Nr. 28. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poftbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Exscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet geile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Ein Arsenal der Fälschungen. Es ist eine beachtenswerte Erscheinung, daß die Partei, deren Mitglieder sich einer ganz besonders aristokratischen Vornehmheit und eines wunderbar verfeinerten Ehrgefühls rühmen, zu ihrer zuvers lässigsten Vertretung sich ein Organ gewählt hat, das an Niedertracht und Verlogenheit selbst gewisse Blätter aus der Scharfmacherei übertrifft: die Konservative Korrespondenz". " Wöchentlich dreimal geht dieses offizielle Organ der konservativen Partei ins Land und berieselt die zahllosen Winkel- und Kreisblätter, die zumeist aus dem Reptilienfondssumpf erstanden, durch amtliche Inseratenaufträge unterstügt die agrarische Politik der Ostelbier ihren Lesern aufdrängen. Die Berliner tonservativen Organe benußen die Artikel und Notizen der Korrespondenz nur mit großer Vorsicht; denn sie fühlen sich allzusehr unter Kontrolle und hüten sich darum, all den dummen und frechen Schwindel wiederzugeben, der für das Land gut genug ist. Jene Kreisblätter aber sind vielfach ohne Konkurrenz und stellen darum, so stumpffinnig und gemein sie sein mögen, eine politische Macht dar, die man nicht gering schäßen darf: in ihrer monopolistischen Stellung sind sie ein gefährliches Hemmnis für die Aufklärung des Volks. Aus diesem Grunde sind wir verpflichtet, die Leistungen der Konservativen Korrespondenz" zu verfolgen, namentlich in dieser Zeit der Handelsvertrags- Campagne, in der die Agrarier alles aufbieten, um die Gegner der Brotwucherpolitik bei den Unwissenden und Urteilslosen zu verleumden. Die Konservativen sind durch die Rücksichten auf das allgemeine Wahlrecht, das sie hassen, gezwungen, die Maffen der durch die Getreidezölle in Wahrheit mit ausgebeuteten Kleinbauern für fich zu gewinnen, und sie fürchten nichts so sehr, als daß es der socialdemokratischen Agitation gelingen fönnte, auch diese Kreise über ihre wirklichen Interessen aufzuklären. Und darum laffen sie durch ihr Organ fortgefeßt die gröbsten und albernsten Fälschungen und Lügen über die Socialdemokratie verbreiten, die als Todfeind des Bauerntumis erscheinen soll, obwohl die Herren natürlich sehr gut wissen, daß seit jeher die Socialdemokratie sich mit der Aufgabe beschäftigt hat, Mittel zu finden, die geeignet sind, auch den Kleinbauern, den Proletariern des Landes, die harte Not ihres Daseins zu erleichtern mit Mitteln allerdings, die ihnen selbst und nicht den Junkern helfen. Ein Musterbeispiel für die agrarische Kampfesweise bietet die Konservative Korrespondenz" vom 28. Januar, die in einem Artikel Warum tobt die Socialdemokratie gegen die Getreidezö IIe", geradezu ein förmliches Nest von Entstellungen und Fälschungen darstellt. " Heben wir das Nest aus: Sonnabend, den 2. Februar 1901. der Grundanschauung jener Rede: die Socialdemokratie hat niemals im Freihandel alles Heil erblidt, er ist für sie feine absolute Principienfrage, sondern eine politisch wirtschaftliche Frage, die je nach der Lage der allgemeinen Verhältnisse so oder so beantwortet werden muß. Heutzutage" ist die deutsche Socialdemokratie, weil es das dringendste Interesse der Volksmassen erfordert, gegen Schutzölle; gegen sie sprechen tausend Gründe, für sie kein einziger. Hat sich die„ Kons. Korrespondenz" mit dem Mary- Citat noch einigermaßen an die historische Wahrheit gehalten, so proklamiert sie in ihrem weiteren Beweismaterial" die schrankenlose Diftatur der Lüge und Fälschung. " So soll Kautsky auf dem Berliner Parteitag erklärt haben: Für die Erhaltung des Bauernstands einzutreten haben wir keinen Grund." Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. mit dem Rechte und der Vernunft in Einklang bringen können. Die Sache liegt gegenüber dem Bauer nicht anders, wie gegenüber der großen Maffe der industriellen Proletarier. Kein Mensch denkt daran, die Bauern vor dem Untergange zu retten, es handelt sich nur darum, ihre Existenz nach Möglichkeit zu erleichtern, ebenso wie wir auch die Lebenshaltung der Arbeiterklasse heben wollen. Mit elenden, degenerierten Massen läßt sich in einem Kampfe nichts machen. Es ist mir unbegreiflich, wie man sagen tann, wir machen damit den Antisemiten Konkurrenz, wenn wir vernünftige Dinge fordern.... Die Worte von der Stärkung des Privateigentums in der Kautskyschen Resolution sind nicht stichhaltig. Es kann sich doch zunächst nicht um die Abschaffung des Privateigentums handeln, sondern nur darum, daß jeder Arbeiter die Früchte seiner eigenen Thätigkeit Die Wahrheit ist, daß Kautsky auf dem Berliner Parteitag bekommt und daß ihm sein Privateigentum, natürlich unter weder geredet hat noch überhaupt anivesend war. Aber wir wollen andren Voraussetzungen als heute, erhalten bleibt. Mit welchem aus diefer Thatsache kein Kapital schlagen, sondern die Verwechselung Rechte macht man nun einen Unterschied zwischen dem Bauer, zwischen dem Berliner und dem Breslauer Parteitag Klarstellen, auf der von den Früchten seiner eigenen Thätigkeit leben muß, welch' letzterem ein Satz wie der mitgeteilte in der That gefallen ist. Aber und dem Lohuproletarier in Industriezentren? Man tann diese da der Zusammenhang nicht mitgeteilt wird, kann nur ein gefälschter Frage nicht einfach beiseite schieben; mit aller Principienreiterei Sinn herauskommen. Kautsky wies zunächst darauf hin, daß all kommen wir um die Agrarfrage nicht herum, wir müssen den die Bauern, die unter zwei Hettar Landes befizen die große Dingen ins Auge schauen, mit denen wir zu rechnen haben." Mehrheit der landwirtschaftlichen Bevölkerung überhaupt ihrer Frecher kann man nicht gut fälschen, als hier geschehen. Frohme ganzen Lage nach zum Industrieproletariat zu rechnen seien, und er verteidigte einen weitgehenden Bauernschutz, die„ Konservative führte aus: ,, Vor den nägelbeschlagenen Schuhen dieser Korrespondenz" läßt ihn auf den Untergang des Bauern finnen, Schichten brauchen wir uns nicht zu fürchten, sie werden indem sie den einen Satz zusammenhanglos serviert, einen Sag, der ausgebeutet bont unfren Gegnern, und wenn natürlich nichts andres besagt, als die theoretische Ueberzeugung, wirklich einmal die nägelbeschlagenen Schuhe eine Waffe daß mit all den Schutzmitteln die Existenz des Kleinbauern schließlich im politischen Kampfe werden sollten, werden diese sich gegen unsre doch nicht auf eine menschenwürdige Höhe gebracht werden könne, Gegner wenden, nicht gegen uns." Dann sprach Kautsky von den daß es auch für ihn nur ein Heilmittel gebe: die Vergesellschaftung. Befißern von 2 bis 5 hektaren, die nicht ganz eine Million be- Aus der Sächsischen Arbeiterzeitung" vom Mai tragen. Von diesen hat Kautsky die Ansicht, daß sie ebenso wie 1890 citiert die korrespondenz" den folgenden, allerdings sehr die Kleinhandwerker nicht lebensfähig seien, und in diesem Sinne albernen Satz: erklärte er: " " Wir( d. H. die Socialdemokraten!) erklären nicht bloß den großen Gutshöfen, sondern auch dem kleinsten Bauern haus den Krieg." „ Für die Erhaltung des Bauernstands einzutreten haben wir keinen Grund, denn das könnte nur geschehen, indem wir sie in ihrem Besiz befestigen, also ganz entgegengefekt verfahren wie Wir können im Augenblick nicht kontrollieren, ob in diesem Fall sonst. Wir müssen zu dem verzweifelnden Bauern ehrlich citiert worden ist; wir wollen vielmehr die Richtigkeit des gehen und ihm anknüpfend an seine Lage nach- Citats zugeben. Trotzdem unterschlägt die Korrespondenz die Hauptweisen, daß fie teine vorübergehende ist, sache, daß nämlich die Sächsische Arbeiterzeitung" damals der sondern naturnotwendig aus der kapitalistischen Zummelplatz jener Jungen war, die dann von der Partei Produktionsweise entspringt, und daß ihm nur abgeschüttelt wurden, jener Jungen, die Engels in einem undie Verwandlung der Gesellschaft in eine längst veröffentlichten Brief mit Heine als die Flöhe" bezeichnete, die aus der Drachensaat Margens aufgegangen. socialistische helfen tönne." Weiter erklärte aber Kautsky, wie es unser Bestreben sei, die Industrie- Arbeiter körperlich und geistig widerstandsfähiger zu machen, so müßten wir uns auch dasselbe Ziel gegenüber der landwirtschaft: Der Citatenschatz beginnt mit einem in der antisemitisch- lichen Bevölkerung, den Landarbeitern und Kleinbauern setzen, und agrarischen Agitation seit langer Zeit beliebten Citat von Karl Mary Kautsky hat ja dann auch in seiner„ Agrarfrage" derartige Vorschläge aus dessen Rede über den Freihandel: gemacht, die darauf hinzielen, das Elend der Kleinbauern zu lindern. Und derselbe Kautsty sagt in seiner offiziellen Parteischrift, seiner Erläuterung des Erfurter Programms: " Das Schutzzollsystem ist heutzutage konservativ, während das Freihandelssystem zerstörend wirkt. Es zersetzt die früheren Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletarier und Bourgeoisie auf die Spize. Mit einem Wort: Das System der Handelsfreiheit beschleunigt die sociale Revolution. Und nur in diesem revolutionären Sinne stimme ich für den Freihandel." Dieses Citat ist für die Verhältnisse der„ K. K." ziemlich genau wiedergegeben. Nur fehlt die Zeitangabe, wann es gesprochen, der Zusammenhang, in dem es geäußert, und als dritter wesentlicher Bunft: die einschränkende Einleitung des Sazes; im Original heißt es nämlich: Jm allgemeinen ist heutzutage. Dieses im Allgemeinen" ist durchaus notwendig. Denn unmittelbar vor dem erwähnten Saz hat Marg auf einen Fall hingewiesen, wo die Konservativen freihändlerisch und die wirtschaftlich revolutionierende Bourgeoisie schutzöllnerisch war: ,, Uebrigens ist das Schuzzollsystem nur ein Mittel, in einem Lande die Großindustrie aufzuziehen, das heißt, es vom Weltmarkt abhängig zu machen; und von dem Augenblid an, wo man bom Weltmarkt abhängt, hängt man schon mehr oder weniger vom Freihandel ab. Außerdem entwidelt das Schutzzollsystem die freie Konkurrenz im Innern eines Landes. Deshalb sehen wir, daß in den Ländern, wo die Bourgeoisie anfängt, sich als Klasse Geltung zu verschaffen, wie zum Beispiel in Deutschland, sie große Anstrengungen macht, um Schutzölle zu bekommen. Diefelben find für sie Waffen gegen den Feudalismus, und die absolute Staatsgewalt, sie sind für sie ein Mittel, ihre Kräfte zu konzentrieren und den Freihandel im Innern des Landes selbst zu realisieren." Die Aeußerungen stammen aus der Rede, die Karl Marg 1849 über den Freihandel gehalten hat, sie datiert also in eine Zeit urüd, wo es feine wilderen Freihändler gab, als unsre oſtelbichen Junker, die damals und noch lange darüber hinaus GetreideExporteure waren und mithin am Freihandel sehr lebhaft interessiert waren. Margens heute noch sehr lesenswerten, für englische Verhältnisse geltenden Darlegungen richten sich gegen die manchesterlichen Nichts- alsFreihändler, die in der Aufhebung der Getreidezölle die Lösung der socialen Frage behaupteten. Wie heute die Junker die Bauern vorschieben, um ihren Kornwucher zu verhüllen, so heuchelten damals die vom Freihandel profitierenden Industriekapitalisten, daß sie aus eitel Liebe für die Arbeiter die Beseitigung der Getreidezölle erstrebten. Gegen diesen Humbug wandte sich Mary mit Fug und Recht, genau so wie es auch heute den Socialdemokraten nicht einfällt, um des Handelskapitals willen für Handelsverträge einzutreten. Die getreuen Schüler" Karl Mary', von denen die„ Konservative Korrespondenz" redet, bekennen sich allerdings noch heute au " Nachdem dermaßen durch Schwindelcitate die Konservativen Korrespondenz" den Unsinn„ bewiesen", daß die Socialdemokratie auf den Ruin der Bauern hinarbeite, so folgert sie, daß darum die Socialdemokratie alle Gesetze, welche die Landwirtschaft schützen sollten, abgelehnt habe, sie hat gestimmt: " Gegen alle Getreide- und Viehzölle, gegen das Margarines Gesetz und gegen das Verbot des Terminhandels mit Mehl und Getreide, gegen das Wuchergesetz und die Erhöhung der Börsensteuer, im bayrischen Landtag gegen die Viehversicherung, gegen die Landeshypothekenbank und gegen die Erleichterung der Bodenzinslaft." Der Uebergang zur socialistischen Gesellschaft bedingt... feineswegs die Expropriation der Kleinhandwerker und Bauern. Dieser Uebergang wird ihnen nicht nur nichts nehmen, er dürfte ihnen vielmehr gewisse Vor= So weit die Socialdemokratie thatsächlich gegen diese Geseze teile bringen. Denn da die socialistische Gesellschaft die gestimmt hat, so that fie es, weil diese Gefeße, weit entfernt Tendenz nach Ersetzung der Warenproduktion durch Produktion für den kleinen Bauern zu nügen, lediglich Liebesgaben für die Junker den direkten Verbrauch mit sich bringt..., muß sie auch das darstellen, oder einer zwecklosen reaktionären Chikanepolitik entBestreben haben, alle Leistungen an die Gesellschaft, die Steuern sprungen waren. Wenn die Socialdemokratie gegen die Erhöhung oder die etwaigen Zinsen der in gesellschaftliches Eigentum der Börsensteuer gestimmt hat, so folgte das daraus, weil fie, abübergegangenen Hypotheken, soweit diese nicht ganz aufgesehen von allgemeinen technischen Bedenken gegen Verkehrssteuern gehoben werden, aus Geldleistungen in Leistungen überhaupt, feine Mittel bewilligen durfte für Zwecke, die sie veran Naturalien Getreide, Wein, Vieh usw. usw. weigerte: für Militarismus und Marinismus. Daß die Socialdemokratie gegen das Wuchergeje( 1893) gestimmt hat, ist eine blanke Lüge. Die Socialdemokratie hat dafür gestimmt. In unsrem Fraktionsbericht von 1893 heißt es darüber: zu verwandeln. Das bedeutet aber für die Bauern eine un geheure Erleichterung.... Nur die socialistische Gesellschaft tann sie bringen und damit eine Hauptursache des Ruins der bäuerlichen Wirtschaft beseitigen. Die Kapitalisten sind es, welche thatsächlich Bauern und Handwerker expropriieren. Die socialistische Gesellschaft macht dieser Eg propriation ein Ende." Wir haben gar nichts dagegen, wenn die Agrarier mit diesen forrigierten und in den richtigen Zusammenhang gebrachten Citaten bei den Kleinbauern haufieren gehen. " Des weiteren citiert die Konservative Korrespondenz" den Genossen" Fischer, der auf dem Breslauer Parteitag gefagt haben soll: „ Die Socialdemokratie kann den Bauer erst gewinnen, wenn er von seinem Eigentum losgelöst ist und Bankrott ge macht hat." Die Aeußerung, die Genosse Edmund Fischer gethan, lautete richtig wie folgt: • aug " Die socialdemokratische Fraktion erfeunt in dem Kredit und Sachwucher nur eine in den bestehenden Rechts- und Erwerbszuständen begründete Erscheinung. Das herrschende System voll zieht durch die Besteuerung notwendiger Lebensmittel Tag für Tag die Auswucherung der Voltsmassen. Die auf der privattapitalistischen Ausbeutung begründete Produktionsweise äußert sich als eine Bewucherung der menschlichen Arbeitskraft und ist genau ebenso unfittlich und verwerflich als der gewöhnliche Geldwucher. Wir haben dem Gesetz zugestimmt, obschon wir die Hoffnung auf eine Gefundung der einschlägigen Verhältnisse innerhalb der heutigen Gesellschaft nicht teilen. Die vorgenommene Ergänzung bedeutet jedoch unstreitig eine Verbesserung des be stehenden Rechtszustands, und diesem Grunde fonnten wir dem Geseze unsre 8u= stimmung nicht versagen." Ganz auf der Höhe dieser Behauptung, daß wir gegen das Wuchergesetz gestimmt hätten, stehen die Angaben über das Vers halten unfrer bayrischen Genossen. Allerdings haben die bahrifchen Vertreter der Socialdemokratie das Vichversicherungs- Gesetz abgelehnt, aber nur deshalb, weil es gerade den bedürftigsten kleinen Bauern nicht zu gute fam. Die Socialdemo tratie ist ganz selbstverständlich für eine staatliche Viehversicherung; nur muß das Gesetz so gestaltet sein, daß die einen Nutzen von ihm haben, die es am meisten brauchen. Noch unverschämter liegt der Fall bei der Landes- Hypothekenbank. Unfre bayrischen Genoffen hatten nämlich einen viel weiter gehenden Antrag auf Schaffung einer staatlichen hypothekenbant eingebracht fielen aber damit bei der Mehrheit, insonderheit beim Centrum ab; für " Nach dem socialdemokratischen Princip haben wir Not- die verkrippelte Zwergbank, welche der Mehrheit behagte, einzutreten, leidenden an helfen, soweit wir dies mit unsren Grundsätzen, hatten sie natürlich keinen Anlaß. Ebenso fanden die bayrischen " „ Es wird immer so gethan, als ob Proletarisierung und Verelendung dasselbe sei. Das ist nicht wahr. Wenn wir sagen, daß wir den Bauer erst gewinnen können, wenn er proletarisiert ist, so meinen wir gar nicht, daß er berelendet, sondern daß er von seinem Eigentum losgelöst wird." a In ganz besonders infamer Weise werden von der„ Konservativen Korrespondenz" die Ansichten des Genossen Frohme in ihr Gegenteil umgefälscht, indem nur der folgende Satz aus seiner Breslauer Rede mitgeteilt wird: Kein Mensch( d. h. kein Socialdemokrat) denkt daran, den Bauern vom Untergang zu retten". Und was hat Frohme, der für ein weitgehendes Agrarprogramm eintrat, thatsächlich gefagt: tocialdemolratischen Stfifleortneten mit ihren VorschlKqen auf allmähliche Berstaatlichung der Hypotheken und auSgiebige Schuld- entlaftung der Bauern bei Negierung und Kammer leine Gegen- liebe. Genau das gleiche ist der Fall bei der in Bayern ver- handelten Erleichterung der Bodenzinslast. Unsre Genossen hatten natürlich leine Lust, für die Reichsten der Neichen auf Kosten der Allgemeinheit Zinsentlastungen zu erwirken, aber sie wollten den kleinen Bauern helfen. In dem social- demokratischen Handbuch für bayrische Landtagswähler wird über diese Angelegenheit helle? Licht verbreitet. Die größere Hälfte der Bodenzinspflichtigen, 300 000 kleinere Bauern, zahlen zusammen eine Jahresleistung von 1,1 Millionen. Unsre Genossen forderten, daß man sich auf die Befreiung dieses Teils der Zinspflichtigen beschränke. fAber dem Centrnm dienten die Kleinen nur als Aushängeschild. Und so wurden denn, um die 300 000 Kleinbauern von einem Betrag von etwas über 1 Million zu entlasten, noch weitere 13 Millionen hinzugefügt, um die Reichen und Reichsten, Großbauern, Gutsbesitzer, Standesherren, Banken mitzubefreien; der Fürst Taxis erhielt aus dieser„Befreiung" allein 00 000 Mark jährlich. Es wäre unter solchen Umständen die größte Gewissenlosigkeit gewesen, für ein derartiges Gesetz zu stimmen. Schließlich noch eine, die letzte Fälschung der„Konservativen Korrespondenz", die freilich ans Clownhafte streift. Der„Vorwärts" hatte unlängst gegenüber einer Wiederaufwärmnng der Geschichten von steinreichen Socialdemokraten spottend geschrieben, daß Bebel, Singer. Wollmar und Arons jeder„knapp" zwei Millionen besäßen. Aus diesem Hohn macht die„Konservative Korrespondenz" eine ernsthafte Nachricht. Wir überlassen der«Korrespondenz" die Wahl, ob sie ans unergründlicher Dummheit die Notiz mißverstanden oder aus ebenso unergründlicher Dummheit sie mit Bewußtsein ge- fälscht hat. Das Lügennest ist ausgehoben. Das sind die Waffen unsrer Kornwucher- Agenten: gemeine Waffen, die der gemeinen Sache würdig sind._ Pomm.c«rb-xflchk. Berlin, den 1. Februar. Der Reichstag ist doch noch rascher, als es gestern schien, mit der zweiten Lesung des Etats des Reichsamts des Innern fertig geworden. Die heutige Sitzung dauerte zwar ein wenig lange, aber an ihrem Schluß konnte der Präsident doch befriedigt erklären, daß die Einnahmen und Ausgaben des Reichsamts des Innern bewilligt seien, abgesehen von dem Kapitel„Reichs- Versiche- rungsamt", das an die Budgetkommission zur weiteren Vor- beratung verwiesen wurde. Am längsten hielt heute das Kapitel ReichS-Gesundhcits- amt auf. Nachdem hier zunächst der freisinnige Abgeordnete Dr. Müller- Sagan eine größere Beteiligung des Reichs an der Malariaforschung angeregt hatte, ein Wunsch, dem sich die Abgg. Dr. Endemann(nl.) und Dr. Hahn CB. d. L.) anschlössen, lenkte Gmosse Antrick von neuem die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Zustände in den Krankenhöusem und die sociale Lage der Krankenwärter. Er ergänzte dabei seine Ausführungen, die er im vorigen Jahre über denselben Gegen- stand gemacht hatte, in wirksamster Weise an der Hand des Materials, das ihm in der Zwischenzeit aus allen Teilen Deutschlands reichlich zugeflossen ist. Der Regienmgsvertrcter Geheimrat P i st o r trat zuerst sehr brüsk auf, schlug aber nachher arif Veranlassung des Staatssekretärs, wie er ganz ehrlich sagte, mildere Töne an, wozu er um so mehr Veranlaffung hatte, als ihm selber that- sächliche Irrtümer unterlaufen waren. Die Stellung, die der alte Langcrhans zu der Rede Antricks einnahm, unterschied sich, wie Singer mit Recht hervorhob, sehr vorteilhast von dcni Verhalten der Regierungs- Vertreters. Herr Langerhans erkannte an, daß sich Antrick durch die Aufdeckung der Mißstände ein wirkliches Verdienst erworben habe. Natürlich suchte er als eingeschivorener Kam- munalfreifinniger die Stadt Berlin und ihre Krankenhäuser nach Möglichkeit zu decken. Genosse Dr. S ü d e k u m stellte sich heute dem Hause in einer geschickten Rede vor, die den bekannten Fall Stinzing- Struve in Jena behandelte, wo eine böse Pferdekur an einem Zuckerkranken versucht wurden ist. Ein weimarischer Geheimrat versuchte die Kliniker heraris- zuhauen. verstihr aber dabei so unglücklich, daß ihm der nationalliberale Abgeordnete Prinz Schönaich-Carolath sagen mußte, eS sei besser, Mißständen abzuhelfen als sie zu verteidigen. Genosie S ü d e k u m hatte daS Kapitel der Milzbrand- Erkrankung der Arbeiter in den Nürnberger Bürsten- und Pinselfabnken eingehend behandelt. Gras Pofadowsky versuchte die Verantwortlichkeit hierfür auf die dortigen Lokal- behörden abzuschieben.'Er suchte das Haus mit der Kon- feguenz zu schrecken, daß die Kleinbetriebe verboten werden müßten, da sie doch nicht in der Lage seien, die teuren Desinfektions- Apparate anzuschaffen, die in den Groß- betrieben die Milzbrandsporen am Material wirksam ver- Nichten. Die Antwort auf diese Frage ist sehr leicht: Das Leben und die Gesundheit der Arbeiter sind kostbarere Güter als die Ausrechterhaltung einiger Kleinbetriebe. Am Sonnabend fällt die Sitzung aus, weil katholischer Feiertag ist. Am Montag beginnt die Beratung des Reichs- Eisenbahnetats. Eine mißglückte Polizeiaktion. Am 7. Oktober wollte die Zahlstelle des Vereins deutscher Schuhmacher zu Prenzlau ein geschlossenes Vergnügen abhalten. Sie erhielt darauf von der Polizeiverwaltung zu Prenzlau am 0. Oktober folgende Zuschrift: „Die Abhaltung des von Ihnen für Sonntag, den 7. d. M., im Kurgarten geplanten„geschlossenen Vergnügens' wird hiermit verboten. Der Verein deutscher Schuhmacher verfolgt allgemeine öffent- liche Interessen und äst demnach als ein politischer Verein im Sinne des VcreinsgesetzeS zu betrachten, an dessen Versammlungen Frauen nicht teilnehmen dürfen." Der Verein deutscher Schuhmacher ließ sich durch diese? Verbot natürlich nicht von seinem Vergnügen abhalten, worauf gegen den Vorsitzenden der Zahlstelle, Schuhmacher Gunst, eine Exekutivstrafe von 60 M. fi) festgesetzt wurde. Darauf erhob Gunst Beschwerde bei dem Regierungspräsidenten»ach dem preußischen Landes- verwaltnugS- Gesetz. Jetzt, nach drei Monaten, hat er von der Polizei in Prenzlau den Bescheid erhalten, daß die StrafandrohungS- und FestsctzungSverfügungen zurückgenommen würden. Das war offenbar das klügste, was die Polizei thun konnte, denn ihre Verfügungen entbehrte» in der That jedes gesetz- lichen Grunds. Die Auffassung der Polizei, daß der Verein deutscher Schuhmacher„allgemeine und öffentliche Interessen ver- folge und demnach als ein politischer Verein im Sinne des Vereinsgesetzes zu betrachten sei, an dessen Versammlungen Frauen nicht teilnehmen dürften", beruht auf einer Verwechselung der Be- stimmungen der s§ 2 und 8 deS preußischen Vereinsgesetzes. Nur solche Vereine dürfen keine Frauen zu ihren Versammlungen zulassen, welche bezwecken,„politische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern", was bei den Gewerkschaften nicht zutrifft. UebrigenS findet auch diese Beschränkung nach der richtigen Auffaffung des KainmergerichtS nur Anwendung auf die politischen Versammlungen solcher Vereine, nicht auf ihre Tanzvergnügungen; das Ober- Verwaltungsgericht ist allerdings darüber andrer Meinung und hält auch die Teilnahme von Frauen an unpolitischen Tauzvergnügungen für eine ihnen ver- botene politische Thätigkeit. Vereine, die allgemeine öffentliche Interessen verfolgen— und dazu werden vielfach, wenn auch nicht allgemein, die Gewerlschaften gerechnet—, können höchstens nach§ 2 des Vereinsgesetzes behandelt werden, und danach ist ihnen das Zu- sammentagen mit Frauen nicht verboten. Noch kürzlich hat ein Urteil des Ober-VerwaltungsgerichtS in einem Fall aus Dortmund diese Auffaffung bestätigt.— »« » Deutsches Weich. Wann kommt der Zolltarif? Nach der„Voss. Ztg." soll der Zolltarif spätestens am IS. Februar aus dem ReichS-Echatzamt an den B u n d e s r a t gelangen. Die Vorlage soll dann uu mittel- bar nach den Osterferien oder zumHerbstanden Reichstag gelangen. Die„Deutsche Tageszeitung" ist höchst unzufrieden, daß die Vorlage möglicherweise erst iin Herbst an den Reichstag kommen soll. Sie will aus keinen Fall die K a n a l v o r l a g e eher erledigt sehen, als der Zollwucher endgültig besiegelt ist. Agrarisch ist Trumpf. Eine winzige Auseinandersetzung zwischen der„Deutschen Tageszeitung" und der„Nord- deutschen Allgem. Zeitung" beleuchtet doch äußerst reiz- voll da» angstvolle Abhängigkeilsverhültuis der Offiziöse» von den Agrariern in der Z o l l f r a g e. Das Wölfische Telegramm, daS die Auslassung der„Nolvoje Wremja" zur Bülowschcn Zoll- erhöhungs-Rcde mitteilte, war auch in der„Nordd. Allg. Ztg." wiedergegeben worden. Die„Deutsche Tageszeitung" erklärte darauf zornvoll, das Telegramm sei in den Dnickt'ypen veröffentlicht worden, „die für besonders wichtige Mitteilungen angewandt zu werden pflegen". In Wahrheit war die Dennnzintion des Oertel- Blatts nichts als Fälschung. Jetzt erklärt die„Nordd. Allg. Ztg." im Tone unter» würfigster Bescheidenheit, die Behauptung der„D. T." sei unzutreffend, es sei jenes Wölfische Telegramm in ganz gewöhnlicher Schriftart gebracht worden. Es ist höchst kennzeichnend, baß das RegiernngSorgan ausdrücklich feststellen muß. das schwere Verbrechen wider die Majestät des Agraviertums, die russische Zollkriegsdrohung ihrer Bedeutung gemäß hervorgehoben zu haben, sei nicht von ihm verübt ivorden.' Mehr Fügsamkeit der Offiziösen vor dem agrarischen TerroriSinus kann lein Oertel und kein Hahn verlangen.— Volkspartei und Gctretdezoll. AuS Stuttgart wird be- richtet: „Die Kammer der Abgeordneten nahm einen Autrag, durch welche» die Regierung ersucht wird, im Bundesrate für»ine aus« reichende Erhöhung der Einfuhrzölle auf Getreide, insbesondere auch auf Gerste und Hafer, ein- zutrete», mit 63 gegen 20 Stimmen an. Für denAntrag stimmten auch k» Mitglieder der Volkspartci. Die Kammer vertagte sich auf einige Wochen." Die suddeutsche Volkspartci schaufelt mit bewundernswertem Eifer am eignen Grabe.— Tie Frage, wem die»)anpterträgnisie des Getreide- zollS zu gute kommen, beantwortet sich aus einer statistischen Zusammeilstellring der„Kölnischen Volkszcituug" über die Lati- sundien in Schlesien. Fürst Guido von Donuersmark, der Gefürstete vom 18. Januar, besitzt in Schlesien 22 750 Hektar Land. Außerdem besitzt der Herr cjrotze Güter in Rußland und Galizien. Noch großer ist der schlestsche Besitz einiger andrer„Bauern": Fürst P leß mit 46 500 Hektar, Herzog von Ratibor 32 750, Herzog voll u j e st 35 2S0. Graf S ch a f f g o t s ch- W a r m b r u II II 30 OOÖ, Gras A r n i m- M u s k a u 31 250, die Stadt Görlitz 36 250. Herzog von Sagan 23 551, Prinz Hohenlohe- Jngelfinge'n 25 450, Fürst Stolberg-Wernigerode 25 422 Hektar. Erst- nach diesem kommt Fürst von Donnersmark mit 22,750 Hektar. Nach ihm folgt das preußische HausHdei- k o m m i ß mit 21 882 Hektar, der König von Sachsen(Fürsten- tum Oels und Herrschaft Gutentag) 21 198, Prinz Bironlo 000, Fürst Carolath-Bcutben 14 607, Graf Hugo Henckel- N a k I o 14 386, Graf Thiele-Winkler 18 420, Herzog Günther von Schleswig 12 398, Prinz Albrecht von Preußen 12 612. Graf Malyahn-Mielitsch 10 660 Hektar. Damit sind die Besitzer von mehr als 10 000 Hektar erschöpft. Der Besitz des preußischen Staats in Schlesien beträgt: der Domänen- fisluS hat 23 200, der ForstfiSkuS 159 994 Hektar.— Nationalliberale Zollsorgen. Trostlos gestaltet sich durch die Zollfrage die Lage der nationalliberalen Partei, deren Gros sich allen agrarischen Tollheiten verschrieben hat, während eine Minderheit sich des verderblichen Jochs zu erwehren versucht. Während fast die gesamte natioualliverale Fraktion des Abgeordnetenhauses für die konservative Zollerpressungsresolution eintrat, mutet der„Hau- noversche Courier" seiner Partei zu,„sie müsse den Gegensatz, in dem sie zu dem extremen Agrariertum stehe, bei jeder Gelegenheit viel schärfer zum Ausdruck bringen, als es in der Regel geschieht". Und die„National-Zeituug" jammert in wehmütiger Entsagung: „Wir nehmen die Thatsache, daß die nationalliberale Partei sich für eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle entschieden hat, als gegeben hin und kritisieren sie nickt weiter. Aber mit der Bereit- Willigkeit, den landwirtschaftlichen Zollschntz zu verstärken, muß eine liberale Mittelpartei die schwerwiegenden Handels- und socialpolitischen Rücksichten in Eiuklang bringen, die jetzt in Frage stehen. Will sie ihr Wesen als Mittelpartei nicht aufgeben, so muß sie den agrarischen Extravaganzen nachdrücklich entgegentreten; will sie in dieser Frage den Liberalismus wahren, io muß sie die von der politischen Vertrettmg der agrarischen Agitation, den Kon- servativen, gering geschätzten Interessen, die der Ausfuhr- Industrie und der großen unbemittelten Volksklassen, ibrerfeits schützen. Gleichviel, ob die Regierung sich nach einem Rückhalt deS Widerstands gegen die agrarische Rücksichtslosigkeit umsieht oder nicht, ob sie dieie zu überwinden oder ihr zu unterliegen wünscht— es ist die Pflicht einer liberalen Mittelpartei, für Widestand in de nt wahrlich bescheidenen Maße, das jetzt nur in Frage ist, ihre Unterstützung unzweideutig zur Verfügung zu st ekle n. Sie darf keinen Zweifel darüber lassen, daß eine Regierung, welche wirklich„ausgleichende Gerechtigleit" zu üben beabsichtigt, nicht bloß auf die Socialdemokratie und die freisinnigen Gruppen angewiesen ist." Da unser gesamtes öffentliches Leben von der Kampfparole be- herrscht wird: Für oder wider den Kornwucherl— seufzt kummervoll der allgemeinen Beileids sichere NationalliberaliSinus: Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!— Der Tank deS Kaisers. Im.Reichs-Anzeiger" wird ein Er- laß des Kaisers veröffentlicht, in dem es heißt: „Nach der herzerhebenden, mich hochbeglückenden Festesfreude, mit welcher der so bedeutsame 200jährige Gedenktag der Erhebung Preußens zum Königreich im ganzen Lande gefeiert werden konnte, ist durch den Heimgang weiland ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland, meiner vielgeliebten und hoihverehrten Großmutter, tiefe Trauer über mich und mein Hans gekommen. Unter dem frischen Eindruck dieser Heimsuchung habe ich meinen diesjährigen Geburtstag ander Bahre der edlen Fürstin in stiller Einkehr begangen. Um so wärmer und lauter sind aber an mein landesväterliches Herz die zahlreichen Kundgebungen aus der Heimat gedrungen, welche mir die innige Teilnahme meines Volks an meinem Schmerz sowie seine treue Fürbitte für mein ferneres Wohl- ergehen zum Ausdruck gebracht haben.... GottderHerr aber wolle das deutsche Volk in allen seinen Schichten und Gliedern auch fern« in seinen gnädigen Schutz nehmen und denlsche Treue, deutschen Fleiß und deutsche Arbeit allezeit mit Segen krönen!" Der Fall deS Prinzen NlfonS. Die„Münchener Neuesten Nachrichten" versichern„amtlich", daß die in der„Münchener Post" gebrachte Mitteilung von Differenzen des Prinzen Alfons mit dem Vertreter des Kaisers bei der Tranerfcier in Weimar und einem bieran sich anschließenden Meinungsaustausch zwischen Berlin und München vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Irren wir nicht, so wurde 1898, als das Telegramm des Kaisers an den Prinzregenten von Lippe veröffentlicht wurde, zuerst auch eine Ableugnung versucht.— Eine Eisenbahndtrektion alS Agent der Unternehmer. Unser Magdeburger Bruderorgan ist in der Lage, einen eigenartigen Liebesdienst der Magdeburger Eiseiibahndireklion gegenüber einein Unternehmer beleuchten zu können. In Bremerhaven find be- kaimtlich auf der Werft von S e e b e ck die Metall- arbeiter ausgesperrt. Als infolge der Suche nach Ersatz- kräften ein Magdeburger Metallarbeiter der Firma seine Dienste anbot, erhielt er folgendes Schreiben von der Direktion der S e e b e ck schen Werft: Bremerhaven, den 25. Januar 1901. Herrn R..... L......... Maschinenschlosser. Magdeburg. Antwortlich Ihres werten Schreibens vom 20. d. M. bitten wir Sie, hier bei uns sofort die Arbeit aufzunehmen. Wir Häven die dortige F a h r t a r t e n-A u s g a b e lH a u p t b a h n h o s) veranlaßt, Ihnen unter Vorzeigung dieses Schreibens eine Fahrt 4. Klasse nach hier auszuhändigen. Wir bitten Sie. uns den genauen Tag und Zug Ihrer An- kunft hier sofort pr. Karte aufzugeben. Hochachtend G. Secveck A.-G. Schiffswerst, Maschinenfabrik und Trockendocks. F. Niedermeyer. F. W. Lühring. Der betreffende Arbeiter reiste denn auch nach Bremerhaven ab, um jedoch sofort wieder die Rückreise anzutreten, als er in Bremer- Häven erfuhr, daß er Strcikbrechcrdicnste leisten sollte. Ucber den eigenartigen Dienst aber, den die Magdeburger Eiscnbahndirettion der Firma Seebach erwiesen, urteilt die„Magdeb. Bolksstimme" mit vollem Recht: „Wir glauben nicht, daß die Fahrkarten-Ausgabestelle in Magdeburg b e r c ch t i g t ist. A g e n t e n d i e n st e für einen auf der Arbeitswillig ensuche befindlichen Unter- n c h m e r zu verrichten. Will die Ausgabestelle eine Kon- trolle über die auf diese Weise verausgabten Karten führen, so muß sie die Borzeiger der Briefe doch in eine Liste ein- tragen, sonst könnten beispielsweise andre Leute, in deren Händen sich der abgedruckte Brief jetzt befindet, ihn zum zweitenmal präsentieren und eine Fahrkarte fordern, Unsres Wissens ist aber die B a h n v e r w a l t u N g n i ch t d a z u da, einen Unternehmer vor Reisegeld« Prellereien durch Anlegung einer Arbeits- willigenliste und überhaupt durch irgend welche Gefälligkeiten zu schützen." Zur Ncichstags- Ersatzwahl in Aachen. Die EentrumS- Partei hat endlich, am 29, Januar, ihren Kandidaten für die am 8. Februar stattfindende Reichstags- Ersatzwahl aufgestellt, und zwar in der Person des Lan dtags-AbgeordnetenLehrersSittart. Die Meldungen, die bereits in der vorigen Woche über diese Kandi- datnr ergingen, waren verfrüht. Denn zu der Zeit fanden noch lebhaste Auseinandersetzungen zwischen der gemäßigien und der bekannten radikalen Rirbmiig, die der Aachener„Vollsfreund" vertritt, statt. Die erste Richtung wollte den veigeordneten Aachener Bürgermeister Klausener aufstellen, mußte aber schließlich der überwiegenden Mehrheit nachgeben. Wie der„Volksfreund" schreibt, ließen„ver- schiedene Vertreter von Arbeiterkorporatronen keinen Zweifel daran, daß sie und ihre Korporationen bestimmt gewillt seien, vor der Wahl von dem Kandidaten der Centrums Partei, Herrn Sittart. die Abgabe einer befriedigenden Erklärung zu verschiedenen Punkten(Arbeiterfragen, Ge- treidezoll, Heer und Marine zc.) z u verlangen." Der Vorsitzende des Aachener christlich-socialen Textilarbeiter- Verbands hatte bereits am 27. Januar in Uebereinstimmung mit andren Vertretern christlichsocialer Arbeitervereine an den Landtags- Abgeordneten Sittart ein Schreiben nach Berlin gesandt, worin sie vor der Wahl bestimmte Erklärungen verlangen. Herr Sittart schrieb eine ausweichende Antwort, erklärte aber, daß er, wenn seine Aufstellung erfolge, sich„in einer öffentlichen Volksversammlung ganz offen aussprechen" werde. Man darf neugierig sein, wie sich die Angelegenheit erledigen wird.— Wie man übrigens sieht, treten dieAachener christliiHen Geiyerkschaften gerade s o ungeniert als Centrnmsvereiiie auf, wie sie daS bei früheren Wahlen g e t h a n haben. Von eurer patriotischen Feier. Aus Straßburg wird uns vom 30. Januar geschrieben: Ueber den Tod de? Hauptmanns Adams von der 9. Compagnie des in Mvrchingen(Lothringen) ganiisoniercnden Jnsanteriereginients Nr. 17, der vorgestern Nacht i» seiner Wohnniig erschossen aufgefunden wurde, verbreitet die gonverneiiientalc„Metzer Zeitung" die folgende Version: Im kameradschaftlichen Kreise und in frohester Stimmung geriet eine OsfizierSgejellschafi auf den sportmäßigen Gedanken, die gegen- seitigen Kräfte in persönlichem Spiel, im Ringen zu erproben. Wie so oft in solchen Fällen und bei der wohl hoch ge- steigerten Erregtheit einiger der Herren, artete der Scherz in Ernst, bei einzelnen in Exaltation ans, bis zu dem Grade, daß im Ge- menge Hauptmann Adams vom westfälischen Infanterie- Regiment Nr. 17 in Mörchingen dem Regimentsarzt Dr. R ü g e r, Oberstabs- arzt erster Klaste im Jnfaiiterie-Regimenl Nr. 144 daselbst, einen Schlag versetzte. Die Wirkung dieser Unglücksthat und was ich umnittelbar daran knüpfte, entzieht sich der Beschreibung; doch erscheint es selbstverständlich, daß unter den einznleiteudeu Schritten die Ducllfrage in eifrige Erwägung kam. Ohne daß jedoch das Ergebnis der einen oder andren Aubahiiungsversuche eines Ausgleichs als im Bereich der Möglichkeit abgewartet wurde. bemächtigte sich am späteren Abende des Bruders des ge- nannten Sanitätsoffiziers, Oderlieulenant Rüger vom In- �anterie-Regimenl Nr. 17, eine derart hochgradige Aufregung, daß er sich, nach einigen mit andren Kameraden, in die W o h n u n g d e sH a u p tm a n ns Ad a m s begab und ihn — niemand weiß ob oder nach welchen W o rtkämpfen — durch einen Revolverschuß zu Boden streckte. Der Tod scheint augenblicklich eingetreten zu sein. Hauptmann Adams ivar imvermählt. Die„Lothringer Ztg." berichtet dagegen: Betreffs des Tods des HauptinännS Adams verlautet jetzt mit Bestimmtheit, daß derselbe das Opfer eines D u e l Is ge- worden ist, das am späten Abend in dem Zimmer stattfand, wo die Leiche gefunden wnrde. Ter Duellgegner, ein Oberlieutenant. wurde verhaftet. Die Wahl der Stunde und des Orts und die That- sache, daß das Duell am Geburtstag des Kaisers stattgefunden haben öll, läßt die Sache in eigentümlichem Licht erscheinen. Auch dem in Straßburg erscheinenden„Elsässer" wird von Mör- chingen aus berichtet, daß Hauptmann Adams als das Opfer eines Der Boeren- Krieg. Bisto lenduells gefallen fei. Der Borfall errege, besonders da und dieses Verfassungs- Programm nach Washington zur Gutheißung dieses Antrags. Das jezige Geses enthalte eine Lüde, er sich bei der Feier von Kaisers Geburtstag zugetragen, in der Besenden. In republikanischen Streifen hat diese Undankbarkeit(?) der indem es nicht bestimme, wer als Arbeitgeber zu be= völkerung das peinlichste Aufsehen. Rubaner gegen ihre Retter große Aufregung hervorgerufen.trachten sei. An einzelnen Orten werde nur derjenige als Die in Frage kommenden militärischen Behörden werden wohl Arbeitgeber zu den Wahlen zugelassen, der sich durch seine Gewerbenicht umhin tönnen, der Oeffentlichkeit über das Aufsehen erregende Steuerquittung als solcher legitimiert, während wieder andre OrtsBorkommnis alsbald authentischen Aufschluß zu geben. statuten bestimmen, daß jeder Arbeitgeber sei, der mindestens einen Arbeiter dauernd gegen Lohn beschäftigt, auch wenn er keine GewerbeGerüffelte Volksvertreter. Aus Elsaß Lothringend schreibt man uns: Die Handelstammer in Meg hat in ihrer legten und Keine Friedensvermittlung.Gufteuer zahlt. Bei der Abstimmung wurde der socialdemokratische Sigung den Beschluß gefaßt, die Lothringischen Reichstags- Die Meldung Londoner Blätter, Kaiser Wilhelm werde die Antrag abgelehnt und hierauf die Weiterberatung auf 8 Tage Abgeordneten bringend zu ersuchen, fie möchten sich nach dem Vermittelung zwischen England und den Boeren übernehmen, wird vertagt. Muster ihrer elfäffischen Kollegen fürderhin recht rege an den Ar- bom Auswärtigen Amt als gänzlich unbegründet Die Einschränkung der Maffenkonzessionen verlangt eine beiten der Budgetkommission und den übrigen ihnen zugänglichen bezeichnet. dem Reichstage zugegangene Petition des Vorstands des Deutschen In Uebereinstimmung damit läßt sich die Boff. 8tg." aus London Gastwirtsverbands. Es wird gefordert, daß in§ 33 der GewerbeKommissionen des Reichstags beteiligen, damit sie in die Lage tämen, die von der Handelskammer und den andern Interessen- telegraphieren: Ordnung eine Bestimmung aufgenommen werden soll, wonach die Ich bin in der Lage, aus bester Quelle versichern zu können, daß Erlaubnis zum Betriebe einer Gast- oder Schankwirtschaft, sowie bertretungen ihrer Heimat ausgesprochenen Wünsche zu vertreten, wie dies seitens der elsässischen Abgeordneten bereits seit einigen Jahren der Thron wechsel teine Aenderung der füdafrikani- zum Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus versagt werden mit Erfolg geschieht. Die von der Meyer Handelstammer be- fchen Politit Englands zur Folge haben wird. In leitenden englischen soll, wenn der die Konzession Nachsuchende bereits für zwei von fämpfte mollpolitik" der Lothringisch- fleritalen Abgg. Streifen besteht auch jetzt noch die Absicht, den Krieg fortzufezen, ihm selbst oder durch Stellvertreter betriebene Lokale die Erlaubnis Küchly, Merot, Pierson entspricht der früheren politischen Haltung bis die im Felde stehenden Boeren entweder die Waffen geftredt erhalten hat." In einer zweiten Betition verlangt der Vorstand der weiland protestlerischen Gruppe des Reichstags, die nur alle haben oder zersprengt oder vernichtet worden sind. In Ueberein des genannten, ca. 26 000 Mitglieder zählenden Vereins das Verbot Jahre ein- oder zweimal in Berlin erschienen, wenn dort die An- ftimmung mit dieser Information meldet eine Durbaner Drahtung von Schankstätten in Warenhäusern. Die Petition weist darauf hin, träge auf Beseitigung der Diktaturparagraphen oder Einführung des Standard", die Operationen würden demnächst in eine neue daß schon eine preußische Ministerialverordnung vom 26. August 1896 bes diretten Landeswahlrechts zur Verhandlung standen. Mit diesem Phase treten und es werde ein neuer Feldzug in großem es den Regierungspräsidenten zur Nichtschnur gemacht habe, Gast- und System einer Abstinenzpolitik hat die jungelsässische Gruppe Hauß- Maßstab unternommen werden. Maffen berittener Truppen sollen Schankwirtschaftsbetriebe niemals in Räumlichkeiten zuzulassen, in denen Delfor- Bonderscheer seit 1893 endgültig gebrochen und damit eine Hezjagd auf die Boeren beginnen, woran sich auch Infanterie noch andre, fremdartige Gewerbe betrieben werden. Diese Verordnung bei ihren Anhängern im Lande so viel Anklang gefunden, daß die beteiligen werde, die der größeren Beweglichkeit halber auf Maul- habe aber, weil sie eben nur zur Richtschnur erlassen wurde und ihre alte Schmollwinkel- Garde bei den nächsten Reichstagswahlen wohl efeltarren befördert werden soll. zweifellos vom politischen Schauplatz verschwinden dürfte. " Eine Elfäffer- Interpellation wird demnächst den Reichstag beschäftigen. Wie der„ Els. Volksbote", das Organ der Reichstags: Abgeordneten Delfor und Hauß, berichtet, beabsichtigen diese, ben Reichstanzler demnächst darüber zu interpellieren, welches die Gründe waren, die die Colmarer Bezirksregierung( vertreten durch den Prinzen Alexander von Hohenlohe) dazu bestimmten, dem kürzlich von Mülhauser Gemeinderat mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählten fleritalen Beigeordneten Dr. Helmer die erforderliche Bestätigung au bersagen. Majestätsbeleidigung. Wegen angeblicher Beleidigung, begangen durch eine Aeußerung, die er in trunkenem Zustande bei einer„ patriotischen" Feier fallen ließ, wurde in Ruhrort ein junger Beamter aus Essen verhaftet. Ausland. Frankreich. and Bedrohung der Minen. ghi In der Umgebung Krügers wird versichert, daß die Boeren beschlossen haben, auf die von englischer Seite angekündigte Aushungerung der Boerenfrauen und Kinder mit der 8 er störung von Johannesburg und der dortigen zu antworten. Die tägliche Verlustliste Minen der englischen Armee in Südafrika umfaßt für den 31. Januar 5 Tote, darunter 1 Offizier, 2 an Krankheiten Verstorbene, 24 Verwundete, darunter 2 Offiziere, und 19 Vermißte. * wurden Bestimmungen nicht absolut verbindlicher Natur find, in Preußen nicht verhindert, daß großen Warenhäusern Ausschankstätten genehmigt worden sind, zu denen der Zutritt nicht nur den jeweils in dem betreffenden Geschäft Angestellten, sondern jedermann freisteht. Betenten fordern deshalb, daß solche Schantstätten in den Warenhäusern fünftig nur für die Angestellten dieser Geschäfte zugelassen werden sollen. Das Dreiklaffenwahl- Unrecht. Nach der soeben erschienenen Statistit der preußischen Landtagswahlen im Jahre 1898 gab es bei diesen Wahlen im ganzen 6 477 253 Urwähler. Sie verteilten sich auf die drei Klaffen so, daß Empörung englischer Truppen auf St. Helena. auf die erste 3,26 Broz., auf die zweite 11,51 Proz. und Dem" Reuterschen Bureau" wird unterm 5. Januar aus auf die dritte 85,38 Proz. der Wähler entfielen. Jede dieser St. Helena geschrieben: Unter den hier liegenden west indischen lassen hatte die gleichen Rechte, so daß die 947 218 Wähler Truppen find ernste Rubestörungen vorgekommen. In der ersten und zweiten Klaffe doppelt so doppelt so viel Wahlrecht der Neujahrsnacht fam es zwischen einigen Matrosen vom Kriegs- auszuüben hatten, wie die 51 Millionen Wähler der schiff„ Thetis" und einigen der westindischen Soldaten zu einer britter Klasse. Die lächerlichen Reförmchen, die man an diesem Rauferei, bei der einer der letzteren verlegt und infolge dessen ins System vorgenommen hat, um seinen tapitalistischen Selassencharakter Paris, 80. Januar.( Eig. Ber.) Der nationalistische Lazarett geschickt wurde. Während eines am folgenden Abend von etwas zu milderit, haben nicht das geringste gebeffert; im Gegen Paris, 30. Januar.( Gig. Ber.) Der nationalistische den Leuten des„ Thetis" abgehaltenen Wohlthätigkeitskonzerts durch teil, inner plutokratischer wird es. Seit dem Jahre 1855 ist die Gemeinderat von Baris hat soeben in einem wichtigen Buntt die Hoffnungen seiner reaktionären Großwähler bitter getäuscht. In 80g eine Anzahl Soldaten des westindischen Regiments, mit Bahl der Wähler sowohl in der ersten wie in der zweiten Staffe im Keulen und an Stöde gebundenen Rasiermessern Berhältnis zur Gesamtzahl der Wähler beständig zurlidgegangen, der Gemeindewahl- Campagne hatte bekanntlich die Erneuerung des bewaffnet, die Stadt. Zahlreiche der Bewohner wurden verlegt, folglich immer mehr wähler in die dritte Klasse gedrängt worden; 1905 ablaufenden Gasmonopols eine bedeutende Rolle gespielt. verschiedene Frauen gefchlagen, einer wurde ein Auge aus das bedeutet, daß die Rechte der Wähler dritter Klasse immer Angesichts des allgemeinen Unmuts der Gaskonsumenten gegen die Monopolgesellschaft( der Kubikmeter Gas kostet in Paris bisher geschlagen und einem Manne der Schädel gebrochen. geringer, die der Wähler erster und zweiter Klaffe immer größer Kinder Einige in dem Konzertsaal befindliche 30 Cts.= 24 Bf.) mußten die nationalistischen Kandidaten der durch Rasiermesserschnitte berlebt. geworden sind. 12 Matrosen Wählermasse eine Herabfegung der Gaspreise versprechen. AndrerBon je 100 Wählern wurden gezählt in der erlitten mehr oder weniger schwere schwere Verlegungen. Die 1855 1861 1863 1866 1888 1893 1898 feits aber waren fie fest entschlossen, das Gasmonopol zu erneuern.eute brachen aus ihren Kafernen aus, und 4,46 1. Staffe 5,02 4,73 4,20 3,62 3,52 3,26 Dazu trieben sie teils ihre kapitalistischen Instinkte, teils die die Versuche der Offiziere, fie wieder zurück zu bringen, 18,89 18,49 12,78 12,84 10,82 12,06 11,86 flingende Hilfe der Gasgesellschaft in der Wahlagitation. Um dieſer widerspruchsvollen Aufgabe gerecht zu werben, haben abet; te klich stürmten die Soldaten bas Gee. fich als vergeblich. Starke Patrouillen wurden vom„ Thetis" 81,09 81,77 82,76 88,45 85,56 84,42 85,88 bie Demagogen monatelang mit der Gasgesellschaft Unterhandlungen mannsheim und schlugen dort Thüren und Fenster furz und Thatsache, bag unter ben 25 404 Urwahlbezirten des ganzen Staats gelanbet; Sehr braftisch wird dieses fogen. Wahlrecht illustriert durch die geführt mit der Abficht, die Gasverbilligung für die Gesellschaft ein. Am folgenden Tage wurde ihnen befohlen, nach dem Lager 2151 waren, in denen nur ein einziger Wähler" 1. Selaffe war, ber burch die Erneuerung des Monopols unter Bernachlässigung der zu geben. Sie verweigerten fedod den Gehorsam und also unter Umständen zwei Wahlmanner zu wählen" hatte; auch Intereffen der Stadt annehmbar zu machen. Die Geſenſchaft beantragte die herabsetzung des Gaspreises auf 20 Cts. zu Anfang 1902 brosten, die Häuser in der Stadt in die Luft zu sprengen. Am in der 2. Klaffe waren noch 98 solcher Wahlbezirke, in denen ein nächsten Morgen wurde eine Compagnie des umter der Bedingung der Uebergabe des Gasbetriebs an eine neue" Regiments von Deadwood geholt und den Westindiern befohlen, Gloucester- einziger Wähler den oder die Wahlmänner ernannte. Außerdem Bachtgesellschaft, die nichts andres war, als eine Fortsegung der sofort nach dem Lager zu gehen, widrigenfalls man auf sie schießen gab es noch 1765 Bezirke, die in der ersten, und 136, die in der alten Gesellschaft, wobei der neue Pachtvertrag die Stadt für die werde. Da sie faben, daß man Ernst mache, formierten sie zustand, daß 2081 Urwahlen durch den Zufall des Loses entschieden bezeichnend für diesen 50jährige Dauer der Pacht um hunderte von Millionen schröpfte. Bahllos find die chnischen Manöver, die von der ultramontanen sich und marschierten ruhig nach dem Lager. Der ganze Ort ist in werden mußten, davon allein 1213 in der ersten Klasse. Im DurchGemeinderatsmehrheit Hand in Hand mit der Monopolgesellschaft in Drohung wahr machen und einen Ueberfall der 5,44 Wähler, auf einen zweiter Klasse 18,43 und auf einen WahlAufregung, und man fürchtet, daß die westindier ihre schnitt des Staats kommen auf einen Wahlmann erster Klaſſe Scene gesezt wurden, um die Stadt für weitere 50 Jahre zu binden. Stadt versuchen werden. Vorsichtsmaßregeln find getroffen mann dritter Klasse 142,27 Wähler. Aber alles half schließlich nichts. Die unablässige und fachkundige worden. Das Lager wird von den Indiern bald geräumt werden Opposition insbesondere der socialistischen Minderheit hat die sauberen müssen, da neue Kriegsgefangene antommen, und 250 Mann Militär scheinung, daß sie den Wählern nur ganz geringes Interesse einEs ist eine bekannte, bei solcher Art Wahl ganz begreifliche ErBläne vereitelt. Als es zur Entscheidung fam, mußten einige nach St. Helena unterwegs sind. Nationalisten, die auf die Dummheit ihrer Wähler nicht sonderlich vertrauen, von der Mehrheit abbröckeln und die Vorschläge der bestellten Kommission bezw. der Monopolgeſellſchaft wurden mit Stimmen 16 Parlamentarisches. 2. t 8. " flößt; so betrug die Wahlbeteiligung im Jahre 1898 in ganz Preußen mur 18,36 Broz.; die übrigen mehr als 4/5 aller Wähler fümmerten sich nicht um die Wahl, wobei allerdings die Thatsache eine Rolle gleichheit( 38 gegen 38 Stimmen) abgelehnt. Mit derselben Stimmenspielt, daß sich die Socialdemokratie an diesen Wahlen bisher nicht gleichheit fiel freilich der socialistische Vorschlag auf Uebernahme des Gasbetriebs durch die Stadt. Aber dieser Vorschlag wird später von Beratung über den Reichs post- Etat fort. Die Budget- Kommiffion feste in ihrer Freitag- Sigung die beteiligt hat. Nach Stlassen geschieden betrug die Beteiligung in der Bei der Diskussion dritten Slaffe 15,67 Proz., in der giveiten 30,65 Broz. und selbst in schaften und ihrer nationalistischen Hausknechte entgültig tom- Wünsche, die seit Jahren laut geworden find, wiederholt. Die tam überhaupt keine Wahl zu stande, weil tein einziger Wähler neuem kommen, während die Machenschaften der Monopolgesell- der Einnahme aus dem Briefverkehr wurde das ganze Gebiet der der ersten betrug fie nur 46,22 Proz.; es blieb also auch hier noch über die Hälfte der Wähler zu Hause. Ju 965 Wahlabteilungen promittiert sind. Diese Machenschaften haben in der entscheidenden Sigung einen lebhaft betlagt. Auch die langsame Neujahrs- Briefbestellung tann man doch wirklich keine Boltsvertretung nennen. Verminderung der Bestellgänge in Berlin wurde erichien. Ein Barlament, das auf solche Weise zusammen kommt, unerhörten Grad von Chnismus erreicht. Es kam so weit, daß der wurde von verschiedenen Seiten bemängelt. Staatssekretär Vorsitzende der neuen" Pachtgesellschaft von v. Podbielski gab die Berechtigung der Klagen zum Teil tommens innerhalb Die größten Verrücktheiten zeitigt die Drittelung des Einder einzelnen Urwahlbezirke. Ge giebt der Buschauer Tribüne aus den nationalistischen Häuptlingen eine schriftliche Erklärung zugehen ließ, die den Eindruck, hob aber die Schwierigkeiten hervor, die sich bei der 7 Urwahlbezirke, in denen man mit mehr als 10 000 art Briefbestellung durch die Berichiedenartigkeiten der Couvertsfährlicher Steuerleistung in der britten Klasse wählt; davon einer vom Bräfekten gemachten Erklärung abschwächen sollte!. ergeben, von denen die ganz kleinen und dreieckigen oft in die gleichDer Seine- Präfett teilte nämlich mit, daß die neue" Gesellschaft falls zu bestellenden Zeitungsblätter gerieten. Die Beamten seien find 6 in der Stadt Berlin; und es giebt einen Urwahlunter der Auszahlung einer„ Annuität“( Jahresentschädigung für das grade dadurch im Briefverkehr besonders angestrengt, und es würde der ersten Klaffe wählt. In 11 Urwahlbezirken giebt es noch in der bezirt, wo man mit einer Steuerleistung zwischen 5 und 10 M. in Betriebsmaterial) eben eine alljährliche Zahlung verstehe. nötig sein, einheitliche Couverts mit einer Minimal- und Maximal- zweiten Klasse Wähler, die mehr als 30 000 m. jährlich Steuern Sierauf holten sich nun die nationalistischen Geschäftsmacher schnell größe einzuführen. Der letzte Vorschlag fand bei einzelnen Rednern eine mit Bleistift hingefrigelte Gegenerklärung vom erwähnten Bor- Bustimmung. Ueber die weiteren Positionen des Post- Etats soll in bezahlen, davon find 5 in Berlin, und daneben existiert ein Bezirk, sizenden und schwangen den Feßen Papier triumphierend auf der der nächsten Sigung verhandelt werden. wo ein Wähler, der zwischen 3 und 5 M. Steuern zahlt, in der Rednertribüne! Der Schurkenstreich wurde von den unter den zweiten Klaffe wählt. In der Stadt Berlin ist allerdings Buschauern sich befindenden Mitgliedern der Gasarbeiter- Gewerkschaft Die Gewerbegerichtskommiffion begann am Freitag die kein Wähler unter 150 m. jährlicher Steuerleistung Wähler vor dem versammelten Gemeinderat konstatiert, was der groben Beratung der von den Socialdemokraten und dem Centrum gestellten erster Klasse und nur einen Bezirk giebt es, wo man mit reichlich Mache den Todesstoß versezte. Anträge, betreffend die Abänderung des Gewerbegerichts- Gesetzes. 10 M: Steuern Wähler zweiter Klasse sein tann. Diese Umstände haben nicht nur die Aussichten der Kommuna- Bu§ 1 beantragten unsre Genossen die obligatorische Ein- 1202 Urwahlbezirken Berlins sind nur 577, in denen man mit mehr lisierung des Gasbetriebs erhöht, sondern auch den Nationalismus führung der Gewerbegerichte, während der Antrag als 100 M. Steuerleistung nicht in der 3. Klasse bleibt und nur im allgemeinen schwer diskreditiert. In der republikanischen Presse des Centrums eine weitere Ausdehnung der Gewerbegerichte 419, in denen man mit mehr als 50 M. Steuerleistung nicht in der aller Schattierungen verlangt man jezt eine strenge Unter- nur insofern forderte, daß für Gemeinden mit mehr als 3. Klasse bleibt. " = Unter den suchung der Geschäftsbücher der Gesellschaft, 20 000 Einwohnern erst auf Antrag beteiligter Arbeit. Die Parteistellung der Urwähler ist trop der öffentlichen Stimmum namentlich den von ihr dem Gemeinde Wahlfonds geber oder Arbeitnehmer ein Gewerbegericht errichtet abgabe deshalb nur schwer festzustellen, weil bielfach mehr wie der Liga des französischen Vaterlands" zu werden muß. Abg. Pauli( Potsdam) beantragte, daß ein Antrag ein Wahlmann zu wählen ist und oft die Parteistellung gewendeten Geldern auf die Spur zu kommen. Außerdem spricht auf Errichtung eines Gewerbegerichts in Gemeinden mit des Wahlmanns, für den der Urwähler stimmt, nicht bekannt ist. der zuverlässige" Matin" von sehr vorteilhaften„ Publicitäts" mehr als 20 000 Einwohnern von einem Drittel der wahl- Soweit Feststellungen möglich waren, stimmten für die KonVerträgen, die die Gasgesellschaft mit mehreren Zeitungen ab- berechtigten Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gestellt sein muß. fervativen 299 284 Wähler, darunter 207 980 dritter Selasse, geschlossen hat, Verträgen, die von der Panama- Affaire her be- Diefer Antrag wird von Genosse Tugauer aus principiellen Gründen für die Freitonservativen stimmten 42 647, davon 27 974 rüchtigt find als ein Deckmantel der Preßkorruption. und seiner Undurchführbarkeit wegen bekämpft. Tugauer wies dar- dritter Klasse, nationalliberal 165 938, davon 107 853 dritter In einer Kammernachwahl in Sisteron( Baffes Alpes) auf hin, daß der Reichstag durch Plenarbeschluß vom 24. März 1886 laffe, für freisinnige Vereinigung 33 463, dabon 25 005 fiegte in der Stichwahl der Linksradikale Hubbard gegen den bereits die Einführung obligatorischer Gewerbegerichte gefordert habe britter Klaffe, freisinnige Voltspartei 102986, davon 79 151 dritter nationalistischen Kandidaten mit 2644 gegen 2191 Stimmen. Der und begründete den dasselbe fordernden socialdemokratischen An- Klasse, Centrum 206 630, davon 143 300 dritter Klasse, Polen, Sig wurde in den Kammerwahlen von 1891 zuerst von den trag. Der Centrumsantrag gehe entschieden nicht weit genug. Dänen, Littauer, Welfen 165 806, davon 139 183, SocialRadikalen dem antisemitischen Grafen d'Hugues abgewonnen. Im Fall der Ablehnung der obligatorischen Gewerbegerichte beantragte de motraten 27 419, davon 26 644 dritter Klasse. Die übrigen In Lille siegte in einer Gemeinderats- Nach wahr unser Genosse, in dem Centrumsantrag statt 20 000" au feßen verteilten sich auf diverse kleine Gruppen oder waren unbekannt, die gemeinsame Liste der Radikalen und der 15 000 Einwohner". Auch dagegen erklärte er sich, daß in Gemeinden Daß die Konservativen die meisten Stimmen aufzuweisen haben französischen Arbeiterpartei( Guesdisten) gegen die Liste von 20 000 bezw. 15 000 Einwohnern überhaupt noch ein Antrag und auch die meisten Stimmen dritter Klasse, ist bei der öffentlichen des Ordnungskartells mit 900 Stimmen Mehrheit. Es wurden auf Errichtung eines Gewerbegerichts notwendig sein soll. Stimmabgabe nicht zu verwundern. Die konservativen Stimmen sind gewählt zwei Guesdisten und ein Radikaler. Es ist bemerkenswert, Nach längerer Debatte wird die allgemeine obligatorische Eine aber natürlich zumeist auf dem Lande erzielt; in den Städten versagt daß das Wahlbündnis gleich für den ersten Wahlgang führung der Gewerbegerichte gegen zwei Stimmen abgelehnt, und ihr Einfluß schon; so hatten sie z. B. in den Städten nur 65 255 geschlossen wurde, und zwar von der stärksten und einflußreichsten die obligatorische Einführung derfelben für GeWähler dritter Klasse. In den Städten dominieren die Nationalliberalen; Organisation der guesdistischen Richtung. meinden mit mehr als 20 000 Einwohnern, ohne daß sie haben hier in jeder Abteilung die meisten Stimmen. Ihnen hierzu erst ein Antrag beteiligter Kreise nötig folgt die fonservative Partei in der Gesamtzahl aller brei Abist, beschlossen. teilungen, darauf die freisinnige Boltspartei und dann das Centrum; 8u§ 2 lag ein socialdemokratischer Antrag vor, welcher die 8u- in der dritten Abteilung kommen jedoch die Konservativen erst nach ständigkeit der Gewerbegerichte ausdehnen will auf alle im Bergbau, dem Centrum. in der Land- und Forstwirtschaft, im Handel und Verkehr und als Durch die bei den nächsten Wahlen eintretende allgemeine BeGesinde beschäftigten Personen. Für diesen Antrag stimmten, nachteiligung der socialdemokratischen Partei werden sich ja die Stimmen dem derselbe von Zuzaner befürwortet, nur die beiden fo- zahlen vielfach wesentlich verschieben, welchen Einfluß auf das endcialdemokratischen Mitglieder der Kommiffion. liche Ergebnis der Wahlen das haben wird, darüber ließen nur bei Eine längere Debatte entspann sich darüber, wer im Sinne des fich in die Die fubanische Frage wird wieder aktuell. Aus New York ganz eindringendem Studium tvird gemeldet: Die öffentliche Meinung ist über die Haltung der Gewerbegerichts- Gesezes als Arbeitgeber zu betrachten sei. Der liegenden Zahlen einige annähernde Vermutungen aufstellen. Kubaner sehr erregt. Diese haben einen Kongreß einberufen und socialdemokratische Antrag ging dahin, daß als Arbeitgeber zu be- Bis jetzt wissen wir nur, daß sich eine doch nicht ganz eine Verfassung ausgearbeitet, in der die Unabhängigkeit der Kubaner trachten fei jeder selbständige Gewerbetreibende, auch wenn er feine unbeträchtliche Zahl von Wählern gefunden hat, die vor der öffentaufgestellt wird. Sie werden demnächst einen Präsidenten wählen Arbeiter beschäftigt. Tugauer und Zubeil empfahlen die Annahme lichen Abstimmung für die Socialdemokratie nicht zurückgeschreckt ist. Afrika. Wirren in Abeffynien. Aus Kairo wird Londoner Abendblättern gemeldet, daß in Abesiynien wiederum Kämpfe zwischen einzelnen Ras stattgefunden haben, bei denen die Verluste auf beiden Seiten 7000 Mann betragen sollen. Amerika. bors (Sitte Aussöhnung mit solchem verrotteten System bedeutet natürlich unsre Beteiligung an diesen Wahlen nicht; vielleicht eher das Mittel, den Unsinn und die haarsträubende Ungerechtigkeit desselben erst recht hervortreten zu lassen. Wir müssen es mit allen Mitteln bekämpfen._ Vavkri-Vschcrichken. Der Sieg unsrcr Parteigenossen bei der Stadt Verordneten-Wahl in Braunschiveig, über den wir vor acht Tagen berichteten, ist durch die Stichwahlen am gestrigen Freitag zu einem vollendeten geworden. Unsre beiden in Betracht konimenden Kandidaten, die Parteigenossen Günther und Steg mann, sind nach lebhaftem Kampfe gewählt worden, sodaß die Zahl der gewählten socialdemokratischen Stadtverordneten in Braunschweig vier beträgt. Totenliste der Partei. In Frankfurt a. M. starb der Parteigenosse Jakob Opfer im besten Mannesalter. Der Per storbene war stets einer der ersten, wenn es galt, für die Partei und Gewerkschaftsbewegung etwas zu inseenieren. Seine SchaffeiiS> freudigkeit kannte nach dieser Hinsicht keine Grenzen, waS eS auch fein mochte, immer war er mit Rat und That bei der Hand und fetzte sein ganzes Können für unsre Sache ein. Sein biederer Charakter, sein offenes und ehrliches Wesen machten ihn überall beliebt. GemevKstfznfZlitfjes. Berlin und Umgegend. Streik bei Borsig. Die Arbeiter der Firma Borsig waren am Donnerstag in großer Zahl— wenigstens 1000 Personen— in Weimanns Saal in der Badstratze versammelt. Es handelte sich um die Stellungnahme der Arbeiter zu einem Erlaß des Betriebsdirektors, welcher besagt: „Bom 1. Februar treten folgende Bestimmungen in Kraft: 1. Das Mitbringen von Bier und andren geistigen Getränken in die Fabrik sowie das Trinken von Bier und andren geistigen Getränken während der Arbeitszeit ist verboten. 2. Während der Arbeitstage wird am Vormittag von 8�/2—9 Uhr und am Nachmittag von 3�/2—4 Uhr warmer Kaffee zu den bisherigen Preisen verkauft. 3. An den Sonnabendnachmittagen findet ein Ver- kauf von Kaffee nicht statt. 4. Die Kantine ist nur während der Mittagspause von 12— 1 Uhr geöffnet. Während der übrigen Zeit, auch abends nach 6 Uhr bleibt die Kantine geschlossen.' In der Versammlung nahmen nach dem Referenten Schlegel mehrere von den Borsigschen Arbeitern das Wort. Es herrschte vollkommene Uebereinstimmung in der Verurteilung des Erlasses, den man als einen Eingriff in die eigensten persönlichen Angelegenheiten der Arbeiter bezeichnete. Es' sei doch ein starkes Stück, wenn der Betriebsdirektor, der sich selber wohl von niemand vorschreiben lassen würde, was er zu essen und zu trinken habe, sich herausnehme, den Arbeitern den Biergenuß einfach zu verbieten. Die schwere Arbeit mache es geradezu notwendig, daß man sich hin und wieder durch einige Schluck Bier stärke. Wenn der Erlaß befolgt würde, dann bekämen die Arbeiter aber während des Vormittags überhaupt kein Bier, und da die Kantine während der Mittagspause hächstens den vierten Teil aller Arbeiter versorgen könne, so müßten also die übrigen auch während des Nachmittags ohne stärkendes Getränk sich behelfeu. Das sei um so unangenehmer für die Arbeiter, als ja fast regelmäßig Ueberstunden bis 8 Uhr abends und noch länger gemacht iverden. Der Kaffee, der in der Fabrik zu haben ist, könne keinen Ersatz für das Bier bieten, denn dieser „Kaffee' sei eine braune Brühe, deren Genuß die Folge habe, daß man alsbald einen gewissen stillen Ort aufsuchen müsse.— Die Versammelten beschlossen einstimmig, den Erlaß unbeachtet zu lassen, sich Man» für Mann, mit Flaschenbier versehen, zur Arbeit zu begeben und abzuivarten, ob die Direktion diesen an sich un- dedeutenden Anlaß zur llrliache eines Konflikts machen werde. Am Freitagmittag wird uns berichtet: Heute morgen um 8 Uhr gingen die Arbeiter ins Betriebsbureau, um mit dem Direktor Dorn Rücksprache zu nehmen. Oberingenienr Kämpf teilte ihnen mit, daß sie kein Bier bekäme«. Darauf gingen die Arbeiter in die Säle zurück, zogen sich an und legten sämtlich die Arbeit nieder._ Steinsetzer. Der Tarif ist von den Steinsetzmeistern Hintze und B I ü m e l bewilligt worden. Weitere Bewilligungen stehen m sicherer Aussicht. Deutsches Reich. Unternehmerpraktikcn. Der Steinsetzmeister Ladenthin unter breitete seinen Gesellen ein Schriftstück, welches folgende Besiim- mutigen enthält: Jeder eintretende Geselle muß mit dem zur Zeit gezahlten Lohn zufrieden sein und darf später keine neuen Forderungen stellen. Irgendwelche Agitation darf bei der Arbeit nicht betrieben iverden. Kündigung ist für beide Teile aufgehoben. Das Rauchen ist auf den Grundstücken. Lagerplätzen und Arbeitsstellen der Firnra verboten. Wenn drei oder mehr Arbeiter zusammenstehen, so wird dieses als„Kom p l o tt" angesehen und mit sofortiger Entlassung geahndet. Die jetzigen Pausen werden nicht mehr eingehalten. Jeder Geselle muß im Interesse des Meisters arbeiten. Das schnurrige Schriftstück ist leider doch von drei Arbeitern unterzeichnet worden; die Mehrzahl lehnte eS natürlich ab. Die Glasarbeiter und GlaSpfleger in S ch a u e n st e i n liegen seit sechs Monate» tm Kampfe mit ihren Unternehmen!. Es handelt sich um die H e y e s ch e Fabrik, deren Direktion versucht die Organisation der Arbeiter zu sprengen. Die S ch ü r e r folgten denn auch den Verlockungen und traten aus dem Verbände der Glasarbeiter auS. Den Glaspflegern wurde dann eine sckon vor einem Jahre geforderte Mietsentschädigung von 80 M. pro Jahr angeboten, wenn auch sie aus dem Verbände austreten würden. Aber unter dieser Bedingung dankten die Pfleger; sie forderten nun aber ihrerseits die Metsentschädigung. Ein Mitglied deS Arbeiter« Ausschusses wurde gekündigt, weil er die Pfleger„aufgewiegelt" habe» sollte.— Eine von fast sämtlichen Glasarbeitern der Heyeschen Fabrik besuchte Versammlung hat nun am 27. Januar ein st immig beschlossen, den Vor- stand des Verbands um Genehmigung eines Streiks zu ersuchen, zu welchem die folgenden Bedingungen gestellt werden: 1. Wiedereinstellung des Gemaßregelten, 2. Beendigung des Streiks in Schauenstein durch Gewährung der Nienburger Lohn«, Arbeits- und WohnungS« Verhältnisse, 3. Volle Anerkemiung der Organisation.— Bereits sind einige Agenten der Firma unterwegs, um Ersatzkräfte anzuwerben; hoffent- lich haben sie damit keinen Erfolg. Die Schuhmacher do» Frankfurt a. M. wollen im nächsten Frühjahr in eine Lohnbewegung eintreten. Die Lohnkommission ist beauftragt, einen Lohntarif auszuarbeiten, der sodann den Meistern unterbreitet werden soll. Woh''thätcr Krupp. Vor einigen Tagen überraschten Schmocks die staun ade Welt mit der Nachricht, Wohlthäter Krupp habe der Arbeiter- und Beamten-Pensionskasse wieder eine Schenkung gemacht. Während man über die hochherzige That pflichtschuldigst die üblichen Purzelbäume schlug, wurden die' Arbeiter auf der Fabrik des Wohl- thäters durch folgende Bekanntmachung„freudigst" bewegt:„Infolge der in letzter Zeit vorgenommenen Verbesserungen an den Betriebs- einrichtungen und des zunehmenden schlechten Geschäftsgangs wegen, bei dem es immer schwieriger wird, genügend Aufträge zu erhalten, bin ich genötigt, mehrere Accordsätze vom 30. d. M. ab herabzusetzen..." Die Abzüge betragen auf verschiedenen Aceorden bis zu 30 Proz. Da ist es nicht verwunderlich, daß trotz der be— rühmten Wohlfahrten Krupp sein Einkommen jedes Jahr um einige Millionen steigern kann. Man muß das Geschäft nur verstehen.— AuS lauter Wohl thäterei hat man bei der Lohnreduktion sogar die gesetzlichen Be- stimmungen— übersehen. Der zum 30. in Kraft tretende Abzug wurde erst am 19. Januar bekannt gegeben. Ausland. Die Spitzenweber von Calais sind durch die Länge des Streiks durchaus nicht entmutigt. Obgleich die Unterstützung pro Mann und Woche bereits seit vier Wochen nur noch fünf Frank beträgt, sind sie nach wie vor entschlossen, so lange auszuhalten, bis ihre Forderungen bewilligt sind. Bekanntlich haben die Fabrikanten ihre Betriebe seit einiger Zeit ivieder geöffnet, es sind aber nur die Mitglieder der„Emaneipatiow in die Fabriken gegangen; etwa 400 Arbeiter sind für 18S0 Stühle vorhanden. Vor einigen Tagen ist es zu einem Zusammenstoß zwischen den Polizisten und den Streikenden gekommen. Einige Arbeitswillige, die man in Calais(wie zum Teil auch in England)„Schwarze Hammel nennt, waren von Streikenden mit„Bäh!" angerufen worden. DaS ver- anlaßte die Gendarmen einzugreifen und Verhaftungen vorzunehmen. Die Berittenen sprengten in die Umstehenden hinein, teilten rechts und links Hiebe aus und verhafteten, wer ihnen in den Weg kam. Trotz all dieser Vorkommnisse halten die Streikenden auS; das Komitee hat erst vor wenigen Tagen abermals eine g e h est m e Abstimmung vornehmen lassen; das Ergebnis war: 13SS stimmten für, 131 gegen Fortsetzung des Streiks. Die mutigen Kämpfer verdienen unterstützt zu werden; schnelle Hilfe thut vor allem not. Der Ausstand der Pariser Stadtbahn-Angcstcllten dauert fort. Die Streikenden haben ihre Forderungen dahin eingeschränkt, daß sie nur noch die feste Anstellung nach sechs Monaten Dienst ver- langen: ihre übrigen Forderungen glauben sie später durch die Kraft ihrer Organisation durchsetzen zu können. Die Omnibus-Gesellschaft ist eifrigst bemüht, den durch die Lahmlegung der Stadtbahn ins Stocken gerathenen Verkehr zu bewältigen. Der Telegraph meldet voni 1. Februar: Der Streik der Stadt- bahnangestellten ist beigelegt. Dieselben haben in der letzten Nacht in einer Versammlung die Bedingungen der Verwaltung an- genommen. Lohnbewegung der im BcleuchtungSwrsc» Kopenhagens beschäftigte» städtischen Arbeiter. Der Verband der Beleuchtungs- arbeiter reichte im Herbst vorigen Jahrs dem Magistrat einen An- trag auf Verbekserting der Lohnverhältnisse der im städtischen Dienst besckäftigten Arbeiter dieses Fachs ein. Durch Verhandlungen eines Ausschusses des Stadtverordneten- Kollegiums mit den Vertretern des Verbands sind folgendeLohnerhöhungen festgelegt: Für Platzarbeiter von 3,30 auf 3,50 Kr.; für Retorthansarbeiter von 4 auf 4,25 Kr.; für Rohrleger von 4 auf 4,30 Kr. In ähnlicher Weise sind die Löhne der übrigen in Betracht kommenden Arbeiter erhöht worden. Das hiermit Erreichte bleibt beträchtlich hinter dem zurück, Ivos von den Arbeitern gefordert worden ist; man tvill sich jedoch vorläufig damit zufrieden geben. Die Arbeitszeit wurde bereits im Jahr 1897 von 12 Stunden auf 8 Stunden herabgesetzt. Auch damals wurden durch die Wirksamkeit der Organisation schon bedeutende Lohn erhöhungen erzielt.'_ Mus drv FrKnenbvtvegung. Wie können die Fronen und Mädchen als Arbeiterinnen undHattdlungSgehilfinitcn ihre Bernfsintcresscn wahren? lieber dieses für Frauen und Mädchen wichtige Thema wird der Reichstags- Abgeordnete Peus am Montag, den 4. Februar, abends 9 Uhr, im Klubhnuse, Hauptstr. 6/6 in Schöneberg, einen Vortrag halten. Es iverden besonders die Haitdltingsgehilfinnen und-Ge Hilfen dazu eingeladen. Die Vertrauensperson. GoviMs�Äettung» Im HclioS-Prozeß Ivurde gestern insofern wieder in die Be- weisaufnahme eingetreten, als der Vorsitzende darauf hinwies, daß die Angeklagten nicht darauf aufmerksam gemacht worden seien, daß die ihnen zur Last gelegten Strasthaten den Charakter der Gemein- ichaftlichkeit tragen könnten. Dieser Hinweis gab zu einer Erörterung keinen Anlaß, wohl aber nahm im Namen sämtlicher Angeklagten der Angeschuldigte Dr. Haase das Wort, um noch einmal die ihnen in betreff des Gründerberichts gemachten Vorwürfe zu widerlegen. Darauf zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Nach mehrstündiger Beratung fällte der Gerichshof folgendes Urteil: 1. Hei nicke 6 Monate Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe: 2. Rieß und Gareis je 300 M. Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis; 3. Richter 2 Monate Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe event. noch 200 Tage Gefängnis; 4. H a a s e 4 Monate Gefängnis und 10 000 M. Geldstrafe, event. für je 15 M. 1 Tag Gefängnis mit der Maßgabe, daß die Gesamt- Eventualstrafe 1 Jahr nicht übersteigen darf; 5. L e h tn a n n und M e h l i ch je 500 M. Geldstrafe event. je 50 Tage Gefängnis. Bedeutende Schwierigkeiten verursachte die Klärung des Sachverhalts in einer Verhandlung, die gestern vor der siebenten Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Auf der Anklagebank befanden sich der Ingenieur Gustav T e u d l o f f, die Kranken- Wärterin Emma B e r t h y und deren Schwester, die Schneiderin Anna B e r t h y. Sie waren alle drei beschuldigt, den Versuch gemacht zu haben, eine Zeugin zum Meineide zu verleite»; Tendloff ollte die beiden Mitangeklagten dazu angestiftet haben. Außerdem mar er beschuldigt, ein Portemonnaie mit 50 M. Inhalt gestohlen zu haben. Teudloff. ein junger Mann von 28 Jahren. mußte sich vom Vorsitzenden vorhalten lassen, daß er eine böse Vergangenheit hinter sich habe. Er hat das Gymnasium besucht und ist dann auf die technische Hochschule in Hannover gegangen. Er wurde aufgefordert, die Schule zu verlassen, weil er einen an- tößigen Lebenswandel führte. Teudloff wurde als Supernumerar n Elberfeld angestellt. Er machte von dort aus einen Abstecher nach Bremen, wo er als Reserve« Offizier austrat und sich mit der Tochter eines Beamten verlobte. Gleichzeitig unterhielt der An- geklagte ein Verhältnis mit der Schwester feiner Braut. Die Ge- undheit beider Mädchen ist durch den Angeklagten zerrüttet worden. Als ihm der Boden in Bremen zu heiß wurde, begab er sich nach Dresden, wo er wieder Aufnahme in der technischen Hochschule and. Auch hier ging der Angeklagte innerhalb kurzer Zeit zwei Verlobungen ein. Sein Bleiben in Dresden währte nur kurze Zeit, er ivurde relegiert, als die Bremer Vorkommnisse zur Kenntnis deS Rektorats gebracht wurden. Teudloff ging nach Berlin. Hier lag erahne eine bestimmte Beschäftigung, und war lediglich auf die Unterstützungen von seinem Vater angemiesen. Er mietete in der Hollmannstr. 17 eine aus drei Räumen bestehende Wohnung und nahm dann die Angeklagte Emma Berthy, die er hier keimen gelernt hatte, zu sich. Im Juni vorigen Jahrs passierte dem Angeklagten eine böse Geschichte. Er hatte in der sriedrichstraße ein Mädchen, Fräulein G.. kennen gelernt, das er mit nach seiner Wohnung nahm. Am folgenden Morgen erschien Fräulein G. beim Angeklagten und sagte ihm auf den Kopf zu, daß er ihr Portemonnaie gestohlen haben müßte. Als der An- geklagte entrüstet bestritt, zeigte Fräulein G. ihn der Polizei an. Der Angeklagte will bei seiner ersten Vernehmung vom Polizei- lieutenant schlecht bebandelt worden sein, ivorauf er Veranlassung nahm, ihn zum Zweikampf fordern zu lassen. Inzwischen nahm das Verfahren wegen Diebstahls seinen Fortgang. Der Angeklagte hatte der Emma Berthy und deren Schwester mitgeteilt, was man ihm vorwerfe. Er wie die beiden Mädchen sollen nun auf die Bestohlene ein- gewirkt haben. Sie solle bei der Polizei anzeigen, daß sie ihr Portemonnaie im Unterrock wiedergefunden habe und dies solle sie ebenfalls vor Gericht beschtvören. Die G. ließ sich allerdings zur Eifftattnng der Anzeige herbei, vor Gericht gab sie aber der Wahr- heit die Ehre und gestand, daß und in welcher Weise auf sie ein- gewirkt worden sei. Teudloff wurde wegen Diebstahls und Heraus- forderung zum Zweikampf verurteilt und alle drei jetzigen Angeklagten wurden m Hast genommen. Inzwischen ist noch ein zweiter Dieb- stahl gegen Teudloff zur Anzeige gelangt, der ebenso lag wie der bereits abgeurteilte. Fall. Im gestrigen Termin waren die beiden weiblichen Angeklagten geständig, auf Anstiftung Teudloffs auf die Zeugin G. eingewirkt zu haben, während Teudloff alle ihm zur Last gelegten Strasthaten in Abrede stellte. Staatsanwalt Dr. K a tz hielt es für zweifellos, daß Tendloff der Dieb sei und mithin eine Verleitung zum Meineide vorliege. Das ganze Vorleben des Teudloff stütze diese Behauptung durchaus, die Einwände gegen die Glaubwürdigkeit der G. seien shiit- fällig, Teudloff sei der Typus eines Hochstaplers. Der Staats- anwalt beantragte gegen Emma und Anna Berthy je ein Jahr Zuchthaus,' gegen Tendloff 3 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust auf 6 Jahre. Nach längeren Verteidigungsreden der Rechtsanwälte Schwindt, Dr. Werthauer und Leonh. Friedmann erkannte der Gerichtshof gegen Teudloff auf 3Vz Jahre Zuchthans und 5 Jahre Ehrverlust. Die beiden Mädchen wurden freigesprochen. Schwere Verfehlungen gegen eine schutzlose Frau hatte sich der Glasermeister Emil L a u f e r zu Schulden kommen lassen, welcher gestern dieserhalb vor der dritten Strafkammer deS Landgerichts I stand. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus der Urteilsverkündung ging hervor, daß der Angeklagte sich unter dem Vorgeben, ein Mitglied' des Waisenrats zu sein, bei der Witwe K. eingeführt. Er behauptete, Ermittelungen über ihre persönlichen Verhältnisse anstellen zu sollen, da eine Geldzuwendung für sie in Aussicht genommen sei. Die hocherfreute Frau empfing den Besucher natürlich freundlich. Bald wurde der letztere zudringlich und zwar in einer gegen die Sittlichkeit so grob verstoßenden Weise, daß die Frau sich des Angreifers kaum er- wehreu konnte. Da der Angeklagte bereits wegen einer ähnlichen Strafthat eine Vorstrafe erlitten, so hielt der Gerichtshof es für an- gezeigt, ihn diesmal mit einer Gefängnisstrafe von neun Mo- n a t e n zu belegen. Der MaSloff-Prozcß vor dem Reichsgericht. Das Reichs- gericht verhandelte gestern über die Revision in dem Konitzer Meineidsprozeß Masloff und Genossen. Die Revision richtet sich gegen das Urteil des Konitzer Schwurgerichts vom 10. November, durch welches der Gasarbeiter Masloff wegen Meineids zu einem Jahre Zuchthaus, dessen Schwiegermutter Frau Roß zu 21w Jahren Zuchthans und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden waren. Die von Masloff und der Stnatsanwaltschaft eingelegten Revisionen sind mit Verletzung prozessualer Vorschriften beim Konitzer Prozeß begründet. Der Reichsauwalt beantragte Verwerfung beider Re- Visionen. Wie ein hiesiges Telegramm meldet, erkannte das Reichsgericht auf Verwerfung der Revisionen und Bestätigung des erstrichterlichen Urteils._ Graf Chiua. Boxerjagden. Waldersee meldet am 31. Januar auS Feldmarschall Peking: Eine Kolonne von 4 Compagnien und je 1 Zug Kavallerie. berittener Infanterie, Feld- und Gebirgs-Artillerie, unter General v. Trotha, ist heute von hier aufgebrochen, um die Gegend zwischen Sankiatieu. Tschatau und den'Ming-Gräbern bei Tlchangning zu durchstreifen. Ferner wird aus Peking vom 31. Januar gemeldet: In einer heute früh stattgehabten Zusammenkunft der Gesandten wurde be- schlössen, nächste Woche eine gemeinsaine Sitzung mit den chiiie- fische u Vertretern abzuhalten. Die Deutschen sandten eine Ex- pedition nach Westen ab, die aus einer Batterie und einem In« fanterie- Regiment besteht. Vor drei Tagen sollen 70 Meilen westlich von hier viele eingeborene Christen ermordet worden sein. und man hält es daher für wahrscheinlich, daß die Expedition dorthinabgeht. Bei der Explosion in Schanhaikwan sind von Japanern 1 Hauptmann, 37 Mann getötet, 17 Mann schwer verwundet, von Engländern 1 Hauptmann, 1 Sergeant schwer verbrannt. Feuer in Ticntsin. Der„Standard" meldet aus Tientsin vom 81. Januar: Die Amtsgebäude der provisorischen Regierung in der Stadt Tientsin sind in verflossener Nacht gänzlich durch Feuer zerstört worden. Nichts ist gerettet worden. Das ' euer ist offenbar das Werk von Brandstiftern. In letzter �eit wurden in Tientsin chinesische Plakate angeschlagen, in welchen über die von der provisorischen Regierung zur Deckung der laufenden Ausgaben erhobenen Steuern Klage geführt wurde. Kanton, 1. Februar. Wegen des nächtlichen Ueberfalls auf dein Kanal zwischen Shnntak und Kumschuck, wobei zwei deutsche Schutzgenosfen in einem Hausboot von Piraten verwundet und ein chinesischer Diener getötet wurden, ist auf Beschwerde der deutschen Gesandtschaft in Peking von dem zuständigen chinesischen Gouverneur die Entfendung einer größeren Truppenabteilung zur Ergreifung der Schuldigen angeordnet worden. Wegen ihrer Bestrafung sind bereits Anträge gestellt, vorbehaltlich der Entschädigungsansprüche der ver- wundeten Schutzgenossen._ Letzte Macheittzten und Depeschen. Li-Hung-Tschang tot? Frankfurt a. M., 1. Februar.i o r d n u n g c n zu um- gehen, und die Krauken leiden darunter. Besonders bedenklich würde es in den Zeiten einer Epidemie sein, wo die volle Auf- merksamkeit des Personals notwendig ist. Ich habe im vorigen Jahre schon erzählt, daß die Badewannen nicht gereinigt werden, weil die Wärter überanstrengt sind. Dadurch ent- steht eine große Ansteckungsgefahr. Es ist vorgekommen, daß Wärter, die 13 bis 14 Stunden am Tage thätig waren, noch die Nachtwache hatten. Ist es da ein Wunder, wenn der Mann sich auf den Stuhl setzt, einschläft und die Kranken Kranken sein läßt. Die Kranken schreien, aber der Wärter hört es nicht. Die Kranken können sterben und verderben, der Wärter merkt nichts davon. Der Vorwurf trifft aber nicht die Wärter, sondern die Verivaltung. Eine Dame, die nicht zum niederen Wärterpersonal gehört, erzählt, das; die Arbeitszeit für die Wärter in einem Krankenhause um 10 Uhr abends begonnen und bis 2 Uhr nachmittags gedauert habe. In einem grosse» hauptstädtischen Krankenhaus lagen in einem Saal sechzig Lnukenkranke und nur eine Schwester war vorhanden. Am Morgen hatte sie die Kranken frisch gebettet und gewaschen zu liefern. Sie mußte die ersten also schon kurz nach 4 Uhr wecken und versorgen. Wenn am Morgen dann die Ablösung kam. war sie den, Zusannnenbrechen nahe, und häusig bedeutete diese Ablösung nur eine Pause, nicht ctlva das Ende der Arbeit für sie. Im Kinder- Kranke»Haus mußte die wachthabende Schwester schon um 3 Uhr morgens die Kleinen wecken und baden, um bis 6 Uhr fertig zu sein. Das sind doch himmelschreiende Zustände. Nicht einmal die Nachtruhe wird den Kranken zu teil. Die Kinder können nicht weiter schlafen, denn zeitig beginnt im Krankenhaus daS Reinemachen, die Unruhe und der Skandal. In der Nerveuheilaiistalt von Dr. S. in Pankow hat sich am 30. September vorigen Jahres ein Geisteskranker in einem unbewachten Augenblick aufgehängt, der Wärter wurde angeklagt. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß er 4 Kranke zu pflegen hatte. An dem betreffenden Tage war er von früh 6 Uhr des vorigen bis früh 5 Uhr dieses Tags thätig gewesen. Er hatte also LZ Stunden Dienst gethan. Der Inhaber der Anstalt und ein medizinischer Sachverständiger sagten aus, der Wärter habe seinen Dienst vernachlässigt. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängnis. Die Richter waren aber human genug, den Wärter freizusprechen. Der wirkliche Mörder, der An st altsbe sitzer, blieb natürlich von einer Anklage verschont. Auch in Bezug auf die W o h n- und S ch l a f r ä u m c für die Wärter herrsche» schlechte Verhältnisse. Häufig fehlt ein ordentlicher Schlafraum. In der königlichen Klinik hier lagen die Schlafräume für die Wärter tief im Keller. Achnlich ist es im Allgemeinen Krankenhause zu Hamburg. Eine Reihe Austaltsbesitzer sorgen überhaupt nicht für Schlasräume für die Wärter. So berichtet ein Wärter in der„Krankeiipflcger-Praxis". Er erwähnt, daß er einen Monatslohu von 30 M. gehabt und in 13 Tagen 288 Stunden Dienst geleistet hat.(Hört! Hort! bei den Socialdemokraten.) Er hatte fünf Patienten zu versorgen, dreien mußte er das Essen einflößen. Der Anstaltsbesitzer aber läßt sich 100 M. monatlich von jedem Patienten für einen Privatwärter zahlen.(Hört! hört! bei den Soeialdemokraten.) In der städtischen Sicchenanstalt zu Leipzig schlafen die Wärter jede Nacht in einem andren Bett. Hier muß Remedur eintreten I Die Wärter erhalten neben den; Gehalt auch Verpflegung. Die Gesamtbezahlung aber ist so schlecht, daß ein erwachsener Mensch nicht damit auskommen kann. Im Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls ist für die Wärter schlecht gesorgt. Die Berliner Ver- waltung entläßt ja einen Wärter, der von einem Unfall wieder- hergestellt ist, nicht, aber sie giebt ihm einen Posten, wo er keine Ncbencmkünfte hat, und dann geht der Mann von selbst. Da sie nrit dem Gelde nicht auskommen können, steht die Un- sitte des Trinkgeldergebens in allen Krankenhäuser» in Deutschland in üppiger Blüte. Das ist nicht nur schädigend für den Kronken, sondern auch demoralisierend für das Pflegepersonal. Befindet sich der Wärter in finanzieller Abhängigkeit vom Kranken, so büßt dieser natürlich seine Autorität über den Patienten ein, wird zu seinem Bedienten. Aerztliche Anordnungen, die den Patienten unbequem sind, werden nicht befolgt. Die Krankheit wird dadurch verlängert zum Schaden der Krankenkassen, der Stadt und der All- gemcinheit. Die Angehörigen der arnren Kranken müssen sich diese Trinkgelder zu Hause abknapsen. Es sind ja keine Grafen und Barone, keine reichen Kausleute oder Bankiers, sondern die ärmsten der Armen, die arbeitende Klasse. Die L ärter gehen häufig auch vom Wege des Rechts ab. Das Pflegepersonal kommtmoralischundphysisck herunter und, wenn wir einmal eine Seuche bekommen sollten, dann hat die Regierung die Verantivortung, da sie diese Miß st än de ruhig weiter bestehen läßt. Eine bessere Bezahlung der Wärter kann ohne weiteres eintreten, denn wie steht es mit den Schwestern, der Damen, die sich dem hohen Beruf der Krankenpflege widmen und vor denen ich die größte Hochachtung habe? Ihnen wagt man nicht, eine so skandalöse Bezahlung anzubieten. Im Hamburger Kranken hause bekommen die Damen 500 Mark Anfangsgehalt, freie Dienst- und Sonntagskleider und Essen zweiter Klaffe; nach zehnjähriger Dien st zeit sind sie auch Pensions- berechtigt.(Abgeordneter Laugerhans: DaS sind ausgebildete Wärterinnen!) Es giebt aber auch ausgebildete männliche Wärter, die in der Charit« 23 M., in städtischen Krankenhäuser» 25—27 M. erhalten und das schlechte Essen bekommen, während die Schwestern das Esse» der Aerzte erhalten. Es offenbart sich auch hier der K I a s s e n st a n d. Wo es sich um An- gehörige der besitzenden Klaffe handelt, wird eine bessere Bezahlung gewährt.(Sehr richtig! bei den Socialdeniokraten.) Aus den von mir angeführten Thatsachen werden Sie ersehen, daß die Zustände einer dringenden Aenderung bedürfen. Gewiß können wir im Reichstage hier nicht grundlegende Aenderungen beschließen, aber das Reichs- Gesundheitsamt und der neue Reichs-Gesundheitsrat können doch ihren Einfluß aus die Einzelstaaten und Kommunen ausüben. Im preußischen Landtag hat noch niemand den Finger in die Wunde gelegt. In der Berliner Stadtverordneten-Versammlung sträubt sich die'Majorität mit Hand und Fuß dagegen, einen einzigen von uns in die Kraiikenhaus-Dcputation zu entsenden. Geschähe es, so würden wir versuchen, bessernd einzugreifen. Viele Kommunen haben aber wirklich nicht das Geld, etwas zu thun. Die Mehrheit der Stadtverordneten hat auch nicht den Willen, denn sie kommen ja nicht hinein in die Krankenhäuser. Also wenn nicht von hier der Anstoß ausgeht, wenn nicht zu- nächst einmal der neue Reichs-Gesundheitsrat die Dinge klarstellt, sich vielleicht an den Reichskanzler wendet oder sich mit der Äom- misston für Arbeiterstatistik oder einer andern Kommission in Ver- bindung setzt, wird keine Besserung eintreten. Es lönnte viel ge- schehen, wenn unsre besitzende Klasse nur ivollte. Mit schönen Worten, wie sie im Vorjahr Prinz von Carolath brauchte, ist freilich nichts gethan. Was ist denn seit dem Vorjahre in Moabit, wo ich gelegen habe, geschehen? Einige Mißstände sind abgestellt worden, aber die Bade-Einrichtungen sind in ihrer alten Schlechtigkeit ge- blieben. Das Wärterperional hat ein paar Mark Zulage erhalten; es werden jetzt, glaube ich, 27 Mark gezahlt, aber die Arbeitszeit und die Zahl der Wärter ist dieselbe geblieben.(Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Hier im Hause ist erst in den letzten Tagen soviel vom C h r i st e n t u m gesprochen worden. Hier ist Gelegenheit gegeben, praktisches Christentum zu treiben. Unterstützen Sie uns in unsrem Bestreben, Zustände in unsren Heilanstalten herbeizuführen, wie sie einer Kuliurnation würdig sind.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Geh. Medizinalrat Professor Dr. Pistor: Der Herr Abg. Antrick hat heute eine ähnliche Rede wie im Vorjahr gehalten. Ich habe diesmal den Auftrag erhalten ihm zu antworten. Der Geh. Medizinalrat Dr. Kirchner hat im vorigen Jahr am Morgen nach der von Herrn Antrick gehaltenen Rede das Kraukenhaus Moabit revidiert. Er hat dort nicht alles so vorgefunden, wie Herr Antrick es geschildert. Herr Antrick sagte, die Wärter fangen mit 19— 20 M. an und hörten mit 50 M. Höchstgehalt auf. Geh. Rat Kirschner hat festgestellt, daß sich die Gehälter' zwischen 27 und 60 M. bewegen. (Antrick ruft: Oberlvärter.) Die Arbeitszeit der Wärterinnen dauert nach dem Bericht des Herrn Kirchner von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, in diese Zeit fallen aber Ruhepausen von insgesamt drei bis vier Stunden.— Das Trinkgelder- Wesen wird auch bei bester Bezahlung der Angestellten niemals zu beseitigen sein, besondere Gefälligkeiten werden immer erkauft werben.— Gin ge- schlechtskranker Wärter soll in dem Krankenhaus angestellt gewesen sein. Wer weiß denn aber, wann er sich die Krankheit geholt hatte. Was die Ausbildung des Personals anlangt, so werden nur mibe- scholtene und nach ärztlichem Zeugnis gesunde Männer angestellt, die einen Vorbilduiigskursus der Krankenwärterschule durchgemacht haben. Für jeden Kranken ist nicht nur ein Wärter augcslellt, sondern drei.— Das Desinfektionsverfahren ist bemängelt worden. Nach Ausweis der Bücher wird täglich zweimal desinficiert. Zuzugeben wäre höchstens, daß die Vadewanucn nicht ganz rein gewesen sind, die Anzahl derselben ist durchaus genügend. Uebrigens ist außer der Revision des Krankenhauses am Morcjen nach der Rede des Herrn Abgeordneten Antrick später»och eine unvermutete Revision sämtlicher Berliner Krankenhäuser erfolgt, wobei sich das Polizeipräsidium erst eine halbe Stunde vor der Revision mit dem Vorsitzenden der Krankenhaus- Deputation verständigte. Die Revision hat sich auch auf sämtliche Krankenhäuser von»vohlthätigen Verein e», Genossenschaften und Kongregationen erstreckt und das Ergebnis ist ein in jeder Beziehnug durchaus befriedigendes gewesen. Was die Erhebungen über die Stellung des Pflegepersonals anlangt, so sind solche in Preußen schon 1337 erfolgt und werden zur Zeit fortgesetzt. Die Lohnverhältnisse in den Privat-Krankenhäusern sind das' Ergebnis der Vereinbarung zwischen einzelnen Personen. Wer sich in Lohn und Brot begicbt, muß dann mit dem Lohn zufrieden sei». In der Charitee sollen 19 M. Anfangsgehalt pro Monat gezahlt werden. Jetzt beträgt das Anfangsgchalt für junge Wärterinnen 15 M., für Wärter 20 M., doch ist eine Erhöhung vor- gesehen. Auch über die Gehälter werden Erhebungen angestellt.— Was die Nachtwachen anlangt, so kommt es vor, daß Sch>vesteru4Wochen hintereinander Nachtdienst' haben, ohne daß es ihnen etwas schadet. Sie haben dann das ganze übrige Jahr keine Nachtwachen.— In einem Kinder-Krankenh'aus sollen die Kinder morgens zwischen 3—6 Uhr gewaschen sein. Möge Herr Antrick den Namen der An- stalt nennen, sonst können wir nichts machen.— Was die Wohnungsverhältnisse anlangt, so sind in Berlin allerdings einzelne Wärterinnen in Souterrain-Wohnungen untergebracht, im allgemeinen sind die Wärterinnen aber in dieser Beziehung gut versorgt. Abg. Dr. Endemann(natl.) beklagt sich über ungenügende Vorbildung der Veterinärärzte. Der Wunsch des Herrn Abg. Dr. Müller-Sagan auf Bildung einer selb- ständigen biologischen Abteilung ist durchaus berechtigt. Herr Stock- mann meinte neulich, Höckels„Welträtsel" müßten eigentlich Vorboten werden. Dann müßte man aber eben so gut die biologischen und zoologischen Forschungen»verbieten.(Sehr gut! links.) Den Herren Theologen mögen ja diese Forschungen nicht sehr angenehm sein, es muß aber doch anerkannt werden, daß Höckel gerade auf diesem Gebiete einer der bedeutendsten Forscher ist. (Bravo I links.)— Die Verhältnisse in den Krankenhäusern lenne ich auch genau. Dieselben haben in den letzten Jahrzehnten einen höchst erfreulichen Fortschritt zu verzeichnen, die Einrichtungen sind durch- aus genügend und das Personal gut vorgebildet. Wenn ich solche Angriffe höre, bin ich immer geneigt, an das alte Sprichivort zu denken; Calurnniare audacter, sernper aliquid haeret(Schmähe nur frisch darauf los, ein wenig bleibt stets davon hängen). Abg. Dr. Hah»(k.): ivünscht Erhöhung der für die biologische Abteilung vorgesehenen Summe, um das Studium der Protozoen zu fördern. Nicht nur bei der Malaria, sondern auch bei der Maul- und Klauenseuche seien die Krankheitserreger nicht Bazillen, sondern wahrscheinlich Protozoen. Das Tempo der Erforschung des Malariakrankheits- Erregers ist gegenwärtig viel /zu langsam. Abg. Dr. Langerhans(frs. Vp.) tritt lebhaft für die Feuerbestattung ein. Bisher haben nur kirchliche Gründe die Einführung dieser segensreichen Einrichtung in Preuße» verhindert. Es ist doch ein u n h a l t b a r e r Z u st a n d, datz die Feuerbestattung in Preußen verboten, in Hamburg und Gotha aber erlaubt ist. Es Iverden heute so viel Verbrecher begraben, deren Verbrechen nicht ans Tageslicht gekomme» sind(Heiterkeit); da wird es bei der Feuerbestattung auch nicht Ichlimmer werden. Noch ein Wort zu der Rede des Herrn Antrick. Die meisten Vor- würfe, die er erhoben hat, lassen sich durch Gesetze und Einrichtungen überhaupt nicht beseitigen. Nach seinen Ausführungen kann es so aussehe», als ob alle Krankenhäuser furchtbar schlecht wären. Das ist aber nicht der Fall. Die neuen Krankenhäuser in den Städten entsprechen allen hygienischen Anforderungen. Die Behandlung ist sehr gut, der Luftraum für den einzelnen Kranken entspricht de» Vorschriften. Es ist aber nicht zu leugne», daß in alten Krankenhäusern Mängel vor- handen sind. Was die Wärterfrage anlangt, so werden solche Fehler, wie sie hier geschildert sind, immer vorkommen können. Der Wärter- beruf ist sehr eintönig und schwer, da liegt die Versuchung zu nahe, sich von seinen Verpflichtungen frei zu machen. Die Kranken- schwestern bewähren sich übrigens im allgemeinen viel mehr als die Wärter.(Sehr richtig!) Sie versehen ihren Dienst viel besser und gewissenhafter. Ich gebe zu, daß im Princip die Er- höhung des Lohns für die Wärter sehr gut wirken kann. Ich rufe den Kollegen Singer als Zeugen dafür an, daß in Berlin dauernd daran gearbeitet wird, die Stellung der Wärter zu bessern, namentlich auch in materieller Beziehung. Am Schluß seiner sehr beherzigenswerten Ausführungen hat Herr Antrick einzelne Fälle unter Nennung der Personen angeführt. Zeitungsnachrichten gegen- über muß man sehr vorsichtig sein. Weiß man aber solche Dinge be- stimmt, dann müssen sie im Interesse der Kranken ohne weiteres angezeigt werden.(Sehr richtig!) Ich gebe zu, daß der Beweis oft schwer zu führen ist, so lange die Kranken noch im Krankenhanse sind. wo sie die Rache des Wärters fürchten. Wir können Herrn Antrick dankbar sein, daß er gesprochen hat. Nur die Allgemeinheit seiner Vorwürfe wollte ich desavouieren. Wenn selbst die besten Verwaltungen nicht helfen können, dann muß man sich a» die Oeffentlichkeit wenden. (Bravo I links.) Abg. Singer(Soc.): Die Ausführungen des Vorredners stachen sehr vorteilhaft von der Rede des Regierungsvertreters ab.(Sehr richtig! bei den Socialdcmokroten.) Ich würde mich nicht wundern, wenn ein Wärter, der wegen Annahme von Trinkgeldern entlassen ivird, sich jetzt auf Herr» Pistor beruft, der das Trinkgelder-U» Wesen als etwas S e l b v e r st ä n d l i ch e s bezeichnet hat. Er hat sich die Sache sehr bequem gemacht. In sehr schneidigem, der Sache gar nicht entsprechendem Ton hat er die Vorwürfe Antricks zurückgewiesen, ohne auch nur eine Thatsache zu widerlegen. Wenn die Ausführungen Antricks im vorigen Jahr keinen andre» Erfolg gehabt hätten, als de», daß unmittelbar eine staatliche Revision der Krankenhäuser vorgenommen " Beim Kapitel Batentamit" bittet Abg. Dr. Paasche( natl.) raschere Vermehrung der Beamten im Juteresse der Industrie. Abg. Müller- Meiningen( frs. Vp.) bemängelt, daß die Ausführungsbestimmungen zum Patentanwaltgefez im Gegensatz zu der Absicht des Hauses nur einen Patentanwalt der Prüfungskommission angehören lassen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Bersonen auszuschließen, die eine bedenkliche Wirksamkeit für die ErDas Patentanwaltgefeß ist dazu bestimmt, aus diesem Stande Personen auszuschließen, die eine bedenkliche Wirksamkeit für die Erfinder ausgeübt haben. Daß in der llebergangszeit da manche Klage finder ausgeübt haben. Daß in der Uebergangszeit da manche Klage befugt, nur einen Patentanwalt in die Prüfungskommission, die aus tommen würde, war zu erwarten. Der Bundesrat war durchaus berufen. Das Kapitel wird bewilligt. Berliner Partei- Angelegenheiten. 130 den 2. Februar, abends 81/2 Uhr, im Botal Mertins eine Versamm Johannisthal. Der hiesige Wahlverein hält am Sonnabend. lung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Stenz über Vivifettion. Die Mitglieder werden gebeten, in dieser Versammlung mit den Uraniabillets abzurechnen. wurde, so war das allein schon von hohem Wert. Mit den 1400 Kubitzentimeter feines eignen Urins getrunken hat. I geprüft. Wenn die jetzigen Vorschriften nicht ausreichen, dann bleibt Revisionen hat man es sonst nicht sehr eilig gehabt.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) nichts weiter übrig, als die Kleinbetriebe zu verbieten und eine Antrick hat durchaus nicht die Ansicht vertreten, daß die Kranten Von einem zweiten Patienten wird berichtet, daß bei ihm eben Entschädigung an die Befizer zu bezahlen. Die vortrefflich funktioHäuser von A bis 3 schlecht seien. Er hat nur aus feiner persön- falls die Klausur angewendet sei, und daß, damit er nicht entfliehe, nierenden Desinfektionsapparate der großen Fabriken den lichen Erfahrung heraus geschildert, was selbst in einem die Fenster durch dreifach verstärkte Eisengitter unwegsam gemacht Kleinbetrieben vorzuschreiben, heißt sie vernichten. Die Sachverhältnismäßig am besten geleiteten Krankenhause vorkommen kann, worden seien. Der Patient ſei diesen Versuch verständigen halten das Kochen für ausreichend; wenn trog und er hat daraus geschlossen: wie muß es da erst anderswo aus besonders start mitgenommen worden. Es dem Krankheitsfälle vorgekommen sind, dann liegt der Grund sehn, wo der Wille und die Mittel fehlen, die Berlin besitzt. Jeder heißt zwar, daß die Patienten ihre Einwilligung bermutlich darin, daß die Vorschriften nicht befolgt werden. verläßt das Krankenhaus mit dem Gedanken, wie traurig es ist, zu den Versuchen gegeben hätten, aber das hätten sie Die Durchführung der Vorschriften zu überwachen ist Sache der daß für die Leute nicht beffer gesorgt werden kann. Und auch jedenfalls nicht gethan, wenn sie gewußt hätten, daß Lokalbehörden. Antrick erhob feine Vorwürfe nur, Befferung herbei die Qualen fo start werden würden, und von einer Frei Damit schließt die Diskussion. zuführen. Dafür müssen wir ihm, wie Langerhans fagte, willigkeit fann auch kaum die Rede sein, wenn die Patienten hinter Persönlich bemerkt dankbar sein. Er hat sich ein wirkliches Verdienst verschlossenen Thüren festgehalten werden. In der Verteidigung des Abg. Dr. Endemann( natl.): Es ist mir nicht eingefallen, jenes erworben. Herr Langerhans hat mich als Zeugen dafür an- Profeffors Stinging heißt es, daß der Verfuch bloß 2 bis 8 Stunden Citat auf den Abg. Antrick zu münzen. Das wird das Stenogramm gerufen, wie man in Berlin seit langen Jahren bemüht gewesen ist, gedauert habe, in dem Bericht des Archivs ist aber von mehreren ergeben. Ich bedauere aber, daß die bedingte Beleidigung, die mir die Verhältnisse der Krankenwärter zu verbessern. In diesem Tagen die Rede. Ich weiß ja, daß das Reichs- Gesundheitsamt Herr Antrick in den Worten ehrlos und gemein" ins Gesicht geUmfange fann ich einer solchen Behauptung aber nicht die Mittel hat, solche Fälle zu verhindern, man muß aber hier schleudert hat, vom Präsidium ohne Remedur geblieben ist. Der nicht zustimmen. Die Gehälter sind allerdings etwas auf die Oeffentlichkeit anrufen, um den Herren das Gewissen zu artige Beleidigungen von seiner Seite sind mir übrigens Luft. gebessert, aber das hat auch viele Mühe gekostet. Ich schärfen. Das Kapitel wird bewilligt. berkeune gar nicht, daß die finanziellen Gründe beim städtischen Ich muß noch auf etwas andres eingehen. Seit dem Jahre 1899 Krankenhauswesen eine Rolle spielen müssen. Aber es fann auf besteht bekanntlich eine Bundesratsverordnung, die Vorschriften für diesem Gebiet doch noch viel gebessert werden. die Betriebe vorsieht, in welchen die Arbeiter den Gefahren der Mit dem Eintvand, die Kranken haben es in den Anstalten Milztrantheit unterliegen, das heißt also für die Pinsel- und immer noch viel besser, als in ihrer engeren Behausung, mag er Bürstenfabriken. Die in der Verordnung vorgesehene Desinfektionsauch oft berechtigt fein, entzieht man sich doch der Pflicht nicht, hier methode hat sich aber als nicht wirksam genug er alles zu thun, was mur möglich ist. In einem Punkt gebe ich den wiesen. Freilich ist sie die für die Unternehmer bequemfte. Kollegen Endemann und Langerhans recht: mit medizinischen In vielen Städten bestanden bisher beffere ortspolizeiliche Apparaten und Instrumenten find die Krankenhäuser sehr splendid Vorschriften, die nun vielfach aufgehoben find. Vor allem ausgestattet. Wenn man den großen Operationssaal der hiesigen beklagen sich die Arbeiter darüber, daß das deutsche Material Krankenhäuser besichtigt, kann man wirklich bald scherzhaft fagen: von dem Desinfektionsawang ausgenommen ist. Hier muß es ja ein Bergnügen fein, operiert zu werden!( Heiter: Die Annahme, die wohl zu dieser Maßregel geführt hat, daß feit.) Aber mit der Bezahlung der Wärter und der Verpflegung der nämlich das Reichs- Seuchengeset genügenden Schutz biete, brei Mitgliedern besteht, neben zwei Mitgliedern des Patentamts zu Kranken liegen wir noch immer im Argen. Wenn der Geheimrat trifft durchaus nicht zu. Weiler erscheint es auch als Pistor hier die Instruktionen über die Arbeitszeit ber- unangebracht, daß die kleinen Fabriken bon dem Dess lefen hat, fo mögen ja diese Vorschriften gegeben sein, infektionszwang ausgenommen find. Aber auch die bestehenden fie werden aber nicht gehalten. Der Herr Ge- Vorschriften werden vielfach nicht einmal beachtet. Aus dem Bezirk Das Kapitel„ Reichs Versicherungsamt" wird auf Antrag des heimrat zuckt mit den Achseln. Aber darauf kommt es doch Breslau, aus Mühlheim wird berichtet, daß die Vorschriften der Ver- bg. Spahn( C.) an die Budgetkommission verwiesen, da veran, nicht auf schöngeschriebene Instruktionen. Die Wärter find über- ordnung kaum durchgeführt werden. In einer Fabrik in Nürnberg schiedene Redner an den Staatssekretär Anfragen zu stellen habent, Taftet, sie müssen beffer verpflegt und bezahlt werden. Herr Kollege fehlt jebe Waschvorrichtung, obwohl die Arbeiter dort Frückstück und die beffer in der Kommission erledigt werden. Endemann hat am Schluß seiner Rede eine Aeußerung gethan, die Vesper genießen. In einer andren Fabrik waren seit An. Hierauf wird der Rest des Etats debattelos genehmigt.lft ich auf meinen Freund Antrick beziehe und die ihm sozusagen Ver- fang vorigen Jahrs bis zum April die Arbeits. Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( Reichs- Justiz- Etat.) leumdung vorwarf, das ist nicht kollegialisch, schlägt auch jedem anzüge nicht gewaschen.( hört! hört! bei den Socialdem.) Schluß 6½ Uhr. Gefühl von Recht ins Gesicht. Herr Endemann hat meinem Freund Der Fabrikinspektor von Mittelfranken berichtet, daß der Fabrikant ersucht Antric damit schweres Unrecht gethan, nicht wegen der Form, auf wurde, wöchentlich einmal eine Desinfektion der Arbeitsanzüge vordie kommt es am wenigsten an, sondern weil sich mein Kollege zunehmen. Im übrigen genügen, wie gesagt, auch die bestehenden Antric mit seinen Ausführungen ein wirkliches Verdienst erworben Borschriften nicht und es dürfte sich empfehlen, weitere Versuche zu hat.( Sehr gut! links.) Verbesserung der Desinfektionsart anzustellen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Der Herr Regierungsvertreter hat Einzelheiten aus meiner vorStaatssekretär Graf Posadowsky: herigen Nede als unwahr bezeichnen zu müssen geglaubt. Er hat Der Reichs- Gesundheitsrat hat nicht soweit gehende Kompetenzen, meine Rede entiveder nicht gelesen oder nicht verstanden. um auf die Krankenhausverwaltungen in den Einzelstaaten eins Ich muß alles aufrecht erhalten, was ich bezuwirken. So weit es ihr möglich, wird sich die Abteilung für hauptet habe. Allerdings scheint sich die Untersuchung auf Heilwefen mit den von dem Herrn Abg. Antrid angeführten Miß Dinge erstredt zu haben, die ich gar nicht behauptet ständen beschäftigen. Ueber das biologische Institut wird in nächster habe. Es ist mir z. B. gar nicht eingefallen, zu behaupten, daß Beit eine ausführliche Denkschrift Auskunft geben. auf 30 Krante nur 1 Wärter fomme. Ich habe nach dem Steno- Die Bundesrats- Verordnung gegen den Milzbrand ist auf Grund gramm meiner letzten Rede gefagt, auf 30 Strante tommen jahrelanger Versuche unter Hinzuziehung von Sachverständigen, 3 Wärter, nur in der Nacht ist für alle 30 Krante nur 1 Wärter Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgearbeitet. Man darf aber da. Ebenso unrichtig sind die Angaben des Regierungsvertreters nicht soweit gehen, daß die Industrie selbst leidet und die Vorüber die Arbeitszeit. Während ich in Moabit gelegen schriften unausführbar werden. habe, hatten die wärter 17-18 Stunden Dienst. Der Herr Geheimrat sagte: in vielen Krankenhäusern sei das Trintgeldgeben verboten. Es ist aber auch nicht so schlimm, wenn ein Stranter einmal einem Wärter etwas freiwillig giebt. Darauf tommt es gar nicht an, sondern darauf, daß die Wärter mit ihrem tommt es gar nicht an, sondern darauf, daß die Wärter mit ihrem Gehalt auskommen können und auf Trinkgelder nicht geradezu aus Der Diabetes war. gesunde Wärter angestellt. Woher weiß er das? Die Wärter bie Aerzte haben sich ganz besonders um den Fall gekümmert, und Sigung wurde die Beratung des Etats für das Jahr 1901 fortwerden gar nicht untersucht, sie lassen sich das auch nicht den Patienten so oft wie möglich untersucht. Der Patient hat sich gefallen, niemand hat ein Recht, sie zu untersuchen. Daß aber, durchaus beruhigt. Er hat sich nie über die Kur beklagt, er ist nach der ersten A y muasien und Oberrealschulen schließt in Einnahme mit während ich in Moabit war, ein Wärter geschlechtstrank war, das Entziehungstur zu einer zweiten in die Klinik zurückgekehrt. Alles 1420 006 W. und die Ausgabe mit 3 223 781 W. ab. Die Aushalte ich aufrecht. Böllig mißverständlich war auch eine Bemerkung ist mit seinem vollen Einverständnis geschehen. Eine vollständige gaben find bedeutend höher als im Vorjahre, der Zuschuß ist auf des Herrn Regierungsvertreters über die Bade- Einrichtung. Seilung durch die Entziehungsfur ist deshalb nicht eingetreten, weil 1803 780 M. gestiegen. Bei der Auſſtellung des Etats für die denn noch niemals in einer Bade- Anstalt? In der Mann an einer sehr schweren Form der Zuderrühr litt. Die Irren- und Idiotenanstalt in Dalldorf ist man von jeder einigermaßenordnungsmäßig geleiteten derartigen An Untersuchung des Falls durch die Staatsbehörden hat ergeben, daß der Annahme ausgegangen, daß die Anstalt täglich mit ſtalt, wird die Wanne nach jedem neuen Bad gereinigt die Klinik in Jena und den behandelnden Arzt nicht der geringste anstalten und ebensoviel in Familienpflege untergebracht werden. 1250 Kranten belegt wird und 1150 Krante in PrivatIch habe in meiner vorherigen Rede nur behauptet, daß es den Vorwurf trifft. Wärtern aus Mangel an Zeit nicht möglich ist, die Wanne zu den Die Einnahme wurde auf 39 565 Mart und die Ausgabe einzelnen Bädern zu reinigen. Der Herr Regierungsvertreter fagt, es auf 1926 465 W. festgesetzt. Die Mehrausgabe beträgt 1630 755 M. feien schon anständige Summen ausgegeben worden. Es muß das und ist ebenfalls höher als im vorigen Etat bemessen. Der Einzelausgegeben werden, was nötig ist. Für China find bis jetzt Etat für die Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten ist bei einer 158 Millionen ausgegeben worden, da war das Geld da. Für durchschnittlichen Krankenzahl von 1050 täglich auf 121 874. in Krankenhauszwecke sind solche Sunimen aber niemals zu haben. Einnahme und auf 867 485 M. in Ausgabe festgestellt, so daß ein Was nun die Höhe der Löhne anlangt, so habe ich sie mit großer Buschuß von nicht weniger als 685 611 m. erforderlich wird. Der Mühe und Vorsicht zu ermitteln gesucht. Die Erhebungen seitens 14 Aufstellung des Etats für die Irrenanstalt Herzberge ist der Regierung müssen eigentümlich angestellt worden sein. von 1120 Kranken, Abg. Prinz Schönaich- Carolath( wildlib.): eine durchschnittliche tägliche Belegung Ich will die Frage offen lassen, ob zu der Zeit der Nevifion in Moabit alle wärter 27 M. bekommen haben. Während ich dort demokratie sehr fern stehen, einen sehr peinlichen Eindruck gemacht. Einnahme von 165 839 M. und einer Ausgabe von 1251148 M. iſt Der Fall in Jena hat überall, auch in Kreisen, die der Social und von 150 Kranten in Familien zu Grunde gelegt. Bei einer die tägliche Verpflegung von 410 Stranten in Privatanstalten lag, gab es wärter mit 22, 23 und 24 M. Lohn darunter. Noch an demselben Abend, an dem ich die Rede hier gehalten habe, ist Das schlimmste an dem Fall ist, daß die Pforten verschlossen waren ein Zuschuß von 1085 309 m. erforderlich, so daß auch hier eine und die Wärter dem Kranken nicht geöffnet haben. Solche un vision bevor. Das weiß ich ganz positiv. Am 11. Juni entschuldbaren Sachen sollten nicht entschuldigt, sondern beseitigt größere Summe als im vorigen Jahre erforderlich wird. Der Oberinspektor Pieper vom städtischen Arbeitshaus in hatte ich meine Rede gehalten, am 13. Juni erfolgte die Revision. werden. Damit erweist man der Sache einen viel größeren Dienſt! Rummelsburg ist zum Oberinspektor des Friedrich- Wilhelm- Hoſpitals Inzwischen hatte man Tag und Nacht gearbeitet( Sehr richtig!) in der Fröbelstraße( Siechenhaus) befördert worden. pujand und alles war in schönster Ordmung. Eine Dame, die den bürgerWar et Abg. Antrick( Soc.): nach Moabit gemeldet worden, es stehe eine ReZehlendorf. Die Getverkschaften werden auf die Versammlung am Sonntag, den 3. d. M., nachmittags 3/2 11hr, bei Hellenbrandt hingewiesen. In derselben soll gegen die Streifflausel protestiert werden. Die Gemeindevertreter sind eingeladen. Schmargendorf. Am Dienstag hält der Socialdemokratische Wahlverein feine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es notwendig, daß die Mitglieder zahlreich erscheinen. Waidmannslust. Sonntag bei A. Kuhn Generalversammlung des Wahlvereins. Bericht des Vorstands und Vortrag des Genossen Sächsischer Geh. Legationsrat v. Paulsen: Die Nachrichten, die über den Jenaer Fall durch die Presse. Riesel über Edwin Markhams Gedicht„ Der Mann mit der Hade". 1176 Thatsächlich liegt aber der Fall ganz anders. Falfch ist, daß die gingen, haben auch mich seiner Zeit mit großer Entrüstung erfüllt. Behandlung zu therapeutischen Zwecken erfolgt ist. Sie hat lediglich feftftellen sollen, ob Polydipsie oder Polyurie das Primäre der Geheimer Ober- Medizinalrat Dr. Pistor berichtigt, einer Anregung des Staatssekretärs folgend, einige Angaben seiner ersten Rede. Er habe das Trinkgelderunwefen nicht verteidigen wollen. Es sei feine Pflicht gewesen, nach dem vorliegenden Material die Angaben in der vorjährigen Rede Antricks richtig zu stellen. Herr Antric sei auf unzuverlässiges Material angewiesen gewesen.d Geheimrat Paulsen: Kommunales. Aus der Magistratsfitung vom Freitag. In der gestrigen Der Etat für die städtischen Gymnasien, Realidd19 81-1 Lokales. es sind guts Die Elektrische. zur Prüfung, wie der Unfallgefahr im elektrischen Straßenbahnbetriebe zu begegnen ist, sind zwischen dem Dezernenten der Aufsichtsbehörde, dem Vertreter der Straßenbahn- Gesellschaft unter Teilnahme der Minister v. Thielen und v. Rheinbaben Verhandlungen gepflogen, die nach dem Bericht der„ Reichshauptstädt. Korr." folgendes Resultat zeitigten: lichen Kreisen angehört und auf dem Gebiet privater Wohlthätigkeit Der Batient hat fich dem Arzt gegenüber so aufgespielt, als nog) arbeitet, schrieb mir einige Zeit nach meiner Rede, daß sie leider könne er die Trinkwasser- Entziehung gut vertragen, während er sich alles, was über Arbeitszeit und Bezahlung der Wärter gesagt wurde, hintenherum Wasser zu verschaffen gesucht hat. durch ihre eignen Ermittelungen bestätigt gefunden habe. Schade, Abg. Dr. Südekum( Soc.): daß ich die Zeitschrift Medizinische Reform hier Es hat uns fern gelegen, ein Verbrechen des Herrn Struwe oder nicht zur Hand habe. Dieses Blatt hat meine Rede im der Klinikleitung fonstatieren zu wollen. Diese glaube, daß Herr stenographischen Wortlaut abgedruckt und es mir als Verdienst Struwe das beste für den Kranten gewollt hat, es handelt sich nur angerechnet, daß ich diese Fragen hier endlich einmal angeschnitten habe. um übertriebenen Eifer, der dazu geführt hat, daß der Respekt Beffern Sie also die Löhne der Wärter, verkürzen Sie ihre Arbeits- vor der Persönlichkeit des Kranken hier ganz ausgelöscht worden zeit, forgen Sie für gute Wärterwohnungen und beffere Kost. Sorgen ist. Die Beweisführung des Herrn Legationsrats scheint mir auch Sie noch dafür, daß die Wärter gegen Unfälle versichert werden. durchaus nicht einwandsfrei. Er sagte, es hätte sich nicht um einen Was die Herabminderung der Gefahren im Straßenbahnverkehr Dann ist das dringendste geschehen. Bum Schluß noch eine Be- medizinischen Versuch gehandelt. In dem Klinischen Bericht ist aber betrifft, so ist beschlossen worden, einige der Fangvorrichtungen nach mertung persönlicher Natur. Herr Endemann hat seine Rede mit direkt das Wort„ Versuch" im Sinne vom medizinischen Angabe der Aufsichtsbehörden zunächst in fleinerem und alsbald einem lateinischen Citat gefchloffen. Wenn sich die darin enthaltene Experiment" gebraucht. Aus der Diskussion ist ein Moment in größerem Umfange an den Wagen anzubringen und damit Versuche Beleidigung auf mich beziehen sollte, so finde ich keinen parla- vollständig verschwunden, daß der Stranke 1400 Rubikcentimeter anzustellen; diese Arbeiten find hereits in Angriff genommen worden. mentarisch zulässigen Ausdrud zur Entgegnung. Diese Bemerkung feines eignen Urine getrunken hat. Halten Sie das nicht für einen Ferner soll die Straßenbahn Gesellschaft Vorschläge machen, enthält einen so schweren Vorwurf, daß ich eine solche Handlung, Att der Verzweiflung? Es ist dies, wie schon der Abg. Bring in welcher Weise sie die Zwischenräume zwischen Motor- und Anwenn es parlamentarisch zulässig wäre, nur als ehrlos und gemein Schönaich- Carolath fagte, ja nicht der einzige Fall. Ich erinnere hängewagen mit wirksamen Schutzvorrichtungen zu versehen gedenkt, bezeichnen könnte.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Unruhe nur an den Fall Neiffer. Gerade wer das banausische Absprechen um zu verhüten, daß ein am hinteren Trittbrett des ersten Wagens bei den Nationalliberalen.) gegen die Medizin so verurteilt wie ich, der muß alles hun, um die zu Fall gekommener Fahrgast unter die Räder des zweiten gerate. Abg. Dr. Südekum( Soc.): Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern. Die Artt, wie Herr Des weiteren soll an die Straßenbahn- Gesellschaft die Forderung Ich muß einen Fall hier zur Sprache bringen, der sich in Legationsrat Pauljen hier die Berteidigung geführt hat, scheint mir gerichtet werden, die Fahrgeschwindigkeit allgemein etwas zu ver Jena ereignet hat und der seiner Zeit große Erregung hervor- dafür am allerungeeignetsten zu sein.( Sehr richtig!) ( Sehr richtig! Ich bin mindern, besonders an solchen Stellen, wo wegen lebhafteren Wagengerufen hat. Nach dem„ Archiv für Klinische Medizin" hat Professor auch überzeugt, daß hinter den Couliffen mit Herrn Professor Struwe verkehrs größere Borficht geboten erscheint. Diese Vorschrift wird sich Stinzing unter Assistenz des Dr. Struve einen Patienten, ganz anders gesprochen ist, als hier vom Regierungstisch. auch auf die in der Peripherie der Stadt belegenen Bahnkörper ber der an Diabetes litt, einer tagelangen Entziehungstur Nur noch ein paar Worte an den Staatssekretär. Er sagte, die Straßenbahn erftreden, wobei natürlich die Beschaffenheit der örtunterworfen. Dr. Struve ist dann in der Presse wegen Vorschriften fönnten nicht weiter geben, als die Industrie fie verlichen Verhältnisse für die Einzelanordnungen der Verkehrsder Behandlung des Kranten sehr heftig angegriffen; fein tragen tönne, und die kleinen Fabriken könnten nicht dieselben polizei maßgebend sein werden. Da eine Garantie für die HerabVorgehen ist aber von Professor Stinging ber- Desinfektionsapparate aufstellen wie die großen. Das ist doch minderung der Unfallziffer auch in der guten Ausbildung des Fahrteidigt worden, freilich in einer Weise, die doch eine etwas eigentümliche Aeußerung. Es handelt sich doch personals zu suchen ist, so wurde die Gesellschaft inter gleich beweist, daß die Herren Krankenhaus- Merzte zum Teil fein richtiges hier um Gefundheit und Leben von Arbeitern. Die Milzeitiger Anerkennung ihrer jetzigen auf Heranbildung geschulten BerGefühl dafür haben, wie sie mit den ihnen anvertrauten Kranken brandsporen machen aber feinen Unterschied zwischen fonals abzielenden Vorkehrungen ermahnt, auch fernerhin diesem umzugehen haben. Der betreffende Krante ist in ein gimmer großen und kleinen Fabriten. Nach unsrer Ansicht tommt Punkt ihr Augenmerk zuzuwenden. Der Protest der Straßenbahn eingeschlossen und die Entziehungstur ist nicht es zunächst darauf an, daß die Arbeiter geschützt werden. Wie sich Gesellschaft gegen die Verfügung des Polizei- Präfidiums, wonach etwa zu therapeutischen, sondern lediglich zu dann die Industrie technisch mit diesen Schußvorrichtungen abfindet, jeder Motorwagen mit einer Windevorrichtung auszurüsten iſt, wurde wissenschaftlichen Untersuchungszwecken mit ihm vorgenommen das ist eine spätere Sorge.( Sehr richtig bei den Socialdemo- von Minister zurüdgewiesen. Die Beschaffenheit und Wirksamkeit worden. Der Krante ist allmählich von so kolossalem Durst e fraten.) der Wagenbremsen endlich soll fünftig fortlaufenden, genauen Revifionen feitens der Organe der Aufsichtsbehörde unterzogen werden. Staatssekretär Graf Posadomsky: gequält worden, daß er die eisernen Gitterstangen aus dem Fenster herausgebrochen und zu entfliehen versucht hat. Er ist Der§ 139a der Gewerbe- Ordnung läßt mur folche Einaber noch verhindert worden, bis zur nächstgelegenen Wasserleitung schränkungen zu, die mit der Natur des Betriebs ver zu gelangen. Bis zu welchem Grade feine Verzweiflung infolge des ein bar find. Der Herr Vorredner ist nun der Ansicht, daß der Schutz furchtbaren Durstes gestiegen war, geht daraus hervor, daß er nicht ausreicht. Die Frage wird fortgefest im Reichsamt des Innern Die Reformen find sehr mäßig, und selbst wenn die Straßen bahn- Gesellschaft wirklich ernstlich gezwungen werden sollte, diefe Aenderungen einzuführen, was bisher immer mit schonungsvoller Rüdsichtnahme von der Aufsichtsbehörde unterlassen ist, dann ges) Fünfzehn Taschendiebe wurden in der legten Zeit von der dagegen, daß man am unrechten Orte spare, und traten dafür nügen diese Ansprüche nicht, wenn wir den lebhaften Straßenverkehr Kriminalpolizei hinter Schloß und Niegel gebracht. Die meisten ein, daß das Gehalt nach den weitergehenden Kommissionsbeschlüssen der Stadt Berlin berücksichtigen. Vor allem vermiffen wir eine von ihnen find alte Kunden, hinter deren Rüden sich die Gefängnisse erhöht werde. Auch Bürgermeister Boigt legte eine Lanze für die stritte Festseßung der Arbeitszeit für das Personal. Mit einem noch nicht lange gefchloffen hatten. Aufgegriffen wurden fie in Unterbeamten ein. Sie würden am meisten von der Steigerung der übermüdeten und abgespannten Personal fann fein sicherer Betrieb Theatern, in Singspielhallen und im Gedränge, namentlich an Mieten und der Lebensmittelteuerung betroffen. Herr Boigt wie aufrechterhalten werden. Die erste Bedingung einer wirklichen Schaufenstern der Leipzigerstraße. In allen Fällen wurden die Lange auch Conrad( Soc.) rügten, daß der bei der Mehrheit befindliche Reform ist die Beseitigung dieses Uebelstands. Die Arbeitszeit der finger auf frischer That ertappt. beldishing tours able Vorsteher Sander nach der Konferenz der Mehrheit nicht erst dereu Wagenführer wird trotz der Kritik in der Presse wiederholt in ganz Der Doppelfelbstmord eines Liebespaars, das sich am neue Vorlage" der Kommission unterbreitet habe.- 8u später legten Sonntag gemeinsam an der Leffingbrücke in das Waffer stürzte, Stunde kam die Besoldungsordnung zu stande. Die große undürfte seine Aufklärung gefunden haben. Es handelt sich um zwei parteiische Fraktion" hatte auf Bureden des Bürgermeisters sich nur entwachsene junge Leute. In dem übermäßiger Weise ausgedehnt und man stellt Ansprüche an das Personal, die weit über die Leistungsfähigkeit hinausgehen. Allerdings Personal, die weit über die Leistungsfähigkeit hinausgehen. Allerdings unter dem Regiment des Herrn v. Thielen weiß sich die Straßenbahn- Gesellschaft vor solchen Vorschlägen bewahrt, denn sie könnte sicher auf solche Anforderungen entgegnen, daß es in der Verwaltung des Herri v. Thielen nicht besser aussieht. den Kinderschuhen taum zu kleinen Aenderungen ihrer" Vorlage herbeigelassen. Die Konfektionsgeschäft am Spittelmarkt, wo Bruno Jädel seine Lehrzeit unterbeamten werden diese Stadtväter nun wohl besonders in ihr beendigte und jetzt im Alter von 18 Jahren als Berkäufer verblieben Herz schließen. war, waltete auch die um ein Jahr jüngere Verkäuferin Alice Ans Rigdorf. Mit dem Vermögen seiner Frau durchgebrannt Wir vermissen ferner Vorsorge für die Beseitigung einer Gefahr, Meißner aus der Alten Jakobstraße ihres Amtes. Zwischen beiden hatte ist der Sentier Friedrich Lange aus der Bergstr. 52/53. Der die gewiß schon jedem aufmerksamen Beobachter vorgefchwebt hat. Die Wagenführer der elektrischen Bahn haben beim legten Streit sich in aller Stille ein Liebesverhältnis entsponnen, das am Ende voriger iegt 51 Jahre alte Durchgänger fam im vorigen Jahr aus Amerika, das sehr berechtigte Verlangen gestellt, an den Kreuzungspunkten wegen der großen Jugend der Beteiligten mit der Liebelei nicht ein- witwe Fraude kennen und heiratete dieselbe Ende November. Während Woche offenkundig geworden war. Da nun einerseits die Angehörigen wo er 33 Jahre gelebt hatte, lernte in Rigdorf die HausbesitzerSignalapparate aufzustellen. Soviel uns erinnerlich, ist den Streikenden auch eine Erfüllung ihres Wunsches zugesagt, aber in verstanden waren, andrerseits aber auch das Paar seine Entlassung Lange selbst mittellos war, besaß seine Frau ein beträchtliches Verder bekannten Manier der Straßenbahn- Gesellschaft ist die Sache aus dem Geschäft befürchten mochte, so tam es auf den keineswegs mögen, welches bei der Dresdener Bank in Berlin deponiert war. nach dem Streit sofort in Vergessenheit gekommen. Wenn wir heute notwendigen Ausweg, gemeinsam sterben zu müffen. Seit dem Lange faufte mun einen eifernen Geldschrank und redete so lange nach dem Streik sofort in Bergessenheit gekommen. Wenn wir heute legten Sonnabendabend waren beide verschwunden. Bruno Jäckel auf seine Frau ein, bis diese das Depot von der Bank abhob und den sich fortgesezt steigernden Verkehr an solchen Kreuzungs hat später seinen Bruder in Rigdorf, bei dem er wohnte, brieflich in den eifernen Geldschrank, von dem sie allein die Schlüssel punkten betrachten an einigen Straßenkreuzungen ist auch benachrichtigt, daß er nicht zu ihm zurückkehren werde und gleich hatte aufbewahrte. Vor einigen Tagen verschwand Lange die Aussicht für den Wagenführer eine sehr beschränkte eine Revision des Geldschranks ergab, daß dann wird man zur Aufrechterhaltung eines gesicherten Bezeitig um Verzeihung gebeten, daß er dem Bruder durch seinen spurlos und derselbe leer war. Mittels eines Referveschlüssels hatte Lange den triebs diese Einrichtung für ein unabweisbares Erfordernis halten. Schritt Schmerz bereite. Jn Städten, wo der Verkehr lange nicht den Umfang annimmt, wie hier, Unter dem Verdacht des Kindesmords steht die 21 Jahre felben total geplündert und war mit seiner Beute- 25 000 m. in haben wir solche Signaleinrichtungen bemerkt, hier fehlen sie selbst an den alte Arbeiterin Alwine 28. aus der Turmstraße, wo fie bei den Bertpapieren, 73 500 m. in Hypothekeninstrumenten und 750 m. gefährlichsten Punkten. Es ist nur zu befürchten, daß hier nicht eher Eltern wohnte. Sie hat ihr Kind, das am Halse Strangulations- barauf und davon gegangen. Frau 2., die damit den größten der leichtfertigen Betriebsführung der Straßenbahn- Gesellschaft Ein- zeichen aufweist, anscheinend erwürgt und wurde mit ihm zusammen Teil ihres Vermögens einbüßt, glaubt, daß ihr Mann sich wieder auf dem Wege nach Amerika befindet. halt geschieht, bis ein großes Unglüd es gebieterisch fordert zunächst von der Polizei nach einem Krankenhause gebracht. Die Bremsvorrichtungen sollen geprüft werden, dabei wäre ein recht energisches Vorgehen empfehlenswert. Schon vor längerer Zeit ist der Gesellschaft aufgegeben, ihre Betriebswerkstätten im Bustande zu halten. Daß dem Verlangen nachgekommen wäre, haben wir bisher nicht gehört, die Wagenführer flagen weiter über die„ Mordwagen", die im Betrieb bleiben. Aus Eifersucht sich selbst wegen Einbruchdiebstahls zur Anzeige Aus Not in den Tod gegangen sind mehrere Personen. Der gebracht hat der Bäckergeselle Bernhard Heller. Vor einigen Bildhauer Gustav Heffe, der bisher in der Nähe des Ostbahnhofs Wochen hatte H. mit einem erst fürzlich aus dem Buchthause Wohnung gehabt haben soll, war durch Arbeitslosigkeit so weit zurück- entlaffenen Freund, einem Arbeiter Karl Schulze, in der gefommen, daß er am Leben verzweifelte. Er suchte am Mittwoch Wißmannstr. 6 in Rigdorf einen Einbruch verübt, auch in Berlin eine Gastwirtschaft in der Breslauerstraße auf und wurde am einige gemeinschaftliche Diebstähle ausgeführt. Schulze ging nun nächsten Morgen von dem Dienstmädchen in seinem Zimmer erhängt bei eller ein und aus und soll dabei mit der Ehefrau des Mit welcher Fürsorge die Gesellschaft der Unfallverhütung sich aufgefunden. Gleichfalls ohne Beschäftigung war feit längerer legteren ein Liebesverhältnis angeknüpft haben. Als H. dahinterkam, widmet, kennzeichnet wohl zur Genüge ihre Weigerung, Hebe- Beit der 47jährige Maler Wilhelm Schulz, der am Engel- Ufer 4a lief er in seiner Wut zur Polizei und zeigte sich und seinen Freund vorrichtungen bei den Wagen mitzuführen. Mag der Berunglückte eine Schlafstelle inne hatte. Er wußte schließlich nicht mehr aus an. Die angestellten Ermittelungen ergaben die Richtigkeit der Bewarten, bis die Feuerwehr herbeigeholt ist, um ihn mit zermalmten noch ein, griff zum Strid und erhängte sich an einem entlegenen zichtigung, worauf beide Einbrecher dingfest gemacht wurden. Knochen unter dem Wagen der„ Elektrischen" hervorzuholen. Ort, wo ihn seine Wirtin schließlich am Donnerstagabend auffand. Zu einer wirklichen Reform im Betriebe der Straßenbahn- Ein Arzt fonnte nicht mehr helfen. In gleicher Weise hat sich in Blakes an die Kirchengemeinde zum Bau einer Kirche hat die Neu- Weißenfee. Der beantragten Auflassung des Kurhavener Gesellschaft kann das Publikum kein Vertrauen haben, nur in einem einer Laube zwischen der Proskauer- und Samariterſtraße der Gast- Gemeindevertretung nicht zugestimmt, da für Neu- Weißensee die ist die Verwaltung musterhaft nämlich in ihrer rücksichtslosen wirt Hermann Bellin aus dem Weidenweg 39 das Leben ge- Erlangung der Stadtrechte mur eine Frage allertürzester Zeit Dividendenwirtschaft. Die Aktionäre können für das verflossene nommen. Geschäftsjahr 11 Broz. Dividende in Empfang nehmen, 1/2 Proz sei und die Stadt fodann eine eigne Kirchengemeinde bilden werde. mehr als im Vorjahre, und das genügt, um das Verhalten einer welchem der Polizeibericht vor etwa zehn Tagen meldete. Damals laffung einverstanden. Mit der Entgegennahme der Auflaffung Seine Aufklärung gefunden hat ein" Mordverfuch", von Sm Princip war jedoch die Mehrheit der Vertretung mit der AufVerwaltung vom Standpunkt der kapitalistischen Profitwirtschaft glänzend zu rechtfertigen. Das erklärt aber auch sogleich ihre Rückwurde ein Mann am Garten- Ufer, in der Spree treibend, entdeckt, des zum Bau des neuen Amtsgerichtsgebäudes von der ständigkeit und ihre Scheu vor allen Reformen, die erhöhte Ausgaben er von zwei unbekannten Personen, die ihm auch seine Uhr geraubt für die 21/4 Morgen notwendige Summe von 15 000 M. soll aus den vorwelcher noch lebend aus dem Wasser gezogen wurde und angab, daß Gemeinde angekauften Terrains wurde der Vorsteher beauftragt; die beanspruchen und im Interesse des Publikums und der Angestellten hätten, in die Fluten gestoßen worden sei. erhoben werden. Der angeblich Ueber- handenen Restbeständen der Schulhaus- Anleihe entnommen werden. fallene war der Stationsassistent Schmidt, der auf der Güter- Um die zahlreichen Prozesse, die aus der Anwendung des Statuts Gin Kämpfer für Freiheit ersteht der Mittelt in der abfertigungsstelle der Centralmarkthalle angestellt war. Am vorigen über Erhebung einer Hundesteuer entstehen, in Zukunft zu ver Märtischen Boltszeitung", die in hellem Born barber, bag in der Sonnabend wurde Sch. in seinem Dienstraum, in dem er sich meiden, wurde folgendes beſchloſſen: Ueber die Steuerfreiheit von Socialdemokratie wieder einmal der Zwang proklamiert wird, von erhängt hatte, tot aufgefunden. Wie die festgestellten Ermittelungen Wach oder Ziehhunden hat der Gemeindevorsteher zu entscheiden. Socialdemokratie wieder einmal der Zwang proklamiert wird, von jetzt mit Sicherheit ergeben haben, bestätigt sich der von dem Ver- Beschwerden gegen diesen Entscheid hat die Gemeindevertretung zu dieser sonst nie bemerkten Gefühlsregung hingerissen wird und uns storbenen feiner Zeit geschilderte Ueberfall nicht. Der Eisenbahn erledigen. also den Text Itest: Eine eingehende Debatte entstand über das aufzuFreiheit, unbeschränkte Freiheit nach jeder Nichtung, auf allen beamte hatte vielmehr zweifellos damals einen Selbstmordversuch stellende Regulativ für die Wasserversorgung der Gemeinde. Freiheit, unbeschränkte Freiheit nach jeder Richtung, auf allen Gebieten, und für alle Klassen fordert unausgefegt die Socialdemokratie unternommen, da die Polizei festgestellt, daß er sich an jenem Von einem Befizer größerer Grundstücke war die Wiedereinführung des eben hier tagenden Städtetags die Zwangsfortbildungsschule für Opfer des Sauden- Krachs find die Mühlenbefizer Hartwig Big in die Abend in heftiger Gemütsbewegung befunden hat. Der Selbstmord der in Wegfall gekommenen Miete für Wassermesser beantragt und nun fordert der Socialdemokrat Singer in einer Versammlung dürfte zweifellos in einem Anfall von Tieffinn verübt worden sein. worden, weil dadurch angeblich nur die kleineren Hausbefizer der Schule bereits entwachsene junge Leute und äußerte seine Freude Darob gerieten die Herren Hausbefizer einander darüber, daß diese Forderung, auch von andrer, der Social- Heymannichen Eheleute aus Spiegelberg bei Neustadt a. D. geworden, heftig in die Haare. Offenbar waren die Herren der Meinung, daß demokratie sonst nicht naheftehender Seite, unterſtügt werde. Wir Die Fich, wie wir geftett and bei a. bie Gemeinde nicht wiffe, wohin mit den bis jetzt aus der Waſſerwundern uns über diese Freiheit" Forderung des Herrn Singer Heymann hatte bei der Deutschen Grundschuldbank eine Hypothet abgabe erzielten Ueberschüssen. Diefelben betrugen 1895/96 16 700 M., nicht im geringften, weil wir nie daran gezweifelt haben, daß im aufgenommen und dafür Obligationen der Bant erhalten, die er nicht in den folgenden Jahren der Reihe nach: 27 000, 34 000, 40 000, socialdemokratischen Zukunftsstaate die Freiheit des Buchthauses zum Verkauf bringen fonnte, indem fie ihm gesperrt" waren. 43 203 M. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß man darauf herrschen würde, ein jo unerträglicher 8wang, wie ihn heute lein Andrerseits hatte er der Grimbschuldbank für bie Titres Accepte bebacht fein müsse, einen Refervefonds für etwa notwendig werdende andres Staatswesen tennt, und wie ihn auch tein Bolt ertragen gegeben, die die Bank in Umlauf gefekt hat. Die finanziellen Neuerwerbungen von Rieselland 2c. anzulegen. Von allgemeinerem würde. Es ist aber gut, daß die Socialdemokratie felbft hin und Schwierigkeiten, die Herrn Heymann hieraus erwuchsen, haben ihn Interesse ist ferner ein Beschluß der Vertretung, eineem Rechtsanwalt wieder eine Bestätigung für diese Wahrheit liefert." und seine Gattin in den Tod getrieben. Vollmacht zu geben, gegen vier Arbeitgeber wegen Steuerrefte zu klagen, da diese trop des an fie ergangenen Zahlungsverbots an wohn voll ausgezahlt hatten. Die Gemeinde will hier nun ein vier Arbeiter, welche mit den Steuern im Rückstande waren, den Erempel statuieren und die Danach dürfte dürfte das werte Centrumsorgan überhaupt den Schulzwang ablehnen, wie es in einer etwas gemilderten Form die oberschlesischen Agrarier dieser Partei schon gefordert haben. Lejen genügt zur Ausbeutung der Landarbeiter. Das sind die besten wurden am Freitagabend um 8 Uhr der Weinhändler Schubert und Durch die Explosion eines Destillierapparats fchwer verlegt fein Gehilfe in der Wallnertheaterstr. 24. Die Genannten waren und ein wenig Schreiben, dazu eine gehörige Portion Bibelverse mit der Destillation von Liqueur beschäftigt, als plöglich der haftbar machen. Die Arbeitgeber für die entgangenen Steuern innerer Befriedigung erklärte. schwere Verden erlitten Beide Männer Glassplitter usw. am Kopf und an Arbeiter, wie seiner Zeit eine Centrumsgröße aus Schlesien mit Apparat explodierte. Johannisthal. 8um offenen Bruch zwischen der MehrCamber. Ein Arzt nahm fich der Verletzten an. Die benachrichtigte ber legten Gigung der Gemeindevertretung. Dem bürgerlichen Verheit der Gemeindevertretung und dem Gemeindevorsteher fam es in Für die Freiheit danten wir, es könnte aber sein, daß das edle Händen. Ein Orgon für Bollsverdummung bei einigen unverständigen Schulichon beseitigt war. Die Uriache der Explosion, die natürlich große geringe Unterſtüigung in ihrem Kampfe gegen die Geschäftsführung Organ für Volksverdummung bei einigen unverständigen Schul- euerwehr konnte sofort wieder abrücken, da inzwischen die Gefahr treter Rehbein und unfrem Vertreter Mann, welche bisher nur buben Anklang finden würde; auf der Tiefe der Beweisführung steht aufregung hervorgerufen hat, wird auf Unachtsamkeit in der Be- des Gemeindevorstehers erhalten hatten, wurde die Genugthuung, daß die Schwärmerei für diese sonderbare Freiheit. dienung des Apparats zurückgeführt. sich die Mehrheit der Vertretung offen gegen den Vorsteher erklärte. Verin feinem Geschäftshause Leipzigerstr. 132/35 die Firma Wertheim. Der Bautommision, der Herren Frommelt, Kuhrt und Schmidt. Einen Theaterbillets- Verkauf eröffnet am Montag, den 4. Februar, anlassung hierzu gab die Amtsniederlegung dreier Mitglieder der SchulBerfauf der Billets befindet sich im ersten Stock neben der Kunstausstellung Die Vertretung indes entband sie nicht von ihrem Amt; sie erklärten und ist während des ganzen Tags geöffnet. Es werden für alle an gefündigten Vorstellungen Billets zu denselben Preisen wie an ben Theater: aber das Amt nicht weiter versehen zu wollen und es auf einen faffen verabfolgt. Durch diese Einrichtung wird für das Berliner Publikum Entscheid der vorgefehten Behörde ankommen zu lassen. wie für die Fremden einem Bedürfnis Rechnung getragen, welches in andren Umschwung in der Gesinnung des Herrn Schmidt, welcher so plöglich Großstädten, wie Paris, London, New York schon längst zu ähnlichen Ein- und mit aller Entschiedenheit eine beffere Handhabung der Geschäfte richtungen geführt hat. An einer für den Verkehr besonders günstig gelegenen Stelle Bertins erhält jeder, der ein Theater besuchen will, uus verlangte, veranlaßten den Vertreter Mann zu der Bemerkung, daß funft über die in den Theatern noch freien Bläge und gleichzeitig die Herr Schmidt wohl die Zeit für gekommen halte, um seine Person Billets, ohne sich von einem Theater nach dem andren begeben und an der als die geeignetste zum Nachfolger unfres jezigen Gemeindevorstehers erscheinen zu lassen. Herr Schmidt verneinte dies zwar, Staffe warten zu müssen. doch dürfte vielleicht die nächste Zeit lehren, wer recht hat. Jm 5. Berliner Wahlkreis rüsten unsre párteigenoffen, wie das Berliner Tageblatt" in Erfahrung gebracht hat, eifrig für eine eventuelle Reichstags- Nachwahl. Man rechne darauf, daß Stadt Schulinspektor Dr. Zwick, der jeßige Vertreter dieses Kreises im Reichstag, zum zweiten Stadtschulrat gewählt werde und dann sein Mandat niederlegen müsse. Diese Berechnungen sind unfres Wissens von den Parteifreunden noch gar nicht angestellt, wenn es aber zu einer Wahl kommt, dann bedarf es für die Partei feiner großen Vorbereitungen, unsre Bartei ist immer gerüstet. Vielleicht hat das„ Berl. Tagebl." aber die Freundlichkeit, uns auseinander zu setzen, warum Herr Dr. Zwid nach der etwa erfolgenden Ernennung zum Stadtschulrat sein Reichstagsmandat niederlegen muß. Unfres Erachtens liegt der Fall doch einigermaßen zweifelhaft. Treptow Sternwarte. Ueber:" Die bevorstehende Erdnähe vom Mars" spricht Direktor Archen hold am Sonntagnachmittag um 5 Uhr auf der Treptow Sternwarte, um 7 Uhr über:" Der Orionnebel und die Wintergeftirne". Beide Objekte werden in dieser und der nächsten Woche jeden Abend mit dem Riesenrefraktor beobachtet. Für den Ware werden befondere Karten ausgegeben und gegen Einsendung von 1 M. vom Bureau der Treptow- Sternwarte versandt. Aus den Nachbarorten. .SD I Der Die nochmalige Aufstellung des Etats für 1901 ermöglichte es, daß der bisherige Steuerzuschlag von 150 Proz. auch dies Jahr erhoben wird, so daß die von dem Gemeindevorsteher vorgeschlagene Erhöhung auf 160 Proz. nicht eintritt. Der diesjährige Sommer- Fahrplan der Stadt- und Ringbahn wird nach den bisher vorliegenden Bestimmungen durch greifende Aenderungen gegen das Vorjahr erfahren und ganz beDer Gesamtetat beläuft sich nach dem Voranschlag in Einnahme fonders wird der Ringverkehr, dessen Frequenz stetig wächst, und Ausgabe auf 40 051,80 m. Die Gewerbesteuer soll auch in wesentliche Erleichterungen erhalten. Wie der Nordring wird auch diesem Jahr wieder in Höhe von 100 Broz. erhoben werden, ebenso der Südring für die Hauptzeiten 10- Minutenverkehr erhalten und die bleibt die Grundwertsteuer mit 2,8 Proz. vom Tausend bestehen. Bahl der direkten Ringzüge wesentlich vermehrt werden. Für diese Die Nixdorfer Stadtverordneten- Versammlung genehmigte Die Barbierherren von Lichtenberg haben in einer dieser sogen. Nordsüdring- Büge dürfte ein Tages- Fahrplan festgelegt werden, weil voraussichtlich auf dem Bahnhofs- Dreied Stralau- Rummelsburg in ihrer legten Sigung die Einrichtung von drei neuen Lehrerſtellen Tage abgehaltenen Versammlung beschlossen, einen Preisaufschlag eintreten zu lassen. auch der Bahnhof B( für den Ringverkehr) in Betrieb genommen an der Realschule. Debattelos erfolgte dann die Erledigung einer werden dürfte. Für die Stadtbahn wird, abgesehen von einigen Vorlage, durch die die Gehälter der Vorschullehrer an der höheren Schöneberg. Man schreibt uns: Die Wohnungsnot, welche, unwesentlichen Aenderungen, wieder der vorjährige Sommer- Fahr- Lehranstalt geregelt werden. Die Prüfung der Rechnungen für das wie fast in allen Vororten Berlins, auch in unsrer Stadt eine nicht plan Kraft erlangen. Die Züge verkehren dort in der Zeit von 4 bis Jahr 1899 hat der Rechnungsausschuß vorgenommen. Die Ver- wegzuleugnende traurige Thatsache ist, giebt nunmehr wenigstens 6 Uhr morgens in Abständen von 71/2 bis 10, in der Zeit von 6 bis sammlung entlastete die Rechnungsleger. dem einen Teil der Kommunalverwaltung Veranlassung, wenn auch 81/2 Uhr in Abständen von 3 bis 5, dann bis 111/2 Uhr mittags in Die Feststellung der Besoldungsordnung für die städtischen in der bescheidensten Weise, eine Aenderung zu versuchen. Der Abständen von 5 bis 10 und von da ab bis 9 Uhr abends in solchen Beamten und sonstigen Bediensteten", die am 4. Jamar mit Rücksicht Magistrat hat nämlich den Stadtverordneten eine Vorlage zugehen von 3 bis 10 Minuten. Von dieser Zeit bis zum Schluß des Be- auf den Etat vertagt worden ist, führte zu lebhaften Debatten. laffen, in welcher der Umbau einer der vorhandenen triebs folgen die Trains im Durchschnitt in 10 Minuten- Abständen. Die Magistratsvorlage bezweckte nicht nur, die Besoldungsverhältnisse Cholerabaraden zu Wohnzweden verlangt wird. Diese Für den Vororts- Verkehr sind die Fahrzeiten noch nicht endgültig besser zu regeln, sondern auch die Bezüge der Beamten und Be Vorlage und die Begründung derselben ist insofern bedeutsam, als feftgefegt. Eine wesentliche Verbesserung werden die Verbindungen diensteten aufzubeffern. Der mit der Vorbereitung betraute, erweiterte sie das Gegenteil von dem beweist, was der Stadtverordnetennach Hermsdorf, Friedrichshagen, Erkner, Johannisthal und Spandau Wahlausschuß hatte dem Vorschlage des Magistrats zugestimmt, daß Vorsteher G. Müller im Stadtparlament und in Versammlungen erfahren. Auf der Wannseebahn wird dem Vernehmen nach eine Er- diese von den Beamten schon längst erstrebte und ihnen schon lange behauptet:" In Schöneberg gebe es teine Wohnungshöhung der Fahrgeschwindigkeit eintreten. versprochene Gehaltsaufbefferung besonders in der Form eines not!" Der Magistrat sagt: Der bereits seit längerer Zeit pensionsfähigen fogenannten Wohnungsgeldzuschusses erfolgen herrschende Mangel an fleinen Wohnungen hat zur Folge gehabt, folle. Auch hatte der Ausschuß einige Aenderungen zu Gunsten der daß seit dem 1. Oftober v. J. 18 Familien obdachlos geworden find Beamten vorgenommen. Die Stadtverordneten der 1. und 2. Abteilung und von uns anderweit untergebracht werden mußten. Die hierzu haben nun die Bertagungsfrist dazu benutzt, um in gemeinsamen vorhandenen Räume im Ar men hause und in der Barade I waren Sizungen außerhalb des Hauses eine neue Vorlage zu machen. Diese jedoch nicht ausreichend. Mit Rücksicht auf den noch immer bestehenden präsentierten fie am Donnerstag der socialistischen Minderheit und Mangel an tleinen Wohnungen ist mit Sicherheit zu Von der Parkdeputation. Die Beleuchtung des dem Magistrat. Sie lehnten zunächst den Wohnungsgeldzufchuß erwarten, daß in nächster Zeit zum 1. April, wiederum fleinen Tiergartens mit elettrischem Licht ist von der Park gänzlich ab, weil ihnen angeblich die Form nicht gefiel. Während mehrere Familien obdachlos werden. Zur Unterbringung deputation beschlossen worden; der städtische Elektrotechniker Dr. Stall- ihre Vorschläge jedoch bei den besser bezahlten oberen Stellen solcher Personen find wir gesetzlich verpflichtet. Die diesen Zwecken mann soll einen Voranschlag über die Kosten machen. Wegen einigermaßen einen Ausgleich schufen, tamen die geringer be- dienenden Räume sind völlig besetzt, so daß es nicht möglich ist, einer unterlaufenen Unregelmäßigkeit in der Ausschreibung soll die soldeten Angestellten bedeutend schlechter weg. Gerade bei Wohnungslosen Unterkunft zu gewähren. Das Auskunftsmittel, Verpachtung der Erfrischungshalle im Treptower Bart noch ihnen lehnte die Mehrheit den Vorschlag der Socialdemokraten bei zahlungsunfähig gewordenen Leuten den Wirten für die einmal ausgeschrieben werden. Ein Gesuch um Vermietung a b, die bisher als Wohnungsgeld bezeichneten Beträge von 200 Miete zu garantieren, hat mit wenigen Ausnahmen berstädtischen Terrains am alten Eierhaus wurde von der Deputation Mart beziehungsweise 300 Mart den Gehaltssäßen durchweg fagt, weil die Hauswirte bei dem Wohnungsabgelehnt. zuzuschlagen. Bach( Soc.) und Conrad( Soc.) protestierten mangel leicht zahlungsfähige Mieter finden finden und an Infolge des fortschreitenden Baus der Untergrundbahn ist jetzt die eisenbahnfistalische Straße östlich vom Potsdamer Hauptbahnhofe durch einen Bauzaun von der Königgrägerstraße vollständig abgesperrt worden, so daß der gesamte Berkehr zum bezw. vom Bahnhofe nur noch durch die Köthenerstraße stattfindet. estere lieber vermieten, trotzdem fie bei der durch-[ eben zuzuschreiben, daß niemand von der Umgebung wahrgenommen des hiesigen Getreidelagers ergab 6240 Tonnen Weizen ober 398 Tonnen aus gewährleisteten Mietszahlung keine Verluste haben. Wir hat, woher der Schuß fam. sehen daher keine andre Möglichkeit, dem geschilderten Uebelstande weniger als Anfang Januar, und 4024 Tonnen Roggen oder 591 Tonnen weniger. abzuhelfen und uns in den Stand zu sehen, der gesetzlichen Pflicht zu genügen, als durch Beschaffung neuer Unterkunftsräume. Dies kann auf die schnellste, einfachste und billigste Weise geschehen, wenn die Baracke U ebenfalls zu Wohnungen umgebaut wird." Vermischtes. einer Explosion in einer Cigarrentiftenfabrik brach in der 1. Avenue Feuersbrunft. Aus New York wird gemeldet: Infolge an der 31. Straße in verflossener Nacht eine Feuersbrunst aus, welche zwei Häuserblocks, zwei Fabriken, drei Lagerpläge und eine Anzahl von Mietshäusern zerstörte. Der Schaden beträgt anderthalb Millionen Dollars. Viele Personen wurden verletzt. = 1 1 Briefkasten der Redaktion. 2. C. 36. Der Bericht über die Soldatenmißhandlung ist uns so zugegangen, wie wir ihn veröffentlicht haben. Das Datum ist allerdings nicht völlig far. Wir nehmen an, daß die Mißhandlungen 1900 ge schehen sind. Die Lepra Erkrankung in Merseburg. In der Klinick zu O. M. 15. Das 17. Husaren Regiment trägt gleich dem 1. und Halle hat die ärztliche Untersuchung der leprakrank Verdächtigen, der 2. Leibhusaren- Regiment einen Totenkopf an Pelz- und Feldmüße, nur trägt Um den Thäter zu ermitteln, der den Rittmeister v. rosigt Frau St. und ihres 13jährigen Sohns, stattgefunden. Die Aerzte nehmen dasselbe statt der weißen gelbe Schnüre. in Gumbinnen erschossen hat, werden die Recherchen mit Eifer vorläufig an, es liege Leprakrankheit vor; ein genaues Resultat könnten der Alimente, Sie auf Bahlung der Entbindungs- und Sechswochenkosten Friedrichsberg 6. Selbstverständlich könnte der Vormund auf Zahlung weiter betrieben. Wie berichtet wird, sind zwei verhaftet sie erst nach mehrtägiger Beobachtung der Kranken gewinnen, die selbst- flagen. worden: ein Fahnenschmied, der behauptett, Personen verständlich bis auf weiteres in Halle bleiben werden. Der Ehemann St. Die betreffenden Stoften nicht aufzukommen, font it. 3. 8. 100. 3a. die der Erbschaft entsagt, für Arbeiter: Wochenkarten. Der Schaffner ist im Recht. C. B. 777. 17. N. Der Kauf ist anfechtbar. Im Anfechtungsprozeß müßten Sie beweisen, daß der Kauf nicht zur Benachteiligung der Gläubiger vorgenommen ist. Gelingt Ihnen dieser Nachweis nicht, so würden Sie den C. P. 33. Für den Schaden sind Sie leider in vollem Umfange verantwortlich. Prozeß verlieren. Hg. Kommen Sie in die Sprechstunde. J. K. 1. Der Antrag auf Bestrafung wegen Ehebruchs kann innerhalb 3 Monaten nach Rechtstraft des Scheidungsurteils gestellt werden. Die Rechtsfraft des Urteils tritt ein, wenn innerhalb eines Monats nach zuAufstellung des Urteils des Landgerichts oder des Oberlandesgerichts( Kammers gerichts) fein Rechtsmittel eingelegt ist oder wenn das Urteil des Reichs: gerichts ergangen ist. Die Zustellung erfolgt ohne Rücksicht darauf, ob die Roften gezahlt find. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anwalt, wann das Urteil erlassen ist. 2. Nein. 3. Nein; da würde das Vormundschaftsgericht auf Anrufen einzuschreiten haben. Uebrigens scheint Ihnen und nicht Ihrem Mann das Erziehungsrecht zuzustehen. Sprechen Sie gelegentlich mit dent Scheidungsurteil in der juristischen Sprechstunde zur näheren Klarstellung vor. 5. W. 1901. Den Rest müßten Sie zahlen, falls Sie nicht etwa auf die Erbschaft rechtsgültig verzichtet haben. G. M. 1000. 1. Die Frage, ob der Vater eines vor dem 1. Januar 1900 geborenen unehelichen Kinds das bezüglich nach dem 31. Dezember 1899 geborener Kinder nicht 1,60 0,90 bestehende Recht hat, das Kind vom 4. Jahre ab in eigne Pflege zu nehmen, 2,60 2, eventuell die Fortzahlung der Alimente zu weigern, ist ftreitig. Nimmt 5,50 3,20 man an, dies Recht sei allein ein des Vaters Unterhaltspflicht betreffendes 2,20 1,20 echt, so besteht es fort, auch wenn das Kind erst nach dem 2,80 1,40 31. Dezember 1899 vier Jahre alt geworden ist. Nimmt man 2,50 1,20 aber an, dies Recht betreffe das Erziehungsrecht, so ist 2,- 1,- es seit dem 1. Januar 1900 erloschen. Diese lettere Ansicht dürfte 1,80 0,80 bie zutreffende sein. Eine Einheitlichkeit der Rechtsprechung besteht über 3,- 1,20 diese Frage nicht. 2. Ein Vergleich über die Alimentenpflicht des Kinds 1,40 0,70 ist nur dann gültig, wenn er vormundschaftsgerichtlich genehmigt ist. In per Shot 12,3,- Ihrem Falle hat der Vormundschaftsrichter den Vergleich offenbar deshalb abgelehnt, weil er die ältere in Antwort 1 erörterte Frage nunmehr so wie wir beantworten zu müssen glaubte. Glauben Sie, daß die entgegenstehende Ansicht zutreffe, so steht es bei Ihnen, das Sie verurteilende Er fenntnis durch Klage anzugreifen. Hans F. 1. Jawohl. 2. 3 Monate vor der Geburt kann auf Hinterlegung von Entbindungskosten geklagt werden. Das Nähere ist unter Mt. St. 81 im„ Vorwärts" vom 29. 1. 01. dargelegt. Marktpreise von Berlin am 31. Januar 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. *) elzen, gut D.- Str. 15,30) 15,29 Kartoffeln, neue, D- Ctr. mittel Rindfleisch, Keule 1 kg gering *) Roggen, gut " " 1,20 1. 6, 5, 1,60 1,30 " " 1,60 1,10 1,80 1, " der Reitbahn mit einer Schirmmüße und einem schwarzen ist ebenfalls in Halle mit untersucht, jedoch als gesund befunden Schnurrbart gesehen zu haben( da die Mannschaftsmüßen feine worden. Der Wagen, mit dem der Transport nach Halle geschah, Nein. Schirme haben, müßte es, falls die Angaben richtig sind, ist gehörig desinficiert worden, ebenso die Wohnräume. St. ist bis ein Chargierter gewesen sein), und ein Unteroffizier, der auf weiteres dienstfrei. Die Frau war schon seit längerer Zeit sein Alibi nicht nachweisen kann. Er soll für einen Zeit- leidend und arbeitsunfähig. Hände und Füße waren gekrümmt. raum von ca. 15 Minuten nicht angeben können, wo er sich auf- Während der kalten Tage dieses Monats wollte sich die Frau die gehalten hat. Er war am Nachmittage auf der Regimentskammer Hand am Ofen wärmen und bemerkte nicht, daß das Fleisch herunter beschäftigt und der einzige Unteroffizier, der in der Zeit der Mord- brannte; ebenso soll es ihr mit der Backe ergangen sein. Oberthat feinen Dienst hatte. Seine Angabe, daß er sich in dieser Zeit und Unterlippe find dick geschwollen, die letztere hängt herab. bei seinen Eltern aufgehalten, trifft nicht zu. Nach Aussage seiner Grund dieser Symptome wurde der Verdacht der Lepra rege. Mutter, die auch einem Verhör unterworfen worden, ist er schon früher zu Hause zum Kaffee gewesen. Die Thatsache, daß er sich in Widersprüche verwidelte, hat zu seiner Verhaftung geführt. Seine Kameraden halten es jedoch für völlig ausgeschlossen, daß er das Attentat verübt haben kann, schon deshalb, weil er von allen Unteroffizieren derjenige ist, dem der Rittmeister noch am meisten gewogen war. Er bestreitet auf das bestimmteste, den Mord verübt oder zu der That in irgend welcher Beziehung zu stehen. Sowohl er als auch der Fahnenschmied find, entgegen andrenMeldungen, bisher nicht aus der Haft entlassen. Die Untersuchung wird streng geheim geführt. Als sicher ist es anzunehmen, daß tein Komplott vorliegt, sondern daß es sich um die That eines Einzelnen handelt. Zeit und Situation waren zu dem Verbrechen besonders günstig gewählt. An dem Montage, als das Attentat verübt wurde, war es um fünf Uhr bereits finster, da das Wetter regnerisch war. Wie seiner Zeit gemeldet, ließ Rittmeister v. Krosigk in der für ihn verhängnisvoll gewordenen Stunde Reitübungen vornehmen. Es wurden von Unteroffizieren, Kapitulanten, Gefreiten Remonten für den Dienstgebrauch zugeritten. In der Reitbahn befinden sich längs den Wänden schräg gestellte Rampen von Holz, damit die Pferde den Reiter nicht an die Wand drücken können. Durch das Aufschlagen der Pferdehuse an dieselben, durch die Rufe und durch die Revolverschüsse mit Plakpatronen( um die Pferde an den Knall zu gewöhnen) wurde natürlich fortwährend Geräusch verursacht. An der Thür, die aus dem Vorraum führt, standen fast immer einige Leute, um zuzuschauen. Es wäre also weiter gar nicht aufgefallen, wenn an dem Tage dort jemand gerade gestanden oder durch eins der Gucklöcher gesehen hätte. Diesen Umständen ist es Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin). Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung in der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain. Tages Ordnung: Kaffenbericht. Bericht des Vorstands, der Kontrollkommission und des Arbeitsvermittlers. Bericht von der Brandenburger Konferenz. Bericht des Gauvorstands. Erjazwahlen zur Ortsverwaltung und Wahl des Gauvorstands. Anträge auf Ausschluß zweier Mitglieder. Verbands [ 77/10 angelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Die Ortsverwaltung. Verein der Tischler Berlins u. Umgegend. : ( Vertrauensmänner Centralisation) Am Sonntag, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr: Ausserordentl. General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Wahlen. 2. Beratung über Erhebung von bei Thiel, Fruchtstr. 36a. Extrabeiträgen. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. 186/4] Verband der Möbelpolierer. Heute abend in sämtlichen Zahlstellen: Beiträgen. Ausgabe der gedruckten Jahresberichte und Entgegennahme von Montagabend 8% Uhr in Rixdorf, Hermannstraße 197: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wertstellenangelegenheit. 4. Ver schiedenes und Ausgabe der Billets a 50 Pf. zu dem am 9. März statt: findenden Maskenball. 145/10 Der Vorstand. Achtung! Rohrer. Achtung! Sonntag, 3. Februar, im Lokal von Franz Schmidt, Ramlerstraße 28: Morgensprache und Zahltag. Daselbst tönnen die Kollegen den Schlußstempel bekommen. 285/13 Der Vertrauensmann. Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 3. d. M., nachmittags 5 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße Nr. 20: Fortsetzung der Generalversamm lung vom 20. v. M. Tagesordnung: Beschlußfaffung über das von der Kommission neu ausgearbeitete Statut. 99 Elektra". 138/4 Der Vorstand. Beginn neuer Kurse im Monat Februar: Sonntags Algebra- Kursus Monteur- Abend- Kursus Praktischer Kursus 3. 2. 10 Uhr. 8. 2. 8 99 8. 2. 8 99 Anmeldungen Prinzenstr. 55. Prospekte frei. Wo ist die schönste Fußpartie? Durch den Grunewald nach Pichelswerder zum alten Freund.[ 4942* Kufeke's BESTE NAHRUNG FÜR gesunde& darmkranke Kinder Kindermehl. Möbel und Polfterwaren. Franz Tutzauer, Tischlermeister, Berlin N., Brunnenstr. 152. t) erfte, " Hammelfleisch Butter 15,28 15,27 15,26 15,25 do. Bauch " 14,15 14,14 Schweinefleisch mittel " 14,13 14,12 Kalbfleisch gering " 14,11 14,10 15,40 14,70 mittel 14,60 13,90 " gering " †) afer, gut 13,80 13,10 15,90 15,30 " mittel gering 15,20 14,60 Eier Karpfen Aale Bander 60 Sind 1 kg 14,50 13,90 Hechte " 7,- 6,66 Barsche " " 40, 25, 45, 25, 8,- 5,40 Schleie Bleie Krebse 70, 30, " Nichtstroh pen Erbsen Speisebohnen Linsen *) ab Bahu. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 1. Februar. Bei lustlosem Verkehr hatten am heutigen Getreidemarkte die Preise kaum Veränderungen aufzuweisen. Weizen war anfangs etwas befestigt, schwächte sich aber bald auf günſtigere 25 Pf. bis 50 Pf. an, gaben aber schließlich wieder auf gestrigen Schlußſtand argentinische Ernteberichte. Lieferungspreise für Weizen zogen anfangs um nach. Wie mitgeteilt wird, hat der argentinische Export nach Europa um 76 000 Quarter gegen die Vorwoche zugenommen. Hafer war behauptet. Rüböl zog auf Deckungen um 50 bis 60 Pf. an. Die heutige. Aufnahme Partei- Speditionen: Wetter- Prognose für Sonnabend, den 2. Februar 1901. Beitweise heiter, vorherrschend wolfig mit geringen Niederschlägen und mäßigen südlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. Aeltere socialistische Werke bon Engels, Lassalle, Marx, Smith etc., Socialistische Zeitungen und Zeitschriften Berlin vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Große Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Frizz Thiel, Stalizerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Start anbers, Salzwebeler straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger 7399*] Vorstadt:& mil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. taufen stets S. Calvary& Co., Antiquariat, Berlin N.W. 7, Neue Wilhelmstr. 1. Rosen- Central- Kranken- u. SterbeKasse der Tischler 2. Charlottenburg: Gustav Scharnberg. dorf: Th. Müller, Berlinerftr. 132/133, rechter Seitenfl. und W. Nidel, Sesenheimerfir. 1, Ecke Goethestr., v. 1 Treppe.- Deutsch- WilmersAuguftaftr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl el Berlin O., Frankfurter Allee 177. Rixdorf: Ostermann, Ertstr. 6.- Schöneberg: Wilh. Bäumler, Grünau: Engel, Dahmeftr. 6. Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Ober- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Nieder- Schöneweide: Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I.- Adlershof: Emil Bollmann, Selchowftr. 14. Köpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Friedenan- Steglitz: S. Bernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schelthase, Ahornstraße 15a. Baumschulenweg: Stof, Ernststr. 2 II. Neu- Weissensee: Heinrich Bach)= mann, Lehderstr. 1, part. links. Rummelsburg: Forgbert, Prinz Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen bef. 5. Werte dort zu haben. Auch werden Inserate für den„ Vorwärts" entgegengenommen. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Tolks( Oertliche Verwaltung Berlin H.) Sonntag, den 3. Februar, vorm. dorf, Görligerstr. 58: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1900. 2. Verschiedene Kaffen Angelegen heiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 184/2 Die Ortsverwaltung. Nowacks Festsäle, Manteuffelstr. 9. Umstände halber ist der Saal von 250 Personen am Sonnabend, den 23. Februar frei geworden. Brauerei Germania, Aktien- Gesellschaft Tel. VII 2645. Berlin 0. 34, Frankfurter Allee 53. Tel. VII 2645. In ca. 70 eignen Geschäften vom Bockbier 4/10 Fass 1 ca. 0 Ltr.- Flasche 10 Pf. ( 681L* Liter 10 Pf. To. M. 3,50. 150 Ltr. Flaschen M. 1,50 frei Haus. Ausverkauf zu erstaunlich billigen Preisen wegen vollständiger Aufgabe des Ladens 3 Müllerstr. 3 nur bis Ende Februar er. Deutsch- Amerikanische Schuhfabrik 1000 G. m. b. H. für das Orts- Krankenkaffe Gewerbe der Verfertigung Sonntag, den 10. Februar, von Mufit- Instrumenten. vormittags 10 Uhr, Grenadierstraße 33, bei Schulz: Ausserordentliche General- Versammlung der Arbeitgeber. und Arbeitnehmer- Vertreter. Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über die von der Central Kommission angeregte Apothekerfrage. 2. Verschiedenes. ( 270/13 Bahlreiches und pünktliches Era fcheinen erwartet Der Vorstand. 23895 Orts- Krankenkasse D für das GoldschmiedeGewerbe. Am Sonntag, 10. Februar cr., vormittags 10 Uhr, findet im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45, eine außerordentliche General- Versammlung sämtlicher Vertreter, Arbeit geber und Arbeitnehmer statt. Tagesordnung: 1. Abänderung des§ 16 des Statuts. 2. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern seitens der Arbeitgeber für die Jahre 1901-1902. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Delegierten bringend erforderlich. 23886 Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A. Ernst Davidshäuser, Vors, Glifabethstraße 15. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und BayrischBierkokal, sowie meine beiden Vereinszimmer mit Klavier für 20 und 50 Personen. 4969* August Bieberstein, Adalbertstr. 61. am Strand- Restaurant müggelfee zwisch. Müggelschloß u. Aussichtsturm. Empfehle Fabriken, Vereinen und Korporationen für Sommervergnügen u. Ausflüge mein großartig gelegenes Lokal. Saal für ca. 3000 Personen, Hallen, genügende Nebenräume. Be luftigungen aller Art. Coulante Preise. 735* M. Degebrodt, " Strandschlok", Köpenick. Das [ 7342* Riesen- Stofflager Krausenstr. 14 I. Etage, fertigt nach Mass unter garantiertem Sitz: Hochelegante Winterpaletots für 36 M. Hochelegante Anzüge für 30 M. Hochfeine Beinkleider für 10-12 M. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Nr. 28. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 2. februar 1901. 905,40 M., fomit einen Ueberschuß von 458,50 M. Die Jahres- 495,31 M., bleibt ein Bestand von 400,24 m. Die Mitgliederzahl Versammlungen. Einnahme und-Ausgabe ergab eine Mehreinnahme von 1886,69 m. beträgt 457. Nach dem Bericht des Bibliothekars sind 26 Bücher Der Kassenbestand war am 31. Dezember 1900 3544,95 m. gelesen worden; immerhin ein Fortschritt gegen das Ueber die Handelsverträge und die Intereffen der Ar- Die Neuwahl des Gesamtvorstands hatte folgendes Ergebnis: 1. Vor- vorige Quartal. Zum dritten Punkt hält H. Krumm beiter sprach Genosse Moltenbuhr am Mittwoch in einer öffent- sigender wurde Gust. Trinks, 2. Vorsitzender A. Leopold, ein furzes Referat, wvorin er sich an die General= Verlichen Versammlung des zweiten Wahlkreises, die im Friedrichstädti- Schriftführer Wilh. Eue, Schriftführerin Frl. Wilte, Kassierer fammlung wendet und bittet, den ausscheidenden Stralauer Geschen Kasino tagte und zahlreich besucht war. Der Referent gab M. Stanowsty, Kassiererin Frl. Burghard, Beisiger nossen die Gründung eines eignen Vereins zu erleichtern und sie mit eine anschauliche Darstellung von der Entwicklung des Bollwesens Fr. Rosenstengel, Frl. Brandenburg und Herr einer Summe zu unterstützen. Nach einem warmen Appell Ritters und der Zollpolitik. Er kam zu dem Schluß: die jetzt beabsichtigte Schelzte. Zu Revisoren wurden gewählt Kobelt, Worch und Qehitings an die Stralauer Genossen, nicht von der alten Erhöhung der Lebensmittelzölle werde zu einem 8olfrieg und damit und Fr. Hammermann. Zum Arbeitsvermittler wurde ergt bewährten Bahn des gemeinsamen Kampfs zu weichen, und auch zu einer großen Störung im Wirtschaftsleben Deutschlands führen. wiedergewählt und zum Bibliothekar Nerlich, Löweftr. 5, ernannt. ferner, trotz der Trennung, doch in enger Fühlung mit den RummelsAber selbst wenn diese Eventualität nicht eintreten sollte, so würde Von der Versammlung wurde beschlossen, für die Alt Blätterinnen burgern zu bleiben, gewährt die Versammlung den Stralauer Gedoch die Erhöhung des Bolls auf die unentbehrlichsten Lebensmittel und Wäscherinnen einen paritätischen Arbeitsnachweis zu gründen, nossen einstimmig den vierten Teil von dem Gesamtvermögen des die Lebenshaltung der Arbeiter erheblich verteuern. Der Arbeiter, der für wenn die schwebenden Verhandlungen es gestatten. Vereins. 8um ersten Schriftführer wird Kaiser gewählt. die notwendigsten Nahrungsmittel mehr als bisher ausgeben muß, sei Der Antrag, das Flugblatt in der vorgelegten vergrößerten Gleichzeitig wird derselbe mit dem Amt eines Obmanns der natürlich, da er sein Einkommen nicht dementsprechend steigern kann, Form vorläufig anstatt eines Fachorgans regelmäßig erscheinen zu Vergnügungskommission betraut. Als Beisiger werden Sprenger, gezwungen, seine Ausgaben für andre Bedarfsartikel einzuschränken lassen, fand Annahme. Nach Erledigung weiterer interner Verbands- Siebert und Manz gewählt, als Revisor Voigt. Ferner wird und dadurch leide wiederum die Industrie. Die ganze Schutzzoll- angelegenheiten wurde der Rest der Tagesordnung bis zur nächsten auf Antrag Peiler dem Arbeiter- Turnverein die Zurückzahlung der Bewegung laufe darauf hinaus, daß wenigen Interessenten auf Versammlung zurückgestellt. geliehenen 50 M. erlassen. Auf Anregung von Beckmann be= Kosten des arbeitenden Volts die Taschen gefüllt werden. Die MehrDer Fachverein der Holz- und Bretterträger und Brett- willigt die Versammlung als Unterstügung den streikenden Spizenheit des Reichstags sei ja für eine Zollerhöhung. Wenn aber die schneider hielt am 27. Januar eine außerordentliche General- webern in Calais 25 M. Nachdem einige fleinere VereinsangelegenMassen des Volks dagegen Stellung nähmen, dann sei es noch möglich, versammlung im Königstädtischen Kasino, Holzmarktstr. 72, ab. In heiten besprochen worden find, regt Alschner noch an, zur bevorebenso wie seiner Zeit der preußische Schul- Gesetzentwurf durch den Punkt 1 verlas Hinge die Abrechnung der Lohnkommission vom stehenden Gemeinderats- Nachwahl die Wählerlisten einzusehen. Widerstand des Volts gefallen ist, auch diesen Raubzug auf die 2. Halbjahr 1900. Gewählt in die Kommission wurden die Kollegen Herr Wilhelm Börner ersucht uns um Aufnahme folgender Taschen des arbeitenden Volts abzuwehren. Der Vortrag fand Hinge, Tradel, C. Teurich, Kretschmer, Görner Beilen: Jm„ Vorwärts" vom 18. Januar wird in dem Bericht über lebhaften Beifall. Es folgte eine kurze Besprechung, an der sich und Mitte, zu Revisoren: Fahrenson, Görg und Gösch. die Versammlung der„ Berliner Gewerkschaftskommission", wo es sich zwei Redner in zustimmendem Sinne beteiligten. Unter Vereinsangelegenheiten wurde der Antrag P. Karnat an um die Bewilligung von 1000 M. zur Unterstützung der vor Der Verein aller Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche: genommen, den monatlichen Beitrag in den drei Wintermonaten auf Jahren ausgesperrten Glasperlenmacher im Fichtelgebirge handelt, und Krawattenbranche hielt am 28. Januar in Dräsels Festjälen, 25 Pf. herabzusetzen. Die Beschlußfaffung über die Einrichtung gesagt: und Krawattenbranche hielt am 28. Januar in Dräsels Festjälen, von Bahlstellen in Schöneberg, Charlottenburg wurde für die nächste Neue Friedrichstr. 35, seine Generalversammlung ab. Nach dem Börner, Tabalarbeiter, und Welfisch, Glasschleifer, sprechen daJahresbericht fanden im vergangenen Jahre statt: 1 General- Vereinsversammlung zurückgestellt. gegen, da es sich um Genossenschaften handle." versammlung, 10 Mitgliederversammlungen, 16 Vorstandssigungen, Der Verband der Fabrik, Land, Hilfsarbeiter und Ich sagte, daß ich vor der Unterstützung warne, da hier ein 14 Vertrauenspersonen- Sizungen. Außerdem fanden statt zwei Arbeiterinnen hielt am Sonntag, den 27. Januar, nachmittags Bräcedenzfall geschaffen würde, auf welchen sich andre Produttiv öffentliche Agitationsversammlungen für die Näherinnen und die 41/2 Uhr, im Lokale des Herrn Raabe, Kolbergerstr. 23, seine General- Associationen, welche sich in ähnlicher Lage befänden, berufen Neuplätterinnen. In vier öffentlichen Versammlungen wurde die Lohn- versammlung ab. Nach dem Kassenbericht vom 4. Quartal betrug tönnten". bewegung der Alt- Blätterinnen behandelt. Dieselbe endigte mit einem die Einnahme 746,32, die Ausgabe 190,01 m. Aus dem ver Ich bin der Meinung, daß die Gewerkschaftskommission in solchen Vergleich vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts. Die intensive bleibenden Bestand von 556,31 W. wurden an den Hauptvorstand Fällen keine Gelder zu bewilligen hat. Agitation und die Einführung einer Krantenunterstützung brachten dem gesandt 352,80 M., bleibt Barbestand 203,51 M. Nach der GeneralFreireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 3. Februar, vorm 81/2 Uhr, Verein gute Vorteile; so stieg die Mitgliederzahl von 204 auf bersammlung tagte in demselben Saal eine öffentliche Versammlung, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurterfir. 6: 637 Mitglieder. Im Arbeitsnachweis wurden verlangt insgesamt in der Genosse Jahn einen mit großem Beifall aufgenommenen Versammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 10 Uhr vorm. ebendaselbst: 138 Personen, gemeldet haben sich 278 Personen, besetzt wurden Vortrag hielt über" Humanität und Weltpolitik". Vortrag des Herrn Wilhelm Bölsche:" Die Forderungen des Gemitts". 122 Stellen. Die Bibliothek, welche 119 Bände umfaßt, wurde in Stralan- Rummelsburg. Die Generalversammlung des focial Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. fe 135 Fällen benutzt. Nach dem Bericht des Vorstands gab der demokratischen Vereins tagte am 27. Januar bei Schumann. Bum Sonntag, den 3. Februar, nachm. 1 Uhr, Vereinsversammlung im ApolloVerein der Buchdrucker und Schriftgießer für Rigdorf Brih. Kassierer Stanowsty zunächst den Vierteljahresbericht. Der- 1. Punkt gab der Kassierer Bitterhoff den Kassenbericht. Die Theater, Hermannstraße 48-50. Tagesordnung: Geschäftliches. Berselbe hatte eine Einnahme von 1363,90 M., eine Ausgabe von Einnahmen im letzten Quartal betrugen 895,55 M., die Ausgaben schiedenes. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 2. Februar. Opernhaus. Lohengrin. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Maria Stuart. An: fang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschloffen. Deutsches. Michael Kramer. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 72 Uhr. Berliner. Meister Delze. Anfang 72 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 72 Uhr. Neues. Liebesprobe. Anfang 72 Uhr. Westen. Die weiße Dame. Anfang 7 Uhr. Central. Die Geisha. 71 Uhr. Anfang Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 72 Uhr. Schiller. Der Herr Senator. Anfang 8 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 712 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. 72 Uhr. Anfang Carl Weiß. Zwei Waisen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Tausend und eine Nacht. ( Belle: Alliance. Der Leibalte. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten Borstellung. Bummelfrize. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sanger. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali: täten Vorstellung. Die zwölf unverbrennbaren Fatire. Anfang nachmittags 3 11hr. Irania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: ,, Auf den Wogen des Oceans". Nachm. 4 Uhr( zu ermäßigten Preisen): Mittelmeerfahrten". Jm Hörsaal:„ Chemische Wir fungen des elektrischen Stroms". Bon Dr. Donath. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Amor von Heute. Gr. Ausstattungspoffe mi. Gei. u. Tanz. Anfang 7/2 Uhr. Schiller Theater ( Wallner. Thenter). Sonnabendabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Aufzügen von Franz RANIA Apollo- Theater. ** Taubenstr. 48/49. Im Theater Sonnabendabend 8 Uhr: Im Hörsaal: v. Schönthan und Gustav Stadelburg. Auf den Wogen des Oceans. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonntagabend 8 Uhr: Die Welt, in der man sich langweilt. Montagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Carl Weiss- Theater Nachmittag 4 Uhr: Kinder- Vorstellung, Gr. Frankfurterstr. 132. fleine Preise, zum letzenmal: Tausend und eine Nacht. Abends 8 Uhr: Bwei Waisen. Sonntag: Lumpacivagabundus. In Vorbereitung: Eine leichte Person. Dr. Donath: Chemische Wirkungen des elektrischen Stroms. Nachm. 4 Uhr zu ermäss. Preisen: Mittelmeerfahrten. Invalidenstr. 57/02. Neues Programm: Toscana The Nigthons Emmy Kröchert Miss Barma The Astor- Belmon Valentine Petit Les minstrels parisiens Der Kosmograph: Neue Serie. Um 8 Uhr mit vollständ. neuer Ausstattung 20 Mädchen und kein Mann Burleske Operette von F. v. Suppé. Sonnabendnachmittag 4 Uhr, Sonntagnachmittag 32 Uhr: Tägl. Sternwarte. Gr. Zauber- Vorstellung Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. Central Theater D- Vorstellung Bum 560. Male: Mit vollständig neuer Ausstattung an Kostümen und Dekorationen: Die Geisha. Operette in 3 Aften von S. Jones. Mimosa: Mia Werber. Morgen nachm. 3 Uhr zu halb. Breiſen: Die Schöne von New York. Abends 72 Uhr: Die Geisha. Montag und folgende Tage: Die Geisha. Passage- Panopticum und Theater. Die 12 unverbrennb. Fakire Neu! General Boum, der kleinste Mann der Welt. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Durchweg neues Programm. Präcise 81/2 Uhr: Bummelfrihe. Bosse m. Gesang in 3 Aften von Wilden. Rohrmann, Tischlernistr., Dir. Winkler. 12 neue Attraktions- Nummern. Anfang: Wochent. 72, Somnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnabend, den 16. Februar: Anfang: Sonntags 12 Uh Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Die vier Schwestern TUA in ihrer Neuheit ,, Ringelreier Uebertanz: 17 erstklassige 17 Specialitäten Rosendienstag. Eine Feldwebeltragödie. Schwank in 1 Akt von Otto Nebich Weichleben. CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neue aktuelle Serie lebender Photographien. Die sensationellen Gruppen der alten Germanen. Der schlesische Zecher und der Teufel. Die Bernauer Der RothenBierprobe. burger Meistertrunk. Im Restaurant: Konzert einer russ. Damenkapelle. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Grosser Masken Ball, Wegen Privatfeftlichkeit Extra- Borstellung. Große Gratis Preisverteilung. Besucher der Vorst. haben Frei- Tanz. Anfang 7 Uhr. Tanz 10% Uhr. Entree 50 Bi.. keine Vorstellung. Sonntag: Wogen des Lebens. von Ben- Ali- Bey( halbe Preise). Reichshallen Stettiner Sänger. Heute zum Schluß: Eine Soiree bei Lehmanns. Sonntag: Cavalleria schufticana. Sanssouci Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzdjen. IES Lustige Vagabonden. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Täglich = Metropol- Theater. Heute, Sonnabend, den 2. Februar 1901: Dritter grosser Metropol- Theater- Ball. 1000 Mark in bar als Schönheitspreis werden für die schönste eleganteste Toilette verabfolgt. Herrenkarten im Vorverkauf 7 Mark, an der Abendkasse 10 Mark. Damenkarten im Vorverkauf 5 Mark, an der Abendkasse 7 Mark. Logenbillets sind an der Kasse zu haben. Anfang 11 Uhr. Cirkus Schumann. Heute Sonnabend, 2. Februar, abends präcise 72 Uhr: XIX. Grande Soirée High- Life. Gala Programm. XV. grosses internat. Rennen. 5. Konkurrenzfahren des Meisterschaftsfahrers der aus Paris. 23elt, Sieger des großen Breises von Deutschland, Jacquelin Heute: Revanche- Rennen Jacquelin gegen Mündner. Das Revanche- Rennen findet deshalb statt, da Jacquelin am ersten Tage die Bahn nicht kannte und eine Differenz in den beiderseitigen Uebersetzungen der Räder war. Ferner starten: 1. Peter( Berlin) gegen Krause( Berlin), Hoffnungsrennen. 2. Bocquillon( Paris) gegen Seller( Wien). 3. Willy Arend( Hannover) gegen Robl( München). Dir. Alb. Schumanns neueste Originaldreffuren und die neu engagierten Specialitäten. Zum Schluß: China. Sonntag 2 Verft. Nachm. 1 Kind frei. Cirkus Busch Metropol Theater. Sonnabend, den 2. Februar, abends 71/2 Uhr: 55/57. Heute, Sonnabend, 2. Februar: Dritter Prunk- u. Parade- Abend. Metropol Theater- Ball Zum 66. Male: Die eiserne Maske. Original- Pantomime des Cirkus Besonders hervorzuheben: König Busch. Ter prunthafie Einzug Stouts い Sudwig XIV. in Straßburg. Außerdem: Auftreten der berühmten Araber Truppe Achmed Ibrahim. Zum erstenmal: 24 Hengste u. 2 Elefanten zusammen dressiert vom Dir. Busch. Vorzüglichste Programmt Nummern. Sonntag, 3. Februar, nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien", wozu jeder Erwachsene auf allen Sitz: plägen 1 Kind frei hat; weitere Kinder die Hälfte. Abends 72 Uhr: Die eiserne Maste. ( siehe das große Inserat.) Morgen, Sonntag, 3. Februar: Das neue FebruarSpecialitäten- Programm. Eine tolle Nacht. Montag, den 4. Februar: 1. Gastspiel Mad. Yvette Guilbert Cirkus Renz- Konzert- Tunnel 4 ausländische Kapellen 4 Wochentags 7 Uhr. Gr. Theater- Vorstellung. Karlstrasse. Direttion: J. M. Hütt. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. MONTAG DEN 4. FEBRUAR 1901 eröffnen wir einen WARENHAUS THEATER- BILLET- VERKAUF A WERTHEIM im I. Stock unseres Warenhauses Leipziger Strasse 132/135. Vorverkauf für alle angekündigten Vorstellungen. Die Preise der Billets sind die gleichen wie an den Theaterkassen. Todes Anzeige. Gentral- Kranken- u. Begräb- Bon Tangen, furchtbaren Leiben ee niskasse der Sattler und Berufsgenossen Deutschl. " Hoffnung"( E. H. Nr. 64). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Mittwoch, den 30. Januar cr., der Sattler Otto Knoll verstorben ist. 23956 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Februar, nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Schwarzkopffstraße 14, aus nach dem Kirchhofe der Gnaden: gemeinde, Barfusstraße, statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher Textilarbeiter- Verband. Filiale Köpenick. Am Donnerstag, den 31. Januar, verschied unser Kollege Gustav Hahn. Sein gutes und treues Verhalten zum Verband sichert ihm bei uns stets ein ehrendes Andenken! Die Bekanntgabe der Beerdigung erfolgt am Sonnabend, den 2. Februar, in der Versammlung. 197/2] Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges trenes Mitglied 100/1 Otto Lutze am 30. Januar cr., vormittage 11 1hr, an der Proletarierfrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofs der Andreas: Gemeinde Wilhelmsberg aus, statt. Ehre seinem Andenken. Der Vorstand der Filiale Berlin des Unterstützungsvereins der Kupferschmiede Deutschlands. Verband der Möbelpolierer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 145/9 Ernst Hein Em Alter von 31 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag: nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle in Wilhelmsberg statt. explos löfte der Tod meine felbstlose, treue Gefährtin in Freud und Leid, meine Gattin, unfre Beraterin, Mutter, Ge noffin und Freundin Hermine Ehlert geborene Wartenberg. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 3, Februar, vorm. 11 Uhr, Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. von der Leichenhalle des Central 24026 im Otto Ehlert. Meine innigstgeliebte Frau und herzensgute Mutter 23986 Frau Selma Langenbecker geb. Franzke wurde mir und unsern Kindern am 28. Januar durch den un erbittlichen Tod entrissen. In tiefstem Schmerze Otto Langenbecker u. die Rinder. Beerdigung: Sonntag, den 3. Februar, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs der Nazarethgemeinde, Berliner straße( Dalldorfer Chauffee). Freunden eines wirklich guten und sehr wohlbekömmlichen Trauben weins empfehle ich meinen garantiert unverfälschten[ 47/ 1* 1898er Rotwein. Derselbe toftet in Fässern v. 30 Ltr. an 58 Pfg. pr. Ltr. u. in Kisten von 12 Fl. an 60 Pf. pr.Fl. von ca. 4 Ltr. Inhalt einschl. Glas. Als Probe versende ich auch 2 Fl. nebst ausführl. Preisliste per Post. Bahlreiche Anerkennungen liegen vor. Carl Th. Oehmen, Coblenz a. Rh. Weinbergsbefizer u. Weinhandl. Marienburg. Geld- Lotterie Gesamt- 365 000 Mk. Gewinne Originallose à 3 Mark. J.Rosenberg Kommandantenstr. 51. Porto u. Liste 30 Pf. extra. RUS Bente Boekbier- Anstich. wozu ergebenst einladet. A. Sievert, Gastwirt, Görlitzerstr. 50. [ 23966 Für Magenleidende! Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden, wie: est Magenkatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrichsche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den Verdauungsorganismus des Menschen, ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuter- Wein beseitigt Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung anderen scharfen, äzenden, Ge sundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstoken. Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Kolitschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein behebt unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und den Gedärmen. Stuhlverstopfung kräffung Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Enteines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflofen Nächten, stechen oft solche Kranfe langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der ge: schwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel träftig an, beschleunigt und verbessert die Blut: bildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranten Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter Wein ist zu haben in Flaschen à 1,25 und 1,75 M. in sämtlichen Apotheken von Bartin und Berlins Vororten, sowie in Preußen, ganz Deutschland und im Auslande in den Apotheken. Auch versendet die Firma ,, Hubert Ullrich, Leipzig, Weftstraße 82, 3 und mehr Flaschen Kräuter- Wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto- und fistefrei. Vor Nachahmungen wird gewarnt! Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrichschen Kräuter- Wein. Mein Kräuter- Wein ist fein Geheimmittel; seine Bestandteile sind: Malagawein 440,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150,0, Kirschsaft 320,0, Manna 30,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa 10,0. Diese Bestandteile mische man. Um zahlreiches Grigeinen erfucht Ganz umsonst und portofrei Vorstand. Durch plötzlichen Tod wurde uns unser unvergeßlicher Freund und langjähriger Kollege, der Bildhauer Gustav Heese zu früh aus unsrer Mitte genommen. Ein ehrendes Andenken bewahren ihm die Kollegen sowie die Inhaber der Firma Hoffmann& Müller. ( Bekanntgabe der Beerdigung in der Sonntagsnummer.)[ 24106 Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bet der Beerdigung meines lieben Manns und für die reichen Blumenspenden sage ich bem Centralverband der Töpfer Berlins, der Firma Rosenfeld fowie allen Freunden und Befannten meinen innigsten Dank. Die tieftrauernde Witwe 24066] A. Kugler. 191 Jedes Wort: 5 6902* kann sich jeder von uns für entsprechenden Wert Waren erwerben. ( Wir bitten selbiges jedoch nicht mit Coupons oder Gutscheinen zu verwechseln.) falls gratis u. franco. Derfelbe enthält außer aufgeführt. 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