Nr. 28. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Pretsltste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschlu: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Der grobe Unfug. Mittwoch, den 3. Februar 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. welche Phantasie erschöpft es, welcher Entwickelung die und Freiheitslebens in allen öffentlichen Inftitutionen, die bisherige Auslegung noch fähig ist? sich nicht auf dem Volksleben aufbauen, sondern gegen dasNach§ 360 Nr. 11 des Reichs- Strafgesetzbuchs wird Der Verfasser kommt nur unseres Erachtens in seiner selbe gerichtet erscheinen. Die Geseze erscheinen vielfach als mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bis 6 Wochen Schrift zu falschen Schlußanwendungen. Bei der Frage: gegen das Volk gekehrte Waffen, die man auwendet, wo sie bestraft: wer ungebührlicher Weise ruhe Ist der Unfugsparagraph aufzuheben oder abzuändern und nur eine Handhabe bieten. störenden Lärm erregt oder wer groben wie?" spricht er ganz richtig aus, daß ein Gesetz zu be- Das Reichs Strafgesetzbuch ist anerkanntermaßen ein Unfug erregt. Es ist allgemein bekannt, welche seitigen, wenn die thatsächlichen Verhältnisse oder die Rechts- sehr lockerer Bau, mit vielfachen Widersprüchen, schlecht in wunderbare Auslegung die Bestimmung über den„ groben anschauumgen, auf denen es beruht, nicht mehr vorhanden sich geordnet und mit höchst verfänglichen und vieldeutigen Unfug" in der Praxis gefunden hat, eine Auslegung, deren find. Das trifft hier im Allgemeinen nicht einmal zu. Bestimmungen. Hieran tragen die Gesetzgeber Schuld. auch juristisch kaum anfechtbare Definition in dem Spruche Herr Hacke meint denn auch, daß die Bedeuten gegen den Aber auch peinlicheren Gesetzgebern wäre wegen der Beenthalten ist: Was man sonst nicht bestrafen kann( aber Paragraphen hervorgerufen sind: lediglich durch die ſtimmungen über Uebertretungen kein Vorwurf be gern bestrafen möchte), sieht man als groben Unfug an. Fassung des Gesetzesparagraphen. Der Grund liegt treffs der Fassung zu machen gewesen. Bei solchen kleinen Eine soeben erschienene Schrift: denn doch ganz wo anders. Herr Hacke giebt eine Uebertretungen, die durch polizeiliches Strafmandat oder Der grobe Unfug(§ 360 Nr. 11 des Reichs- Strafgesetz- umfassende Mittheilung entsprechender Gesetze in anderen durch Schöffengerichte entschieden werden, mußte man eben buchs). Eine Studie von F. Hacke, Rechtsanwalt beim Staaten. Auch England hat ein derartiges Geseh, annehmen, daß der Thatbestand nach den Begriffen des Reichsgericht, Mitglied des Reichstags. Leipzig, 1892. und fein Common Nuisance( Allgemein Belästigung, gewöhnlichen Menschenverstandes festgestellt würde, und nicht, unterwirft den Unfugsparagraphen und die Auslegungen, die Gemeinſchaden) reicht sehr wohl( Herr Hacke meint: daß sich die Wucht der ganzen juristischen Subtilität und derselbe erfahren, einer rechtswissenschaftlichen Betrachtung. Der bei Weitem nicht) an die fast unfindbare Definition Auslegungskunst dieser Bestimmungen bemächtigen würde, Verfasser giebt eine Vorgeschichte des Unfugsparagraphen, des groben Unfugs" heran. Man transportire nur nach um in sie hineinzulegen, was der Gesetzgeber gar nicht der sich aus dem preußischen Landrecht mit seinen Bestim- Deutschland, in unsere deutschen Verhältnisse mit deutscher beabsichtigte. mungen über muthwillige Buben ins preußische Strafgesetz- Polizei, Staatsanwälten und Richtern, das englische Common Mit dem§ 360 11 ist dieser grobe Unfug" noch gar buch von 1851 und von dort in das gegenwärtige Straf- Nuisance, und Herr Hacke wird bald herausfinden, was nicht beseitigt. Der§ 360 9 hat eine analoge Anwendung gesetzbuch für das Deutsche Reich hinein entwickelt hat. Erst deutsche Polizei- und Richter- Findigkeit daraus machen wird. gefunden, indem man vielfache Versuche machte, die Unterdurch die hier entwickelte Praxis ist er so emporgewachsen, Der Fehler liegt ganz wo anders. Geseze sind in erster stüßungsvereine der Arbeiter den Bestimmungen über Berdaß es vor ihm nichts giebt, dem gegenüber nicht der Dumme- Reihe loyal anzuwenden; bei ihnen hat zu gelten, nicht sicherungsgesellschaften zu unterwerfen. Und was ließe sich Jungen- Standpunkt zur Geltung gebracht werden könnte. was Rechtsgelehrsamkeit aus ihnen machen kann, sondern nicht erst aus§ 361 3 machen, der unter Strafe stellt: Der Verfasser erörtert den subjektiven wie den objektiven was der Gesetzgeber mit ihnen hat machen wollen. ,, wer als Landstreicher umzieht"! Thatbestand des groben Unfugs; betreffs des ersteren zeigt wohl kommt es an auf die Fassung des Gesezes; dieselbe Die Schrift des Herrn Hacke möge eine Warnung er uns, wie wir bei allem, was wir thun, und schneuzten muß fest umgrenzt sein und jede Zweideutigkeit oder Mehr- für unsere Gesetzgeber sein. Sie müssen es stets vor Augen wir uns auch nur die Nase, bedenken müssen, ob nicht die deutigkeit vermeiden. Aber wie große Vorsicht die Gesetz haben, daß, so wie sie das Gesetz gemacht, seine Anwendung Folgen daraus einen„ groben Unfug" bedeuten könnten; gebung auch anwenden mag, keine Vorsicht wird so ihnen aus der Hand genommen ist. Nach den gemachten Erbetreffs des letteren führt er uns aus der Praxis vor, was weit gehen können, daß sie nicht der Auslegungskunst über fahrungen ist jedes Vertrauen darauf, daß das Gesez in alles als grober Unfug aufgefaßt worden ist. Alle mög- das Gesetz hinaus Spielraum gewährt. Das räumt ihrem Sinne angewandt werde, auszuschließen. Sie müssen lichen, öffentlich verlegenden, zur Beunruhigung des Publi- ja Herr Hacke ein, daß, als man unter die zahl die Gesetze so faffen, daß eine Auslegung wider den von kums führenden oder führen könnenden Ungebührlichkeiten reichen Uebertretungen auch die Bestimmung über ruhe: ihnen gewollten Sinn geradezu unmöglich ist; es muß bilden den Thatbestand des„ groben Unfugs", wobei nun störenden Lärm und groben Unfug aufnahm, kein Mensch dieses geschehen sogar auf die Gefahr hin, daß manche noch weiter Spielraum dafür gegeben ist, zu entscheiden, was ahnte, welche ausgedehnte politische Tragweite man dieser Handlungen, die sie gern unter Strafe stellten, straflos eigentlich ,, Ungebührlichkeit", was ,, öffentlich" und was ,, Bubli- Bestimmung beilegen könnte. Nachdem dieses einmal ge- bleiben. tum" ist, wobei man schließlich herausfinden kann, daß eine ver- schehen, ist allerdings eine Aenderung des Paragraphen Deutungsfähige Begriffe, wie Deffentlichkeit, öffentliche schlossene dunkle Kammer den Begriff der Oeffentlichkeit und nöthig, und zwar, wie Herr Hacke vorschlägt, darin, daß Ordnung, öffentlicher Friede, Aergerniß, Beleidigung, Bedie meilenweite Abwesenheit irgend eines Lebewesens noch zunächst alle diejenigen Straffälle als von vornherein schimpfung u. s. w. dürfen nie gebraucht werden, außer in nicht den Ausschluß des Publikums bedeutet. Was nun nicht beachtenswerthes Material ausscheiden, welche so streng spezialisirter und präzisirter Weise. Das Mißtrauen gegen die Auslegung und Anwendung so kann jede noch so weit entfernte Möglichkeit oder Even strafrechtlichem Gebiet nicht eignen. Das übrige Material, der Geseze kann nicht zu weit gehen; nach der geübten gar die Beunruhigung oder Belästigung u. s. w. anbetrifft, fleinlicher Natur sind, daß sie sich zur Verfolgung auf streng spezialisirter und präzisirter Weise. tualität als solche gelten. Herr Hacke theilt eine Reihe von Das die Gerichtsprayis liefert, wäre zu scheiden in Praxis fann sich die Regierung nicht über zu großes MißEntscheidungen der Gerichte mit, über Mittheilung nicht be- diejenigen Straffälle, die ohne Antrag des Verletzten zu trauen beklagen, sie hat es selbst heraufbeschworen. Freilich glaubigter Gerüchte durch die Presse, sozialdemokratische verfolgen seien, und in diejenigen, in denen die Anklage ist diese Konsequenz von unserem Reichstage nicht zu er Hoch's, Niederlegung von Kränzen auf Gräbern sozial- vom Antrage der Verletzten abhängig gemacht werde. In warten und sie wäre immerhin nur ein mißlicher Nothdemokratischer Parteigenoffen, Dekorirung von Schaufenstern beiden Fällen wären durch das Gesetz die strafbare Hand- behelf. u. f. w., was unseren Lesern und was der Arbeiterwelt doch lung und alle mit derselben in Verbindung tretenden Mogenugsam bekannt ist. Für die Besprechung der juristisch- mente scharf zu umprägen und zu spezialisiren. wissenschaftlichen Erörterungen des Verfassers ist hier nicht Das lebel des groben Unfugs" wäre vielleicht damit der Ort. Der Verfasser hält sich vollständig objektiv und beseitigt, nicht aber die Quelle des Uebels. Diese liegt in nur an den bisher in der Praxis dargebotenen Stoff, aber der Verkümmerung und Verkrüppelung des ganzen RechtsFeuilleton. Nachdruck verboten.] [ 28 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. „ Ah, die Herren bringen mir wohl endlich mein Geld", rief er ihnen zu. Nein, Herr Expeditions Vorstand", erwiderte Haute, „ diesmal ist's das Gegentheil; wir suchen Geld." Aber doch hoffentlich nicht bei mir?" rief der Oberschreiber erstaunt. daß " Allerdings gaben wir uns der Hoffnung hin, Sie haben mir ja das frühere Darlehen noch nicht abbezahlt." " Es ist in guten Händen." " Wenn wir das hätten, würden wir nicht zu Ihnen gekommen sein." Ach so; ich soll die Ehre haben? Danke ganz verbindlichst. Was bieten Sie denn für Garantie?" " Unsere vereinigte Arbeitskraft." Weiter nichts? Das thut mir leid! Darauf borgt mir kein Jude drei Thaler. Sagen Sie mir nur um Gotteswillen, wie konnten Sie es sich einfallen lassen, ein Geschäft zu übernehmen, wenn Sie das nöthige Geld dazu nicht haben? Geld ist doch das Allererste, die Hauptsache, Alles in Allem!" Sie irren, Herr Musselich; die Arbeitskraft ist das Wichtigste; denn ohne Arbeit bleibt das Kapital todt und unfruchtbar." Wenn ich genug Geld habe, kann ich mir Arbeitskräfte kaufen, wie ich sie brauche." Es wird sich nie ein Rechtsleben anders als im Zusammenhang mit der ganzen Staats- und GesellschaftsOrganisation, mit der Gesammt v erfassung eines Landes entwickeln können. Die thatsächliche Berfassung eines Landes sind nicht das Blatt Papier, auf dem " Nein, so was! Und für sein gutes Geld soll dann wohl der Mensch garnichts mehr bekommen?" Vorläufig und bis die Verhältnisse sich haben ander weitig regeln lassen, wird man gern dem Kapital, oder vielmehr seinen Besizern einen mäßigen Bins fürs Darleihen gewähren." " Ach, wie gütig, wie freundlich! Sehen Sie doch einmal an. Also ein klein wenig an Binsen, vielleicht 2 oder 3 pCt., die würden Sie allenfalls uns elenden Kapitalisten zugestehen. Ja, ja, ich habe schon vielfach gehört, daß sich die Herren Arbeiter von sozialdemokratischen Wühlern allerlei verrückte Ideen in den Kopf setzen lassen und darauf ausgehen, selber Kapitalisten und Herren spielen zu wollen. Nun, an Herrn Barth hat man's ja gesehen, wie weit es Giner bringt, der die bestehende Ordnung umkehren will. Schulden machen, Leute betrügen, das...." Leider ja; aber eben deshalb, weil die Arbeitskraft mit brohender Stimme, und sein Gesicht färbte sich roth Herr Musselich!" unterbrach hier Hanke den Eifernden gekauft wird, muß sie doch wohl auch kreditfähig sein?" vor Born: Kein Wort weiter! Sie beleidigen einen Mann, Aber bei mir nicht, und darauf kommt es hier an. dem Sie nicht werth sind die Schuhriemen aufzulösen. Wissen Sie was? Schreiben Sie mir die Druckerei zu, Doch wir sind in Ihrem Zimmer und wissen, was wir zu " In den meinigen ist es jedenfalls am Sichersten." dann werde ich alle Passiven decken und auch Herrn Barth thun haben." „ Wir wissen, daß Sie Alles bei Herrn Dr. Raffmaus ein Abfindungsfümmchen zahlen können. Wenn er will, Damit entfernten sich die beiden Deputirten und ließen vermögen, der ein wahrer Volksmann sein soll und uns kann der Herr auch als mein Faktor in der Druckerei würdigen Oberschreiber in einem hohen Grade von Wuth jedenfalls gern bei unserem Unternehmen unterstützen wird, bleiben. Auf diese Weise haben Sie Ihren Willen und ich und Aerger zurück. Er versuchte die Pfeife von Neuem in mit dem wir dem ganzen Lande ein großes Beispiel geben den meinigen." Gang zu sehen, aber er that Alles verkehrt und nichts wollte Das ist aber unser Wille nicht, Herr Musselich, und ihm mehr gelingen, sogar den Wein verschüttete er in der So? unter einem Volksmann verstehen Sie wohl gerade um so etwas zu verhüten, find wir zusammen- gewissenlosesten Weise! einen Mann, der sein Geld zum Fenster hinauswirft? Da getreten. Unsere Absicht ist, die Arbeit frei zu machen von Und doch, wie ein umwölfter Märzhimmel beim haben Sie sich einmal gehörig geschnitten. Lassen Sie doch der ausbeutenden Macht des Kapitals, damit bei uns ein lächelnden Erscheinen der Frühlingssonne, erheiterte sich das einmal hören. Was für Sicherheit tönnen Sie bieten?" Gesicht des Erzürnten, als die Thüre aufging, und ein junges Mädchen wir haben es schon gesehen rosig und duftig, mit wallendem Lockenbaar auf den blendend werden." " Wir haben die Barth'sche Druckerei übernommen." " Was Sie sagen! Haben Sie denn auch genug Geld?" Jeder die Früchte seiner Arbeit ungeschmälert genießen fann und nicht länger einen Theil davon an Solche hingeben muß, die nichts dabei gearbeitet haben." in Politische Ueberlicht. greiflich ist. 6 Einziger Paragraph. Die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten sind ermächtigt, über die äußere Heilighaltung der Sonn- Zund Festtage Polizeiverordnungen auf Grund des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 zu erlassen. Mit dem Inkrafttreten dieser Polizeiverordnungen treten die in den bestehenden Gefeßen, landesherrlichen und sonstigen Verordnungen enthaltenen Vorschriften über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Festtage außer Kraft. in fie geschrieben steht, sondern die gesammten Machtverhält- liegt. Und diese Soldatenmißhandlungen gehören zum nisse, auf denen sie fundamentirt ist. Als man aus Eng- Wesen des Militarismus. In Bayern, wo die Deffentlichland, wenn auch auf dem Umwege über Frankreich, die keit der Militärprozesse besteht, ist es in Bezug auf die Konftitution, die Schivurgerichte, die Bestimmungen über die Soldatenmißhandlungen um fein Haar breit besser als in persönliche Freiheit u. s. w. importirte, da glaubte man den übrigen Staaten Deutschlands. Daß ein Mensch, wer weiß wie Liberales geschaffen zu haben, als ob die der mit absoluter Gewalt über seine Mitmenschen aus Magna Charta und die Habeascorpus- afte etwas Anderes gestattet wird, diese seine Gewalt mißbraucht, ist wären, als ein Stück Papier, wenn nicht bei den Bürgern in der Menschennatur begründet, und die Organisation der Englands zugleich auch die Macht wäre, jede Ver- militärischen Hierarchie bringt es mit sich, daß in 99 von Die Verordnungen über die äußere Heilighaltung der legung dieses Stück Papiers zu verhüten und jeden 100 Fällen das Opfer des Gewaltmißbrauchs schweigend Sonntage gehen fast durchgängig mehr von dem Grundfaze Versuch einer solchen rücksichtslos zu ahnden. Man führte das Unrecht hinnehmen muß. Dies läßt sich durch aus, daß der Mensch für den Sabbath als daß der Sabbath und noch dazu die keinen Erlaß ändern. Der Soldat mag noch so für den Menschen geschaffen sei. Deutschland eine Ropie, in Frankreich zäsaristisch verfälschte, des Stück Papieres, fest überzeugt sein, daß er an der richtigen Schmiede, auf dem die englischen Rechtsgarantien geschrieben das heißt bei den oberen Vorgesetzten, sein Recht und seine Die legendären Friedericianischen Traditionen, standen, ein, nicht aber die Rechtsgarantien selbst, nicht die Sühne für das erlittene Unrecht finden würde allein er die noch etwas Geheimnißvolleres sind als die Offenbarung bürgerlichen Inftitutionen und Organisationen, auf denen weiß ganz bestimmt, daß es sehr schwer ist, an die richtige Johannis, werden von den Liberalen gegen das Volksschulfie in England beruhen. Was in England ein stählernes Schmiede zu kommen und daß der Versuch ihm größere Gesez ins Feld geführt. Männer fehlen und so muß das Schwert ist, das ist bei uns ein Strohhalm, wegzublasen Nachtheile und größere Unbill bringen kann, als die, über Gespenst herhalten. Diese Friedericianischen Traditionen von jedem Hauche des Militär- und Polizeistaates. welche er sich zu beschweren hat. Bon Offizieren wird dies sollen bis in die Gegenwart gegolten und der Regierung geleugnet das Leugnen beweist jedoch nur, daß man in einen gewaltigen liberalen Anstrich gegeben haben. Unter Offizierstreisen über die Stimmung und das Denken in den Friedrich dem Großen finden wir aber den größten AbsolutisSoldatenkreisen nicht immer gut unterrichtet ist was ja mus, wie er sich in despotischster Weise in dem Müller Arnoldbei der ftrengen Rangabgrenzung in der Armee sehr be- Prozeß offenbart. Unter seinem Nachfolger herrscht das Wöllner'sche Mucker- Regiment und unter Friedrich WilVon dem Erlaß des Herzogs Georg zu Sachsen nimmt helm III, dominiren die Kampß- und Schmalz- Gesellen. DieBerlin, den 2. Februar. die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in jenigen, welche man als Vertreter der Friedericianischen Das von uns veröffentlichte Aktenstück, ihrer heutigen Abend- Nummer Notiz und thut ganz erstaunt Traditionen so gern unter den Liberalen rühmt, stehen den zu betreffend die Soldatenmißhandlungen hat großbarüber, daß die anderen Zeitungen demselben solche Auf- gerade im Gegensatz der Regierung artiges Aufsehen erregt. Von den konservativen merksamkeit widmen. Sie giebt freilich nur die Schluß- maßgebenden Persönlichkeiten, nur zeigen sie, daß es unter Organen thut die" Post" so, als ob sie die Echtheit bezweifle; worte des Erlasses wieder, als Beweis, wie scharf beim dem absoluten Regiment noch Persönlichkeiten gab, welche sie druckt blos den Schlußtheil ab, unter sorgfältiger Weg- Militär gegen Mißbräuche vorgegangen wird; sie stellt sich, einen steifen Nacken hatten. Die nationalliberale Schweiflassung der erzählten Mißhandlungsfälle. Die Bossische als ständen die 6 in dem Erlasse besonders erwähnten Fälle wedelei und Gesinnungslosigkeit hatte ihnen noch nicht alles Beitung" theilt das Aktenstück mit und bespricht es, die vereinzelt da, und als würde jeder Mißbrauch der Dienstgewalt Mark aufgezehrt. Der Müller Arnold- Prozeß zeigt uns Echtheit als selbstverständlich annehmend, in einem be- so streng bestraft, daß wegen dieser sechs Fälle auf 1834 Jahre höchste Richter, denen der Nimbus Friedrich's des Großen sonderen Leitartikel. Die Frankfurter" und die Frei- Gefängniß erkannt wurde, während bei Zivilgerichten oft noch nicht so imponirte, daß sie ihre Rechtsüberzeugung finnige Zeitung" drucken es ebenfalls ab- erftere mit, Strolche, die einem Vorübergehenden mit der Faust ins änderten, und die schimpfliche Kassirung und Festungshaft lettere ohne Berklausulirung. Die Berliner Zeitung" Gesicht geschlagen, mit einigen Wochen Gefängniß davon vorzogen, ehe sie sich zu Knechten der Kabinetsjustiz machten. tämen. Mißbräuche kämen überall, auch in der besten Unter den Nachfolgern Friedrichs II. sind die Männer, auf Obgleich die darin mitgetheilten Fälle von Mißhandlungen Organisation vor, so auch in der Sozialdemokratie, wie welche sich der Ruhm des altpreußischen Beamtenthums so grauen erregender Art sind, daß man fast man in der sozialdemokratischen Presse auch öfters lese, wie gründet, nicht gerade die besonders in Gunst stehenden. wünschen möchte, das Schriftstück wäre nicht echt, und der Steckbriefe hinter sozialdemokratischen Kaffenmardern erlassen Bie wäre sonst die Herrschaft der Wöllner und Vorwärts" einer Täuschung zum Opfer gefallen, so erscheint würden. Ja, warum werden aber die militärischen Fälle, Bischofswerder, der Kamph- und Schmalz Gesellen doch, wenn man Form und Inhalt des Erlasses genau be- zumal wenn sie so harmlos erscheinen, nicht veröffentlicht? möglich gewesen! Die Gneisenau, Scharnhorst, Hum trachtet, eine Mystifikation höchst unwahrscheinlich." Warum die Heimlichkeit? Warum wartet man erst, bis boldt, Altenstein, Bincke u. f. w. beweisen nichts für Und dem Aktenstück, das sie vollständig zum Abdruck die Sozialdemokratie solche Dinge in die Deffentlichkeit die Regenten, sie zeigen uns nur, daß sie andere Männer bringt, fügt die Berliner Zeitung" folgendes Urtheil an: bringt? Die„ Norddeutsche Allgemeine" fann in waren, als die Miquel und Bennigsen unserer Tage. Das Bild, das dieses Dokument von den Gefahren ihrer Unschuld gar nicht begreifen, was der von uns ge Der nationalliberale Lärm gegen das Volksschul- Geset entwirft, denen die Söhne unseres Boltes brachte Erlaß mit den bevorstehenden Reichstagsverhand- verstummt allgemach. Von einem Ausgleich" ist bereits durch den Eintritt in das Heer ausgefest lungen über den Militäretat zu thun hat. Nun, liebe auf der ganzen Linie die Rede, wobei alle wesentlichen Be sind, wird einen einzigen Schrei der Empörung durch alle deutschen Gaueerweden. fommissionsräthliche Unschuld, er soll eben eine Illustration stimmungen im Volksschul- Gesetze anerkannt werden und Im Lichte diefes Erlasses erscheint die Kaserne nicht als oder eine Apotheose der paradiesischen Zustände in der nur der Schein gewahrt werden soll, daß das Gesetz nicht Ferienkolonie, fondern als Foltert ammer. militärischen Ferienkolonie sein. allein durch eine fonservativ- ultramontane, sondern durch Wir glauben nicht, daß ein Deutscher Reichstag es wagen eine konservativ- nationalliberale Mehrheit geschaffen sei. wird, angesichts dieser Enthüllungen einer Militär- Strafprozeßordnung ohne volle Deffentlichkeit des Verfahrens seine Zustimmung zu geben." bemerkt: " " " Die„ National- Zeitung" giebt das Aftenstück mit wiederholtem Ausdruck der Empörung über die in demselben geschilderten Scheußlichkeiten wieder; sie möchte gerne an eine Fälschung glauben, gesteht jedoch selbst ein, daß nach der ganzen Fassung des Aftenstücks ein Zweifel an der Echtheit nicht gut möglich und abzuwarten sei, ob von Dresden aus eine offizielle Kundgebung erfolge. Das Wolff'sche Telegraphen- Bureau", das das jeden Krimskrams an die große Glocke hängt, ignorirt das Aktenstück einfach. Die rührende Unschuld des Herrn Bindter wird von der Kreuz- Zeitung" nicht getheilt. Sie giebt in ihrer heutigen Abendnummer das Altenstück wieder, indem sie an dasselbe die Bemerkung knüpft: " = Mittlerweile ergehen sich noch liberale und freisinnige Blätter in philosophischen Betrachtungen über Moral und Ronfession. Der alte Kant wird sogar als Zeuge Man würde sich nur freuen können, wenn das Aktenstück aufgerufen, obwohl gerade die ganze national mit seinen erschütternden thatfächlichen Mittheilungen unecht liberale und freifinnige Politik der letzten Jahr wäre und in Wahrheit kein Anlaß zu einem so ernſten Ein zehnte von ihm das vernichtendste Urtheil empfängt. greifen der obersten Kommandobehörde vorgelegen hätte. Bon Wo wäre heute die Reaktion, wenn Nationalliberale und Dresden aus ist aber bis jetzt keine Erklärung darüber erfolgt, und der„ Vorwärts" behauptet heute noch ausdrücklich, daß Freifinnige fich früher des alten Rant erinnert hätten, für er sich genügend der Echtheit versichert habe, ehe der Abdruck den es feine Zwei- Seelen- Theorie und keine zwiespältige bewerkstelligt sei. So wird die Verfügung gewiß auch bei den Moral gab! Wären fie des alten Rant eingebent gewesen, Reichstags- Verhandlungen über den Militäretat eine Rolle dann hätten sie nicht Bismarc's äußere Bolitik in der Himmel erheben können, während sie die innere nur um jener willen mit dem sacrificium intellectus, mit der Preisgebung der eigenen Ueberzeugung anerkannten. Nach Rant giebt es nur eine Moral, gleich geltend im privaten wie im öffentlichen Leben. Was den Privatmann zum Schurken macht, macht auch den Staatsmann nicht zum Ehrenmann. Auf Kant beruft Euch nicht; laßt ihn in der Grube ruhen, Enre Berufung auf ihn kan den großen Denker nur spielen. Auch dem konservativen, Reichsboten" erscheint das Aktenstück nicht so harmlos, er meint vielmehr, daß es das größte und peinlichste Aufsehen machen muß, und hofft, daß der Erlaß die Wirkung haben wird, daß solche, grauen erregende" Dinge, wie sie in demselben mitgetheilt werden, in der gebildeten deutschen Armee nicht mehr vorWas dasselbe enthüllt, ist eigentlich im Volke längst betannt, wie es ja bei der allgemeinen Dienstpflicht selbstverständlich. Aber wie die Legende vom„ altpreußischen Beamtenthum" und noch mehr, so war auch das herrliche Kriegsheer mit einem unantastbaren Nimbus umgeben. Von Enthüllungen durch das Attenstück kann gar nicht die kommen. Rede sein; dasselbe nimmt nur die Möglichkeit, allgemein Man sieht, daß die„ Norddeutsche Allgemeine" allein schänden. Bekanntes zu vertuschen. die grauenerregenden" Dinge mit rosenfarbener Brille Wenn daher die Bossische Zeitung" meint, durch die ansieht. Deffentlich keit der Militärprozesse könne derartigen Gräueln gesteuert werden, so ist das ein Frrthum. Die Deffentlich- Ueber die äußere Heilighaltung der Sonnfeit der Militärprozesse ist eine gebieterische Forderung des und Festtage in den Provinzen Schleswig Rechtsgefühls und der Rechtssicherheit, aber an dem Wesen Holstein, Hannover und Hessen- Nassau, des Militarismus wird damit nichts geändert und folge- sowie in den Hohenzollernschen Landen ist dem richtig wird auch nichts beseitigt, was im Wesen desselben preußischen Herrenhause folgender Gesezentwurf zugegangen: weißen Schultern und wohlgerundeten Achseln, hereinschlüpfte, auf ihn zueilte, ihn umarmte und, nach vielen Küssen, zu den Worten kam: " Dank, tausend Dant, mein lieber, guter Vater, für Deine schönen Geburtstagsgeschenke. Du hast mir ja die Wünsche förmlich aus der Seele herausgelesen, um sie alle zu erfüllen." " Nun ja, es ist schon gut," rief Muffelich, nachdem er einigermaßen wieder zu Athem gekommen. Sei nun auch recht folgsam, nimm die Uhr hübsch in Acht, häkle sie immer recht sorgsam ein, und bei einem Gedränge mußt Du die Multion ganze 26 Thaler gekostet." Heirathen so etwas Schlimmes? Du hast doch selber geheirathet, und die Mutter auch." " Ja, das haben wir, obgleich ich's immer als eine Schwäche von meiner Seite angesehen, habe. Aber ich zählte bereits vierzig und Deine Mutter zählte 28 Jahre, als wir uns trauen ließen." Achtundzwanzig Jahre! nein, so lange hielte ich es nicht aus; und außerdem ist das auch gar nicht mehr Mode. Zwei von meinen Schulfreundinnen sind bereits verheirathet, und unter ih nen ist Jda erst in zwei Monaten so alt, wie ich jetzt bin." Hand fest auf sie drücken. Sie hat mir in der Leihhaus-" Ich will auch nicht sagen, daß Du so lange warten sollst, wie die Mutter; aber drei bis vier Jahre mußt Du Ach Gott, in der Leihhaus- Auktion? Da hat sie noch bei uns bleiben, denn Du würdest uns sehr fehlen. gewiß Jemand in Sorgen und Schmerzen hingetragen, der sie nun schmerzlich vermißt. Ich kann sagen, die Uhr macht in drei bis vier Jahren bin ich dann auch in der Lage, Dir eine stattliche Aussteuer zu geben, so daß Du einen mir nun schon gar kein rechtes Vergnügen mehr." " 1 " Er ist nicht nämlich in Auflagestand versetzt, det Baare so wird jezt mit aller Bestimmtheit versichert. Anderen sei die Anklage wegen der Stempelfälschungen und Schienenflickereien zugegangen, nicht aber dem Baare. Noch halten wir mit unserem Urtheil zurück, weil wir noch zweifeln, ob die Nachricht wahr ist. Das aber steht fest, Diejenigen, die an der Wahrheit, an der Möglichkeit zweifeln, „ Wenn ich Dir die Wahrheit gestehen soll: ja, Papa!" Nun, das ist in der That eine nette Entdeckung, die ich da mache. Warte, ich werde von nun an ein wachfameres Auge auf Dich haben." „ Ei, ich kann doch nicht dafür, daß ich mich verliebt habe, Väterchen?" Verliebe Dich so viel Du willst, aber immer hübsch aus der Entfernung, wenn ich bitten darf." „ Aus der Entfernung verlieben? Das habe ich wirklich noch nicht gehört, daß muß ich meinen Freundinnen erzählen. Die werden schön über Dich lachen. Aus der Entfernung lieben! Nein, der Spaß ist zu kostbar, darüber wird selbst Elise Barth lachen müssen, obwohl ihr gegenwärtig nicht so zu Muthe iſt." Höre' mal, Fanny, was die Elise Barth anbelangt, Ich sah es schon neulich sehr ungern, daß Du sie ver Es kann Dir doch ganz gleichgiltig sein, liebe Fanny, Gelehrten oder auch einen wohlfituirten Kaufmann heirathen so wünschte ich nicht, daß Du viel Umgang mit ihr hättest. tannft." wo ich die Uhr gekauft habe", bemerkte der Alte zurecht" Ach, was frage ich nach Deinen griesgrämlichen und anlaßtest, mit uns in den Volksgarten zu gehen. Es ist eine weisend. Eine Uhr, und noch dazu eine goldene, ist ein pedantischen Gelehrten und Deinen Rechenmaschinen von sehr schlecht renommirte Familie. Der Bruder sitzt schon Lugusartikel, den nicht alle Leute zu führen brauchen." Ja, aber wer sich einmal an so eine Uhr gewöhnt hat, Raufleuten. Mit denen könnte ich mich ebenso wenig ver- feit einigen Wochen in Wechselhaft, die Braut desselben ist vermißt sie mehr, als Jemand, der sie nie beseffen. Und vermißt sie mehr, als Jemand, der sie nie beseffen. Und tragen, wie mit einem Pastor. Ich will Jemanden, den ich kriminell eingezogen worden, und außerdem hat das Mädchen ich, ich will sie lieber gar nicht tragen, damit ich sie nicht liebe und mit dem ich mich vergnügen und nach Herzensluft eine Liebschaft mit einem russischen Abenteurer." lachen kann." „ Ich habe das Alles schon gehört; aber es ist auch Höre einmal, Mädel, ich fürchte, Du hast Dir einen Alles nicht so schlimm, wie die bösen Zungen behaupten. Lieutenant in den Sinn gesetzt. Das fehlte mir nun gerade Und Elise ist so gut, so liebenswürdig und so verständig, noch. Mit solchem windigen Zeuge, das lasse Dir hier ein daß ich mich lieber entzwei schneiden laffen würde, als mich für alle Mal gesagt sein, kommst Du bei mir nicht an." von ihr zu trennen." Einen Lieutenant? Nein, Papa, in dieser Beziehung" Ich will auch nicht verlangen, daß Du ganz von ihr brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Einen Lieutenant laffen sollſt, aber ich muß Dich ernstlich bitten, Dich nicht nehme ich nicht; denn die Offiziere sehen in der Uniform so viel mit ihr öffentlich sehen zu lassen." „ Gut, Papa. Aber um wieder auf das Heirathen zu viel hübscher aus, als sie wirklich sind: das habe ich an dem Gatten Mathildens gesehen, der nebenbei ein ganz fommen, muß ich Dir sagen, daß ich mir meinen Bu langweiliger Peter ist. Ich will einen Mann haben, der fünftigen bereits ausgesucht habe." zu Hause gerade so hübsch aussieht, wie auf der Straße, Wirklich? und das kannst Du Deinem Vater so uns An's Heirathen? Du? Heirathen? Plagt Dich denn und mit dem man sich immer hübsch ausplaudern kann." genirt in's Gesicht sagen? Nein, da hört eben Alles auf der Teufel, Mädchen?" So? und da hast Du Dir wohl auch schon einen Gin achtzehnjähriges Mädel sucht sich schon ihren Zukünfti Ach, Papa, schrei' mich doch nicht so an; ich bekomme Bestimmten ausgewählt?" fragte Muffelich, die Dhren gen aus!" da einen ganz anderen Begriff von Dir. Ist denn das spizend. einst schmerzlich vermisse, wenn ich sie einmal nicht mehr haben könnte." " In diese Lage wirst Du, so Gott will, niemals kommen. Dein Vater wird schon für Deine Zukunft ausreichend sorgen." so Ach ja, was meine Zukunft anbetrifft, Bäterchen, ſo möchte ich einmal ein ernstes Wörtchen mit Dir reden." Ein ernſtes Wörtchen? I das wäre! Da bin ich wirklich neugierig. Laß! doch einmal hören." Ich bin doch heute 18 Jahre alt geworden, und das ift gewöhnlich das Alter, in dem wir Mädchen an's Heirathen denken." ( Fortsetzung folgt.) « sind nicht. Diejenigen, welche von der deutschen Justiz die schlechteste Nteinung haben.— „Sire, geben Sie Gedankenfreiheit"— bei diesen Worten des Marquis Posa im Don Karlos soll im Hos- theater zu Stuttgart stürmischer Applaus erfolgt sein, be- richtet die„Kölnische Zeitung", und sieht darin eine Kund- gebung des Volks für die nationalliberalen Kulturkämpfer, die übrigens bereits den Säbel eingesteckt haben und mit Miquel und Bennigsen zu Kreuze gekrochen sind. Organe, wie die kölnische Kloake, welche mit dem Sozialistengesetz das Volk zum Schweigen zwangen und die Oeffentlichkeit in den Gerichtsverhandlungen unterdrückt wissen wollten, weil darin von Stcmpelfälschnngen Baare's gesprochen wurde, reden von„Gedankenfreiheit"! Wie weit muß die Gehirnerweichung in der Bourgeoisie schon vorgeschritten sein, wenn sie glaubt, noch Jemandem vorschwindeln zu können, daß sie vie Verfechterin irgend einer anderen Frei- heit, als der der Ausbeutung, sein könne.— Die Geheimhaltung der Steuererklärungen liegt der Bourgeoisie ungemein am Herzen. Es scheint beinahe, als ob sie sich ihres Einkommens, oder vielmehr der Quelle, aus der sie es geschöpft, schämt. Jedenfalls wird, so lauge Zensuswahlen in der Gemeinde und im Staate gelten, die Geheimhaltung unmöglich sein.— Weitere Arbeitereutlassungeu bei der Breslauer Eiseubahn-Verivaltung sollen, wie mehreren Blättern be- richtet wird, zufolge höherer Weisung e i n g e st e l l t worden sein. Bekanntlich war es die sozialdemokratische Presse, welche die Zirkulare, in denen die Arbeiterentlassungen unter Berufung auf die Nothwendigkeit des„Sparens" an- geordnet wurden, zur öffentlichen Keuntmß brachte. Falls jetzt diese Sparwuth abgekühlt ist, so haben das die Ar- beiter der Eisenbahn- Verwaltungen oirekt der Sozialdemo- kratie zu danken.— Das neue schweizerische Auslieferuugsgesetz hat in weiten Kreisen der Bevölkerung Unwillen hervor- gerufen, und es ist bereits angeregt, dasselbe der Urab- stimmung zu unterbreiten. Die Sozialdemokraten haben in der Forderung des Referendums die Initiative ergriffen. Es ist zu erhoffen, daß eine Majorität gegen das unheilvolle Gesetz zu Stande kommt, welches thatsächlich die Preis- gebung des Asylrechts der Schweiz bedeuten würde.— Das Referendum in Belgien. In französischen und belgischen Zeitungen finden wir den Bericht einer sehr interessanten Unterredung des Führers der klerikalen Kammer- Majorität mit dem Staatsminister N o t h o m b. Wir ersehen daraus, daß das Ministerium für eine bedeutende Ausdehnung des Stimmrechts ist, und zwar unverzüglich. Das Wort„allgemeines Stimmrecht" wurde nicht ge- braucht— für sich persönlich erklärte Nothomb, daß er es wolle. Tie Regierung müsse aber— und dies ist das Be- merkenswerthefte in den Erklärungen Nothomb's—, wenn sie zu einer weiten Ausdehnung(oxteuzion largs) des Stimmrechts sich verstehe, auch eine Garantie der Sicherheit haben, und sie werde als Gegengewicht fordern, daß die königliche Gewalt nnt der Waffe des Refe- rendums, d. h. der direkten Befragung des Landes, ausgerüstet werde. Wer in dem Referendum, und mit Recht, eine durchaus demokratische Einrichtung erblickt, kann über diese Acußerung des reaktionären bel- gischen Ministers auf den ersten Blick etwas erstaunt sein. Man muß aber bedenken, daß demokratische Formen schon sehr häufig reaktionären Bestrebungen zum Deckmantel haben dienen müssen, und daß der„Appell an's Volk", das heißt„die direkte Befragung des Landes", umer dem letzten französischen Kaiser die Haupt-Trumpfkarte des Despotismus war. Die reaktionären belgischen Minister glauben eben, es werde ihnen unter Umständen leichter sein, mit den Wählern fertig zu werden, als mit den Gewähltem Und in Ländern, wo die Regierung tausend Mittel hat, um aus die Volksmassen einzuwirken, stimmt diese Rechnung auch bis zu einem gewissen Punkt. In wirklich demokratischen Staaten, wie zun» Beispiel in der Schweiz, kann das Referendum allerdings nicht mißbraucht werden. In Belgien scheint Herr Rothoinb vom Gegentheil überzeugt zu wn- Die Wortanbeter, die gewissen Formeln(„direkte Gesetzgebung" u. s. w.) eine magische Wunderkraft zu« xsU' thäten aber gut, wenn sie sich die Erklärungen 5* reaktionären belgischen Ministers Nothomb zu Gunsten oe» Referendums als eine Waffe in der Hand des König- rhums genau ansehen und gut überlegen wollten.— Die sozialistische Partei hielt heute, wie daS„Wolff'sche Telearaphen-Burcau" meldet, im Riaison du peuple zu Brüssel eine Versammlung ab, in welcher beschlossen wurde, während der Berathung der Verfassungsrevision sich in Permanenz zu erklären und tägliche Kundgebungen vor der Kammer zu vcraisstalten. Außerdem wurde der Beschluß gefaßt, eine große Kundgebung zu Gunsten des allgemeinen StinnnrechteS stallfinden zu lassen, zu welcher auch die Sozialisten aus den Provinzen Einladmigen erhalten sollen. x.« Sozialist Volders sprach sich in längerer Rede gegen das konigllche Referendum aus.—> DovkeinsrhriSzken. Der Staßfurter Bürgermeister Reinhard schreibt uns: »In Nr. 24 Ihres Blattes findet sich eine Notiz über die Schwur- gerichtsverhandlung kontra WiczorowSky und(Genossen, in welcher behauptet ivird, daß ich auf die Frage des Rechtsanwalts Träger, ob in Slaßfurt eine Fabrikantenvereinigung bestände und ob es sich dieselbe zur Aufgabe mache, Angehörige der sozial- demokratischen Partei zu maßregeln, de» ersten Theil dieser Frage bejaht hätte, dem zweiten Theile verlegen ausgewichen sei. Auf Grund des§ H des Preßgesetzes verlange ich berichtigend zu vermerken, daß die Frage des Herrn Träger dahin ging, ob in Sta ßfwrt eine Arbeitgeber-Bereinigung zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bestehe, daß ich diese Frage, die übrigens meines Erachtens nicht zur Sache gehörte und deren Beantwortung ich daher wohl einfach hätte ablehnen können, klipp und klar mit „Ja" beantwortete, daß somit von einem verlegenen Ausweichen zu welchem ich um so weniger Veranlassung hatte, als ich es mir zur Ehre schätze, die Anregung zur Bildung lenes gegen sozialdemokratische Hetzerei ge- rlchteten Vereins gegeben zu haben, und alle desfallsigen Maßnah nien gerich« Le l* n Beschwerden abschlägige Bescheidung er- haben, keine Rede gewesen ist und daß die gegen- yeutgen Behauptungen der Notiz ebenso unwahr sind, wie die Angabe, es seien 8 Entlastungszeugen bereits verhaftet." Wir geben diese Berichtigung unverkürzt, weil die Verhältnisse in Staßfnrt nicht wohl schärfer charakterisirt werden können, als es durch die Zuschrift des Herrn Reinhard geschieht, die zugleich eine unfreiwillige Selbstkritik der Anschauungen darstellt, welche dieser Herr gleich vielen seiner Kollegen in anderen Städten von den sozialen Ausgaben eines Bürgermeisters hat. Daß die 8 Eni- lastungszeugen nicht verhaftet sind, hatten wir übrigens schon früher berichtet. «» am 24. Januar dieselbe eröffnet In Wittstock in der Ost-Priguitz fand eine zweite Volksversammlung statt. Nachdem war, hatte es den Anschein, als ob die zahlreich erschienenen Gegner die Oberhand gewinnen wollten, denn schon bei der Bureauwahl kani es zu einer starken Unruhe, welche die Gegner dadurch verursachten, daß sie ein ihrerseits vorgeschlagenes Bureau gewählt wissen wollten, jedoch erhielt das von Seiten der Arbeiter vorgeschlagene die große Majorität. Vor Eintritt in die Tagesordnung brachte ein Gegner zur Geschäftsordnung ein Hoch auf den Kaiser ans; dies veranlaßte den Referenten Paul Petersdorf aus Berlin zu der Erklärung, daß erstens der Herr nicht berechtigt wäre, ein Hoch auszubringen, denn solches käme dem Vorsitzenden zu, zweitens würden ihm die Ver- urtheilungen von Personen, welche beim Hoch auf den Kaiser sitzen geblieben waren, jedenfalls bekannt sein, und so nebine er an, daß der Herr bezweckt habe, gleiches Unglück über seine Mitmenschen zu bringe». Unterm Beifall der Versamm- lung ertheille nun der Vorsitzende dem Gegner eine Rüge. Dann begann Genosse Petersdorf sein Referat über das Thema: „Die Feinde der Wahrheit", fortwährend unterbrochen durch die Gegi.cr, während die Arbeiter ihm laut ihren Beifall bezeugten. Einmal lärmten die„Ordimngs"leute so sehr, daß die Versamm- lung auf 5 Minuten vertagt werden mußte, um einer Auflösung vorzubeugen. In der Disknssiou meldete sich aber trotz mehr- facher Ausforderung kein Gegner zum Wort, was den Referenten veranlaßte, die Gegner auf ihr ungebührliches Betragen während des Vortrages aufmerksam zu machen und ihre jetzt an den Tag gelegte Feigheit scharf zu geißeln. Dann foroerte er sie nochmals auf, sich zum Wort zu melden, jedoch meldete sich auch jetzt Niemand. Hierauf wurde die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins beschlossen, und zur weiteren Betreibung der Angelegenheit ein provisorischer Vorstand gewählt. Dem Verein traten sofort SO Arbeiter bei. Zum Schluß brachte der Vorsitzende ein Hoch auf die Arbeiterbewegung aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. � Zur Agitation. 18 000 Exemplare des Parteiprogramms werden auf Beschluß der Parteigenossen des 10. s a ch s i s ch e n Reichstags-Wahlkreises(Leisnig) in dem- selben zur Veriheilung gebracht.' Die Erfurter Sozialdemokratie erläßt einen Aufruf, in welchem die Parteigenossen ersucht werden, infolge der Ver- Weigerung des Kaisersaals zu sozialdemokratischen Versamm- lungen das Bier der Erfurter Teichmann'schen Brauerei„Zum Spaten"— der Besitzerin des Kaisersaals— nicht mehr zu trinken, ferner auch die übrigen von der Firma Teichmann her- gestellten Produkte, als Senf und Teich ma n n'sche Cichorie, so lange nicht zu kaufen, bis der Kaisersaal der sozialdemokra- tischen Partei wieder zu Versammlniigen ic. zur Verfügung gestellt wird. In Bezug auf das letztgenannte Erzeugniß ivird be- merkt, daß Teichmann'sche Cichorie unter der Marke Cichorien- Fabrik von Cäsar Teichmann, Erfurt, fast in ganz Deutschland in den Handel kommt und dadurch unseren Genossen, wie in dem Aufruf gesagt wird, die Möglichkeit gegeben ist. sie in ihrem kkanipse zu unterstützen. Gegen jene Firma ist derselbe Boykott aus gleicher Ursache schon einmal mit gutem Erfolge angewendet worden. Polizeiliches, Gerichtliches rc. — In Mainz wurde Genosse Hinze aus Wiesbaden und der Nedaktenr Sprenger von der Mainzer„Volksztg." von der Anklage freigesprochen, durch eine Ankündigung in jenem Blatte den General v. Reibnitz, Gouverneur der dortigen Festung, beleidigt zu haben. — In Magdeburg wurde der Verleger der„Volks- stimme", Genosse Wilhelm M e v e r, von der Strafkamiiier auf Grund des tz 110 Str.-G.-B.(öffentliche Aufforderung zum Un- gehorsam gegen die Gesetze:c,:c.) zu neun Monaten Gesängniß unter Anrechnung von zwei Monaten Untersilchlingshaft ver- urtheilt. Dem Antrag auf Entlassung aus der Haft wurde gegen Hinterlegung einer Kaution von 5000 Mark Folge gegeben. In derselben Sache hatte das Reichsgericht seiner Zeit die Revision für begründet erachtet und derselben Strafkammer die abermalige Verhandlung zugewiesen. — Der Regierungspräsident von Schivaben und Neuburg hat entschieden, daß auch die nicht politischen Versammlungen eines politischen Vereins polizeilich überwacht werden dürfen, und zwar auf Grund der Artikel 7 und 16 des bayrischen Vereins- jc. Gesetzes. Im vorliegenden Falle hatte es sich um einen Fainilienabend des AugSburger sozialdemokratischen Vereins gehandelt, wobei polizeiliche Ueberwachung zugegen ge- wesen war. — In Solingen wurden von 8 Genossen auS Gräf- rath, welche wegen Vornahme einer Tellerfammlung in einer Volksversammlung angeklagt waren, 2 Genossen kostenlos freigesprochen und 3 zu je S M. Geldstrafe und in die Kosten ver- urtheilt. Nach der„Bergischen Arbeiterstimme" hatte der überwachende Polizeibeamte die Samilllililg nicht verboten, sondern dem Genossen, welcher den Teller hielt, sogar gesagt:«Bleiben Sie hier stehen." — Wegen Schmähung des Gewerbegerichts in Barmen wurde in Düsseldorf ein Bandivirker zu 14 Tagen Gejängniß verurtheilt. Die beleidigenden Worte waren i» einer Rede ge- fallen, welche jener Arbeiter in Crefeld gehalten hatte. — Die Nachricht, daß wegen des in Magdeburg gegen die Arbeiter Wiezorowsly und Genossen verhandelten Prozesses acht Zeugen verhaftet worden seien, bewahrheitet sich, wie uns mitgethellt»vird, glücklicherweise nicht. MebevNMt. Achtung! Papierbranche! In der Karton-Fabrik von Iakoby i> nd Zobel, Jnh. Markus, Dresden, sind wegen Einführung des tlllkord- an Stelle des bisherigen Wochen-Lohnes Differenzen ausgebrochen. Das Personal steht im Streik, weshalb um Fernhaltung des Zuzuges ersucht wird. Verein Dresden. DaS Herold'sche Telegraphen-Bureau verbreitet folgeude Nachricht: „Saarbrücken, 1. Februar, Abends. In einer hier ab- gehaltenen Schreiner- Versammlung wurde mitgctheilt, daß der deutsche Schreinerverband einen allgemeinen Streik in Aussicht genommen habe." Nach in Berlin eingezogener Erkundigung ist die Nachricht, die deutschen Tischler beziv. deren Organisation planten eine» allgemeinen Streik, vollständig aus der Lust gegriffen. Die Geschäftslage ist auch nicht im Mindesten dazu angethan, irgend welche größere Streikbewegung als aussichtsvoll erscheinen zu lassen. Ueber den Ausstand der Grubenarbeiter in Norberg (Schweden) berichtet die Redaktion des Stockholmer„Soziai- demolraten" t „Der Ausstand, an welchem zirka 1500 Arbeiter jbetheiligt sind, wurde durch die Arbeitgeber dadurch hervorgerufen, daß sie von den Arbeitern die Unterschrift unter Miethskontrakten ver- langten, welche es den Grubenbesitzern möglich machten, bei einer Arbeitseinstellung die Arbeiter sofort aus den Wohnungen zu iverfen. Der Ausgang dieses Kampfes ist für die gesammte schwedische Arbeiterschaft von Bedeutung, weil die Grubenarbeiter eine für den Emanzipationskampf der schwedischen Genossm be- deutungsvolle Arbeitergruppe bilden. Der Streik hat eine lange Vorgeschichte, reich an Konflikten zwischen Arbeitern und Gruben- besitzern. Anfangs vorigen Jahres stellten zirka 100 Arbeiter der Kallmora-Erzgrube die Arbeit ein, um eine Lohnerhöhung zu erhalten. Der Ausstand zog sich einige Monate hin. Da die Grubenbesitzer aber fortgesetzt olle Vermittelungsversuche ablehnten, so wurde schließlich die Arbeit im ganzen Norberg eingestellt. Dieses Vorgehen veranlaßte die Grubenbesitzer zum Nachgeben; es wurden Schiedsgerichte, bestehend aus der gleichen Zahl Arbeiter und Grubenbesitzer, eingesetzt, welche alle Streitig- eilen zu schlichten hatten. Diese Vereinbarung, zu welcher die Grubenbesitzer nur durch den Druck der Arbeitseinstellung ge- kommen waren, umfaßte jedoch nur die Erzgruben. Diesen Unistand machten sich die Grubenbesitzer zu Nutze, indem sie auf der Kallmora- Silbergrube 9 Arbeiter entließen. Angeblich er- folgte die Entlassung wegen Arbeitsmangels, thatsächlich aber war es eine Maßregelung. Die Arbeitsgenossen erklärten sich mit den Entlassenen solidarisch und stellten die Arbeit ein. Nunmehr erklärten jedoch die Grubenbesitzer, wenn der Streik in der Kallmora- Silbergrube nicht in einer bestimmten kurzen Frist aufhöre, so würde eine Aussperrung der Arbeiter im ganzen Norberg erfolgen. Die Arbeiter gaben wegen der ungünstigen wirthschastlichen Lage nach. Die Organisation der Bergarbeiter blieb bestehen. Es folgten in den Grubenbezirken nunmehr Protestversammlungcn und Demonstrationen. Sie gaben Veranlassung zu strafrechtlicher Verfolgung der Führer und in den Gerichtsverhandlungen wurden die erbärnmchsten Klassenurtheile gefällt. Einzelne Per- sonen erhielten wegen angeblicher Anwendung von Gewalt gegen einige Streikbrecher Zuchthaus bis zu einem halben Jahre. Diesen Urtheilen folgte schließlich die Forderung der Gruben- bcsitzer bezüglich der Miethskontrakte. Der Ausstand ist also nichts Anderes, als der äußerste Nothwehrkampf, um die winzige Organisationsfreiheit, welche das schwedische Strafgesetz den Arbeit«» noch läßt, zu erhalten. Die Arbeitgeber suchen diese Organisationsfreiheit mit allen Mitteln zu unter- drücken. Der Ausfall des Streiks dürfte weitgehende Folgen haben. In Schweden, wo die zielbewußte Arbeiter- beweguug noch so jung und schwach ist, hat es grobe Bedeutung, ob eine Organisation von 1000 bis 2000 Arbeitern bestehen bleibt oder zerstört wird. An Erz beginnt es schon zu Mangeln. Die Siegeshossnungen der Bergleute sind ebenso rege, wie vor zwei Monaten. Die Stimmung und das Zusammenstehen ist vor- trefflich. Die organisirten Arbeiter im übrigen Schweden sind durch gewerkschaftliche und politische Agitation pekuniär an- gestrengt. Die Grubenarbeiter wenden sich daher an die Arbeiter- schaft des Auslandes um materielle Unterstützung. In unserem kleinen abgelegenen Lande wird diese Hilfe ein schöner Beweis der internationalen Solidarität sein. Darum helft den Grubenarbeitern Norberas! Die Bewegung wird hier zu Lande damit einen kräftigen Aufschwung erhalten." Diesem Bericht fügt die Hamburger Generalkommission das Ersuchen hinzu, nach Möglichkeit den Ausstehenden zu helfen. Wir wissen wohl, wie angespannt die Kräfte durch die Ausstände im eigenen Lande sind. Vielleicht ist es aber hoch möglich, den Genossen Unterstützung zukomnien zu lassen. Die deutschen Ar- beiter haben schon wiederholt gezeigt, daß sie ihren kämpfenden Genossen im Auslände volle Sympathie entgegenbringen und werden es auch in diesem Falle thun. Etwaige Geldsendungen für die Ausstehenden sind unter der Bezeichnung:„Für die schwedischen Grubenarbeiter" an den Kasstrer der Generalkominisston Ä. Dammann, Hamburg, Zoll- vereins-Niederlage, WilHelmstr. 13, 1. Etage, zu senden." I« Maiuz ist letzthin ein Bäckergeselle ohne Kündigung entlassen worden und klagte derselbe demzufolge auf eine Lohn- entschädiaung in Höhe von 17,50 M. gegen seinen Meister. Dieser erklärte vor Gericht, es sei unerträglich geiPsen, wie der Geselle geschlafen habe; trotz allen Weckens habe derselbe fort- geschlummert, bis ihm(dem Meister) eines Tages der Gedulds- faden gerissen sei und er den Schläfer entlassen habe. Das Ge- richt entschied zu Gimsteu des Klägers, weil es in dem Schlafen desselben eine Weigerung, seine Obliegenheiten zu erfüllen und somit einen gesetzlichen Grund zur plötzlichen Entlassung nicht er- blicken konnte. Daß die Staatsbetriebe in Bezug aus die Arbeiter nach denselben geschäftlichen Grundsätzen geleitet werden, wie die Privatbetriebe. ergiebt sich auch aus Folgendem: Auf dem königliche» Salzwerke zu Staßfurt hat sowohl die Steinsalz-Förderung, wie die Kalisalz-Förderung«ine Zunahme erfahren. Es wurden gefördert: 1890/91 1389/90 1888/39 Steinsalz... 78 670« 69 276 t 58 868 t Kalisalz.... 280 354 t 214 546 t 243 863 t zusammen.. 309 024 t 283 821 t 297 731 t zum Werth« von 3 340 194 M. 3 061 322 M. 3 274 670 M. Die Kopfzahl der Belegschaft hat sich von 1057 auf 937 vermindert. Die durchschnittlichen Verkaufs- preise für Steinsalz sind gestiegen, diejenigen für Kalisalz etwas herabgegangen. Da die Absatzverhältnisse günstige waren, hat der rechnungsmäßige Ueberschuß im Betrage von 1049 250 M. das Ergebniß des Vorjahres um 499 253 M. übertroffen.— Trotz günstiger Absatzverhältnisse Arbeiterentlassungen, und trotz der Verininverung der Arbeiterpersonals Steigerung der Pro- duktion, ivas auf intensivere Arbeitsleistung, vielleicht auch aus Verlängerung des Arbeitszeit schließen läßt— kurz dieselben kapitalistischen Grundsätze, nach welchen die Privatgetrieb« ge- leitet werden, spielen auch beim Staat die Hauptrolle. Bon de»„hohe« Löhne»", welche„dte Landwirthschaft" zahlen soll, weiß ein Korrespondent" des„Proletariers" Jnter- effantes zu erzählen. Danach befindet sich in der Ziegenhalser Gegend ein Dominium, das den Knechten den horrenden Lohn von' 66 M. pro Jahr zahlt, also pro Woche 1 M. 26 Pf., und vierteljährlich bekommen dieselben 1 M. 50 Pf. Fleischgetd, pro Woche also nicht ganz 12 Pf. 2 M. 25 Pf. giebt es Buttergeld und 1 Zentner Roggenmehl auf ein Vierteljahr.„Nun frage ich blos, was die Knechte des Dominiums mit solchem Lohne an» fangen sollen. Wen sollen die Leute zuerst bezahlen, den Schuster oder Schneider? 12 Pf. Fleischgeld pro Woche, nicht wahr, da muß man fett werden? Wen» nun die Saatzeit kommt und die Ernte, dann müssen die Arbeiter von früh 3 Uhr bis Abends 10 Uhr und noch länger schwer schanzen."— Das sogenannte Sachsengehen ist ein Beiveis dafür, daß die Grundbesitzer des Ostens im Allgemeinen überhaupt so niedrige Löhne zahlen, daß ihre» Landarbeitern die an sich gewiß nicht hohen Löhne Mittel- und Westdeutschlands verlockend erscheinen müssen. Im Kartoffclkonsnm marschirt Deutschland an der Spitze der Kultur Nationen. Nach französischen Quelle», aus denen das„Leipziger Tageblatt" schöpfte, wurden in den Hauptländern im vorigen Jahre Kartoffeln produzirt: In Deutschland.... aus 2923070 da 310711 533 hl Frankreich...... 1466829, 126 765 803„ Oesterreich...... 1 109 542„ 110 269 302. Nordamerikan. Union.. 1055 408„ 86 644 020„ Kanada....... 189722. 81038429 H| Glückliches Deutschland I— Versammlungen. standes und der Bevollmächtigten. Aus ersterem ging unter An-| ergab einstimmig die Neuwahl des Kollegen Wiedemann. J derem hervor, daß der Verein bezw. der Vorstand im vierten die Werkstatt- Kontrollkommission wurden die Kollegen HabichtQuartal 1891 in 30 Fällen Rechtsschutz gewährte, drei Prozesse horst, Clemens, Werner, Beeh und Reimann ge Der Verein deutscher Schuhmacher, Zahlstelle Berlin, wurden zu Gunsten derselben entschieden, zwei gingen verloren und wählt und der im Osten vorgeschlagene Kollege Siebert als hielt am 25. v. M. seine Generalversammlung ab. In derfelben 25 schweben noch. Der Vorsitzende erklärte es bei dieser Gelegenheit Bevollmächtigter für den Often bestätigt. Die Versammlung verlas der Kassirer die Abrechnung. Die Einnahme betrug für wünschenswerth, daß das neue, vom Magiftrat angekündigte kam nun zur Besprechung des bei Laborenz in Rixdorf 120,66 M., die Ausgabe 112,43 M., der Kassenbestand 8,20 M. Drtsstatut für die Gewerbegerichte recht bald in Kraft trete, um ausgebrochenen Streiks. Der Bericht des Kollegen WiedeAn Unterſtüßung wurden 35,20 m. verausgabt. 139 Mitglieder jo durch die direkte Mitwirkung dem Arbeiter es zu ermöglichen, mann, welcher im Namen der Kommission die Verhandlungen mußten wegen Reſtirens der Beiträge ausgeschlossen werden. Daß derselbe möglichst schnell zu seinem verdienten Lohn komme; mit Herrn Laborenz ge ührt hat, sowie die der streikenden Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Aus der Wahl des Ge- denn in den weitaus meisten Fällen handele es sich ja doch um Kollegen konstatirten einen Abzug von 2,50-4,50 M., in einem fammtvorstandes gingen hervor: Als Vorsitzender Karl Einbehaltung von Lohn und bei der jetzt üblichen Praxis der Falle sogar von 6 Mart bei einem höchsten Verdienst Fleischer, als Kassirer H. Lau, als Schriftführer Benz zuständigen Gerichte komme es vor, daß Kollegen über 1 Jahr von 24 Mark. Die Kollegen erklärten, unmöglich auf als Revisoren Aug. Fleischer und W. Krause. Zum Dele girten für den Gewerkschaftskongreß wurde einstimmig Karl auf Erfüllung ihrer Forderungen warten müßten. Der Bericht einen solchen Abzug eingehen zu können, und die Verder Werkstatt- Kontrollkommission tonstatirt, daß dieselbe in sammlung beschloß denn auch, die verheiratheten Kollegen Fleischer gewählt. Laut Beschluß der Versammlung wird der 106 Fällen von den Kollegen in Anspruch genommen wurde, mit 18 M., die unverheiratheten mit 15 M. pro Woche zu unterKollege Kläser aufgefordert, seine rückständigen Billets vom 79 Beschwerden waren begründet; es handelte sich meist um stützen. Es wurden hierauf einem in Noth gerathenen Kollegen Stiftungsfest abzuliefern. Sonntags- und Ueberstundenarbeit und die entsprechenden Be- 20 M. als Geschenk und einem Andern 30 M. als Darlehn beFachverein der Tischler. In der Generalversammlung mühungen der Kommission waren fast überall von Erfolg. Auch willigt. Weiter wurde über ungebührliche Behandlung Klage geam 25. Januar erstattete Kollege Schulz folgenden Kassenbericht: wurde da, wo es noch nicht der Fall war, Anschluß an die Dr- führt, welche der Tischlermeister Lauer einem Arbeiter habe Einnahme 18079,97 M., Ausgabe 7882,85 M., Bestand 5747,62 M.; ganisation bewirkt. Im Arbeitsnachweis fuchten im 4. Quartal angedeihen lassen. Zum Schluß forderte der Vorsitzende zur regen dazu kommt noch ein Guthaben laut Schuldschein von 3000 m., 1891 über 3000 Rollegen Arbeit; von den 359 Betheiligung an den Delegirtenwahlen der Orts- Krankenkasse der so daß das Vereinsvermögen 8747,62 m. beträgt. Der Unter eingelaufenen Adressen fonnten nur 325 ausgegeben werden. Tischler auf und gab bekannt, daß nächstens eine größere Generalstützungsfonds hatte eine Einnahme von 224,10 M. und eine Aus- In 68 Fällen ist Rath in Gewerbe- Streitfragen ertheilt worden. versammlung stattfindet, in welcher über die Form der gabe von 165 M., demnach bleibt Bestand 59,10 M., was von Die Vereinsbibliothek besteht aus 325 Werken mit 514 Bänden Organisation bezw. über die Stellungnahme zum Verband beden Kontrolleuren als richtig bestätigt wurde, worauf man dem im Werthe von 1727,70 M ,; 423 Mitglieder benutzten dieselbe rathen werden soll. Die Kollegen sind aufgefordert, dafür zu Rendanten Decharge ertheilte. Es folgte der Bericht des Vor- im Laufe des 4. Quartals. Die Wahl des Arbeitsvermittlers wirken, daß diese Versammlung besonders zahlreich besucht wird. Theater. Mittwoch, den 3. Februar. Circus Renz. Karlstraße. Opernhaus. Cavaleria rusticana Mittwoch, den 3. Februar 1892, ( Bauernehre). 3ar und Zimmermann. Schauspielhaus. Don Carlos. Abends 71/4 Uhr: Auf Helgoland" oder: Ebbe und Fluth. Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Große hydrologische Ausstattungs: Deutsches Theater. Das Käthchen Bantomime in 2 Abtheilungen mit von Heilbronn. National Tänzen( 60 Damen), AufBerliner Theater. Der Hütten- zügen. Neue Einlage: Die Gardebefizer. Husaren und Tscherkessen. DampfResidenz- Theater. Musotte. Vor- fchiff- und Bootfahrten, Wasserfällen, her: Modebazar Violet. Wallner- Theater. Lumpengesindel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Herr und Frau Doktor. Bellealliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Oftend- Theater. Liane, die zweite Frau. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplatz- Theater. Berliner Pflaster. Feenyalat. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Eiskeller. Theater und SpezialitätenVorstellung. Unserm Genossen Daniel Gernandt zu seinem Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß die Lübbener Schweiz wackelt. Von den Genossen, die über den Zapfen streichen. Hunde vers- ten. Unserm Freund, dem Gastwirth Aug. Leschner, Grenzstr., zu seiner silbernen Sochzeit ein donnerndes Hoch, daß die Hochzeit ein donnerndes Hoch, daß die Grosse Volks- Versammlung am Donnerstag, den 4. Februar, Abds. 8% Uhr, im gr. Saale der Aktien- Brauerei Moabit, Thurmstr. 25126. Tages Ordnung: 1. Protest gegen den Entwurf des Volksschul- Gefehes. 1263b Referent Schuhmachermeister Th. Metzner. 2. Diskussion. Der Einberufer: W. Krause. Seine Freunde M. W. O. Barrière umfällt. Unserm Freund u. Genossen Theodor Glaubik zum heutigen Tage ein donnerndes Hoch. 1261b Die Kollegen der Werkstatt Saner. Ein donnerndes Hoch dem FlintenStart zu seinem heutigen Wiegenfeste senden die rothen Brüder aus der Linienstraße. Friße, rooch Dir eene an! 63/1 Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten u. f. w., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. 6 irländische Jagdpferde( Original Dressur) zusammen dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Benz. 4 hohe Schulen, geritten von den Damen Frls. Clot. Hager, Oceana Renz, Vidal und Helga Hager. Contre danse, geritten von 9 Herren. Lord und Sohn, höchst komische Szene von mehreren Allen Freunden und Parteigenossen Herren. Zum 1. Male: Der Klown die traurige Nachricht, daß meine liebe Godlewsky mit seinem dressirten Ele- Frau, Wilhelmine Mischke, am Sonnphanten. Sisters Lawrence am fliegenden tag, den 31. Jan., an der Proletarier Trapez. Auftreten der Reitkünstlerinnen Krankheit im 24. Lebensjahre gestorben Frls. Natalie und Theresina, sowie der ist. Die Beerdigung findet am DonnersHeittünstler Herren Jules und Alex. tag, den 4. d. M., vom Städt. KrankenBriatore. Romische Entrees und Inter- hause am Friedrichsh. nach d. Emmausmezzos von sämmtlichen Klowns 2c. Friedhofe statt. Heinrich Mischke. Täglich: Auf Helgoland". Allen Freunden zur Nachricht, daß Sonntag: Zwei Vorstellungen. Nachmittag 4 Uhr( 1 kind frei): meine liebe Frau nach langer Krankheit Aschenbrödel."( Ballet- Einlage: verschieden ist. Die Beerdigung findet Frühlingsreigen Walzer.") heute, den 3. ds. Mts., Nachm. 4 Uhr, Abends 7/2 Uhr: ,, Auf Helgoland." auf dem St. Michael- Kirchhof statt. J. Hanisch nebst Kind. E. Renz, Direktor. Danksagung. 88/6 Berliner Streif- Kontrollfommission. Freitag, den 5. Februar, Abds. präz. 8 Uhr, im Lokale von Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( Tunnel): Deffentliche Versammlung sämmtlicher Delegirten. Tages Ordnung: 1. Zur Taktik der Geldsammlungen. 2. Stellungnahme zum Gewerkschafts- Rongreß. 3. Anträge der Bäcker, Hutmacher und Tabatarbeiter. Nicht vertreten waren in der letzten Versammlung die Delegirten folgender Gewerkschaften: Barbiere, John. Dachdecker, Mehrlein. Müller, Willmann. Schäfte- Branche, H. Krause. Metallarbeiter, Beck er. Tertilarbeiter, Robleder. Um recht pünktliches Erscheinen ersucht 284/14 Der geschäftsführende Ausschuß d. Berl. Streik- kontrollkommission. J. A.: Hermann Faber, N., Antonstraße 34, vorn part. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, den 3. Februar, Abends 8 Uhr, bei Norbert, Beuthstraße: Erster Cyclus- Vortrag des Herrn W. Bölsche über: Die Entwickelungsgeschichte der Erde von der Urzeit bis zu den Anfängen menschlicher Kultur als Grundlage einer freien Weltanschauung. General- Versammlung. Circus G. Schumann.en Freunden und Verwandten, Donnerstag, den 4. Februar, Abends 8 Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17: sowie den Kollegen, welche meiner lieben Frau Anna Pissarius geb. Marks die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich hiermit meinen innigsten Dank. 1271 b Hermann Pissarius. Danksagung. Gratweil'sche Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstr. Heute Abend 71/2 Uhr: Gr. außer Bierhallen. ordentliche Vorstellung. Besonders Kommandantenstr. 77-79. hervorzuheben: 3 Etagen- Karoussel mit Heute sowie täglich: 25 Pferden dargestellt von Herrn Max Auftreten der Schumann. Mr. Joë Hodgini, als Jockey. Die Abfahrt vom Corps de ballet- Ball Für die mir von allen Seiten so zahlHamburger Gaudebrüder Konzert- und Roupletsänger. mit der Droschte 1001. Das Schulpferd reich bewiesene Theilnahme bei der BeAnfang Wochentags 7½ Uhr, Sonntags Doppel- Barforce- Arbeit von den Herren ich hierdurch Allen meinen tiefgefühlteſten 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Victor Bedini und Hesse. Der brafi- Dant. Wwe. Anna Völker. Herz geritten v. Herrn Ernst Schumann. erdigung meines lieben Mannes sage Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 8 Regelbahnen 6 Billards, 2 Säle. lianische Affe, dargestellt von Herrn 1272b Melas. Doppel- Seil von den Geschw. Adele und Emmy Hodgini. Potpourri Verein gewerbl. Hilfsarbeiter 1169L mit 6 Pierden, Original- Dreffur des Herrn Ernst Schumann. Romische Berlins und Umgegend. Entrees sämmtlicher Klowns. Donnerstag, den 4. Februar, Abends 81/2 Uhr: Etablissement Buggenhagen Bum 8. Male: Berliner Leben. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: N° Die fliegende Geigen- Fee. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste Große Waffer- und Feuer- auto- Gr. Mitglieder- Versammlung mime in 2 Abtheilungen und 9 Bildern. Neues Schlußtableau:„ Berolina im Feuer." Großes Wasser- Feuerwert, ausgeführt von dem Kunstfeuerwerker Herrn Brandt. Neue Ballet- Einlagen und militärische Evolutionen 2c. " Morgen: Gr. Vorstellung. Neues Programm. Zum 9. Male: Berliner Leben." Neues Schlußtableau: Berolina im Feuer. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Freitag für musikalische Illusion. Borstellungen: Dienstag und Danient. 12 Uhr u. 1 Uhr. 9 Uhr Nachmittags. 4, 5, 6, 7, 8 und Kolossal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Lebensgrohe in Klein's Festsälen, Oranien Straße Nr. 180. Tagesordnung: Tages Ordnung: Anträge auf Statuten- Aenderung. Verschiedenes. Die Unterrichtsstunde an diesem Tage fällt aus. E Der Vorstand. 431/13 Freie Vereinig. der Kaufleute. Große öffentliche Versammlung der Handlungs- Gehilfen am Donnerstag, den 4. Februar, Abds. 81/2 Uhr, Alte Jakobstraße Nr. 75 bei Feuerstein( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Die freche Heuchelei des Deutschfreisinns. 2. Diskussion. 8. Berschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 177/12 Der Vorstand. Tabak- Arbeiter und-Arbeiterinnen. Sonntag, den 7. Februar, Vormittags 10 Uhr, in der Brauerei von Böhow, Vor dem Prenzlauer Thor: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Gen. Hansen. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Mitglieder zu dem neuen am 10. Fe- 1. Vorlage der Rommission zur Einführung der Arbeiter- Schuhmarke bruar zu gründenden Verband aller für die Tabak- Industrie. Referent Herr Stahl. 2. Der Gewerkschafts- Kongreß gewerblichen Hilfsarbeiter, sowie zur in Halberstadt. Referent Herr L. Dedhand. 3. Wahl eines Delegirten zu Auflösung unseres Vereins? diefem Kongreß. 4. Neuwahl eines Mitgliedes der Kommission. Die Kommission. 309/9 Es ist Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Ausverkauf v. Schuhen u. Stiefeln und 2 Spinden.[ 1269b J. Roltsch, Markgrafenstr. 70. Altes Geschäft, Obst-, Gemüse-, Mehl, Vorkost, Holz- u. Kohlen- Gesch. Oppelnerstr. 11. Adlershof. Arbeiter Bildungs- Verein.. General- Dersammlung am Donnerstag, den 4. Februar, im Lokale von Wiedemann& Manofski. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Lütgenau über den Volksschul- Gesetzentwurf. 2. Wahl des Gesammtvorstandes. 8. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Der Vorstand. Wo speisen Sie? mit Rolle Krankheits halber zu vert. Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. In der alt. pommer schen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. 18962 bei Klein! Frühst. 30 Pf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30 bis Wachsfiguren und 50 Pf, nach Auswahl. Gruppen, Dioramen. Gesunden billigen Mittagstisch. Gut Sündfluth Panorama zubereitete Gemüse, Mehl-, Milch- und Jm Im Theater- Saal( obne Gierspeisen bietet das V mit Gewitter. Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Vegetarische Speisehaus von J. Schramm, Chauffeestraße 13, 1 Tr. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren Empfehle den Vereinen und Genossen 1 Mart. 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Wir haben Eisenbahnwagen liegen gebliebenen Gegenstände zur Versteigerung. bedeutend verletzt. Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. vor einiger Zeit berichtet, daß in einem Gebirgsdorf an der Was Alles verloren wird, davon konnte man bei dieser Gelegenpreußisch- österreichischen Grenze eine ganze Familie, die Be- heit erst einen Begriff bekommen. Am zahlreichsten waren Schirme, wohner eines ganzen Hauses, buchstäblich verhungert sind. aber auch distretere Toilettengegenstände, Haarzöpfe, Strumpf Stöcke, Handschuhe, Portemonnaies und Taschentücher vertreten, Sämmtliche Familienmitglieder waren an der Influenza erkrankt und so traftlos, daß sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen bänder, Nachtjacken u. a. hatten sich hier angesammelt und fonnten. Lebensmittel waren nicht vorhanden und als die Nach- gingen partienweise zu sehr niedrigen Preisen in die Hände ihrer barn endlich aufmerksam wurden auf die unheimliche Ruhe im neuen Besizer. Nachbarhause, schritt man zu einer gewaltsamen Oeffnung der Hausthür und fand die ganze Familie- todt vor. Der herbeigeholte Arzt fonstatirte als Todesursache: Influenza mit darauf folgender Erschöpfung, die infolge ungenügender Er nahrung den Tod herbeigeführt habe. Oder mit kurzen Worten: Verhungert. Wer da gemeint hat, daß so etwas" nur in einem entlegenen Gebirgsdorfe vorkommen könne, ist im Irrthum, wir tönnen heute aus einem Vororte Berlins, aus Rigdorf, eine ganz ähnlich traurige Geschichte melden. Unter der Spigmarke: Eine ganze Familie dem Hungertode nahe" finden wir in der bürgerlichen Preffe folgende Notiz: Ein Hochstapler, der frühere Landwirth Konstantin Emil Die Verhandlungen finden im großen Schwurgerichtssaale Paul Regely, am 22. November 1837 in Anichau- Troschliz ge- statt, zu welchem der Andrang ein ganz außerordentlicher ist. boren, tritt unter verschiedenen Namen als Oberinspektor, Guts- Sowohl der eigentliche Zuhörerraum, als auch die Logen und verwalter, auch gelegentlich als Gutsbesitzer auf und sucht in auch eine der für die Zeugen bestimmten Bänke sind dicht besetzt, Städten, woselbst sich größere Schulen befinden, die Inhaber von lettere ausschließlich von Damen. An den Journalistentischen Kinderpensionaten auf, um ihnen angeblich einen Sohn oder eine haben 15 Berichterstatter, Feuilletonisten und Zeichner Plaz Tochter zuzuführen. Er feilscht dabei um den Preis, läßt aber genommen. Am Zeugentisch steht ein elegantes Zweirad, dicht durchblicken, daß er ein wohlhabender Mann sei. Regeln ist erst daneben sieht man den neuen gelben Handkoffer, den Wegel auf am 7. v. M. nach Verbüßung einer fünfjährigen Strafe aus dem seinen Frrfahrten benutzt hat, ferner ein Packet mit KleidungsBuchthause entlassen worden, setzt aber seitdem seine alten stücken, den Revolver, den Schraubenzieher 2c. Um 10 Uhr wird Schwindeleien fort, wie Anzeigen aus Oppeln und Dresden be- der Angeklagte in den Saal geleitet und nimmt in dem Anklageweisen. Er schädigt die Pensionsinhaber dadurch, daß er nach raum auf demselben Stuhl Play, auf welchem vor ihm abgeschlossener Sache am nächsten Tage wiederum erscheint, von die Machus und der Handlungskommis Schweizer gesessen. Gr verschiedenen großen Einkäufen spricht, die er in der Stadt ge- ist eine hochgeschossene schlanke Figur, er trägt die blaue Ge macht habe und machen müsse, und dabei erwähnt, daß ihm noch fängnißkleidung mit der Bellennummer 41, sein Gesicht ist blaß ein Betrag an dem Gelde fehle. Fast immer ist ihm auch ein und er macht im Ganzen einen zerknirschten Eindruck. Darlehn gewährt worden, worauf er auf Nimmerwiedersehen verschwand. namen und In dem Hause Burgstraße 14 in Riydorf wohnt der Sattler Sch. mit feiner Frau und drei kleinen Kindern im Alter von 2, 3 und 5 Jahren; der Mann hatte früher einen sehr guten Verdienst und ernährte die Seinen in redlichster Weise. Im vergangenen Jahre aber hatte der Sattler sich ein polizeiliches Den Vorsitz im Gerichtshoje führt Landgerichtsdirektor Bergehen zu Schulden kommen lassen, wofür er mit einer Grünhagen, die Anklagebehörde vertritt der erste StaatsHaftstrafe belegt worden war. Dieser zu entgehen, gab Sch. anwalt Woytasch, als Offizialvertheidiger steht dem Anfeine Stellung auf, entfernte fich am 6. d. M. aus seiner Wohnung Nacht zum Montag fand der Revierwächter der Jnvalidenstraße geschriebenen Zahl von 12 Geschworenen läßt der Vorsitzende Ein Wahnsinniger auf der Sanitätswache. In der geklagten der Rechtsanwalt Heimbach zur Seite. Zu der vorund hielt sich seit dieser Zeit in Berlin verborgen, die Familie auf dem Bürgersteige einen bewußtlosen, aus einer Kopfwunde noch einen Ergänzungsgeschworenen ausloosen. ohne die geringsten Geldmittel zurücklassend. Anfänglich versetzte die Frau Sch., um ihre Familie zu ernähren, Alles blutenden Mann liegen, welchen er mit Hilfe von Passanten und anwesenden Zeugen beträgt 42; unter ihnen befinden sich mehrere auf dem Leibamt, erhielt jedoch nur wenig Geld dafür, eines Schußmannes nach der Sanitätswache in der Eichendorff Familienmitglieder des Ermordeten. Außerdem find 6 Sachwelches bald aufgebraucht war. Seit dem 11. d. M. aber straße brachte. Nachdem der Verwundete unter der ihm daselbst verständige zur Stelle. hungerten die Unglücklichen buchstäblich; schon mehrere Tage zu Theil werdenden Hilfeleistung seine Besinnung wieder erlangt Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt der Angeklagte zu war das Wimmern der 3 Kinder, das Stöhnen der hatte, sprang er plöglich auf, stürzte sich auf den ihm einen Kopf- feinen Personalien, daß er Ernst Wilhelm Gustav mit Vorunglücklichen Frau den Nachbarsleuten aufgefallen und da verband anlegenden Heilgehilfen und suchte den auf solchen Anheißt, am 31. Juli 1867 in Grabow geboren und auf wiederholte Anfragen der besorgten Hausbewohner von drinnen griff unvorbereiteten unter dem Rufe:" Da habe ich Dich, evangelischer Religion ist. Er ist mehrfach vorbestraft und zwar feine Antwort mehr gegeben wurde, entschloß man sich, in die Sund", zu erwürgen. Und die Hände des Tobenden legten sich 1887 in Wittstock wegen Diebstahls mit 1 Woche Gefängniß, zu Sch.'sche Wohnung einzudringen. Hier fand man nun Frau um den Hals des Heilgehilfen, dessen Bemühungen, sich dem Neu- Ruppin im Jahre 1889 wegen Unterschlagung und Untreue und Kinder hilflos, mit eingefallenen Wangen, fiebernd, Wahnsinnigen- denn mit einem solchen hatte man es zu thun mit 1 Jahr Gefängniß, sodann unter dem Namen Lehmann in fast bewußtlos auf den Strohlagern ausgesiredt, und sozu entziehen, vergeblich waren. Erst sechs Männern gelang Posen wegen Diebstahls mit 1 Woche Gefängniß, schließlich ebenschwach waren die Aermsten bereits, daß sie kaum noch zu es, den Rasenden zu überwältigen und zu binden, worauf seine falls unter dem Namen Lehmann wegen Unterschlagung und unsprechen vermochten. Die Ortsbehörde wurde sofort benach- Ueberführung nach der Charitee bewerkstelligt wurde. In dem befugten Waffentragens mit 6 Wochen Gefängniß und einer richtigt, und nun schaffte man die Unglücklichen nach dem riesenstarken Geisteskranken wurde inzwischen ein erst vor wenigen Woche Haft. Die Anklage lautet auf Mord Armenhause, wo sie unter ärztlicher Hilfe und sorgsamer Tagen in Berlin eingetroffener, aus Ostpreußen stammender schweren Raub. Aus dem verlesenen Anklagebeschluß geht Pflege fich langsam wieder erholen dürften. Bernsteindrechsler Sch. rekognoszirt. hervor, daß bei der Unthat, die Wetzel jetzt vor das Schwur Welch' erschütterndes Bild aus unserem.christlichen" Staatsgericht geführt hat, demselben 3742 M. in Koupons und Talons wefen. Ein Familienvater hat gegen eins unserer guten Gesetze der Buchhändler Dörner in Schöneberg, Haupt- Straße 100. Sie haben sich ja in der Voruntersuchung schon im AlIn seiner Wohnung erschossen hat sich am Sonnabend und 3000 Wt. baar als Beute anheimgefallen sind. Präs.: verstoßen. Es ist nebensächlich, welchen Grundpfeiler der heut Dörner stammt aus Württemberg, wo er Prediger war. Vor gemeinen für schuldig bekannt; thun Sie dies auch heute? bestehenden herrlichen Gesellschaftsordnung der Sattler zu er etwa 15 Jahren tam er nach Berlin, wurde Buchhändler in der Angefl: Ja. schüttern unternommen hat. Es kann nicht sehr schlimm gewesen Friedrich- Straße und verheirathete sich mit der Tochter des Geh. ständniß. Trotzdem muß ich die ganze Anklage von Anfang an Präs.: Sie bleiben also bei Ihrem Gesein, denn er ist nur zu einer Haftstrafe verurtheilt worden. Kanzleiraths Krüger. Die Ehe war eine sehr glückliche und auch mit Ihnen durchgehen, da Sie Einzelheiten ja doch noch bestreiten. Was den Mann veranlaßt hat, die Verbüßung der Strafe zu der geschäftliche Rückgang, der mit der Zeit eintrat, vermochte Ich rathe Ihnen, möglichst kurz und präzise zu antworten, denn fürchten, ist auch nicht ins Gewicht fallend, furz und gut, die sie nicht zu trüben. Durch größere Verluste gerieth Dörner Ihnen wird ja doch wohl auch daran gelegen sein, die Verhand Furcht hatte ihn derart gepackt, daß er Weib und Kind im Stich schließlich in völligen Vermögensverfall, und andauernde Krankheit lung so wenig wie möglich auszudehnen. Zunächst geben Sie uns ließ, um dieser Strafe zu entgehen. Daß der Mann nicht in seiner Familie führte sogar direkte Noth herbei. Alles dies einmal eine kurze Schilderung Ihres bisherigen Lebensganges. ungeahnte Schätze zurückließ, glaubt uns jeder Leser sicher machte Dörner hochgradig nervös, und er sprach Freunden gegen- Der Angeklagte spricht einige Worte in so leisem Tone, daß er aufs Wort. Er wird auch nicht viel mit nach Berlin genommen über in der letzten Zeit mehrfach die Absicht aus, sich das Leben unverständlich bleibt. Präf.: Was war ihr Vater? Angefl.: haben, denn woher soll ein Proletarier, ein ganz gewöhn zu nehmen. Diesen Vorsatz hat er denn am Sonnabend Mittag, Gärtner. Präs.: Zunächst haben Sie in Grabow gewohnt, licher Sattler," Rapitalien her bekommen! Die Frau verfeyte während einer furzen Abwesenheit seiner Frau, ausgeführt. Er wo Sie auch geboren sind? Angekl.: Ja.- Präf.: Welche und verpfändete alles, was nur zu versetzen und verpfänden mög- lud ein altes Terzerol und brachte sich vor den Augen seiner Schule besuchten Sie in Grabow? Angefl.: Die Gemeindelich war. Aber aus dem Plunder des Haushaltes eines Prole beiden franken Söhne, die bettlägerig und unfähig waren, ihren schule. Daun zogen meine Eltern nach Havelberg, wo ich die tariers springt nicht viel heraus, die Frau erhielt nur wenig Bater am Selbstmord zu hindern, zwei Schüsse bei, die seinem Realschule bis zum 16. Jahre besuchte.-Präs.: Wann wurden Geld", das knapp für ein paar Tage reichte. Jetzt begann die Leben sofort ein Ende machten. Die heimkehrende Gattin fand Sie eingefegnet?- Angefl.: Jm vierzehnten Jahre.- Präs.: Hungerperiode. Die Familie hungerte einen, zwei, drei Tage. hren Ehemann als Leiche vor. Mit 16 Jahren tamen Sie als Lehrling zum Kaufmann Hübner Es ist kein leichter Tod, der Hungertod. Das Wimmern der Angefl.: in Wittstock, was war das für ein Geschäft? Rinder, das Stöhnen der Frau wurde von den Bewohnern der Einen reichen Fund hai am fingsten Sonntag Nach Manufakturwaaren. Präs.: Wie lange blieben Sie dort? neben gelegenen Bimmer" gehört. Da hat aber Jeder mit sich mittag der Pferdebahn- Schaffner Schulz in dem von ihm ge- Angetl.: 4 Jahre.- Präs.: Dann wurden Sie also Handlungs felbst zu thun, das gleiche Schicksal steht Jedem bevor, den un- führten Wagen der Linie Lützow- Platz- Schlesischer Bahnhof ge- gehilfe und gingen zunächst zum Kaufmann Baumgart in Pritwalt. günstige geschäftliche Verhältnisse zum Nichtsverdienen verurtheilen. macht. Er fand nämlich auf der Endstation, nachdem der Wagen wie lange waren Sie dort? AngetL: 4 Monate. Den übrigen Hausbewohnern ist also kein Vorwurf zu machen, wenn sie von den Fahrgästen verlassen war, eine Brieftasche, die nicht Bräs.: In diese Zeit fällt Ihre erste Bestrafung. Sie begingen nicht sofort eine energische Unterstützung einleiteten. Als die weniger als 21 000 Rubel in Banknoten enthielt. Der ehrliche Frau und die Kinder aber garnicht mehr sichtbar wurden, als Finder lieferte das Portefeuille in dem Pferdebahn- Depot Nr. 18 einen Diebstahl und wurden dafür mit einer Woche Gefängniß das Wimmern und Stöhnen anhielt, öffneten die Haus- Markusstraße) ab. Der Verlierer hat sich bis gestern noch nicht Spandau. Präs.: Hier fanden Sie Stellung bei dem Kaufbelegt. Wohin wandten Sie sich dann? Angetl.: Nach bewohner gewaltsam die Wohnungsthür. Sie fanden eine Familie, gemeldet. welcher nur noch 24 Stunden zum Verhungern gefehlt hatten: mann Siegfried Hirschfeld? Augett.: Jawohl.- Präs.: Frau und Kinder lagen traftlos auf einem erbärmlichen Stroh Ein brolliges Mißverständniß versetzte am Sonnabend Wie lange blieben Sie bei ihm? Angefl.: 4 Monate.Angel.: lager und vermochten vor Schwäche kaum noch zu sprechen. Richter und Schöffen der Straffammer in eine Laune, die einen Präs.: Wohin gingen Sie von Spandau? Jezt wurde großer Alarm geschlagen, die Behörde des Ortes Augenblick den Ernst des Amtes und des Ortes vergessen machte. Nach Neu- Ruppin. Präf.: Hier wurden Sie als mußte einschreiten und die halb Werhungerten wurden nach dem Angeklagt war ein Tischlergeselle, der auf der Wanderschaft in Reifender bei dem Kaufmann Bohring engagirt. Angefl.: 500 M. GeArmenhaus gebracht. Hier sollen sie sich erholen... Dresden mit der Polizei in Konflikt gerathen war und mit den viel Gehalt bekamen Sie? Gs hält wirklich schwer, angesichts solcher Zustände Aus- dortigen Gerichten Bekanntschaft gemacht hatte. Zur genauen halt und freie Station wenn ich in Neu- Ruppin war, brücke nicht zu gebrauchen, welche das Verbrechen gegen ein hal- Feststellung seines Borlebens hatte man sich nach Dresden ge- befand ich mich auf der Reise, erhielt ich wöchentlich 33 Mark Präs. Traten Sie in Neu- Ruppin unter dem bes Dugend Paragraphen des R.-St.-G.-B. involvirten. G3 gewandt, woher auch die gewünschte Auskunft eintraf. Wie nun reicht uns zum Trost zu wissen, daß unsere Leser uns verstehen in der Verhandlung das seine Verhaftung betreffende Protokoll Namen Wegel auf? Angetl.: Nein. Bräf.: Wie Angel.: Gustav Lehmann. daß sie aus vorstehender Schilderung die Konsequenzen verlesen wurde, befand sich in demselben ein dunkler Punkt, nannten Sie sich denn? Anget I.: Meiner Bestrafung wegen. ziehen werden, die allein daraus gezogen werden können, auch der dem hohen Gerichtshof einiges Kopfzerbrechen machte. Präs.: Warum? One baß wir uns der emfigen Thätigkeit eines pflichteisrigen Es war in dem abschriftlich vorliegenden Protokoll nämlich raf. In Ihrer Eigenschaft als Reisender begingen Sie dann Staatsanwalts zum Objekt überliefern. davon die Rede, daß der Angeklagte eine derartige Menge von eine Reihe von Unterschlagungen, insgesammt 5 bis 600 Mark. Gie wurden unter dem Namen Lehmann zu längerer GefängnißGebäck mit sich geführt, daß er verdächtig erscheinen mußte. Sie wurden unter dem Namen Lehmann zu längerer GefängnißBezüglich des Duells zwischen den Gerichts- Referen- Darob allgemeines Schütteln des Kopfes, wie ein Handwerks- traje verurtheilt und erlitten dann noch wegen eines Diebstahls daren Sievert und Dr. Malß erfährt ein Berichterstatter, gegen- bursche verdächtig erscheinen könne, der ein größeres Quantum eine Woche Gefängniß. Wohin begaben Sie sich nun?- Anget I.: über der Darstellung anderer Blätter, das Nachstehende Die Gebäck bei sich führe. Der Herr Vorsitzende ließ auf Antrag der Nach Berlin. Präs.: Hier begingen Sie wieder eine UnterBeiden arbeiteten zusammen zuerst am Landgerichte Wiesbaden, Schöffen, die sich verhört zu haben glaubten, die betreffende schlagung gegen den Dreirad- Verleiher Cohn, Sie wurden, immer dann im Ober- Landesgerichtsbezirk Frankfurt, waren mit einander Stelle noch einmal verlesen und schließlich den Herren vorweisen. unterdem Namen Lehmann, zu einer Gefängnißstrafe von 6 Wochen bekannt, ohne aber eine tiefgehende Freundschaft zu pflegen, und Richtig, da stand Gebäck!„ Angeflagter", sprach nun der Vor- und wegen unbefugten Waffentragens zu drei Tagen Gefängniß verkehrten hier, wo sie sich zwecks Ablegung der Prüfung auf- figende,„ batten Sie denn einem Bäcker einen heimlichen Besuch verurtheilt. Diese Strafen verbüßten Sie in Rummelsburg. hielten, tollegialisch mit einander. Am 16. v. M. befanden sich abgestattet?" Mein", entgegnete dieser.„ Wer weiß, was der Angefl: Ja. Präs.: Hier sollen Sie besonders mit einem Beide im Pschorrbräu; in vorgerückter Stunde entstand zwischen Polizist des biktirenden Kommissars verstanden hat." Das Mitgefangenen Namens Mandowsky verkehrt haben. Haben Sie ihnen aus geringfügiger Veranlassung ein Wortwechsel, welcher Protokoll war also diktirt und zwar in Sachsen, wo es doch ein zu demselben nicht von Hirschfeld in Spandau gesprochen? zu Thätlichkeiten ausartete, aber sofort beendet war. Siebert nahm hartes und ein weiches" B" giebt. Da war des Räthsels Lösung darauf seinen Platz wieder ein; Malß, der sich zum Fortgehen bald gefunden. Der Polizist hatte niedergeschrieben, was er ge anschickte, versette ihm von hinten mit der Hand einen Schlag hört und das Wort mit dem weichen B. Gemeint aber war das an den Kopf. Siebert forderte nun Malß auf Pistolen. Der harte B", also nicht„ Gebäck", sondern Gepäck", eine Auffassung, Bersuch des Sekundanten, eines Offiziers, die Sache mit glatten ber sich denn auch mit einem allgemeinen„ Aha!" der hohe Pistolen zum Austrage zu bringen, mißlang, weil Siebert als Gerichtshof aufchloß. alter Korpsstudent nur gezogene Waffen wählen durfte." " Spesen. = Wie nget L.: Ich werde ihm wohl erzählt haben, daß ich bei ihm in Stellung war. Präs. Haben Sie ihm nicht erzählt, daß Sie noch im Besitze der Schlüssel zu den Hirschfeld'schen Räumen feien? Angefl.: Nein. Präs.: Haben Sie nicht von dem stänkerigen Juden gesprochen und sich überhaupt in feindseliger Weise über ihn ausgelassen? Angetl.: Nein, das glaube ich nicht. Präs.: Sie scheinen ( Natürlich) Es war ein breimaliger Kugelwechsel bestimmt Polizeibericht. Am 1. d. M. Morgens fuhr ein Handels- sich darauf zu stüßen, daß Mandowsky nicht ermittelt ist, wir worden. Gleich bei dem ersten Gange erhielt Malß einen Schuß mann an der Ecke der Linien- und Joachimstraße mit seinem haben aber seine protokollarische Vernehmung, die verlesen werden in die rechte Seite des Unterleibes, Siebert einen solchen in den Wagen gegen ein thm entgegenkommendes Fuhrwert, wurde da fann. Haben Sie nicht auch zu Mandowsky gesagt, Sie wußten, rechten Unterschenkel. Nachdem auch dieser zuerst in einer Klinit bei auf die Straße geschleudert und erlitt so bedeutende Ver- daß Hirschfeld Schäße hätte und Sie würden sich dieselben geuntergebracht worden war, fonnte er nach acht Tagen in feine legungen am Kopfe, daß er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause legentlich holen?- Angell.: Nein, ich glaube nicht, daß ich Präs.: Nach Wohnung übersiedeln, wo er noch jest daniederliegt, indeß sich gebracht werden mußte.- Zu derselben Zeit wurde ein Bau- derartige Aeußerungen gemacht habe. auf dem Wege der Besserung befindet. Das Duell fand am meister in seiner Wohnung in der Rügenerstraße erhängt vor dem Sie die Strafe in Rummelsburg verbüßt hatten, fanden 19. v. M. um 8% Uhr Vormittags statt. Nachdem Dr. Malß gefunden. Ein Arbeiter brachte sich Nachmittags in seiner Sie Stellung als Buchhalter beim Bilderrahmenfabrikanten der Verwundung erlegen war, meldete Siebert den Vorfall sofort Wohnung in der Wienerstraße mittelft Revolvers einen Schuß in Völker?- Anget L.: Ja.- Präs.: Sie sollen auch hier Der Staatsanwaltschaft, fügte indeß die Bitte hinzu, ihn auf die Schlafe bei und wurde noch lebend nach dem Krankenhause den Eindruck eines leichtsinnigen Menschen gemacht haben, der freiem Fuße zu belassen, da er wegen seines Zustandes nicht Bethanien gebracht. Im Thiergarten, am Neuen See, wurde stets in Geldverlegenheiten war und der viele Liebesverhältnisse transportfähig fet. Bugleich bat er um Auskunft, ob man ge- zu derselben Zeit ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann mit lüderlichen Frauenzimmern anknüpfte. Angefl.: Das neigt sei, ihn überhaupt nicht in Untersuchungshaft zu nehmen, mit einer Schußwunde in der Schläfe todt aufgefunden. Es liegt weiß ich nicht. Bräf.: Sie haben in der Nacht zum falls er Raution leifte. Die Entscheidung darüber steht noch aus. unzweifelhaft Selbstmord vor. Abends wurde im Garten des 24. März vor. J. bei dem Kaufmann Lange, der im Bölker'schen Auf dem Schlesischen Bahnhof war gestern Vormittag gefunden, welches ein in demselben Hause in Dienst stehendes raf.: Dann wurden Sie flüchtig, Sie begaben sich nach große Versammlung, nicht von Fahrgästen, sondern von Kauf- Mädchen am Morgen heimlich geboren hat.-Vor dem Hause Spandau und zogen hier mehrere Außenstände für ihren Chef Grundstücks Frobenstr. 13 vergraben die Leiche eines Kindes auf- Hause wohnte, einen Einbruch verübt? Anget!: Ja. ein, die Sie unterschlugen. Räumen Sie dies ein? A n g e k l.: Ja.— Präs.: Nun wurden Sie steck- brieflich verfolgt, wohin gingen Sie zunächst?— An geklagter: Das ist mir nicht genau erinnerlich.— Präs.: Dann haben Sie früher behauptet, Sie haben sich nach Luxemburg gewendet. Das ist doch aber wohl nicht wahr?— A n g e k l.: Nein.— Präs.: Sondern Sie haben sich nach Neu- Ruppin begeben und auf Grund des gegen Sie erlassenen Sie» brieses der Bchörde selbst gestellt. Sie wurden dann zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt und haben diese Strafe in Plötzensee ver büßt. Wohin haben Sie sich alsdann begeben?— Angekl.: Nach Zätzig, wo mein Vater eine kleine Besitzung und einen Kramladen hatte.— Präs.: Sie haben Ihren Vater dann einwe Zeit lang geholfen?— A n g e k l.: Ja.— P r ä s.: Sie sollen sich dann einen Nevoluer gekauft und sollen damit auch Schieß versuche angestellt haben.— Angekl.: Das ist nicht wahr.— Präsident: Sie sind auch in Jensdorf gewesen und sollen dort einen mißglückten Einbruchsversuch ge- macht habe».— Angekl.: Das bestreite ich.— Präs.: Nun Sie wissen doch, daß die Kriminalpolizei festaestcllt hat. daß die Eindrücke, die dort an der Ladenkasse des Bäckermeisters Beck- mann gefunden wurden, genau mit dem Schraubenschlüssel über- einstimmt, welchen Sie bei der Ermordung des Knufnianns Hirschseld benutzt haben?— Angekl.: Ich besaß damals den Schraubenschlüssel noch gar nicht, sondern habe denselben erst später im Grunewald gesunden.— Aus den weiteren Ver- nehmungen geht hervor, daß der Angeklagte vom 12. bis 13. August sich in Güstrow aufgehalten und sich dort unter falschem Namen einer Zechprellerei schuldig gemacht hat. Von Güstrow aus hat er einen Brief an seine Eltern geschrieben, in welchem er die Absicht aussprach, sich das Leben zu nehme». Am 15. August hat er an einem anderen Orte einen Einbruchsdiebstahl verübt, bei welchem er zwei seltene Thaler und zwei Siegelringe erbeutete. Die Ringe will er versetzt haben, bis auf einen, welchen er einem Mädchen ge- schenkt hat. Am 17. August ist er in Spandau gewesen und mit zwei ehemaligen Koinmis des tzirschfeld. die ihn genau kannten, vor dem Hirschseld'schen Laden zusammengetroffen. Er ist dann nach Verlin gegangen und hat sich hier bis zum 20. August bei seinem Onkel, einem Portier in der Kaiserin August«- Straße aufgehalten. Am 21. August ist er dann wieder nach Spandau gekommen, und ist dort unter dem Rainen Monteur Wieland im Hotel „Zum Rathskeller" abgestiegen.— Präs.: Sie sind aber mehr- fach auch nach dem Rother'schen Gasthof gegangen und haben mehrmals nach dem Ingenieur Westermann gefragt. Sie haben gleichzeitig dort gesagt, daß, wenn nach Ihnen gefragt werden sollte. Sie schon abgereist seien.— Angekl.: Das ist richtig. — Präs.; Sie haben diese Redensart mehrmals gemacht. Am Morgen des 22. August haben Sie den Ingenieur Sturm kennen gelernt, welcher zufällig auch im„Rathskeller" abgestiegen tvar. Derselbe hatte gleich Verdacht gegen Sie, weil'Sie für einen Monteur viel zu zarte Hände hatten. Nachmittags haben Sie dann Sturm nach der Artillerie- Werkstatt geleitet, sind dann mit ihm zusammen wieder nach dem Raths- keller gegangen und haben einen gemeinsamen Spazier- gang durch die Straßen Spandau's gemacht. Sie sollen in fünf Lokalen mit weiblicher Bedienung gewesen sein.— Angekl.: Ob es gerade 5 waren, weiß ich nicht.— Präs.: Sie haben dann mit Sturm Abendbrot gegessen und ihn dann noch zu einem Spaziergang nach dem Spandauer Bock ausgefordert.— An- geklagter: Ja.— Präs.: Als Sie die«wchießschule passirt halten, sollen hinter Ihnen plötzlich ans der Ehaussee einige Schüsse gefallen sein und da sollen Sie dann Ihren Revolver gezogen und auch geschossen habe». Sahen Sie denn Leute?— Auge k l.: Ich sah im Dunkeln 4 Personen und schoß, um dieselben zu vertreiben, blind in die Lust.— Präs.: Sturm soll nun einige Angst vor Ihnen bekomme» haben und mit aufgeklapptemBtesser neben Ihnen hergegangen sein.— Angekl.: Nein, wir gingen Arm in Arm.— Präs.: Dann sind Sie mit Sturm nach dem Raths- keller gegangen und sollen ihn aufgefordert haben, mit Ihnen zu schlafen.— Angekl.: Das stimmt nicht.— Präs.: Sturm hat dies aber abgelehnt, und Sie sind in Ihr Zimmer gegangen. Sie scheinen aber in dieser Nacht vor dem Tage des Mordes nicht geschlafen zu haben.— Angekl.: Ja wohl, ich habe ge- schlafen.— Präs.: Das Bett war ja aber«»berührt. Arn nächsten Morgen sind Sie in einem Hinterzimmer des Gasthauses einem Ihnen bekannten Mann begegnet.— A n ge kl.: Nein, es war ein Fremder.— Präsident: Die Mädchen des Hotels haben aber gehört, daß Sie ihn dutzten und daß der andere Mensch Sie fragte:„Hast Tu auch den Revolver?" Sie haben dann am Mordtage noch allerlei Spaziergänge gemacht und auf einem derselben auch Sturm zu- fällig im Grunewald angetroffen. Sie sollen sich da auffällig nach Sturm's Vermögensverhältnissen erkundigt haben.— Angekl.: Nein.— Präs.: Haben Sie ihn nicht plötzlich einen Weg durch den Wald geführt, angeblich, weil derselbe näher war.— Angekl.: Das ist auch nicht richtig.— Präs.: Haben Sie ihn nicht aufgefordert, Blumen zu pflücken?— Angekl.: Um- gekehrt, er hat mich aufgefordert.— Präs.: Man nimmt an, daß Sie damals Mordgedanken gegen Sturm hatten.— An- geklagter: Das ist nicht der Fall. Es war auch sehr belebt im Grunewald.— Präsident: Nun er- zählen Sie mal ausführlich die Vorgänge, als Sie Abends 10 Uhr vor dem Hirschseld'schen Geschäfte in dem Augenblick an- langten, als derselbe gerade den Laden zumachte. Sie behaupten, daß Ihnen hier plötzlich eingefallen sei, daß Sie schmutzige Wäsche hatten.— Sl» g e k l.: Ja, so ist es auch. Ich ging, da die Vorderthür schon geschlossen war, nach hinten und klopfte an. Hirschfeld fragte, wer da ist, und ich antwortete„Wetzel". Da- nach machte er aus und ließ uiich ein.— Präs.: Sie kamen in das Hinterzimmer, wo der Geldschrank stand und sahen gerade noch, wie Hirschseld eine Kassette in den Geldschrank stellte. Sie behaupten, daß der Anblick des Geldes böse Ge- danken in Ihnen erregt habe.— A n g e k l.: Ja.— P r ä s.: Wohin ingrn Sie nun mit Hirschfeld?— Angekl.: In de» Lade».— r ä s.: Was verlangten Sie nun? Angekl.: Manschetten und rageu.'Als er die Sachen«inpackte, kam mir die Idee, ob ich mir nicht die Schlüssel zum Geschäst verschaffen könnte.— Präs.: Und was thaten Sie dann?— Präs.: Ich verlangte noch mehr Gegenstände: einen Schirm und ein Paar Hosen.— Präs.: Fertige Hosen?— Angekl.: Nein nur Stoffe.— Präs.: Kannte er denn Ihr Maaß?— Angekl.: Nein, er trat vor den Ladentisch und nahm mir Maaß.— Präs.: Und als Hirschseld zusammenrechnete?— A>, g e k l.: Da kam mir der Gedanke, der nachher zur That geworden ist.— Präs.: Das heißt der Gedanke, den Mann zu ermorden?— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie schössen plötzlich mit dem Rerolrer nach dem Kops des Hirschfeld, jeden- salls doch, damit er Ihne» bei der Erlangung des von Ihnen ersehnten Geldes nicht hindtrlich sei.— Angekl.: Ja. — Präs.: Sie mußten sich doch jagen, daß Sie bannt einen Menschen zu Tode bringen würden?— Angekl.: Das habe ich mir nicht weiter überlegt.— Präs.: Na, dazu gebört doch keine besondere GeisteSgab«,. um diesen Effekt vorauszusehen. Was that nun Hirschseld, als Sie geschaffen hatten?— A n- gell.: Er setzte sich zur Wehr, packte mich und wir rangen niit«inander. Tann schlug ich niit dem Schraubenzieher aus ihn los.— Präs.: Verhielt sich Hirschfeld nun ganz ruhig?— Angekl.: Nein, er schrie um Hilfe.— Präs.: Und um das Schreien zu verhindern, haben Sie dann einen Ballen Tuch über den Mann gestülpt?— Angekl.: Ja.— Präs.: War derselbe dann schon todt.— Angekl.: Nein, er strampelte mit den Füßen.— Präs.: Sie behaupten, daß Sie ihm schon in dieser Situation die Uhr abgenommen und sich dann zu dem Geldschrank begeben habe». WaS haben Sie da genommen?—Angekl.: 3000 M.— Präs.: Frau Hirschseld behauptet, daß es etwa 7000 M. gewesen sein müssen.— Angekl.: Nein, so viel war es nicht.— Präs.: Was nahmen Sie nun weiter aus dem Spinde?— A n g e k l.: Da lag noch ein Packet, welches ich mitnahm.— Präs.: Wußten Sie nicht, was darin>var?— Angekl.: Nein.— Präs.: Aber ver- muthet haben Sie doch, daß das Packet Werthpapiere enthielt — Angekl.: Ja.— Präs.: Es waren Talons und Koupons über Werthpapiere, das sollten Sie nicht gewußt haben? Außerdem befanden sich in dem Packet zwei Werth papiere über je 1000 M.?— Angekl.: Ja.— Präs.: Verließen Sie nach der That den Laden auf demselben Wege, auf dem Sie gekommen waren?— Angekl.: Ja.— Präs.: War Hirschfeld vollständig todt?— Angekl.: Nein, er strampelte noch mit den Füßen.— Präs.: So. Wohin be gaben Sie sich zunächst?— Angekl.: Nach der Havel.— Präs.: Sie»rollten sich wohl ivaschen?— Angekl.: Ja.— Präs.: Wohin begaben Sie sich, nachdem Sie dies besorgt?— Angekl.: Nach dem Rathskeller.— Präs.: Was machten Sie dort?— Angekl.: Ich trank zwei Glas Bier.— Präs.: Dann begaben Sie sich nach dem Hotel, wo Sie eingekehrt waren und bezahlten dem Hausdiener ihre Zeche?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Nun beginnen Ihre Irrfahrten, erzählen Sie mal kurz, was Sie vornahincn.— Angekl.: Ich ging noch an demselben Abend nach Berlin. Hier traf ich auf der Straße ein Mädchen, das ich ansprach und das mit mir ging.— Präs.: Sie nahmen den Droschkenkutscher Neumann an und ließen sich mit dem Mädchen zunächst nach dem Rathskeller fahren. Dieser war aber schon geschloffen und Sie ließen sich weiter fahren. Ich will Ihnen mal vorhalten, wie Sie herumgefahren sind. Vom Raths keller fuhren Sie nach dem Cafe an der Ecke der Beuth- und Kommandantenstraße, von hier zum Cafe Keck, wo Sie mit dem Mädchen etwa eine Stunde blieben, dann fuhren Sie zum Casö National, von hier zum Cafe Triukherr und von hier zum Cafe Imperial. Ueberall ließen Sie Getränke kommen. Gegen 3 Uhr Morgens fuhren Sie mit Ihrer Be gleiterin nach deren Wohnung in der Scharnhorststraße. Sie begaben sich mit ihr oben und kamen nach etwa einer halben Stunde allein wieder herunter. Sie bestiegen wieder die Droschke, lohnten den Kutscher aber vorläufig ab. Sie zahlten ihm 12 M. und nahmen ihn aufs Neue an. Zunächst mußte er Sie eine Stunde spaziere» fahren. Dann fuhren Sie nach der Friedrich- straße, gabelten hier ein anderes Mädchen, die Anna Menzel, von der Straße auf und besuchten mit ihr verschiedene Kellerlokale. Sie sollen dabei mit ihrem Gelde geprahlt haben, auch zogen Sie mehrfach eine Handvoll Goldstücke aus der Tasche hervor. Ist das richtig?— Angekl.: Ja, das kann wohl sein. — Präs.: Morgens gegen 5 Uhr ließen Sie sich nach dem Steltiner Bahnhofe fahren, um mit dem ersten Zuge sortzurcisen. Tie Menzel nahmen Sie mit. Sie lösten für sich eine Fahrkarte nach Stettin, für die Menzel eine solche nach Angermünde und zurück. Unterwegs saßen Sie mit einem Fahrgaste zusammen, dem es ausfiel, daß Sie im Gesicht und an den Händen Kratzwunden hatten. Sie erklärten, daß Ihrem Bruder beim Schlachien geholfen hätten unb daß Sie sich dabei verletzt hatten. In Anaermünde unterbrachen Sie Ihre Fahrt und stiegen mit der Menzel im Hotel zum Tr«bbi»er-Hof ab. Sie ließen sich vom Hausknecht Waschwaffer geben, und bei dieser Gelegenheit gewahrte derselbe, daß Ihre Weste mit Blut besudelt war. Sie machten dann in Angermünde für sich und die Menzel mehrere Einkäufe. Sie kauften beim Goldarbeiter für sich eine goldene Uhrkette und für die Menzel ein Paar Ohrringe. Dann kauften Sie sich einen Sommer- Ueberzieher, Strünipfe, Wäsche u. s.>v., für die Menzel ein seidenes Cachenez. Beide fuhren sie dann Mittags nach Steltin, begaben sich hier jnach dem otcl Viktoria und trugen sich als Herr und Frau Meyer aus Berlin in's Fremdenbuch«in. In Slettin kauften Sie sich einen vollständigen Anzug und einen weiche» Filzhut, für die Menzel ein schwarzes Kleid. Ferner legten Sie sich einen Revolver z» und nachdem Sie sich noch mit der Menzel bei einem Schnell- Photographen hatten abnehmen lassen, speisten Sie mit ihr in> Timm'schen Restaurant am Bollwerk und brachten die Menzel dann nach dem Bahnhose. Sie reisten zunächst nach Alt- Damm, von da nach Gnoien und dann nach Rostock, wo sie sich den Namen Westermann beilegten und sich als Geschäftsreisender in Zigarren ausgaben. Sie trugen von jetzt an auch ein Wachstuch-Packet nach Art der Muster- Reisenden bei sich. Am 27. August fuhren Sie nach Lübeck, von hier über Hamburg, Brannschweig, Hannover, Leipzig, Hallenach Dresden, wo Sie im Hotel als Kaufmann H. Schwebt aus Hamburg auftraten. Anfangs Oktober tauchten Sie in Chemnitz ans, wo Sie sich schon ziemlich sicher fühlten. Sie knüpften mit einer Kellnerin ein Bcrhältniß an. Sind Sie dort nicht auch häufig spazieren geritten?— Angekl.: Nur dreimal.— Präs.: Arn 19. Oktober reisten Sie nach Leipzig, wo Sie im Sächsischen Hofe am 27. Oktober verhaftet wurde». Nun sage» Sie mal, welches Geständniß haben Sie zuerst den Beamten gegenüber abgelegt, als sie verhastet worden waren? Haben Sic nicht ge- ' ,t:„Ja, begangen habe ich die That, aber ich bin es nicht ein gewesen, ich habe noch drei Komplizen gehabt?"— Angekl.: Ja, das habe ich gesagt.— Präs.: Ist denn das wahr, was Sie heute gesagt haben, ist die That von Ihnen allein begangen worden?— Angekl.: Ja.— Präs.: Warum machten Sie denn zuerst die unwahren Angaben?— Angekl. schweigt.— Präs.: Glaubten Sie, daß Sie eine weniger harte Strafe treffen würde, wenn Sie noch Mitthäter bätteu? Angekl.: Ja, das habe ich geglaubt.— Präs.: Da sind Sie allerdings im JrrthuM gewesen. Sie räumen also jetzt den Mord ei», wollen aber den Gedanken erst gefaßt haben, nachdem Sie sich im Laden defanden?— Angekl.: Ja. Ter Erste Staatsanwalt macht darauf aufmerksam, daß sich daS heutige Geständnis! mit seinen früheren nicht deckt. Der Angeklagte hat früher eingeräumt, daß er die Thal schon vorher überlegt und mit der Absicht, den Hirschfeld zu tobten, den Laden betreten habe. ES werden die früheren Geständnisse des Angeklagten ver- lesen und die Bemerkung des Ersten Staatsanwalts wird dadurch bestätigt. Hiermit ist daS Verhör mit dem Angeklagten vorläufig beendet und es beginnt die Zeugen-Vcrnehnmng. Zeuge Fritz K ö l l i n g, ein völlig unbestrafter Man», hat den Angeklagten bei Förster kennen gelernt. Derselbe war dort Faktotum, der Zeuge Reisender. Cr schilderl denselben als leicht- 'lnnigen Menschen, der häufig in Geldverlegenheil war. Ter An- Maate hat den Zeugen ursprünglich der Mitthälerschast des Nordes beschuldiac, diese Beschuldignng aber selbst zurück- genominen. Ter Zeuge schildert den Besuch, den er von einem Krtminalbeamten auS diesem Anlaß hatte, und seine Konfrontation mit Wetzel tn Spandau. Als er demselben gegenübergestellt worden war und W. einen blitzartigen Blick auf den Zeugen ge- morsen hatte, schlug er die Augen nieder und sagte ganz zerknirscht:„Nein, ich habe gelogen, daS ist er nicht!" Ter Untersuchungsrichter hat dann auf den Angeklagten eingeredet, doch seinen angeblichen Komplizen zu zu nennen, dieser hat aber immer nur gesagt, eS sei„ein Frem- ?er von ihm gewesen." Der Zeuge weist auch die weitere von dem Angeklagten ausrecht«rhallene Beschuldigung, wonach er an einem der von demselben ausgeführten Diebstähle Theil genommen baben soll, mit Entrüstung zurück und erklärt diese Beschuldigung ür«in Bubenstück.— Ans die direkte Frage des Präsidenten, ob ?er Angeklagte die Beschuldigung dem Zeugen in's Gesicht wieder- holen wolle, antwortet derselbe sehr bestimmt mit„Ja!" Er will dann auch dem Zeugen«ine aan»e Reihe von Einzelheiten in's Gedächtniß zurück rufen. Dieser aber erklärt, daß er von alledem kein Wort verstehe. Er könne beschwören, daß diese Beschuldigung«ine schändliche Lüge sei.— Präs.: Wir wissen ja, Angeklagter, daß Sie im Erfinden das Menschen« mögliche leisten!— Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Marzahn, ein ehemaliger Angestellter bei Hirsch- feld, ivelcher 6 Wochen niit dem Angeklagten zusammen war, hat denselben am 17. August in Spandau getroffen und gesprochen. Derselbe äußerte sich, daß er Vieh in Triefen einkaufen wolle und bat, Herrn Hirschfeld zu grüßen. Zeuge Ladendorf, der Besitzer des Hotels„Rathskeller", bestätigt, daß sich der Angeklagte als Monteur Wieland einge- führt habe. In der Nacht vor dem Morde ist das Bett des Angeklagten unberührt geblieben. Verdächtiges ist dem Zeugen in dem Verhalten des letzteren nicht aufgefallen. Ingenieur Sturm: Wetzel habe sich ihm als Monteur „in Maschinen" vorgestellt und sich sehr bald danach erkundigt, wie viel Geld er auf seine Touren mitzunehmen pflege. Er habe den Angeklagten sofort für einen Schwindler gehalten. Als er mit demselben die kleine Bierreise durch verschiedene Lokale mit Damenbedienung machte, ist es dem Zeugen auf- gefallen, daß die Kellnerinnen mit dem Angeklagten bekannt zu sein schienen. Auf dem gemeinschaftlichen Gange nach dem Spandauer Bock seien thatsächlich 5 Schüsse gefallen, die Wetzel sofort mit 5 Schüssen aus seinem Revolver erwiderte.„Ich be- kam, so erklärt der Zeuge, einen Heidenschreck und wußte im ersten Augenblick nicht, ob ich getroffen war oder nicht. Wetzel meinte blas:„Sie haben sich wohl erschrocken?" worauf ich ihm er- widerte: Da soll der Deibel sich nicht erschrecken, wenn hier fünfmal losgeknallt wird! Er hat mich dann gebeten, ein Streich- holz anzuzünden und beim Schein des Lichts hat er dann den Revolver, welcher ganz heiß war, nochmals geladen. Beim Zurückkommen nach Spandau haben wir Billard gespielt.— Präs.: Angeklagter, ich denke, Sie spielen gar kein Billard?— Angekl.: Nein, ich kann auch nichtffpielen.— Präs.: Zeuge, hat er gut gespielt?— Angekl.: Na, nicht zum Besten, aber doch besser als ich!— Der Zeuge bekundet sodann, daß der Angeklagte am Sonnabend Abend ihm vorgeschlagen habe, mit ihm in demselben Zimmer zu schlafen, der Zeuge hat dies aber abgelehnt. Am nächsten Tage, als er den Angeklagten plötzlich im Grunewald getroffen, hat derselbe sich wieder danach er- kundigt, ob er nicht noch viel Geld habe und hat ihn dann abseits vom Hauptwege geführt. Er hat ihn dann aufgefordert, sich etwas zu lagern, da er müde sei. Als der Zeuge dies abgelehnt, hat der Angekl. den weiteren Vorschlag gemacht, Blumen zu pflücken und hat sich auch selbst gebückt. Der Zeuge pflückte im Stehen einige Blumen ab, da war es ihm gerade gewesen, als ob ihm Jemand sagte:„Drehe Dich um!"„Als ich mich um- drehte, so fährt der Zeuge fort, hatte der Angeklagte die rechte Hand an der rechten Rocktasche, wo er seinen Revolver trug, und sah mich mit einem düsteren Blicke an, indem er sagte:„Sie haben wohl Angst?" Ich antwortete aber, obgleich mir etwas unheimlich war:„Wovor soll ich denn Angst haben?" Ich beschleunigte nun aber doch meine Schritte und Wetzel ging mit. Unterwegs bekam ich plötzlich von ihm einen Schlag in den Rücken, worüber ich mich sehr erschreckte. Wetzel fragte wieder:„Sie haben wohl Angst", worauf ich ihm sagte:„Der Teufel auch, ich habe gedacht, eS wäre ein Ast!" Ich machte aber dann doch, daß ich auf dem kürzesten Wege nach Spandau zurückkam. Am nächsten Tage sagte mir mein Wirth, ob ich denn schon wüßte, daß in der Nacht Jemand todtge- schlagen worden sei. Ich zuckte die Achseln und erwiderte, daß so was in und bei Berlin ja alle Tage vorkomme, als ich dann aber von dem Revolver und dem Schraubenschlüssel hörte, spitzte ich doch die Ohren und machte den Wirth aus den angeblichen Monteur aufmerksam. Frl. H o f f m a n n, eine Angestellte im Hotel„Rathskeller", bleibt dabei, daß nach ihrer Meinung das Bett des Angeklagten in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag unberührt war. Am nächsten Morgen hat sie den Angeklagten im Billardzimmer mit einem Mann gesehen, der ihm scheinbar bekannt war, denn dieser nannte ihn„Du" und fragte, wo er den Revolver habe. Die Aussag« des Hausdieners D ä h n e ist ohne Belang. Derselbe hat den Angeklagten noch Abends nach der That ge- sehen. Er hatte ein Packet bei sich, bezahlte seine Rechnung und sagte, er würde bald wieder konimen, hat sich dann aber nicht mehr lassen. Besonders aufgeregt war der Angeklagte dabei nicht. frau Hirschseld, die Frau des Ermordeten, eine rige Dame, hat das baare Geld, welches ihrem Manne geraubt worden, aus 5720 M. berechnet. Mehrere Zeugen, welche den Augeklagten nach der That ge- sehen haben, bekunden ihre Wahrnebmungen. Einem Zeugen, der an ihm die blutige Weste gesehen, hat er gesagt, er habe seinem Bruder beim Schlachten geholfen. Zeuge S t o ck o i s, welcher den Angeklagten in Chemnitz kennen gelernt hat und IS Tag« mit demselben beisammen war, hat demselben das Velociped für 250 M. verkaust. Wetzel hatte dabei ein Tausendmark-Vapier in Zahlung ge- geben, welches der Zeuge elst beim Bankier wechseln mußte. Zeuge hat dem Wetzel auch Unterricht im Villardspiel erlheilt, außerdem hat dieser mehrfach Spazier- ritte in die Umgegcud unternommen. Derselbe hat sich als Westermann vorbestellt, behauptet, daß er Vertreter einer Zigarrenfirma sei und viel Geld verdiene. Thalsächlich habe derselbe auch mehrere Hundert Mark für Kleidungsstücke, Wäsche jc. ausgegeben. Franz Richter, Hausdiener im Hotel„Reichßhallen"� in Chemnitz, hat im Auftrage des Angeklagten einen Kupon über 40 M. bei einem Bankier gewechselt. Ter Zeuge Linde, Besitzer deS HauseS, in welchem das irschfeld'sche Geschäft lag, hat in der Mordnacht Schreien, ichlagen. Umwerfen von Stühle» ic. gehört, wußte aber nicht, wo dieses Geräusch herkam. Um etwa 2l/i Uhr ist er dann von dem Nachtwächter mit der Mitthetlung von dem Morde geweckt worden. Präs.: Angeklagter, Sie haben bei Ihrer früheren Ver- nehmung vor dem Amtsrichter zugegeben, daß Sie schon mit der Absicht deS Mordes zu Hirschseld hingegangen seien. Heute sagen St« nun, daß Sie ursprünglich wirklich die harmlose Absicht hatten, sich Wäsche zu kaufen und erst bei dem Anblick der Geld- kassctte zu der unseligen That verführt worden seien. Wie reimen Sie diese beiden Aussagen zusammen?—Angekl.: Ich habe früher wenig oder gar nichts gesagt. Der Amtsrichter hat mich nur immer gefragt:„War es nicht so?" und ick habe immer nur ja gesagt.— Präs.: Sie bleiben also bei Ihrer heutigen Dar- stellung?— Angekl.: Ja. Amtsrichter Tille, welcher die erste» Vernehmungen mit Wetzel vorgenommen, bekundet, daß derselbe ihm ursprünglich ge- sagt habe, er sei allerdings betheiligt bei der That, jedoch habe er nur Anfpafferdieilst geleistet. ES seien ihrer vier gewesen, welche der Angeklagte auch namhaft machte. Zwei seien vorn in den Laden hineingegangen, er selbst habe hinten vom Hose aus der Blulthat zugesehen, der Vierte habe auf der Straße Auspafferdienste geleistet. Namentlich nannte er auch«inen Mann mit dem Spitznamen grober Karl". Trotzdem der Lokalbefund dieser Darstellung direkt widersprach, blieb der Angeklagte bei derselben. Bei dem an Ort und Stelle abgehaltenen Termine war der Angeklagte doch erschüttert und gestand dann zu, daß er zuerst die Unwahr- heil gesagt habe. Er beschuldigte dann den Kaufmann Kölling der Mttthäterschaft und erst als das Unsinnige auch dieser Ve- chuldlgung nachgewiesen war und der Kriminalinspcklor ». Hnllessem, der hinzugezogen war, weil der Angeklagte auch des Mordes an der Postschaffnersfrau Wende beschuldigt wurde, ihm vorhielt, daß er doch nicht feige sein, sondern seine That auch vertreten solle, bequemte er sich, einzugestehen. daß er den Mord allein verübt habe. Der Zeuge behauptet auch, daß der Angeklagte ihm dann alle Einzelheiten der Mordthat genau niitgetheilt und dabei durch- aus zugegeben Hab», daß er mit Vorsah und Ueberlegung ge- handelt habe. Der Angeklagte behauptet, daß er darnach gar| Vorsitzende seine Rechtsbelehrung wie folgt: Meine Herren| Röder. Dieser wollte nun, sofern ihm das Unterschobene nach nicht gefragt worden fei, er wird jedoch vom Polizei- Kommissar Geschworenen! Es ist die zweite Mordsache, die in dieser Periode gewiesen würde, vom Streit zurücktreten. Herr Wiedemann Kliehm fofort Lügen gestraft. Nach der Erinnerung des vor demselben Gerichtshofe, denselben Geschworenen, demselben verlas nun zwei Briefe des Fabrikanten aus deren einem hervorgeht, Zeugen hat der Angeklagte am Tage seiner Einlieferung das Staatsanwalt und demselben Vertheidiger sich abspielt, und man daß er nicht 25, sondern nur 8%, und nur auf einen Artikel böse Gewissen so deutlich auf der Stirne gezeigt, daß es eigentlich wird unwillkürlich zu einem Vergleiche angeregt, welcher ent- abziehen wolle, und rieth den Streifenden, unter der Bedingung Wunder nehmen mußte, als derselbe nicht sofort ein volles Ge- schieden zu Ungunsten der heutigen Sache ausfallen muß. In die Arbeit aufzunehmen, daß alle mit Ausnahme Derer wieder ständniß ablegte. Er war zuerst sehr verstockt und es kam keine der ersten Sache konnte man ein gewisses Mitgefühl mit dem in der Fabrik angestellt werden, von denen nachgewiesen werden Thräne aus seinem Auge. Später wurde er ja weicher, als der Angeklagten haben, der in der Ungunft des ehelichen Lebens eine tann, daß sie Herrn Laborenz beleidigt haben. Nach einer Zeuge auf sein Gemüth einwirkte und ihn an seine Eltern und das solche Unsumme von Haß in sich aufgenommen hatte, daß er längeren Debatte wurde demgemäß beschlossen. fünfte Gebot erinnerte. In dieser weicheren Gemüthsstimmung schließlich dazu tam, ein Menschenleben zu opfern. Da schiedenem" wurde es scharf kritisirt, daß zur Bewachung der hat er dann das Geständniß abgelegt. Die Beschuldigung des Kölling fonnte man immer noch sagen, es sei menschlich. Rann etwa 24 Streifenden in der vergangenen Woche beinahe ebenso durch den Angeklagten hat Beuge für einen Racheatt des letzteren man aber auch mit diesem Angeklagten hier Mitleid haben? viel Polizisten aufgeboten waren. gehalten. Ja, vom christlichen und menschlichen Standpunkte aus ist dies noch Auf die Frage des Präsidenten erklärt der Angeklagte, daß möglich, denn der Angeklagte ist ein Mitglied der menschlichen Eine öffentliche Maurerversammlung, nahm am er fein Interesse an der Vernehmung weiterer Zeugen habe; auf Gesellschaft und die Gesellschaft ist in gewissem Sinne mit ver- 31. Januar Stellung zum Gewerbegericht. In einem eingehen. Wunsch des Staatsanwalts wird jedoch noch der Kutscher Neu- antwortlich für seine That. Wenn ein Verbrecher die durch das den instruktiven Vortrage veranschaulichte Genosse Reßler bas mann vernommen, welcher den Angeklagten in der Nacht nach Gesetz festgesetzte Strafe verdient hat, so ist es dieser hier! Aus Wesen des Gewerbegerichts nach den bestehenden Vorschriften und dem Morde in Berlin herumgefahren hat. Derfelbe bestätigt, niedrigster, elendester Genußsucht hat er diese That ausgeführt, machte feine im Interesse der Arbeiterschaft gegen die Fassung des daß der Angeklagte ihm in der Kommandantenstraße ein Packet wie ein blutdürstendes Thier streicht er durch die Lande und Berliner Entwurfes zu erhebenden Bedenken geltend, deren bereits zur Aufbewahrung übergeben und dabei bemerkt habe, es feien wittert, wo er Morde und sonstige Verbrechen ausführen kann. bei früheren Gelegenheiten gedacht worden ist. Die Versamm 3000 M. darin!" In der Neustädtischen Kirchstraße habe ihm Die Erzählung des Zeugen Sturm dürfte wohl auf Jeden im lung beschloß nach vorangegangener Diskussion eine Resolution, der Angeklagte auch eine Hand voll Gold gezeigt und ihm ein Saale einen entfeßlichen Eindruck gemacht haben! Der jetzige Fall in welcher fie der Erwartung Ausdruck gab, daß der Magistrat Portemonnaie geschenkt. unterscheidet sich auch insofern von dem ersten, als sich Publikum und in dem von ihm entworfenen Ortsstatut betreffend das GewerbeSchuhmann Voigt aus Stettin ist derjenige Beamte, Presse dieser Anklagefache mit einem Andrange zugeneigt hat, Schiedsgericht zu Berlin folgende Aenderungen treffen möge: welchen Wezel in Stettin angesprochen und nach dem Orte wie er in den Annalen dieses Gebäudes wohl noch 1. Die jetzt angeordnete Wahl nach städtischen Wahlbezirken ist gefragt hat, wo die nach Kopenhagen fahrenden Schiffe abgehen. nicht dagewesen ist, obwohl das Umgekehrte wohl mehr am bahin abzuändern, daß für sämmtliche Kandidaten der einen Der Beuge hat auch gehört, daß Wezzel sich von einem Stettiner Blaze gewesen wäre, denn der erste Fall hatte ein hohes mensch Partei das Listensystem eingeführt wird; 2. die Offenlegung der Rutscher in die Umgegend hat herumfahren und denselben ge- liches und juristisch- wissenschaftliches Interesse. Ein weiterer Wählerlisten behuss Einzeichnung in dieselben muß mindestens fragt hat, ob er schon von dem Spandauer Raubmorde gehört habe. Unterschied liegt darin, daß in dem ersten Falle der Angeklagte 6 Wochen vor dem Wahltermine geschehen, da sonst die Zeit Sanitätsrath Dr. Mittenzweig hat vor einigen Tagen im von selbst ein renevolles Geständniß abgelegt hat, ohne welches zur gründlichen Aufklärung in dieser Sache zu kurz bemessen ist; Auftrag des Gerichts den Angeklagten auf seinen Geisteszustand unter seine Verurtheilung kaum möglich war, während hier der An- 3. die Entschädigung für den Beisitzer muß statt auf 4 M. auf sucht, da derselbe behauptet habe, daß er bei der That nicht im vollen geklagte nach einer ganzen Reihe von Lügen zu einem nur theil- 6 M. festgefeßt werden, da in den meisten Fällen dem Beisitzer Besiz seiner Geistesträfte war. Er behauptete, daß sein jüngerer weisen Geständniß gekommen ist. Nach längerer theoretischer ein Arbeitstag verloren geht und derselbe außerdem noch andere Bruder an Krämpsen gestorben fei, daß seine Schwester auch vorüber Betrachtung über die Schuldfragen und Exemplifikationen auf Ausgaben hat, welche er, wenn er in seinem Gewerbe thätig ist, gehend geistesabwesend sei und daß auch bei ihm von seinen Angehö- den vorliegenden Fall kommt der Vorsitzende zu dem Schluß: nicht machen muß." Des Weiteren bekundete die Versammlung rigen mitunter Geistesstörungen bemerkt worden seien. Der Sach- Ich ertheile Ihnen also, mag die Sache nun so liegen, wie der dem Vorgehen der Flußschiffer ihre Sympathie. Diefelben verständige hat denn auch am Hinterkopfe des Angeklagten eine Angeklagte ursprünglich angegeben, oder so, wie er heute be- verlangen beffere Bezahlung für den Transport der KaltKleine Erhöhung entdeckt, die der Angeklagte bei einer Schlägerei hauptet, die Rechtsbelehrung dahin, daß Sie die Frage nach dem steine von Rüdersdorf nach Berlin und drohen eventuell erhalten haben will, die aber wahrscheinlich angeboren und ganz Borliegen der Ueberlegung zu bejahen haben. mit einer Arbeitseinstellung. Doch gab die Versammlung harmlos ist. Die Erzählungen, welche der Angeklagte über seine ihrer Ansicht dahin Ausdruck, daß gleichzeitig auch die Lage der zeitn eilige Geistesstörung gab, trugen den Stempel der Erfindung bei dem Kalksteintransport beschäftigten unselbständigen Arbeiter an fich. Aber selbst wenn er solche Zustände vorübergehend haben aufzubessern sei, nicht nur die Lage der Unternehmer( Schiffer). follte, so spricht doch nach der Ansicht des Sachverständigen fein Der Staatsanwalt beantragt in Gemäßheit dieses Spruches Ferner fand eine Aussprache über den im letzten SprechfaalMoment dafür, daß Wezel bei der That an Geistesstörung ge- die Todesstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte Artikel im Vorwärts" der Vertrauensmänner der Maurer Kriminalinspektor von Süllessem bestätigt, daß der An- gegen den Angeklagten, auf welche der Gerichtshof auch erkennt. Förster und Klingenberg statt, die zur Annahme folgender Der Angeklagte, dessen Gesicht eine aschfahle Färbung an- Resolution führte: geflagte ein ganz spezialisirtes Geständniß abgelegt und zuge- genommen hat, nimmt den Spruch des Gerichts ohne fühlbare Die heutige öffentliche Maurerversammlung erklärt sich mit standen habe, den Hirschfeld planmäßig und mit Ueberlegung Erregung entgegen. dem Verhalten ihrer Vertrauensmänner in Sachen der Feenpalaftgetödtet zu haben. Resolution einverstanden und beauftragt dieselben, die bisherige erprobte und sich bewährt habende Organisation auch in Zukunft zu vertreten." Mit der Erledigung des Punktes Verschiedenes" und der Aufforderung, dem alten Fachverein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer beizutreten, schloß die Versammlung. litten hat. Die Gutachten der medizinischen Sachverständigen sind kurz zufammenzufassen und lauten übereinstimmend dahin, daß der Tod Hirschfeld's zweifellos eine Folge der ihm beigebrachten Verlegungen war. Der Punkt, des früher vom Angeklagten abgelegten Geständnisses, wonach er das Haus Hirschfeld's schon mit dem Borsage betreten hat, den Mord auszuführen, wird noch einmal durch Befragen der betreffenden Beugen festgestellt und dann die Beweisaufnahme geschlossen. Die Schuldfragen, welche der Vorsitzende formulirt, lauten auf Mord und schweren Raub, der Vertheidiger beantragt, noch die Nebenfrage zu stellen, ob der Angeklagte die That zur Beseitigung eines ihm bei Ausübung eines Diebstahls entgegenstehenden Hinder nisses begangen hat. Die Berathung der Geschworenen dauert nur kurze Zeit. Ihr Wahrspruch lautet im Sinne der Anklage auf Schuldig des Mordes und des schweren Raubes. Der Vorsitzende beendet die Verhandlung mit den Worten: Angeklagter, der Spruch ist ein gerechter, die Strafe haben Sie verdient! Nehmen Sie die Strafe ebenso auf sich, wie Sie die That auf sich genommen haben! Der Angeklagte ist abzuführen. Um 8 Uhr ist die Sigung beendet. Versammlungen. 4 " Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Be rufsgenoffen hielt am 29. Januar seine erste Generalversammlung ab. Kollege Grauer theilte zunächst mit, daß 787 Kollegen die Mitgliedsbücher gelöst haben und zwar 72 neue Mitglieder, verordneten Berlins, die durch die städtischen Des- 46 vom früheren Zentralverein, 19 vom Verein Berliner HausNeber den Antrag der sozialdemokratischen Stadt- 7 vom Unterstützungsbund der Hausdiener in der Lederbranche, infettionsanstalten auf ärztliche Meldung aus diener und 599 vom früheren Unterstützungsbund der Hause Der Staatsanwalt plädirt für Bejahung der Schuldfrage im zuführende Desinfektion unentgeltlich aus diener. Hierauf erstattete Kollege Bendig den SituationsSinne der Anklage, während der Vertheidiger die Möglichkeit führen zu lassen, sprach am 31. Januar vor einer start bericht und wies zum Schluß auf die Resolution hin, welche in nicht für ausgeschlossen hält, daß das Verbrechen des Angeklagten befuchten Bersammlung von Männern und Frauen der Stadt der Südost Versammlung angenommen wurde und folgenden sich in der durch die Unterfrage angedeuteten Art ab- verordnete Dr. 3adet. Derselbe führte aus, daß die in Berlin Wortlaut hat:" Die heute in Renz' Salon tagende Versammgespielt hat. feit 1886 zur Anwendung kommenden Desinfektionsmaßnahmen lung heißt es für gut, solche Kollegen, welche in anderen Der Erste Staatsanwalt leitete sein Plaidoyer mit folgenden die praktische Konsequenz der wissenschaftlichen Errungenschaften Vereinigungen Beiträge restiren, mit ihren alten Rechten Bemerkungen ein: Das allgemeine Aufsehen, welches die Blut wären, welche in der Medizin in den letzten Dezennien gemacht aufzunehmen, wenn diefelben für die restirenden Betthat, die dem gegenwärtigen Prozesse zu Grunde liegt, erregt worden sind. Mit der Entdeckung bestimmter Pilze als Ursache träge) Marteng, der Streit Kontrollkommission und für die hat, fennzeichnet sich besonders auch dadurch, daß felten eine so bestimmter Infektionskrankheiten, mit dem Nachweis der Wege, Hausdiener Agitation lösen." Der Redner forderte dann die große Anzahl Journalisten, sowohl des Jn wie Auslandes, auf denen der Krankheitserreger den tranten Körper ver- Kollegen auf, recht rege den Maskenball in Sanssouci zu be einer Verhandlung beiwohnte, wie der heutigen. Es ist ein läßt und auf den gefunden übergeht, mußte die Aufgabe fuchen, damit die vielen Unkosten der letzten Zeit wieder gedeckt außerordentlich schweres Berbrechen, das zum Himmel schreit. der öffentlichen Gesundheitspflege, Krankheiten zu verhüten, würden. Vor allen Dingen sei es Pflicht jedes Kollegen, fleißig Ein Mann, der durch eisernen Fleiß, durch emsige Thätigkeit, durch dadurch zu erreichen gesucht werden, während dieser Uebergangs- für den Verband zu arbeiten, damit derselbe groß und stark werde anständige Arbeit etwas vor sich gebracht hat, er wird in der periode die Krankheitsfeime zu zerstören. Das bewirke die Des- und seine Biele erreichen könne. In der Diskussion theilte Kollege Blüthe seiner Jahre, im kräftigsten Mannesalter in seinem infektion mit Sicherheit und in der That ließe sich gar nicht ab Werner mit, daß die Kollegen vom früheren Bentralverein sich eigenen Geschäftslofale durch einen Mordbuben dahingerafft, fehen, in welchem Maße es in Bukunft gelingen werde, auf diese noch aufnehmen lassen würden; die lange Arbeitszeit derselben in der scheußlichsten Weise ermordet. Und jener junge Mensch, Weise die ansteckenden Krankheiten zurückzudrängen, ihr epidemisches möge entschuldigen, wenn erst 46 Kollegen beigetreten wären. der die grause That verübte, beging fie lediglich, um seinen ge- Auftreten als Seuchen, welche Hunderttausende befallen, zu ver- Kollege Grauer führte aus, daß der Vorstand ihn zu feiner meinen Sinnenlüften fröhnen zu können. Ich kann nicht umhin, hindern, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und Reise nach Hamburg Urlaub bewilligt habe und die Untosten bei dieser Gelegenheit hervorzuheben, daß nicht nur bei uns, bas Krankenhaus und Armenbudget in ungeahnter Weise zu nicht der Verband trage; in der nächsten Versammlung werde er sondern auch in anderen Ländern die Irreligiosität immer mehr entlasten. Freilich feien zwei Dinge hierzu unbedingt erforder Bericht erstatten. Es ließen sich dann mehrere Kollegen als Mitum fich greift. Es ist dies eine tief betrübende Erscheinung. lich: ein ausgezeichnet organisirtes ärztliches Meldewesen und glieder aufnehmen. Weiter forderte Kollege Rasler zum Ueterall erscheinen Sendlinge, welche die Religion als etwas eine fofortige gründliche Desinfektion, eventuell mit 3folirung Abonnement auf die Beitung Einigkeit" auf. As StellenUeberflüssiges schildern, welche den Standpunkt vertreten: Macht( Ueberführung ins Krankenhaus) des Erkrankten. Nach vermittler wurde Kollege Grauer gewählt; fein Gehalt beträgt Euch das Leben hienteden fo angenehm wie möglich und fümmert beiden Richtungen seien die Verhältnisse hier in Berlin fo 27 Mart. Für die Wohnung, welche derfelbe inne hat, muß Euch nicht um ein Jenseits! Ich will nicht behaupten, daß diese ungenügend, daß sie für die öffentliche Gesundheitspflege über er 20 Mart zahlen und die Reinigung des Bureaus gratis Senblinge sich darüber flar sind, welche Folgen burch ihre haupt von teiner Bedeutung feien. Unter Vergleichung mit beforgen. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebniß: Lehren entstehen können. Der schöne Spruch: Bete und arbeite" englischen Verhältnissen führte der Redner aus, wie die Aerzte 1. Vorsitzender Kasler, 2. Borsigender Bendig, 1. Raffirer Grauer, wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Das Resultat troß der polizeilichen Strafandrohung in den meisten Fällen die 1. Schriftführer Glashagen, Grfagmann Kaiser. Die Vorstands dieser Irrlehren wird sein, daß Verbrechen, die begangen werden, Anmeldung unterlassen und im Interesse der Erhaltung ihrer mitglieder der Bezirke find: für den Norden: Müller, Freude, um sich die Mittel zu schnödester Genußsucht zu verschaffen, Praxis zu unterlassen gezwungen seien. Die polizeilichen Schere- Straube; für den Südosten: Albold, Lange, Kuhle; für den immer häufiger vorkommen werden. Möge der Fall Wezzel für reien, die sich an die Meldung anschließen, und die beträchtlichen Often: Nürnberg, Papte, Bengsch. Revisoren find: uns Alle eine ernste Mahnung sein, die Religion wieder zu Desinfektionskosten hätten die für die Allgemeinheit so nützlichen Barnewitz, Rasler, Werner. In betreff der Regelung der UnterEhren zu bringen und gegen die Religionslosigkeit anzukämpfen. und nothwendigen Maßnahmen derartig in Miskredit beim fügungsrage legte der Vorstand folgenden von ihm am Ich richte an die hier so zahlreich erschienenen Vertreter der Preffe Publikum gebracht, daß sie in der Meldung eine Denunziation 22. Januar gefaßten Beschluß vor: Die Mahnung, daß sie besonders diesen Punkt, die Irreligiosität erblicken, die ihnen der Arzt hätte ersparen müssen. Unter den Die Unterstügungsfrage wird dahin geregelt: und thre Folgen, bei Besprechung dieses Prozesses in thatsächlich feit 1886 stattgehabten Desinfektionen hätten I. Stellenlosigkeit. Siehe§§ 5 des Statuts. den Bereich ihrer Betrachtungen ziehen werden und wenn dies die arbeitenden, ärmeren Klassen nur einen geringen II. Rechtsschuh. Der Verband gewährt seinen Mit geschieht, wäre schon viel gewonnen. Prozentsatz ausgemacht, trotzdem boch gerade bei ihnen gliedern tostenfreien Rechtsschutz nur bei gewerkschaftlichen Noch eines zweiten Punttes muß ich Erwähnung thun. Ich bei den unzureichenden hygienischen Berhältnissen und Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Alle Anhoffe, daß die Allgemeinheit auch einer Behörde Gerechtigkeit bei der enormen Wohnungsdichtigkeit die Gefahr der träge auf Gewährung des Rechtsschutes sind schriftlich dem Vorwiderfahren laffen wird, welche vielfach abfällig beurtheilt Weiterverbreitung ansteckender Krankheiten eine ungleich stand einzureichen. Der Vorstand hat jeden einzelnen Fall zu worden ist. Es ist dies die Polizeibehörde zu Spandau. Ich höhere sei als bei den besigenden Klassen. Daher hätten auch alle prüfen und zu entscheiden, ob den Antragsteller die Kosten aus muß an dieser Stelle behaupten, daß diefelbe nach jeder Rich Mediziner und Hygieniker, die sich fiber diese Fragen geäußert der Verbandskasse gezahlt werden sollen oder nicht. Berufung fung hin und im vollsten Umfange thre Echuldigkeit gethan. hätten, gleichzeitig mit der obligatorischen die unentgeltliche Des- an die Generalversammlung ist zulässig. Antragsteller müssen Man muß nicht vergessen, daß der Thäter, entgegen aller infektion verlangt, weil ohne dies die ganze Maßregel ihren 6 Monate dem Verband angehören. Friminalistischen Erfahrung, nicht bemüht war, sich zu ver- Zweck verfehle und vor allem nicht den Umfang gewinnen könne, III. Jn Krankheitsfällen. Bei Krankheitsfällen( arbeitsbergen, er fuchte teine Schlupfwinkel auf, sondern er der allein große Resultate für die öffentliche Gesundheitspflege unfähig) tann an Mitglieder, welche dem Verbande länger als ein Jahr vielmehr bestrebt, die Aufmerksamkeit auf sich zu verfpreche. Troydem habe der Magistrat von Berlin diesen angehören und länger als eine Woche krank find, von der zweiten Tenten, er ritt auf dem Gaule Spazieren und auf Stimmen der berufensten Vertreter der Wissenschaft sowohl als Woche ab eine Unterstützung von 5 M. pro Woche, jedoch in dem Dreirad und reiste von einem Orte zum andern. der Praxis bisher feine Folge gegeben und deshalb hätten es die einem halben Jahre nicht mehr als 20 m., gezahlt werden. Die Ist die Spur eines solchen Menschen erst einmal verloren, hält sozialdemokratischen Vertreter namentlich im Jutereffe der besitz- Krankmeldung hat bei Antritt der Krankheit, unter Vorlegung es außerordentlich schwer, sie wieder aufzufinden. lofen Klasse für ihre Pflicht gehalten, ihrerseits in dieser Frage eines Krantenfcheines, sofort zu geschehen. Vorlegung des Scheines Der Erste Staatsanwalt beleuchtet fodann die That selbst vorzugehen und auf den Wegfall aller Gebühren für die im gilt als Meldung. und tommt zu dem Schlusse, daß wohl nicht ein Einziger in Interesse des Allgemeinwohls, erfolgende und fa nur deshalb IV. Sonstige Unterstügungen. An Mitglieder, Saale sei, ber daran zweifle, daß Wegel einen ganz gemeinen obligatorische Desinfektion vom 1. April ab su drängen. An welche dem Verbande länger als ein Jahr angehören, fann auf Mord begangen. Er seze voraus, daß der Spruch der Ge- Diefen beijällig aufgenommenen Vortrag knüpfte sich eine kurze ihren schriftlichen Antrag beim Vorstande in Fällen besonderer schworenen sich in Uebereinstimmung mit der Anklagebehörde und Diskussion, nach welcher die Versammlung eine im Sinne der Noth eine Extra Unterstügung nach Maßgabe der vorhandenen der öffentlichen Meinung befinden würde. Ausführungen bes Referenten gehaltene Resolution annahm. Mittel in der Höhe bis zu 20 M. gewährt werden. Ablehnende Als der Vertheidiger das Wort ergriff, ertönt von einer der Entscheidung des Vorstandes berechtigt zur Berufung an die BerLogen der Ruf:" Lauter!" herunter. Der Vorsitzende Mit dem Streik in der Nähmaschinen Möbelfabrik sammlung. nimmt Gelegenheit, dieses Gebahren aufs Ernstlichste von Laborenz beschäftigte sich wieder eine am Sonntag in V. Bei Todesfällen. Beim Ableben a) eines Mit zu rügen und droht, den gesammten Zuhörerraum Rigdorf stattgehabte Tischlerversammlung. Herr Wiedemann gliebes oder deffen Ehefrau tann eine einmalige Beihilfe gezahlt räumen zu lassen, wenn sich so etwas wiederholen würde. erstattete Bericht über den bisherigen Verlauf des bekanntlich werden und zwar nach einer Mitgliedschaft von 1 Jahre bis zur Wir sind hier nicht im Theater und das Publikum hat sich voll wegen Lohnreduktion ausgebrochenen Streits. Redner wies Höhe von 30 m., 2 Jahren bis 40 M., 8 Jahren bis 50., ständig ruhig zu verhalten!" darauf hin, daß seitens der Werkstatt- Kontrollkommission der 4 Jahren bis 60 m.; b) bei Kindern eines Mitgliedes im Alter Den von der Vertheidigung geltend gemachten Zweifeln des Tischler, welche die Angelegenheit zur Regelung in die Hand ge- von 3 Jahren bei 1 Jahr Mitgliedschaft bis zur Höhe von 8 M., Vertheidigers an der Ueberlegung begegnet der Erste Staats- nommen, alles geschehen sei, um eine Einigung zwifchen dem bei 2 Jahren Mitgliedschaft bis 10 m.; bei Kindern im Alter anwalt mit der Bemerkung, daß der Angeklagte gewiß kein Fabrikanten und den Ausständigen herbeizuführen. Letztere hätten, von 8 bis 14 Jahren bei 1 Jahr Mitgliedschaft bis 15 M., bei dummer, sondern ein sehr schlauer Werbrecher, ein Striminalstudent nachdem Herr Laborenz von den größeren Lohnverkürzungen( bis 2 Jahren Mitgliedschaft bis 20 Mt. Alle Unterstützungen, einerster Klasse sei, der mit beneidenswerther Bähigkeit sein 36 pet.) Abstand genommen, sich verpflichtet, wieder anzufangen, schließlich der Sterbe- Unterstützungen, sind freiwillige und schließen Terrain vertheidige und nun plöglich sein erstes umfassendes wenn Laborenz die Preise der anderen Artikel nur um die den Rechtsanspruch aus. Dieser Beschluß wurde nach längerer Geständniß widerrufe, um der letzten, höchsten Strafe zu ent- Hälfte dessen fürze, was er abzuziehen beabsichtige. Laborenz Debatte angenommen und wird jedem Mitgliede schriftlich zugehen. verschanze sich nach diesem Entgegenkommen der Gehilfen fandt werden. war = Nachdem der Angeklagte einige unverständliche Be dahinter, daß er von einigen derselben beleidigt fei und diese Die Bersammlung beschloß hierauf, daß zu den Bergnügungen, mertungen zu einzelnen Beugenaussagen gemacht, beginnt der nicht mehr einstellen würde, vor allen den Kollegen die der Verband veranstaltet, nur Berufsmusiker engagirt werden nga rou follen. In Sälen, welche von den Wirthen nur unter der Be- sihre Zustimmung. Derselbe Redner machte noch bekannt, daß dies anfangs ganz entschieden in Abrede stellte, den Brief verfaßt zu dingung zu haben sind, daß zu den Festlichkeiten Militärkapellen durch längere Vorberathung anerkannten einheitlichen Rezept haben, mußte er sich schließlich als Verfasser bekennen. Die ergenommen werden müssen, oder wo die Wirthe eine Ent formulare für erwerbsfähige Kranke im Druck fertiggestellt und bitterten Innungsmeister beschlossen nun fürzlich in einer von schädigung beanspruchen, wenn Berufsmusiker spielen, darf der bei dem Vorsitzenden Herrn Kuhntke, Alte Leipzigerstr. 1( Haus- 150 Mitgliedern besuchten Versammlung, Türcke aus der KlempnerVorstand des Verbandes keine Festlichkeiten veranstalten. Die dienerkaffe) zu haben sind. Die Vorstände werden ersucht, die Innung auszustoßen, obwohl dieser sich zu jeder Sühne bereit Versammlung erklärt weiter, daß es Pflicht eines jeden sanges- Bestellungen baldmöglichst aufzugeben. erklärt hatte. fundigen Kollegen sei, sich dem Gesangverein" Brüderschaft", welcher von Kollegen gegründet ist und nur aus solchen besteht, anzuschließen, und versprach endlich, mit allen Krästen für die noch ausstehenden Buchdrucker und deren Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen einzustehen und so lange auf die Listen, welche von der Berliner Streit Kontrollkommission gut zu heißen sind, zu zeichnen, bis die für den Neunstundentag eingetretenen Arbeitsversammlung am Mittwoch, ben 3. Februar, abends a Uhr, Andreasstr. 26. genoffen untergebracht sind. 1 Eine öffentliche Versammlung der Mechaniker, Optiker und Berufsgenossen verhandelte am 1. Februar über den Streit bei der Firma Michaelis u. Co., Melchiorstraße 6." Kollege Schulz gab im Namen des abwesenden Herrn Volkmann eine Darstellung der Entstehung des Ausstandes, bei welchem es sich um die neunstündige Arbeitszeit drehte, die von dem Unternehmer willkürlich verlängert werden sollte. Man beschloß nach langem Debattiren, die Ledigen der Ausständigen mit wöchentlich 10 Mt., die Verheiratheten mit 11 Mt. zu unterstützen und für jedes Kind 1 Mt. zu gewähren. Es sind 5 Mann zu unterstützen. Zum Vertrauensmann wurde sonach Kollege Ziegler gewählt. M Falschmünzerbande. Eine Falschmünzergesellschaft wurde in Bittau( Sachsen) entdeckt und verhaftet. Die vorgefundenen Münzapparate wurden beschlagnahmt. Das Reichsgericht hat die Berufung verworfen, welche der Herausgeber der Allgemeinen Börsen- Zeitung", Marten, gegen seine Verurtheilung zu 1 Jahr Gefängniß eingelegt hatte. Derselbe war der versuchten Erpressung für schuldig befunden worden. Ramm, Mauerfir. 3. Gefangverein„ Mannesmuth". Jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, bei Mitglieder werden aufgenommen. 14. Februar, gemüthlicher Familienabend nebst Tanz im genannten Lokal. Sontag, den bantenstr. 20, Mittwoch, den 8. Februar, Abends präzise 8 Uhr, über das Vortrag des Dr. med. E. Sturm im Saale der Arminhallen, KommanThema: Die Ursachen und naturgemäße Heilung der Nervenschwäche". Verein der Kurbelstepperinnen, Stepper u. f. w. Große Mitglieder Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Fleischhacker über: Die Kraft und ihre Entfaltung" u. f. w. Verein Fidele Brüder" tagt alle Mittwoch im Lokal von H. Mrose. Lachiannſtr. 5. Lokalen 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Staligerstr. 107 bei Kunst Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen befinden sich in den folgenden mann; 3. Belleallianceplay 6 bet Silfcher, 4. Schwedterstr. 44 bei Thierbach, 5. Schleiermacher- und Gneisenaustraßen- Ede bei Scheuer, 6. Steinmetzſtr. 57 9. Breslauerstraße 27 bet Tempel, 10. Nirdorf, Bergstr. 7, bei Lindow, 7. Dresdenerstraße 116, 8. Lübeckerstraße 41 bet Matthias, Sein Ziehkind hat in Tauch a bei Leipzig ein Ehepaar 11. Jennstr. 5 bei ftrüger, 12. Görliger- und Gorauerstraßen- Gde, 13. Weißen: Der hungern lassen. Das Ehepaar ist in Haft. fee: Bölfer- und Charlottenstraßen- Ecke bet klebs, 14. Trescow- u. Dieden- Militärisches. In Petersburg erschoß ein Arbeit nachweis befindet sich Wallstraße 7-8 und ist von 8 Uhr Morgens bis Artillerie Offizier auf offener Straße zwei 7 uhr Abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12-3 Uhr, und Unteroffiziere, angeblich wegen beharrlicher WerSonntags Vormittags von 8-11 Uhr geöffnet. Die Arbeitsvermittlung geweigerung des Honneurs. " bet Duschet, hofenerstraßen- Ecke bei E. Schmidt, 15. Walter, Badstraße Nr. 23. Der schteht unentgeltlich. Gesundbrunnen", Gigung jeden Mittwoch Adend 8% Uhr bei Haferland, Neue Königstr. 89. Gäste willkommen. " Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Müller. bei Raumann. Straße 26. " " " " " " " " Gesangverein Rauch Männer Eichrodt von der Lahrer Zeitung" ist am 2. Februar ge= Der humoristische Dichter Ober- Amtsrichter Ludwig storben. ( Südamerika) nach einem Telegramm des" Berliner Tageblatts" Untergegangen ist an der Mündung des Columbiaflusses das neue Stahlschiff Ferndala", welches von Australien mit 2000 Tonnen Kohlen nach Portland in Oregon unterwegs war. Von der ganzen Bemannung sind nur drei Matrosen gerettet. Im Ganzen ertranfen 20 Personen. der Gewaltthaten gegen die Juden Angeklagten zu Strafen von Zur Judenheze in Korfn wird gemeldet, daß alle wegen 12 bis 15 Jahren Kerker verurtheilt worden sind. Aus der Unterfuchung geht, wie die„ Voff. 3tg." berichtet, mit Sicherheit hervor, daß das ermordete Mädchen, dessen Tod den Anlaß zu den Unruhen gegeben hat, jüdischer Herkunft war. Nach den Behauptungen der antisemitischen Presse sollte es sich natürlich um den zu ritualen Zwecken verübten Mord eines Christenmädchens gehandelt haben. Depescheit. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. Im Zuchthause zu Oreglia( Italien) revoltirten die Der Verein zur Regelung der gewerblichen Ver- Bellermannfir. 87. –„ ereinte kraft", Schönleinstraße 6. Abends 9 Uhr Sträflinge wegen der schlechten kost und der ebenso hältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend hielt am Sigung bei fletn. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. schlechten Behandlung gegen die Gefängnißbeamten. 26. Januar seine erste diesjährige Generalversammlung ab. Der Lese- und Diskutirflub" Emanzipation", Abends 8½ Uhr bei Wagner, Man requirirte Militär, welches einen der Sträflinge erschoß. erste Vorsitzende gab zunächst eine Uebersicht über die Thätigkeit Distutirklub Charlottenburg. Lese- und Mehr Licht", Abends 8X Uhr, im Lotale Spreeftr. 3b. des Vereins im verflossenen Jahre. Danach fanden 13 Ver- Männer und Frauen, durch Mitglieder eingeführt, find stets willkommen. sammlungen statt, in sechs derselben wurden politische, sowie Gleichheit", Sigung Abends 8% Uhr, Staligerstr. 7 bei Schönemann. wissenschaftliche Vorträge gehalten. Da der Verein an Aus- straße 44. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. " Johann Jacoby", Abends 8% Uhr bei Otto Thierbach, Schwedter dehnung erheblich zugenommen hat, mußten drei Zahlstellen neu Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Uingegend. Mittwody. Uebungserrichtet werden. Auch schlossen sich die Kollegen Charlottenburgs ſtunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Gefangverein„ ied es freiheit", Blumenstraße 38, bei Hente. dem Verein an und lösten den ihrigen auf. Im Arbeitsnachweis( Gem. Chor), Alte Schönhauserstr. 22-23, Böyow's Brauerei. Gesangverein" Freya", haben sich im Laufe des Jahres 1756 Kollegen eintragen lassen, Silaritas", Hochstraße 32 a, bet Wilfe. Gesangverein Deutsche Durch einen Brand wurde die große Hefenfabrik darunter 117 zugereiste. Hiervon wurde 811 Kollegen Arbeit ich e", Blumenstraße 46, bei Went. Gefangverein Vorwärts 2", von Bardoszewski u. Wilensti in Schitomir, die nachgewiesen, darunter 101 zugereisten. In derselben Zeit Schulzefir. 27. Gefangverein er che", Bernauerstr. 72, bet Casper, Restaur. Gesangverein„ Echo 1", Bankow, bedeutendste Südrußlands, vernichtet. waren 429 Unternehmer eingezeichnet, welche 1051 Gesellen verzum ,, Zeitgeist". Gesangverein der Stein me zen", Johannisstr. 20, bei langten, mithin verblieben 240 Adressen unerledigt, und zwar Gefangverein der„ Kürschner", D. V. D. Br. Berlin, Neue Friedrichstr. 44, Müller.- Gesangverein Freiheit", Bülowftr. 27, bei Gundlach.- Männergrößtentheils aus dem Grunde, weil die Lohn- und Arbeits- bet Rollig. Gesangverein Südost 2", Guvryfstraße 16, bet Ziemer. bedingungen unannehmbar waren, während die übrigen Stellen Gefangverein Sanges luft", Bülowstr. 69, bet Gründer. im Laufe der Zeit anderweitig besetzt wurden. Zugereist sind im Gefangverein Morgenroth 3", Admiralstraße 38, bet Bülow. Gesangverein Stein legten Jahre 706 Rollegen, 183. derselben gehörten feiner Organi- ftraße 6, bei Stachel. ne Ite", Röslinerftr. 17, bei Wendt. Gesangverein yra 1", Raupach Gesangverein ,, Euphonia", Annenstraße 16, bet sation an. Arbeitseinstellungen wegen Lohndifferenzen wurden 17 teßner. Gesangverein Hand in hand 1", Mariannenftr. 31-32, bei im Bureau gemeldet; hiervon waren 12 von Erfolg, von den übrigen 5, Doberstein. Gefangverein" Schneeglöckchen 1", Rottbuser Damm 39, bet Jacob. und zwar denjenigen bei den Firmen Brunner, E. Brucks, burger Kommuntation 16, bei Glafer. Gefangverein Schneeglöckchen 2" Potsdam, Branden Gesangverein, unverdrossen", A. Heseler, Lowe( Behlendorf) und G. Schulz, wurde durch den Fennstr. 5, bei Krüger.- Flöter'scher Gesangverein", Landsbergerstr. 31, Indifferentismus der Kollegen nichts erreicht. Rechtsschutz wurde bei Musehold. Gesangverein Rütli", Friedenau im Kurhaus. Der Zeitpunkt der ägyptischen Finsterniß, von der in 36 Kollegen, Krankenunterstützung 46 Kollegen insgesammt Gefangverein Gesangverein Vorwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Lerche. der Bibel die Rede ist, ist jetzt einer fritisch astronomischen Freundestreue"( Gemischter Chor), Jüdenstr. 55, bet 229 Wochen lang gewährt. Extra- Unterstützung haben 15 Kollegen rieschmann. Gefangverein Lorbeerfrang", Landsberger Blaz 5, bei Untersuchung unterzogen worden. In der Vermuthung, daß in erhalten, verstorben sind 6 Mitglieder. Die vom Kassirer ver- Arbeiter- Gesangverein Soffnung 1", Friedrichsberg, Friedrich Karl- Juden aus Egypten( 1312 v. Chr.) daselbst stattgehabten FinsterMännerchor Südost 1", Köpniderstr. 191, Restaurant. der Ueberlieferung einer am 1. Nizan des Auszugsjahres der lefene Jahres Abrechnung ergab Folgendes: Einnahme: ftraße 34, bet Schulze. Gesangverein Beiträge 8650, M., Eintrittsgeld 227,90, 150 Billets zur Kunst- Grunewaldstr. 110, bei Jakob. Rothe Nelte Schöneberg, niß die Erinnerung an eine Sonnenfinsterniß erhalten ist, wurden Gejangverein Freiheit 1", Kulm sir. 36 Ausstellung 37,50, Neberschuß vom Stiftungsfest 161,60, für LohnGefangverein Freiheit Moabit", Wilsnackerstr. 63, aus allen zentralen Sonnenfinsternissen des 13. und 14. Jahr tarife und Broschüren 61,80, durch die Charlottenburger Liqui- wald. Rafino. Steinfeger Sänger chor, Kaftanten- Allee 28 bet Mai hunderts v. Chr. die Frühjahrsfinsternisse herausgesucht. Die ,, Offenbacher Sängertrans", Oranienftr. 153 bei Götze. dation 77,01, sonstige Einnahmen 71,75, Kassenbestand vom Gesangverein der Kupferschmiede, Weinstraße 11 bet Feind. Berechnung ergab, daß von diesen nur eine einzige für Egypten Jahre 1890 563,57, Summa 9851,13 M. Ausgabe: Wander- Gesangverein Vergißmein nicht", Schulftr. 29 im Wedding- Kasino. von Bedeutung sein konnte. Es ist dies die ringförmige Sonnenunterstützung 768,50 M., Krankenunterstützung 687,-, Streif Gesangverein""& cho 3" in Zehlendorf, Stunde in Friedenau( Kurhaus). Gefangverein Freies died 1", Große Frankfurterstraße 81 bei Weiß. finsterniß des Jahres 1335 v. Chr. vom 13. März. Da diese unter übung 2701, Grtra- Unterstützung 317,50, Entschädigung Gefangverein Liederkranz" in Brandenburg. Mengert's Boltsgarten. aber zugleich alle durch die Ueberlieferung erhaltenen Merkmale der Vorsitzenden und Arbeitsvermittler für 53 Wochen à 33,72 M. Mittwoch: Berein, Fridolin" bei Wolff, Brunnenstr. 35a. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlino und Umgegend-( Monat und Wochentag) der in der Bibel erwähnten egyptischen 1787,16, für Rechtsschutz 70,48, für die Bibliothek 185,20, sechs und Bergnügungsverein ,, Bultanta bei Meißner, Gartenstr. 162. Theater Finsterniß besitzt, so ist es im hohen Grade wahrscheinlich, daß Vorträge 55,-, für Bureau- Utensilien, Porto, Drucksachen, Inserate tlub Sellblau bei Grand, Blücherftr. 59. Bergnüngsverein ,, Nord" die in der Bibel erwähnte Verfinsterung mit der Sonnenund Lohntarife 1113,93, sechs Trauerfränze 58,-, Entschädigung bei Schipke, Schul- und Steinickendorferstraßen- Ede. Berein 3id 8ad", finsterniß 1335 am 13. März identisch ist. Dann fällt der Ausder Kassirer 223,81, sonst. Ausgaben 191,62, Summa 8267,08 M. Sigung bet Heinrichs, Blücherſtr. 61. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein" Bause: Jahres 1335 v. Chr. zugstag der Juden aus Egypten auf den 27. März des Bleibt Bestand am Schluß des Jahres 1584,05 m. Dem beutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstraße 106. Kassirer sowie dem Gesammt- Vorstand wurde Decharge ertheilt gefangverein" Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bet Luther, Brüderund hierauf der Antrag des Kollegen Pierow, den Posten Reichenbergerstraße Nr. 24. Gesangverein Alpenglühen", 8% Uhr, bei Schröder, Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, will des Arbeitsvermittlers dem Kassirer zu übertragen, abgelehnt, tommen. Bitherklub Alpenveilchen", Abends 8% Uhr in Belvedere Gäste will dagegen ein anderer Antrag angenommen, wonach dem Kassirer( Weißbier- Lokal) Uebungsstunde, Aufnahme neuer Mitglieder. tommen. Tambourverein, Echo"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr wöchentlich ein Tag bewilligt wird, um die Rassengeschäfte be- bet Süttrich, Gollnowstr. 9.- Tambourverein Vorwärts", Uebungs( Wolff's Telegraphen- Bureau.) wältigen zu können. Die vom Vorstand vorgelegten Abänderungen unde% 9 Uhr Langestr. 65. Gäste willkommen. Tambourverein ,, Einig des Statuts fanden mit einigen Abänderungen Annahme. Die teit", Ritterstr. 21. bei Juhdiſch, Mittwoch und Sonnabend, Abends 8% uhr, Brüssel, 2. Februar. Die Kammer begann heute die Diss Nebungsstunde. Männergesangverein Neuwahl des Gesammt- Vorstandes und der Revisoren ergab Schneider, Belforterstr. 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Edelweiß", Abends 8% Uhr, bei fussion über die Verfassungsrevision. Minister Beernaert führte folgendes Resultat: erster Vorsitzender und Arbeitsvermittler Lübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis aus, eine Revision der Verfassung könne nur dann stattfinden, Heinrich Hoffmann, Stellvertreter Richard Hagen, Schrift- Berliner Zurngenossenschaft. 5. Männerabth. Abds. von 8-10 Uhr; Ausdruck komme und eine zuverlässige Majorität für eine be10 im Turnfaale des Königstädt. Gymnaf.", Elifabethstr. 57-58. wenn in den Kammern eine bestimmte Richtung deutlich zum führer W. Daudert und E. Handke, Kassirer Richard Turnlokal Mariannen- Ufer 1a. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis stimmte Reform vorhanden sei. Er verlange nicht, daß man sich Topf und E. Marts, Beisiger Korczewski, Lahrson, 11 Uhr. Turnlokal: Mühlenstr. 49-50.- Turnverein ,, Often", MännerBlum, Revisoren Meinte, Ed. David, H. Peters. In Berolina" Mittwoch Abends sy uhr Reichenbergerstr. 78a bet Faustmann, Grundzüge einer Reform eine Einigung erzielt werde. Woeste, Abtheilung, von 8-10 Uhr abends, Blumenftr. 63a. Kraft- Turn- Berein über eine bestimmte Vorlage einige, sondern nur, daß über die die Rechtsschutz- Kommission wurde G. Erbe berufen. Der vor- Gaile willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. gerückten Zeit wegen wurde beschlossen, die noch vorliegenden ayn", Rixdorf( eigene Turnhalle, Ziethenstr. 72a), von 6-8 Uhr Schi Frère- Orban und Janson erklärten sich mit den Darlegungen Anträge bis zur nächsten Versammlung zurückzustellen. Abtheilung, von 8%-10% Uhr Männer- Abtheilung. des Ministers Beernaert einverstanden und ersuchten ihn Theater verein Blumen lefe" Sizung 9 Uhr Abends mit Damen, all- um eine weitere Entwicklung seiner Pläne. Minister Beernaert schreiberstr. 60.In einer gutbesuchten Versammlung des Allgemeinen in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Serren, welche diejenigen über die Wahlgefeße, die proportionelle Vertretung der Theater- u. Bergnügungsverein„ Bultania" Abeads 9 Uhr, erwiderte, die Revision folle sich auf 10 Artikel erstrecken, darunter Arbeiterinnen Vereins für Berlin und Umgegend neigt sind, dem Verein beizutreten, sich daselbst melden sprach am 27. Januar Frau Henrich Wilhelmi über die oder beim Borsigenden M. Lieste, Ackerstraße 13, of 1 Treppe. Minoritäten, die Diäten der Deputirten, die Thronfolge, die Privattheater- Berein Durch Nacht zum Licht." Jeden Mittwoch rechtlose Stellung der Frau. Es wäre viel schicklicher, wenn abends 9 Uhr bei Bubei, Naunynitr. 84, Sigung mit Damen. Gaffe haben Heirathen der Prinzen des königlichen Hauses, das Referendum weibliche Angeklagte weibliche Vertheidiger erhielten und vor Butritt. Herren und Damien, welcher sich der Bühne widmen wollen, findet des Königs u. s. w. Woeste sprach sich gegen die proportionelle Geschworene ihres Geschlechts gestellt würden. Ferner müßten der Vorsitzende Otto Glefer, Uhrmacher, Naunynstraße Nr. 15. dort ble beste Gelegenheit. Annieldungen und Auskunft ertheilt Vertretung der Minoritäten und das Referendum aus. fie zu Reichstag, Landtag und Gemeinde ihre Vertreter selber lub Lustige Brüder", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant In Erwiderung auf die Bemerkungen Woeste's erklärte der wählen können. Sogar vom ärztlichen Studium seien fie aus- liewald, Dresdenerstr. 38.- Berein Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 Minister Beernaert, die Kammer werde freie Hand haben, die geschlossen, trotzdem sich die Frauen lieber von weiblichen Aerzten behandeln lassen. In Deutschland habe man noch das Vor- fommen. Gefelliger Klub Proletariat" bei Lorenz, Roppenjir. 40 e. zunehmen. Die Berathung über sämmtliche Anträge der Reurtheil, daß die Frauen sich zur ärztlichen 2c. Praxis nicht Vergnügungsverein Bonum", Abends 8% Uhr bei Schröder, Stealther- gierung müsse jedoch zu derselben Zeit statthaben. Die Kammer eignen, während in England und Amerika weibliche Aerzte 2c. fraße 18t Gäste, burch Mitglieder eingeführt, willkommen." Berein verwies alsdann die Anträge der Regierung betreffend die Vermit bestem Erfolge praktiziren. Bei alledem habe das Weib die- traße 31. Bereine bem. Schüler der 44. Gemeindeschule", fassungsrevision einstimmig an die Sektionen. felben Pflichten zu erfüllen wie der Mann. Die Frau eines Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105. Rauchklub ,, Nord: Bremen, 2. Februar. Die Meldung, daß die gesammte Arbeiters z. B. tönne man nur eine Arbeiterin nennen, denn tern" in Friedrichsberg. Rauchtlub ,, Bultan", Abends 9 Uhr bei Mannschaft der Gider" bereits gelandet sei, ist verfrüht. Ein eine solche sei sie in des Wortes wahrster Bedeutung. von 9 bis 11 Uhr, Pofenerstraße 5 bet Rockendorf. " risch gewagt" bends Telegramm des" Norddeutschen Lloyd" aus Southampton meldet: Vom Hause in die Fabrik, von der Fabrik nach Hause, daß sei 3wang", Abends 8 Uhr, bei Spät, Weinfir. 28. Rauchtlub, Grüne Das erste Rettungsboot landete 39 Mann von der Eider", das ihr Lebensgang, und arbeite sie nicht in der Fabrik, so müsse sie uafte", Abends 9 ühr, bei Schlüter, Kleine Markusstraße 10. Gäfte will: Schiff ist voll Waffer. Infolge der Sturzseen wird die Lage des Rauchklub Sumatra", Südost, fich von früh bis Abends an der Nahmaschine oder bei der Haus- Restaurant Trucks. Reichenbergerstr. 83, Schiffes bis zum Eintritt der Fluth schlimmer, doch ist Hoffnung Jeden Mittwoch von 8½ Uhr ab Aufnahme wirthschaft abrackern. Nur Wenigen sei es beschieden, sich ganz neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Rauchklub Victoria" vorhanden, die ganze Mannschaft zu retten. Passagiere und Post der Erziehung ihrer Kinder widmen zu können. Zum Schluß teden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schüßenstraße 40-41, bei Stallbaum( Reſtaur.) find in Southampton eingetroffen. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. ihrer Ausführungen ermahnte die Rednerin die Anwesenden, in finnte Freund e." Jeden Mittwoch Höchſteſtraße 28 bei Neumann. Mittags fein Zweifel mehr, daß eine Rettung der„ Eider" unLondon, 2. Februar. Nach Berichten aus Atherfield blieb der. Wahl der Zeitungen vorsichtig zu sein und nur auf solche willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Rauchflub, Lassalle". Blätter zu abonniren, welche die Intereffen der Arbeiter ver- Jeben Mittwoch, Abends 9 Uhr, Friedrichsbergerstr. 11 bei Loc. Gäste, möglich sei. Bu jener Zeit befanden sich Offiziere und Manndurch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Humoristischer Rauch= treten, da manche Zeitungen mit ihren Schauerromanen 2c. oft flub. Jeden Mittwoch, Abeads Uhr, Sigung bei Niemann, Görliger schaften, im Ganzen 150 Personen, noch an Bord; mals der Fluch des Hauses wären. Der Vortrag wurde mit straße 42. Gaite durch Mitglieder eingeführt willtommen.- Stattlub„ Treff", dieselben um Rettungsboote signalisirten, wurden alsbald anhaltendem Beifall belohnt. Im Verschiedenen machte Frau Abends 8½ Uhr, Frankfurter Allee Nr. 90 bei Otto Zabel. Gäste willkommen. Versuche gemacht, mit denselben in See zu gehen. Wegen Pfeifentlub, a fi anta". Tagt jetzt jeden Mittwoch von 9 Uhr ab Briger des stets wachsenden Sturmes fonnte dies indeß längere Zeit Fahrenwald bekannt, daß am 23. Februar wieder eine Ver- ftraße 22. Gäite willtommen. Regelflub Vorwärts". Jeden Mittwoch fammlung des allgemeinen Arbeiterinnenvereins bei Knebel, Beugbofstraße 8, Restaurant Biester. Stattlub, Revolution". Jeden nicht gelingen. Erst um 1/24 Uhr war es möglich, bei furchtbarem Badstr. 58, stattfindet. Nachdem sich noch 10 Mitglieder hatten Mittwoch und Sonnabend bei Infinger, Krautstr. 48.- Rauchtlub Selgo- Seegang ein Rettungsboot, das wiederholt von den Wellen land." Jeden Mittwoch, Abends 10 Uhr, Vereinssitzung Neue Höchstr. 19 aufnehmen lassen, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf bei Liefe. Gane, durch Mitglieder eingeführt, willtommen. zurückgetrieben ward, an die„ Eider" zu bringen. Nach schwerem das Gedeihen des Vereins geschlossen. Schüler der 99. Gemeindeschule", Mittwoch, Abends" 9 Uhr, Rampje mit der Fluth gelang es sodann, einen Theil der MannSchröder's Saal, Stegligerfaße 18. Geschäftliches; Gesangsprobe. Gäste will schaft an's Land zu sehen, zwei weitere Rettungsboote folgten tommen. Hamorinischer Verein Pipifar", Mittwoch Abend 9 Uhr Sigung beim Restaurateur Möhring," Admiralftr. ise, s. Hof rechts, 1 Tr. 1. und den unermüdlichen Auftrengungen der Bemannung derselben Rauchtlub ist es zu danken, daß schließlich die gesammte Bemannung des Machher Fidelitas. Serren und Damen als Gäste willkommen. Verein Dampfers an's Land gebracht werden konnte. ehemaliger Schüler der 99. Gemeindeschule, Abe..ds 9 Uhr, in Schröder's Saal, Steglitzerstr. 18. Geschäftliches, Gesangprobe. Gäste will" Männer- Turnverein PollackSigung Abends 9 Uhr, bei Steemann, Melchiorftr. 15, Hof part. Gäste will bet 6. Kien. Gäste willkommen. Bergnügungs- Verein Vroletariat", Anträge der Regierung entweder im Ganzen oder theilweise anKreuzfibel", Sigung mit Damen bei Doberstein, MariannenAhmer, Gräfefiraße 82. tommen. " " Rauchklub Rauchilub ,, Dhne Rauchtlub ,, Gutge Berein, ehem. Sanssouci", Abends 8% Uhr, och ir. 51. Gätte willkommen. fommen. Vermischtes. " " Briefkaffen der Redaktion. da Für die Arbeiter- Bildungsschule gingen ein: Von der Nord I- Schule durch Herrmann 33,22 m., von P. S. 1,20 M., von der Süd- Schule 20,00 M., von Theilnehmern des französischen Kursus durch Bölik 8,00 M. Danfend emp angen H. Gumpel, Barnimstr. 42. E. K. Leipzig. Die Kommission freier eingeschriebener Hilfskaffen hielt am 28. Januar eine Mitgliederversammlung ab, in welcher eine Betition vertheilt wurde, die in Sachen des KrankenkassenGesetzes vom Reichstage die Zulassung der Naturheilkunde for dert. Die Diskussion hierüber ergab zwar, daß keineswegs alle Mitglieder der Kassen mit der Naturheilkunde einverstanden sind, jedoch könnte man sich vom menschlichen Standpunkt aus nicht dafür erklären, daß die Anhänger der Naturheilkunde in ihrem Rechte geschmälert sind, nach ihrer Façon sich gesund zu machen. Demzufolge wurde aufgefordert, für die Petition zahlreiche Unterschriften zu sammeln. Sodann tamen einige Empfehlungen von Aerzten zur Berlefung, von welchen Herr Großes Aufsehen erregt in Dresden folgendes VorZahnarzt Dr. Semmel, Oranienstraße Nr. 55, berücksichtigt wurde. tommniß: Ein begeisterter Prophet der Junungsschwärmer, der Weiter gelangte zur Mittheilung, daß die Wagenbauerkasse in Hof- Klempnermeister und Stadtverordnete Türcke, hatte sich an Friedrichsberg fich der Kommission angeschlossen hat. Verzogen einer Submission zur Ausführung von Klempnerarbeiten an der find Herr Dr. Siegheim nach Potsdamerstraße Nr. 86a und Herr Fürstenschule zu Meißen betheiligt, doch war der Zuschlag nicht Dr. Garow nach Michaelfirchplatz 20. Ueber den Vertrag mit ihm, sondern einem seiner Innungsgenossen ertheilt worden. den Aerzten berichtete Herr Kuhnike, daß die Verlängerung des- Türcke hatte darauf nichts Eiligeres zu thun, als in einem selben beiderseitig fowohl vom Vorstand wie vom Aerzte- anonymen Schreiben an das Landbau Amit die Arbeit seines ausschuß bis zum Jufrafttreten des eventuell abgeänderten Kollegen als gänzlich ungenügend zu bezeichnen, ohne sie auch Krantentaffengefeßes gewünscht wurde; die Kommission ertheilte nur gesehen zu haben. Obwohl der Herr Hof Klempnermeister trag dem Abonnement beizufügen. Verantwortlicher Redakteur: Anaust Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. = Briefkasten der Expedition. Arbeiterbildungs- Verein Troppan. Die gewünschten Sonntagsblätter fosten 30 Kreuzer und ersuchen wir, diesen Be