Nr. 25. sot mlollen of 18 sidd slotut slid tiheduses fastan Hujusmodify us insistono ind spss.# thods tidal sh Abonnements- Bedingungen: id pu Abonnements- Prets pränumerando: id rind Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., smisli wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Schedel 18. Jahrg. Vorwirts Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags dili Nummer mir fluftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft mile bonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungs. 3 d Preisliste für 1901 unter r. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheink täglich außer Montags. and daug op and biolpng aimed t odustusded g Berliner Dolksblatt. d patio Die Insertions- Gelinge o beträgt für die fechsgespaltene Rolonet zeile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. „ Bleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Besttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Man schreibt uns: Die lang ang int no algun Mittwoch, den 30. Januar 1901. dil and Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. J = sid Das würde des find," so wird man öffentlich darüber Aufklärung fordern wird der Vorwurf erhoben, daß bereits im Frühjahr müssen, wie es gekommen ist, daß der Aufsichtsbehörde seiner und Sommer 1899, als sowohl der Chef des aufsichtsVerantwortlichkeit im Hypothekenkrach. welche die oben von uns citierte staatliche Revisionskommission" der Hypothekenbanken alle Hypotheken Pfandbriefe für gleichmäßig Beit die übermäßig hohen Beleihungen entgangen sind, führenden Ministeriums wie der Dezernent für die Beaufsichtigung sicher erklärten, mindestens bei einer dieſer Hypothekenbauken die iegt festzustellen vermochte. T Als vor Wochen das Schwindelgebäude der Preußischen das Verhältnis der Aufsichtsbehörde zu den dann sein, wenn jede einzelne Lage und auf Grund der Wir wollen hoffen, daß die genaue Untersuchung über also als wenig wirljam erwiesen; wirksam würde sie nur allertraurigsten Verhältnisse herrschten. Die Staatsaufsicht habe sich Hypotheken- Attienbank zum Einsturz tam, da ging durch die Sypothefen banten feinerlei Fingerzeige bringe, wie felben jede einzelne Beleihung geprüft würde. gesamte bürgerliche Presse ein verlegenes Erstaunen. Man fie Dr. Max Wittenberg in der citierten, heute wie eine aber große Kosten seitens des Staats verursachen, während der war oder that vollkommen überrascht. Und doch mußten die Anklageschrift anmutenden Verteidigung der Banken giebt. ganze Gewinn in die Taschen der Aktionäre fließe. Auch das durch Sachkenner seit nahezu zwei Jahren darauf gefaßt sein, daß Er schreibt dort: eines schönen Tags auf diesem Gebiet ein Zusammenbruch Die Banten richten sich eben nach ihren eignen Ermittelungen und dem Anschen der Staatsbehörde schädlich sei die Uebernahme atial media Reichsgesetz vom 13. Juli 1899 geschaffene Institut der Treuhänder erfolgen müsse. Es war im Mai 1899, als der inzwischen fei wenig wirkungsvoll gewesen. In hohem Grade unerwünſcht bei einer Gebirgspartie verunglückte Privatdocent Dr. Paul und prüfen Grundstücke und Beleihungsanträge von Fall zu des Postens des Treuhänders seitens eines Beamten aus dem Voigt seine Broschüre:" Hypothekenbanken und BeleihungsFall... und die mit ihren Ermittelungen beaufsichtführenden Ministerium. grenze" beröffentlichte, in der er gegen die Hypothekenbanken trauten Personen sind sehr oft mit den von Aus der Antwort der Regierungsvertreter ergiebt sich, daß im den Vorwurf erhob, daß sie in ihren Beleihungen weit über in der der Regierung zu gleichen Zweden angestellten Jahre 1898 der Aufsichtsbehörde Beschuldigungen zugegangen waren, Beamten identisch." die zulässige Grenze hinausgingen, und diesen Borwurf durch Das würde also sagen, daß die Aufsichtsbehörde, wenn unter Benutzung des Bankkredits Grundstücks Spekulationen z nach denen die Direktoren der Brenßischen Hypotheken- Aktienbant di - in wirkliches, schwerwiegendes Material zu stügen wußte. fie die„ Ermittlungen der Banken" auf ihre Richtigkeit hin größerem umfange unternehmen sollten; auch war auf die BeWir haben ja nun die Wirkungen der Schwindelwirtschaft prüfen will, sehr oft auf dieselben Leute angewiesen ist, die, Berliner Baugesellschaft aufmerksam gemacht. Infolgedeffen ordnete erlebt. Man hat die Direktoren verhaftet, man hat unerhörte obwohl von der Regierung angestellte Beamte" vorher als ber and wirtschafts Minister eine Prüfung derjenigen ziehungen der Preußischen Hypotheken- Aktienbank zu der neuen Unregelmäßigkeiten in dem Geschäftsgebahren und in der höchste Organe der Banken dieselben Ermittlungen ausgeführt geschäftlichen Beziehungen Buchführung festgestellt, man hat weniger die Aufmerksamkeit haben, also in der angenehmen Lage wären, sich selbst zu Instituts mit Verwandten, die fich in leitender Stellung bei an an, welche die Direttoren der Deffentlichkeit darauf gelenkt, daß die lette Ursache fontrollieren. Herr Dr. May Wittenberg ist Herausgeber eines gegliederten Gesellschaften befanden, und mit der neuen Berliuer des Krachs die übermäßighohen Beleihungen Montags. Blatts, dessen Inseratenteil in der Hauptsache aus Baugesellschaft unterhalten sollten. Nachdem die daraufhin an bon Grundstücken gewesen find. adidas bustion Daß thatsächlich die Beleihungen in unzulässiger Höhe entsprechender ist, er Bank- und Börsenannoncen besteht und dessen Text ein dem gestellten Ermittlungen den Verdacht hatten begründet erscheinen borgenommen worden sind, beweist der Bericht der staatlichen Aufsichtsrats der Deutschen Grundschuldbank gewählt worden, Kredit des von ihnen geleiteten Instituts ungbar zu machen ist jetzt zum Präsidenten des lassen, daß einzelne Direktoren anscheinend gewerbsmäßig fich behufs Durchführung voit Grundstücks Spekulationen den Revisionskommission". Diese hat von den zur Deckung der man darf wohl annehmen, daß dieser früher auch mit Sanden fuchten, wurden alle diejenigen Beleihungen ermittelt, welche Pfandbriefe dienenden Hypotheken der Preußischen Hypotheken- Beziehungen unterhaltende Herr in den einschlägigen Dingen feitens der Bant in den legten fünf Jahren auf GrundAttienbant 1763 Beleihungen mit einem Darlehnsbetrage von ausreichende Informationen befitt. 263 000 000 m. geprüft. Hiervon waren 106 Hypotheken mit Dedung für die Banken angeführte obige Behauptung her oder nachher im Eigentum oder Miteigentum der einen oder Seine damals zur stücke gewährt wurden, die zur Zeit der Beleihung oder voreinem Betrage von 18 500 000 m. nicht erst stellig. Im stellt sich unter den heutigen Verhältnissen jedoch als eine so andren ihrer Direktoren oder deren Berwandten gestanden ganzen hat die Kommission von den bisher geprüften schwere Beschuldigung einer bisher in noch unangetastetem haben. 263 000 000 m. etiva" 241 000 000 M. als zur Pfandbrief Rufe stehenden Beamtenkategorie dar, daß man bon fandbriefe Das Ergebnis der Revision veranlaßte die Bank, bei mehreren Beleihungen den als Unterlage für die unterlage geeignet" befunden. Bezüglich der ab- Herrn Dr. Wittenberg im öffentlichen Inter- erheblicheren Bemängelungen gab die Revision indessen teinen benugten Betrag vorläufig herabzuseßen; zu gesetzten 22 000 000 Mart ist jedoch in Betracht zu effe verlangen muß, feine Kenntniffe im anlaß. Die Aufsichtsbehörde habe bei jeder sich darbietenden ziehen, daß dieser Betrag durchaus nicht als wert einzelnen mitzuteilen und Namen zu nennen. Gelegenheit Ios anzusehen ist, vielmehr bei ruhiger fachgemäßer Würde der genannte Herr hierzu nicht im stande sein, würde wenn es ihr nicht gelungen sei, die Berhältnisse der Preußischen von ihrem Aufsichtsrecht Gebrauch gemacht; Abwicklung ein beträchtlicher Teil derselben sich als vollwertig er eine Namensnennung unterlassen, so würde er selbst Sypotheken- Aktienbank in allen Punkten zu tlären, so liege bas erweisen wird." Mit andern Worten also: gelangen die von Samit seine damalige Behauptung als eine unwahrheit an den Verschleierungen und strafbaren Handlungen der geſchäftsder Bank beliehenen Grundstücke zur Subhastation, so werden charakterisieren, erfunden, um mit dem guten Ruf gewisser leitenden Personen. Es ist also den Sanden und Konsorten gelungen, die voraussichtlich zu erzielenden Preise nicht im stande sein, Beamten die faulen Machinationen gewisser Banken zu decken. den Staat hinters Licht zu führen. Das geht auch hervor aus Sen Hypothekenbetrag von 263 Millionen Mart- im ganzen Bereits Boigt hatte in seiner Broschüre Andeutungen gegeben, der im Bericht abgedruckten Erklärung, die der Sekretär find ca. 360 Millionen Mark an Pfandbriefen der Bank in die auf ähnliches hinausliefen, Boigt ist indessen tot und seine Behörde in der Ende Dezember stattgehabten Bersammlung des Polizeipräsidiums als der aufsichtsführenden Umlauf voll zu decken. Diese eine Aufstellung zeigt bereits Hinweise müssen daher außer Spiel bleiben, aber Dr. Witten der Pfandbriefinhaber der Preußischen Hypotheken- Aktienbank aufs schlagendste, in welch' unerhörter Weise berg lebt, und er muß für seine Behauptungen einstehen. man bei den Begebungen von Beleihungen abgab und die dahin geht, daß die aufsichtführende Der hier berührte Punkt hat aber eine besondere Be- Behörde schon seit längerer Beit ihre Aufmerksamkeit den Vorschriften des Gefetes zuwider ge- deutung noch aus einem andren Grunde. Bei der Beratung beiden Banten( der Hypotheken Aktienbank und der Grundschuld. handelt hat. bestimmungen enthalten die Statuten der preußischen Hypo- Landtage 1899 sollten die Pfandbriefe der 11 preußischen nehmungen enge Beziehungen unterhielten, und aus diesen BeAuf Grund der gesetzlichen Normativ- des Ausführungsgesetzes im Bürgerlichen Gesetzbuch im preußischen bant) gewidmet habe, weil zur Kenntnis gelangt sei, daß dieselben theken- Attienbanken folgende Bestimmungen: Die Beleihung von Grundstücken darf, soweit die auf denselben sicheren Papiere aufgenommen werden, eine Maßregel, welche gewaltet hätten. Normativbanken auf Kommissionsbeschluß unter die mündel ziehungen gewiffe Bedenken gegen die Leitung dieser Banken obs gewährten Hypotheken und Grundschulden als Unterlage für Hypotheken Pfandbriefe benutzt werden, nur nach folgenden Be- der Sanden- Clique einen neuen Raubzug und vielleicht noch intereffe der Bank und der Pfandbriefinhaber stimmungen erfolgen: 1. Die Beleihung ist in der Regel nur eine Gnadenfrist für ihr Schwindelhandwerk ermöglicht hätte. von einer eingehenden Prüfung der Geschäftslage vorläufig Abzur ersten Stelle zulässig; fie darf: a) bei länd- Bei dieser Beratung hat die Voigtsche Broschüre die Haupt- stand genommen und sich damit begnügt, mit Hilfe des neu erlichen Grundstücken 2/3, b) bei den städtischen Grund- rolle gespielt. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Landwirt nannten Bantinspektors eine Nachprüfung bei besonders stücken die Hälfte, bei besonders gut gelegenen schaftsminister Freiherr Hammerstein: Wenn auffallenden Beleihungen zu veranstalten. Erst nachdem die Grundstücken in größeren Städten mit normal fortschreitender Ent- auch der Antrag Ihrer Kommission nicht gestellt wäre, Statastrophe über beide Banten an der Berliner Börse eingetreten und die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieselbe gelenkt sei, habe Sie Dieser Wert ist auf's sorgfältigste und so zu ermitteln, haben, als Aufsichtsinstanz die Pflicht obgelegen Aufsichtsbehörde den Bankinspektor mit einer genauen Prüfung der mich über die daß er dem selbst unter ungünstigen Verhältnissen noch zu er- Schriftbehauptungen zu unterrichten." Dies hat der Miniſter Richtigkeit der Voigtschen Verhältniffe beauftragt. zielenden Verkaufswert entspricht. Die Subhastation eines gethan. Es ist von ihm durch einen von zuverlässiger Seite Budgetfommission: das Haus wolle beschließen, die Regierung zu Das Ergebnis der Kommissionsberatung ist der Antrag der solchen in korrekter Weise beliehenen Grundstücks müßte also empfohlenen, erfahrenen, beamteten Sachverständigen ersuchen 1. die Staatsaufsicht bei den Hypothekenbanken, insbesondere stets in einer erheblichen Ueberdeckung der darauf eine formelle Nachtagierung eingeleitet worden".... Das durch Ernennung von Staatskommissaren bei den einzelnen lastenden Hypothek resultieren. Dagegen halte man, was bisherige Ergebnis der in ca. 40 Fällen ausgeführten Nach Instituten, zu verschärfen; 2. die Rechte der Treuhänder nötigen aus dem oben erwähnten Bericht hervorgeht! Bei dieser Lage der Dinge wird aber die Frage dringend: der Hypothekenbanken berechtigte Vorwürfe nicht erhoben werben Sypotheken- fandbriefen wirksamer auszugestalten. tagierungen hat ergeben, daß gegen das Geschäftsgebahren falls im Wege der Gesetzgebung im Interesse der Besizer von Wie war es möglich, daß der Aufsichts- tönnen." Angesichts der Thatsache, daß die gegen das Geschäftsbehörde die den Grund zum Busammenbruch gebahren der Hypothekenbanken von Voigt erhobenen legenden übermäßigen Beleihungen ent Borwürfe sich im Fall der Preußischen Hypotheken- Attien- richtete am Montag an die in der Versammlung der gangen find? Hinter die Schiebungen, die gefälschten Bant mehr als bestätigt haben, angesichts der oben Grundschuldaktionäre anwesenden Berichterstatter die Mahnung, Bilanzen 2c. der Sanden zu kommen, dazu hatte die Aufsichts- angeführten Wittenbergschen Behauptung, angesichts der beunruhigenden Artikel aufhören. Es scheint, daß selbst die der bei ihren Prinzipalen" dahin zu wirken, daß die behörde allerdings wohl kaum die Mittel, aber besaß sie auch in der legten Zeit enthüllten Korruptionsfülle, hat die Deffent Börse nahestehende Presse nicht geneigt ist, die Heimlichkeiten nicht die Möglichkeit, die Quelle des Unheils, die unzu- lichkeit ein Recht, volle Aufklärung zu fordern. Ist es doch der Tässigen Beleihungen zu kontrollieren? Gesundungs"-Ausschüsse zu unterstützen.„ Das Berliner Herr die Ergebnislosigkeit der damaligen ministeriellen Nach- Tageblatt", das in Dr. Mar Wittenberg, der sich in einer gegen Voigt tagierungen gewesen, welche es verhindert hat, daß man da Notiz genommen hatte, nach welchem die Liquidatoren der diesen Tagen von dem Gerücht gerichteten Broschüre: Mündelgelder und Hypo- mals bereits der Sanden- Clique die schmußigen Pfoten band. Grundschuldbank zusammen 85 000 Mark Gehalt theten banten" als ein begeisterter Freund der Hypo- So ist es gekommen, daß die Verantwortung für den Hypo- beziehen sollen, rügt neuerdings den Umstand, daß den Aktionären thekenbanken zu erkennen gab, bietet auf diese Fragen thefenfrach heute in noch weit schärferem Maße, als es da nichts von den Verhandlungen mitgeteilt ist, die zwischen folgende Antwort: mals der Fall hätte sein können, auf den Staat fällt, der Gesellschaft in Kassel schweben, und die auf Annullierung eines der Grundschuldbank und den Interessenten der Trebertrocknungs„ Die Aufsichtsbehörde, das ist in Preußen das Landwirtschafts- die Aufsicht zu führen hatte. ministerium, und als sein Vertreter für die in Berlin domizi Das preußische Abgeordnetenhaus dürfte sich bereits ist aber nichts als ein Einzelfall aus einem System. Es lag großen Tauschgeschäfts in Attien hinauslaufen. Diese Heimlichkeit lierenden Banken das königliche Polizeipräsidium, müßten Mittwoch oder Donnerstag mit dem Hypothekenbanttrach be- biel unter dem Tisch am Montagabend und alle arger Pflichtvergessenheit geziehen werden, wenn sie bisher, schäftigen. Man hätte bei diesem Anlaß allen Grund, der Anwesenden wußten das. Die Altionäre mögen selbst sehen, was obgleich ihnen alle Unterlagen über die Beleihungen der von Wittenberg damals zu Gunsten der Banten behaupteten ihnen paffend scheint, aber alles, was da gefchieht und Hypothekenbanken in die Hand gegeben sind, ihr Kontrollrecht teilweisen Personalunion der Bant- und der Staats- unterlassen wird, wirkt auf die Befizer der Obligationen, kleine thatsächlich nur mangelhaft ausgeübt haben sollten." Tagatoren nachzuforschen. = " Asfundonin würde mir Mit dem Krach auf dem Hypothekenmarkt zu Terraingesellschaften und industriellen Unter Die Aufsichtsbehörde habe aber damals im -Herr Direktor Kohnih, " Leute zum großen Teil, denen man jetzt die Papiere anscheinend zu niedrigen Kursen abkaufen will, bis aus diesen Verlusten der Kleinen Sparer der Bank ein hinreichender Gewinn erwächst, daß auch für die Aktionäre etwas abfällt. Auf die Beamtenschaft des hier genannten Refforts haben gewisse Vorgänge der jüngsten Zeit ein Licht geworfen, das in weiten Schichten der Bevölkerung das Ansehen dieser Behörde kaum gesteigert haben dürfte, es liegt daher im hat sich die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gelegentlich Ueber die riesige Liquidation der Tochtergesellschaften, über den eigensten Interesse dieser Behörde, wenn öffentlich darüber der Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung be- Regreß gegen die Aufsichtsräte, Treuhänder 2c. ist am Montag fast Klarheit geschaffen wird, ob die oben angeführte Beschäftigt. Nach dem soeben erschienenen Bericht ist die Frage nach gar nichts gesagt worden. Als wenig zu sagen war, weil man noch drei Richtungen hin erörtert: 1. bezüglich der Sicherheit der nicht flar sehen konnte, in den ersten Bersammlungen wurden hauptung Wittenbergs als richtig angesehen werden darf Sypotheken- Pfandbriefe, 2. bezüglich der Staatsauffit über gedruckte Berichte gegeben. Jezt, wo man flar sehen kann, speist Ist es wahr, daß der Aufsichtsbehörde alle Unterlagen über die Bantbetriebe und 3. bezüglich der Stellung, Rechte man die Oeffentlichkeit mit einer kurzen Komödie ab. die Beleihungen der Hypothenbanken in die Hand gegeben und Pflichten der Treuhänder. Gegen die Regierung Dolikifche Msbevochk. Berlin, den 29. Januar. Zollerhöhung und Slusland. Noch bei allen Redeleistungen des Grafen B ü l o>v erklang auch ouS dem gesamten Umkreis der Nachbarstaaten vielfaches Echo höchster Bewunderung. Ganz andren Widerklang jedoch erweckte die neueste Ankündigung des preußischen Ministerpräsidenten, daß die Regie- rung sich zur wesentlichen Erhöhung der landwirtscha'ft- l i ch e n Zölle entschlossen zeigte. Mit Recht macht der„Hamb. C o r r e s p." darauf aufmerksam, daß das„Wolffsche Telegraphen-Bureau", das bisher in der Regel die auswärtigen Preßstimmen über die Bnlow-Reden sorgfältig ge- sammelt und schleunigst über das ganze Reich verbreitet hatte, dies- mal seine Leser ganz im Stiche lasse. Eine Mitteilung der östrcichischen Preßäußemngen über die Erklärung des Grafen Bülow würde die schweren Gefahren, die für die Erneuernng der Handelsverträge aus den Absichten der Regierung erwachsen, offenbar machen. Die Wiener„Sonntags- blätter" haben sich über die neueste Kundgebung des Bülowschen Genies durchweg in nngiinstigem Sinne ausgesprochen und erklärt, daß sich dir Anöstchteu der Erneuerung der Handels- Verträge bedeutend verschlechtert hätten. Die„Neue Freie Presse" beispielsweise schreibt: „Daß aber der„gesteigerte Zollschutz" für das Getreide zugleich in sehr erschlverender Weise der Er- Neuerung der Handelsverträge präjudiciert, dafür bedarf es kaum eiucs Beweises;' man kann nur mit Befremden über die Höhe des Preises staunen, welchen Graf Bülow den Agrariern für die Annahme der Kanalvorlage zu zahlen sich entschlossen hat." Aber nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Schwierigkeiten als Folge der jetzigen deutschen Zollpolitik kündigt das genannte Wiener Blatt an: „Es ist umsonst, sich dem Wahne hinzugeben, daß die p o l i- tischen und die wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwischen großen Nachbarreichcn durch einen G r a b'e n getrennt seien; sie wirken naturnotiv endig auf einander und sind von einander abhängig. Aus diesem Grunde haben wir auch in Oestreich-Ungarn Anlaß, die Erklärung des Grafen Bülow im preußischen Aligeordneten- hause mit einige ni Befremden hinzunehmen und angesichts der Vorbereitungen zur Erneuernng unsres Handelsvertrags mit Deutschland uns zu fragen, ob die in Aussicht ge- stellte Steigerung des Getreidezolls nicht eine beträchtliche Er- schwerling bedeutet. Wir sind wiederholt in der Lage gelvesen, solche Erschwerung zu empfinden, und haben zu der Zeit, da das arge Wort vom„Tribut" fiel, die Erfahrung machen können, wie verstimmend handelspolitische und wirtschaftliche Dissense auch aus das lebhafte st e und zw eisellose st e poli- tische Zusammengehörigkeitsgefühl wirken können." Auch im ungrischen Abgeordnetenhause ist die Sperrpolilik des Weltpolitikers der„offnen Thür" bereits am Montag besprochen worden. Bei der Beratung des Budgets des Handelsministeriums wies der oppositionelle Abg. Polonhi auf die aus der Erklärung des Grafen Bülow folgende Gefährdun., der ungrischen Landwirtschaft hin, die durch Erschwerung der Einfuhr von Borstenvieh nach Deutschland ohnehin geschädigt sei-. Polonhi bezweifelt unter solchen Umständen d i Möglichkeit des Abschlusses der Handelsverträge Aeußerungen der russischen Presse sind noch nicht bekannt. Man wird bald begreifen, warum das offiziöse Telegraphenbnrcau sie totzuschweigen beliebt. < Zu Liebe der Handvoll wohlgemästeter Grundbesitzer soll nicht nur die Masse der deutschen Arbeiter geschröpft, sondern auch schwerste Erschütterung der politischen Beziehungen dcS Reichs zu großen Nachbarstaaten, selbst zum intimen Dreibundsfreunde gewagt den Mcepräsidentcn v. F r e g e. den sein böses Geschick heute wieder bei der Rede eines Socialdemokraten in den Präsidentenstuhl gesetzt hatte, in nicht geringe Verlegenheit gebracht. Herr v. Frege hat eine begründete Abneigung dagegen, neue Belege für seine Unfähig keit in der Führung der parlamentarischen Geschäfte zu liefern._ Er überlegt es sich dreimal, bevor er eingreift. Heute hielt er einen langen Kriegsrat mit den Schriftführern ab und zog das Stenogramm der Bebelschen Rede zu Rat, bevor er endlich einen OrdnungSru gegen unsrcn Redner aussprach, der viel zu verspätet kam. Mittwoch wird die Etatsdebatte durch einen Schwerinstag unter brachen. Auf der Tagesordnung stehen die 3 Schlußreden zu den Initiativanträgen auf Reform in der Wohnungsfrage und die Abstimmungen über diese Anträge. Dann soll über den Antrag der freisinnigen Volkspartei auf Beseitigung der Theater-Censu durch Abänderung der Gcwerbe-Lrdnung beraten werden. Das Abgeordnetenhaus setzte am Dienstag die zweite Lesung des Etats der l a n d wirtschaftlichen Verwaltung fort und bewilligte nach längerer Debatte das Gehalt des Ministers. Die Dis kussion drehte sich, soweit sie nicht auf Fragen lokaler Natur und andrer Einzelheiten abschweiften, in der Hauptsache wieder um die Frage der Zollerhöhung. Auf feiten der Gegner eines höheren Getreidezolls operierten die Abgg Dr. Hirsch, Gothein und namentlich Dr. B a r t h stellen weise recht geschickt, während für die Brotwucherer die Herren Frhr. v. Zedlitz und der Centrumsagrarier Schmitz das Wort führten. Herr v. Zedlitz scheint, seitdem er im Solde von August Scherl in Volksverdummung macht, jeder ruhigen Ueberlegung bar zu sein. Suchte er doch allen Ernstes nach zuweisen, daß der Brotkonsum der Arbeiter geringer ist als der der Bevölkerung im Durchschnitt! Von dem Abg Schmitz erfuhr man. daß das Centrum von einem 8 Marb Zoll, wie ihn am Montag Frhr. v. Wangenheim vorschlug. nichts wissen will. Nun, die Herren werden schon noch mit sich handeln lassen. Im übrigen sind aus den Verhandlungen die Mitteilungen der Regierungsvertrcter über den Stand des Weingesetzcs und des Fideikommißgesetzes von Interesse. Ersteres soll„voraussichtlich in kürzester Frist" an den Reichstag ge- langen, letzteres soll dem Landtage in der nächsten Session zugehen. Am Mittwoch wird die Beratung des Etats der land wirtschaftlichen Verwaltung fortgesetzt. Einer Mitteilung des Präsidenten zufolge wird Montag die erste Lesung der Kanal Vorlage beginnen.—_ werden I— Im Reichstag wurde heute dem Grafen Posadowsky daS Gehalt bewilligt. Wir habe» recht behalten mit unsrer Prophezeiung. Jedes Tausend der berühmten 12 000 M. hat der Staatssekretär des Innern mit einem Tage Etatsdebatte bezahlen müssen. Es war immerhin noch ein Schlußantrag nötig, um der allgemeine» Redelust ein Ende zu «lachen. Noch bevor die Abgeordneten Fischbeck und Bebel ge sprachen hatten, wollte die Rechte den Schluß herbeiführen. Da aber die Abgeordneten in nur beinahe beschlußfähiger Anzahl ver- samnielt waren, erzwangen sich die beiden Abgeordneten der Opposition das Recht der Antwort auf die Angriffe der Rechten. In der Hauptsache war es die in den letzten Tagen angeschnittene Agrar- und Zolldebatte, die die heutige Sitzung ausfüllte. Fürst Herbert Bismarck fühlte sich gedrungen, auf die neulichc Rede des Abg. v. Siemens zu erwidern und dabei seine ökonomischen Kenntnisse, die er sich in seinen SO Lebensjahren nur sehr allmählich angeeignet hat, auf den parlamentarischen Markt zu bringen. Er schloß niit einem inhaltsscbwcrcn Wort, das die Haltlosigkeit des Ausdrucks„Brotlvocher" beweisen sollte: Großgrundbesitzer sind keine Bäcker. Die Herren Bäckermeister, die Lieblinge der Konservativen, werden von dieser liebenswürdigen Redewendung, die ihnen das Odium des Brotwuchers aufhalst, nicht sehr erbaut sein. Herr Dr. P a ch n i ck e von der freisinnigen Vereinigung sprach dann gegen die Gctreidezölle. Er weiß, daß seine Partei nur aus Offizieren ohne Soldaten besteht und möchte doch so gern Soldaten hinter sich haben. So erhob er denn gegen unsre Partei den auch schon in der„Nation" von Dr. Barth erhobenen Vorlvurf, daß sie nicht rechtzeitig gegen die Getreidezollerhöhung mobil gemacht habe. Auf Herrn Pachnicke folgte wieder Herr Dr. Oertel. Sein kugelrunder Korpus zierte wieder eine glänzend weiße Weste und er sieht in diesem schneeigen Kleidungsstück noch dicker, noch falstaff mäßiger als gewöhnlich ans. Mit groben und platten Scherzen be� strebte er sich eifrig, Saal und Tribünen zu unterhalten und erzielte auch von Zeit zu Zeit, namentlich bei seinen in den Anforderungen an gute Witze wirklich recht bescheidenen Freunden einige Heiterkeit. In das Horn der Gctreideivucherer stieß auch kräftig der bayrische Centruniskaplan G e r st e n b e r g e r. An den Roggen- und Weizenzöllen sind seine kleinbäuerlichen Wähler zwar nicht sonderlich interessiert, wohl aber an höheren Hafer-, Tabak und Wcinzöllen. lind all' diese guten Dinge hoffen sie durch das Bündnis mit den Ostelbiern zu erzielen.? Der freisinnige Abgeordnete F i s ch b e ck polemesierte erfolgreich gegen den Fürsten Herbert Bismarck. Dann fand die zwölftägige Redeschlacht ihren Abschluß in einer großen Rede Bebels, die in ihrem ersten Teile der Polemik mit den Herren Stöcker, Dr. Arendt und Oertel gewidmet ivar, in ihrem zweiten Teile aber den Brot- Wucherern galt. Schon jetzt ist das Einkommen der Arbeiter durch die bestehenden Zölle auf die Nahrungsmittel nrit einer Steuer von 5 Proz. belegt, eine Steuer, die um so ungerechter ist, weil sie als Kopfsteuer ivirkt. Und diese Steuer soll durch Zollerhöhuiigen auf 7—8 Proz. gesteigert werden. So rief Bebel der Rechten zu und fragte sie, ob sie nicht über Vermögenskonfiskation schreien würde, wenn die Einkommen von 20 000 M. mit einer Steuer von 5000 M. belastet würde. Bebels berechtigte Abivehr der Stöckerschen Verdächtigung, er habe den Tucker-Brief erfunden, hatte mit ihren scharfen Ausdrücken Ei» Generalmajor gegen den Gamaschendrill. Daß sich im Militärwesen mehr noch als in andren konservativen Institutionen eine Unmasse veralteter Traditionen von Generation zu Generation fortschleppt, ist eine allgemein bekannte Thatsache. Wie oft ist z. B. über die gefährliche Sinnlosigkeit der schreiend bunten, niit blitzenden Metallteilen unpraktisch verzierten Uniformen gespottet worden. Trotzdem würde sich diese bei der niodernen Gcfechtstveise geradezu unzweckmäßige Art der Unifonnierung bei uns wahrscheinlich noch Jahrzehnte hindurch konserviert haben, wenn nicht endlich auf Befehl von oben daS einfarbige schlichte Khakigewand den glänzenden, bunten Uniformrock verdrängen sollte. Gegen eine ganze Reihe ähnlicher veralteter, durch die Re- volutionierung der Gefechtsweise nicht nur überflüssig, sondern direkt schädlich gewordener militärischer Einrichtungen richtet im hiesigen Organ des Bunds der Landwirte der Generalmajor a. D v. Puttkamer eine sehr zeitgemäße Kritik. Der militärische Kritiker sagt freilich nichts wesentlich Neues, aber es ist immerhin interessant, daß Urteile, zu denen der gesunde Menschenverstand auch den aufmerksamen Laien befähigt, von einem hohen Offizier anerkannt werden. v. Puttkamer beschäftigt sich zunächst mit einigen Kardinalvor- schriften des Exerzierreglements. Schon die Vorschrift, die die Grundstellung der Infanteristen betrifft, wonach die Absätze nahe aneinander zu stellen sind und von den Füßen annähernd ein rechter Winkel zu bilden ist, findet ganz und gar nicht seine Billigung. Diese Stellung ermüde nicht nur den Soldaten ganz unnötig. sondern«räche ihnr sogar den vernünftigen Gebrauch der Waffe nahezu unnröglich. Ebenso schlimnr sei die vorschriftsmäßige Haltung des Beins beim Marschieren. Das Auswärtsbiegen der Fußspitze und das Durchdrücken des Knies beim Nieder- setzen des Fußes erfordere ungeheuere Zeit und Mühe, dabei sei diese bei den Fanatikern des Parademarsches so hoch in Gunst stehende Art des Marschierens der damit verbundenen An strengling ivegexi vollständig zwecklos:„Man kann ein mufter- gültiger Feldsoldat sein auch ohne durchgedrückte Knie beim Marschieren und ohne auswärts gebogene Fußspitzen. Wir sollten auf diese Aeußerlichkeiten weniger Zeit und Mühe ver- wende n." Trotzdem aber bilde der Parademarsch einen wichtigen Faktor für die Beurteilung des Hauptmanns— so daß der famose Parademarsch nicht nur die Kriegstüchtigkeit der Mannschaften, sondern auch die Qualität des Offizierscorps beeinträchtigt. Gerade unglaublich mutet aber folgende Reglements- Vor- schrift an: „Muß nach Ausführung eines Bayonett-An- griffs zurückgegangen werden, so gehen die ge- schlossenen Abteilungen und die Schützen— erstere in festem Tritt und st renger Ordnung— gleichzeitig zurück." Man danf es dem Generalmajor a. D. auch ohne besondere Beteuerung glauben, daß bei der Beobachtung dieser vorsintflutlichen Vorschrift im E r n st f a l l e von der zurückweichenden Kolonne nicht ein Mann lebendig oder unverwundet davon- kommen würde. Im Manöver mache sich nach erfolgter Entscheidung des Schiedsrichters ein solches Zurückgehen freilich sehr ch n e i d i g. Fast ebenso schneidig wie die neuerdings zum Manöverbild gehörenden malerischen Massenattacken der Kavallerie, die im Ernstfalle ebenfalls neun Zehntel der Mannschaften dem sicheren Verderben preisgeben würden. Nicht«linder vernichtend lautet schließlich das Urteil v. Putt- kamers über die Fahnen.„Ist das leblose Stück Fahnentuch", fragt er,„all' das warme lebendige Blut wert, das darum geflossen?!" Der militärische Kritiker fährt dann fort: In welchen, Maße die Fahne taktisch ein Nachteil wird, das möge man die Offiziere fragen, welche im Felde bei einer Truppe mit Fahne ini Jnfanterie-Nahfeuer gelegen haben. Die ehrliche Antwort wird das Geständnis sein, daß die Fahne häufig eine Verlogenheit, bisweilen ein irnpedimenturn(ein Hindernis) war für die Compagnie, welcher sie zugeteilt ivar. Man scheute sich, diese Compagnie(also je eine von vieren!) so zu verwenden, wie es durch die Gefechtslage geboten war. Wenn das ganze Bataillon in einer Schützenlinie im Feuer lag, wo blieb da die Fahne? Von zwölf Compaguien ist eher eine in der Schützenlinie zu entbehren, die mit der Fahne die geschlossene Reserve bildet. Sicher wäre Acceptierung dieses Vorschlags ein bedeutender Fortschritt gegenüber dem heutigen Zustand, der für den vierten Teil unsrer Infanterie(!) keine«nringeschränkte Vertvendung gestattet!" Man wird also künftig bei Militärdcbatten den salzlosen Witzeleien der Herren Kricgsminister über die Miliz das vernichtende Urteil eines preußischen Generals über die unbegreiflicheil Thor- heilen des Galnascheudrills der gepriesensten Armee Europas ent- gegenhalten könuen. Vor allen Dingen wird man aber auch mit diesem Urteil die Forderung einer ganz bedeutenden weiteren Herabsetzung der Dienstzeit unwiderleglich begründen können. Fällt das Knöpfeputzen und das Ueben des Parademarsches fort, so fällt damit zugleich der größere Teil der Hantierungen weg, init denen man die Soldaten während der zwei Jahre des HecreS- diensteS so nützlich und anregend zu beschäftigen pflegte.— »» « Deutsches Zteich. Dem Grafen Bülow ist zu den zahlreichen Ehrungen, die seine siaatsiilännischeil Verdienste belohnen, nulimehr auch die Bescheinigung seiner Verdienste um die Rechts Wissenschaft zu teil geivorden. Die juristische Fakultät der Universität Königsberg hat den Reichs- kanzler aus Anlaß der 18. Januar-Feier ehrenhalber zum Doktor beider Rechte pronioviert. Er hat dem Dekan der Königsberger juristischen Fakultät mit den Worten gedankt: „Mit nicht geringer Freude erfüllt über die hervorragende Ehrung, deren mich die illustre Königsberger juristische Fakultät für würdig erachtet, ersuche ich Sie, jenen gelehrten und aus- gezeichneten Männern«leine dankbaren Gefühle zu bezeugen und zu vermitteln. Graf Bernhard von Bülow, Reichskanzler, Königsberger Doktor beider Rechte." Offenbar hat die juristische Fakultät der Universität Königsberg den Grund ihrer Bülow-Ehruug in der von ihm feierlich ver- kündigten AuStilgung aller moralischen Grundsätze aus den Bc- ziehuiigen der Völker erblickt.— Die Kündigung der Kohlenderträge mit dem Staat durch Koninierzienrat Arnhold(Cäsar Wollheim) ist offenbar nichts als e st eilte Arbeit. Herr Brefeld ist den Herren vom Groß- Handel und der Großindustrie ein allzeit bequemer Mann gewesen. Die Enthüllung des zweiten Bueck- Briefs ist ihm lästig— Herr Arnhold, der mit Herrn Brefeld auf gutem Fuße steht, bietet äch als Retter an. Selbstverständlich hätte Herr Arnhold die Verträge auf jeden Fall gekündigt, denn die Kohleupreise gehen einem starken Rückgang' entgegen. Die Aeußening des Haudelslninisters über das„notwendige Uebel" giebt einen prächtigen Anlaß, die Kündigung«lit einer allerliebsten Komödie des Schmollens zu verbinden und Herrn Brefeld die Gloriole eines Autibörsianers zu verschaffen. Wenn der Frühling kommt, wird sich 'chon alles finden.— Die„VorwärtS"-Nnmnier zum 18. Januar. Die reaktionäre» Abgeordneten des Reichstags haben sich einige Tage lang eifrig«lit der„Jubiläunis-Nummer" des„Vorwärts" beschäftigt. die er am 18. Januar herausgab. Herr Stöcker meinte, daß er nie etlvaS Hundsgemeineres und Ekelhafteres" gesehen habe als diese Nummer, und Herr Oertel assistierte dem würdigen Scheiterhaufen- mann. Die Kritik, die diese Herren unsre» geschichtlichen Erinnerungen gewidmet haben, entspringt ja lediglich denunziatorlscher�Absicht. Um aber die Wahrheit, die Herr Stöcker ja hlindsgemein und ekel- Haft finden niuß, sonst würde er sie nicht so ängstlich scheuen, u«, den T h a t b e st a n d vor den Verdrehungen und Fälschungen dieser Musterparlamentarier zu schützen, stellen wir folgendes fest: Erstens: Es ist von keiner Seite auch nur der Versuch genracht worden, irgend eine von den im„Vorwärts" mitgeteilten historischen Erinnerungen zu bestreiten. Zweitens: Es ist eine blanke Erfindung und eine bewußte Lüge, wenn behauptet wird, der„Vorwärts" habe nur neben- sächliche Einzelheiten tendenziös zusamniengestellt, er habe nur die Schattenseiten erwähnt usw. Demgegenüber erinnem wir daran, daß wir abgesehen von dem großzügigen Totalbild an leitender Stelle, die i abschließenden Gesamturteile eines bürgerlichen Historikers, Schlossers, über die Hohenzollern zusammengestellt haben, daß wir auch sein überschwengliches Lob Friedrichs des Großen nicht verschwiegen haben, daß wir endlich aktennmßig die Welt- anschaumig Friedrichs II. dargestellt haben, die ja den Pfaffen a la Stöcker sehr unangenehm sein«rag, die er aber doch hoffentlich nicht 'ür hundsgeniein ünd ekelhaft erklären wird. Es charakterisiert die ganze sittliche Verwahrlosung unsrer Reaktionäre, daß sie nicht nur über die geschichtliche Vergangenheit geflissentlich Legenden verbreiten, sondern daß sie sich nicht einmal cheuen, in, Parlament die Abgeordneten deS deutschen Volks über den wirklichen Inhalt eines ZeitungSblattS zu täuschen, das erst vor wenigen Tagen erschienen ist. Im übrigen wird es den Stöcker und Oertel nicht gelingen, die Wahrheit auszurotten, so eifrig sie für ihre Person auch in dieser Richtung thätig sein mögen.— Der vergeßliche Frege. In unsrer letzten SonntagSnummer hatten wir einige Aeußerungen vom Kaiser, dem König von Sachsen, den Reichskanzlern Caprivi und Hohenlohe wiedergegeben, die sämt- lich gegen den Brotwuchcr gerichtet ivaren. Wir hatten endlich auch daran erinnert, daß gerade der Agrarhäuptling Kanitz sich seiner Zeit gegen Getreidezölle erklärt hat. Natürlich haben diese fatalen Citate nicht die Freude der„Deutschen Tageszeitung" und der gc- mnungsverwandten Organe erregt. Da eS nicht möglich war, die Aeußerungen des Kaisers oder der Kanzler oder des Grafen Kanitz irgendwo anzuzweifeln, stürzte man ich auf eins der Citate, das minder bekannt geblieben ist und versuchte nun den Eindruck, den nnsre Erinnerungen machen mußten, dadurch abzuschwächen, daß man die Aeußenmg des König« von Sachsen als eme„plumpe Erfindung" der Socialdemokratie ausgab. Oertels„Deutsche Tageszeitung" teilt diese Entdeckung in der folgenden Form mit: ,',Daß die im gestrigen Abendblatt erwähnte angebliche Aeußerung des Königs von Sachsen, die er nach dem „Vorwärts" dem Vicepräsidenten des Reichstags gegenüber gethan haben soll, nicht gefallen sein kann, haben wir von vornherein angenomnien und durch die Spitzmarke„Ein angeblicher Ausspruch" angedeutet. Jetzt erfahren wir. daß dem Vice- Präsidenten v. Frege von dieser Aeußerung nichts bekannt ist, die damit in das Reich der Erfindungen zu ver- weisen ist und zwar der recht plumpen Erfindungen. durch welche die socialdemokratische Presse sich ja im allgemeinen auszuzeichnen pflegt." Daß Herr v. Frege von jener Aeußerung nichts mehr weiß, ist »übt verwunderlich. Es würde schlecht zu dem Bilde paffen, das die Ocffentlichkeit von den intellekwellen Fähigkeiten des ersten Vice- Präsidenten des Reichstags gewonnen hat, wenn dieser geistige Führer der Konservativen über eme GedächtsniSkraft verfügen würde, die Geschehniffe. die sechs, sieben Jahre zurückliegen, in der Erinnerung zu bewahren vermag. Da aber die„Deutsche Tages- zcitung" die Gedächtnisschwäche des Hern, v. Frege benutzt, um mit wahrhaft Stöckerscher Uuverschänrtheit von einer Erfindung der Socialdemokratie zu reden, so sei darauf hingewiesen, daß die Aeußerung des sächsischen Königs 1894 von der bürgerlichen Presse mitgeteilt worden ist, daß fie damals nicht bestritten wurde und daß sie infolgedessen in dem bekannten eher konservativ als unparteiisch oder gar radikal ge- haltene»„Deutschen Geschichtskalender" von Wippermann wieder- gegeben worden ist. Dort kann die verleumderische„Deutsche Tageszeitung" die„plumpe Erfindung der socialdemokratischen Presse" nachlesen, wenn ihr daran liegen sollte, sich um die Hebung des Gedächtnisses ihres Führers Frege einiges Verdienst zu erwerben. Die goldene Hand. Rechtsanwalt Jansen in Berlin teilt mit, daß er namens des Herrn Dr. Liman wegen der Artikel der „Kölnischen Zeitung" in Nr. 383„Eine Boerenkugel" und des offenen Briefs in Nr. 1818 Privatklage erhoben habe. Diese Artikel bildeten die Antwort auf die von Dr. Liman unter der Spitzmarke„Die goldene Hand" verfaßten und in Nr. 346 und 351 der„Leipziger Neuesten Nachrichten" erschienenen Artikel, in denen mitgeteilt ist, daß nach einem Geheimbericht der de Beers- Compagnie eine er- hcbliche Summe in Köln und Berlin als Agitationsunkosten ge- zahlt sei.— Der Renommier-Arbeiter des Centrums. AnS Esse n wird uns geschrieben: Der Reichstags-Abgeordneie für den Wahlkreis Essen ist nebenbei Redacteur eines in seinem Wahlkreise täglich erscheinenden Centrnmsblatts, in dem frömmelnd muckerischen Tendenzen gehuldigt wird. Und dies Blatt bemogelt seine Leser auf eine ganz sonderbare Weise. Es hält sich den „Gcneral-Anzeiger" für Hamburg-Altona, entnimmt diesem alle interessanten Lokalnotizen, ändert die Straßennamen und bringt sie als Essener V o r k o in m n i s s e! Nun ist bei dieser Ge- schichte am interessantesten, daß ein andres Centrumsblatt, das sich durch ein skrupelloses, demagogisches, jesuitisches Geschäftsgedahren zu einem großkapitalistischen Unternehmen aufgeschwungen hat, die Schwindelei der frommen Schwester an die Oeffentlichkeit brachte. Bei dem Vorgehen ist aber nicht, wie man wohl annehmen könnte, die Devise:„Für Wahrheit und Recht" maßgebend gewesen, sondern die christliche Absicht, den Abgeordneten Stötzel zu stürzen. Die Leute, die hinter dem kapitalistischen Centrumsorgan stecken, arbeiten nämlich schon seit Jahren daran, Stötzel beiseite zu drängen und einen Centrums a r i st o k r a t e n an dessen Stelle zu bringen. Die Fraktion der„Volkspartei" kann nicht einen einzigen Arbeiter in ihrer Mitte vertragen.— Der Hosenbandorden ist von Eduard VII. dem deutschen Kronprinzen verliehen worden. Bei der eigenhändigen Ueber- reichung desselben hielt Eduard VII. eine Anspräche, in' der er die Hoffnung ausdrückte, daß die beiden befreundeten Nationen„fort- fahret« würden in ihrer gemeinschaftlichen Arbeit in der Sache des Friedens und der Civilisation der Welt."„Fortfahren" ist nicht übel, bildete doch die ganze Regierungszeit Victorias nur eine ununterbrochene Kette von Kriegenl— Zum Nörgler bildet sich mehr und mehr die„Nheinisch-West- fälische Zeitung" aus. Die Ernennung Wilhelm 1. zum britischen Feldmarschall hehagt ihr wieder einmal nicht. Das Blatt schreibt: „Das deutsche Volk mag die Tote ehren. Liebe zu ihr kann es nicht hegen, denn unter ihrer Regienmg und auf ihre forinale Unterschrift hin hat England in brutalster Weise einen uns nächstverwandten Stamm mir Krieg überzogen, um ihn auszurauben. Augenscheinlich beabsichtigt Eduard VII. König von Großbritanien � und Irland dem deutschen Kaiser damit eine Ehre zu er- weisen. Der Umstand, daß die englische Armee sich nicht einmal fähig zeigt, ein kleines Volk von 20 008 Streitern zu besiegen. sich heute in einem Zustand der völligen Zerrüttung befindet soivie einen Mangel an sittlichen und soldatischen Ehrbegriffen gezeigt hat, läßt diese Ehre als eine minder hohe er- scheinen." Die„Rhein. Wests. Ztg." mißt einem belanglosen höfischen Akt z» viel Bedeutung bei. Ob Wilhelm II. seine neue Titular-Feld- marschallschaft als Ehre empfindet oder nicht, ist seine private Angelegenheit; das deutsche Volk zerbricht sich über so schwierige Probleme des höfischen Ccrenroniells überhaupt nicht den Kopf. Das Blatt erinnert übrigens an die wahrscheinlich nicht allzndekannte Thatsache, daß Wilhelm II. auch bereits britischer Admiral ist. Eduard VII. soll, wie bereits ein Blatt wissen will, zum Admiral h la Luits der deutschen Marine ernannt werden.— Gegen daS englische Hnnncntnm erhebt in,„Neuen Wiener Journal" Bertha von Suttner Protest. Sie teilt gleichzeitig nut, daß das Komitee der Internationalen Union in Paris, deren intellektueller Urheber Herbert Spencer sei, an a l l e M ä ch t e der Haager Friedenskonvention einen Appell gerichtet habe, um die Vernichtung respektive Annektierung der südafrikanischen Republiken zu verhindern. Die Haager Konvention soll die neue Klausel acceptieren, daß jeder Nation, welche schiedsgerichtliwe Entscheidung angerufen habe, so lange ihre Selbständigkeit gesichert bleibe, bis das Schiedsgericht selbst diese anerkannt habe.' Der Appell sei von deil namhafteste» Vertretern der internationalen Friedensbeweguiig unterzeichnet. Bertha v. Suttner wird die bittere Erfahrung machen müssen, daß trotz all' der schönen Reden und persönlichen Sympathie- erklärungen der Mitglieder des Haager Friedenskongresses, dessen Bedeutung fie so überschwänglich gefeiert hat, der Appell des Jnter- nationalen Friedenskomitees sang- und klanglos in den Papierkorb wandern lvird. Von dem Befehl Kitcheners, keinen Pardon mehr zu geben, nehmen endlich auch die„Berliner Neuesten Nachrichten" Notiz, ohne indes ein Wort der Kritik an die Sache selbst zu ver- schwenden. Das Blatt hat Ivenigstens den Mut der Konsequenz.— Etwas schwerfällig im Begreifen ist zuweilen die„Post". Auch heute müssen wir ihr die Arbeit des Denkens aus Gutmütigkeit etwas erleichtern. Das Stumm-Blatt will nämlich die Unaufrichtig- keit des socialdemokratischen Programmsatzes, daß Religion als Privatsache anzusehen sei, mit dem Fall S t e g m ü l l e r beweisen: „In irgend einem deutsche» Bundesstaate hatte ein Abgeord- nctcr Ramens Stegmüllcr für kirchliche Zwecke Geld bewilligt: er wurde dafür sofort von seiner eignen Presse als Kirchenrat verhöhnt und flog mit Glanz aus der Partei hinaus. Der Mann war der irrtümlichen Meinung gewesen, Religion sei Privatsache." Umgekehrt wird ein Schub daraus, liebe„Post". Gerade weil der brave Stegmüller„im Widerspruch" zu unsrem Pro- a r a m m p u n k t aus öffentlichen skommunalen) Mitteln Gelder für k i r ch l i ch e Z w e ck e. die aus den privaten Aufwendungen der Interessenten hätten bestritten werden müssen, bewilligt hätte, wurde er aus der Partei ausgeschlossen.— Ausland. Taö Gesetz Milleraud vor dem höchsten Gerichtshof. Das Gesetz Millerand vom 30. März sll Stunden) verbietet auch das Relaisshstem in gemischten Betrieben. Durch dieses Arbeitsshstem konnten die Unternehmer jede Kontrolle über die Beschäftigungsdauer der Arbeiter unmöglich machen. Sollten die Frauen und Kinder geschützt werden, so mußte für alle im Betriebe beschäftigten Arbeiter die Stunde dcS Arbeitsschlusses die gleiche sein. Tie Spitzen- sabrikantcn in Calais waren, wie wir bereits kurz mit- geteilt, von dem Fabrikinspektorat angeklagt, Verstöße gegen das Gesetz Millerand begangen zu haben. Das Gericht von B o u l o g n e sprach aber die Fabrikanten frei. Erwachsene Arbeiter könnten im Relais, d. h. in Wechselschichten beschäftigt werden, die jugend- lichen Arbeiter und Frauen würden ja doch in andren Räumen beschäftigt. Diese Auslegung öffnete der Umgehung des Gesetzes, das für alle Arbeiter in gemischten Betrieben die 11 stündige Arbeitszeit festlegt, Thür und Thor. Der Minister selbst appellierte denn an den KassationShof. Dieser hat nun ein Urteil gefällt, daS ganz den Absichten und dem klaren Sinn des Gesetzes entspricht. DaS Gesetz verlange, so heißt eS in dem Urteil, daß in den gemischten Betrieben der Beginn und daS Ende der Arbeits- zeit, sowie die Arbeitspausen für das gesamte Personal auf die gleichen Stunden fallen müffcn. Der Ausgang des Prozesses ist für die Arbeiter von höchster Bedeutung: der Versuch des Unternehmertums, das Gesetz Millerand unwirksam zu machen, ist abgeschlagen. Dänemark. Bei den dänischen RcichStagSwahlc» wird die geheime Stimmabgabe eingeführt. Das Landsthing nahm am Freitag den Gesetzentwurf betreffs geheimer Abstimmung mit 42 gegen 2 Stimmen an, nachdem das Folkething ihn bereits am 15. November vorigen Jahres mit 85 gegen 2 Stimmen acceptiert hatte. Der Minister des Innern, Brämsen, hat erklärt, daß das Gesetz vom König sofort sanktioniert werden wird und schon bei den bevor- stehenden Folkethingswahlcn zur Anwendung gelangen soll. Die Wahlhandlung geht so vor sich, daß jedem Wähler im Wahl- lokal ein Stimmzettel, auf dem die Namen aller Kandidaten seines Kreises gedruckt sind, und ein Couvert eingehändigt werden. Er hat sich hiermit in den hierfür hergerichteten. abgeschlossenen Raum zu begeben, wo er bei dem Namen dessen, für den er stimmt, ein Kreuz anbringt und den Zettel couvertiert, um ihn dann zur Wahlurne zu bringen. Die Wahlmännerwahlen zum Landsthing werden in Zukunft in derselben Weise vorgenommen. Die Aussichten der Socialdemokratiebei den bevor- stehenden Wahlen' werden durch die Einführung der geheime Ab- stimmung bedeutend verbessert. Nicht nur in Kopenhagen und in mehreren kleineren Städten hofft man weitere bedeutende Erfolge zu erzielen, sondern ganz besonders auch in ländlichen Wahlkreisen, in denen bisher eine unerhörte Beeinflussung durch die Gutsbesitzer stattgefunden hat.—', Asien. AuS China liegen folgende Meldungen vor: Hsutschenhi, der Sohn des bekannten' Fremdengegners Hsutung, und Tschihsiu, Mit- glied des Tsung-li-Damens, welche beide bei den jüngsten Unruhen eine verantwortliche Führerrolle gespielt haben, sind am 27. Januar im japanischen Viertel in Peking verhaftet worden und werden bis zu ihrer Bestrafung gefangen gehalten. Einem Telegramm der„North China Daily NewS" aus Peking zufolge leidet Li-Hung-Tschang an hochgradigem Fieber. An seinem Wiederaufkommen werde gezweifelt. Afrika. Vom Kriegsschauplatz. Nach einer Kapstädter Meldung sind die Boeren im Distrikt von O u d t s ch o o m eingefallen. Damit hätten die Boeren einen weiteren Vorstoß nach Süden unter- nommen. Wie da? Heroldbnreau mitteilt, erklärte ein Londoner Militär- kritiker in einem Sportklub. Lord Kitchencr müffe vierzehn Tage nach Zerstörung der Natal-Eisenbahn, welche die letzte Verbindungs- linie zur Zufuhr von Lebensmitteln und Munition ist, den Rückzug mit dem Gros seines Heeres antreten. Nach unbestätigten Londoner Meldungen betraute die Königin Victoria kurz vor ihrem Tode den deutschen Kaiser mit der Intervention zwischen England und den Boeren, damit dem Transvaalkriege ein schnelles Ende gemacht werde. Es wird sich wohl nur um die Ausstreuung eines Witzbolds handeln.— Die Budgetkommission behandelte am Dienstag sehr ausführlich die schon in der vorigen Sitzung besprochene Forderung von 4 800 000 M. zum Ankauf von Grund und Boden für Verlegung des Metzer Bahnhofs. Zwei Minister, der Kriegsminister v. Goßler und der preußische Eisenbahnminister v. Thielen, traten wiederholt lebhaft für die Forderung ein. deren Ablehnung in der vorigen Sitzimg beantragt worden war, weil die Kosten des Gesamtprojckts zu hoch seien. Der KriegSminister wies besonders ans die Vorteile hin, die die Verlegung des Bahnhofs für die Stadt selbst bringe. Er schilderte die hygienisch höchst bedenklichen Zustände in dieser Stadt, in der der Typhus beständig austrete und in der die Sterblichkeit fast doppelt so groß als in den andren Städten Elsatz-Lothringcns wäre. Schließlich wurde eine Subkommission zur noch- maligen Prüfung der Forderung eingesetzt, die aus den Abgg. Müller-Sagan(freis. Vp.s, v. Bollmar(Soc.), Riff-Straßburg streif. Vg.). Möller(natl.), Müller-Fulda(C.) und einem Konservativen be- steht. Der Reichseisenbahn-Etat wurde im übrigen erledigt. Mittwoch beginnt die Beratung der Chinavorlage. mit der die „Reliktenvorlage" für die Chinatruppen verbunden ist. Uns Vrv FvKnenbemegttng. „Die freie Liebe und die Frauen", ein Vortrag von Elisabeth Mießner, ist jetzt im Verlage von Hermann Walther hier im Druck erschienen. Die Verfasserin bemerkt in der Einleitung, sie habe dieses Thema behandelt, um einen größeren Kreis zur Durch- leuchtung des Dunkels und der Verworrenheit anzuregen, in welchen sich die betreffende Frage— und zwar gegenwärtig recht gcräusch- voll— dahinwindet. Gewiß ein äußerst verdienstliches Streben: nur will uns leider scheinen, daß auch die Broschüre der verehrten Dame sich in äußerster Verworrenheit in Bezug auf alle die historischen, socialen und psychologischen Grundbegriffe„dahin- windet", deren Kenntnis für die Rettung der menschlichen Gesellschaft aus Irrtum und Dunkel doch zuweilen un- erläßlich ist. Allerdings entwirft E. Mießner zuvörderst in kühnen Zügen ihren Lesern ein Bild des Liebeslebens in den llr- zuständen der Menschheit wie unter den sogenannten Wilden. „In den zuerst sich bildenden, lockeren Gruppen der Menschen giebt es keine feststehende Ordnung. Unstät und unsicher, wie die Beziehungen der Menschen zu einander, sind auch die Beziehnngeu zwischen Mann und Weib. Es giebt keine» andren Führer für ihr Verhalten,— als— die Leide nschafte» des Augen« b l i ck s. Bei den niedrigsten Wilden finden wir die Be- ziehunge» der Geschlechter zu einander im wesentlichen ähnlich denen der niederen Geschöpfe." Dieser Urzustand, in dem„ein Weib viele Männer und jeder dieser Männer viele Weiber hat" und in dem je nach der Gesamtzahl der vorhandenen Männer und Frauen Polyandrie oder Polygamie herrschen soll, wird nun in Bezug auf seine socialen Folgen, ebenso wie das sich hieraus entwickelnde Mutterrecht, in äußerst schwarzen Farben geschildert: besonders erwiesen sich solche Zustände als ein schwerer Nachteil für die Frauen. In dieser Art geht es eine Weile fort. In unsäglich kritik- loser Weise würfelt die Verfasserin ein paar heraus- gerissene Stellen aus einzelnen wissenschaftlich- ethnologischen Werken wüst durcheinander, indem sie auch das wichtigste einfach beiseite schiebt, wenn es ihr gerade nicht in ihre Argumentation hineinpaßt. Von einigermaßen gebildeten Lesern wird sie schwerlich selbst verlangen, in einer derartigen Darstcllinig angeblich historischer Thatsachen auch nur die leiseste Spur eines Beweises für ihre Anschauungen zu sehen. Indessen, die Vertreter der freien Liebe gründen ihre Forde- rnngen ja auch weder auf das Verhalten der„iiiedercn" Geschöpfe, noch sogar aus die Urgeschichte und das Mutterrecht: jedenfalls kann, wie E. Mießner selbst betont, der Naturzustand der Menschheit für uns nicht mehr maßgebend sein; die Frage läßt sich also sehr viel besser ans weniger schwankendem Grunde ausfechten. „Da daS erotische Liebesleben die Erhaltung der menschlichen Gesellschaft zur Folge hat, mag eS nun im einzelnen Falle erwünscht sein oder nicht, so hat man zu ihrem Schutze— wie die Kultur überall znnt Wohle der Gesamtheit den Einzelnen z u m Z ä h m e u seiner e g o i st i s ch e n G e- lüfte zwang—, auch das egoistische Begehren des Einzelnen nach llngebundcnheit und Abwechselung in dem erotischen Liebesleben, dem Wohle der Gesellschaft untergeordnet. „So ist eben die Kult u r immer bemüht, die Grausamkeiten der blinden Natur zu mildern, ihre UnVollkommenheiten zum Wohle der Menschheit auszugleichen, und die überschüssigen Triebe zu be- schneiden, wie der Gärtner dies an dem Weinstock thut, damit die wilden Triebe ihm nicht die Kraft zum Hervorbringen der edlen Früchte rauben." Ein herrliches Gleichnis fit der That! Wie vorteilhaft hebt sich solch einBcispiel einer wahrhaft idealenGeschichtsauffassungdoch von der geistigen Nüchternheit ab, die die sog. materialistische Geschichtstheorie in gewissen Kreisen des SocialismuS erzengt hat k Weshalb aber treten viele, trotzdem nun schon vor Jahrtausenden die weise vorsorgende Kultur zum Schutze für die Gesellschaft die Ehe geschaffen hat, jetzt dennoch für freie Liebe ein? Die Verfasserin erklärt sich dies auS verschiedenen Ursachen; einem mißleiteten Freiheitsdrang der geistig selbständigen Frauen, dem Einfluß der dekadenten modernen Litte« ratur(!) inid schließlich aus der traurigen, aber unbestreitbaren That- fache, daß durchaus nicht sämtliche Ehen diesem ursprünglichen weisen Kultnrideal entsprechen, weil entweder bei der Eheschließung schon ganz andre Motive als die Liebe ausschlaggebend waren, oder weil die eheliche Treue— die Voraussetzung unsres Ideals— von den Gatten, besonders dem Manne— ganz und gar nicht immer heilig gehalten wird. Es sei indessen— so meint E. Mießner— ein ganz irrtümlicher Schluß, wenn man um solcher Unvollkommen- heiten willen die Eheform als solche überhaupt verwerfen wolle. Das heiße nur, das Kind mit dem Bade ausschütten. Die wirklich unglücklichen Ehen, deren Zahl verhältnismäßig gering sei, müßten vielmehr getrennt und zu diesem Zweck die Scheidungsbedingungcn erleichtert werden: die Fälle von Treulosigkeit und Ehebruch dagegen bewiesen höchstens, daß insbesondere die Männer von vollkommener Sittlichkeit noch weit entfernt seien. Es erscheine gerade als die höchste Aufgabe der geistig hochstrebenden, selbständigen Frauen, den Mann allmählich zur Höhe ihrer eignen, edleren Veranlagung emporzuheben. Das vorläufig offenbare Mißlingen aller ethisierenden Bestrebungen nach dieser Richtung hin dürfte demnach, wie wir vermuten, nur auf die bisher noch zu schwache Ausbreitung der frauenrechtlerischen Ideen zurückzuführen sein. Es würde wahrlich nicht der Mühe lohnen, auf geistige Erzeug« niffe vom Schlage dieser Broschüre auch nur ein Wort der Kritik zu wenden, wenn es nicht interessant und in gewissem Sinne lehrreich wäre, von Zeit zu Zeit die sogenannte Weltanschauung wieder ein- mal zu studieren, die in der bürgerlichen Gesellschaft und ganz besonders in manchen Kreisen der bürgerlichen Frauenwelt heute noch herrscht. Ist es nicht unbegreiflich, daß diese Mädchen und Kranen, deren ganzes Leben ein Kämpf gegen die blödesten gesellschaftlichen Vorurteile ist, es dennoch nicht vermögen, auch nur mit einem Blick über diese bürgerliche Gesellschaft hinauszusehen. gerade als sei an einem bestimmten Punkte die ganze, iveite Welt für sie mit dicken Brettern verschlagen? Die Verfasserin will eine Strömung wie die der freien Liebe kritisieren, die— man möge darüber im übrigen denken, wie immer man wolle— jedenfalls doch aufs tieffte verknüpft ist»nit dem socialen Aufbau der gesamten Gesellschaft und deshalb natür- lich nur auS dem geschichtlichen Werden dieser Gesellschaft wie aus ihren gegenwärtigen Lebensbedingungen heraus begriffen werden kann. Was aber geht Frl. Mießner, die sich in den Grundsatz ver- rannt hat— oder wahrscheinlich richtiger—, die in dem Grundsatz erzogen worden ist: die Ehe allein sei sittlich waS geht sie historischer Zusammenhang, was geht sie das Dasein der Welt außer- halb der bürgerlichen Familie an? Sie erzählt ihren naiven Hörern, die Menschen hätten, seitdem sie„kultiviert" sind, in der monogamischen Ehe gelebt, und sie unterdrückt dabei nur die offenbar völlig belanglose Thatsache, daß diese monogamische Ehe von Anbeginn au basiert hat und nur basieren konnte auf dem Untergrund einer mehr oder weniger miß- achteten und ausgestoßenen Klasse von Prostituierten. Sie weiß, wie es scheint, nichts davon oder will nichts davon wissen, in welch furchtbarer Weise diese Prostitution in der modernen Gesell- schaft anwächst und damit � zugleich ihre ganze grauenhafte Gefolgschaft von Elend, Siechtum und Verkommenheit. wie sie unsern socialen Organismus allen medizinischen und wirt« schaftlichen EingriffSversuche'n zum Trotz allein schon von diesem Giftherb aus immer von neuem durchseucht. Und auf der andern Seite versteht Frl. Mießner zwar sehr rührend und empfindsam die veredelnde Wirkung des Familienlebens, der Mutter- und Väterliche zu schildern: aber so oft sie als Frcrnen- rechtlerin auch vermutlich hervorgehoben hat, daß dieses Familien- leben heute infolge der wirtschaftlichen Entwicklung Tausenden von Bürgermädchcn versagt ist, plötzlich scheint ihr auch diese Erkenntnis verloren gegangen. Oder nein: sie tveist ja selbst darauf hin. daß„die noch in allen Wnikel» herumspukende, traditionelle Anschauung über- wundener Kulturstufen, es sei die vornehmste Lebensaufgabe, und das einzige Glück des Weibes, Mutter zu werden", viele Frauen,, die nicht heiraten können, der freien Liebe in die Arme treibe.'Da aber die Fraucnrechtelei bekanntlich»wch Ansicht ihrer Vertreterinnen mit dieser traditionellen Anschauung aufgeräumt hat, so ist für Frl. Mießner der Beweis gegen die Notwendigkeit der freien Liebe damit geschlossen, und alle die bürgerlichen Mädchen. die infolge unsrer idealen Familien- Auffassung ihr Leben lang Liebe und Mutterglück entbehren muffen, sie können aus dieser schönen Welt dafür mit dem Tröste scheiden, daß sie die Höhere Mission des Frauentums bethätigt und nach bester Kraft an der Erziehung des männlichen Geschlechts zu erhöhter Sittlichkeit mitgewirkt haben. Sollte denn der Verfasserin niemals der Gedanke gekommen sein, daß es sich hier nicht sowohl um die„Lebensanfgabe" dcS WeibeS, als um ihr ursprünglichstes, einfachstes M e n s ch c n r e ch t handelt, und hält sie die Sittlichkeit wirklich für so viel gefährdeter da. wo beide Gatten die Freiheit haben, einen liebeleeren Bund zu lösen als heut, wo man die Liebe auf der Straße verschachert? Z. Daß die Lage der KoufektionSarbeiterinne»» namentlich in der Hausindustrie eine schlechte ist, dürfte allgemein bekannt sein. Die Ausbeutung der Arbeiterinnen wird am schamlosesten namentlich von den sogenannten Zlvischenmeistcrn betrieben, weiche größere Posten der fertig zu stellenden Arbeiten von einem größeren Geschäft beziehen und diese Arbeit dann außer dem Hause anfertigen lassen. Die Bezahlung für diese Arbeit spottet jeder Beschreibung: am miserabelsten handeln in dieser Hinsicht diejenigen Zwischenmeister, welche sich in den Vororten niedergelassen haben in der Annahme, hier besonders willige und billige Arbeitskräfte zu finden. In dieser Voraussetzung haben diese Personen bis dahin auch noch keine Enttäuschung erfahren. Zwingt doch die in der zahl- reichen Arbeiterschaft der Vororte herrschende Not die Proletarierinnen, von jeder sich irgendwie darbietenden Arbeitsgelegenheit Gebrauch zu machen. Zu der Erkenntnis, gemeinsam gegen diese Ausbeutung Front zu machen, sind leider diese ausgebeuteten Arbeiterinnen noch nicht gekommen. Ein besonders starkes Stück leisten sich in Neu- W e i ß e n s e e einige Zwischennnternchinerinnen, welche Blusen an- fertigen lassen. Für ein Dutzend solcher Binsen zu nähen zahlen sie sicbeuzig Pfennige. Hiervon haben die Nähe- rinnen noch Auslagen für Garn zc. zu leisten. Wer da weiß, wie viel Arbeit zur Fertigstellunq eines Dutzend solcher Sachen gehört. wird verwundert sein, daß sich noch Arbeiterinnen finden, welche für dieses Spottgeld arbeiten. Möchten endlich die Frauen und Mädchen einsehen, daß durch Organisation solchen ausbenterischen Praktiken ein Ziel gesetzt werden kann. Sociales. Gegen das Trinkgeld. Wie in Deutschland, so ist auch in Frankreich daS Trinkgeldlvesez, zu einer wahren Landplage geworden. Namentlich ist eS im Cafö, Restaurant und Hotel für den Gast einfach unmöglich, ohne Trinkgelb auskommen zu können. 10 Proz. und mehr der Zeche muß erlegt werden, wenn der Gast.anständig" bedient sein will. An diesem Zustand sind aber weniger diejenigen schuld, die das Trinkgeld erhalten, als vielmehr die Beschäftiger der Kellner, Portiers, Hausdiener ec. Nicht allein, daß diese Leute in der Regel gar kein Gehalt bezieheu sondern in vielen Fällen müssen sie noch für die Er laubnis, arbeiten zu dtirfen, ihrem Arbeitgeber eine bestimmte Summe zahlen. So giebt es in Paris Lohn Hauskellner, die am Morgen vor Beginn der Arbeit dem Wirt drei fünf, auch acht Franken auf den» Tisch legen müssen, wenn sie für den Tag an eiuer Anzahl Tische die Gäste ihres Herrn Arbeit gebers bedienen wollen. Andre Wirte lassen sich etwa 10 Prozent des Umsatzes vom Kellner zahlen. Den Kellnern wird also hier eine Art Pacht auferlegt, die ste wiederum aus den Gästen ihres Pachtherrn herausschlagen müssen. Außer den gastwirtschaftlichen Arbeitern sind es aber noch viele Kategorien von Bediensteten und Angestellten, welche in ihrem Er werb auf Trinkgeld angewiesen find, so die Barbiere, Kutscher, Portiers, Diener öffentlicher Gebäude zc. zu steuern, hat der socialistische Deputierte Namen der socialistischen Kammerfraltion gebracht: „Es ist verboten, anders als gegen direkte Bezahlung arbeiten zu lassen und es ist dem Dienstherrn, Arbeits- oder Auftraggeber jeder Art verboten, sich von den Trinkgeldern oder Geschenken, die ihre Bediensteten, Angestellten oder Beauftragten erhalten, irgend etwas in irgendtvelcher Form abgeben zu lassen." Es wird gewiß nicht allzu leicht sein, diese Materie gesetzlich zu regeln, noch weniger, den gesetzlichen Bestimmungen zu prompter Durchführung zu verhelfen; daß es möglich ist. beweist England. Dort ist es verboten— und der Wirt ist dafür verantwortlich—. daß die Barmädchen Trinkgelder annehmen. Um diesem Unwesen Antide Boyer im folgenden Antrag ein Genrevk slltzKfkli leichtesten für uns getvonne» werden können, weil' man ihnen gewaltige Vorteile bei kommunistischer Wittschaftsweise in Aussicht stellen kann. Es ist nun viel von der Notlvendigkeit der Zollerhöhnng geredet worden, Beweise dafür haben Sie aber nicht beigebracht. Gewiß ist es, daß der gesamte Kleinbauernstand ein einer erbarm lichen Lage sich befindet. Es ist selbstverständlich, daß diese Existenzen nicht mit den großen Betrieben konkurrieren können und dadurch in Notlage und Abhängigkeit geraten. Wir bestreiten nur, daß diesen Leuten grade mit den Getreidezöllen geholfen werden kann. Und andrerseits ist es zweifellos, daß f ü r S i e, die die Getreide- zolle in Anspruch nehmen, dieselben großen Vorteil bringen und ge rade, weil sie Ihnen Vorteil bringen, vielen andren Schaden zu- fügen. Dabei ist die Zghl derer, die Schaden haben, gewaltig größer, alö derjenigen, die Vorteil haben.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Den Kleinbauern im Spessart z. B. könnte Herr Kollege Gerstcnberger weit eher nützen durch ein gutes Wildschadcngesetz.(Sehr richtig I links.) Die Landwirtschaft ist durchaus rentabel, wenn das nötige Kapital vorhanden ist, um alle technischen Forschritte benutzen zu können, dann kann eine glänzende Rente herausgewirtschaftet Iverden und dann würden Sie auch im stände sein, den Getreidebedarf ftir eine größere Bevölkerung als die jetzige zu decken!(Hört! hört! rechts.) Das ist ja ganz selbstverständlich, dazu wären aber Millionen von Kapital nötig und außerdem sind die Klein-Bayernwirtschaften dazu nicht geeignet; das könnte nur durch genossenschaftliche Vereinigungen erreicht werden. Auf diesem Wege wollen ivir Sie gern unterstützen. Wir sind durchaus bereit, Sie zu expropriieren und wollen Ihnen einen guten Kaufpreis zahlen.(Beifall links. Unruhe rechts.) Thatsache ist. daß die Landwirtschaft sich gehoben hat, die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte Butter, Eier, Milch sind gestiegen. Sie können auch nicht bestreiten, daß die Regierung in gestiegen. In einem solchen Moment des Niedergangs muß natür- lich auch die geringste Erhöhung des Brotpreises eine ungeheure Erregung unter den Arbeitern hervorrufen. Die wohlhabenden Klassen brauchen viel weniger Brot als gerade die Arbeiter. Diese leiden umsomehr unter den erhöhten Getreidepreisen, je zahlreicher ihre Familie ist. Was Sie für einen Segen Gottes halten, das wird diesen Arbeitern zum Fluch. Die Herren vom Centrum lassen die Arbeiter beten: Unser täglich Brot gieb uns heute, andrerseits verteuern sie ihnen dies Brot. Sie lassen sie um einen guten Erntesegen beten, und wenn er kommt, raisonnieren Sie, weil die Getreidepreise niedrig sind. So sieht der christlich Staat aus, von dem Herr Oertel sprach. Würde C h r i st u noch einmal unter uns auftreten, so würde er Sie, wie die Geldwechsler aus dem Tempel, Sie hier aus dem Reichstag hinauswerfe» als Brotwucherer, die dem armen Man» das Brot vcrtcuer». Die ganze Entwicklung drängt zu einer Erhöhung der Getreidepreise. Sehr interessant ist ein Artikel der„Kreuz-Zeitung" aus dem Sommer 1897. Als das Resultat der Volkszählung von 1895 bekannt wurde, schrieb sie, das Wachstum der industriellen Bevölkerung würde zur Folge haben, daß die Lebensmittel' preise, besonders Brot und Viehpreise in ungcmessene Höhe steigen. Daher hat die Landbevölkerung vom Standpunkt ihres Geldbeutels keine Ursache gegenüber dieser Erscheinung zu verzagen. Bei den hohen Lebensmittelpreisen werden' Ackerbau und Viehzucht rentabel bleiben. Wir haben jetzt eine Volksvennchrung, die in zehn Jahren die Einwohnerzahl Deutschlands um 9 Millionen ver- mehrt, aber kaum einen Fußbreit freien Boden. Die Ausdehnung der Städte, die Vermehrung der Fabrikanlagen auf dem Lande nimmt immer mehr bestellbaren Boden für sich in Anspruch. Die Folge mutz ein Steigen der Lebensmittelpreise sein. Es ist falsch, wenn Sie au' die überseeische Konkurrenz hinweisen. Amerika hat seine Bevölkerung in einem Jahr von 80 auf 75 Millionen ver- mehrt. Mit jedem Jahrzehnt mutz seine Ausfuhr von Nahrungs mittel» geringer werden. Die Konkurrenz des mesopotamischen Weizens steht heute noch in weiter Ferne. So wie die Dinge liegen, ist es die arbeitende Bevölkerung, der die höheren Brotzölle zu Gunsten Iveniger Großgrundbesitzer in erster Linie aufgehalst werden sollen. Je mehr diese Thatsache den Massen ins Bewußt sein kommt, um so mehr muß ihre Unzufriedenheit steigen.(Unruhe rechts. Sehr wahr! links.) Schon heute stellt die Brotsteucr eine fünfprozentige Einkommensteuer für die Arbeiter vor. Wenn eine direkte Einkommensteuer von 6 Prozent auf Einkommen von 20 000 Mark gelegt werden sollte. würden Sie(nach rechts) über Vermögens-Konfis- k a t i o n schreien. Haben Sie doch schon geschrien, als die Einkommen über 100000 M. 4 Prozent zahlen sollten. Den Ar- beitern aber wollen Sie jetzt 0, 7, 8 Prozent aufhalsen. Nun. die Wirkung dieser Maßregel kann nur uns zu gute komme»! (Lebhafter Beifall bei den' Socialdemokraten.) Vizepräsident v. Frege:' Herr Abg. Bebel, Sie haben im Eingang Ihrer Rede wenn auch im hypothetischer Forin eine Aenßernng gethan, die sich nur auf den Herrn Abg. Stöcker beziehen konnte. Ich rufe Sie auf Grund des Stenogramms wegen dieses Ausdrucks, den ich nicht wiederholen will, zur Ordnung.(Gelächter bei den Socialdemokraten.) Ein Antrag auf Schluß der Diskussion wird hierauf gegen die Stimmen der Socialdemokraten und der Freisinnigen an- genommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Fürst Bismarck beklagt sich über persönliche Angriffe des Abg. Fischbeck. Vielleicht findet der Herr bessere Formen, wenn er länger Mitglied des Hauses ist.(Lachen links. Bravo! rechts.) Dr. Oertel: Herr Bebel hat von mir gesagt, daß ich den Humor des Hauses schon zu wecken pflege, wenn ich mich er- hebe. Herr Bebel weckt den Humor des Hauses allerdings erst, wenn er sich setzt.(Heiterkeit.) Abg. Dr. Arendt behauptet, daß der Bischof Tucker noch bei Lebzeiten zu den Akten erklärt habe, er habe nie einen Brief an Peters gerichtet. Stöcker habe er nicht verteidigt, denn es sei alles eher als eine Verteidigung, wenn er sage, der Tucker-Brief sei noch schlimmer als der Stöcker-Brief.(Heiterkeit.) Abg. Fischbcck: Wenn ich persönlich geworden bin. dann war es nur die richtige Antwort auf den wegwerfenden Ton, in dem Fürst Bismarck von Berufspolitikern sprach. Präsident Graf Ballestrcm: Die Position: Gehalt des Staats- sckretärs, ist nicht angegriffen, also in zweiter Lesung angenommen. (Heiterkeit.) » Auf Antrag des Abg. v. Kardorff(Rp.) wird die Abstimmung über die vorliegenden Resolutionen(12 000 Mark- Affaire, Central- Ansknnftsstelle, Vogelschutz) bis zur dritten Lesung verschoben. Nachdem noch einige Titel debattelos genehmigt, wird die Weiter- beratung vertagt. Nächste Sitzung: Mttwoch 1 Uhr.(Fortsetzung der Beratung der Initiativanträge zur Wohnungsrefo r,m. Antrag Barg- mann(frs. Vp.) auf Abschaffung der Theatercensur durch Abänderung der Gewerbe-Ordimng. Schluß 58/e Uhr._ Vavkei-MÄttzvichken. An die Mitglieder der socialdcmokratischen Landtags- fraktionen in den Einzelstaaten richtet der Vorstand der social- denwkratischen Partei das dringende Ersuchen, ihre Privatadressen möglichst umgehend an das Partei-Bureau I. Auer. Berlin SW., Kreuzbergstr. 30, gelangen zu lasien. Eine Parteipersammlnng in Leipzig nahm den Bericht über die im Konflikt der„Leipziger Volkszeitung" geführten Verhandlungen entgegen, die auf Grund des am 8. Januar gefaßten Beschlnffes aufs neue eingeleitet worden sind. Eine Konferenz, die zu diesem Zwecke am 13. Januar in Berlin tagte und zu der außer dem ._.. Pnrteivorstande Vertreter des Verbands, der Gewerkschaft, der den letzten Jahren außerordentlich viel für die Landwirtschaft gethan Leipziger Geschäftsleitung und Partei anwesend waren, beschloß hat, Wh erinnere an die Unterstützung bei Schulbaute», Unterstützung einftimmig, daß die Vertreter der streitenden Parteien in des Genossenschaftswesens usw. Herr Gerstenberger behauptete, die Leipzig auf Grundlage des Vorschlags deS FraktionS- .lemen Bauern hätten einen Vorteil von den Getreidezöllen. F ü r st Vorstands vom 5. Dezember zu einer Verständigung zusammen- H o h e n l o h e aber, der doch gewiß in solchen Dingen sachverständig treten mit der Maßgabe, daß zunächst die noch arbeitslosen war, hat am 29. März 1895 erklärt, daß die Betriebe unter 5 Hektar ausständigen Mitglieder des Verbands in der Bnchdruckerei der kein Getreide verkaufen und daß diese die'große Mehrzahl bilden.„Leipziger Volkszeitnng" wieder Stellung finden, soweit die Be- Dies stimmt ja auch mit der Statistik überein. Wir haben 1895 5 000 000> teiligten dieses wünschen. In der am 24. Jannar in Leipzig statt- und Parteileitung jeder weiteren Verhandlung zu ent- schaftS. halten/ Vo» der Kommuualen Praxis, der vom Genossen Sndekum in Dresden herausgegebenen Zeitschrift für Kommunalpolitik und Gemeindesocialisinu's'(Verlag von Kaden u. Comp., Dresden, Zwingerstr. 22) ist jetzt die erste Nummer erschienen. In einem einleitenden Artikel wird der Zweck des neuen Unter- nehmens erörtert.„Die Kommunale Praxis soll zunächst eine Sammlung des Materials zu den Fragen der Gemeindeverwaltung sein; besonders unsre in den Vertretungen kleinerer Gemeinden sitzenden Parteigenossen haben oft mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, um sich die notwendigen Unterlagen zur Begründung von Anträgen und Vorschlägen, zur Ausarbeitung von Regulativen und Statuten zu be- schaffen.' Litterarische Hilfsmittel stehen ihnen selten zur Verfügung und sie sind nur ausnahmsweise in der Lage, sich das Allernot'- wendigste von befreundeten Kollegen aus andren Orten zu besorgen. Dem kann abgeholfen werden, wenn das Material möglichst voll- ständig in einem Centralorgan veröffentlicht wird." Neben diesen praktischen Aufgaben soll auch die Theorie des Gemeindesocialismns gepflegt werden. In einem größeren Artikel erörtert dann Martin Segitz unter dem Titel„Schwierigkeiten der Socialdemokratie in der Gemeinde- „Vertretung" die Frage der indirekten Gemeinde- Abgaben in An- lehnung an die Vorgänge in Fürth, die auf dem letzten bayrischen Parteitag zur Sprache kämen. Ein andrer Artikel schildert die Stärk« der socialdcmokratischen Vertretung in den sächsischen Gemeinden. Weiter Ivird die Konferenz der socialdemokratische» Gcmeindevertreter der Pro- vinz Brandenburg besprochen. Es folgen eine Reihe Notizen unter den Rubriken: Kommunalprogramme, Kommunales Wahlrecht, Arbeiter- Verhältnisse, Wohnungswesen, Schulwesen, Gesundheitspflege, Verkehrs- lpesen zc. Das Blatt erscheint achtseitig im Format der„Socialen Praxis" am 1. und 15. jedes Monats zum Preise von 1 M. pro Quartal. Wir glauben, daß ein solches Blatt einem wirklichen Bedürfnisse entspricht und wünschen ihm besten Erfolg. Die Socialdemokratie in den sächsischen Gemeinde- Vertretungen. Während im Jahre 1393 nur in 90 Orten social- demokratische Erfolge festgestellt werden konnten, ivaren bei den letzten Wahlen, wie die„Kommunale Praxis" berichtet, 145 solcher Orte zu verzeichnen; die neu gewählten socialdemokratische» Ver- trcter aber(ohne die Ersatzmänner) beziffern sich auf 279. Ver- glichen mit dem Ergebnis vom Jahre 1898 ergiebt sich eine Ver- Zoppelung der erwählten socialdemokratischen Vertreter, denn in diesem Jahre wurden nur etwa 130 Socialdemokraten gewählt. Der Fortschritt macht sich sowohl bei den Unansässigen wie bei den Ansässigen bemerkbar. denn die Zahl der socialdemokratischen ansässigen Vertreter hat sich von 18 im Jahre 1898 auf 52 bei den letzten Wahlen vermehrt. Soweit Vergleiche mit den Ergebnissen von 1398 möglich sind, ergiebt sich fast überall eine beträchtliche Vermehrung der Stimmen- zahl. Ein sicheres Gesamtergebnis läßt sich leider nicht aufstellen, 3a überhaupt nur von 119 Orten Zahlen über das Stimmen- Verhältnis vorliegen, und besonders die Gemeinden, wo wir keine Erfolge hatten, fast ganz fehlen. Die ungefähre Gesamtzahl der socialdemokratischen Vertreter, die Sachsen jetzt hat. erhält man aus einer Zusammenstellung der 3 letzten Wahlergebnisse. Wie wir bereits gesehen haben, hatten wir 1896 140, 1898'130 und 1900 279 Vertreter, das ergiebt 549 social« demokratische Gemeindevertreter in Sachsen. Das sächsische Centralkomitee wird jetzt eine möglichst genaue Feststellung über die Zahl der Vertreter versuchen. Toteuliste der Partei. In Stettin starb der Parteigenosse Albert V e r g n e r, Steinträger von Beruf, an den Folgen eines Nervenleidens. Der Verstorbene wurde 1887 unter der Herrschaft des Belagerungszustands ausgewiesen. Nach Aufhebung des Belagerungszustands kehrte er wieder nach Stettin zurück und war 'o eifrig wie je für die Partei thätig. Er gehörte auch dem Vor- stände des socialdemokratischen Vereins an. Die Partei verliert in hm eines seiner thätigsten Mitglieder am Orte. LissagarayS Leichenbegängnis hat am Montagmorgen in a r i s unter zahlreicher Beteiligung seiner Freunde und Partei- genossen stattgefunden; trotz des miserablen Wetters folgten über 2000 Personen dem Trauerzuge. In der Krematoriumshalle— die Leiche Lissagarays ist verbrannt worden— hielten Görault Richard, Chefredacteur der„Petite Republik", und Vaillant kurze Ansprachen. Gerankt Richard erinnerte an den Kampf, den der Tote allezeit gegen die Reaktion geführt. Kaum war er aus der Verbannung zurückgekehrt, gründete er die„Bataille", welches Blatt u der schneidigsten Waffe gegen den Bonlangismns wurde. Vaillant eierte den Geschichtsschreiber der Kommune; außer Vaillant selbst hatten sich noch viele ehemalige Kommunarden eingefunden, um dem Toten die letzten Ehren zu erweisen. Nachdem die Flamme ihr Werk gethan, wurde die Urne nnt der Asche im Kolumbarium bei- gesetzt. Mit einem Besuch der Föderiertenmauer erreichte die Feier- lichkeit ihren Abschluß._ Wmii) der Tapezierer. landwirtschaftliche Betriebe gehabt, darunter 4255000, also 76,9 Proz.mit unter 5 Hektar. Diese 4 Millionen hatten 5 Millionen Hektar der land- wirtschaftlichen Fläche inne. Durchschnittlich kam auf einen Betrieb 1,15 Hektar. Weiter hatten wir 25 061 Großbetriebe, d. h. 1,5 Proz. Diese hatten inne 7 831 000 Hektar der landivirtschaftlichen Fläche, also durchschnittlich für jeden Betrieb 312 Hektar. Es ist also klar, daß vor allem die Großgrmldbesitzer den Vorteil vou den Gctreidezöllcn haben. Eine weitere Thatsache ist, daß die Zahl der Personen, die zur Landivirtschaft gehören, stetig abnimmt. 1882 kamen von je 100 beschäftigten Personen auf die Landwirtschaft 42,45, 1895 war diese Zahl trotz der Zunahme der Bevölkerung auf 35,7 gefallen. Das mögen wir und Sie beklagen, zu ändern ist an dieser Thatsache nichts. Uebrigens ist nicht etwa die Zahl der selbständigen Personen in der Landwirtschaft gesunken, im Gegenteil diese haben seit 1895 infolge der Parzellierungen um ein paar Hunderttausend zugenommen. � u alledem kommt noch, daß wir uns gegenwärtig in einer ab- steigenden Linie der industriellen Entwicke- l u n g befinden. Die Arbeiter haben in immer erhöhtem Maße nnt Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen zu kämpfen, dabei sind die Miels- und die Kohlenpreise ständig gefundenen Verhandlung kam es zu Meinungsverschiedenheiten in der Hauptsache über das Wort„zunächst". Die Buchdrucker forderten die Wiedereinstellung sämtlicher Ansstäiidigen. Ivorauf die Vertreter der Partei und Geschäftsleitung nicht eingehen konnten. Letztere glaubten noch insofern entgegen zu kommen, als sie erklärten, daß jetzt die 12 Verbandsmitglieder, die gegenwärtig noch konditions« los sind, eingestellt werden sollen, und im nächsten halben Jahre sollen bei Neueinstellungen weitere der Ausständigen eingestellt werden, wenn dieselben es wünschen. Da die Ausständigen auch hiermit nicht einverstanden waren, so einigte man sich beiderseits dahin, eine nochmalige Konferenz einzuberufen und sämtliche Teilnehmer der Berliner Konferenz hierzu mit heranzuziehen. Die gestrige Partei- Versammlung war in ihrer Mehrheit mit diesen Maßnahmen ein- verstanden und nahm folgende Resolution an:„Nur in Rücksicht auf die Gesamtpartei geben die Leipziger Parteigenossen ihre Zu- stimmung zudem auf der Berliner Konferenz einstimmig angenommenen Einigungsvorschlag, wonach von den 31 Ausständigen der„Leipziger Volkszeitung" 10—12 Mann innerhalb 14 Tagen wieder eingestellt werden sollen. Auch wird die Geschäftsleiwng ermächtigt, bei Neu- einstellungen im nächsten halben Jahre weitere Ausständige zu be- rücksichtigen, soweit dieselben dies wünschen. Sollten die Buch- druckcr diesen Einigungsvorschlag ablehnen, so hat sich die Ge- Am Sonntag, den 27. Jannar tagte im Saal 6 des GeWerk- chafts-Hauses in Berlin die Gaukonferenz für den 6. Gau. An« wesend waren die Vertreter von Berlin, Breslau. Görlitz, Stettin, Brandenburg, Potsdam. Bromberg, Wittenberge und Charlottenburg. Nach der Eröffnung durch den Kollegen Leo Schmidt erstatteten die Delegierten die SituationSberichtc, aus weltben zu ersehen war, daß trotz der eifrigsten Arbeit der Erfolg der Organisation in den Provinzstädtcn nicht der gewünschte ist. Es wurde deshalb auch freudig anerkannt, daß durch Schaffung der Gaueinteilnng und durch die Wahl eines Gauvorstands die Möglichkeit gegeben ist, die Provinzstädte in ihrer Thätigkeit zu unterstützen und die Agitation für die unorganisierten Städte intensiver und nachhaltender zn gestalten. Erfreulich war der Bericht des Kollegen Mann- Breslau, welcher mitteilen konnte, daß die dortige Filiale nach einjährigem Bestehen einen Mitgliederbestand von 240 Kollegen hat, daß auch schon einige kleinere Verbcsserungen bezüglich der Löhne durch- geführt sind und daß in diesem Frühjahr die Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden gestellt werden soll. P ö» i ck e- Berlin giebt einen ausführlichen Bericht über die Thätigkeit und Aufgaben der Berliner Filiale und weist darauf hin. daß wir selbst in der sogenannten stillen Zeit in ununterbrochenem Kampf mit den Unternehmern stehen. Er bittet, so weit es irgend möglich ist. im kommenden Frühjahr den Zuzug nach Berlin fern zu halten, da wir noch eine erhebliche Anzahl Wcrkstellen haben, in denen wir für die Vertagsbedingungen einzutreten habe» und wo es zum Konflikt kommen wird. Dazu kommt noch die augenblickliche kritische Situation der gesamten Berliner Kollegenschaft, veranlaßt durch die Absicht der Innung, die Achtzehner- Kommission auf- zulösen. Die Delegierten aus Bromberg(Stößel) und Potsdam (Wenkel) gaben bei ihrem Situationsbericht ebenfalls bekannt. daß in diesen Städten im Frühjahr Lohnbewegungen stattfinden werden. Beim zweiten Punkt, Agitation und Organisation, wird„ach einer ausführlichen Diskussion, an welcher sich alle Delegierten und eine Anzahl Gäste beteiligen, beschlossen, den Städten Berlin, Breslau. Stettin und Bromberg die Vorarbeiten in bestimmten Be- zirken zn übertragen. Der Gauvorstand hat dann nach dem zusanimen- gestellten Material seine Maßnahmen zu einer umfassenden Agitation zu treffen. Die Kosten sollen in der Weise aufgebracht werden, daß pro Mitglied und Quartal 10 Pf. an den Gauvorstand abgeliefert werden. Als Sitz des Gauvorstands wird Berlin bestimmt und werden zum Vorsitzenden Leo Schmidt und zum Kassierer Otto Pönicke gewählt. Die Wahl des Schriftführers bleibt der Filiale Berlin überlassen. Die nächste, zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindende Konferenz tagt laut Beschluß in Bromberg. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei ses Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 30. Januar. Opernhaus. Der Bärenhäuter. An: fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der Compagnon. Neues Opern: RANIA* Thalia Theater By Dresdenerstr. 72. efeld Heute und folgende Tage: Taubenstr. 48/49. mor von Gente. Im Theater Mittwochabend 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde. Im Hörsaal: Reg.- u. Baurat Hasak:„ Lagerbau der Römer und die deutschen Barbaren." Nachm. 4 Uhr zu ermäss. Preisen: Anfang 7½ heater( Kroll). Mittelmeerfahrten. Geschlossen. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. dus 3 Invalidenstr. 57/62. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Tagl. Sternwarte. Anfang 7 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 1. Teil.) Anfang 7 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 72 Uhr. Neues. Liebesprobe. Hierauf: Die Hand. Anfang 71/2 Uhr. Weften. Carmen. Anfang 712 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbretti. Anf. 72 Uhr. Schiller. Der Herr Senator. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Soup Der Damenschneider. 72 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Panopticum und Theater. Neu! Die Nen! 12 unverbrennbaren Fakire Die Sensation der Pariser Welt: Ausstellung. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. CASTANS Gr. Ausstattungsposse m. Gef. u. Tanz. Anfang 7 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung Anfang: Sonntags 12 Uhr. Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Neu! Familie Neu! 1701 Tscherpanoff. Russische Sänger- u. TänzerGesellschaft. Cirnocs. Ravizetta d'Aragon und 17 erstklassige 17 Specialitäten Eintritt einschliesslich 50Pf. Panopticum tenographie. Serband der Möbelpolierer. Cirkus Busch Stenographie. Mittwoch, den 30. Januar, abends 71/2 Uhr: Gr. Sports- Abend. hudal 8um 63. Male: Die eiserne Maske. Gr. historisches Manege: Schauftüd in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Original Pantomime des Cirfus Busch. Besonders hervorzuheben: Die Eroberung Strassburgs mit dem illuminiert.Münster. Außerdem: Europäische Kavallerien, gr. Quadrille auf 16 Schulpferden. Herr Burkhard- Foottit, Schulreiter. Vorzüglichste Programm: Nummern. Sonntag, 3. Februar, nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien", wozu jeder Erwachsene auf allen Sig: plägen 1 Kind frei hat; weitere Kinder die Hälfte.- Abends 72 Uhr: Die eiferne Maste. Cirkus Schumann. Heute Mittwoch, den 30. Januar, abends präc. 71/2 Uhr: XII. grosses internationales Rennen. Zweites Konkurrenzfahren aus Paris des Meisterschaftsfahrers der Welt, Sieger des gr. Preises von Deutschland, Jacquelin Anfang PANOPTICUM mit ben berühmteften Rennfahrern Europas. U. a. Willy Arend( Hannover), Carl Weiß. Zwei Waisen. Anfang 8 Uhr. Luifen. Die Brautschau des Kron prinzen. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Die kölnische Heimat. Vorher: Glückliche Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. = Eine tolle Nacht. Anfang 712 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten Vorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 72 Uhr. M Reichshallen. Stettiner Anfang 8 Uhr einer Sänger. # Passage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. Die zwölf unverbrennbaren Fatire. Anfang nachmittags 3 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde". Im Hörsaal:„ Lagerbau der Römer und die deutschen Bar: baren." Von Reg. und Baurat Hafat. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Der Herr Senator. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Donnerstagabend 8 Uhr: Freiwild. Freitagabend 8 Uhr: Ephraims Breite. Sonnabendabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonntagabend 8 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Bwei Waisen. Schauspiel in 4 Aften von Scherenberg. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Kinder: Vorstellung, fleine Preise: Tausend und eine Nacht. Central- Theater. Bum 557. Male: Friedrichstr. 165. Nur noch kurze Zeit: Die wilden Weiber aus Dahomey. Der sensationelle ,, GermanenSaal" mit plastisch. Gruppen urgermanischer und deutscher Trinker. altZur Zweihundertjahr- Feier: Die preussischen Könige im Fürstensaal. Die Herrscher Europas, Generäle, Minister etc. etc. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Täglich 29 Uhr: ine tolle Nacht. Berliner Ausstattungspoffe. Die Americain- Zuaven und das Januar Specialitäten Programm. Anfang 1/28 Uhr, der„ Tollen Nacht" 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 2. Februar: Dritter grosser Nobl( München), Mündner( Berlin), Huber( München) und dem öftreich. Rennfahrer Heller( Wien) 2c. Heute starten: 1. Seller( Wien) gegen Heiny ( Berlin), 2. Krüger( Lübeck) gegen Grandpierre( Frankfurt a. M.), 3. Huber ( München) gegen 4. Jacquelin gegen Robl. Peter( Berlin). des Neue Unterrichtskurse Den Mitgliedern zur Nachricht, daß ber Kollege Paul Wolff Arbelt.- Stenogr.- Vereins ,, Stolze" im Alter von 40 Jahren am 27. b. M. in der Vereinfachten deutschen gestorben ist. Stenographie" beginnen: Die Beerdigung findet am Donners: Donnerstag, 31. Januar, abends tag, nachm. 4 Uhr, von der Leichen812 Uhr, bei Fischer, Waldstr. 8. Freitag, den 1. Februar, abends 812 Uhr, bei Grupe, Annenstr. 16. Dienstag, den 5. Februar, abends 82 Uhr, bei Gleinert, Schulstr. 29. Unterrichtsgeld 4 Mk. Die erste Stunde ist kostenfrei. Das Lehrbuch wird gratis geliefert. 99 SonntagsAlgebra- Kursus der Elektra". Eröffnung d. 3. Februar, 10 Uhr. Pro Stunde 25 f. Neuer Abend- Kursus für Elektrotechnit. Beginn 8. Februar 8 Uhr abends. Anmeldung Prinzenstr. 55. Prospekte frel. bon 2 Mk. an Bähne Teilzahlung. Reparatur in 2 Stunden. Zahnziehen schmerzlos! Plombieren. Sprechz.8-8. Blumenstraße 25, R. Lange, de Martustraße. Gr. 66 Chic" Frankfurterstr. 39. I. Preis: 1500 Mart. II. Preis: 1000 Mart. III. Preis: 500 Mart. Vorher zu bedeutend herabgesetzten erquisites Programm und China. Sämtliche Einlagen. 600 Mitwirkende. Metropol- Theater. tan, ben 14. bruar: Tes Bon Montag, den 4. bis Donnerstag, den 14. Februar: Behnmaliges Galtfpiel der Mdme. Yvette Guilbert. = Preise der Bläße: Balton- Logen und Terraffen 7 M., Orchester: Fauteuil 5 M., Parkett- Fauteuil 4 M., Parkett- Tisch 3 M., RangLoge 5 M., Rang Fauteuil 3,50 M., Sperrfizz 2,50 M., Balkon Promenoir 3 M., Promenoir 1,50 M. Vorverkauf für alle zehn Tage schon jetzt an der Kasse des Metropol- Theaters. NB. Mome. Yvette Guilbert tritt in der Zeit zwischen 3/410 und 1/211 Uhr auf. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen. Juh.: Max Schindler.- Telephon: Amt IVa Nr. 8002. Heute: Grosser Ball, als Specialität: Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Metropol- Theater Ball Freireligiöse Gemeinde Berlin. Alles Nähere besagen die Affichen. Reichshallen Stettiner Sänger. Heute zum Schluß: Eine bei Lehmanns. Burleste von Meysel. Anfang 8 Uhr. Die Geisha. Sanssouci Operette in 3 Atten von S. Jones. Mimosa: Mia Werber. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Apollo- Theater. Phänomenaler Erfolg: Valentine Petit Les Minstrels parisiens Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Luftige Vagabonden. Helene Gerard Rob. Steidl W. Noacks Theater. und die 10 ausgezeichneten Specialitäten. Um 8 Uhr: Brunnenstraße 16. Der Rattenfänger von Hameln Des Löwen Erwachen. Phantastisches Voltsstück Kom. Operette in 1 Akt v. J. Brandt. Kasseneröffn. 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Mittwoch-, Sonnabend- und Sonntagnachmittag: Grosse Zauber- Soiree von Ben- Ali- Bey. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Nur noch wenige Tage: Das Riesen- Januar- Programm 8 Uhr Sensations- Erfolg! 812 Uhr Eine tolle Nacht! Bosse mit Gesang in 2 Aften von Anno. Blech, Bosaunist: Dir. Rich. Winkler. Donnerstag, den 31. Januar: Benefiz für den Kapellmeister A. Sommerfeld. Neu! Bummelfrite. Neu! Gr. Poffe mit Gesang in drei Aften. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. in 8 Bildern mit Gesang von G. Braun. Musik von Hübner- Tranis. Donnerstag: Die Grille. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Täglich 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Sonnabend, den 2. Februar 1901, in Kellers Feffälen, Koppenstraße 29: Gr. Wiener Maskenball. in Bor der Demastierung: Großes Tournier zu Kazenellenbogen. ( Ritter, Ebeldamen, Bagen, tämpfende Ritter zu Pferde und zu Fuß.) Billets find bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: D. Jänice, Rirdorf, Reuterstr. 24, S. 4 Tr.; G. Bohne, Brunnenstr. 141, S. 2 Tr.; B. Kuhirte, Prenzlauer Allee 204, H. 4 Tr.; Frau Kohlhardt, Alexandrinenstraße 21, v. 4 Tr.; B. Schröder, Passauerstr. 3 im Laden; Kowalszid, Bernauerstr. 79, v. 3 Tr.; H. Kottlow, Schliemannstr. 29, Querg. part.; F. Braun, Bartelstr. 13, v. 2 Tr.; P. Halbauer, Krautstr. 36, H. 3 Tr.; C. Chriestens, Mühlenstr. 49, v. 3 Tr.; W. Mohs, Am Oberbaum Nr. 2, 1 Tr., und außerdem bei W. Rubenow, Brunnenstr. 134; W. Börner, Ritter straße 15; H. Bobsien, Kommandantenstr. 62; Chr. Schuly, Blumenstr. 14; F. Wolf, Pintschstr. 23; Fr. Tuzauer, Brunnenstr. 152; M. Wendt, Gollnowstraße 44, Querg. 2 Tr.; H. Peege, Rüdersdorferstr. 48, Querg. 2 Tr.; Kieburg, Urbanstr. 68 im Laden; Th. Mezner, Staligerstr. 59 im Laden; A. Mohnhaupt, Triftstr. 1 im Laden; E. Schmidt, Tresdowstr. 22 im Laden, und in unfren Versammlungen. Kostüme zum Tournierzug zu bedeutend ermäßigten Preisen bei B. Schröder, Passauerstr. 3. ( 2206b Anfang 8 Uhr. Billets a 50 Pf. Das Komitee. Sonnabend, den 2. Februar cr. Dritter grosser tommis Metropol-Theater- Ball. VE Alles Nähere besagen die Affischen. ( 713L* Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Karlstrasse. Wochentags 7 Uhr. Nur erstklassige is Direktion: Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Künstl. Zähne on 3 W. an, vorzüglich. Plombieren schmerzlos. Zähnz reinigen. Schmerzloses Zahnziehen. Zahnschmer schmerzlos beseitigt, Reparaturen fofort. Goldstein, Oranienstr. 123.* Blomben 1 Mr., schmerzl. Bahnziehen 1 Mt., 10 Jahre Garantie nur Prinzen Straße 97 11, nahe Morigplay.[ 6622*) Bähne 1,50 Mk. Grosser Inventur- Ausverkauf Preisen. Während des Ausverkaufs erhält jeder Käufer von 3 Mk. an eine eleg. seidene Krawatte halle in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Centralverband d. Töpfer ( Filiale Berlin). Am Sonntag, den 27. Januar, ver starb unser Mitglied 195/3 Gustav Kugeler. Die Beerdigung findet Mittwoch, ben 30. Januar, nachmittags 3 Uhr von der Charité aus statt. Um zahl= reiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige! Ant 28. Januar verschieb nach längerem chweren Leiden im Sana torium zu Pankow unser lieber Bruder, Schwager und Ontel Wilhelm Lüdersdorf im 57. Lebensjahre. Mit der Bitte um stilles Beileid 23596] Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am 31. b. M., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Bankower Kirchhofs, Kommunikationsweg, aus statt. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bet der Beerbigung meines lieben Manns Otto Zorn, für die reichen Kranzspenden, für die a umsonst. Teilnahme des Musikcorps und ins Specialität: Hüte, Krawatten, besondere dem Personal der Firma Wäsche, wollene Unter- weichbrodt u. Friedrich für die reiche wäsche, Schirme, Stöcke, Spende sage ich namens der HinterHandschuhe spottbillig. bliebenen meinen herzlichsten Dant. Witwe P. Zorn. Danksagung. ,, Chic"[ 659L* Gr. Frankfurterstr. 39. Edbe 23536] Masken- Garderobe. Allen Freunden und Bekannten Größte Auswahl. unsren innigsten Dank für die rege Billigste Preise.[* Beteiligung und reiche Kranzspendung Vereine Preisermäßigung. bei dem Zeichenbegängnisse des Nestaurateurs Gustav Schwarzkopf, Stalizerstr. 11. Fr. Panknin, Oranienstraße Nr. 178 II. Adalbertstraße 91, Ecke Oranienstraße. 7202 Die Hinterbliebenen. Im Auftrage: Anna Heden, Restaurant Zum Teufel", Stalizerstr. 11. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 30. Januar 1901, abends 6 Uhr, in Dolinskis Etablissement ,, Wilhelminenhof": Versammlung für Ober- Schöneweide und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Warum muß jeder Metallarbeiter Mitglied des Deutschen Metallarbeiter Berbands sein? 2. Diskussion. 3. Wie ftellen fich bie Kollegen zur Bildung einer Bezirksleitung für Ober- Schöneweide und Umgegend? Die wichtige Tagesordnung erfordert zahlreiches und pünktliches Ersch einen. [ 111/6] Die Ortsverwaltung. Konsum- Verein Berlin- Nord. Donnerstag, den 31. Januar, abends 9 Uhr,[ 98/9 im Swinemünder Gesellschaftshans, Swinemünderstraße 42: Mitglieder- Versammlung. Die geehrten Mitglieder und deren Frauen werden ersucht, zahlreich zu Der Aufsichtsrat. Der Vorstand. erscheinen. München. Brauhaus Act.-G. Der Ausstoß unfres diesjährigen Bockbiers hat am 29. d. M. begonnen. Münchener Brauhaus Actien- Gesellschaft. Der Ausstoss unsres diesjährigen vorzüglich geratenen Bockbiers hat begonnen. Gefällige Bestellungen werden prompt expediert. Brauerei Königstadt Act.- Ges. Schönhauser Allee 10/11. Mitthvod), ben 30. ganar 1901, Glends 8 Centralverband der Maurer etc. IoFriedrichstr. 236 früher Mertens: Uhr, Gr. öffentliche Bersammlung. Tages Ordnung: II und III. Freitag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten H. Molkenbuhr über: Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Verbandstag. 2. Wahl der Delegierten zu demselben. 3. Verschiedenes. „ Die Handelsvorlage und die Arbeiterinteressen". 2. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert.- Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Guten Besuch erwartet Die Verbandsleitung. Um zahlreichen Besuch ersuchen 210/2 Die Vertrauenslente. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 2. Febrnar, im neuen Saal des Herrn Kliem, Achtung! Lederarbeiter! Achtung! Hasenheide Nr. 13: ( Weißgerber, Lohgerber und Lederfärber.) Wiener Masken- Ball. Freitag, den 1. Februar, abends 8% Uhr, in Hensels Lotal, Anfang 9 Uhr. Um 12 Uhr humoristischer Aufzug, hierauf Demastierung. Während der Kaffeepause: Vorträge. Invalidenstraße 1: Billets find noch zu haben bei O. Ha che, Sorauerstr. 25, vorn 1 Tr.; Oeffentl. Versammlung. A. Pahlke, Kottbuser Damm 11, vorn 3 Tr.; B. Knaat, Nostizstr. 16, vorn 4 Tr.; C. König, Gitschinerstr. 53, vorn 4 Tr. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 198/3 Achtung, Albumarbeiter u. Arbeiterinnen! Morgen Donnerstag, den 31. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Gr. öffentliche Versammlung Album- u. Mappenfabriken beſch. Arbeiter u. Arbeiterinnen. aller in Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Dichtkunst und Arbeiter" mit Recitation neuerer Dichtungen von Theob. Völker und Maria Ranthun. 2. Werkstubenangelegenheiten und Verschiedenes. 23/10 Um vollzähliges Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ersucht Der Vertrauensmann. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow:„ Die Handels: politik, der gewerkschaftliche Kampf und die Arbeiterklasse." 2. Dis fussion. 3. Bericht des Vertrauensmanns und der Revisoren. 4. Unterstüßungsanträge. 5. Verschiedenes. Kollegen, agitiert für den Besuch der Versammlung. 103/2] Der Vertrauensmann. Gewerkschaftshaus, LichtbilderEngel- Ufer 15, Saal I. Mittwoch, 30. b. M., abds. 82 Uhr: + Oeffentl. Vortrag nur für Herren! Quecksilber Behandlung im Lichte der Thema: Medizinische Irrtümer, die Volksgesundheit. Referent: H. Müller, pratt. Naturheilkundiger am Kurbad Magazinstr. 17. Eintritt fret! Brauerei Germania, Aktien- Gesellschaft Tel. VII 2645. Berlin 0. 34, Frankfurter Allee 53. Tel. VII 2645. In ca. 70 eignen Geschäften vom 4/ [ 681L* Bockbier Liter 10 PL Fass 10 Naunyn- Straße Nr. 27, morg. Donnerstagabend 9 Uhr, [ 136/7 Maskengarderobe von Adolf Runge, Gr. Frankfurterstr. 75, Amt VII, 4075, empfiehlt den Vereinen seine große Auswahl in Kostümen in jed. Breistage. Großes Lager von Karneval- Aufzügen. Socialistische Bücher und Zeitschriften, sowie andre Litteratur fauft Buchhandlung Streisand, 6932] Bachstr. 10, Bhf. Tiergarten. Volkstümlicher Klassiker- Abend. ( Dichter und Komponisten: Klopstod, Lessing, Wieland, Herder, Schiller, Goethe, Beethoven, Schubert, Schumann u. a.) Mittwoch, den 6. Februar 1901, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 20: Preis 30 Pf. Beginn: Punkt 1/29 Uhr. Garderobe frei. Programm mit Biedertext 5 Pf. Billets find zu haben in der Buchhandlung von Th. Mayhofer, Weins Abendkaffe bergsweg 15b und in Challiers Musikhandlung, Beuthstr. 10. findet nicht statt. [ 2345b Zähne 2 M., 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M: Teilzahl. wöchentlich 1 M. Alfred Apenburg, Invalidenstrasse 33, Nähe Stettiner Bahnh. Spr. 9-7. Reparat. sofort.[* Männervortrag Paletot Freitag, 1. Februar, abends 9 Uhr, Andreasstraße 21. Gäfte 20 Pf. über Syphilis, Geschlechtsleiden. Spr. taturbeit. Köpnickerstr. 72.- 12 Grundmann. 38 Mart mit abgestepptem Atlas nach Maß liefert gegen bar Raffe Tomporowski, Neanderstr. 16, II. Etage. 543L* Anzüge allerbilligste Preise, eignes Stofflager. Bei teueren Garderoben Teilzahlung monatlich 10 Mt. gestattet. Finheitspreis für Brennspiritus 30 Pfg. pro Liter. Detaillisten, die sich auf Einhaltung des vorstehenden Preises bei literweisem Verkaufe von Brennspiritus verpflichten, erhalten bei Entnahme von wenigstens 30 Liter Volumen von den nachstehend genannten Firmen 87 Volumenprozent starken BRENNSPIRITUS zu den VORZUGSPREISEN der Centrale für Spiritus- Verwerthung, in Leibgebinden des Verkäufers frei vor's Haus gerollt. Bei Entnahme grösserer Quantitäten treten Ermässigungen ein. Y C. A. F. Kahlbaum. Bank für Sprit- und Productenhandel. R. Eisenmann. Brennspiritus- Actiengesellschaft. Herm. Meyer& Co. I. Stargardt. Carl Kühne. Louis Pritzkow. Carl Radicke. Martin Manasse. R. Robert. Gustav Wolff Nachf. 1 ca. 10 Ltr.- Flasche 10 Pf. To. M. 3,50. late 15 10 Ltr.- Flaschen M. 1,50 frei Haus. 23 Es ist nicht Jedermanns Geschmack. als Kaffee einen Aufguß von gebrannter Gerste oder geröstetem Malz zu trinken. Das und nichts andres find aber die offen ausgewogenen sogenannten Malzkaffees. Ein wirklicher Malzkaffee, der infolge seiner patentierten Herstellungsweise mit den Vorzügen des Malzes auch das feine Aroma und den beliebten Geschmack des Bohnenkaffees verbindet, ist nur Kathreiners Malzkaffee. Dieses Fabrikat kommt aber niemals lose, sondern ausschließlich in plombierten Paketen mit dem Bilde Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. des Prälaten Kneipp zum Verkauf. Kleine Anzeigen. Wirtschaft, Nußbaum, spottbillig, auch einzeln Gartenstraße 148, I. lints. Teppiche mit Farbenfehlern, Fabrikniederlage Große Frankfurter Rechtsbureau, Rechtshilfe, An Vereinszimmer zu bergeben. breasstraße 63. 23356* 50-100 Bersonen, bei Jankowski Vivisektion! Wer sich über diefe Markusstraße 18. + 39* ruchloseste Grausamkeit unfrer Zeit Tischler, Polierer, Drechsler als 23466 unterrichten will, verlange die Flug: Theilhaber einer Genossenschaft wollen blätter des Weltbunds gegen Vivi: fich morgen( Donnerstag) abend nach 7 Uhr zu einer Besprechung ein werden vom Tierschutzverein Berlin, finden bei Batt, Dragonerstraße 15. Königgrägerstraße 108. Um gütigen Frische Wurst jeden Mittwochabend Abdruck wird gebeten. Arbeitervereine, und Donnerstag früh Restaurant welche in ihren Versammlungen Vor: Gotthardt Mohs, Manteuffelstraße 77. wollen sich um Referenten an die träge wünschen über Vivisection, felbe Adresse wenden. [ 9256 Photographie. und sects, an einen, ab aus 2. Rosenberg, Landsbergertraße 82. 6 Visit Vermietungen. Zimmer. Leere Stube, anständige Person, Laufizerstraße 37, IV lints. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden gut geflochten, dieselben werden abgeholt und zurück geliefert. Gläser, Wulackstraße 27. Stellenangebote. Tüchtige Farbigmacher verlangt Mar Leonhard, Goldleistenfabrit, 23406 Schlesischestraße 31. Farbigmacher verlangt Stall schreiberstraße 58. 23586 Farbigmacher verlangt Wolff, Dieffenbachstraße 33. 23536 Goldleisten. Tüchtige Bersilberer werden verlangt Köpenickerstr. 109a. Intelligenter Sohn anständiger Eltern für Nachmittag( eventuell zum Mamsells auf Jadetts, außerm Sause( 1,75-2,00 mart), verlangt Frik, Grenzstraße 11, II.[ 22476* Achtung Theaterarbeiter! Der Streit im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater besteht weiter. Dasselbe ist somit nach wie vor ge sperrt dis auf weiteres. 287/ 10* Der Vorstand des Verbands des technischen Bühnenpersonals. Achtung! Stuccateure! Bei den Firmen Jäckel, Herrtwich, Hänska baben sämtliche Kollegen auf Grund des Angebots, Accord zu arbeiten, die Arbeit nieders gelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. 173/4 Die Lohukommission. Achtung! ( 23616 Frühjahr als Lehrling) verlangt Rau, Achtung! Tischler! Restauration, gutes Geschäft, straße 9, parterre. wegen Strankheit meiner Frau sofort Gaskocher! Sparsysteme! 1,50, 3wei zu verkaufen. Lier, Alte Jakob- lochkocher 6,-, Dreilochkocher 10,-fettion, welche unentgeltlich versendet straße 119. [ 4688* Gasplätteisen, Schneiderbügel- AppaKlempneret, Gas- und Waffer: rate billig! Gasbratöfen 12, anlagen preiswert zu verkaufen. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. Näheres Zimmerstraße 72. 23076 Kanarienhähne, Zuchtweibchen Gardinenhaus Große Frankfurter: 1 Mart, lautfingende Rottehlchen 1,50, straße 9, parterre. 2346b Secttäfige. Vogelhandlung, Oranien: Borjährige elegante Herren- Winter Straße 87. 19216* paletots und Anzüge aus feinsten Steppdecken am billigsten Fabrik Stoffen 25-40 Mart. Verkauf Sonn: Große Frantfurterstraße 9, parterre. 1 Stabinett 2 M. 50 Pf., 6 Boftfarten abend und Sonntag. Versandhaus mit Photographie 1 M., Schönhauser Nähmaschinen, neue, Umstände Germania, Unter den Linden 21 II. halber billig. Kommandantenstraße 46, Allee 146. Hering. + 56* Betten, Steppdecken, Gardinen I rechts. Masken Garderobe, Herren, [ 23516 spottbillig Leighaus Neanderstraße 6. Damen, große Auswahl. Komische Freundlich möbliertes Bimmer für Teppiche, Remontoiruhren, Regu- Größen, bedeutend unter Preis. Straße 62. (+ 72* ftraße 54, Quergebäude III, bei lateure, spottbillig Leihhaus Neander Seltener Gelegenheitskauf. Teppich Straße 6. Anfertigung eleganter Herren- Witwe Rofenthal. Teilzahlung [ 477* garderobe. geftattet. Marcus, Kleine Frankfurterstr. 20.* Kunststopferei von Frau Kokošky, Dresdenerstraße 98. 23546 Steinmegstraße 48. Barbierlehrling verlangt Ramler Ar Buchbinder- Arbeit jeber straße 27. 23526 fertigt Ferdinand Kleinert, W. Bülow Reisende für bessere Osterpofttarten In der Möbelfabrik von straße 56, 2. Hof parterre. 23876 Bessere Schlafstelle ein oder zwei und andre Ansichtspostkarten gesucht Warschauerstraße 78, haben sämtliche Platin, Gold, Silber, Treffen, Serren Reichenbergerstraße 61a, 1 Tr. Rochstraße 5, 2. Etage rechts.[ 147/6 Tischler wegen Lohndifferenzen die ( † 17 Kehrgold fauft zu höchsten Preisen rechts. Maschinennäherinnen auf Wasch Arbeit niedergelegt. Desgleichen in der Goldschmelze, Zimmerstraße 32. Freundliche Schlafstelle, separat, blusen verlangt Grunemann, Tresdow Mittagstisch; Hausmannstoft, Oranienstraße 186, vorn 3 Treppen, ftraße 18, 1. Aufgang vorn IV.[ 23626 ( † 17 Mamfells auf Jadetts verlangt straße. Zuzug nach beiden Werkstätten 458* ift streng fernzuhalten. Möblierte Schlafstelle, Bernot, Kastanien- Adee 95/96, I.[+56 Herrn, 77/3 Die Ortsverwaltung. Saal und Vereinzimmer empfiehlt Schönleinstraße 16, vorn III, Branig. Zeitungsfrau verlangt Ohnesorge, Jannascht, Inselstraße 10.( 2068* Schlafftelle, freundlich möbliert, Bergmannstraße 23. (+ 124* Vereinszimmer frei. Ladewig, seperat, Reichenbergerstraße 84, III Schlofferlehrlig sofort gesucht. 283 lints. 23576 August Lewin, Friedenstraße 106.[* Kommandantenstraße 65. Vereinszimmer. Vollmer, Man- Saubere Schlafstelle, separater Ein- Mamfells, beffere Paletots in, Elegante vorjährige Herrenhofen, Patentanwalt Dammann, Ora: teuffelstraße 25. 19406 gang, Herren Kottbuserstr. 2, vorn III außerm Hause Schulze, Cuvryftraße 23 H. Schmidt, Blumenstr. 30, feinste Stoffe 9-12 Mart. Verfauf nienstraße 57, Morizplak. Erfindern Vereinszimmer, dreifenstrig, zu Bawlat. [ 51/5 Mamsells auf Jadetts, Wauer, haben sämtliche Drechsler wegen Lohns Sonnabend und Sonntag. Versand: tostenfreier Rat abends bis neun vergeben. Georg Schulze, Gericht Möblierte Schlafstelle Dresdener: Stalizerstraße 81 4 Treppen.[ 23316 differenzen die Arbeit niedergelegt. HausGermania, Unter den Linden 21 II. Augustabad, Köpenickerstraße 60. ftraße 80. [+ 64* ftraße 99, Hof parterre links.[ 2350b Mamfells auf schwarze Jacketts Buzug fernhalten. 77/6 Kanarieuroller ff. Urbanstr. 70, Bäder jeder Art für sämtliche Kranken- Vereinszimmer, großes, Reichen Schlafftelle. Herrn, bei Fuchs, außerm Hause verlangt Krohner, Die Ortsverwaltung. Restaurant. 21476 tassen. 471* bergerstraße 24. 22256 Manteuffelstraße 71, born III.( † 17* Fruchtstraße 37. 23346* Verantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Nähmaschinen: Adler, Afrana, Ringschiff, Bobbin, Wasch- und Wring maschinen auf Teilzahlung, Koschwiz Wrangelstraße 118. 465* Nähmaschinen aller Systeme vertauft Gustav Schmidt, Alexandrinen: straße 7, Hof 2. Treppen. 1438* Nähmaschinen, Adler, Afrana, Schnellnäher, Ringschiff, sowie Wasch und Wringmaschinen auf Teilzahlung Krieg, Stalizerstraße 136. Papageien. Kanarienhähne, Zuchtweibchen, Waldvögel, Bogelbauer, Sedutenfilien, Bogelfutter, Fischfutter ( Daphinen). Dähn, Brunnenstraße 101, Bahnhof Gesundbrunnen.(+ 92* Fahrräder, verfallene, Leihhaus Neue Schönhauserstraße 11. ( 90/7 22335 Vermischte Anzeigen. mit Bier 50 Pfennige Annenstraße 16 Betigt. Nähmaschinen, am besten direkt im Geschäft, ohne Anzahlung, wöchent lich 1,-, fünfjährige Garantie, Singer- Français Leçons 0,75. Professeur ringschiff, Bobbin, Adler, Schnell: Parisien Pommeret, Breitestr 19. näher. Schnellste Lieferung auch durch Elektrotechnik. Abendkurse, monat Boftfarte. Frize, Turmstraße 39; II. Geschäft Bernauerstr. 49.[ 23386 lich 6 Mart. Jackson, Alte Jakob straße 24. 21276 ( Lokalliste). Schlafstellen. Klinke, Möbelfabrit von Seelisch, RigaerAchtung! Drechsler! In der Möbeldrechslerei von Ut. 25. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 30. Jannar 1901. 0 ben über 14 Jahre alten Knaben. Durchschnittlich jeder 17, dieser ertappt. Der Meister" ist ein alter Verbrecher Gustav Schmidt, Da ihm wegen Atemnot die Praxis des EinS verlassen hatte. Dritter Allgemeiner preußischer Städtetag. Knaben erlitt eine gerichtliche Bestrafung auch eine Gruppierung ein Mann von 50 Jahren, der erst vor vier Wochen das Zuchthaus tag zu ſeiner britten Zagung tim Stadtverordneten potte 16 922, 14 424, 18 085 Knaben und 19 233, 19 302, 17 626, 14 880, nedenle er auf Gestern vormittag 11 Uhr trat der Allgemeine preußische Städte- der Kinder nach Klaſſen iſt lehrreich. Von 19 008, 19566, brechens schon etwas schwer wurde, so verlegte er sich auf die Theorie des Rathauses zusammen. Anwesend waren etwa 200 Abgeordnete 18 058 Mädchen der fünften, vierten, dritten, zweiten, ersten Klassen an". Die ersten, die er in seiner Kunst bildete, war ein 19jähriger von Städten und Provinzialstädtetagen. Oberbürgermeister Kirschner- wurden 7, 41, 91, 104, 55 Knaben und 1, 5, 9, 13, Start Gedanke, der trotz seiner Ingend schon mehr als einmal im Berlin eröffnete die Sigung. Sodann trat man in die Tages- 9 Mädchen bestraft, also 0,4, 2,1, 5,4, 7,2, 4,2, bezw. 01 Gefängnis gesessen hat, und ein noch unbestrafter Willy Voigt. Schmidt ordnung ein, deren erster Punkt das Kleinbahngefez und die Gemeinden( genauer: 0,05), 0,3,0,590,9,0,7 0,05), 0,3,0,5,0,9,0,7 pro 1000. Die gab seinen Lehrlingen" Anweisungen, baldowerte Gelegenheiten aus, betraf. Einführend sprach zunächst Erster Bürgermeister Dehler- Steigerung des Anteils der Bestraften nach den oberen Klassen schaffte Diebeswerkzeuge heran und zeigte nach einem gelungenen Halberstadt, sodann Stadtfynditus Tiessen- Stönigsberg i. Pr. Beide hin erklärt sich daraus, daß es sich, wie gesagt, nur um über Buge auch Wege zum Absatz der Beute. Dafür erhielt er dann Redner erörterten folgende Leitfäße: jedesmal eine gewisse Summe als Lehrgeld. Die Nacht zum Die Gemeinden waren vor Erlaß des Kleinbahngesetzes vom 12 Jahre alte Kinder handelt, die in den mittleren Selaffen natur- Dienstag follte einem Naubzuge in der Werftstraße dienen, in der Klassen 22. Auguſt 1892 berufen, die vielseitigen öffentlichen Intereffen an gemäß weniger zahlreich und in den unteren nur spärlich ver- Gedante bei seiner Mutter wohnte. Zunächst hatte man es auf das einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Straßenbahnen, insbesondere treten sind. Daß der Anteil in der obersten Klasse wieder zurüd- Saus Nr. 1 abgesehen. Obwohl aber der alte Meister diesmal selbst an der Befriedigung gegenwärtiger und Sicherstellung fünftiger geht, ist begreiflich; verwahrloste Kinder gelangen überhaupt mitwirkte, so wollte es doch nicht gelingen, die Hausthür zu öffnen. Berkehrsbedürfnisse, an einer zweckmäßigen Gestaltung der Bahn- feltener bis zur 1. Selaffe als Kinder aus geordneten Verhältnissen. Da die Thür vom Nachbarhause Nr. 2 leicht nachgab, so einrichtungen, an der Auswahl der Betriebsart und der Festfegung Was die Strafthat betrifft, so war sie meist Diebstahl, einfacher brang man in dieses ein und machte eine Flatterfahrt". des Tarifs wahrzunehmen. bei 159 Knaben und 26 Mädchen, schwerer bei 20 Knaben und Schon war man dabei, auf dem Boden in aller Gemütsruhe Berkehrsinteressen in zutreffender Weise zu beurteilen und geltend Seblerei bei 19 Knaben und Die Gemeinden find nach wie vor am ehesten in der Lage, diese 2 Mädchen, wiederholter bei 33 Senaben und 5 Mädchen, ferner nach Wäsche Umschau zu halten, als der noch ungeschickte Voigt durch ein Geräusch den Hausverwalter wedte. Dieser holte 1 Mädchen, Unterschlagung die Revierpolizei. Gedanke und Boigt gaben sich gleich gefangen, Der Straßenherr ist auch unter der Herrschaft des Kleinbahn- bei 19 Knaben, Knaben, Einbruch bei 1 Knaben, 1 Knaben, Betrug bei Betrug bei Schmidt dagegen versuchte zu entschlüpfen. Schnell erbrach er einen gefezes berechtigt, das Straßen Benutzungsrecht des Unternehmers 2 Knaben, Bettelei bei 2 Stnaben, weiter grober Unfug andren Bodenverschlag und verriegelte von innen die Thür mit zeitlich zu begrenzen und sich das heimfallsrecht an dem Unternehmen bei 14 Knaben, Sachbeschädigung bei 12 Knaben, Körperverlegung einem Stemmeisen. Die ertappten Burschen verrieten ihn auch nicht. borzubehalten. bei 7 Knaben, Mißhandlung bei 1 Knaben usw. Die Strafe Die Polizei vermutete aber doch, daß sie nicht allein die Thäter Die auf Grund des Kleinbahngesetzes ertheilte staatliche Ge- bestand meist in bloßem Verweis, bei 193 Knaben und 25 Mädchen, feien. Während uniformierte Beamte das Haus bewachten, suchten nehmigung zum Betriebe einer Straßenbahn hat im wesentlichen ferner in Geldstrafe bei 1 Knaben, in Haft bei 5 Knaben, in Ge- Kriminalbeamte den Boden ab. Nach einer Stunde ermittelten sie einen polizeilichen Charakter. Sie stellt weder eine EisenbahnKonzession noch sonst ein Brivilegium bar. Sie gewährt nicht eine fängnis bei 99 Snaben und 12 Mädchen. Die Haft betrug 1 bis dem Enteignungsrechte ähnliche Befugnis zur Inanspruchnahme 11 Tage, die Gefängnisstrafe 1 Tag bis 6 Monate, außerdem in fremden Eigentums. Das Straßenbenuzungsrecht ist nicht ein 3 Fällen, wo schwerer Diebstahl im Wiederholungsfalle vorlag, Accessorium der staatlichen Genehmigung, sondern von letzterer un- 9 Monate bis 1 Jahr 3 Monate. Bei diesen Fällen muß man abbängig und selbständig. allerdings fragen, wie es möglich war, daß diese Kinder nicht vorher Die staatliche Genehmigung darf nach§ 6 des Kleinbahn aus der Gemeindeschule ausgesondert und bei Zeiten besonderen gefeges nur für diejenige Zeit erteilt werden, für welche dem Unter- Anstalten überwiesen wurden. nehmer das Wegebenutzungsrecht zusteht. Sie wird mit dem Aufzu machen. zu genügen. V " dann auch den alten Sünder, erbrachen seinen Verschlag und nahmen auch ihn feft. Gestern wurden alle drei nach Moabit in Unterfuchungshaft gebracht. In der Wohnung des Gedanke fand man auch noch allerhand Sachen von andren Einbrüchen, u. a. bei einem Restaurateur Mündner in der Bergstraße. fchaftshauses erregen neuerdings auch in Kreisen, die der Arbeiter Die vortrefflichen Einrichtungen des Berliner Gewerk Bishofchaft allgemein fernstehen, die gebührende Aufmerksamkeit. So bat hören des letzteren wirkungslos, auch wenn ihr nicht ausdrücklich Bom freisinnigen Männerftolz vor Königsthronen wird hauses. Oberbürgermeister Beder aus Köln, dem Gewerkschaftsgestern vormittag der zweite Bicepräsident des preußischen Herreneine dementsprechende Zeitbestimmung hinzugefügt ist. Ob der Bau und Betrieb der Straßenbahnen in eigner Regie der Volks- Zeitung" eine Geschichte mitgeteilt, die feinen geringeren hause einen längeren Besuch abgestattet, wobei er eine Anzahl Bureaus der Gemeinden oder durch einen Unternehmer vorzuziehen ist, muß als den verstorbenen Oberbürgermeister 8 elle angeht. Es von Gewerkschaften und Strantentassen sowie die Einrichtungen der nach den örtlichen Verhältnissen geprüft werden. Die Gemeinden bürgermeister Belle weilte bei seiner Tochter und feinem war im Sommer des Jahrs 1896. Der damalige Ober- Herberge in Augenschein nahm. nahin.isa noin find zur eignen Regie wohl befähigt, find auch eher als jeder Privat Schwiegersohne, dem eben in den Reichstag für den Wahlkreis die Berhaftung des Kaufmanns Pape vom Verband deutscher Wir erhalten zu der am Sonntag gebrachten Meldung über unternehmer in der Lage, allen öffentlichen Verkehrsinteressen hierbei Ruppin- Templin gewählten Gutsbesiger Lessing. Dort an dem Sandlungsgehilfen in Leipzig folgende Buschrift: Soweit es sich in Oberbürgermeister Bender stellte den Antrag, in alten Schloß des Prinzen Heinrich unter den Buchen, die den Handlungsgehilfen in Leipzig folgende Buschrift: Soweit es sich in „ der Vorstand wird beauftragt, die rechtlichen Entscheidungen idyllisch schön gelegenen Eee umrahmen, trafen wir zusammen. Dieser Notiz um unsern Verband deutscher Handlungsgehilfen und und gemachten Erfahrungen auf dem Gebiete des Kleinbahnwvejens Auf einem Spaziergange, den wir unternahmen, verloren wir uns um einen Vertreter unsres Verbands handelt, ist die Mitteilung und der Straßenbahnen zu sammeln und zur Kenntnis des Städte- allmählich von dem Gros der zahlreichen Gesellschaft. Belle, ein irrig, da wir in unsrem Verbande weder einen Gau Brandentags zu bringen." gund rüftiger Fußgänger trog feiner 67 Jahre, war unermüdlich im burg, noch ein Mitglied Friedrich Pape befizen. Der Antrag Bender gelangt nebst den Leitsägen zur Annahme. Steigen und im Sprechen. In der furzen Spanne Zeit von etwa Bermißt wird seit etwa fünf Wochen der Hauptmann a. D. Der vierte Leitsatz wird mit einer von Adickes beantragten Ab- vierzig Minuten behandelte er eine ganze Reihe von Fragen. Auch Eduard Kemper aus der Pestalozzistr. 1 in Charlottenburg, der änderung angenommen, so daß er nunmehr lautet: auf das Projekt der weiteren Verschönerung des Schloß als früherer langjähriger Inhaber und Vorsteher eines Militär„ Die zwischen dem Straßenherren und einem Privat- Pages famen wir zu sprechen. Belle hatte die Pläne gefehen pädagogiums in Westend auch weiteren Kreifen bekannt sein dürfte. unternehmer über das Straßen- Benugungsrecht des letzteren und er war entzüdt von der prächtigen Faffade, die Kemper, der in legter geit für eine Berliner Fabrik von Glasglühlichtgeschlossenen Verträge unterliegen dem Brivatrecht. Bur iegt, aller Welt zugänglich, den Marstall ziert. Er sprach strinipfen thätig war, teilte einige Tage vor Neujahr mehreren BeEntscheidung von Streitigkeiten, welche aus den Verträgen auch von Plänen, die bereits fertig feien und das Note Schloß fannten mit, daß er zur Teilnahme an einer Hochzeit zu verreisen entstehen, ist der ordentliche Richter berufen, der Rechtsweg also wie die Häuserreihe zwischen der Breitenstraße und der und nach acht bis zehn Tagen zurückzukehren beabsichtige. Von dieser nicht ausgeschloffen. Dies gilt sowohl für die Entscheidungen, die Brüderstraße umfaßten. Schön ist das alles, sehr schön sogar, Reise ist er dem„ Berl. Tabl." zufolge aber noch nicht wieder hier bor, als auch für diejenigen, die nach Erlaß des Kleinbahn- Gefeges bemerkte er dazu. Der Schloßplatz würde eine Art Juwel, wenn die angelangt. vor, als auch für diejenigen, die nach Erlaß des Kleinbahn- Gesezes Pläne zur Ausführung gelangten. Aber woher soll das erforderliche ergangen find. Rechtliche Entscheidungen über das Kleinbahne Id kommen? Einstweilen bin ich ein Opfer diefer Pläne ge- ihre beiden teinen Kinder mit Leuchtgas und Morphiuni vergiftete Gesetz können das bestehende Recht nicht beeinträchtigen." Die Witwe Marie Pfaff, die in der Straußbergerstraße 35 worden, ich bin beim staiser in böllige Ungnade gefallen, und sich selbst damit zu töten versuchte, wie gestern berichtet wurde, weil ich erklärt habe, die Stadt jei nicht vermögend genug, um diese ist noch vorgestern abend im Krankenhaus im Friedrichshain gePläne auszuführen. Der Kaiser war durch mein offnes Wort sehr storben. verstimmt; er behandelt mich seitdem mit eisiger Kälte. Aber 0 Berliner Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Die Parteigenoffen werden darauf auf- Stadtverordneten die erforderlichen Millionen zu dem Zwed weder in der vergangenen Woche meldeten, hat sich gestern auf Anordnung ich fonnte nicht anders. Ich weiß genan, daß die Berliner 196 Kriminalkommissar v. Kracht, dessen Rückkehr aus Konig wir mertiam gemacht, daß heute abend 8 ühr im Friedrichstädtischen bewilligen werden, noch bewilligen tönnen, und so blieb nichts andres des Ministers des Jumern in Begleitung eines Kriminalschuhmanns Rafino"( früher Mertens), Friedrichstraße 236, eine Volksversamm übrig, als von vornherein jede nach dieser Richtung gefaßte Soffnung abermals von hier nach Konig begeben. Lung ftattfindet. Reichstag- Abgeordneter Genosse. Moltenbuhr als völlig aussichtslos zu bezeichnen. Das habe ich mit allem Freihat das Referat über„ Die neue Handelsvorlage und die Arbeiter interessen" übernommen. Zahlreichen Besuch erwarten Wegen der zahllosen Einbrüche, die das Hamannsche Ehes mut gethan. Die Vertrauensleute. Als Belle am 7. Oftober 1892 zum Oberbürgermeister gewählt paar aus Fichtenau bei Nahnsdorf verübt hat, find in der letzten worden war, telegraphierte der Kaiser an ihn: Ihre treuen Zeit noch sechs andre Personen festgenommen, darunter auch mehrere Arbeiter- Bildungsschule, Engel- Ufer 15, Seitenflügel 2 Tr. Gesinnungen gegen mich und mein Haus wohl Schantwirte. Diese Verhafteten sind in die sensationelle Angelegen Begen Berhinderung des Vortragenden in Nationalötonomie tennend, bin ich der Ueberzeugung, die Wahl konnte teinen heit teils wegen Diebstahls, teils wegen Hehlerei verwickelt. Einer fällt der Unterricht am Donnerstag, den 81. d. W. aus. Die Besseren und Geeigneteren treffen." der Festgenommenen, der Gastwirt Fournier aus der Audreasstraße, Bibliothek ist jedoch an diesem Abend von 8-9 Uhr geöffnet. Nach dieser Darstellung soll sich der Kaiser mithin in Herrn worden. Ein Einbrecher Robert Sprengler, ist selbst wiederum von einem andren Spizbuben heimgesucht Fortsetzung Donnerstag, den 7. Februar. Die ausfallenden Stunden Belle getäuscht gefühlt haben, und der Schmerz hierüber hätte dann einen Mann auf offener Straße angesprochen und der u. a. werden später nachgeholt. Die Mitglieder werden gebeten, mit den Oberbürgermeister fo heruntergebracht, daß er, seinen Pflichten gefleddert, außerdem aber noch verschiedene Einbrüche und und später den Billets vom Stiftungsfest umgehend abzurechnen. gegen die Bürgerschaft vergeffend. gar mutig zurüdgewichen wäre. Unterschlaginigen auf dem Kerbholz hat, wurde von der Kriminal Der Borstand. Mit dem Odium eines Märzgefallenen wäre Herr Zelle alfo gana Charlottenburg, Am Donnerstagabend 8% Uhr findet in der zu Unrecht beehrt worden. Würde err Zelle nun mit geziemender Polizei dingfest gemacht. Einen Einbruch bei den Schankwirt Fournier Gambrinus- Brauerei, Wallstraße 94, eine Boltsversammlung statt, Saffung ausgeharrt haben, so hätte ihm schließlich der Gnaden Sonne Fournier wegen Hehlerei in der Hamannschen Sache mittlerweile gab er zu. Die näheren Ermittelungen aber ergaben, daß man in der Frl. Fanny Imle über die Berteuerung der Lebensmittel und wieder scheinen können, da die Stadtverordneten Beriammlung im ebenfalls eingesperrt hatte. Zu den Helfershelfern des Hamannschen bie Konjumvereine fprechen wird. Es wird erfucht, rege unter den vorigen Jabre bekanntlich mit der Schloßplayverschönerung einen Ehepaars gehört außerdem ein Geschirr und Fahrraddieb Knispel, Arbeiterfrauen für diese Versammlung au agitieren. sehr generiösen, zu den besten Erwartungen berechtigenden Anfang ber nach einem Diebstahl in der Fahrradhandlung von Dessin in der gemacht hat. Rosenthalerstraße festgenommen worden ist. Unglückliche Liebe eines Schuhmanns. Wegen unglücklicher " Der Vertrauensmann. the Lokales. Der Prozeß gegen den Arbeiter Neumann, welcher beDas Friedrichshagen. Am Freitag, den 1. Februar, abends 81/2 Uhr, findet im Restaurant Gisteller" eine Volts Ver fammi ung statt mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. schuldigt ist, die Lehrerin Medenwald ermordet und beraubt zu Ziebe find ber 30 Jahre alte Schuhmann Wilhelm Nauce vom Heimann Berlin über: Mietssteigerungen, ohhaben, wird nicht, wie fürzlich berichtet wurde, am 11. Februar, nungsnot, beren Ursachen und die Mittel zur Absondern am 18. Februar und folgende Tage stattfinden. Den Vorfiz Weidenweg und das 21 Jahre alte Dienstmädchen Emma Scholz hilfe". 2. Disfuffion. Die Versammlung wird Buntt 8/2 Uhr er- wird Landgerichts- Direttor Nösler führen. Die Verhandlung bilder aus der Frankfurter Allee verschwunden, um sich das Leben zu öffnet. Die Genossen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu er- insofern ein Seitenstück zu dem Prozeß gegen den der Ermordung nehmen. Obwohl er verheiratet und Bater eines fünfjährigen fcheinen. der Prostituierten Singer beschuldigten Schneider Guthmann, als es Töchterchens ist, verliebte sich Naude in das Mädchen, das bei den auch im vorliegenden Falle darauf antommen wird, dem An- Schwiegereltern seines Seviervorstehers seit zwei Jahren in geklagten die Thäterschaft durch eine umfangreiche Beweis- Stellung war. Das Berhältnis blieb geheim, bis eine Festaufnahme nachzuweisen. Es sind lauter Verdachtsmomente, lichkeit am Donnerstag voriger Woche es an den Tag brachte. auf die die Anklage sich stützt. Unter andrem wird hervorgehoben, Die Kameraden Nauces sowohl wie die Verwandten seiner daß die Nähmaschine der Ermordeten mit Stricken umwunden vor- Geliebten boten alles auf, eine Trennung herbeizuführen, Gerichtliche Bestrafungen von Gemeindeschulkindern. gefunden wurde, als sei sie eben zum Wegbringen fertig gemacht da an eine eheliche Verbindung doch nicht zu denken war. Ueber die Verwahrlosung der Schultinder war in worden. Nun ist es erwiesen, daß Neumann, der bekamitlich viele Mädchen konnte jedoch diesen Gedanken nicht faffen und hat wohl den letzten Jahren von verschiebenen Seiten immer mehr getlagt Diebstähle bei alleinstehenden Lehrerinnen beging, fich als Vertreter den Geliebten beredet, mit ihm in den Tod zu gehen. Naude kam worden. Um eine sichere Unterlage für die Prüfung der Klagen zu Thür auf sein Klingeln geöffnet wurde. Es wird angenommen, abfchiedete sich von Frau und sind und kehrte nicht wieder zurück. einer Nähmaschinen- Fabrit ausgab, wenn wider sein Erwarten die abends um 10 Uhr nach Hause, zog bürgerliche Kleidung an, ver gewinnen, hatte die Schuldeputation die Rektoren der Gemeindeschulen angewiesen, über fich in daß Neumann alle Fälle gerichtlicher Bestrafung Medenwald einführte, gleicher Weise bei dem Fräulein Gestern erhielten die Herrschaft seiner Geliebten von ihm und der von Gemeindeschulkindern zu berichten. Das ist seit 1898 Mitnehmen umschnürte und dann erst Gelegenheit fand, die Ahnungszeibung bitten und antiindigen, daß sie gemeinsam Gift nehmen die reparaturbedürftige Maschine zum iunge Scholz von seiner Schwester Briefe, in denen fie um Ver geschehen, und die Schuldeputation hat die Ergebnisse der an- lofe niederzufchlagen. Es sind Zeugen geladen, welche in dem wollen. Das Mädchen gratulierte dem Bruder auch noch zum Gegeordneten Ermittlungen veröffentlicht. Hatte schon das Jahr 1898 Angeklagten einen Mann wiedererkennen wollen, der zu der frag- burtstag. Die Leichen sind noch nicht gefunden. Die beiden sollen den Beweis erbracht, daß jene slagen übertrieben waren, so lichen Beit die Nachbarhäuser in seiner angeblichen gewerblichen sich in Stettin durch Chankali getötet haben. gilt das noch mehr von den Ergebnissen aus 1899, die jetzt von Thätigkeit besuchte, und ferner will eine geugin einen Schmuc Das Polizeipräfidium teilt mit: In dem Milfasten eines der Schuldeputation bekannt gegeben werden. 1898 wurden 359 gegenstand, der bei dem Angeklagten gefunden wurde, früher Hauses in der Prinzenstraße sind am 4. d. M. eine Anzahl Schlüffel, Medenwald gesehen haben. Gemeindeschulkinder, 1899 nur 385 gerichtlich bestraft. Zweifellos im Besitz des Fräulein Als von denen anzunehmen ist, daß fie aus Diebstählen herrühren, ge sind auch diese 8ablen noch bedauerlich hoch, aber ftedte einem versuchten Diebstahl ergriffen wurde, funden worden. Es find dies 1 Schlüffelring mit 1 Korridorschlüssel, er auf der Wache schnell einen sie zeigen doch, daß kein Grund zu der Annahme vorlag, die und und versuchte, denselben zu verschlucken. Bettel in den 2 Spind- und 3 Stofferschlüffeln, 1 Schliffelring mit einem Geld Die Schuß ichraut und 4 Stüd Schubhohlschlüsseln, 1 Schlüsselring mit 4 Spind Berliner Gemeindeschule wimmele förmlich von Bestraften und leute förderten den Zeitel aber durch Anwendung von Gewalt wieder hohlschlüsseln, sowie 2 lose Spindhohlschlüssel. Nekognoscenten wollen sei geradezu eine Pflanzstätte für werdende Verbrecher. Die zu Tage. Er enthielt die Adressen von alleinwohnenden Damen, sich in den Vormittagsstunden zwischen 9 bis 1 Uhr im PolizeiSchuldeputation vergleicht die Zahl der Bestraften mit der denen der Angeklagte voraussichtlich noch seine unliebſamen Besuche präsidium, Simmer 249, melden. Bahl aller Gemeindeschulfinder( 1898: 201 975, 1899: 206 419) augedacht hatte. Die Berteidigung, die von den Rechtsanwälten und bekommt für 1898 1,8, für 1899 1,6 pro 1000 heraus. Dr. Schwindt und Dr. Landau übernommen worden ist, dürfte diesen Diese rohe Art, statistische Zahlen zu verwerten, giebt nun allerdings belastenden Umständen gegenüber einen schweren Stand haben. wieder ein zu günstiges Bild. Die bestraften Kinder können, Die Adalbertbrücke, deren Mitteljoch fich fürzlich gesenkt hat, da sie ja sämtlich über 12 Jahre alt waren, nur mit der Zahl aller ordneten gemäß hat der Magistrat die Brücke fofort untersuchen erhält einen neuen Oberbau. Dem Antrage mehrerer Stadtverüber 12 Jahre alten Kinder verglichen werden. Dabei er laffen und bestimmt, daß vorläufig die alten, vollständig gerfahrenen giebt sich für 1899 folgendes: Von 12 099, 10 732, Bohlen, welche die Niegel der Bugbrüde faum noch zu halten ver2108 Knaben und 12 671, 11 381, 1941 Mädchen im Alter mögen, entfernt und durch neue ersetzt werden. Mit den Arbeiten bon 12-13, 13-14, über 14 Jahren wurden 35, 140, 123 Knaben ist bereits begonnen worden. Neumann bei Durch Rauch erstickt ist bei einem Brand in der vergangenen Nacht ein 1/2 Jahr altes Kind des Zimmermann Hoffschen Ehepaars aus der Swinemünderstr. 72. Metropoltheater ein fünstlerisch hoch bedeutsames Repertoire mit, Yvette Guilbert bringt für ihr diesmaliges Auftreten im welches nicht nur ihrer Eigenart entspricht, sondern auch einen inter effanten Einblick in die neuere Poesie Frankreichs gewährt, beispielsweise Morphinée" von Jan, Lorrain, das von den Leiden Da ist und der endlichen Erlösung einer in ihrer Liebe Betrogenen erzählt, die durch Morphium ihren Schmerz betäubte. Ariftide Bruant kommt und 4, 18, 15 Mädchen bestraft, aljo 2,9, 18,0, 58,8 beziv. 0,3, 1,6, Drei Einbrecher, ein„ Meister" und zwei Lehrlinge", wurden 7,7 pro 1000. Beachtung verdient besonders der hohe Anteil bei in der Nacht zum Dienstag in der Werftstraße auf frischer That mit seinem Rosa la Rouge" au Wort, in welchem der fast chnische VerisimiZ fit der Slhilderung des verbrecherischen Treibens gewisser Elemente von Montronge bis zur Spitze getrieben ist. Eine feine Studie in der' Wiedergadc gewisser französischer Bcnmtentypcn ist daZ Gedicht I.s pendn sder Selbst mörder), von köstlichem Humor das d'snis dsns 1'Bottia(Ich stehe im Adreßbuch), und einen Zug von Mhsticisnms, welcher die gan�e moderne Kunst Frankreichs durchweht, bringt ha. Legende de St. Nicolas in den VortragSchklus.— Es kosten: Balkoulogeu und Terrassen 7 M., Orchesterfauteuil 5 M., Parketlfauteuil' 4 M. Parketttisch 3 M.. Rangloge S M.. Nangfautcuil 3,50 M. Sperrsitz 2,50 M., Balkon-Promenoir 3 M., Promenoir 1,50 M. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Der dritte Vortragsabend des Vereins„Berliner Presse stndet am Donnerstag, den 7. Februar, statt und wird drei jüngeren Autoren Gelegenheit geben, dem Publikum persönlich ans ihren Werken vorzulesen: E r i ch S ch l a i k j e r. Dr. R u d o l f P r e S l e und dem als Rechtsanwalt in Harzburg lebenden Verfasser von «Mehr Goethe", Rudolf Auch. Da sich für den interessanten Abend eine rege Teilnahme kundgiebt, ist der Verkauf der Eintritts karten schon jetzt eröffnet worden. Karten sind zu haben in den Buchhandlungen von Amelang, Potsdamerstr. 126; Breslaner u Meyer. Leipzigerstr. 136; Lazarus. Fricdrichstr. 66; Speyer und Peters, Unter den Linden 43; Trautwein, Kurfürstcnstr. 88; Woyte Potsdamerstr. 13 und im Berliner Presscklub, Charlottenstr. 37 (Fahrstuhl.) Orgelkonzert. Der Orgelvortrag in der M a r i e n k i r ch e am Mitt woch, den 30. Januar, mittags 12 Uhr, ist ein Bach-Konzcrt, das von Herrn Musikdirektor Otto Dienel, Frl. Marie Lindow, Frl. Hedwig Schiefer, Richard Tlusteck, Herrn Konzertmeister Leopold Hartmann, Violinist, Rod. Schwiesselmann und Herm W. Kipp ausgeführt wird. Der tritt ist frei. Herrn Herrn Ein SlnS de« Nachbarorte«. Tchö«eberg. In der Stadtverordneten-Verfamm lung vom 29. Januar wurde zunächst die Dnrchberatung der zu erlassenden Straßenpolizei-Ordnung fortgesetzt und beendet. Leider fiel ihr auch eine bisher noch im Gebrauch befind� liche ländliche Eigenart zum Opfer: das Spielen von Dreh- orgeln auf den Schö neberger Straßen. Trotzdem der Referent des Ausschusses erklärte, daß man einstimmig beschlossen habe, den Stadtverordneten das Beibehalte» dieser Volksmusik zu empfehlen, zeigten sich die Stadtväter als vollwertige Groß� städter, indem sie beschlossen, den„unwürdigen Zustand" aufzuheben.— In eine Gesundheits-Kommission sollen drei Magistrats Mitglieder und sechs Stadtverordnete deputiert werden.— Eine längere Diskussion rief die Petition der Schöneberger Gast- und Schankwirte auf Aufhebung des Zuschlags(100 Proz.) z u r Betriebs st euer hervor. Der Petitions- Ausschuß empsahl die Ueberweisung dieser Petition an den Magistrat als„Material Sämtliche Redner waren sich einig darin, daß diese Erhebung eine große Härte bedeute. Berücksichtige man die Art der Erhebung. welche binnen zwei Wochen nach Eröffnung des Geschäfts mit einem Male für das ganze Jahr erfolgt und betrachte man andrer seits die fortwährenden Scherereien mit den Aufsichtsbehörden, so erscheine es als eine Pflicht der Stadt, den Gastwirts stand finanziell zu entlasten. Bürgermeister Dr. Gerhardt be- tonte die Nichtigkeit der Acußerungen, verwies jedoch auf die be stehenden GesctzeSparagraphen, die eine solche Einziehung vorschreiben. Aus Antrag Richters wurde die Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen. Ein schweres Unglück hat sich gestern auf der Wannseebahn ereignet. Am Dienstag, vormittags gegen ö3/* Ilhr, sprang die geisteskranke ca. 20 jährige unverheiratete Anna Fcderoff, welche durch die 43 Jahre alte Wärterin Josephine Beyer, geboren zu Bregenz am Bodensee und in Wörishofen wohnhaft, in das Heimat- haus des evangcl. Diakonievercins nach Zehlendorf eingeliefert werden sollte, aus dem in voller Fahrt befindlichen Wannseebahnzuge, als dieser soeben den Bahnhof Steglitz vcr- lassen hatte. Die pflichtgetreue Wärterin sprang ihrem Schützling sofort nach, geriet unter den Eisenbahnzug uiid es wurden der Aermsten sowohl der linke Arm als auch die rechte Hand vollständig vom Körper abgetrennt. Außerdem erlitt sie erhebliche Verletzungen am Kopf und Oberkörper. Tagegen war die Geisteskranke selbst ohne jede Verletzung davongekommen. Der Wärterin wurde» durch den SanitätSrat Herrn Dr. Alberts-Stcglitz Notverbände angelegt, worauf sie schleunigst in das Kreiskranke'nhanS Groß-Lichtcrfelde ge schafft wurde. Das geisteskranke Mädchen wurde zunächst in der Steglitzer Polizeiwache untergebracht und später einem Wärter des Heimathauses des evangelischen DiakonievcreinS zu Zehlendorf ab geliefert. Den Zuschlag zur Staatöeinkommeusteucr 1901 hat der Magistrat von Charlottenburg auf 97 vom Hundert der Stadt- verordneten-Versammlung zur Festsetzung zu empfehlen beschlossen. Schon seit vier Jahren hält die Stadtgemeinde Charlottenburg an diesem Satze fest._ Gevirszks-Leitung. Eine Erinnerung an den Strastenbahner-Streik vom Mai vorigen Jahres bot eine Verhandlung, die gestern vor der 9. Straf- kammer des Landgerichts I gegen den Zuschneider Paul Dille stattfand. Der Angeklagte war nebst 17 andren wegen Auflaufs und Beamtcnbeleidigung verurteilt worden; die ihn betreffende Strafe belief sich auf 5 Monate Gefängnis. Am Abend des 20. Mai v. I. fanden am Rosenthaler Thor Menschenaufläufe statt, die sich trotz aller Zerstreuungen durch Schutzleute immer wieder von neuem bildeten. In der früheren Verhandlung war angenommen worden, daß der Angeklagte sich an einer dieser Zusammenrottungen beteiligt und sich erst nach wiederholter Aufsorderung entfernt hätte. Im Begriff, einen Hausflur zu betreten, hatte der Angeklagte sich um- gedreht und den Schutzleuten zugerufen: Ihr verfl. schlefischen Hunde!" Nun war seine Verhaftung erfolgt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Liebknecht, legte niit Erfolg Revision ein, das Reichsgericht hielt zwar die Verurteilung wegen Beleidigung auf- recht, beanstandete dagegen die Feststellungen des Vorderrichters in betreff der Zusammenrottung. Im gestrigen erneuten Termin ergab die Verhandlung, daß die Schutzleute nicht bestimmt Ivußten, ob sie zwei- oder dreimal zum Auseinandergehen aufgefordert hatten. Jedenfalls hatte der Angeklagte sich sofort entfernt, als er die Auf- forderung gehört hatte. Der Gerichtshof hob daher die frühere Verurteilung in betreff der Zusammenrottung auf und erkannte nur wegen der Beleidigung auf 14 Tage Gefängnis. In dem HelioS-Gründungsprozeß nahm Landgerichtsdirektor Tackmann die Verhandlungen Wiederaus. Die Aussagen einer ganzen Reihe von Zeugen, die über Vorgänge bei der Gründung. ihrem Erwerb von Aktien:c. vernommen wurden, waren ohne all- gemeines Interesse. Der als Zeuge vernommene Oberstabsarzt a. D. Dr. M i t t e n z w e i g gehört zu dem gegen H e i n i ck e geltend ge- machte» Betrugsfall. Dr. M. hatte dem Angeklagten im Interesse der Anstellung seines kdes Zeugen) Sohn bei der„Stoßfangschienen- Gesellschaft" 20 000 M. Darlehn gegeben und zur Sicherheit dafür 21 000 M. HelioS-Aktien in Pfand erhalten. Heinicke soll dabei diese Aktien als durchaus genügende Sicherheit bezeichnet haben, obgleich er schon damals von deren Unwert habe überzeugt sein müssen. Zinsen und Kapital sind dem Zeugen gezahlt worden, freilich immer erst im Wege der Klage und Exekution. � Der Zeuge erklärt auf Befragen, daß er auf die Sicherheit nicht so viel Wert gelegt habe, als auf das ihm gegebene Wort eines inzwischen ver- storbenen Siegmund Eppenstcin, das ihn vollständig beruhigte. Er habe auch gär nicht daran gedacht, Strafanzeige gegen Heinicke wegen Betrugs zu stellen. Ob Heinicke ihm die Helios-Aktien als durchaus sicher geschildert, weiß der Zeuge nicht mehr. Der Sohn Anficht, daß des eS Vorzeugen, bei seiner AN auptmann a. D. M., ist der ellung bei der„Stoßfangschienen Gesellschaft' gar nicht auf seine Anstellung angekommen sei, sonder» darauf, sein Geld zu erhalten. Thatsächlich habe er Tage lang das Tintenfaß nicht aufzumachen und gar keine Thätigkeit für das Unternehmen entfalten brauchen. Das Unternehmen besteht heute noch, hat aber noch keinen Gewinn abgeworfen.— Nach Ver- »ehmung des Hanptniaims a. D. K i r st über die Verhältnisse der Stoßfangschienen- Gesellschaft und die Vermögensverhältnisse des Heinicke wurde die Verhandlung auf Mittwoch vertagt. Ein Aufscheu erregender Prozrst gegen den verkrachten Bankier Müller und dessen Sohn endete Montag nach vier- tägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht in Görlitz mit Verl urteilung beider Angeklagten zu je 7 Jahren Zuchthaus und Ab- erkcnnung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Daner. Von der Untersuchungshaft wurde ihnen je ein halbes Jahr angerechnet. Die Anklage lautete auf Verbrechen gegen das Konkursgesetz und Depotunterschlagung in vielen Fällen. Als Geschädigte wurden 79 Personen genannt, davon meistens Bewohner aus Görlitz und lim gcbung, zum Teil Persönlichkeiten vornehmen Standes. Der An- geklagte sagte aus, daß der Konkurs über sein Vermögen am 18. Dezember 1899 auf seinen Antrag eröffnet wurde. Er ist schon früher in Zahlungsschwierigkesten gewesen und giebt als Ursache den südafrikanischen Krieg an. Er gab die Unterschlagung von Wertpapieren zu und räumte auch ein, um die U n t e r b i l a n z zu verschleiern, falsche Zahlen eingestellt zu haben. Die Ge- schivorenen berieten vier und eine halbe Stunde und bejahten fast sämt liche Schuldfragen bei den beiden Angeklagten sowohl hinsichtlich der Depotunterschlagungcn als auch hinsichtlich der Verstöße gegen das Konkursgesetz. Die Fragen nach mildernden Umständen wurden meistens verneint. Von dem riesigen Umfange der Spekulations geschäfte Müllers geben folgende Ziffern eine Vorstellung: In den Jahren 1898—1899 betrug sein Gesamtumsatz in Zeilspekulastons geschäftcn 205 Millionen Mark. Müller hat 1898 durchweg an Spekulationsgeschäften einen Gesamtgewinn von 472 000 M.,'einen Gesamtverlust von 468 000 M. erzielt; ferner im ersten Semester 1899 einen Gewinn von 852 000 M., einen Verlust von 446 000 M.: im zweiten Semester 1899 einen Gewinn von 213 000 M. und eine» Ver- lust von 1200 000 M. In beiden Jahren 1398 und 1899 hat Müller insgesamt 483 090 M. direkte SpeknlationSvcrluste erlitten, ohne Spesen. Hinzu kommen die Spesen, welche sich auf die verschiedenen Plätze Berlin, Wien, Brüssel, Paris und London verteilen und zu sammen 698 000 M. ergaben. Die Umsatzsumme von 205 Millionen Mark verteilt sich auf Berlin mit etwa 130 Millionen, Wien ctiva 3 Millionen, Brüssel 9 Millionen. Paris 7 Millionen, London etwa 55 Millionen. Die riesigen Differenzen wurden durch Unter- schlagungen gedeckt, bis die Katastrophe eintrat. Vevmifchkes« Das Unwetter der letzten Tage. AuS Görlitz wird ge- meldet: Im Quellgebiet der Neiße ist«ach starken Regengüssen, die von Sturm begleitet waren, Hochwasser eingetreten. In Pethau bei Zittau riß' der Eisgang eine Notbrücke fort, aus welcher drei Arbester sich befanden; einer ist ertrunken. Die Görlitzer Neiße steigt; der Orkan hat das Dach der Luther- kirche beschädigt.— Aus Bremen wird berichtet: Durch den ungewöhnlich schweren Sturm der letzten Nacht wurde das auf dem Borkumer Riff verankerte Borkumer Feuerschiff, mit Markoni-Apparaten an Bord, von seinem Platz weggetrieben und bisher nicht aufgefunden.— In Geestemünde sind die Schiffswerften von Seeberg und Tecklenburg. sowie die Fischauktionshalle überschwemmt. Der Wasserstand ist drei Meter höher als gewöbnlich.— Aus Papenburg meldet man: Die Ems ist meterhoch gestiegen, Straßen und Ländereien sind unter Wasser gesetzt, Ortschaften und Gehöfte sind durch Wasser völlig eingeschloffen. Die Dämme sind stark gefährdet.— Die Saale wächst stark; an verschiednen Stellen ist Ueberschwemmungs- Gefahr eingetreten. In Pforzheim warf der Sturm ein Stallgebäude um, unter dem 13 Stück Vieh begraben wurden. Gestern um Mitternacht gab es dort ein Gewitter.'— Im ganzen Elsaß wütete ein ungelvöhnlich heftiger Orkan, der an Gebäuden und in der Feldflur schweren Schäden anrichtete. Infolge deS Unwetters sind die Flüsse an vielen Stellen über die Ufer getreten und der Verlehr istlvielfach gestört.— In London herrschte gestent den ganzen Tag heftiger, mit Regen verbundener Sturm. Nach einer Depesche aus Dover war auch im Kanal sehr stürmisches Wetter; der um 9 Uhr morgens in Dover fällige Ostender Dampfer war dort mittags noch nicht in Sicht. Vom Dampfer„Holland", dessen Strandung bei der Einfahrt in den Nieuwe Waterweg wir schon meldeten, sind 11 Mann der Besatzung und 4 Passagiere ertrunken. — Wie die„Franks. Ztg." meldet, ist gestern bei San Sebastian ein Fischerboot im Sturm gesunken. Sämtliche 21 Mann der Be- atzung sind ertrunken. lieber die Sturmflut am Montag berichtet der„Hannoversche Courier" aus Leer folgende Einzelheiten: Durch die Flut wurde hauptsächlich der westiiche Stadtteil betroffen. Viele Häuser haben durch Einsturz von Mauern und Unterspülung stark gelitten. Menschen sind im Stadtgebiet nicht umgekommen, doch hal eine große Zahl nur mit Mühe gerettet werde» können, so mußte» mehrere alte Leute, deren Bett bereits vom Wasser umspült wurde, nach höher gelegenen Räumen getragen, andre, denen das Waffer bis an den Hau'sboden ging, durch das Dach gerettet worden. Dagegen ist eine beträchtliche Menge von Haustieren aller Art unigekommen. Viele Hausdächer sind ganz oder teilweise abgedeckt. Die Straßen sind von großen Eisschollen bedeckt. Bäume in Mannshöhe vom Eise durchschnitten. Verschiedene große Schuppen sind vom Erdboden verschwunden. In Bingum ist ein Haus eingestürzt. Zahlreiche Ortschaften und Gehöfte des Emslands sind rings vom Waffer um- geben. Deiche vielfach stark beschädigt. Ein Leprafall in Sachsen. AuS Merseburg, 29. Januar. wird gemeldet: In einer hiesigen Familie, deren Mutter aus Java tamm't, wurde eine schwere Lepra-Erlrankung festgestellt. Die Auf- regnng in der Bevölkerung ist groß. Raub im Eisenbahn- Postwagen. Gestern morgen sind in Guteherberge auf der Strecke Dirschau— Danzig zwei verkleidete, geschwärzte Männer in den Postabteil des Packwagens eines ge« mischten Zugs eingestiegen. haben den Postschaffner überfallen, ge- knebelt und angeschossen, Geldsachen, deren Höhe noch unbekannt ist, geraubt und sind dann entflohen. Der Schaffner wurde schwer ver- letzt in das Danziger Stadtlazarett überführt. Eisenbahn-Unglück. Aus Duisburg meldet uns ein Privat- telegramm: Auf der Station Worringen stießen iu der verflossenen Nacht zwei Güterzüge zusammen. Em Heizer wurde getötet, ein Bremser schwer verletzt._ Gingegangene Druckschriften. Die„Tocialtstischen Monatshefte«(Administration: Berlin W., Lützowstr. 85A) haben soeben das Februarheft ihreS 7. Jahrgangs erscheinen lassen. Ans dem Inhalt desselben heben wir bervor: Karl e g i e n: Die Initiativanträge der socialdemokratischen Rcichstagssraltion. — Hugo Poetzsch: Obliaatorische Schiedsgerichte und Streikzwang.— Eduard Bernstein: Der südafrikanische Krieg und die Social- demokratie.- PanlKampfs meyer: Von der Sippe zum Staate. Zur Geschichte der Umwälzungen im Wesen des Staats.— Richard D eh mel: Vier Gedichte.- Isegrim: Skizzen aus der social- politischen Litteratur und Bewegung.— VI. Karl Marx: Rittinghausen und Prince-Smith über die internationale Rolle deS Freihandels.— Dr. Ludwig Woltmann: Die wirtschaftlichen und politischen Grund- lagen des Klassenkauwses.— Emile Pouoillon: Maikäfer, flieg'... — Rundschau: Politik, von Richard Calwer.— Wirtschaft, von Max Schippe!.— Socialistische Bewegung, von Dr. L a d i S l asu s Gumplowicz und Oskar Petersson.— Gewerkschaftsbewegung, von Heinrich Bürger.— GenossevschaftSbewegung, von Dr. Eduard David.— Sociale Kommunalpolitik, von Dr. C. Hugo.— Psnchologie, von Dr. Ernst G y st r o w.— Bildende Kunst, Litteratur, Theater, von Oskar Bernhard.— Bücher und Zeitschriste».— Der Preis des elegant ausgestatteten Hefts beträgt 50 Pf., pro Quattal 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanstalten(Post- Zeiiungs- Katalog Nr. SSSl). sowie direkt durch die Erpedition der „Socialistischen Monatshefte Berlin W. 35.(Zusendung in offenem oder geschlofienem Eouvett) Probehefte aus Verlangen gratis und franco. Marktpreise von verlii, am 28. Januar 1901 nach Erniiltlnugen des tgl. Polizeiprästdinms. Weizen, gut D.-Cir. 15,4« 15,39 mittel„ 15,38 15,37 gering„ 15,3g 15,35 *)Nogge», gut. 14,20 14,18 „ mittel. 14,16 14,14 gering. 14,12 14,10 7)G erste, gut. 15,40 14,70 „«littcl. 14,60 13,90 Eier „ gering, 13,80 13,10 Karpfen j-jHafer, gm. 15,90 15,20 Aale , mittel, 15,10 14,50 Zander gering. 14,40 13,80 Hechte Richlstroh. 7.16 6,50 Barsch« He»» 8,10 5,20 Schlei« Erbsen. 40,— 25,— Bleie Speisebohnen. 45,— 25,— Krebse Linien, 70,— 30,— ♦) ab Bahn. t) srei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom SS. Januar, markt war die Tendenz schwächer unter dem Einfluß niedrigerer aus- wärtiger Notierungen und auf gröberes Warenangebot aus dem Inland. Die Umsätze waren belanglos. Weizenlieferungen wichen um 0,75 M, Roggenliefelungen um 0,25 M., Haser blieb behauptet. Ruböl ging aus Paris um 0,80 M. zurück.— 70« Loco-Spiritus war mit 44,20 M. un- verändert. Kartoffel», neue, D-Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Baiich„ Schweinefleisch Kalbfleisch„ Hammelfleisch Butter so stmi ikg per Schock 6- 1,60 1,30 1,60 1,80 1,60 2,60 550 2,20 2,80 2,50 2,- 1,80 3,- 1,40 12,- 5- 120 1- 1,10 1- 0,90 2,- 3,20 1,20 1,40 1,20 I,- 0,80 1,20 0,70 3,- Am heutigen Gel reibe» Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Hof, rechts Oranien- Bedürftige Die snrisiische Sprechsttmde findet Montag. Tonnerstag und Freitag von 7—9 Uhr abends statt. Jakob. Fräulein Baader wohnt Grobgörschenstr. 38, 2. 3 Tr:— In der Redaktion des„Handlungsgehilfen- Blatts' ftrahe 73, III, werden Sie Auskunft erhalten. Rcichstagsgebäude kostete rund 25 Millionen Mark. H. H. 999. Das Wöchnerinnenheim ist Urbanstr. 38. Wöchnerinnen werden dort unentgeltlich verpflegt, wenn sie vom Armen- konnnisstonSvorsteh« oder dem Armenarzt empfohlen worden sind. Meldungen sind entweder schriftlich oder mündlich von 3—4 Uhr anzu- bringen. C. 1901. DaS 17. Husarenregiment(Totenkopf) liegt in Braunschweig. In Posen garnisoniett das 2. Husarenregiment. ..Vaterlandsloser Gesell". Wenden Sie sich an Stanzens Reise- bureau, Fnedrichstr. 72. Zwei Wettende. Twinemünderttraste. Nein. DaS 2. Bataillon Garde-Fub-Artillerie-Regiments, das früher dort lag, liegt jetzt in Spandau. H. SS. Die Buchstaben auf den Münzen laffen erkennen, an welchem Orte dieselben geprägt wurden. Es bedeutet A. Berlin, B Hannover, 0 Frankfurt a. M.. V München, E Desden, F Stuttgart, G Karlsruhe, H Darmstadt und J Hamburg. W., Koburg. Unser Straßburger Partei-Organ führt den Namen Freie Presse" und ist unter Nr. 2629 in die Post-Zeitungsliste eingetragen. R. K. 54. Wenden Sie sich einen Tag vor der Sitzung an das Bureau des Reichstags. Bei der Meldung erhallen Sie einen Bon, auf den Ihnen am Tage der Sitzung zwischen 9 Uhr vormittags und dem Beginn der Sitzung eine Karte verabreicht wird- L. Zt., zwei Wettende. 1. Rund 50 000. 2. Den Berliner Gewerkschaften.(Verschieden.) Westerburg. Besten Dank, soll gelegentlich verwendet werden. Die ftanzösische Sprache kennt die Buchstaben K und W nur in Fremdwörtern. Goldfisch. In ReklamS Univerialbibliothek ist ein Büchlein,«Arnold, DaS Aquarium«(Nr. 3955), zum Preise von 20 Pf. erschienen, das ent- sprechende Ratschläge enthält. I. 8. S8. Wir können Ihnen die Kaffe nicht empfehlen, solidem im Gegenteil dringend von dem Eintritt abraten. W. 8. Der einfachste Weg ist, dab Sie eine entsprechende Bitte an daS dortige Einwohner-Melde-Amt richten. Legen Sie eine Antwort-Postkarte mit Adreffe bei und bO Pf. in Briefmarken. Man wird Ihnen gewiss Auskunft geben. Z. S5. Die Gesellschaft ist, wenn Ihre Police verloren gegangen ist, verpflichtet, eine neue Police Ihnen auszustellen oder anzuerkennen, dass Ihr Versicherungsvertrag fortdauert.— B. 100. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde vor.— M. Z. X. Die Klage wäre aussichtslos. Der Dater haftet nicht für die Schulden seines grosssährigen Sohns.— Verein Glücksstern. Zu einem Bcrfichmingsvercin ist polizeiliche Genehmigung erforderlich. Ihr Verein kann ab« den Anspmch so formen, > dass er ein nicht klagbarer wird: dann liegt kein Bersichemngsvereiu vor und ist polizeiliche Genehmigung nicht ersorderlich.— M. Ja. Arbeiterrecht IS7. Ja, nur Wettmeister usw. sind bei einem Gehalt über 2000 M. nicht liebepflichtig.— Niithling. Vgl. die ausführliche Aut- wort unter A. B. C.— G. W. 3. Zwei Mark.— L. B. Sie werde» nicht aufgefordttt, solidem müssen selbst den Anttag auf Eröffnung des Testaments unter Neberreichung des Totenscheins und des Aufbewahrungs- scheins stellen. Die Kosten rrchten sich nach der Höhe des Objekts.— — Plöchl. 1. Wenn das Dienstmädchen Veranlassung zur Kündigung gegeben bat. Diese Frage ist aussührlich im Bricslasten des„Vorwärts" vom 29. Januar unter G. V. 20 beantwortet. 2. Ja. 3. Uns unbekannt. — A. B. C. Ein Testament kann auf dreifache Weise errichtet werden. Erster Weg: Der Erblaff« erklätt seinen letzten Willen dem Richter oder dem Notar mündlich zu Protokoll. Zweiter Weg: Der Erblasser kann eine offene oder v«schloffene Schnft mit der mündltchm Erklärung de», Richter oder Notar übergeben, dass diese Schrift seinen letzten Willen enthalte. Dritter Weg: Der Erlaffer errichtet ein eigenhändiges Testament. Solches Testament müßte der Erblasser von Anfang bis zu Ende selbst schreiben und unterschrciden und mit der Angabe deS Orts und Tags der Errichtung versehen. Die Unterschrift muß unter allem, also z. B. nicht neben deui Datum stehen. Dies Testament kann der Erblasser bei sich oder einem andren aufbewahren. In Ihrem Fall genügt etwa folgendes:„Berlin, den 31. Januar 1901. Hindurch emenne ich zu metner alleinigen Erbin meine Ehefrau. Unterschrift." Leben noch die Eltern des Erblassers, so müßte das Wort„alleinigen" gestnchen und zu- gesetzt werden:„fem« meine Eltem, diese setze ich jedoch aus den Pflichtteil." — Volt»((t. Z.) Sie sind nicht zur Zahlung des ohne ihre Zustimmung von ihrem Sohn gekauften Paletots verpflichtet.— H. W. Der betreffende Eigentümer kann sich nur an den Schneid« hallen.— I. G. Das un- eheliche Kind hat kein Erbrecht gegenüber seinem Erzeuger. Vor dem 1. Ja- nuar 1900 stand ihm in einigen Ländern, so im landrechtlichen Preußen ein Erbrecht zu. Erbberechtigt(zu einem sechstel) war das Kind jedoch nur dann, wenn sein Erzeuger ohne Hinterlassung ehelicher Kinder und ohne Hinterlassung eines Testaments gestorben war. Seine Mutter beerbt das uneheliche Kind wie ein eheliches.— Gruft P. Schriftliche Antwort etteilen wir nicht. 1. Ja. 2. Nein.— Genosse W. Leider giebt es diesem Eheverbot gegenüber leine Hintetthüren.— A. G. 1901. Nein. — W. Z. 100. Tritt ein Verlobter ohne wichtigen Grund vom Ver- löbnis zurück, wie dies in Ihrem Fall war, so muh er der Braut und deren Eltern oder dritten Personen, welche an Stelle der Eltern in Er- Wartung der Ehe Aufwendungen gemacht haben oder Verbindlichkeiten ein- gegangen sind, den Schaden ersetzen. Ausserdem kann die verlassene Braut, falls sie unbescholten war und ihrem Verlobten die Beiwohnung gestattet hatte, auch eine billige Entschädigung in Geld für den Schaden, der nicht Vermögensschaden ist, verlangen. Bei jeder Aufhebung eine« Verlöbnisses kann jeder Verlobte die Herausgabe der Verlöbniszeichen(Ringe, Photo- graphien u. dgl.) und seiner Geschenle verlangen.— R. 1000. 1. Sowohl das im Dietzschen Verlage erschienene Arbeiterrecht wie den als erst« Nachtrag zu demselben erschienenen Führer durch die Unfallversicherungs- Gesetz« tönnen Sie auch jetzt uoch bez:ehen. 2. Das Arbeiterrecht nebst dem diesem angehängte» Führ« durch das Bürgerliche Gesetzbuch lostet in 22 Lieferungen a 20 Pf. 4 M. 40 Pf., in Glanzleinenband gebunden 5 M. 50 Pf., d« Führer durch die Unfallversicherungs- Gesetze 75 Pf. Witterungsübersicht vom 29. Januar 1901. morgens 8 llhr. Stationen Swincmd«. Hamdurg Berlin Frankf./M. München Wien üe n 3° c 2 5? Wetter &S s* M 740 NW 741 SW 741 WNW 746 W iW beb 3 bedeckt 3 bedeckt 6 bedeckt -2 -1 0 Stationen Haparanda Petersburg Cott Lberdec» Paris LS L S |jo «1 735 NO 733' SSW 759 NRW 752WNW Wetter 6 Schnee 3Schnee �heiter 3Regen —4 -1 1 Wetter-Prognose für Mittwoch, be» 30. Januar>001. Ein wenig kälter, ziemlich trübe mit Schneefällen und frischen nord- westlichen Winden. Berliner We r,« r b u r r Beromwortticher Redacteur: Robrrt Schmidt in Berlin. Für den Jnsttatentetl verantwortlich:»h.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badtng in Bnlin.