Ur. 55. Adomuments■ Kedingungen: WbonnementS- Preis pränumerando: vierteljährl. ZL0 Mk., monatl. 1.10 Ml>, evöchextlich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Numm-r 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tnufttteiier Sonntags« Beilage„Site Neue Welt" 10 Pfg. Pofi« Slbonnement: 1,10 Mark pr» Monat. Eingetragen tn der Post- ZeitungS- PreiSltfte für 1S01 unter Sr. 7671. Unter»reu, band für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich suster Montag«. 18. Jahrg. Dt« Inserttons-Geöllyd v beträgt für die fechigefpaltene Kolonet» zeile ober deren Raum so Pfg.. für politische und gewerkschaftliche OetelnS« und Berfamml ungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer mästen bis i Uhr nachmittags in derSrpedition abgegeben werden. Tie Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und FesttaAM bis 8 Uhr vormittags geöstn«. Derlinev Volksblstt. Telegramm-Adreste- „Porialdemokral»erlin- C�entralorgan der socialdemokratischen Parter Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth-Stratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mittwoch, den 6. März 1901. Expedition: SW. 19, Veuth-Stratzo 3. Fernsprecher: Zlntt I. Nr. 5121. Diplomatenleere. Der scherzhaft gemeinte, aber unbewußt hart satirische Ausspruch btS Reichstags- Präsidenten Grafen Balleftrem: die Regierung hat immer Vernunft, scheint auf den derzeitigen Reichskanzler einen tiefen Eindruck gemacht zu haben. Graf Bnlow mag sich deshalb vorgenommen zu haben, bei der ersten sich darbietenden Gelegen heit dem Reichstage und dem Volke seinerseits zu bestätigen, daß der Reichstags-Präsident eine durchaus richtige Bemerkung geäußert habe. Nur übersieht der Graf Bülow, daß es ein andres ist, wenn ein Dritter von der Regierung diese principiell günstige Voraus- setzung hat, ein andres, wenn die Regierung ihrerseits erklärt: wir haben immer Vernunft, die beste und feinste Vernunft, sich aber auf die Hervorhebung dieser bloßen Thatsachc beschränkt, ohne eS für nötig oder rätlich zu halten, die These im einzelnen zu be gründen. Am Dienstag beschäftigte sich der Reichstag mit dem Etat deS Auswärtigen Amts, und Graf Bülow war gezwungen, über die mehr als dunkle auswärtige Politik Rede zu stehen. Wie stehen wir zu England? Was bedeutet die auffallende Ordens-Aus- zeichnung des Lord Roberts? Wie ist unser Verhältnis zu Ruß- land, gegen dessen chinesische Politik wir im Verein mit Japan und England intervenierten? Wie ist die beispiellos scharfe, persönlich zugespitzte handelspolitische Kriegserklärung des russischen Finanz Ministers Witte gegen die agrarische Politik des Grafen Bülow zu verstehen? Alles daS waren verhängnisschwere Fragen, die endlich eine programmatische, zielweisende Beantwortung erheischt hätten. Unser Reichskauzler und Minister des angenehmen Aeutzern schreckte vor dieser heiklen Aufgabe keinesivegs zurück. Er weiß Rat und Hilfe in allen diskreten Lagen deS Völkerlebens, er übt die Praxis jener Aerzte, die harmlose Rezepte verschreiben, die aller dings nichts nützen, aber auch nichts schaden. Graf Bülow ist fähig, jeder zeit aufs neue daS Einmaleins zu erfinden und für die absolute Wahrheit dieses Einmaleins mit Märtyrertrotz und unbeugsamer Verwegenheit einzustehen. Man erwartete im Reichstage große Dinge und wichtige Auf klärungen. Es herrschte anfangs eine gespannte Stimmung im Saal, und man hätte eine angeregte Debatte vermuten können. Es kam aber anders. Es wurde immer öder und trostloser. Von der afi genteinen auswärtigen Politik geriet man im zweiten Teil auf die Handelspolitik, in der die Agrarier und sonstigen Schutzzöllner sich ohne Konkurrenz produzierten, und schließlich endigte der„große Tag in einer Diskussion über eine kleine Einzelfrage: die Errichtung der Handelskammer im Auslande. Zunächst richtete Herr Schädler für die regierende Partei, das Centrum, eine laue Anfrage an den Reichskanzler. Herrn SchädlerS Rede war nichts als eine vorweg genontmene Billigung der nach- folgenden Erklärung Bülows. Wenn er hier und da zarte Bedenken geltend machte, so geschah das offenbar nur, um dem Kanzler über- Haupt einen Anlaß zu geben, die erhobenen Bedenken zu entkräften. Um die Spannung zu erhöhen, ließ sich der Reichskanzler, der die kleinen Regiekünste in der„Aufmachung" politischer Aktionen liebt, gleich doppelt befragen. Für die Konservativen erkundigte sich Graf Stollberg� nach den tiefen Geheimnissen der aus- wältigen Politik. Graf Bülow ließ sich denn auch nicht nötigen: er schüttelte verschwenderisch eine ganze Bonbonnisre ebenso süßer ivie unbestrittener Wahrheiten aus. Zwar unterließ er es, auch nur eine einzige Maßnahme der Regierung zu begründen, geschweige denn daß er den Versuch einer Rechtfertigung unternommen hätte, aber dafür spendete er aus dem Schatz seiner Lebens- und Diplomaten- Philosophie die gediegensten ewigen Wahrheiten, als da find: Deutschland verlaugt Gleichberechtigung mit andren Völkern; die Regierung vertritt immer nur deutsche Interessen; wir sind nicht mehr auf das Ausland angewiesen, als das Ausland auf uns; wir wollen uns unsre Unabhängigkeit bewahren, und dergleichen schöne Gedanken mehr. Peinliche Dinge, wie die Ordensverleihung an Lord Roberts, wurden mit eleganterHandbewegung beiseite geschoben: das sei erstens eine Privatsache der Krone und habe zweitens keine politische Bedeutung. Ueberhaupt ist das Gerede von der allzu leichtsinnigen Englandfreundschaft gänzlich grundlos. Wir leben in Freund- schaft mit England, das ist alles. Die Neutralität im Boerenkrieg haben wir selbstverständlich nicht gebrochen. Na, und was die an- geblichen Differenzen mit Rußland anlangt, bewahre: So lange Graf Bülow auf seinem Posten bleibt, ist es die Grundlage seiner Politik, mit Rußland gemeinsam vorzugchen, mit dem wir keinerlei Interessengegensätze haben. Also ist alles in Friede und Freundschaft aufs beste geordnet. Die Regierung hat immer Vernunft I Denken wir uns einen Augenblick, daß man morgen oder über« morgen uns eine neue Flottenvorlage serviert, auf die unsre Flotten« lieferanten geräuschlos aber mit großer Energie hinarbeiten,— Graf Bülow wird dann morgen oder übermorgen mit der- selben prächtigen Ueberzeugtheit uns von den schwarzen Wolken am Horizont erzählen, ivie England uns bedräue und Rußland bloß auf unsre Schwäche lauere, und wie wir mithin lediglich auf uns allein angewiesen seien. Graf Bülow hat immer die Taschen voll lecker gefüllter Bonbonnieren. Er wird niemals versagen. Nur in einem Punkte ging der Kanzler von den inhaltslosen Allgemeinheiten zu einer positiven Erklärung über. Der Artikel Wittes gegen die Bülowsche Wirtschaftspolitik, auf den der Kanzler natürlich als unbedingt höflicher Mann nicht antworten wird, veranlaßte ihn zu einer heißen Liebesbeteuerung für die Agrarier. Die Rechte schrie deshalb entzückt Bravo, während die übrigen Parteien, auch die sonst so Bülowtreuen, verlegen stumm blieben; so viel nichts- sagende Gemeinplätze statt der Antworten auf besfimmte Fragen hatte man. so anspruchslos man bei uns sonst ist, nicht erwartet. Was sich keine Volksversammlung, über deren geistige Höhe man sich in gewissen Kreisen gern geringschätzig äußert, sich bieten lassen würde, damit lassen sich die Mchrheitsparteien des Hohen Hauses geduldig abspeisen: mit der absoluten Diplomatenleere. Das Bekenntnis zur agrarischen Junlerpolitik veranlaßte Richter zu einer kurzen, wirksam pointiertcnAnfrage über die zukünftige Gestaltung der Handelsverträge. Sofort war der Kanzler bereit, seine bewährten diplomatischen Regeln von der„hohen" auf die Wirtschaftspolitik zu übertragen. Es gab wieder eine Fülle der edelsten Betrachtungen Wir vertreten das Wohl des Vaterlands; wir stehen über den Parteien; wir suchen die Interessengegensätze auszugleichen; wir treiben die Politik der„richtigen und gerechten Diagonale"; wir sorgen gleichermaßen für Landivirtschaft, Industrie und Handel, für Produzenten und Konsumenten, für Unternehmer und Arbeiter— „also doch 1" rief man von den socialdemokratischen Sitzen dem Mann mit dem allseitig warmen Herzen und dem vom besagten warmen Herzen nicht beeinflußten allseitig kühlen Kop zu. Und in einer wortspielenden komischen Entgleisung faßte er seine innere wirtschaftliche Politik in den AuSruf zusammen Wir haben daS Ganze im Auge und wir gehen aufs Ganzel Im übrigen wiederholt Graf Bülow die Zusage, daß er die land- wirtschaftlichen Zölle erhöhen werde, ohne daß er das leere Zofi schcma mit bestimmten Zahlen ausfüllte; über die Höhe der Zoll- sähe habe der Bundesrat noch keinen Beschluß gefaßt. Mit schärferer Kritik erörterte allein unser Genosse Ledebvur in längeren Ausführungen unsre auswärtige Politik. Ledebour beleuchtete die anstößige Neutralitätspolitik Deutschlands, daS einerseits zu Gunsten der Engländer demonstriert, andrerseits dem Präsidenten der Boeren die Thür weise und nichts thue— wozu es unbeschadet seiner Neutralität ein Recht hat— um gegen die inhumane Kriegsführung der Engländer in Transvaal Einspruch zu erheben. Die übrigen Redner variierten in der Boerenfrage im wesent lichen den kindlichen Satz, daß man in der Politik nicht nach dem Herzen handeln dürfe, nicht nach Sympathien, sondern nach Jnter essen. Man stellte sich wesentlich auf die Seite deS Grafen Bülow, doch nicht allzu eifrig; selbst der Graf Bülow der Nationalliberalen, Herr Bassennann, stichelte ein wenig auf die nicht neuen Selbstverständlichkeiten, die der Kanzler vorgetragen. Nirgend erhob sich die Debatte zu größerer Würde und Wucht. Was die außer dem Hause so rabiaten Englandfresser der Antisemit Liebermann, der Alldeutsche Hasse und der Agrarier Oertel gegen die deutsche Politik vorbrachten, entsprach in keiner Weise der tief verbitterten und erregten Stimmung des Volks. Die Rücksicht auf die Brotwucherpläne erlaubt den sonst so boerenbegeisterten Parteien der Rechten nicht, auszusprechen, was doch allgemeine Ansicht ist. DaS Herz, daS für die heldenniütigen Boeren schlägt, weicht auch hier vor dem Kopf zurück, der höhere Zölle zu erlisten strebt. DaS ist der d e u t s ch e Idealismus! Der Rest der Sitzung wurde durch eine Agrardebatte aus gefüllt, in der die konservativen Grafen Klinckow ström und K a n i tz, der liberale Freiherr Heyl zu Herrnsheim und der klerikale S p e ck sich schutzzöllnerisch begeisterten; der letztgenannte Vertreter des bayrischen CentrumS erklärte, den bayrischen Ultra- montanen käme es zumeist auf Erhöhung der Zölle auf Gerste und Hafer an; wegen der Zölle auf Roggen und Weizen würde man Konzessionen machen können. Mit einer öden Auseinandersetzung über die Handelskammern im Auslände schloß die Sitzung, deren Beendigung eine Er lösung war. Es wäre aber ungerecht, wenn wir nicht schließlich auf das eine neue Moment aufmerksam machen wollten, das der Tag als einzigen Ertrag bot. Graf Bülow hat sich als gelehriger Centrumsschüler entpuppt. Er ist bereit, jenen lächerlichen Trick, mit dem daS Centrum die ihm anhängenden Arbeiter über die ver- räterische Auslieferung an die Brotivucherer zu täuschen sucht, seinerseits in sein Programm aufzunehmen: Bon dcnden Arbeitern aus den Taschen gezogenen Wucherzöllcn soll ein winziger Teil— nämlich der eventuell zu erwartende wesentliche Mehrertrag der Reichseinnahmen aus der Zollerhöhung— in der Form irgend eines Gesetzentwurfs der socialen Fürsorge zurückerstattet werden. Man raubt ein Gold« stück und schenkt dem Beraubten dann als Almosen eine Kupfermünze. Das ist die christlich-konservative Socialreform! Und der Pfennig wird überdies nur in hypothetischer Form ver« sprochen. Denn erstens ist es nicht sicher, ob überhaupt wesentliche Mehrerträge aus der Zollerhöhung zu erwarten sind, und dann scheint es sehr schwierig, überhaupt eine Form für die Verwirklichung jenes Versprechens zu finden. Volitifttze Berlin, den 3. März. Abgeordnetenhaus. Ausnahmsweise früh, bereits am viertenTage der Beratung des Kultusetats, wurde dem Minister sein Gehalt bewilligt. Der Abg. Porsch(C.) faßte noch einmal die Forderungen des Centrums zusammen und ermahnte das Haus, endlich einig zu sein, um gemeinsam die beiden schlimmsten Geiseln der Menschheit, den Unglauben und den Unisturz, zu bekämpfen. Nachdem verschiedene Redner, insbesondere Abg. Hackenberg (natl.), den Anmaßungen des Centrums entgegengetreten waren und nachdem auch noch der Pole Dr. v. Jazdzewski über die aggressive Polenpolitik der Regierung Klage geführt hatte, wurde die Debatte gegen die Stimmen des Centrums geschlossen. Vorher hatte Abg. Dr. Banner(natl.) noch den Minister im Interesse der Gesundheit unsrer Schuljugend er- sucht, das Tragen der Schulbücher unter dem Arm, das Tragen von Korsetts und Schleppen zu verbieten. Die Re- gierung erkannte die Klagen als berechtigt an, hielt aber den Erlaß einer allgemeinen Verfügung für schwierig, da die Mütter sich nur schwer entschließen, auf diese Wünsche ein- zugehen. Einige weitere Kapitel des Etats wurden nach belang- loser Debatte bewilligt. Zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Centrum und Nattonalliberalen kam es nur noch bei der Forderung von 6000 M. behufs Errichtung eines Seminars zur Ausbildung altkatholischcr Theologen. Die Toleranz, deren sich das Centrum rühmt, geht nicht so weit, daß es Andersgläubigen etwas zukommen läßt, und so wurde denn die Forderung in namentlicher Abstimmung mit 150 gegen 122 Stimmen gestrichen. Am Mittwoch wird die Beratung fortgesetzt. DaS Centrum und die Erhöhung der Getreidezölle. Man schreibt uns vom Rhein: In der Brust des Centrums, dieser wunderlichen politischen Er« scheinung, wohnen gar viele Seelen: eine höfische und eine volksfreündliche, eine kapitalistische und«ine kleinbürgerliche, eine industriell- städtische und eine agrarische. Aus dem Wider- streit dieser mannigfachen Interessen erklärt sich die schwankende Haltung des Centrums, seine Unberechenbarkeit und Umfallsucht in politischen Fragen. In der nächsten Zeit,>vo die Handels- und Zoll- Politik zur Erörterung steht, wird der Gegensatz der industttell- städtischen und der agrarischen Strömungen im Centrum vor den andren Meinungs- und Jnterefsenverschiedenheiten innerhalb der Partei überwiegen. DaS Centrum verdankt den weitaus größeren Teil seiner parlamentarischen Sitze der bäuerlichen Bevölkerung, seine meisten und sichersten Mandate holt es sich vom Lande. Ist demgegenüber auch die Zahl seiner städtischen Mandate gering, so beruht auf ihnen doch zum guten Teil der große politische und moralische Einfluß, den das Centrum gegenwärtig hat. In unserer Zeit, wo die Arbeiterfrage im Mittelpunkt der öffentlichen Interessen steht, bewertet sich das An- sehen einer Partei nach ihrem Anhang unter der städtischen Arbeiter- bevölkernng; mit dem Ansehen des Centrums wäre es vorbei, ivenn es ans den Städten verdrängt würde, wenn es seine socialpolitische Glorie einbüßen und sich auf einen bäuerlichen Anhang beschränken müßte. Das Centrum hat also alle Ursache, sich in gleichem Maße die Gunst seines ländlichen und städtischen Gefolges zu erhalten; was die bäuerlichen Wähler der Partei an quantitattvem, daS führen die städtischen Arbeiter ihr an qualitativem Wert zu. Der Gegensatz der städtischen und ländlichen Interessen im Centrum ist schon vor einigen Jahren zum Ausdruck gekommen. Vor und während den Wahlen zum Reichstag im Jahre 1398 gerieten die beiden Richtungen recht lebhaft aneinander. Diese Auseinander, setzung, die sich hier im Westen zwischen der offiziellen Centrums- leitung und den Bauernvereinen vollzog, wurde in der Hauptsache ja hinter den Coulissen geführt, aber mau bekam einen genügenden Eindruck von der Heftigkeit und der Erbitterung der Auseinander- setzung, wenn man die'ultramontanen Preßäiißerungen, namentlich der agrarischen Organe, der„Rheinischen Volksstimme" und des „Westfalen" verfolgte. Die rheinisch-westfälischen Centrumsagrarier verlangten damals nichts weniger als die Aufstellting eigner besonders auf die land- wirtschaftlichen Interessen verpflichteten Kandidaten. Am 11. Mai faßte eine allgemeine Versammlung rheinischer Landwirte einstimniig folgenden Beschluß: „Die allgemeine Versammlung rheinischer Landwirte erachtet nach Lage der Verhältnisse in unsrer Provinz die direkte Ver- tretnng der Leitung des rheinischen Baucrnvereins im deutschen Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhause als eine Not- wendigkeit zur genügenden Wahrung der Standesinteressen der rheinischen Landwirtschaft." Und. in Westfalen hatte sich bereits ein Wahlkomitee der CentrumS« landwirte gebildet, ebenfalls zu dem Zweck, die Aufstellung agrarischer Kandidaten zu betreiben. Die Wahlen zun: Reichstag gingen denn auch im Jahre 1898 in vielen Kreisen des Westens unter großer Verwirrung und unter offensichtlicher Enthaltung der agrarischen Wähler vor sich, ivovon der Stinimenrückgang des CentrumS in zahlreichen Wahlkreisen Zeugnis ablegt. Es haben mannigfache Bc- sprechungen stattgefunden zwischen den leitenden Stelleu der ver- schiedeiien Richtungen im ultramontanen Lager, zu denen auch hohe kirchliche Würdenträger zugezogen wurden, und nur mühsam ist damals der offene Bruch verhütet worden. Die Verwirrung erneuerte sich Ende 1898 bei den Wahlen zum preußischen Abgeordneten- Hause, indem die offizielle Centruinsleitung bei Stichwahlen von der Wahl der konservativen Kandidaten abriet, während die agrarischen Führer sich für die Konservativen entschieden. Damals schrieb die „Rheinische Volksstinime":„Bei den Stichwahlen also lautet die Parole im Gegensatz zu der Parole der„Köln. Volksztg.": Für die Konservativen, gegen den Liberalismus, den nationalnuserablen und den von der Richter-Rickertschen Couleur." Mit der Einigkeit im Centrum ivar es, wie man sieht, um diese Zeit nicht weit her und sie sollte bald auf eine iveitere Probe gestellt werden. Die Flottcnvorlage vom Jahre 1898 mar im Centrum auf großen Widerstand gestoßen, wobei sich besonders die agrarischen Kreise hervorthaten. Es war klar, daß bei der bald darauf folgenden zweiten Flottenvorlage der Widerstand sich noch entschiedener geltend machen würde. Wollte daS Cenlrum nicht das Bild völliger Zerfahrenheit bieten. wollte cS nicht den Ruf seiner Hof- und Regiernngsfähigkeit einbüßen, dann mußte es dem agrarischen Unmut ein Opfer bringen, und das geschah, indem es bei Beratung der Flottenvorlage in der Budgetkommission die Regierung„zur nach- drttcklichen Wahrung der Interessen der deutschen Landwirtschaft hin- sichtlich des Schutzes ihrer Erzeugnisse bei der Ausgestaltung des Zolltarifs und der Handelsverträge" verpflichtete. Damit hatte sich das Centrum der agrarischen Reaktion gefügt; die Centrumsbanern haben ihren Widerstand gegen die Flotte fahren lassen und bei der Einmütigkeit und dem Eifer, mit dem die ultra- montanen Politiker für die Erhöhung der Lebensmittelzölle eintreten. tverden sie wohl keinen Anlaß mehr hab.en, bei den künftigen Wahlen ihren Plan, eigne Kandi- daten auszustellen, wahr zu machen. Die Centrumsagraricr, die christlichen Bauer» in Rheinland und Westfalen wissen zu schreien und mit Entschiedenheit aufzutreten zum Unterschied von den christ Solche Vorgänge beleuchten einmal wieder den unwürdigen Bu Getreidezollerhöhung. Die Verteilung eines vom socialdemokratischen I lichen Arbeitern. Zum großen Teil politisch total gleich Agitationskomitee herausgegebenen Flugblatts gegen den Korn- stand, in dem sich die Lehrer und die Schüler im sogenannten Stultur gültig und unthätig, sind sich die katholischen Arbeiter zum andren wucher ging daselbst gestern, trop der Höhe der Auflage, in turzer staate Preußen befinden. Teil der Bedeutung der Zollfragen und ihrer Wirkungen gar nicht Beit glatt von statten. Die Arbeiterstadt Mülhausen hat be- Karl Biedermann, so wird aus Leipzig gemeldet, ist im bewußt. In der Rückständigkeit seiner Wählermassen beruht ja reits in einer Maſſenversammlung Proteft gegen die Bollerhöhung 89. Lebensjahr verstorben. Biedermann stritt in den 40 er Jahren überhaupt die Stärke des Centrums, dessen größte Sorge deshalb auch eingelegt. Ihr folgen in den nächsten Tagen die Fabrikstädte für die Herstellung der deutschen Einheit, er war 1848 Vicepräsident darin besteht, fein gläubiges Gefolge von der Berührung mit fort- Colmar, Gebweiler und Markirch sowie Meg. des Frankfurter Barlaments. In Leipzig, seiner Heimatstadt, wo er geschrittenen und aufgeklärten Elementen fernzuhalten. Die Führer der christlichen Arbeiter, denen man nach ihrem Auftreten wohl zutrauen als Universitätsprofessor lehrte, wurde er in den 50er Jahren inDie Preisdiktatur des Eisensyndikats. darf, daß sie wissen, was dem Arbeiter wohlthut und was ihm schadet Selbst so synditatsfreundliche Blätter wie die„ tölnische Zeitung" folge feiner Oppofition gegen die Kleinſtaaterei prozessiert und des Lehramts beraubt. Später erlangte er die Professur wieder und fie find in ihrer Stellung vom Centrum zu abhängig, um ungescheut stehen nicht mehr an, den Rohstoff- Syndikaten in der Eisenindustrie so, wie sie sollten, die Interessen der ihrer Führung folgenden Massen ver- Borhaltungen zu machen, weil sie ihre Preise nicht herabsetzen nach der Herstellung des Deutschen Reichs entwickelte er sich immer treten zu können. Sie stehen allermeist in Diensten der Arbeiter wollen. Um so bemerkenswerter ist es, daß die" Post" sich be- mehr zu einem nationalliberalen Reaktionär schlimmster Art. Noch im hohen Greifenalter bethätigte er seinen Liberalismus eifrig vereine oder Gewerkschaften, und wer da weiß, wie diese Organi- rufen fühlt, die Haltung dieser Rohstoff- Synditate auch jetzt noch zu burch Mitwirkung an der Beseitigung des gleichen Wahlrechts in fationen materiell und geistig dem Centrum unterthan find, der wird verteidigen. Wie aus einer Umfrage, die die Zeitschrift Der Arbeits- Sachsen. Er ist Verfasser zahlreicher historischer und litterarischer fich nicht wundern, daß Herr Giesberts in Versammlungen des markt" veranstaltet hat, hervorgeht, sind die augenblicklichen Be- Schriften, denen eine wissenschaftliche Bedeutung nicht beigemessen Be- Sachsen. Er ist Verfasser zahlreicher historischer und litterarischer rheinischen Bauernvereins auftritt und dort die Bereit- fchäftigungsverhältnisse in den Metall- und Maschinengewerben über- Schriften, denen eine wissenschaftliche Bedeutung nicht beigemessen = " " " werden kann. = willigkeit der christlichen Arbeiter fundgiebt, gern die paar wiegend ungünstig. Es fehlt jedoch nicht an Ansägen, die eine gePfennige, die das Brot teurer wird", zu bezahlen; daß wisse Erholung in der nächsten Zeit zuließen. Dazu ist aber vor Die Hohkönigsburg. Im Zimmer Nr. 25 im Reichstagsdie Westdeutsche Arbeiter Zeitung" einen Artikel über den allen Dingen eine Ermäßigung der Rohstoffpreise notwendig. Das gebäude hat der bekannte„ Burgenforscher" Ebhardt eine kleine anderu bringt, um den Arbeitern aus Gründen der ausgleichenden Verlangen einer solchen ist vom Standpunkt des Arbeitsmarkts mit Ausstellung von auf die Hohkönigsburg bezüglichen Plänen, Gerechtigkeit die Notwendigkeit höherer Getreidezölle zu beweifen, allem Nachdruck zu unterstützen. Wenn das Roheisen- Syndikat Karten, Zeichnungen, Photographien usw. veranstaltet. Dahin ist daß Herr Brust in seinem Bergtnappen" aus gleichen Gründen seine unverhältnismäßig hohen Preise nicht herabgesetzt, dann hat nun auch das Modell gelangt, welches das alte Raubritterder Brotverteuerung das Wort redet und loszieht über das Organ es die Verantwortung einer weiteren Verschlechterung in vollem Um nest vollkommen wiederhergestellt, vorführt. Zur Zeit sind des alten Verbandes, das diesen Protest gegen den Lebensmittel- fange zu tragen. Schon bisher hat die Preisgestaltung der Syndikate nach der Ebhardtschen Dentschrift schon über hundert Arbeiter wucher in den Bereich seiner Agitation zieht. den deutschen Eisenmarkt verwirrt und erschüttert. Die" Post" will mit den Wiederherstellungsarbeiten beschäftigt. An sich gefällt Bei der Reichstagswahl in Aachen schienen die dortigen Arbeiter die öffentliche Meinung auf eine falsche Fährte leiten, indem sie den uns das Modell ganz gut; wir sehen nur nicht ein, warum zu erwachsen. Die Führer der christlichen Textilarbeiter richteten an Grund für die ungünstige Lage in der Konkurrenz der Vereinigten das deutsche Volk anderthalb Millionen für ein in Privatbefiz be= Den ultramontanen Kandidaten das Ersuchen, sich über seine Stellung Staaten sucht. Sie schreibt nämlich in ihrer Nummer vom 1. März findliches Bauwerk zahlen soll. Wenn die Burg eine Bildungsstätte zn der Militärfrage, zur Socialpolitik und zur Erhöhung der wörtlich: für die Besucher" werden soll, dann muß sie auch Gemeinbesitz Getreidezölle zu äußern. Herr Sittard schrieb einen ausweichenden" Im übrigen dürften entschieden die Gründe für die un- werden. Brief und wies auf die öffentliche Wählerversammlung hin, wo günstige Lage nicht innerhalb unfres Machtbereiches zu finden Man sieht, welche Anstrengungen gemacht werden, um den Zuer sich über die angeregten Fragen äußern würde. Er fand fein. Es scheint vielmehr, daß der Ring der amerikanischen schuß vom Reichstag zu erlangen. Aber noch ist er nicht beaber feinen Widerspruch, als er sich in dieser Versammlung Maschinenfabrikanten schon seine verheerende Thätigkeit ausübt. willigt. für die Erhöhung der Getreidezölle aussprach; sein lächer Durch die Prohibitivzölle ist dieser Ring in der eigenen Heimat liches Versprechen, daß die Mehreinnahmen aus den Getreide Zu den drohenden deutsch russischen Zollkomplikationen gegen eine fontinentale Konkurrenz geschüßt und kann sonach den zöllen für eine Witwen- und Waisenversorgung verwendet inneren Markt nach Kräften dazu ausnutzen, durch Ueber- wird dem Breslauer General- Anz." von industrieller Seite mitwerden sollen, wurde mit Beifall entgegengenommen und ein fpannung der Preise eine Ausfuhr- und Unterbietungsprämie geteilt, es erscheine sehr möglich, daß die russischen Großindustriellen Arbeiter sprach ihm das Vertrauen seiner christlichen Genossen aus! aus eigner Straft zu schaffen. Die Feststellungen des in dem deutschen Agrarzolle ein Mittel dazu sehen, die enorme Bei solcher Qualität der katholischen Arbeiter darf sich das Arbeitsmarkts" sind auf alle Fälle sehr wertvoll, weil sie für die unbesezte Produktionsfähigkeit der russischen Eisenindustrie vom ausCentrum allerdings einiges erlauben. Der christliche Arbeiter schreit kommenden Handelsverträge mit Amerika Fingerzeige enthalten." ländischen Wettbewerb durch Zollschutz zu befreien. nicht nach Agrarierart, er denkt nicht daran, eigne Kandidaten Die Schutzöllner in der Eisenindustrie müssen um Gründe sehr Das Vorgehen gegen Amerika begründet diese Annahme. Rußland aufzustellen und mit dem Abfall vom Centrum zu drohen. Dafür verlegen sein, wenn sie in derartiger Weise, wie es hier seitens habe den amerikanischen Eisenmarkt, als den gefährlichsten, weil forgt seine christliche Bescheidenheit und seine politische Rückständig der Post" geschieht, Thatsachen konstruieren, die sich mit der unberechenbarsten Faktor, zuerst vom Inlandkonsum entfernt und feit, die zu erhalten das Centrum so eifrig beflissen ist, indem es wirklichkeit nicht im mindesten vertragen. Unfre jezige Arife ergreife nun die Gelegenheit, um gegen Deutschland eine gleiche sein Gefolge von der aufklärenden Agitation ängstlich fernhält. Im in der Eisenindustrie ist nicht auf die amerikanische Konkurrenz Schutz wehr zu errichten. fatholischen Rheinland ist es mur in wenigen Orten den Social zurückzuführen. Das amerikanische Schreckgespenst, das vor JahresDer Centralvorstand der nationalliberalen Partei hat demokraten gegeben, zu christlichen Arbeitern sprechen zu können; in Köln frist vorzugsweise an der Berliner Börse umging, wurde in den Kreisen dieser Tage in Berlin seine Jahresversammlung abgehalten. Im 3. B. steht unfren Genoffen tein einziges größeres Lofal zur Verfügung, der Eisenindustrie selbst bis in die allerjüngste Zeit hinein jehr Mittelpunkt der Erörterung stand die Frage des Bolltarifs und und von da ab den Rhein hinauf ist uns das katholische Rheinland wenig ernst genommen. Jedenfalls ist aber nicht entfernt daran zu der Handelsvertrags- Politif. Aus dem Bericht( wir sozusagen ganz verfchloffen. Gewiß sind Anjäße da, daß die chrift denken, daß die jetzige Strife auf dem deutschen Eisenmarkte der folgen dem der National- Zeitung") geht hervor, daß der Vorstand lichen Arbeiter einzusehen beginnen, was die Erhöhung der Getreide- amerikanischen Stonkurrenz in die Schuhe geschoben werden könnte. Der Frattion Drehscheibe" auch in dieser Frage, feiner Tradition zölle für ihre Lebenshaltung bedeutet, aber es fehlt in den meisten Für jeden Beobachter des wirtschaftlichen Lebens ist es klar, daß gemäß, nach beiden Seiten hin Verbeugungen macht. Nach wie vor Bezirken des ultramontanen Westens an Gelegenheit, diese Anfäße der Rückgang der Konjunktur erfolgen mußte, weil die Aufnahme: gemäß, nach beiden Seiten hin Berbeugungen macht. Nach wie vor erachtet es die Partei für ihren vornehmsten Beruf", bei zu fräftigen und aus der katholischen Arbeiterbevölkerung heraus fähigkeit des inneren Markts der gesteigerten Erzeugung nicht ben verwirrenden Stämpfen um die Gegensäge des erwerblichen eine Bewegung zu schaffen, die dem Centrum zur Besinnung bringt, mehr folgen konnte. Es wird der" Post" nicht gelingen, die Ver- Lebens den Bereinigungspuntt" zu bilden, damit die Verwas es mit seinen Brotwucherplänen ristiert. braucher von Roheisen von der Schuldlosigkeit der Rohstoff- Syndikate abschiedung des neuen Zolltarifs alle in Betracht Hier könnten die bürgerlichen Parteien, denen es ernst ist mit an der jetzigen Krise im Eisengewerbe zu überzeugen. Die Distuifion, tommenden Interessen gleichmäßig berücksichtigt, ihrer Abwehr der agrarischen lebergriffe, hier könnte vor allen die über die Preisfragen während der letzten Wochen in der Fachalle Uebertreibungen und Störungsversuche Dingen der Handelsvertragsverein etwas Nützliches leisten. Da, wo preffe gepflogen wurde, hat volle Klarheit über die Preisdiktatur abgewiesen werden, und damit im Sinne eines die Socialdemokratie zu Hause ist, wo ihr die Gelegenheit zur des Roheisen- Synditats gebracht. Wenn man an die Feststellungen rechten Ausgleichs jedenfalls die landwirtschaftlichen Fre Agitation gegeben ist, darf man ihr die Arbeit ruhig des Arbeitsmarkts" überhaupt zollpolitische Forderungen fnüpfen will, überlassen, an threr Straft und ihrem Geschid, die so könnte man logischerweise nur zu dem entgegengesetzten Resultat zeugnisse ausreichenden Zollschutz Maffen in Bewegung zu ſehen, wird wohl feiner zweifeln. Aber wie die" Post" Lommen, nämlich: Herabſegung oder Aufhebung der dieser Beruf der Partei, dem Ausgleich bie Wege offen, und die Voraussetzungen für den Abschluß lang= in Gegenden, wo der Socialdemokratie der Zugang verwehrt ist, Eisenzölle, damit das Roheifen- Shudikat durch die Konkurrenz des fristiger Handelsverträge aufrecht zu halten, mur und wo gerade die Partei ihren Sitz hat, von deren Haltung der Auslands zur Nachgiebigkeit gezwungen werde. Ausfall unsrer Zollgesetzgebung abhängig ist, da sollte sich die bürgerliche Abwehragitation zu wirken berufen fühlen. Ersteht dem Centrum nicht aus den eignen Reihen ein fühlbarer Widerstand, wird es nicht vor Darmstadt, 5. März.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Die die klipp und klare Entscheidung gestellt, zu wählen zwischen den Bauern Regierung legte heute dem Heffischen Landtag ein neues Wahlgefes oder den Arbeitern, dann läßt sich die ultramontane Partei von der agrarischen Woge weiter treiben. Gegen das Centrum, die regierende vor. Dasselbe basiert auf dem Princip des allgemeinen, direkten Partei, hat der Kampf um die Handelsverträge und billiges Brot und geheimen Wahlrechts; die Stimmabgabe geschieht mittels den Hauptangriff zu richten. Die Socialdemokratie thut in diesem amtlichen Couverts. Kampf, da, wo es ihr gegeben ist, zu wirken, ihr Bestes; die bürgerliche Opposition sollte im Centrumslager da anseßen, wo die Socialdemokratie nicht hingelangen kann. An Unterstügung unfre: feits wird es ihr nicht fehlen. Wahlreform in Heffen. " ges erlangen tönnen. Wenn aufe neue betont werden tomite, so mußte es einer späteren Erwägung vorbehalten bleiben, wie dafür Sorge au tragen wäre, daß etwaige Mehreinnahmen aus den landwirtschaftlichen Zöllen der Erfüllung bon tulturellen 3weden dienstbar gemacht werden. 201 Für den Getreidezoll und zugleich für Handelsverträge, für Industrie und Landwirtschaft ganz wie Bülow will die Partei das Ganze" im Auge behalten. Trotz des Eintretens für die Agrarier beschwerten sich viele Vertreter über die Schärfe des AnEine Partei, die es allen Die Kommiffion für Arbeiterstatistik soll für die Oster- griffs seitens des Bunds der Landwirte. vertagung des Reichstags einmal wieder aus dem tiefen focial- recht machen will, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie von beiden politischen Schlummer erwedt werden. Wird Herr v. Woedtke, Seiten Prügel bekommt. der Sammler von Bettelpfennigen vor der Centralverbandsthür, in mi soid goil, sidder Kommission als Regierungsvertreter weiter erscheinen? Deutsches Reich. Das Organ der konservativen Partei, die„ Konservative Protest gegen den Kornwucher.no buorrespondenz", begründet seine Ablehnung von Diäten für den In Hamburg fanden am Sonntag zahlreiche, überaus be- Reichstag durch folgendes, dem Gedächtnis zu bewahrendes Urteil suchte Boltsversammlungen statt. Dasselbe wird uns berichtet aus über die Mitglieder dieses Parlaments; Bremerhaven, dem Wahlkreis anzleben und aus Inowraz law, wo Genosse Morawsti in einer imposanten Verfammlung polnischer Socialdemokraten sprach. In Düsseldorf fanden zwei Protestversammlungen statt. Die Centrumsabgeordneten Kirsch und Schmiz, die zu den Versammlungen eingeladen waren, entschuldigten ihr Nichterscheinen, der eine: man möge seine Rede über die Kornzollfrage, d. h. für den Brotwucher, im Stenogramm nachlesen, der andere: er tomme nicht. In Wiesbaden hielt der socialdemokratische Kreiswahlverein eine Versammlung ab. Genosse Quard Frankfurt a. M. referierte und besprach besonders die landwirtschaftlichen Verhältnisse des Bezirks, in dem von ca. 85 000 Landwirten ca. 81 000 inter 40 Morgen Befiß haben, so daß die Kornzollerhöhung ganz sicher 70 000 Landwirten mehr schadet als nützt, während die paar hundert Großpächter den Nahm abschöpfen. Bayrische Centrum8sorgen. München, 4. Februar. Die Ultramontanen im Bayernland befinden sich zur Zeit wieder einmal im Zustand der höchsten sittlichen Entrüftung. Die Broschilre des ehemaligen protestantischen Theologen Graßmann über die Moraltheologie des heiligen Alphonfus de Liguori ist es, die das Entsetzen der Frommen erregt. Mit ihrem unaufhörlichen Geschrei nach Polizei und Staatsanwalt erreichten die frommen Eiferer freilich nur, daß innerhalb kurzer Zeit das entsetzliche Büchlein die 59. Auflage erlebte. Die liberale Presse macht sich den blinden Fanatismus der ultramontanen Herren zu Nutze und frozzelt fie mit perfider Bosheit jeden Tag wieder aufs neue heraus, wenn ihr Eifer zu erlahmen droht. Und in ihrer himmlischen Einfalt fallen die Schwarzen immer wieder auf die Manöver ihrer neidigen Kollegen von der protestantischen Fakultät herein; die„ Neue Bayrische Zeitung" hat ihre Wut schon in einer Serie von Leitartikeln ausgelassen und noch ist kein Ende abzusehen. Graßmann und sein Pamphlet zu existieren scheinen, spielen sich hier Während also für die ultramontane Presse nur noch Herr in aller Stille einige Vorgänge ab, die für die Centrumspartei eigentlich von viel größerer Wichtigkeit sind, als die Septeufeleien des protestantischen Eiferers! Darüber liest man in den katholischen Blättern freilich nichts. Man pflegt derartigen Einwänden durch den Hinweis darauf zu begegnen, daß auch in Landtagen den Abgeordneten Diäten gezahlt würden, ohne daß das öffentliche Ansehen der Diätenempfänger darunter leide. In den Landtagen aber ist das Niveau der Abgeordneten schon infolge des dort die Grundlage bildenden Wahlsystems ein höheres, als im Reichstag, dort ist auch dem lleberhandnehmen des Berufs: parlamentarismus vorgebeugt und die Abgeordneten wohnen mit wenigen Ausnahmen in den Wahlkreisen. Im Reichstagswahlrecht ist aber bekanntlich die Diätenlosigkeit ein Korrelat zur ge heimen Wahl. Wird den Reichsboten bare Entschädigung gezahlt, so muß also die geheime Wahl fallen, und nicht die Konservativen find es, die an dieser„ Grundsäule" der Wahlfreiheit rütteln. Zur Bereinfachung der parlamentarischen Arbeit würde zudem die Diätenzahlung nichts beitragen; verschiedene Abgeordnete würden vermutlich suchen, sich möglichst reichliche Ent: In Sachsen, dem industriellsten Staate des Reichs, scheinen schädigungen zu verdienen und auf Verlängerung der Seffion einige Behörden den Ansturm der Arbeiter gegen die agrarischen hinarbeiten. Weit besser wäre es, man faßte den Plan der mehrSo brachte fürzlich das führende katholische Organ eine MitZumutungen sehr ungern zu sehen. Das„ Sächs. Volksbl." teilt jährigen Etatsperioden ins Auge; dann würden die Reichstags- teilung über eine Arbeitslosen- Versammlung und weil mit, daß am letzten Sonntag drei Protestversammlung in Wilkau, fessionen um gut ein Drittel verkürzt werden können." Ihre Ansicht von der erbärmlich fleinlichen Gesinnung ver- den Rat, bei den Bauern Arbeit zu suchen, jegt, mitten im man gerade nichts Dümmeres wußte, gab man den Arbeitslosen Noizschau und Mylau aufgelöst worden sind. Dagegen fanden höchst wirkungsvolle Versammlungen statt in 3 widau und im schiedener Abgeordneten" kann die„ Kons. Korresp." offenbar nur winter! Diesen faulen Wig, der eigentlich an die Adresse der erzgebirgischen Eibemberg( 16. sächs. Wahlkreis). aus ihrer gewiß ausgezeichneten Kenntnis fonservativer Abge Aus Nürnberg wird berichtet: ordneter gewonnen haben. Wir wollen daher die Richtigkeit der An- Socialdemokraten gerichtet war, nahmen aber die katholischen Arbeiter gewaltig trumm und sie lesen ihrem eignen ParteiEine von Kleinbauern und Landarbeitern des ficht nicht bestreiten. Wahlkreises Nürnberg- Altdorf start besuchte Boltsversammlung in Unrichtig aber ist die Annahme, daß das Niveau der konservativen organ in einer Weise die Leviten, wie etwas Aehnliches wohl taum Diepersdorf nahm nach einer Rede des Landtags- Abgeordneten Reichstags- Abgeordneten niedriger fei als das der konservativen jemals dagewesen ist. Der christliche Gewerkschaftler", Organ des Scherm einstimmig eine Resolution gegen jegliche Erhöhung Landtags- Abgeordneten. Wir nehmen die Herren v. Levezow und bayrischen( chriftlichen) Gewerkschaftskartells, schreibt in Nr. 9 vom der Getreidezölle an. v. Klindowström gegen die ungerechte Bezichtigung ihres Partei- 1. März unter der interessanten Stichmarke:„ Herr, verschone uns Vom Oberrhein wird uns unterm 4. d. M. geschrieben: Die Organs in Schuß; auf niedrigerem Niveau als ihre Landratskollegen vor uniren Freunden" wie folgt: Wir standen bisher gewiß nicht auf dem Kriegsfuße mit der Protestbewegung gegen die geplante Erhöhung der Getreidezölle im Abgeordnetenhause können sie nicht stehen. Neuen Bayerischen, aber diese raffinierte Entstellung der thatnimmt auch im Südwesten des Reichs von Tag zu Tag an Umfang Junkerliche Unverschämtheit. Die" Stralsunder Zeitung" fächlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit und beabsichtigte Jrre: zu. Im Großherzogtum Baden ist zur Zeit der Reichstags- Abgeordnete meldet folgende Episode aus Wiel auf Rügen: führung, um die Aufmerksamkeit der maßgebenden Behörden wie Edmund Fischer auf einer Agitationstour begriffen, auf der er auch von der eventuellen Beachtung des Rufs aus Tausenden insgesamt in 15 Versammlungen in den Orten Offenburg, Triberg, von hungernden Arbeiterkehlen: gebt uns Arbeit, gebt uns Brot! St. Georgen, Villingen, Singen, Radolfzell, Wollmatingen, Allmannsabzulenten, fordert auch uns zur schärfsten Kritik heraus. dorf, Konstanz, Heidelberg, Dietlingen, Brögingen, Niefern, sowie Nicht genug, daß das Schreckgespenst Hunger jetzt tagtäglich bei in zwei Orten des 4. badischen Reichstags= Wahlkreises sprechen ungezählten Familien an die Thür pocht, nein, sie sollen auch noch wird. Die Arbeiterschaft der Residenz Karlsruhe wird demden Hohn ertragen, daß sie von einer arbeiterfreundlich sein nächst in einer Massenversammlung in den Festhalle gegen den wollenden Zeitung als indirekte Tagediebe erklärt werden.... agrarischen Beutezug auf die Taschen des werkthätigen Volts Stellung nehmen. Ein Beschluß, der sich gegen jede Erhöhung der Nahrungsmittel- Zölle ausspricht, wurde von einer zahlreich besuchten Arbeiterversammlung in Pforzheim einstimmig angenommen. Ini Reichsland Elsaß- Lothringen hat die Hauptstadt Straße burg gestern in einer imposant verlaufenen Protestversammlung im Vorort Ruprechtsau, zu der wegen frühzeitiger polizeilicher AbSperrung Hunderte feinen Zutritt mehr fanden, mit einem Referat des socialistischen Stadtrats Böhle gegen den Kornwucher Stellung genommen. Ihr folgt am Dienstag eine zweite Versammlung in einem städtischen Saal der Innenstadt. Heute abend spricht in einer von bürgerlich- demokratischer Seite einberufenen Versammlung der badische Abgeordnete Muser Offenburg in Straßburg gegen die M Hausfriedensbrug af und Freiheitsberaubung. Am Freitagvormittag drang der Rittergutsbefizer v. Blaten auf Barchow in das Klassenzimmer der Bischofsdorfer Schule und beschimpfte den Lehrer, weil er ihm Kinder zur Fuchsjagd verweigert hatte. Als er jogar thätlich gegen den Lehrer vorging, wurde er von diesem zur Thür hinaus befördert. Bald aber kam er mit Arbeitern und Gutsbeamten zurüid, ließ die verschlossene Hausthür aufbrechen und den Lehrer, der durch die Flucht aus dem Fenster allen weiteren thätlichen Beleidigungen aus dem Wege gehen wollte, ergreifen und gefesselt auf einem Schlitten nach Alten= tirchen zum Amtsvorsteher bringen. Nachdem dieser Herr aber von beiden Seiten den Sachverhalt er fahren hatte, fette er Herrn Wolff fofort in Freiheit, und erstattete derselbe ungesäunit dem Herrn Superintendenten Schulz in Altenkirchen Anzeige von dem Vorgefallenen. Hoffentlich wird Herrn v. P. und seinen Helfern Gelegenheit geboten, darüber Be trachtungen anzustellen, daß in einem geordneten Rechtsstaat andre Mittel angewandt werden müssen, um vermeintliche Rechte geltend zu machen." Offen gesagt, wir geben nichts auf das fortwährende Geschrei der Agrarier um Arbeits. träfte, weil wir die Verhältnisse selbst temen, wie sie liegen. Im Sommer ruft man aus Leibeskräften um Arbeiter, und kaum ist die legte Garbe in die Dreschmaschine geschoben, dann sieht man die Arbeiter lieber von hinten als von vorn Sorgt für ständige Arbeit, anständige Bezahlung und Kost ( nicht den Margarinetübe 1), gesunde Wohnstätten( nicht den Pferdestall) dann wird auch die Landflucht aufhören " es giebt nicht nur keine Arbeit auf dem Lande im Winter, sondern es ist Not an derselben. Die vortrefflich organisierten Arbeitsämter in Bayern sind uns auf diesem Gebiet maßgebender als das entstellte Lügen gewinsel der Neubahrischen und ihrer großagrarischen Hinter Natürlich hat Rossi auch Gutsbesiger und Geistliche befragt, um beztv. überhaupt dem Gouverneur einen Beirat zu geben. Kom männer. Unfre arbeitslosen Freunde, deren es nicht wenige sind, die Kehrseite der Medaille tennen zu lernen. mission und Regierung waren aber im wesentlichen darin einig, daß bedanken sich auf diesem Wege bei der Neubayrischen für ihre Doch auch unter den Gutsbefizern haben sich einige zu Gunsten zur Zeit noch nicht die für eine solche Institution notwendigen allein dastehende Leistung zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit und der Bauern ausgesprochen. Andre konnten nichts Nachteiliges Elemente vorhanden seien, daß indes diese Frage früher oder später wünschen, daß sie" ihre socialpolitische Weisheit für Abhilfe von von der socialistischen Propaganda sagen, als daß die Bauern den zu lösen sein wird. Der Kolonialdirektor kündigte an, daß demArbeiterelend für sich" behalten möge. Respekt vor der Herrschaft verloren haben und nicht mehr grüßen usw. nächst eine Kommunalordnung für diejenigen oftafrikanischen Städte, Die Geistlichen find, wie fich denken läßt, äußerst aufgebracht gegen welche bereits eine Civilverwaltung haben, erscheinen solle. Sodann trat Irreligiofität, die jeden Tag zunimmt. Interessant ist in der That, eine längere Diskussion über die Üsambarabahn ein. Die Kommission zu konstatieren, daß die Anzahl der Begräbnisse ohne Priester wächst war darin einig, daß die diesbezüglichen Aufstellungen des Etats völlig und die Beerdigungs- Ceremonie socialistischen Charakter annimmt; phantastisch und wertlos feien. Die bisher übliche Begutachtung einige Familien lassen ihre Kinder nicht taufen und geben ihnen die durch das Reichs- Eisenbahnamt habe sich gleichfalls als völlig unzuNamen Marg, Bebel, Engels, Cavallotti, Garibaldi und ähnliche. verlässig bewiesen. Nachdem der Betrag für die Fertigstellung der Bei der Volkszählung, die soeben stattgefunden, schrieben manche in im Bau befindlichen Strecke bewilligt war, wurde die eingesetzte Rate die Rubrif Religion: antikatholisch"," Atheist" oder einfach:" ohne". für die Fortführung der Bahn bis M'Rogoro mit großer Mehrheit Und das soll die Kehrseite der Medaille sein! abgelehnt. Zum Schluß wird dem Centrum ein selbständiges Handeln der christlichen Gewerkschaften auf wirtschaftlichem und man höre politischem Gebiet angekündigt! Diese famose Kriegserklärung wurde natürlich nicht über Nacht gezeitigt und die Notiz der Neubayrischen lieferte nur den längst gesuchten äußeren Anlaß. Wie sehr sich die Verhältnisse schon seit längerer Zeit zugespitzt haben, dafür liefert folgender Vorfall einen Beweis; in einem katholischen Arbeiterverein donnerte der leitende Präses( ein Geistlicher also) ein hervorragendes Mitglied der christlichen Gewerkschaft mit den Worten nieder:„ Ein ganzer Socialdemokrat ist mir lieber als ein halber." Wenn so etwas vorkommen fann, ja dann ist's weit gefehlt", bemerkt wehmütig dazu das christliche Gewerkschaftsorgan und sagt dann weiter: Will etwa ein solcher geistlicher Herr von christlicher Arbeiter freundlichkeit reden? Oder harmoniert eine solche Redensart mit dem Amt und der Würde der Person? Daher tommt es, daß, und wir wissen es bestimmt von den orga nisierten Mitgliedern aus den Gesellen und Arbeitervereinen, vier Fünftel bei den Social demokraten und ein Fünftel bei den Christlichen find!" Schließlich wird auch noch den ultramontanen Gemeindevertretern in höchst amüsanter Weise( Io big" nennt es das christliche Blatt felbst) die Wahrheit gegeigt. Und die Erkenntnis des Erwachens ihrer bisher getreuen Arbeiterschäflein ist es, die den ultramontanen Führern viel heimliche Befiimmernis schafft. In diefer Situation ist ihnen offensichtlich höchft unangenehm die rücksichtslose socialdemokratische Agitation gegen den Brotwucher, die in den nächsten Tagen auch den Münchener Burgfrieden überschreiten wird. Schweiz. Frankreich. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zürich, 4. März. Die Bolksabstimmung in der Stadt Zürich über die außerordentliche Subventionierung des einer Aftiengesellschaft gehörigen Theaters mit 50 000 Fr. ist mit 11 865 gegen 7945, also mit einer Mehrheit von 3920 Stimmen, wieder in eine Lohnbewegung einzutreten, um insbesondere eine Die Maßschneider in Berlin beabsichtigen in diesem Frühjahr verworfen worden. Die Drohungen der bürgerlichen Presse, daß im Lohnaufbesserung in den taufmännischen Geschäften herbeizuführen. Falle der Ablehnung der Subvention die Attiengesellschaft das Theater Durch die Einführung der Tarife im vorigen Jahre hat allerdings schließen und dann eine große Anzahl von Personen eristenzlos eine teilweise Regelung der Löhne stattgefunden, aber in der werden würde, hat so wenig Eindruck gemacht, wie die andre Ver- Hauptsache nur für die erſt- und zweitklassigen Geschäfte. In ficherung, daß im Falle der Bewilligung der Subvention die Kunst den drittklassigen, faufmännischen Geschäften werden wie vor demokratisiert werden würde. her äußerst niedrige Löhne bezahlt und die Preise von den Unternehmern ganz nach Willkür and verschiedenartig festgesetzt. Die Mandatsaberkennung Déroulèds und Marcel Haberts Trotzdem auch von den für diese Geschäfte thätigen Schneidern eine feitens der Deputiertenkammer führte am Montag noch zu einer gute Arbeit verlangt wird, wird von den Unternehmern zumeist nicht stürmischen Sizung. Faure greift den Beschluß des höchsten mal der 3. Tarif, sondern der Preis für billigere Lagerarbeit bezahlt, Gerichtshots an, wodurch Déroulède verurteilt wurde und beso daß die drittklassigen Geschäfte für ca. 30 Broz. niedrigere Arbeitszeichnet ihn als standalös. Faure wird zur Ordnung gerufen. Faure fährt löhne fast dieselbe Qualität Arbeit wie die in Betracht kommenden trotz der Ermahnungen des Kammerpräsidenten in seinen Angriffen Maßgeschäfte erhalten. Die besseren Firmen werden dadurch schließlich fort und fagt, wenn Déroulède Erfolg gehabt hätte, so würden veranlaßt, gleichfalls eine Reduzierung der Löhne zu versuchen, da sie die meisten Deputierten ihm Folge geleistet haben. Die äußerste unter dieser Konkurrenz sehr zu leiden haben. Der heftige KonkurrenzDer Konkurs der Grundschuldbank. Linke erhebt hiergegen lärmend Einspruch. Als Faure erklärt, fampf, der in der Bekleidungsindustrie tobt, wird fast ausschließlich, Wie sehr wir im Rechte waren, als wir den Konkurs der daß er einen großen Unterschied zwischen Déroulède und den begünstigt durch die Folgen der Heimarbeit, auf Kosten der ArbeiterGrundschuldbank als für die Besitzer der Obligationen( Grundschuld. Revolutionären, die das Bolt täuschten, mache, wird ein schaft geführt. Um diesen Zustand möglichst zu beseitigen, soll eine briefe) wünschenswert schon früher bezeichnet und gestern begrüßt beftiger 8 wischenfall hervorgerufen. Faure wendet sich an rege Agitation entfaltet und zu geeigneter Beit den Unternehmern einen Abgeordneten mit den Worten: Sie sprechen von die Forderungen unterbreitet werden. In der gut besuchten Verhaben, beweist die Aufnahme der gestern erfolgten Konkursanmeldung Schmutz und haben ein Ministerium, wie diese sammlung am Montag, in der die schlechten Lohn- und Arbeitsvon seiten der Börse: die Obligationen stiegen um 1/2 Proz. da!" Der Kammerpräsident entgegnet Faure: Der Kammerpräsident entgegnet Faure: Sie haben verhältnifie lebhaft tritifiert worden sind, wurde beschlossen, die für Das ist ein sehr charakteristischer Vorgang; wenn Gläubigeransprüche an die Regierung beleidigt". Auf Verlangen des die kaufmännischen Geschäfte arbeitenden Kollegen bei dem Bestreben, einen Schuldner bei dessen Kontursanmeldung im Werte steigen, Präsidenten nimmt Faure seine Aeußerung zurück und fährt ihre Lage zu verbessern, in jeder Weise zu unterstützen. dann ist wohl der Beweis geliefert, daß der Konkurs im Interesse dann in seinen Lobeserhebungen Déroulédes fort, den man nicht Die chriftlichen Fleischergesellen haben sich in einer Betition der Gläubiger liegt; in dem Fall der Grundschuldbank liegt die als Monarchisten bekämpfen könne, aber als einen Republikaner, der an den Berliner Polizeipräsidenten gewandt, um die Sonntagsruhe Saite so, daß die Börse, die doch auch nicht dumm ist, sehr wohl Vollstreckerin der niedrigen Absichten Waldeck- Rousseaus zu machen, Magistrat abschlägig beschieden, deshalb die Appellation an den die Voltsabstimmung will. Faure beschuldigt die Kammer, sich aur auf dem Schlachtviehhof zu fordern. Die gleiche Betition ist vom weiß, daß die gefeßmäßige Verfolgung der Ansprüche der und sagt, sie beforge die Geschäfte desjenigen, der die Schnur an Bolizeipräsidenten. In diesem Wunsch werden sich wohl alle GeGrundschuldgläubiger weit bessere Aussichten bietet, als die Finanz der Guillotine ziehe. Auf Antrag des Präsidenten verhängt die fellen ohne Unterschied der politischen Gesinnung einig wissen. Wie operation der hohen Bank und ihrer Organe, zu denen auch die Kammer die Censur über Firmin Faure mit zeitweiliger Aus berechtigt die Forderung ist, ist daraus ersichtlich, daß Berlin Liquidatoren gehören, den Gläubigern gewährte. schließung und befiehlt ihm, fich zu entfernen. Faure weigert sich. von allen größeren Städten eine Ausnahmestellung einDie hohe Bank hat mit diesen Thatsachen, wie wir wissen, Der Kammerpräsident bedeckt sich und verläßt feinen Sig. Der nimmt; nirgends ist sonst die Unfitte verbreitet, daß an schon lange gerechnet und arbeitet entgegen dem Interesse Saal wird geräumt, Faure nimmt auf der Tribüne Plaz. Nach Sonn- und Festtagen auf Schlachthöfen gearbeitet wird. Die ber Gläubiger auf einen 8wangsvergleich hin, den die Wiederaufnahme der Sigung verlangt Millevoye die Besprechung ablehnende Haltung des Berliner Magistrats gegenüber einer so Liquidatoren begünstigen sollen. Zu diesem Zwed hat der ber Borlage. Die Besprechung der Angelegenheit Déroulède wird bringenden socialpolitischen Forderung ist recht beschämend, entspricht Justizrat Kempner schon in der Versammlung der Gläubiger mit 811 gegen 287 Stimmen abgelehnt. Die Linke verlangt den aber dem, was wir von dieser Stelle gewöhnt. Schluß der Debatte, was mit 272 gegen 245 Stimmen am 29. Dezember vorigen Jahrs einen Beschluß herbeigeführt, der die beschlossen wird. Mirman bringt einen Zufazantrag zu dem Anstellung der Liquidatoren zu Berwaltern im Falle eines Konkurses Antrage der Kommiffion ein, worin gesagt wird, die Die Bauarbeiter der Bahlstelle Berlin II wählten als borsieht. Es wäre nach allem inzwischen Vorgefallnen unglaublich, Rammer stelle ihr absolutes souveränes Recht fest, den Mandats- Delegierte zur Brovinzialfonferenz der Provinzen Brandenburg und wenn auf diesen Beschluß hin das Gericht, das nun mit der verlust Déroulédes und Haberts nicht auszusprechen. Der Posen Ernst Renner und Paul Rothenburg. Sache amtlich befaßt ist, die Konkursverwaltung bestellen wollte. Berichterstatter der Kommiffion bekämpft den Zufazantrag, der Für die Einführung der Arbeitslosen UnterDa man die Liquidatoren nicht als eine Gläubigervertretung, sondern darauf mit 317 gegen 178 Stimmen verworfen wird. Die Beschlüsse stü yung sprach sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung als Vertreter des Finanzplans ansehen tann, muß jezt ein gericht der Kommission, die den Mandatsverlust Déroulèbes verlangen, der hiesigen centralorganisierten 8immerer aus. Die werden mit 350 gegen 117 Stimmen angenommen. Schließlich von hier gewählten Delegierten wurden beauftragt, auf der Generallicher Verwalter bestellt und mit größtem Nachdruck durch Zustimmt die Kammer den Beschlüssen der Kommission bezüglich des versammlung des Zimmererverbands in diesem Sinne zu wirken. hilfenahme der Provinzbehörden eine Gläubigerversammlung ohne Mandatsverlustes Marcel Haberts mit 347 gegen 132 Stimmen zu Lehnt die Generalversammlung die Einführung der Arbeitslosendie Direktion der hohen Bant berufen werden, um eine Vertretung und vertagt sich sodann bis zum Donnerstag. Unterstügung für den Verband ab, so soll dieselbe für die Berliner der Gläubiger selbst zu schaffen. Diese Gläubiger find, das muß Filiale allein eingerichtet werden. Ausland.i Eine socialistische Gemeinde in Italten. Rußland. Amerika. Kleine Mitteilungen. in einer Versammlung der Gold- und Silberarbeiter eine Dem Kapitel von der Lehrlingszüchterei wurde neue Seite hinzugefügt. Dort wurde mitgeteilt, daß ein Silberdrücker sich von den Eltern der Lehrlinge für die Anlernung eine Entschädigung" von 150 bis 200 M. zahlen läßt, die er in rigoroser Weise eintreibt. Von den Praktiken einer Bestedwarenfabrit sollen die Eltern in Kenntnis gesezt und vor, denselben gewarnt werden. Deutsches Reich. Die Agitation des Pfarrers Naumann im Ruhrgebiet für immer wieder betont werden, zumeist kleine Leute" in der Provinz. Der 40 jährige Gedenktag der Befreiung von der Leib. Die Provinzpresse hat vor einem Vierteljahr mitgewirkt, den Plan der hohen Bank einzuleiten in der Meinung, daß eigenschaft gestaltete sich in verschiedenen russischen Großstädten, so besonders in Wilna, Saratow und Nischny- Nowgorod zu großartigen dieser in erster Linie den betrogenen Gläubigern zu Bolkskundgebungen, die teilweise einen politischen Charakter trugen. gute fomme. Das ist nicht der Fall, wie sich inzwischen heraus- Alle Arbeiten ruhten, die Schulen waren geschlossen, des Abends gestellt hat. Um so entschiedener follten jegt alle Provinz- waren die Fenster illuminiert und auf den Straßen veranstaltete das blätter ihre Leser darauf hinweisen, daß die von der hohen Bant Volt Umzüge, wobei es Lieder revolutionären Charakters und solche, begünstigten Liquidatoren, die mit 69 000 M. Jahresgehalt angestellt sind, in denen der" Bar- Befreier" verherrlicht wird, durcheinander fang. nicht die berufenen Konkursverwalter sind, die jetzt schon eine Ber Die Polizei hielt sich gegen ihre sonstigen Gepflogenheiten taftvoll filberung des Grundschuldvermögens in Bausch und Bogen, einen zurück, so daß es weder zu den sonst bei ähnlicher Gelegenheit in die freien Gewerkschaften hat den 6495 Mitglieder zählenden Swangsvergleich offen betreiben. Rußland üblichen Massenverhaftungen, noch zu Gewaltszenen tam. Die Stadtverordnetenversammlungen bewilligten in verschiedenen Dresdener evangelischen Arbeiterverein zu einem bedeutsamen Städten größere Summen zum Bau von Volksschulen, Volkstheatern Befchluß veranlaßt. Einstimmig nahm die Hauptversammlung nachund andren gemeinnügigen Anstalten. stehende Grundsäge an: 1. Denjenigen Mitgliedern, denen ihr Beruf es erlaubt, ist der baldige Anschluß an eine Berufs organisation zu empfehlen. 2. Von der Gründung christlicher Ges Ein italienischer Journalist, Adolfo Rossi, einer der Leiter Mac Kinley über die auswärtigen Handelsbeziehungen. werkschaften oder eigner Fachsektionen oder dem Anschluß an eine des monarchistischen Adriatico" von Venedig, hat dieser Tage eine am 4. März ist der wiedergewählte Präsident Mac Kinley, wie bestehende socialdemokratische Gewerkschaft bezw, von dem weiteren Untersuchung über die Zustände bei den Bauern in der Proving üblich, in fein Amt eingeführt worden. Diese Festlichkeit führte Berbleiben in einer solchen ist abzuraten. 3. Dagegen ist der Mantua angestellt, unter denen eine Lohnbewegung ausgebrochen ist. etiva 100 000 Frembe nach Washington. Nachdem er vor Eintritt in die deutschen Hirsch Dunderschen Jene Gegend, sowie die des benachbarten Emilien sind die, in denen etwa 200 000 Menschen den Eid in die Hände des ersten Vorsißenden Gewertvereine zu empfehlen. bereits am längsten die socialistische Propaganda getrieben wird. des Obersten Gerichtshofs gelegt hatte, hielt Mac Kinley eine Wenn der Aufforderung Folge geleistet wird, werden die HirschUnd wer jene Orte betritt, empfängt den Eindrud eines erwachenden Kulturlebens; er fühlt sich wie von einer neuen die auswärtigen Märkte noch mehr zu erweitern Fall ist. Luft umweht. In einzelnen Gemeinden haben die Socialisten die durch ausgedehntere tommerzielle Beziehungen und tritt$ 153 der Gewerbe- Ordnung. In der Ofenfabrit von Leitung bereits übernommen, in andren find sie in großer Anzahl für den Abschluß von Reciprocitätsverträgen in Gebr. Fuchs in Görlig war es zu Differenzen gekommen, weil die vertreten und ihre Thätigkeit äußert sich hauptsächlich in ökonomischen liberalem Sinne ein. Es sei sein heißester Wunsch, daß die Ofenseßer eine neue Arbeitsordnung, die ihnen die ReinigungsOrganisationen, die schon große Bedeutung erlangt haben. Der Redacteur des„ Adriatico" hat sich jenem Eindruck nicht ganz ver- zukünftigen Zwiftigkeiten Amerikas mit andren Mächten durch fried: arbeiten auferlegte, nicht anerkennen wollten. Vier Ofenfeßer wurden schließen können. Hier einzelne Teile feines interessanten Berichts: lichen schiedsgerichtlichen Spruch ohne die Schrecken deshalb entlassen. Einer derfelben, der Ofensetzer Heinrich Walter, des Krieges geschlichtet werden. hatte nun einem weiterarbeitenden Ofensezer 5 Mart geliehen. Er Ju Suzzara( Wahlkreis Gonzaga, dessen Abgeordneter Enrico Das klingt wie eine Absage an die bisher von Amerika befolgte forderte diese zurück mit der Bemerkung:" Wenn Du weiter arbeitest, Ferri ist) befindet sich die Administration seit langem in den Hochschutzpolitit, jedoch wird man den vollen Wortlaut der Rede ab- haue ich Dir die 5 Mart am Budel ab". Deshalb hatte er sich am Händen der Socialisten. Der Uebergang der administrativen warten müssen. Leitung aus den Händen der Gemäßigten( Moderati) in die der Socialisten hat nicht nur teine Umwälzung herbeigeführt, sondern den persönlichen Kämpfen ein Ziel gefeßt, die das Laud zerrütteten. werden. Rede, in der er u. a. auf die Notwendigkeit hinweist, Dunckerschen Vereine noch mehr versimpeln, als es schon bisher der Vom Boerenkriege Mittwoch vor der Görlizer Straftammer zu verantworten. Das Gericht bestritt die Anwendbarkeit des§ 153 auf diese drastische Rückforderung eines Darlehns und sprach den Angeklagten in Bezug auf§ 153 der Gewerbe- Ordnung frei.. wurde dagegen wegen versuchter Nötigung zu 20 Mart Geldstrafe verurteilt event. 4 Tagen Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte einen Monat beantragt. Die Zimmerer der Aktiengesellschaft in Wolgast find wegen Maßregelung einiger Arbeiter in den Ausstand getreten. Bei der Gewerbegerichts- Wahl in Chemniz- Land und im die Kandidaten der Gewerkschaften ohne Gegenliste gewählt. Kreise Stollberg( Sachsen) wurden in der Klasse der Arbeitnehmer Die oppositionellen Barteien hatten die vorige Administration unaufliegen neue Meldungen gar nicht vor. Allem Anschein nach zieht hörlich zu Verbesserungen in der Gemeinde angetrieben, so daß sich De Wet weiter nach Norden zurück, unt sich aufs neue zu Suzzara fich in 20 Jabren völlig umgewandelt hat und ein herr- träftigen. Haben also die Engländer auch den gefährlichen Gegner liches Rathaus, das grandioseste Hospital der Provinz, viele neue aus der Kaptolonie hinausgedrängt, so ist es ihnen doch noch nicht Häuser und Musterschulen besitzt. Auch die Industrie ist außer ordentlich aufgeblüht. Das Niveau der allgemeinen Bildung ist ein gelungen, sich seiner zu bemächtigen. Von dem Schicksal Bothas ist ziemlich hohes, dant der Scuola di arti e mestieri( Gewerbeschule), noch immer nichts Sicheres bekannt. in welcher Kurse über Phyfit, Chemie, Mechanit, Ackerbau abgehalten Aus bester Quelle verlautet, daß die lekte Reise des Transvaal Dem Pariser Blatt" La Presse" wird aus London berichtet: Auch die konstitutionelle Minderheit stimmt fast immer mit der gesandten Dr. Leyds nach Baris mit den Friedensverhandlungen, welche socialistischen Mehrheit überein. Die Wahlen gehen nun ohne Un: zwischen Lord Kitchener und General Botha, gepflogen wurden, im Busammenhang stand. Diese Unterhandlungen werden munmehr mit ruhe vor sich. Eine von den Socialisten eingeführte Neuerung ist Alfred Milner wieder aufgenommen, der zu diesem Zipeck von Kapfolgende: wenn das Theater geöffnet ist, ersteht der Magistrat für stadt nach Pretoria gereist ist. Dr. Leyds ersuchte die französische( Eig. Ber.) Der Hafenarbeiter- Streit von Palermo ist in keiner 200 Lire eben so viele Billets und verteilt sie zu 20 bis 25 pro Regierung, die Friedensverhandlungen durch den französischen Bot- Weise mit dem der Hafenarbeiter von Genua zu vergleichen; feine Abend unter Bauern und Arme. Zum Zweck der Speisung in der schafter in London führen zu lassen, wie dies in Washington nach Ursachen sind nicht diefelben, die Intereffen, um die es sich bei Schule( refezione scolastica) hat man eine kleine Familiensteuer dem spanisch- amerikanischen Krieg der Fall war. Delcassé soll aber ersterem handelt, sind ganz andre, wie sie es bei dem Testeren eingeführt. In Suzzaro nehmen alle Leute Anteil an den Ges meinde Angelegenheiten; = 75 Proz. der Wähler geben ihre dieses Anerbieten abgelehnt haben. Stimme ab. In Gonzaga war die erste Manifestation der socialistischen Partei die Bildung eines Konsum- und Arbeitervereins für die Bauern", der heute mehr als 200 Mitglieder zählt und dessen Aktien von 6 Lire auf 18 gestiegen find. Andre ähnliche Vereine find in rascher Bildung begriffen. Es ist auffallend, daß einer der eifrigsten Organisatoren ein einstmaliger Starabiniere ist, der erzählt, er hätte so vielen Prozessen gegen Socialisten beigewohnt, daß er sich schließlich zum Socialismus bekannte. Die Direktive der Bewegung liegt in den Händen des„ Circolo Elettorale", bestehend aus 60 Mitgliedern, deren Nechtlichkeit und Moralität vorher wie mit der Lupe geprüft wird. Parlamentarisches. Ausland. Die Ursachen der Ruhestörungen in Palermo. waren, und dann, während der Genueser Streit in musterhafter Ruhe und Ordnung verlief, brachen in Palermo Unruhen aus. Dieser Palermitaner Streit ist einzig und allein von den organisierten Kapitalisten im rein kapitalistischen Interesse veranstaltet worden, und die tumultuösen Demonstrationen waren das Werk von In der Budgetkommission wurde am Dienstag der Kolonial- Arbeitern, die absolut kein Klassenbewußtsein hatten, denen jede Etat beraten. Gesprochen wurde über die Ausbildung der Kolonial- politische Erziehung mangelte und denen überdies noch Hand imd beamten. Kolonialdirektor Dr. Stuebel vertrat dabei den Stand- Fuß von den Arbeitgebern gefeffelt war. punkt, daß man den Kolonialbeamten, da fie des Klimas wegen bald Der enorm reiche Großkapitalist Florio, den man den König wieder zurückkehren müßten, eine längere besondere Ausbildung nicht von Palermo nennen fanm, hatte, dazu angetrieben von den starken anfinnen könne. Indessen werde der besseren Auswahl der Beamten und unbilligen Prämien, die der Staat für die Erbauer von größeres Augenmert geschenkt. Hierauf regte der Referent Prinz Aren Handelsschiffen ausgesetzt hatte, große Rapitalien in Balermo in den berg( C.) den Gedanken an, dem ostafrikanischen Schutzgebiet Bau von Werften und Docs gesteckt, um dort Schiffe zu bauen und eine gewisse Selbstverwaltung in Bezug auf Einzelheiten des Etats die hohen Staatsprämien einzufaden. Jene Werften waren noch gerichts I stattfand. " aum beendet, als die Rammer über einen Gefeßentwurf zu erheblich und erkannte nach dem Antrage des Rechtsanwalts Dr. Jin den Times" vom 28. Februar veröffentlichten Bedingungen debattieren anfing, der die Prämien an die Handelsmarine ab- Schwindt auf Aufhebung des ersten Urteils und Freisprechung der Mandschurei Uebereinkunft dem Wesen nach richtig find; sie bestreiten jedoch die Richtigkeit bestimmter Einzelheiten. Im schaffen und als Recompens dafür die steuerfreie Einfuhr für Schiffs- des Angeklagten. baumaterial setzen will. Wenn nun die Staatsprämien abgeschafft Feine Familie. Ein Kapitel aus der Skandalchronik der fo- Artikel 4 soll es nicht heißen:„ China verpflichtet sich, keine Truppen werden, dann liegen die Kapitalien des Herrn Florio gerade in dem vollendet oder begonnen ist", sondern richtig:„ China verpflichtet Moment brach, in dem er darauf gerechnet hatte, daß sie ihm einen genannten„ besseren Gesellschaft" tam in einer Verhandlung zur Er- an irgend einem Plaze aufzustellen, wo die Eisenbahn noch nicht größeren Nugen abwerfen sollten. Deshalb muß natürlich auf die örterung, die vorgestern vor der neunten Straffammer des Land- fich, feine Soldaten an irgend einem Blaß der Mandschurei Der Kaufmann Otto Wilde war der ver- aufzustellen, che die transmandschurische Bahn fertig ist. Boltsvertretung ein Druck ausgeübt werden, damit die oben an- suchten Erpressung beschuldigt. Der Ingenieur B. Tag vor etwa vier Auch ist der Anfang des Artikels 8 bestimmter gefaßt, als ihn mein geführten Staatsprämien erhalten bleiben. Es war nun eine leichte Jahren mit seiner Ehefrau in Scheidung. Sache, einesteils die Phantasie der Arbeiter durch die Aussicht auf ihn der Untreue. B. erhob Widerklage, indem er denselben Vorwurf Mongolei und Chinesisch- Turkestan sollen teine Eisenbahn-, BergSeine Frau beschuldigte Telegramm wiedergiebt. Derfelbe lautet nicht:" In der Mandschurei, bevorstehende Arbeitslosigkeit zu erregen, andrerseits sie zu öffentgegen seine Ehefrau erhob. In dem Prozeß wurden außer dem werks- oder andre Konzessionen den Angehörigen irgend einer lichen Demonstrationen anzustacheln. So haben denn mit dem Streit in Palermo ant Sonnabend Angeklagten Wilde auch die Herren v. B. und Schl. als Zeugen ver- andren Macht gewährt werden, noch darf auch China selbst eine nommen, ersterer trat als Belastungszeuge für den Ehe- Bahn bauen", sondern der Artikel beginnt: An allen an die tumultuöse Demonstrationen stattgefunden, wobei die Telephondrähte mann auf, die beiden anderen wurden darüber vernommen, zerschnitten wurden, Renkontres mit den Truppen vorfielen, Ber- ob sie je zu der Ehefrau in unlauteren Beziehungen gestanden. Sie Mongolei, dem neuen Tarbagatai- Gebiet. in Jli, der Kaschgarei, russische Grenze stoßenden Plägen, nämlich in der Mandschurei, wundungen vorkamen und Verhaftungen vorgenommen wurden. Yarland, Khotan und andren Plätzen..."; sodann wiederholt der Unter den Demonstranten war der Direktor einer großen Metall- verneinten dies unter ihrem Eide, worauf B. für den schuldigen Teil Mongolei, dem neuen Tarbagatai- Gebiet, in Jli, der Kaschgarei, erklärt und verurteilt wurde, seiner bisherigen Ehefrau monatlich Artikel die Namen aller dieser Dertlichkeiten hinter den Worten: warenfabrik zu bemerken, welche durch die Abschaffung der Prämien 120 M. Unterhaltungsgelder zu zahlen. Nach 2 Jahren heiratete auch darf China selbst keine Bahn bauen" und setzt hinzu:„ ohne schwer geschädigt würde. Noch ein Jahr später, im Die Socialisten haben mit jener ganzen Agitation, welche den Herr v. B. die geschiedene Frau B. Herren Scharfmachern eine vom Himmel geschenkte herrliche Gelegen erflärte ihm, daß er arg hintergangen worden sei. Er könne Mandschurei auszuüben, ja es fönnte den Verbündeten formell Rußland braucht nicht formell die Souveränetät über die Herren Scharfmachern eine vom Himmel geschenkte herrliche Gelegen- Herbst v. J., erschien der Angeklagte plötzlich bei Herrn B. und vorherige Zustimmung Rußlands". heit bieten wird, um das liberale Ministerium anzugreifen, ganz und ihn leicht von der Verpflichtung befreien, die Alimente für ruhig noch einige Zugeständnisse machen, das würde an der Sache gar nichts zu thun. Bei dem Streit von Genua, der von wahren Arbeitern feine frühere Frau zu zahlen. Die beiden früheren Zeugen v. B. und nichts ändern, es wird sich bald an die Verdauung seiner Beute Schl. hätten einen Meineid geleistet, als sie machen können. An Rußland selbst wagen sich die Mächte nicht und für einen idealen Zwed vorgenommen wurde, tam leine Spur Chefcheidungssache vernommen worden seien. Der Angeklagte machte heran, sie fürchten die Folgen, die ein solcher Schritt unter Umvon Gewaltthätigkeiten vor und der Sieg wurde mit Ruhe aufgenommen. Ein Vergleich zwischen beiden Streiks ist von schneidender zur Begründung seiner Behauptung Angaben so ungeheuerlicher ständen haben könnte, dagegen soll China büßen, daß es den Russen Natur, daß sie dem Zuhörer unglaublich schienen. Wilde beharrte Beredsamkeit. aber auf seinen Angaben und erbot sich, eine eidesstattliche Ver- nachgeben mußte. Einer Pekinger Meldung der„ Morning- Post" zufolge chinesischen Regierung, sie würden Schritte gegen China unternehmen, Die Streiks in Frankreich. Die Lage in Montcea usicherung über die Wahrheit seiner Wahrnehmungen der Staats- erklärten Deutschland, England, Italien, Oestreich und Japan der anwaltschaft einzusenden. Nachdem dies geschehen, wurde gegen v. B. falls es die Mandschurei- Konvention ratifiziere, fie beabsichtigten Yes. Mines hat sich gebeffert. Der Direktor der Gruben hatte und Schl. das Verfahren wegen Meineids eingeleitet, aber wegen jedoch nicht, Rußland um Erklärungen seines Schritts zu ersuchen. heute eine erste Unterredung mit dem Streiffomitee aweds Bei- mangelnden Beweises wieder eingestellt. Vorher hatte der Angeklagte legung des Ausstands. In Marseille dagegen ist die Lage Zu den Wirren in China liegen heute sonst noch folgende schlimmer geworden. Der Präfett hat die Transportunternehmer zwei Briefe an Herrn v. B. gerichtet, worin er darauf hinwies, was er ersucht, mit den Ausständigen zu unterhandeln. Dieselben erklärten vorhabe und was dem Adressaten dann bevorstehe. Er verlange eine Nachrichten vor: mündliche Auseinandersetzung mit ihm. Herr v. B. schenkte diesen In Peking wurde offiziell durch Maueranschläge die Bejedoch, mit den Ausständigen in keine Verbindung treten zu wollen; Briefen feine Beachtung, übergab dieselben aber der Staatsanwalt strafung aller an den bekannten Verbrechen schuldig befundenen ein Schiedsgericht lönne ihrerseits nicht angenommen werden, da der schaft, nachdem das Verfahren gegen ihn und Schl. eingestellt war. Mandarinen, sowie die Einstellung der öffentlichen Prüfungen in Schiedsspruch, welcher im Monat August vorigen Jahrs den daSchiedsspruch, welcher im Monat August vorigen Jahrs den da- Die Anklagebehörde nahm an, daß Wilde entweder von Herrn B. allen Provinzen, wo Christen mißhandelt wurden, bekannt gemacht. maligen Ausstand beendigten, von den Ärbeitern gebrochen oder von Herrn v. B. Vorteile für sich erzielen wollte und diese Annahme wurde noch dadurch bestärkt, daß Wilde vor einem Notar feine frühere belastende Behauptung als unwahr erklärt und sein tiefstes Bedauern darüber ausgesprochen hatte. worden ist. Der Konflikt in der Waggonfabrik ,, Vulkan" in Maribo ( Dänemark) ist zu Gunsten der Arbeiter beendet. Jedoch dauert der Malerstreit bei der Firma fort. Der Fachverein der Erd- und Betonarbeiter in Dänemark hat aus eignen Mitteln eine Austeilung von Nahrungsmitteln an feine arbeitslosen Mitglieder veranstaltet. Bereits Anfang Februar wurden ca. 2000 kr. für diesen Zweck aufgewandt und am Sonnabend und Sonntag fand wiederum eine Verteilung von Brot, Margarine und Spec im Werte von 3000 Str. statt. Es hatten sich dazu ca. 300 unverheiratete und 700 verheiratete Mitglieder mit ca. 1500 Kindern gemeldet. Gerichts- Beitung. in der Im Termine wußte der Angeklagte über sein ganzes fonders bares Verhalten teine Rechenschaft zu geben, mit Entschiedenheit bestritt er nur, daß er irgend welche rechtswidrigen Vorteile für sich habe herausschlagen wollen. Der Gerichtshof hielt mit dem Staatsanwalt diesen Beweis auch nicht für erbracht und mußte deshalb zu einem freisprechenden Erkenntnis fommen. Der Vorsitzende gab dem Angeklagten aber die Bemerkung mit auf den Weg, daß seine Handlungsweise im hohen Grade verwerflich sei. Peking, 5. März. Der Kaiser hat ein Edikt veröffentlichen lassen, nach welchem alle Dekrete und Berichte, welche zwischen dem 20. Juni und dem 14. August 1900 erlassen, respektive erstattet worden find, vernichtet werden sollen, um jede Spur derselben in der Geschichte zu verwischen. Ein neues Gefecht. General Baldersee meldet am 4. d. M. aus Peking: Am 1. d. M. hat eine Erkundigungs- Abteilung von 25 Mann unter Oberstlieutenant v. Wallmenich unter Verlust von 3 Toten und 1 Verwundeten die Anwesenheit starter Truppen westlich Lungthsüankuan( etwa 18 Kilometer westlich des Antfuling- Basses nahe der chinesischen Mauer) festgestellt. Auch bei uthai( 50 Kilometer südwestlich Lungthsüantuan in Schansi) stehen erhebliche Kräfte. Oberst v. Ledebur ist heute früh von Paotingfu mit vier Compagnien abgeschickt, um den Antsuling- paß bis zur Mauer vom Feinde zu säubern und dauernd zu jchützen. Militär- Mißhandlung. Mit einer vorfäßlichen MiB handlung eines untergebenen hatte sich in seiner gestrigen Sigung das Oberkriegsgericht des Gardecorps zu beschäftigen. Der Gefreite Blume von der 9. Compagnie des Kaiser Besonders für Hilfe- Krankenkassen ist eine dieser Tage vom Alexander- Garde- Grenadier- Regiments war wegen des genannten Ober- Verwaltungsgericht gefällte principielle Entscheidung von Be- Vergehens vom Kriegsgericht der 2. Garde- Infanterie- Division zu Yang. Der Bezirk der eingeschriebenen Hilfstasse Nr. 32 zu Altona zehn Tagen Mittelarrest verurteilt worden und hiergegen hatten soumfaßt die Städte Altona und Hamburg, sowie mehrere Vororte. wohl der Angeschuldigte wie auch der Gerichtsherr Berufung einBlume war im legten Winter egerzierender RekrutenJm§ 6 Abs. II ihres Statuts wird nun bestimmt: Mitglieder, gelegt. welche aus dem Kaffenbezirk verziehen, scheiden mit dem Tage der Gefreiter und übte am Nachmittag des 7. Januar mit seiner Abteilung auf der Stube Gewehrgriffe. Er ließ unter Lehte Nachrichten und Depelihen. Abreise aus der Kasse aus." Und nach dem§ 7 des Statuts erlischt andern die Leute Inieend chargieren und einer der Ne mit dem Ausscheiden oder nach erfolgtem Ausschluß jedes Anrecht an die fruten namens Schlüter Lohnbewegung der Maler Berlins. machte hierbei einen fleinen Kaffe, soweit der Anspruch nicht vor diesem Zeitpunkt begründet war. Fehler. Nun soll der Angeschuldigte, wie es in der Eine äußerst start besuchte Versammlung der Vereinigung Der Küper H. aus Hamburg, ein Mitglied der Kaffe, der am Anklagefchrift heißt, seinem Untergebenen einen Schlag gegen das der Maler tagte Dienstagabend im großen Saal des Gewerk1. November 1899 aus dem Kaffenbezirk verzogen war, erlitt 18 Tage linke Ohr versezt haben und wenige Stunden darauf hätte Schlüter fchaftshauses. Cirka 1500 Personen füllten den geräumigen Saal, später einen Unfall und wurde mehrere Monate lang auf Kosten Drei Tage um den Bericht über die Verhandlungen mit der Innung ent des Armenverbands Hamburg im Krankenhause verpflegt. Die Staffe feinen Stubenkameraden über Ohrensausen geklagt. weigerte sich, die 244 M. Kosten zu erstatten und berief sich auf den später meldete sich der Rekrut revierkrank und kam in ärztliche Be- gegen zu nehmen. Die Innung hat sämtliche Hauptforderungen abcitierten zweiten Absatz des§ 6 ihres Statuts. Danach sei. handlung, wobei nun eine Verlegung des Trommelfells durch seinen Verzug aus dem Staffenbezirk bereits 18 Tage vor fonstatiert wurde, deren Heilung etwa zehn Tage in Anspruch nahni. gelehnt. Die heutige Versammlung spricht ihr Bedauern über das Die Maler Berlins erblicken in dem Verhalten der feiner Erkrankung aus der Kasse ausgeschieden. Der Armenverband Die Angelegenheit wurde durch den behandelnden Oberstabsarzt Berhalten der Junung in Bezug auf die Tarifverhandlungen erhob nunmehr Klage beim Bezirksausschuß in Schleswig und bestritt Dr. Kowalt dem Bataillon gemeldet, doch erklärte sich das alsbald aus. das durch die Meisterversammlung die Rechtsgültigkeit des§ 6 Abs. II des Statuts der Kasse wobei er zusammengerufene Standesgericht zur Aburteilung für inkompetent Vertreter der Innung eine Mißachtung der gesamten fich auf ein Urteil des Hanseatischen Ober- Landesgerichts berief. und überwies den Fall dem Kriegsgericht. In der gestrigen Ver- vom 1. März 1901 gedeckt wird Danach sehe das Hilfskaffen- Gesetz nur einen Austritt oder handlung der Berufungsinstanz leugnete der Gefreite hartnäckig, Arbeitnehmerschaft. Die Versammelten halten die Forderungen aufAusschluß vor. Ein mit bestimmten Thatsachen ohne einen Untergebenen geschlagen zu haben. Er hätte Handschuhe in recht und beauftragen die Organisationsversammlung, alle geeigneten weiteres verknüpftes Ausscheiden kenne das Gesez nicht, der Hand gehabt, und da sei es wohl möglich gewejen, daß er Schritte einzuleiten, um die Forderungen auf gütlichem Wege zu die Kasse tönne es darum auch nicht im Statut vorschreiben, wie sie den Schlüter leise mit denselben berührt habe; erreichen. In Erwägung dessen verpflichten sich die Organisierten, es gethan habe. Nach dem§ 15 des Gesezes solle beim Austritt absichtlich aber hätte er auch dies nicht gethan. Der als Sachveroder Ausschluß eine bestimmte Form gewahrt werden. Das sei hier ständiger vernommene Oberstabsarzt Dr. Kowalt hat bei der Unter- für den Ausbau der Organisation in rührigster Weise zu arbeiten, nicht geschehen. suchung des Patienten am 11. Januar einen frischen Riß im da nur durch eine straffe Organisation die Forderungen durchgeführt Der Bezirksausschuß wies die Klage des Armenverbands Trommelfell festgestellt, auch waren einige Blutreste vor- werden können. ab und das Ober- Verwaltungsgericht, vor dem Arbeiter- handen, wie sich solche bei äußeren Verlegungen zu zeigen pflegen. sekretär Lesche aus Hamburg die Kasse vertrat, hielt die Ent- Daß sich Sch., um vielleicht vom Militär loszukommen, den Riß im scheidung des Vorderrichiers, wenn auch aus ganz andern Gründen, Trommelfell selbst beigebracht, hielt der Herr Sachverständige, der Wien, 5. März.( B. H.) Die heutige Abgeordnetenhausfizung aufrecht. Der Senat schloß sich im wesentlichen den Ausführungen auch noch einen Specialisten für Ohrenkrankheiten zur Behandlung des Vertreters der Kasse an, indem er begründend ausführte: hinzuzog, für ziemlich ausgeschlossen. Gegenwärtig jei Sch. uahm einen stürmischen Verlauf, weil die Deutschen die dienstfähig. falls aber eine Narbenbildung Bestimmungen im Statut, die mit der Zweckbestimmung iei es nicht ganz ausgeschlossen, daß dies eintrete, fo fortgesetten langen czechischen Neden nicht mehr der Kaffe in Verbindung ständen, hätten so weit Gültigkeit, Gehörgang nanteilige Folgen haben tönne. für den linken bulben wollten. Als der czechisch- radikale Abgeordnete Freßl Der mißhandelte als das Gesetz sie nicht direkt ausschließe und fie Schlüter behauptete, daß er gleich nach dem Schlag Schmerzen ver auf die Präsidententribüne losging und dem Präsidenten ein Schrifts nicht dem wohlerkennbaren Sinne des Gesezes widerstritten. Das habe der Gerichtshof hier nicht angenommen. Das Gesetz spürt habe, konnte jedoch nicht angeben, ob der Schlag mit der stück entriß, wurde Freßl von den Deutsch- Radikalen von der lafie nicht erkennen, daß es solche Bestimmungen des Statuts, die flachen Hand oder mit der Faust geführt worden sei. Die weiteren Tribüne geschleift und fürchterlich durchgeprügelt. Nach ihrer Wiederauf freier Vereinbarung beruhen, habe ausschließen bernommenen Zeugen haben nicht gesehen, daß der Gefreite ge- Sizung wurde hierauf unterbrochen. Somit müsse eine Bestimmung für gültig erachtet schlagen hat, doch habe ihnen dies Schlüter bereits gegen Abend eröffnung erhielt Freßt einen Ordnungsruf, worauf wieder ein werden, wonach die Betreffenden durch ihren Verzug aus dem mitgeteilt! Der Vertreter der Auflagebehörde beantragte, da hier Streit zwischen den Jungczechen und den Czechisch- Radikalen entKassenbezirk ohne weiteres( ohne daß bestimmte Formen erfüllt mir ein minder schwerer Fall vorliege, auf 21 Tage Mittelarreſt. ſtand. Der Gerichtshof erkannte auf 14 Tage Mittelarrest und gab somit Nachdem die Jungczechen ihre Mißbilligung über werden brauchten) aus der Kasse ausschieden. der Berufung des Gerichtsherrn statt. das Verhalten der Czechisch- Radikalen ausgesprochen hatten, trat später Ruhe ein, und die erste Lesung des Rekrutengesetzes wurde ohne Zwischenfall begonnen. wollen. Zur Charakteristik der Kriegervereine. Dem Milieu der Ariegervereine ist eine Beleidigungsklage entsproffen, die gestern den städtischen Lehrer Bach meyer und den Kanzleirat Woltewiß als Gegner vor die 8. Straffammer des Landgerichte I führte. Der Privattläger Ba ch me her war Dirigent des KriegerSängerbunds, der Privatbeklagte ist dritter Borsigender des Hauptverbands der Kriegervereine. Ueber Herrn Bachmeyer war das Gerücht verbreitet, daß er auf einem Kriegervereinsfest die Aeußerung gethan habe: die Berliner Kriegervereine seien„ Radau Vereine". Diese Behauptung war geeignet, die Stellung des Privattlägers innerhalb der Kriegervereine völlig zu untergraben und veranlaßte Oestreichisches Abgeordnetenhaus. Die Ein erschreckendes Sittenbild wurde in einer Anklage wegen wiederholten Sittlichkeits- Verbrechens enthüllt, die gestern den Privatwächter Karl Heerer vor die 1. Straffammer des Landgerichts I führte. Der Angeklagte, der seine Ehefrau überaus schlecht behandelt hat, wurde beschuldigt und durch die Beweis: Die Heeresreform im Oberhaus. London, 5. März. Der Herzog von Devonshire be aufnahme überführt, seine drei Töchter in schmachvoller Weise mißbraucht zu haben. Die eine dieser Töchter ist ein taubſtummes flagt namens der Regierung, daß Lord Wolselys Kritiken zu allMädchen, welches dem Willen des Vaters wirksamen Widerstand nicht gemein gewesen, und verteidigt das Vorgehen Lord Lansdownes, in entgegenzusetzen vermochte. Eine andere ist bei einer Herrschaft welchem feinerlei persönliche Angriffe auf Wolseley enthalten gewesen im Dienst. Als die taubstumme Tochter einer Zeugin den feien. Lansdowne habe aber eine Herausforderung hingeworfen, und auch die zweite auf, welche zu antworten für Lord Wolseley angemessen gewesen die Kolporteure jenes Gerüchts waren, und gegen den Kanzleirat Woltewig die Privatflage zu erheben. auch bei ihrer sich in keinem civilisierten Land eine Parallele in der militärischen OrAm 12. Januar v. J. kam dieser sie nicht bloß bedroht, sondern sie Heber Dienstherrschaft angeschwärzt und schlecht gemacht. Der Angeklagte ganisation finde für die Stellung, welche Lord Wolseley dem Oberes zum Bergleich, bei welchem die Kosten geteilt wurden. den Ausgang der Klage berichtete noch an demselben Tage Herr bestritt rundweg alle Scheußlichkeiten, die ihm zur Last gelegt fommandierenden geben wolle." In Frankreich sei kein Beamter in Wolfewiz dem ersten Verbandsvorsitzenden, Rechnungsrat fan- wurden, er wurde aber durch die Beweisaufnahme vollständig über der Stellung des Oberkommandierenden, auf dem die ganze Verstiel, und dieser hatte die persönliche Ueberzeugung, daß der Privat- führt. Der Staatsanwalt beantragte wegen Sittlichkeitsverbrechen antwortung für die Armee ruht. In Deutschland gäbe es einen und Bedrohung eine Gesamtstrafe von 7 Jahren Zuchthaus, der Oberkommandierenden der Armee, aber das sei der Kaiser, und fläger durch Zurücknahme der Klage indirekt zugegeben habe, jene Gerichtshof ging aber darüber hinaus und erkannte auf 10 Jahre dieser befinde sich nicht in der Stellung, in welcher Lord Wolseley anstößige Aeußerung gethan ชน haben. In der Folge 1 Monat Zuchthaus. den Oberkommandierenden sehen möchte. Es würde ein großer wurde alsdann ein Rundschreiben an die Striegervereine erlassen, welches sie aufforderte, bei Festen sich der Mitwirkung des Krieger- Schulfestlichkeiten und Umzüge gehören nach einer im Fehler sein, zu einem allgemein verurteilten System zurüd Lord Rosebery bezeichnet Wolseleys Rede als Sängerbundes zu enthalten, so lange der Pribattläger Reichsboten" mitgeteilten endgültigen Entscheidung des Kammer zufehren. an der Spize stehe und so lange dieser sich nicht von dem gegen gerichts nicht zum Unterricht. Die Kinder können also fernerhin von dem patriotischen Bemühen eingegeben, die Aufmerksam bestehenden Systems hinzulenten ihn erhobenen Vorwurf gereinigt habe. Der Privatkläger suchte nicht mehr gezwungen werden, an den nationalen Schulfesten teil- feit auf die Mängel des darauf hin Herrn Pfanstiel auf und nachdem er erfahren, daß Herr zunehmen. Bisher haben die unteren Gerichtsinstanzen stets die und tadelt scharf Landsdownes Antwort, welche teine Bes Woltewig in der betreffenden Vorstandssitzung der Referent gewejen, polizeilicherseits festgesetzten Strafen bestätigt, die den Eltern und ziehung zu dem eigentlichen Streitpunkt hatte, bei dem es strengte er nunmehr gegen diesen die Privatklage an. Das Vormündern auferlegt waren, weil ihre Pflegebefohlenen sich von Schöffengericht verurteilte auch den Beklagten zu 100 Mark Geld- Schulfesten fern gehalten hatten. strafe eventuell 10 Tagen Gefängnis. Hiergegen legte der Verurteilte Berufung ein. In der Berufungsinstang wurde die Ansicht des Klägers und des Schöffengerichts ,, daß der Beklagte seinerseits Aeußerungen gethan, als ob der Kläger durch Zurücknahme der lage jene anstößige Redensart zugegeben habe, nach feiner Richtung hin er= Die Russen halten die Mandschurei fest und die Ver Sofia, 5. März.( Meldung des Wiener Tel.- Bureaus".) Es wiesen. Rechtsanwalt Dr. Hahn- Charlottenburg beantragte zwar bündeten werden nichts dagegen machen können. Den offenen Krieg umfangreiche Beweiserhebung darüber, daß der Kläger Gegenstand scheuen die Rivalen, in der Diplomatie find ihnen die Halb- verlautet, der Fürst habe die Petition der Schützenvereine dahin Sie geben, wie den„ Times" aus erledigt, daß der Bestand der Vereine aufrecht erhalten, daß dieselben der Verfolgung seitens des Beklagten sei und die anstößige Redens: barbaren ebenfalls über. jezt unumwunden zu, daß die aber der Aufsicht des Kriegsministers unterstellt werden sollen. art nicht gemacht habe. Der Gerichtshof hielt dies aber für un- Beting gemeldet wird, Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. ihn, deshalb gegen eine Anzahl von Kriegervereins- Mitgliedern, die sträflichen Verkehr zugestanden hatte mit Anschuldigungen gegen den Bater hervorrückte, hat wäre. Ferner weist der Herzog von Devonshire darauf hin, daß Die russische Politik triumphiert. sich darum handelte, ob das bestehende System gut funktioniere. Redner beantragt die Einsetzung eines parlamentarischen Ausschusses, welcher in geheimen Sizungen mit dem Staatssekretär und mit Beamten der Kriegs- und Marine Verwaltung prüfen solle, was thatsächlich für Mängel im Kriegs- und Marinewesen vorhanden wären. V Br. 55. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 61. Sigung vom Dienstag, den 5. März 1901, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Bülow, b. Goßler, Freiherr v. Richthofen. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle der Etat des Auswärtigen Amts in zweiter Lesung. Abg. Dr. Schädler( C.): 3 Vind Mittwoch, 6. März 1901. Präsidenten Krüger verfolgte ausgesprochener Weise den Zweck, uns Presse über seine Erfolge gelogen wird. Wenn die offiziösent in ungewöhnlicher Form zur Einmischung in die füdafrikanischen Herolde seines Ruhms über seinen heutigen Erfolg wiederum Birren zu nötigen, während der Besuch des Kaisers in England mit ähnliche Nachrichten im Auslande zu berbreiten suchen, dem südafrikanischen Kriege gar nichts zu thun hat. Gewiß sind dann wird er hoffentlich dagegen einschreiten. Vollständig dem Kaiser in England Aufmerksamkeiten erwiesen worden, und hat wird es ja nie gelingen, so lange die gesamte öffent der Kaiser diese Aufmerksamkeiten erwidert. Ich bestreite aber auf das liche Meinung in Deutschland und andren Ländern durch derartige allerentschiedenste, daß er dadurch irgendwie dem Wohle des Lands offiziöse Preffe beeinflußt wird. Das einzige Mittel liegt darin, daß zuwieder gehandelt hat. Was die Verleihung des schwarzen Adler- die gesamten Barteien unter sich eine unabhängige Berichterstattung aus ordens an Lord Roberts angeht, so hat Herr Abgeordneter Schädler dem Auslande sich verschaffen. Der Reichskanzler hat heute wiederholt, selbst eingeräumt, daß es lediglich Sache des Königs von Preußen Deutschland befleißige sich im Verhältnis gegen England und gegen Der Herr Reichskanzler behandelt nach seinen früheren Er- ist, zu bestimmen, ob und wem er preußische Orden verleihen will. die Boeren der strittesten Neutralität. Bei Lichte betrachtet sieht die flärungen die auswärtige Politit nicht für die Volksvertretung als Es handelt sich da um ein verfassungsmäßiges Recht der Krone. strikteste Neutralität ganz anders aus. Niemand verlangt von der ReBuch mit sieben Siegeln, sondern gestattet dem Volte einen Einblic, Uebrigens ist Lord Roberts teine politische Persönlich gierung, daß sie mit Waffengewalt in den südafrikanischen Krieg soweit es angeht. Seit dem Nichtempfange Krügers ist manches teit, und die ihm erwiesene Ordensauszeichnung hatte eine eingreift oder daß sie diplomatische Schritte thut, die einen Krieg hinzugekommen, was Mißtrauen und Unruhe hervorgerufen hat. So politische Bedeutung. herbeiführen können. Gegen eifte solche Zumutung brauchte sich der fehr wir den Heldenmut der Boeren bewundern und den Eroberungs- Der Herr Abgeordnete Schädler ist auch zu sprechen gekommen Reichskanzler gar nicht mehr zu verwahren. Aber zwischen einer zug gegen fie verurteilen mögen, der Kopf begreift, wenn auch das auf unsre Beziehungen zu Rußland und hat dem Wunsche Ausdruck solchen Einmischung und der strikten Neutralität, wie wir sie verHerz widerstrebt, daß Deutschland nicht eingreifen fonnte, wollte es gegeben, daß der Draht nach Rußland nicht zerschnitten werden langen, besteht denn doch ein großer Spielraum und immerhalb dieses nicht in eine Slemme geraten. Es tommen doch möge und daß die guten Beziehungen zu Rußland sorgfältig gepflegt Spielraums hat die deutsche Regierung sich allerdings ver einige Begleitmomente hinzu, die das deutsche Bolt werden. Ich glaube, daß es kaum einen Rat giebt, zu dem mir schiedene Unterlassungs- und Thatsünden zu Schulden kommen lassen. nicht versteht. Da ist zuerst die Reise des Kaisers nach gegenüber weniger Veranlassung vorläge. Ich bin davon durchdrungen, Ich erinnere nur an die Nachricht, daß eine Düsseldorfer England. Der Iang andauernde Anfenthalt des daß es eine der vornehmsten Aufgaben unsrer Politik ift, zu Firma Batterien nach Südafrika geliefert habe. Kaisers dort gab den Anlaß zu allerhand Konjunkturen. Man Rußland die freundschaftlichsten Beziehungen zu pflegen.( Bravo! Auch die Firma Krupp will nicht mehr von sprach von einem Bündnis mit England. Eine Besserung Sehr richtig! rechts und im Centrum.) Ich habe darüber niemals Waffenlieferungen Abstand nehmen. Derartige unfres Verhältnisses zu England wäre ja gewiß erwünscht. einen Zweifel gelaffen, weder in meinen Ausführungen vor diesem Lieferungen von Geschützen könnte die Regierung ohne weiteres In China ist England unser natürlicher Verbündeter. hohen Hause, noch ganz besonders in meinem thatsächlichen Ver- verhindern. Eine strikte Verlegung der Neutralität aber Daher ist die Frage berechtigt, welche Bedeutung die Reise halten. Ich bin davon durchdrungen, daß die deutschen Interessen find die geheimen Verhandlungen zwischen Deutschland und des Kaisers für unser Verhältnis zu England hat. Ferner und die russischen Interessen in den allermeisten Punkten Seite an England wegen einer eventuellen Aufteilung der portugiesischmöchte ich gegenüber den Verunglimpfungen in einem Teil der Presse Seite gehen, und daß es teinen Punkt giebt, wo bei gegenseitigem afritanischen Kolonien. Kommt ein Teil des südafrikanischen Befizes über den neuen König von England( Lachen, rechts.)- ohne natür guten Willen fich die deutschen und russischen Interessen zu durch von Portugal in die Hände von England, so ist das offenbar ein lich als dessen Verteidiger auftreten zu wollen( Aha! rechts) die freuzen haben.( Sehr richtig! Bravo! rechts und im Centrum.) Nachteil für die südafrikanische Politik. Offiziell ist der Vermutung weitere Frage an den Reichskanzler richten, ob der Thronwechsel in Aber auch in dieser Richtung verlangen wir volle Gleichheit. Deutsch niemals widersprochen worden, daß die Engländer in nicht zu ferner England für uns irgend welche politische Bedeutung hat. In einzelnen land ist nicht mehr auf das Ausland angewiesen( Sehr Zukunft in den Besitz der Delagoa- Bai tommen werden. Es ist Beziehungen hat aber doch die Reise des Kaisers Mißstimmung er- richtig! rechts), noch das Ausland auf uns, weder in politischer noch allgemein bekannt, daß Cecil Rhodes der Anstifter des regt. Gewiß, die Pietät in allen Ehren, was hat aber in wirtschaftlicher Beziehung.( Lebhaftes Bravo! rechts und im Jameson- Raubzugs gewefen ist, und d doch haben sich damit Lord Roberts zu thun( Sehr richtig!), die Ver- Centrum.) Von zwei Seiten ist ein Artikel zur Sprache gebracht Mitglieder der deutschen Reichsregierung, Leute, die in Bezug auf leihung des höchsten preußischen Ordens an den Oberbefehls: worden, der in einer russischen Zeitung erschienen ist und der sich auswärtige Politik in Deutschland ein maßgebendes Wort sprechen, haber im Boerenkriege. Wir wollen nicht eingreifen in das Recht, beschäftigt mit unsrer zukünftigen Bolltarifsvorlage und mit der sich nicht gescheut, mit Cecil Rhodes persönliche Verhandlungen über Gunstbezeugungen zu erteilen, und glauben auch nicht, daß die inter- Rückwirkung dieser Vorlage auf die deutsch russischen Handels- Abmachungen in Afrika anzuknüpfen. Ich finde, daß ein sehr aufnationale Lage durch solche gelegentlichen Gunstbezeugungen be- beziehungen. Was die in diesem Artikel enthaltenen und von Herrn fallender Mangel an vornehmer Gesinnung fich darin auseinflußt wird. Aber diese Auszeichnung des Lord Roberts Dr. Schädler unterstrichenen Liebenswürdigkeiten für mich angeht, prägt, wenn man sich mit Cecil Rhodes zu Tisch setzt und dem hat doch in weiten Atreisen nichts weniger als Bufo werde ich selbstverständlich nicht darauf reagieren,( Bravo im Präsidenten Krüger die Thür wiek. Cecil Rhodes hätte die friedenheit geschaffen. Selbst die" Kreuz Zeitung" giebt Centrum und rechts.) teils weil ich im wesentlichen doch daran fest- Thür gewiesen werden müssen, das ist aber leider nicht geschehen. ihren schweren Bedenken über diese Ehrung Ausdrud. An halte, daß es gut ist, Meinungsverschiedenheiten zwischen befreundeten Sehen wir nun jetzt diejenigen Fälle an, in denen that gesichts dieser Anschauung nicht nur berufsmäßiger Nörgler, sondern Mächten auf biplomatischem und nicht publizistischem Wege aus- sächlich die Regierung es in der Hand hatte, in wohlernster Männer über die hyperfreundliche Politik gegen England ent- zugleichen, teils aber auch, weil ich es mir zur Ehre anrechne, wenn wollender Weise für die jüdafrikanischen Republiken ohne steht die Frage, ob uns diese Politik nicht isoliert. Wie steht es ich vom Ausland deshalb angegriffen werde, weil mir die deutsche Verlegung der Neutralität gegenüber England den humamit dem Dreibund? Der Draht nach Rußland darf nicht zerschnitten Landwirtschaft feine quantité négligeable ist.( Lebhafter Beifall rechts.) nitären Bestrebungen eine praktische Folge zu geben. werden, das ist ein alter Sag. Nach den heftigen Angriffen der Ueber diesen Artikel möchte ich folgendes bemerken. Wir wissen Vor Jahresfrist hat der Reichskanzler auf unire Aufforderung hin russischen Bresse auf uns muß man bezweifeln, ob dieser Draht gut alle, daß auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen großen erklärt, daß man nächstens die Aftenstücke über die Haager Konfunktioniert. Ich erinnere an den Artikel des Finanzministers Witte Ländern ersprießlich nur sein können auf dem Wege des gegenseitigen ferenz veröffentlichen würde. Dies ist bis heute nicht geschehen. gegen den Reichskanzler, ein ganz ungewöhnlicher Vorgang von Entgegenkommens, aber jede Regierung hat das Recht und die Pflicht Das ist sehr bedauerlich, da gerade aus dieser Veröffentlichung symptomatischer Bedeutung. Der Herr Reichstanzler ist zu sehr abzuwägen, wie weit fie gehen kann mit Kongeffionen, ohne die Inter- dokumentarisch hervorgehen müßte, daß die Reichsregierung allerdings Diplomat, um sich davon beirren zu lassen, und zu sehr Gentleman, effen des eignen Landes zu schädigen.( Sehr richtig! rechts.) Wenn die Handhabe zur Verwirklichung der humanitären uni in gleichem Zone zu erwidern. Ich gestatte mir aber die An- wir diese Interessen des eigenen Landes vertreten und mit Nachdruck Bestrebungen in Südafrika hat. Die russische Regierung soll frage an den Reichskanzler, welche Bedeutung er jenem Artikel in verteidigen und schützen, so liegt darin noch keine feindselige Ge- Teile der Deklarationen aus den Haager Verhandlungen veröffentlicht der russischen Handelszeitung beimißt. finnung gegen bisherige und wie wir hoffen auch zukünftige Handels- haben, die sich auf das Verbot des Verbrauchs von Dumdumgeschossen und Frei von Sentimentalität und von Familienpolitik muß das freunde und kein Aft der Feindseligkeit gegen befreundete Mächte. Lydditbomben erstreckten. Daß die Engländer diese Geschosse in SüdStaatsschiff gesteuert werden. Es wird aller Anstrengungen der und wir halten an der Hoffnung fest, daß es auch in dieser afrika gebraucht haben, ist unbestreitbar. Sie geben es neuerdings Diplomatie bedürfen, um den Frieden aufrecht zu erhalten. Das ist Beziehung mit den befreundeten Mächten zu einer Verständigung selbst zu. Ja, sie haben sich dessen gerühmt. Hier hätte die deutsche nur möglich, wenn der innere Friede gewahrt wird und der Reichs- tommt. Aber die Devise tann immer nur die Reciprocität sein, Regierung wie jede andre Regierung in Europa die Pflicht gehabt. tag in wichtigen Fragen nicht übergangen wird. Es gehen Gerüchte die volle Unabhängigkeit.( Bravo! rechts ( Bravo! rechts und im Centrum.) gegen eine derartige Berlegung der Haager Kons von Empfindlichkeiten in hohen Regionen. Hierüber müssen wir Wenn dagegen von irgend einer Seite, sei es von Süd oder Nord, vention Einspruch zu erheben, und zwar ohne die Neutralität Klarheit haben, und weiter muß dem Recht und der Moral auch sei es von West oder Ost, uns zugemutet wird, irgend einer gegen England gu berlegen. England ist der Haager ihr Recht werden. Der Herr Reichskanzler sagte im Dezember: fremden Macht, wer sie auch sei, unter allen Umständen und in Abmachung ja selber beigetreten und die Ausrede ist nicht am Blaze, Ich kann Politik nicht treiben vom Standpunkt der allen Lagen ohne Unterschied und ohne Rücksicht auf die daß die südafrikanischen Republiken auf der Haager Konferenz nicht reinen Moral und vom Standpunkt der Bierbaut auch nicht. Nicht Folgen, Konzeffionen zu machen, so wäre das nicht mehr vertreten gewesen wären und deshalb keinen Anspruch auf Berück so der erste Teil, gegen den sich von verschiedenen Seiten Wider- Freundschaft, sondern Vasallentum.( Sehr richtig! rechts und im sichtigung dieser Bestimmungen hätten. Sie waren deshalb nicht spruch erhob als Proklamation des Materialismus. Ich lege den Centrum.) Und da müssen wir uns erinnern an das Wort vertreten, weil England Einspruch dagegen erhob, welches alle ausNachdruck auf das Wort rein" in dem Ausdruck reiner Friedrichs des Großen:„ Ich werde ein Vergnügen wärtigen Beziehungen der südafrikanischen Republiken mit den Moral" und fasse das Wort so auf, daß der Idealzustand, die daraus machen, der Freund meiner Nachbarn zu sein, aber so lange europäischen Ländern zu regeln beanspruchte. Um so mehr mar Anwendung des reinen Sittengesetzes, sich nicht erreichen neine Augen offen sein werden, werde ich nicht ihr Diener fein." England verpflichtet, seinen Schußbefohlenen gegenüber diese läßt. Ich wünsche, daß eine Politit getrieben wird, die auf der Es wird aber niemand versuchen, uns solche Vasallenpolitik aufzu- Abmachungen gelten zu lassen, die im Juteresse der ganzen europäischen Grundlage der Treue und Gerechtigkeit gegen andre zwingen, wenn wir uns mir selbst treu bleiben.( Bravo! rechts.) und der Weltkultur getroffen waren. Gegen die Verlegung dieser Nationen beruht.( Bravo! im Centrum.) Unfre auswärtige Politif wird heute so wie früher weder durch Liebe Abmachungen durch England hätte Deutschland Einspruch erheben noch durc Haß, weder durch verwandtschaftliche Rücksichten noch ver- müssen, und sämtliche europäischen und amerikanischen Regierungen wandtschaftliche Beziehungen bestimmt, sondern durch ein ruhiges hätten sich diesem Einspruch angeschlossen. Für die Ausschreitungen und nüchternes Abwägen dessen, was im Interesse des Lands englischer Soldaten in Südafrika liegen Beweise vor, die keine liegt. Unfre auswärtige Politik fennt leine verwandtschaftlichen Be Regierung Europas ablengnen fann. Es steht fest, daß eine zum Entsatz ziehungen. Große Fürsten haben in der Politik feinen Verwandten, der von den Boeren belagerten Stadt Mafeting aus Engländern hat Friedrich der Große gesagt. Dies Wort ist heute gerade so zutreffend, und Staffern bestehende Truppe über isolierte Boerenfarmen herwie es zutreffend war vor 150 Jahren. Man kennt Se. Maj. den Kaiser gefallen ist und dort Franen und junge Lente ermordet hat. nicht, wenn man glaubt, daß für seine Haltung andre Motive maßgebend Ja, fie haben noch Schlimmeres begangen und Frauen und Mädchen Der Herr Abg. Schädler hat die Reise Sr. Maj. des Kaisers feien als die gewissenhafte Fürsorge für das Reich und dessen Zukunft, vergewaltigt. Die eidlichen Aussagen darüber liegen vor. Die nach England zur Sprache gebracht. Ich habe schon heute morgen und man würde mich sehr wenig tennen, wenn man glaubte, ich Streuz- Zeitung" hat eine Buschrift darüber veröffentlicht, die unter in den Morgenzeitungen gelesen, daß hierüber eine große Rede von wäre für eine andre Politit als für eine nüchterne Realpolitik, die zeichnet ist Freiherr von Dalwigt, tönigl. preußischer Rittmeister mir zu erwarten wäre.( heiterkeit.) Dennoch will ich mich nur auf ich kurz dahin definieren möchte: gute und freundschaftliche Be- a. D., gegenwärtig Kapitän und Batteriechef in der Boerenarmee". einige ganz allgemeine und fachliche Ausführungen beschränken. ziehungen zu allen Mächten, die in Frieden und Freundschaft mit Diese zuschrift eines tönigl. preußischen Offiziers wird auch durch Der Besuch Sr. Maj. des Kaisers war weder ein politischer noch ein uns leben wollen aber unter voller Wahrung und Aufrecht eine Buschrift vom 16. Dezember aus Johannesburg an die" Frankhöfischer, sondern ein rein menschlicher Akt. Einem edlen Zuge feines erhaltung unfrer politischen und wirtschaftlichen furter Beitung" bestätigt. Da wird hervorgehoben, daß einige der Herzens folgend, ist, wie Herr Schädler schon hervorhob, der Kaiser Selbständigkeit und unabhängigkeit, auf welche das vergewaltigten Mädchen im Hospital zu Johannesburg an das Sterbelager seiner Großmutter geeilt und hat sie zur legten deutsche Volk durch seine Kämpfe, durch seine Arbeit und seine Kultur- Frank an Syphilis liegen. Die Wahrheit dieser VorRuhestätte geleitet. Wie lange der Entel am Sterbebett der Groß- höhe ein unveräußerliches Anrecht hat.( Lebhafter Beifall rechts, im tomminifie fann nicht bestritten werden, wenn auch Here mutter weilt und ob er ihrer Beifegung beiwohnt, ist ausschließlich Centrum und bei den Nationalliberalen.) von Dalwigt inzwischen gefallen ist. Hier hätte die Regierung sich Gefühlssache und darüber hat nur Se. Majestät zu entscheiden gehabt. nicht darauf beschränken dürfen, was auf amtlichem Wege zu ihrer Daß der in einem für das englische Königshaus und Volt Abg. Ledebour( Soc.)[ Stufe rechts: Oh! Ein großer Teil der Kenntnis gefonumen war. Sie hätte direkt Auskunft einziehen müssen schmerzlichen Moment erfolgte Besuch des Kaisers dort mit warmer Rechten verläßt den Saal.]: mit Hilfe des diplomatischen Körpers. Ich möchte von dem Vertreter Dankbarkeit aufgenommen ist und daß dieser Dankbarkeit öffentlich Der Kern der Anfragen an den Reichskanzler war agrarpolitischer des Auswärtigen Amts Auskunft über diesen Punkt erbitten. Hat und lebhaft Ausdruck gegeben worden ist, ist erklärlich und sogar ganz Natur und seine Antwort auch. Nachdem Sie( nach rechts) in diefer der Vertreter des Auswärtigen Amts nur irgendwelche Schritte in der Ordnung. Wenn über so eine rein menschliche Empfindungsweise Hinsicht eine vollkommen befriedigende Antwort erhalten haben, be- gethan, um zu erfahren, ob diese Nachrichten wahr sind, und ist das hinaus bei diesem Anlaß in England der Wunsch hervorgetreten ist, friedliche greife ich ja, daß Sie jedwedes Interesse an den weiteren Ver- der Fall, dann war es auch die Pflicht der Regierung, in England und freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland zu pflegen, so liegt handlungen verlieren und aus dem Hause hinausgehen.( Sehr gut! gegen derartige Vorkommnisse zu remonstrieren. Freilich sind unfre politisch kein Anlaß vor, das übel zu nehmen.( Heiterkeit.) Wir können links und große Heiterfeit.) Für uns liegt tein Anlaß vor, auf die eignen Truppen in China von dem Vorwurf nicht ja nur wünschen, daß es Dentschland und England beschieden sein ganz allgemein gehaltene Erklärung des Reichskanzlers über unser freizusprechen, daß fie ähnliche Ausschreitungen fich haben möge, im Frieden und für den Frieden zu wirken. Selbstverständlich ist Verhältnis zu Rußland einzugehen. Das wird erst geschehen, wenn zu Schulden kommen lassen. Ja entscheidende Persönlichvolle und dauernde Gleichberechtigung zwischen dem deutschen und engli die Regierung mit dem neuen Zolltarif hervortritt, der fünftig unser feiten haben sie ja zu inhumanen Handlungen aufgefordert. schen Bolfe die conditio sine qua non jeden Busammenwirkens. In unfrem Verhältnis zu Rußland bestimmt. Für uns ist die Hauptfrage der Wenn man in Deutschland so etwas auf dem Kerbholz hat, dann Verhältnis zu England hat sich gar nichts politisch geändert, seitdem auswärtigen Politik unser Verhältnis zu England in Hinblick auf hat man allerdings feine Stellung im Auslande zur Geltendich Mitte Dezember von dieser Stelle erklärte, daß wir gern bereit die Kämpfe in Südafrika. Die Neden des Herrn Schädler und des machung humaner Grundsäge in der Kriegsführung schwer wären, auf der Basis gegenseitiger Rücksichtnahme und absoluter Reichskanzlers variierten das Thema, das das„ Kl. Journal" in den geschädigt. Daß Deutschland in diese unangenehme Position Barität mit England in Frieden und Freundschaft zu leben. Wenn Saß gefaßt hat: Gott schüße den König Eduard, Gott segne die hineinkommen konnte, hängt zusammen mit den ungeheuerlichen also der Kaiser durch seinen Aufenthalt in England und sein Auf- tapfren Boeren."( Seiterkeit.) Wir find es gewohnt, daß die aus- Zuständen in unsrer inneren und äußeren Bolitik, mit unserm treten dort die Bahn frei gemacht hat für die Fortsegung eines wärtige Politit hier nicht ernstlich und gründlich behandelt wird. ganzen politischen System, daß einzelne Persönlichkeiten solchen normalen und guten Verhältnisses zwischen Deutschland und Man hüllt sich in den Mantel der Staatsmännischkeit. Die maßgebenden Einfluß ausüben.d England, so ist das für beide Länder und für den Weltfrieden nur offiziöse Presse verkündet dann den Ruhm des Reichskanzlers. Herr v. Kardorff. der mit dem russischen Hofleben ja genauer nüglich. Gewiß bestehen zwischen Deutschland und England gewisse Dafür liegt ein intereffanter Beweis vor. Nach der Rede des Reichs- Bescheid weiß wie wir, hat jüngst erzählt, daß seiner Auffassung Reibungsflächen, aber auch viele und notwendige Berührungs- tanzlers im Dezember hat das Amtsblatt für das deutsche Kiautfchou- nach den russischen Interessen zinviderlaufende Beeinfluffung auf punkte. Es ist fein politischer Grund vorhanden, warum wir die Gebiet vom 23. Dezember folgende Depesche gebracht:" Jm deutschen sich wiegermütterlichen und tantenhaften Wegen Beziehungen zu England nicht ebenso sorgsam pflegen sollten, wie Reichstag hat eine viertägige scharfe Debatte über die neuliche von England her ausgeübt wird. " Abg. Graf Stolberg- Wernigerode( f.): " Auch ich habe die Frage an den Herrn Reichskanzler zu stellen, wie sind unsre Beziehungen zu andren Ländern, speciell au Rußland? Im besonderen möchte ich noch Auskunft haben, welche Bedeutung der bekannte Artikel in der russischen Handels- und Industriezeitung hat.( Aha! links.) Reichskanzler Graf Bülow: dies andre Mächte thun. Was nun den auch berührten Thromwechsel Zurückweisung des Präsidenten Krüger in Berlin stattgefunden. Darin liegt allerdings die schärfste Verurteilung des ganzen abin England angeht, so ist durch diesen in unsren Beziehungen zu Graf v. Bülow gab infolgedessen eine Erklärung, die allgemeine folutistischen und auch des mastiert absolutistischen RegierungsEngland nichts geändert worden. Es hat vielleicht Leute gegeben, Befriedigung hervorgerufen hat. Er legte die nüchternen Thatsachen systems. Die Sache ist ja um so furiofer, als die in England bei die gehofft haben, daß dieser Thronwechsel eine ungünstige Rüd- dar, und hat damit den deutschen Enthusiasmus für die Boeren, der Hofe maßgebenden Bersönlichkeiten, der König, die Königin, die wirkung ausüben würde auf die deutsch- englischen Beziehungen. auf irrtümlicher Vorausjegung beruhte, gründlich zerstört." Eine Prinzen im eignen Lande selber auf die Politit überhaupt Diese Erwartungen sind glücklicherweise nicht eingetreten. Herr derartige Thätigkeit der Offiziösen ist ein Krebsschaden, der keinen nennenswerten Einfluß ausüben tönnen. Schädler hat weiter angedeutet, daß der Besuch Sr. Majestät unfrem ganzen politischen Leben anhaftet. Ueber die Vorgänge Nach der Auffassung des Herrn v. Kardorff aber können diese Perdes Kaisers in England in Widerspruch stünde mit der in Deutschland selber werden ganz, lügenhafte Berichte ins Ausland sönlichkeiten in absolutistisch oder halbabsolutistisch regierten neutralen Haltung, welche wir gegenüber den südafrikanischen gesandt, und aus dem Auslande wieder kommen lügenhafte Berichte Ländern die Politik des andren Lands beeinflussen zum Wirren einnehmen. Ich habe auch anderweitig häufig durch die maßgebende englische Presse, durch das Reutersche Tele- Schaden dieses Lands. Herr v. Kardorff müßte daraus folgern, gelesen von einer Parallele zwischen dem Besuch des Kaisers in graphenbureau usw. aus Südafrika zu uns. Ich hoffe, daß der Herr daß auch bei uns zu Lande alles mögliche gethan werden muß, um England und dem Nichtempfang des Präsidenten Krüger in Berlin. Reichskanzler doch mit uns die Empfindung teilen wird, daß es auch zu verhindern, daß ein System sich auswächst, in dem nach abDiese Parallele ist doch aber nicht zutreffend. Die Reise des ihm nicht angenehm sein kann, wenn so furchtbar von der offiziösen folutistischen Lannen eine Beeinfluffung unsrer Politik bald Mit- und Nachwelt. " weder Abg. Dr. Oertel( f.): nach dieser, bald nach jener Richtung, vielleicht auf Familien-| brauchen, daß er mit der Wurst nach dem Speck wirft.( Heiterkeit.)| Art der der Marine und der Armee vorgeschriebenen Art der Trauerbeim Tode der Königin Victoria. Was für einflüffe betrieben werden kann. Wie unheilvoll das ist, werden Der Reichskanzler hat erklärt, die Verleihung des Schwarzen Adler- bezeugungen a 11 3 der Fahrt des Kron wir alle empfunden haben bei der Aufforderung an die nach ordens an Lord Roberts habe keine politische Bedeutung. Das ist ein Wesen ist auch nach England worden. Das eine neue Ansicht, früher war man anderer Meinung. Andere prinzen gemacht Da China ziehenden Krieger: Pardon wird nicht gegeben." ist höchst bedauerlich und müßte so bald wie möglich geändert werden. Zeiten, andre Sitten! Möge Lord Roberts die Inschrift des ist der Kaiser zum englischen Feldmarschall ernannt worden. Die Art, Der Reichskanzler hat auf die Hunnenrede hin s. 8. erklärt, daß er Schwarzen Adlerordens beherzigen: Jedem das Seine", das heißt, wie er für diese Ehre in einem Augenblick dankte, wo England in die volle moralische Verantwortung für die Reden des Kaisers über den Boeren Anerkennung ihrer Selbständigkeit und Unabhängigkeit einen Krieg mit einem uns befreundeten Staate verwickelt ist, nehme, welche auch von der großen Mehrheit der Nation nicht miß- und den Boeren Freiheit, den Engländern das Strafgericht der machten diese Angelegenheit zu einer deutschen Staatsangelegenheit. verstanden werden. Jm Stenogramm steht: Brovo rechts! Weltgeschichte, den Boeren Heil und Sieg, den Engländern nieder- Darauf mußte der Reichskanzler den Kaiser aufmerksam machen. Die Herren sind sich wahrscheinlich nicht darüber flar geworden, deutsche Hiebe!( Heiterkeit.) Endlich die Verleihung des Schwarzen Adlerordens. Gewiß hat der daß dieser Erklärung in höchst verbindlichen Worten eine ganz unKönig von Preußen das Recht, diesen Orden jedem zu verleihen, wem Reichskanzler Graf Bülow: verbindliche Zusicherung enthält. Man kann eine materielle er. will. Auch halte ich diese Verleihung für eine höfischDer Herr Abg. Richter hat am Schluß seiner Ausführungen der dynastische Angelegenheit, aber unverständlich ist doch diese Verantwortung freiwillig übernehmen, die juristisch er= möglicht, denjenigen, der die Verantwortung übernimmt, vor ein Ansicht Ausdruck gegeben, daß ich das Interesse von Handel und Auszeichnung des früheren Oberbefehlshabers der jüdafrikanicht genügend wahrnehme. Ich glaube, daß ich nischen Armee der Engländer. Aus militärischen Gründen Gericht zu stellen und die Sache prüfen zu lassen. Eine moralische Induſtrie in meinem thatsächlichen Verhalten noch irgend: fann die Verleihung auch nicht erfolgt sein, sonst hätte Verantwortung tann man aber gar nicht freiwillig übernehmen; das in meinen Auslassungen Grund gegeben habe ist ein Widerspruch in sich; denn der Begriff der moralischen Ver- wie zu Christian De Wet viel mehr diese Auszeichnung verdient. Wenn ich meine politischen Anschauungen ganz Bei Denkmalsenthüllungen und ähnlichen Gelegenheiten ist das Volk antwortung setzt den Kausalnerus voraus zwischen der That, die diesem Vorwurf. begangen worden ist, und demjenigen, der die moralische Ver- kurz definieren soll, so kann ich nur wiederholen, was ich bereits im in Festtagsstimmung, aber die Werktagsstimmung ist doch Unire Pflicht ist es, die wahre Voltsantwortung trägt. Die Erklärung des Reichskanzlers ist also ein preußischen Abgeordnetenhause gesagt habe: Meines Erachtens hat eine ganz andre. tönendes Erz und eine klingende Schelle. Wir gehen ja wahr- die Regierung in erster Linie die Pflicht, die gesamten wirt- stimmung rückhaltlos zum Ausdruc zu bringen. Wir sind in Betracht zu bereit, unserm Staiser Heeresfolge zu leisten, aber wir bitten dann scheinlich in der Wertschätzung des Herrn Reichskanzlers sehr auseinander, schaftlichen Interessen des Lands Schonung um unsrer die Empfindungen, nicht aber sicherlich ist niemand in diesem Hause, der dem Reichskanzler ziehen. Je mehr ihr das gelingt, um so besser wird ihre auch Je schärfer die Interessengegensäße deswegen die schlechtesten sind, weil sie echt deutsch sind.( Bravo! ein solches Mindermaß von historischem Wissen, ein solches Minder Wirtschaftspolitik sein. maß von Taft und von allgemeinem Menschlichkeitsgefühl zu- in Deutschland geworden sind, und sie sind, wir wissen bei den Nationalliberalen.) muten würde, daß man ihm zutrauen könnte, er hätte das alle, sehr scharf geworden, um so mehr hat die Redie sogenannte Hunnenrede inspiriert. Das ist vollkommen aus- gierung die Pflicht, sich über den Parteien zu halten, Erörterungen über die auswärtige Politik hier im Hause sind ja geschlossen. Und da auch sonst keine Inspiration von irgend einer das Ganze ins Auge zu fassen und auf das Ganze zu gehen. Seite vorliegt so ist es ganz widerfimig, wenn der Reichskanzler er- Ich erinnere mich, einer politischen Debatte in diesem Hause bei- immer schwierig und besonders heute, wo die Stellung unfrer Regierung flärt, er übernehme die moralische Verantwortung für eine gewohnt zu haben, wo sehr anschaulich geschildert wurde, wie sich im auswärtigen Konzert gewiß keine leichte ist, und wo andrerseits die Rede, die Kaiser Wilhelm II. ausschließlich selbst zu tragen hat, vor die Wünsche der verschiedenen Interessenten wiederstreben. Ich selbst Stimmung im Volk von keinem besondren Vertrauen zu der ReWir wollen uns in unsrer auswärtigen Das Urteil, das da über ihn gefällt erhalte jezt jeden Tag eine Reihe von Briefen, Eingaben und gierung getragen ist. werden wird, dürfte allerdings anders lauten, als das der Resolutionen, wo ich gebeten werde, einer Erhöhung der Getreide- Politik nicht durch Sympathien und Antipathien leiten lassen, sondern deutschen und englischen Höflinge. Wir halten den südafrikanischen zölle zuzustimmen, und gleichfalls eine Reihe von Briefen, Eingaben nur von der zwingenden Rücksicht auf unser eignes wohlverstandenes Krieg für ein Verbrechen und das Ziel, das den herrschenden Klassen und Resolutionen, wo ich beschworen werde, mich einer solchen Erhöhung Interesse und auf das, was wir für Recht halten. Vielfach herrscht im in England dabei vorschwebt, für ebenso gefährlich für die Kultur zu widersetzen. Es geht ebenso wie in der Fabel des alten Aesop, Wolk die Meinung, daß unsre Politik diesen Weg nicht eingehalten hat. nicht bloß Afrikas, sondern der ganzen Menschheit, wie es auch unsre wo der Gärtner um Regen bittet und der Töpfer um Sonnenschein. Wir sollen darauf stolz sein, deutsche Bürger zu sein. Die Borausenglischen Gesinnungsgenossen selber thun. Wir sind auch in dieser Es ist die Aufgabe der Regierung, gemeinsam mit der ſegung dafür ist aber, daß die Interessen der Deutschen im AusPolitik in vollem Einklang mit den socialdemokratischen Arbeitern, Volksvertretung, mit ihrer Hilfe und mit ihrer Unterstützung lande mit der größten Entschiedenheit gewahrt werden. Drittens sich vor einer allzu großen Jutimität sogar den gewerkschaftlichen Englands. eine möglichst richtige und gerechte Diagonale zu finden, die ver- fürchtet man britischen Reiche. Wir find feine Englandhaffer, Um die Tragweite dieses Kriegs hat man sich sehr wenig ge- fchiedenen Interessen abzuwägen und die sich widerstrebenden aus dem doch in acht nehmen, daß wir fümmert. Unfre Aldeutschen waren mehr oder weniger geleitet zugleichen. Nicht nur das Zustandekommen eines verständigen Zoll- aber wir müssen uns von einem gewissen Konkurrenzneid auf die imperialistische aus- tarifs und guter Handelsverträge, sondern unsre wirtschaftliche Zu- nicht das, was wir auf der einen Seite vielleicht zu gesolchem vertrauensvollen Zusammen- winnen glauben, auf der andern wieder verlieren. Das Reciprocitätswärtige Politit Englands. Ihr sogenannter Engländerhaß rührt funft hängt ab zwischen den verbündeten Regierungen und diesem verhältnis fehlt leider bei unsren Beziehungen zu England. Ich daher, weil sie den Engländern ihre Kolonien nicht gönnen und wirken für Deutschland selbst ein ähnliches Kolonialreich herbeisehnen. hohen Hause im Geiste ausgleichender Gerechtigkeit. Daß die erinnere an die englische Unfreundlichkeit bei der Beschlagnahme Deshalb möchten diese Herren der Regierung den Belz waschen, Landwirtschaft als derjenige Produktionsstand, von dem die deutscher Dampfer und die unfreundliche Behandlung unsrer Konsuln. Staatssekretär des Auswärtigen Amts Freiherr v. Richthofen: ohne ihn naß zu machen. Sie fühlen sich eins mit der Regierung Selbständigkeit und Unabhängigkeit des Reichs nach außen Durch die Waffenlieferungen deutscher Firmen nach England soll in den imperialistischen Bestrebungen, die auch bei uns gehegt und die innere Wohlfahrt des Lands abhängt, ein volles Es ist aber keine Verlegung werden und nichts find als eine schwächliche Nachahmung Anrecht hat auf die eifrigste Pflege und Förderung von seiten unsre Neutralität verletzt sein. Völkerrechts, wenu ein Verbot an Private, Waffen des englischen und russischen Imperialismus. Diesem Transvaal der Regierung, davon bin ich allerdings durchdrungen.( Bravo! des Lebensmittel alt eine der kriegführenden Mächte zu Auf eine solche Fürsorge hat die Land- oder frieg liegt vor allem der Drang zu Grunde, die Verfügungs- rechts und im Centrum.) Keine andre Macht, zum Beispiel freiheit über die Goldminen in Transvaal in die wirtschaft um so mehr Anrecht, als sie schwere und harte Zeiten liefern, nicht ergeht. Hand zu bekommen und dort ein Arbeitssystem durchzuführen, durchgemacht hat, die noch nicht überwunden sind. Wir werden uns auch nicht Holland, hat ein solches Ausfuhrverbot erlassen. das eine schärfere Ausbeutung der weißen und schwarzen Arbeiter unsrer Pflicht gegenüber der Landwirtschaft bei der Aufstellung Ein solches Verbot wäre auch für nnfre Arbeiter nachteilig, denn ermöglicht als bisher. Das weitere Streben geht dahin, in Süd- des neuen Zolltarifs nicht entziehen.( Bravo! rechts und im die Unterbrechung der Handelsbeziehungen pflegt teine vorüberafrika ein einheitliches englisches Reich zu errichten, in das die Boeren Centrum.) Ich halte eine Erhöhung der Zollfäße für Ge- gehende, sondern eine dauernde zu sein. Weiter ist der Vorwurf Cecil Rhodes ist der ausgesprochene englische treide und insbesondere für Weizen und Roggen für erhoben worden, daß die Interessen der deutschen Unterthanen in ( Bravo! rechts.) Dieser Erhöhung ist eine Transvaal nicht genügend gewahrt werden. Unfre Unterthanen Imperialist in höchster Vollendung. Gelingt es den Engländern, unerläßlich. wie es ja leider den Anschein hat, die Boeren niederzudrücken, ge- Grenze gesetzt durch die gebotene Rücksichtnahme auf die Erhaltung find aber dort nicht schlechter von den Engländern behandelt Die unfreund waltsam zu anglisieren oder auszutreiben und dort ein einheitliches der Leistungsfähigkeit und Exportfähigkeit unsrer Industrie und auf worden als die Unterthanen andrer Länder. englisches Kolonialreich zu errichten, so würde das eine höchst kultur- die Wahrung günstiger Lebensbedingungen für den deutschen liche Behandlung unsrer Schiffe seitens der Engländer ist ja wieder Was den Fall anbetrifft, der aus der dessen Wohl den verbündeten Regierungen gut gemacht worden. schädliche Wirkung haben. Wenn Deutschland nicht bald umlenkt, werden wir über kurz und der Mehrheit dieses Hauses grade so sehr am Herzen Kölnischen Zeitung" erwähnt wurde, so ist ja zuzugeben, daß unsre oder lang zu denselben üblen und schlechten Erfahrungen geführt liegt, wie Ihnen( nach links).( Sehr richtig! rechts und im Centrum.) Konsuln nicht immer sehr freundlich behandelt werden, aber es muß werden, die wir gegenwärtig in England sehen. Für uns Von der allergrößten Bedeutung ist es, daß sich alle Erwerbs: auch in Betracht gezogen werden, daß allerdings eine große Anzahl Wenn nur die eine Deutscher in Transvaal die Staatsangehörigkeit erworben hat und ist es ziemlich gleichgültig, ob der Kaiser Besuche in England macht, stände in guten Verhältnissen befinden. und wem er Orden: giebt. Durch diese Ordensverleihung kann höchstens Hälfte der Bevölkerung prosperiert, so ist das auch nachteilig auch gegen England die Waffen getragen hat. die ganze Ordenswirtschaft allmählich in Mißtredit gebracht werden. für den deutschen Arbeiter, für den niedrige Lebensmittelpreise Wir verlangen die Abfehr von der imperialistischen Politik, die Ab- nicht das wesentlichste sind. Auch für den Arbeiter ist es von Das Vorgehen der russischen Presse hat auch in den Kreisen kehr von dem englischen und russischen Beispiel, dessen Befolgung Wichtigkeit, daß es allen Erwerbsständen gut geht. uns schließlich nur zum Unheil und Verderben gereichen wird.( Bravo! der Zollfäße muß also besonders sorgfältig erwogen werden. Ueber große Verstimmung erregt, die mit Rußland in Geschäftsverbindung das Maß der Erhöhung mich heute hier auszusprechen, ist mir nicht stehen. Der russische Staat hat seiner Zeit mit dem Vertrag, der möglich, weil n teine Beschlußfassung des Bundesrats über die unter dem Grafen Caprivi abgeschlossen wurde, ein glänzendes Bolltarifvorlage vorliegt, und einer solchen Beschlußfaffung vorzu- Geschäft gemacht. Die Regierung sollte sich durch die russischen greifen nicht meiner Auffassung von den Rechten der Bundes- Drohungen nicht beeinflussen lassen, sondern bei der Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen die nötige Festigkeit bewahren. regierungen entspricht. Abg. Graf Kanik: einverleibt werden. bei den Socialdemokraten.) Abg. Baffermann( natl.): Arbeiter, bon Die Erhöhung Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim( natl.): mit Biel Neues haben wir ja heute vom Herrn Reichskanzler nicht gehört, aber es ist doch immerhin erfreulich, alte Wahrheiten, auch wenn sie bis zu einem gewissen Grade selbstverständlich sind, wieder Was die Erneuerung der Handelsverträge angeht, die Herr von neuem zu hören.( Heiterkeit.) Aber er hat wenigstens die Uebel Richter berührte, so werden auch diejenigen, die der Ansicht sind, Die persönlichen Angriffe gegen den Grafen Bülow in dem zerstreut, als wenn feste Abmachungen mit England vorlägen, die daß der Abschluß der Handelsverträge von 1893 dem Lande zum ruffifchen Artikel tönnen wohl faum aus Verstimmung über seine fich gegen Rußland richten. Allen solchen Vermutungen ist durch Segen gereicht hat, glauben, daß diese Handelsverträge ver Handelspolitik resultieren, denn diese hat stets im Intereffe Rußlands feine heutige Erklärung die Grundlage entzogen. Wir begrüßen es, beiierungsfähig und verbesserungsbedürftig sind. gelegen. Die Verstimmung ist wohl mehr auf politischem Gebiet zu daß die deutsche Politik Rußland gegenüber eine feste sein werde, Die neuen Handelsverträge können nicht eine einfache Ab- suchen und wird ihren Grund in dem Vorgehen des Grafen Bülow auch soweit die Verhandlungen über den neuen Handelsvertrag schrift der alten sein. Sie sollen die Mängel, Fehler außerhalb Europas haben. Doch darauf will ich jetzt nicht eingehen. in Frage kommen. Wir haben das Vertrauen zu dem Herrn Reichs- und Lücken, die die früheren Verträge hatten, verbessern und be- Der russische Artikel rät dem Herrn Reichskanzler, er möge doch auch tanzler, daß er sich nach wie vor leiten lassen wird von einem ge- feitigen. Das aber möchte ich entschieden betonen, daß es unser an die Arbeiter denken. Nun, Herr Siemens hat uns ja neulich befunden nationalen Egoismus.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Wunsch und unire Absicht ist, auf annehmbarer Basis wieder zu wiesen, daß das Inland allein den Schaden von der Zoherhöhung hat. Abg. Richter( Frs. Vp.): Tarifverträgen mit andren Staaten zu gelangen. Die Sicher Dann weiß ich nur nicht, weshalb Rußland sich überhaupt so gegen Es ist von der Ordensverleihung an Lord Roberts geredet heit, für eine bestimmte Reihe von Jahren mit feststehenden Bedin- die Zollerhöhung sträubt. Vielleicht belehrt Herr Simens den russischen worden. Der Herr Reichskanzler hat behauptet, die Ordens- gungen für den Export rechnen zu können, ist nicht nur von Beden- Finanzminister eines Besseren. Ich möchte an den Herrn Reichskanzler für die Landwirtschaft. die Frage richten, ob in dem deutsch- amerikanischen Vertrage vom verleihung sei ein besonderes Kronrecht. Dem muß ich aber tung für den Handel sondern auch Wenn die voraussichtlichen Mehreinnahmen aus den Zöllen be- Juli vorigen Jahrs auch der Zuckerzoll ein Gegenstand der Verhand entschieden widersprechen. Es giebt teine besondere Art von Kron deutend sein würden, so würde ich vorschlagen, solche Mehreinnahmen, lungen gewesen ist, oder ob Amerika auch jetzt noch berechtigt iſt, recht. Für die Ausübung jedes Kronrechts i st der Minister verantwortlich und sie unterliegen speciell aus den Zöllen auf Lebensmittel, im wesentlichen zu ver- den deutschen Zucker mit einem Zuschlagszoll zu belegen.( Bravo! der parlamentarischen Kritit.( Sehr richtig! links.) Derwenden zu Verbesserungen der Wohlfahrts- Einrichtungen im Interesse rechts.) Abg. Münch- Ferber( natl.): Herr Reichskanzler hat das auch zugegeben, indem er auf die Gründe der minder bemittelten Klassen der Bevölkerung. Wir wollen auf wirtschaftlichem Gebiete uns gegenüber unsren Der Herr Reichskanzler hatte bei der ersten Lesung erhebliche der Ordensverleihung hinwies. Er sagte, Lord Roberts sei teine politische Persönlichkeit. Zur Zeit der Ordensverleihung Nachbarn nicht zu Leidenschaftlichkeit und Kurzsichtigkeit, die immer Bedenken gegen die Errichtung von Handelskammern im Auslande. war das allerdings nicht der Fall. Vorher aber war Lord Roberts heil stiften, wenn sie zusammenkommen, hinreißen lassen, nicht zu Diese Acußerung hatte zur Folge, daß eine ganze Reihe von Kaufals Oberbefehlshaber im südafrikanischen Kriege eine sehr hervor einer handelspolitischen Bethätigung, deren Kosten nachher das leuten im Kapland, in China usw. sich schwer bedrückt fühlten. Land tragen muß. Unire zollpolitische Gesetzgebung wird nur Andre Bedenken, die früher dagegen geltend gemacht wurden, haben ragende politische Persönlichkeit.( Sehr richtig! links.) von nationalen deutschen Gesichtspunkten inspiriert sein.( Lachen fich glücklicherweise zerstreut. Auch haben sich maßgebende Körperhaben nie verschwiegen, daß wir die Sympathien für die links.) Wir werden den berechtigten Anforderungen aller Faftoren schaften, z. B. der deutsche Handelstag, für die Errichtung von Boeren durchaus teilen, wenn wir auch nicht eine Politik des Herzens verfolgt wissen wollen und daher keine politische Aktion aus auf wirtschaftlichem Gebiete Rechnung tragen und nur das Gesamt- Handelskammern im Auslande ausgesprochen. Wir sind mit diesen Sympathien hergeleitet wünschen. Bei der allgemein herrschen- wohl wird für uns maßgebend sein.( Bravo! rechts, im Centrum dröhnenden Schritten in die Weltmachtspolitik hineinmarschiert, nun müssen wir auch mit der Welthandelspolitik beginnen. den Sympathie für die Boeren mußte aber diese Ordensden Nationalliberalen.) ( Bravo! bei Abg. Speck( C.) verleihung Anstoß erregen, und daß diese Erregung auf der Wir und bei den Nationalliberalen.) Abg. Graf Klinkowström( f.): und auch darüber, daß die Mehreinnahmen aus den tommen sollen, verwendet werden sollen. Der Resolution Rechten größer war, erkläre ich mir daher, daß diesen Herren Es ist sehr schwer, in Fragen der auswärtigen Politik Urteile giebt feiner Befriedigung Ausdruck über das Wohlwollen des diese höftsche Spieleret näher steht wie uns.( Heiterkeit links.) abzugeben, da die Kenntnis der Einzelheiten fehlt. Die Rede des Reichskanzlers für die berechtigten Forderungen der Landwirtschaft Unfre Stellung zu Rußland hat sich seit dem Dezember Abg. Ledebour, die uns vor dem Auslande diskreditieren könnte, Zöllen für Wohlthaten, die den Arbeitern zu gute wesentlich geändert. Der Schlüssel scheint in China zu liegen. wenn fie irgend welche Bedeutung hätte, wird vom Auslande Vielleicht erhalten wir bei der Beratung der neuen China- sicherlich richtig eingeschätzt werden. Die russische Regierung wird vorlage nähere Auskunft darüber. Die Auslaffungen der von den russischen Landwirten zu ihrer Haltung gedrängt. Das ist russischen offiziösen Presse beweisen nur, daß jede offiziöse Bresse begreiflich, aber nicht schön ist es, daß unsre freihändlerische Presse nur dazu dient, die bestehenden Gegenfäße zu verschärfen.( Sehr die Auslaffungen Wittes zum Kampf gegen die Getreidezölle benutzt richtig! lints.) Handel und Industrie können nicht sicheren( Bravo! rechts.) entbehren. Be bertragsmäßigen Beziehungen fonders haben auch die Konsumenten ein Interesse daran, daß Sie nicht durch Bertenerung der notwendigen Lebensmittel als quantité négligeable behandelt werden. Kein Staat tann heute in seiner wirtschaftlichen Abgeschlossenheit leben. Das ist selbst China nicht gelungen. Wir machen dem Herrn Reichskanzler den Vorwurf, daß er die internationalen wirtschaftlichen Intereffen nicht hinreichend gewahrt hat!( Bravo! lints.) Abg. Dr. Hasse( natl.): gebräuchlich find. Der Reichskanzler ist uns bei der Verteidigung benken gegen diefelbe. feiner englandfreundlichen Politik den Beweis für für manche ausgebildet, als daß sie noch einen Beirat gebrauchten. Wendung schuldig geblieben. Warum ist jetzt Gemüts politik oder gar Bierbankpolitik von der parlamen tarischen Zulässigkeit dieser Wendung abgesehen Münch- Ferber stehen er und seine politischen Freunde sympathisch gegenüber, man brauche ja den deutschen Konsuln im Auslande die Fähigkeit der Vertretung der kaufmännischen Interessen nicht abzusprechen, jedoch gebrauchten gerade sie, um nicht einen einseitigen Standpunkt einzunehmen, eines Beirats, der ihnen in den Handelskammern gegeben werden soll. Die Resolution beanDie Grundsäge, die Graf Bülow im Dezember über die aus tragt er an die Budgetkommission zu verweisen.( Bravo! im wärtige Bolitit aufgestellt hat, haben im Volt den tiefften und Centrum.) schmerzlichsten Eindrud gemacht. Sie stehen auch in Widerspruch zu ben salbungsvollen Wendungen, die in internationalen Vereinbarungen die in der Resolution liegt, durchaus nicht, hat jedoch einige BeStaatssekretär Frhr. v. Richthofen verkennt die gute Absicht, Die Konsuln seien kaufmännisch genug Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Abg. Frese( freis. Vg.) widerspricht dem Abg. Münch- Ferber, daß was vor es dem deutschen Kaufmann ohne Handelskammer im Auslande unDer Herr Reichskanzler hat festgestellt, daß zwischen uns und Rußland feine Kreuzungspunkte und daß zwischen uns und England 5 Jahren amtliche Politik der deutschen Reichsregierung war? Das möglich sei, Informationen einzuziehen. manche Reibungsflächen vorhanden sind. Diese Feststellung von deutsche Volk vermag die Politit durchaus nach realpolitischen Gesichts- Abg. Münch- Ferber( natl.) bleibt bei seinen Behauptungen so hoher Stelle war sehr interessant. Doch auch die Macht des punkten zu beurteilen. Da sollte man nicht mit Redensarten um sich werfen, und bittet um Annahme einer Resolution, die verbündeten Herrn Reichskanzlers hat ihre Grenze an den Schranken, wo sie die sehr an die Wendung vom beschränkten Unterthanenverstand erinnern. Regierungen zu ersuchen, dahin zu wirken, daß volo sic jubeo steht. Der Sag: Blut ist dicker als Wasser" Die Frage, ob wir wirklich den Boeren gegenüber Neutralität be- die Errichtung von deutschen Handelskammern wird im deutschen Volte nicht für England, sondern gegen England wahren, ist durchaus berechtigt. In den letzten Monaten haben sich im Ausland herbeigeführt werde. angewendet. Wir erkennen in den Boeren das alte germanische Blut, die Verhältnisse geändert. Man kann jetzt direkt von einem nicht in den Engländern. Wir müssen protestieren gegen die Bündnis zwischen uns und England sprechen. Ich habe garnichts fortwährenden Verlegungen der Neutralität durch die gegen ein solches Bündnis, wenn es vorteilhaft für uns ist. Die Lieferung von Waffen und Konserven an England. In den englisch portugiesischen Abmachungen aber find aus der deutschen Zeitungen ist gesagt worden, der Reichtanzler würde die Alldeutschen Kolonialhaus geschnitten. Wir sind England gegenüber im stande mit Thors Hammer zerschmettern. Ich möchte lieber das Bild ge- der Iniquität. Kleine Vorgänge find hierfür symbolisch, z. B. die W Damit schließt die Diskussion. Der Titel Staatssekretär wird bewilligt, die Resolution Münch- Ferber wird an die Budgettommission verwiesen. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. Dritte Lesung des Posttargesetzes, Fortsetzung der heutigen Tagesordnung. Schluß 64 Uhr. Aus der Frauenbewegung. versperrte Ueber Ausschreitungen der Sittenpolizei berichten die ,, Dokumente der Frauen" einen standalösen Fall aus Wien. Eine vornehme junge Französin suchte vor einigen Tagen um 11 Uhr vormittags in einem ihr unbekannten Hause des IV. Bezirks in Wien eine Wohnung, da sie am Thore des Hauses eine Anfündigung gelesen hatte. Das Zimmer gefiel ihr nicht und fie wollte die Wohnung verlassen, als es läutete. Die Ver mieterin öffnete und ein Mann trat ein, der der fortgehenden Dame mit ausgebreiteten Händen den Weg während sie erschrocken zurückwich, faßte der Eintretende sie am Hals und würgte sie. Sie schrie um Hilfe, aber der Attentäter hob drohend die Faust und schrie:„ Schweigen Sie oder...!" Das zu Tode erschreckte junge Mädcheu fonnte nur mehr flehentlich bitten: Schenfen Sie mir das Leben!" Der Mann aber rig sie beim Arm, und zwar so brutal, daß er ein Stück ihres Kleids herausrig, schleppte fie unter fortwährenden Drohungen und Mißhandlungen die Stiege hinab und über die Straße, während sie vergeblich um Schonung bat und um Erbarmen rief. Menschen sammelten sich an und folgten ihnen, die Dame fiel erschöpft in den Koth, der Unhold aber riß sie immer wieder empor, und so oft sie fragte, was er denn wolle, antwortete er:" Sie wissen es schon!" und Aehnliches. " Wetter Prognose für Mittwoch. den 6. März 1901. Bunächst wärmer bei ziemlich frischen südwestlichen Winden und zus nehmender Bewölfung; nachher Regen und etwas fühler. Berliner Wetterbureau. Marktpreise von Verlin am 4. März 1901 nach Ermittlungen des tgl Polizeipräsidiums. Welzen, gut utittel gering fommission, wegen Beteiligung der Kollegen bei Beerdigungen, sollen später noch eingehend geprüft werden. Walther wünscht, daß genaue Angaben über Arbeitslosigkeit gemacht und in den Mitglieder büchern vermerkt werden. Ein von ihm gestellter Antrag: den Verjammlungsbesuch durch Stempel im Mitgliedsbuch zu fontrollieren. E gelangte gegen eine Stimme zur Annahme. Nach Erledigung einer Reihe innerer Angelegenheiten erfolgte Schluß der Versammlung. Eine General- Versammlung des Maurer Verbands Berlin II) tagte ( Bahlstelle ant 28. Februar im großen Saal des Gewerkschaftshauses. Den Bericht Des Vor: ordent: stands gab Panser. Es haben stattgefunden 4 liche Mitglieder- Versammlungen, ca. 100 Bezirks- Versammlungen, t) erße, gut 10 Sigungen des Vorstands und 24 Sigungen für Berlin und Üm gegend. Den Kassenbericht giebt der Kassierer Braun. Die Einnahme vom vierten Quartal beträgt inclusive Bestand vom t) hafer, gut dritten Quartal von 6726,58 m. 18 297,13 M., die Ausgabe 11 494 M., so daß ein Bestand von 6803,13 M. am Schlusse des vierten Quartals vorhanden war. Die Einnahme für das D. Ctr. do. Schweinefleisch Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg 7, 5, 1,60 1,20 Bauch 1,30 1, " Roggen, gut mittel 1,60 1,20 " Kalbfleisch 1,80 1, " gering Hammelfleisch 1,60 1, " " mittel gering 15,40 14,70 14,50 Butter 2,60 2, 13,90 Fier 60 Stud 5,20 3, 13 80 13,10 Karpfen 1 kg 2,20 1, 15,90 15.40 Aale 2,80 1,20 mittel gering 15,30 14,80 Bander 2,50 1,20 14.70 14,20 Hechte 2,40 1, 6,66 Barsche 1,80 0,80 Schleie 3,- 1,20 Bleie 1,20 80 Richtfroh Heu 6, 8,20 5,20 40, 25, 45, 25,- Krebse 70-30, per Shot 12-3Jahr 1900 beträgt inclusive 5 102,99 m. Bestand vom vierten Erbsen Quartal 1899 52 366,29 M., die Ausgabe 45 563,16 M. Die Speisebohnen Mitgliederzahl beträgt 4693, ausgeschlossen wurden 62, ausgetreten Linien find 8 und gestorben find 24 Mitglieder. Die Neuwahl des Vor-+) frei Wagen und ab Bahn. stands hatte folgendes Resultat: Karl Panser erster, Wilhelm Produktenmarkt vom 5. März. Getreide. Die Stimmung So brachte er sie auf eine Amtsstube, wo sie ganz erschöpft in Schulz zweiter Bevollmächtigter, Schriftführer Mar Anton. auf dem Getreidemarkte wurde heute start beeinflußt durch bedeutendes einen Sessel fiel. Sofort brüllte ein Beamter sie an: Werden Sie erster Kassierer Emil Lehmann, zweiter Staffierer Se Iter- Warenangebot, das umiomehr auf den Preis drückte, als Käufer nicht am aufstehen! Wie können Sie sich unterstehen, sich niederzusezen!" hoff, Revisoren Lemm, Henkel und Gareis. Als Hilfs: Markte waren Außerdem drückte das vorwiegend matte Ausland und das Weizen und Roggen jezten Hier legitimierte sich der Mensch als ft. Detektiv Neuhofer, fassierer wurden gewählt Gust. Nikolaus, Heinr. Korn, schöne Wetter auf die Preisgestaltung und das Fräulein erfuhr, daß sie als verdächtige Frauensperson fest- Sarl Graul, Max Pohl, Reinh. Kohlschreiber. Heinr. 2 Mark niedriger ein. Die russischen Roggenofferten waren weiter er genommen sei. Vergeblich sagte sie, wer sie sei, vergeblich bat fie, Baier, Fris Hannemann, Karst, Franz Nikolaus. mäßigt; hiesige Kommissionäre traten als Abgeser für beiderlei Brotfrucht auf. Mehl war schwer verfäuflich; Hafer still und unverändert. Dagegen man möge doch zur französischen Botschaft telephonieren, um zu er- Aug. Wartenberg, Friedr. Huhoff. Der Vorsitzende bleibt Mais fest, da kahnzufuhren vorläufig fehlen und Bahmware zu teuer fahren, wer sie sei. spricht über die am 10. März im Gewerkschaftshause stattfindende ist. Am Rübölmarkte war anfangs Abgabelust vorherrschend infolge großen Sie wurde furzweg in eine von Schmug starrende Zelle gesperrt, Konferenz der Maurer für die Provinz Brandenburg und stellt den indischen Saatenangebots, nachher befestigte sich die Tendenz auf lebhafte in der sich eine Prostituierte befand, mußte von Vagabunden aus Antrag, diese mit fünf Delegierten zu beschicken. Als solche wurden Hauffe in Paris Schluß für Getreide abgeschwächt. Spiritus. Spiritus blieb unverändert, 70er loco 44,20 m. einer Nebenzelle Ströme unflätiger Reden hören. Nach fünf Minuten nach Annahme des Antrags gewählt: Karl Panser, Alwin erschien das kaiserlich königliche Polizeiorgan wieder, schleppte Rudolph. Emil Töhns, Gust. Bäder und Adolf fie einen Stock höher, wo sich ein Arzt befand, vor dem sie sich ent- inzler. Hierauf gaben Wilh. Schulz und Karl Panser fleiden mußte und untersucht wurde. C'etait le plus infame de den Bericht von der Berliner Gewerkschaftskommission. Als Deletout", wie die Dame verzweifelt sagte. Der Arzt sprach ein paar gierten zu derselben wurden gewählt: Karl Panser, Otto Worte von Mißgriff, und die Mißhandelte wurde in die Belle zurück- ante, Gust. Bäder, Schulz. Gareis und Alwin geführt. Rudolph. Die Beschwerde gegen einen Kollegen wurde dem Vorstand überwiesen. Nach drei Stunden abermals vorgeführt, wurde ste von dem felben Mann öffentlich durch die Straßen nach ihrer Wohnung estortiert um sich zu legitimieren. Neuhofer führte sie in ihr Zimmer, schrie sie, als sie in ihrer furchtbaren Qual und Aufregung ihre Papiere nicht gleich fand, unaufhörlich an und entfernte fich, als sie gefunden waren, mit einem„ Js schon gut 1" Die Dame ist seither leidend und faum fähig, ein Glied zu rühren. " Is schon gut!" Für den Polizisten vielleicht; für die schutzlosen Frauen, die solchen Brutalitäten ausgefegt sein fönnen, ist es aber nicht gut. Der Vorfall vermehrt das Material zum Kampf gegen die Sittenpolizei um ein gewichtiges Stüd. Derlammlungen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. P. G. Ja A. R.. Friedrichsfelderstraße. Fragen Sie bei Herrn Matterne, Vorsitzender für Feuerbestattung, an. Neu- Kölln a./W. 22. S. 44. Das Einwohner- Melde- Amt ist von 8-7 Uhr geöffnet. F. G. Die Berlis School of Languages, Ecke der Mauer: nnd Leip zigerstraße, wird oft gelobt. Ein Kursus von zwei Stunden die Woche stellt sich dort auf 8 M. monatlich Mit einiger Energie führt ferner das Studium der Methode Toussaint Langenscheidt zum Ziel.( Franzöſiſch 36 Briefe a 1 M., ganzes Wert auf einmal bezogen 27 W.) 100. Uns unbekannt. Die centralorganisierten Kleber hielten am 27. Februar eine Versammlung ab, in der Hedmann unter Verbandsangelegenheiten den Bericht gab. Es wurde beschlossen, die Achtzehner- Kommission zu beauftragen, den Tarif- welcher vorher in der entsprechenden festzulegen. Bei etwaigen Differenzen mit zu ändern ist den Unternehmern haben sich die Kollegen von Berlin und den Vororten an die Achtzehner- Kommission zu wenden. Weise Ober Schöneweide. Am 27. Februar tagte hier eine außer ordentlich stark besuchte Voltsversammlung, die nach einem trefflichen Referate des Reichstags- Abgeordneten Zubeil eine Resolution annahm, welche sich in schärfster Form gegen Erhöhung der Getreidezölle aussprach. Centralverband der Konditoren. Heute, Mittwoch, Versammlung bei Schiller, Rosenthalerstr. 57. Anfang 9 Uhr abends. Königgrägerstr. 39, Diskussion. Freier Diskutierklub. Heute abend 129 Uhr, im Lofal von Voigt' Witterungsübersicht vom 5. März 1901. morgens 8 Uhr. Die Steinarbeiter waren am Montag versammelt, um zunächst den von Gönnert erstatteten Bericht entgegen zu nehmen, über die Berufsstatistik. Da aber die Zusammenstellung infolge des letzten Kongreßbeschlusses nur den Zeitraum von 9 Monaten umfaßt, fonnte eine genauere Berechnung auch darum nicht gegeben werden weil die Fragebogen nur von etwa 2/3 der Kollegen ausgefertigt wurden. In der Beantwortung der einzelnen Fragen sind leider noch viele Mängel vorhanden. Göriz, Walther und andere wünschten daher, daß man in Zukunft ein noch besseres Resultat erlangen werde, insbesondere über Arbeitslosigkeit, Stationen Krankheit und Lebensdauer, wie es bereits in der bekannten Dentschrift an den Reichstag möglich war. Wünschenswert sei es, daß auch die Meister durch Angaben über Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Statistik mehr Interesse zuwenden. Für das tommende Jahr wurde Breiting mit der Aufnahme der Statistik beauftragt. Die von Otte verlesenen Vorschläge der Beerdigungs*) Das Infamste bei dem ganzen Vorgang. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Todes Anzeige. A Am Sonntag verstarb unser Mit glied, der Schnittarbeiter Otto Hellpinski. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mitt woch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Michaelis: Kirchhofs in Tempelhof, Martendorfer Weg, aus statt. 112/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher Barometer stand mm Wind Swinemde 763 SS Hamburg 760S0 Berlin 763SW Frankf./M. 764 S München Wien 765 Bunipa 762 NNW Windstärke Wetter 2 Nebel 3 heiter Temp. n. C. 5° G. 4° R. Stationen Barometer: stand mm Winds Bunza Windstärke Wetter Haparanda 763SSO 2 bedeckt 750,3 2 Petersburg 1 wolfen! 1 Cort 5 Aberbeen 2 Baris 3 bedeckt 3 wolfig 5 hlb.bed. 3 III. Wahlkreis. Donnerstag, den 7. März, abends 8 Uhr: Versammlung des Wahlvereins in den Dianasälen( großer Saal), Köpnickerstr. 68. Tages Ordnung: Die Organisation der Arbeitseinstellungen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Segitz. Diskussion. Es ist Pflicht der Mitglieder, die Versammlungen regelmäßig und pünktlich zu besuchen. Gäste willkommen. 242/ 8* Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. 735 SM 764 5hlb.bed. 45lb.bed. 3 bedeckt Klara. Ist das Kind von der Mutter in Pflege gegeben, so ist nicht flagbar sein sollte. Liegt ein andres Pflegeverhältnis vor, so hängt bie ersichtlich, weshalb die betreffende Forderung gegen die Mutter nicht ein Beantwortung von den einzelnen Umständen des Falls ab. A. S. 49. Ist die Wohnung gesundheitsgefährlich, so fönnen Sie von dem Vertrag zurücktreten und Schadensersatz verlangen. Darüber, ob Gesundheits: gefährlichkeit vorliegt, thun Sie gut, einen Sachverständigen vor Anstrengung des Prozesses auf Aufhebung des Vertrags und auf Entschädigung zu hören. Auch fönnen Sie sich an die Polizei mit dem Antrag wenden, die Wohnung durch den Bezirksphysifus untersuchen zu lassen. A. Berlin. Das Gejezz bezeichnet nicht bestimmte Spiele als Glücksspiele. Glüdsspiele find solche, bei denen der Erfolg allein oder wesentlich vom Zufall abhängt. Das trifft auf das von Ihnen beschriebene Spiel 101 zu. 3. A. Nein. Toni. Die Frau fann ohne die Befürchtung, ihre Rente zu verlieren, jegliche Art Beschäftigung nehmen. Steglik. Eine Berufung wäre zwecklos. Klempner Flemming. Der Betreffende haftet in vollem Umfang für Schadensersatz. 21. D. 55. Eine Unfallrente fann in folgenden drei Fällen zur Abfindung gelangen: 1. Im Falle der Wiederverheiratung erhält die Witwe 60 Proz. des Jahresarbeitsverdienstes( in der Regel also das Dreifache ihrer Rente) als Abfindung. 2. Ein Aus: länder( Nicht- Deutscher) tann, falls er seinen Wohnsiz im Deutschen Reich aufgiebt, auf seinen Antrag mit dem dreifachen Betrag seiner Jahresrente -5 abgefunden werden. 3. Ist eine Rente von nur 15 Proz. oder weniger feft: gesetzt, so fann nach Anhörung der unteren Verwaltungsbehörden die Berufss 6 genossenschaft den Entschädigungsberechtigten auf seinen Antrag durch eine 8 entsprechende Kapitalzahlung abfinden. Gegen den dann ergehenden Bescheid 9 ist Berufung an das Schiedsgericht zulässig; der Antrag auf Abfindung fann bis zur Verfündung des Schiedsgerichtsurteils zurüdgezogen werden. Temp. n. T. 5° C.= 4° R. Central- Verband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands.( Bezirk Berlin.) Mittwoch, 6. März, abends 9 Uhr, im gr. Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Demonstrations- Vortrag über: Technische Fortschritte. Vorführung des Telephonographen, des lautsprechenden Mikrophons etc. Vortragender: Ingenieur P. M. Grempe.- Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Bevollmächtigte. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 285/19 Buchbinder- Verband. Bureau: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, 14. März, abends präcise 8½ Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Mittwoch, den 6. März 1901, abends 81/2 Uhr: Nebungsunde richt, daß unser Kollege, der BuVertrauensmänner- Konferenzen des Conderchors. Geübt werden folgende Lieder: Es grünt und blüht, Freiheitssieg, binder Otto Müller berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Donnerstagnachmittag 4 Uhr, von der Für den Osten im Lokal des Herrn Bartel, Große Frankfurterstraße 18. Leichenhalle des Dorotheen- Kirchhofs, 112/11 Ecke Müllerstraße und Dalldorfer Chauffee, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. omporowski HerrengarderobenGeschäft Berlin SO., Neanderstr. 16, II. Verkauft Anzüge und Sommer paletots, reine Wolle, spottbillig, auf Serge, Cloth und Atlas, 22, 25, 27, 30 M., Halbwolle 14, 16, 18, 20 m. Nach Maß nur 5 M. teurer. Hofen und Joppen von 4,50 M. an. Bei teueren Garderoben Teilzahlung, monatlich 10 m., gestattet. 8542* teppdecken Step kauft man am besten und billigsten nur direkt in der Fabrit Für den Westen im Lokal des Herrn Werner, Bülowstraße 59. Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlandsbe Freitag, den 8. März cr., abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Ackermann, Baumschulenweg, Baumschulenstr. 78: Gr. öffentliche Versammlung für Nieder- Schöneweide und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Vortrag. Warum organisieren wir uns? Referent: Stadtv. Genoffe Retzeran- Nixdorf. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Vorwärts und Marseillaise.- Die Vereine Berlins und Umgegend sind verpflichtet, ein Quartett zu stellen. Bundesmitgliedskarte legitimiert. 16/2 Der Vorstand. NB. Für die Vereine, welche die Marseillaise nicht haben, ist dieselbe beim Kassierer Seikrit, Fidicinstr. 16, abzuheben. Elektromonteure! Mittwoch, den 6. März, abends 8%, Uhr, bei Nümann, Brunnenstrasse 188: Oeffentl. Versammlung Tagesordnung: Die Lohndifferenzen bei der Firma Phoebus. 58/11 Die Lohnkommission. Vortrag: Ehe u. Männerleiden, demonstriert am lebensgr. weibl. Torso 64/4 morgen Donnerstag, Engel Ufer 15, Gewerkschaftshaus, abends 9 thr. Die Arbeiter der Firma C. Kuhnheim u. Co. find speciell hierzut eingeladen. Bur Dedung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Achtung! Naturheilt. Grundmann. Pf. Eintr. J. A.: E. Bennewitz. 11-2, 6-8. Sonntag 11-12. Kurbad Köpnickerstr. 72. 20 1 Broschüre. Achtung: Möbel und Polfterwaren. Franz Tutzauer, Donnerstag, den 7. März 1901, abends 8 Uhr, in Raabes Salou, Kolbergerstraße 23: Große öffentliche Versammlung Tischlermeister, Berlin N., Brunnenstr. 152. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen Zähne 2 M.,& M: 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentlich 1 M. Alfred Apenburg, Invalidenstrasse 33, Nähe Stettiner Bahnh. Spr. 9-7. Reparat. sofort.[* Chokoladenfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen.+ Herren- Vortrag+ aller in Tages Ordnung: Ehrenerklärung. Bockanstich Bierhaus zum Erlanger Oranienstr. 113/114. Salzstangein, Bierrettige, Waldbetorat. Konzert- Vorträge täglich. Beim 6. Glas 1 Bodorden, beim 12. eine Bodmüße gratis. 8362* Es ladet ergebenst ein Max Pönitz. Album- Lederwarenfabrik Oskar Gundau. Oranienstrasse No. 30, Ede Adalbertstraße. 9100* Gesangbücher v. M. 1,25 all Schmucksachen Anzüge nach Maß für Herren Knaben 11. Größte Auswahl in in. und aus.. Die Beleidigungen, die ich am ländischen Stoffen für Paletots, 1. Wie verbessern wir unsre Lohn: und Arbeitsverhältnisse?" Referent: Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, 2. d. M. in Kuhlmanns Lokal gegen Anzüge, Beinkleider 2c. werben Max Kiesel. 2. Die Mißstände in den Chokoladenfabriken. 3. Diskussion. über: ,, Sogenannte unheilbare Männer Frau Schulze ausgesprochen habe, unter Garantie des guten Sizes Es ist Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen, in dieser Versammlung leiden" Mittwoch, den 6. März, abends erkläre ich hiermit für unwahr und zu überaus billigen Preisen zu erscheinen; besonders die bei Hildebrandt u. Sohn, Pantstraße und bei 1/29 Uhr. im Feldschlößchen, Müller: Frau Schulze für eine anständige schnellstens angefertigt im Tuchgeschäft wo auch alte Deden aufgearbeitet Gebr. Stollwert, Chauffeestraße, beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ftraße 142. Nur Herren! Eintritt Frau. 29666 bei A.Karle, Waldemarstr. 66. find hierzu eingeladen. Der Einberufer, frei! Keine Tellersammlung.[ 29676 Wilhelm Schütze. B. Strohmandel, Berlin S., 72, Wall- Strasse 72, werden. 8848* 29746 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 6. März. Opernhaus. Fidelio. Anf. 712 Uhr. Schauspielhaus. Don Carlos, Infant bon Spanien. Anfang 7 Uhr. Menes Opern Theater( Kroll). 0 Geschlossen. Schiller. Freiwild. Anfang 8 Uhr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Mittwochabend 8 Uhr: Unser Rhein, von der Quelle bis zur Mündung." Im Hörsaal: Geh. Rat Prof. Foerster: Meteorwelt." 4 Uhr zu kleinen Preisen: Mittelmeerfahrten." 21 04 Invalidenstr. 57/62. Central Theater. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Mit vollständig neuer Ausstattung an Das Modell. Deforationen und Kostümen. Gastspiel: Mik Mary Salton. San Toy. Chinefiorton Operette in 2 Atten von Edw. Morton, Greenbank und Noß. Must! von Sidney Jones. Morgen u. folgende Tage: San Toy. E Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Freitag: Opern Gastspiel: Der Troubadour. Oper in 4 Aften v. Verdi. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: Rotkäppchen. Palast- Theater Passage- Panopticum früher Feen- Palast, Burgfir. 22. Deutsches. Die verfunkene Glode. Tägl. Sternwarte. Durchweg nenes Programm! Anfang 7 1hr. Lessing. Die Zwillingsschwestern. Anfang 72 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Anfang 712 Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Anfang 7 Uhr. Menes. Die Sixtina. Anfang 7 Uhr. 1207 Westen. Der Wahrheitsmund. An fang 7 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Neberbrettl. Anf.72 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 71 Uhr. Central. San Toy. Anfang 7% Uhr. Quifen. Alte Liebe rostet nicht. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang Uhr. 7 Carl Weiß. Das Modell. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Käthe Wandel. Boubouroche. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. soft Nachm. 4 Uhr: Zaubervorstellung von Ben Ali- Bey. Walast. Specialitäten: Borstellung. Die beiden Wenzel. 72 Uhr. Anfang Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Theater." D"-Vorstellung. Rosendienstag. 3 Uhr. Anfang nachm. Passage Panoptikum. Speciali täten- Borstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Unser Rhein, von der Quelle bis zur Mündung". Nachm. 4 Uhr( zu ermäßigten Preisen): Mittelmeerfahrten". Jm Hörsaal: Geh. Rat Prof. CASTANS PANOPTICUM Ein RiesenNen! Neu! Nen! GORILLA aus Yaunde, Hinterland von Kamerun erlegt von einem Deutschen, di die grösste zoologische Sehenswürdigkeit des neuen Jahrhunderts. Konzertkapelle la Zarina. Der Germanensaal. Passage- Theater Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. DamenRing- Kampf. Auftr. d. Ringkämpferinnen nachm. 6 Uhr, abends 10 Uhr. Rosendienstag. La bella Vera. 17 erstklass. Nummern. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Förfter:„ Metcorwelt". Anfang Hente, Mittwoch, 6. März: 8 Uhr. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 upr: Man lebt ja nur einmal. Sternwarte. Schiller Theater ( Walluer Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Freiwild. Schauspiel in 3 Atten von A. Schnikler. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Große Gesangsposse in 5 Bildern. Vorher: Das neue MärzSpecialitäten- Programm. Anfang 28 Uhr, der Poffe 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Neu! Alles Schlager 1. Rangs! 812 Uhr. 81/2 Uhr. Die beiden Wenzel. Schwant in 1 Aft von E. Felsch. Raabe, früher Schauspieler: Dir. Rich. Winkler. Mc. Kean. Sensations: Schau: nummer! Neu für Europa. Familie Talaschus, 5 Personen auf dem Turmfeil.s Gebr. Damm, Excentrit Afrobaten 1. Rangs. Entree 50 Pf. Anfang: Sonn- u. wochent. 7% Uhr. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Ehrliche Arbeit. Voltsstück mit Gesang in drei Akten ( 5 Bildern) von H. Wilfen. Mujit bon Bial und Holländer. Donnerstag: Ehrliche Arbeit. Reichshallen Stettiner Sänger. Neues Programm! Siehe sämtliche Säulen. J. Dumont der Franzose mit d. größten Bart der Welt. Cirkus Busch Mittwoch, den 6. März, 7%, Uhr: Grande Soirée Equestre. Ferner: Auftreten des berühmten amerita nischen Pferdebändigers Professor Norton B. Smith. unter Die der Besonders hervorzuheben: gefährliche Fahrt Eisenbahnbrücke. Zum Schluß: 8um 99. Male: Der Bart hat die Die eiserne Die eiserne Maske. unglaubl. Länge v. 3 Meter 65 Ctm. Dilkins der größte Solbat b. Welt. General Boum der kleinste Soldat der Welt. lots Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. lod Sanssouci Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereinsbillets gültig. Donnerstag: Wachsfigurent. Sonntag: Wachsfiguren. Montag: Luftige Vagabonden. Möbel auf Teilzahlung in der Fabrik H. Roggensack, Inh. P. Kraatz, BERLIN N. 7, Ruppin er- Strasse 5. Wo amüsiert man sich grossartig? -Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen. Jnh.: Max Schindler.- Telephon: Amt IVa Nr. 8002. Sente: Grosser Ball, als Specialität:* Cigarren- und Apfelsinen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Der große Saal nebst Nebenräumen ist am 1. Pfingstfeiertag an Vereine zu vergeben. Max Schindler. Freitagabend 8 Uhr: Grosser Erfolg: kus Karlstrasse. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Der Retter. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Drittlezte Aufführung: Salerno Bernh. Mörbitz Die Wolkovskys Wochentags 7 Uhr. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Amor von Heute. 902in Miss Deyo 10ST 4 Morgen: 8 um 100. Male: sowie die März- Specialitäten. Amor von Heute. Um 9 Uhr: Sonnabend, den 9. März: 8um Des Löwen Erwachen. erstenmal: Der Kadetten- Bater. Riesen- Walfisch. 21 Meter lang. 150 000 Pfd. schwer. Vollständig geruchlos! Bahnhof Wedding. Eintrittspreis 20 Pf. Kasseneröffnung 7, Anf. 8 Uhr. Bu besichtigen Reinickendorfer und Ravenéstraße- Ecke bei Stadtring. Mittwochnachmittag 4 Uhr: 9029* Eintrittspreis 20 Pf. 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V gehindert werden, bitten wir die auf den Bauten beschäftigten Arbeiter andrer Berufe, auf die in Arbeit tretenden Rapizputer zu achten und uns hiervon Mitteilung nach unfrem Burean, Kommandantenstr. 65, Fernjpr. Aunt IVa Nr. 6591. zu machen. * 1 Der Vorstand. Achtung, Tapezierer! Br. 55. 18. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. worden. Tokales. Mittwog, 6. März 1901. Hierauf sprach Mommien in feinen, geistreichen Wendungen. tönnte man meinen, daß bei dieser Enthüllung eine Revue oder Man solle daran denken, daß Faust und Gretchen, Klärchen und Parade geplant ist, ähnlich wie sie bei Striegervereinen oder SchützenEgmont in Gefahr wären, von der Bühne zu verschwinden, da die gilden üblich ist. höhere oder richtiger die tiefstehende Sittlichkeit sehr viel an diesen beiden Baaren auszusehen hätte. In einen Appell zum Kampf gegen die Vernuckerung flang Mommsens Rede aus. Die ganze Richtung paßt mir nicht, Das Schöpfungswert, es wird verboten! das manche schon begraben wähnten, in gefunden, wenn auch nicht So klang die Geburtstagsfeier zu Ehren des kränklichen Kinds, ganz passenden Humor aus. Den Rednern mußte man es ja glauben, wenn sie trotz allem uns ihres Kampfesmuts versicherten. Aber das Publikum, zu dem sie sprachen, sah nicht danach aus, als ob es sich seine gute Laune durch Plößensee und sonstige im Stampfe für Geistesfreiheit vorkommende Ünannehmlichkeiten verderben lassen möchte. zweige Deutschlands steht am Ende ihres Wirkens. Es ist eine Die Kranken- Zuschukkasse sämtlicher Berufs- und Erwerbsjener Kassen, deren Lebensunfähigkeit für jeden Kenner unsres Versicherungswesens von Beginn an flar ist. Leider giebt es noch immer Vertrauensselige, die trotz unsrer wiederholten Warnungen den ausgesandten Agenten in das Garn laufen. So dürfte es auch bei der hier erwähnten Kasse sein, deren Vorsitzender schon im Februar den Offenbarungseid geleistet hat, und damit der Auszahlung des Krankengelds ein jähes Ende bereitete. Der Fortbildungsschulzwang muß mit demselben Recht, mit dem er für die heranwachsende männliche Jugend gefordert wird, auch für die weibliche Jugend verlangt werden. Bei der Stellung, die die Frau heute im Sudermann sammelte feurige Kohlen auf das Haupt der Erwerbsleben einnimmt, ist das ganz selbstverständlich linksstehenden, besonders der socialdemokratischen Presse. Erunter ab= schreibe alles, was diese den Leuten des Goethebundes böses nach gesehen davon, daß auch die fünftige Hausfrau, die höhere gesagt hätte, namentlich den Vorwurf, daß die Dichter sich nicht um Tochter" nicht weniger als die ehemalige Boltsschülerin, mancherlei bie socialen und politischen Kämpfe ihres Volles fümmerten. Aber zu wissen nötig hat, was sie in der Schule nicht gelernt hat. Die und nun kam das überraschende die lex Heinze habe die Forderung eines Fortbildungsschulzwangs für Mädchen Träumer aus dem Schlaf gewedt, sie auf die Schanzen gelockt! In hat auch bereits eine beträchtliche Zahl von Anhängern gefunden, wohlgesetzten Worten geißelte Herr Sudermann dann die Dunkelmänner, vorläufig allerdings meist mit der Beschränkung auf die weiblichen um mit der abermals recht bescheidenen Versicherung zu enden, daß Handels- Hochschulkurse. Die Aeltesten der Kaufmannschaft Angestellten des Handelsgewerbes. Hier mußte in der That der Goethe- Bund wissen werde, sich- Duldung zu erkämpfen. beschlossen, beim Kultusminister die Berufung einer Kommission von Gesang und Rezitation Goethescher Dichtungen folgten. Dann Vertretern der Universität, der technischen Hochschule und der Aeltesten die Notwendigkeit einer besseren Vor- und Fortbildung der im Er- trat Herr Fulda hervor, um ein eigens für den Abend verfaßtes zu beantragen, welche sich mit der Frage der Errichtung von Handelswerbsleben thätigen Mädchen zuerst und am unangenehmsten Gelegenheitsgedicht vorzutragen: Der Censor der Schöpfung. Hochschulfurfen in Berlin zu beschäftigen hätte. Nach Ansicht der empfunden werden. Nach den neuen Bestimmungen der Gewerbe- Der Herrgott muß, bevor er die Welt erschafft, seinen Plan dem Aeltesten sind solche Kurse zur Ausbildung von Leitern oder höheren Ordnung sind die Gemeinden jetzt in der Lage, für weibliche Censor vorlegen, der aus ordnungs- wie aus fittenpolizeilichen Beamten der größeren kaufmännischen und industriellen UnterHandelsangestellte die Verpflichtung zum Besuch eines Fortbildungs- Gründen das Werk aller sechs Schöpfungstage verbietet und nur nehmungen wünschenswert. Den Hörern wären im Verlauf von unterrichts durch Ortsstatut festzusetzen. In der letzten Zeit ist den siebenten, den Ruhetag, gelten läßt. vier Semestern die für die bezeichnete praktische Thätigkeit wichtigsten bereits in verschiedenen Orten von Handlungsgehilfinnen- Vereinen Gegenstände aus der Nationalökonomie, der Jurisprudenz und der ein dahin gehendes Ersuchen an die städtischen Behörden gerichtet faufmännischen Technik zum Vortrag zu bringen. worden. Auch in Berlin ist das geschehen. Hier hat sich der Mikglückter Flugversuch. Die Versuche mit dem vom Re„ Kaufmännische Hilfsverein für weibliche Anin der Turnhalle der 6. Realschule vor den Mitgliedern des Vereins sierungsrat Hofmann erfundenen Flugmaschinenmodell, die geſtern gestellte" mit einer entsprechenden Eingabe an in der Turnhalle der 6. Realschule vor den Mitgliedern des Vereins den Magistrat gewendet, ist aber abschlägig beschieden gliedern des Patentants u. a. angestellt wurden, sind nicht gefür Gewerbefleiß, vor Offizieren der Luftschiffer- Abteilung, MitVor kurzem ist nun die Eingabe wiederholt worden. Es lungen. Die Flugmaschine ist ein sogenannter Drachenflieger, ist nicht unmöglich wenn auch einstweilen noch nicht sehr wahr dessen Drachen bei der Ausführung im großen eine Spannweite scheinlich daß der Magistrat unter dem Eindruck der Thatsache, von 25 Meter erhalten sollen. Als Triebkraft ist ein horidaß jezt sogar die sonst jedem Zwang abgeneigten Aeltesten der zontal wirkender Propeller vorgesehen. Die Maschine steht Berliner Kaufmannschaft sich für den Fortbildungsschulzwang erklärt auf drei Beinen, die bei dem Modell, das 1/10 der AusDie Stadtverordneten Versammlung hat für ihre am und ihn für männliche Handlungslehrlinge gefordert haben, diesmal Donnerstagnachmittag 5 Uhr stattfindende Sigung u. a. folgende befinden sich Räder. Bei der gestrigen Vorführung des Modells, das führung im großen darstellt, 1 Meter hoch find. An den Beinen zu einer andren Entscheidung gelangt. Kommen wird die obli- Gegenstände auf die Tagesordnung gestellt: Berichterstattung befinden sich Räder. Bei der gestrigen Vorführung des Modells, das gatorische Fortbildungsschule auch für Berlin, das ist sicher zunächst über die Vorlagen, betreffend die Bewilligung von Ruhegel sur 3350 Gramm wiegt, während die kleine Alkoholdampfmaschine, die den Propeller bewegt, mit 1012 Atmosphären arbeitet, war die wohl nur für die männliche Jugend, aber später sicher auch für die und Hinterbliebenen Versorgung für die ohne ebene Bahn des Antriebs durch ein Schienengeleise dargestellt, das weibliche. Die städtischen Behörden werden sich ja noch eine Weile Benfionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten im Anfang etwas Gefälle und am Ende einen sprungbrettartig dagegen sperren, aber auf die Dauer werden sie sich der socialen Personen. Beschlußfassung darüber, ob gegen das Erkenntnis des wirkenden Ablauf hatte und etwa 1/2 Meter über dem Erdboden anBerpflichtung, für die Fortbildung der schulentlassenen Jugend Bezirksausschusses in der Verwaltungsstreitfache Gleffe, betreffend gebracht war. Die Bedingungen waren also wesentlich günstiger, als die Wahl des Expedienten Glocke zum Stadtverordneten, Berufung fie in Wirklichkeit im freien Gelände fich darbieten dürften. Trotzdem beiderlei Geschlechts in wirksamerer Weise als bisher zu sorgen, nicht mehr entziehen können. Gespannt sind wir nur darauf, wie die im Stadthaushalts- Etats für das Etatsjahr 1901, eingelegt werden soll. Vorlagen, betreffend die Festsetzung des fiel die Maschine beim ersten Versuch so tief, daß sie ohne den erhöhten Magistrat und in der Stadtverordneten- Versammlung sizenden ehe- Etats der städtischen Gasanstalten und der öffentlichen Betroleum- den Boden auf und wurde dann wie ein Ball noch eine Strecke über Ablauf sicher zu Boden gestürzt wäre. So prallte sie nur leicht auf maligen Gegner der obligatorischen Fortbildungsschule ihren Rückzug beleuchtung, der Hauptkasse der städtischen Werke, des städtischen den Boden weggetrieben, doch erschien dies als eine natürliche Folge Hafens am Urban, der Wasserwerke, der Markthallen, der Kanalisationswerke und Rieselfelder, des Viehmarkts, des Schlachthofs und der des Beharrungsvermögens, das bei der gewaltigen Kraft, die zur Vorwärtsbewegung des Modells benutzt wurde, sehr groß war. Ein Fleischschau auf dem Schlachthofe, sowie der Verwaltung des zweiter Versuch mißlang vollständig, weil die Beine sich nicht rechtNicht weniger als 412 deutsche Zeitungen und Zeitschriften und städtischen Abladewesens für das Etatsjahr 1901, die Einiezung viele Tausende von Büchern aus den Gebieten: schöne Litteratur, eines Schiedsgerichts über die von einem Unternehmer beim Neubau zeitig und genügend hoben und das Modell mit solcher Gewalt unmittelbar nach dem Ablauf auf dem Boden aufstieß, daß die Drachendie Her Kunst und Kunstgeschichte, deutsche Sprache, Jurisprudenz, Natur- des Märkischen Museums gemachten Ansprüche, wissenschaften einschließlich Medizin, Gewerbekunde, Biographie, stellung eines Ueberführungs- Bauwerks über den Bahnhof Gesund- flächen rissen, die Achsen der Räder sich verbogen und die Maschine vorläufig nicht wieder in Gang zu bringen war. Die Versuche Geographie, Reiselitteratur das ist der Apparat, mit dem die brunnen im Zuge der Swinemünder- und Bellermannstraße, sollen am nächsten Sonntag an derselben Stelle fortgesetzt werden. öffentliche Bibliothek und Lesehalle Alexandrinenstr. 26 zu unentgelt- Erlaß der Beleuchtungs- und Heizungskosten für die von der Ber- Fraglich erscheint es, ob es möglich sein wird, die Beine, die bei der licher Benutzung für jedermann jetzt arbeitet. einigung geprüfter Magistratssekretäre im Hörsaal des Berlinischen Ausführung im großen 10 Meter hoch sein müssen, so zu konstruieren, Gymnasiums veranstalteten fachwissenschaftlichen Vorträge, Einstellung eines Betrags von 5000 M. zur Verfügung des Stadt- daß der Drache bei der Landung darauf sicher zu stehen kommt. Das Modell stürzte gestern beim Anhalten stets um. Ein Beweis für die berordneten Vorstehers, Antrag des zur Vorbereitung der Neuwahl der beiden Stadtschulräte eingesezten Ausschusses, betr. behauptete Steuerfähigkeit ist nicht erbracht. die Anrechnung der gesamten früheren Dienstzeit der zu Stadtschulräten gewählten Direktoren Dr. Gerstenberg und Dr. Schwalbe bei ihrer dereinstigen Pensionierung und bei Bemessung der Versorgung ihrer etwaigen Relikten. bemänteln werden. Alexandrinenstraße 26. Das Institut besteht nun seit 16 Monaten und hat äußerlich und innerlich die lebhafteste Entwicklung genommen, namentlich auch in den letzten Monaten. Konnte man früher beim Betreten der freundlichen, hellen und warmen Leseräume manchmal ein Bedauern empfinden, daß unsre Arbeiter nicht noch zahlreicher hier verkehrten, so würde der Gedanke jetzt nicht mehr aufkommen angesichts des großen Andrangs, der allabendlich zu beobachten ist. In den Lesefälen ist jedes Plätzchen besetzt und im Arbeitszimmer, wo es so still ist, daß man das Krigeln der Federn und das Umwenden der Blätter hören kann, fizen viele fleißige Leser, die systematisch arbeiten und lernen wollen. Sie finden hier ein reiches Arbeitsmaterial, das den verschiedensten Interessen entgegenkommt, und jene äußere Ruhe und Behaglichkeit, die geistiger Arbeit so förderlich ist, aber unsren Arbeitern fast nie zur Verfügung steht. Nicht minder lebhaft geht es in der Ausleih- Bibliother zu. Das Kommen und Gehen erleidet durch den starken Andrang jest manchmal Stodungen. Während das Institut nach einjährigem Bestehen 1912 ständige Leser zählte, haben die seitdem verflossenen 4 Monate deren Zahl auf 3100 m. erhöht. Hier oben in der Ausleih- Bibliothek wie unten in den Leseräumen herrscht die erfreulichste Harmonie in der Menge der Leser und in den Beziehungen zwischen Beamten und Besuchern. Ein großer Vorzug der öffentlichen Bibliothek und Lesehalle vor anderen ähnlichen Instituten besteht darin, daß die Auswahl der Bücher lediglich vom Gesichtspunkt des litterarischen Werts vor sich geht. Auf„ edle Geber", die so häufig das Angenehme mit dem Wohlthätigen" verquickend veraltete, wertlose Bücher schenken, wurde nie gerechnet; daher ist das Büchermaterial sorgiam und einheitlich gesichtet. In der Ausleihbibliothek tam soeben eine neue Abteilung„ Geographie. Reisen und Verwandtes" zur Ausgabe, die voraussichtlich stark begehrt werden wird. Das Institut ist nach wie vor geöffnet an Wochentagen von 51/2 bis 10 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1 ühr, Lefehalle außerdem von 3-6 Uhr. lich Geburtstagsfeier. die 1 die den die Der Selbstmord, den der Beleuchtungsmonteur Borchert gestern dadurch verübte, daß er sich von der Kuppel des Tietzschen Warenhauses in der Leipzigerstraße hinabstürzte, ist noch nicht aufgeklärt. Die Mutter des jungen Manns, die als Witive in der Gartenstraße wohut, weiß nichts von dem Beweggrund zu seinem urteilung, die Stadtverordneten- Borsteher Dr. Langerhans der andren Monteur zusammen seit einem halben Jahr in der TiedDie Spreepräfettur. Einige Beachtung verdient die Be- Selbstmord. Auch seiner Wirtin, Frau Stiller, bei der er mit einem bevorstehenden Errichtung des Oberpräsidiums für Berlin in einer Straße 21 wohnte, hat Borchert keine Andeutung gemacht, ebenjogestern vom freifinnigen Bezirksverein des Köpenider Stadtviertels wenig wie seinem Zimmergenoffen oder seinen Mitarbeitern. Am abgehaltenen Bersammlung hat zu teil werden laffen. Herr Langer Somitagabend war er noch in durchaus heiterer Stimmung. hans gab der Befürchtung Ausdruck, daß es zu Konflikten zwischen Stadtverwaltung und Oberpräsidium kommen werde. Die Absicht Fremdenverkehr in Berlin. 56 722 Fremde fanden in Berlin einer Beeinträchtigung der Selbstverwaltung liege tlar im Monat Februar Unterkunft. Es wohnten 46 020 in Gasthöfen, auf der Hand. Angesichts des dem Oberpräsidenten eingeräumten 1820 in Mietszimmern und 8882 in sonstigen Anstalten zur BeRechts, Beschlüsse der Stadtverwaltung in einer ganzen Reihe von herbergung Fremder. Angelegenheiten aufzuheben, könnte nicht mehr von einer Selbstverwaltung gesprochen werden. auf die Stadtverwaltung wirke vielfach hemmend auf die Entwicklung Schon der Einfluß der Regierung Staatseinflusses auf andre Verwaltungsgebiete fei daher wenig der Kommune nach dieser Richtung. Von einem Uebergreifen des Gutes zu erwarten. = Berliner Asyl- Verein für Obdachlose. Jm Monat Februar im Frauen- Asyl 4660 Personen, wovon 1205 badeten. Arbeitsnachnächtigten im Männer- Asyl 19 443 Personen, wovon 8752 badeten; Füsilierstr. 5. Die geehrten Mitglieder werden ferner dringend um weis wird erbeten für Männer Wiesenstr. 55/59, für Frauen gütige Zuwendung von getragenen Kleidungsstücken, füllung der Afyle die Gegenstände vortreffliche Verwendung finden. Wäsche, Schuhe und Stiefeln gebeten, da bei der Ueber: Die Sachen werden gern abgeholt, nur bittet der Verein um kurze Mitteilung auf einer 2- Pf.- Postkarte an vorstehende Adressen. Ein musterhafter Zuchthäusler. Der frühere KriminalEin intereffanter litterarischer Brozek spielt sich derzeit vor dem Landgericht I um die beiden Stücke" Die Welt, in der man sich langweilt" von Pailleron und" Die Fourcham baults" von Augier ab. Der Prozeß, der von erheblicher Trag weite für das Aufführungsrecht ausländischer Stücke sein wird, hat Kindesmord. Am 1. März 1901, abends gegen 7, Uhr, ist folgenden Hintergrund: Das alleinige Aufführungs- und leber auf dem Treppenflur des Hauses Invalidenstr. 119 die Leiche eines fegungsrecht an den genannten Stücken ist für Deutschland dem neugebornen Stnaben aufgefunden worden. Die Leiche war einDr. Theophil Bolling, Herausgeber der Gegenwart", von gewickelt in ein Handtuch, dessen Zeichen entfernt war, und einen den Autoren übertragen worden. Thatsächlich ist auch auch das graugestreiften Barchentunterrock. Aerztlicherseits wird vermutet, daß Bailleronsche Stück von dem königlichen Schauspielhause, auf das Kind gelebt hat und durch Erwürgen getötet worden ist. deffen Spielplan es seit Jahren steht, sowie von den andren Personen, welche über die Mutter des Kinds oder denjenigen Der Goethebund seligen Angedenkens ist am 4. März Theatern stets in der Uebersetzung des Dr. Bolling aufgeführt Menschen, der die Leiche an ihrem Fundort niedergelegt hat, Ausworden. Seit furzer Zeit hat auch das Schiller Theater funft geben können, wollen sich an den Wochentagen, vormittags ein Jahr alt geworden. Herr Hermann Sudermann brachte dies das Stüd auf seinen Spielplan gejezt mud bereitet auch das zwischen 9 und 1 Uhr, in Simmer 246 des Polizei- Dienstgebäudes Ereignis gestern Abend in der Philharmonie zur Sprache, allwo eine Vereinigung von Männern, die für das zage Ding eigent- Augiersche Stück vor, beide aber in einer andren Uebersetzung und am Alexanderplatz, II. Stock, melden oder zu 1851, IV. 27. 01 gegen den Willen des Dr. Zolling. Letterer hat nunmehr durch den dorthin Nachricht geben. zu schade war, dem Geburtstagskinde zu Ehren Rechtsanwalt Dr. Lubszynsti Klage auf Verbot weiterer eia Fest veranstaltet hatten. Liszt, Mommisen, Sudermann, Fulda Aufführungen, Abführung Hatten außer sich selbst eine Sängerin mit glodenklarer Stimme, einen Aufführungen, Abführung der ufancemäßigen Tantiemen und Schadensersatz einreichen lassen. Die Klage führt aus, daß fommissar Grügmacher dürfte in der nächsten Zeit wieder in die vorzüglichen Deklamator und das mustergültige Philharmonische nach dem deutschen Urheberrechts- Gesetz und den internationalen Freiheit zurückkehren. G. wurde bekanntlich im Sommer 1898 wegen Orchester zu dem Ereignis aufgeboten. Was Wunder, daß der große Bestimmungen der Berner Konvention das alleinige Aufführungs- Anstiftung zum Meineid zu zwei Jahren Zuchthaus und den üblichen Saal gedrängt voll war. Freilich, die Leute, die am 9. März vorigen recht des Klägers, als des gesetzlichen Rechtsnachfolgers der Nebenstrafen verurteilt. Da sich G. im Zuchthaus musterhaft geführt Jahrs die Leiter des Bunds so in Schrecken versetzt hatten, daß sie sich nicht französischen Autoren unbeschränkt fortbestehe, auch wenn das Ueber- hat er wird gerade wie sein früherer Berufskollege Thiel die angesetzte Versammlung zu eröffnen getrauten, diese Leute waren nicht oder nur in der Minderzahl erschienen, denn der Platz kostete ſegungsrecht inzwiſchen frei geworden sei und deshalb eine recht mit schriftlichen Arbeiten für Privatfirmen beschäftigt, genießt aber mäßige Uebersetzung auch von einem andren vorgenommen werden sonst keine Vergünstigung so ist das Gesuch auf vorzeitige EntDas bekannte distinguierte Bublifum war aber zur tönne. Der Vertreter des Schiller- Theaters, Justizrat Stern I, laffung nach Verbüßung von drei Vierteln der Strafzeit unterstützt Stelle, Thiergartenfreifinn und andre Herrschaften, die nicht die GeLegenheit verfäumen wollten, sich an einem Abend an dem Anblick geht demgegenüber davon aus, daß die Berner Konvention überhaupt worden. einer immerhin in Betracht kommenden Zahl berühmter Persönlich der Konvention vom 9. September 1886 in Deutschland zur Auf- hat sich gestern abend der am 17. April 1873 zu Forst geborene nicht in Betracht komme, da die Stücke bereits vor dem Inkrafttreten Selbstmord eines Studenten. In einer Droschte erschossen teiten zu weiden. Das Geburtstagsfest wurde mit der Egmont- Ouvertüre ein- führung gekommen seien und die Vorschriften der Konvention eine Student Karl Thomas, der in der Wilmersdorferstr. 163 zu Charrüdwirkende Straft nicht hätten. Ueber den Ausgang des Rechts- lottenburg wohnte. Thomas schien in Geldverlegenheit zu sein. geleitet. Als die Musit verklungen war, bestieg der bekannte Rechtslehrer F. v. 2 is at das Podium. Er betonte, daß die Männer des streits, der in hiesigen litterarischen Streifen mit Aufmerksamkeit ver- Gestern mittag verabschiedete er sich von seiner Braut, die ebenfalls in der Wilmersdorferstraße wohnt, mit dem Bemerken, daß Goethebunds weder eine politische Partei noch eine religiöse Sette folgt wird, werden wir berichten. feien. Freiheit für jede Individualität, Freiheit für jede Welter auf die Mitteldeutsche Streditbant gehen wolle, um Geld zu anschauung sei die Losung des Bunds. Herr v. Liszt gestand dann holen. Dieser Gang scheint jedoch erfolglos gewesen zu sein. zwar, daß der Bund, der bekanntlich so freundlich war, dem BerAbends nahm der junge Mann an der Ecke der Friedrich- und liner Polizeipräsidenten eine Sittenfommission zur Verfügung zu stellen, Telegramm. Der Polizeipräsident von Berlin an den Herrn Ziegelstraße eine Droschte, die ihn nach dem Wilhelmsplay in in der Frage der Theatercensur just feinen äußeren Sieg erfochten Präsidenten des Hauses der Abgeordneten. Zur Aufstellung der Charlottenburg bringen follte. Als er mit dem geschlossenen habe; immerhin sei aber der innere Sieg zu betonen, den der Bund Herren Abgeordneten wird Raum auf Westseite der Siegesallee Wagen am Bahnhof Tiergarten vorbeifuhr, hörte der Kutscher einen in dem Umstand erblickt, daß niemand im Parlament die gegenzwischen den Gruppen Otto III., Johann I. und Otto IV. mit Knall, kümmerte sich aber nicht weiter darum, da er glaubte, es sei wärtige Ausübung der Censur zu verteidigen gewagt hat. Bu diefer dem Pfeil freigehalten werden." einem Radfahrer der Gummireifen geplagt. Am Wilhelmsplate Bescheidenheit paßte dann schlecht die Berufung auf ein Wort Goethes, Dieses Telegramm mit seinem Lapidarstil ist einigermaßen wollte er seinen Fahrgast, der zu schlafen schien, weden, nahm aber daß man in Berlin mit Delikatesse nichts ausrichte, sondern grob räselhaft. Wann soll die Aufstellung" der Herren Abgeordneten vor dann wahr, daß er röchelte und daß er mit Blut besudelt war. sein müsse. Grob, wenn es nicht anders ginge, sogar sehr grob fich gehen? Etwa am 22. März, der für die Enthüllung mehrerer Auf der Rettungswache, wohin der Kutscher nun schleunigst fuhr, müsse man den Staatslentern entgegentreten. Wann mag dieser Denkmäler in der Siegesallee in Aussicht genommen ist? Dann stellte man fest, daß Thomas sich mit einem Revolver, der neben Wechsel auf die Bufunft eingelöst werden, nachdem im vorigen konnte sich aber doch der Polizeipräsident die Telegrammgebühren ihm in der Droschte lag, eine Kugel in die rechte Schläfe geschoffen Jahre die gute Gelegenheit zum energischen Handeln so wenig wahr sparen und die Mitteilung brieflich machen, da die Sache ja nicht hatte. Der Schwerverlegte wurde nach dem Charlottenburger drängt. Da von einer Aufstellung" der Abgeordneten die Rede ist, Krankenhause gebracht, starb aber dort schon wenige Stunden nach genommen worden ist? einen Thaler. 10 Eine Abgeordneten Parade scheint geplant zu sein. Den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses ist der Berl. 8tg." zufolge folgende Mitteilung zugegangen: " feiner Aufnahme, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Auf einem gettel, den man in einer Kleidertasche fand, hatte er verfügt, das Geld, bas er noch befaß, rund vier Mart, dem Kutscher für die Fahrt zu geben. " Vermischtes. Vom Hochwaffer. Der Rheinpegel bei Köln zeigte gestern Aus Tempelhof wird uns berichtet: Nachdem es der ParteiOrganisation über dier Jahre hindurch möglich war, Versammlungen abzuhalten, ist uns die Gelegenheit. hierzu jest auf einmal genommen worden. Der Gastwirt Gerth, Tempelhof, Dorfstr. 18, hat dem vormittag 11 Uhr 5,82 Meter, mithin seit gestern vormittag 11 Uhr Die Mitteilung von der Ungültigkeitserklärung der Marien- fteten Drängen der Behörden nachgegeben und sein Lokal zurüd- mur 0,8 Meter Zunahme. Das Wasser der Mosel fält langjam; gezogen. Konnte die Arbeiterschaft auch Volksversammlungen in dagegen wird vom Oberrhein ein weiteres Steigen des Wassers geburger Schloßbau- Lotterie wird in hiesigen Blättern dementiert. Diesem Lokal nicht abhalten und war der Raum auch nur beschränkt, Eine Streife veranstalteten Kriminalbeamte am Montag- fo waren wir doch in der Lage, mit Hilfe des Socialbemo meldet. Der Staatspegel zeigte gestern vormittag 10 Uhr einen abend in der Umgebung des Zionstirchplatzes. Aus drei Nafchemmen tratischen Wahlbereins" unfre Angelegenheiten so gut es Wasserstand des Mains von 4,7 Meter, Aschaffenburg meldet 8 1hr in der Veteranen- und Schwedterstraße wurden im ganzen dreizehn eben ging zu erledigen. Nun ist es endlich gelungen, uns das Botal morgens 4,78 Meter; das Waffer falle jest. Aus Oppeln wird uns Personen herausgeholt und nach der Revierwache gebracht. Der abzutreiben. depeschiert: Die Oder hat Eisgang. Der Wasserstand ist beträchtlich; 25 Jahre alte Arbeiter" Sally Holzer, den man besonders suchte, Wie einige Barteigenossen in Erfahrung gebracht haben, ist ber weiteres Steigen ist vorauszusehen. wurde nicht gefunden. Holger verlegte am Sonntag bei einer Hauptgrund darin zu suchen, daß der bisherige ArbeiterUeber einen vierfachen Mord wird aus Löbtau gemeldet: Schlägerei den Modelleur Hermann Stemmler, wie wir mitteilten, Bildungsberein" ben Nantent Socialdemokratischer Wahlverein durch Messerstiche lebensgefährlich. Er wird aber außerdem deshalb filr Mariendorf und Umgegend" angenommen hat und das Lofal Der hier wohnhafte Arbeiter Wenzel unte hat Dienstag früh gesucht, weil er vor zwei Jahren in der Schwedterstraße vor dem gerade neben dem Amtsbureau und dem Tempelhofer Dorfparlament drei seiner Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren durch HammerHause Nr. 17 einem Brauereikutscher so schwere Messerstiche beibrachte, liegt. Daher fühlt sich die Polizei verpflichtet, jezt über die Verschläge ermordet und seine Frau und ein viertes Kind zu ermorden daß er nach drei Stunden starb. fammlungen Rapport zu erstatten und hält eine schärfere Tonart für versucht. Der Zustand der beiden letzteren ist Hoffnungslos; der Die erste Serie der volkstümlichen Kunst Anstellung geboten. Herr Gerth wurde aufs Amtsbureau gerufen und gab Mörder wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Wie ein Die erste Serie der volkstümlichen Kunst- Ausstellung nach. Nun, die Sache ging noch einmal, die Gefahr ist glücklich späteres Telegramm meldet, ist die Frau ihren Verlegungen erlegen. im Gewerkschaftshause geht am 15. März zu Ende; mit dem abgewendet und der Drache Socialismus aus der Gegend des Amts- späteres Telegramm meldet, ist die Frau ihren Verlegungen erlegen. 21. März beginnt die zweite Serie und gelangen andre Gemälde bureaus vertrieben. Der Mörder litt schon seit 4 Jahren am Säuferwahnsinn. und Stulpturen zur Ausstellung. Von der ersten Serie find noch einige wenige Eintrittstarten zum 7. und 8. März im Cigarren- geführt zu haben, so ist das ein großer Irrtumt. Die Arbeiter finden. Der Räuber Kneiß ist gestern morgen in einem Wenn man aber glaubt, gegen die Arbeiterschaft einen Schlag Ein Stück Räuberromantik hat in Bayern fein Ende gegeschäft von Horsch. Engel- llfer 15( Gewerkschaftshaus) zu haben; werden schon Mittel und Wege finden, die Agitation für die gerechte Sause im Wald bei Maisach von 23 Gendarmen nach heftiger Gegens für die übrigen Tage ist ausverkauft. Bestellungen von Vereinen Sache der Unterdrückten weiter zu führen. auf Eintrittskarten für die zweite Serie werden im Bureau des wehr überwältigt und gefangen worden. Kneißl ward schwer ver Gewerkschaftshauses entgegen genommen; der Einzelverkauf der wundet. Die Beamten hatten das Haus erstürmen müssen. Kneißt Karten findet nur in Cigarrengeschäft von Horsch statt. hat zahlreiche Räubereien verübt und es lange Zeit verstanden, fich der ihn verfolgenden Gendarmerie zu entziehen. Bei einem Zusammenstoß mit Gendarmen erschoß er einen Wachtmeister. uns, in der er mitteilt, daß er mit dent kürzlich bei Rigdorf festHerr Gustav Kirfte, Bübbenerstr. 22, richtet eine Buschrift an genommenen Vogelfänger dieses Namens nicht identisch ist. Ein Stück Romantik der Oberspree findet jest ein sehr nüchternes Ende. Die Brigg, Maria", das bei Grünau ber versteigert werden. hörte u. f. 8. von Wolgast hierher geschleppt wurde, foll meistbietend Sociales. Am 11. April beginnt im Kindergärtnerinnen- Seminar des Berliner Fröbel- Vereins, Johanniterstraße 9, der neue Kursus, in welchem gebildete junge Mädchen und Frauen zu Kindergärtnerinnen für Familienstellungen, Kindergärten, Kinderhorte usw. ausgebildet werden. Ueber die augenblickliche Lage in den Metall- und der Maschinengewerben hat die Redaktion des" Arbeitsmarkt"( Dr. J. Das Unterrichtsgeld beträgt für den Jahrestursus 120 Mt. Kinderpflegerinnen Schule des Vereins( Stallschreiberstr. 54), Jastrow) eine Umfrage bei Unternehmern und Arbeitern veranstaltet, ftellungen ausbildet, beginnt der Kursus am 10. April. Das Unterrichts- Aussichten durch Stichproben im einzelnen festzustellen. Die Bericht welche junge Mädchen, die die Volksschule verlassen haben, für Familien- um den gegenwärtigen Beschäftigungsgrad und die mutmaßlichen geld beträgt monatlich 3 M. Die Stellenvermittelung für Kinder erstattung erstreckt sich auf ca. 200 000 Metallarbeiter, von denen gärtnerinnen geschieht durch das Vereinsbureau, SW, Johanniter: 76 000 auf Westdeutschland, vornehmlich Rheinland- Westfalen, 49 000 straße 20, I., für Kinderpflegerinnen durch die Vorstandsbame auf das Königreich Sachsen entfallen. An dem Rest sind Nord- und Frau Kochmann, SW., Lindenstr. 22. Anmeldungen und Prospekte für betde Anstalten beim Vorsitzenden des Berliner Fröbel- Vereins, Profeffor Mitteldeutschland mit 32 000, die Seestädte mit 22 000, endlich auch Dr. Pappenheim, S., Alexandrinenstr. 70, 1-2 Uhr. der Süden des Reichs mit 12 000 beteiligt. 1 Oeffentliche Sygienevorträge der Centralfommmission der Krantenfaffen. Das Thema für Donnerstag, den 7. d. M., lautet: autpflege", für Freitag, den 8. b. M.: Mundund Zahnpflege". Der Vortrag vom Donnerstag findet ftatt in den Schulmulen Markusstraße 49, Schönhauser Allee 166 a, Gneifenauftr. 7, Stephanstr. 27. Vortragende die Herren Dottoren Leopold Lilienthal, Edmund Saalfeld, Ernst Gebert, Steinb. Lebermann. Der Vortrag vom Freitag findet ftatt in den Schulaulen Seibelstr. 31/32, Pantstr. 8, Wrangelstr. 128, Winterfeldstr. 16. Vortragende die Herren Doktoren Frohmann, Michaelis, Lipschig, Böhm. Die Vorträge beginnen pünktlich 81/2 Uhr abends. Butritt für jedermann unentgeltlich ohne Legitimation. Einen Demonftrationsvortrag über technische Fortschritte, der eine Vorführung des Telephonographen 2c. in sich schließt, hält Herr Ingenieur Grempe heute abend 9 Uhr in den„ Arminhallen" in einer vom Centralverband der Handlungsgehilfen" angefeßten Bufammenkunft. Gäste sind willkommen. Serr Profeffor Dr. Förster, Direktor ber hiesigen königlichen Stern: warte wird heute im Hörsaal der u rania, Taubenstraße, einen Vortrag halten und zwar wird er über„ Die Meteorivelt" sprechen. Aus den Nachbarorten. Dann gelang Daß Kneißl monatelang sich vor den Verfolgungen bergen fonnte, ist nur dadurch erklärlich, daß er bei der Bauernbevölkerung in hohem Ansehen stand und von ihr nach Kräften geschügt wurde. Der große Speicherbrand in Hamburg, über den wir berichteten, wütete Montagabend bis gegen 11 Uhr. von Bruns ut. Möllendorf in Brand. Bis Mitternacht waren 4 Züge es der Feuerwehr, ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verder Feuerwehr mit 20 Wafferrohren in Thätigkeit. Die übrigen Speicher find teilweise angebrannt, aber gerettet. Menschenleben ist nicht zu beklagen. Ein Verlust an hüten. Internationale Ballonfahrten. Morgen, Donnerstag, wird Nach den einzelnen Mitteilungen scheint die Lage dieser In- wiederum eine internationale Ballonfahrt zu wissenschaftlichen dustrien im allgemeinen ziemlich tribe; in den meisten Fällen wird Sweden stattfinden. Es werden bemannte und unbemannte Ballons von Entlassungen berichtet, von vielfach stark verkürzter Arbeitszeit aufsteigen in Paris, Berlin, Wien, Przemysl in Galizien, St. Peterssowie auch von Lohnreduktionen. Aus den Werften Ser Seestädte burg und Moskau. Die Finder der unbemannten Ballons erhalten bagegen wird sehr guter„ Geschäftsgang" gemeldet, so daß zahlreiche eine Belohnung in Geld, wenn sie sofort eine telegraphische NachUeberstunden gemacht werden. Der Andrang von Arbeitslosen ist richt an die jebem Ballon beigegebene Adresse geben und sämtliche aber fehr groß, da aus dem Blumenlande starter Zuzug ist. Viele Fundstücke sorgfältig behandeln. der Zuzügler, so heißt es in dem Bericht, versprechen sich goldene Berge, fehren aber, wenn sie die Verhältnisse tennen gelernt haben, Eine furchtbare Dynamitegplosion ereignete sich, wie ein bem Orte( Kiel) den Rücken. Wodurch sie enttäuscht werden, ob Telegramm aus Frun in Spanien meldet, auf dem dortigen Zolldurch schlechte Löhne oder etwas andres, wird nicht gesagt. Ueber- amt. Es wurden viele Menschen getötet und verwundet. Der haupt fann man nicht fagen, daß diese Berichte, Sachschaden ist bedeutend. Marheit über die die mehr Stimmungsbilder tvie eratte Angaben bieten, bieten, Unfall eines dentschen Dampfers. Aus Banglot wird der Industrie Lage besondere ber: depeschiert: Der Bremer Dampfer Bangkok" fuhr bei der Einbreiteten. Das eine wird aufs nene bestätigt: daß die privat- fahrt in den Menam auf ein unter Waffer liegendes Wrack auf. Der fapitalistische Produktionsweise planlos ist; verkürzte Arbeits- Achterraum der„ Bangkok" ist voll Wasser. 8eit und Arbeiterentlassungen an der einen Stelle, starte eberarbeit an der andren. Auf der Troftloses aus dem Lande des Ochsenkopf8. Aus Schwerin einen Stelle wissen die Arbeiter nicht, womit sie ihren und ihrer schreibt man dem„ Hann. Kur.": Aus firchlichen Kreisen wird beFamilie Hunger stillen sollen, auf der andren Stelle müssen fie fundet, daß Mecklenburg einem Mangel an Kandidaten der Theologie arbeiten, daß sie durch dauernde Heberanstrengung trant und stech entgegengeht. Die Zahl derer, die sich zum ersten Examen melden, ist schon jetzt sehr gering, und von den Gymnasien tommen immer weniger Theologie Studierende. Bu Michaelis waren es nur zwei im ganzen Lande. Mitte der siebziger Jahre lagen die Verhältnisse ähnlich so, und in den achtziger Jahren waren viele Hilfspredigerstellen unbesetzt. Dann aber kam noch einmal die Hochflut, die aber iegt stark in Abnahme begriffen ist. werden. Die Lokalfrage in Tempelhof, Mariendorf und Marien- 6 felde und die Stellung der Arbeiterschaft zu der felben, so lautet das Thema einer am Sonntag, den 10. März, nachmittags 12 Uhr, im Saale der Habelschen Brauerei stattfindenden Volksversammlung, worauf die Parteigenossen der genannten Orte schon heute hingewiesen werden. Rummelsburg. In der am Sonntag bei Weigels ftattgefundenen Recitationsvorstellung ist eine goldene Kravattennadel verloren worden. Der Finder wird gebeten, dieselbe bei Ritter, Goethestr. 17, gegen Belohnung abzugeben. Der Vertrauensmann. Der Norddeutsche Lloyd hat in seiner letzten Aufsichtsrats. Sigung beschlossen, 81/2 Broz. Kapitaldividende zu verteilen, so daß 800 000 m. an die Aktionäre zur Auszahlung gelangen; im W. Die Betriebsvorigen Jahre wurden nur 7/8 Proz. verteilt. überschüsse betrugen 27,4 Millionen Mark gegen 20,4 Mill. im Vorjahre. Davon werden 13,7 Mill. Mark zu Abschreibungen verwendet ( davon entfallen 4,2 Mill. Mark auf die Brandschäden in Hoboken), während man sich im vorigen Jahre mit 7,8 Mill. Mark begnügte. Den verschiedenen Reservefonds werden 3,5 Mill. Mart zugeschrieben. Der Norddeutsche Lloyd erhält aus Reichsmitteln 5,5 Mill. Mark Unterstügung. Das Attientapital foll um 10 Min. Mark erhöht werden und außerdem soll eine Anleihe von 20 Mill. Mart aufrichtet. genommen werden. Schriften- Eingang. Profeffor Gürtler. An der Schwelle des Jahrhunderts. München C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung. Preis 80 Pf. Die zukünftige Stellung des Zeichenunterrichts in den höheren Lehranstalten. Hannover, Helwingsche Buchhandlung. Preis 60 Pf. Der Kampf um das Pflanzenheilverfahren. Gerausgegeben vom Vorstand des Vereins für Pflanzenheilkunde. Berlin 1900. Selbstverlag. Jüdische Turnzeitung. Berantwortlicher Redacteur H. Jalowicz, Berlin, Schönhauser Allee 182a. Preis pro Nummer 20 Pf Rappaport, Ch. La Philosophie sociale de Pierre Lawroff. Paris. " Der Charlottenburger Magiftrat hat eine neue Geschäftsanweisung für die Armentommissionen erlassen, die am 1. April in Kraft tritt. Nach derselben haben die Armenpfleger die bewilligten monatlichen Unterſtüßungen auszuzahlen; sie sind verpflichtet, regelmäßig einmal im Monat alle laufend unterstügten Personen ihres Reviers aufzusuchen und sich über ihre Verhältnisse zu unterrichten. Sie haben den Armen mit Rat und That zur Seite zu stehen und dahin zu streben, daß die Unterstügungen, wenn möglich, entbehrlich und die Unterstüßten, wo es angängig erscheint, wieder auf eigne Füße gestellt werden. In dieser Thätigkeit der Pfleger, nicht in der Zahlung der Unterstügungen, soll der Schwerpunkt der öffentlichen Armenpflege liegen. Abgeändert sind ferner Vogelfrei! Ein Blick auf das erste Jahr des zwanzigsten Jahr u. a. die Bestimmungen über die Voraussetzung für das Eingreifen hunderts"( Berlag von M. Evenius in Brandenburg a. H.) von Rabbiner der Armenpflege, über die Prüfung, der Hilfsbedürftigkeit, über Dr. Adermann. G. Freytags Reichsratswahl Karte aller 5 Kurien von Oestreich die Zahlung Bahlung laufender Unterstützungen usw. Zur Be- nebst statistischen Daten über die Wahlen in den Jahren 1873-1901. Bon willigung, Ablehnung, Erhöhung, Herabsetzung oder Streichung Professor A. L. Hidmann. Verlag von Freytag u. Berndt, Wien. Preis bon Unterstügungen ist regelmäßig ein Beschluß der Armenkommission 2 Stronen. erforderlich. In dringenden Fällen jedoch ist der Vorsteher befugt, Die Lungenschwindsucht, ihre Verhütung, Behandlung und Heilung. einmalige Unterstützungen bis zum Betrage von 10 M. auch ohne In gemeinverständlicher Weise dargestellt von Docent Dr. Alex Ritter Beschluß der Kommission selbständig zu bewilligen. Das gleiche gilt v. Weismayer, Direktor der Heilanstalt Alland. Wien und Leipzig. Wilhelm für die Erteilung von Scheinen zur Erlangung freier Entbindung Braumüller, 1,40 Mr. Begutachtung von Unfallschäden der Arbeiter. Praktische Anund freier Beerdigung. Scheine zur Erlangung freier ärztlicher Be- Leitung von Dr. Dittrich, Professor in Prag. Wien und Leipzig. Wilhelm handlung und Arznei erteilt der Vorsteher, in dringenden Fällen Braumüller. 5 M. tann sie jedes Mitglied einer Armenkommission ohne Beschluß der Kommission erteilen. Scheine zur Erlangung freier Feuerung erteilt der Vorsteher; er ist befugt, diese Echeine auch durch Armenpfleger berteilen zu laffen. Auch da, wo es eines Beschlusses der Kommission nicht bedarf, bedarf, ist forgfältig zu prüfen, ob Hilfsbedürftigkeit vorliegt und andre Verpflichtete nicht vorhanden sind. Liegt feiner der oben erwähnten Ausnahmefälle bor, tann die Beschlußfassung aber wegen der Dringlichkeit des Falls nicht bis zur nächsten ordentlichen Sigung der Kommission verschoben werden, so genügt die Einholung der Zustimmung von noch zwei Mitgliedern der Kommission durch den Vorsteher. Ist auch sie nicht schnell genug zu erreichen, so genügt in solchen Ausnahmefällen, wo Gefahr im Verzuge wäre, der Antrag des Vorstehers allein an die Armendirektion; in Ausnahmefällen dieser Art kann auch der Vorsitzende der Armendirektion felbständig eingreifen. Die Auszahlung der laufenden monatlichen Unterstügungen soll, wenn möglich, in der Wohnung der Armen, nicht in der des Armenpflegers erfolgen, die Auszahlung von Unterftügungen aus Stiftungsmitteln hingegen erfolgt durch die Stadt Haupttasse. Handels: Briefkasten der Redaktion. K. F. Fragen Sie direkt im Geschäft von H. nach. 2. 29. Wir sind über die Privatverhältnisse des Manns nicht unter: F. M. Die Friedensstärke des deutschen Heeres beträgt 557 093 Mann. H. J. 1. Gezwungen werden kann die Behörde leider nicht. 2. Solcher Schluß ist möglich. Th. J. 1. Sie würden zur Zahlung der ganzen Summe verpflichtet sein. 2. Ist die Veranlagung zu hoch, ist also mehr als 1248 Mart zur Steuer herangezogen, so können Sie innerhalb der aus der Einschäßung hervorgehenden Frist bei der gleichfalls in der Einschäzung bezeichneten Behörde reklamieren. Ist die Frist abgelaufen, fo geht nichts mehr zu machen. A. P. 15. Mit vollendetem einundzwanzigsten Lebensjahre wird man volljährig, mit demselben Zeit: punkt hört die Vormundschaft auf. M. W. 100. Nein. P. 100. Sie sind an den Vertrag bis zum 1. Oktober gebunden. R. D. 10. Eine Klage wäre aussichtslos. K. S. 26. Es scheint, daß Sie gegen die Eidesleistung und Zahlung nichts mehr machen können. Sprechen Sie mit dem Urteil in der juristischen Sprechstunde vor; vielleicht läßt sich das Verfahren deshalb wieder aufnehmen, falls Sie in Justus 12. 1, 2, 4. Die Interdem Prozeß nicht vertreten waren. ventionsflage ist bei dem Amtsgericht, in deffen Bezirk gepfändet ist, anzustellen. Zweckmäßig ist es, mit der Klage einen Antrag auf Einstellung der 8wangsvollstreckung zu verbinden. Handelt es sich um ein Objekt bis 300 Mart, so ist ein Rechtsanwalt zur Begutachtung nicht erforderlich. Es ist zweckmäßig, außer dem Ehevertrag eine eidesstattliche Versicherung darüber beizufügen, daß die gepfändeten Sachen mit den im Vertrag aufgeführten identisch sind. Ein Beispiel für eine Interventionstlage und einen Einstellungsantrag finden Sie auf Seite 432, 1063 und 64 des„ Arbeiterrechts". Dasselbe liegt in der Bibliothek Alexandrinenstraße 26 aus. 3. Die Kostensätze richten sich nach der Höhe des Objekts. Die Kosten hat ber unterliegende zu tragen. Aber es empfiehlt sich, vor der Klageanstellung den Gegner unter Glaubhaftmachung des Anspruchs zur Freigabe Die Proportionalwahl in der Schweiz. Geschichte, Darstellung aufzufordern, weil sonst, wenn er den Anspruch hernach anerkennt, der und Stritit. Von Dr. Emil Klöti. Bern 1901. Schmidt u. Frande. Klägerin sämtliche Kosten auferlegt werden können. 2. 9. 100. Nein. Berthold, Otto, Fürst Bismards Lebenswert, den Kindern und dem Otto Schreyer. 1. Nein. 2. Gine Frist ist nicht vorgeschrieben; man tönnte nur Beschwerde im Aufsichtswege erheben. 2. 2. 100. 1. Das Bolt erzählt. Leipzig 1900, bet St. G. Th. Scheffer. 2. Aufl. Die Socialdemokratie im Heere, Reformen des deutschen Heeres: Gericht des Wohnorts Ihres früheren Ehemanns ist zuständig. 2. Bis zur erreichten Volljährigkeit. 3. Nein, Sie müßten von neuem das Armenrecht dienstes, zur Abwehr des Socialismus. Jena, Hermann Coftenoble. Die Deutsche Weltwirtschaft und der Weltmarkt. erwirten. 4. Nein. 5. Sie müßten für die einzelnen Fälle Eingreifen des politische Flugschriften. Herausgegeben vom Handelsvertragsverein, Heft 1. Bormundschaftsgerichts beantragen. Die ausführlichen Darlegungen finden Berlin 1901. Julius Springer. Sie S. 30 Nr. 2 des dem Arbeiterrecht angehängten Führers. Lesen Sie Weißheimer, Wendelin. Preß- Manipulation des Wagner- Syndikats diese Ausführungen in der Bibliothek Alexandrinen Straße 26 Als Material- nach oder sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde vor. gegen Weißheimers Erlebnisse mit Richard Wagner". 6. B., Kopenhagen. Die Prüfungszeugnisse der Hebeammen gelten Bettrag zu den Verhandlungen des deutschen Reichstags über das Urheberrecht( Januar 1901) zusammengestellt. Berlin 1901. Kommissionsverlag: in unfrem einigen Deutschland nicht für das ganze Deutsche Reich, sondern nur für den Partitularstant, deffen Behörde das Zeugnis ausgestellt hat. Expedition der Buchhandlung Borwärts. Die zehn Gebote des Moses in moderner Beleuchtung. Von Georg Ihre Frau würde gut thun, unter Ueberreichung ihres amerikanischen ZeugSchneider, Prediger in Mannheim. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter nisses bei dem Berliner Polizeipräsidenten die Zulassung für Preußen zu Berlag. beantragen. Es kann eine erneute Prüfung verlangt werden. Charlottenburger Statistit. Heft 9. Beiträge zur Schulftatiftit. G. 2. 1901. Nein. A. B. 700. Ein Anrecht steht dem Betreffenden 2. 100. Die Auflösung einer FabrikHerausgegeben vom Statistischen Amt der Stadt Charlottenburg. Carl nach Ihrer Schilderung nicht zu. Krantentaffe erfolgt durch die höhere Berwaltungsbehörde( Regierungs Ulrich u. Co. Berlin, Carl Heymanns Berlag. Preis 60 Bf. Dig, Die Wohnungsfrage. Heft 6 der Burschenschaftlichen Bücherei. präsident). Wann und in welcher Art diese auszusprechen ist, finden Sie im§ 68 des Krankenversicherungs Gesetzes und in Nr. 49 bis 52 der Paul Ziegler. Der Einheitspreis für Fahrten auf den Stadt, Ring- preußischen Ausführungsanweisung vom 10. Juli 1892. 2. 75. Nein. und Vorortbahnen. Groß- Lichterfelde Oft. Berlag von Adolf Klein. G. 150. Gine ausgeklagte Forderung verjährt in 30 Jahren, gerechnet Jefniten und Jesuitinnen.( La Société du Sacré Coeur.) Bon von der letzten Zwangsvollstreckungshandlung ab. A. S. 5. Sie müßten Beopold Karl Goes in Bonn. Gotha, Friedrich Andreas Berthes. 1901. zunächst bei dem Schiedsmann Sühneversuch beantragen. Fällt die Sühne Preis 40 Pf. fruchtlos aus, muß die Beleidigungsklage spätestens innerhalb 3 Monaten Studien zur vergleichenden Völkerkunde. Mit besonderer Berüd nach erlangter Kenntnis der Beleidigung zu Protokoll des Gerichtsschreibers sichtigung des Frauenlebens. Von W. Jaekel. Berlin. Siegfried Cronbach. des Amtsgerichts erklärt oder schriftlich bei dem Amtsgericht eingegangen Die Industrialisierung der Landwirtschaft. Von Dr. Njemetti. sein. Sonst ist die Antragsfrist verjährt, falls nicht schon innerhalb dieser Beit hinreichender Strafantrag bei Gericht, der Staatsanwaltsbehörde oder Sofmann u. Co. in Berlin SW. 46. Preis 1,25 M. Mehr Schuh für die Rechtspflege: Legislative Betrachtungen über einer Bolizeibehörde gestellt ist. Wird die Beleidigungsflage schriftlich ereinige Prozesse aus der legten Zeit. Von Dr. Ludwig Flatau, Rechtsanwalt in hoben, so ist sie in drei Eremplaren einzusenden. Sie muß neben Darlegung ber beleidigenden Worte oder Handlungen eine Bezugnahme auf die einBerlin. Berlin, Dr. John Edelheim, Verlag. Preis 1 M. Die Wohnungsverhältnisse der Arbeiter in Halle. Resultate fchlägigen Paragraphen des Strafgesetzbuchs sowie die Beweismittel und einer am 31. August und 2. September 1900 vom focialdemokratischen einen Strafantrag enthalten und angeben, daß die Verhandlung vor dem Berein für Salle und den Saalkreis veranstalteten Erhebung. Bearbeitet Schöffengericht stattfinden soll. Ein Beispiel für eine solche Klage und einen von W. Swienty. Halle, Voltsbuchhandlung( A. Groß). 80 Pf. Antrag auf Vornahme des Sühnetermins finden Sie auf S.440 des Arbeiterrechts. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Die Errichtung eines neuen städtischen Gymnafiums in Charlottenburg ist vom Kultusminister genehmigt worden. Die Anstalt foll, wie schon angekündigt wurde, nach dem humanistischen System, im Osten der Stadt errichtet werden. Im städtischen Arbeitsnachweis zu Schöneberg war auch wieder im Monat Februar der Andrang von Arbeitsuchenden bes deutend größer, als offene Stellen bei Arbeitgebern zu verzeichnen waren. Denn während sich die letzteren auf 126 beliefen, stellte sich die Zahl der Bewerber auf 221. Eingestellt davon wurden 96, gestrichen 92 und für den folgenden Monat 25 übernommen. Verlangt wurden Aufwärterinnen, Gesinde und Fabritarbeiterinnen, während die Arbeitsuchenden hauptsächlich aus Arbeitern und Aufwärterinnen bestanden.