Nr. 57. o dia da egite sincs blu pte en de Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 wt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Bellage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Boft- 8ettungs Pretslifte für 1901 unter r. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn a Mart, für das übrige Auslanb 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. turad sid Vorwärts listed 8681 m 1540 Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühr * beträgt für die fechsgespaltene Rolonet. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpeditton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Ein Unfall des Kaisers. In Bremen ist der Kaiser, wie schon gestern in dem größten Teil der Auflage mitgeteilt wurde, von einem Epileptiker durch ein von ihm geschleudertes Stüd Eisen am Gesicht verlegt worden. Es ist bekannt, daß Kranke dieser Art im Zustande völliger Bewußt losigkeit oft die scheußlichsten Gewaltthaten begehen, von denen sie, wenn der Anfall vorüber, nicht die Spur einer Erinnerung übrig behalten. Der Kaiser hatte den Rathauskeller verlassen. Während der Fahrt warf ein junger Mensch, namens Dietrich Weiland, ein 11/2 Bfund schweres Eisenstüd nach dem kaiserlichen Wagen, das den Kaiser am Gesicht streifte. Der Kaiser soll den Vorgang gar nicht gemerkt haben und erst später darauf aufmerksam gemacht worden sein, daß er eine Verlegung davongetragen habe. Weiland geriet unter die Pferde der hinter dem Wagen reitenden Landjäger, wurde vom Publikum ergriffen, von Polizisten festgenommen und nach dem Stadthause gebracht. Bei seiner Vernehmung verfiel er wiederholt in Krämpfe, war aber in den Intervallen vernehmungsfähig. Er trug ein Arzneimittel gegen Epilepsie bei sich. Freitag, den 8. März 1901. 939 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Diese Auslaffung läßt sich nur aus der unzurechnungsfähigen erledigt wurde; die Beratungen der Budgetkommission über Angst des schlechten Gewissens erklären; denn die Deutsche Tages- diesen Etat haben fast das zehnfache an Zeit in Anspruch gezeitung" war ja Stimmführerin jener beispiellosen konservativ- nommen. Zu grundsätzlichen Debatten bietet sich nach der antisemitisch- alldeutsch- agrarischen Heze gegen die faiserliche England- Annahme der Flottenvorlage keine Gelegenheit und so bepolitik, die wir jüngst erlebt, und das edle Blatt scheint deshalb zu schränkte sich auch unsre Fraktion nur auf einige Anfragen. befürchten, daß etwa bösartige Freihändlerkreise der Hafenstädte jetzt diese Thatsache zu ähnlichen Praktiken gegen die Agrarier benutzen fönnten, wie man sie 1878 in vernichtender Skrupellosigkeit gegen die Socialdemokraten spielen ließ, um die Arbeiterschaft in dem beginnenden Beutezug der Schutzöllner wehrlos zu machen. Oder Hofft die„ Deutsche Tageszeitung" etwa, durch eine Attentatshege den Widerstand der Arbeiter gegen die Brotwucherer brechen zu fönnen? Aber es war kein Arbeiterblatt, das da schrieb: Bebel erfundigte sich, ob die Fama recht berichtet, die von der Abführung größerer Summen an die Marineverwaltung durch den Flottenverein erzählt. Herr Tirpik hat noch kein Geld gesehen. Die Hurrafreudigkeit unsrer Patrioten ist ja immer größer als die Opferwilligkeit. Sollte das Reich aber einmal vom Flottenverein ein Kanonenbötchen geschenkt befommen, dann will der Staatssekretär das verfassungsmäßige Recht des Reichstags nicht antasten, die Kosten für die IndienstDie Befürchtung, daß durch den Berliner Besuch des eng- stellung und für etwaige Reparaturen zu bewilligen. lischen Königs unsere Beziehungen zu andren Mächten unnötiger- Auf die im Vergleich zur Handelsmarine auffällig hohe weise verdorben werden könnten, ist grundlos: an unsrer Verlustziffer an Menschenleben wies unter besonderer Bezugpolitischen Stellung ist nichts mehr zu verderben. Der Be- nahme auf den Untergang der Gneisenau" Molkenbuhr hin. such des englischen Monarchen kann, falls ihm wirklich ein politi: Der Staatssekretär suchte seine Marine- Offiziere in Schutz zu scher Anstrich gegeben werden sollte, nur höchstens als politische Detoration wirten, als eine hösische Darstellung nehmen; er bestritt namentlich, daß bei dem Untergang des des bereits längst bestehenden, durch die Kaiserreise nach England Schulschiffes auf der Reede von Malaga irgend etwas verkaum noch beeinflußten politischen Zustands. Am allerwenigsten fehlt worden sei. Am Donnerstag gaben die Aerzte folgendes Bulletin heraus: aber sollte doch auf unsrer Seite diesem dekorativen Element Die Agrarier wurden durch die Versicherung des Staats„ Se. Majestät der Kaiser haben in der rechten Gesichtshälfte in der Politik ein ihm nicht zukommendes Gewicht beigelegt sekretärs erfreut, daß die Marine seit dem 1. Oktober vorigen Seine vier Centimeter lange, über das Jochbein verlaufende werden. Und schließlich: Wenn der neue englische König nach Fahrs fein amerikanisches Büchsenfleisch mehr bezieht. Bebel Wunde, welche bis auf den Knochen dringt. Die Wunde, Berlin kommt, um sich auch förmlich im königlichen Schloß für all welche die Beschaffenheit einer gequetschten hat, blutete mäßig die Liebenswürdigkeiten zu bedanken, die ihm unser Kaiser erwiesen benutte die Gelegenheit, um festzustellen, daß das angeblich hygienischen Zwecken dienende Fleischbeschau Gesetz nur der hat so thut er doch eigentlich nur, was sich gebührt." und wurde ohne Naht durch den Verband geschlossen. Se. Majestät haben die Nacht leidlich verbracht, find frei von Kopfschmerzen von anarchistisch- socialdemokratischer Verhegung schamlos und bübisch Das schrieb die Deutsche Tageszeitung", die jetzt agrarischen Selbstsucht dient. sid und bei gutem Allgemeinbefinden.( gez.) v. Leuthold. v. Bergamann. Jlberg." sitioning mou reden wagt. Anständige Leute schreiben allerdings nicht für den Ueber die Person Weilands berichtet der Berliner Lokal- Brotwucher. Anzeiger": nu Bei feinem ersten Verhör erklärte Weiland, der mit relativ noleichten Verlegungen davongekommen ist, er habe teine Ahnung, wie er zu der ihm zur Last gelegten That gekommen sei. Er sei Epileptiker und leide an Aufregungszuständen, während deren ihm das Bewußtsein schwinde. Augenblicklich habe er einen solchen Anfall hinter sich. Er könne sich erinnern, noch bei Bewußt ſein gehört zu haben, daß der Kaiser nachmittags nach Bremen tommen werde. Von dem, was seither mit ihm geschehen sei, habe er feine Ahnung, nur von einigen Scenen habe er eine dunkle, traumartige Erinnerung, so zum Beispiel von der seines TransEine Berliner Korrespondenz teilt mit:„ Wegen des„ Attentats" auf den Kaiser in Bremen ist von dort hier angefragt worden, ob der verhaftete Schloffer Dietrich Weiland der Berliner Polizei als politisch verdächtig betannt sei. Das ist nicht der Fall. Man kennt ihn hier gar nicht. Es ist begreiflich, daß die Bremenser Polizei, die den Unfall nicht zu verhindern gewußt hat, jetzt auf andre Weise ihren Eifer zu beweisen sucht. * " Nachdem Herrn v. Tirpitz das Gehalt bewilligt war, wurde der Rest des Etats fast debattelos erledigt. Eine kleine Ers örterung gab es nur noch bei der Resolution der Budgetkommission, shof die die Errichtung eines eignen Panzerplattenwerts für das Reich empfiehlt. Man weiß, um was es sich handelt. Unfre Profitpatrioten Krupp und Stumm verdienen an den Nickelpanzerplatten, für deren Herstellung sie das Monopol haben, so unverschämt viel, daß sich selbst die Milch der frommen Dentart des Centrums in gährend Drachenblut verwandelt hat. Sowas nennt sich Patrioten" rief Herr Müller- Fulda, der als Berichterstatter dem Hause vorgerechnet hatte, daß das Reich während des Baues der im Flottengeset bewilligten Panzer für die Platten 60 Millionen Mart mehr bei den bisherigen Preisen zu zahlen hätte, als Amerika. Kein Wunder, daß die Dillinger Hütte des Herrn von Stumm bei folossalen Abschreibungen für das vorige Jahr nicht weniger als 36 Prozent Dividende gezahlt hat. Die Drohung des Repräsentantenhauses der amerikanischen Union, für 4 Millionen Dollar ein eigenes Panzerwerk zu errichten, hat den Vereinigten Staaten eine Preisermäßigung von 400 m. pro Tonne Panzerplatten In socialdemokratischen Versammlungen weiß man sich aber in eingebracht. Auch Herr Krupp ist auf die Resolution der der Kritik der Monarchen weit mehr Schranken aufzuerlegen, als in Rommission hin weich geworden und hat sich zu einer Neagrarischen. Eine Rede, wie die Liebermanns von Sonnenberg buktion der Preise um 180 wt. pro Tonne bereit erklärt. Ja, im Cirkus Busch, würde, wenn ein socialdemokratischer Redner er will, wie Herr v. Tirpitz versicherte, noch mehr herablassen, fie hielte, dem dolus eventualis verfallen. Wir wären also in der wenn ihm die dauernde Bestellung gesichert wird. Lage, den Spieß des agrarischen Blatts umzudrehen und den Die Resolution wurde fast einstimmig angenommen; und Der Unfall des Raisers, der an jenen Vorgang vom November Intimus des letzteren als den Inspirator des blödsinnigen Weiland der Busenfreund des Stumm, Herr v. Kardorff, war eifenvorigen Jahres lebhaft erinnert, wo eine irrfinnige Frau, Namens zu denunzieren. Selbstverständlich verschmähen wir diesen Trid; stirnig genug, dagegen zu stimmen. Schnappte, in Breslau ein Beil nach dem Wagen des Kaisers warf, wir überlassen diese Art von Politik und Machenschaften den Leuten, Morgen beginnt die Sigung erst um 2 Uhr, da nur ohne zu treffen, gehört zu jenen verhängnisvollen Zufällen, gegen die das Bedürfnis zu spüren scheinen, sich um die Achtung ehrlicher fleinere Vorlagen auf der Tagesordnung stehen. die es keinen Schuß giebt, auch wenn eine noch so sorgfame Aufsicht Gegner zu bringen. Im Abgeordnetenhause bports nach dem Stadthause. Ganz unbekannt sei ihm dagegen, Zu der Auslaffung der Deutschen Tageszeitung" wird uns daß er einen Anschlag gegen den Kaiser ausgeführt habe; ge= noch geschrieben: plant habe er jedenfalls einen solchen in feiner Weise. Er Es verdient einen Jagdhieb, wenn die agrarische Deutsche Tagesbekomme in seinen Erregungszuständen gefährliche Wut- zeitung" auch den Anschlag des Epileptikers in Bremen der social. anfälle; so habe er einmal infolge feiner Krankheit demokratischen Verhezung" in die Schuhe schiebt. Die damit verfeinen Stiefvater mit dem Messer attafiert und verletzt; folgten Abfichten liegen am Tage:- man will den Kaiser den ein andermal habe man ihn mit Gewalt davon abhalten agrarischen Zwecken geneigt machen. müssen, in einer Fabrik seinen Arm in siedenden Teer zu stoßen, ser sei auch bereits in psychiatrischer Behandlung gewesen. Weiland bomacht auf die polizeilichen Organe und den Polizeiarzt nicht den Eindrud eines Simulanten, auch gewinnt, was er angiebt, an Wahrscheinlichkeit dadurch, daß, wie bereits feststeht, sein Vater in hohem Grade Trinker war." # 130 " -geübt wird. Daß Geistestrante ihre unheimliche Wut gerade gegen Das agrarische Blatt verrät bei dieser Gelegenheit wieder ein martante Persönlichkeiten richten, ist eine genugsam bekannte Er- mal, daß es mit demagogischen Allüren die verrufensten Rezepte wurde am Donnerstag in Verbindung mit dem Kapitel scheinung, deren psychologische Erklärung nicht schwer ist; das der monarchistischen Macher und Intriganten verbindet. Es scheint öhere Lehranstalten" die Denkschrift über die durch die Außergewöhnliche reizt die Aufmerksamkeit der Gestörten. Nicht un- nicht genügend historisch orientiert zu sein, um zu wissen, daß diese Revision der allgemeinen Lehrpläne der höheren Schulen herbeizutreffend find die Bemerkungen, die die" Tägliche Rundschau" an- Art reaktionärer Ränteichmiede nicht nur der öffentlichen Gering- geführte Erhöhung der Gesamtstundenzahl und die dadurch entläßlich dieses Falls äußert: schäßung zu verfallen pflegen, sondern auch sich und ihre Pläne in stehenden Mehrbedürfnisse beraten. Einleitend bemerkte der Stultusminister " Es ist eine bekannte Sache, daß Jrre oft den gefährlichen den Sumpf führen. was eigentlich selbstverständlich ist, daß die UnterTrieb zeigen, irgend etwas zu thun, was die Aufmerksamkeit aller richtsverwaltung ganz auf dem Boden des Erlasses über die auf fie lentt, und leider ist ein berbrecherischer Anschlag auf her Nach der Norddeutschen Allgemeinen8eitung" wird Schulreform stehe. Die Debatte drehte sich fast ausschließvorragende Persönlichkeiten ein Gedanke, der einer gewiffen frant der Kaiser 14 Tage das Zimmer hüten müssen. Die Verwundung sei lich um die Frage, ob der Humanistischen oder der realistihaften Geistesverfassung sehr nahe liegt. Es liegt immer eine ziemlich nahe dem Auge, das deshalb geschont werden müsse. Das schen Bildung der Vorzug สิน geben sei. Für die große Gefahr darin, daß solch ein Gedanke weiter übertragen offigiöse Blatt schreibt ferner, der Kaiser sei einer ernſten Lebens humanistischen Gymnaften traten namentlich die Abgeord wird und den Trieb der Nachahmung' erweckt. Es sollte daher neten Dr. Kropatshed( t.) und Pastor Shall( f.) in der Berichterstattung alles vermieden werben, was die Berson gefahr ausgefeßt gewesen": des Verbrechers irgendwie mehr als nötig in den Vorder- Der Mensch, deffen Hand gegen die geheiligte Person des ein, letterer, um im Tone eines Kriegervereins- Feftredners grund stellt, die That felbst zu einem politischen Verbrechen Reichs- Oberhaupts ein Eisenstück schleuderte, scheint nach den bis die Ideale des deutschen Volts zu preisen. Abg. Dr. Beumer aufbauscht und die Einzelheiten des Vorgangs allzu sehr aus- berigen Feststellungen mit epileptischen Krant befürwortete namens der Nationalliberalen die Gleichberechtigung beits Ericheinungen behaftet zu sein, unter deren Einfluß er aller neuntlaffigen höheren Lehranstalten. Die Interessen der Gevielleicht auch bei der Vollbringung seiner finnlosen meinden vertrat Abg. Dr. Langerhans( frs. Bp.), der die Notmalt." W Daß das„ Attentat" fo gänzlich unpolitisch ist, mag ja unfrewerer, wie in den ersten Meldungen angenominen wurde. Der Kaifer wendigkeit betonte, auch bei der Reform die Eigenart der Berliner Scharfmacher " wie die„ Post" und die Berliner Neuesten Nach richten" ein, daß nichts zu machen sei, und so unterlassen sie die sonst üblichen Betrachtungen. " Nur ein einziges Organ wagt das Unglaubliche, und zwar bebezeichnenderweise die Deutsche Tageszeitung", das Centralorgan des Bunds der Landwirte. In diesem Blatt begeht irgend ein verblödeter unsauberer Patron das folgende Roheitsdelikt, das nach der Weltanschauung des Herrn Oertel mit lebenslänglicher Brügelstrafe geahndet werden müßte: = bewahrte nach dem Anschlag eine außerordentliche Ruhe und verriet durch kein Anzeichen die Schmerzen, die sich bald nach dem Wurf eingestellt haben müssen. Erst als auf dem Bahnhof ein kleiner Junge rief:„ Der Kaiser blutet ja!", wurde die Aufmerksamkeit der Umgebung des Kaisers, der bis dahin kein Wort über den Vorfall verloren hatte, auf die Verwundung gelenkt. Der Blutverlust war erheblich, auch der Mantel wies Spuren davon auf. Politische Neberlicht. Der Reichstag Berlin, den 7. März. " Die Untersuchung wird ja ergeben, ob Weiland geistestrant ist oder nicht. Aber selbst wenn eine geistige Abnormität fest= gestellt werden sollte, so muß man in seiner That doch lediglich eine Folge anarchistisch socialdemokratischer Verhegung hielt Donnerstag eine sehr furze Sigung ab, die mit einer erblicken; denn es ist flar, daß auch ein frankes Gehirn den Ansprache des Präsidenten über den gestrigen Vorfall in felben Einflüffen wie ein gesundes zugänglich ist. Würde Bremen eingeleitet wurde. Das Haus hörte die Worte es keine anarchistisch- socialdemokratische Verhekung geben, stehend mit an; von unsrer Fraktion war niemand im Saale so würde der irre Geift auf andre Thaten verfallen müffen. anwesend. Uns scheint es vorläufig noch sehr fraglich, ob thatsächlich eine derartige Stupidität vorliegt, wie berichtet wird." 236 höheren Schulen zu wahren. Die Regierung erteilte eine zustimmende Antwort. Eine Unterbrechung von einer halben Stunde fand die Sigung infolge der Mitteilung des Präsidenten von dem Attentat auf den deutschen Kaiser. Am Freitag wird die Beratung fortgefest. Deutsches Reich. nb Gegen den Brotwucher. In Gnejen fand am 2. März eine Protestversammlung gegen die Getreidezölle statt. Es war die erste socialdemo fratische Versammlung, die daselbst stattfand, das kleine Lotal war von ungefähr 150 Personen gefüllt. Das Referat des Genoffen Morawsty, der in polnischer Sprache den Arbeitern die Brotwucherpolitik des Centrums vor Augen führte, fand überaus günstige Aufnahme.* Weiter wird uns berichtet von einer Versammlung in HeinrichsAuf der Tagesordnung stand die zweite Beratung des feld bei Spremberg, die von etwa 400 Personen, darunter Marine Etats, die in der turzen Zeit von 12 Stunden zahlreiche Frauen, besucht war; am Montag fand in Charlotten hof bei Potsdam eine von etwa 700 personen besuchte Protest- I versammlung statt. In dieser Versammlung gab ein adliger Herr unter allgemeiner Heiterkeit die Weisheit zum besten, daß die Getreidezölle auch dem Landarbeiter und Kleinbauern mit 4-5 Morgen noch insofern nugen, als beide das vom Gutsherrn erhaltene über flüssige Getreide zu hohen Preisen verkaufen können! Aus Barmen wird uns vom 5. März berichtet: Die hiesigen Stadtverordneten wählten in heutiger Sizung eine Kommission mit dem Auftrage, eine Petition auszuarbeiten, in der auf die Gefahren hingewiesen wird, die unsrer heimischen Industrie durch die Erhöhung der Lebensmittelzölle erwachsen und in wie hohem Maße langfristige Handelsverträge geeignet sind, dieselbe zu schüßen. Dieser Beschluß wurde mit großer Mehrheit, einschließlich des Oberbürgermeisters und des einzigen Vertreters der Centrumspartei im Kollegium gefaßt. Die Protestbewegung der Arbeiter der beiden Wupperstädte gegen den Brotwucher wurde am Sonnabend und Sonntag durch zwei gut besuchte Versammlungen in Elberfeld und eine Versamm lung in Barmen fortgesetzt. In allen drei Versammlungen referierte der Vertreter des Wupperthals im Reichstag, Genosse Molten buhr. Außerdem sprach Wolkenbuhr am Sonntag noch in Mett mann; auch hier war der Versammlungsbefuch zufriedenstellend. * In Frankfurt a. M. fanden am 6. März 11 Protestbersammlungen gegen die Kornzölle statt. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die sich gegen die Zölle auf Lebensmittel und auf Rohstoffe für die Industrie ausspricht. adrat igidos Ultramontane Verlogenheit. Einige Centrumsblätter suchen die Stellungnahme der Social" der zu " Das Parlamentsideal der ,, Post". der Soldaten ins Bereich phantastischer Uebertreibungen und jetzt augens Die Post" verwahrt sich eifrig, als könne heutigen Tags irgend hören wir, daß die Briefschreiber von uns beauftragt seien jemand so revolutionär sein, nicht den Parlamentarismus scheinlich gegen hohe Honorare recht scheujälige Dinge zu er wollen."" Haben die revolutionären Unitriebe selbst die Redaktion finden. Damit ist aber die schlaue Ruchlosigkeit des Vorwärts" der Bost" unterwühlt? Doch nein, das Blatt erzählt alsbald, noch nicht erschöpft; denn bekanntlich ist es uns gelungen, auch zahlwelcherlei„ Parlamentarismus" es ist, dem seine Neigung gehört: reiche auf unsre Bestellung gearbeitete Hunnenbriefe in Kreisblätter Den Voltskammern muß eine Schranke gezogen werden, und sonstige sehr gut gefinnte Organe zu schmuggeln.dk damit sie nicht auf Roften andrer Faktoren alle Macht an Besonders merkwürdig ist, daß gerade die Blätter durch fo fich reißen und damit vor allen Dingen auch jede ein- läppische Gesinnungen den Eindruck der dokumentarisch feftfeitige dem Allgemeinwohl schädliche Interessenvertretung gestellten Hunnenthaten zu verwischen bemüht sind, die völlig tritikverhütet wird. Die Art der Zusammensehung der los auf teilweise ganz unbeglaubigte Berichte hin die huischen Erften Kammern und Herrenhäuser giebt die Sicherheit, daß Ausschreitungen der Engländer in Transvaal haufenweis wiederhier tein unftätes und rebolutionäres Element geben. p die Oberhand gewinnt. Die Brefie der Linken bestreitet Julius Wiggers, der eifrige Vorfämpfer einer modernen Verallerdings vor allem dem Adel jeden socialen Qualitätswert. faffung für Mecklenburg, ist in Rostock im 90. Lebensjahre verstorben. Ob adlig, ob bürgerlich, das ist hier ganz gleich. Dieser Punkt ist 1848 beteiligte sich Wiggers, damals Professor an der Universität, richtig, soweit einzelne Personen in Betracht kommen. Daß an der politischen Bewegung, er wurde von der Stadt Rostock in aber der Adel als Gesamtheit auch der Träger von traditionellen die konstituierende Versammlung gewählt. Der Landtag wurde je Anschauungen über über die Pflichten gegen Monarchie und doch 1850 berfaffungswidrig aufgelöst und die Führer der Reform Staat und besonders fein gearteter Ehrbegriffe ist, und daß partei wurden aufs härteste verfolgt. Julins Wiggers wurde seines der Adel als Gesamtheit hervorragende Verdienste um den Staat Lehramts entsetzt und wegen Hochverrats nach 44monatiger Unterhat, ist eine geschichtliche Thatsache, gegen die fich nicht fuchungshaft zu 1 Jahr Zuchthausstrafe verurteilt, die dann in ist ftreiten läßt. Es tann nur nüglich sein, wenn die Vereinjährige Festungshaft gemildert wurde. Wiggers gehörte später treter besonders hervorragender und bewährter, deshalb als liberaler Vertreter des Streises Güstrow- Ribuig durch mehrere aber auch vertrauenswürdiger Geschlechter an der Gesetz- Legislaturperioden dem deutschen Reichstag an.— gebungsarbeit beteiligt werden. Nicht als eine dem Zum Kapitel der Spionitis wird aus Lothringen das Bürgertum feindliche besondere Kafte kann der Adel in Folgende berichtet: Zwei Damen, Frau Laurent und Frau Nuolt, einer Zeit entschwundener Privilegien betrachtet werden, sondern lektere die Gattin eines Beamten der französischen Ostbahn in Audunals ein Teil des Bürgertums, der traditionell gewiffe Anschauungen le- Roman, machten vorigen Monat eine Bergnügungsreise nach Mez. treu bewahrt. Ihm gesellen sich gleichwertig die Städtevertreter Als sie von Devant- les- Bonts aus die Rückreise antreten wollten, 1 die Rückreise antreten wollten, und Gelehrten bei, so daß also die Herrenhäuser Männer von wurden fie beim Einsteigen in den Zug von einem Herrn angehalten, demokratie zum Entwurf dee Gaumwein feuer. In bet Intelligenz zu ihren Mitgliedern zählen. In einer Zeit, da die Ruoit aus Audun- le- Roman? Auf ihre bejahenbe Antwort wurden bewährter Bürgertugend und die Blüten der der sie fragte: Sind Sie nicht Frau Laurent aus Fentsch und Frau nicht einflußlosen Augsburger Postzeitung", die in der reinen Vollstammern oft so unerbauliche Schauspiele bieten, tann fie im Namen des Gesezes für verhaftet erklärt und in einem Qualität ihrer Kampfesmittel gegen die Socialdemokratie immer ein Herrenhaus nur an Achtung gewinnen und es kann sich Wagen nach der Polizeidirektion in Metz verbracht, wo sie strupelloser wird, finden wir folgenden sauberen Artikel: ad nod die Ueberzeugung von seiner Notwendigkeit nur zu ihrer Bestürzung vernahmen, daß sie politischer Die Socialdemokratie Gegnerin der ausbreiten." inno Bergehen" verdächtigt waren. Einzeln eingesperrt, mußten Lurussteuern! In der In der Schaumweinsteuer- Kommission Die Ehrbegriffe" des Adels, der in den ersten Kammern und sie sich vollständig entkleiden eine Frau untersuchte des Reichstags gehen die Verhandlungen langsam vorwärts, Herrenhäusern vorherrscht, bekundet sich gerade jezt als besonders fie auf das genaueste, wobei auch nicht die Chignons, die Schuhe, weil die Socialdemokraten und Freifinnigen nur erklärte fein geartet" in dem fornwucherischen Verlangen, das gesamte bie Portemonnaies und die Uhren vergessen wurden, ohne daß etwas Gegner des Gesezes in dieselbe entfendet arbeitende Volk für die Erhaltung der Borrechte eben dieses Adels Verdächtiges ans Licht kam. Nachdem sie sich wieder angekleidet haben und dieses mit sehr gesuchten Gründen zu hintertreiben tributpflichtig zu machen. 136 dudhatten, wurden fie einem Kommiffar vorgeführt, der ein langes suchen. Gleichwohl sind jetzt die beiden ersten Baragraphen in der put od Berhör mit ihnen anstellte und ihnen dann erklärte, daß sie als vom Abg. Müller- Fulda vorgeschlagenen Fassung mit 14 gegen Der Kaifer hat nach der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" am unverdächtig wieder abreisen könnten. is med 4 Stimmen angenommen worden. Die Socialdemokraten überboten Montag in Wilhelmshaven in taum vier Stunden an drei Orten bosgand di madad#ismsg tibin fich in den lächerlichsten Behauptungen, indem sie den Schaum- Ansprachen gehalten. Zuerst sprach er 12 Uhr vor den vereidigten lissund og Ausland. uadrout 19 jod nisjusdro wein für das„ Genußmittel des Kleinen Mannes", des Handwerkers Refruten. Die Rede hat etwa 350 Worte. Dann hielt er in den pidu nadnative Um Déroulède. did simu slzsp und Arbeiters erklärten und sich als principielle Gegner Räumen des Offizierkafinos vor etwa 70 Offizieren eine längerem Paris, 5. März 1901. aller Lugus steuern bekannten. Mit Recht wurde ihnen Rede. Zum drittenmal sprach er um 4 Uhr auf dem jedermann zu Die Kammer hat es endlich gewagt! Der Komplottprozeß entgegen gebalten, daß fie dadurch gerade die Abschaffung der gänglichen Torpedo- Exerzierplatz zu der nach Tsingtau gehenden Abdrückendsten Steuern, der Satzsteuern, welche lösung; auf demselben Platz, auf dem ani 2. Juni die später viel gegen Dérouléde und Genossen ist vom senatorischen Hochgericht 400 Prozent des Werts, und der Branntweinsteuer, welche besprochene Sundgebung an die mobilen Seebataillone erfolgte.nt schon vor vierzehn Monaten erledigt worden. Die gefeßlich 200 Broz. des Werts beträgt, unmöglich machten, wenn sie den Zur Diätenfrage. Aus Darmstadt wird vom 7. März ge- vorgeschriebene Aberkennung des Mandats der verurteilten AbLugus der Schwelger und Praffer" nicht besteuern wollten. meldet: geordneten Déroulède und Marcelabert ist sozusagen eine Schließlich suchten sie sich damit herauszureden, daß fie Die 2. Kammer nahm in ihrer hentigen Sigung den Antrag automatische Handlung, die von der Kammer ohne weiteres hätte vollfich ausschließlich für die Einkommensteuer er Köhler- Langsdorf an, die großherzogliche Regierung zu ersuchen, gogen werden sollen. Die Sache wurde aber Monat um Monat, Session tlärten, als ob lettere noch gar nicht eriftierte. Augenscheinlich ihren Bertreter beim Bundesrat dahin zu instruieren, daß derfelbe um Session verschleppt. Warum? Buerst hieß es, die Amnestievorlage treiben fie auch hier nur Spiegelfedteret; während fie für die Bewilligung von Diäten an die Reichstönnte vielleicht auch Déroulède und Genossen zu gute tommensouft in den Versammlungen raisonnieren: Rehbraten und tags Abgeordneten eintrete. Champagner der Reichen find steuerfrei, aber Tabat, Salz wozu also die beiden Abgeordneten boreilig" des Mandats für ber" und Branntwein des Arbeiters müssen Steuern zahlen", Was die Khaki Lieferanten verdienen! Während das luftig erklären? Aber auch seit dem Amnestie- Botum, das die suchen sie sich hier, wo es gilt, nun endlich einmal deutsche Volt für das stunlose chinesische Abenteuer ungezählte Stomplottmacher von der Amnestie ausschloß, sind mehrere Monate die Lugussteuern praktisch durchzuführen, hinter leeren Millionen aufbringen muß, fönnen die Striegslieferanten zufriedene verstrichen, ohne daß ber bestellte Kammerausschuß die Mandats. Ausflügten zu verschanzen. Es ist immer dasselbe Schauspiel Patrioten sein. Der„ Konfektionär" berichtet: Aberkennung auf die Tagesordnung zu sezen verlangt hätte. Um große Worte und fleine Thaten. 1894 und 1900 waren die Für die Ausrüstung der Chinatruppen find in letter geit verSocialdemokraten gegen die Börsensteuer, 1900 gegen den Zoll fchiedene Aufträge vergeben worden. Sie bestehen aus 110 000 Blusen diese Heldenthat zu ermöglichen, hatte es erst der unbändigen Geauf Cognac und echten Champagner, 1901 gegen die Schaumwein- und Hosen( 55 000 Blusen und 55 000 Hosen) aus Khalistoffen schwägigkeit Déroulèdes bedurft. Deffen neuliche Tischrede zum stenter. In Volksversammlungen wird gegen den Kapitalismus und aus dem grünunelierten grauen Militärtuch. Dieselben sind an ver- zweiten Jahrestag des Putschversuchs vom 23. Februar 1899 und die geldprogende Bourgeoisie" gedonnert, im Reichstage schiedene Firmen vergeben worden. Die Unternehmer müssen bei hat erst dem Kammerausschuß das Gedächtnis geschärft und fuchen sie aber jebe Heranziehung der Kapitalisten diesen Aufträgen einen schönen Verdienst haben, denn fie erhalten der republikanischen Stammermehrheit das Rüdgrat gestärkt. und des genußsüchtigen Prozentums zu verfür eine Zuchbluse, die die Betriebswerkstätten für 4,50 M. Hefern, Der Vorgang ist recht bezeichnend für die innere Unsicherheit hindern. Nach wie vor vertreten fie in Birtlich- 6.50 m., für eine Sthalibluse, für die die Betriebswerkstätten 2,60 M. der republikanijchen Verteidigungs"-Mehrheit. Im großen wie im feit die Intereffen der Börse und des Groß- erhalten, 4.50 M., für eine Tuchhose, die von den Betriebswerkstätten fleinen sucht sie vornehmlich ihre Ruh zu haben. Sie wird von Tapitals!" fir 1,75 W. geliefert wird, 2,75-3 M., für eine Sthalihoje, die von lähmender Angst erfaßt vor der Aussicht auf einen nationalistischen So viele Säge, so viele alberne unwahrheiten. Wir könnten den Betriebswerkstätten für 80 Pf. geliefert wird, 1,40-1,50 2. Radau. Zm gegebenen Fall fürchteten außerdem gewisse uns in Rücksicht der Darlegungen unfrer Vertreter bet der ersten Beratung des Schaumweinsteuer- Gefeßentwurfs im Plenum besichen Mörders des Gerrit b. Setteler fchreibt ein deutscher mit Ostasiatische Vergnügungen. Ueber die Hinrichtung des angeb- Elemente der Mehrheit, durch eine offene Solidaritätserklärung dem Urteil Reichstags damit begnügen, diese Art der Berichterstattung einfach es des Hochgerichts endgültig mit der tiefer zu hängen. Allein, da wir annehmen, daß einem Teil der Offzier an die„ Shein. Weft f. 8tg.": nationalistischen Demagogie zu verderben, was- besonders Centrumspresse in der Provinz nichts schäbig genug ist, um es den iederwahl gefährden tönnte. Diese Befürchtungen schwanden desto im Fall des Sturzes des gegenwärtigen Minifteriums- ihre Lejern vorzuseßen, da wir auch über die Sigungen der Kommiffion erst nach Schluß der Kommissionsberatungen einen zusammenfassenden iederwahl gefährden könnte. Diese Befürchtungen schwanden desto Bericht bringen wollen, halten wir jetzt einige Richtigstellungen für mehr, je problematischer ein Ministerwechsel wurde und je deutlicher verschiedene Nachwahlen den Rückgang des Nationalismus offenbarten. angebracht. Schließlich hat Dérouléde selbst durch seine Eingeständnisse nach träglich das Urteil des Hochgerichts gerechtfertigt, wie die nationalistische Preffe zähneknirschend konstatieren muß, und dadurch dem nationalistischen Radau in der Mandats- Aberkennungs- Debatte den Stachel genommen. Dasselbe Centrum, das noch vor wenigen Jahren sich in der entschiedensten Weise gegen das uferlose Auswachsen des Marinismus sträubte, das bei den Wahlen sich nicht wenig auf feine Flottenoppofition gütlich that, hat die bis jetzt für eine politische Partei un erhörte Schwenkung gemacht, indem es die Flottenvorlage in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit Gesez werden ließ.good Barolenotig mitgeteilt wurde, der Mörder En ay enthauptet An 81. Dezember, nachmittags 2,30 Uhr, follte, wie uns durch werden, der unsren Gesandten Freiherrn v. Ketteler getötet hatte. Natürlich mußten wir alle diefem denkwürdigen Moment bei wohnen. Gegen 1/23 Uhr kam ein einfacher Mandarineularren, auf dem vorne ein Soldat mit aufgepflanztem Bajonett faß. Drinnen faß der Mörder. Wie man ihn im September fing, soll er ein schöner, hochgewachsener Mensch gewesen sein. Er war ja auch Unteroffizier in der kaiserlichen Garde. Jezt sah er recht heruntergekommen aus. Der Karren hielt, um fofort von allen Seiten photographiert zu werden, ich stand 3 Schritt daneben und konnte den Mann recht gut Diese Debatte an sich bot kein besonderes Interesse. Ihr AusUm nun seine wähler über die Begleichung der Millionen fehen. Er schien mit seinem Schicksal recht zufrieden zu fein, seine gang stand von vornherein fest, sobald die heille Frage einmal rechnung zu täuschen, hatte das Centrum eine Hand voll Sand Bewachung soll er jeden Tag gebeten haben, doch endlich ein Ende angeschnitten werden durfte. Und der obligate Radau war auf ein nötig, die es denselben in die Augen warf. Dazu und nur dazu mit ihm zu machen. Wie ich genau sehen konnte, lachte er eigentlich Minimum reduciert, da Déroulédes Tischrede sämtliche Bestandteile hat es den Humbug der Schaumweinsteuer erfunden. Die Regierung, die sonst bereitwilligst auf ihr gebotene Steuer- dauernd. Einige Engländer photographierten ihn dicht am des nationalistischen Mischmasches, nicht nur die von Déroulède des pläne eingeht, mochte sich im voraus der Komödie, die mit Wagen, jedesmal streckte er dann, wie auf Kommando: Bitte recht Verrats bezichtigten Monarchisten, arg verschnupft hat. Nur der dieser Steuer getrieben werden sollte, bewußt sein. Sie freundlich! seinen Kopf heraus. war fich bewußt, daß der Ertrag dieser Steuer in Die Henfer wollten fofort an die Arbeit gehen und ließen bereits algerische Antijude", Firmin Faure, brachte es mit großer Mühe teinem Verhältnis zu den Ausgaben, wegen deren sie geden Delinquenten hinknien, jedoch der Striegsgerichtsrat G. Beutete ur Censur"-Strafe, zu seinem zeitweiligen Ausschluß von den dann zu seiner Entfernung durch die macht wurde, stand. Aber die flottenfreundlichen Liebesdienste des ihnen an: busche, busche! das heißt: noch nicht! worauf Stanmersizungen, und Den andren obstruktionsbereiten Centrums haben den Gegendienst der Regierung bedungen. Der fich der Chinese wieder gemütlich feinen alten Schafspela militärische Wacht der Kammer. und nach sechs Gefeßentwurf wurde an eine Kommission verwiesen. umbing und stumpfsinnig hintauerte. Endlich punkt 2,30 fam Nationalisten war jede Kampfluft vergangen Unfre Partei hatte nunmehr die Aufgabe, aus dem Entwurf Excellenz v. Leffel. Wie ich mich umbrehte. ihn zu grüßen, Stunden wurden die Obstruktions- Anläufe aufgegeben. Uebrigens verdankt F. Faure die„ Censur" eigentlich dem die den kleinen Winzer und minder bemittelten jab ich leider auch zwei europäische Damen in nächster Nähe Konsumenten schädigenden Bestimmungen zu be- als Zuschauerinnen, wie ich hinterher erfuhr, sollen sie von der Wunsche des reaktionär- parteiischen Kammerpräsidenten Deschanel, seitigen. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, beantragten unsre französischen Botschaft gewesen sein. Während der Hinrichtung sich einigermaßen in den Augen der Republikaner für seine übliche Genossen in der Kommission, daß statt der allgemeinen Steuer waren an allen Eden und Enden Photographen eine Staffel oder Wertsteuer angesetzt werde, und daß die ieder Nation in Thätigkeit. Nachdem der skopf gefallen war, grenzenloſe, geradezu unanständige Parteinahme zu Gunsten seiner reaktionären Hauptwähler zu rehabilitieren. Obst: Schaumweine, die in gewissen Gegenden Deutschlands ein wurde er fofort in dem Korb frei aufgehängt und letzterer an dem Gerüst befestigt, um später am Hattamer Thor als warnendes BeiMit der Aberkennung der beiden Mandate ist aber wohl auch Volfsgetränk find, ganz von der Steuer befreit werden. Die Mehrheit der Kommiffion mußte die Berechtigung unsrer Forde viel zu wirken. Auf die Chinesen machte der ganze Hergang gar der Mut der Kammermehrheit in Sachen Dérouléde erschöpft. Die teinen Eindruck. 19d unvorsichtigen Geständnisse der letzteren haben nämlich u. a. bestätigt, rungen anerkennen. Die Steuer auf Obst- Schaumweine wurde ganz bedeutend herabgesezt, die Staffelsteuer wurde nur vorläufig ab- Der Barbier von Kritsch und der entlarvte ,, Vorwärts" das gewisse Generale zu einem Pronunciamento gelehnt und zwar weil die Durchführung derselben Schwierigteiten Aus Kritsch kommt der Welt das Heil. Zwar ist der offenbar recht Zwar ist der offenbar recht bereit waren. Das senatorische Hochgericht hatte bereitet. Die Beteiligung der socialdemokratischen Kommissions- schöne Ort weder uns noch den uns zugänglichen Atlanten befant, fanntlich die Generale gefliffentlich aus dem Spiele gemitglieder an der Beratung trug nicht zur Verschleppung, das thut aber nichts zur Sache. In diesem Stritsch lebt ein Barbier jetzt. Selbst eine Konfrontation zwischen Déroulède und dem sondern zur Verbesserung des Entwurfs bei. Die Kölnische und diefer Barbier hat entdeckt, daß die Hunnenbriefe eitel Schwindel General Roget wurde ängstlich vermieden. Man fürchtete, Zeitung" hat in eingehender Weise über die Verhand feien. Die Leipziger Neuesten Nachrichten" haben sich zum Organ zu viel zu erfahren!... Jegt tann natürlich nicht mehr lungen berichtet und dabei sich wiederholt in anerkennender Weise der sensationellen Entdeckung gemacht und übermitteln sie ihrerseits davon die Rede sein, den Komplottprozeß wieder aufzunehmen. über die Socialdemokraten und ganz besonders über die technischen in folgender Form der Deffentlichkeit: Kenntnisse unsres Parteigenossen Wurm ausgesprochen, die sie als höchst wertvoll anerkannte. Gerade die Ausführungen des letzteren gaben dem Centrums- Steuerpfadfinder Müller- Fulda die Veranlassung das Gesetz verbessernde Anträge zu formulieren, die schließlich Annahme gefunden haben. beIn Kritsch in Böhmen erhielt ein Barbier von einem ihm be- Wohl aber wäre es geboten, die Teilnahme der Generale am die Schuldigen wenigstens auf freundeten Chinakämpfer aus Tientsin ein Schreiben, in welchem Romplott zu ermitteln, um der folgende Sas vorkommt: Leopold hat mir einen solchen disciplinarischem Wege unschädlich zu machen. Das wird aber nur Hunnenbrief, wie Du schreibst, gezeigt. Er ist im Vorwärts" von vereinzelten Stimmen in der Breffe verlangt. Genosse in Berlin gedruckt. Und der ihm denselben schidte, hat ihn ersucht, Breffensé von der„ Aurore" wird wohl vergebens warten, daß er soll ihm auch einen zweiten Brief schicken und die Sache nur ja die Regierung eine Enquête anordnet oder das auch nur in der recht graulig beschreiben. Dann kommt er auch in die Kammer die Frage angeschnitten wird.... Beitung, und das ist gut für unsre Partei, weil die Genosse Jaurès benutzt feinerseits Déroulèdes Geständnisse Socialdemokraten teinen Krieg wollen. Aber hier sieht es ja gar nicht wie Krieg aus und, was in dem„ Vorwärts" drin fteht, ist tein 2ort wahr.. west smie pole Wie plump das bayrische Centrumsorgan fein demagogisches Kunststücklein an den Mann zu bringen sucht, ersehen wir an der Darstellung, als sei die Einführung der Schaumteinsteuer nur ein Ersaz für die Salz- und Branntweinsteuer, welche das Centrum abzuschaffen beabsichtige. Ganz im Gegenteil wurde zum Nachweis, daß der Antisemitismus während der Dreyfus- Wirren das Werkzeug des Herzogs d'Orléans gewesen sei. Und die allvon unsrem Fraktionsredner im plenum erklärt, daß wenn fraglich sei, ob die Salzsteuer abgeschafft und dafür die Schaumweinsteuer eingeführt Wir fönnen eine zweite Mitteilung des besagten Leopold an den täglichen Dementis" Jules Guérins vom Clairvaux- Gefängnis aus werden follte, wir mit uns würden reden lassen. Das Centrum aber Barbier von Kritsch hinzufügen. Derselbe erklärte nämlich die social- find eher geeignet, jenen Nachweis zu verstärken. dia) will durch seine Komödie mit der Schaumweinsteuer nur unsrer demokratische Behauptung, daß in China überhaupt irgend ein Forderung, die Kosten der Flottenvermehrung durch deutscher Soldat zu finden fei, für eine freche socialdemokratische Paris, 7. März. Nachdem die Unterhandlungen der Freunde Einführung einer Reichs Ein Lüge! Déroulèdes mit denen Buffets gescheitert sind, hat Déroulede bes tommen und Vermögenssteuer zu decken, aus Erst hat man behauptet, daß die Hunnenbriefe Fälschungen schloffen, sich doch nach der Schweiz, nötigenfalls auch nach Brüssel dem Wege gehen. socialdemokratischer Redaktionen seien. Dann wies man die Berichte| zu begeben, um von Buffet Satisfattion zu verlangen. od Quist 05 Italien. Australischer Staatenbund. Aus Wellington( Neuseeland) wird gemeldet: Die Frage des Eintritts Neuseelands in den Australischen Bund" wird demnächst den Bewohnern auf dem Wege des Referendums unterbreitet werden. A BT50 joj Der Boeren- Krieg. In Johannesburg und Pretoria herrscht eine hoffnungs bolle Stimmung vor bezüglich der Wahrscheinlichkeit, daß die Feindfeligkeiten bald beendet sein werden. Man erwartet, daß die Boeren Die Initiative ergreifen werden, um Friedensbedingungen zu erTangen. Die Handelskammer in Johannesburg hielt am 4. März eine Sigung, bei welcher ungefähr ein Drittel der Mitglieder anwefend waren. Es wurde eine Kommission gewählt, welche sich zu Milner begeben und die Notwendigkeit hervorheben soll, daß er fämtlichen britischen Kaufleuten und Handwerkern gestatte, zurüdzutehren, damit der Handel wieder auflebe. 3d Idag sig Neue Truppensendung. sd sidont Ju England scheint man weniger hoffnungsvoll zu sein. Aus London wird die Absicht gemeldet, acht Compagnien Freiwilliger für Südafrika anzuwerben. Die Boeren setzen unterdeß den = Stadtv. Kreitling( N. L.) hält dafür, daß eine einmal rechts anhängige Sache von dieser Tragweite auch durch alle Instanzen verfolgt werden soll. Es folgt die erste Beratung des 4 Stadthaushalts- Etatsentwurfs M hätte im er fei, daß nach 8 Uhr noch gewählt worden sei. Was sagen nun die ist. Sollte Berlin wirklich einen Oberpräsidenten bekommen, Zanardellis Programm. Rom, 7. März. In der Depu wähler noch nach 3/49 Uhr gewählt haben. Der klassische Zeuge der in der Nähe des Rathauses liegt, ebenfalls antisemitischen Zeugen aus? Sie hätten aussagen müssen, daß so möchte ich uir wünschen, daß auch der Gutsbezirk, unter tierten Rammer find Saal und Tribünen start besetzt. will aber durch Vergleichen der Uhren fest- diese oberpräsidiale Aufsicht gestellt wird. Bei der Haltung Ministerpräsident 3anardelli verliest eine Erklärung des Mannes es etiva" Ministeriums und fährt dann fort, er würde bei der jezigen Lage gestellt haben, daß ein bis zwei Minuten der maßgebenden Körperschaften, der Ministerien und der Regierung tar. Schon dieser eine Punkt würde müssen wir leider eine noch größere Einschränkung der Selbstin der Kammer vorgezogen haben, die Ehre, ein Kabinett zu bilden, nach acht Uhr abzulehnen, da es ihm sehr schwierig scheine, ein Kabinett zu es rechtfertigen, das Ober- Verwaltungsgericht zur Nachprüfung zu verwaltung befürchten, als wir sie bie jegt zu beklagen hatten. Ebenso hinfällig ist der Einwand, daß durch Zurufe( Sehr richtig!) Der sogenannte Wasserkopf wird, fürchte ich, bilden, welches Dauer verbürge und im stande wäre, Auf- beranlaffen. Zur ein Operationsfeld für für strebsame Referenten. Obergaben von großer Bedeutung zu lösen. Da er sich jedoch irgend jemand in seiner Wahlfreiheit behindert worden sei. Zur ein wir werden die Geißel des neuen überzeugt habe, daß er sich, ohne Schwäche zu zeigen, nicht Stimmabgabe find nach der Instruktion nicht nur diejenigen be- präsidium werden, stärken der Ehre der Kabinettsbildung entziehen könne, habe er sich ent- rechtigt, welche sich um 8 Uhr im Wahllokal befinden, sondern auch Oberpräsidiums recht schwer empfinden. Hoffentlich schlossen und sich voll froher Zuversicht aus Wert gemacht. Das diejenigen, die sich wegen Raummangels im Vorraum dann die Eingriffe von oben her das Rückgrat der städtischen VerMinisterium werde seine Kräfte einer liberalen, reformatorischen befinden. Der Bezirksausschuß stellt nun allerdings den Grund- waltung. Minister v. Rheinbaben hat uns im Abgeordnetenhause Er begründete den AusPolitik weihen und durch feste und sich gleichbleibende Handbabung lag auf, es wäre geboten gewesen, die nach der Straße ein großes Kompliment gemacht. der Geseze jedermann Achtung vor den freiheitlichen Inftitu führenden Zugänge für die neu hinzukommenden Personen schluß der Socialdemokraten von fommunalen Aemtern damit, rechtzeitig perren zu laffen. Wo steht in der Städte- daß die Socialdemokraten in den Gemeindeverwaltungen quantitativ tionen abzunötigen. Das Ministerium werde bestrebt sein, für eine Ordnung, daß die Oeffentlichkeit für die Wahl oder die Ermittelung und qualitativ immer mehr hervortreten. Ich danke ihm im gerechte Handhabung der Verwaltung in Ges meinden und Provinzen fowie für Vereinfachung und des Wahlergebnisses auszuschließen ist? Eine Unregelmäßigkeit hätte Namen meiner Freunde für diese freundliche Anerkennung bielmehr stattgefunden, wenn die Oeffentlichkeit ausgeschlossen worden und daraus nur gewünscht, daß er schnelle Erledigung der öffentlichen Geschäfte Sorge zu tragen. Sum wäre. Das Ober- Verwaltungsgericht wird über die Qualität der Schlußfolgerungen gezogen hätte. Der Magistrat soll die Abdie richtigen Schluß fündigt Banardelli eine Reform der Gerichtsorganisation an. antisemitischen Zeugen und über den Wert ihres Zeugnisses zu dem sicht haben, eine Deputation mit der Borberatung dieser shiradim Rußland. selben Ergebnis tommen, wie ich. Es lebahe" tränkend, daß Sache zu beauftragen. Ich wünschte die Einberufung einer Ueber Studentenkrawalle in Petersburg wird berichtet: die Aussagen unsrer Beamten, des Wahlvorstehers, gemischten Deputation, denn gerade die von der Bürgerschaft Am Jahrestage der Aufhebung der Leibeigenschaft tam der Magistratsbeamten unbeachtet gelassen sind. gewählte Gemeindevertretung ist in erster Linie daran interessiert. allerdings die Exekutive, aber es zu Zwischenfällen zwischen Bolizei und Studenten. Zeptere waren Vor allen Dingen ist auch nicht die Spur eines Beweises Der Magistrat hat allerdings in der Zahl von 500 nach der Kathedrale gezogen und verlangten, erbracht worden, daß nach 8 Uhr noch eine Stimme abgegeben repräsentiert nicht den ausgesprochenen Willen der Bürgerman solle eine Seelenmesse für den Bar Alexander II. Iesen. Das worden ist. Deshalb sollten wir ruhig die Berufung einlegen.( Beifall fchaft, sondern nur einen destillierten Extrakt unsrer VerWas fammlung. wurde von den Priestern verweigert; die Polizei griff ein und nahm bei den Socialdemokraten.) die Warenhaussteuer betrifft, so sollten Massenverhaftungen vor; über 40 Personen wurden in Haft be= Stadtv. Mommsen( Freie Vereinigung= Fraktion Spinola) wir zuerst die Gewerbesteuerpflichtigen der vierten Klasse vollhalten. Auf den Straßen tam es vielfach zu Thätlichkeiten, einige spricht sich aus principiellen Gründen für die Berufung aus, desgl. ständig von der Gewerbesteuer befreien und den Nest den übrigen Klaffen fommen zu gute lassen.. Studentinnen follen erheblich verlegt fein. Unter den Studenten Stadtv. Caffel( A. L.) Die Ver nimmt die Gärung immer mehr zu und befürchtet man weitere Stadty. Kurt Ulrich( Bürgerp.) hält die Berufung für aussichts- mehrung der Einnahmen würde wesentlich gefördert werden, Ruhestörungen. los und bittet, deshalb von der Einlegung derselben abzusehen. Um wenn nach unsrem Antrage bei der Grundsteuer- Ordnung statt des Australien. 8 Uhr hätten auch die Vorräume zum Wabllokal abgeschlossen werden Nugungsertrages der gemeine Wert zur Grundlage genommen müssen; das sei aber nicht geschehen. Darin liege doch selbstverständ- würde. Unfre Ländereien in Charlottenburg bringen nach dem lich eine erhebliche Unregelmäßigkeit. Grundwert eine Einnahme von 5380 M., an Steuern bezahlen wir 6500 M. Unfre Ländereien in Rigdorf bringen eine Einnahme von 4805 Mart, an Steuern zahlen wir 3800 Mart.( Hört!) Es ist ganz verkehrt, Grundstüde steuerfrei zu lassen, solange sie Nachdem dann noch Stadtv. Barth( A. 2.) sich in demselben keinen Ertrag abwerfen, denn die Spekulation weiß Sinne ausgesprochen hat, wird die Einlegung der Be- sehr wohl, daß der Wert der Grundstücke inzwischen durch Straßenrufung fast einstimmig beschlossen. anlagen usw. erhöht wird. Was die Einnahmen aus den Straßens bahnen und den Elektricitätswerken aulangt, so erinnern Sie sich wohl meines Antrags, man möge durch Vertrag festlegen, daß eine Vermehrung des Aktienkapitals über die damals bestehende und des Etats der städtischen Werke für das Etatsjahr 1901. Attiensumme hinaus von der Genehmigung des Magistrats abhängig Stadttämmerer Maak: Der Etat erfordert in Gesamtausgabe gemacht werden müsse. Damals wurde dieser Antrag lebhaft 1081/2 Millionen, wovon 59 Millionen durch die drei großen schwan- bekämpft; ivas ich vorausgefagt, ist aber eingetroffen. kenden Steuern gedeckt werden müssen. Wir haben wiederum ge- Auf eine Gewinnbeteiligung der Stadt ist nicht zu rechnen. strebt, den Normalsteuersatz von 100 Broz. aufrecht zu erhalten. Mich beschleicht eine Empfindung des Neids, daß wir nicht Es ist auch diesmal gelungen. Die Grundsteuer ist mit 127 000. ebenso starte Juristen haben wie die Privatgesellschaften für 1 Broz. veranschlagt, 1 Broz. Gewerbesteuer beträgt( Heiterkeit), 11111 den Fußangeln dieser Gesellschaften zu 59 800 M.; die Einkommensteuer haben wir angesetzt mit entgehen. Ich wünsche ferner dringend, daß mit den Mietsschulen 311 850 M. für 1 Proz. Sonach werden aufgebracht durch und fliegenden Klassen recht schnell aufgeräumt würde. Das wäre 150 Proz. Grundsteuer 19 Millionen Mart Nußertrags der Grundstüde; 150 Proz. Gewerbesteuer ergeben das Volksschulwesen. Dies Schulelend muß schleunigst aus der 5,8 Proz. des eine sehr schöne Aufgabe für den neugewählten Schulrat für 8 907 000 M., die Einkommensteuer mit 100 Proz. 31 185 000 m. Welt geschafft werden. Jm vorigen Jahre haben wir mit 1 Kleinkrieg poltaiqyosd Das neue Warenhaussteuer- Gefeß ist am 4. August, gerade au großer Mehrheit einen Antrag angenommen, fort. Aus Kapstadt wird unterm 6. März gemeldet: meinem Geburtstag( Große Heiterfeit) in Kraft getreten. Als Ein- folcher Eltern, die sich die sich in ungünstiger wirtschaftlicher Lage Dreihundert Boeren machten gestern einen Angriff auf Aberdeen, nahmequelle tommt für uns diese Steuer nicht in Betracht, befinden, eine Erholung in den Sommerferien durch Ausflüge usw. wurden jedoch nach vierstündigem Kampfe zurückgewiesen; die Bedenn die Erträge sind bestimmt zur Erleichterung in den Gewerbe zu ermöglichen. Im Etat find dafür ganze 1500 Mart ausgefeßt. fagung hatte teine Berlufte. Nach Ueberschreitung des Oranje- fteuertlaffen 8 und 4, und könnten zunächst vollständig der Befreiung( hört! hört 1), das ist das Ergebnis einer focialen That", ein wahres Flusses wandte fich Dewet nordwärts in der Richtung auf der Klasse 4 gewidmet werden. Zu Gemeindebedürfnissen darf das Bettelgeld! Sie erinnern sich der famosen Millionenstiftung zu Ehren Philippolis. Malansa Schüßen, die anscheinend von Dewets Erträgnis nur insoweit benutzt werden, als das Soll das Gewerbe- des zweihundertjährigen Bestchens des Königreichs Preußen. Es wurden Corps detachiert waren, feuerten gestern bei Bioje sport auf fteuer Soll der Klaffen 3 und 4 übersteigt, und so etwas ist für von uns 6000 m. verlangt zur Verteilung einer Festschrift an die einen Bahnzug, wurden jedoch von einer auf dem Zug befindlichen Berlin wohl unmöglich. Die beiden Klaffen 3 und 4 haben oberen Klaffen der Gemeindeschulen. Ich werde Ihnen daraus Abteilung des australischen Kontingents zurückgetrieben. Eine 2 700 000 m. gebracht, die 10-12 Berliner Warenhaus Ceusiten einige Stellen vorlesen.( Unruhe.) Jawohl, zur Abwehr gegen Befeine feindliche Abteilung überfiel am 3. März Bella( Transvaal) werden diese Summe nicht erreichen. Die Veranlagung ist ja leidigungen und Verleumdungen, die in der Schrift gegen die große ind führte 4 Gefangene fort. überhaupt noch nicht durch; wir haben sie in der Etatsvorlage noch mehrzahl der hiesigen Bürgerschaft, gegen die Arbeiterschaft Ein Telegramm Kitcheners aus Pretoria besagt: 2ichten nicht berücksichtigt. Der Etat ist diesmal recht spät gekommen. enthalten sind.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Es burg ist von den Streitkräften Delareys angegriffen. Das( Sehr richtig!) Niemand kann das mehr bedauern, als wir heißt da: Auf Grund des allgemeinen Wahlrechts hatte Gefecht dauert den ganzen Tag fort. Zwei englische Offiziere felbst. Es wird aber alle Jahre schwieriger, die Etats auf der Arbeiterstand eine größere Macht gewomen und, bon wurden getötet. Die Garnison von Lichtenburg besteht aus 500 Mann zustellen. Die Werksetats haben auf die Balanciering den socialdemokratischen Führern aufgestachelt, fich die mit 2 Kanonen. Kitchener sendet Verstärkungen dahin ab. Die größten Einfluß, fie mußten vorweg erledigt werden; mit dem Etat ganze Arbeiterschaft zu Forderungen nach Gleichheit, nicht mir Boeren, welche Sonntag Bearston bejegten, non- Die etiva felbft also toute erst später begonnen werden. Außerdem hat der vor dem Gesez, sondern auch ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse. 700 Mann; diefelben hatten 2 Kanonen bei sich; die britische Gar- Gaseinheitspreis berüdsichtigt werden müssen; gerade der Gasetat Sie verirat den Slaffenkampf, befehdete alle befigenden Elemente, nison, die aus ungefähr 75 Mann bestand, verteidigte sich tapfer; mit seinem Aderlaß liefert erhebliche Mindereinnahmen für 1901; Ioderte die Grundlage der deutschen Gefittung, das Familienleben, allein der Feind war in Uebermacht. der Ueberschuß wird auf nur 31/2 Millionen gegen 61/2 Millionen für die Wurzeln der Kirche und war im Princip auch antimonarchisch. De Wet eingeschloffen? id 1899 zu schäzen sein. Trotzdem ist kein Etat tärglich dotiert worden,( Größe Unruhe.) Dazu kam, daß unreife Köpfe auf den fid Nach einer Depesche aus De Aar halten die britischen Truppen wie fich aus dem Gemeindeschul- Etat, den Bau- Etats usw. gewaltsamen Umsturz hinarbeiteten und daß 1878 fogar zwei Attentate Truppenflar ergiebt. Philippolis und umringen wieder De Wet, der auch jetzt wieder, Bei den Hochbauten muß ein wenig retardiert gegen den ehrwürdigen Kaiser Wilhelm I verübt wurden werden. Geknipst worden ist aber att den Hochbauten einer andern Stelle schildert der Verfasser der Denkschrift die Entwie üblich, seine Leute in kleine Abteilungen verteilt und sie nicht, vor allem auch nicht etwa aus dem Grunde, weil wicklung, die nach fener Zeit gekonimen ist, und spricht davon, zerstreut. Die Engländer verfolgen auch Krizinger, welcher wir sonst mit 100 Broz. nicht ausgekommen wären. Kämmerei- daß auf allen Seiten die Interessenpolitik hervortrat. Die KathoBeirston besezte, aber nicht bort blieb. Die Furt bei schulden haben wir nur 64 Millionen; von der 98er Anleihe stehen liken verfochten die Intereffen ihrer Kirche. Die Landwirtschaft trat Lillifontein, über welche De Wet und Steijn gingen, noch 34 Millionen zur Verfügung. Die Erhöhungen der Preise für in Gegensatz zu Industrie und Handel; einzelne Beamtenklaffen strebten war den Engländern gar nicht bekannt. Die Boeren bekamen sogar Brennmaterialien üben selbstverständlich auf sämtliche Etats, noch möglichst hohen Gehältern, und die Arbeiter suchten von den ihre Wagen hinüber, die Leute schwammen durch den Fluß. bor allem auf die Etats der städtischen Werke, ihre Arbeitgebern höhere Löhne und geringere Arbeitszeit zu erpressen." Wirkung. Dennoch ist u. a. der Aufschwung des Etats der( Große Unruhe; Bfuirufe bei den Socialdemokraten.) Bemerken Sie old Kapstadt, 6. März. Heute sind fünf neue Fälle von Best- Sanalisationswerke und Riefelfelder erfreulich, welche letteren wohl: die Beamten streben nach höheren Gehältern, die Arbeiter suchen erfrantungen, zwei Fälle von pestverdächtigen Erkrankungen sowie zum erstenmale, einen Ueberschuß aufweisen.( Heiterkeit.) bessere Arbeitsbedingungen zu er pressen.( Erneute Pfuirufe bei den sacht Fälle von Berührung mit Besttranten zur Anzeige gebracht Zum erstenmale ist ein Versuch mit einem besonderen Etat für den Socialdemokraten.) Ich muß sagen: Diese Säße verraten eine so worden. Ein Bestverdachtfall wird aus Stellenbosch gemeldet; der Hafen am Urban gemacht, der zunächst natürlich noch Zubußen er völlige Unreife der Fähigkeit, geschichtliche Dinge darzustellen, betreffende Batient ist ein Weißer. 11 to spil salons fordert. Ein bißchen krant ist auch noch der Etat für die Ablade- eine so tolossale Untenntnis der Verhältnisse der Stadt, pläge. Der Bersonal- Besoldungsetat in nach den Ge- in der der Verfasser lebt, daß kein Wort scharf genug ist, diese Art suht sad g meindebeschlüssen, die eine Reihe Angestellter zu städtischen Beamten von Arbeiterschmähung zu verurteilen.( Sehr wahr! bei den Socialgemacht haben, und infolge der eingeführten neuen Gehaltsstalen demokraten.) Wenn der Schulinspektor, der die Ereignisse miterlebt erheblich angewachsen. Ich bitte den zu wählenden Etatsausschuß, hat, den Arbeiterstand verantwortlich macht für die Attentate von den Etat wohlwollend zu prüfen. 1878( Rufe: Steht nicht darin!)... jawohl, es steht darin: von 10. Sigung vom Donnerstag, 7. März 1901, Stadtv. Kalisch( wild): Die Etatsaufstellung giebt zu be focialdemokratischen Führern aufgestachelt... wurden diese Attentate nachmittags 5 Uhr. sonderen Ausstellungen teinen Anlaß. Viel bedenklicher scheint mir verübt... Das ist genau so verrückt, wie wenn es z. B. jemand Vor Eintritt in die Tagesordnung macht Vorsteher Dr. Langer: der geplante neue Oberpräsident von Berlin, den die Regierung ein- einfallen wollte, das gestern verübte Attentat irgend einer Partei haus Mitteilung von dem gestern auf den Kaiser in Bremen ber- zuseßen gedenkt; auf die Hebung der Selbstverwaltung dürfte die oder einem Stande in der Bevölkerung zur Last zu legen. übten Attentat. Die Verwundung sei glüdlicherweise nur leichter Institution läum berechnet fein. Im einzelnen wünsche ich bezüglich Bergessen Sie das eine nicht, daß die Denkschrift Kindern in und ungefährlicher Natur, und eine Beruhigung sei es, daß der der Schulverwaltung, daß die beiden neuen und frischen Kräfte, die Hand gegeben wird, deren Väter zu dem Stande gehören, der Thäter ein eben aus dem Krankenhaus entlaffener Epileptiker welche wir an die Spitze gestellt haben. sich einmal unser höheres in der schmählichsten Weise verleumdet wird. Mit dieser Art gewesen sei. Mädchenschulwesen genauer ansehen und eventuell für Mädchen Geschichtsschreibung muß aufgeräumt werden; Herr Jonas sollte Stadtv. Schwalbe hat die Wahl zum Stadtschulrat an schulen sorgen, die sich an unfre Voltsschulen für Mädchen anschließen. fich für den Vertrieb dieser Art Litteratur einen andren Ort genommen. In der Armenpflege muß das Unterstügungswesen reformiert werden, suchen als die Berliner Gemeindeschule.( Zustimmung.) Wenn In verschiedenen Ausschüssen und Deputationen sind Stellen frei in der Waisenpflege warten wir immer noch auf die Statistik über es sich nicht um ihn handelte, den man übrigens von einer Seite geworden. Es werden durch Zuruf gewählt: in den Ausschuß die Säuglinge. Die rasche Vollendung des Krankenhauses in der die Kühnheit hatte, zum Stadtschulrat vorzuschlagen so für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten Stadtv. Klaar; Secstraße ist eine unbedingte Notwendigkeit. Von dem neuen Bart fönnte man darüber die Achseln mitleidig zucken; aber auch in das Sturatorium des Friedrich- Wilhelms- Hospitals und der im Norden auf den Wurzelbergen hört man immer noch nichts. der Oberbürgermeister hat sich dabei in gewisser Weise zum Siechenanstalten Stadtv. Meißner; in das Kuratorium der Daß im Bauetat nicht mehr so sehr die Straßendurchbrüche im Vorder- Mitschuldigen gemacht.( Bustimmung.) Herr Kirschner hat Oppermann- Stiftung Stadtv. Lippmann. Die übrigen Wahlen, zu grunde stehen, kann uns nur angenehm sein. Immerhin kann man den bei Beratung ber Millionenstiftung erklärt, er habe die denen je mehrere Meldungen vorliegen, werden auf die nächste Stat mit Befriedigung entgegennehmen. Die Abgaben von der Straßen Schrift zum größten Teil gelesen und habe den EinSigung verschoben. bahn und den Elektricitätswerten sind nicht gestiegen; insbesondere druck gewonnen, daß fie den Anforderungen an objektive Die Beratung der Ausschußvorschläge zur Vorlage wegen Be- werden wir auf Gewinnbeteiligung nicht zu rechnen haben. Aber Darstellung entspricht. Zur Ehre des Oberbürgermeisters nehme ich ivilligung von Ruhegeld und interbliebenen diese Einnahmen werden ja wohl in Zukunft wachsen. Auf die an, daß die citierten Stellen seiner Lektüre entgangen find. Dieser Versorgung für die nicht pensionsberechtigten Steigerung der Einnahmen der Stadt werden wir in nächster Zeit Vorfall muß eine Warnung sein für die Schuldeputation, in Zukunft städtischen Arbeiter setzt die Versammlung von der heutigen besonders bedacht sein müssen. solche Schriften nicht zu verteilen, und für uns, niemals die Mittel Tagesordnung ab. Stadtv. Singer( Soc.): Den Bienenfleiß, mit dem der Magistrat zu bewilligen, bevor wir von dem Inhalt Kemitnis genommen haben. Die Vorlage wegen Zahlung eines städtischen Beitrags zu den gearbeitet hat, verkenne ich nicht. Aber das Kollegium sollte so wie groß auch die sociale und politische Kluft zwischen uns sein mag, Regulierungskosten der Thornerstraße organisiert werden, daß uns das Resultat dieses Fleißes fo früh Sie werden alle nicht die Hand dazu bieten, daß solche Schriften verteilt zwischen Cotheniusstraße und Straße 16 Abt. XIII des Bebauungs- zeitig vorgelegt ward, daß wir rechtzeitig ein Wort mitsprechen können. werden, weil sie selbst nicht wünschen, daß, ich finde keinen andren der Arbeiterstand in so schamloser Weise verleumdet plans wird ohne Debatte gemäß dem Ausschußantrage angenommen. Der Sorgfalt behandeln, wie es unsre Pflicht ist. Bis zum 1. April fönnen wir diesen umfangreichen Gtat nicht mit Ausdruck Der Magistrat wird.( Vorsteher Langerhans: Ich rufe Sie für diesen Zur Beschlußfaffung steht sodann die Frage, ob gegen das scheint das Lob nicht vertragen zu können, das wir ihm vor 2 Jahren Ausdrud zur Ordnung! Zurufe: Aber wahr ist's doch! Erkenntnis des Bezirksausschusses, wodurch die wegen der rechtzeitigen Einbringung des Etats erteilt haben. Die Vorsteher: Wir wollen doch nicht mit solcher Heftigkeit Wahl des Stadtb. Glocke jezige Situation ist geradezu unhaltbar. Der Etatsausschuß sollte in über unsre Beamten sprechen! Ich komme nun noch kurz zu einer, Resolution den Magistrat ersuchen, den Etat fünftighin einigen Einzelheiten im Etat. Der gesteigerte Armen- Etat verspätestens anfangs Februar einzureichen.( Buruf: Gas- bürgt noch nicht, daß die Stadt ihren Verpflichtungen beleuchtung!) Daß die Verhandlung darüber stattfinden müßte, auf diesem Gebiete voll und ganz nachgekommen ist. Nicht wußten wir schon im vorigen Jahre. Hier muß Wandel geschaffen bloß die Fürsorge für die Waisensäuglinge, sondern die Vom Stadtv. Singer ist beantragt, die Berufung einzulegen. werden, wenn das Geldbewilligungsrecht dieser Verfammlung nicht Reform des Armenwesens überhaupt erfordert ein rascheres Stadtv. Stadthagen( Soc.): Der Bezirksausschuß meint, die zum wesenlosen Schein werden soll.( Sehr gut! bei den Tempo. Dasselbe gilt von dem Bau der Krankenhäuser. Der Wahl sei zu lassieren, wenn auch mur möglicherweise erheb- Socialdemokraten.) Das Gespenst des Spreepräfetten hat so stämmerer freut sich, daß wir keine Durchbrüche mehr im liche Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, wenn es möglich lange herumgespult, bis es endlich zur Wahrheit geworden Etat haben, ein früherer Kollege von ihm von ihm sprach sogar sonist Die Peft in Südafrika. is and to Kommunales. siliconas Stadtverordneten: Versammlung. raft st für den 44. Bezirk III, Abteilung entgegen dem Beschlusse der Verjammlung und entsprechend dem Antrage des Protesterhebers Amtsgerichtstanglisten Gleffe tassiert wird, beim Oberverwaltungsgericht Berufung eingelegt werden soll. An von der Romantik der alten Rosenstraße, des MühlendammS, des Krö�els usw.(Heiterkeit.) Wir haben gerade die Pflicht, den alten Stadtteilen durch Durchbrüche Licht und Luft zu schassen. Für die Bibliotheken und Lesehallen sind bloß 4000 M. mehr eingestellt, kaum ein Tröpfchen auf einen heißen Stein. Sparen konnte man im Magistrat an andren Stellen, an Straßenschmuck beim Besuch fremder Fürstlich- leiten(Oh! oh!). an Millionenspenden gelegentlich angeblich historischer Gedenktage usw.(Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Die den Bauräten noch zur Verfügung stehenden Summen sollten schleunigst verbraucht werden, um dein drohenden Gespenst der Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Auf dem Gebiet der socialen Fürsorge muß mehr geschehen, damit nicht Herr von Rheinbaben zum zweiteninale in die Lage kommt, eine Vorlage damit zu begründen, daß das Maß der socialen Für- sorge in der Kommune Berlin unzulänglich ist. Abermals erhebe ich an dieser Stelle die Forderung der Einsetzung eines socialen Ausschusses.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Oberbürgermeister Kirschner: Bis zu einem gewissen Grade bin ich ja für die Denkschrift des Dr. Jonas mitverantwortlich. Ich habe sie zum größten Teile, aber nicht ganz gelesen. Die heute citierten Stellen hatte ich nicht gelesen, und ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß ich das Wort.erpressen" in der Allgemeinheit, wie eS gebraucht ist, nicht billigen kann, und daß ich, wenn ich eine Stelle gefunden hätte, die die Socialdemokratie für die Attentate von 1878 verantwortlich machte, den Verfasser ersucht haben würde, die Stelle zu ändern.(Hört I 'und Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Ich freue mich, daß die socialdemokratische Partei ausdrücklich eine solche Verantwortlich- .keit mit dieser Entschiedenheit abweist, und ich freue mich auch der großen Lebhaftigkeit, mit der das geschah, weil sie beweist, daß das i sittliche Empfinden der Parteigenossen des Herrn Singer jene bedaner- lichen Vorgänge aufs schärfste verurteilt.(Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Aber die Aufregung über die Schrift im ganzen verstehe ich nicht, denn' sie ist sonst durchaus objektiv. Ein falscher Ausdruck kann unterlaufen, aber des- halb sollten nicht einem sonst verdienten Mann solche Vorwürfe gemacht werden. Ich kenne Herrn Dr. Jonas seit langen Jahren und habe an seiner Gesinnung, seiner Tüchtigkeit und seinem Wohl- wollen gegen die ihm anvertrauten Kinder die allergrößte Hochachtung. Stadtv. Momsen: Ich habe in der gerügten Darstellung nichts finden können, was zu der großen Aufregung des Herrn Singer Veranlassung geben könnte. Wir lassen' uns das Recht nicht nehmen, die Geschichte so darzustellen...(Zurufe: Wie Sie sie wünschen! Heiterkeit.) Gegen den Oberpräfidentcn von Berlin hat auch Herr Singer keinen sachlichen Einwand erheben können; die Sache ist eine reine Personenfrage und kann Berlin völlig gleichgültig sein.— Die von Herrn Singer angeregte Aenderung der Grundsteuerordnung habe ich früher schon vorge- schlagen, aber mehr Geld bekommen wir dadurch nicht. Das Ganze läuft schließlich auf eine Erleichterung der Hausbesitzer hinaus. Im Tiefbau- Etat haben wir unS offenbar nach der Decke strecken müssen. Der Personal- Etat fordert immer wieder zur Prüfung der Frage auf. ob die große Zahl der Be- amten, jetzt 1759, nicht doch etwas vermindert werden kann. Daß der Magistrat in der Frage der 5900 M. zur Verfügung des Borstehers nicht nachgegeben hat, freut mich; ich hoffe, er wird in dieser außerordentlich wichtigen Sache fest bleiben. Stadtv. Dr. Prcuß lN. L.): Der Gesamteindruck des Etats ist der. daß er noch gut ist, daß wir aber am Ende der gute» Periode stehen. In seinen Einzelbetrachtungen zum Etatsentwurf befürwortet Redner u. a. eine bessere Gestaltung der Skala für die Unter- beamtcn und die jetzt als Beanüe anerkannten Hilfsarbeiter. Die Steigerung der Einnahmen verlangsame sich, während an die Stadt dauernd neue, große Verpflichtungen herantreten. Dabei werde gegen das HerzunsrerSelbstverwallung ein System konzentrischer Angriffe gerichtet, vom Spreepräfekten bis zu den Eingriffen in die Sehulverwaltung. Dagegen könne sich die Stadt nur durch die Er- höhung ihrer Leistungsfähigkeit schützen. Es ist inzwischen Uhr geworden, und die Versammlung hat sich sehr gelichtet. Da der Vorsteher befürchtet, die Versammlung möchte beschlußunfähig werden, wird sein Borschlag, den Etatsausschuß sofort zu ernennen, angenommen. Dem Ausschuß gehören auch die Stadtvv. Bruns, Borgmann und Dr. Frendenberg an. Stadtv. Cassel(A. L.) mißbilligt auch seinerseits den Mißgriff eines Pädagogen, von„Erpressung" zu sprechen und die Socialdemokratre beziehungsweise die Arbeiter für die Attentate von 1873 verantwortlich zu machen, giebt aber Herrn Singer und seinen Freunden anheim, auch die Gefühle andrer Parteien in gleicher Weise zu schonen. Der Hinweis des Ministers von Rheinbaben auf die mangelhafte sociale Fürsorge in Berlin sei ganz unberechtigt. Mit scharfen Worten protestiert Redner gegen die immer erneuten Attentate der Regierung auf die Selbstverwaltung Berlins. Damit schließt die Generaldiskussion. Der Etat geht an den eben ernannten Ausschuß, der am Sonnabend 5 Uhr die erste Sitzung abhalten wird. Die übrigen Bcratungsgegenstände werden vertagt. Schluß VS10 Uhr._ GemorksllMftttchvs. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung der Barbier- und Friseurgehilfen. Eine Schädigung unsres Berufs soll die Lohnbewegung der Gehilfen sein, das behauptete vor kurzem die„Jnnungszeitung" der Barbiere. Wir können dem gegenüber nur bemerken, daß im Gegenteil die organisierten Gehilfen es sehr ernst mit der Hebung des Berufs nehmen. Bessere Arbeitsbedingungen bedeuten nach unsrer Meinung eine Hebung des Berufs. Der Lohnkommission wird weiter der Vorwurf gemacht, daß sie sich absolut nicht um ihr Handwerk kümmere, sondern nur lediglich darauf hinarbeiten, die Gemüter zu erregen. Wie wenig diese Behauptung zutrifft, ist daraus ersichtlich, daß eS die Herren Prinzipale nicht für nötig befunden haben/ auf Einladung der Kommission an einer Be sprechung. wie die Lage der Prinzipale und Gehilfen zu heben ist, teilzunehmen. Die Herren befürchteten wahrscheinlich, daß ihnen die Gehilfen die geradezu skandalösen Zustände, welche innerhalb unsreS Berufs herrschen, wie die miserabelsten Schlafstellen, die schlechte Beköstigung, vorhalten könnten. Kollegen I Die unberechtigten Anschuldigungen, die gegen die organisierte Gehilfenschaft erhoben werden, beantwortet Ihr am besten damit, daß Ihr der Organisation beitretet. Zeigt, daß Ihr gewillt seid, an der Aufbesserung unsrer Lage teilzunehmen. Die Lohnkommission. I. A.: Paul Kaiser. Da in der Schneidemühle von Frank u. Söhne bei Spandau eine große Zahl Arbeiter wegen zurückgewiesener Lohndrllckereien ausgesperrt sind, werden alle Arbeiter vor Zu- zug dorthin gewarnt. Kleine Mitteilungen. Die Filiale Süd-Ost des Verbands der Möbel- Polierer wählte in ihrer letzten Versammlung Berg als Bevollmächtigten. Als Delegierter zur nächsten Konferenz der Agitations-Kommission wurde von der Zahlstelle Berlin I des Verbands der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfs- arbeiter Schäfer gewählt. In die General- Versammlung des Metall- arbeiter-Verbands wurde von der Filiale Steglitz F e r d i- nand Pasche- Charlottenburg entsandt. Fn Finsterwalde dürfte eS im Maurergewerbe zu einem Lohn« kämpf kommen. Die Arbeiter haben die Erhöhung des Stundenlohns von 32 auf 37 Pf. verlangt. Demgegenüber lehnten die Unter nehmer jede Zulage ab und verpflichteten sich durch eine Kon ventionalstrafe. diesen Beschluß streng aufrechtzuerhalten. Der Streik der Nienburger Glasarbeiter entwickelt sich in größerem Umfange. Die Firma Heye hat 4 Oefen auslöschen lassen und dürften allein schon die Reparaturen mehrere Wochen in Anspruch nehmen, worauf sicher eine längere Dauer des Streiks zu erwarten ist. An zwei Oefen arbeiten 6 Arbeitswillige und ca. 69 Lehrlinge, von denen eine größere Zahl am 1. April auslernen und dann dem Ausstand sich anschließen wird. Auf der Wilhelmshütte sind keine Arbeitswilligen zu verzeichnen; die Lehrlinge können dort nicht beschäftigt werden. da keine Schürer und Pfleger vorhanden sind. Der Betrieb dieser Fabrik wird vollständig ruhen. Die Ausständigen hoffen, daß sie auf das Solidaritätsge'fühl der übrigen Arbeiter gestützt, den Streik mit Erfolg weiter führen können. Die Tischler werden ersucht, den Zuzug nach Wolgast fernzuhalten, da in der Fabrik von Kräft Lohndifferenzen aus- gebrochen sind. Ausland. Die Stadt Kopenhagen und die Streikklausel. Die große Aussperrung im Jahre 1839 hatte dahin geführt, daß 1. ein Teil der Arbeiten, die früher an private Unternehmer vergeben wurden, nun von der Stadt selbst ausgeführt werden; 2. daß ein kommunaler Arbeitsnachweis auf paritätischer Grundlage errichtet wurde, und 3. daß die Lieferungsbedingungen für die städtischen Arbeiten dahin ge ändert werden sollten, daß die Stadt sich vor den nachteiligen Wirkungen einer Aussperrung schützen kann. Letzterem enl sprechend hat nun der Magistrat Kopenhagens in Ueberein stimmung mit den Stadtverordneten beschlossen, daß in den LieferungS> Verträgen ein Passus einzufügen ist, ivonach nur solche Streiks zur Verlängerung der Lieferungsfrist berechtigen, die von Arbeitern ver- schuldet worden sind, und Aussperrungen von mehr umfassendem Charakter. Der Magistrat kann aber, heißt es dann weiter, auch unter solchen Umständen die Fortsetzung der Arbeiten vom Unter- nehmer verlangen bezw. deren Weiterführimg selbst übernehinen, falls die Unterbrechung der Arbeiten wesentliche Beschwerden für die Kommune oder die Einwohnerschaft mit sich bringt. In Montccau-lcs-MincS scheint es demnächst �zu VerHand lungen kommen zu sollen. Die Direktoren der Minen sind von Paris zurückgekehrt und haben mit dem Präfekten schon mehrfach lange Besprechungen gehabt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Direktoren von feiten des Ministerpräsidenten, von dem auch sie empfangen worden sind, auf die Notwendigkeit hingewiesen worden sind, Unterhandlungen mit dem Arbeitersyndikat in die Wege zu leiten. Diese sollen nahe bevorstehen. Ter Hafenarbeiter-Ausstand in Marseille. Gestern haben zwei Raffinerien ihren Betrieb eingestellt; viele Familien sind ohne Arbeit, mehrere gewerbliche Betriebe dürften die Arbeit aus Mangel an Kohlen und Rohmaterial einstellen, und es ist die Rede davon, gewisse Bureaubeamte der Slbifsfahrts-Gesellsckmftcn zu verabschiede». Die Zahl der Streikenden auf den Quais ist größer als gewöhnlich. Deutsches Reich. Grober Unfug. Das Schöffengericht in Vetschau ver- urteilte zwei Arbeiter zu je 9 M. Geldstrafe, weil sie bei einem Streik Posten standen. Das Gericht erblickte hierin den bekonnten groben Unfug.___ Socinleo. p Eine große Arbeitslosen-Versammlung in Leipzig, die von 2999 Personen besucht war. wurde nach einem Telegramm der „Volks-Zeitung" am Donnerstagvonniltag polizeilich aufgelöst. Die Demonslranlen zogen in großem Zuge durch die Stadt und wurden durch ein berittenes Polizei-Anfgcbot auseinandergesprengt. Die Konsumvereine sind von einer sächsischen Bahn b e h ö r d e als eine große Gefahr für die königslreue Gesinnung der Bahnarbeiter erkannt worden. In dem Orte F e i l i tz s ch an der unter sächsischer Verwaltung stehenden Strecke H o f— P lauen ivolllc der Konsuniverein Hof eine Filiale errichten. Den dort woh »enden Bahn- und Streckenarbeitern wurde vom Bahnmeister ver- boten, sich dem Verein anzuschließen. Als der Borstand sich darüber beschwerte, erhielt er von der Eisenbahnbau- Inspektion in Planen, gez. Wolf, königl. Baurat, ein Schreiben, worin mitgeteilt wird, daß der Bahnmeister seine Weisungen von dieser Behörde empfangen und pflichtmäßig befolgt habe.„Die betreffenden Arbeiter würden sich in Widerspruch mit ihren angelobte» Versprechungen setzen, wenn sie eine Veraiistaltung förderten, die wenigstens zum Teil von Social- demokraten ins Leben gerufen und erhalten iverden soll. Wir sind stolz darauf, daß uusre Bediensteten königstreue Ge siunung bewahren und gern und freudig im Dienst der Slaatsbahn verbleiben, die ihnen für alle Zeit gute Löhnung und wohlwollendste Behandlung sichert."— Wenn es Thatsache ist, daß die dortigen Eisenbahner ihre königS- treue Gesinnung betvahrt haben und gern und freudig für 2 Mark Tagelohn arbeiten, dann kann man sich ivohl vorstellen, daß so ein königlicher Baurat stolz ist auf diesen heut recht seltenen patriarchalische» Zustand; um so unbegreiflicher ist es dann aber, daß man es für nötig gehalten hat, diese köiugstreuen Arbeiter durch ein ausdrückliches Berbol an dem Eintritt in einen Konsumverein zu hindern. Das er- weckt doch den Anschein, als ob man die königstrcne Gesinnung nicht für allzu dauerhaft hielte und auch den Wirkungen der ivohl- wallendsten Behandlung iveniger Zugkraft zutraute, wie der möglichen Aufklärung darüber, daß die Bezahlung der Eisenbahner gegenüber den sonstigen Arbeitslöhnen eine geradezu klägliche ist. Die Abordnung einer Arbeitslosenversammlung in Magdeburg wurde vom Oberbürgermeister empfangen und über- reichte diesem die Resolution der Versammlung. Zur Mehrzahl der ausgestellten Forderungen verhielt sich der Oberbürgenneister jedoch ablehnend. Zngesagt wurde Berücksichtigung einheimischer Arbeiter bei Vornahme städtischer Arbeiten. Errichtung von Wärmchallen und (allerdings nicht mehr in diesem Winter) Vornahme von Notstands- arbeiten. Abgelehnt aber wurde die Verkürzung der Arbeitszeit in städtischen Betrieben auf acht Stunden und die Beschaffung von Kohlen, Kartoffeln, Brot und dgl. durch die Stadt und Abgabe an Unbemittelte zum Selbstostenpreis. Rußland in der Mandschurei. Während die andren Mächte lärmen, köpfen, Strafexpedittonen ausrichten, verfolgt Rußland geräuschlos fein Ziel weiter. Die Mandschurei ist vollkommen in den Händen der Russen; wohl werden sie von der formellen Annexion absehen, um die lieben Verbündeten nicht allzu sehr zu kränken, in der Praxis läuft es auf dasselbe hinaus. Die Eisenbahnen gehören ihnen, die Verwaltung haben sie in den Händen; von der Mandschurei auS sind sie immer in der Lage, einen weiteren Vorstoß nach dem Innern Chinas zu machen. Die Verbündeten versuchen nun, auf China einen Druck auS- zuüben. Großbritannien verlangt, daß China die Ratifikattonen de» VerttagS mit Rußland hinausschiebe, biS die Mächte darüber beftagt seien. Die Vereinigten Staaten haben den Kommissar R o ck h i l l an- gewiesen, sich mit den Verttetern der übrigen Mächte in Peking zu beraten. Rußland behauptet, daß die Mandschurei China zurückgegeben worden sei; indessen ist Obrigkeit und Ver- waltungsanfsicht russisch und nicht chinesisch. Das klingt fast wie eine Verhöhnung der lieben Verbündeten. Der Kaiser. In Peking soll ein kaiserliches Edikt veröffentlicht worden ein, welches anordnet, daß alle Edikte, welche zwischen Juni und August vorigen Jahres erlassen worden seien, an den Hof gesandt werden sollen, damit dieselben dort auf ihre Echtheit geprüft werden. Der Kaiser habe zweifellos die Absicht, einige derselben für falsck zu erklären, obwohl sie mit Genehmigung der Kaiserin- Witwe erlassen worden sind. Die Verhandlungen stocken. Aus Shanghai wird berichtet: Li-Hung-Tschang hat, wie verlautet, den Vice-Königen der südlichen Provinzen milgeteilr, daß die Friedensverhandlungen augenblicklich infolge des Protestes der Vertreter der Mächte gegen das russisch-chinesische Abkommen über die Mandschurei unterbrochen sind. Der Weltgeneralissimns beginnt, wie es scheint, sich ziemlich überflüssig zu fühlen, er will demnächst den Schauplatz seiner Thaten verlassen. Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Peking vom 6. d. M.: Feldmarschall Graf Waldersee beabsichtigt, sich am 14. d. M. noch Kiautschou zu begeben. Der dortige Aufenthalt soll 5 Tage dauern. Abermals ein Gefecht. Walderfee meldet am 6. März aus Peking: Compagnie Knörzer des 3. Regiments ist am 5. südwestlich Mantscheng auf 499 Mann scheinbar abgedrängter chinesischer Truppen gestoßen, die nach kurzem Gefecht unter Verlust von 50 Toten und zwei Fahnen völlig versprengt wurden. Von Tientsin ist am 3. unter Rittmeister Fritsche kleines Detachement auf Tshang, am 5. unter Oberstlieutcnant v. Arnstedt Detachement von drei Com- pagnien, einem Zug Reiler, einer Batterie und einem Zug Pioniere auf Aungtsing entsandt, um Räuberwesen zu unterdrücken. Vvtzke Nschvichken und Depeschen. Zum Unglücksfall des Kaisers. Bremen, 7. März.„Boesmanns Telegraphen-Bureau" meldet auS bester Quelle, die heute stattgefundene Vernehmung Weilands habe de» unzweifelhaften Eindruck ergeben, daß er die That unter dem Einfluß seiner geistige» Erkrankung vollbracht hat. Zunächst scheine erbliche Belastung vorhanden, da sein Vater seinen Angaben gemäß ein Saufer, seine Schwester krampfkrank ist und sein Bruder einen anormalen B r u st b a u hat. Er will bei Tisch manchmal Messer und Gabel kuzer Hond nach rechts und links geworfen haben. Diese Angaben habe» sich von der hiesigen Polizei nicht als thatsächlich konstatieren lassen, jedoch erklären Zeugen, welche ihn näher kennen, daß er ein geistig b es ch r än kter Mensch sei, der häufig an Epilepsie leide. Schweres Grubcn-Unglück. Gelfenkirchrn. 7. März.(B. H.) Ein Extrablatt der„Gelsen- kirchcner Zeitung" meldet: Auf Zeche Konsolidation. Schacht „Minna", fand heute nachmittag eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei anscheinend eine größere Anzahl von Bergleuten verunglückt ist. Um Vs6 Uhr abends waren sechs Schwerverletzte zu Tage gefördert. Von diesen ist mittlerweile einer gestorben.— Ein späteres Tele« gramm meldet: Außer den bereits zu Tage geförderten sechs Schwerverletzten sind noch fünf Leichen aufgefunden worden. Wie der„Boch. Anz." berichtet, wird die Zahl der Toten auf 19—12 geschätzt. »* Gelsenkirchen, 7. März. Wie bisher festgestellt ist, sind bei der Explosion schlagender Wetterauf der Zeche„Eon- solidation" LE Bergleute verunglückt, davon sind Iv getötet, 19 teils schwer, teils minderschwer verletzt. Man hofft, daß die Zahl der Verunglückten hiennit erscköpst ist. Bis 7 Uhr abends waren 5 Tote und 8 Schiververletzte herausgeschafft. Da der Stapel ein« gestürzt ist, kann man vorläufig an die übrigen Verunglückten nicht herankommen._ Aufgelöste Arbeitslosen- Versammlung. Leipzig, 7. März.v erden, als Amerika. Die erheblich höheren Preise der früheren Jahre lassen sich da- durch erklären, daß die Firma Krupp bei der völligen Unsicherheit der Aufträge hohe A m o r t i s a t i o n s k o st e n in Anschlag bringen mußte. Dieser Grund fällt weg, nachdem die F l o t t e n g e s e tz e bewilligt ivorden sind. Die Resolution ivird hierauf einstimmig gegen, die Stimme des Herrn v. Kardorff angenommen. Ebenso die betreffende Etatspofition nach dem Vorschlage der Kommission. Der Rest des Etats wird hierauf debattelos bewilligt. Nächste Sitzung: Freitag 2 Uhr.(Uufallfürsorge für Militärbeamte, BundesratSbeschluß über Gcnehmigungspflicht von .Ziegeleien-c.. kleinere Lorlagen.) Schluß 3 Uhr. AbgeovdnekenhNus. 43. Sitzung vom 7. März 1901, 11 Uhr. Die Beratung des Kultnsetats(höhere Schulen) wurde heute durch die Erwähnung des Unfalls des Kaisers unterbrochen. Dieser Teil der Sitzung nahm den folgenden Verlauf: Abg. Göbel(C.) tritt für die Erhaltung des humanistischen Gymnasiums ein.(Er scheint seine Rede abzulesen, bleibt auf den Tribünen unverständlich. Glocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Herr Abgeordneter, ich will nicht behaupten, daß Sie ablesen. aber ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß die Geschäfts- ordnung Mitgliedern des Hauses nicht gestattet, ihre Reden zu verlesen. Abg. Göbel(C.) fährt in seiner Rede fort, bleibt nach wie vor unverständlich und wird bald darauf durch ein Glockenzeichen des Präsidenten unter- krochen. Präsident v. Kröcher: Der Ministerpräsident läßt mir mitteilen, daß gestern Abend in Bremen auf der Fahrt vom Ratskeller nach dem Bahnhof Se. Majestät der Kaiser und König(die Abgeordnete» und Minister erheben sich von ihren Sitze») am Gesicht verletzt worden sind durch den Wurf eines eisernen Instruments, welches von einem an- scheinend unreife» Buben geworfen worden ist. Se. Majestät haben wenn auch eine nicht erhebliche Verletzung, so doch eine solche erlitten, daß Allerhöchstdieselben einige Tage werden zu Bett liegen müssen und daß die Wunde wird genäht werden müssen. Meine Herren! Ich weiß, daß Sie alle nnt mir über diese fluchwürdige That ebensolchen Abscheu empfinden, wie ich. Ich bitte Sie. dein dadurch Ausdruck zu geben, daß Sie mit mir ein- stimmen in den Ruf: Se. Majestät unser Kaiser und König, er lebe hoch l(Die Versammelten stimnien dreimal in den Ruf ein.) Abg. Goebel(C.) macht den Versuch, seine Rede fortzusetzen, bleibt aber bei der im Hause herrschenden Aufregung völlig unverständlich.(Gocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Die begreifliche Aufregung, in der wir uns alle be« finden, läßt es mir angezeigt erscheinen, Ihnen vorzuschlagen, die Sitzung tvenn auch nur auf eine ganz' kurze Zeit zu unterbrechen.(Allseitige Zustinimnna.) Ich schlage Ihnen vor, die Sitzung jetzt abzubrechen und Punkt �/sl Uhr ivieder zu be- ginnen.(Zustimmung.) Gegen 12 Uhr vertagt sich das HauS bis Uhr. Antisemitische Brotwucherer. Einer Gegendemonstration gegen die„Brotwucherhetze". wie es in der antisemitischen Ankündigung hieß, sollte eine Ber- sammlnng dienen, die an» Mittwochabend nach der Tonhalle ein- berufen war. DaS Kleinbürgertum ivollte man für die Zollpolitik deS Junkertums begeistern und zur Gefolgschaft für die agrarischen Wnchcrpläne aufmuntern. An genügender Reklame hatte es nicht gefehlt, und trotzdem verlief die Sache recht kläglich, wenn wir im Gegensatz dazu jene gewaltige Kundgebung der social- demokratischen Partei stellen. Den 30 Btrsammlungen in den größten Berliner Sälen stand ein Häuflein gegenüber, das nicht ein- mal den Saal der Tonhalle gänzlich füllte.' Die Teilnahme wäre gewiß eine noch viel geringere gewesen, wenn nicht die Arrangeure nebe» dieseui Thema den Ritualmord in Könitz und als drittes die Juden in Rumänien zur Besprechung gestellt hätten. Ein große» politisches Ragout, das außerdem die Sicherheit bot, eine unliebsame Drfrntte zu vermeiden, die den Brotwncherreden folgen konnte. Anfänglich wollte denn auch in die Bersammlung leine rechte Protest- stimmung komnien. der Herr Reichstags- Abgeordnete Werner hatte seine liebe Not, mit einigen Schlagern die Begeisterung zu heben. Das geschah aber mehr, als er seinem Unmut über die englandfreundliche Stimmung der Regiening und des Reichskanzlers Ausdruck gab. Bülolv versteht gut zu reden und manchem Sand in die Augen zu streuen, versicherte der Redner unter dem Beifall seiner Zuhörer. Der Nachweis, wer den Zoll tragen muß, schien weniger die Beifalllust zu entfachen, denn der Redner konnte doch nicht verschweigen, daß nach seiner Meinung wenigstens einen Teil deS Zollaufschlags auch der Konsument zu tragen hat. Wie das mit der Hebung des Mittel- stands zu vereinbaren ist, mag doch manchem Klemmeister und Kaufmann, denn Arbeiter waren in der Bersammlung wohl kaum zugegen, bedenklich erschienen sein. Mehr verstand eS der folgende Redner, ReichStags-Abgeordneter Gräfe, den richtigen Ton für die Versammlung zu treffen. Er wandte sich mehr der Judcnfrage zu in dem sicheren Gefühl, daß dort die starken Wurzeln seiner Kraft liegen. Auf den Handel und die Industrie kann sich ein Staat nicht stützen, setzte der Redner den Handwerker» auseinander. Ron: ist zu Grunde gegangen, weil an Stelle des Bauernstands der große Latifundienbesitz trat. Ahnlich liegt es bei uns, wo heute Bleichröder und Rothschild die Güter aufkaufen. Für das deutsche Volk handelt es sich darum, ob nicht eine Kinder die Stiefelputzer der Juden werden sollen. Stürmisches Bravo.) Die proletarisierten Arbeiterscharen werden nicht mehr im stände sein, Deutschland, wenn es in Gefahr kommt. herauszuhauen. Wer war es. der Brandenburg groß gemacht hat? Das war der Bauernstand I(Sehr richtig I) Die Reichspolitik ist nach außen nicht die Wege gewandelt, die uns sym- Pathisch sind. Lord Roberts, der den Schivarzen Adlerorden erhalten hat, verkörpert die Kreatur des Kriegs, der die christliche Kultur und Gesittung geschändet hat.(Lebhafte Zustimmung.) Wir haben in diese Angelegenheit der Krone nicht hinemznreden, sagt der Reichskanzler. Das wissen wir, das haben wir nicht gethan. 'o viel monarchisches Bewußtsein haben wir. Aber ich hoffe, daß eine Zeit kommen wird, wo wir uns wieder gemeinsam unter dein schwarzen Adler finden werden, dazu mag uns ?er Herrgott verhelfen I Damit wir sagen können: Der Herr hat Großes an uns gethan!(Tosender Beifall.) Nachden, so' der Brotwucher in Hurrnstimmung untergetaucht war. gab Herr Bruhn über seine Ritualmord- Recherchen in Könitz eine weitläufige Schilderung, die sich auf die gewagtesten Kombinationen stützte. Er weiß, daß das Verbrechen im Badehause geschehen ist. er hat die Spur des Mörders ermittelt— aber die Behörden haben sie nicht verfolgt.„Jetzt haben wir einen Staats- anwalt in Könitz", ruft Redner in gehobener Stimme,„ein andrer Mann als die bisherigen, sage ich Ihnen I"(Bravo.) Wenn der Staatsanwalt sagt, er habe gegenwärtig noch keine Beweise ür die Schuld LewyS. dann ist das der Standpunkt, auf dem wir tehen: Moritz Leloh ist derjenige, der Winter an den Thatort gelockt hat. Hinter den Behörden hat das jüdische Berwirrungskomitee gearbeitet.— Herr Hirsch Hildesheimer, der schon in dem Xantener Prozeß eine Rolle spielte. Redner erzählt dann, daß gegen ihn eine Anzahl Anklagen ivegen Beleidigung erhoben sind. Somit dürste ihm wohl Gelegenheit geboten werden, seine kriminalistischen Studien zu veriverten. Könitz hatte die Zuhörer noch zusammen gehalten, als aber der letzte angesagte Referent, Redacteur B ö ck I e r, die Schäudlichkeiten der rumänischen Juden aufdeckte und mit behaglicher Geschwätzigkeit erzählte, welch Wohlthätigkeitsschwindel in. Berlin getrieben wird. wie sogar Graf Hochberg, der Intendant der königlichen Theater, für die rumänischen Juden eine Einladung zu einem Wohlthätigkeits- konzert unterzeichnete: da erlahmte das Interesse und einer nach dem andren verschivand. Dem guten Beispiel schloffen wir uns an. Verlammlungen. Charlottenburg. Am Dienstag bormittag fand in der Gambrinus- Brauerei eine Arbeitslojenversammlung statt, in welcher Frl. Imle das Referat übernommen hatte. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag sprachen noch einige Distuffionsredner. Darauf wurde eine Kommission von drei Mitgliedern gewählt, welche an den Magistrat und die Stadtverordnetenversanımlung eine Betition um schleunige Vornahme öffentlicher Arbeiten, durch welche die in Charlottenburg bestehende Arbeitslosigkeit be: seitigt oder doch erheblich gemildert werden kann, einreichen soll. Die Petition an deu Magistrat foll dem Oberbürgermeister persönlich überbracht und schleunig eine neue Versammlung zur Berichterstattung einberufen werden. Auch sollen die socialdemokratischen Stadtver: ordneten aufgefordert werden, den Magistrat zu interpellieren, warum die Arbeiten an städtischen Bauten noch nicht wieder auf genommen sind. N. G. 71. 1.- 3. Nein. Sollte bereits ein " *) Roggen, gut +) Gerfie, gut " mittel gering Safer, gut Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Wetzen, gut D.- Ctr. mittel gering -க 7,- 5, " Rindfleisch), Keule 1 kg 1,60 1,20 do. Bauch 1,30 1, " " " 14,40 Schweinefleisch 1,60 1,20 " " mittel gering " Kalbfleisch " 1,80 1, " " 1,60 1, " " mittel 15,40 14,70 14,60 13,90 13,80 13,10 15,90 15,40 15,30 14,80 2,60 2, 60 Std 5,20 3, 1 kg. 2,20 1, 2,80 1,20 Bander 2,50 1,20 gering 14,70 14,20 Hechte 2,40 1, " Nichtstroh Heu 7, 6,66 Barsche " 1,80 0,80 8, 5,40 Schleie 3,-1,20 40, 25, 45, 25, 70,-30, Bleie Krebse 1,20-, 80 per Shot 12,3, " Erbsen Speisebohnen Linsen M. B. 99. Warum schlagen Sie nicht selbst im Adreßbuch nach? von Ihnen dargelegte Fall kann als Unterschlagung erachtet werden. Wilfe, Moabit. 1. Wiffen wir nicht; ist aber nicht wahrscheinlich. Unterschlagung fann mit Gefängnis bis zu 3 Jahren und, wenn das Vors Gegen den Brotwucher protestierten am Dienstag auch die 2. Der Schulbesuch muß fortgesetzt werden bis zur Beendigung desjenigen handensein mildernder Umstände angenommen wird, mit Geldstrafe bis zu Schulkursus, der während der Vollendung des 14. Lebensjahrs läuft. 900 M. bestraft werden. H. Seidler. Der Hausreiniger hat die Karte centralisierten Handels- hilfsarbeiter, Hausbiener 2. N. 60. Nach dem in Betracht kommenden Celleschen Stadtrecht vorzuzeigen, er ist versicherungspflichtig. M. P. 30. Uns nicht bekannt. und Packer. Nach einem sehr ausführlichen Referat des Genossen von 1537 erhält die Mutter Kindesteil. Ihre Anfrage fonnte nicht eher R. S. Ist nichts vereinbart, so beträgt die Kündigungsfrist für DienstKotte nahm die Versammlung eine dahingehende Resolution mit beantwortet werden, weil das Cellesche Stadtrecht nachgeschlagen werden mädchen, die auf unbestimmte Zeit oder auf Jahr gemietet sind, sechs dem Antrage an, daß dieselbe der socialdemokratischen Reichstags- mußte. Trautwein. Das Gesuch um Aufnahme des nicht preußischen Wochen zum Ersten des Quartals. Bei Dienstmädchen, die monatsweise geFraktion unterbreitet werden soll. Ferner wurde noch zur Ueber- Deutschen in den preußischen Staatsverband ist in Ihrem Fall an den mietet sind, ist Kündigung bis zum fünfzehnten zum Ersten des Monats zuwachung des Neunuhr- Ladenschlusses eine zwölfgliedrige Kommission Regierungspräsidenten zu richten. Die Aufnahme geschieht fostenfrei. Ein lässig. V. C. 87. Nein: weder der Vater noch der minderjährige Sohn Beispiel für solchen Antrag ist etwa:„ Ich bin sächsischer Staatsbürger und haften für die Zahlung von Ratenzahlungen für eine dem Sohn aufgewählt. habe mich in Onedlinburg ausweislich der anliegenden polizeilichen An- geschwatte Ware. J. B., Graudenzerstraße. Falls Ihr Vertrag nichts meldung niedergelassen. Ich beantrage, mich in den preußischen Staats- Gegenteiliges bejagt, haben Sie die Mietssteuer in Ihrem Falle nicht zu zahlen. verband aufzunehmen." W. M. Kommen Sie in die Sprechstunde. A. G. Grünen. Der Wirt könnte möglicherweise gewinnen. Zahlen Marktpreise von Berlin am 6. März 1901 Sie die Miete, fordern Sie den Wirt auf, die Mängel in einer angemessenen, nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Sie nach Ablauf dieser Frist die Mängel auf seine Kosten abstellen lassen von Ihnen zu bestimmenden Frist zu beseitigen, und teilen ihm mit, daß Kartoffeln, neue, D- Ctr. würden und handeln Sie dieser Ankündigung entsprechend. A. E. 12. Sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde am Montag oder Freitag bor; es fehlt jede Angabe darüber, wo der Tod erfolgt ist, in welchem Verwandschaftsverhältnis Sie zu dem Verstorbenen stehen, ob ein Testament vorliegt usw. Ohne Angaben hierüber sind derartige Erbschaftsanfragen nicht zu beantworten. Brozeß angestellt sein, fo sprechen Sie mit den auf denselben bezüglichen Papieren in der juristischen Sprechstunde gelegentlich vor. x. 9. Nein. 23. R. 97. Ein Anspruch auf Entschädigung steht Ihnen nicht zu, weil die Kündigungsfrist ausgeschloffen ist. F. M. 1. Ein Anspruch auf Rückerstattung steht der Mutter leider nicht zu. Bolte, Büsching R. R. 129. Ja. G. R. 100. 1. Beide stehen in straße. Nein. demselben Rang. 2, Das ist in den verschiedenen Staaten verschieden. Winter. Die Militär- Renten sind nicht für alle Fälle dauernde. Es find ja im Gesetz selbst verschiedene Arten aufgestellt. Sollten Sie das Gesetz nicht befizen, so wiederholen Sie wohl Ihre Angabe unter Mitteilung, wie der Rentenbescheid lautet. Schröder. 1. Schwerinstage heißen die Tage, an denen das Parlament aus eigner Initiative hervorgegangene Anträge berät. Auf Antrag des Grafen Schwerin wurde zuerst im Abgeordnetenhause ein besonderer Tag( in der Regel Mittwoch) für solche Anträge reserviert. Dieselbe Gewohnheit hat der Reichstag. 2. Nein. 3. Das ist Polizeiverordnung, nicht Reichsgeseh. 4. Strafbarkeit läge nicht vor. 5. Der Betreffende lebt wohl noch in Aiblingen in Oberbayern. B. G. K. Für den Fall eines Rücktritts müßten Sie die fehlenden Flaschen und Gläser ersetzen. M. Nr. 18. Eine solche Ausweisungs: berfügung fann leider ergehen, wenn es sich um eine neu Anziehende handelt. Beschwerde ist zulässig und wäre an den Oberpräsidenten zu richten, aber bei dem Polizeipräsidium( innerhalb 14 Tagen nach Empfang der Verfügung) abzugeben. Durch die Beschwerde wird die Verfügung vorab gehemmt. Erfundigen Sie sich genau, wann Ihre Schwester dort zugezogen ist und wo sie vorher gewohnt hatte und sprechen Sie dann in der Sprechstunde vor: arbeiten fann Ihre Schwester auch an dem Ort, an dem Wohnort zu nehmen ihr untersagt ist. Paul 2. 1. Nein. 2. Gering fügige Fehler, die die Tauglichkeit zum Militärdienst vorab beeinträchtigen. 333. 1. Die mündliche Verhandlung ist mit Geldkosten verknüpft; die Höhe der Kosten richtet sich nach der Höhe des Objetts, die vom Gericht festgesetzt wird. 2. Es sind die alten Bedingungen geblieben. Pankow. Nach der altpreußischen für Berlin und die Provinz Brandenburg gültigen Gesindeordnung fann die Herrschaft Rückgabe der Weihnachtsgeschenke ver langen, wenn das Dienstmädchen innerhalb des Dienstjahrs fündigt. Hat Ihre Schwester am 1. April den Dienst angetreten, so fann also die Rüdforderung verlangt werden, wenn sie vor dem 1. April den Dienst verläßt, hat sie am 1. Oktober den Dienst begonnen, so kann die Rückforderung bis zum 1. Oftober geltend gemacht werden. Nur das Geschenk selbst, soweit es sich noch im Besitz Ihrer Schwester zur Zeit der Rückforderung befand, nicht der Wert des Geschenks kann verlangt werden. D. M. 3. Der Lichtenberg. Gegen den Brodwucher erhoben die Frauen und Mädchen von Lichtenberg durch einstimmige Annahme der Berliner Resolution Protest und forderten die Gemeinde- Organe auf sich diesem Protest im Interesse der Einwohner Lichtenbergs anzuschließen. Frau Ihrer, die in 11/ 2stündigem Vortrag das Treiben der Agrarier geißelte, fand in der von cirka 600 Frauen besuchten Versammlung stürmischen Beifall. Friedrichshagen. Am 2. März tagte hier eine gut besuchte Volksversammlung. Reichstagsabgeordneter Stadthagen referierte über: Wohin steuern wir?" Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrage wurde die bekannte Resolution gegen den Browucher angenommen. Verein für Voltshygiene. Freitag, den 8. März, abends 8 Uhr: Profeffor Dr. J. Lazarus:" Bericht an den Arzt über Beobachtungen am Kranten". Die Teilnahme an den Vorlesungen, deren zehn je einen Kursus bilden, und welche im Architektenhaus Saal B möglichst mit De monftrationen abgehalten werden sollen, steht jedermann frei gegen ein Honorar von 5 M., wofür Eintrittstarten im Hof- Antiquariat von Emanuel Mai, Leipzigerstr. 113, Eingang Mauerstraße, zu haben sind. Für Un bemittelte ist in der Verwaltungsstelle des Vereins, Maaßenstr. 23 II, auf briefliches, nicht persönliches Ersuchen, eine Anzahl Freifarten reserviert, und erhalten dort ferner die Mitglieder der Ortsgruppe Karten für den ganzen Kursus zum ermäßigten Preis von 3 M. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. A. S. 84. Unbekannt. Fragen Sie in einer großen Buchhandlung nach. W. T. Eine derartige Parteibibliothek ist leider nicht vorhanden. Die Geburt eines fräftigen Jungen zeigen an 91/14 Berlin, den 6. März 1901. Dr. Karl Liebknecht Julie Liebknecht geb. Paradies, Kaiser Wilhelmstr. 19. Verein socialdemokratischer Gast- u. Schankwirte Berlins und Umgegend. Am Montag, den 4. b. M., starb nach langjähriger Krankheit unser Mitglied, Kollege [ 69/6 August Jnsinger. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 5. d. M., starb nach jahrelanger Nervenkrankheit unser Genoffe [ 214/1 Am Mittwoch, den 6. März, verschied nach jahrelangen, schwerem Leiden meine gute, brave Frau, unfre liebe un vergeßliche Mutter, Tochter und Tante 29866 Elise Kensberg geb. Freund im 44. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten, um stille Teilnahme bittend, tiefbewegt an. Emil Kensberg, Wallnertheaterstraße 14, pt. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. März, 312 Uhr, von dem Friedhof der Frei religiösen Gemeinde, PappelAllee aus statt. Danksagung. Wir sagen hiermit allen Freunden und Bekannten sowie den Kollegen der Firma Spinn u. Sohn, dem *) ab Bahn. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 7. März. Am heutigen Getreidemarkt war der Verkehr luftlos und eher schwach. Später trat auf höhere Budapester Die Lieferungspreise für Weizen und Notierungen 25 Befestigung ein. Roggen, die je um einige Pfennige niedriger einfesten, zogen später an, fo daß die gestrigen Schlußpreise um 25 Pfennig überstiegen wurden. Reichliche Angebote aus dem Inlande und russische Roggenofferten blieben ohne Einfluß. Safer war leicht abgeschwächt. Rüböl gab auf Paris um 0,50 M. nach. Spiritus. 70 er Locospiritus war unverändert. Witterungsübersicht vom 7. März 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke winembe 748 Wetter 4 Schnee 744S 748 Hamburg Berlin Franff./M. 750 SW München Wien Temp. n. 6. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 1 Haparanda 753 SO 3 Petersburg 3 hlb.bed. 4 Cort 4 hlb.bed. 4 wolfig 4 Aberdeen 5 bedeckt 1 Baris 750 NM 7370 Wetter 4 Schnee 2 wolfig Temp. n. 6. 5° G.= 1° R. 242 5516.beb. 7 3 blb.beb. 751 NNW 3Hlb.bed. 753 753 Still- woltig Wetter- Prognose für Freitag, den 8. März 1901. Beitweise heiter, vorherrschend wolkig und regnerisch bei ziemlich frischen südwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. Verband der Sattler und verw. Berufsgen. Deutscher Holzarbeiter Verband. Branchen- Versammlungen der Berliner Mitglieder. Filiale 1: Geschirr- und Galanterie- Branche. Sonnabend, 9. März, abends 8½ Uhr, im Englischen Hof. Tagesordnung: 1. Das Verhalten der Innung unsren Forderungen gegenüber.. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Filiale II: Treibriemen- Branche. Sonnabend, den 9. März, abends 9 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33. Filiale III: Koffer- und Taschen- Branche. Dienstag, 12. März, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus ( Saal VIII), Eugelufer 15. Filiale IV: Militäreffekten- Branche. Sonnabend, 9. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus Metallarbeiter Verbande und dem Gefangverein unfren besten Dank für ( Saal VIII), Engelufer 15. die rege Teilnahme an der Beerdigung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Th. Metzner über: Arisen, unsres lieben Bruders, Neffen und ihre Ursachen und Wirkungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Cousins Otto Helpinski. Emil Helpinski. 29876 Rosalle Schmäcke geb. Helpinski. Frau Stiller. Karl Ferdinand. + Auguft Infinger Herren- Vortrag im Alter von 44 Jahren. Die Beerdigung findet am Sonntag: vorm. 10 Uhr von der Leichenhalle des städt. Friedhofs in Friedrichsfelde + Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über:„ Sogenannte unheilbare Männer leiden" Freitag, den 8. März, abends 1/29 Uhr, in der Kronenbrauerei, AltMoabit 48. Nur Herren! Eintritt Filiale VI: Wagen- Sattler. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Sigung der Ortsverwaltung. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde. 79/2 Sonntag, den 10. März, nachmittage 12 Uhr, in Habels Brauerei, Bergmannstraße 5-7: Volks Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Lokalfrage in Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde und die Stellung der Arbeiterschaft zu derselben. 2. Diskussion. Es wird erwartet, daß auch die Berliner Genossen, welche besonders im Sommer viel unsre Ortschaften besuchen und somit ebenfalls ein Interesse an der Lokalfrage haben, in dieser Versammlung vertreten sind. 202/6 Der Einberufer. Central- Verband der Elektromonteure und Berufsgen. Deutschl.( Sektion Berlin u. Umg.) Montag, 11. März, abends 81/2 Uhr, bei Herrn Nümann, Brunnenstr. 188: Dienstag, den 12. März, abends 8½ Uhr, bet Mörschel, Ausserordentl. Mitglieder- Versammlung. Jüdenstr. 35-37. Um zahlreichen Besuch ersuchen Die Vorstände. Montag, den 8. April( 2. Osterfeiertag): Gemütliches Beisammensein aus statt. Um rege Beteiligung ersuchen frei! Steine Zellersammlung.( 29685 Konzert. Die Vertrauensleute des 4. Berl. Wahlkreises( Osten). Tischler- Verein zu Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, Herr August Haring, Friesenstr. 27, am 5. März verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonn tag, den 10. März, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Alten Jakobi- Friedhofs( am Rolltrug) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 198/7 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Todes Anzeige. Mittwoch, den 6. März, verstarb an der Schwindsucht unser Mitglied, [ 112/13 ber Schloffer Auktion. Faft neue Knopflochmaschine, Schuhmacher.[ 29936 und Sattlermaschinen fowie Möbel zc. gelangen heute, den 8. März, nachm. 22 Uhr, Holzmarktstr. 66 zur Versteigerung. C. A. Hilbrich, Auft., Holzmarktstr. 66. 30 Mark elegante Herren- Anzüge nach Mass, 30 Mark hochfeine Sommer- Paletots nach Mass. Für 10 Mark hochelegante Beinkleider nach Mass,( 887L* guter Stoff, tadelloser Sitz! 14 Krausen- Strasse 14, 1 Tr. Kein Laden. 1 Tr. 156/14 im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Auftreten der Geſellſchaft Strzelewicz. Ball. Eröffnung 42 Uhr. Anfang 51/2 Uhr. Entree 30 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Bf. nach. Das Vergnügungskomitee. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 10. März 1901, vormittags 10 Uhr: Mitgliedsbuch legitimiert. 58/ 9* Es ist Pflicht der Kollegen, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Zahlstelle I am 15. März von Linienstr. 96 nach Brunnen str. 188 verlegt wird. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 9. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Lipke, Melchiorstraße 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegen. heiten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. NB. Die Mitglieder werden ersucht, im eigensten Intereffe die§§ 3 u. 4 des Krankenkassen- Statuts genau zu beachten. Der Vorstand. Regem Besuch der Versammlung sieht entgegen Sonntag, den 7. April( 1. Osterfeiertag), im neuen Saal des Herrn Max Kliem, Hafenheide 13: Allgemeine Versammlung Gr. ber Heizungs-, Gas- und Wafferrohrleger u. Helfer im Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15. Tages Ordnung: humoristische Soiree der Norddeutschen Sänger ( Zimmermann, Steinhardt, Stobbe, Stangenberg, Stechert, Focke u. Böhnisch). Anfang 6 Uhr. Konzert und Ball. Entree 30 Bf. 1. Bortrag des Kollegen Adolf Cohen. 2. Diskussion. 3. Wer zu haben. Der Ertrag flieht in den Extra- Unterstützungsfonds für bandsangelegenheiten. Sonntag, den 10. März 1901, vormittags 10 Uhr: Billets find in der Versammlung und bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern hilfsbedürftige Mitglieder. In Anbetracht des humanen Zwecks bittet um vollzählige Beteiligung der Mitglieder und deren Angehörigen 198/8 Der Vorstand. Versammlung der Wickler und Isolierer Achtung, Görbersdorfer!| Radeberger Bock im Rolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: Die angesetzte Versammlung tann am Sonntag, ben 10. b.., nicht Bierhaus zum Erlanger, 1. Vortrag bes Rollegen Scheffler über: Unternehmerfreuben und stattfinden, sondern am Sonntag, ben Arbeiterlos. 2. Distuffton. 3. Wahl einer Agitationstommiffion. Sonntag, den 10. März er., vormittags 10 Uhr: 17. b. m., wegen Saalfrage. 285/20 Die Kommiffion. tt. Maschinisten- Anzüge Bezirksverfammlung für Ober- Schöneweide Breslauer Korn Richard Katt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 9. März, nachmittags 4 Uhr, in Landsberg a. M. statt. Die Ortsverwaltung. Anzug 3,00 und 5,50 Mk. Jacken 1,50 und 2,75 Mk. Hosen 1,50 und 2,75 Mk. Carl Stier, 7852*] Oranienstr. 166. im Lokal des Herrn John, Wilhelminenhofstr. 19. Sonntag, den 10. März cr., vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Mörschel, Jüdenstr. 35: Morgensprache der Silberpolierer. 112/14 Die Ortsverwaltung. a Ltr. 60 Pf., 80 Pf., 1,00 f. a Ltr. Jagd Korn 1,50 M. Paul Oranienftr. 113/114. Bodorden u. Bodmüßen gratis.[ 8379* Elektra- Abendkurse März. Praktische u. theoretische Aus: bildung für alle Zweige der Elek trotechnik. Keine Vorkenntnisse. Beugnis. Glatzel, Breslau X. metbungen Bringenſfer. 55. Getreide- Korn- Brennerei.[ 142/ 5* Einfegnungs- Anzüge 12-27 M. M. Schulmeister, Schneidermeister, von Dresdenerstr. 4 am Kottbuser Thor.[* Früherer und jetziger Preis ist an jedem Stück vermerkt. Streng feste Preise! Theodor Büsing ( früher Jacques Raphaëli Inh. Th. Büsing) An der Spandauer Brücke 2( beim Bahnhof Börse, nahe dem Hackeschen Markt). Vor dem Beginn meines Umbaues stelle ich meine reichhaltigen Läger in Garderobe, Schuhwaaren, Cigarren, Cigaretten, Spirituosen und Weinen zu ausserordentlich billigen, bedeutend herabgesetzten Preisen zum Ausverkauf und zwar: Diese Artikel werden wegen gänzlicher Aufgabe vollständig ausverkauft, und Spirituosen und Weine. mache ich Wiederverkäufer, Gastwirthe und Private auf diese nie wiederkehrende Fl. Deutscher Cognac.. Mk. 1,25 0,90 11. 11. " Gelegenheit zu billigen Einkäufen noch besonders aufmerksam. früher jetzt | Fl. Jamaica- Rum schnitt franz. Ver- ✶✶ 1,75 1,20 *** 2,25 1,50 ¹| " ¹| " & Co. " " " " PP 1. Rum....". 19 ** 3,50 3,00 **** 4,50 3,75 " " 1,00 0,80 | " ¹echt franz. 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Anfang Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71 Uhr. Leffing. Die Zwillingsschwester. Anfang 7 Uhr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Freitagabend 8 Uhr: Unser Rhein, von der Quelle bis zur Mündung." Im Hörsaal: Prof. Müller: " Kakao und Chokolade." Invalidenstr. 57/62. K. Graff:„ Der Mars während seiner diesjährigen Erscheinung." Winter PANOPTICUM Berliner. lustigen von Windsor. Anfang 72 Uhr. Residenz. Teremtete. Hierauf: Leontinens Ehemänner. Anfang 71 Uhr. Neues. Der Hüttenbesizer. Anfang 71/2 Uhr. Weften. Der Wahrheitsmund. An: fang 72 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 7 Uhr. Thalia. Amor von heute. Anfang 712 Uhr. Central. San Toy. Anfang 71/2 Uhr. Luisen. Hamlet. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 72 Uhr. Carl Weiß. Der Toubadour. Anf. 8 Uhr. Belle Alliance. Der Leibalte. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 7 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten Borstellung. Die beiden Wenzel. Anfang 71 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater." D"-Vorstellung. Rosendienstag. Anfang nachm. 3 Uhr. Passage Panoptikum. Specialis täten- Borstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theaterfaal) Abends 8 Uhr: Unser Rhein, von der Quelle bis zur Mündung". Im Hörsaal: Prof. Müller: Katao und Chololade" Anfang 8 Uhr. Invalidenstraße 57/62. R. Graff: Der Mars während seiner diesjährigen Erscheinung". Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitagabend 8 Uhr: Der Retter. Drama in 4 Atten von C. G. Reulig. Sonnabendabend 8 Uhr: Rosmersholm. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntagabend 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Ein RiesenNen! New GORILLA Nen! aus Yaunde, Hinterland von Kamerun erlegt von einem Deutschen, die grösste zoologische Sehenswürdigkeit des neuen Jahrhunderts. Konzertkapelle la Zarina. Der Germanensaal. Passage- Theater Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe Auftr. d. Ringkämpferinnen nachm, 6 Uhr, abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. Central- Theater. 66 mit vollständig neuer Ausstattung an Dekorationen und Kostümen. Gastspiel: Miß Mary Halton. San Toy. Chinesische Operette in 2 Aften von Edw. Morton, Greenbank und Roß. Musik von Sidney Jones. Morgen u. folgende Tage: San Toy. Sonntagnachmittag 3 Ühr, zu halb. Preifen: Die Geisha. Abends 7 Uhr: San Toy. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Durchweg neues Programm! Alles Schlager 1. Range! 812 Uhr. Neu 1812 Uhr. Die beiden Wenzel. Schwant E. W. Noacks Theater. want in 1 2ft von G. Felſch, Brunnenstraße 16. Die Ehre eines armen Mädchen 3. Sonnabend: Raabe, früher Schauspieler: Dir. Rich. Winkler. Mc. Kean. Sensations- Schaunummer! Neu für Europa. Familie Talaschus, 5 Personen auf dem Turmfeil. Rangs. Thalia Theater] Apollo- Theater. Dresdenerstr. 72. Letzte Aufführung: Amor von Heute. Morgen zum 1. Male: Der Kadetten- Vater. Bofie mit Gef. u. Tanz in 5 Bildern. Serren: Thomas, Thielscher. Helmer ding, Junkermann, Paulmüller. Damen: Milton, Milant, Bojé, Wanovlus. 5. Bild: Das Ueberbrettl. Kolossaler Erfolg! Grigory Truppe Salerno Die Wolkovskys Bernh. Mörbitz Miss Deyo sowie die neuen März- Specialitäten. Um 9 Uhr: Pierrot: Emil Thomas. Colum: Des Löwen Erwachen. bine: Guido Thielscher. Harlekin: Hans Juntermann. Anfang 7 Uhr. Metropol- Theater Behrenstr. 55/57. Man lebt ja nur einmal. Große Gesangspoffe in 5 Bildern. Vorher: Das neue MärzSpecialitäten- Progr. Anf. 128 Uhr, der Poffe 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Reichshallen Stettiner Sänger. Neues Programm! Siehe sämtliche Säulen. 00.8 20,1 08 Kasseneröffnung 7, Anf. 8 Uhr. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. V 1. Opern Ensemble: Gastspiel unter Leitung des Dir. Darmer. Der Troubadour. ( Il Trovatore.) Oper in 4 Aften v. Giuseppe J. Verdi. Dirigent: Kapellmeister Otto Lippit. In Scene gef. v. Gustav Redmann. 90 Anfang 8 Uhr. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: Dotkäppchen. Sonnabendabend: Kabale u. Liebe. Sonntag: Kabale und Liebe. Nächste Opernvorstellung: Freitag, den 15. März: Undine. Passage- Panopticum ber Franzofe J. Dumont mit d. größten Bart der Welt. Der Bart hat die unglaubl. Länge v. 3 Meter 65 Ctm. Dilkins der größte Soldat d. Welt. General Boum der kleinste Soldat der Welt. Charlottenburg. M. Schmerberg[ 4922* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Optische Artikel. Ohrlöcher werden schmerzlos gestochen Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Apollo- Theater Victoriasäle, 21 Rixdorf, Hermannstrasse 48/49. Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten bon 50-1200 Personen. 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Nach Auskunft der Regierung wurde Arenberg, nachdem er wegen Mords zum Tode verurteilt war, zuerst zu 1ö Jahren Zuchthaus be- gnadigt, worauf diese Strafe durch einen weitereu Gnadenakt in 13 Fahre Gefängnis umgewandelt wurde.— Die Nachrichten über den Ausbruch der Rinderpest wurden als übertrieben bezeichnet. Eine Einwanderung von Boeren in größerem Maßstabe sei vor Ende des Kriegs nicht zu erwarten. Hierauf wurde von verschiedenen Seiten die„Pauschquantum- Wirtschaft" in den Kolonialetats getadelt und die Aufführung der einzelnen Ausgaben unter besonderen Titeln verlangt und beschlossen. Im vorliegenden Etat waren 140 000 M. zur Unterhaltung von Kriegs- gefangenen angesetzt. Es stellte sich heraus, daß diese Gefangenen. welche aus den Kriegszügen der letzten Jahre herstammten, seitdem zu öffentlichen Arbeiten verwendet worden waren. Die Kommission erklärte sich dahin, daß die Gefangenen entlassen werden sollten und strich den dafür ausgeworfenen Betrag. Auf eine Anfrage, wie sich � die Einfuhr deutscher Dienstmädchen in die Kolonien bewährt habe, gab ein Regierungskommissar eine sehr optimistische Auskunft. Von 16 eingeführten Mädchen hätten sich 14i innerhalb dreier Monate verheiratet. Abg. Bebel konnte dem aber sofort entgegenhalten, daß die Regierung anzuführen ver- gessen habe, daß von diesen verheirateten Mädchen verschiedene bereits wieder geschieden wären oder Selbstmord verübt hätten, vier auch bereits nach Europa zurückgekehrt seien. Eine längere Debatte knüpfte sich an den Titel„Fortführung der Bahn von Windhoek nach Karibik. Die ganze Bahn, deren Bail durch den wüstenartigen Charakter und den Wassermangel des Lands großen Schwierigkeiten begegnet, soll 13�/4 Millionen Mark kosten.— Die nächste Sitzung findet Freitag statt; auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Debatte sowie Debatte über die ostafrikanische Centralbahn. ei cit. Parteilitteratur. Zur Erinnerung an den 30. Jahrestag der Errichtung der Pariser Kommune läßt die Buchhandlung Vorwärts, Beuthstr. 2, Berlin 8W\, zum 18. März eine rcichillustrierte Kommunc-Erinneriings-Nuuimcr erscheinen, deren Einfllhrungsartikel— eine schwungvolle Darlegung und Würdigung der Kommune— Bebel verfaßt hat. Das charakteristische Gepräge erhält die 8 Seiten starke Nummer durch ihre zahlreichen Illustrationen, die fast durchgängig von Künstlern stammen, die entweder wie Gill oder Daumier selber(im Kunst- Ministerium) Mitglieder der revolutionären Regierung waren oder wie Picchio unter ihren Fahnen kämpften. Unter den ernsten Bildern:„Des Löwen Erwachen",„Untergang der Kommune" heben wir neben der packenden Gegenüberstellung der zwei Bilder:„Wie das Bürgertum 1792 seine Kommune errichtete und 1371 die des Proletariats ni e d er k a rt ä ts ch t e besonders das ergreifende Schlußbild hervor:„Und das nennen sie Gnade". Aber auch eine Reihe interessanter Karikaturen aus jener Zeit werden reproduziert. Die Ausgabe erfolgt auf rotem und auf weißem Papier. Bestellungen erbittet die Buchhandlung umgehend. Polizeiliches, Gerichtliches usw. — Ein Fest socialdemokratischer Arbeiter ist in K ö n i g s- berg aus recht merkwürdigen Gründen verhindert worden. Der Gesangverein„Morgenstern", dem nur socialdemokratische Arbeiter angehören, wollte am Sonnabend, den 9. d. M., ein Tanzvergnügen in einem Lokal auf den Hufen bei Königsberg abhalten' Am Sonntag, den 10. d. M. wohnt das Kaiserpaar einer Kirchen- einweihung auf den Hufen bei. Auf Anordnung des Landrats amts hat der Amtsvorsteher dem Wirt durch Androhung des Militärboykotts veranlaßt, sein Lokal jetzt plötzlich zu verweigern. Als Grund für die Verhinderung des Vergnügens wurde angeführt, es könnte zu Unzuträglichkeiten führen, wenn die Patrioten, die sich auf den Hufen aufstellen, um den Kaiser zu sehen, am Sonntagmorgen mit den vom Tanz heimkehrenden Socialdenrokraten zusammentreffen. Da die Socialdemokraten bekanntlich nicht daran denken, andre Leute in ihren patriotischen Vergnügungen zu stören, so scheint der Herr Landrat dem Ordnungssinn der Patrioten nicht recht zu trauen. — Z« vier Wochen Gefängnis wurde Genosse Zielowski, Redacteur der„Volksstimme" in Frankfurt a. M. verurteilt, weil er den Vorsitzenden der Orts-Krankenkassen in Vilbel durch eine Notiz in der.Volksstimme" beleidigt haben soll. Die Strafe wurde mit einer früher erkannten, noch nicht verbüßten Strafe von 3 Monaten zu einer Gesamtstrafe von 3 Monaten 3 Wochen Gefängnis zu- sammengezogen._ Aus Vvv Fruueubvturgnng. Eine Besprechung der Alt-Plätterinnen über ihre Lage fand am 6. Mörz im Gewerkschaftshaus statt. Einberufen, um die Plätterinnen selbst über ihre Erfahrungen zu hören, trug sie mehr den Charakter verttaulicher Besprechung über die Schäden des Ge- werbes. Der Vorsitzende des Verein» der Wäschebranche, TrinkS, wies in dem einleitenden Vottrag auf die Notwendigkeit hin, die in raschem Anlauf glücklich erkämpften Votteile nicht preiszugeben. Viele Ar« beitettnnen jedoch lassen sich große Lohnabzüge bieten und nicht minder nehmen die Ueberstunden in erschreckender Weise zu. Bei voller Auszahlung deS Vereinbatten Lohns bedürfte es keiner Ueberstunden, um das Fehlende zu ergänzen. Bei der an- strengenden Thättgkeit bedarf«S der verkürzten Arbeitszeit, um den Berufskrankheiten zu entgehen. Leider besitzen die Abmachungen vom vorigen Jahre keine Gesetzeskraft; um so mehr ist es Ehren- Pflicht der Vertragschließenden selbst, nicht wortbrüchig zu werden. Es bedarf eben, um den nötigen Druck auf die Uebelwollenden zu üben, der vereinten Kräfte aller Arbeiterinnen, welche khr eigne? Wohl und das ihrer Kolleginnen fördern wollen. Sie müffen sich ihrer Gewerkschaft eng anschließen, nicht, wie es so manche thun, in die alte Gleichgültigkeit zurückfallen. An der Diskussion beteiligten sich nur sehr wenige Arbeiterinnen. Daß es nicht Mangel an Teilnahme war, bewies der rege Eifer, mit welchem sie den Reden folgten und durch Ausrufe ihrer Zustimmung oder ihrer Entrüstung Ausdruck gaben. Es wurde mitgeteilt, daß an manchen Stellen für 4 Kragen 10 Pf. Lohn gezahlt werde. Eine Arbeitenn erzählt, daß sie und ihre Genossin entlassen wurden, weil sie sich weigerten, nachts bis 12 Uhr zu arbeiten; uni 9 hatten sie aufgehört. Mit gemeinen Schimpfworten sind sie überdies bedacht worden. Die allgemeine Entrüstung äußerte sich sehr lebhaft, fühtte aber nicht zu weiteren Mitteilungen. Um so lebhafter griffen einige Plättstubeninhaber in die Debatte ein. Daß sie dabei zumeist ihre eignen Interessen im Auge hatten, kann man ihnen nicht verdenken, auch stimmen sie im ganzen mit dem Interesse der Arbeiterinnen übcrein. Ein Herr Fleischer suchte besonders die Arbeiterinnen scharf zu machen, indem er ihnen die ganze Schuld an den schlechten Preisen allein zuschob. Sie unterbieten sich um Arbeit zu erhalten, und plätten ebensowohl während der Mittagspause, als bis tief in die Nacht, um den Lohn möglichst zu erhöhen. Sie gönnen sich nichts, sparen und kratzen jeden Pfennig zusammen und eröffnen nach einem Jahr mit 200 Mark Kapital eine neue Plättstube, welche den Tarif unterbietet, um Kunden anzulocken. Kam hier die Konkurrenz- furcht allzu drastisch zur Erscheinung, so erklärte andrerseits Arbeitgeber Bauer, gewerkschaftlich organisiert, es sei nicht durch- führbar, daß um 8 Uhr abends geschlossen werde, namentlich des Sonnabends. Die Wäsche werde spät gebracht, manchmal von Leuten, die nur 1— 2 Kragen im Besitz hätten; man müsse Rücksicht nehmen. Dagegen forderte er Ausdehnung der Agitation auf die Vorotte und Umgebung, sowie Erstrebnng einer gesetzlichen Regelung der Arbeits- zeit' durch den Bundesrat. Fleischer bestritt das Bedürfnis der Nachtarbeit. Man teile die Zeit richtig ein und lasse nicht die Arbeit sich zu Ende der Woche hänfen. Und dann nehme man am Sonnabend eine Aushilfe. Unter den 12 000 Plätterinnen Berlins (die Plättstuben berechnet er auf 2000) sei stets mit Leichtigkeit eine Aushilfe zu erhalten. Mit Recht wies TrinkS beim Schluß der Debatte darauf hin, daß man nicht eigentlich eine Plättstubeninhaber- Ver- sammlung beabsichtigt habe. Uebrigens könne er mitteilen, daß allerdings die Agitation schon in die Vororte dringe. Der Verein von Charlottenburg wird sich dem Berliner anschließen; auch mit Steglitz sind Verbindungen angeknüpft. Die Behauptung eines Redners, ein Streik werde geplant, kennzeichnete er als jeder Be- grllnduug entbehrend— niemand denkt an ein so thörichtes Beginnen, gegenwärtig einen Streik vom Zaun zu brechen. Zum Schluß wurde noch mitgeteilt, daß der paritätische Arbeits- Nachweis bald in Wirksamkeit treten werde. Das Kuratorium, be- stehend aus Arbeitgebern und Arbeitern in gleicher Zahl sei schon gebildet; die Wahl der Verwalterin werde demnächst erfolgen. Die große Wichtigkeit dieser praktischen Besserung der Verhältnisse wird sich erst ganz erweisen, wenn die neue Einrichtung sich eingelebt hat. Die Einzahlung von 20 Pf. bei Inanspruchnahme des Ansiveiscs wird für die organisierten Plätterinnen von dem Verein geleistet. Die bedeutenden Leistungen desselben für das Wohl seiner An- gehörigen führen ihm stets neue Mitglieder zu und haben ihm auch unter den Alt-Plätterinnen neue Freunde getvorben. Eine Petition der Berliner Frauen, an den Magistrat ge- richtet, verlangt die Einführung von Bedürfnisanstalten in größerem Umfange als bisher. Die Anregung zu dieser Petitton lourde in dem hygienischen Vortragscytlus gegeben bei einem Vortrag, den Herr Dr. Frcudenberg über Frauenkrankheiten am IS. Februar in der Aula der Gemeindeschule in der Wrangelstraße abhielt. Die Petition liegt nunmehr zur Unterzeichnung aus. und zwar bis zum Sonnabend, den 16. März, in folgenden Lokalen: Orts-Krankenkasse der Schneider von 8—2 Uhr, Seydelstr. 21. Arbeitsnachiveis der Buchdruckerei-Hilfsarbeiterinnen von 3 bis 2 Uhr, Montag und Sonnabend bis abends 8 Uhr, Jüdenstt. 36/36 parterre. Die Frauen und Mädchen werden gebeten, für recht zahlreiche Unterzeichnung der Petition zu wirken und nicht nur selbst zu unter- zeichnen, sondern auch in Bekanntenkreisen für eifrige Unterstützung unsres so berechtigten Wunsches zu sorgen. I. A.: Klara Bien, Manteuffelstr. 100. Berliner Pariei-Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am Sonnabend feiert die Neue Photographische Mien- Gesellschaft in Steglitz ihren Gestndeball bei Löwendors in Lankwitz. Dieses Lokal ist für die Arbeiterschaft gespertt. Die Ar- bester werden ersucht, dies zu beachten. Die Lokalkommisston. Waidmannölnst. Sonntagnachmittag 4 Uhr bei Kuhn: Mit- §Iiederversammlung des Wahlvereins. Vortrag des Genossen Paul ahn über:„Rechte und Psiichten der Staatsbürger". Nieder- Schönewcide. Der socialdemokratische Wahlverein hält am Sonnabendabend 8'/2 Uhr bei Franz, Grünauerstr. 6. eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vottrag über„Vivisektion". Referent Herr Hermann Stenz. Uoksles. Die Stadtverordneten-Versammlung hat gestern den Moabiter Antisemiten nicht de» Gefallen gethan, sich bei dem Erkenntnis des Bezirksausschusses, das die Wahl unsres Genossen Glocke zum Stadtverordneten für den 4 4. Bezirk als ungültig erklätt, zu beruhigen. Sie hat mit sehr großer Mehrheit beschlosien, Berufung dagegen ein- zulegen. Die Versammlung hatte sodann den Stadthaushalts- Etat für 1901 in erster Lesung zu beraten. Die Etatberatung hat wohl noch nie so spät wie in diesem Jnhre begonnen. Von einer sorgfältigen Behandlung und gründlichen Prüfung des Etats kann da, wie Singer bemerkte, nicht die Rede sein; denn der Etat muß bis Ende März erledigt werden. Der Stadtkämmerer legte in seiner Einführungsrede Gewicht darauf, daß auch diesmal wieder vermieden worden sei, über die bisherigen Steuersätze von 100 Proz. bezw. ISO Proz. hinauszugehen. Das ist freilich nur dadurch möglich geworden. daß man die Ausgaben, auch die allcrnotwendigsten, wieder mit gewohnter Knappheit be- meffen hat. In der Debatte wurden, wie üblich, von den Rednern der einzelnen Fraktionen nicht nur allerlei Wünsche und Beschwerden vorgebracht, sondern auch eine Reihe von allgemeinen Gesichtspunkten erörtert, die für die Kommunal- Verwaltung von Bedeutung sind. Sämtliche Redner beschäftigten sich namentlich mit dem Verhältnis der städtischen Behörden zu der Staatsbehörde, insbesondere mit den Gefahren, die der Ber- liner Kommunalverwaltung aus der Errichtung einesOberpräsidiums Berlin drohen. Im übttgen verweisen wir auf den aus- führlichen Bericht, den unsre Leser an andrer Stelle finden. Eine kleine Episode möchten wir dabei besonderer Beachtung empfehlen. Genosse Singer, der namens der socialdemokratischen Fraktion zum Etat sprach, wandte sich gegen die vom Stadt- schulinspektor Jonas verfaßte Jubelschrift, die der Magistrat am 18. Januar aus Anlaß der Zweihundertjahr- f e i e r in den Gemeindeschulen hat erteilen lassen. Herr Jonas hat in seiner vollkommenen Unfähigkeit, die moderne Arbeiter- bewegung zu verstehen, sich in dieser Schrift schwerste Beschimpfungen der Arbeiterklasse erlaubt. Singer geißelte diese als„objektiv" ge- !zriesene Art der Geschichtschreibung mit rücksichtsloser Schärfe, bie ihm einen Ordnungsruf einbrachte. Oberbürgermeister Kirschner, der das Buch der Versammlung im Januar o warm empfohlen hatte, mußte zugeben, daß er die gerügten Stellen nicht gelesen hatte, er würde sie sonst selber nicht gebilligt haben! Man wird sich erinnern, daß im Januar, als die Stadtverordneten-Versammlung die Mittel für die Verteilung der Schrift zu bewilligen hatte, unsre Genossen forderten, der Versammlung solle erst Gelegenheit gegeben werden, die Schrift kennen zulernen. Das geschah aber nicht. Die Versammlung bewilligte die Mittel sofort und ließ zu. daß die Schrift unbesehen Kindern als„Geschenk" überreicht wurde, deren Eltern darin in beispicl- loser Weise beschimpft werden! Diesen Schlag ins Gesicht verdankt die Arbeiterschaft Berlins dem Berliner Kommuualfrcisinn, der sich nicht genug thun kann in höfischer Liebedienerei und Katzen- buckelei._ J» der Mittwochfitzung der Gewerbedeputation kamen außer der gestern schon berichteten Angelegenheit der Kontrollbücher im Tischlergewerbe noch einige weitere beachtenswette Fälle zur Er- örterung und Entscheidung. Zunächst wurde über eine Beschwerde des Deutschen Mctallarbe'iter-Verbands verhandelt betreffend die in einem elektro-technischen Betrieb in der A d a l b e r t st r a ß e be- triebene Lehrlingszüchterei. Die Deputation ordnete an, daß eine Untersuchung durch Sachverständige stattfinden soll und behiest sich die weitere Beschlußfassung vor. Eine weitere Beschwerde des Gesellenausschusses über die Mißachtung der statutarischen und gesetzlichen Vorschriften seitens der hiesigen Schneider-Jnnung wurde nur zum Teil als be- gründet erachtet. Eine längere Debatte veranlaßte noch die Bekanntmachung des Oberpräsidenten über die Aufbringung der K o st e n d e r H a n d- Werkskammer zu Berlin. Der Bezirk dieser Handwerkskammer erstreckt sich nach polizeilichen Ermittelungen auf ca. 25 000 Betriebe, in welchen etwa 39 000 Gesellen und 7000 Lehrlinge beschäftigt werden. Der auf Berlin entfallende Kostenbetrag für diese Handwerkskammer ist auf rund 18000 M. veranschlagt. Die Gewerbedeputation istderAnsicht. diese Kosten nicht der Stadtgemeinde zur Last zu legen, sondern sie von den Jnnungsmitgliedern wieder einzuziehen, wozu sie gesetzlich berechtigt ist. Die Bekanntmachung des Ober- Präsidenten setzt fest, daß die auf die einzelnen Betriebe entfallenden Kosten je nach der Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten Ar- beiter und Lehrlinge festgesetzt werden sollen. Die Mehrheit der Deputation war der Anficht, daß sich die Kostenbeträge leichter durch einen Zuschlag zu der von den betreffenden Jnnuugs- meistern gezahlten Gewerbesteuer aufbttngen lassen und beschloß, in diesem Sinne beim Oberpräsidenten vorstellig zu werden. Das hiesige Jnnungs- Schiedsgericht hielt seine Sitzungen bis- her abends ab, was zu großen Mißständen führen mußte. Künftig sollen die Sitzungen vornuttags abgehalten werden. Als Vorsitzende dieses Schiedsgerichts fungierten vier hiesige Rechtsanwälte, welche für jede Sitzung ein Honorar von IS Mark bezogen. Durch die Verlegung der Sitzung auf den Vormittag ist es diesen Herren nicht mehr möglich, den Vorsitz weiter zu führen, auch scheint den Jnnungsvorständen die bisherige Honorierung der Bor- sitzenden des Schiedsgerichts zu kostspielig. Statt nun das ganze Jnnungs-Schiedsgericht aufzuheben und die Streitigkeiten der Jnnungsnreister mit ihren Arbeitern von dem hiesigen Gewerbe- gericht' entscheiden zu lassen, will man nur einen Vorsitzenden haben und diesem ein bestimmtes festes Jahreshonorar betvilligcn. Die JnnungSvorstände glaube», daß sich ein p e n s i o n i e r t e r R i ch t e r bereit finden dürfte, unter dieser Bedingung den Vorsitz im Schieds- gericht zu übernehmen. Da der Vorsitzende des Jnnungs-Schiedsgenchts von der Gewerbedeputation zu ernennen ist, geeignete Personen aber noch nicht in Vorschlag gebracht werden konnten, beschloß die Deputatton, die Beschlußfassung auszusetzen. Zu Mitgliedern des Kuratoriums der hiesigen höheren Webe- schule wählte die Deputation den Stadtschulrat Dr. Gerstenberg und den Stadtv. Dr. Ginsberg.— Zwei hiesigen Tischlergeselle» ivurden Beihilfen von 50 bezw. 100 M. zum Besuche der Tischler- schule aus der Heyse-Stiftung geivährt. Die städtische Parkdeputatio» beschäftigte sich gestern mit den Plänen zur Regelung der Anlagen in der Siegesallee, auf dem Kemperplatz und des angrenzende» Teils des Tiergartens. Die Entwürfe fanden die Billigung der Deputation und werden dem Magistrat zur Ausführung empfohlen. Sie unterliegen noch der Genehmigung des Kaisers. Der Fall Medenwaldt und die Friihstücköbeutek. Anläßlich der Haussuchungen infolge des Medenwaldtschcn Mords ist bei einer Hausbewohnerin ein mit Blut besudelter Frühstücksbeutel auf- gefunden worden. Der Fund stellte sich bald als recht harmlos heraus und wurde von einem Bäckermeister der Nachbarschaft als sein Eigentum reklamiert. Die Bäckermeister Moabits nahmen jedoch den Vorfall zum Anlaß, um in ihrer gestrigen Ver- sammlung eingehend Maßnahmen in der Frühstücks- beutelfrage zu beraten. DieBäcker lieferten denKundcn die Frühstücks- beutet in sau b e r em Zustande, diese aber betrachteten sie als herrenloses Gut und verwendeten sie zu allen möglichen Zwecken, zum Auf- bewahren von Kartoffeln. Zwiebeln, ja sogar als Waschlappen, zum Lampenputzen usw. Es wurde beschlossen, in einem Flugblatt an das Publikum darauf hinzuweisen, daß es sich empfehle, auf die bisher übliche Lieferung von Frühstücksbeuteln durch die Bäcker- metster zu verzichten und aus gesundheitlichen Rücksichten eigene Frühstücksbcutel anzuschaffen, wodurch peinliche Sauberkeit ermöglicht und jede Ansteckungsgesahr vennieden wird. So dient den Bäckerineistcrn sogar der Medenwaldtsche Mord zum Besten. Daß diese Herren zuweilen selber an dem unappetit- lichen Aussehen der Frühstücksbcutel schuld sind, ist bei der Pein- liehen Sauberkeit, die überall im Bäckercibetnebe herrscht, selbst- verständlich ausgeschloffen. Ucber die Eingemeindung der Hascnhcide in Berlin wird am Donnerstag, den 14. d. M., im Kreishause dcS Teltowschcn Kreises, Victoriastraße 18 hicrselbst, eine Verhandlung der inter- essierten Gemeinden unter dem Vorsitz des Oberpräsidentcn v. Bethmann-Hollweg stattfinden. Es dürfte in diesem Ternttn zu einem endgültigen Entscheid kommen, da die Gemeinde Tempelhof principiell mit der Abtretung der Hascnhcide an die Stadt Berlin einverstanden ist. Ein Polizeispitzel ist in der K o n i tz e r M o r d s a ch e wegen Meineids verhaftet worden. Bei den, hiesigen Polizeipräsidium war früher ein Agent Schiller beschäftigt. Dieser stellte sich, als die Konitzer Angelegenheit alle Welt zu beschäftigen anfing, in den Dienst von Zeitungen, verließ die Polizei und ging als„Bericht- erstatter" nach Könitz. Seitdem wurde er in dieser Sache oft ge- nannt, zuletzt noch im Prozeß gegen Moritz Levy. Gestern morgen wurde er auf Ersuchen der Konitzer Staatsanwaltschaft wegen An- stiftung und Verleitung zum Meineid hier verhaftet und von der Kriminalpolizei in das Untersuchungsgefängnis nach Moabit gebracht. Das Centralkomitce vom Rothen Kreuz teilt uns mit: Die in letzterer Zeit wiederholt vorgekommenen Eisenbahn-Kata- st r o p h e n haben innerhalb der Vereine vom Roten Kreuz in Ge- inäßheit ihres generellen Zusammenwirkens mit den Berufsgenossen- schaften, bezw. den Aufsichtsbehörden der Staatsbahnen zu Er- wägnngen geführt, inwieweit die über ganz Deutschland verbreiteten Vereine. Sanitätskolonnen usw. in solchen Fällen hilfreich eintreten können. Die Berliner Vereine vom Roten Kreuz, insbesondere auch die Berliner Unfallstationen, haben in diesem Sinne bereits mit der königlichen Eisenbahndirektion Berlin sich dahin verständigt, daß bei etwaigen Massenunfälle» Ambulanzen nach Vorotten und auch nach weiter entfernten Plätzen entsendet werden. Ueber bevorstehende Aeuderungen im Polizeipräsidium weiß ein hiesiges Lokalblatt zu melden: Der Chef des Polizeipräsi- diums, Polizeipräsident v. Wmdheim. wird zum 1. April d. I. einen besonderen Vertreter und Repräsentanten in der Person des Ober- und Geheimen Regierungsrats Friedheim erhalten. Geheimrat Friedheim war bisher' Dingent der ersten Abteilung des Polizeipräsidiums— Allgemein und landespolizeiliche Verwaltimg — und hatte in dieser seiner Stellung zugleich den Posten eines Stellvertreters des Polizeipräsidenten inne. Der Stellvettretungsposten wird vom 1. April d. I. von der l. Abteilung abgezweigt und von Herrn Friedheim besonders gefühtt werden. Die Stelle eines Dingenten der I. Abteilung wird zur selben Zeit RegierungSrat Dumrat, der bisherige Leiter der Censnrabteilung für Theaterangelegenheiten, erhalten. Die Ernennung des Herrn Dumrat zum Oberregierungsrat steht bevor. Ueber seine Nachfolger- schaft in der Leitung der Censurabteilung ist nähere» noch nicht be- stimmt.— Herr$ innrat ist, tute erinnerlich, vor kurzem vom Minister noch dem Rezept„Nun gerade- in seiner Eigenschaft als Cheatercensor krampfhaft gehalten worden. Vir Denunzianten an der Arbeit. Selbstverständlich wagt �ich deute, wo Geschäftsreligiosität und affeklierte Frömmigkeit hoch «m Kurse stehen, allerhand' Denunziantenvolk an die Oeffentlichkeit. nnd auch die lichtfcindliche Presse glaubt bei dieser Arbeit ihr Teil leisten zu müssen. Gestern wirkte„Deutsche Tages-Ztg." und„Ger- «nania" im traute» Verein. Das Brotwucherblatt ichreibt: In der Aula� der 6g. Gemeindeschule hat Genosse Bölsche eine„frei- religiöse Vorlesung über das Thema: Wo ist der Mensch entstanden? gehalten. Die„Germania" sagt dazu:„Wird Herr Abgeordneter Dr. Barth, der vor einigen Tagen über den„Mißbrauch" eines Schullolals zu einem antisemitischen Vortrage im Abgeordnetenhause öffentlich Klage erhob, auch gegen die Verwendung eines Berliner Schullokals zu einem antichristlichen Bortrag ebenso Beschwerde erheben?" An diese Anfrage des Organs der katholischen Scharfmacher hängt das Bündlerblatt dann weiter folgende Denunziation: Sicherlich nicht, denn die Socialdemokratie ist bei den Herren Freisinnigen unantastbar. Aber es wäre wünschenswert, daß die Stadtver iv alt ung behördlicherseits darauf aufmerk- fam gemacht wird, zu welchen Zwecke» die Schullokale dienen und daß es ungehörig ist, sie der s o c i a l d e m o k r a t i s ch e n Agitation zur Verfügung zu stellen. . Die guten Leute, die es in der Ordnung finden, daß ein Geist- lichcr in einem Schnlhause für das Ritualmord-Märchen Propaganda macht, sind auf falscher Fährte, wenn sie meinen, im vorliegenden Falle dir Regierimg auf den socialiftischen Wauwau Hetzen zu können. Der Freireligiösen Gemeinde gehören so gut wie dem katholischen, evangelischen oder jüdischen Religionsverbande Personen verschiedener Parteirichtung an, und der uns in den Denunzianten- blättern als Genosse vorgeführte Vorleser Bölsche ist, wie wir ihnen verraten wollen, ein Schriftsteller, der zwar unsreS Wissens noch > keine socialdemokratische Broschüre geschrieben hat, luohl aber in der Welt der Naturwissenschaften durch größere Werke, wie die„Ent- wicklungSgeschichte der Natur" und das berühmte„Liebesleben in der Statut" von allen Fachleute» mit Ehren genannt wird. Nun kann man von Blätter» loie„Germania" und„Deutsche Tageszeitung" nicht gut verlangen, daß sie über Dinge, die das Gebiet der er- wähnten Wissenschaften berühren, irgendwie unterrichtet sind, und dieser Umstand mag die Denunziation in mildere Beleuchtung rücken. Eine schäbige Feigheit bleibt daö Stückchen aber doch noch. Ein LiebeSdrama im Grunewald. Einen Mordversuch und Selbstmord verübte gestern nachmittag im Grunewald in der Nähe des Restaurants Hundekehle der 22 jährige, aus Hamburg zugereiste Droguist Karl Burrmeister. Der junge Mann, der in Hamburg in Stellung gewesen, hatte dortselbst das um S Jahre ältere Dienst- mädche» Josephine Meyer kennen gelernt und mit ihr ein Liebes- Verhältnis angeknüpft, welches jedoch schon mit Rücksicht auf den Altersunterschied der beiden von den Eltern des B. nicht gebilligt tourde. Der Droguist. der die Absicht hatte, ein eignes Geschäft zu gründen und seine Geliebte zu heiraten, konnte zu dem letzteren Schritt die Erlaubnis seines Vaters nicht erhalten und so vereinbarte er mit der M., daß sie gemeinsam aus dem Leben scheiden luollten. Beide fuhren am Dienstagabend von Hamburg»ach Berlin, suchten jedoch nach ihrer Ankunft hier kein Hotel auf, sondern fuhren, nachdem sie bi« gegen Mittag in einen, Restaurant geweilt hatten, nach den, Grnneluald. Der M. scheint jedoch der Entschluß, mit ihrem Geliebten zu sterben, nachträglich leid geworden zu sein. Passanten der KönigS-Allee bemerkte» gegen 4 Uhr nachmittags das Paar und beobachteten, daß B. daS Dienstmädchen krampfhaft am Arm festhielt und fast gewaltsam in den Forst hineinzog. Hier, nur wenige Schritte vom Wege entfernt, riß der junge Mann die Meyer zu Boden und gab aus sie einen Schuß ab. Als daraufhin die Zeugen des Vorgangs auf Burrmeister ein- drangen, ricktete dieser die Waffe gegen seine Schläfe und jagte sich eine Kugel in den Kopf. Er brach sofort tot zusammen. Die Meyer, die zwar schwer aber nicht lebensgefährlich verletzt worden war, wurde mittels des Swadeschen Krankenwagens nach dem Kreis- krankenhaus in Lichterfelde gebracht. Sie gab an, daß Burrmeister die Waffe gegen sie mit ihrem Einverständnis gerichtet habe. Roch ein LiebeSdrama. Vorgestern mittag gab der Glaser Georg Gotthilf auf seine frühere Geliebte, die Arbeiterin Klara Schulz in der Kaiserstraße. einen Schuß ab. Der jetzt noch nicht ganz 18 Jahre alte Gotthilf hatte mit dem um ein Jahr- jüngeren Mädchen seit zwei Jahren ein Verhältnis, daS diese am 3. d. M. gelöst hatte und daS sie trotz der Bitten und der Drohung des Gotthilf, sie und sich zu erschießen, nicht tvieder eingehen wollte. Als nun die in einer Tcppichfabrik in der Kaiserstraße beschäftigte Schulz in der Mittagspause in der Straße spazieren ging, trat Gotthilf, der auf sie gewartet hatte, mit den Worten«Jetzt schieße ich Dich nieder" auf sie zu und feuerte den Schuß ab. Gotthilf tvurde von Vorübergehenden festgehalten und einem Schutzmann übergeben. Au» Furcht tior Strafe hat sich der 42 Jahre alte Schuh- machergcselle Johann Kawecki, der sich zuletzt einige Tage in der Weberstraße 38 aufhielt, im Friedrichshain erhängt. Der Mann hatte schon ein bedenkliches Strafregistcr. Vor drei Jahren erhielt er ein Jahr Gefängnis, iveil er einen Freund seiner Geliebten mit dem Messer bearbeitet hatte. Im November des Jahrs 1839 verheiratete er sich, aber schon nach acht Monaten trennte sich seine Frau von ihm. Diese wohnte im Juni vorigen Jahrs in der Pallisaden- ftraße. Kawecki bemühte sich vergeblich, sie zur Rückkehr zu ihm zu veranlassen. Eines TagS versuchte er, mit dem Revolver ,n der Hand bei ihr einzudringen. Als sie rasch die Thür wieder zuwarf, feuerte er eine» Schuß ab. Die Kugel er- reichte jedoch seine Frau nicht mehr, sondern traf die Thür und blieb darin stecken. Kawecki erhielt für diesen Auftritt 6 Monate Ge- fängnis, die er in Kottbus verbüßte. Von dort am Iv. Februar entlassen, trieb er sich meist obdachlos in Berlin herum. Am Sonntag begegnete er seinem früheren Lehnneister und erzählte ihm, daß er abermals eines Mädchens wegen einen Nebenbuhler verletzt und nun wieder Strafe zu erwarten habe. Er gehe aber nicht mehr„ins Loch", sondern erhänge sich lieber. Diesen Vorsatz führte er im Fricdrichshain aus. Durch einen Absturz verunglückte gestern, Donnerstagnach- mittag, auf dem Neubau der städtischen Wasserwerke in Lichtenberg der Zimmermann H o l z m a n n, ein Mann in den dreißiger Jahren. Er zog sich einen Bruch des rechten Bein» zu und mußte mit einem Lückscheu Rettungswagen nach dem Krankenhaus am Fricdrichshain gebracht werden. Ein entsetzlicher Unfall ereignete sich gestern abend gegen 8 Uhr am Savignyvlatz. Der SpeditionSkutscher Gottfried Scholl fiel angeblich in einem Schwindelanfall(insolae von Ucber- müdnng?) von seineni Wagen und zwei Räder des schweren Last- wagens gingen über ihn hinweg. Der Verunglückte wurde so ent- setzlich zugerichtet, daß er auf der Stelle verstarb. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause in Charlottenburg überführt. Straßcnbahnunfall im Spreetunnel. Gestern nachmittag 4'/s Uhr fuhren zwei vom Schlesischen Bahnhof kommende Straßen- bahnwagen ordnungsgemäß in den Spreetunnel hinein. � Als die Wagen etwa 20 Meter weit gekommen waren, sprang plötzlich der Motorwagen ans dem Geleise und sauste mit ziemlicher Gewalt gegen die cementierte Wand deS Rohrgangs, die jedoch unbeschädigt blieb. Der verunglückte Straßenbahnzug wurde durch einen Kraft- wagen aus dem Tunnel zurückgezogen. Als nunmehr der zweite Zug. auf den die Passaglere umgestiegen waren, die Durchfahrt passieren tuollte, sprang auch hier der Kraft- wagen an derselben Stelle aus den Schienen. Da jedoch der Fahrer infolge deS vorherigen Unfalls besonders vorsichtig war, wurde der Zug augenblicklich zum Stehen gebracht. Die Passagiere mußten aussteigen und den weiteren Weg durch den Verantwortlicher Redacteuri Heinrich Ttröbel Tunnel, der sofort für den Straßenbahnverkehr völlig gesperrt wurde, zu Fuß fortsetzen. Wie eine Besichtigung der Unfallstelle ergab, war der linksseitige Schienenstrang etwas beschädigt, wodurch die Entgleisungen verursacht worden waren. Nachdem eine AuS- wechselnng der Geleise erfolgt war, konnte der fahrplanmäßige Ver- kehr wieder aufgenommen werden.— Der erstgenannte Zug hatte übrigens schon auf der Fahrt nach Stralau dadurch eine' Fahrt- Unterbrechung erlitten, daß eine Achse des AnhängewagenS in Brand geraten war. Das Feuer wurde jedoch sofort entdeckt und konnte mit leichter Mühe gelöscht werden. Diebstähle in der Central-Markthalle. In einer Gemüse- Handlung nahe dem Stettiner Bahnhof wurden seit einiger Zeit Kisten mit Apfelsinen und Citronen zu unglaublich billigen Preisen verkauft. Die Kriminalpolizei forschte nach der Herkunft der Waren, wobei sich ergab, daß zwei Burschen Namens Beeger und Faber. Gipsstr. 9, die Lieferanten waren. Sie wurden festgenommen und gestanden ein. die Früchte aus den Kellereien der Central- Markthalle gestohlen zu haben. Durch die von den Händlern sofort vorgenomniene Inventur ergab sich, daß gewaltige Vorräte fehlten, die nur nach und nach fortgeschafft sein konnten. Wie das möglich gewesen ist.ß, ohne daß die Wächter etwas gemerkt haben, ist rätselhaft. Ein Wüterich. Eine selffame Revolvergeschichte erzählt ein Berichterstatter. Der Tempelherrnstraße 19 wohnhafte Ciseleur Neuenderf war Mittwochmittag aus seiner Arbeit entlassen worden. kam abends in das Schanklokal von Drescher, Tempelherrnstraße lö. zeigte hier einen Revolver und äußerte, so heißt eS, er werde nachts seine Frau und seine drei Kinder erschießen. Al» er sich dann nach einer andren Kneipe begeben hatte, kam seine Frau und bat um Schutz gegen ihren Mann. Darauf begleitete ein Werkführer Schaube und ein Schutzmann Helwig die Frau. Sie rieten ihr, die Wohnung abzusperren und sagten dem Pförtner, er solle den HauSschlüffel von' innen stecken lassen und den N. nicht ins Hans laffen, und warteten dann in der Nähe. Bald darauf kam Neuendorf und schoß durch die Thür- scheide, als er nicht aufschließen konnte und keinen Eingang erhielt. Merkwürdigerweise soll man ihn dann nicht wegen Ruhestörung fest- genommen, sondern ruhig weiter gewartet haben. Als später ein im Hause wohnhafter Herr hereinkam und diesem der Pförtner öffnete, eilte auch Neuendorf in das Haus. Nun endlich wollte man gegen den gefährlichen Menschen vor- gehen, der sich auf eine steile Wendeltreppe flüchtete. Zivei Schutz- leute, denen sich zwei andre Männer anschlössen, sollen dem N. zu« gerufen haben, er möge herunterkommen. Jener erwiderte, nian solle sich zu ihm bemühen. Als die Mütmer dann hinauf wollten, feuerte Neuendorf fünf Schüsse ab. von denen einer den Schutzmann Helwig am Bein streifte. Dann gab er seinen leeren Revolver ab und ließ sich ruhig nach der Polizeiwache führen. Hier erklärte er, er hätte die Absicht gehabt, zuerst Frau und Rinder und dann sich selbst zu erschießen. Auf die ihn verfolgenden Männer habe er nicht geziett; er habe sie nur abschrecken wollen und in die Luft geknallt.— Der Polizeibericht meldet über den Borfall nur folgendes:„Der Ciseleur Wilhelm Neuendorf zerschoß letzte Nackt die obere Glassckeibe der Thür des Haukes Tempclherreustr. 19. weil ihm der Pförtner auf wiederholtes Klopsen nicht sofort ge- öffnet hatte. Auf den Lärm hin eilten zwei Schutzmänner in Be- gleitung zweier Vorübergehenden dem Neuendorf in das HanS nach imd trafen ihn vor seiner Wohnung. Er drohte, den sich ihm Nähernden zu erschieße», und gab gleich darauf zwei Schüsse ab, von denen der eine das Beinkleid deS einen Beamten durchlöcherte, ohne ihn jedoch zu verletzen, während der andre Schuß sehlging. Nachdem er noch drei Schüsse durch das Treppenfenster auf den Hof abgefeuert hatte, wurde er verhaftet. Warnung bor Schwindlern. Wie uns mitgeteilt wird, ist es neuerdings wiederholt vorgekommen, daß S ch>o i n d I e r auf Grund gefälschter, mit einem Stempel des Vereins„Berliner Presse" ver- sehener Empfchluugen größere Geldbeträge als Unterstützungen er- schlichen habe». Da der genannte Verein derartige Anweisungen auf die öffentliche Mildthätigkeit nicht auszustellen Pflegt, so wird vor den Inhabern solcher Schriftstücke gewarnt. Zeuge» gesucht. Die Personen, welche gesehen haben, wie am vorigen Freitag, abends Vp Uhr, in der Rosenthalerstraße, der Neuen Schönhauserstraße gegenüber, ein Mann von einem Break überfahre» wurde, lverden gebeten, ihre Adresse bei Heinke, MulackS« straße 6, 2 T. abzugeben. Straßensperrung. Die Belfortersiraße zwischen der Dieben- hofener- und der Colmarerstraße einschließlich der beiden Kreuz- dämme sowie eines Teils der Straßburgerstraße vor dem Hause Nr. 29/39 und die Magazinstraße zwischen der Alexander- und der Schillingstraße werden vom 11. d. M. ab wegen Umpflasterung für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Im Verein von Freunden der Treptow-Sternwart« hielt gestern Direktor Archenhold einen interessanten Vortrag über den im P e r s e u S aufgetauchten neuen Stern. Dieser seit einigen Wochen beobachtete Stern erreichte am 23. Februar seine größte Helligkeit und übertraf an diesem Tage beträchtlich die Sterne erster Größe an Lichtsülle. Seitdem hat er an Helligkeit abgenommen und dürfte bald dem unbewaffneten Auge völlig unsichtbar werden. Herr Archenhold erklätte, daß auf den Platten, die er 1391 von dem von ihm entdeckten Nebel im PerseuS aufgenommen, an der Stelle, wo jetzt der neue Stern steht, nichts zu sehen war. Weiter folgte eine Aufzählung und Erklärung der verschiedensten Theorien, die über Erscheinungen, wie die beobachtete, aufgetaucht sind. Nach Herrn ArckenholdS Ansicht mag der Stern entstanden sein, indem auf eine Sonne, die sich bereits mit einer dunklen Kruste bedeckt hatte, ein großer Meteorkörper eingeschlagen ist, und so eine Eruption von Gase»: bewirkte. Der Vortrag wurde durch eine Anzahl Bilder erläutert.__ Xu» den Nachbarorte». Tie Eharlottenbnrger Stadtverordneten- Versammlung nahm am Mittwoch zunächst ohne weitere Debatte Kenntnis von der Mitteilung des Magistrats betr. die Bildung der Wähler- abteilungen bei den Gemeindewahlen in Gemäßhheit des neuen Gesetzes' und nahm sodann eine Reihe von Vorlagen an, darunter die Vorlage betr. Erweiterung der VolkS-Badeanstalt. betr. Nachbewilligung von Mitteln für Gemeindeschulbauten, betr. Bewilligung von Mitteln für zweisitzige Schulbänke in den neuen Gemcindeschnlen. betr. Umgestaltung der Bürger- Mädchenschule und betr. die Organisation der Bauverwaltungen. Die Vorlage betr. die Anstellung von zwei neuen Magistratsassessoren wurde einem Ausschuß zur Vorberatung Überioiescn. Von der neuen Geschäftsanweisung ür die Armenkommissionen nahm die Versammlung Kenntnis. Eine größere Debatte rief die dringliche Vorlage des Magistrats auf Einsetzung einer gemischten Deputation zur Beratung der Stellungnahme zum Gesetzentwurf betr. die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung in Berlin, Charlotten bürg, Schöneberg und Rixdorf hervor. Von den verschiedensten Seiten wurden die der Stadt Charlotten- bürg au? dem Gesetze erwachsenden Gefahren anerkannt. Die Vor- läge fand einstimmige Annahme. In vorgerückter Stunde begann die zweite Lesung des Etats. Zum Etat der allgemeinen Verwaltung beantragten unsre Genossen die Verdoppelung der Summe, welche für Ruhelohn- und Hinterbliebenen-Versorgung städtischer Ar- b ei ter ausgeworfen ist. Stadtv. Hirsch wies daraufhin, daß die Summe von 3990 M. viel zu gering sei, da schon jetzt gegen 2999 M. auszuzahlen seien. Es würden also nur 1999 M. übrig bleiben, und es sei zu befürchten, daß der Magisttat in der Bewilligung von Mitteln zu sparsam vorgehe. Die Stadtvv. Rostock und Dr. I a f f ä sprachen gegen unsren Antrag, der denn auch mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Dasselbe Schicksal hatte ein vom Stadtv. B a a k e begründeter Anttag zum Etat der Volksschulen auf n Berlin. Sür den Inseratenteil verantwortlich: Th.«locke in Berlin.' Erhöhung der Position„Lernmittel für unbemittelte Kinder". Trotz der Betonung des Antragstellers, daß gerade jetzt infolge der großen Arbeitslosigkeit der Fonds mehr als früher in Anspruch genommen würde, stimmten doch nur die beiden Social- demokraten für den Antrag. Die weitere Eiatberatnng wurde vertagt. Köpenick. Eine Art VerttauenSkundgebung für die mit dem Bau der Schnlhäuser betrauten Unternehmer war der in der letzten Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung erstattete Bericht der Baukommission. Uebcr die Qualität des Baumaterials waren verschiedene Bemängelungen laut geworden, worauf am 11. Januar die Kommission mit der Ilntersuchiing der Bauten beauftragt wurde. Die Kommission hat nun im wesentlichen alles in Ordnung gefunden. und auch bei der Debatte, die sich an den Bericht anschloß, kam nichts von Belang heraus.— Der Jahrcs-Arbeitsverdieiist für die in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten erwachsenen Arbeiter wurde auf 823 M.. der für Arbeiterinnen auf 323 M. angesetzt; für jugendliche Arbeiter wurden 439 M., für jugendliche Arbeiterinnc» 399 M. angenommen. Den ortsüblichen Tagelohn setzte die Ver- sammlung für die genannten Kategorien auf 3 M., 1,75 M., 1,73 M. und 1.25 M. fest. Der KricgSniinister v. Goßlcr empfing, dem„Berl. Tagebl." zufolge, am Sonntag in Berlin eine aus drei Mann bestehende Arbeiter- Deputation der Spandauer Militär- Werkstätten, um deren Wünsche in der Lohnfrage, WohnungL- frage, über Versorgung mit Brennmaterialien uslo. zu hören. Die Audienz dauerte eine Stunde. Der Kriegsmmunster sagte wohl- wollende Berücksichtigung der vorgetragenen Wünsche zu. Bielleicht hat bei dieser Gelegenheit der Kriegsminister erfahren, daß das rosenrote Bild über die Spandauer Zustände, daS Generalmajor v. Einem in der Rcichstagssitzung vom 1. März entwarf, doch wohl einige Schatten aufweist. Gntfestigung Spandau». Die kriegsministerielle Verfügung betteffs Aufhebung der Stadt Spandau als Festung steht, wie aus Spandau als verbürgt gemeldet wird, nahe bevor; sie erfolgt ohne Rücksicht auf den Verlauf der Verhandlungen mit der Stadt wegen Ankaufs von einem Teil des FestunqsgelandeS. Für die Militär« Verwaltung ergiebt sich ans der Aufhebung deS FestnngScharakters von Spandau zunächst, daß vom I. April, also dem Beginn des neuen EtatsjahrS ab. keinerlei Ausgaben mehr für die Instandhaltung der fortifikatorischen Anlage» gemacht werden; deren Unterhaltung kostete fortlaufend viele Tausende von Mark. Auch die Posten der FestungS- bcamten werden mit demselben Termin frei. Mit der Aufteilung des für ihre eignen Zwecke bestimmten Festungsgeländes, wobei es sich in erster Linie um Vergrößerung einzelner Werkstätten handelt, geht die Militärverwaltung alSbald vor. Während in andren Feftungsstädten der Entfestigungsprozeß viele Jahre in Anspruch nimmt, wickelt sich in Spandau diese Angelegenheit in Jahresfrist ab, weil eben die Militärverwaltung selber die tteibende Kraft ist. Gevirfzks~Beif uttg. Ju der gegen den Bankier August Steruberg anhängig gemachten neuen Strafsache ist nunmehr Termin zur Haupt- Verhandlung auf den 18. d. M. vormittags 9�/2 Uhr vor der siebenten Strafkammer deS Landgerichts I anberaumt worden. Sternberg wird der Vornahme einer unsittlichen Handlung an einem Mädchen unter 14 Jahren und der Verführung eines über 13 Jahre alten Mädchens, die Mitangeklagte Zimmervermieterin rau Hedwig R i e w e geb. Hafema'nn der Kuppelei unter »Wendung listiger Kunstgriffe beschuldigt. Die strafbaren Handlungen, die in Frage stehen, fallen in die Jahre 1897 und 1898, sie sind erst durch die Emnticlungen bei dem letzten Sternberg- Prozeß zur Sprache gebracht ivor'den. Der Angeklagte Sternberg hat bisher bestritten, sich gegen das minderjährige Mädchen ver- gangen zu haben und behauptet, daß das ältere Mädchen nicht mehr unbescholten war. Die Verhandlung wird unter Vorsitz des Landgerichts-Direktors Voigt stattfinden und e» wird eine ziemlich umfangreiche Beweisaufnahme notwendig fein. Zu den vorgeladenen Zeugen gehört auch Frl. Helene Pfeffer, die sich z. Z. in London befinden soll, ein Prediger und ein Rektor, die über den Leumund der beiden Mädchen Auskunft geben sollen w. Die Verteidigung Stern bergs wird RechiSanlvalt A e h n e l t. die der Angekl. R i e w e Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t führen, die Anklage wird Staatsanwalt Braut vertreten. Die Verhandlung soll unter vollem Ausschlüsse der Oeffentlichkeit stattfinden. Im Wendtland-Prozefle ist jetzt die Beweisaufnahme zu Ende gekommen. In seinem Plaidoycr kam der Staatsanwalt gestern zu dem Schlußantrage, den Angeklagten wegen Unterschlagung und Vergehens gegen das Depot- und das Börsengesetz sowie der Konkursordnung zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis, 2399 Mark Geldstrafe event. noch 259 Tagen Gefängnis und 6 Jahren Ehrverlust zu verurteilen und ihm 1 Jahr 6 Monate auf die Untersuchungshaft anzurechnen. Zwei Fälle der Depot- Unterschlagung beanttagte der Staatsanwalt dem Schwurgericht zu überweisen. Rechtsanwalt Leonhard Friedmann trat für eine wcfent- sich niedrigere Strafe ein. Da» Urteil soll am Sonn- abend gesprochen werden. Da» gegen Frl. Platho ergangene fteisprechende Urteil wegen der Beleidigung des Oberstaatsanwalts I s en b i e I ist rechtskräftig geworden, da der Staatsanwalt die eingelegte Revision zurück- gezogen hat. Die Brandtsche Millionen- Erbschaft beschäftigte gestern wieder einmal vergeblich das Schöffengericht am Amts- gericht I. Der Manrermeister Friedrich Brandt, der in einer Broschüre, die noch vor ihrem Erscheinen beschlagnahmt worden ivar, zu veröffentlichen gesucht hatte, daß die Brandtsche Millionen- Erbschaft von 28 Millionen holländischer Gulden durch allerlei Machinationen verkrümelt worden sei, nachdem Graf Douglas 399 999—699 999 Gulden aus der Erbschastsmosse empfangen hatte, ist von dem Grafen Douglas wegen Beleidigung verklagt worden. Ein früherer Termin mußte vertagt werden, weil Graf Douglas nicht erschienen war. Der zu heute angesetzte Termin wurde veriagt, weil die Verteidigung lange Schriftsätze eingereicht hatte, welche zu prüfen dem Vorsitzenden wegen der Kürze der Zeit und dem Umfang der Schriftsätze nicht möglich gewesen war. Die große Zahl derer, die an die Brandtsche Millionen-Erbschaft glauben und sich für erbberechtigt halten, wird sich also mindestens noch einen Monat gedulden müssen, bevor die erste Instanz die Sache entscheidet.________ Vermischtes, Dt« ttlelberfunde in Könitz, die in der ersten Januarwoche alle Welt in Aufregung versetzten. haben für die Thäterfchaft in der Winierschen Mordsache keinerlei Anhaltspunkte gegeben. Dagegen haben die Finder jetzt einen sehr erheblichen Finderlohn erhalten; insgesamt wurden an 1599 Mark von der Staatsanwaltschaft an- gewiesen. Gtseubahnunfall. Amtlich wird aus Duisburg gemeldet' Heute früh kurz vor 6 Uhr stieß der Personenzug 255. von Krefeld nach Hamm. vor der Station Duisburg auf den Güterzug 3999 infolge unrichtiger Abmeldung seitens der Station Hochfeld. Bei- letznngen von Personen find nicht vorgekommen, auch Material- schaden ist nicht entstanden. Ueber eine« Schiffsuntergang wird aus London berichtet: Der englische Dampfer„Netham", welcher gestern morgen von New Dor! abgegangen war. um sich nach Bristol zu begeben, ist gesunken. Die ganze Bemannung ist umgekommen. Die Ursache der Katastrophe ist noch nicht bekannt._ -ruck und Verlag von Mag Babing in Berlin.