Nr. 59. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit taluftrierter Sonntags Bellage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Bofts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Beitungs. Preisliste für 1901 unter 2r. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn& Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erfchstat täglich außer Montage. 910 Vorwärts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Kolonels setle ober beren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erfte Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bts 4 Uhr nachmittags in der& rpedition abgegeben werden. Die Erpcbition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mal, wo sein Name Stumm. Sonntag, den 10. März 1901. - Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. D Die Dynastien der Industriefürsten, die Emportömmlinge find, ver- einen Assistenten vermehrt, die zwei Funktionärinnen“ wurden fallen schnell; sie haben nicht die Bähigkeit des Junkertums und zu Assistentinnen ernannt und damit die Einrichtung gewisser Geschlechter des Finanzadels, in der zweiten Generation der weiblichen Fabrikaufsicht eine Von definitive. Einer der wirksamsten Agitatoren der Socialdemokratie, ber entarten sie häufig bereits und mit der dritten sterben sie aus. Fast 21 Personen, 19 männlichen und zwei weiblichen, wird Freiherr v. Stumm ist uns entrissen worden. In der Nacht zum ist es, als ob die unmittelbarkeit der Ausbeutung, die brutale jetzt der Dienst der Fabrikaufsicht in Bayern versehen. Sonnabend ist er auf Schloß Halberg, 65 Jahre alt, gestorben. Er Nähe zwischen den Gewinnern und den Opfern wie sie gerade Muß auch die ständige Vermehrung des Fabrik- Aufsichtswar schon lange leidend. in der Industrie vorhanden ist den Herren zum Gift wird. Swei personals anerkannt werden, so muß gleichzeitig betont Freiher v. Stumm ist nicht auf der Höhe seines Einfluffes ge- Brüder des Freiherr v. Stumm entbehren der vollen Zurechnungs- werden, daß es zu einer ständigen, die Unternehmer zu storben. Die Zeiten waren vorüber, da er mit dem Kaiser im Ber- fähigkeit, der eine ist wenn wir nicht irren- seit der Geburt immerwährender Vorsicht zwingenden Inspektionsthätigkeit noch liner Tiergarten spazieren ging und bei diesen Gelegenheiten aus- geistes schwach. Wenn man dies erwägt, so wird man auch für die lange nicht ausreicht, wie die folgenden Zahlen beweisen: einandersegte, daß der socialreformerische Aufschwung der Februar politischen Erzesse des großen Scharfmarchers Verständnis gewinnen. Von 1000 der Aufsicht unterstellten Betrieben wurden Erlasse einer Aera des Stillstands und der gewaltsamen Unterdrückung Das ist schließlich ein frankhafter Einzelfall, der an sich der Wichtig inspiziert 576 Fabriken( 1899: 579, 1898: 1898: 509), Blak machen müsse. Sein persönlicher Einfluß war plöglich- man feit entbehrt. 60 Handwerksbetriebe( 1899: 59, 1898: 50), 452 Beweiß nicht warum- gebrochen worden, wenn auch für die übrige Bedeutsamer aber und verwunderlicher, daß ein Mann von triebe mit über 5 Arbeitern( 1899: 414, 1898: 383). Die Notte der Scharfmacher, deren fanatischer Feldmarschall er war, folchen Qualitäten einen zu Zeiten fast unbeschränkten Einfluß auf Revisionsthätigkeit war in den einzelnen Provinzen sehr verfürderhin die Thüren der Ministerien weit offen standen. Stumm unser politisches Leben gewinnen konnte. Das deutet auf eine schieden, während in der Oberpfalz von 1000 Fabriken 775 selbst marschierte nicht mehr vor der Front; vielleicht hatte er durch schwere Erkrankung des gesamten Staatsorganismus, der darum der inspiziert wurden, war das in Schwaben bloß bei 444 der feine persönlichen Eigenheiten die Sache allaufehr tompromittiert Anstedung nicht zu widerstehen vermag. Und wir dürfen uns auch Fall; von 1000 Handwerksbetrieben wurden in der Oberpfalz und damit sich selbst unmöglich gemacht. Der Industriefreiherr ist nicht täuschen, daß Stumm politisch eine große Nachkommenschaft 75, in der Pfalz nur 41 aufgesucht; von 1000 Betrieben mit nicht im Glüdsgefühl eines Siegs aus der Welt gegangen. Im gezeugt hat, die weiter wirkt. Vielleicht ein wenig civilifierter, mehr als 5 Arbeitern wurden in Oberbayern 394, in NiederGegenteil. Keines seiner Ausnahmegefeße gegen die Arbeiterschaft, ruhiger, vorsichtiger und weniger offenherzig, als der Bater, find die bayern dagegen 653 besucht. Die Beamten trifft da keine durch deren Ausbeutung er zum Millionär und mithin zum Stümmlinge doch rastlos am Wert, den socialen Fortschritt zu Schuld, sie sind überanstrengt, zur Inspektionsthätigkeit, die zu politischen Machtfaktor geworden war, ist verwirklicht worden. Hemmen und den Trägern der socialistischen Befreiung Vernichtung vielen Dienstreifen zwingt, fommt eine überaus große InEin neues Socialistengesetz, das er mit heißer, nie er zu finnen. anspruchnahme durch schriftliche Arbeiten, Unfalluntersuchungen, löschender Brunst ersehnte, hat er nicht erlebt. Und das letzte Persönlich hinterläßt Stumm feinen Sohn, der das Erbe Sachverständigen- Gutachten und Zeugenaussagen bei den Gefurz vor seinem Tode Man hat davon richten. -in der feines gewaltigen Besizes übernehmen könnte. Deffentlichkeit genannt wurde, war es ein überaus schmußiger gesprochen, daß seine Werke mit dem riesigen Kruppschen Industrie- Die Assistentinnen haben sich nach übereinstimmendem Handel, der seinen Geschäftspatriotismus schlimm bloßstellte: Als reich vereint werden. Urteile als sehr geeignete Aufsichtsbeamte bewährt, ihre Reim Reichstag es lezthin zur Sprache kam, daß das Dillinger Werk, Die öffentliche Meinung hat Frhr. v. Stumm durch seine Breß- visionen erstreckten sich mit Ausnahme des Baugewerbes auf an dem Stumm Teilhaber war, die Panzerplatten erheblich billiger földner ausgiebig bearbeiten lassen. Vielleicht werden einzelne dieser sämtliche Gruppen der Gewerbestatistik; in den meisten für amerikanische als für deutsche Kriegsschiffe lieferte, da war nur Meinungsbetriebe, deren Kopfarbeiter er nicht selten ebenso patri- Fällen fanden sie freundliches Entgegenkommen. Die noch ein einziger Mann im Reichstag, der auf der Seite des ent- archalisch behandelte wie seine Handarbeiter, nun zum Stillstand Arbeiterinnen brachten den weiblichen Beamten vielfach ein Iaroten Hochpatrioten offen zu stehen wagte, sein treuester und zu verurteilt und von den publizistischen Hochöfen der Socialistenheze steigendes Interesse und wachsendes Vertrauen entgegen, Die gleich plumpester Agent, Herr v. Kardorff. der eine oder der andre ausgeblasen werden. Die lärmenden namentlich in bereits wiederholt revidierten Betrieben. Stumm war mehr als eine Persönlichkeit, er war ein Symbol. Nachrufe, die aus diesen Fabriken jezt hervorbringen, umwittert Thätigkeit der Assistentinnen wird als eine ersprießliche beDie Weltanschauung des industriefeudalen Kapitalismus verförperte melancholisch das Gefühl der eignen Bergänglichkeit. zeichnet. Die Berichte lassen wohl mit Recht die Annahme fich in ihm so vollständig, in so grellen Farben, so brutal, daß die Mit dem Freiherrn v. Stumn stirbt ein Stück 8eitgeschichte, zu, daß die Assistentinnen mit Arbeit überlastet sind, die Berproletarischen, laffenbewußten Gegner dieser modernen Sllaberei, nicht veil er persönliche Verdienste um die Entwicklung der mehrung ihrer Zahl in den Bezirken Oberbayern und Mitteldaß die Socialdemokratie gar nichts hinzuzuthun brauchte, um an Menschen oder auch nur eine irgend wie beträchtliche geistige Be- franken dürfte sich wohl bald als wünschenswert herauseiner einzigen Erscheinung den todfeindlichen Gegensatz zwischen dem deutung gehabt hätte, sondern lediglich deshalb, weil er die Barbaren- stellen, dringlicher freilich ist die Anstellung von weiblichen Kapitalismus und dem Socialismus zu demonstrieren. Wir be- geit des Kapitalismus in symbolischer Vollendung dargestellt hat. Fabrik- Aufsichtsbeamten in den sechs Inspektionsbezirken, in durften feiner faritierenden, übertreibenden Bemühung, um aus dem Stumm wird vielleicht einst ein Mythus des lachenden Schreibers denen bisher nur männliche Aufsichtsbeamte thätig sind. König Stumm den personifizierten Geist des Kapitalismus zu ge- werden, wenn die Sonnenzeit des Socialismus den Gespensterglauben stalten; denn er selbst war schon eine Karitatur, ein menschliches und die Gespenstermacht überwunden haben wird. Zerrbild, das aber doch das Wesen des ausbeutenden Unternehmertums in grober vereinfachter Linienführung unbarmherzig zutreffend Karl Ferdinand Freiherr v. Stumm Halberg war geboren zu veranschaulichte. Die mannigfachen Uebergänge, Komplitationen, Saarbrüden am 30. März 1836, abfolvierte ein Realgymnasium, beVermischungen, die das wirkliche Leben verwirrend hervor- fuchte die Universitäten Bonn und Berlin, war preußischer Geheimer bringt, verschwanden in dieser Figur; in Stumm war der Kommerzienrat, Major der Landwehr- Kavallerie a. D., Mitglied des Industrie Kapitalismus an sich rein und restlos aufgegangen und Staatsrats seit 1890, des Herrenhauses seit 1882, des Abgeordneten hauses 1867-1870, des Reichstags von 1867-1881 und dann wieder berkörpert grell und deutlich bis zur Abenteuerlichkeit. Stumm war feit 1889. Er hinterläßt 4 verheiratete Töchter. Freiherr wurde er 1888. gleichsam ein anatomisches Präparat, an dem die Socialdemokratie in eindringlichem Anschauungsunterricht den Klassenfampf lehren fonnte und Zahllose find an ihm zum bewußten Socialismus erzogen worden. Der erste Fabrifinspektoren Bericht 7.10 Broz. auf 6,9 Proz. gesunken; ebenso ist es ein Zeichen für das Jahr 1900. " Das Berichtsjahr fiel zum erheblichen Teil noch in die nun abgeschlossene Prosperitätsperiode, dem entspricht die Steigerung der Arbeiterzahl( 5 629 480) gegenüber dem Jahr 1899( 5411 357) in den revisionspflichtigen Betrieben, deren Bahl übrigens bon 102 182 auf 101 195 zurückgegangen ist, ein Zeichen für die Konzentration der Betriebe, die sich durch zahlreiche Beispiele belegen ließe. Der Prozentsatz der jugendlichen Arbeiter ist von 7,7 auf 7,8 Proz. gestiegen, in Handwerksbetrieben dagegen von 15,3 auf 15,2 Proz. herab gegangen, eine ähnliche Entwicklung zeigt die Frauenarbeit, der Prozentsatz der weiblichen Arbeiter in Fabriken ist von 20,5 auf 20,7 Broz. gestiegen, in Handwerksbetrieben von Stumm war all den Kompromissen fremd und feind, mit der Prosperitätsepoche, wenn auch eine sehr traurige Folge denen der liberal geschminkte Kapitalismus die proletarische Bedes intensiven Arbeitsbetriebes, daß die Unfallanzeigen von wegung überlistend zu erweichen und zu ermatten sucht; denn er Nachdem schon vor 14 Tagen die bayrische offigiöse 13 297 im Jahre 1899 auf 13 633 im Berichtsjahre gestiegen haßte die Socialdemokratie mit dem ganzen Ingrimm eines patholo- Korrespondenz Hofmann die wichtigsten Resultate aus der sind. Die Unterstüßung der Arbeiterorganisationen, gischen Temperaments. Er war ein Beseffener des Besizes, ein rasender Thätigkeit der bayrischen Fabrik und Gewerbe Inspektoren insbesondere der Arbeitersekretariate bei der Aufdeckung von Prophet wider denumsturz. Er träumte davon, das gewaltige Freiheitsheer der deutschen Presse zugänglich gemacht hat, liegt nun der Schäden und Feststellung von Uebertretungen der Arbeiterschutzdes socialistischen Kampfs in einer blutigen Bartholomäusnacht zu er- Bericht selbst vor, der erste im Deutschen Reiche, wenn wir nicht Geseze wird anerkannt. Die Aufsichtsbeamten," heißt es z. B. im würgen. Seine tapitalistische Ueberzeugung ward in ihm zur irren, der erste überhaupt, der die Beobachtungen aus dem summarischen Bericht, lernen ihrerseits einen regelmäßigen fanatischen Religion, die nach Inquisition, Folter und Scheiterhaufen Jahre 1900 zum Gegenstand der Berichterstattung hat. und geordneten Verkehr mit den Arbeitern und deren VerLechate. Wenn dieser Mann das Gesicht gerötet wie unter dem Das frühe Erscheinen des bayrischen Berichts ist um so mehr tretungen als wertvoll für die Förderung der dienstlichen Interessen Wiederschein der Hochofenglut in fahrigen, sich überhaftenden anerkennenswert, als der Bericht sich in wesentlichen Punkten mehr und mehr schäßen und sind bemüht, denselben ausSägen gegen die verruchten Revolutionäre eiferte, so fühlte man, von seinen Vorgängern unterscheidet. Gerade die Neuerungen zugestalten." Von welcher Bedeutung die Arbeitersekretariate für diesem unglücklichen Manne war es heiliger Ernst mit seinem rasenden in dem Berichte kosteten aber sehr viele Zeit, besonders um die Durchführung des Arbeiterschutzes sein können, beweist Wahn, eine unüberwindliche Macht zerschmettern zu müssen. Er deswillen, da mit diesen Arbeiten erst nach Einlaufen der 3. B. die Feststellung im Bericht für Oberbayern, daß von fühlte fich als Netter einer vom Untergang bedrohten Welt. Einzelberichte an der Centralstelle begonnen werden konnte. 159 Beschwerden aus Arbeiterkreisen 78 durch das Münchener Stumms fapitalistische Weltanschauung war flerikal geartet. Das tabellarische Material ist reicher geworden, es ist dabei Arbeitersekretariat dem Inspektor zugingen. Sie beruhte auf dem katholischen Brincip der bedingungslosen Unter- übersichtlicher und tonzentrierter; obgleich der Umfang des Die Specialbestimmungen für die einzelnen Berufe geben werfung unter die Autorität. Man könnte sagen, Stumm hat das Un- eigentlichen Berichts gegen das Vorjahr von 516 auf 287 zu folgenden Bemerkungen Anlaß: Ueber die Nichteinhaltung der fehlbarkeitsdogma der Industriepapismus verkündet. Arbeiter waren für Seiten vermindert wurde, scheint der Inhalt und die Menge gesetzlichen Arbeitszeit in den Bäckereien sind den Aufsichtsihn nicht gleichberechtigte freie Menschen und Staatsbürger, sondern der Materialien nicht verfürzt zu sein, die Berichterstattung beamten weniger Klagen als früher zugegangen, ein Beweis, lediglich Werkzeuge für das gottgewollte und gotterwählte Unter- scheint an Worten zu sparen, aber nicht an Thatsachen- daß sich die Bäckereiverordnung eingelebt hat, so daß es nehmertum. Hatten sich aber die Arbeiter ihres selbstbestimmenden material weniger zu bringen. Schon durch die tabellarische desto unverständlicher ist, wenn man jetzt an die RückwärtsWillens entäußert, hatten sie in Kadavergehorsam auf alle Menschen- Form wird viel Raum erübrigt. revidirung derselben gehen will. Der Vollzug der gesetzlichen rechte und Menschenwürde Verzicht geleistet, dann fühlte auch der Der bayrische Bericht ist auch diesmal nicht wie der legte Bestimmungen über die Getreidemühlen stößt in den kleinen absolute Herrscher der Kapitalisten seinerseits Verpflichtungen, in württembergische Bericht und die einiger kleinerer Staaten in Betrieben auf viele Schwierigkeiten; der Aufsicht stehen hier gewiffen Grenzen patriarchalisch für seine" Leute zu forgen. Das der Reichsdruckerei hergestellt, sein altes Format und der auch sehr große Schwierigkeiten entgegen, die Zahl der Mühlen waren denn die Wohlfahrtseinrichtungen", die zu preisen das blaue Umschlag sind geblieben, die frühere Antiquaschrift ist ist sehr groß, sie liegen sehr zerstreut, meist entfernt von den Soldgefinde Väterchen Stumms nicht müde ward. Es wird ein durch eine unmoderne Fraktur ersetzt, nichts deutet Eisenbahnlinien, so daß mit dem vorhandenen Aufsichtsunbergänglisches kulturhistorisches Dokument bleiben, daß es darauf hin, daß der Bericht in der Kunststadt München her personal eine Durchführung des vierzehn- bis sechzehnsich noch an der Grenze des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutsch gestellt wurde; doch das sind bloß Aeußerlichkeiten. Betrachten 16 stündigen Müller- Marimalarbeitstags faum durchzusehen land ein Fabrikherr herausnehmen konnte, zu bestimmen, ob wir nun die Thätigkeit der Inspektoren. sein dürfte. Erwähnung verdient der unermüdliche Eifer der seine Arbeiter sich verheiraten durften, welche Leftüre und welche Der verdienstvolle Münchener Fabrik- und Gewerbe- Müller organisation, die Aufsichtsbeamten auf Uebertretungen politische Gesinnung ihnen erlaubt sei dergestalt sich ein Ober- Inspektor Pöllath ist ausersehen zu einer Art Central- Gewerbe- der Müllereiverordnung aufmerksam zu machen. Für das recht über die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte sich an- Inspektor, zu einem höchsten Beamten der Fabrikaufsicht, eine Jahr 1901 haben die Aufsichtsbeamten vom Ministerium den maßend und ausübend. So spendet ja auch die katholische Kirche Einrichtung, die sich zeitweise in Oestreich und England bei Auftrag einer besonderen Erhebung über die Verhältnisse in die Charitas wohlthäterischer Brosamen, nachdem sie ihren Hörigen glücklicher Auswahl der leitenden Personen sehr bewährt hat. der Müllerei erhalten, man hat allen Anlaß, auf das Erdas Erstgeburtsrecht freier Selbstbestimmung entwendet. Vorläufig ist Herr Pöllath unter Belassung in seiner bisherigen gebnis dieser Erhebungen begierig zu sein. Daß in dem Freiherrn v. Stumm das kapitalistische Intereffe fich Stellung zu gleichzeitiger Dienstleistung als Hilfsarbeiter im Die Verordnung über die Accumulatorenbetriebe bis zu solchem Grade der besinnungslosen Verblendung steigerte. Staatsministerium des Innern" einberufen; aus diesem scheint nicht zu genügen, wurden doch in einem oberbayrischen ist am Ende aus der Natur des Manns erklärlich. Aus Anlaß wurde der oberbayerische Aufsichtsbezirk in zwei, je Betriebe fünf Fälle von Bleikolit festgestellt, obgleich die Einmärchenhaftem Reichtum emporgefommenen einem Fabrif- und Gewerbe Inspektor unterstehende Teil- richtung den angeordneten Bestimmungen entsprach, in einem Proletarier familie stammend, trieb in ihm Renegatenblut. bezirke zerlegt. Außerdem wurde das Inspektorencorps um mittelfränkischen Betriebe gleicher Art wurden diese Voreiner τα rasch au schristen nicht eingehalten. Wie die Arbeiter von An- fang an vermuteten, genügen die Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb von Roßhaarspinnereien zc. nicht, scheint es doch nun ziemlich sicher erwiesen zu sein, daß die inländischen Borsten, die bekanntlich vom Desinfektionszwang besreit sind, Träger der Milz- brandsporen waren und den Tod eines Arbeiters der- ursachten. Der Durchführung dieser Verordnung haben die Aufsichtsbeamten noch immer viel Aufmerksamkeit zu schenken. Während des ersten Teils des Jahrs war die Lage der Arbeiter in fast allen Industrien im wesentlichen die gleiche wie im Jahre 1899. aber gegen Ende des Jahrs machten sich allerwärts und in allen Berufen die Krisenanzeichen bemerkbar, die Inspektoren berichten mehrfach von Verkürzung der Arbeitszeit infolge schlechten Geschäftsgangs. Eine sehr wertvolle Beigabe erhält der Bericht in einem 78 Seiten starken Anhange:„Erhebungen der königlich bayrischen Fabrik- und Gewerbe- Inspektoren über das Maurergewerbe", die sich würdig an ihre Vorgänger, die Erhebungen über die Buchdrucker, Schlosser, Tischler, Schneider und Schmiede anschließen. Wie verschieden die Löhne in diesem allgemein verbreiteten Berufe sind, zeigen die folgenden Zahlen. Der Stundenlohn beträgt: in d. Städten auf d. Lande für Maurer..... 22—55 Pf. 18— 41 Pf. „ Stein- u. Mörtelträger 15—50„ 10—29„ , Taglöhner.... 16—35„ 15—30„ „ Arbeiterinnen.,. 12—25„ 10—23„ Die Arbeitszeit ist fast allgemein zehn Stunden pro Tag. Es ist uns nur möglich, auf diese Arbeit hin- zuweisen, ein Eingehen auf die Resultate der Erhebung würde zu viel Raum beanspruchen. Bedauernd haben wir nur hervorzuheben, daß die eifrigen Bemühungen der Arbeiter zur Herbeiführung eines genügenden Bau- arbeiter- Schutzes in dieser Arbeit die verdiente Würdi- gung nicht gesunden haben. An die Besprechung des Gesammtberichts wäre der Wunsch nach einer Verbesserung des Registers zu knüpfen, aber im allgemeinen wird man aus dem Berichte ersehen, daß die bayerische Fabrikinspektion mit Eifer und Ernst versehen wird; bloß die Sparsamkeit der Regierung hindert die Entwicklung, die erforderlich ist, damit diese Einrichtung allen Anforderungen genüge. Nolikische Mebevfiifzk. Berlin, den 9. März. Das Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend die Beratung des KultuSetats fortgesetzt und zunächst den Antrag der Budgetkommission an- genommen, welcher die Lage der Oberlehrer insofern bessert, alS sie das Höchstgehalt bereits nach 21 Jahren erreichen sollen. Der Antrag G ö b e l(C.) betreffend Anrechnung der über 4 Jahre hinausgehenden Hilfslehrerzeit auf das Dienst- alter der Oberlehrer mit rückwirkender Kraft bis zum Jahre 1892 ging an die Budgetkommissson. In der vorauf- gegangenen Debatte sah sich Abg. Schmitz iE.) veranlaßt. in demselben Tone wie in der letzten Sitzung der Minister v. Miguel, die Agitation der Oberlehrer'aufs schärfste zurückzuweisen. Auch Herr v. Miguel zog nochmals gegen die Lehrer zu Felde; er warnte den Lehrerstand davor, zu viel auf Aeußerlichkeiten zu geben, da das Jagen nach äußer- lichen Auszeichnungen das Ansehen der Lehrer nur gefährden könne. Herr v. Miguel spricht aus Erfahrung, er weiß, wie sehr das Jagen eines gewissen ehenialigen Republikaners. dessen Brust jetzt der schwarze Adlerorden schmückt, dem An- sehen dieses Manns in der Oeffentlichkeit geschadet hat. Bevor der Kultusetat weiter beraten wurde, beschäftigte sich das Haus mit dem Antrag Im Walle(C.). den Minister aufzufordern, Verträge zwischen Schulsocietäten und politischen Gemeinden wegen Uebernahme der Volksschule seitens der Gemeinde nicht um dessentwillen zu beanstanden, weil sie eine Vereinbarung wegen Erhaltung des konfessionellen Charakters der Schule enthalten. Der Antrag, der aus Anlaß eines be- stimmten Einzelfalls gestellt war, hatte lediglich den Zweck. den Kultusminister Studt zu der Erklärung zu bewegen, daß er die Konsessionalität der Volksschule auf- recht erhalten will. Nachdem dieser Zweck erfüllt war, zog ihn der Antragsteller zurück; ein Beweis dafür, daß das Centrum mit Herrn Studt zufrieden ist und von ihm eine neue Aera der Volksverdummung erwartet. In vorgerückter Stunde kam endlich das wichtigste Kapitel des Kultnsetats, das Kapitel„Elementarunterrichts- Wesen" an die Reihe. Mit beredten Worten unterzog Abg. K o p s ch(frs. Vp.) unser heutiges Volksschulwesen einer herben Kritik; er tadelte insbesondere die geistliche Schulaufsicht und forderte eine Revision des Lehrerbesoldungs-Gesetzes. damit das preußische Volksschulwesen endlich vorbildlich für andre Länder werde. Den gegenteiligen Standpunkt vertrat Abg. Dr. D i e t t r i ch(C.), der eine auf christlicher Grundlage auf- gebaute Schule als sein Ideal bezeichnete. Nach einer kurzen Erwiderung des Kultusministers, der die Fürsorge des Staats für die Volksschule pries, wurde die Sitzung ab- gebrochen. Die weitere Beratung des Volksschulwesens er- folgte in einer Abendsitzung unter äußerst schwacher Besetzung des Hauses. Die preußischen Landtags- Abgeordneten werden sich doch um einer so wichtigen Sache willen, wie es das Volksschulwesen ist, ihre Abendmuße nicht nehmen lassen.— Die russische Antwort. Die ReichStagSrede des Grafen Bülow ivird von der russischen Presse lebhaft kommentiert...Nowoje Wremja" sowohl als„Nowosti" heben den Passus der Rede hervor, in dem es heißt, daß Deutschland sich hüten müsse, zu einem andren Staat in ein vasallisches Verhält- ins zu geraten. Die Rede verrate, so meinen die genannten halb- offiziösen Blätter, eine egoistische Anschauungsweise des Reichskanzlers in Bezug auf die internationale Politik. Durch eine derartige egoistische Politik müsse Deutschland. schließlich völlig isoliert da- stehen. Die„Nowoje Wremja" meint, die Rede klinge stolz, sei aber in diplomatischer Beziehung unklug. Die„Nowosti" behandeln noch besonders ausführlich den Passus über die Getreidezölle. Gros Biilow Iverde sich entschieden irren, wenn er bei seinen agrar- politischen Anschauungen mit Rußland eine Möglichkeit der V e r st ä ii d i g u n g a n u i m m t. Die andren großen Tagesblätter äußern sich in ähnlichem Sinne.- Demonstrationen gegen den Kornwncher. Weitere Protestversammlungen werden hegte gemeldet aus Königsberg, Lauen bürg a. d. Elbe, Eberswalde, Potsdam. In Kiel und Umgegend fanden am Mittwochabend sechs Protest- Versammlungen statt. Die Versammlung im»Englischen Garten", wo Legi e n- Hamburg referierte, war von reichlich 2500 Per- sonen, worunter viele Frauen, besucht. Im„Elhsium" hatten sich 1200 Personen eingefunden; hier sprach Adler- Kiel. G e r i s ch- Berlin referierte in Gaarden, wo sich S00 Personen versammelt hatten. In Ellerbek sprach Schauenburg- Hamburg vor 350 Per- sonen, in Dietrichsdorf Brecour- Kiel vor 400 Personen und in Winterbek R o s b i tz k h- Wandsbek. Alle Versammlungen bekundeten den schärfsten Protest gegen den Brotwucher. AuS Oldenburg wird uns geschrieben: Der Gemeinderat zu Ohmstede, eine Nachbargemeinde der Stadt Oldenburg, protestiert einstimmig gegen die Erhöhung der Zölle auf Getreide. Dieser Be- schluß ist um so beachtenswerter, als wir es hier mit einem Gemeinde- Parlament zu thun haben, das in seiner Mehrheit auS Bauern, darunter mehrere Großbauern, zum andren Teil auS Handwerken: und Arbeitern besteht. Stuttgart, 8. März. Die Protestbewegung gegen die agrarische Zoll- und Brotverteucrungs-Politik nimmt in Württemberg einen großen Umfang an. Auf' die beiden am vorigen Donnerstag in Stuttgart abgehaltenen Protestversammlungen folgten solche in Cannstatt, Göppingen. Ober-Eßlingen. Tuttlingen. Feuerbach. Trossingen und Deißlingen. Weiter sind solche anberaumt in Heil- bronn, Möhringen und Zussenhausen; viele Anforderungen mußten wegen Maugel an geeigneten rednerischen Kräften verschoben werden. ' Die Interpellation des Genossen Dietrich im Stuttgarter Gemeinderat wird in nächster Sitzung zur Verhandlung konimen. Die Centrumsmehrheit des Gmünd er Gemeinderats lehnte es ab, die Getreidezoll-Jnterpellation unsreS Genossen KlauS zu beraten, trotzdem eine Riesenversammlung in Gmünd, die von der Handelskammer einberufen war, sich entschieden gegen jede Zoll- erhöhung ausgesprochen, hatte.— Der Wurf deS Epileptiker», der d e n K a i s e r traf, wird auch weiterhin fast in der gesamten Presse in nüchterner Ruhe er- örtcrt. Nur wenige Blätter können nicht verbergen, daß die Harm- losigkeit der Angelegenheit ihnen überaus mißfällt. Die„H a m- burger Nach richte n". das Blatt der Bismarck-Traditionen, be- zweifeln die Glaubwürdigkeit der offiziellen Mitteilungen, die von Bremen aus über den Thäter verbreitet werden, und lassen ihre» Unmut erkennen, daß es sich nur um einen Geistesgestörten, nicht aber um einen wirklichen Verbrecher, oder, was noch erfreulicher wäre, um ein regelreckites Komplott gegen das Leben deS Kaisers handelt. Auch die„S ch l e s i s ch e Zeitung" versucht den Vorfall gegen die„Partei des socialen Umsturzes" auszunützen, sie sagt unter anderm: „Denn die Untergrabung der Unterthanentreue, die Zerrüttung aller Liebe zum Monarchen, die Verleitung des Volks zur Auf- lehnung gegen Siecht und Ordnung, die Verhetzung der blinden Massen gegen den Kaiser— das ist das Tagewerk, das die social- demokraiischen Führer jahraus jahrein betreiben. Das ist das Geisteselement, aus welchem Wahnwitzige und Verzweifelte den Entschluß zu hochverräterischen Thaten schöpfen.". In Wahrheit haben die socialdemotrotischen Führer grund- sätzlich dagegen gewirkt, daß irgend eine einzelne Persönlichkeit für die socialen und politischen Notstände verantwortlich zu machen sei. Die socialdemokratischcn Führer haben niemals in solcher Art die Person des Kaisers bekämpft wie eS die konservative»S ch I e s. Ztg." beispielsweise im Kampf gegen eine LiebltngSvorlage des Kaisers als eine Führerin der Kanalrebellen that. Die„Deutsche Tageszeitung' fälscht daS Vorkommnis weiter in ein„Attentat". Sie ist schwer entrüstet, daß nicht nur der „Vorwärts", sondern höchst staatserhaltende Organe wie der„Ham- burger Korrespondent" die Meinung aussprechen, sie selbst und die konscrvativ-agrarisch-aiitiscmitischen Hetzer gegen die England- Neigungen des Kaisers seien die zunächst Betroffenen. wenn eine politische Richtung verantwortlich gemacht werden solle. Gewiß nicht niit Unrecht sagt der„Hamb. Korrefp.": „Wir würden einen Gedanken unterdrücken, der sich unwill- kürlich jeden: aufdrängt, wcun wir eS unterließen, offen und mit aller Entschiedcizjheit auszusprechen, daß die leidenschaftliche persön- liche Polemik gegen den Kaiser, wie sie in den letzten Monaten von unfrei: Boerenmännern und Englandhetzcrn beliebt worden ist, gelegentlich einmal eins ihrer rastlos ausgestreuten imheilvollen Saatkörner in ein Gemüt werfen konnte, wie das des elenden Bremer Burschen, dessen Namen niederzuschreiben unsre Feder sich sträubt." Der Epileptiker Weiland wird nach Abschluß der gerichtlichen Untcrsilchnng ans mehrere Wochen in einer Irrenanstalt interniert werden, lim seinen geistigen Zustand ärztlicherseits zu beobachten und definitiv festzustellen,— Weitere Steigerung der Kohlenpreise. Aus Zwickau wird der„Volks-Zeilmig" berichtet: Wie der„Vogtl. Anzeiger" meldet, werden die sächsischen Kohlen- preise am 1. April abermals erhöht werden. Die Preis- erhöhung beträgt acht Mark pro Doppelwaggon. Eine Lohnerhöhung findet auch diesmal nicht statt.— Landrätliche Socialpolttik. Bor der Verabreichung von Gaben an umherstreifende Bettler erläßt der Landrat des Kreises Jerichow II in Genthin folgende Warnung: Zur Verhütung des nutzlosen Vagabondiereus unbeschäftigter Personen ist es durchaus notwendig, daß die Bevöllervng des Kreises Selbstzucht übt und niemandcm eine Gabe verabfolgt. Durch die beiden V e r- p f l c g u n g s st a t i o n c n, die in Genthin und Schönhausen auf Kosten des Kreises unterhalten werden, ist ausreichend für die durch- reisenden arbeitsiicheiiden Personen gesorgt. Jede weitere Gabe an dieselben fördert das Landstreichertiim, belästigt und besteuert unnötig die Einwohner. Denn jeder Ort, in welchen: trotzdem Gaben verabreicht werden, wird sofort eine um so größere Anziehungskraft auf die Landstreicher ausüben. Auch ist es allgemeii: bekannt, daß die milden Gaben leider sofort in Schnaps umgesetzt werden, die falsch geübte Mildlbätigkeit fördert also nur die Liederlichkeit und den Hang zum Herumtreiben. Der Herr Landrat spricht' in seiner Bekanntmachung nur von Landstreichern und Vagabonden, welche die„milden Gaben sofort in Sckrnaps" umsetzen. Der Herr vergißt, daß die absteigende Kon- junktur große Maffcn durchaus solider Arbeiter brotlos macht und auf die Landstraße treibt. Und diese Elemente pflegen auS guten Gründen die polizeilich verwalteten Verpfleg» II gs st atione II gern zu meiden.— AuS Ostpreußen. Die ostprenßische Landwirtschafts- kammer hat sich zu einer That aufgeschwungen, die von einigen Rednern als ein Mittel zur Hebung der Arbeiter- Verhältnisse in der Provinz bezeichnet wurde. Die Kammer be- willigte 3200 M. für Diplome, Medaillen, Broschen und K r e'u z e, mit denen Arbeiter und Dienstboten prämiiert werden sollen, die lange an einer Stelle in Arbeit gestanden haben. Bei einer 20jShrigett Dienstzeit will man ein Diplom, bei 25 jähriger Dienstzeit eine bronzene Medaille an männliche und? eine Brosche an weibliche Arbeiter überreichen und bei 30jähriger Arbeitsdauer soll für Männer die Verleihung des Allgenieinen Ehrenzeichens, bei Frauen die Uebcrreichung eines silbernen Kreuzes beantragt werden. Ein oder zwei Kainmenuitglieder gaben der ganz aufrichtigen Ansicht Ausdruck, daß auf solche Art die Arbeiterfrage nicht gelöst werden könne. Die Mehrheit überzeugten sie natürlich nicht. Die Herren werden freilich bald durch die Thatsachen belehrt werden, daß auf so billige Art der Abwanderung der Landarbeiter nicht Einhalt gethan werden kamt. Die Aussicht auf ein Diplom oder ein Stückchen Metall hält die jüngeren Landardeiter nicht davon ab, nach besieren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu streben.— Zur ReichStagSwahl in Posen. Aus Posen wird uns geschrieben: Am Montag, den 11. dieses Monat« findet die Ersatzwahl für den verstorbenen Reichstags-Abgeordneten M o t t y statt. ES ist von vornherein sicher anzunehmen, daß der polnische Kandidat Rechtsanlvalt v. C h r z a r n o>v s k i mit großer Majorität gewählt wird, zumal beide polnische Parteien, die Hof- und die Volkspartei, diesmal einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt haben, wohlweislich einen VollSparteiler, da die Hofportei, die Partei des AdelS und der Geistlichkeit, immer mehr an Einfluß verliert. Kam doch Motty, ein Hofparteiler, in der letzten Wahl nur mit geringer Majorität gegen den Kandidaten der Volkspartei durch. Natürlich spielen die Gedreidezölle eine große Rolle bei der Wahl, obgleich sowohl von dem polnischen Kandidaten wie auch von dem der deutschen Parteien, Oberbürgermeister Witting, alles gethan wird, um die Wähler über die Bedeutung dieser Frage hinweg zu täuschen. Die Erörterung der Kornzollfrage in Beziehung zu der ReichstagSwahl wird sowohl in der polnischen wie auch m der deutschen Preffe vermieden, und die Socialdemokratie allein ist es, die die Wahl zu einer Protestwahl gegen den be- absichtigten Brotwucher machen will. Daß diese Auf- klärung den energischten Widerstand der Behörden veranlaßt, wird den nicht wundem, der die fortwährenden Chikaniemngen der Posener Genossen durch die Behörden kennen gelernt hat. Die Wegnahme von Flugblättern spielt die größte Rolle. So wurden in dem Städtchen Stenschewo von einem Gendarmen die Flugblätter weggenommen. Der Bürgermeister, von dem die Herausgabe verlangt wurde, wußte nicht das geringste von den: Verbleib der Blätter. Ein an einen Genossen von Posen aus durch die Post gesandtes Paket mit Flugblättem, das mittags ankam, wurde bereits am Nachmittag aus Veranlassung des Bürgermeisters konfisziert. Man gab vor. eine Haussuchimg nach „anarchistischen" Schriften anstellen zu müssen. In Schwcrsenz wurden den Genossen die Flugschriften, die sie verbreiteten, auf Ver- anlaffung des Bürgermeisters weggenommen. Diese wenigen Bei- spiele beweisen, unter welch schwierigen Verhältnissen hier zu arbeiten ist. Trotzdem hoffen wir auf einen Fortschritt auch hier im dunkelsten Orte, wo Pfaffentum und Junkerlliquen in ihrer Verdummungs- arbeit äußerst eifrig sind.— Koburg, 8. März. sEig. Ber.) Der Koburger Special- Landtag ist zum 18. März einbcnifen worden. Die Beratungen werden diesmal mit erhöhtem Interesse erwartet, da nunmehr auch dem Koburger Landtag ein Socialdemokrat angehört. Bevor der Landtag seine Arbeiten erledigen kann, tritt voraussichtlich der ge- meiiisch'aftlichc Landtag für die Herzogtümer Koburg und Gotha, welcher in diesem Jahre in Koburg tagt, zusammen.— Au» dem hessischen Landtage. Die s o c i a l d e m o k r a t i« sch e Fraltion der Kammer beantragte, in allen hessiscben Gewerbe- Fiispcktions-Bezirkcn je einen Hilfsarbeiter und eine Hilfsarbeiterin aus dem Arbeiterstaude beizugeben. Die Centrumsfraktion der Kammer stellte einen ähnlichen, aber wenig präcisen Antrag, der will, die Regierung möge die Anstellung von nicht akademisch-technisch gebildeten, ivomöglich dem Arbeiterstande entnommenen Hilfslrästen der Gewerbe- inspeklioii ins Auge fassen. Zwölf ländliche Abgeordnete der zweiten Kammer haben den dringlichen Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat für Aufhebung der gemischten Transttläger und der Zollkredite einzutreten. Arbeitslosigkeit. EI wird un» geschrieben: Der Magistrat von Hannover unternimmt schon Rotstand»«betten —- die Hannoversche Jndustrievorstadt Linden gehört zu denjenigen Städten, welch- in den letzten fünf Jahren den größten«evölkerung«- zuwachS gehabt haben; der Rückschlag ist also hier naturgemäß am sühlbaisten—; in Leipzig ist eine ArbeitSlofen> Versammlung auf- gelöst; die schlimmsten, furchtbarsten Arbeiterentlaffungen werden erst noch kommen, wenn der große Znsammenbruch in der Eisen- industrie kommt, den die„Kölnische Zeitung" dieser Tage als un- vermeidlich bezeickmete; haben doch einige Werke Kredite in Anspruch genommen, die an Höhe ihr Aktienkapital über- steigen. Der Tiefstand der Krise ist bei weitem noch nicht erreicht. Es ist wahr, daß die„schlechte Zeit" durch die Syndikate ivenigstenS reguliert, wenigstens gemildert werden könnte, wenn diese Syndikate anstatt den Profit des Augenblicks ihre eigenen und der Gesamtheit dauernde Jntereffen ins Auge faßten und vor allem dahin wirkten, jene gewaltsamen, über daS tl ii v e r m e i d l i ch e weit hinausgehenden Stockungen zu ver« meiden, die zugleich aus dem allgemeinen Mißtrauen hervor- gehen und die? Mißtrauen hervorrufen. Aber gerade auf dies allgemeine Lauvs qui peut, auf den verheerenden Zusammenbruch aller Unternehmungslust arbeiten jetzt die Syndikate los, weil sie nach dem Grundsatz handeln: Mitnehmen was zu kriegen ist und in Sicherheit bringen was zu retten ist. Umsonst reden so große Firmen wie die der bekannten Schruwen- Willm in Hagen sFunke) zur Vernunft. ES fehlt jede andre Direktive als die des kurzsichtigsten Eigennutzes. Der Kapitalismus erweist sich eben wieder einmal als unfähig zur Ordnung der Kräfte, die er gerufen hat; der sich einen Hexenmeister dünkte ist nur ein Stümper und Lehrling. Große moralische und materielle Anforderungen stellt diese Lage an die Gewerkschaften. Auch in ihnen muß fich jetzt das gemeinsame B e ru f s i n t e resse der Arbeiter mit dem Interesse der Einzelucn auseinandersetzen. Wir führen nur die Bildhauer- Gewerkschaft als Beispiel an. Seit einem Halbjahr macht sich in der Berliner Organisation der Gewerkschaft eine steigende Arbeits- losigkeit bemerkbar; die osfiziellen Zahlen sind schon erheblich genug, aber sie geben noch nicht ein vollständiges Bild, weil die kranken Vkitglieder, deren Zahl auch höher ist als sonst, auch zum größten Teil arbeitslos sind und nach der Karenzzeit die Gewerkschaft in Anspruch nehmen werden. Die offiziellen Arbeitslosen- Zahlen der Gewerkschaft ergeben aber, daß allein in Berlin gemeldet waren: November 1899... 240 Arbeitslose, Dezember 1899... 265„ Januar 1900.... 298, November 1900... 380, Dezember 1900... 432» Januar 1901.... 524» Die Gewerkschaftsgruppe hatte Ende des dritten Quartals 1900 1246 Mitglieder. Die Berliner Verwaltungsstelle, die 1893 mir 556 M., 1899 schon 1713,20 M. an Extra-Unterstützungen ausgegeben hat. mußte diese Ausgabe in 1900 auf 5346,15 M. steigern. Natürlich reichen für diese Steigerung die ordentlichen Einnahmen nicht aus, und es ist deshalb ein Extrabeitrag beschloffen worden. Wie man leicht einsteht, kommen da die Interessen der Arbeitslosen mit denen der Organisation in«inen Konflikt, der hohe Anforderungen an den Gemeinsinn auf beiden Seiten stellt, um die Leistimgsfähigkeit der Organisation mit den Ansprüchen in Ein- klang zu halten. Wir sehen da im kleinen ein Bild der organisatorischen Be- wegung. die mit kleinen aber vereinten Kräften und Mitteln den Folgen überhitzter kapitalistischer UnternchmungSlust zu steuern sich müht, während die kapitalistischen Organisationen fortfahren, den Sonderproflt allen Warnungen und drohenden Folgen zum Trotz bis zum letzten Augenblick allein zu verfolgen. Kann jemand im Zweifel darüber sein, auf welcher Seite die Keinie des Fortschritt» über die unvollkommene„Ordnung" von heute hinaus vorhanden find und gepflegt und erzogen werden?— " ,, Mehr Schuh für die Rechtspflege." demokraten. Deutsches Reich. gefordert wird, dem Reichstag eine Vorlage zu machen, durch die anerkannt wurde. Der Accordtarif, in der Brauerei eingeführt, Die Konizer Prozesse haben eine Reihe von Vorschlägen auf die Bahn von Dar- es- Salaam nach Mrogoro durch eine Privat- mußte für die Arbeiter um jo nachteiliger wirken, als in dem Betrieb Abänderung unfres Prozeßverfahrens gezeitigt, namentlich hat der gesellschaft auf annehmbarer Grundlage gebaut werde. Gegen teine technischen Hilfsmittel in Anwendung tommen, die heute in als liberaler Politiker und früher auch als Verteidiger in politischen Diese Resolution stimmen Freifinnige Bollspartei und Social- großen Faßfabriten üblich find. Im Hinblick darauf ist der Tarif Brozeffen bekannte Rechtsanwalt Dr. Ludwig Flatau in einer berechnet und kommt die kleine Erhöhung des Accords gar nicht in BeBroschüre Mehr Schuß für die Rechtspflege gefordert. ratung des Etats des Eisenbahn- Amts. Abg. Eidhoff( frf. Bp.) möglich gewesen, weun nicht die Direktion auf den Werfführer Die Nachmittags Sigung der Kommission beginnt mit der Betracht. Eine Begleichung der sehr geringen Differenzen wäre sehr gut Er will unter anderm den Behörden das Recht geben, einen begründet folgenden von ihm gestellten Antrag: Kilbinger gehört hätte, der durch sein schroffes Verhalten sofort jede Prozeß aus einer durch Leidenschaften unterwühlten Gegend hinweg Den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage regelmäßig Verständigung abwies. an ein andres Gericht zur Verhandlung zu verweisen. Hiergegen Mitteilungen von den Verhandlungen und Ergebnissen der auf Bur Lohnbewegung der Fabrik- Schuhmacher Berlins. müssen wir aller Entschiedenheit Widerspruch erheben. Veranlassung des Herrn Reichstanzlers abzuhaltenden Konferenzen Während die Arbeiter auf Ersuchen des Gewerbegerichts sich bereit Eine folche Befugnis tönnte nicht auf Schwurgerichts Schwurgerichts- Erhöhung der Sicherheit und Bequemlichkeit des reisenden Fabrikanten in ihrer am Freitag abgehaltenen Versammlung beüber Verbesserungen von Einrichtungen bei den Eisenbahnen zur erklärt hatten, vor dem Einigungsamt zu erscheinen, haben die sachen beschränkt bleiben, und bei ihr würde die Regierung es völlig in der Hand haben, für politische Prozesse das ihr genehme Gericht Bublifums und des Fahrpersonals zugehen zu laffen." auszusuchen. In Frankreich gilt ein solches Recht, und bei Geloſſen, jede Verhandlung vor dem Einigungsamt abzulehnen. legenheit des Prozesses gegen Dreyfus ist es von allen Liberalen als unerhört und als mit deutschen Rechtsbegriffen unvereinbar ertlärt worden. Daß der fliegende Gerichtsstand der Preffe" geLegentlich in derselben Richtung ausgenutzt wird, ist ein Gegenstand allgemeiner öffentlicher Entrüstung, und wird bon allen Seiten als unhaltbar anerkannt. Man fage uns nicht, daß England dieselbe Befugnis besteht, und daß sogar nicht selten zu Gunsten eines Angeklagten von ihr Gebrauch gemacht wird. Die Einrichtungen der englischen Rechtspflege find als solche durchaus nicht alle mustergültig; wenn trotzdem die englische Rechtspflege in manchen, namentlich politischen Beziehungen, gerechter und gesunder erscheint als die unfrige, fo liegt bas an ganz andren Umständen, namentlich an der alten politischen Bildung des englischen Volks, die ihm den Mißbrauch der Rechtspflege zu politischer Unterdrüdung überhaupt unverständlich macht. in " bor Das Gleiche ist einzuwenden gegen andre Vorschläge, die darauf hinauslaufen, die Erörterung eines Rechtsfalls feinem endgültigen Abschlusse und die Berichterstattung über ein Prozeßverfahren einzuschränken und etwaige Uebertretungen nach englischem Muster als contempt of court" zu bestrafen. Wir müssen gegen jede Beschränkung der Berichterstattung Verwahrung einlegen. Die Deffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen wäre ohne freie Breßberichterstattung eine Täuschung. Aufschluß über die Resultate der Eisenbahnkonferenz, die kürzlich in Der Präsident des Reichs Eisenbahnamts giebt Berlin stattfand und erklärt sich bereit, dem Reichstag jederzeit Auskunft über weitere Beschlüsse zu geben. Ein Regierungstommiffar giebt noch Auskunft über verschiedene Verbesserungen namentlich bezüglich der selbstthätigen Kuppelungen. Nach längerer Debatte wird die Resolution angenommen. Im Lauf der weiteren Beratung des Etats teilt der Präsident des Eisenbahnamts mit, daß der Reichskanzler bei dem Bundesrat beantragt habe, die Tarife für Militär- Urlauber pro Kilometer auf einen Pfennig herabzusetzen. Bisher war der Satz 1/2 Bf. Zum Schluß flam die Resolution Graf Klindowström zur Ver handlung betreffend die Eisenbahn- Anträge und Eisenbahn- Tarife im Eisenbahnamts liest eine lange Erklärung des Reichskanzlers vor, Verkehr zwischen Deutschland und Rußland. Der Präsident des deren Drucklegung befchloffen wird. 19 Darauf erfolgte Bertagung. Partei- Machrichten. 19 Die Maurer in Halle wehren sich mit unermüdlicher Ausbauer gegen den Kontraktbruch der Unternehmer. Vor allem wird der Kampf mit größerem Nachbruck erst zum Beginn der Bauperiode wieder einfeßen. Die Unternehmer haben bisher nur den Gewinn, daß die Behörde eifrig bemüht ist, die Arbeitswilligen zu schüßen. Man sieht täglich große Trupps, die von der Polizei von und nach der Arbeit geführt werden. Die Unternehmer haben denn auch bei ihren Bemühungen, Arbeitskräfte anzuwerben, auf diesen Umstand besonders hingewiesen. In den Antworten an die Bewerber heißt es: " Wir wollen es nicht unterlassen, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß hier in Halle gestreift wird, daß Sie jedoch in jeder Es arbeiten schon ca. 100 fremde Maurergesellen in Halle.". Beziehung von seiten der Behörden geschügt werden. Dagegen wird in dem gleichen Schreiben angekündigt, daß Reisespesen nicht mehr vergütet werden, wahrscheinlich, weil die Herren recht trübe Erfahrungen damit gemacht haben. Ueber die Verfolgung der Streikenden geben fast täglich Berhandlungen vor den Gericht Kunde. Es ist teine Seltenheit Von der Parteipresse. Genosse Heinrich Schulz fcheidet mehr, wenn Streifende wegen Bostenstehens zu ein bis drei zum 1. Mai aus seiner jegigen Stellung als Redacteur der Wochen Haft verurteilt werden. Am Freitag wurde der Maurer Tribüne" in Erfurt, um als erster Redacteur in die Magdeburger Schubert wegen Beleidigung des Maurermeisters Reichert zu " Boltsstimme" einzutreten. 3 Wochen und 5 Tagen Gefängnis verurteilt, obwohl Reichert den zur Anklage stehenden Streit provoziert hatte. Schubert zündet feit langen Jahren im Dienste der Stadt Laternen an und wurde am Abend des 27. Dezember v. J. von Reichert, der sich darüber ärgerte, daß Sch. als Streifender im Dienste der Stadt thätig ist, angesprochen, worauf Reichert von Schubert mit einigen derben Worten und mit dem Hinweise:„ Das geht Sie doch nichts an," träftig abgewiesen wurde. Oestreichische Gemeindevertreter Konferenz. Deutschem Beispiele folgend hielten die socialdemokratischen Gemeindevertreter In vielen Gerichtssälen ist der Raum für das Publikum so be- des politischen Bezirks Steichenbach in Böhmen und der Bezirke schränkt, daß noch nicht ein Dutzend Plätze vorhanden ist, und Gabel, Friedland und Gablonz zum erstenmal eine Konwiederholt sind alle Bläge planmäßig von Polizeibeamten besetzt ferenz ab, um sich gegenseitig über ihre Aufgaben zu unterrichten worden, so daß die Oeffentlichkeit thatsächlich ausgeschlossen war. gewinnen. und für gemeinsames Handeln bestimmte Gesichtspunkte zu waren Eingeladen 185 Gemeindevertreter, er= Wer hat heutzutage Zeit, Gerichtsverhandlungen persönlich bei- chienen waren 72. Nach längerer Debatte beschloß die Konferenz zuwohnen? Nein, die Oeffentlichkeit des Verfahrens die Einfegung eines Exekutivkomitees durch die Streisvertretung, dem besteht lediglich in der Möglichkeit un die Aufgabe zufällt, mit den socialdemokratischen Gemeindevertretern beschränkter Berichterstattung. Wenn Herr Dr. Flatau Norbböhmens in Verbindung zu bleiben, Berichte über ihr Wirken in nach englischem Vorbilde nur die unparteiische" Berichterstattung der Gemeindeſtube einzuholen und Material zu sammeln, das im straffrei lassen will, so würde das ebenfalls eine für unfre Ver- Interesse einer den socialdemokratischen Forderungen entsprechenden hältnisse völlig unbrauchbare Beschränkung sein. Namentlich bei Kommunalpolitik verwertet werden kann. politisch wichtigen Prozessen hätte die bei uns traditionelle Ver der Gemeindevertreter stattfinden, der aber nur höchstens zwei Innerhalb der nächsten sechs Monate soll eine zweite Konferenz folgungsfucht es in der Hand, jeden Bericht als„ parteiisch" zu specielle, in die Gemeindepolitik einschlagende Fragen zur Erledigung unterdrüden, denn etwas subjektiv gefärbt wird eben jede Dar vorgelegt werden sollen. stellung sein. Die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, die eine bewußt einseitige Auch eine Resolution, die das allgemeine gleiche und direkte Darstellung verfchmähen, tönnen nicht durch Strafgefege geschaffen Wahlrecht für die Gemeinde fordert, wurde angenommen. 02 werben, sondern nur eine Folge focialer Erziehung und allgemeiner Bu den dänischen Folkethingewahlen, die voraussichtlich in politischer Bildung sein. 14 Tagen, spätestens aber in 4 Wochen stattfinden, sind von der Gewiß mögen heute tattlofe, ja fogar verbrecherische Bersuche zu focialdemokratischen Partei in 80 2ahllreisen eigne Kandidaten auf Beeinfluffungen ber Gerichte durch tendenziöse Beitungsnotizen vorgestellt worden. Es gilt, bei den bevorstehenden Wahlen die tommen, aber ebenso erfährt auch die Ermittelung in manchem Ronservativen aus ihrer Stellung als regierende Partei zu verStrafverfahren wertvolle Unterstützung durch die Presse. Auch auf drängen und die gemäßigt- liberale Bartei zur Auflösung zu bringen. diesem Gebiet brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Deffent- Bahl der socialdemokratischen Mandate von 2 auf 8 und die gegen Bei den Wahlen in den Jahren 1892, 1895 und 1898 hat sich die lichkeit. wärtigen 12 vermehrt, während die der Konservativen von 31 auf 24 und 16, die der Moderierten von 40 auf 28 und 21 zurüdgegangen ist. Also ein beständiger Fortichritt der Socialdemokratie und ein beständiger Nüdgang der Regierungsparteien. Da die Wahlen in diesem Jahre zum erstenmal geheime find, ist zu erwarten, daß diese Tendenz in noch stärkerem Maße zum Ausdrud kommt. Polizeiliches, Gerichtliches us. Ju der Düsseldorfer Großschreinerei vormals Westheider Rheinische Holzindustrie" find 88 Schreiner in den Ausstand getreten. Die Christlichen gingen mit den Mitgliedern des deutschen Holzarbeiter- Verbands zusammen. Zuzug ist fernzuhalten. Zum Glasarbeiterstreik in Nienburg. Ganz den Bekamutmachungen des Bürgermeisters entsprechend haben die Streifenden bereits ein scharfes Regiment zu fühlen bekommen. In einer nahmt. Ein Arbeiter erhielt einen Strafbefehl in Höhe von 9 M., wirtschaft wurde eine Sammelliste für die Streifenden beschlagweil er au drei in Beschäftigung Stehende auf der Straße Flugblätter übergab. Ein andrer Arbeiter soll durch eine harmlose Be merkung eine Beleidigung Arbeitswilliger verübt haben. Ein naher Berwandter eines Ausständigen erhielt als Ausländer einen Ausweifungsbefehl zugefchickt. Es ist fraglich, ob die Fabrikanten aus diesen Vorkommnissen Nuzen ziehen können. Die Lohnbewegung der Stuttgarter Schneider scheint ohne Streit zu Ende zu gehen. Am Freitagabend fand eine Sigung der Vertreter der Prinzipale und Arbeiter statt. Dabei wurden die für Die Firmen I. und II. Klasse aufgestellten Accordsäge von allen in Sonntag weiter verhandelt werden mit begründeter Aussicht, daß Frage kommenden Firmen angenommen. Ueber Tarif III wird am er ebenfalls angenommen wird. Sämtliche neuen Bestimmungen würden dann am 23. März in Straft treten. Ausland. Die Köche und Köchinnen Kopenhagens haben zweds Ber besserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen einen Fachberein gegründet. Und ebenso brauchen wir auch der Justiz gegenüber eine völlig unbeschränkte ritit. Hüten wir uns vor dem Einreißen eines Augurentums, das so thut, als ob die Gerichte in unnahbarerer Höhe über uns in einem Wolfenreiche ewiger Wahrheit und Gerechtigfeit schwebten. Auch sie sind menschliche Einrichtungen mit menjchlichen Schwächen; wenn wir sie aber dem Jdeal der Wahrheit und Gerechtigkeit immer mehr nähern wollen, so gilt es nicht, sie mit einem tonventionellem Nimbus zu umgeben, sondern sie dem frischen von Druckschriften und der Begriff öffentlicher Ort" haben durch nehmer die Löhne erheblich reduzieren wollten. Etwa 1000 organi Der Begriff der Gewerbsmäßigkeit bei der Verteilung Schweden haben Ende Januar die Arbeit eingestellt, weil die UnterDie Steinhauer in der Provinz Blekinge im südlichen Winde offener Kritik auszusetzen. Auf allen diesen Gebieten muß, das Schöffengericht in Otterndorf( Landgericht Stade) eine Aussierte Arbeiter sind an dem Ausstand beteiligt. Nun hat sich dieser wo wir noch Mängel sehen, die Losung lauten: Nicht Rüdlegung erfahren, die allen Anforderungen an die juristische Kunst Streit noch weiter ausgedehut, indem am Montag ca. dreibildung, sondern Fortbildung! entspricht. In der schriftlichen Ausfertigung des Urteils, durch das hundert Steinhauer auf den an der Südküfte Schwedens einige Genossen zu Strafe verurteilt wurden, heißt es: and to Ausland. Frankreich. adnanist hon ma Paris, 9. März. Bu der gestrigen Sigung der Deputierten. fammer erflären die nationalistischen Blätter, alle Vertrauensvoten fönnten nichts an der Thatsache ändern, daß die bloße Anwesenheit Millerands im Kabinett eine Ermutigung für die Streitagitatoren bilde. Der Ministerpräsident Walded Rouffeau erklärte in der gestrigen Abendsigung der Kammer im Laufe der Debatte über den Ausstand in Montceau les Mines, er habe den Achtftundentag und die Bildung von Alters. faffen den Arbeitern versprochen und werde sein Wort halten. Frieden in Südafrika? In England ist man sehr optimistisch in Bezug auf die Resultate der Verhandlungen zwischen Kitchener und Botha; man nimmt an, daß dem siebentägigen Waffenstillstand der Friedensschluß folgen werde. Die Londoner Morgenblätter tommentieren in opti mistischer Weise die Meldung über die Zusammenkunft zwischen Botha und Kitchener und waren. Die Verteilung der Kalender geschah nicht in einem ein gelegenen Inseln jurtö und Sturto die Arbeit niederlegten, zelnen Privathause, sondern als eine zusammengefeßte Handlung in nachdem die Verhandlungen mit den Unternehmern gescheitert mehreren Häufern. Der Berteilumgsort ist nicht das einzelneßrivathaus, sondern die Straße und die Gesamtheit der Häuser(!!), in welche Der Glasarbeiter Streit in Charleroi( Belgien) ist nach die Angeklagten nach Belieben eintraten, demnach ein öffentlicher fünfmonatlicher Dauer beendet. Die Unterhandlungen zwischen den Ort. Die Verteilung der Kalender geschah gewerbsmäßig. Ein Fabrikanten und Arbeitern find endlich von Erfolg gewesen. Die gewerbsmäßiges Betreiben ist nicht gleichbedeutend mit Gewerbe- Ausständigen werden die Arbeit am Montag wieder aufnehmen, betrieb, sondern ist eine Handlung, welche nach Art des Gewerbe- nachdem ihnen verschiedene Zugeständnisse gemacht worden sind. betriebs ausgeführt wird. Die Gewerbsmäßigkeit fezt daher die Absicht, einen Erwerb zu machen, nicht voraus.( 1) Deshalb tann der Umstand, daß die Angeklagten nur ihre baren Auslagen erfetzt bekommen haben, den Charafter der Gewerbsmäßigkeit ihrer Handlung nicht aufheben." Wahrhaft verblüffend ist die Logit, die aus zwei Häusern, deren jedes für sich ein öffentlicher Ort ist, doch einen öffentlichen Ort macht, ohne daß an der Zwedbestimmung der Häuser etwas geändert Dertlichkeit, die nicht ein öffentlicher Ort würde, sobald er feine wird. Danach giebt es für den Schriftenverteiler überhaupt keine Thätigkeit beginnt; mehrere Häuser an einer Straße unterscheiden sich durch nichts von mehreren Wohnungen in einem Hause. Deffentlichkeit wird ein Quantitätsbegriff. Ebenso sonderbar ist die Definition der Geiverbsmäßigkeit. teilen noch mit, daß die Zu- Man tann wohl fagen, daß Erwerbmäßigkeit nicht immer mit Gefammenkunft auf einem Hügel in der Nähe von Pretoria statt werbsmäßigkeit zufammenzufallen braucht, aber Gewerbsmäßigkeit gefunden hat. Kitchener erschien in Begleitung seines Sefretärs, fchließt immer die Erwerbsmäßigkeit ein. Das Landgericht hebt Botha dagegen allein zu Pferde. Die Bedingungen Bothas hoffentlich dieses sonderbare Urteil auf. sollen sein: Amnestie der Kap- Boeren, sowie Garantie dafür, daß die zerstörten Farmen ihren Befizern zurüdgegeben und legtere für den unnötigerweise angerichteten Schaden entschädigt werden. mins Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In der Umgebung des Präsidenten Krüger in Amsterdam glaubt man dagegen nicht, daß Kitchener mit Botha über den Frieden unterhandle, falls derselbe nicht den Boeren die Unab- Die Bädergesellen haben zum Dienstag nach Kellers Festfälen, hängigkeit und die Freilassung sämtlicher Kriegsgefangenen ver- Roppenstr. 23, eine große Versammlung einberufen, die gegen eine sprochen habe. reaktionäre Renderung der Bädereiverordnung Protest erheben soll. Dewet und Steijn sollen erflärt haben, daß sie weiter zur Versammlung sind die beiden hiesigen nnungen und mehrere Kämpfen werden. Reichstags- Abgeordneten eingeladen. Bei der Wichtigkeit der TagesWie aus Kapstadt verlautet, beabsichtigen die Behörden, den ordnung ist eine rege Beteiligung der Bäckergesellen sehr erwünscht. Verkehr von Civilpersonen zwischen der Kaptolonie und Johannesburg wieder zu erleichtern und einer beschränkten Bahl von Flücht lingen zu geftatten, nach Johannesburg aurudzutehren, um dort ihre Geschäfte wieder aufnehmen zu können. Sonst liegen noch folgende Nachrichten vor: Cradock, 8. März. Maraisburg wurde heute früh von den Engländern wieder eingenommen. Die Boeren haben den Orts richter und vier Mann von der Kappolizei, die sie gefangen ge nommen hatten, wieder freigelassen. In Kapstadt find zwei Europäer und drei Eingeborne an der Best erkrantt. Die Gräfin Schlieben vor Gericht. 8 weiter Tag. Landgerichtsdirettor Diez eröffnet die Sigung um 10 Uhr. Die Beweisaufnahme wird fortgesetzt mit der Vernehmung einer Beugin, welche bekundet, daß Krause nach dem Brande ihr erzählt habe, daß er vom Untersuchungsrichter über die Vorkommnisse in Steglitz berdie Gräfin sprächen, angeben müssen, besonders auch, daß er am nommen worden sei. Er habe die verdächtigen Umstände, die gegen Abend zuvor so auffallend viel Petroleum habe holen müssen. Krause habe ziemlich stark nach Alkohol gerochen. Droschkentutscher August Müller wird als Sachverständiger vernommen. Er ist seit 40 Jahren in Berlin und seit fast 30 Jahren Droschtenführer 1. Klaffe. Er giebt an, daß er mit einem guten Pferde vom Anhalter Bahnhof bis zum Hause Albrechtstr. 109 in Steglitz eine halbe Stunde gebrauchen würde. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Wronker, bemängelt dies Gutachten. In seinem Auftrage habe ein zuverlässiger Mann mit einer Droschte die bezeichnete Tour hin und zurück fahren müssen. Es sei ein gutes Pferd eingespannt worden. Der Weg hin und zurück habe genau 1 Stunde und 28 Minuten in Anspruch genommen. Rechne man hierzu 10 Minuten, welche die Angeklagte in Steglitz und auf der Rüdfahrt in der Potsdamerstraße gebraucht habe, so würden immerhin 1 Stunde und 38 Minuten für die Fahrt benutzt worden sein. Es sollen über diesen Punkt noch weitere Ermittelungen an gestellt werden. Der Kriminalfommissar Hoffmann- Steglit Die Brauerei- Aktiengesellschaft vorm. Hilfebein fendet uns wird noch einmal vernommen. Der Beuge bekundet, daß er sämt folgende Berichtigung: Die in Ihrer Nr. 56 enthaltene Mitteilung, liche Lampen in der Billa auf ihren Fassungsgehalt an Petroleum unfre Brauerei betreffend, entspricht nicht den Thatsachen. Wir er geprüft habe. Es sei dabei festgestellt worden, daß alle neun flären, daß erstens die betreffenden Böttcher von uns nicht entlaffen Lampen mit 35/8 Liter Petroleum gefüllt werden konnten. worden find, sondern freiwillig aufgehört haben. Ferner, daß Da Tage zubor acht Liter geholt worden seien, so seien Biergefäße in Berlin überhaupt nur im Accordlohn und niemals auf für die Brandstiftung noch reichlich vier Liter zur Tagelohn angefertigt werden, sowie schließlich, daß die Böttcher fügung gewesen. Unzweifelhaft richtig sei die Thatsache, daß er die an Arbeitslohn pro Tonne 30 Pf. mehr als der jetzt gültige leere Sanne hinter der Thür des Anrichtezimmers gefunden habe. Tarif und 5 Bf. mehr als der Vorschlagstarif, nämlich 8,80 m. er Auf Befragen des Präsidenten, was der Zeuge von dem ver halten. Beschäftigt waren nur organisierte Böttcher. Wir werden schwundenen Krause halte, erwidert der Kommissar, daß Krause zwar in Zukunft unfre Gefäße ven Böttchermeistern beziehen müssen. etwas fafelig, aber sonst ein einwandsfreier Mensch sei. Er fei Demgegenüber bleibt die Organisation der Böttcher bei der Bes Mitte Juni verschwunden und alle Bemühungen, seiner habhaft zu hauptung, daß die beiden Arbeiter entlaffen sind, und wie sich bei werden, feien vergeblich gewesen. der Unterhaltung mit der Direktion und den Leitern der Böttcher Bei dem zweiten Brande sei anstatt Betroleum Spiritus Die Budgetkommiffion des Reichstags fette am Sonnabend. organisation herausstellte, ihrer Thätigkeit für die zur Anwendung gelangt. Ein im Anrichtezimmer liegender Teppich vormittag die Beratung über das oftafrikanische Centralbahn Organisation. Der Tarif vom Jahre 1894 bestimmt aus habe noch einen dunklen feuchten geruchlosen Fled gezeigt, die objekt fort. Die Debatte endete mit Ablehnung der Regierungs- drücklich, daß Stüdarbeit in Brauereien verboten ist. Die Flüffigkeit habe an dieser Stelle die Farbe des Teppichs angegriffent forderung von 2 Millionen Mart als erste Baurate und Anna hine Arbeiter verlangten teine Lohnerhöhung, sondern nur die Bes und einen blauen Fled gleicher Größe auf dem Parkettfußboden hereiner Centrumsresolution, in der der Reichskanzler auf folgung des Tarifs, der seiner Zeit von der Brauerei vorgebracht. tatdeau Parlamentarisches. Es folgt die Bernehmung des Geh. Reg.- Rats Reich. unentbehrlich war." dust als auertennen, daß der Lehrherr den 2ehrling bom gebnis der Verhandlung nur unter Vorbehalt übertragen worden Schulbesuche zurückhalten darf, wenn ihm bei sei. Was das andre angehe, so sei ihm die bereits übertragene Aus einer einzelnen, besonders eiligen Arbeit die führung zu Unrecht entzogen worden, und zwar selbst wenn der Beklagte Silfe des Lehrlings während der Schulstunden gejagt hätte, Kläger könnte bei dem geringsten Fehler sofort entlaſſen werden. Die hierin liegende Bedingung für eine vorzeitige Entlaffung sei In der Gewerbe- Ordnung ft davon nichts; da heißt es ohne im vorliegenden Falle nicht erfüllt, wie aus dem Gutachten des jede Einschränkung, daß der er dem Lehrling die zu feiner Sachverständigen hervorgehe. Nur die Profile habe Kläger geringAusbildung erforderliche Zeit und Gelegenheit nicht entziehen darf. fügig beschädigt. Es tönne dahingestellt bleiben, ob Stläger bei dem Bauarbeiterschuh. In Frankfurt a. M. ist die dert schon be- Bohren der Löcher entgegen der Fachkunde gehandelt habe, denn die eigentliche Bildhauer- Arbeit an dem Emblem und auf diese könne stehende Polizeiverordnung über den Schutz der Bauarbeiter wresentes nur anfemmen sei ja nicht vom Kläger falsch gemacht lich verbeffert worden. Sie bestimmt jetzt u. a.: worden. Sei Beflagter somit nicht berechtigt gewesen, dem Kläger Auf jeden Maurer oder Tagelöhner muß eine freie Grundfläche die Ausführung des einen Emblems wieder abzunehmen, so müsse von mindestens 1 Quadratmeter entfallen. Die Höhe ist auf mindestens er ihm die Accordsumme von 170 Mark auszahlen. 2,20 Meter im Lichten zu bemessen. Er bekundet, daß er die Verwaltung über das geringe Vermögen der Angeklagten geführt habe. Dieselbe sei als sind eine geistig und körperlich normales Mädchen gewesen und habe nie extravagante Neigungen gezeigt. In ihrer Familie feien feines Wissens auch nie Geisteskrankheiten vorgekommen. Das Vermögen der Angeklagten habe nur 6000 Mart betragen, durch Legate sei es aber auf etwa das Doppelte gestiegen. Der Vater des Grafen von Schlieben sei der intimste Freund des Zeugen gewesen, dem er auf dem Sterbebette das Versprechen abgegeben habe, für die Kinder aus seiner zweiten Ehe, zu denen auch der Ehemann der Angeklagten gehörte, zu sorgen. Das Vermögen des jungen Grafen v. Schlieben sei dadurch um fast 50 000 Mark verringert worden, daß derselbe sich auf ein geitungsunternehmen eingelassen habe. Der jährliche Verbrauch und andre verfehlte Unternehmungen hätten das Vermögen des Grafen derart in Anspruch genommen, daß derselbe anfangs 1900 nur noch 2600 M. besaß. Als die Tochter des Zeugen, die Frau Wiese, sich mit der Angeklagten verband, um das Blumengeschäft zu gründen, hat sie von ihrem Vater zu dieſem 3wede 25 000 m. erhalten. Ueber den Charakter der Angeklagten äußert sich der Zeuge folgendermaßen: Sie sei eine Person mit einem scharfen Urteil und außerordentlicher Energie ausgestattet, verbunden mit einem guten, liebevollen Herzen. Habe sie sich der Brandstiftung schuldig gemacht, so bleibe ihm nur eine Annahme: daß sie in einem Zustande geistiger Umnachtung begangen sei. Schwerbelastende Umstände. In jedem Stodwerke ist ein Urineimer aufzustellen, welcher nach Bedarf, mindestens aber zweimal täglich am Vor- und Nach mittag in den Abort zu entleeren ist. Urineimer und Aborte müssen wöchentlich einmal mit Kallmilch desinfiziert werden. Das Dach oder die Dede sowie die Wände müssen zug- und Mangelhafte Abrede bei Beteiligung an einem Kolonnenwasserdicht sein. Der Fußboden muß gedielt sein. Die Thür hat accord. Der Sohlenarbeiter H. hatte sich in der üblichen Weise eine nach außen aufzuschlagen. Kolonne zusammengeholt, um mit den Leuten gemeinsam Kohlenschiffe Für die dauernd beschäftigten Arbeiter ist die erforderliche Zahl für eine Großhandlung zu entladen. H. hatte die Arbeit zu einem Accordvon Tischen und Bänken oder Stühlen zu beschaffen. Desgleichen ist preise von 8 Pf. pro Centner übernommen. Durch die Schlußfür Gelegenheit zum Aufhängen der Kleider und zum Waschen Gorge abrechnung fühlte sich sein Mitarbeiter G. benachteiligt, weil nicht zu tragen. die ganze Accordsumme gleichmäßig unter alle Kolonnenmitglieder Die Der Unterkunftsraum muß in der Zeit vom 15. Oftober bis verteilt worden war. andern erhielten mehr als er. 15. April heizbar sein. G. klagte deshalb gegen den Kolonnenführer beim GelverbeEin Verbandskasten ist an möglichst staubfreier Stelle aufgericht und beanspruchte noch 18 Mart. Eine Berechnung zubewahren. ergab, daß der Kläger, abgesehen von nicht mitzurechnenden Budiker marken, für die Arbeitsstunde 58 Pf. erhalten hatte, während auf die Kollegen etwa 80 Pf. tamen. Ferner wurde festgestellt, daß der Beklagte beim Beginn der Arbeit auf eine Frage des Klägers geantwortet hat, er wisse noch nicht, wieviel es für den Centner gebe. Arbeitsvermittlung in Bayern. Die bayrische Regierung Die Kammer VII unter dem Vorfiz des Gewerberichters Dr. Meier hat den Verwaltungsbehörden den Auftrag erteilt, die Errichtung wies die Klage mit folgender Begründung ab: Da Kläger eine von Arbeitsvermittlungsämtern in den bedeutenderen Gemeinden Bereinbarung mit dem Beklagten über seinen Verdienstanteil nicht namentlich mit industrieller und gewerblicher Bevölkerung thunlichst getroffen habe, so wäre nur zu entscheiden, ob er angemessen zu fördern. Bis jetzt bestehen Centralstellen für Arbeitsvermittlung bezahlt worden sei. Das sei aber bei einem Stundenverdienst von in München, Straubing, Kaiserslautern, Regensburg, Bamberg, 58 Pfennig anzunehmen. Wollte der Kläger dafür nicht arbeiten, Nürnberg, Würzburg und Augsburg. Diese acht Aemter vermittelten dann hätte er sich von vornherein eine andre Entlohnung durch eine im Jahre 1900 im ganzen 78 142 Gtellen, während 106 457 Stellen entsprechende Abmachung sichern müssen. angeboten wurden; Stellensuchende meldeten fich 106 161, so daß die Nachfrage nach Arbeit noch hinter dem Angebot zurückblieb. Offene Stellen nach außerhalb( des Orts) wurden 18 306 angemeldet und die Nachfrage nach solchen Stellen betrug 18 896, war also etwas größer wie das Angebot. Das europäische Konzert. Die folgende Beugin ist das Wirtschaftsfräulein Jda Weiß. Die Zengin erzählt eine merkwürdige Geschichte, die sich einige Wochen vor den beiden zur Anklage stehenden Bränden zugetragen hat. Eines Nachmittags habe die Gräfin Besuch von mehreren Damen, darunter auch Frl. Mezker, gehabt. Eine derfelben wollte verreisen und wurde von sämtlichen übrigen Damen nach dem Lehrter Bahnhofe gebracht. Auch die Zeugin wurde veranlaßt, mit zugehen. Es war niemand mehr im Hause, als die Thür verschlossen wurde und die Damen sich fortbegaben. Nach etwa 3 Stunden kehrte die Zeugin in Begleitung des Frl. Megfer zurüd. Als sie die Hausthür geöffnet hatten, drang ihnen Brandgeruch entgegen. Es zeigte fich, daß auf dem Kochgasapparat eine Flamme brannte, die den darüber stehenden Steffel geschmolzen hatte. Ein Vorhang, der vor dem Apparat angebracht war, war vollständig verbrannt, der daDie verbündeten Mächte find angeblich nach China gegangen, neben befindliche Thürrahmen war angebrannt. Weiterer Schaden war nicht angerichtet. Sämtliche Fenster und Thüren waren Wolfsschulelend in Posen. Erst kürzlich wurde in einer um die Gesandten zu befreien, später sollte der Zweck des Kriegs, verschlossen, wie man sie verlassen. Das Rätsel, wie der Polendebatte im Reichstag vom Abg. Schrempf auf die angeblich der aber offiziell kein Krieg war, die Nache für die an Europäern Brand entstanden ist, ist ungelöst geblieben. Eine Anzeige vorzüglichen Leistungen der Volksschule in Bosen hingewiesen. verübten Gewaltthaten sein. Diesem Zwed scheint durch das Zerist nicht erstattet worden. Ueber den Brand am 2. Juni Wiederholt haben wir dagegen auf verschiedene Umstände hin- stören ganzer Ortschaften, die Verwüstung weiter Gebiete, durch berichtet die Zeugin auch, daß das Feuer böswillig angelegt gewiesen, die gerade in Posen die Volksschule daran hindern, das Plünderung und Mezeleien wohl min selbst nach Ansicht der Nachefein müsse. Es sei ihr aufgefallen, daß die Petroleumfanne an zu leisten, was sie unter normalen Verhältnissen erzielen fönnte. Durstigsten einigermaßen Genüge geschehen zu sein. Dieses gemeinsame einem andren Orte stand als früher, ebenso, daß die Gräfin abends Neuerdings wird uns von fachmännischer Seite mitgeteilt, daß es Ziel hielt die Gegensäge zurück, wiewohl von wahrer Harmonie nie die vorher 8 Liter Petroleum hatte holen lassen, während sie, die neben den von uns gerügten Uebelständen vor allem die ganz Rede gewesen sein kann. Jeder der Führer der internationalen Beugin, stets mur 2-3 Liter holen zu lassen pflegte. Davon, daß abnormen Frequenzverhältnisse sind, die sich bei einer Truppenförper ging auf eigne Faust vor und kümmerte sich wenig der Gräfin bei dem Brande Geld abhanden gekommen fei, großen Zahl von Schulen zu Haupthemmnissen eines gedeihlichen oder gar nicht um die Befehle des Weltgenerals Walderfee, der habe dieselbe nichts geäußert. Besonders belastend ist die interrichts herausgebildet haben. Ueberfüllte Schulen, wohin man sieht! fich ja verschiedentlich bitter beschwert hat über die Unbotmäßigkeit Mit der berühmten Einigkeit" der Aussage der Zeugin in betreff des zweiten Brandes. In Da giebt es z. B. Ortschaften wie Lubosin mit 120 Schülern und der andren Befehlshaber. der Nacht zum 6. Juni feien nur vier Personen im Hause 1 Lehrer, Lulin und Obersizko mit je 130 Schülern und 1 Lehrer, Diplomaten verhält es sich nicht viel besser, bei jeder, auch der gewesen, das v. Schliebensche Ehepaar, dessen Schwiegermutter, Kuzle, Retschin, Peterfowfo, Wylonet, Korhinita mit je 140 Schülern fleinsten Frage, dauerte es immer lange, ehe die„ Einstimmig welche in drei verschiedenen Zimmern im ersten Stock schliefen und und 1 Lehrer usw. usw. in zahlreichen Abstufungen bis hinauf feit" erzielt wurde; es wird dies noch viel schwieriger werden, die Zeugin, deren Zimmer im Erdgeschoß lag. Der Hausdiener zu 202 Schülern auf einen Lehrer in der Ortschaft wenn Krause wohnte in der Naunhnstraße in Berlin, er war nur Ottorowo! Das ist ein preußisches Kulturbild vom Aufang des handeln wird. des Tags über in der Villa. Es möge gegen 11/2 Uhr gewesen 20. Jahrhunderts. Man kann sich leicht denken, daß der Lehrer in fein, als sie die Hausthür, wie sie sich erinnert, durch zweimaliges derartig überfüllten lassen allein zur Erhaltung der notdürftigsten Umdrehen des Schlüffels zuschloß. Sie sei noch nicht eingefchlafen Disciplin feine ganze Kraft aufzuwenden hat. Wo bleibt da gewefen, als fie in der über ihrem Zimmer liegenden Küche Tritte Unterricht und Erziehung? Und wann wird man solchen himmelhörte. Sie nahm an, daß es die Gräfin war, die noch etwas aus schreienden Zuständen ein Ende machen? der Küche Holte. Diese Annahme wurde durch die Gräfin selbst bestätigt, welche am folgenden Morgen auf Befragen der Zengin erividerte: Ja, das war ich, ich habe noch für meinen Mann eine Flasche Bier geholt." Des Morgens gegen 4 Uhr wurde die Zeugin wiederum durch leichte Tritte geweckt, welche die Treppe hinauf liefen. Sie hatte ihre Thür handbreit offen gelassen, so daß jedes Geräusch leicht vernehmbar war. Gleich darauf vernahm fie ein Knistern wie von Fener herrührend. es sich um die Regelung der Entschädigungsansprüche Das Bekanntwerden des russisch- chinesischen Vertrags hat zur Folge gehabt, daß die ganze Harmonie zum Teufel gegangen ist. England, welches das größte Interesse hat, Rußlands Vordringen zu hindern, setzt seine Versuche fort, die übrigen Mächte gegen Rußland zu hezen. Außer bei Deutschland und bei Japan dürften die Briten freilich wenig Entgegenkommen finden. A merila wird aus dem famosen Konzert bald genug ausgeschieden sein; in Frankreich drängen die linksstehenden Parteien, daß die Regierung sich zurüď ziehen möge. Eine Verlängerung des medizinischen Studiums strebt ein im Landesausschuß für Elfaß- Lothringen gestellter Antrag an, dem die zuständige Kommission einstimmig beigetreten Nach einem Telegramm, das Daily Mail" aus Shanghai ist. Sie erklärte die Forderung für berechtigt. daß der Arzt erst dann auf eigne Verantwortung seine Kunst ausübe, wenn er nach erhalten haben will, sollen die Russen in Korea gelandet sein. beendetem Studium ein bis zwei Jahre in einem Krankenhaus, 600 ruffische Seeleute mit 10 Kanonen hätten Malonijo besetzt. Die Sanatorium, in einer Frrenanstalt oder bei einem älteren Kollegen Meldung rufe in japanischen Kreisen große Mißstimmung hervor. thätig gewesen sei. Die Stommission erwartet von der Regierung. Die japanische Regierung beabsichtige, wegen diefer Maßregel Eindaß sie in dieser Richtung die nötigen Schritte einleiten werde, um spruch zu erheben und wenn dieser seine Wirkung verfehlen sollte, den Medizinern insbesondere den Eintritt als Volontär in die An- auf jeden Fall Truppen auf Korea zu landen. stalten des Lands zu erleichtern. Bewahrheitet sich diese Nachricht, so wäre damit die Gefahr eines Weltkriegs wieder einmal in verzweifelte Nähe gerückt. Bei dem Bestreben Englands aber, die andern Mächte möglichst gegen Rußland einzunehmen, liegt noch immer die Möglichkeit vor, daß die Vortommnifie auch richtig dargestellt sind. Rum russisch- chinesischen Vertrag Sie sprang auf und eilte zum Korridor hinauf Hier brannte wiederum ein Vorhang. Sie riß ihn herunter und löschte den Brand mit einem Eimer Wasser. Dann eilte sie hinauf, flopfte gegen die Schlafstubenthür des Grafen und rief Feuer"! Die Arbeitskammern in Frankreich. Nachdem der HandelsDer Graf schien fest zu schlafen, er antwortete nicht. Die Zeugin lief mm minister in seinem Defret vom 2. Januar 1901 die Bildung von zur Thür der Gräfin und schlug auch hier Lärm. Die Gräfin ant- Arbeitskammern vorgesehen hatte, sind nunmehr die Präfekten wortete sofort und erschien auch gleich darauf notdürftig belleidet. aufgefordert worden, die Gründung solcher in die Wege zu leiten. Auch der Graf erschien bald darauf. Dieser, der annahni, daß der Die Arbeitskammern sind für die größeren Industriecentren beBrandstifter noch im Hause fei, sandte die geugin zur Polizei. Es rechnet; die Behörden sind mun angewiesen, die Interessenten über wurde dann das ganze Haus erfolglos durchsucht. Thüren und Fenster ihre Meinung zu hören; als Interessenten gelten die Syndilate der liegen noch folgende Nachrichten vor: Der Vicefönig hat den Verwaren wiederum gefchloffen. Die Zeugin erzählt dann den auffälligen Unternehmer und der Arbeiter, die Handelskammern, sowie die Gewerbe- tretern Englands, Ameritas und Japans feine Unterstützung anUmstand, daß fie einige Tage später, als sie einen Brief nach außerhalb gerichte und der Arbeitsbörsen. Auf Grund der eingehenden Berichte wird geboten, damit China gezwungen werde, die russische Konvention geschrieben und auf den Küchentisch gelegt hatte, diefer plöblich vom Minister die Entscheidung getroffen, ob eine Kammer zu errichten ist. über die Mandschurei abzulehnen. Ein Telegramm aus Peking verschwunden war. Sie habe auch die Angeklagte gefragt, Die Arbeitskammern sind, wie schon mitgeteilt, berechtigt, bezw. auf meldet: Der Kaiser von China soll die Gutheizung der ruffiob sie etwa den Brief an sich genommen habe. Nun habe die Ersuchen der Regierung verpflichtet, über Arbeiterfragen Ermittelungen ichen Konvention abgelehnt und Li- Hung- Tichang beauftragt haben, Gräfin ihr den Brief mit dem Bemerken gegeben, daß sie ihn auf anzustellen und Gutachten abzugeben; auch haben sie bei gewerb- Rußland mitzuteilen, es möge sich an die vereinigten Mächte wenden. dem Korridor gefunden habe. Sie habe entdeckt, daß der Brief lichen Streitigkeiten vermittelnd einzugreifen. Die Mitglieder der Der Kaiser hat die Degradation Tungfubftangs angeordnet. New York, 9. März. Eine Washingtoner Depesche des„ New geöffnet und wieder geschlossen worden war. Arbeitskammern werden nur für ihre Zeitversäummis entschädigt; Voller Empörung babe fie fofort ihre Entlassung verlangt. die Kosten übernehmen die Kommunal- bezw. die Provinzial York Herald" meldet: Es wird aufs entschiedenste als unrichtig Die Gräfin habe sich auf die Erklärung beschränkt, daß sie verwaltungen. Für die Sitzungen der Kammern sind die Bürger erklärt, daß die Vereinigten Staaten von England zu einem genteinfamen Vorgehen aufgefordert worden seien, um Rußland zu zwingen, den Brief nicht geöffnet habe. Auf Befragen der Verteidigung er- meistereien bezw. andre öffentliche Gebäude zur Verfügung zu stellen die Mandschurei an China zurückzuerstatten. Der russische Gesandte flärt die Zeugin noch, daß Krause zwar ein Liebhaber von Die Besteuerung alkoholischer Getränke in Frankreich. Cassini erklärt, Rußlands Haltung sei dieselbe wie am 25. August, Alkohol gewesen sei, aber dabei doch seine Schuldigkeit gethan Das Gesetz vom 29. Dezember 1900 über die Besteuerung der als es erklärte, sobald in der Mandschurei dauernde Ordnung habe. alkoholischen Getränke, das mit dem 1. Januar 1901 in Wirfiamfeit wiederhergestellt und Maßnahmen zum Schuße des Eisenbahnbaues Es folgt die Bernehmung der Zeugin Frl. Helene Meter. getreten ist, enthält folgende hauptsächlichsten Bestimmungen: Alle getroffen jeien, werde es nicht ermangeln, feine Truppen zurüd Die Zeugin schildert die Vorgänge vor dem ersten Brande so wie auf Wein, Most( Cider), Birnenmost und Meth( Hydromels) be- zuziehen, vorausgesetzt, daß das Vorgehen der andren Mächte kein die Angeklagte. stehenden Abgaben sind aufgehoben. Die Bierfabrikations- Steuer Hindernis biete. ist von 50 Cent. auf 25 Cent. per Grad und Hektoliter herabgejezt. Die Cirkulationstage für Wein ist von 1,50 Fr. und die für Apfel-, Peking, 9. März. Nach dem vollen Text des russisch- chinesischen Birnen, und Honigmost von 4,50 Fr. auf 80 Cent. herabgesetzt. Mandschurei- Abkommens schließt Artikel 5 desselben folgenderHingegen ist die Konsumstener auf Branntwein, Sprit, Liqueure, auf maßen: Waffen dürfen an Unterthanen irgend einer andren Macht, in Branntwein konservierte Früchte, auf Absinth und andre besonders welche mit der Ausübung von Funktionen betraut sind, nicht verbenanute alkoholische Getränke von 156,25 Fr. auf 200 Fr. per Hefto- abfolgt werden. Der Artikel 8 erwähnt auch Turkestans. Der liter Alkohol erhöht. Artikel 11 sagt: Wenn über die Ersazansprüche für verschiedene Beschädigungen eine Einigung zwischen China und der EisenbahnGesellschaft erfolgt sein wird, soll der ganze Betrag oder ein Teil des Betrags dieser Entschädigungen durch andre als Geldvergütungen beglichen werden, d. h. entweder durch eine Revision der bestehenden Verständigung über die Eisenbahn oder durch Gewährung neuer Vorteile. Es folgt noch eine Reihe von Entlastungszeugen. Der Spruch der Geschworenen lautet auf Nichtschuldig. Gräfin Marie v. Schlieben wurde freigesprochen. Sociales. Fortbildungsschule und Lehrlings- Ausbeutung. Ein Urteil des Ober- Landesgerichts Rostock über den Besuch der Fortbildungsschule durch Lehrlinge dürfte den Lehrlingszüchtern so recht nach dem Herzen sein. Das Gericht entschied: Dieses Gesetz bezweckt den gesundheitsschädlichen Konsum von Branntweinen, Liqueuren und Schnäpfen zu verminderu. wurde Sociale Rechtspflege. nun er das = Der§ 148 Nr. 9 der Gewerbe- Ordnung bedroht das Zurückhalten des Lehrlings vom Schulbesuche mit Strafe, insofern darin eine Verletzung der dem Lehrherrn gegen den Lehrling obliegenden Für Steinbildhauer ist ein Rechtsstreit von Interesse, der die Pflichten liegt. Daraus erfolgt einerseits, daß es nicht darauf Kammer III des Gewerbegerichts beschäftigt hat. Der Steimmey Lehte Nachrichten und Depelthen. autommt, ob der Lehrling zum Besuche der Fortbildungsschule ver- M., der sich in letzter Zeit auch der Bildhauerei zugewandt hat, Bochum, 9. März.( B. H.) Die Zahl der bei der Katastrophe pflichtet war, oder ob er sie freiwillig besuchte, andrerseits, daß sollte für feinen Prinzipal Hentschel zwei Embleme in Sandstein an nicht jedes Zurückhalten des Lehrlings vom Schulbesuche strafbar ist, einem Bau für zusammen 340 M. ausführen. Diese Bildhauer: auf der Seche ,, Consolidation" ums Leben gekommenen Personen sondern nur ein solches, welches nach Lage des Falls als ein dem arbeit war ihm unter der Bedingung übertragen worden, daß hat sich bis heute morgen auf 16 erhöht. Von den fünf Schwersofort entlassen werden könne, wenn er Fehler mache. verletzten befinden sich noch zwei in Lebensgefahr. Lehrling gegenüber pflichtwidriges, schuldhaftes anzusehen ist. er als bereits entlassen, richtige Graz, 9. März.( B. H.) Das Pulvermischwerk in Wagnit Darüber, ob dem Lehrherrn, welcher den Lehrling vom Schul- M. besuch zurückgehalten hat, ein ausreichender Entschuldigungs- Maß für die eigentliche Bildhauerarbeit ermitteln wollte, also ist in die Luft geflogen. Es wurde niemand verletzt, da die g Der Meister nahm nämlich plosion stattfand, nachdem bereits alle Arbeiter das Werk verlassen grund zur Seite steht, hat zunächst der Schulvorstand zu entscheiden; noch bei den Vorbereitungen war. tommt es aber zu einem Strafverfahren gegen den Lehrherrn, Anstoß daran, daß M. die allerersten Punkte", die der Maß hatter. Amsterdam, 9. März.( W. T. B.) Dem Handelsblad" wird so hat der Strafrichter darüber zu befinden. Aus der Stellung, ermittlung dienten, zu tief in das Profil gebohrt hatte, welches die welche der Lehrling seinem Lehrherrn gegenüber einnimmt, ist zu für die Bildhauerarbeit bestimmte Fläche umgiebt. Das Gewerbe- aus Batavia gemeldet: Die Festung Pajareube, westlich des folgern, daß der Lehrherr in erster Linie im Interesse des Lehrlings gericht ließ sich vom Bildhauermeister Ochs ein Gutachten er Bedirflusses, ist von den holländischen Truppen ge= für dessen Ausbildung zu sorgen hat, und daß, wenn dieses Interesse statten. Der Herr führte aus, daß die zu tief gebohrten Buntte nommen worden; 77 Atchinesen wurden getötet, viele sind ermit dem gewerblichen Interesse des Lehrherrn an der Ausnutzung feinesfalls eine Sachbeschädigung darstellten, da sie sich leicht aus- trunken. Auf holländischer Seite wurden 2 Mann getötet, 1 Kapitän Im übrigen hätte eine einfache Anordnung und 7 Mann verwundet. der Arbeitskraft des Lehrlings in Widerstreit tritt, im allgemeinen titten ließen. Schaden vorbeugen fönnen. Konstantinopel, 9. März.( B. H.) In Stambul inhibierte das erstere vorgehen muß. Immerhin aber ist das nur die Regel; des Arbeitgebers sofort einem Der Beklagte wurde berurteilt, dem Kläger die Polizei in der Nacht angeschlagene, in türkischer Sprache abgefaßte im einzelnen Fall kann das berechtigte Interesse des Lehrherrn aus zu zahlen. Plakate revolutionären Inhalts, in welchen die Regierung auf besonderen Gründen so sehr überwiegen, daß diesem die Voranstellung 170 Mark, den Accordbetrag für ein Emblem, desselben bei billiger Würdigung der Umstände zum Verschulden Gewerberichter Dr. Schalhorn führte begründend aus: Das das heftigste angegriffen, über Rußland und Deutschland geschimpft nicht angerechnet werden kannt. So ist unbedenklich an- 1 zweite Emblem müsse ausscheiden, da es dem Kläger nach dem Er- und gedroht wird, Gewalt mit Geivalt zu beantworten. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. ür. 59. i8. mm i. Keilaze des„Potmarts" Kerliaer PalkaWatt �<« m is»,. Verkehrsarbeit. Kie städtische VerkchrZdeputation hat gestern in vierstllndiger Plenarsitzung wichtige Verkehrsfragen beraten. In den Verträgen mit der Großen Berliner Straßenbahn- Gcsellsckiaft und der Berlin-Tharlottenburger Straßenbahn-Gesellschast <8 14> ist den Gcsestschafren die Verpflichtung auferlegt, die von der Gemeinde bis Ende des Jahrs 1901 zu bezeichnenden Linien ohne städtischen Zuschuß herzustellen. Zur Llnswahl solcher Linien wurde eine Subkommission bestehend aus dem Baurat Krause und den Stadtvv. D i n s e. K y l l m a n n und R o s e n o w eingesetzt mit dem Auftrage. der Deputation entsprechende Vorschläge zu machen. Der Ausschuß für Bau und Betrieb städtischer Straßenbahn« linien erstattete durch den MagistratSastessor«lberti Bericht über die in seinen Sitzungen vom Januar und Februar gefaßten Be- schlüste. Die von der Stadt angekauften Aktien der Straßenbahnlinien Behrcnstraße— Treptow und Mittelstraße— Pankow sSiemens u. HalSke) sind bei der Etadt-Hauptkasse eingeliefert und somit die Stadt als Besitzerin des Aktienkapitals thatsächlich Eigentümerin dieser beiden Linien geworden. Formell besteht die Aktiengesellschaft noch. Um der Stadt aber auch das Dispositionsrecht über daß Unter- nehmen selbst zu schaffen, soll nach Vorschlag des BerkehrSausschusses eine außerordentliche Generalversammlung einberufen werden, um den Aufsichtsrat— dessen bisherige Mitglieder ihr Amt nieder« legen— neu zu konstituieren. Zur Zeit führt die Firma Siemens u. Halske gegen ein« bprozentige ZinSgarantie die Betriebsleitung der beiden Linien. Der demnächst neu zu wählende«ufsichtlrat soll mit dem Ziel auf Auflösung der Aktiengesellschaft, welche sich— abgesehen von wichtigen städtischen Gefichtspunkten— schon wegen der Er- sparung der von der Gesellschaft zu zahlenden Einkommensteuer sstädtische Betriebe zahlen diese Steuer nicht) empfiehlt, die Ueber« fllhrung de» Betriebs in städtische Regte in die Wege leiten. Es wird als wünschenswert erachtet, einen Vertreter von Siemens u. HalSke in den«ufsichtsrat zu berufen. Die Deputation stimmte den Vorschlägen de» VerkehrSauSschusteS zu und beschloß, in der einzuberufenden Generalversammlung einen Anfsichtsrat von neun Mitgliedern wählen zu lassen. Als Mitglieder des ÄufsichtsralS sollen ein Vertreter von Siemens u. Halske, sämtliche Mitglieder des Verkehrsausschusses sStadträt« Meubrink, Ärause,! Mag.-Assessor Alberti, die Stadtver- ordtzeten Dins», Eßmann, Jacoby und Singer) sowie der Decernent für die beiden Linien Stadtrat Böhm vorgeschlagen werden. Als selbstverständlich wurde festgesetzt, daß die Magistratsmitglieder und Stadtverordneten, so lange die Aktiengesellschaft noch formell besteht, die ihnen staMtengemäh zufließende Tantieme an die Stadthauptkasse abzuliefern haben. Die Berlin-Eharlottenburger Gesellschaft be- antragt, von der ihr vertragsmäßig zugesicherten Linie Paulstraße— Tiergarten— Dönhoffsplatz vorerst den Teil von der Königgrätzer- straße durch die Prinz Albrecht- und gimmerstraße bauen zu dürfen. Die Deputation beschließt, den Antrag zu genehmigen unter der Be- dingung, daß die Gesellschaft auf baö ihr für diese Linie zustehende Recht der Benutzung der Dcssauerstraße sowie der Krausen« und Markgrafeustraße verzichtet. Der Hau»- und Grundbesttzer-Verein„Gesund- brunnen" wünscht, daß die Straßenbahnlinie Exerzier» und See- straße nach Plötzrnsee hin ausgebaut wird. Die Deputation über« weist den Antrag der anfangs der Sitzung zu Punkt 1 der Tages« ordnung gewählten Kommisston zur Borbcratung. Die von der Gesellschaft für elektrische Hoch« und Untergrundbahnen beantragte Verlängerung der Linie Viehhof— Warschauer Brücke bi»«nr Stralauer Allee wird unter der Bedingung genehmigt, daß die Gesellschaft der Stadt daS unein- geschränkte Mitbenutzungsrecht der ganzen Linie«inräumt. Zur Aufstellung von Masten in der Leipzigerstraße, welche sowohl für die Anbringung der ObrrleitungS- als auch für die EtraßenbeleuchtungS-Snlagrn in Aussicht genommen sind, erteilt dir Deputation die Zustimmung. Die Verlegung der Ab fahrt»stell« der nach Dalldorf führenden Straßenbahn von der Eharlottenftraße nach dem Kupfer- graben wird genehmigt. Die Beratung über den Berliner Rordkanal wird von der Tagesordnung abgesetzt. Eine sehr eingehende Diskussion zeitigte die Frage der Fort- fühmng der Siemen» u. Halskcschen Hochbahn al» Unterpflasterbahn vom Potsdamerplatz nach dem Osten der Stadt, und Herstellung der städtischerseit« geplaMen Rord- Süd« Unterpflasterltnie Bau- rat Gottheiner leitete die Verhandlung mit einer historischen Darlegung der Nnterpflasterbahnfrag« ein. Redner erläuterte den vom Baurat Krause entworfenen generellen Plan eine» RetzeS städtischer Unterpflasterbahnen, welche von Westen nach Osten und von Norden nach Süden die Stadt durchschneiden und sich zu einem Ring vereinigen sollen. In den weiteren Ausführungen wurde daran erinnert, daß die Firma Siemen» u. Halske sich die staatliche Konzession für eine Unterpflaster- nie im Anschluß an ihre Hochbahn vom Potsdamer- in die Stadt hinein verschafft und daß daS olizeipräfidium den Antrag der Stadt auf Ge» nehmigung einer solchen Linie mit der Be« grllndung abgelehnt habe, daß diese Linie der genannten Firma vorbehalten bleiben müsse/ weil die Hochbahn sich sonst nicht rentieren würde. Baurat Krause führte unter Ergänzung der Mitteilungen des Vorredners aus, daß man auch abgewhen von dieser Linie zum Bau von Untcrpflasterlinien schreiten müsse, und beantragte, dein, Polizei- Präsidium die principielle Genehmigung einer Nord-Südlinte nach- ztisucheit. In der mehrere Stunden währenden Besprechung treten die Stadtv. R o s e n o w und Singer lebhaft für den Bau städtischer Unterpflasterbahnen ein. Singer erweiterte den Krauseschen Antrag dahin, daß neben dem Antrag an das Polizeipräsidium, an der Ablehnung der Siemens u. HalSkeschen Linie seitens der Stadt festzuhalten sei, um diese» neue Verkehrsmittel von Ansang an städtischem Betrieb vor- zubebalten. Er schlägt Verhandlungen'mit Siemen» u. HalSke vor. um die Firma gegen entsprechende Kompensationen svau- auftrüge«v. Uebcrnahm« der Hochbahn) zum Verzicht auf die Ausführung dieser sowie andrer Unterpflasterlinicn zu veranlnffen. Der Oberbürgermeister, der zu diesem Teil der Sitzung erschien, erklärt sich im Princip dafür, daß die Stadt Unterpflnstcr- bahnen bau- und auch betreibe. wünscht jedoch erst Erfahrungen über den Bau solcher«ahnen zu sammeln und glaubt. daß die Stadt auf dem VertragSweg» mit Siemens u. HalSke dahin kommen könne, daß die Firma bei dem Bau der von ihr projektierten Linie bauliche Vorkehrungen treffe, welch» der Stadt es ermöglichen, später mit städtischen Linien vorzugehen. Redner empfiehlt, Ler- Handlungen in diesem Sinne mit Siemen» u. HalSke und fürchtet auch nicht, daß weitere Konzessionen an Privat- Unternehmer erteilt werden, ohne die Stadt zu hören. Demgegenüber weist Singer auf das Verhalten des Minister» bei der staatlichen KonzesftonSerteilung an die Straßenbahn bis zum Jahre 1945 hin und betont energisch die Pflicht der Stadt, frühzeitig bei der Staatsbehörde keinen Zivcifel darüber zulassen, daß die Stadt dieses neue Verkehrsmittel fruktifizieren wolle, um dadurch dem Mi- nister die Möglichkeit zu nehmen, au« Unkenntnis über die Absichten der Stadt das Privatlopital durch Erteilung vo» staatlichen Kon- -esstonen zu unterstützen, und dadurch die städtschen Jntereffen zu schädigen. li Stadtrat Weigert, MagistratSaffessor Alberti und der Stadtv. Khllmann treten den Ausführungen des Oberbürgermeisters bei. Stadtv. Jacoby vermißt die finanzielle Unterlage für den Krauseschen Antrag. Stadtv. Cassel befürchtet, daß das Projekt einen so großen finanziellen Umfang anzunehmcn scheint, daß die Aus- fllhrung auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen werde. Nach wiederholten Ausführungen de» BauratS Krause, daß es sich zu- nächst nur um die grundsätzliche Genehmigung handle, und die definitive Entscheidung erst nach Fertigstellung der finanziellen Unterlagen getroffen werden solle, daß jedoch die Konzession nach- gesucht werden muffe, weil die Stadt dem Drängen der Privat- Unternehmer gegenüber sonst vielleicht wieder zu spät käme, beschließt die Deputation: I. Bei dem Polizeipräsidenten unter Mitteilung der ge- pflogcnen Verhandlungen die principielle Genehmigung der vom Baurat Krause projektierten Nord— Süd« Unterpflasterbahnlinie nachzusuchen. II. Die Gemeindebehörden um Bewilligung von 20 000 M. für Bearbeitung der Specialprojekte und Aufttellung der Kosten- anschlage zu ersuchen. III. Mit der Firma Siemens u. HalSke in Verhandlungen zu treten über den Verzicht auf die Unterpflasterlinie Potsdamer Platz nach dem Osten der Stadt event. unter Uebernahme der Hochbahn.__ Ein Nachspiel zum Gternberg-ProzeH. Vor der S. Strafkammer des Landgericht» I wurde heute über ein Nachspiel zum Sternberg-Prozeß verhandelt. Unter der Be- schuldigung, e« unternommen zu haben, dritte Personen zum Meineid zu verleiten, hatten auf der Anklagebank Platz zu nehmen: Der Jnseraten-Agent Fritz Wolff. dieHändlerin L» iseS ta b s, geb. Grienitz, und die unverehel. Hulda Saul.— Den Vorsitz im Gerichtshöfe führt Landgerichtsdirektor v. Winterfeld, die Anklage vertritt Staatsanwalt Braut, die Verteidigung führen die NechtSanwalte Ulrich und Morris für Wolff. Aehnelt für die Angeklagte Stabs und Dr. S ch w i n d t für die An- geklagte Saul. Die Dinge, nm welche es sich bei dieser Anklage handelt, sind allgemein bekannt. Eämt- liche drei Angeklagte sind im Laufe der Hauptverhnndlung gegen den Bankier Sternberg verhaftet worden, weil sie in den dringenden Verdacht gekommeir waren, verschiedene Anstren- gungen gemacht zu haben, um die Zeuginnen CallieS und S ch n ö r w a n g e zu falschen Aussagen z» bewegen. Wie erinnerlich sein dürfte, war die jetzt IS jährige Auguste CallieS eine der Hauptbelastungszeuginnen im Prozeß gegen Bankirr Sternberg. Sie war von dem Kriniinalkomissar v. Tresckow darüber vernommen worden, ob sie in der ihr vorgelegten Photographie SternbergS den Mann wiedererkenne, der mit ihr in unsittlichem Verkehr gestanden und hatte daS bejaht. Bei ihrer Vernehmung im HauptverhandlungStcrmin hatte sie plötzlich ihre Aussage geändert und behauptete, daß Sternberg doch nicht der Mann sei, der bei der Fischer verkehrte. Sie wurde vom Staatsanwalt Braut imd dem Borsitzenden LandgerichrL-Direktor Müller scharf ins Gebet genommen und es kam zu recht heftigen Scenen, die schließlich auch dahin führten, daß die Zeugin Collies eine Ungebührstrafe erhielt, weil sie ihrer Entrüstung über die ihr entgegenstehenden Behauptungen der Zeugin Haus- mann allzu lebhaften Ausdruck gab. Sie blieb dabei, daß sie von der Frau Hansmann aufgewiegelt Ivorden sei n»d sie wollte auch den Kriminalkommissar Thiel nicht als den Mann ivicdcr erkennen, der im Auftrag der Sternberg-Partei sie in der Wohnung der Frau ?»ausmann über ihre Aussage vor Herrn v. Tresckow ausgehorcht ade. Erst als sie in der Strafsache wider Thiel von dem Unter- suchungsrichter Brandt vernommen wurde und dieser sie darauf auf- merksam machte, daß sie vernommen werden würde, bequemte sie sich zu dem Eingeständnis, daß sie falsche Aussagen gemacht habe und von den drei Angeklagten dazu aufgestachelt worden sei. Wolff. der ftüher Buchhalter bei Sternberg war. hatte sich den Per- sonen zugesellt, die im Sternberg-Prozeß sich damit beschäftigten, das Belastungsmaterial der Staatsanwaltschaft zu erschüttern: die An- geklagte Saul ist Wirtschafterin bei dein Angellagten Wolff gewesen, der von seiner Frau getrennt lebt, Frau Stabs ist Obsthändlerin. die in der Friedrichstraße ihren Stand hatte, mit der Angeklagten Saul bekannt ivar und einen Teil der Mädchen kannte, die bei der Fischer verkehrten. Alle drei Angeklagte sollen in mancherlei Form nicht nur aus die Collies, sondern auch auf die Zeugin Schnörwange eingewirkt haben, ihre Aus- sagen zu Gunsten SternbergS einzurichten. Bei beiden Mädchen ist der Erfolg der Bemühungen, die von der Anklagebehörde als Ver- leitung zum Meineid charnlterisicrt werden, ausgeblieben.— Beim Aufruf der Sache im heutigen Termin fehlt die Hauptzeugin Auguste CallieS. Staatsanwalt Braut teilt mit. daß es ihm unter In- anspruchnahme der Hilfe der Polizei gelungen sei, gestern nach vieler Mühe die Zeugin CallieS an Gerichtsstell« zu bringen und die Vorladung zum heutigen Termin zu behändigen. Sie sei seit dem IS. Jamiar von ihrer Mutter weg. habe sich mit einem Schau- spieler verlobt und wolle heiraten. Wen» sie nicht erscheine, sei jetzt die Möglichkeit gegeben, sie festnehmen zu lassen, dies würde aber vor Ablauf von 24 Stunden nicdt möglich sein.— Der Gerichtshof vertagt die Sitzung auf kurze Zeit, inzwischen erscheint die Z t n g in C a l li e S im Gerichtssaal. Der Angeklagte Wolff ist 1850 in Berlin, Hulda Saul im Jahre 1872 zu Schönfeld bei Leipzig geboren. Sämtliche Ängeilogte sind evangelischer Konfession, die beiden weidlichen Angeklagten wegen Uebertretuug s i t t e n- polizeilicher Vorschriften vorbestraft. Wolff ist seit dem 6. Dezember, die beiden andern Angeklagten seit?. Dezember in Unter- suchungShaft. Angeklagter Wolff erklärt auf Befragen, daß er von 1S80 bis 188S im Sternbergfchen Bureau als Buchhalter und Korrespondent thätig und dann bei ver- schiedenen ZeitungSunternchmungen als A n n o n c e n- A c q u i- siteur beschäftigt gewesen sei. Im Auftrage LuppaS habe er sich dazu verstanden, im Stcrnberg- Prozeffe im Jnter- esse Sternverg» wirksam zu sein. Cr habe zunächst den Auftrag gehabt, die Zeugin ErHardt zu ermitteln; bezüglich der CallieS habe er selbst die Initiative gar nicht ergriffen, diese sei ihm vielmehr durch die Angeklagte Stabs zugeführt Ivorden und habe ihm Mitteilung gemacht, die der Verteidigung so wichtig schienen, daß Dr. Werthauer ibm sagte, es fei notwendig, dafür zu sorgen, daß dies« Zeugin nicht verschwände. AuS diesem Grunde babe er das Mädchen in Pension gegeben, dazu kam der Gedanke, daß keine Veranlassung gegeben werden sollte, der Stcrnberg» Partei den Lorwurf zu machen, daß sie eine BelastungSzeugin habe verschwinden lassen. Dieser Vorwurf fei schon einmal in dem Fournatzon-Fall erhoben worden. Die CallieS habe ihm bei den Unterhaltungen mit ihm direkt gesagt, daß sie unter dem Einfluffe der Zeugin HauSmann den Bankier August Sternberg fälschlich beschuldigt habe. Die erste Begegnung mit der Stab» und der CallieS habe m einem Lokal stattgeftmden; bei dieser Gelegenheit habe er nur auS geringer Entfernung einzelnes aus den Unterhaltungen der CallieS mit der Stab» und der gleichfalls anwesenden Frau Krüger gehört. Der Aufenthalt in diesem Lokale habe höchsten« zebn Minuten gedauert. grau Stabs bezahlte und al» die drei da» Lokal verließen, habe er sich draußen angeschlossen und sei der CallieS vor- gestellt worden. Man habe dann ein andre» Lokal ausgesucht und hier habt Frau Stab» allerlei über den Sternberg-Prozeß mit der CallieS gesprochen. Dir Zeche habe er hier bezahlt. Bei der Ver« abschiedung sei angeregt ivorden, daß die CallieS doch mal Frau Krüger besuchen solle, dieser Besuch habe auch stattgefunden und da« mit abgeschlossen, daß die Stabs mit der CallieS nach seiner Wohnung gegangen sei und ihn zufällig auf der Straße getroffen habe. Man habe dann gemeinschaftlich ein RestauratlonSIokal aufgesucht. Er bestreite, daß er der CallieS bei dieser Gelegenheit zu» geredet habe, ihre Aussage vor Herrn v. Tresckow al» nn« ivahr hinzustellen, ebenso sei eS unwahr, daß er ihr den Steichtum des Angeklagten Gternberg mehrfach vor Augen geführt habe. Die CallieS war damals Dienst- Mädchen, sie sollte für den Prozeß gesichert werden und deshalb Hab« er sie zu einem täglichen Satze von 2 M. bei der Mutter in Pension gegeben. In der Zwischenzeit habe er da« Mädchen zu dem Deiektivinstitut Schulz geschickt, damit sie dort ihre ihm gemachten Mitteilungen wiederholte. Bis zum Beginn des Strrnberg-ProzesseS hat die CallieS mehrfalbe Besuche in seiner Wohnung gemacht und be« hauptet, daß bei diesen Gelegenheiten die Saul wiederholt Versuche ge« gemacht habe, sie zu beeinflussen. Die Angekl. Saul bestreitet die» ent- schieden. EineS Tages habe die CallieS ihr in etwas angetrunkenem Zustand gesagt! sie kenne doch Sternberg, worauf die Angekl. Saul gesagt haben will: dann müssen Sie es auch vor Gericht sagen. Am nächsten Tage habe das Mädchen dann wieder ihre Bemerkung widerrufen und hinzugesetzt.' wozu solle sie denn den Mann hineinlegen, das habe ja gar keinen Zweck. Bei ihren Vorvernehmungcn hat die Angeklagte Saul auf Vorhalt jju« gegeben, daß sie vielleicht gesagt haben könne, die CalluS brauche Herrn Sternberg ja nicht zu kennen. Richtig sei e» auch, daß sie einmal im Zorn dem Angeklagten Wolff, mit dem sie in wilder Ehe lebe, warnend zugerufen habe:, er werde sich noch in» Zuchthaus bringen", ebenso giebt sie auf Vorhalt zu, daß sie bei früherer Vernehmung jjud) zugestanden habe. zu der CallieS die Bemerkung gemacht zu haben:„Wenn Sie ver« eidet werden sollten, dann gehen wir zusammen nach Monte Carlo und Nizza." Sie will jetzt die Sache so aufgefaßt wissen, daß sie mit dem Mädchen nur im allgemeinen über Reisen gesprochen habe. Sie behauptet übrigen» auch, daß sie bei den Be« suchen der CallieS mit dieser gemeinschaftlich außer Bier auch große Quantitäten Tognae— manchmal für 2 Mark— verzehrt habe. An Geld habe st« der CallieS etwa 100 M. ge« geben. Der Angeklagte Wolfs bestreitet auf weiteren Vorhalt de» Vorsitzenden, die Collies dahin instruiert zu haben, daß sie vor Gericht anssagrn solle: der betreffende Mann sei viel jünger als Stcrnberg und habe ganz anders ausgesehen. Ebenso sei es nicht richtig, daß er bei paffenden Gelegenheiten recht laut dem Mädchen zugerufen habe:„Sie müssen die Wahrheit vor Gericht sagen I" und dann leise hinzugesetzt habe: „Sie brauchen ja Sternberg nicht z« kennen!" Die Anklage behauptet ferner, daß die CallieS große Scheu vor einem etwaigen Eide gehabt und Wolff sie dann mit dem Bemerken beruhigt habe: Wenn sie vereidigt werden sollte, dann würde sie ins Ausland gebracht werden: sie brauche aber gar keine Angst z» haben, denn die Verteidiger würden schon dafür sorgen, daß sie nicht vereidigt werde.— Der Angell. Wolff bestreitet auch dies. Er will die CallieS mir wiederholt auf die ihm gemachten Mitteilungen hingewiesen und sie ermahnt haben, nicht von der Wahrheit ab- zuweichen. Dagegen giebt er zu. während de» Sternberg-Prozesse» der Collies täglich„Zehrnngskosten" gegeben zu haben. Was die Angeklagte Stabs betrifft, so giebt diese zu, daß sie durch die Aussicht auf reiche Belohnung sich dazu habe verleiten lassen, auf die CallieS zur Abgab- einer falschen Aussage einzuwirken. Sie hatte bei dem IlniersuchungSrichter bruchstückiveise und nur nach und nach dieses Geständnis abzulegen sich verstanden, heute will sie glauben machen, daß fie erst nachträglich das Verständnis über da» erhalten habe. waS sie getha». Richtig sei eS. daß sie am S. Dezember. als die CallieS vor dem UntersuchmigSrichtcr vernommen werden sollte, ihr gegenüber den Finger auf den Mund gelegt und gesagt habe: Mcht verplappern!" Auf wiederholte ernste Ermahnung seitens des Vorsitzenden erklärt die Angellagte, daß sie sich schuldig fühle. Freilich habe ihr Wolff immer gesagt, die CallieS wurde nicht vereidigt werden, undjste habe Kenntnis davon gehabt, daß die CallieS Herrn Wolff zugegeben hatte, fie kenne Sternberg nicht. Der Vorsitzende hält ihr vor, daß eS ihr doch verdächtig vorkommen mußte, daß der CallieS immer laut gesagt wurde:. S a g e d i e W a h r h e i t I unmittelbar daran aber die Bemerkung stchlmüpfte: „ Stern berg ist ein reicher Mann". Schon daran» habe sie doch entnehme»! müssen, daß die CallieS zur Unwahrheit verleitet werden sollte. Die Angeklagte giebt die» zu. Auf Befragen deS Rechtsanwalts Morris erklärt die Angeklagt« Stabs: sie habe keinen Anhalt dafür, daß auch Wolff wohl wußte, daß die Callics Unwahres vor Gericht aussagen sollt». Eine Anftage deS Rechtsanwalt» Dr. S ch w i n d t beantwortet die Angeklagte Saul dahin: fie fei schließlich auS der CallieS nicht mehr klug geworben, denn diese sagt« bald: sie kenne Sternbera nicht, dann sagt» sie wieder: sie kenne ihn doch, es soll« jedoch dem Angeklagten Wolff nichts davon mitgeteilt werden. Staatsamvalt Braut stellt durch Befragen fest, daß Wolff für seine Bemühungen im Interesse SternbergS täglich 10— 20 M. er» halten und di- Angeklagte Stabs täglich 3 M. von Wolff bezogen habe. Frau Stabs hat sich übrigens, wie zur Sprache gebracht wird, der CallieS in der Weise g-iiühert, daß st» eine? Abend« zu der Wohnung ihrer Dienstherrschast hmaufging und fich nach eine» zu vermietenden Wohnung erkundigte. Die CallieS erkannte sie aber sofort und sagte:„Thun Sie doch nicht so, Sie wollen mich gewiß aushorchen. Sic sind ja die Obsthändlerin aus der griedrichstraße." Die Angeklagic» Wolff und Stab» werden, wie erwähnt, auch noch beschuldigt, auf die Zeugin Schnörwange in un»u- lässiger Weise eingewirkt zu haben. Wolff bestreltet auch dies. Er will nur zu dem Zweck mit der Schnörwange in Verbindimg getreten fem. um zu ergründen, ob diese noch mit der Zeugin Ehler» in Beziehungen stehe. Dabei habet ihr dann die Schnörwange erzählt, daß sie Sternberg als den Mann wiedererkenne, der bei der Fischer verkehrte. Er habe lediglich be» zweifelt, daß die» nach so langer Zeit noch möglich sei. Nun ist aber die Angeklagte im«nftrage Wolffs noch einmal zur Schnörwange gegangen und behauptet, im Auftrage Wolff» ihr gesagt zu haben: Sagen Sie die Wahrheit. Sternberg ist ein reicher Mann und wird sich im Falle seiner Freisprechung erkenntlich zeigen." Wolff bestreitet einen solchen Auftrag. Er habe nur im allgemeinen gejagt, daß eS Sternberg um die Wahrheit zu thun sei und daß es bei Beschaffung der Zeugen auf Bewilligung von Versäumniskosten usw. gar nicht ankomme, da Gternberg ein reicher Mann sei. Hierauf wird in die VewriSaufnahme eingetreten. Die Zeugin CallieS bekundet, daß di« Stab» gleich bel den ersten Unterredungen ihr einzureden suchte, daß sie ja nur durch die Hausmann aufgehetzt sei. Sie habe die? verneint, jjdie Stab» aber have nicht nachgelassen, in dem Sinne auf fie einzureden, daß sie verhetzt sei. Die Stabs habe ihr auch gleich 60 M. und Kleider versprochen, lvenn sie in diesem Sinne aussagen würde, Frau CtabS habe ihr auch weiter gesagt, sie solle sich nur melden, wenn sie Geld brauchte. Gegen den Angeklagten Wolff wiederholt die Zeugen samt« liche vorhin erwähnte» belastenden Aussagen. Die Rechtsanwälte Morris, Dr. Schwindt und Aehnelt machen auf ein« Anzahl Widersprüche aufmerksam, die nach ihrer Ansicht in de» Aussagen dieser Zeugin liegen. Die Zeugin Martha Schnörwange belastet die Angeklagten. Nach ihrer Auffassnng haben die Angeklagten Wolff und Stab» bei der Unterredung, die sie mit denselben hatte, den Zweck verfolgt, sie zu einer unwahren Aussage zu bewegen. Wolfs habe ihr gesagt, wenn Sternberg freigesprochen werden würde, würde sie ihr Gutes haben.— Auf Befragen erklärt die Zeugin, daß ihr die Collies gesagt habe, Sternberg sei der Mann nicht, sie kenne den wirklichen Mann sehr wohl, derselbe Pflege sich einen falschen Bart anzukleben. Der Staatsanwalt beantragt gegen Wolfs im Fall CallieS 8 Jahre, im Fall Schnür« wange 2 Jahre, zusammen 4 Jahre Zu ch t h a u S und V Jahre Ehrverlust, gegen die Saul 1 Jahr Zuchthaus, gegen Frau Stabs im Fall CallieS 2 Jahre, im Fall Schnörwange 1 Jahr, zusammen Jahre Zuchthaus. Rechtsanwalt Ulrich beantragt die volle Freisprechung de« An« geklagten Wölfl, event. aber nur Verurteilung wegen Begünstigung und geringere Strafe und erwähnt beiläufig, daß er aus eine Vor- ladung des Rechtsanwalts Dr. W e r t h a u e r als Zeugen au Gunsten Wölfls verzichtet habe, weil Dr. W. ursprünglich in dieser Sache mit beschuldigt war. Da» Urteil. Der Gerichtshof nahm an, daß Wolfs von dem Augenblick an. wo die C a l l i e s ihm erklärte, sie würde bei etwaiger Vereidigung die Wahrheit sagen, sich bewußt sein mußte, daß die CallieS gejonnen sei, seinem Wunsche entsprechend die Unwahrheit zunächst zu sagen. Auch die positive Thätigkeit Wolfis, um die Zeugin zur Unwahrheit zu bewegen, halte der Gerichtshof für erwiesen; ebenso daß Wölfl sich klar sein mußte, daß die Collies vereidigt werden könnte. Er sei so vorgegangen, daß er die CallieS in dem Glauben gelasien habe. daß sie nicht vereidigt werden würde, und dann erwartete, daß sie einen Meineid leisten würde, wenn sie vereidigt werden sollt«. Auch bezüglich des Fall? Schnörwange sei der Gerichtshof zur Ueberzeugung von der Schuld des Wölfl gekommen, ebenso habe er die Schuld der beiden weiblichen Angeklagten, die wohl von Wölfl verleitet seien, festgestellt. Es sei deshalb erkannt: gegen Wolff auf it Jahre ZnchthauS und 6jährigen Ehrverlust, gegen die Saul auf ein Jahr Zuchthaus, gegen die Stabs auf 1'/» Jahre Zuchthaus Berliner Partei-Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Mittwoch, abends 8 Uhr, findet in der Ressource, Kommandantenstr. 67. eine Volksversammlung statt, in der Gen. Dr. Leo AronS über.Ziel und Wege' sprechen wird. Zahlreichen Besuch der Genossinnen und Genossen erwartet Der Vertrauensmann. Lichtenbera. Die Nachwahl zur Gemeindevertretung findet am Montag, den 18. März von l0 Uhr früh bis 3 Uhr abends im Kronprinzengarten(H. Gürsch), Frankfurier-Chaussee 86, statt. Pankow« Niederschönhausen. Dienstag, abends 8'/? Uhr findet in Großkurts Lokal. Berlinerstr. 27, eine Volksversamm lung statt. Tagesordnung:„Die Ursachen der Wohnungsnot. Die VertraucnSperson. Vokales. DaS parlamentarische System im Fabrilvetrieb Die Arbeitervertretung der Jalousiefabrik von Heinrich Frees« in Berlin hat uns dieser Tage ihren Geschäftsbericht für das ver- flössen- Jahr zugesandt. Er ist kurz, ohne jegliches Phrasenwerk, ast trocken abgefaßt, und kann gerade deswegen den blindwütenden Scharfmachern, die auf alle Arbeiterforderungen das vermessene Wort vom„Herr im Hause sein" im Munde stihren, zur Lehre und zur Warnung dienen. Diesen Unternehmern ist ja allein schon der Acht stundentag, der im Betriebe des Herrn Freese seit gJahren besteht, eine um stürzlerische Ungeheuerlichkeit. Um wie vieles mehr noch Einrichtungen, wie die, daß gegen Anordnungen des Arbeitgebers ein Appell an den Arbeiterausschuß zulässig ist, daß Ordnungsstrafen nicht von der Fabrikleitung, sondern vom ArbeiterauSschutz verfügt werden und daß überhaupt der ganze Geschäftsbetrieb einer gewissen Kontrolle der Arbeiter untersteht. In den Berichten über die Sitzungen der Arbeitervertretung, der ein Werkmeister, ein Lagerverivalter, acht Arbeiter und eine Arbeiterin angehören, finden wir die Erörterung von Anträgen auf Abänderung der Fabrikordnung, Ausarbeitung einer Arbeitsordnung für einen Specialbetrieb, Kenntnisnahme des Geschäftsberichts und die Besprechung des T i s ch l e r st r e i k s ver zeichnet. Für Unterstützung der streikenden Tischler bewilligte die Vertretung 40 M. Der Anteil am Geschäftsgewinn stellte sich für die Arbeiter auf 4,V7 Proz. des Arbeitslohns gegen 7,32 Proz. im Vorjahre. Hiervon kamen zwei Drittel zur Auszahlung, wogegen ein Drittel an die UnterstützungSkasse abgeführt wurde. ES ist wohl selbstverständlich, daß die kurz erwähnte Organl sation deS Betriebs die Arbeiter des Herrn Freese weder von der Wahrung ihrer politischen noch ihrer gewerkschaftlichen Interessen abgehalten hat. Die Beteiligung an der Organisatton ist für sie schon um deswillen nicht minder notwendig geworden, als im vorliegenden Falle die rühmenswerten Einrichtungen auf dem allerdings aus bester Ueberzeugung kommenden Wohlwollen deS Unternehmers beruhen und nicht, wie zur Konservierung des jetzigen ZustandeS erforderlich wäre, ein Ergebnis der orgamsierten Macht der Arbeiter sind. Ihnen fehlt noch der feste Unterbau, sie können in dem Falle, daß z. B. die Fabrik in andre Hände übergeht, vor dem Uebelwollen des neuen Unternehmers wie die Spreu vor dem Winde zerstieben. Mahnt somit gerade da? auf der Einsicht deS Unternehmers aufgebaute parlamentarische Fabriksystem die Arbeiter zur Kräftigung ihrer Organisation, so kann andrerseits nur g« wünscht werden. daß recht viele Unternehmer auS eigner Eni schließung soweit kämen, wie Herr Freese. Bemerkt sei noch, daß der Durchschnittsverdienst der bei Freese beschäftigten Arbeiter zwischen 26,06 M.(Maler und Anstreicher) und 82,80 M.(Tischler) schwankt. Verl Verdienst der Näherinnen. Er stellt si niedrig ist der auf 18.0g M. Unerbetene WohnungSfiirsorge. Der Stadtverordnete Direttor Mommsen hat dem Ausschuß zur Vorberatung über die WohnungS not und die auf diesem Gebiete bestehenden Mißstände folgenden Antrag überreicht:„Die Versammlung ersucht den Magistrat: a) ihr baldmöglichst eine Vorlage zu machen zwecks Errichtung von Wohnhäusern zur Vermietung der Wohnungen an die in den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter; b) in Erwägung zu ziehen, ob und inwieweit auch für die übrigen in den städtischen Betrieben beschäftigten Personen die Vermietung von Wohmmgen in durch die Stadt errichteten Häusern in Aussicht zu nehmen ist.' Die Beratung dieses Antrags soll nicht mit den übrigen Anträgen zur Wohnungsnot erfolgen, sondern nach erfolgter Berichterstattung über die angenommenen Anträge. Hierzu können wir schon jetzt bemerken, daß die Mehrheit der städtischen Arbeiter und Beamten entschiedene Gegner von Plänen sind, die dahin führen, die Arbeiter zu kasernieren. In mehreren Versammlungen, die zu diesem Zweck einberufen worden waren, wurden ohne Wider- spruch Beschlüsse gefaßt, die sich gegen den Bau von städtischen Arbeiterwohnungen aussprachen, und die so weit gingen, daß erklärt wurde, die Arbeiter der Gaswerke usw. würden kernen Gebrauch von diesen städtischen Wohnungen machen. Die stiidtische Schuldeputation hat beschoflen, die Ferien der Berliner Gemeindeschulen wie folgt festzusetzen: Ofterferien: Schluß des Schuljahrs 1900 Sonnabend am 30. März 1901. Anfang des Schuljahrs 1901 und Beginn des Unterrichts Dienstag am 14. April 1901. Pfingstferien: Schluß des Unterrichts Freitag, am 24. Mai. Anfang am Donnerstag, den 30. Mai. Sommerferien: Schluß des Unterrichts Freitag am 5. Juli und Beginn Dienstag am 13. August. Herbstferien: Schluß des Sommerhalbjahrs Sonnabend am 28. September und Anfang des Winterhalbjahrs Dienstag, 8. Oktober. Weihnachtsferien: von Sonnabend, den 21. Dezember bis Dienstag, den 7. Januar. Der Stadtderordneten-Versammlung ist eine Borlage über die Errichtung neuer Bedürfnisan st alten für beide Ge- schlechter zugegangen, wonach versuchsweise Bedürfnisanstalten für das weibliche Geschlecht durch die städtische Verwaltung errichtet und betrieben werden und neue, moderne Anstalten ausgeführt werden, mit denen die öffentlichen Bedürfnisanstalten für Männer verbunden werden können und zwar derart, daß ste auch Kloset anlagen für beide Geschlechter erhalten. Die Versammlung wird ersucht, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Verträge über die bestehenden Anstalten mit dem Unternehmer unter der Maß gäbe verlängert werden, daß vom 1. April 1906 ab diese Vertröge mit einjähriger Frist jederzeit gekündigt werden können, am 1. April 1911 aber auch ohne Kündigung aufhören. Aus den Erläuterungen geht hervor, daß die Brutto-Einnahmen der Anstalten von 170 610 M. rm Jahre 1896/97 seitdem auf 160 030 im letzten Jahre zurück gegangen sind und mit der steigenden Benutzung von Freizellen weiter fallen dürsten. Ueber da» Königliche Museum und den Antisemitismus erzählt das„Kleine Journal' folgende erbauliche Geschichte: In einem WohlthätigkeitSverein, dem Juden und Christen angehören, wurde der Plan erwogen, bedeutende Privatsammlungen von mälden dem großen Publikum gegen Entree zugänglich zu machen. dessen Ertrag dem wohlthätigen Werke zu Gute kommen sollte. Der königliche Museumsdirektor, Dr. B.. schrieb in dieser Angelegenheit an einen Herrn v. D., den Inhaber einer solchen Galerie, welcher erwiderte,„daß er nicht gesonnen sei, sich von den plattfüßigen JudenseineTeppiche b es chmutzen zu lassen.' Herr Dr. B., kgl. MuseumSdirektor, schrieb darauf an Herrn v. D. einen Brief, worin er aus vollem Herzen dem Antisemitismus des Herrn v.D. zustimmte und noch einige Bemerkungen daran knüpft«. Zugleich richtete er an daS jüdische Vorstandsmitglied deS WohlthätigkeitsvereinS Frau Direktor W. ein Schreiben, durch welches er lediglich die Ablehnung seitens deS Hernr v. D. kundgab. Zerstreut, wie alle großen Männer, verwechselte Herr Direktor Dr. B. die beiden Briefe, und so erhielt Frau Direktor W. das ihr nicht zugedachte antisemitische Antwortschreiben deS Direktors Dr. B. an Herrn v. D. Wie wir hören, hat die Angelegenheit bereits ein Nachspiel in der Form ge habt, daß der liberale Maler Professor L. eine Erklärung von Herrn Dr. B. gefordert und eine solche von dem tapferen königl. Direktor und Antisemiten auch erhalten hat. Die Aerztczunft an der Arbeit. Gegen die Zulassung der Realschul-Abiturienten zum medizinischen Studium wollen der Vorstand der Berlin-Brandeuburgischen Aerztekammer und die Berliner medizinisdbe Gesellschaft Pettonen an den Bundesrat richten. Die übrigen preußischen Aerztckammern sowie die medizinischen Fakultäten und alle ärztlichen Bereine Deutschlands sollen auf« gefordert werden, sich dieser Petition an den Bundesrat anzuschließen. Für die nächste Sitzung der Berliner medizinischen Gesellschaft ist eine Debatte über diese die ärztliche Welt lebhaft bewegende Frage angesetzt. Die Petition des Aerztekammer« Vorstands protessiert gegen die Zulassung der Ncalschul-Abiturientcn als gegen eine„von dem deutschen Aerztestande mit Einmütigkeit und Entschiedenheit als höchst schädlich nicht nur für den Stand, sondern auch für das Ge- meinwohl bezeichnete Reform. Selbstmord wegen StellungSlostgkett. In einem Gasthof der Hedemannstraße erschoß sich gestern ein Kaufmann Berthold R a d d i tz e p aus Saatz, der erst am Tage vorher nach Berlin ge- kommen war und abends spät ein Zimmer genommen hatte. Radditzer hatte im Laufe des Tags einem Bekannten gegenüber die Absicht ausgesprochen. sich zu erschießen, da er stellungs- und mittellos sei. Im Gasthof ließ er sich morgens nicht wecken.' Man kümmerte sich auch nicht weiter um ihn, da er keinerlei Auftrag gegeben hatte, bis die Angestellten am späten Vormittag in seinem Zimmer drei Schüsse unmittelbar hinter einander fallen hörten. Als man nun Einlaß begehrte, erhielt man keine Antwort und fand die Thür verschlossen, so daß sie erbrochen werden niußte. Radditzer lag blutüberströmt auf seinem Bett und war bereits tot. Ein Sckuß hatte in die linke Brust der zweite in die rechte Schläfe und der dritte in den Mund getroffen. Jede Verletzung für sich war tödlich. Ein richtiges Räuberlcbcn führte eine jugendliche Bande, die jetzt von der Kriminalpolizei ganz aufgehoben ist. Sie zählte vier- zehn Mitglieder, die bis auf zwei, die bereits vorbestraften Burschen L u c z i n s k i und Wolff, alle noch strafunmündig sind. Die Bengel hausten in der Kaiserin Augusta- Allee in einem großen, nicht benutzten Kanalisationsrohr. Hier hatten ste sich aus zusammengestohlencn Pferdedecken, Heu und Stroh ein Lager zurechtgemacht, auf dem sich sehr wohl schlafen ließ. Wer nicht mehr Platz fand, der fand ein Unterkommen auf Heuwagen und Kähnen. Eine Abteilung des Rohrs war als eine Art Kücke hergerichtet, in der gehetzt und gekocht wurde. Von dieser Räuberhöhle ans unternahmen die Burschen Streifzüge in die be- nachbarten Straßen, um durch Einbrüche und Diebstähle den Lebens- unterhalt zu eriverben. Während die einen Milch, Wurst. Schinken, Käse u. dergl. heranschleppten, sorgten andre durch Abhängcdiebstähle ur Kleidung Schuhzeug rc. ES kam wohl vor, daß der eine oder der andre Schlingel auf einem Stteifzuge von seinen Eltern abgefaßt wurde. Dann mußte er mit nach Hause, aber bei der ersten besten Gelegenheit brannte er wieder durch. Die beiden Anführer und fünf Mann waren ständige Bewohner deS Kanalrohrs. Bei diesem blieben, wie einige Burschen behaupten, stets zwei Wächter mit ge- ladenem Revolver zurück. Mit einer gestohleneu Lampe wurde nachtS der Raum erleuchtet, wenn die Insassen sich sicher fühlten.— Eine achttöpfige jugendliche Bande trieb im Norden der Stadt, namentlich in der Drincker- und Danzigerstraße, ihr Unwesen. Ihre Specialität waren Ladendrrbstähle und Taschendiebstähle in den Markthallen. Auch nahmen die Burschen Kindern, die von den Eltern zum Einholen ausgeschickt wurden, entweder das Geld oder die Ware weg. Auch diese Burschen sind im Anschluß an die Laden- diebstähle im Norden, über die schon berichtet wurde, nach und nach alle ermittelt worden. Sie sind sämtlich strafunmündig. Ueber daö Ableben deS Polizeidirektors v. Mcerscheidt- .�ülleflem veröffentlicht das„Kleine Journal' jetzt längere Mit- teilungen. ES heißt darin:„Der Tod seiner Gattin und unerquick- rmilienereignifle andrer Art scheinen den Unglücklichen all- in dem Eirtschlusse bestärkt zu haben, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. An dem Tage, an welchem er seinen Entschluß ausführte, versammelte er die Seinigen in seinem Schlafzimmer, kniete an seinem Bett nieder und rief Gott zum Rächer an denen an, welche ihm im Leben Uebles zugeftigt. Dann erklärte er, ruhebedürftig zu sein, und bat, ihn ein Viertelstündchen 'chlafen zu lassen. Auch seine langjährige Verttaute, die Polizeivigilantin Kathi B., war anweicnd. Als man nach einer Weile das Zimmer wieder bettat, war der Polizei direktor nicht mehr; er hatte seinem Leben mit Cyankali, das er einige Tage vorher dem Kriminalmuseum im Polizei Präsidium enwommen. ein Ende gemacht. Mittlerweile war im königlichen Polizeipräsidium ein Brief eingettoflen, welcher die Worte enthielt:„Wenn Sie diesen Brief öffnen, bin ich nicht mehr. Meer« cheidt.' Dr. Stt. und einige Beamten eilten daraufhin sofort in eine Wohnung— es war zu spät. Der Polizeidirektor hatte vor einem Tode seine Papiere genau geordnet und zwei Pakete an- gefertigt, welche gleichlautend die Auflchrist trugen:„Drei Tage nach meinem Tode zu öffnen.' Sie waren an den Schriftsteller Stockhausen, an die genannte Kathi B. und den Rechtsanwalt Rosenstock adressiert, mit welchen den Polizeidirektor eine besonders innige Freundschaft verband. Sein barer Nachlaß betrug nur einige Pfennige.' Die diesjährige Hanptversammlung der Deutschen Gesell- chast für volkstümliche Naturkunde bot ein anschauliches Bild von der schnellen Entwicklung, die dieser Berein in den fünf Jahren eines Bestehens genommen hat. Während er im Jahre 1896 nur 62 Mitglieder zählte, hat er in diesem Jahre eine Mitgliederzahl von nahezu 1000 erreicht. Im verflossenen Geschäftsjahr fanden insgesamt 46 Borttäge, allgemeine und cyklische, Exkursionen. Museumsbesuche, Besichtigungen technischer Anlagen u. dgl. statt, welche sich alle einer regen Beteiligung selten? der Mitglieder, Herren wie Damen, erfreuten. Der geschäftsfahrende Ausschuß ivurde wiedergewählt, ebenso der engere Vorstand, bestehend aus den Herren Geh. Rat Prof. Dr. Kuy, 1. Vors.; Prof. Dr. Jäkel, 2. Vors.; Prof. Dr. Wahnschaffe, 3. Vors.; Oberlehrer Dr. Greif. 1. Schriftf.; Prof. Dr. Plate. 2. Schnftf.; Konsul R. Seifert. 1. Schatzmeister; Direttor Prof. Dr. Müllenhoff, 2. Schatzm.; Direktor Archenhold, 1. Beisitzer; Prof. Dr. Potoniö, 2. Beisitzer. eine gleichartige In« soeben erst erloschen, Eine Scharlach-Epidemie ist, nachdem fektionsttankheit bei dem 3. Garde-Regiment unter den Mannschaften des Eisenbahn-Regiments Nr. 2 in der General Papestraße zum Ausbruch gekommen� Bisher sind fünfzehn Mann von der Krankheit ergriffen, doch ist in allen Fällen der Ver- lauf des Leidens derart, daß eine Gefahr für das Leben der Patienten nicht vorliegt. Freie Volksbühne. Das Märzfest des Vereins findet am Sonnabend, 16. März, 8 Uhr im großen Konzettsaal der Brauerei Fttedttchshain statt. Das Programm ist diesmal besonders viel- versprechend. Dr. Wilhelm Bölsche hat den Festvottrag„Der moderne Mensch in der Kunst' übernommen. Der Rede werden Recitationeu folgen. Im gesanglichen Teil werden vom Theater des Westens Johanna Brackenhammer und Gustav Waschow sowie Bozena Bradszky und Georg Koppel von Wolzogens Buntem Theater mit« wirken. Auch die beiden Violin- und Cello-Virtuosen Gebr. Borisch und Konzettmeister Georg Volletthun sind für diesen Abend gewonnen. Bei einem so reichhaltigen Programm und dem mäßigen Eintritts« preise von 60 Pf. kann den Mitgliedern nur schleunigste Beschaffung der Festmarkcn, erhältlich in allen Zahlstellen, empfohlen werden. Heute nachmittag 2�/« Uhr im Lesfing-Theater 2. Abteilung: „Da Rods rouge'. Im Carl Weiß-Theater 6. Abteilung:„Meister Oelze' und 21/4 Uhr im Theater deS Westens: erste Oper(rote Marken)„Der Barbier von Sevilla'. Feuerbericht. Eonnabend früh 6 Uhr kam Kochstr. 18 in einer Tischlerei ein Schadenfeuer auS, das einen Posten Nutzhölzer zer- stötte und die Wehr eine Stunde lang beschäftigte. Kurz vorher war Gneisenaustr. 46 in einer Tischlerei ein ähnlicher Brand ab« zulöschen. Moxstr. 12 hatten Preßkohlen im Keller und Skalitzer- straße 132 Kleidungsstücke Feuer gefangen. Ein Alarm nach König» sttahe 42 bcttaf einen Brand in einer Kürschnerwerkstatt, der durch ein Rohr abgelöscht wurde. Bodenverschläge mit Inhalt gingen Prenzlauerstr. 18 in Flammen auf. Kleine Brände wurden außer- dem noch von Rosenthalerstr. 3a, Friedrichstr. 71, Stralsunderstr. 63 und Ziegelstr. 31 gemeldet. AuS den Nachbarorken. Schöneberg. Dem soeben erschienenen neunten ver« waltungsbericht des hiesigen GewerbegerichtS«nt« nehmen wir folgendes: Das Gettcht wurde in 249 Streitsachen gegen 190 im Vorjahre in Anspruch genommen. An diesen Streit« achen find beteiligt das Baugeiverbe mit 66, der Fabttkbetrieb mit 32, das Handwerk usw. mit 162 Klagen. Der Wett des ObjettS betrug in 66 Fällen unter 10 M., in 29 zwischen 10—20 M., in 69 zwischen 20—60, in 66 zwischen 60—100, in 24 über 100 M. Sttettsachen wurden erledigt: durch Vergleich 81, durch Zurücknahme 46, durch Anerkenntnis 6, durch Versäumnis 21, durch andre Endutteile 72. Erledigt wurden die Klagen nach 1—3 Tagen in 26. nach 4—6 Tagen in 79, nach 7—13 Tagen in 49 und nach 1t Tagen und länger in 96 Fällen. Von den 72 Entscheidungen fielen 37 zu Gunsten' der Arbeirgeber und 36 zu Gunsten der Arbeitnehmer auS. Lichtenberg. Die Gemeinde-Organe find nunmehr neu gebildet. worden. Am letzten Donnerstag fand die Einführung der G e» meindevertreter, deren Wahlen für gültig erklärt find, und die Verpflichtung auf Handschlag durch den Gemeindevorsteher statt. Herr Bürgermeister Ziethen wieS in seinen BogrüßungSwotte» darauf hin, daß, wenn man überhaupt von Parteien sprechen wolle, im Gegensatz zu ftüher nunmehr drei solche in fast gleicher Stätte eingezogen seien. Er hoffe, wenn nun auch die Anschauungen der Herren,' die vor seiner Amtszeit schwere Kämpfe auözufechien hatten (gemeint sind die Katzbalgereien zwischen Röder und Plonz), oft auseinandergehen werden, so dürsten die Verhandlungen nicht zu einem„Lust- und Possenspiel für müßige Zuschauer' werden. Lichtenberg sei aus den Flegeljahren heraus zum Manne gereist, und wie es einem solchen gezieme, solle man sein Verhalten einrichten. Von den der neuen Gemeindevertretung wartenden Arbeiten er« wähn« er im besonderen die Erstrebung der Städteverfassung, die für daS 43 000 Einwohner zählende Dorf unerläßlich sei. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung, Neubildung der Kam« Missionen, beantragte Genosse Grauer Absetzung dieses Vorschlags und Wahl einer gemischten Vorbereitungskommission. Nachdem der Redner auf das Fehlen einer Schulkommission sowie eines Steuer« ausschusies hingewiesen hatte, wurde der Antrag angenommen, worauf seckS Gemeindeverordnete zu diesem Zwecke gewählt wurden Vom Kommunalfreistm» in Steglitz. In der letzten Sitzung deS Gemeinderats herrschte im Vergleich zur vorigen, in der die Mehrheit die Wahlrechtsbeschneidung durchpeitschte, eine idyllische Ruhe. Die Reihen der freisinnigen Wahlrechts- verschlcchterer zeigten, nun sie ihr Schäfchen im Trockenen glaubten, wieder die gewohnten Lücken. Nach einer Anfrage des G.-V. Eckert über die verzögerte Auslegung des Etatts erfolgte die Interpellation des �>V. N a p p(Soc.),„warum die Kommission, welche Vorschläge zur Beseitigung der Wohnungsnot machen soll, nicht shreni Beschluß gemäß unter Zuziehung von zwei Mietern(darunter der Genosse Leimbach) zu iveiteren Beratungen einberufen worden ei.' Der stellvertretende Gemeindevorsteher beantwortete die Frage dahin, daß, nachdem die Bedenken bezüglich der Kooptatton behoben seien, in der nächsten Woche eine Sitzung statt« Inden solle. ES folgte die Beratung deS Einspruchs gegen die Auf» t e l l u n g der G e m e i n d e w ä h l e r l i st e n, der sich im vesentlichcn darauf begründet, daß entgegen den gesetzlichen Be« timmungen auch die Ergänzungssteuer aus den in andren �emeinden belegenen Bermögensobjetten bei Bildung der Wäblerabtciluugen eingerechnet morden ist. Der konser- vative Professor W« n d e l e r belegte den Einspruch mit frappierenden Beispielen aus der Wählerliste, was den inzwischen munter gewordenen Freisinnigen recht unangenehm war. Die Folge war eine sehr erregte Wahlrechtsdedatte, in welcher unter andern vom Gen. Rapp festgestellt wurde, daß der G.-V. Fischer, Vorsitzender des Mietervereins, in der vorigen Sitzung der Gemcindeverttetung mit vollständig falschen Zahlen operiert habe. Die„statistischen Erwägungen', die den Freisinnsmann angeblich für die Verschlechte- rung des Wahlrechts zu stimmen veranlaßt haben, seien konstruiert ohne Berücksichtigung deS Durchschnittsprincips, das seit dem I. Ja- nuar 1901 in Anwendung komme. Er frage, ob Fischer diese falschen Zahlen wissentlich ängewendet habe, um den Anschein zu er- wecken, daß der Antrag Steinthal die dtttte Klasse nicht schädige. Fischer erwiderte, daß er nicht gewußt habe, daß das Gesetz seit dem 1. Januar in Kraft getteten sei. Der Einspruch gegen die Wählerlisten wurde gegen die Stimmen des Socialdemolraten und der„Unabhängigen" zurückgewiesen. Mit der Frage der Stellungnahme zur Erhöhung der Getreidezölle wird sich die Potsdamer Sradtverordneten-Versanim- lung, tvelche kürzlich die Beratung der KöuigSbergcr Petitton gegen die Zollcrhöhung als nicht oppottun ablehnte, am nächsten Freitag nun doch noch zu beschäftigen haben, da sowohl der neugebildct'e liberale Verein, dem verschiedene Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten- Versammlung angehören, wie eine social- demokratische Volksversammlung an die städtischen Behörden Potsdams Resolutionen eingereicht haben, in welchen um Stellungnahme gegen die geplante Zollerhöhung ersucht wird. Tischler u. Polierer der Werfftatt Geißler 5,25. Friz Waschowski 3, burg-, 50. K. P. T. 2,-. Philipp Bernstein, Berlin 3,- Rauchklub Morgenrot", Versammlungen. = Eingegangene Gelder für das Liebknecht Denkmal vom 3. März| stunde auch auf öffentliche Versammlungen ausdehne. Doch habe der Bis 10. März 1901. Johann Doring 3,-. Pankow. Um das selbstherrliche Regiment unsrer GemeindeNote 50jährige Geburtstags: Angeklagte nicht im allgemeinen zum Üngehorsam, sondern nur zur vertretung zu brechen und gegen die geplante Steuererhöhung zu feier, Huttenſtr. 8, 2,60. Paul Lindener 0,50. Jakob Kühnele 1,-. Berliner Uebertretung der Polizeiverordnung aufgefordert und sei deshalb nach protestieren, fand am Dienstag eine Versammlung sämtlicher GeBäder L. u. B. 2,-. Aus der Musterwerkstatt d. Ministers Thielen 5,50.§ 110 des Straf Gesetzbuchs nur mit einer geringen Geldstrafe zu meindewähler ohne Unterschied der Parteirichtung ffatt. Die WichtigBabel, Schönhauser Allee, 5,- II. Kreis. Victor Fräntel 4,-. Roselowsti belegen. Das Gericht schloß sich dieser Ansicht an und verurteilte feit der Tagesordnung erkennend, waren die Einwohner Bankows so 0,50. Von den Arb. d. Hof- Pianofabrit E. Bechstein, Grünauerstraße, 60,70. Pokorny zu 15 M. Geldstrafe event. 3 Tagen Gefängnis. zahlreich erschienen, doß der Saal polizeilich abgesperrt wurde und III. Kreis. Ernst Lier 5,-, Stockarb. der Firma Goldbach 10,-, Spar verein Zukunft" 5,-, VI. reis. Die Hausdiener von Wesel u. Hunderte umkehren mußten. Herr Kahle, welcher zuerst das Wort ergreift, Schulte u. Co. 5,45, Sargfabrit von Moris Klee, Stralauer Allee 22 führte aus, daß die Steuerverhältnisse unsres Orts sehr ungünstige 7,45, Verein Jmmunitas oder die alten Eichen rauschen 20,-, Wilhelm feien. Es find 35 Prozent der Einnahmen an den Kreis abzuführen. Marten 3,-, Paul Hartmann 0,50, Nitschmann 1,- Genossen des Die Beamten, welche zahlreich am Orte wohnen, zahlen nur die 627. Bezirk Bahlabend bei Monbrai 9,90, Die Gewerbegerichts Beisitzer Berlins waren am Freitag, Hälfte der Steuern. Der geplante Rathausbau ist von der GeFrau Levinsohn 2,-, Wilhelm Henties-50. Bland, Magdeburg 1,-. Schweder, Charlotten: den 8. d. M. im Rathaus versammelt, um einen Vortrag des Herrn meindevertretung mit 400 000 M. in Anschlag gebracht worden. Die Kreis Teltow Beestow: Papenfuß 1,- Naue-, 15. Dr. Jastrow über die Bildung aufmännischer Schieds- Zinsen dafür würden 25 000 m. betragen, welche nach Ausführung des Hamann, Spreeftr. 7 2,-. Nietsch, Paul 1, Piche, Kantstr. 63 1,50. gerichte zu hören. Der Redner sprach sich gegen die Angliederung Redners die geplante Steuerhöhung herbeiführen. Gemeindevertreter Einsetzer von A. und H. Mittag 7,70. Rätsel, Einsetzer-, 50. Niederbarnim, weißensee: H. R.-, 60. Geselliges Beisammen aus. In der Diskussion forderten auch Hinge und Schumann im Zusammenhang stände, die Regierung schreibe die Erhöhung der Kreis an die Amtsgerichte und für den Anschluß an die Gewerbegerichte Boß bestreitet, daß die geplante Steuererhöhung mit dem Rathausbau fein der Metallarbeiter durch H. Eschbath 5,01. Buchbruceret Georg die Unterstellung der Handelsangestellten unter die Gewerbegerichte. Steuer vor. Nach Schluß der sehr lebhaften Diskussion, in welcher Eichler durch Taubmann 4,20. Socialdemokratischer Arbeiterverein 30, Gegen eine Stimme wurde eine Resolution angenommen, nach die Genoffen Freiwaldt und Kronfeld unter lebhaftem Rixdorf 3,- Lester Bestand der Freien Vereinigung der Badenser 13,30. welcher die Versammlung in dem Anschluß an die Amtsgerichte, wie Beifall mit der Gemeindevertretung sich auseinandersetzten, wurde Theaterverein Proletariat" durch Rhein 15,-. Buchdruckerei Alexandrinen- fie der Antrag Bassermann fordert, eine große Gefahr für die mit großer Majorität eine Resolution angenommen, welche sich entstraße 99 5,10. Arbeiter der Fabrit Bernauerstr. 79, außer einigen, 8,75. rechtliche Stellung der Handelsangestellten erblidt, und in der ferner schieden gegen die Erhöhung der Gemeinde Einkommensteuer ausBoran" 1,45. Amerif. Auktion auf dem Maskenball der Saftler 1,40. die Unterstellung derselben unter die Gewerbegerichte durch Bildung spricht und ferner die Gemeindevertretung auffordert, von der ErGoldonkel, Rirdorf 2,-. J. S.-, 30. Buchdruckerei von Maurer u. besonderer Kammern gefordert wird. Dimmid 25,- Wert u. Accidenz- Abteil. Rud. Mosse durch Fendel 11,70. bauung des beabsichtigten kostspieligen Rathauses vollständig abGesangv.„ Echo", Pankow 10, Die Resolution soll dem Reichstag, Bundesrat und den Ge- zusehen. Kortebein 1,-. Verein pommersch. Landsleute d. Lange 2,95. Von d. Arbeitern d. Metallfargfabr. v. Solon u. Co. 6,40. Werbegerichten Deutschlands übermittelt werden. Potsdam. Eine Arbeitslosen- Versammlung, die von circa Buchdruckerei Bloßfeldt u. Müller 3,55. Schleifervers. am 3. März, gef. Die in den Chokoladenfabriken beschäftigten Arbeiter und 300 Personen besucht war, tagte am Mittwochvormittag in Char durch den Branchenvertreter 7,70. Ein russischer Genosse B. in 2. 3, Arbeiterinnen hatten am Donnerstag eine öffentliche Versammlung, lottenhof bei Potsdam. Nach einem von Bau! Jahn Berlin Fröhlich 2,- Freundschaftsklub Klette" 3,-. Grüber, Schneider- Werk in der zuerst Mar Kiefel ein mit großem Beifall aufgenommenes gehaltenen Referat entspann sich eine sehr rege Besprechung, in der ſtätte 5,-... 2301, 1,-. Füllborn 1,-. Thierling 1,-. Personal Referat über die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse namentlich Klage darüber geführt wurde, daß vielfach zu Arbeiten der Buchdruckerei M. Möser 12,-. J. A.: Pfarr, Butligstr. 10. hielt. Darauf wurde über die Mißstände in den Choko in staatlichen wie in städtischen Betrieben in und bei Potsdam Berichtigung. In letter Quittung fehlt Radtke 0,50, statt Gabriel ladenfabriken verhandelt. Die Zustände in der Fabrik von Soldaten und durchreisende Handwerksburichen vers Woille, soll es heißen Gabriel de ville. Hildebrand u. Sohn wurden als sehr traurige geschildert. wendet werden, statt daß man arbeitslose Familienbäter beschäftigt. Die Löhne der erwachsenen Arbeiter betragen 16 Mart bei Es wurde in einer einstimmig angenommenen Resolution beschlossen, einer jährlichen Bulage von 50 Pfennig, so daß ein Ar von der Stadt die Ausführung von Notstandsarbeiten beiter lange Jahre im Geschäft thätig sein muß, um es auf und damit Beschäftigung der Arbeitslosen zu fordern. Die Vers einen Wochenlohn von 20 M. zu bringen. Arbeiterinnen erhalten sammlung sprach ferner die Erwartung aus, daß in Zukunft bei 8 M.; wenn sie aber mit einem Konditor zusammenarbeiten, werden vorkommenden Arbeiten weder Militärpersonen noch Handwerks. sie von diesem entlohnt und dann sollen sie es bei angestrengtester burschen, sondern nur ortsanwesende arbeitslose Personen beschäftigt Thätigkeit auf 12-15 M. bringen. Getränke in die Fabrit mit- werden sollen. Es wurde eine Abordnung von drei Personen gezubringen ist den Arbeitern verboten; sie sind also genötigt, ihren wählt, um dem Potsdamer Oberbürgermeister persönlich den Beschluß Ein alter Sünder. Eine Skandal affaire, die im soll es in mancher Hinsicht fehlen. Bei der Firma Gebr. Bedarf aus der Kantine zu beziehen. Auch an Reinlichkeit der Versammlung zu unterbreiten. Mai v. J. in Potsdam und auch in weiteren Streifen großes Auf- Stollwerd werden den Arbeiterinnen 6 Mark Wochenfehen erregte, hat jetzt ihr gerichtliches Nachspiel gefunden. In der lohn gezahlt. Sie sind genötigt, fich zwei Arbeitsfittel, das Neuen Königstr. 17b wohnte in Potsdam der schwerreiche Sentier Stüd zu 1,95 m., in der Fabrit zu kaufen. Treten sie A. Wernede, welcher mehrfacher Hausbesizer ist und fast alle vor Ablauf von sechs Monaten wieder aus der Arbeit, so müssen Jahre größere Reisen, nach dem Orient 2c. unternahm. Der 70jährige fie diese Arbeitskleider nochmals, also im ganzen mit 7,80 M. Mann stand trop seines Alters in dem Ruf, galanten Abenteuern bezahlen. nicht abgeneigt au sein, wobei er indeffen durchaus nicht freigebig mit seinen Mitteln war. Mit dem in seiner Nachbarschaft wohnenden Wort, können aber die Ausführungen des Referenten im wesentIn der Diskussion melden sich Vertreter der beiden Firmen zum Holz und Kohlenhändler Hinge stand Wernecke in Geschäftsverbindung lichen nicht widerlegen. Von Arbeitern und auch von einer Arbeiterin, und hatte nun eines Tages die Gelegenheit wahrgenommen, sich in die mit den Verhältnissen vertraut sind, wurde dagegen ausgeführt, daß dem Comptoir des Hinge an dessen dort thätige Schwägerin, die Zustände in den genannten Fabriken noch schlechter seien, als sie stellungen sind im Kreise Ino wraz law bisher 39 Fälle von Die schwarzen Pocken in Posen. Nach den neuesten Fest Fräulein Hanau, die fich gerade allein daselbst befand, geschildert worden wären; ferner wurde noch mitgeteilt, daß man schwarzen Pocken aufgetreten, von denen 15 auf die Stadt entin unfittlicher Absicht heranzumachen. Im Anschluß daran fand dann den Bettelverteiler, der vor der Stollwerdschen Fabrik Einfpäter auf freier Straße eine Prügelaffaire zwischen Wernecke und ladungen zur Versammlung verteilte, von dort mit Hilfe der Sing statt. Von legterem erfolgte auch bei der Staatsanwaltschaft Bolizei zu vertreiben suchte. Nach einer recht lebhaften gegen wegen versuchter Notzucht die Anzeige gegen Wernecke, der inzwischen feitigen Aussprache wurde einstimmig eine Resolution angenommen, bon Potsdam nach Schöneberg berzogen ist. Die Staatsanwaltschaft fand aber in dem Verhalten Werneckes gegenüber Fräulein Fabrit und gewerblichen Hilfsarbeiter einzutreten durch die sich die Anwesenden verpflichten, in den Verband der Hanau nur eine thätliche Beleidigung, wegen deren sich Wernede und für die Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen zu nunmehr vor dem Schöffengericht in Potsdam zu verantworten hatte, tämpfen. wobei die Beleidigte als Nebenklägerin zugelassen war. Die Ver Handlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wernecke wurde mit Rücksicht auf sein hohes Alter nicht zu Gefängnis, sondern zu 1000 M. Geldstrafe verurteilt. Gerichts- Beitung. Im Wendlandt- Prozeß wurde gestern nachmittag das Urteil berkündet. Es lautete auf drei Jahre neun Monate Gefängnis unter Anrechnung von 1/2 Jahren auf die Untersuchungshaft. Auf Ehrverlust wurde nicht erkannt. Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Zahltag: Aderstr. 123 bei Diece. Samariter: Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen Centrale, Dresdenerstr. 45. Montag, abends 9 Uhr, Vortragsabend für den Gesamtkursus in der Augenverlegungen. Gäste willkommen. Neue Teilnehmer können jederzeit Vortrag des Augenarztes Dr. Maschte über eintreten. fallen. Dermilites. Madrid meldet, ist der Dampfer„ Avilona" aus Glasgow, als er Untergang eines englischen Dampfers. Wie man aus Schutz suchend in den Hafen von Bilbao einlaufen wollte, von Die Kessel plagten und das Schiff sant sofort. Die ganze Be einer furchtbaren Woge gegen die Außenmole geschleudert worden. fagung ertrant. Die Mannschaft bestand aus 23 Personen. Aus Böhmen, Mähren und Galizien laufen Meldungen über Hochwasser ein. Viele Flüsse sind aus ihren Ufern getreten und verursachen großen Schaden und zahlreiche Verkehrsstörungen. Briefkasten der Expedition. 2. in N. Notizen für Parteinachrichten bitte an die Redaktion und In Markgrafpieske( Kreis Teltow) sprach am Sonntag, den 3. März, in einer Voltsversammlung, die von mehr als drei hundert Personen besucht war darunter ein großer Teil Klein bauern und Frauen der Abgeordnete des Kreises, Gen. 3 ubeil, Volksversammlung und Polizeistunde. Eine interessante über:" Unfre Großgrundbesizer, der Brotwucher und die ländlichen Verhandlung fand vor der Straffammer des Landgerichts zu Magde- Arbeiter." Redner tam nach einem zweistündigen zündenden burg statt. Am 24. Mai 1900 fand in Staßfurt eine Volts- Vortrag zu dem Schluß, daß die Industriearbeiter, die fleinen Leute bersammlung statt, in der Frau 8iez aus Hamburg sprach. des Mittelstands als Konsumenten schwer geschädigt, aber Inserate an die Erpedition zu senden. Um 11 Uhr machte der Polizeiwachtmeister Bremer den Vor- auch die kleinen Landwirte, besonders aber die ländlichen fizenden darauf aufmerksam, daß für das Versammlungs- Arbeiter unter der geplanten Zollerhöhung schwer werden leiden total die Polizeistunde auf 11 Uhr festgesezt sei und müssen; reicher Beifall lohnte den Redner. Eine Diskussion fand die Rednerin daher Schluß machen müsse. Frau 8ie nicht statt; die vorgeschlagene Resolution fand einstimmige Annahme. hörte dies und erklärte ihren Zuhörern unter Bedauern, ihre Unter Verschiedenem wurde vom Vorsitzenden des Central- WahlRede abbrechen zu müssen. Der nahefizende Schriftsteller Franz vereins für Teltow- Beeskow- Charlottenburg, Genossen O. Görte, Botorny sprang nun auf und rief:" Das lassen wir uns darauf hingewiesen, wie notwendig es sei, fich politisch zu organifieren, nicht gefallen, dagegen protestieren wir ganz energisch, wir gehen denn nur geschlossen, Schulter an Schulter, sei der besitzenden Klasse nicht und wollen mal sehen, ob wir uns diese Unterdrüdung gefallen siegreich entgegen zu treten. Ein Antrag auf Gründung laffen müssen, wir tönnen reden, so lange wir wollen!" Die eines Wahlvereins fand einstimmige Annahme, Menge flatschte und rief: Bravo, jawohl wir bleiben!" Auf es wurden Sinholz, Domte und Graßnic zum provisorischen Vornochmaliges Ersuchen des Beamten wurde die Versammlung stand gewählt. furz nach 11 Uhr geschlossen. Pokorny wurde wegen In gewerkschaftlicher Beziehung wurden das VerAufreizung zum Ungehorsam gegen das Gesetz und die halten der Ziegelei- Arbeiter scharf kritisiert, die Mißstände auf den Bolizeiverordnung aus§ 110 Des Strafgesegbuchs unter einzelnen Ziegeleien bekannt gegeben, sowie die anwesenden Ziegler Anklage gestellt. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Ge- aufgefordert, sich ihrer Organisation anzuschließen. Mit einem Hoch fängnis. Die Verteidigung führte aus, daß zwar eine Bestrafung auf die internationale Socialdemokratie schloß die große Kundgebung bes Angeklagten erfolgen müsse, weil das Reichsgericht die Polizei- gegen den Brotwucher. Am Mittwoch, den 6. März, verschied nach jahrelangem, schwerem Beiden meine gute, brave Frau, unsre liebe un vergeßliche Mutter, Tochter und Tante 29866 Elise Kensberg geb. Freund im 44. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten, um ftille Teilnahme bittend, tiefbewegt an. Emil Kensberg, Wallnertheaterstraße 14, pt. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. März, 31/2 Uhr, von dem Friedhof der Freis religiösen Gemeinde, PappelAllee aus statt. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsre liebe Tochter Ella nach schweren Leiden am 7. d. M., nach: mittags 512 Uhr, entschlafen ist. Luna- Säle, Neue Königstr. Johannisthal. Roh- Tabat Empfehle meine Sale fowie Bereins: Raus Park- Restaurant. E. Nauen, Templinerstr. 3, zimmer, 30-500 Personen für Vereine Jeden Sonntag: Grosser Ball. u. Festlichkeiten sowie Versammlungen. Kaffeeküche.Kegelbahn.Ausspannung. Saal für Vereine u. Versammlungen. URATION ZUM GOLDENEN Best Oranienstr. 183, part., ( früher Wollschläger). Gr. Mittagstisch. nahe der Schwedterstraße. 9700* Rohtabak. Kinderwagen 8-90M., m. Gummirädern 12 M., vernidelt 16 M., Kinderbettstellen Größte Auswahl. Billigste Preise 7-60 M., Sport- Guter Brand! Vorzügliche Qualität. wag.6M., Puppenwagen, verstellbar. Stühle. Groß. Lag. 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Es folgt das Kapitel: Elementar- Unterrichtswesen. Abg. Jm Walle( C.) begründet einen Antrag, der die Regierung auffordert, nicht deshalb politischen Gemeinden die Erlaubniß zur Errichtung von Volksschulen zu entziehen, weil sie den fonfeffionellen Charakter wahren wollen. ( Die Ausführungen des Redners bleiben auf der Tribüne im Zusammenhang unverständlich.) Dem Volfe fann die Religion nur erhalten bleiben, wenn der Unterricht auf streng religiöser Grundlage erteilt wird. Diese Grundlage kann aber nur erhalten bleiben, wenn der konfessionelle Charakter der Schule gewahrt bleibt. Minister Studt reald allesh Theater. doch nicht im geheimen vor sich gegangen. Die Verbindung der Die weitere Beratung wird hierauf auf heute abend 428 Uhr unteren Instanzen mit der Regierung ist gestört. Der vertagt. Schluß 334 Uhr. 45. Sizung vom 9. März 1901, 11 Uhr. Apparat funktioniert wohl in von oben nach der Nichtung unten, aber nicht umgekehrt. Woran liegt das? Daran, Am Ministertische: v. Miquel, Studt. daß die Kreis- und Lokal Schulinspektion hauptsächlich in Zunächst wird in der zweiten Lesung des Kultusetats das den Händen der Geistlichen liegt. Je besser ein Seelsorger ist, Kapitel ,, Höherce Schulwesen" erledigt. desto weniger Zeit wird er haben, sich nebenamtlich mit der Ver- Ueberbrettl. Im Erfrischungsraum waren Riesentränze auswaltung der Schulen zu beschäftigen. Die Herren glauben, ihre Auf- gestellt, die zur Feier der 50. Aufführung dem„ genialen" Direttor gabe sei erschöpft. wenn sie die Verfügung von oben nach den v. Bolzogen gestiftet waren. Am Theater pflegen die Kränze groß einzelnen Schulstellen befördern. Dadurch fühlen sie sich als Herren. und die Ansprüche an die Genialität gering zu sein. In der Das ist aber ja nur die Hälfte ihrer Aufgabe. Die andre Hälfte Welt der falschen Brillanten und des bunten Scheins verliert wird vernachlässigt. die Berichte über die Zustände der Schule nach man leicht die Fühlung mit der Wirklichkeit und fegt das gleichgültigste oben. Familienfest mit allem Theaterpomp in Scene. Das Ueberbrett! Der Seelsorger follte auch nicht in Konflikt mit seiner Gemeinde sollte sich von diesen Gebräuchen, die Theater und Theaterleute in Konflikten mit den Gemeinden. geraten. Aber gerade die Kreisschulinspektion führt leicht zu Verruf bringen, fernhalten. Seine Mitglieder müßten zu viel Künstlerzu geringe Leistung des nebenamtlichen Kreisschulinspektors kann trop finden und zu viel Zigeunerblut, um sich durch kostbare Blumens Die naturgemäß für die Schule blut in den Adern haben, um an derlei Aeußerlichkeiten Geschmack zu opferwilliger, anerkennenswerter Thätigkeit der Provinzialschulfollegien arrangements feiern zu lassen. Der ganze Klimbim wirkte nicht ausgeglichen werden, weil in ihnen wohl Juristen, Philologen philiströs und erinnerte sogar ein wenig an Geschäftsberliest eine lange Erwiderung, von der nur einzelne Teile auf der und Theologen sigen, aber keine praktischen Pädagogen. Nur so erklärt reflame. Jm Ueberbrett! muß man viel zu leichtsinnig Tribüne verständlich sind, da der Minister in die Blätter feines es sich, daß z. B. in der Provinz Sachsen den Schulen ein großer sein, um ans Geschäft zu denken. Wolzogen eröffnete Manuskripts hineinspricht. Redner scheint darauf hinzuweisen, daß Memorierstoff aufgebürdet wird, so 240 Gesangbuchstrophen dann mit einer Rede, in der er nicht gerade amüsant das preußische Volksschulwesen sich historisch auf konfessioneller Grund-( Hört! hört! lints. Ruf rechts: Während der ganzen Schulzeit.) erklärte, was er eigentlich wolle. Man dente: ein Ueberbretil, das lage entwickelt habe. Die Verfassung schreibe vor, möglichst die Das wohl, aber dieser ganze Memorierstoff muß aber stets präsent etwas" will", etwas andres will als eben nur da sein! Ein ziel Lonfessionellen Berhältnisse zu berücksichtigen. Aus der Statistit er fein. Das geht noch über die Mühlerschen Regulative hinaus. Auch bewußtes Ueberbrett!! Ein nügliches Ueberbrett!! Im Gegenteil: es sollte gebe sich, daß der Staat dies in umfassendem Maße thue. Aus die Organisation des Kultusministeriums ist veraltet. Der so nichtsnußig sein, wie die Polizei nur irgend erlaubt und sollte diesem Grunde liege fein Anlaß vor. dem Antrag Im Balle Folge hatein Miniſter bas umfangreiche Ressort übersehen fönne. pfeift darauf, ob sie dieses hebt" oder jenes fenft"; fie springt Jm frühere Kultusminister v. Bedlig nannte b. Zedlig nannte es ein Monstrum, alles übrige getrost der Krititsüberlassen. Eine fesche Chansonnette zu geben. Reſſort Alle Nufe nach Decentralisation, und zu den Rufern gehörte auch auf die Bühne und tanzt ihren Cancan. Sie sezt sich selbst der Abgeordnete Miquel sind bis jetzt erfolglos geblieben. Wes- wie Fichte. halb sind Kultus und Unterricht vereint? Da gilt der alte Vers: „ Hört Ihr Herren und laßt Euch sagen, Abg. v. Pappenheim( f.): Die Stellung meiner politischen Freunde zur Konfesstonalität der Boltsschule ist so oft schon zum Ausdrud gekommen, daß darüber kein Wort weiter gesagt zu werden braucht. Wir halten daran fest, daß die Konfessionalität der Volksschule gesichert sein muß. Ich hätte gewünscht, daß die Erklärung des Herrn Ministers auch für die Zukunft präciser gelautet hätte wie für die Vergangenheit. Daß er gegen den Antrag Bedenten hat, weil er einen Eingriff in ein Staatshoheitsrecht darstellt, halten auch wir für berechtigt. Minister v. Studt: Ich fann die Erklärung vorbehaltlos abgeben, daß auch in Zufunft der fonfeffionelle Charakter der Volksschule gesichert sein wird. Ich hoffe damit die Bedenken des Vorredners beseitigt zu haben. Abg. v. Beblik( freit.) hält es für völlig unmöglich, den Antrag Jm Walle anzunehmen. Abg. Jm Walle( C.): Nachdem der Herr Minister in präcifer Form erklärt hat, daß der tonfessionelle Charakter der Bolksschule auch in Zukunft gewahrt bleiben soll, aiehe ich meinen Antrag zurüd.( Heiterfeit links.) Abg. Kopsch( frs. Bp.): Der Kultus hat den Unterricht erschlagen." Jedenfalls sollte die staatliche Aufsicht den Gemeinden mehr Freiheit laffen. Die Art der Behandlung durch die vorgesetzten Behörden ist von großem Einfluß auf die Qualität der Lehrer. Da ist das Vorkommnis in einem Hannoverschen Kreise sehr lehrreich, wo der Landrat die Lehrer durch die Gendarmen überwachen lick, ob und wie sie die Zweihundertjahrfeier seierten.( hört! hört! links.) Unser Volksschulwesen ist vorbildlich gewesen. Sorgen wir dafür, daß es wieder vorbildlich wird.( Bravo! links.) Abg. Dittrich( C.): Recht peinlich war auch die Art, wie Wolzogen für eine hübsche Bagabundenscene von Sans Ostwald gleichfam um Verzeihung bat. Sie fei ja nicht anmutig, sei vielmehr recht häßlich usw. Was soll uns das? Wenn die Philister sich ärgern, so laßt sie doch! Wenn das Ueberbrettl ihnen erst gefällt, tann es einpacken. Ich fürchte, man hat zu gute Geschäfte gemacht und hat zugenommen an bourgeoisem Wohlstand und vorsichtiger Weisheit. Im einzelnen gab es manche hübsche Sachen. Olga Wohlbrüd trug sehr hübsch vor, vor allem Mädchenträume" war luftig. Ein Wiener Recitator Herr Marcell Salzer. war im ersten Gedicht etwas laut, fand aber bald Natürlichkeit und Wirkung wieder. Herr Koppel trug einige famose Sachen vor, so beispielsweise ein Scherzgedicht von Liliencron. Frl. Bradsky erzählte eine anmutige Geschichte von Wenn der Staat auch die Schule erhält, so muß doch die Kirche einer kleinen Chansonnette, die einen Prinzen heiraten wollte. Kurz: namentlich auf die Erteilung des Religionsunterrichts den bestimmten im einzelnen hatte man oft seine Freude. Auch mit der Pantomime Einfluß haben. Unser Jdeal ist eine auf christlichen Grundsäßen auf hab ich mich diesmal befreundet; sie war sehr graziös und hatte jene gebaute Schule, in der Staat und Kirche harmonisch zusammenwirken. leichte Sinnlichkeit, die dem„ Ueberbrettl" überhaupt wohl ansteht. wegen des christlichen Charakters der Schule ist die geistliche Schul- Es verdient erwähnt zu werden, daß Wolzogen selbst eine harmlose chriftlich, sie muß auch konfessionell sein. Das ist eine Forderung gefunder tretener liest so gut, daß er sich neben seine besten Mitglieder inspektion durchaus notwendig. Die Schule muß aber nicht nur Fabel brillant vortrug. Er sollte als Recitator etwas mehr hervorPädagogit, die den altpreußischen Traditionen entspricht. Redner stellen darf. Im allgemeinen muß leider gesagt werden, daß die beschwert sich darüber, daß in Bosen und Westpreußen zu biel poetischen Beiträge mäßig waren. Was man aus„ Simplicissimus" Simultanſchulen bestünden, die in den Dienst des Staats, der Politik und Jugend" genommen hatte, war durchweg gut. Was man und des Nationalitätenstreits gestellt würden. Redner fordert den aus eigenen Mitteln bestritt, war es feineswegs. Ganz Minister zum Schutz der Minoritäten auf. deplaciert und langweilig war ein fogenannter Spaß" von Schnigler, in dem lebendige Menschen wie Marionetten erwidert, daß es einer solchen Aufforderung nicht bedürfe. In erster agieren mußten. Das fiel bös auf die Nerven und verscheuchte einen Linie müsse der Staat allerdings das allgemeine Unterrichtsbedürfnis Teil des Publikums noch vor Schluß der Vorstellung. befriedigen, und beim Fluttuieren der Arbeiterbevölkerung in den Der Erfolg war nicht so start wie bei der ersten Aufführung Industriebezirken fei es nicht möglich, sofort allen tonfeffionellen der Reiz der Neuheit ist hin und so haben sich die der ist hier Sonderwünschen Rechnung zu tragen. Dem Abgeordneten Kopsch Ansprüche ganz von selbst gesteigert. Wenn das Ueberbretti erst erwidert der Minister, daß der Landrat des betreffenden Hannover- längere Zeit besteht, werden sich hoffentlich auch die Talente finden, schen Kreises ausdrücklich erklärt habe, an der Behauptung, Gendarmen die gesteigerte Ansprüche befriedigen fönnen. Wenn Wolzogen fleißig feien beauftragt worden, die 8weihundertjahrfeier der Lehrer zu Umschau hielte, müßte er heute schon mehr bieten tönnen, als er gestern bot. Kultusminister Dr. Studt Rein Gebiet der preußischen Verwaltung wird wohl derartig von politischen Strömungen beeinflußt als das Gebiet der Volksschule, obwohl gerade die Volksschule der Ruhe und Stetigkeit bedarf. Wir müffen bei jeder Etatberatung fragen: Geht es rüdwärts mit unsrer Boltsschule oder vorwärts? Bei der Besprechung meiner Interpellation über den Lehrermangel hat sich leider herausgestellt, daß unsre Schulorganisation nicht so beschaffen ist wie sie sein sollte, um Fortschritte im Boltsschulwesen zu gewähren. Der Herr Kultusminister hat unter anderm den Lehrermangel auch mit der unerwarteten Vermehrung der Schulen in den Industriebezirken erklärt. Er hat felber gesagt, daß die Verwaltung von dem Lehrermangel überrascht worden sei. Daraus geht hervor, daß in der Schulverwaltung nicht alles in Ordnung ist. Das Wachstum der industriellen Bezirke ist überwachen, sei tein wahres Wort. 11 18 1891 Lieferanten an die Preussische Armee, Waaren- Häuser, Garderoben- Geschäfte, Vereine, Institute und ausländische Gesellschaften. 13 1901 BAER SOHN.CO M ale Chausseestrasse 24a u. 25 Zwischen Invalidenstr. u. FriedrichWilhelmstädtischem Theater. Il Brückenstrasse II and Gr. Frankfurterstr. 20 Hospital. Zwischen Jannowitzbrücke und Ecke Koppenstrasse, am BürgerKöpenickerstrasse( Ecke Rungestr.) Fabrikation und Maass- Anfertigung guter Herren- und Knaben- Bekleidung. Zehnjähriges Bestehen. Zum Frühjahr. frühjahrs- Paletots für Herren 45.- 86.- 27.- 21.- 18.- 12.50 8,5% Einfegnungs- Anzüge Mk. 17.- 16.- 15.- 14.- 18.- 11.frühjahrs- Anzüge für Herren 10MK. Einfegnungs- Anzüge 45. 36. 30.- 25.- 18.- 15.33.- 30.- 26.- 24.- 22.- 20.Schwarze Jaquet- Anzüge 10MK. Knaben- Anzüge für Herren 40.- 30.- 24.- 18.Schwarze Rock- Anzüge für Herren 55.- 40.- 36.- 30.12.- 10.- 8.- 6.- 4.50 3.21 Mk. 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Grokes Vokal- und Instrumental- Konzert an die Achtzehner- Kommission zu und gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Liedesfreiheit und des Berliner Ulk- Trio. = Feftrede gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Wolfgang Heine. 26. Februar 1901 eine öffentliche Kleber Tanz. Serren, bie am Tanz teilnehmen, Nachdem: Anfang präc. 8 Uhr. Billet 25 Pf. zahlen 30 Pf. nach. [ 242/9) Der Vorstand. Achtung! 4. Berliner Wahlkreis( St). Achtung! Sonntag, den 17. März 1901, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Gr. Frühjahrs- Vergnügen arrangiert von den Parteigenossen des 4. Wahlkreises. des Vorwärts" am Mittwoch, den 6. März, hat obengenannte Seftion beschlossen, die Achtzehner- Kommission zu beauftragen, den Kleber- Tarif feft: zulegen und daß bei etwaigen Diffe: renzen mit dem Unternehmertum die Kollegen Berlins und Umgegend sich wenden haben. Demgegenüber erklärt die unterzeichnete Kommission, daß am Bersammlung tagte, welche, nachdem sie davon Kenntnis genommen, daß die Zwangsinnung der Tapezierer nicht gewillt fei, den Kleber- Tarif auf eine bestimmte Zeit festzulegen, be: schloß, nur die Vertreter der Kleber resp. die Lohnkommission als kompetent bei vorkommenden Differenzen anzu: sehen und sich keiner Achtzehner: noch sonstigen paritätischen Kommission zu unterstellen. Die Unterzeichnete erflärt sich demnach im Auftrage der Berliner Kleber mit dem oben ge: nannten eigenmächtigen Vorgehen einer einzelnen Organisation nicht einverstanden und werden die Kleber Berlins und Umgegend hiermit er: sucht, sich bei etwaigen Lohndifferenzen nach wie vor an die Lohntommission der Kleber Berlins und Umgegend, Amt I. Vokal- und Instrumental- Konzert. Auftreten der Geſellſchaft Strzelewicz. singer, Zelepon stint 1. 1508, au Um zahlreiches Erscheinen erfucht Billets 25 Pf. Das Komitee. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 2146 menben. Montag, d. 18. März, abends 8% Uhr, in der ,, Brauerei Friedrichshain": *** Grosser Lieder- Abend.*** Deklamation, Konzert u. Gesang. Instrumental- Konzert des ,, Alten Berliner Konzert- Orchesters" [ 16/3] unter Leitung des Dirigenten Herrn Gustav Graß. Bundes- Mitgliedskarte legitimiert. Der Vorstand. NB. Donnerstag, den 14. März, abends 81/2 Uhr: Uebungsstunde des Sonderchors, und Sonntag, ben 17. März, borm. 10 Uhr: Generalprobe desselben Chors; beides in der ,, Brauerel Friedrichshain". Zur Erwiderung. In ber geftrigen Nummer des Vorwärts" erklärten die Gastwirte Bees, Fruchtstr. 20, und Risch, Koppenstr. 13, daß sie den socialdemo: fratischen Gastwirts- Berein als Fachverein betrachten wie jeden andren mit dem 8wed, tarifmäßige Preise zu erzielen; ich bin darin einer andren Meinung gewesen und auch im Vereinsstatut steht nichts davon. Was die schmuzige Konkurrenz anbetrifft, um jedem die Spige zu bieten, so weiß wohl jeber daß es in Berlin üblich ist, 3 Flaschen Bier für 25 Pf. zu verkaufen. Die Herren behaupten, ich wäre zu wiederholten Malen zur Vorstandssitung und zur Vereinsversammlung eingeladen; ich erkläre, daß ich einmal zur Vorstandsfizung eingeladen bin, darauf war ich bei beni Kassierer des Vereins und habe ihm mitgeteilt, daß ich meine Ware nach wie vor ver faufe, und meinen freiwilligen Austritt erklärte. Später wurde ich noch einmal vom Schriftführer zur Vereinsversammlung eingeladen, der jedenfalls nicht wußte, daß ich ausgetreten war; ich habe sofort dem Schriftführer mitgeteilt, daß ich mit der Sache nichts mehr zu thun habe. Das Ver: brechen, 3 Flaschen Bier für 25 Pf. zu verkaufen, wird wohl nicht schwer zu begründen sein. Ich weiß nicht, was die Herren damit meinen: in dem bürgerlichen Gastwirts- Verein beffer aufgehoben zu sein, ist mir unverständ lich, da ich keinem Gastwirts- Verein angehöre und auch für mich kein Grund borliegt, einem andren beizutreten. W. Lock, Grüner Weg 46. Achtung, Vereine! [ 29895 Für gute Sonnabende R. Krüger, Hasenheide 12. Saal noch fret. Eingelandt! Die aus Ihren wiederholt bezogenen Effenzen bes zetteten Getrante sind so vortrefflich, daß ich mich vers anlaßt sehe, Ihnen wiederum eine größere Bestellung zu machen. Ich hatte bereits Essenzen aus andren Fabriken probiert, boch sind diese durch Ihre Fabrikate vollständig in ben Hintergrund gestellt, und muß ich ihnen offen und ehrlich gestehen, daß solch feine Liqueure, wie aus Ihren Effenzen bereitet, man höchft felten fertig zu taufen bekommt und wenn dies wirklich der Fall, muß man teure Preise bezahlen. Rönigshütte D.-S., 7. 8. 01. Rob. St..... So urteilen Tausend andre! NB. 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Abtellung: Heute nachmittag 2% Uhr, im Carl Weiss- Theater: Meister Oelze. II. Abtellung im Lessing- Theater, nachm. 2% Uhr: La Robe rouge( Die Rächerin). Drama in vier Akten von Eugène Brieux. Deutsch von Dr. A. Berthold. Achtung! Märzfest Achtung! Sonnabend, 16. März, abends 8 Uhr, Brauerel Friedrichshain. Festrede: Herr Wilhelm Bölsche: ,, Der moderne Mensch in der Kunst." Gesang: Frl. Brackenhammer und Herr Gustav Waschow ( Theater des Westens); Frl. Bratszky und Herr Koppel von Wolzogens Buntem Theater. Konzert: Gebrüder Borisch( Violin- und Cello- Virtuosen). Herr Pianist Konzertmeister Georg Vollerthun, Theater des Westens. Festmarken a 50 Pf. in allen Zahlstellen. Da nur eine beschränkte Anzahl zur Ausgabe gelangt, empfiehlt sich rechtzeitige Abnahme. 228/20] Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Arbeitgeber hierdurch aufgefordert, Berl. Kranken- Unterstützungs- u. Begräbnis- Verein auf den Anmeldungen den gezahlten Lohn oder das Gehalt anzugeben. Welbungen ohne folde Bingaben fönnen nach 49 bom Kaffenbureau zurüdgewiesen werden. 271/6 Rixdorf, den 6. März 1901. Der Vorstand. 0. Koch, Vorsitzender. Sonntag, 24. März, im Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37: Zweite volkstümliche Aufführung Heine, Freiligrath, Uhland, Fallersleben, Prutz u. a. Preis 30 Pf.- Beginn: 3 Uhr nachm.- Programm m. Liebertext 5 Pf. Billets in der Buchhandlung von Th. Mayhofer, Weinbergsweg 15'b, Challiers Mufifhandlung, Beuthftr. 10, in Riegers Buchdruckerei, Borsigstr. 33, im Cigarrengeschäft von J. Reul, Barnimstr. 42, im Restaurant von Wilhelm Späth, Weinstr. 28, und in den Barbiergeschäften von W. Schrolle, Land wehrstr. 3, und H. Baritsch, Mariannenplatz 26. Herren- Vortrag Mittwoch, 13. März, abends 81% Uhr, in den Spreehallen, Kirchstr. 27, und Freitag, 15. März, 29796 abends 81/2 Uhr, in den Augusta Vittoria- Sälen, Lutherstr. 31/32: Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über: Cogenannte unheilbare Männerleiden. Eintritt frei! Nur Herren! 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Die 126 Fachbereine, welche sich auf obigem Kongreß vereinigten, verteilten sich folgendermaßen: 118 Korporationen von ländlichen Arbeitern, Arbeiterinnen und von Seleinbauern, 8 Getvert schaften von Tischlern, Maurern, Schneidern, Schuhmachern und Kärrnern. Die mantuanischen Landarbeiter stehen sämtlich im Tagelohn der Gutsverwalter, Besizer oder-Pächter, und erstreben seit fast zwanzig Jahren eine Erhöhung ihres Lobns. Vor langen Jahren schon, als jene Arbeiter noch nicht organisiert und klassenbewußt waren, ber fuchten sie einen Streit, der mit einem großen Prozeß gegen die Streit- Organisatoren endigte. Sonntag, 10. März 1901. Die Landarbeiter- Vereine haben den Anstoß dazu gegeben, daß taufsgenossenschaften und Fachbereine zur Erzielung verbesserter auch die ländlichen Arbeitgeber ihrerseits sich in Vereinigungen zu Kontrakte gegründet. Die Genossenschaft der Ochsentreiber, Landsammenschlossen, so daß die Kontrafte heute durch die Vertreter der arbeiter auf Naturalertrag, Bächter und Kleinbauern umfaßt einen wie der andren Partei ohne Schärfe oder Tendenz zu 30 Regionen mit 5000 Genossen und besitzt ein Kapital bon Repreffalien abgeschlossen werden, wie dies einst geschah, als man| 7000 Lire. In derselben Provinz find 12 Tagelöhner- Genossennoch zwischen Individuum und Individuum die Arbeitsverträge schaften und 16 Konsumvereine mit einem jährlichen Durchschnittsabschloß. umsatz von 20 000 Lire. In der Gegend von Asti, in Piemont, wo Die Verwaltung der Gemeinden, die die Socialisten erobert der Kleinbesiz vorherrscht, haben die Socialisten auch ihren Einzug ge= haben, ist ehrlich und anständig. Der Socialismus hat die persön halten, indem sie sich für die Kleinbefizer, deren Lage eine recht trübe iſt, lichen Klatschereien und den individuellen Wetteifer, die häufig genug intereffierten und indem sie auch unter jenen das Genossenschaftsin Gewaltthätigkeiten ausgeartet waren, ausgejätet, und an deren Stelle wesen zur Entwicklung zur bringen juchten. So haben sie fünf den heiter- ruhigen und fruchtbaren Kampf der Principien gesetzt. Konfumbereine gegründet, welche zwischen 100 und 150 Mitglieder In den Dörfern, wo der Socialismus seit langer Zeit Wurzel mit einem Kapital von 10- bis 20 000 Lire zählen und 3 genossen gefaßt hat, begehen die Landarbeiter, nach dem eignen Geschaftliche Kellereien mit einem Verlauf bis zu 2000 Hefto: ständnis der Gutsbesizer keine Felddiebstähle mehr, spielen liter Wein. Schließlich ist es dem Socialismus gelungen, auch nicht und besaufen sich nicht mehr. int der Romagna Fus zu fassen, wo der einzige ländJezt geht die Arbeit der Arbeiterinnen- Organisation wunderbar liche Arbeitskontratt auf Naturalertrag beruht, obgleich die dortigen von statten. Landarbeiter sich sehr skeptisch und indifferent verhielten. Die einzige Diese ganze, immense Bewegung nach dem Handhabe, die romagnalischen Landarbeiter für den Socialismus zu Jezt, durch die socialistische Propaganda erzogen, haben sie sich Fortschritt und der Civilisation berbantt man gewinnen, war eine Reform des ländlichen Arbeitsvertrags, so daß in Fachvereinen zur Wahrnehmung ihrer ökonomischen Interessen bem Socialismus. Jezt erst und nur in wenigen Ortschaften Lasten und Nutzen der Bestellung genau zur Hälfte zwischen Arbeitorganisiert, sie werden in kurzem ihren Herren ihre neuen beginnen die Pfaffen aus Konkurrenzneid, sich der Mühseligen geber und-Nehmer verteilt wurden. Schon haben sich verschiedene Forderungen stellen, die anzunehmen sich schon verschiedene länd- und Beladenen" zu erinnern und versuchen, ihre Propaganda Korporationen unter dem Namen Fratellanze( Bruderschaften) liche Arbeitgeber bereit erklärt haben. Jene Landarbeiter kämpfen der socialistischen entgegenzustellen; aber die Landarbeiter schenken gebildet, die mehrere tausend Mitglieder zählen und die in einem auf dem Boden des schärfsten Klaſſenkampfs, und es glückt ihnen ihnen ein has gebrachte Gehör. Jahr mit einem monatlichen Beitrag von nur 5 Centesimi schon jezt endlich einmal, ihren gerechten Forderungen Geltung zu ver- Das ist das eigne Geständnis eines Konservativen, der nicht ein Stapital von 8000 Lire zusammen gebracht haben. Mit diesem fchaffen. umbin kann, die Thatsachen einzugestehen, wenn er auch dieses Ges Stapital wird in der dortigen Gegend der erste Konsumverein geEin bürgerlicher Journalist, Adolfo Noffi, hat über die Wirkungständnis mit zusammengebissenen Zähnen sich abringen muß. Diese gründet werden. Dies sind die bisherigen Resultate in Nord- und der socialistischen Propaganda eine Enquete angestellt und deren famose Bewegung, die die Socialisten vor kaum zwei Jahren auf Central- Italien. Resultate im Secolo XIX." und im Adriatico" ver- dem Lande ins Leben gerufen haben, hat unter andrer Gestalt auch In Süd- Italien hat man bisher nur einige sporadische öffentlicht, worüber wir schon berichteten. in andren Gegenden gute Resultate gezeitigt. Experimente gewissermaßen als Fühler versucht und zwar mit einer Rossi stellt fest, daß aller Hang zur Gewaltthätigkeit aus den So hat die Socialdemokratie in der Provinz Reggio Emilia, Arbeitsgenossenschaft in der Provinz Potenza in der Basilicata und Gemütern der Landarbeiter verschwunden ist, und daß diese gut, wo sich neben Tagelöhnern auch Landlente vorfinden, die ihren Lohn mit Vereinen zur Hebung der wirtschaftlichen Lage in Benevent in friedfertig und ehrenhaft sind. durch einen Teil des Naturalertrags beziehen, Konsumvereine, Ver- der Terra di Labore. " " Möbel Bartsch. Möbel auf Teilzahlung Iwan J. Ostrowski jun Gr. Frankfurterstr. 1 am Frankfurter Thor. A IM IM IM 08.0 Max Brinner, Jerufalemerft. 42 Brunnenstr. 6, GroßartigeAuswahl von Kinders Sport und Puppenwagen, Rinderbettstellen, best. Fabrikat, billigst. Leitzahlung gestattet. Abeffynier- Brunnen 908L* zum Selbstaufstellen unter Garantie, komplette von 13 M. an. Drud pumpen, Flügelpumpen, Gartensprizen billigst. 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Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin. r. 59. 18. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 10. März 1901. Wochett Sonntag 10. Der Montag 11. Freitag Sonnabend 15. Dienstag 12. Mittwoch Donnerstag 13. 14. Der Mitado Atba Die Preziöfen Die Tochter Die in ber 16. Sonntag 17. Hänsel u. Gretel Samson u.Dalila Figaros Hochzeit Die Puppenfee Aus der Frauenbewegung. vielplan. Dienstboten und Gewerbegericht. Im Auftrage einer Ber sammlung von Dienstboten und Hausfrauen, die fürzlich hier in Opernhaus Waffenschmied Die Meistersinger Das goldnekreuz Berlin tagte, richtet Marg. Koschnigky, Vorstandsmitglied im hiesigen Bergißmeinnicht von Nürnberg Bergißmeinnicht Berein der Dienstherrschaften und Dienstangestellten, eine Betition Schauspiel Agnes Bernauer aus eignem Recht Die Journalisten des Erasmus mansich langweilt fpenft. 8ähmung an den Reichstag. Darin wird das Ersuchen ausgesprochen, daß Auß sich langet Der Bieber: thellohr Die Nibelungen Streitigkeiten aus dem Gesindevertrag den Gewerbegerichten über wiesen werden möchten, die zu diesem gwed mit Hausfrauen und Dienstboten als Beisitzern zu besezen wären. Frauen im Staatsdienst. Das norwegische Storthing nahm am Dienstag ohne Debatte einstimmig den Entwurf der Regierung zu einem gufak zur Verfassung an, der den Frauen den Bugang zu den Staatsämtern öffnet, so weit es durch ein besonderes Gesetz bestimmt wird. Berichtigung. In Nr. 56 des Vorwärts" vom 7. März d. J. findet sich unter der Ueberschrift Lebhafte Debatten mit einem Bastor" eine Darstellung der sich an den Vortrag des Herrn Ledebour über Weib, was habe ich mit Dir zu schaffen" anknüpfenden Distuffton, über die uns seitens des Herrn Pfarrer Köhler folgende Berichtigung zugeht: 1. Ich habe weder gesagt noch durchbliden lassen, daß ich in ber Rechtlosigkeit der Frauen einen idealen Zustand sehe, den man nicht beseitigen dürfe. Deutsches Theater Ueber unfre Rraft I. Teil Ueber unfre Kraft II. Tell Rosenmontag Die versunkene Glode Ueber unfre Kraft I. Teil haus Schiller. Theater Der Raub der Sabinerinnen Rosenmontag Ein Schritt vom Wege Hedda Gabler Rosmersholm Ein Schritt vom Wege Rosmersholm Ein Schritt bom Wege von Benebig Ein Schritt bom Wege Der Probefandt bat Rofenmontag Der Steger Berliner Theater. Ueber unsre Kraft I. Teil Die Fabril zu Niederbronn Leffings Theater Theater des Weftens fchwester Der Wahrheitsmund Agnes Sorma: Die Zwillings. Flachsmann als Erzieher Die Hugenotten schwester Der Wahrheitsmund Luisen Theater Ayris- Pyris Samlet Der Erbförster Theater Ueber unfre Straft II. Tell Agnes Sorma: Die Bwillings 2. Ich habe ebensowenig den Minnedienst des Mittelalters als Carl Weiß- stabale und Liebe Kabale und Liebe Die Goldgräber reichen Ersatz dafür hingestellt, daß das weibliche Geschlecht im öffentlichen Leben nichts zu sagen hatte; vielmehr wollte ich durch Anführung des auch von mir nicht als Jdeal geschilderten Minne dienstes nur darauf hinweisen, daß auch im Mittelalter die öffentliche Stellung der Frau nicht so beklagenswert war, als es der Referent betonte. sareV adsiline Ganz ergebenst Köhler, Pfarrer. Agnes Sorma: Die Zwillingsschwester Der Bettelstubent Flachsmann als Erzieher Der Wahrheitsmund Die Fabrit zu Niederbronn Agnes Sorma: Die Zwillings Schwester Agnes Sorma: Nora Carmen Der Waffenschmied Der Millionenbauer Der Kaufmann von Venedig Kyrik- Pyris Rean I. D. Herr Senator Nachm.: Romeo und Julia Rosenmontag Nachm.: Nora Ueber unsre raft II. Nachm.: Marta Stuart Agnes Sorma: Die Zwillingsfchwefter Carmen. Nachm.: Aleffandro Stradella. König Kraufe Nachm.: Der Erbförster. Das Modell Kabale und Liebe Opern- Borst.: Die Bluthochzeit Die Bluthochzeit Undine von Californien Ständiges Repertoire: Neues Opern Theater( Krom). Diesen Sonntag: Der Verschwender. Nächsten Sonntag: Guzłows Geburtstag. Uriel Acosta. Residenz Theater. Alle Abende: Leontinens Ehemänner Vorher: Teremtete. Thalia Theater. Alle Abende: Der Kadettenbater. Central Theater. Alle Abende: San Toy.- Secessions Bühne. Alle Abende: Buntes Theater( Ueberbrett). Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Diesen Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Vogelhändler. Alle Abende: Der Damenschnetber. Belle Alliance Theater. Sonntag bis Freitag: Der Betbalte. Sonnabend, den 16. März: Das Nullert. Apollo Theater. Alle Abende: Des Löwen Erwachen. Metropol Theater. Alle Abende: Man lebt ja nur einma Urania- Theater, Taubenstr. 48/49. Alle Abende: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. B 40000 italisdid and 1999 I BERLIN C. meninth intelig * N. 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Teilen hierdurch mit, daß wir unser Fabriklager am 24. März cr. Bequeme za hlungsbedingungen. wo auch alte Deden aufgearbeitet wahl; billigste Preise. Gustav Linke, vom Rottbuser Damm 99 nach der Manteuffel- Strasse, Ecke Sauptgeschäft: Rosenthalerstr. 10. Bruno Steffens, Neanderst.21( Annenst.) werden. 8848 Prinzenftr. 55, I.( Ede Dresdenerstr.) Wrangel- Strasse, verlegen P. Teschke, 9728* Verein für Frauen und Mädchen Orts- Krankenkasse| der Arbeiterklasse. Montag, den 11. März 1901, abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag des Kunstmalers Herrn Otto Feld über: Runst und Kunstbetrachtung." Gäste willkommen.[ 55/7] Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin). Montag, den 11. März, abends 8 Uhr: Bezirks= Versammlungen. Süden und Südoften: im Märkischen Hof, Admiralftr. 18c: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Karl Gedicke über: Die Zähne und ihre Strankheiten" 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. ( 79/4 in Habels Brauerei, Westen und Süd- Westen:" Bergmannstr. 5-7. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:„ Vivisektion". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden gebeten, recht zahlreich mit ihren Damen zu erscheinen. Kolberger Salon, Wedding und Gesundbrunnen: Kolbergerstraße 23. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstatt Angelegen heiten. 3. Verschiedenes. Die Kommissionsmitglieber werden ersucht, eine Stunde früher zur geschäftlichen Sizung zu erscheinen. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wollheim über: Luft und Leben". 2. Dis fuffton. 3. Wahl eines Beitragsammlers, Wahl des Bezirksletters, Erfass wahl der Kontrollkommission. 4. Berbandsangelegenheit. 5. Verschiedenes. Pflicht der Kollegen ist es, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Often und Nordoften: bet Mann, Strankbergerstr. 3. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Sünden des Militarismus. Referent: Benoffe Waldeck Manaffe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste find willkommen! Um regen Besuch wird gebeten. Friedrichsberg: bei Panten, Frankfurter Allee 174, Dienstag, den 12. März, abends 8% Uhr. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Es ist Pflicht, daß auch die Kollegen, welche in Berlin arbeiten, erscheinen. Achtung! Parkettbodenleger. Dienstag, den 12. März cr., Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( Saal 10), abends 8 Uhr: Kommissionssitzung mit Vertrauensleuten. Die Vertrauensleute werden ersucht, abzurechnen. Die Kollegen der Firma Mittag sind hierzu eingeladen; speciell Die Kollegen Meißner, Rieck, Graab. Es ist Ehrenfache sämtlicher geladenen Kollegen, zu erscheinen. Gleichzeitig Abrechnung vom Maskenball, wozu sämtliche Vergnügungsomitee- Mitglieder zu erscheinen haben. Die Kommission. Mittwoch, den 13. 5. M., abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung der Tischler auf Möbel nach Zeichnung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tages Ordnung: Besprechung über die gegenwärtigen Arbeits- und Lohnverhältnisse in dieser Branche. zu erscheinen. für das Socialdemokratischer Wahlverein Bierbrauer- Gewerbe für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often). zu Berlin. Am Dienstag, den 19. März, abends 8 Uhr, findet die Ordentliche Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. Tages Ordnung: 243/9 1. Vortrag des Genoffen Dr. Weyl über die bevorstehende Aenderung des Krankenkassen- Gesetzes. Um zahlreichen Besuch ersucht Generalversammlung 2. Distuffton. 3. Berſchiedenes. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, im Saal 4, statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstands. 271/5 2. Bericht der Revisionsfommission. 3. Entlastung des Rendanten und des Vorstands 4. Verschiedenes. Achtung! Der Vorstand. tung Gewerkschaften. Atung! As Legitimation blent bie Dele. Dienstag, den 12. März 1891, abends 8 Uhr, in Kellers Feftfälen, stertentarte pro 1901/1902. Um recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Otto Wolf, Vorsitzender. Hirtes Festsäle. Empfehle ich meinen Saal jeden Sonntag an Vereine zu bergeben. Auch größere Vereinszimmer für einige bende fret. Eliſabethkirchstr. 14 Achtung! Koppenstraße 29: Grosse Protest Versammlung gegen die Ansicht des Parteivorstands über die sogenannten Lokalorganisationen. Referent: Genoffe Fritz Kater. 286/1 Eingeladen sind alle dem Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend angeschlossenen Organisationen. Der Ausschuß des Gewerkschaftskartells für Berlin und Umgegend. Schneider! Achtung! Achtung! Montag, den 11. März, abends 8 Uhr, Linienstraße 5, im Alten Schützenhause: Oeffentliche Versammlung der Herrenkonfektions- Schneider. Tages Ordnung: 1. Die Lohn und Erwerbsverhältnisse in der Herrenkonfektion und deren Befferung. Referent: Kollege Ritter. 2. Distuffton. 3. Verschiedenes. Dienstag, den 12. März, abends 82 Uhr: 2 öffentliche Versammlungen der Herrenmaßschneider der kaufmännischen Geschäfte. Für den Norden: Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. Für den Stiden: Dresdener Kafino, Dresdenerstr. 96. Tages- Ordnung: 1. Die Notwendigkeit einer einheitlichen Lohnzahlung in den faufs Achtung! Karton- Branche. Dienstag, den 12. März 1901, abends 8 Uhr, in dem Lokal ,, Englischer Garten", Alexanderstraße Nr. 270: Grosse öffentliche Versammlung aller in Kartonfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Welches Intereffe haben die Arbeiterinnen an der Gewerk schafts- Organisation? Referentin: Frau Dr. Weyl. 2. Werkstuben Angelegenheiten und Verschiedenes. [ 23/20 Das Erscheinen aller Kartonarbeiter und Arbeiterinnen ist bringend notwendig. Der Einberufer. Verband der an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter Berlins u. Umg. männischen Geschäften. Referenten: Kollegen Bohn und Ritter. Am Montag, den 11. März cr., pünktlich abends 8/2 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal I: 2. Distuffion. Die Kollegen der Firmen Bär Sohn, Zobel, Seitinger, Stier, Ausserordentliche General- Versammlung. Steuer, Basedow, Jhig, Leineweber, Peet u. Cloppenburg, Abraham, Bohne, Hate, Landsbergerstraße, Lewy und Lazarus, Brunnen- und Rosenthalerstraße, find hierzu besonders eingeladen. 162/5 Der Vertrauensmann. Montag, den 11. März, abends 8 Uhr, Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Warnst über bas Unfallversicherungs- Gesek. 2. Bericht der Dreizehner- Kommission. 3. Verschiedenes. Wir verweisen unsre Kollegen auf den für uns so außerordentlich Vorzeigen des Mitgliedsbuchs. Eröffnung pünktlich. Die Werkstatts Vertrauensmänner werden ersucht, auf die Versammlung aufmerksam zu machen. Der Vorstand. [ 82/7] im Friedrichstädtischen Kasino, Friedrichstr. 236: wichtigen Vortrag und erwarten vollzähliges Erſcheinen. Eintritt nur gegen Grosse öffentliche Schuhmacher- Versammlung. Accumulatoren- u. Electricitäts- Werke- Aktien- Ces. Tages Ordnung: 1. Die allgemeine Lage der Schuhmacher und unter welchen Voraus: setzungen ist dieselbe zu verbessern? Referent: Reichstags- Abgeordneter Stollege Bock aus Gotha. 2. Diskussion. 3. Beratung und Beschlußfaffung eines einheitlichen Minimallohntarifs und einer Marimalarbeitszeit für Berlin und Vororte. 4. Verschiedenes. 169/8 Alle Schuhmacher, Meister und Gesellen, haben zu dieser Versammlung Die Lohnkommission für Berlin und Vororte. u Achtung! Bäcker! vormals W. A. Boese u. Co. 4. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns hiermit, unsre Aktionäre zu der Dienstag, den 16. April cr., vormittags 10 Uhr im Sitzungssaale der Gesellschaft hier, Köpenickerstr. 154, stattfindenden 4. ordentlichen Generalversammlung ergebenst einzuladen. Achtung! findenden Dienstag, den 12. März 1901, nachmittage 31 Uhr, in Kellers Festfälen, Koppenstraße 29: Es ist Pflicht eines jeben in der Branche Beschäftigten Kollegen, Große öffentliche Versammlung. Central- Verband der Elektromonteure and Berufsgen. Deutschl.( Sektion Berlin u. Umg.) Montag, 11. März, abends 8/2 Uhr, bei Herrn Nümann, Brunnenstr. 188: Ausserordentl. Mitglieder- Versammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. 58/ 9* Es ist Pflicht der Kollegen, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Zahlstelle I am 15. März bon Linienftr. 96 nach Brunnenstr. 188 verlegt wird. erein der Tischler Berlins und Umgegend. ( Vertrauensmänner- Centralisation.) Tagesordnung: 1. Die von der Regierung geplante Fortnahme des Zwölfftundentags, die neue Bäckerei- Verordnung und deren Folgen für die Bädergesellen. Referent: Kollege Hetzschold. 2. Diskussion. 3. Die Stellung der Innungen zu den brei Freinächten. Die bevorstehende Oster- Freinacht. 4. Berschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwarten Der Vorstand und die Vertrauensleute des Deutschen Bäcker- Verbands. Zu dieser Versammlung find brieflich eingeladen u. a. die Herren Reichstags- Abgeordneten August Bebel, Dr. Oertel, Dr. Hize, v. Kardorff, Heyl v. Herrnsheim, Nöside, Müller- Sagan, Moltenbuhr; die Herren Aerzte Dr. Babet, Dr. Weyl, Dr. Jastrow, Naturheilarzt M. Canis, Frl. Ottilie Baader und die Vorstände beider Jnnungen. Achtung! 30496 Kistenmacher. Montag, den 11. März, abends 8%, Uhr, im Lokal des Herrn Stechert, Andreasstr. 21, Gr. öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Unfre zum Dienstag, den 12. März, anberaumte Versammlung tann Umstände halber nicht stattfinden. Die Kollegen werden ersucht, recht zahl- 1. Bericht der Fünfer- Kommission. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. reich in der an diesem Tage vom Gewerkschaftsfartell einberufenen Proteft Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Versammlung bei Keller, Koppenstraße 29, zu erscheinen. 94/5 186/7 Der Einberufer. Karl Judel, Rummelsburg, Kantstr. 49. Der Vorstand. Kollegen notwendig. Gegenstände der Tagesordnung: 1. Vorlage des Geschäftsberichts des Vorstands nebst Gewinn und Verlustrechnung und Bilans pro 1900 sowie des Prüfungsberichts des Aufsichtsrats. 2. Beschlussfassung über die Bilanz und Gewinnvorteilung. 3. Erteilung der Entlastung an Aufsichtsrat und Vorstand. Die Aktionäre, welche in der Generalversammlung das Stimmrecht ausüben wollen, haben ihre Aktien ohne Dividendenbogen spätestens am sechsten Tage vor dem Versammlungstage in Berlin bei der Kasse der Gesellschaft oder bei einem deutschen Notare oder bei einer der nachbenannten Stellen: in Berlin bei der Deutschen Genossenschafts- Bank von Soergel, Parrislus u. Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien, in Berlin bei dem Bankhause von Koenen u. Co., in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Genossenschafts- Bank von Soergel, Parrislus u. Co. Kommanditgesellschaft auf Aktion, in Frankfurt a. M. bei der Pfälzischen Bank, in Frankfurt a. M. bei der Bank für industrielle Unternehmungen, in Frankfurt a. M. bei dem Bankhause Bass u. Herz zu hinterlegen. Die Zulassung zur Generalversammlung erfolgt nur gegen Eintrittskarten, welche bis zum dritten Tage vor dem Versammlungstage von obigen Stellen auf Grund der bei diesen oder beim Notar erfolgten Hinterlegung verabfolgt werden. Berlin, den 9. März 1901. Direktion der Accumulatoren- u. Elektricitäts- Werke- Akt.- Ges. vorm. W. A. Boese u. Co. E. Hartzfeld. K. Kunze. Das weitbekannte, große Raufhaus von Singer u. Co., Chauffeeftr. 56, ist gezwungen, eine vollständige Ums gestaltung seiner Verkaufsräume vorzunehmen. Um während dieser Umwälzung mit den vorhandenen, bedeutenden Warenbeständen zu räumen, hat die Firma Singer u. Co., Chauffeeftr. 56, einen Räumungsausverkauf größten Stils eröffnet. Dieser Aus: verkauf umfaßt die bei der Inventur ganz bedeutend herabgesetzten Waren und bringt außerdem ganz hervor ragend billige Gelegenheitstäufe zu faft unglaublich billigen Preisen. Die Bertaufsräume dieses befannten Staufhauses waren behuss Herabsetzung der Preise zwei Tage geschlossen. Der ausgezeichnete Ruf dieser feit 14 Jahren bestehenden Firma bürgt für strengste Reellität und seien hier nur 50 hervorragende Gelegenheits: täufe aus diesem großen Räumungs- Ausverkauf aufgeführt: 1. Reinwollene Lawn- Tennis- Stoffe, vor: zügliche Qualitäten, doppeltbreit, jest mtr. 50 Pf. 2. Ball- Atlaffe in allen Farben Mtr. 32 Pf. 3. Rein feidene Foulards, breite gute Qualitäten, Mtr. 50 Pf. 4. Reinseidene Merveilleur, auch schwarz, Metr. 85 Pf. 5. Reinseidene schwere Damaste und Armures, defekt, jekt Mtr. 85 Pf. 6. Reinseidene Taffette, auch schwarz, einfarbig Mtr. 1,10 Mt. 7. Waschseide, breite gute Qualitäten, Mtr. 90 Pf. 8. Reinseidene Damassés, große Musterauswahl, schwarz, Mtr. 1,10 Mt. 9. Rein in ganzer Bettbrette Metr. 55 Pf. 38. Weiße Bettbezüge, Dedbett und 2 Kopffiffen mit Lize, fertig genäht, 3.00 Mt. 39. Ein Bosten Damast: Servietten, Did. 2,50 Mt. 40. 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März, abends 82 Uhr, Naunynstraße 27 bei Herrn Graumann: Delegierten Versammlung doi fi ba silid hats salsa't si Die schönsten Schmucks zur Einsegnung in reichhaltigster Auswahl vorrätig bei MAX BUSSE Uhren und Goldwaren 175. Brunnenstrasse 175.10X mi Strassenbahn- Haltestelle an der Invalidenstrasse. Brillanten, Opale, Similis, sowie alle andren. Edelsteine und Imitationen, geschmackvoll in massiv Gold oder Goldplattierung gefasst als Brosches, Armbänder, Ohrgehänge, Halsketten, Ringe etc. Silberne und versilberte Tafelgeräte und Bestecks zu des Fachvereins der Musikinstrumenten- Arbeiter. Hochzeits- und Pathen- Geschenken. Tages Ordnung: 1. Wann führen wir den Streiffonds obligatorisch ein? 2. Werkstatt- Angelegenheiten. Jeder Delegierte ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. 141/8 Der Vorstand. Kürschner! Montag, den 11. März, abends 8/2 Uhr, Weinstraße 11: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Fanny Imle über: Konsum und Konsum genoffenschaften. 2. Diskussion. 3. Der Streit der Zurichter in Leipzig und Umgegend. 4. Berschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. Tapezierer! Dienstag, den 12. März, abends 8½ Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandanten- Straße Nr. 20: Große öffentliche Versammlung. 98/4 1. Unfre wirtschaftliche Lage". Referent: Kollege Leo Schmidt. 2. Distuffton. 177/12 Kollegen! Erscheint alle in dieser Versammlung. Verband der Tapezierer.V Filiale Berlin. Die Bezirks. Versammlung Often fällt wegen der öffentlichen Versammlung aus. Sektion der Kleber. Mittwoch, den 13. März, abends 81% Uhr, bei Simonis, Beuthstr. 21. 1. Bortrag des Kollegen Leo Schmidt über Bewußte und unbewußte Organisationsbestrebungen 2. Distussion. 3. Verschiedenes. 177/13 Gäfte willkommen. Die Sektionsleitung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Die Versammlung für Rummelsburg findet nicht am Montag, den 11. März, sondern erst am Donnerstag, den 14. März, im Lokal des Herrn Müller, Türrschmidtstr. 37, ftatt. Die Ortsverwaltung. 112/16 Kranken- Unterstützungsbund d. Schneider Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, Im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 5: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1900. 2. Stellungnahme der Krankenfaffen zur Apothekerfrage. 3. Kaffenangelegenheiten. 166/1 Die Ortsverwaltung. Achtung, Modelltischler! Betreffs Bählung aller Kollegen unsrer Branche werden die Kollegen aufgefordert, auch anzugeben, wieviel Weißtischler, Modelldrechsler 2c. in den Werkstätten beschäftigt werden, mit Angabe, wieviel organisiert sind, und an den Obmann Otto Wilke, Berlin, Bergstraße 70, 3 r., umgehend einzusenden. 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Laut Beschluß der General: Ber sammlung vom 22. 11. cr.,§ 48 Absatz 4, welcher lautet:„ Die Ar beitgeber sind berechtigt, sich in der General Bersammlung durch ihre Geschäftsführer oder Betriebsbeamten vertreten zu lassen. Von der Ver: tretung ist dem Kassen- Borstande vor Beginn der General Versammlung Anzeige zu machen", wird gestrichen. 0 Der§ 54 des Statuts erhält folgende Fassung: Die Rechnungsund Kaffenführung wird unter Beob achtung der Vorschriften des KrankenVersicherungsgesetzes, der von der höheren Verwaltungsbehörde auf Grund des§ 41 Absatz 2 daselbst erlaffenen Anordnungen und der Bes stimmungen dieses Statuts, sowie nach Maßgabe der vom Vorstande und der General: Versammlung ge faßten Beschlüsse, von einem Rech nungs und Klassenführer wahr genommen, welcher von der General: Versammlung durch Dienst: Vertrag angestellt wird und nicht Mitglied der Kaffe zu sein braucht. Die dem selben für seine Mühewaltung zu ge währende Vergütung und die Höhe der von ihm zu stellenden Rautionen wird borläufig bom Vorstande, definitiv durch Beschluß der General: Versammlung, festgestellt. Der§ 55 Absatz 1 erhält folgende Fassung: Der Rechnungs- und Kaffenführer, welchem die nötigen Hilfskräfte zur Seite stehen, die ebenfalls von der General: Bersammlung durch Dienst- Bertrag angestellt werden, hat die Einnahmen und Ausgaben der Kaffe von allen den Zweden der Kasse fremden Vereinnahmungen und Ver ausgabungen getrennt festzustellen und zu verrechnen, ebenso ihre Be stände gesondert zu verwahren. Berlin, den 18. Dezember 1900. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse für das Tapezierer: Gewerbe zu Berlin. M. Oest, I. Borsigender. Genehmigt. Berlin, den 1. februar 1901. ( L. S.) Der Bezirks Ausschuk, Abteil. II. Siber 30626 628L* Inventur Verkauf Teppich- Specialhause Emil Lefèvre, Berlin Oranienstr. 158. S., Teppiche, Gardinen, Portieren, Stepp- u. 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