Nr. 31. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft- Bettungs Breistifte für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. upload modulis 18. Jahrg. Vorwärts D Berliner Dolksblatt. Die Insertions- Gebant beträgt für die sechsgespaltene Solonels zeile oder deren Raum 40 Pfg., für ged politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcditton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der schmollende Centralverband. ents der Da Mittwoch, den 6. Februar 1901. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. sich dahin zu erklären, daß sie die Erhöhung der Getreidezölle leuchten. Außerdem brachte er noch weiteres Material über den Betrag des gegenwärtigen Vertragstarifs hinaus zur Beurteilung der mecklenburgischen Rechtszustände als notwendigen Schutz der Landwirtschaft für geboten erachte. bet, indem er die Art, wie man ohne richterliches Wie hoch dieser Schutz sein solle, das auszusprechen sei die Urteil in ein medlenburgisches Arbeitshaus auf unbestimmte Versammlung außer stande; darüber werde die Regierung Der, Centralverband deutscher Industrieller", deffen unheilvoller Einfluß auf die deutsche Socialpolitik die Oeffent lichkeit durch die legtbergangenen Monate in höchstem Maße erregte, von ihrer hohen Warte aus Verschläge zu machen haben. Zeit gesperrt werden kann, an einem besonders eklatanten Hielt am Dienstag seine Delegierten Bersammlung im Im Interesse der Industrie und ihrer Arbeiter sei au fordern, daß Fall nachwies. Natürlich werden die Insassen dieser ArbeitsArchitektenhause ab. s war zu erwarten, daß die Entdie Höhe des Getreidezolls mit den Interessen häuser auch dazu verwandt, für die mecklenburgischen Großhüllungen der socialistischen Presse und die daraus des Gemeinwohls bereinbar sei und dem Abgrundbesizer billige Kuli- Arbeit zu verrichten. schluß langfristiger handelsverträge nicht standenen politischen Diskussionen auf dieser Tagung Der Staatssekretär Nieberding suchte sich mit einigen hindernd im Wege stehen solle. Buedschen Auftraggeber nicht totgeschwiegen werden konnten. formellen Einwänden wie immer aus der Affaire zu ziehen. Der Hinweis auf die hohe Regierungswarte" ist eine durch die Er bestritt, daß Reichsrat von Haßler, ferner Finanzrat Jende, die oberste Veröffentlichung der Bued- Briefe veranlaßte Schmeichelei, die nicht bestimmungen zum Gesetz über den Unterstügungswohnsitz die mecklenburgischen Ausführungs. Spige des Verbands, aus Gesundheitsrüdsichten, wie die Berl. als blutigen Hohn aufzufassen, die Regierung einige Mühe haben in Widerspruch mit den Reichsgesetzen stünden und suchte die Polit. Nachr." mitteilen wir würden bedauern, wenn unsre Auf- wird. deckung des centralverbändlerischen Treibens die Herren an ihrer Herr Bued stellte es in Abrede, daß zwischen dem Centralverband Angriffe auf das Güstrower Urteil dadurch zu widerlegen, foftbaren Gesundheit geschädigt haben sollte- ferngeblieben find, und den Vertretern der Landwirtschaft ein Brotwucherpatt abgeschlossen daß er die Objektivität unfres Redners in Zweifel zu ziehen hielt Landtags- Abgeordneter Bopelius folgende einleitende An- worden sei. Er wies darauf hin, daß er für seine Person das suchte. Nach dem Geschmack des Herrn Staatssekretärs ist es wüste agitatorische Treiben ber extremen Agrarier überhaupt nicht, wenn im Reichstage über Urteile und Prozesse Sprache: Meine Herren! Wer im letzten Vierteljahr die Berhand- barum bei diesen letzteren bestens gehaßt sei. Das halte ihn aber Sem Rechtsgefühl des Volts Ausdruck zu geben. ftets als gemeingefährlich erachtet und bekämpft habe und daß er gesprochen wird. Aber es bleibt gar kein andres Mittel, um lungen des Reichstags, wer die socialdemokratische und freisinnige nicht ab, mit warmem Herzen für die wirkliche Landwirtschaft einBreffe verfolgt hat, wird sich verwundert gefragt haben: ist der zutreten. Die weitere Debatte führte zu einem Gezänk zwischen dem Antisemiten Bindewald und dem Abgeordneten Ridert über den Koniker Mord, das im preußischen Landtag weiter fortgesetzt werden soll. Der freisinnige Amtsrichter Bargmann trat lebhaft für die Einführung der bedingten Verurteilung und die Herauffeßung des Strafmündigkeitsalters um 2 Jahre ein. Genosse Horn endlich sprechung, die sich gegen die Gewerkschaftsbewegung richten, brachte einige eklatante Fälle sächsischer und preußischer RechtCentralverband deutscher Industrieller wirklich ein die Reichs- Herr Dr. Beumer gab namens der großen Vereine der regierung so beherrschender Verein, daß man mit Fug und rheinisch- westfälischen Industrie die Erklärung ab, daß Recht sagen tönne: der Centralverband ist eine Neben- fte der Resolution zustimmen. Herr Jaroslawsth sprach gegen regierung? Sie alle, meine Herren, welche die Berhand- die Resolution. lungen des Centralverbands fennen, wissen, daß derselbe stets nur bestrebt Es wurde hierauf eine Resolution mit allen gegen eine Stimme war, bie ihm anvertrauten Interessen zu angenommen, in der es heißt: vertreten, sei es in socialpolitischen und handelspolitischen Fragen mit der Regierung, sei es in Fragen der Socialpolitik, wo die Handelsverträgen auf eine thunlicht lange " Die Versammlung der Delegierten hält den Abschluß von Reichsregierung das Hausrecht der Industrie nach unsren An Zeit im Interesse des deutschen Wirtschafts. schauungen nicht genügend wahrte, gegen die Regierung. lebens für unbedingt notwendig, ebenso, daß dabei zur Sprache. den Gewerben jeder Art der nach Maßgabe ihres Bedürfnisses Mittwoch ist Schwerinstag. Die Debatte über die und der Interessen des Gemeinwohls zu bemeffende Schutz er Theatercensur soll fortgesetzt werden. halten bleibe bezw. gewährt werde. Die Verhandlungen und Beschlüsse des Centralverbands waren ftets getragen von dem Bewußtsein seiner Verantwortlichkett für das Wohl der Arbeiter, aber auch getragen von dem Geifte des patriotischen Gefühls, welches die deutsche Industrie stets ausgezeichnet hat. Aber gerade das patriotische Gefühl, welches die deutsche Industrie auch bei ihren Arbeitern zu erhalten und zu weden bestrebt ist, ist es, was uns die Socialdemokraten zu Feinden macht; ihre Feindschaft jedoch betrachte ist als das beste Zeugnis für die Richtigkeit unsrer Bestrebungen, und können wir deshalb mit ruhigem Gewissen ihre Hege über uns ergehen laffen. Was mich dagegen mit großem Schmerze berührt hat, ist, daß ein hervorragender Vertreter der Reichsregierung unfre Bestrebungen so verkennen konnte, daß er mit einer gewissen Oftentation sich vom Central- Verbande abwandte, mit dem er in so vielen Fragen gleicher Anschauung ist. Diese Haltung ist uns ein psychologisches Rätsel. Ich habe die Ehre, mit Herrn Grafen v. Posadowsky num beinahe 40 Jahre bekannt zu sein; ich schätze seine Arbeitskraft, feine Einsicht in die praktischen Bedürfnisse des Lebens, feinen Charakter und seine Ritterlichkeit sehr hoch; es ist ausgeschlossen, daß 19feine Haltung durch die Angriffe der Socialdemokraten hervorgerufen wurde, ich nehme jedoch an, daß ein unlauterer Wettbewerb ihm unsre Bestrebungen in einem ganz falschen Lichte beleuchtet hat und er dadurch zu irrigen Anschauungen über den Centralverband gekommen ist. Meine Herren! Wir werden uns durch diese Haltung in unsren Beschlüssen nicht beirren lassen, dieselben werden nach wie bor zur Wahrung und Förderung nationaler Arbeit gefaßt werden. Niemand zulieb, aber auch niemand zuleid, und bitte ich Sie, Siimeine Herren, dieser Devise entsprechend die Diskussion rein sachfolich, ohne jede persönliche Spize führen zu wollen." Es ist nicht auffällig, daß der Centralverband der Industriellen in der von ihm übernommenen und durchgeführten Vernichtung der Socialpolitit, selbst der unendlich winzigen Socialpolitik, der die Regierung geneigt war, eine Bethätigung seines patriotischen Gefühls" verkündigt. Nur aus patriotischem Empfinden bringt der Scharfmacherverband das übrigens ganz vernünftige Handelsfammergeset" zu Fall. Nur aus patriotischem Empfinden wahrt er das Hausrecht der Industrie" wider die geringsten Verbesserungen der Arbeiterlage. Bemerkenswerter ist die Aeußerung des Herrn Vopelius über den Grafen Pojadowsty. Die Verstimmung zwischen dem Der zweite Tag der Kanaldebatte. Die Versammlung der Delegierten erkennt insbesondere an, daß die gegenwärtige schwierige Lage der deut schen Landwirtschaft eine ausreichende Erhöhung der Die Agrarier sind Herren der Situation und sie werden Getreidezölle erfordert; sie muß aber erwarten, daß diese in ihrer schlauen Kanaltattit nicht zum wenigften durch die Erhöhung nur in einem solchen Umfange erfolge, welcher Ungeschicklichkeiten der Verteidiger der Vorlage am Regierungsmit dem Gemeinwohl vereinbar ist und insbesondere den tisch gestärkt. m Abschluß langfristiger Handelsverträge nicht aus= schließt." Des weiteren beschäftigte man sich mit der Kanalvorlage. 1239119 Von den Rednern, die am Dienstag zu Worte kamen, sprachen sich drei entschieden für, zwei entschieden gegen den Entwurf aus; aber die drei, die dafür sprachen, haben nur fleine Fraktionen hinter sich, während die beiden andren fast Es wurde folgende Resolution mit allen gegen zwei Stimmen die Mehrheit des Abgeordnetenhauses vertreten. Als erster angenommen: pl " Die Versammlung... erblickt in dem Entwurf eines Ge- trat Abg. Dr. Wiemer( fr. Vp.) mit Wärme für den Kanal fetes betreffend die Herstellung und den Ausbau von Kanälen im ganzen ein, erklärte aber, daß seine Freunde für einzelne, und Flußläufen im Interesse des Schiffahrtsverkehrs und der aus dem Zusammenhang herausgerissene Projekte nicht zu haben Landeskultur" die feste Absicht, ein Wert zu schaffen, das in hohem sein. Er wies nach, daß die Regierung mit den KompensaMaße geeignet ist, die Gewerbe, den Handel und die Landwirt- tionen einen schweren Fehler gemacht habe, da infolgeschaft und damit das gesamte Wirtschaftsleben der Nation zu dessen fort und fort neue Forderungen auftauchen, an die fördern und zu heben, das daher, über die Grenzen des preußischen früher niemand gedacht habe. Für wünschenswert erklärte der Staats hinaus, bon größter Bedeutung auch für das ganze deutsche Redner die Einstellung der für die Vorlage notwendigen Mittel Vaterland ist. Als wirtsamstes Mittel, nicht nur den Verkehr von Massen- alljährlich in den Etat und eine stärkere Heranziehung der gütern, sondern in vielen Beziehungen den Güterverkehr über- Interessenten zu den Kosten. Indem er vor einer Verquickung haupt billiger zu gestalten und daher zu erleichtern, wird dieses von Kanal und Zolltarif warnte, beantragte er, daß nur der Wert wesentlich dazu beitragen, die Produktionskosten zu er- Rhein- Elbe- Kanal einer Kommission überwiesen werden möge, mäßigen und die Erzeugnisse der deutschen Arbeit auf den Märkten nicht aber auch die übrigen Teile der Vorlage, um so eine des In- und Auslands wettbewerbsfähiger zu machen. Verschleppung zu verhüten. Ungefähr in gleichem Sinne sprach Die Versammlung der Delegierten, von der Ueberzeugung sich Abg. Ehlers( frs. Vg.) aus, der spöttisch die Agrarier ausgehend, daß dieser große Plan und das mit ihm gegebene fragte, ob sie vielleicht deshalb noch so hartnäckigen WiderBeispiel zum weiteren Ausbau von Kanälen und dazu geeigneten ftand leisten, weil ihnen die Versprechungen der Flußläufen nicht nur im preußischen Staat, sondern auch in Regierung in betreff der Bollerhöhungen andren Landestheilen Deutschlands führen wird, begrüßt daher diese Vorlage freudig und mit Befriedigung und noch nicht sicher genug scheinen. Der lette wünscht und erwartet zuversichtlich, daß die gefeßgebenden Körper- Redner der Linken endlich, Abg. Dr. Schulz Bochum( natl.) schaften den mit diesem Gesezentwurf verfolgten hohen und be- verteidigte die Vorlage unter Hinweis auf die Verkehrsdeutungsvollen Zielen beitreten und ihm daher ihre 8u- verhältnisse im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier. stimmung erteilen möchten." Schließlich wurde noch in einer Resolution das Verlangen ausgesprochen, daß über die in den Handelsverträgen niederzulegenden allgemeinen Bereinbarungen vorher die Industrie befragt werde. Politische Meberlicht. Berlin, den 5. Februar. Der Reichstag # Den Kanalfreunden glaubte der Landwirtschaftsminister Frhr. von Hammerstein zu Hilfe kommen zu müssen. hätte er nicht gesprochen, es wäre für die Vorlage besser gewesen, denn nachdem der Minister sich eine halbe Stunde lang Verband und dem Leiter des Reichsamts des Innern ist noch in tiefsinnigen philosophischen Betrachtungen über das Wasser nicht völlig beseitigt. Zwar hat sicherlich nicht ein unim allgemeinen von Erschaffung der Welt an und das KanalLauterer Wettbewerb" ben Grafen Bosadowsky zu seinem wasser im besonderen gefallen hatte, gab er sich endlich, als Abrücken bom Verband geführt, sondern mur ber Zwang der durch die socialdemokratischen Aufdedungen geschaffenen er auf das eigentlich Thema überging, eine Blöße, über die außer den Kanalgegnern nur noch Herr v. Miquel aufrichtige Situation. Graf Posadowsky vermochte im Amte nur zu bleiben, Freude empfunden hat. Seit Jahren fordern die Agrarier wofern er vor der Oeffentlichkeit wenigstens den Schein erwecken fette am Dienstag vor etwas besser besezten Bänken die bekanntlich die Regulierung verschiedener Flüsse; stets hat die fonnte, als habe er die Möglichkeit gefunden, die Feffeln zu lodern, zweite Lesung des Etats der Reichs Justizverwaltung Regierung geantwortet, daß sie dies Verlangen nur im Rahmen in denen ihn der Centralverband so lange gebunden hielt. fort. Nach dem bisherigen Verlauf der Debatte sieht es ganz der großen wasserwirtschaftlichen Vorlage erfüllen könne, und Es zeigt sich, wie tief es die Gewaltigen des Centralverbands so aus, als wenn auch Herr Nieberding ziemlich lange auf nun, wo diese Vorlage zur Beratung steht, erklärt der schmerzt, daß die Regierung in ihrer Bedrängnis die Vorhaltungen die Bewilligung seines Gehalts werde warten müssen. Im Minister treuherzig, daß mit der Ablehnung des Kanals über eine kompromittierende Unterwürfigkeit unter die Diktatur des Laufe eines Jahrs trägt die bürgerliche Rechtsprechung so viel zwar die Kompensationen fallen würden, nicht aber die AusCentralverbands einigermaßen zu entkräften versucht hat. Es ist Fälle zusammen, die der socialdemokratischen Kritik Stoff in Ueber- führung der Nebenprojekte, d. h. gerade derjenigen Projekte, berlegend für die Nebenregierung," daß die Regierung auch nur fülle bieten, daß ihre Verhandlung im Reichstage, der einzigen die die Kanalgegner gesondert behandelt wissen wollen. den Schein der Selbstständigkeit wahren wollte. e sido Stelle, wo gewisse Dinge offen zur Sprache gebracht werden Natürlich griff der nächste konservative Redner, Abg. Aber die jetzt leise schmollenden Centralverbändler wissen, daß können, naturgemäß sehr geraume Zeit in Anspruch nehmen v. Pappenheim, dies Wort des Ministers sogleich auf und ihre Macht nicht von gestern und nicht von heute ist, daß sie viel- muß. machte für die im Falle der Ablehnung der Kanalvorlage etwa mehr tief gegründet ist in dem Wesen des gegenwärtigen Wirt- Genosse Dr. Herzfeld erwarb sich heute ein Verdienst unterbleibende Regulierung der betreffenden Flüsse die Reschafts- und Regierungssystems. Sie wissen, daß sie auch den damit, daß er jenes Güstrower Geschworenen- Urteil im Mein- gierung verantwortlich. Im übrigen brachte der konservative Pojadowsky, sollte er dem alten Freundschaftsverhältnis irgendwie eidsprozeß gegen den zu 3 Jahren Zuchthaus ver- Redner wieder finanzielle Bedenken gegen den Kanal vor. ernsthafter untreu werden, klein bekommen werden". urteilten Parteigenossen Holst, das ohne weiteres in Schallendes Gelächter rief er auf der Linken hervor, als er Man schmollt miteinander, doch- ,, was sich liebt, das eine Linie mit dem Essener Urteil zu stellen ist, mit Pathos seine Freunde gegen den Verdacht in Schutz neckt sich". zur Sprache brachte. Die scharfe Kritit, die er an nahm, als trieben sie jemals agrarische Interessenpolitik, und dem Urteil übte, veranlaßte veranlaßte den Präsidenten, Graf als er es als Ammenmärchen bezeichnete, wenn man beBallestrem, die Gerichte gegen den Vorwurf in Schuß haupte, die Konservativen machen ihre Stellung zur Kanalzu nehmen, daß sie Werkzeuge politischer Leidenschaft seien. borlage von der Gestaltung des Zolltarifs abhängig. Herr Unser Redner ließ sich dadurch natürlich nicht abhalten, das v. Pappenheim hat anscheinend weder den Artikel des Frhrn. Verhalten des Staatsanwalts, des Landgerichtsdirektors v. Bedlig im„ Tag" gelesen, nach dessen Rede am Montag Schmidt und der Geschwornen eingehend zu be- gehört. Dann beschäftigte sich die Versammlung mit den Getreidezöllen. ich Herr Bued erstattete das Referat, das ganz im Stil der SchutzZöllnerei der Sammelpolitiker gehalten war. Er schlug namens des Direktoriums des Centralverbands der Versammlung vor, I Ini19t b. Eine Kriegserklärung Stumms. " sid mis sixitude, red brug end this pursing sid Ausland.png ht or cons broutine Die Ermahnungen des Kaisers. atsl stien, 4. Februar. Nachdem die erste Sigung des östreichischen Abgeordnetenhauses Donnerstag mit dem schon üblich gewordenen Skandal begonnen hatte, wurde der Reichsrat heute feierlich" vom Kaiser mit einer Thronrede eröffnet. Mitglieder des Aufsichtsrats sind der Geheime Finanzrat a. D. Auch Abg. Stengel( ft.) berhielt fich angeblich aus sondern der Hafen, nach welchem sie zunächst von den Vereinigten finanziellen Bedenken ablehnend. Man bedürfe einer Staaten aus verfandt wird. Ebenso gilt als Herkunftsland nicht Jencke, Vorsitzender des Direktoriums der Kruppschen Werte starten Flotte, die große finanzielle Opfer erfordere das Land, aus welchem die Ware ursprünglich stammt, sondern aus und zweiter Vorfigender des Centralverbands deutscher Industrieller, die Geheimen Kommerzienräte Luca in Oberhausen und und könne sich deshalb nicht in Unternehmungen ein- welchem sie in das Gebiet der nordamerikanischen Union eingeht. Daß dieses verschiedenartige Verfahren auch verschiedene van der 3ypen in Deuß, der erstere Vorsitzender des Vereins lassen, die die die Finanzlage gefährden. Herr Stengel statistische Ergebnisse liefert, liegt auf der Hand. Die amerikanische für die witschaftlichen Jutereffen in Rheinland und Westfalen und berief sich sich auf das Kaiserwort" Deutschlands Vorsitzender Zukunft Statistik bezeichnet z. B. nur jenen Weizen als Erport nach Deutsch Generaldirektor der Gute Hoffnungshütte, der leestfalen und liegt auf dem Wasser". Merkwürdig ist nur, daß er die land, der direkt nach deutschen Häfen geht. Weizen, der über Eng des Vereins der Industriellen des Regierungsbezirks Köln, der Autorität des Kaisers zwar in der Flottenfrage anerkennt, land oder über die Häfen von Antwerpen, Rotterdam oder Amsterdam Landtags- Abgeordnete Dr. Beumer, Generalsekretär des voraber desselben Monarchen Autorität, wo der Kanal in Frage nach Deutschland ausgeführt wird, gilt einfach als für England genannten Vereins für die wirtschaftlichen Intereffen in Rheintommt, nicht gelten lassen will. refp. Belgien und Holland bestimmte Ware. Daher die Er- land und Westfalen, H. Wilh. Olfe, Direktor des KohlenDen Abschluß der Beratung bildeten zwei Ministerreden. scheinung, daß nach der deutschen Statistik der Import amerikanischen ihn ditats in Effen, Kommerzienrat ir dorf in Gelsenkirchen, Herr v. Thielen verteidigte seinen Entwurf nochmals und Weizens fich doppelt so hoch stellt, als nach der amerikanischen Generaldirektor des Gelsenkirchener Bergwerfsvereins. stellte einige Irrtümer der Vorredner richtig, während Herr land oder Belgien in das deutsche Zollgebiet eingeführten amerika- direktor der Union", und Kommerzienrat Baare, GeneralStatistik; denn das deutsche statistische Amt zählt auch den über Eng- Kommerzienrat ermann Brauns in Dortmund, Generalv. Miquel einen langen Vortrag über feine Finanzpolitit nischen Weizen als amerikanischen". direktor des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußſtahlund über den agrarischen Notstand hielt, dem nur durch Dasselbe gilt vom Mehlerport. Alles, was die nach deutschen fabrikation. 3, was e stacj Bölle abgeholfen werden könne, aber über die Kanalvorlage Säfen auslaufenden Schiffe au Mehl laden, wird furzweg als Aus- Das Organ war auch schon bisher ein Kruppsches Kanonenso gut wie nichts sagte. Herr v. Miquel will sich, mag aus fuhr nach Deutschland von der amerikanischen Statistik aufgeführt, blatt. ob gleich, dieses Mehl von der Kanalvorlage werden was da wolle, jedenfalls die ganz den Schiffspajfagieren Sympathieverfammlung für die Boeren. In Frank und der Bemannung unterwegs konsumiert wird, ob es Freundschaft der Agrarier sichern. furt a. M. fand am Montagabend in der großen Halle des im Nachdem noch Abg. Frhr. v. 8edlis( ft.) in Form Hierung andrer Schiffe dient oder ob es aus den Frei- set, der Neffe des bekannten Boerenführers De Wet, eine Ansprache int Hamburger oder Bremer Freihafen Hamburger Freihafen zur VerprovianBerprovian Sippodroms eine Versammlung statt, in welcher Kommandant De eine einer persönlichen Bemerkung den dreiften Versuch unter hafengebiet wieder nach andren Ländern verfandt wird. Da nun hielt. Lange vor der festgesetzten Zeit mußte die Polizei den Saal unter- ierung nommen hatte, die von ihm angeregte Berkoppelung bon thatsächlich ein großer Teil diefes amerikanischen Weizenmehls zur wegen Ueberfüllung schließen. Bilar Schowalder aus Ludwigshafen Kanal und Zolltarif abzuleugnen, vertagte sich das Haus. Berproviantierung der Schiffe verbraucht und ein andrer Teil von übersetzte die holländische Ansprache. Zum Schlusse der Versammlung Die Beratung foll noch die ganze Woche dauern. Kommissionshäusern nach andren Ländern weiterverkauft wird, so wurde eine boerenfreundliche Resolution angenommen, welche u. a. ist klar, daß nur ein fleinerer Teil davon in das ausspricht:„ Wir fordern, daß das englische Volt dem Kriege sobald deutsche Zollinland Eingang findet. Dem amerikanischen Statistiker sind, wie seine obigen Aus- wie möglich ein Ende mache." Unter brausenden Hochrufen wurde Freiherr v. Stumm iſt frank. Im Reichstag muß ihn Herr Laffungen zeigen, diese Vorgänge wie die verschiedenartigen statisti- De Wet auf den Schultern einiger begeisterter Boerenfreunde durch Salgetragen. v. Starborff vertreten, der die Instruktionen seines hohen Chefs nach ichen Wiethoven völlig bekannt, nicht so dem weisen Nationalökonomien den Saal getragen. Maßgabe seiner Sträfte auszuflihren trachtet. Aber damit begnügt der Kreuz- Beitung", der sich entrüstet, wo es nichts zum Entrüsten Aus Podbielstis Reich. Vor dem Kölner Schwurgericht fich der König von Saarabien nicht. Kann er auch nicht persönlich giebt und mit tindlicher Naivetät über durchaus llare Verhältnisse stand ein Postgehilfe unter der Anklage, eine größere Angahl Postmit der Macht seines Wortes die Hydra der Revolution vernichten, eine Untersuchung fordert. ad di nee autveifungen im Gesamtbetrag von etwa 3000 M. unterschlagen und die Bücher gefälscht zu haben. Der Angeklagte bezog eur so fucht er wenigstens brieflich die Zeit vom Umsturz zu heilen.dio for og stud and offering me Auf der Generalversammlung des Vereins zur Wahrung der gemein- lottenwettlauf. In den Bereinigten Staaten hält fich trop Monatsgehalt von 54 M.( nach Abzug der Kleidergelder usw.). famen wirtschaftlichen Interessen der Saarindustrie und der Süd- eines Dementis aus dem deutschen Reichs- Marine Amt die Ansicht, Er erklärte, er habe nach Bezahlung der Miete und des Softgelde westlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, daß Deutschland beabsichtige, feine Flotte statt bis 1917 bis faum ein Glas Bier trinken fönnen, abgesehen von Wäsche und Anwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, zum Jahre 1906 fertigzustellen. Das Berl. Tagebl." erhält schaffungen. Da habe er sich an dem massenhaft vor ihm liegenden deren Vorsitzender er ist, ließ Herr v. Stummm ein Schreiben voraus Paris folgendes Telegramm: dodoid fun sisu fremden Geld vergriffen und stets vorherige Unterschlagungen durch neue tragen, in dem es heißt: Der New York Herald" veröffentlicht folgende Depesche gedeckt. Er gebe zu, in der letzten Zeit gewiffenlos drauf los gelebt Ich habe mich in den letzten Monaten sehr eingehend mit den aus Washington vom Sonntag: Trotz der Berliner Depesche zu haben. Das Urteil lautete auf 15 Monate Gefängnis unter BuGeschäften der Handelskammer und der beiden Vereine beschäftigt des Herald", wonach Kapitän hollweg vom Reichs billigung von Milderungsgründen. it und werde es auch ferner thun, so lange mein Gesundheitszustand Marine Amt das Gerücht dementiert hat, daß Deutsch- Die alte Geschichte! Ein Postgehilfe mit 54 M. Monatsgehalt mir feine umfaffendere Thätigkeit gestattet. Da dies vorausland die Zeit für die Vollendung feines Flottenprogramms vielleicht giebt die Postbehörde Anweisung, wie man sich mit fichtlich nicht in naher Aussicht steht, so hoffe ich, bis dahin die abkürzen wolle, hält das Washingtoner Marine Amit seine eigne diesem Gehalt ehrlich ernähren kann. Hat ein armer Teufel aber sich Dinge soweit in Ordnung gebracht zu haben, daß sie auch ohne gegenteilige Information für authentisch und wird dem gemäß einmal an dem ihn durch die Hände gehenden Gelde vergriffen, dann mein zuthun forretter als bisher weiter laufen. handeln. Es scheint, daß das Washingtoner Marine- Amt die giebt's teine Umkehr, dann erstickt der Dieb sein Gewissen und seine Wenn ich auch glaube, daß, wie die Verhältnisse heute Weldung aus eignen privaten Berliner Quellen hat." isd mirind Angst in einem zügellofen Leben. Herr Podbielsti aber thut mit liegen, der Schwerpunkt unsrer gemeinschaftlichen Thätigkeit Obschon klar ist, daß den Vereinigten Staaten das Gerücht von den Millionenüberschüffen seiner Reichspost groß.jad stjor in die Handelstammer zu verlegen ist, so bleibt doch die der das Flottengesetz durchbrechenden Beschleunigung der bewilligten Bedeutung der beiden Vereine neben derselben bestehen, und zwar Schiffe fehr gelegen tommt, um ihre eignen Warinevermehrungs in erhöhtem Maße, feitdem in Berlin auf der einen Seite pläne zu fördern, erscheint die amerikanische Meldung gar nicht3n einem Mißverständnis konnte möglicherweise eine Stelle unfres Berichts aus Offenbach über den Prozeß Hiricheldas Manchestertum und auf der andren Seite der Sociaio abenteuerlich, wenn man sich daran erinnert, wie trop des Erdmannsdörffer führen. Wir stellen fest, daß der Antisemit lismus immer drohender ihr Haupt erheben. Der letztere hat Flottengesetzes von 1898, das die Flottenvermehrung bis 1904 ebenso irschel unter Widerruf früherer Verdächtigung ausdrücklich erklären die große Majorität des Reichstags in einer Weise an festgelegt hatte, wie das Flottengefeß vom Jahre 1900 die neueste bgesteckt, daß es sehr fraglich erscheint, ob die Regierungen die Flottenvergrößerung bis zum Jahre 1917, und troß aller mußte, daß der Wechsel seiner( E.'s) Gesinnung nicht auf eine Kraft finden werden, dieſem gemeinsamen Drängen zu widerstehen. offiziellen Dementis noch im Jahre 1899 uns über finanzielle Beeinflussung von irgend einer Seite zurückOhne mich zu überheben, darf ich die Befürchtung aussprechen, Nacht die große Marine Ueberraschung bereitet wurde. Dentt man auführen ist". gard tim daß meine Krankheit und das damit verbundene Fernbleiben ferner an das Kaiserwort gleich nach Annahme der vom Reichstage sehr nachteilig auf die weitere Entwicklung legten Marinevorlage Nun aber weiter und an die einwirken wird. Wenn Leute, wie der Freiherr von Heyl, Konsequenzen des China Abenteuers, so wird man schwer welchem man doch praktisches Verständniß zutrauen follte und lich seinen Kopf dafür zum Pfand ſeben, daß die amerikanischen welcher dasselbe auch früher gezeigt hat, jezt Arm in Arm mit Gerüchte aus der Luft gegriffen sind. Das Berl, Tagebl" verlangt offenbaren Socialisten daherschreiten, so braucht man sich ein nochmaliges entschiedenes Dementi als ob der nicht zu verwundern, wenn deutsche Theoretiker ihrem nebelhaften artige Dementis nicht allen Kredit verloren hätten! guid Idealismus die Bügel schießen lassen, auf die Gefahr hin, den Im der jungen Königin von Ein Hochzeitsgeschenk. Um der jungen Königin von Staat dem Abgrunde zuzuführen.thund Der Leibarzt des Königs Stumm sollte dem Obersten der Holland zur Hochzeit eine Freude zu bereiten, ist ihr Bräuti ohl noch nie sind die östreichischen Reichsboten so begrüßt worden, zu Scharfmacher vorerst geistige Schomung auferlegen, auf daß es ihm generalmajor im deutschen Seer befördert worden. Zwei Verzagtheit, der Resignation, der Bitte; er ist ganz anders als ihn gam nach dem Militärwochenblatt vom Sauptmann zum wie es ihnen heute geschah. Durch die Thronrede zog ein Ton der möglichst bald vergönnt sein möchte, im Reichstage dem revo- Tage nach seiner Beförderung zum Generalmajor ist Herzog der" Spender der Verfassung" sonst anzuschlagen pflegt. Der poli lutionären Treiben der fürchterlichen Herren v. Heyl und Bassermann Heinrich zu Mecklenburg auf sein Ausuchen aus der deutschen Armee tische Teil der Thronrede läßt sich dahin charakterisieren, daß die Einhalt zu gebieten. ad sid ja matin ausgeschieden.Krone zu erkennen beginnt, die Macht und Stärke des Staats müsse Herrn v. Kardorff aber, den Prokuristen der Firma Stumm im auf bem Barlament beruhen; die berühnite Anhänglichkeit an Reichstage, muß es schwer tränken, daß sein Gebieter von solchem der gemaßregelte Prinz. Die Münchener Boft hält die Dynastie" genüge dafür am wenigften in einem so zertlüfteten Staat, Mißvertrauen in die Fähigkeiten seines Vertreters erfüllt ist. in ihre Nachricht von dem energischen Kaisertelegramm, durch das die wie es durch die Art seiner Zusammensetzung Destreich mehr als alle Hübsch ist es übrigens, daß die nationalliberale Maßregelung des Prinzen Alfons veranlaßt wurde, gegenüber allen andre Länder ist. Und diese Erkenntnis verdichtet sich zu der Bereitwilligkeit, dem Parlament Macht zu geben Kölnische Zeitung" das Urteil Stummis über die socialdemokratischen scheinoffigiösen Ableugnungsversuchen ausdrücklich aufrecht. Liebhabereien der Erwählten des gleichen Wahlrechts", also ihrer od in 8nd roo das Parlament die Kraft aufbringt, diese Macht auszuüben. Der eignen Parteigenossen, für sehr berechtigt erklärt. aiting sid Zur Affaire des Prinzen Alfons. Kaiser erkennt die Notwendigkeit, die Bestimmungen über die Woll* trodo tale trot di dot dünchen, 5. Februar. Die von der Münchener Post" ge- macht" der Regierung den§ 14 fchärfer zu fassen", der adan diotsin, a brachte neue Lesart" über die des Prinzen Alfons hat die Verantwortlichkeit der Regierung eine feste Begrenzung anzuidiotion Deutsches Reich. id die zuständigen amtlichen Stellen" It er sid and auständigen amtlichen Stellen" in die peinlichste Verlegenheit geweisen; die Berfassung bezeichnet er als bie unsrer Zeit ent,, Kreuz- Zeitungs"-Verdächtigungen. jp bracht. Das Dementi der durch ihre absolute Unzuverlässigkeit be- sprechende Bürgschaft für die Entwidlung der Völler", die Staatsfannten Münchener Neuesten Nachrichten" nimmt kein Mensch ernst, Sinnbild der Den konservativen Kämpfern für Liebesgaben und Wucherzölle zumal darin Behauptungen widerlegt werden, die gar nicht aufgeftelt grundgefege find ihm ein wertvoller Besiz, fällt die Statistik, besonders die Konsum, Breis- und Handels- wurden. Außerdem ist allgemein in noch frischer Erinnerung, daß Einheit und der Stärke des Staats", er wünscht, daß sich statistit, recht läftig, da durch diese so manche schönen vollswirtschaft- viel präcifere und wirkliche amtliche Dementia den That die Bölfer ihres Besizes an Verfassungsrechten erfreuen und lichen Beweise, die in letzter Zeit die agrarische Presse konstruiert fachen nicht entsprachen, zum Beispiel bezüglich der geplanten Ber- ihre organische Fortentwicklung als den besseren Teil erkennen", hatte, widerlegt worden sind. Jede Gelegenheit, die fich bietet, der legung des Kommandos des II. bayrischen Armeecorps von Würzer verlangt bei der Regelung des Verhältnisses mit Ungarn eine Statistit, auch der offiziellen, eins auszuwischen, wird deshalb burg. Während nun das eigentliche bayrische Regierungsorgan, kraftvolle Mitwirkung" des Reichsrats": kurz, Franz Joseph hat mit Vorliebe benutt. Leider nur ist in Wirklichkeit das die Augsburger Abendzeitung" sich über die Sache völlig aus heute vielleicht zum erstenmale wie ein ernstlich konstitutioneller Ergebnis meist ein andres, als das beabsichtigte; nicht die Un- fchweigt, bringt allerdings die gouvernementale Allgemeine Monarch gesprochen. Not lehrt nicht nur beten, sondern auch- tonzuverlässigkeit der ftatistischen Angaben, sondern die völlige Un- Beitung" eine Berichtigung, die aber tief bliden läßt. Sie stellt ftitutionell werden. Das ist an der Thronrede, die heute gehalten bekanntschaft der konservativen Kämpen mit den einfachsten statistischen nämlich fest, daß sich zwischen dem Prinzen Alfons und dem wurde, wirklich neu: daß man es endlich zu begreifen beginnt, daß Elementarkenntnissen wird erwiesen. B Regenten von Braunschweig kein Zwischenfall ereignet habe, wovon in Sofnüpfte vor einigen Tagen die Kreuz- Zeitung" an eine in der Münchener Bost" überhaupt teine Rede war. Dann aber Destreich nur existieren kann als moderner Staat, daß die statistische Zusammenstellung des bekannten amerikanischen Statistikers giebt das Blatt der guten Presse" noch einen zarten Wint mit dem auseinander strebenden und einander widerstrebenden Teile im O. P. Austin folgende Bemerkungen, die jest mit feinem Ver- Baumpfahl, indem sie sagt, selbst wenn die Sache wahr Staat nur sein können in der Freiheit der Entwicklung, nur zuständnis von den gesinnungsverwandten leineren Blättern weiter wäre, müßte die partitularistische Preffe darüber fammengehalten werden können durch ein starkes, fräftiges, mächtiges tolportiert werden: schweigen! and mortifers sms than 90 pe Parlament. Wohl zeigt sich noch kein Verständnis für die erste In den elf Monaten, endend am 30. November v. J.( es find on Die Allgemeine" als Hüterin des bayrischen Bartikularismus: Frage, die Bedingung aller nachfolgenden: wie ein solches dies die spätesten vorliegenden Ziffern) erhielt Deutschland 5 478 330 fein übles Bilb! side o Bartamento entstehen tann, aber die Not der Zeit Bushel Weizen aus einem Gesamterport von 88 192 462 Bushel, Dagegen schreibt der ultramontane Bayrische Kurier" also etwas mehr als 6 Prog. An Weizenmehl wurden nach dessen Chef- Redacteur zu gewiffen Hoffreifen in nahen Beziehungen Deutschland exportiert 631 596 Faß aus einem Gesamterport von steht: 17 066 784 Faß oder 8,7 Broz. Die Statistiken der deut- Wir können trok biefes Dementis von zuständiger amtlicher Die Thronrede ist auch sonst ein interessantes Attenstück, vorichen Regierung. fo fonstatiert Herr Austin, stimmen Stelle" neuerdings auf das bestimmteste versichern, daß die Nachricht nehmlich durch die nachdrückliche Betonung der Not nicht mit diesen 8iffern; die Mehleinfuhr für den dortigen nicht vollkommen aus der Luft gegriffen" ist. Daß die Vor- wendigkeit der socialen Gefeggebung. Die Thron Konsum beträgt nur ein Viertel der in den hiesigen kommnisse in Weimar den( übrigens schon ein ganzes Jahr latenten) rede kündigt mur ein einziges politisches Gesetz an: die Reform des Ausfuhrstatistiken angegebenen Quantität, während das Quantum Sturm über den Prinzen Alfons zum schnelleren Ausbruche gebracht allerdings schon gänzlich Karikatur gewordenen Preßrechts. Aber importierten Weizens auf das Doppelte angegeben ist. Herr haben, scheint uns auch nicht ganz unwahrscheinlich." pus list auch das ist ein halbes Wunder, denn politischen Fortschritten ist Austin erklärt diese Differenz damit, daß wahrscheinlich der größte Uebrigens versteht man in weiteren Kreisen sehr wohl die Teil des importierten Mehls von deutschen Kommissionshäusern politische Seite der Vorgänge zu würdigen. So hat fürzlich ein man in Oestreich unzugänglicher wie in China. Dagegen kündigt nach andren Ländern verkauft worden sei, während außer dem ultramontaner Arbeiterverein unter Hinweis auf die Affaire es die Thronrede ein wahres Füllhorn wirtschaftlicher und socials direkt von den Vereinigten Staaten importierten Weizen große rundweg abgelehnt, sich an der für den 12. März geplanten politischer Vorlagen an. Von den letzteren, die uns vorzugsQuantitäten desselben über England importiert worden seien." Huldigungsfeier au beteiligen. Die beständige Nüdsichtnahme auf weise interessieren, seien folgende angeführt: die Weiterentwidling Diese Verschiedenheiten der amerikanischen und deutschen An- Berlin bringt eben auch die gutmütigsten Bierbankphilister in den der Gesetzgebung über den Arbeiterschuß und über die Arbeitsgaben giebt der Kreuz- 8tg." dann weiterhin Veranlassung zu nach- Harnisch; diese Thatsache werden gewisse titel und ordenslüfterne geit, ein Gefeß über die Dienstverhältnisse der Handlungsgehilfen, stehender Verdächtigung: Journalisten trotz der größten Anstrengungen bald nicht mehr ver- über die obligatorische Versicherung der Privatbeamten und die Eine Es wäre doch sehr interessant, auch unsre Statistiker tuschen können. 791 deguton oführung der Alters- und Invaliditätsversicherung; die gesetzliche über die Verschiedenheit der beiderseitigen Angaben in Bezug auf Regelung des Auswanderungswesens und der Arbeitsvermittlung, die die Weizen- und Mehlausfuhr nach Deutschland zu vernehmen. Der focialdemokratische Volksverein in Düsseldorf richtete Wenn Amerika vier mal so viel Mehl nach Deutschland aus eine Eingabe an das Stadtverordneten Kollegium, Lösung der Wohnungsfrage für die breiten Schichten der arbeitenden geführt hat, als nach unsrer Statistik hier angekommen ist, so er- 3. H. Herrn Oberbürgermeister Mary, unverzüglich dem Beispiel ver- Bevölkerung, Vorkehrungen gegen die Trunksucht, die Ausdehnung scheint diese Differenz zu groß, um nicht einer Aufklärung zu fchiedener großer Städte, so Berlin, zu folgen und gegen die Pläne der Kompetenz der Gewerbegerichte auf die Angestellten der Bahnen bedürfen; man kann ja auch auf die Vermutung kommen, ameri- der Agrarier und der Regierung, dem Bolte das trockene Brot und Dampfschiffe, die Einbeziehung der elektrischen Bahnen unter tanisches Mehl sei hier unter andrer Etikette eingeführt. Auf zu verteuern, öffentlichen Protest zu erheben. Pflicht der staatlichen das Haftpflichtgefeß das und noch vieles andre will die Regierung jeden Fall muß das untersucht werden." und gemeindlichen Verbände sei es, gegen den unerhörten mit dem Parlament in die Hand nehmen: wieder, wenn das Hätte der Artikelschreiber auch nur eine minimale Kenntnis der Brotwucher ganz energisch die Stimme zu erheben. Barlament will. Herr v. Körber spart, wie man sieht, nicht mit verschiedenen Methoden der deutschen und amerikanischen Statistit, würde er schwerlich so weise Bemerkungen an die Verschiedenheit der Die ,, Berliner Neuesten Nachrichten" find wieder einmal Versprechungen, um die sinzigen Abgeordneten zur Arbeit zu zwingen; Biffern Iniipfen. Die amerikanische Statistit hat nämlich das eng- gegründet" worden. Sie sind in den Besitz einer Aktiengesellschaft mit welchem Erfolge, wird man ja bald sehen. lische Verfahren acceptiert, d. h. als Bestimmungsort einer Sendung übergegangen, die ein Stapital von 575 000 m. besitzt und beim gilt ihr nicht der Ort, nach welchem die Ware schließlich bestimmt ist, Effener Landgericht eingetragen ist. onts சீராம 190 ORD ST18 " bijde stof sid " 161 " " 1 " wenn nur wird den östreichischen Machthabern auch diese Erkenntnis noch einthin bilbft ind your paufen. Sehr kurz und verlegen ist dagegen die Stelle über die brennende Sprachenfrage ausgefallen; ihrer unklaren und 2 verschwommenen Faffung merkt man an, daß sie das Resultat Parlamentarisches. " " " dad Der Kaiser schloß seine Ansprache mit dem Anrufe der Abgeordneten, fie mögen ihrer Verantwortlichkeit bewußt werden. Parteien tönnten gleichsam über Nacht ernst, nüchtern und besonnen werden, wird, wie wir meinen, bald offenbar werden. 1 Das öftreichische Parlament ist aus dem Geleise geraten und mittels Worten, seien sie noch so nachdrücklich und berechtigt gesprochen, ist cine Umfehr nicht zu erzielen. 18wei socialistische Wahlsiege. dp Die Kohlenteuerung. -O Gewerbegerichtswahl. Die Nachricht von einem Siege ber Christlichen bei der Gewerbegerichtswahl in Aachen, die zuerst in der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" erschien, ist nicht zutreffend. In Aachen hat eine solche Wahl überhaupt nicht stattgefunden. Es liegt eine Verwechslung mit M.- Gladbach vor. " Ausland. Der Bergarbeiter- Ausstand in Montceau les Mines dauert fort. Die Bemühungen des Friedensrichters, eine Verständigung der streitenden Parteien herbeizuführen, ist mißlungen, da bie Unternehmer nicht das geringste Entgegenkommen zeigen. Der der Gesellschaft verkehrt. Er hat zwar den socialistischen Bürgermeister au sich geladen, dieser aber hat ihm geantwortet, daß er sich im Stadthaus zu seiner Disposition bereit halte. Am Montag fand eine große Demonstration statt, an der 15 000 Personen teilnahmen. Es war der Jahrestag eines großen Grubenunglücks; am 4. Februar 1895 famen 28 Bergleute durch schlagende Wetter um; die Prozession bewegte sich nach dem Friedhof, um auf den Gräbern der Toten Kränze niederzulegen. Tangen Schwankens, ein Kompromiß zwischen zwei entgegengefeßten Anschauungen ist. Aus den behutsamen Worten find die zwei Grundgedanken der Körberschen Sprachenpolitik sehr undeutlich zu Im Abgeordnetenhause trat Montagabend die 10. Romerkennen: einesteils die Gerechtigkeit" für die Czechen und andren- miffion zusammen zur Beratung des Antrags b. Korn- Nudelsdorf: teils die Einheitlichkeit der Sprache in bestimmten Sphären der er „ bie Die Regierung zu ersuchen, die geeigneten Maßregeln zur Beseitigung Die oberbayrischen Bergarbeiter sind erstaunlich schnell über Verwaltung" fo„ umschreibt" Herr v. Körber die Forderung nach der Mißstände bei dem Verschleiß der Kohlen die Art, wie sie ihre Intereffen richtig vertreten tönnen, aufgeklärt produktion und der daraus entstehenden erheblichen socialen worden, wie verschiedene Ereignisse der letzten Zeit erkennen lassen. der deutschen Staatssprache!- als Kouzeffion für die Deutschen. und materiellen Schäden zu ergreifen." Auf Grund vorausgegangener Jetzt wird wieder aus Miesbach gemeldet, daß dort bei der Bemerkenswert ist mir die Energie, mit der die Thronrede erklärt, Besprechung mit einzelnen Kommissionsmitgliedern ist von dem Wor: Wahl des Arbeiterausschusses die Kandidaten des" Deutschen Bergdaß die czechische Obstruktion auf keine Konzession zu rechnen fizenden der Kommission, Abg. Leto cha( C.) vorgeschlagen und von und Hüttenarbeiter- Verbands" mit großer Mehrheit gewählt wurden. bie habe. Nimmermehr", erklärt der Kaiser, sind Erfolge der Kommission beschlossen worden, die Beratung in nachstehender durch die Lähmung der Boltsvertretung zu er- Reihenfolge vorzunehmen: 1. Feststellung der Produktion gegenüber Der Streit der Pariser Stadtbahn- Angestellten war be aielen." Jm Gegenteil würde die Hemmung der parlamentari- dem Bedarf. 2. Die Stellung des Fistus als Produzent, als Verschen Arbeit selbst die Erfüllung solcher Wünsche verzögern oder fäufer, als Fatturant, zur Syndikatsbildung. 3. Die Frage reits beendet, er droht aber von neuem auszubrechen. Die Gedes behaupteten Monopols von Großfirmen. 4. Genossenschaftlicher sellschaft hatte versprochen, teine Maßregelungen vorzunehmen, sie ganz in Frage stellen, die die Herzen am meisten betegen." Ge- Einkauf. 5. Schlußfolgerungen und Beschlüsse der Kommission. Es entließ trozdem 36 Mann, als sie sich wieder zur Arbeit meldeten. meint ist damit die Forderung nach der inneren czechischen Anits wurde zunächst der erste Punft zur Verhandlung gestellt: Feststellung Die Angestellten haben sich nun an den Minister für öffentliche Arsprache in Czechisch- Böhmen, die von den Jungczechen bekanntlich der Produktion gegenüber dem Bedarf, und in Verbindung damit beiten Herrn Baudin gewandt, der die Vermittelung überals Preis für den Verzicht auf ihre Obstruktion erhoben wird. Die wurden die Fragen diskutiert: War und ist eine Kohlennot bezw. nehmen will. Sprachenfrage wird also entweder im Parlament geregelt oder fie Roblenknappheit vorhanden? Ist eine solche für die Zukunft zu wird überhaupt nicht geregelt werden. befürchten? Es wurden vom Referenten Abg. v. Kessel eine große Reihe von Zahlen beigebracht und Tabellen vorgelegt, um die Produktion, Ein- und Ausfuhr, sowie die Preissteigerung der letzten zu Wie wenig fundiert die Hoffnung ist, die wie auch die Preissteigerung der Braunkohle prozentual weit Präfekt des Distrikts hat in Montceau Wohnung genommen; er bedeutender war als die Steinkohle. Die Einfuhr der Kohle ist 1896 97 gestiegen um 7,1 Proa., 1897/98 um 6,2 Broz. und 1898/99 auch um 6,2 Broz. Dagegen ist die Ausfuhr 1896/97 gestiegen um 6,8 Proz., im Jahre 1897/98 um 12,9 Proz., aber im Jahre 1898/99 hat sie abgenommen um 0,3 Proz. Es wurde ferner behauptet, daß eine Kohlen not nicht vorhanden war, sondern nur vielleicht eine Kohlen knappheit, und daß die letztere hervorgerufen wurde durch einen koloffalen Aufschwung der Industrie, insbesondere der Eiſenindustrie, ferner durch die bedeutenden Forderungen unfrer Marine, namentlich infolge der chinesischen Wirren, weiter durch das Aufhören der englischen Einfuhr wegen des Transvaal friegs und schließlich durch schließlich durch die Streiks in Böhmen und Sachfen. Die Kohlenknappheit habe hauptsächlich bestanden Ende 1899 und im Frühjahr 1900. Augenblicklich sei eine rückläufige KonLohnbewegung in der dänischen Eisenindustrie. Jm junttur zu verzeichnen, da schon viele Zechen Feierschichten eingelegt Frühling vorigen Jahrs wurde zwischen dem Dänischen Schmiedehaben. Für die nächste Zukunft sei keinesfalls eine Kohlennot zu be- und Maschinenarbeiter- Verband" und den verschiedenen Meister- und fürchten. Die Kommission richtete das Ersuchen an die Bertreter Fabrikantenvereinen der Eiſenindustrie zum erstenmal ein Uebers der Staatsregierung, weiteres Material vorzulegen über die Pro- einkommen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse dieses Faches duktion und die Verkaufspreise der Staatsgruben, besonders in den getroffen. Das Uebereinkommen war in einem sehr umfangreichen Jahren 1897 bis 1900, um ein Bild zu gewinnen, wer hauptsächlich Schriftstück niedergelegt. Der Hauptpunkt war die Festsetzung eines an den Preissteigerungen die Schuld trage: die Synditate, Groß- Minimal Stundenlohns von 32 Dere für das händler, Zwischenhändler oder Kleinhändler. Die nächste Sigung Hiermit war feineswegs eine allgemeine Rohnerhöhung einder Kommission soll erst nach zwei oder drei Wochen anberqumt getreten. Im Gegenteil war der Mindestlohn für mehrere Gruppen von Arbeitern fattisch schon höher. Die Arbeiter nur ent, um gingen auf diese Abmachungen überhaupt Die Budgetkommiffion fegte in ihrer Dienstagsigung die er einmal Ordnung in die Verhältnisse zu bringen, und unter der Es ist noch zu bemerken, daß die socialistischen Stimmen seit handlungen über den Nachtragsetat für die China Expedition Boraussetzung, daß im April dieses Jahres eine Revision des Verden allgemeinen Wahlen des Jahrs 1898 von 2903 auf 3400 ge- fort. Es wurde die Einbringung einer Resolution beschlossen, nach trags stattfinden würde. Die Organisation der Arbeiter hat jetzt an stiegen, während die linksradikalen Stimmen von 5541 auf 1579 der dem Reichstage empfohlen werden soll, mit Rücksicht auf die die Arbeitgebervereine der Hauptsache nach folgende Forderungen zurückgegangen sind. Eine neue Bestätigung der in den Gemeinde- Erklärung des Herrn Neichskanzlers, daß eine allgemeine Regelung gesandt: 1. Festsetzung des Minimallohus für Maschinenarbeiter auf wahlen von 1900 gemachten Erfahrung, daß die radikalen Klein- der Invaliden- und Relittenbezüge der Teilnehmer aller deutschen 35 Dere pro Stunde, für Grobschmiede in Kopenhagen 35-40 Dere bürger von Paris sehr leicht von der nationalistischen Demagogie Striege erfolgen soll, von einer Weiterberatung der bezüglichen und für Kleinschmiede 35-38 Dere. Der geringste Lohn, 35 Dere, Vorlage abzusehen. ins Garn gelodt werden. Sodann wurde in der Beratung des Reichs Bostetats gilt für die ersten zwei Jahre nach der Lehrzeit. 2. Einige MendeIn Rimes hat der socialistische Kandidat Fournier, ein fortgefahren, die sich noch immer mit den Einnahmen aus der Boft- ungen in den Verhältnissen der Lehrlinge, um diesen eine beſſere Schmiede- Arbeiter, in der Stichwahl über den Royalisten verwaltung: Gebühren aus Porto. Telegramm und Paketbestellung 4. Revision des Tarifs für Accordarbeiten. Ausbildung zu sichern. 3. Einführung des 9stündigen Arbeitstags. be Bernis mit 8792 gegen 6712 Stimmen gefiegt. Die links- beschäftigt. radikalen Wähler bes ersten Wahlgangs haben in der Stichwahl gemäß der Aufforderung ihres Kandidaten sowie fämtlicher republi- Gewevhldhaftliches. tanischen Deputierten und Senatoren des Gard- Departements in Masse für den socialistischen Arbeiter gestimmt. Damit gewinnt Paris, 4. Februar. of In der Kammer- Nachwahl des 11. Pariser Bezirts galt es, wie bereits berichtet, vor allem den Austurm des nationalistisch- antifemitischen Kandidaten, des berüchtigten Bürgermeisters von Algier, Mar Régis, abzuschlagen. Das ist geschehen, und zwar steht Genosse Allemane mit 2108 Stimmen an der Spize der focialistisch- republikanischen Kandidaten. Der Socialist a bérot, Der Socialist Fa bérot, der sich der schiedsrichterlichen Entscheidung beziehungsweise der Urabstimmung der allemanistischen Parteiorganisation nicht unter worfen hat, erhielt 1292 Stimmen und der Linksradikale Le grain 1579 Stimmen, während Max Régis 2718 und ein nationalisti scher Strohmann 481 Stimmen auf sich vereinigten. Da nun der Berzicht Fabérots und Legrains zu Allemanes Gunsten sicher zu sein scheint, so wird Allemane in der Stichwahl, die bei Kammerwahlen zwei Wochen nach dem ersten Wahlgange stattfindet, den Régis endgültig schlagen. Tim werden. Berlin und Umgegend. Tapezierer. Die Firma Töpfe, Charlottenstr. 18, weigert In Ivry( Frankreich) ist ein Streit der Lampenarbeiter aus gebrochen; gegen 1000 Mann haben die Arbeit niedergelegt, weil die Unternehmer ihnen Lohnabzüge bis zu der Höhe von 1,50 Fr. pro Tag aufottrohieren wollten. ganze Land. Aus der Frauenbewegung. unsre Partei einen neuen Kammersiß, der 1898 mit socialistischer sich, trop der eignen Unterschrift des Herrn Töpfe und trotz dem Frauenvereine hat an den Reichstag eine Petition betreffend die Hilfe zuerst von den Radikalen dem Royalisten de Bernis abgenommen war. In Pantin( bei Paris) wurde in den Bezirksrat der Socialist No I mit 2740 gegen 2690 nationalistische Stimmen wieder gewählt mit einer größeren Mehrheit als in der früheren für ungültig erklärten Wahl. Gestern fanden noch awei senatorische Erfaswahlen statt, in denen die Nationalisten bezw. Melinisten ebenfalls eine Niederlage erlitten, Im Lot Departement fiegte der radikale Kandidat über den Nationalisten mit 450 gegen 185 Stimmen F Beschluß der Achtzehner- Kommission, den Vohn von 60 Pf. zu bezahlen und entließ heute deshalb drei Kollegen. Der vierte, dem der Lohn bewilligt war, legte die Arbeit auch nieder. Herr Töpfe verlangte von den Kollegen, sie sollen der Kommission erklären, daß fie 60 f bekommen, er wolle auch die Lohnzettel so ausfüllen und er gebe fein Ehrenvort, daß von ihm nichts in die Oeffentlichkeit tomme. Einen Vertreter der Achtzehner- Kommission wies er hinaus und drohte mit Klage wegen Hausfriedensbruchs. Die Werkstatt ist gesperrt und ist Zuzug fernzuhalten. mit einer größeren Stimmenzahl als der frühere radikale Senator. Tofenzählung stattfinden, und zwar nur für Mitglieder des Verbands. beranlaßt sehen, weibliche Sachverständige hinzuzuziehen. England. D " Frauen als Gewerbegerichts- Beifizer. Der Bund deutscher Ergänzung des Gewerbegerichts- Geseyes vom 29. Juli 1890 abu gefandt. Es wird darin die Aufnahme nachstehender Bestimmung in das Gesetz verlangt:" Das Wahlrecht und die wählbarkeit zu den Gewerbegerichten wird auf die weiblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgedehnt". Zur Begründung dieser Forderung wird darauf hingewiesen, daß einzelne Erwerbszweige fast ausschließlich von Frauen betrieben werden, so die Puhmacherei, Wäscherei, Blätterei, Kunststickerei usw. Nur aus Männern zusammengesetzte Gerichte seien bei Streitigkeiten in diesen Gewerben schwerlich im Die Verbandsleitung. stande, ein fachmännisches Urteil abzugeben, was schon daraus Achtung, Holzarb etter! Am 15. Februar foll eine Arbeits- hervorgeht, daß die Gewerbegerichte jetzt in solchen Fällen sich häufig Im Somme- Departement wurde ein melinistischer Deputierter von Gs werden zu diesem Zweck in den heute stattfindenden BezirksDie Vampyre der Kellnerinnen. Mit dem Thema: Un= einem republikanischen Senatskandidaten geschlagen. Vertrauensmänner Versammlungen Zählicheine ausgegeben. Jedes reelle Stellenvermittelung" beschäftigte sich der Der vorherrschende Bug des gestrigen Wahltags ist also die Mitglied erhält einen solchen Zählichein. Die arbeitslosen Mitglieder Wilinchener Kellnerinnenverein in seiner legten Versammlung und die Niederlage der nationalistischen Reaktion aller Schattierungen auf tönnen diese Scheine auf dem Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, sowie von der Referentin einer Kellnerin vorgebrachten Thatsachen der ganzen Linie und das Bordringen des Socialismus, der sich auf den Zahlstellen in Empfang nehmen. Die Ausfüllung sind ein neuer Beweis dafür, wie notwendig es eigentlich wäre, daß gewerbsmäßigen, privaten wieder einmal als das stärkste Bollwerk gegen den Nationalismus der Zählscheine darf aber erst am 15. Februar mit der gesamten herweist.n borgenommen werden. Den oberen Teil des Zählscheins Stellenbermittelung einmal aufgeräumt würde. So füllen die Arbeitslosen aus, den unteren die in Arbeit stehenden Kollegen. wurde betont, selbst das städtische Arbeitsamt fei nicht in der Lage, Die ausgefüllten Zählscheine werden von den Arbeitslosen auf dem den Privatvermittlerinnen ernsthafte Konkurrenz zu machen, weil Eine weitere Botschaft Eduard VIL Verbandsbureau entgegengenommen; in den Werkstellen sammeln die letztere bei ihren Auftraggebern, den Wirten, in regelmäßigen Außer der Botschaft an mein Bolt über See" richtete der Vertrauensleute dieselben ein und geben sie in der am 20. Februar Zwischenräumen große Bechen machen und die Wirte sich König eine Botschaft, An mein Volk" und eine dritte Anstattfindenden Vertrauensmänner- Versammlung ab. natürlich die gute Kundschaft nicht wollen entgehen lassen. die Fürsten und das Volk von Indien". Der König Wir ersuchen die Kollegen, darauf zu sehen, daß jedes Mitglied Außerdem scheint es, daß in gewissen großen Lokalen die drückt darin seine tiefe Dankbarkeit für die Kundgebungen für die einen solchen Zählschein ausfüllt, da nur bei allgemeiner Beteiligung Buchhalter, Direktoren 2c.„ abgeschmiert werden und ein Interesse daran haben, die Placeure in jeder Beziehung, namentlich verstorbene Königin aus und erklärt, er werde bestrebt sein, seine der Mitglieder diese aufzunehmende Statistik von Wert ist. Die Ortsverwaltung. durch häufigen Personalwechiel, zu unterstützen; z. B. wurde vor heiligen Verpflichtungen" zu erfüllen. Eduard VII. scheint es ja mit seinen Regierungsgeschäften un- Achtung, Tapezierer( Kleber)! Die Sperre über die Firma einiger Zeit ein Vereinsmitglied ohne Bermittelung von dem erwartet ernst nehmen zu wollen. Man wird freilich den Worten E. Löffler( Moabit), Bandelstr. 1, ist hiermit aufgehoben, da der Restaurateur im Café Luitpold, dem vornehmsten in München, die Thaten folgen lassen müssen. Unternehmer sich schriftlich verpflichtet hat, den tarifmäßigen Lohn engagiert. Als das Mädchen zum Einschreiben zum Buchhalter tam, verlangte dieser von ihm, es solle der Placeurin, die sich gar nicht zu zahlen. Die Lohntommission. bemüht hatte, die üblichen Spesen zahlen. Für solche Stellen müssen Dentsches Reich. 30-50. und noch mehr an Vermittelungsgebühr entrichtet werden! Das ist um jo haarsträubender, als jede Kellnerin einerseits mit G. F. Flechtner am Montag in den Streit getreten. Sie mindestens viermaligem Blagwechsel jährlich zu rechnen hat und fordern eine Lohnerhöhung von 10 Pfennig pro Tag und die Ver- andrerseits in den sogenannten besseren" gofalen, also den fürzung der Arbeitszeit an Sonnabenden um eine halbe Stunde. Cafés und Bierpalästen, te in Gehalt gezahlt wird, ja vielfach Die schwerreichen Inhaber der Firma erklären die geringfügige Lohn- müssen die Kellnerinnen auch noch die vollen Beiträge zur Krankenerhöhung nicht zahlen zu können, obwohl es fich für sie nur um und Invalidenversicherung aus eigner Tasche zahlen. So bekommen eine Ausgabe von rund 12 M. pro Woche handelt, da nur 22 Mangel- die Kellnerinnen im Hofbräuhaus weder Gehalt, gefellen in Betracht kommen. Seit sieben Jahren erhalten die noch kost oder Wohnung, müssen aber für das Saalpußen Zur Kabinettskrise. In Rom cirkuliert das Gerücht, daß das Mangelgesellen denselben Lohn 2 M. pro Lag und seit dem 5 Pf. pro Tisch ihres Reviers entrichten, d. h. fte haben dem Bächter Kabinett Saracco bereits feine Demission gegeben habe. In dem find die Ausgaben für Ernährung, Miete usw. ganz bedeutend ge- eine tägliche Extrafteuer von 35-50 Pf. zur Erhaltung seines Hausneuen Anarchistengeset wird die Vereinigung meh- stiegen. Hinzu kommt noch, daß früher die Mangler die Feiertage personals zu leisten. rerer Anarchisten als gemeines Verbrechen verfolgt mit bezahlt erhielten, während dies jetzt nicht mehr geschieht. Die Bon verschiedenen Seiten wurde und wird behauptet, daß geund die Veröffentlichung von 8eitungsberichten über Streifenden wollen das Gewerbegericht als Ginigungsamt anrufen wisse Vermittlerinnen an ausländische Bordelle Kellnerinnen Anarchistenprozesse verboten. 000 palai und auch die Vermittelung des Gewerbe- Juspettors in Anspruch schicken und zwar wird ein ganz bestimmtes großes Bureau in Bernehmen. Am Sonntag fand in Langenbielau eine stark besuchte bindung mit dieser Behauptung immer wieder genannt, so daß es Versammlung der Mangler statt. Nach einem Referat des Genoffen Pflicht der Polizei wäre, der alles dies nicht unbekannt sein kann, Feldmann ließen sich 70 Manglergesellen in den Textilarbeiterverband da einmal gründlich Nachschau zu halten. aufnehmen. Der Verein hat nun beschlossen, eine eigne Stellenvermittelung Droyßig bei Zeit. Unter den Steinarbeitern des in die Hand zu nehmen, die von einer Reihe von kleinen Aber die großen Rehiesigen Bezirks find Differenzen ausgebrochen. Die Arbeiter legten Wirten zweifellos unterstützt wird. den Bruchbefizern einen Tarif vor, in welchem sie einen Lohn- ftaurateure haben schon wiederholt erklärt, daß fie von den Privataufschlag von 5 Bf. pro Stunde auf den bisher gezahlten Lohn und bureaus nicht abgeben könnten, weil ihnen diefe das schwer er9stündige Arbeitszeit bisher 10 Stunden verlangten. Die hältliche Haus- und Küchenpersonal unentgeltlich besorgen. Meister antworteten hierauf mit einem Accordtarif, der den bis- Das ist aber ein ordinärer Schwindel. Denn erstens lassen sich die herigen Stundenlohn aufheben soll, in dem aber auch zugleich eine Vermittlerinnen auch von diesem Personal Gebühren zahlen, wenn Ferner sollten für diese auch erheblich niedriger find, als die der Kellnerinnen, und bedeutende Lohnkürzung vorgenommen war. sich die Herren noch eine ganz eigene Lagerarbeiten, die also im Vorrat gemacht werden, 20 Broz, weniger zweitens haben Sie melden nämlich ihren gezahlt werden, und dann enthielt der Tarif noch die Bestimmung, Specialvermittlung eingerichtet. daß bei einer 10prozentigen Lohndifferenz, die also noch unter der Bedarf an Hanspersonal bei einem Angestellten der Ent neuen Bestimmung gezahlt werde, feine Streitigkeit aus- bindungsanstalt an und dieser soll brechen dürfe. Am Sonnabendabend wurden dann alle Arbeiter, trauenswürdiger Seite versichert wird Schwangere, die noch die den Tarif nicht anerkannten, gemaßregelt. Es stehen im Aus einige Zeit vor der Entbindung stehen, aber feine Eristenzmittel stand 50 Mann, es arbeiten 5 Boliere und die Lehrburschen. Bis haben, an die betreffenden Wirtschaftsunternehmer bermitteln. Die jezt alles sonst gut! Mädchen erhalten für ihre gar nicht leichte Arbeit meist nur elende da Verhaftung eines Jerfinnigen. Aus London wird gemeldet: Hier herrscht große Aufregung über einen Zwischenfall, welcher sich In Langenbielou find sämtliche Mangler der Firma gestern kurz vor der Abreise des Königs der Belgier abspielte. Ein in den mittleren Jahren stehender Mann, der später als fchwachsinnig befunden wurde, suchte sich an den königlichen Wagen heranzudrängen, wurde aber im legten Augenblick verhaftet. Man glaubt( 1) hier, daß er ein Attentat beabsichtigte. " Italien. Der Boeren- Krieg. Neuer Boereneinfall in die Kapkolonie. Wie Daily Telegraph" vom 3. d. M. aus Kapstadt meldet, glaubt man dort, daß Piet Botha mit 2000 mann und Geschüßen von Smithfield aus in die Kapkolonie eingedrungen ist. Die Boeren in Laurenço- Marquez. Nach im a ag eingelaufenen Depeschen aus Südafrika sollen die Boeren die Eisenbahnstrecke Komatistrat Delagoa bai befegt haben. Englische Rüstungen. Die Londoner Blätter melden aus Sydney, die englische Regierung habe das Angebot der Regierung von New Südwales, 2000 anstatt 1000 Mann nach Südafrika zu senden, angenommen. Australien wird int ganzen 4000 Mann zur Verfügung stellen. wie von durchaus ver Kost und Lagis und nur in den seltensten Fällen einen sehr be- Der Streit in Leschnig, der schon 12 Wochen dauert, ist als aussichts- Generaloberst Wogan und der Chinese Tungindaj gewesen. Seitdem scheidenen Lohn. So verstehen es die Herren Unternehmer, sich los zu bezeichnen. Es wird darauf hingewiesen, daß der Kaffen- würden beide Inselgruppen durch die russische Behörde in Bizowo billige Arbeitskräfte zu verschaffen. bericht des Gauvorstands nicht mit dem in der Holzarbeiter fattisch verwaltet. bis zum 1. De: Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Beitung" übereinstimmt, weil letterer nur zember reicht. Um auch den kleinen Branchen eine Vertretung Montag, den 11. Februar, abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, im Gauvorstand zu sichern, beſchließt die Versammlung, die gah Tekte Nachrichten und Depelchen. Kommandantenstr. 20: Recitations abend von Frau Helma seiner Mitglieder von 5 auf 7 zu erhöhen. Da zu dieser Wahl Steinbach aus Hamburg. Gäste sehr willkommen. Um recht 11 Kollegen kandidieren, wird mit Stimmzetteln abgestimmt und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Bociales. Auch ein Kampf gegen die Konsumvereine. Der Konjum verein Eintracht, eingetragene Genossenschaft in Crimmitschau, foll 10 M. Polizeistrafe zahlen, weil er an feinen Verkaufsläden kein Schild mit den vollständigen Vor- und Zunamen der persönlich haftenden Geſellſchafter angebracht habe. Die Strafverfügung stüßt sich auf Ministerialverfügungen, die solche Vorschriften für die Firmierung gegeben haben. Daß es aber unmöglich ist, sie auf Konsum vereine anzuwenden, wird sofort klar, wenn man erwägt, daß ein Ronfumberein dann seine sämtlichen Mitglieder auf der Firma nennen müßte, wozu wohl eine hübsche Anzahl Hausfronten nötig gewiesen. Zum Abschied des Kaisers aus England. folgendes Ergebnis: 1. Bevollmächtigter: Glode, 1. Raffierer: nicht weniger anziehend find. Es giebt feinen fremden Herrscher, Miele, das Resultat soll im Vorwärts" belanntgegeben werden. London, 5. Februar.( W. T. B.) Als die Fürstlichkeiten auf ( Siehe unten.) Ausgeschlossen werden tegen Verstoß der Fahrt zum Marlborough House die St. James Street passierten, gegen die Grundsätze des Verbands: Quierig und Warm. Der leuchteten ihnen auf einem langen purpurnen Tuchstreifen die Worte Ausschluß der beiden im vorigen Quartal ausgeschloffenen Kol- entgegegen: Goodbye, Kaiser, God bless you.( Lebewohl, Kaiser, legen Engel und Hänsch ist wieder rückgängig gemacht worden. Am Gott segne Dich.) nächsten Mittwoch werden die Formulare zur Arbeitslosen- Die maßgebenden Blätter überbieten sich in Schmeicheleien des 3ählung ausgegeben. Diese sind jedoch erst am 15. Februar deutschen Kaisers. " Standard" sagt: Wir wußten schon, daß auszufüllen. Am Schluß der Versammlung wird noch auf die am der deutsche Kaiser ein Fürst ist von außerordentlicher 12. Februar stattfindende Versammlung der Mitglieder der Gewandtheit, von ungewöhnlichen Fähigkeiten nnungs. Krankenkasse und die Delegierten- Wahlen hin und männlicher Energie des Charakters und haben jezt geſehen, daß er mit allen diesen hohen Gaben einen Adel des Naturells und Die Ersazwahlen zur Ortsverwaltung hatten eine Wärme des Gefühls verbindet, die in solcher Weise selten und Rebiforen: Bost und Kunze. 1. Schriftführer: Leopold, Beifizer: König und Bod, der mehr, als er, unsre Hochachtung und unsre Dankbarkeit vers dient hätte. In den Gauvorstand wurden gewählt: die Tischler Stusche, Nur die Times" meinen etwas nüchtern, daß Familienbande Gegen leichtfertige Baumeister scheint die bayrische Regierung Ahrens, Matthes, der Drechsler Denzer, der Korbmacher Belz und einen direkten Einfluß auf internationale Angelegenheiten ausüben. jezt schärfer vorgehen zu wollen. In einer soeben erschienenen der Parkettbodenleger Walter. Für das fiebente Mitglied findet Ministerialentschließung werden die Staatsanwalte angewiesen, bei zwischen Guth und Kunze Stichwahl statt. red Die Mülhauser Affaire im Landesausschuk. folchen Bauunfällen, die eine Verlegung oder Tötung von Straßburg i. E., 5. Februar.( W. T. B.) Bei der ersten Die im Buchbinderverband organisierten Arbeiter und Straßburg i. E., 5. Februar. Personen zur Folge haben, sofort Antrag auf Vornahme des richter- Arbeiterinnen hielten am Mittwoch im Gewerkschaftshaus eine Lesung des Etats im Landesausschuß für Elsaß- Lothringen gab lichen Augenscheins zu stellen und durch erstellung einer ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ist zu Staatssekretär v. Buttkamer zur Nichtbestätigung des Beigeord: photographischen Aufnahme die Unfallstelle für die Zwede entnehmen, daß alle Branchen im verflossenen Jahr Fortschritte ge- neten Dr. Sehner zum Bürgermeister von Mülhauenit streng der Strafrechtspflege mit der möglichsten Treue festzuhalten. Auch macht haben. Die Buchbinder, Kontobuch, Lederwaren-, Galan- flärung ab: die Regierung habe sich in dieser Angelegenheit streng die Baubehörden werden beauftragt, bei Bauunfällen, die keine Ver- terie- und Etuisbranche haben feils durch Streit, teils durch Ueber- innerhalb der Grenzen der ihr zustehenden geſetzlichen Berfügungen legungen 2c. von Personen verursachen, sofort Vorkehrungen zu einkunft ihre Löhne erhöht. In der Album-, Goldschnittmacher- und gehalten. Dem Gemeinderat stehe allerdings das Recht zu, einen treffen, die es unmöglich machen, daß für ein etwaiges ftrafrichter Sartonbranche wird rege agitiert. Es fanden im verflossenen Jahr Bürgermeister vorzuschlagen, die Regierung ernenne ibn bann aber. liches Einschreiten wichtige Beweismittel durch die Bauunternehmer ftatt: 4 ordentliche, 5 außerordentliche Generalversammlungen, ferner Die vorherige Mitteilung an den Mülhauser Gemeinderat, die Rebeseitigt werden. 13 Mitglieder, 18 öffentliche und 14 Branchenversammlungen, gierung sei nicht in der Lage, eine etwaige Wahl Dr. Helmers anwären. " Einstellung der Arbeitsvermittelung. In einer Verhandlung 42 Ortsverwaltungs-, 8 kombinierte-, 32 Wertstuben- Delegierten, zunehmen, sei lediglich ein Aft des Entgegenkommens gewesen. bor dem Gewerbegericht in München konstatierte der Vorsitzende, 375 Werkstuben und ca. 50 Sigungen der Lohn- und sonstigen Dr. Helmers sei deshalb nicht zum Bürgermeister ernannt worden, daß seitens des städtischen Arbeitsamts die Vermittelung für Kommiffionen. Der Mitgliederstand ist von 2552 auf 4033 geftiegen. weil er für einen so schwierigen Bosten die notwendigen den Beklagten, den Schreinermeister Paul eingestellt wurde. Die Centralfasse balanciert mit 41 763,35 M., die Lokalkasse weist senntnisse und Erfahrungen noch nicht beiige. Der Biedermann hat nämlich die Gewohnheit, feinem seiner Gesellen an Einnahmen und Bestand 14 688,27 M., an Ausgaben Andre Rüdfichten politischer oder konftitutioneller Art feien in feiner den verdienten Lohn zu bezahlen, wohl aber verlangt er von seinen 13 241,63 M. auf. Den Bericht vom IV. Quartal giebt Weise für die Regierung maßgebend gewesen. Arbeitern, daß sie ihm noch Aufträge zubringen sollen. A Hafenarbeiter- Ausstand. Schumacher. Es fanden eine ordentliche, zwei außerordent Zur Frage kaufmännischer Schiedsgerichte hat jetzt der liche General- und zwei Mitgliederversammlungen statt. Die Verwaltung erledigte ihre Geschäfte in elf Sizungen. Verhandlungen Paris, 5. Februar.( B. H.) Aus Dünkirchen wird gemeldet, Verbanddeutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig fanden bei den Firmen Brener, Hermann Sala u. Baumbaß die dortigen Hafenarbeiter in den Ausstand getreten sind; eine Eingabe an den Reichstag ind das Reichs Justizamt ba ch statt, außerdem am 24. Dezember der Gautag. Durch den sie fordern Lohnerhöhung. gerichtet, die, im Gegenfaze zu den Wünschen andrer kauf- erhöhten Beitrag ist ein großer Abgang von Mitgliedern zu ver männischer Vereine, selbständige kaufmännische Schiedsgerichte, oder, zeichnen, der jedoch durch Neuaufnahmen fast wieder ausgeglichen Genua in der italienischen Deputiertenkammer. gemäß dem Antrage Baffermann, Schiedsgerichte im Anschluß wird. Der Mitgliederbestand ist im Laufe des Quartals um 22 gean die Amtsgerichte mit Laienbeisigern, zu gleichen Teilen aus funken. Am meisten sträubten sich gegen die Zahlung des Extra- Tribünen sind dicht gefüllt. Das Haus nimmt die Beratung der Rom, 5. Februar.( W. T. B.) Der Sigungsfaal und die Prinzipalen und Gehilfen bestehend, fordert. Die Angliederung beitrags die Lederarbeiter. Dieselben treten jetzt in Menge aus und der faufmännischen Schiedsgerichte an die Gewerbegerichte Es entspinnt sich über den Anträge und Interpellationen über das Verhalten der Regierung ankönnte, so heißt es in der Eingabe des nationalen Verbands, unter Austritt der Lederarbeiter eine lebhafte Diskussion. Ein Antrag läßlich der Auflösung der Arbeitskammer in Genua wieder auf. Umständen zu einer Betrachtung kaufmännischer Anstellungsverhältnisse ilhelm, den Verbandsvorstand zu ersuchen, mit dem Vorstande über das Verhalten der Regierung anläßlich der Auflösung der Bei der fortgesetzten Beratung der Anträge und Interpellationen aus dem Gesichtspunkte des Gewerberechts führen, und das soll ver- des Portfeuiller- Verbands in Verbindung zu treten, um das mieden werden. Die gesetzliche Stellung der Handlungs Agitationsgebiet abzugrenzen, wird gegen einzelne Stimmen Arbeitsfammer in Genua sprachen Barzilai und Lacava gegen gehilfen ist eine andre als die eines gewerblichen abgelehnt. Den Kassenbericht giebt emser. Die Centrallaffe das Minifterium. Hierauf ergreift der Miuisterpräsident Saracco δαξ Wort und erklärt, Arbeiters, und wenn sich auch die Verhältnisse gegen früher weist an Einnahme 13 385,15 m., an Ausgabe 4174,18 m. auf. die gegenwärtige Beratung berge geändert haben, so ist doch die Notwendigkeit des unter dem Vorwand, daß es sich um die Angelegenheit in Nach Stuttgart werden 9210,97 M. gesandt. Lokalkasse: Bestand thätigen Interesses an dem Gedeihen des Geschäfts bestehen geblieben, und damit das vom Leipziger bleibt Bestand 4812,80 M., Einnahme 3510,68 M., Ausgabe 6876,84 M., Genua handle, ehrgeizige Pläne in sich, die nach Befriedigung hin1446,64 M. Auf Antrag des Kassierers drängten.( Lebhafte Zustimmung.) Was die besagte Angelegenheit Verband stets feſtgehaltene and in Handgehen der Ge- erfolgt nachträglich die Genehmigung der für Streifunterſtügung angehe, so hätten es die Behörden in Genua an Klugheit und Vorhilfen mit den Prinzipalen. Dieses Verhältnis fann aber ausgegebenen 4630,71 M. Die Entschädigung des Staffierers wird forge fehlen laffen, indeffen nehme er seinen Teil an der Berantmöglicherweise gestört werden, wenn die kaufmännischen Schieds- von 100 auf 200 m. pro Jahr erhöht. Die nun gewählte Ver- wortlichkeit für die Vorkommnisse auf sich und erwarte das Urteil der gerichte nach dem Beispiel der Gewerbegerichte und an diefe an= waltung setzt sich wie folgt zusammen: 1. Bevollmächtigter Kammer. Der Minister verteidigt sodann die Haltung der Regierung gegliedert ins Leben gerufen werden. Es kann sehr leicht kommen, Brüd ner; 2. Bevollmächtigter Thielemann; 1. Kassierer und betont, wenn der Streit in Genua zum Blutvergießen gedaß durch eine wüste agitation zu den Wahlen das gute Bemier; Protokollführer Glanert; Berichterstatter Friederici; führt hätte, welche Vorwürfe würde man dann der Regierung Einvernehmen gestört wird und daß Personen zu Beisißern Beisiger gemacht und welche Verantwortung ihr zugeschrieben haben.( Sehr gewählt werden, deren Fähigkeit dazu nur von ihren engeren Partei- Richter, Friedrich, Goldschmidt und Fri. Liebenow. lebhafter Beifall.) Die Sigung wird jodann unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sigung setzt Ministerpräsident Saracco Als Revisoren werden Winter, Schuhmacher und Dust ge seine Rede fort und erklärt, die Regierung habe ohne eine AnwandEs mag daran erinnert werden, daß der obige Verband sehr wählt. In den Gauvorstand wird Schneider gewählt. Als start unter dem Einfluß der zahlreichen Prinzipalmitglieder steht: Silfskaffierer für die Zahlstelle Reichert, Friedrichstraße, wird lung von Schwäche und ohne ihre Befugniffe zu überschreiten, ihre schauungen der Mitglieder überhaupt erklärt sich zur Genüge die Barnimstr. 13 eine neue Zahlstelle zu gründen. Es wird Friedrich weiter führen solle. Wenn dies das letzte Mal für ihn, Sracco, sein daraus und aus den rückständigen politischen und wirtschaftlichen Anehier, als Vertreter Abfa II gewählt. Beschlossen wird ferner, Pflicht gethan. Die Regierung rechne darauf, daß die Abstimmung der Kammer ein genaues Bild liefern werde davon, wer die Regierung sonderbare Stellungnahme. dort Sonntagsvormittags tassieren. Die Zahlstelle Danzigerstraße wird aufgehoben. In die Bibliothekstommission werden Scholz, follte, zur Kammer zu sprechen, so danke er ihr für die zahlreichen, Sonnino ergreift Hoffmann, Hellrich und Frl. Oppentowsky gewählt ihm gegenüber gegebenen Beweise von Rücksichtnahme und WohlDer Bericht der Bibliothekkommission wird zur nächsten Versammlung sodann das Wort zu einer Rede gegen das Ministerium. Im Saale wollen.( Lebhafter, langanhaltender Beifall.) zurückgestellt. herrscht große Bewegung. Es ertönen Rufe: Abstimmung",„ AbStimmung!" Nachdem dann noch zwei weitere Redner gegen das Ministerium gesprochen, wird die Weiterberatung auf morgen vertagt. freunden anerkannt wird. Versammlungen. Günther, Wilmersdorf. Am Mittwoch, den 30. Januar, fand hier eine gnt besuchte Versammlung statt. Reichstags- Abgeordneter Albrecht sprach über:„ Die wirtschaftlichen Krisen und die Arbeiterklasse". Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine furze Bericht über das verflossene Jahr. Es fanden 7 öffentliche Versammlungen, 5 Flugblattverbreitungen im Orte und 3 Agitationstouren statt. Die Einnahme betrug 457,85 m., die Ausgabe 443 M., bleibt Bestand 14,85. An den Streib abgeliefert wurden 215 M. China. Englische Hunnenmeldungen. Sturm im Kanal. sad spoliads/ Cherbourg, 5. Februar.( B. S.) Ein heftiger Sturm herrscht feit gestern im Aermelkanal. Ein Transportschiff, welches nicht genügend beladen war, wurde gegen die Küste geschleudert und scheiterte. Ein Dampfboot, das auslaufen sollte, wurde gegen die Hafenmauer geworfen und in zwei Stücke gespalten. Dank der Schiffe, welche sofort zur Stelle waren, fonnte die Mannschaft der beiden gestrandeten Schiffe, im ganzen 12 Mann, gerettet werden. Der Boerenkrieg. London, 5. Februar.( W. T. B.) Die Blätter melden, in London sei heute nachmittag die nichtamtliche Mitteilung eingegangen, daß die unter dem Kommando des Obersten Blake stehenden Boeren, zu denen auch die irische und die amerikanische Brigade gehören, jekt Lourenço Marquez bedrohen und daß die portugiesische Regierung um Unterstützung durch englische Truppen gebeten habe. Es heißt weiter, daß das britische in Südafrika stationierte Geschwader telegraphisch Befehl erhalten habe, fofort nach Lourenço Marquez abzugehen, und daß britische Truppen in Eilmärschen nach der portugiesischen Grenze unterwegs seien. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Holzarbeiter- Verbands hielt am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain ihre äußerst zahl: reich besuchte Generalversammlung ab. Nach dem Kaffenbericht, ter den Anwesenden gedruckt vorgelegt wird, betrugen die Einnahmen der Hauptkasse im IV. Quartal 1900: 58 182,32 m., die Ausgaben 35 241,25 M., so daß ein Guthaben der Lokalkasse von Diskussion. Alsdann gab der Vertrauensmann Müller den 22 941,07 m. für das nächste Quartal verbleibt; die Einnahmen der Lokaltasse: 107 624,46 M., die Ausgaben 12 700,59 M. und demnach beträgt der Bestand für das nächste Jahr: 94 923,87 m. Dem Bericht des Vorstands ist zu entnehmen, daß das bergangene Jahr ein recht bewegtes gewesen ist; im Frühjahr infolge des Streiks und dann später durch die Angelegenheit der Stontrollbücher. Die Zahlstelle hat jest 12 000 Mitglieder. Bei dieser Mitgliederzahl ist es nicht möglich, alle Angelegenheiten in Mitgliederversammlungen zu regeln, darum soll ,, Morningleader" berichtet, daß die Regierung sofort nach Zu immer mehr Wert auf das Vertrauensmänner- Syſtem gelegt werden. sammentritt bes Parlaments über die Lage in China inter Wichtige Mitteilungen sollen zukünftig den Vertrauensmännern geDie militärischen Operationen, so bruckt zugestellt werden, daß diese sich selbst besser informieren pelliert werden wird. und die Angelegenheiten mit ihren Werfftubenkollegen beraten können. sagt das Blatt, seien mit unglaublicher Brutalität geBezüglich der Sache der Kontrollbücher" wird auf die am führt worden und die jüngsten Expeditionen ins Innere erklärten Eingang des Saals verteilten Cirkulare aufmerksam gemacht und werden sich nur dadurch, daß die Offiziere eine reiche Beute zu machen die Mitglieder aufgefordert, diese genau durchzulesen und sich hofften. besonders über die vor dem Einigungsamt festgelegten Bedingungen zu unterrichten. Der Rechtsschutz wurde infolge der Einführung In dem am Dienstag im Elysee abgehaltenen Ministerrat des Innungs- Schiedsgerichts in erhöhtem Maße in Anspruch ge- teilte der Minister Delcassé mit, daß die fremden Gesandten nommen. Es waren 20, 25 bis 30 Fälle in einem Vierteljahr zu in Beling heute mit den chinesischen Bevollmächtigten eine Beerledigen, wogegen früher nur 6 bis 7 Fälle gemeldet wurden. Es sprechung haben werden bezüglich der Ausführung der in der Kollektiv- Bei dem Ueberfall auf den englischen Posten in Modderfontein wird darauf hingewiesen, daß spätestens 8 Tage nach Einreichung note gestellten Bedingungen. Wie Delcassé weiter mitteilte, am 30. Februar wurden auf englischer Seite ein Offizier getötet der Klage Verhandlung stattfinden muß, widrigenfalls die Sache vor ist die französisch- belgische Eisenbahn Peking- Hantau, welche auf und einer verwundet, ferner 28 Mann getötet oder verwundet. dem Gewerbegericht anhängig gemacht werden kann. Ueber einen eine Strede von 135 Kilometer zerstört worden war, dort wieder solchen Fall wird nächstens das Landgericht zu entscheiden haben. völlig hergestellt und der Verkehr wieder aufgenommen worden. Weil unterstügungen und Darlehen von mehreren Mit- Die Eisenbahn- Linie, deren Endstation sich früher 14 Kilometer von gliedern in unverantwortlicher Weise ausgenügt worden sind, wird Beling befand, ist bis in die chinesische Hauptstadt hinein verlängert folgender Antrag einstimmig angenommen:" Unterstügungen und worden. Die Züge sind bereits vorgestern dort eingefahren. Darlehen können nur in äußerst dringenden Fällen gewährt werden. Die Antragsteller müssen mindestens zwei Jahre Mitglied des VerEinem der Rhein.- Westf. 8tg." zur Verfügung gestellten Privatbands sein." Die Kontrollkommission hat in allen Bezirken briefe, datiert Tientsin, 8. Dezember, find die folgenden Angaben eine rege Thätigkeit entfaltet und war sehr in Anspruch genommen. Ein eingehender Bericht kann nicht gegeben werden, weil die Obmänner ihre Berichte noch nicht eingeliefert haben. " entnommen: Delcaffé über China. Englischer Waffenschmuggel? Kapstadt, 5. Februar.( Telegramm des Neuterschen Bureaus.) London, 5. Februar.( W. T. B.) Nach einer Veröffentlichung des Amtsblatts ist die Einfuhr von Waren in Transvaal mur nach eingeholter Erlaubnis der Militärbehörde und gegen Bahlung von Abgaben gestattet. Die Insel Réunion" wird für durchseucht mit der Beulenpest erklärt. Wien, 5. Februar.( B. H.) Der aus Bremen nach Unterschlagung von 3000 m. geflüchtete Handlungsgehilfe Emil Lücke wurde hier verhaftet. Der größte Teil des Gelds wurde noch bei Sonst in Tientsin geht alles seinen Weg. Wir können uns ihm vorgefunden. Budapest, 5. Februar.( B. H.) Die chinesische Regierung be= Diese auch mit den Franzosen und Russen gut verstehen, denn wenn werden aufgefordert, dies umgehend zu erledigen. Bei man auf der Straße einen Russen trifft, so soll man immer gleich stellte bei der Arader Waggon- und Maschinenfabrit 1000 Eisenbahndem Arbeitsvermittler gingen 938 Adressen ein, mit ihm trinken. Die Engländer haben bei uns keine Nummer. Wir wagen mit furzer Lieferzeit. von denen 786 erledigt werden konnten; Fiume, 5. Februar.( B. H.) In der hiesigen chemischen Fabrik im ganzen Jahre haben vor einigen Tagen englische Schiffe auf dem Peihoflusse 5360, wovon 3637 erledigt wurden. Aus der Bibliothek revidiert und fanden auf denselben Särge vor. Auf unfre Fragen, Union" fand eine Explosion statt, wobei ein Arbeiter getötet wurden 1689 Bücher entlichen, darunter 900mal Romane. Einwohin sie mit den Särgen wollten, gaben sie zur Antwort:„ Wir und mehrere schwer verletzt wurden. Antrag auf Anstellung eines besonderen Bibliothekars, der die Ver- müssen Tote holen von uns aus Paotingfu. Uns wurde das aber Lausanne, 5. Februar.( W. T. B.) In der Frage der Auspflichtung haben soll, bis 8 Uhr abends ſeines Amtes zu walten, verdächtig; wir ließen uns einen öffnen und fanden ihn voll lieferung des Anarchisten Jaffet beschloß das Bundesgericht, eine wird der Verwaltung überwiesen. Hinsichtlich der Gau Waffen. Die sämtlichen Schiffe wurden beschlagnahmt. Also mit Attenvervollständigung in dem Sinne anzuordnen, daß die italienischen tonferenz wird auf den ausführlichen Bericht in der Holz- so einem Volt soll man zusammenhalten, das an den Feind Waffen Behörden ersucht werden, diejenigen Handlungen genau anzugeben, welche als Afte der Teilnahme Jaffeis an dem durch Bresci ausarbeiter Zeitung" verwiesen. Die Agitation in der Proving verkauft! war eine sehr rege. Der Umstand, daß die Vororte Berlins geführten Verbrechen wirklich qualificiert werden können. Paris, 5. Februar.( W. T. B.) Der Minister des Aeußern selbständige Bahlstellen bilden, hat zu Differenzen mit der Nowoje Bremja" teilt aus zuverlässiger Quelle mit, daß von Delcaffé empfing gestern eine Abordnung der Cichorienfabrikanten, Berliner Bahlstelle geführt. Der Gauvorstand hat eine Einnahme von 1134,50 M. zu verzeichnen, eine Ausgabe von 977,78 m. ben im Meerbusen von Korea gelegenen Inselgruppen vier bie fich über die von Deutschland geplante Erhöhung der und einen Bestand von 156,72 M. In Trebbin wurde nach vierzehn- BI onde- Inseln und neun Elliot- Inseln traft einer Cichorienzölle beschwerten. Der Minister versprach, alles auf vierzehn- Blonde- Inseln tägigem Streit eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit um russisch- chinesischen Konvention mit dem Kwantunggebiet an Ruß zubieten, um eine Erhöhung der Zölle auf franzöfifche Cichorien drei Stunden und eine entsprechende Erhöhung der Löhne erzielt. I and übergeben wurden. Unterhändler seien der russische hintanzuhalten. 0 Rußland annektiert. Berantwortl. Rebacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Mag Babing in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 31. 18. IahrWg. 1 Neichsksg. 41. Sitzung vom Dienstag, de» 6. Februar 1VV1, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Nieberding. Die zweite Lesung des Etats der Reichs-Justizverwaltung wird beim Titel Staatssekretär fortgesetzt. Abg. Bargmann sfrs. Bp.): Die Auskunft des Herrn Staatssekretärs auf die Frage nach der Einführung eines einheitlichen Strafvoll.zugs und der bedingten Verurteilung ließ erkennen, daß wir für lange£jeit nicht auf derartige Vorlagen rechnen dürfen. Der einheitliche Strafvollzug würde den Bau von Ge- fängnissen notwendig machen, die etwa 60 Millionen Mark kosten würden. Bei den jetzigen Zeitläuften können wir auch kaum darauf rechnen, daß ein andrer Geist in dieser Reform sich zeigen würde, als der der preußischen Justizverwaltung, von der uns Herr Stadt- Hägen gestern einige Proben mitgeteilt hat. Ich bedaure deshalb die Ver- zögerung dieser Reform durchaus nicht, dagegen darf die Einführung der bedingten Verurteilung nicht länger verzögert werden, sonst ver- sumpft diese notwendige Reform gönzlich. Redner fordert eine Herauffetzung der Straftnündigkeit vom zwölften auf das vierzehnte Lebensjahr und erklärt im Hinblick auf die Anträge auf Abänderung der Strafprozeßordnung, daß die große Mehrzahl seiner politischen Freunde unbedingt an der Besetzung ver Strafkammern mit fünfRichtern festhalte. Die kaufmännischen Schiedsgerichte müßten an die Gewerbe- gerichte und nicht an die Amtsgerichte angegliedert werden. Das Be- dauern, daß der Konitzer Mord noch immer nicht gesühnt ist und daß eS nicht gelungen ist, Licht in die dunkle That zu bringen, ist allgemein. Eine Kritik über die Führung der Untersuchung' gehört aber ins Abgeordnetenhaus, nicht hierher! Angesichts der Flut von Majestätsbeleidtgnngs- Prozessen halte ich eine Revision der betr. Paragraphen des Strafgesetzbuchs für dringend notwendig. In der Frage der Entschädigung für unschuldig Verhaftete dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen. Abg. Dr. Herzfeld sSoc.): DaS Kapital, der Kapitalismus, erzeugt Leute wie Tternberg, erzengt Schichten, aus denen unglückliche Kinder hervorgehen. Aber direkt hat es mit diesem Prozeß nichts zu thuu. Wohl aber hat das Geld eine verhängnisvolle Rolle in diesem Prozeß gespielt, es ist das Geld gewesen, das einige Verteidiger über die Schranken hinausgelockt hat, die ihr Beruf' ihnen auf- erlegt. Falsch aber ist die Behauptung, daß das Geld im Könitz- Fall eine Rolle gespielt hat. Verheerend hat in Könitz ein Zersetzunasprozeß gewirkt, der die Bevölkerung dort ergriffen hat. Der Antisemitismus hat eine» Druck auf die Behörden ausgeübt, die Untersuchring ganz nach einer einseitigen Richtung zu führen. Ein Fall, Ivo der Kapitalismus wirklich.über die Justiz gesiegt hat, ist die Verurteilung unsres Kollegen Molkenbuhr in Hamburg wegen Auffordenrng zum Ungehorsam gegen die Lübecker Streikposten- Verordnung. In Hamburg sind die Beziehungen zwischen Justizbehörde und Großkapital besonders eng. Glücklicher- weise hat sich das Reichsgericht auf einen andern Stand- Punkt gestellt. Es hat das Urteil des Hamburger Ge- richts aufgehoben und Molkenbuhr ohye weiteres freigesprochen. Redner teilt aus dem Urteile des Reichsgerichts die Gründe mit, die zu diesem Freispruch geführt haben und fährt fort: Das Reichs- gericht hat auch zu gleicher Zeit gesagt: Ich kann hier nicht anders, ich muß erkennen, wie ich erkannt habe. Fangt die Sache nur schlau an, man kann das Streikpostenstehen doch unterdrücken. Und dazu giebt es Anweisungen: Man könne ja dazu die Straßen- Ordnung benutzen; aber das ist eine Maskierung, das ist eine Verletzung des RcichSgesetzes. Es folgt daraus, daß sobald als möglich Bestimmungen zu treffen sind, welche der Landes- regicrung diese Umgehung deS Gesetzes unmöglich machen. Der Zug der Landesregierungen, durch Landesrecht Reichsrecht zu brechen, ist vom Reichsgericht nicht gebilligt worden. Ich hoffe, daß diese Nichtbilligung derartige Versuche künftig etwaS ein- schränken wird. Ich habe daS Wort genommen, um Vorgänge bei dem MrineidS- Prozeß gegen den Händler Holst in Güstrow in Mecklenburg zur Sprache zu bringen, die deutlich beweisen, daß die Justiz das Werkzeug politischer Leidenschaft gewesen ist...(Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen nicht sagen, daß ein deutscher Gerichtshof das Organ der politischen Leidenschaft der Regicrung geworden ist. Ich muß jeden deutschen Gerichtshof dagegen in Schutz nehmen.(Bravo! rechts und im Centrum.) Abg. Dr. Herzfeld(fortfahrend): In Mecklenburg hat der Kapitalismus stärker als sonst wo, das Herrenrecht.(Sehr richtig, bei den Socialdemokraten.) Es sieht im Kampf der organisierten Nichtbesitzenden einen Kampf, der an ihren. Herrenrecht rüttelt. Deshalb ist der politische Kanipf in Mecklenburg besonders scharf.(Sehr richtig I bei den Socialdcmo- kraten.) Redner führt hierauf den bekannten Fall Holst vor. Der Prozeß wurde eingefädelt als politischer Tendenzprozetz, ohne daß auch nur die Spur einer Thatsache dafür vorhan- den war, daß aus politischen Gründen ein Meineid geschworen worden sei. DerLandgerichtsdircktor Schmidt, derHolsts Verhaftung veranlaßt hatte, fühlte sich unbefangen genug, auch in dem Schwurgerichts- Prozesse gegen Holst den Vorsitz zu führen. Der Schwurgerichts-Prozeß begann in der üblichen Weise: Geschworne waren in der Hauptsache Gutsbesitzer, Gntspächter, Förster usw. Der Angeklagte wurde vom Vorsitzenden gefragt: Sind Sie Social- demokrat? Sind Sie Mitglied deS socialdemokratischen Vereins in Wismar? Der Angeklagte stutzte. Politische Vereine sind in Mecklenburg nicht gestattet. Da schrie ihn der Vorsitzende an: Sind Sie taub? In einem späteren Prozeß hat der Landgerichts- Direktor Schmidt als Zeuge bekundet, daß er so gefragt habe, um den Geschwornen ein Motiv an die Hand zu geben, weshalb der Ange- klagte einen Meineid geschworen habe!(Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Der Prozeß war vom Staatsanwalt ans politischen Tendenzen eingeleitet, er war nach dem eignen Zu- geständnis des LandgerichtS-Tirektors weiter nichts als ein politischer Prozeß der schlimmsten Sorte. Bei den Geschwornen war von dem Manne nichts bekannt, auf nichts andres sei Wert gelegt worden, als daß er socialdemokratijchcs Ausschußmitglied in Wismar sei, und daß die Leute, für die er den Meineid geleistet haben solle, � eben- falls Socialdemokraten seien, lind nun erklärte der Holst da- gegen: das mag ja alles sein, aber ich kann doch nicht schwören, daß ich den Ruf gehört habe. Darauf ruft ihm der Vorsitzende entgegen: Das glaubt Ihnen kein Mensch! Ich kann Ihnen dies alles als Ohrenzeuge erzählen. Ich hatte vorgeschlagen, den Wollenberg als Zeugen zu vernehnien, zu dessen Gunsten Holst den angeblichen Meineid geleistet haben sollte. Wollenberg hatte das lebhafte Verlangen geäußert, doch endlich als Zeuge vernommen zu werden. Da rief der Staatsanwalt: Wenn Wollenberg hier bezeugt, daß er hinausgegangen ist und nicht gerufen hat. dann lasse' ich ihn auf der Stelle verhaften. (Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ist jemals ein solcher Terrorismus i» einem GerichtSsaal dagewesen? (Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Welche Wirkung mußte diese Drohung auf die Geschwornen haben! Ihre Beratung dauerte vier Minuten, dann kamen sie mit dem„Schuldig" heraus, und das Gericht verurteilte Holst zu Z Jahren Zuchthaus.(Bewegung. Hört I hört! bei den Soc.) Als der Vorsitzende in einem späteren Prozeß aufgefordert wurde, einen objektiven Prozeßbericht zn verfaffen, schrieb ilcs Jarairts" er darin, daß die Geschwornen sich durch die Treibe- reien des socialdemokratischen Parteiführers Herzfeld von dem Wege, den sie als recht erkannt hätten, nicht hätten abbringen lassen.(Hört! hört I bei den Socialdemokraten.) Kanu man sich einen schlimmeren Ausbruch politischer Leidenschaft denke»? Der Ver- teidigcr steht diesem Gerichts- Vorsitzenden nicht als Jurist, sondern als Parteiführer gegenüber. Als Schmidt aufgefordert wurde, Thatsachen dafür anzuführen, daß der Verteidiger seine Be- fugnisse überschritten hätte, konnte er nur sagen, daß der Verteidiger einige Bekundungen der Polizisten bemängelt und so den Ge- schwornen den Gedanken nahe gelegt habe:„Wenn Ihr nicht thut, wie ich will, dann geht es Euch' schlecht, dann wird Furcht und Schrecken unter Euch herrschen."(Heiterkeit.) Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß wir eS hier mit einem politischen Tcndenzprozeß schlimmster Sorte zu thnn haben. (Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Holst wurde ver- urteilt, nickt weil eine objektive Beweisführung ihn des Verbreckens des Meineids überführt hätte, sondern weil er Socialdemo- k r a t war. Die Prozeßführung hatte eS soweit gebracht, die politischen Leidenschaften der Geschwornen zu erregen.(Sehr wahrl bei den Socialdemokraten.) Die Geschwornen hatten nicht mehr den einzelnen Fall vor Augen, sondern die Socialdemokratie. Sie sprachen das Urteil aus, nicht um einen Schuldigen zu strafen, sondern um die Socialdemokratie niederzu« halten.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Diese Dinge sind aber nur möglich bei der jetzigen Zusammensetzung der Schwur- gerichte und bei der Prozeßführung, die die Prozeßordnung dem Vorsitzenden ermöglicht. Solche Fälle sind ganz be- sonders geeignet, jedem klar zu machen, daß die Znsammensetzung der Schwurgerichte geändert werden muß, daß alle Schichten der Bevölkerung unter den Geschwornen vertreten sein müssen. Glaubt irgend jemand hier im Hause, Holst wäre verurteilt worden, wenn dort nicht seine politischen Feinde, seine erbitterten politischen Gegner gesessen hätten? (Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Noch auf einen andren Fall will ich eingeben, der auch charakteristisch für die politischen Zustände Mecklenburgs ist. Es handelt sich um das Mecklenburger AuSführungSgesetz zum Gesetz über den Unterstützungs- Wohnsitz. Danach kann die persönliche Freiheit ohne gerichtliche Untersuchung rein im administrativen Ver- fahren genommen werden auf unbestimmte Zeit, ohne daß der Be- treffende auch nur die Nachricht erhält, daß em Verfahren gegen ihn schwebt, ohne daß er auch nur das Recht der Vorführung befitzt. Es handelt sich um folgenden Fall. In Schwerin wohnte ein Schneidermeister, der mit seiner Frau in Unfrieden lebte, weil er aufS Land ziehen, sie aber in der Stadt bleiben wollte. Die Fran ging schließlich mit den Kindern zu den Eltern. Als die Frau ihn verlassen hatte, zahlte der Mann keine Unterstützung, so daß die Stadt Schwerin im Oktober v. I. der Frau 8 M. Unterstützung zahlen mußte. Der Dirigent der Armen- Verwaltung, der zweite Bürgermeister von Schwerin, ließ die beiden Leute kommen. Der Mann versprach zu zahlen, zahlte aber nicht, zog auf ein Dorf und eröffnete ein Geschäft. Am 20. Dezember schrieb der Mann nach Schwerin, er hätte ein gut- gehendes Geschäft und habe seine Frau wiederholt aufgefordert, zu ihn, zu kommen. Die städtische Armenverwaltung sollte seiner Frau nun keine Armen« Unterstützung mehr zahlen, sondern sie zu ihm schicken. Die Armen- Verwaltung ließ nichts von sich hören. Da erscheint im Februar ein Gendarm, der den Auftrag hat, den Mann zu verhaften und nach dem Schweriner Armenhaus zu transportieren. Trotz allen Protestes wird der Mann hingebracht, eingekleidet, mutz Zwangsarbeit verrichten, die Jacke der Arbeitshäusler an- ziehe» nnd in die Reihe treten. Der Bruder des Verhafteten protestiert gegen die Verhaftung beim zweiten Bürgermeister. Daraufhin verfügt dieser, der verhaftete Mann sei eine Woche später wieder vorzuführen.(Hört! hört!) Inzwischen geht das Geschäft des Mannes zu Grunde. Endlich wird er vorgeführt. Er sagt zum Bürgermeister:„Wie können Sie mich verhasten? Da hört doch alles auf!" Der Bürgermeister erwidert:„Wir haben im Februar wieder 16 Mark Armen- Unterstützung gezahlt, und Ihnen Briefe nachzutragen, haben wir nicht nötig." Dann verließ er den Mann ebenso unceremoniell, wie er ihn ver- haftet hatte. Für Transport und Verpflegung im Armenhause hatte er 20 M. zu zahlen. Seine Anzeige gegen den zweiten Bürger- meister wegen amtlicher Nötigung und Freiheitsberaubung wurde vom Staatsanwalt in Schwerin zurückgewiesen.(Hört, hört! bei den Socialdemokraten.) Auf seine Beschwerde lehnte auch der Oberstaatsanwalt die Er- öffnung des Verfahrens gegen den Bürgermeister ab. Wenn es auch möglich sei, daß der Bürgermeister seine Amtsbefugnis überschritten hätte, so könne doch auf keinen Fall angenommen werden, daß er in böser Absicht gehandelt hätte und deshalb müsse die Strafverfolgung unterbleiben. Der Schneidermeister ging an das Ober- Landesgericht in Rostock, und das Gericht entschied. Die Beschwerde des Schneider- Meisters, daß der Bürgermeister die strafrechtlichen Folgen habe erkennen müssen und sich der Unrechtniäßigkeit seiner Handlung bewußt gewesen sei. ist begründet. Selbstverständlich mußte er als Bürger- meister wissen, was er that; aber der Bürgermeister war vollständig im Recht. Was er gethan hat. entspricht den Mecklenburgischen Ge- setzen.(Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Und zwar beruht diese Befugnis auf dem Mecklenburgischen Ausführungs- Gesetz zum Unterslützungswohnsitz- Gesetz. Danach ist es nämlick jedem Ortsarmcn- Unterstütznngsverband gestattet, einem Hilfsbedürftigen Unterstützung durch Zuweisung von Arbeit resp. durch Unter- bringung in einer öffentlichen Armen« oder Arbeitsanstalt zu gewähren, die dem Ortsverbande zu solckem Zweck zugänglich ist. In diesem Falle ist der Unterstützte dem Reglement solcher Anstalt unterworfen, insbesondere auch zu den durch dasselbe vorgeschriebenen Arbeiten verpflichtet. Dieses AnsführungSgesetz beruht auf dem§ 8 des RcichSgesetzes über den Unterstützungswohnsitz, welches be- stimnit, daß im Fall der Hilfsbedürftigkeit die Landesgesetze die Art nnd das Maß der Unterstützung zu bestimmen haben. DaS Armenhaus in Schwerin sagt in keinem Statut, daß es dazu bestimmt ist, Personen, welche durch ihre Schuld unterstützungsbedürftig werden, zu bessern, sie an Arbeit zu gewöhnen, sie durch Zucht zu besseren Menschen zu machen. Es bestimmt, daß die Zeit der Unterbringung im Belieben der An- stalt steht. Es ist also ein Arbeitshaus'im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Arbeit ist Zwangsarbeit, der Aufenthalt von un- begrenzter Dauer. Das Strafgesetzbuch aber bestimmt in seinen §§' 361 und 362, in welchen Fällen die Strafe des Arbeitshauses angewandt werden kann. Die Materie ist also reichs- gesetzlich geordnet. ES ist ausdrücklich verboten, auf administra- tiven« Wege einem Menschen die Freiheit zu entziehen. Und auch'die preußische Verwaltung steht ganz auf demselben Standpunkt. Es handelt sich hier offenbar um einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Rcichsgesetzes, nnd die Frage hat ja auch eine wirtschaftliche Seite. In diesen Arbeitshäusern in Mecklenburg sind jährlich 3000—4000 Personen. Nur arbeitsfähige Personen iverden aufgenommen. Der Verdienst konimt ihnen nicht selbst zu, sondern dem Arbeitshanse. Das Arbeitshaus tierleiht diese Leute den Gutsbesitzern zn einem Preise, mit dem die freien Arbeiter nicht konkurrieren können. (Hört, hört I bei den Socialdemokraten.) Auch dieses mecklenburgische Ausführungsgesetz ist in letzter Linie ein Ausfluß deS Herrenrechts. Und dieses Herrenrecht kommt auch zum Ausdruck in den gesetzlichen Bestimmungen vom 30. September 18S6, nach welchen Grundsätzen Leichen der Anatomie übergeben werden sollen. Danach werden an die AnaOmie abgeliefert die Leichen aller solcher Personen, welche in einem Arbeitshause oder in einer Abteilung . Uiiliaach, 6. Mim 1901. desselben als Häftlinge verstorben sind, wenn in dem Arbeitshause nur solche Armen untergebracht werden, welche mit Auswendung aller ihrer Kräfte und Mittel für sich und die Ihrigen selbst zu sorgen im stände gewesen wären. Also auch unsrem Schneidermeister hätte es passieren können, wenn er im Arbeitshause hätte bleiben müssen, daß seine Leiche der Anatomie übergeben worden wäre. Das sind Zustände, welche mit dem Geist der Reichs- gesctze in schroffstem Widerspruch stehen. Wir haben keine Möglichkeit, diese Bestimmungen vor das Reichsgericht zu bringen, sie bleiben vor dem Oberlandesgericht. Die Reichsregierung hätte alle Veranlassung, auf die Abänderung des Ausführungsgesetzes zu dringen, das mit den positiven Bestimmungen des Rcichsgesetzes in Widerspruch steht. (Bravo I bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Nieberding: Ich glaube, daß der Reichstag unter demselben Eindruck stehen wird, den ich hatte, daß es-eine starke Anforderung an einem Vertreter der Negierung ist, hier eine sachlich zutreffende Antwort zu geben. Ich möchte mich daher auf einige Bemerkungen beschränken. Was den letzten Gegenstand betrifft, den der Herr Abgeordnete hier vorgebracht hat, so hat dieser mit der Reichs- Justizverwaltung nichts zu thun. Es ist ein Irrtum des Herrn Abgeordneten, wenn er annimmt, daß das Arbeitshaus, von dem er gesprochen, identisch ist mit dem Arbeitshaus, von dem das Strafgesetzbuch spricht. Diese beiden haben gar nichts mit einander zu thun, und aus den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs kann nichts hergeleitet werden, was eine Kollision zwischen Reichs- und Landes- gesetz in diesem Fall beweisen würde. Der Herr Vorredner ist auf die Lübecker Streikposteu-Ber- ordnung zurückgekommen. Ich habe mich im vorigen Jahre durch- aus nicht zu der Sinnlosigkeit hinreißen lassen, zu sagen, daß auf landesrechtlichcm Wege alles geschehen könne, um das Koalitionsrecht Praktisch zu beseitigen. Ich habe nur betont, daß aus dem Koalitions- recht niemals die Freiheit für den Arbeiter hergeleitet tverdcn darf, sich hinwegzusetzen über alle Verordnungen, die für alle übrigen Bürger gegeben werden. Das Reichsgericht scheint sich auf denselben Standpunkt zu stellen wie ich und hat damit das Mißfallen des Vorredners erregt. Die Ridhter des Reichsgerichts stehen zu hoch, als daß ich ein Wort zu ihrer Verteidigung zu sagen brauchte. (Bravo! rechts.) Der Herr Vorredner ist ausführlich auf einen Meineidöprozcst eingegangen, der vor einem mecklenburgischen Geschwornengencht geführt worden ist. Ich kann es menschlich sehr wohl begreifen, daß der Herr Redner, der diesem Meineidsprozeß sehr nahe ge- standen hat, von dem Ausgang dieses Prozesses, der sehr schlver einen seiner Gesinnungsgenossen traf, erschüttert worden ist. Ich glaube auch an seine Absicht, hier eine objektive Darstellung der Vor- gänge zu geben. Er hat aber von vornherein behauptet, der Staatsanwalt habe einen Tendenzprozeß eingeleitet, er hat Richter und Zeugen scharf kritisiert und die Ge- Ichwornen der Parteileidenschaft bezichtigt. Er läßt gar nichts bestehen außer feiner eignen Objektivität.(Sehr gut! rechts.) Schon bei früheren Gelegenheiten habe ich darauf hingewiesen, daß hier, wo die politischen Parteien mit einander kämpfen, nicht der Platz ist, um Prozesse zu revidieren und zu entscheiden. Die Unabhängigkeit der Gerichte ist geschützt Hier wollen Sie Urteile fällen, ohne vonAuge zu Auge, von Ohr zn Ohr den Sachverhalt zu vernehmen. Das ist ein Widerspruch gegen unser ganzes Rechtssystem. Ich hoffe, daß das Haus und auch die öffentliche Meinung einsehen tvird die Unmög- lichkeit, das Urteil eines gesetzlichen Gerichtshofs hier einer nach- träglichen Kritik zu unterwerfen. Einer der Zeugen deS Prozesses ist den heftigsten Angriffen in der socialdemokratischen Presse aus- gesetzt worden. Der Vorwurf des Meineids ist gegen ihn erhoben worden, nur um ein Wiederaufnahme- Verfahren durchzusetzen. Wenn ein Unschuldiger verurteilt ist, bin ich der erste, der für die Wiederaufnahme eintritt, aber auf dem Wege, der hier eingeschlagen worden ist, wo Staatsanwalt, Richter, Zeugen und Geschworne, wo alles verdächtigt worden ist, läßt sich ein Wiederanfnahme-Verfahren nicht herbeiführen. Der Rcdacteur der Zeitung, die den Vor- Wurf des Meineids gegen den Polizisten Schütte erhoben hatte, ist hier in Berlin z» 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf die Sache selbst kann ich nicht weiter eingehen, nnd selbst wenn ich es könnte, würde ich es nicht thun. denn Prozesse gehören nicht vor den Reichstag.(Bravo I rechts.) Abg. v. Czarlinski(Pole): Der Herr Staatssekretär meinte gestern, daß eS zahlreiche Fälle gäbe, wo weibliche polnische Namen mit ki endigten. Das mag in Ausnahmefällen vorkommen. Hier kommt eS aber darauf an. daß der freie Wille des Einzelnen respektiert werden muß, nnd das geschieht seitens der Beamten nicht. Abg. Bindewald(Antis.) tritt für Verbilligung der GcrichtSIosten, der Anwaltsgebühren nnd Aufhebung des Anwaltszwangs ein. Was den Sternberg- Prozeß anlangt, so habe ich anS den Ausführungen des Herrn Stadthagen herausgelesen, daß er die Befürchtung hegte, daß der Kindcrfrcnnd vielleicht unschuldig könnte verurteilt sein. Seine Angriffe gegen Herrn Stierstädter waren ganz unangebracht. Seine sittliche Entrüstung hätte sick, wenn er wirklich Arbeitervertreter wäre, besser gegen den zwanzigfachen Millionär Sternberg wenden müssen als gegen den Mann, der es möglich machte, daß dieses Scheusal dem Arm der Gerechtigkeit überliefert wurde. Wir können uns nur freuen, daß ei» untergeordneter Beamter, wie ihn Herr Stadthagen nannte, sich nicht hat bestechen lassen, und bedauere nur das milde Urteil, das diesen Sternberg getroffen hat. Wenn Herr Stadthagen wirklich Gegner der Prostitution ist, so mußte er sich erst recht gegen diesen 20sächen jüdischen Millionär wenden, denn solche Leute rufen gerade die Prostitution hervor. Die Fälle Werthaner und Sello haben wieder einmal gezeigt, daß die Justiz heutzutage rein zum Geschäft geworden ist. Das ist auch nicht zu verwundern, wenn in Berlin jetzt unter ca. 800 Rechtsanwälten ca. 600 Jude» sind.(Hört I hört! rechtsO Nun hat sich Herr Peltasohn.� im Abgeordneten- Hause darüber beklagt, daß die jüdische» Rechtsanwälte nicht in genügender Anzahl zum Notariat zugelassen iverden. Wir haben aber heute schon geradezu eine Bevorzugung der Jude» speciell in Berlin. Es liegt also absolut kein Grund dafür vor, daß ein jüdischer Abgeordneter sich darüber beklagt, die Juden werden verkürzt.(Große Heiterkeit.)— Auch der Konitzer Fall ist au- geschnitten tvorden. Herr Dr. Bockel hat nicht gesagt, daß das Kapital in Könitz der Justiz ein Schnippchen geschlagen hat, wie das Herr Herzfeld behauptete. Er hat nur beklagt, daß man nicht sofort zugegriffen hat, und daß deshalb die Mörder über die Grenze entkommen seien. Ich bin ganz derselben Ansicht. Wenn jetzt noch die Kleidungsstücke des Winter an verschiedenen Stellen gefunden werden können, so beweist das jedenfalls, daß die Kriminalpolizei nicht vorsichtig genug gewesen ist. Es liegt im Interesse des gesamten Deutschen Reichs, daß ein solcher Mord endlich aufgeklärt wird. Je häufiger sich solche Morde mehren, die alle auf dasselbe Motiv hinweisen, desto mehr ist es notwendig, endlich Klarheit in die Sache zu bringen. Herr Herzfeld meinte, die Be- Hörden seien einseitig im Interesse der Antisemiten vorgegangen. Da verwechselt er jedenfalls Ursachen und Wirkung. Umgekehrt war die jüdische Bevölkerung in Könitz von vornherein bestrebt, den Verdacht gegen den antisemitischen Fleischermeister Hofftnann zu nähren, und dieser Anregung wurde von den Behörden sofort nachgegeben. Es gehört aber eine ganz hirnverbrannte Phantasie dazu, um anzu- nehmen. daß Ho'ffmann, kurz nachdem er das heilige Abendmahl genommen, eine solche That begangen haben soll. Die Bevölkerung in Könitz erwartet dagegen vergebens, daß man die vorhandenen Spuren gegen schwerbelastcte Juden verfolgt. Würde dies geschehen. dann würde sich die Bevölkerung beruhigen. Ich erwarte, daß sich der Herr Staatssekretär über diesen Punkt äußert. Staatssekretär Nieberding: Der Konitzer Mord gehört vor den preußischen Landtage und es Ivird, falls die Sache dort auch zur Verhandlung kommt, der Herr Justizminister nicht verfehlen, das Verhalten der Behörden zu recht- fertigen. Ich bin fest überzeugt, daß die preußische Verwaltung alles thun wird, um der Sache auf die Spur zu kommen. Im übrigen meine ich, daß eine Diskussion hier im Hause der Sache nicht helfen kann, sondern nur schadet, da sie die Erregung nur noch steigern kann. Abg. Rickert(frs. Vg.): Ich teile durchaus die Ansicht des Herrn Staatssekretärs. Es ist ja sehr beqnem, hier Details vorzubringen, wo kein verantworb licher Minister ihm entgegensteht.(Sehr richtig I links.) Auf die Ans- führungen eines so eingefleischten Antisemiten einzugehen, lehne ich ab. Die Kluft, die zwischen Ihnen und uns besteht, werden und wollen wir nicht ausfüllen. Warum haben die Herren Antisemiten nicht den Mut der Konsequenz, warum beantragen sie nicht A u f Hebung des Art. Xll der preußischen Verfassung Warum kommen sie nicht hier mit einem ähnlichen Antrag. Wir würden ihnen schon die Wege weisen, die sie gewiesen zu werden verdienen.(Zivischenrufe bei den Antisemiten.) Ich verbitte mir Ihre Zwischenrufe. Vicepräsident Biising: Die Zwischenrufe waren noch nicht so stark, daß ich Veranlasiung hatte, einzugreifen. Der Herr Redner mag sich dabei beruhigen, daß die Wahrung der Ordnung beim Präsidenten liegt. Abg. Rickert(fortfahrend): Herr Böckel meinte gestern, im Volke müsie sich der Glaube verbreiten, daß von oben herab die Hehler in diesem Prozeß in Schutz genonlmen würden. Das ist eine unerhörte Verdächtigung, die hoffentlich auch vom Regierungstisch nicht unbeautivortct bleiben ivird. Wen» Herr Böckel gestern von den Mördern sprach, die über die russische Grenze entwichen seien, so frage ich ihn: her wissen Sie daS? Wenn Sie die Mörder kennen, hätten Sie natürlich die Pflicht, sie bei der Staatsanivaltschaft anzuzeigen!(Sehr gut! links.) Auch wir bedauern, daß der Mord noch nicht entdeckt ist, wie wir überhaupt bedauem, daß in den letzten Jahren beinahe hundert Morde nicht gesühnt worden sind. Der Konitzer Fall wird ja im preußischen Ab geordnetenhause noch ausführlich behandelt werden. Die Diskussion ist nur durch die Kanalvorlage unterbrochen und wird noch in dieser Woche fortgesetzt werden. Ich bedaure es, daß die Tribüne des Reichstags benutzt worden ist, um die anti semitischen Hetzereien, die wir schon zum Ueberdruß in der„Staats- bürger-Zeitung* gelesen haben, uns hier vorzubringen. Im Ab- geordnetenhause wird hoffentlich die gebührende Antwort erteilt werden. Abg. Horn(Sachsen, Soc.): Es ist bezeichnend für unsre sogenannten Rechtsgarantien, daß sich in verschiedenen Kreisen die Meinung festgesetzt hat, als müsse die Anwendung der Gesetze» sobald es sich um Social dcmokraten handelt, eine andre sein als gegenüber andren Leuten. Die„Berliner Neuesten Nachrichten" schrieben in den letzten Tagen, es ist bekannt, wie in Sachsen ent- sprechend der größeren socialdcmokratischen Gefahr alle berufenen Stellen, Regierung, Volksvertretung und Gerichte, um so rücksichtsloser gegen sie vorgehen.'(Hört I hört I bei den Social demokraten.) In vielen Fällen trägt aber auch die kautschukartige Fassung der Gesetzesparagraphen an den Urteilen Schuld. Ich erinnere nur an den Groben Unfug- Paragraphen. Es scheint den deutschen Gerichten neuerdings auch nicht mehr gelingen zu wollen, zu erkennen, was gegen die guten Sitten verstößt. In die Arbeitsordnungen werden Bestimmungen aufgenommen, die offenbar gegen die guten Sitten verstoßen. So heißt es z. B.:„Das Ein- samnilen von Beiträgen, das Anwerben von Mitgliedern, dos Vertreiben von socialdcmokratischen Zeitungen und Fachblättern in und außerhalb der Fabrik ist verboten und der Arbeiter wird mit sofortiger Entlassung bestraft, wenn er dieser Bestimmung zu- wider handelt. Der Enllassene hat in solchen Fällen keinen Anspruch auf Lohnentschädigung."(Glocke des Vorsitzenden.) Präsident Graf Ballestrem: Soweit ich den Redner verstehen kann, spricht er über Fabrik- ordnungen. Das gehört aber zum Etat des Reichsamts des Innern und nicht zum Justizetat.) Abg. Horn(fortfahrend): Ich spreche von der Auffassung der Gerichte über Verstöße gegen die guten Sitten. Redner' erzählt einen Fall, wo ein Arbeiter, der für den Glasarbeiter-Vervand außerhalb der Fabrik agitierte, deshalb entlassen wurde. Als er Ansprüche in Höhe von 35 Mark für Kündigungszeit beim Amtsgericht einklagte, wurde er abgewiesen mit der Begründung, daß nach der Arbeits- Ordnung der Fabrikant berechtigt gewesen wäre, ihn ohne Kündigung und ohne Entschädigung zu entlassen. Dieser § 63 der Arbeits d Ordnung lautet:„In Fällen des Ungehorsams, der Aufwiegelung oder Vergehens gemeiner Art steht es dem Dienstgeber frei, den Schuldigen sofort zu entlassen, ohne ihn jedoch der Zahlungspflicht etwaiger Schulden zu entbinden. Das Gericht sah in der Agitation für den Verband eine Aufwiegelei, eine Störung des Betriebs. Der Fabrikant muffe Herr im eignen Hause sein(Hört I hört! bei den Socialdemokraten) und brauche es nicht zu dulden, daß durch Agitation, durch Gründung von Vereinen, durch Besuch von Versammlungen die Arbeiter unzufrieden gemacht würden. Auch das Frankfurter Landgericht hat sich dieser Entscheidung angeschlossen. Offenbar handelt es sich aber doch um eine Bestimmung in der Arbeitsordnung, die gegen die guten Sitten verstößt und deshalb rechtsungültig ist. Redner geht noch näher auf Urteile sächsischer Gerichte ein Im Jahre 18S7 bin ich wegen Verübung groben Unfugs angeklagt und bestraft worden. Ich hatte einen Beschluß der orga- nisierten Arbeiter ausgeführt, wonach die Verbandszeitung eine Warnung vor.Zuzug nach einer Reihe von Orteii bringen mußte, wo die Arbeiter mit den Arbeitgebern in Konflikt geraten waren. Ich wurde für jeden einzelnen Fall mit tOO Mark Geldstrafe bestraft. Redner verliest die Begründung dieses Urteils unter wachsender Unruhe des Hauses und' bemerkt: „Ich bitte doch um etwas Ruhe, ich kann mich ja kaum selbst verstehen I(Heiterkeit.) Nach der Begründung ist die Warnung vor Zuzug ein unzulässiger Zwang auf die mit dem Ausschluß aus dem Verband bedrohten Arbeiter, die in dem Gefühl ihrer Rechtssicherheit dadurch beeinträchtigt werden müßten. Dieses Gefühl derRechtsunsicher- heit wird durch die Warnung auch bei den Inhabern der boykottierten Fabriken und bei Gläubigern zweier Betriebe hervorgerufen. Das ist doch ein kostbares Stückchen der sächsischen Rechtsprechung, auf diesem Wege eine» groben Unfug zu destillieren.(Sehr richtig I bei den Socialdem.) Wie ist es da noch möglich, daß sich die Arbeiter gegen die Ausbeutung der Unternehmer wehren I Es wäre an der Zeit, dem Z 360 deS Strafgesetzbuchs eine präcisere Fassung zu geben. Es liegen ja auch Anträge nach dieser Richtung vor. Hoffentlich werden sie angenommen.'(Bravo! bei den Social- demokraten.) f ierauf vertagt sich das HauS auf Mittwoch 1 Uhr. agesordnung: Fortsetzung der Beratung deS Antrags Barg» mann auf Aufhebung der Theatercenfur. Schluß 5 Uhr._ Haltung ist vom Amtsvorsteher als nicht angemeldete politische Ver- sammlung mit 60 M. Geldstrafe bestraft worden und Abg. Langer hat dagegen Rekurs ergriffen. Die Beratung der Kanalvorlage wird fortgesetzt. Abgeordnekenhaus. 18. Sitzung vom 6. Februar 1301, 1t Uhr. Präsident v. K r ö ch e r eröffnet die Sitzung. Am Ministcrtische: v. Thielen, v. Miguel, Freiherr v. H a m nr e r st e i n. Zunächst wird ein gegen den Abg. Langer(C.) schwebendes Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Versammlungsrecht ein- gestellt. Abg. Langer halle sich mit fünf Einwohnern des Dorfes Bärwalde am Biertisch politisch unterhalten. Diese politische Unter- Abg. Dr. Wiemer(freist Vp.): Wir treten in die neue Kanalcampagne ohne Begeisterung ein, denn wir haben als Regierungspartei wenig ermutigende Erfahrungen gemacht. Der wechselnde Luftzug am Regierungstisch hat auf uns erkältend gewirkt. Unsre sachliche Stellung ist natürlich dieselbe ge blieben. Wir wollen, daß der Kanal gebaut wird obwohl gerade in der offiziösen Presse jetzt die Parteien, die die Re gierung in der Kanalfrage unterstützen, heftig angegriffen werden. obwohl auch gestern Herr v. Miquel gegen die Linke einige Spitzen eingeflochten hat. Wir sind von Anfang an gegen die Kom p e n s a t i o n e n gewesen. Durch die neuen Kompensationen sind die Aussichten der neuen Vorlage nicht gebessert worden. Wir ver- werfen auch jede neue BePackung der Vorlage mit noch andren Vor lagen. Natürlich haben wir im Princip nichts gegen die Kanali sierung der Mosel. Wir halten den Bau von Kanälen notwendig im Interesse unsrer Gesamt-Entwicklung. Wir müssen billige Verkehrsmittel für die immer wachsende Be völkernng haben. Unsre Bevölkerung wächst von Jahr zu Jahr um 300 000 Personen, die doch ernährt werden müssen. Die finanzielle Tragweite der Vorlage ist durch die Kompensationen noch größer geworden. Wir werden also vorsichtig sein müssen. An sich schrecken uns aber die Summen nicht. Ein einzigeS Panzerschif kostet mehr, als die Vorlage jährlich erheischt. Die Flottenvorlage kostet viel mehr und wir halten die Kanalvorlage für nützlicher. Graf Limburg will die Interessenten des Ostens noch mehr entlasten, wir wollen gleichmäßige Behandlung. Wir wünschen eine gesetzliche Festlegung der Kanalabgaben, wenigstens insoweit, daß sie nickst erhöht werden können. Wir erheben aber Einspruch gegen die Beseitigung d e r A b g a b e n f r e i h e i t auf dennatür- lichen Wasser st raßen. Die Entwicklung der Binnensckiiffahrt datiert seit der Abgabenfreiheit. Die Aufhebung dieser Freiheit be deutet für unS einen Rückschritt. Die Eisenbahnen werde» keinen Nachteil von den Kanälen haben. Aber selbst wenn das der Fall wäre, so stehen wir grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß fiskalische Interessen in Verkehrsfragen nicht mitspielen dürfen.(Beifall links.) Minister der Landwirtschaft Freiherr v. Hammerstein: Herr am Zehnhoff hat gestern die Vorlage eine Verschlechterung genannt. Aber es ist doch charakteristisch, daß in der Presse jetzt nicht mehr von einer Kanalvorlage, sondern von einer wasscrwirt- schaftlichen Vorlage die Rede ist. In der That bedeutet die Vorlage ein groß angelegtes wasserwirtschaftliches Programm für die Gegeiu wart und Zukunft. Für den Westen kommt ausschließlich der Rhein Weser-EIbc-Kanal in Betracht. Graf Limburg hat gestern gesagt, die Weserkanalisierung wolle er auf keinen Fall. In Hannover hat man aber nicht nur in industriellen, sondern gerade in l a n d- wirtschaftlichenKreisen auf dieWeserkanalisirung den größten Wert gelegt. Man würde da eine große Eist- täuschung erleben, wenn dieser Widerspruch gegen den Mittelland Kanal aufrecht erhalten werden sollte. Ter Mittelland-Kanal bleibt das Rückgrat der Vorlage. Sollte der Widerspruch der Partei des Grafen Limburg aufrecht erhalten werden, dann werden die Interessenten des W e st e n S gewiß gegen die östlichen Kanäle stimmen. Mit der Hauptvorlage fallen auch die Kompensationen, das ist wenigstens meine persönliche Ansicht. Die Folge davon würde eine Verzögerung der doch absolut notwendigen Vorflutverbesseningen bei Oder und Spree sein, das bitte ich Sie zu bedenken. Herr Abg. am Zehnhoff will noch mehr Kanäle in die Vorlage einbezogen wissen, aber ein vollständig erschöpfendes Wasserprogramm auszu- stellen, ist eine unerfüllbare Forderung, wie die Geschichte lehrt. Abg. v. Pappenheim(k.): Der Minister für Landwirtschaft hat die neuen Stücke der Vor- läge Kompensationen genannt. Wir haben die Notwendigkeit der Kompensationen gleich vorausgesagt. Sie sind schneller gekommen, als mancher vielleicht gedachr hat. Die hier gebotenen Konipen- sationcn werden neue Kompensationen notwendig machen. Es wird ein Rattenkönig von neuen Forderungen entstehen.(Rufe links: Das ist ja sehr gut, ganz ausgezeichnet I) Sie begrüßen diese Entwicklung mit Freuden. aber Sie können uns doch kein Bild der finanziellen Tragweite dieser Politik entwerfen.(Ruf links: Bei den Eisenbahnen war das auch nicht der Fall!) Herr v. Eynern hat gestern eine wenig objektive Rede gehalten. Er hat den Grafen Schwerin-Lömitz wegen einer Reichstagsrede industriefeindlich genannt. Wir sind nicht industrie- feindlich und ich meine, mit solchen Dingen fördern Sie Ihre Ziele nicht. Sie können nur etwas erreichen, wenn Sie mit uns Hand in Hand gehen. Ein Gutes hat die Kanalvorlage gehabt, es ist jetzt endlich anerkannt worden, daß die Anlagenvcrhällnisse an den großen Strömen geregelt und verbessert werden müssen. Wir danken dem Minister für Landwirtschaft für seine Erklärung. Wenn er aber weiter gesagt hat, die Meliorationen würden aber unter- bleiben bei Ablehnung der Kanalvorlage, so trifft die Re- gierung dafür die Verantwortung.(Sehr richtig: rechts.) Das Interesse der Landwirtschast leitet uns nicht bei der Beurteilung der Vorlage. Wir halten die Landwirtschast durch die Vorlage nicht so sehr geschädigt, wenn wir auch andrerseits keinen Vorteil für sie sehen. Wir treiben aber keine Politik der Sondcrintcressen. (Lachen links.) Durch die Meliorationen wird sich wohl keiner für die Vorlage gewinnen lassen, wenn er sie sonst nicht für wichtig hält. Herr Wiemer sprach von einer Verquickung dieser Borlage mit außer- halb dieser Vorlage liegenden Gegenständen. Ich erkläre hiermit im Auftrage meiner politischen Freunde, daß es ein Ammenmärchen ist, wenn man behauptet, wir wollten unsre Stellung zur Kanalvorlage von der Gestaltung des Zolltarifs abhängig machen.(Lachen links.) Auch für uns ist der Grundsatz heilig: publica, salus suprema lex. (Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. Ehler»(frs. Vg.): Meine politischen Freunde sind für die vor zwei Jahren ein- gebrachte Kanalvorlage eingetreten und werden auch für diese Vor- läge stimmen. Wir halten dieses große Kanalunternehmen für einen wirtschaftlichen Segen für unser Vaterland und was die Beurteilung der finanziellen Folgen des Kanalbaus betrifft, so unterschreiben wir da Wort für Wort die gestrigen Ausführungen deS Herrn Vice- Präsidenten des Staatsministeriums. Die Frage ist, wie wir unser Ziel, die Annahme der Kanalvorlage am besten erreichen. In dieser Beziehung haben sich die Herren auf der Rechten bisher als geschickter erwiesen. Wir sind stets viel zu früh bereit gewesen, die Vorlagen der Regierung zu unterstützen und haben dasür nur Undank geerutet, wie die gestrige Rede des Herru v. Miquel bewies. Dadurch, daß wir einfach für die Vorlage stimmen, erreichen wir nichts. Ich habe es daher schon ernstlich in Erwägung gezogen, ob ich nicht lieber zunächst gegen die Vorlage sprechen soll,(Heiterkeit links.) um ihr das Odium zu nehmen, daß sie von den Freisinnigen zu sehr poussiert werde. Herr v. Miquel muß ein großes Vertrauen auf die Haltung der Rechten haben, daß er uns gestern so als guantite negligeable behandelte. Sollte das nicht der Fall sein, so würde er gur thun, uns doch wenigstens vorläufig etwas mehr mit Schonung zu behandeln. Wir wollen unS doch nicht darüber täuschen, daß es sich bei der Kanalvorlage um keine rein wirtschaftliche Frage mehr handelt, sondern um eine Frage, die heute eine hohe politische Bedeutung gewonnen hat. lSehr richtig I links.) Die Herren der Rechten, die das bestreiten, bringen doch Dinge vor bei der Kritik der Kompensationen. die mit der Kanalvorlage wenig zu thun haben.— Für einen Torso werden wir diesmal nicht zu haben sein. Vor zwei Jahren halten wir schon eben beschlossen, der Regierung entgegenzukommen, als uns Herr v. Zedlitz in der„Post" noch rechtzeitig belehrte, daß die Annahme des Torso den Verzicht auf den eigentlichen Mittelland- Kanal bedeute.(Heiterkeit.) Jetzt werden wir uns die Sache doppelt überlegen. Der Vorredner wies zwar entrüstet den Gedanken von sich, als könnten seine Freunde Sonderintercssenpolitik treiben. AberHerr v. Zedlitz hat doch zu deutlich auf den Zolltarif hingewiesen. Vielleicht nimmt man in die Reichsverfassung einen Artikel auf, daß der Zoll unter 7 M. niemals heruntergehen darf.(Große Heiterkeit.) Ich glaube, das würde durchgehen.(Große Heiterkeit; Beifall links.) Abg. Dr. Schultz-Bochum(natl.) (auf der Tribüne sehr schwer verständlich) wünscht eine Kanali- sierung der Mosel und der Lippe und weist dann auf die Ueber- lastung der Eisenbahnen im Rnhrrevier hin. Auch der Mittelland- Kanal ist für den ganzen westfälischen Jndnstriebezirk notwendig. Lehnen Sie die Vorlage ab, so ivird der Riß zwischen Osten und Westen unsrer Monarchie noch größer, als er leider heute schon ist. Die trennende Elblinie ist nicht wünschenswert. Der Kanal kann die Verbindung bringen. Nehmen Sie die Vorlage an.(Bei- fall links.) Abg. Stengel(frk.): In der Vorlage ist diesmal von Kompensationen nicht die Rede und das ist auch richtig. Wenn die Teile, welche die Landeskultur-Meliorationcn, die Vorflutverbesserungen umfassen, abgetrennt würden, so würde ich ihm ohne weiteres zustimmen. Auch den Groß-Schiffahrtskanal Berlin- Stettin halte ich für not- wendig. Dem Rhein-Elbe-Kanal lege ich nicht die große Wichtigkeit für das Gesamtivohl der Monarchie bei. Für den Kohlentransport halte ich deu Waff'erweg nicht für geeignet.Er nimmt lange Zeit in Anspruch. Gegen den Mittellandkanal haben wir auch große Be- denken, weil er so viel andre Projekte nach sich ziehe» muß. Unsre Finanzen sind doch nicht so günstig, solch ungemessene Unternehmungen durchzuführen. Dann würde die Schuldenlast ins Unermeßliche steigen und das ist um so bedenklicher, als wir gewärtigen müssen, daß der Dampfbetrieb auf den Eisenbahnen in elektrischen umgewandelt werden wird, was wieder eine Menge Geld kostet. Die Erfahrungen, die man mit dem Dortmund-Emskanal gemacht hat. sind nicht günstig und ernmtigend für weitere Kanalbauten. Ich stehe auf dem Standpunkt des Kaisers, aber unsre Zukunft liegt nicht auf dem künstlich uusren Flußläufen entzogenen Kanalwasser, sondern auf den die Völker verbindenden Oceanen.(Sehr richtig! rechts.) Deshalb sind wir für eine starke Flotte, haben aber unsre schweren Bedenken gegen Ausgaben, deren Produktivität wir bezweifeln und die unser Staatswesen in arge Verlegenheit bringen können.(Lebhafter Beifall rechts.) Minister von Thielen: Selbst Herr Abg. Stengel hat die Möglichkeit nicht ganz von der Hand gewiesen, daß er sich in der Kommission noch zur Vorlage bekehren werde. Daß dieser Gedanke überhaupt in den gegnerischen Reden zum Durchbruch kam, betrachte ich schon als eine ganz bedeutende Errungenschaft.(Heiterkeit.) Mir ist der Wider- stand gegen die Vorlage unbegreiflich. Lesen Sie doch, was der Abg. Wiudthorst über die Kanäle gesagt hat, lesen Sie, was der Führer der Konservativen, Herr v. Rauchhaupt, gesagt hat. Beide standen genau auf dem heutigen Standpunkt der Staatsregierung. Herr Stengel sagte, das Mittelland werde isoliert bleiben. Das ist nicht richtig. Er geht durch die gesegnetsten Gefilde unsreS mittleren Deutschlands und von rechts und links werden sich ihm mit der Zeit die Zubringer und Verkehrswege angliedern. Er ist das Rückgrat, an das sich von allen Seiten die Verkehrsadern anschließen. Man hat auf Amerika hingewiesen. Wenn dieses Land die Kanäle venrachlässigt hat, so liegt das daran, daß Amerika keine Staats- bahnen, sondern Privntbahnen hat, die sich gegenseitig bekämpfen und Kanäle nicht aufkommen lassen. Herr Stengel hat auf den verhältnismäßig geringen Verkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal hingewiesen. Wenn dieser Kanal über die Kinderkrankheiten noch nicht hinaus ist, so liegt das daran, daß er ein Torso ist. Redner schließt mit einer Polemik gegen den Abg. v. Pappenheim, die ein- zelnen Ausführungen bleiben auf der Tribüne unverständlich. Minister v. Miquel polemisiert gegen den Abg. Wiemer, der die Eisenbahnen nicht fiskalisch betrieben wissen wollte. Bei solch großen Betrieben müssen im Verhältnis zum Risiko Ucberschüffe erzielt werden. Im west- fälischen Jndustriebezirk wird der Ausbau der Eisenbahnen immer teurer. Die Wasserstraße ist hier bedeutend billiger. Die Kanäle sind der Landwirtschaft durchaus förderlich. Der Landwirtschast kann nur durch billigere Trausportmittel für die Produkte genützt werden. Ueber die finanzielle Entwicklung Preußens in den nächsten 1b Jahren braucht sich Herr v. Zedlitz keine Sorgen zu machen. Der Hoffnung bin ich, obwohl ich auch nicht weiß, was für Schachzüge, Querstötze ihm in den 16 Jahren bevorstehen werden. Gegen Schtvankungen der Zuhruft halle ich uns durch einen Ausgleichsfvnds schützen wollen. Er ist abgelehnt Ivorden, aber es ist auch so ganz gut gegangen. Unsre Betriebsverwaltungen bedürfen einer Garantie. Aber wir haben kein andres Mittel als die Festigkeit der Minister und die Weisheit dieses hohen Hauses.(Große Heiterkeit.) Gegen eine gesetzliche Festlegung der Tarife auf den Kanälen muß ich mich energisch' erklären. Das kann auch in die Hand der Regierung gelegt werden, sie muß Beweglichkeit in der Tarif- festsetzung haben. Das Hans hat ja so wie so einen großen Ein- lud auf die Regicrungsmaßnahmen. Machen Sie imr immer den richtigen Gebrauch davon.(Beifall.) Hierauf wird ein Vertagungsaiurag angenommen. In einer persönlichen B e m e r k.u n g verwahrt sich Abg. Freiherr v. Zedlitz gegen die Annahme, daß er von der Erhöhung der Geireidezölle das Schicksal der Kanalvorlage abhängig mache. Er habe nur gesagt, um eine so bedeutsame wirt- chaftliche Frage, wie die Kanalvorlage, übersehen zu können, muß man vorher wissen, wie sich die ganze Wirtschaftspolitik der Zukunft gestalten werde. Eine zeirliche Bestimmung brauche durchaus nicht ursächlichen Zusammenhang bedeuten.(Lachen links.) Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 6 Uhr._ Verls mmlungen. Der Centralverband der Zimmerer Deutschlands(Zahl- stellen Berlin und der Vororte) hielt am Sonntagvormittag seine Generalversammlung ini Gewerkschaftshause ab. Die Abrechnung der Verbonds-Zahlstelle Berlin für das 4. Quartal, die der Kassierer � Kube erstattete, ergab inkl. deS alten Bestands von 3031,39 M. eine Gesamteimiahme von 8077.13 M. Die Ausgaben, darunter an die Hauptkasse abgeführt 3600.92 M., betrugen insgesamt 4721,30 M., so daß ein Kassenbestand von 3366,89 M. verbleibt. Der örtliche Fonds der Zahlstellen Berlins und Umgegend weist inklusive des alten Bestands von 20 146,33 M. eine Einnahme von 26 161,28 M. auf, der eine Ausgabe von 4474,36 M., darunter 2504,— M. au den Streikfonds, gegenübersteht. Der Bestand des örtlichen Fonds betrug am 14. Jannar d. I. 21 676,32 M. Dem Bericht des Vorstands, den der Vorsitzende H. Knüpfer erstattete, und dem gedruckten umfangreichen Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß zum erstcumal seit langer Zeit konstatiert werden kann, daß ein Jahr verflossen ist, ohne daß es im Zinunerer» gewerbe in Berlin und den Vororten zu schweren, wirtichaftlichcu Kämpfen gekommen ist. Der Verband hat in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung zu verzeichnen und auch die Zahl der Mitglieder ist erheblich gestiegen. Die Folge davon war, daß die Unternehmer gezlvungen waren, die Organisation der Berliner Zimmerer anzuerkennen und mit dieser Vereinbarungen über Lohn- und Arbeitsbedingungen zu treffen, die es ermöglichten, für das .Zimmerergewerbe wenigstens einigermaßen stabile Verhältnisse zu 'chaffen. Im verflossenen Jahre haben keine Lohnabzüge stattgefunden. wie das fast alljährlich, insbesondere bei Eintritt in die schlechtere Geschästskonjunktnr geschah, und es waren demzufolge auch leine Streiks und Platzsperren notwendig. Allerdings hat trotzdem die 1346. " 2 Die Eltern W. Sch. Nein. J. A. 38., 2. F. 39., E. N. Der Miets stempel, dessen Er Bewegung nicht stille gestanden, sie ist nur durch das Vertrags-| Erkrankung der Atmungsorgane, Rheumatismus, Darm- und Magen- Ihrerseits Privatflage wegen Beleidigung erheben. Den Betreffenden steht verhältnis in andre Bahnen eingelenkt und hat andre Formen an- leiden. Vom Stadtbaurat Lindemann ist einer Deputation der Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Jnteressen) zu, so daß eine genommen. Laut Vertrag mußte am 1. Januar der Stundenlohn der Bauarbeiter die Berücksichtigung ihrer Wünsche bei der Nevidie- Berurteilung nur erfolgen würde, wenn nachgewiesen wird, daß er wider von 60 auf 6212 Pf. erhöht werden. Bei 56 Unternehmern, rung der Baupolizei- Verordnung zwar versprochen worden, vom S. Sch. 4. Eine Reklamation wäre nuplos. Es wird zum Lohn( 300 M.) besseres Wissen in beleidigender Absicht so wie geschehen ausgesagt hat. darunter befanden sich 14 Mitglieder des Verbands der Baugeschäfte, Polizeipräsidenten, dem die Anträge schriftlich unterbreitet wurden, freie Wohnung und Effen mit 1 M. 25 Pf. ober 1 Mr. 50 Pf. pro Tag mußte die Kommission vorstellig werden, weil sie den Lohn nicht ist jedoch bis heute noch keine Antwort erfolgt. zugerechnet. Dadurch wird als Einkommenshöhe der Betrag von 600 bis erhöht hatten. 36 Unternehmer gaben der Intervention der Nach einer kurzen Diskussion über den Geschäftsbericht, in der 900 m. erreicht. Wegener. Wiederholen Sie Ihre Anfrage. Eine Achtzehner- Kommission ohne weiteres statt, die andren bis auf man auch die Thätigkeit des Vorstands lobend anerkannte, wurden solche liegt nicht vor. Der von Ihnen eingeschlagene Weg ist der denkbar sechs Unternehmer leisteten einer weiteren Aufforderung Folge H. Knüpfer als erster Vorsitzender und H. Kube als erster unpraktischte. Es ist leicht möglich, daß die Rückseite einer Quittung bei und zahlten auch den Fehlbetrag vom 1. Januar ab nach. Seit Kassierer einstimmig wiedergewählt. Ferner wurden gewählt: der Fülle von Briefen übersehen wird. Ueberdies erhalten Sie durch Bes Abschließung des Vertrags, der fich fast auf sämtliche Orte in der Tappert erster, Schütz zweiter Schriftführer, Witte zweiter nuzung der Sprechstunde stets früher Antwort, als auf eine briefliche Anfrage. H. U. Wenden Sie sich an die nächste Bettfedern- Reinigungs- Anstalt. Umgebung Berlins erstreckt, find die bisher üblichen Klaffenlöhne, Vorfigender, Wellfo w zweiter Kassierer, Kirchoff, Münch o w C. D. Stralanerplay. Wie ein Testament zu errichten ist, ist aus: nachdem auch hierüber eine Verständigung in der Achtzehner- Kom- und Kreßmer als Revisoren, Lenz und Rosenow als führlich im Briefkasten des Vorwärts" vom 30. Januar unter A. B. C. mission stattgefunden hat, zum großen Teil im Juteresse der Arbeiter Controleure. Die von den einzelnen Bezirken gewählten 13 Bezirks- dargelegt. Sie müßten Ihrer Mutter den Pflichtteil laffen, also in dem selbst verschwunden. Die Verbandlungen über den Arbeitsnachweis faffierer wurden von der Versammlung bestätigt. Unter Verbands- Testament zunächst sagen: Als Erben jeße ich ein( nun der Name dessen, find infolge des Verhaltens der Unternehmer, die hierbei Sonderzwecke angelegenheiten" wurden den Glasperlenmachern 40 M., den Spizen- den Sie einsetzen wollen), sodann: ferner setze ich meine Mutter zur Erbiu verfolgen, bisher gänzlich gescheitert und es ist demnach keine Aussicht webern in Calais 160 m. bewilligt. ein, setze diese jedoch auf den gesetzlichen Pflichtteil. A. D. Folgende Form genügt in Ihrem Falle: Berlin, den 2. Februar 1901. Ich und vorhanden, daß in der nächsten Zeit ein für beide Teile brauchbarer Die diesjährige Generalversammlung des Vereins Ber- meine Ehefrau sezen als alleinige Erben ein: 1. uns gegenseitig, 2. dieArbeitsnachweis für das Baugewerbe in Berlin und den Vororten errichtet wird. Die Agitation der Unternehmer für die Einführung der liner Droschkeukutscher hat unter reger Beteiligung in den Armin- jenigen Kinder, welche von uns noch erzeugt oder geboren werden sollten, bekannten, sogenannten Streifflausel hatte zur Folge, daß auch die hallen stattgefunden. Der Verein hat im letzten Viertel des vorigen 3. meine, des Ehemanns, und meiner, der Ehefrau, Eltern. Zimmerer eine rege Gegenagitation entfalteten und sich ebenfalls Jahrs das Ableben von 15 Mitgliedern zu beklagen, deren Andenken sollen sich mit dem Pflichtteil begnügen." Hierunter tommt des Mannes in üblicher Weise geehrt wurde. Vorstand, Agitationskommission und Testament soll auch als wein Testament gelten. Berlin, den 2. Februar Name. Sodann folgt, von der Frau ge- und unterschrieben:„ Dieses an die in Betracht kommenden Körperschaften um Ablehnung der Unternehmer- Forderungen wandten. Trotzdem die Unternehmer den Hofvertrauenslente haben nach dem vom Vorsitzenden Kütter er 1901." Unterschrift der Ehefrau. Leben Ihre Eltern nicht mehr, so fällt Arbeitern die Arbeitsruhe am 1. Mai verbieten wollten, wurden doch statteten Geschäftsbericht für 1900 es an ernster Arbeit zum Gedeihen der Nr. 3 fort. Im übrigen siehe unter A. B. C. des„ Borwärts" vom an 1845 Mitglieder, welche den 1. Mai gefeiert haben, Marken aus- Organisation nicht fehlen lassen. Der Erfolg ist nicht ganz ausgeblieben. 30. Januar wegen der Art der Testamentserrichtung. 76 neue Mitglieder wurden im letzten Jahr für den Verein geworben; die gegeben. 49 Mann wurden deswegen gemaßregelt, konnten aber in Gesamtzahl der zahlenden Mitglieder betrug am Schluffe des Jahres gebungsort in der Nummer vom 16. Januar ausführlicher bargelegt ist, den nächsten Tagen wieder in Arbeit gebracht werden. Bereits am 20. September v. J. hat der Verband der Bau- vermögen des Vereins belief sich am Schlusse des Jahres auf bei mehr als Die Kaffenverhältnisse waren befriedigend, das Gesamt- beträgt bei einer Miete bis zu 300 Wt.: nichts, bei einer von mehr als 300-500 90.: 50 Pf., bei einer Miete von mehr als 500-1000: 1 M., geschäfte die Organisation der Zimmerer aufgefordert, zu erklären, für je 500 m. Miete je 50 Bf. Stempel mehr. Dieser a fie auf eine Verlängerung des Vertrags eingehen will und daß 9410,94 M. Das Vereinsbureau, Schützenstr. 58, hat auch im ab- We, und so 1000-1500 m.: 1,50 wt., bei 1500-2000 Mr. Wietszins sie event. Abänderungsanträge einreichen soll. Von den Arbeitern gelaufenen Quartal eine emfige Thätigkeit entfaltet. Allein 502 Kor Mietsstempel ist jährlich zu entrichten. Boraussetzung für die Entrichtung find die Anträge auch eingereicht worden; die Vertreter des Ver- respondenzen waren zu erledigen und 159 Protokolle aufzunehmen. An des Stempels ist, daß ein schriftlicher oder durch Briefwechsel zu stande gebands der Baugeschäfte erklärten aber, daß sie sich hierzu noch nicht undgegenständen wurden 496 eingeliefert, von diesen 234 von den Ver- fommener Mietsvertrag vorliegt und daß der Vertrag eine bahin gehende lierern reklamiert und von denselben 373,45 M. Fundgeld bezahlt. Dieses Bestimmung enthält, daß das Mietsverhältnis unter bestimmten Vorausäußern könnten und ist dies auch bis jetzt noch nicht geschehen. von dem Vereine so lange unterhaltene Fundbureau wird nunmehr fegungen( z. B. im Falle einer innerhalb einer bestimmten Frist nicht ers Innerhalb des Geltungsbereichs des Vertrags kam es im verflossenen laut Beschluß der Generalversammlung aufgehoben werden, da die wirt für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Januar zu entrichten. Die häufig folgten Kündigung) als verlängert gelten soll. Der Mietstempel ist vom Jahr nur in drei Fällen zur Arbeitseinstellung und zwar weil der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Behandlung entstehende Streitfrage: wie viel ist zu zahlen, wenn der Vertrag nicht vom vertragsmäßige Lohn nicht bezahlt wurde; doch wurde schon nach der Fundsachen ein weiteres Bestehen des Bureaus muglos erscheinen 1. Januar bis 1. Januar, sondern beispielsweise von 1. April bis furzer Arbeitsruhe die Forderung bewilligt. Außer diesen sind noch lassen. Am 15. Februar d. J. wird dasselbe seine Thätigkeit ein- 1. April läuft ,, ist wie folgt in höchster Instanz entschieden. Läuft einige Arbeitseinstellungen in verschiedenen Orten von längerer Dauer stellen. Nach Erledigung dieser Angelegenheit und Entlastung des der Vertrag vom 1. April bis 1. April beispielsweise bei einem Mietszins zu verzeichnen. In 247 Fällen insgesamt wurde das Bureau wegen ausgebrochener Differenzen der verschiedensten Art in An- Vorstands schritt die Generalversammlung zur Neuwahl der Vorstands- von 1400 Mt. jährlich, so ist für die Zeit vom 1. April bis 1. Januar 1050 Mt. mit 1,50 M., für die Zeit vom 1. Januar bis 1. April nochmals 50 Pf. Die vollzogene entrichten( nicht 1,50 m.). spruch genommen. 32 Fälle konnten auf schriftlichem Wege erledigt Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: nütter, erster Vor- 1. Januar vermietet und daher 50 Pf. für die Zeit vom 1. Januar bis mitglieder sowie verschiedener Kommissionen. Hatte der Wirt, die Wohnung bereits ant werden, bei den übrigen mußten Vertreter der Organisation persön lich eingreifen. Ferner wurden vom Bureau 34 Klage- und Be- fizer; A. Becker, Stellvertreter; A. Hentschel, staffierer; 1. April versteuert, so hat er nur 1 m. für den neuen Mietsvertrag zu A. Müde, Schriftführer zahlen. In Ihrem Falle, E. N., ist daher höchstens 50 Pf., wahrscheinlich rufungsschriften für das Gewerbegericht, Schiedsgericht der Unfall-. Blusher, Stellvertreter; C. Palm, Stellvertreter; C. Kranz, F. Müller und nichts für die Zeit vom 1. Januar bis 1. April zu zahlen, da Sie ja schon versicherung und an das Reichs- Versicherungsamt angefertigt, in vielen Fällen die gewünschte Auskunft erteilt; 532 Personen konnte durch das. Nölte und E. Thrams bestellt. P. Bugge, Beisitzer. Zu Revisoren wurden A. Schulze, für das vorhergehende Jahr die 50 Pf. gezahlt hatten. Sie, L. F. 39, haben 50 Pf., für jedes Jahr, insgesamt alfo 2. zu zahlen. Sie, J. A. 78, Bureau Arbeit nachgewiesen werden. haben nur 50 Pf., nicht 1 M., zu zahlen, denn der Mietszins des im Oktober Neben der großen Zahl Vorstandssitzungen hat die Verbands- Charlottenburg. Am Donnerstag, den 31. v. M., fand in der begonnenen Vertrags beträgt 360 M. Der Wirt hat für jedes Jahr, beleitung im vergangenen Jahre 10 und die Arbeitnehmer- Beisiger Gambrinus- Brauerei eine zahlreich besuchte Volksversammlung statt, ginnend am 1. Januar 50 Pf. zu zahlen. Der Stempel, der auf den Ber der Achtzehner- Kommission 5 Sigungen abgehalten. Zum Zweck der in der Frl. F. Jmle für die Konsumvereinssache agitierte. Unter trag Ihres Mietsvorgängers entfiel, betrug 50 Pf.: dadurch war die Beit Agitation haben in der Provinz Brandenburg 106 Bersammlungen Verschiedenem wurde noch über die Wohnungsnot und Hausbefizer- bom 1. Ottober bis 1. Januar mitbezahlt. Bei der Entscheidung der Strettstattgefunden. Die Mitgliederzahl ist von 2054 auf 2529 gestiegen. Die unverschämtheiten berechtigte Klage geführt. Unter anderm wurde frage über die Söhe des Mietsstempels ist daran festzuhalten und in mehreren Resti.pten des Finanzministers daran festgehalten, daß dem Sammlungen zum örtlichen Fonds betrugen im verflossenen Jahr mitgeteilt, daß es einem mit sechs Kindern gesegneten" Arbeiter Staat gegenüber allein der Vermieter für den Stempel haftet und daß inkl. des alten Bestands von 12 106,89 m. insgesamt 35 612,84. nicht möglich sei, eine Stube und Küche für 30 Mart monatlich für den Vermieter der Stempel für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Januar Die Ausgaben, darunter 4904 M. an den Streitfonds und 2000 M. zu erhalten. ohne Rücksicht auf die Person des Mieters zu zahlen ist. M. Niemals. an streifende Gewerkschaften, betrugen insgesamt 13 936,52 M. Die 30. 23. 2. 1. Ihre Stieftochter können Sie an Kindesstatt annehmen Bahlstelle Berlin hatte außerdem eine Einnahme von 24 961,54 M. ( adoptieren). Der Adoptionsantrag bedarf der Bestätigung des Amtsgerichts und der Zustimmung Ihrer Ehefrau. Der Adoptierende muß mindestens und eine Ausgabe von 21 605,65 M. zu verzeichnen. Die Arbeitslosen50 Jahre alt und mindestens 18 Jahre älter als das Adoptivkind sein. und Krankenstatistik ergab, daß von den 1626 Verbandsmitgliedern, Jedoch ist Dispensation von dieser Vorschrift zulässig. Der Adoptionsaft die fich dauernd an der Statistik beteitigten, 657 Mann zusammen toftet 50 W. 2. Die Eheleute fönnen als Erben sich gegenseitig und die Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Tochter einsetzen. 2659 Wochen arbeitslos waren. Die Zahl der Krankenwochen betrug Es genügt für Sie also etwa folgende Form: bei den 1626 Zimmerer 1921. Die ungeheuer hohe Krankheitsziffer Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Berlin, den 2. Februar 1901. Ich und meine Ehefrau setzen als alleinige ist zweifellos in der Hauptsache auf Berufskrautheiten und Unfälle Wehlifch. Der Boykott ist im vorigen Jahre auf dem Verbandstag Erben ein: 1. uns gegenseitig, 2. das Kind der Ehefrau, Namens Hier folgt Unterschrift des Ehemanns. Sodann dieses Testament soll auch zurückzuführen. Die im Oktober vorgenommene Baukontrolle hat der Schuhmacher aufgehoben. Büttner. Zuerst bei der Post in Berlin 75 M. monatlich. Abzüge als mein Testament gelten, Berlin, den 2. 2. 1901" folgt Unterschrift der denn auch ergeben, daß Schußvorrichtungen für den Zimmer- jährlich 6-7 m. Ein Schußmann steht uns nicht zur Verfügung. Ehefrau. Ueber die Art der Testamentserrichtung ist das Nähere im ,, B." mann nur selten im genügendem Maße vorhanden, und daß E. H. Unbekannt. vom 30. Januar unter A. B. C. dargelegt. Sprechen Sie mit dem die Unterkunftsräume auf Bauten und Holzplägen im all- 20. M. 1. Sie können Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft stellen Testamentsentwurf eventuell in der juristischen Sprechstunde gelegentlich vor. gemeinen sehr schlecht beschaffen sind. Die Folge hiervon ist und falls diese mangels öffentlichen Interesses ein Einschreiten ablehnt, Deutscher Centralverband der Konditoren. Heute abend Versammlung bei Schiller, Rosenthalerstr. 57. Briefkasten der Redaktion. III. Wahlkreis. Metallarbeiter- Verband. Donnerstag, den 7. Februar, abends 8½ Uhr, im Mespalast, = Todes Anzeige. Alexandrinenstraße 110: Am Freitag, den 1. Februar, ber Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins des starb an den Folgen eines Unfalls unser Mitglied, der Rohrleger August Tauchmann. Ehre seinem Andenken! 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Franz Tutzauer über: Wie ein Gewerbegerichts- Gesetz sein soll". 2. Dis 242/4 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Die Beerdigung findet heute, Mitt- fuffion. woch, nachm. 3/2 Uhr, von der Leichen: halle des Zions- Kirchhofs in NiederSchönhausen aus statt. 111/12 Die Ortsverwaltung. Central- Kranten- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer E. H. Filiale Moabit- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser A. Pubanz Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 6. Februar, abends 82 Uhr: Vertrauensmänner- Konferenzen. Für den Osten im Alter von 30 Jahren am 3. b. M. im Lokal des Herrn Bartel, Gr. Frankfurterstr. 18. nach längerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. d. M., nachu. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Heilands: Gemeinde in Blößenfee aus statt. 253/2 Die Ortsverwaltung. 111/11 Für den Westen im Lokal des Herrn Werner, Bülowstrasse 59. Achtung! Die Ortsverwaltung. Schmiede! Achtung! Klubhaus, Beusselstraße Nr. 9: Für die große Teilnahme bei der Donnerstag, den 7. Februar, abends 8/2 Uhr, im Moabiter Beerdigung unsrer geliebten Tochter Clara Neumann sagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Schäfferschen Gefangs verein der Elfer und Kollegen der Schäffer u. Walterschen Fabrit, unfren herzlichsten Dant. 24716 August Neumann nebft Frau. Gr. öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: Bräutigam Paul Arendt. 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn. Diskussion. 2. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint recht zahlreich in dieser Versammlung. Der Einberufer. Frauen- Begräbnißkaffe der 176/2 Schriftgicßer- Gehilfen zu Volkstümlicher Klassiker- Abend. Donnerstag, den 21. bs., ab. 7 Uhr,( Dichter und Komponisten: Klopstock, Refing, Wieland, Herder, Schiller, Generalversammlung bei Zimmermann, Wilhelmstr. 2. Tagesordnung: 1. Halbjahresbericht. 2. Jahres- Abrechnung. 3. Verschiedenes.[ 24695 Goethe, Beethoven, Schubert, Schumann u. a.) Mittwoch, den 6. Februar 1901, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 20: Preis 30 Pf. Beginn: Punkt 1/29 Uhr. Garderobe frei. Programm mit Liedertext 5 Pf. Billets find zu haben in der Buchhandlung von Th. Mayhofer, Achtung! E Händler Zwei Achtung! u. Händlerinnen, sowie Arbeiter u. Handwerker! Freitag, den 8. Februar, abends 8 Uhr: große Protest- Versammlungen. große Protest- Versammlungen. Maskengarderobe von Adolf Runge, Gr. Frankfurterstr. 75, Amt VII, 4075, Auswahl in Kostümen in jed. Preislage. empfiehlt den Bereinen ſeine große 1. Cohns Festfäle, Beuthstr. 20. 2. Nümanus Festfäle, Brunnenstr. 188. Großes Lager von Karneval- Aufzügen. Referenten: Schulske und Martini. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Händler und Händlerinnen, sowie Interessenten und Konsumenten zu der neuen Petition unfrer Gegner des Straßenhandels? 2. Diskussion. 24766 Händler und Händlerinnen, wenn es unsren Feinden gelingt, uns durch thre Petition und Anfeindungen von der Straße zu bringen, so find wir existenzlos und der Armenunterstützung zugewiesen; darum erscheint alle Mann für Mann. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Agitationskommission. J. A.: Otto Schultze, Turmstr. 18. Bühne 1,50 Mk. Plomben 1 Mt., schmerzl. Zahnziehen 1 Mr., 10 Jahre Garantie nur Prinzen Straße 97 11, nahe Morizplaz.[ 6620* Masken Kostüme- Verleihbazar größte Auswahl, billigste Preise Fr. C. Frommholz Elsafferstr. 78, Ece Aderstr. Offeriere den Herrschaften Speises tartoffeln p. Ctr. 2.75 M. fr. Haus. Kartoffel Verkaufs- Versandgeschäft Don Wilh. Geick, Andreas- Markthalle Stand 29/34. 39/42. Friedrichsbergerstr. 26.[ 52/2 Bucktower " [ 7340* Patzenhofer Bock! Riesen- Stofflager Der Ausstoss unsres diesjährigen Bockbieres hat begonnen. Patzenhofer Brauerei Spandau Zähne 2 M., Berlin Fürstenwalde. 10 Jahre Garantie. 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Februar, nachmittags 4 Uhr:„ Berliner Landpartien", wozu jeber Erwachsene auf allen Sitzplätzen 1 Kind frei hat; weitere Kinder die Hälfte. Abends 71/2 Uhr: Die eiserne Maste. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Reichshallen Sanssouci Stettiner Sänger. Heute zum Schluß: Cavalleria schufticana. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Cavall. schufticana. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Jnh.: Max Schindler.- Telephon: Amt IVa Nr. 8002. Heute: Grosser Ball, als Specialität:* Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen berbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten Vorstellung. Entree frei. Cirkus Schumann. Heute Mittwoch, 6. Februar, abends präcise 72 Uhr: Gala- Vorstellung. Ganz exquisites Programm. Beginn der großen Internation. 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Mauning. Chef- Redacteur Ernst Schultze. Ferner die neuengagierten Specialitäten. Direktor Alb. Schumanns neueste Original Dreffuren. Zum Schluß der Schlager der Saison: China. Sämtliche Einlagen. 600 Mitwirkende. Halil Adali, Sultans Löwe. Charles Poirée, Konzerthallen A An der Spandauer Brücke 3. Täglich Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. Apollo- Theater. Palast- Theater Marienburger Geld- Lotterle Kolossaler Erfolg: Sonntag, 10. Februar, mittags 12 Uhr Emmy Kröchert " Matinée. Wahntrnd", Oper in 2 Aften von Gerd. Rudolf. Carl Weiss- Theater Les Minstrels parisiens Valentine Petit früher Feen- Palast, Burgftr. 22. Durchweg neues Programm. Präcise 81/2 Uhr: Bummelfrike. Poffe m. Gefang in 3 Aften von Wilden. Rohrmann, Tischlermstr., Dir. Winkler. 12 neue Attraktions- Nummern. The 3 Nightons und die vorzüglichen neuen Specialitäten. Um 9 Uhr: 20 Mädchen und kein Mann Burleske Operette von F. v. Suppé. Grosser Masken Ball. Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Anfang: Wochent. 7/2, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnabend, den 16. Februar: Gr. Frankfurterstr. 132. Bum leztenmal: Lumpacivagabundus. Anfang 8 Uhr. Donnerstag zum erstenmal: Gine Teichte Perfon. Boffe mit Gesang in 3 Atten von E. Pohl. Sonnabend: Nachmittag 4 Uhr: Kinder- Borstellung, Grosse Zauber- Soirée fleine Preise: Max und Moritz.| von Ben- Ali- Bey.( Halbe Preise.) Pfennig. Extra- Vorstellung. 9 Große Gratis Preisverteilung. Besucher der Vorst. haben Frei- Tanz. Anfang 7 Uhr. Tanz 102 Uhr. Entree 50 Pf. 9840 Geldgewinne im Betrage von 365,000 Mark. Baar ohne jeglichen Abzug zahlbar. Die Hauptgewinne sind: 60000,50000, 40000,30000, 20000 M.etc. Loose à 3 Mk.( Porto und Liste 30 Pf. extra) empfehlen und versenden prompt BankOscar Bräuer& Co. Nachf., Geschüre Berlin W., Friedrich- Strasse 181. Filiale NW., Wilsnacker- Strasse 63. 5 Kleine Anzeigen. Nur das erste Jedes Wort: Wort fett. 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Bauhandwerker! 77/ 3* Die Werkstatt- Kontrollkommission, Mamsells, geübt auf Jacketts, verlangt Borndorferstraße 51, born I. Mädchen für farbige Leisten ver: Die Sperre über die Firma langt Schneider, Schmidstraße 9.[ 52/3 Görlitzer Holzbearbeitungsfabrik zwischen Meister Claasen ist bis 50 Mamsells und Ausfertigerinnen jest nicht aufgehoben und auf Capes und Sommersachen, gute gilt dieselbe so lange als gesperrt, Arbeit, sofort auch Handnäherinnen bis dieselbe an dieser Stelle als aufWilhelm Behrens, Dunckerstraße 88 gehoben erklärt wird. III. + 56* Mamsells im und außerm Hause Fruchtstraße 52, II. 24356* Mamsells auf Kostüm: Röcke Fruchtstraße 52, II. 24356* Staubmäntel Mamsells, Ausfer: tigerin Königsbergerstraße 17.[ 2437b Jackettarbeiterin auf gesteppte Sachen bei hohem Lohn verlangt Blach, Grüner Weg 12. ( 2461b Drud und Verlag von May Bading in Berl Achtung! Drechsler! In der Möbeldrechslerei von H. Schmidt, Blumenstr. 30, haben sämtliche Drechsler wegen Lohn: differenzen die Arbeit niedergelegt. Buzug fernhalten. 77/6 Die Ortsverwaltung. Br. 31. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. = " " Mittwoch, 6. Februar 1901. deren Ruf zu erwerben. Als ich nun gestern vor dieser Straf- aus Charlottenburg. Infolge unvorsichtigen Aufstiegs fiel der Beamte Berliner Partei- Angelegenheiten. fammer zu verteidigen hatte, ersuchte ich während der Beweisaufnahme vom Trittbrett des Wagens zwischen die Geleise. Durch den Fall den Vorsitzenden Oppermann, noch ein paar Fragen an einen als erlitt der Beanite, der schon 20 Jahre im Eisenbahndienst thätig ist, Den Mitgliedern der Lokalkommission Berlins und der Zeugen erschienenen Schulknaben zu richten. In gereiztem Ton er- schwere inmere Verlegungen und wurde nach Anlegung eines NotUmgegend zur Kenntnis, daß am Sonntag, den 24. Febr., flärte Oppermann:„ Das thue ich nicht." Darauf beantragte verbands nach Berlin in die Charité transportiert. die nächste Lokalliste erscheint. Ich ersuche dringend die auswärtigen ich Protokollierung meines Antrags und Gerichtsbeschluß über den- Beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen StraßenMitglieder, in ihren Kreisen eine genaue Aufstellung derjenigen felben der Vorfigende aber erwiderte noch schroffer: Fällt bahnwagen tam gestern nachmittag am Halleschen Thor die Frau des Lokale einsenden zu wollen, die uns zu Versammlungen 2c. zur Ver- mir nicht ein, fragen Sie doch den Zeugen selber, Kaufmanns S. erheblich zu Schaden. Die Dame benutzte einen fügung stehen. Für Nieder- Barnim sind alle Sendungen an Sie können das ja allein machen!" Und dazu ließ er Accumulatorenwagen der Linie Zoologischer Garten- Treptow und Paul Kette, Friedrichsfelde, Lichtenberger Prinzen- Allee 20a, für die Worte fallen:„ Es ist doch unglaublich!" Nunmehr er- wollte denselben am Halleschen Thor verlassen. Sie sprang furz Teltow Beeskow Charlottenburg an Herm. Quitt, flärte ich, daß ich angesichts einer derartigen Kritit meines Ver- vor der Haltestelle während der Fahrt ab und stürzte zu Boden. Rigdorf, Hobrechtstr. 82, v. IV., für Potsdam- Osthavelland haltens mich an der Verhandlung nicht länger beteiligen könnte. Als Der nachfolgende Anhängewagen des Straßenbahnzugs streifte Frau S., an E. Nieger, Spandau, Moltkestr. 3, für die übrigen Ortschaften ich mich anschickte, den Saal zu verlassen, fühlte sich Herr Opper- welche einen Bruch des rechten Unterschenkels und Verlegungen an an Gust. Stein, Former, Wriezen a. D., Frankfurterstr. 32, für mann veranlaßt, sehr erregt zu äußern: Herr Verteidiger, meine der rechten Seite erlitt. Sie wurde mittels Droschte dem KrankenBerlin an den Obmann der Lokalkommission, Karl Scholz, Bemerkung hat sich nicht auf Sie bezogen, ich weiß, daß Sie nach hause am Urban zugeführt. Wrangelstr. 110, part., zu richten. bestem Wissen und Gewissen die Verteidigung führen." Darauf ersuchte ich ihn, den bereits abgetretenen Zeugen wieder vorzurufen; er that dies und ich nahm denselben nun ins Berhör. Den Neunuhr Ladenschluß für die Berliner Barbier- und Friseurgeschäfte an den Wochentagen hat die Berliner Barbier- und Friseurinnung in ihrer gestrigen außerordentlichen Generalversamm lung beschlossen. Ausgenommen davon sollen die Sonnabende und die Abende vor den Feiertagen sein. Durch ein Rundschreiben sollen alle, auch die außerhalb der Junung stehenden Barbiere und Friseure, aufgefordert werden, diesem Beschlusse beizutreten. Ein gemeinsames Vorgehen sämtlicher Barbier- und Friseur- Innungsvorstände Berlins und Umgegend in dieser Angelegenheit wird erwartet. Alle Aenderungen resp. neue Aufnahmen sind bis spätestens den 19. Februar an oben genannte Genossen einzusenden; spätere Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Um genaue und deutliche Adressenangabe wird ersucht. Im Auftrage der Lokalkommission: Karl Scholz, Wrangelstr. 110. Reinickendorf. Die Parteigenossen werden ersucht, Donnerstag, den 7. Fabruar, abends 9 Uhr, im Verkehrslokal, Wirtshaus zur Tanne, Nordbahnstr. 15, recht zahlreich zum Diskutierabend zu erscheinen. Der Vorstand. Eine Arbeitslosen- Versammlung, veranlaßt durch die große Arbeitslosigkeit im Baugewerbe, findet heute( Mittwoch!), vormittags 1/210 Uhr, in Spandau, Pichelsdorferstr. 39 bei Wehe statt. nehmen habe. " Tokales. N Die städtische Frauen- Badeanstalt an der Lessing- Brücke, die am 15. Dezember 1898 durch einen Sturm zum Sinten gebracht worden war und dann abgebrochen werden mußte, soll in diesem Jahre wieder aufgebaut werden, aber nicht an ihrem früheren Standort unterhalb der Brücke, sondern oberhalb. Das Jnnungs- Schiedsgericht der vereinigten Berliner Innungen hatte im abgelaufenen Jahre 1675 Streitfachen zu erledigen gegen 813 im Vorjahre. Am meisten beteiligt waren dabei die Tischler mit 443, die Gastwirte mit 195 und die Schneider mit 166 Fällen. An Lehrlingsstreitigkeiten waren 49 Fälle zu entscheiden. Der Inmungsausschuß hatte im Jahre 1900 eine Mindereinnahme von 1400 M., die durch das Umlageverfahren bei den zum Verbande gehörenden Innungen gedeckt wurden. Totgefahren wurde von seinem eignen Wagen der Kutscher Stolle, der eine Steinfuhre durch die Spandauerstraße in Charlottenburg leitete. Er stürzte aus nicht genau bekannter Veranlassung von dem Gefährt, und die schwere Last ging ihm über die Brust. Besinnungslos wurde er nach dem Krankenhause gebracht, wo er bald darauf den Verlegungen erlag. sich im Monat Januar 1901 insgesamt 3532 arbeitsuchende Personen Im Centralverein für Arbeitsnachweis zu Berlin hatten einschreiben lassen. Von den Unternehmern wurden 1647 Arbeitskräfte verlangt und 1546 Stellen besetzt. Oeffentliche Sygiene- Vorträge der Centralkommission der Krantentassen. Der Vortrag am nächsten Donnerstag, den 7. Februar über: Ansteckende Krankheiten( insbesondere und krankheiten, Seuchen, Desinfektion 2c.) ist für die Arbeiterschaft von höchster Bedeutung. Gerade die Arbeiter ziehen sich häufig fleine Wunden zu, in welche gar zu leicht ansteckende Keime einbringen, die sehr schwere Erkrankungen verursachen können. Hier muß jeder wissen, wie er sich zur rechten Zeit zu verhalten hat. sehr wichtig, wo wir eben erst die Furcht vor dem Eindringen der Auch eine Belehrung über Seuchen ist im gegenwärtigen Augenblick gefährlichen Best überstanden haben und nicht sicher sind, ob sie nicht im Frühjahr wieder vor unfren Thoren erscheint. Es wird auch erörtert werden, welche Pflichten das Reichs- Seuchengesetz im einzelnen auferlegt, und welchen Schuß wir von diesem Gesez zu erwarten haben. Der Vortrag findet statt in den Schulaulen Markusstr. 49, Schönhauser Allee 166a, Gneisenauftr. 7, Stephan straße 27. Vortragende die Herren Doktoren Ignaz Badet, Baul Richter C. S. Engel, Leopold Lilienthal. Beginn pünktlich Zutritt für jedermann unentgeltlich ohne " wir wissen nicht ob mit unter der Einwirkung der Wer wird Letter des Berliner Volksschulwesens? Wie ein hiesiges Blatt vor einigen Tagen zu melden wußte, foll das noch gar nicht fest stehen trotz Gerstenbergs Wahl zum Stadtschulrat an Stelle des am 1. Januar ausgeschiedenen Bertram. Da auch Stadtschulrat Fürstenau, der bisherige Leiter des höheren Schulwesens, am 1. April in den Ruhestand tritt, so sei Herr Gerstenberg zunächst nur gewählt worden, damit nicht Beriin eines Tags völlig ohne Stadtschulrat sei. Erst wenn auch die durch Fürstenaus Rücktritt notwendig gewordene andre Wahl vollzogen sei, werde der Ober- Bürgermeister die Die verunglückte Wärterin aus Wörishofen, welche, wie wir Decernate verteilen und endgültig darüber bestimmen, wer bahn kurz hinter Stegliz dadurch schwer zu Schaden kam, daß sie 8½ Uhr abends. meldeten, am Dienstag, den 29. Januar, morgens auf der Wannseevon den beiden neuen Schulräten das Bollsschulwesen zu über ihrer aus dem Coupee gesprungenen Schußbefohlenen, dem geistes- Legitimation. Diese Nachricht scheint Glauben gefunden zu haben; wenigstens findet sich im Streis- Krankenhause Gr. Lichterfelde außer Lebensgefahr. einem kurzen Gastspiel die französische Brettl- Teufeline Yvette gestörten Fräulein Anna Federoff aus Schweinfurt, nachsprang, be- Yvette Guilbert. Im Metropol- Theater erschien gestern zu bringt jetzt ein Teil der bürgerlichen Presse die Ausführungen, die Es hat leider eine Amputation des rechten Arms und der linken Guilbert, die nebenbei zu den paar ganz großen Künstlerinnen Herr Gerstenberg am Montag in einem Vortrage über das höhere hand vollzogen werden müssen. Schulwesen Berlins gemacht hat, unter der Spigmarke„ Gerstender Gegenwart gehört. Nach schwerer Krankheit ist die Diseuse" bergs Programm". Demgegenüber stellen wir fest, daß Herr Ein großer Auflauf entstand gestern nachmittag zwischen 5 im Gleichen und Gewaltigen doch ein wenig anders geworden. Es Gerstenberg ausdrücklich als Stadtschulrat für das Volks- und 1/26 Uhr in dem belebtesten Teil der Leipzigerstraße vor dem ist mehr Sonne in ihr, mehr Heiterkeit und Freudigkeit. Die wilde schulwesen gewählt worden ist. Als im November in der Kriegsministerium. Den Passanten bot sich ein eigenartiger Anblick. Anklägerin, die aus dem Elend ihrer Jugend die Härte und den Stadtverordneten- Bersammlung darüber verhandelt wurde, ob Berlin In dem Schilderhaus, das sich vor dem Kriegsministerium befindet, Sohn der bitteren Erlebnisse in das reife Glück ihrer Kunsterfolge künftig zwei oder drei Stadtschulräte haben solle, hat Oberbürger- stand ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann, vor ihm der Posten hinübergenommen, die aus der Tiefe der Gesellschaft ihre Lieder meister Kirschner allerdings die Andeutung fallen laffen, daß man mit aufgegflanztem Seitengewehr. Zwei Schuyleute bemühten sich holte, die ihre Kunst fast wie eine Mission der Rache auffaßte, erschien die geforderte Trennung uns diesmal des Fortbildungs- und die sich immer mehr ansammelnden Passanten zu zerstreuen, schließFachschulwesens vom Bolksschulwesen vielleicht durch eine lich mußten die Beamten den Posten veranlassen, den Arrestanten in polizeilichen Repertoirewahl mehr als die Meisterin der bloße Verschiebung" der Decernate, durch eine Zuweisung das Innere des Ministeriums( in den Hausflur) zu führen, damit lustigen Satire und der spottenden Grazie, und nur vereinzelt dieses bisher mit alte bekannte von Herrn Bertram geleiteten Ver- der Auflauf nicht noch mehr anwachse. Bald darauf nahte im wurden uns die grellen Lieder des Hasses gespendet waltungszweigsman den fünftigen Leiter des höheren Schnellschritt eine Patrouille mit einem Unteroffizier und zwei und auch neue. Schulwesens erreichen könne. Er hat es aber als von vornherein Mann vom Königin Augusta- Regiment. Sie pflanzten vor Für Yvette Guilbert bedeuten die„ Nummern", die sie singt und zweifellos hingestellt, daß dem in die Bertramsche Stelle zu dem Arrestanten das Seitengewehr auf. Ein Mann geht fagt, nur Tertnotizen, stizzierte Vorlagen, die sie erst mit ihrem wählenden Schulrat wiederum das Voltsschulwesen zu über- voraus, der Arrestant in der Mitte, der Unteroffizier mit Leben erfüllt. Diese universale Chansonnette gestaltet durch ihren tragen sei. Noch aus einem andren Grunde können wir nicht dem andren Soldaten hinterdrein. Langsam auf dem schlüpfrigen Vortrag aus Gaffenhauern alle jene Tragödien und Komödien unsrer glauben, daß Herr Kirschner den Leiter des Berliner Volksschulwesens Asphalt ist an ein schnelles Fortschreiten nicht zu denken- geht der Zwitterkultur, die unsre Dichter nicht zu schaffen vermögen. Sie Der Oberbürgermeister verteilt die Zug durch die Leipzigerstraße über den Potsdamer Platz nach der läßt die ungeschriebene Höhenkunft, die aus den Qualen und dem Decernate unter die einzelnen Magistratsmitglieder, das ist Stöniggrägerstraße 122, zur Militärwache im Hause der General- höllischen Gelächter der marternzerrissenen Gegenwart aufwachsen Ob ihm aber die Stadtverordneten- Versammlung dieses Militärkasie, die die Posten an dem Kriegsministerium stellt. Selbst- foll, in ihren leichten Volksweisen erstehen; sie ist keine Komödiantin, Recht auch für die Decernate so ohne weiteres zugestehen verständlich gab ein großer Zug von Neugierigen dem für Berlin die nachgestaltet, sondern eine freie Dichterin, die schöpferisch gewird, die nur bon technischen Mitgliedern verwaltet seltenen Zuge das Geleite. werden können, das möchten wir doch bezweifeln. Die Stadt- Und aus welchem Grunde wurde der Mann arretiert? Er soll Im Cirkus Busch bildete gestern das Auftreten des Pferdeverordneten Versammlung wählt ja die Schulräte nicht zu dem einen Offizier auf der Straße gerempelt" haben. bändigers Smith eine besondere Anziehung für die Sportleute. 2wed, um das Magistratskollegium wieder vollzählig zu machen, Herr Smith, ein Amerikaner, versprach, jedes noch so wilde, störrische fondern um sich für die in Frage kommenden Verwaltungszweige Zu der Schlägeret, die sich am Sonnabendabend vor dem Pferd in furzer Zeit lammfromm seinem Befizer zurückzuführen. Er diejenigen Personen zu sichern, die sie für geeignet hält. Wir Hause Schulstraße 29 zutrug, wird uns folgendes ergänzend be hat sein Versprechen gehalten, zwei Pferde, das eine einem hiesigen sind der Ansicht, daß die Stadtverordneten- Versammlung besser richtet: In dem Hause Schulstr. 29 befindet sich ein dem Gastwirt Franz Brauereibefizer gehörend, wurden nacheinander in die Arena gegethan hätte, Herrn Gerstenberg thatsächlich zum Schulrat für das fum frequentiert wird. Im Keller des Vorderhauses wohnt die wurde die Erziehungsfrage der sich überaus trozig geberdenden gethan hätte, Herrn Gerstenberg thatsächlich zum Schulrat für das leinert gehöriges Tanzlokal, welches nur von anständigem Publi- führt. Ohne große Gewaltmittel, in ganz eigentümlicher Weise höhere Schulwesen zu wählen; denn er würde vermutlich einen sehr Familie List, deren Sohn am Sonntagabend vor dem Keller stand. Tiere gelöst. Die Widerspenstigen wurden einem ohrenbetäubenden brauchbaren Leiter dieses Verwaltungszweigs abgeben. Nachdem aber Drei des Wegs tommende Strolche fingen ohne jede Veranlassung mit Lärm ausgefeßt, mit Bauten, Beckenschlagen, Pfeifen, Schießen, einmal der Mißgriff gemacht worden ist, ihn zum Schulrat für das demselben Streit an, der in Thätlichkeiten ausartete und sich bis in die Feuer und Dampf wurden die Tiere schließlich so eingeschüchtert, daß Volksschulwesen zu wählen, dürfte sich der Fehler schwerlich dadurch wieder gut machen lassen, daß man ihm nachträglich ein Wohnung, wohin der junge Mann sich flüchtete, fortpflanzte. Von das eine geduldig fich anspannen ließ und das andre den Reiter, den andres Decernat zuschiebt. Das würden sich übrigens gerade die den Mißhandlungen der Strolche sind sogar die in der Wohnung es erst mit einem jähen Ruck abgeworfen hatte, ruhig im Sattel jenigen Stadtverordneten am wenigsten gefallen lassen, die Herrn anwesenden Eltern nicht verschont geblieben. Auf die Straße ge- ließ. Der Erfolg war ein ganz überraschender, ob er ein anjenigen Stadtverordneten am wenigsten gefallen lassen, die Herrn drängt, kamen die Stiche in verstärkter Bahl wieder, um nochmals dauernder ist, vermögen wir bei unsrer geringen Sachkenntnis nicht Gerstenberg gewählt haben. Sie wissen sehr wohl, warum sie just aber vergeblich in die Wohnung einzudringen. Alsdann geriet das ihn zum Leiter des Berliner Volksschulwesens machen wollten, Gefindel unter einander in Streit, wobei der erstochene Arbeiter zu entscheiden. denn Leute mit Reformgedanken wollen sie für diesen Posten nicht Kellner als das Opfer feiner Spießgefellen zu betrachten ist. Ferner haben. Lo ist noch zu berichten, daß der Erstochene in Filzpantoffeln ging, also nicht die Absicht gehabt haben konnte, in genanntem Lotal am Tanz teilzunehmen. Im übrigen haben daselbst nur Gäste in anständigem Anzuge Zutritt. wahr. = Staltet. Kampf- Stonturrenz an die Stelle der sportlichen Radwettfahrten. Zu diesein Jm Cirkus Schumann tritt von heute ab eine internationale Ringsportlichen Kampf hat das Ehrenschiedsrichter- Amt Profeffor Reinhold Begas übernommen. Die Urania hat sich entschlossen, vielfach geäußerten Wünschen, die namentlich von Eltern der Schüler hiesiger Lehranstalten ausgesprochen sind, jeden Mittwoch und Sonnabend Nachmittags- Vorstellungen zu kleinen Preisen zu veranstalten, in welchen vorläufig der Projektions Bortrag Mittelmeerfahrten" zur Aufführung gelangen foll. Im Hörsaal findet heute abend 8 Uhr die legte Wieberholung des Bortrags„ Die Pariser Weltausstellung" statt. Die Neue freie Volksbühne veranstaltet am Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, in Kellers Festfälen, Koppenstr. 29, ein Künstlerfonzert, in dem Hauptsächlich Beethoven und Mendelssohn zum Wort fommen. Dasselbe wird vom gesamten Berliner Sinfonie- Orchester unter Beitung des Kapellmeisters Herrn Rud. Moser ausgeführt. Karten a 40 Pf. sind an der Abendkaffe zu haben. Benutzung der Gemeindeschulhöfe als Spielpläge. Die alte Forderung, daß die Gemeindeschulhöfe in der schulfreien Zeit den Kindern zur Benußung als Spielpläge überlassen werden sollten, ist bekanntlich soweit bereits erfüllt, daß die Schuldeputation sich wenigstens Aus Neigung zum Trunk gestohlen. Der 25 Jahre alte grundsäglich damit einverstanden erklärt hat. Für den einzelnen Fall hat Mechaniker Johann Schwarz arbeitete seit fünf Wochen in der Werkfie freilich die Entscheidung den Rettoren der betref ſtatt von Horn in der Alexandrinenstraße 52. Nachdem er am fenden Schulen anheim gestellt. Wir haben wiederholt Sonnabend seinen Wochenlohn verbracht hatte, verschaffte er sich am darauf hingewiesen, daß mit dieser Lösung der Frage wenig Sonntagmorgen Eintritt in die verschlossene Werkstatt und entwendete erreicht ist, da die meisten Rektoren die Ueberlassung der Höfe an dort sehr wertvolles Handwerkzeug, um für den Erlös daraus weiter die spielenden Kinder für unthunlich halten. Wie recht wir hatten, zu trinken. Schließlich dachte er an die Folgen und ließ sich von das zeigt der neueste Bericht der städtischen Schuldeputation. Im einem Schußmann am Sonntagabend auf der Straße scheinbar Jabre 1899/1900 find die Höfe von nur 22 Schulen freigegeben ge- frank auffinden und einer Heilanstalt zuführen. Der Diebstahl wurde wesen, während sich die Zahl aller Gemeindeschulen auf angezeigt, und Sch., der weder in die Wohnung, noch nach der 231 aelief. Sollte die Ueberlassung der Höfe wirklich nur bei Arbeitsstelle zurückgekehrt war, von der Polizei im Krankenhause Zur unentgeltlichen Geburtshilfe haben sich, nach einer Be 22 Schulen möglich gewesen sein, oder hat da bei den Rettoren ermittelt. Dort hat er den Diebstahl, die Veranlassung dazu und kanntmachung der Arnten- Direttion, folgende Aerzte erboten: Sanitätsauch der Wunsch mitgesprochen, sich nicht in ihrer Ruhe den Plan, sich der Festnahme zu entziehen, eingestanden. rat Dr. Hirschfeld, Kleine Präsidentenstr. 4; Geheimer Sanitätsrat stören zu lassen? Thatsache ist, daß das Ruhebedürfnis der Rektoren in der Presse und in Versammlungen mehrfach gegen 5 Uhr ein Krantenwagen unternehmen. In der Gartenstraße wurde gräzerstr. 98, Sprechstunden in seiner Poliklinik: Prinzenſtr. 84 von Eine langwierige Fahrt mußte am Montagnachmittag um Dr. Wolfert, Potsdamerstr. 48a; Sanitätsrat Dr. Odabrecht, Königdie Forderung„ Die Schulhöfe frei!" angeführt worden ist. Im ein Mann, dessen Papiere auf einen Arbeiter Karl Gaßmann für die Bezirke westlich der Potsdamer Eisenbahn; Professor Dr. Landau, übrigen scheint es aber, als ob die Verantwortung dafür, daß bisher lauteten, besinnungslos von einem Schuhmann angetroffen. Ein Sommerstr. 2, Sprechstunden in seiner Klinik, Philippstr. 21, von so wenig höfe freigegeben worden sind, nicht die Rektoren allein Krantenwagen von Kopp brachte den Hilflosen hintereinander nach 11-12 Uhr; Dr. Steinthal, Surfürstenstr. 72 und Dr. Czempin, trifft. Auffällig ist, daß sich die 22 Schulen ganz außerordentlich brei Krankenhäusern, ohne ihn abießen zu tönnen. Schließlich fuhr Königin Augustastr. 12, Sprechstunden werktäglich Karlstr. 25, von ungleich auf die einzelnen Schulfreife verteilen. Anscheinend wird er ihn nach dem städtischen Obdach in der Fröbelstraße. Diese 2-3 Uhr nachmittags. and relin von einigen Schulinspettoren ein gewiffer Drud auf die standalösen Vorgänge wiederholen sich nun fortgesetzt. Rektoren ihres Schulkreises ausgeübt, bon andren dagegen Feuerbericht. In der Zwischenzeit erfolgten Linienftr. 114, nicht. 6 freie Höfe tamen allein auf den 5. Kreis( nach der bis Ein feingekleideter Selbstmörder wurde Dienstagmorgen auf Bintschstr. 14 und Pantstr. 13. fleine Wohnungsbrände. Waldemar 1. Oftober 1900 gültigen Kreiseinteilung) je 4 auf den 3. und einer Bank in der Großen Querallee des Tiergartens noch lebend straße 64 a wurde ein Posten Kohlen eingeäschert, während Frank7. Kreis, andrerseits aber nur je 1 auf den 6. und 9. Kreis und kein aufgefunden, nachdem er sich einen Revolverschuß in die Brust bei- furter Allee 130 Sämereien durch Feuer vernichtet wurden. Wassereinziger freier of auf den 1. und 8. Kreis. Bei manchem der be- gebracht hatte. Es handelt sich um einen jungen Mann von etwa thorstraße 10 gingen Regale und Pappkartons in Flammen auf. treffenden Schulinspektoren müßten wir uns allerdings sehr darüber 20 Jahren mit einem Anflug von blondem Schnurrbart, der einen Fußboden und Balkenlage brannten Neue Schönhauserstr. 11 und wundern, daß er nicht entschiedener und erfolgreicher für Benutzung tadellosen schwarzen Anzug und einen flockigen schwarzen Ueberzieher Landsbergerstr. 107. Außerdem war Wolgasterstr. 2 noch ein kleiner der Schulhöse als Spielpläge eintritt. Es thut not, daß endlich trug. Ein Schuhmann brachte ihn schleunigst nach der Charité, wo Kellerbrand zu beseitigen. Böswilliger Alarm rief die Wehr in einmal an leitender Stelle ein Machtwort gesprochen wird, das er besinnungslos anlangte und auch noch nicht vernehmungsfähig letzter Nacht nach der Behmstraße auf dem Gesundbrunnen. Leider den Gemeindeschultindern Berlins durchgängig ihre Schulhöfe zur geworden ist. ist der Thäter entkommen. Erholung freigiebt. Zu erschießen versuchte sich am Montagabend um 9 Uhr der Ein bekannter Rechtsanwalt, Dr. Victor Fränkt schreibt 25 Jahre alte Bureaugehilfe Georg Soffalla aus der Kirchstr. 22, uns: Der vierten Straffammer des hiesigen Landgerichts I weil er von seiner Geliebten hintergangen wurde. Der Herr, welcher gerufene Polizei ließ ihn nach einem Krankenhaus bringen, wo fein fißt der Landgerichtsdirektor Oppermann vor. vorher Staatsanwalt war, hat es in verhältnismäßig turzer Zeit ver- Bustand bisher wenig Hoffnung auf Genesung zuläßt. standen, sich durch eine zum Teil ganz eigentümliche Art der Behand Von seinem Eisenbahnzuge überfahren wurde gestern furz lung der Angeklagten und der Befragung der Zeugen einen beson- I nach der Abfahrt aus der Station Müncheberg der Zugführer Wegener Die herbeiAus den Nachbarorten. verordneten Versammlung zur Kenntnisnahme Der Charlottenburger Magiftrat unterbreitet der Stadtdie Dienst anweisung für die Schulärzte, die, nachdem sie ein Jahr im Gebrauch gewesen und auf Antrag der Schulärzte einige Aenderungen erfahren hat, von der Regierung genehmigt ist. Nach der Anweisung sind neu eintretende Schulkinder von den Schulärzten Lichtenberg. Jm hiesigen Gemeinderat spielte sich am gesichts der Borstrafen des Angeklagten hielt aber der Gerichtshof unmittelbar nach der Einschulung in der Schule möglichst in 81. Jaunar eine für uns recht ergögliche Debatte ab. Herr Plona deffen Schuld nicht für zweifelhaft und berurteilte ihn zu einem Gegenwart der Eltern auf ihren Gesundheitszustand zu untersuchen, hielt eine längere Rede, in der er sich über die Quertreibereien er- Jahre Zuchthaus. und es ist festzustellen, ob das Kind einer dauernden ärzt- regte, die gegen die Erwerbung der Stadtrechte für Lichtenberg von lichen Behandlung oder befonderer Berücksichtigung beim Unterricht einigen Seiten unternommen worden seien. Er bezichtigte einige Mit eine Almosenempfängerin mit drei Wochen Gefängnis beWegen Betruge wurde vom Schöffengericht I, Abteilung 140, bedarf. Die Untersuchung unterbleibt, wenn dies von den rechtzeitig glieder des Gemeinderats, daß fie ein materielles Interesse daran straft, weil sie, obgleich in Neu- Weißensee wohnhaft, der Armenzu benachrichtigenden Eltern oder Erziehern unter Beifügung eines hätten, den jezigen Zustand zu erhalten. Infolge dieser Angriffe, tommiffion angegeben hatte, in Berlin zu wohnen. Infolge dieser bestimmten von dem Hausarzte ausgefüllten Formulars beantragt die wohl mehr für eine Wahlpropaganda berechnet waren, fam es würden. wolle. " wird. Ueber jedes untersuchte Kind ist ein Gesundheitsschein aus zu recht lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Herrn Kielblod falschen Angabe war es ihr gelungen, die Bezirks- Armenkommission zufüllen, der dasselbe von Klasse zu Klaffe begleitet und beim und dem Angreifer. Von unsrer Seite nahm Grauer das Wort, der zur Gewährung von Almofen zu veranlassen. Eine andre Person Schulwechsel der neuen Schule überwiesen wird. Erscheint ein zunächst betonte, daß der Streit nicht uninteressant sei, denn es bestätige sich hatte fich als wirtin dieser Almosenempfängerin ausgegeben und hierdurch den Irrtum der zuständigen Armenkommission über die Sind einer ständigen ärztlichen Kontrolle bedürftig, so ist dies das alte Sprichwort, wenn sich zwei streiten" usw. vollkommen. Er hierdurch den Irrtum der zuständigen Armenkommission über die fo Wohnung der Almofenempfängerin unterstützt. Für ihre falschen auf dem Schein zu vermerken. In jeder Schule hält der müsse aber doch betonen, daß es gerade Herr Plon z gewesen sei, Wohnung der Almofenempfängerin unterſtützt. Für ihre falschen Schularzt monatlich, beim Auftreten von ansteckenden Krant- der die Ausführung des im Sommer gefaßten Beschlusses dadurch Angaben ließ sie sich von der Almosenempfängerin einen Teil des heiten auch häufiger, eine Sprechstunde ab. Jede Klasse verhinderte, daß er und seine Freunde den Termin zur Neuwahl erschwindelten Almosens abgeben. Die falsche Wirtin wurde durch wird etwa zweimal im halben Jahre besichtigt. Die erste Hälfte möglichst hinauszuschieben sich bemühten. Die socialdemokratischen dasselbe Gericht wegen Betrugs mit zwei Monaten und der Sprechstunde dient zu einem Besuch der Stlassen während des Vertreter haben ihr Interesse in dieser Frage schon durch Zustimmung wei Wochen Gefängnis bestraft. Unterrichts, wobei der Schularzt sein Augenmert auf die äußere zu diesem Beschlusse bekundet, während die heutige Debatte mehr Der Bürgermeister von Plane fühlte sich durch einen Artikel Erscheinung und Haltung der Kinder, und auf die Heizung, Ventilation, oder weniger auf das unsaubere Treiben der Grundstücksspekulanten in Nr. 27 der Ameise" vom 6. Juli v. J. beleidigt und hatte eine Beleuchtung und Reinlichkeit der Klasse und sonstigen Schulräume zurückzuführen sei. Anklage gegen den Redacteur Jahn veranlaßt, die gestern vor der zu richten hat. Die zweite Hälfte dient der Abhaltung einer Nach dem noch mehrere Redner zur Sache gesprochen, erklärte auch sechsten Straffammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Die eigentlichen Sprechstunde. Krante oder behandlungsbedürftige Gemeindevorsteher Ziethen, daß er der Auffassung sei, es handle sich Ameise" als Organ des Verbands der Porzellanarbeiter hatte aus Kinder werden mit einer entsprechenden schriftlichen Mit- hier um eine Wahlmache. Gemeindeverordneter Welt interpellierte den der Gleichheit" der Frau Bettin einen Artikel über ein Vorteilung nach Hause geschickt. Eine Behandlung solcher Gemeindevorstand, welche Schritte derselbe zu thun gedenke, um der vor- kommnis in Plaue übernommen. Es wurde darin erzählt: Kinder durch den Schularzt ist ausgeschlossen. Die Schulärzte haben aussichtlich beim Aprilumzug hervortretenden Wohnungsnot zu begegnen. Am 15. Juni wollte Frau Biek aus Hamburg im Rathausaußerdem auf Antrag des Schulleiters solche angeblich erkrankten Der Gemeindevorsteher erklärte, der Gemeindevorstand habe sich be- Restaurationsfaale zu Plaue einen Vortrag über das Kinder, für die kein ärztliches Zeugnis beigebracht wird, in ihrer reits damit beschäftigt und werde nächstens im Kollegium die Sache Thema" Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" halten. Der Wohnung zu untersuchen sowie Anträge auf längere Schul- zur Besprechung kommen. Bürgermeister Weber versagte die Erlaubnis zur Abhaltung der be dispensationen zu begutachten. Vierteljährlich treten die Aerzte zu Herr Plona bewies bei Besprechung dieser Frage eine große treffenden Versammlung, weil er darin eine Gefahr für die öffent Besprechungen zusammen, Ende Februar jeden Jahrs haben sie einen Rüdständigkeit auf socialem Gebiete, indem er eine Verpflichtung der liche Ordnung und Sicherheit erblickte. Da der Ausfall der VerBericht über ihre Thätigkeit einzureichen. Gemeinde auf diesem Gebiete nicht anerkannte. Auf den Vorwurf fammlung nicht mehr öffentlich bekannt gegeben werden konnte, hatten Der Voranschlag für den Charlottenburger Stadt- des Gemeindeverordneten Grauer, daß er auch zu denjenigen Haus- fich eine ganze Anzahl von Arbeitern, darunter auch Frau Bieg, einhaushalts- Etat schließt in feinen einzelnen Teilen wie folgt ab: wirten gehöre, welche nicht gern Mieter mit Kindern nehmen, er- gefunden, welche nunmehr im Restaurationssaale figen blieben und Als dann plötzlich der Gemeindediener im Saale Der Hauptetat im Ordinarium in Einnahme und Ausgabe mit widerte er, daß die Socialdemokraten es auch nicht anders machen Bier tranten. 11 604 000 m. bei einem Dispofitionsfonds für Nachbewilligungen si erschien, wurde er mit Gelächter empfangen, er ging und kehrte bald und nicht vorhergesehene Fälle von 171 000 m., im Extra- Ordinarium In Voraussicht der großen Entwicklung, die in Spandau mit dem Bürgermeister zurüd. Dieser soll nun angeblich sofort den Wo ist das Mensch, das Frauenin Ginnahme und Ausgabe mit 6612 600 m.; Der Kanali- nach der in Vorbereitung befindlichen Entfestigung eintreten Rathauswirt gefragt haben: Der Bürgermeister bestreitet dies und will nur sations Etat im Ordinarium mit 857 500 m., im Ertra- wird, macht sich eine umfangreiche Grundstücsipetu- zimmer?" Ordinarium mit 380 000 m., der Etat der Ladestraßen mit lation außerhalb der Festungsthore bemerkbar. Terrains, die so gefragt haben, wo das Frauenzimmer" sei, das einen Vortrag der Wirt darauf nach Frau Zick 23 300 m., der Etat der Tiefbau Verwaltung mit lange nur den Wert als Aderland hatten, gelten bereits jetzt als halten 372 300 M., der Etat des Elettricitätswerte im zufünftiges Bauland und kosten das 8ehnfache der bisherigen hinwies, trat der Bürgermeister mit den Worten auf jie Ordinarium mit 313 825 M., im Extra- Ordinarium mit 1 Million, Preise. In den letzten Tagen find wieder größere Aderländereien zu: Wenn Sie hier reden wollen, dann verhafte ich Sie!" der Etat der Gasanstalten im Ordinarium mit 5 493 785 M. in den Besiz auswärtiger Spekulanten übergegangen. Einen Frau Bieß soll darauf geantwortet haben:" Ich bin fein FrauenEinnahme und 5 000 785 M. Ausgabe bei einem Reingewinn von andren, verschiedene Hundert Morgen umfassenden Komplex, an dem zimmer! Wer sind Sie denn?" Darauf der Bürgermeister:" Ich 493 000 m., im Ertraordinarium mit 2703 509 m., ber Etat mehrere Aderbürger beteiligt find, hat sich eine große Berliner Bant bin hier der Bürgermeister. Können Sie sich legitimieren?" Frau Der Stiftungen und 2egate mit 67 912 M. Be- gesichert. Während nicht verhindert werden kann, daß die im 3ie antwortete gereizt:" Ich bin eine Deutsche, mich hat tein zilglich der Festfegung der Steuern beantragt der Festungsrayon belegenen privaten Grundstü de Objekte einer Bürgermeister, kein Gendarm und kein Fürst um eine Legitimation Magiftrat, Personen mit einem Einkommen von nicht mehr als unbeschränkten Spekulation werden, foll das Festungsgelände zu fragen." Als der Bürgermeister nochmals von Verhaftung sprach, 900 M. einkommensteuerfrei zu lassen. Im übrigen soll der Zu- felbst durch Ankauf von seiten der Stadt der Spekulation entzogen bat Frau Zieh den Wirt um Schutz und dieser sagte dem Bürgerschlag zur Staatseinkommensteuer 97 Proz. betragen. Die Gewerden. Jüngst sind auch zu Fabrikzweden in der Wilhelm- meister, er solle sich doch beruhigen. Dieser ging weg, betrat aber bald mit dem Gendarmen wieder den Saal, wo er sich an einen meinde Grundsteuer soll in Höhe von 2,21 0/00 des gemeinen stadt, an der Havel, wieder größere Ländereien verkauft worden. Tisch niederließ. Als darauf ein Gelächter laut wurde, rief Werts der bebauten und unbebauten Grundstücke, die GemeindeGewerbesteuer in Höhe eines Buschlags von 97 Broz, der staatlich Neumann zu Oranienburg geworden. Ein Opfer feines Berufs ist der Lotomotivführer der Bürgermeister:„ Wenn hier gelacht wird, löse ich die VerVor einiger Zeit fammlung auf!" Aus der Mitte der Anwesenden ertönte beranlagten Gewerbesteuer erhoben werden, und zwar in der Weise, entstand bei einem Bersonenzuge der Nordbahn unweit Herms- die Antwort: Hier ist ja gar keine Versammlung". Der daß der Ertrag beider Steuern zusammen einem Satz von dorf ein Maschinendefekt, wobei der Führer der Lokomotive, Nen Gaal leerte fich aber bald und die Anwesenden gingen in die 145,5 Broz. der staatlich veranlagten Realsteuern gleichlammt. Die mann, als er weiteres Unheil verhüten wollte, durch ausströmende Restaurationszimmer. Als Frau Zieß den Saal verließ, nötigte fie Betriebssteuer soll in Höhe von 100 Proz. der festgefeßten Betriebs- Dämpfe schwer verbrüht wurde, während es dem Heizer gelang, sich der Gendarm in ein Amtszimmer, fragte nochmals nach der Legitisteuer erhoben werden, die nach dem Maßstabe des burch einen Sprung von der Maschine in Sicherheit zu bringen. Die mation und erklärte schließlich: er hätte zwar Grund, fie zu ver Gebäude- Nuzungswerts zu erhebende Kanalisationsgebühr wird Brandwunden des Berunglückten wurden zwar geheit, der gewissenhaften, wolle aber davon Abstand nehmen. Diese Vorgänge auf 1 Broz. festgesezt. Die Unterverteilung des Realsteuer- hafte Beamte hatte sich bei jenem Unfall aber den Keim zu einer bildeten in dem Artikel den Ausgangspunkt sehr heftiger Angriffe bedarfs auf die Gemeinde Gewerbe- und die Gemeinde- schweren Daß der Bürgermeister den AusGrundsteuer ist in gleicher Weise wie für die Vorjahre schweren Lungenkrankheit geholt, der er jegt in Görbersdorf er- gegen den Bürgermeister Weber. legen ist. lausdamarino xam mbi si bruck„ das Mensch" gebraucht habe, war nur von einem Zeugen vorgenommen worden, und zwar so, daß die Gewerbesteuer nur mit demselben Zuschlage wie die Staats- Einkommensteuer belastet Ein Kindesmord. In Schöneberg ist am Montagnachmittag bestätigt worden, die übrigen bekundeten nur den Ausdrud„ das werden, dagegen der nach Abzug des Ertrags aus der Gewerbesteuern den Sandgruben im unbebauten Teile der Martinstraße ca. 10 Frauenzimmer"; der Gerichtshof hielt den ersten Ausdruck nicht für erverbleibende Rest des Realsteuerbedarfs durch die Gemeinde- Grund- bis 12 Centimeter tief lose im Sande verscharrt die Leiche eines wiesen, zumal sich Frau Biez selbst nur gegen den Ausdruck Frauenfteuer aufgebracht werden soll. Hierdurch tritt für lettere Stener neugeborenen Kinds männlichen Geschlechts auf- zimmer" verwahrt hatte. Der Staatsanwalt beantragte wegen der eine Belastung ein, welche der Erhebung eines Zuschlags von rund gefunden worden. Dieselbe ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon Schwere der Beleidigungen 200 m. Geldstrafe.- R.-A. Heine er 159 Proz. der Staats, Grund- und Gebäudesteuer entsprechen am Sonntagabend oder Montagmorgen dorthin gebracht worden. innerte bei dieser Gelege..heit an den alten Saz: Wie man in den Wald Der Gerichtshof erkannte Eingewickelt war die Leiche in einem Stüd graue selbstgefertigter hineinschreit, so schallt es wieder heraus! weißer Leinewand, worüber sich dann noch grobe Sadkleinewand be auf 150 Mart Geldstrafe, wobei er erwog, daß das nicht fand. Die Geburt des Kinds ist höchst wahrscheinlich ohne Buziehung ganz fachgemäße Vorgehen des Bürgermeisters die einer Hebamme oder Arztes erfolgt. Kritit herausgefordert haben mag. würde. Ueber das Ergebnis der Volkszählung in Charlottenburg liegt uns jetzt die Feststellung des Statistischen Amis vor. Charlottenburg hatte demnach am 1. Dezember 1900 189 290 Einwohner. Das bedeutet eine Zunahme von 56 908 gegen das Jahr 1885. D Schöneberg. In der Stadtverordneten Sigung vom 4. Februar gelangte zunächst der Bericht des Ausschusses für Rechnungsfachen zur Berhandlung. Ohne wesentliche Debatte wurden die Rechnungen der verschiedenen Fonds, darunter der des Schulsteuern. mis dep cilj Gerichts- Beitung. " Vermischtes. thun Zwei schwere Jungen" sind aus dem Gefängnis des Amts gerichts in Rauen ausgebrochen und auch entkommen. Die Ent wichenen, Arbeiter Anton Westphal und Otto Wolter, waren wegen verschiedener Einbruchsdiebstähle, gefährlicher Körperverlegung und andrer Strafthaten in Untersuchungshaft genommen worden. Hinter den flüchtigen Verbrechern sind alsbald Steckbriefe erlassen worden. Marktpreise von Berlin am 4. Februar 1901 dod nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Str. 15,30 15,28 Kartoffeln, neue, D- Ctr. Roggen, gut mittel gering mittel gering " " " 15,26 15,24 15,22 15,20 14,26 14,24 Rindfleisch, Kenle 1 kg bo. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch 7,15, 1,60 1,20 Wegen Sittlichkeitsvergehen wurde von der Straffammer in Heidelberg, der 55jährige evangelische Pfarrer Georg Wagner in hausbaus mit 71177 M., genehmigt. Die Nachbewilligung von Schmidt in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden, die dem Treiben des Angeklagten zum Opfer fielen, erhielten Gett Wegen Gewerbefteuer- Vergehend war die Hauseigentümerin ilhelmsfeld zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Sieben Burschen, 2647,65 M. zur Dedung von Staatseinkommen und Ergänzungs- weil sie das Bimmervermieten betrieben hat, ohne fängnisstrafen von zwei bis vier Wochen. Pfarrer Wagner, der feit berg als Rechtsnachfolgerin der Landgemeinde von der Ober- Rechnungs- Vermieten von Zimmern für einen Gewerbebetrieb und nahm im anstalt in Basel als Geistlicher ausgebildet worden, war dann tammer erfaßpflichtig gemacht worden ist, gab dem Stadtv. Hase Gelegenheit anzufragen, ob es rechtlich nicht zulässig fei, den früheren an, indem es nicht bloß die Möbel, sondern auch die Wohmung den badischen Staasdienst ein. Er ist in zweiter Ehe verheiratet Gelegenheit anzufragen, ob es rechtlich nicht zulässig sei, den früheren Fall der Angeklagten ein Betriebskapital von mehr als 3000 m. mehrere Jahre in Indien als Missionar thätig und trat später in Gemeindevorsteher Schmod regeßpflichtig zu machen, da doch nur selbst in Anjazz brachte. Bei einem Betriebskapital von weniger und Bater mehrerer unerwachsener Kinder. durch die Art und Weise seiner Geschäftsführung ein derartiger Fall als 3000 M. und einem Jahresertrag von weniger als 1500 m. fällt paffiren fonnte. Dieser Anregung entgegen betonte der Bürgermeister bekanntlich die Gewerbesteuer weg.- Das Kammergericht sprach die Gerhardt die Unmöglichkeit eines solchen Vorgehens. Eine recht rege Debatte zeitigte der nächste Punkt der Tages- Angeklagte auf ihre Berufung frei und führte aus: Das GewerbeEs frage fich, ordnung Umbau der Barade II zu Wohnzweden". Steuer- Gesez sei rechtsirrtümlich angewendet worden. ob das Vermieten von einzelnen Zimmern ein steuerpflichtiges GeHier waren es drei verschiedene Anschauungen, die je nach der werbe sei und ob der Wert der Räume in das Betriebskapital einwirtschaftlichen Stellung des Redners zur Geltung tommen. Herr Stadtv. Wagner, der Vorfizende des Mietervereins, gab zubeziehen sei. Das Ober- Verwaltungsgericht habe beides bejaht. Der eine jener bekannten in allen Farben schillernden Reden zum Besten; Das Verpachten oder Vermieten von Immobilien bedinge an sich noch Straffenat des Rammergerichts könne fich dem aber nicht anschließen. er gab das Vorhandensein einer Wohnungsnot zu, trog alledem nicht einen Gewerbebetrieb. Daran werde auch nichts dadurch gekonnte er sich nicht dazu aufschwingen, dem Uebel ernstlich zu ändert, daß die Räumlichkeiten mehr oder minder möbliert seien. Es Den Standpunkt der Hausbefizer zu vertreten übernahm der liege hier nicht etwa ein Beherbergungsbetrieb vor, denn bei der Borsteher G. Müller, der jedoch mit seiner Argumentation, daß durch Beherbergung gebe nicht, wie beim Vermieten, das Recht auf das Unglücksfälle veranlaßt es immer Obdachlose geben wird, sehr immer auf den Mieter über. Somit müsse nach Ansicht des Gerichts schlecht operierte. Auch die Aeußerung, daß durch die Steigerung der der Wert der nackten Zimmer von vornherein bei der Berechnung Löhne bei den Arbeitern die Hausbefizer zu ihrem Recht gelangen, ob eine Möbelvermietung vorliege und ob diese ein Gewerbebetrieb des Betriebskapitals ausscheiden. Nun tönnte noch in Frage kommen, nahm sich in dem Munde eines Manns, der socialpolitisches Wissen sei. Das könne indessen dahingestellt bleiben, da die Angeklagte besigt, sehr eigentümlich aus. Genosse Masuch gab Den Herren denn auch deutlich zu verstehen, wie es in Wirklichkeit nicht Möbel im Werte von mehr als 3000 Mark vermiete( Anlagemit den Ursachen der Wohnungskalamität aussieht. Wenn die Haus- tapital) und die bloße Möbelvermietung ihr nicht jährlich 1500 Mark abwerfe, fie also selbst bei der Annahme eines Möbelvermietungs- Richtfroh befizer in recht jämmerlich lagender Weise immer behaupten, daß sie betriebs nach dem Gesetz von der Gewerbesteuer befreit wäre. Schon geu die Geschädigten seien und nicht auf ihre Kosten kämen, nun dann Erbsen mögen fie ihr Handwert aufgeben und die Häufer der Kommune deshalb sei Frau S. freizusprechen.bg papeiſebohnen überlassen. Nach reger Distusston gelangte schließlich die Magistrats- Ein Abenteuer in einer Kaschemme tam bei einer Ber- Linsen vorlage zur Annahme. handlung zur Sprache, welche gestern die 7. Straflammer hiesigen Landgerichts I beschäftigte, Wegen Diebstahls hatte sich der Kellner Schöneberg. Der Magistrat hat die Betition der hiesigen Otto Nigdorf zu verantworten. Er befand sich eines Morgens fret Wagen und ab Bahn. STOS vid Rektoren, Lehrer und Lehrerinnen um Aenderung ihrer Be- in aller Frühe in einer Kajchemme in der Gegend des Dönhoffplazes. Produktenmarkt vom 5. Februar. Auf dem Getreidemarkte ent soldungsordnung abgelehnt. Der Bevölkerungsziffer unserer Es ging daselbst hoch her. Die anwesenden Männer und„ Damen" wickelte fich schwächere Tendenz infolge vermehrten inländischen Angebots Stadt entsprechend sind für dieses Jahr 12 Stadtverordnete mehr zu wählen. Da ferner ein Drittel der Stadtverordneten aus- waren in animierter Stimmung, denn ein Gast, der dort unbekannt und der niedrigeren, von den amerikanischen und den europäischen Märkten scheidet, so find im Herbst 28 Stadtverordnete zu wählen. Auf war, machte sich ein Gaudi" daraus, mehrere Lagen" den ver- gemeldeten Rotierungen. Die Umsätze waren belanglos. Weizenlieferungen Wunsch des Ministeriums sollen Neu- und Ersatzwahl gemeinsam so unvorsichtig, mit dem Befiße großer Geldmittel zu renommieren Safer blieb nur schwach behauptet, da ruffische Offerten einen Druck aus. ehrten Anwesenden zum besten zu geben. Der spendable Herr war festen um 0,75 M., Roggenlieferungen um 0,25 M. niedriger ein. Später erreichte Weizen infolge spekulativer Käufe wieder den geftrigen Schlußpreis. vorgenommen werden. Die Ausführung des neuen großen Ent- und vor aller Augen eine Geldgefüllte Brieftasche in die hintere übten Rüböl ließ auf Paris wetter um 0,50 M. nach. wässerungsprojetts der drei Gemeinden Schöneberg, Tasche seiner Beinkleider zu steden. Der Angeflagte nahm auf seine Friedenau und Wilmersdorf soll nunmehr vor sich gehen, und zwar Art hiervon Notiz und suchte zwei der anwesenden Mädchen aufzu- Witterungsübersicht vom 5. Februar 1901, morgens 8 Uhr. handelt es sich zunächst um die Herstellung eines der drei im reden, dem Fremden das Geld zu stehlen. Als dies abgelehnt Projekt vorgesehenen Regenausläffe, der sich bei größeren Nieder- wurde, machte er sich selbst an den Fremden heran, er setzte fich schlägen für Schöneberg als dringend nötig erweist. t) Gerfie, gut afer, gut mittel gering mittel gering " *) ab Bahn. 14,20 14,17 14,13 14,10 15,40 14,70 14,60 13,90 13,80 13,20 15,90 15,30 15,20 14,60 14,50 13,90 Hammelfleisch Butter Fier Karpfen Aale Bander 1,30 11,60 1,10 " 1,80 11,60 0,90 2,60 2, 60 Sind 5,50 3,20 1 kg 2,20 1,20 2,80 1,40 2,50 1,20 Hechte Barsche 2,- 1, 1,80 0,80 " 40, 25, 45, 25, 70,- 30, Schleie Bleie Krebse dair 00 3, 1,20 1,40 0,70 per Schot 12-3@ligomis bin 196 +) ab Bahn und frei Mühle. +) Stationen Swinembe Berlin Barometer ftand mm Wind richtung Windstärke Wetter LL! Temp. n. C. 5°-4° R. Stationen ftand mm Barometer 5100 sier thin Winds 749 SSO 2 bebedt-0 Haparanda 751 Still 748NM 3 Schnee-2 Betersburg 749 OSO 2 Schnee-1 Cort richtung Windstärke Wetter Temp.n.6. 16° C.-4° Schnee 10 1 3 2 neben ihn und konnte nicht umhin, ihn im lleberschwange feiner Vom städtischen Arbeitsnachweis zu Rigdorf verlangten im Gefühle mehrmals zu umarmen. Blöglich ertönte der Schreckensruf Monat Januar 72 Arbeitgeber 131 männliche und 20 weibliche Per- des Fremden:„ Mein Geld ist weg!" und da er als Ergänzung fonen zur Beschäftigung. Diese 151 Bersonen sollten sich rekrutieren hinzufügte, daß sich in der Tasche 700 m. befunden haben, so aus 18 Handwerkern, 109 ungelernten Arbeitern, 4 jugendlichen Ar- erregte dieser Ruf natürlich gewaltige Aufregung. Der Wirt ließ beitern unter 16 Jahren, 4 Dienstmädchen, 3 Fabrit- und 3 un- niemand aus dem Lokal, als er aber die Häupter seiner Lieben Hamburg gelernten Arbeiterinnen. Beschäftigung gesucht wurde von 512 Per- zählte, ergab es sich, daß ihm das teure Haupt des Angeklagten Granff/ M. 748 7529 fonen, und zwar von 77 Handwertern, 856 ungelernten Arbeitern, fehlte. Dieser hatte eine Hinterthür benutzt, um, ohne Aufsehen zu München 74850 -5 Baris 742 43 jugendlichen Arbeitern unter 16 Jahren, 9 Dienstniädchen, erregen, zu verschwinden. Mit ihm war ein Mädchen, Namens Wien 753 1 Nebel 15 Fabrik und 12 ungelernten Arbeiterinnen. Nur 143 Personen Trude" verschwunden, über deren Berbleib fich bis heute nichts Wetter Prognose für Mittwoch, den 6. Februar 1901. konnte Arbeit nachgewiesen werden, und zwar 17 Handwerkern, 108 bat ermitteln lassen. Der Angeklagte ist in Halle a. S. festgenommen Beitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit geringen Niederfchlägen und umgelernten Arbeitern, 4 jugendlichen Arbeitern, 8 Dienstmädchen, worden, wo er eine Stellung als Sellner angenommen hatte. Er schwachen füdöstlichen Winden; Zemperatur wenig verändert. 3 Fabrit und 3 ungelernten Arbeiterinnen. bestritt natürlich den Diebstahl; bei der ganzen Sachlage und An2 be deckt 1 Aberdeen 2 Nebel 756 N 5 heiter 45lb.bed. 3 bedeckt. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. OC