Nr. 42. Abonnements- Bedingungen: V Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostWbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. The Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Rotonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die ersten Gehversuche. -st.- Wien, 17. februar. Dienstag, den 19. Februar 1901. Expedition: SW. 19, Bruth- Straße 8. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. " und wirklich wurden auch schon czechische, polnische, slovenische, Lange Zeit suchte man die Misere zu vertuschen. Alles froatische Reden gehalten. Das stenographische Protokoll ist aber stand in China vortrefflich. Waldersee brauchte nur auf der deutsch; die in einer andren als in der deutschen Sprache gehaltenen Bildfläche zu erscheinen, um Ruhe und Ordnung herzustellen. Das östreichische Abgeordnetenhaus ist nunmehr mehr als zwei Reden werden nicht stenographiert und tommen nicht ins Seine Waffenthaten flößten China einen solchen Schrecken ein, Wochen versammelt, aber es ist noch immer nicht klar, was werden Protokoll. Es heißt dann einfach: Der Abgeordnete N. hielt daß es den Khatimächten alle, selbst die unmöglichsten Fordewird. Groß sind die Aussichten freilich nicht. Schon die Präsi- eine Rede in czechischer Sprache selbst wenn die Rede, was rungen schleunigst bewilligen und freundschaftlichst alle Kriegsdentenwahl war das erste Zeichen der Nichtlebensfähigkeit dieses schon vorgekommen ist, fünf Stunden gedauert hat. Dieser tosten bis zum legten Pfennig berappen würde. Die Friedensentkräfteten Barlaments. Das Abgeordnetenhaus zerfällt in mehr Grundsatz des einsprachigen Protokolls ist nun unter dem berhandlungen reiften langsam zwar, aber sicher einem beals zwanzig Barteien, und nur drei davon der Polenklub, der Präfidium Fuchs bei den Interpellationen durchbrochen friedigenden Ende entgegen. Czechenklub und die deutsche Volkspartei zählen mehr als fünfzig worden. Nicht etwa aus Bedürfnis, sondern weit mehr aus nationalem Schließlich aber konnte man das vollständige Scheitern Mitglieder. Es wäre also das natürlichste gewesen, den Präsidenten Starrfinn wurden czechische, polnische usw. Interpellationen ein- all der schönen China- Illusionen nicht länger verhehlen. Man und die zwei Vicepräsidenten diesen drei Parteien zu entnehmen. gebracht, und da diese nicht stenographiert werden müssen, so be- konnte die schreienden Dissonanzen des verstimmten diplomatischen Schon deshalb, weil sie auch die drei größten Nationen darstellen. willigte das frühere Präsidium deren Aufnahme ins Prototall. Daß Orchesters nicht länger als die lieblichste Harmonie ausgeben. Aber die Polen wollen vorläufig für nichts eine Verantwortung die Sache ein Unfug ist, liegt auf der Hand. Denn eine Inter- Das Gerücht, daß der Kaiser über die Haltung der Mächte übernehmen, nur der deutsche Kandidat, der Reichenberger Ab- pellation ist ja keine Privatsache zwischen den interpellierenden Ab- seinen Chinaprojekten gegenüber aufs äußerste empört sei, geordnete Prade, stieß auf den heftigsten Widerspruch der geordneten und dem interpellierten Minister, sondern sie ist eine An- blieb unwidersprochen, und der Kreuz- Zeitung" entslavischen Rechten. Deren Kandidat war der gewesene gelegenheit des ganzen Hauses, muß also in einer Sprache verfaßt rang sich das Geständnis, daß die Stellung Walderfees in Präsident, der deutschklerikale Fuchs; aber diesen wollten wieder die sein, von der wenigstens angenommen werden kann, daß sie alle China nachgerade völlig unhaltbar und feines Rangs Deutschen nicht, vornehmlich deshalb, weil er durch die Utraquisierung Mitglieder des Hauses verstehen, und das ist nach der Sachlage nur unwürdig geworden sei. des stenographischen Protokolls den slavischen Ansprüchen überflüssig die deutsche.( Obwohl, beiläufig gesagt, im östreichischen Abgeordneten- Durfte man aus dieser Kazenjammer- Stimmung auf eine nachgegeben hat. Beide Gruppen siegten indem auch der gegneris hause heute mindestens hundert Leute fizzen, die deutich ent- raschere Beendigung des China- Abenteuers schließen? Der sche Kandidat durchfiel. Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte, weder gar nicht oder nur sehr notdürftig verstehen.) Allerdings Entschluß, sich aus der verfahrenen Affaire furz entschlossen und dieser Dritte war ein mährischer Graf Namens Vetter von der muß man wieder gerechterweise den zweihundert Nichtdeutschen zu- mit einem blauen Auge zurückzuziehen, wäre zu einleuchtend Nihil, ein Abgeordneter, der schon vier Jahre im Hause sitt, ohne billigen, daß ihr Anspruch berechtigt ist, sich im Parlament auch gewesen, als daß man ihn hätte für wahrscheinlich halten daß er jemals den Mund geöffnet hätte, dessen Partei aus drei Mit ihrer Muttersprache zu bedienen wenn auch ein vielsprachliches fönnen. Besser kalkuliert man schon, wenn man sich auf das gliedern besteht und der von zwölf Wählern des Großgrund- Barlament ein Widerspruch in fich ist. Der natürliche Ausweg wäre unerwartete, Verblüffende gefaßt macht.n befizes natürlich gewählt worden ist. Als sich der Mann für die Uebersezung: daß die nichtdeutschen Juterpellationen ent Und das Unerwartete ist inzwischen Ereignis geworden! seine Wahl bedankte, ging ein Gefühl der Erleichterung durchs Haus; weder nur in der deutschen oder wenigstens mit ihr dem Protokoll Statt sich zurückzuziehen, will man die Krise zur geder Mann konnte sprechen! Thatsächlich hat sich das östreichische einverleibt werden. Aber dagegen sträubt sich der Chauvinismus waltsamen Katastrophe treiben! Der Worte Abgeordnetenhaus einen Menschen zum Präsidenten gewählt, den der Deutschen, die darin eine Konzession an die Czechen, und der der mit China find genug gewechselt, jezt soll es Thaten sehen. es vorher noch niemals reden gehört hat! Czechen, die darin eine Wegradierung ihrer Sprache erblicken wollen. Vorläufig wird noch ein Faschingsferien hält, wieder zusammenkommen wird, gefunden werden kann, ist bei der Verstockt heit der Chauvinisten aller Lager freilich sehr zweifelhaft. Den Präsidenten hat nun das Haus eine Woche, aber es will noch nicht recht gehen. Eine Frage allerdings, die der Beantwortung Mittwoch, wo das Haus, das jektsweg gesucht; ob er bis Die„ Kölnische Zeitung" meldet aus Beting vom 16. d. M.: Angesichts des ungewissen und schwebenden Ganges der Friedensverhandlungen hat Feldmarschall Graf Walderjee alle Befehlshaber der verbündeten europäischen Truppen ersucht, für Ende Februar nene Expeditionen in größerem Maßstabe vorzubereiten, um die Provinz Tichiti endgültig von chinesischen Soldaten zu säubern. Dasselbe Blatt meldet aus Beting: Das deutsche Kommissariat gab Befehl, binnen 18 Tagen 1000 Transportwagen für eine Frühjahrs- Expedition bereit zu stellen. Eine noch weit alarmierende Meldung bringt der Thronrede, wäre glüdlich umschifft worden. Wie überall so hilft man sich auch hier mit einem Surrogate. In Oestreich war es früher üblich, die Thronrede, mit der der Reichsrat eröffnet Es wäre noch zu berichten von dem Klugen Erposé, womit wird das geschieht hier nur an Beginn einer Legislatur Herr v. Böhm Bawert, der gelehrte Finanzminister, den periode, nicht aber zu Anfang jeder Session durch eine Adreffe Staatsvoranschlag begründet hat, von den weitausgreifenden zu beantworten. Das vorige Mal ist es allerdings dazu nicht ge- Eisenbahnvorlagen, die die Stegierung dem Hause unterbreitete tommen; der vom Ausschusse fertiggestellte Bericht ist damals durch aber die ernsten und fachlichen Dinge sind in Oestreich noch immer die Obstruktion vereitelt worden. Nun war diesmal zu einer Gini- Utopien. Wie die politische Sachlage beschaffen ist, so ist auf Gefez- affans Bureau: gung im Ausschusse gar keine Aussicht, denn das Haus hat heute werdung all dieser Vorlagen blutwenig Hoffnung. Das kaum geweber eine Majorität noch eine Minorität; es ist ein Haufen zu- borne Parlament hat den Tod im Leibe, und nie wird es einen fammenhangloser Parteien. Man zog es also vor, statt einer fräftigen, feines Daseins frohbetvußten Atemzug thun können. Es politischen Adresse eine ganz triviale Loyalitätstundgebung ist ein unmögliches Parlament, das für die Abgeordneten keine zu inscenieren; das Präsidium des Hauses wird dem andre Bestimmung zu haben scheint, als die Centralstelle Kaiser nur mündlich versichern, daß das Haus bereit sei, dem Rufe zur Arbeit zu folgen. Richtiger wäre zu sagen: daß das Haus ebenso wünsche wie der Kaiser, daß gearbeitet werde. Mit dem bloßen Wünschen belebt man aber keine Leichname. ihrer Demagogien abzugeben. In der ersten Sigung nach der Konstituierung sind von den Abgeordneten eingebracht worden: 239 Anträge und 131 Jitterpellationen. Diese Zahlen zeigen schon, daß die Abgeordneten ihre Thätigkeit nicht ernst nehmen. er soll es dann thun? Politische Ueberlicht. Berlin, den 18. Februar. Abgeordnetenhaus. Dasselbe berichtet, daß der vom Grafen Waldersee für Ende Februar geplanten gpedition sich eine solche zu Waffer anschließen soll. Die Expedition soll gegen die Stadt Hankan gerichtet werden, falls die Kaiserin Witwe die Bedingungen ablehnen sollte. Sämtliche Bässe in den Gebirgen zwischen Peting und Schansi seien von chinesischen Soldaten befest und start befestigt. Chinesische Soldaten Iungerten in großer Zahl umher. Die Egpedititon werde eine sehr schwierige sein, aber ein Widerstand der Chinesen werde diesmal das Ende der Dynastie und des Kaiserreichs selbst sein. Es handelt sich hier also nicht mehr um einen Zug geger die sogenannten Boyer, sondern um die offizielle Kriegs erklärung an China selbst. Bereits vor einigen Tagen wurde gemeldet, daß Waldersee ein Ultimatum an den Hof gerichtet habe. Erschien es bisher nicht glaubhaft, daß Iungen führenden internationalen DiplomatenWalderfee über die Köpfe der die Friedensverhandcorps hinweg China mit dem Krieg bedrohe, so verliert Die eine Sorge wäre das Parlament los, zwei andre Konflikte hängen aber wie eine Wolke drohend über seinem Haupte. Der cine betrifft das vom Präsidenten geübte Censurrecht an Interpellationen. Um diesen ganz merkwürdigen Streitfall zu verstehen, muß man sich folgendes vergegenwärtigen: In Oestreich herrscht bekanntlich bezüglich der Presse das sogenannte objektive Verfahren. Der Staatsanwalt hat das Recht, jede Drudschrift, die einen strafbaren Inhalt enthält, mit Beschlag zu belegen. Er ist aber nicht gezwungen, die des Ministeriums des Innern fortgesetzt. Bei dem Kapitel BolizeiDas Abgeordnetenhaus hat am Montag die Beratung des Etats subjektive Verfolgung des Thäters einzuleiten da alle Preß- verwaltung in Berlin" entspann sich eine recht öde und delifte in Oestreich zur Kompetenz der Schwurgerichte oberflächliche Debatte über die hiesigen Straßenbahnunfälle seit angesichts der geplanten Expeditionen nach dem Innern gehören, unterläßt er fie auch gewöhnlich sondern kann von dem Einführung des elektrischen Betriebs, über die Höflichkeit bezw. Un- Chinas diese Meldung bedeutend an unwahr. Gerichte das Erkenntnis verlangen, daß die Druckschrift den oder höflichkeit der Berliner Schußleute und über die Stellung fcheinlichkeit. jenen strafbaren Thatbestand begründe, deshalb verboten werde und der Kriminalkommissare. Doch fehlte den Verhandlungen der große Im Gegenteil, es scheint, als ob der deutsche Genedie konfiszierten Exemplare zu vernichten seien. Da es die Gerichte Bug; nicht einmal die im Sternberg- Prozeß hervorgetretenen Mißdabei nicht mit lebendigen Menschen, sondern mit papiernen stände gaben zu eingehenden Betrachtungen Anlaß. Neues erfuhr ralissimus thatsächlich in den Falten seiner Toga Krieg oder Zeitungen zu thun haben, so erkennen" sie immer, wie der Staats- man aus den Reden des Ministers, der mehr als ein Dutzend mal bedingungslose Unterwerfung bereit halte. in die Debatte eingriff, taum. Erwähnenswert ist höchstens noch die Da aber China den Khakimächten die Köpfe der Hauptanwalt verlangt zumal da bei Nichtbestätigung der Konfistation Forderung des Abg. Dr. Langerhans( frf. Bp.) auf Errichtung schuldigen" gar nicht opfern kann, steht der Krieg in der Staat schadenersatzpflichtig wäre. Daraus geht hervor, daß die eines Gefundheitsamts für Berlin. Beim Stapitel Polizei Ber drohender Aussicht! Freiheit der östreichischen Preffe völlig der Willfür der Staats- waltung in den Provinzen teilte der Minister mit, daß in anwalte ausgeliefert ist die die Zeitungen, je nach der politischen Hannover ein theoretischer Kursus zur Ausbildung von Polizei- aber etwas ganz andres sein, als die Jagd auf die Dieser im Innern Chinas zu führende Krieg würde Stimmung und nach ihrer persönlichen Beranlagung, drangfalieren fommiffaren errichtet sei. Die vielfachen Klagen über polizeiliche Ueberwie fie mögen. Gegen diese Breßwilltür haben nun die Zeitungen griffe wies Herr v. Rheinbaben ziemlich schroff zurüid, indem er furzer zersprengten Borerhaufen in der Küstenprovinz Petschili. Aus eine eigentümliche Notwehr ersonnen. Die tonfiszierten Artikel werden and darum ersuchte, die Zeit des hohen Hauses nicht übermäßig in An dem Manöverieren mit scharfen Patronen könnte dann nämlich immunisiert", das heißt, zum Objekt einer Interpallation ipruch zu nehmen. Gewiß ein einfaches Mittel, um einer Antwort blutiger, bitterer Ernst werden! an den Minister gemacht, wobei natürlich die Frage" an den Minister Anträge auf Besserstellung dieser Beamten vorlagen, erfuhr man nationalen Berwickelungen werden, die dieser Krieg gegen enthoben zu sein! Beim Kapitel Gendarmerie endlich, wozu Verhängnisboller aber könnten noch die interdie Nebensache, die Verlesung im Hause und die darauffolgende aus dem Munde des Ministers, daß die Gendarmen sehr wichtige die Dynastie und das Reich selbst herbeiführen müßte. Einschmuggelung ins stenographische Protokoll die Hauptsache ist. Stügen des Staats find, daß sie die Autorität des Staats bis in Würden Rußland, Amerita und Japan ruhig GeEine Interpellation ist nämlich ein Teil der Verhandlungen des die letzte Hütte hineintragen und bei Krawallen und Streits mehr bei Fuß stehen, wenn eine deutsch- englische Armee sich Reiches, über die zu berichten straflos ist. Der„ imunisierte" Artikel gegen die Arbeiter verwendet werden sollen. Deshalb ist also wieder verbreitungsfähig; der Saatsanwalt ist überlistet Sürften fie auch nicht mit Arbeitern zusammen wohnen, sondern anschickte, die Dynastie und das Reich zu zertrümmern, um und die Zeitung hat noch die Lacher auf ihrer Seite. Dieses hübsche müßten besondere Dienstwohnungen haben. In einer Abend ein gärendes Chaos zu schaffen, das HundertSystem ist schon recht alt, wird aber immer allgemeiner sigung unterhielten sich die hohen Herren weiter über die Be- millionenvolk gewaltsam in eine Revolution zu stürzen, deren Erschütterungen mindestens für Rußland deutung der Gendarmen. es auch nie an Versuchen gefehlt hat, dem so beschaffenen„ Mißabsehbare Gefahren mit sich bringen könnten?" Wir glauben brauch des Interpellationsrechts zu steuern. Graf Better hat nun es nicht. in einer Interpellation, in der der konfiscierte Artikel eines socialEine Wendung des Chinakriegs So steht die Entwicklung der China- Affaire wiederum demokratischen Blattes enthalten war, einige Stellen unterdrückt, das scheint bevorzustehen. Eine Wendung zum Schlimmeheißt, er hat selbst zu tonfiscieren begonnen. Das will ren, so komisch die Annahme flingen mag, daß die Situation auf dem Punkt, eine furchtbare Gefahr für den Weltfrieden zu werden!. man sich aber einleuchtenderweise nicht gefallen lassen, und so wird in China sich noch verschlimmern könne. es in der nächsten Sigung recht heiß werden vorausgesetzt, daß Man hat eingesehen, daß es so in China nicht weiter der Präsident nicht rechtzeitig Buße thut und die nachträgliche Auf- gehen kann. Die Verhandlungen schleppen sich hoffnungslos nahme der von ihm unterdrückten Stellen verbirgt. in die Länge. China kann die Forderungen der Khatimächte Diefer Streit ist aber vergleichsweise eine Kleinigkeit gegen die nicht erfüllen, die Khakimächte aber wollen von ihren unerschwierige Frage der Verfassung des stenographischen füllbaren Forderungen nicht abstehen. Die Situation wird Eine interessante Berechnung stellt das Hamburger Echo" au, Protokolls. Mit dem östreichischen Abgeordnetenhause, dessen noch dadurch verschärft, daß von den Mächten keine der andern um die Größe und Bedeutung der von den Junkern begehrten Bucher Abgeordnete zumindest acht Nationalitäten angehören genau läßt über den Weg traut, daß jede die andre hinweg zu drängen gabe klar erscheinen zu lassen. Unser Parteiblatt schreibt: fich das gar nicht feststellen steht die Sache nämlich so, daß seine sucht und daß nach China ein Weltgeneraliffimius gefchickt Es handelt sich in diesem Kampf um Steigerung der Grund Berhandlungssprache gesezlich gar nicht festgelegt ist. word ist, der für seine hohe Mission und seine Feldherrn rente. Die Grundrente ist der Faktor, durch welchen der VerkaufsThatsächlich kann jeder Abgeordnete in welcher Sprache immer reden gabe keine Bethätigung finden konnte. wert der Grundstücke bestimmt wird. Güter, die im Anfang wenn 。 * Deutsches Reich. Der Zolltribut. un des vorigen Jahrhunderts für 100 OVO Mark gekauft wurden, schätzte man am Schlüsse des Jahrhunderts auf eine Million Mark. Die neuen 900 000 Mark hatten die Besitzer nicht durch Arbeit oder Sparsamkeit erworben, sondern durch das Entstehen neuer Absatzmärkte und Vervollkommnung der Verlehrs- niittel war der Reinprofit auf das Zehnfache gestiegen und deshalb schätzte man auch den Wert des Grundstücks auf daZ Zehnfache obwohl das Land nicht besser geworden ist. In der Grundrente drückte sich der Wert des Bodens aus und darum ist jede Steige- rung der Grundrente eine Vermögens st eigerung für den Grundbesitzer. Eine solche VermögenSsteigeriing herbeizuführen ist das Streben der Junker. Wird ein Grundstück um 100 000 Mark im Wert gesteigert, dann kann der Be- sitzer mehr Hypotheken aufnehme». Darum ist die Preissteigerung des Getreides nur für die gegenwärtigen Besitzer von Borteil. Die Nachfolger müssen den Besitz für den Preis der kapi- talisierten Grundrente übernehmen, und da sie höhere Beträge an Zinsen zu zahlen habe», werden sie bald in derselben„Notlage" sein wie die gegenwärtigen Besitzer, und daher gezwungen sein, weitere Preissteigerungen zu fordern. Es kann daher kein so hoher Zoll- schütz gewährt werden, der für die Zukunft ausreichen würde. Will man die Höhe der gestellten Forderungen ganz erkennen, dann muß man ermitteln, wieviel die Bodenrente und dadurch der Verkaufswert des Bodens steigt. Die Ertragsfähigkeit stellt sich nach der Erntestattstik fiir die Jahre 1880 bis 1398 ivie folgt: Von je einem Hektar wurde im Durchschnitt geerntet Roggen 10S0 Kilo, Welzen 1400 Kilo, Gerste 1840 Kilo und Hafer 1180 Kilo. Nach neueren Ermittelungen find diese Mengen zu niedrig angegeben und müßten bei Roggen um 18 Proz.. bei Weizen um 12 Proz., bei Gerste um 19 Proz. und Hafer um 21 Proz. höher sein Wir halten uns an die alten Zahlen. Von der Erntemenge ist die Einsaat in Abzug zu bringen, und zwar für einen Hektar Roggen 170 Kilo. Weizen 177 Kilo. Gerste ISO Kilo und Hafer ISO 5tilo. ES lieferte demnach ein Hektar an Ueberschuß über die Einsaat bei Roggen 880 Kilo, Weizen 1223 Kilo, Gerste 1190 Kilo und Hafer 1020 Kilo. Bei jeder Mark Preis- steigerung erhöhte sich also der Ertrag des einzelnen Hektars um so viel Pfennige, als Kilo Getreide an Reinertrag gewonnen werden. Berechnet man dieS an der 1900 bebauten Fläche, so würde jede Mark Preiserhöhung den JahreScrtrag wie folgt steigern: ss wor-n iaw> Steigerung des Geldertrags bebaut mst S-ktar bei einer Preissteigerung Roggen Weizen Gerste, Hafer. 5 9S3 S9S 2 047 884 1 6S9 904 4 121 021 von einer Mark S2 891 S3S M. 2S 045 021.. 19 871357„ 42034 414„ Bei einer Bebauung wie im Jahre 1900 würde die Ernte der genannten vier Getreidesorten bei einer Preissteigernng von nur einer Mark schon ISS S4S 528 Mark mehr bringen. Diese Summe kapitalisiert, würde den Wert dar stellen, den die jetzigen Besitzer des Bodens gewinnen. Rechnet man nun den zwanzigfachen Betrag der so gesteigerten Gnindrente als gesteigerten Wert des Bodens, dann würde bei jeder Mark Steige> rung des Preises für 100 Kilogramm Getreide der Noggcnboden pro Hektar um 176 M., der Weizenboden um 244, S M., der Gersten- boden um 283 M. und der Haferboden um 204 M. pro Hektar im Preise steigen. In der letzten Jahresversammlung deS Bunds der Landwirte wurde als„gerechter Ausgleich" eine Steigerung von 4 Mark gefordert. Würde man die hierdurch entstehende Steigerung der Grundrente mit dem zwanzigfachen Betrage kapitalisieren, dann würde die dadurch herbeigeführte Wertstcigerung deS Bodens für dessen Besitzer einen Gewinn von Iv 747 48« 728 M. bedeuten. Also die siegenden Agrarier fordern eine Summe, die mehr als das Zweieinhalbfache von dem beträgt, was das siegreiche Deutschland 1871 von dem besiegten Frankreich forderte. Rechnen wir die Summen, die in dem Kompromiß des Grafen Klinckowström gefordert werden, nämlich eine Zollerhöhung für Roggen von 1,50 M., für Weizen von 2,50 M.. für Gerste von 1,00 M. und für Haser von 2,00 M. pro Doppelcentner. Danach wird der Geldertrag für einen Hektar sich erhöhen bei Roggen um 13,20 M., bei Weizen um 30,57 M., bei Gerste um 11,90 M. und bei Hafer um 20,40 M. Diese Beträge, mit dem wanzigfachen Betrage kapitalisiert, würden folgendes Bild ergeben: uro Gesamtwert« Heft« Hektar �BodenS M. M. Roggenboden 6 053 895 264 1 421 749 080 Weizenboden 2 047 884 611,50 1252 285 815 Gerstenboden 1669 904 238 397 437 152 Haferboden 4 121 021 408 1 681 376 578 Summa 4 752 848625 Zur Rückkehr der Verbannten. Endlich, nachdem über 10 Jahre seit Aufhebung des Socialisten- gesetzes ins Land gegangen sind, hat man sich an zuständiger Stelle entschlossen, die Verfolgung der letzten Opfer jenes Ausnahme- gesetzes gegen die arbeitende Klasse außer Kraft zu setzen und die Erneuerung der Steckbriefe gegen Eduard Bernstein und Julius Motteler zu unterlassen. Damit ist den beiden jähre- lang Vertriebenen die Rückkehr in die Heimat und in den Kreis ihrer Verwandten und Freunde wieder möglich geworden. Dem Genosien Bernstein, der als erster den Heimatsboden wieder betrat, haben wir vor einigen Tagen bereits den Willkommengruß entgegengebracht. Genosie Motteler, den die Regelung privater Verhältnisie noch in London zurückhält, wird erst in einigen Wochen seine lieber- siedelung bewerkstelligen. Der Name des Genossen Bern- stein ist in den letzten Jahren in- und außerhalb der Partei viel genannt worden. Seine litterarischen Erzeugnisse gehören zu den verbeitetsten Produkten der parteigenössischen Litteratur. Weniger bekannt ist sei» Kampf- und Exilgenosie Julius Motteler. Und doch muß, wen» unsre ältesten Streiter genannt werden, der Name Motteler mit aufgeführt werden. Wir sind gewiß, daß es besonders unsre jüngeren Genosien interessiert,- einiges aus dem Leben dieses Parteiveteranen zu er- fahren. Julius Motteler ist am 18. Juni 1838 geboren, befindet sich also jetzt im 63. Lebensjahr. Seine Jugend verlebte er in Eßlingen i. W., wo er auch das Pädagogium besuchte und später die Tuchmacherei erlernte und als Kaufmann praktisch ausgebildet wurde. Er kam nach Augsburg, wo er als Buchhalter thätig war, und ging 1859 nach Criminitschau, wo er i» gleicher Stellung in einer Vigognespinnerei Stellung fand. Hier trat Motteler ins poli- tische Leben ein; er ivurde Mitglied des Nationalvereins, Mit- begründer des Crimmitschauer Arbciterhort, Bildungsvereins und andrer ähnlicher Vereine in Sachsen. Als gewandter Redner und Also auch Klinckowström will die Besiegten nicht so billig davon kommen lassen, wie Deutschland das besiegte Frankreich davon ließ. 1871 hielt man die 5 Milliarden Franks— 4 000 000 000 M. für eine unglaublich hohe Summe. Damals hat man nicht gedacht, daß nach noch nicht drei Jahrzehnten die werkthätige Bevölkerung ver- urteilt werden soll, ohne daß ein Krieg vorhergegangen ist, eine noch höhere Summe an die Junker zu zahlen. Denn in der That ist eine Erhöhung der Getreidezölle nur ein Kapitalgeschenk an die Grundbesitzer. Durch Erhöhung der Bodenrente steigt der Bodenwert. Mancher Junker wird sich das Kapital auszahlen lassen, indem er neue Hypotheken auf sein Grundstück eintragen läßt. In andren Fällen wird das Kapital ausbezahlt werden, wenn bei Erbteilungen dem Erben das Grundstück zu dem neuen Wert angerechnet oder wenn es durch Verkauf in andre Hände übergeht. Als 1810 in Preußen die Leibeigenschaft aufgehoben wurde, mußten die„Befreiten", statt Hand« und Spanndiensttage zu leisten, bares Geld fzahlen. Man nannte es„stehende Gefälle". Diese stehenden Gefälle wurden später abgelöst, wodurch die Junker den Bauern Milliarden abnahmen. Jetzt führt man die stehenden Gefälle durch die Getreide st eri er wieder ein und macht das Volk tributpflichtig, welches nieLeibeigene derJunker ge wesen ist. Hätte man die Beträge, welche zur Zeit der Bauern- befreiung erhoben wurden und die Summen, die jetzt schon dem Volke durch 21jährige Wirkung der Gctreibezölle abgenommen sind, genommen und damit die Junker expropriiert, dann ivürde heute schon der Grund und Boden Gemeingut der Gesellschaft sein. Auf dem Lande würde ein freies Volk auf freiem Grunde leben. Vielleicht rüttelt der jetzige Raubzug die Massen auf und stellt der Forderimg der höheren Getreidezölle die Forderung„Vergesell- schaftun g des Grund und Bodens" entgegen. Ter Kampf um» Brot. Im Reußischen Landtag stand am Donnerstag eine Interpellation der soci'aldemokratischen Ab- geordnete» wegen der Stellung der Regierung zu der geplanten Erhöhung der Getreidezölle zur Verhandlung. Abg. Leven begründete die Jntersicllation. Nach ausführlicher Darlegung der Schäd- lichkeit der Getreidezölle für die ärmere Bevölkerung wies er darauf hin, daß dieselben in Reuß j. L. a u ch den m e i st e n B a u e rn nur Schaden bringen, denn von den 8519 landwirtschaftlichen Be- trieben haben 5013 Betriebe nur bis 5 Hektar Grundbesitz, diese müßten selbst»och Getreide zukaufen. Auch von den 1072 Be- trieben mit 5 bis 10 Hektar können bei der Boden- beschaffenheit, namentlich im Oberland«, nur ganz wenige einige Centner verlaufen. Selbst die Mittelbauer» in einer Anzahl von 1049 mit einem Besitz von 10—20 Hektar können nicht so viel verkaufen, daß ihre Lage durch erhöhte Getreidezölle sehr wesentlich gebessert würde. Es haben demnach nur die Besitzer von mehr denn 20 Hektar ein Interesse an den Getreidezöllen, aber diese auch ein um so größeres, weil diese Z84 Grundbesitzer den größten Teil der gesamten Nubanfläche besitzen. Diese Klasse, die eS am wenigsten nötig habe, schreie am lauteste» nach Getreidezöllen. Staatsministcr Engelhardt erklärte,»och keine Kenntnis zuhaben, in welchem Umfange eine Erhöhung der Getreidezölle eintreten soll; die reußische Regierung sei auch im Bundesrate nicht ausschlaggebend; im übrigen wisse er über diese Frage auch nichts neues zu sagen. Außer dem socialdemokratischen Abgeordneten sprach der frei- sinnige Abg. Kelb gegen die Getreidezölle. während die Vertreter der Höchbesteuerten Staatsanwalt Ruckdeschel und Kommerzicnrat Weber sich für eine m ä ß i g e Zollerhöhung aussprachen, weil die„Land- Wirtschaft" derselben bedürftig sei. Charakteristisch war das Auftreten des Abgeordneten Gutsbesitzer L a u t e n s ch l ä g e r. Er schob die hohen Brotprcise auf die Bäcker und rechtfertigte die agrarischen Bestrebungen mit den Lohnforderungen der Arbeiter. Im gleichen Atemzuge versicherte er, die kleinen Bauern mit fünf Hektar Grundbesitz befänden sich in guten Verhältnissen und: die Land- Wirtschaft müsse ohne Zollerhöhung zu Gninde gehen. Er forderte das Ministerium auf, für erhöhte Getreidezölle einzutreten. Und dieser Mann ist Mitglied des Fort- schrittlichen Landesvereins für Reuß j. L. und keiner seiner Parteigenossen trat ihm entgegen, sie überließen dies vielmehr den Socialdemokraten, die dies um so gründlicher besorgten. Bereits im Sommer 1900 ist Herr Lautenschlager bei der Beratung des Kontraktbruch-Gesetzes vollständig entgleist, indem er sehr eifrig f ü r dieses Ausnahmegesetz wirkte, trotzdem ist er heute noch immer Mitglied der freisinnigen Volkspartei. Durch das Eintreten dieses Abgeordneten für die Getreidezölle war eine Mehrheit gegen dieselben im Landtage nicht zu erlangen. Es haben also die sechs Schwaben Nachfolger gefunden, auch Fort- schrittler wollen dabei fein, wenn eS gilt, dem armen Volke das Brot zu verteuem. «• « AuS Hessen wird uns geschrieben: Auch dem hessischen Landtag wird demnächst Gelegenheit geboten, sich mit den G e t r e i d e z ö I l e n zu beschäftigen, und zwar auf Veranlassung des hessischen Antisemitenhäuptlings, Reichs- fröhlicher Erzähler war der junge Handwerker und Kaufmann überall ein gern gesehener Gast. Nachdem der Nationalverein sich immer mehr als großpreußischer Agitationsherd erwiesen und die ehrlich demokratischen Elemente sich von ihm getrennt hatten, schloß sich Motteler der neugegründcten deino- kratischen Sächsischen Volkspartei an. die vonsBebel, Liebknecht, Schraps, Rechtsanwalt Freitag. Professor Roßmäßler u. a. ins Leben gerufen wurde. Die Wahlkämpfe für den Norddeutschen Reichstag 1867 sahen Motteler schon als einen der eifrigsten Agitatoren fiir die Kandidaten seiner Partei. Kleinlich und gehässig, wie das sächsische Unternehmertum von jeher war und heute mehr als je ist, rächte es sich für die demokratische Thätigkeit des jungen Motteler dadurch, daß es ihn um seine Stelle brachte. Der Gcmaßregelte gründete nun mit mehreren Freunden zusammen die Spinn- und Web-Genossenschast„E. Steh- fest u. Co." in Crimmitschau, in deren geschäftliche Leitung er ein- trat. Eine Anzahl von Schneider« Produktiv- Genossenschaften in Deutschland und der Schweiz und zahlreiche Konsumvereine wurden damals unter thätiger Mithilfe Mottelers in? Leben gerufen. Auf dem Nürnberger Arbeitertag 1868 trat Motteler mit Liebknecht und Bebel für das Programm der Internationalen Arbeiter-Asiociation ein, und ein Jahr später finden wir ihn unter den Mitbegründern der Socialdemokratischen Arbeiterpartei(Eisenacher Programm). Bon der Zeit ab nahm er an allen Parteitagen teil bis zu seiner Auswanderung 1379 nach der Schweiz. Auf dem Mainzer Parteitag 1872 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Zu den Reichstagswahlen 1874 von den Genossen des sächsischen Reichstags-Wahlkreises Zwickau- Werdau- Crinimttschau, aufgestellt, den bis dahin Rechtsanwalt Schraps Linksstehender De- mokrat) vertrat, wurde Motteler mit 8941 gegen 7531 Stimmen gewählt. Derselbe Wahlkreis schickte Motteler auch drei Jahre später wieder in den Reichstag. Dort ergriff er wiederholt das Wort, besonders in Arbeiterschutzfragen und gegen den Militarismus. Vom Jahre 1874 ab bis zum Verbot durch das Socialistengesetz leitete Motteler die Expedition und Buchhandlung des„Volksstaat" später„Vorwärts" in Leipzig. und Landtags- Abgeordneten Köhler, welcher in der zweiten Kammer beantragte, dieselbe möge durch Beschluß die Regierung er- suchen, ihre Bundesratsmitglieder dahin zu instruieren, daß dieselben bei den Handelsvertragsverhandlungen einem Minimalzoll von mindestens 7 M. auf 100 Kilogramm jeder der vier Haupt- getreidearten zustimmen. Im Stile der Cirkusredner des Bundes der Landwirte ist die Begründung abgefaßt, welche dem Antrag mit auf den Weg gegeben wurde. Da heißt es u. a.:„Angesichts des frevelhaften Beginnens vieler im Interesse des Großkapitals arbeitender in- und ausländischer Journalisten und Politiker, die bestrebt sind, die verbündeten Rcgicruiigen einzuschüchtern und die öffentliche Meinung zu fälschen, die Städter und das Proletariat gegen die Bauern und diese selbst wieder gegen die Groß- grundbesitzer aufzuhetzen, erachte ich es für eine heilige Pflicht jedes ivahren Freundes des Volks und des Baterlands in dieser ent- scheidenden Zeit, da es zum allerletzte»male dem Gesetzgeber anheimgestellt sein wird, durch Stellungnahme bei den Handelsvertrags- Entwürfen über Leben und T o t des deutschen Bauern st ands, und damit über Stehen oder Fallen der Monarchie, also über Frieden oder blutige Revolution zu ent- scheiden..." Also von einem Gctrei'dezoll von mindestens 7 M. hängt der Bestand der Monarchie in Deutschland ab. Bis jetzt haben die Orduungsparteiler aller Schattierungen stets behauptet, und bei allen Fest-, Tisch- und sonstigen Reden ivurde darauf hin- gewiesen, daß die Rionarchie unouflöslich mit dem deutsche» Volk verbunden sei! Es isi somit nur materielles Interesse, das die festeste Stütze der Thr?iie, die Landwirtschaft, nnt den Fürsten verbündet, denn, sorgt die Regierung oder vielmehr der Kaiser nicht dafür, daß die Getreidezölle erhöht werden, dann hört die Liebe zum „aiigestammteii Fürstenhause" auf und die Monarchie hat aufgehört zu existieren!! Herrn KöhlcrS Antrag wird gewiß im hessischen Landtag viel- festige Gegenliebe finden, da die Landwirtschast eine große Zahl der Abgeordneten stellt, die seitens der Ultra- montanen und Nntionallibcrnlen auf Unterstützung rechnen können. Unsre Genosscii werden indessen die sich bietende Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, die Brotwncher-Politik in ihrem Wahren Wesen deni Volke zu zeigen.— * Westelbische Agrarier. In einer Versammlung deS Rheinischen B a u e r n v e r e i n s zu Villip führte der Referent aus, daß eL sehr gefährlich für die Bauern werden könnte, wenn sie sich durch Versprcchuiigeii von wohlwollenden Freunden, welche immer von mäßigen Zöllen redeten, einschläfern i, n d beruhigen ließen. Es kommt alles darauf an, ftihr er fort, was man unter dem Wort„mäßig" versteht: „Wir wollen ja auch nur müßige Zölle, aber sie müssen vor allem genügend sein. Wenn sich aber der Abgeordnete Schmitz im Abgeordnctcnhause dagegen verwahrte, daß das C e n t r u m einen Zollsatz von 8 Mark für das Getreide verlange, dann steht zu befürchten, daß diese Partei iniier«mäßig" eine» Zollsatz versteht, der für uns nicht genügend ist; denn 8 Mark ist der grringste Zoll, den wir für unser Getteide haben müssen. Ben er keine n Zoll, als einen ungenügenden. Für uns Bauern erwächst dämm die Pflicht, an den maßgebenden Slcllen energisch vorstellig zu werden, damit unsre gerechte Forde- rung mit Erfolg vertreten wird. Heute werden in Berlin Millionen Flugblätier von unsren Gegnern verbreitet und zu einem Eni- riistuiigssturm gegen die Brotwncherer aufgereizt, und nur mit Mühe und Not sind die Bauern in ihrer großen Mehrheit so weit aufzurütteln, daß sie begreifen lernen, welche hohe Interessen für sie auf dem Spiele stehen..." 8 M. Mindestzoll I Die westelbischen Großbauern sind durchaus auf der Höhe oftelbischer Bescheidenheit. Das weltpolitische Strohfeuer, da? die Flotteninteressenten vor einem Jahre anzündeten, scheint schnell verflackert zu sein. Wenigstens sieht sich der Bezirksausschuß des Deutschen Flotteii-Verciiis genötigt, heftig in die erlöschende Glut zu blasen. Der Ausschuß versendet gegenwärtig, ein Rundschreiben, in dem es heißt: „Die Aufgabe des„Deutschen Flotten-VereiuS" ist eS, die Ucberzeuguiig von der dauernden Notwendigkeit einer großen und schlagfertigen Deutschen Flotte im ganzen deutschen Volle zu verbreiten. Nachdem durch die Annahme des Flotten- gesetzes von 1900 der erste grundlegende Erfolg der rührigen Arbeit des Flotten- Verein? erzielt ist, gilt es jetzt in den weitesten Kreisen immer mehr und mehr die Erkenntnis von der Notwendigkeit der dauernden Unterhaltung einer starken, schlagfertigen dent- schen SeckrirgSmacht zu wecken und zu festigen. ES steht zu befürchten, daß die antinationalcn und socialistischen Elemente, überhaupt alle Feinde deS Reichs, mit stiller, aber unermüd- kicher Arbeit über kurz oder lang alle Errungen- fchaften auf diesem Gebiete wieder in Frage stellen, falls nach Annahme der letztjährigen Flottenvorlage daS Interesse für die Flotte im Volk erlahmt. Um dieses zu ver- meiden, sollte jeder patriotisch denkende Mensch, so weit er dem Flottenverein noch nicht angehört, Mitglied desselben werden." Ein solches Interesse hat es im Volke überhaupt niemals ge» geben, sofern nicht die Flottenagitatoren unter Volk die Hofjuweliere, Im Winter 1879 übersiedelte Motteler nach Zürich, um dort die geschäftliche Leitung des soeben gegründeten Partei- Organs „Socialde mokrat" zu übernehmen. Als die Leiter deS „Socialdemokrat", infolge diplomatischen Drucks von Berlin aus, aus der Schweiz ausgewiesen wurden, siedelte Motteler mit Bern- stein, R. Fischer und Tauscher nach London über. Das gehaßte Blatt erschien dort, wo Preußen nichts tau seggen hat, ruhig weiter und Motteler als„roter Postmeister" sorgte unermüdlich und mit Geschick und Erfolg dafür, daß den deutschen Socialdemokraten ihr Centralorgan weiter zuging, das zwar im Auslande erscheinen mußte, dafür aber um so ungeschminkter über deutsche Zustände die Wahrheit sagen konnte. Was Motteler im Verein mit seinen Gehilfen Derossi, Bolli und später Ivos und Fischer aufstellen mußten, um den Schnüfflern nach dem„Schweizer Käse" ein Schnippchen zu schlagen, das zu erzählen, unter- nimmt vielleicht einmal einer, der dabei gewesen ist. Hier mag nur konstatiert sein, daß trotz aller Macht- und Geldmittel, die der deutschen Reaktion besonders auch aus dem Reptilienfonds zur Verfügung standen, es dieser nie gelungen war. hinter die Ge- Heimnisse der Expedition des„Socialdemokrat" zu kommen, die unter Leitung des Genosien Motteler stand. Jetzt steh: die Grenze, deren Polizeikordon er während dieser Jahre mit seiner, von der Reaktion ebenso gehaßten und verfolgten, wie von den Bestellern und Empfängern mit Begeisterung erwarteten und verschlungenen Ware immer wieder durchbrochen hat, dem Verbannten selbst offen. Eduard Bernstein und Julius Motteler an ihre Namen knüpft sich eine der opfervollsten aber erfolgreichsten Episoden der deutschen socialdemokratischen Bewegung, des Befreiungskampfs de§ deutschen Proletariats. Mögen die wieder in unsre Mitte zurücklehreiide» Genossen Ersatz ftir ihre im jahrelangen Exil gebrachten Opfer finden, in den stolzen Erfolgen, die die Socialdemolratie während dieser Zeit trotz alledem und alledem errungen hat.. Bankiers, Kommerzienräte, Fabrikdirektoren verstehen, die den erwähnten Aufruf unterzeichnet haben. Andrerseits deutet das Rundschreiben nicht nur darauf hin, daß die ganze weltpolitische Raserei künstliche Mache gewesen, sondern es nenen, rasch sich häufenden Aufträgen haben, daß man folglich verrät auch deutlich, daß die Flottenlieferanten das Bedürfnis nach darauf hinarbeitet, die Bauzeit der marinistischen Milliardenvorlage nach Möglichkeit abzukürzen. und socialistischen Elemente zu brechen! Greifswald, 18. Febr.( Privat- Telegramm.) Der Reichstags- Schließlich wurde die ganze Nobelle mit 536 gegen nur 2 Stimmen Abg. Graf v. Bismard Bohlen ist heute morgen am Herz angenommen. Der Fortschritt, der durch die Abänderungen ich I ag verstorben. 0 Graf Bismard Bohlen wurde im Wahlkreis Greifswald 1898 erreicht ist, ist kein geringer; leider hat nun erst der zu socialen 2501 socialdemokratische Stimmen gewählt. 8876 gegen 4210 Stimmen der Freifinnigen Bereinigung und Reformen weit weniger geneigte Senat noch darüber zu bemit finden. Der Ausfall der Wahl Der Sieg Allemannes. Der Bossischen Zeitung" wird aus Aus Meiningen. Im Landtag gab es am Freitag einen Freilich haben die Patrioten in der Zeit der Khatiblamage und großen Tag. Auf der Tagesordnung stand die Interpellation der Paris telegraphiert: Bei der Wahl zur Kammer im 11. Pariser Arrondissement wurde nach heftigstem Wahlkampfe, der alle Gedes Brotwuchers wenig Aussicht, den Widerstand der„ antinationalen Sie Regierung zu treffen gedente angesichts des Elends des müter in Paris erregte, der Socialist Allemane mit 4255 Stimmen größten Teils der Spielwaren- Arbeiter. im gegen den bekannten algerischen Antisemitenführer May Régis, Der Gegenbesuch des Königs Edward beim deutschen Kaiser die Interpellation in einstündiger, auch vom Regierungstisch aus als führer in der Presse erklären sich nicht für befiegt. Abgeordneter A. Hofmann begründete auf den 3847 entfielen, gewählt. beschäftigt heute alle Blätter. Die nationalistischen Wortfoll in Homburg erfolgen, wo Wilhelm II. längere Zeit ver- höchst sachlich bezeichneten Rede. Er streifte dabei alle in Betracht führer in der Preſſe erklären sich nicht für bestest. kommenden Verhältnisse: Die schlechten Löhne, die überaus finden, es sei teine Niederlage, wenn ein in Paris unbekannter verdie Gelegenheit, einmal wieder die Stadt patriotisch dekorieren zu berufe und die infolgedessen enorm hohe Erkrankungs und Sterblich hätten, in einem Pariser Stadtkreise über 3000 Stimmen auf sich Da entgeht also der Berliner Stadtverordneten- Versammlung lange Arbeitszeit, die Gesundheitsschädlichkeit der meisten Teil Ieumdeter Algerier, gegen den alle Regierungsträfte angefämpft weilen wird. laffen. rechts. Rußland. Sie keitsziffer, die Kinderarbeit, die Schwierigkeit für die Holzschniger, habe vereinigen können. Die republikanische Presse jubelt, daß Paris Die Verfaffungs- Feinde. Konservative und agrarische Organe, Schnigholz zu angemessenem Preise zu erhalten, das Fehlen guter das antisemitische Gift aus seinem Körper ausgestoßen habe. Nach der Wahl wurden Anhänger Allemanes und Régis' wiederholt handwie Kreuz- Zeitung" und" Deutsche Tageszeitung" jubeln dem Wege und Eisenbahnen im Hinterlande. Die Regierung anerkannte Polizeiminister von Rheinbaben zu, weil er sich grundfäßlich dagegen die geschilderte Notlage des überwiegenden Teils der Bevölkerung gemein, doch verhinderte die äußerst schneidig eingreifende Polizei erklärt hat, daß Socialdemokraten oder solche Leute, die ihr zu des meininger Oberlands, bedauerte jedoch, teine Mittel zu befizen schlimmere Ausschreitungen. neigen", als mittelbare Staatsbeamte bestätigt werden. und keine Wege zu kennen, welche hier Abhilfe schaffen könnten. Spanien. Diese Presse begründet diese ausnahmegesetzliche Behandlung da- Im übrigen aber unterscheide sich die anerkannt Demiffion des Kabinetts. Man nimmt an, daß in einem mit, daß ja die Socialdemokratie antimonarchisch sei und somit die traurige Lage der Bevölkerung des meininger für Mittwoch Grundlage der Verfaffung nicht anerkenne. Wenn das ein Grund Oberlands in nichts von derjenigen des arbeitenden fließen wird, seine Entlassung zu geben. Wie aus guter angesezten Ministerrat das Kabinett be= ist, so dürfen auch die Konservativen und die ihr zuneigen, zum Bolts in sonstigen Teilen des meininger Lands Quelle verlantet, werde Silvela mit der Neubildung des Beispiel die Regierung, nicht im Stadtsdienst geduldet werden. im allgemeinen. Teilweise sei das Bolt selbst schuld an Ministeriums betraut werden. Denn die konservative Partei ist bekanntlich Feindin der wirklichen seinem Elend, da zu frühe Heiraten, Leichtsinn und Neigung Alle Personen, welche in den letzten Tagen festgenommen worden Grundlage der Reichsverfassung, des allgemeinen gleichen Wahl zur Genußsucht( bei Löhnen von wöchentlich fünf Mark an! D. B.) vielfach die Ursache der bestehenden Mißverhältnisse waren, find wieder freigelassen worden. Und was die preußische Verfassung anlangt, so hat ja der Justiz bildeten. Unfren Genossen war es fonach leicht, diese billige Beminister selbst dafür plädiert, wenn es die Bedürfnisse der Begründung und angenommene Selbstverständlichkeit des Elends unter völkerung" erfordern, vom Buchstaben der Verfassung abzuweichen. den Spielwarenarbeitern auf ihren wahren Wert zurückzuführen. Soffkrieg zwischen Rußland und Amerika. Der Franff. Will also die konservative Preffe die Anerkennung der Ver- Genofie Hofmann betonte in seinem Schlugworte, daß es eigentüm- Beitung" wird aus Petersburg gemelbet: Die am 27. Februar in tretende Bollerhöhung im Umfange von 80 Proz faffung entscheidend dafür sein lassen, ob Mitglieder einer gewissen lich berühren müsse, daß Deutschland und damit auch Meiningen auf nordamerikanische Industrie- Erzeugnifie erPartei ein Staatsamt bekleiden dürfen, so müssen sie folgerichtig glaube nötig zu haben, soviel Elend durch ungezählte Soldaten, strect fich auf Gußeisen Fabritate aller Art, EisenstahlAusschluß der Konservativen und Absetzung des Justizministers Kanonen und Panzerschiffe beschüßen zu müssen; man möchte lieber Fabritate, Eisenstahl- Kesselarbeit, auf Stridmaschinen, Werkzeugfordern, während die Socialdemokraten bisher in feinem Falle durch die für diese Dinge geopferten Milliarden verwenden für Werke des maschinen 2c. In hiesigen fommerziellen Kreisen sieht man ihr praktisches Verhalten sich in Widerspruch mit der Verfassung Friedens und der Kultur. in dieser Verfügung des Finanzministers Witte die Ant gesezt haben. wort auf den Ausgleich zoII, womit der russische Zucker in Nordamerika belegt wird. Für die amerikanische Eiſenindustrie dürfte die Bollerhöhung schwere Verluste zur Folge haben, da sie mit Rußland ein bedeutendes Geschäft macht. Für die deutsche Eiſenindustrie ist die Maßregel des russischen Finanzministers von größter Wichtigteit, da Amerika mit Deutschland auf dem russischen Absahmarkt nicht mehr wird konkurrieren können. " Die ,, Kreuz- Zeitung" und China. Die Kreuz- Zeitung" schreibt in ihrer Wochenschau: " Im Reichstage ist die China vorlage endgültig in dritter Lesung angenommen worden, ohne daß sich die Gegner, die anfangs, wie man sich erimert, gelärmt, den Verfuch gemacht hätten, ihren Widerstand fortzusetzen. Nur der Abgeordnete Bebe I fonnte es sich nicht versagen, auch bei dieser Gelegenheit wieder einen jener brutalen, dem nationalen Selbstgefühl ins Gesicht schlagenden Angriff gegen unsre Politik und Heeresleitung zu richten, die er mehr und mehr zu seiner Specialität entwickelt, die aber freilich gerade dadurch nach und nach abstumpfend wirken und bei weitem nicht mehr den Eindruck hervorbringen, den sie in früheren Zeiten im Hause und außerhalb desselben leider vielfach gemacht." Hat die Kreuz- 8tg." schon wieder vergessen, daß sie in der Chinafrage eigentlich mit Bebel ganz einverstanden ist? Bielleicht liest sie zur Auffrischung ihres Gedächtnisses ihr gerühmte Schrift des Prof. Baelz noch einmal durch. die von Werbungen für Transvaal scheinen von den Engländern allerorten betrieben zu werden, so finden wir in einem der Politik sonst nicht gewidmeten Blatte, dem„ Centralblatt der schweizerisch akademischen Zurnerschaft" Nr. 8, Zürich Januar 1901, die folgende Notiz auf Seite 135 unter Personalnachrichten: W. B... weilt zur Zeit in London, um sich auf die Abreise nach Transvaal vorzubereiten. Die englische Regierung hat ihm das Kommando über eine berittene Freiwilligentruppe übergeben. Seine Adresse usw." Ob der Eid genosse W. B ber im Solde Chamberlains gegen die tapferen Boeren zu Felde ziehen will, direkt von Wilhelm Tell oder von Winkelried abstammt, vermögen wir nicht zu sagen. Aber auch in Deutschland scheinen die englischen Menschenhändler ihr Unwesen zu treiben. Ju Saarbrücken wurden bereits zwei Männer, namens Stoffel und Momsen, welche junge Glass bläser für London engagierten, verhaftet, da sie verdächtig sind, als Werber zu operieren. 8ehn Leute aus St. Johann waren bereits engagiert. Aus Völklingen und Diedenhofen wird Aehnliches gemeldet. Man sollte auf diese gewissenlosen Burschen überall ein wach fames Auge haben! Sehr schwül wird es auch bereits dem tonservativen Reichsboten" bei dem Spiel mit dem Feuer, das durch die Weltmachtpolitiker in Afrika und Asien getrieben wird. Seine bange Beklemmung erklärt sich in folgender Jeremiade: Wenn man zu der Haltung der Mächte gegenüber den Vorgängen in Südafrika noch die andre in Ostasien hinzunimmt, wo sie allzusammen von den Chinesen am Narrenseil herumgeführt werden, ohne daß sie wüßten, wie sie aus dieser Affaire wieder herauskommen können, die sich noch dazu immer mehr zu einer Quelle des Streites zwischen den Mächten selbst auszuwachsen droht, so muß einem für die Autorität der Regierungen angst und bange werden. Zweierlet Socialpolitik. Die Berliner Neuesten Nachrichten" charakterisieren den Gegenfat zwischen der gegenwärtigen Socialpolitik in Frankreich und terjenigen Deutschlands also: " In Frankreich hat soeben der socialdemokratische Handelsminister Willer and auf eine Anfrage in der Kammer erklärt, baß das von der Regierung eingebrachte Gesez zur Erweiterung der Schiedsgerichte, in welchen Arbeiter und Unternehmer in gleicher Zahl fizzen, auch auf die Staatsbetriebe, bie Staats Eisenbahnen Anwendung finden soll. Das fönnten nette Zustände werden, wenn dazu folgerichtig auf die franzöfifchen Staatsbahnen die lex Millerand vom obligatorischen Streik Anwendung finden wird. Seitens der deutschen Eisenbahn Ver waltungen sind die socialdemokratischen Versuche, die Eisenbahnarbeiter zu organisieren, mit aller Energie bisher erfolgreich bekämpft worden. Die preußische Staatsregierung steht auf dem Standpunkt, daß die Eisenbahn- Angestellten ber Gewerbe Ordnung nicht unterstehen und nicht das Koalitionsrecht nach§§ 152/158 besigen. Verbände und Vereine werden nur insoweit geduldet, dann aber auch wohl wollend gefördert, als die vorgefeßte Eisenbahnbehörde Kontrolle über fie und Einfluß auf sie hat." Ein Renter- Telegramım aus Washington meldet hierzu: Man glaubt, daß eine schwere Strife in den Handelsbeziehungen zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten ausgebrochen ist. Das russische Defret werde den Erfolg haben, daß die Bölle für amerikanische Maschinen und metallurgische Produkte um 50 Broz, erhöht werden. Man fürchtet, daß eine solche Erhöhung die Ausfuhr diefer Produkte nach Rußland verhindern werde, die sich im Jahre 1900 auf 30 Millionen Dollars belaufen habe. Ob das Eine wahre Berhaftungs- Epidemie ist in der letzten Zeit in Rußland ausgebrochen. Petersburg, Riga, Wilna, Warschau, Lodz, minst, Homel und eine Reihe kleinerer Orte, wo die Arbeiterbewegung existiert, sind von der Epidemie heimgesucht worden. ber zartichen Regierung helfen wird? Anjährlich werden viele Hunderte aus den Weihen der Kämpfer herausgeriffen, aber sofort stehen neue Kämpfer auf ihrem Play. In Warschau scheint man sogar schon Vorbereitungen zur Verhinderung der Maidemonstration zu treffen. So hat der Oberpolizeimeister von Warschau eine BekanntWas die wohlwollende Förderung" bedeutet, zeigt das Vor- machung veröffentlicht, wonach alle Ansammlungen auf den Straßen, gehen der bayrischen Eisenbahnbehörde gegen den dortigen Verband Plätzen usw. unter Strafe bis zu 3 Monaten Gefängnis oder bis zu der Eisenbahner, der gewagt hatte, von bitterer Not und materieller 500 Rubel Geldstrafe verboten find. Aber auch an komischen Bedrängnis eines Teils seiner Mitglieder zu sprechen. Der Verband Momenten fehlt es nicht. So kam nach Witebst ein armer Teufel wurde unter Androhung der Auflösung, zur Zurücknahme ſeiner mit einem Phonographen. Ein jüdischer Arbeiter, der sich unter seinen Heßereien" genötigt; und das ist noch ein Verband von Centrums Besuchern befand, sang vor dem Phonographen einige revolutionäre Gnaden! " Ausland. Schweiz. Bei den Kammer Stichwahlen am Sonntag siegten drei uns Der Boeren Krieg. Auf die Verfolgung De Wets Lieder und da leider die Phonographen so eingerichtet sind, daß sie nicht nur staatserhaltende, sondern auch umstürzlerische Lieder nachfingen, so hat auch dieser Phonograph die Kampfeslieder pünktlich wiedergegeben. Die Arbeiter erfuhren bald davon und strömten sono in großen Massen herbei, ihre Stampfeslieber anzuhören. Das Ende Bern, 16. Februar.( Eig. Ber.) Immer wieder der vom Lied war aber, daß die Obrigkeit nach einiger Zeit davon Spigelbaron v. Richthofen, dessen Affaire nachgerade zu erfuhr und den Phonographenbesiger samt seinem Phonographen ins einer Tragikomödie geworden ist. Wie aus Genf gemeldet wird, Gefängnis steckte. Der arme Teufel mußte aber bald herausgelassen verweigert der mit der berühmten Abgebrühtheit preußischer werden, denn er hatte mit dem Socialismus absolut nichts gemein. Junker in reichem Maße ausgestattete Baron dem neuernannten Nur die umstürzlerische Platte wurde konfisziert, die als„ thatsäch der Geschäfte, indem er ihn einmal nicht anerkannte und sodann türkischen Generalkonsul Haidar Naschid Beh die Uebergabe liches Material" bei der bevorstehenden Untersuchung dienen soll. 8000 Fr. schulde, die er erst haben wolle, ehe er feinem Nachfolger erklärte, daß ihm die türkische Regierung für Bureaumiete usw. Bulgarien. Plaß mache. Der Bey brachte dann die nötigen Legitimations- abhängige Petrowisten und zwei Stambulowisten. Bei den gestrigen hauptstädtischen Gemeindewahlen siegte die papiere von dem türkischen Gesandten Manir Bey in Paris bei, aber den Spizelbaron rührte auch diese Legitimation nicht. Liste der Regierung gegen die vereinigte zantowistisch- karaweliftische un endlich hat sich der Bundesrat aufgerafft und eingegriffen. Er Liste. verständigte die Kantonsregierungen davon, daß der Spigelbaron sich als Generalkonsul geriere, obschon er das eidgenössische Exequatur nicht erhalten habe und daß daher die von demselben ausgestellten Vegalisationen für die schweizerischen Behörden wertlos seien. Ferner ließ der An Südafrika gehen sie vorüber wie der Levit an dem Bundesrat dem Spigelbaron durch die Genfer Kantonsregierung eröffnen, fetzt man in London wieder einmal sehr optimistische Hoffnungen. Hohlweg nach Jericho, und nehmen es den Völkern noch übel, daß er jo fort ausgewiesen werden würde, wenn er sich Die Londoner Blätter drücken sich sehr optimistisch über die Lage in wenn sie thun, was die Obrigkeiten selbst thun sollten. Wenn beikommen lassen sollte, sich noch weiter die Funktionen eines Südafrika aus und stellen die Gefangennahme De Wets türkischen Generalkonsuls oder eines türkischen man das alles übersteht: den grausamen Raubkrieg. Englands in Konfulats für die nächsten Tage in sichere Aussicht. „ Daily verwesers auzumaßen. So wird dann Südafrika, das müßige Zuschauen der Mächte und ihrer aller wohl der Haidar Mail" glaubt, daß De Wet den Engländern nicht mehr entgehen Raschid Bey zu seinen Funktionen gelangen, aber Berhalten in Ostasien, so drängen sich einem die das tann. Dasselbe Blatt veröffentlicht ein Telegramm feines Specialernstesten Befürchtungen für die Zukunft auf. Es Richthofen es hatte oder der türkische Gesandte Manir Bey es hat. haben will, de Wets llebergabe könne jeden Augenblick erfolgen. eidgenössische Erequatur hat er bisher so wenig, wie der Korrespondenten, worin dieser aus nichtamtlicher Quelle erfahren fann nicht ausbleiben, daß in dieser mit Habsucht, Neid, Herrich Diese Umstände wären dafür günstig, daß der Bundesrat der Einstweilen hat man de Wet freilich noch nicht. sucht, Furcht und Mißgunst erfüllten Stickluft sich die Gewitter von selbst entwickeln. Die Reibungen be- fürfischen Spigelwirtschaft ein Ende bereitete, umsomehr, als der ganzen, mit unübertrefflicher Frechheit in der Schweiz etablierten ginnen ja schon allerorten. Die Diplomaten reklamieren stolz die Realpolitik, weisen die Politik des Idealismus Beh ja ganz aufrichtig erklärte, werde weiter spigeln, allerdings mur gegen die türkischen Anarchisten und nicht auch gegen zurüc aber wenn sie nur mit offenen Augen zusehen wollten, die türkischen Liberalen. Sind an fich türkische Anarchisten" eine so müßten sie erkennen, daß diese Sünden am sittlichen Idealismus der Völker ihr Verderben sind, das ganz neue Species, so hat ein türkischer Diplomat in der Schweiz fich wie Gewitter Gottes über ihren Häuptern zusammenzieht! Das auch gegen solche nicht zu spikeln, sondern sich seinen ehrlichen Blut der Boeren schreit zum Himmel vor den Ohren der wilden Neger Stonſulatsgeschäften allein und ausschließlich zu widmen. in Afrika gegen das christliche England und Europa; aber die Was wird aber aus dem preußischen Spizelbaron werden, wenn er bei den Türken abgewirtschaftet hat? Wird der so brauchbare Diplomaten stopfen sich englische Baumwolle in die Ohren!" Junter sich am Ende dem lieben Vaterland anbieten, damit es Und war es nicht allein die Socialdemokratie, die ihn gegen die Socialdemokratie loslasse? Auf jeden Fall empfiehlt in der Presse und dem Parlament gegen die politische Verwilderung es sich, den Mann fernerhin nicht aus den Augen zu verlieren. des weltmatpolifischen Wikingertums schärfste Antlage erhob? Und waren es nicht gerade die Konservativen, die die Socialdemokraten darob als Chinesen verunglimpften? er Frankreich. Das Gesetz betreffend die Gewerbegerichte. Währenddem im deutschen Reichstage die Gewerbegerichts- Kommission sich damit Lentenot und agrarische Humanität. Der Tilfiter All- herumquält, an dem Gesez einige wenige Verbesserungen vorzugemeinen Zeitung" wird aus Billtallen folgender Fall, der sich nehmen, immer ängstlich, daß auch ja nicht zu viel geschehe, hat in einer nahen Ortschaft abspielte, mitgeteilt, für den das Blatt auch die franzöfifche Deputiertenkammer innerhalb weniger Tage an dem die Verantwortung tragen wird: Ein Gutsbesizer hatte Ende Jantar eine Gärtnerfamilie aus I. geholt. Da er dieselbe bald dortigen Gesetz eine Reihe ganz wesentlicher Verbesserungen Wir haben schon an andrer Stelle mitgeteilt, aber wieder los fein wollte, spielte er eignen Richter, ließ die geringen vorgenommen. Sachen der Familie und diese selbst auf Schlitten laden, daß nach dem Beschluß der Kammer in Zukunft auch den Frauen das durch seine Söhne und Knechte vor die frühere Wohnung attive und passive Wahlrecht zustehen soll. Von großer Wichtigkeit fahren und einfach absetzen, nachdem die Auszügler erst durch nicht ist ferner die auch bei uns geforderte Unterstellung der kauf näher anzugebende Vorkommnisse zum Umzug willig gemacht männischen Angestellten unter das Gesetz; auch diese Neuerung waren. Das Beziehen der alten Wohnung wurde den Leuten berist von der Kammer angenommen worden. Ebenso sollen in Zukunft wehrt und während der Mann behördlichen Schuß nachsuchte, die Arbeiter und Angestellten in den Staatsbetrieben, irrte die Frau mit drei Kindern in jüngerem = Das Neutersche Bureau" meldet aus De Aar: De Wet und Steijn überschritten gestern vormittag mit zwei- bis dreitausend Mann und zwei Geschüßen die Eisenbahn nördlich von Hout Kraal. Die Granaten der Engländer zerstreuten den Feind, welcher seine Geschüße nicht ins Gefecht brachte. Ein gepanzerter Zug eröffnete ein Feuer mit Marinegeschützen. Es gelang den Engländern, den ganzen Convoi De Wets zu nehmen, einschließlich hunderttausend Batronen, zahlreichen Schießvorrats und eines Schnellfeuer- Geschüzes. Die Verluste auf englischer Seite betrugen drei Verwundete. Wie es heißt, find in dem Gefecht am 15. d. M. auf seiten der Boeren 65 Mann gefallen oder verwundet worden. Die Peft. Kapstadt, 18. Februar.( B. H.) Die Befaßung fämtlicher Dampfer, welche in den Hafen der Tafelbai einlaufen, werden einer Quarantaine gestellt!! Gestern wurde ein neuer Pest ärztlichen Untersuchung unterworfen, jedoch nicht unter fall tonstatiert. Die eingebornen Hafenarbeiter haben die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen. Die Gingeborenen in den übrigen Berufszweigen verlangen 2ohnerhöhung und drohen ebenfalls mit dem Ausstand. Auftralien verweigert weitere Truppenfendungen. Aus Melbourne wird gemeldet: Die Regierung von Neu Südwales und die von Süd- Australien haben den Vorschlag Chamberlains, weitere Truppen nach Südafrika zu entfenden, abgelehnt. Partei- Nachrichten. Alter in Schnee und Eis umher, da niemand die armen sowie die der Provinzial- und Kommunalbetriebe.( Arbeitervertreter- Konferenz) wurde vor kurzem in Manchester Leute bei sich aufnehmen wollte. Erst am Spätabend gelang dem ihre Streitigkeiten, die aus dem Arbeitsvertrag resultieren, vor dem Gemeindevorsteher die Unterbringung der Leute in einer Nachbar- Gewerbegericht zum Austrag bringen. Der Minister Millerand ortschaft auf Stosten des durch den eingeleiteten Civilstrafprozeß erklärte sich ausdrücklich mit dieser Neuerung einverstanden, ausfestzustellenden Verpflichteten. genommen wissen will er nur die eigentlichen Staatsbeamten. Die erfte englische Labour Representation Conference abgehalten. Anwesend waren 88 Delegierte, welche zusammen 465 000 organisierte Arbeiter vertraten. Unter den englischen Socialiſten besteht seit langem das Bestreben, Socialisten bezw. doch wirkliche Arbeitervertreter in das Parlament zu bekommen, Abgeordnete also, die nicht mit Unterstützung der Liberalen gewählt und auf deren Programm verpflichtet Ị find. Zur Herbeiführung solcher Wahlen wurde die„ Labour Representation Liga" gegründet, der sich auch Gewerkschaften anschlossen. Auf der oben bezeichneten Konferenz waren 41 Gewerkschaften mit 353 070 Mitgliedern, drei socialistische Organisationen mit zusammen 22861 Mitgliedern und sieben Gewerkschaftsräte mit 91 000 Mitgliedern vertreten. Bei den legten allgemeinen Wahlen im Oktober 1900 hat das Komitee 15 Kandidaturen unterstützt, zwei sind bekanntlich nur durch gekommen, nämlich seir Hardie und Richard Bell. Die Konferenz nahm u. a. eine Resolution an, welche sich gegen den füdafrikanischen Krieg und die Vernichtung der Republiken ausspricht. Ferner wurde beschlossen, daß die durch die Liga aufgestellten und gewählten Abgeordneten sich zu dem Princip des Klassenlampfs zu bekennen haben. Polizeiliches, Gerichtliches usw. - Um einen interessanten Prozeß ist die Oeffentlichkeit gebracht worden. Den Eisenbahnern in Magdeburg war seiner Zeit von der Direktion verboten worden, dem Eisenbahner- Verbande an zugehören. Die Magdeburgische Voltsstimme", hatte die Eisenbahner aufgefordert, sich dadurch nicht anfechten zu lassen, sondern ruhig Mitglieder des Verbands zu bleiben. " Darauf wurde gegen den verantwortlichen Redacteur Genossen Nitsch ein Strafverfahren eingeleitet auf Grund von§ 110 R.-Str.-G.-B. Er sollte zum Ungehorsam gegen eine rechtsgültige Verordnung aufgefordert haben. Es wäre ein famofer Prozeß geworden. Eine fiskalische Betriebsverwaltung verbietet ihren Arbeitern die Wahrnehmung ihres reichsgefeßlich garantierten Koalitionsrechts und eine solche Anordnung jollte als„ rechtsgültige Verordnung" unter den Schuß des Strafgesetzbuchs gestellt werden! Es sollte jemand prozessiert werden, weil er Arbeiter auffordert, sich an der Ausübung ihrer geseglichen Rechte nicht hindern zu lassen! Der Staatsanwalt hat sich noch rechtzeitig besonnen und hat das Verfahren gegen Genossen Nitsch wieder eingestellt. 3u 100 M. Geldstrafe wurde seiner Zeit Genosse Rühle, der verantwortliche Redacteur der„ Chemnißer Volksstimme" verurteilt, weil er bei der Kritik der Handlungen eines Gemeindevorstands, die er im übrigen als wahr nachweisen konnte, in der Form zu weit gegangen war. Seine Berufung gegen das Urteil wurde vom Landgericht verworfen. Gewerkschaftliches. Die Stagnation der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvercine wird trefflich illustriert durch die Berichte der Bezirksleiter des Gewerfsvereins der Selempner und Metallarbeiter". Der Gewertvereinsbote" gicbt aus den felben u. a. folgende Stichproben zum besten: " " Der Bezirksleiter für Niederschlesien schreibt: Meiner Pflicht nachkommen will ich auch dieses Mal, trotzdem ich eine eigentliche Thätigteit, wenn ich die für den Ortsverein Hirschberg ausschließe, in meinem Bericht nicht anführen kann." Resultat der Agitation eines ganzen Vierljahres= 0! Der Bezirksleiter für Oberschlesien schreibt: Aus dem letzten Vierteljahr läßt sich leider nicht viel berichten Wie es scheint, haben alle Kollegen den Winterschlaf angetreten, jedoch glaube ich, mit dem kommenden Frühjahr wird den noch nicht organisierten Kollegen doch endlich einmal ein Licht aufgehen." Resultat der Agitation des ganzen Vierteljahrs= 0! Der Bezirksleiter für Brandenburg schreibt: " Die Mitgliederzahl in den Vereinen der Provinz hat sich wenig geändert, 286 gegen 287 im vorigen Quartal." Resultat der Agitation des ganzen Vierteljahrs Berlust eines Mitglieds! Der Bezirksleiter von Schleswig- Holstein schreibt: Ausland. Leider erschien nicht ein einziger, der sich zur Aufnahme bereit erklärte. Ich schließe nun meinen Bericht mit der Hoff- Ein Streit mit politischem Hintergrunde ist der des nung, daß mein nächster Bericht etwas besser ausfällt, das heißt, Orchesters, Chors und technischen Personals des daß ich in den bestehenden Vereinen eine andre Mit Czechischen Nationaltheaters in Prag. Die Czechen: gliederzahl verzeichnen tann und noch einen partei berief, wie der Boss. 3tg." berichtet wird, am Sonntag Verein mehr zu meinem Bezirk zählen darf." eine große Boltsversammlung ein ,, die von tausend Das ist also das Resultat der Arbeit eines ganzen Ge Personen aus allen Bevölkerungsklaffen besucht war und sehr wertvereins in einem ganzen Vierteljahr und stürmisch verlief. Die Theaterleitung wurde beschuldigt, das zwar im günstigsten Agitationsvierteljahr. Die nationale Kunstinstitut zu ruinieren und das Personal der Not preisHoffnung des braven Badenser wird sich nicht erfüllen. Die Gewerk zugeben; die Ehre der czechischen Kunst sei vor dem Ausland bloßvereine des Herrn Hirsch haben auf eine Zukunft nicht zu rechnen, gestellt. Die Redner verlangten für die ausländischen Musiker, Sänger und find fie doch sogar schon von den viel jüngeren Christlichen Gewerk- Arbeiter materielle und moralische Unterstützung vom Landtage, von bereinen" längst überflügelt. Lassen wir also dem Herrn Anwalt das der czechischen Gemeindevertretung der Stadt Prag und von den harmlose Vergnügen, auf den Festbanketten davon zu reden, daß nationalen Vereinen. Die Politit spielt in dieser Angelegenheit insofern das neue Jahrhundert den Gewertvereinen geeine Rolle, als das Nationaltheater seit dem Vorjahre von einem höre, jungczechischen Ronsortium geleitet wird und der jungczechische Abgeordnete Dr. Herold Intendant ist; daher die Opposition der nationalczechischen Arbeiter und Orchestermitglieder. Das Deutsche Nationaltheater wurde von der Leitung des czechischen Theaters um Aushilfe ersucht, lehnte eine solche jedoch ab. # Berlin und Umgegend. Zwischen der Direktion des Münchener Brauhauses und der Agitations Kommission der Brauereiarbeiter wurde folgende Abmachung getroffen: Die unterzeichnete Direktion hatte Die bedauernswerten Zusammenstöße zwischen Militär heute mit der Agitations- Kommission der Brauereiarbeiter folgendes und Streifenden in Chalon sur Saône sind bereits teleAbkommen getroffen: Die Direktion des Münchener Brau- graphisch gemeldet worden. Sie haben ihre Ursache in den Gewohn haus Act. Ges. erkennt den Arbeits- Nachweis der ringfreien heiten der französischen Arbeiter, bei Ausständen große StraßenDie ausständigen MetallBrauereien an und wird Vakanzen durch diesen Arbeits- Nachweis fundgebungen zu veranstalten. geben, um der Direktion ihre Forderungen zu unterbreiten. Der Direktor besezen mit Ausnahme der Brauführerſtelle und der Bierfahrer. arbeiter hatten sich vor die Thore der gesperrten Fabriken belehnte es ab, Antwort zu erteilen. Die Arbeiter zogen ab nach andren Betrieben. Dort schlossen sich weitere Arbeiter an; an der Spize führten sie eine rote Fahne und sie sangen revolutionäre Lieder. Der Präfekt hatte bereits große Massen Soldaten und Gendarmen beordert, die den Manifestanten den Durch Es kam zu ernsten Zusammenstößen; etwa zug versperrten. 50 Personen wurden verhaftet und nach dem Gefängnis geschleppt. Die Zahl der Streifenden beträgt jetzt über 2000. Münchener Brauhaus Act. Gef. · Mar Saurenhaus. Löche L. 4 Für die Agitations Rommission: Preuß. R. Neumann. Rt. Schüler. Hiermit ist die Angelegenheit für beide Teile erledigt. Die in der Sonntagsversammlung der Brauereiarbeiter gefaßten Beschlüsse haben( vergl. Versammlungsbericht), soweit das Münchener Brauhaus in Betracht kommt, damit ihre Geltung verloren. China. Zum Streit um die Köpfe. Der Streik der Treibriemenarbeiter, Sattler, Weber und Silfsarbeiter bei der Firma A. Schwarz u. Co. dauert un verändert fort. Herr Czaita hat es abgelehnt, die Vermittelung des Einigungsamts anzunehmen, wozu er durch den Vorsigenden des Gewerbegerichts aufgefordert war. Er hat erklärt, unter Aus Peting wird vom Sonnabend gemeldet: Vor der teinen Umständen jemand von seinen ausständigen Arbeitern Zusammenkunft, die die Gesandten heute vormittag hatten, wieder einzustellen. Ob der liebenswürdige Herr hiermit Recht be- wurde ihnen eine Botschaft der chinesischen Be die den Die Streifenden halten fest vollmächtigten ausgehändigt, halten wird, muß die Zukunft lehren. Inhalt zusammen, es ist noch nicht ein einziger untreu geworden und eines taiserlichen Edikts wiedergiebt, welches in Wirkwerden es auch weiterhin nicht werden. Und mit den paar Arbeits- lichkeit die letzten die Verurteilungen betreffenden Depeschen willigen, die sich Herrn Czaita zur Verfügung gestellt haben, wird wiederholt. Tichuang hat danach Selbstmord zu begeben, er wohl nicht weit kommen. Auf keinen Fall kann er seinen Betrieb 9ühsien soll hingerichtet werden. Beide Urteile sollen in damit auf die Dauer aufrecht erhalten. Wir haben also die be- Gegenwart eines hohen Regierungsbeamten vollstreckt werden, um die gründete Hoffnung, daß Herr Czaika bald zu andrer Einsicht kommen Fremden zufrieden zu stellen. Bevor der Kaiser das Lodesurteil aus= wird und dann zufrieden ist, wenn recht viele von seinen alten Ar- spricht, Lischanyn eingeleitet werden. Tung fuhsiang wird seines wird eine Untersuchung in den Prozessen gegen Tschihsiu und beitern wieder bei ihm anfangen wollen. Die Zustände in dieser Fabrik sind wahrlich nicht dazu angethan, Sangs enttleidet, andere Strafen folgen. Jingnien und Die nach dem Tode an viele Arbeiter hierzu zu verlocken. Vor allen Dingen ist es die Be- Tichaoschutschiao werden eingeferkert. handlung seitens des sogenannten Werkführers, eines Bruders des Familien der Gestorbenen verliehenen Ehren werden annulliert. Chefs, der aber keine Fachkenntnis besigt; er ist gelernter Buch Man glaubt, daß die Gesandten dieses Edikt nicht als drucker. Dieser Herr behandelt die Arbeiter in einer Art und Weise, genügend betrachteu, weil es nur eine Wiederholung des die schon öfters zu begründeten Klagen Anlaß gegeben hat. letzten Vorschlags ist. Dann sind es die Löhne, die derart find, daß es einem Familienvater oft nicht möglich ist, den färglichsten Lebensunterhalt zu bestreiten, sind doch z. B. bei den Webern Löhne von 5 oder 7 M. feine Seltenheit. Alles dies wird dazu beitragen, daß die Arbeiter der Firma Schwarz u. Co. sich nicht zu sehr nach diesem Dorado zurücksehnen werden. An die Arbeiter dieser Branche allerorts richten wir aber das dringende Ersuchen, Arbeit dort nicht anzunehmen und den Buzug nach Kräften fernzuhalten. Der Verein der Wäsche- und Krawattenbranche Berlins " Für dieses Vierteljahr wird mein Bericht jedenfalls der giebt seit Beginn dieses Jahres monatliche Vereinsmitteilungen schlechteste sein, der Ihnen eingesandt wird. Von meiner heraus. Aus denselben entnehmen wir, daß der jetzt noch lokal beThätigkeit ist so gut wie nichts zu berichten, da in grenzte Verein Ende 1899 erst 204 Mitglieder zählte, während er Der am 31. Dezember 1900 auf 637 Mitglieder gestiegen war. Soviel an mir gediese Zeit unsre beste Arbeitsperiode fällt. legen, habe ich im Verein Flensburg für unsre Organisation ge- Berein hat einen Arbeitsnachweis errichtet, der im Jahre 1900 122 Stellen vermittelte. Einnahme und Ausgabe des Jahrs 1900 wirft und hatte auch die Freude, daß wir durch die thätige balancierten mit 3544,95 M. Im vergangenen Jahre sind die AltMitarbeit der Mitglieder einige neue Genossen aufnehmen fonnten. Der Verein wird jetzt immer bekannter und hoffe ich, plätterinnen und Wäscherinnen dem Verein beigetreten. daß wir allmählich zu einer friedlichen Macht anwachsen werden. Schon jetzt beginnen die Herren Socialdemokraten mit uns zu rechnen, trotzdem uns dieselben früher jede Leistungsfähigkeit abgesprochen haben." Der Bezirksleiter für Sachfen schreibt: " In meiner Thätigkeit als Bezirksleiter habe ich nicht besonders viel zu berichten Fühlung zu nehmen in Orten, wo noch kein Verein unfres Berufs besteht, ist mir auch bis jetzt noch nicht gelungen. In Neustadt, wo sich der Radeberger Verein schon aller möglichen Mühe unterzogen, ist leider auch noch nichts zu stande gekommen, es hält auch dort sehr schwer, indem sich die Arbeiter der Ansicht hingeben, daß die Socialdemokratie die all einige Beglüderin des arbeiten den Wolfs sei, aber wir werden uns deswegen noch nicht abschrecken lassen und wird hoffentlich auch dieses Feld noch zu unsren Gunsten bearbeitet werden." Die militärische Besetzung Petschilis. Die Ueber die Einrichtung der Verteidigungswerke für die Gesandt schaften in Pefing melden die„ Times":" Der Plan erfordert die Sprengung der Stadtmauer am Wasserthor, die Niederreißung der Hatamen und Chienentürme und die Berstörung ihrer Bugangs mauern, ferner die Schaffung eines flaren Terrains von 150 bis 400 Yards um das gesamte Gesandtschaftsareal herum. Errichtung von Wällen und Glacis mit Wassergräben und Stachel= draht und mit Belagerungsgeschützen und Marims und Kasernen für 2000 Mann und Vorräten, um eine dreimonatige Belagerung auszuhalten: alle öffentlichen Gebäude zwischen den Gesandtschaften und den kaiserlichen Mauern sind niederzureißen, während 11 000 Mann fremde Truppen die Verbindung zwischen der See und Pefing aufrecht erhalten, so daß kein Chinese von der See aus nach Beting ohne Kenntnis der fremden Truppen reisen kann. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Tientsin vom 17. Februar: In Hantau find infolge Explosion eines Lokomotivtessels 3 Deutsche schwer verlegt worden. Letzte Meldungen. Berlin, 18. Februar.( W. T. B.) General- Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 16. aus Beting: General v. Stettler hat von Paotingfu Expeditionen unter Oberst Hoffmeister auf Taomatuan ( 85 Kilometer nordwestlich von Baotingfu am Khouho) gesandt. und Depeschen. ,, Freie Vereinigung der Stuccateure Berlins und Um gegend" so nennt sich eine neue, mit Hilfe des Unternehmertume gegründete Arbeiterorganisation. Anfang dieses Jahres wurden von den Unternehmern 32 Stuccateure aufs Pflaster geworfen, weil sie sich die Accordarbeit nicht wieder aufzwingen lassen wollten. Es handelte sich für die Unternehmer aber um mehr, fie gehen darauf aus, die Organisation der Stuccateure zu vernichten. Die ausgesperrten haben sich nicht zwingen lassen, unter dem System Lehte Nachrichten der Accordarbeit wieder anzufangen, leider aber haben sich Stuccateure, die bei andren Firmen in Ürbeit standen, durch ihre derzeitigen China im englischen Parlament. Arbeitgeber dazu drängen lassen, die Ausgesperrten zu eriegen. London, 18. Februar.( W. T. B.) Unterhaus. Im weiteren Runmehr ist auch hinter verschlossenen Thüren der oben bezeichnete Verlauf der Adreßdebatte nimmt der Unterstaatssekretär Cranborne Berein gegründet worden, der ganz auf der Harmonie der Interessen" feine am Freitag abgebrochene Rede wieder auf und sagt, die eng aufgebaut ist. Demgegenüber fordern wir die Kollegen auf, dem lischen Interessen in China seien in hervorragendem Maße HandelsCentralverband der Stuccateure Deutschlands" interessen, aber die jüngste Krise habe es notwendig gemacht, daß beizutreten, der allein im stande ist, die Interessen der Arbeiter zu die Rücksicht auf die Bestrafung der Frevler allen andren vertreten. Laut Versammlungsbeschluß erhöht sich der Beitrag zu Rüdfichten vorangehen müſſe. Die britische Regierung be= unsrem Streitfonds vom 4. März ab auf 50 Pf. pro Woche. trachte den Selbstmord nicht als eine Alternative für die Es wird den Kollegen anempfohlen, auf allen Bauten Delegierte zu Todesstrafe. Was die Frage der Entschädigung betreffe, so sei wählen, die eine ständige Bücher und Kartenkontrolle vorzunehmen der britische Vertreter angewiesen, die Entschädigungs Forderungen und der Lohnkommission bezw. dem Vertrauensmann über etwaige " Mein Bericht erstreckt sich über das 3. und 4. Quartal 1900. Borkommnisse Bericht zu erstatten haben. Also nochmals, Kollegen, zu sammeln und zu klaſſifizieren zum Zwecke der Festsetzung der Höhe der zu fordernden Entschädigung. Die Regierung halte sich So groß der Zeitraum ist, so wenig habe ich mit schließt Euch der Organisation an und der Schlag der Unternehmer vor Augen, es sei ratsam, den chinesischen Handel nicht zu lähmen zuteilen. Ein Neuling auf dem mir in Hirschberg an- wird an Eurer Einigkeit abprallen. durch zu weitgehende Forderungen. Die Regierung fei vollbertrauten Posten, muß ich mir, da beratendes Material oder Ein Resultat ist also auch aus diesem Bericht nicht zu ersehen. Der Bezirksleiter von Sachsen, mittlerer Teil, hat, wie es scheint, feine Vereine fleißiger besucht. Ein Resultat ist aus seinem Der Betriebsleiter für Sachsen und Thüringen schreibt: Berichte aber auch nicht zu ersehen. Die 21er Kommission. Der Bezirksleiter für Westfalen, westlicher Teil ist zufrieden, Als Arbeitsvermittler der Bandagisten wurde in einer wenn sein Bezirk in zwei Monaten um 32 Mitglieder zunimmt und im dritten Monat wieder abnimmt, und wenn das Stiftungsfest gut besuchten Versammlung derselben Louis Mantrich, Kleine zivar feinen agitatorischen Erfolg hat, aber einen guten Eindruck auf Andreasstr. 14 III, gewählt. die Behörden macht! Wir meinen, ein guter Eindruck auf die Arbeiter wäre erwähnenswerter gewesen. ist, dergleichen für dieses Fach meines Wissens nicht existiert, erst Achtung, Bauanschläger! Die Firmen Franke, Admiral- tommen unterrichtet von der Beleuchtung der kommerziellen selbst den Weg suchen, welcher zum erwünschten Biel führt. Meine straße 18d, und Düster bed, Weberstraße 6, find wegen Nicht- Reform in China und erwäge, was in dieser Beziehung zu thun sei. Der dirette Thätigkeit beschränkt sich auf eine nicht allzu große Kor- bewilligung des im vorigen Jahre vereinbarten Lohntarifs gesperrt. Unterstaatsiefretär bespricht sodann die Angelegenheit der Tientsinrespondenz, zum Teil mit Berufsgenossen in Städten wie Braun- Beschwerden in Bezug auf Tarifangelegenheiten sind an den Arbeits- Shankhaikwan- Bahn und fagt: Die Ereignisse der jüngsten Zeit schweig, Hildesheim, Halle usw. Ich dachte auf diesem Wege uachweis( bei Opaz) zu richten, in dringenden Fällen an 2. Rosen haben der britischen Regierung Grund zu sehr großer Besorgnis gegeben. Die Bahn war von den Ruffen, soweit uns bekannt Anknüpfungspunkte für unfre Sache zu finden, jedoch war all franz, Linienstr. 101, born 1 Tr. mit worden bejezt und die gültiger Ermächtigung mein Mühen bis jest vergebens. Russen übernahmen in ihre Obhut einen großen Bestand der Bei britischen Bahngesellschaft gehörigen Eisenbahnmaterials. der Erwägung, welche Schritte erforderlich seien, hatte die Regierung zwei Gesichtspunkte vor Augen: nämlich die Rückerstattung der Bahn ind die Aufrechterhaltung freundlicher Beziehungen zu den Deutsches Reich. Mächten. Die Regierung schlug daher den Weg freundschaftDer Kohlenkönig Cäsar Wollheim hat in Breslau eine Schiffswerft, wo er seine Sohlenfahrzenge bauen läßt. Die Schifflicher Vorstellungen bei der russischen Regierung ein, welche " Da ich es unterlassen hatte, im vorigen Quartal einen Bebauer Breslaus hatten beschlossen, die Accordarbeit in Breslau uns in der allerbestimmtesten Weise versicherte, daß die Besezung Ich muß sagen, richt einzusenden, so sei denn hier seit Beginn meiner Er- nicht zur Einführung tommen zu lassen. Als die Firma Wollheim eine rein zeitweilige, durch militärische Erwägungen veranlaßte fei und versprach, das Bahumaterial zurückzuerstatten. nennung zum Bezirksleiter alles zusammengefaßt. Da ja bekanntlich nur der Ortsverein Frankfurt a. M. in meinem an ihre Arbeiter dies Berlangen stellte, verweigerten sie dies, worauf daß wir bei allen Verhandlungen mit der russischen Regierung in 24 Schiffbauer ausgesperrt wurden. diefer Angelegenheit in der freundlichsten Weise aufgenommen wurden Bezirk besteht, so kann ich von demselben auch gerade nichts Günstiges berichten. Derselbe wurde mit 8 Mitgliedern Zur Glasarbeiter- Bewegung. Aus Nienburg a.. und feine Klage irgend welcher Art gegen die russische Regierung gegründet und war bis zur Tagung des Delegiertentags auf 11 wird unterm 18. Februar berichtet: Der„ Nienb. Harte" zufolge oder den russischen Kaiser haben. gestiegen." sind in der Glasfabrik Königshütte 10 Arbeiter entlassen worden. Der Agitationsleiter weiß dann noch zu berichten, daß sein Infolgedessen fand gestern eine Versammlung der Glasarbeiter statt, ganzer Bezirk inzwischen auf 12 Mitglieder an- in der mit überwiegender Majorität beschlossen wurde, in den gewachsen ist! Ausstand zu treten. Es sollen sich 250-300 Arbeiter dem Streit angeschlossen haben. Damit scheint der weitere Stampf in der Glasindustrie unvermeidlich geworden zu sein. Der Bezirksleiter für Hessen und Frankfurt schreibt: " Paris, 18. Januar.( W. T. B.) Mehrere Arbeiter, welche sich am Sonnabend an den Kundgebungen in Châlons- sur- Saône beteiligt hatten, wurden zu Gefängnisstrafen von 1 bis 6 Monatent Der letzte Bericht ist derjenige für das Großherzogtum Baden. verurteilt. Gegenwärtig herricht sowohl in Chilons, wie in Mon ceau- les- Mines Ruhe. Demselben entnehmen wir: Brüffel, 18. Februar.( W. T. B.) Wie sich herausstellt, war der Der Mitgliederstand blieb in meinem Bezirk fast in gleicher Höhe. Die Arbeiter der Schuhfabrik von Cotta u. Co. in Offendem deutschen Gesandten Dr. Leyds gestohlene Koffer von dessen Für die neueingetretenen mußten wieder mehrere gestrichen werden, wegen zu großen Rückständen. Was bach a. M. haben nunmehr doch anfangs dieser Woche noch ihre Tochter aus dem Haag abgesandt und enthielt Wäsche, Kleidungsstücke und die Agitation in Karlsruhe selbst betrifft, so muß ich mir sagen, Forderung auf Einführung der neunstündigen Arbeitszeit durchgefeßt. Schmucksachen. Der Koffer ist inzwischen in einem Kanal wieder daß die Agitation nicht besser betrieben werden kann; sowohl von hierauf eingeleitete Verhandlungen am Sonnabend voriger Woche aufgefischt worden; von dem Inhalt waren nur noch Taschentücher feiten des hiesigen Ausschusses, als auch von meiner Wenigkeit. So führten am Montag zu dem Resultat, daß der Fabrikant die und ein Kästchen mit der Aufschrift Pretoria" vorhanden. Rom, 18. Februar.( B. H.) Hier hat sich der Maler Freiherr wurden am 3. November an sämtliche hiesigen Klempnergeschäfte, Forderungen vom 15. März ab bewilligte, womit sich die Arbeiter v. Pidoll erschossen. Agitationsfarten verbreitet mit der Einladung zur Versammlung. einverstanden erklärten. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Verantwortl. Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. r. 42. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 19. februar 1901. Abgeordnetenhaus. raulike Die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern wird fortgesetzt beim Kapitel Polizeiverwaltung in Berlin, Charlottenburg, Schöneberg und Nixdorf. Abg. v. Eynern( natl.) vorgenommen und stundenlang auf den Bahnhöfen der Straßenbahngesellschaft mit einer Buppe experimentiert. Der Gesellschaft ist 29. Sigung vom 18. Februar 1901, 11 br. aufgegeben, einstweilen die Schußvorrichtung an bestimmten Wagen anzubringen und zu erproben. Notwendig ist es weiter, die Geschwindigkeit der elektrischen Wagen einzuschränken, besonders in den Außenbezirken, wo die Kinder auf den Straßen spielen. Bisher war die Fahrgeschwindigkeit für die ganze Linie einheitlich geregelt. Das ist falich. Für jede einzelne Straße foll jezt die Fahrgeschwin digkeit festgestellt werden. Wir erwarten hierüber Vorschläge von wünscht, daß in fünftigen Etats die Beiträge der einzelnen Ge- der Gesellschaft, die mit der Ausarbeitung eines neuen Fahrplans meinden zu föniglichen Polizeiverwaltungen fpecialifiert aufgeführt beschäftigt ist. Wie soll diese Geschwindigkeit uun kontrolliert werden? werden, damit man sehen fönne, wie viel die einzelnen Gemeinden Die die Fahrgeschwindigkeit selbständig registrierenden Apparate haben im Verhältnis zur Gemeinde Berlin durch die Polizei belastet sind. sich bei der Eisenbahn nicht bewährt. Bei den Straßenwürden bahnen Abg. Nölle fie fich wegen des Schwankens der weniger bewähren. ist aber möglich, berlangt Schutzvorrichtungen an den Straßenbahnen zur Ver- agen noch hütung von Unfällen und eine Regelung des Automobil- und Radfahrverkehrs im Interesse der die Straßenbahnen benügenden Baffanten. Er bittet den Minister, auf die möglichste Ausdehnung des Systems der Hoch- und Untergrundbahnen hinzuwirken. Minister Freiherr von Rheinbaben sagt dem Abg. v. Eynern die Erfüllung seines Wunsches zu. Der Bau von Hoch- und Unterpflasterbahnen stelle sich zur Entlastung der Straßenbahnen in immer steigenderem Maße als notwendig heraus. Abg. Reichardt( natl.) daß die bestimmte Geschwindigkeit überschritten wird. Dadurch wird 81 erfinden, die Glockenzeichen geben, Der Fahrer aufmerksam gemacht, aber auch das Publikum, das die Fahrer dann wegen Ueberschreitung der Geschwindigkeit zur Anzeige bringen kann. Auf dem Wege der Polizeiverordnung soll zunächst ein Verbot erlaffen werden, das das Auf- und Absteigen in rascher Fahrt verbietet, weiter sollen polizeiliche Vorschriften über das Anziehen der Bremse erlassen werden. An den verkehrsreichen Strecken find Schuhmannsposten aufgestellt worden, um das Publikum vor den elektrischen Wagen zu schüßen. Der Dienst funktioniert noch nicht ganz, aber es ist doch schon besser geworden. Schon oft habe ich) die Straße geleiteten. Weiter sollen die überlasteten Straßen, vor allem die Leipzigerstraße dadurch entlastet werde, daß einzelne Linien durch Nebenstraßen gelegt werden. Hierüber sind die Verhandlungen noch im Gange. Der Polizeipräsident hat weiter eine Vorlage ausgearbeitet, um den Laft- und Fuhrverkehr in der Leipzigerstraße auf bestimmte Stunden zu beschränken. Der Magistrat hat im Interesse der Ladeninhaber hiergegen Bedenken erhoben, die noch nicht beseitigt find. Ich halte es aber durchaus für angezeigt, den Laftwagen- Verkehr in der Leipzigerstraße auf bestimmte Stunden zu verlegen. bittet um Bermehrung des Polizeidienstes auf den Straßen Berlins mit Freude bemerkt, daß Schuyleute Frauen und Kinder über im Interesse der besseren Regelung des Verkehrs. Abg. Brömel( frj. Vg.) erörtert die Berliner Schumannschaftsverhältnisse. Er beschwert sich darüber, daß die Schuyleute noch nicht höflich genug gegen das Bublifum feien, viele Schußleute schnauzten die Leute an. Die Schugleute feien auch zu start überlastet, ihre Dienststunden müßten verringert werden. Minister Frhr. v. Rheinbaben giebt zu, daß die Regelung des Verkehrs zu wünschen übrig läßt, namentlich gegenüber Paris und London. Beide Städte hätten aber keine Straßenbahnen im Centrum der Stadt und die Londoner und Pariser Kutscher führen besser als die Berliner. Die Beschwerden des Abg. Brömel über die Unfähigkeit der Berliner Schußleute feien wohl nicht begründet, dagegen sei die Ueberlastung der Schußleute Thatsache. Abg. Kreitling( frs. Vp.): Die Berliner Stadtverwaltung ist bemüht, die Hauptstraßen dadurch zu entlasten, daß sie den Verkehr in die Nebenstraßen zu lenten sucht. Er bitte den Minister, die Stadt darin zu unterftügen. Daß die Schußleute in Berlin oft unhöflich find, ist Thatfache, das liegt vielleicht daran, daß sie selbst sehr hart gerüffelt werden. Redner befürwortet höhere Gehälter und Besserung der Benfionsverhältnisse für die Schugleute. 540 M. 10 Abg. Dr. Arendt( frk.): tadelt die geringe Höhe des Wohnungsgeld- Zuschusses für die Berliner Kriminalkommissare. Eine Dezentralifation der Polizei würde die Sicherheit in Berlin bedeutend erhöhen. Die Kriminalkommissare dürften nicht Bureaumenschen werden. Abg. Goldschmidt( frs. Vp.): Abg. Goldschmidt( frs. Vp.): Wir hatten die Absicht, die Frage der Unfälle im Berliner Straßenverkehr beim Eisenbahn- Etat zur Sprache zu bringen, da wir glauben, daß die Begünstigung der Großen StraßenbahnGesellschaft durch den Minister ihr jene rücksichtslose Sicherheit gegeben hat, der die Unfälle mit zuzuschreiben sind. Wir behalten uns bor, wenn uns der Eisenbahnminister gegenüber steht, auf diese Angelegenheit zurückzukommen. Damit schließt die Debatte. Der Titel wird bewilligt, ebenso die folgenden. Abg. Kopsch( frf. Vp.) brüdt den Wunsch aus, daß die Wohlfahrtspolizei in die Hände der städtischen Behörden gelegt werde. 12. Magdeburg. Wegen Beleidigung eines Staatsanwalts Genosse Haupt 1 Monat Gefängnis. 14. Finsterwalde. Genosse Jahn Berlin 14 Tage Gefängnis wegen Beleidigung eines Bürgermeisters. 16. Göttingen. 6 Metallarbeiter aus Osterode je 1 Woche Gefänguis wegen Vergehens gegen§ 153 der GewerbeOrdnung. 17. Berlin. Der Tischler Köhler wegen Nötigung 50 Mark Geldstrafe. 18. Deffan. 300 M. Geldstrafe Genosse Günther wegen Beleidigung von Mitgliedern des Kriegervereins. 19. Leipzig. Wegen Beleidigung eines Streifbrechers der Töpfer Riemer 40 M. Geldstrafe. " Hildesheim. Zwei Bauarbeiter aus Beine wegen Bergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung je 4 Monate Gefängnis. 21. Brandenburg a. H. Genosse Thiele 50 W. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Redacteurs. 22. Solingen. Schriftfezer Weibezahl Wald wegen Verrufserklärung 1 Woche Gefängnis. 22. Brandenburg. 4 Wochen Gefängnis Genoffe Thiele wegen Beleidigung eines Fabrikanten. " Hannover. Wegen Zeugnisverweigerung Genosse Thiel born 100 Mark Geldstrafe. 23. Breslau. Genosse Kaul 10 Mart Geldstrafe und Genosse Neukirch 1 Monat Gefängnis wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten. 24. Erfurt. 3 Wochen Haft Genosse Gillen wegen Beleidigung eines Fabrikanten. 25. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Hennig, früher Königsberg, 50 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Geistlichen. Desgleichen Genosse Wolf Bochum wegen Beleidigung 9 Monate Gefängnis. 26. Hamburg. Drei Werftarbeiter 3 beztv. 2 Monate resp. 2 Wochen Gefängnis wegen gemeinschaftlicher Körperverlegung begangen an Streifbrechern. Bielefeld. Genosse 8enter 3 Wochen Gefängnis wegen Beleidigung eines Polizeibeamten. 31. Kiel. In der Berufungsinstanz Genosse Lütjens wegen zivei Beleidigungen 200 M. Geldstrafe. und „ Lübeck. Zwei Bauarbeiter je 4 Monate Gefängnis wegen Sachbeschädigung. Jusgesamt wurde erkannt auf 4 Jahre und 8 Wochen Gefängnis1975 m. Geldstrafe. Berlin, den 8. Februar 1901. Der Parteivorstand. Mordprozeß Neumann. Erster Tag. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begannen gestern unter Abg. Dr. Langerhans( frs. Bp.): Die Errichtung eines Gesundheitsamts für Berlin hat sich als starkem Audrang des Publikums die Verhandlungen gegen den ver notwendig herausgestellt. Die Stadt gehe jezt an die Errichtung meintlichen Mörder der 73 Jahre alten ehemaligen Lehrerin Fräulein desselben und er bitte den Minister um Wohlwollen seitens der Re- edenwaldt. Auf der Anklagebank hatten Platz zu nehmen: gierung. 1. Der Arbeiter Paul Georg Neumann, geboren zu Danzig am 18. März 1873, evangelisch, bestraft im Jahre 1897 wegen verAbg. Sänger( frs. Vp.) bemängelt es, daß die Polizeikommissare in den großen Provinzial- mit einem Jahre Gefängnis und einer Woche Haft, ferner am suchten schweren Diebstahls und Führung falschen Namens Der Proze Der Prozeß Thiel bat bewiesen, daß dieser Kriminal- ftädten wie Frankfurt a. M. schlechter befoldet werden, als die 16. August 1900 wegen wiederholten schweren Diebstals mit 6 Jahren kommissar auf den Weg des Verbrechens gedrängt worden ist, weil Polizeikommissare und Lieutenants in Berlin. er aus den Schulden der schönen Lieutenantszeit" nicht herausAuch die Wohnungsverhältnisse in Frankfurt seien teuer und Buchthaus und 10 Jahren Ehrverlust; 2. der Arbeiter Emil Bober, 1872 zu Bittersdorf, Kreis Pleschen geboren, vorbestraft 1894 wegen gekommen ist. Es muß deshalb gefordert werden, daß die Quali- chlecht. Den Beamten müssen Ortszulagen gewährt werden. Der versuchten schweren Diebstahls mit drei Wochen Gefängnis und am fitation zum Kriminalkommissar nicht von der Eigenschaft, Reserve- Minister sollte durch eine andre Bemessung des Wohnungsgeldzufchuffes 16. Auguſt 1900 wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei Remedur eintreten lassen. Die schlechte Besoldung der Beamten lieutenant zu sein, abhängig gemacht wird. Die Prämienwirtſchaft hat zur Folge, daß fich viel minderwertige Elemente in die Schug mit zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. muß beseitigt werden, denn sie nur zur Förderung mannschaft eindrängen. Redner bemängelt des weiteren die UeberNeumann steht unter der Anklage des Mords und schweren des Strebertums. Der Beamte fann gar nicht wagen, seine Schulden wachung auch der harmlosesten Festlichkeiten und Vorträge durch die Raubs, Bober unter der Anklage der Begünstigung. zu offenbaren, denn er muß fürchten, feine Stellung zu verlieren. zu offenbaren, denn er muß fürchten, feine Stellung zu verlieren. Polizei. Dadurch gehe viel Arbeitskraft, die nüglicheren und befferen Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichts- Direktor Rösler, Die Regierung sollte erwägen, ob es nicht möglich ist, die Kriminal- Zwecken zu gute tommen könnte, verloren. Eine besonders große tommiffare so zu stellen, wie die höheren Subalternbeamten in den Barteiligteit entwidele die Polizei in Frankfurt a. M. Ministerien. Ihre Berantwortung ist ja viel größer, als die dieser bei der Genehmigung von Berlängerungen der Subalternbeamten. Bolizeistunde. Man nehme sich an Offenbach und Mainz ein Beispiel, wo die Polizeistunde vollständig aufgehoben fei. Der Staat gehe dort auch nicht zu Grunde deshalb und die Unmäßigteit nehme dort auch nicht zu. Diese Parteilichkeit fördere nur die Socialdemokratie, und wenn bei den nächsten Wahlen in Frankfurt a. M. die socialdemokratischen Stimmen wieder wachsen, fo trage die Polizei die Hauptschuld daran.( Beifall links.) Minister Freiherr v. Rheinbaben Abg. Brömel( frf. Vg.): So wie die Stellung des Arbeiters gegenüber dem Unternehmer fich verbessert hat, so muß auch die Stellung des unteren Beamten zu feinem Borgesetzten sich heben, der Verkehrston muß höflicher Abg. v. Karborff( freik.) werden. wirft die Frage auf, ob sich die Beschleunigung des Ber tehrs durch die elektrischen Straßenbahnen lohnt und ob fie die Hunderte von Menschenleben aufwiegt, die jährlich erwidert, diejenigen, die fich beschwert fühlen, mögen den Instanzen durch die elektrische Straßenbahn ihr Leben verlieren. Die Bes weg einschlagen. Sind die Beschwerden berechtigt, dann werde ich schleunigung des Verkehrs ließe sich auch durch rasche Omnibusse Remedur eintreten lassen. Ich glaube aber dem Hause einen Geerzielen. fallen zu thun, wenn ich auf Einzelheiten nicht eingehe. Minister v. Rheinbaben zu eliminieren. Minister v. Rheinbaben: die Rechtsanwalte Dr. Schwindt und Dr. Mendel für Neudie Anklage vertritt Staatsanwalt Reiß, die Verteidigung führen mann, Rechtsanwalt Bronker und Referendar Ruhm für Bober. Die frühere Lehrerin Emilie Medenwaldt wohnte an fangs 1900 im Hause Birkenstr. 42, erstes Stodiert, linke Hälfte. Am 11. April 1900 fand man die Greifin tot in ihrer Wohnung auf Der Kopf lag in einer großen Blutlache. Die Röcke waren bis über an den verschiedensten Stellen des Zimmers, ferner auf dem Sopha, die Waden hochgezogen. Blutsprizen fanden sich in großer Anzahl auf einer daselbst liegenden Bettdecke, an den auf dem Sophatisch liegenden Papieren, endlich in großer Zahl an dem zwischen den Fenstern stehenden Spiegel, an den Fenstergardinen und der Aus dem Schreibtisch waren alle Schubfächer Fensterwand. herausgezogen und zum Teil verkehrt aufgestellt, das Vertikospind stand offen, und in beiden Möbelstücken war der Juhalt von oben bis unten durchwühlt. Dieser, aus Papieren, Zeitungen und Büchern bestehend, war in der größten Unordnung auf dem Fußboden umher gestreut. Zwischen den Papieren versteckt fand man noch in einem Umschlage zwei Hundertmarkscheine, ferner in der untersten von drei in einander gesteckten Düten ein Zwanzigmarfftüd. Solche Düten in den verschiedensten Farben wurden aufgerissen und leer auf dem Fußboden vorgefunden. Es wird an211 diesen Düten Geld vorhanden genommen, daß auch war, denn die alte Frau pflegte ihre Spargrofcheit in dieser Weise aufzubewahren. Ferner wurden 9 blutbeflette Brot beutel sowie altes Zeitungspapier vorgefunden, auf dem Schreibtisch und dem Klavier lag je ein leeres Portemonnaie. Die Schränke im Nebenzinmer standen offen, doch hingen die Kleider in befter Ordnung darin. Die Leiche der offenbar Ermordeten zeigte am Gesicht, an der Stirn, am Ohr, an der Nase, der Oberlippe, den Händen usw., Schläge mit einem Hammer zurückzuführen, ein andrer Teil auf die Einwirkung eines Meffers zurückzuführen war. der Mord verübt worden, ist mit voller Sicherheit nicht festzustellen. Da aber die Ermordete am Dienstag, den 10. April, um 71/2 1hr morgens dem kleinen Mädchen, welches ihr täglich die Backware brachte, diese noch abgenommen und ihr noch einen Brief mit einem Ostergruß an ihre Schwester zur Besorgung mit gegeben hatte, da ferner demselben fleinen Mädchen, als es zur Beforgung der Nachmittagsgänge um 1/2 Uhr wiederkam trop vielfachen Klingens nicht mehr geöffnet wurde und am folgenden Morgen, 11. April, der Frühstücksbeutel an die Flurthür gehängt werden mußte, weil wiederum nicht geöffnet wurde, so ist anzunehmen, daß der Mord um die Mittagszeit des 10. April ausgeführt worden ist. Damit stimmen die Wahrnehmungen zweier Hausbewohnerinnen überein, welche zwischen 12 und 124 Uhr aus einem unteren Stodivert ein gedämpftes klägliches Aufschreien gehört haben wollen. Wann Abg. Brömel( freif. Bgg.) verteidigt seinen Erlaß über die Berliner Kriminalkommissare. Die beantragt, für eine Erhöhung des Wohnungsgeld- Zuschusses und des Bezüge der Schußleute feien um 90 M. erhöht und außerdem stände Stellenzulage Fonds für die Wachtmeister und Mannschaften der ein Fonds zur Unterstügung derjenigen Striminalkommiffare bereit, die Schutzmannschaft zu sorgen. ohne ihr Verschulden in Schulden gerieten. Die Feststellungen im Prozek Abg. Gamp( ft.) Sternberg feien der schwerste Schlag gegen das Ansehen der beantragt, für die Oberwachtmeister und Gendarmen Dienstwohnungen Kriminalpolizei gewesen, das ganze Beamtentum fei fompromittiert worden, und diesem Ansehen sei er schuldig gewesen, nebst Stallung herzustellen oder zu mieten und ihren Stellenzulage jenen Erlaß zu geben. Schwer habe er darunter gelitten, daß diese Fonds wesentlich zu erhöhen. beiden Borkommnisse der ganzen Organisation zur Last gelegt worden wären. Es sei seine Pflicht gewesen, die räudigen Schafe Der Minister des Innern, der kein Wohlwollen für die Gendarmen Die von dem Abg. v. Kardorff angeregte Frage hätte, würde sein Amt schlecht verstehen. Es giebt wohl keine ist sehr ernst. Die Gesamtzahl der Unglidsfälle a m Beamtenkategorie, die die Autorität des Staats in fo verdienst Straßenbahn- Bertehr betrug 1899: 2641, 1900: 2652, voller Weise vertritt, wie der Gendarm.( Heiterkeit links.) Diese ist also nur ganz wenig gestiegen. Dagegen hat sich die Art der Unfälle Beamtentategorie in ihrer Integrität und ihrer fast beispiellofen fehr zahlreiche Verlegungen, von denen ein Teil ersichtlich auf verschoben. Unfälle beim Auf- und Absteigen machten 1899: 58 Proz Pflichttrene zu erhalten, muß eine der vornehmsten Aufgaben der aller Unfälle aus. 1900 gingen fie auf 44 Prozent zurüd, weil Regierung sein. Wir thun deshalb auch das mögliche. Auch die infolge des schnellen Fahrens der elektrischen Bahnen der Unfug des Bewilligung der Stellenzulagen wollen wir wohlwollend prüfen. Auf- und Absteigens in voller Fahrt nachgelassen hat. Dagegen hat Ein Kommissar der Finanzverwaltung hat Bedenken gegen die die Zahl der überfahrenen Straßenpassanten außerordentlich Stellenzulagen. zugenommen und zwar von 466 auf 561; ebenso sind die Unfälle, Die Beratung wird auf Montagabend 1/28 Uhr bertagt. die durch Zusammenstöße entstanden sind. sehr gestiegen. Das be Schluß 4 Uhr. dauerlichste ist aber, daß die schweren Unfälle sich vermehrt haben. Getötet wurden 1899: 15 Personen, und 1900: 26 Personen, schwer verlegt 1899: 106, 1900: 134 Personen. Zum Teil erklärt sich das Steigen der Unfallziffer daraus, daß das Publikum sich noch nicht an den elektrischen Betrieb gewöhnt hat. Die Behörden haben natürlich die Pflicht, alles zu thun, um die schwere Gefahr nach Möglichkeit einzuschränken. Die Polizeibehörde hat gemeinschaftlich mit der Eisenbahndirektion beständig dafür gesorgt, die Betriebsmittel der Straßenbahn zu verbessern. Vor allen Dingen sind die Bremseu verbessert worden. Die Betriebsmittel werden ständig kontrolliert. Die StraßenbahnVerwaltung ist verpflichtet worden, auf allen Bahnhöfen besondere Kontrollbeamte anzustellen. Der Betriebsdienst der Fahrer wird be sonders überwacht. Ein Fahrer wird zunächst praktisch durch einen Lehrfahrer unterrichtet, dann muß er zwei Gramen bestehen und auch dann wird ihm ein besetzter Wagen unter Begleitung eines erfahrenen Fahrers anvertraut. Weitere technische und polizeiliche Maßregeln sind in der Vorbereitung. Technisch wichtig ist die Er findung einer Schutzvorrichtung zwischen Treppe und Rädern und zwischen dem Motorwagen und dem Anhängewagen. Das wichtigste zum Schutz der Menschenleben ist eine Fangvorrichtung am Borderperron. Leider ist es noch nicht gelungen, ein einwandfreies System zu ers finden. Statt den Menschen zu fangen, fallen die Apparate auf ihn herauf und verursachen so selbst schwere Unfälle. Wir haben gemeinfam mit dem Minister der öffentlichen Arbeiten eingehende Versuche Januar. Mnterm neuesten Kurs. 3. Berlin. Der Töpfer David wegen Beleidigung eines Töpfermeisters 300 M. Geldstrafe.- Die Sattler Weber und Gündel je 50 M. und Meife! 75 M. Geldstrafe wegen Nötigung. " " Leipzig. In der Revisionsinstanz Genoffe Haupt wegen Majestätsbeleidigung 6 Monate Gefängnis. Neumann steht nun unter der schweren Beschuldigung, die Blutthat verübt zu haben und zwar unter Begünstigung durch den Angell. Bober, bei welchem einige Gegenstände gefunden worden find, die der Ermordeten gehört haben sollen. Der Hauptangeklagte, Halberstadt. 3 Monate Gefängnis Genoffe Mathies Elbingerode wegen Beleidigung eines Steinbruchbesigers. 4. Stettin. Wegen 2 Beleidigungen Genosse Faber 300 M. Geldstrafe. 7. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Waber& fn, Hamburg, wegen Richterbeleidigung 50 M. Geldstrafe. Und der seine eignen Kleider trägt, ist von mittelgroßer schmächtiger Genosse Dittmann, Bremerhafen, wegen Beleidigung eines Figur mit glattgescheiteltem Haupthaar und kleinem, aufwärts gePolizeibeamten 300 m. Geldstrafe- dito Genoffe Stüd len- henden blonden Schnurrbart. Er hat keine sogenannte VerbrecherAltenburg wegen Beleidigung der Altenburger Staatsregierung physiognomie, sondern macht in feiner zierlichen Gestalt einen recht 14 Tage Gefängnis. harmlosen Eindruck. Das letztere gilt auch von dem zweiten An geklagten. 8. Berlin. Genosse John wegen Beleidigung eines Polizeibeamten 4 Monate Gefängnis. 9. Offenbach. 3 Monate Gefängnis Genoffe 8ielowski, Frankfurt a. M., wegen Beleidigung eines Stations borstehers. ratiisd Die Zahl der aufgerufenen Zeugen beträgt 104. Als Sachverständige find Sanitätsrat Dr. Mittenzweig, Gerichtsphyfilus Dr. Störmer, Gerichtschemiter Dr. Jejeri. Uhrmacher Emil Kramm und Goldarbeiter Johannes Hothorn zur Stelle. In der Loge wohnt Landgerichts- Präsident Braun der Verhandlung bei. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sich Neumann der Ermordung der früheren Lehrerin Medenwaldt schuldig belenne, aut wortet dieser mit lauter Stimme: Nein! Hieran reiht sich die Vernehmung des Angeklagten Bober. sich um Miß Caroline 2. Stewart. Zum ersten Mal traten bei der Promotion Damen an der Berliner Universität Caroline E. Stewart ist die erste Ausländerin, welche in Berlin den als Opponenten auf; es waren die Kandidatinnen Frl. Jane Scherzer und Frl. Mary Montpomery, sowie Frau Dr. Herter. Miß Doktorgrad erworben hat. Bei der ersten allgemeinen Befragung giebt Angeklagter Bober zu, daß er, abgesehen von der zweijährigen Zuchthausstrafe fürzlich Strafthat wissentlich Beistand geleistet zu haben, um ihm die Früchte Er ist beschuldigt, dem Angell. Neumann nach Begehung der in der Sache Dude und Genossen wegen Münzverbrechens zu einem feines Verbrechens zu sichern oder ihn der Bestrafung zu entziehen. Jahr Gefängnis verurteilt und diese Strafe in eine Zufaz- Zuchthaus- Die Begünstigung wird darin gefunden, daß er geleugnet hatte, die strafe umgewandelt worden ist. Der Angeklagte Neumann, der Im Verein der Frauen und Mädchen Schönebergs wird gleichfalls in der Sache Dude angeklagt war, ist damals frei- bei ihm beschlagnahmten verdächtigen Sachen von Neumann erhalten gesprochen worden. zu haben. Er behauptet, daß er einen Ring mit blauem Stein, der Mittwoch, den 20. Februar, abends 8 Uhr, im Klubhause, Hauptbei ihm vorgefunden worden, im Sommer 1899 von der als Beugin straße 5/6, Herr Dr. Friedeberg über Blutungen und ihre Bedeutung geladenen Bertha Görisch geschenkt erhalten habe. Der Ring habe für die menschliche Gesundheit halten. erst einen roten Stein gehabt, diesen habe er eines Tags verloren Stein einsetzen lassen. und auf seinen Wunsch habe ihm dann Frl. Görisch einen blauen Eingegangene Druckschriften. Dieser Ring könne unmöglich aus Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ift foeben das Morde herrühren. Medenwaldtschen Die Görisch hat 20. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: daß der dagegen behauptet, fie Ring, den dem An- Junter und Proletarier. Die landwirtschaftlichen Einfuhrzölle. Von Die socialistische Krise in Frankreich: Die Socialreformen Der Konflikt in Leipzig. Von Friz Herbert Stettin. Litterarische Rundschau: Beiträge zur neuesten Handelspolitit Deutschlands. Un Universitaire, L'école et l'église". Die Auflagebehörde weist auf die Gleichartigkeit der bei diesen Einbrüchen beobachteten begleiteden Umstände mit dem Medenwaldtschen Fall hin und daß die Hälfte der begangenen Diebstähle in Moabit ausgeführt worden sind. Rechtsanwalt Dr. Mendel weist das rauf hin, daß die Verteidigung aus legtrem Umstand zu entgegen gejeztem Schluß komme. Diese Diebstähle in Moabit fallen zeitlich nach dem Mord und nach Ansicht der Verteidigung würde der Angeklagte, wenn er der Mörder wäre, sich gehütet haben, noch in Moabit zu arbeiten". Auf Vorhalt des Vorsitzenden giebt Angeklagter Neumann zu, daß er bei seiner Verhaftung versucht habe, einen Zettel zu verschlucken. Auf demselben haben die Namen zahl reicher einzelstehender Lehrerinnen gestanden, die er sich aus dem Adreßbuch herausgezogen habe. Die Diebstähle habe er in der Zeit von 9-12 Uhr vormittags, aber nie später, vorgenommen. weil er annehmen konnte, daß die Lehrerinnen innerhalb dieser Zeit in der Schule weilten. dem Nachruf, Am Freitag, den 15. b. M., verstarb unser Mitglied Sportsgenosse Paul Gersdorf im Alter von 25 Jahren. Sein Andenken hält in Ehren Statt jeder besonderen Meldung! Allgemeine Drts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen zu Berlin. Hiermit bringen wir zur Kenntnis der Beteiligten, daß die in der ordent lichen General Bersammlung vom 16. Dezember v. J. beschlossene erste zum revidierten [ 11/9 Statut, wodurch im§ 57 die Worte: „ Die Kündigung muß für beide Kontrahenten gleich sein und findet außer den im§ 46 Abs. 3 vor: liegenden Fällen immer 6 Wochen vor dem Quartalsschluffe ftatt" gestrichen werden, am 1. Februar 1901 die Genehmigung des Bezirks 270/17 Ausschusses erhalten hat. Vorstehende Aenderung tritt mit dem Tage der Genehmigung in Kraft. Berlin, den 18. Februar 1901. Der Vorstand. R. Weisse, Bors. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser lieber, teurer Vater, der Tischler Lorenz Schmidt am Freitagabend 10% Uhr an Gehirnschlag verstorben ist. Der Vorsitzende läßt zunächst das am 16. August v. J. gegen die beiden Angeklagten ergangene Urteil verlesen und ersucht die Geschworenen, recht genau aufzumerken, da die Art und Weise, in welcher der Angefl. Neumann die betreffenden Diebstähle ausgeführt hat, als wesentliches Belastungsmoment in diefer Anklage- geklagten geschenkt, unecht gewesen sei, während der hier in Barbus. Millerands. Von Rosa Luxemburg. Rückblick auf die Landtagswahlen fache verwertet wird. Er ist damals zu sechs Jahren Zuchthaus ver- Frage stehende echt ist und der Görisch auch nicht auf den Finger urteilt worden, weil er in der Zeit vom 12. Januar bis 15. Mai in paßt, auf dem sie den verschenkten Ring zu tragen pflegte. Ein in Württemberg. Von Klara Bettin.( Fortsetzung.) zehn Fällen Einbrüche bei allein stehenden Damen, meistens Beuge Schulz hat direkt bestritten, daß der verschenkte Ring mit Lehrerinnen, verübt hat. Diese Einbrüche fanden gewöhnlich Bordem beschlagnahmten Ring identisch sei. Der Vorsitzende hält dem mittags statt. Angeklagten vor, daß er bei seinen verschiedenen Bernehmungen über den Ring die widersprechendsten Angaben gemacht habe.- Den in Frage stehenden Siegelring mit grünem Stein will er schon vor Weihnachten von Neumann erhalten haben; dieser habe geäußert, daß er den Ring von seiner Mutter geschenkt erhalten habe. Bei seiner ersten Verhalb wohnenden Frau zum Geschent erhalten habe, diese Behauptung nehnung hatte Bober behauptet, daß er diesen Ring von einer außer= ist aber sofort von der betreffenden Frau als unwahr bezeichnet worden. Der Angeklagte hat noch weitere unwahre Angaben über den Erwerb dieses Rings gemacht, bis er dann mit dem Zugeständnis herausrückte, daß er ihn von Neumann gekauft habe. Was die bei ihm Arbeiter Radfahrerverein Berlin Abänderung Der Vorstand. beschlagnahmite Visitenkarten- Tasche betrifft, so will er diese schon 14 Jahre besigen. Er behauptet, daß er seiner Beit in einem Lederwarengeschäft in der Ritterstraße als Laufbursche thätig war und diese Tasche von dem damaligen Buchhalter geschenkt erhalten habe. Letzterer hat dies in seinen Vernehmungen entschieden bestritten und gefagt: wenn er dem Angeklagten überhaupt eine Visitenkarten- Tasche Weiteres Verdachtsmoment ist die Behauptung, daß Neumann geschenkt habe, dann wäre es sicher eine minderwertige gewesen; die giveimal unter verdächtigen Umständen in der Birkenstraße ge= in der Tasche enthaltene Stickerei fei auch kein altes, sondern ein fehen worden ist. Etwa 14 Tage vor der That soll er einmal bei neueres Muster. Zwei Mädchen, die mit dem Angeklagten in Verder Medenwaldt geklingelt haben und die dort weilende Zeugin Angeklagten gesehen, dagegen will sie die Zeugin Seeger bei der fehr gestanden, haben nie eine solche Visitenkarten- Taiche bei dem Seeger soll, als sie beim Oeffnen einen fremden Mann vor der Thür stehen sah, ihm schleunigst zehn Pfennig gereicht und die Thür Ermordeten gesehen haben. Was den vorgefundenen Ring mit dem Similiſtein betrifft, der auch Eigentum der Medenwaldt zugeschlagen haben. Der Angeklagte bestreitet, dieser Mann gewesen gewesen sein soll, so behauptete der Angeklagte, daß er denselben eines ชิน fein. Das Haus Birkenstr. 42 bildet das Eckhaus zur Bredowstraße. Tags in einem Geschäft der Großen Frankfurterstraße gekauft Am Tage der That soll er in dem benachbarten Hause der Bredow- babe; diese Behauptung ist von mehreren vernommenen Beugen nicht direkt bestätigt worden, wenn sie auch bei dem Angeklagten straße gesehen worden sein. Er soll dort geklingelt und nach einer Nähmaschine gefragt haben. Er wird von den betreffenden Personen, einen ähnlichen Similiring gesehen haben, dagegen hat bisher ein die ihm geöffnet hatten, mit aller Sicherheit wieder erkannt, bestreitet Beuge geradezu bestritten, daß diefer Ning mit dem hier fraglichen aber auch hier entschieden, der betreffende Mann gewefen zu sein. 1899 in der Koppenstraße gekauft haben; diese Behauptung ist von identisch sei. Das Holzkästchen will der Angeklagte vor Weihnachten Rechtsanwalt Dr. Mendel behauptet, daß die lokale Zusammen- mehreren vernommenen Zeugen nicht widerlegt aber auch nicht direkt gehörigkeit der beiden Häuser in der Anklage nicht zutreffend beschrieben worden sei und giebt seinerseits eine Beschreibung der örtbestätigt worden. Ein ähnliches, oder wie eine Zengin ausgefagt lichen Verhältnisse. Präs.: Angeklagter Neumann, trifft dies hat, täuschend" ähnliches Kästchen soll der Angeklagte besessen verstorben ist. Bert.: Das kann der Angeklagte ja nicht wissen.( Seiter- haben, dagegen soll das Kästchen die ganz bestimmten Merkmale teit, in welche auch der Angeklagte einstimmt.)- Bräs.: Lassen desjenigen zeigen, das im Besiz der Medenwaldt gewesen sein soll. Sie nur den Angeklagten allein antworten! Präs.( zum Angeklagten Neumann): Sie haben ursprünglich Ein sehr schweres belastendes Moment ist, daß verschiedene nichts davon gesagt, daß der Ring mit grünem Stein durch Sie in die Gegenstände bei Bober vorgefunden sind, die nach der Befundung Bände des Bober gekommen sei, sie haben es sogar bestritten und erst später haben Sie es zugegeben. Das ist doch auffällig. der Zeugin Seeger Eigentum der Medenwaldt gewesen find. Angefl.: Herr Präsident. ich habe keine Bücher geführt über die Neumann hat in dem Diebstahlsprozeß zugegeben, daß er die meisten Gegenstände, die ich gestohlen habe. Präs. Der Angeklagte der gestohlenen Gegenstände zu Bober gebracht hat. Bober hat Bober hat noch mancherlei angegeben, was darauf hindeutet, daß über den Erwerb dieser Gegenstände Angaben gemacht, die von der Sie einen gewaltthätigen Charakter haben. So ist in Ihrer Wohnung Anklage als falsch angenommen werden. Wird bewiesen, daß diese ein Schlagring und ein mit Patronen geladener Revolver vorgefunden jähriger Mitarbeiter Gegenstände der Medenwaldt gehörten und daß sie von Neumann worden. Wozu hielten Sie sich diese Dinge? dorthin gebracht worden, so ergiebt sich als Schlußfolgerung, daß Aus Liebhaberei. Präs: Sie sollen auch dem Bober davon Neumann der Thäter sein müßte. Gefunden wurden bei der Bober sechs erzählt haben, daß Sie bei einem Diebstahl durch eine Frau überGegenstände: ein Holzkästchen mit Beschlag, ein Siegelring mit grünem rascht worden seien und daß Sie die Frau über den Haufen ge= ein Damenring mit blauem Stein, ein Ring mit haben würden, wenn diese sie nicht laufen gelassen hätte. Similiſtein, ein Portemonnaie und eine Visitenkartentasche.- Der banget ogle 3eumann: Das ligt Bover, ber mich nur hineinlegen Ehre seinem Andenken. zu? Stein, Angeklagte Angetl.: Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Central Friedhofs in Friedrichsfelde statt. 2699] Die trauernden Kinder. Familien- Restaurant Wald- Straße 8. Gentral- Kranken- u. Sterbe- Seute abenb: Großes tasse der Tischler n. andrer gewerblicher Arbeiter. Verwaltung Berlin D. Den Mitgliedern zur Mitteilung, daß unser langjähriges Mitglied Lorenz Schmidt, Tischler, am Freitag, den 15. b. M., plötzlich Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt wochnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofs in Frie drichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 182/4 Am 17. ds. Wits. starb unser langget Hermann Arndt im Alter von 48 Jahren am Herzschlage. Das Personal der Firma Die Beerdigung findet Mittwoch, Selmar Bayer. Angeklagte giebt nur zu, einen Ring mit grünem Stein einmal an will, weil er auf mein Geständnis hin wegen Hehlerei verurteilt Bober geschenft zu haben, dieser stamme aber nicht von der Meden- worden ist. Als wir beide in das Untersuchungsgefängnis abgeführt waldt her, sondern von einem Einbruch bei der Lehrerin Worrmann. wurden, hat er schon gesagt, er würde mich hineinlegen so tief wie Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er bei seinen ersten Er hat mich ja auch in die Falschmünzer- Geschichte hinein- den 20. b. M., nachm. 4 Uhr, von Bernehmungen von dem Ring überhaupt nichts wissen wollte und möglich. Er hat mich ja auch in die Falschmünzer- Geschichte hineinPräs.: Nach erst nachträglich, nachdem Bober ausgesagt, daß er den Ring von gezogen und dort bin ich freigesprochen worden. auch einmal ihm einen Re Bobers Aussage sollen Sie Neumann erhalten, mit seiner heute wiederholten Erklärung hervor volver gezeigt und gesagt haben: Ihnen sei alles gleich, getreten sei. Bober hat, wie der Vorsitzende bei dieser Gelegenheit erwähnt, durch seine Arbeitskarte nachgewiesen, daß er an dem Morde nicht beteiligt gewesen sein kann. geschrieben habe, von denen er annehmen konnte, daß sie vormittags nicht zu Hause waren. Er jei niemals im Bauie tomme es nicht. gezeigt. I. Bräs. aller der Leichenhalle des Thomaskirchhofs, Hermannstraße, aus statt. Danksagung. [ 27116 Allen Freunden und Genossen sage hiermit für die Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau den [ 27106 Der trauernde Gatte Wilhelm Merker. herzlichsten Dant. Vereins- Kränze, Palmen: u. Blumen: Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Bockbierfest u. Fastnachtsball, Bekannten freundlichst einlade. Gleich wozu ich alle werten Freunde und zeitig empfehle mein Lokal für Vereine, Gesellschaften u. Familienfeftlichkeiten. Jeden Sonntag: Familien- Tanz fränzchen.- 2 Winter- Kegelbahnen noch einige Abende frei. Radeberger Bock Bierhaus zum Erlanger, Oranienftr. 113/114. Bodorden u. Bodmüßen gratis.[ 8370* Karl Fischer. Masken- Garderobe bon 5648* Carl Ernst, Köpnickerstr. 1261. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erh. 10 Broz. Preisermäßig. Maschinisten Anzüge in allen Grössen. Anzug 3,00 und 5.50 Mk. Jacken 1,50 und 2,75 Mk. Hosen 1,50 und 2,75 Mk. Carl Stier, 7852*] Oranienstr. 166. Masken- Garderobe. Grökte Auswahl. Billigste Preise.[* Vereine Preisermäßigung. Fr. Panknin, Oranienstraße Nr. 178 II. Adalbertstraße 91, Ede Oranienstraße. Konsum- Verein für Schöneberg und Umgegend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Bilanz Aktiva. Mt. Passiva. Mt. 2610,75 1, 24,50 1849,65 wie es wolle, Sie ins Gefängnis gingen Angell. Neumann: Ich habe ihm nur den Revolver Staatsanwalt Reiß betont, daß der Angeklagte zugegebenerPräs.: Was wollten Sie denn mit dem Revolver? Angell: Man kann doch eine Waffensammlung haben. maßen seine Einbrüche nicht bloß bei Lehrerinnen, sondern auch bei räf.: Dieser eine Revolver war also Ihre Waffensammlung? anderen alleinstehenden Frauen verübt hat. Ge werden noch andere Angefl.: Mehr anzuschaffen erlaubten mir meine Mittel nicht. Fälle zur Aburteilung gelangen, die noch nicht Gegenstand gericht- Bras.: Ihre eigene Mutter muß Ihnen doch nicht allzuviel zu licher Verhandlung geworden sind; in diesen Fällen hat der Ange- getraut haben. Nach Bobers Bekundung soll Ihre Mutter gejagt flagte Einbrüche bei Personen versucht, die nicht Lehrerinnen waren. Der Angeklagte erwidert, daß er sich die Adressen von haben: Sie sollten lieber arbeiten und nicht so viel bummeln, Sie Kranz- und Blumenbinderei würden sich noch schließlich ins Zuchthaus bringen, wenn Sie sich Lehrerinnen, Buchhalterinnen und solcher weiblicher Personen auf nicht vorher eine Kugel durch den Kopf jagen würden. von Robert Meyer, Angel ichweigt. Bra f.; Caratteristisch ist ferrer folgendes: uur Mariannen- Straße 2. am Tage nach der That Bober mit Ihnen an einer Anschlagsäule Birkenstraße 42 oder Bredowstraße gewesen, um nach Nähvorbeikam und die Bekanntmachung über den Mord las, hat er zu maschinen zu fragen, er sei immer mur nach den Adressen gegangen, die er sich aufgeschrieben habe. Zur Zeit des Mords sei Ihnen gesagt:" Neuman, den Mord hast Du wohl begangen?" Angell. Neumann: Worauf ich ihm sofort erwiderte:„ Du bist er halsleidend gewesen und erinnere sich, daß seine Mutter ihm ge- wohl verrückt." Präs.: Bober hat aber geantwortet:" Dir trane fagt habe: an den Säulen stehe schon wieder die Bekanntmachung ich es zu." Bober erklärt hierzu, daß er dies nur mehr zum bon einem Morde. Wo er sich am 10. April befunden, tönne er Spaß" gesagt habe. Angekl. Neumann verweist darauf, daß nicht mehr angeben, jedenfalls müsse sich der Zeuge Abel, der ihn Bober mit seinen belastenden Befundungen erit nach seiner Veram 10. April mit aller Bestimmtheit im Hause Bredowstraße geurteilung wegen Hehlerei hervorgetreten sei und diese Belastungen fehen haben will, irren. Der Angeklagte hatte anfänglich versucht, ein Ausfluß feines Rachegefühls seien. Bober bestreitet dies. Dem sein Alibi durch die Behauptung nachzuweisen, daß er am 10. April gegenüber stellen die Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Mendel zu Hause bettlägerig war, diese Behauptung ist aber von aus den Aften fest, daß Bober gegen seine Verurteilung wegen für das 1. Geschäftsjahr vom 26. April bis 30. September 1900. der Mutter und der Schwester des Angeklagten nicht be= stätigt worden. Bezüglich des krokodilledernen Portemonnaies, Hehlerei den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens dings vergeblich gemacht und ihn damit begründet habe, daß ihn welches bei Bober vorgefunden wurde und nach der Behauptung der Neumann fälschlich bezichtigt habe. Bober scheine also sehr Beugin Seeger Eigentum der Medenwaldt gewesen ist, erklärt Neu- animos gegen den Angeklagten Neumann zu sein. Rechtsanwalt Raffa- Conto 1040,14 Geschäfts- Anteil- Conto 2052,66 Spar- Anteil- Conto mann, daß Bober es nicht von ihm erhalten habe. Angeklagter men del behält sich vor, etwa 10 Zeugen darüber zu benennen, die Waren Conto 1247,45 Reservefonds- Conto Bober behauptet auf Befragen, daß er dies Portemonnaie schon befunden würden, daß die alte Medenwald, die eine sehr wunderliche uentur Conto 115,65 Lieferanten- Conto 5 Jahre" in eignem Gebrauch gehabt habe. Ein Geschworner macht alte Dame war, feineswegs so leichtsinnig im Oeffnen ihrer Thür Raution bei der Gasanstalt Fastagen- Conto 30,- Gewinn und Verlust- Conto. darauf aufmerksam, daß das Portemonnaie teineswegs so aussehe. war, wie von mancher Seite behauptet werde. Im Gegenteil sei jie Angeklagter Bober: Ich habe es bloß Sonntags getragen!( Heiter außerordentlich mißtrauisch geweien, es sei nicht anzunehmen, daß Summa: 4485,90 Summa: 4485,90 teit.) Bezüglich des Rings mit grünem Stein beibt der Ange- fie einen fremden Mann in ihre Wohnung gelassen hätte, viel Das erste Geschäftsjahr begann mit Eintragung in das Genossenschafts: flagte Neumann dabei, daß er glaube, ihn bei der Worrmann näher liege es, daß die That von jemand verübt fein Register am 26. April 1900; die Eröffnung der 1. Berkaufsstelle erfolgte am gestohlen zu haben; er habe ihn schon vor Weihnachten 1899 an fönne, der Zutritt zu den Wohnräumen der Frau hatte. 1. Oftober 1900; mithin ein Warenumsaß, und deshalb ein Reingewinn Bober gegeben. Dieser Auffassung hatte auch die Etaatsanwaltschaft gehuldigt, als nicht zu verzeichnen. Im weiteren Verlauf der Vernehmung stellte der Vorsitzende es sich darum handelte, den gegen die Angehörigen der Familie Gluth fest, daß die Lehrerin Borrmann behauptet hat, daß sie den Ring erhobenen unbegründeten Verdacht zu stüßen. Frl. Medenwaldt sei mit grünem Stein, den Neumann bei ihr gestohlen haben will, nie besonders ängstlich gewesen, nachdem die Kaiserin von Oestreich erbesessen hat. Ferner wird festgestellt, daß die Adresse der Medenmordet worden war. Nachdem der Vorsitzende dem Angeklagten waldt wohl im Wohnungsanzeiger vom Jahre 1899, aber nicht in Neumann noch vorgehalten, daß es doch auffallend sei, daß er sich bem vom Jahre 1900 aufgeführt ist. Auf Anregung des Verteidigers, feiner Beit jofort in 10 Fällen des schweren Diebstahls schuldig Die Geschäfts- Anteile betrugen am 30. September 1900 Rechtsanwalt Dr. Schwindt, muß der Angeklagte über seinen bekannt und gegen die 6 jährige Buchthausstrafe Einspruch nicht Die Haftiumme der Mitglieder betrug am 30. Septbr. 1900.. 4470, bisherigen Lebenslauf Angaben machen. Danach ist sein Vater erhoben habe, wird die Verhandlung auf Dienstag, 91/2 Uhr, bertagt. Boftunterbeamter in Danzig gewesen. Derselbe hat durch Selbstmord geendet, als der Angeklagte 9 Jahre alt war. Aus der Frauenbewegung. Man brachte den Knaben in das Militär Waisenhaus zu Potsdam, wo er verblieb, bis er zum Postdienst überging. Zur Armen- und Waisenpflege sollen die Frauen jetzt auch er das Unglück hatte, einen Armbruch zu erleiden, so wurde dadurch in Nixdorf und Brig herangezogen werden. Eine Versammlung der nicht nur seine Anstellung verhindert, sondern es erfolgte seine Ent Gemeinde- Waisenräte beider Ortschaften, welche unter dem Vorsiz gehabte Inventur am 6. Jannar 1901, daß 238 Mitglieder( Guthaben laffung. Nun wandte er sich dem Telephondienst zu, wobei er mit des Amtsgerichtsrats Barchewiz stattfand, faßte den Beschluß, unter Sabellegen beschäftigt wurde. In den letzten Jahren hat er dadurch feinen Unterhalt zu verschaffen versucht, daß er Aufträge für elet- Hinweis auf die an andren Orten, besonders in Berlin, gemachten trische Anlagen, Klingeln usw. einholte. Im Herbst 1899 will er guten Erfahrungen, den Rigdorfer Magistrat aufzufordern, Frauen burch Arbeitslosigkeit in Not geraten sein und dadurch auf den zu den unbesoldeten Kommunalämtern heranzuziehen und mit der Gedanken gekommen sein, bei alleinwohnenden Damen Einbruchs- Anstellung von Waisenpflegerinnen den Anfang zu machen. Die Doktorpromotion einer Amerikanerin wurde heute in diebstähle auszuführen. Damit ist die Bernehmung des Angeklagten Neumann beendet. der Aula der Berliner Universität vollzogen. Es handelt = Da Mitglieder Bewegung: Bestand am 26. April 1900.. Eingetreten bis 30. September 1900 72= 149 Bum 1. Oftober 1900 gefündigt: 2 Bleibt Bestand: 147 77 • 2610,75 2. Schöneberg, den 1. November 1900. Der Vorstand: Hermann Meiling. Friedrich Masuch. Wilhelm Bäumler. Karl Wollermann. Johannes Grunwaldt. Vorstehenden Abschluß geprüft und in Ordnung befunden: Für den Aufsichtsrat: Hermann Schubert. Hermann Plätrich. NB. Für die 3 Monate Ottober bis Dezember 1900 ergab eine statt: 3315,25 Wit.) für 13 559,52 Wit. Ware entnahmen und dadurch ein Gewinn erzielt wurde von 882,50 W2. Weiteren Bericht erhalten die Mitglieder in der am Donnerstag, den 28. Februar bei Obst stattfindenden Mitglieder- Versammlung. Die Mitglieder werden ersucht, die alten Mitgliedsbücher zum Umtausch gegen neue int Geschäftslotal Apostel Paulusstr. 27 abzugeben. Neu- Aufnahmen werden daselbst entgegen genommen. 98/13 De Vorstand. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 19. Februar. Opernhaus. Der Mikado. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Das schwache Geschlecht. Das Pulverfaß. Der neue Vormund. Anfang 7/2 Uhr. 0 RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Dienstagabend 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde. Im Hörsaal: Dr. Schwahn: Die Gletscher und ihre Thätigkeit. Invalidenstr. 57/62. Männer! Mittwoch, Lichtenberg. Frauen! Mittwoch, den 20. Februar, abends 8 Uhr: Volks- Versammlung im Lokal von Höflich( Schwarzer Adler), Frankfurter Chauffee 120. Tages Ordnung: 1. Der geplante Raubzug der Agrarier. 2. Freie Aussprache. 222/ 5* Der Vertrauensmann. Achtung, Militäreffekten- Sattler! Neurs Overn Theater( roll). Tägl. Sternwarte. Dienstag, den 19. Februar, abends 8, 1hr, bei Spiegelberg, Geschlossen. Schiller. Der Herr Senator. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 712 Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Berliner. Die beiden Leonorea. Anfang 7 Uhr. Passage- Theater Unter den Linden 22. Residenz. Sen bon heute. fn- Vorstellung fang 7 Uhr. Neues. Der Hüttenbesizer. Anfang 712 Uhr. Westen. Das Modell. Anfang 7½ Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 7 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 72 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 72 Uhr. Luisen. Alte Liebe rostet nicht. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 72 Uhr. Carl Weiß. Die Goldgräber bon Kalifornien. Anfang 8 Uhr. Bourbonroche. Belle Alliance. % Monsieur Badiu. Sein Geld: brief. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Eine tolle Nacht. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Bummelfrize. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. = Passage Panoptikum. Specialis täten Borstellung. Die zwölf unverbrennbaren Fatire. Anfang nachmittags 3 Uhr. Täglich„ D"-Borstellung. RosenDienstag. Anfang: Sonntags 12 Uhr. Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Die vier Schwestern TUA in ihrer Neuheit. Ringelreia- Uebertanz 17 erstklassige Specialitäten 17 Hanny Luxa die unvergleichliche Tyrolienne- Excentrique Rosendienstag Feldwebeltragödie in 1 Akt. CASTANS Sebastianstraße Nr. 39: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 156/10 Die Antwort der Fabrikanten auf unsre Forderungen und unsre weiteren Maßnahmen. Die Lohnkommission. Achtung! Achtung! Brauerei- Arbeiter! Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Südost). Dienstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr: Versammlung E im Saal der ,, Urania", Wrangelstr. 10/11. Tages Ordnung: 243/5 1. Vortrag über:" Politische Rundschau." Referent: Reichstags: Abs geordneter Albert Südekum- Nürnberg. 2. Diskussion. 3. Vereins- Angelegen heiten. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Die Zahlstelle von Martin, Naunynftr. 86, ist zu Grundmann, Naunynstraße 78, verlegt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin). Achtung! Parkettbodenleger! Dienstag, den 19. Februar 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5. Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Genoffett Fritz Zubell. 2. Die Arbeitszeit in der Parkettbodenleger Branche. 3. Branchen Angelegenheit und Verschiedenes. い Das Münchener Brauhaus hat am heutigen Lage den Arbeitsnachweis der ringfreien Brauereien anerkannt. Begen ber Wichtigkeit der Tagesordnung werden die skollegen erfucht, zahlAgitations- Kommission der Brauerei Arbeiter Berlins und Umgegend. Die Vertrauensleute werden ersucht, die Arbeitslosen- Bettel abzuliefern. Die Mitgliedsbücher müssen behufs Abstempelung mitgebracht werden. reich und pünktlich zu erscheinen. Die Kommission. Gewerkschafts- Haus Mittwoch, den 20. Februar, abends 8½ Uhr, im Lokale des ( gr. Saal) Herrn Keller, Koppenstraße 29: An der Abalbert- Brüde. Engel- Ufer 15. An ber Adalbert- Brüde. Vertrauensmänner- Versammlung Sonnabend, den 23. Februar 1901: PANOPTICUM etter großer Wiener Masken- Ball Friedrichstr. 165. Neue aktuelle Serie lebender Photographien. Die sensationellen Gruppen der alten Germanen. Der schlesische Zecher und der Teufel. Die Bernauer Bierprobe. Der Rothenburger Meistertrunk. Im Restaurant: Konzert einer russ. Damenkapelle. der Berliner Gürtler und Bronzeure. Um 12 Uhr: Brämiierung der 2 elegantesten Damen- und 2 originellsten Herren- Masken. Nachdem: Kaffee- Pause; während derselben: Komische Vorträge. Anfang 9 Uhr. [ 27066] Das Komitee. Vereine, Fabriken! Zu Sommerfestlichkeiten empfehle mein ca. 20 Morgen großes, an der Oberspree herrlich gelegenes Etablissement Schloßpark Wilhelminenhof. 2 große Tanzfäle. Coulante Bedingungen. Urania. Zaubenſtr. 48/49.( Carl Weiss- Theater Zähne 2 M., " Theatersaal) Abends Aus dem Tagebuch der Erde". Im Hörsaal: Dr. Schwan: Die Gletscher und ihre Thätigkeit. Anfang 8 Uhr. Jnvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Mittwoch abend 8 Uhr: Rosmersholm. Donnerstagabend 8 Uhr: Freiwild. Central- Theater. 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Für die deutsche Bühne bearbeitet bon Dr. E. Carlotta und Hugo v. Kupffer. In Scene gesetzt von Willy- Lang. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr. KinderBreise. Vorstellung. May und Moriz. Kleine Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Heute Stettiner Sänger. Heute: Cavalleria schufticana. Mittwoch: Eine Soiree bei Lehmanns. Dienstag, 19. Februar: Sanssouci Abschieds- Vorstellung Um 7 Uhr 30: Eine tolle Nacht Um 3/410 Uhr: Auftreten der Madame Yvette Guilbert. Anf. 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, 23. Februar! Vierter und letzter Metropol- Theater- Ball. Cirkus Busch früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Dienstag, den 19. Februar 1901. 812 Uhr. Sensations- Februar- Programm. Präcise! Koloffaler Erfolg! Bummelfrike. abends 71/2 Uhr: Heute Dienstag, 19. Febr. Grosse Fastnachts- UlkVorstellung und Ball. ( Kein Maskenball). Prämiierung d.schönsten Dame. Dieselbe erhält eine goldene Uhr. Sämt liche Herren bilden das Prämiierungsfomitee. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Passepartouts u. Vereinsbillets haben Gültigkeit. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Wogen des Lebens. Voltsstück mit Gesang in vier Aften von 2. Treptow und 2. Herrmann. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Mittwoch: Der Rattenfänger von Hameln. Neu eröffnet! 8%. Großer Gala- Sports- Abend. Zum Sportshaus Ferner: Auftreten des berühmten Ziegenhals b. Zeuthen Pferdebändigers Borortstation der Görlizer u. StadtGroße Posse mit Gesang in 3 Aften. 12 Riesen- Schaunummern. Carl mit feiner Neu für Berlin: Das Ernest- Trio, fenfationelle Sport- Hochturner, Jörgensen Galerie berühmter Männer. Un= vergleichlich! Demoiselle Marchetty, einzig dastehende Kraft- Equilibristin. Anfang: Wochent. 7, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. Apollo- Theater. Sensationeller Erfolg! Ada Colley. Valentine Petit. Pepi Glöckner. Des Löwen Erwachen. Komische Operette in 1 Akt von J. Brandl. Ferner 8 Specialitäten. Kasseneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Mittwoch, Sonnabend u. Sonntagnachmittags: Zauber- Soiree. Ben- Ali- Bey.( Halbe Preise). amerita: nischen Profeffor Norton B. Smith. Heute abend ganz außer. ordentlich wilde und ungezogene Pferde gemeldet. Zum Schluß: Bum 84. Male: Die eiserne Maske. Gr. historisches Manege: Schauſtüc in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Original Pantomime des Cirkus Busch. Besonders hervorzuheben: tuppel hinauf. bahn. Jdyllisch am Crossin: See beim Beuthener See gelegen, empfiehlt sich den Vereinen. [ 808L* W. Hetzsch. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag Dienstag Jeden Norddeutsche Sänger. sämtlicher Bezirke und Branchen. Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Krise und ihre Einwirkung auf unser Gewerbe. 2. Werkstattdifferenzen und Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Vertrauensmännerfarte und Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimiert. Kammmacher! Dienstag, den 19. Februar, abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Gold, Große Frankfurterstraße 133: Branchenversammlung der Kammmacher und aller in der Rammindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: Warum weigern sich die Kollegen so hartnäckig, der Organisation beizuDie Kommission. treten? Central- Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, n, Zimmer 16, Tel. A. 7. 3348. Am Sonnabend, den 23. Februar d. J., finden 2 Wiener Masken- Bälle statt und zwar in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29, und im Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. Anfang abends 9 Uhr in beiden Sälen. Ende früh 6 Uhr. Demastierung 12 Uhr. Die Tanzmusik wird bei Keller von der starken Stapelle des„ Neuen Berliner Konzert- Orchesters" unter Leitung des Herrn Rudolph Tietz, im Moabiter Gesellschaftshaus von der start besetzten Hauskapelle unter Leitung des Herrn Masst ausgeführt. Billets a 50 Bf. find im Bureau, Engel- Ufer 15, in den Bahlstellen und Versammlungen, sowie bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern und Bezirks: führern zu haben. Offene Kaffe findet nicht statt. Um regen Besuch bittet 67/2 Das Komitee. Adtung! Schöneberg u. Westen Berlins. Adtung! Haus- und Geschäftsdiener, Straßenbahner, Biegler, Wolff, Hohenberg etc.[* Transport- u. Kohlenarbeiter sowie Kutscher aller Branchen Nachher: Tanz. W. Trapp. Dienstag, den 19. Februar, abends 81/2 Uhr: Ganfefedern 60 pf. Grosse Versammlung mit Frauen pr. Pfd.( grobere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1,50, füllfertiger Gänserupf M. 2.00, beffere dannige Waare m. 2.50, 3.00, befte fchneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ges rissene Federn m. 1.50, 2.00, 3.50. Prima geriffene m. 3.00, 2.50. Derfand gegen Nachnahme. Berlin S., Gustav Lustig, pringenstraße 46a. Erste Bettfedernfabrik m. electr. Betriebe. Diele Anerkennungsschreib. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in BruchbanSpritzen, Suspensors, fowie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant für Orts- und Hilfs- Krankenkassen. Berlin C., dagen, Lefbbinden, [ 5232* 30. Linien- Straße 30. Cirkus Alb. Schumann. Heute Dienstag, 19. Februar, abends 7 Uhr: Grosse Elite- Vorstellung mit ganz exquifitem Programm, sowie Internationale Preis- Ringkämpfe. Die Jagd bis in die Cirkus: Pietro II( Algier) gegen Jeurisson( Brüffel). 2. Baar: Petersen( Dänemart) Heute sehr spannende Kämpfe und zwar: 1. Baar: im Klubhause( großer Saal), Hauptstraße 5-6. Tages Ordnung: 1. Bortrag der Genossin Frl. Fanny Jmle über: 3wed und Ziele der Gewerkschaften und was haben die Frauen für ein Interesse daran?" 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder sowie Ausgabe der Billets zum Maskenball. Kollegen: Der interessante Vortrag macht es Euch zur Pflicht, daß Ihr alle Mann erscheint und besonders Eure Frauen und bekannte Kollegen mitbringt. Die Ortsverwaltung. Graveure, Ciseleure ( Filiale Berlin). Dienstag, den 19. Februar 1901: Versammlung im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn H. Stenz über: Vivisektion, eine bisher totgeschwiegene hochwichtige Zeitfrage. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. ( 74/4) Rixdorf. Socialdemokratischer Wahlverein. Mittwoch, den 20. Februar, abends 8/2 Uhr, in Leukners Feftfälen, Bergstraße 152: Erste Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Konstituierung des Vereins, Wahl des VorSonntag, 17. Februar, nachmittags gegen Sabes II( Borbeaur). 3. Baar: Piqueplant( Narbonne) gegen Lorange ftands, und Bereinsangelegenheiten. 2. Was für Rechte haben die Arbeiter Ehren- Schiedsrichter: Herr Profeffor Reinhold Begas. von den Arbeitgebern an beanspruchen, und welche Pflichten haben sie ihn wozu jeder Erwachſene auf allen Sie Gastspiel der Steppenfönigin! gegenüber zu erfüllen, unter Berücksichtigung des Arbeitsverhältnisses in ciferne Maste. 4 Uhr: Berliner Landpartien", ( Paris). Neu! Neu! plägen 1 Kind frei hat; weitere Kinder die Hälfte. Abends 7 Uhr: Die Neu! Neu! Auftreten des Direktor Alb. Schumann init feinen großartig dressierten Schul- und Freiheitspferden. Zum Schluß: Das bis jetzt unerreichte Manegen und Wasserschaustück CHINA. 600 Mitwirkende. parteis und genoffenschaftlichen Betrieben. Referent: Reichstags- Abgeordneter W. Klees. Gäste zahlen 10 Bf. Entree. 232/4 Der provisorische Vorstand. Passage- Panopticum und Theater. Die 12 unverbrennb. Fakire Neu! General Boum, der fleinste Mann der Welt. Eintritt einschließl. Theater 50 Pf. Britz. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Mittwoch, den 20. februar, abends 8½ Uhr, im Landhaus, Chauffeestraße Nr. 97: Grosse öffentliche Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Die Erhöhung der Kornzölle und die arbeitende Bevölkerung. Referent Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. 205/5 Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. miruldafli sulam e) Seines hohen gesundheitlichen Wertes wegen findet Kathreiners Malzkaffee nicht nur im Volke, sondern auch in den höchsten Ständen großen Anklang. So schreibt eine fürstliche Persönlichkeit:" Ihr( Kathreiners) Malzkaffee bedarf absolut keines Busages von Bohnentaffee; ich trinke ihn täglich mit der größten Befriedigung." pauldaA J. 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Die Tischler- Zwangsinnuiig i» Zwickau hatte in das neue Statut für das Jiinuugs-Schiedsgericht die Bestimmung aufgenommen, daß bei der Klageerbebung vor diesem Gericht eyr Kosieuvorschuß bis zur Höhe von 3 Mark hinterlegt werden müsse. Der Gescllenaussckuh hatte zwar gegen diese ungesetzliche Vorschrift protestiert und sie abgelehnt, der Stadtrat zu Zwickau als Aufsichts- bchörde hatte aber auf Grund des Z 95 der Gewerbe-Ordnung die mangelnde Zustimmung des Gcsellenausschusses„ergänzt". Der GesellenauSschutz führte deshalb Beschwerde bei der Kreis- hauptmannschaft. Diese Behörde entschied dann, daß die betreffende Vorschrift als ungesetzlich aus dem Statut zu streichen ist. In der Entscheidung der Krcishauptmannschaft heißt es: „Nach den Vorschriften des Reichsgesetzes, betreffend die Gcwerbegerichte vom 29. Juli 1899, welche in Ermangelung andrer Bestimmungen auf die Jnnungs-Schiedsgerichte analog anzuwenden sind, kann ein Kostenvocschuß nur im Falle des§ 344 ljetzt 379) der Civilprozetzordnung gefordert werden. Bon diesem Fall abgesehen, befinden sich irgendwelche Bestimmungen, nach welchen ein Kosten- Vorschuß beim Gewerbegericht erhoben werden könnte, in dem frag- licheu Gesetz nicht, während andrerseits die Kosten- und Gebühren- frage daselbst eingehend, zum Teil unter Aufnahme und fast wörtlicher Wiederholung von Bestimmungen des Gerichtskosten-Gesetzes nach der Novelle vom 29. Juni 1881, zum Teil unter Hinweis auf einzelne Paragraphen dieses Gesetzes, welche ausdrücklich für anwendbar erklärt find und unter denen sich§ 81 deffelben nicht befindet, geregelt ist. Hiernach ist aber anzunehmen, daß der Gesetzgeber mit der vor- erwähnten Ausnahme die Erhebung eines Kostenvorschusses beim Gewerbegericht und damit beim Jnnungs-Schiedsgericht überhaupt nicht gewollt hat. Auch kann die Erhebung eines solchen im Stowt dezw. Nebenstawt nicht vorgeschrieben werden. Dasselbe iviirde dann eben eine Aenderung der betreffenden Vorschriften des Gesetzes vom 29. Juli 1399 enthalten." Der Vorgang ist wieder einmal einer von vielen schon vor- liegenden Beweisen, daß Innungen ganz besonders geneigt sind, den Arbeitern ihre Rechte zu kürzen und daß sie dabei oft eine grobe Unkenntnis der Gesetze verraten. Indem man Einrichtungen wie Krankenkassen. gewerbliche Schiedsgerichte und dergleichen den Innungen auslieferte, schuf mau eine Quelle fortwährender kleinlicher Reibereien und Nörgeleien zum Schaden der Arbeiter. Wie wertlos das den Arbeitern im Gcsellenausschuß eingeräumte Mitwirkungsrecht ist. das erleuchtet dieser Fall wieder, indem er die Aufmcrkiamkeit auf den§ 95 der Gewerbe-Ordnung lenkt. Die Art, wie die Zwickaucr Bchörde ihr Ergänzungsrecht ausgeübt hat. war ja in diesem Falle unschädlich, weil es sich um einen direkt ungesetzlichen Beschluß handelte, der von der Oberaufsichtsbehörde aufgehoben werden mußte. Aber wenn die„Ergänzung" schon in einem solchen Falle ausgesprochen wird, kann man dann erwarten, daß sie in irgend einem andern Falle ver- sagt werden würde, wo es sich nicht um Ungesetzlichkeilen, sondern nur um gesetzlich zulässige Benachteiligungen der Arbeiter handelt? Die GratiSspeisung bedürftiger Schulkinder auf Kosten der Stadt ist in C h r i st i a n i a seit dem Jahre 1896 eingeführt. Nach dem jetzt vorliegenden Bericht vom Jahre 1899 haben in diesem Jahre von de» 24 264 Volksschülern 7799, also fast ein Drittel, von dieser Einrichtung Gebrauch gemacht. An diese wurden 847 597 Portionen Essen ausgeteilt, was der Stadt eine Ausgabe von 52,62 Kronen pro Kopf verursachte. Außerdem wurden noch 45 946 Portionen gegen Bezahlung geliefert. Berliner Partei-Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Den Genossen zur Mitteilung, daß das Lokal von D n b r o w, Machnowerftr. 49, gesperrt ist. Das Lokal wurde den Gewerkschaften zu einer Protestversammlung gegen die Streik- llausel verweigert. Die Lolalkommission von Zehlendorf. Dreptow-Baumschulenweg. Der Socialdemokratischc Wahl- verein hält am Mittwochabend 8>/e Uhr im Lokal des Herrn Michler, Marienthaler- und Ernststraße-Ecke eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. Vortrag über„Vivisektion". Referent Herr Hermann Stenz._ Nommunales. Für die Rückerstattung der Waisenpflegckosten hatte der Magistrat im vorigen Jahre neue Kostensätze aufgestellt. Dabei hatten sich sür die Waisenhäuser in Rummelsbnrg iind in Berlin sowie für die hiesige und die auswärtigetWaiseiikostpflege Beträge ergeben, die über die bisher geforderten sehr erheblich hinausgingen. Nach den neuen Sätzen erhöhten sich die W a i s e p f l e g e k o st e n pro Kind und Jahr z. B. in dem Waisenhause zu Rummelsburg von 597.69 Mark auf 828.99 Mark, in dem Waisenhause zu Berlin von 385,29 Mark auf 824,49 Mark. Die Erhöhung war indes nicht dadurch zu stände gekommen. Idaß die Selbstkosten der Verpflegung in neuerer Zeit um so viel gestiegen waren. Man hatte nur mit einem Mal bei der Berechnung der Kosten andre Grundsätze als bisher befolgt. Vor allem hatte man jetzt auch den Wert der Grundstücke und der Gebäude mit ei«gerechnet und sogar die im Laufe der Zeit eingetretene Steigening des Bodenwerts berücksichtigt. Bei dieser seltsamen Art der Be- rechnung von„Selbstkosten" bekam man in dem Waisenhause zu Berlin(Alte Jakobstraße) allein für die Wohnung den Betrog von 499(vierhundert!) Mark pro Kind und Jahr heraus l Das Grundstück dieser Anstalt hat der Stadt überhaupt nichts ge- kostet, sondern ist ihr in den 79er Jahren durch eine Stiftung zuge- fallen. Aber in der Alten Jakobstraße ist der Bodenwert seitdem bedeutend gestiegen, mithin hält sich der Berliner Magistrat für be« rechtigt, schon für die bloße Beherbergung der Kinder einen Betrag anzusetzen, den in Berlin eine ganze Proletarier- familie nicht für die Wohnung auszugeben pflegt. Die Stadt- verordneten-Versammlung hatte dieses Verfahren nicht gebilligt. Der von ihr zur Prüftmg der Magistratsvorlage eingesetzte Ausschuß war zu dem Ergebnis gelangt, daß die früheren Kostensätze weiter bei- zubehalten seien. Nachdem dann dem Ausschuß die Vorlage zu nochmaliger Beratung zurückgegeben worden war. hat er jetzt wiederum, und zwar cinstimniig. beschlossen, der Versammlung die Ablehnung der vom Magistral aufgestellten neuen Kostensätze zu empfehlen. Gleichzeitig schlagt der Ausschuß vor. den Magistrat um Aufhebung eines einheitlichen Kostensatzes für die Zwangs- erziehungskinder und eines einheitlichen Kostensatzes für alle andern Waisenkinder(gleichgültig, ob sie in geschlossenen Anstalten oder in offener Kostpflege erzogen werden) zu ersuchen. Der Ausschuß hat sich daher von der Erwägung leiten lassen, daß die Kinder bezw. die erstattungspflichtigen Angehörigen nicht darunter leiden dürfen, daß die Erziehung zufällig nicht in der billigeren Kostpflege, sondern in der Anstalt erfolgt.__ Lokales, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Der„Berliner Asyl- verein f ü r O b d a ch l o s e" hat in, Jahre 1999 in seinem Männer- osyl 249 195 Personen, im Frauenasyl 45 877 Personen beherbergt, während im Vorjahre 1899 das Männerasyl 237 927, das Frauenasyl 37 684 Personen aufgenommen hatte. Auffällig ist besonders die starke Steigerung der Frequenz im Frauenasyl. Der Jahresbericht für 1999. dem wir die Zahlen entnehmen. äußert sich nicht über die vermutlichen Ursachen dieser Frequenzsteigerung. Wenn man aber erwägt, daß unter den 45 877(bezw. im Vorjahre 37 684) im Frauenasyl beherbergten Personen sich 36 983(29 329) Frauen, 6661(7151) unverheiratete Mädchen, 3133(1294) Kinder und 439(99) Säuglinge befanden, daß also besonders die Zahl der mit ihren Kindern das Obdach aufsuchenden Mütter sehr bedeutend gestiegen ist, dann muß man zu der Annahme gelangen, daß diese Erscheinung mit der im vorigen Jahre eingetretenen Verschärfung der Wohnungs- not in Zusammenhang zu bringen ist. Das Frauenasyl hat den außerordentlichen Andrang zeitweise nicht bewältigen können; in gewissen Ausnahmefällen hat aus Gründen der Humanität sogar der Warteraum als Schlafraum hergegeben werden müssen. Die Verwaltung hält nach den Erfahrungen des letzten Jahres die Er- Weiterung des FrauenasylS für eine nicht zu umgehende Notwendigkeit. Das Männerasyl ist bereits vor 4 Jahren auf mehr als das Doppelte erweitert worden. Die Handwerkskammer in Berlin und die Aufsichtsbehörden haben die in ihren Verwaltungsbezirk befindlichen Innungen, bei denen bisher ein Gescllenansschuß— nach Z 97 des Handwerkergesetzcs— nicht eingesetzt war, aufgefordert, dies unverzüglich zu thun, widrigenfalls den Innungen daS Prüfungsrecht über ihre Lehrlinge entzogen werden würde. Die neuen Bestimmungen desj Gesetzes, die die Wahl eines Gesellenausschusses verlangen, sind bereits seit dem 1. Januar v. I. in Kraft, ohne daß, nach dieser Anweisung zu urteilen, die Innungen allgemein sich den neuen Anforderungen angepaßt haben. Wenn es sich um Arbeiterorganisationen handelte, würden wir schwerlich eine so große Nachsicht der Behörden konstatieren können. Die Mitteilung über- rascht um so mehr, als nach der Gewerbe-Ordnung der Gcsellenausschuß der Handwerkskaninier von den Gesellenausschüssen der Innungen gewählt wird. Haben die Innungen die Wahl der Gesellenausschüsse noch nicht erledigt, dann ist seiner Zeit nur von den bestehenden Gcselleuausschüssen das Wahlrecht ausgeübt worden und in Berufen, wo die Innung keine Gcsellenausschiisse bestellt hat, sind die Arbeiter um ihr Wahlrecht betrogen. Daß die Lodderei in der Innung Trumpf ist, weiß ein jeder; aber daß die Aufsichtsbehörde dem Kon- Zessionen macht, scheint doch sehr unnötig und schädlich. Zu dem Urheberrecht und Verlagsrecht, daß seiner Zeit den Reichstag beschäftigte, hat eine große öffentliche Jourualisten- und Sckriftst'cller-Versanunlnng am Sonntag in dein Fcstsaal des Hotels „Vier Jahreszeiten" Stellung genommen. Es wurde einstimmig eine Resolution beschlossen, in der u. a. gefordert wird. 1. daß die erlaubte vollständige oder teilweise Wiedergabe von Schrift- werken(im Sinne des Gesetzes) von vermischten Nachrichten that- sächlichen Inhalts und von Tagesneuigkeitcn in Zeitungen oder Zeitschriften, sofern sie einem bereits veröffentlichten Schriftwerke oder andren Zeitungen und Zeitschriften entnommen sind, nur unter deutlicher Angabe der benutzten Quelle erfolgen darf, 2. daß un- beschadet der Abdrucksfreiheit von vermischten Nachrichten tbatsäch- lichen Inhalts, von Tagesneuigkeiten und Artikeln, die nicht mit einem Vorbehalt der Rechte versehen worden sind, dem Verfaffer der Anspruch auf die übliche Vergütung zusteht, wenn sie von der Zeitung, der sie der Verfasser mitgeteilt hat, innerhalb einer Woche gebracht werden. Au Influenza sind in der Woche vom 27. Januar bis 2. Fe bruar. nach den jetzt vollständig vorliegenden Meldungen, 29 Personen gestorben, während in den vorhergehenden drei Wochen(rückwärts gezählt) 16, 14. 8 Jnfluenza-Sterbefällc gemeldet worden waren. Die aus diesen Zahlen ersichtliche Zunahme der Jnfluenza-Sterblich keit scheint indes in der Woche von, 3.-9. Februar, nach den bis- her eingegangenen Meldungen zu urteilen, bereits wieder einer A nähme Platz gemacht zu haben. Im ganzen Monat Januar starben 57 Personen an Influenza, im Januar vorigen Jahrs dagegen 47 Personen. DaS Herrenrecht im Reiche PodbiclökiS. Das Herren- recht, nämlich den Anspruch auf den Titel„Herr" seitens ihrer Vorgesetzten mache» die Post-Unterbeamtcn schon seit langer Zeit vergebens geltend. Welche Anschauungen noch in dieser Beziehung in manchen Kreisen herrschen, beweist ein Vorkommnis, von welchem der„Deutsche Postbote" Kunde giebt. Einem Postschaffner N. war ein Paket abhanden gekommen, er meldet es vorschriftsmäßig bei dem zuständigen Beamten, dieser nimmt die Meldung zu Protokoll. sendet letzteres dem Vorsteher des Postamts, erhält es aber wegen eines Formfehlers zurück. Der Formfehler bestand darin. daß in seinem Protokoll von dem„Herrn" Postschaffner N. gesprochen wurde. Der gestrenge Herr Vorsteher hatte die Bezeichnung„Herr" aus- gestrichen und dazu bemerkt. Postschaffnern käme der Titel„Herr" nicht zu. Ob Herr v. Podbielski einen Mann mit solchen An- schauungen für geeignet hält, das Amt eines Vorstehers den Unter- gebenen gegenüber zu versehen? Zu dem Freiligrath-Abend der Arbeiter-Bildungsschnle hatte sich am Sonntagabend im großen Saale des Gewerkschafts- Hauses ein überaus zahlreiches Publikum eingefunden, das sämtliche Darbietungen mit dem lebhaftesten Beifall aufnahm. Herr Dr. Rudolf Steiner verstand es in seinem Festvortrag, in den in großen Zügen entworfenen Abriß des Lebensgauges des Dichters mit scharfen Strichen das dichterische Portrait desselben hinein zuzeichnen. Freiligrath, ursprünglich der poetische Schilderer exotischer Stoffe, in der Glut der Farbengebung mit Böcklin vergleichbar, mußte erst im Laufe seiner Entwicklung feine große Mission entdecken, der flammende Freiheitssänger der social Geknechteten zu werden. Die drei größten deutschen' Lyriker des 19. Jahrhunderts könne man kurz dadurch charakterisieren, daß man Lenau als den Dichter der Wehmut, Heine als den Dichter des Uebermuts, Freiligrath als de» Dichter des Heldenmuts bezeichne. Und wenn Freiligrath am Ende seines Lebens einmal geäußert habe, daß seine revolutionären Gedichte keine agitatorische Bedeutung mehr besäßen, so habe er sich damit in einem großen Irrtum befunden: seine wuchtigen, lodernden Kampfgesänge begeisterten auch heute noch die Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit. Selbst dann, wenn dem ringenden Proletariat der heißersehnte Tag der Befreiung endlich heraufgestiegen sei, werde der Name Frciligraths unter den Freiheits- dichtern noch in goldenen Lettern strahlen. Die Hörer zollten den begeisternden Worten des Redners begeisterten Beifall. Reichen Genuß boten auch die folgenden Nummern des gut gewählten Programms. Die Pieren der durch die Herren D o m b r e ck(Violino), Schäfer(Viola), Schulz- Fürstenberg(Violon- Cello) und Friedrichs(Klavier) ungemein exakt ausgeführten Kammermusik sowohl als die Gesangs- numniem des Herrn Friedrichs und die Recitation des Herrn M o e st fanden den verdienten Applaus. Herr Schulz-Fürsten- b e r g erfteute durch die wundervoll gespielte Zugabe der Träumerei von Schumann. Auch Herr Moest mußte sich zu Zugaben verstehen. Wenn Herr Friedrichs, der einen geschmeidigen tcnoral gefärbten Baryton besitzt, seinen sonst recht geschmackvollen Vortrag durch stärkeres Nuancieren noch etivas dramatischer zu beleben versuchen würde, so würde er dadurch entschieden noch gewinnen. Herr Moest seinerseits würde den Stimmungsgehalt der Dichtungen noch besser ausschöpfen, wenn er die treffliche, sinn- gemäße Deklamation durch wärmere poetische Stimmungsmalerei unterstützte. Vielleicht läge ein Wegfall der kleineren Pausen bei künftigen ähnlichen Veranstaltungen— drei größere Pausen dürften wohl genügen— im Interesse des Publikums soivohl wie der Vor- tragenden. Der grösite Luftballo». Von einem Aeronauten, Herrn Charles Dupuy, wird uns geschrieben: In der gestrigen Nummer des„Vorwärts" fiude ich eine Notiz. welche besagt, daß der im vorigen Jahre hier in Friedenau aufgestiegene Ballon, von 9999 Kubik- meter Inhalt, bisher der größte freiflicgende Ballon gewesen sei. Das stimmt nicht. Der im Jahre 1868 in London zur Weltausstellung aufgelassene Giffardsche Fesselballon hat im Juni 1869 von Paris aus eine Freifahrt mit 9 Personen gemacht, darunter die Gebrüder Tissaudier und W. de Fourielle. Dieser Ballon hatte den Namen „Nordpol" und eine» Inhalt von 12 999 Kubikmeter. Ob dieser Ballon noch mehr Freifabrtcn gemacht hat, ist mir nicht bekannt. Der 1878 in der Pariser Weltausstellung aufgelassene, von Henry Giffard gebaute Ballon hatte einen Inhalt von 25 999 Kubik- meter. Er hat allerdings keine Freifahrt machen können, da er als Fesselballon im Sturmwind zerriß. Krimiualkommiffar Thiel hat auf die Einlegung des Rechts- mittels der Revision Verzicht geleistet und bereits gestern die ihm zuerkannte dreijährige Zuchthausstrafe angetreten. AuS w anderer- Elend. Am Sonnabendabend tvar eine bisher unbekannte Frau in Begleitung eines ziveijährigen Mädchens,>nut- maßlich eine Russin, die sich auf der Heimreise aus Amerika befand, mit einem Zuge auf dem hiesigen Lehrter Bahnhofe eingetroffen. Während sie im Wartesaal saß, um die Weiterreise abzuwarten, brach sie plötzlich besinnungslos zusammen. Auf das Geschrei des Kinds wurde die Bahuhofspolizei benachrichtigt, die einen Arzt hinzuzog. Die Untersuchung ergab, daß die Frau vor Entkräftung und Erschöpfung umgesunken war. Ein Krankenwagen brachte sie nach der Charito, wo sie noch nicht vernehmungsfähig geworden ist. Für das Kind wurde in derselbe» Weise gesorgt. In der Umgebung der Frau soll sich ein Mann beflmde» haben, über dessen Verbleib aber nichts bekannt ist. Genaues wird erst durch die Vernehmung der Frau festzustellen sein. Bei einem Einbruch ertappt wurden Moutagmorgen um 4>/» Uhr drei Einbrecher. In einem Schaukasten bewahrt der Schneidermeister Pix vor dem Hause Jerusalemcrstr. 8 Jagdröcke auf; auf diese war es abgesehen. Als die Holzfüllung des Kastens bereits erbrochen und die Glasscheibe eingeschlagen war, erschien ein Schutz- mann des 39. Polizeireviers auf der Bildfläche. Bei seinem Anblick suchten die Diebe zu entfliehen, zwei entkamen auch, doch der dritte wurde ergriffen und als der 28 Jahre alte bestrafte„Arbeiter" B. festgestellt. Die Untersuchung gegen de» Einbrecher Pfuhl, der vor mehreren Monaten in das Schützenhaus in Nowawes eingedrungen war und den ihn überraschenden Gastwirt durch zwei Revolver- schüsse schwer verletzte, hat eine unerlvartete Wendung genommen. Pfuhl ist, wie nun zweifellos feststeht, einer ganzen Reihe von Strafthaten schuldig. wiewohl er sich kaum neun Monate auf freien Füßen befand. Anfang April vorigen JahreS hatte er eine siebenjährige Zuchthausstrafe von Eiubruchsdiebstählen und Sittlichkeits- Attentaten abgebüßt. Sofort nach seiner Eni- lassung ans der Strafanstalt nahm er seine verbrecherische Thätigkeit wieder auf. Pfuhl verschaffte sich zunächst ein Frei- quartier in Strausberg. Er drang in die im Winter unbewohnte Villa eines Berliner Kaufmanns, in der er„logierte" und sich an den Vorräten des Weinkellers gütlich that. Nach und nach schleppte er aus der Villa heraus, was er nur zu transportieren vermochte und„verschärfte" diese Sachen in der Umgebung Berlins. Dann begab sich der Verbrecher auf die Wanderschaft. Indem er anscheinend absichtlich die Reichshauptstadt mied, nahm er seinen Weg über die südlichen Vororte nach dem Westen, in den verscbiedeiien Dörfern die Spuren seiner verbrecherischen Thätigkeit zurücklassend. In Zossen führte er bei einem Bauern-Gutsbesitzer einen größeren Einbruch aus. Ein kurze Zeit darauf bei Beelitz aus- geführtes Sittlichkeits- Verbrechen an einem kleinen Mädchen, bei ivelchcm das Kind gewürgt wurde und ein zweites derartiges Attentat bei Potsdam dürfte zweifellos ebenfalls das Conto Pfuhls belasten. Ebenso dürfte er einen Einbruch in einer Villa bei Stolpe verübt haben, während ein später begangenes Attentat auf den Be- sitzer derselben, Geh. Regierungsrat Dr. Jsenbarth, wahrscheinlich von andren Verbrechern begangen ist. Da sich die Revolveraffaire in Nowawes als ein Mordversuch charakterisiert, so dürste Pfahl. gegen den die Untersuchung iibrigenö noch lange nicht abgeschlossen ist. diesmal für lange Zeit unschädlich gemacht werden. Der Tollwut erlegen ist in der Nacht zum Sonntag der sechs Jahre alte Sohn Paul des Korbmachers Richter aus Lauken i. Schi., der infolge verspäteten Eingreifens erst am Freitag der Tollwut- Schutzstation mit dem 12 jahrigen Knaben Karl Wolny zusammen überwiesen wurde. Der letztere lebte am Sonntag noch. Nach einer Operation gestorben ist in der Nacht zum Sonn- tag der 69 Jahre alte Monteur August Hennig auS der Schulzen- dorferstraße 28. Bei einer elektrischen Anlage war er am Sonn- abendnachmittag auf einen: Neubau der Steinmetzstraße in Kolonie Grunewald abgestürzt und schwerverletzt in einem Koppschen Wagen nach dem Charlottenburger Krankenhaus gebracht. Infolge Schädel- bruchs mußte sofort ein ärztlicher Eingriff erfolgen; der Tod trat an Gehirnblutung in der Nacht ein. Messerstiche anstatt Geld erhielt in der Nacht zum Sonntage um 1 Uhr— gerade an ihrem 35. Geburtstage— die Waschfrau Apollonia Reicher aus der Memelerstraße 63. Sie besorgt die Wäsche für mehrere in dem Hause wohnende Mädchen lProstituierte) und hatte an die unverehelichte Ida Hans noch eine Forderung von 1,39 M. Dies Mädchen traf sie vor der Hausthiire und mahnte es an die Schuld. Während dann die Waschfrau über den Hof ging, wurde sie von zwei Begleitern des Mädchens— Zuhältern— gestellt. Bei einer Rauferei' erhielt sie zwei Messerstiche in die rechte Halsseite von einem jungen Burschen. Dann entflohen beide. Todschlag 1 Eine unmenschliche That Ivnrde an dem 28 Jahre alten Arbeiter Friedrich Holtz verübt, der in dem Vorort Pankow, Brehmestr. 5, wohnte und in Berlin beschäftigt war. Als er am Sonnabendabend seinen Wochenlohn emvfangen hatte, unternahm er mit Bekannten eine Bierreise, trennte sich aber schließlich von ihnen und betrat allein ein Pankower Wirtshaus. Dort kam er in Streit und wurde von den Gegnern auf der Straße verfolgt und augefallen. Nachdem er einen Messerstich in den linken Schenkel und einen in den Unterleib erhalten hatte, warf man ihn in den Schnee und ließ ihn liegen. Am Sonntagmorgen um 4 Uhr fanden ihn Leute an der Prinzen-Allee in seinem Blute liegen. Auf eine Anzeige bei der Bchörde erhielt H., der noch lebte, einen Not- verband und wurde ohne Besinnung nach einem Berliner Kranken- hause gebracht. Dort starb er alsbald infolge des starken Blut- Verlustes: eine Schlagader war ihm durchstochen. Die Thäter sind bis jetzt unbekannt. Durch Messerstiche schwer verletzt wurde in der Nacht zum Montag um 12 Uhr der Pförtner Johann Brüggemann aus der Hollmannstr. 8, der am Eingang zum Easv Flora in der Berliner- straße zu Charlotteuburg seine» Dienst versieht. Zwei junge Burschen. die aus einem benachbarten Tauzlokal her zu kommen schienen und sich in angeregter Stimmung befanden, traten mit der Frage an B. heran,„was er dort zu stehen habe". Dann wollten' sie da» Cafe betreten. Brüggemann. der aus ihrem Benehmen schließe» konnte, daß sie sich nicht ruhig verhalten würden, verwehrte ihnen den Eintritt, als sie ihm mit Faust und Messer vor dem Gesicht umherfuchtelten. B. stieß abwehrend den einen zudringlichen Menschen zurück, als in demselben Augenblick beide mit ihren Meffern über ihn herfielen. Im Umsehen wurde ihm die linke Wange von der Nase bis an den Hals aufgeschlitzt und noch ein zweiter Schnitt quer über den ersten von der Nase bis ans Ohr und noch ein Stich in den Hinter- köpf beigebracht. Später ergab sich noch, daß der Pförtner- Ueber- zieher an acht Stellen durch Schnitte zerfetzt war, die aber nicht bis auf den Körper durchgedrungen waren. Auf das Hilfegeschrei des Ueberfallenen nahmen die Messerhelden Reißaus, wurden aber von Civilpersonen verfolgt und ergriffen. Der verwundete Pförtner wurde nach der Rettungswache gebracht, wo zu seinem Verbände 29 Nadeln erforderlich waren. Die beiden Messerstecher entpuppten sich auf der| Teltow wies die Kläger ab und erklärte die angefochtene| Arbeitskräfte unter der Hand einstellen. Insbesondere wurde das Polizei als die Schmiedegesellen Wilhelm Lanschte und Ostar Sznieß Verfügung des Amtsvorstehers für berechtigt. Aus der Verhalten der Direktion des Münchener Brauhauses aus Schöneberg, Tempelhofer- Ufer 7 und blieben in Haft. wunderbaren Begründung dieses Urteils fei folgendes hervorgehoben: tritisiert und auf die Schädigung hingewiesen, die den BrauereiWegen Notzucht sind zwei Metallarbeiter, welche in allerdings unterliege die Verfügung der Rechtskontrolle im Ver- Arbeitern, zumal die Arbeitslosigkeit in letzter Zeit außerordentlich waltungsstreitverfahren. Es tomme lediglich darauf an, ob sie zugenommen hat, dadurch erwächst. Alle Bemühungen der Agitations einer Berliner Maschinenfabrik beschäftigt waren, am vorigen Sonn- objektiv polizeilicher Motive nicht entbehre. Das sei nicht der Fall, kommission, eine Aenderung dieser Zustände herbeizuführen, sind bistag verhaftet worden. Beide trafen am Abend nach einem Ausflug, denn es seien genügend thatsächliche Voraussetzungen gegeben. her erfolglos geblieben. In der längeren Diskussion ergriff auch den sie unternommen hatten, in der Nähe des Bahnhofs von Die Erfahrung" lehre, daß öffentliche Versammlungen mit der Direktor des Münchener Brauhauses wiederholt das Wort. Er Hohen- Neuendorf ein dort im Dienst stehendes Mädchen. socialdemokratischer Tendenz vielfach bon Sie belästigten es zunächst mit unfittlichen Anträgen, und als sie würden, die an den Ausführungen der Redner nicht das geringste Reglements und Elementen besucht wendete sich zunächst gegen eine Bestimmung des Arbeitsnachweiserklärte sodann, daß er nicht selbständig eine scharfe Abweisung erfuhren, verfolgten sie ihr Opfer bis zu einer menschenleeren Straße, wo der eine das Mädchen überfiel und Interesse hätten, sondern lediglich Lärm machen und Unfug treiben handeln könne, sondern erst mit der Verwaltung bezw. dem wollten. Mit Rücksicht auf die Person des Referenten Zubeil sei zu Aufsichtsrat in dieser Sache Rücksprache nehmen müsse. Schließlich es trotz heftigster Gegenwehr vergewaltigte. Nach vollbrachter erwarten gewesen, daß eine große Anzahl Personen aus dem benachbarten gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die Versammlung das That entfloh er mit seinem Begleiter nach dem Bahnhof; als sie in Berlin die billige Fahrgelegenheit benutzen und nach Niederschöneweide Verhalten der einzelnen ringfreien Brauereien gegenüber dem Arbeitsdes merkten, daß das Mädchen ihnen folgte, liefen sie nach dem kommen würden.( Das war uns bisher unbekannt.( Die Red.) Je nachweis auf das entschiedenste verurteilt und in der die AgitationsBahnhof Stolpe. Bevor sie aber von hier aus ihr Vorhaben, größer eine Ansammlung von Menschen, je mehr bestehe die Möglich kommission beauftragt wird, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln schleunigst nach Berlin zurückzukehren, zur Ausführung bringen feit der Gefährdung des Gemeinwohls. Bumal nach reich gegen das Münchener Brauhaus und diejenigen Brauereien, welche konnten, erschien der inzwischen benachrichtigte Gendarm&. auslichem Genuß von Spirituosen, der Hohen- Neuendorf, der beide Unholde verhaftete. mit einer längeren die getroffenen Vereinbarungen nicht halten, vorzugehen, um die Dauer der Versammlung verbunden sei, könnten die Leiden- Anerkennung des Arbeitsnachweises zu erlangen. In einem Hotel erschoffen hat sich ein junger Landwirt, der schaften leicht entfesselt werden. Das wäre hier umso mehr am Sonnabend aus Dresden hier eingetroffen war und sich als der zu befürchten gewesen, als auf die Anwesenheit von Frauen ge- inhaber hielt am Freitag, den 15. Februar bei Mörschel, JüdenDer Verein der zielbewußten Händler und Geschäfte21 Jahre alte Landwirt Frip Legler in einem Gasthofe im Osten rechnet wurde, die ihrer Natur nach leichter erregbar straße 35, seine Generalversammlung ab. Nach dem Bericht des in das Fremdenbuch eingezeichnet hatte. Noch am Sonntag erschien seien, wie Männer. In Betracht komme noch, daß dem Amtsvorsteher Vorsitzenden und des Kassierers schritt man zur Neuwahl des geer in der zum Hotel gehörenden Wirtschaft und äußerte dort, daß mur vier Exekutivbeamte zur Verfügung standen. Nach alledem sei famten Vorstands. Gewählt wurden: Opitz als erster, Arndt er um 2 Uhr nachmittags fortgehen wolle. Als man ihn aber um die Annahme wahrscheinlich, daß eine unmittelbare Gefährdung als zweiter Vorsitzender; Trunsch als erster, Kirsti als zweiter 4 Uhr nachmittags noch nicht bemerkt hatte, ließ der Wirt die zu der öffentlichen Sicherheit in dem von social schlechtgestellten Schriftführer; Lange als erster und Weber als zweiter Staffierer. feinem Zimmer führende verschlossene Thür durch einen Schlosser Volksschichten bewohnten Orte befürchtet werden konnte. Der offnen. Legler lag tot im Bett, das Dedbett über den Kopf ge- Bezirksausschuß in Potsdam bestätigte das Urteil des Kreis- Alsdann wurden noch einige interne Sachen erledigt. zogen; er hatte sich aus einem Revolver einen Schuß in die rechte ausschusses. Spandau. Eine vom Gewerkschaftskartell einberufene öffent Schläfe gejagt. Auf dem Tische hatte er einen für den Hotelbefizer Der 3. Senat des Ober Verwaltungsgerichts, vor dem Rechts- liche Versammlung aller im Bauberufe beschäftigten Arbeiter hörte bestimmten Bettel zurückgelassen, der die Worte enthielt: Da ich anwalt Böhlau die Brauereigesellschaft und Herrn Herzberg am Sonntag einen Vortrag von Lint Berlin über Der weder Stand, noch Beruf habe, bin ich meines Lebens überdrüffig. vertrat, hob die Vorentscheidungen auf und er- Bauarbeiterschuh in Preußen". In einer Reſolution Meine Mutter habe ich von meinem Vorhaben benachrichtigt. In tannte auf die Klage des Dekonomen des Dekonomen Herzberg, daß verlangte die Versammlung ein einheitliches Landesseiner Tasche steckte ein Schein über einen eingeschriebenen Brief an die Herabsetzung der Polizeistunde für den Versammlungsabend auf Bauarbeiter Schutzgesetz. Vor allem sei es not die Mutter, die als Witte in Dresden lebt. 10 Uhr für unberechtigt zu erachten sei. Senatspräsident wendig, eine Baugewerbe Inspektion zu schaffen Schallong führte zur Begründung aus: Die Vorderrichter und der und die Bauten Controleure aus den Reihen Großstadt- Elend. Im städtischen Obdach befanden sich am 1. Februar cr. 134 obdachlose Familien mit 326 Personen und Amtsvorsteher seien von den Verhältnissen der Versammlung der baugewerblichen Organisationen zu als einer focialdemokratischen ausgegangen. 60 Einzelpersonen. Am 1. Januar waren daselbst untergebracht jei aber unzulässig, Das nehmen. Jm Unfallversicherungs Gesetz müßte die Verdenn seit dem Fall des pflichtung der Unfallverhütungs- Vorschriften aufgenommen 181 Familien mit 547 Personen und 39 Einzelpersonen. Im Socialistengefeges wären Versammlungen mit werden. Sodann wurde durch Mezelthin die JahresLaufe des Monats Januar wurde das städtische Obdach außer den socialdemokratischer Tendenz nicht anders zu abrechnung des Gewerkschaftskartells erstattet. Die Einnahmen beobdachlosen Familien noch von 72 810 nächtlich Obdachlosen und behandeln wie andre Versammlungen. Polizeiliche Momente trugen inkl. eines Bestands von 46,30 M. vom Vorjahre 498,59 M., zwar von 67 474 Männern und 5336 Frauen als Zufluchtstätte auf allgemeiner Art, die das Vorgehen des Amtsvorstehers rechtfertigen die Ausgaben 285,23 M., so daß ein Bestand von 213,36 M. gesucht. Von diesen Personen wurden 57 dem Krankenhause im tönnten, seien aber nicht dargethan. Daß die Versammlung eine socialFriedrichshain, 48 dem Krankenhause Moabit, 31 der Charité, 6 der demokratische Tendenz hatte, biete teinen begründeten Anlaß, die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten", 82 der Geschlechtskranken- Polizeistunde zu kürzen. Wenn sich der Amtsvorsteher auf die Station und 542 der Polizei überwiesen. geringe Anzahl von Exekutivbeamten berufe, so sei dem entgegen zu halten, daß es Sache der Polizei sei, die erforderlichen Beamten heranzuschaffen. Der Orgelvortrag des Musikdirektors Otto Dienel in der Marien firche am Mittwoch, den 20. Februar, mittags 12 Uhr, bietet Orgel positionen von Bach, Rheinberger und Dienel, Streichquartette von Haydn und Beethoven, und mehrere Arien, die ausgeführt werden von Fel. Asta Cafpari, Frau Alma Bankenin- Aderhold, Fräulein Marie Hundeshagen und den Herren Konzertmeister Herm. Gerlach, Hans Strey, W. Schneider, Fr. Grosse, Ad. Bolte und Mufdirektor Dienet. Der Eintritt ist frei. 0 Nur der Konzessionsinhaber( Herzberg) hätte flagen Die Klage der Brauerei wurde als unzulässig verworfen. fönnen. Den verehrlichen Mitgliedern des Kreisausschusses wäre zu Ringkämpfe im Cirkus Schumann. Wiederum mußten zwei Ring: lungen zu besuchen und das davon empfangene Bild mit dem in empfehlen, gelegentlich einmal einige socialdemokratische Verfammdem Urteil entworfenen zu vergleichen. fämpfe infolge der vorgeschrittenen Zeit unentschieden bleiben. Weder Bervet( Belgien) fonnte Sabes II( Bordeaux), noch Pietro II( Algier), Boiré( Südfrankreich) innerhalb der vorgeschriebenen 15 Minuten werfen. Der Franzose Pique Blaut fonnte feinen Gegner in 8 Minuten besiegen. Pique Blant ist ein Koloß, dem schwerlich ein Ringer widerstehen. tann. fiegen. Der am Sonnabend nicht zur Entscheidung gelangte Ringtampf zwischen Pietro II( Algier) und Poiré( Südfrankreich) wurde auf Beschluß des Schiedsrichter- Kollegiums Sonntagvormittag fortgesetzt und endete mit einem Siege des fleinen Pietro II in 22 Minuten. In den am Abend stattgefundenen Stämpfen gelang es Pietro la Belge über Wronken( Holland) in 11 Minuten und Jeuriffon( Belgien) über Sabes II( Bordeaux) in 1/2 Minute und Pique Blant über Röpel( Danzig) in 9 Minuten zu Feuerbericht. In der Nacht zum Montag tam Grunewaldstraße 98 ein größerer Laden- und Wohnungsbrand zum Ausbruch. Das Feuer entstand in Abwesenheit des Geschäftsinhabers in seinem Cigarrenladen und verursachte hier wie auch im angrenzenden Wohnzimmer erheblichen Schaden. Zu gleicher Zeit brannte Stegligerzimmer erheblichen Schaden. Zu gleicher Zeit brannte Stegligerstraße 67 ein Hühnerstall. Ein Alarm nach dem Stettiner Güterbahnhof betraf einen Breßkohlenbrand. Schaldecke und Balkenlage hatten Surstr. 11, Elisabethufer 1 und Baußenerstr. 3 Feuer gefangen. Außerdem wurde die Wehr infolge kleiner Wohnungsbrände nach Schwarzkopffstr. 7, Charitéftr. 9, Perlebergerstr. 52 und Vorsig straße 7 gerufen. In allen diesen Fällen konnte die Gefahr leicht beseitigt werden. Aus den Nachbarorten. verblieb. 4 V " ent Deutscher Senefelder Bund. Heute abend im Restaurant Miegel, Stralauerstraße 57: Mitglieder- Versammlung und Vorstandssitung. Verein selbständiger Fensterputer. Dienstag 8 Uhr: Oeffentliche Bersammlung fämtlicher selbständiger Fensterpuzer bei Liebherr, Wallftraße 31/32. Vermischtes. Eine große Gefahr bedroht das Traversthal im Neuenburger die tief in den Berg eindringen. Seit einigen Tagen zeigten fich Jura. Bei Noiraigue bestehen große Cement- und Kalksteinbrüche, Nisse im Felsen, und es wurde ein donnerartiges Geräusch vernommen. Die Geologen glauben, daß der ganze Berg, über eine Der Anarchist Albrecht hatte sich am Sonnabend neuer Million Rubikmeter, in Bewegung ist und beim Beginn des Taudings wegen Vergehens gegen die§§ 130. 11, 73 des Str.-G.-B. zu wetters abstürzt. Gefährdet sind die Straße und die Eisenbahn verantworten. Der Angeklagte bestritt, die beleidigende Notiz im nebst einigen Ortschaften; auch befürchtet man, daß der Fluß neuen Leben“ vor dem Erscheinen der inkriminierten Nummer ge- Avreuse gestaut wird.- Menschliche Straft vermag nichts zur Verlefen zu haben. Der thatsächliche Redacteur wäre ſein Gesinnungs- hinderung der Katastrophe zu thun. Die Behörden fönnen einzig genosse Hornete gewesen. Dieser als Zeuge vernommen, lehnte jede dafür sorgen, die gefährdeten Menschen rechtzeitig in Sicherheit zu persönliche Verantwortung ab. Aus den Zeugenaussagen der verbringen. nommenen Anarchisten Dempwolf und Pawlowitsch ging denn auch 65 Berglente verschüttet. Aus Victoria( Britisch- Columbia) thatsächlich hervor, daß Horneke allein für die inkriminierte Notiz meldet ein Telegramm: 27 Weiße, 29 Chinesen und 9 Japaner verantwortlich zu machen sei. Albrecht wurde auf Antrag des Staats- wurden in einer der Union Kohlenminen in Cumberland verschüttet, anwalt freigesprochen und dieser erklärte mun, sich eine Anklage gegen welche in Flammen steht. Alle Hoffnung, die Verunglückten zu retten, Hornete vorbehalten zu wollen. ist aufgegeben. Marktpreise von Berlin am 16. Februar 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Welgen, gut D.tr. 15,79 15,68 Startoffeln, neue, D- Ctr. *) Noggen, gut Gerste, gut Revision eingelegt. Die Verteidigung wird gutem Vernehmen nach Ein britischer Dampfer ist in der Trinity- Bai am 3. 6. M. gestrandet; In dem Meineidsprozeß gegen Lewy hat die Verteidigung Schiffsunglück. Aus St. Johns( Neufundland) wird berichtet: beantragen: die Sache zur nochmaligen Verhandlung an ein be- 24 Personen, die an Bord waren, sind umgekommen. in dem der Antisemitismus nicht in so hohem Grade die öffentliche nachbartes Schwurgericht und zwar möglichst an ein solches zu verweisen, Meinung beherrscht wie in Stonis. Nach Schluß der Verhandlung am Sonnabend spielte sich, wie berichtet wird, noch eine erregte Scene vor dem Gerichtsgebäude ab. Der Lehrer Weichel überfiel den Zeugen Zimmer, den Korrespondenten der StaatsbürgerZeitung" und des Konizer Tageblattes", und verlegte ihm mit einem Stock einen Schlag über den Kopf. Weichel wurde zur Bolizeiwache gebracht, um ihn vor weiteren Thätlichkeiten abzuDer Magistrat von Charlottenburg tritt in den neuen Stadt- halten. Haushaltsetat mit einer Reihe von Anträgen zur Hebung des Schul- Schuh vor Schutzlenten! Oberschlesien hat zu diesem Kapitel wesens hervor. So will der Magistrat, daß an den höheren Lehr- in legter Zeit wieder Material beigetragen. Vor wenigen Tagen anstalten die Freistellen von 10 auf 15 Proz. erhöht werden, daß meldeten wir aus Beuthen in Oberschl. eine Verurteilung zweier und schon am 15. d. M. mußte sich ferner 840 M. bereit gestellt werden, um den Schülern und Schüle- prügelnder Amtssergeanten rinnen der ersten Klassen der Gemeindeschulen einen einmaligen bie Beuthener Straflammer wieder mit zwei Beamten befassen, die Besuch einer dramatischen Vorstellung zu ermöglichen, und daß weiter- Amtssergeanten sind und ihre Noheiten im Amte begingen. Der hin 1200 Mt. angesetzt werden zur Herrichtung einer Eisbahn für eine von ihnen, Anton Jany, ist wegen Vergehens im Amte" beGemeindeschüler. reits am 16. Oftober b. 3. mit Gefängnis bestraft worden. Am Der Bau einer Volksbadeauftalt in Schöneberg ist nun- 2. Mai v. J. hat er mit seinem Kollegen Louscher einen sistierten mehr definitiv in Aussicht genommen worden. Die Anstalt wird auf Arbeiter auf der Wache in der brutalsten Weise mißhandelt. Jany einem Teil des Wartburgplages errichtet, der außerdem mit Schmuck- wandert jezt auf insgesamt 1 Jahr 6 Monate ins Gefängnis, während anlagen versehen werden wird. Louscher mit 6 Wochen Gefängnis davonkam. Derlammlungen. Eier Karpfen mittel gering 15,62 " 15,54 15,50 " " 7,-15, 1,60 1,20 1,30 1, " 14,40 14,38 12 1,60 1,10 nittel gering 14,36 14,34 1,80 " " 14,32 14,30 " " 1,60 15,40 14,70 2,60 2, " " Erbsen Linsen " " 14,60 13,90 13,80 18,20 15,90 15,30 15,20 14,70 Zander 14,60 14,10 Hechte 7,- 6,66 Barsche 8,20 5,40 Schleie 40,- 25, Bleie 45,- 25, Krebse 70,- 30, 60 sína 5,20 3, 1 kg 2,20 1, 2,80 1,40 2,50 1,20 2,20 1, " 1,80 0,80 3,- 1,20 1,40 0,80 per Schock 12,-3, *) ab Bahn. mittel gering afer, gut mittel gering Nichistroh Hent Speifebohnen +) frei Wagen und ab Bahn. Aale Produktenmarkt vom 18. Februar. Der Getreibemarkt feste zu nominell behaupteten Kursen ein, das Geschäft aber bleibt andauernd sehr gering. Die heute von den östreichisch- ungrischen Blägen gemeldeten matteren Notierungen, sowie auch die behaupteten amerikanischen Kurse und die strengere Kälte blieben ganz ohne Einfluß. Die reichlichen, vom Inund Auslande vorliegenden Offerten konnten zu Abschlüssen kaum führen. Im weiteren Verlaufe übten die aus Liverpool eingetroffenen höheren Notierungen einen anregenden Einfluß aus, so daß bei einigem Geſchäft Witterungsübersicht vom 18. Februar 1901, morgens 8 Uhr. Wetter Stationen Wetter Lichtenberg. Der überaus glänzende Wahlfieg unsrer Parteigenossen in Lichtenberg bei der Neuwahl der Gemeindeverordneten am 13. b. M., in der es uns gelang, die gesamten acht Mandate Die Täschner nahmen in einer stark besuchten Versammlung. der dritten Wählerklasse mit überaus großer Stimmenniehrheit zu die am Sonntag im Gewerkschaftshause stattfand, den Bericht über gewinnen, scheint in Regierungskreisen arg verschnupft zu haben. die Verhandlungen vor dem Einigungsamt entgegen. Gegen die Weizen 0,50 W. anzog und Roggen sich gut behauptete. Safer lag fest bet Während der Minister des Innern, Herr v. Rheinbaben, der in den von der Kommission empfohlene Annahme der Einigungsbedingungen guter Nachfrage des Konsums. Rüböl gab infolge von Realisationen und letzten Tagen im preußischen Landtage das" Nichtbestätigungsrecht" machte sich eine scharfe Opposition geltend. Die Opponenten er- Angebots indischer Delsaaten bis 90 Pf. nach. der Regierung betreffend die Anstellung von Kommunalbeamten so klärten die Bewilligungen der Fabrikanten als zu gering und meinten, schneidig vertrat, im Sommer des vorigen Jahrs die Auflösung und durch einen Streit würde man mehr erreichen. Demgegenüber Renbildung der Gemeindevertretung von Lichtenberg angeordnet hatte, sprachen diejenigen, welche die Sache ihrer Kollegen beim Einigungsgelang es dem hier dominierenden Freifinn, die Wahlen der Gemeinde- amt vertreten hatten, sowie der Verbandsvorsitzende Sassenbach verordneten bis jetzt zu verschleppen. Nunmehr publiziert die Re- lebhaft für Annahme des Vergleichs, da derselbe immerhin, namentgierung durch den Kreislandrat Herrn v. Treschow eine Verordnung, lich wenn man die gegenwärtigen Verhältnisse im Beruf berücksichtige, daß der kollegiale Gemeindevorstand und die Gemeindedeamten einen Fortschritt bedeute. Schließlich wurde durch Zettelabstimmung bis zum Ablauf ihrer Wahlperiode bezw. Ihrer Anstellungszeit in der Vergleich mit 198 gegen 839 Stimmen an ihren Aemtern bleiben dürfen. genommen. Als Mitglieder der durch den Vergleich ins Leben Daß diese Verfügung der Regierung hier am Orte großes Aufgerufenen Fünfer- Kommission wurden Aßmann und weier Hamburg Berlin 769 NNO sehen erregt, ist begreiflich. Ebenso entsteht die Frage, wird es durch gewählt. Grantf./M. 768 NO diesen Bidzadturs möglich sein, die Socialdemokratie aus dem Ge 763 Eine öffentliche Sattlerversammlung beschäftigte sich am Winchen meindevorstand fernzuhalten? Immer wieder neue Sorgen der Sonnabend mit dem Streit der Treibriemen- Arbeiter bei der Firma Wien 766 NNW 1 Schnee-9 armen Regierung. Schwarz u. Co. Der Streit ist durch die Behandlung der heiteres, vielfach wolkiges Frostwetter mit leichten Schneefällen rbeiter und durch die Entlaffung eines Kollegen, der fälschlicher- getter, Brognose für Dienstag, den 19. Februar 1901. weise für den Verfasser einer im Vorwärts" erschienenen Notiz und schwachen nördlichen Winden. über die Firma gehalten wurde, entstanden. Nachdem die Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. R 2 Die Stationen Swinembe 769 OSO 1 bedeckt 770 NNO 2 bedeckt 2 bedeckt 4 Schnee 4 Schnee -5 Haparanda 770S -2Petersburg 774 Still -6Cort 7769 -7Aberdeen -9Baris 25lb. bed.- 16 bebedt-21 3 bebedt 771 WNW 25lb. bed. 7699 Briefkasten der Redaktion. 3 4 35lb.bed.<-2 Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 11hr abends statt. N. Weimar. Zu erfahren durch Diez, Stuttgart, Verlagsanstalt. Berlin. Bitte, freundlichst zu wiederholen. Adres sieren Sie wie vorher, Hirschberg, P. M. Nicht recht geraten. Aus der Thätigkeit des Herrn v. Oppen. Im Lokal der Differenzen schon einmal durch Verhandlung mit dem Chef gütlich Schultheißbrauerei zu Nieder- Schöneweide fand am 22. Januar 1900 beigelegt waren, fuchte die Firma, trotz der angeblich schlechten eine Versammlung für Männer und Frauen statt, in der ReichstagsAbgeordneter Fr. 3 ubeil über das Thema referierte: Welches Inter- Konjunktur, in auswärtigen Zeitungen 30 bis 35 Arbeiter. mußten fich durch ein Schriftstück effe hat die Arbeiterschaft an der Vertretung im Gemeinderat? Herr verpflichten, nicht dem Verband beizutreten und teine Amtsvorsteher v. Oppen hat nun für den Versammlungstag die auf Versammlungen zu besuchen. Aber auch sie haben sich 1 Uhr nachts festgesetzte Polizeistunde für jenes Lokal auf 10 Uhr mit den Ausständigen solidarisch erklärt. Die Firma hat es a b= abends zurückgesetzt. Der Defonom Herzberg und die Schultheißbrauerei gelehnt, über die Sache vor dem Ginigungsamt des Gewerbe- aber mit der Unteradresse: Sekretariat. Aftien Gesellschaft als Besizerin des Lofals flagten deshalb gegen gerichts zu verhandeln. Nach längerer Diskussion gelangte eine Rev. Oppen int Verwaltungs- Streitverfahren, indem sie bestritten, daß solution einstimmig zur Annahme, in der die Versammlung den der Amtsvorsteher berechtigt sei, die Polizeistunde beliebig zu ver Streifenden ihre volle Sympathie ausspricht und ihnen auch materielle türzen. v. Oppen erwiderte, die ortspolizeiliche Erlaubnis, das Lokal Unterstügung zusagt. ads no kat allgemein bis 1 Uhr nachts offen zu halten, sei nur eine Erweiterung der vom Oberpräsidenten auf 10 Uhr festgesezten Polizeistunde, die er, der Die Brauerei- Arbeiter Berlins verhandelten in einer start Amtsvorsteher, jederzeit widerrufen dürfe. Im übrigen habe er auch besuchten Versammlung, die am Sonntag im Gewerkschaftshause mit Ruheſtörungen rechnen müssen. Besonders wenn die Verfamm- tagte, nach einem einleitenden Referat Schülers über den Arbeitslung aufzulösen gewesen wäre, hätten solche leicht vorkommen können, nachweis der ringfreien Brauereien. Es wurde festgestellt, daß die und er könne dagegen mit den ihm nur zur Verfügung stehenden ringfreien Brauereien den Arbeitsnachweis, trog der früheren VereinDer Kreisausschuß zu barungen, nur zum Teil anerkennen und zumeist die notwendigen Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. bier Beamten nichts ausrichten. A. C. 8. Wenden Sie sich an den König- Wilhelm- Verein", Bureau im Königlichen Opernhaus. Zwet Wettende. Der Kaiser bezieht für seine Thätigkeit als solcher feinerlei Entschädigung, dagegen erhält er eine solche a Is König von Preußen. Die Civilliste des Königs von Preußen be trägt 15 719 296 M. jährlich. G. P. 20. Solche Stassen find: Kranken- und Begräbniskasse für Frauen und Mädchen( Borstand: Frau Luz, Wilhelmstr. 21) und„ Berliner stranken- Unterſtüßungs- und Begräbnisverein für Frauen und Mädchen" ( Borstand: W. Schlüter, Oranienſtr. 168). xxx. Bitte schreiben. Nur wichtigstes. Besten Gruß. Drud und Verlag von May Bading in Berlin.