Nr. 40. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3.30 Mt., monatl. 1.10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Boft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Boft Beitungss Breisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Vorwärts Erscheint täglich außer Montage.si bid 1816 Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions Gebühe beträgt für bie fechsgespaltene Rolonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Bauarbeiterschutz in Preußen. Sonnabend, den 16. Februar 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Ga solchen Angelegenheit, bei der ja eine Liebesgabe für die in Nordschleswig. Auch an einer Polendebatte fehlte es nicht. Edelsten und Besten der Nation nicht abfällt, nicht zu sehr wurden die üblichen Reden auf allen Seiten gehalten. Einen neuen beeilen wird. Nur durch den Druck einer unaufhörlichen Gedanken hatte nur der Abg. Westermann( natl.), dessen Haß Agitation werden die Bau- Arbeiter die notwendigen Schuß gegen die Polen sich so gesteigert hat, daß er eine Gefeßesänderung in dem Sinne verlangt, daß in öffentlichen Volksversammlungen gefeße erreichen. in rein deutschen Gegenden nur deutsch gesprochen werden darf. Die Polizei soll nämlich nicht genug polnisch sprechende Ueberwachungsbeamte zur Verfügung haben. Fürwahr, ein durchschlagender Grund. Sonnabend: Fortjegung der Debatte. Politische Uebersicht. Berlin, den 15. Februar. Der Reichstag Das entrüstete Fürst und Volk. Die vielfachen Sympathiebeweise des Kaisers für die „ Man darf vor der Thatsache gewiß nicht die Augen verschließen, daß der lange Aufenthalt des Kaisers in England und einige der komplimentierenden Handlungen, die er dort vorgenommen hat, mit den Gefühlen der ungeheuren Mehrheit des deutschen Volks nicht im Einklang stehen. Dem preußischen Landtag ist seitens der Vorstände der baugewerblichen Arbeiterorganisationen in Berlin eine umfangreiche Petition zugegangen, in welcher für den weiteren Ausbau des baugewerblichen Arbeiterschutes" ein auf einheitlicher Grundlage geschaffenes baugewerbliches Arbeiterschuß- Gesetz für das gesamte Königreich Preußen" verlangt wird. In dieser Petition wird nachgewiesen, daß weder die für einzelne Orte erlassenen Polizeiverordnungen, noch das Straf- tam am Freitag nicht so rasch dazu, wie die Mehrheit wollte, gesetzbuch, noch die Gewerbe- Ordnung, noch die auf die Unfall- fein Ja unter die erste Rechnung für die chinesische Er- leitenden Männer Englands haben in deutschen, bis auf die Verhütung bezüglichen Bestimmungen der Unfallversicherungs- pedition zu sehen, die ihm die Regierung in Höhe von Knochen" fönigstreuen Streisen einen wahrhaft radikalen AntiGefeße den Bauarbeitern einen genügenden Schutz gewähren. 152 Millionen vorgelegt hat. In wenigen Wochen wird man monarchismus erivedt. Die Königstreue wandelt sich in Die Folge hiervon ist die geradezu erschrecklich große Zahl sich übrigens beeilen, die erste Viertel. Milliarde beißende Kritik, sobald der Fürst Anschauungen bekundet, die den folcher Bauarbeiter, die bei ihrer Arbeit verunglückt sind und voll zu machen. Bebel hielt es aus guten Gründen Bächtern des Loyalismus nicht gefällt. Welche Stimmung durch die Leben oder Gesundheit dabei eingebüßt haben. Weist doch für angezeigt, die dritte Lesung des Nachtrags- Etats Roberts- Ehrung in den Patriotenfreifen erzeugt ist, das kann selbst die Nordöstliche Baugewerts- Berufsgenossenschaft mit 122 000 nicht vorübergehen zu lassen, ohne nach den bis der Berliner Korrespondent der Londoner Times" seinem Blatte bis 172 000 versicherten Personen vom Beginn des Jahrs herigen Ergebnissen des Kriegszugs zu fragen und eine nicht verhehlen; er schreibt: 1888 bis zum Schluß des Jahrs 1898 nicht weniger Abrechnung mit der deutschen Chinapolitik zu halten. Es als 1417 Betriebsunfälle auf, welche den waren feine angenehmen Dinge, die er feststellen konnte: Tod der Verunglückten herbeiführten. 1228 das Mal, das die Hunnenbriefe der deutschen Kultur Familien mit 2136 Kindern und 80 andren Unterstützungs- aufdrücken; die Millionenlasten, die dem Reiche aus dem oſtberechtigten wurde auf diese Weise der Erzieher und Ernährer asiatischen Abenteuer erwachsen, ohne daß der angebliche entrissen. Zweck, die Aufschließung des chinesischen Markts für den Insbesondere laufen das Telegramm des Kaisers an Lord Daß hierfür in der That die Gewissenlosigkeit der Bau- deutschen Handel erreicht wird; die schweren weltpolitischen Roberts und seine liebenswürdigen Aufmerksamkeiten für den unternehmer zu einem guten Teil verantwortlich gemacht Wirren, die aus der jetzt schon vorhandenen Uneinigkeit werden muß, hat die Baukontrolle in Berlin während des der Mächte unversehens entstehen können. Helden von Kandahar und Pretoria den vorherrschenden Empfindungen der deutschen Nation zuwider, Jahrs 1898 ergeben. In den damals eingegangenen Be- Wort, mit dem unser Redner diesen Krieg bezeichnete, trug und dies gilt von dem äußersten rechten Flügel der Konservativen richten wurde namentlich auch über die Mangelhaftigkeit der ihn den Tadel des Präsidenten ein, der in Wahrheit nicht im Reichstage wie im Lande bis zur äußersten radikalen Linken Gerüstutensilien geklagt. Die Unternehmer hatten zu wenig den Getadelten, sondern die Beschönigungssucht des Herrn und selbst bis in die Reihen der Socialdemokraten. Dies ist die oder für diesen Zweck untaugliches Material. Die Petition b. Ballestrem bloßstellt. Tautere Wahrheit und es geziemt sich wohl, fie freimütig zu schlägt daher ganz genaue und ausführliche Vorschriften die Verteidigung der Regierungspolitik lag, nannte nach Herr von Goßler, in dessen ungeschickten Händen äußern." für den„ Gerüstbau und andre Schuhmaßregeln" vor. In der deutschen Presse erscheint die Kritik der kaiserlichen Die Unfälle bilden jedoch nicht die einzige Gefahr, welche unpatriotisch" und verstieg sich dazu, Bebel die Mit- dünsten Berdünnungen. Immerhin fagen z. B. die Dres berühmtem Muster die berechtigte Stritit unsres Redners England- Freundschaft aus leicht begreiflichen Gründen nur in die Bauarbeiter bei der Ausübung ihres Berufs bedrohen. schuld an Vielleicht von noch verderblicherer Wirkung sind die Berufs- weil er die Briefschreiber und prahlenden Verbrecher nicht und dem Kaiser sei seit dem März 1890( Sturz Bismards) uieden hunnischen Greuelthaten aufzubürden, bener Nachr.", das Verhältnis zwischen dem deutschen Bolt frankheiten der baugewerblichen Arbeiter. Zeugnis hiervon legen der Regierung zur Bestrafung überliefere. Die Linke lachte, mals mehr getrübt gewesen als jest. ab die verhältnismäßig hohe Biffer der Erkrankungen der und selbst die patentierten Hurraschreier der Rechten ließen Atmungsorgane, die vielen Fälle von Rheumatismus, Magen hier den Minister in Stich. Die Offiziösen sind nun eifrig an der Feder, um die und Darmleiden, Bruchschäden, ferner die in den nördlichen v. Gozler darauf zu gute, einen der Hunnenbriefe zu zer- Stimmungen und Verstimmungen" sagt die„ Köln. Sehr viel that sich Herr höchft peinliche Situation zu mildern. Unter der bezeichneten Marke Provinzen bei den Maurern seit kurzem fich bemerkbar machende gliedern und auf Uebertreibungen und Unrichtigkeiten darin neue Krankheitserscheinung, die„ Cementkräge", fowie bei den aufmerksam zu machen. Das mag in diesem und jenem Malern die Bleikolik und die überaus häufigen Blei Brief der Fall sein, aber das mindert den Wert dieser vergiftungen. Die gegen diese schweren Mißstände zum Briefe als Zeugnisse für den Geist und die Gesinnung nicht im Teil gerichtete preußische Ministerialverordnung vom 7. Juli geringsten, die Teile des Expeditionscorps befeelten. Und 1897, betreffend die Arbeiterfürsorge auf Bauten" hat sich, wie die Petition überzeugend nachweist, als un fangenen Beobachtern festgestellte Atte schlimmer Gewaltbestehen bleiben auch genug harte Thatsachen, von unbegenügend herausgestellt, weil sie nicht weit genug geht und that. Es war charakteristisch, daß der Kriegsminister beispiels. überdies meistens gar nicht beachtet wird. Es war mithin weise mit feinem Wort auf die vielseitig gemeldete fehr angebracht, daß die Petition auch diejenigen Vorschriften grausame Massenniederschießung von 76 an ihren Zöpfen zu präcisiert, welche im Interesse der Bauarbeiter für das jammengebundenen wehrlosen Chinesen eingegangen ist. Arbeiten in den offenen Herbst, Winter- und Frühjahrsbauten, für das Verbot der offenen Coatsfeuer in Stöder, der moralisch und politisch nicht zählt. Der Niemand mischte sich in die erregte Debatte als Herr den Bauten, für die sogenannte Baubude und Bau- Chinazug ist aller Welt eine sehr unangenehme stube, endlich für die Abortsanlagen in den Bau- Sache geworden. Man zahlt schließlich, weil man betrieben, sowie auf den Holz- und Zimmerplägen unerläßlich zahlen muß, aber man zahlt ohne Begeisterung und mit dem erscheinen. stillen Notseufzer, wenn die Geschichte nur endlich vorüber wäre. " 1 3eitung": dem denn die Verfassung, die der Kaiser beschworen, fordert nicht von ihm, daß er den Menschen verleugne und menschlichen Empfindungen Folge leiste. Nun hat aber dieser von rein menschlichen Gefühlen eingegebene Schritt des Kaisers die Nebenwirtung gehabt, daß er ihn, den früher so Berkezerten und Verkannten, zum Liebling des englischen Volks gemacht, und daß viele Unebenheiten in den Be ziehungen beider Völker geglättet wurden. Das paßt wiederum vielen Leuten nicht in ihre Stimmung; wer sich aber in der Politik nicht von Stimmungen, sondern von erprobten, durch die Erfahrung gereiften Grundsägen leiten läßt, wird dankbaranertennen müssen, daß es dem Kaiser durch persönliche Einbrücke gelungen ist, ein unfruchtbares Mißtrauen hinwegzuräumen und die Keime von Zwiftigkeiten zu erftiden. Daß es sich dabei um nicht mehr und nicht etwa um Verschiebungen der Weltlage und der auswärtigen Politik Deutschlands handelt, haben wir bereits mehrfach ausgeführt. Vor so greifbaren Erfolgen der Kaiserreise muß der Anstoß, den dieser oder jener an den höfifchen Formen nahm, unter denen sie fich vollzog, notwendigerweise in den Hintergrund treten. Auch wir würden es lieber sehen, wenn sich die Nachricht nicht bestätigte, daß Lord Roberts, der Oberkommandierende des britischen Heers, so bald nach seiner Rückkehr aus Boerenkriege mit dem höchsten preußischen Orden geschmückt worden wäre; indessen, man belehrt uns, die Etikette habe eine folche Auszeichnung berlangt, und wir nehmen diese Erklärung um so lieber an, weil sie bie natürlichste ist. Die Verstimmten" aber wollen nun einmal, daß der Kaiser die Neutralität gebrochen habe, als er dem englischen Marschall einen Orden gab, daß er sich also in Gegensatz zu seiner Regierung stelle, die sowohl England bei der Beschlag nahme der deutschen Postdampfer als auch kürzlich dem Präsidenten Krüger deutlich genug zu verstehen gegeben hat, daß fie willens ist, ihre Rechte und Pflichten als Neutraler zu wahren. Seltsamerweise erheben nicht nur die Herren in Kniehofen und Wadenstrümpfen diese Ordensklage, sondern auch die Männer in Wasserstiefeln und Schlapphut stellen fich, als ob an dieser Geschichte das Baterland zu Grunde gehen würde, diefelben Leute, die sich so gern stolz an die schmucklose Männerbrust schlagen und Ordensauszeichnungen nur dazu geeignet halten, pour couvrir les nudités diplomatiques. Wenn fie recht haben mit der Bea hauptung, daß nicht immer dem Verdienste seine Krone zu teil wird, daß bei den Ordensverleihungen sehr oft höfische Konvention und höfische Rücksichten maßgebend find, dann müssen fie auch zugeben, daß Lord Roberts ebenso wenig wie der Kaiser von China den Schwarzen Adler wegen seiner Verdienste um Preußen oder Deutschland erhalten hat. Man kann trotzdem wünschen, daß die Auszeichnung unterblieben wäre, aber jeder Einsichtige wird sich mit uns gegen den Versuch auflehnen, diefes Ordensdiplom zu dem Blatt zu stempeln, das nach dem Muster einer traurigen Berühmtheit jetzt zwischen den preußischen König und sein Volk geschoben werden soll." Ganz besonders weist noch die Petition darauf hin, daß biel ärger als die erwachsenen männlichen Arbeiter die auf Der Post Etat wird das Haus, nach den Verhandden Bauten beschäftigten Frauen und Kinder unter den Ge- lungen in der Budget- Kommission zu schließen, ziemlich lange fahren der Bauarbeit zu leiden haben. Aus diesem Grunde Zeit beschäftigen. Heute kam man über den Anfang nicht verlangt die Petition, daß auf Rohbauten die Beschäftigung hinaus. Singer nahm sich mit Entschiedenheit der politischen von Frauen gänzlich verboten werde, und daß Kinder unter Unabhängigkeit der unteren Postbeamten an, die von 16 Jahren mindestens von gefahrbollen Arbeiten fernzu- Herrn v. Podbielsti ebenso wenig respektiert wird wie halten seien. von seinem Vorgänger. Der joviale Soldat, bei dessen AufFreilich haben selbst die schönsten Vorschriften auf dem treten man sich unwillkürlich fragt: In welchem Stücke habe Papier feinen Wert, wenn sie nicht auch wirklich durchgeführt ich denn diese Figur schon gesehen? führt ein sehr patriwerden. Um eine genaue Beachtung des zu erlassenden archalisches Regiment. Bauarbeiter- Schutzgesetzes zu erreichen, empfiehlt die Petition, Der freifinnige Abgeordnete Müller Sagan brachte daß die Bauten durch eine Gewerbe- Inspektion" fontrolliert Mängel in der Bestellung besonders in Berlin und seinen werden, deren Mitglieder zu je einem Drittel seitens der Vororten zur Sprache und wünschte eine starke Vermehrung baugewerblichen Arbeiterorganisationen, der Baugewerks- Berufs- des Personals. genossenschaften und des Staats ernannt werden. Der tonservative und der nationalliberale Rebner tamen Die notwendige Ergänzung hierzu wäre dann, wie die auf die polnischen Briefadressen zurück und führten eine kleine Petition ebenfalls mit Recht hervorhebt, daß der Staat und Polendebatte zwischen dem Staatssekretär und Herrn von die Gemeinden als" Bauherr" mit gutem Beispiele be- Jazdzewski herbei. züglich der zum Schuße von Leben und Gesundheit zu treffenden Maßnahmen vorangehen. Dies könnte am besten geschehen, wenn die öffentlichen Bauten stets unter eigner Leitung von Staat bezw. Gemeinden ausgeführt würden. So lange aber fette am Freitag die Beratung des Etats des Ministeriums diese Forderung nicht erfüllt ist, die öffentlichen Bauten viel des Innern fort. Die Debatte, die in den letzten Tagen von mehr durch Submissionen vergeben werden, sind in den Ver- hohen Gesichtspunkten ausgegangen war und fich wesentlich auf die trägen den Unternehmern ausdrücklich alle zum Schuß der Fragen der Theatercenfur und des Bestätigungsrechts zugespigt hatte, Arbeiter notwendigen Maßnahmen vorzuschreiben. verlor sich in Einzelheiten. Jeder Redner sprach über ein andres Thema. So jammerte der bekannte Hausagrarier Weherbusch Die Petition gründet sich auf gediegener Kenntnis der in( natl.) über die zu hohe Belastung des Grundbesiges in den Städten Betracht kommenden Umstände und beschränkt sich auf solche Aus der Antwort des Regierungsfommiffars ist erwähnenswert, daß Vorschläge, deren Notwendigkeit aufs flarfte bewiesen und die Regierung den Gemeinden die Einführung einer Steuer nach deren Durchführbarkeit unzweifelhaft ist. Wenn der preußische dem gemeinen Werte empfiehlt. Des weiteren flagte Abgeordneter Der Offiziosus der Köln. 8tg." versucht die Beruhigung der Landtag auch nur die mindeste Luft und Fähigkeit besaße, Samula( C.), wie alljährlich, über den ländlichen Arbeiter empörten Gemüter durch die Erklärung, daß den Freundschaftsden dringendsten Arbeiterforderungen gerecht zu werden, dann über die Theatercensur zum besten und zog sich dadurch ein bezeugungen des Kaisers für England Teine politische Bemangel; Abg. Roeren( C.) gab seine bekannten Anschauungen würde der Zweck der Petition sehr schnell erreicht und Lob des Minifters zu, Abg. Dr. Sattler( natl.) erging sich in deutung automme, daß aber dem Staiser die Hinwegräumung der schmähliche Zustand beseitigt sein, daß bezüglich des Bau- tiefsinnigen Betrachtungen über die Frage, ob seine Freunde oder unfruchtbaren Mißtrauens im englischen Volt gelungen sei. Arbeiterschußes Preußen fogar hinter Sachsen zurückgeblieben die Konservativen der einzige Wall gegen die Socialdemokratie feien, Doch leider sind sich die offigiösen Organe in der Würdigung ist. Wir fürchten aber, daß das Dreiklassenhaus sich mit einer der Däne, Hanssen beschwerte sich über die Köllersche Dänenpolitit der Erfolge des Ordensdiploms" nicht ganz einig. In der Sonnabend geht die Beratung weiter. Das Abgeordnetenhaus Münchener Allg. 8tg.", die aus der Reichstanzlei!, freiwilligen Chinesentums" verspotten zu können glaubten, die " erleuchtet wird, finden sich gleich zwei Lesarten, die aber beide diejenige der Köln. 8tg." widerlegen. Ein alter Freund" des Blatts, der Gelegenheit gehabt hat, die Eigenart der englischen Politik und des englischen Volkscharakters von Grund aus fennen und bewerten zu lernen", schäßt die englischen Errungenschaften des Kaisers also: " Der Deutsche, der gewohnt war, wir gebrauchen abfichtlich das Präteritum in aller Stille viel zu thun und wenig zu reden, steht der verhältnismäßig pomp haften Art der lezten Jahre ohne rechtes Verständnis gegenüber. Um so verständlicher ist sie dem Engländer! Das alles entspricht seinem Wesen weit mehr, als dem unsrigen; alle diese Freude am Bomp, an farbenreichen Aufzügen aller Art, alle diese Sorge um Auszeichnungen, alle diese glanzbollen Empfänge, Abschiede, Reden, Ver= leihungen, diese Feste, neuen Uniformen, Bänder, Schnallen, Ehrenzeichen turz alles, was uns stillen, die That über alles schäzenden Deutschen so auffällt, ist, um es kurz zu fagen ,,, englisch". Es ist in dieser Hinsicht auch bei uns seit mehr als einem Jahrzehnt vieles anders geworden und der Unterschied springt in die Augen. Es kommt nun in diesem Zusammenhange nicht darauf an, ob uns das gefällt oder nicht, sondern nur darauf, ob wir diesen Dingen ihrem Wesen nach diejenige Bedeutung beimessen sollen, wie wir es in unsrer angestammten gründlichen Art zu thun pflegen. Es ist ein großer Irrtum, zu meinen, die pompösen Dinge, die wir in England haben vor sich gehen sehen, hätten dort dieselbe nachhaltige und weittragende Bedeutung, die wir ihnen beilegen. Die Bedeutung, die wir den Kaiserreisen nach England, namentlich der legten, beilegen, kommt ihr daher in England felbst gar nicht zu. Der Londoner Festlärm verhallt dort außerordentlich schnell in dem rastlosen Getriebe des Alltags, und wenn gewisse deutsche Kreise verstimmt sind über die lärmenden Huldigungen, die man unfrem Kaiser in England dargebracht hat, sowie über die Großartigkeit der Auszeichnungen, die einzelnen Engländern von kaiserlicher Seite zu teil wurden, so sollten wir uns bei dem Bewußtsein beruhigen, daß die englischen Huldigungen und die kaiserlichen Hulderweisungen in der Schäzung des englischen Bolts night annäherub die Bedeutung und Dauer haben, die sie nach deutschem Maßstabe und Begriffen haben sollten und haben müßten." V Dieser Viel Lärm um nichts"-Beschwichtigung ihres alten Freunds" tritt aber wiederum die Bülow- Redaktion der Münch. Allg. 3tg." felbst entgegen. Sie fündigt an, daß Graf Bülow nicht nur die volle Verantwortlichkeit wie für die Abweisung Krügers so für die Roberts Politik des Kaisers übernehmen wird, sondern auch dem Vorgehen des Kaisers eine ganz außerordentliche politische Bedeutung beimißt. Die Allgemeine Zeitung" erinnert an den Gegensatz, in dem sich in den 60er Jahren Bismard zu den Stimmungen des Bürgertums befunden habe, und sie deutet an, daß die Größe der Bülowschen Welt= politik von der Mittelt nur noch nicht verstanden werde.g Den in der Königsverehrung wankend Gewordenen wird eine reiche Auswahl monarchistischer Stärkungspulver dargeboten. Sie werden zur Loyalität zurückgerufen, da die Englandliebe des Kaisers überhaupt in England feinen nachhaltigen Eindrud hervorrufe, oder da sie nur eine persönliche Angelegenheit des Kaisers sei, oder endlich da sie eine hohe politische Bedeutung habe, die weit über die Einsicht der jetzt erregt Lärmenden hinausgehe. Mehr ist wahrlich vom aufgestörten Haufen der Offiziöfen nicht zu verlangen. Zur wirtschaftlichen Lage. Während sich die Junker zu ihrem Raubzug auf die Taschen ber Arbeiterklasse rüsten, verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage derart, daß die schlimmsten Befürchtungen in den Handelsberichten der fapitalistischen Presse geäußert werden. In der Eisenindustrie fann man von einem vollständigen Daniederliegen der Geschäfte reden, und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, daß auch alle übrigen Zweige der deutschen Produktion von der sich immer mehr vertiefenden Krise ergriffen werden. Bei den Eisenwerken haben sich große Vorräte angehäuft, für die keine Abnehmer vorhanden sind. Die fchwierige Materialbeschaffung in der ersten Hälfte des vorigen Jahrs hat die Firmen zu bedeutenden Bestellungen und zum Halten großer Vorräte veranlaßt. Nun fehlen die Aufträge und die Massen des bestellten Rohmaterials häufen sich, da die Werte auf die Junehaltung der Abnahmetermine auf Grund abgeschlossener Lieferungsverträge bestehen. An der Börse ist infolgedessen die Stimmung so gedrückt wie möglich; man rechnet mit dem Zusammenbruch bedeutender Händlerfirmen der Eisenindustrie. Beträchtliche Betriebseinschränkungen haben bereits Platz gegriffen und die Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter in den Centren der Eisenindustrie zählt nach Tausenden. In Oberschlesien hat neuerdings u. a. das Stahlwerk der Hubertushütte den Betrieb auf 4-6 Wochen völlig eingestellt. Neben vielen andren Walzwerken hat auch die„ Bismarchütte" den Betrieb auf einer Anzahl Strecken beschränkt, weil die Läger überfüllt" sind. Zwei bis drei Feierschichten find wöchentlich eingelegt worden und die Löhne haben, wie anderwärts, beträchtliche Reduktionen erfahren. Auch in Rheinland- Westfalen steht es gleich schlimm. Der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein, der neben seinem Hörder Werk auch das große ehemals v. Bornsche Hochofenwerk bei Dortmund betreibt, hat letteres vollständig stilgelegt, unter der Angabe, es müßten Reparaturen vorgenommen werden! Auch die„ Eiſenindustrie zu Miuden und Schwerte" hat einen Hochofen ihrer bei Siegen belegenen Johannis Hütte" " Johannis Hütte" ausgeblasen. Fast jeder Tag bringt jetzt derartige ungünstige Nachrichten von Betriebs0 einschränkungen, die man, 1int die Börsenpanit zu beUrteile von Sachfennern wiederzugeben, deren Meinung in jedem Bunkt der socialdemokratischen Kritit entspricht. Während eben erst ein Führer der Konservativen und Herr Stöcker im Reichstag Ansichten über China zum besten gegeben haben, wie fie ungefähr die ehrenwerten Mitbürger in Konig auch haben mögen, drückt heute das Hauptorgan der Konservativen, die Kreuz3eitung", eine„ bedeutende Kundgebung" eines Chinatenners ab, indem sie ausdrücklich bemerkt, daß sie mit vielen Ausführungen dieses Kenners der chinesischen Verhältnisse sympathisiert. Die Berliner Politischen Nachrichten" suchen zwar die Ungunft der Finanzlage aus vorübergehenden Ursachen, erheblichen Ausgaben für Ablösung der Privat Briefbeförderungsanstalten usw. 3u erklären, fönnen aber nicht umhin ausdrücklich hinzuzufügen: ,, Man würde aber fehlgreifen, wenn man daraus den sicheren Schluß ziehen wollte. daß es sich überhaupt nur um eine borübergehende Erscheinung handele." Aber die Zahlreiche neue Steuern sind eingeführt worden. Finanzen werden dennoch stets schlechter und schlechter. Kein Wunder in der Aera der Marineprogramme und China- Expeditionen. Endgültig Abstand genommen hat die preußische Regierung von der Aenderung des Landtagswahl- Gesetzes, die durch die Steigerung des Klassencharakters dieses Wahlrechts infolge der neuen Steuergesetzgebung in Aussicht genommen war. Es handelte sich bei jenen Plänen der Regierung nur um einen lächerlich winzigen Ausgleich zu Gunsten der zweiten Wählerklasse.. Aber auch die winzigste Besserung verwirft die Regierung BülowWir entnehmen der Kreuz- Zeitung" das folgende: ,, Ueber die Chinesen sind Bücher geschrieben, Reden gehalten und Meinungen verbreitet worden, die den Chinamann viel fach als quantité négligeable"( ein Nichts), als halb lächerlichen, halb verächtlichen Menschenschlag hinstellen, der faum Gleich berechtigung verlangen, auf Rüdjicht teinen Anspruch zu machen habe. Schon gab es Stimmen Miquel- Rheinbaben. von Kennern chinesischer Art, die unsre europäischen Mächte warnten, die Kultur der ostasiatischen Völker etwa wecken zu wollen, da diese uns wirtschaftlich eine Konkurrenz machen könnte, die ertötend auf die europäische Juduſtrie wirken dürfte! Wo bleibt die deutsche ,, Intelligenz"? Eine Anzahl französischer Gelehrter veröffentlichen, wie aus Paris gemeldet wird, heute einen Aufruf, in welchem dieselben die Aufmerksamkeit aller Freunde der Humanität auf die Run tritt ein neuer Zeuge in die Arena, Der die Sachen von feiten, welche bie europäischen Truphrichten über Grausamin China verübt einem andren, mehr politischen Standpunkt aus betrachtet! Ein hätten, lenkt. Sie bezeichnen diefe Handlungsweise als ein VerZeuge, der eine um so wichtigere Stimme hat, als er brechen und verlangen, daß die betreffenden Regierungen gegen 24 Jahre in Oftafien lebte und das Studium der Bevölkerung die Schuldigen ohne Rücksicht auf ihren Rang vorgehen. zu seinem Ziele machte. Es ist dies der Professor Baelz, der an der kaiserlichen Universität in Tofio angestellt ist. Baelz bedauert, daß Europa fich mit so leichtem Herzen und nicht ohne beklagenswerte Ruhmredigkeit in ein Unternehmen stürzte, das dem Kenner der Verhältnisse von Anfang an als eine Herkulesarbeit erscheinen mußte." Er meint: Man möge sich über die Wünsche Chinas nicht durch den Ausgang des Kriegs mit Japan tauschen Iaffen. Dieser sei nur zwischen Betschili( Li- Hung- Tichang) und Japan geführt worden, das ganze übrige China hat nicht einmal Sympathie für den Konflift gehabt:" er ging spurlos an dem Lande vorüber!" Die Chinesen feien trotz ihres Zopfes, den Europa auch erst seit 100 Jahren abgelegt habe, ein recht ernst zu nehmendes Volt. Nur die Unkenntnis dieser Kultur und dilettantische Schreiber seien schuld an der europäischen Losung:„ Nur feste drauf!" atida Vor allen Dingen wäre daran zu erinnern, daß die ostasiatische Kultur über 1000 jährig sei, und daher nicht ausgezogen werden tönne wie ein einfacher Rod. Merkwürdig find die Beziehungen Chinas zum Christen tum, Im Laufe der Geschichte ist in China schon dreimal das Christentum zu großer Blüte gelangt. Jm 7. Jahrhundert nahm Kaiser Tationg das Christentum an. Die deutschen Gelehrten sind höchstens zur Stelle, wenn es sich um Flottenvorlagen handelt, oder wenn es gilt, das Hunnentum zu beschönigen. am Freitagnachmittag die„ Berlinet Voreilig schreiben Neusten Nachrichten, daß sich Herr Bebel wohlweislich gehütet hat, gemeint ist der vom Vormit diesem armseligen Machwerk" wärts" veröffentlichte Hunnenbrief, der über die Vergewaltigung von Frauen berichtete vor den Reichstag zu treten." Das Blatt bemerkt dazu: „ Es ist hochbedauerlich, daß die Angelegenheit nicht zur Erörterung und Klarstellung gelangt ist, denn im Auslande, zumal in England, hat man diese Briefe mit Behagen abgedruckt, um daraus den Nachweis zu führen, mit welcher Grausamkeit die deutschen Truppen in China hausen. Also die Lügen und Verleumdungen haben nach dieser Richtung hin ihre Schuldigkeit gethan und mit dem konsequenten Bestreben, das eigne Vaterland und seine Einrichtungen in den Staub zu ziehen, hat unfre Socialdemokratie wieder einmal einen Erfolg errungen." Run, inzwischen wird das edle Blatt gesehen haben, daß Herr Bebel" den Wortführern und Beschönigern des Humentums nichts schuldig geblieben ist. shut offer Sunnenopfer. Es wird gegenwärtig, um den Eindruck der Hunnenthaten und Christianisierung fand unter Kaiser Kublai um 1250 herum statt. Im 17. Jahrhundert begann die dritte Blüte des Christentums Summenbriefe zu verwischen, mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß unter der aufkommenden Dynastie des heute noch herrschenden die deutschen Soldaten, die sich Ausschreitungen in China zu Schulden Mandschu- Geschlechts. Schwerer haben es die heutigen haben kommen lassen, schwer bestraft worden sind. Allerdings hat Verkünder des Evangeliums gehabt.... Auch mancherlei uns der Kriegsminister soeben mitgeteilt, daß erst drei Soldaten Fehler wurden gemacht nicht 17112 it der gegen bestraft worden sind. Man darf wohl fragen, wie es um die zahlfeitigen oft bitteren Bekämpfung der Konfessionen und Setten, reichen Nachrichten steht, die z. B. in den Chinabriefen der Kreissondern auch in der Engherzigkeit, die es oft nicht verstand, blätter und andrer gutgesinnten Zeitungen der schaudernden Mitwelt die Lehre dem innersten Wesen und den 1000jährigen lieber- offenbart wurden. Waren die darin mitgeteilten Einzelheiten keine lieferungen von Ostasien anzupassen. Daß das heutige Vortooid. tod Ausschreitungen? gehen der Mächte, mit dem ausgesprochenen Zwecke, die Eine andre Methode versuchen Blätter, wie die„ Tägliche Mißhandlungen, denen die Missionare und Christen ausgefekt waren, mit dem Schwert in der Hand zu rächen, Rundschau". Sie veröffentlichen„ Dementierbriefe" aus China, nicht völlig mit den vornehmsten Lehren des Christentums die ganz nach der Art unsrer offiziösen Bertuschungen gestaltet sind übereinstimmen, und nicht gerade dazu angethan ist, die und, sofern sie überhaupt echt sind, sicherlich von Hunnen- Offiziösen Lehrsätze: Liebet Eure Feinde, segnet, die Euch fluchen, diftiert oder beeinflußt find. So heißt es in einem dieser Briefe: thut wohl denen, die Euch verfolgen usw. praktisch zu er läutern, wird wohl jeder einsehen. Auch das Benehmen eines höheren diplomatischen Beamten, der später fast zudringlicher Agent für große Handelsfirmen wurde, konnte den in dieser Hinsicht feinfühligen Ostasiaten faum imponieren. Diese Sachen, so wie das Vorgehen der Deutschen beim chinesisch- japanischen Krieg haben gerade Deutschland verhaßt, und die Vorhand in dem jetzigen Rachezug es natürlich nicht beliebter gemacht. Verfasser fragt schließlich: Was wollen wir denn eigentlich von den Chinesen? Soll die jetzige Expedition ein Rache- und Zerstörungszug sein, der solche Schrecken zurückläßt, daß die Chinesen uns noch nach Jahrhunderten fürchten und hassen? Oder wollen wir mit ihnen im Frieden leben und Handel treiben? Doch wohl das letztere! Dann aber liegt es im Interesse der Europäer selbst, die Härte nicht zu weit zu treiben und nicht gar zu schroffe Bedingungen zu stellen. Denn wir dürfen nicht vergessen, daß die Chinesen von uns nichts, ger nichts wollen, wir aber recht viel von ihnen, möglichst viel Geld für unire Waren, unsre Kanonen und unsre Kriegsschiffe! Dasjenige Land, das jezt am schroffften auftritt, wird später das Odium zu tragen haben. Und wenn jetzt die Deutschen auftreten und teinen Pardon geben, so werden fie von den Chinesen als ihre wahren Feinde angefehen und nicht etwa die Ruffen, Engländer, Franzosen oder Amerikaner, die sich doch wahrlich nicht besser benehmen als die Deutschen, aber flug genug waren fich nicht ex officio als unerbittlich hinzustellen." Was die Zeitungen dort schreiben von den Mißhand Iungen Unschuldigen gegenüber, ist ja alles Schwindel. von deutscher S er Seite aus ist jedenfalls nichts Unrechtes geschehen, und was die Truppen andrer Mächte thun, dafür find wir doch nicht verantwortlich. Hier wenigstens ist uns Deutschen immer mir Lob ausgesprochen worden für strenge Mannszucht und Disciplin, und wenn dort ein radaulustiger Reporter schreibt, daß wir uns an unschuldigen Weibern und Kindern vergessen haben, so verdient der Schuft dafür an den Galgen gehängt zu werden. Bis jetzt haben wir Deutschen uns immer noch von den Ausschreitungen und andrer Truppen fern gehalten, auch hin und wieder ein rändiges Schaf darunter war, so haben sie auch nach unfren strengen Kriegsgefegen ihren bitteren Lohn dafür erhalten." " venn und in einem andren Dementierbrief", der ein Borergefecht vom 23. November schildert, wird gesagt: Die beigelegten Zeitungsausschnitte haben mich sehr interessiert, und der nach Deutschland gesandte Brief von dem betr. Soldaten fonnte mich aufs höchste empören, da doch die Wahrheit vollständig ausgeschlossen ist. Von einem hinschlachten der Weiber und Kinder ist meines Beachtens nach noch feine Rede gewesen." Und dieser Brave erzählt sogar, wie er vom Pferde gestiegen sei und die kleinen Kinder durch Streicheln beruhigt habe. Abgesehen davon, daß dieser Brief Vorgänge aus einer Zeit " Je länger die Straf- und Streifzüge und schildert, wo die inzwischen in Deutschland entstandene Erregung Occupationen dauern, um so mehr besteht die über die bekannt gewordenen Hunnenthaten auf die Heeresleitung in Gefahr, daß sich bei den Chinesen ein nationaler, China nicht ohne Einfluß geblieben sein dürfte, merkt man in den politischer Patriotismus ausbildet, während bisher vereinzelten Dementierbriefen allzu deutlich die Absicht. Solche nur ein fultureller bestand." Zeugnisse wiegen federleicht gegenüber den Hunderten von Dokumenten, welche die Hunnenthaten bekundeten. Wenn China fich entichlöffe, Japans Beispiel zu folgen und sich unter Japans Leitung militärisch zu organisieren, dann, ja, dann gebe es eine gelbe Gefahr für die weiße Rasse." Wir müssen zugeben, daß es nicht in unsrer Gewalt liegt, den Chinesen nach Gut dünten Bedingungen zu diktieren, sondern, daß es sich darum handelt, wie man sich mit guter Art and dieser Affaire zieht, die man mit so viel Zuversicht und Lärm begonnen hat." " So zu lesen in der Kreuz- Zeitung". Unfre Leser schwichtigen, mit Reparaturen zu rechtfertigen sucht. Nach einem werden bemerken, daß diese Ausführungen zum Teil geradezu so aus. vom Vorstande des Westfälischen Coatssyndikats in Bochum er sehen, als ob sie dem Vorwärts" entnommen seien. Was hier der statteten Bericht, stellen viele große Abnehmer und Verbände bereits von der Kreuz- Zeitung" gerühmte Kenner vorträgt, ist genau in an das Syndikat das Anfinnen, einen erheblichen Teil der bestehenden derselben Weise von uns wiederholt geltend gemacht worden, z. B. Abschlüsse einfach zu annullieren oder aber hohe Preisnachlässe ein- der Hinweis auf die handelspolitischen Schädigungen, die grade treten zu lassen. Beides lehnt das Syndikat vorläufig ab, weil es Deutschland aus seinem blinden Draufgängertum erwachsen „ die Unsicherheit in der Industrie nicht noch vermehren" will! müssen. Gleichzeitig wird bekannt, daß das Syndikat im März die Coats- Die Konservative Korrespondenz", die gerade heute wieder über produktion um 10 Broz. einschränken will wegen mangelnden Ab- das freiwillige Chinesentum" Bebels ihre plumpen Späße reißt, fages. Die Kohlenzechen resp. das Shndifat haben nur noch be- wird nun wohl ihr vornehmstes Partei- Organ bezichtigen müssen, friedigenden Absatz in Schiffstohle, weil infolge des südafrikanischen daß seine Chineserei noch über die socialdemokratische hinausgeht. und des chinesischen Kriegs ein Teil der Schifffahrt start beschäftigt ist; die Industriekohle häuft sich bei den Zechen, so daß auch hier Fördereinschränkungen Plag greifen. Der bejubelte wirtschaftliche Aufschwung ist in wenigen Monaten in sein schlimmes Gegenteil umgeschlagen! Deutsches Reich. Die chinesische Frage. Bielleicht schickt aber die„ Kreuz- Zeitung" nun auch den lesensVielleicht schickt aber die Kreuz- Zeitung" nun auch den lesenswerten Artikel an sämtliche Fraktionsmitglieder ihrer Partei, insonderheit an den Grafen zu Stolberg- Wernigerode. Weil er uns gerade zur Hand ist, wollen wir aus einem Chinabrief, den neuerdings die bürgerliche Straßburger Post" veröffentlicht, die folgenden Säße wiedergeben: " " Wenn wir auf der Straße gegangen sind, und ist einer von den Chinesen zu nah gekommen, so hat er ein getriecht das die andre Seite von der Straße auch noch eine gegeben hat. Vom bezahlen haben wir nichts wissen wollen. Es hat sich schon maniger fein Unglück geholt in China. Jezt hat einer 15 Jahre Zuchthaus und einer 1 Jahr. Wenn einer nicht bestraft ist, wenn er aus China fommt, so hat er ein großes Glück gehabt, den wie es hihr zu geht, ists gar nicht zuglanben. Die Franzosen sind die besten Kameraden vo uns, wir haben 15 Minuten bis in ihr Lager... Mit den Engländern haben wir uns noch nicht vers tragen fönnen. Wir haben öfters Schlägereien. Die Franzosen haben in furzer Zeit 3 tod gestochen... Die sagen auch, daß wenn es los geht daß sie nicht auf die Chinesen schießen, sondern auf die Engländern. Die Engländer find ein sehr feiches Volt. Bei einem Gefechte bei Tadu waren sie zurück geblieben, da hat der Graf Waldersee gefagt wenn sie nicht vor gehen erschießt er sie mit seinen Leuten, sonst wären sie nicht vorgegangen. Sch fönnte dir noch vieles Schreiben, aber es ist besser wenn ich schweige." % nod ni duit adot Ein toter Zeuge. In der Sigung des Brandenburgischen Die Reichs- Finanznot. Eine Abschäßung des Rechnungs- fonservativen Parteitags, die am Donnerstag stattfand, hat der jahrs 1900, welches am 1. April endigt, hat das Schatzamt der Führer der Konservativen, Herr v. Levezow, die Mitteilung ges Budget- Kommission des Reichstags überreicht. Danach wird der macht und sich für sie verbürgt, daß der Reichskanzler v. Caprivi Ueberschuß an dem Haushalt des Reichs, also ab- geäußert habe, die Landwirtschaft müsse die Kosten gesehen von den Ueberweisungen an die Einzelstaaten, in diesem Jahre für die Handelsverträge zahlen- allerdings, wie er nur die winzige Summe von 200000 Mart betragen, dann hinzufügte, zum Wohle des Vaterlands. statt 322 Millionen Mart im Vorjahre. Das Ördi- Abgesehen davon, daß es gerade geschmackvoll ist, Brivatnarium der Marine weist Ueberschreitungen von 6 Millionen Mart äußerungen toter 3eugen zu citieren, so muß der alte Herr fich bemüht, Aufklärung über das chinesische Volt und seine Kultur auf. Die Zudersteuer bringt allerdings mehr 21 Millionen Mart, v. Levezzow den Grafen Caprivi gründlich mißverstanden haben. Der zu verbreiten. Jetzt, wo dem Rausch ein schlimmer Katzenjammer aber der Minderüberschuß der Postverwaltung beläuft sich auf Reichskanzler wird hier gerade das Gegenteil gesagt haben; denn Thulionysio siwie wir gleichfalls verbürgt mitteilen können hat Graf gefolgt ist, wagen auch die Blätter, die uns bisher wegen unsres 19 Millionen Mart. i3 and Mitten im wüstesten Shatirausch der bürgerlichen Breffe haben die Organe der Socialdemokratie seit Beginn des chinesischen Abenteuers darstellt." 1 " Caprivi feine Meinung über die Handelsverträge wörtlich wie folgt wird, und wenn es den ungeachtet von denselben fest- Auch auf dem Gebiete des Schulwesens harren eines ausgesprochen: gehalten wird, fich für dieselben zum Unrecht wandeln muß". Aus liberalen Ministeriums gewaltige Aufgaben. Es handelt sich nicht darum, daß in dieser Beziehung dieser Erkenntnis heraus erklärt der Schreiber, daß er sich ganz auf Stalien dank des reaktionär- flerifalen Einflusses, trotz des bestehenden die Landwirtschaft Opfer bringt, sondern darum, daß für den Standpunkt des Herrn v. Gemmingen stelle und um den Preis Schulzwangs 400 000 Kinder, die niemals eine Schule besuchen, ja die Landwirtschaft Opfer gebracht werden." der Vermehrung der Zahl der Ersten Kammermitglieder und der Diefe Neuberung iſt nicht nur verbürgt, sondern sie hat auch lebertragung des Budgetrechts an dieselbe für die reine Volkskammer nicht einmal in die betreffenden Liſten eingetragen find. Der Korden Vorzug vor deni Levezowschen Spruch, daß sie eine Wahrheit eintreten werde. Es wird sich zeigen, wie weit die Gesinnungs- respondent des Berl. Tagebl." ist der Ansicht, daß das neue Migri mu dat änderung bei den Privilegierten Anklang findet. Die Stellung der nifterium der deutschen Schuzzollpolitiffchärfer als das frühere Als der meschuggene Jüngling" produziert sich gegenwärtig Socialdemokratie ergiebt sich daraus ganz von selbst. Sie wird für gegenüber treten werde. Der Ackerbauminister Giusso und vier Als ,, der meschuggene Jüngling" produziert sich gegenwärtig Verstärkung der längst zum Unrecht gewordenen Rechte" der andre Minister, darunter Giolitti, feien Grundbesizer, welche die die katholische Germania". Sie verspricht heute ihre gestrigen Standesherren nicht zu haben sein, aber sich freuen, wenn es gelingt. Ausfuhr der italienischen Bodenprodukte nach Deutschland nicht erBemerkungen" zu unsrem Flugblatt zu ergänzen. Diese An die württembergische Politit nicht auf das tote Geleise bringen zu schwert sehen möchten. kündigung hat uns verleitet, die nachfolgenden drei Spalten durch lassen, auf welches sie das Centrum unter Gröbers Führung gerne Aeußern, Brinetti, als Vertreter der lombardischen Großindustrie, Andrerseits wäre auch der Minister des zulesen. Bir klagen die„ Germania" an, daß sie unter falschen Vor- schieben möchte, unt als konfessionelle Minderheit mit der katholischen Represalien gegenüber der deutschen Wareneinfuhr nicht abgeneigt. spiegelungen in gemeingefährlicher Weise vernünftigen und stark be- Mehrheit in der Ersten Kammer jeglichen kulturellen Fortschritt zu sony lord Schweiz. schäftigten Leuten ihre Zeit entwendet; denn in dem ganzen Wust verhindern. 01 beschäftigt sich leine Silbe mit dem Inhalt des Flugblatts. Dagegen Die Aktion gegen den bayrischen Eisenbahner- Verband. St. Gallen, 14. Februar.( Eig. Ber.) Proporz oder Ob werden uns so hübsche Scherzfragen gestellt, wie beispielsweise, struttion dieses entweder oder bestimmt nunmehr die warum wir nicht 800 000 Flugblätter gegen einen angeblichen BrotNach den Aeußerungen der liberalen Breije erscheint es nunmehr Politik der demokratisch- socialistischen und ultramontanen Oppositionswucher Berliner Bäderei- Genossenschaften verbreiten, die uns über- ganz zweifellos, daß die Aktion gegen den Eisenbahner- Verband einen parteien unsres Kantons. Während am 20. Januar die Liberalen dies gar nichts angehen. Oder sie erklärt, warum die Socialdemo- feit langem vorbereiteten Schlag darstellt. Die von mit 24 900 Stimmen den Proporz verwarfen, wurde am letzten fraten mit allen Mitteln in der Stadtverwaltung eine Linderung Verband versendeten Bettelbriefe lieferten nur den allerdings sehr Sonntag von der Opposition eine Gefezesvorlage betreffend die der Wohnungsnot durchzusehen suchen, den Wohnungswucher erwünschten äußeren Vorwand dazu. Die offiziöse„ Augsb. Abdztg." Organisation einer fantonalen Lehrer- Synode( offizielle Lehrerschreibt nämlich: Gewerkschaft) mit 26 80 26 804 Rein gegen 15 232 Ja verworfen. Unfre Wenn es dieses oder jenes Centrumsblatt nicht verstehen Lehrerschaft steht zum größten Teile im Lager der liberalen will, daß die Generaldirektion auf einmal so energisch gegen die Partei, von wo aus fie die andren Parteien mit bekämpft Centrumsschützlinge vorgeht, so leuchtet dies andren Leuten um so und fie fonnte daher auch nicht erwarten, daß ihre besser ein, sie geben dabei höchstens ihrer Verwunderung Ausdruck, Gegner aus Liebe zu ihren schönen Augen für die Vorlage stimmen daß die Generaldirektion die Sache so weit hat kommen würden. Die wuchtige Verwerfung dieser Vorlage beweist, daß die Iassen. Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, Liberalen in der That die Mehrheit im Kanton nicht haben, daß sie wer einige Erfahrung in solchen Dingen besitzt, der mußte sich allein außer stande sind, eine Vorlage in der Volksabstimmung schon bei Gründung des Verbands sagen und es ist ja in der durchzubrigen, daß es viel leichter ist, negative als positive Politik daß sich der Presse auch vielfach darauf hingewiesen worden zu treiben, zum Beispiel die Proporzinitiative zu verwerfen und daß Verband über furz oder lang zu einem enfant terrible, wenn fie, wollen sie nicht an der Unfruchtbarkeit und am Stillstand aller nicht zu etwas Schlimmerem auswachsen werde. Gesetzgebung zu Grunde gehen, schließlich zur Annahme des ProSo wie in diesem Verband die Sache betrieben wurde und noch porzes sich gezwungen fehen werden, wenn die Oppositionsparteien betrieben wird, kann die Generaldirektion nicht mehr ruhig zu- konsequente Obstruktionspolitik treiben. sehen, wenn sie nicht jede Autorität gegenüber den Bediensteten einbüßen will. Ein Staat im Staate" wurde schon der Eisenbahner- Berband genannt, und nicht mit Unrecht; was das heißen will, fann jeder selbst ermessen, der die Verhältnisse einiger maßen fennt." dulden: " Die Parteileitung der Socialdemokratie fennt ihre Leute; sie weiß zu gut, wessen Stammes und Standes die Grundstücks wucherer sind, zu welchem Stamm und Stande auch ein erheblicher Teil der Haus- Agrarier" gehört, der mit dem Wohnungswucher die Arbeiterbevölkerung in Berlin mehr bedrängt und bedrückt, als es je durch einen Brotwucher, selbst durch den abgefeimtesten Brotwucher der socialdemokrati schen Genossenschafts- Bäckerei, geschehen kann." " Die verehrte Germania" möge sich schleunigst entweder an ihren Hausarzt wenden denn es scheint Gefahr im Verzug zu fein oder sie erkundige sich wenigstens bei ihrem Parteigenossen, dem Kaplan Zillessen, wie Centrumsleute freche und tölpelhafte Berleumdungen reumütig zurüdnehmen. Eher wird ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen, denn ein Reicher in den Himmel eingehet. Die Chemnizer Chriften wissen das; deshalb machten sie in ihre Kirche ein Riesenportal für die Reichen, größer als das Himmelsthor, indessen für die Armen ein Fleines Nebenthürchen genügt. Man meint wohl, find die Reichen erst einmal durch die Kirchenthür, dann kommen sie wohl doch auch noch durch die Himmelsthür. Man liest in einer dortigen Zeitung: Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, einer. Trauung in der St. Jakobikirche beizuwohnen, den wird es gelvis peinlich berührt haben, daß diejenigen, welche nicht in der glücklichen Lage find, jich 1. oder 2. Klasse trauen lassen zu können, die Kirche durch die fleine Thür gegenüber dem Pfarrgebäude betreten müssen, während für die oberen Zehntausend das Hauptportal da ist. Es wäre mirklich interessant, einmal vom Kirchenvorstand zu hören, wie er eine derartige Einrichtung mit der Religion vereinbart, die uns täglich predigt, daß wir Menschen, ob arm, ob reich, vor Gott alle gleich sind. Der Glaube an diese Verheißung, das Vertrauen zu denen, die Gottes Wort zu dienen, und denen, die über die Kirchlichen Einrichtungen zu wachen haben, kann durch solche Maßnahmen schwerlich gefördert werden. Es ist fein Wunder, wenn sich dann manche überhaupt nicht firchlich trauen lassen, und es braucht der Kirchenverwaltung durchaus nicht aufzufallen, wenn sie der Dissidentenzüchterei beschuldigt wird." Es wird wohl so sein müssen in der Kirche der Armen, die ihren Anhängern empfiehlt, nicht Schäße zu sammeln, die der Rost und die Motten verzehren. " Die liberale Preise ist natürlich hoch entzückt ob des Genie streichs der Generaldirektion; man erblickte dort in dem EisenbahnerVerband nichts weiter als eine organisierte Wahltruppe für das Centrum. Und weil der bayrische Liberalismus zu faul und völlig unfähig ist. Organisationen zu schaffen, glaubt man, wenigstens im Trüben Stimmen fischen zu können, wenn die vermeintliche Kerntruppe des Gegners gesprengt ist. Der Generaldirektion freilich ist der Verband aus andren Gründen unbequem. Dir ultramontane Neue Bayr. 3tg." plaudert in ihrem Zorn darüber einiges aus der Schule: Man hätte ihn( den Verband) gerne unterdrückt und kehrte das Oberaufsichtsrecht mit scharfer Accentuierung heraus. Es fehlte nicht viel, so wäre der Verein thatsächlich verboten worden. Judes, es gelang dem nichtamtlichen Einfluß( wie nett ausgedriidt!), die Schwierigkeiten zu begleichen und der focialpolitischen Einsicht zum Siege zu verhelfen, daß, wer sich in unfrem Zeitalter der Koalitionsfreiheit entgegenstellt, nicht nur seinen Willen nicht durchsetzt, sondern die Staatsordnung schädigt und der Socialdemokratie das Volk zuführt." England. Die Transvaaldebatte im Barlament fpiegelt den Unmut eines großen Teils des englischen Volts nicht so deutlich wieder, wie die Preise, die über den Ansgang des unglückseligen Boerenkriegs feineswegs fo denkt, wie Lord Salisbury, der es gar nicht für so unerhört zu halten scheint, wenn sich der Krieg noch ein Jahr oder noch länger hinziehen sollte. Berglich Salisbury den südafrikanischen Krieg doch mit dem amerikanischen Seceffionsfrieg, der sich vier Jahre lang hingezogen habe. England dürfe fich im Jutereffe seines Prestige nicht mit einem faulent Frieden zufrieden geben, sondern müsse die Boeren derartig unterwerfen, daß ihnen jede Möglichkeit einer späteren Erhebung genommen sei. Im Gegensak hierzu erklärte im Unterhaus Campbell Bannermann, die Regierung zwar in ihren Kriegsrüstungen unterstützen zu wollen, jedoch verlange er, daß den Boeren bestimmte Friedensvorschläge gemacht würden. Be merkenswert ist auch, daß der konservative Sir Eduard Clarke in einer Rede auf der Jahresversammlung der konservativen HolbornVereinigung zwar erklärte, daß Englands Selbstachtung und die Erbaltung eines Prestiges danach schreie, den Krieg bis zum unerbittlichen durchzuführen, daß aber dennoch der Gegner annehmbare Friedensbedingungen unterbreitet werden müßten. Kein Zweifel, daß das englische Parlament die Der lezteren Ansicht ist die bayrische Regierung mum allerdings Mittel zur Fortführung des Kriegs bewilligen wird. Und selbst nicht, weder im allgemeinen, noch in diesem speciellen Falle. In wenn in sechs Monaten der Krieg ich noch auf dem alten Fleck beder Generaldirektion ist man vielmehr der Meinung, der in der finden sollte, wird der Liberalismus schwerlich dazu übergehen, die Leipziger Arbeitsnachweis- Konferenz der Jndustriellen im Jahre 1898 Stredite zu verweigern. Die Frage ist mir, ob England schließlich Herr Bueck Ausdruck gab, daß nämlich ein Unterschied zwischen noch die daß Australien sich weigern wird, von ihm zu organisierten Arbeitern nicht zu machen sei. Moderne Gewert- man at, nötigen soldaten auftreiben wird. Schon nimmt schaften, katholische und protestantische Arbeitervereine und Hirich- stellende weitere Truppen zu senden. Dunderſche Gewerkvereine seien eigentlich doch nur die RekrutierungsFrankreich. stätten der Socialdemokratie. In diesem Sinne soll sich auch ein hervorragendes Mitglied der Generaldirektion schon vor längerer Arbeitsräte bei den französischen Staatsbahnen. Der Zu einem kleinen Marinegefecht ist es in Kiel zwischen Beit gegenüber einem Abgeordneten geäußert haben! Minister für öffentliche Arbeiten Pierre Baudin hat deutschen und russischen Marinematrosen vom Kreuzer Dazu kommt nun freilich noch die gestörte Behaglichkeit. Alle sveben ein Dekret erlassen, nach welchem innerhalb der Betriebe der Askold" gekommen. Drei deutsche Matrosen wurden dabei Augenblicke verlangten die Vertreter des Verbands Audienzen bei Staatseisenbahnen Arbeitsräte nach dem Muster der in der durch Messerstiche nicht unerheblich verlegt. Sonderbarerweise wurde dem Generalgewaltigen der Staatsbahnen, man stellte förmliche Industrie bestehenden gebildet werden sollen. Die Aufgabe die zuerst in England befannt gewordene Schlägerei von Berliner Forderungen, kurz, man wurde unbequem. Und wenn„ Ebermeyer- der Arbeitsräte besteht in der Ueberwachung der Geseze, Blättern abgeleugnet. Unser. Sieler. Bruderorgan ist indes in der Bascha" seinen niederen Untergebenen gütigst eine Audienz bewilligt Berordnungen 2c. welche die Reglementation der Arbeitszeit, Lage, die Namen der drei verlegten deutschen Matrosen festzu- hatte, dann verkündete am nächsten Tage das Verbandsorgan stolz der Pausen usw. für die Lokomotivführer, Heizer, das Zugpersonal, stellen. 190 und respektlos: Die Bertreter unires Verbands hatten gestern eine die Stationsbeamten und Arbeiter sowie die Streckenarbeiter betreffen; auch die Betriebswerkstätten unterstehen dem Aufsichtsrecht Gegen die Papieragrarier wendet sich der einmütige Zorn Unterredung mit dem Herrn Generaldirektor." Nun werden wir ja fehen, ob es diesmal dem„ nichtamtlichen des Arbeitsrats. Alle die vorbezeichneten Arbeiter- und Beamtender Liberalen und der reaktionären Presse. Die" Post", die so warm für den Brotucher fämpft, äußert ihre Genugthung Einfluß" wiederum gelingen wird, die Schwierigkeiten für den Ver- Kategorien haben das Wahlrecht und find wählbar, sofern fie sechs band zu beseitigen. Jedenfalls aber wird das Centrum im Monate vor der Wahlzeit im Dienst der Staats- Eisenbahn gedarüber, daß den Papieragrariern durch den Boykott der Breffe unmöglich gemacht wird, durch Zeitungen für ihre Zoll den Eisenbahn- Minister unternehmen. Denn ichon kommenden Landtag eine Haupts und Staatsaktion gegen standen; den Vorsitz führt der Chef- Ingenieur. Mindestens einmal erhöhungsbestrebungen Propaganda zu machen, ja sie entrüstet sich vorigen Session mußte der Generaldirektor förmlich Spießin der pro Semester muß eine Sigung des Arbeitsrats stattfinden. fogar darüber, daß einige Blätter den Papierfabrikanten gegen ruten laufen, weil er man höre- einem ihm besuchenden dab milSpanien.S entsprechende Bezahlung auch nur ihren Inseratenteil zur Centrums- Abgeordneten keinen Stuhl angeboten hatte. Wie Verfügung stellen. Ausnahmsweise führt allerdings die Bost" einen berechtigten wird man mm erst loslegen nach dem Angriff auf die ultramontane Kampf. Denn nach dem Ausweis der Statistik hat die deutsche Musterorganisation! In Worten natürlich, dennt auch auf das Papierfabrikation weit mehr Papier ausgeführt, als in Deutschland bayrische Centrum trifft das Dichterwort zu, das die Neubayrische eingeführt worden ist. Nach dem Hamburger Korrespondent" stieg heute der Generaldirektion widmete: Rund wollen fie und können nicht, Ausnahme der veredelten Papiere, wie Buntpapier 2c.) von 4,2 auf du Da möchten sie vergeh'n! Wo bleibt die Neutralität? fragt ein wenig naiv die Tägl. Rundschau" gelegentlich einer Mitteilung, wonach die Firma Aug. Loh Söhne große Militärlieferungen an England geliefert hat und gegenwärtig wegen Lieferung von 30 000 Sätteln mit England in Unterhandlung steht. Die Neutralität ist doch eine Mode von gestern. sin int im vorigen Jahre die Einfuhr sämtlicher Papiere und Pappen( mit 4,6 Millionen Mark, die Ausfuhr aber von 26,5 auf 32,4 Millionen Mark. Während also die Einfuhr noch nicht um 1/2 Million Mark gestiegen ist, hat sich die Ausfuhr um rund 6 Millionen Mark vermehrt, und an sich beträgt die Ausfuhr das Achtfache der Einfuhr. Ausland. asdit und fudadegaun sjuhl Das neue italienische Kabinett Die Agitation zur Erhöhung der Papierzölle von 1 auf 4, resp. hat die Bestätigung des Königs gefunden. Seine Zusammenſegung von 6 auf 10 M. bezwedt nicht den Schuß der Papierindustrie, ist die folgende: 3anardelli, Vorsis; Giolitti, Juneres; sondern die Möglichkeit einer schrankenlosen Steigerung der Papier- Brinetti, Aeußeres; Coccu- Ortu, Justiz; Wollem preise. berg, Finanzen; Di Broglio, Schap; Bonzo di San martino, Strieg; Morin, Marine; Nunzio Nasi, unterricht; Giusso, öffentliche Arbeiten; Picardi, der bau; Galimerti, Post. Die Verfassungsreform in Württemberg. Man schreibt uns vom 12. Februar aus Stuttgart: Die Frage der Verfassungsreform, die durch den Verrat des Centrums im letzten Landtag nicht gelöst werden konnte, ist durch die Verhandlungen des neuen Landtags wieder aufgerollt worden, und es hat den Anschein, als 8anardelli ist also diesmal glücklicher mit seiner Kabinettsob sie diesmal an einem geeigneteren Zipfel angepackt, das heißt, bildung gewesen, als im November 1893, wo er nach dem Sturze mit den Privilegierten der Zweiten Kammer gegen das Centrum Giolittis ebenfalls mit der Bildung des Kabinetts beauftragt war, gemacht werden sollte. Die Brivilegierten haben das lezte Mal mit deren Bemühungen jedoch an der klerikalen Gegenagitation mit dem Centrum die ablehnende Drittelsminderheit gebildet. fcheiterte. 9 Die Unruhen in Spanien. Madrid, 15. Februar. Mehrere öffentliche Gebäude, welche von Demonftranten mit Steinen bombardiert wurden, sind start demoliert. Aus den verschiedenen Provinzen laufen noch immer Meldungen über ernste Unruhen ein. Für heute werden wiederum blutige Zusammenstöße befürchtet. Unter der Bevölkerung herrscht große Aufregung. Man glaubt, daß General Weyler sich zu Repressalien hinreißen lassen wird, die das Zeichen zu einem allgemeinen Aufruhr geben würden. Eine Ministerkrise scheint unvermeidlich zu sein. Im Ministerium des Innern sind unbefriedigende Nachrichten aus Barcelona, Valencia, Alicante und Granada eingelaufen. In allen diesen Städten fanden blutige Ausschreitungen statt. In Alicante warfen die Demonstranten die Scheiben des Rathauses und verschiedener andrer öffentlichen Gebäude ein. General Weyler sandte an die Madrider Zeitungen ein Rommunique, in dem er ihnen streng berbietet, die von offen zu lassen. Das Blatt„ Heraldo" füllte diese Lüden mit der Censur gestrichenen Stellen in ihrem Blatt Annoncen aus. Der Boeren Krieg. De Wet. Es kann jetzt kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß De Wet Wenn sie auch nur zu einem kleinen Teil für eine Reform ge- Im neuen Ministerium ist die äußerste Linke nicht vertreten, ob- wirklich in die Kapkolonie eingebrochen ist. Ein Reuter- Telegramm wonnen werden können, dann wäre eine die Revision garan- schon es im fübrigen mit dem Kabinett Walded- Rousseau einige aus apstadt vom 15. Februar meldet: Die Boeren unter de Wet haben vor drei Tagen tierende Zweidrittelsmehrheit mit den gewählten Abgeordneten auss schließlich des Centrums möglich. Am 29. Januar b. J. hat von den Aehnlichkeit hat. 3 anardelli und Giolitti sind die Führer in verschiedenen Abteilungen den Oranjefluß bei Bandritterschaftlichen Vertretern nur Frhr. v. Gemmingen fich für eine der sogenannten demokratischen Linken, die in der Kammer die drift überschritten. Her bogs Kommando im West en rüdt Reform ausgesprochen, indem er seine Standesgenossen aufforderte, stärkste Fraktion bildet und durch 96 Abgeordnete vertreten ist. auf Stenhardt vor, während die im Centrum des Lands für die Entfernung der Privilegierten aus der Zweiten Kammer zu Brinetti ist der Führer einer Sonder- Fraktion der Rechten, die operierenden Kommandos unter Krizinger und stimmen, um ein Zusammengehen der Linken mit dem Centrum, und 19 Mitglieder zählt. Gelingt es dem Kabinett, sich durch seine Hal- che e per zurüdgegangen sind. Erster er hat Murrays dadurch Konzessionen an dieses, zu verhindern. Als Bedingung stellte tung die Unterstüßung der äußersten Linken, die aus 27 Radikalen, burg befest, man nimmt an, daß sie bestrebt sind, eine er die Verstärkung der Ersten Kammer durch Privilegirte aus der 24 Republikanern, 29 Socialisten und einer Anzahl Wilder besteht, Bereinigung mit De Wet herbeizuführen. Zweiten und die Uebertragung des Budgetrechts, das jetzt die Zweite zu sichern, so könnte es auf einen längeren Bestand, rechnen, auch stehende Kommando aus 1500-2000 Mann. Durch De Wets AnNach der Daily Expreß" besteht das direkt unter De Wet Kammer allein hat, an die Erste Kammer. Die übrigen Ritter erflärten, daß sie für eine Revision so lange nicht zu haben seien, wenn das Centrum unter Sonnino mit 56 Abgeordneten, die Rechte wesenheit wird der Krieg in der Kapkolonie jedenfalls einen lebals der Erfaz der Privilegierten durch das allgemeine gleiche unter Rudini mit 38 und die Rechte unter Crispi mit 45 Ab- hafteren Charakter annehmen, wie ja das gestern gemeldete Ge= direkte Wahlrecht gewonnen werden In dieser geordneten das Ministerium noch so lebhaft bekämpfen würden. fecht bei Philippstown bereits beweist. Nähere Nachrichten sollte. Beziehung scheint nun aber auch in den Kreisen der Ritter eine Andrerseits ist freilich auch kaum anzunehmen, daß das neue Kabinett über dies angeblich zu Gunsten der Engländer ausgefallene Gefecht Revision der Stellung vorgenommen worden zu sein. Im heutigen eine energisch fortschrittliche Politit treiben werde. Dazu bilden liegen nicht vor. „ Schwäb. Merkur" veröffentlicht nämlich ein Mitglied des württem- die Parteien, auf die es sich stützen muß, eine viel zu gemischte General French, bergischen Adels einen bemerkenswerten Artikel, der anhebt mit dem Gesellschaft. Die Forderungen der äußersten Linken, den Militär- der mit der Säuberung des östlichen Transvaal beauftragt ebenso wahren als aus solchem Munde erfreulichen Sage: 3u Etat herabzuseßen und militärische Reformen einzuführen, ist, meldet aus Ermelo, daß eine starte feindliche Truppe nach betonen ist insbesondere die Erfahrungswahrheit, daß politische Rechte wird das Kabinett mit Rücksicht auf den Willen des Königs schwerlich Pietretief gedrängt wurde: ihre Bemühungen, durchzuüberhaupt fließender Natur sind und daß im Laufe der Zeit ein erfüllen. Ferner bleibt abzuwarten, ob Giolittis die seit Jahren griff den Feind an, welcher fünf Tote und sechs Verwundete zurückbrechen, feien bisher vereitelt worden. Die Kavallerie Augenblid kommen kann, ja, wie die Geschichte lehrt, jeder geit einmal eintritt, in dem das historisch beftfundierte fo lebhaft von ihm geforderten Steuerreformen, namentlich ließ; zehn Mann wurden gefangen genommen und es wurde eine derartige Necht, dem gemeinen Interesse dem die Einführung einer progressiven Einkommensteuer, die Beseitigung große Menge Wagen, Karren und Vieh erbeutet. Die englischen Entwicklungsgange hinderlich, für die Berechtigten hinfällig der Gemeinde- Abgaben auf Mehl usw. durchsetzen wird. Berlufte betrugen einen Toten und fünf Verwundete. als und Die Peft. Die hier festgestellten Krankheitsfälle sind nunmehr vom Sanitätsrat als Pest anerkannt worden. 24 an Best Erfrankte stehen unter ärztlicher Aufsicht; vier Fälle sind zweifelhaft. Die englischen Verluste beziffern sich nach der neuesten offiziellen Verlustliste auf 635 Todesfälle unter den Offizieren und 12 354 von den Mannfchaften, ferner find 1703 Offiziere und 39 095 Mannfchaften als Invaliden heimgesandt worden. wenn Arbeiter in Wahrung ihrer Interessen über ein Geschäft die Sperre verhängen. Die Aufforderung, das Geschäft zu meiden, sei lediglich an die Arbeiter gerichtet und habe mit dem Geschäfte selbst nichts zu thun. " bebedt und hat eine Flußgrenze bon 1700 fowie eine Eisenbahns grenze von 350 Metern. Die getroffene Abmachung hatte den wed, fich angesichts der bevorstehenden Regelung der Verhältnisse in China das Terrain vorweg zu sichern, so daß es nunmehr fäuflich erworben werden kann. Wegen Beleidigung eines Zechendirektors wurde der verDer Kaufpreis" wird wahrscheinlich von der Kriegsantwortliche Redacteur der Deutschen Berg- und HüttenarbeiterBeitung" Fr. Langhorst von der Bochumer Strafkammer zu es sich um eine gewaltsame Aneignung chinesischen entschädigung abgezogen werden sollen! In Wirklichkeit handelt 100 m. Geldstrafe verurteilt. Auch Bodens im Herzen der Reichshauptstadt! Glasarbeiter. In der Spiegelfabrik von Hönida und Deutschland hat bekanntlich für ein„ Gesandtschaftsgebiet" in Die letzte Tages- Verluftlifte Bincenz in Nürnberg legten sämtliche Arbeiter die Arbeit Beling gesorgt, für das es ebensoviel zahlen wird, wie für die zählt 11 Tote und 11 an Krankheiten Verstorbene auf. nieder, weil die Firma einen verschlechterten Lohntarif einführen" Bachtung" Kiautschous! wollte und 8 Mann maßregelte. * London, 15. Februar.( W. T. B.) Aus Sydney wird gemeldet: Der Kolonialminister Chamberlain ersuchte die australische Regierung, eine weitere Abteilung bon 1000 Wann berittener Polizei für Südafrika anzuwerben. Die Regierung behielt sich ihre Antwort noch vor. Man glaubt, daß dieselbe abschlägig lauten wird. Ein neues kaiserliches Edikt Ausland. ist in Singanfu am 29. Januar erschienen. Nach einer philos Warnung vor Zuzug. Wie alljährlich, so würden auch im sophischen Einleitung über die Entwickelung Chinas seit dem Einfall Frühling dieses Jahres Hunderte von Arbeitern nach Zürich, der der Mandschu, über den Wandel der Zeiten und die jüngsten größten schweizerischen Industriestadt, strömen, um hier Arbeit und Ereignisse fordert es Reformen, die den chinesischen bureauVerdienst zu suchen. fratischen Konservatismus und den nationalen Dünfel beseitigen, Diese, unsre Klassen und Arbeitsgenossen, vor großen Ent- und beruft eine Versammlung der Bicelönige und die binnen zwei Monaten VorLage der hiesigen Arbeiterschaft nicht noch durch übergroßes Arbeiter- läge über Besteuerung, Verteidigung und Erangebot verschlimmern zu lassen, halten wir uns für verpflichtet, vor ziehung unterbreiten soll. Zuzug nach Zürich zu warnen. London, 15. Februar. Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus täuschungen zu bewahren und die ohnehin nichts weniger als rosige Gouverneure, ammlung der Vicefönige und Johannesburg von gestern gemeldet: Dienstagnacht verfuchte eine starke Boerenabteilung, die Wafferleitung zu zerstören, wurde aber nach heftigem Stampfe gezwungen, sich zurückzuziehen. Die Boeren hatten 23 Verwundete und 3 Tote, die Engländer einen Toten und zwei Verwundete. Partei- Nachrichten. Zur Agitation gegen den Brotwucher. Vielfachen Anfragen gegenüber, die an den Parteivorstand gerichtet werden, diene zur Antwort, daß die Petitionsbogen gegen den Getreidewucher erst zur Versendung gelangen nach Bekanntwerden der neuen Bollvorlagen. Mögen die Genossen bis dahin durch unermüdliche Agitation nur dafür sorgen, daß diese Bogen dann mit Hunderttausenden von Unterschriften versehen an den Reichstag zurückkommen. Totenliste der Partei. In Chemnis starb nach langer Krankheit der Parteigenosse Karl Walther. Der Verstorbene war einer der bravsten und tüchtigsten Parteigenoffen von Chemnitz und wird stets in gutem Andenken bleiben. Polizeiliches, Gerichtliches usw. " Zu der überaus hohen Geldstrafe von 900 M. war der Parteigenosse Heymann am Braunschweiger Volksfreund" vom Schöffengericht wegen Aufnahme dreier Notizen verurteilt worden, durch die ein Dechant beleidigt worden sein soll. Heymann legte Berufung ein, diese wurde aber vom Landgericht verworfen. Bociales. Städtische Socialpolitik. Der Rat zu Dresden zahlt den zum Schneeschippen angenommenen städtischen Aushilfsarbeitern einen Stundenlohn von 26 Pf., für eine zehnstündige Arbeitszeit alfo 2,60 M. Der von der staatlichen Aufsichtsbehörde für die Stadt Dresden festgesette ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeiter beträgt 2,80 m., so daß die Stadt noch unter dem ortsüblichen Tagelohn zahlt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Bei den Delegiertenwahlen zur Orts Krankenkasse der Barbiere, die am 14. d. M. stattfand, fiegte die Liste der organisierten Gehilfen mit großer Majorität. " Summe 594,90. Bereits quittiert 2424,40. Bufammen 3019,30. Arbeiterunion Zürich. Der Gewerkschaftssekretär. landes ist um Abbrud oder Notiznahme gebeten. PS. Die Partei und Gewerkschaftspresse des In- und Auslandes ist um Abdruck oder Notiznahme gebeten. Eine Gründung. Der durch sinnlose Bodenspekulation hervorgerufenen fünstlichen Tientsin, 14. Februar. Die Chinesische Maschinens Steigerung der Produktion ist ein plöglicher Rüdgang gefolgt, alle und Bergwertsgesellschaft" wird in eine englische Betriebe haben Entlassungen vorgenommen und arbeiten zum größten attiengesellschaft umgewandelt. Das Kapital, zu dessen Teil mit verkürzter Arbeitszeit. Beichnung sowohl Engländer wie Geldleute des Kontinents zu gelassen werden, ist auf eine Million Pfund Sterling festgesezt. Die Gesellschaft erwirbt die Kohlenfelder von Kaiping einschließlich der Gruben und Betriebsanlagen bei Tangshan, ferner die Dampferflotte, Kohlendepots und Werftanlagen in Tientsin, Longu, Tschingwangtao, Sinho, Shanghai, Hantau, Hongkong. Canton und andren Plätzen zufammen mit einem Anteil an den Eisenbahnen, außerdem Chinghis Eigentum in Tientsin. Die Gesellschaft wird durch zwei Körperschaften verwaltet werden, eine ausländische und eine chinesische. Das Kapital ist bereits voll gezeichnet; die Uebertragung findet am 28. 6. M. statt. Dies ist die bei weitem bedeutendste EigentumsUebertragung, die jemals in China vorgekommen ist. Aus Aftrachan( Rußland) wird gemeldet: Wegen 17ftündiger Arbeitszeit stellten die Schaffuer und Kutscher der belgischen Straßenbahn- Gesellschaft die Arbeit ein. Die Streifenden verhindern die Anwerbung von neuem Personal, verhalten sich aber sonst durchaus ruhig. Streikbewegung in Westrußland. In Willowishi ( Gouvernement Suwall) streiten 100 jüdische Bürstenarbeiter, fie verlangen einen 10stündigen Arbeitstag, davon 11/2 Stunden auf Mittag. Kreslawka( Gouvernement Witebsk). Hier streiken Arbeitstags um drei Stunden und Erhöhung des Arbeitslohns auf 30 Ropelen pro Bud. Es giebt wohl faum eine andre Arbeiter Der erste Socialdemokrat in der Hamburger Bürgerschaft! fategorie, die unter so elenden Zuständen arbeitet, wie die MazzesBäckerinnen. Ihre Arbeitszeit dauert 20 Stunden, und dabei müssen fie arbeiten in einer vor Hige kaum zu ertragenden Atmosphäre. Gewöhnlich sind auch, nachdem die Saison" ihrer Arbeit vorüber ist( also nach Ostern), alle Krankenhäuser von diesen unglücklichen Proletarierinnen überfüllt. 120 W a 33 es- Bäderinnen; fie fordern eine Berkürzung des Lehte Nachrichten und Depelihen. " Aus der Frauenbewegung. Hamburg, 15. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts".) Bei der heutigen Bürgerschaftswahl wurde Genosse Stolten, der Redacteur des„ Echo" als erster Socialdemokrat mit ansehnlicher Majorität gewählt. Im übrigen ist ein erheblicher Fortschritt der Socialdemokratie zu verzeichnen, die in allen Bezirken beachtliche Minoritäten erreichte. Die Antisemiten wahrten nur ihren einen strittigen Siz und zwar mit Stimmenrüdgang. Die Arbeiterinnen Wiens beschlossen in einer großen Ber- Sonst wurden die Kandidaten der alten Parteien gewählt. sammlung folgende Resolution an das Parlament zu richten: und des Volkswohlstandes für dringend geboten, daß der nunmehr Budapest, 15. Februar.( W. T. B.) Mehrere Tausend Arbeitss fünfzehn Jahre währende Stillstand auf dem Gebiet der Arbeiterschuß- lose durchzogen heute nachmittag demonstrativ die Straßen der Gesetzgebung ein Ende nehme. Stadt. Sie trugen Tafeln mit der Aufschrift:„ Brot, Arbeit, Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß in den für Leben Rechte." Unter Hochrufen auf die internationale Socialdemokratie und Gesundheit der Arbeiter gefährlichen Berufen sofort, in anderen und unter Abfingung der Arbeiter- Marseillaise marschierten fie Berufen allmählich der Uebergang zum achtstündigen Maximal durch die Hauptstraßen und begannen alsbald die Spiegelscheiben arbeitstag möglich und notwendig ist. Ebenso ist durch Ausbau des von Restaurants, Kaffeehäusern und einzelnen Geschäften einzuBolts- und Fortbildungsschulwesens ein besserer Schuß der Kinder schlagen. Die Ladenbefizer schlossen ihre Läden. Herbeigeeilten und jugendlichen Personen geboten. Die Gewährung einer sechs- Bolizisten gelang es nur mit Mühe, die Demonstranten zu zerstreuen. unddreißigstündigen Sonntagsruhe darf nicht länger hinausgeschoben Bahlreiche Berhaftungen wurden vorgenommen. Die Versammlung erklärt es im Interesse der Volksgesundheit werden. werden. Arbeitslosen- Demonstration in Budapest. Für die Spitzenweber in Calais gingen bei der Berliner Im Intereffe der fünftigen Generation ist der Schutz der Gewerkschaftstommission folgende Beiträge ein: Wöchnerinnen von vier auf sechs Wochen auszudehnen. Die NachtKonflikt mit unserm englischen Freund? Lese- und Diskutierklub Leopold Jacobi 6,-. Socialdem. Verein arbeit der Arbeiterinnen im Handwerk, Handel und Hausindustrie ist London, 15. Februar.( W. T. B.) Unterhaus. Gibson Bowles Stralau Rummelsburg 25,-. Centralverb. der Zimmerer 160,- Verein zu untersagen und die bisher zugelassenen Ausuahmen für fabriks- fragt an, ob die Regierung wisse, daß deutsche Streitkräfte im der Schuhmacher Berlin 30,-. Buchdruderei- Hifsarbeiter- Berband 50,- mäßige Betriebe find aufzuheben. In Verkaufsgeschäften ist für September 1900 einen Teil des Unabhängigen. Kongostaates Mastenball, b. Holzarb. Rosenth. Vorstadt 5,85. Verband der Graveure und weibliche Bedienstete gefeßlich die Gewährung einer Siggelegenheit an sich geriffen haben, indem sie die belgischen Posten aus den Cifeleure, I. Rate 25,- Ges.- Verein Voran" 3,00. Ein Tapezierer 1, Friedländer auf eigne Liste 9, vorzuschreiben. F. Dietrich, Klempneret 5,- Organi dortigen Stationen unter Kriegedrohung entfernt hätten, und fterte Konditoren 10,- Unbekannt, Wilmersdorf 3,00. Organisierte Die Durchführung der§§ 74 und 94 der Gewerbe- Ordming daß die Deutschen auf diese Weise von einem durch den König Hutmacher 50,-. Buchbinder, Verw. Berlin 50,-. Bersonal der Buch- muß endlich, nach fünfzehn Jahren, ernsthaft in Angriff genommen der Belgier im Jahre 1894 an Großbritannien verpachteten bruckerei Janiszewski 10,-. Durch das Kartell Berlin von den Kürschnern und dadurch die Beschäftigung von jugendlichen Personen und Gebiet Befit ergriffen, welches Gebiet in der Folge wegen 50,-. Bechsteinſche Fabrik, Grünauerstraße, 66,70. Dieselbe Johannis: Frauen in gefährlichen Betrieben untersagt oder nur bedingt gestattet der bon der französischen und der deutschen Regierung straße 25,30. Segelflub„ Herz" 10.erhobenen Eimvendungen aufgegeben worden sei. ParlamentsDie Einhaltung der gefeßlichen Vorschriften kann nur durch Untersekretär Lord Cranborne erwiderte, die Regierung habe Ausbau der Gewerbe- Inspektion und Einführung von gewählten davon feine amtliche Kenntnis. Es werden Nachforschungen angeDelegierten, für die Arbeiterinnen durch Anstellung von Inspekto- stellt werden. Hierauf wurde die Adreßdebatte wieder aufgenommen. rinnen und die Wahl von weiblichen Delegierten erreicht werden. Die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung sowie die Erweiterung ihrer Leistungen und vor allem die Einführung der Zur Erdrosselung Finnlands. Invaliden, Witwen- und Waisenversorgung muß mit allem NachStockholm, 15. Februar.( W. T. B.) ( W. T. B.)„ Aftonbladet" meldet bruck gefordert werden. aus Helsingfors: Am 13. Februar traf hier ein Petersburger Mit Entschiedenheit reklamieren die Arbeiterinnen die Ge- Ministerialbeamter ein mit dem Befehl des Staatssekretärs währung der Wählbarkeit von Frauen als Beisigerinnen bei den v. Plehwe, daß das finnische Staatsarchiv unverzüglich sämtliche Gewerbegerichten. vom Landtag in Borgo herrührenden Schriftstücke ausliefere, da dieselben im russischen Staatsarchiv aufbewahrt werden sollen. Der finnische Staatsarchivar Hansen lehnte es ab, diesem Befehl Folge zu leisten ohne die bestimmte Erlaubnis des finnischen Senats. Die Entscheidung des letzteren steht noch aus. Berichtigungen aus der Nr. 33. Unter Sidents- Strauß find nicht 500, sondern 5,- eingegangen. Buchdruck- Hilfsarb. muß es heißen Buchdrud Hilfsarb. von M. B. 10,-. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftstommission. Zum Streik der Arbeiter der Franckeschen Schneidemühle in Spandau ist zu melden, daß am Dienstag, den 12. Februar, die von der Versammlung am Sonntag gewählten drei Deputierten mit dem Inhaber der Firma verhandelten, jedoch konnte sich letzterer noch nicht definitiv entschließen, die Forderung der Streifenden, die alten Löhne weiter zu zahlen, anzunehmen. Er bestellte daher die Deputation zum Donnerstag, den 14. Februar, nach dem Sägewerk, Endlich sollen die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung und ใบ อ ihnen weiterer Bescheid zugehen sollte. Hier wurde der Versicherungsgesetze auf Handwerk, Hausindustrie und Handel derselben nun eröffnet, daß die Firma gewillt ist, pro Anwendung finden und in entsprechender Weise auf die LandwirtStunde 31 Bf. Lohn ชน zahlen. In einer sofort darauf schaft ausgedehnt werden. vorgenommenen Besprechung erklärten aber die Streitenden einmütig, daß sie nur dann die Arbeit wieder aufnehmen würden, Die Frauen in den franzöfifchen Gewerbegerichten. Die wenn der alte Lohn, 32 Pf. pro Stunde, weiter gezahlt mürde. französische Deputiertentammer ist joeben mit der Beratung einer Köln a. Rh., 15. Februar.( W. T. B.) Auf dem Rhein bes Einer der Streifenden wurde beauftragt, dies der Firma schriftlich Novelle zu dem Gesetz der„ Conseils de pru d'hommes" beschäftigt. ginnt das Eis stark zu treiben, weshalb die Schiffbrücken von mitzuteilen mit dem Hinzufügen, daß, wenn bis Sonnabend, den Der Socialist Groussier stellte den Antrag, im Artikel 6 die Köln und Wesel bereits abgefahren wurden, Die Stälte beträgt 12 16. februar, nachmittags 3 Uhr, die gerechte Forderung der Worte die Frauen sind nicht wählbar" zu streichen. Dieser Antrag bis 15 Grad Reaumur. Streifenden nicht anerkannt würde, sie die weitere Forderung der wurde mit 376 Stimmen gegen 161 Stimmen angenommen, Frauen Arbeitsverfiirgung stellen würden. Die Firma darf sich also auf tönnen also in Bufunft als Gewerberichter fungieren, eine neue Forderung gefaßt machen, wenn sie es nicht vorzieht, den Streit durch Bewilligung der berechtigten Forderung der Arbeiter ein Ende zu machen. 610 China. Paris, 15. Februar.( W. T. B.)„ La Preffe" erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle, daß in San Nicolas, Argentinien, Beulenpest ausgebrochen ist. Chalons- sur- Saone, 15. Februar.( W. T. M.) Heute Nach mittag begaben sich eine Anzahl Metallarbeiter, welche ausständig Achtung, Schuhmacher! Die durch Einführung von Bu= find, in verschiedene Fabriken, wo sie die Einstellung der Arbeit Eine Sensationsnachrichterzwangen. Die Ausständigen zertrümmerten eine Anzahl Fenstermaschinen in der mechanischen Schuhwarenfabrik von Hase u. Rust scheiben; ein Gendarm wurde durch einen Steinwurf verwundet. in Nowa wes hervorgerufenen Lohndifferenzen sind auf dem Weg läßt sich das„ Berliner Tageblatt" aus Peking melden: der Verhandlungen zu Gunsten der Arbeiter erledigt worden. Die„ Die Intendantur des Expeditionscorps hat Befehl erhalten, Lohnforderungen der Maschinenputzer und Zuschneider wurden voll bewilligt, außerdem erhielten die Zwider einen Aufschlag. Deutsches Reich. Der Streik der Arbeiter der Gebr. Görihfchen Plüschweberei in Chemnik hat nach achttägiger Dauer mit einem vollen Siege der Arbeiter geendet. Vorbereitungen für eine umfangreiche Expedition ausschließlich deutscher Truppen auf achtzig Tage zu treffen. Die Seebataillone verbleiben als Besatzung in Beting." Brüffel, 15. Februar.( W. T. B.) Auf den Expreßzug KölnBrüssel wurden in der Nähe von Saventhom, 10 Kilometer von Brüffel, vier Revolverfchiffe abgegeben. Zwei Kugeln drangen in einen Wagen erster Klasse und streiften eine Dame und einen Herrn. # Das wäre ja eine Wiederaufnahme des Kriegs im großen Madrid, 15. Februar.( W. T. B.) Die Minister nehmen an, Stile! Sollte Waldersee des ewigen Abhaltens von Paraden so daß Ende nächster Woche die Lage wieder normal sein wird. Dann müde sein, daß er ein neues Abenteuer versuchte? Dann thäte der erft wollen fie der Königin Regentin die Vertrauensfrage stellen. Generaliffimus doch besser, sich schleunigst nach Deutschland ein- Kiew, 15. Februar,( B. H.) Sieben Studenten, welche sich Ein Angriff auf das Koalitionsrecht abgeschlagen. Die Pforzheimer Scharfmacher sind mit ihrem Versuch, mit zuſchiffen, als den ernsten willen zur Förderung der weigerten, den Fahneneid zu leisten und die an den letzten Demonstra tionen teilgenommen hatten, wurden zum Tode verurteilt. Man Hilfe des§ 153 der Reichs- Gewerbe- Ordnung den Arbeitern einen Friedensunterhandlungen so eigenartig zu beweisen! über die Bijouterie Fabrit Kling u. Schmidt in Pforz- auf beinahe ein Vierteljahr berechnete große Expedition nur and Bertreter ber Naphta Industriellen macht in der Zeitung Kaspi" be Maultorb anzulegen, abgebligt. Im vergangenen Spätjahr wurde Höchst beachtenswert ist aber auch an der Mitteilung, daß diese hofft, der Bar werde dieselben begnadigen. Baku, 16. Februar.( W. T. B.) Der Ausschuß der hiesigen heim von der Ortsverwaltung des deutschen Metallarbeiter deutschen Truppen bestehen soll. Darnach sollen also die übrigen Bertreter der Naphta Industriellen macht in der Zeitung Kaspi" befannt: Nach dem Ergebnis der Untersuchung über die legte Katastrophe Verbands die Sperre verhängt, weil die Accordpreise die Accordpreise für Truppen nicht mehr mitthun. Oder will Waldersee den in der weißen Stadt Bielgorod ist bis zum 14. d. M. registriert Dosenmacher in ganz ungerechtfertigter Weise reduziert werden wächten zeigen, daß auch die deutschen Truppen allein stark genug worden, daß elf Erwachsene und sieben Kinder verbrannt soliten. Da erschien eines Tags der Sekretär der HandelsEine solche Politik und 109 Personen infolge von Brandwunden gestorben und forderte die Firma auf, die Sache einmal find, um mit China fertig zu werden? energisch durchzufechten. Die Folge war, daß Klein als Be- wäre das Unklugste, was Deutschland in seiner so verfahrenen find, während noch viele an Brandwunden frant" daniedervollmächtigter der Bahlstelle einen gerichtlichen Strafbefehl von Lage thun fönnte s 8 Tagen, der Arbeiterfekretär Frebe einen solchen von 5 Tagen Fort aus China! ist die einzige Rettung aus dem Abenteuer, erhielten, weil sie die Annonce, Sperre betreffend, erlassen hatten. in das man sich trotz aller Warnungen so voreilig verstrict hat! Die Berufung am Pforzheimer Schöffengericht brachte den Sündern, jedenfalls nach dem Grundsatz Gleiche Brüder, gleiche Rappen", je fammer 5 Tage Gefängnis ein. Gebietsannektionen in Peking. liegen. Elf Arbeiterhöfe find verbrannt. Von den Arbeitern wurden Schadensersatzansprüche wegen verbrannten Eigentums in Höhe von 105 000 lubeln erhoben, von Angestellten und Hausbesizern An sprüche im Betrage von 154 000 Stubeln. Die Ansprüche find in Höhe von 150 000 Rubeln befriedigt worden. Das Landgericht Karlsruhe hat inbes jetzt die Angeklagten freis Wie das Wiener Fremdenblatt" erfährt, ist das im Namen Smyrna, 15. Februar.( B. H.) Der Lloyddampfer ,, Apollo" gefprochen, da, wie es in der Begründung des Urteils hieß, darin der östreichisch ungrischen Regierung befeste Terrain wurde in das Seelazarett zu Klazonene dirigiert, weil an Bord des ein Vergehen gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung nicht zu finden sei, in Tientsin zu dreiviertel mit chinesischen Häusern felben ein Mädchen aus Alexandrette an der Pest gestorben war. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 40. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 16. Februar 1901. Reichstag. 40. Sigung vom Freitag, den 15. Februar 1901, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Freiherr v. Thielmann, b. Goßler Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung der Chinavorlage. Abg. Bebel( Soc.): Ich glaube, man würde es im deutschen Volke nicht verstehen, wenn die dritte Lesung des Nachtragsetats vorgenommen würde, ohne daß man im Reichstag Gelegenheit nähme, sich über die Ereignisse in China noch einmal auszusprechen und ins besondere bei den kompetenten Stellen anzufragen, wie denn im Augenblick die Angelegenheit in China steht, welche Aussicht auf einen endlichen Frieden vorhanden ist. Ein Bedürfnis nach dem end: lichen Frieden kann man wohl auf allen Seiten voraussetzen. Schon in den ersten Tagen dieses Jahres hat ja auch Generalfeldmarschall Waldersee seiner Sehnsucht nach endlichem Frieden Ausdruck gegeben durch seine Depesche: Hurra, endlich Aussicht auf Frieden." Ich glaube nicht fehl zu gehen, wenn ich annehme, daß dieses Telegramm der Jubelschrei einer tiefbetrübten Seele war. 1917 Mehr wollte ich nicht schreiben, denn man darf in einem Soldaten haben. Am 15. August aber war Befing bereits genommen. brief nicht alles schreiben, weil man nicht wissen fann, wer ihn Aehnlich ist es mit den andren Briefen; ich habe alle Angaben über alles zu lesen bekommt." derartige Briefe nach China geschickt und hoffe, daß die Sache aufgeflärt werden wird und daß die Briefschreiber zur Verantwortung gezogen werden. Sie müssen für die Wahrheit ihrer Behauptung Wir machten einen Raubzug und wurden dabei von 7 Chinesen einstehen.( Sehr richtig! rechts.) Jm allgemeinen habe ich den Einüberfallen, aber wir haben ihnen gezeigt was Deutsche sind. Ich druck, daß in China eine Lügenfabrik besteht, wie wir sie hier in schoß fünf direkt tot und zwei schlug ich mit den Köpfen zu Europa nicht tennen. Sie hat früher schon immer berichtet, alle fammen. Weiter heißt es: Wenn ein Chinese sich nicht fügt, Gesandten feien ermordet. In diese Kategorie gehören auch die wird er einfach am Bopfe genommen und herausgesezt. Mädchen Hunnenbriefe. Ich werde nun thatsächlich nach den amtlichen Berichten giebt es hier genug. In jedem Hause 5. 6. 7 Stüd. Da wird feststellen, in welcher Weise der Kampf in China geführt wird. die schönste ausgesucht, die andren werden hinausgeschmissen. Dann Gras Waldersee berichtet, daß der Kampf im Beginn graumachen wir damit, was wir wollen!" famer geführt worden ist, als sonst Krieg in Europa. Das Der charakteristischte Brief ist aber folgender. Er ist aus Tientsin au die Mutter des Briefschreibers gerichtet: " Nun zu einer andren Seite der Expedition. Die verschiedenen Abg. Stöcker( wildk.): beDas schreibt ein deutscher Soldat an seine eigne leibliche Mutter. Oberkommando aber hat sich bemüht, unnötige Grausamkeiten Ich habe diesen Brief selbst in der Hand gehabt. Der Brief ist also hintanzuhalten und die friedliebende Bevölkerung zu schüßen. Ernstteine Erfindung, sondern thatsächlich geschrieben. Erfreulich ist es, hafte Verluste haben wir nicht gehabt. Gegen die gefangenen daß von seiten der militärischen Behörden gegen dies bestialische Boyer, die rauben, morden und die Gegend brandschaßen, wird Treiben mit aller Energie vorgegangen wird. So wird der gerichtlich vorgegangen und die Todesstrafe verhängt, wenn ihre Kölnischen Voltszeitung" unter dem 8. Dezember aus Verbrechen erwiesen sind. Die regulären Truppen werden, China geschrieben: wenn fie fich ergeben, entwaffnet und entlassen, da ihre Hoffentlich hat dieser unselige Zustand bald ein Ende. Die Gefangenhaltung unmöglich ist. Das Oberkommando Roheit der Soldaten nimmt erschreckend zu. Graf Waldersee Eine große Zahl stätigt, daß alles geschieht, um unter den Truppen Zucht atmete auf, endlich aus einer Situation zu fommen, die für ihn außervon Soldaten wird zu langjährigen Zuchthaus oder Gefängnis: und Ordnung aufrecht zu erhalten. Bisher sind nur drei ordentlich unangenehm ist. Nun find aber seither volle 1/2 Monate strafen wegen Mord oder Totschlag bestraft. Wir verlieren mehr Bestrafungen wegen Verbrechen vorgekommen. So hat ein Mann ins Land gegangen, aber die Verhandlungen der chinesischen Bevoll Soldaten an das Zuchthaus als an den Tod.". 10 Jahre Zuchthaus erhalten, weil er in der Trunkenheit einen mächtigten und der europäischen Delegierten haben noch zu feinem Hier wird also der Inhalt der Hunnenbriefe durchaus bestätigt. Kameraden erschossen hat. Ein Mann, der einen Chinesen getötet Ergebnis geführt. Es macht einen höchst merkwürdigen und außer- Diefer moralische Tiefstand unserer Soldaten ist ja zum Teil eine bat, ohne daß ein Grund dazu vorlag, ist wegen Mordes vor das Dafür, daß die Disciplin unsrer ordentlich peinlichen Eindruck, daß, soweit wir durch Telegramme Folge des Miliens, aber er ist sicher auch mit verursacht durch Kriegsgericht gestellt worden. über die Verhandlungen unterrichtet sind, es sich dort nur darum die Parole, die feiner Zeit ausgegeben wurde:" Pardon Truppen nichts zu wünschen übrig läßt, liegen Berichte auswärtiger Wenn Beurteiler bor. Ein englischer Berichterstatter sagt, er tönne nicht daran handelt, wer denn eigentlich von den chinesischen Würdenträgern ge- wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht." köpft werden soll und wer nicht. Selbst die„ Kreuz- Zeitung" hat eine derartige Parole ausgegeben ist, kann man es begreifen, daß glauben, daß die Gerüchte über Mordbrennerei der deutschen Truppen vor ein paar Tagen sich geäußert, fie tönne es nicht verstehen, daß der gemeine Mann, der die Worte bitter ernst nimmt, dann, wenn richtig seien. Die allgemeine Mannszucht werde beim deutschen Heer die Delegierten bis jetzt nur über diese Frage verhandelt hätten, er ein ungewöhnliches Maß von Freiheit und einem Gegner gegen- strenger als in irgend einem andren Kontingent der Mächte in China und sie hat vollkommen recht. Darüber kann heute niemand im übersteht, der ihm nicht widerstehen kann, zu derartigen Thaten sich aufrechterhalten. Ein französischer Berichterstatter bestätigt, daß die Zweifel fein, daß die großen Worte, mit Deutschen die forrettesten Truppen find. Ich kann schwer begreifen, denen die hinreißen läßt, wie sie jetzt in China vorgekommen sind. Attion in China eingeläutet wurde, fich in der Haupt- Mächte in China find durchaus nicht einig, und eine hohe Stelle soll tann, deutsche Truppen, die in schweren Berhält. wie ein deutscher Abgeordneter in der Lage sein fache als leere Worte erwiesen haben. Wenn es hieß: vollem Umfange ihre Schuldigkeit Auf 1000 Jahre hinaus soll fein Chinese es wagen, einen äußerst aufgebracht über das Verhalten von Rußland, Frankreich und nissen in Deutschen scheel anzusehen," dann wissen wir alle, daß der Gang der den Vereinigten Staaten sein, die sich dem Oberbefehl nicht unter- thun, so zu berunglimpfen!( Bravo! rechts. Lachen bei Ereignisse in China einen solchen Verlauf genommen hat, daß auch werfen. Diese Differenzen zeigen sich auch in den Schwierigkeiten, den Socialdemokraten.) nur halbwegs auf eine Verwirklichung dieser Erwartung nicht zu den chinesischen Angelegenheiten schwerwiegende Zwiftigkeiten entdie der Abschluß der Friedensverhandlungen bietet. Es können aus rechnen ist. Der chinesische Krieg ist sozusagen zu Ende. Es war Daß die Expedition nach China notwendig war, wird auch Herr ja in Wahrheit kein Krieg, das beweist auch der Verlauf der Er- stehen, die die Stellung der Weltmächte zu einander verschieben. Bebel nicht leugnen. Es war eine heilige Pflicht für Deutschland, eignisse dort. Die verschiedenen beteiligten Mächte haben vergleichs das geschieht, weiß fein Mensch, und wie ist ebenso rätselhaft. Als Was ist das Endresultat, wenn wir aus China zurückkehren? Wann den Gesandtenmord zu fühnen. Wir wollen nicht Ruhm ernten, weise erhebliche Truppenmassen nach China geschickt. Man glaubte, erste Rate der Kosten müssen Sie 152 Millionen bewilligen. Noch sondern thun nur unsre Pflicht. Die ganze Geschichte Chinas ist mit einer starten Kriegsmacht der Chinesen fämpfen zu müssen. Als im Laufe der nächsten Wochen wird uns ein zweiter Nachtragsetat wilden Greueln. eine fortgesette Reihe von Kriegen und Revolutionen mit aber endlich diese Kriegsmassen unter dem Feldmarschall Grafen Ich wundre mich, daß gerade Herr Bebel, Walderice zusammengezogen waren, da ſtellte es sich heraus. fosten für wenige Monate 1/4 Milliarde Mark. Hierzu kommt noch jene Greuel in China aufhält. Biel schlimmer als dieſe würden zugehen, der ungefähr 100 Millionen fordert, das macht an Kriegs- der im Reichstag den Fürftenmord gutgeheißen hat, sich über daß sie eigentlich feinen Gegner hätten, sondern es nur thun hätten Zl mit mehr die Notwendigkeit, in Peking eine Garnison zu halten und die die Greuel sein, wenn es zu dem großen Kladderadatsch der oder weniger starten An fammlungen revolutionärer Elemente, die sehr schlecht beEtappenstraße zu sichern. Schon jetzt wird für Kiautschou die focialen Revolution der ganzen Welt gekommen wäre.( Lachen waffnet waren und natürlich keinen irgendwie erheblichen Wider- Garnison verstärkt, auch die Opfer für Kiautschou werden steigen, bei den Socialdemokraten.) Denken Sie an die Blutthaten bei den stand gegen die regulären Truppen leisten konnten. Auf der Seite ohne daß die Aussichten auf die Hebung des Handels in China sich Revolutionen in Europa. Verurteilen Sie erst diese Thaten, ehe Sie erhöhen. Das Endresultat ist also die steigende Rivalität der der Chinesen fielen bei jedem Zusammenstoß zwei-, drei-, vier- bis Mächte und unsre exponierte Position in Kiautschou, das Rußland durch die Wiedergabe unbeglaubigter Briefe die ſo angefebene sechshundert, ja sogar tausend Boyer, während die europäischen Truppen so gut wie gar keine Verluste gehabt haben. Es handelt jeden Augenblick angreifen kann. Ich will jetzt die Frage nicht be- deutsche Armee beleidigen und das Deutsche Reich auf diese fich bis bente um circa feche im Gefecht gefallene Tote, während rühren, ob Deutschland in seinem Eifer, sich in das chinesische Aben- Weise im Auslande diskreditieren.( Lachen bei den Socialdemokraten.) die Zahl derjenigen deutschen Truppen, die durch Krankheit in teuer zu stürzen, nicht England zu Gefallen gehandelt hat, das im In teinem andren Parlamente der Welt wären China gestorben find, 19 bis 20 mal fo groß ist. Die Boerenkrieg in Anspruch genommen war. Jedenfalls steht fest, daß diefen Zahlen gegenüber toloffalen Berlufte der Gegner be wir alle Urfache haben, die Augen aufzuhalten und daß der Play an der Sonne uns auch in Zukunft außerordentlich teuer zu stehen weisen, daß es sich um nichs andres als um militärische Treibjagden gehandelt hat. Die europäischen Truppen kommen wird.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) haben mit einer wahren Wolluft von ihrer besseren Bewaffnung und Uebermacht Gebrauch gemacht und Hunderte und Tausende von Boxern wie Hasen und Rehe niedergeknallt, wo Gelegenheit dazu war. Ich behaupte, daß in den ganzen 200 Jahren seines Bestehens das Königreich Preußen keinen traurigeren und beschämenderen Krieg zu führen gehabt als....( Glocke des Präsidenten.) ashton Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, auf einen Krieg, den das Deutsche Reich führt, dürfen Sie nicht den Ausdruck beschämend" anwenden, ich mache Sie darauf aufmerksam. Abg. Bebel( fortfahrend): Kriegsminister v. Goßler: Abg. Bebel( Soc.): Herr Stöder hat die Gepflogenheit, auf Verhandlungen, bei die Güte gehabt hätte, vorgestern hierher zu kommen. denen er nicht dabei gewesen ist, zurückzukommen und dann Dinge zu widerlegen, über die gar nicht gesprochen worden ist. Wenn er Ich bin hier gewesen! Abg. Stöcker: Abg. Bebel: solche Angriffe möglich. Daß sie solche Briefe, die den Charakter der findischen Uebertreibung an der Stirn tragen, hier vorSocialdemokraten.) Herr Oertel verwies die Missionen auf ihre Aufgaben bringen, beweist nur politische Unreife.( Lachen bei den im Deutschen Reiche. Wer hat denn aber Schuld an der niedrigen Kultur, die noch in einzelnen Schichten unsrer Bevölkerung herrscht, doch gerade Sie, die Sie die Lehre von der AbHerr Bebel hat es für notwendig gehalten, das deutsche Bolt stammung des Menschen vom Tier predigen.( Große Heiterfeit aufzuklären über die Lage in China. Ich glaube nicht, daß diese Auf- bei den Socialdemokraten.) Der Krieg gegen Religion und Sittlich lärung dem deutschen Bolk von Nugen sein wird.( Sehr richtig! rechts. feit, wie Sie zu den Socialdemokraten ihn fortgesetzt führen, Lachen bei den Socialdemokraten.) Er hat eine Menge unbewiesener tann nur ungünstig auf das Volk wirken. und unbeweisbarer Thatsachen angeführt. Er hat den Krieg, Um noch turz auf die vorgestrige Debatte zurüdzukommen, so den wir in China militärisch gesprochen führen, traurig, hat Herr Bebel den Missionaren vorgeworfen, daß sie die Kleidung Wenn Herr Bebel das jagt, chinesischer Mandarine anlegen; das thaten aber die protestantischen beschämend, ruhnilos genannt. muß er für die Ehre Deutschlands gar kein Empfinden haben. Miffionare niemals. Im übrigen werden sie es nie verhindern ( Oho! bei den Socialdemokraten. Sehr richtig! rechts.) Der deutsche tönnen, daß sich die Missionare auch um die socialen und wirtGesandte ist ermordet worden, das darf ein großes Bolt nicht uns schaftlichen Verhältnisse kümmern, das gehört unbedingt zu ihrer gefühnt lassen. Ueber den Feldmarschall Grafen Walderjee hat er Thätigkeit. Der jezige Feldzug ist jedenfalls so ruhmlos, wie man ihn fich bemerkt, daß ein preußischer Feldwebel für diese Stelle besser zu mur denken kann. Ich habe schon bei der ersten Lesung mit allem verwenden gewesen wäre. Das verrät eine Untenntnis der Nachdruck darauf hingewiesen, wie es eine durchaus verkehrte Maß ganzen Verhältnisse, die ich auf feiner Seite nicht Aufwand zu machen, daß man z. B. den ersten deutschen Offizier, von den großen Schwierigkeiten, die uns in Zukunft noch bevorstehen. regel wäre, den Vorgängen in China gegenüber einen so unnötigen erwartet hätte.( Unruhe links.) Er hat von Rußland geredet und dem man ganz andre militärische Missionen für den eventuellen Ich begreife nicht, wie er bei einer derartig pretären Lage einen Ernstfall vorbehalten hätte, nach China schickte und ihn in diese un- Feldwebel für den geeigneten Mann hält, mit den Gefahren der Buhaltbare und für ihn selbst mißliche Position brachte, in der funft und der Gegenwart fertig zu werden. Graf Waldersee er sich dort seit Monaten befindet. Es handelte fich hat mit Pflichttreue und hoher Intelligenz feine Stellung wahr dort in China um nichts andres, als um eine ganz genommen und weiter fortgeführt, im Gehorsam gegen die Dann ist es um so schlimmer, dann hätten Sie wissen müssen, gewöhnliche Straferpedition, die zu führen jeder preußisch- deutsche Befehle Seiner Majestät.( Bravo! rechts.) Seit dem daß ich selbst ausdrücklich gegenüber Herrn Bachen betont habe, daß Feldwebel das Zeug gehabt hätte.( Sehr gut! lints.) Dazu Moment, wo Waldersee in China ist, ist dort Ruhe und die protestantischen Missionare niemals chinesische Mandarinenkleidung kommt, daß von den Truppen der Mächte eine auf das aller- Ordnung wieder eingezogen.( Große Heiterkeit lints.) Das Lachen anlegen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Sie können entschiedenste zu verurteilende Haltung eingenommen worden ist. ist ja Ihre Sache.( Sehr richtig! lints.) Sie müssen teine Zeitungen also mit meinen Ausführungen sehr zufrieden sein. Auf meine Plünderung, Mord, Notzucht find sozusagen an der Tages- lesen, wenn Sie nicht wissen, daß in erheblichen Teilen Chinas Ruhe und principielle Stellung zu den Missionaren im allgemeinen heute wieder ordnung. Ein Zeugnis hierfür sind nicht allein die bekannten Ordnung herrschen, die mur den Dispositionen des Feldmarschalls zu einzugehen, habe ich keinen Anlaß. Von einer principiellen Ablehnung Hummenbriefe, sondern auch die Ausführungen des Herrn Kriegs- verdanten find. Herr Bebel hat zu meiner Freude den Ausdruck ge- der Wissionsthätigkeit kann bei mir keine Rede sein. Ich habe mich ministers in der Kommissionsberatung des Nachtragsetats. Dort braucht, daß unsre Truppen gegen revolutionäre Elemente in nur in der Frage, welche Stellung der Staat zum Miffions sagte er, daß der Transport der Truppen nach Peking sich deshalb China fechten. Er wird also leicht verstehen, daß gegen der wesen in fremden Ländern einzunehmen hat, stets anders verzögert hätte, weil die Straße von Taku nach Peting einer voll- artige Elemente Schonung nicht geübt wird. Unfre Truppen gestellt als Sie. Predigen Sie in allen Ländern der ständigen Wüstenei geglichen habe. Der Korrespondent der Frank- haben relativ sehr große Vorräte moderner Feuerwaffen erbeutet, Welt, ich wünsche Ihnen biel Glück dazu!( Heiterkeit.) furter Zeitung" schreibt unter dem 25. September aus Tientsin: allein 200 Geschüße sind erobert worden. Ich habe nie gehört, daß Aber die staatliche Macht darf nicht in der Weise in Anspruch ge,, So muß es im dreißigjährigen Kriege in Deutschland aus- die Boxer nur mit Bogen und Pfeil bewaffnet seien, im Gegenteil, nommen werden, daß sogar, wenn von einem Teil der Missionare gesehen haben". Leider läßt sich nicht bestreiten, daß auch ein Teil sie haben die besten Feuerwaffen. Dann ist Bebel wieder auf die Fehler gemacht werden, der Staat unter allen Umständen verpflichtet unsrer deutschen Truppen auf dieser Expedition eine Haltung Sunnenbriefe getommen und hat uns bestialische Gemeinheit vor sein soll, die Sünden der betreffenden Personen durch seinen Eingriff eingenommen hat, die nicht nur auf das tiefste zu beklagen ist, geworfen. Troß meiner Aufforderung hat er mir noch nie einen derartigen wieder gut zu machen. Herr Stöcker hat weiter gesagt, solche Ansondern auf das schärffte verurteilt werden muß. Brief vorgelegt, obwohl ich zur Untersuchung der Fälle bereit bin. griffe fämen in teinem Parlament der Welt vor. Sie scheinen doch Herr Hieber riet uns in der letzten Sigung bei der Debatte über Herr Bebel glaubt an die Briefe, er glaubt, daß Verbrechen vorliegen die Verhandlungen in fremden Parlamenten ganz außerdie Missionen, wir sollten nicht nur die Hunnenbriefe veröffentlichen, und er versagt der Regierung die Möglichkeit, die Verbrechen zu be ordentlich schlecht zu verfolgen!( Sehr richtig! bei den Soc.) sondern auch die menschenfreundlichen Werke der christlichen Missionen. strafen. Er macht sich damit zum Mitschuldigen an diesen Ver- Was z. B. das Ministerium Salisbury- Chamberlain bei der ersten Für uns handelt es sich aber darum, hervorzuheben, daß das, was brechen( Bravo rechts, Gelächter bei den Soc.) Er hat auch einen Anleihe für den Boerenkrieg im englischen Parlamente von der augenblidlich in China geschieht, beweist, daß bei uns im eignen Brief vom 11. Oftober 1900 vorgelesen, den der Vorwärts" als Oppofition zu hören bekommen hat, das geht weit über alles hinaus, Lande eine solche Menge von Roheit, Barbaret und besonders glaubwürdiges Dokument veröffentlicht hat. Ich möchte hier was jemals in einem deutschen Parlamente gesagt worden ist. Wir bestialischer Gemeinheit in einem Teil der Bevölkerung zu den Inhalt dieses Briefs zergliedern. Der Briefschreiber erzählt, daß er haben es dort erlebt, daß 134 Abgeordnete ihre Bewilligung zu der finden ist, daß für die Missionsthätigkeit im eigenen Laude noch am 29. September in Shanghai auf Posten gestanden hat. Vom Anleihe nicht ausgesprochen haben.( Hört! hört! bei den Socialein großes Feld bleibt. Ich verstehe es vollkonimen, wenn der Posten aus hat er einen Raubzug unternommen( Heiterkeit rechts), demokraten.) Welche Beurteilung meine Reden im Auslande erfahren, frühere Reichstanzler Fürst Hohenlohe vor furzem die fünf Chinesen hat er direkt totgeschossen.( Heiterkeit rechts.) Zwei ist mir vollkommen gleichgültig. Ich spreche rückhaltlos aus, was ich Aeußerung that, er habe bisher an den Fortschritt der Chinesen hat er mit den Köpfen zusammengeschlagen.( Heiterkeit fühle und denke, ohne danach zu fragen, wessen Gunst ich erwerbe! Menschheit geglaubt. Dieser Glaube sei aber in der rechts.) Die Orthographie des Briefs sieht ganz 10 ans,( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Herr Stöcker hat hier wieder legten Zeit erschüttert. Der naturnotwendige Kampf ums als ob fie abfichtlich entſtellt wäre. Dann hat er noch einmal die Revolution hereingezerrt. Tajein habe in der neuesten Zeit eine Richtung angenommen, die Ochsen, Esel, Pferde und andre Lebensmittel erbeutet.( Heiter= Das eine steht fest. Wenn einmal bei einem Volfe eine an Vorgänge in der Tierwelt erinnert und einen Fortschritt in feit rechts.) Vorher will er noch einige Chinesen er revolutionäre Stimmung entsteht und es schließlich zu einer rüdschreitender Linie befürchten ließe. stochen haben.( Heiterkeit rechts.) Von seinem moralischen Revolution tommt, so müssen die Dinge schon auf das äußerste geIch habe wieder eine Anzahl von Mitteilungen, die ich zur Leben erzählt er, daß er die Häuser abgesucht und in jedem Hauſe trieben sein. Das hat selbst Friedrich der Große eingesehen. Er Sprache bringen muß, weil sie das, was ich eben ausgesprochen fünf bis sechs Mädchen gefunden hätte.( Heiterkeit rechts.) Nun, alle verglich die Revolution mit Naturereignissen, indem er sagte:„ Wenn habe, im weitesten Maße beſtätigen. So veröffentlicht die ,, Leipziger diese Angaben sind ersonnen, Shanghai ist eine große Fremden im Laufe der Entwicklung die große Mehrheit des Volks Bolkszeitung" einen Brief vom 5. Dezember aus Beting, in welchem stadt und eine verhältnismäßig fleine Chinesenstadt. Der Brief- fühlt, daß die staatlichen Existenzbedingungen cs heißt: schreiber sagt, es habe ihm nichts gefehlt, da ihm Minna ihr Bild ge- richtungen mit den Interessen der großen Massen im WiderMir gefällt es hier ganz gut. Wenn das Geld alle ist, schenkt hätte. Das ist ja an sich schon ein Widerspruch zu dem übrigen. spruch stehen und auf natürlichem Wege der Ausgleich der Gegengeht man zu dem ersten besten Chinesen, haut ihm das Fell voll Nach diesen Vorgängen hat er angeblich den Bosten eines Gendarmen fäße nicht geschaffen wird, dann tritt ein, was in der Natur eintritt, und nimmt ihm das Geld ab. Wenn er sich wehrt, wird er einfach abgelehnt.( Heiterkeit.) Nun ist er nach Tientsin am 5. Oktober ge- wenn Elektricität sich angesammelt hat." Friedrich der Große verabgemurkst." tommen und er berichtet von einem Zug nach Beling, bei dem er gleicht die Revolution mit einem Gewitter und sagt weiter:„ Und In einem Brief vom 3. Januar, der im Vorwärts" ver- gegen 28 000 Borer fämpfen soll. Bergleicht man diese Angaben eine weise Regierung wird allezeit im stande sein, diese zu verhüten, öffentlicht wurde, hieß es: mit den Thatsachen, dann begreift man nicht, wie auf solchen Brief wenn sie sorgjam darauf achtet, was die Volksbedürfnisse erheischen " In einem Hauſe trafen wir sechs Chinesen, die wir in eine irgend jemand hereinfallen kann, der lauter Unsinn enthält und den und dem beizeiten Rechnung trägt."( Hört! hört! links.) Reihe stellten und dann unsren Spaß daran hatten, einem nur die größte Leichtgläubigkeit für richtig halten kann. Herr Stöcker hat mich als Verherrlicher des Fürstenmords hinjeden das Bajonett so drei-, viermal in die Brust zu stoßen. Am 11. Oktober will er den Zug nach Beling unternommen gestellt. Auch das ist eine unwahrheit. Ich habe unter dem " und Eine " dem Arbeit ein!" Nun weiß ich nicht, Socialistengefeße, wo man ja sehr häufig derartige Anklagen gegen Berfonals stattgefunden hat. Besonders in Berlin ist der Bestell- nicht thut, dann geht es Euch an den Hals!( Heiterkeit, sehr gut! links.) mich borbrachte, wiederholt durch geschichtliche Ausführungen nach verfehr verzögert worden; seit dem 1. April v. J. finden statt 12 Wir müssen verlangen, daß der Staatssekretär endlich den einzig nach feit 1. b. 3. statt 12 wir ber en im Dienſt gewiesen, daß, wenn überhaupt der Fürstenmord eine politische nur 9 Bestellgänge täglich statt. Durch die Aufhebung der Privat- richtigen Standpunkt einnimmt, die Beamten haben im Dienst ihre Waffe sei, die Ausübung desselben weit mehr von unfren Gegnern posten ist der Verkehr plöglich gesteigert worden, ohne daß die nötige Schuldigkeit zu thun, im übrigen geht mich ihre politische und wirtals von den revolutionären Elementen im Volke betrieben Zahl neuer Beamten eingestellt worden ist. Dieselben Klagen wie schaftliche Ueberzeugung und das, was sie außerhalb des Dienstes worden sei. Ich habe durch das Beispiel Pauls II. bewiesen, daß aus Berlin kommen aus Effen, Koblenz, Halle usw. Besonders beschwert thun, so weit es nicht mit den Staatsgefeßen in Widerspruch sogar der hochmögende Adel sich nicht vor dem Fürstenmord geschent man sich über die langfame Abfertigung auf den Bostämtern beim steht, nichts an. Jetzt zu Weihnachten hat er wieder seinen hat, wenn er es im Interesse seiner Standesherrschaft für nötig Aufgeben von Bostanweisungen. Die postalische Zusammenfassung Bostbeamten einen Erlaß zukommen lassen. Unter hielt. Die Socialdemokratie dagegen hat stets den Gedanken ver von Groß- Berlin unter Ausschluß bestimmter Vororte vom Nach- 15. Dezember wird wird ausdrücklich vor dem„ Deutschen Posttreten, wie sehr immer der Ginzelne Macht und Bedeutung besitzt, barortsverkehr ist sehr ungeschickt; eine ganze Anzahl von Bewohnern boten" gewarnt, weil dieses Blatt eine Haltung eingenommen er doch niemals im stande sein kann, fraft seiner Berson die ganze folcher Vororte weigern sich jetzt grundfäßlich, ungenügend frantierte habe, die geeignet ist, das Vertrauen der Unterbeamten Entwicklung aufzuhalten. Wir haben stets den Personentultus ver- Briefe anzunehmen. Ein einziges Postamt in Groß- Lichterfelde zu ihren Vorgesezten zu erschüttern und ihre Unzufriedenheit zu worfen und von diesem unsrem materialistischen Standpunkt aus hat an einem Tage 30 M. Strafporto erhoben.( Hört! hört! erregen. Nach einer Verfügung der tais. Ober- Postdirektion vom find wir Gegner des Fürstenmords. Im Jahre 1880 habe ich links.) 15. Dezember stimmt die Deutsche Reichspost" inhaltlich vollallerdings, als von Herrn v. Kardorff die Ermordung Alexanders 11. Wie gedenkt sich die Verwaltung zu den nicht etatsmäßig an fommen mit dem„ Deutschen Postboten" überein. Sie fällt daher meinen Parteigenossen in Rußland zugeschrieben wurde, gesagt, daß gestellten Beamten zu stellen? Die Anstellungsverhältnisse sind so unter den oben bezeichneten Erlaß". Dieser Erlaß mußte von den wenn in Deutschland Zustände herrschten, wie die russischen sind, ungünstig, daß die Verwaltung der Verheiratung nicht etatsmäßig Unterbeamten unterschrieben werden. Gegen ein solches Vorgehen ich es dann erklärlich finden würde, wenn zu einem derartigen angestellter Beamten Schwierigkeiten bereitet. Das wird wenigstens müßte der ganze Reichstag energisch protestieren.( Sehr richtig! Attentat gegriffen würde. Ob bei uns russische Zustände herrschen, behauptet. links.) Ein anderer Erlaß zeigt, wo der Herr Staatssekretär sich als das zu beurteilen überlasse ich Herrn Stöcker.( Sehr gut! bei den don Staatssekretär v. Podbielski: didit ens Erzieher seiner Beamten" fühlt. Dieser Erlaß bezieht sich auf Socialdemokraten.) Ein Institut, das dem Verkehr dient, muß der öffentlichen Kritit die Entwöhnung der Beamten vom Biertrinken.( Heiterkeit.) Der Herr Herr Stöcker hat die Unbildung und Roheit in einem Teile unterliegen, die Mißstände ficht, die unfrem bureaukratischen Auge Staatssekretär hat ihn nicht unterzeichnet, aber es ist ein amtlicher unfres Bolts auf die Ausbreitung der Darwinschen Descendenz vielleicht verborgen find. Was die Personalfrage anlangt, so will Erlaß und da bekanntlich in Postkreisen nichts passiert, was den theorie zurückgeführt. Das ist doch eine merkwürdige Auffassung. ich vorerst konstatieren, daß das Reichsschazamt allen Wünschen Augen des hohen Chefs entgeht, so wird Herr v. Podbielski jeden Ich bezweifle, daß nur einer von all den Leuten, die hier in Frage meiner Verwaltung immer bereitwillig nachgekommen ist. In Berlin falls von dem Grlaß wissen. Er ist vom 19. Dezember datiert und tommen, irgend etwas von der Descendenztheorie gehört hat. Die sind seit dem 1. April mehr Leute von uns eingestellt lautet: Wenn die Unterbeamten nach Lage ihres Dienstes ge Unbildung und Roheit des Volks kommt vielmehr ganz auf worden, als die Paketfahrt bis dahin im Dienst hatte. Wir hatten zwungen werden, das Abendbrot im Postamt einzunehmen und dabei Ihr( nach rechts) Conto, die Sie Feinde jeden Fortschritts sind. 1883/84 39 800 etatsmäßige Stellen im Postdienst, 1891/92 51 000, Bier trinken, so ist dagegen nichts einzuwenden, sofern dabei Maß Die Hunnenbriefe find echt, darüber besteht kein Zweifel. Sie 1901 93 565. Die Zahlen zeigen eine enorme Personalvermehrung. gehalten wird und die Trinkgläser nicht auf den Tischen herumstehen. find ebenso echt, wie der Brief des englischen Berichterstatters, den In den drei Jahren, seit ich im Amt bin, find 13 850 etatmäßige Stellen 3u anderer Tageszeit das Biertrinken zu gestatten, dazu liegt ausder Kriegsminister vorgelesen hat. Der Kriegsminister hat auch mehr geschaffen worden. Ich habe den Grundjaß, wenn ein junger reichende Veranlassung nicht vor. Als Unfitte ist es aber zu be auf die Widersprüche und auf die schlechte Orthographie in dem Mann fich für den Postdienst nicht eignet, ihn in jungen Jahren noch zeichnen, wenn schon vormittags und selbst in den frühesten Morgeneinen von mir berlesenen Briefe verwiesen. Dasselbe zu entlassen, anstatt ihn mit durchzuschleppen. Nach meinem Gefühl stunden Bier getrunken wird. Der Viergenuß in den Vormittags Experiment fann er mit allen diesen Soldatenbriefen machen. reicht ein Diätarium von 5 Jahren für Affiftenten aus. Leider stunden ruft Müdigkeit herv or und wirkt schädigend" Daß solche Briefe von unsren Soldaten geschrieben bauert es jetzt noch etwas länger. Für günstig kann ich es nachträglich 1 werden können, daran ist aber nur unsre mangelhafte nach meinen Erfahrungen vom Militär her nicht wie der Herr Herr Staatssetretär persönlich zu Bolksschulbildung schuld, die nicht wir, sondern Sie( nad) halten, wenn ein junger Mann zu früh heiratet und einem Frühschoppen steht?( Heiterkeit.) Wenn ich annehme, rechts) gemacht haben. Wenn etwas dazu geeignet ist, Deutschland einen Hansstand gründet. Ein Hausstand ganz ohne materielles daß es zu seinen Gewohnheiten gehört und er auch in den Angen der übrigen Welt zu diskreditieren, so wäre es Fundament wird leicht unglücklich. Soweit wir können, raten wir heute einen Frühschoppen genommen hat, so haben das, wenn man im Auslande aus solchen Briefen erfieht, daß den jungen Männern: Heiraten Sie nicht zu früh. Sie können wir doch heute den lebendigen Beweis gehabt, wie wenig nach Deutschland, das so stolz ist auf seine Schulbildung, Soldaten auch leicht noch ein paar Jahre warten! Eine Familie ist ja auch teilige Folgen dieser Genuß auf die Arbeitsthätigkeit hat, die so furchtbar unorthographisch schreiben.( Sehr immer schwerer beweglich, als ein einzelner Mann, der diätarisch des Herrn Staatssekretärs gehabt hat.( Heiterkeit.) Ich wünsche richtig! bei den Socialdemokraten. Buruf rechts: Glauben bald hier, bald da beschäftigt werden muß. natürlich nicht, daß Schlemmereien auf den Bostämtern stattfinden, wir ja gar nicht!) Sie fagen, Sie glauben das nicht, ich Ich will gern erneut prüfen, ob wir noch weitere Schalter am aber gegen mündige Leute sollte man doch nicht so auftreten. jage, ich glaube nicht, daß Sie das nicht glauben.( Sehr Tage öffnen müssen. Nun zu Berlin. Die Paketfahrt bestellte nur wie das hier der Fall ist, wo ein Vorsteher des Postamts richtig! bei den Socialdemokraten. Unruhe rechts.) Sie werden viermal, wir thun es jetzt neummal, und neun ist doch mehr als vier. fich zum Vormund dieser Leute macht. Jedenfalls ist der be wohl auch so viel Kenntnis von Ihren Zöglingen auf dem( Heiterkeit). In den europäischen Großstädten wird auch nicht öfter bestellt. schrittene Weg Schulknaben gegenüber anzuwenden, aber nicht erLaude haben, daß Sie wissen, was Sie leisten.( Sehr gut Die Erfahrung zeigt, daß die Morgenbestellung verstärkt werden wachsenen Leuten. Ich hoffe, daß der Herr Staatssekretär sich mir bei den Socialdemokraten.) Den vom Herrn Kriegsminister ver- muß, die Mittagsbestellung aber einzuschränken ist. Die Vororte gegenüber ebenso bereitwillig erklären wird, den Mißständen gegen lesenen Brief habe ich selbst in Händen gehabt, es ist ein Original haben mit Berlin reichlich Verbindung, doch will ich sehen, wo noch über Abhilfe zu schaffen, wie den Herren Vorrednern gegenüber! brief, wie nur je einer geschrieben worden ist, mit dem Poststempel Mängel vorhanden sind. Berlin hat sich wirklich nicht zu beklagen.( Bravo! b. d. Soc.) versehen. Uebrigens muß ich denn dem Herrn Kriegsminister den( Bravo! rechts.) Staatssekretär v. Podbielski: Weg zeigen, den er bisher noch immer nicht beschritten hat? Wenn folche Anklagen gegen das deutsche Heer in den Blättern erscheinen, Abg. Graf Stolberg- Wernigerode( konf.): dann könnte ja der Herr Kriegsminister an den Staatsanwalt gehen Berlin hat feinen Anlaß, sich über seine postalischen Einrichtungen 11. die betreffenden Blälter verklagen lassen. Wenn es sich um andre zu beklagen. Redner behandelt ausführlich die Frage der polni Dinge handelt, hat ja der Herr Kriegsminister diesen Weg immer fchen Briefadressen und sucht nachzuweisen, daß es fich beschritten. Wird z. B. über irgend eine Soldatenmißhandlung in hier um eine systematische Agitation handelt, die sich einer einem Blatte berichtet, so wird sofort Anklage erhoben, und stellt sich deutschen Reichsverwaltung zu politischen Zweden im Sinne des nur irgend etwas inrichtiges in der Auflage heraus, so wird der Polentums bedienen möchte. Der Staatssetretär ist den polnischen Redacteur verurteilt. In diesem Fall aber erhebt der Herr Kriegs- Wünschen möglichst weit entgegengekommen, vielleicht zu weit. Ich minister nicht die Anklage, weil er genau weiß, es möchte doch hoffe, daß es ihm gelingen wird, die polnische Propaganda zu brechen. mehr herauskommen, als ihm lieb ist.( Sehr wahr! bei den( Bravo! rechts.) d Socialdemokraten.) Juteressant war es, daß der Herr Kriegsminister Abg. Bassermann( natl.): sich nicht mit der Notiz der„ Köln. Voltsztg." beschäftigt hat. Diese bestätigt doch, daß in einer ganzen Reihe von Fällen Soldaten wegen Mords und Notzucht verurteilt worden sind. Die ganze Armee habe ich niemals angegriffen, sondern ausdrücklich betont, daß es sich um liberalen.) Teile der Armee handelt. Ueber eine derartige Stampfesweise, wie fie von Ihnen beliebt wird, kann man nur mit den Achseln zucken. Von Konzessionen der Reichspostverwaltung den Polen gegen Daß über tann feine Rede sein. Man unterschätzt doch die Schwierig Sie da drüben den Herrn Kriegsminister immer in Schuß feiten, die der Post von den Tausenden polnischer Adressen er nehmen, ist ist selbstverständlich, das wäre wäre ja noch schöner, wachsen. Wir müssen uns streng an die Geseze halten und können venit dic regierungstreue Partei die Regierungsmänner daher mur Adressen ablehnen, die nicht deutlich und flar sind im Stiche ließe. Sie müssen immer" Sehr richtig!" rufen: Außerdem haben wir die Bestimmungen noch dahin verschärft. ozu sind sie sonst überhaupt da?( Große Heiterkeit bei daß die Orte deutsch geschrieben werden müssen und die den Socialdemokraten.) Graf Waldersee soll in China wieber die Namen nicht, wie das im Polnischen üblich ist, dekliniert Ordnung hergestellt haben. Leider ist das nicht der Fall; der Herr werden. Da kann doch von keiner Kapitulation die Rede sein. Kriegsminister fagte, Waldersee hätte allein die Ordnung dort hergestellt. Das war ein sehr zweifelhaftes Kompliment. Damit hat Abg., Singer( Soc.): er doch vielleicht etwas gefagt, das nach außen etwas ver- Ich meine doch, daß diese ganze Angelegenheit von den Herren schnupfen könnte. Ich soll die Ehre Deutschlands verlegt haben. Vorrednern und dem Herrn Staatssetretär etwas zu ſehr auf Seit 1886 Teben die Polen unter einem Ausnahmegesetz. Die Was man unter Wahrung der Ehre Deutschlands versteht, darüber gebauscht ist. Andrerseits sind ja allerdings die Briefe mit werden Ihre und unsre Ansichten tmmer grundverschieden sein. polnischer Adresse früher ganz unbeanstandet befördert worden, ( Sehr richtig! rechts.) Aber das eine erkläre ich: Ueber das, während man fie jest von der Beförderung zurückweist, was wir der Ehre Deutschlands schuldig find, nehmen wir statt, wie es richtig wäre, sie übersetzen zu lassen, wobei ja dann von keinem Menschen, auch von keinem Kriegsminister, irgend die Zeitversäummis zu Lasten des Absenders und des Empfängers cine Belehrung an.( Lebhaftes Bravo! bei den Socialdemokraten.) fallen würde. Schließlich muß doch auch im Inlande jeder das Recht haben, Briefe in seiner Muttersprache zu adreffieren, und es Ich weise die Behauptung zurück, daß die Beamten mit Kriegsminister v. Goßler: ist ein Gewissenszwang, ihm das zu verbieten. Herr Bebel fragte, warum ich die Zeitungen, die die Hunnen-( Sehr richtig! b. d. Soc.) Was die neunmalige Briefbestellung in Begationen und Chikanen vorgegangen feien. Verfügungen branche briefe veröffentlichen, nicht verklage. Mein Princip ist darin Berlin anlangt, so meine ich, müßte man es den Berlinern über- ich nicht zurückzuziehen, denn ich habe keine erlassen. Eine Verpflichtung für folgendes: Wenn ich derartige Angaben lefe, forbere ich die be- laffen, wie oft fie die Briefe bestellt haben wollen. Thatsache ist, die Boftverwaltung, polnisch sprechende Beamte anzustellen, erkenne ich treffende Stelle, die beschuldigt wird, zum Bericht auf, und auf daß gegen früher die Briefbeförderung in Berlin verkürzt worden nicht an. Ich bin der Chef der deutschen Reichspoſt. Nehmen Sie Grund dieser Berichte werden, wenn die Thatsachen festgestellt ist. Ich meine, daß wir nach der lebernahme der Brivat- Bostanstalten mal an, es bildet sich eine Sekte, die bloß chinesisch adressiert. Ja, find, die Zeitungen verklagt. Wenn ich aber durchaus keine der Reichspost eine Art Schonzeit gewähren müssen, damit sie sich wo soll ich denn da die Beamten hernehmen, die das Zeugs lesen Handhabe habe, bin ich verpflichtet, die ganzen An nach allen Richtungen hin einarbeiten kann. Mit dem Grundsatz des tönnen.( Heiterkeit.) Flagen nach dem Expeditionecorps zu schicken. Ich Herrn Staatssekretärs, daß die Verwaltung sich nach Bestimmungen hoffe, daß die Antwort von dort noch vor Ablauf der der Postordnung richtet, die nun einmal bestehen, bin ich ja Verjährungsfrist eintreffen wird, und werde dann nicht ver- ganz einverstanden, aber man sollte doch da auch nicht zu fehlen, die Zeitungen zu verklagen. Im übrigen will ich bureaukratisch sein. Ich habe hier eine Postkarte, die genau fonstatieren, daß, so oft ich die Freude hatte, mit Herrn Bebel zu dem gewöhnlichen Format entspricht, aber auf deren fammenzukommen, er stets die Offiziere angegriffen und die. Mann Vorderseite das Wort„ Postkarte" nicht aufgedruckt ist. Diese ist mit schaften in Schutz genommen hatte. Es wird deshalb großes Auf- Strafporto belegt worden. So fleinlich sollte doch die Verwaltung fehen im Lande erregen, daß Herr Bebel heute hier die Mannschaften nicht sein. Es ist von der nicht genügenden Vermehrung des Beamten- In der Budgetkommiſſion in einer unerhörten eife angegriffen hat, ohne personals gefprochen worden. Die Antwort des Herrn Staatssetre des Reichstags wurde die Beratung des Militär Etats forts den Schatten eines Beweises beizubringen! tärs in dieser Beziehung fann mich doch nicht beruhigen. Es tann gesezt. Ein Regierungsvertreter begründete die Notwendigkeit der da nicht auf eine bestimmte Zahl ankommen, sondern es kommt Einführung von Maschinengewehren im Inters sich in Ich erkläre, daß ich, sobald ich von einem Offizier der Armee darauf an, ob so viel Beamte angestellt sind, daß dem Bedürfnis effe der Schlagfertigkeit der Armee und verbreitete des Verkehs genügt wird und daß keine Ueberbürdung der Beamten längeren Ausführungen über technische Einzelheiten. Sämtliche erfahre, daß er etwas gethan hat, was ich für ungehörig halte, dies hier öffentlich auszusprechen für meine Pflicht halte. Ich erkläre eintritt. Daß nicht genügend Beamte vorhanden sind, das fanm Armeecorps follen mit folchen Gewehren ausgerüstet werden. man ja besonders in ben weiter, daß, wenn ich von der Mannschaft der Armee höre, daß sie wenn man die Ueberfüllung und die langfame Abfertigung an den Infanterie- Bataillon in derselben Art wie die Eskadrons der Jäger Ungehöriges gethau hat, ich genau so vorgehe, wie gegen die Offiziere. Schaltern zu gewiffen Tageszeiten fieht. Schuld an diesen Verhältniffen zu Felde den Stavallerieregimentern beigefügt werden. Zunächſt ſollen Hier einen Unterschied zu machen, verbietet mir mein Gerechtigkeits- ist zum Teil auch der Reichstag selbst, weil er die Reichs- Post- Abteilungen eingerichtet werden, die weitere Einführung soll allgefühl( Beifall bei den Socialdemokraten.) Abg. Stöcker( soc. Reformp.): verwaltung mit einer Fülle von Aufgaben bedacht hat, die mit dem mählich erfolgen. Draußen wird dieselbe wohl richtig beurteilt werden. -Abg. Bebel( Soc.): Herr Bebel hat für die Vergehen der Soldaten uns die Schuld beigemessen. Er hat in großer Naivetät vorhin von seinen Briefschreibern gesprochen. Damit sind wir sie los und Sie haben sie. ( Lachen bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die Generaldiskussion. In der Specialdebatte werden ohne weitere Distusfion die einzelnen Paragraphen der Vorlage genehmigt; ebenso der Nachtrage. etat in der Gesamtabstimmung gegen die Stimmen der Socialdemokraten. Mit der Maßregel, zwei Ueberfegungsstellen für polnische Adressen einzurichten, ist die äußerste Grenze der Konzeffionen erreicht, die wir für zulässig halten.( Sehr richtig! bei den National Staatssekretär v. Podbielski: tönnte. den Ich weiß sehr wohl, daß zwischen mir und dem Abg. Singer zwei Weltanschauungen stehen, zwischen denen es keine Versöhnung giebt, sondern nur Kampf; was mich betrifft. so lange ich lebe. ( peiterfeit bei den Socialdemokraten.) Herr Singer wird aber einsehen, daß ich als Chef konsequent sein und mir nicht Das Blatt„ Die Reichsauf der Nase spielen laffen darf. poſt" ist genau dasselbe Blatt wie der Postbote", ich verboten hatte.( Singer: Den hätten Sie eben nicht ver bieten dürfen.) Ich habe ihn aber verboten, und da mußte ich das synonyme Blatt auch verbieten. Damit meine Beamten nicht reinfallen, ist ihnen das mitgeteilt worden. Was den Biererlaß an geht, so bin ich kein Freund des Frühschoppens. Der Erlaß rührt aber nicht von mir, sondern von einem Amtsvorsteher her, der zu bureaukratisch ist. Statt einen langen Erlaß zu schreiben, der hier Stoff zu Debatten giebt, hätte er seinen Leuten sagen sollen:„ Kinder, das geht nicht; die heimlichen Bierflaschen bulde ich nicht. Dienst ist Dienst."( Seiterkeit.) Jahr mehr eingeschränkt. Die Weihnachtsbestellung durch Soldaten habe ich von Jahr zu Aber ganz entbehren tann ich einen Stod von Soldaten zur Sicherstellung des Weihnachtsverkehrs nicht. Die Arbeitslosen melden sich zwar, kommen aber nicht immer. Ich will die Arbeitslosen nicht beschimpfen, aber man ist in diesen Kreisen nun einmal nicht sehr subtil in den Begriffen von Mein und Dein. Leuten, deren Vergangen" Drucksache" muß auch auf Postkarten draufstehen, damit die Leute heit wir gar nicht kennen, müssen wir fremdes Gut anvertrauen. die Karte nicht erst umzudrehen brauchen. Das entspricht auch den Bestimmungen des Weltpostvereins. Abg. Dr. v. Jazdzewski( Pole): zeffionen, sondern als seine gefegliche Verpflichtung. Die Beamten Anordnungen des Staatssekretärs betrachten wir nicht als Konsollen die Landessprache verstehen. Hoffentlich werden die vegatoris schen Maßnahmen der Beamten vom Staatssekretär beseitigt.( Beifall bei den Bolen.) Staatssekretär von Podbielski: Hierauf vertagt das Haus die Fortsegung der Bes ratung auf Sonnabend 1 Uhr. Schluß 58/4 Uhr. Parlamentarisches. eigentlichen Zweck der Post nichts zu thun haben. So muß die Post Abg. v. arborff folgert aus der Einführung der Maschinen 3. B. Invalidenmarken und unzählige Sorten von Stempelmarken die Notwendigkeit einer Verstärkung der Kavallerie. verkaufen. Nachgerade kommt man dazu, sie als Mädchen für alles Abg. Be b el glaubt, daß die Kavallerie gegen das Massenfeuer gar nichts ausrichten können. Die Maschinengewehr Abteilungen zu benutzen.( Heiterfeit.) Als ein großer Mißstand wird es vor allem empfunden, wenn werden bewilligt. Abg. Müller Sagan bringt die bei dem großen Andrang zu Weihnachten die Reichs- Nichteinstellung von jüdischen Militärärzten zur Boftverwaltung zur Bewältigung des Berkehrs sich der Hilfe von Sprache, worauf ihm vom Regierungstische erwidert wird, daß Soldaten bedient. eine Bestimmung, welche jüdische Militärärzte ausschließe, nicht Wir haben doch wirklich arbeitslose Leute aus dem Arbeiter- existiert. Abg. Bassermann beklagt es, daß die Militärärzte stande genug, denen man diesen Verdienst wohl zukommen lassen von den Offizieren häufig nicht gleichrangig behandelt werden. Auch Abg. Spec( C.) und Abg. Werner( Antif.) treten In Bezug auf die wirtschaftliche und politische Maß diefen Klagen bei, die aber vom Kriegsminister als regelung der Poftbeamten und die Einwirtung seitens der ungerechtfertigt bezeichnet werden. Abg. Baffermann hält seine Verwaltung auf die freie Meinungsäußerung der Beamten, Beschwerde aufrecht, die Klagen seien ihm von Sanitätsoffizieren will ich nicht all die Aeußerungen wiederholen, die ich selbst übermittelt worden. Namens des Kriegsministers erklärte sich seit Jahren hier gethan habe. Ich beneide den Herrn Staatssekretär ein Regierungsvertreter bereit, ihm zunächst eine Statistik der nicht um den Ruhm, den er sich erworben hat, daß er nachgerade jüdischen Reserve- Sanitäts- Offiziere vorzulegen. Abg. Basserbei seinen Unterbeamten die Ruhe des Kirchhofs man befürwortete eine Resolution auf Erhöhung des Gehalts fir hergestellt hat. Er hat es verstanden in seiner urbanen Form einen Militär- Roßärzte. Nach längerer Debatte wurde die Resolution aus allen Seiten kommen Slagen über wachsende Unzuverlässig derartigen Drud auf seine Unterbeamten auszuüben, indem er genommen. Die nächste Sigung findet Dienstag statt. feit in der Bestellung. Die Anforderungen an das Personal ihnen in der liebenswürdigsten Weise väterlichst gefagt hat: es ist find gewachsen, ohne daß eine entsprechende Vermehrung des doch viel besser, wenn Ihr Euch mit mir vertragt. Wenn Ihr es aber! Es folgt die zweite Lesung des Postetate. Die Beratung beginnt mit den Einnahmen. Die Einnahmen werden debattelos genehmigt. Es folgen die Ausgaben( Titel 1. Staatssetretär). Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Vp.): Die breite Oeffentlichkeit muß eine Beruhigung darüber er halten, wie es mit der Beförderung der Briefe steht. Von Für den Juhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 16. Februar. Opernhaus. Der Ring des Nibe: 39 Giordano Bruno- Bund W. Noacks Theater. don RANIA für einheitliche Weltanschauung. Taubenstr. 48/49. Sonntag, den 17. Februar, mittags 12 Uhr, im Beethoven- Saal Im Theater 8Uhr: Sonnabend sur: Zweite Heroen- Feier Aus dem Tagebuch der Erde. Im Hörsaal: Iungen. Das Rheingold. An Dr. Donath: Das elektrische fang 7 Uhr. = Schauspielhaus. Die Tochter des Erasmus. Anfang 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Rosmersholm. Anfang 8 Uhr. Dentiches. Nora. Anfang 7 Uhr. Leffing. Die Zwillingsschwestern. Anfang 71% Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 1. Teil.) Anfang 7 Uhr. Residenz. Frauen von heute. An fang 7 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 712 Uhr. Westen. Der Zigeunerbaron. An fang 7 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 71 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 71/2 Uhr. Thalia. 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Damenchor des Berliner TonkünstlerOrchesters. Recitationen. Festvortrag von Dr. Bruno Wille. Karten zu 50 Pf. sind zu haben in den Buchhandlungen Lazarus, Musikalierhandlung Scheithauer, Rosenthalerstrasse, sowie an der Kasse der Philharmonie( Sonntag 12 Uhr). Friedrichstrasse; Nicolal, Dorotheen- und Potsdamerstrasse: Cirkus Schumann. Brunnenstraße 16. Wegen Privatfestlichkeit teine Vorstellung. Sonntag: Der Goldneffe. Passage- Panopticum Jeder Arbeiter Jeder Handwerker follte zur Arbeit und Theater. die Lederhose Herkules tragen. Allein- Bertauf. Sehr starte Ware in Die 12 unverbrennb. Fakire prattichen grauen u. braunen Streifen. Neu! General Boum, der kleinste Mann der Welt. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Seute Sonnabend, 16. Februar, abends 71%, Uhr: Gala- Sportvorsten Sanssouci Internationale Ringkämpfe. 1. Baar: Vervet( Belgien) gegen Sabes II( Bordeaux). 2. Paar: Pletroll ( Algier) gegen Poirée( Südfrankreich). 3. 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Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. besondere das Verhalten der Direktion des Münchener Brauhauses zu dem selben. 4. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Brauerei: Nordsee- Stürme, Heute, Sonnabendabend 8½ Uhr, in Weissensee, Rölkestr. 20 Sonntag, 17. Februar, nachmitt. 1½ Uhr, im Gewerkschaftshaus die die Hochseefischerei sehr erschwerten, Knappheit Versammlung. an Seefischen veranlaßten und hohe Preise naturOeffentliche Brauereiarbeiter- Versammlung. gemäß im Gefolge hatten, sind vorüber, und machen nunmehr die Dampfer der Deutschen 2. Diskuffion. 3. Der Arbeitsnachweis der ringfreien Brauereien, ins: Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee", die bekannt41/ 8* lich hier in Berlin 5 Verkaufsstellen hat,( Hauptarbeiters, pünktlich zu erscheinen, da der Saal um 5 Uhr geräumt werden muß. verkaufsstelle im Bahnhof Börse, Bogen 9-10) die wieder billige Preise im Ge= Die Agitationskommiffion der Brauereiarbeiter Berlins n. Umg. große Fänge, Die Agitationskommission der Brauereiarbeiter Berlins u. Umg. folge haben, was der Generalbevollmächtigte für Achtung! Böttcher. Achtung! Berlin, Johs. Storczyk, hierdurch anzeigt und die Seefischliebhaber zu billigen Einkäufen einladet. Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Derlammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Frl. Ida Altmann über: Die gute alte Zeit. 2. Disfussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 20. Februar, abends 8%, Uhr, Blumenstraße 38: Außerordentliche Vorstands- Sizung. Montag, den 25. Februar, abends punkt 8 Uhr, Engel- Ufer 15: Außerordentliche General- Versammlung. Der Maskenball findet am 9. März in Kellers Festsälen, KoppenStraße 29, statt. Billets a 50 Pf. sind bei den bekannten Kollegen zu haben. 145/13 Der Vorstand. Großer Vortrag am Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 5 Uhr, Wedding, Cöslinerstraße 8, über: Die Pflichten, Leiden und Rechte der Frau in der Che im Lichte der heutigen Zeit."( Damen und Herren.) Fragebeantwortung. Sierauf: Tanzkränzchen. 2620b Eintritt 20 Pf: Jedermann willkommen. P. P. Der Unterrichts- Kursus beginnt am 25. b. Mts., abends 834 Uhr( Postkarte). Der Vorstand des Neuen Naturheilvereins Charlottenburg Berlin( 560). J.: Lange, Charlottenburg, Gardes du Corpsstr. 9. Hoffmann, Berlin N., Badftr. 44 IV. Achtung! Holzbildhauer. Achtung! Die Kollegen, welche bei Mitgliedern der Innungs- Strantentasse der Tischler in Arbeit stehen, werden aufmerksam gemacht, daß die Wahl von Delegierten( Arbeitnehmern) morgen Sonntag, 17. Februar, vormittags von 10-11 Uhr, in folgenden Lokalen stattfindet: 1. für die Mitglieder rechts der Spree ( Often) bei Stechert, Andreasstraße 21( 90 Vertreter). 2. für die Mitglieder, welche links der Spree beschäftigt sind, im Konzerthaus Sanssouci", Rottbuserstraße 4a( 73 Vertreter). Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Nationale Krankenkasse der 20/11 Deutschen Gold- u. Silberarbeiter u. verw. Berufsgen. ( E. H.) zu Schw.- Gmünd. Montag, den 18. Februar, abends präcise 812 Uhr: Mitglieder- Versammlung (§ 28 des Statute) im großen Saale des„ Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Tages Ordnung: 1000 1. Jahres: bezw. Rechenschaftsbericht für das Jahr 1900. 2. Dis: fuffion. 3. Wahl der Ortsverwaltung. 4. Berschiedenes. Das Kaffenbuch legitimirt. Un recht zahlreiches wie pünktliches Erscheinen ersucht 26276 Der Vorstand. J. A.: E. Holtkamp, Borsitzender, Admiralstr. 18 E. Achtung! Sattler. Achtung! Sonnabend, den 16. Februar, abends 19 Uhr: Oeffentl. Sattler- Versammlung im Gewerkschaftshause( Saal 8), Engel- llfer 15. Tagesordnung: Der Streit der Treibriemen Arbeiter bei der Firma A. Schwartz& Co., Müllerstraße. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. 156/9 Achtung, Einseher! Um zahlreiches Erscheinen ersucht Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 2 Uhr: Oeffentl.Versammlung d. Böttcher Berlins und der Umgegend. Tages Ordnung: Berlins und Umgegend. 1. Vortrag: Die Verteuerung der Lebensmittel und die Konsum: Sonntag, den 17. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, in Cohns Fests Genossenschaften. Referentin Fräulein Jmle. 13877 2. Bericht des Delegierten der Gewerkschaftskommission. 3. Neuwahl desselben. 4. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. IST Montag, den 18. Febr., abbs. 8½ Uhr: Volks- Versammlung im Wedding Casino"( Gleinert), Schulstr. 29. Tagesordnung: 1. Die Verteurung des Lebens: unterhalts und was bieten die Konsumvereine den Arbeitern für Vorteile? 2. Diskussion.[ 98/12 Ref.: Frl. Fanny Imle. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Einberufer. 98/12 Jests Die Genoffen werden ersucht, Sonntag früh 8 Uhr bei Gleinert, Schulstraße 29, zur Flugblattverteilung zahlreich zu erscheinen. 39/1 Aeltere socialistische Werke bon Engels, Lassalle, Marx, Smith etc., Socialistische Beitungen und Zeitschriften 7390* 1 taufen stets S. Calvary& Co., Antiquariat, Berlin N W. 7, Neue Wilhelmstr. 1. sälen, Beuthstraße Nr. 20: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Kollegen Neumann über:„ Die Organisation der Gewerkschaften." Wahl einer Beschwerdekommission zum Arbeitsnachweis sowie Vergnügungskomitee. Der Vorstand. J. Brünn ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt Nr. 4. 7432* Wegen Umbau und Erweiterung. der Geschäftsräume gelangen große Lagerbestände meiner Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Portieren! anßergewöhnlich billigen Preisen aum zu Ausverkauf! Einzelne fehlerhafte Exemplare für die Hälfte des Wertes. Möbel und Volfterwaren. Franz Tutzauer, Tischlermeister, Berlin N., Brunnenstr. 152. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 17. Febr., im Gewerkschaftshaus( gr. Saal), Engel- Ufer 15: W Freiligrath- Abend. ww Kammermusik: Paul Dombreck( Violine). Eduard Schäfer ( Viola). Max Schulz- Fürstenberg( ViolonCello). Paul Friedrichs( Klavier). Festvortrag: Dr. Rudolf Steiner. Gesang: Paul Friedrichs. Klavierbegleitung: Robert Messmer. Recitation: Friedrich Moest. Kasseneröffnung 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. inkl. Garderobe, Programm und Liedertexte. Die Saalthüren bleiben während der Vorträge geschlossen! Rauchen nicht gestattet! Nachdem: BALL. Billets sind an den Unterrichts- Abenden in der Schule, bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfr. Schulz, Kottbuser Platz; Werner, Bülowstr. 59; Konsum-Verein Berlin- Süd", Arndtstr. 5; Reul, Barnimstr. 42; Scholz, Wrangelstr. 110; Balzer, Stralsunderstr. 26, Seitenfl. III rechts; Krause, Müllerstr. 7a, und an der Die Bezirks- Versammlungen finden in allen Bezirken in den 001 madone- t bekannten Lokalen zur üblichen Zeit am 17. Februar statt. 78/4 Jedes Wort: 5 Die Kommission. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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Achtung, Tapezierer! Der Streit bei der Firma Töpke dauert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten. Die Verbandsleitung. Kanarienroller, Zuchtweibchen billig, Rotfehlchen singend, Oranien [ 483K* ftraße 57( Vogelhandlung).[ 2631b Berantwortlicher Redacteur: Vilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. [ 177/ 7* t. 40. 18. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 16. februar 1901. werden soll. wehren. Die Lohnbewegung der Täschner Die Auflageschrift. Der Anihm об Der Das Zeuge Stierstädter bestätigt in allen Punkten seine im Prozeß Sternberg gemachten Angaben, die sich mit dem jetzigen Geständnis des Angeklagten Thiel decken. Die Zumutung, daß er angeben solle, eine Beeinflussung der Frida Woyda jei möglich gewefen, habe seinen Empfindungen direkt widersprochen, allerdings habe Thiel nicht gejagt, wo und durch wen die Beeinflussung vorgenommen worden fein solle. Der als Zeuge von der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit ente bundene Nechtsanwalt 11 Irich befundet, daß Thiel bei der Unterhaltung von einer Verleitung zum Meineide an sich nicht gesprochen habe. Er, Zeuge, habe ihm gefagt: Ein wahres Glück, daß die Mädchen noch nicht 16 Jahre alt waren, sonst fönnte ja noch eine Anklage wegen Verleitung zum Meineide herauskommen. Die Antwort bes Angeklagten habe gelautet: Die Mädchen sind ja noch das wenigste, aber ich habe den Stierstädter zu beeinflussen gesucht. Der Beuge lann nicht sagen, daß der Angeklagte damit habe ausdrücken wollen, daß er den Stierstädter in Bezug auf seine Aussage oder in Bezug auf seine Thätigkeit habe beeinflussen wollen. Ihm habe der Angeklagte unendlich leid gethan und er habe aus rein menschlicher Grwägung gesagt, ob es nicht besser gewesen wäre, rechtzeitig zu verduften. Er habe ihm auch angedeutet, daß er als ehemaliger aktiver Offizier doch wiffen mußte, daß man noch auf andre Weise einer solchen entseglichen Situation ein Ende machen könne. eine arme Offizierstochter geheiratet und ist Bater dreier Kinder. und behauptet, daß er von Stierstädter eine falsche Aussage überhaupt Seit dem 23. November v. J. sitt er in Untersuchungshaft. nicht verlangt habe, denn die Möglichkeit, daß auf die Woyda von einer Herrn Sternberg feindlichen Seite eingewirkt wurde, habe doch befchäftigte am Freitag das Einigungsamt unter dem Vorfiz des Gewerberichters v. Schulz. Zunächst wurde auf Anregung Nach der Darstellung der Anklagebehörde ist der Angeklagte, der borgelegen. Richtig fei es, daß er nach seiner ersten uneidlichen Vernehmung im Sternbergprozeß 811 dem Rechtsder Arbeitgeber und unter Zustimmung der Arbeiter festgestellt, von Jugend auf leichtsinnig und geneigt gewesen sei, trübe anwalt Ulrich gegangen sei und diesen gefragt habe, daß diese Lohnbewegung sich nicht auf die Kofferarbeiter er Stimmungen mit Alkohol zu bekämpfen, aus der Lieutenantszeit er event. seinen Rechtsbeistand leihen wolle. strecke und deshalb nur über die Forderungen der Täschner verhandelt her mit Schulden behaftet gewesen. Er habe es nicht verstanden, sich Bräfident hält ihm vor, daß er dem Rechtsanwalt Ulrich mit feinem Dienfteinkommen einzurichten. Im ganzen soll er etwa bei dieser Gelegenheit erklärt habe: er habe Stierstädter und feine Hierauf begründete Aßmann die Forderungen der Arbeiter 4000 M. im legten Jahre eingenommen haben. Anfang Februar 1900 foll Aussagen zu beeinflussen gesucht, so daß möglicherweise ein Verfahren unter Hinweis auf die Steigerung der Lebensmittelpreffe. Um den er finanziell so sehr im Niedergange gewesen sein, daß er von seinem Gewegen Berleitung zum Meineide gegen ihn zu erwarten sei. RechtsFabrikanten Gelegenheit zu geben, die geforderte Lohnaufbesserung halt für das erste Vierteljahr nur noch 20 M. besaß. Diese schwierige anwalt Ulrich habe darauf erwidert: Wenn Sie vor Gericht die bei ihren Kalkulationen für die neue Geschäftsperiode zu berück- Lage habe ihn auf den Gedanken gebracht, der Partei Sternberg Wahrheit sagen, dann werden Sie bestraft, wenn Sie die Wahrheit fichtigen, seien die Forderungen bereits 14 Tage vor Weihnachten den seine Dienste anzubieten; er hoffte dabei 100 m. täglich zu ber nicht sagen, dann werden Sie wegen Meineid bestraft. Wenn Arbeitgebern eingereicht worden. Es hätten auch dann Berhand- dienen, seine Schulden zu bezahlen und sich soviel zu erübrigen, Sie wirklich so gute Beziehungen haben, dann hätten Sie besser lungen zwischen den Vertretern beider Teile stattgefunden, aber was daß er seinen Abschied nehmen und ein Privat Detektivbureau gethan, sich Geld zu verschaffen und zu verduften. die Fabrikanten geboten haben, jei jo gering, daß es für die gründen könnte. Er hatte sich dabei, wie er behauptet, vorgenommen, Der Angeklagte erklärt, daß er sich bei dem Besuch bei Rechtsanwalt Arbeiter unannehmbar sei, sie meinen vielmehr, daß die Geschäfts- zunächst nur in strafrechtlich zulässiger Weise thätig zu sein und Ulrich in einer fürchterlichen Angst und Aufregung befunden, da er lage die volle Bewilligung ihrer Forderungen gestatte, und hoffen nichts thun zu wollen, was seine Entlassung herbeiführen könnte. an seine Familie dachte.- Staatsanwalt Braut hält dem Anauch, sich in Güte mit den Arbeitgebern einigen zu können. Sollten So ging er denn am 8. oder 9. Februar in das Sternbergsche geklagten vor: Wenn er auf das Geratewohl dem Stierstädter die die Fabrikanten aber auf ihrem Standpunkt verharren, dann Bureau zum Direktor Luppa und bot sich, ohne Namen und Stand hohen Summen als Belohnung in Aussicht stellte, ohne zu glauben, würden die Arbeiter genötigt sein, am Montag den Streit zu be- zu nennen, unter dem Vorgeben, er sei Polizei- Agent, an, gegen daß diese Summen gezahlt werden würden, so habe er also versucht, einen täglichen Lohn von 100 m. für Sternbergs Sache thätig zu mit erdichteten Angaben ginnen. den verheirateten Stierstädter um Fabrikant Loth erwidert darauf: Wenn die Arbeiter ihre Lage sein. Luppa war zunächst mißtrauisch, er hatte mehrere Unter- Ehre, Gewissen und Anstand zu bringen. Angeklagter erwidert, daß verbessern wollen, so werde ihnen das niemand verdenken. Aber die redungen mit dem Angeklagten und erbot sich zu einer Zahlung von es ihm nur darauf angekommen sei, seinerseits durch eine letzte aufgestellten Forderungen seien so hoch, daß sie nicht bewilligt werden täglich 50 M., wenn der Fremde Beweise seiner Tüchtigkeit erbringen Anstrengung zu Geld zu fommen, um so schnell als mögli ent können. Die Fabrikanten hätten mit der auswärtigen, besonders der könnte. Der Zufall fügte dies bald. Am 13. Februar v. J. vernahm fliehen zu können. Staatsanwalt Braut: Es ist richtig, daß die aus Offenbach a. M. gemachten Konkurrenz zu kämpfen. In Offen- Kriminalkommissar v. Trescow auf dem Polizeipräsidium die Be Familie des Angeklagten bei seiner Verhaftung ganz ohne Subsistenzbach seien die Löhne um 10 Prozent niedriger und die tägliche laſtungszeugin Augufte Callies. In dem Vernehmungszimmer, mittel geblieben ist? Ist es richtig, daß sich der Angeklagte auch an Arbeitszeit eine Stunde länger wie in Berlin. Auch sei dort die in welchem noch eine Reihe andrer Beamten zu thun hatten, erschien Sternberg gewendet hat, um diesen zur Unterstützung der Familie Accordarbeit sehr verbreitet. Benn die Arbeiter in Berlin höhere Löhne zufällig Thiel, um einen Freund zu besuchen, und da er den Namen zu bewegen und daß eine solche in Höhe von 200 m. monatlich auch haben wollen, dann müßten sie auch für Lohnerhöhung in Offen- Sternberg hörte, blieb er dort und hörte, indem er neben dem bewilligt ist? Angel.: Das ist richtig. Ich habe mich an 30 bach und Leipzig eintreten, um der Möglichkeit einer Preis- Schußmann Stierstädter saß, die Vernehmung der Callies mit an. oder 40 Personen ohne Erfolg gewendet und erst in meiner höchsten unterbietung von auswärts vorzubeugen. Gegen die ge- Mittags zwischen 2 und 3 Uhr ging er zu Luppa, der schon von Verzweiflung habe ich an Herrn Sternberg geschrieben. forderte enorme Lohnerhöhung würden sich die Fabrikanten entschieden irgend einer andren Seite von der Thatsache der Bernehmung der habe ich nicht leichten Herzens gethan. Rechtsanwalt Callies unterrichtet war. Da Luppa nun zu wissen wünschte, was Leonh. Friedmann: Der Brief sei nach Rücksprache Hierauf wurden die Forderungen der Arbeiter im einzelnen be- bie Callies bekundet, und Thiel so that, als ob ihm dies noch fremd mit ihm als Berteidiger abgeschickt worden, in dem vollen sprochen. Dieselben find: 24 M. Mindest- Wochenlohn für Arbeiter fei, fo ging Thiel im Auftrage Luppas in Gemeinschaft Bewußtsein, daß die Instanz, welche die an die Gefangenen über 21 Jahre, 21 M. für Ausgelernte, 18 M. für Stepperinnen und mit dem Maler Münchhausen in die Wohnung der Prostituierten eingehenden Briefe zu prüfen habe, diesen Brief nicht Silfsarbeiter, 10 Broz. Lohnerhöhung für diejenigen, welche bereits Balesca Hausmann, wo die Callies wohnte, um die lettere aus- abgeben würde, wenn darin irgend etwas Berfängliches gefunden 24 M. und mehr erhalten, 25 Broz. Aufschlag für Ueberstunden, zufragen. Obgleich er die zu ermittelnden Thatfachen längst wußte, werden könnte. Abschaffung der Accord- und Hausarbeit, Bezahlung der gefeßlichen ließ er sich doch für die Ermittelung 600 M. zahlen. Bei der Die Zeugen. Feiertage. Unterredung mit der Callis redete er ihr zu, doch nicht so gemein Die Vertreter der Arbeitgeber führten demgegenüber aus: Die gegen Sternberg auszusagen, denn er habe ihr doch nichts Festsetzung eines allgemeinen Minimallohns werde unter allen Um- gethan. Die Callies wußte nicht recht, was sie aus Thiel ständen abgelehnt. Bugestanden werde, daß Ausgelernte nicht unter machen sollte. Sie erkannte ihn als einen Mann wieder, 18 M. erhalten sollen, sowie ein Zuschlag von 10 Proz. für Ueber den fie am Vormittag im Zimmer des Herrn v. Tresdow gesehen, ftunden. Bu einer allgemeinen Erhöhung der gegenwärtigen Löhne und sagte deshalb:„ Sie find wohl Kriminal? Sie haben wohl die um 5 Proz. feien die Arbeitgeber bereit, mehr könnten sie nicht Polizeiaften gestohlen oder auf dem Präsidium gehorcht?" Der Anbewilligen, denn sie hätten auch mit schwierigen Verhältnissen geklagte merkte, daß er erkannt sei und bat die Callies, ihn nicht zu zu kämpfen. Seit einiger Beit fei das Leder um 331/3 bis verraten, da er 3 Kinder habe. Dieser Bitte kam sie nach. Als das 50 Proz., die Bügel um 5 Broz. im Preise gestiegen, außerdem ver- Polizeipräsidium erfahren hatte, daß ein Beamter pflichtwidrig mit langen die Abnehmer der Fabrikate eine Preisreduktion von 2 Proz., der Callies zufammengekommen, wurden dieser alle in Betracht um so die ihnen auferlegte Umfassteuer wieder einzubringen. Be- kommenden Beamten, darunter auch Thiel, gegenüber gestellt, fie treffs der Stepperinnen und Hilfsarbeiter wollen sich die Fabrikanten leugnete aber, daß der Thäter darunter sei. Bekanntlich hat sie auch im Sternbergprozeß geleugnet, daß fie Thiel wiedererkenne, und erst als Was die Offenbacher Konkurrenz anlangt, so meinten die sie in dieser Straffache vom Untersuchungsrichter eidlich ver: Arbeitervertreter, die Berliner Fabrikanten hätten dieselbe wohl nicht nommen wurde, gab sie zu, daß Thiel der Thäter fei. zu fürchten, denn es sei doch vorgekommen, daß Offenbacher Fabri- geklagte, der mun Zuppa das mitteilte, was er selbst auf dem fanten trop der geringeren Löhne, die angeblich in Offenbach Polizeipräsidium mit angehört hatte und somit gar nicht erst zu herrschen sollen, von Berlin aus unterboten worden seien. Da ermitteln brauchte, drang auf feste Abmachungen. Luppa zögerte die hiesigen Fabrikanten, die solche Geschäfte machen, am Material noch immer, dann wollte es aber der Zufall, daß er erfuhr, wer und nicht sparen können, so müßten sie natürlich durch niedrige Löhne was der angebliche Polizeiagent war. Als er eines Tags auf dem fich schadlos halten. Das wollen sich aber die Arbeiter nicht mehr Polizeipräsidium war, öffnete sich die Thür des Thielschen Amtszimmers gefallen laffen. und Luppa jab den Angeklagten vom Flur aus. Dieser gab Luppa mit den Im weiteren Verlauf der Debatte wurde seitens der Arbeiter Augen einen Wink, ihm zu folgen und bat ihn, ihn um Gotteswillen bemerkt, daß während der Saison sehr viel Ueberstunden gemacht nicht zu verraten. Luppa hatte den Angeklagten mun völlig in der werden. Allein im letzten Vierteljahr seien in den hier in Frage Hand und machte mit ihm, wie die Anklage hervorhebt, was er Auf jede weitere Beweisaufnahme wird allseitig verzichtet. kommenden Wertstellen 11 282 Ueberstunden gemacht worden, wollte und drohte auch gelegentlich mit einer Anzeige. Staatsanwalt Braut hält den Angeklagten nicht nur der und in der Werkstatt des Herrn Strube, der 35 Ar ihn wiederholt in seine Wohnung, in eine Charlottenburger paffiven Bestechung, sondern auch der Verleitung zum Meineid beiter beschäftige, seien im vergangenen Jahre 10 000 Ueberstunden Konditorei, ja einmal selbst nach Nauen, wo sich Luppa eine für schuldig. Er beantrage wegen Berleitung zum Meineib 8 Jahre festgestellt worden. Thiel soll im ganzen bis Herr Strube erwiderte darauf: Er beschäftige Zeit lang bei Verwandten aufhielt. Buchthaus, wegen Bestechung 1/2 Jahre Zuchthaus und eine 31 männliche Arbeiter, und diese hätten im legten Vierteljahr. Mitte November v. J. doch an 8000 M. von Luppa erhalten haben. Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus. welches nur für Ueberstunden in Betracht tomme, 7436 Ueberstunden Er hatte verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Zunächst mußte er GrRechtsanwalt Leonh. Friedmann danlt dafür, daß in dieser gemacht. Dabei sei aber zu bedenken, daß in seiner Werkstatt die mittelungen anstellen über Wohnungen, Vorleben, etwaige Vor- Berhandlung alles fern gehalten worden sei, was nicht zur Sache 8 stündige Arbeitszeit herrsche, und wenn er die Zahl der Ueber- strafen 2c. von Belastungszeugen, deren Namen Luppa angab, gehöre, und plaidierte dafür, den Angeklagten nur der Bestechung, stunden unter Abzug von 860 durch die Arbeiter versäumter Stunden darunter beispielsweise der Martha Schnörwange und der Hedwig die er zugegeben habe, schuldig zu erkennen, ihm dabei mildernde auf die gesamte Arbeitszeit verteile, dann komme für seinen Betrieb Ehlert. Er ließ sich auf der Registratur die Personalakten der Umstände zu bewilligen, ihn aber von der Anklage wegen Verleitung noch nicht einmal der 9 stündige Arbeitstag heraus, der sonst überall beiden Mädchen geben, notierte Borstrafen und Aktenzeichen an zum Meineid freizusprechen. in Berlin üblich sei. Luppa, ebenso die Adressen, die er in seiner Eigenschaft als Kriminal Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten wegen Bestechung, fommissar auf dem Einwohner- Melde- Amt erfahren hatte. Ferner ohne Bubilligung milderuder Umstände, und wegen Verleitung zum nahm er die Gelegenheit wahr, auf dem Polizeipräsidium durch Meineide zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren Zuchthaus und Aushorchen von Kollegen und Untergebenen au erforschen, ob etwa 5 Jahren Ehrverlust. nene Strafanzeigen eingingen. Er erfuhr aber nach dieser Richtung hin nichts. Schließlich hat er sich an den Kriminalschußman Stierstädter herangemacht, um diesen zu bewegen, von seiner Pflicht abzuweichen. Es handelte sich darum, es als möglich erDie städtische Blindenanstalt unterhält in dem Hause scheinen zu lassen, daß das Mädchen Frieda Woyda ihre erste be- Kürassierstr. 23 bekanntlich eine Schule für blinde Kinder, welche aus lastende Aussage unter dem Drucke gewiffer Einwirkungen gemacht fünf Klaffen besteht und die am Schlusse des Jahrs 1899-1900 von Die hierauf bezüglichen Vorgänge baben könnte. werden 47 Knaben und 24 Mädchen, zusammen also von 71 Kindern besucht noch frisch in Erinnerung sein: die verschiedenen Zusammen- wurde. Der Schulbefuch war durchschnittlich regelmäßig. Das die Thiel mit dem Schußmann Stierstädter im 3. Die unter 2 aufgeführten Arbeiter mit Ausschluß der Ar- fünfte, Führen der blinden Schultinder durch Waisenmädchen ging ohne Unbeiterinnen und derjenigen Arbeiter, die sich die Fähigkeit eines Täschner Weihenstephan, an der Bassage 2c., und die Gespräche, die er bei fall von statten. diesen Gelegenheiten mit Stierstädter geführt hat. Eins derselben gehilfen nicht angeeignet haben, erhalten einen durchschnittlichen soll gelautet haben:„ Gehen Sie denn noch immer von der Moral 4. Ueberstunden werden mit einem Aufschlag von 25 Proz. ver- aus? Wie würden Sie sich stellen, wenn Sie jetzt 200 000 m. hätten und fäßen am Genfer See? Wenn ich Sie dann in 2 Jahren be 5. Die Fabrikanten verpflichten sich, neue Heimarbeiter in fuchte, wäre ich ein armer Mann und Sie ein reicher Hund! Dann Bukunft nicht anzustellen und die Heimarbeit möglichst ganz zu be- würden fie mich wohl gar nicht mehr ansehen! Stierstädter foll darauf erwidert haben: Ich tönnte jetzt ein reicher Mann sein, ich hätte 6. Bereits bestehende günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen mich nur mit Sternberg einzulassen brauchen. Er nahm die Aeuße Der Unterricht an der Fortbildungsschule erstreckte sich auf dürfen nicht verschlechtert werden. rungen Thiels zunächst nicht ernst, als dieser aber sich auch nach den folgende Unterrichtssachen: Lesen und Schreiben der Brailleschrift, 7. Zur Schlichtung von Differenzen wird eine Kommiffion von Bengen Eheleute Blümfe erfundigte, wurde Stierstädter ſtupig und Litteratur und Deutsch, Schreiben der Unzial- und Maschinenschrift, zwei Arbeitgebern und zwei Arbeitern eingesetzt. Den Borfiz in der brach das Gespräch ab. Bei einer andren diefer Unterredungen Rechnen, Klavierspiel und Musiktheorie. Stuhlflechten der jüngeren wie er zugegeben hat Kommission führt ein Gewerberichter. Gegen alle Beschlüsse und Ent- foll Thiel zu dem Zeugen St. fich scheidungen der Kommission steht den Parteien innerhalb drei Tagen fälschlicherweise auf Dr. Sello berufen und gesagt haben: Ich habe In der Beschäftigungsanftalt wurden die 129 Blinden mit Stuhl die Berufung an das Einigungsamt zu. Der Entscheidung durch mit Dr. Sello gesprochen, der meint, in Sachen Sternberg jei jest flechten, Korbflechten, Bürsten- und Besenbinden, im Drucken von wenn die Polizei hilft. Blindenschriften und in den weiblichen Handarbeiten beschäftigt. Ge darf, vor Anrufung desselben weder eine Aussperrung, noch eine Sie brauchen ja vor Gericht auf die Frage, ob die Woyda beeinflußt wurden beschäftigt: In der Stuhlflechterei und Korbflechterei je 28 Blinde das Einigungsamt haben sich die Parteien zu fügen, jedenfalls nur dann noch etwas zu machen, Arbeitsniederlegung statt finden. Die Kommission hat auch die ift, nur zu sagen:„ Das kann möglich sein." Dafür würden dann je 21 männliche, 7 weibliche); in der Bürstenbinderei 44( 18 männ Pflicht, diesen Vergleich vor Ablauf desselben den Parteien zur Ver- feitens der Verteidigung keine unangenehmen Fragen an Sie ge- fiche, 26 weibliche); in der Druckerei 5( 1 männliche, 4 weibliche) richtet werden. Es giebt sofort 30 000 m., die wir uns teilen, im und mit weiblichen Handarbeiten 24 weibliche Blinde. längerung zu empfehlen oder neue Bedingungen auszuarbeiten. Die tägliche Fall der Freisprechung noch 150 000 M. Als Stierstädter feine Arbeitszeit betrug für die mit weiblichen Handarbeiten beschäftigten 8. Vorstehender Vergleich gilt bis zum 15. Februar 1908. Die Bertreter der Parteien erklärten sich vorbehaltlich der Zu- Antwort gab, jagte der Angeklagte: Wollen Sie mich verraten, 6 Stunden, für alle fibrigen beschäftigten Blinden 7 Stunden. stimmung ihrer Auftraggeber mit dem Bergleich einverstanden. dann sagen Sie es gleich, dann fahre ich nach Hause und schieße Die an die Blinden gezahlten Arbeitslöhne betrugen im Berichtsmir eine Kugel durch den Kopf." Schließlich traf Thiel ben jahr 27 880,65 M. Die Brutto- Einnahme der Beschäftigungsanstalt Zeugen Stierstädter eines Tags auf dem Korridor des Bolizei- bezifferte fich auf 103 481 2. Verteilt man die Summe der Löhne präsidiums und sprach ihn an:„ Na, Sie denken wohl, ich habe auf die 129 beschäftigt gewefenen Blinden zu einem durchschnittlichen er habe nicht erfahren können, ob es Neues in Sachen Sternberg verdienst wurde von 55 Blinden überschritten, von 74 nicht erreicht, gebe, er lasse sich nicht mehr auf Blümkes ein, nachdem es ihm ver- Den höchsten Durchschnittsverdienst erzielten: In der Stuhlflechterei Vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I begann heute die boten sei. Der Angeklagte erwiderte: Ich werde auch davon lassen, mit 40,40 m., in der Korbflechterei ein Flechter mit 35,25 W., in ber Bürstenmacherei ein Besenpicher mit 54,98 m., Verhandlung gegen den Kriminalkommissar Thiel, der der Bees wird besser sein!- Herr Stierstädter hat dann dem Kriminaltommissar v. Trescow von dem Anfinnen Mitteilung gemacht, dieser Den in der Druckerei eine Druckerin mit 45,67 M. und in ste chung und der Verleitung zum Meineide beschuldigt ist. Borsiz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor Boigt, die fand die ganze Sache aber so ungeheuerlich, daß er zunächst nicht weiblichen Handarbeiten eine Arbeiterin mit 20,84 M. daran glaubte. Anklage vertritt Staatsanwalt Braut, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Leonhard Friedmann. Der aus der Unter fuchungshaft vorgeführte Angeklagte heißt mit Vornamen Martin, er Der Verhandlung, die im kleinen Sizungszimmer der 7. Strafist am 4. August 1871 zu Pistorfine, Kreis Wohlau, als der Sohn tammer stattfindet, wohnt der Chef der Kriminalpolizei Regierungseines evangelischen Geistlichen geboren, hat das Abiturienteneramen rat Dieterici bei, ebenso Oberstaatsanwalt Dr. sen biel. gemacht und mehrere Semester Jura studiert, war Artillerie- Offizier Der Angellagte fieht sehr mitgenommen und vergrämt aus. in Reiße und später Lieutenant der Landwehr. Er hat seiner Beit Er giebt im allgemeinen die Behauptungen der Anklage au Es wurde festgestellt, daß bei dieser Lohnbewegung 300 bis 350 Arbeiter in Frage kommen. Nach mehrfiindiger Beratung unterbreitete das Einigungsamt den Parteien eine formulierte Arbeitsordnung und die folgenden Bergleichsvorschläge für die Lohn- und Arbeitsbedingungen: 1. Täschnergehilfen, die ihre Lehrzeit beendet haben, erhalten im ersten Jahre nach Beendigung derselben einen Stundenlohn von 85 Pfennig. 2. Sämtliche übrigen in Täschnerwerkstätten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten einen Zuschlag von 5 Broz. zu den bisherigen Löhnen. Stundenlohn von 45 Pf. gütet. feitigen. Prozeß gegen den Kriminalkommiſſar Thiel. " Er bestellte Das Urteil. Kommunales. bildungsschule und Beschäftigungsanstalt für Blinde, welche am Außer dieser Schule unterhält die Stadtgemeinde noch eine Fort Schluffe des Berichtsjahrs von 61 männlichen und 68 weiblichen, zu fammen von 129 erwachsenen Blinden( gegen 114 im Vorjahr) bes fucht wurde. Von diesen waren 105 täglich 8 Stunden, von 8 bis 4 Uhr, in der Anstalt anwesend, während die übrigen nur an vier Wochentagen an einzelnen Unterrichtsstunden teilnahmen. Blinden, weibliche Handarbeiten und Chorgesang. das Geld ſchon? So fanell geht es nicht!" Stierſtädter antwortete, Monatsverbinft, so entfallen auf den Stopf 17,69 M. Diefer Monats Die Vernehmung des Angeklagten. Von den 129 beschäftigten Blinden erhielten 65 eine laufende monatliche Armenunterstügung mit zusammen 1040 M. oder pro Kopf 16 M. 24 Blinde, darunter 9 von den 65 mit Armenunterstügung bedachten, erhielten aus der Borstell Stiftung monatlich 10 M., eine Blinde aus der Abegg- Stiftung ebenfalls 10 M. und eine andre 9,50 M. Invalidenrente. . Berliner Partei- Angelegenheiten. Der Vertrauensmann. bahn und die Anschlüsse der Untergrundbahn von der Stadt oder Höhe hob und dann den Verunglüdten unter demselben vorzog. von Siemens u. Halste ausgeführt und betrieben werden sollen. Der schier Verletzte wurde nach einem Krankenhause befördert. Lichtenberg. Die Parteigenossen, insbesondre die Mitglieder Bei den Verhandlungen wurden natürlich auch andre Pläne der des Wahlvereins werden ersucht, sich Sonntag, den 17. Februar, städtischen Verkehrsdeputation erörtert, besonders der einer nord- jüd- Klempners Rudolf Sertsch geführt. K., der in der Putbuserstraße 11 Die Wohnungsnot hat zum Selbstmord des 39 Jahre alten vormittags 8 Uhr, an den bekannten Stellen zur Flugblattlichen Unterpflasterbahn im Zuge der Friedrichstraße im Anschluß an wohnte, war arbeitslos und hatte die Künoigung seiner Wohnung berbreitung einzufinden. die Untergrundbahn Potsdamerplaz- Alexanderplag. Die Verhandzum ersten März erhalten. Nachdem er seiner Ehefrau gegenüber lungen ergaben ein volles Einverständnis der Vertreter des Polizei- geäußert hatte, daß er bisher die Miete stets herbeigeschafft habe, Rigdorf. Mittwoch, den 20. Februar, abends 81/2 Uhr, findet präsidiums mit denen der Stadt. feine Arbeitslosigkeit aber feinen Grund zur Kündigung bieten könne, die konstituierende Versammlung des Socialdemokratischen Wahl- Reliquien als Handelsobjekt. In der Stuttgarter Anti- und daß er sich deswegen das Leben nehmen müsse, benugte er am vereins für Rigdorf in Laudners Festsälen, Bergstraße, statt. Nebst quitäten- Zeitung" befindet sich folgendes Inserat Donnerstagabend die Abwesenheit der Frau zur Ausführung der den Vereinsangelegenheiten steht als wichtiger Punkt ein Vortrag Für Specialsammler! Für ein an den Reliquienfultus der That. Er erhängte sich mit seinem Leibriemen an der Thür. Als des Reichstags Abgeordneten G. Klees auf der Tagesordnung röm.- fathol. Kirche erinnerndes Kruzifig, enthaltend: zwei Par die Ehefrau nach der Heimkehr einen Arzt rief, war es bereits über: Welche Rechte haben die Arbeiter von ihren Arbeitgebern zu tite Ichen vom Kreuze Christi nebst Authentit von zu spät. beanspruchen und welche Pflichten sind sie ihnen gegenüber schuldig, Rom über Echtheit, wird Reflektant gesucht. Laut betr. Urkunde unter specieller Berücksichtigung des Arbeitsverhältnisses unter social- darf qu. Reliquie in Kirchen und Kapellen zur Verehrung gestellt abend) angekündigte Nachmittagsvorstellung zu fleinen Preisen bereits um Im wissenschaftlichen Theater der Urania findet die heute( Sonn demokratischer Leitung befindlichen Betrieben." Die Parteigenossen werden. Photographische Abbildungen vorhanden." Daina 3 hr statt, und zwar wird nicht der Projektionsvortrag Mittelmeerwerden ersucht, ihre alten Bücher umzutauschen. M Der provisorische Vorstand. Brik. Da am vergangenen Sonntag die Flugblattverbreitung wegen zu wenig Beteiligung nicht hat statifinden können, werden die Genossen ersucht, am Sonntag, den 17. d. M., morgens 8 Uhr, im Lokal Dorn recht zahlreich zu erscheinen. Zehlendorf. Die Mitglieder des Wahlvereins machen wir darauf aufmerksam, daß am Sonntagnachmittag Punkt 4 Uhr, bei Hellenbrandt eine Zusammenkunft" behufs Zahlung von Beiträgen stattfindet. Es ist sehr erwünscht, daß die Genossen mit Familie erscheinen, damit auch die Geselligkeit unter den Mitgliedern gepflegt werden kann. Der Vorstand. Hermsdorf i. M. Am Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, bei Riedel in Hermsdorf i. M.: Versammlung für Männer und Frauen. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow über:„ Die Junker, der Brotwucher und das arbeitende Volf." Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Tokales. Ju itsd " Eine neue Polizeiverordnung wird demnächst im allgemeinen Verkehrsinteresse erlassen werden. In derselben wird bestimmt, daß sämtliche in Berlin verkehrenden Fuhrwerfe mit Bremsvorrichtungen versehen sein müssen. Auf Grund einer Eingabe des Deutschen Tierschuß- Vereins an das fönigliche Polizeipräsidium hatte das Tektere eine Unifrage in den größeren hiesigen Fuhrgeschäften angestellt, um Ermittelungen über die Zahl der mit Bremsen versehenen Wagen und die mit solchen gemachten Erfahrungen vorzunehmen. Das Ergebnis diefer Umfrage war, daß sich die Mehrzahl der FuhrgeschäftsInhaber für die Notwendigkeit von Bremsen aussprachen. fahrten zur Aufführung gelangen, sondern der neue dekorative Vortrag: „ Aus dem Tagebuch der Erde". Ringkämpfe im Cirkus Schumann. Am Donnerstagabend rang Bervet( Belgien) mit seinem Landsmann Bronten. Nachdem sie 32 Minuten gerungen hatten, mußte der Stampf als unentschieden abgebrochen werden. Strenge( Berlin) vermochte seinen Gegner Jeurisson( Belgien), den er bereits in Hamburg geworfen hatte, auch vorgestern wieder durch seine Straft und Geschicklichkeit nach 5 Minuten zu besiegen. Auch der letzte Stampf, Boirée( Südfrankreich) gegen Röpel( Danzig) blieb unentschieden. Das Ringen mußte wegen vorgerüdter Zeit nach 25 Minuten abgebrochen werden. Aus den Nachbarorten. Die Kaputher und Geltower Obstzüchter, die bis zum vorigen Jahre ihr Heim in der Markthalle II in der Lindenstraße hatten, werden durch die hier geplante und bereits beschlossene Er- Die Rigdorfer Stadtverordneten- Versammlung weiterung der Blumenhalle und durch die infolgedessen notwendig beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung wieder mit der vom Magistrat gewordene Verschiebung der Verkaufsstände ganz aus dieser Halle beantragten Neuregelung und Erhöhung der Luftbarkeitssteuer. verdrängt und müssen nach Halle III in der Zimmerstraße Die Kommission hat die sehr weitgehende Magistratsvorlage etwas übersiedeln. Mit der Abräumung und Einrichtung des für sie gemildert. Gegen die Stimmen der Socialdemokraten, deren Redner bestimmten Teils der Halle III ist begonnen worden. In dieser Halle Stadtv. Breßler, jede Luftbarkeitssteuer principiell verwarf, wurde find 2010 Quadratmeter Verkaufsstände vorhanden, doch ist die Be- zunächst beschlossen, überhaupt eine neue Luftbarkeitssteuer Ordnung fegung feit längerer Zeit so start zurückgegangen, daß im letzten zu erlassen. Die Vorschläge der Kommission wurden dann mit geringen Jahre nur noch zivischen 700 und 800 Quadratmeter, je nach der Aenderungen angenommen. Durch Auslosung ist der Gastwirt Jahreszeit, besetzt waren. Durch die Uebersiedelung der Kaputher Ph. Thomas aus dem Sparkassen Kuratorium ausgeschieden. Die und Geltower Obstzüchter wird die Bejeßung der Halle mit einem Mehrheit lehnte seine Wiederwahl ab, die Ostermann( Soc.) Schlage etwa um die Hälfte höher als bisher, aber allerdings nur beantragt hatte, und wählte einen Herrn aus ihrer Mitte. für die Sommermonate. N Wie die Aermften der Armen wohnen. Das Statistische Amt von Charlottenburg hat im Anfang November eine Specialaufnahme der Wohnungen der laufend unterstützten Personen vor genommen, deren Ergebnis jetzt veröffentlicht ist. Bon den 1756 Die schon bekannte socialdemokratische Inters unterstützten Bersonen führten zwei Drittel einen eignen Haushalt, Professor Hermann, der in weiten Areifen bekannte Bauber- pellation betreffend einige Amtsüberschreitungen des berühmten während ein Drittel im Haushalt andrer Personen ihr Unterkommen fünstler, der auch als gerichtlicher Sachverständiger im Harmlosen- Stadtv. Beliz begründete der Stadtv. Dr. Silberstein( Soc.): Die gefunden hatten. Dem Geschlechte nach waren etwas mehr als ein prozeß fungierte, ist gestern in seiner Wohnung Surfürstenstraße 6 zuständige Deputation habe seiner Zeit bei Feſtſehung des SpeiſeBiertel der unterstützten Personen männlich, während fast drei im 61. Lebensjahre gestorben. regulativs für die Krankenanstalt beschlossen, gegen die Proteste Viertel dem weiblichen Geschlechte angehörten. Von den 557 als Ju= des Stadtrats Granier und des Stadtv. Belß, nicht 1/4 sondern 1/3 Bfd. faffen einem andern Haushalt angehörigen Unterstüßten waren nur 47 Der aus dem Sternberg- Prozeß bekannte Privatsekretär Fleisch für jeden stranken anzujeßen, der Fleisch essen darf. nicht verwandt mit dem Haushaltsvorstand. Die überwiegende Ehlert, Vater der dort aufgetretenen Zengin Ehlert, der schon zwar habe sich die Mehrheit für die größere Bortion entschieden, Mehrzahl( 510) hatte ihr Unterkommen bei Verwandten gefunden. einmal vorübergehend in Haft saß, ist fürzlich abermals wegen weil viele der Stranten, die in die Anstalt tämen, nach ärztlichem Insgesamt wohnten in 1199 Wohnungen mit 1538 heizbaren Nötigung in Untersuchungshaft genommen worden. Es handelt sich Gutachten unterernährt seien und gerade der Zufuhr einer genügenden Bimmern 4390 Personen, so daß auf ein Zimmer 2,9 Personen um die in dem Prozeß zur Sprache gekommene Art, in welcher er Menge von Eiweiß bedürften. Nun habe jetzt Herr Belz, dessen famen. Verhältnismäßig weniger start besetzt sind die primitiveren die Untugend seiner Tochter zu eigenem Vorteil ausgebeutet haben eigenmächtiges Einschreiten schon früher einmal habe zurückgewiesen Wohngelegenheiten, wie solche, die nur aus einer Stiche bestehen, soll. Der Verhaftete hat gegen seine Verhaftung durch seinen Ver- werden müssen, als Specialdeputierter wieder eine Herabjegung mit 1,7 Personen, bei denen zu der Küche noch ein unheizbarer teidiger Rechtsanwalt Morris Beschwerde erhoben. der beschlossenen Nahrungsmengen veranlaßt, u. a. auch eine Raum hinzukommt, mit 2,4 Personen, die nur aus einem Fleischrationen, Verkleinerung der ohne den KrankenhausEin besonderes Glück muß der Naturforscher" Pawelski geunheizbaren Raum ohne Küche bestehen, mit 1 person. Recht habt haben, wenn man seinen Worten Glauben schenken darf. Die arzt oder die Deputation oder den Magistrat zu benacherheblich überschreiten den Durchschnitt die die Hälfte aller Kriminalpolizei entdeckte zwei fast neue Pferdegeschirre, die Pawelski richtigen. Das sei ein Verfahren, das aufs schärfste mißWohnungen darstellenden Wohnungen aus einem heizbaren Zimmer für 8 m. verfauft hatte. Während er angiebt, die Geschirre bei billigt werden müsse. Nun habe man in der Deputation den mit Küche und einem unheizbaren Raum bestehend, bei denen 4,0, feinen" Forschungen" auf einem Felde bei Berlin gefunden zu haben, Kern der Sache verschieben wollen, indem man eine Aenderung des ferner die aus einem heizbaren Zimmer mit Küche ohne unheizbare vermutet die Polizei einen Diebstahl. Der Eigentümer fann die Regulativs als notwendig hingestellt habe. Darauf komme es im Zimmer bestehenden Wohnungen, bei denen 3,4 Personen auf ein Geschirre im Zimmer 37 des Polizei- Präsidialgebändes in Empfang vorliegenden Falle gar nicht an. Unfehlbar jei ein solches Speiseheizbares Zimmer kommen. Bei den Wohnungen aus einem heiz- nehmen. regulativ nicht und über Aenderungen lasse sich immer reden. Aber baren Zimmer ohne Küche, aber mit unheizbarem Zimmer, es müsse verhindert werden und das allein leite die Interfommen 2,5 und bei denen, die ausschließlich aus einem Verschiedene Einbrecherbanden mit ihren Hehlern, die sich pellanten, daß ein einzelnes Deputationsmitglied sich über die Beheizbaren Zimmer bestehen, 1,8 Personen auf ein heizbares 3 gemeinschaftlichem Thun mit einander verbunden und ihre Reze schlüsse der Deputation und des Magistrats selbstherrlich hinwegseze und Zimmer. In den 570 Wohnungen, welche nur aus einem nicht bloß über Berlin, sondern über einen großen Teil Deutschlands durch seinen Einfluß eine Verminderung der Nahrungsmengen heizbaren Zimmer mit Küche bestanden, lebten 1967 Personen, ausgespannt hatten, wurden von der Kriminalpolizei aufgehoben und veranlasse.. Ebensogut könnte Redner als Deputationsmitglied 793 männlichen und 1174 weiblichen Geschlechts, darunter 914 Kinder, als ein wohlorganisiertes Ganzes entlarvt. Dazu hat auch ein anordnen, daß jedem Kranken 3/4 Pfund Fleisch statt eines Drittels 226 Schlafgänger und 38 Chambregarnisten beider Geschlechter. Die Einbruch beigetragen, der mit noch zwei andren in der Nacht zum täglich zu geben seien, oder der Stadtv. Conrad bestimmen, in der Zahl der in den Haushaltungen der Armen lebenden Kinder belief 27. v. Mts. in dem Uhrengeschäft von v. Romme 111 der Gasanstalt sei von morgen ab der Achtstundentag einzuführen. Das fich auf 1896, die Zahl der Schlafgänger und Chambregarnisten Luisenstr. 7 verübt wurde und reiche Bente an verschiedenen kost- gehe denn doch nicht. Uebrigens wäre es vielleicht gar nicht zu der betrug 824. Von den Schlafgängern fiel über die Hälfte baren Goldsachen brachte. Die polizeilichen Nachforschungen in Interpellation gekommen, wenn nicht die Deputation es mit 4 gegen auf die Wohnungen aus Zimmer und Küche, eine sehr große Sachen der Einbrecherbande Schlutt und Genossen führten auf einen 4 Stimmen abgelehnt hätte, sich beim Magistrat über Herrn Belß Gefahr für die Gesundheit und Sittlichkeit. Da außerdem Hehler Neese. Eine Durchsuchung bei ihm förderte Sachen aus dem zu beschweren. Hierbei sei die Stimme des beteiligten in 38 Fällen Chambregarnisten in der Wohnung waren, blieb dann v. Rommeschen Einbruch zu Tage, die noch nicht eingeschmolzen Beli ausschlaggebend gewesen, was der Borsigende, Herr die Haushaltung selber vermutlich nur auf die Küche beschränkt. Zu oder durch Zerbrechen und Verbiegen unkenntlich gemacht waren. Stadtrat Granier, wahrscheinlich in seiner Freundschaft für Herrn beachten ist ferner, daß von sämtlichen 1199 Wohnungen 860 tein Sonach fonnte der größte Teil der" Sore" dem nicht ver- Belß habe durchgehen lassen. besonderes Klosett hatten, sondern ein mit andern Wohnungen sicherten und an den Rand des Abgrunds gebrachten v. R. Der Magistrat ließ die Juterpellation durch den Stadtrat gemeinsames, ein gerade bei starker Beseßung der Wohnungen wieder zugestellt werden. Ferner wurde der Beweis erbracht, Granier dahin beantworten, daß der Stadtv. Belß nicht befugt bemerkenswerter Umstand. Der monatliche Mietewert daß ein bereits in Untersuchungshaft sigender Schler Tresp gewesen sei, selbständig die Anordnungen wegen Herabjegung der betrug 18,37 Mart im Durchschnitt für alle Wohnungen, und die Schlächter Paul Müller und Wilhelm Rösler, Verpflegungsportionen zu treffen. Um ähnlichen Vorkommnissen in 16,34 Mark im Durchschnitt für die Wohnungen mit die letzteren beiden als Ginbrecher mit Reese gemeinsame Sache Zukunft vorzubeugen, soll das Anstaltspersonal dahin instruiert einem heizbaren Zimmer Der Durchschnittspreis gemacht hatten. Die beiden Schlächter wurden gleichfalls eingesperrt. werden, daß Anordnungen von einzelnen Deputationsmitgliedern, für Armenwohnungen von einem heizbaren Jetzt ist auch noch gelungen, eine Gemeinschaft zwischen den Ge- welche den gegebenen Instruktionen, den Beschlüssen der Deputationen 3immer ist höher als der für sonstige Wohnungen mit einem nannten und den in der letzten Zeit hinter Schloß und Riegel ge- oder des Magistrats, oder den Anordmmgen der Decernenten zuheizbaren Zimmer.( 196 M. gegen 135 bis 189 m. jährlich!) Der brachten Diebes- und Hehlerbanden nachzuweisen. Die Häupter widerlaufen, nicht zur Ausführung zu bringen sind. amtliche Bericht läßt es dahingestellt, ob dies daran liegt, daß die Schuster, Schulze, Schlutt, Hamann, Rösler, Krosy, Müller und ihre Herr Belß hielt dann eine lange, recht ullige Nede, in der er leerstehenden Wohnungen im Preise von 135-189 M. minderwertig Helfer standen in enger Fühlung mit einander. Bisher finden noch waren, oder ob grade der ärmeren Bevölkerung in An- Voruntersuchungen statt, die aber voraussichtlich zu einem Riesenbetracht ihrer zweifelhaften Zahlungsfähigkeit höhere Mieten strafprozeß führen werden. Alle als Angeschuldigte daran betheiligten abverlangt werden. Personen gehören zu den berufsmäßigen Einbrechern und Hehlern. Die Bade- Einrichtungen der Berliner Gemeindeschulen Ein dreister Diebstahl wurde am Donnerstagnachmittag in flärung des Magistrats erklärte er für ungerechtfertigt. Selbstwerden in dem neuesten Bericht der städtischen Schuldeputation zum der in der Berlinerstraße zu Charlottenburg belegenen Wohnung verständlich konnte der recht begüterte Herr seiner Gewohnheit, erstenmal besprochen. Anlaß dazu hatte bereits seit mehreren Jahren eines Arztes ausgeführt. Bei dem Arzt erschien ein Mann in die in der Socialdemokratie vereinigten Armen der Begehrlichkeit zu vorgelegen; denn das erste Brausebad an einer Berliner Gemeinde- mittleren Jahren mit der Angabe, daß er früher in der Münze zeihen, auch diesmal nicht entraten. Zu erwähnten wäre ferner, daß schule wurde 1895 eröffitet.( Wir haben auf diese Lücke in den angestellt gewesen und Kupferstecher gewesen sei. Er habe eine Dr. Silberstein durch Zwischenrufe und besondere Ausführungen viele Schuldeputations- Berichten in den letzten Jahren wiederholt hin- trante Mutter und bitte um in sein Fach schlagende Arbeit. Der Behauptungen des Belß' richtig stellen mußte. gewiesen.) Im Jahre 1899/1900 bestanden Bade- Einrichtungen an Arzt holte aus einem andern Zimmer das Bildnis feines Vaters, um Stadiv. Abraham gab zu, daß Belß in der Form gefehlt 9 Gemeinde- Doppelschulen. Es wurden im Laufe des Jahrs es dem Fremden zur Herstellung eines besseren auszuhändigen und habe, glaubt ihm aber in materieller Beziehung das beste Zeugnis 210 574 Bäder genommen, 133 917 von Knaben und 76 657 gab ihm noch 6 M. Vorschuß für die zu leistende Arbeit. Nachdem ausstellen zu fönnen, während Stadtv. Nahmig Herrn Belz von Mädchen. Im Durchschnitt kamen also auf jede der sich der Kupferstecher, der den Namen Biermann oder Behrmann ge- namens der Mehrheit als einen guten Hausvater" feierte, der 9 Knabenschulen 14 880 Bäder, auf jede der 9 Mädchenschulen nannt und angegeben hatte, daß er in der Berlinerstr. 72 in Char feinen Tadel sondern Lob verdiene. Stadtv. Breßler( Soc.) wies nur 8517 Bäder, wobei зи beachten ist, daß niemand lottenburg wohne, entfernt hatte, vermißte der Arzt von seinem Belg noch einen andern Uebergriff nach. Bürgermeister Voigt zur Benutzung der Brausebäder gezwungen wird, und daß Schreibtisch eine filberne Cigarettentasche in hohem wert. Die trat für die Erklärung des Magistrats ein, die auch der Stadiv. andrerseits die unteren Selassen noch nicht zugelassen werden, weil Flächen der Tasche sind gereifelt; auf der einen Seite befindet sich eise( bei keiner Fraktion) durchaus billigte. die Kinder noch nicht sämtlich im stande sind, sich ohne Hilfe und der verschlungene Namenszug H. T.; auf dem goldenen Bürgermeister Boigt gab auf eine Anzapfung Abrahams berasch aus- und anzuziehen. Die von Anfang an beobachtete Er- Schloß figt ein rundgeschliffener Diamant; an der Außen fannt, daß der Magistrat seine Beantwortung der Juterpellation schon scheinung, daß die Mädchen die Bäder seltener benutzen, hat man seite der Tasche ist ein Behälter für Zündhölzer an einige Tage vorher den Rirdorfer Lofalblättern zugänglich gemacht daraus zu erklären versucht, daß die Mädchen sich mehr als die gebracht und im Rüden eine kleine Röhre zur Aufnahme habe, damit nicht die entsprechende Notiz mit der Einleitung erKnaben scheuen, die Mängel ihrer Leibwäsche vor andern Kindern von Lunte. Der Dieb spricht die bayrische Mundart, hat ein rotes scheinen brauche: Wie der Vorwärts" berichtet uſw.". sehen zu lassen. Der Bericht der Schuldeputation äußert sich hierzu Gesicht, einen mit fleinen Bideln bejezten rötlichen Streifen quer nicht. Die Benutzung der Bäder war ziemlich das ganze Jahr hin- über die Nase fortlaufend, hervorstehende Badeninochen und eine Schöneberg. In der letzten Sigung Sigung der durch gleich stark. Nur die Ferienmonate zeigen natürgemäß eine gebogene Nafe. Er trug einen braunen Ueberzieber mit Sammetschwächere Benutzung. Die Kosten des Betriebs der Brausebäder fragen. Seine geäußerte Absicht, am nächsten Sonntag wieder- verordneten Berjammlung berichtete Bürgermeister betrugen 8750 M., so daß sich ein Bad auf 4/7 Bf. stellte. Das tommen zu wollen, wird er wohl faum ausführen. Auch bei einem Wilde über die allgemeine finanzielle Lage der Stadt im abist eine recht geringfügige Ausgabe im Vergleich zu dem Nußen, andren Arzt hat er unter der gleichen Angabe 6 M. Vorschuß erhalten. gelaufenen Jahre. Die Einführung der elektrischen Straßenden diese Bäder stiften. Ihr günstiger Einfluß auf die förperbeleuchtung hat gegenüber der früheren Gasbeleuchtung eine Erliche Entwickelung der Kinder und auf ihre Leistungen im Unter- mit einem Geschäfts- Fuhrwert einer Weißenfeer Gärtnerei Schulhäuser und der Etat des Armenwesens höhere Ausgaben. Ein Zusammenstoß eines elektrischen Straßenbahnwagens sparnis von 12 591 M. ergeben. Dagegen erfordere die Erbauung neuer richt ist von der Lehrerschaft vielfach anerkannt worden, doch hat es fand gestern morgen um 3/48 Uhr am Moltenmartt statt. Der Die Einnahme der Einkommensteuer 1899/1900 ergab gegenfreilich auch nicht an Stimmen gefehlt, die den Nuzen bestritten. Führer des Geschäftswagens versuchte dicht vor einem heranbrausen- über dem Vorjahr ein Plus von 438 000.( 1 120 000 M.). Daß die mit den Brausebädern gemachten Erfahrungen durchaus den Straßenbahnzuge der Linie Schönhauser Allee- Briz die Geleise Weiter sei zu berichten, daß das Gewerbegericht 249 Rechtsgünstig" feien, wird auch in dem Bericht hervorgehoben. Der Forts zu freuzen. Der Motorwagen erfaßte jedoch das Hintergestell des sachen erledigt und die Benutzung des Arbeitsnachweises bestand der Bade- Einrichtungen an den Berliner Gemeindeschulen ist tastenwagens und zertrümmerte denselben. Personen wurden glüd- fich bedeutend gehoben habe. Die Frage der Errichtung eines längst gesichert. Schon seit einigen Jahren wird bei der Erbauung licherweise nicht verlegt, doch verursachte der Unfall eine längere Amtsgerichts in Schöneberg fei im bejahenden Sinne ent neuer Gemeindeschulhäuser regelmäßig auch an die Anlegung einer Verkehrsstörung. schieden; auch Bade- Einrichtung gedacht. Mühe hat es freilich gekostet, bis das in die Kanalisations Angelegenheit gehe Berlin erreicht worden ist. Auch hierin hat Berlin lange genug Durch Kurzschluß sind gestern nachmittag nach 5 Uhr auf der blid dem Ministerium zur Begutachtung vor. Ohne Debatte ihren formellen Gang und das Projekt liegt im Augen andren und kleineren Städten den Vortritt gelassen. Strede der Wannseebahn von einem der dort kursierenden elektri- blick dem Ministerium zur Begutachtung vor. wurde dann den den Mittelschullehrern eine jährliche FunktionsUeber die Weiterführung der elektrischen Hoch- bezw. schen Züge zwei Wagen abgebrannt. Personen find nicht zu Schaden zulage von 300 M. bewilligt. Weiter ersucht der Magistrat Untergrundbahnen von Siemens und Halste vom Potsdamer gekommen. um die Genehmigung zur Anstellung eines Technikers und eines BauBahnhof nach dem Spittelmarkt und dem Alexanderplay fanden Unter einen Motorwagen der Linie Wilmersdorf- Königs- auffehers zieds Beaufsichtigung der von der Stadt auszuführenden zwischen Vertretern des Magistrats und dem Polizeipräsidium Ver- bergerstraße geriet gestern abend gegen 81/2 Uhr auf dem Küstriner Arbeiten. Dem Verlangen wurde einstimmig stattgegeben. handlungen statt, die das Ergebnis hatten, daß allseitig die baldige plaß ein anscheinend dem Arbeiterstande angehöriger unbekannter Den städtischen Störperschaften sei bei dieser Gelegenheit Ausführung dieses Projekts für wünschenswert erachtet wurde. Es Mann. Um den Ueberfahrenen zu befreien, mußte die Feuerwehr die Uebermahme von Arbeiten in eigne Regie bestens wurde auch darüber verhandelt, ob die Weiterführung der Hoch- hinzugezogen werden, die den Wagen mühsam mit Winden in die empfohlen, denn nur dadurch würden unlautere Praktiken verhindert. um den ihm gemachten eigentlichen Vorwurf mit großem Geschick herumredete. Er schien den Befähigungsnachweis dafür erbringen zu wollen, daß er ein äußerst tüchtiger und sparsamer Küchenmeister ici. Seine Ausführungen ließen ahnen, daß er sich wegen dieser Eigenschaft zu eigenmächtigem Vorgehen berechtigt hielt. Die Era Stadt. getvannen 5 Mandate. " 20 Holmo " mitteilen. Gerichts- Beitung. Zur Beratung gelangte, ferner ein von mehreren Stadtverordneten Beuge Bauunternehmer Winter, der Bater des ermordeten an den Magistrat gerichteter Antrag, mit der Eisenbahn- Verwaltung Ernst Winter, bekundet: Ich bin furz vor der Ermordung dahin zu verhandeln, daß die geplanten Verlängerungen und Ver meines Sohnes mit meinem Sohn im Restaurant Müller ge- Der Schriftsteller Joachim Gehlsen aus Charlottenburg( der breiterungen der Wege- und Straßen- Unterführungen von vornherein wesen. Der Angeschuldigte, den ich nicht kannte, der mir aber wegen frühere Reichsglöckner") ist gestern vormittag auf Berfügung der in der ganzen Länge und in der Breite der Straßen zwischen den seiner„ stußerhaften Kleidung auffiel, war auch da und spielte einen töniglichen Staatsanwaltschaft am Landgericht„ bis auf weiteres" festgefesten Straßenfluchtlinien ausgeführt werden, damit nachträgliche Bierstat. Mein Sohn und ich sahen zu. Mein Sohn sprach mit aus dem Strafgefängnis in Tegel entlassen worden, nachdem er von Erweiterungen und dadurch erhebliche Mehrkosten erspart bleiben. dem Angeklagten. Ob sie sich näher gekannt haben, weiß ich nicht.feiner einjährigen Gefängnisstrafe acht und einen halben Monat verSämtliche Redner sprachen sich in diesem Sinnejaus und so gelangte der Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld( zu dem Bauunternehmer büßt hat. Veranlassung zu dieser vorläufigen Entlassung ist die Antrag zur Annahme. Ohne Widerspruch erfolgt die Wiederwahl Winter): Wann haben Sie den Vorgang zum erstenmal be- Untersuchung, welche auf Grund seiner Anzeige gegen einige Hauptder bisherigen Schulärzte. Diese Einrichtung ist eine dauernde. fundet? 3euge: Als ich nach Konig geladen wurde und die belastungszeugen in den wider ihn geführten Erpressungsprozeß einUni jedoch etwaigen Zweifeln zu begegnen, als ob ein Schularzt keine gefundenen leider als die meines ermordeten Sohnes refognoszierte, geleitet worden ist. Gehlsen behauptet nämlich und will unter BeBeamteneigenschaft habe, erfuhr die bisherige Schularzt- Ordnung fragte mich der Herr Erste Staatsanwalt, ob ich noch etwas wiffe. weis stellen, daß die genannten drei Herren bei ihren Zeugnissen folgende, von den Stadtverordneten acceptierte Aenderung: Die Da habe ich ihm die Mitteilung gemacht.- Berteidiger Rechts- wider ihn sich grober Verlegungen der Eidespflicht schuldig gemacht Schulärzte erhalten dadurch weder einen Anspruch auf Pension, noch anwalt Sonnenfeld: Sie sind doch im Maßlof- Prozeß haben. auf Witwen- und Waisengelder. Ihre Thätigkeit wird als Neben- vernommen worden. Weshalb haben Sie das da nicht gefagt? Aus dem Gründerprozeß ist Neues nicht zu berichten. Die amt im Sinne des§ 2 Abs. 2 des Gesetzes vom 30. Juli 1899 betr. 8euge: Weil ich der Meinung war, daß man mir als Beweisaufnahme schleicht langsam und eintönig dahin und zeitigt die Anstellung und Versorgung der Kommunalbeamten angesehen." Bater des Ermordeten doch nicht glauben würde. Dann wollte feine Momente von hervorragenderem Intereffe. In den letzten Lichtenberg. Die hiesigen Gemeindewahlen sind gestern ich den Angeklagten auch nicht belasten. Verteidiger Rechtsanwalt beiden Tagen find einige Punkte der Anflage erledigt worden, die beendet worden. Das Gesamtresultat ist folgendes: Gewählt find Sonnenfeld: Das ist aber doch ein wesentlicher Verhandlungs- in ihrer ganzen Struktur und auch in den Einzelheiten, dem von uns 8. Konservative, 6 Freifinnige, 8 Socialdemokraten. Um zwei gegenstand des Maßlof Prozesses gewesen. Weshalb haben Sie mitgeteilten ersten Anklagefalle gleichen. Da es sich darum handelt, Mandate wird in der Stichwahl gerungen, es werden voraussichtlich da gefchwiegen? Bräs. Ich werde selbst die Vernehmung über jeden einzelnen dieser Fälle strafrechtlich zu fecieren und die große Mandate wird in der Stichwahl gerungen, es werden voraussichtlich nehmen. Zeuge Winter, weshalb haben Sie im Malof- Prozeß Anzahl der letzteren lange Zeit die Beweisaufnahme in derselben die Konservativen und Freifinnigen je ein Mandat erhalten. Das Verhältnis der Parteien fezte sich in der bisherigen Gemeinde- on diesem Gespräch Ihres Sohnes mit dem Angeklagten nichts ge- Gangart halten wird, so werden wir die Berichterstattung nur dann vertretung in folgender Weise zusammen: Konservativ 7 Verfagt? Beuge: Ich meldete mich einige Male, wurde aber wieder aufnehmen, wenn besondere Umstände es erfordern. Im ordnete, gewonnen 1 Mandat; Freisinnige 14 Verordnete, verloren wurden zurückgewiesen, weil Sie Urteile abgeben wollten. zurückgewiesen. Präs: Das ist allerdings richtig. Sie übrigen werden wir seiner Zeit die Strafanträge und das Urteil 7 Mandate; 1 Mandat ist gegen die Konservativen in der Stichwahl Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld: Ist es richtig, daß auf zu verteidigen. Die Socialdemokraten, welche 3 Verordnete stellten, Ihre Veranlassung hin der Rechtsanwalt ahn Charlottenburg Eine Kritik des Armenhauses zu Neu Weißensee führie Es wurden abgegeben in der dritten Klasse 3894 Stimmen gegen mehrere jüdische Zeugen Denunciationen wegen Meineide den Tischler Dähnert am Donnerstag vor das Schöffengericht flir die Socialdemokratie, 359 Stimmen für die Gegner, in der während des Maßlof: Prozesses eingereicht hat? 3euge: Berlin II. Schon vor einem Jahre hatte Dähnert in einer Ver aweiten Slaffe 1624 Stimmen für die Gegner, 73 für die Social Jawohl. Zeuge Befizer Schulz: Moris Lewy fagte furs fammlung die Zustände im Armenhause zur Sprache gebracht. Es demokratie, in der ersten Klasse wurden 337 Stimmen für die bürger- nach dem Morde zu mir, der Ermordete sei so stark gewesen, wie war damals auch gerichtlich festgestellt worden, daß die Reinlichkeit lichen Parteien abgegeben. In der zweiten Wählerklasse tönne ein junger Doktor gemacht haben. mein Sohn. Der Schnitt sei kein Schächischnitt gewesen. Das in der genannten Anstalt viel zu wünschen läßt, und daß in dieser Präsident: Hinsicht thatsächlich Mißstände vorhanden sind. Dähnert ist damals, hätten wir gewünscht, die Gesetzgeber wären in der Lage ge- fönne ein junger Doktor gemacht haben. Sagte der Angeklagte, der Ermordete sei ein wesen, dem Aft der Wahl beizuwohnen, um sich an Ort netter veil nicht alle seine Angaben erwiesen werden konnten, zu einer Der Geldstrafe von 150 m. verurteilt worden. Im Oktober v. J. hat Mensch gewesen, den er gekannt habe? 3euge: Nein. und Stelle einmal von dem geradezu unerhörten Schacher, Sohn des Vorzeugen bekundet dasselbe. Verteidiger Rechts- Dähnert als Diskussionsredner in einer Versammlung zu Weißenfee welcher mit den Vollmachten der Forenjen betrieben wurde, zu überzeugen. Bei der Wahl in der zweiten Straffe zeigte sich die anwalt Appelbaum beantragt hierauf, Artikel der Staatsbürger- unter andrem auch seiner Berurteilung gedacht, und bei dieser GeAbhängigkeit und Furcht der Kleinen Handwerker und Geschäftsleute Artikeln gehe hervor, daß von antisemitischer Seite versucht worden gesagt haben, es sei festgestellt worden, daß das Armenhaus verlauft Zeitung" und des Konizer Tageblatts" zu verlesen. Aus den legenheit soll er nach dem Zeugnis des überwachenden Gendarmen in helftem Lichte. Bei der Stichwahl werden wir allerdings noch sei, Belastungsmaterial für den Meineid des Angeklagten herbeifei; er behaupte, es sei auch heute noch ein Lauſeſtall. Dähnert für diese Klasse insofern ein gewichtiges Wörtchen mitzusprechen haben, als ein großer Teil von Wählern, die sich nicht getrauten, zuschaffen und nachzuweisen, daß der Angeschuldigte am Morde be- bestritt, die Bemerkung in dieser trassen Form gemacht zu haben. für uns ihre Stimme abzugeben, hier doch in der Lage sein werden, Verbreitung falscher Nachrichten Zengen zu beeinflussen. teiligt gewesen sei. Ferner sei versucht worden, durch Auf Grund der bestimmten Bekundungen der Beamten verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung des den Ausschlag zu geben. I Präsident Landgerichtsdirektor Schwedowiß: Die Verlefung von Gemeindevorstands zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Beitungsartikeln fann nur erfolgen zum Beweise, daß fie geschrieben find, nicht zum Nachweise, ob sie wahr oder falsch sind. Die Artikel werden alsdann verlesen Auf Antrag des Verteidigers Rechtsanwalt Appelbaum wird hierauf der Gefängnis Kupferschmiede Versammlung. In der am Sonntag, dent inspektor 2üde vernommen. Derfelbe befundet: Die Be 10, Februar, im Gewerkschaftshaus stattgefundenen öffentlichen Verhauptungen der antisemitischen Zeitungen: der Angeklagte fammlung der Kupferichmiede wurde ein fast zweistündiger Bortrag habe versucht, sich im Gefängnis ດາ Sofenträger auf des Reichstags- Abgeordneten Peus über„ die Gegenfäße der zuhängen, sind ebenso umwahr, wie die Nachricht, daß Israelsti heutigen Gesellschaftsordnung" mit großem Beifall aufgenommen. im Gefängnis einen Kajfiber in hebräischer Sprache erhalten habe. Sodann referierte Gutheit über Einrichtung eines deutschen Der jüdische Restaurateur altenstein und der christliche Re- Central Arbeiterfekretariats in Berlin. Die Versammlung erklärte ſtaurateur esse haben es abgelehnt, dem Angeklagten fich für Errichtung eines Berliner Arbeitersekretariats. Die Abdas Essen ins Untersuchungsgefängnis zu liefern. Die rechnung des Organisationsfonds vom 31. Juli 1900 bis 31. Januar Gründe hierfür sind mir nicht angegeben worden. 1901 ergab inkl. eines Bestands von 2605,68 M. eine GesamtFrl. Pellenath: Der Journalist Schiller wohnte bei uns. einnahme von 3537,95 M., der eine Gesamtausgabe von 314,03 M. Schiller fagte einmal zu mir:„ Ich habe gehört, daß Sie auch gegenüberstand, mithin einen Bestand von 3223,92 M. Den streifenvernommen worden sind, Fräulein?" Als ich das bejahte, drohte den Spizenvebern in Calais wurden 50 M. bewilligt. Auf Antrag Schiller mit dem Finger und sagte:„ Ei, ei, nehmen Sie sich bei der Junung, daß reisende Mitglieder das Immungsgeschenk nicht in acht!" Beugin Frau Bellenath: Als ich auf nur in der Herberge zur Heimat, sondern auch im Gewerkschaftshaus Befragen von jeiten Schillers zu letzterem jagte: es jei mir unangenehm, daß meine Tochter Zengin in der verzehren könnten, hat eine Kommission der Imung die Einrichtungen besichtigt und sich zufriedenstellend geäußert. Sache jei, bemerkte Schiller:„ Ich kann nur raten, daß Ihre Tochter zum Untersuchungsrichter geht und ihre Aussage Die Elektromonteure hielten am Montag, den 11. d. M., in zurüdnimmt oder wenigstens so richtig stellt, daß ihre Aussage un Riemanns Festfälen eine öffentliche Versammlung ab, in welcher der -Einen Courteline Abend bringt die Seceffions erheblich ist, dann wird sie von der Zeugenschaft befreit." Ich Reichsta gs- Abgeordnete E. Rosenow einen Vortrag über„ Die wirtbühne( bei ihrem Gastspiel im Belle- Alliance- Theater) heute. Sonn- bemerkte ganz erregt:„ Meine Tochter hat einen Eid geleistet, Herrschaftlichen Strifen, die Gewerkschaftsorganisationen und die Arbeiterabend. Zur Aufführung gelangen:" Sein Geldbrief"," Monfieur Schiller!" Darauf jagte Schiller wiederholt:„ Es wird Ihnen leid flajfe" hielt. Sehr große Aufmerksamkeit und reicher Beifall lohnten Badin" und„ Bonbonroche". thun! Sie werden große Unannehmlichkeiten haben." Als Schiller dem Vortragenden. Hierauf erstattete Abraham als GewerkschaftsArtifel 330", ein Einafter von Georges Cour- wegging, fagte er:„ Es ist doch unrecht, daß Sie meinen Rat nicht belegierter feinen Bericht. Bei der Neuwahl wurden Abraham teline, ist vom Residenz- Theater zur Aufführung erworben befolgt haben. dan ada und Wangrin als Delegierte zur Gewerkschaftskommission, worden. Ruumehr erscheint Bürgermeister Deditius als Zeuge Nachtolz als Stellvertreter gewählt. Ein Kollege bringt Mißstände Marie Schleinzer, ehemals Mimikerin am Wiener wächter Ruß war ein unzuverlässiger Beamter und ist mehrfach bei der Lohnzahlung in der Firma Helios" zur Sprache. Eine Hofoperntheater, ist vom Wintergarten für den Monat Mai disciplinarisch bestraft worden. Er war bisweilen etwas konfuse und Fünferfommission wird gewählt, die Mißstände zu untersuchen. engagiert worden. dem Trunte ergeben. Er sollte entfernt werden, wurde aber mit Die Kistenmacher hielten am Montag, ben 11. Februar, bei Mar Halbes Drama Haus Rosenhagen" hatte Rücksicht auf seine Familie und weil er Besserung versprach nur mit Stechert. Andreasstraße, eine Generalversammlung ab. Der Vorbei der Erstaufführung im Dresdner Schauspielhause einen Geld bestraft. Maurerpolier üble neigt zum Fabulieren. fizzende udel gab den Jahresbericht. Danach wurden im ganzen starken Erfolg. Verteidiger R.-A. Sonnenfeld: Herr Bürgermeister, im Maglof- 18 Versammlungen und 31 Sigungen abgehalten. Die MitgliederEin satirisches Lustspiel Der Kirchenbau" von Prozeß nannten Sie ihn, einen Brahlhans"?- Bürgermeister Deditius: 3zahl betrug am Anfang des Jahrs 215, im Herbst 440 und am Rudolf Huch, dem Mehr Goethe"-Mann, wird demnächst im Nach dem Morde hatten sich eine Anzahl Lente gemeldet, die den Schluß des Jahrs sank dieselbe wieder bis 230. Die Ausgaben beBreslauer Lobe- Theater zur Aufführung gelangen. Ermordeten bestimmt am Spätabend des 11. März teils allein, teils trugen 3297,40 M., die Einnahnien 3598,22 M. Es fanden in German Riffen ist für fünf Jahre an das Burg- mit andren Berfonen gefehen haben wollten. In allen Fällen ganzen vier Streife statt, dieselben foſteten 3659,25 M. Im vierten Theater in Wien engagiert worden. hat sich eine Personenverwechselung heraus- Quartal betrugen die Einnahmen 473,40 m., die Ausgaben 439,20 m. Eine weitere Veranstaltung von on Schall und Rauch" gestellt. Praj: Haben Sie jemand ermittelt, der bestimmt Der Generalbestand war am Schluß des Jahres 584,64 M. Als findet am 3. März im Künstlerhause statt. Eintrittskarten sind fagen kann, er habe den Angeklagten mit Winter zuſammen Mitglieder der Lohnkommission wurden Henke, Mensch und Steinnesfir. 54 zu haben. 7 29 Horn gewählt. Nunmehr gab Wolter einen Bericht über seine Die Generalprobe zum 9. Philharmonischen Thätigkeit als Delegierter zum Gewerkschaftskartell und zur GeschäftsKonzert unter Nitisch's Leitung und solistischer Mitwirkung tommission. Ein Beschluß des Vorstands, der Geschäftskommiffion von Alfred Reisenauer findet diesen Sonntag statt. 100 W. zu überweisen, wurde von der Versammlung sanktioniert. - Siegfried Wagners Oper Herzog Wildfang" geht erst Mitte März nicht wie erst gemeldet war, anfangs März Nowawes. In der letzten Gemeindevertretersizung wurde mit geteilt, daß die Petition an die Eisenbahndirektion, welche die Einlegung einiger Züge, die morgens sehr früh nach Berlin abgelassen werden sollen, verlangte, von Erfolg gewesen ist. Es wird ein Zug früh 5,50 nach Berlin und abends 7,59 vom Schlesischen Bahnhof zur eingelegt werden. Ein der Vertretung zum zweitenmal vor liegender Antrag, einen Kostenbeitrag zur Verbreiterung der Kreischaussee Berlinerstraße( Verbindung zwischen Nowawes und Neu- Babelsberg) zu leisten, der beim erstenmal mit Rücksicht auf die verlangte Auf stellung eines Drahtzauns abgelehnt war, wurde nunmehr angenommen. Der Amtsvorsteher hatte erzielt, daß von der Aufstellung eines Zauns Abstand genommen wurde. Es wurden 1000 m. bewilligt. Für die Herstellung des Zauns forgt Neuendorf. Einen weiteren Beitrag von 2000 m. für den Teil der Kreis- Chaussee Lindenstraße zu leisten wird beschlossen. Ein Gesuch des Vereins für Handel und Gewerbe um finanzielle Unterstübung ihrer Ausstellung wurde abgelehnt, nachdem unsre Vertreter Lange und Gruhl fich dagegen ausgesprochen hatten. " 10110 Theater- Notizen. 4 " in Manchen in Scene. " " " " " " geichen? Zenge Bürgermeister Deditius: Nein. Wenn ich dies ermittelt hätte, dann hätte ich das sofort angezeigt. Benge Kriminalichuzmann Beyer II( Berlin): Ich habe gleich, nachdem ich im April 1900 hierher gekommen war, den damaligen Polizeibeamten Na porta beauftragt, Bersonen namhaft zu machen, mit denen Winter verkehrt habe. Naporra hat mir nicht gewinter mit storis gewy verfehrt habe. Eine stimmungsvolle Annonce bringt die Leipziger Musik- Nagoria: Beyer 11 hat mich nur beauftragt, Dirnen ich no prizini Morih Lewn wegen Meincids vor den Geschwornen. ( Telegraphischer Bericht.) Dritter Tag der Verhandlung. Soniz, den 15. Februar 1901. Versammlungen. gericht beschloß die Versammlung die Wiedereinjeßung einer Achtzehner- Kommission. In dieselbe wurden gewählt: Jaed, Graad, Bräunig, Gober, Brill, Schneider, Kühn, Gafffe und Raefe. Als Stellvertreter: Reed. Leuthner, Bober, Winter, Maaß, auptmann, Krause, Hempel und. Die au Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter im Gewerkschaftshaus ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung fchrift Signale":" Es soll noch im Lauf des Winters eine einzustellen, mit denen Winter verkehrt habe. Praf: hielt 2. Hofmann einen Vortrag über„ Die Krise und die Aufaftige tragische Oper fomponiert werden. Dem Komponisten Beyer hat Sie doch auch beauftragt. alle alle mänt gabe in den Gewerkschaften", der mit Beifall aufgenommen wurde. wird vom Dichter unentgeltich geeignete ohnung mit lichen und weiblichen Berfonen festzustellen, mit denen Nach dem Bericht Pie hIs über die Verhandlung vor dem GewerbeKlavier in idyllisch- romantischer Umgebung nahe Winter verkehrt hat? Zeuge Naporra: Einen solchen der Seeküste und gute Verpflegung gegeben. Armer, aber genialer Auftrag habe ich nicht erhalten. Ich hätte sonst mitgeteilt, Präf.: Wann Künstler tann hier sein Glüd machen. Briefliche Annäherung mit daß der Angeklagte mit Winter verkehrt hatte. ausführlichen Angaben über Persönlichkeit und Kunstanschauung be- haben Sie mitgeteilt, daß der Angeklagte mit inter verkehrte? fördert usw. Zeuge Nagorra: Kurz vor dem Speisinger- Proze Präs.: Warum erst dann?-3euge: Weil ich hörte, daß darauf Ge- Steinborn. wicht gelegt würde.-Beyer II.: Naporra hatmir den Uhrmacher- Die Generalversammlung der Handels, Transport und lehrling eubner als Freund Winter& bezeichnet. eubner Berkehrsarbeiter tagte am Montag, den 11. Februar, bei Buggen sagte: er habe gesehen, daß der Angeklagte und winter sich hagen. Vor Eintritt in die Tagesordnung fand ein Antrag der Ortsgrüßten. Berteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld: Sat verwaltung auf Ausschluß mehrerer Mitglieder, welche sich ungehörige eubner auch gejagt, daß er beide zusammen gesehen habe? Manipulationen zweds Erlangung von Arbeitslosen Unterstügung Henge eubner: Der Kriminalschutzmann Beyer hat mir gefagt. zu Schulden kommen ließen, einstimmig Annahme. Hierauf famen In der heutigen Verhandlung wird wieder von mehreren Seiten der Angeklagte gebe zu, fich mit Winter gegrüßt audie Anträge der Ortsverwaltung, welche dem Verbandstag in Nürn übereinstimmend bekundet, daß Lewy mit Winter gesehen worden. haben. Erster Staatsawalt Dr. Schweigger: Was berg unterbreitet werden sollen, zur Beratung. Von den gefaßten Im Anschluß hieran bemerkt der Präsident: Angeklagter, hier Sie hier befundet haben, hier befundet haben, wußten Sie schon damals? Beschliffen ist hervorzuheben, daß für die Zukunft auch weibliche werden doch von einer Reihe einwandsfreier Zeugen eine große An- Benge eubner: Ja. Beyer fragte mich nur, ob ich gesehen Berufsangehörige aufgenommen werden sollen. Der umfirittenste zahl derartiger Vorgänge befundet. Soll Sie wirklich Ihr Ge- hätte, daß sich beide die Hände gereicht hätten. Das mußte ich ver- Bunft war die Erhöhung der Beiträge von 20 auf 30 Pf. pr. Woche. dächtnis derartig im Stich lassen? Wollen Sie nicht unter dem neinen. Beuge Kriminalkommissar Wehn( Berlin): Der Ange- Beschlossen wurde schließlich, den Beitrag unter Fortfall devqitationsEindruck dieser Zengenaussagen jetzt lieber ein Geständnis ab- tlagte hat sein Alibi vom 11. März 1900 vollständig wahr erwiesen. und Streitbeiträge auf 25 Pf. pro Woche zu erhöhen. Als Delegierte Tegen? Winter Angell: Wenn zwischen mir und Präsident: Ist Ihnen bekannt, daß in den Zeitungen ge- wurden gewählt: Straube, Albold, A. Werner, Ge cin reger Verkehr stattgefunden hätte, dann hätten doch standen habe: Israelsky habe ins Gefängnis und zwar bauer, Bachmann, Bled, Mohr, Rathmann, Aubert, unfre beiderseitigen intimen Freunde, mit denen wir tag- in einer Kartoffel einen in hebräischer Sprache abgefaßten Oertel, Meyer und Hoffmann. täglich zusammen waren, uns einmal getroffen. Zeuge Staffiber erhalten? Kriminalfommiffar Wehn: Ich glaube, Kaufmann Aronheim: Ich habe Winter nicht gekannt. das hat in Winter nicht gekannt. das hat in der Staatsbürger Zeitung" gestanden. Mir Der Deutsche Holzarbeiter- Verband hielt am 11. Februar Es ist möglich, daß ich mal mit andren Personen vor dem Lewy ist nichts davon bekannt. Auf weiteres Befragen des für Wedding und Gesundbrunen eine Bezirksversammlung ab, in fchen Laden gestanden habe. Ich erinnere mich dessen aber nicht. Verteidigers Rechtsamvalt Sonnenfeld bemerkt der Zeuge: Es der Rob. Fendel einen Vortrag über Unfre Lage" hielt. Als Zeuge Techniker Stroll: Ich habe den Ermordeten nicht gefannt, wurde mir mitgeteilt, Lewy habe ein großes Patet nach dem Bezirksleiter wurde Fleischfresser und als Echriftführer Voigt bin auch nicht mit demselben verwechselt worden. Vor einigen Tagen Bahnhof getragen. In dem Paket seien jedenfalls Leichenteile gewählt; gum Beitragssammler für Bahlstelle 14 bei Hilgenfeld, tamen die Herren Schiller und Rauch zu mir und baten mich inters gewefen. Lewy hat aber nachgewiesen, daß er Bergstraße, Herzberg. Zum Schluß wurden noch 13 Delegiertens um meine Photographie, da ich Aehnlichkeit mit dem Ermordeten 12 Pfund Stalbfleisch zu einer Stundin getragen hat. Berteidiger Kandidaten für die Junungs- Krankenkasse in Vorschlag gebracht. Winter haben sollte. Sie fragten mich, ob ich bisweilen mit dem Rechtsanwalt Sonnenfeld: Waren die damaligen Begleiter Der Verband der Möbelpoliere( Filiale. Norden) hörte in Angeklagten gegangen jei. Ich sagte: das ist richtig; ich weiß nur gewys Juden oder Christen? Kriminalkommissar wehu: seiner legten Versammlung einen Vortrag des Herrn Miethke: den Zeitpunkt, an dem ich mit Moritz Lewy zusammen gegangen Christen. leber den Wert der Alkoholenthaltung. Zum Bevollmächtigten wurde dann en 3, zum Schriftführer Otto Müller gewählt. bin, nicht mehr. Ich sagte ihnen dann, daß ich meine Photographie Nach längerer Veritehnung weiterer Zeugen wird die Verhand nur hergeben würde, wenn das Gericht oder die Berteidigung jie lung auf Sonnabendvormittag 9 Uhr vertagt. Morgen, Sonnabend, Rauch zeigte mir ein diesbezügliches Schreiben sollen die Plaidoyers beginnen. wünschte. des Rechtsanwalts Appelbaum bor Darauf ließ ich Die Kosten Photographien anfertigen. Die derselben bezahlte Rauch, der mich auch zum Biertrinken eingeladen hatte. Alt- Glienicke. Am 10. Februar fand im Lokale des Hrn. Sap eine Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Wahlvereins für Alt Glienice" statt. Dr. Borchardt hielt einen Vortrag: Gegen den Brotwucher", der mit großem Beifall aufgenommen shule.01 Groß- Lichter felde. Der hiesige socialdemokratische Wahlverein Hielt am Mittwoch seine Monatsversammlung ab. die Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem verstorbenen Mitgliede 8 an der einen kurzen Nachruf. Dr. Borchardt hielt alsdann einen beifällig aufgenommenen Vortrag über Elettricität und Kulturfortschritt". Eine Diskussion fand nicht statt. Ein Schreiben des Gemeinde- Vorstands, welches den Antrag des Vereins auf Beleuchtung der Straßen in den Morgenstunden während der Wintermonate dahin beantwortete, daß zur Zeit Mittel hierfür im Etat nicht vorgesehen seien, die Angelegenheit aber nochmals zur Beratung komme, dient zur Kenntnisnahme; es wird dem Vorstande empfohlen, die Sache im Auge zu behalten. Als Bibliothekar wählte die Versammlung O. Binz, zum Stellvertreter Vogel. G. Schwarz. wurde. Nach der Diskussion wurde folgende Lokalkommission ge- Bohemia", Pletschow, Veteranenstr. 18. Schauspielflub Centrum", P. E. 1. Die Forderung ist einklagbar und nicht verjährt. 2. Die wählt: August Wolff, Karl Krüger und Albert, Königssäle, Neue Königstraße 26. Statflub Surra", Riewis, Sorauer: Frau vertritt sich selbst, der Mann kann sie nur auf Grund ausdrücklicher Golmis. Alsdann schritt man zur Erledigung einiger interner ftraße 29. Sängerchor der Maschinisten und Heizer, Schiller, Rosen: Vollmacht vertreten. G. 2. 18. 1. 6 Wochen zum Ersten des Quartals. thalerstr 57. Angelegenheiten. Theatergesellschaft Evelina", Neues Klubhaus, Annenstr. 16. 2. Uns unbekannt; wenden Sie sich event. an Rechtsanwalt Haase, Königss Heureka". Verein zur Beförderung der Sprechfertigteit Stotternder. berg. G. 3. 135. Der Wirt hat nur 50 Bf. zu beanspruchen. Uebungsabend jeden Sonnabend Niederwallstr. 7, Gemeindeschule. H. Schenffer. Richten Sie den Antrag auf Berichtigung an das Pfarra Zwanglose Zusammenfünfte mit Damen im Restaurant des amt und legen Sie event. bei der Regierung Beschwerde ein. Bor Eintritt in Gewerkschaftshauses. Sonnabend: Buchbinder. Versuchen Sie zunächst Abhilfe durch die Baupolizei zu schaffen, eventuell Deutscher socialdemokratischer Leseklub in Paris. 82 rue flagen Sie gegen den Nachbar auf Schadensersatz. 23. B. 40. Sp. Notre- Dame de Nazareth, 3e arrond. Brasserie des 3 Suisses. Jeben Sie müssen den vollen Schaden ersetzen. Ob dieser 5 M. oder wie viel Sonnabend öffentliche Versammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer sonst beträgt, entzieht sich unsrer Kenntnis. J. 2. 252. Das Kleid, Unterricht. nicht aber Geld für das Kleid kann die Herrschaft zurückverlangen, und London. Der einzige focialdemokratische Verein Londons der zwar nur in dem Zustand, in dem es sich bei der Rüdforderung befand. 2. K. 15. 1. Der Antrag eines Erbberechtigten auf Nachlaßalte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kom munistische Arbeiter- Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham regulierung genügte. 2. Der Antrag ist an das Amtsgericht zu richten. Street, Tottenham Court Rd., W. London. Alle Anfragen in gewerkschaft.$. M., Mühlheim a. Ruhr. 1. Nein, folche Kündigung wäre rechtslichen und parteigenössischen Angelegenheiten sind an vorstehende Adresse ungültig. Es müßte, falls im Vertrage nichts andres vereinbart ist, unter Bezeichnung:„ An den 1. Sekretär" zu Händen des Vereinsvorstands, spätestens am 3. des Quartals( 3. Januar, April, Juli, Oktober) zum zu richten. Ende Quartal( März, Juni, September, Dezember), gefündigt werden. 2. Falls nicht etwa der Vertrag oder ständige Uebung dent entgegensteht: ja. H. Sch., Germendorf. 1. Das Geld hat Ihnen der Eigentümer gegen Löschungsfähige Quittung am Berfalltage zu zahlen. 2. Sie erhalten nach näherer Erfundigung über die dortigen Verhältnisse Nachricht. Trener Abonnent 40. Zur Bestellung eines Vertragspfandrechts ist erforderlich, daß der Eigentümer die Pfandsachen dem Gläubiger überbracht und beide darüber einig sind, daß dem Gläubiger das Pfandrecht zustehen solle. Hat bereits die Uebergabe stattgefunden, ist also der Gläubiger aus irgend einem Grunde bereits im Besitz der Pfandsachen, so genügt die Ginigung über die Entstehung des Pfandrechts. Mündliche Form genügt. Pfandverträge, die lediglich zum Schein oder in der Absicht geschlossen worden, andre Gläubiger zu benachteiligen, find ebenso wie andre ähnliche Anträge ungültig. Sie würden gut thun, einen schriftlichen Pfandvertrag zu Von der Kommunalen Praxis", Zeitschrift für Kommunalpolitit schließen und vor dessen Unterschrift einen Rechtskundigen darüber zu be und Gemeinde: Socialismus ist foeben die Nr. 2 erschienen. Aus dem fragen, ob der Vertrag gültig ist. H. Grund. Der Rechtsanwalt ist zur Inhalt heben wir hervor: Förderung der Baugenossenschaften Rückgabe der Handakten nach Bezahlung seiner Gebühren verpflichtet und durch die kommune. Von Baul Kampffmeyer. Die Verteilung fann hierzu durch Klage gezwungen werden. 2. W. 100. 1. Ja. 2. Nein. der politischen Rechte in Hamburg. Von W. Metzger. Die Kohlenfrage und die Gemeinden. Von Dr. v. Haller. Die ,, Kommunale Praxis" erscheint im Verlage von Raden u. Co. in Dresden am 1. und 15. jeden Monats zum Preise von 1 M. vierteljährlich und ist eingetragen unter Nr. 4019 a des 4. Nachtrags der Postzeitungsliste für 1901. Erkner. Eine Volksversammlung im hiesigen Ort, in der hirich Charlottenburg über Stornzoll und Brotwucher" sprach, nahni einstimmig eine Resolution an, in der energisch Protest erhoben wurde gegen alle indirekten Steuern. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. Februar, vorm 81%, Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 10% Uhr vorm. ebendaselbst: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke:„ Der Wert des Lebens. Vor- und Nachspiel auf dem Pariser Mustel Harmonium. Gäste, Herren und Damen, sehr willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter. Filiale Berlin 3. Mitgliederversammlung Sonnabend, den 16. Februar, bei Bergener, Reichenbergerstr. 157.- Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 16. Februar, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Friz Wilte, Andreasstr. 26. Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den 16. Februar, abends, bei Rudolf Müller, Türrschmidtstr. 37: Mitglieder: versammlung. Vereinskalender. " " Verein Vorwärts, Johannesburg( Transvaal). Vereinslokal Progreß- Bierhalle, Corner of Marshall and Small Street. Deutscher Arbeiterverein Brüssel. Verkehrs- und Vereinslokal: Maison du peuple. Arbeiter Radfahrerbund Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden: burg). Alle Zuschriften und Anfragen den Bund betreffend sind zu richten Sonnan den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. abend: Arbeiter- Radfahrerverein Forst i/ 2." bei Kahle, Karlstraße. Arbeiter- Radfahrerverein Hermsdorf i/ M.", jeden 1. Sonnabend im Monat bei Schulze, Berlinerstr. 21. Eingegangene Druckschriften. Vermischtes. Fünf Knaben ertrunken. Aus Kezin, dem nordwestlich von Potsdam an der Havel gelegenen Städtchen, wird berichtet: Mehrere Knaben im Alter von acht und neun Jahren, Schüler der Keginer Volksschule, belustigten sich auf dem Eis der Havel mit Schlittern. Plötzlich brachen sechs von ihnen ein und waren im Augenblick unter das Eis geraten. Nur ein einziger fonnte gerettet werden, die übrigen fünf ertranken. Es sind die Schüler Kühne, Wahl, Sommer, Habicht und Blesing. Die Leichen sind noch nicht gefunden worden. Marktpreise von Berlin am 14. Februar 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. * Welzen, gut D.- Str. 15,75 15,74 mittel 15,73 15,72 gering 15,71 15,70 14,40 " " *) Noggen, gut mittel gering Gerste, gut 15,40 14,70 14,60 13,90 Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Butter Eier Karpfen 7, 1,60 1,20 1,30 1, " 1,60 1,10 " 1,80 1, Hammelfleisch " 1,60 1, 2,60 2, Safer, gut mittel gering " 60 Sint 5,20 3, " 13,80 13,20 1 kg 2,20 1, 15,90 15,30 " Aale 2,80 1,40 " mittel gering 15,20 14,60 Bander 2,50 1,20 " 14,50 13,90 Hechte 2,20 1, " Barsche 1,80 0,80 " Schleie 3,- 1,20 " 70, 40, 25, 45, 25, 30, Bleie Krebse 1,40 0,80 per Sot 12-3, Nichtstroh Hen Erbsen Speisebohnen mien *) ab Bahn. Vereinigung der Maler, Lackierer 2c.( Bahlstelle Wilmersdorf), ,, Boltsgarten", Berlinerstr. 40. Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorsitzender Richard Thate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Erster Kassierer Seifrit, Fidicin Straße 16. Alle Aenderungen im Vereinsfalender find zu richten an Otto Rasche, Reichenbergerstr. 115a. Sonnabend, abends 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. ,, Sanges: Echo", Krüger, Cyrania", Göbel, Landsberger Allee 156. Naunynstr. 6. Immergrün", Tegel, Rentner, Spandauerstr. 15. Glüd zu", Lorisch, Pantstr. 32a." Hand in Hand II", Friedrichsberg, Bosse, Frankfurter Allee 14. " Frisch auf I", Friedrichsberg, Petrich, Frankfurter Chauffee 136. Weiße Rose II", Weißensee, Sorrer, Straßburgstr. 56. ,, Eintracht I", Teltow, Derz, Zehlendorferstr. 6. Sängerlust", Lucen Einigkeit II", Reinickendorf West" walde, Schulze, Beeligerstr. 34. „ Echo II", Markgrafpieste bei Fürstenwalde, Bethwell, Wittestraße. Grasnic.„ Gemischter Chor", Luckenwalde, Gerhart, Haag 5. Ober Ein geistesfranker Kapitän. In Havre lief am Montag Schöneweider Liedertafel", Ober- Schöneweide, Wagener, Edisonstr. 5. das Petroleumschiff„ Savrais" ein, an dessen Bord sich ein auf" Bündholz", Becker, Wriezenerstr. 6. Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen regender Auftritt abgespielt hat. Der Kapitän des Fahrzugs, Coby, im Vereinskalender find zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuserstr. 44, hatte am 5. Febrnar einen Anfall von Säuferwahnsinn. Er taumelte 4 Tr. Sonnabend: Havana II", Nowawes- Neuendorf, Bernhardt, Priester: auf das Steuerrad zu und befahl dem Matrosen ,, der an demselben straße 31.- Glück Auf", Rüdersdorf- Saltberge, Greve, Heinigstr. 19.- Stuba", saß, sich zur Ruhe zu legen. Dann steuerte er das Schiff selbst auf Mehrwald, Alte Jakobstraße 54/ 55.- Pappel", Dahmte, Buchholzerstr. 5. eine Klippe zu. Glücklicherweise bemerkte sein Maat noch rechtzeitig Savana I", Rixdorf, Pflug, Juliusstr. 59." Blauer Dampf", Doye, die Gefahr und riß dem Kapitän das Steuer aus den Händen, Müllerstraße 32a." Kommune", Bärsch, Drontheimerstr. 1e. Grüne um schnell den Kurs zu ändern, was bei dem Sturmwetter und demi Wiese", Schrader, Stralsunderstr. 63. Wasserturm", Schwarz, Straß: Widerstand des Kapitäns eine schwere Aufgabe war. Am nächsten Ginigkeit III", Henze, Herzfelde, Hauptstraße 46. Guter Tabat", Kupfch, Teltow, Hoher Steinweg 41. Gemütlichkeit V", Tage spielte sich ein ähnlicher Auftritt bei der Insel Bazz ab. Da ließ der Maat die Matrosen zusammentreten, und sie beschlossen Mier, Henidendorf, Kirchplatz. Klub 1900", Ruppert, Lindenstr. 87. Angler I", Buleger, Bimmerftr. 60. Gemütlichkeit", Gleize, Charlotten gemeinsam, dem. Kapitän das Kommando abzunehmen und in aller hauptet. burg, Krummeftr. 69." Guter Bug", Zimmer, Wollinerstr. 46. Eile in den nahegelegenen Hafen der Bucht von Morlaig einzufahren. Central- Raucherbund. Zuschriften an Mag Koch, Rirdorf, Hermann Während der Fahrt machte der Kapitän einen furchtbaren Lärm. straße 34. Sonnabend: Lange Pfeife", Rirdorf, Schröder, Knesebeck: Endlich stieg ein Lotse an Bord und führte das Schiff trotz der ftraße 60. Glück Auf", Rixdorf, Noster, Knesebeckstr. 49." Frohsinn" Wutausbrüche Cobys in den Hafen von Morlaix, wo man den Rixdorf, Diet, Hermannstr. 115. Grüne Quaste", Lichterfelde, Schmidt, Kapitän gewaltsam ans Land schaffte. Dieser blieb trant in Morlaig Wilhelmstraße.„ Edelweiß", Lichterfelde, Boigt, Molttestr. 33. Grüne Eiche", Zehlendorf, Küz, Berlinerstr. 1. Gemütlicher Qualm", Potsdam, zurück, wo sofort eine Untersuchung über sein Verhalten eingeleitet Stationen Seemanns Lust", Potsdam, Luisenstr. 43, wurde, während der" Havrais" seine Fuhrt nach Havre fortsette. Gasthof. Germania", Tegel, Klippenstein. Arbeiter Turnerbund. M Sonnabend: Turnv. Fichte", Berlin. abbs. 8-10 Uhr: 1. Männer Abt. Friedenstr. 37. 3. Männer- Abt. Boechstr. 17/20. 7. Männer Abt. V Reichenbergerstr. 131-132. 8. Männer Abt. Höchftestr. 36/37. 2. Lehrlings: Abt. Stalizer5. Berl.- Abt. straße 55-56.- 4. Lehrlings- Abt. Siemensstr. 20( Moabit). Ackerstr. 67." Freie Turnerschaft Johannisthal" abds. 9-10 Uhr Senft: burgerstraße 32. Schaade, Zimmerstr. 2. leben. " Turnerschaft d. V.„ Nereus"( gegründet 1882), 1. Lehrlings Abteilung 8-10 Uhr abds. Manteuffelstr. 7. Arb.- Turnb." in Adlershof, Schmauser, Bismarckstr. 16, 82-1012 Uhr abends. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Theater: und Vergnügungsverein Astania", Ramlerstraße 36. Theaterverein " Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kaufmann Heinrich Prinz Raumerstr. 19, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. b. M., nachmittags 312 Uhr, vom Sterbehaus aus nach dem Freireli giösen Friedhof, Bappel- Allee, statt. Ehre seinem Andenken! Bahlreiche Beteiligung erwünscht 246/8 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 13. Februar, entschlief nach turzem schweren Leiden mein innigftgeliebter Mann, unser lieber Bruder und Schwager, der Goldwarenhändler Heinrich Prinz, int 60. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet Die tiefbetrübte Witwe Emma Prinz, geb. Hopfe. Die Beerdigung findet am Sonntag, 17. Februar, nachmittags 312 Uhr, vom Sterbe hause Raumerstr. 19 aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde statt, [ 2638b Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Klara Bachmann nach langer Krankheit am 14. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofs( Marstraße) aus statt. Der trauernde Gatte nebst Kindern. 2645b] W. Bachmann, Golzstr. 13b. Todes Anzeige. 1 Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Emilie Merker im 45. Lebensjahre nach langem Leiden verstorben ist. Todes- Anzeige. Allen Genossen, Freunden u. Bekannten die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tochter Thekla Klose geb. Weiß nach langen, schweren Leiden am 13. d. M., abends 111 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. d. M., nachmitt. 4 Uhr, von der Leichenhalle der Zions firchgemeinde in Nieder- Schönhausen aus statt. 26366 Dies zeigen an im Namen der trauernden Hinterbliebenen Der tiefbetrübte Gatte Richard Klose nebst Kindern. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Ekp. Der Bericht hat kein großes Interesse, weshalb wir den Abdruck ablehnen. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 15. Februar. Der heutige Getreidemarkt verkehrte in ziemlich fester Tendenz, doch verändern sich die Preise nur in geringem Maße. Die Ausdauer der strengen Kälte und die heutigen Preisbesserungen an den östreichisch- ungrischen Blägen wurden durch die geringen an den amerikanischen Märkten eingetretenen Abschwächungen, sowie durch großes Angebot von Walla- Weizen paralysiert. Die Lieferungspreise für Weizen zogen um 0,25 M. an, die für Roggen blieben behauptet. Weiterhin schwächten sich beide Brotfrüchte etwas ab auf starte nordrussische Roggenofferten. Hafer lag fest bet ruhigem Verkehr. Rüböl blieb schwach beWitterungsübersicht vom 15. Februar 1901, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. G. GoDog Stationen Barometerstand mm Winds winembe 771 WNW 1 H16. bed.- 10 paparanda 7720 773N Hamburg 2 heiter Berlin 772 WNA 2 Nebel Franff./M. 778 NO München Wien 2 Dunst 770, SO 2 bedeckt 772 23 -12 Petersburg -10 Cort -11 Aberdeen -15 Paris 1 hlb.bed.- 11 Bunzia Windstärke Wetter Temp. n. 6. 5° C.= 4° R. 4h16.bed.- 27 -1 1516. beb. 3bedeckt 780 NNO 3 heiter 77723 773 Wetter Prognose für Sonnabend, den 16. Februar 1901. J. R. 8. Das geschieht, wenn allzu großer Stoffandrang ist. Etwas gelinder, zeitweise heiter, vielfach nebelig bei schwachen nords G. 1001. 1-4 läßt sich schwer nachweisen. Vielleicht erfahren Sie westlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. das Gewünschte durch Inserate. Orts- Krankenkaffe der Sattler und verwandten Gewerbe Berlin. Mittwoch, den 13. Februar, verstarb das Mitglied Heinrich Scholz ( Werkstelle von Loh Söhne.) Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. Februar, nachm. 14 Uhr, von der Beichenhalle der Charité, Unterbaum straße 7, aus, nach dem Charité: Kirchhof, Seestr., Ecke Müllerstr. statt. 270/15] J..: G. Assmann, Rendant Central- Kranken- u. Sterbekasse d.deutsch, Wagenbauer ( E. H.). Filiale Moabit- Berlin. Generalversammlung der Vertreter für die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Gelb- u. Zinngießer der Gelb- u. 3inngießer am Sonntag, den 24. Februar, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Jannaschk, Inselstraße 10, wozu die Vertreter der Arbeitnehmer hiermit eingeladen find. Tagesordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Vor lage und Abnahme der Jahresrechnung pro 1900. Bericht des Rechnungs: ausfchuffes. 3. Decharge- Erteilung. 4. Berschiedenes. Berlin, den 15. Februar 1901. 26346 Der Vorstand. am Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Strand- Restaurant wüggelfee unser Mitglied, der Schmied Hermann Lange, im Alter von 31 Jahren am Diens: tag, den 12. d. M., nach längerem, Den Mitgliedern hiermit zur Nach- schwerem Leiden verstorben ist. richt, daß unser Kollege, der Kontobucharbeiter Hans Beck am 13. d. Mts. an der Schwindsucht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntagnachmittag 3½ Uhr von der Leichenhalle des ImmanuelKirchhofs in Weißenfee statt. Um rege Beteiligung bittet[ 23/13 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 12. 5. M., berschied plöglich am Gehirnschlag meine innig geliebte Frau Emilie Merker geb. Rosin im 45. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17., nachmitt. 4 Uhr, vom Gemeinde firchhof in Weißensee, Röltestr. 47, 26376 aus statt. Wilhelm Merter als Gatte! Danksagung. Die Beerdigung findet Sonntag, Für die Beteiligung an dem Be den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, gräbnis meines lieben Manns, unsres von der Betchenhalle Gemeinde suten Baters und Bruber, friedha ix Nen- Weißensee, Molde wir allen feinen Freunden u. Skolegen ( 26336 besten Dant. Ida Herzog und Kinder. Der trauernde Batte Anna Herzog. 0 Straße 47 aus statt. Wilhelm Merker. 26395 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 16. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Rostockerstraße 16, aus nach dem Friedhof der Heilandsgemeinde in Plößensee statt. 253/3 Die Ortsverwaltung. Die Hausmädchenschule des Fröbel Oberlin- Vereins zu Berlin, Wilhelmstraße 10, bildet junge Mäd chen in 3 Abteilungen zu: befferen Hausmädchen, Jungfrauen und Kinderfräulein brei oder viermonatlichem Lehrkursus aus, und besorgt ihnen nach beendigtem Stellen in vornehmen Herrschafts: häusern. Aufnahme neuer Schüle rinnen an jedem 1. und 15. im Monat. Nächste Aufnahme 1. März. Auswärtige erhalten im Schulhause Pension. Während dem 8 jährigen Bestehen der Hausmädchenschule sind nahe an 3000 Schülerinnen aus: gebildet. Prospette mit vollständigen Lehrplänen für jede Abteilung sendet franto die Vorsteherin Frau Erna Grauenhorst, Wilhelmstr. 10, Berlin. zwisch. Müggelschloß u. Aussichtsturm. Empfehle Fabriken, Vereinen und Korporationen für Sommerbergnügen Botal. Saal für ca. 3000 Personen, u. Ausflüge mein großartig gelegenes Hallen, genügende Nebenräume. Be luftigungen aller Art. Coulante Preise. 735 M. Degebrodt, " Strandschlok". Köpenick. * Kohlen billiger! Briquetts ab Play Ctr. nur 90 Pf. Beste Qualität Ctr. 1 M. Oberschlesische Steinkohle ab Plak Scheffel nur 1,10 m. Centner nur 1,35 M. Mitte J.Fischer, Brombergerstr. 14. In ganz Deutschl. gesetzl. erlaubt Wer wagt, gewinnt! Ziehung 1. März. Jährlich 12 GewinnZiehungen mit abwechs. Haupttreffern in Mk. 300 000, 178 500, 135 000, 120 000, 90 000, 45 000 etc. ,, Jedes Los ein Treffer" biet, die aus hundert Mitgl. best. Serienlos- Gesellsch. Monatl. 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