Nr. 26. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Gonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Auslands Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Xmt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonntag, den 31. Januar 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Lederne Sozialpolitik? ſtändniß, welche das Regime Caprivi besitzt. Die Herren gehendste Sonntagsruhe, spricht, nicht übergangen werden Bundesrathsmitglieder, welche mit uns im 2. Band des kann. Wir sind nun gespannt darauf, wofür sich der " Politische Uebersicht. Wo Alles liebt, kann Karl allein nicht hassen!" Wenn Enqueteberichtes, S. 165 folgende, den Abschnitt über die Bundesrath entschließt: für eine durchgreifende, kultursich das Großunternehmerthum anderer Branchen, wie die Sonntagsarbeit in der Gerberei und Lederverfertigung fördernde Sonntagsruhe mit ganz wenigen Ausnahmen, Eisen, Hütten- und Zuckerbarone, mit Betteleingaben an aufschlagen, wissen also, was es zu bedeuten hat, daß drei oder für die lederne Sozialpolitik der Herren Unternehmer. den Bundesrath wendet, damit für seine Betriebe ja mög- Viertel des Berichtes angefüllt sind mit der Aufzählung der lichst viele Ausnahmebestimmungen von der neuen, an und ungeheuren Schwierigkeiten, der technischen, wirthschaftlichen für sich schon so fläglichen Sonntagsruhe getroffen werden, und weiß Gott noch welcher, die der Einführung der richso kann die deutsche Lederindustrie natürlich nicht zurück- tigen Sonntagsruhe bei der Lederfabrikation entgegenstehen. bleiben. Diese Unternehmerzunft hat bekanntlich ihren Sit Ohne diese Herauskehrung aller erdenklichen Einwände gegen außer in Sachsen, bei Halberstadt und in Thüringen, jede Weiterbildung des Arbeiterschutzes ging es unter BisBerlin, den 30. Januar. namentlich in West- und Süddeutschland, bei Worms, marck bekanntlich nicht. Wenn aber nach all' diesem Wust Mainz, Offenbach, Backnang und Weinheim, und sie hat doch am Ende die Wahrheit durchblickt, so hat sie um so Nachgeschmack" der Erwerbung des Felstegels Helgoland zu Der Reichstag hatte sich heute mit dem metallischen sich an den meisten dieser Orte aus ihrem verdienten" größeren Werth. So auch hier. Endlich auf S. 176 muß Profit wahre Schlösser als Residenzen gebaut Ser amtliche Bearbeiter zugeben, daß sich nur 89 Antworten beschäftigen. Was nämlich jeder Einsichtige gelegentlich bes siehe das Heyl'sche Besitzthum in Worms, in der gegen, aber nicht weniger als 418 für die Durch- Gintausches der Insel Helgoland vorausgesehen hatte, ist in Nachbarschaft des Musterbourgeois Schön. Diese deutschen führbarkeit der Sonntagsruhe bei der Leder Fabri- werden und zwar kostet der Spaß den deutschen Steuerpromptester Weise eingetroffen, das Eiland soll jetzt befestigt Lederfabrikanten verfügen über eine Ausfuhr, die tation aussprachen, und zwar 33, darunter 14 von für sich allein im Werth jetzt nicht mehr viel von 100 Mill. Fabrikanten, für die völlige Sonntagsruhe. Diese eine zahlern das nette Sümmchen von 11 Millionen. Zunächst Mark entfernt sein dürfte, und sie kommandiren über eine Feststellung wird dem Bundesrath bereits sehr werthvoll 1 395 000 M nothwendig und diese Summe hat heute der Reichsfind von dieser Summe in der Form des Nachtrags- Etat sind von dieser Summe in der Form des Nachtrags- Etat Arbeiterarmee von ungefähr 60 000 Mann, die Kleinbetriebe sein bei der Beantwortung der neuen Fabrikantenpetition. tag nach kurzer Debatte bewilligt. Von sozialdemokratischer eingerechnet. Ein Wunder, daß sich diese Herren fühlen Der Bismarck'sche Bericht liefert aber noch mehr. Da sagt Seite wurde Verwahrung dagegen eingelegt, daß aus dem und den Bundesrath in den Ohren liegen, natürlich nicht ein Unternehmer in Aurich direkt, daß ein Verbot der Schweigen unserer Vertreter zu dieser Posttion in der mit Vorstellungen darüber, wie sich die Beschäftigung ihrer Sonntagsarbeit bei der Lederherstellung weder für FabriLeute am gesündesten und humausten regeln ließe, sondern kanten noch für Arbeiter nachtheilig sein würde. Eine Be- Kommission etwa der Schluß gezogen würde, als stimme vie Wir Sozial mit der Forderung, daß ihnen die Zeit zur Ausnutzung hörde äußert ausdrücklich, die Sonntagsarbeit in der Sozialdemokratische Fraktion derselben zu. demokraten, meinte Bebel, gäben den Engländern das ihrer Arbeiter auch am Sonntag möglichst wenig beschnitten Gerberei beruhe nur auf alter Gewohnheit." Ein Dritter werden dürfe. Der Sat ,, noblesse oblige" gilt ja seit gemeint:" Der Betrieb kann sehr wohl dahin eingerichtet Felsenneft Helgoland gerne wieder und unsere ganzen afriraumer Zeit weder mehr für die echten Junker, noch für geadelte werden, daß bis zum Sonnabend immer mit den Arbeiten tanischen Kolonien dazu. Nachdem der Nachtragsetat angenommen, entspann oder ungeadelte Industriebarone. Speziell in den hessischen aufgeräumt wird; ist dieses nicht der Fall, so entstehen für sich eine endlose Debatte über eine seit 1884 unentschieden Lederfabriken am Rhein herrscht nach den Berichten der den Arbeitgeber doch keine Verluste." Auf die schreckliche gebliebene dortigen Fabrikinspektoren bereits an den Wochentagen eine Thatsache, daß sie eventuell schon Sonnabend Mittag die Ausgaben, für welche eine verfassungsmäßige Anweisung um Streitfrage die Rechtsgiltigkeit von ziemlich lange Arbeitszeit, und gerade in diesen Betrieben Fabrik schließen müßten, exemplifiziren nämlich auch die nicht vorlag. Die Herren vom Zentrum mochten auch in praktizirt man seit Langem die Lohneinbehaltung für halbe Antworten, welche von den Gegnern der Sonntagsruhe dieser Angelegenheit ihre Regierungsfähigkeit beweisen, inTage oder ganze Wochen, bei welcher der reiche Arbeiter herrühren als wenn etwa die Arbeiter vor einem der dem sie diese parlamentarische Seeschlange verschwinden so gut sein muß, dem armen Fabrikanten seinen spielend artigen Zeit- und Kulturgewinn zurückschreckten! Eine lassen wollten. Dem widersetzten sich die Liberalen, von verdienten Lohn noch einige Zeit zu borgen. vierte Antwort aus Württemberg theilt mit, daß in dem denen schließlich, um ein Ueberstimmtwerden zu hinterDoch jetzt handelt es sich bei der Eingabe der Herren Betriebe, von dem sie handelt," Sonntags jede Arbeit vertreiben, Rickert die Beschlußfähigkeit des Hauses an den Bundesrath" nur" um die Beibehaltung der Sonn- mieden werde". Ganz versteckt wird daneben bemerkt, daß anzweifelte. Da ein Bureaumitglied boshaft genug tagsarbeit bezw. um die Durchlöcherung der gesetzlichen selbst von den enragirtesten Gegnern der Sonntagsruhe war, Zweifel zu hegen, fo mußte per Hammelsprung Sonntagsruhe mit möglichst vielen Ausnahmen. Und da fast ausnahmslos einige Vormittagsstunden als aus die Zahl der Anwesenden festgestellt werden. Diese Prozedur geht unser dringender Wunsch dahin, daß der Bundesrath, reichend angegeben werden", ein Beweis mehr, daß es sich ergab die Anwesenheit von 106 Mitgliedern, welche in genau der ja stets gern auf alte Atten zurückgreift, wenn er sich um Lappalien handelt, welche die Unternehmer in der abgezählten Hälften mit Ja und Nein stimmten, das Haus damit eine Arbeit erleichtern kann, vor der Entscheidung über üblichen Weise dadurch aufbauschen, daß sie von Ver war also beschlußunfähig und mußte Vertagung eintreten. die Eingabe der Lederfabrikanten einmal den amtlichen nichtung der Industrie"," Eingriffen in die Freiheit" und Die nächste Sigung findet am Mittwoch nächster Woche Bericht über die Erhebungen in die Hand nehmen möchte, ähnlichen schönen Dingen deklamiren. Die schwerwiegende statt und steht in erster Linie das Heimstättengesetz auf der welche der alte Reichskanzler 1885/86 über die Sonntags Bedeutung aller dieser Zugeständnisse wird, wie noch Tagesordnung. Den sozialdemokratischen Standpunkt zu arbeit vornehmen ließ. Die schriftliche Methode dieser Er- mals betont sei, ebenso außerordentlich gehoben durch die diesem konservativ kathedersozialistischen Reform- Humbug hebungen war ja so verfehlt wie möglich, und der Be- Umgebung, in der sie sich befinden, durch die auf Hinaus wird der Abgeordnete Schippel darlegen. arbeiter des amtlichen Berichts that nach Einlauf der Ant- schiebung der Sonntagsruhe angelegte Enquete Bismard's, worten wiederum Alles, um die letzteren so zu redigiren" und zu gruppiren", daß für die Sonntagsruhe so gut wie Nichts heraussprang. Aber wir sind ja jetzt im neuen Kurs", bekommen eine Kommission für Arbeiterstatistik und hören alle Tage von dem höheren sozialpolitischen VerFeuilleton. Nachdrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. [ 26 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Sie sind ja mit einem Male recht human und zugleich philosophisch geworden, Herr Dr. Rassmaus?" rief der Möbelfabrikant höhnisch. " Nicht mehr, als recht und billig", erwiderte Raffmaus trocken. Sie wissen, daß wir des Dr. Luz dringend bedürftig sind, daß wir ihn uns auf alle Fälle erhalten müssen." „ Und da soll ich wohl so gut sein und mich für die Partei aufopfern, indem ich meine Tochter an einen unbemittelten Wann wegwerfe?" -F welche diese Zeugen nicht hat unterdrücken fönnen. " Diese Thatsachen haben in großen Zügen hervorgehoben werden sollen, während die Angelegenheit beim Bundesrath noch schwebt, damit wichtiges Material zu ihrer Ent scheidung, welches für die Forderung der Arbeiter, für weit M Der Höllenspektakel, den die nationalliberale Presse wegen des preußischen Schul- Gefeßentwurfs erhebt, ist viel zu höllisch, als daß er ganz natürlich sein könnte. Dieser Entrüstungssturm hat- gleich anderen- den Schalt hinter sicher ist Komödie. Es ist, wie wenn eine alte einem tüchtigen Gelehrten, der, wie bereits gesagt, unserer Ich werde mir die Sache reiflicher überlegen," meinte Partei unentbehrlich ist, ihr Glück findet. Sie haben bis der Möbelfabrikant kleinlaut. jetzt für unsere Partei noch gar nichts gethan, trotzdem Sie Thun Sie das. Leider aber muß ich bemerken, daß immer innerhalb derselben eine Rolle spielen wollten. Solche wir mit allen diesen Zwischenfällen zu keinem Resultate Leute haben keinen Werth für uns. Was nützt uns Ihr Geld, gelangen können. Bon feiner Seite ist noch ein an wenn Sie es in Ihrem Kasten behalten! Dergleichen Partei- nehmbarer Vorschlag gekommen, und gekommen, und so denke ich, genossen können wir täglich dugendweis bekommen." wir werfen uns am Besten auf das immer beliebte „ Nun so kann ich ja gehen," rief Rollfuß und erhob Thema einer größeren Selbständigkeit der Gemeinden, sich von seinem Site. " Ja wohl, gehen Sie, und holen Sie sich morgen die Akten zu Ihrem faulen Prozeß gegen Hackebühl ab. Ich mag mit der bedenklichen Angelegenheit nichts mehr zu thun haben." Der Möbelfabrikant erblaßte und legte den Hut, den er ergriffen, wieder nieder. Wie? Herr Doktor, Sie wollen mir nicht mehr " dienen?" " Beseitigung des staatlichen Bevormundungssystems, Zurückgabe der Polizeigewalt an die Stadtbehörden u. f. w. Es liegt dies durchaus im Interesse der liberalen Parteien, deren Einfluß selbstverständlich auf die Stadtverwaltung eine größere und direktere, als auf die Staatsregierung ist. " Brav, bravo", erscholl es jetzt von allen Seiten. Dr. Raffmaus nahm gnädig diese Zustimmungszeichen mit einer vornehmen Verbeugung in Empfang und fuhr dann fort: Dienen? was für ein Ausdruck ist das nun wieder! „ Aus Ihrer Zustimmung ersehe ich, daß ich den rechten " Bum Donnerwetter, Herr Rollfuß, reden Sie doch Sie scheinen vor studirten Leuten sehr wenig Achtung zu Punkt getroffen habe, und so wollen wir diese Forderungen nicht solch' ganz unfinniges Zeug. Sie selber haben genug baben. Ich diene überhaupt nicht, weder Ihnen, noch als Thema auf das Programm für die in nächster Woche Sie, Herr Prozum Leben, und brauchen nichts von Ihren Kindern. Wenn irgend einem anderen Menschen in der Welt. Unsereins stattfindende Bolts versammlung stellen. diese also bescheiden leben können und wollen, was ja hier dient höchstens dem Staate, Anderen hilft man nur. Ihnen feffor Birnenmann, werden hoffentlich in den von Ihnen der Fall ist, so lassen Sie doch die Kinder ihr Glück finden, aber zu helfen, hat man taum einen vernünftigen Grund. inspirirten Zeitungen die nöthigen Anregungen geben?" wie sie es wünschen. Jedermann muß für die allgemeinen Gehen Sie mit Ihrem Prozeß zu wem Sie wollen, Sie Partei- Jutereffen thun, was in seinen Kräften steht, sonst werden schon sehen, wohin Sie kommen." geht die Partei zu Grunde. Sie sind ein Tischler und„ Aber Herr Doktor, Sie werden doch nicht gleich ein nennen sich Fabrikant.. übereiltes Wort " " Herr Doktor, ich verbitte mir... Wenn's übereilt war, dann sehen Sie sich und handeln Sie haben mich ausreden zu lassen, Herr Rollfuß," Sie in Zukunft überlegter. Thun Sie vor allen Dingen schnaubte Raffmaus. Ich sage, Sie tönnen es sich zur etwas mehr für die Partei, die schon viel für Sie gethan. Ehre schäßen, wenn Ihre Tochter in der Verbindung mit Eine Hand wäscht die andere." Wir werden, wie immer, das Unsere thun für die Sache des Fortschritts," erklärte der Professor salbungsvoll. Als Referenten über die Tagesordnung können wir feinen Besseren nehmen, als Dr. Luz. Der Herr ist heute im Born von uns gegangen, und das war Ihre Schuld, Herr Rollfuß. Ihnen fällt deshalb auch die Aufgabe zu, den Herrn Doktor zur Uebernahme des betreffenden Referats zu bestimmen." Sehr mit allen Hunden gehetzte, in hundert Liebesabenteuern er- nationalliberaler Seite ist in dieser ganzen Zeit niemals Zum Schaden noch den Spott, und zwar den wohl probte Kolette plötzlich einmal die naive„ Unschuld" zu Widerstand geleistet worden; ihr Kulturkampf kehrte sich verdienten, ziehen sich die Freiſinnigen durch ihre Heuchelei spielen für gut findet. Es hat seine besonderen Gründe. nur gegen Rom und war auf die Kräftigung des und Feigheit zu. Wenn die Bossische Zeitung" schreibt, Wenn diese Nationalliberalen, deren politische Tugend doch reaktionärsten Absolutismus gerichtet. Die selbst in die daß auf der Linken nicht wenig Bekenner eines persön wahrhaftig schon manchen Sturm erlebt hat, so daß das Beiten des schärfsten Kulturkampfs innerlich mit dem lichen Gottes fizen, die gelegentlich so fromm die Hände Bischen, was allenfalls davon übrig geblieben ist, mit einem orthodoxesten Konfessionalismus verwachsene Regierung nahm falten mögen wie der Kultusminister", so hat die„ Germania" Mikroskop gesucht werden muß, wenn diese Wetterfahnen die nationalliberale Unterstüßung gern entgegen; es ver- vollständig recht, wenn sie diese Herren, die durchaus„ Christen" plötzlich gesinnungstüchtig thun, dann hat es seine besonderen pflichtete sie diese zu nichts, fte aber fonnte in sein wollen, auffordert, einmal klipp und klar zu erklären, Gründe. Wer fast ein Menschenalter Bismarck'scher Politik der Vernichtung jeder Unabhängigkeit, jedes freien ob sie sich bekennen zum Glauben an Christus, den mensch durchgemacht, und alle Zumuthungen derselben Lammfromm Denkens auf dem Gebiete der Schule ungehemmt gewordenen Gottesjohn? Wer das nicht thut, der hat über sich hat ergehen lassen, der hat kein Recht mehr, zu vorwärts gehen und Zustände schaffen, wie sie in der gegen feinen Antheil mehr am Namen eines Christen. verlangen, daß man an seine sittliche Entrüstung glaube. wärtigen Schulgeset- Borlage einfach kodifizirt werden. Ihr richtig! Das Geheimniß der Komödie wird uns sofort klar, Bennigsen's und Miquel's, Ihr großen Staatsmänner, und wenn wir den Biedermann in's Auge fassen, dem die Ihr Kleinen in der Gefolgschaft derselben, Ihr liberalen Auch in Baden ist jetzt dem Landtag ein neuer Nationalliberalen, so lange er im Amt war, blinde Heer- Blätter, in Berlin, Köln, Magdeburg und Hannover, wo Schulgesetentwurf vorgelegt worden. Die Liberalen folge leisteten, pudelgleich apportirten, über den Stock waren Gure liberalen" Reden und Freiheitstiraden vor rühmen von demselben, daß in ihm die Simultanschule Als wenn daran was zu rühmen sprangen u. f. w., und in dem sie auch heute noch ihren einem, zwei, drei Jahren u. s. w.? Ohne Euch, die Ihr erhalten bleibt. Chef" verehren. Es ist wahr, besagter Biedermann hat unter dem Deckmantel des Liberalismus das Bürgerthum wäre, daß in derselben Schule statt einer privilegirten neulich einigen Leipziger Studenten betheuert, er fümmere torrumpirtet und was noch an freiem Denken in ihm lebte Ronfeffion zwei oder drei Konfessionen herrschen! Was sich nicht mehr um Politik, indeß von besagtem Bieder wegeskamotirtet, ohne Euch hätte keine Regierung hilft es dem frei denkenden Mann, wenn er seine mann rührt auch das klassische, auf entschiedener gewagt in Kirche und Schule unverhohlen Kinder nur in der Konfessions oder der Simultan fann? Die Schule Selbsterkenntniß beruhende Wort her: amtlich habe von Reaktion zu Reaktion vorwärts zu schreiten. schule unterrichten lassen ich noch nie die unwahrheit gesagt. Und amtlich Was amtlich Was soll jetzt Ener Geschrei über Reaktion beüberhaupt mit einer Ronfession zu thun; mögen die hat er jegt überhaupt nichts mehr zu sagen. Er hat aller deuten? Habt Ihr nicht derselben bisher die Kirchen und Religionsgemeinden ihre religiösen Angelegen dings mit den Leipziger Kneipbrüdern gekneipt und beim schmachvollsten Buhälterdienste geleistet? Und seid Ihr heiten selbst ordnen, die öffentliche Schule aber hat sich jeden Kneipen pflegen gewöhnliche Leute die Wahrheit zu sagen nicht dazu nach wie vor bereit, wenn man Euch nur die tonfessionellen Charakters zu enthalten. zu. aber so Einzah lungen hat Rückzah Baarbestand M. Lungen 4491 M. 7 768 868 238 566 446 28 889 2 487 284 18 294 2 021 889 1 375 669 27 742 2 646 771 16 502 2 172 978 1 283 213 25 549 2 719 668 17 174 5 553 840 1 250 393 M. 721 546 in vino veritas, jedoch besagter Biedermann ist fein Aussicht nach einem Feßen der Regierung ließe? Um dieses Die traurigen wirthschaftlichen Verhältnisse in gewöhnlicher Mensch und das Sprichwort trifft also nicht Feyens der Macht willen erhebt Ihr gegen die Regierung Sachsen werden durch die Statistik der Sparkassen- GinGenug, besagter Biedermann, der thatsächlich sein die Lärmklapper, als gelte es Spazen zu verscheuchen, droht und Rückzahlungen in grelle Beleuchtung gestellt. Während ganzes Leben lang nie eifriger politisirt, intriguirt und ge- mit der Gründung einer mächtigen Opposition, schielt nach der Etats Debatten im sächsischen Landtag wurde dieses stänkert hat, als gerade jezt, hat in dem Blatt, dessen ge- Eurem früheren Abgott in Friedrichsruh, gebärdet Euch als Moment bereits von Liebknecht hervorgehoben und gab heimer Chef- Redakteur er ist, das Geheimniß der national grimmige Löwen, und seid doch nichts als Wadenkneifer, in der Kammer und Bresse zu einer scharfen und längeren liberalen Komödie verrathen: er hat dort nämlich Alles, die man mit einem Tritt verscheucht. Polemik Anlaß, die jedoch nur die Richtigkeit der Liebwas die Nationalliberalen gegen den Volksschul- Gesetz- Ein Gutes hat das Volksschul Gesez. Nicht etwa necht'schen Behauptungen und Schlußfolgerungen bestätigte. entwurf vorbringen, in den drastischsten Ausdrücken gesagt- daß das neue Bündniß zwischen Bennigsen und Neuerdings hat nun das statistische Bureau des töniglich und zwar noch ehe die Herren Nationalliberalen sich in das Eugen Richter eine starke liberale Partei aus der sächsischen Ministeriums des Innern eine Uebersicht Entrüstungsfieber hineingeschrien hatten. Das läßt zwar Bourgeoisie heraus gebären tönnte in der über die bei den Sparkassen im Königreich Sachsen im nicht tief blicken, aber doch klar. Der Urheber oder Fäulniß begriffene Körper haben keine Beugungs- Monat November v. J. erfolgten Ein- und Rückzahlungen wenigstens der Dirigent der Komödie sitzt in Friedrichs- fähigkeit mehr der Schleier ist von der zusammengestellt. Nach derselben wurden in genanntem ruhe und heißt Bismarc. vertappten Reaktion weggezogen. Die Reaktion hat jezt Monat in 229 Rassen auf 89 948 Posten 8721 961 M. Wir erwähnten neulich schon, daß die Nationalliberalen offen den Kampf zu führen gegen den Geist des Voltes, ein- und auf 56 461 Posten 7 472 263 M. zurückgezahlt; lange nach einem Operationsplan gegen den jezigen und und kein heuchlerischer Freifinn verdeckt jene mehr. Das der Baarbestand dieser Kassen bezifferte sich am Schlusse zu Gunsten des früheren Kanzlers gesucht hätten, und daß neue Gesetz muthet dem Volte nicht mehr zu, als ihm bis- des Monats November auf 4475 721 M. Die einzelnen fie, allem Auscheine nach auf den Kulturkampf verfallen her bereits geboten ist, und zwar unter Billigung der Kreishauptmannschaften sind an diesen Beträgen wie folgt seien. Unsere Vermuthung ist seitdein im vollsten Umfange Nationalliberalen und unter dem Schweigen der Frei- betheiligt: bestätigt worden das Volksschul- Gesetz soll dem lenden sinnigen. Lahmen Nationalliberalismus auf den Rücken des lendenDie Landtagsdebatte über das Volksschul- Geſetz lahmen Kulturkampf- Kleppers verhelfen der National liberalismus will fich durch charlatanistisches Geschrei von wurde heute, am 5. Tage, in der ersten Berathung beendet; Bautzen Freiheit der Schule, Auslieferung der Schule an die Kirche das Gesetz wurde an eine Kommission von 28 Mitgliedern Dresden und ähnliche Stichwörter des wohlfeilen Philister- Liberalismus überwiesen. Die heutige Debatte führte uns wieder Herrn Leipzig wieder ein kleines Kapitälchen von Popularität erschwindeln Stöcker als Säule des Christenthums vor, und ihm Zwickau gegenüber wußte Herr Knörcke nichts besseres zu thun, In den Monaten Januar bis mit November v. J. für Bismarck Geschäfte machen. Damit soll übrigens nicht gesagt sein, daß der gegen als das Christenthum der deutschfreisinnigen Partei wurden überhaupt auf 1 305 205 Posten 117 481 033 Wt. wärtige Lärm um das Schulgeset pure Komödie sei. Bu vertheidigen. Graf Caprivi erwiderte auf eine frühere ein- und auf 864 650 Boften 113 967 905 M. zurückgezahlt; Dem Reichskanzler ist es sicherlich ernst mit der Be- Aeußerung Rickert's, daß in Schottland, dem religiösesten im Vergleich mit der nämlichen Zeit des Vorjahres find in tämpfung des Liberalismus, soweit derselbe wirklich ist, Lande der Welt, die Schule ohne Religion existire, daß diesem Jahre auf 33 305 Posten 277 736 m. weniger und er hat auch ganz recht, wenn er den Liberalismus als Schottland dieses eben dürfe; Deutschland sei aber eingezahlt und auf 83 075 Posten 7 127 247. Vater des Atheismus und Materialismus betrachtet, allein nicht so religiös.( Also müsse ihm die Religion burch mehr zurückgezahlt worden. Bei Würdigung dieser Zahlen muß allerdings nicht außer er weiß ebensogut wie wir, daß der Liberalismus, der die Schule eingepfropft werden.) Wenn von 60 Kindern seine politischen Ideale so leichten Herzens preis gab, nur eines Religion in den Volksschulen bekomme, so sei Acht gelassen werden, daß es nicht die arbeitenden Klassen auch seine wissenschaftlichen Ideale widerstandslos preis- dieses eine Kind der Opfer werth, daß die übrigen 59 ohne im engeren Sinne des Wortes sind, die in die Sparkassen Der nationalliberale Geld einlegen. Bei den elenden Löhnen, die heutzutage geben wird zum Theil ist es bereits geschehen sobald Noth die Volksschule besuchen. ihm das Messer an der Gurgel steht. Und die Fronte, mit Abgeordnete Friedberg steckte namens der national und namentlich in Sachsen- gezahlt werden, ist es eine welcher der Kanzler von dem liberalen Schwur auf dem Rütli liberalen Partei den Degen ein und verwahrte sich vor dem reine Unmöglichkeit, daß die Massen der Arbeiter, auch wenn gesprochen, beweist, daß er die liberale Erhizung keineswegs Gedanken, daß dieselbe darauf ausgehe, mit den Freifinnigen sie sich den äußersten Entbehrungen unterziehen und auf tragisch nimmt. Trotzdem wollen wir nicht in Abrede stellen, eine große liberale Partei zu tonſtruiren.( Armer Eugen!) jeden menschlichen Komfort verzichten, irgend etwas er daß die politischen Gegensäße sich schärfer und schärfer zu- Nochmals sprach Rickert, indem er sein Bedauern aussprach, iparen" können. Selbst die Richter'sche Spar- Agnes brächte spißen und daß wir erusten Kämpfen entgegengehen. Sie daß Graf Caprivi, dessen Eintritt in die Regierung er mit es nicht fertig. Nur einige bevorzugte Arbeiter und das find aber nicht zwischen Regierung und Liberalismus. Der Freuden begrüßt, ihn so enttäuscht habe. Graf Caprivi Kleinbürger- und Kleinbauernthum können die Spartafsen deutsche Liberalismus, trage er Bennigsen'sche Pantoffeln erklärte sein festes Berharren bei seiner Stellung zu der benutzen also die sogenannten mittleren Schichten". oder Richter'sche Wadelstrümpfe, hat zu ernstem politischen Gesetzesvorlage. Wenn er heute weniger schroff spreche, so und daß auch an diese die Noth so arg herantritt, wie Kampf längst den Willen und die Kraft verloren- falls sei es, weil er erkannt habe, daß es mit der großen dies durch die obigen Biffern bewiesen wird, das zeigt er beides überhaupt jemals besessen. liberalen Partei nichts sei. Souft sei er uns die Intensität des herrschenden Noth verändert derselbe. stands.und Das Volksschul- Gesetz, ob es unverändert oder Die fünftägige Debatte hat den kläglichen Rückgang amendirt angenommen wird, ist das eigenste Wert der Nationalliberalen und zum guten Theil auch der Deutschfreisinnigen. In dem Vierteljahrhundert des Beſtehens der nationalliberalen Partei ist die Reaktion auf dem Gebiet der Kirche und Schule stetig vorgeschritten. Von " Ich?" rief der Möbelfabrikant, ich kann doch nicht gut. Sie werden es schon einzurichten wissen; Sie kommen im Namen der Partei." Und wenn er nicht will?" Sie besitzen das Mittel, ihn willfährig zu machen. Sagen Sie uns hier kurz und bündig, ob Sie die Vermittelung bei dem Dr. Lutz übernehmen wollen oder nicht?" Wenn es das Interesse der Partei durchaus verlangt." seufzte der Möbelfabrikant. " Das Interesse der Partei verlangt es," bemerkte Dr. Raffmans trocken. " Nun dann will ich zu ihm gehen." des bürgerlichen Liberalismus deutlich demonstrirt. Die kirchliche und staatliche Reaktion, Junkerthum und Muckerthum standen hochaufgerichtet im Triumphe da; der Liberalismus, statt den Kampf muthig aufzunehmen, vertheidigte sich auf der Armesünderbant. Der Einige Veröffentlichungen aus dem Nachlaffe Noon's betreffen das Attentatsjahr 1878 und zeigen Noon's betreffen das Attentatsjahr 1878 und zeigen us, wie schamlos damals die That des halbidiotischen Stöckerlings Hödel und des irrsinnigen Nationalliberalen Nobiling von Bismarck fruftifizirt" worden ist. selbe Bismarck, der im Wai 1878, als er die erste Nach richt vom Terzerolschuß Hödels erhielt, an bie Re Bescheidenheit, nichts als Bescheidenheit," entgegnete gierung telegraphirte: Ausnahmegesetz gegen die Raffmaus. Meine Herren, ich frage Sie hiermit auf Sozialdemokratie! hat bekanntlich 11 Jahre Pflicht und Gewissen, ob Sie damit einverstanden sind, daß später einem Juterviewer gestanden, er hätte damals wir Herrn Professor Birnenmann als denjenigen Kandi in der Sackgasse gesteckt, im Reichstage eine feste baten erklären, von dem wir die beste Vertretung unserer Majorität gegen fich gehabt, und sich auf seine Ideen zur Wohlfahrt und Entwickelung des Landes er- Kollegen im Ministerium nicht verlassen können warten dürfen?" um sich zu retten, habe er den Reichstag auf Gewiß," versteht sich,"" unbedingt," erscholl es im lösen müssen. Kreise. Nun denn, meine Herren," fuhr Raffmaus fort, füllen Sie Ihre Gläser und stoßen wir an auf das Gedeihen der liberalen Prinzipien und das Wohl unseres vortrefflichen Kandidaten, Professor Birnenmann. und Der Sozialistenschreck war also nur ein Stück politischer Komödie: er war künstlich gezüchtet worden, um die Volts massen zu verwirren und den Boden für Neuwahlen günstig zu machen. 1 Hätte Bismarck nicht in seinem eigenen, pers " Das ist recht. Und nun, meine Herren, handelt es" Hoch, hoch!" erscholl es von allen Seiten. sönlichen Interesse, das ihm natürlich mit dem sich um einen Präsidenten für die projektirte Versammlung." Jetzt aber, meine Herren, gilt es, mit Taft und Um- Staatsinteresse eins war, den Sozialistenschreck nöthig ges Weber Dr. Benjamin, noch einer feiner Anhänger darf zum ficht vorzugehen. Kein Mensch darf ahnen, was wir beschlossen habt, so würde man Hödel aller Wahrscheinlichkeit nach Borsitz gelangen. Ich werde die Versammlung eröffnen haben, dann wird sich Alles machen. Hören Sie meinen ganz stille in ein Frrenhaus gesteckt haben und von und sie auffordern, einen Vorsitzenden vorzuschlagen." Da Plan: Wir werden unsere Leute gut vertheilen. Sobald Nobiling, der nach dem Gesetz der epidemischen Ans bitten Sie, Herr Tieftrunk, um's Wort." Herr Tieftrunk um's Wort gebeten und Herrn Rollmann steckung sensationeller Verbrechen nur durch die lärmende Ich? mich...?" rief der Weinhändler erschrocken als Vorsitzenden vorgeschlagen hat, beginnen unsere Leute und sensationelle Fruttifizirung" des Hödel'schen Terzerol und ließ in feiner Aufregung das halbgeleerte Weinglas ein Bravorufen und geben durch Händeklatschen ihren Bei- schusses zu seiner That angereizt wurde, hätte die Welt fallen. fall zu erkennen, so daß wir den Präsidenten gleich als überhaupt nie etwas gehört. Ja, Sie, Herr Tieftrunt. Und Sie schlagen den um durch Akklamation erwählt erklären fönnen. Herr Roll- Aus jener frivolen Täuschung, in welcher die National das Wohl seiner Mitbürger Hochverdienten und namentlich mann nimmt sodann mit einigen Dankesworten, die ich ihm liberalen Bismarck so eifrig unterstützten, ging nicht blos für die unbemittelten Bevölkerungsklassen stets besorgten aufschreiben werde, die Wahl an und ertheilt darauf Herrn das Sozialistengesetz hervor, sondern jede weitere Reaktion, Herrn Kaufmann Rollmann, Stadtverordneten und Armen- Dr. Luz das Wort zum Bortrage, welcher so ziemlich den insbesondere auch auf kirchlichem Gebiete war der Weg vorsteher, vor." ganzen Abend wegnehmen wird. Die etwa auftretenden Gegner, gebahnt. Das heutige Boltsschul- Gesetz, über das die soweit wir sie überhaupt zum Worte kommen lassen, werden Nationalliberalen heute schreien, führt seine Quelle auf jenen durch Professor Birnenmann und meine Wenigkeit nieder- Attentats- Lügenbau zurüc geschinettert werden, worauf Herr Rollfuß einen Antrag auf Schluß der Debatte einbringen kann." Wie? mich? rief Rollmann seinerseits erblaffend ,,, ich muß fagen... ich bin. ich kann. Sie find der geeignete Mann, und ich werde Sie inftruiren," entschied Raffmans.„ Und mun, meine Herren, handelt es sich nur noch um einen Kandidaten für den Landtag. Da, glaube ich, find wir es unter allen Umständen dem langjährigen Mitstreiter und Vertreter unserer Ideen und Interessen, Herrn Profeffor Birnenmann, schuldig, daß wir ihn auf den Schild des Volkswillens er heben." ,, Meine Herren, ich muß bitten... Sie sind sehr gütig.... Ihr Vertrauen.... meine schwache Kraft...." stammelte der Professor. " Ich kann nicht öffentlich sprechen," erklärte der Möbelhändler erschrocken. " Ift ja auch gar nicht nöthig," tröstete Raffmaus, wir werden zu einer uns geeignet erscheinenden Zeit schon der Versammlung mittheilen, daß von Ihnen ein Antrag auf Schluß der Debatte gestellt worden ist. Bei dieser Mittheilung lassen unsere Leute in der Versammlung allseitige Buftimmungsrufe vernehmen, und die Sache ist abgemacht. ( Fortsetzung folgt.) In dem Nachlasse Roon's finden wir einen Brief des Kaisers vom 26. Dezember 1878 an Roon folgende Stelle: Wohin wir gekommen wären ohne den 2. Juni, ist nicht zu berechnen, und wie ich es öffentlich ausgesprochen, will ich gern geblutet haben, wenn Manchem die Augen geöffnet find und wir zum Bessern steuern! Der Anfang ist gemacht durch das neue Gesetz( Sozialisten gefeß), aber nun muß noch der gelockerte Boden der Kirche befestigt werden." Das Sozialistengesetz hat seinen Zweck nicht erreicht; fiegreich hat die Sozialdemokratie es überwunden. Jetzt 113 Parlamentarisches. erscheint auch die zweite Aussaat der Bismarck'schen| machen ließ, stellte eines Tages einen Napf voll heißen Kaffees Unteroffizier Weise mit 2 Jahren Gefängniß und Degradation. Täuschungspolitik hoch emporgesprossen, ein Ausnahmegesetz auf einen Stuhl, welchen der Reservist Hunger auf- Obergefreiter Liebing mit 2 Jahren Gefängniß. gegen das freie Denken und die menschliche Fortentwicklung. und abwärts zu strecken hatte, und ließ das Strecken Obergefreiter Hoffmann mit 2 Jahren und 3 Monaten GeDie Nationalliberalen, die Nährväter dieses Gesetzes, und fo fange fortsetzen, bis der Napf herunterfiel und der heiße Kaffee fängniß. Unteroffizier Behme mit 3 Jahren Gefängniß und Degras ihr freisin niger Anhang werden vergebens dagegen an dem Hunger über Gesicht und Körper lief. kämpfen; aber dennoch wird sich dieses Gesetz als ebenso Artillerie- Regiments Nr. 12) ließ dem Kanonier Dobert fast Der Obergefreite Hoffmann( 1. Kompagnie Fuß- dation. Unteroffizier Geilsdorf mit 4/2 Jahren Gefängniß und Des ohnmächtige Waffe erweisen wie das Sozialistengesetz, und täglich mit dem Stiefelschaft oder mit dem Säbelkoppel, und gradation. sein Ueberwinder wird die Sozialdemokratie sein. zwar stets in Gemeinschaft mit einem anderen Gefreiten, Hiebe, Sergeant Pflug mit 5 Jahren Gefängniß. öfters bis zu 100 und 150 verabfolgen und wiederholt langdauernde Eine so unwürdige, ebenso jedem Gesez und jeder Vorschrift Emin Pascha soll in seiner alten Provinz- Wadelai Gewehrübungen machen. Wadelai Gewehrübungen machen. Als er einmal eine solche Uebung wie jeder Menschlichkeit hohnsprechende Behandlungsweise, wie eingetroffen sein. Ob's wahr ist, läßt sich noch nicht fon- unter lautem Zählen 1889 mal hatte wiederholen lassen, fiel sie sich in den oben angeführten Beispielen und sonstigen Mißtrolliren. Dobert in Ohnmacht und mußte vom Lazarethgehilfen in Be- handlungen zu erkennen giebt, ein derartiger die Uniform handlung genommen werden. und das Standesbewußtsein beschimpfender Terrorismus aber Unteroffizier Weise( 1. Kompagnie Füßartillerie- kann unmöglich die Früchte zeitigen, welche im Heere großRegiments Nr. 12) befahl eines Tages dem Kanonier Lorenz, sich gezogen werden sollen; auf diese Weise wird der Geist treuer wegen Unachtsamkeit beim Eyerzieren über den Schemel zu legen. bingebender Pflichterfüllung, wie wir in ernsten Beiten ihn Auf dessen Bitte, erst einmal austreten zu dürfen, versette er ihm brauchen, nun und nimmermehr geweckt. Die Vorgesetzten, welcha mit der Aeußerung, erst müsse er seine Schläge haben", vermittelst sich selbst überlassen, so ihre Gewalt mißbrauchen, werden felbfr des Leibriemens 30 Schläge auf das Gefäß, ließ ihn, als er nicht stets zu Erzessen geneigt sein; und sollen die Untergebenen, welche länger liegen blieb, durch andere Leute wieder auf den Schemel so behandelt werden, ihren Vorgesetzten etwa mit Liebe und legen und den Mund zuhalten, gab ihm, da er nicht ordentlich Vertrauen folgen? werden sie solche Vorgesetzte überhaupt lag, einen Fußtritt und feste dann das Schlagen fort. Infolge achten? Anstatt, daß das Heer den zerfeßenden dieser Behandlung erkrankte Lorenz an einem Blasenleiden, welches Lehren der Sozialdemokratie entgegen ar seine Aufnahme in das Lazareth nothwendig machte. beitet, wird ihr durch solche Behandlungsweise Unteroffizier Behme( 1. Rompagnie Fuß- Artillerie Vorf chub geleistet. Regiments Nr. 12) ließ im Januar 1890 sämmtliche Mann- Diese Vorkommnisse beweisen aber, daß es bei der Wahl schaften seiner Korporalschaft in der Nacht aufstehen und des Ausbildungspersonals und ganz besonders bei deffen Uebermit Helm und Seitengewehr, sonst nur mit dem Hemd bekleidet, wachung an der nothwendigen Sorgfalt und dem nöthigen eine halbe Stunde lang Laufschritt üben. Derselbe Unteroffizier Gifer gefehlt hat. Die Aften ergeben, daß unter den der Miß ließ die ihm untergebenen Rekruten sich Cigarren anzünden und handlung angeklagten Instruktoren sich mehrere befinden, die mit den brennenden Cigarren im Munde so lange Lauffchritt wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener vorausführen, bis er langsam bis 50 gezählt hatte, verlangend, daß bestraft gewesen, und als im Besize eines hißigen Temdann die Cigarren aufgeraucht sein müßten. An einem Abend peraments geschildert werden. Solche Leute dürfen entweder nicht mußten, als Behme bei seinem Abendbrot saß, feine sämmtlichen als Instruttoren verwendet werden oder sind dann wenigstens Mannschaften 1800 mal Kniebeuge mit gleichzeitigem Schemel- auf das Schärffte zu überwachen. strecken machen. Die Petitions Kommission hatte sich in der heutigen Sigung zunächst mit einer Petition des Fachvereins der Weber in Meerane, betr. ein Verbot der Verwendung schlecht gefärbter und gesundheitsschädlicher Garne zu beschäftigen. In der Petition wird ausgeführt, daß die mit gesundheitsschädlichen Farben und noch dazu schlecht gefärbten Garne bei ihrer Verarbeitung einen Staub entwickeln, der Leben und Gesundheit nicht allein der Weber selbst, sondern auch ihrer Familienmitglieder, welche sich in dem Arbeitsraum aufbalten müssen, da ihnen andere Räume nicht zur Verfügung stehen, in höchstem Maße gefährdet. Es wird nach längerer Debatte beschlossen, diese Petition mittelst mündlichen Berichts dem Reichskanzler als Material zur Gefeßgebung zu überweisen und dies dem Plenum in Vorschlag zu bringen. Zu den bevorstehenden 11 M Reichstags- Verhandlungen über Solzstücken, Stuhlbeinen, Säbelkoppeln, mit einer besonders dazu ſtunden, sondern auch auf die übrigen Tages- und Abendstunden den Militär- Etat. Der Regierungskommiffar, der sächsische Staatsanwalt Werner, erklärt in Bezug auf diese Petition, daß das fächsische Ministerium durch Zeitungsartikel auf die vorliegende Angelegen heit aufmerksam gemacht, Erhebungen angeordnet und zunächst das Landes- Medizinalkollegium damit beauftragt habe. Letzteres hat sich alstann mit dem Vorstande des Fachvereins der Weber Meerane's und einzelnen Webern in Verbindung gesetzt und Unterfuchungen angestellt, die sich jedoch, da die betreffenden Garne nur zeitweilig zur Verwendung gelangt zu sein scheinen, Wie schon früher durch die Allerhöchste Rabinets Ordre bedeutend in die Länge gezogen hätten, augenblicklich aber seien Der Gefreite Liebing, ebenfalls der 1. Kompagnie Seiner Majestät des Kaisers vom 6. II. 90- A. V. Bl. pro die Ermittelungen zum Abschluß gelangt, und liege das Resultat Fuß- Artillerie- Regiments Nr. 12, befahl eines Morgens, felbft 1890, GSeite 29 ausgesprochen worden ist, so kann ich auch diesen derselben nunmehr den zuständigen Behörden vor, infolge deffen noch im Bette liegend, dem Rekrut Bischof, vor ihm Schemel überaus ernsten Vorkommnissen gegenüber nur wiederholen, daß in türzester Zeit eine Konferenz zwischen Vertretern des Landes- zu streden, gab ihm, als es zu langsam ging, mehrere starte Ohr wahre Disziplin und Mannszucht nicht gleichbedeutend mit einer Medizinalkollegi ums und der betr. Verwaltungsbehörde statt- feigen und fette, nachdem die Uebung etwa eine Stunde gedauert Befehls- und Diensterfüllung sind, deren Triebfeder die Furcht finden werde, um sich über die weiteren, in dieser Angelegenheit hatte und Bischof bereits im höchsten Grade ermattet war, vor Mißhandlung und Schlägen ist. Wahre Disziplin zu ergreifenden Maßregeln schlüssig zu machen. Die Kommission einen zweiten Schemel auf den ersten mit dem Verlangen, und Mannszucht soll sich bei aller Strenge und Energie befchließt hierauf mittelst schriftlicher Berichterstattung, mit Hin- daß Bischof beide Schemel weiter strecken solle. Da auf Gottesfurcht, auf Erziehung, Belehrung, auf Individualisirung weis auf die Erklärung des Regierungskommiffars, Uebergang dieser aber infolge der großen Anstrengung hierzu und Entwickelung des Ehrgefühls gründen. Die Beobachtung zur Tagesordnung zu empfehlen. törperlich nicht mehr im Staude und in starken Schweiß dieser Grundlagen des militärischen Lebens soll dem Soldaten Eine weitere Petition betrifft eine Beschwerde zwei er großer gerathen war, übergoß Liebing den Bischof mit übergoß Liebing den Bischof mit einem nicht verleidet werden durch fortgefeßte Mißhandlungen Versammlungen der Berliner Gastwirthe über die auf Grund des Krug falten Wassers, schlug ihn mit dem Leibriemen über den und gewohnheitsmäßige Quälereien; ste soll ihm er § 100f ter Gewerbe- Ordnung getroffene Verfügung der Verwal Kopf, daß blutige Verlegungen entstanden, und bearbeitete ihn leichtert werden durch erwachendes Verständniß vom Wesen des tungsbehörde, wonach sämmtliche Berliner Gastwirthe zu den schließlich so lange mit der Klopfpeitsche, bis dieselbe zerbrochen, Dienstes, durch Lust und Liebe zum militärischen Leben Kosten der Errichtung und des Unterhaltes folgender Institutionen Bischofs Beine angeschwollen und mit Schwielen bedeckt waren. und dessen disziplinellen und sonstigen Anforderungen, vor der Innung der Berliner Gastwirthe: Arbeitsnachweis, Fach- Infolge dieser Behandlung war Bischof am Nachmittag noch so Allem auch durch Achtung vor den Persönlichkeiten der Vorschule und Gewerbegericht, beitragen müssen, trotzdem die Innung schwach, daß er umfiel und fiebernd ins Lazareth gebracht werden gesetzten; sie soll gefördert und gehoben werden durch das Beinur einen geringen Bruchtheil der Berliner Gastwirthe und mußte. spiel, welches in erster Linie die Offiziere zu geben haben. Daß Restaurateure umfaßt, und der Beschluß, den betreffenden Antrag Unteroffizier Sohel( 4. Kompagnie 105. Regiments) aber auch in dieser Beziehung schwere Verschuldung vorliegt, bean die Verwaltungsbehörde zu stellen, in einer von nur 80 Mit schlug dem Soldat Neubert infolge eines Fehlers beim Griffe- weisen die Strafen, welche gegen Offiziere haben erkannt gliedern der Innung besuchten Versammlung gefaßt worden ist. machen das Gewehr so start auf die linke Schulter, daß das linke werden müssen. Wenn bei den Offizieren, sogar bis hinauf Die Petenten behaupten, daß der Arbeitsnachweis der Innung, Schlüffelbein eine Fraktur, verbunden mit einer sehr schmerz zu den Kompagnie chefs, die Grundlage, auf der allein gegenüber den anderen hier bestehenden und von Prinzipalen wie haften, den Gebrauch des linken Armes auf lange Zeit hindernden wahre Disziplin und Mannszucht großgezogen werden kann, auch Gehilfen geleiteten Arbeitsnachweisen, gar nicht in Betracht Knochenanschwellung, erlitt. Lohel verhinderte dann mehrere Tage sich derart verschiebt, wie die eingeleiteten Untersuchungen tomme; auch protestiren sie gegen die Unterstellung unter das hindurch die Kranfmeldung Neubert's, machte, um sich der haben erkennen lassen, können Ausschreitungen, welche der auf Schiedsgericht der Innung der Berliner Gastwirthe. vorauszusehenden Strafe zu entziehen, einen Selbstmordversuch einer niedrigeren Bildungsstufe stehende Unteroffizier sich zu und gab schließlich, obwohl selbst schwer verwundet, dem Lazareth Schulden kommen läßt, wahrlich nicht überraschen. gehilfen Ritter, welcher die Mißhandlung Neubert's entdeckt und Eine Aenderung dieser Zustände muß unter allen Umständen gemeldet hatte, noch Fauftschläge in's Geficht. herbeigeführt werden. Schlechte Unteroffiziere müssen rückSergeant Pflug( 7. Rompagnie 104. Regiments) ge- fichtslos entfernt und dürfen mit solchen Elementen, die hört zu denjenigen Unteroffizieren, die in ganz besonders sich in nennenswerther Weise einer Mißhandlung Unter unwürdiger und strafbarer Weise ihre Untergebenen zu gebener schuldig gemacht haben, Kapitulationen nicht abgemißhandeln suchten. Die Refruten wurden während der schlossen werden. Die wegen Mißhandlungen verhängten ganzen Ausbildungsperiode beinahe täglich in und außer Strafen müssen allgemein bekannt gegeben werden, Dienst theils von ihm selbst, theils auf seinen Befehl von anderen die Beaufsichtigung der Untergebenen wird sich ganz besonders Untergebenen geohrfeigt, mit dem blanken Seitengewehr, mit während der Rekruten- Ausbildung nicht allein auf die Dienstpräparirten Klopfpeitsche über alle Theile des Körpers, Kopf, zu erstrecken haben, und müssen die Feldwebel pp hierbei mit Rücken, Gefäß, Kniekehlen geschlagen und mißhandelt, bis zugezogen werden. Nachererzieren darf keinesfalls von weilen auch an der Brust erfaßt und mit dem Kopf gegen die Unteroffizieren angeordnet werden; dasselbe ist stets von Wand geworfen. Bisweilen mußten die Rekruten auf die Offizieren zu beaufsichtigen. und dürfen nur solche UnterSchränke flettern, oben Kniebeugen machen und erhielten, wenn offiziere zur Abhaltung deffelben verwendet werden, fie nicht schnell genug hinauffamen, Schläge. Bei einem welche durch anderweite Diensterleichterung möglichst frisch Appell wurden ihnen die zu fett geschmierten Stiefel im und in der Lage sind, solche Nachübungen für die Geficht herumgerieben; ein anderes Mal mußten sie die vor- foldatische Ausbildung thunlichst förderlich zu gestalten. Vor gezeigten schmutzigen Socken an den Zehenenden 4-5 Minuten allen Dingen ist an das Ehr- und Standesgefühl der Unterlang austauen. Das Unmenschlichste hat Pflug aber geleistet, offiziere au appelliren; eingehende Belehrung, ernste, aber als er, die Refruten, welche beim Grerziren die Knie nicht ordent- anständige Behandlung des Unteroffiziertorps werden nicht lich durchge drückt hatten, derart über je zwei Stühle sich legen ließ, verfehlen, den besseren Theil desselben vor Ausschreitungen zu daß die Knie hohl lagen, und sich dann etwa 10 Minuten lang bewahren und ihn zu einer brauchbaren und zuverlässigen Stüze auf die Knie sehte und sie durchwuchtete. Als die Leute vor bei der Erfüllung jener hohen Aufgaben werden zu laffen, die Schmerz laut aufschrieen, hielt er ihnen mit der einen Hand dem soldatischen Berufe gestellt sind. den Mund zu, während er sie mit der anderen heftig ins Gesicht Ich möchte schließlich noch eines Umstandes Erwähnung schlug. thun, der sich mir vielfach bei den Untersuchungen über förperIch habe aus den mir vorgelegten Atten, welche in Untersuchungen Unteroffizier Geilsdorf( 5. Rompagnie 133. Re- liche Mißhandlungen aufgedrängt hat. G3 will zuweilen negen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener geführt worden giments) hat ähnlich wie der vorgenannte Pflug seine Unter- fcheinen, als ob feitens der Vorgesezten find, ersehen, daß die vorgekommenen Gewaltthätig gebenen gewohnheitsmäßig mißhandelt. Sein Verfahren war von Haus au aus für den Angeklagten und feiten unb törperlichen Mißhandlungen nicht etwa fogar derartig von ihm festgeregelt, daß er 4 Siebe ein Pfund gegen den, welcher mißhandelt worden zu blos die Folge augenblicklicher Erregung gewesen sind. Auch der Wurst nannte und nun halbe, ganze, ja bis zu 5 Pfund Wurstein angiebt, Partei genommen werde. Wie bei gleichen Fälle förperlicher Mißhandlung bleiben ja strafbar und ertheilte, deren Empfang die Rekruten in einem Quittungsbuche allen Bergehen und Verbrechen muß aber auch bei Mißhandlungs. dürfen nicht geduldet werden; sie können aber im Drange dienst- dankend bekennen mußten. Refruten, die nicht sofort das von fällen, so lange durch die Untersuchung nicht Klarheit geschaffen licher Erregung und durch Temperamentsfehler einerseits und Geilsdorf Gewünschte, wie Waschwasser, Streichhölzer und der ist, volle Objektivität walten. Der Unteroffizier, welcher anIndolenz andererseite, wenn sie auch nicht zu entschuldigen sind, gleichen zur Stelle schafften, wurden befehligt, in der Stube oder geflagt ist, darf dem Vorgesezten in diesem Falle nicht näher doch Erklärung finden. auf den Schränken bis zur Erschöpfung Kniebeuge zu machen, einmal stehen, wie der Soldat, welcher eine ihm widerfahrene vorschriftsEin großer Theil der zahlreichen körperlichen Mißhandlungen 900mal, fodaß der Fußboden von dem niedergeronnenen Schweiß widrige Behandlung zur Meldung bringt. Strengste Gerechtig hat sich aber als etwas weit schlimmeres qualifizirt: als raffinaß wurde und die Rekruten nur noch hin und her zu taumeln feit bleibt eine Hauptstüße für richtige und gedeihliche Handnirte Quälerei, als Ausfluß einer Rohheit vermochten. habung der Disziplin. und Verwilderung, die man bei dem Material, Sehr häufig erhielten sie, wenn sie während des Kniebeugens Die Herren Regiments- pp. Rommandeur werden zweifellos aus dem unser Unteroffizier und Instruktions- Personal fich er- und Schemelstreckens ermüdeten, Schläge mit einem Rohrstock mit ihrem ganzen können und ihrer ganzen Energie bestrebt sein, gänzt, faum für möglich, und bei der Aufsicht und Kontrolle, die über Handgelenk und Rücken. Dabei schämte sich Geilsdorf nicht, die gerügten Uebelſtände auszurotten und ihre Untergebenen aller in unsern Dienstverhältnissen ausgeübt werden soll, kaum für sich Butterschnitten vom Brot der Rekruten, Weihnachtsstollen Grade anzuhalten, körperlichen Mißhandlungen vorzubeugen, ausführbar halten sollte. Es ist eine Behandlungsweise ein- und eine Lampe von seiner Korporalschaft schenken zu lassen, vorgekommene aber unnachsichtlich zur Meldung zu bringen. Ich geriffen, die auf den guten Geist und die Disziplin der Geld von Untergebenen zu borgen und die ihm seitens eines bege das feste Butrauen, daß die Herren Kommandeure in diesem Truppe zerstörend einwirlen, jede Kameradschaft untergraben Refruten zur Ablieferung an die Kompagnie anvertrauten ihrem Streben nicht nachlassen und durch persönliches Eingreifen muß. Diese häufig selbst vor Seugen verübten Gewalt 24. M. nicht abzugeben, sondern 12 davon im eigenen Nußen zu und mit Unterstübung ihrer Offizierkorps, insonderheit ihrer thätigkeiten werden aus Furcht vor noch schlimmerer Behandlung verwenden. Rompagnie pp. Chefs auch Abhilfe schaffen werden. nicht zur Meldung gebracht, und dieselben Mannschaften, welche Unteroffizier Kujan( 1. Kompagnie 105. Regiments) Sollten indessen Vorgesetzte, gleichgiltig welchen Grades, vor kurzem selbst noch mißhandelt worden sind, erscheinen wenige hatte unter seinen Rekruten einen äußerst beschränkten, körperlich wider Erwarten es sich nicht angelegen sein lassen, für die ErMonate darauf selbst als der Mißhandlung angeklagt. Und folche ungewandten Mann, namens Schwabe. Rujan bieb nun diesen reichung des angedeuteten Zieles mit ganzer Kraft einzutreten, Mißhandlungen werden nicht etwa blos burch bestimmte dienst Schwabe nicht nur selber mit Stiefelschaft, Halsbinde und anderen vielleicht sogar vorgekommene Mißhandlungen unter irgend liche Vorkommnisse hervorgerufen. Mehrfach ergeben die Atten, Gegenständen über den Kopf, sondern forderte auch seine Unter welchem Vorwande zu verbergen suchen, so will ich keinen daß die Rekruten, sowie auch ältere Leute Wochen, ja Monate gebenen fast täglich auf, den pp. Schwabe wegen mangelhaften Zweifel darüber lassen, daß solche Vorgesetzte unnachsichtlich zur lang mit einer gewissen Regelmäßigkeit in jeder Woche mehrmals, Grerzierens durch Schäften zu züchtigen. Als Schwabe, wahr trengsten Verantwortung gezogen werden würden. oft auch täglich, und zwar meist bis zu 50 Hieben geschäftet" und scheinlich aus Angst, seine große Nothdurft einmal in die Hosen Der kommandirende General. zu den bis zur Ermattung fortgesetzten Uebungen des Kniebeugens, gelassen hatte, befahl Rujan dem Schwabe, feinen eigenen un gez. Georg, H. 8. S. des. Gewehr- und Schemelstreckens gezwungen worden sind. Dabei rath zu essen und ließ denselben, damit er beffer schmecken haben sich die betreffenden Unteroffiziere und Gefreiten dermaßen sollte, durch einen anderen Rekruten vorher mit Salz bestreuen. vergessen, daß sie die fraglichen Mißhandlungen in Gemeinschaft Nachdem Rujan schließlich doch zur Meldung gebracht worden mit untergebenen ausgeführt oder auch in eigenmächtiger war, bedrohte er seine Mannschaften, sie würden ihr eigenes Anmaßung einer Strajgewalt ihren Untergebenen befohlen Todesurtheil unterschreiben, wenn sie über die vorgekommenen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) haben, gewiffe törperliche Büchtigungen vorzunehmen. Der Mißhandlungen etwas aussagten. Briffel, 30. Jan. Der Senat hat mit 89 gegen 4 Stimmen artige Bustände find namentlich beim Fuß- Artillerie- Es versteht sich, daß nach den Anschauungen, die unserem Regiment Nr. 12 und beim 6. Infanterie Regiment Reichs- Strafgesetzbuch und unserem Militär- Strafgesetzbuch zu den Handelsvertrag mit Deutschland angenommen. Neun MitMr. 105 hervorgetreten. Auf einen hohen Grad Grunde liegen, derartige Mißhandlungen von den empfindlichsten glieder enthielten sich der Abstimmung. der eingerissenen rohen Gesinnung und Ge Folgen für die betreffenden Unteroffiziere begleitet sein müssen. ( Depeschen des Bureau Herold.) fühllosigkeit lassen unter vielen anderen besonders nach Obwohl die Richter der zur Aburtheilung derartiger Vergehen London, 30. Januar. 6000 Maschinenbauer legten heute stehende Fälle schließen. berufenen Spruchgerichte oft nur zu sehr geneigt sind, straf die Arbeit nieder in den Schiffswerften und SchiffsmaschinenUnteroffizier 3 wahr( 3. Kompagnie Fuß- Artillerie- mindernde Rücksichten zuzulassen, auch in einzelnen der vor- bauereien am Wear, Tyne und Tees. Regiments Nr. 12), schon dadurch strafbar, daß er Gewehrstrecken liegenden Fälle die Strafen milder bestimmt haben, als diefelben in der Frühstückspause und des Abends, als er bereits zu Bette von den Auditeuren beantragt waren, so find doch beispielsweise lag, sich von Erfahreservisten und zwar bis zu 500 Mal vor- bestraft worden: General Kommando. Nr. 2611 IIb. Dresden, am 8. Juni 1891. Durch eine lange Reihe triegsgerichtlicher Untersuchungen, welche in letzter Zeit wegen törperlicher Mißhandlungen Unter gebener einzuleiten gewesen, find Zustände zu Tage gefördert worden, die in hohem Grade bebentlich erscheinen müssen. Seine Majestät der König, zu Allerhöchsidessen Kenntniß diese Zustände gelangt find, haben dem General- Kommando anzubefehlen geruht, in dieser Richtung völligen Wandel zu schaffen und die in nachstehenden Ausführungen enthaltenen Gesichtspunkte fämmtlichen Truppentheilen als unverbrüchlich zu beobachtende Grundsäge vor Augen zu führen. g Depeschen. Kiew, 30. Januar. Das Syndikat der Zuckerfabriken beschloß, den Preis der Raffinade und des Würfelzuckers um 5 Ropeten pro Pfund zu erhöhen. Theater. Sonntag, den 31. Januar. Opernhaus. Lohengrin. Montag: Othello. Schauspielhaus. Ein treuer Diener seines Herrn. Montag: Der zerbrochene Krug. Lessing- Theater. Der Unerbittliche. Unter vier Augen. Montag: Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Crampton. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Berliner Theater. Esther. Der Kollege Geizige. Montag: Kean. Residenz- Theater. Musotte. Vor her: Modebazar Biolet. Wallner- Theater. Lumpengesindel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind.. Thomas Theater. Der KunstBazillus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Ostend- Theater. Liane, die zweite Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplath- Theater. Berliner Pflaster. Feenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Eiskeller. Theater und SpezialitätenVorstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Roupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 8 Regelbahnen 6 Billards, 2 Säle. 1169L Circus Renz. Circus G. Schumann. Grosse Volks- Versammlung Karlstraße. Friedrich- Karl- Ufer, Ede Karlstr. Sonntag, den 31. Januar 1892:| Sonntag, den 31. Januar 1892, HF 2 Vorstellungen. Nachmittags 3/2 Uhr: Große CxtraNachmittags 4 Uhr: Auf vielseitiges Vorstellung mit eigens zur Belustigung Verlangen ,, Die lustigen Heidel- der Jugend gewähltem Programm. Zu berger." Große Original- Pantomime dieser Vorstellung hat jeder Besucher das mit Tänzen, Aufzügen zc. Neu arrangirt Recht, auf das von ihm gelöste Billet und inszenirt vom Direktor E. Renz. ein Kind unter 10 Jahren frei mit einAbends 71/2 Uhr: zuführen. Zum Schluß der Vorstellung: ,, Auf Helgoland" Cirkus unter Wasser. ,, Eine ländoder: Ebbe und Fluth. liche Hochzeit.** I Große hydrologische AusstattungsPantomime in 2 Abtheilungen mit National Tänzen( 60 Damen), Aufzügen. Neue Einlage: Die GardeHusaren und Tscherkessen. Dampfschiff und Bootfahrten, Wasserfällen, Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten u. f. w., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Jn beiden Vorstellungen Auftreten sämmtl. KünstlerSpezialitäten, sowie Reiten und Vor: führen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Romische Entrees und Intermezzos von sämmtlichen Klowns. Täglich: Auf Helgoland". E. Renz, Direktor. Vereinszimmer, 20-40 Personen, auch als Zahlstelle zu vergeben, Stallschreiberstr. 58. Dienstag, den 2. Februar, Abends 84 Uhr, im großen Saale von Joel, Andreasstraße 21. Tages Ordnung: 1. Protest gegen den Entwurf des Boltsschulgesetzes. Referent: Reichs tags- Abgeordneter F. Kunert. 2. Diskussion. 88/4 Der Einberufer. W. Krause. Sozialdemokratischer Wahlverein für Abends 7½ Uhr: Große Brillant den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Vorstellung mit neuem, vorzüglich gewähltem Programm. Zum 5. Male: Berliner Leben. Große Waffer- und Feuer- Vantomime in 2 Abtheilungen und 9 Bildern Große Versammlung Tages Ordnung: und zum letzten Male die Apotheose im Luisenstädtischen Konzerthans, Alte Jakobstraße 37. am Dienstag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr, Die Huldigung des deutschen Heeres und der Marine", aus: 899/7 geführt vom gesammten Personal unter Mitwirkung aktiven Militärs sowie einer Militär- Kapelle. Neue BalletEinlagen und militärische Evolutionen. Montag: Gr. Vorstellung. Neues Programm. Berliner Leben." Neue Einlage: Berolina, Schuhgöttin von Berlin. Vereinszimmer, 15 u. 50 Pers. 12266 faff. zu vergeb. Flick, Simeonstr. 23. HOHENZOLLERN- GALERIE an der Moltke- Brücke neben dem Lehrter Bahnhof. Größtes Historisches Rundgemälde. Brandenburg- Preussen von der Zeit des Grossen Kurfürsten bis zur Gegenwart. 1932L Besichtigung 9 Uhr Vorm. bis 11 Uhr Abends. Die Direktion. Eintritt 1 Mk. Montags 2 M. Amt Moabit 127. Actien- Brauerei- Gesellschaft Moabit. Berlin NW. Mit dem Versand unseres vorzüglich gerathenen, aus den feinsten Rohmaterialien hergestellten Klotter- Bockbieres haben wir begonnen u. empfehlen dasselbe in Flaschen u. in Gebinden 20 4/10 Liter- Flaschen für 3,- M. Telegr. Brauerei Moabit. 1/8 Tonne für 4,50 M. frei Haus bezw. frei Bahnhof Berlin. 1. Vortrag: Der Sozialismus eine naturgeschichtliche Nothwendigkeit. Referent Reichstags- Abgeordneter Genosse Förster. 2. Diskussion. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. NB. Genossen, welche noch im Besitz von Billets vom Stiftungsfest find werden ersucht, diese in der Versammlung zu erledigen. D. D. Fachverein der Tischler( Norden). Große Versammlung am Dienstag, 2. Februar, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Knebel, Badstraße 58. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn Bruhns über: Sokal oder Zentral- Organisation. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Ver 324/15 schiedenes und Fragekasten. Kollegen! Die mit obigem Thema angefeßte Tagesordnung soll den Kollegen die Gelegenheit bieten, sich über die jetzt in allen Organisationen plaz gegriffenen Streitigkeiten möglichste Klarheit zu schaffen. Deshalb ersuche ich alle Kollegen des Nordens, ganz besonders aber die Kollegen von Moabit und Wedding, auch die Kollegen der Modelltischler Branche, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Bevollmächtigte. Lithographen, Steindrucker u. Berufsgen. Berlins. Oeffentliche Versammlung Montag, den 1. Februar 1892, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße( Industriegebände), oberer Saal. Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Ph. Schmitt über den Buchdruckerstreik und die Unterstützung der Ausgesperrten. Weitere TagesOrdnung wird in der Versammlung befannt gemacht. [ 1924L Stromstr. 11/16. 200/6 Schneider u. Schneiderinnen Berlins. Sonntag, den 7. Februar 1892: Gtablissement Buggenhagen Großer Wiener Masken- Ball. am Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. in der Berliner Resource, Kommandantenstraße 57. Punkt 11 Uhr: Grosser humoristischer Festzug der Zigeuner. 11/2 Uhr: Demastirung. 12 Uhr: Kaffee- Pause. Eröffnung 8 Uhr. Anfang präzise 9 Uhr. Billets à Perfon 50 Pf. find zu haben im Zentral- Arbeitsnachweis", Martgrafenstraße 88, in allen mit Plakaten belegten Handlungen und bei den bekanten Kollegen. Die Agitationskommission. Zu zahlreichem Erscheinen ladet ein Castan's Panopticum Fachverein der Tapezierer Berlins u. Umgeg. Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: N° Die fliegende Montag, den 1. Februar 1892, Abends 812 Uhr: Groke Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75( unterer Saal). Tages Ordnung: Geigen- Fee. 2. Verschiedenes. 3. Fragen. 383/14 1. Freie Diskussion über den Entwurf der Generalfommission in Hamburg. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert die Anwesenheit aller musikalische Illusion. Vorstellungen: Kollegen. Gäste willkommen. Der Vorkand. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste 12 Uhr u. 1 Uhr. 9 Uhr Nachmittags. 4, 5, 6, 7, 8 und Roloffal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Freie Vereinig. d. Graveure Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Passageu. Ciseleure. Montag, den 1. Februar, Abends 8/2 1hr, Dresdenerstraße Nr. 45, Versammlung. Panopticum. Tagesordnung: Tagesordnung: I. Geschäftl. u. AufLebensgrohe Maler, Lackirer, Austreicher der Filiale III.( Opt). Versammlung am Dienstag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr, bei ente, Blumenstr. 38. Tagesordnung: Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Montag, Im Auftrage der Kommission: Fr. Scherer, Lithograph, Liegnigerstr. 21. Medjaniker. 1. braar 1892, 8 den Februar Abends Uhr: Große öffentliche Versammlung der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher und Berufsgenossen. in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Tages- Ordnung: 1. Die Verkürzung der Arbeitszeit und die Wohnung derselben. 2. Diskussion. 3. Der Streit bei der Firma Michaelis n. Ko., Melchiorstr. 6. 4. Wahl eines Vertrauensmannes für die Mechaniker Berlins. Die Versammlung ist genehmigt, findet also bestimmt statt. In Anbetracht der so wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Kollegen zu erscheinen. Verband Deutscher Zimmerlente. ( Lokal- Verband Berlin.) General- Versammlung 389/12 am Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75.( Unterer Saal.) Nicht am 1. Febr., wie im ,, Bimmerer" berichtet. Tagesordnung: 859/13 1. Vortrag des Herrn Bringmann aus Hamburg über die Organisations frage und bevorstehenden Gewerkschaftskongreß. 2. Abrechnung vom 4. Quartal. 3. Wahl eines 2. Kassirers. 4. Verlegung des Vereins- Abends. 5. Abrechnung vom Sylvester- Vergnügen und Verschiedenes. Der Vorstand. Oeffentliche Versammlung der Bildhauer u. deren Angehörige am Sonntag, den 31. Januar, Abends 7 Uhr, im großen Saale der Armin- Hallen, Kommandantenste. 20. Vortrag der Frau Emma Jhrer. 147/5 1. Bericht des Delegirten von der Nach der Versammlung: Geselliges Beisantmensein, Tanz u. Vorträge. Generalversammlung. Ref.: Koll. Böhling. nahmen. II. Discussion über 1. Welchen Wachsfiguren und Einfluß hat das Maschinenwesen auf Gruppen, Dioramen. unser Gewerbe geübt. 2. Wie steht Sündfluth Panorama es mit der 10 stündigen Arbeitszeit. 2. Filialangelegenheit. mit Gewitter. III. Verschiedenes u. Fragekasten. Aus- 3. Verschiedenes. Jm Theater- Saal( ohne gabe der Flugblätter. Gäste willkom Um zahlreiches Erscheinen der MitExtra- Entree): Täglich men. Arbeitsnachweis beim Kollegen glieder wird gebeten. v. 6 Uhr ab Vorstellung 3wirt, Staligerstr. 125. von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. Stenographeuschule. 414/2 213/15 12356 Dienstag, d. 2. Febr., Abends Sithr, im Restaurant Herschleb, Adalbert La belle Irene, ftr. 4. Gröffnung eines neuen Lehrkurfus die tätowirte Amerikanerin in für Herren, Damen u. Schüler. LehrPräuscher's anatomischem mittel 1 M. 50 Pf. Unterricht frei! Museum Deutscher SchneiderDer Vorstand. Deutscher Tischler- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 3. Februar, Abends 8 Uhr: General- Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstraße 39. Tages Ordnung: Die glückliche Geburt einer Prole1240b tarierin zeigen erfreut an 1. Wahl des Delegirten zum Gewerkschafts- Kongreß. 2. Vortrag. 3. Ver Hermann u.Ernstine Glatz, Stephanft.36. schiedenes.- Aufnahme neuer Mitglieder von 71/2 Uhr an. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lokalverwaltung. Unserem Pfeifenbruder und Genossen NB. Den Mitgliedern vom Lokalverein hiermit zur Kenntniß, daß die Martin zu seinem morgigen Geburts- Aufnahme in den Verband ohne Eintrittsgeld, sowie der Eintritt mit vollen tage ein donnerudes Hoch. 1231b Rechten bis zum 29. Februar d. J. stattfindet. Die rothbequasteten Pfeifenbrüder. nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. u. Schneiderinnen- Verband. Unserem Genossen Louis Schilling Täglich für erwachsene Herren. 417/8 zum heutigen Tage ein donnerndes Filiale Berlin. Dienstag und Damen. Montag, 1. februar, Abends 8/2 Uhr: Boch' W. M. O. H. W. W. H. P. Freitag für #t Große Versammlung F. Pietsch' Lauz- Dresdenerstr. 10. in den„ Arminhallen"( großer Saal), E. neuer Lehrkursus f. Damen u. Herren heg. Sonntag, 7. Februar, Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 3 u. b.Beg. d.Unterr. Rommandantenstraße Nr. 20, Tagesordnung: 1. Die Anträge zum allgemeinen Gewertschaftskongreß event. Wahl eines W. Gründel's Gasthaus, Delegirten. 2. Bortrag über„ Rapital S., Dresdenerstraße 116. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des sozialdemo fratischen Wahlvereins für den 2. Berl. Reichstagwahlkreis zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Schuhmacher Hermann Tiethböhl am 27. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 31. d. M., von der Kreuzbergstr. 21 nach dem Heiligen Kreuz- Kirchhof in Tempelhof statt. Um rege Betheiligung ersucht 337/20 Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 31. Januar 1892, Abends 61/2 Uhr: 2 Versammlungen. 1. Grenadierstr. 33 bei Seefeld: 825/12 Vortrag des Herrn Mehner, Die Ethik der heutigen Gesellschaft". 2. Arminhallen, Kommandantenstrasse: Vortrag des Herrn Vogtherr, Ulrich von Hutten". Nach beiden Bersammlungen: Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren willkommen. Habe in der Kaftanien- Allee 68 eine Buchdruckerei und Arbeit." Referentin: Frl. Baader. 3. Abrechnung vom 4. Quartal 1891 und Vereinsangelegenheiten.- Gäfte haben Arbeitsnachweis und Berkehr der Zutritt. Üm zahlreiches Erscheinen er Maler, Buchbinder, Metallarbeiter, sucht Die Lokalverwaltung. Drechsler, Sattler, Gärtner und 1868L Bücher- Regal und gebr. Polstermöbel 2 Billards, Vereinszimmer und Saal. I verkauft privat. Kanonierstr. 6, I rechts. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Schuhmacher. eröffnet und sehe geneigten Aufträgen entgegen. Robert Kunkel. 1232b Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 26. Sonntag, den 31. Januar 1892. arbell un Parlamentsberichte. mann. Deutscher Reichstag. 161. Sigung vom 30. Januar, 2 Uhr. etat für 1891/92. 9. Jahra. cellung eines Produktes erforderin gearheit meranschaulichend. Eine e fich Frage, in welcher die angesehensten Rechtslehrer ganz verschiedener Macht, welche oete Auffassung seien. Unter Ber nationale Erziebspebenso international ist, welche über die Das ist das Christenthum. tand 1369 413 M. einmalige ordentliche und 1 395 000 m. einmalige handeln; es nthums errungen werden kann. Vom selbständigen Denken verweisung an die Rechnungskommission an, zumal es sich um Produkt denusfokratie ist nicht vom Himmel gefallen, sie ist das Abg. Meyer- Berlin schließt sich dem Antrage auf Zurück Die Sozialdem stoung hinausgeht. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, Holl- Rechte des Reichstages für alle Zukunft festzulegen. In dem Christe ußte Stellung, welche nur auf der Grundlage des eine eilige Angelegenheit handle. Es komme darauf an, die flare ber Sünden der Gesellschaft. Dagegen hilft nur eine Zur zweiten Berathung steht der zweite Nachtrags- schwinde für alle Zukunft diese ganze Angelegenheit dem Gesichts- Lehrertage, welche davon sprechen, daß die Bildung das MuckerAugenblick, wo man den Kommissionsbeschluß annehme, ent- der Lehrer sprach Herr von Zedlitz. An die Reden auf dem In demselben werden im Ganzen 11 529 336 M., darunter Ga tönnte sich in Zukunft nicht wie bisher um Lumpereien er wohl nicht gedacht; aber wohin das selbständige Denken der außerordentliche Ausgaben gefordert und zwar 8 764 923 M. Bu gestellt werden und der Reichstag würde sich selbst um 14 Jahren ist ein selbständiges Denten überhaupt nicht möglich. schuß zu der Etatssumme für Brot-, Fourage- und Viktualien- die Berechtigung gebracht haben, dabei ein Wort mitzusprechen. Die Kinder können nur im Denken geübt werden. Für die verpflegung infolge der gesteigerten Preise für Naturalien, Gine parlamentarische Mitwirkung bei solchen Ordres würde dann roße Menge des Volfes, welche nicht literarisch gebildet ist, ist 1 395 000 m. als erste Hate für die Befestigung von Helgoland, Dingen befaßt werden. Es stehen also sehr wesentliche Reche angen Menschen, fie beflügelt die Vernunft zu höheren Ideen 1 369 413 M. für Beschaffung von Feldbahn Material und überhaupt nicht stattfinden, weil die Landtage nicht mit diesen ie Religion das Gebiet der Ideen. Die Religion erfüllt den Lettere Summe soll durch Anleihe gedeckt, der außerdem erfor- Summen von garnicht zu bemessendem Betrage. Darüber tant einer Praxis sehr viel vorgekommen und sie lassen mich deren Kosten im Ganzen auf 8 895 000 Mt. veranschlagt find. auf dem Spiele, für die Vergangenheit wenig, für die Zukunt d stärkt den ganzen Menschen. Solche Menschen sind mir in Die Budgetkommission empfiehlt die unveränderte Bewilli- tag Bedenken getragen, die Sache so ohne Weiteres abzumachen eine Erregung in das Bolt bringen. man so einfach nicht hinweggehen. Auch 1890 habe der Reichs ünschen, daß unser Volt so ausgebildet werden möge. Man Die beiden erstgenannten Posten werden ohne Debatte be- fönne, das sei der Reichskanzler; der Reichskanzler allein hab augegen: Stäckerei und Muckerei u. s. w. Das wird dann Der Reichstag habe nur ein Organ, mit dem er sich unterhalter leht zu machen. V DE Das ist ja an die Post" " Es wird eine Parole gefamun orientalischen Presse Volathul- Besetz ist dabei teine politisches Intereffe, aber vom nachgedruckt. gung fämmtlicher Forderungen. willigt. Zu der Forderung für Helgoland ergreift das Wort Abg. Richter: Die beabsichtigte Befestigung Helgolands Verantwortlichkeit durch Gegenzeichnung dieser Ordres über: Di Sach gewinnt... ftellt sich als sehr kostspielig heraus; man sieht, wie recht Bam- nehmen. berger hatte, als er feiner Beit Helgoland mit einer sehr schönen Staatssekretär des Reichsjuftizamts Boffe: Eine Zurid sefet taches, so ist dies de beste unwehr. Will man ein Schulkommen würde. Bedauerlich ist auch, daß wir schon gewiſſer- richt der Kommiſſion Joer Recple des hier jeg nog einige Zeit d. Geister so auseinanove, train Nadel verglich, deren Etui uns ganz besonders theuer zu stehen verweisung amiffion so erschöpfend wie möglich ist. Bolksrechte Raffen er.( Abg. Rickert. Sehr richtig!" e Reit, fie fol maßen vor vollendeten Thatsachen stehen, da die Landesverthei- irgend welcher Art oder Rechte des Reichstages tommen hier jetzt, dan finden Sie überhaus teine gemeinsame Basis füit,) Digungs- Kommission nicht gewartet hat, bis der Reichstag nicht in Frage. Die Angelegenheit wird ihre endgültige Regelung Man sprht davon, daß die Schu. der Kirche ausgeliefert werde. ordnungsmäßig über die erste Rate beschließen fonnte. Die Be- durch ein Romptabilitätsgesetz finden. festigung soll zur Sicherung gegen einen Handstreich dienen. Die Kirchist doch nicht Sacher Geistlichen, sondern Sache Abg. Bachem( 3.): Der Reichstag ist bei dieser An- es Bolts and der bürgerlichen Gesells aft; es handelt sich darum, Wenn uns etwas zur Bewilligung dieser 8 Millionen für 1892/93 gelegenheit in eine Sackgasse gerathen. Er hat für die le deen de: Kirche ans Licht zu bigen zur Bekämpfung der veranlassen kann, so ist es die Erwägung, daß wenn die Rechnungen nicht Entlastung ertheilt, sondern Bor- fittlichtet. uni des Umsturzs. Wer rin eine Gefahr für den 8 Millionen in Afrika verwendet worden wären, wo wir für behalte gemacht, welchen Nachdruck zu geben er nicht im Sat sieht, mit dem ist nicht zu verhaeln. Ich würde gern Helgoland einige Theile von Schußgebieten abgetreten haben, das Stande ist. Die Reichsregierung beharrt auf ihrem Standpunkt. mi. den Nainaliberalen zusammengegamen fein( Seiterfeit Aus diesem Zustande müssen wir herauskommen. Wir können, lint); aber s hben die Vorlage schon v ihrem Erscheinen Geld dann gänzlich ins Wasser geworfen wäre. schon an dieser Stelle zu erklären, daß durch die Erwerbung von der Bundesrath uns nicht die ſeinige. Es handelt sich nicht die onfessioneller. 2rhältnisse follen möglich berücksichtigt Bundestommiſſar Kapitän zur See Büchsel nimmt Anlaß, das ſieht fest, bem Bundesrathe unsere Ansicht nicht aufzwingen, betärpft. Herr eriesberg meint, in der Verssjung stehe nur, Helgoland der bestehende Flotten- Gründungsplan nicht irgendwie darum, prinzipiell die Rechte des Reichstags abzugrenzen, das werde., das heißt och so viel als möglich. Sen anderen Bekönnen wir nicht durch einseitigen Beschluß des Hauses, dazu bedenken ind durchaus merechtigt; damit wird es nyt gelingen, Abg. Singer bemerkt, daß die Sozialdemokraten gegen die barf es eines Komptabilitätsgefezes. Bon einer Zurück erweisung die Wege aufzurege Konfeffionelle Gymrafien giebt es Position stimmen werden und in der Budgetkommission an die Kommission ist nichts zu hoffen. An sich helte ich die schon lame. Als eine Torche Hochschule gegründet wurde, hat nur geschwiegen hätten, um die Debatte nicht zu verlängern. Verwendung von Reichsgeldern auf diese Weise für ginzlich un- tein libcales Blatt Abg. Graf Arnim( Reichsp.) hält die Befestigung Selgo- zuläffig; es darf kein deutsches Reichsgeld ausgegeber werden, Nur den enen Benschlag am Herr Friedberg vorfühan, per in tis dagegen einzuweisen gehabt. lands für die einfache Konsequenz der Erwerbung Helgolands. das nicht vorher im Etat genehmigt ist. Es muß ein Weg ge- der Generalynode für die zusgetaltung der Schule ftimmt Wenn Herr Richter auch hier wieder den Wunsch habe, daß man sucht werden, aus dem Dilemma herauszukommen. Der Bor- hat, wie diefr Entwurf sie bragt. Herr Virchow hat in den mit der Verstärkung unserer Panzerflotte einhalte, so stehe doch schlag des Abg. Meyer fördert nichts; wir würden ewige Wieder- Berführer mener Partei genan, der das bin ich nicht; dieses„ Immer langsam voran!" einer fortschrittlichen Partei holungen desselben Beschlusses haben, bis ein Komptabiltätsgesetz stehen auf dem gemeinsamen tonfesionelen Standpunkte. schlecht an. zu Stande gekommen ist. Dieses schlummert schon seit 15 Jahren Herr Virchow verneint, daß der Unterrich fonfefsionell fein muß, alterirt werde. Staatssekretär Hollmann: Von der Befestigung Helgolands und kann sehr wohl weitere 15 Jahre schlummern. Darauf so ist sein Standounkt nicht mehr diskutabel. Daß ein Professor, der Rückschlüsse zu ziehen auf die Frage der Stärkung der Flotte ist tönnen wir also nicht warten. Die Kommissionsbeschlüsse geben auf den Höhen de Geisteslebens steht, er Ofenbarung entbehren nicht zutreffend. Der Besitz eines befestigten Helgoland ist von einen Ausweg, indem sie dem Hauſe empfehlen, die auf Grund kann, verstehe ich; aber wie man bei de Bolkschule sich auf die großem indirekten Werth zur Vertheidigung der deutschen dieser Ordres erfolgten Ausgaben nachträglich zu genehmigen, Moral der Wilden beschränken kann, das versteh ich nicht. Herr Küste sowohl, als zur Behinderung einer feindlichen Flotte in obwohl die Militärverwaltung ihre Genehmigung nicht nach Virchow hat gesagt, mit Priestern ist schleht auszukommen;" mit ihrer Aktionsfähigkeit. Aber man kann nicht sagen, daß. eine gesucht hat. Diese hat ihren Standpunkt gewahrt, wir aber mit liberalen Professoren ist noch schlechter auskommen; sie haben Kanone, die auf Helgoland steht, auf einem Schiffe der deutschen solchen Beschlüssen auch den unsrigen. Außerdem steht ja nichts die Verbildung in die Röpfe des Bolfes gebracht. Die erste Marine entbehrt werden könnte. Die Flotte wird aber nicht im Wege, daß wir den Rechnungshof erfuchen, uns nach wie Stelle bei der Erziehung der Kinder haben d Eltern, die zweite entlastet, denn die Insel kann mit ihren Kanonen an der Ver- vor von den juſtifizirenden Kabinets- Ordres Mittheilung zu Stelle die Gemeinde, de dritte Stelle die Kirge und endlich die theidigung unserer Elbe-, Jade- und Wesermündungen nicht theil- machen. vierte Stelle der Staat. Nur dieser Entwurf bängt eine richtige nehmen. Abg. v. Helldorff( dkons.) ist auch dafür, die prinzipielle organische Gestaltung der Boltsschule. In der fatholischen Kirche Abg. Richter: Graf Arnim warnt vor dem„ Immer lang- Frage später zu entscheiden; ber Kommissionsantrag fei augn- bat man selbst die Aufsicht des Staates iber den Religionsuntersam voran!" Mir ist der Fortschritt in der Zunahme unserer blicklich der geeignetste, um über die formale Schwierigkeit hinweg richt bekämpft. Wenn das Zentrum die Vorage annimmt, Reichsschulden viel zu stürmisch. Nahezu alle Ersparnisse unseres au Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. Gröber gegen Abg mit dem Wesen der katholischen Krche veronbar dann erkennt es damit an, daß diese Staatsaufsicht Volkes werden aufgewendet in militärischen und maritimen Fordeist, rungen, wenn das so fortgeht; und es wird auch die Wehrkraft Meyer- Berlin bemerkt dann sind wir den Kampf nach dieser Richtung hin los. des Volkes geschwächt, wenn man fort und fort die Erwerbs- Abg. Rickert, daß ihm das Verhalten des Zentrums sehr Auf der Lehrerversammlung wurde für in ganz fuebloses verhältnisse durch fortgesetzte Anleihen stört. Was der Staats- befremdlich sei, insofern dieses gewillt scheine, dem Standpunt Christenthum Propaganda gemacht. Wenr solche Bestrebungen sekretär anführt, trifft nicht die Sache. Helgoland hat einen der Regierung nachzugeben. Windthorst habe seiner Zeit die zurückgehalten werden, so kann das ebenfals rur zum Wohle der Werth als Beobachtungsposten. Dieses Woment spricht gegen Frage für so wichtig gehalten, daß er ihre Entscheidung nicht Schule dienen. Wenn die Nationalliberten sich freundlich ein allzu stürmisches Vorgehen in der Vermehrung unserer Panzer- übereilte. Wolle das Haus wirklich entscheiden, dann möge es stellen, dann können wir ja in der Kommisson versuchen, ihnen fahrzeuge. auch in beschlußfähiger Anzahl versammelt sein, das sei aber so weit als möglich entgegenzukommen. Jd, begreife die feind Abg. Bebel erklärt, daß wenn er ein entscheidendes Wort heute nicht der Fall. Man dürfe den Rechnungshof nicht im liche Stellung der Herren nicht, sie ist in der Sache nicht bezu sprechen gehabt hätte, er die Engländer gebeten haben würde, Stich lassen. Herr Bachem finde den Zustand unleidlich, un- gründet. Ich kann nur glauben, daß daran politische Gründe Helgoland zu behalten, und unsere ganzen ostafrikanischen begreiflich aus manchen Gründen. Die Nichtertheilung der Decharge schuldig sind, man will die liberalen Barteen mobil machen. Kolonien zu übernehmen. Helgoland gewährt uns wenig fei ein Stimulans für die verbündeten Regierungen, endlich Man ist bei den Nationalliberalen empfindlich, wenn Baden der maritimen Schuß, verursacht uns aber ganz bedeutende Kosten. ein Komptabilitätsgesetz vorzulegen; eine Resolution fönne de liberale Musterstaat genannt wird, aber dafür haben Sie keine Im Besize Englands wäre es ein viel besserer Schuh für uns garnichts helfen. Empfindung, wenn der Mannheimer Amtsvertüdiger von dem geblieben. Es wird uns kein Kriegsschiff ersparen, sondern auf Abg. Meyer- Berlin: In einer früheren Berathung des vorliegenden Entwurf als von Kapuzinerweishet spricht. Sie die Vermehrung derselben wirken. selben Gegenstandes hat der Staatssekretär v. Malzahn erklärt, müßten doch die Ehre Preußens höher schäzen als die eines Abg. v. Frege( dk.): Die Anschauungen des Herren Bebel er werde die Sache nochmals prüfen und nach Möglichkeit fremden Landes. Sie sind zu parteiisch. Uebrigen hat die Nefind nicht die des Reichstages.( Abg. Bebel: Das weiß ich!) entgegenkommen. Er hat uns dann später mit dem ganzen gierung die National liberalen mehr unterstügt, als je von diesen Helgoland wird weder zur Verminderung noch zur Vermehrung Bauber seiner Liebenswürdigkeit erklärt, er könne nicht entgegen- unterstützt worden ist. Dem Ministerpräsidenten haben Sie Ununferer Kriegsschiffe beitragen. Die Budgetfommission hat kommen. Die Liebenswürdigkeit ist zwar Balsam für mein Herz recht gethan, wenn Se sagen, er hätte Ihnen den Vorwurf des Helgoland als wichtigen Vorposten betrachtet, der im Besige gewesen, aber an den Panzer, den ich als Abgeordneter um Atheismus gemacht. Deß die nationalliberale Preffe in den Zeiten einer fremden Macht sehr gefährlich sein würde. Wichtig ist schnallen muß, wirkungslos abgeprallt.( Seiterfeit.) Unſere des Kulturkampjes dem Artichristenthum Vorschub geleiste hat, ist allHelgoland für die Sicherheit der Küste und die Entwickelung ganze Etatberathung wäre die reine Komödie, wenn wir nicht bekannt. Darin hat ja gerale die Sozialdemokratie ihre Nahrung ge unferer Flotte als Ausfaüflotte. Helgoland soll unangreifbar das Recht der Dechargeverweigerung uns wahren wollten. Es funden. Mögen Sie den Kampf gegen Kirche und Schule vesuchen; gemacht werden. In diesem Sinne werden wir die Forderung steht hier nicht eine formale Frage auf dem Spiele, sondern die wem die Regierung fest beibt, so wird das zum Siege einer bewilligen. Ausführung der Bestimmungen der Verfassung in den Artikeln gesenden christlichen Pädagoчit führen.( Beifall rechts.) Abg. Graf Arnim: Das Geld für Helgoland ist doch nicht 17 und 72. Abg. Knörcke( dfr.): Wenn solche Vorwürfe, daß we den unproduktiv fortgeworfen; es bleibt ja im Lande. Die Aeuße Staatssekretär Bosse: Es stehen sich hier, wie ich dem Abg. Atheismus fordern, nur von Herrn Stöcker fämen, fönnten wir rungen Bebel's wird das Nationalgefühl in Deutschland absolut Rickert gegenüber bemerke, zwei Rechtsanschauungen gegenüber, darüber schweigen, denn was ei über unser Christenthum deikt, verurtheilen. Die Herren dort lints wollen Deutschland„ den von denen sich nicht die eine ohne weiteres der anderen unter- ist uns gleichgiltig. Solche Urthale, wie gestern der Minister Weltmachtfigel austreiben"; das wollen wir nicht. werfen kann. Jede muß so lange vertreten werden, bis die präsidert ausgesprochen hat, find siemals in diesem Hause über Ueberzeugung von der Richtigkeit der anderen durchgedrungen ist. ganze Parteien ausgesprochen worden. Wir nehmen für uns in Abg. Rickert beantragt darauf die Vertagung und bezweifelt Anspruch, daß wir auf dem Grund des Christenthums stehen, vor der Abstimmung die Beschlußfähigkeit des Hauses. wenn auch unsere Anschauung abwicht von dem, was Herr Stöcker darunter versteht. Man verwehselt die altkirchliche und die moderne Weltanschauung. Es wäre ein Unglück für das Vaterland, nenn das Christenthum nicht in Einklang zu bringen. wäre mit der Kultur. Der Ministerpräident hat davon ge sprochen, daß er gegen den Strom schwimmen fönne. Er hat barauf auf die Kornzölle verwiesen. Er verzißt den Unterschied zwischen Kornzöllen und den geistigen Interessen, die hier in Frage stehen. Das Bolt wird fich eine Beeinträchtigung der geistigen Interessen nicht gefallen laffen.( Buruf rechts: Wer ist denn Ihr Volk?) Den Materialismus bekämpfe ich wie Sie, abe: es giebt nicht nur ein Dogma des Materialismus, sondern auch einen Materia lismus des Dogmas. Wenn Herr Stöcker glaubte, daß die Gr regung im Lande blos eine gemachte Sache ist, f wird er fich bald überzeugen, daß er sich im Irrthum befindet. Wie kommt der Ministerpräsident dazu, allen Leuten außerhalb dieses Hauses Die erste Berathung des Boltsschul- Gesezes wird ein Urtheil über die Vorlage abzusprechen. Man braucht nicht fortgesetzt. alle Einzelheiten zu kennen, sondern nur die Hauptbestimmungen Abg. Stöcker( t.): Die Debatten dauern sonst höchstens der Vorlage, um deren Geist zu erkennen. Je mehr ich den Entdrei Tage wie die Schlacht bei Leipzig; diese Debatte dauert wurf studirt und ihn mit anderen Schulgesehen verglichen habe, Abg. Gröber ist nach reiflichem Studium zu der Ueber- schon eine Woche, wie die Hunnenschlacht, bei welcher die Geister desto mehr bin ich in meinem Urthele bestärkt worden. Er geht zeugung gekommen, daß diefe feit zehn Jahren Streitige Frage noch in der Nacht weiter kämpfen. Ein Geisterkampf ist die weiter zurück hinter alle Gesetze anderer Staaten, von Frankreich durch die Mehrheit der Kommission richtig entschieden worden Debatte wirklich geworden, nicht blos bezüglich des Schulwesens, ganz zu schweigen; sogar das isterreichische ist beffer. Zu ist. Es handle sich bei der Militärverwaltung nicht um eine sondern auch bezüglich des ganzen politischen Lebens. Bei den Gunsten der orthodox- konfessioneller und staatlich- bureaukratischen Reichs, sondern um eine Landes- bezw. Kontingentsverwaltung, Freikonservativen vermissen wir die volle Würdigung der Kirche, Dinge find eigentliche Schulfrager zurückgestellt oder gar nicht so daß die Gegenzeichnung des Kriegsministers des betr. Einzel- bei den Nationalliberalen und bei den Freisinnigen die volle gelöst worden. Der Lehrplan der Volksschule ist nur von der staates genüge. Würdigung des Christenthums. Die Schule braucht eine gefunde konfessionellen Seite aus geordnet; von der Fortbildungsschule Abg. Pieschel( natl.) beantragt dagegen die Zurückverweisung Pädagogik und diese kann nur die christliche sein. Denn wegen ist mit feinem Worte die Rede. Auch die Frage der Lehrerder Rechnung an die Kommission zur nochmaligen Prüfung der der internationalen Sozialdemokratie braucht man eine erziehende besoldung hat nur eine unzureichende Lösung gefunden. Abg. Nichter: Die Anschauungen des Grafen Arnim erinnern mich an diejenige des alten Feldmarschalls v. Steinmez, der alle Militärcusgaben für die allerproduktivsten erklärte. Zulegt tragen doch die Steuerzahler die ganze Lajt. Auch was die Die Auszählung ergiebt die Anwesenheit von nur 108 MitSteuerzahler ausgeben, bleibt im Lande. Was nüßt uns die stärkste Rüstung, wenn der darin steckende Mann so schwach ist, daß er sie nicht mehr tragen kann? Damit schließt die Debatte. Die Forderung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten bewilligt, desgleichen der Rest des Nachtragsetats. Es folgt die zweite Berathung der allgemeinen Rech nungen über den Reichshaushalt von 1884/85. Die Rechnungs tommission hat entgegen ihren früheren Entscheidungen diesmal mit 8 gegen 4 Stimmen die bekannte Streitfrage, ob die nicht vom Reichskanzler, sondern vom preußischen Kriegsminister kontrafignirten Justifitationsordres als giltig anzuerkennen feien, bejaht, und beantragt demgemäß, die Entlastung für die allgemeine Rechnung pro 1884/85 dem Reichskanzler zu ertheilen. Abg. Dr. Meyer- Berlin beantragt, den früheren Beschlüssen entsprechend zu beschließen, daß die Verantwortlichkeit für die betreffenden Ordres durch nachträgliche Gegenzeichnung vom Reichskanzler übernommen werde. gliedern, von welchen 55 für, 53 gegen die Vertagung stimmen. Das Haus ist nicht beschlußfähig und die Verhandlungen müssen abgebrochen werden. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr.( Borlage betr. die Verlängerung des spanischen Handelsvertrages, Anträge aus dem Hause.) Abgeordnetenhaus. 9. Sigung vom 30. Januar. 11 Uhr. Am Ministertische: Graf von Caprivi, Graf von 3eblib, und Kommissarien. Der Abg. Mithoff( ntl.) ist heute Morgen plöglich am Lungenschlag gestorben. Das Haus ehrt sein Andenken in der üblichen Weise. wenn das Der Entwurf soll nur die bestehende Praxis festlegen. War es gierung mehrmals Gelegenheit gegeben, den guten Willen der Kampf ist uns aufgedrungen, wir haben ihn nicht gewünscht, alte Praxis, daß nur konfessionelle Schulen errichtet werden Partei zu erkennen. Das afzeptire ich gern und würde es noch aber wir werden ihn führen.( Beifall links.) durften? Mußten nicht auch früher Simultanschulen eingerichtet lieber afzeptiren, wenn ich die Sicherheit hätte, daß die große Ministerpräsident Graf v. Caprivi: Herr Friedberg sagte werden? War es Praxis, daß an den Schulen nur Lehrer einer liberale Bartei eine Seifenblase wäre, die schon wieder verflogen heute: es sei ein Frrthum, wenn die Regierung glaube, einmal Konfession angestellt werden durften? War es Praris, daß die ist.( Beifall rechts.) Vertreter der Kirche den Lehrer mit Weisungen versehen durften? gegen eine große Partei gehen zu können und einmal mit ihr. Abg. Friedberg( natl.): Der Herr Ministerpräsident Ich bin nicht im Parteileben aufgewachsen und habe kein Das Vetorecht des kirchlichen Kommissars kann den Lehrer über- gründete seine Ausführungen über die Nationalliberalen auf dem Verständniß für das Partei Interesse; aber haupt um jede Anstellung an der Schule bringen. Eine solche bekannten Artikel der Kölnischen Zeitung", aber wenn schon Verhältniß zwischen der Regierung und Mitherrschaft der Kirche ist wicht vereinbar mit dem Charakter eine Partei nicht für jedes ihrer Blätter verantwortlich gemacht dauerndes sein soll, dann sind nur drei Fälle möglich. einer Getafdugelt. ndet sich dann gegen die werden kann, so ist der erwähnte Artikel von vielen Seiten Entweder besteht zwischen Regierung und der Partei ein dauern Montag: Die Großstadtluft rch welche die Selbst- unserer Partei dementirt worden. Wenn die Bennigsen'sche Rede des Verständniß; in Preußen ist das nicht möglich, da keine Deutsches The rnichtet wird. Durch anlangt, so wollte er sagen, durch die Handelsverträge seien die Parlamentsministerien bestehen, sondern der König ernennt die Gretadesquie. Der Redner wel aldemokratie nicht Gegenfäße der einzelnen Theile der liberalen Barteien beseitigt, Minister( Zustimmung rechts); oder es wäre möglich, daß die Srganiſatio, auf diesem Gebiete volianbie tonfessionelle Erziehung werde man die Sozicen gerade solche und es sei nun möglich, daß die verschiedenen Theile der liberalen Partei die königliche Regierung ins Schlepptan nähme. Dagegen Grau Befferes wiin- lehten: Richter und Bamberger ich welche eine ſtrenge Eatholische nicht erwin faßten das falsch auf und lehnten ein solches Entgegenkommen ſiehe, wird das niemals geschehen. Endlich könnte die Partei Anhänger ab. Drittens stützte sich der Minister bei seinen Ausführungen sich von der Regierung ins Schlepptau nehmen lassen; aber eine Männer, haben. Die Sozialdemokraten können gar nichts ' schen, als die Annahme dieses Gesetzes; denn ihre sie sonst über unsere Parteien auf die Rede des Abg. v. Eynern. Meine solche Zumuthung wage ich an die Nationalliberalen nicht zu erwarten können. Wenn das Gesetz angenommen wird wird Rede war nicht so schroff, um eine solche Folge zu verdienen, stellen. Aus dem höflicheren Ton glaubt Herr Rickert auf einen der Lehrermangel sehr erheblich wachsen und die Entwicke- umgekehrt hatten wir die Empfindung, daß der Kultusminister Wechsel meiner Anschauung schließen zu müssen. Das ist ein lung unserer Wolfsschulen wird dadurch geschädigt werden. dem Abg. v. Eynern schroff entgegentrat. Der Ministerpräsident eigenthümliches Mißgeschick. Herr Rickert legt Gewicht darauf, Wenn die Lehrer in ein neues Abhängigkeitsverhältniß gestel verwahrt sich dagegen, als ob er eine Verschärfung der Debatte daß die Parteien in einem guten Tone behandelt werden. Wenit dann wird Niemand mehr diesen Beruf ergreifen habe eintreten lassen wollen, aber die Aeußerung über den er aus einem höflicheren Tone folgert, daß ich meine Meinung Dieser Gesichtspunkt ist durchaus nicht zu unterstüßen. Di Atheismus konnte nicht beruhigen, er nahm sich die Anschauung geändert, so ist das falsch. Ich bin zu diesem Zone gekommen fleinen Vortheile, welche den Lehrern geboten werden, reiche des Abg. Borsch zum Muster. Herr v. Caprivi sagte, wir seien auf Grund der Stimmung hier im Hause; es tönte mir nicht aus, über diese Schwierigkeiten hinweg zu helfen. Für de keine Atheisten, aber er sagte, unsere Stellung leiste dem Atheismus häufig der Ruf Hört" entgegen. Es ist möglich, daß ich mir Besserstellung der Lehrer danke ich dem Minister; ebenso daft, Vorschub, und auch das ist tränkend. Bisher fonnten wir mit das mehr zu Herzen nehme, als es nöthig ist. daß er die Wolfsschule nicht herabdrücken will auf das Nivea, der Regierung auf verschiedenen Gebieten zusammengehen, und ist meine Stellung nur insofern, als ich heute gelernt habe, daß welches Herr Reichensperger als maßgebend hinstellte; aber e nur solche Aufgaben, wo dies möglich ist, sollte eine Regierung es mit der großen liberalen Partei, die eigentlich das Werk des Vorlage ist kein Schulgeset, sondern vielmehr ein Staats: id internehmen, die auf ihr Programm schrieb, von allen Parteien Herrn Rickert sein sollte, nichts ist. Meine Stellung zu dem dieses Gesetz stimmen, es müßten denn in der Kommission drh- Entwurf zusammen, aber von dem jezigen Gesezentwurf tann ist.( Beifall rechts.) glaube. Sie mögen für dieses Gesetz die Verantwortun üer vir sträuben uns gegen Majorisirung, wenn Kirchengeset. Deshalb fann ich unter feinen Umständen ir las Gute nehmen zu wollen. greifende Berbesserungen gemacht werden, was ich aber icht nan nehmen.( Beifall links.) " Geändert Damit stimmte der Goßler'sche vorliegenden Gesetzentwurfe bleibt dieselbe, die sie bisher gewesen das nicht fagen. Der Ministerpräsident sagt, Darauf wird die Debatte geschlossen. Die Vorlage wird einer die Mehr Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. jeit gegen uns ist, so müssen wir uns freilich fügen, In erster Berathung wird darauf der Gefeßentwurf, betreffend Ministerpräsident Graf von Kat: Herr Frieberg hat vir fagen blos, es ist gut, bei einem so wichtigen Gesetz die Abänderung über die allgemeine Landesverwaltung( Aufone objektiver sein. I heb ſeit politisch majorifirt zu sein. Kann eme große Partei bald mit, lösung der Kirche und Schulabtheilungen) ohne Debatte er mit den Rath gegeben... hes Leben semacht, die Eichener bie mtb gegen hie Regierung gehen? Wenn die Regierung sich eine ledigt und an dieselbe Kommission wie das Volksschul- Geset Jahren zum Aen. Wenn ich dageen gefehlt haien slite, ſo Derbelt balb ba, bald dort sucht, wirthschaften die Parteien verwiesen. stellt, Lokales. Ein bezeichnendes Beispiel für die Moral" unferet Schluß 22 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch, den guten Rath an. Nicht die Sammlung vor Schlag- oder die Regierungen bald ab. Ich will feinen Miston in bie worten, die wir gehört haben, veanlaßt mich zu spreche, sondern Debatte bringen und wiederhole nur, daß wir von vornherein 8. Februar, 11 Uhr.( Rechnungsvorlagen, kleinere Borlagen und die Stellung, in welche sich ferr Knörde zur Regieing stellte. geneigt wären zur Opposition, wir hätten erst eine Amendirung Etat.) Herr Snörcke widersprach der Angriffen die ich auf seite Kreise für möglich gehalten, diese Hoffming wurde uns nur durch die gemacht haben soll, daß e fich in letter anz un Rede des Herrn v. Bach abgeschnitten und des Abg. Stöcker. Abg. Rickert( dfr.): Trotz der heutigen entgegenkommenden Christenthum und Atheis- us handel. Die letzte Intang fin weder die Nationalliberon, noch die Freifinnigen; is habe nr Worte des Reichskanzlers bleibt das ungewöhnliche in der andeuten wollen, daß efe Fragen viel weit geen und af heutigen Situation doch bestehen. Der Ministerpräsident, in dessen einem anderen Bode als hier ausgetragen wesen. Daß der Anschauung nach den heutigen Worten ein Wechsel gegen gestern Borrebner auf dem liefern die ſelbſt wenn ich briefe weit Sätten selbst wenn ich dr Bekenntniß eines Manies tune, erlauk ich wenn er in vorigen Jahre sagte, das vorjährige Schulgeset let Moabit. Sobald da draußen ein Mord- oder Standal- Prozeß mir erst nach angerer Bekanntschaft üer rese Frage uur die Grenze dessen, bis wie weit man gehen könne, und in diesem theilen. G3 allt mir nicht ein, üer eine Stellun, zum Jahre geht er über diese Grenze weit hinaus. Hätte man die ur Verhandlung gelangt, drängt sich das„ bessere" Publikum in hellen Haufen heran, um den Mörder oder die Ghebrecherin an streiten zu wollen. Wen fagt, er hoe eine Vorlage, wie z. B. das Trunkſuchts- Geseh, vor der Einbringung zustaunen, und dann in ihren„ Salons" erzählen zu können, wie Christenthum höhere Borellung davon als ich, so tebtes dafür keinn Maß- hier im Hause veröffentlicht, so wäre die Regierung doch wohl häßlich der eine und wie„ nett" die andere war. Im Prozeß ftab und ich vil mich darüber af einen Disput einlassen. ftußig geworden. Meint Herr v. Caprivi, mit dieser Vorlage Staat ind Riche sind zuvei Dinge, sie n naher Beziehung stehen teine große Opposition zu finden, so muß er sich über die Volts: Prager- Schweißer war dieses sogenannte Publikum vollzählig verund ir Destschland wenigstens fgwe von einander zu trennen feele sehr getäuscht haben. Hier im Hause wird die Vorlage die lammelt, das waren die berühmte" Schauspielerin und der groß find. Man der Vorredner die Kultsentwicklung übe die Kirche Mehrheit haben, vielleicht auch im Herrenhause, wenn wir auch hoffen, artige" Tragöde, da waren Damen, die man bei jeder Feſtauffind diejenigen, welch auf eine histische Welt- daß dort die schlimmsten Zähne der der Vorlage ausgezogen werden. führung im Theater wiederfindet, da waren Kommerzien, Kom ung Werth legen, gerar der entgegengeegten Ansicht Im Bole aber hat die Vorlage die Mehrheit und wenn Sie das missions- und andere Räthe, nicht zu vergessen der Journalisten, welche verpflichtet sind, für die bürgerliche Presse pikante" Be anje richtig rechts). ah ha dem Auslande sie Kompetenz nicht glauben, so schlagen Sie doch dem Könige die Auflösung richte zu schreiben. Das Organ der Berliner gutgekleideten Demigesprochen, über die Borage zu urtheilen. Ich habe ein des Hauses vor; aber Abg. Stöcker hat ganz recht, wenn er sagt, monde ist der„ Berliner Börsen- Kourier", der stets an der Spitze ernstes und langes Gudium durchgemacht und schließe vielleicht jetzt sei die günstigste Zeit für die Vorlage. Hier im Hause find marschirt, wenn es gilt, frech und frivol zu sein. Dieses Organ fälschlich von mir auf and re. Der Vorredner will die Religion übrigens auch die Freikonservativen gegen die Vorlage, so daß des Börsenjobberthums kann mit Recht als das„ Journal des ans der Schule atferne.( Buruf Knörcke's: Das Gegentheil der Her Reichskanzler sich nicht blos gegen die Linte des Hauses habe ich gesagt.) Dann wende ich mich an Herrn Rickert, der zu wenden hat. Die Ausführungen Stöckers erinnern mich an gifles" bezeichnet werden, denn es erscheint kein Redakteur quali Schottland als das relgiöseste Land bezeichnte, in welchem aber die Worte Friedrich Wilhelms III., es wolle ihm scheinen, als ob fisirt zur Mitarbeiterschaft, der nicht mindestens einmal kräftig fegung auch bei uns zuträfe, wenn wir das religiösefte Land es sich um das Auswendiglernen von Bitasprüchen, denn seine christ Da kann man so richtig im Schmus der Gemeinheit waten, man die Religion aus de Schule entfernt sei. Wenn die Voraus es eine Theologie gebe ohne Religion. Auch bei Stöcker handelt geohrfeigt worden ist. Für dieses edle Blatt nahen jetzt wieder frohe Tage: am zweiten Februar beginnt der Wetzel- Prozeß! wären, dann wie ich mich mit Nifer verſtändigent tommen. liche Bebe und Toleranz kennen wir ja feit lange, wir wissen ja, Aber wenn wir die Religion aus der Boltsschule entfernen wie er im Jahre 1880 es ablehnte, die Petition unterschrieben fann schaudervolle Bilder von der Berkommenheit der Menschen malen, aber das muß immer„ nett" geschrieben sein, hübsch würden, würden wir dm letzten Rest von Religiösität in den zu haben und es im nächsten Athemzuge zugeben mußte; jetzt foll pikant und anregend! Wenn schon im Schmuß gewatet wird, so unteren Volkssoichten gefährden.( Bustimmung rechts.) Ich ja wieder eine solche Petition gegen die Juden im Gange sein. halte von dec Religion im menschlichen Leben sehr viel Benn auch Stöcker weiß, wie es gemacht wird", so find wir muß es zwar tüchtig, aber mit einer gewissen Eleganz geschehen. und befinde nich broei wohl mit allen in Ueberstimmung. och so optimistisch und hoffen bei der Einzelberathung der Wie das Journal des gifles" feine Leser auf das große der Wesel- Schauspiel" vorbereitet, geht aus folgender Notiz hervor, Herr Rickert der ebaso wie ich sich mit den Verhältnissen der 94 Paragraphen manches retten zu können. Seit der Zollver: burch welche basselbe schon jest auf seine„ pikanten" Berichte Werstarbeiter beschäfigt hat, wird wissen, wie das Leben dieser handlung im Jahre 1879 hat nichts das Volk so aufgeregt wie Boltsschisten ist. Ser Frau eines solchen Arbeiters ist es gar diese Vorlage, auch in Oesterreich fürchtet man, wie ein Anhänger aufmerksam macht: Noch nie war bei einem Sensationsprozesse die nicht möglich, in ausgedehnter Weise auf die Religion der Kinder des Herrn v. Caprivi mir schreibt, üble Nachwirkungen von Nachfrage nach Ginlaßkarten eine so starte, wie bei der einzuwirken. Wo jol ein Kind aus diesen breiten Schichten der diesem Gesetz. Stöcker erklärte sich bereit, mit den NationalNation die Religion herbekommen, wenn nicht aus der Schule? liberalen zusammenzugehen; freilich, wenn sie sich ihm unter- bevorstehenden Hauptverhandlung wider den Raub mörder Wegel. Die Ausgabe der Karten hat noch nicht begonnen, Daß es Religion blommt, ist nothwendig. Meine Auffassung werfen, wenn sie ihm bei der Wahl die Stimme geben, will er aber obwohl die Berhandlung im großen Schwurgerichtssaale mag von der Ihrign weit differiren, sie können mir aber doch das, aber in Wolfsversammlungen behandelt er sie, daß es schon stattfindet, werden unter das große Publikum doch nur Die Stellung Stöders nicht zumuthen, da ich meine Auffassung preisgebe, weil ich an nicht mehr schön ift. aus dem Haß Haß gegen die jezigen Lehrer, die sehr wenig Karten gelangen. Die Mehrzahl derselben wird den dieser Stelle stehe Ich muß meine Auffassung zur Geltung fich Jugend nicht in feinem Sinne erziehen wollen. jenigen Bewerbern zufallen, welche nicht gut abgewiesen werden bringen, soweit fies mit dem Interesse des Staates vereinbcr die Jugend ist. Der Abg. Fiedberg hat eine Reihe von Angriffen gegen Stöcker fragt: Was wären die Nationalliberalen ohne die Re- tönnen, weil ihnen ein mehr oder minder großes AnHöhere Juftisbeamte, die It. f. mich gerichtet; sprach von starken Worten, von vergifteten gierung Aber was wären wohl die Konservativen ohne Land- recht auf Bevorzugung zusteht. Pfeilen, die au mich zurückprallen würden. Harte Worte im cath und Gendarm? Der Ministerpräsident wollte, glaube ich, Präsidenten der Landgerichte, Staatsanwälte politischen Lebe find billig; aber ich verzichte darauf, sie anzu- heute die Mißstimmung, die seine Rede bei den Nationalliberalen welche noch niemals eine Karte beansprucht haben, ihnen für die eigene Person der Zutritt stets freisteht, wenden. Ich glaube, man hat mich noch niemals für einen gestern errrgte, beseitigen; bas ist auch sehr wünschenswerth, haben sich diesmal dem Andringen ihrer Familien- und Giftmischer chalten( Heiterkeit); die Pfeile tönnten also, denn auch der größte Staatsmann kann nicht weiter arbeiten, Freundeskreise nicht widerseßen können und haben um so wenn sie af mich zurückprauten, mir nicht schaden. Die wenn er das Vertrauen der Parteien verliert. Ich habe auch und so viel Karten ersucht. Fast alle Miniſterien haben dies Regierung oll die liberalen Parteien majorisiren wollen. durchaus nicht gesagt, daß ich die Religion aus der Volksschule Haben dem die Mittelparteien, deren Unterſtügung ich mir entfernen wollte, nur als Herr von Huene sagte, das wäre die bezügliche Gesuche eingereicht, dazu gefellt sich die große Zahl wünsche, en verfaffungsmäßiges Recht, durch Majorität nicht Ronsequenz unseres Verhaltens, fagte ich: nun in Schottland der Rechtsanwälte und der im Hause beschäftigten Subaltern in beamten, der Unterbeamten garnicht zu gebenken. Auch überstimmt zu werden?( Heiterkeit.) Liegt nicht das Bestreben geht es auch so. Sie wollen freilich den ganzen Voltsunterricht tennen vermocht. WV., weil Landvor, die Gaatsregierung zu majorisiren Sie haben uns Ihren mit Religion durchtränken. Wie man evangelischen Geographie- von den Geschworenen beansprucht ein jeder eine Karte, die nicht Willen unterwerfen wollen und dagegen wehren wir uns. Sie Unterricht ertheilen tann, ist mir für meine Person unklar. Selbst verweigert werden darf, obwohl die nicht ausgelooften Ges Verstimmung, die vorhanden ist, thuf mir leid, denn es hat der gegen Wöllmer wandte sich Friedrich Wilhelm III. und schrieb fchworenen ohne Weiteres das Recht haben, der Sigung bei Regierung nichts ferner gelegen, als ich mit der nationalliberolen ihm, er wolle wohl die Religiou in der Volksschule, aber das zuwohnen. Außerdem sind zwölf Vertreter der Preffe zugelassen, Barta zu überwerfen; sie hat aber einen andern Grund. Ir der dürfe keine eingedrillte Religion sein, sondern die Religion müsse neben diesen noch eine Zeichnerin für illustrirte Journale, und Press ist der Vorwurf erhoben, die Regierung hätte nicht vomus- auf der Ueberzeugung jedes Einzelnen beruhen. Wir könnten da vierundfechzig Zeugen geladen sind und vielleicht noch mehr gefajen, was hier tommt. Das Schicksal dieses Gesetzes ist noch noch viele solcher Aussprüche zusammenstellen, auch von dem geladen werden, für die der nöthige Platz refervirt werden lage nicht entschieden. Ein Geetz von 200 Baragraphen wird früheren Minister v. Bedlig. Schleiermacher wurde feiner Beit muß, so wird dadurch der disponible Raum und damit die Zahl der zu vertheilenden Einlaßkarten noch ganz o viel Widerspruch hervorrufer, daß man nicht sagen fant, was für einen Atheisten erklärt, wie Stein für einen unverbesserlichen Endlich sind schon vor Wochen noch geschehen wird. Denken Sie an die Landegemeinde- Ordnung Demokraten, und auch Wilhelm von Humboldt, dem Friedrich erheblich beschränkt. und Monaten bei ber Gerichtsschreiberei des und an das Einkommensteuer Gesez. Es hat mir der Grad von Wilhelm III. ein wichtiges Amt übergab, wurde nicht verschont. gerichts II eingeschriebene Briefe aus Hamburg, Stettin, Voraussicht gefehlt, rechtzeitig zu erkennen, daß man sich mit dem Nun die große liberale Partei! Hätte der Ministerpräsident Dresden, Leipzig, Chemnitz u. f. w. eingegangen, in denen uur Gedanken einer großen libaalen Partei trägt.( Widerspruch bei mich privatim befragt, er hätte eine Auskunft bekommen, die ihm Rarten ersucht wurde, dazu gesellen sich Rechtsanwälte in Wien den Nationalliberalen.) Wenn Sie das nicht wollen, ist manche Beängstigung genommen hätte. Warum gegen die einzige und Petersburg, welche zu dieser Berhandlung nach Berlin mir das ganz willkommen. Aber daß Sie das nicht Rede des Herrn von Bennigfen gleich die schwersten Kanonen wollen, haben wir aus Ihren Aeußerungen bisher nicht zu er- auffahren! Was bekümmert denn den Reichskanzler so sehr? fommen werden. Auf zehn private Bewerber wird bei der großen Aus einer älteren Numine: des" Han- Was befürchtet denn der Reichskanzler von dieser großen liberalen Anzahl derselben kaum eine Karte fommen, und jeder weitere noverschen Kouriers will ich Ihnen einen Artikel vorlesen, Partei? Was liberal ist, gehört zusammen und ich bedaure, Schritt um Erlangung einer solchen ist absolut vergeblich. An in welchem eine Stiegserklärung gegen die Regierung enthalten daß durch die Macht der Verhältnisse und durch die Bismarcksche der Thür der Gerichtsschreiberei prangt schon seit mehreren ist; es sei der Monent gekommen, wo die nationalliberale Partei Politit divide et impera eine Trennung eingetreten ist. Wenn Tagen ein Plakat, laut welchem Karten zum Wezel- Prozesse nicht ihre alte Größe zagen müffe; gegenüber diesen Gesetz gebe es der Reichskanzler die Zukunft richtig verstände, dann müßte er mehr zu haben find. Große Heiterkeit erregte es unter den Be nur ein unbedinges Nein, einen entschloffenen Kampf. Sind wir alles dazu thun, eine große liberale Partei zu schaffen. Wir amten, als ein Inferat in einer hiesigen Beitung zirkulirte, worin es, welche diesen Kriegszustand herbeigeführt haben? Ich kann müßten eine große liberale und eine große foufervative Partei ein Anonymus sechs Mart" für eine Karte zum Wetzel- Prozesse nicht übersehen, welche Folgen die Bildung einer großen liberalen haben. Den Eintritt des Grafen von Caprivi in sein Amt haben Aber das Journal des gifles" hat seine„ Eintrittskarte" Partei haben wird.( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) wir mit einer gewissen Freude begrüßt, ich betrachtete denselben Ich kann mich auch berufen auf das, was in andern Hause ge- als eine wahre Erlösung. Ich habe den Reichskanzler für einen und es wird einen seiner ersten Kräfte entfenden, um etwas Gutes" zu Tage zu fördern. Die übrigen bürgerlichen Blätter schehen ist. Stehen Sie damit in Widerspruch, dann sprechen ehrlichen, schlichten, einfachen und offenen Soldaten gehalten. Sie es off aus und nicht blos durch zwischenrufe. Für die( Heiterfeit.) Wir hofften, daß die Verkeßerung der Parteien leisten sich natürlich auch ihre Lokale Premiere" über den Prozeß, Regierung ist die Frage eine sehr interesante, ob eine zweite aufhören würde, aber es will so scheinen, als wenn die Bis- aber es herrscht immer noch ein Unterschied zwischen dem Zon Sezeffion aach rechts oder lints stattfindet. Die Frankfurter mardiche Methode wieder anfängt. Im Interesse des Ministeriums Des Journal des gifles" und dem der übrigen Bourgeoisblätter. Der Börsen- Kourier" wird, nach der vorstehenden Reklame zu 3tg." fagte auch vor ein paar Tager, daß die National Caprivi habe ich die Einbringung dieses Schulgesetes bedauert. urtheilen, im Wetzel- Fall sehr auf dem Poften sein. Das ist auch liberalen die Witterung gehabt haben müffen, daß die Die letzte Stunde hat noch nicht geschlagen. Wir werden die Regierung noch viel reaktionärere Dinge plant. Arbeiten 194 Paragraphen mit der größten Gründlichkeit verhandeln, nur nothwendig, denn das Blatt, dessen bester und vorzüglichster Sie mit anderen Parteim und überzeugen Sie diefelben, eines möchte ich sagen: wenn er glaubt, in diesem Gesetz eine Mitarbeiter der felige Sommerfeld unseligen Andenkens war, bann werden wir zu einem Ergebnß tommen. Ich habe Waffe gegen die Sozialdemokratie zu haben, so irrt er sich. muß diese fühlbare Lücke thunlichst auszufüllen trachten! von dem, was ich gestern Dieses Gesetz leistet der Sozialdemokratie Vorschub. Das hat der tein Wort zurückzunehmen von dem Der sozialdemokratische Verein Vorwärts" zu Nig gefagt habe. Ich habe bisher keinen Anlaß, an der Anschauung Vorwärts" auch heute ganz offen anerkannt.( Heiterfeit rechts.) borf, welcher während seines zweimonatlichen Bestehens bereits irre zu werden, daß Sie der Regierurg Krieg erklärt haben auf Ihre Politik hat noch niemals das Baterland gerettet. Die über 150 Mitglieder zählt, veranstaltet von Dienstag, den Grund des Volksschul- Gesezes oder aus anderen unbekannten Folgen haben sich am Anfange dieses Jahrhunderts gezeigt. Da 2. Februar, Abends 88/4 bis 10%/ 4 Uhr ab in Rummer's Saal, Gründen. Die National- Betung" foreibt heute morgen: Herr war der Atheist und Demokrat gut genug, um das Vaterland zu Rigdorf, Berlinerstraße, Unterrichts- Abende in der Weise wie bie Friedberg habe durch Vorführung der einzelnen Punkte der Re- retten. Nicht fünftlich ist die Bewegung gemacht worden; der Arbeiter- Bildungsschule. Den einleitenden Vortrag über„ Der " bietet. " 115 die Raubmörder Kunisch und Schmiedecke und viele andere Arbeiter und die Wissenschaft" hält Genoffe Dr. Lütgenau. Der von Passanten, die täglich den Tunnel benutzen, trockenen Fußes| Abhängigkeit von einander stehen, während die Produktion nur Verein gedenkt damit den Genossen Rigdorfs, welche nicht Ge- hindurchkommen. von dem Bedarfe abhängig sein sollte. Die beste Produktions Tegenheit haben, die Berliner Arbeiter- Bildungsschule zu besuchen, Ersatz zu bieten. Um den Unterricht zu einem erfolgreichen zu jüngster Zeit dadurch eine drastische Jlustration erfahren, daß weise nicht der Fall. In fesselnden und mit großem Beifalle Der Raummangel im Moabiter Justizpalast hat in weise sei die, welche die meisten und die besten Produkte in der türzesten Zeit hervorbringt. Das sei bei der heutigen Produktionsgestalten, muß mindestens jede Woche ein Unterrichts- Abend statt der kleine Schwurgerichtssaal von den Schöffengerichten für finden. Da jedoch bei der jetzigen Mitgliederzahl dies schwer sage:" Wissen ist Macht, Macht ist Wissen," Pflicht eines jeden Barriere, an welcher einst der Gattenmörder Hoffmann, später sellschaft, die Vortheile der sozialistischen Produktion in großen durchzuführen sein wird, so ist es, ausgehend von dem Grund- deren Sigungen okkupirt worden ist. An der Stätte hinter der aufgenommener Worten entwickelte Redner sodann seine Ideen Rixdorfer Genossen, den Verein durch Beitritt zu unter: stüßen. Aber nicht nur aus diesem einen Grunde ist Kapitalverbrecher standen, stehen jetzt fast täglich Leute, die ein- Bügen vor Augen führend und auch die Vertheilung der Produkte mal ohne brennende Wagenlaterne gefahren sind oder vielleicht bezw. die Honorirung der Arbeit und der Produkte nach der die rege Betheiligung der Genossen nothwendig, sondern auch beim Hausiren auf der Straße minutenlang einen festen Stand Arbeitszeit, die zur Herstellung eines Produktes erforderlich war deshalb, weil sich der Verein noch andere Aufgaben, z. B. Einbezw. die ein Jeder gearbeitet hat, veranschaulichend. Eine wirkung auf kommunale Verhältnisse, gestellt hat. Trotz eifriger eingenommen haben sollen, vom Schuhmann aufgeschrieben Diskussion knüpfte sich an den Vortrag nicht. Unter„ VerAgitation einzelner Genossen ist es zu verwundern, daß bei einer worden sind und nun mit 1, 2 oder 3 Mark bestraft werden. schiedenem" bildete zunächst das Volksschul- Gesez den Gegenstand so zahlreichen Arbeiterschaft, wie sie Rigdorf aufweist, der Verein Das königliche Eisenbahnbetriebsamt Berlin Stettin mehrfacher Besprechung, worauf zur Vorbereitung des am nicht mindestens eine zehnfache Mitgliederzahl hat, um eine macht bekannt: Bei Ausfahrt des Vorortzuges 987 nach Dranien- 27. Februar stattfindenden Stiftungsfestes des Vereins ein Verintensivere Einwirkung des Vereins zu ermöglichen. Aus diesem burg um 8 Uhr Abends entstand gestern vor dem Stettiner Bahn- gnügungsausschuß, bestehend aus den Genossen Drescher, Grunde sei jeder Arbeiter Rixdorfs ein Agitator für denselben, hofe zu Berlin durch Kollision mit einem Rangirzuge eine Ge- Jant, Griepentrog, Wilde und Klein, gewählt ein attives Mitglied im Verein. Wir bemerken noch, daß leisesperrung, welche die Unterbrechung des Nordbahn- Verkehrs wurde. Nachdem der Borsigende noch die Zeitungsspebition des der Verein bereits eine über 40 Bände umfassende Bibliothek auf der Strecke Gesundbrunnen- Berlin und Verspätungen auf der Genossen Ahlers, Rastanien Allee 53, der möglichsten Berücksichti besitzt. Stettiner Strecke zur Folge hatte. Reisende sind nicht beschädigt, gung empfohlen hatte, schloß er die Versammlung mit einem vom Zugpersonale ein Lokomotivführer leicht verletzt worden, och auf die Sozialdemokratie. Die Sperrung ist bis heute 94 Uhr Vormittags wieder vollständig beseitigt worden. Die israelitische Volksküche, welcher die bürgerliche Presse in einem fort nichts als eitel Lob spendet und welche auch im Anfang ihres Bestehens der besseren Reklame wegen etwas den wohlthätigen" Charakter herauskehrte, hat sich genau als das entpuppt, was wir bei ihrer Eröffnung vorausfagten, nämlich als ein reines Geschäftsunternehmen, wie alle derartigen Anftalten. Die Speisen, die anfänglich besser und nahrhafter zubereitet wurden als in den Lina Morgenstern'schen Voltstüchen find hinsichtlich ihrer Qualität längst auf das Niveau der letteren herabgefunken; ein Unterschied besteht höchstens darin, daß in der jüdischen Speise- Anstalt die Näpfe nur bis zur Hälfte gefüllt zu werden pflegen, während in den christlichen wenigstens ein volles Maß gegeben wird. Es ist wirklich eine komische Fronie, daß die Spekulation auf die Bedürfnisse der armen Bevölkerung denn etwas Anderes sind dergleichen Unternehmen doch nicht Wohlthätigkeit" genannt wird. Mit demselben Rechte sind auch Die feinen Restaurants und Cafés der Friedrichstraße, welche auf die Bedürfnisse der besitzenden Klasse spekuliren, Wohlthätigkeitsanstalten" zu nennen. " = V Im Ludolf Waldmann- Konzert, das am Donnerstag, den 4. Februar, im Prachtsaal des Handwerker- Vereins, Sophienstraße 15, stattfindet, werden außer andern Solisten, die Sängerin Frau Paula Ellard, Herr Professor Richard Hansmann und der Cellist Herr Vittor Hansmann mitwirken. Besonderes Interesse werden die Vorträge des Herrn Professor Hansmann bieten, in denen zum ersten Mal das vielbesprochene Jantó- Klavier, welches sechs, treppenartig, übereinanderliegende Klaviaturen hat, mit allen seinen Klangwirkungen für große klassische Konzerte in die Deffentlichkeit eingeführt Die wird. Polizeibericht. Am 29. d. M. Morgens wurde der Kontordiener Dieckmann an der Ecke der Ritter- und Alten Jakobstraße von einem Schlächterwagen überfahren und blieb besinnungslos liegen. Nachdem er wieder zum Bewußtsein gekommen, begab er fich zu Fuß nach seiner nahe gelegenen Wohnung, verstarb jedoch bereits Mittags infolge der erlittenen Gehirnerschütterung. Vor dem Hause Leipzigerstraße 125 fiel Vormittags ein Bankbeamter beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen zur Erde und brach den Unterschenkel. Abends gerieth eine 65 jährige Frau vor dem Hause Alexanderstraße 21 unter die Räder eines Pferdebahnwagens und wurde an beiden Unterschenkeln verlegt. Im Laufe des Tages fanden Soziale Itebersicht. An alle Mitglieder Filiale Berlin. Kollegen und Kolleginnen! O sancta simplicitas! Gine oft wiederholte sozial demokratische Forderung ist die," schreibt der„ Ev. Kirchl. Anz.", „ daß die öffentlichen Wahlen auf einen Sonntag verlegt werden sollen. Angeblich soll den Arbeitern auf diese Weise eine regere Betheiligung an den Wahlen ermöglicht werden. Es liegt aber dem Vorschlage vielmehr der Haß gegen die Heilighaltung des Sonntages als eines religiösen Tages zu Grunde!"-Der fanatische Haß der Kirchen männer gegen die Sozialdemokratie 3 Kleine Brände statt. tritt in dieser albernen Unterschiebung recht deutlich zu Tage. Die religiöse Heilighaltung des Sonntags seitens der Arbeiter macht der Sozialdemokratie wahrlich keine Kopfschmerzen und die gewohnheitsmäßigen Kirchengänger würden sich von dieser ihrer Gepflogenheit auch durch eine an einem Sonntage stattfindende öffentliche Wahl nicht abhalten lassen. Zudem ist ja dafür Sorge getragen, daß in den lieben deutschen Vaterländern die öffentlichen Wahlen immer seltener werden; der vermeintliche Haß des Deutschen Schneider und Schneiderinnen- Verbandes, der Sozialdemokratie gegen die Heilighaltung des Sonntags als eines religiösen Tages würde daher durch die Verlegung öffentlicher Wahlen auf einen Sonntag nur eine sehr fragwürdige Wie Ihr aus der Bekanntmachung des Hauptvorstandes in Befriedigung finden, ganz abgesehen davon, daß durch die unserem Fachorgan ersehen habt, sollen die Wahlen zum allWahlen an einem Sonntage dieser in keiner Weise entheiligt" gemeinen deutschen Gewerkschaftskongreß für unsere Organisation werden würde. Wenn dies jedoch nach Ansicht der Kirchen- bis spätestens den 8 Februar vollzogen sein. männer der Fall sein sollte, wie kommt es dann, daß die Kirchenwahlen des Sonntags und sogar in den Kirchen statt Ginen anderen Wuthausbruch gegen die Sozialfinden? Demokratie leistet sich das genannte Kirchenblatt, indem es behauptet, daß Sozialdemokraten des Defteren Ruheftörungen auf Friedhöfen zu begehen versuchten. Es ist dies eine ebenso lächerliche Behauptung wie die vorhergehende. Nicht die SozialDemokraten sind es, die Ruhestörungen verursachen, sondern firchlich bestellte Friedhofsbeamte, die in ihrem fanatischen Eifer schon des Defteren so weit gegangen sind, Kirchhofsbesucher von den Friedhöfen zu verweisen, die zufällig irgend ein rothes Garderobenstück an sich hatten! Da es nun der Lokalverwaltung durch verschiedene Umstände nicht möglich war, in den ersten Wochen nach Neujahr eine Verfammlung abzuhalten, so wird den Kollegen und Kolleginnen hierdurch mitgetheilt, daß die erste Versammlung in diesem Jahre Montag, den 1. Februar, Abends 81/2 Uhr, im großen Saale der Arminhallen stattfindet, mit der Tagesordnung: I. Die Anträge sum allgemeinen Gewerkschaftskongreß, eventuell Wahl eines Delegirten zu derselben; II. Bortrag über„ Kapital und Arbeit" Referentin Fel. Ditilie Baader); III. Abrechnung vom vierten Quartal 1891 und Vereinsangelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen! Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es nothwendig und Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch Nichtmitglieder sind freundlichst eingeladen. Immer noch kein Nothstand? Einen seltenen Tod ist der Arbeiter Heinrich Ewald Pohl, ein 46 Jahre alter Mann, ge Gleichzeitig bringen wir den Mitgliedern nochmals die Zahl storben, welcher im Kellergeschoß des Hauses Grüner Weg 63 bei stellen des Verbandes in Erinnerung, und ersuchen höflichst, die Luck eine ärmliche Schlafstelle inne hatte und daselbst gestern etwaigen rückständigen Beiträge daselbst zu entrichten; auch können Nachmittag um 2 Uhr todt aufgefunden wurde. Es hat sich ebendort jederzeit neue Mitglieder aufgenommen werden. Die nämlich herausgestellt, daß Pohl überhungert war, vorgestern Bahlstellen sind wie folgt: Jeden Montag Abend von 8-10 Uhr aber Gelegenheit fand, nach Belieben Speisen zu sich zu nehmen. im Restaurant Seefeld, Grenadierstr. 33; jeden Mittwoch Abend Hierbei konnte er das gehörige Maß nicht halten und trant von 8-10 Uhr im Restaurant Proz, Annenstr. 9; jeden Montag außerdem kaltes Brunnenwasser dabei, daß dem geschwächten Abend von 8-10 Uhr im Restaurant Hermerschmidt, Moabit, Magen die Zumuthung zu stark wurde und der Tod infolge Perlebergerstr. 28a; jeden Sonnabend Abend von 8-10 Uhr im deffen eintrat. Restaurant Leopold, Markgrafenftr. 88, sowie jeden Tag Morgens von 8-1 Uhr im Auskunfts- und Arbeitsnachweis- Bureau ebendaselbst; ferner zu jeder Zeit im Zigarrengeschäft von Rogge, Veteranenstr. 14 part., im Laden. Also ein fast Verhungerter, der vor Gier so aß, daß er doch noch starb. Die Zeitungen werden nächstens Nubriken einrichten, in denen sie die Todtenlisten der am Hunger Verstorbenen ver öffentlichen. Das Gesuch um Haftentlaffung des Kommerzienraths Wolff, welches dessen Rechtsbeistand Dr. Friz Friedmann mit der Krankheit des Kommerzienrathes begründet hat, ist nach der Post" von dem Untersuchungsrichter abschlägig beschieden worden. In dem Bescheide heißt es, daß der Gefangene allerdings krank sei, in dem Gefängniß aber jede nothwendige Pflege und Rücksicht" genieße; es bedürfe daher gar nicht erst einer Untersuchung durch Aerzte, wie sie beantragt sei, da der Arzt des Untersuchungsgefängnisses, Geh. Medizinalrath Dr. Lewin, den Kranten in Behandlung habe. Mit welchem Recht dieser Gauner auf Rücksicht spekulirt, ist uns unerfindlich. Weiter ersuchen wir alle Mitglieder, davon Notiz zu nehmen, daß das vom Kollegen Bogge für den 15. Februar veranstaltete Vergnügen reine Privatsache ist. Es dient weder einem wohlthätigen noch einem allgemeinen Zwecke, und keines besonderen Nachweises wird es bedürfen, daß innerhalb der Arbeiterbewegung die Interessen die Interessen der Allgemeinheit auch hinsichtlich der Vergnügungen gewahrt werden Wir haben alle Ursache, Privatunternehungen solcher müffen. Art entgegen zu treten, zumal wenn sie den Schein zu erregen geeignet sind, als ob sie aus den Reihen der Arbeiterbewegung hervorgegangen wären, während es sich nur um Veranstaltungen einzelner Personen handelt. Mit Gruß: die Lokalverwaltung J. Auftrage: H. Schöbin, Meydel- Straße 24. Die Streifs in England im Jahre 1891. Nach den Ausweisen des Arbeitskorrespondenten des englischen Handelsamts kamen in England während des abgelaufenen Jahres folgende Streits vor: Juli Januar. Februar März Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 31. Jan., Abends 6 Uhr: Swet Versammlungen. Erste: Grenadierstraße bet Seefeldt. Die Ethik der heutigen Gesellschaft." Referent: Megner. Zweite: Arminhallen, Kommandanten Straße. Ulrich von Hutten." Referent: Bogtherr. Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in der Blumen- und Pußfeder Branche und verw. Berufe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, ben 1. Februar, Abends 8 Uhr, im Lotale des Herrn Reßner, AnnenStraße 16. Tagesordnung: Vortrag des Hrn. Dr. Pinn über ,, Konventionelle Lügen." Tambour- Verein Ruf". Sonntag 8 Uhr: Sigung bei Sommer Grünstr. 21. Aufnahme neuer Mitglieder. Tambour- und Vergnügungs- Verein Gut Heil". Sonntag, den, 31. Januar, von 6 Uhr an: Sigung bei Wendt, Schleiermacherſtr. 2. Nächste Sigung am 15. Februar. Nach derfelben: Fidelitas und Tanz. Arbeiter- Bildungsschule( Nord Bezirt). Sonntag, den 31. Januar, abends 6 Uhr: Bersammlung bet Keller, Bergftr. 68. Bortrag des Herrn Dr. Pinn: Die öffentliche Meinung." Nachher: Geselliges Beisammensein und Tanz. Privat- Theatergesellschaft Boruffia". Sonntag: Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Anständige Serven und Damen, die dem Berein beitreten Publitas.connen sich melden bei Biſter, Zeughofstr. 8. Anfang 4 Uhr. Freie Vereinigung der Graveure, Biseleure und verw. Berufegen. Montag, den 1. Februar, Abends 8% Uhr, Dresdenerstr. 45: Bersammlung, Tagesordnung: Diskussion über 1. Welchen Einfluß hat das Maschinenvesen auf unser Gewerbe geübt? 2. Wie steht es mit der 10 stündigen Arbeitszeft? Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Dilfe bei Unglücksfällen( weibl. Abth.). Montag, den 1. Februar, Abds. 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. 1. Vortrag des praft. Arzt Herrn Dr. Guttmann. 2. Uebungsstunde.( Nür Damen.) Musik- Vergnügungsverein Deutsche Treue". Montag, den 1. Februar, Abends 9 Uhr, in Kürschner's Restauration, Dalldorferstraße 40: Uebungsstunde. Verein Souvenir( ehem. Höglinge des franzöfifchen Hospice). Stralauerstraße 57. Montag, den 1. Februar, Abends 9 Uhr, Sizung. Tambourverein„ Vorwärts". Alle ehemaligen Mitglieder des Vereins werden hierdurch eingeladen, am Sonntag, den 31. b. M., Nachm. 3 Uhr, bet Näcke, Langeftr. 65, zu erscheinen. Geselliger Verein Neue Welt". Sigung am Sonntag, den 31. Januar, Abends 7 Uhr, Ryteftr. 48( Ecke Wörtherstr.), bei Strohschänt. Nach der Sigung Fidelitas, Tanz 2c. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 31. Januar, Abends 6 Uhr, in Gratwell's Bierhallen, Rom mandantenstr. 77-79. Tagesordnung: Vortrag über„ Sibirien". Referent: J. Türt. Gefelliges Beifammensein. Theater- und Artistenklub Jugendkraft 2" bet Fräberich, Alte Jakobftr. 89, Saal, am Sonntag, den 31. Januar, Nachm. 4% Uhr: Große. Generalsizung. Nachher Damenkränzchen. Anfang e Uhr. Entree: Herren 30 Pf. Damen frei. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 31. Januar, Vorm. 10% Uhr: bruar einleitender Bortrag zu den neu eingeführten unterrichtsfurfen und Sozialdemokratischer Verein ,, Vorwärts" zu Riedorf. Am 2. Fe zwar über das Thema: Der Arbeiter und die Wissenschaft. Vom 9. Februar ab wird regelmäßig Dienstag Abends von 8x- 10% Uhr über Nationalökonomie unterrichtet. Geffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, Vortrag des Herrn Wille: ,, Swang und Freiheit". den 31. Januar, Machin. 4 Uhr, bet senebel, Babftr. 58. Vortrag des Herrn 2. Henning über„ Die Bartholomäusnacht" Sentral- Kranken- und Sterbekasse der Schuhmacher und verwandter Berufsgenoffen. Eingeschriebene Hilfskaffe 60 Offenbach. Dertliche Berwaltungsstelle Berlin.) Mitgliederversammlung am Wrontag, den 1. Februar, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Bortrag des Dr. med. Bader über„ Geschlechtstrantheiten". 2. Ab rechnung vom 4. Quartal. Lese- und Diskutirklubs. Lese- und Diskutirklub„ mar Kayfer" Sonntag Nachmittag a Uhr, im Restaurant zur Schneeloppe", Softizstr. 29. Sozialdem. Lese- und Disfutirklub Spinoza". Jeden Montag, Gäste, Damen und bends 8% Uhr, bet Soffmann, Wrangelstraße 32. Herren, willkommen. Lefetlub, Sozialdemokrat", Sigung Montag abends 9 Uhr bei Behrend, Blumenthalstr. 5. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Arbeiter- ängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag von Gefangveretn 2-4 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefang yra 2", Charlottenburg, Charlottenburger Ufer& bet Benzin. verein der Glasarbeiter zu Stralau„ Borwärts 7" Rummelsburg, bet Borgmann. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends Uhr: uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gesangverein, or b deutsche Schleife", Naunynfir. 86 bei Zubeil. Gesangverein„ Esmes gichteftr. 29 bei Strösche. valda", Koppenstr. 35 bei Keller. Männer- Gefangverein Bieber luft", Gefangverein„ Senefelder", Jüdenstr. 55 bei Frischmann. Stebertafel der Maler und verwandten Berufsgenoffen Kaifer- Franz- Grenadier- Blas 7, bet Berg.- ,, Moabiter Siebertafel". beerftr. 9 bet Dornblatt. Gefangverein" Tonblüthe", Görligerstr. 58 bei Zoltsdorf. " " Wilhelmshavenerstr. 25 b. Brosch. traße Nr. 48 bei Reimann. Sängerchor der Chirurgischen Branche", Alte Schönhauser" Gefangverein Sarmonte", MeyerGesangverein Blüthe"," Prenzlauer- Allee 26 bei Stiebel. Gefangverein ,, Morgenroth" 2, Charlottenburg, Bismarckhöhe, Wilmersdorferstr. 80. Gefangverein Gängers gruß" Friedrichshagen bei Blank.- Gefangveretn, Frob' öffnung" Gesangverein Gletchheit", Pappelber Bimmerer Berlin West. Allee 8-4 bet Struse. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend, Sonntag: Privat- Theatergefeuschaft und Artiſtentlub„ Sum or", NachmittagMontag: Kollegienfchaft Uhr, bet Heinrich, Blücherstraße 61, Theaterverein Gemüthrich feit", Geselliger Verein der Berliner Barbter- und FriseurProletariat" bei Hoffmann, Waldemarstraße 61. Theaterverein Schilfen, alle 14 Tage, Abends 10 Uhr, Seydelstraße 30. offnung bei Schneider, Adalbertstr. 8. Rauchtlub Deutscher Michel" Koppenstraße 43c. Privat Theatergesellschaft Stern" alte Jakobstraße 120. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein am Sonntag, Abends von 6-8 Uhr, 2. Lehrlingsabtheilung; am Montag, Abends von 8-10 Uhr, Männerabtheilung.- ,, Berliner Turngenossenschaft" 1. Lehrlings- Abtheilung turnt Montag von 8-10% Uhr Bant str. 9-10 im Leffing- Gymnafium. Turnvereinsten", Lehrlingsabtheilung, Montag von 8%-10 Uhr Abends, Blumenftr. 68a. Männer- Gefangverein, Tyrolienne". Montag und Sonnabend 9 Uhr Uebungsstunde bet Verrathene Liebe! Vorgestern Vormittag in der elften Faustmann, Reichenbergerstr, 73 a. Gäste willkommen. Neue Mitglieder Stunde erschien auf der im Norden der Stadt gelegenen FennRauchlub Weiße Wolte". Montag Abends von 9-11 Uhr, brücke eine sehr fein in Schwarz gekleidete schlanke junge Dame, werden aufgenommen. bei Becker. Rauchflub Deutscher Michel" welche dort einige Minuten hastig auf- und abging und schließlich Streligerstraße Nr. 16, Montag Abend von 8%-10% Uhr bei Schöneburg," Grüner Weg Nr. 9. plöglich in selbstmörderischer Absicht in den Kanal sprang. Das Rauchtlub, Freiheit", jeben Montag um 9 Uhr bei Wuttke, Friedrichsberger ftraße 4.- Rauchklub Blaue Quaft e", Abends 9 Uhr Pflugstraße 16 bet talte Wasser mag der Lebensmüden jedoch die Lust zum Leben Dubeck. Rauchflub ,, Brüderlichkeit jeden Montag von 9-11 Uhr bet wieder aufgefrischt haben, denn sie rief mehrere Male laut um Willy Schmidt, Wrangelfir. 141: Sigung. Gäste willkommen. Hilfe, sant jedoch, da ihr solche nicht gebracht werden konnte, in Verein der Oberlauftger", Montag, Abends 9 Uhr im Restaurant Hedwig, Rosenthalerstr. 45. Verein der" Soldiner". Jeden Sonntag die Tiefe und ging rettungslos zu Grunde; ein Schiffer, der mit geselliger Abend, Görligerstr. 38, beim Bandsmann Wuttte. Friedrich 8.feinem Fahrzeug in einiger Entfernung hielt und in dem schnell Berein", ehemal. Schüler des Friedrichs- Watfenhauses, Montag, Oranienlosgelösten Handkahn zur Stelle eilte, tam leider zu spät. Ueber Straße 34. Der Arbeitsmarkt war im ganzen Jahre mehr oder wenig die Persönlichkeit der Selbstmörderin, deren Leiche zur Zeit noch Bergnügungsverein, Freundestreue", oxuhr, tm Restaurant Gerth, Bergnügungsverein Fidel to", Montag Abends 9 Uhr nicht gefunden ist, hat Näheres nicht ermittelt werden können, unruhig, wie vorwiegend im Baugewerbe, der Textilindustrie und Prinzenstraße 106. obwohl diefelbe auf der Brücke einen schwarz gesiegelten Brief den Bergwerken. Von der ungewöhnlich großen Zahl der Streits im Restaurant„ Sum Reichsgarten", Drantenstr. 108. Damen und Herren als Gäste willkommen. Bergnügungsflub Mephisto", Montag Abend ohne Ausschrift zurückgelassen hatte. Ein hinzugekommener Herr im Februar entfielen 29 auf die Kohlengruben, von welchen 8 Uhr bet Wolff, Brunnenggun Bergnügungsverein Edelweiß 2" nahm den Brief auf, öffnete ihn und fand darin außer der Photo- wieder 14 Streits furzer Dauer auf die Grafschaft Durham jeden Montag in Restaurant Reichsgarten, Oranienſtr. 108." BergnügungsVerein, Amicitia" Sigung Sonntags um 3 Uhr im Bereinshaus, Wilhelmgraphie eines jungen Mannes mit Vollbart und Pincenez fol- entfallen. Die Höhe der Löhne wurde fast überall aufrecht erhalten, nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bei Krebs, Ohmgaffe 2. Gäfte, Damen und straße 118. Damen und Herren willkommen. Privat- Theatergesellschaft, off= gende Zeilen: Leb' wohl, du schlechte Welt, auch Du, Treuausgenommen in den Bergwerken und der Eisen- und Stahl- Herren, willkommen. Privattheater- Gesellschaft Augusta Victoria", Lofer!" Eine Unterschrift trugen diese Beilen nicht. industrie, in welchen der Preisfall auch zu Lohnreduktionen führte. Sonntag 3 Uhr im Viktoria- Saal, Perlebergerstr. 18. Gäste willkommen. Dagegen fanden in vielen anderen Industriezweigen Lohn- Bollack- Club" Eintracht", bei Gustav Schulze, Wienerfir. 68. Gäfte willtommen. Geselliger Bergnügungsverein Nord" Sonntag Nachmittag 4 Uhr bet Rabe, Müllerstr. 161. Gäste, Herren und Damen, will= erhöhungen statt. tommen. Theater- und Pantomimenverein ideler Geist bet Streb Ohmgasse 2. Geselliger Klub ,, Namenlos". Jeden Montag bei Abraham, Straßburgerstr. 5. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Theater- und Vergnügungs- Verein ,, Amor", Sigung Montag, 9% Uhr, bet Kummer, Ackerstr. 13 Aufnahme. Herren und Damen dazu willkommen. Nach der Sigung Fidelitas. Bergnügungsverein and in hand". Sigung jeden Sonntag, Abend 6 Uhr, im Lotale des Hrn. Meißner, Garten" Psyche", Theater- und Ber Straße 162. Aufnahme. Gäste willtommen. gnügungs- Verein. Sizung jeden Sonntag, Abends 6 Uhr, Königftadt- Kasino Solzmarktstr., part. Lese- nebungen. Fidelitas. Gäste mit Berständniß für Literatur, Damen nicht unter 16, Herren über 20 Jahre, willkommen. veie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag Abend: Ge fellige Busammenkunft der Mitglieder bet Bodenburg, Kommandantens traße 10-11. Dafelbft Ausgabe der Bibliothetsbücher. Ein frecher Diebstahl wurde in der Nacht vom 22. zum 23. b. M. bei G. Kuhlee, Waldemarsir. 28, verübt. Die Diebe find durch die hintere Thür mittelst Nachschlüssels eingedrungen. Gestohlen wurden 3 Dyd. Herrenhüte, 36 Paar Damen- und Herren- Filzschuhe, 12 Paar Pantoffeln, 6 Paar Hofenträger und 6 Stück Schirme. Auch wurde aus der Ladenkaffe das Wechselgeld geraubt. April Mai Juni. . 73 116 71 • 53 August( fehlt ein Bericht). September 77 Oftober. 64 • 81 • 76 57 • 43 November 78 Dezember Versammlungen. Derisozialdemokratische Wahlverein für den 5. Berliner Ein Tunnel unter Waffer ist bei dem jezigen Regenwetter der neuangelegte Durchgang unterhalb des Potsdamer Reichstags- Wahlkreis hielt am 28. d. M. seine regelmäßige Bahnhofs, der den Ring- und Wannsee- Bahnhof verbindet. Das Versammlung ab. In derselben sprach Genosse Türk über das ma: Die Hervorbringung und Vertheilung Waffer kommt von oben und an den Seiten herein und sammeli sich an der tiefsten Stelle in der Mitte zu einem förmlichen in ver sozialistischen Gesellschaft." Redner verTeich, den man durchwaten muß. Es sind Vorkehrungen ge- anschaulichte den Fehler in der heutigen Produktionsweise, welcher troffen, um einen Wafferabfiuß zu erzielen, damit die Taufende darin besteht, daß Produktion und Kauffraft in wechselseitiger " Vermischtes. Der Dichter Alexander Rhangabé, ehemaliger Gesandter am Berliner Hofe, ist in Athen gestorben. In einem Hamburger Bordell wurde der Leipziger Sparkassen Kassirer Neidthardt erwischt, welcher mit 11 000 m. durchgegangen war. Man fand bei dem Biedermann um noch 1000 m. Die Spinnerei Kaffa in Brünn ist total nieder: gebrannt. Der Schaden wird auf eine Million geschäßt. Briefkaffen der Redaktion. Straße 67. Frau Marie V. Der Handelsminister wohnt BehrenB. 3. Lassen Sie sich eine Abschrift des Urtheils anfertigen. Dem Standesbeamten gegenüber müssen Sie sich als geschieden" erklären. Die betreffenden Kosten brauchen Sie nicht zu zahlen. H. Sch. Was Schürzenstipendiat" bedeutet? Schürze ist in der Sprache forscher Studenten und anderer feiner Kreise die Bezeichnung für Dame, Frau, Mädchen. Ein Schürzenstipendid ist ein solcher, der von einer Frauensperson ein Stipendium ode Honorar bezieht, wobei man meistens annimmt, daß er dafüt Gefälligkeiten oder Liebesdienste etwas zweifelhafter Natur er weist. Mit anderen Worten also ein Buhälter aus den so genannten„ besseren" Kreisen. A.( Wiederholt beantwortet.) Mary, Das Kapital, 2 Bbe, 17 M. fönnen Sie durch unsere Buchhandlung, Adresse: Verlag des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2, beziehen. Die anderen 2 Bücher besorgt Ihnen jede Sortiments- Buchhandlung. Mode- Waaren- Bazar M. Löwinsohn Grüner Weg 32, Ecke Andreasplay, Andreasstraße 28. Ausverkauf wegen Geschäftsübertragung. Nach jetzt beendeter Juventur beginnt der Verkauf zu Inventurpreisen am Montag, den 1. Februar cr. Zweck des Verkaufs: räthiger Waaren vor Beginn der neuen Möglichste Räumung sämmtlicher vorSaison. reinwollenen, halbwollenen u. baumwollenen Alle Waarenvorräthe in: Kleiderstoffen, Ball- und Geſellſchaftsstoffen; Soeben erschienen: 1935L ferner alle Mäntel, Costumes, Hüte, Morgenröcke, Schirme, Teppiche, Gardinen 2. 2c. kommen zu Inventurpreisen zum Verkauf. Neue Männerchöre Scheu, Jos., Der Schrei der Plage für das arbeitende Volk. Part. 1 M., Stimme 1 M. 4444 18666 8Lied der Arbeit " 40 Pf., " 60 Pf. Herbstlied eines Chinesen 40 60 " " " " Wir und Sie. 40 60 " " 07 " Der Freiheit eine Gasse 40 60 " " SP " Gefang der Jungen bei Amnestirung der Alten 40 60 " " Morgenzuruf 1 M. " Allen meinen werthen Genossen und Freunden zeige ich ganz ergebenst an, daß ich Markthalle Nr. 9, Eisenbahnstraße, Stand Ur. 29, eine EF Fleisch- und Wursthalle eröffnet habe. Da ich mein Handwerk als Tischler habe niederlegen müssen, so bitte ich, mich in meinem neuen Unternehmen unterstützen zu wollen, es wird mein Bestreben sein, durch nur reelle Bedienung und gute Waare meine Abnehmer stets zufrieden zu stellen. Gesunden billigen Mittagstisch. Gut| Buchbindergehilfe Hermann Davidsohn bitte ich freudiger Mittheilung halber seinen Aufenthalt mir umgehend anzuzeigen. 1074b Julius Davidsohn, Berlin, Potsdamerstraße 32 a. 1984 Kranzbinderei u. Blumenhdlg. Herm. Kohn. Ein schöner Stand Betten, neu, fof., 1 M. zubereitete Gemüse, Mehl-, Milch- und 22 Mart, Brizerstr. 10, vorn part. Gierspeisen bietet bas Obige Rompofitionen find Repertoirlieder aller österreichischen Arbeiter- Vereine. Ansichtsendungen gestattet. Ratalog bitte zu verlangen. 1936L J. 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Kleist, Waldemarstr. 48. gebäude 8 Tr. 1230b Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Ranarienhähne 5 M., g. Weibch. 1 M. 1 nußb. Bücherspind 3. t. gef. Offert. bei Krause, Liegnigerstr. 30, 2. Aufg. 4. Iunt. X. 3 an d. Exp. d. Bl. zu richten. Vereinsabzeichen, / n 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWlatt. Pr. 36. Sonntag, den 31. Januar 1893. 9. Jal�rg. Zum Gesetzentwurf über die Kerufsvemne. Unsere Kritik des Gesetzentwurfs über die Berufsvereine in Nr. 294 v. I. hat den Zorn des Vaters dieses Gesetzentwurfs. des Herrn Dr. Max Hirsch erregt, den er in Nr. 2 des„G e- werkschafters" ausläßt. Er klagt, daß seine guten Absichten, die er mit diesem Ent- würfe gehabt hat. von allen Seiten mißverstanden werden, von konservativer Seite wie von unserer. Statt nun den Grund dieses Mißverständnisses in den, Inhalte und der Form des Entwurfes zu suchen, schreibt er es der Bosheit seiner Gegner zu. Wir unsererseits müssen einen Schreib- oder Druckfehler, den wir begangen haben, eingestehen. Im§ 9 des Entwurfes heißt es wirklich nicht, wie bei uns steht: „die Berufsvereine können ihren Mitgliedern nur ge- währen," sondern es steht da:„namentlich gewähren." Dadurch stellt sich aber die Sache für den Entwurf durchaus nichts besser. Wir bleiben dabei, der Zweck der Berussvereine ist durch 1 und 9 zu eng begrenzt. Der§ 1 weist den Vereinen zu:„Förderung der Berufsinteressen und gegenseitige Unterstützung," der§ 9 führt„namentlich" an, was unter dieser„Förde- rung der Berufsinteressen" zu verstehen ist. Wir haben gezeigt, daß Dasjenige, was der§ 9 bietet, zwar den Vereinen den nöthigen Spielraum läßt, die sich mit Käßcheu- spielerei begnügen, aber diejenigen hindert, die eine freie sozial- politische Bildung und eine» energischen Lohukampf als im Be- rufsinteresse liegend betrachten. Herr Dr. Hirsch meint, wir hätten dabei Unrecht, denn der Ausdruck„namentlich" lasse zu, daß der Verein auch noch andere Zwecke verfolge, als die„namentlich" aufgeführten. Wir haben das bestritten und bestreiten das noch heute. Der Ausdruck „namentlich" kann unter Umständen freilich so aus- gefaßt werden, daß die Sache, die er andeutet, als u n- vollständig und nicht erschöpfend gilt, er kann aber ohne jeden Zwang auch anders aufgefaßt werde». Im elfteren Falle hätte der ganze Artikel 9 keinen Zweck. Sei» einziger Zweck kann doch nur der sein, die Grenzen anzugeben, in welchen sich die im tz 1 den Vereine» erlaubten Ziele zu bewegen haben. Wer die Praxis unserer Rechtsprechung kennt, wird keinen Augen- blick zweifeln, daß der Richter sagen wird: Mit dem Ausdrucke„Fördern der Berufsinteressen" ist ein ganz vager Begriff hingestellt, der� viel oder wenig sagen kann, der Z 9 giebt dem§ 1 erst den Inhalt, er führt„namentlich" auf. was unter Berufs- interessen zu verstehen ist. Was also im tz 9 nicht, n a m e n t- l i ch" aufgeführt ist, ist nicht erlaubt. Was kann gegen diese Auslegung gesagt werden? Ist jetzt noch ein merklicher Unter- schied zwischen„namentlich" oder„nur"? Kann Herr Dr. Hirsch eine Gewähr bieten, daß das Reichsgericht seinen tz 9 nicht so auffaßt? Wenn er das nicht kann, dann wird er mindestens zugeben, der mehrdeutige Ausdruck im ß 9 ist fehlerhaft. Wenn da ein Mißverständniß vorgekommen sein sollte, so ist er selbst daran schuld. Aber Herr Dr. Hirsch ist ja selbst damit einverstanden, daß der§ 9 so ausgelegt wird, wie wir es gethan haben. Er will den Vereinen die Möglichkeit abschneiden, „unter falscher Flagge von Hilfskassen, Genossenschaften, Berufsvereinen parteipolitische Zwecke zu verfolgen". Es wird ihm also wohl recht sein, daß, wenn ein Verein in sein Statut setzt:„Förderung sozial- politischer Bildung auf sozialistischer Grundlage," dann der Richter sagt, das steht nicht in 8 9, das darfst Tu nicht, nur die dort angegebenen Zwecke sind zulässig. Wir haben gesagt, ein„F a ch v e r e i n". der sich auf Grund dieses Gesetzes eintragen ließe, würde aufgelöst werden, sobald er eine Streikunterstützung zahle, denn dieses ist kein nach 8 9 erlaubter Zweck, und, fügen wir jetzt hinzu, Streiks gelten ja auch dem Herrn Dr. Hirsch und seinem Anhange ebenso wie der ganzen bürgerliche» Gesellschaft und der Regierung als Handlungen, die das Gemeinwohl gefährden.(8 27 des Entwurfes.) Lächerlich, sagt Herr Dr. Hirsch, es fleht ja im 8 9. Unterstützungen bei„A r b e i t s st r e i t i g k e i t e n" sind er- laubt. Dieser Begrist„Arbeits streit ig keilen" ist aber noch viel weitergehend als Arbeitseinstellungen, er schließt auch Boykotts, Aussperrungen und Maßregelungen ein. Herr Dr. Hirsch mag recht habe», wenn er uns sagt, was sind„A r b e i t s st r e i t i g k e i t e n"? wenn er diesen, für diese» Gesetzentwurf neu gebildeten Begriff uns klipp und klar defiuirt. Wir sehen in diesem Ausdruck nur ein unlogisches Sprach- ungeheuer, dem wir überhaupt keinen Begriff abringen könne». Wir haben vielleicht mit Unrecht angenommen, dieser Ausdruck fei mit Absicht hineingekommen in den Entwurf, er kann auch das Erzeugniß eines konfusen Denkvermögens sein, das solchen Blödsinn zu Tage fördert. Wir haben den Vater des Entwurfs dann freilich überschätzt, der Entwurf selbst wird dadurch aber keineswegs besser. �, Wenn Herr Dr. Hirsch sich in die stattliche Toga eines arbeitersreundlichen Streikführers hüllt und auf seine Walden- burger Jugendeseleien hinweist, dann wird er erst recht komisch, indem er entrüstet ausruft:„Wie kann man von mir erwarten, daß ich einen Gesetzwurf einbringe, durch den jede Unterstützung, auch der„ b e r e ch t i g t st e n Arbeitseinstellung", als gesetzwidrig geahndet werden kann!"_ i0 Da liegt der Hase im Pfeffer. Welche Streiks sind berechtigt. Herr Doktor. Wer entscheidet das? Ist das nicht ganz gewöhn- licher Humbug?. �..„ So ist es, wie wir sagten. Durch den Gesetzentwurf soll den versumpfende» Gewerkvereinen etwas neuer Glanz gegeben werden, zugleich soll verhütet werden, daß diese Bereine vielleicht in der Folge doch ausarten und etwas unternehme», was gegen den hl. Manchester verstoßen könnte, für diesen Fall soll das Gesetz in 8 9 und 27 ihnen die Schlinge drehen, in der sie erdrosselt werden, wie man es den Buchdruckern gethan hat.,.„ Darüber, daß die Fachvereine nicht in den Sumpf des Käßchenwesens sich werden locken lassen, daß sie von der Arbeits- losen-Unterstützuiig sich auch für die Folge fern halten werden, weil sie nicht Lust haben, die Wege Ihrer herrlichen Invaliden- lasse zu gehen, können Sie betnhigt sein. Mit solchen herrlichen Machwerken, wie dieser Gesetzentwurf ist, dürfen Sie sich noch recht oft blamiren, da haben Sie unsere Konkurrenz durchaus nicht zu fürchten. DQvketnLtrfirirfiken. I« Esseu fand am 22. Januar seit ziemlich einem Jahre wieder eine öffentliche sozialdemokratische Arbeiter» Versammlung statt. Die ultramontanen Priester waren darüber rein aus dem Häuschen. Ihr Organ, der hiesige .Rheinisch- Westfälische Volkssreund", schimpfte weidlich; er Er nach ohne zun, ärgerte sich namentlich darüber, daß der Referent, Genosse W e s ch, nicht über die Religion loszog. Die Sozialdemokratie hat Besseres zu thun, als das, was den Ultramontanen wohl erwünscht wäre. Sie unterwühlt den Thurm des Zentrums, damit Herr Stötzel bei der nächsten Wahl von seinem Posten als Reichstags- Abgeordneter'mal abgelöst wird, sofern er nicht aus Gesundheitsrücksichten freiwillig zurücktreten sollte. Auch im dunklen Essen wird der Tag anbrechen!— Genosse W e f ch erstattete Bericht über den Erfurter Parteitag. Gleichzeitig begründete er das auf dem Parteitage geschaffene neue Programm in theilweise recht drastischer Weise und ersuchte die Erschienenen, sofern einzelne der Partei nicht angehörten, sich das Programm eingehend durchzusehen und darüber nachzu- denken und selbst zu urtheilen, ob die Partei irgend etwas Widersinniges verlange. Während des Referats, das reichen Beifall fand, war folgende Resolution eingelaufen: „Die heutige- im Kratz'schen Saale tagende sozialdemokratische Arbeiter-Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und erkennt in der Frage Opposition contra. Partei die Beschlüsse des furter Parteitages an." Diese Resolution würde kurzer Begründung seitens des Vertrauensmannes Debatte angenommen. Hierauf wurde beschlossen, Parteitag für Rheinland, welcher in Koblenz am 3l. Januar abgehalten werden soll, für den Wahlkreis Essen einen Delcgirten zu entsenden. Dem Vertrauensmann ertheilte man für die gelegte Abrechnung Decharge. Der letzte Punkt der Tagesordnung. Neuwahl eines Vertrauensmannes, fand nach längerer Debatte, in welcher von verschiedenen Seiten gewünscht wurde, für die Stadt Essen und für die übrigen zu Essen gehörenden Ortschaften je einen besonderen Vertrauensmann zu wählen, dahin seine Er- lcdigung, daß das bisherige Prinzip beibehalten und ein Ver- trauensmann für den ganzen Wahlkreis Essen gewählt wurde. Der bisherige Vertrauensmann erklärte sich bereit, das Amt auch für das nächste Geschäftsjahr beizubehalten, womit die Versamm- lung einverstanden war. Mit einem donnernden Hoch auf die Bestrebungen der Sozialdemokratie ging man auseinander. -»« Ministerieller Untersuckuuig empfehlen wir ein Vor- kommniß, daß der Zeitzer..Volksbote" in seiner Nr. 21 vom 26. Januar wie folgt schildert: „G ö t h e w i tz, 25. Januar. Das Versamm lungs- recht ist aufgehoben, wenn der Amtsvorsteher v e r r e i st i st. Das war das Resultat der zu gestern Sonntag hier anberaumten Versammlung. Genosse Haupt aus Hohen- mölsen hatte die Versanunlung laut uns vorliegendem Postscheine durch eingeschriebenen Brief bereits am 21. d. M. angemeldet. Ta derselbe aber bis Sonntag Vormittag noch keine Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung in Händen hatte, sandte er einen Genossen zum Amtsvorsteher Herrn Rockestroh. Nachdem der Genosse eine halbe Stunde in der Küche des Gestrengen ge- wartet hatte, wurde er vorgelassen. Auf sein Ersuchen um die Anmelde-Befcheinigung sagte der Herr Amtsvorsteher:„Kommen Sie ,n einer Stunde wieder, ich will erst meine Leute auszahlen." Als der Genosse eine Stunde später wiederum erschien, holte der Herr Amtsvorsteher die Gesetze hervor und erklärte, indem erden 8 1 des Vereinsgesetzes vorlas:„Versammlungen müssen 24 Stunden vor Beginn angemeldet werden", er sei aber zwei Tage verreist gewesen, der Briefträger habe deshalb den Brief bis heute behalten und er(der Aintsvorstehcr) habe ihn erst heute be- kommen. Auf die Einwendung, daß er doch einen Stellvertreter habe, erfolgte nur die Erwiderung:„Ich kann jetzt nicht mehr die Gendarmen benachrichtigen und aus diesem Grunde kann die Versammlung nun auf keinen Fall stattfinden." Trotzdem waren zur angesetzten Zeit zwei Gendarmen pünktlich zur Stelle. Der Herr Amtsvorsteher, welcher nach eigenen Worten die Gendarmen nicht mehr benachrichtigen konnte, daß die Versammlung statt- finde, war aber im Staude, denselben noch schriftlich Nachricht zu geben, daß die Versammlung nicht abgehalten werden durfte. Schon vor Beginn der Versammlung hatte sich der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem dem Einberuser, Genossen Haupt, das Entree- Erheben verboten war, erwiderte der Gendarm dem Genossen Hoffmann, welcher denselben auf die ordnungsmäßige Anmeldung aufmerksam machte:„Sie(Hoff- mann) dürfen überhaupt hier nicht sprechen, denn in der Zeitung steht Leopoldt." Auf die Autwort H.,„das geht Sie gar nichts an, wer hier sprechen wird, wir sind hier nicht im Königreich Sachsen", erklärte der Gendarm, die Versammlung dürfe überhaupt nicht stattfinden und in dem Augenblick, wo GenosseHaupl die Versammlung eröffnete, sprang der Gendarm mit de» Worten aus die Tribüne:„Ans Grund des Gesetzes erkläre ich die Versammlung, ehe sie beginnt, für aufgelöst." Die Anwesenden gingen zum größten Theil nach Hohenmölsen, wo Abends Genosse Hoffmann über die„Sozial- demokratie und ihre Gegner" im dichtgesülltcn Saale des„Rothen Löwen" sprach. Wir fragen, ist es denn in Teutschland schon so weit gekommen, daß zeder Aintsvorstehcr das Versammlungs- recht außer Kraft setzen kann, wenn er verreist, sind Briefe, welche ausdrücklich die Bezeichnung„Amtsvorsteher" tragen, nicht in dieser Zeit an dessen Stellvertreter abzuliefern? Es wird wahr- lich immer schöner. Beschwerde wird selbstverständlich geführt, desgleichen wird der Herr Amtsvorsteher für die entstandenen Un- koste» verantwortlich gemacht." Eine Konferenz der Sozialdemokratie der Land- gemeinden des Mainzer Reichstags- Wahlkreises findet heute in Mainz statt. Tie Konserenz der oberschlesischen Sozialdemokratie, die, wie bereits berichtet, in Neustadt, Oberschlesien, abgehalten wird, tritt am 14. Februar zusammen und wird über folgende Punkte verbandeln: I. Wie ist es möglich, eine wirksame Agitation der Sozialdemokratie in Oberschlesien zu betreiben? 2. Stellungnahme zu den Parteitagen und Kongressen. 3. Ver- schiedenes und Anträge. Referenten sind August Kühn aus Langenbielau und Oskar Schütz aus Breslau. ** Der sozialdemokratische Parteitag für das Rheinland, welcher, wie bekannt, nächsten Sonntag in K o b l e n z stattfindet, hat auf seiner Tagesordnung u. A. die Punkte: Bericht des Ägitationskonntees(Referent A. Neu mann), Agitation und Organisation(Referent Karl M e i st- Köln), Wahl des Agitations- komitees sowie Bestimmung des Sitzes desselben, die Presse (Referent Reichstagsabgcordneter Fr. Harm), Anträge, welche nicht aus vorstehende Punkte Bezug haben. Arbeiter-Wahlvereine wurden auf Veranlaffung der Offen- burger Parteileitung in Gengenbach und O b e r k i r ch (7. bad. Wahlkreis Offenburg) in's Leben gerufen. Ju Solingen hat sich em sozialdemokratischer V o l k s v e r e i n für den Kreis Solingen konstituirt. *«« An die deutschen Sozialdemokraten richtet der seit 10. Januar bestehend» sozialdemokratische Allgemeine Lese- verein„Licht st rahl" in Soborten(Böhmen) das Er- suchen, ihn durch Ueberlassung von Büchern und sonstigen für einen solchen Verein geeigneten Lesestoffs zu unterstützen. Da die Propaganda für die Sozialdemokratie in Böhmen besonders schwierig ist, wird die Bitte wohl nicht ungehört verhallen. Dem Verein gehören auch Damen an. Sendungen wolle nian an den Obmann des Vereins, Anton Lutz in Soborten, richten. * Zum Genossenschaftstveseu erklärte eine Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den ersten Hamburger Reichstagswahlkreis in einer einstimmig zur Annahme gelangten Resolution„daß die Partei als solche mit den jetzigen, durch den Druck der ökonomische» Verhältnisse entstandenen und sich etwa in Folge gleicher Verhältnisse noch gründenden Genossenschaften absolut nichts zu thun hat". Die drei sozialdemokratisclien Vereine Hamburgs hatten am Schlüsse des Jahres 1891 eine Mitgliederzahl von insgesammt etwa 11 200. 1. Wahlkreis 3041, II. Wahlkreis 3138, III. Wahl- kreis über 5000 Mitglieder. Die Einnahmen und Ausgaben stellen sich wie folgt: Einnahmen: I. Wahlkreis... 13 365,82 M. II.„... 18 179,77, lU,„... 22910,80 Insgesammt 69 456,39 M, Ausgabe: I. Wahlkreis... 14 638,82 M. Ik..... 15 505,14„ III.„... 19338,49„ Insgesammt 49 482,45 M. Kasse nbe st and: 1. Wahlkreis... 3727,23 M. II.„... 2674,63„ UI.„... 3572,31„ Insgesammt 9974,17 M. In den Ausgaben sind neben den Ausgaben für Broschüren, Agitation n. s. w. auch die den Vertrauensmännern überwiesenen Summen enthalten. »» Der Kassenmardcr Emil Kampkn, Zigarrensortirer(nicht Krampka, welcher Druckfehler bereits berichtigt wurde), ist nach einer uns aus Brüssel zugegangenen Mittheilung in Belgien entlarvt worden. Dort trat der Schwindler als Kämpke auf Grund eines gefälschte» Militürpasses und als K ä m p k a unter Vorweis eines gefälschten polizeilichen Abmeldeformulars auf: ferner versuchte er sein Glück als H ä m g t e und H ä m g g e aus Grund zweier Schwindelbriefe. Die belgischen und vlämischen Arbeiterblätler sind vom Brüsseler Arbeiter- Gesangverein „Fraternitö", welcher den Gauner entlarvte, sofort um Veröffent- lichung einer Warnung ersucht worden. Kampka's Signalement ist das folgende: Statur groß(ungefähr 1 Meter 76 Zentimeter); Haare kurz und blond; graublonder Bart(Schnurrbart blond); Kleidung: Ueberzieher von gräulicher Farbe, englische Mütze. Die Parteigenossen aller Orten wollen auf den Schwindler- scharfe Wacht halte». Todteuliste der Partei.*Jn Bremen starb der Partei- genösse August Weinbrechtinger. Derselbe war 1865 zu Langenau in Baden geboren, erlernte daselbst das Schubmacher- Handwerk und hielt sich dann längere Zeit in Basel aus? wo er zuerst mit der Arbeiterbewegung bekannt wurde. Später arbeitete er in Frankfurt a. M., wo er lebhaften Antheil an der Wahl- beivegung 1337 nahm. Er war Mitglied des Vereins deutscher Schuhmacher, des früheren Bremer Wahlvereins und des jetzigen dortigen sozialdemokratischen Vereins. 1890 leiteteer als Beztrksführer den 3. Reichslags-Wahlbezirk. Er hat immer seine Pflicht im Dienst unserer Partei erfüllt. »* Polizeiliches, Gerichtliches rc. — Luckenwalde. Am 8. Jan. verhandelte das Potsdamer Landgericht gegen die Vorstandsmitglieder des hiesigen sozial- demokratischen Wahlvereins, sowie gegen den Vorsitzenden des Agitationsausschusses wegen angeblichen Vergehens gegen 8 9 des Vereinsgesetzes. Bereits im Oktober vorigen Jahres waren die Angeklagten von dem hiesigen Schöffengerichte freigesprochen worden; die Staatsanwaltschaft hatte zedoch Berufung eingelegt. In Potsdam entwickelte sich die Anklage zu einer Rechtsfrage, die für weitere lkreise Bedeutung hat. Es handelte sich um die Existenzberechtigung verschiedener politischer Vereine gleicher Rich- tung in einer Stadt, sowie um das Recht, Mitglied in zwei politischen Vereinen gleicher Tendenz zu sein. Der Staatsanivalt verneinte die Frage und suchte aus der Existenz zweier politischer Vereine gleicher Tendenz und aus dem Umstände, daß die Mitglieder des Agitationsausschusses, welcher in öffentlicher Volksversammlung gewühlt wurde, zu gleicher Zeit auch Mitglieder des Wahlvereins sind, eine strafbare Verbindung zu konstruiren, und beantragte deshalb für jede» Angeklagten 15 M. Geldstrafe, sowie die Schließung des Agitationsausschusses, denn, fügte er sehr richtig hinzu, wenn wir heute den Wahlverein schließen, gründen die Serren nächste Woche doch wieder einen anderen. Genosse ailer, als erster Angeklagter, wies dagegen auf die Ober- tribunals- und Reichsgerichts-Erkenntnisse hin, wonach es nicht strafbar ist, wenn zwei politische Vereine gleicher Tendenz in einer Stadt existiren, selbst dann nicht, wenn die Mitglieder des einen Vereins gleichzeitig Mitglied des anderen Vereins sind, so lange es an korrespondirenden Handlungen fehlt, oder nicht der Beweis erbracht ist, daß die Versammlungen und Einrichtungen statutengemäß nach den Versammlungen und Einrichtungen des anderen Vereins bestimmt werden. Die Beweisaufnahme habe nicht das geringste thatsäch- lich Strafbare ergebe», auf bloße Vermuthungen hin, es könnte eine Verbindung vorhanden sein, werde der Gerichtshof unmög- lich zu einem verurtheilenden Erkenntniß kommen, er beantrage deshalb vollständige Freisprechung. Das Gericht sprach darauf sämmtliche Angeklagten frei, gab auch dem Antrage des Genossen John statt, den Angeklagten die nothivendig entstandenen Auslagen zu ersetzen. So trat denn der Wahlverein nach halb- jähriger Sperrung zu einer Generalversainmlung zusammen. Der Vorsitzende, Genosse Sailer, gab einen kleinen Rückblick zum Besten, und forderte die Mitglieder auf, nunmehr eifrig für die Ausbreitung des Vereins thätig zu sein. Die 88 2 und 6 des Statuts erlitten ein» Abänderung, letzterer dahin, daß der Vor- stand anstatt wie bisher aus 7 künftig nur aus 3 Personen be- steht, damit wenn je eine Anklage gegen denselben erhoben werden sollte, nur 3 Personen dabei betheiligt sind. Auch wurde beschlossen, die Monatsbeiträge erst von Januar d. I. ab zu er- heben, um den Mitgliedern das Festhalten am Vereine zu er- leichtern. — Dem Urtheil gegen Dr. fiu, S e r i ch von der »Wests. Freien Presse", das gestern ji. ldet wurde, lag folgender Thatbestand zu Grunde: V.»'S. November er- schienenen Nummer 260 jenes Blc" gl"8,»inem auch duich die übrige Parteipresse gegangemäbl. Schläfst, b Vorgehen des Chemnitzer Landgerichts gegen>-Burgstädt als freventliches Attenta unität der Ab- geordneten bezeichnet. In der Vertheidigung wurde nachgewiesen, I geben. " wird zunächst die Aeußerung Aeußerung angezogen, 5000 Arbeitslose tagten am Montag Vormittag in Daß der§ 31 der Verfassung nur eine einzige Auslegung zulaffe, welche in einer Versammlung gefallen, das Theater Hamburg, um ihr Elend zu besprechen. Die Sparsamkeit und daß demnach die Kritik des Vorgehens des Chemnizer Land- folle eine Quelle kräftiger Anregung zum Nachdenken der Staatsverwaltungen, welche hunderte von Arbeitern entlassen, gerichts durchaus gerecht fei. Der Staatsanwalt war indeffen über die großen Zeitfragen sein." Im Anschluß hieran wird ge- fand gebührende Würdigung. Eine Resolution, in welcher erklärt der Ansicht, daß es auf die Auslegung des§ 31 nicht ankomme; fagt, die großen Zeitfragen lägen auf politischem und wirth- wurde, daß nur die Verkürzung der Arbeitszeit das der Begriff Attentat", dem das Charakteristikum einer gewissen schaftlichem Gebiete und wenn zum Nachdenken darüber an- einzige Mittel fei, um genügende Abhilfe zu schaffen, und der Hinterlift und Heimtúde inne wohne, sei beleidigend, weil er geregt werden solle, so werde damit beabsichtigt, den Zuschauer Anschluß der Arbeiterschaft an die gewerkschaftliche und politische Sem Chemnitzer Landgericht, das nur seiner Ueberzeugung aus zur Bildung eines Urtheils über diese Frage zu bringen. An Organisation der Sozialdemokratie Pflicht jeden Arbeiters ist, druck gegeben, ein bewußt rechtswidriges Eingreifen in die Rechte eine Aeußerung, daß auf der Freien Volksbühne" das Volk wurde einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag, worin der eines Andern unterschiebe. Der Staatsanwalt beantragte 150 M. aufgeklärt und mit den wahren Verhältnissen des Lebens Senat ersucht wurde, die für nächsten Sommer geplanten ErdGeldstrafe, der Gerichtshof schloß sich seinem Antrage an, indem vertraut ganacht werden solle", wird folgende Deduktion arbeiten sofort in Angriff nehmen zu lassen, damit die Arbeitser zwar den von der Vertheidigung in Anspruch genommenen gefnüpft: Bie fönnen einem Sozialdemokraten die wahren losigkeit gemildert wird. Dieser Antrag sowie die erwähnte Re§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) zubilligte, die Form aber Verhältnisse des Lebens" anders erscheinen, als vom solution wurde dem Senat durch eine Deputation zugestellt. als beleidigend erachtete. fozialdemokratischen Standpunkt aus und welchen anderen Zweck In Saarbrücken wurde am Donnerstag Abend in fann eine Aufklärung über dieselben haben, als zur sozialder achten Stunde Genosse Braun aus dem Justizarresthaus demokratischen Ansicht über die heutige Gesellschaftsordnung zu entlassen. Bekanntlich war Braun am ersten Weihnachtstag( au bekehren?-St. Johann wegen Majestätsbeleidigung auf der Straße verhaftet worden. Nachdem er über 3 Wochen gesessen, wurde er zu 8 Monaten verurtheilt; er legte Revision ein und führte Beschwerde beim Oberlandesgericht zu Köln wegen der vom Gericht beschlossenen Aufrechterhaltung des Haftbefehls. Dieser Beschwerde ist vom Oberlandesgericht stattgegeben, dem Genossen Braun das Urtheil aber noch nicht zugestellt; es läßt sich daher nicht ermessen, welche Aussichten die eingelegte Revision hat. In Bamberg waren 4 Frauen zu je 10 M. von der Polizei verurtheilt worden, weil sie eine Vorlesung besucht hatten, die in einer Volksversammlung geboten war. Der Einberufer der Versammlung sollte 50 M. zahlen. Das Amtsgericht sprach sämmtliche Verurtheilte frei, weil das bayerische Vereinsgefeß nur auf Vereine, nicht auf Volksversammlungen mit recht licher Wirkung angewendet werden kann. Gerichts- Beitung. Am Schluffe eines Vortrags von Dr. Brahm über Rabale und Liebe" führte diefer aus: Er( der vierte Stand) mag aus dem Stücke die Hoffnung schöpfen, daß auch sein Streben sich erfüllt, da seine Beit gekommen ist." Hierzu wird bemerkt, dies ziele doch mit Rücksicht auf die vorhergehenden Ausführungen zweifellos anf das Streben nach Verwirklichung des sozialistischen Staates hip, enthielte die Hoffnung des Eintretens dieser Verwirklichung und eine Aufmunterung zum Handeln in der angegebenen Richtung. Weiter sei bei der Besprechung des Schauspiels Das verlorene Paradies" die Lehre gezogen worden von Vortragenden, die Arbeit sei die alleinige Quelle allen Segens. Dies sei mindestens bezeichnend für den Charakter des Vereins, schon deswegen, weil dieser Satz mit der bekannten Forderung des sozialdemokratischen Programms übereinstimme.(!!) Diese und noch verschiedene andere Argumentationen des Polizeipräsidenten bezw. seines Vertreters bilden die Grundlage der der Volksbühne" ungünstigen Entscheidungen des Ober Verwaltungsgerichts, der Berufungsinstanz in dieser Streitfache. Die Befürchtung, welche mit der fälsch lichen Behauptung in verschiedenen Zeitungen, die" Freie Volksbühne werde als politischer Verein betrachtet, verbunden war, daß nämlich die Mitgliedschaft der Frauen nicht mehr möglich sein würde, hat sich als grundlos nach der kürzlich stattgehabten Generalversammlung herausgestellt. Diese Versammlung nahm die der veränderten Verhältnissen entsprechenden Statutenveränderungen vor und hat mit Beseitigung der bis dato statutengemißen Vortrags- Versammlungen des Vereins die Mög lichkeit beseitigt oder doch so gut wie beseitigt, daß die Freie Boltsbühne" als politischer Berein hingestellt werde, was ihrem Ende gleichtme. Soziale Uebersicht. Zur Charakterisirung der sogenannten Wohlfahrts. einrichtungen der Unternehmer bringt das nachstehende Zirkular, das uns von einem Parteigenossen zur event. Veröffentlichung zugesandt wurde, einen recht interessanten Beitrag. Es lautet: " Nachstehendes Weihnachtsgeschenk in baarem Gelde erhält jeder unserer Arbeiter am 24. Dezember des laufenden Jahres für von ihm nachstehend gefertigte Steine, wenn er ununterbrochen( ausgenommen Krankheit) das ganze Jahr bei uns gearbeitet hat: a) für einen Würfel I. Klasse 2 Pfennige; b) für einen Pflasterstein IVb Klasse 1 Pfennig; c) für einen cbm gewöhnliche Pflastersteine Via Rlasse 50 Pfennige; ebenso für V. Klasse 4" und 6" Pflastersteine; d) für einen Ifd. Mtr. Pferdebahnschwellen 5 Pfennige. Der Arbeiter erhält obiges Geschenk nicht: 1. wenn derselbe sogenannten blauen Montag macht; 2. wenn derselbe, ohne sich beim Bruchmeister gemeldet zu haben, an Arbeitstagen seiner Privatarbeit nachgeht; B B. wenn derselbe sich direkt oder indirett bei sozialistischen Bestre bungen betheiligt und 4. wenn derselbe wegen Ungehorsam aus der Arbeit entlassen werden muß. Verwaltung der Strehlener städtischen Granitbrüche. Völker& Nicolaier Die Freie Volksbühne“ und der Polizeipräsident. Bekanntlich verfügte im April borigen Jahres der Berliner Polizeipräsident, die Freie Voltsbühne" sei ein Verein, der, weil er sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftige, sich den Verpflichtungen zu unterwerfen habe, welche§ 2 des Vereinsgesetzes ( vorm. G. H. 2. Kaerger'sche Verwaltung pp.)" folchen Bereinigungen auferlege. Die darauf vom Vorstande des Bur richtigen Würdigung dieses„ Weihnachtsgeschenkes" diene Vereins beim Bezirksausschuß anhängig gemachte Klage gegen nachfolgende Erläuterung: Die Steinbruch- Arbeiter erhalten für den Polizeipräsidenten um Aufhebung dieser Verfügung wurde einen Würfel 1. Klasse 22 Bf. angerechnet, aber nur 20 Pf. auszu Gunsten der Freien Volksbühne" entschieden. Gegen diesen bezahlt; für einen Pflasterstein IVb Klasse werden 7 Bf. Lohn Entscheid legte nun der Polizeipräsident Berufung ein. gerechnet, aber nur 6 Pf. ausbezahlt; für einen Rubikmeter Jenes Urtheil des Bezirksausschusses betonte, daß im Als ein Bräutigam, welcher der Dame seines Herzens die gewöhnlicher Pflastersteine giebt es 5 M. Lohn, aber nur 4.50. §1 des Statuts der Freien Voltsbühne", der den Zweck des Pretiofen gestohlen, erschien gestern der Bureaudiätar Sch mischte werden ausbezahlt; für den laufenden Meter PferdebahnBereins festsetzt, nicht" die Absicht einer Ginwirkung auf öffent vor der III. Strafkammer des hiesigen Landgerichts I. Der An- Schwellen sind 1,05 Lohn festgesetzt, 5 Pf. werden aber zurückliche Angelegenheiten gefunden werden könne und eine Reihe geklagte, welcher bis zum Juni als Diätar bei dem branden- behalten; es besteht das sogenannte Weihnachtsgeschenk also that unzweideutiger Thatsachen nothwendig set zu dem Nachweis, daß burgischen Provinzialrath beschäftigt war, bewarb sich um die sächlich nur aus verdienten aller nicht ausbezahlten jener Zweck dennoch vom Verein verfolgt werde. Als solche Gunft einer in der Ghausseestraße wohnenden Wittib, und da er Löhne. Diese Lohneinbehaltung beträgt im Durchschnitt pro Arbeiter unzweideutige Thatsachen wurden also diejenigen, welche vom ein leiblich ensehnlicher Mann ist, so wurde er auch erhört und und Tag 15-20 Pf. Da die Granitbrüche ca. 830 Mann beschäftigen, fo Präsidenten zur Rechtfertigung seiner Verfügung beigebracht es bildete fah zivifchen den beiden ein ganz ernstliches Liebes- machen die Lohneinbehaltungen das Jahr über eine ganz respettable wurden und wesentlich in Ausführungen verschiedener Redner in verhältniß heraus. Der weibliche Theil hatte es jedenfalls ganz Summe aus. Diese Einbehaltung erscheint um so ungerecht den öffentlichen Vortragsversammlungen sich darstellten, nicht ernsthaft aufgefaßt, während der Angeklagte gar bald burch fertigter, wenn man weiß, daß der Lohn bei günstigster Witterung anerkannt. In feiner Berufungsschrist an das Oberverwaltungs- einen persiden Aft zeigte, daß er durch sehr materielle pro Tag nur 1,50-2,00 m. beträgt. Bei schlechtem Wetter ist worden war, das Gericht ficht der Polizeipräsident die stizzirte Ansicht des Bezirks- Pläne veranlaßt Verhältniß ein- der Verdienst geringer. Angesichts solcher Hungerlöhne ist es ausschusses, indem er bemerkt, derselbe habe die äußeren zugehen. Am 29. Juni vorigen Jahres hatte der An- einfach unbegreiflich, daß die Verwaltung der Granitbrüche da Umstände unberücksichtigt gelassen, welche zur Gründung der geklagte mit seiner Braut einen Spaziergang unternommen und von einem Geschenk zu reden die Stirne hat, wo sie that " Freien Bolfsbühne" und insbesondere auch zur Fassung des§ 1 dieselbe dann in ihre Wohnung begleitet, um dort gemeinschaft- fächlich nur zu Unrecht vorenthaltenen Lohn an die Arbeiter bes Statuts geführt haben, an. In dieser Beziehung führt der lich das Abendessen einzunehmen. Frau St. entledigte fich ihrer hinausgiebt. Von einem Geschenk zu reden, fann nur der Unter Polizeipräsident folgendes aus, was wir um des allgemeinen Inter- Schmucksachen, welche sie in ein Kästchen packte und ging dann nehmerübermuth fertig friegen. Uebrigens rathen wir jenen Areffes willen wiedergeben: in die Küche, um die nöthigen Anordnungen zu treffen. Die beitern, welche auf Grund der famosen vier Punkte um ihren Die Sozialdemokratie wirkt für die Verbreitung ihrer Ideen furze Zeit benutzte der Angeklagte, um sich in den Besitz dieser verdienten Lohn gekürzt werden, solche vor den Richter zu bringen. einmal durch Veranstaltung von Versammlungen, deren Gegen Schmuckfachen zu sehen, welche einen Berth von ca. 550 M. Weiter dürfte es sich für den Herrn Fabrikinspektor empfehlen, Frau St. stand Vorträge politischen und wirthschaftlichen Inhalts find. darstellten. hatte natürlich keine Ahnung sich die Strehlener Granitbrüche und ihre„ arbeiterfreundlichen' Diefer Art der Agitation dienen namentlich die Wahl- und von dem Borgefallenen. Man plauderte und scherzte Einrichtungen etwas näher anzusehen. Bildungsvereine, welche auf die Theilnahme derjenigen rechnen, und als die Stunde der Trennung fam der Trennung fam, da wünschte die der Sache und den sozialdemokratischen Grundsägen im man sich gegenseitig ein baldiges fröhliches Wiedersehen. Erst Die feindliche Stellung des Staates gegenüber bet allgemethen schon gewonnen sind, in ihren Anschauungen aber nach wenigen Tagen bemerkt Frau St. das Fehlen ihrer nach Besserung ihrer Lage ringenden Arbeiter noch gefestigt und namentlich auch zu Volksrednern heran- Pretiofen, und da sich seit jenem Abend auch der Angeklagte nicht schaft kommt in ihrer ganzen Brutalität in folgender Kundgebildet werden sollen. Eine andere Behandlung erfordern jedoch hatte sehen lassen, so errieth fie den Zusammenhang der Dinge machung zum Ausdruck, welche der Amtsleiter Dr. Herzog biejenigen, die durch den Ernst des wirthschaftlichen und politischen und erstatteze die Anzeige bei der Polizei. Der Angeklagte hatte von der österreichischen Bezirkshauptmannschaft Voitsberg am Programms noch nicht gefesselt werden und der sozialen Frage sich inzwischen mit seiner Beute aus dem Staube gemacht; er 16. Januar gegen die streitenden Bergleute erließ: gegenüber fich noch gleichgiltig verhalten. Diese Personen war nach Best gefahren, hatte dort die Schmuckfachen verkauft" Nachdem ein Theil der Bergarbeiter des hiesigen Bezirkes namentlich gehören hierher Frauen und Mädchen sollen durch und das Gelb bis auf einen fleinen, zur Rückreise nach Berlin troß gütlichen Buredens bei der ungefeßlichen Arbeitseinstellung heitere Geselligkeit und durch angenehme Unterhaltung allmählich ausreichenden Nest vergeudet. Als er wieder hier angelangt verharrt, so sehe ich mich durch meine Amtspflicht verbunden, den sozialdemokratischen Geist in sich aufnehmen und auf diesem war, fab ihm ein Bekannter zufällig auf der Straße und ver- dieselben zum letzten Male auszufordern, unverzüglich die Arbeit Wege der Partei zugeführt werden. Zu diesem Zwecke werden anlaßte feine Verhaftung. Der Gerichtshof verurtheilte ihn mit wieder aufzunehmen, widrigenfalls gegen die Dawiderhandelnden Arbeiter und Kinderfeste veranstaltet und Vergnügungsvereine Rücksicht auf den groben Vertrauensbruch zu 9 Monaten nach§ 65 des Gewerbegesetzes mit Verhängung von Arrest- Strafen gegründet. In letzter Beit hat sich nun auch auf diesem Gebiete Gefängniß. vorgegangen werden wird. Bugleich mache ich allgemein darauf auf das Bestreben geltend gemacht, ebenso wie bezüglich merksam, daß, wer zu Feindseligkeiten wider einzelne Klaffen oder der Arbeiterbildungsvereine durch Gründung der ArbeiterStände der bürgerlichen Gesellschaft auffordert, aneifert oder zu ver die Kräfte Bildungsschule, zusammen zu faffen und Teiten sucht, sich des mit Arrest von 3 bis 6 Monaten bedachten eine gewiffe Zentralisation durchzuführen, nämlich durch Vergehens nach§ 302 Strafgesetz schuldig macht, und daß, wer Gründung eines Arbeiter- Sängerbundes und eines Bundes der zum ferneren Ungehorsam wider die Gefeße, wozu auch das Berggesetz und die Gewerbe- Ordnung gehören, oder gegen diese gefelligen Arbeitervereine. Wenn, diese bekannte Thatsache vorausgeschickt, in der Aufruf an alle Glasarbeiter des In- und Auslandes! Verordnung auffordert, oder zu verleiten versucht, das Verbrechen Zeit dieser Bewegung von sozialdemokratischen Werthe Kollegen und Genossen! Am 16. Januar d. I. sind nach§ 65b Strafgesetz begeht und mit schwerem Rerter von ein Agitatoren ein Verein" Freie Boltsbühne", also ein Unter- hier 55 Glasarbeiter, 29 Verheirathete mit 98 Kindern und bis fünf Jahren zu bestrafen ist. Ich ermahne die Bergarbeiter nehmen, welches gleichfalls dem Vergnügen zu dienen bestimmt 26 Ledige gekündigt worden. Trotz größter Mühe ist es noch ernstlich, jeder Zusammenrottung, um der Obrigkeit Widerstand ift, ins Leben gerufen wird, dessen Witglieder, wie zugestanden, Keinem gelungen, anderwärts Arbeit zu erhalten. Nur aus zu leisten, sich zu enthalten, widrigenfalls fie nach§ 68 Straf zum größten Theile aus Sozialdemokraten be Dresden haben einige Kollegen auf ihr Angebot die Antwort er gefet wegen Verbrechens des Aufstandes mit Kerterstrafen stehen, so erscheint die Annahme begründet, daß auch diese halten. daß sie vielleicht Arbeit erhalten könnten, fie müßten bis zu zwanzig Jahren bestraft würden. Jeder macht Freie Boltsbühne" der sozialdemokratischen Propaganga ge- fich aber verpflichten, aus dem Verbande der sich des Aufstandes schuldig, welcher sich der Rottirung zugefellt. widmet sein soll. Glasarbeiter Deutschlands auszutreten und Es soll Niemand darüber in Unkenntniß sein, daß erforderlichen Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, erhält aber ber§ 1 demfelben nicht wieder anzugehören. Falles ohne Schonung von der Waffengewalt des Statuts einen wesentlich anderen, als den vom Bezirks Kollegen und Genossen! Ihr seht, mit welchen Waffen die Gebrauch gemacht werden wird." ausschuß lediglich aus dem Wortlaut abgeleiteten Inhalt. Wie Fabrikanten gegen uns fämpfen, wenn es gilt, unfere Organisation fann eine solche Propaganda durch Vorführung der Poefie in zu vernichten. threr modernen Richtung" durch Vorlesung und Darstellung zeit- Kollegen und Genossen! Die Arbeit ist hier seit Jahren der gemäßer, von Wahrhaftigkeit erfüllter Dichtungen anders ver- artig gegangen, daß wir kaum so viel verdienen konnten, als zum ftanden werden, als daß man beabsichtigt, das Volt, d. h. hier allernothwendigsten Lebensunterhalte erforderlich war. eine ganz bestimmte Klaffe der Bevölkerung, das sogenannte Die gesammten Kollegen wissen, was wir an Unterstützung Proletariat, mit einer bestimmten Anschauung über die bestehende für die ausgesperrten Kollegen im Jahre 1889-1891 geleistet leber den Entwurf des Volksschul- Geseges referirte gesellschaftliche Ordnung zu erfüllen und von der Nothwendigkeit haben. Ihr wist Alle, was Hunger ist, Ihr wißt, was es heißt, am Mittwoch in einer Boltsversammlung Stadtverord einer Aenderung derselben, ber Revolution gu über wenn Gure Kinder hungernd zu Bette gehen müssen, darum neter Vogtherr. Er führte etwa aus: Dem seiner Grundlage bringen? Damit steht, was hier angeführt werden soll, unterstützt uns so viel Ihr könnt, wir wollen Euch das hundert und feiner Zusammensetzung nach dazu unfähigem preußischen der Umstand in voller Uebereinstimmung, daß bisher nur fach vergelten. Landtage ist es jetzt vorbehalten, über einen tief in das ganze Stücke aufgeführt worden sind, welche Mängel in ber Bildungs- und Erziehungsleben einschneidenden Gefeßentwurf bestehenden Gesellschaftsordnung in besonders auffälliger Form zur die arbeitslosen Glasarbeiter zu Charlottenburg fein Botum abzugeben. Die Einbringer und Befürworter bes Darstellung bringen. Daß aber eine derartige Erziehung ge- Alle Briefe und Sendungen find an Gar! Schlesier, Bolksschul- Gesetzentwurfs beabsichtigen, die Schule der Kirche wiffer Voltstlaffen zu gewiffen wirthschaftlichen und politischen Charlottenburg, Grüne Glashütte, St. 36, zu richten. Alle auszuliefern. Nicht der Kultusminister Graf Redliß, noch der Anschauungen nicht ohne Einfluß auf die Gestaltung des öffent arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Gedanke, das Erziehungswesen, soweit das Bolt" in Betracht lichen Lebens bleibt, weil die Erziehung für jeden Einzelnen von Ueber einen Streit englischer Berglente berichtet die tommt, au fördern, sind die Väter des" Entwurfs; es ist maßgebendem Einfluß auch bei Erfüllung seiner staatsbürgerdas so oft vor unferen Augen sich entrollende Be lichen Pflichten ist und daß deshalb ein Verein, welcher in Bondoner Allgem. Correfp.": Da die in den Kohlengruben des Diefer Nichtung wirkt, eine Ginwirkung auf öffentliche Ange- Earls von Roslyn thätigen Bergleute infolge von Lohnstreitig treben, vermittelst der Religion vermittelst geistiger Unters Ange- teiten bie Arbeit eingestellt haben, jo machten bie mit bem Gati brückung, vermittelft des Gewissenszwanges im Biberat legenheiten bezweckt, dürfte nicht zweifelhaft fein. Diese betten bieten Beiger per Kohlengruben in ben Bezirken gife und wirthschaftlich getrennter Klassen der Gesellschaft die wirthschaft, befreundeten aus der allgemeinen Entwickelung der sozialdemokratischen facmanan geſtern befannt, daß fie statt der in der vorigen lichen und politischen Intereffen der herrschenden Klaffen Bewegung abgeleitete Behauptung findet ihre Bestäti gung durch die feitens bes Beklagten( des Polizei- Woche vereinbarten Lohnkürzung von 71/2 pt. jetzt eine solche fügen und zu fördern. War der dem jezigen Entwurf vor Bräsidenten) in der Klagebeantwortung angeführten That von 15 pet. eintreten lassen würden. Die Bergleute in der aufgegangene Entwurf des Ministers Goßler schon reaktionär fachen." Soweit der erste Theil der Berufungsschrift des Grafschaft Clackmanan legten deshalb sofort die Arbeit nieber, und berücksichtigte schon er nicht die Kinder der Diffidenten, wie man es bis dahin in den Kreisen der Dissidenten gewöhnt war, fo ist Vertreters des Polizeipräftdiums. Es wird dann weiter aus- und es heißt, daß ihre Genossen in dem Fifeshirer Distrikt ihrem dies bei dem jebigen Entwurf noch viel mehr der Fall. Bezeichnend geführt, daß in zwei Fällen die angeführten Aeußerungen( in den Beispiel folgen werden. Die Bergleute Lord Roslyn's find ezt für den ganzen Entwurf ist schon der erste Paragraph, welcher feſtVersammlungen des Bereins gefallen) bem Zwecke einer Ginwirkung bereits in der sechsten Woche ausständig.- Wenn die Arbeiter stellt, daß es Aufgabe der Boltsschule fet, ben Kindern in erster Linie auf öffentliche Angelegenheiten mindestens nabe gekommen" und bei Ablehnung ihrer Forderungen auch so verfahren würden, gesprochen word diefe Bälle genügten, um die Freie erheben! Bier, wo es sich um Kapitalisten handelt, träht fein wird als etwas Sekundäres aufgefaßt. Vor allem foll nach bem daß in zwei weiteren Fällen von öffentlichen Angelegenheiten wie hier die Unternehmer, was für ein Geschrei würde sich in religiöse, fittliche und vaterländische Bildung und dann erst die der ganzen gebildeten Welt" über die übermüthigen" Proletarier allgemeinen Fertigkeiten beizubringen, welche im bürgerlichen Leben nothwendig sind. Der Hauptzweck auch der Boltsschule Boltsbühne" denft.Sänger, Vereinsgefeyes zu unterstellen. Wir wollerde Alliancestraeinige der vom Beklagten, dem Hahn danach. Entwurf die tonfessionelle Schule hergestellt werden; ausdrücklich Polizeipräsidente Urtheil des Bezirksausschusses Die Spinner in Accrington legten wegen Lohndifferenzen betont wird, daß die Kinder, welche einer staatlich anerkannten und für feil., g. Weibch. 1 beigebrachten Gründe wieder die Arbeit nieder. religiösen Gemeinschaft angehören, nur in ihrer Ronfeffion str. 30, 2. Aufg. 4. Verant Mit kollegialischem Gruß Versammlungen: 117 unterrichtet werden dürfen; die Lehrer, welche in einer solchen| Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Be- l fonfessionellen Schule angestellt werden, müssen der betreffen- rufsgenossen Deutschlands( Mitgliedschaft Berlin) zwei Kategorien, welche beide mit Hammer und Kelle arbeiten? Kollegen! Weshalb will man teine Verständigung zwischen den Konfession angehören. Man sieht, die konfessionellen hielt am 21. b. M. eine fombinirte Versammlung ab, in welcher Gerade diesem Umstande, daß wir von den Buzern abgesondert Unterschiede im Volt, welche sich immer mehr verwischt hatten, Herr Glocke unter Beifall über den Organisations- Entwurf waren, haben wir es zu danken, daß wir im Jahre 1885 und 1889 werden durch die Vorlage wieder fraß hervorgehoben. Wird fie der Hamburger General- Kommission sprach. An der Diskussion nicht zum vollen Siege gelangten, die Buyer haben erklärt, daß Gesetz, so wird in dem dann mehr als bisher hervortretenden betheiligten sich im Sinne des Referenten die Kollegen Schöpfe, fie voll und ganz auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Bestreben der beiden bei uns maßgebendsten Konfeffionen, der Gent, Hildebrand und Sillier. Letzterer machte noch stehen, und dies allein müßte schon genügen, um eine Ver katholischen und evangelischen, der Sieg darüber mag sich der bekannt, daß von der Gewerkschaft( auf dem Rongreß in Magde- ftändigung mit denselben herbeizufühten, denn daß es ihnen Ernst Herr Kultusminister ja teine Jllusionen machen!- auf Seiten burg) brei Kollegen als Delegirte zum Gewerkschaftstongreß ge- ist, beweist, daß sie sich sofort an den Zentralverband der Maurer der katholischen sein. Sie wird mit allen ihren dem Pro- wählt sind, nämlich Müller und Pinkau aus Leipzig sowie Deutschlands 2c. angeschlossen haben. testantismus gegenüber hervorragenden Kampfesmitteln sich nicht Sillier aus Berlin. Hierauf wurden folgende Anträge an nur die größere Hälfte der geistigen Macht der Kirche in Preußen genommen: Kollegen! Wir appelliren an Euch, gleichviel ob Maurer oder fichern, sondern ihre Machtfülle auch in politischer Beziehung erBuzer, Euch die Bruderhand zu reichen, denn wir kennen nur einen 1. Die heutige Versammlung des Vereins der Lithographen, gemeinsamen Feind, das Rapital, welches wir zu bekämpfen haben. weitern. Von Bedeutung für die Diffidenten ist der§ 17. Nach Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands erklärt sich im all- Wir haben keine Sonderinteressen zu vertreten, noch viel weniger dem er in Absatz 2 festgesetzt, daß Kinder, deren Eltern einer gemeinen mit dem Organisations- Entwurf der General- Kommission Ursache, uns gegenseitig anzufeinden, oder gar zu trennen, ge anerkannten Religionsgesellschaft angehören, niemals zur einverstanden. Sie seht die Hoffnung auf den Gewerkschafts- schlossen haben wir zu marschiren, und Mann an Mann, Schulter Theilnahme am Religionsunterricht einer anderen Konfeffion ge- Rongreß, daß derselbe solche Beschlüsse fassen wird, denen an Schulter zu kämpfen, damit auch wir in die Lage kommen, nöthigt werden, wird in Abschnitt 4 als Regel hingestellt, daß sämmtliche Gewerkschaften Folge leisten können." solche Kinder, welche einer vom Staate nicht anerkannten uns ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen, und unser Theil 2. Ein Mitglied des Ausschusses zu Nürnberg zum vierten dazu beitragen, die Menschheit vom Joche des Kapitals zu beReligionsgesellschaft angehören, am Religionsunterricht der Delegirten zu ernennen. freien, und dieses kann nur dadurch geschehen, wenn wir ge= Schule theilnehmen, welcher sie einverleibt werden. Sie tönnen Die Abrechnung vom Winterfest ergab 425,30 M. Einnahme, meinsam mit allen unsern Arbeitsbrüdern Hand in Hand gehen. hiervon durch den Regierungspräsidenten allerdings befreit 176,45 M. Ausgabe, 248,85 M. Ueberschuß. Es wurden von Kollegen! Wir stehen nun, nachdem man uns den werden, jedoch wird diese Befreiung von der Bedingung ab- diesem Gelde 28 arbeitslose Kollegen zu Weihnachten unterstützt. Ausgleich praktisch unmöglich gemacht, auf dem Standhängig gemacht, daß nachgewiesen wird, die Kinder erhielten in Die Abrechnung von der letzten Matinee konstatirte 581,20 m. punkt, welchen die der ihrem Bekenntnißstande entsprechenden Form und durch einen Einnahme, 215,15 M. Ausgabe. die öffentliche Generalversammlung der An Unterstützung wurden Maurer und Pußer im Feen- Palast" im ersten Theil nach der Lehre ihres Bekenntnisses vorgebildeten und auch im 300 m. gezahlt, es bleibt also ein Ueberschuß von 66,5 M. der Resolution einnahm, und fordern alle in Berlin Uebrigen befähigten(?) Lehrer Religionsunterricht. Diese Beftim Rollege Scherer brachte zur Renntniß, daß die Mitgliedsmarke arbeitenden Maurer und Pußer auf, sich dem Zentralverbande mungen kommen dem Gewissenszwange gegenüber Kindern dissiden- der Kellner für die Zeit bis April von grauer Farbe ist. Ueber der deutschen Maurer anzuschließen, welcher Eure wirklichen tischer Eltern gleich. Ein weiterer Versuch, freireligiösen Jugend- den Streit der Weißgerber und Handschuhmacher sprach Kollege Interessen auf das entschiedenste vertritt. unterricht unmöglich zu machen, liegt in der Bestimmung, daß die Hildebrand. Derselbe bat um Unterstützung der Streifen- Die Arbeiter Berlins aber ersuchen wir, sich selbst ihr Einführung neuer Lehrbücher und Pläne nur mit Einwilligung den dadurch, daß jeder Kollege die Marten der Urtheil zu bilden, und uns in unserem ferneren Vorgehen zu der kirchlichen Oberbehörden gestattet ist. Nachdem der Redner Berliner Streit Rontroltommission fauft. Ferner folle unterstützen. Wir werden selbständig im Verein mit unseren noch die Bestimmungen des Gefeßentwurfs einer scharfen Kritit man die ausgesperrten Buchdrucker nicht untergehen Arbeitsbrüdern in Deutschland vorgehen. unterzogen, welche speziell den Einfluß der Kirche auf das ganze lassen, sondern recht fleißig auf deren Listen zeichnen. Volksschulwesen vermehren sollen, schloß er: Wie haben wir uns Gine längere Debatte rief die Stellungnahme der Gewerkschaft gegenüber dem eventuell Gesetz gewordenen Entwurf zu ver- zur Feier der Enthüllung des Senefelder. Denkmals hervor. Die halten? Wie werden wir dann die Gewissensfreiheit unserer Versammlung wurde sich dahin schlüssig, daß, wenn von Seiten Kinder vertheidigen? Der Polizeistaat hat die Mittel in der des Komitees die Anfrage an die Gewerkschaft gerichtet wird, Hand, unsere Kinder zum Konfessionalismus zu zwingen; bei der Enthüllungsfeier zugegen zu sein, dies event. geschehen aber unsere Familie kann er nicht überwachen lassen. Den fönnte; aber auch nur dann, sofern nichts gegen die Prinzipien Um zu verhindern, daß Musiker, Musikdirigenten resp. AnKampf werden wir also in der Familie aufnehmen, der modernen Arbeiterbewegung Gerichtetes in Frage tommt. nehmer von Musikgeschäften, welche nicht Mitglied der Freien zu Hause werden ihn führen. Schule und Haus werden in einen Nur als Staffage und zum Hochrufen zu dienen, lehnte man Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins unversönlichen Widerspruch gerathen; unsere Anschauungen werden entschieden ab. Zum Schluß machte noch Kollege Neumann und Umgegend" find, durch Vorspiegelung falscher Thatin die Schule getragen und dort unwiderstehlich ansteckend wirken. bekannt, daß der Gesangverein„ Senefelder" am Sonntag, den sachen Musikgeschäfte an sich reißen, die für die Freie Vereinigung Der Sieg wird unser sein.( Großer Beifall.) An der Diskussion 14. Februar, eine Winterpartie nach Friedrichshagen unternimmt, bestimmt waren, ist in einer Versammlung genannten Vereins betheiligten sich die Herren G. Günther, Menzel, Berger, woran fich die Kollegen recht zahlreich betheiligen möchten. beschlossen worden: auch für die Mitglieder der Freien Musiker Krause und Neuhaus. Mit Ausnahme des Herrn Berger Näheres hierüber wird durch Annonze bekannt gegeben, vereinigung ein Erkennungszeichen, bestehend in einer Legitimationshielten alle Redner, sich wesentlich mit der Kirche beschäftigend, tarte, ähnlich wie bei den Gastwirthsgehilfen", mit vierteljähr dieser ein wahres Sündenregister vor. Herr Berger erklärte, licher Gilitigkeit und Farbenänderung, einzuführen. er sei bürgerlicher Demokrat, stimme aber trotzdem mit den Ausführungen Vogtherr's bezüglich des Volksschul- Gefeßentwurfes überein, nur gehe er noch weiter in feinen Befürchtungen wie dieser; er glaube, dieser Entwurf, Gefeß geworden, werde weiter wirken als blos auf die Volksschule; die höheren Lehranstalten würden seine üblen Wirkungen bald zu spüren be tommen. Es gelangte dann folgende Resolution einstimmig zur Annahme: V Med Sprecisaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Staum dafür abzugeben ist, dem Bublitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Jutereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Achtung! Maurer! Heinr. Klingenberg, Mittenwalderstr. 88. B. Förster, Lübeckerstr. 43. Vertrauensmänner der deutschen Maurer und verwandten Berufsgenossen für Berlin. • " Wir bitten, jedesmal da, wo sich ein Berufsmusiker als Mitglied unferes Vereins ausgiebt, von diesem die Vorzeigung der Legitimationstarte, mit welcher alle unsere Mitglieder versehen find, zu verlangen. Diese Karten enthalten am Kopf den vollen Namen des Vereins und müssen außerdem mit dem Vereinsstempel ab. gestempelt sein. Ferner achte man darauf, daß es heißen muß: Freie Vereinigung. Die für das Vierteljahr Januar bis März 1892 ausgegebenen Karten sind von weißer Farbe. Wir bitten alle anderen Farben als ungiltig zurückzuweisen. Mit genossenschaftlichem Gruß Die Versammlung protestirt gegen den durch den neuen Schulgesetz- Entwurf gemachten Versuch, die Schule gänzlich dem Einfluß und der Willkür der herrschenden Ronfeffionen auszuliefern. Allen in Berlin beschäftigten Kollegen werden die Vorgänge, Die Versammlung ist überzeugt, daß die Schule durch Annahme welche sich innerhalb unserer Bewegung im Laufe des vergangenen jenes Entwurfs auf ein noch niedrigeres Niveau herabgedrückt und Jahres abgespielt haben, nicht unbekannt sein, auf die Streitihren tulturfördernden Aufgaben nicht mehr gewachsen sein würde. frage selbst hier einzugehen, wäre überflüssig, jedoch halten wir Die Versammlung protestirt ferner gegen den Erlaß des Kultus- es für unsere Pflicht, den Kollegen dasjenige vor Augen zu Freien ministers, betreffend den Religionsunterricht diffidentischer Kinder, führen, was uns trennt, und sehen wir uns au nachstehender als ein verfassungswidriges, volks- und freiheitsschädliches Vor- Ertlärung genöthigt. gehen. Sie hebt hervor, daß die gänzliche Entfernung des Religionsunterrichtes aus unseren Schulen anzustreben ist." Der Vorstand der Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. J. A.: G. Schonert. Briefkaffen der Redaktion. Laut Beschluß der im Feenpalast am 17. Januar d. J. abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Maurer und Buzzer Herr Krause forderte dann noch, wie schon die Redner in wurden die Vertrauensmänner beider Richtungen beauftragt, zum der Diskussion energisch zum Austritt aus der Landeskirche auf, Zwecke der Lohnfrage gemeinsam zu arbeiten, resp. die öffentebenso dazu, daß die Anwesenden dahin wirken möchten, daß rech tviele lichen Angelegenheiten gemeinsam in die Hand zu nehmen, zu Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefta Unterschriften auf den in verschiedenen Arbeiterlokalen ausgelegten diesem Zwecke wurde eine Anbahnung von unserer Seite ge Petitionslisten, worin vom Landtag die Ablehnung des besprochenen macht, um über diese Frage zu berathen, jedoch fühlten sich die Gefeßentwurfs gefordert ist, gesammelt werden. Die betreffenden Vertrauensmänner der lokalen Richtung veranlaßt, uns zu er Lokale sind im Vorwärts" in Form einer Annonce befannt ge- flären:„ Mit den Bußern verhandeln wir nicht, wollen mit den geben. In nächster Zeit werden in allen Gegenden Berlins felben überhaupt nichts zu thun haben." wodurch also jedes fernere weitere Bersammlungen mit der gleichen Tagesordnung abgehalten Unterhandeln abgebrochen wurde; dieses ist die Veranlassung, weshalb wir uns an Euch wenden. werden. Antwort wird nicht ertheilt. K. F., Staßfurt. Ihr Brief traf erst am 30. Januar, also zu spät ein. Das Andere bereits erledigt. mehr zu ermitteln, von wem. H. Möbius. Aufgegeben wurde die Anzeige; leider ist nicht Geschäfts- Auflösung! Wegen vollständiger Auflösung unseres seit über 12 Jahren bestehenden Geschäfts in der tommen vom 1. Februar er. ab folgende Waaren wie Oranienffrakže 64 Kleiderstoffe, Leinen- u. 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Verlag der ArbeiterBibliothek," sondern nur noch an uns zu richten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bestellungen nach auswärts gegen vorherige Einsendung des Betrages. Porto extra. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.