Nr. 63. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 mt., l wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir illustrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Bettungss Pretstifte für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. te 18. Jahrg. Die Insertions.Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Sotonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Erpcottion ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Militarismus und Socialdemokratie. Aus Wien wird uns vom 13. März geschrieben: Das Abgeordnetenhaus hat am Montag und Dienstag die Rekrutenvorlage verhandelt. Das Gesetz hat eigentlich nur eine formale Bedeutung der Regierung wird, wie alljährlich, die Aushebung von 59 211 Mann für das Heer und für die Kriegsmarine und 10 000 Mann für die Landwehr bewilligt, da es aber die einzige militärische Bewilligung ist, die dem Reichsrat zusteht die finanziellen Mittel zu bewilligen ist Sache der Delegationen-, so wird diese Gelegenheit zur Anbringung aller Beschwerden, die gegen den Militarismus den Bürgern am Herzen liegen, reichlich benutzt. So war es auch diesmal der Fall, wenn auch, der friedlichen Dispofition des Abgeordnetenhauses entsprechond, die Debatte sich in sehr ruhigem Tempo abwidelte. Die weitaus interessanteste Rede verdankt das Haus dem Abgeordneten Daszynsti; unser Genosse brachte eine Fülle allgemeinen Materials wie auch specieller Beschwerden seiner galizischen Heimat vor. Eingangs seiner Rede streifte er auch die chinesichen Vorgänge; diese Stelle dürfte auch außerhalb Oestreichs interessieren. Daszynski bemerkte: Freitag, den 15. März 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. gewinnt man ja mur allzuleicht den Eindruck, daß alles die Zahl der nichtständigen Mitglieder, die der Bundesrat schlecht ist. Wenn eine solche Zahl von Beispielen angeführt zu berufen hat, vermehrt wurde, erwartete niemand, daß und dabei noch generalifiert wird, gewinnt man von einer Justi- die Wahl der neuen Mitglieder gerade auf Beamte des Reichs. tution den düstersten Eindruck. Wenn diese Methode auch im bürger- amts des Innern fallen würde. lichen Leben angewendet und bei jedem Vorfall, bei jeder un Darin sind so ziemlich gehörigkeit im bürgerlichen Leben der Justizminister, der Minister alle Parteien einig, daß der Einfluß der vorgesetzten Behörde des Junern usw. gefragt würden, ob sie diese Fälle temnen, wie auf das Reichs Versicherungsamt eher eingedämmt als erfie solche Ungehörigkeiten zu verantworten und zu rechtfertigen weitert werden muß. Geheimrat Grunert aber ist ein direkter vermögen, und ob sie gedenken, den Betreffenden töpfen zu lassen Untergebener des Grafen Posadowsky; er ist der Verfasser ( Seiterfeit), was sie zu thun gedenken, um solche Fälle in der Zu- jener wunderbaren Dentschrift zur Zuchthausvorlage, die seit funft unmöglich zu machen" müßte, glaube ich, jeder den Ein Menschengedenken die ärgste Blamage der Bureaukratie war. druck bekommen, daß eigentlich der Himmel schon nicht mehr Herr Hoffmann wieder gehört zwar nicht dem Reichsamt des Schwefel genug hätte, um ihn über Sodom und Gomorra herabreguen zu laffen. Es ist ganz natürlich und die Herren find Innern an, aber seine Publikationen über die Reform der ja dazu berufen, diese Dinge vorzubringen. Aber man Strantenversicherung atmen denselben Geist wie das Zuchthausmuß auch den Effekt bedenken, der dabei erreicht wird, gesetz, den Geist der Unterdrückung der Arbeiterklasse. und zwar nicht nur bei denjenigen, für die man spricht, Diese Gesichtspunkte hob Singer nachdrücklich scharf sondern auch bei der Allgemeinheit und bei denjenigen, die hervor und selbst bürgerliche Socialpolitiker wie Herr Röside davon getroffen werden. Denn es ist hart und erzeugt uur und der Ultramontane Rechtsanwalt Trimborn gaben Erbitterung nach außen, wenn solche Fälle besprochen werden; es ihm darin recht, daß die Berufung eines Geheimrats aus dem erzeugt auch Erbitterung bei denjenigen, die zum Teil ungerecht Reichsamt des Innern ins Reichs- Versicherungsamt den beschuldigt und in ihrer Ehre und ihren Interessen angegriffen ntentionen des Reichstags direkt zuwiderlaufe. Graf werden. Dadurch entstehen bedauerliche Verhältnisse. Dic öffentliche Kontrolle ist gut und die Armee hat Posadowsky versuchte die Wahl des Bundesrats zu fie am wenigsten zu fürchten. Ich begrüße im rechtfertigen, aber mit was für Gründen! Herrn Grunert Gegenteil das Interesse, das der Armee entſtellte er als meinungslosen Geheimrat hin, der nur die gegengebracht wird; aber eine gewiffe Vorsicht Befehle seiner Vorgesetzten ausführte, Herrn Hoffmanns in der Behandlung dieser Angelegenheiten möchte ich denn doch Artikel über die Krankenversicherungs- Reform gab er preis, empfehlen. Mir fällt da das Wort ein: Richtet nicht, daniit ihr hier plädierte er nur für mildernde Umstände für diesen sonst nicht gerichtet werdet." Wir sind alle zusammen nicht füchtigen und zuverlässigen Beamten. An den Wahlen selbst so schlecht, als wir uns selbst machen, und die Armee bild dienen." Wir stehen ja eigentlich in einem Kriegsjahre; im fernen Often haben unsre Soldaten an Schlachten teilgenommen, ohne daß das Haus offiziell davon weiß. Auch im griechischen Kriege wurde eine Expedition nach Kreta entsendet, ohne daß die Vertretungskörper etwas davon erfuhren. Wir hören von einer Eroberungs polititim fernenOften, wir leſen natür lich in erster Reihe in auswärtigen Blättern- von Greuelthaten, Massacres, Niedermezelungen der unschuldigen Bevölkerung. am allerwenigsten; im Gegenteil, fie fönnte für manches als Vor- ist ja nichts zu ändern; sie sind Sache des Bundesrats. Wir Welche Fülle von Beschwerden die Arbeiter im übrigen schämen uns in unfre Seele hinein dieser Greuelthaten.( Beifall bei den Socialdemo Man wird zugeben, daß solche Worte für einen aktiven General noch auf dem Gebiet der Versicherungs Gesetzgebung haben, traten.) Sie find der europäischen Kultur nicht würdig. und alten Minister eigentlich ganz vernünftig klingen und in wohl- dafür lieferten die Reden unsrer Genossen Stadthagen, An der Spize diefer Armeen aber steht Graf Walderfee, thuendem Gegensatz zu der übertriebenen Schneidigkeit stehen, der sich och, Herzfeld und Sachse Zeugnis über Zeugnis. der sozusagen die Oberfeldherrschaft in den Dreibundstaaten führt. manche Kriegsminister befleißigen zu müssen glauben, wenn sie Da sind die ehrenamtlichen Vorsitzenden der Berufsgenossenfehr warm annahm, aber wir wissen nichts Offizielles darüber, kommen. Bir lesen, daß sich Destreich der Person und Stellung Balderfees auf das Kapitel der„ vaterlandslosen" Socialdemokratie zu reden schaften, denen unter direkter Mißachtung des Gesetzes von einzelnen Berufsgenossenschaften unter der Form von Diäten wissen nicht, wieviel das alles gekostet hat und wer dort eigentlich und unter andern Vorwänden außerordentlich hohe Bezüge thätig ist. Ja, wir haben sogar inzwischen unser Vaterland vergrößert( Heiterkeit), wir haben 0,6 Quadratmeter Land So tveit unser Korrespondent! Uns Neichsdeutschen und zugebilligt werden. Da ist die Bevormundung der Arbeiter erworben. Wir wissen aber nicht, wieviel der Quadratmeter diefes preußischen Ostelbiern flingen derartige ministerielle Aeuße in den Sanatorien in Bezug auf ihre Zeitungslektüre, da ist teuren Grundes kosten wird. Das Vaterland wird doch gerade rungen, so wenig fie uns natürlich beeinflussen tönnen, ber Mißbrauch, die Aerzte als Gutachter über die Erwerbsvon den Soldaten und ihren Vertretern so gepriesen, das Bater- das System des Militarismus grundsätzlich zu bekämpfen, fähigkeit zu benutzen; da sind besondere Beschwerden der Bergland ist größer geworden, und wir wissen nicht einmal, wie wie Slänge aus einer andern Welt. Man dente an unsre preußischen arbeiter und der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter weit wir unsre Vaterlandsliebe vergrößern Striegsminister und ihre Neden im Reichstag, man stelle sich unsern Mecklenburgs. müssen( Seiterkeit), um dem vergrößerten Gebiet entsprechend Herrn v. Goßler vor, wie er bei derartigen Gelegenheiten auftritt: Somsty feine Sache im allgemeinen allein führen, nur die Die bürgerlichen Parteien ließen den Grafen Posogenügend Patrioten zu sein. In der Debatte wurde auch vielfach von dem Berhältnis bemokratischen Abgeordneten nicht zwar widerlegt, aber energisch Person des teuren Gesinnungsgenossen Felisch gab Herrn In der Debatte wurde auch vielfach von dem Verhältnis diese geringschäßige Art, mit der er die Beschwerden der social- dowsty seine Sache im allgemeinen allein führen, nur die zwischen Armee und Socialdemokratie gesprochen. zurückweist", diese Selbstverständlichkeit, mit der er das Dogma ver- Dertel Anlaß, eine Rettung zu versuchen. Das allen militärischen Gewalten so berhaßte Thema schnitt tritt, daß die heiligste Aufgabe der aus dem Volt rekrutierten und Freitag werden die noch übrig gebliebenen Refte des Etats des Reichsamts des Innern erledigt werden, wenn Jeder Arbeiter, der, wenn er streift, wenn er in eine Vers bon dem Volt erhaltenen Armee es fei, gegen den inneren Feind zu Bertämpfen, sammlung geht oder eine Demonstration veranstaltet, die Bajonette kämpfen, diese patriotischen Wallungen, mit denen er jede Kritik wie dazu die Beratung der zuerst auf der Tagesordnung stehenden neuen China- Vorlage noch Zeit läßt. feiner bewaffneten Brüder gegen sich gerichtet sieht und sich dessen ein unerhörtes Verbrechen abweist. bewußt wird, daß er diese Bajonette mit seinen täglichen Ents In Oestreich aber, dem verrotteten Oestreich, erklärt ein Kriegsbehrungen bezahlen muß, jeder solcher Arbeiter muß zu revo minister, die Armee tenne teine principielle Gegnerschaft gegen die Iutionären Gedanken tommen.( Buftimmung bei den Arbeiter und die Socialdemokratie; ja er thut noch mehr, er beriet am Donnerstag zunächst die zurückgestellten Titel des Socialdemokraten.) Es entwidelt sich allmählich in dem Bolt das würdigt fogar gerade vom Standpunkt des Militärs- die Medizinalwesens, die die Positionen für die Kreisärzte Bewußtsein, daß der Militarismus in der Form, wie er heute be- focialdemokratischen Bestrebungen, weil sie darauf enthalten. Zur Durchführung des Kreisarzt- Gesetzes find in steht, ein auf st often des Bolts genährter Boltsgerichtet feind ist.( Bustimmung bei den Socialdemokraten.) Ich bringe gerichtet sind. den Arbeiterstand physisch und geistig wehrhaft zu den Etat eingestellt 6 Stellen für vollbesoldete Streisärzte ats Ihnen den Beschluß eines Militär- Ehrenrats zur Kenntnis, machen. Für einen einſichtigen Mann sollten derlei Erwägungen, Hilfsarbeiter bei den Regierungen in Königsberg, Botsdurch den ein Reserve lieutenant des Offizierscharakters ver- unbeschadet aller politischen Gegnerschaft, selbstverständlich sein. dam, Breslau, Oppeln, Arnsberg, Düsseldorf, und fünfLustig erflärt wird, weil er Socialdemokrat fei, uns im preußischen Sibirien dünken fie fast wie ein unerhörtes zehn Stellen für nicht vollbesoldete Kreisärzte. Das Ge und ich frage den Minister, ob er wirklich die ganze or Wunder. ganisierte Arbeiterschaft als den inneren Feind halt der ersteren soll 3600 bis 5700 Mart, daß der Man gewinnt, so abgeftumpft wir auch allmählich geworden letzteren höchstens 4200 Mark betragen. ansebe oder nicht. Wenn Sie den Mut baben, zu erflären, find, wieder das volle Gefühl für das ganze beschämende Elend der sollen beide Kategorien von Beamten sein, dagegen soll Pensionsberechtigt daß alle Socialdemokraten bei ihnen verpönt find, daß der Um preußischen Reaktion, die uns politisch tief unterhalb der Zeit und Wohnungsgeldzuschuß nur den vollbesoldeten Kreisärzten gegang mit Socialdemokraten beim Militär schon ein Verbrechen bedeutet, so sagen Sie es, dann werden wir wissen, woran wir des Stands der Weltkultur erniedrigt. find. Aber das geht nicht, die Arbeiter in Ihre Bataillone hineinzustecken, von den Arbeitern die blutigsten Groschen der indirekten Steuern zu nehmen und als Lohn dafür ihre ganze große Organisation als Staatsverbrecher zu behandeln. Daszynski mit folgenden Worten an: Politische Webericht. Berlin, den 14. März. Reichs- Versicherungsamt. währt werden. Das Abgeordnetenhaus Die Budgetkommission hat nun eine Reihe von Anträgen gestellt, die eine Besserung der Lage der Kreisärzte bezwecken. So soll die Regierung ersucht werden, in den nächstjährigen Etat, ähnlich wie in den lettverflossenen Graf Belfersheimb, der Minister für Landesverteidigung, Jahren, cine Summe einzustellen behufs Teilnahme der Kreisam in seiner Rede auf diese Beschwerde ausführlich zurück. Seine Aeuße ärzte an Fortbildungskursen in der Hygiene, gerichtlichen Der Reichstag widmete heute seine ausgedehnte Sigung Medizin, Psychiatrie und Medizinalverwaltung. Das Gehalt der rungen zeigten einen so auffälligen Grad von Bernunft, daß sie nirgendwo dem Reichs- Versicherungsamt. Noch immer ist nicht vollbefoldeten Kreisärzte soll mindestens 1800 Mart, ohne Rugen gelesen werden dürften, wo Socialdemokraten gegen diese wichtige Behörde dem Reichsamt des Innern unter die Diätensäge für die Streisarztassistenten mindestens 900 M. den lebermut der Soldatesta zu kämpfen haben. Der Minister geordnet und ihr Etat gehört zum Etat des Innern. Im betragen. Ferner wird die Regierung ersucht: 1. in Verführte aus: " Ich war voriges Jahr in der Lage, Ihnen zu fagen, daß Gange der zweiten Lesung war das Kapitel Reichs- Ver- bindung mit dem nächstjährigen Etat eine ausführliche Dentes unrecht wäre, die Armee als Gegner der breiten Schichten ſicherungsamt aber bis heute zurückgestellt worden. Es ist schrift über die Ausführung des Streisarzt Gesezes vorzulegen ber Bevölkerung, des Arbeiterstands und derjenigen, die fie ver- stets das Bestreben unsrer Fraktion gewesen, die Bedeutung und bis dahin erneut zu prüfen, ob die in dem diesjährigen treten, zu betrachten, weil sich ja eben die Armee zum großen und die Leistungsfähigkeit des Reichs- Versicherungsamts zu Etat festgefekten Besoldungs- und sonstigen Bezüge der Teil aus diesen Glementen ergänzt. Ich habe Ihnen erhöhen. Von unsrer Seite kam daher schon in der Kom- Kreisärzte zweckmäßig geregelt sind, 2. in eine nochdamals gefagt, daß im Gegenteil die Armee allen Anlaß hat, mission die Anregung, Techniker und Nationalötonomen in malige Prüfung einzutreten, ob nicht für eine Ander Arbeiterschaft das Beste zu wünschen, weil sie ein Inter diese Behörde zu berufen, die sich in ihren ständigen Mit zahl der zur Einziehung bestimmten Kreisphysikats esse daran hat, geistig, moralisch und physisch gliedern bisher nur aus Juristen zusammengesetzt hatte. Die bezirke versuchsweise einstweilen ein Kreisarzt kommissarisch tüchtig und gebeiblich entwidelte Soldaten zu Anregung war, so weit die Technifer in Frage tamen, von belassen werden kann. Endlich beantragt die Kommission, die bekommen, die gern für die Erhaltung des Bestehenden und für allen Parteien freundlich aufgenommen worden und Regierung zu ersuchen, einen Nachtrags Etat für 1901 eindie Erfüllung ihrer Pflichten eintreten. Ich habe Ihnen gefagt, daß Sie fein Intereffe haben, die Armee zu be auch Graf Posadowsky hatte sich dem Wunsche ge- zubringen, durch welchen der entsprechende Fonds des Kultus kämpfen, weil die Armee Ihnen gegenüber zu keinem neigt gezeigt. Ihn zu einem Antrage zu verdichten, Etats um denjenigen Betrag erhöht wird, der erforderlich ist, Kampf veranlaßt zu werden wünscht, und die schärfsten An hatte die Budget Kommission aber abgelehnt und das um den nicht voll befoldeten Kreisärzten einen Wohnungs. griffe werden meine Objektivität nicht erschüttern. Ich bleibe selbe Schicksal hatte unser Antrag im Plenum, den Hoch geldzuschuß zu gewähren. dabei und wiederhole es; Die Armee hat keinen Grund, der fachkundig und eingehend begründet hatte. Nur die Freifinnigen Dem Verlangen, den nicht voll befoldeten Kreisärzten Socialdemokratie im gesetzlichen Rahmen principiell feind: stimmten mit uns. Wohnungsgeldzuschuß zu gewähren, widersezte sich die Relich gegenüber zu stehen, wenn die Socialdemokratie es nicht Die stärkste Einbuße an Ansehen bei der Arbeiterklasse gierung aus principiellen Gründen, sie erklärte sich aber beder Armee und den Gejegen gegenüber thut. Ich kann nur hat das Reichs- Versicherungsamt sicherlich durch die Berufung reit, die geforderten Wohnungsgeldzuschüsse in Form einer wünschen, daß das auch von der andren Seite so offen gesagt und des Geheimrats Grunert und des Ober- Regierungsrats Erhöhung des Durchschnittsgehalts dieser Beamten von 2250 bethätigt werde. Sagen Sie, daß Sie Freunde der Armee sind, bethätigen Sie es, die Armee wird das gewiß begrüßen und ent- offmann zu nichtständigen Mitgliedern erlitten. Der auf 2700 M. zur Verfügung zu stellen. Nach längerer Debatte gelten. Bei einer Statistit, wie sie der Herr Vorredner vorgebracht, Bundesrat hat hier ganz dem Einfluß des Reichsamts des wurden die Positionen behufs nochmaliger Prüfung an die ( Daszynski hatte die verschiedenen Säbelaffairen" besprochen) Innern gehorcht. Als bei der Reform der Unfallversicherung Budgetkommission zurückverwiesen. " Partei- Nachrichten. Zu einer längeren Debatte gab nur noch der zum Extra-[ der öffentlichen Unfittlichkeit" den Boylott über alle Geschäfte und leichterung des Biederaufbaus ihrer Farmen. 4. Bildung einer ordinarium des Kultusetats gestellte Antrag Heydebrand( f.) Betriebe verhängt, die Bildwerke, Schriften oder sonstige Artikel Civilregierung für die beiden Boerenstaaten Veranlassung, der die Regierung um baldige Vorlegung unfittlicher Art ausstellen oder vertreiben". Dieser Tage veranstaltete unter Oberleitung Sir Alfred Milners. Der genannte Verein wieder eine öffentliche Versammlung. Noch ist immer nichts bekannt, ob Botha fich wirklich den des in den beiden letten Seſſionen geforderten Schul- Gegenstand der Beratungen war das Dirnenunwesen in Köln. Der Engländern ergeben wird; noch weniger Bestimmtes verlautet über dotationsgesetzes ersucht. Während die konservativ Besuch war sehr zahlreich, was aber nicht ettva auf die Zustimmung die Absichten De Wets und Stejns. flerifale Mehrheit früher die Regelung der Schulสน den Bestrebungen des unsittlichen Vereins" fo nennt unterhaltungspflicht im Rahmen eines allgemeinen ton man dort den Roerenschen Bund zurückzuführen ist, sondern zum fessionellen Volksschulgesetes verlangt hatte, begnügt sie Teil auf das interessante" Thema. Noch im verflossenen Herbst hat sich jetzt mit der Regelung dieser einzelnen Frage, allerdings Herr Roeren bitter Klage geführt über die ungenügende MitgliederPartei Organisation. Die Parteigenossen in Frankfurt a. M. ohne von ihrem principiellen Standpunkt etwas nachzulassen. zahl seines Vereins und fürzlich mußte der wackere Mann erfahren, haben eine Abänderung ihrer Organisation beschlossen. Der Posten Der Antrag wurde cinstimmig angenommen, nach dem daß troz seiner aufreibenden Thätigkeit sich in Köln ein Stern eines Vertrauensmanns in der seitherigen Form wurde aufgehoben Minister Studt erklärt hatte, daß berg- Schmu entwickeln konnte, der den Berliner Fall an Um eine er eifrig mit den fang weit übertrifft. In der Berjammlung forberte Stoeren und sämtliche Parteigeschäfte dem Socialdemokratischen Verein Borarbeiten zur gefeßlichen Regelung der Schul- Unterhaltungs- Bermehrung der Beamten übertragen. Der Vorsitzende des Socialdemokratischen Vereins zur Wahrung der Sittenpolizeipflicht beschäftigt sei. Einstweilen sind in den Etat Vorschriften. Ein Lehrer schlug vor, die Dirnen durch fort- it fortab zugleich Vertrauensmann. Der Vorstand des Socialdemokratischen Vereins Ieitet die Agitation im Wahlkreise, 13 Millionen zur Unterstügung von Schulverbänden wegen währendes Denunzieren aus den Straßen hinauszuekeln. Man be- führt sämtliche Kassengeschäfte, beruft die Mitglieder und öffentlichen Unvermögens bei Elementarschulbauten eingestellt. schloß. die Polizeibehörde zu schärferem Vorgehen zu ersuchen; insDie Beratung des Kultus- Etats fam noch nicht zu Ende. besondere soll das Wohnen von Prostituierten in Straßen mit vielen Parteiversammlungen, in welchen alle Parteigeschäfte, wie Wahlen Am Freitag stehen fleinere Vorlagen und kleinere Etats Schulpflichtigen Kindern verboten werden; die Bürgerschaft foll durch zum Parteitag 2c. erörtert und beschlossen werden. Zur Unterstützung auf der Tagesordnung. Beschaffung von Beweismaterial das Einschreiten der Behörde ver- des Vorstands wurde eine fiebengliedrige Agitationsfommission geanlassen und dieserhalb sich in zweckentsprechender Weise nach wählt, welche zusammen mit dem Vorstande des Vereins die Agitation im Wahlkreise sowie der vier Landkreise zu leiten hat. Straßen oder Bezirten organisieren". Die Kölner Roeren- Garde sorgt, daß in unsrer ernsten Zeit der leichter arbeiten zu können, sollen in den verschiedenen Stadtteilen I'm die Aktionsfähigkeit der Partei zu erhöhen und bei Wahlen ze. Humor nicht ausgeht. Bezirksführer ernannt werden, welche die Thätigkeit in den einzelnen Bezirken zu leiten und zu überwachen haben. = Deutsches Reich. Der Doppeltarif. = v. jut Um der Polizeiliches, Gerichtliches univ. Die Freifinnige 8tg." schreibt: Die Verhandlungen, welche Prinzregenten von Bayern hat dort eine umfangreiche Amnestie Keine Preffünder. Gelegentlich der 80. Geburtstagsfeier des gegenwärtig innerhalb der preußischen Ministerien über die Stellung stattgefunden. Diese Jubiläums amnestie fonnte auf die Preußens zu der Zolltarif- Borlage stattfinden, werden zwischen den Breßunholde nicht ansgedehnt werden, und zwar deshalb, weil Die Demonftration der Arbeitslosen in Leipzig, die am Kommissaren des Finanzministeriums, des landwirtschaftlichen Mini- teine solchen vorhanden waren. Wie man hört, soll sich 7. März im Anschluß an die aufgelöste Versammlung stattfand, steriums und des Handelsministeriums einerseits, des Auswärtigen der Prinz- Regent, als ihm die Amnestie- Anträge vorgelegt wurden, dürfte noch zu einem großen Prozeß führen. Der Vorstand des Amts, des Reichs Schazamts und des Reichsamts des Innern ganz speziell der Presse erinnert und gefragt haben, ob in dieser Gewerkschafts- Kartells hatte gegen die Auflösung Beschwerde erhoben, andrerseits geführt. Der Urheber der Doppeltarif Vorschläge ist Beziehung feine Vorschläge zu machen feien, er würde gerne auf die er jegt einen ablehnenden Bescheid erhalten hat. In dem der frühere nationalliberale Abgeordnete und gegen Justizministers, daß nichts zum Amnestieren vorhanden weisen, da die in diefer Versammlung aufgetretenen Redner, wie möglichst weitgehen. Darauf erfolgte dann die Antwort des Bescheide heißt es: Das Polizeiamt müsse die Beschwerde als unbegründet abs wärtig in den Staatsdienst übergetretene Prof. b. d. Borght, jei. Glüdliches Bayern. der Hauptvertreter dieser Richtung im wirtschaftlichen Ausdies schon in der am 28. vorigen Monats abgehaltenen Versamm schuß war der Ministerialdirektor Wermuth. In den gegen- Wieder ein Rekrutenschinder. Mit einer schweren Refruten- lung von Arbeitslosen zu Tage getreten war, in ganz offener und wärtigen Konferenzen, die am 12. b. M. begonnen haben, scheint mißhandlung hatte sich das Kriegsgericht der 16. Division in Trier maglofer Weise darauf ausgegangen sind, die Anwesenden gegen die fich die Stellungnahme dahin zu accentuieren, daß das Reichs- u beschäftigen. Ein Unteroffizier des 69. Infanterie- Regiments befizenden Klassen im allgemeinen aufzuheben, den hiesigen Stadtrat amt des Innern, das Finanzministerium und das hatte einen polnischen Rekruten, der der deutschen Sprache wegen seiner zur Linderung der augenblidlichen Arbeitsnot ge nur sehr wenig mächtig war und daher auf eine falsch troffenen, angeblich unzulänglichen Maßnahmen verächtlich zu machen, Landwirtschaftliche Ministerium sich warm für den verstandene Frage eine irrige Antwort gab, schwer miß ihn der schimpflichen Lohndrückerei zu beschuldigen und ihn zu beDoppeltarif, wenigstens insoweit Lebensmittelzölle handelt, mit den Fäuften geschlagen, mit den Füßen getreten leidigen. Einzelne Redner sind ja sogar so weit gegangen, die Anin Betracht kommen, einsetzen werden, während die Ver- und mit den Seitengewehr derart wuchtig über die Schulter wesenden direkt aufzufordern, Gewalt anzuwenden, in geschlossenem teidigung auf der andren Seite ziemlich fühl geschlagen, daß der Bruch des Schlüsselbeins die Folge Zuge vor das Rathaus zu ziehen und dort eine Demonstration in geführt wird. Das Auswärtige Amt, welches dem- war. Bestrafung zu entgehen, veranlaßte er Scene zu fezen, eine Aufforderung, die auch teilweise Erfolg gehabt den Rekruten zu der Aussage, daß die Verlegungen durch hat und wegen deren sich die Betreffenden noch weiter kriminell zu nächst die Verhandlungen mit den fremden Staaten zu einen Fall entstanden feien. Der Refrut ließ sich auch hierzu verantworten haben werden." führen hat und die Kosten und den Spott für eine bereit finden, worauf der Unteroffizier dem Feldwebel die gleiche Außerdem wird jede weitere Arbeitslosen Versammlung von eventuelle Niederlage auf sich nehmen muß, hat natürlich eine Mitteilung machte. Im Lazarett wurde jedoch sehr bald festgestellt, vornherein verboten auf Grund der§§ 5, 12 des Sächs. Vereinsgeringe Neigung für den für den Doppeltarif. Doppeltarif. Die daß die Bruchverlegung zweifellos von einem Schlage herrühren gefeges. Die Arbeitslosigkeit wird damit natürlich nicht aus der Schlußentscheidung über seine Haltung ist indessen noch mußte. Der Soldat wurde ins Verhör genommen und erzählte mun- Welt geschafft. nicht gefallen, weil die Entscheidung des Reichs mehr ohne weiteres den wahren Sachverhalt, worauf der Intertanglers noch aussteht. Immerhin tann man annehmen, offizier unter Auflage gestellt wurde. Das Militärgericht erachtete Aus der Frauenbewegung. daß über die Frage, ob Einheitstarif oder Doppeltarif, im Laufe ihn nach Prüfung des Thatbestands der Mißhandlung jenes Rekruten Freiherr v. Stumm als Vertreter der Frauenrechte. In der nächsten Woche entschieden sein wird. Die Vertreter schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten. der Franff. 3tg." wird eine Geschichte erzählt, wie Freiherr des Bunds der Landwirte sind außerordentlich findig, um in Privatv. Stumm dazu gekommen sei, bei der Beratung des Bürgerlichen unterhaltungen schwankende Meinungen zu stützen und widerstrebende di Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Gesegbuchs für einige Verbesserungen im Juteresse der FrauenAnsichten zu bekehren. - einzutreten. Danach foll Wegen Beleidigung seines Landesherrn, des Kaisers von ihre Rechtsfähigkeit betreffend Frau Dr. jur. Kempin gewesen fein, die den Der Bremer Zwischenfall. Die Beferzeitung" verzeichnet Deftreich, stand der östreichische Unterthan, Schneider Emanuel es rau Dr. jur. Der Bremer Zwischenfall. Die Weferzeitung" verzeichnet Beybt, vor der zweiten Straffammer des Landgerichts Berlin I. einflußreichen Mann vor den Wagen der Frauenrechte eine Mitteilung, nach welcher ein Schloffergeselle vor dem Unter: Am 18. August v. J., am Geburtstag des Kaisers von Oestreich, gespannt hat. Sie war es," fo heißt es in der„ Frankfurter Zeitung" Unter- enbt, suchungsrichter ausgesagt haben soll, daß er die von Weiland bei betrat der Angeklagte ein Schanklokal. Es wurde dort der Ge- die den Freiherrn da in Aktion brachte, die genau bemaß, was dem Anschlag auf den Kaiser benutte Lafche am Abend des Kaiser- burtstag von einigen Gästen erwähnt. Der Angeklagte mischte sich durchzubringen und für immer festzustellen war. Sie hat in der dabesuchs auf dem Domshof verloren habe. Damit bestätige sich, fügt ohne weiteres ins Gespräch, belegte den Kaiser mit einem Schimpf- maligen Zeit die" Post" direkt für ihre Sache erobert und in ihr das Blatt hinzu, Weilands Behauptung, daß er die Lasche auf dem wort und legte ihm die Schuld an dem unglücklichen Ausgang des die Disfuffion mit allem Nachdruck geführt, und von ihr stammt Domshof gefunden habe, wo auch eine Zeugin sie vorher hat liegen Krieges von 1866 bei. Ein andrer östreichischer Unterthan ließ ebenso die Nedaktion der Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, gesehen. seinen Landsmann verhaften. Im Termin entschuldigte sich der wie sie dann Stumm im Reichstag vertreten und zur Annahme geDer Weltuntergang im Großherzogtum Heffen. Der Angeflagte mit angetrunkenheit. Im übrigen sei er nicht Oestreicher, bracht hat. rote Staubregen, der dieser Tage auf die Erde gefallen ist, scheint sondern Czeche. Mit glücklichjem Justinkt verstand sie aus den sich hart und für die Scharfmacher thatsächlich das Vorzeichen schrecklicher Er- Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu 3 Monaten ichroff bekämpfenden Gegenströmungen den festen Kern heraus zu eignisse zu bedeuten. Mit wütendem Todesernst behandeln die Gefängnis, während der Staatsanwalt 6 Monate beantragt retten, der aller ferneren Entwicklung mun als Unterlage dienen Berliner Neuesten Nachrichten" nach wie vor den limsturz im Groß- hatte. herzogtum Heffen. Es ist nicht nur die berühmt gewordene Unterhaltung des Großherzogs mit einem Socialdemokraten, die das Blatt aufregt. Noch schlimmer ist womöglich die von der hessischen Regierung geplante Demokratisierung des Wahlrechts. In Preußen -Gott sei Dank- sind derlei politische Experimente ausgeschlossen. Denn so schreibt das Blatt wörttlich " 3 op dit afst uns - its Ausland. Deftreich- lugaru. 15 wird. Und dazu bediente sie sich des Herrn v. Stumm. „ Erst einmal einen festen, gesicherten Anfang, nachher läßt sich über alles andre und weitere reden!" sagte sie. Und auf die Frage: Warum denn durch Stumm?" erwiderte sie ruhig: Was von der Seite empfohlen wird, zicht einen ganzen Kreis von Richtwollenden und Halbwollenden nach. Und diese Verstärkung brauchen wir. Daß Ihr mitgeht, ist ja wie so sicher, daß Ihr weiter gehen möchtet, auch. Aber das weitere ist noch nicht zu haben, und versteifen wir uns darauf, so bekommen wir nichts. Es bleibt alles beim alten." So tam Stumm zur Frauenbewegung. 21 Wie sehr es sich um eine eigene persönliche Aftion des Herrn v. Stumm handelte, beweist auch der Umstand, daß, als die Geschäftsleitung der" Post" der Frau Dr. Kempin das Honorar für ihre Artikel anwies, diese erklären konnte, daß sie ihr Honorar bereits von Herrn v. Stumm empfangen habe. Eine Wendung. In dem Artikel vom 12. März find drei Druckfehler zu berichtigen. Herr v. Körber hat nicht die leiden „ in Preußen würde man jeden für einen Schwindler erklären, haftliche Beharrlichkeit" als seine Politik proklamiert, sondern der behaupten wollte, daß für die Einführung des Reichswahl. die leidenschaftslose. Das Parlament wird sterben, aber es läßt sich nicht drängen; vom erwürgen" ist leider noch keine rechts zu den Landtagswahlen eine starte Boltsströmung Rede. Und nicht dem Parlament muß seine Lebensunfähigkeit flar bestände. Außer der Socialdemokratie trägt feine einzige Das Berl. Tageblatt" äußerst einige Zweifel an der Richtigkeit Bartei Berlangen danach, wenn auch der Freifinn und das Gentrum werden das Barlament muß fie far magen. sich gelegentlich den Anschein geben mögen. Es ist auch kein Frankreich. dieser Erzählung, indem es darauf hinweist, daß es nicht Stumms Zweifel, daß die Gründe, welche gegen das Reichswahlrecht Die Enthüllungen Déroulèdes ziehen weitere Kreise. Der sind ganz berechtigt. Art war, fich schieben zu lassen. Die Zweifel des Berl. Tageblatt" War Stunum bei dieser Sache wirklich sprechen, heute, nachdem man die Erfahrungen eines Menschen- Figaro" hatte in seiner Ausgabe vom 14. März erzählt, daß die ein Geschobener, so war es sicher nicht Frau Dr. Stempin, alters hinter sich hat, allgemeiner und anders gewürdigt werden, Bersönlichkeit, welche namens der royalistischen Partei Déroulède am die ihn geschoben hat. Ganz im Gegenteil! Frau Dr. Kempin als seiner Zeit bei Errichtung des Norddeutschen Bunds." Tage vor seinem beabsichtigten Staatsstreich besuchte, ein Deputierter hat Herrn D. Stumm lediglich die erbetene fachkundige Und nun stört Hessen die Geschäfte der Reaktion mit seiner sei, der sich neuerdings nach Amerika einschiffen sollte und feine Aber bedurfte, Hilfe geleistet, deren um die ihm als Vater Wahlrechtsreform, deren Entsetzlichkeiten das Berliner Organ lebhaft reise wegen der jegt schwebenden Angelegenheit aufgeschoben habe. von 4 Töchtern am Herzen liegenden Rechtsgrundfäße in die schildert, um dann zu bemerken: Der Deputierte Graf Castellane, der diese Mitteilung auf sich " Nach all dem Gesagten ist das in Rede ſtehende Vorgehen bezog, begab sich darauf, von seinem Vater und seinem Freunde be- geeigneten Formen zu bringen und mit den zulänglichsten Gründen der hessischen Regierung allerdings geeignet, nicht geringes gleitet, in die Wohnung des Chefredacteurs des Figaro", Rodays; Gache; nur werden in der Frantf. tg." die Rollen zwischen Frau zu vertreten. Jusoweit hat die Dame gewiß ein Verdienst an der Staunen hervorzurufen.... Allem Anschein nach denkt man als derselbe einige ihm nicht genügende Erklärungen abgegeben Stempin und Herrn v. Stumm vertauscht. weiter. Die mehrerwähnte Unterhaltung des Großherzogs hatte, stürzte Castellane sich auf ihn und erging sich in groben Thätmit dem Socialdemokraten Ulrich, noch dazu unter den lichkeiten. vom Vorwärts" so eingehend geschilderten Umständen, ist ein Greignis, dessen eigenartige Bedeutung Can Maas- Schelde Kanal. Die Vertreter verschiedener Handelsman nicht, wie es in der Presse versucht wird, durch die Er fammern des nordöstlichen Frankreich beschlossen, die Hälfte der innerung an den Empfang der streifenden Bergarbeiter seitens des Kosten für den Bau eines Maas- Schelde- Kanals zu übernehmen und Kaisers im Jahre 1889 oder an die Arbeiterschutz- Konferenz im dem Staat ihre Zinsgarantie für eine Anleihe von 60 Millionen Der Arbeiterinnenschuh im dänischen Folkething. Dieser Jahre 1890 abschwächen kann. Wäre bei dem Darmstädter Vor- anzubieten. Durch diesen Kanal würde das nordöstliche Frankreich Tage wurde in Folkething in zweiter Lesung über das„ Fabrikgang wirklich der unbestreitbare Optimismus des mit dem Hafen von Antwerpen verbunden. geje" beraten. In dem Entwurf der Regierung war neben dem Kaisers in den genannten Jahren das Vorbild gewesen, Verbot der Kinderarbeit bis zum 14. Lebensjahr auch der zehndann hätte man sich auch erinnern sollen, wie dem Kaiser das hochherzige Entgegenkommen gedankt worden ist. Rom, 14. März. Die Bureaus der Kammer nahmen heute die stündige magimai- Arbeitstag und das Verbot der Die wiederholten Reden von den vaterlandslosen Ge- Wahl der Kommission zur Prüfung des von der Regierung ein- achtarbeit für Arbeiterinnen vorgesehen. Diese Bestimmungen wurden auf Vorschlag der Mehrheit der Follethings Man ist" in Darmstadt aber gebrachten Gesezentwurfs betreffend die Finanzmaßnahmen vor. fommission fallen gelaffen mit der Motivierung, daß die sellen" find Zeugnis davon. offenbar weit davon entfernt, diese Erfahrungen richtig Es wurden drei Ministerielle und sechs Oppositionelle ge- Frauen ben Männern gleich geste IIt" sein sollten, das heißt also, zu würdigen. Im Gegenteil, die gegenwärtige dortige Politik wählt.der gleichen Ausbeutung unterworfen sein sollen. Zur Hinter ist nur verständlich, wenn sie von der festen Hoffnung getreibung dieses geringen Arbeiterinnenschutzes hat die Haltung der tragen ist, die Socialdemokratie durch ein geradezu verblüffen- Der ehemalige Präfident der Vereinigten Staaten, bürgerlichenFrauenrechtlerinnen wesentlich beigetragen. des Entgegenkommen entwaffnen zu können. In einem süd Harrison, ist in Indianapolis verstorben. Harrison zog am Diese erklärten sich unter dem Vorwand der Gleichstellung der Gedeutschen Blatt fanden wir den Ausdruck der Genugthuung 4. März 1889 in das Weiße Haus" in Washington ein. Harrison schlechter gegen jeden besonderen Schuh der Frauen darüber, daß von Berlin tein Quos ego( Bannstrahl) na ist ein entschiedener Vertreter der Monroedoktrin in allen ihren und agirierten gegen den Behnstundentag und das Verbot der Darmstadt ergangen sei. Die Bemerkung war an sich ziemlich Konsequenzen gewesen; seine ganze Regierung legte davon Zeugnis Nachtarbeit der Frauen und in diesem Sinue beschloß dann auch das finnlos, aber doch recht bezeichnend. Man möchte offenbar ein ab. Schon im Herbst seines ersten Regierungsjahrs wurde sein Name Folfething mit 41 gegen 38 Etimmen( 33 Abgeordnete waren abstilschweigendes Placet( Einverständnis) der höchsten Stelle im in der ganzen Welt befannt durch den panamerikanischen Kongreß, wefend). Fast wäre durch das Verhalten der Borkämpferinnen der Reich konstruieren. Wir vermuten, in Berlin wird man die der eine engere Vereinigung der amerikanischen Staaten auf wirt- bürgerlichen Frauenbewegung auch der geringe WöchnerinnenVerantwortung für das Darmstädter Experiment denen schaftlichem und politischem Gebiet zum Zwed und die späteren fchu bintertrieben worden. Doch wurde mit 48 gegen 31 Stimmen überlassen, die es ersonnen haben." Handelsverträge mit mehreren füdamerikanischen Staaten zur Folge eine Bestimmung angenommen, wonach Wöchnerinnen nicht eher Und die Hamb. Nachrichten" bedauern aufs tiefste, hatte. Im Jahre 1892 unterlag er in der Präsidentschaftswahl gegen wieder in der Fabrit beschäftigt werden dürfen, als bis ein ärztliches daß ein deutscher Bundesfürst sich auf ein Zusammentreffen und eine Cleveland und nahm dann eine Professur an der Seland- Attest dies für zulässig erklärt. freundschaftliche Unterhaltung mit einem Angehörigen der Umfturz- Stanford- Universität in Salifornien an. partei überhaupt eingelassen hat." " Da fehlt wirklich nur noch die Aufforderung. Preußen solle Heffen den Krieg erklären! So weit hat es die reaktionäre preußische Breffe glüdlich in Kretinismus gebracht, daß es blöder Weise ein ganz gleichgültiges Vorkommnis zu einer Haupt- und Staatsaktion aufbauscht. " Italien. Amerika. Die englischen Friedensbedingungen. Die feitens der englischen Regierung an Kitchener übermittelten Friedensbedingungen find folgende: Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. = 11. Sigung vom Donnerstag, 14. März 1901, nachmittags 5 Uhr. Die Tagesordnung für die heutige Sigung ist ganz besonders reichhaltig. 1. Allgemeiner Waffenstillstand für alle kämpfenden Herr Roeren hat nach seiner schweren Niederlage im Reichstag Boeren, Stejn und De Wet mitinbegriffen. 2. Die Stap in feinem Wohnort Köln einen umfangreichen Kampf wider die rebellen folien für ihre Teilnahme am Krieg dadurch bestraft werden, Auf Vorschlag des Vorstehers foll nach den Wahlen sofort Sittenverderbuis organisiert. Wie wir vor mehreren Monaten daß sie ihrer bürgerlichen Rechte für verlustig erklärt werden. mitteilten, hat der von ihm geführte Kölner Berein zur Belämpfung 3. Bubilligung von Geldunterstügungen für die Boeren zur Er- mit der Etatberatung begonnen, die Mehrzahl der andren Beratungs werden. Die Vorlage geht an den beantragten Ausschuß. Sierauf schreitet der Vorsteher zur Vornahme der Wahlen. Zur Geschäftsordnung erklärt J " gegenstände aber vorläufig von der Tagesordnung ausgeschieden]( Rufe: Na also!) bei vollständig freier Station und freier Wohnung Die Etats für die übrigen Krantenhäuser werden unverändert ( Rufe: Na, das wäre auch noch schöner!). Noch vor der Rede genehmigt, ebenjo der Etat der Polizei und Feuerlösch Die Vorlage wegen Herstellung eines Antrids hatte die Krankenhaus- Deputation eine Lohnerhöhung kosten. Ueberführungs- Bauwerks über den Bahnhof Gesundbrunnen beschlossen. Die Löhne betragen jegt im großen Durchschnitt mehr Auch die Etats für die Frren und Idioten Anstalt fin im Zuge der Swinemünder- und Bellermannstraße beantragt Stadtv. wie die der Victoria- Schwestern. Die Oberschwestern bekommen Dalldorf und für die Frrenanstalt Herzberge passieren Hinge( Soc.) einen Ausschuß von 15 Mitgliedern zu überweisen, da monatlich 40 M. Von den Moabiter Oberwärtern erhält 1 78, 2 75, ohne Debatte. die projektierte Breite des Fahrdamms von 91/2 Metern ihm unzu- 1 64, 1 62, 5 60, 2 56, 1 54, 151, 2 47, 1 46, 344, 3 43, Beim Etat der Anstalt für Epileptische. uhllänglich erscheint. 1 42, 1 40 und ein Einziger 39 M. Von den Oberwärterinnen er garten" ist im Ausschuß auch der Fall der Ausgrabung und hält eine 56, 2 55, 4 51, 1:50, 3 47, 1 45, 1 44, 1 42, 1 38 und Sektion einer Leiche gegen den Willen der Angehörigen besprochen eine 36 M. Die Löhne der Wärter schwanken zwischen 30 worden. Da ein gerichtliches Verfahren schwebt, ist der Ausschuß der und 28 M., die der Wärterinnen zwischen 24 und 25 M.( 3uruf: Sache nicht näher getreten. Stadtv. Borgmann( Soc.): Wir haben auf unjren Blägen Wenig genug) Bei der Strantenhaus- Deputation ist eine Betition Stadtv. Borgutann: Wenn es vorkommen fann, daß die Leiche eine Erklärung, unterzeichnet Cassel, Mommsen", vorgefunden, des Bärterpersonals eingegangen. Es ist eine Subfommission mit eines 12jährigen Mädchens ausgegraben, ihr der Kopf abwelche anfängt:" Von den Fraktionen werden folgende Kollegen der näheren Untersuchung dieser Ansprüche betraut worden. Diese geschnitten und der Numpf dann wieder beerdigt wird, obvorgeschlagen." Ich will nur fonstatieren, daß meine Fraktion und hat noch nicht tagen können, weil in der letzten Zeit die Arbeitslast wohl die Angehörigen sich die Sektion verbeten haben, Es müssen doch die der Neuen Linken bei der Festsetzung der Vorschläge nicht zu groß war. Es ist also mit den Löhnen nicht so, wie behauptet hapert es irgendwo in der Verwaltung. befragt worden sind. Wir hätten uns der Liste auch nicht an worden ist. Der Baderaum ist hinreichend, es nehmen täglich etwa Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden; existieren sie schon, wie schließen können, weil die Parität in der Besetzung der Aemter in 6 ein Bad. Die Behauptungen über die mangelhaften Desinfektions- behauptet wird, so sehen sich eben die Aerzte und Leiter einfach feiner Weise gewahrt ist.( Lebhafte Zustimmung.) apparate find nach dem mir vorliegenden Bericht vollständig darüber hinweg. Man sollte den Angehörigen bei Uebermittelung Stadtv. Kreitling( N. 2.): Auch wir sind an einer event. unbegründet. Die Angriffe stützen sich auf die Anssage eines früheren der Todesnachricht gleichzeitig von Magistrats wegen eröffnen, daß Abmachung nicht beteiligt. Wir können uns dem Bedauern des wärters. Die Apparate werden täglich revidiert von einem Ma- sie das Recht haben, gegen eine Secierung Einspruch zu erheben. Stadtv. Borgmann nur anschließen.( Zustimmung und Rufe: Un- fchinenmeister, und es ist nicht ein einziger Fall vorgekommen, daß Der Magistrat sollte freiwillig so vorgehen und es nicht erst auf das erhört, rücksichtslos!) sie nicht brauchbar waren. Wenn Herr Antric Beranlassung zu Einschreiten des Oberpräsidenten ankommen lassen. Stadtrat Straßmann: Eine Untersagung der Eccierung war haben glaubte, fich im Interesse der Menschheit über das Moabiter Krankenhaus zu beklagen, so hätte er doch der Direktion nirgends ausdrücklich ausgesprochen; ist nach 24 Stunden kein Eindavon Mitteilung machen sollen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) spruch erhoben, so wird zur Sektion geschritten. Stadtv. Singer( Soc.): Wir wollen ganz allgemein die heutige Statt dessen wartete er ein halbes Jahr, bis er von der Tribüne des Reichstags diese Anschuldigungen in die Welt schleuderte. Ich Braris geändert wissen, daß blos die Todesanzeige gemacht wird hätte gewünscht, er hätte sie an andrer Stelle wiederholt( Unruhe), und die Verwaltung mun abwartet, ob gegen die Sektion Einspruch Die Leute wissen ja meistens gar nicht, dann hätte er Gelegenheit erhalten, sie zu beweisen.( Lebhafter erhoben wird. Beifall.) daß sie Einspruch erheben tönnen, oder daß feciert werden soll. Das wissenschaftliche Interesse muß seine Grenze finden an der Achtung und Schonung der Gefühle der Angehörigen. Gerade im Interesse des Ansehens der Verwaltung sollte unser Vorschlag angenommen werden.( Beifall.) Stadtv. Mommfen: Es hat uns selbstverständlich sehr fern gelegen, im Namen aller 4 Fraktionen zu sprechen; es haben nur 2 Fraktionen sich auf die Vorschläge vereinigt.( Redner versucht weiter zu sprechen, kann sich aber nicht verständlich machen, da er von den Mitgliedern Der beiden protestierenden Parteien durch stürmische Zwischenrufe andauernd unterbrochen wird. Die Mitglieder dieser beiden Parteien verlassen schließlich bis auf wenige den Saal.) Vorsteher Dr. Langerhans: Der Kopf der Erklärung enthält offenbar etwas unrichtiges. Ich halte dafür, daß die Zufriedenheit nur hergestellt werden kann, wenn wir die Wahlen heute aussehen. Stadtv. Jacobi( A. L.): Unire Fraktion hat einen neuen Schriftführer; der hat, statt die Vorschläge den Mitgliedern der Fraktion zu übergeben, die Liste auf alle Pläge legen lassen. Mala fide ist also von uns nicht gehandelt worden. Stadtv. Borgmann: Die Wahlen werden heute schon deshalb nicht vorgenommen werden können, weil die Versammlung nicht befchlußfähig sein möchte. Es bleibt dabei, daß der Kopf der Erflärung sich nicht mit der Wahrheit deckt. Die Aussehung der Wahlen wird beschlossen.( Nach dem CasselMommsenfchen Utas sollten von den vacanten acht Posten fünf den Mitgliedern der Fraktion Mommsen, drei denen der Alten Linten zufallen.) Darauf beginnt die Specialberatung des = Stadthaushalts Etats für 1901. Stadtv. Kurt Ulrich( Bürgerpartei) stimmt den Stadtvv. Borg mann und Singer durchaus zu. Sociales. Bergarbeiter- Löhne im Jahre 1900. Der Reichs- Anzeiger" veröffentlicht die Nachweise der im Jahre 1900 in den HauptBergbau- Bezirken Preußens verdienten Bergarbeiter- Löhne. Danach betrugen die Durchschnittslöhne für alle Beschäftigten: Im D.-B.-A.-B. Dortmund 1899 1900 M. M. Steinkohlen- Bergbau in Oberschlesien In Niederschlesien 801 877 846 910 a) im nördlichen Revier b) im südlichen Revier Summe O.-B.-A.-B. Dortmund und 1265 1348 1233 1296 Revier Osnabrüd 1255 1332 Bei Saarbrüden( Staatswerke) 1019. 1044 1069 1194 931 1142 Stadtrat Straßmann: Ich bin sehr erfreut, zum erstenmal Gelegenheit zu haben, den Anschuldigungen und Anfeindungen gegen das Moabiter Krankenhaus öffentlich entgegenzutreten. Bei allen bisherigen Epidemien, Cholera, Rückfallfieber, Flecktyphus, Poden, haben die vorhandenen Einrichtungen ausgereicht. Die Reinigung der Klosetts geschieht durch selbstthätige Spülvorrichtungen. Syphilis fann von dort nicht verbreitet werden. Die Wärter Der Giat wird bewilligt, desgl. ohne Debatte der Etat für die und das Dienstpersonal verden förperlich untersucht. Man Bade Anstalten. Damit sind die heute auf der Tagesordnung stehenden Etats hat von ungeschultem Personal gesprochen. Das ist unrichtig; unter Stadtv. Singer beantragt, nunmehr die Nuhegeldden Wärtern ist nur ein sehr fleiner Teil Hilfswärter und auch diese erledigt. find fast durchweg geschulte Leute. Die Verpflegung soll fasernenmäßig vorlage zu beraten. Stadtv. Wallach( A. L.) erhebt Widerspruch. Stadty. gewesen sein. Hier ist das Menu mehrerer Tage: Sauerbraten Singer beharrt bei seinem Vorschlag, da sonst das Statut Gefahr mit Klößen und Kompot, abends Wurst; Schweinefleisch mit Linfen laufe, nicht zum 1. April fertig zu werden. Wenn der Referent und Kartoffeln; Hammelfleisch mit Kohl, abends Fricassée heute fehle, so sei Ersatz zur Stelle. Die Vorlage, betreffend die Auswahl der im Rechnungs( Heiterkeit); Rindfleisch mit Bohnen. Ist das kasernenmäßig? ( Seiterfeit.) Im Kittel gehen auch die Aerzte und das übrige jahre 1901 neu und umzupflasternden Straßen und Berjonal herum; Wolle taugt da nicht. Notlampen sind vorhanden, Blaze geht an einen besonderen Pflasterausschuß, der außerdem find 4860 Stearinkerzen verbraucht worden. Wo gewöhnliche sofort ernannt wird und dem auch die Stadtvv. Ewald und Die Etats Grundstücke in der Stadt, ländliche Kost nicht ausreicht, wird allererquisiteste Extradiät verordnet. Der Bernau( Soc.) angehören. Grundstüde, altsteinbruch zu Rüdersdorf, Be- ftintende Auswurf eines Kranken wird unschädlich gemacht durch Desodori- Stadtv. Naft( A. 2.) berichtet darauf über die Vorlage wegen rechtigungen passieren ohne Debatte. Es folgen die Etats der sierung, nicht aber braucht deshalb ein solcher Kranter isoliert zu werden. Aufnahme einer neuen Straße 9A in den Bebauungsplan Krankenhäuser Friedrichshain, Moabit, Urban, Die borgebrachten Angriffe find also unrichtig und zum mindesten Abteilung XIV zwischen Boghagener- und NomintenerGitschinerstraße. übertrieben.( Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Ich bitte Sie ſtraße. Stadtv. Dr. Freudenberg( Soc.): Jm vorigen Jahre wurde( zu den Socialdemokraten), unterlassen Sie derartige Bemerkungen; Die Vorlage wird angenommen, nachdem Stadtv. Borgvom Magistrat die Thatsache der lleberfüllung der Strankenhäuser be- es tönnte sonst unangenehme Folgen haben für diejenigen, die auf mann erklärt hat, daß seine Partei das von den Besizern gebotene stritten; inzwischen ist festgestellt, daß bezüglich des Entlassungs- die Krankenhäuser angewiefen find.( Beifall.) Aequivalent den Vorteilen gegenüber, welche diese für die Ausbeutung termins der Genesenen ich besser unterrichtet war als die ganze Stadtv. Dr. Freudenberg: Stadtrat Straßmann hat cs des Terrains erlangen, für ungenügend ansieht und deshalb gegen Krankenhaus Deputation. Die Thatsache der Ueberfüllung ist in- lebhaft getadelt, daß Antrick die Sache öffentlich zur Sprache ges die Vorlage stimmt. zwischen auch teils direkt festgestellt, teils direkt zugegeben worden, bracht hat.( Sehr richtig!) Ich darf demgegenüber auf das Urteil Die übrigen Beratungsgegenstände werden vertagt. direkt ist dies für die Säuglinge geschehen. In keinem Teil Deutsch- eines andren Manns hinweisen( Unruhe; Stufe: Namen nennen!) Schluß nach 1/29 Uhr. lands, Sachsen- Altenburg ausgenommen, find die Krankenbetten fo Diejer Mann sagte u. a.:... Darum ist es nicht unzweddauernd besetzt wie in Berlin. Der Reichsdurchschnitt der Belegung mäßig, daß der Abgeordnete Antrid diese Sache zur Sprache beträgt jährlich 6,7, in Berlin aber 10,6. Eine niedrigere gebracht hat. Ich kann ihm darum nicht zürnen." Co Belegungsziffer hat man nur dadurch erreicht, daß man zu lesen im stenographischen Bericht über die Reichstagsgang rigoros die leichten Fälle fernhielt und die Gebesserten figung vom 1. Februar, und der Nedner war unser Borsteher, Herr in möglichst frühem Stadium entließ. Die Orts- Kranken- Dr. Langerhans.( hört! hört!) Zurüdweisen muß ich, daß ich tasse der Kaufleute nimmt gegenwärtig eine Statistit über die irgend etwas Faliches behauptet hätte. Wenn der Magistratstisch das Wohnungsverhältnisse ihrer arbeitsunfähigen Kranten auf; sie ist Bedürfnis gehabt hätte, sich über das Moabiter Krankenhaus zu noch nicht abgeschlossen, es ergiebt sich aber daraus schon, daß äußern, so hätte er die Möglichkeit gehabt, sich eine Jutereine große Zahl der Kranten zu Hause nicht ein pellation zu bestellen. Ich hätte ihm jehr gern zur Verfügung ge mal über ein eignes Bett verfügt! Das Strantenhaus standen.( Sehr gut!) Was die Löhne betrifft, so kommen für die Am Urban hat im vorigen Jahre einen Kranten entlassen, wärter intl. Kost und Wohnung 75-85 M. monatlich heraus. weil er der Krankenhaus- Behandlung nicht länger bedürfe; Halten Sie das für eine anständige Entlohnung für erwachsene daß er subsistenzlos war, fümmerte die Verwaltung nicht( Heiter- Arbeiter und Arbeiterinnen? In Hamburg sind doppelt so viele feit), obwohl der Mann Mitglied einer auswärtigen Kranten- Betten für die Bevölkerung da als für Berlin!( Beifall bei den kajje war, die Verwaltung also kein Risiko lief, während der Krante Socialdemokraten.) sich natürlich nicht selbst helfen konnte. Aus den Heimstätten muß Stadtv. Dr. Langerhaus: Ich habe allerdings die vorgelesenen eine Anzahl Pfleglinge wieder zurückgeschickt werden, weil sie vor: Worte im Reichstage gesagt. Ich that es deswegen, weil da, wo es zeitig aus den Krankenhäusern entlassen worden sind. Weitere teine Reglements und Gefezze gebe, die Algemeinheit helfen müsse Beschwerden hat ja schon der Abgeordnete Antrid im Reichs- und daß deshalb die Sachen vor die Oeffentlichkeit gebracht tage vorgetragen Sie beziehen sich vor allem auf die mangel- werden müssen. Daß Herr Antrid jene Angriffe erhoben hat, behaften Verhältnisse des Wärterpersonals bezüglich der Arbeits dauere ich um so mehr, als er dem Krankenhaus Moabit zu Dant Taft, Verpflegung und Besoldung. verpflichtet war. Das einfachste Mittel, derartige Uebelstände zu beAntrids Angaben sind ja von Herrn Medizinalrat Bistor feitigen, besteht darin, der vorgelegten Behörde die Klagen vorzuZur Umsatzftener. Gleich der Gemeinde 2öbtau bei Dres angegriffen worden. Thatsächlich steht aber z. B. fest, daß der Nacht- tragen. Herr Freudenberg hat die Statistik des Stadtrats den hat jezt auch das benachbarte Cotta beschlossen, die 2 Proz. dienst in der bisherigen Weise nicht fortgeführt werden kann, wie ja Bail nicht widerlegen können. Wenn ich bedente, wie wir betragende Umsatzstener dieses Jahr nur zur Hälfte, also nur 1 Proz. auch den Victoriaschwestern dieser Dienst nicht in derselben Weise bestrebt sind, die Verhältnisse der Krankenhäuser zu ver wie dem Wärterpersonal zugemutet wird. Die Besoldungen bessern und Raum zu schaffen, so muß ich sagen, die Aus zu erheben. Es betrifft denselben Verein, der in Löbtau feinen Sig find auch gänzlich unzureichend. Nicht das Anfangs, sondern griffe find nicht sehr schön!( Heiterfeit und Zustimmung.) Bir und in Cotta einige Filialen hat. In Cotta erspart der Verein durch Der genannte Verein führt übrigens das Durchschnittsgehalt beträgt, wie sich aus dem Etat er- tönnen zur Leitung unsrer Krankenhäuser wirklich Bertrauen haben. diesen Beschluß 4000 M. giebt, 27-28 M., und die Krankenhaus- Direktion hat dem Herrn Wir suchen jeden Schaden auszubessern, und nun thun Sie( zu den zur Zeit einen Prozeß um die gefeßliche Zulässigkeit der Umsatzsteuer, Geheimrath Kirchner, der seinen Revisionsbesuch ja überdies Socialdemokraten) fo, als ob wir es nicht thäten.( Ruf bei den in dem nächstens ein Urteil gefällt werden wird. vorher angemeldet hatte, Potemkinsche Dörfer vorgezeigt. Wir be- Socialdemokraten: im Reichstag ist es ganz anders!) Vielleicht antragen, daß die Wärter mit den Schwestern völlig gleich gestellt gelingt es Strantenwärterinnen- Bildungsanstalten bei den Krankenwerden sollen. Das gegenwärtige Wärterpersonal ist ein schlechtes, häusern zu errichten, um das Bedürfnis nach Krankenpflegerinnen zu das geben wir zu. Erst in diesen Tagen hat in Moabit in einem befriedigen.( Lebhafter Beifall.) Krankenpavillon eine Kneiperei der Wärter mit anschließender Schlägerei Stadtv. Prezel( Bürgerpartei) findet, daß die Angriffe des Zur Lohnbewegung der Arbeiter in den mechanischen stattgefunden. Aber unter den heutigen Bedingungen bekommt man Stadtv. Freudenberg gegen die städtische Krankenhaus Ber- Schuhwarenfabriken. Der Stand der Bewegung ist immer noch eben fein anständiges Personal. Daß dasselbe Personal waltung durchaus ungerecht sind.( Stadtv. Hoffmann( Soc., derselbe. Die Ausständigen stehen noch ebenso geschlossen, wie am Tag und Nacht Dienst leistet, muß bestätigt werden. Der ruft: Das ist Ench recht! Große Heiterfeit.) Die Löhne des Anfang der Arbeitsniederlegung. In den maßgebenden Fabriken Plan der Verwaltung, die Civilwärter gänzlich abzuschaffen, ist un- Wärterpersonals tönnie man nicht als schlecht bezeichnen.( Jronischer haben sich Arbeitswillige aus andren Streifen nicht gefunden. Am durchführbar, denn der Bedarf an solchem Bersonal steigt weiter, Beifall.) Mittwoch hat zwischen den Vorsitzenden des Fabrikantenverbands das Krankenhaus an der Seestraße erfordert z. B. allein 200 Personen, Stadtv. Borgmann: Das Recht der Kritik wird man uns und dem Vorstande des Vereins deutscher Schuhmacher eine längere ind andrerseits nimmt das Angebot von Personen für den Schwestern- wohl lassen müssen. Was der Vorsteher heute sagte, ficht wie eine Besprechung stattgefunden, welche jedoch ein pofitives Resultat drenst weiter ab. Bertretung in rantheitsfällen Rettifizierung feiner Aeußerung im Reichstage aus. Wir haben nicht zeitigte. Die Drohung der Fabrikanten, sämtliche Arbeiter jezt noch nicht gur Ausführung und Urlaub zur Erholung wird den Wärtern fast nie ftets Verbesserungen beantragt, Sie aber haben uns nieder- auszusperren, ist bis bewilligt, während die Schivestern regelmäßig diesen Vorzug gestimmt! getonimen; wie verlautet, wollen die Fabrikanten in einer ant genießen. Der Verwaltung steht das Kündigungsrecht Vorsteher Langerhans: Ich habe mich nicht reftifizieren wollen. Donnerstag stattfindenden Sigung endgültig darüber beschließen. zu, den Angestellten nicht; ist das mit dem geltenden Gesez Es ist doch inzwischen alles untersucht und manche Behauptung Die Situation ist im allgemeinen für die Arbeiter günstig, in den bereinbar? In einem Pavillon befand sich nur eine Badewanne. Antrids als unrichtig befunden worden.( Widerspruch.) Die nächsten Tagen ist eine Wendung in den Kampf zu erwarten, entEs gab zwar auch ein paar fahrbare Badewannen, aber diese Zahlen des Herrn Bail find andre als die des Dr. Freuden weder kommt eine Einigung zu stande oder die Unternehmer versuchen das letzte und führen eine Aussperrung herbei. famen nur selten zur Anwendung. Antrid beschwert sich berg. weiter, daß die Desinfektionsapparate nicht in Ordnung waren. Es ist inzwischen der Antrag Freudenberg eingegangen, Ist das richtig? Die Kost soll nach Schema F bereitet werden. die ausgebildeten Wärter den Victoria- Schwestern in den Löhnen Ein andrer Uebelstand im Krankenhaus Moabit besteht darin, daß gleichzustellen. lästige Kranke nicht ausreichend isoliert werden. Auf Station VIII wurde noch am 1. d. M. ein Kranker gebracht, deffen Auswurf einen penstilenzialischen Gestant verbreitete und die andren Kranten zwang, die Nacht auf Stühle in einem Nebenraum zuzubringen. Wäre das Strantenhaus nicht überfüllt, jo hätte so etwas nicht vorkommen tönnen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) V brandBei Aachen Braunkohlen- Bergbau, D.- B.-.- B. Halle 871 Salzbergbau, D.-B.-A.-B. Halle 1100 Im Erz- Bergbau stiegen die Löhne um wenige Mart. Um wie viel der Unternehmerprofit gestiegen ist, erfährt man aus diesen Nachweisungen nicht. bekannt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Tapezierer! Die Kollegen von Potsdam, Braunschweig Stadtv. Freudenberg: Unrichtige Zahlen kann ich schon nehmern dieser Städte wird versucht, in Berlin Arbeitskräfte heranund Breslau haben ihre Sündigung eingereicht. Von den Unters deswegen nicht angegeben haben, weil ich durchweg meine Quellen zuziehen. Wir erwarten, daß kein Kollege von diesen Anerbietungen nannte. Im Schlußwort hält der Referent Kalisch es für notwendig, Gebrauch macht. Kollegen, gebt diese Warnung in allen Streifen Die Berbandsleitung. das Märchen von der Ueberfüllung noch extra gründlich zu marken(!). Aussperrung der Schneider in Bremen. In allen GeStadtrat Bail: Wenn der Abg. Antric im Krankenhause Der Antrag wird abgelehnt, der Etat für das Krankenhaus schäften mit Ausnahme von dreien sind die Schneider am Mittwoch Moabit nicht die aufopfernde Pflege der Aerzte und des Pflege- Friedrichshain en bloc angenommen. ausgesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. personals gefunden hätte, so hätte er am 11. Juni 1900 nicht seine Beim Etat für das Krankenhaus Moabit kommt Zum Streit der Glasarbeiter in Nienburg wird uns geberühmte Rede halten können. Ich muß bestreiten, daß er diese Stadtv. Freudenberg auf die Aeußerung des Stadtv. Salisch schrieben: Der Ausstand dauert unverändert fort. Arbeitswillige Die Streifenden haben fänitlich ausgezeichnete Pflege erhalten hat, weil er eben Herr Antric war. im Vorjahre zurück, daß die Entlassungen nach der Bormittagsvisite, find nur wenige zu verzeichnen. Das ist eine Ueberhebung dieses Herrn. Es ist dem Krankenhaus etwa um 12 Uhr, stattfänden. Die Direktion konstatiere selbst, daß die Fabrikwohnungen geräumt und anderwärts Unterkommen ges gleich, ob der Krante Müller oder Schulze oder Antrid heißt.( Große die Entlassungen früh 8 Uhr stattfinden. Herr Kalifah sei aljo falsch funden. Es ist daraus ersichtlich, wie groß die Opfer sind, die die Ünruhe. Nufe bei den Socialdemokraten: Jst ganz selbstverständlich!) unterrichtet gewesen. Arbeiter im Interesse ihrer Organisation bringen. Geheimrat Kirchner war am Tage nach der Rede im Krankenhause. Der Elatsausschuß empfiehlt zu diesem Etat folgende Re- Magistrat versprochene Schuß für die Arbeitsivilligen scheint auch Bon heute abend bis morgen früh 9 Uhr kann man doch nicht ein solution: großes Krankenhaus auf den Stopf stellen.( Widerspruch.) Herr Die Versammlung ersucht den Magistrat, dafür Sorge zu tragen, Antrid behauptete weiter, daß die Wärter 18-21 M. Lohn er- daß im Krankenhaus Moabit ein Warteraum für die Krankenhielten. Das ist unzutreffend. In der Zeit, in der er im Kranken- besucher bereit gestellt wird. haus war, erhielten 5 Personen 50-62 M. monatlich, 8 Per- Diese Resolution wird auf Antrag Rosenow mit der Erweitejonen 40-46 M., 15 Personen 30-39 M., 22 Personen rung angenommeu, daß in sämtlichen Krankenhäusern solche 25-29 M., 24 Personen 24 M., 3 Personen 23 M. Warteräume gestellt werden sollen. 4 Der von für die unfreiwillig Arbeitswilligen sehr notwendig zu sein. So wurde am Sonnabend der Sohn eines Streifenden, ein Lehrling, der in der Glashütte arbeitet, auf dem Nachhanseweg begriffen, von einem Hüttenmeister derartig geschlagen, daß er arbeitsunfähig wurde. Die Bemühungen, Streitbrecher heranzuziehen, werden mit Eifer von der Hüttenverwaltung fortgesetzt, ohne daß man bisher den gewünschten Rugen erlangte. Trotzdem sind sich die Streitenden darüber klar, daß Achtung, Theaterarbeiter! Die Bühnenarbeiter in Hamburg find in eine Lohnbewegung getreten. Der Zuzug ist fernzuhalten. Der Verband des technischen Bühnenpersonals. Ein polnisches Gewerkschaftsblatt. Mit dem 1. April erscheint in Bosen ein von der Generalfommission der Gewerkschaften in polnischer Sprache herausgegebenes Gewerkschaftsblatt Oswiata"( Aufflärung). Der Redacteur des Blatts, das 14 tägig im Umfang des„ Operaio italiano" erscheint, ist Genosse Gremsti aus Leipzig. Textilarbeiter! In Cunewalde b. Baußen sind 600 Weber und Weberinnen bei den Firmen Carl Kalau und J. G. Große wegen Lohnabzug von 10-20 Proz. in den Ausstand getreten. Verlammlungen. er Kampf mit dem Glasring ein schwieriger wird. Die Zahl der Hier gab sie an, sie habe die Brände im Hause ihres Dienstherrn durch Drohungen und Beleidigungen vom Eintritt in die Fabriken Streifenden ist auf 530 gestiegen und sind 1500 Familienangehörige mur angelegt, um die Feuerwehr zu sehen. Der Gerichtshof hatte abgehalten, jeglicher Begründung entbehrten. Sie erklärt, daß fie zu unterstützen. 8weifel an ihrer geistigen 8urechnungsfähigkeit gehegt, Gewaltmaßregeln ganz entschieden verurteilt. Die Versammlung der Physikus Dr. Klein gab sein Gutachten aber dahin ab, daß die erklärt ferner, daß sie nach wie vor auf seiten der Ausständigen steht, Angeklagte zwar auf dem besten Wege sei, hysterisch denselben ihre volle Sympathie entgegenbringt und sie mit allen zu werden, daß sie aber eine strenge 8ucht moralischen und materiellen Mitteln unterstügen wird." bald gefund und für die menschliche Gesellschaft brauchbar Charlottenburg. Am 6. März tagte in der GambrinusBerliner Range zu nennen pflegt. machen werde. Vorläufig sei sie das, was man eine echte Brauerei eine große öffentliche Versammlung der Barbier- und Der Gerichtshof erkannte auf ein Jahr Gefängnis, rechnete aber davon drei Friseurgehilfen Charlottenburgs. In derselben berichtete die Monate auf die erlittene Untersuchungshaft ab. Lohnkommission über die aufzustellenden Forderungen. Die KomMonate auf die erlittene Untersuchungshaft ab. Wir stehen wohl feineswegs allein mit dem Bedauern darüber da, mission hatte die Forderungen gegen die der Berliner Gehilfen etwas daß der Gerichtshof ein unglückliches Geschöpf, das an der gerade herabgesetzt, nämlich von 12 M. und ganze Koft auf 10 M., bei jungen Mädchen nicht seltenen Byromanie zu leiden scheint, auf von 15 M. und halbe Kost auf 14 M., sonst aber hatte das Urteil eines einzigen Gutachters hin ins Gefängnis schickte und sie die andren bekannten Berliner Forderungen beibehalten. dem armen Wesen damit für sein ganzes Leben einen Matel auf- Zur Begründung hierzu erklärte der Obmann der Kommission, In der Strumpffabrik von Albin Drechsel in Gornsdorf drückte. Wo mag dem Physikus die Weisheit geworden sein, daß das daß die Kommission auf Einladung der Arbeitgeber- Organisation find 28 Arbeiter wegen Lohnabzug von 10 Proz. im Ausstand. In Gefängnis als Heilanstalt dienen tann? schon eine Sigung mit der Kommission der Arbeitgeber hatte. Hier Rendsburg, im Betrieb der Norddeutschen Textilwerke vormals legte die Lohnfommission die zuerst aufgestellten Forderungen vor, Jordan u. Co., find wegen Lohndifferenzen 31 Weber und 21 Weberinnen worauf die Arbeitgeber erklärten, daß, falls die Gehilfen auf diese im Ausstand. In Aachen sind bei der Firma A. Kleinschmidt Lohnforderung bestehen bleiben, ein weiteres Verhandeln unmöglich 20 Weber in den Ausstand getreten, nachdem der Versuch, die Ein- Kommandant De Wet, einer jener Boerenkämpfer, die der sei. Liere hielt es für sehr unflug, jetzt von den Berliner For führung niedrigerer Lohnfäße auf gütlichem Wege zu verhindern, englischen Gefangenschaft entronnen sind und zur Zeit in Deutsch derungen abzuweichen und andre Forderungen aufzustellen, besonders gescheitert war. Bezüglich des Streits bei der Textilfirma Gebr. land rednerisch für die Boerenfache wirken, sprach am Mittwoch in wo beide Ortschaften geographisch so gelegen seien, daß sozusagen alles eins Lörsch ist zu melden, daß die organisierten Arbeiter beschloffen einer gegen 2000 Personen starten Versammlung, die der Aldeutsche bildet. Die zuerst aufgestellten Forderungen wären durchaus nicht haben, innerhalb zweier Jahre bei der Firma teine Arbeit an- Verband im Kellerschen Saal in der Koppenstraße veranstaltet hatte. zu hoch gegriffen. Er begründete eingehend nochmals jede Fordezunehmen. Die Streifenden haben anderwärts Beschäftigung ge- Es tostete diesmal in der vorderen Hälfte des Saals eine Mart, in rung, so daß zum Schluß folgende Resolution gegen zwei Stimmen funden. Trotzdem in Aachen und Umgegend die chriftlichen Verbände der hinteren Hälfte dreißig Pfennige Eintrittsgeld. Dieser Um- angenommen wurde:" Die heute tagende öffentliche Versammlung vorherrschen, löst ein Weberstreit den andern ab. Die Lehre von der stand hatte zur Folge, daß sich ein ganz andres Publikum beauftragt die Lohnkommission, die zuerst aufgestellten Forderungen Möglichkeit einer Harmonie zwischen Arbeitern und Unternehmern einfand, als man es in Bolleversammlungen zu finden den Arbeitgeber- Organisationen zu unterbreiten und über das Mit einem dreifachen geht nirgend so elend in die Brüche als im frommkatholischen pflegt. Auf den mumerierten Blägen sah man Damen in Resultat demnächst Bericht zu erstatten." Aachen. feinen Gesellschaftstoiletten und Herren, die man nach Hoch auf die Lohnbewegung schloß die sehr zahlreich besuchte Vers In der Baumwoll- Spinnerei und Weberei von Bongs u. Zahn der landläufigen Ausdrucksweise als Angehörige der besseren sammlung. in Viersen streiken die Arbeiter gegen eine Verlängerung der Gesellschaft" zu bezeichnen pflegt. Ein etwas volkstümlicheres Ge- Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. Sonnabend, den 16. März, abends Arbeitszeit um eine Stunde. In den beiden mechanischen Stoff- präge zeigte das Publikum, welches die Dreigroschenpläge füllte.( Hamburg.) Filiale Berlin 6. webereien Karl Langerfeld Sohn und Edmund Corth u. Comp. Die ganze, von den Aldentſchen arrangierte Veranstaltung, die außer 9 Uhr, Mitgliederversammlung bei Diecke, Ackerstr. 123. haben die Weber eine Lohnerhöhung von 10 Proz. gefordert, den Reden ein ziemlich reichhaltiges Programm von Mufit- und weil die Löhne während der schlechten Konjunktur reduziert Gesangvorträgen bot, trug weit mehr den Charakter eines Unterhaltungsworden sind. Auf die Weigerung der Fabrikanten haben sämtliche abends, als den einer Versammlung, und sie unterschied sich das Stoffweber die Kündigung eingereicht. Die Unternehmer suchen durch durch recht unvorteilhaft bon den beiden zu Gunsten Inserate Arbeitskräfte heranzuziehen. der Boerensache in Berlin bereits abgehaltenen Versammlungen, obgleich auch diese manche Zugaben enthielten, die besser hätten wegbleiben tönnen. Bei der Firma A. Kleinschmidt, mechanische Weberei in Burt scheid, ist ein Streit ausgebrochen, der sich gegen eine Lohnfürzung wendet. Die Arbeiter gehören dem christlichen TextilarbeiterVerband an. Ausland. Gerichts- Beitung. gegen • " Japan und Rußland. China zwischen zwei Feuern. Die Hartnädigteit, mit der die Ruffen ihre Pläne in Ostasien verfolgen, scheint die andren Mächte mürbe zu machen. Wie verlautet, geben sie sich mit der Erklärung von russischer Seite, daß die Mandschurei geräumt werde, sobald die Ordnung vollkommen Von all dem theatralischen Beiwerk, welches die Veranstaltung wieder hergestellt sei, zufrieden. Sie sehen wohl ein, daß sie des Alldeutschen Verbands aufwies, hob sich die Rede des jungen gegen Rußland nichts auszurichten vermögen und machen aus der De Wet recht vorteilhaft ab. In der Sprache seines Bolts, Not eine Tugend. Nur Japan leistet vorläufig noch Widerstand; Der Streit in der Wiener Damenkonfektion hat mit ganz die Vikar Schovalter ins Deutsche übertrug, schilderte De Wet mit es scheint indes ausgeschlossen, das es Rußland gegenüber zu ernſten ähnlichen Mißständen zu kämpfen, wie sie auch bei uns in dieser schlichter Natürlichkeit die Kämpfe, welche die Engländer seit einem Sonflitten wird kommen lassen. Branche bestehen. Der Accordlohn, der vielfach üblich ist, führt zu Jahrhundert die Freiheit und der Selbständigkeit Die„ Times" berichten aus Shanghai vom 13. März: Die einem fortgesetten Herunterdrücken der Preise, und dabei drängt sich Boeren führen, wie diese erst aus Kapland, dann aus in Port Arthur befindliche Agentur der„ Chartered Bank of zwischen Arbeiter und Großkaufmann der Zwischenmeister. Die Natal berdrängt, den Oranjes und den Valfluß über- India, Australia and China" wurde gezwungen, ihr Geschäft zu Streifer verlangen deshalb die Einführung des Zeitlohns. Bisher schritten und sich in den jezigen Freistaaten ansiedelten. Hier schließen, da Rußland dort zu Gunsten der russischhaben 40 Firmen mit 250 Arbeitern bewilligt. Die Zwischenmeister glaubten wir sagte der Redner. vor unsren Feinden endlich chinesischen Bant das Bantmonopol erklärt hat. haben beschlossen, mit ihren Auftraggebern zu unterhandeln. Ruhe zu haben. Aber der Boden Transvaals barg einen neuen Wie das Bureau Laffan" meldet, werde voraussichtlich eine Der Hafenarbeiterstreik in Marseille. Die Delegierten der Feind: die reichen Goldlager. Wenn wir diese Schäße, nach denen russische Flottenlundgebung im Betschili golf statt. vereinigten Arbeiterkammern des Departements Bouches du Rhône die Engländer die Hände ausstreckten, nicht unter der Erde unsres finden, einesteils, um einen Druck auf China auszuüben, Haupthaben eine Tagesordnung angenommen, in welcher das Arbeiter Landes gehabt hätten, dann wäre die Frage des Stimmrechts gar sächlich aber, um Japan zu warnen, wenn es beabsichtigen syndikat aufgefordert wird, in kürzester Frist zusammenzutreten, um nicht aufgetaucht, und dieser Krieg wäre nicht entstanden. Nachdem der sollte, dem Vordringen Rußlands in Nord- China Hindernisse zu beüber die Notwendigkeit eines allgemeinen Ausstands aller Gewerk- Redner die Kriegführung der Engländer geschildert hatte, fuhr er fort: Die reiten. Gegenwärtig ständen über 100 000 Mann russischer Truppen schaften sich schlüssig zu machen. europäischen Mächte haben unsrer Meinung nach die Pflicht, diesem auf chinesischem Gebiet, doch sei man in Petersburg entschlossen, Kriege ein Ende zu machen. Es giebt nicht eine Bestimmung der die Streitkräfte noch zu vermehren. Haager Friedenskonferenz, die England im Kriege gegen uns nicht Die Gesandten in Beling beraten unterdessen weiter über die übertreten hat. Ist es nicht Pflicht der Staaten, welche an der Frage der Gegen unsre Parteigenoffin Dr. Rosa Luxemburg ver- Konferenz teilgenommen haben, darauf zu sehen, daß ihre AbBestrafung der Provinzbeamten, handelte am Mittwoch das Hamburger Schöffengericht wegen machungen auch gehalten werden? Auf der Haager Konferenz die an der Ermordung von Missionaren und eingeborenen Christen Führung falschen Namens und lebertretung des Ham- ist auch die strengste Neutralität der nicht am Striege beteiligten direkt beteiligt gewesen find. Der russische Gesandte burgischen Vereinsgesetzes. Genoffin Luxemburg sprach im Mächte festgejetzt worden. Wie wird aber uns gegenüber die Neu- beanstandet jede weitere Bestrafung von Beamten, selbst wenn ste Dezember v. J. in mehreren Voltsversammlungen in tralität gehalten? Es steht fest, daß von Deutschland, dessen Volt wirklich schuldig sein sollten. Es verlautet, der russische Gesandte Hamburg. Obwohl der Hamburger politischen Polizei Name und in feiner Gesamtheit mit größter Sympathie auf unsrer Seite habe auf Grund direkter Befehle aus Petersburg gehandelt. Adresse der in großen Annoncen im Hamb. Echo" angekündigten steht, Kanonen hinausgesandt worden sind, mit denen die Engländer Nach einer Shanghaier Meldung soll ein geheimes taiserRednerin schon vorher ganz genau bekannt war, obwohl sie vor die Boeren erschießen. Ich habe in Hamburg gesehen, daß liches Dekret den Vicefönigen Liufunyi und Tichangtschi. allem ganz genau wußte, daß Frau Dr. Luxemburg seit 1898 ver- 2000 Sättel, die aus Berlin gekommen waren, nach England ge- tung befohlen haben, die Unterhandlungen wegen des Heiratet ist mit dem Kaufmann Lübeck und daß fie unter ihrem laden wurden. Sie dienen dazu, um die Verfolger der Boeren Mandschuret Abkommens an Stelle des erkrankten Li- HungMädchennamen Luxemburg schriftstellert und spricht, weil sie beritten zu machen.( Rufe der Entrüstung.) Ich hoffe, daß das Tichang weiter zu führen. Andrerseits wird berichtet, der russische unter diesem Mädchennamen als politische Schriftstellerin bekannt deutsche Bolt gegen solche Verstöße Einspruch erhebt, damit dem ein Vertreter habe Li- Hung- Tichang aufgefordert, den Vertrag zu ratigeworden ist und niemand wissen würde, um wen es sich handelt, Ende gemacht werde. Wegen des Gerüchts, Botha wolle fich fizieren. Ein Meeting, welches von Chinesen einberufen worden wollte sie nun plöglich unter dem Namen einer Frau Lübeck auf ergeben, hat der Redner seine Freunde in Holland um Auskunft war, hat ein Memorandum an den Hof gerichtet, in dem die Ansicht treten obgleich der Polizei das, wie gesagt, alles bekannt war, ersucht und von dort ein Antwort Telegramm erhalten, zum Ausdruck gebracht wird, daß, wenn das Abkommen mit Rußinstruierte sie ihre Organe doch dahin, die Referentin zu fragen, wie in dem es heißt: Bothas Verhandlungen mit Kitchener land nicht abgewiesen werden würde, die Aufteilung Chinas un fie heiße. Uebrigens eine Maßnahme, die sonst in Hamburg nicht find fein Beweis, daß Botha berpflichtet war, Berhandlungen vermeidlich fei. üblich ist. Die Namen der Redner resp. Rednerinnen werden sonst zu führen. Die Afrikanersache steht gut. De Wet ist frei. Delarys stets vom Versammlungsleiter der Polizei auf einem von dieser Position im Westen Transvaals ist sehr start. Es scheint, daß Frankfurt a. M., 14. März.( B. H.) Die„ Frantf. 8tg." gelieferten Formular am Schluß der Versammlung übergeben. Kitchener selbst, indem er die Frau Botha zu ihrem Manne schickte, meldet aus London: Nach einem Telegramm des Burkean Laffan Genoffin Luxemburg sagte nichtsahnend sagte nichtsahnend dem Beamten: fie die Verhandlungen begonnen hat. Das ist kein Beweis für die aus Beting vom 13. d. M. antwortete der deutsche Gesandte fei Dr. Rosa Luxemburg. Dafür wurde fie dann von Stärke der britischen Position. Das Gerücht, Botha werde sich der Regierung von China betreffs der russisch- chinesischen der Polizei mit zwei Strafverfügungen über je 20 Mark demnächst ergeben, ist unwahr.( Das Telegramm datiert vom Mandschurei- konvention in ähnlichen Ausdrücken, wie die bedacht. Sie beantragte gerichtliche Entscheidung und ließ sich in der 13. März.) Der Redner schloß mit herzlichem Dank für ſeinem andren Mächte, die China gewarnt haben, und theilte mit, wenn Hauptverhandlung von dem Rechtsanwalt Dr. Sufe vertreten, der Lande und feinem Bolte bezeugte Sympathie.( Stürmischer Beifall.) China mit Rußland eine Ausnahme mache, würde das für die andren die ganze hübsche Aktion der Polizei in der Verhandlung flar stellte. Die Versammlung fandte ein Telegramm an den Präsidenten Der Staatsanwalt beantragte Bestätigung der Strafverfügungen, Krüger und nahm eine Resolution an, die den Boeren Sympathie Mächte einen Präcedenzfall bilden. Das hat die Chinesen zu weiteren Protesten ermutigt. das Gericht entsprach aber dem Antrag des Verteidigers auf Frei- ausdrückt. sprechung, indem es ausführte: Es sei verboten, daß jemand Auf Verlangen aus der Versammlung wurde die Firma Reineinen ihm nicht zukommenden Namen führe. Der Mädchen- hard in der Taubenstraße als Lieferantin der Sättel nach England Lehte Nachrichten und Depelthen. name einer Frau komme dieser aber nach dem Bürgerlichen Gesez buch auch noch nach der Verehelichung zu, denn sie dürfe ihn zum Wie das Publikum diefer Versammlung, oder doch die Leute auf Beispiel führen, wenn ihre Ehe wieder geschieden sei. In diesem den Blägen zu einer Mark diese Veranstaltung auffaßten, das zeigt Sinne habe die Judikatur in letzter Zeit schon mehrfach entschieden. der Umstand, daß die Damen der nummerierten Pläge nach Schluß Das Gefängnis als Heilauftalt. Ein Berichterstatter teilt der Versammlung in hellen Scharen zur Bühne hinaufstiegen, um folgenden traurigen Fall mit: Das Vergnügen, welches die meisten dem jungen De Wet Ansichtspostlarten zur Unterschrift vorzulegen. Die Heeresorganisation in England. Kinder bei den Exercitien der Feuerwehr empfinden, hat das Auch eine Boerenbegeisterung. London, 14. März.( W. T. B.) Unterhaus. Bei der Weiter15jährige Dienstmädchen Marie Drömer aus Berlin zur Brand- Die in der mechanischen Schuhindustrie beschäftigten Ar stifterin gemacht. Gestern stand sie vor der zweiten Straftammer beiter und Arbeiterinnen hielten am Mittwoch im Schweizergarten" beratung des Heeresbudgets spricht sich Campbell Bannermann am Landgericht Il unter der Beschuldigung der teils vollendeten, eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung ab, in der err gegen die Vorschläge des Staatsfetretärs des Kriegs Brodric aus. teils versuchten schweren Brandstiftung in fünf Fällen. Das Mädchen mann zunächst über Die Aussperrung der Arbeiter Die für die Vermehrung des Heers angeführten Gründe seien nicht stand vom 1. März bis zum 5. Dezember v. J. bei dem Lehrer durch den Verband der Fabrikanten" referierte. Der geeignet; die Aushebung würde vom Volte nicht ertragen Müller in Charlottenburg in Diensten. Der Dienstherr ist Besizer Redner besprach den in der Dienstagnummer des Vorwärts" ver- und fönne auch nicht aufgezwungen werden, weil sie auf Englands Wenn die Regierung nicht des Hauses Friedbergstr. 39. Am 27. November geriet auf öffentlichten Utas der Fabrikanten und zeigte, wie ungerechtfertigt Berhältnisse nicht anzuwenden sei. dem Hofe des Grundstücks der Mülltasten in Brand, weil glühende die darin gegen die Ausständigen erhobenen Beschuldigungen find. die genügende Anzahl Refruten erlangen tönne, so dürfe fie ist angedrohte Aussperrung bis jezt noch Asche hineingeschüttet worden war. Die Feuerwehr rückte an, fand Die nicht fich auch nicht einbilden, in der allgemeinen Dienstpflicht eine aber nichts zu thun. Immerhin gefiel das Schauspiel, welches die zur Thatsache geworden. hat eine Unterredung mit zuverlässige Hilfsquelle zu haben. Er. Redner, sei gegen die Voran- und abrückende Feuerwehr bot, dem jungen Mädchen so aus dem Vorsitzenden Fabrikanten Verbands stattgefunden, ichläge, weil sie militärisches System und militärischen gezeichnet, daß fie fich entschloß, fich dieses Schauspiel auf eigne in der dieser erklärte, über die Aussperrung sei noch fein Beschluß Geist einführten, was notwendiger Weise den Charatter Faust zu verschaffen. Als am 2. Dezember die Herrschaft aus gefaßt worden, aber morgen fände eine Sigung statt, die darüber der Nation und des Reichs ändern müsse. gegangen war und sie sich mit dem einzigen Kinde derselben allein beschließen werde. Stundenlange Auseinandersetzungen, führt der zu Hause befand, begoß sie den ersten Podest der Hintertreppe mit Referent aus, hätten nur dahin geführt, daß der Vorfigende des Dedenburg, 14. März.( B. H.) Die Stadt Kapuvar schwebt Betroleum und zündete dieses an. Die Hausbewohner entdedten das Fabrikanten- Verbands verlangte, die Ausständigen sollten zu den infolge Hochwassers in großer Gefahr. Die Schutzarbeiten erweisen Feuer rechtzeitig, sie löschten die Flammen mit leichter Mühe aus. Die alten Bedingungen wieder anfangen. Redner tritt dafür ein, daß sich trotz aller Anstrengungen als erfolglos. Paris, 14. März.( B. S.) Im Ministerrat unterbreitete der Feuerwehr brauchte erst gar nicht alarmiert zu werden und so tam die Forderungen voll und ganz aufrecht erhalten werden. das Mädchen um das erwartete Schauspiel. Sie suchte sich aber Der Stand des Streits sei ein vorzüglicher und es liege Kriegsminister seinen Kollegen ein neues Programm für den geschichtDieses Programm stellt als schadlos zu halten. Schon eine halbe Stunde nach dem ersten gar keine Ursache vor, von den gerechten Forderungen Abstand zu lichen Unterricht in den Militärschulen. Brande zündete sie mit Hilfe von Salmiatgeist und Papier den nehmen. In demselben Sinn spricht auch der aus Nürnberg Vorbild für die republikanische Armee die Armee der Revolution hin zweiten Treppenpodest an und in gleicher Weise und noch an dem anwesende Vorsigende des Schuhmacher Verbands und besteht darauf, daß die Mitglieder der Armee, besonders die felben Tage auch den dritten und vierten Bodest. In feinem Simon und führt u. a. aus, daß einzelne Fabrikanten gern be- Offiziere, fich nicht nur dem Kriegshandwerk widmen, sondern auch Falle entwickelte sich das Feuer so weit, daß eine Alarmierung willigen möchten, aber vom Fabrikanten- Berband daran verhindert die intellektuellen und moralischen Borgefeßten ihrer Uutergebenen der Feuerwehr erforderlich geworden wäre. Ueber ein An- würden. Hätten die Herren ihren Statuten gemäß bandeln wollen, sein sollen, indem sie diese zu ihrer bürgerlichen, socialen und Wie verlautet, worde im schwelen der Treppenstufen fam es nie hinaus. Man hatte von so hätten sie die Aussperrung sofort beschließen müssen. Redner moralischen Pflichten antreiben. bornherein Verdacht gegen das Mädchen, aber sie leugnete bart- fordert die Ausständigen auf, an ihren Forderungen festzuhalten, heutigen Ministerrat die zweijährige Dienstzeit beim Militär im nädig, tischte dagegen eine Räubergeschichte auf. Sie behauptete, sich aber aller gefeßividrigen Handlungen gegen die Arbeitswilligen Princip beschloffen. Paris, 14. März.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Im daß sowohl der eigne Vater wie auch ein Professor v. Stud ihr zu enthalten. Nachdem noch mehrere Redner sich im gleichen Sinne nach dem Leben trachte. Am 2. Dezember fei sie von einem ausgesprochen haben, wird folgende Resolution einstimmig an- Verlaufe der Beratung über das Vereinsgesetz wird der von dem Berichterstatter und dem Ministerpräsidenten Walded- Rousseau be unbekannten Mann auf der Treppe überfallen und gewürgt worden, genommen: und dieser Mann sei es vielleicht gewesen, der das Feuer angelegt Die heutige Versammlung aller in der mechanischen Schuh- tämpfte Abänderungsantrag mit 281 gegen 258 Stimmen abgelehnt, habe. Am 5. Dezember brannte der Dachstuhl des schräg gegenüber industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nimmt mit Ent- welcher verlangt, daß die Kongregationen durch Dekret des Staatsrats liegenden Hauses Friedbergstr. 4 ab. Das Mädchen geriet in Ver- rüstung davon Kenntnis, daß der Verband der Schuh- und Schäfte- aufgelöst werden können. Saint- Etienne, 14. März.( W. T. B.) In den Dolonienschacht dacht, auch diesen Brand angelegt zu haben. Sie wurde verhaftet fabrikanten durch die Drohung, eine Aussperrung vornehmen zu und gestand dem Kriminalinspektor Krause, daß sie sowohl wollen, die Ausständigen dazu veranlassen will, von der Bethätigung bei Roche la Molière drang Wasser ein. 700 Arbeiter mußten zu die vier Brände am 2. Dezember, wie auch den Brand am 5. De ihres Koalitionsrechts Abstand zu nehmen. Die Versammlung er- Tage befördert werden. Es gelang, alle bis auf drei, die vermiẞt zember angelegt habe. Den letteren Brand bestritt sie vor Gericht. Klärt, daß die Behauptungen der Fabrikanten, die Arbeiter würden werden, zu retten. genannt. des Keine Wiederaufnahme in Montcean- les- Mines. Montceau- les- Mines, 14. März.( W. T. B.) Die Ausständigen beschlossen heute, nachdem sie über die neuen Vorschläge der Grubenbesiger beraten hatten, den Aufstand fortzusehen. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Kr. 63. 18. 1. Kcilm des Jonirls" Knlim NcksdlÄ fttitag, 15. Wn 1901. Nrtchskag. . 67. Sitzung vom Donnerstag, den 14. März 1901. >' nachmittagslUhr. Am Bundesratstische: Graf Posado wsky. Hräsibeut Graf Ballestrcm übermittelt dem Hause den besten und wärmsten Danl des Prinzregenten Luitpold von Bayern für die ihm seitens des Reichstags erwiesene Auf merksamkeit. Auf der Tagesordnung stehen die seiner Zeit an die Budget komiuission zurückverwiesenen Teile deS Etats zur zweiten Lesung, und zwar zunächst Vom Etat für das Reichsamt des Innern, fortdauernde Ausgaben, Kapitel Reichö-VersicherungSamt. ' Tit� 1: Präsident. Die Abgg. A l b r e ch t und Genossen beantragen dazu folgende Resolution: Der Reichskanzler möge dahin wirken, dafc zu st ä n d i g e n Mitgliedern des Reichs- Versicherungsamts Techniker und Nationalökonomen berufen werden. In der Vorlage werden für ein mathematisch und v e r- sicherungstechnisch geschultes Mitglied 1500 M. angesetzt. Die K o m i s s i o n beantragt, diese Position zu st r e i ch e n. Fenier beantragt die Kommission folgende Resolution Der Reichskanzler möge für die Senatsvorsitzenden beim Reichs-Versicherungsamt den Rang v o»ZR äten III. Klasse erwirken. Abg. Dr. Rösicke-Desjau swildlib.): Im Kreise Zauch-Belzig werden die Unkosten der landwirtschaft lichen Unfallversicherung nicht wie es das Gesetz vorschreibt durch Unilageverfahren bezw. Zuschlag zu den Grundsteuern, sondern au' der Grundlage der Kreissteuern aufgebracht. Dieses Vorgehen im Interesse der Grundbesitzer widerspricht dem klaren Wortlaut des Gesetzes. Sehr wünschenswert wäre eS, wenn das Reichs-Versicherungs amt nicht dem Reichsamt des Innern untergeordnet wäre, sondern direkt unter dem Reichskanzler als selbständiges Amt stände. Das würde nur seiner hohen Bedeutung entsprechen. sSehr richtig I links.' Ebenso wäre es angebracht, dasi der Präsident des Reichs Versicheruugsamts zu unsren Verhandlungen im Reichstage zu gezogen würde.— Den Wunsch der Socialdemokraten. daß Techniker und Nationalökonomen zu ständigen Mit gliedern des Reichs- Versicheruugsamts ernannt werden, halte ich für durchaus berechtigt. Die Bedeutung der Techniker im Gegensatz zu den Juristen wird beute noch vielfach unterschätzt, man kann sagen, die Technik ist zur Zeit noch das Aschenbrödel der Wissenschaft. Gerade bei diesem Amt aber handelt es sich sebr häufig um Beurteilung von Fragen, die nur von Technikern sachgemäß geprüft werden können. Die Anstellung von Sachverständigen ist auch in andrer Beziehung sehr erwünscht. So ist die Mitwirkung von Arbeitern bei Ausübung der Kontrolle über die Ausführung der Unfallverhütungsvorschriftcn geradezu unentbehrlich und es ist nicht zu verstehen,'weshalb sich einzeln« Verufsgenosfenschaften noch dagegen wehren. Die Ver- sichcrnngsanstalt Berlin Hot als Konteollbeamte lediglich Arbeiter an- gestellt, ohne daß sich der geringste Mißstand daraus ergeben hätte. Weiter sollten die Berufsgenossenschaften dem Heilversahren ihre Aufnierksainkeit in erhöhtem Maße zuwenden. Die Brauerei-Berufs genossenschaft hat dadurch, daß sie möglichst von Anfang an das Heilverfahren eintreten ließ, die Zahl der entschädigungspflichtigen Unfälle auf circa die Hälfte vermindert. Das hat sie natürlich nicht nur im Interesse der Arbeiter gethan, sondern auch sie hat pekuniären Vorteil davon. Es wäre also sehr zu begrüßen, wenn auch andre Berufsgenossenschasten dies Verfahre» einschlagen würden und sehr zu bedauern ist es. daß nicht bei der Beratung der letzten Ilnfallversicherungs-Gesetze die Karenzzeit überhaupt beseitigt wurde. (Sehr richtig! links.) Schließlich möchte ich sie aufmerksam machen, auf eine kaisev liche Verorduung, die am 19. Oktober vorigen Jahres ergangen ist. Danach sollen die nicht ständigen richterlichen Beisitzer des Reichs-Versichernngsamts nicht mehr wie bisher vom Kaiser, sondern vom Reichskanzler ernannt werden. Ich halte diese Ver- Mehrung der Machtbefugnisse des Reichskanzlers und des Reichsamts des Junern und speciell die Vermehrung seines Einflusses auf die Ziisamniensetzung des Reichs-Versicherungsamts nicht für zweckmäßig. Ich würde es auch für richtig gehalten haben, ivenn man im inneren Geschäftsbetrieb des Reichs-Versicherungsamts speciell in der Bildung der Abteilungen dem Reichs- Bersicherungsamt eine größere Selb ständigkeit belasten hätte.(Beifall links.)' Abg. Stadthagen(Soc.): ES ist mir mitgeteilt worden, daß in einem Orte Hessel* Nassaus bei der Landwirtschaftlichen Berussgenossenschaft die Koste» ans Grund der direkten Staatsstcuer veranlagt werden und es wird behauptet, daß aus eine Beschwerde beim Reichsamt deS Innern hin dies Verhalten gebilligt worden sei. Mir scheint es zweifellos, daß ein solches Vorgehen dem§ 34 des landwirtschaftlichen Unfall- vcrsicherungs-Gesetzes widersprechen würde. Wesentlicher als dieser Punkt ist die Thatsache, daß die Zahl der Unfälle sich von Jahr z» Jahr vergrößert. In diesem Jahre ist die höchste Ziffer erreicht lvorden, ivenn auch bei einzelnen Berufsgenossenschaften die Zahlen niedriger geworden sind. So wohl die Zahl der töt- lichen Unfälle wie die der Unfälle überhaupt ist gestiegen. Dies sollte den Reichstag veranlassen, nach zwei Richtungen vorzugehen: erstens das Geldinteresse zu beseitigen, das die Berufsgenossenschaften an der Vermehrung der Unfälle haben, und zweitens die Arbeiter in erhöhtem Maße beim Erlaß der Unfallverhütungs-Vorschriften und bei der Kontrolle der Durchführung derselben zu berücksichtigen. Die Zahl der tödlichen Unfälle betrug 189S 7100, 1897 7400, 1898 7900, 1899, das heißt in dem letzten Berichtsjahre, 8100. Gestiegen ist auch die Zahl der schweren Verletzungen, die zur Folge hatte. daß der Verunglückte über 15 Wochen erwerbsunfähig war. 1896 betrug sie 79 000, 1897 84 000, 1898 90 000 und stieg im Jahre 1899 auf 94 900. Angesichts dieser erhöhten Zahl der Unfälle kann der Zu- stand nicht aufrecht erhalten werden, daß den Arbeitern nicht einmal der volle Schaden ersetzt wird, sondern daß durch die Vermehrung der Unfälle der Unternehmerschaft eine ganze Reihe von Vorteilen zugewendet wird. Um diesen Vorteil zu berechnen, mögen folgende Zahlen dienen: Zunächst beträgt die Rente im besten Fall zwei Drittel des Jahres- Arbeitsverdienstes. Der Vorteil, der der Unternehmer- fchaft hieraus erwächst, daß sie nicht den vollen Schaden zu ersetzen hat, würde also mit Rücksicht auf die oben genannte Zahl der Unfälle im Jahre 1896 20 Millionen betragen, 1897 28 Millionen, 1898 31 Millionen. 1899 35 Millionen. Der zweite Vorteil für die Unter- nehmer besteht darin, daß innerhalb der ersten 13 Wochen die Bcrufsgenossenschaft überhaupt nicht für die Verunglückten eintritt. Wenn ich hier nur pro Woche 20 Mark als eventuellen Schadenersatz annehme, so würde herauskommen als Gewinn im Jahre 1896 21 Millionen, 1897 22 Millionen. 1898 23 Millionen und 1399 25'/. Millionen. 'Dazu kommt noch, daß die ersten Wochen überhaupt nicht ent- schädigt werden, und die Zahl dieser Unfälle betrug im Jahre 1899; 267 000. Rechne ich hier nur durchschnittlich 4 Wochen a 20 M. Ent- schädigung. so würde das machen 1896: 43 Millionen, 1897: 45 Millionen, 1898: 48 Millionen und 1899: 52 Millionen. Dazu kommen noch weitere kleine Vorteile bei der Entschädigung für die Witlve und die Kinder, so daß. wenn ich alle diese Ge- Winne zusammenrechne, der Gcsamtvorteil für die Unter- uxhmer im Jahre 1896: 8t Millionen betragen würde. 1897: 84 Millionen. 1898: tOS Millionen und m dem letzten Jahresbericht 412 Millionen; also 112 Millionen Jahresgewinn der Unternehmerschaft als Folge unsrer Unfall versicherungs-Gcsetze(Hört I hört! bei den Socialdemokraten.) Man könnte sagen, daß hierbei auch Unfälle mitberechnet sind. die ohne Schuld des Unternehmers erfolgten. Wir können aber auch berechnen. wie groß der Vorteil der Unternehmerschaft wäre. wenn wir nur die Fälle berücksichtigen, in denen sie nach dem Bürgerlichen Gesetz buch haftbar wären. Leider ist das statistische Material hierüber sehr ungenügend; die neue Statistik liegt noch nicht vor und ich muß deshalb zurückgehen auf die Statistik' von 1896. Aus dieser ergiebt sich— sie ist aufgestellt auf Grund der Berufsgenossenschaften selbst— daß 7,3 Proz. der Unfälle auf mangelhaste Betriebseinrichtungen. 2,9 Proz. auf mangelhafte oder fehlende Anweisnng. 10,6 Proz. au Fehlen der Schutzeinrichtungen, 4,05 Proz. auf Fehlen der Schutz- einrichtungen bei gleichzeitiger Unvorsichtigkeit der Arbeiter zurück- zuführen sind. Alle diese Unfälle sind also von den Unternehmern selbst verschuldet. Es kommen danach 24'/s Proz. der Unfälle auf Schuld der Unternehmer. Berücksichtigen wir also nur diese Unfälle, für die die Unternehmer auch nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch hätten hasten müssen, so beträgt ihr Gewinn den vierten Teil der oben angeführten Summen, d. h. noch immer den enormen Betrag von im Jahre 1896: 20 Millionen, 1897 23 Millionen, 1898: 24 Millionen und 1899: 28 Millionen. Diese Zahlen beweise» klar den innigen Zusammenhang zwischen der Ver mehrung der Unfälle und dem Gewinn des Unternehmertums Weiter beweisen die Zahlen, daß die Unfallsgefahr nicht gesunken ist. während dies doch die nächste Folge der sociale» Fürsorge sein müßte. Die Unfallsgcfahr wird so lange wachsen, als nicht der volle Schadenersatz dem einzelnen Unternehmer oder der Gesamtheit derselben auferlegt wird. So lange sie also nicht ein pekuniäres Interesse daran haben, die Unfallgefahr zu verhüten iverdcn wir es weiter erleben, daß ganze Armeen von Unfällen au dem Gebiet des gewerblichen Lebens geopfert werden. Im Jnter- esse der Volkswohlfahrt, im Interesse des Kampfs gegen die Ueber- macht des Kapitalismus muß diese Folge der Unfallgesctze beseitigt werden. Man hört nun immer, wie kolossal viel seitens der Unter- nehnier für die einzelnen Arbeiter aufgewendet wird. Nach meiner Berechnung kommen da aber nur ganz winzige Beiträge in Betracht. 1399 entfielen auf jeden Versicherten 4,23 M., das macht pro Tag 14/io Pf. Unfvllentschädigung. Da kann man doch von einer Fürsorge nicht reden! Die Verwaltung kommt demgegenüber außer ordentlich hoch. Sie beträgt pro Kopf 0,98 im gewerblichen Betriebe, in der Landwirtschaft 0.21 M. Daher müssen die Arbeiter unbedingt Anteilnahme an der Verwaltung fordern. Ich bin überzeugt, daß unter ihrer Beteiligung die Verwaltung wesentlich billiger werden wird. Bei dieser Gelegenheit muß ich ans einen Vorgang zurück kommen, den ich am 26. Januar schon erwähnt habe. Ich führte an, daß seitens der Berufsgenossenschaften für die sogenannte» Ehrenvorsitzenden hohe Gehälter von 10—12800 Mark gezahlt werden, was unzweifelhaft dem Gesetz widerspricht. Ich hatte auch Herrn Fehltsch erwähnt, der seit Jahrzehnten nicht mehr Berufsgenosse sei und keinen einzigen Arbeiter beschäftige und trotzdem ein Gehalt von 10000 M. als Ehrenvorsitzender seiner Berufsgenostcnschaft beziehe. Fehlisch behauptet nun in einer Druckschrift, meine Angaben seien grobe Entstellungen der Wahrheit, die wissentlich falsche Beschuldigungen enthalten. Ich habe natürlich keine Veranlassung, einem solchen Manne auf derartige Aeußerungcn hin zu. antworten, sondern werde mir gestatten, das Schreiben' der Staatsanwaltschaft zu überreichen mit dem Ersuchen, wenn es im öffentlichen Interesse liegen sollte, gegen Fehlisch einzuschreiten. Ich persönlich habe kein Interesse daran. Ich muß aber doch sagen, es ist ein starkes Stück, wen» ein Mann, dessen Berhäliniff« notorisch sind, in einer solchen Denkschrist Behauptungen aufstellt, die zur Verwirrung der Sachlage beitragen. Es ist ja richtig, daß er unter dem Namen eines Vorsitzenden ein solches Gehalt nicht bezieht, aber er zieht seinen Erwerb ans der Fach- zeitnng seiner Berufsgrnoffenschast und bekommt so das Gehalt, das er eigentlich als Vorsitzender bei der Berufsgenossenschaft er- hält. Thatsache ist auch. daß er nicht mehr Bcrufsgenosse ist. Wenn er das Gegenteil behauptet, so folgt daraus nicht, daß er recht hat. Wahr ist nur, daß er bei seinen eignen Häusern von Zeit zu Zeit etwas baut und hier und da ein paar Arbeiter beschäftigt. Von einer gewerblichen Ausübung seines Berufs ist aber keine Rede mehr. Deshalb hat das Reichs-Versicherungsamt alle Veranlassung, der Sache näher zu treten. Die Berufs genossenschaft hat auch seiner Zeit lOOOO M. bewilligt, um in dem Privat Hans deö Herr» Fetisch, das auch zu Zwecken der Berufsgcnossen schaft dient, elektrische Beleuchtung einzuführen, und bei de» Einweihung des Hauses wurden 2000 M. von der Berufs gcnoffenschaft ausgegeben. Dieselbe Berussgenossenschaft, die stets darauf bedacht ist, den Arbeitern die Renten um 10 bis 15 Proz. zu kürzen, giebt ihrem Ehrenvorsitzenden 2000 M. zur Einweihung seiner schönen Wohnung. In dem neuen Unfallversicherungsgcsetz wird dem Präsidenten des Reichs-Versicherungsamts die Handhabe gc- geben, hiergegen einzuschreiten. Das ist aber noch nicht geschehen. Auch andre Ehrcnamtsvorsitzende erhalten hohe Gehälter, so der- jenige bei der Eisen« und Stahl-Berufsgcnossenschaft 6000 M., bei der Fuhrwerks-Genosscnschaft 4000 M.. bei der Ziegelei-Genossen« schaft 3000 M., bei der Müllerei-Berufsgenossenschaft 8000 M. Der Ehrenvorsitzende der Zucker-Berufsgenossenschaft Hahne bezieht jähr lich 12 000 M. im Ehrenamt Gehalt. Das ist ei» ungesetzlicher Zustand, den der Präsident des Reichs-Versicherungsamts nicht dulden darf. Diesen Herren, die ein Ehrenamt bekleiden, steht ledig- lich eine Entschädigung für Zeitversäumnis zu und weiter nichts. Das ist nickt mehr Fürsorge für die Arbeiter, sondern Fürsorge für die Unternehmer. Das ganze Verfahren ist durchaus gesetzwidrig. Wenn es wahr ist, daß die Metsverhältnisse im Falle Felisch so liegen, wie mir mitgeteilt worden ist, dann hätte das Versicherungs- amt allen Anlaß, dem Manne seine Stellung zu nehmen. Ich hoffe, daß diese ausführliche Darlegung bezüglich der Bezahlung der ehrenamtlichen Vorsitzenden der Berufsgenossenschaften nicht erfolg- los bleiben wird. Wer das Eigentum eines Andren zu seinem Zwecke verwendet, begeht eine Unterschlagung. Ge- rade in der Felrsch'schen B e r u f s g e n o ss en- schaft scheint eS erforderlich zu fein, die Be- 'risse von Mein und Dein etwas schärfer zu a s s« n. Die Ganatoricn-Verwaltungen beeinträchtigen die Rechte der Arbeiter, so daß die ursprüngliche Freude über diele Einrichtung sich in das Gegenteil verwandelt hat. Es wird ihnen b e st i m m t e Lektüre vorenthalten und ihnen das Recht genommen, sich politisch ju unterrichten. Das Sanatorium Gütergotz hat ultramontane. ocialdemokratische und steisinnige Zeitungen, die in liberalster Weise zur Verfügung gestellt waren, eröstnet, diese Zeitungen sollten nicht mehr kostenlos zugesandt werden, weil sie nicht mehr ausgelegt würden. Das ist eine Beschränkung der persönlichen Freiheit der Kranken. Es soll ihnen eine Zeitung nicht aufgedrängt werden, aber doch die Möglichkeit gewährt werden, zu lesen, waS sie lesen wollen. Ich möchte den Präsidenten des Reichs- Bersicherungsanns um Abhilfe bitten. Zum Schluß trägt Redner noch einen Fall vor. wo das Reichs- Versicherungsamt im Gegensatz zu der Berufsgenossenschaft und zum Schiedsgericht geurtcilt und die Rechte einer Witwe aus dem 8 27 der neuen Uufallnovelle gewahrt hat. Möge das Reichs-Versicherungs- amt auch sonst dem Ansturm der Berufsgenossenschaften so ent- chieden Stand halten wie hier.(Bravo I bei den Socialdemo- traten.) Abg. Hoch(Soc.) begründet den Antrag. Techniker und Nationalökonomen als ständige Mitglieder in das Reichs- Versicherungsamt zu berufen. Daß eine Vermehrung der technischen Kräfte notwendig ist, wurde in der Budgetkommission von allen Parteien zugegeben. Wir haben ab- sichtlich die allgemeine Fassung gewählt, um es der Regierung zu überlassen, bei welcher Gelegenheit sie die Ernennung vollzieht. Wir hoffen, daß so unser Antrag einstimmig angenommen wird. Noch schlimmer liegen die Verhältnisse bezüglich der National- ökonomen im Reichs- Bersicherungsamt. Wir haben im Reichs- Versicherungsamt gar keine Nationalökonomen. Es ist aber unbedingt notwendig, daß dort auch Leute sitzen, die genaue Kenner der Volks- wirtschaftlichen Verhältnisse sind. Manches bedauerliche Urteil des Reichs-Versicherungsamts rührt nur aus mangelnden nationalökonomi- schen Kenntnissen her. So sind die Ansprüche eines armen Flick- schneiders auf Invalidenrente von dem Amt zurückgewiesen worden, weil er nicht Arbeiter, sondern selbständiger Unternehmer sei, der zu den Bauern gegangen und ihnen die Kleider geflickt habe. Bei größerem Verständnis für volkswirtschaftliche Dinge wäre die Ent- scheidung natürlich anders ausgefallen. Auch die Unfallstatistik, die Fragestellung und die Bearbeitung der Antworten durch daS Reichs- Versicherungsamt läßt die Hand des nationalökonomischen Fachmanns vermissen. Das ganze Material bezüglich der Zeit der entschädigungspflichtigen Unfälle ist unbrauchbar, weil nicht die Unfälle, sondern die Zahl der verletzten Personen der Statistik zu Grunde gelegt worden ist. Die Juristen können als volkswirtschaftlich gebildet nicht gelten. Wir wissen ja nur genau, daß bei der Berufung von Volkswirtschaftlern nicht Leute gewählt werden, die uns nahe stehen. Bei der Beförderung in ein so hohes Amt ist die Voraussetzung eine gewisse Arbeiterfeindlichkeit. Ueber den Geheimrat Friedens- bnrg im Reichs-Versicherungsamt sind Beschwerden nicht nur in der Presse, sondern auch beim Reichs- Versicherungspräsidenten erhoben worden; der die Richtigkeit dieser Beschwerden durchaus anerkannt hat. Als Strafrichter in Breslau hat sich aber Herr Friedensburg durch seine Schneidigkeit gegen die Arbeiter einen Namen gemacht und so die beste Empsehlung für die Berufung in sein neues Amt erworben. Aber mit Sachverständigen ist eine Verständigung viel leichter möglich als mit Leuten, denen so gut wie jede ökonomische Bildung fehlt. Wenigstens solche Mißgriffe werden vermieden werden, die jetzt aus Unkenntnis entspringen. Weiter verlange ich, daß die A r b e i t e r Vertretung in reicherem Maße zur Mitarbeit herangezogen werde wie jetzt. Zu Ab- teilungs- und Plenarsitzungen soll die Arbeitervertretung heran- gezogen werden. Die Verordnung vom November vorigen Jahres hat hier eine Aenderung zum schlechteren geschaffen. Früher fand allmonatlich eine Plenarsitzung statt, an der alle in Berlin an- wescnden. Arbeitervertreter und auch ihre Stellvertreter teilnahmen. So hatten die Arbeiter Gelegenheit, sich über die wichtigsten Beschüsse zu unterrichten. Schon vor derVcrordnung im November wareineAendernng eingetreten. Im vorigen Jahre haben nur 2 oder 3 Plenarsitzungen stattgefunden. Jetzt hat man noch gründlicher damit aufgeräumt. Im allgemeinen sollen gar keine Plenarsitzungen, sondern nur Ab- teilungssitznngen stattfinden, zu denen nur immer ein Arbeiter- Vertreter rcsp'. dessen Stellvertreter zugezogen wird. Das ist eine ganz verkehrte und ungehörige Maßnahme! Der Arbeiter ist auf die Hilfe seiner Kollegen angewiesen! Auch bei der Revision der Heilanstalten durch das Reichs-Versicherungsamt sollen Arbeiter zugezogen werden.. Seit einem ganzen Jahr ist diese Bestimmung in Kraft! eine Revision hat aber noch nicht stattgefunden. Ferner sollte die Zusammenstellung der Rcchnmigscrgebnisse der Berufs- genossenschaften so erweitert werden, daß! sie wirklich nutzbar gemacht werden könnte. Den Berufsgenossenschaften ist eine Reihe von Leistungen nicht obligatorisch, sondern nur fakultativ aufgelegt. ES sollte aus der Zusammenstellung hervorgehen, in wie viel Fällen die fakultative Leistung beansprucht, uiid wie oft sie gewährt worden ist. Ich stehe vollkommen auf dem Boden der territorialen Schiedsgerichte, aber sie tollten so ausgebaut werden, daß es jedem Arbeiter, der eine Rente beansprucht, möglich ist, persönlich vor dem Schiedsgericht zu erscheinen. Die statistische Ausstellung über die Unfälle sollte er- weitert werden. In der Rubrik„Folgen der Verletzungen' sollte die Trennung nach dem Geschlecht durchgeführt werden. Der' Herr Staatssekretär hat die Pflicht, ein Ehrenwort einzu- lösen. Die Unfallkommission und der Reichstag hat auf das Ehren- Wort hin davon abgesehen, Bestimmungen zu treffen über die Art, wie die Acrzte Zeugnisse auszustellen haben. Der Arzt soll nur begutachten, was er als Fachmann übersehen kann. Jetzt aber sind die Gutachten der Aerzte hänsig ans die Erwerbsfähigkeit ausgedehnt. Der Herr Staatssekretär hat ver- sprachen, diese Art Gutachten zu beseitigen. Bis heute ist aber absolut nichts geschehen. Auf den hier ausgedrückten Wunsch des Staatssekretärs nehmen die Berufs- Genossenschäste» nicht die mindeste Rücksicht. Wenn der taatssckrctär durch ein solches Versprechen gesetzliche Maßnahmen verhindert hat, so hätte er sich vorher darüber unterrichten müssen, welche Mittel ihm zur Verfügung stehen, um sein Versprechen durch- zuführen. Die Arbeiter werden so schwer geschädigt, überhaupt haben sie in der Aerztcfrage schwer zu kämpfen und finde» wenig Entgegen- kommen. Ich möchte bitten, daß alle diese Beschwerden Beachtung finden. Bei der Pariser Weltausstellung hat die Regierung sich beeilt, dem Auslande den Hansen Gold zu zeigen, den die Versicherungs« Gesetzgebung den deutschen Arbeitern bringt. Da sollte sie vorher dafür sorgen, daß im Jnlande Einrichtungen bestehen, die es er- möglichen, daß die Vorteile der Versicherungen auch den Arbeitern wirklich zu gute kommen.(Bravo! bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich habe meiner Auffordernng, die ärztlichen Gutachten nicht ans die Erwerbsfähigkcit auszudehnen, bereits weitere Folge ge- geben. Am 29. Januar d. I. habe ich an das ReichS-Versichermigsamt geschrieben. Ich hoffe annehmen zu dürfen, daß man die Aerzte nicht zu Gutachten über die Erwerbsfähigkeit weiter heranzöge. Ich habe den Wunsch ausgedrückt, vom Reichsvcrsichcrungsamtzu erfahren, welcheMatz- regeln dortseitig ergriffen worden sind, um Wandel zu schaffen. Eine Ant- ivort ist mir bisher nicht zugegangen. Als Chef der Verwaltung des Innern mutz ich vorsichtig sein. Ich muß auch den Schein ver- meiden, als wollte ich in die Rechtsprechung des Reichs-Versicherungs- anits eingreifen. Ich werde abwarten. waS das Reichs-Versicherungsamt in dieser Angelegenheit gethan hat, dann werden wir ja weiter 'ehen. An der selbständigen Rechtsprechung des Amts ist die Grenze meiner Kompetenz gegeben. Daß ich die Sache nicht habe ruhen lassen, wird der Voredncr aus dieser meiner Erklärung ersehen haben. lieber die Höhe der Entschädigung der Vorsitzenden der Berufs- Genossenschaften ist geklagt worden. Auch hier habe ich nach meinem Versprechen Bericht eingefordert und die Auskunft erhalten, daß diese Frage und die Beschwerden auf der nächsten Genossenschafts- Versammlung eingehend geprüft werden wird. Auf Grund der heute vorgebrachten Beschwerden werde ich mich nochmals an das Reichs- Versicherungsamt wenden. Jedenfalls steht außer Zweifel» daß die Vorsitzenden auS ihrem Ehrenamt keinen Gewinn ziehen dürfen, ihnen steht lediglich Vergütung der baren Auslagen zu. ES ist angeregt worden, den Präsidenten des Reichs-Versicherungsamts zu den Verhandlungen dieses Hauses zuzu» ziehen. Es kann aber nur derjenige Beamte den Herrn Reichskanzler vertreten, der als sein Stellvertreter ernannt ist. oder aber die Bevollmächtigten zum Bundesrat. Wollte man dem Chef des Reichs- Versicheruugsamt eine solche Stellung einräumen, so würde er als Chef eines Reichsamts gleichzeitig einpolitischerBeamter werden und das ind Funktionen, die sich staatsrechtlich nicht vereinigen lassen. Man müßte dann das Reichs-Versicherungsamt in eine rechtsprechcnde und eine verwaltende Thätigkeit teilen. Aber diese Teilung würde ich bei dieser Behörde für ein großes Unglück halten; Ver- waltung und Rechtsprechung sollten nicht getrennt werden. wo es in so hohem Matze auf die Kenntnis der socialen Verhältniste ankommt. Herr Abg. Stadthagen hat auf die steigende Zahl der Unfälle verwiesen. Wenn man die absoluten Zahlen nimmt, so ist eS ja richtig i er hätte aber angeben müssen, wie sich prozentual die Zahl der Unfälle zu der Zahl der gewerblichen Arbeiter verhält. Im Jahre 1896 betrug der Prozentsatz der Unfälle 0,71, 1898: 0,73. Ich schiebe diese geringe Steigerung auf den gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, der dazu geführt hat, daß eine große Anzahl ungeleniter Arbeiter eingestellt wurde. Die Berechnung des Herrn Stadthagen über den Gelvinn der Unternehmer war nicht zutreffend. Er hat nicht erwähnt, daß in all den Fällen, wo der Unfall durch Verschulden der Arbeiter herbeigeführt wurde oder wo eine Schuld der Unter- nehmer nicht erwiesen werden konnte, nach dem Haftpflichtgesetz die Arbeiter überhaupt keine Entschädigung bekommen. Jetzt erhalten sie alle eine Rente, ganz abgesehen, ob Verschulden ihrerseits vorliegt oder nicht. Uebrigens betrug 1887 die Zahl der durch die Arbeiter verschuldeten Unfälle 26,56 Proz., sie ist bis zum Jahre 1897 auf 29,29 Proz. gestiegen.— Auf die Beschwerde über ein Mitglied des Reichs-VersicherungSamt habe ich keine Veranlassung einzugehen, da die Angelegenheit dem Präsidenten des ReichS-Versicherungsamts zur Entscheidung vorliegt. Wichtiger ist die Frage der zu weiten Entfernung der Schieds- gerichte. Ich hoffe, daß inan noch dahin kommen wird, daß die Schiedsgerichts- Bezirke mit den Landgerichts» Bezirken zusammen- fallen. Abg. Sachse(Soc.s: ES ist dringend notwendig, daß in den überwiegend polnischen Bezirken die UnfallverhntungS-Vorschriften nicht nur in deutscher, sondern auch in polnischer Sprache erlassen werden. Weiter möchte ich den Herrn Staatssekretär um Aufstellung einer Statistik darüber bitten, in wie viel Fällen die Rentenansprüche ver- unglückter Arbeiter am� seitens'der Schiedsgerichte zurückgewiesen worden sind, weil sich die Arbeiter durch verbotslvidrige Vorkommnisse außerhalb des Betriebs gestellt haben sollen. Eine solche Statistik würde beweisen, wie krasse Zustände in dieser Beziehung bestehen. Häufig kommt cS vor. daß von feiten der Aufsichtsbeamtcn solches verbotswidriges Verhalten der Arbeiter stillschweigend geduldet wird. Daher möchte auch ich bitten, der Frage der Anstellung von Arbeiter- Inspektoren in gesundheitsgefährlichen Betrieben näher zu treten. (Beifall bei den Socialdemokraten.s Abg. Pauli-Potsdam(k.): Die Ausführungen des Herrn Vorredners haben wiederum be- wiesen, daß vor allem der Leichtsinn der Arbeiter schuld an den vielen Unfällen ist.(Lachen b. d. Soc.) Andrerseits ist es bekannt, daß die Arbeitgeber sehr genau auf die Jnnehaltung der UnfallverhütungS-Vorschriften acht geben.(Große Heiterkeit bei den Socialdemokraten.)— Herr Stadthagen hat be« hauptet, der Vorsitzende der Norddeutschen Holz-Berufsgenossenschaft beziehe als Vorsitzender 12 000 M.; daS ist nicht richtig. Er bezieht in der That 7000 M. als Direktor. Abg. Dr. Herzfeld(Soc.): Gegenüber der Behauptung des Herrn Vorredners, die Arbeiter trügen die Schuld an den Unfällen, erinnere ich ihn nur an die bekannte Aeußerung der See-Berufsgenoffenschaft, die in Bezug auf die Unfallverhülungs-Vorschriften den Grundsatz aufstellte: „munclus vult decipi".(Sehr gut l bei den Socialdemokraten.) Der Reichstag hat im vorigen Jahr eine Resolution angenommen, welche eine andre Berechnung des Durchschnitts- JahreSarbeits- Verdienstes der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter verlangte. Ich wollte den Staatssekretär fragen, ob in dieser Beziehung schon etwas geschehen ist. Nach dem neuen Versicherungsgesetz haben die Ver- sicherten eine Vertretung bei den unteren Verwaltungsbehörden, die bei der Entziehung der Renten, bei der Wahl zum Ausschuß, bei der Wahl der Vertreter der Versicherten bei den Schiedsgerichten usw. ihre Interessen zu vertreten haben. Nach dem Versicherungsgesetz werden diese Vertreter durch die Vorstände der Krankenkassen gewählt oder, wenn solche nicht vorhanden sind, durch die Vertreter der Kommunal- verbände. Nach dem mecklenburgischen Aussiihrungsgesetz nun ist für die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, für die es keine Krankenkassen gicbt, zur Vertretung der engere Ausschuß der Ritterschaften und Landschaften gesetzt, also weder eine kommunale noch staatliche Behörde, sondern einfach ständische Vertreter, die vor allem aus großen adligen Grundbesitzern bestehen, die es schon als eine Majestätsbeleidigung ansehen, wenn überhaupt die Arbeiter an der Verwaltung ihrer eignen Interessen teilnehmen wollen. Ich bitte den Herrn Staatssekretär, sich auch dieser Angelegenheit anzunehmen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Auf die letzte Frage des Herrn Vorredners kann ich heute nicht antworten, da ich selbst erst die thatsächlichen Verhältnisse prüfen muß. Was die anderweitige Festsetzung des durchschnittlichen Ein- kommens der landwirtschaftlichen Arbeiter betrifft, so habe ich bereits im vorigen Jahre mich an die sämtlichen verbündeten Regierungen gewandt mit der Bitte, diese DnrchschnittSIöhne aufs neue festzustellen, da mir die jetzigen nicht mehr den thatsächlichen Lohn- verhältniffen zu entsprechen schienen. Sämtliche Regierungen, auch die niccklenburgische, haben sich mit dieser erneute» Prüfung ein- verstanden erklärt. Ich muß also annehmen, daß diesem Ersuchen thatsächlich Folge gegeben ist. Abg. Rösickt-Dessau: Einer der Herren Vorredner hat darauf hingewiesen, daß in dem Sanatorium Gütergotz socialdemokratische, ultramontane und freisinnige Zeitungen nicht ausgelegt werden dürfen. Die Sache verhält sich so: Früher wurden Frei-Excmplare von verschiedenen Zeitungen geschickt. Die Landes-Vcrsichcrungsanstalt Berlin hielt dies nicht für richtig, und um keine Parteipolitik zu treiben, wurde verfügt, daß dort überhaupt keine Zeitungen mehr ausliegen sollten, daß eS dagegen jedem einzelnen Insassen frei- stehen sollte, die Zeitung der Richtung zu halten, die ihm paßte. Ich gebe zu, daß einzelne Vorsitzende von Benifsgenoffenschaften Entschädigungen erhalten, die in keinem Verhältnis zu ihrer Mühe« waltung stehen. Nach der Neuregelung der Unfallversicherung ist das geradezu verboten. Abg. Hilbck(natl.): Eine Statistik würbe ergeben, daß die Zahl der Arbeiter, die der Rente verlustig gegangen sind, weil sie außerhalb des Betriebs stehen, ist sehr minimal.' Was die polnischen Arbeiter anbetrifft, so halte ich für dos richtigste, sie mit allen Mitteln anzuhalten, die deutsche Sprache zu erlernen. Die Angabe StadthagenS, die Zahl der Unfälle habe sich vermehrt, ist mir scheinbar richtig. Die entschädigungspflichtigen Unfälle haben sich nicht vennehrt. Nur angezeigt werden viel mehr Unfälle als früher. Die Betriebe sind nicht gefährlicher und die Arbeiter vorsichtiger als srüher geworden. Abg. Dr. Hitze(C.): Wenn die polnischen Arbeiter mit allen Mitteln gezwungen werden sollen, deutsch zu lernen, dann müssen auch die deutschen Arbeiter dort, wo überwiegend polnische Arbeiter beschäftigt sind, gezwungen werden, polnisch zu lernen. Die UnfallverhütungS- Vorschriften müssen auch in polnischer Sprache bekannt gemacht werden. Wenn Herr Stadthagcn in seinen ungeheuerlichen Angriffen die Un- fallversichcrungS- Gesetzgebung für schädigend für den deutschen Arbeiterstand erklärt hat, ja wie könnte er'dann für die Reform der Unfallversicherung stimmen?(Sehr richtig! im Eentrum.) Abg. Dr. Oertel(k.): Herr Stadthagen hat über den Landtagsabgeordneten Feilsch Aenßerungen gethan, die wir nicht unwidersprochen inS Land gehen lassen können, um so weniger, als ihre Unrichtigkeit bereits in einer Berichtigung des Herrn Fetisch in,„Vorwärts" vom Z. Januar 1899 nachgewiesen worden ist.(Hört! hört l rechts.) Der „Vorwärts" hat im Anschluß an diese Berichtigung zuge- aeben, daß am Verhalten deS Herrn �elisch mchts auszu- setzen sei. Herr Felisch ist immer ein entsch, edener Gegner irgend welcher Entschädigung an die Vorsitzenden der BerufSgenoffen- schaften gewesen. Er selbst dezieht in keiner Form irgend welches Gehalt als Vorsitzender der Berufs- qenossenschaft. Lediglich seine baren Auslagen erhält er zurück, die 3—400 M. jährlich nicht übersteigen.(Hörtl hört! rechts.) Be- reits am 3. Januar 1899 hat er das festgestellt. Herr Stadthogen hat heute die Behauptung dahin eingeschränkt. Herr Felisch beziehe nicht ein Gehalt exprossis verbis, sonhern verschleiert als Redacteur der„Baugewerks-Zeitung", die im Dienste der Berufsgcnossenschast stehe. Herr Felisch besitzt seit 34 Jahren eine angesehene Fachzeitung, die keinen Pfennig Subvention der Berufs- genossensch'aft erhält; dieselbe ist nur als Publikations- organ von ihr gewählt worden, weil sie sich ganz besonders dazu eignet. Herr Stadthogen hat weiter behauptet, Herr Felisch sei zu Unrecht Vorsitzender der Berufsgenossenschaft, weil er keine ver- sicherungspflichtigen Arbeiter mehr beschäftige. Aucki diese Be- hauptung ist vollkommen unwahr. Herr Felisch betreibt nach wie vor sein Geschäft. Auch diese Thatsache ist bereits in der Berichtigung vom 3. Januar 1899 festgestellt worden.(Hört I hört! rechts.) Herr Stadthagen hat dann mitgeteilt, das Herr Felisch bei seinem Haus, das er der Bcrufsgenoffcnschaft bisher für 6800 M. verniietet hatte, den Mietspreis jetzt auf 22 000 Mark gesteigert habe, und gemeint, es sollte das wohl ein Extradouceur sein. Eine solche Behauptung ist beinahe ehrenrührig! Herr Felisch hat das Haus, dessen Mitbesitzer er ist, für 6980 M. an die Berufsgenosseuschaft vermietet. Das Haus besteht aus 36 Zimmern, für das Zimmer werden also 194 M. bezahlt. Der Mietspreis ist so ungewöhnlich billig, daß zu diesem Preis in der Gegend überhaupt kein Haus für die Berufs'genosscn- schafl gefunden werden könnte. Und da wagt Herr Stadthagcn in bedingter Form von der Möglichkeit eines Extra-Douceurs zu sprechen? Herr Stadthagen sagte, er bringe das alles nur vor, um eine Untersuchung herbeizuführen. Niemand wäre das an- genehmer und erfreulicher, als Herrn Felisch. Herr Stadthagen hätte es viel leichter, diese Untersuchung herbeizuführen, wenn er die Güte hätte, außerhalb des Schutzes der Immunität dieses hohen Hauses seine Behauptungen zu wiederholen.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich hielt mich für verpflichtet, den Ehrenmann Felisch gegen- über diesen Angriffen in Schutz zu nehmen, deren Qualifikation ich in Rücksicht aus die Glocke des Präsidenten unterlasse, wohl aber dem Hause und dem Lande überlassen kann.(Lebhafter Beifall recht?.) Abg. Stadthagcn(Soc.): Herr Oertel hat einfach erklärt, ich hätte das und das behauptet, und diese Behauptungen seien falsch. Damit, daß Herr Oertel behauptet, sie sind falsch, werden richtige Be- hauptungen niemals falsch.(Sehr gut! bei den Socialdemolraten/ Wenn er mit diesem Brustton hier gegen mich auftritt, so hat er die Pflicht, Thatsachen anzuführen und nicht allgemeine Behauptungen.(Abg. Gamp: Sie müssen Thatsachen anführen I) Ach, Herr Gamp, von Ihne» habe ich mich noch niemals belehren lassen.(Rufe rechtS: Leiderl leider I) Präsident Graf Ballestrem: Bitte keine Zwiegespräche zu halten.(Heiterkeit.� Abg. Stadthagel»(fortfahrend): Herr Oertel behauptet zunächst gegenüber meiner Behauptung, der Baubetrieb des Herrn Felisch sei ein ganz mininialer, Herr Felisch betreibe sein Geschäft nach wie vor. Da hätte er doch an- geben müssen, was Herr Fetisch baut. Ich habe angeführt, daß er nur an seinem eignen Hause Reparaturen vornehme» läßt. Auch Herr Felisch hat in seinem Schreiben nicht angegeben, was er eigentlich baut. Im übrigen lasse ich mir meine Pflicht nicht nehmen. Miß« stände hier zur Sprache zu bringen, die bestehen oder bestehen sollen. (Abg. Kardorff ruft: Bestehen sollen!) Jawohl, Herr v. Kardorff, bestehen sollen. Wen» Sie sage», das ist keine Pflicht, so ist das eine Anmaßung Ihrerseits.(Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen einem Mitgliede nicht An- maßung vorwerfen. das darf ich mir selbst nicht er- l a u b e n.(Große Heiterkeit.) Abg. Stadthageu(fortfahrend): Es ist die Pflicht eines anständigen Abgeordneten, diejenigen Beschwerden, die ihm vorgelegt werden, hier anzubringen. Ich habe hier eine Fülle von Fällen vorgebracht, damit sie untersucht werden, und der Herr Minister hat ja die Untersuchung bereits zu- gesagt. Ich werde mich in dieser Pflicht nicht abhalten lassen dadurch, daß da gedruckte Geschichten von Herrn Felisch in die Welt gehen, die mit der Wahrheit nicht vereinbar sind. Im übrigen hat zwar nicht Herr Abg. Oertel, aber Herr Felisch die Kühnheit gehabt, zu sagen, daß ich dann gegen besseres Wissen behauptet, weil ich seine Berichtigung im„Vorwärts" hätte lesen niüssen. Ich war da- mals nicht in Berlin, und wo ich war, lag im Lese- zimmer der. Vorwärts" nicht aus.(Stürmische Heiter- keit.) Jetzt habe ich aber diese angebliche Berichtigung gelesen. Zunächst wird darin gesagt, daß es sich nicht um 30 000 M., sondern um 28 000 M. Barauslagcn gehandelt habe, die an die Vorstands- Mitglieder der Baugcwerks- Bernfsgenossenschaft gezahlt seien, und weiter, daß Herr Felisch den Baubetrieb mit versicherungspflichtigen Arbeitern wie früher unterhält. Herr Oertel fügt nun zu, daß der „Vorwärts" in einer Note zugegeben hätte, was in der Be- richtigung angeführt sei. wäre zutreffend. Die Bemerkung des„Vorwärts" bezieht sich aber einzig und allein auf den ersten Punkt. Herr Oertel meinte dann, ich möchte doch diese Be- hauptungen außerhalb des Hauses aufstellen. Ich kann Herrn Oertel nur dringend bitten, mir zuzuhören. Ich habe vorher schon gesagt, daß mir Herr Felisch persönlich vollkommen gleichgültig ist, daß ich aber dem Staatsanivalt nächstens seine Behauptungen unter- breiten werde. Wenn der Staatsanwalt es ablehnt, im öffentlichen Interesse einzuschreiten, so würde ich es mir noch sehr überlegen, ob mir die Person des Herrn Felisch so viel wert ist, um gegen ihn vor- zugehen. Ich vernmte, daß, wenn es zum Prozeß kommt, er etwas andres aussagen wird, als in seiner Schrift steht. Indessen was soll der ganze Länu? Herr Felisch erklärt eS für ehren- rührig, wenn man von ihm behauptet, er habe ISOOO M. im Ehrenamt bezogen,»nb er fitzt doch znsammcn mit andren Herren, bezüglich deren bereits zugegeben ist, daß fie hohes Honorar im Ehrenamt beziehen. Welch wunderbare Verwirrung der Begriffe I(Sehr richtig! b. d. Soc.) Herr Hilbck meinte„Die polnischen Arbeiter, welche die Unfall- verhütungs-Vorschriften nicht verstehen, mögen— deutsch lernen. Ja, dann stellen Sie doch die Arbeiter nicht eher ein, als bis sie deutsch können.(Sehr gut!>— Herr Hitze fragte, warum wir denn nicht seiner Zeit gegen die Unfallversichenings« Gesetze gestimmt hätten. Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß mein Parteigenosse Molkenbuhr klar ausgeführt hat, daß wir daran festhalten, vollen Schadensersatz für alle Unfälle zu verlangen, daß aber die social« demokratischen Abgeordneten, die für das Gesetz stimmen, es thun, weil thatsächlich«mige Verbesserungen gegenüber dem früheren Zu- stände in ihm vorhanden sind. Herr Hilbck meinte, die angemeldeten Unfälle hätten nur zugenommen, nicht die entschädigungspflichtigen. Das ist nicht richtig! Von den angemeldeten sind ans Tausend versicherte Personen 1891: 12,4 und 1898: 23,9 vorgekominen. Ent- schädigungSpflichfige Unfälle 1891: 2.8, 1899: 5,6. Wenn Herr Hilbck meint, es mögen Simulationen vorkommen, so möge, er sich die Todesunfälle ansehen, bei denen doch keine Rede davon sein kann. Hier war daS Verhältnis 1391: 0,35, 1899: 0,43. Abg. Oertel(k.): Ich bin nach wie vor überzeugt, daß die Angriffe des Herrn Stadthagen vollkommen grundlos find. Er hat auch jetzt seine beweislos aufgestellte» Behauptungen nicht bewiesen. Die Schluß- bemerkung des„Vorwärts" habe auch ich nicht auf alle drei Puntte der Berichtigung bezogen. Ob Herr Felisch die Häuser im eignen oder im Auftrage andrer baut, ist ganz gleichgültig für seme Stellung innerhalb der Berufs- genokiensckiafl. Herr Felisch kann aus dein Kataster der Berufs- genossenschaft gesetzlich gar nicht entlassen werden, selbst wenn er es wollte. Er ist also vollkommen berechtigt, das Ehrenamt als Vor- fsitzender der Berufsgenosseuschaft zu verwalten.— Ich habe es nur als ast ehrenrührig bezeichnet, ivenn man behaupte.Herr Felisch habe sich auf Schleichwege durch die Redaltion des Fachblatts Bezüge sicher» wollen, die ihm als Ehrenvorsitzende» nicht zustanden. Die ganze Art, wie Herr Stadthagen dieser Angelegenheit aus dem Wege ging, würde ich mit einem Ausdruck geißeln, den ich hier mit Rücksicht auf die Glocke des Präsidenten nicht wieder- holen will, der aber Ihnen allen hinlänglich geläufig ist. (Heiterkeit.) Ich lege aber Verwahrung ein gegen die Behauptniig, Herr Felisch würde vielleicht unter seinem Eide anders aussagen als in seiner Druckschrift. Einen solch unbegründeten Zweifel an der Glaubwürdigkeit eines Ehrenmanns sollte sich ein Mitglied des Reichstags nicht zu schulden kommen lassen.(Sehr richtig I rechts.) Staatssekretär Graf PosadowSkt: Die Statistik ergiebt, daß eine ganz geringe Steigerung der Unfälle stattgefunden' hat, auf 1000 Verletzte. Die außerordent- lich geringe Steigerung der Unfälle ist aber nicht bloß onf die Nach- läisigkeit der Unternehmer, sondern auch darauf zurückzuführen, daß die Arbeiter in erhöhtem Maße die Wohlthaten des Gesetzes kennen und in Anspruch nehmen. Abg. Pauli(k.): Die Unternehmer thun alles, um Unfälle zu verhüten. Aus Leichtsinn und Bequemlichkeit achten die Arbeiter nicht auf die Vor- schriflen. Herr Backhaus, der Vorsitzende der Norddeutschen Holz- Berufsgenolsenschaft, hat die Stelle zuerst nicht annehmen wollen. Er hatte in Geestemünde eine Fabrik. Schließlich hat er sie unter der Be- dingung angenommen, daß er dasselbe Einkoinmen hätte wie in Geeste- münde. Ich habe mich nicht aufgeregt. Niemand ist aufgeregter als Herr Stadthogen. Ich habe mich gewundert, daß er noch nicht einmal von der Tribüne heruntergesprungen ist.(Heiterkeit rechts.) Abg. Stadthagen(Soc.): Wenn Herr Backhans eS nicht einmal nötig gehabt hat, die 12000 Mark zu erhalten, nun, dann liegt ja die Sache noch viel schlimmer. Herr Pauli versteht noch immer nicht, worauf es eigent- lich ankommt. Es handelt sich um nichts weiter als um die Durch- führung des§ 44 des UnfallverstcherungS-Gesetzes. Wir wenden uns dagegen, daß eine Reihe von Berufsgenossenschaften fortgesetzt gegen diesen Paragraphen verstößt. Die Frage, ob die 12000 Mark Herrn Backbaus angenehm sind oder nicht, gehört gar nicht hierher. Herrn Oertel habe ick, wenig zu erwidern, weil das. waS« ge- sagt hat, soweit es Thatsachen enthielt, außerhalb der Möglickikeit der Richtigstellung lag. Bevor er im Namen des Herrn Felisch Ver- Wahrung' einlegt, sollte er doch zuhören, was ich gesagt habe. Ich habe erklärt, daß ich daS schöne Schreiben deS Herrn Felisch der Staatsauwaltschast einreichen wolle. Ich habe kein Wort davon gesagt, daß Herr Felisch unter dem Zeugeneide ander« aussagen würde als jetzt. Mir ist es unbekannt, daß der Angeklagte zum Zeugeneid zugelassen wird.(Sehr richtig! b. d. Soc.) Herr Oertel hat dann angedeutet, daß ich einem bestimmte» Vorgehen auS dem Wege ginge. Es gehört ein Grad von Selbstgenügsamkeit und Wohl- gefälligkeit an der eignen Person dazu, wie eS Herr Oertel eigen ist, ivenn er mir imputieren will, daß ich irgend einen: Verfahren aus dem Wege gehe. Darüber werde ich mich freilich mit Herrn Oertel nicht unterhalten, was die Pflicht eines anständigen Menschen ist. Das wäre eine vergebliche Bemühung. Es giedt zwei Sorten Menschen s die einen verstehen nicht, was man sagt, die andern ver- stehen es wohl, aber sie vermögen sich nicht zur Erkenntnis der mo- ra tischen Pflicht durchzuringen, sondern kommen zum Gegenteil. (Lachen rechts.) Herr Oertel. Sie gehören zu einer dieser beiden Kate- gorien!(Bravo! bei den Socialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird nach den Vorschlägen der Budgetkommission an« genommen. Die Resolution der Budgctkommission wird einstimmig an- genommen, die Resolution Albrecht gegen die Stimme» der Socialdemokraten und Freisinnigen abgelehnt. Bei den: Titel„Vergütungen für die nicht ständigen Mitglieder deS RcichS-VersicherungSamtS" bringt Abg. Singer(Soc.) die Ernennung des GcheimratS Grunert und des Ober- RegieningSrats Dr. Hoffmann zu nichtständigen Mitgliedern des Amts zur Sprache. Als die UnfallversichenmgS-Kommisston und der Reichstag sich entschloß, im sogenannten Mantelgesetz die Zahl der vom Bundesrat zu ernennenden nicht ständigen Mit- glieder von vier auf sechs zu erhöhen, hatte er ganz andre Intentionen als fie in der Wahl deS Bundesrats zum Aus- druck gekommen sind. Gegen die Wahl deS Dr. Hoffmann lst formell ja nichts einzuwenden, aber die Unfallkommisfion und der Reichstag wollten den Einfluß des Reichsamts deS Innern auf das Reichs- Versicherungsamt absolut nicht verstärken. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß das Reichs-VcrsicherungSamt eine selbständige Reichs- behördc ist. Auf keinen Fall sollte aber der Einfluß des RcichSamtS des Innern auf das Reichs- Versicherungsamt verdoppelt werden. Härte der Reichstag erwartet, daß die Wahl des Bundesrat? aus einen Bernnten des Ministeriums des Jnnern fallen würde, dann hätte er sicherlich im Gesetz Vorkehrungen dagegen getroffen. Ich berufe mich auf das Zeugnis der Mitglieder der Unfallverficherungs- kommission und behaupte, daß diese Wahl in Widerspruch steht zu den Erklärungen, die die Regierung dort abgegeben hatte. Ich berufe mich auf die Verhandlungen de« Hauses und stelle fest, daß die Wahl des Herrn Grunert als Mitglied deS Reichs-Versicherungsamts gegen die Intentionen deS HanseS ist. Es ist ganz charakteristisch, in welcher Weise der Bundesrat dies Kollegium mit nichtständigen Mitglieden: besetzt: mit beiden Herren, auf die die Wahl gefallen ist, haben wir uns in: Reichstage wiederholt beschäftigen müssen. Herr (Örnnert ist Verfasser jener berühmten Denkschrift zur Zucht- Hausvorlage. Wir haben damals nachgewiesen, daß eine der- artige Sammlung von Anekdoten als amtliche Denkschrift noch nicht dagewesen ist. Sie strotzte von Unrichtigkeiten undfalschenBehauptungen, und nun wird HerrGrunert, einMann, dem dieArbeiter das allerschärfste Mißtrauen entgegenbringen. in ein Kollegium gewählt, daß das allergrößte Vertrauen der Arbeiter haben muß. Ein Beamter. an dessen Nan:en sich eine solche Denkschrift knüpft, kann auf das Vertrauen der Arbeiter- leinen Anspruch erheben, kann nichtmehr objektiv gelten.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Herr Hoffmann hat publizistisch zur Reform der Kranken- Versicherung Stellung genommen und der Entrechtung der Arbeiter daS Wort geredet.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten)Z?luch damit haben wir uns hier beschäftigt und der Herr Staatssekretär hat zn unsrer Freude erklärt, daß die Anschauungen des Herrn Hoff- mann nicht die seinen find. Der Bundesrat hätte peinlich vermeiden müssen, seine Wahl gerade auf diese Herren zu lenken. Wenn ich auch zugebe, daß wir formell nicht in der Lage sind, von: Bundesrat eine Aenderung seines Beschlusses zu verlangen, so wird uns dieser Vorgang eine Warnung sein. die Rechte des Bundesrat? auszudehnen. Das Wohl Millionen von Arbeitern hängt von der Rechtsprechung des Reichs- VersicherungsamtS ab. Nur vom Vertrauen der Arbeiter getragen kann diese Behörde segensreich wirken. Der Bundesrat härte mit den: Schatz dieses Vertrauens sorgfältiger umgehen sollen.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) StaatSse�etär Graf PosadowSky: Der Bundesrat hat durchaus das Recht, selbständig solche Beamte ju ernennen. Natürlich ernennt er Beamte, die sich mit der ocialpolitischen Gesetzgebung auch bisher schon eingehend be- chäfligt haben. Was die persönlichen Angriffe anlangt, so kann ich nur wiederholen. Herr Geheimrat Gninert hat lediglich im Auftrage gehandelt. Im übrigen hassen sich bei der Dentschrift nur ganz wenig Irrtümer herausgestellt. Herr Grunert man nicht den ganzen Mann verurteilen. Von einer tendenziösen bat jedenfalls nicht tendenziös gefärbt, denn er hat nur Behandlung der Frage durch Herrn Hoffmann tann nicht die das Material zuſammengestellt, was was ihm von Rede sein. Abg. Röfice- Dessau( wildlib.) Abg. Trimborn( C.) schließt sich den Ausführungen des Wor redners an. Das Kapitel Reichs- Versicherungsamt wird hierauf bewilligt. ben einzelnen Regierungen auging. Beschwerden über die Denkschrift find also nur in den Einzel- Landtagen hält es nicht für richtig, daß ein Mitglied der vorgesetzten Behörde Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nächste anzubringen. Was Herrn Geheimrat Hoffmann anlangt, so habe ich des Reichs- Versicherungsamts, also des Reichsamts des Innern, Sigung Freitag 1 Uhr. 2. Chinavorlage. Weiterberatung der bereits gesagt, daß die private Publitation dieses Herrn über die als Beisiger in das Reichs- Versicherungsamt eintreten könne. Dies Etatreste. Krantenversicherungs- Novelle besser unterblieben wäre. Aber weil sei durch die Wahl des Herrn Grunert geschehen und diese Wahl Schluß 61/2 Uhr. fein Verhalten in einem Fall taktisch nicht richtig war, deshalb darf könne daher nicht als recht und billig anerkannt werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 15. März. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Die lächerlichen Pretiosen oder: Die romanmäßig Der wißigen Frauenzimmer. Widerspenstigen Zähmung. Anfang 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Ein Schritt vom Wege. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 712 Uhr. Leffing. Die Zwillingsschwester. Anfang 72 Uhr. Berliner. Die Fabrit zu Niederbronn. Anfang 72 Uhr. Nesidenz. Teremtete. Hierauf: Leontinens Ehemänner. Anfang 712 Uhr. Neues. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 7 Uhr. Weften. Carmen. Anfang 712 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbretti. Anf. 72 Uhr. Thalia. Der Kadetten Bater. Anfang 72 Uhr. Central. San Toy. Anfang 71/2 Uhr. Luisen. Die Karlsschüler. 8 Uhr. Anfang Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 72 Uhr. Carl Weik. Undine. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Leibalte. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 71/2 Uhr. 3 Apollo. Specialitäten Borstellung. Des Löwen Erwachen. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Die beiden Wenzel. Anfang 7½ Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Theater." D"-Borstellung. Rosendienstag. Anfang nachm. 3 Uhr. RANIA Passage- Theater Taubenstr. 48/49. Im Theater Freitagabend 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Im Hörsaal: Professor Müller: Herzgifte im täglichen Gebrauch. Invalidenstr. 57/62. Dr. Schwahn: Werden und Vergehen im Weltenall. Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe Auftr. d. Ringkämpferinnen nachm. 6 Uhr, abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. 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Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitagabend 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Lustspiel in 4 Aufz. von E. Wichert. Sonnabendabend 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Sonntagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Central- Theater. Heute und folgende Tage: Mit glänzender Ansstattung: San Toy Damen: Fri. Mia Werber, Erna Fröhlich. Herren: Schulz, Kunstadt, Sondermann, Ander, Albes. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Dir. Richard Winkler. Brothers Lington in ihren großartigen Leistungen als Excentric Afrobaten Mac Kean, neu für Europa! Elettro- Illustra- Gesangs Att. Familie Kolter- Talaschus, fünf Personen auf dem Turmfeil. 12 Prima Schaunummern. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Cirkus Busch Freitag, den 15. März, 72 Uhr: Metropol- Theater Behrenstr. 55/57. Man lebt ja nur einmal. Große Gesangspoffe in 5 Bildern. Vorher: Das neue MärzSpecialitäten- Progr. Anf. 28 Uhr, der Poffe 129 Uhr. Rauchen überall gestattet. 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" 7 020, " Conto für Kreditoren. 7058, 425,88 13 380,40 " Emballagen- Conto Kautions Conto 400, 100, " Darlehns- Conto... 6 200, Zinsen Conto " " Warenbestand 22 677,67 " 17 Sa.: 32 429,35 Durch Berzug fchteben aus Gewinn: und Verlust Conto . Am 13. März, vormittags 111 Uhr, verschied nach furzem schweren Leiden mein innigftgeliebter Gatte, der Restaurateur Karl Mittag im Alter von 49 Jahren. Dies zeigt schmerzerfüllt an die trauernde Witwe Sophine Mittag. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 16. März, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Restaurant VictoriaBrauerei, Stralau bei Berlin, aus 336 statt. Mittwoch, den 13. d. M., früh 27 Uhr, entschlief sanft nach schwerem Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Buzzer Hermann Thomssen. Die Beerdigung findet Sonntag: nachmittag um 3 Uhr von der Leichenhalle des Golgatha- Friedhofs in der Barfusstraße aus statt.[ 10022 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ww. Lina Thomsen. 58,25 Centralverband der Maurer Deutschlands 5 306,82 Sa.: 32 429,35 " " Mitgliederbestand am 1. September 1899. 299 Personen. 30. September 1900. 692 19 Bestand: 673 Personen. CA Die Saftsumme der Mitglieder beträgt 20 190,- M. Der Vorstand: Stangenberg. Conrad. Mielenz. Bürschel. Volkmann. Für den Aufsichtsrat: Baberske. Müller. Krause. In diesem Geschäftsjahr setzt sich der Vorstand aus folgenden Personen zusammen: 98/20 Höde. Schultzki. Mielenz. Bürschel. Volkmann. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Apollo- Theater.dentas pr Gastspiel: Dyas- Rosé- Laszky Secessions- Gesänge Robert Steidl mit seinem Ueberbrettl Miss Deyo Mörbitz Salerno Wolkovsky. Kasseneröffnung 7, Anf. 8 Uhr. Sanssouci Donnerstag, Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereinsbillets gültig. Donnerstag: Wachsfiguren. Deutsche Gr. humor. Gala- Abend. Konzerthallen Wer hente lachen will, muß in den Cirkus Busch kommen. Zum Benefiz für die weltberühmten Clowns Gebr. Veldeman. Zum erstenmal: Gebr. Veldeman als Schulmeister" usw. Ferner: Auftreten des berühmten amerika mischen Pferdebändigers Professor Norton B. Smith. Besonders hervorzuheben: Die gefährliche Fahrt unter der Teufelsbrücke. Bum Schluß: Bum 108. Male: Die eiserne Maske. Le masque de fer. Großes historisches Manege- Schauftück in 4 Atten und 3 Hauptbildern. Unter anderm: Die Jagd bis Sonntag, 17. März, nachmittags Der Kadetten- Vater. in die Cirtustuppel hinauf. Paffe mit Gef. u. Tanz in 5 Bildern. 4 Uhr: Berliner Landpartien", Anfang 72 Uhr. Herren: Thomas, Thielscher, wozu jeder Erwachsene auf allen Sizplägen 1 Kind frei hat; weitere Kinder Helmerding, Juntermann, Baulmüller. Damen: Milton, Boié, Wannovius. die Hälfte.- Abends 7 Uhr: Die Jm 5. Bild: Das Ueberbrettl. eiferue Maste. Pierrot: Emil Thomas. Colombine: Guido Thielscher. Harletin: Sans Reichshallen Juntermann. Morgen und folgende Tage: Der Kabetten- Vater. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. 8weites Opern: Ensemble Gastspiel unter Leitung des Dir. Joh. Darmer. Undine. Romant. Zauber- Oper in 4 Atten von Lorging. Dir. Stapellmstr. O. Lippig. Großes Orchester. Anfang 8 Uhr. Morgen nachmittag 4 Uhr: Kinder: vorstellung, fl. Preise: Dornröschen. Abends: Die Goldgräber von Kalifornien. Sonntagabend 71/2 Uhr, 3. Opern- Gastspiel, zum letztenmal. Der Troubadour. Montag: 4. Opern- Gastspiel: Undine. Stettiner Sänger. Neues Programm! Siehe sämtliche Säulen. An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. Jackett- Kostüme enorm billig direkt in der Fabrik bei Heinrich Rackwitz, Niederwallstr. 28/29, I. Ct., gleich am Spittelmarkt, 4. Haus rechts. Durch eigne Herstellung verkaufe jetzt auch im einzelnen bei kolossaler Auswahl Jackett- Kost. in all. Größ. v. 9,50 M. an 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. 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Für die überaus zahlreiche Be teiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Formers Albert Schröder fagen allen Teilnehmern, insbesondre feinen Kollegen von d. Firma Eckert, den Mitgliedern der Allgemeinen Kranten und Sterbekaffe der Metallarbeiter, sowie dem Gesangverein Friedrichs berger Liedertafel Herzlichen Dant. Im Namen der Hinterbliebenen Frau Witwe Auguste Schröder. Achtung! Das Kaffenlokal der Orts- Krankenkaffe der Barbiere und Friseure befindet sich vom 16. März d. J. ab nicht mehr Wafferthorstv. 10/11, sondern Ackerstr. 64, Sof 2 Tr. beim Rendanten Liere. Sprechs stunde nachmittags 2-5 Uhr. 271/8 Der Vorstand. Kränze, Blumen u. Schleifen, sowie Palmen empfiehlt billigst 0. Zillmann, Frankfurterstr. 4, Ede Fruchtstraße. In ganz Deutschl. gesetzl. erlaubt 31206 Wer wagt, gewinnt! Ziehung 1. April. Jährlich 12 GewinnZiehungen mit abwechs. 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H Der Wahlverein im vierten Berliner Reichstage Wahl freise( Süd Oft) veranstaltet auf vielfachen Wunsch seiner Mit glieder am Sonntag, den 17. März, im Lokale von Graumann, Naunynstr. 27, einen Familien Abend. Billets hierzu find, dem Raum des Lokals entsprechend, in den einzelnen Bezirken des Süd- Ostens zum Preise von 30 Pf.( intl. Tanz) zu entnehmen. Es bittet um recht zahlreichen Besuch Der Vorstand. Schöneberg. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nachricht, daß das geplante Vereinsvergnügen in Obsts neuen Festfälen nicht stattfinden kann, da der Gebrauchs Abnahmefchein noch nicht erteilt ist. Die nächste Vereinsversammlung findet am Dienstag, den 19. März, in der Schloßbrauerei statt. Den Parteigenoffen von Steglitz und Friedenau zur Nach richt, daß der geplante Familienabend des Wahlvereins, welcher am Sonnabend bei Schellbase stattfinden sollte, von der Polizei zu einem öffentlichen Vergnügen gestempelt worden ist. Es werden 8 Mart Tanzsteuer und 1,50 Mart Stempelgebühren berlangt. Um nun nicht die vielen vorherigen Ausgaben unnötig gemacht zu haben, findet das Vergnügen am Sonnabend, den 16. d. Mts., trotzdem statt, und hat das Komitee beschlossen, offene Kaffe zu haben. Billets à 30 Pf. pro Person find abends an der Kasse zu haben. Wir ersuchen die Parteigenossen um recht regen Zuspruch. Das Komitee. Lokales. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. " " Freitag, 15. März 1901. während man das Fuhrwert in der Basewalferstraße einstellte. Wie sich ergab, hat die Kasse des Kutschers genau gestimmt; es wird beging. angenommen, daß er aus Liebesgram die verhängnisvolle That eifernen Eingangsthüren der neuen Alegander Kaserne am Kupfergraben, von denen eine zwischen dem Offiziertasino und dem einander liegende Reihen von je 10 Schießschatten, von denen die Ostfasernement bereits eingesetzt worden ist. Sie enthält zivei über eine sich in Brust-, die andre in Kopfhöhe hinzieht. Die fleinen schmalen Nebenpforten zeigen diefelbe Einrichtung, haben aber nur je abend Teltowerstraße 26. Möbel, sowie der Fußboden wurden einFeuerbericht. Ein größerer Wohnungsbrand erfolgte Mittwoch zwei übereinander liegende Schießscharten. Bekanntlich soll die neue geäschert und hatte die Wehr längere Zeit Wasser zu geben. Kurz Alexanderkaserne eine Art Citadelle für Berlin bilden, da vorher war Reinickendorferstraße 5 ein ähnlicher Brand abzulöschen. ihre Besagung dazu bestimmt ist, bei etwa ausbrechenden Unruhen( 1) Wrangelstraße 95 waren durch übergekochtes Leinöl Kisten und Säcke oder schweren Feuersbrünsten dem fönigl. Schloffe und den vielen in Brand geraten, der indes noch im Reime erstickt werden konnte. andren in dieser Gegend gelegenen öffentlichen Gebäuden einen aus- Kleinere Brände wurden außerdem von Alt- Moabit 120, Emanuelgiebigen Schuß angedeihen zu lassen. Der Mann, der das schreibt, muß sich von den alldeutsch- anti- firchstraße 39, Elsasserstraße 8 und Johanniterstraße 10 gemeldet. semitisch agrarischen Hezzereien seltsamerweise gerade für Berlin Bombenerfolge versprechen. Die Socialdemokratie dankt zum Leidwesen der Scharfmacher bekanntlich für die Kleinkalibrigen und wartet Das Charlottenburger Stadtparlament über die Arbeitsin leidenschaftsloser Ruhe ab, bis ihr die sicheren Früchte der heutigen lofigkeit. Regierungspolitik in den Schoß fallen. und über die weiteren Maßnahmen beraten werden soll. Bredowstr. 50 heimsuchten. im 1899 Aus den Nachbarorten. des Arbeitsmarkts Oberbürgermeister Schuste hrus erwiderte, daß er sich gegen den Vorwurf verwahren müsse, sein Material sei nichtssagend. Die Arbeitslosen, die er empfangen habe, seien sehr viel ruhiger gewesen vande die Hauptschuld. Im übrigen habe der Magistrat noch be als der Vorredner. An der Arbeitslosigkeit trage der Zuzug vom schlossen, den Unternehmern, denen er städtische Arbeiten vergebe, die Pflicht aufzuerlegen, nach Möglichkeit einheimische Arbeiter zu beschäftigen. Die Charlottenburger Stadtverordneten- Bersammlung beschäftigte Berlin und die Hafenheide. Das Resultat der Besprechung, der Arbeitslosigkeit. Die eine Interpellation ging von der Freien fich am Mittwoch aus Anlaß zweier Interpellationen mit der Frage welche vorgestern zwischen dem Oberpräsidenten der Provinz Branden Bereinigung aus und fragte den Magistrat an, ob gegenwärtig burg und den Vertretern der Städte Schöneberg, Rigdorf und Berlin eine Arbeitsnot in Charlottenburg vorhanden ist und ob der Masowie der Gemeinde Tempelhof bezüglich der Umgemeindung des zu gistrat in der Lage ist, für Arbeitsgelegenheit zu sorgen. Die zweite, dem letteren Orte gehörenden bebauten füdlichen Teils der Haisen von den Socialdemokraten mit unterstützung der Freiheide stattgefunden hat, ist ziemlich überraschend. Die Verjinnigen eingebrachte Interpellation sette die Arbeitslosigkeit treter Berling erklärten nämlich, daß diese Stadt wenig voraus und fragte den Magistrat an, welche Maßregeln er gegen Wert darauf lege, den genannten Teil der Hasenheide ihrem die außergewöhnliche Arbeitslosigkeit in diesem Frühjahr zu ergreifen Gebiete einzuverleiben, und nur für den Fall dazu bereit gedente. sein würde, wenn Tempelhof einen Zuschuß leisten würde; dem- Nachdem Stadtv. Gredy die erste Jnterpellation tura begegenüber sprachen sich die Vertreter Rigdorfs dahin aus, daß ihre gründet hatte, erwiderte Oberbürgermeister Schuste brus, daß Stadt mit Freuden die Eingemeindung vollziehen und dafür zwei fich thatsächlich ein gewiffer Arbeitsmangel im Winter geltend ge Die gestrige Sigung brachte gleich zu Anfang ein leines Inter- auf Tempelhofer Gebiet liegende Nirdorfer Barzellen austauschen macht habe; derselbe habe sich aber inzwischen etwas vermindert und mezzo, das für die Mehrheitsfraktionen der Versammlung charakte- würde, womit sich auch die Vertreter Tempelhofs einverstanden er werde sich noch weiter vermindern. ristisch war. Für eine Reihe von vakant gewordenen flärten. Als Hauptgrund für die Umgemeindung der Hasenheide Deputation Arbeitslojer gemacht habe, hätten sich als überDie Angaben, die ihm eine Posten in mehreren Verwaltungs- Deputationen, wurde die Notwendigkeit bezeichnet, diesen Ortsteil in den Berliner trieben erwiesen; der Magistrat habe Erkundigungen bei Unteruratorien und Ausschüssen, die neu besetzt werden sollen, Polizeibezirk einzubeziehen. war von der„ Alten Linten" im Bunde mit der Fraktion Mommien" Im Handelsministerium wurde am Mittwoch eine Abordming fange Entlaffungen vorgekommen feien. Von einer Arbeitslosigkeit in nehmern eingezogen, die dahin lauten, daß nur in geringem Umeine Liste aufgestellt worden, die nur Mitglieder dieser beiden der Berliner Straßenhändler empfangen. Regierungsrat erschreckendem Umfange könne nicht die Rede sein. Im Vistrat Fraktionen enthielt. Die Liste war aber der Versammlung vorgelegt Dr. Hoffmann nahm die Beschwerde der Abordnung gegen die ge- habe man beschlossen, die Arbeiten der Hochbau- und Tiefbauworden als ausgehend von den Fraktionen", also scheinbar von plante weitere Einschränkung des Berliner Straßenhandels wohl Verwaltung schleunigst vorzunehmen. Zu einem weiteren Vorallen Fraktionen. Genosse Stadtv. Borgmann erhob Einspruch gegen dieses Verfahren, und Stadtv. Kreitling Beschränkung im öffentlichen Interesse, namentlich aus Rüdsicht Stadt nicht verlangen, daß fie für sämtliche Arbeitslose Arbeit verwollend entgegen, ließ jedoch durchblicken, daß die geplante gehen könne er sich nicht entschließen, denn man könne doch von der schloß sich namens der„ Neuen Linken" dem Proteft an. Die Neue auf die Hebung der Verkehrssicherheit in den Straßen, nicht zu schaffe.( Beifall.) Linte" verließ darauf, gefolgt von der socialdemokratischen Fraktion, vermeiden sei und bald durch eine besondere Berordnung geregelt den Saal. Angesichts der dadurch herbeigeführten Beschlußunfähig werden soll, die, soweit angängig, von einer zu weit gebenden er, anstatt eine genaue Statistit aufzustellen, der Bersammlung jo Stadtv. Hirsch( Soc.) machte dem Magistrat den Vorwurf, daß keit der zu diesem Zeitpunkt ohnedies noch nicht start besuchten Verwerden so Schädigung des Straßenhandels absehen dürfte. jammlung blieb denen um Caffel und Mommsen nichts andres übrig, händler und-Händlerinnen haben für den 22. b. w. eine öffentliche feststehende Thatsache. Nach den Berichten des Arbeitsmarkts habe Die Straßen- nichtssagendes Material unterbreite. Die Arbeitslosigkeit sei eine als vor der Obstruktion die Waffen zu strecken und sich zur Ber- Versammlung einberufen, in der von der Abordnung Bericht erstattet sich die Marktlage bereits im November so verschlechtert, daß auf je zwei tagung der Wahlen zu bequemen. In der zweiten Lesung des Etats pro 1901, mit offene Stellen drei Arbeitsuchende tamen, und im Dezember der gestern begonnen wurde, gab der Krankenhaus Etat Für die Errichtung der Handelskammer Berlin hat sich der drängen sich schon zwei Arbeitsuchende um eine offene Stelle. unferm Beim städtischen Arbeitsnachweis hätten sich im Oktober Genossen Freudenberg Gelegenheit, die im Verein der Kolonialwarenhändler ausgesprochen. städtischen Krantenpflegewesen bestehenden auf 100 offene Stellen 101 Arbeitsuchende gemeldet, bestehenden Zur Serbeiführung eines einheitlichen früheren Schluffes im Ottober 1900 dagegen 136 und im November fogar 215. Daß Mißstände einer scharfen, aber leider sehr aber leider fehr berechtigten der Engrosgeschäfte finden zur Zeit Borbesprechungen in den be- die Angaben der Unternehmer von denen der Arbeiter abweichen, Kritik zu unterziehen: die Ueberfüllung, bie zeit teiligten Streisen Berlins statt. Es ist beabsichtigt, die einheitliche sei erflärlich, die Unternehmer hätten ein Interesse daran, den weise dazu zwingt, leichter Erkrankte von vornherein abzuweisen Geschäftsschlußstunde auf 7 oder spätestens 71/2 Uhr abends festzusetzen. Rückgang ihrer Betriebe zu berbeimlichen. Er glaube den und halb Genesene vorzeitig zu entlassen, die lange Arbeits- Wenn's nur wahr wird! zeit des Warteperfonals. ihre schlechte Bezahlung und Arbeitern in diesem Fall mehr.( Lebhafter Widerspruch.) Geradezu e, wo der Oberbürgermeister Reiche Beute machten Einbrecher, die in der Nacht zum unerhört jei es, bag an bemfelben Lage, mangelhafte Berpflegung. Freudenberg bezog sich dabei auf einen Donnerstag das Gold- und Uhrengeschäft von Kunkel in der eine Deputation Arbeitsloser empfangen habe, auf der Ga sanstalt Teil der Ausführungen, die Genosse Antrid im vorigen Jahre im Reichstage über diesen Gegenstand gemacht hat. Die Stadt- 170 Damenuhren, darunter 25 goldene, die übrigen aus Silber jahr, namentlich im Baugewerbe, keine Belebung, sondern eine Sie erbeuteten 200 goldene Stinge, 27-30 Arbeiter entlassen seien. Zweifellos werde im Frithräte Bail und Straßmann antworteten auf Freudenoder Stahl, mit 120 goldene Damentetten, 16 bergs Beschwerden, Schieber, weitere Verschlechterung eintreten. oder eigentlich weniger auf diese als auf die von Antrick im Neichstage vorgebrachten. Natürlich 80 goldene Herrenuhren, Broschen und andre Schmucksachen Es milffe alles gethan werden, um die städtischen Arbeiten in Anvon Gesamtwerte ist alles, was da gefagt worden ist, nicht wahr 8000 m. Gegen 1/2 Uhr nachts griff zu nehmen, namentlich müsse auch die Kanalisation des Stadtdie städtischen Krankenhäuser sind vielmehr in schönster Ordnung usw. fiel, daß die Jalousie hochgeschoben war, so ging er mit der Wagen- feitigung der Arbeitslosigkeit ſei heute nicht möglich, wohl aber fuhr ein Bekannter Kunkels an dem Laden vorbei. Da es ihm auf- teils jenseits der Spree beschleunigt werden. Eine völlige BeBesonders aus den Worten des Herrn Bail sprach der ganze laterne hinein, sah aber niemanden. Wahrscheinlich hatten sich die verlange er, daß der Magistrat dieser Frage in Zukunft eine größere Grimm, der den Magistrat erfüllt, weil Antrick die Sache Einbrecher unter dem Ladentische versteckt und entflohen mit der Aufmerksamkeit widme, um solchen Kalamitäten vorzubeugen. ant die große Glocke gebracht hat. Der Undankbare! Läßt sich in einem Krankenhause Bente, sobald der Mann den Laden wieder verlassen hatte, um die der Stadt Berlin zweimal hiner einander buchstäblich vom Tode erretten, und dann geht er bie pigbuben andre wertvolle Sachen unberührt liegen ließen. Polizei auf ihn aufmerksam zu machen. So erklärt es sich, daß hin und macht dieses selbe Krankenhaus öffentlich schlecht! Also sprach Herr Bail unter dem stürmischen Beifall der Mehrheit. Im Wahnsinn ist gestern morgen der 35 Jahre alte Schloffer Aber Freudenberg hielt ihm und den Beifallspendern unter Josef Matellowsti aus der Triftstr. 4 zum Fenster hinausgesprungen. die Nase, daß der Stadtverordneten- Vorsteher Langerhans Der Mann war schon 7 Monate lang in der Irrenanstalt zu Dallselber es im Reichstage gebilligt hatte, daß Antrick seine dorf und wurde erst im Mai v. J. auf sein dringendes Bitten von Beschwerden öffentlich vorgebracht habe. Herr Langerhans lächelte feiner Frau wieder herausgenommen. Seitdem hatte er infolge von verlegen, doch faßte er sich schnell und trat mit einem reu- Trunkenheit wieder zweimal Anfälle. Gestern abend uni 11 Uhr mütigen pater peccavi" vor die Versammlung, indem er die iagte er einem Schuhmann, es wäre beſſer für ihn, wenn er wieder von ihm im Reichstag gebrauchten Worte abzuschwächen suchte. nach Dalldorf käme. Heute morgen stürzte er sich aus dem Zimmer Er lieferte damit ein neues Beispiel für das wider in dem er allein schlief, auf den Hof hinab und starb bald darauf spruchsvolle Verhalten des Berliner Freisinns im Parlament und in in der Charité. Auf demselben Standpunkt wie Stadtv. Hirsch stellte sich Stadtder Stadtverordneten- Versammlung. Herr Langerhans hielt nach verordneter Dr. Crüger( fr. Bp.), der insbesondere die Arbeiterent Ein Feuer, bei dem vier Menschenleben in Gefahr waren, laffungen auf der Gasanstalt scharf kritisierte und darauf hinwies, dieser Abbitte noch eine Predigt über die Pflichten eines Stadt beschäftigte gestern die Feuerwehr. Im ersten Stock des Hauses daß die Relittenversorgung unter diesen Umständen nur auf dem verordneten, die zwar nicht dem Wortlaut, aber dem Sinne nach Königgrägerstr. 67 bewohnt eine Gräfin K. genannt BIlicher eine Papier stehe. Stadiv. Hirsch entgegnete nochmals dem Oberdarauf hinauslief, daß ein Stadtverordneter die städtische Verwaltung herrschaftliche Wohnung, deren Schlafräume nach dem Hofe zu be- bürgermeister und dem Stadtv. Ströbler und forderte, daß endlich nicht schlecht machen dürfe, sondern hübsch zu warten habe, bis legen sind. Gestern früh bald nach 2 Uhr bemerkte ein Schußmann der Anregung auf Einsetzung einer socialen Kommission es besser wird. Mit Recht warf Borgmann hierzu die Frage auf, von der Straße aus dicen Rauch durch die Fenster der Vorderstube Folge gegeben werde. wozu denn dann die Stadtverordneten überhaupt da feien. bringen und weckte den Portier. Während dieser die Feuerwehr städtischen Arbeitern, die sich mit einer Petition mm Lohnerhöhung Nachdem noch Stadtv. Dr. Frank den Uebrigens wurde Herrn Langerhans und seinen Freunden alarmierte, eilte der Schußmann unter Feuerrufen die Hintertreppe an die Deputation gewandt haben, den Text gelesen hatte, sofort ihr Lohn. Sie mußten es sich gefallen lassen, daß empor und erbrach die Eingangsthür, Frau Blücher und ihr Dienst- betonte Stadtv. Baate( Soc.), daß es der Bürgerparteiler regel an ihre Seite trat, die städtischen mädchen waren von dem. Lärm erwacht, vermochten aber nur mit der das gute Necht Arbeiter sei, ihre Ware Arbeitskraft fo Krankenhäuser als gut, die wärterlöhne als sehr anständig be- Hilfe des eingedrungenen Schutzmanns durch die verqualmten Räume taufen, au wie sie wollen. Man möge nicht wagen, das zeichnete usw. Das Komische der Situation wurde unter dem ins Freie zu gelangen. Verzweiflungsvoll rief die Frau Blücher nach Petitions- und Koalitionsrecht der Arbeiter an schallenden Gelächter unsrer Genossen von Adolf Hoffmann einem Kinde, dem. vierjährigen Erich Lindblohm aus Stod autasten. Wie es mit der so gepriesenen socialen Fürsorge des treffend gekennzeichnet durch den Zwischenruf:„ Das ist holm, der hier zum Besuch weilt. Auf dem Bauche friechend, tastete Magistrats stehe, zeige sein saumseliges Vorgehen in der Euch recht!" Nachdem sich schließlich noch der Berichterstatter sich der Schutzmann durch mehrere Zimmer, ohne das Kind zu Wohnungsfrage. des Etatausschusses Herr Kalisch zu dem schier unglaublichen Aus- finden. In dem Augenblick aber, in dem er das Schlafzimmer des Der Berlauf der Debatte wird hoffentlich auch denjenigen spruch verstiegen hatte, das„ Märchen" der Krantenhaus- leinen fand, erschien auch die Feuerwehr, die auf Hafenleitern vor- Arbeitern, die sich um die Bewegung ihrer Klasse heute noch nicht überfüllung müffe öffentlich als unwahrgebrand brang und ihm das Kind durchs Fenster abnahm. Es atmete nicht tfimmern, endlich die Augen öffnen und ihnen zeigen, daß sie von martt werden, wurde der socialdemokratische Antrag, das ausge- mehr, doch gelang es den Samaritern der Wehr, durch Einflößen den herrschenden Klassen nichts zu erwarten haben. bildete Wartepersonal in Bezahlung und Verpflegung den Victoria: von Sauerstoff das Kind nach längeren Bemühungen wieder ins schwestern gleichzustellen, abgelehnt. Dafür stinimte außer unfren Leben zurückzurufen. Es liegt jedoch krank danieder. Von den Genossen niemand! Die Gegner des Antrags scheinen übrigen Berfonen wurde der Schußmann am härtesten durch Rauch nicht begriffen zu haben, daß die darin aufgestellte Forderung mitgenommmen. Er schwebte ebenfalls in großer Gefahr, bis ihn im Interesse nicht mir der Wärter, sondern ebenso sehr der auf die schließlich die Feuerwehr über einen Leitergang rettete. Das Feuer Benutzung der Krankenhäuser angewiesenen Bevölkerung liegt. gerstörte zwei große Zimmer. Die Entstehungsursache ist nicht er Beim Etat der Anstalt Wuhlgarten brachte Borgmann mittelt. jenes bekannte Vorkommnis zur Sprache, die heimliche Secierung einer schon beerdigt gewesenen Leiche. Gegenüber dem Stadt Schußtruppen- Feldwebel in voller Uniform erfchoffen aufgefunden. Im Tiergarten wurde Donnerstagmorgen um 63/4 Uhr ein Straßmann stellte Singer flar, daß an fich gegen Der Mann war vorgestern vor und nachmittag im Tiergarten und die Secierung nichts eingewendet werden solle. Es werde nur bei Besichtigung der Denkmäler in der Sieges- Allee wiederholt geeine Regelung des dabei zu beobachtenden Verfahrens gewünscht, fehen worden. und das umsomehr, da gerade hiervon zu erwarten sei, daß der Widerstand der Bevölkerung gegen die Secierung sich verringere. ,, Die Kommune." Unter diesem Titel erscheint heute in der Expedition des„ Vorwärts" die bereits angekündigte März- Zeitung. Sie ist ausschließlich dem Andenken der Kommune gewidmet, deren ruhm reiche Gedenktage bekanntlich in diesem Jahre zum dreißigsten Male wiederkehren. Die Nummer erhält insoweit ein besonderes historisches Interesse, als ihre zahlreichen Illustrationen sämtlich aus der damaligen Zeit des proletarischen Freiheitstampfes herrühren und in ihrer Art zum Teil hoch charakteristisch sind. Der erläuternde Artikel „ Zum Gedächtnis der Kommune" ist von Bebel verfaßt; außerdem enthält das Gedenkblatt ein begeisterungsvolles Gedicht von Eugen Bottier und verschiedene andre wertvolle Beiträge. Es ist wohl nicht baran zu zweifeln, daß die diesjährige März- Zeitung im deutschen Proletariat vollauf die ihr gebührende Anerkennung findet. rat Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Ein Berichterstatter fchreibt: Mit Schießicharten versehen worden sind die schweren, Straßensperrung. Die Eberthstraße wird von der Landsberger Allee bis zur Heidenfeldstraße, einschließlich Kreuzdamm, behufs Umpflasterung vom 18. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt.. AUST " 17. b. Wts., wieder einen billigen Sonntag angefezt. Die Beob Die Direktion der Treptow- Sternwarte hat für Sonntag, den achtung mit dem Riesen Fernrohr foftet die Hälfte und ist der Besuch des astronomischen Museums" ganz frei gegeben. Um 4 Uhr nachmittags spricht und die Erscheinungen in unsrer Atmosphäre". Die Scheiben, an denen der Direftor Archenhold über den außergewöhnlichen Blutregen in Sizilien am Montag früh gefallene Sandregen, untermischt mit einigen roten Stellen, sichtbar ist, sind im„ astronomischen Museum" ausgestellt. Das Thema des 5 Uhr Vortrags lautet:„ Der neue Stern im Perseus", um neue Stern, Mars und Orionnebel gezeigt. 7 Uhr:„ Die Geschichte des Mars". Mit dem Riesen Fernrohr wird der den Norddeutschen Eiswerten angestellt ist, hat sich gestern mittag, Selbstmordversuch. Der Kutscher Leinwächter, der bei als er im Dienst war und mit seinem Wagen die Gerichtstraße hinunterfuhr, mit einem Revolver zu erschießen versucht. Jin schwerverletzten Zustande wurde Kleinwächter nach der Charité gebracht, $ Die Stadtv. Bute, Ströhler, Rostod und Greby pflichteten dem Magistrat bei. Herr Ströhler sprach sogar von einer Aufbauschung und prophezeite, daß nach 8-10 Tagen keine Rede mehr von der Kalamität sein werde. ber= Gegen den Brotwucher. Die Gemeindevertretung von Nowa wes beschloß mit erheblicher Majorität, einer Refolution gegen die Getreidezölle ihre Zustimmung zu geben, die dem Reichstag unterbreitet werden soll. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Vermischtes. Unteroffizier Werten, ber, wie gemeldet, am Dienstag aus dem Der des Mordes an dem Rittmeister b. Krofigt verdächtige Untersuchungsgefängnis in Gumbinnen entlommen ist, wurde gestern nachmittag gegen 4 Uhr vor einem Stadtthor in Gumbinnen von einer Militärpatrouille wieder festgenommen. Nach einer weiteren Meldung befand sich Merten bei seiner am Stallupöner Thore erfolgten Festnahme in Civilkleidung. Er behauptet, daß er bereits nach dem Stallupöner Streise entkommen getvesen und zurüdgelehrt sei, um sich selbst zu stellen. Köln a. Mh. gestand ein Einwohner, wie uns gedrahtet wird, daß er Ein Mord noch nach acht Jahren entdeckt! In Niehl bei vor acht Jahren Zeuge der Ermordung eines dortigen Gutsbesizers gewesen sei, deffen Leiche an einem näher bezeichneten Ort verscharrt wurde. Er habe Schweigegelder empfangen, und die Mörder drohten ihn gleichfalls zu ermorden, wenn er Verrat übe. Als die Staatsanwaltschaft energisch einwirkte, die Thäter zu nennen, versuchte der Betreffende durch einen Sprung in den Rhein sich das Leben zu nehmen, er wurde indessen gerettet und nunmehr in Untersuchungshaft abgeführt. Wetter Prognose für Donnerstag, den 15. März 1901. nordwestlichen Winden, später aufklarend. Siemlich fühl, zunächst trübe mit geringen Niederschlägen und mäßigen Berliner Wetterbureau. Socialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Montag, 18. März, abends 81/2 Uhr, im Handwerkerverein, Sophienstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Peus über: Was ist Revolution und wer ist Revolutionär? 2. Diskussion. 3. Vereinsange: Tegenheiten. Gäste sehr willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet 245/3 Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 16. März, abends 82 Uhr, Allgemeine Versammlung aller in der Drahtwaren- Industrie beschäftigten Arbeiter als: Nadler, Drahtweber, Geflechtspinner, Schloffer und sonstige Arbeiter int dent ,, Diana- Sälen", Röpnickerstr. 67/68. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hermann Stenz über: Die Vivisektion, cine bisher totgeschwiegene, hochwichtige Zeitfrage". 2. Distuffton 3. Verbands- Angelegenheiten. Vertrauensmänner- Konferenzen: Sonnabend, den 16. März, abends 8 1hr: Für den Norden bei Dieke, Aderstr. 123. Für Moabit bei Fischer, Waldstr. 8. Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr. General- Derlammlung im Lokale des Herrn Keller, Koppenftr. 29. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Beschlußfassung über die Anträge zum Verbandstag in Nürnberg. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Dele giertenwahl zum Verbandstag. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Montag, den 18. März, abends 8 Uhr: Vier gr. Volks- Versammlungen. Tagesordnung: Der 18. März und seine Bedeutung. Ahrends Brauerei, urmstraße 24-26. 219/7 Referent Dr. Karl Liebknecht. Gösliner Hof, Göslinerstraße 8. Referent Waldek Manasse. SwineSwinemünder Gesellschaftshaus, münderstr. 42 Referent Reichstags- Abgeordneter Ledebour. Buhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Referent Reichstags- Abgeordneter Rosenow. Die Vertrauensleute. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin). Seute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Sigung der Ortsverwaltung. 79/2 Sonntag 11 Uhr: Schlesische Brüde nach Strandschloß a. Müggelsee. Donnerstag: Versammlung Rolberger straße 23.[ 11/13 Maschinisten- Anzüge in allen Grössen. Anzug 3,00 und 5,50 Mk. Jacken 1,50 und 2,75 Mk. Hosen 1,50 und 2,75 Mk. Carl Stier, 785*] Oranienstr. 166. Versammlung für Radfahrer und solche, die es werden wollen am Sonntag, 17. März, vorm. 91 Uhr, im Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: Besprechung über gemeinschaftlichen Einkauf von Fahrrädern und Zubehörteilen, eventl. Wahl einer Einkaufs- Kommiffion. 286/5 Die Mitglieder des aufgelösten Vereins Voran" sind besonders ein Der Einberufer. Sonntag, 17. März, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, geladen. ( Saal 1), Engel- Ufer 15: Versammlung der Einsetzer. Tages Ordnung: 1. Unfre gegenwärtige Lage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kommiffionsmitglieder und Bertrouensmänner werden gebeten um 9 Uhr zu erscheinen. Die Bezirks- Versaminilungen fallen an diesem Tage aus. 79/7 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Kommission. Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 17. März, vorm. 10% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Ausserordentliche General- Versammlung. 10 Tagesordnung: Anträge des Stoll. Grunow. Verschiedenes. Da die Tagesordnung von bedeutender Wichtigkeit, ist es Pflicht eines jeden Kollegen pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitglieds: 33/6 Bücher auszuhändigen. Montag, den 18. März, abends 8½½ Uhr, im Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15 Vertrauensmänner- Konferenz der Former. 112/20 Die Ortsverwaltung. Verein der Zimmerer Berlins u. Umgegend. Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr, Mitglieder Versammlung Fachverein der Holz- und Bretterträger sowie it Cohns Festsälen, Beuthſtr. 20 1. Brettschneider Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Bortrag über: Die wirtschaftlichen Krisen und die Lage der Arbeiter". Referent Reichstags- Abgeordneter 5. Gewerkschaftliches. Sonntag, den 17. März, vormittags 10%, Uhr, im König- Genosse E. Rosenow. 3. Disfuffion. 4. Bericht von der 3. Konferenz. städtischen Kasino", Holzmarktstr. 72 99 Mitglieder- Versammlung. 90 Tages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Abrechnung vom Mastenball. 3. Ver schiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Zahlreichen Besuch erwartet Früherer und jetziger Preis ist an jedem Stück vermerkt. Der Vorstand. 84/6 257/3 Es erwartet vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder Der Vorstand. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentlich Zähne 2 M.,#: 1 M. Alfred Apenburg, Invalidenstrasse 33, Nähe Stettiner Bahnh. Spr. 9-7. Reparat. sofort.[* roman sit dig 1 Streng feste Preise! Orts- Krankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. Ordentl. Generalversammlung ant Sonntag, den 24. März, vormittags 10 Uhr, im ,, Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37. Tages Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Borstands( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Rechnungslegung pro 1900 durch den Rendanten. 3. Bericht des Rechnungs- Ausschusses bezw. Decharge- Erteilung. 4. Zustimmung zu der Anstellung des Rendanten. 5. Etwaige Anträge der Mitglieder. 6. Verschiedenes. 415 Der Vorstand. Joh. Blenz, Vorsitzender. Gust. Lehmann, Schriftführer. Tabak- Arbeiter- Genossenschaft Hamburg. Vertreter: U. Stangenberg. Teilen hierdurch mit, daß wir unser Fabriflager am 24. März cr. vom Kottbuser Damm 39 nach der Manteuffel Strasse, Ecke 9728* Wrangel- Strasse, verlegen. Tel. Amt III. 1767. Kinderwagen, Sportwagen, Leiter und Ziegenbod. Soliterbetten, Kinderklapp. Stühle, Triumphstühle, Kranten: wagen für Erwachsene und Kinder, auch leibweise. Eiserne Bettstellen in jeder Größe. Größte Auswahl. Preise außergewöhnlich chulbillig, auch Teilzahlung. A. W. Schulz, N. Brunnenstr. 95 vis a vis Hunt: boldthain a. Bahnhof Gesundbrunen. Berlauf 2. Hof im Fabritgebäude. Musterbuch gratis. Theodor Büsing ( früber Jacques Raphaëli Inh. Th. Büsing.) Spandauer Brücke 2, am Stadtbahnhof Börse, nahe Hackescher Markt. 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Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Bitte meine grossen Schaukästen im Hausflur zu beachten!