gesang in drei Aften Anfang 72 Uhr. Entree 50$ f. Reichshallen Stettiner Sänger. Heute zum Schluß: Eine Soiree bei Lehmanns. Burleste bon Meyfel. Anfang 7 Uhr. Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 42. Tägl. Theater u. Specialitäten. Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gefellschaften, Vereine, foulant zu vergeben. 15258* * Wasserthorstr. 68. Empf. meinen Saal Vereinen und Gewerkschaften zu Versammlungen u. Festlichkeiten. Jeden Sonntag, Dienstag u. Sonnabend öffentl. Tanz. Einige Sonnabende noch zu vergeben. Gr. Frankfurterstrasse 85. Empfehle meinen Saal noch einige Sonnabende wie 1. Osterfeiertag zu Festlichkeiten an Vereine. Otto Theel. Johannisthal. Raus Park- Restaurant. Dr. Köppen überp mit Projektion Böcklinfcher Gemälde( meist farbig). 4 Rarten a 30 Bf. find außer in den bekannten Zahlstellen auch im Restaurant des Gewerkschaftshauses zu haben. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, in Kellers Festfälen, Koppenstraße 29: Grosses. Künstler- Konzert** ausgeführt vom„ Berliner Sinfonie- Orchester"( 40 Musiker) unter Mitwirkung hervorragender Künstler. Leitung Kapellmeister Rud. Moser. Billets a 30 Pf. find in allen Zahlstellen zu haben. Die Februar- Vorstellung findef für die I. Abteilung am 17. Februar, 24. II. " Jeden Sonntag: Grosser Ball. Kaffeeküche. Kegelbahn.Ausspannung. Saal für Vereine u. Versammlungen. nachmittags pünktlich 2 Uhr im Thalia Theater statt. Bur AufGrößtes Lager aller führung gelangt: ,, Ein Handschuh" von Björnson. J. A.: H. Neft, Kassierer, Georgenkirchstr. 47, I Arten Uhren und 150/2 Goldwaren, sowie Hochzeits1. Paten Geschenke n Silber und Alfenide oon den einfachsten ble zu den elegantesten. Regulateure und Frei: chwinger mit Schlag werf von 14 M. an. Remontoiruhren boll M. an. Goldene Ringe von 1,25 M. an. Cirkus Schumann. internationales Rennen. Heute Sonntag, den 27. Januar, nachmittags 32 Uhr u. abends 7 Uhr: 2 IX. grosse inter Galio Fest, Vorstellungen 2 Heute 4 große Rennen der größten Flieger Europas. 1. Krüger( Lübeck) gegen Sinz( Berlin), 2. Heller( Wien) gegen Grandpierre( Frankfurt a. M.), 3. Robi( München) gegen Joseph Fischer( München), 4. Willy Arend( Hannover) gegen Mündner( Berlin). I. Preis: 1500 Mart. II. Preis: 1000 Mart. III. Preis: 500 Mart. Ju beiben Borstellungen gleichreichhaltiges abwechselndes Programm u. das kleinste Pferd der Welt. Höhe 19 Boll. Nachm. zum Schluß neu einstudiert Goliath und David, und Wasserschauftück der Gegenwart. Rudolf Plunz, große Kinderpantomime. Abends zum 127. male: China. Gr. ManegenBrunnenstr. 112, 5 Minuten v. Bahnhof Gesundbrunnen. Achtung. Meinen Freunden und Gönnern zur Nachricht, daß ich Staligerstraße 63/64 ( Ede Wrangelstraße) ein Restaurations- Lokal errichtet habe, mit reichhaltigem Früh stück: und Abendtisch. ff. Weiß bier, Lagerbier. Um geneigten Zuspruch bittet Hermann Gutsche, Restaurateur. Wo amüsiert man sich grossartig? Nachmittags 1 Kind frei. Kellers Festsäle, Koppenstr. 29. Sonntag, den 3. Februar, mittags 12 Uhr: Oratorium ,, Gutenberg" c. Loewe. ( Aufführung zum erstenmale.) von Mitwirkende: Oratorien- Verein( 150 Mitglieder), Berliner Tonkünstler- Orchester( 60 Mitglieder). Solisten: Frau WolffDreyer, die Herren Peretz, Funke, Curth und Engel. Dirigent: Carl Mengewein, königl. Musikdirektor. Eintritt 50 Pf. Billets im Bureau des Vereins der Buchdrucker, Ritterstr. 88( 10-2 u. 5-7) und Musikallenhandlung von Scheithauer, Rosenthalerstr. 63-64. 2259b Insenhelde 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Louis Kellers Festsäle, Festsälen, Juh.: Max Schindler. r 8002. Heute: Grosser Ball, Specialität:* Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree fret. Heute Plünderung des Riesen- Weihnachtsbaums. calfor b Koppenstrasse 29. Heute, Sonntag: Humoristischer Abend der renommiertesten Leipziger Sänger- Quartett u. Humoristen Serren Pauly, Müller, Hoffmann, Oppermann, Schmitz, Antonius, Cröning. Neues decentes humoristisches Programm. Les Minstrels paristens Graumanns Festsäle, früher Renz, Gr. Instrumental- Konzert Helene Gerard Rob. Steidl und die 10 ausgezeichneten Um 8 Uhr: Naunguffrake 27. Achtung! Den geehrten Vereinen [ 5289* Specialitäten. Achtung! zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich mein Lofal mit großer Theaterbühne Des Löwen Erwachen. auch onntage zu Festlichkeiten vergebe. Gleichzeitig mache ich bekannt, Erwachen.audonutage Kom. Operette in 1 Akt v. J. Brandt. bak bas Gerücht, mein Etablissement ginge am 1. April in andern Befit über, auf unwahrheit beruht. Für Frühjahrs- und Sommerfestlichkeiten geeignete Tage sind Mittwoch-, Sonnabend- und Sonntag- noch fret. Um wohlwollende Berücksichtigung ersucht nachmittag: Gustav Graumann. Kasseneröffn. 6 Uhr, Anfang 712 Uhr. Grosse Zauber- Soiree von Ben- Ali- Bey. Deutsche Konzerthallen Spandaner Brücke. Täglich 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Metropol Theater. Bon Montag, ben 4. bis Donnerstag, den 14. Februar: Behnmaliges Gaftfpiel der Mdme. Yvette Guilbert. 3 Preise der Bläge: Balton- Logen und Terraffen 7 M., OrchesterFauteuil 5 M., Parkett- Fauteuil 4 M., Parkett- Tisch 3 M., RangLoge 5 M, Rang Fauteuil 3,50 M., Sperrfis 2,50 M., Balton: Promenoir 3 M., Promenoir 1,50. Vorverkauf für alle zehn Tage schon jetzt an der Staffe des Metropol Theaters. NB. Mome. Yvette Guilbert tritt in der Zeit zwischen 3/10 und 211 Uhr auf. des Berliner Konzert- Orchefters unter Beitung feines Dirigenten Herrn Rud. Tietz. Grosser Ball. Zwei Orchester. Vor und während des Konzerts im Nebensaale Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Reserviert 50 Pf. Louis Keller. 5292* Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Max Kliems Festsäle Hasenheide 13-15. Jeben Sonntag und Donnerstag: Gr. humoristische Soiree d. Norddeutschen Sänger ( Zimmermann, Steinhardt, Stangenberg). Anfang 7 Uhr. In den alten Sälen von 4 Uhr ab: Ball. Empfehle meine Säle, 1200, 1010 und 560 Personen fassend, Vereinen und Gesellschaften Max Kliem. [ 575L*] Warenhaus A.Wertheim. 总局 VERSAND- ABTEILUNG BERLIN W. LEIPZIGERSTRASSE 132-135. Schoten Konserven 1½ D. 35 Pf Kohlrabi 1/2 D. 45 Pf. 1/2 D. 50 Pf., 1/1 D. 85 Pf. 1/2 D. 70 Pf., D. 1,30 M. Junge Schoten Extrafeine Schoten Kaiser- Schoten Gem. Gemüse Schoten mit Karotten Stangen- Spargel mittel 1/1 D. 1,45 M. 1/2 D. 38 Pf., 1/1 D. 65 Pf. 1/2 D. 35 Pf., 1/1 D. 60 Pf. Stangen- Spargel aünn 1/2 D. 1,10 M. Mirabellen CD. 38 P., 1/1 D. 1/1 D. 33 Pf. 1/1 D. 50 Pf. Stangen- Perlbohnen Wachsbohnen Kaiser- Kirschen ohne Steine/ D. 55 Pf., Saure Kirschen ohne 1/2 D. 60 Pf., Steine Erdbeeren naturell Reineclauden Kaliforn. Pflaumen 65 PL. 1/2 kg 38, 42, 48 Pf. Kaffee Mischung I. 1/2 kg 80 Pf. 99 99 99 91 99 17. III. IV. 90 Pf. 99 " 1,10 M. 39 1,35 M. 1,50 M. VI. 39 1,90 M. V. Mirabellen 1/2 D. 25 Pf., 1/1 D. 40 Pf. 1/1 D. 1, M. 1 D. 1,10 M. 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Frommholz Elfafferstr. 78, Ede Aderstr. Halle a. S. 1901. Im Einverständnis mit der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft veranstalten wir gelegentlich der vom 13. bis 18. Juni d. J. in Halle a. S. stattfindenden landwirtschaftlichen Wanderausstellung eine Kollektiv- Ausstellung von Maschinen und Geräten für die technische Verwendung von Spiritus. ( Spiritus- Koch- und Heiz- Apparate, Spirituslampen, Spirituslocomobilen etc.) Interessenten, welche die Ausstellung beschicken wollen, erhalten nähere Auskunft durch Centrale für Spiritus- Verwertung G. m. b. H. Abteilung für technische Zwecke Berlin C., Neue Friedrichstr. 38-40. Finheitspreis für Brennspiritus 30 Pfg. pro Liter. 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" ein, präcisierte nochmals seinen Standpunkt und fand lebhaften Beifall bei den Zuhörern. nun dafür ein, daß erband anschließen. Es wird Schluß des Jahres 3039,51 M. # Aus dem Eine Branchen- Versammlung der Parkettbodenleger tagte am 22. Januar im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer. Stendel Unser Ziel und unsre Wege. Am 16. November v. J. Hatte Eine Volksversammlung im 6. Wahlkreis, die auch von hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Genosse Arons im fünften Wahlkreise über das vorstehende Thema Frauen sehr gut besucht war, tagte am Mittwoch im Altmoabiter Militarismus und Marinismus". Alsdann wurde zur Wahl eines Revisors geschritten und als solcher sister mit 46 gegen 1 Stimme gesprochen. Er bezeichnete die politische, gewerkschaftliche und Gesellschaftshaus. Friz 8ube il referierte in einem zweistündigen Revisors geschritten und als solcher sister mit 46 gegen 1 Stimme genossenschaftliche Bewegung als Wege, die zu unsrem Endziel Vortrag über das schon mehrfach erörterte Thema:„ Aus dem Reiche gewählt. führen. Während der Referent damals die politische Bewegung be- des Herrn von Thielen." Eine Besprechung fand nach dem mit leb- Der Unterstütungsverein der Fensterputzer hielt am Sonnhandelt hatte( Bericht in Nr. 270 des Vorwärts"), sprach er am haftem Beifall aufgenommenen Vortrag nicht statt. abend, den 19. d. M. eine Mitgliederversammlung ab. Die Ververgangenen Freitag vor einer zahlreichen Zuhörerschaft im Die Präger und Prägerinnen hatten am Mittwoch im Eng- fammlung beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage: Wie verSchweizergarten" über die gewerkschaftliche und genossenschaft- lischen Garten eine öffentliche Versammlung, in der zunächst Bölder halten wir uns beim Sterbefall eines Mitglieds? Es wurde beDer Gedankengang des Bortragenden war über das Thema:" Wie schützen die Präger und Präger schlossen, den Hinterbliebenen eine Unterstützung von 10 M. zu ge folgender: Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk rinnen ihre Intereffen am besten referierte. In der währen. Ferner wurde beschloffen, daß wir uns in der nächsten der Arbeiter ſelbſt ſein. Zur Verrichtung dieses Werks bedarf es darauf folgenden regen Diskussion wurden die Organisationsverhält: Sigung durch den Abgeordneten Molkenbuhr einen Vortrag über aber eines geeigneten Menschenmaterials. Wenn wir einen Blid nisse der Branche ausführlich besprochen. Früher waren die Bräger Das neue Unfallgesetz" halten lassen wollen. Dann wurden einige werfen auf den Befreiungskampf der Bourgeoisie in Frankreich, so und Brägerinnen im Steinbruderverband organisiert. Nach der interne Angelegenheiten erledigt. sehen wir, daß fie thatsächlich zur wirtschaftlichen Macht gelangt war mißglidten Lohnbewegung der Steindrucker traten traten sämtliche schon lange vor der Revolution, die nur das, was sich thatsächlich Prägerinnen bis auf drei aus dieser Organisation aus, und in einer ordentliche Generalversammlung in den Arminhallen ab. Der Verband der Vergolder hielt am 21. Januar seine schon längst vollzogen hatte, rechtlich besiegelte: den Sieg des Generalversammlung derselben wurde bald darauf beschlossen, über Jahresbericht ist hervorzuheben, daß die Zahl der Mitglieder um Bürgertums über den Adel, die politische Herrschaft der haupt keine Arbeiterinnen mehr aufzunehmen. Alle Redner traten 102 zugenommen hat; sie beträgt jetzt 752. Bourgeoisie. So muß auch das Proletariat, ehe Das Vermögen der es die politische Herrschaft Präger und Prägerinnen dem Filiale hat um ungefähr 1000. zugenommen; es beträgt am antreten fann, eine wirtschaft Deutschen liche Macht werden. Welches sind nun die Machtmittel des eine Der erst im Juli neu gegründete dementsprechende Resolution einstimmig Proletariats? Seine Masse. Aber nicht die Zahl an durch angenommen, Arbeitsnachweis wurde von 134 Kollegen, von 57 Meistern mit 78 Stellen fich, sondern die organisierte, sich ihrer Macht beben Buchbinder Verband zu agitieren. Schließlich wird noch ein Lokalfonds wird in nächster Versammlung erstattet. Die Wahl des die sich die Anwesenden zugleich verpflichten, für benutt. Vermittelt wurden 50 Stellen. Der Bericht über den wußte Maffe. Wie sehen heut die Individuen der Arbeiter- Antrag angenommen, wonach imerhalb eines Monats auf einen Vorstands ergab: zum ersten Vorsitzenden E. Oehlert, zum maffe aus? Es giebt Arbeiter, die zwar politisch und gewerkschaft- Sonntag eine Versammlung der Präger und Prägerinnen einberufen zweiten Borsigenden M. Hedmann, zum Kassierer E. Krüger, lich organtsiert sind, aber doch nicht den Muth haben, ihren Unter- werden soll, zu der auch der Vorstand der Steindruder- zum Schriftführer G. Hahn, zum Beisiger H. Voigt. Zu nehmern gegenüber selbstbewußt aufzutreten. Noch viel trüber sieht Organisation einzuladen ist, um das Verhältnis zu dieser Revisoren wurden die Stollegen Wormuth, Langner und es in der großen nichtorganisierten Masse der Arbeiter aus. Da Organisation zu regeln. Hier sollen dann auch die Vertrauensleute Schnorre, zu Bibliothekaren I ache und Pezold gewählt. fehlt meist jede Spur von Selbstbewußtsein und Solidaritätsgefühl der Branche gewählt werden. Das erklärt sich aus dem Druck, den das wirthschaftliche Elend auf die Die Zahlstelle IV der Cementierer hielt am 16. d. M. bei Industrie- Arbeiter ausübt. Also die große Masse ist noch nicht so weit, Die Stuccateure hielten am 19. Januar eine General- Nümann, Brunnenstr. 188, eine Mitgliederversammlung ab. Zum daß sie die Herrschaft antreten fönnte, ja wir können noch nicht einmal an versammlung bei Buste, Grenadierstraße 33, ab. Laut der von den ersten Punkt der Tagesordnung gab der Kassierer den Kassenbericht sie herankommen, um fie für unfre politischen Bestrebungen zu ge- Revisoren gegebenen Abrechnung vom 4. Quartal wurden für die vom IV. Quartal, ferner wurden die Neuwahlen vollzogen. Es winnen. Dagegen bietet diese indifferte Masse ein Feld für die Haupttasse 715,09 m. vereinnahmt und 116,95 M. berausgabt. wurden gewählt: Nacht weide als Vorsitzender, Löhrich als gewerkschaftliche Agitation. Der Mann, der vom Lande in die Stadt Bleiben 598,14 M. abzuführen. Die Filiale hatte eine Einnahme von Kassierer und Ambos als Schriftführer. Als Delegierter zum Verkommt und hier nicht die erhoffte Besserung seiner Lage findet, fühlt, 1133,35 M. und eine Ausgabe von 367,25 M. Somit verbleibt ein bandstage nach Mainz wurde Eccarius gewählt. Ferner wurde daß er in der Fabrik unter denselben Verhältnissen leidet, wie seine Bestand von 766,10 M. Für den Streitfonds wurden im legten Quartal vom Vorsitzenden Nacht weide der Antrag gestellt, daß den ZahlMitarbeiter, und hieran anknüpfend kann man ihm den Wert der 1347,25 M. eingenommen und 850 M. ausgegeben. Jm 2. Punkte stellen des Verbands, welche mit 20 Broz. der Einnahme nicht ausOrganisation klar machen. Ist erst die Solidarität mit den Mitarbeitern wurde ein Reiseunterstüßungs- Reglement, welches von der Kom- fommen können, 25 Proz. derfelben für die Lokalverwaltung übergetvedt, dann kommt auch das Solidaritätsgefühl mit den Arbeitern mission ausgearbeitet worden ist, um dem Verbandstage vorgelegt laffen werden sollen. andrer Berufe. Die revolutionäre Kraft liegt in der Arbeiter zu werden, durchberaten und für gut befunden. Nach längerer Debatte bewegung an sich. Das Wachstum der christlichen Gewerkschaften über die Zweckmäßigkeit einer Arbeitslosenunterstützung erklärte fich die Brauerei abgehaltenen außerordentlichen Mitgliederversammlung des Charlottenburg. In der am 20. b. Mts. in der Gambrinusund das entschiedene Auftreten derselben gegen das bekannte Hirten Versammlung im Princip für Einführung derselben. Unter Ber- Centralverbands der Maurer wurde beschlossen, einige Abänderungsfchreiben beweist, daß auch in jenen Arbeiterkreisen, die uns politisch fchiedenem wurde es aufs schärffte verurteilt, daß sich in und Zusaganträge zum Verbandsstatut dem kommenden Verbandstag fern, ja feindlich gegenüberstehen, das Selbstbewußtsein mehr und jüngster Zeit wieder Kollegen dazu bergeben, bei offenen vorzulegen. Als Delegierter zum Verbandstag wurde Friz Busse mehr erftarkt. Coatstörben zu arbeiten. Die Sperre bei der Firma Jädel be- gewählt. Im weiteren hielt es die Versammlung für sehr vorteilhaft, Was die genossenschaftliche Bewegung betrifft, so soll sie mit steht unbehindert fort. Allerdings haben sich in lezten Tagen wieder bie Verbandsleitung bis auf weiteres auf ihrem Posten zu belaffen. der politischen und gewerkschaftlichen nichts zu thun haben. Sie ist einige Streifbrecher gefunden; aber wie lange der Herr Jädel Beschlossen wurde dann noch, an die Gewerkschaftskommission einen geeignet, den Grund zur Solidarität zu legen, namentlich in solchen mit diesen Kräften wird austonimen können, wird ja die Zukunft Jahresbeitrag von 10 Bf. pro Mitglied zu entrichten. Arbeiterschichten, die sich in sehr schlechter Lage befinden, sich von lehren. einander abschließen und deshalb für politische und gewerkschaftliche Stralau. Am Sonntag, den 20. Januar, tagte hier eine Ver Organisationen nicht zu haben sind. Diesen Arbeitern wird man doch Mitgliederversammlung ab. Genoffin Fräulein Fanny Imle hielt seitens des Die Pofamentiere hielten am 22. Januar ihr regelmäßige fammlung der Glasarbeiter, um zu dem Arbeitsnachweis, welcher flar machen können, daß ihnen die Konsumgenossenschaften wirtschaft ,, Vereins der Flaschenfabrikanten Deutschlands" ge= liche Vorteile bringen. Wenn die Konsumgenoffenschaften zur Eigen- einen beifällig aufgenommenen Vortrag über:" Die Frau in der gründet ist, Stellung zu nehmen. Von sämtlichen Rednern wurde liche Vorteile bringen. Wenn die Konsumgenossenschaften zur Eigen- Industrie". An den Vortrag schloß fich eine kurze Diskussion, in der betont, daß es Aufgabe des Verbands sei, den Arbeitsnachweis in produktion übergehen- wie es der Leipzig- Blagwiger Konsumverein beproduktion übergehen- wie es der Leipzig- Blagwißer Konsumverein be- Müller und Berger sprachen. Die Einnahme der Filialkaffe der Form, wie er uns von den Arbeitgebern aufgedrungen iſt, züglich Mehl und Brot bereits gethan hat- so haben wir in solchen inkl. Bestands vom 3. Quartal betrug 364,64 m., die Ausgabe zu beseitigen. Der Centralvorstand möge keine Mittel und Wege Genossenschaften ein Miniaturbild des Zukunftsstaats, denn die Genossenschaft produciert nicht waren, die auf dem Markt mehr ein- 305,92 m. Es bleibt somit ein Bestand zum 1. Quartal von scheuen, um dieses zu bewerkstelligen. Ge sei Pflicht eines jeden bringen follen als ihre Herstellung gekostet hat, sondern Konsum- 58,75 M. Der Streiffonds wies einen Barbestand von 367 2. auf. Kollegen, den Nachweis so lange zu meiden, bis durch Graubaum erstattete sodann den Bericht vom Central- Arbeits- den Verband eine Aenderung eingetreten ist. Es wurde der Die politische Organisation ist und zwar im höchsten Grade nachweis. Den Bibliothetsbericht erstattete Brand. Den Aus- Kollege Alb. Zander gewählt, um das Weitere für Stralau geeignet, die Solidarität der Arbeiter und damit deren Macht- ständigen in Calais wurden 40 M. bewilligt. Zum Schluß wurden zu veranlaffen. Ferner gab der Vertrauensmann eine Weberbewußtsein zu weden und zu stärken. Zu diesem Machtbewußtsein noch einige Vereinssachen verhandelt. sicht vom örtlichen Unterstützungsfonds für das Jahr 1900. führt aber auch jede andre Organisation, in der sich Arbeiter be- Eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Rabitz- Der Einnahme von 6504,75 m. steht eine Ausgabe von 6898,59 M. wußt zum Gebrauch ihrer Macht zusammenschließen. Politische, puter fand am 22. Januar statt. Niete, der zuerst das Wort gegenüber, so daß sich eine Mehrausgabe von 388,84 M. ergiebt. gewertschaftliche und genossenschaftliche Bewegung, das sind die Wege nahm, teilte den Anwesenden mit, daß die Firma Der Gesamtkaffenbestand am 1. Januar 1901 beträgt 3882,94 m. zu unsrem Ziel.( Lebhafter Beifall.) Boswau u. Knauer es für gut befunden hätte, jezt Nach Erledigung verschiedener örtlicher Angelegenheiten wurde die Liepmann, der in der Diskussion zuerst das Wort nahm, mitten im Winter mit Lohnabzügen an die dort be: Versammlung geschlossen. legt den Hauptwert auf die politische Bewegung und erkennt den schäftigten Kollegen heranzutreten und nicht allein den Buzern, Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be Gewerkschaften nur eine nebensächliche Bedeutung in der Arbeiter- sondern auch den Spannern 5 Pf. Lohnabzug pro Stunde vom nukung für jedermann. Berlin, Alexandrinenstr. 26, Gartenhaus. Geöffnet Gewerkschaften steder wendet sich gegen die Neutralität der 22. Januar ab in Aussicht stellte. Die dortigen Kollegen warteten werktäglich von 51/ 2-10 1hr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 bewegung zu. betont, daß sie nur unter socialdemokratischer aber den 22. Januar nicht ab, sondern legten bis auf einen und 3-6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 410 Beitungen und Beitschriften Führung etwas erreichen fönnten. Wenn unsre Gegner die Führung beim vorhergehenden Wochenschluß die Arbeit nieder und jeder Art und Richtung. in den Gewerkschaften bekämen, dann würden teine Erfolge mehr zeigten sofort diesen Vorfall der Verbandsleitung an. Samariter Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, erreicht werden. Die neutralfte Gewerkschaft sei der Buchdrucker- Vormittag des 22. Januar erschien nun ein Vertreter der Firma über gefahrbrohende Krankheitszustände. abends 9 Uhr: Uebungsstunde in der Centrale, Dresdenerstr. 45. Vortrag Verband, der aber nichts für den Emancipationskampf der Arbeiter in unsrer Bahlstelle, welcher den Lohnabzug in Abrede stellte nachmittags 5 Uhr, in demselben Lokal: Vortrag über die Naturheil Am Sonntag, den 3. Februar, Teiste. Nicht einmal feine eignen Kämpfe habe er ohne Hilfe der und die ganze Sache als ein Mißverständnis hinstellte. Darauf bewegung im Lichte der medizinischen Wissenschaft. Nachher Tanz. Gäste socialdemokratischen Partei durchführen können. Unser Stampf müsse in sahen sich die Arbeitnehmervertreter der Kommission veranlaßt, mit willkommen. erster Linie politisch sein, Gewerkschaften und Konsumvereine ließen wir obiger Firma in Verhandlung zu treten. Die Vers Allgemeine Familien- Sterbe- Raffe. Heute Zahltag: Aderftr. 123 uns allenfalls gefallen.( Beifall.) Gutmann schließt sich im all- treter der Firma gaben nun atvar die ehrenwörtliche bei Diecke und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 Uhr. gemeinen den lezten Ausführungen des Vorredners an. Bözich Erklärung ab, daß feine Lohnabzüge stattfinden sollen, vertritt den Standpunkt der Neutralität der Gewerkschaften; der wollten aber das Schriftstück, welches ihnen von den ArbeiterBuchdruckerverband sei eben nicht eigentlich mehr neutral, sondern bertretern vorgelegt wurde, nicht unterzeichnen, gaben vielmehr an, wie die Haltung des Korrespondent" beweise parteifeindlich. Die der Geschäftsinhaber sei verreist. Nach langem Hin- und Herreden erNeutralität sei so aufzufassen: Die Gewerkschaften müssen sich fernhalten klärte sich dann aber doch der Prokurist der Firma, Herr Mitsch, für von eigentlicher Partei politit, aber die Beschäftigung mit social- zuständig und bereit seine Unterschrift an geben. Die Bertreter der politischen Fragen fönnten sie nicht vermeiden. Vor allem müßten Arbeiter gaben sich nun für ihre Person zufrieden, konnten aber aber religiöse Angelegenheiten aus den Gewerkschaften völlig fern- eine bündige Antwort, ob die Wiederaufnahme der Arbeit nun gehalten werden. Eine gewisse Beziehung zwischen Politik und Gewerk- stattfinden werde, nicht geben, müßten vielmehr den Versammlungs schaften bestehe insofern, als die politische Thätigkeit durch Ein- beschluß abwarten. Da unter diefen Umständen noch Zweifel wirkung auf die Gesetzgebung erst die vorhanden waren, war ein Vertreter der Firma in der Versammlung Entfaltung der Gewerkschaften schaffen müsse. Die Konsumvereine erschienen, welcher in furzen Worten den Sachverhalt llarlegte und freie Bahn auf fönnten der Arbeiterbewegung nicht schaden, wenn sie nicht nur die Wiederaufnahme der Arbeit empfahl. Hierauf folgte eine rege Dividendenjagd treiben.( Lebhafter Beifall.) Genosse Arons ging Disfuifion. Schließlich wurde die Wiederaufnahme der Arbeit bei im Schlußwort furz auf die Ausführungen der Diskussionsredner dieser Firma einstimmig beschlossen. artitel. Am Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Ulm. Auch wir können Ihnen leider nicht helfen. 2. S. 100. Die Zusammensetzung des Special Golbleims ist uns nicht bekannt. 2. S. 57. Um Kanarienvögel von Ungeziefer zu befreien, werden folgende Mittel angewandt: Man bedeckt entweder den Käfig abends mit dieses am frühen Morgen vorsichtig, oder man stedt statt der gewöhnlichen einem Mouffelintuch, in welchem sich die Insekten ansammeln, und entfernt Stäbe Hohlstäbe, die in Bogelhandlungen fäuflich find, in den Käfig. Die Sohlstäbe müssen öfter ausgeschüttet werden. Außerdem ist darauf zu achten, daß der Vogel mindestens dreimal am Tage frisches Badewasser erhält. 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Liebrccht, Landesrat Dr., Vorsitzender des Vorstands der Landes- versicherunqs- Anstalt Hannover, Reichshilfe für Er- r i ch t u n g kleiner Wohnungen 1ö S. 8°, Göttingen 1900, Vandcnboeck u. Ruprecht, 40 Pf. Kampffmcyer Paul, Die Baugcnosienschaften im Rahmen eines nationalen Wohnungsreformplans. Göttingen 1900, ebenda 64 S. Preis 1 M. Beide Schriften gehören der Sammlung von Abhandlungen an, die der Berein Reichs-Wohnungsgesetz herauSgiebt und deren erste, „die Wohnungsinspektion und ihre Ausgestaltung durch daS Reich', wir schon gelvürdigt haben. LiebrechtS kleine Abhandlung beschränkt sich im wesentlichen auf Anführung und knappe Kommentierung der Be- stimmungen des Jnvaliditätsversicherungs-GesetzeS, die eine Ver- Wendung von Mitteln für die Errichtung von Wohnungen ermöglichen, er erinnert an einige Aeutzerungen über dieses Thema, die vom Bnndesratstische und von der preußischen Ministerbank im Ab geordneten hemfr gefallen find. Von Liebrechts eigenen Vorschlägen sei erwähnt, daß nicht die Jnvalidilätsversicherungs-Ailstalten im eigenen Wirkungskreise Wohnungspolitik treiben mögen, sondern daß eigene Staatsbehörden diesem Zwecke dienen sollen; die Reichs- Gesetzgebung hat diesen schon 1897 geäußerten Wunsch des Verfassers im neuen Jnvaliditätsversicherungs- Gesetze nicht berücksichtigt. Als Befürworter der Zusammenlegung der drei großen Arbeiter- Bersicherungszweige erwartet er' die Schaffung einer mit socialen Zwecken allein beauftragten Behörden- Organisation, der dann auch die Einwirkung auf das Wohnungs- Wesen unter Verwendung der Gelder der Arbeiterversicherung zugewiesen werden soll. Für jetzt hält er eine Ergänzung des Invaliden- versicherungs-Gesetzes für nötig, in der bestimmt werden soll, daß die LandeS-Centralbehörden nach Einholung bestimmter Gutachten die Versicherungsanstalt beauftragen dürften, den Bau kleiner Wohnungen zu befördern. Diesen Anordnungen müßte dann Folge geleistet werden; ferner soll den Jnvaliditätsanstalten das Recht eingeräumt werden, eigne Organe, auch technische Beamte für diesen Zweck anzustellen, endlich unter vorgeschriebenen Amortisationsbestimmungen Darlehen auszunehmen._ Es sollen dann eventuell besondre Abteilungen für die Wohnungsfürsorge bei den Anstalten eingerichtet werden. Er hofft, durch Ausführung seiner Vorschläge das Arbeiterwohnungswesen von den Unternehmen, ganz unabhängig zu machen und die Arbeiter mid ihre Baugenossenschaften von jeder moralischen oder sonstigen Verpflichtung den Unternehmern gegenüber loszulösen. Liebrecht würde gegen eine direkte, nicht bloß leihiveise Zuwendung von t«.> J'waliditätSversicherung für Lindernng des Wohnungs- eiends nichts einzuwenden haben, er denkt sich dieselbe in einer Ver- Minderung des Markt-Zinsfußes durch Deckung des Susfalls aus den Gelden, der Anstalten. Die Vorschläge sind sicherlich diskutabel und das Schristchen lesenswert. Was wir aber in demselben ver- ™'sien, ist der Versuch des Nachweise?, ob bez. in Ivelchcm Maße bei Durchführung seiner Vorschläge in einer bestimmten Zeit, sagen wir in einem Menschenalter, daS Wohnungscleiid gemindert werden %."m?n Maßstabs find alle Vorschläge zur Bekämpfung deS WobnunaSelends— an eine Lösung der Wohnungsfrage inner- m,". Wirtschaftsordnung glaubt Referent nicht— zü messen. J*]* e'" umkum kann wohl die Benierkung auf Seite 4 der 16 seitin starken Schrift betrachtet werden, daß er den auf Seite 8 ausgesprochenen Standpunkt über die Stellung der Jnvaliditäts- anstalten zur Wohnungsfrage abgeschwächt habe, das hätte doch dcsser durch eine Korrektur im Text geschehen können. «ampfsineyer. der sich mit großer Wärnie in der zweiten der oben genannten Schriften für die Baugenosienschaften einsetzt, sagt auf S. Ig derselben:„Fürwahr, dem Verfasser dieser Schrift würde f? unmöglich sein, nur drei Zeilen über die Baugenossenschaften zu ichreiben, wenn diese dem Zwecke dienen müßten, die Genossen- schaften als das Allheilmittel für die Wohnungsgebrcsten des kranken socialen Organismus auszuposaunen." Er sieht in ihnen bloß eines der vielen Mittel, die er zur Lösung der Wohnungsfrage für geeignet . � 1« unterscheidet sich also zu seinem Vorteil von den noch nicht be- ri mn.?�,antaften' auc� in der Wohnungsfrage die Genossenschaft ats Allheilmittel zu empfehlen den Mut haben.„Neben dem Staate und der Gemeinde" führt K. aus,„hat aber die Gcnossenschalt ihre Kräfte zur Losung der Wohnungsfrage einzusetzen. Wohlverstanden, erst neben diesen Gewalten." Wenn K. meint,„die Erhöhung der Lohne ist eist für große Massen der Ausgangspunkt für eine Ver- befserung der WohmuigSverhältnisse", so scheine n>ir richtiger, wenn er st« al» die wichtigste Voraussetzung derselben betrachtet, ist es doch „öu bekannte Thatsache, daß auch die bestgelohnte» Arbeiter durch ihre Schuld, meistens aber ohne diese, in traurigen Wohnungen Hausen müssen. In eine Polemik des zweiten Kapitels über„die Möglichkeit einer tiefgreifenden Wohnungs reform in unsrer Wirtschaftsordnung" einzulassen, ist im Rahmen einer Bücherbesprechung nicht möglich. Es wird auch K. kaum an- nehmen, daß er diese schwierigsten Streitfragen mit seinen kurzen Behauptungen aus der Welt geschafft haben kann. Wenn " saqt:„Die Arbeitskraft. das heißt der Arbeiter selbst m seiner historischen Bestimmtheit, ist immer ein wesentliches Hemmungsmoment für alle willkürlichen Lohn h�rabsetzlmgS- Bersuche. An diesem Stück Geschichte bricht sich die Macht des Unternehmertums. Was heißt da historische Be- slimmtheit, was ist wesentlich. was willkürlich? Das ist alles zu dehnbar, um mit Erfolg dagegen ankämpfen zu können. Wir br guügen u»S deshalb, festzustellen, daß Genosse K. den„Wohnung?� bestrebungen einen bleibenden Wert für die Massen" beimißt,„die sie unzweifelhaft wirtschaftlich besser stellen und ihre politischen und ökonomischen Machtbefugnisse erweitern". Selbstverständlich rechnet Wohnungen�&'C'en Wohnungsreformen nicht die Fabrikanten- -m?5ril.anfcn wir in seiner Schrift auf Grund nicht veralteten Materials eine Darstellung der Organisationsform und der socialen Zusammensetzung der Baiigenossenschaften und eine Würdigung ihrer socialen Wirstanikeit. Er untersucht, ob die Baugenolsenschaften wirklich billige und gesunde Wohnungen geschaffen haben und mit welchen Mitteln sie dieses Resultat erreicht haben. Er zieht dann aus den Ergebniffen weitere Konsequenzen. Wer auch nicht mit dem. was K. als Ergebnis seiner Studien giebt, einverstanden ist, wird das Buch trotzdem als Materialiensammlung zu schätzen wissen. Doch auch aus K.s Darstellung wird man auf Gefahren der Bau- genossenschaften aufmerksam gemacht, so wenn er des LandratS Berthold Urteil über die Blumenthaler Baugenossen bei Bremen anlührt,„sie verloren im Anfang völlig Leib und Seele an ihrem Grundstück".«Ihr Land, das war der Punkt, in dem all ihr Leben und Weben sich zusammenzog; die Stelle, wo sie mit ihrem Denken wie mit ihrer Hände Arbeit sich, ich möchte sagen, einkrallten. Alle andren Interessen traten einstweilen zurück vor dem einen überwältigenden Trieb, der sie zur Scholle zog." Wer erinnerte sich bei diesem Citate nicht an die Riesenschwierigkeiten, die der socialistischen Agitation beim Klein- und Zwergbauer entgegentreten. Diese Erfahrung soll uns, die wir nicht nur das Wohnungselend zu lindern haben, zum Nachdenken veranlassen I Es ist eben, ganz ab- gesehen von allen principiellen Bedenken gegen zu starkes Betonen der Genossenschaftsbewegung, immer darauf hinzuweisen, daß die Zersplitterung der Arbeiter in zahlreiche Neben- bewegungeu die Gefahr mit sich bringt, daß sie über diese die Hauptsache vergessen, das, was uns alle zur Partei zusammengeführt hat und zusammenhält. Woher soll der Arbeiter, der den Tag über schwer arbeitet, der Verpflichtungen seiner Familie, der politischen Bewegung, der Gewerkschaft gegenüber hat, woher soll ihm die Zeit übrig bleiben z» all den Nebenaufgaben, die ihm heute sicherlich aus der besten Absicht, aber kaum im Interesse der Ge- schlossenheit der Arbeiterbewegung gestellt werden. Doch zurück zu Kampffm'eyer. Er bestreitet nicht, daß sich nur für die besser bezahlten Arbeiter Wohnungen auf bau- genossenschaftlichein Wege schaffen lassen. Doch will er die Grenze nicht zu niedrig gezogen wissen. Hierüber hat die Erfahrung zu entscheiden, ich fürchte, sie wird K. wenig günstig sein. Das von ibn, vorgeführte, beschränkte Material erscheint mir nicht ausschlaggebend. Der Grad der Seßhaftigkeit wird stets bei der Werbung für die Baugenoffenschafte» bedeutungsvoll sein, sicherlich ist ein ganz erheblicher Prozentsatz der Arbeiter heute seß- hast, wer aber hat die Garantie dafür, daß er nicht seinen Wohn- ort zu wechseln hat, man hat in den Riesenstädten wie Berlin, Hamburg, aber auch in Leipzig. Dresden, München damit zu rechnen, daß der Wechsel der Arbeitsstätte in der gleichen Stadt die Wohnungsveränderung zur Notwendigkeit, ihre erzivungene Unterlassung zur völligen Entziehung der arbeitenden Familienmitglieder von der Familie oder zur Annahme ungünstiger Arbeitsbedingungen führen kann. Man denke an einen Arbeiter, der ein HauS einer Baugenossenschaft nördlich vom Humboldthain bewohnt, in der gleichen Gegend arbeitet, dann infolge eines Streiks oder der Entlassung in der Nähe des Tcmpelhofer Feldes Arbeit suchen mutz I Die Baugenossenschaften können nur an der Peripherie der Städte bauen, und die Fabriketablissements liegen auch zumeist nicht im Centrum der Städte. Mitunsren Einwendung«- soll nichtbestrittenwerden.daßdie Meinung K.'s, die er mit einer Reihe von Beispielen belegt,„die Baugenossen- schaften erschließen den Segen gesunder und wohlfeiler Wohnungen einem Teil der Arbeiterschaft", richtig ist. Sicherlich kann das Zusammenleben in einer Genossenschaft veredelnd wirken, aber böse Nachbarn, von denen man sich nicht trennen kann, werden auch das entgegengesetzte Resultat hervorrufen können. Die ökonomischen Einwendungen, die früher gegen die Bau genoffenschaften der Arbeiter erhoben wurden, haben heute, wo ein Teil des in den Jnvali ditätSversicherungs-Anstalten aufgehäuften Geldes diesen Zwecken dienlich gemacht werden kann, an Kraft verloren. Wir dürfen mit einer Ausdehnung der Bewegung rechnen, ja mit einer neuen Epoche derselben. Diese Entwicklung aushalten zu wollen, kann niemand einfallen, aber vor der Ueberschätzung der zu gleichartigenden Resultate ist zu warnen und der Wunsch ist auszusprechen, daß der Eifer für die Erreichung der Ziele der Arbeiterbewegung nicht abgeschwächt werde durch die Fülle neuer Aufgaben, die immer wieder der Arbeiter� klaffe gestellt werden. K. hegt diese Hoffnung, er begründet sie auch durch einige Erfahrungen. Mögen sie für alle Arbeiter beweis kräftig sein, ich zweifle hieran. ad. dr. Gefchilszksmskevislismus. Ludwig Woltmann, vr. med. st xbil., Der hi st arische Materialismus. Darstellung und Kritik der Marxistischen Weltanschauung. Düffeldorf, Herrn. Michels Verlag. 430 S. 8°. 1900. Die vorliegende Arbeit kam zu einer Zeit heraus, wo innerhalb der deutschen Socialdemokratie der Streit um die rechte Auslegung und den WahrheitSgrad der marxistischen Lehren bei den einen starke Verbitterung, bei den andern eine zeitweilige Abneigung gegen die Beschäftigung mit den einschlägigen Fragen hervorgerufen hatte. Diesem Umstände muß man es zuschreiben, daß das' Woltmaunsche Buch in der Parteipresse nicht entfernt die Beachtung gesimden hat, die ihm nach Ansicht des Referenten zu andrer Zeit mizweiselhaft zu teil geworden wäre. Denn wie man sich auch zu den Urteilen Wollmanns stellt, so wird doch jede, nicht persönlich voreingenommene Kritik seinem Buch Vorzüge zuerkennen müssen, die ihm Anspruch auf einen Platz in der ersten Reihe der Schriften über das be- handelte Thema gewähren. Eine außerordentlich klare, von allen Geistreicheleien und sonstigen Effefthaschereien freie Sprache, eine inusterhaste Systematik in der Anordnung deS Stoffs und dem Auf- bau des Gedankengangs, sachkundige und eindringende Behandlung des Gegenstands, scharfsinnige und zugleich durchaus loyale Kritik, die sich nirgends an den Buchstaben klammert, sondern stets bemüht ist, dem Gedanken, unr den es sich handelt, gerecht zu werden— das sind Eigenschaften, die dem Buch mit gutem Gewissen nachgerühmt werden können. Ihnen gegenüber ist es von untergeordneter Bedeutmig, welches der eigne Standpunkt des Verfassers ist. Denn jede so ausgerüstete Kritik macht ihre Darlegung lesenswert. Aber es ist auch nicht gleichgülttg, daß Woltmann den socialen und polittschen Bestrebungen von Marx und Engels mit grundsätzlicher Sympathie gegenübersteht, das heißt Socialdemokrat ist. sehr wesentliche Seiten ihrer Theorie durchaus anerkennt und nur in bestimmten Punkten von ihnen abweicht. Auf diese Weise bringt er ihrem Werk diejenige Liebe entgegen, die zu einer vollen Würdigung unerrläßlich ist, und zu- gleich jene kritische Selbständigkeit, die ihn vor den Fehlern schul- mäßiger Anpreisung schützt. WoltmannS Standpunkt läßt sich als der eines kantianisch- kritischen Marxisten bezeichnen. Vielen möchte diese Verbindung als ein Widerspruch erscheinen, und in verschiedenen Punkten weicht demi auch Woltmann nicht unerheblich von Marx-Engels ab. Aber weder ist die Marx-Engelssche Lehre etwas Abgeschlossenes, noch ist sie, so- weit sie uns vorliegt, als völlig einheitlich zu betrachten; auch bei ihren Urhebern fehlt es nicht an Widersprüchen. Es ist nun eine der charakteristischen Seiten des Woltmannschen Buchs, daß es diese Widersprüche zwar mit scharfer Analyse aufdeckt, aber nicht deshalb, um die Verfehltheit der Theorie nachzuweisen und Marx als philo- sophischen Dilettanten hinzustelle», sondern nur um den Beweis zu liefern.daßdie Widersprüche, soweit sie nicht auf bloße Uebertreibungen in der Polemik zurückzuführen sind, in der Uuterschätzung de? kantischen Kriticismus oder trauscendentalen Jdealismns lvurzeln. Sonst ist ihm Marx„ein ebenso großer, wenn nicht noch größerer Philosoph al§ Oekouom".(Vorwort.) Für den besagten Fehler aber macht er den Umstand verantwortlich, daß Marx und Engels Kaut zu sehr durch die Brille Hegels betrachtet haben. Er ist nicht blind gegen die Verdienste Hegels und die Dienste, welche die Dialektik zu leisten vermag. Aber er sieht doch in der Art, wie die Hegelsche Dialektik auf den Marxismus zurückgewirkt hat, eincn_ der Hauptfaktoren der diesem anhaftenden theoretischen Mängel.„Die Dialektik," sagt er an einer Stelle treffend,«ist eine zusammengesetzte Denkweise; sie ist eine Vereinigung der kritischen und genetischen Methode. Durch eine kritische Selbstbesinnung auf die Mittel und Grenzen der Erkenntnis mutz die Dialektik immer von neuem er- zeugt werden, wenn sie nicht in Sophistik oder Romantik ausarten soll."(S. 270.) Die Notwendigkeit solcher Selbstbesinnung will sein Buch veranschaulichen. Für Woltmann ist der Marxismus„als Weltanschaiiung in großen Umrissen das vollendetste System des Materialismus". Er unterscheidet im Marxismus sechs von ihm umfaßte Specialformen des Materialismus: den dialektischen, den philosophischen den biologischen, den geographischen, den ökono- mischen und den ethischen Materialismus, von denen der geographische und der ökonomische Materialismus zusammen»die materialistische Geschichtsauffassung im engeren Sinne" bilden. Wir halten diese Einteilung der Gruppierung sowie einzelne der Bezeichnungen der Abarten für anfechtbar; man kann wohl von einem philosophischen und einem ethischen Materialismus sprechen, aber Ausdrücke wie biologischer oder dialektischer Materialismus sind teils(der erstere) tautologisch, teils zweideutig. Letzteres trifft übrigens auch auf den Ausdruck„historischer Materialismus" zu, dem wir die Bezeichnung Gcschichts-MaterialiSmus entschieden vorziehen. WaS aber W. mit den angegebenen Titeln anzeigt, die verschiedenen An- Wendungen oder AmvendungSformen des materialistischen Priucips. findet sich in der That im Marxismus, und Woltmann hat durchaus recht, wenn er sich gegen diejenigen wendet, welche nur den Geschichts- Materialismus rm Marxismus erblicken, aber einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen dem Marxismus und dem philosophischen oder naturivissenschaftlichen Materialismus konstruieren wollen. Marx hat den letzteren für unvollständig und zu abstrakt erklärt, aber niemals grundsätzlich verworfen. Richtig ist jedoch, daß man den GeschichtSmaterialismuS in sehr weitem Unifange anerkennen und doch den philosophischen Materialismus ablehnen kann. DaS thut nicht nur Woltmann, sondern das thun auch Leute, die für ganz schulgerechte Marxisten gelten wollen und gelten. Aber Woltinann geht in diesem Punkt sehr viel Iveiter wie andre nichtmaterialistische Marxisten. Er will den Marxismus kantianisch reformieren, auf ihm erkennttiis-theoretifche und teleolo- aische Principien aufpfropfen. Ob das in dem Umfange geht, wie Woltmann es versucht, erscheint unS sehr zweifelhast, so unzweifel« Haft e« ist, bezw. so sehr unsres Erachtens Woltmann der Beweis gelungen ist, daß auch im Marxismus erkenntnis-theoretische und ieleologische Elemente stecken. Aber sie sind doch wesentlich andrer Art als Woltmanns KantianiSmus. Für die Reform oder die Ausfüllung deS Marxistischen Systenis ist, sofern so etwas überhaupt angeht, schwerlich schon die Zeit gekommen. Sie würde erst da sein, wenn der Marxismus aufgehört hätte, in dem Sinne Parteilehre zu sein, wie er es heute ist; denn dann würde erst auchs bei den Theoretikern die dazu nötige wissenschaftliche Unbefangenheit gewähr« leistet sein. Einstweilen werden sich die Marx-Forscher damit be- gnügen müssen, Elemente zur Kritik und Ergänzung des von Marx und Engels Geleisteten zusammen zutragen. Als mehr denn Arbeit solcher Art kann auch das Wollmannsche Buch nicht betrachtet werden, obwohl es, wie schon bemerkt, aus einen sehr hohen Rang in der Reihe der einschlägigen Schriften Anspruch hat. Es kann als eine der besten krittschen Darstellungen des marxistischen Systems be- zeichnet werden, und seine schöne und klare Sprache stempelt es zu einem ausgezeichneten Lehrbuch für den nicht philosophisch geschulten Leser. Diesem letzteren wird der erste Teil des Buchs, der einen Abriß der philo- sophischen Theorien von Kant, Fichte, Schelling, Hegel und Feuerbach und der dnrcki sie vertretenen Entwicklungsreihe giebt, besonders willkommen sein. Freilich. als erschöpfende Vorführung der philo« sophischen Quellen deS Marxismus ist sie nicht zu betrachten und unvollständig ist auch der Paragraph, der von den Borläufern der materialisttschen Geschichtsauffassung handelt. Hier sind entschieden die englischen Socialisten und die Schulen der Denker, von denen da gehandelt wird, zu kurz gekommen. Es ist das ein Punkt, in dem die Geschichtschreibung von Theorien überhaupt oft fehlt. Der Ueber« gang von einem Schulstifter zum andern macht sich selten un- vermittelt. Es ist ganz richtig, Kant, Fichte, Hegel hier und Owen, Fourier und Saint- Simon dort als die jetzigen Vorfahren des Marxismus zu bezeichnen. ES ist aber noch die Frage, ob Marx und Engels nicht den Thompson, Hodgskin, Brah ebenso viel verdanken wie Owen, den Enfantin, Eomte, Pecqueur so viel wie Saint-Simon, den Considerant, Touffenel und Vidal so viel wie Fourier. Natürlich kann man von einem Abriß nicht verlangen, daß da alle Einzelnheiten vorgeführt ivcrden, aber die Zwischenglieder müßten mindestens erwähnt werden. Als eines der bemerkenswertesten Kavitel des Buches möchten wir ferner, unbeschadet einzelner Vorbehalte, das von tiefem Eindringen in eine fönst meist vernachlässigte Seite deS Marxismus zeugende vierte Kapitel des dritten Teils bezeichnen, das den Titel führt:„DaS Geheimnis der letzten Instanz ökonomischer Ursachen", und auS ihm wieder den Paragraph„Das funktionelle Verhältnis von Technik und Logik" als besonders lesenswert herausheben. WoltmannS Buch ist reich an treffenden Bemerkungen von allgemeiner An- Wendung. Wir wollen mit einer derselbe» schließen, weil sie einem Gedanken Ausdruck giebt, der für die Beurteilung des Grades der möglichen Verbindung von SocialiSmuS und Wissenschaft von fundamentaler Wichtigkeit ist:„Eine revolutionäre Kritik ist nie rein wissenschaftlich". Ed. B. Sociale Nechkspflege. �'��dorfer Gewirberichter über das Ehrgefühl jugend- licher Arbeiter. Durch Klage beim Ge Werbegericht zu Rixdorf hatte der Kaufmann G. für seinen 1b jährigen Sohn von dem Kaufmann David Spicker eine Lohnentschädigung beansprucht, indem er geltend machte, der Sohn sei als Laufbursche des Beklagten von diesem geohrfeigt und durch diese khätliche Beleidigung gezwungen worden, vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit die Stellung'bei Spicker aufzugeben. Der Kläger wurde abgewiesen. Die schriftliche UrteilsauSfertigung deS GerichtSvorfitzenden Stadtrats G r a n i e r enthält folgende Offenbarungen salomonischer Weisheit: „Wenn es hiernach(nach der Beweisaufnahme) auch wahrscheinlich sein mag, daß der Sohn des Klägers vom Beklagten wirklich, wie der Vottsmund es nennt, ein„Kopfstück" erhalten'hat, so kann das Gericht hierin eine Thätlichkeit oder grobe Beleidigung im Sinne des 8 124 Ziffer 2 der Gelverbe-Ordnung(eine solche, die zum sofortigen Verlassen der Arbeit berechtigt) nicht erblicken. Der Gesetzgeber verfolgt mit besagter Gesetzes- stelle nur den Zweck. daS Ehrgefühl des Arbeiters vor Verletzungen deS Arbeitgebers zu schützen. Daß aber eine solche Verletzung dem Sohne des Klägers gegenüber nicht be- Sangen ist, folgt namentlich au« dem Umstand, daß der angeblich leschlagene bis zum Ladenschluß thätig gewesen ist. Wäre er so heftig geschlagen oder so grob beleidigt worden, wie die Klageschrift behaupte, dann hätte er nach seiner ganzen Veranlagung(I) die Arbeit nicht bis zum späten Abend fortgesetzt. So ist ihm erst nach Rücksprache mit den Angehörigen, insbesondere mit dem Bater, die Ehrverletzung eingeredet(!) worden.— Im übrigen be- findet sich der Sohn des Klägers in einem Alter, wo seine Kollegen im Handwerkerstande dem Züchtigungsrecht der Meister unter- stehen und wo das Ehrgefühl noch nicht so stark ausgeprägt ist, daß es durch einen Backenstreich verletzt werden könnte. Da somit ein Grund zur Lösung deS Arbeitsverhältnisses nicht gegeben Ivar, so war wie geschehen zu erkennen." Das Bedenklichste an diesem Urteil ist, daß es ausspricht, i'ugendliche Arbeiter im Alter deS jungen G. seien nichtzur lrbeitSniederlegung ohne vorherige Kündigung " Schriften- Eingang. Dr. Wilhelm Vallentin. Meine Kriegserlebnisse bei den Boeren. Erinnerungen und Stizzen aus dem füdafrikanischen Kriege 1899/1900. Berlin, Hermann Walther. Die freie Liebe und die Frauen. Vortrag von Elisabeth Mießner. Penco, Prof. Ettore. L'Azienda del Popolo( Die Selbsthilfe des Volts). Mailand 1900. Sucke, Julius. Die Handelsbilanz. Die Obliegenheiten des Wechsels. Die Valuta. Der Zettelbank Apparat. Pöhlmann, Prof. Dr. Robert. Geschichte des antifen Kommunismus berechtigt, wenn fie ein Kopfstück" erhalten. Der abgemagert war, nach wenigen Tagen verstarb. Sein Leichnam Vorentscheidung auf und verurteilte die Berufsgenossenschaft, $ 124 Nr. 2 der Gewerbe- Ordmmg bezicht sich auf alle getverb- wurde ooduziert und die Aerzte stellten als direkte Todes- den Hinterbliebenen die Rente zu gewähren. Der Vorsitzende, lichen Arbeiter, ausgenommen die Lehrlinge, und spricht wörtlich ursache einen Pfortaderverschluß fest. Ueber einen eventuellen Dr. Stries, führte begründend aus, daß der Senat den Darlegungen von" Thätlichkeiten" oder groben Beleidigungen." Es genügt da Busammenhang mit dem Unfall befragt, erklärten Professor Nenvers des Vertreters Fräntel durchweg beigetreten sei. An Kosten der Vernach bei jugendlichen Arbeitern jeden Alters Thätlichkeit des Arbeitgebers, die plötzliche Arbeitsniederlegung hangs zwischen dem Unfall und dem Pfortaderverschluß nicht für aus eine und Dr. Bloch die Möglichkeit eines ursächlichen Zusammen- tretung wurden dem Kläger 20 M. zugebilligt." zu rechtfertigen. Und nach dem letzten Abfaz des§ 124 der Gewerbe- geschlossen. Er erschien ihnen im vorliegendenden Falle jedoch deshalb Ordnung ist die Arbeitsniederlegung aus den Gründen des§ 124 nicht wahrscheinlich, weil nicht eine erhebliche Einwirkung Biffer 2 sogar jederzeit noch während der nächsten 8 Tage auf den Leib festgestellt sei. Die Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft zulässig, so daß auch die Berufung auf das Weiterarbeiten bis zum wies den Anspruch der Hinterbliebenen auf eine Unfallrente nun Feierabend gänzlich verfehlt ist. Es ist somit thatsächlich die Nieder- mehr mit der Begründung ab, daß der Tod Guhls nicht auf den legung der Arbeit am nächsten Tage durch G. jun. gerecht- Unfall zurückzuführen sei. Das Schiedsgerichte erkannte im selben fertigt gewesen, zugleich aber auch der Entschädigungsanspruch, nne, worauf die Kläger Rekurs einlegten. Ihr Vertreter, Schrift- Berlin. Hermann Walther. denn im§628 Abjat 11 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, das ste'ller J. Fräntel, erzielte zunächst eine Beweiserhebung. Mehrere nach seinem besonderen Sprachgebrauch unter Kündigung" Zeugen befindeten, daß der Formdeckel nicht nur die Schenkel die Lösung des Vertrags versteht, heißt es: Wird die Kündigung Guhls, sondern auch dessen Leib beschwert habe. Der behandelnde Arzt, durch vertragswidriges Verhalten des andren Teils veranlaßt, so ist Dr. Bloch sagte aus, G. habe bereits am zweiten Tag nach dem dieser zunt Ersatze des durch die Aufhebung des Dienst Unfall über fürchterliche Schmerzen im Leibe geklagt. Es wäre verhältnisses entstehenden Schadensverpflichtet." möglich, daß der Pfortaderverschluß die Folge des önd Socialismus. Zweiter Band. München 1901.( C. H. Becksche Ver Das vertragswidrige Verhalten des Arbeitgebers war das„ Stopf- ufalls sei. Eine andre Ursache für jenen vermochte der Arzt nicht lagsbuchhandlung.) anzugeben. Vor dem Reichs- Versicherungsamt machte Baulo. Mitteilungen des Vereins Deutsches Krankenhaus in Sao Fränkel in dem zur Fortsetzung der Verhandlung anberaumten Der Katholizismus als Princip des Rückschritts. Bon Citraneuen Termine geltend, nach dem Ergebnis der Beweiserhebung montanus.( Flugschriften des Neuen Frankfurter Verlags L.) Frant mijje angenommen werden, daß der höchste Grad der Wahrscheinlich furt a. M. 1901. feit eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen Unfall und Tod hier Schattenbilder aus dem preußischen Osten. Bon Civis Germanus. vorliegt. Eine solche Wahrscheinlichkeit genüge aber nach Köln a. Rh.( J. P. Bachem.) der Rechtsprechung, den Hinterbliebenen die Rente zu sichern. Wenn Ostajien in der Weltpolitik. Von Dr. Albrecht Wirth. Bonn 1901. der Arzt bloß von einer Möglichkeit spreche, die allerdings.( Carl Georgi.) nicht ausreichend wäre, dann habe sich der Herr wohl nur Nuhland, Prof. Dr. Gustav. Die internationale landwirtschaftliche Ein wirtschaftliches Problem. Berlin 1901. im Ausdruck vergriffen. ( Ernst Hof Das Reichs- Versicherungsamt hob die mann u. Co.) stüd". Zum Schluß fei noch konstatiert, daß über das Verhalten des Stadtrats Granier als Gewerberichter schon mehrfach geflagt worden ist. Wie schwer der Kampf ift, den Arbeiter zuweilen um die Unfallrente zu führen haben, zeigt folgender Fall: Der Former Guhl war dadurch schwer verlegt worden, daß ein Formdeckel auf ihn fiel. Er versuchte später zu arbeiten, mußte aber schließlich in das Krankenhaus Moabit aufgenommen werden, wo er, der völlig Café- Lokal G. Günther, Ritterstr. 54, Ecke Alte Jakobstraße. Kaffee 10, 15; Thee, Milch, Chokolade 2c., Weiß- ut. Bayr. Bier. Warmte Speisen zu jeder Tageszeit. Billard Stunde 40 Bf., große Zeitungs- Auswahl. Cigarren- Händler ersparen bis 15 Proz. durch Einlauf nur abgelagerter Cigarren ohne jede Vermittelung direkt von großer renommierter Cigarrenfabrik. Tadellose, in den besten Special: Geschäften brillant eingeführte, Fabrikate. Auswahl 120 Sorten von 24 bis 200 M. p. 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