Ar. 34 AbonncmeMs-Kedingungtn: Abonnements-Pret» pränumerando: vierteljährl. SL0 Mr., monatl. l.lv Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Ein, eine Numm»r 5 Pfg. GonntagS- Nummsr m>t illuNrtertec Sonntags« Beilage„Die Neu« Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: SL0 Marl pro Quartal. «ingetragen in der Post- Zeitung»» Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter streuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da« übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 18« Jahrg. Die Inftrtisns-GMyr � ieträgt für die fechSgefpaltsne Kolonel» »eile oder deren Raum«o Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins» und BcrfammlungS» Anzeigen so Pfg. „Kleine Anieigen" jedes Wort B Pfg. (nur das erst« Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen btS l Uhr nachmittags in derErveditton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen btS 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittags geöffnrt. Erschemt läglich»ulier Mo»lag«. Devliner Volksöl�tk. Centralorgan der soclaldemokratischen Partei Deutschlands. Telegramm-Adresse- ..Ssrialdrinolirai Verl in» Redaktion: 19. Beuttz-Stratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1S08. Dienstag, den 39. Januar 1901. Expedition: SW. 19, Beutk-Strasie 3. Fernsprecher: Amt I. Nr. kl»1. Regiernngsdisponent Bneck. Verschiedene dem Herrn Bueck politisch nahverwandte Blätter gefallen sich seit einigen Tagen darin, gegen ihn allerlei Vorwürfe zu erheben, nicht etwa, weil er hinter den Conlissen die Macht des Centralverbands deutscher Industrieller dazu zu benutzen sucht, für dessen Unternehmerinteressen ministerielle Verfechter zu engagieren, auch nicht, weil er sich darauf versteht, Minister, die nicht nach der vom Central verband gepfiffenen Melodie tanzen wollen,„klein zu bekommen"— ach nein, soweit reicht die Besorgtheit dieser Sittenverfechter um die Würde und die Sittenreinhcit des Ministeriums nicht; man entrüstet sich nur, weil, wie Herr Oertel in letzter ReichStags-Sitzung so schön sagte,„die W o r t w a h l u n d der Stil" des Herrn Bueck nicht gefällt. Mag Herr Bueck immerhin i durch seinen Umgang mit Ministern und der Dienstbereitschaft, mit der sie seine Instruktionen entgegennahmen. eine recht geringe Meinung von ihrer Einsicht und Gesinnungsfestigkeit erlangt haben, so erfordert hoch die Rücksicht auf den äußeren Anstand, daß er sie nicht wie eine Art höherer Commis behandelt, auch nicht in einem Brief an eine gleichgesinnte Seele, denn Briefe können gefunden oder gestohlen und an socialdemokratische Zeitungen gesandt werden. Zu diesen Blättern, die eS für nötig halten. Herrn Bueck gegenüber andre Saiten aufzuziehen, scheint sich auch der „Hamb. Korresp." schlagen zu wollen, der noch vor acht Tagen den Abdruck des von uns publizierten jüngsten Bueck-Briefes mit den Worten einleitete, daß, da der Brief nun einmal, sei es auch aus unredlichem Wege, in die Oeffentlichkeit gelangt wäre, er wiedergegeben werden müsse,„wenn er auch bei weitem nicht die vom„Vorwärts" ihm zugeschriebene Bedeutung" habe. Jetzt läßt sich das Blatt selbst folgenden interessanten Bettrag zur Bueck' Charakteristik aus Berlin berichten: „Wer sich der Vorgänge aus dem Jahre 1896 erinnert, wird Herrn Vueck darin beistimmen, daß„die Ablehnung des im übrigen ganz vernünftigen Handelskammer«Gesetzes" den Zweck verfolgt hat, den socialpolitisch unbequemen Handelsminister Frhm. v. Berlepsch zu stürzen. Der Erfolg war ja denn auch, daß Herr Bueck seiner Freude darüber Ausdruck geben konnte, endlich doch Frhrn. v. Berlepsch„klein bekommen" zu haben. Von einer über jene Vorgänge sehr gut informierten Seite erhalten wir aber die Vkitteilung, daß Herr Bueck in jenem Briefe so bescheiden ist, seinen persönlichen Anteil an dieser Ministerstürzerei nicht in das gebührende helle Licht zu setzen. Er hat sowohl in seiner Eigen- schaft als Generalsekretär des Centralverbands wie auch als Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses an dieser That ganz wesentlichen Anteil. Und zwar in folgender Weise: Als es bekannt wurde, daß im preußischen Handelsministerium ein Handelskammergesetz ausgearbeitet werde, erbat sich Herr Bueck bei dem Minister Frhrn. v. Berlepsch eine Unterredung, in der er ihn um Mitteilung des Entwurfs bat zum Zweck einer Erörterung in einer Ausschuft- Sitzung des Central Verbands, der sich schon früher mit dieser Frage befaßt hatte. Der Minister lehnte dieses Ansinnen ab, gab aber Herrn Bueck Aufschluß über die Hauptgrundzüge der Borlage, die darauf ausging, im ganzen Staatsgebiete leistungsfähige Handels- kammern mit hinreichend großen Bezirken obligatorisch einzurichten und eine Reihe unbedeutender Kammern, die nichts leisteten, ein- gehen zu lassen. Auf die Mitteilungen des Ministers erklärte Herr Bueck, daß der Gesetzentwurf ganz den An- schauungen und Wünschen des Centralverbands entspräche. So der Generalsekretär deS Verbands deutscher Industrieller, Herr Bueck. Ms aber die Vorlage an den Landtag kam, da war der Abg. Bueck unter ihren Gegnern zu finden. Er ließ sich in die Kommission des Abgeordnetenhauses wählen, an welche der Entwurf verwiesen worden war, und bekämpfte ihn aufs lebhafteste. AlS Illustration der Mittel, wie man endlich doch einen Minister klein bekommt, ist diese Er- innerung an das Schicksal des ganz vernünftigen Handelskammer- Gesetzes. das Herr Bueck als Generalsekretär einer Vereinigung von Großindustriellen mit Wärme lobt und als Ab- geordneter dann sckarf verurteilt, immerhin von Bedeutung, und wir halten daher diese Ergänzung deS Bueck-BriefS für angebracht, nachdem der Autor selbst sein persönliches Verdienst in dieser Episode bescheiden unter den Scheffel gestellt hat." An der Richtigkeit der Mittheilung ist nicht zu zweifeln. Prof. E. Francke, der Herausgeber der„Socialen Praxis" und Intimus des Frhrn. v. Berlepsch, war früher Chefredacteur des„Hamburgischen Korrespondent" und ist noch heute einer von dessen hervorragendsten Mitarbeitern, die Meldung dürfte also aus zuverlässigster Quelle stammen. Die Mitteilung richtet sich in erster Linie gegen den geschäftsgewandten Generalsekretär des Centralverbands; aber sie trifft diesen nicht allein. In welchem schönen Licht erscheint neben ihm Herr Brefeld. Jene Vorgänge hinter den Conlissen. die zum Sturz seines Vorgangers führten, mußten doch dem Handelsminister, als er sich mit Herrn Bueck freundschaftlich unterhielt, bekannt sein, und waren sie es nicht, dann erfuhr er sie jetzt, denn, wie Herr Bueck in seinem Brief schreibt, hat er„keinen Anstand" genommen, Herrn Brefeld offen zu erklären, daß er und seine Clique das„ganz ver- n ü n f t i g e Handelskammergesetz" nur abgelehnt hätten, um Frhr. v. Berlepsch stolpern zu lassen. Trotzdem hält es Herr Brefeld für angebracht, dem Jnquirenten des Centralverbands gehorsamst Rede zu stehen, ihm offen sein Verhältnis zum Geheimrat L o h m a n n darzulegen, sich über dessen Charakter- eigenschaften auszulassen und zum Schluß um den gütigen Rat des Centralverbands zu bitten. Sicherlich für einen Minister eine ganz ansehnliche Leistung! Doch noch auf einige andre Herren fällt ein recht seit« sames Licht: auf die nationalliberale Landtags- fraktion. Haben die nationalliberalen Bekämpfer desHandels- kammergesetzes, speciell Herr Möller, wirklich nichts vom Besuch des Herrn Bueck bei Berlepsch und dem Zugeständnis des ersteren gewußt, obwohl doch Herr Bueck in ihrer Fraktion an leitender Stelle stand? Haben sie ebenso, wie Herr Bueck, die Vorlage für„ganz vernünftig" gehalten? Waren also ihre öffentlichen Erklärungen ebenfalls nur Spiegelfechtereien und wider besseres Wissen abgegeben? Und noch eins ist recht charakteristisch für unsre Re- gierungsverhältnisse. Als Herr Bueck erfährt, daß ein Handels- kammergesetz ausgearbeitet wird, geht er einfach zum Handels- minister und verlangt Mitteilung des Entwurfs, da der Aus- schuß des Centralverbands diesen erst durchberaten, d. h. a uff seine Brauchbarkeit prüfen wolle. Ganz allerliebst, nur etwas umständlich. Wenn doch die Gesetzentwürfe, bevor sie an den Reichs- oder Landtag gelangen, erst dem Central- verband zur geneigten Begutachtung vorgelegt werden müssen, dann ist es schon besser, der Ausschuß des Centralverbands läßt sie selbst ausarbeiten und überweist sie darauf einfach durch seinen Generalsekretär den Ministern zur Einbringung und öffentlichen Vertretung. Davon, ob eine Nebenregierung vorhanden ist, oder nicht, kann wirklich nach den Enthüllungen der letzten Tage nicht mehr die Rede sein; höchstens kann noch die Frage bestehen, ob die sogen. Hauptregierung zur Nebenregierung in einem Verhältnis der Gleichordnung joder Unter- ordnung steht._ Mottkifche Mebevflchk. Berlin, den 28. Januar. Der RekchStag setzte heute in einer vierstündigen Sitzung die socialpolitische und agrarische Debatte fort, die nun den 11. Tag währt Der Verlauf und ihre Dauer entlockten dem Grafen PosadowSky die elegische Klage, daß er nun erst gelemt habe, wie groß sein großes Reffort eigentlich sei. Erster Redner war heute der Freisinnige F i s ch b e ck als getreuer Schildknappe Richters, ein socialpolitisch durchaus rückständiger Manchestermann, andrerseits aber ein durchaus zuverlässiger Freihändler mit guten statistischen Kenntnissen. Er streckte den Fürsten Herbert Bismarck, der jüngst die agrarische Trommel gerührt hatte, mühelos in den Sand. Die Junker randalierten in gewohnter Weise. Jhr Mßbehagen und ihre Unruhe stieg noch mehr während der nun folgenden Rede deS freisinnigen Vereinigungsmanns S t e i n h a u e r, der als nicht agrarischer Landwirt den Bündlern besonders verhaßt ist. Dann wandte sich die Debatte Ivieder zur Socialpolitik. Der Kohlengruben- Direktor H i l b ck suchte die Bergwerksbesitzer gegen die wuchtigen Angriffe zu verteidigen, die neulich Sachse gegen sie erhoben hatte. Nach Hilbck kam Singer zum Wort. In einer wuchtigen Rede wehrte er die Angriffe ab. die die Redner der Rechten in den letzten Tagen gegen unsre Partei gerichtet hatten. Am übelsten kam Herr S t ö ck e r dabei weg. Die Natur hat diesem Manne zwar eine sehr dicke Haut verliehen, aber die Peitschenhiebe, die er heute empfing, müssen ihm aufs Fleisch gegangen sein. Als unser Redner die Be- hauptung StöckerS, der Tucker-Brief sei von Bebel erfunden, mit den gebührenden, also sehr kräftigen Ausdrücken charakterisierte, wandten die Stöckerfreunde hilfesuchend ihre Augen zum Bicepräsideuten v. Frege empor, der gerade die Verhandlungen zu führen hatte. Herr o. Frege hat aber wirklich etwas aus den Angriffen gelernt, die seine Geschäftsführung im Hause und in der Presse erfahren hat. Er ist in der letzten Zeit außer- ordentlich vorsichtig und zurückhaltend geworden und so zuckte er denn nur mit den Achseln und erteilte keinen Ordnungsruf. Der Ordnungsruf kam erst, als Singer das preußische Abgeordnetenhaus die Karikatur einer Volksvertretung nannte. Da schnellte Herr Frege empor und rügte diese den Nagel auf den Kopf treffende Bezeichnung des Dreiklaffen-ParlamentS. Aber nicht nur mit der Rechten hatte unser Redner abzurechnen. Auch Herr v. Siemen« wurde von ihm vorgenommen und seine 'chwächliche Schlußwendung in seiner letzten Antikornzollrede lebhaft getadelt Im Anschluß hieran stellte Singer fest, daß Graf Bülow mit der Regierung vor den Junkern kapituliert hätte, und verlangte unter dem lebhasten Beifall der Linken ein Plebiszit über die Frage. ob Brotwncher in Deutschland getrieben und vermehrt werden soll. Die Agrarier Dr. Arendt und G a m p gaben sich redliche Mühe, zu beweisen, daß die Großgrundbesitzer nur aus Liebe für den Kleinbauern höhere Getreidezölle forderten. Herr Dr. Arendt war dabei so ehrlich, offen zu erzählen, daß er und ein großer Teil der Konservativen gegen die Kanalvorlage stimmen würden, auch wenn die Getreidezölle erhöht würden. Die Taktik des Grafen Bülow scheint die Regierung von einer Niederlage zur andern vor den Agrariern führen zu wollen. Graf PosadowSky ging heute zum erstenmal mit einer kurzen Bemerkung auf den zweiten Bueck-Brief«in. Er hatte im Auftrage seines Kollegen Brefeld zu erklären, daß dieser es geratener hält, im Abgeordnetenhaufe, wo keine Socialdemokraten sind, über seine Beziehungen zu Herrn Bueck Rede und Antlvort zu stehen, als im Reichstage. Im studentischen Jargon heißt das „kneifen". Dienstag wird die Debatte fortgesetzt.— Agrarische Wünsche. Im Abgeordnetenhaus brachten am Montag bei der zweiten Lesung des Etats der landwirffchaftlichen Ver- waltung die Agrarier eine große Anzahl von Wünschen vor. Die Erklärung des Ministerpräsidenten bezüglich der Er- höhung der Getreidezölle hat die Herren ja einigermaßen zu- frieden gestellt, aber die Zahl der Wünsche, die übrig bleiben, ist immer noch Legion. Zunächst wurde einem Antrage Herold(C.) gemäß die Regierung um baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfs betreffend Ein- richtung öffentlicher Schlachtvieh-Versich- r u n g in Verbindung mit Maßnahmen zur angemessenen Verwertung der verworfenen Teile des SchlachttierS, und zwar unter Beihilfe von staatlichen Mitteln ersucht. Des weiteren forderten die Agrarier u. a. Mittel zur Hebung der Viehzucht, ein Gesetz gegen die Verfälschung der Düngcrmittel, ein strengeres Seuchengesetz, eine gesetzliche Regelung des Vieh- Handels hinsichtlich des Marktwesens und des Verfahrens bei der Pretsnotterung, strenge Durchführung der Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung über die Gesindemakler, ein Weingesetz, ein Saccharingesetz, und bessere Förderung der landwirtschast- lichen Fachschulen, insbesondere der Winterfchulen. In den Lehrplan dieser Schulen, gegen die ja an und für sich nichts einzuwenden ist, verlangte Abg. Heisig(C.) auch die Religion allgemein aufgenommen zu wissen, damit die Land- leute gegenüber der religionsfeindlichen Ag itatio n der Socialdemokratte einen festeren Halt gewinnen. Wie hoch die Brotwucherer sich den neuen Brotzoll denken, das vernet Abg. Freiherr v. W a n g e n h e i m, der unter gleichzeitiger Bezeichnung des am Sonnabend abgelehntenAntrags Barth als einer frivolen Verhöhnung der Notlage der Land- Wirtschaft einen 8 Mark-Zoll als einen solchen bezeichnete, bei dem die Arbeiter nicht erheblich belastet würden, da die Belastung dann nur l2!3 Pf. pro Tag und Person betrage. Abgesehen davon, daß diese Angabe rein aus der Lust gegriffen ist, würde aber selbst nach dem Eingeständnis des Führers des Bunds ein solcher Zoll eine Steuer von 6 M. jährlich für jeden Arbeiter, also von 30 M. für eine Fanülie von fünf Köpfen bedeuten. Es geht doch nichts über die agrarische Bescheidenheit. In Wahrheit beträgt aber bei einem jähr- lichen Getreideverbrauch pro Kopf von 200 Kg. der Zolltttbut pro Kopf IG M., und der Familientribut 80 M. jährlich. Die Brotwuchercr sind ihrer Sache nur zu sicher; sie rechnen, wie der Centrumsagratter Abg. Becker ausführte. auch im Falle der Ablehnung des Kanals ganz bcsttmmt auf einen wirksamen Zollschutz fiir die Landwirtschaft. Die Verttetung des landwirtschaftlichen Ministeriums hatte in der Hauptsache Minister v. M i q u e l übernommen, der ein Saccharingesetz noch für die laufende ReichstagZsession in Aussicht stellte und im übrigen als Beweis dafür, daß er in einem neuen Mauserungsprozeß begriffen ist, unter lautem Beifall der Rechten und des Centrums gegen die Bilduugsbe strebungen der kleinen Landleute wetterte. Die Debatte wird am Dienstag fortgesetzt. Agrarische Taktik! Man mag die Qualität der volkswirtschaftlichen Gründe, mit denen im Parlament und in der Presse die Agrarier ihre Zoll- forderringen motivieren, noch so niedrig einschätze», das Zugeständnis kann man dem Junkertum nicht versagen, daß es in Bezug auf Taktik und Energie den Vertretern des Handelsstands und der nicht auf Zollerhöhungen spekulierenden Kreise der Industriellen entschieden überlegen ist. Wenigstens hat es begriffen, daß halbe Zugeständniffe und Rückzugswendungcn noch vor dem eigentlichen Beginn deS Kampf» stets die Stellung schwächen und daß häufig die beste Deckung der Angriff ist. Während die Juuker sich trotz ihrer bekannten Beziehungen zum Hof und gewissen Ministerien nicht nur auf ihre Hintertreppen-Einflilsse verließen, sondern in richtiger Erkenntnis der schließlich entscheidenden Faktoren zugleich im Laude eine energische mündliche und schrift- liche Agitation entfalteten, suchten die Spitzen der Finanz, des Handels und der Export- Industrien durch Komplimente und unterthänigste Borstellungen an gewissen sogenannten maßgebenden Stellen zum Ziel zu gelangen. Mit welchem Erfolg lehrt die Erklärung Lütows am Sonnabend im Abgeordnetenhaus und der Hohn, den Frh r. v. Z e dl itz als Vertrauter Miquels sich leistete. Dagegen haben die Agrarier durch ihre Obstrukttonspotitik in der Kanalfrage nicht nur die Bülowsche Erklärung erzwungen, sondern sie benutze» nun auch sofort in ihrer Presse den Wortlaut dieser Erklärung mit Geschick dazu, den Reichskanzler auf bestimmte Verpflichtungen festzulegen und durch die Interpretationen, die sie als ganz selbstverständlich seinen Sätzen geben, ihm die Rnckzugslinie abzu- schneiden, indem sie verkünden: Bülow habe sich zu einer„wirkv samen" Verbesserung der Lage der Landwirtschast verpflichtet; ol» >v irksam aber könnten nach dem Urteil aller Sachverständigen! nur ganz bedeutende Zollerhöhungen gelten. Das wolle sicher auch der Reichskanzler unter seinen Worten verstanden wissen, denn sonst könnte er nicht von einem„ausreichenden Zollschutz" sprechen usw. Oder die„Deutsche Tageszeitung" stellt fest, daß der jetzige Zollschutz eigentlich 5 M. betrage, der nur durch die Handelsverträge auf SVa M. herabgesetzt sei. daß also das Ver- sprechen des Reichskanzlers einen über S M. hinaus zu erhöhenden Zoll bedingt. Aber damit geben sich die Verfechter der agrarischen Interessen noch nicht zufrieden; sie schmieden das Eisen, so lange es warni ist und fordern deshalb bereits volle Aufklärung über die Ab- sichten der Regierung, ja der fromme„R e i ch s b o t e" verlangt sogar, daß der Zolltarif noch vor der Kanalvorlage im Abgeordneten- hause dem Reichstag vorgelegt wird, indem er offen vom Kanal als „Pressionsmittel" spricht: „Von großer Wichtigkeit wäre eS, wenn der Reichskanzler die Vorlage des Zolltarifs bei dem Reichstage so beschleunigte, daß sie noch während der Beratung der Kanalvorlage im Reichstage einträfe, und so die Werterklärung des Reichs kanzlers sich in bestimmte Zahlen umsetzte. Man sei doch ganz offen: Jedermann weiß, daß die Vertreter der Landwirt� schaft den Kanal als ein PressionSmittel für die Zoll crhöhung ausnutzen köimen— der Antrag deutet ja daran hin— und bei der Wichtigkeit der Zollerhöhrmg für die notleidende Landwirtschaft kann man ihnen das auch gar nicht verdenken und muß eS deshalb begreiflich finden, daß sie dieses Pressionsmittel nicht eher aus derHand geven wollen, bis si der Zollerhöhung ganz sicher sind— und die volle Sicherheit geben ihr erst bestimmte Zahlen; aber immerhin ist die Erklärung des Reichskanzlers eine so bestimmte, daß sie ohne eine wirksame Zollcrhöhung finnlos und trügerisch tviirdc und daß die Regierung die Landwirtschaft betrügen könnte, das ist doch ausgeschlossen." Was gedenkt demgegenüber der Handelsvertrags Verein zu thun? Will er wieder, wie nach der Abstiimnung au dem„Deutschen Handelstag" verkünden lassen, daß, da es nun ein- mal im Landtag Agrarier gebe, man nichts dagegen thun könne. wenn diese Agrarzölle wollten? Ein Telegramm des Kaisers. Aus München wird uns gemeldet: Die„Münchner Post" bringt in ihrer heutigen Nummer folgende neue Lesart über die Äffaire des Prinzen AlfonS „Von einer Stelle, die unzweifelhaft sicher informiert sein muß, erhalten wir folgende Mitteilungen: In Weimar haben thatsächlich Meinungsverschiedenheiten darüber obgewaltet, ob Prinz Albrecht von Braunschweig oder der kommandierende General, der den Kaiser zu vertreten hatte, den Ehrenplatz neben dem neuen Großherzog einnehmen sollte. Prinz Alfons habe jedoch kurzweg den ihm nach seiner Meinung gebührenden Platz eingenommen. Ueber diesen Vorgang erfolgte Beschwerde des Generals nach Berlin, woraus um- gehend ein kaiserliches Telegramm nach München gesandt worden sei, dem auch em erklärender Bericht gefolgt sein soll. Hierin soll sehr energisch gegen das Vorkommnis protestiert und unter Hiiiwcisung auf die M o s k a u e r A n- gelegenheit gefragt ivorden sein, ob etwa e i n System in dem Verhalten bayrischer Prinzen liege.... Die Abfassung des Telegramms und des Begleitschreibens habe in Münchner Regierungskreisen eine derartige Bestürzung er« regt, daß ihr die sonst unerklärliche, durch Gnadenbezeugungen, ge- milderte Absägung des Prinzen Alfons zur Versöhnung Berlins gefolgt sei. Auch die Entsendung des Prinzen Arnulf nach London beruht darauf, daß nian annahm, dieser Prinz sei als die dem Kaiser sympathischte Persönlichkeit am ehesten im stände, den obwaltenden Unmut zu beheben." Der Vorgang erinnert an den Fall Lippe vom Jahre 1838. Damals hatte der gegen den Wunsch des Kaisers Regent von Lippe gewordene Graf Ernst angeordnet, daß die im Fürstentum Lippe garnisonierenden Truppen den Mitgliedern seines Hauses militärische Ehren zu erweisen haben. Plötzlich ließ der kommandierende General des VII. Armeecorps Gegenbefehl ergehen. Graf Ernst wandte sich in einem sehr unterthänigen Schreiben an den Kaiser und erhielt darauf nachfolgende telegraphische Erwiderung: Ihren Brief erhalten, Anordnungen des kommandierenden Generals geschehen mit meinem Einverständnisse nach vorheriger Anfrage. Dem Regenten, was dem Regenten gebührt, weiter nichts. Im übrigen will ich mir den Tön, in welchem Sie an mich zu schreiben für gut befunden haben, ein für alle mal ver- beten haben. �V. R. Gegen Form und Inhalt dieses Telegramms legte Graf Ernst Rechtsverwahrung bei den deutschen Fürsten ein, worin er besonders betonte, daß er als Regent eines deutschen Bundesstaats nicht im Verhältnis eines Unterthans zum König von Preußen stehe. Eine Meinungsäußerung der deutschen Fürsten ist nicht bekannt geworden. Außer den Offiziösen stellte sich damals der größte Teil der deutschen Presse auf die Seite des Grafen Ernst. Die„Köln. Volks zeitung" beispielsweise sagte:„Der Kaiser war sehr schlecht oder wohl gar nicht beraten, als er das Telegramm an den Regenten schickte." Im jetzigen Fall des bayrische» Prinzen Alfons hat das kaiserliche Telegramm, wenn die„Münchner Post" recht unterrichtet ist, andre Wirkungen erzielt als im Fall Lippe. Während Graf Ernst zu Lippe zu einer Rechtsverioahrung schreitet, opfert man im zweitgrößten Bundesstaat voll Bestürzung den beliebtesten Prinzen des königlichen Hauses. Man bringt solches Opfer ungeachtet der Erinnerung des Kaisers an die Moskauer Angelegenheit, in der Prinz Ludwig von Bayern den Beifall seines engeren Vaterlands erntete, da er sich gegen die Zumutung des Festredners der deutschen Kolonie ver< wahrte, zum„fürstlichen Gefolge" des Prinzen Heinrich zu zählen. Vielleicht wird das neue Kaisertclegrainm im Wortlaut zur Veröffentlichung gelangen, damit die Münchner„Bestürzung" ihre Aufklärung findet. man statt vonr erhöhten Zollschutz von Brotwucher spreche und entnimmt aus der Abstimmung des Abgeordnetenhauses, daß auch im Reichstag eine erhebliche Mehrheit für den verstärkten gollfchntz ein- treten werde. Man merkt der„Berliner Korrespondenz' ordentlich die Er- lösung an, daß sie endlich mal für etwas werben kann, was ihr am Herzen liegt und daß sie darum der Qual enthoben ist, für den gräßlichen Kanal eintreten zu müssen. Der Brotwucher ist ihr lieber.— Deutsches Weich. Tie Englaudreise des Kaisers. Die Reise des Kaisers nach England ist, wie erklärlich, auS rein verwandtschaftlichen Gefühl tiefer Teilnahmelerfolgt, daß sich aber der Kaiser so p l ö tz l i ch zur Abreise entschloß, das ist. wie man uns berichtet, auf den dringenden Wunsch des Prinzen von Wales, nun- mehrigen König Edward VII., zurückzuführen. Der Prinz von Wales hatte nämlich den begreiflichen Wunsch, vor seiner Thron- besteignng eine private Angelegenheit mit seinem kaiserlichen Neffen in Ordnung zu bringen. Als Kaiser Wilhelm I. am S. März 1888 starb, hinterließ er KS Millionen Mark, die sich bis zum Ib. Juni 1888, dem Todestage Friedrichs III. auf 32 Millionen vermindert hatten. Die 2t Millionen die fehlten, waren dem Prinzen von Wales, der sich damals in schwierigen finanziellen Verhältnissen befand, geliehen worden. Wie erzählt wird, protestierte zu jener Zeit der Minister deS königlichen Hauses, Graf S t o l b e r g, gegen dieses Darlehn, und, da er damit keinen Erfolg hatte, nahm er seinen Abschied. Es ist natürlich, daß der Prinz von Wales in dem Augenblicke, wo er zur Herrschaft gelangen sollte, das Bedürfnis fühlte, diese bisher unerledigte Angelegenheit zu ordnen, und deshalb bat er den deutschen Kaiser, zur persönlichen Regulierung so bald wie möglich nach England zu kommen.—__ Die Regierung macht für den Brotwucher mobil. Nach- dem ihr Graf Bülow durch seine Erklärung vom Sonnabend die Zunge gelöst, beginnt nun die amtliche„Berliner Korrespondenz" für den„erhöhten Zollschutz" zu agitieren. Das Organ ist empört, daß Aktioniirrifches Schweigen herrschte in der Versammlung der Aktionäre der Grundschuldbank, die am Montagabend im Geschäftshaus der Hypothekenbank abgehalten wurde. Der Beschluß auf Liquidation wurde gefaßt, die vorgeschlagenen Liquidatoren wurden gewählt, der Direktor Krasinsky und der Aufsichtsrat Spielhagen wurden ihrer Acmter enthoben— alles ohne Widerspruch. Kein Aktionär war neugierig genug, etwas Genaues über die vielen ungelösten Fragen und Beziehungen erfahren zu wollen. Herr Direktor Kohuitz, derselbe, der in den früheren Versammlungen den an der Grundschnldbank verübten Betrug wegen entwendeter guter und eingeschobener schlechter Hypotheken als eine Thatsache behandelt hatte, verlas und erläuterte am Montag eine Er- kläruug, nach der sich dis Herren bei ihrer früheren Ansicht geirrt hätten. Der Aufsicktsrats-Präsideut. Dr. Witten- berg, der sein aufgetragenes Pensum vorschriftsmäßig er- ledigte, hatte den„Irrtum" der öffentlichen Meinung in die Schuhe geschoben. Im übrigen ist die Sache so wenig geklärt und auch den Aktionären in der Versammlung von gestern so dunkel geblieben, daß niemand sagen kann, was nun eigentlich los ist. Die Sache soll durch ein Schiedsgericht zwischen der Hypothekenbank und Grmidschuldbank durch„erste Juristen" entschieden werden, und Herr Kohnitz meinte ganz treuherzig, solch ein Schiedsgericht werde doch für die kleinen Leute im Lande, die mit Grundschuld- Papieren gesegnet sind, mehr Sympathie haben, als für die„potente" Hypothekenbank! Allgemeine Rührung! Wie das„Arrangement" immer mehr auf eine Vergewaltigung der beteiligten kleinen Sparer zu Gunsten großer Geldmächte hinausläuft, das zeigte am besten der ganz nebenher, wie etwas Geringfügiges eingebrachte Antrag deS Justizrats Kcmpner, (der für seine bewiesenen Talente mit einem Posten in der D i r e k- tion der Deutschen Bank belohnt werden soll),— ein Antrag, der die Liquidatoren ennächtigt, Grundstücke freihändig zu ver- kaufen, ohne daß der Aufsichtsrat und die Vertretung der Gläubiger- gefragt werden. Der Antrag wurde so geduldig angenommen, wie die übrigen. Herr Kohnitz lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf die falschen Taxen. Einer dieser Taxatoren sei ein„König licher Banrat", der allein vom 5. Mai bis Ende 1300 SZ OVO M. Taxationsgebühren von der Gesellschaft bezogen habe. Bon 1127000 M. Zinsen der Grundschuldbank, die hätten eingehen sollen, sind nur 280 000 Mark eingegangen 616 000 M. schulden von dem Rest die Tochtergesellschaften, die zahlungsunfähig sind, die übrigen 223 000 M. sind zum Teil faul. Mittwoch findet eine Versammlung der Hypothekenbanl-Aktio näre statt._ Stolz lieb ich den— Kohlenhändler. Dem Minister Brefeld geht es wie seinem ReichSkollegcn Posadowsky. Seitdem die Socinl- demokratie ihre kompromittierende Intimität init den Vertretern des Großkapitals urkundlich enthüllt, bemühen sie sich, durch schneidig klingende Aeußerungen von ihren Freunden und Gönnern abzurücken. So verdarb es Posadowsky mit Herrn Bueck und dem Centralvcrband, weil er im Reichstag erklärt hatte, es sei für ihn kein Vergnügen, dessen Versammlungen beizuwohnen. Noch übler ist es dem Hern: Brefeld ergangen. Auch er war bemüht, die Personen schroff zu verleugnen, mit denen er sich soeben noch in zärtlichster Vertrautheit befunden. In diesem Bestreben äußerte er neulich in, Abgeordnetenhause:„Der Handel sei ein not wendiges Uebel. Und als er das anstößige Wort bereute, schränkte er es entschuldigend dahin ein, er habe nur den Kohlenhandel gemeint. Damit verschüttete er es aber völlig. Der Inhaber der Firma Cäsar Wollheim, Kommerzienrat Arnhold— mit dem übrigens Herr Brefeld vordem gleichfalls regen Verkehr gepflogen haben soll— hat ihre seit 1361 bestehenden rcsp. prolongierten Verträge mit den fiskalischen Gruben zu dem nächst zulässigen Termin gekündigt. I» ihrem Schreiben an den Minister verweist die Firma auf dessen obige Aeußerung über den Handel resp. den Kohlenhandel; derartige geschäftliche Beziehungen müßten auf gegenseitiger Achtung beider Parteien beruhen. Die Firma Cäsar Wollheim hat den gesamten Vertrieb schlesischer Kohlen in ihren Händen. Die Kündigung bedeutet also für die Staatsgruben den Verlust deS bisherigen Generalabnehmers. Aller- dingS will man in Börsenkreisen nicht recht an das angegebene Motiv der Kündigung glauben. Man neigt vielmehr zu der An- nähme, daß Herr Arnhold der Kündigung seitens des Ministers nur zuvorgekommen sei; Herr Arnhold habe nämlich vorausgesehen, daß Herr Brefeld den Agrariern doch nachgeben müsse und das viel an- gegriffene Verhältnis lösen würde. Jedenfalls hat die Firma Cäsar Wollheim eines voraus vor den Miuistern Posadowsky und Brefeld: sie hat es verstanden, nicht ohne Würde sich zurückzuziehen— im rechten Augenblick.— Graf Posadowsky hat heute im Reichstag einen Artikel deS „Vorwärts" vom 3. August 1838 cmert, in dem ein Urteil über die ocialpolitische Gesetzgebung gefällt worden sein soll, das mit der allgemein in unsrcr Partei verbreiteten Auffassung in Widerspruch stehe. Diesen Widerspruch konnte Graf Posadowsky nur durch völliges Zerreißen des Inhalts und Sinns jenes Artikels konstruieren. Der Artikel ist so voll scharfer Kritik der Bismarckscheu „Socialrcform", daß Graf Posadowsky sicherlich nicht daran denkt, 'einen ganzen und w i r k l i ch e n S i n n für sich in Anspruch zu nehmen.— DaS Opferlamm. Herr v. Woedtke wird demnächst Regierungspräsident, aber nicht in Marienwerder, welche Stelle laut Versicherung der„Bcrl. Börsen-Ztg." dem Kanalgcgner Jagow vorbehalten bleiben soll, sondern anderswo. Eine großartige deutsche Flottcnparade soll zur Trauerfeier der Königin Victoria auf der Reede von Spithead stattfinden. Nach dem kaiserlichen Befehl sollen alle in heimische» Gcwäffern be- südlichen disponiblen Kriegsschiffe sich an der Parade be- teiligen. In der Nordsee sollen sich beide aus Wilhelmshaven und Kiel auslaufenden Flotten vereinigen, um gemeinsam nach ihrem Be- itimmungsort weiter zu dampfen. Bei dem enormen Kohlen- verbrauch der Schiffe wird diese Paradefahrt bedeutende Kosten ver- Ursachen. Frankreich wird bei der Parade nur mit einem Schiff vertreten sein.— Zur HnldignngSfeler in London ist die ReminiScenz nicht uninteressant, daß an der Huldigung Viktorias auch ein deutscher König, der von Hannover, sich beteiligte, und sich somit rechtlich in die Stellung eines der Herrscherin von England unterworfenen Prmzen begab, um die dainit verbundene Apanage von 420 000 M. auch künftig beziehen zu können. Dieser Ehrenmann und Patriot erfreute sich, als er die Verfassung brach, ebenso der Unterstützung Preußens wie der Meltcrnichs.— Ter Goubcrucur von Kiantschou gestorben. Nach einer Meldung ans Kiantschou ist der Gouverneur nusres Platzes an der Sonne, der Kapitän zur See Jäschke, ein Opfer des paradiesischen Klimas geworden, indem er an den Fokgecrscheiuimgen des D a r ni t y p h u s verstorben ist. Jäschke war der zweite Gouverneur von Kiautschou.— Wider den Brotwucher. Kürzlich fand in Gerresheim bei Düsseldorf, dem Reiche des Glaskönigs Heye, eine überaus gut besuchte Volksversammlung statt, in der erfreulicherweise auch das weibliche Element stark vertreten war. Genosse Dr. Erdmann aus Köln referierte über die wirtschaftliche Lage und die Verteuerung der Lebensmittel durch die agrarische Reaktion. Der Redner ging besonders scharf mit dem Centrum ins Gericht, dem wir die unselige Zoll- und Steuerpolitik dcS Reichs verdanken und das auch jetzt iviedcr bereit ist, den Agrariern zu Liebe und den Arbeitern zum Schaden durch höhere Zölle die Lebensmittel zu verteuern. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die heute am 20. Januar 1301 in Gerresheim tagende, von 800 Personen besuchte Volksversammlung protestiert entschieden gegen die fchutzzöllnerischen Bestrebungen, durch höhere Zölle die Lebens- und Bedarfsmittel noch mehr zu verteuern. Die Versamm- lung erklärt sich für Abschaffung des indirekten Stenersyftems, das nichts ist, als eine Begüusiigniig der Reichen zum Schaden der be- dürftigen Masse. Weiter hält es die Versamnilnng für nottvendig, daß die Arbeiter sich zur Besserung ihrer Lage gewerkschaftlich organisieren und zur Durchführung einer wirksamen Arbeiterpolitik ausschlaggebenden Einfluß auf die Gesetzgebung und Venvaltung in Reich, Staat und Gemeinde gewinnen. Die Versammlung gelobt, in diesem Sinne thätig zu sein. Ultramontano Verlegenheiten. München, 26. Januar. Die von ultramontanen Agitatoren seiner Zeit gegründeten Baugenossen« schaften des christlichen Eisenbahnverbands sind neuerdings schon iviedcr in schwere Verlegenheit gekommen. Die ungünstigen Ver- Hältnisse auf dem Geldmarkt veranlassen die Banken, mit der Hergabe von Hypotheken sehr zurückzuhalten. Infolgedessen können verschiedene Genossenschaften(Rosenheim und RegenSburg), die sich mit Grundankäufen stark engagiert haben, ohne selbst ein nennenswertes Vermögen zu besttzen, nicht weiterbauen, und man ist deshalb gezwungen, um Staatszuschüsse zu betteln. Da aber einige Genossen- schaften, die bereits Staatsdarlehen erhielten, dank der Unfäbigkeit ihrer Organisatoren bedenklich wacklig stehen, scheint man im Eisen- bahii-Miinsterium die Hand auf dem Geldbeutel zu halten. Tie nächste Folge davon dürfte sein, daß wiederum einige Genossen- schaften verkrachen, wie es in Nürnberg, trotz aller Ableugnungs- versuche, schon der Fall war.— Aus Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Die Verhand- lungen des Reichstags über die Interpellation wegen der Nicht- b eförderung polnisch adressierter Postsendungen sind in Elsaß-Lothringen mit besonderem Interesse verfolgt worden. Es kommt wohl auch bei uns sehr häufig vor, daß die Absender von in französischer Sprache adressierten Packeten, Wert- sendungen, Einschreibdriefen ec. nach dem Jnlande seitens der Postbeamten aufgefordert werden, in Zukunft sich dabei der deutschen Sprache zu bedienen; Fälle aber, in denen aufgelieferte Sendungen zurückgewiesen oder als unbestellbar be- handelt worden wären, weil sie in französischen Ausdrücken adressiert Ivaren, sind meines Wissens bisher nicht bekannt geworden. Und doch werden bei den Postanstalten des Reichslands täglich sicher Taufende von Briefen nach elsatz-lothringischen Orten aufgeliefert, die nicht nur die Angabe des Bestimmungsorts, sondern auch die nähere Bezeichnung des Adressaten i» französischer Sprache enthalten. Wollte die Post alle Briefe zurückweisen, die ans dem eignen Lande nach Strasbourg, Mulhouse, Sdlestadt, Saveme, Wissenbourg sc. lauten. so würde davon wohl der vierte Teil aller derartigen Sendungen betroffen. Aber auch in solchen Fällen, wo die früheren französischen Ortsbczeichnungen dem Klange nach von dem deutschen völlig verschieden find, wo also bei den Postbeamten eine Kenntnis der alten französischen Ortsnamen erforderlich ist. erfolgt die Bestellung der Postsachenwohl ausnahmlos ohne Verzug. Klagen sind mir in dieser Hinsicht wenigstens noch keine zu Ohren gekommen, obwohl auf Briefadressen die Stadtbezeichnungen St. Maris- aux- Mines für Markirch, Eibauville für Rappoltsweiler, Montreux-le-Vieux für Altmünsterol, La Poutroye für Schnierlach sc. täglich wohl viele Dutzendemale vorkommen. Speciell in der Landeshauptstadt S t r a ß b u r g ist die Ver- Wendung der alten französischen Straßennamen sc. auf Briefadressen auch noch so häufig, daß die prompte Bestellung der Postsachen nur mit einem auch in dieser Hinsicht durchaus orts- kundigen Personal durchgeführt werden kann. Dabei ist, wie wohl kaum' besonders betont zu werden braucht, auch die nähere Bezeichnung des Adressaten. Anrede, Berufsangabe sc., sehr häufig in französischen Ausdrücken gehalten, kurz: die ganze Briefaufschrift präsentiert sich von Anfang bis zu Ende als eine französische. Wenn die Oberpostdirektionen zu Straßburg und Metz bisher trotzdem von chikanösen Weiterungen bei der Bestellung solcher Post- fachen abgesehen haben, so ist ihnen dies nicht als besonderes Ver- dienst anzurechnen, sondern entspricht lediglich den Aufgaben der Postverwaltung, die die ihr gegen Entgelt zur Beförderung üvergebenen Sachen zu bestellen hat, ohne nach den Motiven zu fragen, die den Absender zur Wahl einer deutschen oder fremdsprachigen Adresse bestimmt haben. Erst vor wenigen Tagen las ich in der« S t r a tz b u r g e r Post" die folgende, über die„Findigkeit" unsrer Reichspost triumphierende Notiz: Am 16. d. M. wurde in London ein Brief aufgeliefert. dessen Adresse, nach Angabe des— nebenher bemerkt falsch ge- schriebenen— Namens des Empfängers lautete: Stsysdury Elsays Jbmden Galse 10. Am Nachmittag des 16. wurde der Brief in Straßburg im Elsaß, Thomaimsgasse 13, richtig bestellt. Alle Achtimg! Schwieriger als der obige werden die vom Staatssekretär Podbielski erwähnten polnischen Adreffaten wohl kaum zu er» mittein gewesen sein!— Ausland. England. Eine Erhöhung der Civilliste auf 800 000 Pfd. Sterling soll Eduard VII. als Gegengefälligkeit für die Liebenswürdigkeit verlangen, die schwere Last der britischen Krone auf sich genommen zu haben. Seme königliche Mutter wird ihm zwar von ihrem auf 1200—1600 Millionen Mark geschätzten Vermögen einen entsprechenden Anteil hinterlassen haben, aber eine Erhöhung der Civilliste um 6�/, Millionen Mark wird ja wohl England der Ehre wert sein von dem ersten Gentleman der Welt regiert zu werden.— Frankreich. Die Polizei nahm bei dem socialistischen Blatte„Petit Ton' eine große Anzahl Gewehre mit Beschlag, welche den Lesern der genannten Zeitung als Prämien angeboten wurden, um das republi- kauische Vaterland zu verteidige».— Italien. Die päpstliche Enchklika über die christliche Demokratie um- faßt zwar zwanzig Druckseiten, enthält aber nach den von ihr ge- aebenen Inhaltsangaben keine irgendwie neuen oder wesentlichen Gesichtspunkte. Der Papst erinnert zunächst an seine früheren, der socialen Frage gewidmeten Enchkliken lZuod apostoli muneris und Eerum novarum und hebt hervor, wie ans Grund jener Enchkliken die Katholiken ihre ganze Thätigkeit dem socialen Werke gewidmet hätten, um dem Ärbeiterstande auszuhelfen. Sodann beschäftigte sich die Euch- llika, nachdem sie die Bezeichnung„christlicher SocialismuS" als nicht richtig zurückgewiesen, mit dem Unterschiede zwischen dem Socialis- mus und der christlichen Demokratie. Erstere befasse sich nur niit den materiellen Gütern und wolle vollständige Güter- gleichhcit und Gütergemeinschaft herstellen, während die christliche Demokratie die Vorschriften des göttlichen Gesetzes achte und bei ihrem Bestreben, eine materielle Besserung herbei- zuführen, auch das geistige Wohl der Völker im Auge habe. Ebensowenig dürfe man die christliche Demokratie mit der politischen verwechseln, denn erstere könne und müsse, wie die Kirwe. unter den verschiedensten Regierungsformen fortbestehen. Sie müsse auch die gesetzmäßige bürgerliche Autorität achten. So verstanden, habe die Bezeichnung„christlich" nichts, was irgend jemand abstoßen könnte. Der Papst ermutigt sodann den Eifer und die Thätigkeit der Katholiken, die sich diesem im höchsten Maße nütz- ljchen Werke, widmen, lobt das Spenden von Almosen, das njcht, wie. die Socialisten meinten, eine Beleidigung der Armen sei, sondern dazu diene, die Bande der christlichen Liebe innerhalb der mensch- lichen Gesellschaft enger zu gestalten. Schließ- lich ermahnt der Papst die Katholiken, sich diese Grundsätze zu eigen zu machen, sich einig zusammenzuschließen und unnütze Streitigkeiten beiseite zu lassen. Das Urteil des Papstes über die Bestrebungen»nd Ansichten des Socialismns beweist keine allzu große Sachkenntnis.— Flottenfchwärmerci des Königö. Wie„Memorial diploma- tigne" aus Rom meldet, teilte der König dem Admiral Morin mit, derselbe könne auf eine e n ergische Unter st ützung seitens des Throns zur Durchsetzung der Flottenpläne rechnen. Der König wünscht, daß die italienische Flotte den besten europäischen ebenbürtig werde.— Asien. Ei» Rückzug Rußlands? Aus Shanghai wird gemeldet: Ein chinesisches Blatt meldet, Rußland habe eingewilligt, die Mandschurei wieder China zu übergeben und keine Kriegsentschädigung zu verlangen. Eine New Dorker Meldung deckt sich dem Sinne nach mit der Mitteilung des chinesischen Blatts. Trotzdem klingt dieselbe zu un- wahrscheinlich, als daß man ihr Glauben beimessen könnte. Wahr- scheinlich handelt es sich um eine Komödie zur Beschwichtigung Chinas und der gegen die Annektion der Mandschurei protestierenden Mächte. Der Boeren- Krieg. Gefechte in Transvaal. Eine Depesche des Generals Kitchener an« Pretoria vom ' 26. Januar meldet; General Cunningham geriet gestern mit den Truppen Delareys bei Middelfontcin und Kopper- foutcin in ein Gefecht. Babington, der von Ventersdorp nach dem Norden vorrückte, bedrohte die Flanke der Boeren, worauf diese sich in westlicher Richtung zurückzogen. Auf Seite der Briten wurden zwei Offiziere verwundet, vier Mann getötet, 37 Mann verwundet.— In dem Gefecht bei L i ch t e n b u r g am 17. Januar wurden drei Mann getötet, zwei Mann verwundet. Einige Mann von der Deomanrh wurden gefangen genommen, später aber wieder freigelassen.— Smithdorrien, der von Wonterfontein nach Carolina vorrückte, wo Boeren sich angesammelt hatten, geriet mit den Boerentruppen in ein Gefecht, welches fünf Stunden dauerte. Die feindlichen Truppen, die in beträchtlicher Stärke die Alußufer besetzt hielten, wurden schließlich aus ihren Stellungen vertrieben. Auf Seite der Briten wurde ein Offizier getötet, 2 Ofstziere und 13 Mann verwundet. Friedensbemühungen. Der sogenannte Friedensausschutz der Boeren hat an Louis Botha die Aufrage gesandt, ob er geneigt sei, Abgesandte zu cm- pfangen, um die Friedensfrage zu erörtern. Falls der Friedensausschuß unter Friedensschluß die Ergebung der Boeren verstehen sollte, würde er bei Botha wenig Glück haben. Aber vielleicht will mau dieses Boerenkomitee zum Zwischenhändler benutzen, um wirkliche Friedensverhandlungen anzubahnen. In Eng- laud ivird die Zahl derer, die zum Frieden raten, täglich größer. Selbst Generale und leitende Minister großer Kolonien empfehlen, den Boeren eine Selbständigkeit etwa der australischen Kolonie zuzugestehen. Die Boeren werden allerdings gut thun, sich durch die Perspektive eines annehmbaren Friedens einstweilen in ihrer kriegerischen Thätigkeit nicht stören zu lassen. Ein Gerücht von der Gefangennahme KitchenerS ivird von Holland' aus verbreitet. Ans England liegt keinerlei Be- stätignng diese» Gerüchts vor.— NÄrkei-MÄrtzvichkew Ter Parteitag für den Niederrhein wurde am verflossenen Sonntag in Rons darf, dem letzten Agitationsort Lnssallcs, ab- gehalten. Genosse Gräser erstattete den Jahresbericht. Die Haupt- arbeit der Genossen bestand in dem Kleinkrieg gegen den Kapitalismus und dessenHelfershelfer, und es kanngclrostbehauptet werden, daß dieser Kampf im allgemeinen zu einer weiteren Ausbreitung uusrer Ideen und Vertiefung derselben geführt hat. Ein äußerst erschwerendes Moment war die wirtschaftliche Krise, auf die jedenfalls auch das Zurückgehen vereinzelter Organisationen zurückzuführen ist. Immerhin geht es, wenn auch langsam, voran am Niederrhein, und selbst unsre besten Freunde, das Centrum, arbeiten im gewissen Sinne mit hieran durch die Gründung der sogenannten christlichen Organisationen, die sich am Ende doch nur als Wasser auf die socialdemokratischen Mühlen erwiesen haben und noch stetig erweisen. Einen rapiden Fortschritt, der besonders zu erwähnen ist, hat das Glaskönigreich Gerresheim bei Düsseldorf gemacht. Dort ist in Jahresfrist die neugegründete Glasarbeiter-Organisation auf rund 1000 zahlende Mitglieder angewachsen und die Versammlungen sind stets über- füllt. Nach eingehender Debatte über den Agitationsbericht giebt die Maudats-Prüfungskommission bekannt, daß auf dem Parteitag 41 Orte mit 64 Delegierten, außerdem das Agitationskomitee mit drei und die Parteiprcsse mit zehn Vertretern anwesend sind. An- genommen wurde ein Antrag F r a n tz e n« Solingen, daß die Druck- arbeiten des Agitationskonritees fortan in den Parteidruckereien des Agitationsbezirks möglichst zu gleichen Teilen hergestellt werden sollen. G e w e h r- Elberfeld nimmt dann das Wort zu den K o»i m n n a l- W a h l e n und erläutert des längeren einen dein Parteitag vorliegenden Entwurf eines Kommunal- W a h l p r o g a m m s der socialdemokratischen Partei für den Niederrhein. Diesen Entwurf, ein„Normalprogramm" hat auf Grund früherer Beschlüsse eine eigens dazu gewählte Kommission aus- gearbeitet. Der betr. Entwurf wurde auf Antrag Wessel- Düsseldorf sn bloo angenommen. Ueber den Beschluß des allgemeinen Parteitags bezl. der Beteiligung an den Land- tagswahlen referiert G r i m p e. Der Redner bezieht sich im wesentlichen auf die von Bebel eingebrachte Resolution und empfiehlt strikteste Befolgung des' einmal gefaßten Beschlusses. Die Socialdemokratie müsse endlich einmal auch in das preußische Abgeordnetenhaus einziehen. Die Debatte, die das Pro und Contra der Zweckmäßigkeit der Beteiligung an den Landtags- Wahlen noch einmal ventiliert, wurde eine recht lebhafte. Allgemein standen die Genossen iudeß auf dem Standpunkt, ei» Veto zu dem ciunral gefaßten Beschluß der Partei nicht mehr geben zu dürfen, sondern sich fügen zu müssen. Der schärfste Protest gegen das„elendeste aller Wahlsysteme" müsse die allgemeine Beteiligung sämtlicher Socialdemokraten an den Landtagswahlen fein. In alle» Wahlkreisen habe man immer und � immer wieder darauf hinzuweisen und in diesem Sinne lhätig zu sein. Dem AgitationS- komitee zur Berücksichtigung überwiesen wird der Antrag der Rather Genossen, in solchen Orten, wo uns keine Lokale zur Verfügung stehen, das Mieten von Grundstücken zu Ver- sammlungeu finanziell zu regeln; ferner der Giltorfer Genossen, ge- maßregelte Genosse» finanziell zu unterstützen; endlich sollen die Genossen für je 10 für die Socialdemokratie abgegebene Stimmen 8 Mark pro Vierteljahr dem Agitationskomitce zur Verfügung stellen. Die Vertrauenspersonen und Vorstände der politischen Organisationen werden verpflichtet, halbjährlich einen Situationsbericht dem Agitationskomitee einzureiche». Bei Punkt Presse kommt es zur lebhaften Debatte wegen Mängeln, die augenblicklich mit Bezug auf die„Freie Press e" in Elberfeld obwalten. Dem Agitations- komitee wird der Barmer Antrag, den Kalender besser auszugestalten, überwiesen. Die„Freie Presse" soll ferner die sociale Gesetz- gebung mehr als bisher berücksichtigen. DaS Agitations- k o m r t e e für den Niederrhein bleibt in Elberfeld. Der nächstjährige Parteitag wird in Gerresheim abgehalten. Gewevk schriftliches. Berlin und Umgegcud.j Der neueste Fall socialdemokratischen TerroriSmuS. Die„Germania" bemüht sich, wie schon kurz mitgeteilt, wieder einmal, den freien Gewerkschaften Unduldsamkeit gegenüber den christlichen nachzuweisen. Sie erzählt folgende Geschichte, die in Schöneberg-Berlin passiert sein soll: „Am Dienstag, den 15. Januar d. F., legten auf dem Bau Ebersstr. 16 in Schöneberg hei Berlin eine Anzahl Zimmerleute die Arbeit nieder, weil der. Zimmerer Joh. Hoppe iMitglied des Verbands christlicher Maurer und verwandter Berufe, also ein organisierter Arbeiter) auf wiederholte Aufforderung, einer der bestehenden socialdemokratischen Zimmercrörganisationen beizutreten, sich weigerte, dieser Aufforderung' nachzukommen. Der Zimmererpolier Kollekowsli ließ sich aber durch die Arbeits- niederlegung nicht dazu bewegen, den Hoppe zu entlassen. Als die„Genossen" sahen, daß sie damit nichts erreichten, nahmen sie nach zweistündigem Streik die Arbeit wieder auf. Zimmerer Hoppe blieb also auf dem Bau und seine socialdemo- kratisch organisierten Kameraden hätten es wohl auch dabei be- wenden lassen, wenn nicht ein Mitglied der Lohn- kommission der socialdemokratischen Zimmerer auf dem Bau erschienen wäre. Dieser verlangte nun von dem Polier ebenfalls die E n t l a s s u n g des Hoppe, jedoch ebenfalls ohne Erfolg. Darauf griffen die Genossen zu einem andren Mittel, um den Hoppe arbeitslos zu machen. Wahrscheinlich auf Verabredung leistete» nun die„Genossen" b e- deutend weniger, so daß der Polier sich genötigt sah— um der Arbeit einen besseren Fortgang zu sichern— den Hoppe am Montag, den 21. Januar, zu entlassen." Gewitzigt durch die früheren Erfahrungen, die wir mit der- artigen Erzählungeii oer katholischen Presse der Hauptstadt gemacht, haben wir uns bemüht, den Thatbestand festzustellen. Unsre Er- Mittelungen haben folgendes ergeben: Mit der Arbeitsniederlegung hat es seine Richtigkeit, auch aus dem angeführten Grunde ist sie geschehen. Von den Vor- gängen war der Lohnkommisfion der Zimmerer nichts bekannt ge- geben worden; obgleich ausdrücklich bestimmt ist, daß ohne Wissen unb_ Zustimmung der Leitung nichts unternommen werden darf, hätten die Betreffenden die Arbeit niedergelegt. Dieses Verstoßen gegen die Bestimmungen der Organisation war eS wohl auch, was die Zimmerer zu baldiger Wiederaufnahme der Arbeit veranlaßte. Nunmehr benachrichtigten sie die Lohnkommission. DaS Mitglied der Lohukommission ist nicht nach dem Bau ge- kommen, um die Entlassung Hoppes zu verlangen, sondern nur, um die Sache zu untersuchen und womöglich gütlich beizulegen. Der sLokal») Verband der Zimnierer, der hier in Betracht kommt, verwirft, genau wie der Centralverband, den Terrorismus durchaus. Er empfiehlt seinen Mitgliedern, pflichtgemäß für die Ausbreitung der Organisation zu wirken; die Leitung betont aber bei jeder Gelegenheit, daß die Mitglieder sich nur loyaler Mittel zu bedienen haben, fachliche, ruhige Auseinandersetzung und Aufklärung: namentlich ist eS als unstatthaft bezeichnet, wegen Weigerung einzelner, in die Organisation einzutreten, zur Arbeitsniederlegung zu greifen. Was nun den speciellen Fall Hoppe anlangt, so sind dazu folgende Einzelheiten zu bemerken: Hoppe war früher im Lokalverband organisiert und von diesem wegen restierender Beiträge gestrichen worden. Die mit ihm auf dem Bau arbeitenden Berbandsmitglieder fühlten sich natiirlich ver- pflichtet, ihn an diesen Umstand zu erinnern, und an seine Pflicht zu mahnen. Hoppe lehnte es beharrlich ab, seiner ehemaligen Organi- sation wieder beizutreten und warum? Er habe, so antwortete er den Mahnungen seiner Arbeitskollegen, in dem katholischen Verein viel mehr Vorteile; wenn er arbeitslos ist, werde er unterstützt und die Unterstützung, die er als„Gemäß- regelter" beziehe, sei noch höher(wenn wir nicht irren, bis zu 16 M. pro Woche). Es find also recht materielle Gründe, die den Hoppe veranlassen, der„christlichen" Organisation treu zu bleiben, er hat einen mehr als gesunden Sinn für das Irdische. Die im Sinne der„Germania"„ungläubigen" Verbands- Mitglieder mögen über ein so hohes Maß von krassem Materia- l i S m u s, den Hoppe an den Tag legte, begreiflicherweise sehr ent- rüstet gewesen sein, denn mit ihrer Organisation verknüpfen sich ideellere Ziele, und daher wohl die Gereiztheit des Verhältnisses. Daß ein solches Verhältnis auf dem Bau nicht im Interesse des Unternehmers liegt, ist klar und das suchte das Mitglied der Lohn- kommission dem Herrn Kollekowsli, der übrigens der Unternehmer slbst und nicht der Polier ist, begreiflich zumachen. Ein Weiteres zur Herbeiführung der endlichen Lösung des Arbeitsverhältnisses haben weder das Mitglied der Lohukommission, noch die dort arbeitenden Verbandsmitglieder beigetragen. ES ist ein vollendetes Märchen, die Betreffenden hätten ihre Leistung herabgemindert. Die möglichen Leistungen der Bau- arbeiter sind in Berlin unter den Fachleuten ganz genau bekannt; die Intensität, mit der hier gearbeitet wird, ist kaum noch zu erhöhen; die Arbeit ist so sehr Teilarbeit geworden, daß die Leistung eines jeden Einzelnen mit Leichtigkeit zu kontrollieren ist. Leute, die unter dem normalen Maße arbeiten, würden bald entlassen werden, und Hun- derte, namentlich zur Jetztzeit, warten auf ihre Stellungen. Der betreffende Zimmermeister hätte sicherlich die 30 entlassen, die zu wenig leisten, und nicht den einen. Die„Germania" ist wieder einmal durch ihren Gewährsmann hineingelegt worden. Die Macher der katholischen Gesellenvereine brauchen solche Geschichtchen, um daraus die Existenzberechtigung ihrer Sonderorganisation herzuleiten. Achtung, Kleber(Tapezierer). Bei der Firma Lina Gronau. Marburgerstr. 3, haben sämtliche Kleber wegen Maß- regelung eines Kollegen die Arbeit niedergelegt. Die Firma ist hiermit bis auf weiteres gesperrt. Die von der Firma auszuführenden Bauten sind: Lietzenburger- und Meineckestraßen-Ecke sBau Gold- mann), Schlüterstr. 27 in Charlottenburg(Bau Lingner), Passauer- straße zwischen Geisberg und Pariserstraße(Bau Bunning). Die Bauarbeiter werden hierauf besonders aufmerksam gemacht. Die Lohn kommission der Kleber Berlins und Um- g e g e n d. Achtung, Steinsetzer Berlins und Umgegend! Die am Sonntag stattgehabte Versammlung hat befchlossen, über folgende Firmen die Sperre zu verhängen: E. Kuhlbrodt, Winkelmann, C. Rössel, R. Brekow, Otto Brekow, C. Heuer, C. Winckler, Th. Bartsch, J. Appert. C. Schippau, A. Ritze, sämtlich in Berlin. Ferner Gädicke und C. Seggedi in Köpenick, A. Hindenberg in Lankwitz, Otto u. Söhne in Rixdorf. Bielefeldt und R. Kollrepp in Nieder-Schönhausen, Gerlach in Reinickendorf. F. Wickel-Rixdorf will den Tarif erst ab 1. April anerkennen, bleibt also bis zu endgültigen Erledigung eben« falls gesperrt. Weiter ist beschlossen worden, daß alle in Arbeit stehenden Kollegen im Streikbnreau, Brunnenstr. 188. eineArbeitsbercchtignngs- karte zu entnehmen haben. Desgleichen haben die ausständigen und arbeitslosen Kollegen Karten zu nehmen und sich täglich zwischen 10 und 2 Uhr zur Kontrolle zu melden. Diejenigen, welche zu den neuen Bedingungen arbeiten(75 Pf. Stundenlohn), haben pro Arbeitstag 50 Pf. Extrasteuer an den lokalen Streikfonds zu entrichten. Die Firma Körner hat bereits gestern den Tarif, vorbehaltlich der Jnnuttgsbeschlüsse vom 6. Februar, bewilligt. Achtung! GaS-, Wasser-Heizungs-Rohrleger und-Helfer, die bei I n n u n g§ m e i st e r n beschäftigt sind. Die Wahl der Schiedsgerichts- Beisitzer und des Gehilfen- Ausschusses findet am Dienstag, den 29. Januar, abends 7 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrich- straße 35, statt. Alle diejenigen, welche seitens der Arbeitgeber noch keine Einlaßkarte erhalten haben, werden ersucht, sich dieselbe zu fordern. Max Tschöke, Weberstr. 26, Vorsitzender des Gchilfen-Ausschusses. Deutsches Reich. Achtung, Gcwerkschafteu! Bereits sind zehn Wochen ver- flössen, daß die Arbeiter der Landwirtschaftlichen Maschinenfabrik- Aktiengesellschaft vormals A. Lenigk, Vetschau N.-L., gezwungen wurden, in den Abwehrstreik zu treten. Wenn früher die dort be- schäftigte» 500 Arbeiter durchschnittlich bei elfstündiger Arbeitszeit 24—36 M. in vierzehn Tagen verdienten, so waren die Arbeiter zu- frieden, leider zu sehr zufrieden, denn nur die Minorität der in dem Betrieb Beschäftigten gehörte einer Organisation an. Als nun der Direktor die Arbeitszeit von zehn auf sieben Stunden reducierte, desgleichen die Accordlöhne um 30 Proz. kürzte, da gingen wohl manchen die Augen auf. Und der einstimmige Beschluß, die Arbeit ruhen zu lassen und nicht eher aufzunehmen als bis die alten Löhne gezahlt werden, bewies, daß die Arbeiter einsahen, daß es ein Kampf um ihre Existenz ist. Welch ungeheure Mühe sich die Direktion gegeben hat und noch giebt, ist in den Spalten des „Vorwärts" genügend geschildert worden. Bedauerlicherweise hat sich ein Teil Arbeitswilliger gefunden.— Die Betriebsleitung und auch einige Einwohner Vetschaus haben schon erfahren müssen, was für Leute dies sind. Glaubte der Herr Direktor, indem derselbe bei der nächsten Garnison um Militär bat, ferner daß er an allen Fenstern. die ein Arbeitswilliger sein eigen nannte, Jalousien anbringen tieß, indem die im Betrieb Beschäftigten mit Eisenstangen, Messern und sonstigen Mordwerkzcugen ausgerüstet wurden, daß die Streikenden mit Gewalt ihr Recht erzwingen würden, so ist derselbe hoffentlich eines Besseren belehrt worden. Wie die Sympathie der Einwohner auf feiten der Streikenden ist, beweisen die Summen Geldes, welches die Einwohner aufgebracht haben, desgleichen die WohlthätigkeitSkonzerte zum Besten der Streikenden usw. Wenn nun der Direktor in Begleitung eines Gendarmen mehrere Streikende aufsucht, und alles versucht, um dieselben zur Arbeit zu bewegen, so beweist es. daß dem Direktor schon bei den 90 Arbeitswilligen nicht gut zu Mute ist. Denn Prügeleien find an der Tägesordnung, und die 30—40, die wieder abgereist sind, haben den Direktor und die Logiswirtin mit größeren Summen hineingelegt. Es wird ihm hoffentlich nicht ge- lingen, einen oder den andren in die Fabrik hineinzubekommen, denn durch die Besuche wird dies bezweckt. Darum Arbeiter allerorts, haltet den Zuzug nach Vetschau streng fern, denn lauge kann der Kampf nicht mehr dauern. Der G a u v o r st a n d des Deutschen Holzarbeiter-VerbandS. HL. Die Abrechnung erfolgt nach Schluß des Streiks in den GewerkschaftSblättern. Der deutsche Holzarbeiter-Verband wird am 15. Februar eine Arbeitslose»-Zählung unter seinen Mitgliedern ver- anstalten. Der Geist des Widerspruchs in de» Hirsch-Dunckerschcn Grwcrkvercine» ist, einmal erwacht, so leicht nicht mehr zur Ruhe zu bringen.„Der Gewerkvereinsbote", das von den Düsseldorfer Gewerkvereineu begründete Blatt, geht mit dem Berliner Gcneralrat scharf ins Gericht. In seiner letzten Nummer befaßt sich das Organ der secessionistischen Gewerkvereinler mit der Art der Agitation, wie sie vom Generalrat ans betrieben bezw. nicht betrieben wird. „Von Berlin aus werden manchmal Leute zur Agitation in die Provinz geschickt, die mehr verderben als gut machen, Leute, die ihrer Ausgabe weder geistig noch physisch gewachsen sind. Da mnß man oft„Agitationsreden" anhören, die einen Hund jammern könnten. Das ist besonders im letzten Jahr hier im Westen der Fall gewesen und da drängt sich die Frage auf. warum nimmt der geistige Leiter der Gewerkvereiue, Herr Dr. Hirsch, niemals an der Agitation teil? Man sieht ihn nirgendwo, wo eigentlich seine Pflicht wäre zu erscheinen; bei den großen Bergarbeiterbcwegungen in Rheinland und Westfalen konnte man die Führer aller Richtungen der Arbeiterbewegung eifrig an der Arbeit sehen, um für ihre Sache Propaganda zu machen, nur Herrn Dr. Hirsch sah man nicht und die Gewerkvereiue gingen leer aus wie der Poet bei der Verteilung der Erde. Und so ist es bei allen großen Gelegenheiten— Herr Dr. Hirsch ist niemals da. Ware es nicht seine Pflicht als geistiges Haupt der Bewegung und als bestbezahlter Beamter der Organisation, einen oder zwei Monate des Jahrs sich der systematischen Agitation zu widmen und eine Reihe von Agitationstonren auszuführen? Liebknecht war älter als Dr. Hirsch, aber er reiste kreuz und quer durch Deutschland bis zu seinem Todestage und predigte in zahllosen öffentlichen Bolksversammlungen sein Evangelium. Eine solche Energie, eine solche Aufopferung zieht die Massen an, ein solches Beispiel wirkt Wunder, auf einen solchen Mann weist die Menge mit Begeisterung hin. Warum folgt unser Anwalt nicht diesem Beispiele? Warum ist er, nach den Proto- kollen des Ccntralrats und des Bureaus, fast nie„in der Lage", einem an ihn gerichteten Ersuchen nachzukommen? Warum übernimmt er niemals eine Agilationstour?" Sächsisches aus Bayer». In B i s ch o f s g r ü n hatte der deutsche GlaSarbeiter-Verband eine Filiale gegründet. Diese wurde von der Aufsichtsbehörde als ein politischer Verein erklärt und unter daS Vcreinsgesetz gestellt. Die Beschwerden des Bevoll- mächtigten und des Centralvorsitzenden wurden vom Bezirksamt als auch von der königlichen Regierung von Oberfranken zurück- gewiesen. Man begründete die Abweisung namentlich damit, daß die Zeitung des Verbands nicht bloß belehrend wirken solle, sondern auch politische Zwecke verfolge.— Die Politik der Nadelstiche wird auch in Bayern die Organisierung der Massen nicht aufhalten. Ausland. Verändernuge» der Lohnhöhe und Arbeitszeit in England im Jahre 1900. Die nachfolgenden Zahlen sind auf Grund der monatlich in der „Labour Gazette" veröffentlichten Tabellen gewonnen. Die Land- arbeiter. Seeleute und Eisenbahner sind dabei ausgeschieden, weil deren Verhältnisse mit denen der Jndustrie-Arbeiter schwer in ge- meini'amen Tabellen zum Ausdruck gebracht werden können. Das Jahr 1900 war ein Jahr aufsteigender Konjunktur. Die Aufwärtsbewegung, die im Herbst 1895 begann und die seitdem au- haltend gedauert, erreichte im Berichtsjahr eine Höhe wie in keinem zuvor. Eine Lohnerhöhung erlangten 1900: 1 088 300 Personen oder 13,8 Proz. der gesamten Arbeiterschaft; die Summe des er- wirkten höheren Lohns beträgt pro Woche 4 064 800 Mark oder 3,66 Mari pro Kops und Woche. Im Vorjahre war die Zahl der an Lohnerhöhung beteiligten Arbeiter zwar etwas höher, nämlich 1 175 576 oder 14,9 Prozent der Arbeiterschaft, der Betrag jedoch, der auf Kopf und Woche entfiel, belief sich nur auf 1.55 M. Antrag angenommen, die Kassengeschäfte vom 31. Januar dem bes foldeten Kollegen zu übertragen. Herrmann wurde darauf eine stimmig per acclamation als befoldeter Beamter wiedergewählt. Als Stellvertreter des 1.Bevollmächtigten wurde Schulz. als Mitglieder der Kommission Hildebrandt, Ollrich, Weber und Boys und als Delegierte zur Gewerkschaftsfommission Herrmann und Ollrich gewählt. Bu Revisoren wurden ernannt hamacher, Hohaus und Otto Herrmann. In den letzten Monaten trat aber in verschiedenen Industrien Arbeiterfekretariats so flar nachgewiesen werden, als bei diesem 11 Stimme zur Annahme. Mit großer Majorität wurde ferner ein bereits die Abwärtsbewegung ein und viele Arbeiter hatten Herab- Kapitel. fegung der Arbeitslöhne zu erdulden. Der Löwenanteil an den Die statistische Abteilung ist im Jahresbericht mit Lohnerhöhungen entfällt auf die Kohlenbergleute. 679 000 Berfonen einer Erhebung über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Sinn oder 95 Prozent aller in Kohlenbergwerken Beschäftigten gießer, Wietallzainer und Bader und Friseure vertreten. Ferner bringt er erreichten eine folche; auf den den Einzelnen tommen im einen Bericht über die Verhältnisse des Handwerts in Durchschnitt 4,80 Mart pro Woche. Eine respektable Er- Nürnberg. höhung, nämlich 3,30 Mart pro Kopf und Woche, setzten Die Finanzverhältnisse des Sekretariats find gute. Die Einauch 13,3 Proz. der übrigen Berg- und Steinbrucharbeiter durch nahmen betrugen 12 446,43 M., die Ausgaben 10 724 M., der Verund in der Stahl- und Eisenindustrie betrug sie für 8,6 Proz. mögensstand beläuft sich auf 4746,63 M. 4,15 M. pro Kopf und Woche. Die für die Arbeiter günstige Konjunftur zeigt sich auch darin, daß nur 4,9 Proz. der an Lohnveränderungen beteiligten Arbeiter dies durch Streit herbeiführen mußten, während sie bei 95,1 Proz. ohne Streit zu Einführung gelangte. Die Streiks und Aussperrungen in England 1900. Nachdem wir vor kurzem die Zahlen über die Streits von 1899 an dieser Stelle gebracht, tönnen wir heute nach den Berichten des englischen Arbeitsamts die von 1900 mitteilen. Es sind die„ borläufigen" Resultate der Zählungen, welche, wie alljährlich, so auch in diesem Jahr im Januarheft der Labour Gazette" veröffentlicht werden. Danach haben im Berichtsjahr 623 Streits und Aussperrungen stattgefunden, bei denen 184 773 Personen beteiligt waren; die Dauer der Streits erstreckte sich insgesamt auf 3 784 985 Arbeitstage. Auch in diesem Jahr nimmt der Berg bau und die Steinbruchindustrie, was die Dauer der Streits anlangt, die erste Stelle ein; 29,4 Proz. der verlorenen Arbeitstage entfallen auf diese. Scheidet man die Arbeiterschaft der Landwirtherum! J in Arbeitslosenstatistik. Die Zahlstelle des Stuccateurverbands in Köln hat eine Arbeitslofenzählung veranstaltet. Danach waren am 15 Januar in Köln arbeitslos: von 181 Stuccateuren 132, also 73 Brozent, von 69 Fassadenpuzern 62, also 90 Broz. Die Silfs arbeiter wurden nicht gezählt. Derlammlungen. Die Freie Volfsbühne" hielt am 24. Januar ihre ordents ſchaft und der Seeschiffahrt aus, so find von der übrigen 2,4 Proz. liche Generalversammlung ab. Frizz Stahl hielt einen interan Arbeitskonflikten beteiligt gewesen. Wie im Vorjahre, so bezog sich auch im Jahre 1900 der größte effanten Vortrag über:" Die bildende Kunst und das Boll". Hier Wie im Vorjahre, so bezog sich auch im Jahre 1900 der größte Teil der Streits auf Lohnfragen, nämlich 67,3 Broz, um die Arbeits Teil der Streits auf Lohnfragen, nämlich 67,3 Broz., um die Arbeits- auf gab der Vorsitzende den Geschäftsbericht. Aus demselben ist zu zeit handelte es sich nur bei 0,8 Proz. Die Beilegung des Streits ersehen, daß die Entwicklung des Vereins eine befriedigende ist. Aus zeit handelte es sich nur bei 0,8 Proz. Die Beilegung des Streits dem Kassenbericht ist ersichtlich, daß am 1. Januar 1901 ein Bestand wurde bei 70,5 Proz. durch direkte Unterhandlungen zwischen den Vertretern der streitenden Parteien herbeigeführt, nur 4,2 Proz. wurden durch Vermittlung, Schiedsspruch 2c. beendet. von 7970,26 M. vorhanden war. Die Angehörigen der Comptoir: und Laden- Einrichtungsbranche hielten am 23. d. M. bei Mann, Strausbergerstraße eine Bersammlung ab. Stufche rügte in seinem Referat die Lässigkeit der Kollegen der betreffenden Branche. In der Diskussion wurden von verschiedenen Kollegen zahlreiche Mißstände aufgedeckt, vor allem wurde darüber Klage geführt, daß von den 30 Pf. Montagegeld, die beim Streit eingeführt wurden, gar keine Rede mehr sei, und dasselbe erst mit Gewalt erzwungen werden muß. " Wohnungsfrage und Kommunal Verwaltung. Eine von socialdemokratischer Seite cinberufene Volksversammlung Köln hatte beschlossen: die Stadt möge schleunig durch greifende Maßnahmen zur Linderung der Arbeiterwohnungs Eine Aenderung der Arbeitszeit trat für 55 560 Ar not in die Wege leiten und vor allem entweder selber den beiter ein; davon erlangten 54 690 eine Verfürzung um je Bau einer dem Bedürfnis entsprechenden Anzahl fleiner, billiger 4,2 Stunden pro Woche, nur 870 Personen mußten eine Ver Wohnungen in die Hand nehmen oder die Gründung einer zu längerung von je 1,6 Stunden die Woche auf sich nehmen diefem med zu bildenden Baugesellschaft anregen und dieser Die Filiale I des Textilarbeiter- Verbands hielt am Auch hier nehmen die Kohlengräber die erste Stelle ein; fast die mit einem Betrage von mindestens Million Mart 28. Januar ihre regelmäßige Monatsverfammlung ab. Herr Hermann Hälfte aller Arbeitszeitverkürzungen entfällt auf fie Für 25 000 Berg beitreten. Dieser Antrag ist von der Verwaltung unter Hinweis stenz sprach über" Bivijettion". Die legte Quartalsabrechnung leute in Lanarkshire wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit von auf die vier bestehenden und von der Stadt unterstüßten Bau- ergab eine Einnahme von 1146,02 m. und Ausgabe von 708,11 M. zehn auf acht Stunden pro Tag durchgeführt, dafür traten genoffenschaften und den Bau von Wohnungen für städtische Arbeiter bleibt ein Bestand von 487.91 M. Den streitenden Spigen- Webern an Stelle der bisher üblichen 10 Arbeitstage innerhalb 14 Tagen abgelehnt worden. Daß zur Zeit in Köln ein Mangel an fleineren von Callais wurden 50 M. aus der Filialtasse bewilligt. nunmehr 11 Arbeitstage. Nur 2610 Personen oder 4,7 Broz. aller billigen Wohnungen bestehe, erkennt die Verwaltung in dem Der Verband der Möbelpolierer( Filiale Osten) hörte in an Arbeitszeitverkürzungen beteiligten Berfonen mußten sich diese Antwortschreiben an. Sie behauptet aber, nach allgemein feiner regelmäßigen Monatsversammlung einen Vortrag des Ges durch Streit erkämpfen, ein noch geringerer Prozentfag erreichte anerkannter Auffassung" seien die bestehenden Arbeiter- Wohnungs- noffen Grempe über Technik und Wohnungsnot". Bei den fie durch Schieds- und Einigungsamt, der größte Teil erlangte sie genossenschaften die geeignetsten Organe zur Förderung des Vorstandswahlen wurde Sträd zum Bevollmächtigten für den durch direkte Unterhandlung mit den Unternehmern. Arbeiterwohnungs- Baues In Köln aber wird von Leitern der Osten und M. Schulz zum Bibliothekar gewählt. Baugenossenschaften sogar anerkannt, daß diese nur einen Tropfen Schmargendorf. Am 22. Januar hielt der socialdemokratische auf dem heißen Stein bedeuten und zumal den ärmsten unter den Wahlverein seine Generalversammlung ab. Der bisherige VertrauensArbeitern nicht helfen können. So drückt sich die Verwaltung der mann Rapp erstattete Bericht über das verflossene Jahr. Es drittgrößten Stadt Preußens um die brennende Wohnungsfrage fanden fünf Versammlungen und fünf Flugblattverbreitungen statt. Für die Zeit vom 22. September 1899 bis Ende 1900 betrugen die Einnahmen 191,30 M., die nach Abzug von 22 M. an den Kreis abgeliefert wurden. Die Geschäfte des Vertrauensmanns übernimmt nunmehr der Wahlverein. An den Geschäftsbericht des Vorfißenden schloß sich der Kaffenbericht vom legten Quartal. Einer Einnahme von 106,75 m. steht eine Ausgabe von 84,25 M. gegen über, so daß ein Bestand bon 22,50 m. verbleibt. Sodann wies Peters darauf hin, daß der Arbeiter Bildungsverein, welcher nun den Namen socialdemokratischer Wahlverein angenommen habe, auf eine zehnjährige Thätigkeit zurückblicken fönne. Er gab einen Rüdblid von Tage der Gründung bis auf den heutigen Tag und schloß mit der Mahnung an die Mitglieder, thatkräftig für den Verein zu wirken, damit er fich den andren Vereinen des Kreises würdig an die Seite stellen tönne. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: P. Guttbier, 1. Vori, Sleds, 2. Borf., Seeger, auch am 1. Oftober 1900 zur Verfügung war, find die sämtlichen Bibliothekar, Red und Beeſe, Revisoren. In die Lokalkommission Beiträge und Eintrittsgelder des 4. Quartals auch verausgabt worden. wurden M. Schulze und E. Naumann gewählt. Gleichzeitig Die entschiedene Haltung der dänischen Eisenbahner hat In der Diskussion wird von einzelnen Rednern die Wahl von wurde bekannt gegeben, daß das Lofal Waldschloß" zu Versammben Verkehrsminister Juul- Ryienste en veranlaßt, dem Lumpaci Vagabundus" bemängelt, es werden weiter zahlreiche Vor- lungen nicht mehr zu haben ist und von der Lokalliste gestrichen werden soll. Folkething eine Vorlage zwecks Lohnerhöhung der Angestellten der schläge für Neuaufführungen gemacht. Das Mitglied Schurig Staatsbahnen zuzustellen. Es werden 640 000 kronen dafür frägt an, ob Herr Grempe, der in der legten Versammlung Köpenick. Die Generalversammlung der hiesigen Berwaltungsgefordert. Es handelt sich hier wieder nur um eine provisorische einen Antrag gestellt habe, Mitglied des Vereins gewesen sei. stelle des Verbands der Handels- und Verkehrsarbeiter fand am Regelung; die Frist für die Arbeiten der Kommission, die sich mit Da dies augenblicklich nicht zu beantworten ist, wird die An- 18. Januar im Kaiserhof" statt. Der Bevollmächtigte Nickel erder endgültigen Regelung der Löhne der Eisenbahner befaßt, ist um gelegenheit vertagt. Zum Schluß führt die Wahl eines stattete zunächst den Jahresbericht, dem zu entnehmen ist, daß insein Jahr verlängert worden. Ausschuß Mitglieds zu längeren Auseinandersetzungen zwischen gesamt 22 Versammlungen stattfanden, die von 350 Mitgliedern befucht Die Vorlage wird damit begründet, daß zahlreiche Anträge auf der Mehrheit des Vorstands und einigen Ausschußmitgliedern. Bon waren. Mitglieder zählte die Zahlstelle am Schluß des Jahrs 59. Die Lohnerhöhung von den Angestellten eingereicht worden find, ferner feiten des Borstands( mit Ausnahme von Conrad Schmidt) Rafsenverhältnisse sind leider leine günstigen, da durch den Streif in damit, daß die gegenwärtig gezahlten Löhne nicht im rechten Ver- wird Reichstags- Abgeordneter to fenow vorgeschlagen, während Ober- Echöneweide im Sommer noch ein Zuschuß von der Haupthältniß zu den Preisen der notwendigen Lebensmittel stehen und die Ausschußmitglieder Baate und Dr. Borchardt unterstützt fasse nötig war. Bei der Neuwahl der Ortsverwaltung wurden nicht der Höhe der Löhne entsprechen, die in privaten Betrieben ge- vom Vorsigenden Dr. Schmidt Frau Dr. 8epler, die nicht folgende Personen gewählt: Otto Ridel, erster Bevoll zahlt werden. Mitglied des Vereins ist, in den Ausschuß gewählt wünschen. Bei mächtigter, Wilhelm Seidel, zweiter Bevollmächtigter, Karl Die beabsichtigten Lohnerhöhungen betragen pro Jahr für der Abstimmung erhielt Herr Rosenow 204 Stimmen, Frau Bity, Staffierer, Mes chewsky, Schriftführer, Großmann, Bahn und Telegraphenbeamte, Heizer, Schaffner, Dr. Bepler 34 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Tietel, Huthuff, Beifizer. Revisoren wurden Rausch, Depotarbeiter und Matrosen 60 Kr.; für Weichen= Die Steinseher hielten am 26. Januar eine vom Gefellen- Schulz, Müller. Die Wahl der Bezirkslassierer wurde der steller 120 Sr.; für Lotomotiv und 8ugführer ausschuß einberufene Bersammlung ab. in welcher dieser Ortsverwaltung überlassen; die Wahl der Gewerkschaftsdelegierten 150 str.; für Badmeister 120-150 Kr. Diefe gulagen über den Erfolg seiner Bemühungen in der Lohnfrage be- wurde erledigt, indem die Mandate derselben bis Juli verlängert entsprechen lange nicht dem, was die Angestellten verlangt haben. richtete. Derfelbe fonnte feststellen, daß schon wieder etliche wurden. Für Friedrichshagen wurde Nickel zum Delegierten geWahrscheinlich wird das Folkething die Säge noch etwas erhöhen. Firmen bewilligt haben. Aber auch vom Innungsvorstand lag wählt im Kartell. Zum Verbandstage in Nürnberg stellte die Vers nunmehr ein Schreiben vor, aus welchem sich ergab, daß derselbe sammlung zwei Antrage, von denen der erstere auf Erhöhung der es doch für ratsam gehalten hat, von dem im Oktober v. J. gefaßten Beiträge hinzielt. Von den sonstigen Anträgen ist noch von WichtigBeschluß, wonach jeder Unternehmer mit den Arbeitern seines Betriebs feit der auf Errichtung eines Arbeitsnachweises, der ebenfalls an Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel die Lohnfrage regeln solle, abzugehen und die Hand zu einem genommen wurde. sind nach den Feststellungen der preußischen Marktpreis- Statistit Storporativvertrage zu bieten. Allerdings verlangt der Junungsvorstand, im Jahre 1900 weniger anders gewefen wie im Jahre 1899. Während das einzelne Bofitionen des Tarifs noch einer Aenderung unterzogen Tehte Nachrichten und Depeschen. daß Weizen um 5 M. per 1000 Kilo zurückging- eine Verbilligung, die werden sollen, was die gutbesuchte Versammlung jedoch einüberhaupt nicht bis an den kleinen Mehlverbraucher kommt Tranerkundgebungen für Verdi. stimmig ablehnte, da der jetzt vorliegende Tarif in wesentlichen stiegen Kocherbsen und Speisebohnen um 4 M., Roggen und Hafer Buntten eine Herabfegung der ursprünglich aufgestellten Forderungen Rom, 28. Januar.( W. T. B.) Der Saal und die Tribünen gingen um 1 M. zurück, Linsen um 13 M., Eßkartoffeln stiegen um 1 M., enthält. Es wurde sodann beschlossen, alle Maßnahmen für den der Deputiertenkammer find sehr stark besetzt. Der Präsident, der Heu um 10 M. Rindfleisch stieg um 1 Bf. per kilo, Hammelfleisch etwa notwendig werdenden partiellen Stampf zu treffen und wurde Unterrichtsminister und sieben Deputierte aller Parteien, einschließlich um 2 Pf., Butter um 6 Pf., das Schock Gier um 11 Pf., Schweine über die in Frage kommenden Firmen die Sperre verhängt. Streit der Socialisten, widmen Verdi ehrenvolle Nachrufe. Die Kammer fleisch fiel um 2 Pf., geräucherter Sped um 6 Pf., Schweineschmalz unterstügung soll erst vom 6. Februar ab gezahlt werden, da an diesem nahm einstimmig folgende Borschläge des Präsidenten an: 1. Sieben um 1 Pf. Roggenmehl stieg um 1 Pf. per kilo, Weizenmehl blieb Tage die Innung Versammlung hat und es sich hier entscheiden Tage hindurch in der Kammer Trauerschmud anzubringen; 2. den gleich. wird, ob der Kampf beigelegt oder aber größere Dimensionen Gemeinderäten von Buffeto und Mailand Beileidskundgebungen zu annehmen wird. Es kommen dann eventuell noch ungefähr ſenden; 3. eine Kommission von fünf Mitgliedern mit dem ein Dugend größerer Firmen hinzu, die noch gesperrt werden müßten. Bräfidenten zur Teilnahme an der Gedächtnisfeier nach Mailand zu Nachdem noch einige Ergänzungswahlen zum Jnnungsschiedsgericht entfenden, die am 30. Tage nach dem Tode Verdis stattfinden soll, stattgefunden, wurde die Versammlung geschlossen. und 4. zum Zeichen der Trauer die Sigung aufzuheben. Die Sigung wird sodann aufgehoben. Hochwasser- Nachrichten. ber = Sociales. Das Arbeitersekretariat Nürnberg. In der sechsten Jahresversammlung des Nürnberger Arbeiter sekretariats, die am Sonntag stattfand, machte der Sekretär Segi in seinem Bericht eine Reihe von interessanten Ausführungen, die den hohen Wert und Nutzen eines derartigen Instituts für die Arbeiterschaft überzeugend vor Augen führen. D Eine öffentliche Versammlung der Kleber( Tapezierer) tagte am Mittwoch, den 23. Januar 1901 bei Janaicht, Inselstraße 10. Strasser als Mitglied des Gehilfenausschusses referierte, über Aus der Frequenz geht hervor, daß sich das Institut der die Quartalsversammlung der Berliner Tapezierer Innung. Breslau, 28. Januar.( W. T. B.) Gestern fielen allgemein wachsenden Anerkennung des Publikums, befonders der Arbeiterllaffe Das Resultat der Debatte der Meisterversammlung sei, daß reichliche Niederschläge und stellenweise starte Regengüffe. Ueber zu erfreuen hat. Die Zahl der Besucher betrug im vorigen der Innungsvorstand zwecks Stellungnahme zur Auflösung Nacht hielt bei außergewöhnlichem barometrischen Minimum das Jahr 15 444 gegen 14 527 im Jahr vorher, im ersten Berichtsjahr der Achtzehner- Kommission und Festlegung des Tarifs beauftragt Regenwetter an. Wie die Schlesische Zeitung" meldet, laufen be1894/95 war die Frequenzziffer 6839. Die schriftlichen Einläufe wurde, eine Sigung des Innungsvorstands mit der Achtzehner- reits aus verschiedenen Gegenden besorgniserregende Nachrichten beliefen sich auf 2430, ohne die der statistischen Abteilung, die deren kommission, der Lohnkommission der Kleber, dem Gehilfenausschuß ein. Im Hirschberger Thal tobt ein furchtbarer Schneesturm mehrere Tausend zu verzeichnen hat. Durch mündliche Anskunft wurden und zwei Arbeitgebern, die hauptsächlich Klebearbeiten ausführen bei Thauwetter; aus der Laufiz wird bek heftigem Orkan 13 660, schriftlich 1236 Anfragen erledigt. Die Auskünfte beziehen fich auf laffen, in der nächsten Zeit einberufen soll. Die so zusammengesetzte Hochwassergefahr gemeldet. alle erdenklichen Vorkommnisse im Arbeiterleben. Kommission soll einer Meisterversammlung, welche in der Bremerhaven, 28. Januar.( W. T. B.) Bei orfanartigem Es wurde wiederholt die Frage erörtert, ob die Auskunftei nicht ersten Hälfte des Februar tagt, das Material gesichtet Nordweststurm ist die Weser zur Flutzeit derart gestiegen, daß eingeschränkt werden könne dadurch, daß man sie auf die Social- vorlegen und dann die ganze Sache endgültig regeln. Redner fritisiert das Wasser beinahe die Deichkappe erreichte. geseze beschränkt, oder nur organisierten Arbeitern oder auch nur dann ein Schreiben des Geschäftsleiters vom Verbande der Tapezierer, Frankfurt a. M., 28. Januar.( W. T. B.) Die Frankfurter Einwohnern von Nürnberg Rat erteilt. Auch könnte für schrift eo Schmidt. Auf eine Anfrage vom Verein der Kleber, ob Beitung meldet aus Gießen und Biedenkopf Hochwasser der Lahn liche Arbeiten Bezahlung gefordert werden. Nürnbergs Arbeiter der Verband gewillt sei, zieds Aufstellung der Kandidaten und ihrer Nebenflüffe. Man befürchtet Störungen des Bahnschaft hat aber bon allem Anfang an jedwede Ein- zum Innungs- Schiedsgericht sich mit dem Verein vorher zu verkehrs. Aus Eisenach wird gemeldet, daß die Hörsel über die schränkung abgelehnt, jetzt eine Aenderung zu treffen, wäre verständigen, wird in diesem Schreiben die Auskunft gegeben, Ufer getreten ist und mehrere Stadtteile überschwemmt hat. ziemlich schwer. Für zahlreiche Arbeiter existieren keine Organisationen, daß es der Verband ablehnen müsse, sich zu verständigen, da in der ganz inhuman wäre es auch, Arbeiterinnen, Witwen 2c. die Auskunft tombinierten Versammlung des Verbands schon die Kandidaten Stettin, Montag, 28. Januar.( W. T. B.) Seit heute vorzu verweigern. Die Beschränkung auf die Socialgefeße ist sehr schwer, normiert seien. In der Diskussion wurde die Lohnkommission mittag ruht hier auf allen Bauten die Arbeit, da die Maurer in ba zahlreiche Auskünfte auf andre Gebiete entfallen. Eine Aende- beauftragt, mit der Innung die Tariffrage weiter zu regeln, und den Generalstreik eingetreten sind. Den Anlaß dazu gaben Lohnrung ist daher unthunlich. wenn sich neue Momente herausstellen sollten, eine öffentliche Kleber- differenzen. Die Besucher verteilen fich auf alle erdenklichen Berufsklassen, versammlung einzuberufen. Frankfurt a. M., 28. Jaunar.( W. T. B.) Wie die Frankf. fogar Redacteure und Schriftsteller, Pfarrer, Hebammen, Künstler, Der Centralverein der Bildhauer hielt am Dienstag, den Beitung" aus Madrid meldet, ist gestern bei San Sebastian ein Professoren und Aerzte befinden sich unter den Auskunft Heischenden. 22. 5. M. im großen Saale des„ Gewerkschaftshauses" feine General: cherboot im Sturm gesunken. Sämtliche 21 Mann der Besatzung Die Stapitel der Invaliditäts- und Altersversiche versammlung ab. Aus dem gegebenen Rechenschaftsbericht ist fol rung und Rotterdam, 28. Jamuar.( W. T. B.) Der Dampfer„ Holland", bas Arbeiter- Sefretariat wieder start be gendes hervorzuheben: Die Einnahmen und Ausgaben der Centralkaffe der wie bereits gemeldet, heute früh bei der Einfahrt in den vorigen Jahre balanzieren, bei einem Bestand von 939,45 M. mit 37 369,29 W. Nieuwe Waterweg am Nordpier Schiffbruch erlitten hat, ist vollschäftigt, besonders δαξ letzte Kapitel ist sehr umfang Die Einnahme und Ausgabe der Lokaltasse bei einem Bestand von reich. wurde wieder die Beobachtung gemacht, daß die 2198,68 M. mit 14 868,75 M. Der Mitgliederstand ist im letzten Jahre Ständig verloren, 11 Mann der Besatzung und 4 Auswanderer find fich so viel als möglich Berufsgenossenschaften bestrebt find ihren Berpflichtungen gegen die Verletzten zu entziehen. Deshalb bon 1008 auf 1237 geftiegen. Die Neuwahl des Vorstands ergab Paris, 28. Januar.( B. H.) Der Bischof von Nizza lehnte das herrscht zwischen den Verlegten und den Verwaltungen der Berufs- folgendes: Als 1. Borfizender wurde rippable, als 2. Bor Kreuz der Ehrenlegion in einem Briefe an Walded- Rousseau ab, mit sigender Lindner, als Schriftführer Tiege und Kabisch, als genossenschaften ein ewiger erbitterter Krieg. In dem Bestreben, Der Staatsrat Dr. bie Renten so viel als möglich zu kürzen, finden die Beifizer Scharf und Misbach, als Raffierer Greyer gewählt. dem Hinweis auf die augenblicklichen Umstände. Betersburg, 28. Januar.( W. H.) Berufsgenossenschaften in den Aerzten treue Bundesgenossen. Außerdem wurde als Verwalter Meher wiedergewählt. Jerschoff wurde wegen Bigamie zum Verlust aller Nechte und Ein Die Heilanstalten der Berufsgenossenschaften machen den Berlegten Der Verein deutscher Schuhmacher hielt am 23. d. Mts. im reihung in die Arrestantenabteilung auf drei Jahre verurteilt. das Leben so sauer, daß sie lieber auf die Rente verzichten, Englischen Garten eine außerordentliche Generalversammlung ab, in Bukarest, 28. Januar.( B. H.) Das Geschwornengericht als diese 8wangsanstalten aufzusuchen. In dem im welcher die Tagesordnung der Versammlung vom 16. d. Mts. fort in Buzen sprach sämtliche Anstifter" des Bauernaufstands in Drud befindlichen Jahresbericht wird an einer Reihe geführt wurde. Zunächst erstattete Niederauer einen eingehenden Barstow frei. von drastischen Beispielen die Mangelhaftigkeit des Gesetzes Bericht über die Stellung der Ortsverwaltung und der Vertrauens- Bukarest, 28. Januar.( W. T., B.) Die Quarantäne für Her und die Hilflosigkeit der Verlegten, wenn sie auf sich allein an- männer zur Wahl des besoldeten Stollegen, was eine längere Distuffion fünfte aus Konstantinopel ist durch eine 48stündige ärztliche Beobach gewiesen sind, ausführlich dargestellt. Mit Ausnahme der Lohn- nach sich zog. Schließlich gelangte eine Resolution, welche fich tung ersetzt worden. Die sechstägige Quarantäne für Herfünfte aus bewegungen fann bei keiner andren Gelegenheit der Nutzen eines mit der Haltung der Ortsverwaltung einverstanden erflärte, gegen Alexandria und Port Said bleibt bestehen. haben auch im find ertrunken. ertrunken. Berantwortl. Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. " Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblat Br. 24. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag.d 1 Uhr. and Am Bundesratstische: Graf Pojadowsky. ime 203 R Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt( Titel Staatssekretär). Abg. Fischbeck( frf. Vp.): " fume Dienstag, 29. Jannar 1901. all Abg. Hilbek( natl.) Gunting din du daß, wenn bestimmte Dinge nicht gemacht werden, wir unter die Bon uns stammt das Wort nicht polemisiert gegen den Abg. Sachse. Die Herren Socialdemokraten Socialdemokratie gehen werden. 35. Sigung vom Dienstag, den 28. Januar 1901, mögen so viel weibliche Arbeitskräfte in den Konsumvereinen be bon der Notwendigkeit einer Revision monarchischer schäftigen, wie sie wollen, das ist erlaubt. Ueber die Frauenarbeit Gefühle", und nicht wir, sondern die Herren Junker waren es, in den Bergwerfen aber bellagt sich der Abg. Sachse, die bei uns die seiner Zeit einem Hohenzoller zuriefen: Jochemte, Jochemke, in Rheinland und Westfalen gar nicht vorkommt. hüte Di, fange wi Di, so hange wi Di!" Herr Sachfe behauptet, die Bestrafungen der Bergiverksunternehmer Herr Stöcker hat Herrn Bebel vorgeworfen, er hätte den Tucker: bei Unglücksfällen durch Außerachtlassung von Schutzvorschriften seien Brief erfunden. Da hat Herr Stöder zweifellos sich mit Bebel Bebel hat seiner Zeit, zu gering. Das ist ganz falsch. Er führte auch aus, ich hätte eiblich verwechselt. gesagt standes aufgespielt. Dazu hat er sehr wenig Recht. Die antwortlich. Ich habe dies aber nur für einen gang speciellen Brief stände in einem Missionsorgan und als Bebel nun aufgefordert ( Bauern find gerade gut genug für Sie zu bezahlen Fall vor Gericht ausgesagt. Die Anzahl der Ueberschichten soll wurde, den Brief nachzuweisen, in welchem Journal das stände Iluruhe rechts), im übrigen haben Sie Ihre Macht im Herrenhaus und nach Herrn Sachse besonders groß fein, in einem Jahre habe es und er sich dann erkundigte, ist ihm mitgeteilt worden, in Abgeordnetenhaus noch nie dazu benutzt, um Ihre Bauernfreundlich- 323 000 Schichten gegeben. Herr Sachse vergaß aber zu erwähnen, der betreffenden Nummer stände der Brief nicht, und sei auch sonst keit zu beweisen. Ich erinnere Sie nur an Ihre Haltung bei der daß im ganzen in demselben Jahre 4 Millionen Schichten verfahren nicht zu finden. Herr Bebel hat dann als auständiger Mensch sofort Wildschadenfrage.( Sehr gut! links.) Fürst Bismard meinte nun wurden. Die Klagen über die Sonntagsarbeit in den sächsischen Betrieben die Erklärung abgegeben, er sei in Bezug auf die Veröffentlichung die Getreidezölle seien nötig damit die Landwirtschaft die socialen Lasten find allerdings berechtigt, ich bin der Meinung, daß diese Sonntagsarbeit dieses Briefs von jener Stelle aus getäuscht worden.( Rufe rechts: tragen fömme. Der Sinn der Socialpolitik liegt doch aber darin, daß sehr gut in der Nacht vorher vorgenommen werden könnte. Auch Wann denn?) Gegenüber der Behauptung des Herrn Stöder, Bebel habe den Tucker Brief erfunden, würde ich, man denen, die wenig haben, etwas zukommen läßt von denen, die bin ich der Meinung, daß man mit achtstündigen Schichten im das parlamentarisch erlaubt wäre, die Bezeichnung an mehr befigen. Sie wollen aber den Arbeitern mit den Getreide- Bergbau sehr gut auskommen kann. Im übrigen freue ich mich, zöllen erst das Geld martweise aus der Tasche nehmen und aus den Berichten fonstatieren zu können, daß die Verhältnisse im wenden, die Herr Stöder neulich gegenüber dem Artikel des dann damit Socialpolitik treiben. Das ist der reine Hohn Bergbau fich wesentlich gebeffert haben, und speciell die Löhne in Vorwärts" gebrauchte: Etwas Sundögemeineres und etwas Efelhafteres als die Behauptung des Herrn Stöcker habe ich auf die Socialpolitit.( Sehr gut! links.) Die vorgestrige ganz Deutschland gestiegen sind. noch nicht erlebt!( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Herr Rede des Herrn v. Siemens mag Jhuen ja sehr wenig gefallen hid Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim( natl.) Stöcker verteidigte sich dann gegen den Angriff meines Freunds haben. Sie tanien gerade aus dem Abgeordnetenhause und waren erklärt sich durch die Erklärung des Grafen Posadowsky in der Frage Ledebour in Bezug auf den sogenannten Scheiterhaufen- Brief: froh, den großen Fischzug gemacht zu haben. Herr der Verhinderung der Verunreinigung unsrer Ströme nicht befriedigt. Er habe darin feine Hintertreppenpolitik getrieben, sondern in offener v. Siemens den Namen Lujo Brentano nannte, lachten Sic. Eine Abteilung des Reichs- Gesundheitsamts sei nicht geeignet, hier ehrlicher Weise gesagt, was er denke. Was er denkt, hat er vielleicht Nun, ich glaube nicht, daß viele von Ihnen je eine Abhilfe zu schaffen, da das Neichs- Gesundheitsamt keine Eyekutive darin gejagt, in einer offenen, ehrlichen Weise sicherlich nicht, da er Zeile von Brentano gelesen haben.( Sehr gut! lints.) befäße. Die Zusage des Herrn Staatssekretärs hätte daher in den zur Veröffentlichung des Briefs teine Veranlassung gegeben hat. Für Sie sind die Vertreter der Wissenschaft nur maßgebend, sofern beteiligten Landesteilen nur Enttäuschung hervorgerufen. 3ch werde aber durch die Verlesung des Briefs beweisen, daß in ihre Ausführungen Ihnen einmal in den Kram passen. Dann preisen Sie den Autor fofort als großes Kirchenlicht. Thatsache ist aber, die Abg. Singer( Soc.): somis piche diesem allerdings doch Hintertreppenpolitik getrieben wurde. sia and Herr Stöcker schreibt am 14. August 1888 an Herrn Freiherrn daß heute die übergroße Mehrzahl aller hervorragenden wissenschaftDie Herren Abgg. Stöcker und Dertel haben sich so cingehend von Hammerstein folgendes: auf dem ich Fürst Bismarck hat jich neulich als Vertreter des Bauern versichert, die Betriebsführer seien für die Unglücksfälle nicht ver- sprach, ausdrücklich hinzugesett, es feials er von dem Tucker- Brief D M wenn tropatiched fagte mir, daß Sie einige Artikel, welche das schuöde Spiel Bismards und Genossen mit dem Kaiser aufdeden, für zeitgemäß hielten. Darf ich Ihnen dagegen meine Anschauung über das, was ich für richtig halte, darlegen? Ich glaube, daß im Augenblick Fürst Bismarc den Kaiser vollkonummen eingenommen hat, ganz besonders in Bezug auf das Kartell, das nun einmal Bismard für die Grundlage seiner Politik und für ein ungemein großes Ereignis ansieht. Will man dagegen die Bismarckschen Intriguen seit der WalderjeeBersammlung ausspielen und zwar mit mehr oder weniger Gegenüberstellung von Bismarck und dem Kaiser, so verliert man das Spiel und reizt den letzteren: Ich hörte noch gestern, daß er ganz für die Kartellpolitik gewonnen ist. Was man nun m. E. thun tann und muß, ist folgendes: Principiell wichtige Fragen, wie Judenfrage, Reichstagswahl im 6. Wahlkreis, die gewiß mit einem Fiasko der antisocialdemokratifchen Elemente schließt, muß man, ohne Bismard zu nennen, in der allerschärfsten Weise benutzen, um dem Kaiser den Eindruck zu machen, daß er in dieser Angelegenheit nicht gut beraten ist( Hört! hört! bei den Socialdemokraten) und ihm den Schluß auf Bismarc überlassen." Ich weiß nicht, ob Herr Stöder das nicht für HintertreppenPolitik ansteht! „ Man muß also um rings das politische Centrum resp. das Kartell Scheiterhaufen an= zünden und sie hell auflodern lassen, den herrschenden Opportunismus in die Flammen werfen und dadurch die Lage be= Bismarck Zwietracht sähen will, so stößt man ihn zurück; leuchten. Merkt der Kaiser, daß man zwischen ihm und nährt man in Dingen, wo er instinktiv auf unfrer Seite steht, seine Unzufriedenheit( Hört! hört! bei den Socialdemo fraten), so stärkt man ihn principiell, ohne persönlich zu reizen.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Er hat kürzlich gefagt: 6 Monate will ich alten den Bismarck verschnaufen lassen, dann regiere ich selbst. Bismard hat gemeint, daß er den Kaiser nicht in der Hand behält; wir müssen also, ohne uns etwas zu vergeben, doch behutsam sein. Herzliche Grüße Ihr ge= treuer Stöcker.( Heiterkeit und Zurufe bei den Socialdemo traten.) -ſteht, daß bie Getreidezölle nicht zum Wohle des Baterlands mit meiner Partei beſchäftigtoft eine Bewertung gegenüber Herrn bestehen. Alle diese Herren sind der Ansicht, daß die Erhöhung der Silbe. Er meinte, mein Parteigenosse Sachse hätte sich einen WiderGetreidezölle nur die Grundrente steigert. Fürst Bismarck hat spruch zu Schulden kommen lassen, indem er die Zulassung der wieder behauptet, daß die Landwirtschaft in der Lage sei, den Bedarf Frauen bei der Arbeit in den Konsumvereinen forderte, aber diese Deutschlands an Getreide zu decken. Er hat dabei aber ganz im Bulaffung im Bergbau bekämpfte. Da liegt doch aber wohl mur Außerdem ist es doch auch ganz unangebracht, den Konsum der Be- sirbeit merecibe bot. Es ist boch nicht zu lenguen, daß die berücksichtigt gelaffen, daß die Bevölkerung Deutschlands stetig wächst ein mangelndes Verständnis für den Unterschied in der betreffenden völkerung in der Weise zu tontingentieren, wie das Fürst Bismard Arbeit im Bergbau für den weiblichen Organismus bedeutend schäd gethau hat. Er ſezt einfach fest, so und so viel kann die Landwirt- licher ist, als die Arbeit von weiblichen Arbeitern als Verkäuferinnen schaft produzieren pro Kopf der Bevölkerung und über dieses Quantum in Konsumvereinen. hinaus darf nach ihm der Bedarf nicht steigen. Da wird den Leuten der Brotforb höher gehängt!( Sehr gut! lints.) Herr Dertel behauptete, jei die Religion Privatsache. Für uns ist aber die Religion Herr Stöder hat sich gegen die Behauptung gewandt, für uns die Bewegung des Getreidepreises sei nicht dieselbe wie die der wirklich Privatsache, jedenfalls ist sie nicht, wie es bei unsren Brotpreise.( Sehr richtig! rechts.) Die amtliche Statistit beweist Herrn Gegnern und Die amtliche Statistik beweist Herrn Gegnern und namentlich bei dem Herrn Stöcker aber, daß die Preise für Roggen, Roggenmehl und Roggenbrot fast nahestehenden Personen der Fall ist, Geschäftssache.( Sehr gut! gleichmäßig steigen. Daß der Preisausgleich nicht sofort bei den Socialdemokraten.) Wenn Herr Stöcker meinte, Religion stattfindet, ist durch die Konkurrenzverhältnisse bedingt. find also der Meinung, daß, wer ehrlich und ernstlich Social- der Staat fich in teiner Weise in diese Dinge hinein mischt. Wir fönne gar nicht Privatsache sein, so verweise ich ihn auf Amerika, wo politit treiben will, vor allem anfämpfen muß gegen die Erhöhung Herr Stöcker wirft der Socialdemokratie brutalen Egoismus vor. der Getreidezölle. Alles, was Sie in der Frage der Wohnungspolitit Er erzählte, ein Herr Saunders in England habe sich von der thum wollen, ist mir ein Quart gegenüber der Schädigung des Bolts, Socialdemokratie abgewendet wegen dieses brutalen Egoismus welche Sie auf der andren Seite durch die Erhöhung der Brotpreise und wolle sie auf den Weg der Ethit führen. Das ist wieder herbeiführen.( Sehr richtig! links.) einmal ein treffender Beweis dafür, wie wenig Herr Stöcker im Sehr bezeichnend für die Konservativen ist auch wieder ihre stande ist, die Wahrheit zu sagen: Dieser Herr Saunders beHaltung gegenüber der Kanalvorlage. So wie Sie das große findet sich zur Zeit in Berlin. Er hatte Gelegenheit, ihn zu nationale Wert des Bürgerlichen Gesetzbuchs an der Frage des Hasen- sprechen und er hat mir ausdrücklich erklärt, daß er schadens scheitern lassen wollten und für die Flotte nur zu haben in England als waren, wenn das Fleischbeschangesetz vorher erledigt würde, so wollen fieren wolle nach dem Muster der deutschen Social Socialdemokrat die Arbeiter organi Sie auch jetzt zunächst erhöhte Getreidezölle, bevor Sie für demokratie(( hört! hört! bei den Socialdemokraten), weil die Kanalvorlage zu haben sind. Herr Siemens fagte vor ihm der Idealismus, der Altruismus meiner Parteigenoffen gestern, er ertenne an, daß Sie eine gewisse sociale Schicht außerordentlich imponiere.( Hört! hört! bei den Socialdemo darstellten, die sich großes Verdienst um das Vaterland erworben traten.) Wenn übrigens Herr Stöcker uns den Vorwurf macht, daß hätte, indem Sie die Beamten und Offiziere geliefert hätten. Ich wir an den brutalen Egoismus der Massen appellieren, so flingt habe historischen Sinn genug, um das teilweise anzuerkennen, aber das im Munde eines Mannes, der sich als Mitglied der konservativen nicht zu leugnen ist, daß, wenn die Herren diese Funktion bisher Partei bezeichnet, außerordentlich komisch. Giebt es denn etwas ausgeübt haben, sie nicht schlecht dabei weggekommen sind.( Sehr Brutaleres, etwas Egoistischeres als das, was die konservative richtig! links.) Wenn Sie aber diese Thätigkeit weiter ausüben wollen, Partei jezt Tag für Tag treibt, nämlich den Brotwucher?( Sehr so müssen Sie sich jedenfalls im Volke im Volte das nötige unsehen und sie gut! bei den Socialdem., Unruhe rechts.) Giebt es etions, bes Autorität erhalten, und ist nicht möglich, wenn sich mehr gegen die Humanität, gegen jede Sittlichkeit verdie Meinung verbreitet, daß Sie Ich danke für eine solche offene und ehrliche Politik! auf Kosten der breiten Masse des Volts ausgehalten werden müssen. stößt, als die Bestrebungen, dem Volke das tägliche Brot zu ver-( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten). Das ist eine Politik des ( Sehr richtig! tenern, um einer Handvoll Großgrundbefizer Millionen in die im Dunkeln Schleichens, eine Politik, welche die Monarchie nur in Herr Stöcker appellierte an die bürgerlichen Parteien, Tasche zu bringen!( Unruhe rechts. Sehr richtig! links.) Herr dem Falle anerkennt, wo sie das thut, was die Herrn Stöcker und sie sollen einig sein im Kampf gegen die Socialdemokratie! Stöder vertritt den Standpunkt der Duldung und verweist die Konsorten für richtig halten. Herr Stöcker meinte dann, die beiden Tann jorgen Sie dafür, daß die Unzufriedenheit im Volt nicht Arbeiter auf den Himmel. Nun, ich bin der Anschauung Goethes Herrn Geistlichen, die unsrer Partei in der letzten Zeit beigetreten immer gesteigert wird. Wenn jetzt in agrarischen Blättern sogar von Inch fei der Hoffnung, Fluch sei dem Glauben, find, würden sich nicht darin wohl fühlen. Nun auch einer Steuer auf Kartoffeln, wie früher von einer Heringssteuer ge- Iuch sei vor allem der Geduld.( Sehr gut! bei den Herrn Göhre habe ich erst vor kurzem gesprochen und er redet wurde, dann steigt die Unzufriedenheit ganz von selbst.( Sehr Socialdemokraten.) richtig! links.) Sorgen Sie dafür, daß dieser Unzufriedenheit nicht hat mir ausdrücklich erklärt, mit welch herzlicher Freude Wir wünschen, daß es vor allem den Arbeitern auf Erden gut er es empfinde, daß er die alten Dinge abgestreift habe immer neue Nahrung zugeführt, dann werden Sie uns auch auf gehen möge, wenn es ihnen dann auch im Himmel noch besonders und zur Socialdemokratie übergetreten fet.( hört hört bei Ihrer Seite finden!( Beifall lints.) gut geht, so haben wir nichts dagegen. Aber den Arbeitern zu sagen, den Socialdemokraten.) In Bezug auf Herrn Göhre hat Herr Ihr sollt warten, bis Ihr in den Himmel kommt, das thun wir Stöcker übrigens einen gewissen Vorbehalt gemacht. Er hat jedennicht cher als bis die Herren Konservativen uns das vor falls auch daran gedacht, als er noch Herrn Göhre selbst umwarb. Es ist auch von der Rechten anerkannt worden, daß 75 Broz machen.( Schr gut bei den Socialdemokraten.) Herr Stöcker jagt, Göhre hatte aber schon damals viel zu viel gefunden Sinn, um der gesamten Ackerfläche von dem bäuerlichen Stand bewirtschaftet die Socialdemokratie sei pofitiv schädlich geworden. Schädlich doch aber nur nicht zu sehen, daß auf jeiten des Herrn Stöder von einer ehrwird; daß diese Leute von höheren Getreidezöllen absolut feinen in den Augen des Herrn Stöcker, weil sie die Arbeiter zum Bewußt lichen socialreformatorischen Thätigkeit teine Rede sein könne. Vorteil haben, werden Sie selbst zugeben. In den landwirtschaft sein ihrer Lage bringt und fich bemüht, gerecht zu sein. Wir rechnen Im übrigen meine ich: ob den Herren bei uns wohl sein wird, lichen Betrieben ist namentlich im Kleinbesiz in den letzten Jahr- es uns zum Stolz an, daß unsre Partei derart thätig ist, und unsre wollen wir abwarten. Wohler als in Ihrer Gesellschaft wird es zehnten eine große Ilmwälzung vor sich gegangen. Früher, als die Erfolge laffen uns schließen, daß in den Augen des Bolts wir recht ihnen jedenfalls jofort bei uns sein. Viehhaltung wenig rentabel war, waren hohe Kornzölle auch für die Herr Oertel meinte, wir haben. Herr Stöcker wendet sich mit besonderer Emphase dagegen, sollten in unserer Preffe nicht immer Orgien der Religionsfleinen Besitzer wertvoll. Jetzt ist aber durch die Entwicklung der daß wir keine Anerkennung nach oben hin zeigen und führt als feindschaft feiern: Vielleicht sorgt er seinerseits dafür, daß die Industrie, durch die Erleichterung des Transports und dadurch, daß Beweis dafür die Haltung der Vorwärts- Nummer vom 18. Ja Deutsche Tageszeitung" nicht mehr Orgien der Grausamkeit sich auch die Arbeiter an die Fleischnahrung gewöhnt haben, die Vieh- nuar an. Es ist bereits betont worden, daß der ,, Vorwärts" nur bei Vertretung der Prügelstrafe, nicht mehr Orgien des Brotwuchers zucht für die Kleinbauern viel ertragreicher geworden. Die Kleineren die Wahrheit ausgesprochen habe. Diese Wahrheit mag Ihnen durch Erhöhung der Getreidezölle, und Orgien der Niedertracht bei Besitzer schwärmen gar nicht für hohe Getreidezölle. Der Bauern in diesem Augenblicke vielleicht unangenehm sein. Deshalb bleibt sie Empfehlung der Zuchthausvorlage und Beschränkung der Koalitionsverein Nordost hat eine Enquete veranstaltet und da hat sich er aber trotzdem Wahrheit. Und wenn Herr Oertel über die Tendenz freiheit feiert.( Unruhe rechts.) Das Koalitionsrecht, welches Sie geben, daß selbst Landwirte von 100 bis 150 Morgen absolut dieser Nummer flagt, wenn er uns zum Vorwurf macht, daß die vertreten( nach rechts), ist das Koalitionsrecht mit dem Galgen danicht für die Erhöhung der Getreidezölle sind. Wenn diese Nummer nur die dunklen Punkte in dem geschichtlichen Leben der Hohen- neben.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Leute den Centner Fleisch mit 43 Mart bezahlt bekommen, dann ist zollern angeführt hat, so hat Ihre Presse( zu den Konservativen) Herr Dr. Dertel hat weiter einen umfangreichen Teil seine Rede es ifnen gleichgültig, ob sie für den Centner Roggen ein paar Mart das ja ausgeglichen, indem sie umgekehrt nur die fo- dazu benutzt, um wegen der Koniumvereine gegen meinen mehr oder weniger bekommen. Wir brauchen die Viehwirtschaft, genannten Lichtpunkte in der auch wenn wir keinen Raubbau in der Landwirtschaft treiben herausgesucht hat. Herrschaft der Hohenzollern Barteigenoffen Sachse zu polemisieren. Ich ergreife gern die Gelegenheit, ( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) denLegenden, die sich nach dieser Richtung gebildet haben, entgegenzutreten. Die Herren Dertel und Stöcker haben uns schon wieder Herr Oertel weiß doch sehr gut, daß meine Partei für die Handlungen Der Bund der Landwirte schicht überall Agitatoren ins Land holt im Brustton sittlicher Entrüstung Mangel an patriotischer Ge- der Konjumvereine niemals verantwortlich gemacht werden kann. und predigt: Höhere Getreidezölle, sonst geht die deutsche Landwirt- sinnung, an monarchischem Bewußtsein zum Vorwurf gemacht. Ich Er hat das in gewisser Weise zugegeben, hat dann aber mit einer schaft bankrott. Das haben Sie schon vor Jahren prophezeit, und will mich jetzt nicht nochmals in die staatsrechtliche Frage vertiefen, gewissen Fröhlichkeit das Gefecht verändert und gesagt, weil in den es ist nicht in Erfüllung gegangen. Wie die Bundesredner die hier eine Rolle gespielt hat. Das eine steht fest, wenn die Konsumbereinen Socialdemokraten seien und manche von den Verarbeiten, dafür ein Beispiel. Den Bauern sollte der Unter- Herren uns immer als außerhalb der Verfassung stehend be- einen von Socialdemokraten gegründet seien, deshalb seien wir als schied com Minimal- und Maximaltarif flar gemacht zeichnen, weil wir teine Monarchisten sind, so haben sie damit Partei für die Dinge verantwortlich, die dort geschehen. Die werden, und der Redner jagte:„ Nehmt cinmal an, unrecht. der Lauer Wir sind durch den Zwang der Verhältnisse dazu Partei als solche, ich wiederhole das, ist wollen. Abg. Steinhauer( frs. Wg.): " weder für die schickt seinen Knecht mit einem Schwein auf veranlaßt, die Verfassung, wie fie jest gilt, als Maßstab Gründung, noch für die Handlungen Handlungen der Konsumvereine den Markt und sagt zu ihm:„ Du darfst den Centner nicht unter für die augenblickliche Rechtslage anzusehen. Das hindert uns verantwortlich. Der Partei als solche gehen die Konsum50 W. verfaufen." Seht Ihr, das ist der Minimaltarif.( Große aber nicht, auf Verfassungsänderungen hinzudrängen vereine nichts an. Was nun die Forderung des Herrn Dr. Oertel Heiterkeit.) Und der ist viel nötiger, als der Magimaltarif. Denn und ich hoffe, daß wir auf dem Wege einer Verfaffungsändering anbetrifft, daß der„ Vorwärts" diese Dinge verurteilen möge, so dem Bauern wird es doch nicht einfallen, seinem Knecht zu ver- Deutschland noch zu einer Republik machen.( Unruhe rechts.) mag er ja ein aufmerksamer Leser des Vorwärts" sein, jedenfalls bieten, einen möglichst hohen Preis zu erzielen."( Heiterkeit.) Der Thun Sie doch nicht so entrüstet, als ob für Sie ist seine Lektüre ohne Erfolg geblieben, sonst müßte er wissen, daß Heine Bauer fommt fast überall vorwärts. Wenn Sie( nach rechts) Verfassungsänderungen so etwas ungewöhn der Vorwärts" Dutzende von Malen bereits und die ganze uns aufbinden wollen.( Unruhe rechts.) liches wären. Sie verlängern die Legislatur Periode socialdemokratische Presse wiederholt sich außerordentlich Präsident Graf Ballestrem: Der Ausdruck„ aufbinden" auf des Reichstags, Sie sehnen sich nach einer Verfaffungs- mißbilligend über über die Zustände ausgesprochen haben, Mitglieder des Hauses angewendet, ist nicht zulässig. änderung, die das allgemeine gleiche Wahlrecht beseitigt. die in den Konsum Warenhäusern zum Teil bestehen. ( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Sie sehnen sich nach Unfre Parteigenossen sind es auch, welche die Arbeiter in den Verfassungsänderungen, die als Staatsstreich von oben zu be- Konsumvereinen organisieren, um auch sie zu veranlassen, sich bessere daß Sie den Standpunkt der ganzen Landwirtschaft ver- zeichnen sind. Der Unterschied zwischen uns liegt nur darin, daß Löhne und Arbeitsbedingungen zu erkämpfen. Wir machen keinen treten, so werden Sie damit fein Glück baben. Auf den Gütern wir Verfassungsänderungen erstreben, die zum Besten der Gesamt- Unterschied, ob zufällig die Arbeitgeber Parteigenoffen find. Abg. Gamp mag für den franken Arbeiter gesorgt heit des Volks dienen, während Sie solche Verfassungsänderungen Wir bekämpfen die übermäßig lange Arbeitszeit und die geringe fein, auf den meisten Gütern ist das nicht der Fall. nur zum Besten Ihrer privilegierten Klasse wollen.( Unruhe Entlohnung überall, wo sie auftritt. Diese Stellung haben wir Daß das Ausland den Zoll trägt, ist durchaus nicht bewiesen. rechts.) Uebrigens braucht die konservative Partei doch nicht so stolz auf vertreten, nicht erst seit Sonnabend, sondern so lange die Konsum( Beifall links.) ihre monarchische Gesinnung zu sein. Wir haben das Wort nicht gesagt, vereine existieren. des Abg. Steinhauer( fortfahrend) d Schluß 52 Uhr. igi od antibodie ( ts) jagto Aus der Frauenbewegung. 1 ( Ruf wie esis in Ich muß mun noch mit einigen Bemerkungen auf die Dis- ben Paragraphen borlefen.( tuf bei den Socialdemokraten: Aber] Seiterkeit.) Jch fordere Herrn Steinhauer zu einer öffentlichen Tuffion der Getreidezölle eingehen. Fürst Bismard hat die alte vollständig!) Redner sucht in seinen Papieren. Bauſe. Nuf bei Debatte mit mir vor den hinterpommerichen Bauern auf. Mär wieder aufgefrischt, daß der Boll vom Ausland getragen werde. den Socialdemokraten: Hört! hört!( Große Heiterfeit.) Redner sucht links: Die Säle werden uns ja abgetrieben.) Jh will den Saal Herr Dertel ist ein bischen vorsichtiger und sagt: zum Teil vom weiter. Pause. Ruf bei den Socialdemokraten: Sehr gut!( Große felber bezahlen.( Ruf bei den Socialdemokraten: Und das Freibier Auslande! Sagen Sie mir aber doch, bitte, warinn fämpfen Sie Heiterfeit.) Redner verliest dann schließlich den§ 8. In der auch?) In der auch?)[ Große Heiterfeit.] Wenn meine Arbeiter in politischen für Erhöhung der Getreidezölle, wenn Sie nicht wollen, daß die Getreidezollfrage haben wir immer nur behauptet, daß Aus- Fragen tein Vertrauen zu mir haben, dann gehe ich mit der Fürsorge Grundbesitzer eine Erhöhung des Preifes für inländisches Getreide land und Inland den goll trügen. Ueber das Verhältnis für sie nur soweit, als das Gesetz es vorschreibt.( Hört! hört! b. d. Soc.) bekommen? Wenn das Ausland den Zoll tragen soll, dann würde entscheidet die Konjunktur. Ich werde gegen den Kanal Ich freue mich, daß Herr Siemens selber anerkannt hat, daß die das Ausland das Getreide zu demselben billigen Preise auf den Markt stimmen, auch wenn die Getreidezölle erhöht werden, und günstige Lage der Industrie auf die Selbstlosigkeit der Agrarier bringen, wie ohne Zölle und so für Sie die Möglichkeit viele meiner politischen Freunde werden das gleiche thun zurückzuführen ist.( Heiterfeit links. Bravo! rechts.) der Erhöhung des Preises schwinden. Sie können uns nicht zu( Sehr richtig! rechts.) Die Regierung hat uns die höheren Getreide- Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag muten, zu glauben, daß die Herren Konservativen auch nur den zölle längst versprochen, zuletzt noch bei der Flottenvorlage, 1 Uhr. Finger naß machen würden für die Agitation der Erhöhung der was haben wir da nötig, ein besonderes Entgelt zu Getreidezölle, wenn sie nicht dadurch Millionen in den Sädel der zahlen?( Sehr richtig! rechts.) Singers Behauptung, Großgrundbefizer brächten. Herr Klindowström fagte einmal: Im daß die Religion manchem Geschäftssache sei, muß ich deutschen Volke hat niemand ein Recht auf billigeres Brot, als die entschieden zurückweisen. Er sollte gegen diejenigen, denen Landwirtschaft im stande ist, es zu liefern.( Sehr richtig! rechts.) die Religion mehr am Herzen liegt, als ihn, nicht in so Di Sie rufen fehr richtig; das würde aber mur richtig sein, brutaler Weise vorgehen. Redner polemistert gegen die Abgeordneten hatte in der Zeit vom 18. Oftober 1900 bis 8. Jamiar 1901 eine Die Vertrauensperson der Genoffinnen Deutschlands tenn außer den Großgrundbefizern keine andren Leute Steinhauer, Fischbeck und Dr. v. Siemens. libně mi hi Einnahme von 388 M. und eine Ausgabe von 348 M. Die Einein im Deutschen Reiche existierten. Aber wegen 25 000 Leuten den Staatssekretär Graf Posadowsky: 000 82nahme stammte mit 137,65 M. aus Berlin und 119,40 M. von Millionen Arbeitern, die von der Hand in den Mund leben, um folcher Leute willen das Brot zu verteuern, ein derartiger Antrag Daß mein Reffort sehr groß ist, wußte ich schon vorher. Wie auswärts, während das übrige den Bestand von der vorigen fann nur von einer Partei ausgehen, der der brutale Egois groß es aber ist, haben mich doch erst die Debatten der letten Diäten für Delegierte von außerhalb Berlins zur Frauenkonferenz Rechnung bildete. Von den Ausgaben entfielen 212,80 M. auf mus das höchste ist. Tage gelehrt. Gegenüber den Angriffen auf die Erklärung des Herr v. Siemens hat vorgestern in einer interessanten Nede Grafen Bülow im preußischen Abgeordnetenhause verweise ich darauf, in Mainz, 79,40 M. auf Agitation in Berlin und der Neft auf fich gegen die Getreidezölle erklärt, aber es doch für nötig gehalten, daß der Herr Reichskanzler zugleich preußischer Ministerpräsident ist. Drudfachen, Porti 2c. eine Verbeugung vor der Klasse zu machen, welche die Beamten und Als solcher hat er jene Erklärung abgegeben, die im übrigen nur Unter dem Namen Frauenverein Reform" hat sich zu Offiziere liefere. Vielleicht war es der Reiz der Neuheit, der ihn das bestätigt. was bereits von einem Staatssekretär des Mülhaufen i Els. eine Gruppe proletarischer Frauen bor veranlaßte, feinen neuen Standesgenoffen dies Lob zu spenden. Reichs, dem Frhrn. v. Thielmann in der Budgetkommission als einigen Wochen zusammengethan und ein Statut ausgearbeitet, in Natürlich hat er sich als vorsichtiger Kaufmann sofort nach dem Ansicht der verbündeten Regierungen ausgesprochen worden ist. Ich welchem als Zweck des Vereins bezeichnet wird: Frauen und Preise erkundigt und dabei gefunden, daß wenn dafür die Lebens- fann daher nicht zugestehen, daß durch die Erklärung des Reichs- Mädchen jeden Standes durch praktische Anleitung in den vermittel um 50 Proz. teurer werden sollen, er auf das Geschäft nicht tanglers die verfassungsmäßige Schwerkraft verlegt worden ist. fchiedenen Handfertigkeiten sowie durch populäre Voreingehen könne. Wenn ich nun auch mich mit Herrn v. Siemens Dem Bundesrat liegt ein Antrag vor, der die Kompetenz einer träge zu belehren, die allgemeine Gesundheitspflege zu fördern 2c.; gegen die Erhöhung der Getreidezölle und überhaupt gegen jede Abteilung des Gesundheitsamts regelt, die aus Sachverständigen die Mitglieder follen durch die Organisation darin unterLebensmittelzölle erkläre, so muß ich doch betonen, daß nichts mehr gebildet, sich mit der Frage der Vernnreinigung der Flüsse stützt werden, den häuslichen, wirtschaftlichen und die Begier der Konservativen nach Erhöhung der Getreidezölle beschäftigt. Wenn ich Herrn v. Heyl diesen Antrag mitteilen dürfte, gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden, fteigern fann, als die schwächliche Haltung des würde ein erheblicher Teil ſeiner Bedenken schwinden. An die dem 81ferner heißt. Auf Grund dieses Vereinsliberalen Bürgertums Herrn Dr. Siemens mit Schaffung einer Reichsinstanz für alle Flußangelegenheiten ist freilich statuts ist den Antragstellerinnen vom Bezirkspräsidenten des Obereingeschlossen in dieser Frage.( Sehr richtig! bei den nicht zu denken; die Einzelstaaten würden sich diesen Eingriff in ihre elsaß unterm 6. d. Mts. die durch das Gesetz vom 10. April 1884 Socialdemokraten.) mat Kompetenz nicht gefallen lassen. und Art. 291 des französischen Strafgesetzbuchs vorgeschriebene Ich wünschte, daß der Handelsvertragsverein, dessen Vor- Herr Stadthagen meinte, eine besondere Versicherung gegen Un- Genehmigung als Berein erteilt worden, und zwar wurden an fißender Herr v. Siemens ist, mir den 50. Teil der Entschiedenheit fälle beim Retten und Bergen sei nicht nötig: das See- Unfall- Stempelgebühren statt der sonst üblichen 20 m. nur deren 5 ergezeigt hätte, wie Herr v. Siemens hier neulich von der Tribüne versicherungsgesetz und die Strandungsordnung böten Ge- hoben, was die staatliche Anerkennung des Vereins als eine Wohldes Hauses. Ich denke auch an den Beschluß des Handelstags, dessen legenheit dazu. Ich glaube nicht, daß bestehenden thätigkeits- und wissenschaftliche" Institution in sich schließt. Den Botum gegen die Erhöhung der Getreidezölle geradezu paralysiert Gefeße die beim Bergen verunglüdenden Personen decken. Proletarierinnen Mülhausens ein frohes Glück auf zu ihrem Unterworden ist durch die große Minorität. Damit haben Sie den Der Antrag bezieht sich ja auch auf Verunglückte beim Retten bei nehmen! dodod and bad wadino dupli Herrn Agrariern einen großen Dienst erwiesen( Sehr richtig! Bränden. Da bietet das bestehende Unfallgefeß teine Handhabe. Hier hit rechts.) und diese schwächliche Haltung verdient eine scharfe Berurteilung. muß eine gefegliche Lücke ausgefüllt werden. Herr Stadthagen hat dann mun Eingegangene Druckschriften. Ich kann nur hoffen, daß die Herren fich von jetzt ab schärfer gegen weiter gefragt, ob die Berufsgenossenschaften berechtigt seien, privaten diesen Raubzug und das Attentat auf die Lebenshaltung des Bolts wirtschaftlichen Vereinigungen beizutreten, und hat bemängelt, daß Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen Herr Dertel hat die Erklärung des Reichskanzlers den Vorsitzenden hohe Gehälter gezahlt würden, die in keinem Ver-( Stuttgart, Die Verlag) ist uns joeben die Nr. 3 des 11. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Notim preußischen Abgeordnetenhause außerordentlich gepriesen und hältnis zu den Leistungen ständen. Das Reichs- Versicherungs- wendige Ergänzung. II. Sur Erhebung über die gewerbliche Kinderbatte dazu gewiß volles Recht. Der Reichskanzler hat mit dieser amt wird beide Fragen zu entscheiden haben. Ueber arbeit. Von Henriette Fürth. Die radikalen Frauenrechtlerinnen und Erklärung zweifellos kapituliert vor den Agrariern, und wenn des§ 616 des Bürgerlichen Gesezbuchs wird sicherlich im das Frauenwahlrecht in der Gemeinde. Aus der Bewegung. Notizener es auch offen gelaffen hat, ob er den extremsten Forderungen der Laufe der Zeit ein Erkenntnis des höchsten Gerichtshofs erfolgen. teil von Lily Braun und Klara Bettin: Weibliche Fabrikinspektoren. Agrarier nachgeben will, so steht das eine fest, daß der Reichskanzler Bis dahin wird man denjenigen, die den§ 616 durch Vertrag aus- Frauenarbeit auf dem Gebiete der Induſtrie, des Handels und Verkehrswesens. Gesundheitsschädliche Folgen industrieller Frauenarbeit. den Kuhhandel bestätigt hat und Brief und Siegel auf den schließen, faum nachsagen können, daß fie gegen die guten Sitten Sociale Gesetzgebung. Dienstbotenfrage. Unterwerfungsvertrag mit den Agrariern gedrückt hat. Frauenbewegung. Ich verstoßen. Nach der socialpolitischen Seite hin will ich dabei nicht rechnung der Bertrauensperson der Genofsinnen Deutschlands. weiß nicht, ob er damit gut Wetter für die Annahme der Kanal- urteilen. Ich kann den Gewerbe- Inspektoren keine Weisung erteilen. vorlage machen wollte. Wir waren ja nie darüber im Zweifel, daß wird ihr Recht verlegt, so sind die Einzelregierungen da, sie zu 17. Seft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diez' Verlag) ist soeben das die Kanalvorlage für die Herren nicht andres schützen, und das werden sie gewiß auch thun. Herrn Bueds Briefschreiberei. Die socialistische rise in Frankreich. Bon ist, als ein Sompensationsobjekt für die Auch von jenem Schreiben ist gesprochen worden, das sich auf Rosa Luxemburg.( Fortsetzung.)-Bur Aerztepraxis bei Rentenbegut: hohen Getreidezölle.( Widerspruch rechts.) Denken Sie eine Unterhaltung des Ministers Brefeld bezieht. Herr Brefeld achtungen. Von Johannes Timm. Gewerbliche Kinderarbeit in Deutsch: doch an die Obstruktion, die Sie im Abgeordnetenhause gegen die hat mich gebeten, hier zu erklären, daß jene Unterhaltung zweifellos land. Nach den Erhebungen des Reichsamts des Innern besprochen von Beratung der Kanalvorlage gemacht haben.( Rufe rechts: Wann stattgefunden hat, daß er sich aber, da vier Jahre darüber ver- Henriette Fürth. Die Reichsratswahlen in Destreich. Von Dr. Friz Winter. Theater. Berliner denn? Abg. Stadthagen: Haben Sie ein schwaches Gedächt- gangen find, nicht mehr entsinne, was er gesagt hat, und ob Litterarische Rundschau: Otto Mühlbrecht, Bibliographte des Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich und feine nis) Ihre ganze Handlungsweise beweist, daß Sie die Kanalvorlage die Aeußerungen, die ihn der Brief thun läßt, boll Nebengesetze. II Dr. Lujo Brentano, Das Freihandelsargument. Die nicht eher unter Dach und Fach bringen wollen, bevor Sie die Regie- kommen richtig wiedergegeben find. Herr Brefeld hat Gutwidlung des Verbands der Bäcker und Berufsgenossen Deutschlands und rung in der Frage der Getreidezölle soweit vorwärts getrieben haben, die Lohnbewegungen und Streits im Bädereigewerbe. Prof. Dr. Karl daß sie nicht mehr zurück kann. Gher werden Sie die Kanalvorlage nicht Edstein. Der Kampf zwischen Mensch und Tier. bewilligen.( Rufe rechts: Auch dann nicht!) Ob Sie sie dann an nehmen werden, fann uns gleichgültig sein, jedenfalls tönnen wir eine Regierung nicht für eine starte halten, die so mit sich umgehen läßt. Wenn Graf Bülow diese Thätigkeit als Reichskanzler aus üben will, dann gehört er vielleicht bald zu den blamierten Europäern, wie sich Herr Lieber nannte.( Sehr richtig! bei den Soc.) Das preußische Abgeordnetenhaus ist doch übrigens wirklich keine Voltsvertretung, höchstens die Karikatur einer Volks: vertretung.( Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.) wenden werden. Vicepräsident v. Frege: Herr Abgeordneter, Sie haben nicht bas Recht, von dem preußischen Abgeordnetenhause als einer Starifatur- Boltsvertretung zu sprechen. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Bravo! rechts.) jene damalige Unterredung als preußischer Staatsminister gehabt und ist bereit, im preußischen Abgeordnetenhause zu antworten, wenn er dort deshalb angesprochen wird. and only ti Ab Im Verlag von J. H. W. Die Nachf. ist soeben erschienen Heft 17 und 18 des Lieferungswerts: Gesundheitsschut in Staat, Gemeinde und Familie, herausgegeben unter Mitwirtung von Aerzten und Fachgelehrten von Emanuel Wurm. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Ernährungs- und Verdauungsorgane. Die Wohnungsfrage. Verdauung und ihre Pflege. Bahn, Mund- und Rachenkrankheiten. Magen- und Darmkrankheiten. und Leberkrankheiten. wechselstörungen. gegen. 1 H. Bauchfell: 20 Briefkasten der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. 6. S. Eine städtische Beerdigungsliste von Berlin" giebt es nicht. veröffentlicht wird die 3 ahl der Sterbefälle, unterschieben nach Standesamtsbezirken, Tobetursachen, Alter und Geschlecht, und zwar in wöchent lichen, monatlichen und jährlichen Zusammenstellungen, die als Beilagen des städtischen statistischen Amts zum Gemeindeblatt" erscheinen. Die Namen der Gestorbenen, geordnet nach Kirchengemeinden, werden täglich im Intelligenzblatt" veröffentlicht. Was die Ausdehnung der Gewerbe Inspektion auf die Sansindustrie anlangt, so haben Erhebungen in der Cigarrenindustrie bereits stattgefunden. Die traurigen Die Bustände in der Spielwaren- Industrie sind so bekannt, daß eine Erhebung darüber überflüssig ist. Die Zündholzfabrikation der HausStoffindustrie ist schon jetzt durch Gesez verboten. Wir haben aber gehört, wie schwer es ist, ihr beizukommen, wenn sie heimlich betrieben wird. Das Wert wird in Lieferungen von je 32 Seiten a 20 Pf. erscheinen Das zeigt auch, wie schwer es der Gesetzgebung fällt, in das Bereich und in 25 Heften fomplett vorliegen. Bestellungen nehmen alle Buch Alle vierzehn Tage erscheint meiningischen Oberlande gehören vor den Meininger Landtag. Die ein Seft. des Hauses zu greifen. Die Details über die gündholafabrikation im handlungen und Kolporteure entgegen. schweren Mißstände in der Hausindustrie erkenne ich an, jedenfalls fann Im Berlag von J. S. W. Die Nach f. ift foeben zur Ausgabe geman mur schrittweise vorgehen. Das Gesetz über die Be- langt Heft 10 und 11 des reich illustrierten Werks Das hungernde Ruß schränkung der weiblichen Kinderarbeit, das in laud. Reise- Eindrücke, Beobachtungen und Untersuchungen von Dr. C. Abg. Singer( Soc.)( fortfahrend): Es ist jedenfalls bezeichnend, Borbereitung ist, wird einen Teil der Mißstände beseitigen und auch ehmann und Parvus. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Von Sfamara bis Simbirst auf daß die wichtigste Frage, die das deutsche Wolf angeht, nicht in der in die Hausindustrie eingreifen. Ich bitte die Herren, Geduld zu der Wolga. Das Dorf Archangelskoje. 1 Sfimbirst. Statistik der Bertretung des deutschen Volts entschieden wird,( Abg. Kardorff; haben, bis das Gesetz vorgelegt werden wird. Hungersnot 1898, Die Gesetzmäßigkeit der russischen Mißernten. Die Hier auch die auf Grund des allgemeinen gleichen Wahlrechts Einer der socialdemokratischen Redner behauptete, daß die gesundheitlichen Berhältniffe im Sungergebiet. Außerdem enthält Heft 11 gewählt ist, sondern in einer Vertretung, die auf Grund des Drei- Einführung der focialpolitischen Gesetzgebung längst vor der eine Karte der Hungersnot- Gebiete von 1898 im europäischen Rußland. Klassen Wahlsystems zusammengefegt ist, wo auf die kaiserlichen Botschaft von 1881 angeregt worden sei und Neben der bereits tomplett vorliegenden Ausgabe, welche broschiert Bertenerung der Lebensmittel spekulierenden Parteien von vorn- nicht das Verdienst der verbündeten Regierungen und ihrer 6 M., gebunden 7,50 M. foftet, erscheint das Werk auch in 16 Heften a 40 Pf. Sämtliche Buchhandlungen und Kolporteure nehmen Bestellungen ent herein in der überwiegenden Mehrheit sind.( Buruf rechts: Hier auch!) monarchischen Spigen feien. Am 3. August 1895 hat aber der Es ist in der That eine wahrhaft beschämende Situation, in der Vorwärts" in einem Leitartikel in durchweg sachlicher Weise die ,, Der Wahre Jacob Nr. 3, Preis 10 Pf. das deutsche Volt sich jetzt gegenüber der Regierung befindet. Auf Verdienste anerkannt, die in der Botschaft Kaiser Wilhelms I. und in der einen Seite nimmt das Reichsamt des Innern Subfidiengelder vom der Thätigkeit des Fürsten Bismarck für das Zustandekommen der SocialCentralverband der Industriellen, einer Interessengruppe. Das Volt reform zu erbliden find. Es heißt in dem Artikel: Auf diesem zahlt Milliarden für die Weltpolitik und es soll Hunderte von Gebiet, der socialen Versicherungs- Gesetzgebung, steht Deutschland Millionen zahlen zu Gunsten einer verschwindenden Anzahl an der Spize aller Staaten".( Hört! hört! rechts.) In dem Geiste vornehmen alten Großgrundbefizern. Diese Situation Bismards steckte viel Zeitgemäßes und Nichtiges".( Hört! hört! geschaffen zu haben, ist das Verdienst der Konservativen rechts.) Hier liegt ein unumwundenes Anerkenntnis des Vorwärts" und des Centrums, das Verdienst derer in der nationalliberalen vor, daß gerade eine monarchische Regierung auf diesem Gebiet Partei, die mit gebundenem Mandat hinter dem Bund der Land- geleistet hat, was teine republikanische Regierung zu stande gebracht wirte hermarschieren( Buruf rechts: Die große Mehrheit des Reichshat. Herr Singer hat heute wieder sein republikanisches Betags.) Ich wünschte, die Regierung würde in der That an das Volk fenntnis wiederholt. Wenn Sie aber eine Arbeiterpartei sein appellieren und löfte den Reichstag wegen der Getreidezölle wollen, daun ist diese Verquidung Ihrer Bestrebungen zu Gunsten auf. Wir würden sehen, wieviel dann von Ihnen( nach rechts) der Arbeiter mit diesem republikanischen Ziele ein tattischer Fehler. hierher zurückommen.( Burufe rechts: mehr als jest!) Ich wünschte, Seit Jahrtausenden ist der schönste Zug im deutschen Vollscharakter die Regierung ließe durch ein Plebiszit über die Erhöhung der Ge- die Treue. Auf dieser Treue stehen die deutschen Monarchien fest treidezölle entscheiden. Dann würden Sie davongefegt werden wie auf einem rocher de bronze. Und darum wird Ihr Ziel trog aller ministeriellen Hilfe bei den Wahlen. Das Bolf muß auf immer nur eine politische Velleität und nie eine geschichtliche Thatgerüttelt werden, es muß eine elementare Bewegung entfesselt werden. fache sein.( Bravo! rechts.) Von allen denen, die gleich dem deutschen Kaiser nicht wollen, daß starindinius md Abg. Gamp( Rp.):) ein schändlicher Brotwucher getrieben werde.( Bravo! bei den Herr Singer hat durchaus nicht im Namen der Majorität der Socialdemokraten.) Wir wollen, daß mit scheiterhaufenheller Be- deutschen Arbeiter hier gegen die Getreidezoll- Erhöhung gesprochen. leuchtung dargestellt wird, welch' frevelhaftes Spiel von Ihnen( nach Noch heute ist die große Majorität der deutschen Bevölkerung rechts) getrieben wird.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) an den Agrarzöllen beteiligt und hat ein Interesse daran, daß Abg. Dr. Arendt( Rp.): es der Landwirtschaft gut geht. Herr Siemens hat in einer Linie mit den Herren Singer und Steinhauer gefochten. Ich kann nur Der neue Reichskanzler ist auf dem rechten Wege. Das beweist sagen: Es thut mir wirklich weh', wenn ich Dich in der Geselldas Mißtrauen, das ihm Herr Singer entgegenbringt. Die Frage der Getreidezölle stand schon bei den Wahlen von 1898, die uns schaft feh'. Präs. Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, es ist keine ange hierher gebracht haben, im Vordergrund.( Sehr richtig! rechts.) Da hatte Herr Singer ja das Votum des Volts, das er jegt verlangt. messene Bemerkung, daß es Ihnen weh thut, wenn Sie einen Ab( Sehr richtig! rechts.) Die große Mehrheit dieses Hauses ist für höhere geordneten in der Gesellschaft zweier der Gesellschaft zweier andren sehen.( Große Getreidezölle. Wenn Herr Singer wirklich Achtung vor der Volls- Heiterkeit.) souveränitat hätte, müßte ihm das genügen.( Sehr richtig! rechts.) Abg. Gamp: Eine persönliche Beleidigung lag mir fern. Ich mißbillige den Scheiterhaufen- Brief, aber er ist lange nicht so Was soll aus den Biehpreisen werden, wenn ein größerer Teil der schlimm als der Tucker- Brief, den Bebel hier mitgeteilt hat. Dieser deutschen Landwirtschaft gezwungen wäre, zu ihr überzugehen. Brief war nichts als eine infame Verleumdung und hat nirgends Die Folge wäre eine große Entwertung der Viehpreise. Ich existiert. Er ist schuld daran, daß gegen Dr. Peters das Disciplinar- babe mich einmal bei Herrn Steinhauer als Mitglied für den Nord- direkt mit der Firma( nicht dem Reisenden) unterhandeln. P. B. Hoch verfahren eröffnet, daß Peters ins englische Lager getrieben worden ist. Ost" gemeldet. Mit dem Ziel Hebung der Kleinbauern" bin ich ja straße 28. Leider steht Ihnen nur dann ein Anspruch auf Rente zu, Es ist weiter eine maßlose Uebertreibung der Socialdemokratie, daß einverstanden. Es wurde aber zur Bedingung für meine Aufnahme wenn Sie beweisen können, daß das Leiden infolge eines zeitlich bestimm die Zuchthausvorlage das Koalitionsrecht der Arbeiter bedroht hat. gemacht, daß ich auch mit den Mitteln, die der Verein hierzu an- baren, in einen verhälnismäßig furzen Zeitraum eingeschloffenen Ereignisses, ( Lachen bei den Socialdemokraten.) Es ist schon eine Uebertreibung, wendet, einverstanden sein müsse.( Große Heiterkeit rechts.) Da ist also auf ein plösliches Ereignis zurückzuführen ist. Die Unfallgefeßgebung den Entwurf Zuchthausvorlage zu nennen.( Lachen bei den es ja kein Wunder, wenn der Nordost" immer einstimmige Be- finden Sie im ersten Nachtrag zum Arbeiterrecht( Titel auch: Stadthagen, Führer durch das Unfallgesetz) dargestellt. Og. G., Brit. 9. März 1888. Socialdemokraten.) Nur in einem Paragraphen, der nichts mit dem schliffe faßt; er nimmt niemand auf, der über die Mittel andrer M. V. Nach Ihrer Darlegung haftet für Ihre Arbeiten nur der Koalitionsrecht zu thun habe, ist vom Zuchthaus die Rede. Meinung ist.( Abg. Dr. Bachnice: Und der Bund der Landwirte?) Architett. Nixdorf. 1. Dem Mitspieler steht ein Anspruch zu, wenn den, ( Ruf bei den Socialdemokraten: Wo denn?) Ich werde Ihnen Der nimmt auch Sie auf, wenn Sie sich melden.( Große Umständen nach anzunehmen ist, daß ihm das Geld gestundet worden is 2. 100. Vielleicht prüft zunächst ein Sachverständiger im Kunstgewerbemuseum das Bild auf seinen fünstlerischen Wert. Schwabe, Moabit. Wenden Sie sich an das Bureau des Deutschen Kellnerbunds, Am Weidendamm 1. O. 100. Leider fönnen Sie ohne Einwilligung der Gesellschaft nicht zurüdtreten. C. S. Stockholm. Das ist in der Regel nicht gestattet: es tommt darauf an, in welchem Lande das Werf erſchienen iſt und für welches Land die Uebersetzung erscheinen fol. R. H. in F. Beide Fragen sind zu bejahen. 2. R. G. 53. 1. Falls die Forderung nicht eingeflagt in, ift Verjäarung eingetreten. 2. Die nicht eingeklagte Forderung ist seit dem 31. Dezember 1900 verjährt. 3. Nein. Robert O. Ber: jährung liegt nicht bor. Falls Sie nicht( z. B. durch Zeugen oder Eides: zuschiebung) die Bahlung beweisen, müssen Sie nochmals zahlen. A. B. 66. Der betreffende bedarf der Bescheinigung feiner öftreichischen Heimatsbehörde, daß seiner Verheiratung gesetzliche Sindernisse nicht im Wege stehen. - E. E. 1865. 1. und 2. Sie hätten die Stoften zu zahlen. Sie thun gut, vor dem Termin und vor der Beweisaufnahme zu zahlen. Die Kosten betragen dann etwa 6 M., später mehr als das Doppelte. 3. Zum Eintritt in diese Kasse vermögen wir nicht zu raten, wohl aber zum alsbaldigen Austritt. Wann und wie diefer erfolgt, müssen die Statuten ergeben. 2. K. 40. Die Kündigung ist, falls fein schrift: licher Vertrag vorliegt, erst zum 1. Oktober gültig. E. B. 35. Nein. M. 100. Die Anrechnung der betreffenden Forderung auf die Erbschaft ist unberechtigt, zumal die Forderung, falls fie an sich berechtigt sein sollte, verjährt ist. G. B. Vorwärts. Leider find Sie zur Weiterzahlung verbunden. Von dem Vertrage tönnen Sie nur mit Ginwilligung der Firma befreit werden. Bielleicht gelingt Ihnen eine Einigung, wenn Sie fonft nicht. diesem nach2. Darlehnsforderungen verjähren in 30 Jahren. tönnen Weihnachts- oder Neujahrsgeschenke auf den Lohn angerechnet Baumann. Strafbar machen Sie sich keineswegs.$ öppner, Rothe, M. K. 81. 1. Schon vor der Geburt des Kindes kann auf Antrag der werden, wenn der Dienstver trag im Laufe des Jahre durch Schuld des Ge Wüftenhagen. Wenden Sie sich doch direkt an die Bost. Was Sie von Mutter durch einstweilige Verfügung angeordnet werden, daß der uneheliche findes wieder aufgehoben wird, das heißt:, wenn innerhalb des Jahrs der ihr wollen, geht aus Ihrer Anfrage nicht hervor. Alter Abonnent 29. Grzeuge ben remöbli en Betrag bes Cutbindungs- und Sechswochenkosten Dienstbote ben Gesindevertrag fündigt ober Veranlassung Entlassung Wenn die Bewohnung ber ( das ist in Berlin 60 M.), sowie Kinderalimente für die erſten drei Monate giebt. Das Jahr wird vom Beginn bes Jahrs an gerechnet. Ift bas Gründen von der Polizei verboten iſt, jo müssen Sie olejem Berbot the nach der Geburt des Kinds hinterlegt. Ein Beispiel finden Sie auf S. 219 Mädchen am 1. Oftober 1900 in Dienst getreten, so fann also bis zum tommen, haben aber das Recht auf vollen Schadensersatz gegen Ihren Wirt. des dem Arbeiterrecht angehängten Führers durch das Bürgerliche Gefeg: 1. Ottober 1901 die Anrechnung stattfinden. Bleibt das Mädchen über den M. K. 4. Ihnen steht ein Anspruch auf Zahlung zu. Das Gewerbe2. und 3. Jede tann aufgenommen werden, die Kosten betragen 3 M. täglich. Beschenkte ist nur insoweit zur Herausgabe verpflichtet, als dies Gefchent legiger Rechtsprechung als unberecht igtes Wildern strafbar. befindet und sie dadurch reicher geworden ist. Es ftraße 66. Schriftliche Antwort zu erteilen lehnen wir ab. Die Heils: beitrag wäre nichts einzuwenden. weiteren Beschwerden könnte das Mädchen den Vormundschaftsrichter anrufen. Sprechen verlangt werden. 2. Ift nichts and res vereinbart, so beträgt die Kündigungs- würden aber die Kosten wohl niedergeschlagen oder erheblich herabgesezt Sie gelegentlich zur näheren Klarlegung in der Sprechstundes bor. frist sechs Wochen zum 1. des Quartals. Es ist also spätestens am werden.. E. T. 999. Nein. G. 2. 20. 1. Nach der noch zu Recht bestehenden Gesinde- Ordnung 15. Februar zum 1. April zu fündigen. R. G. Nein. buch. Das Arbeiterrecht liegt in der Bibliothet Alexandrinenſtr. 26 aus. 1. Oftober 1901 hinaus im Die nt, ſo ift eine Anrechnung unzuläffig.. Die gericht befindet sich Bimmerftr. 90/91. O. 2. S. Diefer Fang ist nach ihrem Kolonies Frau M. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Gegen bewerben barf alto nur 3. 3. bas stleib, nicht aber ber Wert des Meids, zurück- armee hat nicht zu haften. Die Witwe hätte au haften, aufiber gefest Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. esh ham Theater.do RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Dienstagabend 8 Uhr: Cirkus Buschl Dienstag, den 29. Januar. 19abends 7 Uhr: smiof Aus dem Tagebuch der Erde. Gr. Elite- Abend. Dienstag, den 29. Januar. Im Hörsaal: Opernhaus. Cavalleria rusticana. Dr. Schwahn: Die OberflächenM. W. Ja. Wedding- Park Müller Strasse 178. 187216 Jeden Dienstag Jeden Originatuidad 3um 62. Male: oiga Norddeutsche Sänger. Biegler, Wolff, Hohenberg etc.[* Der Barbier von Bagdad. An formen der Erde und ihre Ent- Die eiserne Maske. fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Orleans. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 72 Uhr. Leffing. Wie die Blätter. Anfang 712 Uhr. Berliner. Die beiden Leonoren. Anfang 72 Uhr. Nefidenz. Frauen von heute. Anfang 7 Uhr. Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 7 Uhr. Westen. Der Bettelstudent. Anfang 72 Uhr. Central. Die Schöne von New York. Anfang 7 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 7 Uhr. Schiller. Die Maschinenbauer. Anfang 8 ubro Thalia. Amor von heute. Anfang 712 Uhr. 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Mitglieder- Versammlung. Saleschke Tages Ordnung: Stettinerstraße 38, Sigung der alten und nenen Geschäftskommission, sowie der beratungs- Kommission und Beschlußfaffung über deren Anträge zur General: am 25. 6. 7. verstorben ist. alten und neuen Bezirks- Vertrauensmänner und Revisoren. Seiten. Achtung, Parkettbodenleger! Am Mittwoch, den 30. Januar, abends 6 Uhr, im Lokal des Herrn Prill, Goethe: und Grolmannstraßen- Ecke: Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten. Die Kollegen der Firma Raat und die in lezter Zeit bei der Firma gearbeitet haben, find hierzu eingeladen. Außerdem erfolgt die Ausgabe der Billets zum Maskenball zum 16. Februar an die Vertrauensleute. Sämtliche Vertrauensleute müssen zugegen sein. 77/9 Die Kommissionen. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlftelle Berlin. Morgen, Mittwoch, den 30. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ordentl. Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neuwahl der Ortsverwal tung. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 23/9 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1900. 2. Berichterstattung der Statuten: d. M. versammlung. 3. Beantwortung der Interpellation. 4. Verbandsangelegen 176/1 Die Versammlung wird sehr pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Grosser Vortrag Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Diens: der Leichenhalle des neuen Pauls tag, den 29., nachmittags 4 Uhr, von Kirchhofs( Plößensee) aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 246/6] Der Vorstand. Deutscher Todes Anzeige. Freitag, den 25. Januar, verstarb nach kurzem Krantenlager unser Mit glied, der Schlosser 111/5 Mittwoch, den 30. Jannar, abends 8½ Uhr, in Ballschmieders Metallarbeiter- Verband. Festfälen( großer Saal), Gesundbrunnen, Babstr. 16.1 Thema: Der Hypnotismus, seine Bedeutung bei der Be handlung der verschiedensten Nervenkrankheiten und bei edge der Kindererziehung. Nach dem 1. Teil des Vortrags: a) Vorführung von Experimenten! b) Freie Aussprache. Redner: Herr Bundesredacteur Reinhold Gerling, Oranienburg- Berlin. 285/10 Eintritt für Gäste 15 Bfg. Broschüren, Flugblätter 2c. gratis! Zu diesem hochinteressanten Vortrag sind uns Freunde und Gegner des Sypnotismus willkommen! Der Vorstand des Neuen Naturheilvereins Charlottenburg- Berlin Achtung! Bundes: Nr 560. Frizz Saleschke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Diens: tag, den 29. Januar, nachm. 4 Uhr, Kirchhofs in Blößensee aus statt. von der Leichenhalle des Neuen Bauls: Die Ortsverwaltung. Achtung! Central- franken- u. SterbeBranerei- Arbeiter! Der feiner Zeit mit den ringfreien Brauereien vereinbarte Arbeitsnachweis, Blumenstr. 38, wird von der Direktion des Münchener Brauhaus Att.- Gef., Johannisstr. 18/19, nicht anerkannt. 41/6 Agitations- Kommission der Brauerei- Arbeiter Berlins und Umgegend. J. A.: Richard Nr. 15 und Umgegend. J. A.: Richard Schüler. Achtung! Drechsler! Agtung! im Dienstag, den 29. Jannar, abends 81/2 Uhr, ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer Nr. 15: Dersammlung aller bei Arbeitgebern der Drechsler- Innung doal beschäftigten Gefellen. eallA Tages Ordnung: 1. Wahl zweier Mitglieder zum Gefellen ausschuß und zweier Ersatzmänner. 2. Bericht des Gesellenausschusses. 3. Berschiedenes. 77/8 Der Gesellenausschuss. Das weitbekannte, große Kaufhaus von Singer u. Co., Chauffeeftr. 56, ist gezwungen, eine vollständige Umgestaltung feiner Verkaufsräume vorzunehmen. Um während dieser Umwälzung mit den vorhandenen, be deutenden Warenbeständen zu räumen, hat die Firma Singer n. Co., Chauffeeftr. 56, einen Räumungs: ausverkauf größten Stils eröffnet. Dieser Ausberlauf umfaßt die bei der Juventur ganz bedeutend herabgesetzten Waren und bringt außerdem ganz hervor: ragend billige Gelegenheitsfäufe zu fast unglaublich billigen Preisen. Die Verkaufsräume dieses befannten Kaufhauses waren behufs Herabsetzung der Preise zwei Tage geschlossen. Der ausgezeichnete Nuf dieser seit 14 Jahren bestehenden Firma bürgt für ſtrengste Reellität und feien hier nur 45 hervorragende Gelegen: heitstäufe aus diesent großen Räumungs- Ausverkauf aufgeführt: 1. Ball- Atlaffe in allen Farben Meter 32 Pf. 2. Reinseidene Foulards, breite gute Quali täten, Mtr. 50 Bf. 3. Reinseidene Merveilleur, auch schwarz, Mtr. 85 Pf. 4. Reinseidene schwere Damaſte und Armures, defekt, jetzt Mtr. 85 Pf. 5. Reinseidene Taffette, auch schwarz, einfarbig Mtr. 1.10 mt. 6. Wasch feide, breite gute Qualitäten, Mtr. 90 Pf. 7. Rein jeidene Damaffés, große Musterauswahl, schwarz, Mtr. 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Ende 1899 bestanden in Berlin, als eine Fortsezung der Gemeindeschule zu wie der jest erschienene Bericht der städtischen Schuldeputation für wünschen. das Schuljahr 1899/1900 angiebt, 381 Schulen mit 251 842 Die arbeitende Bevölkerung wird, darin find alle Kenner der Der Minister ließ diese Begründung gelten und genehmigte Böglingen, darunter 318 öffentliche Schulen mit 235 556 Verhältnisse einig, bei den nächsten Semester- llmzügen noch erheblich durch Restript vom 7. März 1884 mit Rücksicht auf die besonderen Verhält 281 Gemeindeschulen, die damals vorhanden waren, saßen allein Böglingen und 63 private mit 16 268 3öglingen. In den größere Schwierigkeiten haben, Wohiningen zu finden, als dies im niffe die gewünschte Abweichung. Dafür sollte aber der franzöfifche 206 419 Stinder. Herbst v. J. der Fall gewesen ist. Jufolge davon wird der Andrang Unterricht in den mittleren und oberen Klaffen so betrieben werden, 13,66 Broz. der Bevölkerung, die der Gemeindeschulen allein gleich Die 8öglinge aller Schulen waren gleich zum städtischen Familien Obdach voraussichtlich ein noch weit daß auch in 4 statt in 6 Klassen das von den Lehrplänen geforderte 11,19 Brog. Im schulpflichtigen Alter von 6-14 Jahren standen größerer werden, als damals. Um mun Vorsorge zu treffen, daß die Biel erreicht werden könne. Diese Einrichtung hat zahlreichen Ge- 235 060 Kinder, d. H. 12,75 Broz. der Bevölkerung, unter diesen waren vorhandenen Räume dem zu erwartenden Auſturm genügen, brachten meindeschülern ermöglicht, auf die Realschulen überzugeben und sich 202 870 Gemeindeschultinder, d. H. 10,97 Proz. der Bevölkerung. unfre Vertreter im städtischen Wohnungsausschuß vor einigen Wochen hier noch eine bessere Bildung zu erwerben, als sie die Gemeindeschule ungefähr neun Behntel aller Kinder des schulpflichtigen Alters beeinen Antrag ein, der dahingeht, durch einen Erweiterungsbau des zu geben vermag. Im Winter 1899/1900 faßen in 12 Berliner Steal- suchten die Gemeindeschule. städtischen Obdachs für obdachlose Familen oder durch Herstellung schulen 5187 Schüler. Darunter waren 3585 aus Gemeindeschulen Zu den Trauerfeierlichkeiten in England. Hoffriseur Haby, geeigneter interimistischer Wohnungsräume oder durch Adaptierung übernommen! Die Zahl ist nicht groß im Verhältnis zur Gesamtzahl der so schreibt die„ Berl. 8tg.", ber bekannte Sieformator der deutschen eines städtischen Gebäudes für die Aufnahme obdachloser Familien Gemeindes chiller, aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Barttracht, hat sich an Bord des Geschwaders, das von Kiel nach die zur Verfügung stehenden Räume schleunigst ausreichend zu ver- steals chitler ist sie so beträchtlich, daß die Forderung einer London abgegangen ist, nach England begeben, um persönlich den Rüdfichtnahme auf die ehemaligen Gemeindeschüler berechtigt ist. Dienst beim Kaifer zu übernehmen. Die Beratung über diesen Antrag ist noch nicht zu Ende geführt. Beginnt fünftig der französische Unterricht schon in Sexta, so müssen einen 80. Geburtstag begeht am 7. Februar der Stadt. Inzwischen aber haben unsre Vertreter in Ausführung des Pro- alle diese Schüler dieser Gemeindeschule lange vor dem 12. Jahre ver- berordnete Bergemann. Die Stadtverordneten Bersamm gramms, welches vom Genossen Heimann bei der ersten Beratung lassen. Das kann aber den Eltern nicht zugemutet werden; denn lung wird dem Jubilar eine Adresse überreichen. im Plenum entwickelt worden ist, eine Reihe von Anträgen ein erst die Bewährung bis zu diesem Alter rechtfertigt in den Der Sturm. Ein schweres Unwetter brauste gestern und vorgebracht, die bezwecken, der eigentlichen Wohnungsfrage energisch zu Augen unbemittelter Eltern den Aufwand für eine bessere Schul- gestern über unsre Stadt hinweg. Ein gewaltiger Weststurm pfiff Leibe zu gehen. Sehen wir ab von der ärgsten Form des herrschenden bildung. Noch weniger werden sie sich dazu entschließen wollen, burch die Straßen und trieb bald dichte Schneemaffen, bald HagelWohnungselends, dem positiven Mangel an tleinen Wohnungen, so die Jungen in diesem Alter noch in Serta anfangen zu lassen. und bald Regenschauer vor sich her. Die Straßen waren im Handfind es vornehmlich zwei Seiten der Wohnungsfrage, die die un bemittelte Bevölkerung am empfindlichsten schädigen, die Unzuläng- wolle den Berliner Realschulen ihre besondere Lehrverfassung nicht Bugpferde zu Dußenden fielen. Die Glätte auf den Straßen Es ist zu wünschen, daß die Nachricht, die Unterrichtsverwaltung umdrehen mit einem mißfarbigen Gemisch von Schnee und Schlossen bedeckt, einer glatten schlüpfrigen Masse, in welcher Menschen und lichkeit der Mehrzahl der vorhandenen Wohnungen in hygienischer nehmen, fich bewahrheitet. Das liegt ebenso sehr im hat viele Unfälle zur Folge gehabt. Die 28 Jahre alte Hinsicht und die Höhe der Mietspreise, die für solche Wohnungen zu Interesse der Gemeindeschulen wie der Real- Telephonistin Hedwig Witt aus der Bendler Straße 18 zahlen und die mit dem Einkommen einer Arbeiterfamilie gar nicht schulen. Es darf nicht zugelassen werden, daß den Gefiel auf dem Wege zum Haupt Telegraphenamt in der Fran mehr in Einklang zu bringen sind.meindeschülern die Realschulen verschlossen und zöfifchen Straße hin und zog sich einen Unterschenkelbruch Die Anträge unsrer Vertreter lauten: den Realschulen gerade die besten Güler ent- u. Der Arbeiter Julius Sibolowski aus der Gartenstr. 175 Der Ausschuß wolle beschließen: glitt auf dem Heimwege aus, stürzte und brach sich das rechte Knöchelgelenk und einen Arm. Ebenso fiel die 12 Jahre alte Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Magistrat um Der Gas- Einheitspreis, den die städtischen Gaswerke zum Tochter Gertrud des Arbeiters Hamann aus der Joachimstr. 5, eine Vorlage, durch welche die Errichtung von Häusern mit April dieses Jahre einführen sollen, wird den Gastonsumenten als sie mit ihrem Vater durch die Friedrichstraße ging und ihm gesunden und billigen kleinen Wohnungen auf städtischem Terrain eine Enttäuschung bringen. Früher war ziemlich allgemein vorauslief, auf dem Fahrdamm hin, wurde von einer Droschte überschleunigst in die Wege geleitet wird. Die Höhe der Mieten Kochen, Heizen usw. einheitlich auf 10 Pfennig pro Subit Charité zugeführt. Ein Herr Berthold Schwarz mußte nach der gefordert worden, den Preis des Gases zur Beleuchtung wie zum fahren und erlitt einen Knöchel- und Armbruch. Sie wurde der ist so zu bemessen, daß nur die Verzinsung und Amortisation des meter festzulegen, im vorigen Jahre erklärte sich dann die Stadt fönigl. Klinit gebracht werden, da er sich durch einen Sturz in der für die Herstellung der Gebäude aufgewendeten Kapitals, die aus verordneten- Versammlung für einen Einheitspreis von 12 Pfennig. beamte May Itner aus der Alten Jakobstr. 2 glitt in der KarlArtilleriestraße einen Armbruch zuzog. Der 23 Jahre alte Versicherungsder Instandhaltung der Häuser entstehenden Aufwendungen sowie und jetzt schlägt der Magistrat 12/3 Pfennig bor. Durch einen die Verwaltungstoften in Anrechnung gebracht werden. Einheitspreis von 12/3 Pfennig würde das Gas zwar Straße aus und trug schwere Verletzungen am Kopf und Geficht Für den Fall der Ablehnung dieses Antrags wird folgender bei der Beleuchtung um 82/3 Pfennig billiger, aber dafür beim davon. Aus allen Teilen des Reichs gehen Nachrichten ein über Eventualantrag gestellt: Kochen, Heizen usw. um 2/3 Pfennig teurer. Da dürfte denn doch heftige Schneegestöber und starte, vielfach mit Gewittern verbundene Die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magiftrat, ihr Beden zu beziehen. – Den Beschluß des Magistrats, der Stadt mehrfache Verkehrsstörungen herbeiführten. Zu ganz Ostfriesland vielen Leuten die Lust vergehen, noch weiter Gas zu gewerblichen Stürme, die bis zu den frühen Morgenstunden anhielten und Zwecken eine Borlage zu machen, durch welche Bestimmungen getroffen werden, verordneten- Bersammlung einen Einheitspreis von 12/3 Pfennig zu berrichte gestern nachmittag und während der Nacht heftiger Sturm nach denen städtische Terrains zur Errichtung von Häusern mit ge- empfehlen, find Verhandlungen mit der englischen Gasgesell mit Gewitter. Die Stadt Leer und Umgegend wurde von heftiger funden und billigen kleinen Wohnungen im Wege des Erbbaurechtschaft vorausgegangen, wie es der zwischen der Stadtgemeinde und Sturmflut heimgesucht. Der größte Teil der Stadt, ebenso bie ( B. G. 2.§§ 1012-17) abgegeben und diese Häuser aus städtischen dieser Gesellschaft bestehende Bertrag vorschreibt. Die englische Schleusenanlage, stehen unter 28affer. Man fürchtet, daß die Schleusen Mitteln beliehen werden. Die Höhe der Mieten ist so zu bemessen, Gesellschaft hatte bisher an die Stadt eine Abgabe zu entrichten maschinen start beschädigt sein werden. Seit heute vormittag fällt das daß nur die Verzinsung und Amortisation des für die Herstellung unter der Bedingung, daß die städtischen Gaswerke ihr Gas nicht affer langjam. der Gebäude aufgewendeten Stapitals, die aus der Instandhaltung billiger als die englischen Werte abgeben. Die Gesellschaft wird der Häuser entstehenden Aufwendungen sowie die Verwaltungskosten auch nach Einführung des Einheitspreises von 12/3 Pfennig, den in Anrechnung gebracht werden. sie ihren Abnehmern fünftig gleichfalls berechnen will, die Abe gabe zahlen. Die Verhandlungen haben sich zugleich erstreckt auf das der englischen Gasgesellschaft noch bis 1904 zustehende Privilegium, den ehemals( bis 1861) zu Schöneberg gehörigen Stadtteil von der Potsdamer Brücke bis zur heutigen Weichbildgrenze allein mit Gas au versorgen. Auf Grund dieses Vertrags muß betammtlich selbst die Stadtgemeinde für die Straßenbeleuchtung ihr Gas von der englischen Gesellschaft beziehen. Der Magistrat will der Gesellschaft den Stadtteil auch noch nach 1904 überlassen, wofür die Gesellschaft die Straßen beleuchtung dann unentgeltlich zu liefern bat. Die Stadtverordneten gründlichen Brüfung unterziehen und wird sich besonders mit dem Bersammlung dürfte die Beschlüsse des Magistrats noch einer sehr Borschlag einer Verlängerung des Privilegiums sehr eingehend beschäftigen. Anscheinend ist für diesen Vorschlag die Erwägung maß gebend gewesen, daß die Stadtgemeinde andernfalls in dem betreffenden Stadtteil erst ein fostspieliges Röhrennes legen müßte, ohne die Aussicht zu haben, der englischen Gesellschaft auf diesem II. Die Stadtverordneten Versammlung ersucht den Magiftrat um eine Vorlage, durch welche die Grundsteuer- Ordnung vom 2. Januar 1897 aufgehoben wird und an deren Stelle eine Besteuerung der bebauten und unbebauten Grundstücke nach dem gemeinen Wert eingeführt wird. Ferner empfiehlt die Stadtverordneten- Bersammlung: a) die Errichtung eines städtischen Wohnungsamts, welchem die statistische Beobachtung und schnelle Veröffentlichung aller Vorgänge auf dem Gebiete des Wohnungswesens und des Wohnungsmarkts zur Aufgabe gestellt und dem ein unentgeltlicher Wohnungsnachweis für kleinere Wohnungen angegliedert wird; Einer der Miteigentümer der ,, Bossischen Zeitung", Herr Sanitätsrat Dr. Mag Müller, ist, wie das Blatt mitteilt, am Sonntag, 60 Jahre alt, gestorben. In der Untersuchungsfache gegen Sternberg ist dem l. Journal" zufolge eine Frau St. wegen Kuppelei verhaftet worden. Geh. Justizrat Profeffor Dr. Dernburg, der bekannte Lehrer des römischen Rechts an unsrer Universität, wurde in seiner geftrigen Vorlesung von einem leichten Schlaganfall betroffen. Prof. Mendel, den man aus seiner Privatwohnung sofort herbeigerufen hatte, leistete dem Erkrankten die erste Hilfe; alsdann wurde er nach seiner Wohnung, Stolonie Bestend, gebracht. In den atas Bedauern hervorgerufen; doch hofft man, daß Profeffor Dernburg demischen Streisen hat der Fall, wie sich denten läßt, das lebhafteste in Kürze wieder völlig hergestellt sein wird. Der Gelehrte steht im 72. Lebensjahre. Er ist Mitglied des Herrenhauses. b) mit dem föniglichen Polizeipräsidium in Verbindung zu feit Jahrzehnten vor ihr allein beherrschten Abjazgebiet eine mert Johannes Rabe an der Stralauer Allee überfallen und so treten, um den Erlaß einer Polizei Berordnung, durch welche fiche Stonturrena bereiten zu können. hygienische Minimalforderungen für Wohnräume vorgeschrieben werden, und Anstellung von Wohnungs- 3nspektoren herbeizuführen. Tokales. mittagsstunde vom Rathause aus zu Grabe getragen worden. Um Oberbürgermeister Belle ist gestern in der zweiten Nach1 Uhr begann die Trauerfeier, nachdem der nachts vorher vom Sterbe Ort hier eingetroffene Sarg im großen Festiale aufgebahrt worden war. Brediger Knauert hielt die Gedächtnißrede; nach dem Geist lichen hob Oberbürgermeister Kirschner die Verdienste des Dahine geschiedenen in kurzer Rede hervor. Hierauf rief Stadtverordneten Vorsteher Dr. Langerhans dem früheren Oberbürgermeister u. a. folgende Worte nach: d Von einer Notte Knaben und halbwüchfiger Burschen ist am Sonntagabend der in Stralau, Dorfstr. 17, wohnhafte Buchbrucker arg mißhandelt worden, daß er ohnmächtig zusammenbrach. Er wurde einem Arzt zugeführt, der ihm die erste Hilfe zu teil werden ließ. Die Polizei soll einige der Burschen verhaftet haben. Kindern Verzweiflungsthat einer Mutter. Der Polizeibericht meldet: Montagvormittag um 10 Uhr wurde die Witwe ihren beiden Marie Pfaff geborene Stansch mit in ihrer Wohnung Straußbergerstraße 85 im Bette liegend Ein Schlag gegen die Berliner Realschule? leblos aufgefunden. Die Mutter, welche noch schwache Lebens Die preußische Unterrichtsverwaltung will zum April für die zeichen von sich gab, wurde in das Krankenhaus am Friedrichshain höheren Lehranstalten Preußens neue Lehrpläne gebracht, während die Leichen der beiden Kinder zum Schauhaufe einführen. Unter den bisher bekannt gewordenen Bestimmungen Seine Liebenswürdigkeit und Frische wirkte auf jeden, der mit überführt wurden. Die Witive hat sich und ihre beiden Kinder durch befindet sich die, daß in den Mealschulen der Unterricht in der ihm zu thun hatte, stets vorteilhaft ein und hat seine Mitarbeiter Einatmen von Leuchtgas und mit Morphium vergiftet. Frau Pfaff. französischen Sprache in der untersten Stlasse( Serta) be- immer zu gleicher Bethätigung angespornt. Menschliches Wohlwollen die schon seit einigen Jahren verwitwet ist, eröffnete im Oktober ginnen soll. Das ist im allgemeinen schon jetzt der Fall, aber in den veredelten sein Gemüt und sein ganzes Wesen, das ihm im Umgang und Waschanstalt und hoffte so für sich und ihre beiden Stinder gen und echte Humanität waren die Grundzüge seines Charakters. Sie vorigen Jahres in der Straußbergerstraße 35 eine chemische Färberei Realschulen Berlins beginnt der französische Unterricht erst in mit seinen Mitbürgern sofort alle Herzen gewann. In fein Gemüt, Lebensunterhalt zu verdienen. Sie hatte zur Einrichtung des Ge Quarta. Es wird nun befürchtet, daß die Absicht bestehe, auch in den feine nie rastende Gewissenhaftigkeit und seine große Arbeits- fchäfts ihre ganzen Ersparnisse im Betrag von 600 Mart aufgebraucht, Berliner Realschulen den französischen Unterricht fünftig bereits in Sexta freudigkeit hat wohl taum ein andrer so tiefe Einblicke gethan wie ohne den gehofften Verdienst zu erzielen. Bald hatte sie mit beginnen zu lassen. Ein von zahlreichen Stadtverordich, der ich seit vielen, vielen Jahren durch Freundschaft mit Nahrungsforgen zu fämpfen und es gelang ihr schließlich nicht einmal neten aller Fraktionen eingebrachter Antrag ersucht den ihm verbunden und durch meine Thätigkeit als Stadt mehr, die leyte Mietsrate aufzubringen. Magistrat um Auskunft darüber, was er dagegen zu thun ge- verordneten Vorsteher fast täglich mit ihm, dem Ober- Erschoffen hat sich am Sonntagabend der 44 Jahre alte benkt. Inzwischen ist von andrer, angeblich gut informierter Seite, bürgermeister, über Gemeindeangelegenheiten zu sprechen und Arbeiter Robert August aus der Mariannenstr. 29. Auguft war gemeldet worden, daß die Unterrichtsverwaltung nicht die Absicht Fleißes, feiner Sorgfalt, mit der er jebe Sache überlegte, feiner beschäftigt und hatte seit zehn Wochen keine Arbeit. zu raten hatte. So bin ich ein lebendiger Beuge feines früher auf dem Straßenbahnhof am Kreuzberg als Wagenschieber habe, an der Lehrverfassung der Berliner Realschalen etwas zu Treue und Liebe für die Interessen der Stadt und ihrer hatte die Hausreinigung, von den vier Kindern sind zwei noch schulSeine Frau ändern. Der Antrag ist aber bisher aufrecht erhalten worden und Bürger. Diese großen Eigenschaften, die ihm die ihm die Hochpflichtig. Als August sich vorgestern abend zwischen 6 und 7 Uhr soll auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordneten- Sigung achtung und Liebe feiner Witbürger und Mitarbeiter über das allein in der Wohnung befand, jagte er sich aus einent Revolver gesetzt werden. Grab hinaus sichern, find es, bie uns den Verlust so fleinen Kalibers zwei Kugeln in die Schläfe. Die 11 Jahr alte Eine Aenderung des bisherigen Zustands würde fchmerzlich empfinden laffen. Der Trauerzug bewegte sich von der Tochter Margarete, die gerade nach Haufe tam, hörte die Schüffe in der That die Berliner Realschulen und nicht bloß diese Königstraße aus durch die Jäger- und Markgrafenstraße und bog fallen, während sie vor der Wohnungsthür stand, und rief die mit in hohem Grade schädigen. Die Einführung des französischen Unter- dann in die Lindenstraße ein. Um bier Uhr erfolgte die Beerdigung dem Anzünden des Treppenlichts beschäftigte Mutter herbei. Der richts schon in Serta würde ausschließen, daß, wie das heute Rathause wohnten u. a. die Minister Thielen und Schönstedt sowie nach dem Strantenhaus am Urban gebracht und starb dort morgens auf dem alten Thomas- Kirchhof in Rigdorf. Der Trauerfeier im schwerverlegte Mann wurde mit einem Ringelfchen Rettungswagen gefchieht, Gemeindeschüler noch im 12. Lebensjahre der Polizeipräsident v. Windheim bei. um 3 Uhr. auf die Realschule übergehen und dann gleich in Quarta eintreten. Damit würde aber ein wesentlicher Bwved tausend Parteigenossen gaben ihm am Sonntag das legte Geleit nachmittag in der Lindenstraße ein unbekannter Mann, der fich zu Nun ruht auch der Teufel" in geweihter Erde! Ueber Vom Wagen gefallen und totgefahren ist am Sonnabendder Berliner Realschulen bereitelt. Als unsre Gemeindebehörden 1888 und eine reiche Bahl von Kränzen schmückte seinen Sarg. Wer war einem Kutscher des Fuhrherrn Krebs aus Schöneberg auf das Fuhran die Borbereitungen zur Errichtung der schon seit Anfang der 60er Jahre der Teufel"? In seinen Taufschein stand als Name Gustav wert gesezt hatte. Beim Schleudern des Wagens fiel er so un für Berlin geforderten„ Mittelschulen" Herangingen, da spielte die Frage, Schwarz topf verzeichnet; aber so wurde der originelle Wann glücklich herab, daß er unter die Räder geriet. Man wollte den Verin welchem Verhältnis die neue Schulart zur Gemeindeschule stehen wohl nur selten angesprochen; in feinem Restaurant„ Zum unglückten nach der Unfallstation in der Wilhelmstraße bringen, er sollte, eine wichtige Rolle. Als Vorbedingung galt, daß es besseren Teufel" Oranienstraße hieß er der Teufel, Gemeindeschülern ermöglicht würde, noch im 12. Lebensjahre und starb jedoch schon auf dem Wege dorthin, und die Leiche wurde mun auch seine Gäste wurden vont ihm mit diesem dem Schauhaufe zugeführt. Der Unbekannte ist etwa 85 bis ohne Zeitverlust auf diese Anstalten überzugehen. Es war flar, daß inferioren Titel angesprochen. Das Lokal galt als Sebens 40 Jahre alt und 1,64 Meter groß. Er hat kastanienbraunes Haar die Anstalten im allgemeinen als höhere Bürgerschulen" im Sinne Eine wunderliche Sammlung von Antiquitäten, zoologischen Präpa- rundes Kinn und eine träftige untersetzte Gestalt und trug einen würdigkeit und war namentlich von Arbeitern viel besucht und Schnurrbart, blaugrane Augen, eine fleine breite Naje, ein der Jahrpläne von 1882 organisiert werden mußten. Aber wenn raten und Kuriositäten barg die Gaftstube; ganz besonders wertvoll blauen Cheviotanzug, ein graues Halstuch, eine braune Jade, ein sie den Gemeindeschülern die Möglichkeit des Ueberganges noch im war aber in ihrer Vollständigkeit die einer Tradition zufolge graublaugelb gestreiftes Hemd, braune Strümpfe, Lederschuhe und eine blauen Cheviotanzug, ein graues Halstuch, eine braune Jacke, ein 12. Lebensjahre bieten follten, dann durfte in ihnen der fremd von Bastor straut erworbene Sammlung geistiger Baffen. graublaugelb gestreiftes Hemd, braune Strümpfe, Lederschuhe und eine braune Mühe. sprachliche Unterricht nicht, wie es schon die Lehrpläne Aber das Lokal des Teufels" barg noch eine Seltenheit, von 1882 forderten, in Sexta, sondern erst in Quarta be die dem Arbeiter den Aufenthalt bortselbst nach des Tages Last Mit Cyankalt vergiftet hat sich am Sonnabendabend der ginnen. Die Schuldeputation wies der Aufsichtsbehörde gegenüber Gemüt des Mannes. Unter einer wunderlichen Außenseite lag ein Der Wann hatte mit seinem Geschäft tein Glück und wahr daher besonders erquicklich machte. Wir meinen das wahrhaft goldene 46 Jahre alte Friseur Bruno Fritsche aus der Perlebergerstr. 11. darauf hin, daß gerade die Berliner Verhältniffe erz verborgen, das allezeit im Stillen bereit war, dem Nächsten feit zwei Jahren 28intelfonfulent. Auch hiermit kam er wohl nicht in diesem Punkte eine Abweichung von den Bebeizustehen und dort zu helfen, wo Hilfe gewährt werden mußte. gut zurecht. Am Sonnabendnachmittag besuchte er mehrere Wirt stimmungen notwendig machten. Von fleißigen und be- mit Gustav Schwarzkopf ist ein guter Mensch zu Grabe getragen fchaften. Zu Hause angekommen, segte er sich auf einen Stuhl, nahm fähigten Kindern werde hier das Ziel der Gemeindeschule schon mit worden. Chantali und starb auf der Stelle. und in Der " So am Sonnabend, wo unter Aus den Nachbarorten. od Steglik. Die Parteigenoffen werden ersucht, in der am Donnerstagabend 8 Uhr in den Kaiserhallen stattfindenden Boltsbersammlung, in welcher der Reichstags- Abgeordnete Genosse Zubeil über Wohnungsnot und Kohlenwucher sprechen wird, zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß heute, Dienstag, eine Flugblattverteilung stattfindet, zu der sich die Parteigenossen in den bekannten Lokalen zahlreich einfinden wollen. " " **** " Versammlungen. Centralverein der Bildhauer Deutschlands.( Verwaltungsstelle Berlin.) Versammlung am Dienstag, den 29. d. M., abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshaus". 1. Geschäftliches. 2. Bericht und Neuwahl der Kommissionen. 3. Verschiedenes. woll- G den Vermischtes. Durch einen Sturz mit einem Ballen Wolle verunglückte und um diese Angaben glaubhaft erscheinen zu laffen, zahlte er gestern morgen der 34 Jahr alte Arbeiter Franz Gürtler, der in der regelmäßig die Beiträge. Bald stellte sich aber heraus, daß L. Sutfabrit von Bock u. Cie. in der Frankfurter Chauffee 158 beschäftigt gelogen und er erst jest um seine Aufnahme in den Verband nach- Zu dem Bericht über die Versammlung im 5. Wahlkreise ist. Drei Arbeiter waren dabei, den Ballen eine Treppe himunter gesucht hatte. Schließlich begab sich eine Vertrauenskommission der und die Zusammenfassung dessen, was er dort gegen Genossen zu schaffen. Gürtler, der unten war, stürzte, der Ballen, den seine Verbändler zum Geschäftsführer und ersuchte um die Entlassung des Dr. Arons einwandte, schreibt uns Genosse Liepmann, daß Arbeitsgenossen nicht halten konnte, rollte nach und fiel auf ihn. Der L. Dieselbe wurde zunächst abgelehnt, da aber die Verbändler die der Bericht in der wiedergegebenen Form zu unrichtigen Schlüſſen Verunglüdte wurde an der rechten Körperseite durch Rippen- Arbeit niederlegten, so mußte 2. gehen. Dieser erstattete num und einem allzu krassen Urteile über die Gewerkschaften führe. quetschungen und am rechten Bein so schwer verlegt, daß man ihn Anzeige wegen zahlreicher ihm widerfahrener Beleidigungen und gab Genosse Liepmann führte dem Sinne nach folgendes aus: mit einem Lidschen Rettungswagen nach dem Krankenhaus am an, er sei unausgesetzt mit Schuster"," drediger Affe"," Nauhbein" usw. Die Gewerkschaftsbewegung, wenn sich solche unter Friedrichshain bringen mußte. beschimpft worden. Einmal habe ihm der in derselben Gasse neben socialdemokratischer Führung und Leitung befindet, stellt einen der Carl Weift Theater. Die Bühne, die den Vorzug hat, an feinen Seglasten gelegt, aufwelchem gedruckt war:" Ungeziefer, jezt unfrem Biele, Abschaffung der jezigen Profitproduktion bewegen ihm stehende Schriftsezer Hans Müller einen Beitungsausschnitt auf ebenwege dar, auf dem sich die Massen ebenfalls mit zu Sonntagnachmittagen die Mitglieder der Freien Volksbühne geistig ist es Beit, daß Du verduftest!" Das Schöffengericht in Trebbin könnten. Das Schöffengericht in Trebbin fönnten. Die Konsumbereine würden wir uns als ein zu erquicken, ist zu andern Zeiten leider immer noch eine Stätte hatte diejenigen Schriftsetzer, Iche Lebrecht angezeigt hatte, deshalb weiteres Mittelchen" eventuell gefallen laffen, wenn die in dens dramatischer Troftlosigkeit. Bon Faust bis zu den Webern Gerhart besonders streng bestraft, weil der Vorsitzende der Meinung war, selben Angestellten beffer bezahlt und anständig behandelt würden." Hauptmanns sind hier die Schäße der deutschen Litteratur an der Berliner Arbeiterschaft vorübergewandelt, die Mitglieder des Hauses folge. Es wurden daher die Schriftseter Heinrich Streib, hans hielt am Donnerstag eine außerordentliche Mitgliederversammlung daß der Buchdruckerverband socialdemokratische Tendenzen ver Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer haben sich im Verein mit andern Künstlern der ersten Bühnen am Müller, Anton Priepte und Richard Lun zu 2 Wochen Ge- bei Stechert ab, in der zunächst die Beratung des Vereinsbesten erproben können. Dies scheint am Hause selber keine Spuren fängnis und 6 M. Geldstrafe, bezw. 1 Woche Gefängnis, bezw. zu statuts vorgenommen wurde. Die Vorschläge der Statutens hinterlassen zu haben. Dort wechseln in langer Reihenfolge ameri- 10 Tagen und bezw. zu 1 Woche Gefängnis verurteilt. Die An- beratungs- Kommission, die in Nr. 3 der„ Einigkeit" veröffentlicht fanische Sensationsstücke mit Dramatisierungen irgendwelcher Tages: find, wurden nach eingehender Distuffion unter Vornahme einiger begebnisse ab; heute ist der Boerenkrieg, morgen der Chinafeldzug auf geklagten legten Berufung ein und suchten vor der Strafkammer die beratungs- Kommission, die in Nr. 3 der„ Einigkeit" veröffentlicht begebniffe ab; heute ist der Boerenkrieg, morgen der Chinafeldzug auf meisten Buntte der Antlage auf harmlosen Scherz zurückzuführen. Abänderungen mit großer Majorität angenommen.§3 des Entwurfs Tagesordnung. Und wenn die Abwechslung bedeutend wird, dann fommit ein schönes Rührstück heran. Dte Bezeichnung Schufter" fei unter den Schriftsegern wird dahin abgeändert, daß die Mitglieder bereits nach über dem Titel 3 wei Baisen" ein wohl an fünfzig Jahre altes gang und gäbe, Raubbein" pflegten diejenigen Kollegen genannt 14 tägiger Dauer der Arbeitslosigkeit bezw. Krankheit teine Schauspiel gegeben wurde, das von hochgestimmten Gefühlsergüffen willen herabdrücken helfen. Streib gab an, er sei ein Schivabe; in der von dem sechsmonatlichen Ausscheiden der Revisoren handelt, von der zu werden, welche die Arbeitsbedingungen momentanen Vorteils Beiträge zu zahlen brauchen. Bei§ 4a wird der vorgeschlagene Abſaz, wirkungsvoll stroßt und auch heute noch je nach Anlage des Zu- feiner Heimat fei das Wort„ brediger Affe" eine Art Schmeichelwort, Versammlung abgelehnt. Außerdem werden nur noch einige unschauers den einen zu Thränen rührt und den andern zum Lachen aufstachelt. Sollte wirklich das Publikum im Osten so verständnis- er werde sehr oft mit Sauſchwab" angeredet und dürfe das auch wesentliche Äenderungen an den Vorschlägen der Kommission geaufftachelt. Sollte wirklich das Publikum im Osten so verständnis nur als Scherzwort auffassen. Was die Vorlage des Beitels mit troffen. Dann gelangt noch der folgende Antrag des Vorstands zur los fein, daß Gaben besserer Art nicht schmackhaft befunden werden? der Aufschrift Ungeziefer" usw. betraf, erklärten die Angeklagten Annahme: Die Ausgabe der Sammelfarten zum öffentlichen Uns will scheinen, daß die Direktion bisher überhaupt kaum den sowie die Entlastungszeugen, daß es in Offizinen üblich sei, daß Streiffonde soll vom 25. Januar ab im Bureau im GewerkschaftsVersuch gemacht hat, mit erträglichen Stücken zu kommen. Feuerbericht. Montag früh 5 Uhr kam Griebenowstr. 19 ein als Cirfular von einem Stande zum andern gereicht würden. haus erfolgen, und find die Baudeputierten gehalten, sich im Bureau Dachstuhlbrand zum Ausbruch, zu dessen wirksamer Bekämpfung die In diesem Falle habe es sich um einen Ausschnitt aus den Reklamen Aufnahmelisten zu holen und dann die Karten abzuholen.d Wehr mit zwei Schlauchleitungen über eine mechanische Leiter vor- für das„ Bacherlin" gehandelt, der nicht an Lebrecht abreffiert war, Weißenfee. Am 20. b. M. hielt der Socialdemokratische Arbeiter gehen mußte. Ein erheblicher Teil des Dachstuhls sowie mehrere fondern durch die ganze Offizin ging. Die Straffammer faßte den verein seine Generalversammlung ab. Die Neuwahl des Vorstands Bodenverschläge wurden eingeäschert. Keibelstr. 30, Antlamerstr. 15 auch die Sache milder auf, beseitigte alle Gefängnisstrafen und er ergab folgendes Resultat: Beudert, Borsigender; Baudert, und Fruchtstr. 31 waren Wohnungsbrände zu beseitigen. Auf dem tamute für Streib auf 75 M. Geldstrafe, für Priepfe und Lun auf je Raffierer; Wegner, Schriftführer; Elzner, Huhn, Reste, Lehrter Güterbahnhof und Neuenburgerstr. 14 wurde der Fußboden 25 M. Müller wurde ganz freigesprochen. Ruhnert und Koopmann, Beisiger; Saat, Stahlberg eingeäschert, während Unter den Linden 20 ein Holzverschlag in und Breitkreuz, Revisoren; ittler und Faber, BiblioEine recht fühlbare Strafe für üble Nachrede verhängte Flammen aufging. Außerdem war Grüner Weg 13 noch ein un- gestern das Schöffengericht über den Magistrats- Bureaubeamten Karl thefare. Die Einnahme im Jahre 1900 betrug 1696,70; bie Aug, bedeutender Ladenbrand abzulöschen. Schulze, der von dem Magistratsbeamten und früheren Armen- gabe 1434,99 M. Die Mitgliederzahl 422. Dem Kreisvertrauens tommiffions. Vorsteher Liebscher wegen Beleidigung verklagt mann wurden 37,80 M. überwiesen. worden war. Im Jahre 1896 war bei dem Kläger ein Einbruch mühungen eine Spur der Thater nicht aufzufinden. Seitdem berübt worden, die Kriminalpolizei vermochte jedoch trog aller Bewisperte man sich in den Bureaus des Magistrats allerlei Geschichten in die Ohren, die darauf hinausliefen, daß der ganze Einbruch überhaupt nur fingiert gewesen sei. Jahre sind darüber vergangen, das Gerücht scheint aber nicht zur Ruhe gekommen zu sein. Ein Kollege, der mit dem Privattläger in Streit geraten war, erinnerte Ueber den Brand des Jakobi- Kirchturms in Lübeck wird fich jenes Gerüchts und ging den Angeklagten um nähere Aus- dem B. T." gemeldet: Am Sonnabend um die Mittagsstunde überDie drei Grundbesitzervereine in Weißenfee haben sich zu funft darüber an, welche Bewandtnis es mit der Sache habe. Bei zog unfre Stadt beim dichtesten Schneegestöber ein furzes heftiges einem Wirtschaftsverbande zusammengeschlossen. Der alte Groll und dieser Gelegenheit soll nun der Angeklagte in nicht mißzuverstehender Gewitter. Einer der furchtbaren Schläge fuhr in den schlanken Turm Hader ist vergessen. Man hat gefunden, daß durch Einigkeit in weit Weise erklärt haben, daß die Sache damals nicht ganz in Ordnung der aus dem 14. Jahrhundert stammenden St. Jakobi- Kirche. Eine größerem Maße Einfluß auf das öffentliche Leben zu erlangen ist, gewesen sei. Diese Bemerkung bildete die Grundlage der Privat Stunde später wurde dicht unter der Kugel eine Rauchsäule von einem als bei zersplitterten Kräften. In bekannter Manier schreit der flage. Der Angeklagte behauptete, daß seiner Zeit die Kriminal- Passanten bemerkt. Den Feuerwehrleuten war es unmöglich, an den ganze Chorus des neuen Verbands nach fommunaler Unterstützung polizei selbst die Ansicht vertreten habe, daß es sich um einen Herd des Feuers zu gelangen, weil sich der Turm nach oben hin für diverse Zwede. Diesmal sollen die Gemeinden für das höhere fingierten Diebstahl handelte. Nach seiner Behauptung habe ihm stark verjüngt, fie mußte sich darauf beschränken, einer Ausbreitung Schulwesen Zuschüsse leisten, damit die Kinder besserer" Leute später damals Kriminalinspektor Braun bei einer persönlichen Unter- des Feuers vorzubeugen. Infolge des heftigen Winds gelang es den Gymnasial- oder Realschule besuchen können. Das bessere" Bublikum redung bemerkt: Meine Einbrecher arbeiten ganz anders; Flanımen nicht, hervorzuzüngeln, so daß man nur gewahrte, wie unwürde nach Ausspruch einiger dieser Herren in Scharen den Ort bevölkern, es dürfte sich empfehlen, Herrn 2. selbst im Auge zu aufhörlich aus den Kupferplatten Rauch hervorquoll und hin und dadurch würde Weißensee sich heben, und die„ faulen Kunden" im behalten." Der als Beuge vernonumene Kriminalinipettor wieder Funken herabfielen. Die Gefahr, daß die glühend gewordene Steuer- und Mietezahlen würden verschwinden. nur die Thatsache bekunden, daß die Nach- Stange der Kugel fich vom Gebält lösen und die 8 Centner schwere forschungen nach den Einbrechern seiner Zeit fruchtlos waren; er be- Kugel mit dem Hahn in die Tiefe stürzen tönne, hielt die unten zweifelte im übrigen, daß er einer Privatperson gegenüber eine harrende Menge in atemlofer Spannung. Mit Eintritt der Dunkelderartige Aeußerung gethan haben könnte. Der Gerichtshof glaubte heit wurden Scheinwerfer herbeigeschafft, die den Turm während der bei dieser Sachlage zu einer empfindlichen Strafe greifen zu müssen, ganzen Nacht beleuchteten. Sonntag gegen 1 Uhr mittags stürzte die da ein solches Gerede ohne thatsächlichen Hintergrund sehr gefährlich Stugel herab. Sie schlug durch das Dach der Kirche und fiel, ein werden könne und der Angeklagte keinerlei Anlaß hatte, eine alte, furchtbares Loch in das Dach reißend, ins Schiff der Kirche, ohne längst abgethane Geschichte wieder aufzuwärmen. Der Gerichtshof jedoch hier wesentlichen Schaden anzurichten. Das Feuer dauerte Rigdorf. Der Magiftrat stimmte in seiner legten Sigung den verurteilte den Angeklagten zu 200 M. Geldstrafe eventuell fort, doch hielten die Kupferplatten noch immer die Flammen auf und Beschlüssen der Wohnungsdeputation zu, welche be- 20 Tagen Gefängnis. ließen nur Rauchsäulen sehen. Die Turmspize hing, nachdem das treffen: 1. Die Errichtung eines Wohnungsnachweises in Verinnere Gebält ausgebrannt war, umgeklappt wie der Zipfel einer Düte bindung mit dem städtischen Arbeitsnachweise- Bureau, 2. die AufWie stark noch die Anschauungen des Polizeistaats in etwa 20 Meter feitwärts am Turme herab. Die Feuerwehr mußte nahme einer Wohnungsstatistik in Groß- Berlin, 3.) die Absendung Preußen maßgebend find, zeigt folgendes Vorkommnis. Der Buch- fich damit begnügen, den unteren Teil des Turms vor den Flammen einer Anfrage an die Alters- und Invaliden- Versicherungs- binder 3. war in der Nacht zum 15. Juli verhindert, in seine in der zu schüßen. Der Turm der St. Jakobi- Kirche bildet einen trigonoanſtalt, ob und eventuell unter welchen Bedingungen der Prinzenstraße belegene Wohnung zu gelangen, weil vor dem Hause metrischen Punkt der königlich preußischen Landesaufnahme. Die Stadtgemeinde zum Bau von fleinen Wohnungen Kapitalien ein Auflauf entstanden war. Ein Schuhmann war mit einem An- Stirche ist nicht versichert. Eine Meldung des W. T. B." besagt: gerempelten in Streit geraten, weil der Beamte sich weigerte, Die Spitze des Thurms stürzte, nachdem das Eichengebält des Die Deputation für die Pflege- Anstalten soll beauftragt werden, ihm die Adresse des Gegners mitzuteilen. 3. bot sich Thurmes 24 Stunden gebrannt hatte, mit lautem Getöse auf das schleunigst zu prüfen, ob es zweckmäßig und notwendig sei, die der darauf dem Angerempelten als Zeuge an, wurde aber von Kirchenbach, durchschlug dieses und blieb auf dem Gewölbe liegen. Stadt überlassene Döderiche Barade zur Unterbringung von dem Beamten aufgefordert, weiter zu gehen. Als er erklärte, Das Feuer war 4 Stunden später gelöscht. Da das Abstürzen Stranten aufzustellen, oder welche andre Einrichtungen zu treffen seien, daß ihm dies wegen des Auflaufs nicht möglich sei, weiterer Thurmteile befürchtet wird, ist der Straßenbahnverkehr an um für die Unterbringung der Kranten zu sorgen. mußte er mit zur Woche. Die weitere Folge war, daß J. eine auf der Kirche unterbrochen. Die Deputation für die städtischen Beleuchtungs- An- 12 m. lautende Strafverfügung erhielt, weil er groben Unfug verSchiffsunglück. Der Dampfer Holland" der Niederländischen stalten beschäftigte sich dieser Tage mit dem Voranschlag für das übt und fich gegen die Straßenpolizeiverordnung vergangen haben Geschäftsjahr 1901. Man rechnet mit einem Ueberschuß von 186 800 follte. Die Straffammer jepte darauf die Strafe auf 6 M. fest, in- Dampfschiffahrts- Gesellschaft, welcher den Dienst zwischen Rotterdam Mart. Davon find für den Referbefonds 20 000 m. und für die dem sie ausführte, daß zwar von grobem Unfug teine Rede sein und London versicht, hat Montag früh bei der Einfahrt in den Nieuwe Stadthauptkaffe als Ueberschuß 116 800 m. bestimmt. Man trat der fönne, daß aber es nicht Sache des Bürgers fei, fich auf der Straße Waterweg am Nordpier Schiffbruch erlitten. Der Kapitän und sechs Frage näher, ob nicht die Erhebung der Gasmessermiete aufgegeben in Streitigkeiten zwischen Schuhmann und Passanten einzumischen, Mann sind gerettet, die übrigen 14 Mann der Besatzung und vier werden solle. Die Deputation beschloß die Beibehaltung der Miete. auch dann nicht, wenn anscheinend der Schußmann im Unrecht sei. Baffagiere sind wahrscheinlich ertrunken. Sie ging davon aus, daß bei Fortfall der erheblichen Einnahme Die hiergegen beim Kammergericht eingelegte Revision wurde dieser möglicherweise an eine Steuererhöhung gedacht werden müsse. Andrer- Tage verivorfen. feits läge eine dringende Notwendigkeit, den bisherigen Zustand zu Prediger oder Laie. Der Sprecher einer Baptisten ändern, umsoweniger vor, als auch Berlin und die übrigen benachgemeinde, Stöther, war wegen Bergehens gegen eine der über barten Städte die Gasmeffermiete weiter erhöben. Die von den bas ganze Königreich Preußen verbreiteten Polizeiverordnungen anArbeitervertretern gestellten Anträge, die Löhne der Hofgeflagt worden, wonach Laien reden auf den im Eigentum der arbeiter zu erhöhen und allen Arbeitern der Gasanstalt Kirchengemeinden stehenden Begräbnisplätzen ohne Genehmigung einen achttägigen Urlaub zu gewähren, wurden von der des zuständigen Geistlichen nicht gehalten werden dürfen. Er hatte Mehrheit abgelehnt. ein paar Worte am Grabe eines Manns gesprochent, der zwar nicht Aus Nigdorf. In der Nacht zum Montag wurde der hierselbst aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten war, sich aber wohnhafte Zimmermann Bratsch in der Thomasstraße von drei während der letzten Jahre zur Baptistengemeinde in Fischhausen unbekannten Männern ohne jede Veranlassung überfallen und gehalten hatte.. wurde in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe durch Messerstiche im Rücken und Schultern übel zugerichtet. Die verurteilt. Das Landgericht nahm an, daß Sprecher von Gemeinden, Unfallstation in der Steinmetzstraße leistete dem Verlegten die erste die nicht zu den ausdrücklich anerkannten Religionsgesellschaften Hilfe. Bisher fonnten die Thäter noch nicht ermittelt werden. gehören, Laien feien. Solche anerkannten Religionsgesellschaften Heu Beim Verlassen eines in der Fahrt befindlichen Straßenbahn- find in Preußen nur die evangelische Landeskirche und die römisch- Erbsen wagens fam der Maler A. in der Berlinerstraße zu Fall und zog katholische Kirche. Auf die Revision des Angeklagten sprach ihn das sich so erhebliche Verlegungen zu, daß er sich in ärztliche Behandlung Rammergericht mit folgender Begründung frei: Das Landgericht habe Linfen den Begriff des Laien verkannt. Es bilde den Gegensatz zu begeben mußte. „ Geistlicher“,„ Prediger", nicht etwa bloß zu evangelischer Ans Pankow wird uns geschrieben: Wie es hier in kommunalen Geistlicher" oder katholischer Geistlicher". Im vorliegenden Angelegenheiten um die Beachtung gefeßlicher Vorschriften steht, zeigt Falle stehe mun fest, daß der Angeltlagte zum Sprecher oder Prediger folgender Fall: Bekanntlich haben auf Grund der Bestimmungen der der Baptistengemeinde ordnungsmäßig bestellt worden sei. Somit §§ 39 und 56 der Landgemeinde Ordnung die Gemeinde- sei er eben Prediger und nicht Laie, müsse also freigesprochen Wählerlisten in der Zeit vom 15. bis 30. Januar öffentlich werden. auszuliegen; auch ist die Auslegung der Listen vorher zur öffentlichen " Wenn diese Grundbefizer wirklich glauben, sich dadurch etwas zu bergeben, daß fie mit Minderbemittelten zusammen wohnen, so ist es für Leute mit gesundem Berstande schwer zu begreifen, weshalb die Hausbefizer von jener Sorte Leute überhaupt noch einen Pfennig für Miete entgegennehmen. Man laffe die Löcher doch einfach leer stehen. aus dem Refervefonds leihweise geliehen werden würden. V Braun fonnte " Marktpreise von Berlin am 26. Januar 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Welzen, gut " " *) Roggen, gut t) Gerste, gut Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter mittel gering " Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Reule 1 kg 6, 5, 1,60 1,20 do. Bauch 1,30 1" " " 14,15 14,14 " 1,60 1,10 mittel 14,13 14,12 " " 1,80 1, gering 14,11 14,10 " " 1,60 0,90 15,40 14,70 2,60 2, " mittel 14,60 13,90 " gering 13,80 13,10 " Gier Karpfen 60 Stüt 5,50 3,20 1 kg 2,20 1,20 Safer, gu 15,90 15,20 " 15,10 14,50 Aale Bander 2,80 1,40 " 2,50 1,20 " 2,- 1, 1,80 0,80 3,-1,20 1,40 0,70 " " mittel gering strob Speisebohnen 14,40 13,80 Hechte 7,16 6,50 Barsche 40, 45, 8,10 5,20 Schleie 25, 25, Bleie Krebse 70, 30, 501000 per Shot 12-3, *) ab Bahn. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 28. Januar. Bei geringen Umfäßen zeigte Getreide anfangs ziemlich feste Tendenz. Die Einwirkung der vor gefirigen höheren nordamerikanischen Notierungen wurde indeß durch fiärteres Angebot aus dem Julande, sowie durch niedrigere Preise an den östreichisch- ungrischen Märkten paralysiert. Die Preise für Weizenlieferungen und Roggenlieferungen waren anfangs etwas höher, sie gingen aber später wieder auf vorgeftrige Schlußpreise zurüd. Hafer war behauptet. Rüböl war auf Baris 30 Bf. niedriger. Spiritus. 70er Locofpiritus notierte unverändert 44,20 M. Witterungsübersicht vom 28. Januar 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter க Temp. n.C. 5°= 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5°.= 4° R. Kenntnis zu bringen. Als am 22. d. M. mehrere Wähler die Listen Der Verkauf eines Stückchens verdorbener Leberwurst einsehen wollten, wurde ihnen der Bescheid, daß eine Bekannt ist für die Schlächtermeister Menzel schen Eheleute verhängnisvoll machung noch nicht erfolgt sei, also die Listen noch geworden. Sie standen gestern wegen wissentlichen Verkaufs ver= nicht ausliegen. Auf die Frage, ob man noch in diesem Jahre die borbener, gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel vor der vierten Strafe Bekanntmachung erwarten tönne, schwieg man sich aus. Da die lammer des Landgerichts I Am Nachmittage des 8. Oktober v. J. Arbeiterschaft unfres Orts seit langem über mangelhafte Führung ließ sich ein Schlossergeselle durch den Lehrling aus dem Menzelfchen und unvollständigkeit der Wählerlisten zu klagen hat, wird man sich Laden für 10 Bf. Leberwurst holen. Die Ehefrau Menzel verabfolgte bei der Gemeindevertretung und beim Landrat beschweren. Ein die Wurst. Als der Geselle in die Wurst hineinbig, ipie er gleich solches Vorgehen ist um so gerechtfertigter, als bis zum heutigen darauf den Bissen mit Abschen wieder aus. Schon das HineinTage die Listen noch nicht ausliegen. beißen hatte die Wirkung, daß der Schlossergeselle von Erbrechen befallen wurde, er behauptete, daß dieser Zustand des Unwohlseins drei Tage lang gedauert habe. Die Wurst, von der das in Rede Swinemde. 728 N stehende Stüd verkauft war, war in dem Menzelschen Laden nicht Hamburg Berlin mehr zu finden. Die Sachverständigen begutachteten, daß das verFrantf./M. Reibereien in einer Buchdrucker- Offizin beschäftigten gestern laufte Stückchen Wurst bereits hochgradig in Fäulnis übergegangen wünchen die III. Straffammer am Landgericht II. Die Reimersche Buch- war. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten eine Ge746 23 5 wolfig druckerei in Berlin hat in Trebbin eine Offizin und beschäftigt dort fängnisstrafe von je drei Monaten und Veröffentlichung des Urteils Wetter- Prognose für Dienstag, den 29. Januar 1901. Verbändler und Nichtverbändler. Im Sommer v. J. hatte der in der Allg. Fleischerztg." als Warnung für seine Berufsgenossen. Bunächst etwas tälter, vielfach heiter, jedoch unbeständig mit geringeren Schriftseger Lebrecht in dieser Offizin Arbeit erhalten. Auf eine Der Gerichtshof nahm nur eine Fahrlässigkeit als erwiesen an und Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Anfrage gab er an, Mitglied des Verbands der Buchdrucker zu sein, erfannte auf je 14 Tage Gefängnis. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Nedacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin. Gerichts- Beitung. Wien 738NW 3 woltig 1 Haparanda 738 NO 2 Schnee-5 1 Petersburg 111 8 bededt 732 NW 7 Regen 2 Cort Aberdeen Baris 758 SM 2 Regen 3 56