Nr. 34. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 t., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. BoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Boft Bettungs Breistifte für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Rusland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts difer 199 Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonet zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Aleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erfte Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Quiffung. Jm Monat Januar gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Sonnabend, den 9. Februar 1901. sour his nstajt mijar Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Prozentuale Verfassungswidrigkeiten. tommen zu laffen, führen wir noch das Urteil eines Manns an, ber Unfre preußische Verfassung ist sicherlich nicht viel wert, sie ist ein Wert der Gegenrevolution, das der Nation nach dem jähen Ende des stürmischen Völkerfrühlings aufgezwungen worden ist. Aber fein Socialdemokrat hat eine so geringe Meinung von der Bedeutung dieses Blatts Papier wie unsre Staatserhaltenden, als deren charakteristischer Wortführer der preußische Justizminister Herr Schönstedt gelten darf. ( darunter Dieser höchste Verwalter der preußischen Rechtspflege liebt es als Mann der Praxis, die graue Theorie der Verfassung zeitgemäß abzuändern. Er erfüllt den starren toten Buchstaben mit lebendigem Geist, mit Schönstedtschem Geist. Auf diese Weise gelangen wir zu einem auf dem Verwaltungswege patriarchalisch gemilberten Rechts- und Verfassungsstaat. Altenburg S. A., von den Parteigenoffen 200,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Streis 100,-( darunter Schirmstod- Fabrit A. Wendt, Köpeniderstraße, 3. Rate 10,-). 2. Streis 750, ( darunter Süd 2,-, Ueberschüsse vom Wahren Jakob" durch Schröder 3,-). 3. Streis 350,- 4. Kreis Ost 1000, amerikanische Anktion vom 158. Stadtbezirk 9,40, Neujahrsnacht 172. Stadtbezirk 4,-, Luftige Brüder 60, Andreas B. 50,-) 4. Areis Südost 1000,-( darunter gemütlicher Abend bei Gramophor 0,60). 5. Streis 100,-. 6. Kreis, Wedding und Oranienb. Borstadt 400,-( darunter Kranzübersch. der A. E.-G., Aderstraße, Saal 22, 8,70, Bierprozente von Gebr. Bolzani 56,75, A. F. 60,-). 6. Kreis Schönhauser Vorstadt 900,-( darunter alter Ist verfassungsmäßig die Gleichheit aller vor dem Gesetze geBarteigenoffe, Buchholzerstraße 10,-, A. B. Mister 1,-, 5 rote Stat- währleistet, so paßt der preußische Justizminister diese allzu un spieler, Stargarderstr. 3, durch M. 5,20, 25jähriges Ehejubiläum bewegliche Bestimmung den Umständen an, indem er einem alten Wafferturm 3,20, Buchdruckerei Wigel 20, amerit. Auktion römischen Komödiendichter den Rechtsgrundsatz entlehnt und als Bezirk 463-64 4,-, bei Dierke über den See gefahren 2,15). 6. Streis Moabit 122,08( darunter G. 2. 8,-, J. G. 3, Vergleich maßgebend aufstellt:„ Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht das " " 3 " Mit Schaudern wird er wahrs bon Um gar keinen Zweifel an der Richtigkeit unsrer Auffassung aufuns gewiß nicht nahe steht. Der konservative Staatsrechtslehrer Freiherr v. Stengel fagt in seinem Staatsrecht des Königreichs Breußen: Hierdurch( d. h. durch den Artikel 12 der Verfassungsurkunde) waren vor allem die Beschränkungen beseitigt, welche das Gesetz vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden hinsichtlich der Zulaffung der Juden zu öffentlichen Aemtern usw. aufgerichtet hatte. Gegenwärtig kommt in dieser Hinsicht das Reichsgesetz vom 3. Juli 1869 betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung zur Anwendung, welches vorschreibt, daß alle noch bestehenden aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben sind." Hiernach steht es für jeden, der lesen kann, fest, daß der Minister mit seiner oben citierten Aeußerung nicht nur sich selbst, sondern in viel höherem Maße noch seine Stollegen der Verfassungsverletzung beschuldigt. Glaubt Herr Schönstedt mit der Verfassung nicht regieren zu können, so bleibt es ihm unbenommen, eine Aenderung der Verfassung anzubahnen, aber so lange die Verfassung besteht, haben doch in erster Linie die Minister die Pflicht, sie aufs strengste zu beachten. uns ist ja das, was Herr Schönstedt sagt, nichts Neues. Wir wissen längst, wie es um den Grundsatz der Gleichberechtigung bestellt ist und daß insbesondere die Socialdemokraten diesen Zustand zu spüren Weise verfährt. felbe." zwischen Adler und Achilles 10,-, Sch.- Klub Vorwärts durch D. 3,50, 2 Oestreicher 1 Belgier 0,60). 6. Kreis, Rosenthaler Vorstadt Jetzt hat Herr Schönstedt ein neues Mittel gefunden, um die und Gesundbrunnen 100,-. Berlin, diverse Beiträge: Arbeiter und Verfassung beweglicher für die Aufnahme seines Geistes zu geArbeiterinnen der Buchbinderei von Bading 20,- O. B. 100,- stalten. Die Verfassung kennt keine Stände mehr und keine BeChamiffoplag Salomonstraße 7,-. Von den Maurern am Char- vorzugung oder Zurücfeßung der Konfeffionen. Herr Schönstedt macht Lottenburger Wasserwerk in Johannisthal durch J. N. 5,80. Dr. 2. A. auch diese harte Bestimmung geschmeidig, indem er das Bedürfnis" bekommen. 50,-... 75,- J. 23. 25,-. Von Mitgl. der Berliner Ge- der Bevölkerung" zum obersten Gesetz erhebt und statt des gleichen noffenschaftsbäderei 350,- Automat Nr. 28 10,- 2. u. 5. B. 20, Anrechts an dem Genuß der Verfassung den prozentualen etwas einzuschränken und sich gegen den Vorwurf der VerfassungsAllerdings suchte der Justizminister am Freitag seine Worte Freundschaftsklub Slette" 5,- P. S. 50,-.' π. B. 50,2. H Ueberschuß der Sechsertasse der Buchbruckerei v. Baz u. Garleb durch E. Anteil in die Praxis des Lebens einführt. Einstweilen allerdings verletzung zu schützen. Erfolg hatte er mit seinen juristischen Bemühungen 7,48. Reinickendorferstr. 5,-. Cigarrenfabrit R. Schulze, Friedrichs- beschränkt er diese Forderung auf die jüdischen Rechtsanwalte, die nur bei der reaktionären Landtagsmehrheit, die förmlich in Entfelderstr. 21 10,-. Von den Drechslern und Schleifern der Gummi- nur in einer ihrem konfeſſionellen Prozentsatz entsprechenden Zahl zum zücung geriet über den Minister, der die bekannten Anforderungen warenfabrit von K. Miller, Weißensee 10,- Odeffa, A. 2. 12, Notariat zugelaffen werden sollen, obwohl die Verfassung solche Un- zu erfüllen scheint, die Herr v. Kröcher an einen Staatsmann stellt. Durch Nord 5,-. Buzerkolonne Fleischer durch Thiele 14,80. Rote gleichheit ausdrücklich verpönt. ng s Selbst die Nationalliberalen fanden an seiner Erklärung nichts ausBuchbinder Grünstr. 5,-. Gasmeffer Mariendorf 35,45. Ueber- Aber Herr Schönstedt hat ein Gefühl für die Unzulänglichkeit zusetzen, ganz zu schweigen vom Centrum, das für sich selbst Barität schuß einer Stranzspende durch P. 1,25. Amerikanische Auktion der Verfassung und er ist anscheinend für eine Proportional- verlangt, aber nicht bereit ist, auch Mitglieder andrer Konfessionen Artillerieſtr. bei Bape 3,30. Von Mitgliedern der U.-Dr. 5,30 vertretung der Konfessionen und Klassen im Staatsleben begeistert. verfassungsmäßig gerecht zu behandeln ein neuer Widerspruch Bon den Stereotypeuren im Vorwärts" 10, 8ur Bekämpfung mit den jüdischen Notaren hat Herr Schönstedt angefangen, er zwischen den Worten und den Thaten der frommen Centrumsleute! der Nebenregierung M. D. K. 3,-. Werkabteilung von M. Bading 15,-. Geburtstagsfeier bei Seidel, Mittenwalderstraße, 4, wird aber zweifellos weitergehen. Mit gutem Geschid und guten Gründen kämpften die Abgeord Odessa, A. L., Brüsseler internationales Sekretariat 6, nehmen und seine Regierungskollegen darauf hinweisen, daß fast alle neten Dr. Crüger( frs. Vp.), Ridert( frs. Bg.) und Dr. Barth Bern 50,- Bremen, B. C. 10,- Bant- Wilhelmshaven, Beitrag höheren Verwaltungs- und Offizierstellen vom Adel eingenommen( fri. Bg.) gegen das verfassungswidrige System in Preußen an. vom 4. Qua rtal 1900 152,- Breslau, P. Sch. 7. und 8. Quartal worden sind, obwohl er nach seiner Stärke nur das Recht hätte, Nicht mit Unrecht bemerkte Dr. Crüger, daß man sich über Er6,-. Bamb erg, Solitarius" 5, Crimmitschau, von den Partei- etwa von 1000 Stellen eine zu erhalten; thatsächlich aber sind scheinungen wie den Dreschgrafen Bückler und die antisemitische Hezze genoffen 200,- Chemnitz, 16. sächsischer Reichstags- Wahlkreis 150,- etwa ganz gegen das Juteresse der Bevölkerung" Christiania, focialistischer Klub Vorwärts" 50,- Charlottenburg, 2. E. 5, Dresden, 2. Sch. 1,-. Düsseldorf, B. Sch.2,-. Dresden, den Regierungsreferendaren 40 Proz., von den preußischen Land- in Konig nicht wundern könne, wenn die Regierung selbst in dieser 4. sächsischer Streis, socialdem. Verein 100,-( darunter rote Kind- räten 55 Proz. adlig, und eine erkleckliche Anzahl Regimenter nehmen In der That scheint Herr Schönstedt die gestern wiederum offenbarten taufe Kurfürstenstraße 2,-, durch Legler 1,-). Darmstadt, Wahl- überhaupt keine bürgerlichen Offiziere an. Ferner wird Herr Schön- Grundsäße in all seinem Thun und Laffen anzuwenden. Das zeigte sich freis D.-Gr. 100,- Döbeln, von den Parteigenoffen 30,- Evers- stedt sich bewußt werden, daß unter den Richtern gar keine Söhne recht deutlich an der milden Art, wie er sich über die antisemitischen bach i. S., ein Gemaßregelter-, 50. Erfurt, Wahlkreis Erfurt- von Arbeitern zu finden sind, während 96 Prozent aus Familien Anklagen äußerte, daß die Behörden in Konig absichtlich die Schl.- Ziegenrüd 25,- Faltenberg( Oberschl.) 2,- Flensburg, hervorgehen müßten, die die ein geringeres Einkommen als Mörder nicht gefaßt hätten, andrerseits an den einer parlamentarischen durch F. M. 50,-. Greiz, Wahlkreis Reuß ä. L. 50,- Geeste 5000 Mart haben. Und schließlich wird sich der Justiz- Bezeichnung nicht fähigen, durchaus grundlosen Angriffen auf unfern münde, socialdemokratischer Verein von Bremerhaven 100, Bremerhaven 100- minister konfequenterweise über die unerhörte Zurücksetzung der Be- Genossen Heine. Dem tonservativen Abgeordneten Hilgendorff. Gelenau im Erzgebirge durch 2. N. vom N.-W. Kalender 4- dürfnisse der Bevölkerung empören, daß im preußischen Abgeord- der, ohne einen Beweis dafür zu erbringen, die dreiste Behauptung Geringswalde i. S., durch E. P. 20,-. Hanau Gelnhausen netenhause nur einige Bruchteile des Volts vertreten sind und die aufstellte, daß die Untersuchung in Konig einseitig geführt sei, 200,-. Hastedt bei Bremen, von Parteigenossen 10,-. aufstellte, daß die Untersuchung in Konig einseitig geführt sei, Häslicht, socialdemokr. Verein v. H. u. Umg. 14, Halberstadt, Massen, die prozentual herrschend sein sollten, so gut wie aus- gab er bereitwilligst Auskunft über den Stand der Konizer von den Parteigenossen 100,-. Hastedt, Fregesche grüne Jungens geschlossen sind. Angelegenheit, ohne die dortigen Beamten gegen den Vorwurf aus dem Kartenkl. H. N. 5,-. Hamburg, Quaimaurer- Loge 8,-. Indessen Herr Schönstedt zeigt einstweilen keine Neigung, die energisch in Schutz zu nehmen. Gegen den Reichstags- Abgeordneten Harburg a. E., socialdemokr. Partei Organisation von H. u. Umg. Konsequenzen seiner Prozentrechnung zu ziehen, er beschränkt sich seine hingegen, der am Donnerstag im Reichstag unter Beibringung 300,-. Hagen i.., Ungenannt 3,-. Haßfurt a. M., 2. Richter auf die Juden, und so bleibt seine praktische Ummodelung der Ver- reichlichen Materials der Justizverwaltung vorgeworfen hatte, daß 3.- Hamburg, im Monat Januar in der Expedition des faffung schlechterdings eine Handlung wider den Geist der Verfassung. sie einen Druck auf die Richter ausübe, erging er sich, ohne auch " Echo" eingegangen 41,20. Hamburg, 1. Wahlkreis 4500, Hartha i. S., 10. fächsischer Reichstags- Wahlfreis 100,-. Röpenid, Herr Schönstedt hat kein Recht, die unzweidentigen Bestimmungen des nur den Versuch eines Gegenbeweises zu unternehmen, in den bevon den Barteigenoffen 100, Leisnig, Arbeiterverein 15, preußischen Grundrechts den„ Bedürfnissen der Bevölkerung" gemäß leidigendsten Ausfällen. Selbst im Reichstage zu erscheinen, hält Lahr i. B., Altvater 5,-. Lüdenscheid, durch G. 2. 50,-. Meerane, au forrigieren und es kann keinen schwereren Vorwurf geben, als Herr Schönstedt nicht der Mühe für wert; er mag sich nicht in die 17. fächs. Reichstags- Wahlkreis 1. State 25,-. Marburg, durch den den, welchen Herr Schönstedt in aller harmlosigkeit gegen seine Arena begeben, wo er Auge in Auge seinem Antläger gegenüberVertrauensmann 20,-. München, Gauverband Südbayern, viertes Ministerkollegen richtete, daß diese nämlich sich überhaupt nicht um steht, aber unter dem Schutz der parlamentarischen Redefreiheit Quartal 1900 85,34. München, Waldläufer 5,- Mannheim, social- die in der Verfassung anerkannte Gleichberechtigung der Konfeffionen einen Abgeordneten, der ihm nicht sofort antworten kann, indirekt demotr. Verein 200,-. Nürnberg, socialdemokr. Verein Nürnberg- fümmern. der frechen Lüge zu bezichtigen, das hält Herr Schönstedt Altdorf 20,- Neustadt( Oberschl.), rote Hochzeit 1,20. Oberstein Am Freitag gab der Etat der Justizverwaltung im preußischen für recht. Genosse Heine wird ihm gewiß die a. d. N., Volksverein 4,18. Oberlangenbielau, Arbeiter aus dem Abgeordnetenhause Anlaß, daß das patriarchalische Verhältnis der nicht schuldig bleiben. Charakteristisch ist es übrigens, daß Eulengebirge 100,-. Ohlau, v. d. Parteigen. 180,10. Pforzheim, v. focialbem. Berein b... 50,-. Birna, 8. fachs. Reichst.- Wahltr. 100,- Regierung und der Mehrheitsparteien zu der Verfassung mit aller der Präsident weder ihn, noch den Abg. Goerbeler( fl.), ber Pforzheim, von babifchen Genoffen 50,-. Regensburg, Partei- wünschenswerten Klarheit festgestellt wurde. Heine grob beschimpfte, auf das Unpassende ihres Benehmens hine beitrag 10,- Reichenbach i. Schl., v. Parteigenossen 20,-. RahnsIn der Sigung vom 31. Januar hatte der Justizminister wies. dorf, S. u. P. 6, Nonsdorf, allgem. Arbeiterv., Parteibeitrag Schönstedt, angeregt durch eine Beschwerde des Abg. Peltasohn 4. Quart. 25,-, Genosse E. 2. 1, Sa. 26, Rawitsch, Ueber- über die Zurüdsegung der jüdischen Rechtsanwalte bei der Ernennung schuß der Silvesterfeier 8,-, amerit. Auft. 2,65, Sa. 10,65. Reichen zu Rotaren, diese ungleiche Behandlung der Juden rückhaltlos zu bach i. Schl., focialdem. Lese- u. Diskutierkt. Gleichheit gegeben, aber zu seiner Beschuldigung hinzugefügt: Schwäbischer 8insgroschen 250,-. Seesen a. H., 3. braunschw. Wahltr., b. d. Streisvertr. 10,-. Stolberg( Rheinl.), rote Brüder 5, Sorau, durch G. S. 25,-. Slamen b. Spremberg, v. Parteigenossen durch U. 25,-. Stuttgart, G. U. 10,-. Spremberg N.-L. 75,-( darunter bom Arbeiterverein in Heinrichsfeld Bersammlung Dr. A. 20,-). Schriesheim, socialdemokrati scher Verein 10,-. Teltow Beestow Storkow- Charlottenburg, Central Wahlverein 1000,-. bei Tschirniz Jauer, von den Steinarbeitern 6,40. Ueberschuß von der Silberhochzeit durch H. M. 11,-." Vorwärts", Ueberschuß vom 4. Quartal 1900 20 072,05. Verden, 6. hannov. Wahltr., 4. Quartal 1900 30,-. Württemberg 100,-.. 9. 3. 2000,-. D D 9 25, Unter den in Nr. 7 des„ Vorwärts" vom 9. Januar d. J. quittierten 500, M. des 6. Berliner Kreises( Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen) befinden sich Bierprozente vom Bau Oranienstraße 95 durch Böttcher 9,-. Berlin, den 7. Februar 1901. Für den Parteivorstand; A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. " Ich hätte nicht erwartet, daß nach dieser Seite hin von dem Herrn Abg. Peltasohn gerade der Justizverwaltung Vorwürfe gemacht werden würden, die ja noch die einzige ist in der ganzen Monarchie, in der überhaupt jüdische Assessoren angestellt werden. Alle andren Verwaltungen lehnen es ab, jüdische Herren zu übernehmen." Diese Praxis steht in offenem Widerspruch sowohl zu der Verfaffung des preußischen Staats, als auch zu dem Reichsgesetz vom 3. Juli 1869. Artikel 12 der preußischen Verfassungsurkunde besagt: „ Der Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte ist unabhängig von dem religiösen Bekenntnisse." Und im Reichsgesetz vom 3. Juli 1869, das die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung ausspricht, heißt es ausdrücklich: Antwort Herr Schönstedt hat endlich vor aller Welt sein politisches Glaubensbekenntnis abgelegt; der zur Wahrung des Rechtes in Breußen eingesetzte Minister rühmt sich seiner merkwürdigen Stellung zur Verfassung und greift seine Kritiker dort an, wo sie nicht ant worten können. Unter solchen Umständen wird kein Urteil, das im Reiche Schönstedt gefällt worden ist noch gefällt werden wird, mehr in Erstaunen sezen. Politische Uebersicht. " Berlin, den 8. Februar. Der Reichstag hatte nach den lebhaften Scenen voriger Sizung am Freitag sehr ruhige Debatten. Die von den Majoritätsparteien sehnlichst verlangte Schaumweinsteuer ist endlich gekommen. Diese Lurussteuer" gehörte zu den Coulissen, die die Flottenbewilligungs- Mehrheit schon in der Marine„ Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen kommission aufstellte, um durch diese schöne Aussicht den Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und Wähler über die Hunderte von Millionen zu täuschen, die ste staatsbürgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Ins: aus seiner Tasche ins Wasser warf. besondere soll die Befähigung zur Teilnahme an der Und diese Coulisse ist so schön, daß selbst die FreiGemeinde- und Landesvertretung und zur Bekleidung sinnigen in ihrer großen Majorität von ihr entzückt sind. öffentlicher Aemter vom religiösen Bekenntnisse un- Luxussteuern fann man doch nicht ablehnen, das sieht gar zu abhängig sein." schlecht aus. Sie thaten ganz erstaunt, unsre Partei nicht an . " " ihrer Seite zu sehen. In Wirklichkeit ist die vorgeschlagene! Hoffnungen ohne jeglichen Ueberschwang. Daß die Regierung einigungen unter Anrufung nicht nur von Staatshilfe, Schaumweinsteuer gar teine Lurussteuer, von unsrem ihre völlige Kapitulation vor dem Junkertum zugestanden hat, sondern auch unter thatfräftiger agitatorischer principiellen Widerspruch gegen indirekte Besteuerung, ist diesem nur eine Selbstverständlichkeit. Die Deutsche und politischer Unterstützung seitens der Herren Konservativen und zu deren zumal zu Gunsten der Flottenvermehrung, abgesehen. Sollen Tageszeitung" fagt, die Landwirtschaft werde durch Bülows Agrarier und Konservativen doch selbst die billigen moussierenden Fruchtweine, die in freundliche Worte angenehm berührt", aber zu besonderem„ Ent- höchster Genugthuung und Beifall den verhaßten Württemberg thatsächlich Boltsgetränt sind, mit einer züden" liege gar keine Veranlassung vor. Wenn Bülow die Befehle Jahren gethan haben und noch thun.Arbeiter Konsumgenossenscha8egenüber seit Abgabe von 20 Pfennigen für die Flasche belastet werden. Die feiner Herren Agrarier ruhig vollführt, so thut er nur seine SchuldigAber freilich, nun, wo es sich um ländliche GenoffenVerteuerung der ganz billigen Schaumweine, die durch Zusatz feit; nicht einmal eines Dantesworts bedarf es. schaften, und damit um agrarische Interessen handelt, da, Bauer, tünstlicher Kohlensäure zu gefüßten billigen Landweinen entba, Arbeiter, ist die Sache ganz was andres. Da ist der in stehen, muß eine Verminderung des Absages bewirken, die von Betracht kommende Zwischenhandel nicht mehr auf dem rechten Fachleuten auf ein Drittel des jeßigen Bedarfs geschätzt wird; Wege", nicht im Stampf um seine berechtigte Eriftens", nicht mehr dann würden zwei Millionen Liter Wein auf die Preise der reelle Handel", da wird er von der Agrar- Korrespondenz" flugs zum felbstsüchtigen Teil des 8wischendrücken, und gerade die kleinen Winzer würden " händlertums zur unsoliden 38wischenhändleram meisten darunter leiden. Diefen Standpunkt unsrer" Wir brauchen wahrlich vor einem Zollkrieg mit Rußland, schaft" zu einem unduldsamen, auf Alleinherrschaft Fraktion vertraten zwei süddeutsche Genossen Schlegel und Oestreich, Nordamerika und ebenso mit all den andren ausgebenden Händlertum" gestempelt, dessen Tendenzen Ehrhart. Die Darlegungen unsrer Redner werden natür- Ländern nicht bange zu sein. Es liegt nur an unsrer Diplo in dem Versuch der Zerdrückung des Genoffenschaftslich nicht verhindern, daß konservative Demagogen mit der matie, die Lage des Güteraustausches mit dem Ausland im wesens handgreiflich zu Tage getreten sind". Aber als die Behauptung hausieren gehen werden, die Socialdemokratie Intereffe Deutschlands traftvoll und rücksichtslos aus. städtischen Kleinhändler gegen die Arbeiter Konsumgenossenschaften wolle den Börsianern nicht den Seft verteuern. Ach, Börsen- zunuzen. Möge dies dem Grafen Bülow zum Hell des denselben Versuch machten, da wurden sie von den Konservativen und in fürsten pflegen nicht Degerlocher Champagner" zu trinken. Vaterlands gelingen." Die Unterwürfigkeit der Regierung treibt die Agrarier zu täg. lich wahnwizigeren Forderungen. So erklärte in der Versammlung des Bunds der Landwirte in Frankfurt a. O. am 6. Februar Major Freiherr v. 2oen: Die„ Deutjigje. Tagesgeltung" mißt dieſem golfriegswunsche solche Bedeutung bei, daß sie die obigen Säße in fettem Drud mitteilt. Graf Bülow sieht, daß seinem der Landwirtschaft gehörigen Herzen noch immer etwas zu thun übrig bleibt. " " so ja, wenn zwei basselbe thun, to iſt es nicht nur nicht baŝſelbe, fondern wo Agrarierintereffen ins Spiel kommen, das Gegenteil, dort Heil, hier luheil; dort ein Segen, hier eine Unfittlichkeit und ein Verhängnis. Und darum proflamiert nun sofort auch die Agrar- Korrespondenz" den energischen Kampf, wie ihn Junker in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu kämpfen gewöhnt sind, gegen jene Vereinigung Die Schaumweinsteuer- Vorlage wurde an eine Kommission bon 28 Mitgliedern verwiesen, an die wohl auch das neue Weingeset gehen wird, dessen Beratung heute noch begann. Diese Novelle zum Weingefe von 1892 führt die Keller Kontrolle ein und berbietet die Fabrikation von Kunstwein. Soweit in der Vorlage der ehrliche Versuch ge- In der Braunschweiger Stadtverordneten- Bersammlung der Bieherporteure. Natürlich legt sie sich und den Ihrigen, der Biehmacht wird, den Weinpantschern das Handwerk zu legen, ist von socialdemokratischer Seite ein Protest gegen verwertungs- Genossenschaft, ein paar moralische Mäntelchen um. Dieje wird unfre Frattion es an Mithilfe nicht fehlen lassen. Die die Kornzoll- Erhöhung beantragt worden. bie Romzo. Fialdemokratischer Seite ein Der Borfizende des ist natürlich ohne alle Schuld bei diesem Vernichtungskampf. Er ist ihr Nationalliberalen und das Centrum scheinen aber, wie aus Kollegiums bestritt zunächst die Kompetenz der Stadtverordneten, aufgedrungen, und jene, die Händler find die Angreifer", fie selbst den Erklärungen ihrer Fraktionsredner heute hervorgeht, bei mußte aber dann den genügend unterstützten Antrag zulassen, der nur in der Verteidigung". Wenn wir nicht irren, hieß es bei dem dieser Gelegenheit versuchen zu wollen, die freie Einfuhr einer Kommission zur Vorberatung überwiesen wurde. Stampf zwischen städtischen Zwischenhändlern und Konsumvereinen in italienischen Rotweins zu hintertreiben, und so Bollpolitik auf konservativ agrarischen Beitungen zwar gerade umgekehrt, aber Vorschuß im Sinne zu haben. Dagegen wird man sich wehren das, lieber Bauer, war eben wieder etwas völlig andres. müssen.Die Parteiversammlung protestiert dagegen, daß der Land- Man will auch bei weitem nicht das ganze Händlertum bernichten, beileibe nicht; so unchristlich find die Herren tags Abgeordnete für Düsseldorf, Serr Land Agrarier nicht, die sich sogar mit einem fünftigen Schutzzoll gerichtsdirettor Shmiß, im Namen des Centrums von 7 bis 8 Mart begnügen wollen." Die Viehverwertungsbereits für eine wesentliche Erhöhung der Getreidezölle im Genossenschaft hat im Gegenteil stets die Verbindung mit preußischen Landtag gesprochen hat. Wir verlangen weniger dem soliden handel gesucht und gefördert" direkte und indirekte Steuern, nicht mehr. Es ist Pflicht eines aber man führt freilich nur ein Beispiel an, Berlin, wo die jeben Volksvertreters, für das Volt, nicht für eine fleine, reiche geschäftliche Vertretung in den Händen eines der ältesten und Sippschaft meist adliger Junker aufzutreten. Aus diesem Grunde geachtetsten Kommissionshäuser" liege. Erstens fragt sich dabei, fordert die socialdemokratische Parteiverfammlung den Ab- wie; und zweitens, to a rum. Wahrscheinlich, weil es anderswie Die Auszeichnung des Lord Roberts ist thatsächlich erfolgt. Er hat vom deutschen Kaiser den höchsten preußischen Orden, den Schwarzen Adler- Orden erhalten, den sonst nur fremde Souveräne, u. a. der Kaiser von China, erhalten haben. Unfre agrarisch- konservative Presse ist durch dieses Geschehnis in arge Verlegenheit geraten. Sie weiß, daß ihre Leser und Anhänger über diese Ehrung des englischen Oberſttommandierenden in Transvaal feineswegs erbaut sind, aber fie fürchtet auch, daß ein unbedachtes Wort das Kornwuchergeschäft der Junker verderben könnte, und so wählt man denn ein Pianiffimo des Protestes, das schon von einer Zustimmung nicht mehr zu unterscheiden ist. " Die Kreuz- 8ettung", die zuerst nur aus dem Versteckt des Brieftastens einen Pfeil zu richten wagte, widmet dem heiklen Fall nun doch einen Leitartikel, in dem sie die In einer Protestresolution, die in Düsseldorf durch eine Bersammlung beschloffen wurde, wird erklärt: 0 Und in andern Orten geordneten im Reichstag, Herrn Amtsgericht 88 arrangieren noch nicht möglich war. wird die Verbindung vermutlich in der Weise gesucht rat Kirich, auf, gegen die Brotvertenerungspläne der werden, um entweder diese Händler auch allmählich zu Agrarier, der Regierung und des Centrums mit strittem eliminieren, oder, wenn das nicht gelingt, fie allmählich zu abNein stimmen zu wollen und in fürzester Zeit hier in Düsseldorf hängigen Organen der Viehverwertungs- Genoffenschaft herabin öffentlicher Volksversammlung in der„ Tonhalle" in unsren zudrücken; aber es sind diese soliden Händler" nur nebenbei Protest gegen die Kornwucherer energisch mit einzustimmen." Händler, in erster Linie Angehörige und Ausübenbe des Fleischergewerbes, Aeußerungen der Agrar- Korrespondenz" laffen gerade pred punjabiese legte Vermutung als die wahrscheinlichste und in häufigsten Das Echo aus dem Ausland. Fällen zutreffende erscheinen. Auch die Form des Kampfs wird sogleich bestimmt und be Aus Wien wird telegraphisch vom 8. d. M. gemeldet: Frage aufwirft, ob Volt. und Königtum sich noch gegenseitig In der heutigen Sigung des Abgeordnetenhauses wird thätigt: Der regelrechte Boykott der einzelnen Mit hat. Ja, Bauer, das ist ganz was andres. " der berſtünden: Diese Frage," fo freibt bas Blatt, lehrt in zahlreichen bie beutsche Boltspartei an die Regierung eine Interpellation Bieber dieser Bereinigung der Biebegporteure Briefen wieder, die uns in neuerer Zeit aus den Streifen unsrer des Deutschen Reichs Brotest, erhoben und angefragt wird, schließt mit der Veröffentlichung von 22 Firmen. Man macht auch richten, in der gegen die Erhöhung der 8ölle feitens wird proflamiert. Der Aufruf der Agrar- Korrespondenz" Leser zugegangen sind, und zwar aus Kreisen, an deren über. geugter Königstreue in feiner Weise gezweifelt werden darf. Ge- welche Vorkehrungen die öftreichische Regierung zu treffen gar keinen Hehl daraus, daß man damit eine offne energische Aufrabe die iweren Sorgen, die in den Zuschriften zum Aus- beabsichtige, um dies zu verhindern. gegebenenfalls zu paralyfteren.forderung zum Bontott erläßt. Jawohl, bas will man gerade, denn das muß man, denn man ist ja in der Notwehr. Wenn brud fommen, verbieten uns, über sie mit Schweigen hinwegzu lapis teinte aber Konsumvereinsmitglieder ihre Gegner aus dem Lager der Zwischen gehen. Diefe Sorgen beziehen sich namentlich auf die händler, die ja auch die Angreifer" sind, in dieser selben Weise weitgehenden Aufmertsamteiten, die unser faiserlicher Herr einzelnen Personen und Einrichtungen erwiesen Jebermann weiß, mit welchem Feuereifer Agrarier, resp. die boykottieren würden welch Geschrei da drüben. Und so oft Wan bersteht es im Bolle nicht, so wird gefagt, Herren Konservativen in Sachsen die fatultative, in Preußen die Gewerkschaften Boykotterklärungen versuchten, welch Geschrei da daß Se. Majestät der Kaiser, indem er seine Ernennung zum obligatorische Ausnahmesteuer gegen Warenhäuser und drüben, welche Denunziationsversuche, welche Hilferufe nach der britischen Feldmarschall dem Lord Roberts mitteilte, diesem Heer- arbeiterkonsumgenossenschaften gefordert haben und Polizei. Aber das ist ja alles ganz was anders, denn dort drüben find die Bauern. Für die wird schwarz weiß und weiß schwarz, führer der Engländer gegen die Boeren eine in ihrer Art einzig fodann dem ihnen allzeit getreuen Herrn v. Miquel bei ihrer Gindaftehende Auszeichnung erwies; man versteht es auch nicht, so führung behilflich gewesen sind. Man erinnert sich auch, wie die je nach dem es ihnen nügt. Logit und Gerechtigkeitsgefühl kümmert wird weiter gesagt, daß der erlauchte Monarch trotz der Beleidi- Agrarier erst neulich wieder im Reichstag gelegentlich der sie nicht, nur Macht und Vorteil. gungen, die ihm vor fünf Jahren aus Anlaß seines Telegramms Debatten über den Etat des Reichsanit des Junern durch Für die preußische Strammheit bricht die Kreuz- 8tg." eine an den Präsidenten Krüger von den Offizieren feines britischen den Herrn Dr. Oertel die Splitter bei den Arbeiterkonium- GenossenLanze mit dem Generalmajor a. D. v. Puttkamer, Regiments zugefügt find, jetzt diesem die größten Aufmerkſamteiten schaften zuſammenleſen ließen und dem spärlich versammelten Hause fürzlich in der„ Deutsch. Tagesztg." an dem veralteten Paradedrill, entgegenbringt." als regelrechte Sündenbalken vorzuschichten versuchten. Denn man Dann aber fährt das Blatt in komischer Angst fort: haßt auch diese Form der proletarischen Selbstorganisation und de- dem unsre Soldaten den Umwälzungen auf dem Gebiete des Kriegsnungiert fie, wo immer möglich, als das Grab des ehrlichen wesens zum Troß noch immer wie in unfren Urgroßvätertagen dunsre Freunde im Lande, die uns von ihren Besorgnissen Zwischenhandels. Man proklamierte seit je für diesen mit Beuftton unterworfen werden, scharfe Stritif geübt hatte. Renntnis gegeben haben, bitten wir aber gerade bei der jetzigen das Recht auf Existenz, und sich selber als den be- Die Unfinnigfeit einzelner Vorschriften des Sachlage um so dringender, soweit ihr Einfluß reicht, für die rufensten Schüßer diefes Zwischenhandels, diefes für sie gercierregements vermag freilich auch die„ Kreuz- 8tg." Pflege der Liebe und Treue zum Kaiser und Könige Sorge zu gegenwärtig wichtigsten Glieds des staatserhaltenden Mittelstands". nicht zu lenguen. Ueber die Beseitigung der Vorschrift des tragen. Sollten sie bei diesem oder jenem Anzeichen erblicken, daß Jezt plöglich beginnt sich hierin offenbar das Blättchen zu wenden. Trittmarschierens in geschloffenen Kolonnen im diese Treue, daß der Glaube an die Notwendigkeit einer kraftvollen war, man hatte auch früher schon fleine Zusammenstöße mit Schüßengefechte und die Bedeutung der Fahnen im Gefechte, Monarchie wankend zu werden anfängt, so legen wir ihnen ans Herz, Einzelgruppen dieser Mittelschicht. So z. B. bei der Einführung und erklärt fie, laffe ſich diskutieren. Man könne sogar zugeben, dem Vertrieb der weltberühmten Blöz- Cigarre. Aber das waren daß die Ansichten v. Buttfamere gewiß den Anschauungen die Erinnerung an die ruhmreiche Geschichte des preußischen und doch nur vorübergehende Verstimmungen, die vor allem deshalb weiterer und gerade der kriegserfahrenen Kreife deutschen Volks neu zu beleben, und zu betonen, daß die Hohen- nicht viel wogen, weil dabei die Zwischenhändler, nicht die Herren in der Armee" entsprächen. Ein Eingeständnis, das den zollernfürsten es waren, die Breußen groß gemacht, Deutichland Agrarier die Geschädigten waren. Nun aber handelt es sich um starren, entwidlungsunfähigen Gamaschengeist zur Einheit geführt haben, und daß eine vorübergehende Mei- eine Sache, bei der es offensichtlich gerade umgekehrt liegt. noch greffer her vortreten läßt. Die einfichtigen Elemente des Heers nungsverschiedenheit über das, was dem Vaterlande frommt, das Und da hört natürlich auch bei den Herren von der Landwirtschaft find von der Schädlichkeit solch vorfünd fluilicher Reglementsvorschriften feste Band zwischen König und Bolt nicht lockern darf." die Begeisterung und Hochachtung für den Zwischenhandel auf bollkommen überzeugt und trogdem läßt man dieselben ruhig fortbestehen! Welch Edelmut! Die Junker sind zwar im Innersten und schlägt in den üblichen bewährten Konkurrenztampf um. Um so leidenschaftlicher nimmt sich freilich die Kreuz- 8tg." des Bekanntlich hat auch die deutsche Landwirtschaft ihre nach erregt, aber die jetzige Sachlage" 3,50, 5, 6 bis 10 M. Tausenden zählenden verschiedenartigen ländlichen Genossenschaften, geschmähten Parade drills an Selbstverständlich fömmten die Getreidezoll! gebietet es, um so eifriger für die Monarchie darunter auch ihre eigenartigen Koniumgenossenschaften. Aver freilich, Barade- Exercitien im Gefecht nicht verwertet werden. Aber der zu werben, je weniger man mit den Handlungen des Monarchen die alle find nicht der geringsten Extrasteuer unterworfen. Im Gegenteil, Paradedrill sei auch nur Mittel zum 3wed, nämlich das befte einverstanden ist. Hoffen wir, daß der Edelmut auch anhält, sie werden von der preußischen Regierung auf das sorgfältigste Diefe stramme Saltung ihrerseits sei dann freilich auch nur wieder Mittel zur Erzielung einer guten strammen Haltung". wenn etwa der Kaiser demnächst sein Wort vom Brotwucher" gefördert, vor einigen Jahren erst besonders oftentativ durch die ein Mittel zum Zwed, und zwar ein unübertreffliches Mittel zur wiederholen sollte. Gründung der preußischen Central Genossenschaftstaffe als Haupt- Gewöhnung a 11 Unterordnung und Disciplin. Die Deutsche Tageszeitung" begnügt sich Kreditinstitut in erster Linie für sie. Das macht, daß obzivar die Art der Gefechtsführung freilich verlangt Mehrheit der Mitglieder dieser Genossenschaften mittlere und Kleine Die moderne ihrerseits mit der bloßen Wiedergabe der Nachricht. Auch die Bauern sind, diese doch fast ausschließlich in den Händen der Groß- un weit weniger blinde Unterwürfigkeit der Soldaten, als viel Antwort Wilhelms II. auf seine Ernennung zum britischen grundbefizer und in besonderem Maße gerade diesen von Generalfeldmarschall teilt sie ohne weitere Bemerkungen mit. Borteil sind. Unter diesen ländlichen Genossenschaften grundbefizer und in besonderem Maße gerade diesen von mehr Intelligenz und größtmögliche Selbständigfeit derfelben, Beweglichkeit, geichidte Terrains Nach dem offiziellen Hofbericht hatte nämlich der Kaiser bei findet sich nun auch eine solche für Wiehverwertung dienstübungen, nimmermehr aber durch Griffellopfen und Paradeausnuzung, furz Eigenschaften, die durch vernünftige Felddiefer Gelegenheit geäußert: dog Sie ist vor zwei Jahren durch die preußischen Land" Ich dante Sr. Majestät dem Könige dafür, daß er mir den wirtschafts- Kammern gegründet worden, hat heute bereits, marich- lebungen ausgebildet werden können. Stang als Feldmarschall in der britischen Armee wie die Agrar- Korrespondenz" mitteilt, einen nach Millionen Aber die Kreuz- Zeitung" befürchtet auch, und zwar nicht verliehen hat. Diese Ehre ermöglicht es mir, die gleiche Uniform rechnenden Gesamtumsas zu verzeichnen, hat Filialen und Vertreter mit Unrecht, daß die Kritit des Paradedrille durch einen Generalwie der Herzog von Wellington und Lord Roberts zu tragen, über ganz Deutschland ausgebreitet und verfolgt den Zweck, das die Möglichkeit einer weiteren Serabfegung der Dienstmajor agitatorii fruttifiziert und als Beweis fir und gerade dieses Kompliment wird von meiner eignen von der Landwirtschaft produzierte Vieh unter Armee höchlichst gewürdigt werden. Ich erwidere Umgebung des Zwischenhandels möglichst diretteit geltend gemacht werden könne. So rüffelt sie denn ärgerauf das herzlichste die aufrichtigen Gefühle, die Ew. Majestät an die Konsumenten, das sind in diesem Fall die Fleischereien, wehrhaftigkeit der Nation für sein Aufbeden so schwerer lich einen Kritiker, dem jeder aufrichtige Freund der mit Bezug auf die Beziehungen zwischen unsren abzufeßen. Sie thut also damit nicht mehr und nicht beiden Reichen hegen." weniger, als was die Arbeiter- Konsumvereine auf ihrem Gebiete Schäden von Herzen dankbar sein müßte! Il dud naflomon Die jetzige Sachlage" läßt es eben nicht zu, mehr zu für ihre Mitglieder thun unter thunlichster Ausscheidung des Ueber Gewissensfreiheit der Geistlichen im Lande Schillers, fagen. gwischenhandels die Materialwaren zu möglichst vorteilhaften Be- Goethes und Herders weiß die Thüringer Rundschau" folgendes zu Wie aber wird sich Graf Bülow zu diesen Vorgängen bingungen ihnen direkt zu vermitteln. Ganz natürlich läßt sich das verhalten? Wird er die Auszeichnung des Lord Roberts der Zwischenhandel auch dieses Gebiets nicht so ohne weiteres ge- Bei Gelegenheit der letzten Landtagswahlen hatte auch Herr mit den Neutralitäts- Anschauungen, zu denen er sich im fallen. Und so hat die Vereinigung norddeutscher Bieherporteure" Pfarrer Naumann einen Vortrag. im Reichstag bekannt hat für vereinbar halten? Oder sollte der ihre Stampfstellung dagegen eingenommen. Sie hat, wie die„ Deutsche Agrar- Korrespondenz" eben schreibt und die Deutsche Tageszeitung" Reichskanzler deshalb nach Homburg zum Kaiser gefahren sein, des Herrn Dertel natürlich sofort nach brudt, schon neulich gedroht, um seine Entlassung anzubieten? Graf Bülow hat ja doch den ihre Geschäftsbeziehungen zu allen denen abzubrechen, die mit der Ehrgeiz, so lange er im Amte ist", auch wirklich ein Genossenschaft für Wiehverwertung" oder deren Filialen und VerRangler mit eigner Meinung zu sein. Wenigstens hat er es tretern fünftig noch Geschäfte machen. Wir können", so fährt die „ Agrar- Korrespondenz" dann fort, heute diese Mitteilung dahin erin gefagt.gänzen, daß jene Händler Vereinigung neuerdings in Aussicht ge= nommen habe, ihren Siz von Magdeburg nach Berlin zu verlegen, ihren Verband möglichst auf alle größeren Händler auszudehnen und dann unter Barbringen vorübergehender Opfer und Verluste Entlassung ohne Kündigung beim Gewerbegericht verklagte, entdeckte old sidi dod Der Kornwucher. den Versuch zu machen, die auf die gemeinschaftliche der Meister sein patriotisches Herz und denunzierte seinen ehemaligen Während der Freifinn seine Billow- Enttäuschung in er- Biebberwertung gerichteten landwirtschaftlichen Gesellen wegen Majestätsbeleidigung. Die Verhaftung erfolgte im innernden Traum- Artikeln ausströmen läßt, findet sich die ton- Genossenschaftsbildungen zu erstiden." Also gerade Borraum des Gewerbegerichts gelegentlich des Termins. servative und agrarische Presse in die Erfüllung ihrer das zu thun, was die städtischen Händler Wer i * Deutsches Reich. " " 1 B be berichten: erbers " Am Schlusse desselben er: laubte sich ein Landpfarrer seinen Beifall durch Klatschen zu äußern. Davon erhielt natürlich die Behörde Kenntnis, und was geschah? Dem betreffenden Herrn wurde durch ein Schreiben zit wissen gethan, daß er sich in Zukunft von solcherlei Beifallskundgebungen fernhalten solle Erfurt ein Glasergeselle, der sich vor einigen Wochen beim EinWegen Majeftätsbeleidigung verhaftet wurde am Dienstag rahmen eines Kaiserbilds eine ungezogene Bemerkung über dasselbe erlaubt haben soll. Als der Glaser später seinen Meister wegen " Der fpringende Punkt" der Germania". opr nicht verübt haben. Die Schuldigen sind noch immer frei, und Nach fünftägigem lleberlegen findet die„ Germania" nun endlich vor der Nache der Bevölkerung ihres Dorfs beschikt von eine Antwort auf unsre Ausführungen zum Fall hoppe". Sie Polizei und Justiz. Um die Unschuldigen aus dem Gefängnis mußte fich erst einen neuen springenden Punkt" suchen, auf dem sie au erlösen, bemühen fich feit 1896 so ziemlich alle Voltsredner; als das Volksgewiffen aber allzu laut zu sprechen begann, hat man herumspringen kann. Diese Aufgabe wir erkennen das gern an Genossen Troelstra auch noch für einen Monat eingeferkert. war etwas schwierig. Oestreich- Ungarn. Jetzt ist der eine Bruder entlassen; den beiden andern sind drei Nachdem wir die Arbeitsniederlegung ber Kollegen Jahre ihrer Strafe geschenkt. Damit ist das Unrecht nicht gutdes Hoppe mißbilligt hatten, nachdem wir den Nachweis geführt, gemacht, sondern nur der Volksbewegung eine Stonzeffion gewährt. daß auch die Organisation, welcher die ftreitenden Zimmerer an- Das ist das beste, was die Königin am glüdlichsten Tage ihres gehören, schon vor Monaten den Beschluß gefaßt, Arbeitsniederlegungen Lebens der arbeitenden Klasse zu schenken wußte. dürften in einem solchen Falle nicht stattfinden, was blieb da an der ganzen Sache noch übrig? Die geringe Arbeits leistung der„ Genossen"," was schließlich den Unternehmer zwang, den Hoppe zu entlassen. Da übrigens die Bimmerer die Arbeit bald wieder aufgenommen hatten, ohne einen Erfolg zu erzielen, blieb nur die geringe Arbeitsleistung" der springende Punkt" der„ Germania". Daß sie dies als die Hauptsache beaus ihren früheren Ausführungen zeigen. train ihrem erſten Artikel am 26. Januar ſchrieb bie, Germania": In „ Dieses( Mitglied der Lohnkommission) verlangte nun von dem Bolier ebenfalls die Entlassung des Hoppe, jedoch ebenfalls ohne Erfolg." Bis hierher war also nach der„ Germania" tein Erfolg zu verzeichnen. Nun kam das letzte Zwangsmittel und dies gelang. Nach der„ Germania" leisteten die Zimmerer bedeutend weniger", so daß der Polier sich genötigt sah, den Hoppe am Montag, den 21. Januar, zu entlassen. Daraus geht hervor, daß der letzte Grund der Entlassung der war, daß die Zimmerer ihre Leistung eingeschränkt hatten. " Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus wählte hente den Grafen Better von der Lilie mit 344 von 360 gültig abgegebenen Stimmen zum Präsidenten. Graf Better von der Lilie übernimmt unter dem Beifall des Hauses den Vorsitz, spricht seinen Dant für die Wahl aus, betont seine vollste Unabhängigkeit und Objektivität nach allen Seiten hin und bittet alle Mitglieder des Hauses, jedes Mißtrauen zu bannen und eingedent der väterlichen wis sideal hinreichend persönliche Opfer gebracht? Wollen sie unser Land auch noch zur Wüste machen, wie es bereits das ihrige geworden? heißt es da. Das Zeug zu einer Revolution liegt nun einmal nicht im Wesen der Boeren; dazu ist er zu schwerfällig au wenig leidenschaftlich und vor allem ein zu ausgeprägter Egoist, dem das Wohl der eignen Person über alle andren Bedenken geht. Was sehen wir z. B. jetzt als Folge dieser Invasion? Dieselben fapländischen Voeren, welche noch vor wenigen Wochen um keinen Preis zu bevegen waren, ihre Pferde und ihr sonstiges Zugmaterial den Engländern zu verkaufen, um denselben keinen Vorschub gegen die kämpfenden Brüder zu leisten, bringen benfelben jegt freiwillig alles entgegen, aus Furcht, die eingebringenen Boeren tönnten ihnen das Eigentum soust, tomman dieren", d. h. einfach rauben. Da nimmt der Bauer denn doch lieber das Geld der Engländer; das kann ihm schon nicht mehr so leicht abkommandiert werden, weils in der Bank zu Kapstadt, oder sonstwo an einem sicheren Orte, meist unter der Erde ruht." Kein Verbot des Pardongeben8? Lord Kitchener verwahrt sich energisch dagegen, daß er den Befehl gegeben habe, Teine Boeren mehr zu Gefangenen zu machen. Auch beteuert er zum tausendsten Male, daß die GeBorte des Monarchen das Gesamtwohl allem andren voranzustellen zum Nutzen des Vaterlands. Hierauf schreitet das Haus zur Wahl des ersten Wicepräsidenten. mais bon a fangenen stets gut und menschlich behandelt worden seien. Italien. Diefer Erklärung Kitcheners ſtehen zahlreiche Briefe von Zur Kabinettskrise. In parlamentarischen Kreisen herrscht die Mannschaften und selbst Offizieren gegenüber, die das nicht, daß Sonnino keinesfalls mit der Bildung des neuen Gegenteil behaupten. Was vollends die gute und humane BeKabinetts betraut werden wird. Am wahrscheinlichsten sei die handlung der gefangenen Boeren und ihrer Angehörigen anlangt, so Bildung eines Uebergangs- Ministeriums mit der aus- find die Meldungen von brutalen Barbareien der englischen Solgesprochenen Tendenz, einer fortschrittlich radikalen Rebateska viel zu zahlreich und wohlbeglaubigt, als daß gierung die Wege zu ebnen. es einem seiner früheren kolonialbrutalitäten wegen Anarchistenschwindel. Das Blatt Fanfulla" berichtet, info übel berufenen Mann gelingen tönnte, durch ein Auch in ihrer Nummer vom 30. Januar betrachtet die„ Germania" Avelino sei ein Arnarchist verhaftet worden, bei dem man einfaches Dementi seine Leute weiß zu waschen. bies als den springenden Punkt". Sie schreibt: Nach dem Papiere vorfand, die auf ein gegen den Herzog der Abruzzen und weil sie nichts ausrichteten, mußte ein andrer Weg ein- geplantes Attentat schließen laffen. Der Anarchist sei sofort vergeschlagen werden... und da der gerade Weg nicht zum Ziele ge- haftet worden. Die Behörden behandeln die Angelegenheit sehr führt hatte, wurden frumme gewählt. Die socialdemokratischen diskret. Genossen leisteten so wenig, daß der Polier bezw. Herr Kolletowski fich Man braucht augenscheinlich Material zur Begründung des Anarchistengesezes. genötigt sah, den Hoppe am 21. Januar zu entlassen." " " Man sieht, das Voraufgegangene ist der Germania" ziemlich nebenfächlich geworden. Ja hätten wir die Arbeitsniederlegung ge= billigt und verteidigt, dann hätten ihr Angriffspunkte genug zur Verfügung gestanden. " Numänien. Die Bofi. 8tg." läßt sich aus London telegraphieren: Es verlautet, Chamberlain habe fürzlich Beratungen mit liberalen Staatsmännern wie Campbell Bannerman, Sarcourt, John Morley, über die Aenberung der administeriellen Bolitik hinsichtlich des Kriegs in Südafrika ge= pflogen. Danach sollen gleichzeitig mit einer ansehnlichen Verstärkung des britischen Heeres in Südafrika gewisse Friedensanträge im Sinne der Rede Clarkes gemacht werden, sobald das Parlament Bukarest, 8. Februar. Der Ministerpräsident Carp teilte wieder zufammengetreten ist. Ferner heiße es, diesen Friedensder Kammer und dem Senat mit, daß das Kabinett feine De mission eingereicht habe; der König behalte fich feine Entsanträgen würde die Abberufung Milners vorangehen, worauf die Ent- liberalen Führer angeblich beständen. scheidung vor. Das Parlament vertagte sich sodann wieder. Demiffion des Minifteriums. Der Boeren- Krieg. De Wet Auftreten der Beft in der Kapkolonie Parlamentarisches. Aus der gelegentlichen Disciplinlosigkeit von einer Anzahl Gewertschaftsmitglieder, die noch dazu von sehr kurzer Dauer war und den gewünschten Erfolg nicht gehabt hat, läßt sich natürlich kein Kapital gegen die Socialdemokratie herausschlagen. Blieb eben muro die geringe Arbeitsleistung, von der ihr ihre GewährsDie Budgetkommission sette in ihrer Freitag Sigung die Bes männer berichtet hatten. ratung über den Etat der Reichs- Postverwaltung fort. Es wurde Nun haben wir durch unsre Veröffentlichung vom Sonntag der foll sich nach den neuesten Meldungen des Generals Stitchener zunächst angefragt, wie die Prozesse der Militäranwärter, welche die ,, Germania" auch diesen Trost genommen. Herr Solletosti aus Pretoria noch im Freistaat befinden. Ein Telegramm Postverwaltung als verjährt betrachtet hat, stehen. Der Postsekretär sich noch nördlich erwiderte, daß ein Kammergerichts- Urteil die Verwaltung zur erklärt in dem von uns abgedruckten Zeugnis durch seine Namens- vom 7. Februar besagt, daß De Wet unterschrift, daß die Behauptungen, die Zimmerer hätten ihre von Smithfield( univeit der Grenze der Kapkolonie) befinde Zahlung verpflichtet hätte, und daß auf Drängen der Finanzund in westlicher Richtung vorrüde. Ueberhaupt lauten die verwaltung in Rücksicht darauf, daß nicht die PostLeistungen eingeschränkt, völlig unwahr seien. Das, worauf die letzten Nachrichten günstig für die Engländer, was allerdings nod) verwaltung, sondern auch alle andren Refforts, sowie Germania" gebaut, sich gestützt, war ihr jest entzogen. Was mun? tein Beweis für ihre günstige Lage ist, da die einzelnen Nachrichten auch die übrigen Einzelstaaten an der Entscheidung dieser Frage Es mußte ein anbrer springender Punkt" gesucht werden. Diefen sich über unglücklich verlaufene Gefechte harmäckig ausschweigen und interefftert feien, gegen dies Urteil Revision beim Reichsgericht einglaubt sie nun gefunden zu haben, indem sie neuerdings schreibt: unbedeutende, belanglose Erfolge umfomehr aufbauschen. Nach gelegt wurde. Das Neichsgericht hat das tamntergerichtliche Urteil Dtefes gette Beugnis des Herrn Stolletoweri ist inzwischen den neuesten Nachrichten hätten sich die Boeren von Clam aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Beratung an das in feiner inhaltlich beschränkten fachlichen Bedeutung fast voll- william, ihrem Hauptftligpunkt im Südwesten der Staptolonie, Ranımergericht zurückverwiesen. Hiernach sei die Frage, ob die Bost ard ständig unerheblich geworben... Daß die„ Genoffen" einen urüdgezogen. Auch fei es gelungen, durch Anwerbung verwaltung Nachzahlungen an die betreffenden Beamten zu leisten chriftlich organisierten Stollegen zu terrorisieren suchten und dabei in der Staptolonte ein Corps von 11 000 Mann zufammen- babe, noch nicht endgültig entfchieben. Ein Berjährungseinspruch würde von feinem der beteiligten Refforts fernerhin gemacht werden. schließlich die Gewalt des Unternehmers unter Mithilfe dubringen, zu dem Kapstadt allein 5000 Mann geftellt habe. General Methuen meldet aus Lifefontein östlich von Beim Titel„ Over Bostassistenten und Assistenten" wurde die des Mitgliebs ber Lohnkommission in Anspruch nehmen, das ist Vryburg( Britisch Betschmanaland), daß er den Feind dort ausein- Wohnungsgeldzufchuß- Frage erörtert. Bom Abg. Müller Sagan ber springende Bunkt in dieser gangen Angelegenheit. andergetrieben und 12 Wagen, sowie 200 Stück Vieh erbeutet habe.( frf. Vp.) wurde auf die Unzulänglichkeit des Wohnungsgeld- Zuschusses Das zweite Zeugnis des Herrn Kollekowski ist vom„ Bor- Die Kolonne des Generals French ist in der Nähe von in den Berliner Vororten hingewiesen und Leuerungszulagen emwärts" augenscheinlich nur deshalb extrahiert, d. h.„ veranlaßt"& r me Is angekommen, wo sich bekanntlich Botha mit einer pfohlen. Abg. Singer( Soc.) führte aus, daß die hohen worden, um den„ Genossen" Sand in die Augen zu starken Boerenmacht befindet, resp. noch vor kurzem befunden haben Wohnungsmieten fich nicht durch Teuerungszulagen begleichen streuen, daß sie das erste Zeugnis desselben Herrn nicht soll. General French befchligt eines jener Corps, die Lord Kitchener laffen, denn das Steigen der Miete sei kein vorübergehender mehr beachten sollen, zumal dasselbe noch als ein gefälschtes gegen Botha abgefandt hat, um dessen Streitmacht einzutreifen, und Noistand, sondern resultiere aus der Ausbeutung des Grund und Bodens. Der Wohnungsgeldzuschuß müsse erhöht werden, Beugnis" hingestellt wird. Es ist aber sehr bezeichnend, überhaupt den östlichen Teil Transvaals vom Feind zu säubern. Andere Nachrichten freilich laffen die Lage der Engländer und getrennt sein von der Servistlaffe. Während jetzt daß Herr Kollekowski in diefem zweiten gengniffe nur einen wieder recht düster erscheinen. So weist die Servies und Wohnungsgeldzuschuß durch ein Gesez in denselben Rebenumst and die geringere Arbeit seitens der Genossen neueste Tagesverluft- Liste Stlaffen erfolge, jolle man ben Wohnungsgeldzuschuß getrennt dementiert, den Hauptpunkt in seinem ersten Beugnisse, daß wieder den enormen Berinft von 139 Mann auf, nämlich 21 Tote, Gelegenheit, weil bei der letzten Berabschiedung des Servisgefezes von dem Servis regeln. Dazu böte sich vor April 1902 Hoppe wegen der christlichen Organisation, und weil er einer 50 Verwundete, 6 Vermißte und 62 an Krankheiten Verstorbene. der dieichstag sich ausdrücklich eine nach 5 Jahren zu erfolgende socialdemokratischen Organisation nicht beitreten wollte, entferner wird aus Las Palmas gemeldet, daß das englische Transports Reviston vorbehalten habe. Won feiten Müller- Fulda( C.) laffen worden sei, und das ist doch der Kernpunkt der schiff Lake Grie" mit 620 Kranken und Verwundeten daselbst und Möller- Duisburg( natl.) wurde dieser Auffassung zuganzen Frage gar nicht berührt." eingetroffen sei und daß vier weitere Transportschiffe mit einer Es ist in der That schwer, einer solchen herumspringenden gleichen Ladung erwartet würden. Was aber noch schlimmer für Bestimmt, der sich dann auch Müller Sagan anschloß. Im weiteren wurden andre Titel des Post- Etats entsprechend Beweisführung zu folgen. Was würde es uns nügen, nochmals England ist, ist der Umstand, daß man sich jest gezivungen gesehen der Vorlage angenommen, nachdem noch von einigen Seiten die nicht auf den neuesten Kernpunkt einzugehen; verlegen wir dem hat, das genügende Vermehrung des Unterbeamten- Personals bemängelt worden Katholikenblatt auch diesen Weg, flugs findet es einen andren. war. In dem Gehaltstitel, Unterbeamte" werden gehobene UnterbeamtenIn der Nummer vom 30. Januar giebt die„ Germania" offiziell einzugestehen. Freilich ist in den betreffenden Meldungen Stellen mit einer Zulage bis 300 M. angeführt. Schon im vorigen Jahre übrigens selbst zu, daß das Mitglied der Lohnkommission nicht auf Waffensterben pesterkrankter Natten die Rede, allein die Behauptungen, in Aussicht genommen waren, und der Reichstag hatte eine eerst von 2 in Kapstadt aufgetretenen Bestfällen und von einem hatte die Kommission bemängelt, daß hierfür nicht etatmäßige Stellen bem Bau erschienen sei, um die Entlassung Hoppes zu verlangen. daß die riesige Zahl von Todesfällen Erkrankter nicht durch Typhus, folutinon angenommen, welche dies Verlangen an den Reichskanzler Das sei selbstverständlich gewesen, denn das„ direkte Verlangen, Hoppe fondern durch die Best hervorgerufen werde, ist nur zu wahr ftellte. Auf Anfrage Singers, weshalb diesem Befchluffe nicht entsprochen zu entlassen, hatte sich infolge des Widerstands des Herrn Kollekowski scheinlich. Die offizielle Bestätigung des Auftretens der Pest in fet, erwiderte der Staatssekretär, baß die Beamten selbst bei dem von der bereits als unwirksam erwiesen". Jetzt soll dies der Kernpunkt des Südafrika wird aber schwerlich geeignet sein, die ohnehin so Berwaltung angewendeten Verfahren beffer wegkommen und daß Ganzen sein. schwierigen Anwerbungen zu erleichtern. etiva eine Million Mark Ersparnis eintreten würde, wenn die Früher behauptete die Germania", Hoppe sei am 21. Januar Ueber den Resolution des Reichstags angewendet würde. Er hätte bei den verentlassen worden und auch das Zeugnis, das den Namen Kollebündeten Regierungen durchgefeßt, daß von dieser Zulage 150 Mart kowski trägt, lautet auf diesen Tag, jetzt giebt sie zu, daß dem Hoppe führt der bekannte englische Militärfritiker, Mr. Wilson in der als pensionsfähiges Gehalt angefehen würden. Schon dadurch sei am 19. Januar nur die Karte gegeben worden ist mit dem BeNational Review" aus: Das britische Heer in Südafrika erreichte die Stellung zu einer solchen geworden, aus der der Beamte merken, er solle bis Montag die Sache regeln". Hoppe sei am Krante und Verwundete und in die Heimat Zurückgekehrte abzuziehen. daß feine Höchststärke mit 267 000 Mann. Von diesen sind 60 000 Tote, nicht ohne seinen Willen entfernt werden könne und er hoffe, es ihm gelingen werde, mit der Zeit bie volle Montag wiedergekommen, er sei aber entlassen worden, weil er Bon dem Nest müssen mindestens 100 000 zum Schuße der Zulage pensionsfähig zu machen. seine Sache nicht geregelt" habe, nach unsern Erkundigungen ist rückwärtigen Verbindungen verwandt werden. Weitere Abzüge sind Die weiteren Titel gaben zu keiner Diskussion Veranlassung. Hoppe aber überhaupt nicht wiedergekommen. für die Garnisonen besetzter Städte und die technischen Truppen zu Es bleiben noch einige Titel des Ordinariums, sowie der des ExtraDie„ Germania" will nun dafür sorgen, daß gerichtlich fest- machen. Mr. Wilson kommt zu dem Schluß, daß die Gesamtzahl der Ordinariums( Post- Banten) für die fernere Beratung übrig. gestellt werde, daß Kollekowski das erste Zeugnis( bez. der Ent- verfügbaren Sombattanten auf dem Papier höchstens 40 000 Mann Da der Referent am Dienstag verhindert ist, soll die Beratung laffung Hoppes) wirklich unterzeichnet hat; bekanntlich bestreitet dies beträgt, und daß nach Jubetrachtziehung vorübergehender Krankheits- des Post- Etate für einen Tag unterbrochen und der Militär- Etat in Herr Stolletowski entschieden. Diesen Schritt will die„ Germania" fälle und des Optimismus der offiziellen Angaben auf nicht mehr Angriff genommen werden. mur deshalb thun, weil wir uns„ schenten". Nun, wir pflegen gewiß bis 25 000 Mann, die durchaus akklimatisiert, mit den Lande verals 20 000 Mann gerechnet werden kann. Die Boeren haben 15 000 Nächste Sigung Dienstag. nicht wegen jeder Tein. ,, leit zum Stadi zu laufen; das Centralorgan traut und, da sie keine Kommunikationslinien zu schüßen und fein in ihrer Sigung am Donnerstag, 7. Februar, abends, die Wahlakten Die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstage beschloß für„ Wahrheit und Recht" thut aber doch besser, nicht allzu sehr zu großes Heer zu verproviantieren haben, alle zur Offensive verfügbar über die Wahl des Abg. Graßmann( 4. Marienwerder) dem feifen. Wie elendiglich ist doch sein Parteigenosse Kaplan Billessen sind. Ferner steigt der durch Krankheit und Verwundungen im Staatsanwalt zur Prüfung darüber zu übergeben, ob, wie im in Kalt hineingefallen, als unsre dortigen Barteigenoffen mit dem britischen Heere verursachte Verlust von Woche zu Woche in solchem Wahlprotest behauptet und aus den Aussagen einiger vernommener unentwegten Stämpfer für Wahrheit und christliche Maße, daß die jetzt ausgesandten Verstärkungen ihn kaum gut zu Beugen fich zu ergeben scheint, in einen bestimmten Wahlbezirke Liebe" schließlich einmal die Geduld verloren. Bezüglich der machen vermögen, Unterschrift des Baumeisters Schröder unter das Zeugnis gefteht Gegenüber dieser sehr pessimistischen Auffassung der Wahlmogelei insofern getrieben ist, als mehr Wähler behaupten, die„ Germania" übrigens bereits zu, daß sie nur so„ am Stande Dinge mag auf der andren Seite eine Darstellung erwähnt werden, Stimmzettel für den polnischen Kandidaten abgegeben zu haben, als die der Berichterstatter der Frankfurter Zeitung" aus Kapstadt Abg. Sieg( 3. Marienwerder) war feiner Beit Brotest eingelegt folche bei der Auszählung sich vorfanden. Gegen die Wahl bes beigefügt" sei. worden und vom Reichstag Erhebungen beschlossen. Diese liegen nun Aufnahme des Boereneinfalls durch die Kapholländer mehr vor und enthalten die beschworne Aussage eines geugen, daß giebt. Danach find die Kapholländer nichts weniger als er in einem bestimmten Bezirk zur Zeit wo der Wähler seine Stimme abgab, freut über den Einfall ihrer Vettern und in der übergroßen nur zwei Mitglieder des Wahlvorstands anwesend waren. Da Sieg Mehrzahl feineswegs gewillt, fich den Boerennur mit 24 Stimmen Mehrheit gewählt ist, er im betreffenden tommandos anzuschließen. Der Berichterstatter schreibt: Bezirk allein aber ca. 80 Stimmen gegen eine geringe Zahl des Gegners erhalten hat, so beschloß die Stommission die Entscheidung auszusetzen und neue Erhebungen über die Behauptung des Zeugen anzustellen. Ausland. Niederlande. Zur Vermählung der Königin. Amsterdam, 7. Februar. Die Heirat der Königin wird gefeiert mit Brot und Spielen. Das Brot wird unter den Arbeitslosen verteilt, deren Zahl sehr groß ist, und die Spiele sind für die höheren Behutausend. Die Bevölkerung hat dem Brautpaar allerhand Geschenke gegeben, nur geschah dies nicht überall von Herzen. So mußte jeder Soldat, ob er wollte oder nicht von seiner Gage fünf Pfennige als Liebesgabe für die Königin abgeben; als aber in Amsterdam in den Häusern eine Sammlung abgehalten wurde für ein Hochzeitsgeschenk, wurden noch nicht erbärmliche zehntausend Mark zusammengebettelt. Die Königin ihrerseits hat Orden regnen lassen und Verbrechen begnadigt. Unter den letteren befinden sich drei Brüder: Keimpe, Marten und Wiebren Hogerhuis, die im Jahre 1896 zu Strafen von 6, 11 und 12 Jahren Gefängnis verurteilt sind wegen eines Einbruchs, den fie von der Zustand des britischen Heere „ Es wird von Tag zu Tag flarer, daß die eingedrungenen Boerenscharen die Kaptolonie zu teiner Rebellion hingu reißen vermögen, denn außer den ganz Armen, welche durch die Sache nichts verlieren, sondern sich höchstens bei der Beutemachung Gegen den in der Nachwahl am 9. Novbr. v. J. im Wahlkreise noch bereichern können, balten sich alle besseren Elemente, vor allem Nandow Greifenhagen gewählten Abgeordneten Prätorius ist die besigenden Klassen, der Bewegung völlig ebenfalls ein Protest eingegangen. Der Abgeordnete ist mit einer fern, ja stehen derselben direkt feindlich gegenüber. Mehrheit von 1328 Stimmen im ersten Wahlgange gewählt. Der Da steht ihnen doch das Beispiel der Landesverwüstung in Transvaal Protest rügt mangelhafte Aufstellung der Wählerlisten, besonders in und dem Freistaat zu graufig im Gedächtnis, als daß fie Luft hätten, das den Vororten um Stettin, und sonstige Verstöße. Ein zweiter Brogleiche Elend über ihr eignes Land zu bringen. Ja, fie erblicken test, der erst am 6. Januar 1901 an das Bureau des Reichstags in der Invasion gerabezu eineu feindlichen Att gegen fich felbft: tam und durchaus selbständig gehalten ist, also nicht als Nachtrag Haben wir unsren Vettern und Brüdern in den Republifen nicht und nähere Begründung der Protestpunkte des ersten Protestes sich schon genug Rüdenstärkung gewährt, haben wir ihnen nicht schon darstellt, wurde von der Kommission, als den Bestimmungen der and 2010 NOC Ben bu ila ni shal R Geschäftsordnung zuwider, als zu spät eingereicht, gar nicht zur Prüfung zugelassen. Die Kommission beschloß, einen Punkt des Protestes, worin unzulässige Beeinflussung und Bedrohung der Wähler durch einen Ortsvorsteher erblickt wurde, dem preußischen Minister des Innern zur Senntnisnahme zu überweisen, sonst aber die Wahl für gültig zu erklären. Kunst und Wissenschaft. " " ant Aachen, den 8. Februar.( Privatdepesche des„ Borwärts".) = Die Berglente von Mittel- und Oft- Lothians haben bes zu 100 m. und einer 1000 Mart- Note gestohlen worden. Die schlossen, der von den Bergwerksbesikern Schottlands Harnisch hat bis zum 3. d. M. Koppenstr. 62 gewohnt und wollte ans angeregte Lohnherabsetzung von 1 Schilling pro Tag entgegenzu geblich Stellung in Stralsund nehmen, ist aber nicht dorthin treten, da die Kohlenpreise eine solche Herabsegung des Lohns nicht abgereist, auch sonst hier nicht ermittelt worden, daher vermutlich flüchtig. Die Harnisch ist 1,52 Meter groß, schlank, hat blonde, nicht rechtfertigen. Dieselbe würde 66-70 000 Bergleute berühren. Ueber die Streitbewegung in Spanien wird der„ Voffischen gewellte, ungeteilte Haare, graublaue Augen, Leberflede auf beiden Beitung" aus Madrid gemeldet: Trotz der Bemühungen des Backen, gerade, aufwärts gebogene Nase, breite Lippen, Harnisch aufrechte Die Gewerbegerichts Kommission des Reichstage ver- Bautenministers dauert der Ausstand auf der Bahnlinie Körperhaltung und lange Finger. In Begleitung der befindet sich handelte am Freitag über die zu§ 3 des Gewerbegerichts- Gesetzes Madrid- Portugal fort. Die Linie Madrid- Sara vermutlich deren Zuhälter, Schlächter Arthur Richter, gestellten Abänderungsanträge. Genosse Tugauer begründete soffa- Alicante ist geneigt, ebenfalls in einen Ausstand zu 3. März 1880 au Spandau geboren, seit Dezember v. J. von den Antrag der socialdemokratischen Fraktion, welche eine bedeutende treten, was große Verwirrung nach sich ziehen würde. Der Aus- Landsbergerstr. 120 unbekannt verzogen. Richter ist etwa 1,72 Meter groß, hat schwarzes Haar, dunkle Augen, ovales Gesicht, Anflug von schwarzem Schnurrbart und ist von mittlerer Gestalt. Bekleidet ist Ausdehnung der fachlichen Zuständigkeit der Gewerbegerichte fordert. stand in Gijon dauert gleichfalls noch fort. Dazu gehören u. a.: Streitigkeiten über die aus dem ArbeitsRichter vermutlich mit steifen schwarzen Hut, dunklem Anzug und verhältnis folgenden Verpflichtungen und Entschädigungsansprüche langem dunklen Paletot. Es wird um Festnahme beider Personen wegen Nichterfüllung oder nicht gehöriger Erfüllung dieser Ber hl. Die ,, Volkstümlichen Kunstausstellungen", die fortan und Nachricht zu 917 IV 10 01 an das Polizeipräsidium, Abteilung IV pflichtungen; ferner Streitigkeiten über Bahlung einer Konventionalstrafe; über Rückgabe übergebener Zeugnisse, Bücher, Legitimations- regelmäßig im Gewerkschaftshause veranstaltet werden sollen, Kriminalpolizei ersucht. Das Bild der Harnisch kann in Bimmer 42 papiere aller Art; über die Herausgabe von Arbeitsgeräten, Kleidungs- wurden am Donnerstagabend eröffnet. Wie der Leiter dieser Aus- des Polizei- Dienstgebäudes am Alexanderplatz eingesehen werden. ftüden, Raution usw.; über den Inhalt der Zeugnisse und ferner stellungen, Maler Otto Feld, in seiner furzen Begrüßungsrede be Reichstags- Nachwahl in Aachen. Streitigkeiten wegen Ueberlassung, Benutzung oder Räumung von tonte, soll immer eine beschränkte Anzahl guter Bilder vorgeführt Wohnungen, die dem Arbeiter vom Unternehmer überlassen werden. und durch Vorträge und Führungen dem Verständnis näher gebracht Nach mehrstündiger Beratung wurde der socialdemokratische Antrag, werden. Die erste Serie von etwa dreißig ausgestellten Werken, Bei der heutigen Reichstags- Nachwahl erhielt Sittart( Centrum) deffen Forderungen von allen Rednern andrer Fraktionen als zu Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Plastiken, macht einen recht weitgehend bezeichnet wurden, gegen 2 Stimmen abgelehnt. Ganz erfreulichen Eindrud. Es sind fast durchgängig ernste Arbeiten, die für 5182 Stimmen, der Genoffe Eberle 1935, Ziegler( Volkspartei) besonders sträubte man sich dagegen, die Streitigkeiten, welche aus den 8wed dieser Veranstaltung durchaus geeignet find. Unter den Ge- 195 Stimmen. Bei der Neichstagswahl 1898 wurde Herr Dr. Hille( Centrum) dem Wohnungsverhältnis in den Fabrikarbeiter- Wohnungen herzu- mälden find Landschaften von Bissaro, Engel, Feld, Leiten sind, von den Gewerbegerichten entscheiden zu laffen. Umsonst amacher, Leistitow und Besser Ury, Gotthard Stühls mit 7901 Stimmen gegen 2536 der Socialdemokratie gewählt. Der Kanal Kuhhandel. wies Genoffe Tuzauer darauf hin, daß wan in Oestreich die Ent- Brühlsche Terrasse", Bilder aus den Berliner Arbeitervierteln von scheidung auch dieser Streitigkeiten den Gewerbegerichten über- öniger und Baluschet, eine gute neue Arbeit von Hans von Köln, 8. Februar.( B. H.) Die Köln. Voltsztg." schreibt zur tragen habe. Die Abstimmung ergab die Annahme eines vom Hermann„ Milchverkäufer in Rotterdam", Porträts Abg. Trimborn( C.) gestellten Antrags, welcher einen Teil der in Corinth, Lepsius, R. Müller und Uhde, endlich Studien Stellung des Centrums gegenüber der Kanalvorlage in gesperrtem dem socialdemokratischen Antrage gestellten Forderungen enthält. von Liebermann und von Dora Hiz Mutter und Kind". Käthe Druck, das Centrum werde sich nicht dazu hergeben, die politischen Stollwig hat von ihren Radierungen den Weber- Cyflus" und den Nebenabsichten zu unterstützen, welche die Liberalen mit der Kanalvorlage Danach soll der Absatz 1 des§ 3 folgende Fassung erhalten: " Die Gewerbegerichte find ohne Rüdsicht auf den Wert des Aufruhr" gesandt, und die Plastik ist durch Kruses schöne, verbinden, vielmehr die Vorlage fachlich prüfen. Ueber das, was ihm Streifgegenstands zuständig für Streitigkeiten: 1. wegen der aus farbige Holzbüfte seiner Mutter, durch eine Marmorporträtbüste annehmbar erscheine, werde sich das Centrum mit der Regierung dem Arbeitsverhältnisse folgenden Verpflichtungen und Entschädigungs- und Statuetten von Klimsch und den Kopf eines schlafenden zu verständigen suchen, was nach ihrer Erklärung auch die Konansprüche; insbesondere a) über den Antritt, die Fortsegung oder Kindes" von Engelmann sehr gut vertreten. Den Vortrag fervativen beabsichtigten. Wenn wieder parteipolitische Wachendie Auflösung des Arbeitsverhältnisses sowie über die Aushändigung des ersten Abends hatte der Schriftsteller Frik Stahl über- schaften hervortreten sollten, fönne die konservative Bartei bei Zurückoder den Inhalt des Arbeitsbuchs, Lohnbuchs, Lohnzettels oder nommen. Er lehnte es einleitend ausdrücklich ab, Kunsttheorien, weisung des liberalen Scharfmachertums in der Kanal- Angelegenheit Beugnisses; b) über Bahlung einer in Beziehung auf das, Arbeits- Beschreibungen oder Erklärungen der Bilder zu geben und beschränkte auf die entschiedene Unterstügung des Centrums rechnen. verhältnis bedungenen Stonventionalstrafe; c) fiber Ridgabe aus sich auf einige allgemeine Bemerkungen über die Art und die Be Präsidentenwahl im öftreichischen Abgeordnetenhause. Anlaß des Arbeitsverhältnisses übergebener Zeugnisse, Bücher, deutung des Kunstgenusses. Wir haben schon bei der Besprechung Wien, 8. Februar.( W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus wählte Legitimationspapiere, Urkunden, Gerätschaften, Kleidungsstücke oder der volkstümlichen Kunstausstellungen im Rathaussaale vor zwei Kaution u. dergl., sowie die Ansprüche auf Entschädigung wegen ver- Jahren unsre Bedenken gegen diese Art der Vorträge geäußert, und heute den Grafen Vetter von der Lilie mit 344 von 360 gültig abweigerter oder verzögerter Aushändigung dieser Sachen; d) über Ent: fie sind uns jetzt in verstärktem Maße gekommen. Es flingt so gegebenen Stimmen zum Präsidenten. Derselbe übernimmt unter dem Beifall des Hauses den schädigungsansprüche aus gefezwidrigen Eintragungen in Arbeits- eigentümlich, die Besucher zu ernster Bertiefung in die ausgestellten bücher, Beugnisse, Krankenkassenbücher und Quittungskarten der Kunstwerke aufzufordern. Das Gutzureden hilft ihnen doch auch Borsiz, spricht seinen Dank für die Wahl aus, betont seine Invalidenversicherung." nicht, und man dürfte von denen, die da kommen, schon voraussetzen, vollste Unabhängigkeit und Objektivität nach allen Seiten hin Eine lebhafte Debatte entspann sich noch über die Frage, ob daß fie den guten Willen zur Kunst" bereits mitbringen. Es und bittet alle Mitglieder des Hauses, jedes Mißtrauen zu bannen die Entschädigung von Streitigkeiten zwischen Dienstherrschaft und wurde gerade betont, daß diefe volkstümlichen Kunstausstellungen und eingedenk der väterlichen Worte des Monarchen das Gesamtwohl Gesinde durch ortsstatutarische Bestimmungen den Gewerbegerichten vor den andren den Vorzug haben, daß mit ihnen Führungen allem andren voranzustellen zum Nutzen des Vaterlands.( Lebhafter, zur Entscheidung überwiesen werden sollen. Die Beschlußfassung verbunden sind. Durch solche allgemeinen Erörterungen ist aber anhaltender Beifall.) darüber wurde bis zur nächsten Sigung vertagt. Es wird sodann zur Wahl des ersten Vicepräsidenten ges nichts gewonnen, und die nachfolgenden einzelnen Gespräche tönnen auch kaum das Versäumte nachholen, weil sie zu sehr am Einzelnen, schritten. Prade( deutsche Volkspartei) wird mit 236 von 328 das zufällig aufgefallen ist, haften bleiben. Wenn dagegen die Auf- abgegebenen Stimmen zum ersten Vicepräsidenten gewählt; merksamkeit auf das Wesentliche gelenkt würde, wenn die Absichten 87 Stimmzettel waren unbeschrieben. Die Wahl Prades wird der Künstler besonders durch das Vergleichen der verschiedenen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Zum zweiten ViceNeues Parteiblatt. Die Genossen im Kreise Recklinghausen Werke gegeneinander gekennzeichnet und die besonderen ästhetischen präsidenten wird der Czeche Dr. 8acet mit 209 von 304 abhaben mit dem 1. Januar 1901 ein neues Parteiorgan ins Leben Werte, auf die es jedem antam, herausgehoben würden, so wäre den gegebenen Stimmen gewählt; 92 Stimmen waren unbeschrieben. gerufen, Der Wahrheitsfreund", ein vorläufig monatlich einmal Besuchern der Ausstellung Stoff genug geboten, zu dem fie eine Auch diese Wahl wird mit lebhaftem Beifall begrüßt. Beide erscheinendes Organ. Bon Mai ab gedenkt man das Blatt zweimal Stellung zu finden suchen könnten. Dann würde jedenfalls auch viel nahmen die Wahl mit kurzen Dankesworten an. im Monat herauszugeben, oder, wenn die geplante Blattgründung mehr Anregung zu neuen Fragen gegeben sein, und es würde sich das Haus die Wahl der Schriftführer vor und vertagt sich bis in Bochum zu stande kommt( Verschmelzung des Weckruf"-Effen eine viel lebhaftere Unterhaltung entspinnen, als es an dem ersten Dienstag. und„ Volksblatt"-Bochum, die jetzt als Kopfblätter der Rh,-Westf. Abend der Fall war. Arb.- 8tg." gedruckt werden, zu einem vollständigen Organ), dann soll der Wahrheitsfreund" aus dem Text dieses Blatts als Wochenorgan erscheinen. Das Unternehmen prosperiert sehr gut. wieder ein. Partei- Nachrichten. " China. Sodann nimmt Transvaal in der belgischen Kammer. Brüssel, 8. Februar. Repräsentantenkammer. Bei der Be ratung einer Petition, in welcher die Vermittelung Belgiens und Transvaal vers in dem Konflikte zwischen England langt wird, für die fich die Petitions- Kommission ausgesprochen hatte, erklärte der Minister des Auswärtigen de Favereau einem Redner gegenüber, diese Rolle käme Belgien um so weniger zu, als eine Macht, die zu den Hauptbürgen der Unabhängigkeit Belgiens gehöre, in den Streitfall verwickelt sei. Troz des Widers spruchs des Miniſters des Auswärtigen nahm die Stammer ſchließlich eine von Janson eingebrachte Tagesordnung im Sinne der Bes schlüsse der Petitionskommission an. Paris, 8. Februar.( W. T. B.) Die Abendblätter melden: Streikende Bergarbeiter in Montceau- les- Mines zerstörten nachts die telephonischen Berbindungen der von Truppen besetzten Bergwerke.. Um die Köpfe der Haupt- Rädelsführer Partei- Organisation. Der socialdemokratische Wahlverein in Hildesheim beging am Sonntag die Feier seines zehnjährigen wird der diplomatische Kampf mit unverminderter Bähigkeit fort Bestehens. Seine Gründung am 7. Februar 1891 bedeutete nach geführt. Hatten sich die Khakimächte schließlich auch dazu verstanden, langer Bause wieder den ersten Versuch einer organisatorischen Bu- wenigstens von der Vollstreckung der Todesstrafe über den Prinzen sammenfassung der dortigen Parteigenossen. Das erste Auftreten Tuan Abstand zu nehmen, so sträuben sie sich doch noch einer socialdemokratischen Parteibewegung in Hildesheim datiert immer mit aller Gewalt dagegen, auch den General Tung aus dem Jahre 1862 und ist verknüpft mit dem Namen des da- fubfiang aus der Liste der Todeskandidaten zu streichen. maligen städtischen Gewerbeschuldirektors Kirchner, den ſein Auf- Andrerseits aber beſteht der chinesische Hof nach wie vor mit allem treten bald Amt Auch der Versuch, sich Nachdruck darauf, daß auch Tungfuhsiang vom Henkersbeil durch Begründung einer Privatschule eine Eristenz zu schaffen, verschont werde. mißlang; er mußte die Stadt verlassen und die Bewegung, Eine Londoner Depesche aus Peking vom 6. Februar besagt: die anfänglich natürlich nur auf wenige Augen gestellt war, schlief Die fremden Gesandten haben heute morgen ein geheimes kaiserDann entstand im Jahre 1868 ein Arbeiterverein, der liches Edikt veröffentlicht, welches sie von den chinesischen Bebis in die Mitte der siebziger Jahre existierte und dann wieder ein- vollmächtigten gestern empfangen haben. In dem Edikt wird be ging. Danach blieb es bei einem schwachen aber mißglückten Ver- sonders dafür eingetreten, daß Tungfuhsiang nicht Der Kaiser erklärt, daß man bei fuch zur Organisation, bis endlich der jetzt bestehende Verein hingerichtet werde. gegründet wurde. Auch dieser hatte anfangs unter vielen Schwierig der Bestrafung Tungfuhsiangs mit großer Vorsicht und feiten zu leiden, jest jedoch gefestigt dasteht und eine Mitgliederzahl erst nach sorgfältiger Ueberlegung vorgehen müsse, weil von 300 aufzuweisen hat, eine für Hildesheim ganz stattliche Zahl. dadurch die unruhige Bevölkerung von Schenfi und Kansu aufgereizt würde, Gewaltakte gegen die Aus- London, 8. Februar.( W. T. B.) Die Regierung emittiert eine Gemeindewahlen. In Brinkum( Hannover) wurde der länder und die Chriften zu begehen. Die Armee Tungfubfiangs, Anleihe im Betrage von 11 Millionen Pfund Sterling in dreis Bertrauensmann der Partei als erster Socialdemokrat in den heißt es in dem Gbitt weiter, jei jedoch auf 5000 Mann prozentigen, vom 7. März datierten und am 7. Dezember 1905 Gemeinde- Ausschuß gewählt. Die Wahl ist um so bemerkenswerter, als in diesem Orte die sog. Häuslinge, das sind die Nichteigentümer, er abgefest worden, um im Hinblick auf seine in Aussicht rückzahlbaren Schatzbonds. stehende Bestrafung seine Macht zu verringern. Madrid, 8. februar.( W. T. B.) Der Graf von Caserta ist überhaupt kein Wahlrecht haben; man hat ihnen vor mehreren Dies faiserliche Edikt beweist, daß Tungfubfiang, der nach hier heute vormittag eingetroffen und wurde von den Infantiment Jahren gegen Erlaß der Gemeinde- Abgaben die Laft des Wählens früheren chinesischen Darstellungen als Flüchtling in die Verbannung fabella und Eulalia sowie dent Minister des Auswärtigen auf abgenommen. Der Socialdemokrat ist also nur von Grundbesitzern gegangen sein sollte, noch immer eine einflußreiche Persönlichkeit dem Bahnhof empfangen. Als der Wagen mit dem Grafen den gewählt. und der Befehlshaber einer respektabeln Truppenmacht ist. Wenn Bahnhof verließ, ertönten aus der Menge Pfiffe und Schmährufe. In Posen wurde das von den Genossen zur Reichstagswahl die Khatimächt partout Tungfubfiang getöpft wissen wollen, wird Die Polizei mußte einschreiten, zerstreute die Menscheninenge und herausgegebene Flugblatt auf Antrag der Staatsanwaltschaft be- ihnen deshalb schließlich nichts andres übrig bleiben, als sich selbst nahm zwei Verhaftungen vor. schlagnahmt. Als Verleger hat Genoffe Bendit gezeichnet. Bei etwa sechs Genossen fanden Haussuchungen statt. Wir können des Geächteten zu bemächtigen, was allerdings seine Schwierigteiten haben würde. in dem uns vorliegenden Flugblatte nichts entdecken, was die Beschlagnahme rechtfertigen könnte. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Bildhauerstreit in Schönlante a. d. Oftbahn wird uns mitgeteilt, daß die Berichtigung", welche uns von der Firma Steinhagen u. 8isac zugegangen war, mit den Thatsachen durchaus in Widerspruch stehe. Es ist den Bildhauern der Firma angekündigt worden, daß sie für Auffäße, die bisher mit 14 Pf. pro Stück bezahlt worden, fortab nur 12 Pf. erhalten sollten. Die Bildhauer der Firma streifen trop der gegenteiligen Behauptung der Geschäftsinhaber und ersuchen die Kollegen in Berlin, die Inserate der Firma nicht zu beachten. alten Deutsches Reich. der Interessant für die Taktik des Hofs ist die Justruktion, die der Hof an seine Vertreter bei den Friedensverhandlungen gesandt hat und die folgendermaßen gelautet haben soll: London, 8. Februar. Eine Meldung des Reuterschen Bureaus" aus Kapstadt von heute bestätigt, daß dort zwei Fälle von Beulenpeft vorgekommen sind, doch glaube man nicht, daß es sich um ein eruites Auftreten der Seuche handelt. D Madrid, 8. Februar.( W. T. B.) Mit Rücksicht auf die gestrigen Rundgebungen hat die Regierung beschlossen, die Wiederherstellung der konstitutionellen Garantien noch aufzuschieben. Petersburg, 8. Februar. Die Rossija" melder aus Batu vom 7. Februar: Die Ursache des Brandes im Napthalager Bon dem telegraphischen Berichte des Prinzen Ching und der Kaspisch Schwarzmeer Gesellschaft( Rothschild) ist vernut Li- Hung- Tschangs und den Bertragsartikeln haben wir Kenntnis lich Brandstiftung, aus Rache verübt von einem entlassenen Das erfte Napthalager, welches vom Feuer genommen und sind dadurch sehr betroffen. Die Lage ist so ernst, Wächter. daß man um des Wohls der Gesamtheit willen sich ergriffen wurde, lag in der Nähe der Arbeiterhäuser. Um 7 Uhr drehen und winden muß. Die grundlegenden 12 Ar abends umfaßte der Brand alle Häuser, wobei 30 Personen um Die Verwundeten wurden in Jahrmarktbaracken unters tifel find unverzüglich zu genehmigen. Alle dann noch tamen. übrig bleibenden Einzelheiten müssen mit gebracht. Beim Löschen arbeiteten 20 Wasserrohre, die plagten und besonderer Sorgfalt ausgearbeitet werden. dadurch das Feuer vermehrten. Prinz Ching und seine Kollegen dürfen dabei keine Mühe scheuen. Auf ihre Energie tommt bei der Wiederherstellung des Friedens alles an." Ein weiteres kaiserliches Edift Baku, 8. Februar.( W. T. B.) Der Brand im Naphtalager der Kaspisch- Schwarzmeer- Gesellschaft ist erloschen; es sind 10 Häuser und 5 Lagermagazine, mit 35 Millionen Pud Naphta und Naphtaresten gefüllt, verbrannt. Der Schaden wird auf mehr als 6 Millionen der Kaiserin befiehlt die Einführung von Reformen in den Rubel geschätzt. Neun verkohlte Leichen sind gefunden worden; verschiedenen Verwaltungszweigen. Weiter 160 Personen haben Brandwunden erlitten. Sechs von ihnen sind beauftragt sie hohe Beamte, die Unterschiede zwischen den ein- bereits gestorben, bei 41 sind die Brandwunden schivere. Man hat heimischen und den fremden Verwaltungsystemen zu prüfen und bereits mit der Aufräumung der Trümmerstättenbegonnen, unter welchen passende Vorschläge über etwaige Aenderungen des chinesischen viele Opfer der Katastrophe noch begraben sind. Auch eine Anzahl Systems sowie auch darüber zu unterbreiten, wie die Integrität von Menschen, die dem Brande zuschauten, sind umgekommen; ihre Chinas aufrecht erhalten werden könne. In dem Edikt wird schließ- Bahl ist noch unbestimmt, doch werden 100 bermißt. Die Kaspijch lich eine Regulierung der Finanzen, eine Erhöhung Schwarzmeer- Gesellschaft hat ein Stomitee eingesetzt, um die Verluste der Staatseinnahmen und Verbesserung des an Menschen und Eigentum zu registrieren und die Obdachlosen zu Systems der Landesverteidigung angeordnet. unterſtügen. Für lettere wird schleunige Hilfeleistung in die Wege geleitet. Ein neuer Zusammenstoß. Der Streit in Betschau ist beendet. Es sollen am Mittwoch nochmals Verhandlungen im Beisein des Landrats und des Bürgermeisters der Stadt Vetschau stattfinden. Zu diesem Zweck war eine Neuwahl des Streitfomitees vorgenommen worden. Der Direktor Firma Lehnigt A.-G. weigerte sich jedoch, mit der mit sowohl als neuen Kommission zu ber handeln und fand daher nur eine Unterredung des Direktors mit dem Landrat und Bürgermeister statt, von deren Inhalt natürlich die Stommission auch keine volle Kenntnis erhielt. Nach der Sachlage am Orte war jedoch nicht zu erwarten, daß die Situation fich zu Gunsten der Streifenden ändert, und beschlossen die Ver- Die„ Agence Habas" meldet aus Tientsin: treter der beteiligten Organisation( Gewerfvereine der Tischler, der Während einer Rekognoscierung, welche am 28. Januar westlich Maschinenbau- und Metallarbeiter, Deutscher Metallarbeiter- Verband von Lu ausgeführt wurde, find sechzig französische Soldaten mit und Deutscher Holzarbeiter- Verband), die Beendigung des Streits zu einer Settion Artillerie von regulären chinesischen Truppen an proflamieren. Die hierauf stattfindende Versammlung der Streitenden gegriffen worden. Die Chinesen wurden geschlagen. Drei Franzosen bestätigte diesen Beschluß. wurden verwundet. Kiew, 8. Februar.( B. H.) Der Generalgouverneur Dragomiorow erläßt nachstehende, für die Lage charakteristische Proklas mation: 1. Ansammlungen auf Blägen, Bahnhöfen und Straßen find strengstens verboten; 2. auf die erste Aufforderung hin hat jeder unbedingt sich den Anordnungen der Polizei zu fügen; 3. Zuwiderhandelnde werden strengstens bestraft; 4. auf die erste Forderung der Administration werden Truppen mit Waffengewalt New York, 8. Februar.( Meldung des Neuterschen Bureaus.) Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 7. Februar 1901 bor- Der Schnelldampfer ,, Fürst Bismarck" tam heute nachmittag auf mittags sind von der Prostituierten, unberehelichten Fanny Harnisch, der Höhe von Fire Island an und signalisierte, die Welle seiner Die Spitenweber von Calais haben den Streit aufheben am 4. August 1875 zu Spremberg geboren, 20 200 M. und zwar einen Maschine sei gebrochen, es sei daher nur eine Maschine in ein Bündel von 18 Noten zu 1000 M. und ein Batet mit 12 Noten Thätigkeit. müssen. Neues Gewerbegericht. In dem kleinen sächsischen Orte Olbernhau ist die Errichtung eines Gewerbegerichts durch den Lehte Nachrichten und Depeschen, Gemeinderat beschlossen worden. Ausland. einschreiten. Berantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 34. 18. Iflörpne. s|{fj((j(Jf Meichsksg. 44. Sitzung vom Freitag, den 8. Februar tvvl, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf PosadowSkh; Frhr. v. T h i e l» mann. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung deS Schaum- wse i u st e u e r- G e s e tz e s. Der Gesetzentwurf bestimmt, batz Schaumwein aus Fruchtwein nnt 20 Pfennige andrer Schaumwein, der mittels Flaschengärung hergestellt ist, mit KV Pfennig und soweit er nicht mittels Flaschen- gärung hergestellt ist, mit 40 Pfennig die Flasche besteuert wird. ReichSschatzselretär Frhr. V. Thielmaun: Der Entwurf bringt nichts NeueS, er schließt sich eng an an einen Beschluß des Hauses, der noch nicht ein Jahr alt ist. Aus Interessentenkreisen ist behauptet worden: wir sind allesamt vernichtet, wenn diese Steuer kommt. Diese Befürchtung ist unbegründet. Die jährliche Produktion an Schaumwein in Deutschland beträgt 12 Millionen Flaschen. Auch wenn eine Steuer von 60 Pf. auf die' Flasche gelegt wird, wird auch nicht eine Flasche Schaumwein weniger getrunken. In Deutschland ist es einmal so: wenn das Bedürfnis besteht, etwas drauf gehen zu lassen, dann wird Sekt getrunken.(Lebhafte Zu- stimmung rechts.) Auch die Weinbauern brauchen sich keine grauen Haare wachsen zu lassen, und der Deklarationszwang wird nicht schädlich wirken.(Bravo I rechts.) Abg. Speck(<£.): Der Schaumwein ist zur Erhebung einer indirekten Steuer geeignet, wie kein andres Objekt. Das Centrum nimmt nur gegen solche indirekten Steuern Stellung, die Gegenstände des Massen- kousums belasten. Ein solcher Gegenstand ist der Schaumwein nicht, er ist immer ein Luxuswein und auch der kleine Mann trinkt ihn nur bei festlichen Gelegenheiten. Schaumwein- Produzenten haben auf ihrer Versammlung in Mainz behauptet, daß der kleine Wein- bauer durch die Steuer werde geschädigt werden, ES ist charakterisch, daß die Interessen der Kleinen von den Großen immer vorgeschoben werden, um ihr eigene« Interesse zu verdecken,(Leb- haste Zustimmung links. Ruf: Getreidezölle!) Redner geht auf Einzelheiten des Entwurfs ein und beantragt schließ- lich die Vorberatung durch eine Kommission von 28 Mitgliedern. (Bravo! im Centrum.) Abg. Wintermeyer(frs. Vp.): Wird der Schaumwein erheblich teurer, dann wird er auch weniger getrunken werden. Die erste Hand hat 60 Pf. Steuer für die Flasche zu zahlen, die zweite und drttte Hand aber wird mehr nehmen, so daß schließlich der Konsument weit mehr als 60 Pf. mehr für die Flasche zu zahlen haben wird. Gerade die kleineren und schwächeren Schaumwein- Fabrikanten werden unter dieser Steuer erheblich leiden, ebenso wie die kleinen Winzer, deren Schädigung auch der Landesausschuß von Lothringen betont. Ich bitte deshalb, diese Steuer abzulehnen.(Bravo I links.) Abg. Dr. Paaschs(natl.): Bei der Flottenvorlage meinten Richter und Bebel, die National- liberalen würden sehr schnell umfallen, wenn es gilt. Luxussteuern einzuführen, die ihre Anhänger in erster Linie treffen. Nun haben wir hier eine Schaumwem-Steuer, deren Vater eigentlich Herr Richter ist. nur daß er ursprünglich 1 M. Steuer für die Flasche vorschlug und 4 bis 5 Millionen Mark Einnahmen ausrechnete. Jetzt sind die Herren gegen die Schaumwein-Stcuer, Zderen Einführung sie früher mit guten Gründen forderten. Wer ist also umgefallen? Wenn durch die Steuern die billigsten Marken verdrängt werden, so hat der Weinbau eher Nutzen davon. Dem Antrag auf KommissionS- beratung schließen wir uns an. Abg. Schlegel(S.): Der Entwurf ist ein Produkt des steuersuchenden Eifer?, der die Kommisston für die Flottenvorlage in ihrer Mehrheit beseelte. Der Regierung wurde damals ein ganzes Steuerbouquet überreicht. Wir sind nach eingehender Prüfung aller Gründe dazu gelangt, die Vorlage abzulehnen und zwar nicht nur deshalb, weil der Ertrag der Schaumweinsteucr zur Deckung deS Aufwands für die Flottenvermehrung mit dienen soll, sondern weil diese Steuer thatsächlich eine schwere Schädi- gung der kleinen Winzer herbeiführen muß. Zu dieser Schädigung steht das, was das Gesetz einbringen soll, in gar keinem Verhältnis. Die Regierungsvorlage erwartet ungefähr 6 Millionen Mark Reingewinn. Die Fachleute indes schätzen den Betrag auf höchstens 1 bis ll/9 Millionen Mark. Wer hier recht hat, will ich nicht untersuchen, aber selbst wenn eS fünf Millionen wären, so steht doch diese Summe mit den Schäden und Belästigungen in keinem Verhältnis. Derartige Stenern bringen immer einen Rückgang des Konsums mit sich. In Frankreich wurde zum Beispiel 1872 die Tabaksteuer von 9 auf UM. erhöht. Der Konsum hat sich infolgedessen von 30 ans 27 Millionen ermäßigt. Als in Deutschland die Tabaksteuer eingeführt wurde, ging die Zahl der Personen, die in der Tabak'- brauche beschäftigt waren, um 9000 zurück. Ein solcher Rückgang wird sich auch bemerkbar machen. wenn die Schaumwein-Steuer zu stände kommt. Die Produktton wird eingeschränkt werden müssen, es werden Arbciter-Ent- I a s s» n'g e n eintreten, und ich frage diejenigen, die für das Gesetz stimmen, ob sie in einer Zeit, wo der wirtschaftliche Nieder- gang sich allenthalben benierkbar macht, durch eine derartige Steuer dazu beitragen wollen, noch mehr Leute brotlos zu machen. Mit einer Verminderung deS Konsums rechnet auch die Vorlage. Die Fachleute erwarten, daß ein Drittel weniger konsumiert werden werde. Gegenwärtig kailfest die deutschen Schannnvein-Fabrikanten 9 Millionen Liter Wein an. Daran entfallen auf Frankreich 3 Millionen, auf Lothringen 3 Millionen und auf Baden V/s Millionen, während auf das übrige Deutschland 2 Millionen Liter entfallen. Statt der V Millionen L> e r, die die deutschen Schaumwein-Fabrikanten bisber in Dcu.schland kauften, werden sie in Zukunft nur 4 Millionen kaufen, Ein solcher Ausfall muß auf den Weinmarkt einen besonderen Preis- dri 1 ausüben, nnd wenn es schon jetzt sehr viele Winzer giebt, die ih. en Wein nicht lau den Mann bringen töiiiien. so wu diese Zahl durch die Steuer noch erhöht werden. Wo.'leibt den» da das gute Herz der herrschenden Parteien für die notleidende Landwirtschaft?(Sehr richtig l linlS.) Die kle, len Weingärtncr sind schon so wie so in einer mißlichen Lage, indcni ihre Weinberge nicht das gute Gewächs hervorbringen. wie die besseren Lagen. Auch bei diesen, Gesetz wird sich zeigen, daß der Rückgang der billigen Schaumwein-Sorten viel größer sein wird, als der"der teueren) besseren, denn das zahlungsfähige Publikum fragt wahrhaftig nicht danach, ob die Flasche 60 Pf. teurer wird, wohl aber kommt es bei der billigen Sorte in Betracht.— Noch biet schlimmer lvird die Wirkung des Gesetzes auf diejenigen sein, tvelche SchanmweineausFrüchtenundObstherstelleii. Dieser Industrie wird ganz sicher derLebensfaden abgeschnitten I Wer trinkt denn den sogenannten„Birnen- Champagner", der bei uns hergestellt wird? Dieser billige Champagner lvird, wenn auch nicht immer von Arbeitern. so doch thatsächlich von kleinen Leuten bei festlichen Gelegenheiten getrunken!(Heiterkeit.) Vor zehn oder zwanzig Jahren konnte man allerdings noch sagen, daß der Cham- pngner ein Liixusgetränk ist, damals wurden thatsächlich mir französische Weine zu Schaumweinen verarbeitet, während es in den letzten Jahren durch die fortschreitende Technik soweit gekommen ist, daß auch bei uns ein so großer Prozentsatz unsrer geringen Weine zur Schainnwein-Fabrikation verwandt wird. Es ist auch weiter zu be- des.Amirls" denken, daß durch diese Verbilligung des Schaumweins dieser vielfach von Aerzten bei schiveren Erkrankungen, bei Ent- b i n d u n g e n K. verordnet wird. Wollen Sie denn nun einen so billigen Champagner, der bei solchen Gelegenheiten getrunken wird. mit einer so unerhörten Steuer belasten? Ist es christlich, wenn Sie diesen armen Leuten dieses Labsal in ihren schweren Stunden ver- teuern wollen?(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Heiterkeit und Zurufe rechts I) Ich bin erstaunt, daß eS Leute geben kann, die, wenn man etwas derartiges sagt, in Gelachter ausbrechen können; das beweist, daß sie das christliche Ge- fühl nur im Munde, aber nicht im Herzen haben l Wenn Sie christlich sein wollen, dann stimmen Sie«nsrem Vorschlag einer allgemeine« Reichs-Cinkommrnstencr zn.(Sehr gut. bei den Socialdemokraten.) Da werden alle Kreise gleichmäßig betrosien, dann werden Sie im ande sein, die Kosten für die Flotte aufzubringen. Dieser Entwurf beweist wiederum, daß sie im stände alles mögliche zu bewilligen, aber die K o st e n dafür wälzen Sie von sich auf die n o t l e i d e n d e n S ch i ch t e n des Volkes a b. Nach alle dem sind wir nicht in der Lage, diesem Gesetzes-Entwurfe zuzustimmen, und ich habe namens meiner Freunde zu erklären, daß wir ihn rundweg ablehnen werden! (Bravo bei den Socialdemokraten.) Abg. Dr. Pachnicke(frs. Vg.): Es ist begreiflich, daß die Interessenten gegen diesen Gesetz- entwurf Sturm laufen, da der Deklarationszwang' eingeführt werden soll, weniger begreiflich aber ist mir die Gegnerschaft der Social- demokratie. Sekt ist kein nottvendigeS Lebensmittel, es ist vielmehr Genußniittek und ein Luxusgetränk. Ich kann zu dem Gesetz- entwurf mir meine principielle Zustimmung zum Ausdruck bringen, Abg. Schrempf(k.): ES ist tticht richtig, daß nur die armen Winzer allein diese Steuer zu tragen hätten. ES ist auch nicht wahr, daß nur die schlechten und sauren Weine zur Champagner-Fabrikation verwendet werden. Wenn das Volk an neue Steuern denkt, dann denkt es immer zuerst an eine Steuer auf Champagner. Hier ober pflanzt sich die Socialdemokratie im Reichstage auf und sckreit: der Champagner soll verteuert werden l Wehe, wehe!(Heiterkeit rechts.) Sogar die arme Wöchnerin ist uns hier vorgeführt worden, der der Schluck Champagner, den sie zu ihrer Kräftigung braucht, verteuert wird. Nun. dann hätte doch höchstens die Kranken- lasse mehr zu zahlen. Redner ist mit der Kommisstonsberatung einverstanden. Abg. yriy(natl.): Obwohl ich die schwersten Bedenken gegen die Schaumwein- Steuer habe, ich bin selbst Champagnerfabrikant und Weinbauer, werde ich doch für die Vorlage stimmen, weil ich den Champagner für ein LuxuSgetränk halte. Redner schildert sodann eingehend die schädlichen Folgen einer solchen Steuer für die Fabrikanten und Winzer, glaubt aver, daß diese Schädigungen dadurch zum großen Teil wett gemacht werden könnten, wenn durch die Verhinderung falscher Angaben auf dem Etikett die unlautere Konkurrenz eingeschränkt werde Abg. Baron de Schmitz(wildkonservativer Elf.) verliest eine Rede, die sich im Interesse Lothringens und seiner Scktindustrie gegen die Vorloge ausspricht. Mindestens aber müßten die Steuer- iätze erheblich herabgesetzt werden. Abg. Lücken Ministertijche: Schönstedt, Kommissare. Die Beramng, des Justiz-Etats wird beim Titel»Minister- geholt" fortgesetzt. DaS Wort erhält der Abg. Dr. Hirsch(frs. Vp.), da er aber im Hause nicht anwesend ist, erhält das Wort der Abg. Dr. Opsergelt(C.), der den Justizminister ersucht, AuS- ländern die Eheschließung zu erleichtern. Justizmiuister Schönstedt giebt eine entgegenkommende Erklä« rung ab. Abg. Dr. Criiger(frs. Vp.): Der Abg. Hirsch ist erkrankt, ich will ih» vertreten und auch auf die»culiche Erklärimg deS Ministers über die Ernennung jüdischer Rechtsanwälte z» Notaren zurückkommen. Wir haben noch andre Klagen zu führe», so z. B. daß die höheren Richterstellen so vielfach aus den Kreisen der StaalSanwalte genommen werden, aber hörnst selten aus den Kreisen der Anwalte. Diese Fragen treten aber vor der Verfassringssrage zurück. Macht denn wirklich die Konfession einen Man» zur Bekieidimg eines Amts ungeeignet? Nach der Erklärung des Ministers muß man daS annehmen. Die höheren Stellen sind ja nicht inir den Inden verschloffen; wir finden dort keinen liberalen Mann, die höchsten Stellen sind direkt vorbehalten unsren Adelsfamilien. ES giebt leider keine Instanz, die die Verwaltungsgrundsätze der Minister zu überwache» hat. Hätte aber das Reichsgericht das Recht, der preußische Justizminister würde wegen seiner Erklänmg hier ebenso schlecht abschneiden, wie der lüdische Staat mit seinem Streikpostenverbot. Der Minister sagte, die Notare seien besondre Vertrauenspersonen. Gewiß, aber die Rechtsanwälte sind es in höherem Grade. Die meisten Leute gehen zuerst zum Rechtsanwalt, erst später zum Notar. Die Notare sind größtenteils Beurkundungs- Personen. Ich erkenne an, kein Rechtsanwalt hat Anspruch darauf Notar zu werden, auch das Interesse der Bevölkerung ist maß- gevend, aber mir im Rahmen der Verfaiinng. Die Ver- fassung macht aber keinen Uittcrschicd zwischen den Kon- fessionen. Solche Erklärungen des Jiisttzministers sind nicht geeignet, das RechtSvewußtiein im Volke zu erhöhen, sondern nur geeignet. Rechtsverwirrung aiizuftiften. Die vom Jnstizminister pro- klamiertcii Grundsätze verstoßen gegen die Verfassung. DaS Amt eines Notars hat mit der Sieligion nichts zu thun. Ein guter Christ kann ein schlechter Notar, ein schlechter Jude ein vorzüglicher Notar sei». Die Verfassung giebt jedem Staatsbürger das gleiche Recht. Die Reichsgesetzgebung gewährleistet allen' Kon- sessionen dasselbe Recht. Damit ist die Erklärung des Justizministers unvereinbar, es giebt keine Brücke, die von der Verfassung zum Minister hinüberführt. In einer Stadt starb der christliche Notar, es waren dort nur noch jüdische Rechtsanwälte, man holte nun von auswärts einen Christen, den man zum Notar machte. Draußen sind die Worte des Jnstizministrrs direkt als Unterstützung des Antisemitismus ausgefaßt ivorden.(Sehr richtig I links.) EL liegt auch System in der Sacke. Es wird nnterschiedm zwischen Bürgern erster und zweiter Klaffe. Einmal sind es die Social- demokraten, die für vogelfrei erklärt, weil sie die heutige Wirtschaftsardnnng ans gesetzlichem Wege ändern wollen. Dan» tritt der HandelSminister auf nnd erklärt den Handel einer gewisse» Branche als ein notwendiges Uebel. Jetzt erklärt sich der Justiz», inister gegen jüdische Notare. Das ist' System. In Cluna bemüht sich die Reichsregierung, den Christen die Gleich- · ge= Die berechtigung zu verschaffen. Mit vollem Recht können die Chinesen haben ist, es ist aber andrerseits richtig, wenn böswillige| fälle vorzubringen, so hätten fie die Pflicht, den Ressortminister fagen, die Deutschen sollten doch erst bei sich zu Hause die ton- Beleidiger der Majestät streng bestraft werden. Aber ich bin tein vorher zu benachrichtigen. Aber das wollen die Herren ja gar feffionelle Gleichberechtigung durchsetzen. Wir haben ja hier den Freund der Prozesse gegen ungebildete Leute, die in der Trunkenheit nicht. Sie wollen den Staatssekretär überfallen mit einer Togenannten Dreschgrafen. Worin unterscheidet fich diese oder fahrlässig einmal ein unüberlegtes Wort gesprochen haben. Solche Frage, von der er keine Ahnung hat. Im übrigen würde ich Species von Menschen bon den chinesischen Borerbanden? Prozesse suche ich zu verhindern. Die Prozesse haben auch ab es nur in Ausnahmefällen für angebracht halten, dort im Reichstag ( Sehr gut! links.) Vielleicht kommen wir noch dahin, daß genommen. 1897 wurde die niedrigste Bahl seit 1886 erreicht, fie zu erscheinen, denn an sich gehören solche Fragen mehr vor den man bei uns allgemein gegen die Juden mit Dresch betrug 305. Im Jahre 1898 betrug fie 301, 1899 240 und 1900 Landtag, dieser Schwerpunkt darf nicht verschoben werden. flegeln losgeht.( O! rechts; Bravo! links.) Die Juden werden nur 184. Trotzdem wird nach einigen Monaten wieder von der Frage der Verbilligung der Gerichtskosten wird möglichst beschleunigt vom Richterstande ausgeschloffen. Wenn es sich aber um Geld: erschreckenden Zunahme der Majestätsbeleidigungsprozesse die Rede werden. beträge für patriotische und wohlthätige Zwecke handelt, dann zieht in der Presse sein. Im Reichstage habe ich nach der Reichsstatistik Abg. Hilgendorff( t.): man die Juden heran. Dann kommen jüdische Namen neben die auch eine Abnahme für das Reich festgestellt. Da fagte man, Ich habe eine Anfrage an den Herrn Minister zu richten behöchsten Staatsbeamten. Ja selbst für schriftliche Kirchen das Verdienst daran werden die außerpreußischen Staaten treffs den Mord in Konik. Die Erregung in der Bevölkerung nimmt man jüdisches Geld! Was ist das für ein Wider haben. Die Notizen in der Presse scheinen mir ordentlich verlangt dringend eine solche Erklärung. Man ist in Konig der spruch?( Sehr richtig! links.) Wir leben doch im Lande der all- auf Reproduktionsverfügungen zu beruhen.( Große Heiterkeit.) Seit Meinung, daß die Untersuchung in Konig nicht mit der nötigen Vorgemeinen Wehr- und Steuerpflicht. Es ist ein himmelschreiendes Un einigen Tagen bin ich ja so ziemlich vogelfrei. ficht geführt worden ist. Ein Beweis dafür ist wohl, daß jetzt noch recht, einen Teil der Bevölkerung, der voll seine Schuldigkeit thut, so Ich sehe ganz ab von den Angriffen wegen der Gerichtsvollzieher einzelne Kleidungsstücke des ermordeten Winter gefunden sind. Ich zurückzusetzen. Es kann der Moment kommen, wo wieder einmal Ordnung. Aber ich soll der Erfinder des dolus eventualis fein, frage daher, ob der Herr Minister uns neue Gesichtspunkte in dieser das ganze Volt aufgerufen werden muß. Hüten wir uns, einem den viel größere Juristen vor mir erfunden haben. Ich habe nur Sache mitteilen kann. Teil des Volts durch so ungerechte Behandlung die Liebe zum gesagt, tein Jurist fann ohne ihn auskommen, und das werden mir Justizminister Schönstedt: Vaterlande auszutreiben. Es tann die Zeit kommen, wo wir alle alle Juristen bestätigen. Die Anwendung des Groben UnfugIch kann mur bedauern, daß der Mord bisher unentdeckt geKräfte zur Verteidigung der höchsten Güter des Vaterlands brauchen. Paragraphen soll ich erweitert haben, der fliegende Gerichts: blieben ist. Die Frage, ob nene Spuren entdeckt sind, ist so allgemein Hier stehen teine großen wirtschaftlichen Interessen auf dem Spiel. stand der Presse soll unter Ob ein paar jüdische Notare mehr oder weniger da sind, das ist tommen sein. Die Behauptungen sind alle das Gegenteil gehalten, daß ich nicht in der Lage bin, eine Antwort darauf mir völlig gleichgültig. Es handelt sich bei uns um das Princip, der Wahrheit. Ich habe eine Verfügung an die Staatsanwaltschaften zu erteilen. Ich kann nur erklären, daß von seiten der Juſtizum die Folgen dieser Gesegesverletzungen. Wollen Sie Ihre Grund- erlassen, den Groben Unfug- Paragraphen nicht als Mädchen für verwaltung von Anfang an alles geschehen ist, um dieser Untersätze durchführen, dann ändern Sie die Verfassung. Gerechtigkeit ist alles zu betrachten. Der fliegende Gerichtsstand der Preffe fuchung mit der größten Aufmerksamkeit und dem größten Eifer zu heute noch das Fundament der Königreiche. Stärfen Sie das Recht eristiert nach einer Entscheidung des Reichsgerichts zu Recht. Ich folgen. Aus dem negativen Erfolg der Untersuchung kann den be und Billigkeitsgefühl im Volke. Wahren Sie die Verfaffung, so halte ihn nicht für absolut entbehrlich, aber ich habe niemals ver- teiligten Behörden kein Vorwurf gemacht werden, daran sind die Verhältnisse schuld. Das Verbrechen wurde ja erst zwei lange Sie besteht, oder ändern Sie die Verfassung, wenn Sie glauben, tannt, daß die rücksichtslose Anwendung des fliegenden Gerichtsstands Tage nach dem Morde entdeckt. Aus dem Zustand der das durchsetzen zu können.( Lebhafter Beifall links.) der Bresse zu Unbequemlichkeiten und Beeinträchtigungen der Bresse Reiche ergab sich, daß mindestens ein geichulter Schlächter führt. Ich habe auch hierüber vor vier Jahren schon eine an dem Morde beteiligt gewesen ist. Daher ist sofort bei allen Verfügung erlassen, welche befagt, daß nur in Ausnahme- Schlächtern dort, ob sie Juden oder Christen waren, Haussuchung Mit der Anregung, die Verfassung in dem fraglichen Bunkt zu fällen eine periodische Druckschrift nicht am Erscheinungsvorgenommen worden. Auf Grund principieller Anschauungen ist ändern, wird der Vorredner wohl hier im Hause feine Gegenliebe orte verfolgt werden soll. Im letzten Jahre sind auch nur fünf finden. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hat aber der Vorredner Fälle dieser Art vorgekommen, zwei davon zugestandenermaßen unter überhaupt in feinem Falle die Untersuchung vernachlässigt worden. gefagt, meine neuliche Erklärung sei der Ausfluß antisemitischer Ge- Außerachtlassung meiner Verfügung. Mich lassen diese Phrasen. Ob man an einen Ritualmord glaubt, ist eine Frage für sich. Ich Mich lassen diese Phrajen verlange diesen Glauben von keinem Richter, sondern verlange nur finnung gewesen. Dem muß ich widersprechen. Ich bin nicht Anti- angriffe falt und ich kann auch nicht alles berichtigen. Aber von von ihm, daß er sich alle Möglichkeiten vergegenwärtigt, die auf die femit und wenn die antisemitische Partei den Versuch machen sollte, Beit zu Beit ist es doch gut, festzunageln, was für Behauptungen Spur des Mörders führen könnten, und das ist in Konig nach bestem aus Anlaß meiner jünften Erklärung mich für sich in Anspruch zu in der Presse aufgestellt werden. Die Deffentlichkeit kannte meine nehmen, so muß ich das dankend ablehnen. Ich will dem Vorredner Verfügung nicht, sie ist noch nicht auf den Redaktionstisch des Wissen und Gewissen geschehen. Der erste Staatsanwalt in Stonig genoß am Rhein den Ruf ganz besonderer Sachlichkeit und Objektivität, nicht auf allen seinen Wegen folgen; ich will hier nicht mit ihm nach Vorwärts" geflogen und wäre fie es, sie wäre wohl nicht ver- und das Resultat seiner Bemühungen ist trotzdem null. Ein Vorwurf China gehen( Heiterkeit rechts), ich will nur die verfassungsmäßige öffentlicht worden, weil sich keine Geschäfte damit machen lassen. tann ihm daraus nicht gemacht werden. Frage erörtern. Zunächst muß ich sagen, daß ich einigermaßen er-( Heiterkeit.) Aber ich meine, man soll nichts behaupten, wenn man staunt über den Lärm bin, der in der Preffe von meiner Erklärung nichts weiß.( Heiterkeit und Beifall.) Damit will ich schließen. gemacht worden ist.( Sehr richtig! rechts; oh, oh! links). Ich habe doch eigentlich nur die Thatsache festgestellt, daß die jüdischen Be= bin. Justizminister Schönstedt: " der Bevölkerung fönnen wir 03 Den ibe Tens Jufolge des negativen Ergebnisses der Untersuchung hat man mun in Konig zur Selbsthilfe gegriffen durch Gründung des sogen. Abg. Dr. Porsch( C.): Aufklärungskomitees. Wenn ich das zwar begreiflich finde, so doch Ich will die Frage erörtern, macht die Zugehörigkeit zu einer andrerseits auch für sehr bedauerlich. Ich glaube nicht, daß es gut werber zum Notariat nicht lediglich nach dem Princip der An- Konfeſſion zu einem Amt ungeeignet. Die Frage ist nicht ganz ist, wenn in dieser Weise Privatpersonen unternehmen, was die ciennität berücksichtigt werden, und hinzugefügt, daß die Herren richtig gefaßt, es giebt eine evangelische und tatholische Pflicht der Behörden wäre. Es liegt barin zweifellos ein Vorwurf in der Justizverwaltung noch am besten forttommen, da Ronfession, aber keine jüdische Konfession.( Sehr richtig! rechts gegen die Behörden. Die Herren, die den Aufruf unterzeichnet die andren Verwaltungen es überhaupt ablehnen, und im Centrum.) Herr Barth hat an das Centrum appelliert, das haben, find sämtlich vernommen worden, haben aber fämtlich jüdische Herren zu übernehmen. Ich will zugeben, daß doch Verständnis für Paritätsbestrebungen habe. Ich wundere mich erklärt, daß sie absolut gar nichts wüßten.( Hört! hört! links.) der letzte Ausdruck nicht ganz glücklich gewählt war, denn ich darüber, daß Herr Barth so auf die Verfassung pocht, wo seine Wenn man aber gar nichts weiß und dann einen solchen Aufruf erläßt, der weiß nicht, ob die übrigen Verwaltungen die Herren abgelehnt haben. Ich weiß nur, daß, so lange ich im Amte bin, kein jüdischer Freunde für unsre Paritätsbestrebungen stets so wenig Verständnis den Anschein erweckt, als verfüge man über neues Material und Affeffor von einer andren Verwaltung übernommen worden gezeigt haben. Ich will anerkennen, daß die Verfassung vorschreibt, wolle die Behörden zwingen, daraufhin weiter die Sache in die baß die Anstellung nicht von der Zugehörigkeit zu einer Konfeffion Hand zu nehmen dann halte ich ein solches Borgehen für wenig ift.( hört! hört! links.) Möglicherweise haben sich die Herren gar abhängig sein darf. Aber dieser ideale Zustand wird dadurch beein- fundiert und sehr bedauerlich.( Sehr richtig! links.) Insbesondere nicht beworben( Heiterkeit), möglicherweise fühlen sie sich in der Justiz noch am wohlsten( Erneute Heiterkeit) und sagen trop der trächtigt, daß unser Bater.and politisch und fonfefsionell zerrissen ist. bedauere ich auch, daß eine Reihe sehr angesehener Männer in her Angriffe, die auf mich gerichtet werden, daß ich ein gerechter Mann Da tommt man nicht ohne weiteres mit diesem principiellen Stand- vorragenden Stellungen diesen Aufruf unterzeichnet haben. Im punkt aus. Die Verfassung Denken Sie doch einmal an die Kommunal- Ver- einzelnen gehe ich auf die Sache nicht ein, weil ich dies hohe Haus schreibt Gleichberechtigung der Konfeffionen vor, daneben waltungen. Halten Sie es denn für möglich, daß in Breslau nicht für den geeigneten Ort halte, um die Aufklärung zu suchen, die aber enthält sie ein berfaffungsmäßiges Kronrecht oder Berlin ein Mann meiner religiösen Gesinnung zum bisher den Behörden nicht gelungen ist. für die Anstellung aller der Bürgermeister oder Syndikus Stadt gewählt werden Beamten. Es heißt: Der König besetzt alle Aemter im Staats- fönnte?( Rufe links: v. Jorden bed!) Fordenbed gehörte Aus den Ausführungen des Herrn Abg. Borsch habe ich leider Abg. Rickert( freis. Bg.): dienst. Ich könnte also den Spieß umtehren und diejenigen einer ja formell zur fatholischen Kirche, aus seinen Briefen geht aber auch ersehen müffen, das die Haltung des Centrum sich in der Verfassungsverletzung zeihen, die es unternehmen, eine Be- hervor, daß er zuerst seine Bewerbung zurüdgezogen hat, weil er Baritätsfrage seit den Tagen Windthorsts sehr verändert hat. schränkung dieses verfassungsmäßigen Kronrechte herbeizuführen.( Lärm links, Bravo! rechts.) Roenne sagt in feinem als Satholit teine Aussicht auf Erfolg zu haben glaubte.( Abg.( Widerspruch im Centrum.) Er verlangte Berücksichtigung der Juden " Staatsrecht", daß für die Regierung keine Pflicht besteht, jeden Be- wir sind nie für eine mechanische Barität eingetreten. Im Jahre nach Maßgabe der Bevölkerung. Das ist ein ganz falscher Standfassungswidrig hinstellt, wenn ganze Kategorien evangelische Richter, für katholische Gegenden katholische Richter darf niemals gefragt werden. werder anzustellen, ich erkenne aber an, daß er es als ver- 1896 habe ich ausdrücklich gesagt, für evangelische Gegenden sollen punkt. Die Berücksichtigung darf nur erfolgen nach der moralischen und technischen Qualifikation des Betreffenden, nach seiner Konfession von Bewerbern ausgeschlossen werden. Das aber thut die Justizverwaltung nicht, es sind ja außerfind ja auger- angestellt werden, aber auch nicht völlig mechanisch. Was nun den Konizer Fall anlangt, so hat mich die Erklärung Der jüdischen Teil nicht besser des Herrn Justizministers nicht befriedigt, sie war viel zu sanft. stellen, Herr Crüger Buchstabe der Verfassung ist aber nicht das allein Entführte einen Fall an, in dem expreß ein christlicher Notar von aus uns hat er weit unhöflicher erwidert. Es handelt sich bei dieser scheidende, das Intereffe der Bevölkerung muß mitsprechen. wärts geholt worden ist. Das finde ich doch ganz verständlich. Wenn benzen( Große Unruhe rechts.( Sehr richtig! links.) und der Herr Ich habe die Rücksicht nicht allein walten lassen. Wie ich, haben es nur jüdische Rechtsanwalte in dem betreffenden Ort sind, so ist doch Minister, der verpflichtet ist, das Recht zu wahren, hätte sich viel alle meine Vorgänger gethan. Auf der linken Seite des Hauses eutschiedener dagegen aussprechen müssen. wird gewiß niemand sein, der dem früheren Minister Fall eine ganz natürlich, daß der Minister auch einen christlichen Anwalt dort Verfassungsverlegung zutraute. Ich könnte Ihnen aber ein Dußend ansiedeln will.( Heiterkeit und sehr richtig! rechts und im Centrum.) personen dazu, ein solches Stomitee zu gründen, während sie absolut Berichte des späteren Oberlandesgerichts- Präsidenten vorlegen, in Ich kann den Herren von der Linken nur raten, etwas Waffer in Gestern ist im Reichstag von einer antisemitischen richtig! links.) Henen er berichtet, es sei ihm ganz unmöglich, noch einen jüdischen ihren Wein zu schütten. Auch ich bin kein Antisemit und unterschreibe gar nichts wissen. Das ist doch eine unerhörte Naivetät.( Sehr Bewerber anzustellen. Ich sage das nicht zu meiner Entlastung. Die Worte des Justizministers. Nicht jeder, der Ihren Forderungen nicht sogenannten Aufklärungsbroschüre die Rede gewesen und Herr Lieberin vollem Umfange zustimmt, ist ein Antisemit. Es sind nicht antisemitische mann erklärte, für die Verbreitung im Volt sorgen zu wollen. Ein Für das, was ich thue, trage ich die Verantwortung allein und fann fie tragen. Ich fibre es mir an, um zu beweisen, daß Motive, die dieſes Reſultat zeitigen, aber das kann ich Ihnen fagen, paar Stellen, aus dieſer Broschüre muß ich Ihnen doch zum besten die communis opinio der höchsten Richter im Staat in dieser Weise, Berlin, wünscht in einem chriftlichen Staat zu leben und geben und ich frage die Herren Hilgendorf und. Oftania, ob fie fvie ich, die Verfassung auslegt. Herr Barth sagt, ich spreche von bereit sind, alles zu vertreten, was dort geschrieben steht. Dort dem Interesse der Bevölkerung, wie ich es verstehe. Natürlich, nicht christlich verwaltet zu werden.( Beifall rechts und im Centrum.) heißt es: Die sogenannten wissenschaftlichen Gutachten, die das Abg. Reichhardt( natl.): Dasein des Ritualmords zu widerlegen suchen, sind ziemlich wertlos, Auch wir stehen auf dem Standpunkt, daß das religiöse Be- weil die Juden solche Arbeiten gut bezahlen!( Hört! hört! lints.) fenntnis nicht den Hinderungsgrund für Anstellung im Staate ab- Das ist ist doch eine unerhörte Verdächtigung hervorragender Weiter heißt es in der geben kann. Ich gebe aber dem Justizminister und seinen praktischen Gelehrter.( Sehr richtig! links.) Warum wird der Mörder nicht entdeckt? Weil die Erwägungen recht. Man braucht keinen Funken antisemitischer Gesinnung Broschüre: in sich zu haben und es doch nicht für wünschenswert halten, Behörden die Spur nicht sehen, die jeder Unbefangene sieht daß in Berlin 2/3 aller Notare jüdisch sind. Der Justizminister hat und die mit zwingender Notwendigkeit hinführt auf einen geheimen heute seine neuliche Erklärung eingeschränkt und zurückgezogen. Blutaberglauben bei einer jüdischen Sette.( Hört hört! lints.) Seine letzte Erklärung war bedenklich, danach schien es, daß andre Wie leichtsinnig dabei von antisemitischer Seite vorgegangen wird, Verwaltungen jüdische Herren grundsäßlich ablehnen. Einen beweist am besten die Vernehmung des Fleischermeisters Hoffmann. solchen Grundsaz würden wir als mit der Ver- Dieser hatte eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft gerichtet, in fassung in Widerspruch stehend erachten. Wir freuen welcher Levy des Mords beschuldigt wurde. Als der Staatsanwalt uns, daß eine solche Verfassungswidrigkeit nicht vorzuliegen scheint. ihn nun fragte ,. ob er positive Unterlagen für seine Behauptungen Redner ersucht den Justizminister, ein Gesetz vorzulegen, daß die hätte, antwortete er: Nein, ich habe niedergeschrieben, was jeder Haftpflicht für Straßenbahn- Unternehmer erweitert. Mann im Volke denkt!( Hört! hört! links.) Mit solcher Leichtfertig Justizminister Schönstedt verweist den Interpellanten an den feit geht ein Mann, der vorher selbst ungerechterweise beschuldigt worden war, gegen einen andren Unschuldigen vor! Bezeichnend ist auch noch folgende Stelle in der Broschüre:" Die Juden sind zur Abg. Kirsch( C.) den Wie kommen Privat wie es Dr. Barth versteht.( Große Heiterkeit.) Aber ich glaube, auch Herr Dr. Barth würde, wenn er Justizminister wäre, nicht anders handeln wie ich. Vielleicht zuerst. Um sich ein lebendiges Denkmal treuer Verfassungswahrung zu seßen, würde er vielleicht beim Antritt des Amts 100 oder 150 jüdische Rechtsanwalte zu Notaren ernennen( Heiterkeit), aber später dann nicht mehr. ( Erneute Heiterkeit.) Und da komme ich auf den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Eng ist die Welt, Und das Gehirn ist weit. Nah beieinander wohnen die Gedanken und hart im Raume stoßen sich die Sachen." Das würde auch Herr Dr. Barth erkennen müssen. Ich habe nämlich nichts Neues gesagt. Alle diese Dinge find schon für fünf Jahren hier in aller Ausführlichkeit besprochen worden. Ich wiederhole also, ich begreife den Lärm in der Presse nicht. Ich glaube, der Abg. Peltasohn wird einsehen, daß es besser gewesen wäre, sich nicht zu seiner Anfrage drängen zu lassen, sondern dem Grundfaze zu huldigen: Quieta non movere.( Das Ruhende nicht zu bewegen.)( Lärm lints. Sehr richtig! rechts.) Eisenbahnminister. Seine Angriffe waren deplaciert, da es für die Justizverwaltung zu absorbieren.( Bravo rechts.) unmöglich ist, den ungemessenen Nachwuchs jüdischer Bewerber erörtert die Fragen der Strafvollstrechung und des Gefängniswefens, Beit in Deutschland herrschende Rasse geworden. Sie fühlen sich Ich möchte dieses Thema verlassen, um auf Vorgänge zurüd- Amtsrichtern in die Hände gegeben werden. Die Strafvollstreckung sollte statt den Staatsanwalten mehr den worfenen Deutschen sogar einen Blutzoll in Form der Ritualmorde zukommen, die sich gestern im Reichstage abgespielt haben. Ein Mitglied der focialdemokratischen Partei hat es gestern ge- und ganzen mit den Antworten des Herrn Justizministers einberechtigt fein follen"( Sehr richtig! rechts)- ich Was die hier erörterten Fragen anlangt, so bin ich im großen aufzuerlegen wagt.( Hört, hört! links.) Es ist ein Unding, wenn zwei fo beri diedenartige Stämme gleich wagt, die Behauptung aufzustellen, daß in Preußen auf die verstanden. Betreffs der Frage der Anstellung jüdischer nagele diefes" Sehr richtig!" hiermit fest entweder Deutsche Gerichte ein staatlicher Druck ausgeübt wird, daß fie gegen affefforen ist der Standpunkt meiner Freunde ja schon dargelegt ihre Ueberzeugung Entscheidungen fällen aus Schwäche oder aus worden. Beim Etat des Ministers des Innern wird ja diese Frage der christlichen Toleranz in unirem so weit vorgeschrittenen JahrDas sind die Blüten oder Juden, ein Drittes giebt es nicht." noch unehrenhaftigeren Motiven. Ich habe nicht die Pflicht, auch von den Herren wohl von neuem angeschnitten werden, vielleicht hundert.( Sehr wahr links, Lärm rechts.) noch unehrenhaftigeren Motiven. Ich habe nicht die Pflicht, auch nicht die Zeit, jeder Reichstags: Sihung beizuwohnen und auch beim Etat des Geheimen Civilkabinetts.( Heiterkeit.) Den mich dort als Kugelfang für Angriffe auf die preußische JustizIch komme damit nochmals auf die Paritätsfrage. Der Herr verwaltung benutzen zu lassen. Aber hier ist der Plak, wo ich Angriffen des Herrn Abg. Heine im Reichstag gegenüber hat der Justiz minister hat ganz offenbar feine Kollegen durch seine Erverwaltung benutzen zu laffen. Aber hier ist der Plak, wo ich Herr Minister erwidert, er befürchte vielmehr eine Beeinflussung flärung einer Berfaffungsverlegung beschuldigt. antworten will.( Sehr gut! rechts.) Die Behauptung, daß von mir der Versuch gemacht worden sei, ständige Unparteilichkeit der Richter und daher müssen fie in der überhaupt jüdische Assessoren angestellt find der Richter von unten als von oben. Wir verlangen aber voll-( Lärm rechts.) Er sagte: Die Justizverwaltung ist ja noch die einzige, preußische Richter zu beeinflussen, direkt oder indirekt, verblümt oder Der Herr Justizminister sich noch sehr viel möglichst selbständig gestellt werden. er zugut darauf, daß unverblümt, mit Gunst oder Mißgunst, ist völlig unwahr, und würde hat dann aber weiter gesagt, er wolle nicht in den Reichstag Verfassung geschworenen Eid hält ich nicht anstehen, den, der eine solche Behauptung nach diesen gehen, um dort als Kugelfang zu dienen. Die Berechtigung des fährt dann aber fort: Andre Verwaltungen lehnen es überhaupt meinen Worten noch einmal wiederholen follte, einen frechen Reichstags aber, einzelne Rechtsfälle zu erörtern, fann nicht bestritten Das jüdische Assessoren anzustellen. Lügner zu nennen. Die Unabhängigkeit der preußischen Richter ist werden und ist gestern auch von einem hervorragenden Mitglied des gewährleistet, die Beeinfluffung erfolgt nicht von oben, sondern Reichstags, der meiner Bartei angehört, anerkannt worden. Es schwerste die Verfassung!( Sehr richtig! lints, Lärm rechts.) Nach von unten, von einer zügellofen Preffe, die es sich heraus: wäre also doch wohl richtiger gewesen, wenn der Herr Justiz dem Geiste der Verfassung darf die jüdische Konfession lein Hindernis von unten, von einer zügellosen Preffe, die es sich heraus. Reichstags, der meiner Partei angehört, anerkannt worden. Es und natten Worten nichts andres als: fie verlegen auf das nimmt, Gerichtsurteile in höhnischer Weise zn kritisieren. Der Abg. Haase( Ruf rechts: Heine) Herr Heine ist dann auf minister, wo er wiffen konnte, daß in diesem Jahre der Sternberg der Anstellung als Beamter sein. Früher war übrigens die Elite Majestätsbeleidigungs- Prozesse und den Fall Schmidt zu sprechen Prozeß, der Konizer Mord und andre ähnliche Fälle zur Sprache der Aristokratie die Borkämpferin für die Emancipation der Juden. gekommen. Ich kenne den Fall Schmidt nicht, er liegt vor meiner tommen würden, im Reichstag erschienen wäre oder einen Graf Düren wollte seiner Zeit die Juden sogar zur Besetzung firchZeit. Ist der Fall richtig vorgetragen, so ist Herr Schmidt, wenn Stonimissar ernannt hätte. Ich billige ja seine heutige Erklärung licher Aemter zugelaffen wissen und sprach es flipp und klar aus: auch ein ehrenwerter, so doch ein schwacher Mann gewesen. materiell, hoffe aber, daß er bei der Weiterberatung des Reichs-" Ich sehe nicht die geringste Gefahr darin, wenn die Juden zu allen Staatsämtern zugelassen werden". Das ist das Wort Ich würde es bedauern, wenn sich Richter so beeinflussen ließen. Justizamts im Reichstag erscheinen wird. Redner wünscht weiter Auskunft darüber, ob das Gerichtstoften- eines damaligen Aristokraten und nun sehen Sie sich mal die Bei mir hätte ein solcher Mann sein Glück nicht gemacht. In der maturg rig( nach rechts) gegenwärtigen Verhältnisse an!( Große Heiterkeit lints.) Bresse ist die erschreckende Zunahme der Majestätsbeleidigungs- Gesez bald vorgelegt werden würde. Justizminister Schönstedt: Herr Porsch meinte, die Mehrheit der Bevölkerung wolle in einem Prozesse ein stehendes Thema und ich werde dafür verantwortlich gemacht. Mit Unrecht. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Die Berechtigung des Reichstags, solche Fälle zu erörtern, be- christlichen Staat leben.( Sehr wahr! im Centrim.) Wir halten es mit Ber Monarch im allgemeinen über Beleidigungen hoch ers streite ich nicht; wenn aber die Herren beabsichtigen, solche Einzel- dem Wort des großen Preußenkönigs: In meinem Staat kann ab, den auf die also er thut ( Sehr gut, lints.), heißt mit dürren eder nach seiner Façon selig werden."( Bravo! links.) Ich fordere Abg. Dr. Porsch( C.): Verfassung nicht zu weit auslegen. Durch die Verfassung sind alle mit den Herrn Justizminister, auf uns das Material zu beschaffen, auf Die Konizer Affaire kenne ich nur aus Zeitungen, will mir des- Verbote, Juden anzustellen, aufgehoben, weiter nichts. Wäre das das sich seine Aeußerung stüßt. Wir wollen wissen, ob wirklich halb fein Urteil erlauben. Thatsache ist, daß in der Bevölkerung Rezept des Herrn Barth maßgebend, so wäre das Recht alle Verwaltungen die Verfaffung in dieser Weise verletzen. durch die Konizer Affaire Beunruhigung eingetreten ist. Redner der Krone, Beamte anzustellen, gefährdet.§ 14 der Verfassung die In allen Dingen, ( Lärm rechts.) Die Pflicht des Herrn Justizministers ist es, Ver- polemisiert dann gegen den Abg. Ridert, der ihn nicht widerlegt lautet: der Religionsübung fassung und Gesetz aufrecht zu erhalten und nicht sie preiszugeben, habe. Er bestreitet, eine andre Auffassung in der Berechtigungsfrage zufammenhängen, ist das christliche Religionsbekenntnis zu Grunde wie er das in der letzten Sigung gethan hat.( Lehhaftes Bravo! zu haben, als der Abg. Windthorst. Bei der politischen und reli- zu legen. Wenn sich auch der Begriff des christlichen Staats juristisch links, Zischen rechts und in der Mitte, ernentes Bravo! links.) giösen Berriffenheit Preußens sei eine andre Haltung in der Praxis nicht definieren läßt, so haben doch die beiden christlichen Stirchen Justizminister Schönstedt: mit den jüdischen Richtern unmöglich. Ich wiederhole meinen eine bevorrechtete Stellung und in diesem Sinne fann man von Ueber die Frage der Verfassungsverlegung habe ich mich schon at: Schütten Sie Wasser in Ihren Wein und rufen Sie einem christlichen Staat reden. Herr Crüger sprach von den Boyern zur Genüge geäußert. Sinn und Bedeutung meiner Aeußerung durch Ihre Paritätsbestrebungen nicht eine Gegenbewegung in China. Das war ein unglücklicher Vergleich, denn die Boyer habe ich richtig gestellt, im Ausdrucd mag ich mich ja vielleicht hervor, die sehr stark werden würde und die ich nur bedauern gehen gegen die Europäer los, weil sie Ausländer sind- Herr bergriffen haben, das ist leicht möglich, wenn man so unerwartet fönnte. Die Gegenbewegung würde erfolgen, weil die Mehr- Crüger weiß vielleicht, wie ich den Sah weiterführen will, er weiß, angegriffen wird. Wenn meine Kollegen sich durch meine Aeußerung beit unsrer Bevölkerung in einem christlichen Staat leben und christlich daß von vielen auch die Juden als Ansländer betrachtet werden. Der Justizminister hat unser volles Vertrauen. Die heutigen Reden der verlegt fühlen, so werde ich mich mit ihnen ohne Vermittelung des regiert werden will. Freifinnigen fönnen nicht dazu beitragen, die in gewiffem Sinn Herrn Rickert schon verständigen.( Gr. Heiterfeit rechts.) Auf Broschüren einzugehen, die von unbekannter Seite unter das Volk geworfen vorhandene Abneigung der christlichen Bevölkerung gegen die jüdische zu vermindern.( Beifall rechts.) werden, habe ich keine Veranlassung. Herr Nickert warf mir vor, Hierauf verta gt das Haus die weitere Beratung auf daß ich gegenüber Herrn Hilgendorf zu höflich gewesen wäre. Ich Sonnabend 12 ühr. hatte keine Veranlassung gegen diesen Herrn unhöflich zu werden. Schluß 4 Uhr. Herr Barth dagegen batte mir Verfassungsverlegung vorgeworfen. Sollte ich darauf höflich antworten! Ich sage: wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder heraus.( Bravo! rechts.) Abg. Gördeler( fr.): Die Gi Abg. Dr. Barth( frs. Vg.): Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Ve nuk ung für jedermann. Berlin, Alexandrinenstr. 26, Gartenhaus. Geöffnet werftäglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 410 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 10. Februar, vorm 812 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 1034 Uhr vorm. ebendaselbst: Bortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:" Die Menschheit als Organismus." Vor- und Nachspiel auf dem Pariser Mustel- Harmonium. Gäste, Damen und Herren sehr willkommen. Vianoforte Arbeiter. Berlin VI. Sonnabend, den 16. Febr. 1901 Röpnickerstraße 158 bei Sander. Vortrag. Geschäftliches. Verschiedenes. Socialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstage: Wahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr, bei H Ramlow, Schönhauser Allee 135: Vereinssizung. Gäste willkommen. Wir stehen auf einem andren Paritätsstandpunkt als das Centrum Wir halten es für verfassungsmäßig, wenn der Staat bei der Anstellung seiner Beamten sich um das religiöse Bekenntnis der Bewerber nicht bekümmert. Der Justizminister sagte Quieta non movere. Wenn dieser Grundsatz irgendwo keine Berechtigung hat, so in der Justizverwaltung. Die Frage ist, leben wir in einem Rechtsstaat oder nicht? Was liegt daran, ob ein paar jüdische Notare oder Richter mehr ernannt worden sind? Das ist Auf die Konizer Sache will ich nicht eingehen. Die Einzelheiten ganz gleichgültig. Worauf es ankommt, ist, daß vom Justizminister des Herrn Rickert interessieren uns hier gar nicht.- Die Beschwerde hier rund und nett erklärt worden ist: Jüdische Rechtsanwalte werden des Herrn Poltasohn habe ich sehr bedauert. Seine Beschwerde ist später zu Notaren ernannt, nur weil sie Juden sind. Der Minister formell und materiell aus Gründen der Verfassung ganz unbegründet. hat die Aeußerung über die andren Verwaltungen unglücklich ge( Sehr wahr rechts.) Man darf die Verfassung eben nicht auslegen wie es namit. Er hat damit nur etwas aus der Schule geplaudert. einem gerade paßt, sondern nach ihrem Geist.( Sehr richtig! links, Es ist ja bekannt, jüdische Offiziere giebt es überhaupt nicht. In Heiterfeit.) Das hat die Linke in diesem Fall nicht gethan.( Wider- einem kleinen schwäbischen Ort wurde eine Kaminfegerstelle ausspruch links.) Der Minister hat im Rahmen seiner Kompetenz ge- geschrieben. Es hieß im Amtsblatt, die Bevölkerung des Orts sei vorHandelt, seine Verantwortung liegt nicht darin, daß er hier auf jede Frage wiegend evangelisch. Es sollte sich also nur ein evanAuskunft geben muß. Er würde zur Verantwortung gezogen werden gelischer Kaminfeger melden. Auf diesem tonfessionellen können, wenn er z. B. einen Referendar zum Richter machen würde. Raminfeger Betriebs Standpunkt steht der Justizminister auch. Wir stehen auf dem Boden der Verfassung und wollen fie wahren.( Große Heiterkeit.) Ob man von der Verfassung einen Jeder Preuße ist vor dem Gesetz gleich, Standesvorrechte finden nicht Zoll oder einen Fuß breit abweicht, ist ganz gleich. Die Ver statt. Der Minister hat aber recht, wenn er Rücksicht auf die Inter- faffung muß beobachtet werden, andernfalls haben wir einen Staat essen der Bevölkerung nimmt. Vor allem müssen die religiösen Ge- der Willkür, nicht einen Verfassungsstaat. Der Justizminister könnte fühle der Bevölkerung geschützt werden. Nach Herrn Barth und das Interesse der Bevölkerung so auslegen, daß es ihm nicht anges Herrn Crüger darf die Religion im Staatsleben keine Rolle spielen. zeigt erscheint, so viel freifinnige Notare in Berlin zu ernennen. Auch Die christliche Bevölkerung hat den Willen und das Recht, christliche fonservative Leute müßten die Möglichkeit haben, zu einem konserVerwaltung zu haben und liegt kein Anlaß vor, ihr andersgläubige vativen Notar zu gehen. Für die Juden handelt es sich um den Beamte aufzudrängen. In Westpreußen sind 16 Broz. der Notare Ehrenpunkt, wenn fie nicht alle Mittel in Anwendung brächten, und 11 Proz. der Richter Juden, während die Bevölkerungs- ihr Recht zu wahren, verdienten sie wirklich die Be: ziffer der Juden einen viel niedrigeren Prozentsatz umfaßt. handlung, die ihnen jetzt zu teil wird.( Lebhafter Beifall links.) Würden die Juden in der Justiz nach der Anciennität bes fördert werden, so würde es bald nur jüdische Richter und Die Erklärung des Justizminifters in der Konitz- Affaire genügt Notare geben. Das will die christliche Bevölkerung nicht. Ueber die uns völlig. Was nun die Notarfrage anlangt, so kann ich mit dem Beschimpfung der preußischen Justizverwaltung durch den Erstaunen nicht zurückhalten, daß sich im gegenwärtigen Augenblic Abg. Heine im Reichstag bin ich tief empört. Diese schamlofen die Juden um Zurücksetzung im Staatsleben beklagen. Die jüdischen Angriffe sind nur ein Zeichen der niedrigen Gesinnung, die sich Mitbürger haben einen größeren Einfluß als sie verdienen. Man feine vielfach in der Socialdemokratie breit macht.( Beifall rechts.) fagt, es liege hier eine Verfassungsverlegung vor. Man darf die Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 9. Februar. Opernhaus. Falstaff. Anf. 72 Uhr. Schauspielhaus. Der Compagnon. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Krol). Geschlossen. Schiller. Freiwild. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 72 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 1. Teil.) Anfang 72 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 71/2 Uhr. Westen. Undine. Anfang 712 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 712 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 72 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Luisen. Alte Liebe rostet nicht. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. 712 Uhr. Belle: Alliance. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Anfang Der Leibalte. Eine leichte Person. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Zwanzig Mädchen und kein Mann. Anfang 72 Uhr. V Balast. Specialitäten Vorstellung. Bummelfrize. Anfang 72 Uhr. A Abg. Irmer( f.): RANIA Palast- Theater ** Taubenstr. 48/49. 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Berein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen 10 Berlins und Umgegend." Am 7. d. M. starb unser Mitglied, Kollege A. Scharlach. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 10. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jacobi- Kirchhofs in Rixdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 138/6 Der Vorstand. APT Todes- Anzeige. Allen Kollegen, Freunden und Be fannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Maschinist Adolph Scharlach, am Donnerstag, den 7. Februar, nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Socialdemokratischer Wahlverein f. den 4. Berliner alln Reichstags- Wahlkreis. ( Osten.) Todes Anzeige. Am Mittwoch, den 6. Februar, starb nach langem schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied, der Bauarbeiter Fritz Krüger. Die Beerdigung findet am Sonna tag, den 10. Februar, nachmittags 21 Uhr vom Trauerhause, Tilsiterstraße 78, nach dem Bemeinde- Friedhof in Friedrichsfelde statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 243/4 Der Vorstand. Achtung! Achtung: Bauarbeiter. und Der Vertrauensmann der Freien Bereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend, Kollege CER Fritz Krüger ist am Mittwoch, den 6. Februar, mittags 1234 Uhr, nach schwerent Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben. 31/2 Die Beerdigung findet am Sonnt tag, den 10. Februar, nachm. 22 Uhr, vom Trauerhause, Tilfiterstr. 78, nach dem Gemeindefriedhof in Friedrichsfelde statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Die Lohnkommission. 3. A.: Emil Kiekeber. 100 11 Hoffmanns Salon, Köslinerftr. 8. Die Beerdigung findet Sonntag Besonderer Umstände halber ist der nachmittag 4 Uhr, von der Halle des 2. Ostertag für Matineen frei.[ 7562* Neuen Jacobi- Kirchhofs, Hermannstr., aus ftatt. Die trauernde Witwe. kann sich jeder von uns für entsprechenden Wert Waren erwerben, ( Wir bitten selbiges jedoch nicht mit Coupons oder Gutscheinen zu verwechseln.) Man verlange Brachttatalog fürs Jahr 1901 nächst näherer Angabe eben falls gratis u. franco. 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Drud und Verlag von Max Vading in Berlin. Die Ortsverwaltung. vr- � i8. wmt. 2. Keilllge des Jonn W Kerlmer WlksblM. s. F-dlM>!"». Der Streikgefetz-Entwurf Millerands.�) Man weiß auS den letzten Reichstagsdebatten, daß Herr b, P o s a d o w s k y sich principiell auf den Boden des Millerandschen Streikgesetz-Entwurfs stellen zu können glaubt. Unser Staatssekretär des Innern ist kein Revolutionär. Er hält offenbar den„revolutio- naren" Kern jenes Entwurfs mit seinen staatscrhaltenden Anschauungen vereinbar. Wie dem auch sei, jedenfalls ist mit Sicherheit anzunehnien, daß auch fernerhin die Regicrungsvcrtreter und unsre parlamentarischen Gegner nickit verfehlen werden, uns den Millerandschen Vor- schlag entgegenzuhalten, zumal wenn unser Antrag auf Errichtung von Einigungsämtern zur Sprache kommt. Die Sache gewinnt für die deutsche Socialdemokratie eine.eminent praktische Bedeutung. Das sowie die ganz ungewöhnlichen Entstellungen meiner Ansichten in der redaktionellen Entgegnung sind die Gründe, weshalb ich noch einmal zur Feder greife. Die Redaktion hat einen vollen Monat mit dem Abdruck meiner Erwiderung gewartet. Worauf sie wartete, will ich unerörtert lassen, jedenfalls haben wir es jetzt in der redaktionellen Entgegnung mit einer um so reiferen Frucht geistiger Austrengungen zu thun. Doch zwingt mich die Redaktion selbst, mitzuteilen, daß auch auch Nachtrag zu meiner Erwiderung vor vier Wochen. der Re- daklion zugestellt wurde, und zwar ausdrücklich für den Fall, daß der Artikel bereits gedruckt sein sollte, sonst beauftragte ich die Re- dation, einen Satz aus meiner Erwiderung zu streichen, womit die ganze„Umarbeitung" erledigt gewesen wäre. Die Redaktion hat meinem Auftrag direkt und bewußt entgegengehandelt, um sich eine litterarisch günstigere Situation zu schaffen. Ich schenke ihr das. Ich gönne ihr den litterarischen Bettlerpfennig. Es ist nett von der Redaktion, daß sie ihre Leser auf meine Kritik des Millerandschen sogenannten Zehnstundentags aufmerksam macht. Noch hübscher wäre es freilich, hätte sie seiner Zeit den In« halt dieser Kritik mitgeteilt: dann würden die Berliner Arbeiter wissen, daß ich denn doch etwas andres vorzubringen hatte, als was man mir jetzt in den Mund legt. Nunmehr bin ich genötigt, es selbst zu besorgen. An dieser Stelle jedoch nur soviel: Es ist positiv unwahr, daß uiiter den französischen Socialisten Einigkeit bezüglich jenes Gesetzes bestehe. Daß die„Guesdisten". die es bekanntlich das .Kindertötende" Gesetz nennen, ignoriert werden, entspricht den seit geraumer Zeit beliebt gewordenen Gepflogenheiten der französi« scheu Verantwortung deS„Vorwärts". Nichtsdestoweniger sind sie noch immer die stärkste und bestorganisierte socialiftifche Arbeiter« Partei Frankreichs. Aber auch z.B. die„unabhängige"„Aurore" hat noch nie aufgehört, dieses Gesetz auf daS entschiedenste zu ver« urteilen. Der Vorwurf, ich sei für den Streik seiner selbst willen oder für„wilde Streiks", richtet sich von selbst, durch seine offenbare Unwahrheit. Ich bin nur gegen die Bindung der Arbeiter an eine Kündigungsfrist. Die Redaktion vergißt, daß das stets der Standpunkt der deutschen Socialdemokratie war, in den Abstimmungen der Reichstagsfraktion dokumentarisch festgelegt. Die Redaktion ignoriert ferner, daß der Millerandsche Entwurf nur die Arbeiter bindet, nicht aber die Unternehmer, und doch habe ich es sogar noch extra durch Fettdruck hervorgehoben. Die Bestimmungen, welche die Gewerkschaften innerhalb ihrer selbst treffen, sind etwas ganz andres, als die Reglementierungen, welche der kapitalistische Staat den Ar beitern auferlegt. Das von Millerand vorgeschlagene Gesetz arbeitet direkt den Gewerkschaften entgegen. S)ie" Macht der Gewerkschaften besteht darin, daß sie dem Unternehmer die über die Mauern der einzelnen Fabrik weit Hinansgreifende Berufs organisation der Arbeiter entgegensetzen. Jenes Gesetz bezieht aber alles nur auf den einzelnen Unternehmer und seine Fabrikräume. Also z. B. wenn die Heizer und Maschinenmeister streiten wollten, ohne deren Thätigkeit der Betrieb der betreffenden Fabriken eingestellt werden müßte, so müßten erst sämtliche Arbeiter jeder Fabrik, und zwar auch Laufburschen und Putzfrauen, über den Streik abstimmen, und wären diese dagegen, so müßten die Heizer und Maschinenmeister die Arbeit fortsetzen, selbst wenn sie alle zusammen in der ganzen Stadt wie ein Mann für den Streik wären und die Gewerkschaft einstimmig den Streik beschlossen hätte. Partielle Streiks einzelner Berufe, und das sind die meisten, wären überhaupt so gut wie aus« geschlossen. Die Gewerkschaftsmitglieder wären, entgegen dem Gebot der Gewerkschaft, von Gesetzes wegen gezwungen, Streikbrecher zu spielen überall, wo sie von Nichtgeiverkschaftlern oder Angehörigen andrer Berufe niedergestimmt wären. Die anitliche deutsche Strcikstatistik für 1839 wieS eine große Zahl partieller Streiks auf, die mit vollem Erfolg durchgeführt wurden, aber nach dem Gesetz Millerand die erforderliche Stimmen» Mehrheit nie erlangt hätten. Es genügt, darauf zu verweisen, daß in den Betrieben mit unvollständigen Streiks die Höchstzahl der Streikenden rund 90 900 betrug, dagegen die Gesamtzahl der Beschäftigten 248 900. Ich habe in jener Statistik auch all- gemeine Streiks gefunden, bei denen die Streikenden gegen- über den Beschäftigten in der Minorität waren und doch den Sieg davon trugen. Ich erinnere nur an den Streik der Bautischler»ind Einsetzer in Berlin vom August 1899: der Streik endigte mit einem vollen Erfolg der Arbeiter, und doch nahmen daran,»ach amtlicher Berechnung, bloß höchsteus 947 Arbeiter teil, während 1058, also die Majorität, in Arbeit blieben. Nach Mivernnd würden diese ihre Kollegen niederstimmen und den Streik im Keime ersticken. Andrerseits giebt es Streiks, die mit großer Majorität begonnen wurden und' doch verloren gingen. So groß die Bedeutung der Zahl bei Streiks auch ist. so kommt es doch daneben noch mindestens auf zwei wichtige Momente an: die Situation und die Organisation. Die Ausnutzung der Situation hindert das Millerandsche Gesetz dnrch die KündigungS« frist, währenddem eS andrerseits die Tendenz hat, die Berufs« verbände der Arbeiter aufzulösen. Die Abstimmung nach Fabrik- Sälen fälscht das Gesetz der großen Zahl, wirkt zersplitternd, wie daS preußische Verfahren bei den Wahlmänner-Wahlen. Die Redaktion des„Vorwärts" sieht freilich gerade darin einen Vorteil. Sie hat das große Gefetz entdeckt, daß„ein allgenieiner, weit ausgedehnter Streik den Unternehmern in der Regel viel willkommenerer ist als der Kleinkrieg." Das habe sie der„Einblick in die Kämpfe der Gewerkschaften" gelehrt! Demnach wäre für die Gewerkschaften die gescheiteste Taktik, auf die Desorganisation der Massen hinzuarbeiten, um möglichst viel„Kleinkrieg" zu schaffen! namentlich angesichts der fortschreitenden Konzentration des Kapitals wäre das der sicherste Weg— die.Arbeiter zu ruinieren. Ich rate der Redaktion sehr ab, jemals einen Einblick in eine Streik« statistik zu thun. den» diese besagt für das Deutsche Reich 1899: Streiks, bei denen die Prozentsatz des Arbeiteingestellthatten Mißerfolgs bis 100 Arbeiter...... 42 101—200,...... 33 201—500„...... 31,7 über 599....... 25 Das gleiche Ergebnis zeigt die französische Streik- st a t i st i k der letzten 10 Jahre. Was sollen die Geiverkschaften, was soll die Partei bei Arbeiter« streiks von unfrem Centralorgan erwarten, wenn es sich die Taktik des gewerkschaftlichen Guerillakriegs zur Leitschnur nimmt?! Das proponierte Gesetz Millcrand greift auch unvermittelt die Gewerkschaften an. Wenn nämlich die Arbeiter den Beschluß eines Schiedsgerichts nicht befolgen, und wäre es auch nur ein *> Diese Erwiderung gelangt, wie auch die andren Einsendungen über das gleiche Thema, wegen deS ständigen Raummangels stark verspätet zur Veröffentlichung.' Red. d.»Vorwärts". Urteil erster Instanz, und thäten sie eS auch auf direkten Befehl der Gewerkschaft— diese nimmt erst am Schieds. gericht zweiter Instanz Auteil; um dieses anzurufen, müssen die Arbeiter e r st st r e i k e n. sie haben kein Appellationsrecht—. so verlieren sie das Wahlrecht für die Geiverkschaft. Offenbar wird der Arbeiter, der seine Rechte als Geiverkschafts Mitglied geschniälert sieht, keine große Lust verspüre», in der Ge werkschaft zu verbleiben oder ihr beizutreten. Es ist etwas ganz andres, wenn im gleichen Fall der Unternehmer das Wahlrecht für die Handelskammer verliert; denn die Handelskammer ist bloß eine gewählte Körperschaft, währenddem es bei den Gewerkschaften gerade auf die Massenorganisation an- kommt. Die Frage des Zutritts zu de» Gewerkschaften berührt nicht bloß ein persönliches, sondern ein Klassen- i n t e r e s s e. Die Erschwerung des Zutritts zu den Gewerb schaffen ist eine Beeinträchtigung des Koalitions. rechts der Arbeiter. Es steckt die größte Ungerechtigkeit in dieser scheinbaren Gleichberechtigung. Dasselbe gilt von den andren Strafbestimmungen. Statt meinen Nachweis zu widerlegen, daß das Gesetz Millerand einer Klassenjustiz Handhaben bietet in der Art des weiland Zuchthausgesetzcs— was sie freilich nicht kann—, bestreitet die Redaktion den tumultuarischen Charakter der französische» Streiks. Sie vergißt, daß die ganze Veranlassung des Gesetzes nach der Darstellung der Freunde MillerandS das„Tohuwabohu" von C h a l o n war. Nein, daß unsre französischen Genossen stets mehr Lärm machen, als nötig, ist leider wahr,— wenn sie aber dafür in den ernstesten Fällen ins Loch gesteckt werden sollten, so hätten sie es nur dem Streikgesetz Millerand zu verdanken. Den Unterschied zwischen geheimer und öffentlicher Massenabstimmung in Versammlungen hat mich Millerand selbst gelehrt. Es bleibt dabei, daß er sich im Parlament bei seinen kapitalistischen Opponenten damit einzuschmeicheln gesucht hat, daß er durch die"geheime Abstimmung die Streikmehrheit sprengen würde. Daß man aus unsren Abstimmungen durch Häude-Aufheven in Versammlungen kein Argument für die öffentliche Einzel« a b stimm un g nach dem Sinn der„Krcuz-Ztg." machen kann, das sieht bloß die Redaktion des„Vorwärts" mcht ein. Es kann Fälle geben, meint die Redaktion, wo das Gesetz mehr Arbeiter zur Niederlegung der Arbeit zwingen würde, als sonst gestreikt hätten. DaS' würde dann wie eine Arbeiter« aussperrung wirken, die den Streik desorganisiert. Es muß eben wieder unterschieden werden zwischen dem, was die Arbeiter durch ihre Organisation und ihr Klassenbewußtsein zu stände bringen, und dem, was ihnen vom Unternehmer oder dem Gesetzgeber aufgenötigt wird. Je mehr Arbeiter freiwillig in den Streik treten, desto anssiibtsvoller der Streik; je mehr Arbeiter wider ihren Willen aufs Pflaster geworfen werden, desto schwieriger die Situation für die Streikenden. Noch bleibe ich dabei, daß die Fälle letzterer Art die seltensten sein würden, da der gesamte Inhalt deS Gesetzes auf eine Zersplitterung der Streikmchrheiten hinwirkt. Ich erinnere nur an den Stimmenverlust der Abreisenden und solcher, die anderweitige Arbeit finden. Ein Beispiel auS der Praxis zeigt am besten, wohin daS führt. Ende Mai 1899 traten in Dresden die Maurer in einen großen Streik. Nach der Kontrollversammlung vom 2. Juni war die Situation wie folgt: Es arbeiteten unter den neuen Bedingungen 420, unter den alten 1041, zur Kontrolle haben sich gemeldet 1830, abgereist 209. Es war also eine große Majorität der Streikenden. Aber schon am 10. Juni, also acht Tage später, waren 723 abgereist, einer bedeutenden Anzahl wurden die Forderungen bewilligt und im Streik befanden sich nur noch 733, eine Minorität, die bei der Millerandschen Abstimmung nunmehr unterliegen würde und die Arbeit hätte aufnehmen müssen. Die Dresdener Baumeister brauchten also nicht erst für teures Geld Italiener kommen lassen, die Streikbrecher würde ihnen das Gesetz geliefert haben. So aber dauerte der Streik fort und noch eine ganze Reihe von Baü-Unter. nehmen: haben die Forderungen bewilligen müssen. Nachdem die Redaktion mir die„Kreuz-Zeitung". Eugen Richter, den Zukunftsstaat, kurz all den Plunder, mit' dem noch jeder Possibilist seine Gedankenlücken zu verstopfen suchte, auf den Kopf geworfen hatte und auch wiederholt versicherte. daß sie mich nicht ernst nehmen kann.»lachte sie sich selbst an eine Kritik des Millerandschen Entwurfs, die sie ja auch ihren Lesern schon längst versprochen hatte. Sie hat nur wieder- gekaut, was i ch bereits gesagt habe. Schließlich vergißt sie, was sie sich vornahm und schweift in eine abermalige Polemik gegen mich ab. I a u r ö s— führt sie jetzt ins Feld— betrachte eine Bindung der Unternehmer als„selbstverständlich", obwohl davon im Gesetz kein Sterbenswörtchen steht. Das zeigt bloß das gute Herz, welches JauröS für die Arbeiter hat. Aber selbst wenn Jaurös Oberrichter von Frankreich wäre, würde ich doch fordern, daß die Bindung der Unternehmer im Gesetz stipuliert werde, währenddem die Bindu/g der Arbeiter leider als„selbst- verständlich" außerhalb des Gesetzes bleibt. Nein, es genügt wirk- lich nicht, die Artikel von Jaurös abzuschreiben! Als letzten Trumpf spielt die Redaktion das„Ehrgefühl" der Unternehmer aus. Sowejt wären wir also I Die Arbeiter werden aber vom Gesetz Millerand an ihren Organisationen, an den Gewcrk- schasten gestraft! Die Redaktion will wissen, ob ich Millerand für einen kompletten Idioten" halte. Die Frage ist verfänglich, zumal auch die Person des Fragenden in Betracht kommt. Ich will lieber dahin« gestellt sein lasten, ob auf scite des französischen Handelsiniuisters oder seiner Bewunderer der größere Witz ist. Das Gesetz Millerand enthält nicht einmal die formelle leichberechtigung der Arbeiter, obwohl schon diese eine schwere Benachteiligung der Arbeiter bildet, so lange die Wagschale des Kapitals mit dem Privatbesitz an Fabriken, Bergwerken usw. belastet wird. ES beruht auf einer direkten Unterordnung der Arbeiter unter die Unternehmer. Seine Fehler entspringen dreierlei Quellen: erstens dem kapitalistischen Staat, der eine Interessengemeinschaft der Kapitalisten und Arbeiter nicht zuläßt', zweitens der kapitalistischen Regierung, die eine Vertreterin der Kapitalistenklasse ist; drittens dem Umstand, daß es ein Ver- legenheitsgesetz ist, von Millerand in aller Eile zusammen- gestoppelt. um sich aus der heiklen Affaire Chalon zu ziehen. Sind das„Einzelheiten"? Wenn man diese abstreift, so bliebe vom Gesetz soviel wie von einem Windei, wenn man die Schale abstreift. Aber bedeutet nicht der P o s s i b i l i s m u s„kleine Erfolge"? Nein, die kleinen Erfolge nehmen wir für u n s in Anspruch. Die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, daß die sociale Revolution wie jede Verbesserung der Arbeiterlage innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft nur zu erlangen sind auf dem Boden des prol-eta« r i s ch e n Klassenkampfs, durch den unablässigen Druck der Arbeiter« Organisationen auf den Staat und das Untemehmertum. Der Possibilismns aber lebt nur von der bereits angesammelten focialrevolutionären Energie, wie die Schlingpflanze, die an dem mächtigen Baumstamm empor« wuchert, seine Säfte aufsaugt und ihn zu Grunde richtet. Nur die Angst, die die Bourgeoisie vor dem focialrevolutionären Proletariat hat, macht ihr den socialistischen Possibilismns willkommen. Ihre Sympathie kann er nur durch Zugeständnisse erwerben. Und je mehr er giebt, desto zudringlicher wird die Bourgeoisie und desto mehr verlangt sie von ihn:, bis er mit einem bollständigen Verrat der Arbeiterinteressen endet. Aber es giebt ein sicheres Mittel gegen diese Schmarotzerpflanze am Baume des emporstrebenden Sociaiis« mus: sie verträgt kein Licht. Darum gebrauchen die Posstbiliste» die unglaublichsten Kniffe, um einer Diskussion zu entgehen. Sie brauchen die Ruhe, die Stagnation, den Sumpf. Und so lange die Arbeiterpresse nicht eine» festen Ring geschlossen hat, um jede von socialrcvolutionären Grundsätzen geleitete Kritik zu unterdrücken, so lauge wird der Possibilisnms nicht über Gelegenhcitsanläufe hinaus« kommen, die in sich selbst zusammenbrechen.?srvus. Wir begnügen uns vorläufig, auf diese Erwiderung des Genossen ?orvus nur insoweit einzugehen, als er persönliche Angriffe gegen die Redaktion richtet. Im übrigen behalten ivir uns vor, gclcgent- lich die ganze bisherige Diskussion, die unsre anfangs geäußerte An- schauung' über das Streikgesctz nicht zu erschüttern vermocht hat, zusammenfassend zu erörtern. Genosse?arviis wirft uns vor, daß wir, sei es ans purer Niedertracht, sei es aus Angst vor den zerschmetternden Argnmenten seines reinen Rcvolutionarismus, den Abdruck seines ersten Artikels ungebührlich verschleppt hätten. Genosse?arvus spricht diese Vermutung aus. obwohl er ganz genau die Gründe der Verzögerung kennt;' denn wir haben sie ihm mitgeteilt. Wir beabsichtigte» zuerst einen allgemeinen einleitend-orientierenden Artikel uusres Pariser Mitarbeiters zu bringen, ehe wir die Diskussion begannen. Wir hatten die Zusage unsres Korrespondenten und warteten. Die Abfassung des Artikels verzögerte sich, dann erkrankte unser Mit- arbciter. wir wurden vertröstet— so verzögerte sich aus den»atiir- lichsten Gründen der Abdruck des?arvus>chen Artikels, der zunächst folgen sollte. Schließlich mußten wir uns denn doch entschließen, da der aus Paris erwartete Artikel nicht kam, mit karvus zu beginnen. Diesen Sachverhalt kennt Vorvus, trotzdem die Verdächtigung unsrer Aufrichtigkeit! Wie soll ein socialdemokratischer Minister von karvus beanspruchen dürfen, daß er die redliche Absicht hat, auf einem neuen Wege de» Versuch zu machen, die Gegenwarts arbeit des Proletariats zu fördern, wenn er bei den gänzlich unministeriellen Kollegen vom„Vorwärts" hinter einer ganz natürlichen Verzögerung eine gemeine boshafte Tendenz wittert. Freilich, wer an die heilbringende Bedeutsamkeit seiner Produkte so fest glaubt, wie Genosse Parvus, der mag fortwährend von einem un« überwindlichen psychologischen Anreiz geplagt sein, mißtrauisch an- zunehmen, daß boshafte Ziverge den Riesen dnrch gemeine Hinterlist zu überwinden trachten. Das ist ein mildernder Umstand. Zu zweit beschwert sich Genosse Parvus, daß wir eine von ihm nachträglich eingesandte wesentliche Korrektur seines Artikels anhangS- weise mitgeteilt haben, statt sie, seinem Wunsch gemäß, an der betreffenden Stelle einzuarbeiten. Wir bekennen, daß wir diese» Wunsch des Genoffen Parvus übersehe» hatten. Selbst lvenn wir ihn aber ins Bewußtsein aufgenommen hätten, würden wir seinen Wunsch nicht erfüllt habe». Denn nach den bisherigen Er« sahrungen werden wir uns niemals getrauen, etwas an einer Arbeit des Genossen Parvus zu ändern, weil wir, wie immer lvir die Aenderung ausführen mögen, stets den Vorwurf einer absichtlichen Entstellung zu hören bekommen würden. Schließlich, um nicht ganz im Persönlichen stecken zu bleiben. noch eine kleine sachliche Bemerkung. Genosse Parvus beginnt seine obige Erwiderung mit einem wahrhast glänzenden Trumps: er ent- hüllt nämlich der staunenden Welt, daß der Vertreter der Zuchthaus- Vorlage, Graf Posadowsky, sich principiell auf den Boden deS Millerandschen Entwurfs gestellt hat. In der That, der Minister, der ein Gesetz eingebracht hat, dessen Princip in dem Gedanken bestand: ins Zuchthaus mit demjenigen, der einen andern an frei- ivilliger Arbeit hindert oder gar zum Streik anreizt— ein solcher Minister soll auf dem Boden eines Gesetzes stehen, das umgekehrt denjenigen mit Strafe bedroht, der freiwillig arbeiten will, wenn eine Mehrheit den Streik beschlossen hat. Ein ungemein merkwürdiges Rätsel I Wie löst es sich? Am 11. Dezember 1890 suchte Graf Posadowsky nachträglich die. Zuchthausvorlage zu verteidigen, in dem er behauprete: „Das Gesetz war von dem Gedanken ausgegangen, den der Minister einer frenrden Republik vor kurzem öffentlich geäußert hat. Er erklärte, das Recht jedes einzelne» Ar- beiters, der arbeiten will, gelte ebensoviel, wie dasjenige aller übrigen Arbeiter, lvelche nicht arbeiten wollen. Auf dieser Grundlage war daS Gesetz ausgearbeitet." Bebel glaubte damals in seiner Erwiderung, Graf Posadowsky ziele auf eine Aeußerung MillerandS und bewies ihm, daß der Staatssekretär das Millerandsche Gesetz völlig mißverstanden habe. Genosse Parvus geht weiter; auch er nimmt an, daß die erwähnte Aeußerung Von Millcrand stammt, aber er giebt dem Grafen Posa- dowsky recht: Zuchthausvorlage und Streikgesetz ist principiell dasselbe I Wir bedauern lebhast, dem Genoffen Parvus dies prächtige Argument rauben zu müffen. Natürlich konnte Millerand, der daS Recht der Mehrheit in der Fabrik zum Grundgedanken seines Gesetzes gemacht hat, niemals eine Aeußerung thun, daß daS Recht eines Einzelnen das Recht aller Uebrigen aufwiege. Graf Posadowsky hat denn auch gar nicht Millerand citiert, sondern Vielmehr Herrn--- Waldeck-Rousseau, der nach der Rede Millerands in LenS, in der zum Entsetzen der Bourgeoisie aller Länder zum erstenmal von einem Minister da§ Mehrheitsrccht der Arbeiter in der Fabrik proklamiert wurde. daS Bedürfnis fühlte, seinerseits durch jenen Satz die individualistischen Gemüter der Kapitalistenwelt ein wenig zu be- ruhigen. ES zeigt die ganze Klarheit und Einsicht des Genoffen Parvus, daß dieses komische Mißverständnis ihm einen zureichenden Grund abgiebt, um Posadowskh und Millerand, die Zuchthausvorlage und das Streikgesetz„prineiprell" auf denselben Boden zu stellen. Für jeden Menschen, dessen Vernunft minder revolutioniert ist, bedeuten natürlich die beiden Entwürfe die äußer st en Gegensätze,. die sich denken lassen: auf der einen Seite die Diktatur des Einzelnen. die Erklärung des Streiks zu einer kriminellen Handlung, auf der andern die Anerkennung des Mehrheitswillens und des Streiks, die gesetzliche Abwehr der unsolidarischcn Willkür der Arbeitswilligen. Das ist für Genossen Parvus„principiell" dasselbe.— Berliner Partei-Angelegenheiten. Achtung, Partcigcnoffcn! Ein Stück wichtige Parteiarbeit ist am Sonntag früh zu verrichten, auf die wir nochmals unsre Parteifreunde aufmerksam machen. Es gilt in massenhafter Auflage ein Flugblatt zu verbreiten, daß in weiten Kreisen der Bevölkerung über den von den herrschenden reaktionären Parteien geplante» Brotwucher Aufklärung verschaffen soll. Jeder mag deshalb ai» Sonntag seine Kraft zu diesem Werk zur Verfügung stellen. Es können sich die Parteifteunde in folgenden Lokalen zur Mitarbeit einfinden: Berlin, l. Wahlkreis: Max Mörschel, Jüdenstr. 35; Weinacht, Grünstr. 21; Glane, Krausenstr. 18; Tripke. Jägerstr. 11; Frank, Charlottenstr. 60; Schneider, Mittelstr. 35; Schmidt, FlcnS- burgerstraße 24. II. Wahlkreis: Werner, Biilowstr. 59. Binzer, Schützen- stratze 18/19. Satz, Markgrafenstr. 102. Siebert, Großbeerenstr. 54. Quant. Bcllealliance- und Bergmaunstraßen- Ecke. Lindemann, Moritzstr. 9. Tbomsen, Msttenwalder« und Gneisenaustraßen-Ecke. Schonheim, Gräfestr. 8. Um Vz8 Uhr früh. IV. Wahlkreis, SO.: In den bekannten Bczirkslokaleu. V. Wahlkreis: Eichhorn, Grcifswalderstr. 3. Scholz. Meyer- beerftr. 9. Knötsch, Hirtenstr. 10. Wittchoiv, Elsasscrstr. 88. Opitz. Elsasserstr. 53. Um �»8 Uhr früh. VI. Wahlkreis. Nutzer in den bekannten Lokalen noch in folgenden Centraistellen: Moabit: Puttlitzstr. 10 bei Pfarr. Oranien» lmrger Vorstadt: Schlvartzkopfsstr. 15 bei Schulz. Wedding: Müller« stratze 7 bei Krause. Gesundbrunnen: Pnnzen-Allee 21 bei Brinkmann; Putbuserstr. 45 bei Herrmann. Rosenthaler Vorstadt: Swinemiinderstr. 34 bei Bachgänger; Rnppiiierstratze, Ecke Schön- Holzerstratze, bei Rosin; Ackerstr. 21 bei Hoppe. Schönhauser Vor- stadt: Fehrbellinerstr. 9 bei Schönfeld. Um 8 Uhr früh. Schöneberg. Ständer, Hohenstaufenstr. 80. Schilling, Khff- häuserstratze 16. Obst, Grunewaldstr. 110. Hoppe, Merseburger- stratze 7. Lade, Siegsriedstr. 9. Schulz, Bahnstr. 35. Moll. Spon- holzstratze 34. Püschel, Gutzkowstr. 9. Um m Uhr früh. Wilmersdorf. I. und II. Bezirk bei Rohr, Pariserstr. 55. III., IV. und V. Bezirk bei Witte, Berlinerstr. 40. VI. Bezirk bei Rudloff, Brnchsalstr. 13. VIl. Bezirk, Halensee, bei Heidcmami. Westfälischestr. 44. Um 7 Uhr früh. Charlottenburg. 1. Bezirk: Pasche, Potsdamerstratze 45; 2. Bezirk: Leder, Bismarckstr. 74; 3. Bezirk: Dörre, Wallstr. 90 und Gimpel. Osnabrnckerstr. 4; 4. Bezirk: Piche. Kantstr. 65; 5. Bezirk: Witte, Bismarckstr. 36; 6. Bezirk: Röttger, Leibnizstr. 3; 7. Bezirk: Bredlow, Ansbacherstr. 31. Um 7»/» Uhr früh. Tempelhof bei Müller, Berlinerstr. 41. Mariendorf bei Ebel, Chausseestr. 64. Marienfelde bei Teutschbein, Grotzbeerenstratze. In diesen drei Orten früh 8 Uhr. Steglitz. I. und H. Bezirk: Schellhase; für dm III., IV, und V, Bezirk: Kaiserhallen. Um 8 Uhr früh. Grotz-Lichterfelde. Auf der Anhalter Seite bei Frömming. Lankwitzerstratze; auf der Potsdamer Seite bei Pagel, Chaussee- stratze 104. Um 3 Uhr früh. Weitzensee: Adolf Gartz, Lehderstr. 5. Pankow— Nieder-Schönhause»: Hoffmann, MÜhlenstr. 25. Um V/a Uhr früh. Frtedrichöfelde. Losse. Luisenstr. 21,«v. Sonnabendabend daselbst. AdlerShof. Lokal von Schmaufer. Um 8 Uhr früh._ Zur Lokalliste. Am 23. Februar veranstaltet der Spar- und Unterstützungsverein Siemens u. Halske(Kabelwerk Nonnendamn,) einen Maskenball und zwar in dem gesperrten Lokal.Hohenzolleni- Säle', Moabit, Bandelstratzr. Die Arbeiterschaft wird ersucht, hier« von Notiz zu nehmen. Di« Lokalkommission. Alt-Glienicke. Am Sonntag, den 10. Februar, nachm. 4 Uhr. findet im Lokale deS Herrn Satz in Alt-Glienicke eine Versammlung des socialdemokrafischen Wahlvereins statt. Dr. B o r ch a r d t wird über das Thema:»Gegen den Brotwucher' sprechen.,' NominunAles. Tie Ausgabe» des StadthauöhaltS find in dem nmen Etatsentwurf wesentlich höher angesetzt, besonders trifft dies auf da? Armenwesen zu. Es sind angesetzt 5 664 000 M. für monatlich zu zahlende Unterstützungen durch die Armenkommissionen, 806 000 M. für Pflegegelder und 800 000 M. für anherordentliche Unterstützungen. Mit Hinzuziehung der übrigen Ausgabeposten beläuft sich die Ge- samtsumme der Ausgaben für daS Armenwesen im neuen Etat auf 9�/2 Millionen Mark, mithin Va Million Mark mehrmals im laufenden Etat. Die Einnahmen, die aus dem Erbrecht, Strafgeldern, aus dem Berkaus beschlagnahmten WildS l4500 M.) und dem Verkauf verfallener Pfänder, aus erstatteten Unterstützungen usw. bestehen. belaufen sich nach dem neuen Etat für daS Armenwesen auf 716 000 M.; eS wird auf eine Steigerung von rund 50 000 M. ge- rechnet. Die JJahl der Almosenempfänger belief sich auf rund 29 500 im letzten Jahre, die der Pflegekinder betrug 9669. AuS den Erläuterungen zu dem Etat geht hervor, datz 315 Armen- kommisfionen am l. April d. I. vorhanden sein werden, zu denen 10 neue kommen, infolge notwendiger Teilung zu grotzer Kom- misfionen. Die Direktion der städtischen Stratzenreinignng beabsichtigt die täglichen Lohnsätze für daS gesamte Arbeitspersonal mit Ausschluß der Burschen um 25 Pf. zu erhöhen. Für die Arbeiter ivird ein Tagelohn von 3,75 M. und für die 70 Jüngsten von 3 M. beantragt. Nach sechs Monaten soll bei diesen ein Aufrücken in die ständigen Stellen stattfinden. Für die Arbeitsburschen soll eine zweite Lohnilasie eingerichtet werden. Der Lohnsatz für diese Klasse wird auf 2 M. täglich festgesetzt. Für Löhne sind rund 1 871 000 M. ein- gestellt, d. h. etwa 368 000 M. mehr als bisher. Die Einnahmen dieses Specialetats belaufen sich aus 115 575 M. und kommen aus Beiträgen der Stratzenbahn-Gesellschaften, der Aktiengesellschaft für elektrische Unternehniungen, der Porortbahnen,.Untergrundbahnen, aus der Reinigung von Privatstratzen usw. In der städtischen Taubstummen- Anstalt ist die Zahl der Zöglinge, nachdem sie in der ersten Hälfte der 90er Jahre erheblich zurückgegangen war, seit einigen Jahren wieder im Steigen. Die Anstalt war im Winter 1899/1900 von 158 Zöglingen(in de» Wintern 1898/99 und 1897/98 von 137 bezw. 120 Zöglinge») besucht, die in 14 Klaffen unterrichtet wurden. Die einzelnen Klaffe» waren mit nur 10—13 Kindern besetzt. Die mit Beginn des Schuljahrs 1899/1900 eingerichtete neue unterste Klasse, die bereits fünf- jährige Kinder aufmmnit und die Aufgabe hat, diese Kleinen erst für den planmäßigen Unterricht vorzubilden, hat sich bewährt. Auch die im vorhergehenden Schuljahre eingeführten„Eltcrnstnnden". das heißt die Einrichtung, daß die Eltern, Pfleger oder älteren Ge- schwister der Zöglinge bestimmte» Unterrichtsstunden beiwohnen, haben sich weiter als segensreich erwiesen. Sie haben ihren Zweck, eine engere Verbindung zwischen Schule und Familie herzustellen, durch« aus erfüllt._ Uoksles. FortbildungS-Schulunterricht für junge Kaufleute während des Tage und obligatorische Einführung desselben verlangen .Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin' in einer Petition an den Magistrat. Zur Begründung wird u. a. angeführt: „Infolge der stetig schärfer werdenden inländischen und aus- ländischen Konkurrenz, sowie infolge der Ansprüche, die da» öffent« liche Leben in Staat, Gemeinde und Berufs-Körperschaften an den Kaufmann stellt, tritt der Wunsch nach einer besseren Ausbildung der heranwachsenden kaufmännischen Jugend immer energischer hervor. Wenn nun auch durch die städtischen und durch unsre kauf- männischen Fortbildungsschulen gewiß recht achtungsiverte Erfolge erreicht worden sind, fo haben wir bei näherer Beschäftigung mit der Materie un» folgenden Erwägungen nicht verschließen können: Die abendlichen Unterrichtsstunden find für viele Detailgeschäfte höchst ungeeignet wegen des gerade üm diese Zeit besonders leb- hasten Geschäftsverkehrs. Sodann sind die Lehrlinge durch die an- strengende Tagesarbeit meistens so ernrüdet, daß für sehr viele der Abendunterricht wenig fruchtbringend ist. Endlich ist. der Besuch oller Berliner Fortbildungsschulen im Verhältnis zu der Gesamt- zahl der Lehrlinge ein recht schwacher und utiregelmätziger, waS zum Teil seinen Grund in der Kurzsichtigkeit manches Lehr- Herrn hat. Der fakultativen Schule, wie wir sie bis jetzt m Berlin haben, stehen keine Mttel zur Verfügung, einen regelmäßigen und pünktlichen Besuch ihrer Schüler zu erzwingen. Und gerade in einer planmäßigen Arbeit und einer gesunden Schulzucht während der Jahre nach Vollendung der Volksschulpflicht sehen wir einen Schutz gegen manche Verführung, ein wesentliche« Mittel zur Festigung des Charakters. Diese Erlvägungen haben uns, die wir sonst jedem Zwang in Handel und Wandel mit größtem Mißtrauen gegenüberstehen. zu der Ueberzeugung gebracht, daß, wer eine Hebung des allgemeinen Bildungsniveaus, eine bessere berufliche Ausbildung und Disciplinierung der großen Massen will, sich mit dem Gedanken einer erweiterten Schulpflicht befreunden muß, selbst auf die Gefahr hin. daß dadurch in der ersten Zeit sich mancherlei Un- bequemlichkciten ergeben werden. Aus diesem Gedankengange heraus beantragen wir beim Magistrat, durch Ortsstatut auf Grund deS§ 120 d. R-G-O. einen TageS-Fortbildungsschulunterricht mit elementaren Zielen für solche jungen Kauflente im Alter von 14—16 Jahren ein- zuführen, die eine ausreichende Schulbildung nicht nachzuweise» vermögen. Zur gründlichen Erörterung aller die Organisation und Finanzierung der Pflichtschule betreffenden Einzelfragen schlagen wir die Ernennung einer gemeinschaftlichen Kommiision vor. Der Magistrat wird einen von so autoritativer Seite ganz treffend begründeten Antrag nicht kurzer Hand beiseite legen können und wohl oder übel seinen ablehnenden Standpunkt zur obligatorischen Fortbildungsschule aufgeben müssen. Wird aber erst an einem Ende angefangen, dann muß auch den übrigen jungen Leuten die gleiche Vergünstigung gewährt werden, denn für sie trifft in der Begründung das gleiche zu. Eine reaktionäre Stellung, wie sie unsre städtischen Vertreter im Gegensatz zu unsrem Genoffen Singer auf dem Städte- tag in Berlin einnahmen, läßt sich von einem verständigen päda- gogischen Standpunkt nicht rechtfertigen, das sagt den Herren die Petition der»Aeltesten der Kaufleute von Berlin". Pillen und Millionärwohnungen will der Finanzminister in Dahlem, will die Deutsche Bank mit Unterstützung des Stadtsäckcls von Charlottenburg zwischen dieser Stadt und Westend.erschließen'. Die Bauthäigkeit wird so vom Staat, von der hohen Bank und von der Stadt geradezu gewaltsam auf einen Abiveg gedrängt. Das Bedürfnis»ach reichen Wohnungen wird in de» nächsten Jahren nicht erheblich steigen, während die Wohnungsnot der Aermeren gen Himmel schreit und die Verhältnisse von Outcast London nach Berlin überträgt. Längst weiß das alle Welt. Anstatt aber diesen Dingen mit dem ganzen Ernst, den fie fordern, zu Leibe zu gehen, wird geredet und geplant, aber nicht gehandelt. Denn die neue Stiftung von einer Million bedeutet nichts, gar nichts, einen Tropfen in einen Abgrund. Dabei wird ein Aufheben gemacht, als wären damit alle Genien der Civilisalion in Berlin, der Kulturhauptstadt eingekehrt. Während aber B e r l i n eine Million darleihen will, um Ar- Veiter-Wohnungen zu begünstigen, will Cbarlottenburg s/4 Million& fouds perdu hergeben, um Millionärwohmmgcn zu züchten. Könnten nicht die Kriminalisten an der jungdeutschen Schule, könnte nicht Professor von Liszt die Stimme erheben, um den Leuten klar zu ruachen, daß die elenden Wohnungen die Nährstätten der Kriminalität und ihrer Begleiterscheinungen sind, daß es billiger ist. anständige Wohnungen als Gefängnisse zu bauen? Schon die fortschreitende Arbeitslosigkeit wird den Kriminalgerichten wieder Scharen von Opfern zuführen und die um 50 Proz. gesunkenen Diebstahlsziffern wieder steigern. Es ist wahr- hastig nicht nötig, diesen Nährboden der Kriminalität noch dadurch zu befruchten, daß man die Opfer der Gesellschaft in Wohnungen zwängt, gegen die allerdings die Gefänguisse noch Borzüge besitze». Zur Bllrgermeistcrwahl. Durch die Ablehnung des von unfren Genosse» in der letzten Stadtverordueten-Sitzung gestellte» Antrags auf öffentliche Ausschreibung des Bürger- m e i st e r p o st e n S find die bisher genannten Kandidaten— außer dem Stadtsyndikus Meubrink die Herren Stadtrat Kauffmann, Stadtrat Münsterberg. Stadtrat von Friedberg— vor der Gefahr bewahrt geblieben, noch ein paar Mitbewerber z» bekommen. Es ist nicht ohne Interesse, zu sehen, wie sich die verschiedenen Fraktionen der Versammlung zu dem Antrage gestellt haben. Gegen den Antrag stimmten, wie wir erfahren, ziemlich ausnahmslos die Mitglieder der„Fraktion Mommsen' und größtenteils die der„Alten Linken', außerdem ein Mitglied der „Neuen Linken' und ein Bürgerparteiler, für den Antrag einzelne Mitglieder der„Fraktion Mommsen', ein kleiner Teil der„Alten Linken', die„Neue Linke' mit vereinzelter Ausnahme, die social- demokratische Fraktion geschlossen. Diese Gruppierung läßt er- kennen. daß der Kampf gegen den Vorschlag einer öffentlichen Ausschreibung in der Hauptsache ein Kampf für Meubrink war. In der That mußte gerade den Meu- brinkianern darum zu thun sein, den«ubemiemen Antrag zu Falle zu bringen und ihre» Schiitzling vor weiteren Mitbewerbern zu Gewähren. Jusofern hatte die Abstimmung die Bedeutung eines Aufklärungsgefechts. Zwar ist au? dem AbstimmungS- crgebnis, der Ablehnung des Antrags mit 58 gegen 55 Stimmen. noch keineswegs zu ersehen, wie die Wahl schließlich ausfallen wird. ;umal da ein erheblicher Teil der Stadtverordneten bei der ilbstimmung über den Antrag fehlte. Aber das darf schon jetzt angenommen werden, daß die Entscheidung ebenso wie im vorigen Jahre, als Meubrink erfolglos gegen Brinkmann kandidierte, von wenigen Stimmen abhängen wird.— Der Widertand der Freunde des Herrn Meubrink' gegen den Vorschlag der öffentlichen Ausschreibung des Postens soll übrigens noch einen be- 'onderen Grund haben. Die„Berliner Zeitung' behauptet, die Nachricht von der bevorstehenden Ernennung Meubrinks zum Ober- VerwaltungsgerichtSrat sei keineswegs nur'eine Fiute gewesen, durch die die Gegner seiner Wahl zum Bürgermeister tu Sicherheit gewiegt werden sollten. Thatsächlich habe die Ernennung bereits zur Unterschrift im Kabinett des Königs gelegen, als Brinkmann starb. Nach Brinkmanns Tod wurde sofort von neuem für Meubrink mobil gemacht, und auch Herr Meubrinck war ganz damit einverstanden. Da aber die Stelle am Ober-verwaltungsgericht nicht allzu lange unbesetzt bleiben kann, o darf die Entscheidung über die Beietzung des Bürgermeisterpostens nicht durch eine öffentliche Ausschreibung verzögert werden, damit nicht Herr Meubrink schließlich um den Bürgermeisterposten u n d um den Posten deS Ober-PerwaltungsgerichtSrat kommt. Im Anschluß an den Titelschwindel weiß eine hiefige Kor- respondenz mitzuteilen, datz ähnliche Machenschaften bezüglich der Erlangung von Orden bekannt werden. Danach hatte ein Herr v. N. verschiedentlich geäußert, daß er in der Lage sei, zu Ordens- auszeichnungen zu verhelfen. Andrerseits wap einem hiesigen Künstler M. darum zu thun, einen Orden zu befitzen. M. wurde nun von einem Agenten H. besucht, der ihm bedeutete, datz er mit dem Ein- tritt in einen Klub für WohlthätigkeitSzwecke, deffen Vorsitzender v. N. sei, die erste Stufe zur Erreichung einen OrdenS zurückgelegt habe. An der Mitgliedschaft deS Klub» war dem auSzeichnungS- lustigen Herrn indeS nichts gelegen, und der Agent trat nun mit der Erklärung hervor, daß er trotzdem einen Orden erlangen könne, wenn er auf einer bestimmten Bank die Summe von 15 000 M. hinterlege. DaS machte den Künstler stutzig und als er nun auf seine Frage nach der Art der Auszeichnung erfuhr, daß eS sich um einen Orden aus einem ander» Staate handle, da ihm in Preußen eine Dekoration der gewünschten Art nicht ver- liehen werden könne, zerschlug sich die ganze Sache. Die Mitteilung ist recht intcreffant, es wäre nur zu wünschen, daß auch der Name de« hohen VennittlerS oder Händlers bekannt würde. Der Handel scheint ja bereits seine Specialfächer zu habe». Der eine vermittelt Konimerzienratstitel, der andre Orden,— sollte» sich nicht noch weitere Abteilungen bilden lassen? An Kauflustigen mag eS wohl nicht fehlen. Tie Hilfsbereitschaft in unsre» Krankenhäusern. Die so oft kritisierten Vorgänge in unsrer Krankenhauspflege, daß schwer kranke Personen von der Thür gewiesen werden, wo sie Hilf« erwarten sollten, wiederholen sich fortgesetzt. Ueber einen solchen Vorfall berichtet uns ein Leser folgendes: In der Nacht zum Freitag erhielt in der Werftstraße ein Droschkenkutscher den Auftrag, eine in heftigen Geburtswehen befindliche Frau nach der Entbiudunganstalt zu fahren. Während der Fahrt war der kleine Weltbürger bereits erschienen, umsomehr beeilte sich nun der Kutscher, mit den Hilfsbedürftigen die Anstalt zu erreiche». In der Anstalt, die sich in der Artilleriestraße befindet, angekommen, wurde dem Kutscher zunächst die Aufnahme der Wöchnerin zugesagt, nur sollte er nach dem Eingang an der Ziegelstraße vorfahren. Hier angekommen, niußte man sich wobl eines andern besonnen habe, der Kutscher erhielt nach einigen Worten den unerfreulichen Bescheid, daß die Aufnahme abgelehnt wird, er möge sich an die Charits wenden. Wie der Kutscher als Erklärung für das sonderbare Verhalten erfahre» konnte, nimmt die Anstalt nur Personen auf. Ivo die Geburt noch nicht vor sich gegangen ist. Die Fahrt ging also weiter zur Charitö. Hier angekommen, war das Verfahren nicht minder umständlich. Erst nach einigen Erwägungen entschloß sich der Beamte, die Auf- nähme zu vollziehen. Das geschah nun in folgender Weise. Der Beamte nahm ein Formular, ging hinaus an die Droschke und nahm hier in sehr umständlicher Weise das Rationale der in einer be- jammeruswerten Lage befindlichen Frau auf,— ein geradezu Pein- sicher Vorgang, da die Geplagte unnusgesetzt bat. ihr doch Hilfe zu gewähren und sie aus der schrecklichen Situation zu befreien. Das machte aber anscheinend keinen tieferen Eindruck auf de» Beamten, denn erstellte in oller Ruhe seine Fragen, frug nach Vater, Mutter, Großmutter, Bruder und Schwester, ob sie noch alle leben, notierte Stand und Wohnung und nachdem dies ganz bureaukratisch geschehen, flog der Wagenschlag zu und die Kranke saß wieder mit ihrem Schmerz in banger Er- Wartung, was nun kommen sollte, allein. Wieder nach geraumer Zeit wurde einer jener Stühle vorgefahren, wie fie in Krankenhäusern zum Transport 5kranker im Gebrauch find, und nun ging mit Unterstützung des Droschkenkutschers— denn der Beamte hatte keine Hilfe— die Ueberführung der Mutter mit dem Kind in das Krankenhaus vor sich. Die Schilderung ist eine Ergänzung derjenigen Beschwerden, die unser Genosse An tri ck vor einigen Tagen im Reichstag über unsre Krankenhäuser erhoben hat. Sollte nicht an dieser Stätte mehr Hilfsbereitschaft anzutreffen sein, als dieser und ähnliche Fälle eS bekunden? Mit der nun volkendeten Herstellung der Hochbahnbriickc an der B Ü I o w- und Z i e t e n st r a tz e. der ersten derartigen lleberfllhrung aus Schöneberger Gebiet, sind nunmehr sämtliche Straßeuübervrückungen der elektrischen Hochbahn vom Schlesischen Thor bis zum Nollendorfplatz fersig. Es ist also zum Schluß nur noch die Ueberbrückung des Nollendorfplatzes selbst auszuführen, eine Arbeit, welche in Anbetracht der großen Dimensionen dieser Brücke eine geraume Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Eine wilde Jagd durch die Gtraßen VerlinS verursachte gestern abend großes Aufsehen. Der Führer eines Mehlwagens hatte an der Köpenicker Brücke dadurch großes Unheil angerichtet, daß er, infolge eigner Unvorsichtigkeit einen die Brücke passierenden Arbeiter zu Boden riß und überfuhr. Wiewohl ein Schutzmann so- fort zur Stelle war. suchte er sich der drohenden Verantwortung durch eilige Flucht zu entziehen. Er hieb auf die Pferde ein und jagte, von einem Schutzmann mittels Droschke, einem Radfahrer und vielen Hunderten von Passanten ver- folgt, durch die Köpuicker-, Michaelkirch-, Markusstraße, den Grünen Weg entlang und versuchte dann in die Krautstraße einzubiegen. Die ermntteten Pferde nahmen beim Umbiegen der Ecke ein' langsames Tempo an, und nun gelang es dem Radfahrer, den Tieren in die Zügel z» fallen und sie zum Stehen zu bringen. Der Kutscher schlug nun mit der Peitsche auf de» hiiizugcfahreneii Schutzmann und auf das Publikum ein und ergriff, als ihm die Peitsche entrissen wurde, einen Holzpfahl, mit welchem er auf die an ihn herankommenden Personen losschlug. Dem Schutzmann ge- long es schließlich, die Pferdeleine zu ergreife», und da es unmög- sich' war. den rabiate» Burschen von dem Fuhrwerk herunterzuholen. o wurde er nach der zuständigen Revierwache gefahren. Hier konnte endlich mit Hilfe einer größeren Zahl von Schutzleuten die Sistierung des Kutschers bewirkt werden, Eine unbegreifliche Ausschreitung verübte gestern abend ein Krüppel, der einarmige Arbeiter Merten, der eine Schlafstelle in der Langestratze inne hat, am Grünen Weg. M., der keineswegs betniule» war, hielt sich in der Nähe der Markusstraß» in einer der« artig derangierten Toilette auf, daß er aus ordnungspolizeilich°n Gründen sistiert werden mußte. M. widersetzte sich jedoch dem amtirenden Schutzmann und warf sich, als dem Beamten noch zwei Kollegen zu Hilfe kamen, an die Erde. Bei dem Versuch der Schutzleute, den Arbeiter nach der Wache zu schleppen, verlor dieser die wahrscheinlich absichtlich nachlässig befestigten Bein- lleider und den Ueberzieher. Der Widerspenstige mußte auf einen Handwagen gelade» und zur Wache gefahren werden. Er benahm sich auch bei dem Transport derartig rabiat, daß ihm auch noch die Weste vom Körper fiel und. da M. ein Jackett nicht trug, 'o vlieb er schließlich nnr mit dem Hemde bekleidet auf dem Wagen liegen. Auf der 22. Revierwache in der Holzmarktstraße, wohin der Excedent gebracht wurde, weigerte er sich, seine Kleidung wieder an- zulegen, überschüttete die Schutzleute mit Schimpfworten und ver- weigerte die Angabe» seiner Personalien. M niußte schließlich in eine»»geheizte Zelle gebracht werden und bequemte sich dann nach längerem A»senthalt in derselben, den Erfordernissen des äußeren AnstandS nachzukommen. Gegen den Hauptmann a. D. Eduard Kemper, der wenige Tage vor Neujahr sich aus seiner in der Pestalozzistr. 1 in Charlotten- bürg belegenen Wohnung entfernt�und seither kem Lebenszeichen von sich gegeben hat. ist jctzl bei der Staatsanwaltschaft die Strafanzeige wegen Unterschlagung und Betrugs erstattet worden. Kemper ist dringend verdächtig, sich den Verpflichtniigeii. die er als Nachlaß- Pfleger des Vcriiiogciis des im Mai vorigen Jahrs vcrstorbeiien Herausgebers der Neklamezeitschrift„Die Rundschau'. S. A. Fischer. Berlin,' Frobeiistr. 14. üdernonimen, durch die Flucht entzogen zu haben. Wie hoch sich die von ihm unterschlagen«« Gelder belaufen, ist noch nicht genau festgestellt; man vermutet, daß es sich uui 20 000—30 000 M. handelt. Es solle» übrigens nicht nur die Gläubiger des Fischerschen Nachlasses geschädigt, sondern auch ver- schiedene„Freunde', die er für seine Wechselverbindlichkeiten in Anspruch genommen hat. So soll ei» Kauftnaun in der Villeukolouie Westend tür ihn einen Wechsel von 10 000 M. unterschrieben haben. Kemper, der im 48. Lebensjahre steht, wird von seiner sehr schiver- hörigen Frau begleitet. Ob diese mit den betrügerischen Machen- schaften ihres Manns vertraut gewesen, ist zweifelhaft. Wegen schweren RaubeS von der StaatSanwalffchast steck- brieflich verfolgt wird der 29 Jahre alte Arbeiter Otto Gottfried Grunow aus Berlin. Grunow, ein vielfach vorbestrafter Mensch. hatte sich von Berlin auS auf die Wanderschaft begeben und war zwischen Linum und Hakenberg mit dem Schlosser Wilhelm Scholz zusammengetroffen. Diesen hat er überfallen und beraubt, worauf er flüchtig wurde. Grunow ist. zu Berlin am 25. Dezember 1872 geboren, hat starken Schnurrbart und war mit grauem Jackelt, schwarzer Hose und weißem Filzhut bekleidet. Beim Besteigen der Strnßenbahn verunglückt ist am Donnerstngnachmittag die 64 Jahre alte Köchin Luile Siegert ans der Bendlerstr. 26. Am Alcxanderplatz wollte sie einen nach dem Nollendorfplatz gehenden Wagen besteigen, als dieser anrückte. Die bejahrte Frau fiel rücklings auf die Straße und wurde mit ver- schicdcueil Verletzungen nach der Unfallstation X gebracht. AuS Lebensüberdruß erhängte sich der 26 Jahre alte Schlächtcr- gefelle Otto Dunst. der im Haufe feines Vaters, eines geachtete» Mannes, Elifabethstr. 17, wohnte und auch von diesem erhalten ivurdc. Während der Vater,-der früher in seinem Hause eine Gastivirtschaft betrieb, in weiten Kreisen einen guten Namen hat, war der Soh» ein Spieler und Trinker, der noch kürzlich die Summe von 500 M. auf einmal verpraßt hatte. In der Nacht zum Mittwoch war er 1315 18.18388 1885 wiederum ausgeblieben. Seitdem ließ er sich nicht sehen. Vorgestern sonst gefallenen Ausbrüde lönnen auf mich feine Anwendung| baben, wieder abfließen. Die Unternehmer schließen sich zu Shubilaten schritt die Polizei zur gewaltsamen Deffnung seines Bimmers und finden, da ich in einer tgl. Fabril thätig bin und dieselbe Arbeiter zusammen, um die notwendigsten Konfumartikel im Preise zu steigern fand ihn mit einer Schnur am Ofen erhängt tot auf. ramt mit mit den genannten Eigenschaften nicht beschäftigt." gal eines # to( † dogod stor " Gerichts- Beitung. 10 〃 und so den Arbeitern wieder die wirtschaftlichen Vorteile zu nehmen, Vom Tode ereilt wurde am Donnerstagabend gegen 9 Uhr die sie durch die Gewerkschaft errungen hatten. Andrerseits ist es eine gutgekleidete Frau im Alter von etwa 42 Jahren, die in der der Zwischenhandel, der die Lebensmittel verteuert. Das hat das Schwarzkopffftraße nahe am Tunnel besinnungslos, aber noch lebende Publikum auch eingesehen, und man hat sich in Berlin durch aufgefunden. Vorübergehende nahmen sich der Hilflosen an und Gründung von Rabatt- Sparbereinen Vorteile zu schaffen gesucht. Der große Wendland- Prozek, der am Montag vor der Es ist aber nur Täuschung, wenn das Publikum glaubt, durch die brachten sie in einer Droschke nach der Charité. Beim Eintreffen da- 9. Straffammer beginnt, dürfte an Ausdehnung dem Sternberg Rabatt- Sparvereine Vorteil zu haben. Wenn den Konsumenten felbft war aber der Tod schon eingetreten. Die unbekannte Frau Brozeß faum nachstehen. trug einen Trauring mit dem Zeichen A. S. 11. 8. 78, hat dunkles Haar endland, figt seit dem 29. Juni 1899 in Untersuchungshaft. Vertrieb der Waren in die Hand zu nehmen, und fich dadurch den Der Angeklagte, frühere Bankier Paul Hilfe werden soll, dann müssen sie sich organisieren, um selber den und war bekleidet mit einem grau und weiß geringelten Rod, mit Es handelt sich um die Geschäftspraktiken des Angeklagten in seiner Borteil des Großeinlaufs und des Großbetriebs zuzuwenden und einer gestridten Jacke und einem laffeebraunen, mit Bela besetzten Eigenschaft als Leiter des Deutschen Bankvereins Paul Wendland, die hohen Spesen in Wegfall zu bringen, durch die gerade im Umbang. Kommanditgesellschaft auf Attien"; ihm werden 51 selbständige straf 8wischenhandel die Waren erheblich verteuert werden. Die Konsum Tot im Bett gefunden wurde gestern morgen um 7/2 Uhr bare Handlungen vorgeworfen, darunter Untreue, Unterschlagung von vereine in Deutschland haben durchschnittlich 7 Broz. Spesen, während der 30 Jahre alte Staufmann Reizug, der in der Teltowerstr. 28 Depots, Bergehen gegen die Konkursordnung, gegen das Börsen der Kleinhändler in der Lebensmittelbranche mit 20 Broz. Spesen ein möbliertes Bimmer bewohnte. Seit Mittwoch war er aus dem gefes, das Bankdepot- Gesetz 2c. Die Kommanditgesellschaft auf rechnet. Die Organisation der Konsumenten ist ja in Deutschland geschlossenen Raume nicht herausgekommen und hatte auch nichts Attien war aus der früheren Genossenschaft mit beschränkter Haftung noch nicht besonders entwickelt. Immerhin haben wir in den von sich hören lassen. Gestern ließ die Polizei den Zugang öffnen." Dentscher Bankverein" hervorgegangen, die Gründung fand schon als Konsumvereinen schon eine Million Mitglieder. Dem Verband der Die Uriache des Ablebens ist nicht bekannt. sie im Jahre 1896 in die Erscheinung trat, eine fehr abfällige Besprechung Konsumvereine gehören allein 584 Vereine mit 469 000 Mitgliedern in der Presse. Die eingetragene Genossenschaft hatte seiner Zeit das an. Der Redner führt noch weiteres Material über die deutschen Fenerbericht. Freitag früh erfolgte Johannisftr. 14 ein Keller bis dahin vom Angeklagten betriebene Geschäft, die Allgemeine Stonfumvereine an und schildert dann eingehend den Stand der brand, dem Kisten, Körbe und Gerümpel zum Opfer fielen. Kurz Börsenzeitung" und das damit im Zusammenhang stehende Bankund darauf ging Grüner Weg 59 der Inhalt einer Räuchertammer ingeschäft übernommen. Als die Umwandlung in eine Kommandit englischen Genossenschaften. Flammen auf. Am Königsgraben 14 hatte Stroh auf einem Futter- gesellschaft auf Attien stattfand, beteiligten sich zunächst zahlreiche werden könnte ohne die Gewerkschaften. Beide müssen Hand in Es ist ausgeschlossen, daß die Genossenschaftsbewegung etwas boden Feuer gefangen, das indes im Keime erstickt wurde. Chauffee- Abonnenten der Allgemeinen Börsenzeitung", sowie die Konforten Hand gehen, denn sonst könnte der wirtschaftliche Vorteil, den die straße 64 war durch Explosion einer Lampe in der Werkstätte des der Genossenschaft und andre Personen an der Aktienzeichnung. Der Arbeiter durch die Konsumvereine haben, wieder verloren gehen, Glasmalers Müller ein Brand entstanden, der an Zeichnungen und Deutsche Bankverein empfahl durch Zeitungsannoncen fleißig feine indem die Unternehmer die Löhne herabsetzen. Modellen erheblichen Schaden verursachte. Dem muß die Kleinere Zimmerbrände Dienste aur reellsten und billigsten Vermittelung von Börien Gewerkschaft entgegenwirken. Die Beschäftigung der Konsumwaren Reinickendorferstr. 46 e, Triftstr. 3, Bantstr. 45c und Dront geschäften, die Algemeine Börsenzeitung" rührte tüchtig die Reklame- vereine ist die der Krämer. Es ist deshalb nicht ausgeschloffen, heimerstr. 8 zu beseitigen. Außerdem erfolgte noch ein Alarm nad trommel, dazu traten Brieftastennotizen und Ratschläge in der Allg. daß auch der Krämergeist seinen Einzug in die Vereine hält.( Sehr Höchftestr. 19, wo durch eine umgefallene Lampe Möbel in Brand Börsenzeitung"-kurz, der Boden war allseitig gut vor richtig!) In Deutschland foll ja alles billig sein. Wenn die Vereine geraten waren. bereitet, dem" Deutschen Bankverein" möglichst viele beim Einkauf sich nur von dem Princip der Billigkeit leiten Straßensperrung. Die Straße Siegmundshof, von Nr. 4 be- Stunden zuzuführen. Anfänglich scheinen die Börsenaufträge auch laffen, so tann das leicht dahin führen, daß die Lieferanten auf ginnend, bis zur Siegmundshofbrüde und das Schleswiger- Ufer, ordnungsmäßig ausgeführt zu sein; nach den angestellten Er- Grund von niedrigen Arbeitslöhnen sich gegenseitig unterbieten und werden, wie das Polizeipräsidium mitteilt, behufs Anschüttung mittelungen dürfte dies aber in der Folge aufgehört und der An- die Konfumvereine indirekt zu Lohnbrückern werden. Also haben der Rampen zur Siegmundshofbrüde vom 11. d. M. ab bis auf geklagte die allergewagtesten Transaktionen und unsolidesten die Produzenten- Organisationen( die Gewerkschaften) darauf zu sehen, weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Gefchäfte betrieben haben, wie ja das ganze Unternehmen auf daß die Konsumenten- Organisationen nicht nur das Princip der Im Verein für volkstümliche Hochschulkurse von Berliner Hoch- Bankvereins unsolider Basis beruht haben soll. Die Scheineristenz des Deutschen Billigteit, sondern auch die Forderungen der Arbeiter berücksichtigen. ſchullehrern beginnt am Montag, ben 11 Februar, 8 Uhr abends, im bag Vermögen der Kommanditgesellschaft auf Aktien der Konkurs er- schafter in ben Konfumvereinen, bald ein Ende. Ende Mai 1899 wurde über Das tann aber nur geschehen unter thätiger Mitwirkung der Gewerkgroßen Hörsaal des Museums für Völkerkunde, Königgrägerstraße 120, Herr Es ist richtig, daß heute den Brivatdocent Dr. Huth seinen Vortragskursus über„ Sibirien". Eröffnet, er mußte aber Mangels ausreichender Masse sehr bald Konsumvereinen noch Mängel anhaften. Hier und da beschwert sich wird am ersten Abend über Bekanntwerden Sibiriens und die Geschichte wieder aufgehoben werden. Bei dem Krach follen große das Personal über ungenügende Bezahlung. Das Grundprincip seiner Eroberung und politischen Entwicklung sprechen. Summen verloren worden sein und nur verhältnismäßig wenigen gegenüber dem Personal muß sein: die besten Löhne und die Eine billige Mars: Beobachtung auf der Sternwarte, Sonntag, Berfonen, die zur rechten Zeit mit allem Nachdruck gegen den deutschen fürzeste Arbeitszeit. Wenn das noch nicht überall durchgeführt wird, den 10. Februar, ist der Preis für die Beobachtung mit dem Riefenrefrattor Bankverein vorgegangen sind, gelang es, fich vor Berlusten zu befo liegt das daran, daß es den deutschen Konsumvereinen oft hauptauf die Hälfte herabgesetzt, und die Besichtigung des Astronomischen wahren. Da es sich bei der Prüfung der einzelnen Fälle um die fächlich auf möglichst hohe Dividenden ankommt. Man hat unter Museums" ganz frei gegeben. Um 5 Uhr nachmittags spricht Direttor Erörterung fehr fubtiler kaufmännischer und Buchführungs- Fragen, anderm gegen bie Genoffenschaften eingewandt, daß fie ihre Gelder Archenhold über die Bewegbarkeit der Welten. Um 7 Uhr fiber, Der Mars sowie verwidelter Bunfte, die auf dem Bank und Börsengebiete liegen, nur au Zwecken der Genossenschaft aufwenden dürfen und deshalb in Erdnähe." Das Justitut bleibt bis gegen Mitternacht geöffnet. Zur handelt, wird angenommen, daß die Verhandlung 5-6 Wochen feine Stige in den wirtschaftlichen Kämpfen der Arbeiter feien. Nückbeförderung der Besucher gehen Ertrawagen bis 12 Uhr nachts. dauern wird. Den Vorsitz wird Landgerichtsdirektor, Miller Diese Bestimmung des Genossenschaftsgefeges ist nur zu billigen. Internationale Ringkämpfe im Cirkus Schumann. Die Kämpfe führen, die Verteidigung hat Rechtsanwalt Leonh. Friedmann wie die Gewerkschaften, so müffen auch die Genoffenschaften durchaus wurden am Donnerstagabend fortgesetzt. Als erstes Paar rangen Celest übernommen, als Sachverständige werden der gerichtliche Bücher neutral sein. Wenn also auch die Genossenschaft einen Streit nicht Moret- Paris mit Emile Vervet- Belgien. Beide Meister der Ringfunft er revisor Neuter und Bankdirektor 2eiII fungieren. Die Zahl mit ihren Geldern unterstüßen tann, so würde es für solche Fälle zielten feine Entscheidung, nachdem sie bereits eine Stunde unentschieden der Zeugen ist eine sehr große.. gerungen hatten, der Kampf wurde abgebrochen und wird Sonnabend fortdoch eine bedeutende Rüdenstärkung im gewerkschaftlichen Stampf fein, gesett. Sodann traten sich Victorius Velche: Belgien und Jes Petersen" An einem Baume, da hängt' ne Pflaume, die möcht ich wenn die Konsumvereins- Mitglieder ihre Dividenden stehen lassen Dänemart gegenüber. Petersen vermochte durch einen heftigen Angriff feinen gerne haben!" So flingt es von allen Drehorgeln, so pfeifen die und sie erst bei einem Streit erheben. Es ist zu bedauern, daß in Gegner in 5 Minuten zu besiegen. Als letztes Paar fämpften Pietro IIAlgier und John Röpel- Danzig. Nöpel, ber burch fein Gewicht sehr im fungen auf den Straßen, so fingt man in den Destillen und so Berlin mehrere Konsumvereine beſtehen. Kleine Vereine können den Es muß dahin Borteil war, beschränkte fich auf die Verteidigung und unterlag infolge lang es gestern sogar in dem Sigungsfaale der dritten Straffammer Mitgliedern nicht die Vorteile bieten wie große. & Schultergriffs in 36 M in 36 Minuten. des Landgerichts 1. silt 1- iqueH Der Berliner Gaffenhauer, der so schnell seine gestrebt werden, daß für Berlin nur ein einziger großer Konsum Eroberungen gemacht hat, hat auch die Berliner Ansichtspostkarten- verein geschaffen wird. Jeder Gewerkschafter sollte auch zugleich 0 Ans den Nachbarorten. Industrie nicht ruhen lassen und in vielen Schaufenstern prangen Genossenschafter sein. Das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Lichtenberg. Die hiesige Gemeindevertretung erteilte in ihrer Made", die andre ein Loch" hat. Unter dem Wilde steht der Verhältnis einer idealen Che, wo der eine Partner die Rechte des in schöner Abbildung die beiden Pflaumen, von denen die eine eine Genossenschaften muß nach einem Worte Sidney Webbs sein wie das legten Sigung einem Konfortium die Konzeffion zur Errichtung und Refrain des Pflaumen- Walzers abgedruckt und die Händler in der andern achtet und beide fich gegenseitig förberit.( Beifall.) Ausnugung einer öftlichen Vorortsbahn, verbindend die Ortschaften Friedrichstraße machen sich ein unbändiges Bergnügen daraus, diesen Norreferent Dr. Arons: Nach den vortrefflichen Ausführungen Französisch Buchholz, Pankow, Weißensee, Hohen Schönhausen, Refrain bei dem Ansbieten der Karten möglichst laut zu sprechen. des Genossen v. Elm fann ich auf ein Storreferat verzichten und Lichtenberg, Rummelsburg. Gemeindeverordnete Grauer und Nun ist aber die Staatsanwaltschaft der Ansicht, daß diese werde mich darauf beschränken, darzulegen. weshalb wir in Berlin Welt( Soc.) belämpften unter Wahrung unfres principieffen Grund Pflaumen Bilder eine unfittliche Tendenz haben und so wurden mit der Gründung von Konfumvereinen anders vorgegangen find fazes die Erteilung der Konzession auf 50 Jahre, sowie mit aller denn gestern der Buchhändler Mag Markus und noch sechs Händler als es Genoffe v. Elm für richtig hält. Man kann nicht überall in Schärfe die Bestimmungen des Vertrags, welche" Streits usw." als vor der Strafkammer zur Verantwortung gezogen. Der Staats- gleicher Weise vorgehen. Berlin mit feinen sechs großen und zwei höhere Gewalten betrachtet wissen wollen und die Gesellschaft anwalt vertrat seine Auficht, daß diese Pflaumen Lieder nur so zu anstoßenden nicht minder start bevölkerten Wahlkreisen ist ein zu von der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen entbinden sollen deuten feien, daß sie imfitiliche Zwede verfolgen und beantragte ausgedehntes Gebiet für die Gründung nur eines Konsumvereins, Rebner gab hierbei seiner Verwunderung über das unsolidarische gegen den Angeklagten Marius 100 m., gegen die übrigen An Die hier bestehenden Konsumvereine find nach einem Blan geBerhalten ber beteiligten Vorortsgemeinden Ausdruck, die ohne geflagten gang eine Geldstrafen. Dem gegenüber wiesen die Rechtsgründet, sie haben enge Fühlung miteinander und ihre spätere 8uirgendwelche gegenseitige Verständigung, jede für sich, ihren ver amwalte Cohn, Salomon und Dr. Schwindt darauf hin, fammenfajfung au einem Verein ist beabsichtigt. Der Anfang im meintlichen Vorteil zu wahren suchen und so der Gemeinde Lichten- daß es sich bei den Karten um einen harmlosen Ulf handele, daß Kleinen hat uns in die Loge gefegt, aus den Reihen der Mitglieder fluß auf die Anstellungsmögliget gengan sen hatten, in der Pflaumen- Walzer selbst mit dem vollen Tegt in allen Mufitalien Sträfte auszubilden, bie jest dort in bam fluß auf die Anstellungs- und Versorgungsbedingungen der handlungen unbeanstandet ausliege und nach vorliegenden Ent Verein zu leiten. Wollten wir gleich groß aufangen, dann hätten Beamten diefer Bahn zu gewinnen, sowie die vertraglichen scheidungen in Goldammers Archiv eine Darstellung nur unzüchtig wir zur Leitung einen Fachmann haben müssen. Wo es angebracht Bestimmungen weniger mehr zum Besten der Allgemeinheit auszugestalten. Illgemeinheit zugeftate fchaft und sein könne durch das, was sie zeigt, nicht durch das, was fte erraten ist, bin ich auch für das Beſtehen nur eines Bereins. Auch der läßt. Die Diskussion wird eröffnet. Der Gerichtshof tam zur Freisprechung, da die Dar Antrag unfrer Genoffen, wenigstens das Berliner Gewerbe stellung auf der Karte nach leberzeugung des Gerichts nicht zu der Konsumvereine. Wenn Genosse v. Elm fagte, die Konsumvereine Robert Schmidt: Ich bin kein principieller Gegner der gericht bei Lohnbewegungen als Einigungsamt anzuerkennen, wurde Auslegung zwinge, die ihr der Staatsanwalt gegeben. von der Majorität dahin abgeändert, daß der Gemeindevorstand follen in religiöfer und politischer Beziehung neutral fein, so wünsche bie begutachtende und entscheidende Instanz für solche höhere Geber Gremabier Bor von der 7. Compagnie des 5. Garde- Regiments fiche Gebiet. Die Gewerkschaften haben mit den Genossenschaften Wegen unbegreiflicher Ausschreitungen hatte sich gestern ich, daß die Neutralität auch ausgedehnt werde auf das gewerkschaftwalten" sein solle. Auch bei der nunmehr erfolgten Genehmigung eines Vertrags 3. F. in Spandau vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Der nichts zu thun. thun. Bei den Konsumvereinen spielt die rein auf Lieferung der elektrischen Straft 2c. mit der A.-G.-E. wurden Angeklagte war im vorigen Jahre Gefreiter geworden und wurde materielle Frage eine Rolle und nicht die ideale. Sier punts,& Stand- in An unter vollständiger Nichtachtung unsres früher betonten Stand- im Herbst zur Retrutenausbildung herangezogen. An einem heißt e3: Ohne Dividenden feine Mitglieder. Große solche Einrichtungen durch die Gemeinde zu schaffen, Sonntag im Dezember war es feine Aufgabe, die Rekruten aus Wassen können durch diese Interessen nur burch materielle unter Berufung auf schon bestehende Verträge mit dem neu ein- zuführen, wobei er mit ihnen verschiedene Bierlokale besuchte. Das Vorteile gewonnen werden. Wenn diese wegfallen und verleibten Rittergutsbezirke Lichtenberg, die Straßen der Gemeinde nach begann er auf der inneren Ringchauffee harmlose Spazier vorwiegend ideale Bestrebungen durch die Konsumvereine gefördert dieser Gesellschaft zur Ausnußung überlassen. gänger in barschem Ton anzuhalten und sie nach ihrem Namen werden sollen, dann bleibt für die Beteiligung an denselben nur Aus Rigdorf. Der Rentier Frizz Lange aus der Berg- Führer der protestierten, zog der jener Kleine Teil allezeit opferbereiter Leute übrig, der aber an Zahl straße, welcher, wie wir berichteten, sich fürzlich mit einer hiesigen der Reihe nach mehreren Civilperfonen, die er in den Genoffenschaften erwartet. Ich reichen Witwe verheiratet hatte und vorige Woche mit dem circa der geschilderten Weise belästigt hatte, blindlings Siebe Arbeiter hat als Konsument ein Interesse, billig zu kaufen. bin der Meinung, der 100 000 m. betragenden Vermögen seiner Frau durchbrannte, ist jest mit dem Seitengewehr; die Mißhandelten trugen erhebliche Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu bestimmen ist Aufgabe der in Dresden abgefaßt und nach Nixdorf transportiert worden. In Verlegungen, meist am Kopfe, davon. Zwei Angegriffene, der Gewerkschaften. In Sachsen sind die Konsumvereine zu einer Beit seinem Besitz wurden zahlreiche falsche Legitimationspapiere und Tischler Müller und der Arbeiter Wolf, waren infolge der Miß entstanden, wo der Kleinhandel herrschte, dem sie erfolgreich nur ein fleiner Rest des gestohlenen Gelds vorgefunden. 40 000 m. handlungen eine Zeitlang erwerbsunfähig. find ihm angeblich in Dresden in einer Damentneipe gestohlen schreitungen folgten mehrere Bürger dem Gefreiten zur Stafernen fie heute selbst mit den modernen großen Kaufhäusern konkurrieren Nach diesen Aus- Konturrenz bieten konnten. Sie haben sich jetzt derart entwickelt, daß worden. Eine größere Summe hat er zum Ankauf eines Hauses in wache, wo er sofort verhaftet wurde. Der Angeklagte, der inzwischen tönnen, deshalb die große Lebensfähigkeit der sächsischen Vereine. Charlottenburg verwandt, das er einem Fräulein D. aus Schöne degradiert worden ist, wußte vor Gericht nichts zur Entschuldigung Anders ist es dagegen in Berlin. berg, mit welchem er sich verlobt hatte, zum Geschent machte. An- feiner Handlungsweise anzuführen; er wurde zu 10 Wochen Ge furreng der großen Geschäftshäuser die Preise start herabs Hier hat die Konscheinend ist 2. ein geriffener Hochstapler. fängnis verurteilt. gedrückt und erschwert das Aufkommen der Konsumvereine. Bolizeilich geräumt wurden gestern früh um 5 Uhr das erste Aus diesen Gründen werden die Konsumvereine in Berlin nicht auf Stockwert und das Erdgeschoß des Hauses Hauptstraße 105 zu Schöneberg. Auf einem Neubau in der Feurigstraße, der an das einen grünen 8weig kommen. Wenn die Konsumgenossenschaften erst zur Produktion übergehen, dann wird es sicher auch zu Differenzen erstere Grundstüd grenzt, war in einem Schuppen auf bisher nicht Ueber die Konsumgenoffenschafts. Bewegung wurde am mit den Gewerkschaften kommen. Fortgesezt werden ja Klagen über ermittelte Weise Feuer ausgekommen, das in Banmaterialien reich- Donnerstag in einer start besuchten Versammlung der Berliner ungünstige Verhältnisse der Angestellten in Konsumvereinen laut. liche Nahrung fand und so schnell um sich griff, daß die Flammen Ge wertihafts Rommission diskutiert. Außer den Dele- An die Harmonie zwischen Gewerkschaften und Genossenschaften an dem Gebäude der Hauptstraße Hochschlugen. Da die Bewohner gierten waren auch die Vorstände der in Berlin bestehenden Konsum glaube ich nicht. Die beiden werden nicht in einer idealen Ehe gefährdet erschienen, mußten sie ihre Räume verlassen, bis die vereine eingeladen. Das einleitende Referat hielt Reichstagsleben, sondern im Gegenteil, es wird manchmal Siebe geben. Bon Feuerwehr mit mehreren Zügen den Brand erstickt und die Gefahr Abgeordneter v. Elm. Er sagte unter anderm: Es gab eine Beit, einer Regelung der Produktion durch die Genossenschaften kann keine beseitigt hatte. wo die Arbeiter Deutschlands eine Verbesserung ihrer Lage erst nach Rede sein. Im günstigsten Falle kommit eine kleine Zahl von Salb verhungert wurde vorgestern spät abends ein etwa dem Zusammenbruch der heutigen Gesellschaftsordnung er Arbeitern in bessere Arbeitsstellen. Wenn die Arbeiter sich auf den warteten und 80jähriger Mann in Spandau vor einer Hausthür angetroffen, deshalb alles von der politischen Thätigkeit verschiedensten Gebieten praktisch bethätigen, so ist das ja zu aber hofften. Heute ist das anders. Die Idee, daß die Reform begrüßen, daß die Konsumvereine den wo er ohnmächtig zusammengebrochen war. Er wurde ins städtische arbeit erst nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschafts- fchaften einen Rückhalt bieten könnten, das halte ich für ausge Gewerk Krankenhaus gebracht, wo bei seiner späteren Vernehmung feft- arbeit gestellt wurde, daß er am Tage vorher vollkommen mittellos die ordnung zu beginnen habe, hat früher in der Gewerkschaftsbewegung fchloffen. Ich glaube auch nicht, daß wir mit unfren Zwergbetrieben manches inheil angerichtet. Charité in Berlin verlassen hatte. Die Ansicht, die Gewerkschaften hätten etwas erreichen werden.( Beifall.) nur die Köpfe zu revolutionieren, ist heute nicht mehr vorhanden. Benno Maaß: Wir, die organisierten Kaufleute, haben uns Ein wohnungsloser Arbeiter in Spandau hat der wir sind vielmehr der Meinung, daß den Gewerkschaften die Auf- in großer Bahl den Konsumvereinen angeschlossen. Natürlich legen or Redaktion eines dortigen Lokalblatts eine gebarnischte Ergabe zufällt, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse schon inner- wir den größten Wert darauf, daß die Angestellten angemessen bezahlt flärung gegen den Oberbürgermeister zugehen laffen. halb der heutigen Gesellschaft zu heben. Wenn wir heute und behandelt werden. Wir sind mit v. Elm einverstanden. In Berlin In der vorigen Sigung der Stadtverordneten stand auf der mit mehr Ueberlegung vorgehen wie früher, so ist deshalb hätte auch von Anfang an eine Centralisation der Konsumvereine geschaffen Tagesordnung ein Antrag der socialdemokratischen Mitglieder wegen die Begeisterung für unser hohes Biel durchaus nicht werden fönnen. Die spätere Verschmelzung hat ihre Schwierigkeiten. Ergreifung von Maßnahmen zur Abhilfe der Wohnungsnot. Dazu geringer geworden. Wir sind heut ruhiger wie ehedem und unsre In einem Flugblatt, welches in Berlin zu Gunsten der Konsumführte der Oberbürgermeister aus, daß beim Quartalswechsel durchweg Stöpfe find flarer. Auf politischem Gebiet fordern wir die vereine verbreitet worden ist, wird im Gegensatz zu den vom folche Personen nebst ihren Angehörigen keine Wohnung hätten erhalten Koalitionsfreiheit und den Arbeiterschutz. Wir wissen aber, daß Referenten betonten idealen Bestrebungen die materielle Seite fönnen, die trunk und standalsüchtig sowie unmoralisch seien und keine diese Rechte uns nichts mugen, wenn wir nicht starte Gewerk in den Vordergrund gestellt und betont, daß man 8 Proz. Dividende Miete bezahlten. Durch diese Aeußerung fühlt sich ein Wohnung&- fchaften haben, welche über die Durchführung dieser Gesetze gezahlt hat. In Berlin arbeitet der Detailhandel in der LebensLojer, der Arbeiter Karl Bahlten, getroffen und verwahrt wachen. Der politischen und gewertschaftlichen Bewegung haben mittel- Branche mit einem durchschnittlichen Gewinn von 10 Proz., fich in seiner Zuschrift an das Blatt energisch gegen die Be wir heut als Ergänzung eine dritte: die genoffenschaftliche der bei einigen Artikeln auf 4 Proz. herabgeht. Dagegen können merkungen des Oberbürgermeisters. Er sagt darin:" Ich schulde Bewegung hinzugefügt. Wir wissen, daß es viele Stanäle giebt, also die Konsumvereine schwer aufkommen. Wie verhält bisher weder einem Hausagrarier noch sonst jemand etwas, auch die durch welche die Lohnerhöhungen, die die Gewerkschaften errungen es sich mun mit den Löhnen, welche die Konsumvereine die Leute hiergegen Trager Stefruten ohne weiteres blant und verfekte zu schwach ist, um das zu erreichen, was der Referent von Derlammlungen. G. S. 9. 1. Uns unbekannt. 1. Baugenossenschaft Grete Scholle, Den Angestellten zahlen? Im Magdeburger Verein bekommen die Dem Ges." wird gemeldet: Am Mittwochnachmittag wurde auf Lagerhalter monatlich 60 M. und 1/2 Broz. Provision vom Umfag. Grund einer Depesche des Vorsitzenden des Kriegsgerichts in Borsigender Baumeister Lilienthal, Groß- Lichterfelde, Marthaftr. 5. . 2. 46. Das Steglitzer Eisenbahnunglüd war am 2. Sep: Davon müssen sie aber noch Hilfskräfte bezahlen und bei Ver- Insterburg, ein Sergeant der vierten Eskadron des hiesigen tember 1883. O. G. Sie könnten bei dem Amtsgericht auf Herausgabe der Sachen heirateten muß die Frau mitarbeiten. Es besteht eine Organisation Dragoner Regiments verhaftet. Er befand sich gerade im Stalle der Konsumvereins- Angestellten. Diese sandte, um die Angestellten und durfte sich nicht mehr zu seiner Frau nach Hause begeben. Der lagen. A. B. 312. Sie müßten dem Tanzmeister volle Entschädigung H. B. 68. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprech als Mitglieder zu gewinnen, im Jahre 1899 ein Cirkular Sergeant ist der Schwager des bereits verhafteten Unteroffiziers und zahlen. 2. K. 1. Sie müßten Antrag auf Abschrift des Urteils an die Vorstände der Konsumbereine, Konsumvereine, die, wie ich be- Schwiegersohn des Wachtmeisters, der früher bei der vierten Eskadron stunde vor. stellen oder sich auf der Gerichtsschreiberei nach dem Inhalt des Urteils er: tone, sich aus politisch und gewerkschaftlich organisierten unter dem erschossenen Rittmeister v. Krosigk diente. fundigen. 2. Sie würden Berufung( durch einen Anwalt) einlegen können. Arbeitern zusammensetzen. Hier einige Proben von den Ein Kölner Sternberg- Prozeß. Der in Köln bevorstehende S. K. Ja, aber wie wiederholt von uns und im Reichstag dargelegt Antworten, die uns erteilt worden sind:" In unfrem Standal à la Sternberg" dürfte der Volts- 8tg." zufolge bezüglich ist, besteht über die Tragweite des§ 616 Meinungsverschiedenheit. Verein ist keine Organisation nötig."-" Der Lagerhalter unfres feines Umfangs den Berliner Prozeß in den Schatten stellen. Die P. 124. 1. Etwa 3 M. 2. Ja, falls der Vergleich nicht etwas andres R. S. 37. 1. Nein. 2. Wenden Vereins ist nicht befugt, in Organisationssachen mit andren schriftlich sehr geheim betriebene Untersuchung führte bereits zur Verhaftung befagt. 3. Jae 4 bule.. Sie sich an eine Fortbildungsschule. E. M., Charlottenburg. 1. Nein. zu verkehren." Unser Angestellter verzichtet darauf, mit Ihnen 2. Ja. 2. 100. Sie würden zum Schadensersatz verpflichtet sein. Es in Verkehr zu treten."- Teilen Sie mir erst mit, von wem Sie von fünf Personen; darunter befinden sich ein Zahnarzt sowie angesehene Rentner aus der Neustadt. Der am meisten kompromittierte schwankt aber die Rechtsprechung in diesem Punkt. H. M. 18. Aus beauftragt find, und welchen Zweck Sie mit Ihrer Organisation Kaufmann Bohndorff erhängte sich bekanntlich alsbald nach seiner Ihrer Anfrage geht nicht hervor, welcher Thatbestand vorliegt. Sprechen berfolgen." Solche und ähnliche Vorkommnisse geben unsren Verhaftung im Gefängnis. Einzelnen Damen der auf dem Bahnhof Sie zur Klarlegung gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. politischen Gegnern Material zu Angriffen gegen die focialG. 3. 1000. 1. ut. 3. Darüber bestehen keine gesetzlichen thätigen Missionsgesellschaft war aufgefallen, daß Bohndorff stets in W. Sch. 127. Ja. demokratische Partei, die aber an diesen Dingen ganz unschuldig ist. Begleitung Kleiner hübscher Mädchen seine Reisen antrat. Ein Detektiv Vorschriften. 2. Nein.- Günther. Ein solches Recht ſteht dem Bater nicht zu. Wir halten es für unsre Pflicht, jetzt, am Anfang der Bewegung, den Finger in die Wunde zu legen, damit nicht das Angriffsmaterial beobachtete ihn auf seinen späteren Reisen und führte auf Grund gegen unsre Partei vermehrt wird, und unsre Vertreter im Reichs- feiner Wahrnehmungen die Verhaftung Bohndorffs herbei. Angeblich stehen weitere Verhaftungen bevor. tage nicht nötig haben, die Partei gegen unberechtigte Angriffe zu verteidigen. Die weitere Debatte wird hierauf bis zur nächsten Versammlung bertagt. Es fehlten die Delegierten der Bureau- Angestellten, Fabrik- und Hilfsarbeiter, Formstecher, Porzellanarbeiter. Eine Spielerhöhle entdeckt. Die Detektiv- Polizei in Petersburg entdeckte eine Spielhölle und ertappte in flagranti 22 den höchsten Kreisen angehörige Spieler. Die Angelegenheit erregt großes Aufsehen, da hohe Persönlichkeiten kompromittiert sind. Dynamitexplosion. Einer New Yorker Depesche zufolge Die Korbmacher hielten am 28. Januar ihre regelmäßige explodierten mehrere hundert Kisten Dynamit in der berühmten Mitglieder- Versammlung ab. Belz gab den Bericht vom Gautag. Silbermine San Andrea unweit Durango in Merito, die einen Wert Eine recht lebhafte Debatte entspann sich beim Punkt Branchen- von 20 Millionen Dollar besigt. Der ganze Gipfel des Berges, der Angelegenheiten" und zwar wegen der neu ausgegebenen runden die Mine birgt, wurde in die Luft gesprengt; 87 Personen seien Kugelförbe. Die Arbeitgeber wollen hierfür einen Lohn von 1 Mart umgekommen. pro Korb zahlen, womit selbst bei der größten Anstrengung der beste Arbeiter nicht zurecht kommt. Bei der Firma Schmidt u. Co., Dresdenerstr. 81, haben sich durch fortgejeztes Juferieren Leute gefunden, welche für diesen Lohn arbeiten, dieselben sind aber nach turzer Zeit wieder davongelaufen; den Kollegen wurde ans Herz gelegt, bei dieser Firma nicht in Arbeit zu treten, bevor die Sache geregelt ist. Es wurde ein Lohn von 1,35 M. pro runden Kugelforb, 92 Centimeter hoch, festgelegt und eine diesbezügliche Resolution einstimmig angenommen. Vermischtes. Marktpreise von Berlin am 7. Februar 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Betzen, gut mittel gering erfte, gut Rindfleisch, Keule 1 kg Schweinefleisch Hammelfleisch Butter Startoffeln, neue, D- Ctr. 7, " do. Bauch 5. 1,60 1,20 1,30 1, " toggen, gut 14,15 14,14 1,60 1,10 " " mittel gering 14,13 14,12 Kalbfleisch 1,80 1, " # 14,11 14,10 1,60 0,90 15,40 14,70 2,60 2, 14,60 13,90 " 13,80 13,20 " Eier Karpfen 60 Stitt 5,50 3,20 1kg 2,20 1,20 15,90 15,30 Aale 15,20 14,60 14,50 13,90 Bander Hechte 7,- 6,82 Barsche 1,80 0,80 " 7,90 5,20 Schleie " " 40, 25, " 45, 25, Bleie Krebse 3,- 1,20 1,40 0,70 per Shot 12,3, 137mittel gering *) Bafer, gut mittel gering Nichtroh Ein schweres Unglück hat sich in Liverpool am Montagabend Heu infolge Durchreißens von mit Schnee belasteten Telephondrähten Gröfen ereignet. Im ganzen wurden zwei Männer getötet und dreizehn Speiſebohnen Personen sollen verlegt sein. Außerdem sind vier Pferde um- Linsen gefommen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. C. S. An den Fingern für„ Kopfrechner" abzuzählen: 31. F. St. 42. Hier unbekannt. Gewiß zu erfragen in dem großen fach: Nach dem Thäter, der den Rittmeister v. Krosigt in Gum- männisch geleiteten Geschäft in der Lindenstraße, in der Nähe der Feuerwehr binnen erschossen hat, werden unausgesetzt Nachforschungen angestellt. I wache.s Verband der Sattler und verw. Berufsgen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branchenversammlungen der Mitglieder Berlins. Filiale 1: Geschirr- und Galanterie- Branche. Sonnabend, den 9. Februar, abends 8 Uhr, im ,, Englischen Hof", Neue Roßstraße 3. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Steinbach aus Hamburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Filiale II: Treibriemen- Branche. Drechsler. Kommisons- Sikung. 77/19 Sonntag, den 10. Februar, vormittage Punkt 10 Uhr, Jüdenstr. 35 bei Mörschel. Steglitz. 156/5 Achtung! Buchbinder. Achtung! Sonnabend, den 9. Februar, abends 82 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33. * Filiale III: Koffer- und Taschen- Branche. Die Versammlung findet diesmal am Montag, den 11. Februar, abends 8 Uhr im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c statt. Stollegen! Es handelt sich um unsre Forderungen und ist des halb das Erscheinen aller notwendig. Die Herren Fabrikanten haben ihr Erscheinen zugesagt. Filiale IV: Militäreffekten- Branche. Sonnabend, 9. Februar, abends 8 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15, Saal VII. Tages Ordnung: 1. Bericht von der Brandenburger Konferenz. 2. Wahl des ersten Vorsitzenden. 3. Verschiedenes. Filiale V: Teppich- und Linoleum- Branche. Jeden Montag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Filiale VI: Wagen- Sattler. Morgen, Sonntag, den 10. Februar, nachmittage 3 Uhr, im Lokal des Herrn Schellhase, Ahornftr. 15 a Oeffentliche Versammlung aller in Steglitz und in den umliegenden Ortschaften beschäftigten Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung einer Zahlstelle des deutschen Buchbinder- Verbands in Steglitz?" 2. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 20/10 Der Einberufer. Die Berliner Mitglieder find freundlichst eingeladen. Abfahrt der Züge vom Potsdamer Bahnhof 2,5, 2,15, 2,25 usw. Verband der Möbelpolierer. 70,- 30, 2,80 1,40 2,50 1,20 2,-1, *) frei Wagen und ab Bahn. †) ab Bahn und frei Mühle. Produktenmarkt vom 8. Februar. Auf dem Getreidemarkte war der Verkehr heute unregelmäßig; mehrfach fanden Schwankungen statt. Anfangs zeigte sich Kauflust auf die tältere Witterung und auf die fortgejezten Klagen über Frostbeschädigungen der Saaten im Osten. Im weiteren Verlauf vollzogen sich Abschwächungen auf den amtlichen Bericht über den Weizensaatenstand in Frankreich. Dann befestigte sich die Tendenz wieder auf die Abnahme der argentinischen Weizenverschiffungen. Weizen fowie Roggenlieferungen stellten sich um 0,25 M. über den gestrigen Schlußstand. Hafer war unverändert. Rüböl ließ auf Paris 20 Pf. nach. Nordseefische wie Schellfische, Cablian, Seelachs, Schollen, Bratflundern, Knurrhahn, Rotzungen etc., täglich frisch, zu billigen Tagespreisen, empfiehlt die Dampffischerei- Gesellschaft 9, Nordsee" 99 Grösste Hochsee- Fischerei Deutschlands mit 31 eignen Fischdampfern in ihren 5 Verkaufsstellen: Haupt- Filiale Bahnhof Börse Berlin C. 22, No. II. Berlin NW., Lüneburgerstr., Ecke Paulstrasse, Stadtb.- Bogen 388/89, Central- Lager. No. III. Berlin S., Prinzenstr. 30, zwischen Moritzplatz und Ritterstr. Zähne 2 M. Bogen 9-10. No. IV. Berlin O., im Schlesischen Bahnhof, Madaistr. 22. No. V. Berlin N., ( Wedding) Reinickendorferstr. 1, Eingang Schulzendorferstrasse. Reparaturen in 2 Stunden. Plombieren von 1 M. an Schmerzloses Bahnziehen. Sprechz. 8-8, Sonntag 8-4. R. Lange, Blumenstraße 25, Ede Markusstraße Arbeitsverhältnisses folgenden Zahl tage zu entrichten. Gewerbegericht zu Berlin. J. Nr. 12 Gew.- Ger. 01. In Sachen der Streitigkeiten der Berliner Möbel tischler mit ihren Meistern wird in Gemäßheit des§ 66 des Gesezes 5. Mit der Bestimmung unter III der Arbeitsbedingungen wird nur die Wirksamteit des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs für Arbeits Dienstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, bei Mörschel, Montag, den 11. Januar, abends 8½ Uhr, bet Dieke, betreffend die Gewerbegerichte vom geber und Arbeitnehmer ausgeschloffen. Jüdenstr. 35/37. Um zahlreiches Erscheinen bitten " Die Vorstände. Ackerftr. 123 Versammlung. Tages Ordnung: Wert der Altohol: Sonnabend, den 2. März 1901: Großer Wiener Maskenball in sämtlichen Räumen des Gewerkschaftshauses", Engel- Ufer 15. Entree 1. Vortrag des Herrn W. Miethke über den 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Billets find in allen Versammlungen, sowie bei enthaltung". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. folgenden Kollegen zu haben: W. Tuschte, Langestr. 103, 3 Tr.; F. Haber: Ausgabe der Billets, a 50 Bf., zu dem am 9. März stattfindenden Maskendall. mann, Waldemarstr. 67, Hof 4 Tr.;" A. Jänide, Faldenſteinſtr. 36, 2 Tr.; Mitglieder, welche ihr in Ordnung befindliches Buch vorzeigen, D. Kleinod, Boechstr. 13, 2 Tr. und C. Achterberg, Adalbertstr. 62, part. haben freien Eintritt. Der Vorstand. Um recht rege Beteiligung ersucht Junungs- Krankenkasse der Tischler Jnnung. Versammlungen zur Wahl der Vertreter zu den Generalversammlungen Das Vergnügungs- Komitee. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 9½ Uhr: * Kohlen billiger!! Briquetts ab Platz Ctr. nur 90 Pf. Beste Qualität Ctr. 1 M. Oberschlesische Steinkohle ab Platz Scheffel uur 1,10 m. Centner nur 1,35 M. pro 1901 und 1902. Ordentl. Generalversammlung J.Fischer, Brombergerite. 14. mitians von 10 bis 11 lor, fatt im Englischen Garten, Alexanderftr. 27c( unterer Saal), Tages Ordnung: 1. Thätigkeitsbericht der Ortsverwaltung. 2. Raffenbericht. 3. Neuresp. Ersatzwahlen. 4. An die Ortsverwaltung gelangte Anträge. 5. Ber: schiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Es ist Pflicht, daß die Mitglieder zahlreich und frühzeitig erscheinen, damit die Versammlung pünktlich eröffnet werden kann. 280/3 Die Ortsverwaltung. am 6. Mit den Worten unter IV ber Arbeitsbedingungen:" Der Arbeitgeber ist berechtigt, etwaige ihm aus dent Arbeitsverhältnisse gegen den Arbeitnehmer erwachsende Ansprüche 29. Juli 1890 und des§ 75 des Ortsstatuts für die Stadt Berlin vom 26. Oftober/ 2. November 1892, betreffend das Gewerbegericht zu Berlin, öffentlich bekannt gemacht, daß in der Sigung des von den Arbeitnehmern als Einigungsamt gegen die Lohnforderung des letzteren aufzurechnen", sollte§ 394 des angerufenen Gewerbegerichts bom 16. Januar 1901, an welcher teil: Bürgerlichen Gesetzbuch für die Rechtsverhältnisse aus dem Arbeitsverhältnisse ausgeschloffen werden. Auf diesen Ausschluß in den Arbeits: bedingungen unter IV verzichtet der Arbeitgeber. genommen haben: 1. Gewerberichter v. Schulz als Vorsitzender, 2. Jugenieur Bernhard, 3. Fabrikant Maas, geber: Beisitzer, 4. Tischler Koblenzer, als Arbeit 5. Buchdrucker Massini, als Arbeit: nehmer- Beisiger, Die Wahl findet für die Kaffen ein Vergleich geschlossen ist, dessen mitglieder am 17. februar cr., vor: Wortlaut am 31. Januar 1901, wie Uhr, folgt, von den Partei- Vertretern, dem 1. Diejenigen Mitglieder, welche Vorsitzenden und dem Protokollführer festgestellt worden ist: Strand- Restaurant Müggelsee rechts der Spree beschäftigt find, zwisch. Müggelschloß u. Aussichtsturm. Empfehle Fabriken, Vereinen und Korporationen für Sommervergnügen u. Ausflüge mein großartig gelegenes Lotal. Saal für ca. 3000 Personen, Hallen, genügende Nebenräume. Be: M. Degebrodt, Mecklenburg. Schwarz- Brandenburg. Landbroteigungen aller Art. Coulante Preiſe. empf. Brotfabrik Wittler, Müllerstr. 34. Niederlag. d. Blakate erkenntlich. „ Strandſchloß“, wählen Andreasftr. 21 bei Stechert. Die Zahl der zu wählenden Ver: treter ist 90. Köpenick.Kaffenmitglieder beschäftigen und Bei 3. Die Innungsmitglieder, welche träge für dieselben aus eignen Mitteln zahlen, wählen am Montag, den 18. Februar, abends 7 Uhr, Köpnicer: straße 100 bei Gründer. Brauerei Germania, Aktien- Gesellschaft Tel. VII 2645. Berlin 0. 34, Frankfurter Allee 53. Tel. VII 2645. In ca. 70 eignen Geschäften vom [ 681L* Bockbier Liter 10 PL. 10 Fass 1 ca. 10 Ltr.- Flasche 10 Pf. 1 To. M. 3,50. 1510 Ltr.- Flaschen M. 1,50 frei Haus. Die Zahl der zu wählenden Ver: treter ist 81. 25176 Für die Kaffenmitglieder ist das Quittungsbuch zur Legitimation unbedingt erforderlich, Das neue Statut tann im Kaffen lokal, Schmidstraße 30, abgehoben Der Vorstand. Bezüglich der in dem sogenannten Kontrollbuch unter I- IV verzeichneten Arbeitsbedingungen wird folgend es vereinbart: Es treten somit die oben an„ Der Arbeit geführten Worte: bis.... aufzurechnen" geber außer Kraft. Das bisher vom Arbeitgeber ge= übte Lohnzurückbehaltungsrecht für absichtlich oder grob fahrlässig vont Arbeiter verpfuschte Arbeit bleibt jedoch bestehen. 7. Diejenigen Arbeiter, welche ihre Unterschrift unter die Arbeitsbedin gungen verweigert haben und dess wegen vom Arbeitgeber entlassen sind, 2. Diejenigen Mitglieder, welche lints der Spree beschäftigt sind, wählen 1. Der Inhalt von I behält Gültig sind nach Bedarf in erster Linie wieder feit. Hiernach kann das Arbeitsver: zur Arbeit einzustellen. Die Arbeiter Rottbuserstr. 4 a in Sanssouci. Die Zahl der zu wählenden Verhältnis von beiden Seiten ohne Inne: dürfen ihre Kollegen, welche ihre treter ist 73. haltung der gefeßlichen Kündigungs: Unterschrift abgegeben, in feiner Weise Accordarbeit ist stets fertig zu stellen. Arbeitgeber diejenigen Arbeiter, welche frist gelöst werden. Die begonnene maßregeln, ebensowenig darf auch der Unterschrift abzugeben fich 2. Die Aufhebung des Arbeitsver: die hältnisses; hat bei Lohnarbeit nur weigerten und aus diesem Grunde feden Abend mit Arbeitsschluß zu ers entlassen sind, nach etwaiger Wiederfolgen. einstellung dieserhalb maßregeln. 2. Es find jedoch Arbeitgeber fo: 8. Dieser Vergleich, welcher auf wohl wie Arbeitnehmer jeder für sich Grund der am 16. cr. von den Ver: zu jederzeitiger Auflösung des tretern der Arbeitgeber- und Arbeit: Arbeitsverhältnisses befugt auch nehmer unterzeichneten Vergleichs: bei begonnener Accordarbeit- wenn bestimmungen auftragsgemäß vom ihnen gesetzliche Auflösungsgründe zur Gewerbegericht unter Zuziehung von Seite stehen. Der Arbeitgeber soll Parteivertretern redigiert ist, soll geferner zu jederzeitiger Entlassung des druckt werden. Arbeiters berechtigt sein, wenn dieser Je ein Exemplar des gedruckten beim Abschluß des Arbeitsvertrags Bergleichs ist in jedes„ Kontrollbuch" Ortskrankenkasse der Klempner fich zu arbeiten, zu welchen er nicht für den Arbeiter ersichtlich zu fleben. befähigt ist, verpflichtet hat. Ferner ist je ein Exemplar in 4. Unter II ist bestimmt und bleibt jedem Arbeitsraum für jeden Arbeiter Die in der General Versammlung bestehen: Lohnarbeit wird nur nach zugänglich auszuhängen. am 4. November v. J. beschlossenen Stunden berechnet. Zusätzlich wird Endlich übernehmen die Arbeit: Abänderungen der§§ 13, 55 und 64 hier folgendes vorgeschrieben: Der geber, sowohl dem Innungs- Schiedssind als achte Abänderung zu u Arbeitgeber ist verpflichtet, den ver- gericht als auch dem Gewerbegericht ferent Statut vom Bezirksausschuß dienten Lohn an den Arbeiter sofort je ein Gremplar zur Benutzung bel genehmigt worden und treten mit Montag nach stattgefundener Bezahlen, wenn das Arbeitsverhältnis der Rechtsprechung zu übersenden. ordnungsmäßig auf Grund der Nr. 1 9. Dieser Vergleich tritt sofort in fanntmachung in Kraft. dieses Vergleichs( z. B. bei Vorliegen Kraft 25126 eines dem Arbeitgeber resp. dem Arbeitnehmer zustehenden gesetzlichen Köpenick, Grünauerstr. 70. Auflösungsgrunds) aufgehoben wird. In allen übrigen Fällen ist der H. Königs Restaurant hält Arbeitgeber berechtigt, den Lohn dem fich bestens empfohlen. 5012 Arbeiter an dem der Auflösung des werden. Bekanntmachung. Der Vorstand. v. g. u. gez. Heinrich Lorenz. Bry. Th. Glocke. H. Maaß. gez. v. Schutz. Dorau. gez. E. Bernhard. Maa 8. Alb. Massini. Koblenzer. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.