Nr. 54. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts druz Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. • Die Insertions- Gebuye beträgt für die fechsgefpaltene Kolonet zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Berliner Wohnungsfrage. Der zur Vorberatung des Antrags Singer betreffend die Wohnungsnot niedergesetzte Ausschuß hat Montagabend seine Beratung nungsnot niedergesetzte Ausschuß hat Montagabend seine Beratung fortgesetzt. Zur Diskussion standen folgende Anträge: Singer- Heimann: 4 Die Stadtverordneten Versammlung ersucht den Magistrat um eine Vorlage, durch welche die Errichtung von Häusern mit gefunden und billigen fleinen Wohnungen auf städtischem Die Höhe Terrain schleunigst in die Wege geleitet wird. der Miete ist so zu bemessen, daß nur die Verzinsung und Amortisation des für die Herstellung der Gebäude aufgewendeten Kapitals, die aus der Instandhaltung der Häuser entstehenden Aufwendungen sowie die Verwaltungstosten in Anrechnung gebracht werden. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrags wird folgender Eventualantrag gestellt: fordert. Dienstag, den 5. März 1901. Expedition: SW. 19, Beuthy- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Stadtv. Singer erklärte, feinem Antrage zuzustimmen, der nicht die Resolution wurde gegen die Stimmen der Rechten an die Ausbeutung des Grund und Bodens durch hohe Mietspreise genommen. ausschließt. Nach Ansicht des Redners dürfen städtische Terrains und Recht lebhaft ging es beim Etat der Zölle und städtische Mittel nur gegeben werden, wenn die Sicherheit vor- Verbrauchssteuern her. Hier gab es wieder eine Art handen ist, daß die mit städtischer Hilfe hergestellten Wohnungen Probetournier für die kommenden großen Kämpfe beim neuen nicht zu höheren Preisen vermietet werden, als die landesübliche Bolltarif. Eugen Richter eröffnete die Diskussion mit Berzinsung des aufgewendeten Kapitals und der Instandhaltung er einem heftigen Angriff auf das Syndikat der Papier. fabrikanten, die unverschämte Preiserhöhungen besonders für Druckpapier durchgesezt haben. Er forderte die Aufhebung des Papierzolls, um dem Startell, das jetzt den inneren Markt fast unumschränkt beherrscht, durch die Konkurrenz des Auslands das Handwerk zu legen. Von einer Bollermäßigung wollten die Redner der Rechten Graf Ranig und v. Kardorff selbst in diesem flagranten Fall nichts wissen. Sie schoben alle Schuld auf das Syndikatswesen, natürlich nur auf die industriellen Ringbildungen. beschreiten. Außerdem empfahl der Redner den Weg des Erbbaurechts zu Von diesen Anschauungen ausgehend, und namentlich die Hergabe städtischer Mittel an Privatunternehmer verwerfend, beantragte Singer für den Fall der Ablehnung seiner Anträge- folgende Busäße zu dem Antrag Dr. Nathan: werden." " Die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magistrat, ihr eine Vorlage zu machen, durch welche Bestimmungen ge= troffen werden, nach denen städtische Terrains zur Errichtung von Häusern mit gesunden und billigen kleinen Wohnungen im Wege des Erbbaurechts( B. G. 2.§§ 1012-17) abgegeben und Der Stadtv. Kyllmann beantragte noch statt fleiner diese Häuser aus städtischen Mitteln beliehen werden. Die Höhe. der Mieten ist so zu bemessen, daß nur die Verzinsung und Wohnungen" zu setzen gesunde und billige Wohnungen", Amortisation des für die Herstellung der Gebäude aufgewendeten Stadtv. Wallach beantragte den Zusaß, daß die erforderKapitals, die aus der Instandhaltung der Häuser entstehenden lichen Mittel auf dem Wege der Anleihe zu beschaffen sind. Aufwendungen sowie die Verwaltungstoften in Anrechnung ge. Der Stadtv. Nathan acceptierte die beantragten Zusätze. bracht werden. Nach längerer Diskussion wurden die Anträge Singer- Heimann bei 13 Anwesenden gegen 4 Stimmen, die Anträge Haberland Nr. 1 gegen 3 Stimmen, Nr. 2 gegen 2 Stimmen, der Antrag Wallach gegen 5 Stimmen abgelehnt. Haberland: 1. Die Stadtverordneten- Versammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, in der Erkenntnis, daß durch die gemeinnügigen Baugenossenschaften die socialen Mißstände auf dem Gebiete des Wohnungswesens in awedmäßiger Weise bekämpft werden können, der Stadt Berlin gehörige Ländereien solchen Baugenossenschaften im Erbbaurechte oder in einer dem Erbbaurechte gleichkommenden Art, welche die Aufnahme von Hypotheken ermöglicht. zu überlassen, sofern der Stadtgemeinde die Gewähr geboten wird, daß die von den gemeinnügigen Baugenossenschaften errichteten Baulichkeiten in zwedentsprechender Weise der Wohnungsfürsorge für die ärmeren Klassen dienen. 2. Die Stadtverordneten- Bersammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, zur Anregung der Bauthätigkeit für Häuser mit fleinen Wohnungen erststellige Beleihungen bis zur Marimalhöhe von 2/3 des effektiven Werts auf neu zu errichtende Grundstücke, deren Bau in den Kalenderjahren 1901/1902 begonnen wird und welche dem Wohnungsbedürfnis für die ärmeren Boltsklassen in awedentsprechender Weise dienen, zu gewähren. Gemeinnügige Unternehmungen sind bei diesen Beleihungen zu bevorzugen. Die dazu erforderlichen Kapitalien find aus Anleihemitteln zu beschaffen. Die Stadt soll berechtigt sein, diejenigen Teile der von ihr bewilligten Hypotheken, welche pupillarisch sicher find, an die städtische Sparkasse oder an Stiftungen zu begeben. Die Höhe des auszugleichenden Kapitals ist derart zu bemessen, daß die der Stadt verbleibenden Hypotheken die Summe von 3 Millionen nicht übersteigen. Wallach: Ich beantrage, den Antrag Haberland 2 wie folgt zu fassen: 1. den Worten„ Hergabe von Grund und Boden" zuzufügen die Worte zu Eigentum oder in Erbbau pacht". 2. dem Antrag Nathan folgenden Zusatz zu geben: Um so wuchtiger wirkten deshalb die Angriffe, die GeDie Höhe der Mieten ist so zu bemessen, daß nur nosse Wurm, dem Eugen Richter sekundierte, gegen einen die Verzinsung und Amortisation des auf durchaus agrarischen Ring, gegen das 8uderkartell er gewendeten Kapitals, die aus der Instandhob. Die Berteuerung des Zuders für die heimischen Konhaltung 2c. 2c. entstehenden Aufwendungen, sowie sumenten, denen ein wichtiges Nahrungsmittel zu Gunsten einer die Verwaltungstoften in Anrechnung gebracht Hand voll Magnaten verteuert war, übersteigt alle Vorstellungen. Der geduldige Deutsche muß 20 Pf. für das Pfd. Zucker mehr bezahlen als der Engländer. An der Spize des Zuckerfartells stehen aber auch außerordentlich einflußreiche Leute. Der vielseitige Herr Bueck, der die Personifikation der Miquelschen Sammelpolitik ist, dient dem Raffinerie- Syndikat mit gleicher Treue als Geschäftsführer wie dem Centralverband der Industriellen. Neben ihm wirken bekannte konservative und ultramontane Politiker im Aufsichtsrat. Da braucht das Kartell nicht zu befürchten, daß ihm seine Ausbeutung der deutschen Konsumenten bald gelegt werde. Als Hauptwortführer der Rübenbarone trat wieder Herr Paasche in die Schranken. Neben ihm fochten als mindere Streiter der heisere Herr v. Staud y und der lungenkräftige Herr v. Wangenheim. In beliebter Manier thaten die Herren so, als sei ihre heißeste Sorge das Schicksal der Arbeiter der Zuckerindustrie. Burm diente ihnen mit einer fräftigen Erwiderung, die auf die elende Lage der Zuckerarbeiter hinwies. Die Amendements Singer zu dem Antrag Nathan wurden mit 10 gegen 3 Stimmen angenommen. Die Amendements Kyllmann und Wallach zu dem Antrag Nathan wurden gleichfalls angenommen und der danach gestaltete Antrag Dr. Nathan einstimmig angenommen. Der Beschluß des Ausschusses lautet folgendermaßen: Modalitäten „ Wir ersuchen den Magistrat, mit gemeinnützigen Baugenossenschaften und gemeinnügigen Attiengesellschaften für die Herstellung gesunder, fleiner Wohnungen in Verbindung zu treten und die festzusetzen, wie durch unterstützung seitens der Stadt( Hergabe vou Grund und Boden zu Eigentum oder Erbbaupacht, Hypothekenübernahme, ginsgarantien 2c.), Kleine Wohnungen seitens jener Genossenschaften und Gesellschaften in erheblicher Anzahl hergestellt werden können. Die Höhe der eine große Debatte mit dem Grafen Bülow. Mieten ist so zu bemessen, daß nur die Berzinsung und Amortisation des aufgewendeten Kapitals, die aus der Instandhaltung 2c. entstehenden Aufwendungen sowie die Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht werden. Den Schluß des Tags bildete eine Unterhaltung zwischen den Abgg. Röficke- Dessau, Speck( C.), Beckh( frs. Vp.) über die Vorzüge des nord- und süddeutschen Bieres und die Verwendung von Surrogaten beim Bierbrauen. Dienstag steht an erster Stelle der Etat des Auswärtigen Amts auf der Tagesordnung. Die Alldeutschen rüsten sich auf Die erforderlichen Mittel find auf dem Wege einer Anleihe zu beschaffen, und sieht die Versammlung einer Vorlage des Magistrats entgegen." Die Beratung der noch restierenden Anträge Singer- Seimann ( Wenderung der Grundsteuer, Wohnungsamt und Wohnungsinspektoren) sowie der Antrag Haberland( Bau von Wohnungen für städtische Arbeiter) wurden wegen vorgerückter Zeit vertagt und der Stadtv. Dr. Nathan zum Berichterstatter über die bisherigen Beschlüsse des Ausschusses ernannt. Die Stadtverordneten- Versammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, auf neu zu errichtende Häuser, welche größtenteils Nun haben Stadtverordneten- Versammlung und Magistrat das Heine, gefunde Wohnungen enthalten und deren Bau in den Wort. Hoffentlich verflüchtigt sich das Bestreben, die Arbeiter Kalenderjahren 1901/1903 begonnen wird. Beleihungen bis zur wohnungen einigermaßen vor privatkapitalistischer Ausbeutung zu Maximalhöhe von 2/3 des effektiven Wertes an gemeinnügige bewahren, nicht wieder in den verschwiegenen Räumen der Fraktionen Unternehmungen zu gewähren. oder des Magistrats. Die dazu erforderlichen Kapitalien sind aus einem Fonds zu beschaffen, welcher unter dem Titel Wohnungsanleihe von der Stadt in Höhe von 10 Millionen aufgenommen wird und einem besonders zu bildenden Wohnungs- Kuratorium untersteht. Dr. Nathan: Die Stadtverordneten- Versammlung beschließt: Wir ersuchen den Magistrat, mit gemeinnüßigen Baugenossenschaften und gemeinnügigen Attien- Gesellschaften für die Her stellung fleiner Wohnungen in Berbindung zu treten, die Modalitäten festzusetzen, wie durch Unterstützung seitens der Stadt ( Hergabe von Grund und Boden, Hypothetenübernahme, Bins garantie 2c.) Kleine Wohnungen zu mäßiger Miete seitens jener Genossenschaften und Gesellschaften in erheblicher Anzahl hergestellt werden können, und die Versammlung erwartet alsdann eine dem entsprechende Vorlage seitens des Magistrats. Politische Nebericht. Berlin, den 4. März. Die Beratung des Kultusetats. Die Beratung des Stultusetats, die am Montag im Abgeordnetenhaus fortgesetzt wurde, hat eine eigentümliche Wendung angenommen. Die Klagen des Centrums find durch die Rede des Ministers Studt vom Sonnabend, wenn auch nicht verstummt, so doch bedeutend gemildert worden, während die Nationalliberalen über das scheinbar zu weite Entgegenkommen des Ministers aus dem Häuschen geraten sind und wie sich der Abg. v. Eynern drastisch ausdrückte, bereits fürchten, daß sie alle wieder katholisch werden müßten. seine Vorgänger geäußert, er hat die übertriebenen Forderungen Thatsächlich aber hat der Minister sich keineswegs anders als des Centrums auf firchenpolitischem Gebiet entschieden zurüdgewiesen. Natürlich in höflicher Form, denn gegen eine Partei, die sich als die treueſte Stüße der Regierung in allen kulturfeindlichen Bestrebungen gezeigt hat, darf doch ein Minister nicht grob werden. Anstatt der programmatischen Kulturkampf Baukereien zwischen den katholischen und den protestantischen Heißspornen gab es zur Abwechselung wieder mal eine Polenbebatte, in der sich auch das Centrum gegen die extrem- nationalpolnische Agitation erklärte. Die Herren sind dadurch verärgert, daß die Polen ihnen in Oberschlesien einige Mandate entrissen Der Reichstag haben und predigen nun aus Rache dafür den Kampf gegen erledigte am Montag ein recht umfangreiches Tagespenfum. bie radikalen Elemente unter den Polen, die die Bevölkerung Zunächst wurde die Einführung der letter boxes, der Ab- nur verheßen. Abg. Bachem rief den Polen zu, sie sollten holungsfächer, einstimmig beschlossen. Da für das Abholen dafür sorgen, daß die patriotischen Teile der polnischen Beder Briefe bisher keine Gebühr von der Boft erhoben werden völkerung die Bewegung in die Hände bekommen. Das durfte, jetzt aber eine Art Miete für ein dem Empfänger einzige, was das Centrum an der Polenpolitik der Regierung unmittelbar zugängliches, verschließbares Abholungsfach ein- auszusehen hat, ist der Sprachenerlaß. Es sei besser, so geführt werden soll, trat die Reform in Gestalt einer Novelle meinte der Abg. Glowatti( 6.), daß die Kinder in polnizum Posttargefeß auf. Eine Debatte entspann sich hier nur scher Sprache unterrichtet werden, als daß sie gar nichts über den Vorschlag des freifinnigen Abgeordneten Dr. Müller- lernen und dann der Socialdemokratie und dem Anarchismus Sagan, 20 M. als Höchstgrenze für diese Miete im Gesetz fest- verfallen. Es lohnt nicht, auf die Summe von Unkenntnissen, zulegen. die in diesen wenigen Worten des tapferen Gottesstreiters Der Antrag fiel gegen die Stimmen der Linken. Die liegt, näher einzugehen. Der Minister will übrigens trok übrigen Parteien haben das übliche Vertrauen zur Poftver- der großen Gefahr, die darin liegt, die Sprachenverordnung waltung, daß sie auch ohne diese Grenze ihre Kunden nicht nicht rückgängig machen. überteuern wird. Wichtiger als die Polendebatte ist die Forderung des Der Rest des Militäretats wurde ohne wesentliche Abg. Frhrn. v. 3edlitz( ft.), durch die Lostrennung der Beim Etat des Reichs- Militär- Medizinalabteilung und durch Decentralisation des SchulDebatte erledigt. gerichts beantragte das Centrum die Aufnahme einer wesens eine Entlastung des Kultusministeriums herbeizuführen. 1496 Statistit der Begnadigungen in Militärstrafsachen, offenbar in Ebenso verdient die Anregung des Abg. Kopsch( frs. Vp.) In der sehr lebhaften Debatte begründeten die Antragsteller Erinnerung an die letzte Duelldebatte. Einen ähnlichen Antrag auf Gleichlegung der Ferien an den verschiedenen Anstalten thre Anträge. Die Anträge Singer Heimann fanden außer bei den will es auch beim Justiz- Etat für die Begnadigung in bürger- und Erlaß eines Gesetzes über die Schulpflicht große Beachtung, Antragstellern nur noch bei den Stadtvv. Rosenow und Dr. Nathan lichen Strafsachen einbringen. Der Kriegsminister sah Es ist nämlich nach den jetzigen Bestimmungen zweifelhaft, ob Bustimmung. Die Stadtvv. Kyllmann, Wallach, Raft, Haberland in der Resolution einen Eingriff in das Begnadigungsrecht die Schulpflicht am Tage der Vollendung des 14. Lebensjahrs und Mommsen sprachen gegen die Anträge, weil die Stadt nicht selbst des Landesherrn und äußerte sich dem Abgeordneten Gröber oder erst an dem darauf folgenden Ostern- bezw. Michaelisbauen und Wohnungen vermieten dürfe. Allseitig wurde anerkamit, gegenüber fast ebenso ungnädig, wie jüngst zu dem armen Termin erloschen ist. Der Regierungsvertreter gab eine ausdaß gegenüber der Wohnungsnot Mittel zur Abhilfe angewendet Nenommierhandwerker der Konservativen, dem Abgeordneten weichende Antwort. werden müssen. Jacobstötter. Seine Bedenken halfen ihm aber nichts, Am Dienstag wird die Beratung fortgesetzt. In der Diskussion machte der Oberbürgermeister die Mitteilung, daß am 1. Januar 1901 leerstehende Wohnungen ohne Gewerberäume vorhanden waren 1737 gegen 8230 am 1. Jan. 1900 und 8446 am 1. Januar 1899. Die Zahl der zur Zeit leerstehenden Wohnräume beträgt also nur 2 pro Mille. Im einzelnen verteilen sich die Räume auf: Wohnungen mit 1 heizbaren Zimmer 1901 · 2 " " Zimmern 524 276 • • 8 169 1900 1899 1202 4363 562 1408 B30 727 " " 4 u. mehr beizb. 8immern 768 1136 0 81 Deutsches Reich. Die wirtschaftliche Lage im Ruhrrevier. Man schreibt uns aus Essen: zu versammlung teilnahmen, # an um und der Deutschen Bank sich jetzt für eine Getreidezoll Erhöhung erwärmt, während er im die Undankbarkeit" der Socialdemokraten, die die Angelegenheit Mannheimer Bürgerausschuß, als es galt, das Octroi abzuschaffen, vom richtigen Standpunkte aus beurteilen, als eine dito Niedertracht erklärte, er fönne es im Gegensatz zu seinen Parteigenossen nicht bezeichnet. Wollte man die Wohnungsfrage bei uns ernsthaft in mit seiner Ueberzeugung vereinen, gegen die Abschaffung zu stimmen, Angriff nehmen, dann bedeuten diese 350 000 M. nicht mehr als eint eine derartige Abgabe Tropfen auf einen heißen Stein. Die Socialdemokraten im LandDie riidjäufige Bewegung auf dem Wirtschaftsmartt ist noch teil feiner Meinung nach nicht zum Stillstand gekommen, es geht im Gegenteil immer weiter in letter Linie auf die Konsumenten abgewalt tage stimmten natürlich für die Vorlage in der bestimmter Sorauss Den vielen Nationalliberalen, die der Protest sicht, daß die Regierung sich bald genötigt sehen wird, weitere Mittel bergab. Es giebt im Industriegebiet faum noch eine Grube oder Hütte, würde. twar diese Reminiscenz freilich zu diesem Zwede flüssig zu machen. die nicht in umfangreicher Weise mit Feierschichten, Entlassungen- und Lohnreduktionen operiert. Lohnabzüge bis zu 25 Proz. find an der Tages nicht angenehm. Herrn Abg. Bassermann und seinem hiesigen Für die Pfandbriefgläubiger der Grundschuldbank ordnung. Besonders ist es die Eiſenindustrie, welche von dem Rückgang be- Moniteur, dem General- Anzeiger", der bei der unbestimmbaren troffen wird. Am Dienstag vorigerWoche wurden in Mühlheim a.. wegen Haltung der Nationalliberalen einen merkwürdigen Eiertanz zwischen Abnahmeverzuges 125 000 Kilogramm Eisen, Halbfabrikate, versteigert. Liebe und Haß gegen die Brotwucherpolitit aufzuführen genötigt ist, ist es jest so wird uns geschrieben Zeit, ihre Ansprüche den Aus eignem Intereffe haben eine ganze Anzahl Eisenwerte und Groß- dürfte sie aber noch unangenehmer sein, zumal die Protest- Versamm Spekulationen der Finanzgruppen, die sich den Teufel händler große Posten Aufträge, für welche die Auftraggeber keine lung von einem hervorragenden Anhänger feiner Partei, Mit- um die Interessen der Inhaber der Grundschuld- Obligationen Dedung hatten, gelöscht. Aber das hat den Preissturz auf dem Eisen- gliede der Ersten badischen Kammer, Geheimen Kommerzien fümmern, zu entreißen. Alle fleinen Blätter in der Provinz markt nicht aufhalten können. Die durch deckungslose Orders, die bei rat Diffené, geleitet wurde, dessen Name als Vorsitzender sollten in diesem Augenblick darauf aufmerksam machen, daß die den Werken gewaltige buchmäßige Aufträge darstellten, die dann der Mannheimer Ortsgruppe an erster Stelle unter den Einberufern Liquidatoren der Grundschuldbank den Konkurs der Bank anmelden, die Interessen der Pfandbriefgläubiger wahrsondern unt durch Mehrheitsbeschluß einen wieder antreibend auf die Preise einwirkten, künstlich ge- der Protest- Versammlung zu lesen stand. Der Abgeordnete Ernst nicht weckte Meinung, man habe in Bälde mit einer Roheisen Bassermann von Jena wird peinlich berührt werden, wenn er zunehmen, not" Heute find im Reichstag seine Volksfreundlichkeit mit den Worten des Stadt- 3wangsvergleich zu Ungumsten der Gläubiger durch rechnen, ist in Nichts zerfallen. 10 dem Finanzplan die Läger bereits mit Rohmaterialien gefüllt und das Aus- rate Ernst Bassermann von Mannheim geschlagen sehen wird. zusehen Gewerkschaft Deutscher Kaiser" in Brudhausen, hat in der ver: sich so in der Versammlung dokumentierte, trug den Erfolg des den Weg zu ebnen. Die im Zwangsvergleich zu erwerbenden gangenen Woche den dritten ihrer fünf Hohöfen ausgeblasen. Tags unsre Partei davon. Sie hatte auch schon am Morgen des Vermögensstücke und Forderungen der Grundschuldbank sollen einer Das fünftliche Gebäude von den glänzenden Verhältnissen in der Sonntags den Boden für den Protest durch Verbreitung des Flug Immobilienbant übertragen, d. h. der Ableger Grundschuldbank foll Gisenindustrie, schnell und gründlich brach es zuſammen. Aber nicht blatte Bas koſten die Junker?" in allen Teilen der St Eifenindustrie, schnell und gründlich brach es zusammen. Aber nicht blatts Bas fosten die Junker?" in allen Teilen der Stadt be- der zu reorganisierenden Preußischen Hypothekenbant in andrer Form wieder angeklebt werden. Der Konfurs, hat also nur ber nur die künstliche Steigerung der Nachfrage, die von den Händlern arbeitet. weit über das Bedürfnis hinausgehenden Orders, die sowohl in Nach kurzer Diskussion, an der der Vorsitzende des Mannheimer Zweck, sich der unbequemen Gläubigeransprüche in einem„ unantastder Produktion als auch in der Preisgestaltung eine ungefunde Gewerbevereins, der Handelskammersekretär von Ludwigshafen und baren" Verfahren zu entledigen. Spannung hervorriefen, führte zur jetzigen Depression, diese wurde ein Vertreter der Mühlenindustrie, alle in zustimmendem Sinne, noch gefördert durch eine planmäßig einseßende Baiffeipefulation. teilnahmen, fand eine Resolution einstimmige Annahme, die sich mit Scheinofferten, Alarmnachrichten an der Börse, tendenziöse Börsen Entschiedenheit gegen jede Erhöhung der Zölle erklärt. berichte, tein Mittel wurde verachtet, wenn es nur geeignet wár, Sen im Hintergrunde operierenden Industriehaien die kleinen Goldfischlein zuzutreiben. Jekt während der Krisis blüht der Weizen der Heute nachmittag fand in der städtischen Turnhalle eine von Könige auf dem Papiermarkte. Zur Zeit der Hochkonjunktur, als die über 700 Personen besuchte Protestversammlung gegen den Werte der Papiere auf dem Zenith standen, überließ man dieselben Brotwucher statt, in welcher Genosse Reichstags- Abg. v. Vollmar dem kleinen spekulierenden Publikum, dann setzte die Baisse ein, die das Referat übernommen hatte. Einstimmig wurde die Berliner Kurse santen und nun nahmen die Gewaltigen des Papiermarkts Proteftrefolution angenommen. den mit kolossalem Gewinn abgesetzten Papierbesig wieder für ein Butterbrot an sich. Mögen die Kleinen sehen, wo sie bleiben, die Expropriation geht weiter. blasen der Hohöfen beginnt. Eines der bedeutendsten Werfe, die Gegenüber der Zerriffenheit der nationalliberalen Bartei, die mib ihrer Verbündeten mit der Breußischen Hypotheken- Attienbant " Apolda, den 3. März. Bon einer vorzüglich verlaufenen socialistischen Versammlung gegen den Kornwucher wird uns ebenfalls aus Thorn( Westpr.) berichtet. Auch hier wurde einstimmig eine Protestresolution beschlossen. * mod ng g Panzerplatten Patriotismus. " Nun haben aber die Grundschuldgläubiger es in der Hand, nicht elva inzwiſchen zu ben niedrigen Sturſen die Mehrzahl der diesen Plan gründlich zu nichte zu machen, vorausgesetzt, daß Obligationen schon in der Hand der Deutschen Bank ist. Sit die Mehrheit der Gläubigerstimmen noch in Privathänden, fo fönnen diese Privaten jetzt einen Gläubigerausschuß nach ihrem Sinn zu stande bringen, und die Regreßansprüche gegen den Aufsichtsrat 2c. und die Hypothekenbank energisch verfolgen. Wir hoffen, daß sich nun auch die Behörden endlich zum Einschreiten gegen die Schädigung der fleinen Leute, aus denen die Grundschuldgläubiger bestanden, aufrassen. dr nodig ta Die gewerbliche Sonntagsruhe. Dem Bundesrats ist der Entwurf von Bestimmungen über Zum guten Teil tragen die Kohlenbarone Schuld mit an der völligen Asraubung der bei den kleinen Werken Engagierten, durch die Voraussetzungen und Bedingungen der Zulassung von Ausnahmen auf Grund des§ 105e Absatz 1 der Gewerbedie Hochhaltung der Kohlen- und Coatspreise trotz der ganz enorm Ordnung zugegangen. Der Entwurf beschränkt sich darauf, für die gefallenen Preise für Eisenfabrikate. Auch in dem Verhältnis der Kohlenfürsten gegenüber der Eisenindustrie tritt die Vernichtungs. Jm Bericht der Budgetkommission zum Marine- Etat werden die Zulassung von Ausnahmen diejenigen Grundsäze allgemein festzu tenbenz, die Aufsaugung der Kleinen durch die Großen, in Er- tollen Preistreibereien der Firmen Krupp und Stumm des näheren sezen, von denen die Landes- Centralbehörden beim Erlaß der auf fcheinung. Die größeren Eisenwerke, wie Krupp, Bochumer Verein geschildert. Es wird, wie die Freis. 3tg." dem Bericht entnimmt, die Durchführung der gewerblichen Sonntagsruhe bezüglichen AusBochum, Hörder Verein Hörde, Deutscher Kaiser Bruckhausen usw. mitgeteilt, daß jedes Linienschiff für 6 Millionen Mark, jeder große führungs- Anweisungen bereits übereinstimmend ausgegangen sind. haben eigne Gruben, aus denen sie ihren Kohlenvorrat fast voll 1. Die höheren Verwaltungsbehörden haben für die im§ 105e Preise zahlen. Jetzt, nachdem die Eisenpreise bereits auf einem tiefen Es wird dann hervorgehoben, daß es dem Marine- Amt der Abfag 1 der Gewerbe- Ordnung bezeichneten Gewerbe nur so ständig decken, die kleinen aber müssen dem Kohlensyndikat die hohen Kreuzer für 4 Millionen Mark Nidelstahl- Panzerplatten erfordert. Die allgemeinen Bestimmungen lauten: als nach den örtlichen Niveau angekommen find, werden sich die Kohlenmagnaten ihres mit- Bereinigten Staaten von Nordamerita gelungen ist, viel Sonntagsarbeit za gestatten, fühlenden Herzens bewußt. In der legten, am Freitag stattgefundenen ruppiche Panzerplatten zu einem Preise von 1920 M. Berhältnissen geboten erscheint. In der Regel wird ein Bedürfnis Zechenbefizer- Versammlung regte Generaldirektor Kirchdorf an, zu erlangen, während die deutsche Marine Verwaltung für Sonntagsarbeit nicht anzuerkennen sein, wenn und soweit sie nunmehr wieder der dazu überzugehen, den Bedarf an Eisenmaterial 2320 M. pro Tonne, oder ca. 400 M. mehr pro Tonne zahlen bisher nicht üblich war. durch Abschlüsse zu decken. Eine Anregung zu solchem Verfahren muß. Den niedrigeren Preis hat das amerikanische Marinewurde bereits vor einem Vierteljahr in einem Hauffe- Organ gegeben amt erst erzielt, als der Kongreß 4 Millionen Dollar ausgeworfen - aber in den Kreiſen der Zechengewaltigen reagierte man bisher hatte zur Herstellung einer Banzerplattenfabrik der Regierung. Die nicht darauf. Da die Preiſe jetzt den gewünschten Tiefstand erreicht amerikanischen Lieferungsofferten gingen von dortigen Geſellſchaften haben, lohnt sich das System der Abschlüsse ja auch besser. i Wenn durch das Kohlensyndikat, tros des Nachlassens der Nach aus, welche Krupp und Harvey für ihre Patente eine Gebühr von 3. Für den ersten Weihnachts, Ofter- und Pfingstfeiertag find frage und trotz der gedrüdten Lage der kleinen Eisenwerke, die Preise 35,5 Dollars die Tonnte zu zahlen haben. Der Bericht der Budgetfür Coats auf der erreichten außerordentlichen Höhe gehalten werden, tommission rechnet nun aus, daß jeder Jahresetat der deutschen Ausnahmen nicht oder nur in thunlichster Beschränkung zuzulassen. Sann spielt hier auch das Konzentrations- Bestreben mit. 4. Für Betriebe mit Tag- und Nachtarbeit kann die Zulassung Wie die Marine etwa 7500 Tonnen Nickelstahlpanzerplatten und bei einem Deutsche Bergwertszeitung" mitteilt, soll durch das Anhalten der Tonne 400 M. höheren Preis pro die Nachforde- einer beschränkten Arbeit an Sonn- und Festtagen davon abhängig etwa gemacht werden, daß während bestimmter Stunden an diesen Tagen Coatspreise der Fusionsgedanke zwischen reinen Eisen- und Coatsrung der Fabrikanten einen Nachteil von deutschen Fabrikanten werken Anstoß erhalten. 3 Millionen Mark jährlich für das Deutsche Reich oder einen der Betrieb ruht. Gesamtnachteil von 60 Millionen Mark für die Dauer der Bauzeit des Flottenprogramms enthält. Konzentration der Kapital- und Direktionsmacht über den Wirtschaftsmarkt in immer weniger Hände, das ist die treibende Tendenz. Der tollste Krach zeitigt die wildesten Orgien des Kapitalismus. M um Wörtlich heißt es alsdann in dem Kommissionsbericht:" Gegen über einer solchen unerhörten Preistreiberei der beiden deutschen Fabriken, welche sich dieses Monopol geschaffen hätten, wurde es für erforderlich gehalten, entweder die ausländische Konkurrenz zu den Lieferungen heranzuziehen oder die Errichtung eines Nidelstahlpanzerplattenwerts für Rechnung des Reiches anzustreben. Eine dahin gehende Resolution wurde mit 20 gegen 4 Stimmen angenommen." 2. Die Regelung der Ausnahmen für ein bestimmtes Gewerbe braucht nicht für den ganzen Verwaltungsbezirt einheitlich zu er folgen, sondern sie kann für den Fall, daß die Verhältnisse an den einzelnen Orten des Bezirks verschieden liegen, für einzelne Teile des Bezirks oder für einzelne Orte verschieden gestaltet werden. 5749 5. Für nicht ununterbrochen arbeitende Betriebe, denen Ausnahmen von den im§ 105 b Absatz 1 der Gewerbe- Ordnung getroffenen Bestimmungen bewilligt werden, ist die Ruhezeit gemäß § 105c Abfag 3 zu regeln, fofern deren Durchführung ohne erhebliche Beeinträchtigung möglich erscheint; andernfalls ist die Beschäftigung der Arbeiter an Sonn- und Festtagen von der Freigabe eines Nachmittags an einem Wochentag und der Gewährung der Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes mindestens an jedem dritten Sonntag abhängig zu machen. Die Folgen der wirtschaftlichen Depression machen sich nun auch fin Eisenbahnverkehr bemerkbar. Der Güterverkehr hat ganz bedeutend nachgelaffen. Während bis vor kurzem der reguläre Betrieb zur Bewältigung des Verkehrs nicht genügte und täglich eine Anzahl Extrazüge im Nah- und Fernverkehr in Betrieb gestellt werden 6. Arbeiter, welche in einem Betriebe der im§ 105 b Absatz 1 mußten ist jest, fast plöglich, ein vollständiger Umschwung eingetreten. Nicht nur, sämtliche Ertrazüge konnten ausfallen, nein, die der Gewerbe- Ordnung bezeichneten Art auf Grund der gemäß§ 105c Absatz 1 zugelassenen Ausnahmen mit Sonntagsarbeiten beschäftigt fahrplanmäßigen Güterzüge finden nicht einmal mehr volle Belastung. Den Bau der ostafrikanischen Bahn Dar- es- Salaam werden, dürfen wenn nicht Gefahr im Verzuge ist Die ganze Schwere der wirtschaftlichen Not trifft natürlich die Arbeiterschaft. Durch Betriebseinschränkung und Verschleude- Mrogro will die Regierung durch einen Garantievertrag mit während der ihnen ausbedungenen Ruhezeit weder zu Arbeiten, die rung nach dem Ausland werden hier die Preise für Kohlen und der Diskonto- und Deutschen Bank durchführen. Der Vertrag ist der in dem betreffenden Betrieb auf Grund des§ 105c Absatz 1 zuCoats auf schwindelnder Höhe gehalten. Die Preishöhe des Ur Budgetkommiffion zur Kenntnisnahme mitgeteilt worden. Das Grund- lässig sind, noch zu Arbeiten in dem etwa mit dem Betriebe verund fapital für die Bahn ist auf 24 Millionen Mart festgesezt, welche bundenen Handelsgewerbe herangezogen werden. Abweichungen produkts wirkt lähmend auf die übrige Produktion. preishaltend auf allen Gebieten, für den Arbeiter mit 3 pet. vom Reich verzinst und vermittelst jährlicher Zahlungen tönnen für bestimmte Gewerbe von der höheren Verwaltungsbehörde bei Feierschichten und niederdrückend auf( Bins und Amortisation) von 815 113 M. zu 120 durch Auslosung zugelassen werden. Lohnreduktionen Für Betriebe mit Wind oder unregelmäßiger Wasserkraft ist eine das Niveau der Lebenshaltung wirkt. Dabei schwillt getilgt werden sollen. Nach der Regierungsvorlage sollte die Bahn immer mehr 15 Millionen Mark fosten, welche, mit 3/2 Broz. zu verzinsen, Reihe besonderer Bestimmungen angefügt. die Armee der Arbeitslosen an. In Dortmund fand am Freitag eine Bersammlung der Arbeits- 525 000 m. beanspruchen würden. Der von den Banken zu gründen: Iojen statt. Der Andrang zum Lotal war so start, daß schon vor den Gesellschaft sollen also jährlich 290 000 m. mehr in den Beginn der Versammlung der überfüllte Saal polizeilich abgesperrt Schoß geworfen werden. was aber wurde. In Essen versuchte fürzlich der Oberbürgermeister Der hessische Autisemitenhäuptling Köhler hat Diäten die Zahl der in der Stadt Beschäftigungslosen als vers fehr nötig. Er hat in der Zweiten Hessischen Kammer einen Antrag hältnismäßig gering erscheinen zu lassen ob eingebracht dahingehend, gewissermaßen als Repreffalie gegen die wohl man sehr vorsichtig bei der Auswahl der würdig Diätenverweigerung für die Reichstags- Abgeordneten, das Gehalt Befundenen verfährt, sind doch schon über 400 Personen, die sich des hessischen Gesandten in Berlin sowie die DiätenNotstandsarbeiten beschäftigt. Aus Duisburg, Mülheim, Oberhausen, zu streichen, bezw. herabzumindern. arbeitslos und unterstügungsberechtigt meldeten, bei bezüge und Transportbezüge des; hessischen Bundesbevollmächtigten Ruhrort usw. wird ebenfalls über erschreckende Zunahme der Arbeitslofen berichtet. In tausenden Familien ist bereits direkte Not vorhanden und dabei drohen noch die Brodwucherpläne der Junter. Eine Kaiserrede. nd debit Die Ausland. thalin Der oftafiatische Konflikt. Nach einer Meldung der„ Times" aus Peking verschärft sich der Konflift wegen des russisch- chinefischen Sonderabfommens. Angeblich sollen alle in China beteiligten Mächte außer Frankreich Vorstellungen gegen Verhandlungen Chinas mit einer einzelnen Macht aller Grund, anzunehmen, daß China das Abkommen mit Rußland erhoben haben. Gleichwohl bestehe, so sagt die Meldung weiter, unverkürzt unterzeichnen wird, da ihm Rußland das Aus Meiningen, 1. März.( Eig. Ber.) Zwei Sigungen des felbe in aller Form als unwiderruflich bezeichnet habe. Li- HungLandtags genügten vollauf, um dem Lande eine neue Gefinde: Tschang habe keiner Macht den Wortlaut der Uebereinkunft mitOrdnung zu geben; war die Majorität doch entschloffen, auf alle geteilt; auch sei teine Macht in der Lage gewesen, China irgendFälle den Regierungsentwurf so schnell als möglich durchzubringen. welchen materiellen Beistand zu versprechen, wenn es die Unterschrift So mühten sich denn unsre Genossen vergeblich, um wenigstens für verweigere. Indessen hat Japan China angezeigt, wenn Aus Wilhelmshaven wird telegraphiert: „ Nach dem Frühstück im Marine- Sajino nahm Se. Majestät das Gefinde" noch etwas herauszuschlagen. Der bei Eintritt in die Rußland irgendwelche Gebietsvorteile oder Handelsder Kaiser auf dem Torpedobootplat die Parade über die 800 Generaldebatte gestellte principielle Antrag der socialdemokratischen vorteile gewährt werden, so werde es gleichwertige Mann starken Stammcompagnien des 3. Geebataillons ab, welche Fration, die Regierung möge einen Gefeßentwurf vorlegen, nach Vorteile beanspruchen. welchem die Dienstboten der Gewerbe- Ordnung unterstehen", fand Diesen Protest der andren Mächte tritt Rußland in bewährter am 7. d. M. mit dem Dampfer Andalusia" die Reise nach Tsing natürlich ebenso prompte Ablehnung durch die Majorität. Diplomatie entgegen. Es erklärt einfach: Unfre Absichten sind ent tau antreten werden. Se. Majestät hielt an die Truppen eine Am Donnerstag nun stand wiederum eine" bedeutende" Vor- stellt worden, wir denken gar nicht daran, Sondervorteile in NordAnsprache, erinnerte fie an die Waffenthaten der lage auf der Tagesordnung, nämlich die Bewilligung zur china zu erstreben. Die„ Russische Telegraphen- Agentur" meldet: Kameraden in China, ermahnte sie zur Nachahmung, Bereitstellung von 350 000 m. behufs Hergabe von Darlehen Bau gesunder Wohnund sprach die Hoffnung aus, daß sie als deutsche Soldaten opfer zu billigstem Binsfußzum mutig ihre Pflicht thun würden, wie es die deutschen Truppen in und Arbeitsräume für Minderbemittelte. bürgerliche Presse hatte bereits bei Ankündigung der VorOstasien gethan hätten." lage auf das" Großartige" der Idee hingewiesen und zugleich 156 dabei Bezug genommen auf die Undankbarkeit der Socialdemokraten Mannheim, 3. März. im Landtage, welche trotzdem verlangt hätten, daß die Hofverwaltung Hier fand am Sonntag eine imposante Kundgebung gegen für einen größeren Wildabschuß in den Waldungen des Unterlandes die agrarische Reichspolitik statt, die Gelegenheit bot zu Sorge tragen möge. Dort ruiniert das Wild nämlich ganze Flächen zeigen, daß gegenüber dem gemeinsamen Feinde, dem Junfertum jungen Waldes. Die Regierung hat allerdings beantragt, 100 000 mit seiner Gefolgschaft aus andren Parteien, aller Hader der übrigen von den verlangten 350 000 M. der Domänenkasse zu entnehmen, ruht. Die Ortsgruppe Mannheim des Handelsd. h. es zahlt somit die Hofkasse zu den 100 000 M. auch die Hälfte, vertragsvereins hatte die Anregung zu einer Bersammlung da 50 Prozent aller Domäneneinnahmen in die Hofkaffe fließen. gegeben, in der sich Angehörige der verschiedensten Parteien und Berufe Ist das nun aber für die Hoffaffe wirklich ein so großes Opfer? Zugleich führt Rußland. feine Schüßerrolle gegenüber China fort, zusammenfanden, um gegen die Politit der Agrarier einmütig Protest Steineswegs! Die Hoflasie hat nämlich allein aus den Waldungen zu erheben. Gegen 3000 Perfonen hatten sich aus Mannheim und eine jährliche mehreinnahme von 350 000 m. gegenüber indem es Li- Hung- Tichang Mitteilung hat zukommen lassen, daß es feiner Umgebung eingestellt. Die Handelstammer der Schwesterstadt vor 10 Jahren. Und dabei wird heute nicht etwa mehr, sondern sich an dem Verlangen andrer Mächte nach Hinrichtung von Mannheims, Ludwigshafen, hatte 35 Delegierte zur Ver- fogar bedeutend weniger Holz geschlagen! Die Mehreinnahme reful- Brovinzbeamten nicht beteiligen werde. jammlung entsandt. Als Referenten traten auf der Sekretär der tiert lediglich aus der foloffalen Steigerung der Holzpreise. Und wer Mannheimer Handelskammer, je ein Anhänger der freisinnigen und tauft einen großen Teil des teuersten Holzes, d. h. das sogen. SchnittKunst- und Socialdemokratie. Zürich, 1. März.( Eig. Ber.) demokratischen Partei und von der unsrigen Genosse Dreesbach. holz? Niemand anders als die ärmsten im Volte, die armen Schnitzer Das taiserliche Wort vom Brot wucher erfuhr so eine vielseitige des Meininger Ober- und Unterlands, die nachgewiesenermaßen felten In unsrer Stadt findet nächsten Sonntag eine Bolts abstimmung Beleuchtung. ein Einkommen von über 600 m. haben! Und da wird nun die statt, die von den Socialdemokraten veranlaßt wurde. Es handelt Genosse Dreesbach erinnerte in seinen Ausführungen u. a. an Zurückgabe von 50 000 M. zum Besten dieser ärmsten, oft in wahren sich dabei darum, ob die Stadt dem einer Aktien- Gesellschaft ge= Aeußerungen des Reichstags- Abgeordneten Bassermann, der Spelunken hausenden Menschen als eine Großthat ersten Rangs und hörigen Theater eine einmalige Subvention von 50000 Fr. geben Kornwucher.Proteste. Wir erfahren aus vollkommen glaubwürdiger Quelle, daß der Text einer russisch- chinesischen Konvention bezüglich der Mand schurei durch die auswärtige Presse absichtlich verstümmel worden ist, um Mißtrauen gegen Rußland zu erwecken. Namentlich fällt in die Augen durch seine Unvereinbarkeit der im Auszuge citierte Artikel betreffend Niutschwang. Wenn Rußland mit China einen Specialvertrag abschließen wollte, so fönnte dies nur den einzigen 3wed haben, den Wunsch zu verwirklichen, die Mandschurei an China zurückzuerstatten und die Bedingungen festzustellen, unter welchen die Räumung dieser Provinz ermöglicht werden fönnte." Es ist ein reizvolles Gegenstüd zur deutschen Lärmpolitik, wie Rußland Provinzen erobert, indem es die Bedingungen ihrer Räumung festsegt. Schweiz. oder verweigern soll. Unfre Genossen bekämpfen dieselbe und fordern| gewesen. Das sollte eine so schwere Beleidigung des Herrn sein, die Stimmberechtigten zur Verwerfung auf, aber selbstverständlich daß der Staatsanwalt sie nur durch eine Freiheitsstrafe für genügend nicht aus irgend welcher Feindschaft gegen die Kunst als solche, sondern gefühnt halten wollte. aus audren Gründen. Da ist zunächst die in der Verwaltung des Theaters Wegen Verteilung von Flugblättern ohne polizeiliche praktizierte Tendenz des Bildungs- Prozentums und der Ausschließlich Genehmigung wurden 5 Genossen in Unna zu je 15 M. Polizeiteit, welche das Theater sozusagen nur für die oberen Zehntausend strafe verurteilt. Die Bestrafung erfolgte auf Grund des§ 10 des reservieren wollen, indem derart hohe Eintrittspreise erhoben werden, preußischen Preßgeseges vom 12. Mai 1851, das insoweit noch zu daß die große Masse der Arbeiter davon absehen muß, das Theater Recht besteht. Die Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieser Borzu besuchen. Alle Anregungen und Versuche unsrer Genossen, das schriften ist jedoch, daß die Verteilung der Schriften auf öffentlichen Theater im besten Sinne des Worts zu einem Voltsbildungs- Institut Straßen oder an andren öffentlichen Orten erfolgte, denn nur zu machen, find bisher an der ablehnenden Vornehmheit der Ver- insoweit schreibt das preußische Gesez vor, daß eine Genehmigung waltung gescheitert. Jezt auf die Voltsabstimmung hin wird aller nötig sei. dings versichert, daß alle Wünsche des Volts erfüllt werden würden, allein sind die 50 000 Fr. bewilligt, fo macht die Verwaltung, was fie will und es bleibt bei der Ausschließlichkeit. " Frankreich. Die Lohnbewegung der Marmorarbeiter An die Barbiere und Friseurgehilfen in Charlottenburg! Am Mittwoch, den 6. März, findet in Charlottenburg, Gam brinus Brauerei, Wallstr. 94, abends 10 Uhr, eine öffentliche VerSammlung statt, welche den 3wed verfolgt, eine Lohnerhöhung für die Gehilfen herbeizuführen. Kollegen! Wir sind zu einer Lohnerhöhung voll und ganz berechtigt, weil zum 1. April 1901 in Charlottenburg die Preiserhöhung in Kraft tritt. Der Bericht der Lohnkommission wird in der Versammlung bekannt gegeben. Hoch der Verband. Die Lohnkommission. J. A.: Bruno Schober. Die Arbeitsvermittelung im Fleischergewerbe. Ganz eigen artige Verhältnisse herrschen in Bezug auf die Arbeitsnachweise im deutschen Fleischergewerbe. Die Vermittelung des Personals befindet Erstere beuten bekanntlich die arbeitslosen man Die Deutsches Reich. Achtung, Former! In der Dessauer Eisengießerei und Maschinenfabrik( vorm. Green) haben sämtliche Former wegen bedeutender Lohnreduktionen die Arbeit eingestellt. Zuzug ist ferns zuhalten. fich durchgehends in den Händen privater Stellenſchacherer oder in den tam am Montag vor dem Einigungsamt zur Verhandlung. Den Händen der Innungen. Gesellen nach allen Regeln der Kunst aus, während Die Enthüllungen Déroulèdes beschäftigen noch immer die Vorsitz führte Gewerbegerichts- Direktor von Schulz, als Beifizer die Innungen zwar auch Entschädigungen verlangen, aber Presse und sie haben auch bereits ein Duell zur Folge. Déroulède fungierten seitens der Arbeitgeber: Hutfabrikant Lucht und Fraiserei obendrein noch recht famose und terroristische Bestimmungen hat André Buffet, den Vertreter des Herzogs von Orleans, und Former Störsten. befizer Koch, seitens der Arbeitnehmer: Buchdrucker Massini haben. Genau wie die Großindustriellen wollen auch sie telegraphisch zum Duell gefordert, weil durch dessen Telegramm die Behauptungen Déroulèdes dementiert wurden und er sich dadurch hat der Verein der Marmorwaren- Fabrikanten im vorigen Jahre Bierteljahr erst außer Stellung sein soll, ehe er eingestellt wird. In Wie die Vertreter beider Parteien übereinstimmend ausführten, werden. Für Wandsbed besteht da die Klausel, daß ein Geselle ein die Arbeiter tüchtig aushungern lassen, damit sie gefügiger beleidigt fühlt. Der Temps" glaubt zu wissen, daß der Plan den von den Arbeitern aufgestellten Tarif anerkannt, der Tarif ist Déroulédes zu dem Putschversuch, der am Tage der Beiſegung aber im November von den Arbeitgebern gekündigt und deshalb Hamburg muß sich jeder arbeitslose Gefelle im Jnuungsbureau einFelix Faures stattfinden sollte, durch folgende Thatsache vereitelt feit dem 1. März abgelaufen. Die Arbeiter haben nun einen neuen Weister auch bei der Innung abgemeldet hat und dies dauert für fragen lassen. Eingetragen wird er jedoch erst dann, wenn ihn sein wurde: Die Polizeipräfektur erhielt die Nachricht, daß von 4000 erhöhten Tarif eingereicht, den die Fabrikanten nicht anerkennen. Stadtbriefen, die am Vorabende des Putschversuchs bei der Post aufgeliefert worden waren, eine große Anzahl unbestellbar blieb, da Mitschte als Vertreter der Arbeiter begründete die erhöhten Bersonen, die sich mißliebig gemacht haben, oft recht lange. die Adressaten ihre Wohnungen geändert hatten. Die Post öffnete Forderungen mit dem Hinweise auf die gesteigerten Kosten des Weißenfelser Meister stellen sogar die Gesellen erst dann ein, wenn ihnen der frühere Meister des Gesellen bescheinigt, daß selbiger gegen die Lebensunterhalts und der ganz besonders hohen Gesundheitsauf Grund ihres Rechts diese Briefe, aus denen hervorging, daß schädlichkeit des Berufs. Auf Grund statistischer Erhebungen sei Einstellung des Gesellen nichts einzuwenden hat. Geschieht dies Buntten der Stadt an dem Tage der Beisetzung einzufinden. Die nur 34 Jahre beträgt, die Mitglieder der Patriotenliga ersucht werden, sich an gewissen festgestellt, daß das Durchschnittsalter der Berliner Steinmegen nicht, dann wird der Betreffende auf ein Bierteljahr ausgesperrt. und daß die Steinarbeiter nächst daß die deutschen Fleischermeister sehr viel An diesen Beispielen sieht jedenfalls zur Genüge, Polizeipräfektur traf danach ihre Vorbereitungen und verhinderte von den InTabatarbeitern die höchste den Butschversuch. Ziffer der Sterblichkeit aufweisen. Diese ungünstigen Umstände würden mitverschuldet dustrierittern gelernt haben und ganz Bedeutendes in Terrorismus Eine Miniſterrede. In Sceaux hielt am Sonntag der durch die ungesunden Verhältnisse in den Werkstätten der Marmor- leisten. Das von den Meistern stets so hoch gepriesene gute EinMinister für öffentliche Arbeiten Baudin aus Anlaß des industrie. Dieselben feien infolge des Wassergebrauchs beim bernehmen zwischen Gesellen und Meistern scheint denn doch schon Jahrestags der Revolution von 1848 und der Proklama- Schleifen oft naß. dumpfig und zeigen Pilzbildungen an den Wänden. verschiedentlich ein Loch zu haben, denn sonst würde man wohl nicht tion der zweiten Republik eine Rede, in welcher er sagte, die kürzlich zur Besserung der hygienischen Verhältnisse in den Werkstellen zu solchen Maßregeln greifen. Hoffentlich ist die Organisation der erfolgten Enthüllungen hätten gezeigt, wie recht dieRegiernng hatte, als fie fönnte feitens der Fabrikanten wohl etwas gethan werden. Mit Rüd. Gesellen bald im stande, sich hiergegen zu wehren. die unverjährbaren Geseze in aller Strenge gegenüber den Teilnehmern ficht aber auf die Gesundheitsschädlichkeit, die die Arbeit der Stein an den Unruhen zur Anwendung brachte, welche mit gewissen Mitschuldigen meßen auch unter sonst guten Verhältnissen mit sich bringt, rechteine Herrschaft der Scheinheiligkeit und der Lügen im Lande zu er- fertige fich eine Lohnforderung, die dem Arbeiter gestattet, sich durch richten versuchten. Baudin erklärte schließlich, man werde, wenn ähn- ausreichende Ernährung möglichst widerstandsfähig zu machen. Bei liche Umstände wieder eintreten sollten, noch immer wissen, im Namen der Bezahlung nach dem bisher geltenden Tarif betrage der durch der wieder im Besitz der Macht befindlichen republikanischen Partei schnittliche Jahresverdienst, der bei 40 Arbeitern, die schon bis die Geseze der Republik mit Strenge anzuwenden. Ein Streiffünder hatte sich fürzlich vor dem Zwickauer Land13 Jahre im Beruf thätig sind, ermittelt worden ist, nur 1207 M. Da diese Summe unter den geschilderten Verhältnissen nicht aus Schneeberg wurde beschuldigt, unbefugterweise Arbeiter in dem, dem gericht zu verantworten. Kapitän Dreyfus giebt in den nächsten Tagen ein Buch heraus, reicht, so sei der erhöhte Tarif aufgestellt worden. Der Steinbrucharbeiter Lachmann aus betitelt:„ Fünf Jahre meines Lebens, 1894-1899." Tauchert, Vorsitzender des Vereins der Marmorwarenfabri- Bauunternehmer Starke in Weißenfels gehörigen Steinbruch in fanten erklärt, daß die Arbeitgeber sowohl wegen der auswärtigen Oberschlema zur Arbeitseinstellung zu veranlaffen gesucht und ihnen Ein Attentat auf den König geplant? Der New York Konkurrenz, als auch wegen der von einzelnen Berliner Unter- dabei unter Schimpfen die Schaufeln zu entreißen versucht zu haben. Herald" meldet aus Rio de Janeiro, dort seien 20 Italienernehmern gemachten Schundkonkurrenz höhere Löhne wie bisher Er wurde des ihm zur Last gelegten Bergehens für überführt erverhaftet worden, die beschuldigt werden, an einem Komplott gegen unter feinen Umständen zahlen könnten, allenfalls würden sie bereit achtet und zu vier Tagen Gefängnis verurteilt. den König von Italien beteiligt zu sein. Die Gefangenen hätten sein, den. Tarif von 1899 mit einigen Aenderungen weiter bestehen Die Mitglieder der Steinarbeiter- Organisation in Franteinen ihrer Kameraden der Polizei angezeigt, welcher Montevideo zu lassen. Auch könnte vielleicht die zehnstündige anstatt der neun- furt a. M. wurden auf eine vor dem Bezirksausschuß in Wiesverlassen hat, um sich nach Genua einzuschiffen. Er soll den Auf- stündigen Arbeitszeit eingeführt werden. Fabrikant Stiefsel be baden erhobene Klage als politischer Verein erklärt. Es ist deshalb trag haben, den föniglichen Balast in Rom mit Dynamit in die hauptet, die Steinmetzen erzielten bis zu 2300 M. So lange man die Forderung der Polizei, die Statuten und Mitgliederverzeichnisse Luft zu sprengen. Die italienische Polizei hat eine strenge Uebericht Berlin mit einer chinesischen Mauer gegen auswärtige Ston- einzureichen, als zulässig erkannt worden. Das Gericht nahm an, wachung des Hafens von Genua angeordnet, um den Betreffenden turrenz umgeben könne, und so lange selbst staatliche und städtische daß die Mitglieder einen selbständigen Verein im Sinne des Vereinsbei seiner Ankunft sofort festzunehmen. Behörden Steinmezarbeiten für ihre Bauten von auswärts be- gefeges darstellen und eine Eimvirkung auf öffentliche Angelegenheiten ziehen, könnten die Berliner Fabrikanten teine höheren Löhne zahlen. in der Erstrebung der Verkürzung der Arbeitszeit 2c. in Gemeinschaft So würden z. B. Platten, die hier 1,30 M. Arbeitslohn fosten, von mit den Steinarbeitern ganz Deutschlands begründet wäre. außerhalb für 40 Bf. geliefert. Weiter wird seitens der Fabrikanten Streifpoftenstehen. In Stolberg bei Aachen wurden am eingewandt, daß die Organisation der Arbeiter nicht im stande sei, 1. März von dem dortigen Schöffengericht sechs streifende Arbeiter, die Schmußtonfurrenz mit Erfolg zu bekämpfen. welche wegen Streifpostenstehens angeklagt waren, freigesprochen. Dagegen bemerken die Vertreter der Arbeiter, daß fie, wenn fie Diese Arbeiter varen von einem Polizeibeamten auf gegen Schundgeschäfte vorgegangen seien, bisher niemals die Unter- gefordert worden, aus der Nähe der Fabrit, wo sie sich auftügung der reellen Geschäftsinhaber gefunden hätten. Wenn jegt ein hielten, wegzugehen. Der Aufforderung famen die Arbeiter nicht Tarif festgelegt werde, und die Fabrikanten verpflichten sich, die nach, und deshalb die Anklagen, die eine Belästigung des Publikums Arbeiter in der Bekämpfung solcher Firmen zu unterstüßen, die den fonstatierten. Die Polizeiverwaltung wollte die„ Belästigung" dadurch Tarif nicht zahlen, dann würde die Schmußkonkurrenz bald beseitigt beweisen, daß dem Fabrikanten Lörsch, dessen Arbeiter im Streit fein. Gegen eine Verlängerung der Arbeitszeit seien die Arbeiter waren, das Streifpofienstehen unbequem gewesen sei. Eine derartige ganz entschieden, sie wünschten fogar eine Herabjegung auf Begründung war dem Gericht doch nicht genügend und deshalb fällte 81/2 Stunden. Die Behauptung, daß Steinmegen bis zu 2300 M. es das obenerwähnte Urteil. verdienen, werde entschieden bestritten. Wenn die Herren Fabrikanten sagte Mitschte uns einen durchschnittlichen Jahresverdienst von 1500 M. zusichern, dann pfeifen wir auf den ganzen Tarif! Italien. England. Die Gemeinderatswahlen in London, welche am vergangenen Sonntag stattfanden, ergaben folgendes Resultat: Es wurden 87 Progreffisten, 29 Gemäßigte und 2 Unabhängige gewählt. Die Progreffisten gewannen 17 Sige, die Gemäßigten verloren 19. Serbien. Das neue Kabinett ist folgendermaßen gebildet: Karawelow Bräsidium und Finanzen, Michael Sarafow Inneres, Danew Aeußeres, Alexander Radew Justiz, Ivan Slaveitow Unterricht, Jvan Belinow öffentliche Arbeiten, Alexander Ludskanow Handel und Aderbau und Baprifow Krieg. Der Boeren- Krieg. Terini Der Stillschweigender Waffenstillstand foll, wie Daily Expreß" aus bester Quelle erfahren haben will, dem General Botha gewährt worden sein, um ihn in den Stand zu segen, mit Krüger in Verbindung zu treten, an welchen er sehr bestimmte Fragen richtete. Präsident Krüger habe als legtes Zufluchtsmittel versucht, in Petersburg unter Berufung auf die Haager Konferenz zu sondieren. Die Antwort sei aber unbefriedi gend ausgefallen. De Wets Entkommen. Präsident Steijn und De Wet haben mit 1500 Mann am Sonntag bei Lilienfontein den Oranjefluß in der Nähe der zerstörten Brücke bon Colesberg unter dem Feuer der Kolonialschüßen überschritten. Die Schützen standen in guter Dedung und töteten mehrere Boeren. Das Feuer wurde nicht erwidert. Trotz des hohen Stands und der reißenden Strömung des Flusses brachten die Boeren 8 Wagen über den Strom, mußten aber fünf Wagen und viele Pferde zurücklassen. Ein Farmer von Lilienfontein berichtet, Steijn habe sehr elend ausgesehen und das ganze Kommando leide entsetzlichen Hunger. Köln, 4. März. Die Köln. 3tg." erhält einen Brief eines als britischer Kriegsgefangener in Ceylon festgehaltenen Deutschen aus Natal, der beim Einbruch der Boeren in das nördliche Natal gezwungen worden war, den Boeren Polizeidienste zu leisten. Die britischen Behörden in Newcastle forderten den Deutschen eines Tags auf, dorthin zu kommen, um Auskunft zu geben. Sie warfen ihn ins Gefängnis und schoben ihn nach Ceylon ab, obwohl ihm und den englischen Behörden der deutsche Konsul in Natal durch ein amtliches Schreiben bestätigte, daß er durch jene erzwungenen Dienste im boerischen Lager die Neutralität nicht gebrochen habe. Partei- Nachrichten. Ausland. Ein schweizerischer Stumm. In Uzwil( Stanton St. Gallen) Nachdem die allgemeinen Erörterungen beendet waren, traten find anfangs Januar ca. 120 Arbeiter, meistens Gießer, der Madie Vertreter beider Parteien zu einer Kommissionsberatung zu schinenfabrit Benninger u. Cie. zum Ausstand provoziert worden, sammen, die fünf Stunden währte und das Resultat hatte, daß offenbar zu keinem andren Zwecke als zu dem, auf diese Weise die wegen an dem alten Tarif einige fleinere Aenderungen vorgenommen Mangel an Aufträgen überflüssigen Arbeiter loszuwerden. Eine wahrhaft wurden. Ferner schlägt die Kommission vor: Der so geänderte Tarif perfide Taktik, nachdem dieselben Kapitalisten dieselben Arbeiter erst foll bis zum 1. September 1902 gelten. Er tritt auf ein weiteres Jahr herangezogen und von ihnen fette Gewinne gezogen haben. Der bein Straft, wenn er nicht drei Monate vor seinem Ablauf gekündigt fannte National- und Regierungsrat Curti in St. Gallen, die gewird. Nene Vereinbarungen müssen einen Monat vor Ablauf der famte Kantonsregierung, Arbeiterſefretär Greulich boten den Schlot alten beendet fein. Bei Neneinstellung von Arbeitern sollen die juntern ihre Vermittelung an, allein dieselbe wurde in jedem Fall Organisierten in erster Linie berücksichtigt werden. Während sich prozig zurückgewiesen. Der Regierung in St. Gallen wurde gedie Kommission über die vorstehenden Punkte geeinigt hatte, tonnte antwortet, daß der ausgebrochene Streit jeder thatsächlichen Beüber einige andre Bedingungen teine Einigung erzielt werden. Auf rechtigung entbehre und daß bei der nunmehrigen Sachlage von Vorschlag des Gewerbegerichts Direktors v. Schulz sollen unter irgend einer Unterhandlung oder Vermittelung leine Rede sein könne. seinem Vorsiz die Kommissionsberatungen am Donnerstag fortgesetzt Regierungsrat Curti war geantwortet worden, daß die Arbeiter, und am Freitag, nachmittags 1½ ühr, ein neuer Termin des welche wieder in Arbeit treten wollen, sich jeder einzeln zur eventuellen Einigungsamts abgehalten. werden. Wiederaufnahme anzumelden hätten, die aber nur zum Teil erfolgen Die Sigung währte von vormittags 10 bis abends 7 Uhr. fömme. So liegen die Arbeiter mit ihren Familien arbeits- und verdienstlos mitten im Winter auf der Straße, und müssen sie fort, so wird die ganze Gemeinde in empfindlichste Mitleidenschaft gezogen. F Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Streits in Oestreich im Jahre 1900. Das arbeitsAuf vielfache Aufragen seitens der Gewerkschaften bestätigen Streifstatistik für das Jahr 1900. Im Jahre 1900 fanden 295 Ausstatistische Amt veröffentlicht soeben die vorläufigen Ergebnisse der wir, daß wir jederzeit bereit sind, Gelder für die ausgesperrten stände in 884 Betrieben mit 147 037 beschäftigten und 106 020 ausGlasarbeiter in Nienburg usw. auf unsrem Bureau entgegenständigen Arbeitern statt, was gegen das Jahr 1899 eine Abnahme zu nehmen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. um 16 Ausstände, um 446 betroffene Betriebe und eine Zunahme 11111 51 257 Engel- Ufer 15, 1, Zimmer 8. Von ausständige Arbeiter bedeutet.. den 114 295 Ausständen entfielen auf das Frühjahr, Ueber die Lohubewegung der Fabrik- Schuhmacher wurde 75 auf den Sommer, 40 auf den Herbst und 66 auf den Winter. am Sonntag in einer start besuchten, im Gewerkschaftshause ab- Das Ergebnis der Ausstände im allgemeinen war in 55 Fällen ein gehaltenen Bersammlung berichtet, daß bis dahin 5 Fabriken mit vollständiger, in 108 Fällen ein teilweiser Erfolg und in 84 Fällen 100 Arbeitern die Forderungen bewilligt haben, während in ein Mißerfolg für die Ausständigen. In 48 Fällen ist die diesDie Parteigenoffen der Provinz Seffen hielten fürzlich 3 Fabriken mit 145 Arbeitern die Verhandlungen noch schweben, bezügliche Ermittlung noch nicht abgeschlossen. einen Parteitag ab, auf dem sehr eingehend über die schwierige voraussichtlich aber ein günstiges Resultat ergeben werden. Lage der Parteipresse in der Provinz verhandelt wurde. Das in 6 Fabrikanten, die zusammen 200 Arbeiter beschäftigen, verhalten Der Bergarbeiterstreik in Montcean dauert unverändert fort. Cassel täglich erscheinende„ Boltsblatt" hat leider mit einem bedent- fich ablehnend, und wird es in diesen Betrieben wahrscheinlich zur Nachdem der Ministerpräsident Walded Rousseau am Sonnlichen Defizit zu rechnen und auch das Kopfblatt Der Wegweiser", Arbeitsniederlegung fommen. Weitere 2 Fabrikanten wollen fich bis abend eine Delegation der Bergleute in Begleitung einiger socialistischer das wöchentlich einmal erscheint, deckt sich noch nicht. Nach langen, Dienstag zu den Forderungen erklären. Im allgemeinen find Abgeordneten empfangen hatte, empfing er am Sonntag nochmals erregten Debatten wurde beschlossen, beim„ Boltsblatt" die Dienstag- es die dem Unternehmerverband angehörenden Fabrikanten, die den socialistischen Deputierten Dejeante, der einen eingehenden Beilage fallen zu lassen und den Preis des Wegweisers" von sich ablehnend verhalten, während sich die außerhalb des Rings Bericht über die Lage in Montceau abgefaßt hat. Die Juterpellation 20 Pf. auf 25 Pf. monatlich zu erhöhen. Stehenden entgegenkommender zeigen. Die Versammlung sicherte der Socialisten über das Verhalten der Regierung in Montceau soll Die eignen Einnahmen des Agitationskomitees beliefen sich auf durch Annahme einer Resolution den Kollegen derjenigen Fabriten, nun am nächsten Freitag zur Verhandlung kommen. 590 M., dazu kommen 1900 M. vom Parteivorstande. Außer einer welche bisher keine Zugeständnisse gemacht haben, die weitgehendste Der Kongreß der Grubenarbeiter des Departe längeren Debatte über die Verbesserung der Agitation behandelte moralische und materielle Unterstügung zu. ments Pas- de- Calais, der am Sonntag in ens tagte, der Parteitag noch die Zollfrage, dazu eine Protestresolution gegen stimmte den fürzlich vom nationalen Komitee des Grubenarbeiterdie Erhöhung der Getreidezölle annehmend, und zum Schlusse die Schuhwaren- Industrie. Bisher haben 16 Fabriten mit zusammen den nächsten nationalen Kongres abwarten, um endgültige Beschlüsse Zur Lohnbewegung der Arbeiter in der mechanischen Verbands in Saint- Etienne beschlossenen Resolutionen zu und wird nächsten Aufgaben der socialdemokratischen Gemeindevertreter. Auch 486 Personen den Fabrikanten Lohnforderungen unterbreitet. Lohn- zu fassen. Ferner wurde beschlossen, eine Subskription zu Gunsten dazu wurde eine Resolution angenommen, die den Genossen die forderungen bewilligt haben folgende Fabriten: Fr. Mauf, Brohm, der Ausständigen in Monceau- les- Mines zu eröffnen und den nächsten Richtschnur für die Betreibung der Wahlagitation giebt. Klaus, Goldstein, Bentmann, Wahlich, Senger u. Stockwald und nationalen Kongreß der Grubenarbeiter am 8. Mai in Lens abzuGemeindewahlen. In Steinbed( Schleswig) wurde in der Haase, welche zusammen 245 Personen beschäftigen. In den Aus- halten. 3. Klasse ein Parteigenosse mit allen gegen drei Stimmen ins stand eingetreten sind die Arbeiter der Fabriten Mellnic, SchillingGemeindekollegium gewählt. straße 12. Eystein u. Banitsch, Keibelstr. 39, Rosenberg, An der Stadtbahn 47. Erpel, Kaiserstr. 41. Glaser, Stromstr. 72. Chr. Mauf Oranienstr. 184, mit zuſammen 173 Personen. In zwei Fabriken ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Het sc " Polizeiliches, Gerichtliches usw. Die Hafenarbeiter von Marseilles haben den Unternehmern folgende Forderungen unterbreitet: Abfchaffung der Nachtarbeit; Bahlung eines Lohnaufschlags von 2 Fr. pro Stunde für Nachtarbeit, so lange diese nicht gänzlich abgeschafft ift; Entlassung einiger Borarbeiter; doppelte Bezahlung für Sonntagsarbeit; Einführung des Achtstundentags. Die Unternehmer haben die Forderungen abgelehnt. Zu 50 M. Geldstrafe wurde in Reichenbach i. V. der Genojie Martin, der Vorsitzende des Wahlvereins für den 22. sächsischen Reichstagswahlkreis verurteilt, weil er in einem Wahl- Achtung, Rahmenvergolder! Zuzug ist streng fernzuhalten Flugblatt den dortigen Polizei- Stadtrat Krippendorf beleidigt haben nach Gent in Belgien, da sich die Rahmenvergolder der Firma foll. In dem Flugblatt hieß es, daß Krippendorf es nicht verstanden Maifarth u. Co. in einem Abwehrstreit befinden, wegen Abschaffung habe, sich die Sympathien der Bevölkerung Wurzens, seinem früheren der Lohnarbeit und Einführung der Accordarbeit unter äußerst Wirkungstreise, zu erwerben, aber für Reichenbach sei er gut genug niedrigen Breisen. Verband der Vergolder. J. A.: H. Späthe. fommen sein soll. Telegraphischen Nachrichten aus Marseilles zufolge haben in den letzten Tagen große Kundgebungen der Streitenden stattgefunden, bei denen es auch zu einigen größeren Störungen ge In Palermo sind die Hafenarbeiter in den Ausstand em getreten, weil sie sich durch die neuen Bestimmungen des Gesetzes über die der Haudelsmariue zu gewährenden Prämien benachteiligt glauben. Sie veranstalteten eine Kundgebung, gingen aber auseinander, nachdem chnen eine Depesche der Regierung bekannt gegeben war, in welcher ihnen Prüfung ihrer Beschwerden zugesagt wird. Indessen schlössen sich gestern früh aber auch andre Arbeiter dem Ausstände an. Die Ausständige» veranstalteten lärmende Kundgebungen, worauf das Militär einschritt. Die Läden wurden geschlossen, der Verkehr von Wagen und Pferdebahnen untere brachen, an mehreren Punkten der Stadt wurden Gaslaternen umgerissen und Fenster eingeworfen. Bei den Zusammenstöben der Ausständigen mit den Polizeibeamten und dem Militär fanden au� beiden Seiten Verwundungen statt, die indessen leichterArt sind. Ein Ge> riicht, ein Soldat sei getötet ivorden, hat sich als unbegründet erwiesen. Sonntagabend war die Ruhe fast überall wieder hergestellt und die Stadt nahm wieder ihr gewöhnliches Aussehen an; die Truppen kehrten in die Kasernen zurück. Der Bürgermeister hat eine Bekannt- machung anschlagen lassen, in welcher die Ausständigen zur Ruhe er- niahnt. die das einzige Mittel sei, Berücksichtigung rhrer Beschlverden zu erlangen._ Sociktles Ostprensiischc Schulverhältnisse. Wegen Banfälligkeit für un° bewohnbar erklärt wurde polizeilicherseits das Schulgebäude in Wilkieten im Kreise Mcmel. Der Lehrer, dem es schon seit Jahren in die Wohnung hineinregnete, erhielt eine andere Behausung an- gewiesen; die mehr als 100 Kinder, welche die Schule besuchen, haben Ferien, da sich noch kein geeigneter Raum für ihre Unterbringung fand. Das Schulgebäude war ein Mietshaus. Seit 10 Jahren wegen der Erbauung eines Schulgebäudcs geführte Vev Handlungen waren bisher resultatlos. Einen Einblick in die WohnungSbcrhältniffc der Arbeiter iu Aachen gestattet der Jahresbericht des dortigen Maria»nen> Vereins, der ein Wöchnerinnenasyl unterhält. Das Asyl, in dem nur solche Frauen Aufnahme finden, deren Wohnungen nachweislich zur Abwartung einer Niederkunft ungeeignet sind, beherbergte im Jahre 1300 im ganzen 427 Frauen. Es ergab sich, dab von den Familien der 427 Wöchnerinnen 120 nur einen Raum bewohnten. Daninter befanden sich Familien von 10 Köpfen. 271 Familien bewohnten zlvci Räume. Hierunter waren 4 von 12, zwei von 11, 12 von 10, 20 von 9, 25 von 8 Köpfen und so fort bewohnt. Nur 86 Familien bewohnten mehr als drei Räume, dann war aber die Familie noch stärker. Der Bericht weist nach, daß diese 427 Familien noch nicht zu den ärmsten zu zählen sind, weil diese sich zumeist nicht um Aufnahme in daS Asyl melden. Eine StaatSanstalt zur Herstellung von Diphtherieserum wird in Dänemark errichtet Iverden. Uebcr einen diesbezüglichen Gesetzentwurf verhandelte das Folkething am Donnerstag in zweiter Lesung. Dieses Heilmittel kann, wie in den Verhandlungen aus geführt wurde, um ein Drittel des Preises hergestellt werden, den die deutschen Fabriken dafür verlangen. Nach der Vor läge der Regierung sollte daS Serum gratis abgegeben werden. Gegen diesen Passus, für den selbstverständlich die Social- demokraten energisch eintraten, stimnite unter andren die Mehr zahl der radikal-liberalen Partei. Nach den Vorschlägen der zur Prüfung des Gesetzentwurfs gewählten Kommission soll der Preis auf ein Fünftel dessen festgesetzt Iverden, was die deutschen Fabriken dafür nehmen. Gevichks-Äeikung. Die königlich prcnftischen Staatsanwälte versetzen den Staatsbürger neuerdings wiederholt in die Notwendig keit, sich mit ihrem manchmal recht eigentümlichen Vorstellungskreise zu beschäftigen. Nachdeni erst in der vorigen Woche einer der Herrn dadurch die Aufnierksamkeit der Ocffentlichkeit herausgefordert hat, daß er für einen anläßlich der Stratzenbahn-Unnihen vom Schutz mann Grabowski halbtot geschlagenen Kaufmann nicht weniger als neun Monat Gefängnis beantragte, trat gestern ein andrer Staats� anwalt mit einer gleichsfalls höchst merkwürdigen Anschauung ans Licht. Wegen unentschuldigter Schulversäumnis seiner Kinder war der Arbeiter Engel angeklagt worden. daS Landgericht als Berufungsinstanz sprach ihn jedoch frei, nachdem es folgendes festgestellt halte: Sowohl Engel wie seine Frau waren tagsüber nicht zu Haufe. Er arbeitete in einer Ziegelei und die Frau in einer Fabrik. Er mußte bereits um 5 Uhr früh fortgehen und kam g* wöhnlich erst 10 Uhr abends von der Arbeitsstätte. Frau E. ent> scrnte sich des Morgens, nachdem sie die Kinder schulfertig gemacht hatte. Anstatt nun zur rechten Zeit nach der Schule zu geh», schwänzten die Kinder häufig den Unterricht? Erniahnuugen und Strafen seitens der Eltern blieben wirkungslos. Unter den ob- waltenden Verhältnissen hielt daS Gericht die Eltern nicht für straf- bar, weil sie die Kinder zum Schulbesuch genügend angehalten hätten. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und der ObcrstaatS- anwalt am Kammergericht schloß sich dem Rechtsmittel an, indem er ausführte: Durch das bloße Anhalten der Kinder zum Schulbesuch hätten die Eltern ihre Pflichten noch nicht völlig erfüllt. Dies sei erst dann der Fall, wenn ihre Bestrebungen, die Kinder zum Schul- besuch anzuhalten, auch Erfolg hätten. Der Mann oder die Frau hätte die Arbeit so verrichten müssen, daß sie sich davon überzeugen konnten, daß die Kinder auch wirklich die Schule aufsuchten. Der Strafsenat des Kammergerichts verwarf die staats- anwaltliche Revision mit folgender Begründung: Entscheidend sei. daß der Angeklagte alles gethan habe, was er nach seinen Lebens- Verhältnissen thun konnte. Um die Zuführung der Kinder zur Schule durch dritte zu bewirken, hätten ihm augenscheinlich die Mittel gefehlt. Den Ausführungen des Oberstaatsanwalts habe der Senat nicht beitreten und nicht annehmen können, daß die Eltern verpflichtet wären, eventuell mit der Arbeit später zu beginnen. Die Arbeit dürfte denn doch wohl vorgehen. Wenn die Leute nach dem Beginn der Arbeitszeit in die Ziegelei oder Fabrik kämen, würden sie wahr« scheiulich bald keine Arbeit mehr finden. Wir wissen nicht, ob ein Staatsauwalt oder sonst irgend ein königlich preußischer Beamter in der Lage ist. die Erledigung der ihm'von Amts wegen übertragenen Obliegenheiten nach seinem Wohlgefallen einzurichte». Wie dem auch sei. bei einem Arbeiter oder einer Arbeiterin scheint der hier in Betracht kommende Beamte vorauszusetzen, daß der beriihnite.freie Arbeitsvertrag' ihnen die Möglichkeit bietet, über die Arbeitszeit ganz nach eignem Ermessen zu verfügen. Solche Ansicht vom Wesen des freien Arbeitsvertrags trifft aber, wie wir dem Staatsanwalt.eröffnen' können, nicht ganz das Nichtige. Nicht Frivolität oder Lotterigkeit, sondern das eiserne Gebot des Hungers hat in dem vorliegenden Fall wie in unzählige» andren Vater und Mutter verhindert, dem Hauswesen und den Kindern die erforderliche Sorgfalt zu widmen und überhaupt ein Familienleben zu führen. Die Führung eines solchen wollen erst die Gewerkschaften den Arbeitern ermöglichen. Nicht daß sie dem utopistischen Ideal nachgingen, daß der Arbeiter ganz nach seinem individuellen Gusto sich zur Arbeit bequemen sollte. O nein, die Gewerkschaften wären schon froh, wenn sie im harten Kampf mit dem Unternehmertum die Arbeitszeit auf ein dem Arbeiter und namentlich der Arbeiterin erträgliches Maß hcrabgedrückt hätten. Der Staatsanwalt thäte daher ein gutes Werk, wenn er seinesgleichen bedeutete, wie kulturwtdrig der heute so sehr beliebte Kampf gegen die Arbeiter- Organisationen ist. Erst wenn die Gewerkschaften das hier angedeutete Ziel erreicht haben, hätte der Staatsanwalt am Ende einen Grund, ftir die Bestrafung des in unsrem Falle in Betracht gekommenen Arbeiters zu plaidieren. Der SonntagSanSgang dcö Di««stmädchens und das Ausnahmegesetz von 1854. Das Dienstmädchen Steffen hatte alle vierzehn Tage am Sonntagnachmittag ausgehen dürfen. Als wieder einmal zwei Wochen um waren, ging' Fräulein Steffen aus, ohne vorher die.Herrschaft' zu fragen. Darüber kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem.Hern,'. Dieser erklärte, sie habe zu fragen, wenn sie gehen wolle. Nach 14 Tagen ging sie wieder aus und holte auch diesmal nicht erst vorher eine Erlaubnis ein, sondern teilte nur der 14jährigen Tochter der Dienst Herrschaft mit, daß sie ausgehe. Darauf erhielt sie eine Anklage wegen Uebcrtretung des Gesetzes, betreffend die Dienstvergehen des Gesindes und der Landarbeiter vom 24. April 1854. Das Landgericht als Berufungsinstanz verurteilte auch die Angeklagte auf Grund des Z 1 des genannten Gesetzes zu einer Geldstrafe, weil sie sich eine? harwäckigen Ungehorsams und einer Widerspenstigkeit gegen die Dienstherrschaft schuldig gemacht Hab». Fräulein Steffen legte Revision ein und machte geltend, das Gesetz von 1854 sei zu Unrecht angewendet worden. Es könne hier weder von einem hartnäckigen Ungehorsam, noch von einer Widerspenstigkeit geredet werden. Angeklagte habe geglaubt, alle 14 Tage am Sonntagnachmittag ausgehen zu können.— Der Straffenat des Kammergerichts verwarf die Revision mit folgender Begründung:§ 1 des Gesetzes von 1854 sei ohne Rechtsirrttim an- gewendet worden. Die Angeklagte sei ohne Erlaubnis der Dienstherrschaft am Sonntag weggegangen, nachdem sie 14 Tage vorher ebenso ver- fahren wäre und auf das Unstatthafte dieses Verhaltens vom Dienst- Herrn aufmerksam gemacht worden sei. Schon wegen dieser That jachen habe das Landgericht einen hartnäckigen Ungehorsam und eine Widerspenstigkeit im Sinne des§ 1 des Gesetzes von 1854 annehmen und die Angeklagte verurteilen können. Das Urteil ist wiederum ein neuer Beleg für die trostlose Rechtsstellung der Dienstboten. Das Gesetz hat in dem Dienstver- hältniS einen so rückständigen Rechtszustand aufrecht erhalten, daß schon allein aus diesem Grunde es erklärlich wird, warum die geplagten Dienstboten der Herrengewalt ihrer Herrschaft entfliehen und in der Industrie einen verhältnismäßig freieren Arbeitsvertrag eingehen Wenn auS bürgerlichen Kreisen wieder die Klagen ertönen über den Maugel an Dienstboten, dann mag man sich des mittelalterlichen Rechtsverhältnisses erinnern, dem jenes Urteil entsprungen ist. Solche Zustände sind unfrer Zeit, die so viel der socialen Fürsorge sich rühmt, dach wahrlich nicht mehr angepaßt. Zu bedauern ist es nur, daß seiner Zeit der Reichstag bei Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs nicht mit diesen mittelalterlichen Zuständen aufräumte. Ein gewiffenhaft ausgeführter Auftrag. Ein grober Unfug, den der taubstumme Schneider Ernst H erm o n e i t be- gangen haben sollte und wegen deffen er mit einen: Strafmandat in Höhe von 10 M. bedacht worden war, fand gestern vor dem Schöffengericht eine drollige Aufkläning. An einem Novemberabend nach 10 Uhr sahen Vorübergehende vor einem Hause in der Gollnow- straße zwei Männer, die sich mit einander berunibalgten. Der jüngere war eifrig bemüht, einen bejahrten Herrn festzuhalten, der wiederum die größten Anstrengungen machte, sich von seinem Begleiter zu be freien. Der erstere stieß unartikulierte Laute aus; es war ein Taubstummer. Das Publikum nahm gegen ihn Partei; als ein Schutzniann erschien, wurde der Taubstumme zur Wache gebracht. während der herbeigerufene Wächter in dem alten Herrn den pensio inerten Geheimsekretär Sch. erkannte, der in dem Hause wohnte, vor dem sich der Auftritt abgespielt hatte. Mit Hilfe der Taubstummen- lehrerin Frau Schenk wurde im Termin folgender Sachverhalt fest gestellt. An dem fraglichen Abend war der' Geheimsekretär Sch. in einem Lokal in der Gollnowstraße gewesen. Es schien dem Wirt, als habe der betagte Herr des Guten etwas zu viel gethan, und als der Gast ging, verständigte der Wirt sich mit dem Taub stummen, der ebenfalls im Lokal anwesend war, dabin, daß er dem alten Herrn folgen und dafür sorgen solle, daß dieser un beschadet nach Hause komme. Der Taubstumme nickte Verständnis innig und war augenscheinlich stolz auf die ihm übertragene Be chützerrolle. Er wich nicht von den Fersen des vor ihm gehenden alten Herrn. Als dieser vor seinem Hause angekommen war, ent- deckte er, daß er den Hansschlüssel vergessen hatte. Unruhig ging er eine Zeitlang auf und ab, auf Schritt und Tritt von dem Taub- stummen gefolgt. Herr Sch. nahm sich schließlich vor, den Wächter zu suchen, und entfernte sich von seinem Hause. Dem Taub« stummen war dies nicht recht, er nahm an, daß Herr Sch. noch ein andres Lokal besuchen wolle. Kurz entschlossen eilte er ihm nach, packte ihn am Anne und zerrte ihn, mit der freien Hand leb- Haft gestikulicreud, zurück. Dem Herrn Sch. wurde die Situation unbehaglich, sein Beschützer beharrte aber mit der den Taubstummen eignen Hartnäckigkeit auf seinem Willen und gab ihn nicht eher frei als bis der Schutzmann kam. Der Gerichtshof war mit dem Amtsanwalt der Ansicht, daß der Angeklagte für sein Verhalten keine Strafe verdiene, das Straf- mandat wurde aufgehoben.. Vom Prozeß Wrndlandt. Die Verhandlungen in dem Prozeß gegen den Bankier und Hauptmann der Landwehr Paul Wend- l a n d t gehen nun nach dreiwöchiger Dauer langsam ihrem Ende entgegen. Jeder Tag der Verhandlung enthüllte einen wahren Ab- grund geschäftlicher Unreellität und raffinierter Machinationen, die alle den Endzweck hatten oder wenigstens zu dem Endergebnis ührten, daß die Kunden, die mit dem Deutschen Bankverein ge- chäftliche Beziehungen unterhielten, zu Schaden kamen und große Summen Gelds verloren. Jeder einzelne der zur Verhandlung tehenden Fälle erforderte eine umfangreiche Beweisaufnahme, da zu prüfen war, ob und inwieweit der Deutsche Bankverein dabei als Selbstkontrahent anzusehen war und inwieweit bei einzelnen Fällen der Standpunkt des Rechtsanwalts L e o n h. Fried- »t a n n, daß den Geschädigten nur ein Civilanspruch gegen den Angeklagten zustehe, alS ein berechtigter anzusehen sei. Die Erörterung dieser einzelnen Fälle zeigte, daß vom Jahre 1897 ab bei dem Deutschen Bankverein eine ungeheuerliche Lotterwirtschaft herrschte und der Angeklagte als Lxiritus rector des Unternehmens überhaupt nicht mehr die'Absicht hatte, die Aufträge so auszuführen, wie man eS in einem reellen Bankgeschäft erwarten darf, sondern lediglich in den Besitz des ihm zur Beschaffung von Börsenpapieren eingesandten baren Gelds kommen wollte, ohne die Papiere alsdann usaucemäßig zu liefeni. Die Gutachten deS Bücherrevisors R e u t e r und deS Börsensachverständigen Bankiers Rothschild ließen in den meisten zur Anklage stehenden Fällen keinen Zweifel darüber, daß einerseits eine Anza'hl der komplizierten Buchuuge» vorgenommen worden 'ind, um unzulässige Traditionen zu verdecken, andrerseits die Erledigung der Austräge durch den Angeklagten in keiner Weise zu billigen ist. Nach den Dispositionen des LandgerichtSdirektorS Müller sollen am Donnerstag die PlaidoyerS des Staatsanwalts Dr. Nölting und Rechtsanwalt Leonh. Friedmann stattfinden und da? Urteil voraussichtlich am Sonnabend gesprochen werden. Vom Poltzeikampf gegen die Arbeiterschaft. Wegen Ver« gehens gegen die§Z 1 und 2 des BereinSgeietzes wurden vom Schöffengericht in K o l m a r i. P. die Genossen Gastwirt V e r ch in Kolmar zu 20 M. und Handlungsgehilfe B e n d i t. Posen. zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Eine von Bendit gehaltene Fest- e d e anläßlich eine« Porzellanarbeiter- Festes war nicht polizeilich gemeldet worden. Der als Amtsanwalt sungierende Bürgermeister Dembek erklärte, daß eine Verfügung an die Polizeibehörden ergangen wäre, nach der Vergnügungen von Zahlstellen als Versammlungen olitischer Vereine anzusehen seien; deswegen befolge er jetzt als Leiter der Kolmarer Polizeibehörde die Praxis. Vergnügungen der Zahlstellen überhachit zu verbietenl Genosse Beudit wies auf das Unmögliche einer solchen Verfügung hin; denn dann müßten bereits sämtliche Gewerkschaften der Auflösung verfallen sei», weil ihnen Frauen angehören und letztere in politischen Vereinen nicht Mitglieder sein dürfen. Trotzdem erfolgte die Verurteilung. lich das erstere Vorteile auf Vorteile einheimst, behält Deutschland die Politik der Draufgängerei bei. Nach der Meldung eines hiesigen Blatts gab der Weltgeneralissimns der Verbündeten einen neuen Befehl für eine weitere Expedition, die möglicherweise am 7. März abgehen würde. Prinz T s ch w a n g soll erdrosselt sein, doch ist der Ort der Hinrichtung noch unbekannt. Auch die I a p a n e r wollen demnächst ihre Truppen zurückziehen und nur eine frische Besatzungstruppe von 500 Mann nach Peking kommandieren. Rußland' und Amerika wollen diesem Beispiel folgen, damit die chinesische Regierung baldigst wieder hergestellt werde. Die Rückkehr deS Kaisers nach Peking soll nun wirklich bald erfolgen. Drei Mandarinen, welche von Li« Hung-Tschang abgesandt sind, inspiciereu augenblicklich den Weg zwischen Peking und Schansi, da die RückkehrZd'es Hofs nach Peking in nächster Woche erwartet wird. Wie der„Pall Mall Gazette' aus Peking vom 2. d.M. gemeldet wird, wird der Kaiser Ende März zurückkehren. Die Leibwache des Kaisers versammelt sich bereits in Singanfu. Weitere Hinrichtungen. Die Gesandten haben die Hinrichtung von 12 weiteren hohen Beamten verlangt, sowie die Bestrafung von 90 Mandarinen in der Provinz. Shanghai, 2. März. Die.Universal Gazette' veröffentlicht folgendes Telegramm aus Niutschwang: 3000 Russen griffen bei Hsingking 10 000 berittene Räuber an, letztere eroberten ein russiiches Geschütz. Die Russen zogen sich mit einem Verlust von 20 Toten und 30 Verwundeten nach Mulden zurück. Urtzke Nktchvichken und Depeschen. Hochwaffer. Frankfurt a. M., 4. März.