Hr. 65. Absmnmtitts-f rtlnpngtn: Obonnemen W- Prei» pränumerando: «terleljährl. Z,go Ml>, monatl. l.loMk.. wöcheulltch SS Vfg. frei int Haut. eimeine Numm«r 6 Pfg. Sonntagt- Slununer mir'»»nrieriec Sonnlagt- Beilage„Die Neue Welt" lv Pfg. Post- Ulbonnement: 1.10 Marl pro Monat. (Eingetragen in der Post- Zettungt» Preitliste für lSOI unter Nr. 7S71. Unter streuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn S Marl, für da» übrige«utland s Marl pro Monat. 18. Jahrg. Die Znftrtllms.Gcllllyb beträgt für die sechtgespaltene Kolonet» »eile oder deren Raum 40 Pfg., für politisch« und gewerkschaftliche Bereint- und Verfammlungt- An, eigen so Pfg. ..Klein« Aufrigen" lebet Wort 6 Psg. (nur dat erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bit 4 Uhr nachmtttagt in derExpedition abgegeben werden. Die tExpcdition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abendt. an Sonn- und Festlagen bis S Uhr vormitlagt geöffnet. Srfcheint Uigllch auher Montag«, Devlinev Volksvlakk. Telegramm-Adresse: .Sorialdeinostrnl»rrlin" Centralorgan der socialdemokratisthen Vartei Deutschlands. Rrdaltlion: 3�.19. Beukh-Stratze 2. Fernsprecher: Zimt l. Nr. 1508. Sonntag- de« 17. März 1901. Expedition: sw, 19, Vcnth-Skrahc 3. Fernsprecher: Zlmt l. Nr. 5121. Unsre Poftabonneute» wollen umgehend das Abonnement erneuern, damit in der Zustellung keine ltnterbrechnng eintritt. Die Kommnne! Nach dreißig Jahren. Frankreich ist das Land der modernen Revolutionen. Kein Land hat einen so maßgebenden Einfluß ausgeübt auf den europäischen Kontinent als daS Frankreich von 1789—1870. In der großen Revolution kamen die vorgeschritteusten Ideen deS Bürgertums zur Geltung. Die Ideen von 1789 beherrschten von da ab nicht nur Frankreich, sie lvurden daS Programm der vorgeschrittensten Elemente deS Bürgertums in allen kontinentalen Staaten. So oft seitdem in Frankreich eine revolutionäre Be- wegung begann, fand sie in den übrigen Staaten des europäischen Festlands ihr Echo. Frankreich wurde der politische Barometer für Europa. Aengstlich blickten die Staatsmänner, hoffnnngsfroh die Böller nach Paris, um zu erfahren, wie die Dinge sich entwickeln würde». Aber der revolutionären Bewegung des Bürgertums folgte als ihr Schatten die proletarische Bewegung. Wie in der letzten Phase der großen Revolution die Verschwörung Baboeufs dem siegreichen Bürgertum ein monstoksl wurde, daS ihm zeigte, daß seiner besten der Welten die Träger der Idee einer noch besseren Welt folgten so trat daS proletarisch» revolutionäre Element mit jeder weiteren Phase bürgerlicher Entwicklung immer kräftiger in den Bordergnind. So in den Verschwörungen und geheimen Verbindungen der zwanziger und dreißiger Jahre, in der Juli-Revolution und besonders in der Februar-Revolution des JahreS 1843. Hier sah daS französische Bürgertum sich bereits genötigt, in der Person deS Arbeiters Albert einen Vertreter des Proletariats in seine Regierung aufzunehmen. ES war die erste sichtbare Konzession, die eS dem Proletariat machen mußte, das in der Febniar-Revolution bereits die entscheidende Rolle spielte. Aber die vorhandenen Klassengegensätze trieben zum offenen Konflikt zwischen Bürgertum und Arbeiterklasse. Die drei Monate Hunger, die das Pariser Proletariat als Frist für einschneidende sociale Maßregeln der Regierung zur Verfügung stellte, blieben nicht nur hierfür ungenutzt, eS mehrten sich auch von Tag zu Tag die Anzeichen, daß das Bürgertum nach einem Kampfe mit dem Proletariat sich sehnte, um wieder Ruhe vor diesem Störenfriede zu bekomnien. Die Junischlacht war daS große Ereignis, in dem zum ersten male Bürgertum und Proletariat als Todfeinde sich gegenübertraten. In dreitägigem, furchtbar blutigem Straßenkampfe unterlag das Proletariat. Der Haß und die Furcht des Bürgertums vor dem Proletariat ebnete Louis Bonaparte die Bahn zum StaatSstreick und zur Thron» besteigung als Napoleon III. Wie die Klassengegensätze am Ende der großen Revolution dem ersten Napoleon den Aufstieg zum Kaiser thron ermöglichten, so jetzt seinem Neffen. Unter dem cäsaristischen Regiment Napoleons III. entwickelte sich allmälig von neuem die proletarische Bewegung, die mit der dürgerlich-revolutionären im Jahre 1370 ihrem Höhepunkt zueilte. Es erschien damals nur als eine Frage kurzer Zeit, daß die Re volution daS zweite Kaiserreich hinwegfegte. Bismarck, der jetzt den Zeitpunkt füi gekommen erachtete, mit Frankreich abzurechnen, rettete daS Kaiserreich vor der Revolution, aber er stürzte eS wider seinen Willen in den Abgrund durch die Siege, die Deutschland in rascher Reihenfolge von Wörth bis Sedan über das Kaiserreich erfocht. Nunmehr drängten die Umstände zu revolutionären Mitteln. Die Proklamierung der Republik am 4. September, die kurz darauf beginnende Belagerung von Paris durch die deutschen Heere brachten daS Proletariat in den Vordergrund der Bewegung. Die Situation drückte ihin die Waffen in die Hand, die ihm bis dahin fehlten Gleichwohl versagten seine Versuche, sich der öffentlichen Gewalt zu bemächtigen. Die Ereigniffe mußten das demokratische Klein bürgertum und das Proletariat erst fester aneinander- schmieden, als daS unter der Belagerung von Paris geschehen war. Diese Ereigniffe blieben nicht aus. Die Haltung der Regierung während der Belagerung, die Kapitulation von Paris unter Bedingungen, die ein großer Teil des Pariser Volks für schmachvoll hielt, die überstürzte Wahl einer National Versammlung, die in ihrer Mehrheit aus Feinden einer republikanischen Ordnung der Dinge bestand, endlich die Maßregeln, die diese Versanun- lung gegen daS ihr verhaßte Paris ergriff: Ernennung eines feindlich gesinnnten Generals zum Kommandanten der Nationalgarde. Er« nennung eines Hauptvertreters des BonapartismuS zum Gouverneur von Paris, Erlaß eines Dekrets, das die sofortige Bezahlung der verfallenen Mieten und Wechsel anordnete, die Einführung einer hohen ZeitungSsteuer und die Unterdrückung der oppositionellen Zeitungen auf Grund deS aufs neue über Paris verhängten Be- lagerungSzustands. das waren die Maßregeln. die Kleinbürgertum und Arbeiter in eine Kampflinie drängten. Als dann am Morgen deS 18. März die Regierung durch die Armee den Versuch machen ließ, die 2S0 Geschütze der Nationalgarde wegzunehmen, um Paris verteidiguugSunfShig zu machen, erfolgte der Bruch zwischen Paris und Versailles, Ivo die National- Versammlung tagte und wohin die Regierung von Paris entfloh. Der Versuch, die Geschütze wegzunehmen, kostete den Generalen Lccomte und Clement Thomas daS Leben. Daniit war der Bruch zwischen Paris und Versailles vollendet. In Versailles schrie man nach Rache und Vergeltung. Die Antwort war, daß das Centraikomitee der Nationalgarde für Sonntag, den 26. März, die Wahl eines Kommunerats anordnete, an der sich 287 000 Wähler beteiligten. Paris war für die Kommune. daS bewies diese Wahl. Man hat der Kommnne vorgeworfen, daß sie so wenig geleistet. Die so urteilen, verkennen die Situation, unter welcher die Kommune entstand und zu Grunde ging. Wir setzen hinzu: zu Grunde gehen mußte. Von den ersten Tagen ihres Bestands an mußte sie um ihre Existenz kämpfen. Pari« auf der einen Seite von den Versaillern. auf der andern Seite von den Deutsche» eingeschlossen, befand sich in der Lage einer belagerten Stadt und zwar zum zweiten Male binnen sieben Monaten. Hierzu kam, daß der Kommunerat aus sehr verschiedenen Elementen bestand, in der die Socialisten zwar die Mehrheit hatten, aber selbst in verschiedene Sektionen gespalten waren. Dennoch führte die Kommune eine Reihe politischer und und socialer Maßregeln durch, die eine demokratisch-soeialistische Eut Wicklung verbürgten, wäre die Existenz der Kommune auf die Dauer möglich gewesen. Das war sie unter den gegebenen Umständen nicht. Rcgienmg und herrschende Klaffen mit ihrer Gefolgschaft sahen in der Kommune die Verneinung der bestehenden Ordnung, eine ständige Gefahr für den Bestand des Staats, also eine Organisation, die, koste es was es wolle, vernichtet werden muffe. Und Bismarck half seinem Feinde, der französischen Regierung, indem er ihr nach und nach 80000 gefangene französische Soldaten zur Verfügung stellte, die. durch den Versailler Ordnungspöbel verhetzt, darauf brannten, bei dem Kampfe gegen die Kommune die Lorbeeren zu erwerben. die sie im Kampfe gegen die Deutschen nicht zu erwerben ver- mocht hatten. So begann anfangs April jener denkwürdige Kampf der Ver sailler gegen daS demokratische und socialistische Paris, der von da ab bis zur Schlußkatastrophe Ende Mai die gespannteste Aufmerksam- keit der gesamten Kulturwelt, insbesondere des klassenbewußten Proletariats aller Länder in Anspnich nahm. ES war ein Schauspiel sondergleichen. Dasselbe Paris, das während vier Monaten die Belagerung durch die Deutschen mit Heroismus ertragen hatte, lag jetzt im Kampf gegen die eigene Regierung und der herrschenden Klassen de« Lands. Und wie in revolutionären Känipfen stet« die in ihrer HerrschaftSstellung Bedrohten sich durch besondere Grausamkeit und Blutgier auszeichnen, so auch in dem mehr als sieben wöchentlichen Kampf gegen die Kommune. Alle Grundsätze des Völkerrechts und der Menschlichkeit wurden durch die Versailler mit Füßen getreten. Was ihnen an Gefangene» in die Hände fiel, wurde niedergemetzelt. So gleich zu Anfang des Kampfe? der Kommune. General Duval und Oberst FlourenS. Obgleich die Kommune mit Gegenmaßregeln drohte und eine Anzahl Geißeln gefangen setzte, unterblieben die Vergeltungsmaßregeln. Erst als in den letzten Tagen deS Kampfes die Erbitterung alle Grenzen überschritten hatte und der Fall der Kommune in sicherer Aussicht stand, wurde ein Teil der Geiseln, darmiter der Erzbischof Darboh, er- schössen. Eine Maßregel, die daS Wutgeheul der gesamten Gegner. schaft auf Jahrzehnte hinaus hervorrief. Sonntag, den 21. Mai. gelang es der Armee, in Paris einzu. dringen. Es begann die sogenannte blutige Woche, die mit der voll- ständigen Niederlage der Kommunekämpfer endete. Arbeiter und Kleinbürger verteidigten sich heroisch, aber die Uebermacht siegte. Schritt vor Schritt mußte HauS um HauS, Straße um Straße ihnen entrissen werden. In diesem furchtbaren Kampfe gingen unter anderm daS Stadthaus, der Justizpalast und die Tuillerien in Flammen auf. Sonntag, den 28. Mai, war Paris erobert, die Kommune niedergeworfen. Und nun begann die Rache, wie sie nur eine herrschende gegen eine besiegte Klasse ausüben kann. Die Füsiladen dauerten Wochen und Monate. Männer, Frauen und Kinder fielen der Wut des Kampfs und den Kriegsgerichten zum Opfer. Wer nicht den Tod durch Pulver und Blei fand oder in den Ge- fängnisscn und BagnoS zu Grunde ging, verfiel der Deportation nach Neu-Taledonieu und Numea. Zehntausende flüchteten ins Aus land, um der Wut der Sieger zu entgehen. Mehr als die ver- lorenen Schlachten des Kaiserreichs verursachte die Niederlage der Kommune dem wirtschaftlichen Leben deS Landes und speciell dem von Paris die schwersten Schädigungen. So rächte sich die Wut der Gegner an ihnen selbst. Dreißig Jahre sind verflossen, seitdem die Kommune ins Leben trat. Ein Kind außerordentlicher Umstände, ist sie unter außerordentlichen Umständen vernichtet worden. Aber wie die ranzöfische Bourgeoisie den SocialismuS durch die Junischlacht nicht töten konnte, so hat sie auch durch die furchtbar blutige Niederwerfung der Kommune ihn nicht töten können. Im Gegenteil. Der SocialismuS ist heute in Frankreich stärker alS je zuvor und zwingt die Bourgeoisie zu Konzessionen, von denen ie sich vor wenig Jahren noch nichts träumen ließ. Und nun die Nemesis in der Geschichte. Die zu den Henkern der Kommune gehörten, müssen heute die einst von ihnen Besiegten und bitter Gehaßten und Verfolgten alS Helfer und Retter be- grüßen. Wer weiß, ob nicht zum fünfzigjährigen Jubiläum� der Kommune ihr rotes Banner über Frankreich wehtl Glaskönig am Schleifstein. AlS kleiner Stumm hat sich seit langem und besonders in üngster Zeit Kommerzirnrat Heye in Nienburg a. d. Weser be- währt. Durch seinen TerroriSmuS hat er die Glasarbeiter seiner Schauensteiner und Nienburger Fabriken in den Streik getrieben, welcher seit Monaten dauert und von den Arbeitern mit einem Opfermut geführt wird, der dem Uebermut deS Unternehmers gleichkommt. Unsre Parteipresse ist jetz. in der Lage, ein Schriftstück des Nienburger GlaskönigS zu veröffentlichen, daS ein wertvolles Dokument deutscher Kapital! st engesinnung darstellt und nicht nur für die im Ausstand befindlichen Glasarbeiter in ihrem jetzigen Kampfe, sondern für die gesamte Arbeiterschaft von Bedeutung ist. Das Schriftstück. daS die«Fränkische Tagespost" sowie das»Hamburger Echo" veröffentlicht, lautet: Nienburg a. d. W., den 23. Februar 1901. P. P. Beikommend gestatte ich mir, einen«Bericht über den Streik der Glasmacher und Pfleger" ergebenst zu übersenden.— wie ans demselben ersichtlich, wird der Betrieb nur notdürftig und mit bedeutendem Schaden aufrecht erhalten.— eS kann aber nickt auf die Kosten ankommen, wenn es mir nur gelingt, die Bestrebung der Socialdcuiokratte, die Alleinherrschaft auf de» Fabriken zn erringe», zu brechen. Mit aller Hochachtung ganz ergebenst F. C. Th. Heye. König!. Preuß. Geheimer Kommerzicnrat, 'in Firma H. Heye Glasfabrik. Für Zeitungen nicht bestimmt. Hermann Heye Hermann Heye Hamburg. B K V i rfl t Bremen. Heye Massabrik � J» V Ma-fabri. /•!. V«7°, Nienburg a. d. Weser Streik der klliSMlilher Provinz Hannover. Heye Glasfabrik Aunabütte Sckanenstein bei Obernkirchen Reg.-Bez. Cassel. H. Heye Wlassabrik Steinkrug bei Bennigsen Provinz Hannover. «nd Psleger bei der Firma Nieder- Lausitz. H. Heye Glasfabrik|V llfttf(ßlflÖffllltlll stf.® Th. Heye —"Iihube if* Braunkoyleinverke Wendthöhe V bei Stabthagen Nienburg a. d. Weser. Annahütte Schaumburg- Lippe. Nieder- Lausitz. Die Vorgänge bis zum AnSbnich des hiesigen Streiks haben sich in ganz ähnticker Weise wie im Sommer 1900 vollzogen. alS es zum Streik auf meiner Fabrik Schaucnstein kam. Aufgehetzt durch den Gastwirt Henkel in Nienburg als sog. Vertrauensmann und durch den Cigarrenmacher Wilhelm aus Hannover als g e- s�chäfts mäßiger Agitator fanatisiert, wurde eS bei den hiesigen Glasmachern zur fixen Idee, daß sie Herren auf der Fabrik werden müßten. Das socialdemokratische Organ der Glasmacher, der sog.„Fachgenosse", im Besitz des Reichstags- Abgeordneten Horn zu Dresden und unter dem Einfluß des Gast- wirts Girbig in Stralau, impfte den Leuten den Ge- danken, Herren auf allen Fabriken zu werden, nach und nach ein. Das Protokoll, welches Herr Bürgermeister Stahn über seine Verhandlung mit dem Arbeiterausschnß am 6. Februar aufgenommen hat, zeigt am klarsten das systematische Vorgehen der Führer, die Herrschast in ihre Hände zu bekommen. Zum Beispiel der Wunsch des ArbeiterauSschusses, nur in solchen Fällen von Entlassungen, welche die Arbeiter besonders interessieren, gehört zu werden und auch dann nicht mal Einspruch erheben zn wollen, sieht so harm- loS aus. daß vielleicht ein Unbeteiligter die Notwendig- keit der Zurückweisung dieser Forderung nicht sofort einsehen kann. Dieser sogenannte Wunsch birgt aber außer einer direkten Untergrabung der notwendigen Autorität der Vor- gesetzten die leicht ersichtliche ständige Gefahr von Differenzen zwischen den Arbeitern und der Betriebsleitung in sich, ivenn die letztere trotz Anhörung des Ausschusses die Eni- lassung eines Glasmachers nicht zurücknehmen kann. An einer Unterbreitung seiner Ansichten über eine Entlassung bei der Direktion liegt dem Arbeiterausschnß im Grunde genommen gar nichts, er mutz Erfolge haben mit seinen Unterbreitnngen, sonst steht er in den Augen seiner Auftraggeber doch nur auf seilen der Fabrik und gilt als Verräter. Darin liegt eben die große Gefahr aller ähnlichen Zugeständnisse, es soll und muß etivas erreicht>v erden. das die großen Massen befriedigt und zugleich kitzelt. Auf solche Weise entstehen zuerst Differenzen, dann Streit- fragen, für die auch die wohlwollendste und kräftigste Vermittlung zweck- loS ist, weil diese nur Erfolg bei einem Nachgeben ans beiden Seiten hat und damit dem Durst nach Erfolgen bei der breiten Masse nicht ge- nügt ivird. Immer und immer dasselbe Bild, das Aufstachel» de» Verlangens bei den Arbeitern nach größerem Lohn oder nach der Herrschaft oder»ach beidcm und bei ungenügender Sättigung zum Schluß der Streik. Sobald nun als erstes Ziel die im Protokoll erwähnten Forde- runge» erreicht sein würden, sollte auch die Anstellung von Beamten unter Kontrolle des Arbeiteransschusses gebracht werden: dann ist auch schon öffentlich verhandelt worden, daß die Einsicht in die Geschäftsbücher der Firma verlangt werden müsse. So iveit sind die Frciheitsgedanken der Arbeiter schon gediehen; diese einzu- chrünken, hat die königliche Regierung keine Macht. Aber die Regierung uinst sich sagen, daß die private Industrie de» Kampf gegen die Herrschaft der Social» demokratic nicht allein für sich, sondern auch für die Regierung führt. Ist die Jndnstrie unter die Botmäßig- keit der Socialdemokraten gebracht, dann werden die Betriebe der Regierung sich einer Selbständigkeit auch nicht mehr lauge zu er- 'reuen haben; die staatlichen Uuieruehmuiigen. wie der Eiseubahn- und Postbetrieb, werde» von den socialdcmokratischeu Führern nn- bedingt abhängig werden, meiin erst mal die jetzige Vorkämpferin, die Industrie, gefallen ist. Jetzt werden Industrien, die zum Wohl der ganzen Gegend groß geivorden und den Ruf des deutschen Fabrikats als unantast» bar gut an Qualität ic. erobert haben, auf die' gemeinste, frivolste Weise rniniert; Arbeiter werde» durch Streit und Sauferei zu NichtSthner» erzogen und nur» um den social« deniokrattschcn Führer» daS gute Leben durch die Groschen der Arbeiter möglich zu mache». Ich habe hier die besten Arbeiter Wohnungen gebaut und eingerichtet, glaubte dadurch Einfluß auf die Bewohner zu gewinnen, gute lufiige Schule ist von mir hier ebenso wie in Schaueustein und Annahütte gebaut nnd eingenchtet. Badehäuser zur unentgeltlichen Benutzung wurden von niir geschnffc», Pflegerimie» für Kranke angestellt und von mir bezahlt, eine Sterbekasse' mit großem Kapital dotiert, um bei Todesfall der Frau oder des MannS der Familie mit Geldimterstützung von St) Mark zu helfen. Jedem Arbeiler ist eine anständige und gerechte Behandlung zn Teil geworden und das Ende einer 28jäh- tiizcn Thätigkeit hier ist der Streik und der Untergang des schönen Werks, iveil die Arbeiter eine unendlich weitgehende Frei- heit fordern. Der Ruin für dieselbe» sind die an jedem Sonntag stattfindenden Versammlungen, in welchen dieselben durch Bier und Schnaps erhitzt, mit socialdemokratischen Reden von grwerbsmäsiigen Hetzern in ihrer ganzen Denkungs- art vergiftet werden. Für diese Menschen sind und werden a ll e Wohlthätigkeits-Jnstitute, als Unfall- Verufsgenossen- schaft, Invaliden- Versicherung, erdacht und eingeführt und der Dank für die großen Leistungen besteht im frivolsten Streik. Am Sonntag, den 10. Februar, war wieder Versammlung, in welcher beschlossen wurde, unbedingt an allen Forderungen fest- zuhalten, Heye müsse sich unterwerfen. Jeder, der andrer Meinung war. wurde niedergeschrien und als Verräter der gerechten Sache erklärt._ Am 13. Februar wollte Herr Bürgermeister Stahn von hier nochmals eine Verständigung herbeiführen, ollein diese wurde nur so aufgefaßt,' daß man allen Forderungen der Arbeiter sich bedingungslos unterwerfen müsse. und mittags 12�/2 Uhr wurde mir die Kündigung sämtlicher Glas- macher überreicht-, es wurde damit das Ende der Arbeit, aber auch endlich die notwendige Ruhe eingeführt. Am gestrigen Tage sind vier Wannenöfen außer Betrieb gesetzt und 2 sind durch 10 trengebliebene und 65 Lehrlinge, die laut Lehrlings- Kontrakt arbeiten müssen, besetzt;— daß solche Fabrikation mit Verlust getrieben wird, ist selbstverständlich. Wenn die Leute nicht fanatisiert wären und das Verständnis für wahre Thatsachcn ganz und gar verloren hätten, lo würden sie sich besinnen, sich in solches Elend zu stürzen, sie glauben aber große Unterstützungen von andren Gewerkschaften zu bekommen, ich glaube aber nicht recht daran; der Lohn, den die Glasmacher bisher bckomn,en haben, ist sehr hoch, der Durchschnitts- verdienst der Glasmacher betrug im Jahre 189g per Arbcitsschicht von S Stunden ausschließlich Essenpausc 3,30 M, und für 1900 trat hierzu noch eine Lohnerhöhung von 6 Proz. Man sagt, einzelne Gewerkschaften hielten den Streik der Glasmacher dieserhalb für ungerecht und wollen keine Hilfe leisten, meiner Ansicht nach hängt der Streik nur von den Streikgeldcrn, welche andre Glasmacher aufbringen müssen, ab. Welche Summen einzelne Glasmacher verdienen, erlaube ich mir noch hervorzuheben. Ein Glasmacher, welcher Säureballons bläst, verdient pro Monat 200 M., seine drei Söhne ca. 270 M.. sind 470 M. pro Monat, und dabei streikt der Mann, weil er behauptet oder lügt, er hätte keinen Schutz bei der Arbeit.— Ein Unglück ist cs, daß daS Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen von der Negierung nicht durchgedrückt worden ist, dann könnten solche Flausen» wie diese, nicht vorgeschützt werden. Wenn nicht mehr gegen daS Vorgehen der socialdemokratischen Hetzer gcthan wird, dann geht die deutsche Industrie ihrem Untergang entgegen, denn wo Arbeiter die Verwaltung der Werke beherrschen, kann keine Industrie prosperieren. Außer meiner Fabrik wird eine Nachbarhütte, Firma Himler, Hölscher u. Co. ebenfalls zum Stillliegen gebracht, weil sie sich auch nicht den Terrorismus der Socialdemokratie hat gefallen lassen wollen und können. Es streiken bei H. Heye Glasfabrik 390 Glasmacher und 24 Pfleger und infolge dessen, mißten wegen Mangel an Arbeit entlassen werden: 140 Tagelöhner, Packer und sonstige Arbeiter. Ferner streiken bei Himlh, Holscher u. Co. 170 Glasmacher, 12 Pfleger und 12 Schürer. Wenn der Streik von den Arbeitern gewonnen wird, so würden außer den oben genannten die nächsten neuen Forderunge» sein: erstens die Einführung der achtstündigen Arbeits- zeit natürlich ohne Lohneinbuße, zlveitens die Regelung der Lehrlingsfrage, indem die Arbeiter mir vorschreiben, ob und wie viele Glasmacher-Lehrlinge ich einstellen darf. Der Streik ans meiner Fabrik Schauenstein dauert heute»ach 30 Wochen noch an und sind auch dort dieselben Gründe maßgebend. infolgedessen wollen die Führer die Streiks auf beiden Werken mit einander verquicken. Nienburg(Weser), den 28. Februar 1901. F. C. Th. Heye, König!. Preuß. Geheimer Kommer�ienrat in Firma H. Heye, Glasfabrik. *** Die Angaben über die Verhältnisse der Glasarbeiter im König- reich Heye sowie über ihre Forderungen sind völlig entstellt. Wer sich des Ursprungs und des Verlaufs des Streiks erinnert, weiß, daß es sich in der Hauptsache nur um Gewährung der in Nienburg bestehenden Fabriksverhältnisie auf Schauenstcin handelte. Der Unternehmer griff zuMaßregelungen und zum Versuch, die Organisation zu zerstören, die der Glaskönig mit verbissenstem Haß verfolgt. Er haßt sie, nicht tveil sie die Industrie zerstören könnte, Ivie er vorgiebt, sondern weil sie das einzige Mittel ist, die unwürdigen Zustände, unter denen die Glasarbeiter arbeiten uuissen, zu bessern, weil aber so der Unter- nchmerprofit um ein weniges geschmälert zu werden Gefahr läuft. Das hochmütige Schriftstück des Scharfniachers der Glasindustrie, der dem Nichtgelingen des Zuchthausgesetz-EntwurfS bittere Thränen nachweint, wird nur den einen Erfolg haben, daß die deutsche Arbeiterschaft den kämpfenden Glasarbeitern in verdoppelter Hilfsbereitschaft zur Seite steht. Volikifche Mebevfichk. Berlin, den 16. März. Der Reichstag beschäftigte sich am Sonnabend mit denselben Materien wie am Tage vorher, mit dem China-Nachtragsetat und mit zurückgestellten Titeln aus zweiter Lesung. Der jüngst zum Staatssekretär des Auswärtigen avancierte frühere Bureauchef Bülows, Herr v. R i ch t h o f e n, ist im Gegensatz zu seinem Chef, dessen Ehe mit der Tochter Laura Minghettis kinderlos geblieben ist, mit einer zahlreichen Nach- kommenschaft gesegnet. So kommt cs, daß ihm die Räume des Auswärtigen Amts nicht genügen, in denen Bülows das von Wilbrandt besungene traute Familienleben führten. Neue Kinderstuben müssen gebaut lverden, damit die munteren Kleinen nicht aus allzu großer Nähe den Papa in der fleißigen Ausarbeitung der ihm vom Reichskanzler über- wiesenen Pensa stören. Aber auch Bülows sind mit ihrer neuen Behausung nicht recht zufrieden. Der alte Onkel Chlodwig führte mit seiner etwas zurückgezogen lebenden Tochter und seinem ge- treuen Teckel ein ziemlich beschauliches Dasein. Ihm genügten daher die Räume vollauf. Aber die nach Wilbrandts Beschreibung so außerordentlich schönheitsdurstige Gräfin Bülow hat, wie es scheint. allerlei an der etwas hausbackenen Einrichtung auszusetzen und auch der große Garten gicbt ihr zu mancherlei Ausstellungen Anlaß. So treten denn beide Excellenzen als Bittsteller vor das Haus und ersuchen um einen übrigens nicht sehr kleinen Zuschuß zur Aufbesserung ihrer Wohnungsvcrhältnissc. Und der Reichstag ist schnell bei der Hand; denn das Centrum hat sich allmählich so weit entwickelt, daß es Regierüngs- forderungen abzulehnen nicht mehr übers Herz bringen kann. Nicht einmal von ihrer Prüfung»vill cs etwa» wissen. Richter und Singer hielten der„ausschlaggebenden Partei" ihr Verhalten gebührend vor; aber cs half nichts. Dr. Bachem machte allerhand Ausreden, und das Haus bewilligte Herrn v. Richthofen gehorsamst die neuen Kinder- stuben und der Gräfin Bülow die neuen Orangerien. Nach diesem Intermezzo wandte man sich der zweiten Lesung der zweiten Chinavorlage zu. Unbehilflich wie immer erging sich Kriegsminister v. G o ß l e r in allgemeinen Wendungen über die Waldersecsche Mission und über die Stärke der verschiedenen Truppenkontingente verschiedener Nationen, die den Befehlen des internationalen Platzkommandanten und Gendarmerie-Obersten für Peking unterstellt sind. Dann wandte er sich den Hunnenbriefen zu und wiederholte, wenn auch mit einigen Wenn und Aber, die urkomische Be- hauptung der reaktionären Blätter, daß eine socialdcmokratischc Fabrik zur Verfertigung von Hunnenbriefen existiere. Bebel, der außerdem die etwas sonderbare Einigkeit der in China zu gemeinsamer Aktion vereinigten Mächte unter die Lupe nahm, gab dem Kriegsminister die gebührende Antwort. Unter den noch aufzuwartenden Resten nahm die Forde- rung für die H o h k ö n i g s b u r g im Elsaß eine hervor- ragende Stellung ein. Der Elsässer V o n d e r s ch e e r, der sich aus diesem Verhalten allerlei Vorteile für seine Partei zn versprechen scheint, sowie der Reichspartcilcr Dr. Arendt traten für die Bewilligung der Forderung ein; der letztere schwäxmte bei dieser Gelegenheit in beinahe innigen Tönen für den Wiederaufbau zerstörter Gebäude der Vorzeit, womit er indeffen nicht etwa den Tempel von Jerusalem, sondern mittelalterliche Ritterburgen meinte. Dagegen meinte Dr. Müller- Sagan und der Antisemit B i n d e w a l d. dessen Rede seine sonstigen konservativen Freunde mit Zischen be- gleiteten, es sei besser, die elsässische Bevölkerung durch Auf- Hebung des Diktatur-Paragraphen, als durch den Aufbau alter Zwingburgen zu gewinnen. Eine scharf zugespitzte Rede hielt Volkmar. Mit dem Hinweis auf die Bewilligung des von der banausischen Mehrheit abgelehnten Goethc-Denkmals trat er dem albernen Gerede entgegen, daß die Socialdemokratie für ideale Zwecke nichts bewilligen wolle. Nicht um künstlerische Bestrebungen handele es sich bei der geforderten Summe, sondern um ein Entgegenkommen gegenüber persönlichen Wünschen des Monarchen. Bei der ganzen Debatte schwieg sich das sonst so rede- lustige Centrum völlig aus. Dafür stellte es die nötigen Mannschaften, um die Beivilligung durchzudrücken, die übrigens mit recht knapper Mehrheit erfolgte. Dann ging die Debatte noch ein paar Stunden weiter. Erst um acht Uhr machte das erschöpfte Haus zur Freude der noch mehr erschöpften Stenographen Schluß. Eine Re- solution, die die Einstellung einer Sunime zur Bekämpfung der Tuberkulose in den nächstjährigen Etat forderte, wurde einstimmig angenommen, nachdem Singer sie be- fürwortet, aber darauf hingewiesen hatte, daß man mit Palliativmittelchen gegen dieses schreckliche Uebel der Gesell- schaft nichts ausrichte. Am Montag stehen außer Petitionen und Wahl- Prüfungen nur kleinere Vorlagen zur Beratung. Am Dienstag wird dann die dritte Lesung des Etats beginnen.—_ DaS Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend die zweite Lesung des Etats beendet. Von den noch ausgesetzten Positionen beansprucht das größte Interesse der die Kreisärzte betreffende Teil des Kultus- etats, der bekanntlich an die Budgetkommission zurückverwiesen war, da sich das Plenum mit der Regierung nicht über die Frage des Wohnungsgeldzuschusses für die nicht voll besoldeten Kreisärzte verständigen konnte. Die Budgetkommission be- schloß nun im Einverständnis mit den beteiligten Äinistern, von dem Wohnungsgeldzuschuß abzusehen, dagegen das Durchschnittsgehalt von 2250 auf 2700 M. zu erhöhen, und diesem Antrage trat das Plenum bei. Damit ist wenigstens der Anfang zur Ausführung des bereits vor l1/8 Jahren beschlossenen Kreisarzt Gesetzes gemacht. Im übrigen ist nur noch zu erwähnen die Ablehnung der Position von 170000 M. im Extraordinarium des Kultus- etats zur Erweiterung der Sammlmrgs- und Magazinräume dos Museums für Völkerkunde in Berlin. Die Ablehnung erfolgte einstimmig, da mit einem solchen Erweiterungsbau nach Ansicht hervorragender Fachleute, zu denen auch Rudolf Virchow gehört, nichts erreicht wird. Am Montag beginnt die dritte Etatsberatung. Der Zolltarif. Auch die.Kölnische Zeitung" bestätigt, die«maßgebenden Mitglieder der Reichsregierung seien fortgesetzt überzeugt, daß die- jenigen Getreidezoll- Erhöhungen, welche entschieden im Interesse der Landwirtschaft notwendig seien, von vornherein im Zolltarif alS Miudestzoll gesetzlich f e st g e I e g t w c r d e», damit eine zuverlässige Grundlage für die übrigen Zollverhandlungen dem Ausland gegenüber gegeben sei". Diese Mitteilung der„Köln. Ztg.". die sich mit der gestrigen Aeußerung der„Beil. Pol. Nachr." deckt, ist wirklich nicht mehr nötig, um alle Zweifel daran auszuschließen, daß die Regierung den neuen Tarif mit b e st i m m t e n M i» i m a l- Z o l l f e st s e tz u n g e n vorlegen wird. Anders steht es um die Frage, ob der Tarif ein voll- ständiger Doppeltarif sein wird, der für alle wichtigeren Artikel »eben Maximal- zugleich Minimal-Zollsätze enthält. Schon am 10. Januar schrieben wir: „Für einen vollständigen Doppeltaris dürfte die„Industrie" jedoch kaum zu haben sein, denn er reduziert die Aussicht für den Abschluß von handelspolitisch in Betracht kommenden Handels- Verträgen auf Null. Weit ivahrscheinlichcr ist, daß nur für einige wenige landwirtschaftliche Artikel— natürlich die wichtigsten— Minnnalsätze festgelegt werden sollen. Dan» können die Macher vom Centralverb'and' immer noch behaupten, eigentlich sei lein Doppeltaris vorhanden, nur einige Tarifsätze wären durch Minimal- Festsetzungen.ergänzt", und die Agrarier wieder können erkläre», im Grunde genommen hätten sie doch ihren Wunsch crrcickit, denn gerade für die Waren, aus die sie„ein entscheidendes Geivicht" legen, seien Doppelsätze aufgestellt." Diese Annahme wird jetzt durch neuere an die Oeffentlichkeit dringende Nachrichten bestätigt. Der Zolltarif soll im ganzen als „Einheitstarif" vorgelegt werden und nur für e t w a ein Dutzend Artikel M i n i m a l z o l l s ä tz e enthalten, selbst- verständlich für Artikel, die den Agrariern als die wichtigsten gelten: Weizen, Roggen, Gerste usw. Dem Ausland, speciell Rußland, wird er durch diese„weise" Beschränkung allerdings nicht weniger feindlich erscheinen; denn er legt gerade Minimalsätze für jene Produkte fest, auf deren Export vor allein sein Handel mit Deutschland beruht. Welches Interesse hat Rußland noch an einem Handelsvertrag, wenn ihm seine Einfuhr von Weizen, Roggen. Futtergerste, Eier» in Deutschland erschwert wird?— Gegen den Kornwucher. Die Protestbewegung gegen die agrarischen Anschläge dauert ungeschwächt fort und /zieht stets weitere Kreise. Es ist uns uu- möglich, alle zahlreichen Versammlungen, von denen uns berichtet wird, zu verzeichnen, wir beschränken uns auf diejenigen, die einen besonderen Charakter tragen. Aus Dortmund wird berichtet: Im„goldenen Löwen" tagte am Soimtagnachmittag eine Pole»Versammlung, die sich mit den Äornzöllen beschäftigte. Die Bersaininlung erklärte sich gegen den Kornzoll und sollen diesbezügliche Resolutionen dem Reichstags-Abgeordneten Hilbck solvie dem Landtags-Abgeordneten Westermänn-Lütgeudortinimd überreicht werden. Die meisten Ver- sammlungsbcsucher waren bisherige Anhänger des C e n t r u m s. Nhciuland. Versammlungen gegen die Brotverteuerung fanden statt in Ehrenfeld, in Kalk und in Deutz, wo' Genosie Gewehr redete, in Solingen, wo Genosse Hengsbach referierte, in Düsseldorf, Bilk und R o n S d o r s, wo Genosie Dr. Erdmann- Köln sprach. In Mülheim a. Rhein veranstalteten die Hirsch-Dunckerschen eine Protestversammlung, in der Genosse Dr. E r d m a n n das Wort ergriff und besonders das Verhalten des CentrumS und der christlichen Arbeiterführer geißelte. Hessen. Aus Offenbach wird uns geschrieben: Die Protest- b e w e g u n g gegen die geplanten Zollerhöh un gen auf Getreide beginnt nunmehr auch im Hessischen in Fluß zu kommen. So haben im Kreise Offenbach-Dieburg schon einige Versammlungen in Seligenstadt und Sprendlingen stattgefunden und am Mittivochabend fand im Saalbau zu Offenbach eine imposante Protestkundgebung statt, bei welcher Genosse Dr. Quarck- Frankfurt das Referat übernommen hatte. Ginstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der Eiiivcrstäiidnis mit den Änsführungcn Quarcks ausgesprochen und die hessische Regierung ersucht ivurde, im Bundesrat gegen die beantragten Zollerhöhungen zu stimmen. An den nächsten beiden Sonntagen finden»och im Offenvach-Dieburgcr Kreise Protestversammlungen in Groß- und Klein-Steinheim, Langen, Länunerspiel, Obertshausen. Isenburg, Klein-Krotzcnburg. llrlerach, Jügeshenn, Bürgel, Babenhausen, Dietersheim, Hainstadt, Hergers- hausen und Münster statt. Der Gauvorstand für Süddayern veranstaltet in den nächsten Tagen 25 Protestversaminlungen gegen die geplante Getreidezoll- Erhöhungen. Die Versammliingcn finden zum großen Teil in rein landwirtschaftlichen Bezirken statt. „Lediglich alS Mensch." Die„Post" erklärt eS zwar als „wenig angemessen, den G r o ß h e r z o g v o n H e s s e n für seine persönlichen Willensakte zu kritisieren", läßt ober gleichivohl ihren schiveren Aerger ob der Unterredung zwischen Großherzog und Socialdemokrät täglich in erregten Artikeln ausströmen. Jetzt be- treibt das monarchische Blatt die„wenig angemessene" Kritik deZ Großherzogs also: „Weil die Socialdemokratie revolutionär und antimonarchisch ist. verlangt sie bei einem Zusammentreffen die Beseitigung aller die Fürstenivürde anerkennenden Kundgebungen. Der Monarch soll lediglich als Mensch mit der Socialdemokratie in Verbindung treten und seinen fürstlichen Attributen in solchen Augenblicken entsagen. Es liegt ein lieferer Zweck in diesem Ver- halten, und wir meinen, wenn' der Großherzog von Hessen vorher gewußt hätte, daß„Genosse" Ulrich ans Offenbach bei seinem Heimatsgenoffen und Kammerkollegen Haas jede das Fürsten- und UnterthancnverhältniS kennzeichnende Kundgebung untersagt hatte, dann würde Herr Ulrich schwerlich Gelegenheit zu einer Unterredung mit seinem Landesherrn gefunden haben." Bernnitlich wird die„Post" sich demnächst zur Republik bc- kehren, denn es kann geschehen, daß ein Fürst sich zn der An- schauung bekennt, höher denn„lediglich als Mensch" nicht eingeschätzt werden zn können. Die„Post" wird vielleicht selbst nicht meinen, daß alle Fürsten den„Uebermeuschcn" in sich erblicken.— DieJahreS-GcncralversammluugderReichSbanr-Aktiouäre hat am Mirtlvoch in Berlin stattgefunden. Die Dividende für 1900 beträgt 10, SS Proz. gegen 10.48 Proz. im Vorjahre. Bemerkenswert sind einige Aendernngen im Centralausschuß(Aufsichtsratj. Für den verstorbenen Frankfurter Rothschild und für den verhafteten General- konsul Schmidt sind der Fürst Henckel- Doimersmarck und der Graf Dönhoff-Friedrichstein gewählt. Der erstere ist zwar noch mehr Industrie- Magnat als Großgrundbesitzer und der letztere bei den Agrariern in Verruf gekommen, aber die Wahl von zwei bekannten Aristokraten in den Ausschuß der Reichsbank ist auch ein Zeichen der Aera'von heute, möge sie nun eine Spekulation der Großfinanz auf höfische Einflüsse oder ein Unteritehmen der Aristo- kratie auf die Banileitung bedeuten. Die Umsätze der Zicichsbank in 1900 haben 189 091 499 000 M. betragen, nähern sich also der z iv e i h u n d e r t st e n Milliarde; gegen das Vorjahr beträgt die Zunahme ungefähr S'/i Akilliarde», denn in 1899 wurden 179 032 349 000 M. umgesetzt. Der durch- schnittliche Baliknoteuumlaiis war 1138361000 M. gegen 1 141 732000 Mark in 1899. Die Einnahmen betrugen: aus Wechseln 42 397 667 M.. aus Lombarddarlehen 5 089 218 M.. aus Gebühren 3 274 348 M., insgesamt 51883 820 M.. denen 17 920363 M. Ausgaben gegen- überstehen, so daß der Reingewinn 33 963 457 M. betrügt. Das Reich erhält davon 20 824 093 M. Anteil ianßerdem 2 317 852 M. Steuer für„„»gedeckte" Noten). Die Dividende macht einen Betrag von 8 932 000 M. aus.— Dein sächsischcu AutiscmitismuS geht der Atem a»S. Er will sein„großstiliges Tageblatt'', die..Deutsche Wacht" in Dresden unter den Hammer bringen. Die„Altiengesellschaft Deutsche Wacht" hat am 29. März ihre Generalversammlung, wozu der Verstand der Gesellschaft— das sind die Parteileiter— den Antrag stellt,„die Gesellschaft aufzulösen und daS„Gesellschaftsvermögen" im ganzen zu veräußer». Der Ausdruck„Gesellschaftsvermögen" dürfte etwas ungenau gelvählt sein; es kann sich höchstens um Gesellschastsinventar handeln. DaS ist ja der Wurm, der am Herzen der„Deutschen Wacht" nagt, daß sich niemand mehr finden mag, der ihr nochmals zu Vermögen verHilst. Hoffentlich findet sich lvenigstcnS ein Trödeljude, der daS alte Eisen aufkauft.—_ Chronik der MajestätSbeleidiguugS- Prozesse. Der lvegen Majestätsbeleidigung, begangen durch einen Vergleich, den er im„Äschaffenburger Beobachter" anläßlich der Verleihung deS Schwarzen Adler'ordens an Lord Roberts zwischen diesem und dem Räuber Kneißl anstellte, vor daS Schwurgericht in Würzburg veriviesene Aedactcur Kley wurde heute, nachdem die Gcschivorncn die Schnldfrage verneint, vom Gerichtshof frei- gesprochen.—__ Reichsksg» (Schluß ans der 1. Beilage.) ES folgt die Weiterberatmig der Etatrcste für(901 in zweiter Lesung. Die Beratung wird fortgesetzt bei der Forderung an den einmaligen Ausgaben des Etats des Reichsanrts des Innern zum AuSbau der„HohkönigSburg" im Betrage von 130000 M. Abg. Vonderfchecr(Elf.): Zch werde für die Forderung stimmen und habe dazu keinen inneren Kampf nötig gehabt, Ivie man behauptet hat. Ich stehe hier nicht als Vertreter»ur meines Wahlkreises, sondern als Vertreter des Volks, aber auch als solcher habe ich keinen Anlaß, gegen den Reichszuschuß zu stimmen. Wenn cs ivahr ist. daß in den Reichslande» zur Er- rcichmig eines günstigen Resultats in Bezug auf die HohkönigSburg politiscbe Illusionen erzeugt worden sind, dann wäre die Höh- königsburg ewig gezeichnet, dann wäre sie ein Wahrzeichen der nwralischen Schädigung deS Volks von Elsah-Lothringen.(Sehr richtig.) Abg. Dr. Arendt lRp.): Die Rede deS Herrn Vonderscheer ist ein Beweis für die starke Strömung, die in den Reichslandcn für die Wiederherstellung der Hohlönigsburg herrscht. Seine Verwahrung gegen die 6a nt 6es- Politik hat meine volle Zustimmung. Wenn aber auch der Beschlutz des ttandesausslbusses nicht so verstanden ivcrden darf, als wenn er auf die Abschaffung des Diktaturparagraphens direkt hinzielt, so hat er dach eine direkt politische Bedeutung. Schlettstadt hat die Ruine als Ausdruck der Huldigung an den Träger der deutschen Kaiser- kröne verschenkt. Und so ist auch der Beschlutz zu verstehen, de» der Landesausschutz gegen 2 Stimmen lRuf links: gegen sieben) gegen 5 Stimmen gefatzt hat. Herr Bios fragt uns, ob wir auch für den Wiederaufbau der Ruine stimmen würden, wen» Schlettstadt sie behalten hätte. Gcwih! sLachen links.) Aber ich antworte mit der Gegenfrage: Würden die Herren die Forderung mit solchem Eifer bekämpfen, wem: Schlettstadt die Besitzerin der Ruine wäre.(Sehr gut! rechts.) Uns liegt die Wiederanfrichtung schöner Bauten der Bergangeilheit am Herzen. Byzantiner sind wir nicht. Die alte Grenzlvachi des Reichs gegen Frankreich soll wieder in alter Pracht und Herrlichkeit erstehen. lBravo! rechts.) Durch die Ablehnung würden wir die Entwicklung des Deutschtums schädigen. Abg. Dr. Müller-Sagan sfrs. Vp.): Wir sind weit entfernt davon, gegen die Anhänger der Bc- kvilligung der geforderten Summen den Vorwurf des Byzantinismus zu erheben. Wir verwahren uns aber dagegen, dah uns Gegnern republikanische oder antimonarchische Gefinnuung nachgesagt wird. Zwischen beide» Polen ist noch ein iveiterRaum für diejenigen, deren Entschlüsse durch sachliche Gründe geleitet iverden. Von wem ist denn die ganze Frage so anfgebanscht ivorden. Wer hat denn die Illustrationen, die Muster, die Entwürfe, die Litteratur, die Bananschläge im Reichstag aufgehäuft? Bisher kannten wir etwas Aehnlichcs doch nur bei den Marinebildcrn. Hunderte von Ruinen sind sonst noch im Elsatz vorhanden, und was der Hohlönigsburg Recht ist. ist den andren Ruinen billig. Die Bankiers, denen diese Ruinen gehören, werden sie gcwitz gern dem Kaiser zur Verfügung stellen. Und weshalb nur für Elsatz-Lothringen ein Ruincnaufban-Monopol? In Thüringen sind die drei Gleichen. Niemand hat bisher daran gedacht, den Aufbau der beiden zerstörten Burgen, den Ausbau der erhaltenen zu vcr- langen. Wie sollte auch sonst der Ncichssäckel das aushalten. Die sieben Mitglieder, die im Landesansschutz mit Nein gestimmt haben, sind die Vertreter der näheren Umgebung der Hohkönigsburg. DaS Interesse an der Wiederherstellung dieser Burg scheint im Quadrat der Entfernung zuzunehmcii. Gerade so, wie die Ruine jetzt ist, ist sie uns angenehm, eine Ztving- bürg, die in Trümmer liegt, ein Zeichen, datz die Zeit verschwunden ist, wo Gewalt vor Recht ging. Solle» wir einem Lande, wo noch der Diktatnrparagraph gilt, die Zwinguri neu vor Auge» stellen? Der Eindruck konnte mir schlecht sein.(Bravo! links.) Abg. d. Vollmar(Soc.): Gestern ist von mehreren Rednern behauptet worden, datz es sich hier um einen idealen Zweck handelt und datz das Reich solche idealen �ivecke auch zu seinen Aufgaben machen müsse. Wenn sich die vorliegende Forderung damit begründen lietze, so würde ich nicht gegen sie stimmen.' Meine Partei hat sich niemals ablehnend gegen ideale Zwecke verhalten. Wir bedauern, datz sich im Etat des Reichs so ivenig Forderunge lt für ideale Zivecke zeigen, und sind geneigt, ihnen zu folgen, wo sich auch nur geringe Spuren davon bemerkbar machen. Ich brauche nur hin- zuweisen auf den Etat des ReichSamts deS Innern. Auch da sind eine Reihe von Positionen für edeale Zivecke gewesen, und wir Socialdemokraten haben mit den andren Parteien dafür gestiimnt, obwohl man ja eigentlich im Ziveifel sein konnte. ob die Forderung für die Sixtinische Kapelle sich nicht etwa als eine Subvention des Reichs für ein Werk hinstellt, das gegen die lex Heinze verstöht.(Heiterkeit.) Wir Socialdemokraten haben in einer früheren Session für das Gocthe-Denkmal gestimmt, während die Regierung meines Wissens versagte.' Nun ist es geivitz sicher, datz es erheblich wichtigere ideale Forderungen giebt, die das Volk weit unmittelbarer berühren, z. B. alles. waS die Schule betrifft. Wenn wir hier etwas darin zu sagen hätten, dann würden wir solchen Forderungen natürlich den Vorzug geben, aber wir sind auch gewitz geneigt, für die Erhaltung künstlerisch und historisch wert- voller Bauwerke etwas zu thun. Aber darum dreht es sich gar nicht. Ueber den historischen Wert hat BloS gestern das Nötige gesagt. Herrn Dr. Arendt will ich nur ein« erwidern. Er hat behauptet, es handelt sich nicht darum, die älter« Bnrg wiederherzustellen, sondern die Burg, die später als Grenzveste gegen Frankreich galt. Da möchte' ich doch einen histörischen Kursus bei Herrn Arendt nehmen. Nach«»einem Wissen handelt es sich darum, die Bnrg iin spälgothischen »tile aufzubauen. Es handelt sich uin ein Bauwerk aus dem Eltdc des 15. und dein ersten Drittel des 16. Jahr- Hunderts. Es ist mir in der That neu, datz die Burg zu dieser Zeit als Grenzveste gegen Frankreich gelten konnte. Ztnn zu der künst- lerischen Seite. Wenn die Bnrg so ausgeführt wird ivie projektiert ist, dann wird das. was an dem Bauwerk von künstlerischer Bedeutung ist, zerstört und verdorben, ganz ähnlich ivie es vor wenigen Jahren bei der Saal- bnrg geschah. J>r weiten Kreisen herrschte damals grotzcr Zorn über die Zerstörung, die dort geübt ivurde. Ich habe dabei nur einen Trost. Es ist>iur gut. datz der deutsche Einflutz nicht bis nach Italien reicht, sonst würde ain Ende das Rolosseuin und die Engels- bnrg auch neu erbaut und mit dein Mummenschanz der Saalburg versehen werden. Vielleicht würde auch die DomuS Aurea des Nero wieder errichtet werden mit dem Kolotz vor der Thür, natürlich niit einem neuen Kopf und von eine»» Berliner Künstler schön grün und blau patiniert, ivie wir das bei dem Antonius PiuS- Denkmal an der Saalburg erlebt haben. (Heiterkeit). Es ist uns dargestellt worden, als ob die Autoritäten sich für den Plan ausgesprochen hätten. Das ist. nicht der Fall. Nicht ein namhafter Denk- uials-Pfleger ist dafür eingetreten. In Fach- kreisen wird genug gesprochen gegen den Vandalisten- Restaurateur, wie er heitzt. Schon aus diesen Gründen würden wir dagegen sein,«voraus Sie ersehen könne«,, datz die Persott vollkommen ausscheidet. Wir haben in der Gegen- wart genug, was verdoben ist. wir«vollen uns nicht mich die Vergangenheit verderben lasse«,. Ich«vünsche. dah das Scherzivort von den Barbari und Barbarini nicht auch auf uns geinünzt«vird. Wir wünsch«», nicht, datz die falsche Roinantik und das spanische Element. das in unsrein öffentlichen Leben eine so aufdringliche und un- erträgliche Rolle spielt. eine neue Stärkung erfährt.(Sehr gut! links.) Andre Gründe bestärken uns noch in uirsrcr Ablehnung. Gestern ist sogar die Hebung des Fremdenverkehrs für die Forderung ins Treffen geführt ivorden. Man sollte nicht glauben. datz derlei im Ernste angeführt«verde» kann. Denn«venu die Hebung des Fremde««- Verkehrs in geivissen Gegenden schon zum Reichsziveck erklärt iverden sollte,«velchcS Aussehen lvürde denn dann«uijer Etat gclviinien? Die Bildung einer Fraktioi« von Hoteliers. Gastivirten und Fuhr- Halter«« wäre dann die unbedingte Folge.(Heiterkeit.) Herr Bonder- scheer sprach in der Fora, für, in der Sache gegen die Vorlage. Das Geld«vill er schon nehme«,, aber das kann uns doch nicht bestinnnen. Der Herr Staatssekretär hat erklärt, er«visse nicht, datz bei der Ab- jlmmiung des LandeSausschusses politische Motive mitgespielt hätten. Der Telegraphendraht nach Stratzburg«var damals vielleicht zer- rissen.(Heiterkeit.) Herr Dr. Arendt»neiiite. die Burg solle ein Denkmal dafür sein, datz Elsatz-Lothringen allezeit gut zu Kaiser und Reich halte. Ich glaltbe doch nicht, datz das von der Hohlönigsburg abhängt, der Herr Kriegsminister diirste dem Herrn Abgeordneten doch eine ganz andre Anilvort geben.(Heiterlcii.) Sorgen Sie lieber dafür, datz Elsatz- Lothringen endlich die gleichen Rechte bekommt, wie die andern Bundesstaaten.(Sehr richtig! bei den Sycioldemokratc«,.)— Noch eine wichtige Frage: Wei«n die Rekonstruktion der Burg wirklich im künstlerischen Interesse so wichtig ist,«venn nicht das ganze Ge- thue im Lande, all die Sentimentalität und die schönen Redensarten lediglich Mache sind, dann frage ich. warum ist«ms die Sache nicht budgetmätzig vorgelegt worden, bevor mau an die ganze Angelegen- heit' herantrat. Der Reichstag ist doch»icht dazu da.»in ans Dinge, die ohne seine Z«tstii»ninlig beschlossen sind, bei denen die Pläne voll- kommen fertig sind, mit den AufräumungSarbeiten schon begonnen ist, lediglich aus Grund v o«« E n t s ch l i e tz u n g e n. die von einer einzelnen Person gefatzt sind, s e i n S i c g e l zu drücken. Darüber kmin kein Ziveifel sein, datz in, ganzen Reiche mit Ausnahine des Hern, Oertel(Heiterkeit! niemand früher sich um eine Rckonstruktio«, der Hohkönigsburg gekümmert hat. Dieser Ge- danke ist erst entstanden m den, Äugenblicke, wo die Burg de», Reichs- obcrhanpt geschenkt wurde, und dieses ganze krampfhafte Suchen nach Gründen, von denen einer innner«veniger stichhaltig ist als der andre, zeigö, datz schlietzlich das ausschlaggebende doch die höheren Rücksichte«, sind, wie man das nemit, das heitzt die Rücksicht auf die Stimmung einer hohen Stelle, die ja sogar als ausschlag- gebender Grund gestern von Herrn Bassermann angeführt wurde. Nun ist aber die Person zu gleicher Zeit Besitzer der Bnrg und ich glaube, dah es in jedem andren Lande bollkominen unverständlich seien«vürde, «venn man, um ein in fremdem, d. h. nicht in öffentlichem Besitz be- findlichcS Gebäude zu restaurieren, sich deswegen an die Volks- Vertretung und die Steuerzahler wendet.(Sehr richtig! bei den Socialdeinokraten.) Wenn die Restauration der Bnrg auch auf Kosten deS jetzigen Besitzers durchgeführt würde, so würde ich es von: lünstlerischci, Standpunkt aus immer noch bedauern, datz das Gesetz keine Handhabe bietet,«in, einem derartigen Verfahre» Einhalt zu thun. aber zum allerinindcstc«,«väre die Reslauriernng doch Sache des Besitzers. Wir haben ja Parallelen in Bayer«» gehabt. König Ludivig II. hat auch zu den Fürsten gehört, die sich Phantasie- schlöffer gebaut haben. Aber trotz der merklvürdigsten Gedaiikeu, die in, Gehirn des dainals bereits erkrankten Königs ans- kanic», auf den Gedanken ist er doch nie gekonimen, sich seine Schlösser von andern bezahlen zu lassen.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Und diese Forderung, das Geld zn bezahle», tritt min an uns heran in einem Moment, wo linsre finanzielle Lage eine sehr schlechte ist, wo«vir bis an die Gurgel in Schulden stecken, Ivo man von allen Seiten versucht,«nöglichst Ersparnisse an den, Budget zn machen. Herr Oertel «»eint, so arm könnte» wir doch unmöglich sein, datz «vir nicht für derartige Zivecke Geld haben. � Das ist die Moral eines leichtsinnigen Verschwenders, der seine Schnstcr- und Schneiderrechnnng nicht bar bezahlen kann, der seine not- ivendigeil Ausgaben einschränken muh. der aber gas gepumpte Geld blindlings für unsinnige Dinge ansgiebt, nn, den Gegenstand seiner Anbetung«nöglichst in gute Stimmung zu versetzen.(Heiterkeit.) Schlietzlich noch zn einen, einzigen Punkt. Der Landesansschutz von Elsatz-Lothringen hatte, sobald er seinen zllstiniinendeit Entschlutz gc- satzt hatte, eine gute Ce»sur für sein Verhalten durch ein kaiserliches Telegranrm erhalten. Nach meiner Meinung«nützte, wen» sonst gar kein Grund vorläge, gerade dieser Vorgang den Reichstag aiitzerordentlich stutzig und bedenklich«nachen, denn eine Volksvertretung, die diesen Nmncn verdient, darf sich niemals dein Verdacht aussetzen, als ob ihr Votiim irgeudivie von Rücksichten ans derartige gute Censtlren abhängig wäre. Ans allen diescii Gründen«verde»«vir gegei« die Forderung stiinuien.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posado, vski: Die Thatsache, datz die Vertreter der den, Denkmal nächst- gelegenen Kreise im elsatz-Iothriiigischcn Ausschutz dagegen gestimmt haben, beweist nichts. Es sind»icht immer die nächsten Nachbar«:, die das beste Vcrstniidnis für das Naheliegende haben. Der Herr Abgeordnete Müller-Sagan hat von eineiit Zwing- Uri gesprochen. Das Gebäude soll doch aber kein Gefängnis sein, soirdcru es sollen dort fröhliche Menschen sich einen Kunstgenutz jjöltlte«,. Dein Abg. Vollmar erwidere ich. die RestaurationStechnik «st bei u>ls so weit fortgeschritten, datz Bauten ans dem Mittelalter sehr gut«viedcrhergestellt ivcrden. Die Nestanration der Saalburg ist nicht unverdicnstlich. Sie belebt bei der Jugend das Interesse für die Klassiker und die Wirksamkeit der Römer in Deutschland.(Lachen links.) Die Sache ist»icht extra- ordiitär, sondern galiz budgetmätzig behandelt ivorden. Der Kaiser hat 100 000 M. aus seiner Privatschatulle gegeben, cS sind Pläne ausgebrütet und den» Reichstag in grotzer' Anzahl vorgelegt. Von irgend einer Seite«nutz doch bei solchen Nestauriernngen die Initiative ausgehen. Warum nicht der Kaiser die Initiative er- greifen wollte, dafür weitz ich keinen Grund anzugeben. Uebrigeus liegt die Restaurierung nicht iin privaten Interesse des Kaisers, sondern im öffentlichen Interesse. Was die Vcrquickung mit poli- tischen Dinge» anlangt, so handelt es sich hier«im private Unterhaltungen, von denen ich schon in der Budgetkoimnission erwähnt habe, datz ich sie nicht kenne und nicht kennen will. Es ist ein bedenkliches Zeichen unsrcr Zeit, datz jetzt so viel mit Pcivatgesprächcn gearbeitet»nd ihnen eine so grotzc Einlvirkung auf politische Aktionen eingeräumt«vird. Ich kann dazu»ur sagen, entiveder die Verhältnisse sind derart im Elsatz, datz wir gcivisse Ausnahmcbestimmiiiigeii aufheben können, dann werden wir es thun. oder die Reichssichcrhcit verlangt die Aufrecht- erhaltuug derartiger Bestiummngen, dainr sind uns dieselben um kein Schlotz der Welt feil.(Bravo! rechts.) Abg. Bindewald(Autif.) legt noch einlnak sciiien ablehneiiden Standpiiirkt dar. Er polemisiert gegen de» Abg. Dr. Arendt und nünmt ihm gegenüber das von Stuck für den Reichstag geinalte Deckengeinälde in Schutz. Bon der Wiederherstellung der Hohkönigsburg verspricht er sich keine Stärkung des Deutschtuins. sondern nur eine Stärkung des Geldbeutels der Schlcttstädtcr.(Heiterkeit.) Wem« Herr v. Vollmar gesagt hat. Köllig Ludivig von Bayern habe auch die Manie gebabt(Heiterkeit. Abg. v. Vollmar rlift: So habe ich es nicht gesagt. Erneute Heiterkeit), sich Phantasieschlösser zn bauen, er habe sie sich aber nie von andren bezahlen lasse», so«nag er ja Recht haben. Aber so viel ich«veitz, hat sich»ach den, Tode des Königs der Staat Bayern herbrigelaffen, für die Schulden des Königs aufzukomme».(Ledhaftcr Widerspruch bei bayrischen Centrun, S-Abgeordneten.) Na, dam, irre ich niich. Die weiteren Ausführungen des Redners werden bei der grotzen Unruhe in, Hause unverständlich. Auf der Rechten werden häufig Schlutzrufe laut. Nach der Rede wird auf der Rechten heftig gezischt. Hiermit schlietzt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Basscrmanu(natl.): Der Herr Abg. v. Vollmar hat mir vorgeworfen, ich hätte als einen Hauptgrund für die Bewilligung die Verstimmung an hoher«telle angeführt, die die Ablehnung dieser Forderung zur Folge haben mützte. Er kann sich aus dem unkorrigiertei, Stenogramm überzeugen, datz ich eine derartige Aeutzerung nicht gethan habe. Abg. v. Vollmar(persönlich): Ich«nutz davon Notiz nehmen. datz ich'mich im Irrtum befunden habe, aber ich habe die Aelitzermig heute früh in einem Parlamcntsbericht gefunden und konnte um so weniger auf die Vermutung kommen, datz diese Stelle überhaupt nicht gesprochen«vorden ist, als sie in diesen, crivähiiten Bericht fett gedruckt«vor.(Grotze Heiterkeit.) Ich habe um so mehr an die Richtigkeit der Aclitzernng geglaubt, weil sie so gut für ein Mitglied der uätionalliberalen Partei patzte.(Grotze Hckterteit, Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Die Position«vird hierauf mit knapper Mehrheit be- willigt. Dafür stimmten äutzer den beiden konservativen Parteien und den Nationalliberalen etwa ein Drittel des Ccntnims. Die Budgetkommission beantragt folgende Resolution: „Den Reichskailzler zu ersuchen, in den ReichshauShaltS- Etat für 1002 eiue entsprechende Summe zur Förderung der Bekämpfung der Tuberkulose, insbesondre auch zur Errichtung von Heil- stättett für Lungenkranke einzusetzen."—- I Abg. Singer(Soc.):,. Es ist die erste Forderung für die Bekämpfung der Tuberkulose. Ich meine, man soll sich nicht einbilden, diese VoUSkrankheit zu bekämpfen durch Einstellung einer verhäktniSn, ätzig grotzen Sninme in den Etat. Die Tuberkulös« kann»ur mit bessere«, sociale«, Ein- richtungcn bckäinpst werden. Sie mutz aufangen mit einer Ber- bcsserung der Wohnungshhgicne. Eine nicht zn umgehende Voraus- setzung für die Bekämpfung ist die Verbesscrimg der Eniährung der Bevölkerung. Dem zweitrn Teil der Resolution stimine»,«vir gern zu. Ich habe nur de«, Wunsch, datz eine»nöglichst grotze Sun, ine be- willigt«vird. Hier heitzt eS tief in den Geldbeutel greifen. Abg. Dr. Hitze(C.) hofft ans einstiminige Annahme der Resolution. Den Ansführungen des Vorredners kann ich niich bis auf einen Punkt anschlietzen. Die Zollpolitik wird dazu dienen, den ländlichen Arbeitern Beschäftigung und Brot zu geben. Abg. Möller-Duisburg(»atl.j schlietzt sich den Ausführungen deS. Vorredners an. Die Resolution«vird e i n st i n, ,n i g a n g e n o m«n e n. Damit ist der Etgt de§ RcichSamtS des Innern erledigt. Die z«v e i t e Lesung der übrige» Etaksreste: Reichsstempel« abgaben,.einige Kapitel deS Etats für daS ReichsschatzanN, der R-ichsschiisd, der Verivaltinig des Reichsheers, der Bayrischen Quote wird debattelos erledigt. Bei««, Etat des Bankwesens bedauert Abg. Arendt(Rp.)., datz der Reichsbankpräsident den Bericht der Rcichsbank den, Reichstag nicht so zeitig habe zugehen lasse«,, datz sich die Bndgetkomnnssion damit beschäftigen koiuite. Abg. Dr. Hahn«Bund derLandw.) hat den dringenden Wunsch, datz der Rcichsbankpräsidcnt bei der dritten Lesung anwesend ist. un, der Kritik Rede zu stehen. Redner erörtert dann die Geschäftslage und die Aussichten der Reichsbank, die er sehr düster schildert. Abg. Brömel(frs. Vg.): Wenn der Geschäftsbericht der ReichSbank in« nächste» Jahr«vicder nicht rechtzeitig vorliegt, wird das ganze Haus den, Dr. Arendt zustiminen,«venn er beantragt, die Verhandlungen über de«, Banketat so lange zu vertage», bis dieser Jahresbericht vorliegt.(Zustimmung.) DaS bitzchen Macht haben«vir ja noch. Unterstaatssekrctär Aschenborn: Es ist noch nie bei diesem Etat die Vorlegung des Geschöstsberichts der ReichSbank gefordert. eS «vird aber nunmehr versucht iverden, ihn früher vorzulegen. Im übrigen können wir dock«««iciuals bei der Etatsaufstellilng auf die Erfahnlugen der ollerletzten Zeit Rücksicht nehmen. Abg. Büsing(natl.) schlietzt sich dem Winisch, deS Abg.IBroemel an nnd'poleinisiert gegen den Abg. Hahn. Das Kapitel«vird belvilligt. Es folgt das E t a t S g e s e tz in Verbindung mit dem Gesetz «vegen Verivenduiig überschüssiger Reichseinnahmen auS dein Rechnungsjahre 1901. § 2 des Gesetzes soll nach einem Antrag dcs Abg. Richter (freis. Vp.) lauten: Der Reichskanzler lvird ermächtigt, zur Bestreitung eininaliger autzerordentlicker Ausgaben die Summe von 07 362 545 2)?. im Wege dcs Kredits flüssig zn mache»,„soiveit dieser Betrag nicht ans U e b e rsch'n s s e i, des Rech«, ungsj ah res 1001 im eigenen Ha nS halt des Reichs bestritten werden k a n n. Abg. Richter(frs. Vp.) begründet diesen Antrag. Schatzsekrctär Frhr. v. Thiclmam«: Der Aiitrag Richter hat zur Zeit keine«, grotzen praktischen Nutze«,; er«vürde vielleicht in Zeiten steigender' Ein«, ahme«, eine Verbesserung uiisrer EtatSver- haltiliffe herbeiführen. Abg. Dr. Pausche(natl.) erklärt, der Antrag«vürde eine solidere Finanzgebahrung zur Folge haben; er«verde deshalb für denselben stimmen. Unterstaatssekretär Dr. Zlscheilborn: Dem Antrag liegt ein ge- «visser berechtigter Kern bei. aber die Annahme lvürde die Regierung in technische Schlvierigkcitei« bringe». Nach«veitcrer unerheblicher Debatte wird der Antrag Richter angen omn, en gegen die Stimmen der Rechten. Das Etatsgesetz«vird genehmigt«nd eine Resolution an- genonm»en. die die Vorlegung eines CoinptabilitätSgesetzeS fordert. Damit ist die Tagesordnung erschöpft.« Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Kleine Vorlagen, Wahl- priisnngen und Petioncn. Schkutz 8 Uhr. ei- Ulsiilj vitflf rnfc Genosse Opificius in Pforzhcil» soll, wie das„Badische Nachrichteiiburcau" meldet, am Donnerstag verhaftet ivorden sei«, unter der Beschuldigung. als Geschäftsführer eines dortigen KonslinivereinS Unterschlagluigen begangen zi« haben. In dieser Sache ist aber schon vor einigen Tagen(Siehe Nummer 61 deS „Vorwärts") von der„Frankfurter Zeiwng" mitgeteilt worden, datz es sich un, einen falschen Verdacht handelte und datz eine Prüfung der Bücher durch Sachverständige ergeben hat, datz nur grobe Fehler in den Büchern, aber kein ivirklicheS Defizit vorliegen. Es«vird also abznivarten sein, welche Gründe für die nach- trägliche Verhaftung«natzgebend gelvesen sind. Hoffentlich erweist sie sich als unbegründet. Gcuieilldcwahken. In Lokstedt in SchleSivig-Hoksteii,«vurde in der dritten Wählerllasse ein Parteigenosse in den Gemeinderat ge- «vählt. Poliieiliches, Gerichtliche» uftv. — März-Erlnnerungeu dürfen in Sachsen nicht laut werden. Eine Versaunnlung deS Socialdeinokratische«, Vereins Leipzig-Ost, in der Genosse Witlich über März-Erinnernngen spreche«,«vollte, wurde verboten,«veil eine Verherrlichung der Revolntion und der Pariser Kommune zu befürchte«« sei. — Wege» Beleidigung der katholischen Geistlichkeit«vurde Genosse Wolfsdors- Halle, früherer Prediger der freireligiösen Ge- iiieinde, vom Landgericht zu drei Monate«, Gefängnis verurteilt. W. soll die Beleidigung nach der Angabe eines Gendarmen in einer in, Juli v. I. in Loitzsch bei Zeitz von der freireligiöschen Gemeinde einberufenen Versammlung begangen haben. Der Staatsanwalt hatte nenn Monate beantragt. Aus dev Frsnenbemegung. Die Altplättrrinnrn und Wäscherinnen halten Dienstag. den 10. März, in Wendtö Central-ÄlnbhauS, KönigSgrabe» 14». e!>,e öffentliche Versammlung ab, in der die Frage erörtert Iverden wird,«vie«veit der Lohntarif in Geltung ist. Frau Dr. Wehl hat das Referat dazu übernommen. Auch der ArbeitsnachiveiS soll be- sprochen«verde««. Da die Versaiiniilung von grotzer Wichtigkeit für die Beteiligten ist, dürfte ein zahlreicher Besuch zu erwarten sein. Sociales. Prosit und Lohn im Bergbau. Die Veröffentlichung der Bergarbciter-Löhnc. die iin Jahre 1000 in de«, Haupt-Bcrgbaubczirkc«, Preutzcns verdient wurden(siehe „Vorwärts" Nr. 63), giebt den Unlernchinerblättern«vie gelvöhnlich Anlatz zu der schon so oft gehörten Behauptung, datz die Arbeiter gar keinen Anlatz zur Klage hätten, da ihre Löhn««vicder in erheblichem Platze gestiegen seien. Die„Berliner Politischen Nach- richten" z. B. schreiben, datz diese Zahlenangaben den Nach- «vcis lieferte», datz gerade die Arbeiter' in hohem Matze Vorteil hätten brn« der Hochkonjunktur. Es zeige sich, „datz� in einer Wirtschaftsordnung, welche die Socialdemokraten als ei» System der Ausbeutung der Arbeiter zn bezeichnen pflegen, sich eine stetige Verbesserung des EinkouimenS und damit der ivirt- jchaftliche» Lage und der Lebenshaltung der Arbeiter vollzieht." Das ist natürlich nichts«vie der alte, schon hundertmal«vieder- holte Schlvindel. der durch die Wiederholung nichl besser«vird. Eine ««ähere Untersnchnng der Zahlen lvird das deiveisen. Nach den Ver- öffentlichungen des„ReichS-AnzeigerS" waren 1839 im Steinkohlen- Berqbau 823643 Bergarbeiter beschäftigt, die zusammen 366436301 M. Lohn erhielten; im Jahre i960 waren 361331 Bergarbeiter be- schäftigt und sie erhielten 427 726 631 M. Lohn. Der JahreSlohn pro Kopf betrug danach 1111 M. im Jahre 1899 und 1183 M. im Jahre 1300, die Steigerung des Lohnes also 72 M. Nach den„Nachrichten für Handel und Industrie", herausgegeben vom Neichsamt des Innern, Nr. 23 vom 15. Februar 1301, förderten 1833 die 342 566*) preußischen Steiukohlenbergarbeiter 34 774 499 Tonnen, während 1300 von 875171 Arbeitern 101 376 014 Tonnen gefördert wurden. Die Förderung pro Kopf betrug danach 276,6 Tonnen im Jahre 1893 und 270,5 Tonnen im Jahr 1900. Nach den Feststellungen des kaiserlichen Statistischen Amts be- trugen die Kohlenpreise 1839 1300 pro Tonne 10,00 M. 13,68 an. 9,92. 11,75. 11,19, gesamten Produktion Tonne zu erlangen. Dortmund ab Werk Gestürzte Stückkohle Puddel- und gute feste Fördcrkohle 9,00, Saarbrücken Flammförderkohle 10,50, Fettförderkohle 9,70„ Es ist uns nicht möglich, den Wert der festzustellen, um einen Durchschnittswert pro Wir machen deshalb die Annahme, daß der Wert pro Tonne 1839 nur 9 M. und 1900 10 SPl. betrug. Danach betrüge der Wert der Produktion des einzelnen Arbeiters 2483 M. im Jahre 1833 und 2700 M. im Jahre 1300, die Wertsteigerung also 211 M. Die Lohn- stcigerung aber beträgt nur 72 M., so'daß dem Kapital 139 M. von der Wertsteigerung pro Arbeiter verblieben. Der weitaus größere Vorteil verblieb also dem Kapital. Diese Annahme ist aber in Wirklichkeit noch viel zu ungünstig für das Kapital. Denn die Preisvergleichungen ergeben ohne weitere?, daß die Steigerung viel mehr wie 1 M. pro Tonne beträgt; bei der teuersten Kohle sogar 3,58 M. Der Profit des Kapitals ist in Wahrheit vielleicht doppelt so groß, als er in unsrer Rechnung erscheint; jedenfalls ist die Annahnie, daß die Preis- steigerung 200 M. pro Arbeiter betrug, imnier noch eher zu niedrig wie zu hoch gegriffen. Dazu komnit noch ein andres. Es sind im Jahre 1300 infolge der starken Nachfrage nach Kohlen nicht nur fünf neue Steinkohlen werke, sondern auch bei den vorhandenen Werken eine ganze Anzahl neuer Schächte in Angriff genommen worden. Diese produzieren»och keine Kohle, wohl aber sind die dabei beschäftigten Arbeiter bereits mitgezählt und drücken das Förderquantum des einzelnen Arbeiters nicht unwesentlich herab. Die Förderung des einzelnen Arbeiters bei den schon produzierenden Werken ist also in Wahrheit viel höher, als sie in den gegebenen Zahlen erscheint, so daß auch der Wert der Leistung dieser Arbeiter noch höher wird. ES ist mit den vorhandenen Zahlen nicht möglich genau nach zuweisen, wie viel jeder einzelne Arbeiter dem Kapital im Jahre 1900 mehr erschuftet hat wie im Jahre 1899; jedenfalls aber ist eS ein Vielfaches der Lohnsteigerung, die den Arbeitern zufloß und eS ist danach die Behauptung vollständig gerechtfertigt, daß dieHoch- kons unktur nur eine Steigerung der Ausbeutung zur Folge hatte. Ueber die Lage deS ArbcitSmarktS im Februar berichtet das Blatt„Der ArbeitSmarkt": „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt unverändert trübe. An den öffentlichen Arbeitsnachweisen Deutschlands, soweit sie an die Berichterstattung deS.Arbeitsmarkt" angefchloffen sind, drängten sich im Febniar um je 100 offene Stellen 146,8 Arbeitsuchende (gegen 113,1 im vorigen Februar). Während im Februar v. I. in den Krankenkassen die Zahl der Beschäftigten noch um 0,6 Proz. zu nahm, ist sie diesmal um 1,3 Proz. zurückgegangen. Im Mittelpunkt der kritischen Erscheinungen steht nach wie vor die Lage der Metafr und Maschinenindustrie." Die Tabakarbciter- Genossenschaft in Hamburg hat eine Getvinnbeteiligung der Arbeiter nach folgenden Grundsätzen be- schloffen: Es wird zunächst auf die Mitglieder-Guthaben eine Kapital« dividende bis zu 6 Proz. gezahlt, sodann tritt eine Verzinsung des Reservefonds und des Betriebskapitals mit mindestens 3 Proz.' ein. Von dem hiernach verbleibenden Ueberschuß werden mit einem gleichen Prozentsatz beteiligt: a) die Großeinkaufs-Gesellschaft deutscherKonsum- vereine ib) dieJnhaber von Verkaufsstellen vonGenossenschafts-Cigarren; c) die Arbeiter und Angestellten. Steigt der an die Konsumenten und Arbeiter zur Verteilung gelangende Anteil über 3 Proz., so sollen auch Betriebskapital und Reservefonds mit dem gleich hohen Prozentsatz verzinst werden. Es steht den Arbeitern natürlich frei, Mitglieder der Genoffen- schaft zu werden; ein Teil der Arbeiter ist es auch. Der Anteil be- trägt 26 an._ GekVevkMsrftlichezs. Berlin und Umgegend. Fiir die an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Ar- beiter besteht, wie bei den Holzarbeltern, eine Kommission, die mit den Unternehmern zusammen tagt. Die Vertreter der Arbeiter in dieser Achtzchner-Kommisfion haben vor kurzein den Unternehmern einen Antrag unterbreitet, ivonach deren Organisationen verpflichtet sein sollen, für die Verbindlichkeiten ihrer Mitglieder ein« zutreten, falls diese selbst dies unterlassen. Ist also ein Unter- »ehmer von der Achtzehnerkommission oder eventuell vom Gewerbe- gericht zur Zahlung von Lohnentschädigung usw. an einen Arbeiter verurteilt und kanii oder will nicht zahlen, so soll die betreffende Unternehmerorganisation für ihn zahlen. Die Vertreter der Unter- nehmer in der Kommission wollen erst mit ihren respcktiven Organi- sationen Rücksprache nehmen; die Organisation der Arbeiter hat sich mit dem Vorgehen ihrer Vertreter einverstanden erklärt. Mit den, Bauarbeitcrschutz beschäftigte sich am Freitag im Gewerkschaftshause eine Versammlung der Töpfer. Alan nahm nach einem Vortrage des Genossen Link eine Resolution an, welche die gesetzliche Regelung des Vanarbeiterschutzcs fordert. Ferner wurde nach längerer Debatte beschlossen: Wegen der durch den anhaltenden Frost hervorgerufenen Arbeitslosigkeit in diesem Jahr schon vom Montag, den'18. März an bei unverglasten Fcnstcrn zu arbeiten.— Der 1. Mai soll auch in diesem Jahre, wie bisher, durch Arbeitsruhe gefeiert werden. Die Rohrleger, welche bei JnnnngSmeistern beschäftigt sind, werde» ersucht, am Mittwoch, den 20. d.�M., 8 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35, zu- erscheinen. Es findet die Wahl der ver- schiedenen Ausschüsse statt. Der GehilfenauSschuß. Deutsches Reich. Achtung, Bühnenarbeiter! Die Differenzen der Bühnen- arbeiter in Hamburg spitzen sich zu einen» allgemeine» Ausstand zu. In drei Theatern sind die Angestellten bereits in den Ausstand getreten, andre lverden folgen, wenn bei den Angestellten die Kündi- gungsfrist abgelaufen ist. ES ist deshalb dringend notwendig, daß weder Beleuchter nock Scbneider nach Hamburg Engagement au- nehmen, und sich auf die Versprechungen der Agenten nickt einlassen, die sich in Berlin bemühen werden, Ersatzkräfte heranzuziehen. Der Vorstand des Verbands des technischen BÜhneirpersonalS. Ein größerer Ausstand der Weber bereitet sich in Cune- walde und Köblitz(Oberlausitz) vor. In vier großen Fabriken wurde hier den Webern eine Lohnreduktion von 10 pCt. angekündigt, nach- dem erst vor kurzein Abzüge vorgenommen waren. Bei den so schon dürftigen Löhne»,, die im Durchschnitt 9 bis 10 M. betragen, lehnten sich die Arbeiter gegen diese ganz unerhörte Lohndrückerei auf und •) Diese Ermittlungen umfassen den gesamten Steinkohlen- bergbau Preußens, während sich die Erhebungen über die Löhne auf die Hauptbezirke beschränken. Deshalb sind die Zahlen deS „Reichs-Auzeigers" etwas kleiner. Ivas aber unsren Vergleich nicht stört. legten 1500 Mann die Arbeit nieder. Die Ausständigen find nicht organisiert, traten aber vor einigen Tagen in Masse dem Textil arbeiter-Verbande bei. Zum Maurcrstreik in Halle. Zwei Streikende G r a f und März hatten sick vor der Strafkammer in Halle wegen Beleidigung eines ArbeitSivilligen, Nötigung, Vergehen gegen die Gewerbe-Ordnung und Mißhandlung zu verantivorten. März hatte sich soiveit vergessen, daß er dem Arbeitslvilligen gelegentlich des SteikS Pfeffer oder Salz in die Augen geworfen haben sollte. Diese auch von andren Streikenden verurteilte Roheit vcranlaßte den Staatsanwalt, gegen März eine Ge fängnisstrafe von einen, Jahr sechs Monaten und gegen Gra eine solche von 1 I a h r zu beantragen; auch»vurde die sofortige Verhaftung verlangt. Der Gerichtshöf brachte aber in der Urteils begründung zrim Ausdruck, daß die beantragte Strafe viel zu hoch fei und erkannte auf 4 bezw. 3 Monate Gefängnis. Die Ver Haftung wurde abgelehnt. Ausland. Die Bergarbeiter Moutceau-leS-MineS haben sich, soweit sie dem„gelben Syndikat" angehören, zur Wiederaufnahme der Arbeit verpflichtet. Zum Hafeuarbeiter-AuSstaud in Marseille. Die Quais und der Platz am Hafen von Joliette sind»nilitärifch besetzt. Die Truppen haben strenge Instruktionen erhalten. An den Zugängen der Werften stehen Fußtruppen und Reiterei, zum Einschreiten bereit. Ein neneS englisches Gewerkschaftsblatt ist soeben in London erschienen. Herausgeber ist JameS Macdonald, Sekretär des Londoner GrafsckaftSrats. Der Zweck der„London Trabes and Labour Gazette" soll sein, die organisierten Arbeiter über die Vorgänge in den Gewerkschaften zu',lnterrichtcn. Die bürgerliche Presse schweige namentlich die Lohnbewegungen vielfach ganz tot oder stelle sie in falschem Lichte dar. Das neue Blatt will sich zur Aufgabe machen, ein Bindeglied zivischen den Trade-UnionS zu fein. Der' Londoner GraffchaftSrat hat beschloffen, daS Blatt zu seinem offiziellen PublilationSorgan zu machen; vorläufig erscheint eS monatlich einmal._ Gerichks Leitung. Die Empfehlung deS ArmeuvorsteherS. Eine für gewisse Sitte»zu st än de bezeichnende Angelegen- heit beschäftigte gestern das Scköffengerickt. Auf der Anklagebank vor der 146. Abteilung des Schöffengerickts befand sich gestern eine üppige Blondine, die 43jährige nnverchelickte Mathilde Müller. Der Renftner Otto Schulze hatte sie beschuldigt, ihm 700 M. teils entivendet, teils unterschlagen zu haben. Sie bestritt dies ent- schieden. Sie habe mit Herrn Schulze ein Verhältnis gehabt und im Laufe desselben habe er ihr verschiedene Geldbeträge, die aber von ihm viel zu hoch angegeben seien, gesckenkt. Am 16. November vorige» Jahres habe sie ihm die Thür'getviesen, weil er sie bei den übrigen Ha»isbe»vohneri» schlecht gemacht habe. Seit dieser Zeit»verde sie von seinem Haß und seiner Rache verfolgt. Nicht nur habe er die falsche Anzeige gegen sie gemacht, sondern er habe auch dem Magistrat Mitteilung davon gemacht, daß sie der A r m e n u n t e r- st ü tz u n g von monatlich 23 M., die sie seit Jahren bezogen habe, weder bedürftig noch würdig sei. Die Unterstützung sei ihr darauf entzogen»vorden. Herr Schulze gab als Zeuge an, daß er 63 Jahre alt sei, sechs erivachsene Kinder und eine seit Jahren kränkelnde Frau besitze. Als er dann gefragt wurde, wie er zu der Bekannt� schaft mit der Angeklagten gekommen sei, begnügte der Zeuge sich »»icht mit der Antwort, daß sie ihm von einem Bekannten empfohlen worden fei, sondern gab eine Erklärung, die de» Vorsitzenden und den Staatsanlvalt hoch aufhorchen machte. Er habe— so erzählte der Zeuge— einen Freund, der Armen- kommisfions-Vorsteher sei. Diesen habe er eines Tages gefragt, ob er ihm nicht unter den vielen weiblichen Be- kannten, die er doch in feinem Revier haben müsse, eine empfehlen könne, die sich für ein Liebesverhältnis eigne. Der Arinenvorsteher habe ihm darauf eine Visiten- karte der Angeklagten gegeben mit dem Hinzufügen, daß e r s e l b st zu ihr in näheren Beziehungen gestanden habe. Auf Grund dieser Empfehlung habe der Zeuge bei der Angeklagten freudliche Anfnahine gefunden.„DaS sind ja nette Z u st ä n d e!" äußerte sich der Vorsitzende. Affeflor Dr. F r ä d e r i ch. Staatsanwalt Assessor K a tz ließ sich von dem Zeugen Namen und Wohnung deS gefälligen Armenvorstehers sagen, machte Notizen und erklärte 'dein Vorsitzenden, daß er dem Magistrat von dem Vorfalle Mit- teilung machen werde. Zur Sache selbst gab der Zeuge Schulze an, daß er zivei Monate von der Angeklagten„wie behext" geivesen sei. Er habe sich des Morgens bei ihr eingestellt und sei erst des Abends »vieder fortgegangen. Die gemeinschaftlichen Mahlzeiten seien auf seine Kosten bestritten»vorden. sein Vertrauen zu der Angeklagten 'ei so groß gewesen, daß er ihr sein Portemonnaie gegeben habe, wenn Einkäufe zu erledigen waren. Nachdem das Verhältnis gelöst worden war und er eine Berechnung über die ihm erlvachsenen Unkosten angestellt. habe er entdeckt, daß die Angeklagte ihm nack und»ach gegen 600 M. mehr aus seinem Portemonnaie genommen haben müsse, als zu den Einkäufen nötig»vor.— Da der Zeuge»veitere AnHaltepunkte für die angeblichen Unterschlagungen zu gebe» nicht vermochte, verkannte der Staatsanlvalt nicht, daß die« eine Hand- habe zu einer Venirteilung nicht biete. Aehnlick lag die Sache mit dem angeblichen Diebstahl. Es traten verschiedene Zeugen auf. Ivelche bekundeten, daß Herr Schulze sick ihnen gegenüber dauiit gebrüstet habe, er habe der Angeklagten eine größere Summe geschenkt. Der Verteidiger Referendar Hoffman» als Vertreter des JuftizratS Dr. Sello legte dem Gerichtshof noch eii»e Anzahl Briefe des Zeugen an die Slngeklagte vor.»voraus die U n- ' ch u l d der letzteren hervorgehen sollte, der Gerichtshof verzichtete aber auf die Verlesung, da sonst die Oeffentlichkeit hätte auS- geschloffen werden müssen. Es»vurde dann noch festgestellt, daß Herr Schulze auch nach seiner Anzeige Versuche gemacht hatte, sich der Angeklagten»vieder zu nähern, so hatte er ihr 2 Tage vor dem Termin' noch einen großen Blumentopf zugesandt. Auf Be- fragen,»varnm er dies getban, erlviderte derZeuge: Ja, ich wußte, daß sie eine so große Blumenliebhaberin»var. Daß er die Anzeige an den Magistrat gerichtet, gab er zu. Staatsanwalt Kay bemerkte, daß ein Mann, der eiii'er armen Frau, mit der er ein Liebesverhältnis unter- halten, auf so hä»,ische Weise um ihre einzige Unterstützling dringt. die Achtung alle r� an ständigen Menschen verscherzt habe. Er habe sich auch sonst so unglaubivürdig bewiesen, daß auf seine Bezichtungcn hin die bisher unbescholtene Angeklagte nicht verurteilt»verden könne. Er würde sogar keinen Anstand genommen haben zu beantragen, daß dem Zeugen Schulze die sämtlichen Kosten auferlegt Ivürden,»venu die Möglichkeit nicht vorläge, daß die Angeklagte nicht doch tiefer in daS Portemonnaie gegriffen habe. als erlaubt»var. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkamrte auf Freifprechung. Herr Schulze verließ in leincSlvegS gehobener Stiminang den GerichtSsaal. DaS Heidelberger EiseubahumiglUck. Freitag wurde vor der Strafkammer in Heidelberg über das Eisenbahnunglück vom 7. Oktober 1300 verhandelt. Der ExpeditionSgehilfe W e i p e rt sitzt bereits fünf Monate in Untersuchungshaft. Weipert »vird beschuldigt, am 7. Oktober 1300 auf der Station ÄarlSthor als Fohrdienstbeanlter einen Eisenbahntransport gefährdet und durch ein und dieselbe Handlung den Tod von 9 und die Körperverletzung von über 100 Personen, sowie einen Materialschaden von 12000 M. herbei- geführt zu haben. Auf die Frage deS Vorsitzenden,»vas er auf diese Anklage zu erwidern habe, bemerkte der Angeklagte mit fester Stimme: Ich habe zu erklären, daß mir nur die Gefährdung eines Eisenbahn- Transport« zur Last gelegt werden kann, daß dagegen die iveitgehen de AnNage der fahr- lässigen Tötung und Körperverletzung jeden- falls auf andre Personen oder Zufälle zurück- zuführen ist. AuS den weiteren Aussagen WeipertS ging hervor, daß er erst acht Tage den Posten auf der Station Karlsthor bekleidete, im Telegraphieren nicht sehr geübt und an jenem Sonntage von 10 Uhr vormittags an dienstlich thätig ge« Wesen»var. Da er außer dem Fahr- auch den Schalter- dienst habe besorgen muffen und zudem mit dem neuen Winter-Fahrplan»och nicht ganz vertraut geivesen sei, habe er sich von einem Freunde etwas helfen lassen. Infolge Ueber« müdung habe er den Kopf verloren und infolge hiervon den Personenzug 126» von Station Schlierbach angenonimen, bevor der acht Minuten früher auf Station KarlSthor fällige Lokalzug 16» eingelaufen»var. Sein Irrtum fei ihm aber alsbald zum Bewußtsciu ge« konunen und er Habe sofort die Station Schlierbach»vieder angeläutet, um Abänderung zu schaffen; doch der in Schlierbach dienstthuei'ide Assistent Zahn habe ihn mitzverstandeii und»viederholt unterbrochen, so daß eine Verstäudigllng unmöglich gewesen sei. Trotz alledem wäre daS Unglück vermieden worden, wenn der Lokalzug nicht auf offener Strecke gehalten hätte, wovon er(Weipert) nichts g e»v u ß t. Von den Zeugenaussagen ist bemerkenSlvert die Schilderung de« Oberbürgermeisters von Heidelberg, Dr. Willens. Danach»vird die Dichtigkeit der badischen Lokalzüge nur noch von der Berliner Stadtbahn übertroffen. Der Vorsitzende rügt dem S t a t i o n s« vor st eher gegenüber, daß es höchst gefährlich sei. einen so jungen M a»»' n, der doch noch gar nicht charakterfest sein kann und sich noch durch mancherlei ablenken läßt, der"schließlich noch Kindereien iin Kopf hat, einen so verantwortlichen Posten an- standsloS allein ausüben zu lassen. AuS den»veiteren Zeugen« aussagen geht hervor, daß der Angeklagte an dem Sonntage t'hat- sächlich mit Arbeiten überhäuft war. Das Urteil wurde um 12 Uhr nachts gefällt. Weipert iviirde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, auf ivelche vier Monate Untersuchungshaft in An- rech nung kommen. Er wurde sofort auf freien Fuß gesetzt. Wer ist nun im Grunde der wirklich Verurteilte? Vom Boeren- Krieg Die Konferenz zivischen Botha, De Wet und Delareh soll, wie aus K a a l s p r u i t gemeldet»vird, am 18. d. M. statt- finden. Der Guerillakrieg dauert fort; Zusammenstöße zivischen Boeren und Engländern haben an verschiedenen Plätzen statt« gefunden. In Kapstadt nimmt die P e st immer größere Ausbreitung an. Nachdem die Behörden, als Vorsichtsmaßregel gegen die Aus- breitung der Pest, die Auslveisung der Kaffern aus der Stadt und ihre Unterbringung in besondere Ocrtlickkeiten durchgeführt haben, veranstalteten die in Kapstadt ansässigen Malayen, welche eine ähn« liche Behandlung fürchte», eine große Versammlung und beschloffen, sich,»venn nötig, einer AnSiveisung mit Geivalt zu»vidersetze»». In der Stadt befinden sich einige tausend malayische Männer. Kapstadt, 15. März. Dem Mitglieds der Gesetzgebenden Ver- samniluug Schermbrncker ist es gelungen, unter den deutschen Ansiedlern in Kaifraria nahe an tausend Mann zu bewegen. daß sie sich den verschiedenen Abteilungen der Verteidigimgstruppen anschließen._ China. Die Frage des Mandschurei-AbkommenS zwischen China und Rußland spielt noch immer die größte Rolle. In Washington hat eine Besprechung ztvischen dem russischen Botschafter und dem dortigen AuSivärtigen Amt stattgefunden. Von amerila- iiischer Seite ist dabei betont»vorden, daß eS den Vereinigten Staaten bei ihrem Vorgehen bezüglich der chinesischen An- Gelegenheit sehr nützlich sein»vürde. wenn sie zu einem laren Verständnis der russische» Absichten gelangen könnten. Wie eS heißt, bestimmt die russisch-chinesische Konvention die Zurück- erstattuug der Mandschurei an China aber unter der Bedinglnig, daß Rußland that sächlich die Oberherrschaft behält. Äer russische Beanite,»velcher der Mandschurei vorstehen soll,»vird eine ähnliche Stellung einnehinen,»vie diejenige eines VicelönigS in Britisck-Jndien. London, 16. März. DaS Auswärtige Amt erließ einen Auf- ruf, in»velchem alle Personen und Gesellschaften, welche in Ver- bindung mit den chinesischen Unruhen Ansprüche gegen China er- heben, aufgefordert werden, nähere Mitteilungen einzureichen, da etzt in Peking die EntschädigungSfrage erörtert werde. Die russische Landung in Korea ist Gegenstand der Verhandlungen im japanischen Unter- Haus geivesen. Die Regierung erklärte auf Anfragen, der»virkliche Sachverhalt rechtfertige nicht das Gerücht, daS nissische Sckiffe Kanonen und Baumaterial in Mokpho auf Korea gelandet hätten, zum Zivecke der Errichtung eines Forts. ES heiße aber, daß Rußland ue Errichtung einer Kohlen st ation und eines Hospitals in der Nähe von Mokpho plane. Gefechte und kein Ende. Berlin, 16. März.(W. T. B.) Das Oberkommando meldet am 15. auS Peking: Die Stärke des Feindes am 8. westlich deS Antstiling-PasicS betnig 3000 Mann. Diesseits zivei Verivundete, ein Verunglückter. Das bayerische Bataillon und die Artillerie haben im Gefecht ganz außergewöhnliche Geländeschivierigkeiten überlvunden. Die chinesischen Truppen flohen in Richtung Wutai bis Klvanglingtschoenn, 25 Kiloineter westlich der Mauer. Kolonne Fritsche hat in Militärlagern bei Matschang(am Kaiser- kanal) halbwegS zivischen Tientfin und Thsaiig) große Futtcr- vorräte vorgefunden. Kolonne Arnstedt marschiert von Patchou in breiter Front zivischen Pautingho und Uunglhingo nach Tie»ltsin. Räuberbanden sind nicht mehr angetroffen»vorden. Uetzke und Depeschen. Strafexpedition im Kongostaat. Brüffel, 16. März.(38. T. B.) Wie die Blätter melden, stieß Major de Wulff, der de» Auftrag hatte, den Tod«ineS belgischen Agenten, der im Kongostaate von dein Stamm der Bena- Luluas getötet war, zu rächen� auf die Aufständischen am Lu lu d i s lu s s e. schlug sie und zwang sie, sich zu iinter- iverfen. Die kongolesischen Truppen verloren vier Tote und vier Verivundete._ Frankfurt a. M., 16. März.och sonst so stark auf Bewahrung der Sittlichkeit erpichten Polizei ür außerordentlich st raf würdig gehalteir werden müßte. pat es schon Kopfschütteln erregt, als der Staatsanwalt den in olcher Weise ans den Schutz der Tugend bedachten Kriminal- chutzmann Stierstädter als den fleckenlos aus der Asche entstiegenen Phönix pries, so muß die Meldung von der polizeiamtlichen Auf- fassung des Falls erst recht befremden. Man verpeste nicht, daß w i r nicht die geringste Lust verspüren, uns als Sittenrichter auf- zuspielen, sondern immer nur die Stellung hervorheben, die die Polizei konsequenterweise auch zu diesem Unzuchtöfall einnehmen »n'ißte. Vorab darf daher wohl die Mchtigkeit der Berichterstatter- Meldung angezweifelt werden. Durch LryrlingSzUchteret, so wird uns geschrieben, glaubt auch die hiesige Drechslerinnung den„goldenen Boden des Handwerks" heben zu können. In einer Zuschrift an verschiedene Blätter ivird von dem Obermeister der ge- nannten Jnnunfl bei der jetzt stattfindenden AuSschulmig von Knaben den Eltern ein Fingerzeig gegeben, ihre Kinder das noch sehr rentable DrechSlerhandwerk erlernen zu lassen. ES sei ein Hand- iverk, da« immer noch Arbeiter gebrauchen könnte, insbesondere ge- chickte, die bei einem Lohn biS 40 Mark ein gutes Auskommen hätten; auch würde die Drechslerei immer florieren, selbst bei steter Vermehrung von Maschinen. ES ist geradezu unglaublich, wie dies Herr Schulz schreiben konnte, der sich vielfach den Anschein giebt. als ob er von den wirt« chaftlicken Verhältnissen und deren EntWickelung etwas verstände. Mindestens sollte man annehmen, daß er die Verhältnisse in seinem Gewerbe kennen müßte. Nun erreicht zur Zeit die Zahl der Arbeitslosen im Drechslergewerbe eine Höhe, wie sie nst nie zuvor zu verzeichnen war und wie sie andre Gewerbe kann, aufweisen werden. Der vierte Teil der Berliner Drechsler ist arbeitslos. Die Ursachen der Arbeitslosigkeit liegen einmal in dem Niedergang der Konjunktur, dann aber, und nicht zum geringsten Teil, was die Möbeldrechslerei anlangt, in der modernen Richtung der Möbelherstellung, bei der DrechSIerarbeiten nur sehr minimal vorkonimen. Hier ist also gerade das eingetreten, was Herr Schulz in seiner 1. welchem Drechsler nicht gebraucht werden. Aber auch die Löhne, ' die man in der Drechslerei zahlt, sind niedrig. Nach statistischen Aufnahmen in der Drechslerei stellt sich der Durchschnittslohn auf 22 M.; die Vierzigmark-Arbeiter wird Herr Schulz mit der Laterne suchen müssend Selbst die große Zahl der„Drechsler- meister", die allein oder mit einem Lehrling in der Küche oder in einer Bodenkammer arbeiten, werden diese Löhne kaum erreichen. Dann aber ist die Drechslerei eines der ungesundesten Gewerbe. Nach einer von der Drechsler-Krankenkasse aufgemachten Statistik leiden durchgängig 60 Prozent aller Kranken an der Schwindsucht, der gleiche Prozentsatz bildet die TodeS- Ursache der Verstorbenen. Wir können die Eltern nur warnen, auf die Lockungen irgend welcher Jnnungsvor stände hineinzufallen. So wie in der Drechslerei, wird es wohl in manchen andern Berufen auch liegen und wir hätten deshalb auch ein besonderes Gewerbe gar nicht hervorgehoben. Nur halten wir es für unsre Pflicht, die Eltern über die thatsächlichen Verhältnisse aufzuklären. DaS neue Rathans. Eine Magistratsvorlage mit den Eni« würfen des Stadtbaurats Ludwig Hoffmann für daS neue Rathaus in der Jüdensttaße ist der Stadtverordneten-Versammlung zugegangen. Nach den beigefügten Kostenanschlägen und dem Er- läüte'rungsbericht betragen die Baukosten 6 941 000 M. Zunächst wird eine erste Baurate verlangt. Die Feinde des BauarbeiterschutzeS. Gegen die Beteiligung der Arbeiter an der staatlichen Baukontrolle beabsichtigt der Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister! Berlins Protest zu erheben. Er benift zu diesem Zweck für den 29. d. M. eine all- gemeine Jnnnngsversammlung ein, die namentlich gegen die von den Berliner Bauarbeitern an das Abgeordnetenhaus gerichtete Petition und die gegen die Berliner Baugewerksmeister darin er- h obenen Vorwürfe Stellung nehmen soll. Mit der Versammlung dürfte eine Kundgebung zu Gunsten der Einführung des BefähigungS- Nachweises für das Baugewerbe verbunden werden. „DaS Ocularium und seine ärztlichen CommiS." Zu einer der.Frankfutter Zeitung" entnommenen Notiz, die wir in Nr. 60 unter dieser Ucberschrift wiedergaben, teilt uns ein an dem erwähnten Institut beschäftigter Arzt mit, daß der Ursprung der in ihrein Endzweck denunziatorischen Angriffe in denjenigen ärzlichen Kreisen zu suchen sei, die init Recht in der socialdemokratischen Preffe als zünftlettsch bezeichnet würden und daß sie außerdem allerdings noch von den Inhabern einiger optischen Institute unterstützt würden. Leider sei an der oft hervorgehobenen Thatsache noch zu zweifeln, daß unter den Aerzten, namentlich in der Großstadt, manche nicht die zum Lebensumerhalt nötige Beschäftigung hätten, und wenn diese, lvas ausdrücklich betont werden müsse, sich in völlig einwand- freier Weise in den Dienst eines optischen Instituts stellten, um dessen Kunden mit dem erforderlichen ärztlichen Rat zur Seite zu stehen. so sei dagegen doch ebenso wenig etwas einzuwenden, als wenn ein Mediziner a'ls Versichcrungsarzt, Kassenarzt, Fabrikarzt oder in ähnlicher Stellung sich ernähre. Es müsse hervorgehoben werden, daß die Aerzte im Ocularium mit der Empfehlung der dichromattschen Augengläser wie überhaupt mit den geschäftlichen Dingen nicht das geringste zu thun hätten, sondern in einem vom Verkaufslokal ab« getrennten Räume einzig in ihrer Kunst beschäftigt seien. Was nun noch die Angriffe gegen'den Sanitätsrat Dr. Albn betreffe, so stehe dessen Bedeutung in der wissenschaftlichen Welt zu gesichert da, als daß die ebenfalls auS den Kreisen der Zünftler konimenden Denun- ziationen ihn berühren könnten. Wer sich näher über die Bedeutung deS angegriffenen Arztes unterrichten wolle, möge das Erforderliche im ersten Band deS in der medizinischen Welt doch wohl unter- schiedslos anettannten Biographischen Lexikons von Hirsch und Gurlt durchlesen. Ein KautionS- Schwindler. Un« wird geschrieben: Seit mehreren Jahren betrieb in der Elsassersttaße der frühere Kaufmann Gottftted K o s s a k eine sogenannte„Auskunftei", verbunden mit Detettiv"- und StellenvermittelungS-Bureau. Er befaßte sich mit allen möglichen besseren Sachen, beschäftigte drei Angestellte, von denen jeder 2000 M. Kaution hatte stellen müssen und engaaiettc von Mitte Dezember bis Mitte Januar noch 14 Personen für Detektivdienste mit Kauttonen von 500 und 1000 M. Bereits am 1. Februar wurden diese 14 Personen ihres Postens wieder enthoben und erhielten weder Gehalt noch ihre Kautionen zurück. Nnglaublicherweise unterzeichneten sie vielmehr noch ein Schriftstück, keine Anzeige gegen den momentan nicht anwesenden Kossak zu erstatten, widttgenfallS jeder noch 300 M. Strafe zu ent- richten habe! Alles arme vettrauenSvolle Leute, die sich ein paar Pfennige sauer erspart hatten und die Kossak brauchen konnte.— Nach- dem vor einigen Wochen von unbeteiligter Seite Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gemacht worden war, ist Kossak, al« ihm der Boden zu heiß wurde, vor einigen Tagen auf Nimmerwiedersehn verschwunden!— Erst jetzt ist das Bureau angeblich geschlossen worden und alle Beteiligten haben das Nachsehen. Durch einen Sturz vom Banme verunglückte gestern nach- mittag der 82 Jahre alte Thcaterwächter Karl NöSIer vom Deutschen Theater. In dem Gatten hinter dem Theater war er auf einen Bauni geklettert, um Nistkästchen ftir die Staare anzubttngen. Ein morscher Ast brach und der Mann fiel hinunter und zog sich einen Schlüsselbein- und Armbruch und schwere innere Verletzungen zu. Ein Schutzmann brachte ihn mit einem Koppschen Rettungswagen nach der Charit«. Zeugen gesucht. Die Personen, welche gesehen haben, wie am 6. August v. I., uornnttags 7 Vi Uhr, in der Brückenstraße der Ber- golder Hcbenstreit von eiuem Wagen der Straßenbahn überfahren wurde, werden gebeten, sich bei der Witwe Hebenstreit in Rummel«- bürg, Prinz Albrechtstr. 6, 3 Treppen, zu melden. Die Prenzlauer Allee zwischen Danziger- und Fröbelstraße ausschließlich des KreuzdamniS ist wegen Umpflastenmg gesperrt. Fetleruachrichten. Zwei große Dachstuhlbrände erfolgten in vorletzter Nacht. Vom Feuermelder der kgl. Tierarzneischule in der Luisenstr. 56/57 lief Freitagabend 10 Uhr eine Feuermeldung ein, die ein großes Löschaufgebot zur Brandstelle trieb. Auch Brand- direktor Giersberg ivar' herbeigeeilt. ES handelte sich jedoch um einen Dachstublbr'and im Nebenhause Nr. 58. Anscheinend war das Feuer, dessen EntstehungSuttache nicht ermittelt ist, in einer Boden- kammer ausgekommen, in welcher Erzeugnisse deS technischen Instituts von Dr. Rob. Müncke lagerten und hatte sich von hier aus chnell verbreitet, so daß die Wehr bei ihrer Ankunft einen aus- gedehnten Brandherd vorfand. Brandmeister L e i b o l d ließ daher auch unverzüglich drei Rohre in Thättgkeit treten und brachte in oerhältiiisniäßig kurzer Zeit daS Feuer zum Stehen. Mehrere ge- üllte Bodenkammern und ein erheblicher Teil des Dachstuhls wurden eingeäschert, so daß der entstandene Schaden immerhin be- trächtlich ist.— Sonnabend früh 3Ve Uhr kam in der Aktien- braucrei„Moabit" in der Stromstraße 11/16 gleichfalls ein größerer Dachstuhlbrand zum Ausbruch, der mittels dreier Rohre ge- löscht wurde. Auch hier entstand ein wesentlicher Feuerschaden. Kleine Wohnungsbrände waren gestern Blumen straße 10, K l o st e r st r a ß e 77, W a l l st r a ß e 84 und Alexandrinen- t r a ß e 37a abzulöschen. Auf dem Hamburger Güterbahn- i o f in der Heidestraße hatte ein Waggon Preßkohlen Feuer ge- ange», daS von der Wehr beseitigt werden mußte. Ein Alarm nach Srenadier straße 35 betraf einen Kellerbrand, der Veychläge mit Inhalt zerstörte. Im GrwerkschaftShanse findet Sonntag, den 24. März, abends 8 Uhr, ein Konzert der.Tonkünstler-Vereinigung B. Seifert statt. Das reichhaltige Programm ist besonders durch die mannigfaltige verschiedenartigsten Saiteninstrumente als arnour, Zithern, Gnitarre interessant. verhältnismäßig noch jugendlichen Alter. Seine Beerdigung findet, Zuschrift als unmöglich hinstellt, nämlich ein Zustand, unter Zusammenstellung der r Violinen, Cello, Viola ä'a Aus de» Rachbnrvrten. Vom Kampf gegen daS Kommunal-Wahlrecht in Lichtenberg. Auf Antrag des Kreistags-Abgeordneten Bankdirektor Plonz hat der.Bürgerverein" Lichtenberg in seiner Sitzung vom 14. d. M. beschlossen, gegen die Zurücktveisung des Einspruchs betreffs der Gültigkeit der' Wahlen von drei Gemeiiidevcrtretnir der dritten Klasse den Klageweg zn beschreiten. Herr Plonz ist Anhänger derfreisinnigenVolkspartei, Er suhrle zur Begründung seines Antrags aus: ES sei von principieller Wichtigkeit, die Frage zu entscheiden, wie man sich zu den Wahlen in der dritten Wählerttasse stelle, soweit Leute gewählt seien, die nicht zu den An- gesessenen gezählt werden könnten. Nach den Bestimmungen der Landgemeinde-Ordnnng niützten mindestens zwei Drittel der Mit- glieder der Gemeindevertretung Angesessene sein, während nach seiner Kenntnis der Verhältnisse nur zwei als solche gelten könnten, so daß drei Wahlen für ungültig erklärt werden müßten. Bei der Rixdorfer Kommnnalwahl wäre bekanntlich die Frage aufgetaucht, od auch jemand als Hausbesitzer im Sinne des§ 16 der Städte-Ordnung anzusehen sei, und als solcher dos passive Wahlrecht zur Stadt- verordneten-Versammlung befitze, dem nur ein ideeller Anteil an einem Hause gehöre. Nachdem das Ober-Verwaltungs- gericht die Frage im bekannten Sinne entschieden, sei angesichts der letzten Komninnalivahlen in Lichtenberg die Frage brennend ge- worden, ob diese auf Grund der Städte-Ordnung' ergangene Ent- scheidung auch ans die Landgemeinde-Ordnung An- Wendung finde. Der Gemeindevorsteher stehe nicht auf diesem Standpunkt und habe deshalb die betr. Einsprüche als unbegründet zurückgewiesen. Hiergegen stehe der Weg der Klage offen, er beantrage, daß der Bürgerverein von Lichtenberg die Sache zu der seinen mache, indem er die Mittel zur Bestreitung der Klagekostcn aus der V e r- einskasse bewillige. Es läge nicht im Sinne des Antrags— so führte Herr Plonz weiter aus— die Arbeiterpartei zu schädigen, aber eS müsse Wert darauf gelegt werden, daß die nach dem Gesetze erforderliche Anzahl der Angesessenen vorhanden sei, weil anzu- nehmen sei, daß diejenigen socialdemokratischen Arbeitervertreter, welche wirkliche Hausbesitzer seien, in manchen Fragen wesentlich anders urteilen würden, als solche, die, um bloß in formeller Weise den gesetzlichen Vorschriften Genüge zu leisten, irgend eine.Schiebung" vornähmen. Herr Bankdirektor Plonz erklärte ferner, daß er auf eigne Kosten die Klage gegen die ganzen Wahlen überhaupt anstrengen werde, und begründete diese seine Absicht mit vorhandenen Formfehlern in der Wählerliste und in den amtlichen Wahlbekanutmachungen. Nachdem alle Redner sich zustimmend ausgesprochen hatten smerkwürdiger- weise hüllte sich der Unterzeichner des Proteste« an den Gemeinde« vorstand..Arbeiter Meißner", in tiefstes Schweigen), wurde im Sinne deS Antrags beschloffen. Die Landgemeinde-Ordnung erwähnt ausdrücklich da« Befitzrecht mehrerer an einem Hause. Wir wollen in Ruhe den Erfolg der freisinnigen Arbeiterfeinde abwarten. Die königl. Schloßpark-Verwaltung zu Charlottenburg suchte vor einigen Tagen in der.Nauener Zeitung" 20—30 Park« arbeiter. Trotzdem, so schreibt man uns aus Charlottenburg, auf dem hiesigen städtischen Arbeitsnachweis augenblicklich sehr viel Arbeitslose eingetragen sind, und auch viele von diesen bereit wären, die Arbeit anzunehmen, kann die Schloßpark-Verwaltung hier nicht genügend Arbeiter bekommen, und wendet sich deshalb an die länd- lichen Arbeiter, um diese heranzuziehen. Warum? Weil die Schloßpark- Verwaltung nur einen Lohn von 2,80 M. pro Arbeitstag zahlt, und ein hiesiger verheirateter Arbeiter von diesem Lohn doch sehr schlecht seine Familie ernähren kann. Die königl. Parkverwaltung müßte doch mindestens den orts- üblichen Tagelohn zahlen, der hier 3 M. beträgt, dann würden sich auch bestimmt hiesige Arbeiter genügend finden, die gem bereit wären, die Arbeitsgelegenheit wahrzunehmen. Die Wohnungsfrage tu Zehlendorf soll ans Beschluß des Gemeinderats durch eine Kommission von sechs Mitgliedern.gelöst" werden, von denen zwei dem Gemeinderat angehören. Vorsitzender der Kommission ist der Gemeindevorsteher, der neulich erklärte, daß die Gemeinde keine Ursache habe, für diejenigen Einwohner, die außerhalb des OrteS beschäftigt seien, Wohnungen zu besorgen. Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck die Wahl dieser Kommission, von der außerdem noch bekannt wurde, daß sie aus lauter Haus- besitzern bestehen soll, auf die Wählerversammlung gemacht hat. die sich dieser Tage mit der Wohnungsfrage beschäftigte. Interessant ist, daß der Gemeindevertreter Stienkänger einem Kollegen in der letzten Sitzung � des Umgangs mit einem Socialdemokraten, unsrem Parteigenosse» Göhre, zieh, und daß der Jniulpat nichts andres zu. thun müßte, als solche Beleidigung entrüstungsvoll zurückzutveisen.. JohanniSchltf. Durch den Rücktritt de? Gemeindevorstehers zum 1. April d. I. tritt in der Steuereinziehung insofern eine Aenderung ein. als dieses Amt von dem des Gemeindevorsteher« ge- »rennt wird. Als Steuereinnehmer wurde in der letzten Sitzung der Gemeindeverttetung der Gemeindesekretär gewählt. Ein Antrag des Vertreters Mette, wonach die Steuerzahler verpflichtet werden sollen, die Steuern nach dem Bureau zu bringen, fand keine Annahme, die Steuern werden mithin auch weiterhin abgeholt. Der Etat für dies Jahr wurde in Einnahme und Ausgabe auf d0099,30M. festgesetzt. Durch die Erhöhung der Kreissteucrn von 35 auf 40 Prozent, und durch die notwendigen Schulbauten ist auch eine Erhöhung des Ein- kommen st euerzuschlags nötig geworden und zwar von 150 auf 170 Prozent. Die Gewerbesteuer wurde für die erste und zweite Klaffe auf 150 Prozent und für die dritte und vierte Klasse auf 100 Prozent festgesetzt. Die Grundwertsteuer wird in Höhe von 2,8 pro Tankend erhoben. Da« Gehalt für den vom LandratSamt kommissarisch gestellten Gemeindevorsteher ivurde auf 2100 M. festgesetzt, hierzu kommen noch 400 M. Mietsentschädigunz. Das Gemeindebureau befindet sich vom 1. April ab in der Fnedrichstr. S3. Nach Fertigstellung des neuen Schulhauses sollen die Bureaus nach dem alten Schulgebäude verlegt werden. Witterungsübersicht vom 1K. März tSOl. morgen? 8 Uhr. Stationen Siuineiitde Hamburg Berlin Frniilf./M. Münch en Wi-u SZ a« 760 OSO 757,(30 75«, SO 760, SSW 761 SB 760, Still Wetter «£ c ill iö Nebel bedeckt wolkig wolkig gedeckt gedeckt Stationen öe g £= aS Haparanda Petersburg Cork Aberdeen Paris 759 WSW 757:9iO 760 NO 757, S Wetter bedeckt Dunst bedeckt bedeckt »s «r*. -2 & 4 5 Wetter-Prognose für Sonntag, den 17. März IVVI. Ziemlich warm und vielfach heiter bei schwachen südwestlichen Winden; zeitweise etwas Regen. Berliner Wetterviireau. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nackiricht, daß am Freitag, den Ib. d. M., mittags, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwager und Onkel, der Bohrer K»M Noack, im Alter von 69 Fahren sanft ent- schlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag um 4 Uhr vom Trauerhaufe, Bergstr. 46, aus nach dem Friedhof« in der Barfusstrabe statt. Im Namen der trauernden Hinter- bliebencn: IQZSb) Louise Noack nebst Kindern. Socialdemokratiscber Walilverein für den 6. Berl. Relclistags-Wahlkreis. Den Partetgenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bobrer Karl Noack Bergs». 46, am 15. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Sonn- tag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer- hause aus statt. 246/13 Ehre seinem Andenken! Zahlreiche Beteiligung erwünscht _ Ter Borstand. Deutscher Doharbeiter- verband. Nachruf. Am Dienstag, den 12. d. M., ver- starb unser langjähriges Mitglied, der Tischler Wikelm Wittig, im 48. Lebensjahre. Die Beerdigung erfolgte bereits am Sonnabend, den 16. d. M., aus deni Friedhof der Bartholomaus-Gemewde. Ehr« seinem Andenken. 79/V Tie Ortsverwaltung. Am Ib. März, mittags V«1 Uhr, verschied mein lieber Mann, unser guter Bater, der Stewdrucker August Rode. Die Beerdigung findet Sonntag 3 Uhr von der Leichenhalle des Jakodi- Kirchhofs, Hermannstrahe, auS statt. I18b Marie Rode geb. Vlol. Unterstiitzungs-Veretn aller in der Hutbranche befch. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Filiale Berlin. Den Mitgliedem zur Kenntnis, bah unser Mitglied Villi. Fischer am 14. März verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, 17. März, nachm. 5 Uhr, auf dem alte» Luisen- Kirchhof, Bergmannstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 86/2 Ver Voi-ütaild. Central-Kranken- n. Sterbe- kassed.dentscb.Wagenbaner (Ortsverwaltung Berlin 6.) Am Mittwoch, den 13. d. M.. ver< stard dnS Mitglied, ver Stellmacher Otto Albrecht noch langem Leiden im 38. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, de» 17. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhouse Kastantenallee 28 aus nach dem Zionskirchhof in Nieder- schSphausen statt. jlZOd Um zahlreiche Beteiligung ersucht Iii« Optsverwaltung. Wichtig fOr Damen. Günstige Gelegenheit zum Einkauf von Frühjahrs-Konfcktion. IackettS von 3,50 an.[918L» Jacketts aus Seide gesütt. v. 6,50 an. «rage» zur Einsegnung von 1,50 an. Krage» für Damen von 8,00 anfangend bis hochelegant 30 M. Talior madee in schwarz und couleurt Kostüme in allen Preislagen. tSIegante Reisemufter zu bedeutend herabgesetzten Pretsm. Damell-Mälltel-�brik, Niederwallstrasie Nr. 14, I. veutselier RelsIIsrbeiter-VerdAiiS. Vttchvuf. Am 11. März verstarb unser Mit- glied, der Klempner 113/2 dlllius Aartill. Ehre seinem Andenken! VIv Ortsvvrwaltliiis. Danksagung. Für die große Beteiligung beim Be- gräbnis meines Manns, des Kellners Lustsv John sage ich meinen herzlichsten Dank. IlOb Frau Wilhelmine John. Berlin, den 16. März 1901. In seiner Erwiderung Nr. 59 des „Vorwärts" vertritt Herr Lock die Meinung, der Socialdemokrattsche Gastwirleverein sei kein Fachverein, dann bat er denselben jedensalls als Vergnügungsverein betrachtet? Herr Lock behauptet, es sei üblich, in Berlin 3 Flaschen Bier für 25 Pf. resp. prima Weißbier 3 kleine 25 Pf., 2 große 35 Pf. zu verkaufen, dies ist wohl so ü blich nicht. UebrigenS hat Herr Lock sich dieier Ueblichkeit erst am Schluß vor. Jahres angenommen, früher war er es gerade, welcher wegen solcher Kon- kurrenz den Entrüsteten spielte und den Mund am vollsten nahm. Wir erinnern an einen früheren Kollegen. Am Schluß seiner Erwiderung erklärt Herr Lock, daß er, anstatt einer Ein- ladung zur Vorftandssitzung zu folgen, lieber seinen Austritt aus dem Berein vollzogen hat. „Vorsicht ist der beffere Teil der Tapferkeit." Damit schließen wir; der Rmim des„Vorwärts" ist zu kostbar, um ihn noch weiter in dieser Angelegenheit in Anspruch zu nehmen. Carl Riech, Koppenstraße 13. Otto Beetz, Fruchtstrahe 20. Hcitte(Sountng), den 17. März, nachmittags präctfe 4 Uhr: Große öjsetitl. Versaimiilllllg aller in der Slhnhlvaren-zndvßrie beschäftigten Arbeiter im Lokale von Stochert, Rndrcasstr. 21. Ta g«S-Ord nung: 1. Die Aussperrung, ein Schlag gegen unser Koalitionsrecht. Referent: Kollege Siiiion-Nümbera. 2. Verschiedenes. 169/10 Z-hlretch-n Besuch erwartet_ Per Einbernfer. Achtung! Tischler. Achtung! AertraneMiillner- Centralisatian. Dienstag, den 19. März, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppeustraffe Nr. 2S, Mitglieder-Bersammlnng. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Paul Jahn über:»Welt- Handel im 19. Jahrhundert". 2. Dislussivn. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. Gäste willkommen. 186/3_ Per Torntand. Arbeiter- Bildungsschale. Sonntag, den 17. März 1901, abends 7 Uhr, Im Engllsclien Gurten, Alexnnderstraase 27c: Vortrag des Genossen Dr. Alfred Bernstein: Die socialen Aufgaben der Aerzte. Nach dem Vortrag: Gemütliche* Beliammentetn und Tanz. Eintritt 20 Pf. inkl. Garderobe. 4/12* Kfinstl. Zähne � ohne Entfernung der Wurzel ScbmerzloseB Zahnziehen. Plomben sowie sämtliche{ Zahnoperationen schmerzlos. Tellzahlnng per Woche 1 Mk. Meine 15jährige Thätigkeit im Beruf bürgt für exakte unfi gewissenhafte Ausführung. 8628* Franz Steffens, Rosenthalerstr. 61, Ecke Steinstrasse. In jeder Buchhandlung zu habenj: Galerie so Pf. berühmter Frauen in zwanglosen Heften. ----- Icttschüt,. 896 Sibylle von Ncttschüt? Anrorn von KönigSmark. Goldsteins Verlag, Adalbertstrasse 88. 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Das Genossenschasts> Bureau ist Stralauerstr. 18 deiHerrn E.Mirow. Biisten-Fadrilt. Büste wie nebenstehend mit Ständer u. Rock 12,50 „ ohne„ 8,50 ohne„„„ 5,— Büsten schon von 2,b0 an. Büsten nach Maß, kewe Anprobe mehr nötig, je 2,00 bis 3,00 Mark mehr. Wegen vmiug gewähre 5 Prozent Rabatt unter Bezugnahme auf dieses Inserat. I H. Oarich, Gitschiuer Straße 33 (an der Prinzenstraße). Preisliste gratis. Max Brinner, Jerusalemerst.lli Brunnenstr. 6, GroßartigeAuswahl von Kinder- Sport- iirab Puppenwagen, �inderbcttstellen.best. __ Fabrikat, billigst. Teilzahlung gestattet. Verein der Zimmerer Berlins und Ilms. Vor-Anaelge. Am Sonntag, den 14. April, vormittags 1« Uhr, in der Urania, Xaubrnstr. 48—49,_ Sonder- Vorstellung, Zum Vortrag gelangt das neue Ausstattungsstück: b„Unsen Rhein"*■ Eine Wanderung von der Quelle bis zur Mündung, geschildert von Dr. P. Schwahn, in zwei Alien und 20 Bildern. Billets a 60 Pf. sind haben im Bureau, Dragonerstr. 15, sowie bei sämtlichen Zahlstellen-Kassierern. Freunde und Gönner werden gebeten, sich recht zahlreich daran zu be- tetligen. 257/4_ Ter Borstand + Herren-Vortrag+ Mittwoch, den 20. März, abends SVe Uhr, im Wedding- Park, Miillerstr. 178, und Freitag, den 22. März, abends'/i9 Uhr, im KönigShof, Bülowstraße 37, Varl RrnckhefT, Fnedrichstr. 10, über:„Sogenannte unheilbare Männerleiden." Eintritt frei! Stur für Herren! Keine Tellersammlung. f63b Emgeremdk: Es freut mich, Ihnen mitteilen zu können, daß mein erster Versuch mit Ihren Essenzen uusre Er- Wartungen weit übertrossen hat. Die Liqueure haben einen ganz vorzüglichen Ge- schmack und sind von andern fertig gekauften ersten Marken nicht zu unterscheiden. Ich stelle Ihnen gerne frei, von dieser Mitteilung zum allgemeinen Besten Gebrauch zu machen. Dt.-WtlmerSdors, Ringbahnstraste. M. F.. Opernsängei. So urteilen Tausend andre! KS. 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Nach diesem Revers soll sich ei» jeder durch Unterschrift verpflichten, vom Verein deutscher Schuhmacher zurückzutreten. Dieser Schlag der Schuhwaren-Fabrikanten gegen das KoalitionS- recht der Arbeiter kann sich den brutalsten Streichen, die je von den Unternehmerverbänden gegen die Arbeiter geführt wurden, würdig an die Seite stellen. Uni' diesen Akt rücksichtsloser Willkür richtig bewerten zu können, werden wir den Lauf der Belvegung noch ein- mal den Berliner Arbeitern in kurzen Zügen vorführen. In de» letzten Jahren sind die Lohn« und ArbeitSderhältnisie in der Berliner Schuhindustrie erheblich zurückgegangen, dieser Um- stand in Verbindung mit der erfolgten Steigerung der notwendigsten Lebensmittel veranlabte die Arbeiter, eine Lohnbeivegung in Erwägung iju ziehen. In Rücksicht auf die im allgemeinen vorhandene wirt- schaftliche Depression beschränkten sich jedoch die Arbeiter darauf, nur minimale Forderungen zu stelle», eS wurden nur Aufschläge auf die schlecht bezahltesten Artikel verlangt und auch hier nur in der Höhe, in» die Preislage mit andren Berliner Fabriken gleichzubringcn. Man wollte es von vornherein vermeiden, einen größeren Kampf heraufzubeschwören, welcher andre Arbeiterkategorien hätte in Mit- leidenschaft ziehen können. Ans diesem Grunde wurde jede Forde- ruug, der man eine principielle Bedeutung beimessen konnte, unter- lassen. Es wurden in 19 Fabriken, die zusammen 48S Arbeiter beschäftigten, Lohnforderungen gestellt. In 11 Fabriken mit L84 Arbeitern kam eS auch sofort ohne Arbeitsniederlegung zur Einigung, darunter auch in einer Fabrik, dessen Inhaber dem Fabrikanten-Verbande angehört. Die übrigen Fabrikanten verhielten sich den Forderungen der Arbeiter gegenüber ablehnend und legten den Arbeitcru neue Lohnlisten vor, die von dem Fabrikanteu-Verband aufgestellt waren. Auf einzelne, bisher sehr gering bezahlte Artikel gewährte man kleine Zulagen, dagegen wiesen andre besser bezahlte Artikel Abzüge auf. Diese Lohnlisten waren für die Arbeiter unannehmbar. Da sich aber die Fabrikanten, veranlaßt durch einen Beschluß dcS Fabrikanten- Verbands, auf irgendwelche Verhandlunge» nicht einließen, legten am Montag, den 4. März. 202 Personen in 8 Fabriken die Arbeit nieder. Auf die von der Ortsverwaltung des Verein? deutscher Schuhmacher sofort eingeleiteten Verhandlungen erllärten die Fabrikanten, die neue Lohnliste nochmals genau zu prüfen. Am Mittwoch kam dann als Antwort ein Ultiniatum, das verlangte, eut- weder werde die Lohnliste anerkannt oder die Arbeit wird zu den alten Bedingungen aufgenommen. DaS letztere war einfach nnmöglich, um so mehr, als doch ein großer Teil Fabrikanten bereits Lohnerhöhungen zugestanden hatte. Es blieb daher den Arbeitern, da die Fabrikanten jede weitere Vcr« Handlung ablehnten, nichts weiter übrig, als im Ausstände zu ver- harren. Es steht fest, daß viele Fabrikanten geneigt waren, sich mit ihren Arbeitern zu einigen, aber mit dem größten Bedauern erklärten, daß sie leider nicht verhandeln dürften, da sie den Beschlüssen ihrer Organisation untersiünden/ In einem Falle waren die Verhandlungen eingeleitet, der Fabrikant hatte Zugeständnisse gemacht, mußte diese jedoch am andern Tage auf Beschluß des Fabrikanten» Verbands wieder zurück- ziehen. Der Stand des Streiks ist ein guter.„Arbeitswillige" haben sich nicht gefunden. Die Konjunktur ist für die Schuhindustrie die günstigste und die Fabrikanten glauben wohl, unter dem Druck einer allgemeinen Aussperrung den Kampf der Ausständigen schnell beenden zu können. Noch am Mittwoch wurde von feiten deS Vereins deutscher Schuhmacher noch der Versuch gemacht, die drohende Aussperrung zu verhindern, doch verlief eine stattgefundene Konferenz zwischen dem Vorsitzenden des Fabrikanten-VerbandS und dem Centralvorsitzenden des Vereins der Schuhmacher resultatlos. Bekannt ist auch, daß die Arbeiter auf Anregung des Gewerbegerichts das Einigungsamt an- riefen, während die Unternehmer dasselbe ablehnten. Wie hoch sich die Zahl der Ausgesperrten beläuft, ist angen- blicklich noch nicht genau festzustellen, da in der Schuhindustrie die Heimarbeiter stark vertreten sind. Es werden vorläufig circa 1500 Personen in Betracht kommen. Mit fester Zuversicht nehmen die Arbeiter den ihnen aufgedrungenen Kampf auf. Sie haben denselben nicht gewollt, da ihn nun einmal die Fabrikanten provoziert haben, werden sie die Arbeiter in berechtigter Abwehr einmütiger denn je sehen. Die Arbeiter wissen, um was es sich handelt, nicht die geringen Forderungen kommen in Betracht, sondern die Fabrikanten wollen die Vernichtung der Organisation. Dieser Schlag, welcher sich gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter richtet, soll und muß zurückgewiesen werden l *» * Achtung! Gewerkschaften Berlins. Wie ans Obenstehcndem ersichtlich, haben die Berliner Schuh« fabrikantcn, soweit sie dem Verband angehören, ihre Arbeiter ausgesperrt. Wer die ganze Entwicklung dieser Lohnbewegung kennt, wird wissen, daß ein Ärund zur Aussperrung in keiner Weise vor- Händen war. Nur von einem selbstherrischen Unternehmerstandpunkt, welchem jede Arbeiterorganisation ein Dorn im Auge ist, konnte zu dem Mittel der Ausipernmg gegriffen werden. ES ist daher die Pflicht der Berliner Arbeiterschaft, die Schuh- macher in ihrem Kanipfe zu unterstützen. Wir ersuchen daher die Gewerkschaftsgenossen, die in Umlauf gesetzte Sammelliste zur Unterstützung der Änsgesperrtcn nach Kräften zu benutzen. Sammellisten sind für die Vertrauensmänner der Gc- werkschaften im Gewerlschaftsbureau, Engelufer 151. Zimmer 3, von S— 1 vormittags und von 6—3 nachmittags zu haben. Geld« sendungen sind nur an A. Körsten daselbst zu richten. Die Berliner Gewerkschaftskommission. Wochen- Spielplan. Opernhans Schauspiel- Hans Schiller. Theater Deutsches Theater Berliner Theater. Lessing- Theater Theaier deS WesteuS Carl Weist- Theaier Luisen- Theater Sonntag 17. «tontag 18. Dienstag 19. Mittwoch 20. FigaroS Hochzeit Die Nibelungen D. geh. Siegfried Siegfrieds Tod D. Herr Senator Nosenmontag Ueber unsre Kraft II. Teil Agnes Sorma: Die Zwillings» schwester Carmen Rienzi der letzte der Tribunen Der Barbier von Bagdad. Die roten Schuhe Die Nibelungen Kriemhilds Rache Ein Schritt vom Wege Der Meister von Palmyra Ueber unsre Kraft X. Teil FlachSinann als Erzieher Undine Opcrn-Gastfpiel: Der Troubadour! Opern-Borst.: Undine Die KarlLfchüler! Hamlet Der Eompagnon Der Retter Rosenmontag Die lustigen Weiber von Windsor Agnes Sorma: Die Zwillings- schwester N. Rothmühl: Die Jüdin Dt« Blnthochzeit Alt- Liebe rostet nicht Donnerstag 21. Undine Faust Ein Schritt vom Wege Der Biberpelz Ueber unsre Kraft II. Teil Agnes Sorma: Die Zwillings- schwester Der Troubadour Das Modell Die Afrikanerin Die Prcziöfen Der Wider- fpenst. Zähmung RoSmersholm RoSmerSholm Ueber uiisre Kraft II. Teil Flachsmann als Erzieher HoffmannS Erzählungen Die Bluthochzeit Freitag 22. 9.Sinson.-Abend d. Süll. Kapell« Mitt. Hauptpr. Geschlossen Ein Schritt vom Wege Rosenmontag Die beiden Leonoren Agnes Sorma: Die Zwillings- schwester N. Rothmühl: Johann von Lothringen Sonnabend 23. Tannhäuser Macbeth Ein Schritt vom Wege Morgen Hierauf: Wiederfinden Ueber unsre Kraft I. Teil AgneS Sorma: Nora Der Freischütz Opern-Gastsp.: Der Freischütz Einer von unsre Leut'. Nachm.: Domröschen Sonntag 24. Fra Diavolo Vergißmeinnicht Romeo und Julia Rosmersholm Nachm.: D.Raub d. Sabinerin»«! Morgen. J Wiederfinden N.-D. Macht-c. Ueber unsre Krast II. Teil D.beid.Leonoren Agnes Sariua:H Die Zwillings-� schwester Joh. v. Lothr. N.: Der Barbier von Sevilla Unbestimmt Nachm.: Die Bluthochzett Der# Der Der Der vomier Perschwender Berschwender Verschwender Verschwender Nachm.: Hamlet Ständiges Repertoire: NeneS Opcru-Theatcr(Kroll). Diesen Sonntag: Uricl Acosta Nächsten Sonntag: Ein GommernachtS- tranm.— Nesideiiz-Tlieater. Alle Abende: Leontinens Ehemänner Vorher: Teremtete.— Neues Theater. Alle Abende: Gastspiel deS Lesstng- TheaterS: Der AuSflug in Siltliä-e.— Seccsstoiis-Büh»«. Di« ganze Woche: E. v. Wolzogens Buntes Theater(Ueberbrettl).— Central-Theater. Alle Abende: San To«.— Thalta-Theater. Alle Abende: Der Kadettenvater.— Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. All« Abende: Der Daiiienschncider.— Belie-Astiaiieo-Theater. Sonntag bis Freitag: Der Leibalte. Sonnabend und folgende Tage: DaS Nullerl. Urania-Theater, Tauben str. 48/49. Alle Abende: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. rei�hauß ertheirrj. Versand-Abteilung Berlin W. Leipzigerstr. 132—135.— Preisliste 1901 kostenlos. Montag, Dienstag, Mittvoeh bringen wir, soweit der Vorrat reicht, folgende Gnallle-ßescbirre zu ausserordentlich billigen Preisen zum Verkauf: hellblau oder marmor. 80 Pf- is1' 1.90 Eimer Wannen hÄru- ä 1.10 2.20, Waschschüsseln p°p- form Wasserkrüge poÄ™ 1.20 m*. Wasserkessel 3 SL» 50>--- 90 p< 1.50*»3.90 1.10,'X. 50 u. 55 ' bennapf Schüsseln weis., 7 Lrüssea.... 15 bis 60 Pf. Kaffeekannen weiss, s Gc-ssen.. 25 55 Kasserollen tiau, ohne r.mg.. 25, 38, 55 pi. Seifenhalter 16 Toilette-Eimer JSÄ®0"0.6"!"1 2,«m. Kehrschanleln S,'™" SC. 32, 38, 48 Ostcr-fliUM HaSe mit Krepp-Umhüllung 10 Ff. � mit Kiepe.,,«» � �. 17 bis 95 Pf. „ mit Körbchen.. t i• 1.• 25 und 33 Pf. Holz-Eier Satz 8 stück 38 Pf. Schlangeneier 9 und 23 pf. Porzellan-Eier 15 bis 45 pf. Majolika-Eier.«<».:. 33 f*. us 1,«o m. Oster-Postkarten s stück 10 pf. Künstlerkarten stück......... 8 pf. Schokoladen-Eier �fauui6" 45 p/. bis 1,8° m. Schokoladen- Eier garmert 45 pr bis 1,8° m. HaSen n, Gnomen nus Schokolade 50 Pf. bis 1,00 M. MarZipan-£i6r mit Schokoladen-Ueberzug 4 und 8 Pf. Grosse Auswahl in Sur de» Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publik«»» gegenüber keinerlei Verantwortung. t&heÄkev. Sonntag, den 17. März. Freie Volksbühne. Carl Weiß- Theater. 7. Abteilung(weiße Karten): Meister Oelze. Anfang 2-V4 Uhr. Lessing- Theater. 3. Ab- teilung(graue Karten): Lb, Robe rouge(Die Rächerin). Anfang 2-/. Uhr. Opernhaus. Figaros Hochzeit. An- sang 7-/- Uhr. Montag: Rienzi, der Letzte der Tribunen. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Nibelungen Anfang 7i/z Uhr. Montag: Die Nibelungen. Neues Oper»- Theater(Kroll). Uricl Acosta. Schiller. Der Herr Senator. An- fang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. Montag: Ein Schritt vom Wege. Deutsches. Rosenmontag. Ansang 7>/z Uhr. Nachm. 2»/z Uhr: Die. Weber. Montag: Der Meister von Palmyra. Lesfing. Die Zwillingsschwester. An- sang 7-/, Uhr. Montag: Flachsmann als Er- zieher. Verl iner. Ueber unsreKraft.(II.Teil.) Anfang V/t Uhr. Nachm. 21/, Uhr: Maria Stuart. Montag: Ueber unsreKraft.(I.Teil.) Residenz. Teremtete. Hierauf: Leontinens Ehemänner. Anfang 7»/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Trilvy. Montag: Terenitete. LeontinenS Ehemänner. ReueS. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 7>/z Uhr. Nachn». 3 Uhr: Der Hllttervesttzcr. Montag: Der Ausflug ins Sittliche. Westen. Carmen. Anfang 7>/, Uhr. Nachm.: Alcssandro Stradella. Montag: Undine. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Ans. iy2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Ter Kadetten-Vater. An- fang 7>/z Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central. San Tob. Anfang I'/z Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: San Ton. Luisen. Die Karlsschülcr. Anfang 8 Uhr. Nachm. 2Vj Uhr: Der Erbsörster. Montag: Hamlet. Friedrich-Wilhelu, städtisches. Der Damenschneider. Ansang 7>/z Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bettelflndent. Montag:-Der Damenschneider. Carl Weist. Der Troubadour. An- sang 8 Uhr. Montag: Undine. Belle- Allianee. Der Leibaltc. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. SvecialitätenvorsteNnng. Man lebt ja nur einmal. Anfang 7»/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellniig. Stpollo. Spccialitäten- Vorstellung. Des Lö>vcu Erwachen. Ansang 7i/j Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellniig. Palast. Spccialilntcn- Vorstellniig. Die beiden Wenzel. Anfang 7'/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung.� ReichShallen. Stettwer Sänger. Anfang 7 Uhr. Pafiage-Tsteater.„v"-Dorstellung. Rosendienötagl Anfang mittags 12 Uhr. Montag: Dasselbe. Passage- Panoptikuni. Specials- tntcn-Vvrstcllung. Urania. Tanbenstr. 18 1'.).(Im Thentcrsagl). 8, Uhr: „Unser'Rhein von der Quelle bis zur Mündung". Jnvalidcnftrastc K7/K2..«*» Täglich abends von 5—10 Uhr: Sternwarte. Slhilitt'Thtilter (Wallner-Theatcr).... Son ntagnachiuittag 3 Uhr: Rome« und �u)in... Trauerspiel in b Aufz. von Shakespeare. S o n n t a g a b e.n d 8 Uhr: Her Herr Kenatör.'' Lustspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg. M o n t.a a n h c t) d.8 Uhr: Llln Vt'Iii'Itt vom Wege. Central-Theater. Nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen Die Geisha. Abends 7i/, Uhr: Mit glänzender Ausstattung: Lein Toy Ehineslschc Operette in zwei. Akten. Musik von Siditeh Jones. Montag u. solgend.Tagc: üian Toy. CairlW eiss-Tlieatep Gr. Jranksnrterstr. 132. Ovem- Gastspiel: Der Troubadour. Oper in vier Akten von G. Verdi. Anfang 7i/. Uhr. Montag: Opcrn-Gastlpiel: K/ndlne. Oper in 4 Alten von Lortzing. Diens- tag: vi« UllutbocbiBQit. Mittwoch: Was.Hudell. Donnerstag: Wie Blnthocbzclt. Freitag: Opern Gastspiel: Wer Brei- eehiitx. esonnabciid, nachmittags 4 Uhr: Kiildervorstcllung, kleine Prene: Dornröschen. Abends: Benefiz für den Regisseur Josrph Dill: Einer von nnsre Eeuf. RANIA Tanbenstr. 48/40. Im Theater Sonntagabend 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Höndnng. Montagabend 8 Uhr: Dieselbe Torstellunst. Invalidcnstr. 57/02. Sternwarte. Passäge-Panopticn Ken! Ken! Yvette Guilbert mit ihren Original- Vorträgen: l.a Clu, Nerveuse, lila Grandmere, Rosa la Rouge. Die grobe Künstlerin ist in Lebensgröße dargestellt. Sämtliche Vorträge sind von der Künstlerin selbst, specicll für dieses Institut in den phonographischen Apparat gesungen ivorden. Ken! Ken k Lillglisleseii-Iruppe in ihren wunderb. Nationgltänzcn. Entree linkl. Theater soweit der Raum reicht) 50 Pf. Passage-Theater Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende II Uhr, Fortsetzung der Damen- Ring-Kämpfe Auftr. d. Rin�kämpferinnen nachm. 6 Uhr, abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. Tli all aTheater Trcsdcnerstr. 72. Heute und folgende Tage: Der Kadetten-Dater. Posse mit Ges. u. Tanz in 5 Bildern. Anfang 71/, Uhr. Herren: Thomas, Thielscher, Hclmerding.Jnükcrmaiin.Paillinüller. Damen: Milton, Milam, Boje, Wannovius. Im 5. Bild: Das Ueberbrettl. Behrenstr. äoföl. IMtianureiiiiiial. Große Gcsangsposse in 5 Bildern. Vorher: Ras neue hläri- Specialitäten-Pfogr. Auf. i/j8 Uhr. der Posse>/-S Uhr. Raudien überall gestattet. fslsstTIiestkr früher Eeen-Wnlnst, Bnrgstr. 22. Das Stiesen-März Programm: Mit großen Kosten prolongiert: Drotbers Ein gk ton, einzig dastehend..— lOue Keun. neu für Europa!— Eamllle Talusehus, 5 Personen aus dem Turmseil. gi/, Uhr Neu! 8»/, Uhr Die beiden Wenzel. Schwank in l Alt von E. Filsch. R a a b e, früher Schauspieler: Dir. Richard Winkler. Anfang 71/2 Uhr Entree 50 Pf. Kelelishallen Sietiiner Sänger. Neues Siehe sämtliche Säulen. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Internationale Künstler-Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse Specialitäten- Vorstellung. Sonntag, den 17. März: 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 Uhr und abends 7i/2 Uhr. Nachm. 4 Uhr hat jeder Erwachsene auf Sitzplätzen ein Kind frei; weitere Kinder die Hälfte. Nachmittags 4 Uhr: Kerliner Landpartien. Besond. hervorzuheben: DieBootS- katastrophe auf dem Müggelsee. In beiden Vorstellungen: Die berühmten französischen Clowns Gebr. Veldeman. Die großartigen Freiheits- dressuren des Dir. Busch. Austreten der vorzüglichsten Reitkünstlcr und Reitkünstlerinnen. Vorreiten der besten Schul- u. Springpferde des Wtarstalls durch die ersten Schulreiter u. Schul- reitcrinnen. Außerdem; Vorführung der vorzüglichsten Programmnummern. Zum Schluß: Zum 110. Male: Die eiserne Maske. I-e niasque de fer. Großes historisches Manege-Schaustück in 4 Akten und 3 Hauptbildem. Unter anderm: Die Jagd bis in die Cirkus kuppet hinauf. Sanssouci So nn lag, Montag lind Donnerstag: Ii o ff in a 11 n s Nordd.Sänger. Neu! Heute: Neu! liaualfeiei» und Wachsfiguren. Montag: Kanalfeier. W. Noaciis Theatsr. Bnlilnenflraße 16. Ehrliche Arbeit. Volksstück mit Gesang in drei Akten (0 Bildern) von H. Wirken. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Montag: Mein Zbropolv. OratuenstraßeMimt. (früher Wollsciilttger). Gl*. Mittagstisch. Warme Küche zu jeder Tageszeit zu soliden Preisen. Vereinszimmer. Heute Sonntag, von früh au: Min,»«mlfciilt, JSF zesMkS Met. ö?4lLi Fritz FeligciitrcfT. Alliambra Wallnerthcater-Strasse 13 Jeden Sonntag uild Dienstag: Gr. Extra-Ball bei doppelt besetztem großen Orchester. Anfang 5 Uhr. 136» A. Zameitat. I auf Teilzahlung in der fTTTik H. Roggensack, Inh. 1*. Kraatz, BERLIN N. 7, Rupplner-Strasse S. �en- verehrten Bekannten und � Kollegen zur Kenntnis, daß ich Deutliztrasse 1 eine Restauration eröffnet habe. Geneigtem Zuspruch entgegensehend, zeichnet I2gbj Ergcbenst Faul Reinhardt. Urania Wrangelstrasse 10/11. Jede» Sonntag: Grossei* Ball. Ans. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfeyle mein Lokal zu Fest- lichkciten und Versammlungen. 521h* V. F. Walter. Rlysiitm Landsberger Allee 40— 41. Jede» Sonntag: Cr. Rull. Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. ttvls! Empfehle meincii 1000 Perf. fassenden Saal sowie 2000 Personen fast. Garten zu Sommersestlichkeiten und Versammlungen unter günstigen Bedingungen. 830*1 Carl Eiscrmann. Teppiche!»"■"6iti«9 uiit kaum sichtbaren Druckfehlern F. Stoehr. Münz Straffe 17. am Königsgraben. 92oL* Gold. u. silberne Medaille Paris 1300. Rein Rüsten mehr: Asthma Die Heilkraft von Pohls Brombeer- wein ist erprobt bei Asthma, Lungen- leiden, Bronchialkatarrh, Atemnot, Heiserkeit, Auswurf, Verschleimung, Kehlkovfieiden. Kratze» im Halse, Nacht- schweiß, Jnflueuza, Erkältung und Schlaflosigkeit, ärztt. cuipfohlen. Preis per Flasche 1 Mark, 10 Fl. 0 Mark. Rronibeerbonbons wolilschmcckcnd u. schleimlös., 1/. Pfd. 30 Pf. Für Kinder empschle gleich zeitig meinen Rronibeersaft gegen Keuchhusten, Schlaflosigkeit; in Fl. zu 60 Ps. und l M. 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Mfirz, lim Theater des Westens, 23/i Uhr(Anfang der Verlosung 2 Uhr): Der Barbier von Sevilla. 229/2) III. Oper(gelbe Marken) 28. April. Der Torstand. I. A.: G. Winkler, Apollo'Theater. Gastspiel Dyas-Rosi-Laszky. Mit vollständig neuer Ausstattung; Secessions-Gesänge. Hierauf: Robert Steidl in seiner Ueberbrettl-Parodie. Anfang 8 Ii h r. Sonntags?>/, Uhr. Sonntag. 2-1. März, tat Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37: Zweite volkstiimliche Aufführung Reine. Freiligrath. Fhiand, Fallersleben, Protz u. a. Preis 30 Pf.— Beginn: 3 Uhr nachm.— Programm mit Liedertext 5 Pf. Billets in der Bück, Handlung von 7h.»Ia>hofer, Weinbergsweg 15b, Challlers Musikhandlung, Beuthstr. 10, in Riegers Buchdruckerei, Borsigstr. 33, im Eigarreng eschäst von 3. Roul, Barnimstr. 42, im Restaurant von Wilhelm Spät!,, Weinstr. 28, und in den Barbiergeschästen von W. Schrolle, Land- wehrstr. 3, und H. Bartsch, Mariannenvlatz 26._•_ 1096 Riesen-Walfisch. 21 Meter lang. 150 OOOPfd. schwer. Vollständig geruchlos! Zu besichtigen Reinittendorfer- und Ravenestraffr-Ecke bei Stadtring- Bahnhof Wedding. S02L« Eintrittspreis 20 Bf. Eintrittspreis 20 Pf. Im großen amerikauischeu Riesenzelt von morgens 10 bis abends 10 Uhr. � Schlaff der ZluSstellung am Wedding am 18. d. M. Wo amüsiert man sich grossartig? Ilasenhelde 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs! Festsiilen. Fita.: Idar Schindler.— Telephon: Amt IVal Nr. 8002.— pp- Heute: Grosser Ball, I als 8pecialitilt: Cigarren- und| Apfelsinen-Regen O verbnilde» mit Schlangen- u. Bonbon-Regen u. diversen Ueberraschungen. j Täglich; Speeialitäten-Borstellung. Entree frei. Der groffe Saal nebst Nebenrälimen ist am 1. Pfiugstfeiertag> an Vereine zu vergeben. Max 8ehindler. Graumanns Festsäle, früher Renz, Ltuutttznskvslze S7. �L* Aehtiing k Den geehrten Bereinrn Achtung: zur gefälligen Kelintnisnahuic, daß ich mein Lokal mit großer Theaterbühut auch Sonntags zu Festlichkeiten vergebe.— Für Frühjahrs- und Sommer» festlichkeiteu geeignete Tage sind noch frei. Um wohlwollende Berück- fichtigung ersucht«ustav Ciraumann. MB. SonitiM, der 30. Marz frei gemrdeu. Lirkus Kens- Keusert- l'uunel Karl»Irasse, 1 Wochentags 7 Uhr. Nur erstklassige 1 Sonntags 5 Uhr. Specialltäteu. Jede» Sonnabend nach der Vorstellung: Danz ohne Nachzahlung Direktion: 4..71. Hütt. J oli aimistlial. Raus Park-Restaurant. Jeden Sonntag: Grosser Ball. KaffeehUche.Kegelbahn. Ausspannung Saal für Vereine u. Vcrsaliimlungen. Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 12. Dägl. Dheatcr m Specialitäten» Borstelliing. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Vereine, konlant zu vergeben. i525L» Seeterrasse Lichtenberg (Zwischcu„Steuerhaus Landsberger Allee" und„Dorf Lichtenberg".) � Röderstr.«. Röderstr. 6. i Neu-Eröffnung am 1. Osterfeiertag. DaS 12 Morgen große Terrain umfaßt: Haupt-Restaurant, Tanzsaal für 2000 Personen, Variete für 1800 Personen, 4 Kegel- bahnen, im großartigsten Maßstab angelegte Kaffccküchc, Kioske fiir Lebensmittel, AnssichtStnrm, Schaubuden, Karussells, Schaukeln, Musikpavillons am Strand, 15 Ruderboote mit drei Anlegestellen, 65 Strandlaubeu, offene Hallen für 3500 Personen, Spielplatz für die Zugend, Stallung für 30 Pferde, 100 Fahrradstände, Stehbierhalle uadi der Straße usw. Den geehrten Bereinen, Gewerkschastcu-c. auch SoiHltagS unter den coulantest-ii Bedingungen zu Festlichkeiten angelegentlichst cmpsohlcir..... I948I.* mw Inhaber von M. Cohns Festsälc«, MmOVltW, lyOllil, Berlin SW., Benthstr. 20. II. Wahlkreis. Mittwoch, den 20. März, abends 8 Uhr, in Helleubrands Fcstsälcn, Hasenheide 32: Uolks-Uersammlung. TageS-Ordnung: I. Vortrag deS Reichstags- Abgeordneten G. Hoch-gtnnlfurt a. SR. über:„Kapitalistische Einflüsse im Reichs-Versicherungsamt". 2. Diskussion� Z. Ersatzwahl eines Mitglieds der Prehkommifsion. 210/4 Um zahlreiches Erscheinen ersuchen_ Die Bertrauensleutc. Mm 4. Berliller Mkreis sW). Mm! Arhkung!'MV W8&* Achkuns 4. Berliner Wahlkreis M). Montag, den 18. März, abends 8 Uhr, im„Elyfium", Landsberger Allee 40: NolksUersammlnng. Tagesordnung: Die Bedeutung des 18. März. Referent Genosse Hna«» Heimann. 214/3 Der Vertrauensmann. Zotialdemokratischer Wahlverew für deu 4. Der!. Reichstags-Nlahlkreis lSSdoß) Dienstag, den IS. März, abends 8 Uhr, im Saal des Herrn Graumann, N aunynstraße Nr. 27 WW" Verfstntnlung. Tages- Ordnung: I. Vortrag des Reichstags. Abgeordneten Ott« �ntrioll über „Kann die Not der Landwirtschaft durch hohe AgrarzSlle beseitigt werdeir> 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegcnheitcn. 214/4 Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Hei» Vorstand. Charwttenlmrg. Montag, de» 18. März, abends 8 Uhr, in der„GambrinuS Brauerei", Wallstrahe 96: Volksverssmmlullg. Tages-Yrdnung:' „Die Bedeutung deS 18. März." Rcfercutin: Genossin Frl. Iml« Zahlreichen Besuch erwartet 232/7 Her Elnbernfcr. R i x d o r f. Montag, den 18. März, abends 8'/- Uhr, bei ThomaS Hermannstraste 4S--30: Nolksuevsammlnug. TageS-Ordnuug: „Der 18. Mörz und feine Bedeutung. Referent Genosie Victor Frönkl. Zur Deckung der Unkosten werden 10 Pf. Entree erhoben. 202/8 Her Einbernfer. •O* SchöMeher� StCiöl&molitfltifdifr Mahlomiil. Am Dienstä«. de» IS. März. abendS S Uhr. in der Schlof Brauere», Hauptstraße: ify Verkins-Versammlmlg. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. 2. Diskussion 3. Vereinsangelegenheitcn. Einen recht zahlreichen Besuch erwartet Der Borstand XR Das zu heute angesetzte Vereinsvergnügcn findet nicht statt. SotmldmoKrMcher Wahlverein " für Mtenberg-Jriedrichsberg am Montag, den 18. März 1901, abends 8'/s Uhr, im Saale deö HerrnHöflich, Schwarze» Adler, Frankfurter Chanssee 120. Taaes-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen Th. Jtetzner:„Der 18. März". 2. Die Lehren der Geuiemdevcrtreter-Wahlcn. 3. Bereinsangelegenheitcn. In der Versanunkung wird das Resultat der an demselben Tage statt findenden Ersatzwahl der. dritten Klasse bckanut gegeben. Regen Besuch er- wartet__ 14/1 Her Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Bezirk tVieclrichsfelde. Donnerstag, de» 21. Mörz 1901. abends«'/.»Hr. bei Hab«, Prinzen-'Allee 3V: Vev la m ml u n g -,,•... Tag.es�.rdnuiig! i Portrag des Kollegen �.dolf über:„Zweck und Nutzen der Organisation". L.Diskussion. 3.' Wahl eines Beitragsfainuilers. 4. Wer- schiedencs... 7g/g Es ist Pflicht, daß jeder Kollege, der. in der Holzindustrie beschäftigt ist. erscheint, insbesondere sind die Korbmacher zu dieser Versammlung eingeladen. Achtiiilg. ModkkMler! Ein großer Teil der Werkstätten Berlins und Umgebung sind mit den Berichten über die Zählung aller Kollege» unsrer Branche im Rückstände. Tie Kollegen werde» daher nochmals ersucht, nn>s:«bend Bericht einzusenden. Die Berichte müssen enthalten, wie viel Modelltischler, Modell- drechslcr. Weißtischler usw. rinden Werkstätten beschäftigt sind, mit Angabe, wie viel organisiert sind, und sind an den Obmann, Otto W i l k e- Berlin, Bcrgstr. 7v, III Treppen, einzusenden. Krsveurv, Ciselenre (Filiale Berlin). Dienstag:, den 19. März 1901: Versammlung Im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. T a{- e s o r d n u n g t.-Gtischäftlichef. 2 Vortrag d--s Eeicirgtasei-�.bgeprdn�ten, Gen.. Emil Rosenow über:„Lebensmittel- Verteuerung und Brotwucher". 3. Diskussion. 4. VersbHieddnes.'" 74/6 Die Versammlung beginnt S'.'j Uhr. Wir bitten deshalb um pünktliches Erscheinen. Der Vorstand. Sonntag, den 17. März 1901, in Kellers Festsalen, Koppenstr. 29: Kr. Frühjahrs-Terpiigen arrangiert von den Partrigenollen des 4. Wahlkreises. Wkal- Mld Jnftrumental-Kiiilznt. Ustrete» irr SisMift Aritlwi-i. BilletS SS Pf. 214b Um zahlreiche? Erscheinen ersucht_ Daa Komitee._ Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Montag, den 18. März, abends 8 Uhr: Uier gr. UotksUersammlnngen. Tagesordnung: Der 18. März und seine Bedeutimg. Ortg-ZrMtiilliffe der Schuhmacher. Generalversammlung. der Vertreter der Arbeitgeber und Kossenmitglieder pro 1901/1902 am 19. März, abends 8>/z Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr, 27c. Tages-Ordnung: 1. Abnahme der Iahresrechnung pro 1900. Bericht der Borprüfungskommission und Decharge-Erteilung. 2. Verschiedene Kaffenaiigelegcn- heiten. S0lZb Vertreterlarte legitimiert. _ Der Barstand. CtNttlilvNsammlMlg dn LrlS- Snlileistßt iler Älllütktt, Turmstrahe S4-8K. Referent Dr. Barl Idobknccht.l 219, /7 ßöölintr M Referent Wa Eöslinerstrahe 8. aidek Hanasse. Gwiue- 1, münderstr.lS Referent Reichstags-Äbgeordneter Dedebonr. »hlmanns Vtlübeville-Tiieater, Referent Reichstags. Abgeordneter Rosenow. Die Vertrauensleute. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Dienstag:, den 19. H&r. 1901, abend. 8 Uhr, In Keller. Fcst.Ulen _(grosser Saal), Koppenstra.se 20:_ Große Uerfammlimg aller zum Streikgebiet Berlin und Umgegend gehörigen VerbandS-Zahlstclle». Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Arbeitgcberbuud. 2. Diskussion. 3. Regelung der Beitrage zum Streikfonds vom 1. April ab. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist ein regeS und pünktliches Erscheinen notwendig. 30/4 Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Buch kein �eintritt._ I. A.: O. Bttttcher. It. Am 27. März, abends 8 Uhr, im Restaur. Pohl, Rosenlhalerstr. 11/12. Tages-Ordnung: 1. Vorlegung deS Jahresberichts. 2. Bericht der RevisionSlommiiston. 3. Dienstvertrag der Kassenbeamten. 4. Verbilligung der Arzneikosten. 5. Besprechung über GesundheitSver- hältnifse in der Tabakbranche. K. Bericht über Konstituierung deS Vorstands. Berlin, ,6. März 1901. 104b I. St.: I. Paus, Rendant. Möbel Spiegel u-Polstervaren reell, zu soliden Preisen, empfiehlt H. Strelow, Tischlermeister Rfyrtnrf Richard.tr. ne; ItlAUUi I, am Denkmal.* Gardinen! oattbimn Fenster 1,25�30 M. Reste 30-50 Pf. F. Stoehr. Münz Strafte 17, am Königsgraben. 925r:» Donnerstag, 21. März, abds. 8'/z Uhr: Krasse in Rbbrlnes großem Saal, Admiralstr. 18 c. Tagesordnung: Vortrag der Genossin Fanny Imle über: »Die Bedeutung der Konsum- genosscnschaft für die Arbeiter.« Mitglieder de? Konsumvereins Berlin Süden agitiert für den Besuch dieser Versammlung! 99/1 Achtung! Achtung! Herren Maßschneider Montag, den 18. März. abendS ß'/i Uhr, in«»Grand-Hotel Alexanderplaft". Eingang Neue Königstraße, Portal II: OkfftMllhe NkOmmlnng. Tagesordnung: 1. Wariim haben die Kollegen der kaufmännischen Geschäfte ei» Interesse an der einheitlichen Regelung ihrer Lohnverhältnisse? Referent: Kollege Ritter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 162/6, Die Kollegen der Geschäfte, wcld>e keinen Tarif hoben, sind hierzu de- sonders eingeladen. Zahlreld>es Erscheinen erwartet Der Vertranensniann. Musikillßnlmelltell-Arbeiter. Montag, den 18. März, abcndö SVn Uhr, im Lokal deS Herrn Granman», Htannynstrafte 27: Mitglieder sBersammlullg Des Wmeins der MlßWrWelltell-Arbeiter. Tages-Oronung: 1. Vortrag des Herrn' Drl IVbllkeld» über:„Die Bedeutung des 18. März." 2- Diskussion• 3. Bericht des Vorstands über den Streikfonds. 4- Abrechnung vom Maskeichay. 6. Peseizlsaizgelegenheite». 141/9 Die Mitglieder werden ersucht, i» dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen......... KM" Die Zahlstelleu. hefmden stch. m Rirdors bei Babenschneider, Hcrmannstraße 197; im Osten bei Schwartzer, Franlsurter Allee 99. Jeden Sonnabend werden dort Beiträge" entgegengenommen und neue Mitglieder werden daselbst anfgeiroiumen....... Der Vorstand. Tapezierer! Mittwoch. 80. Mörz. abds. 8V, Uhr, bei Loder. BiSmarckstr. 74» Seßtiltliche Vtrsllitimlulig für kharlotteuburg. TageS-Ordnung: Die herrschenden Mißstände in den hiesigen Werlstellm. Dortrag des Kollegen Leo Schmidt. Diskussion, Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist eö, zu erscheine». 12Sb__ Der Einbernfer. Kleber(Tapezierer). DienStag. 19. März, abends 8»/- Uhr. bei Urenr, Markgrafcnstr. 83: Oelfentllcbe Versauimlung. TageS-Ordnung: 1. Wie haben sich die Kleber zu organisieren? 2. Diskussion. Verband der Tapezierer(Sektion der Näiierinnen.) Mittwoch, den 80. März, abends 8 Uhr. in den Armlnhallen, Koininandontenstrafte 80: SPf Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnulig: 1.„WaS uns die Dichter von den Märztagen sagen." Referent Kolleg« Leo Schmidt. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahl der Sektionöleimng. 101/5__ Die SrktionSleitnng. Artzkung!"WD Achtung! Marmorarbeiter. Dienstag, de» 10. März 1001, abendS 8 Uhr: JfilT' Oeffentliche Versammlung"WD im Lokale„Englischer Garten". Berlin. Alexanderstr. 27 o. Tages- Ordnung: 1. Unser Tarif. 2. Verschiedenes.— Um zahlreichen Besuch ersucht 172/9 Der Vertranensmann. Stuecatenre! Montag, den 18. März er.. abendS 8 Uhr, bei BuSkc/> Grenadierstr: SS:' Tilial»Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Die Löge in unsrem'Berüf. 2. Filialangelegenheiten. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist eS Pflicht der Kollegeil, zahlreich und pünktlich zu. erscheinen. 173/9 Der Vorstand. rer ml (Zahlstelle Berlin II. Bezirk Wedding). Montag, de« 18. März. abendS 8 Uhr, im Lokole Pasewalkerstr. 3: Mttgtiedkr-Uklsmmtuilg. Tages"- O r v n'u n g: Bericht aus der letzten Vertrstcr-Sitzung. 136/17 Regen Besuch erwartet Die Verhandsleltnng. Freie Vereinigung der Cmi-Berufsniusiker Berlins nnd Umgegend. Dienstag, den 19."d. KT., vormittags 11 Uhr: Gvnvrsl�Vvrtsmurlung"MB bei Sch nlz.'Grenodlerstr. 38. Tagesordnung: 1. Aufnahnre. neuer Mitglieder. 2. Wahl des Vorsitzcndeii, 3. Die Tarifsrage betr. den 1. Mai. 4. Berkündung des Wahlrcsnltats der Urabstimmung. 5. Bereinsängelegenheiten. S0/5 Um zahlreiche» und pünktliche» Besuch bittet Der Borftand. Achtimg, RatlitzBtztt! Mittwoch, den 80. Mär». abendS-8 Uh«. Kommaudantenstr. 80: � Mitglieder-Versammlung ....... bet--•• aWesseBerim III besCetltrülverbahijsb. Maurer Dentschl. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung von der.Konserenz der Maurer der Provinz Brandenburg. 2. Die Durchführung unsres Vertrags am 1. April. 3. Ver- schiedencs. 252/9 Zahlreiches Erscheinen notwendig. Die Ortsverwnltnng. Orts-Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und üeüuanbteu Gewerbe. Dienstag, 10. Mörz, aheyds präc. 8 Uhr. in den.4rinlnha11ei>, KommaNdantenstrafte 80: Allg. Mikglipduv-Vevsummluttg. T a g e s- O r d u u n g: 1. Welche»: Wert Hot'dir Ccntralisatwn-der OrlS- Krankenkassen für die Mitglieder der Mechaniker-Sasse. RefereM:. Herr Aftmann. Korreferent: Kollege A. Schröder. 2. Diskussion. 805 Im Interesse der gesamten Mltgliedet Ivnden die Kosfenmitglieder um zahlreiches und pünktliches Ertcheiuc» orsnckst.___ Achtung! d. ii Achtung! Am Mittwoch, den 20. März, abcndö 8 Uhr, in Graumannö Festsäle.»» Naunynstr. 27, AusserordenUiclieGeneral-Versainflihiiig. Tagesordnung: 1. Die Koilfercnz in Offenbach. 2. Beratung von Anträgen. 3. Wahl der Delegierten. 4. Berbandsailgelegenheiten und Ber- schiedencs.. 103/4 Oer Vorstand. KB. Der Wahlakt beginnt um»/,10 Uhr und endet Punkt 11 Uhr. Die Wahl ist geheim und'kann nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte vorgenommen werden. AltBttttluueilll.MschttMtu. Gr. öffentliche Versammlung Dienötag, den- 19. März, abends S1.» Uhr, in Mendts Central Festsälcu. KouigSgrabc» 14»(nahe der Mnnzstraste). Tagesordnung; 1. Vortrag der Frau Dr. Ws>I:..Wie weit ist der vor dem Eiuiguilgsamt vereinbarte Lohntaris' bei' uns Singcsiihrt 2. Dis- tuision. 3. Paritätischer Arbeitsnachweis. 4. Verschiedenes. Die Einbernferin. Frau Martha Hammermann, Plätterin. Die Mitglieder deS Vereins der Wäsche- und Krawattenbranche werden um rege Agitation gebeten. 251/3 11 BrQckenstrasse 11 xwlichan Jannowltz-Bracke u. Küpenlakentr, Ecke Rungeitn Gr. Frankfarterstr. 20, ksss Fabrikation und Maass-Änfertigung guter Herren- und Knaben-Bekleidung. Lieferanten an die preussische Armee. Lieferanten an ausländische Gesellschaften. Lieferanten an Vereine. Lieferanten an Institute. Lieferanten an Garderoben-Geschäfte. Lieferanten an Waaren-Häuser. En gros.— En detail.— -•£»- Export— Import Anlässlich des eschäfts ffilbtläiims ist heute die 17- Preisliste 1901, Auflage 1 Million, in besonders reicher Ansstattung und mit hervorragend billigen Angeboten erschienen. Auf Wunsch kostenloser und portofreier Versand. 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Kammgarn-Hosen......... 10,-, v.-, Kammgarn-Hosen.......... is,-, iß,-, Stoff- Westen............. s,5o, 2.-, Hosen nach Maass......... 12,-, 10,-1 Hosen nach Maass......... 24,- is.-, Jaquet-Anzüge nach Maass.... se,-, Jaquet-Anzüge nach Maass..... to,-, Bock-Anzüge nach Maass..... so,-. 45,-, Bock-Anzüge nach Maass..... so,- 70.-, Gehrock-Anzüge nach Maass... eo,-, so,-, Gehrock- Anzüge nach Maass... ss.-. ts.-. Paletots nach Maass........ 45.-, se,-, Paletots nach Maass........ 70,-, eo,-, Llrröen, Uniformen und Diener-Bekleidung Hohenzollem-Mäntel.......... 4«.-. Pclcrinen-Miintel............. 2s.-, Gnmmi-Mäntel.............. 25,-, Gummi-Mäntel..............«0.-, Gummi-Mäntel für Jünglinge....... Staub-Mäntel.............. 5,-, 3�0, Stauh-Mäntel............ s.-. 7.-, Der Inhalt der 171ZL Jubiläums-Preisliste ist folgender: 13 Mk. 9 Mk. 26 Mk. 36 Mk. 30 Mk. 36 uk. 10 Mk. 30 Mk. 21 Mk. 36 Mk. 36 Mk. 45 Mk. 3 Mk. 6 Mk. 3 Mk. VS 8 Mk. 6 Mk. 13 Mk. 1 Mk. so 7 Mk. 15 Mk. 30 Mk. 50 Mk. 39 Mk. 60 Mk. 40 Mk. 70 Mk, 27 Mk. 50 Mk. 18 Mk. 18 Mk. 18 Mk. 30 Mk. 16 Mk. 50 3 Mk. 75 6 Mk. Sommer-Paletots.......... is.-, is,-, Sommer-Paletots.......... 27,-, Sommer- Paletots........ 45,-. 40,-, se,-, Raglan-Paletots............. se,-. Wetter-Hareloclcs.......... is,-, 10,-, Wetter-Harelocks.......... so,-, 21,-, Schul-Anzüge............. ß.-. s.-. Schul-Auzüge............. isßo, 9,-, Jfinglliigs-Anzflge.......... 12,-. 10, Jünglings-Anzüge.......... 21,-, is.-. Einsegnungs-Anzüge........... is.-. Elnsegnungs-Anzüge........... 24,-, Schul-Joppcn s, so, 2,, i so, Schui-Hosen.......... 0,-, 4,-. Sommer-Joppen.......... s,-, 2,-, 1,75, Loden-Joppen••••••••»•• 7�0, 4, so, s,—, Litewka............. is,-, 12,-, 10,-, Morgenröcke........... 24,-, is.-. ia,-, Lustre-Jaqucts...••••••■• e,—, 5,—, 3,75, Cachemlre-Jaqucts........ wo, 7�0,«.so, Falten-Joppen............... 12,00, Schlafröcke.......... i».-. is,-, 12,-, Schlafröcke...#•••••••• so,—, 27,—, 24,—» Steife Filzhüte.............. 8�0.2�0, Welche Filzhüte............jpo, s/», Cylinderhüte........... 12.-, 10,-. Ghapeaux Glaqnes........ is,-, 15,-, 12,-, Strohhüte.......... 4.bo. 3.E0, s.-. i�o, 1,-, Loden-Jagd-Hüte.............. 4,25, Radfahrer-Auzüge 15.-, 12,-, 1000, Radfahrer-Anzüge.......... 22,60, ai,-, Radfahrer-Anzüge.......... so,-, 27.-, Radfahrer-Hosen..............«.so, Radfahrer-Hosen.............. 7M Regen-Pelerinen......... 12,-, 10,-, eoo, Radfahrer-Strümpfe........ 8.-, 2,50. 1,7s, Radfahrer-Gamaschen......... s,-, 200, 8 21 30 35 6 18 1 6 9 15 12 21 75 2 90 2 7 7 8 6 5 8 21 1 1 4 9 50 2 6 18 26 3 6 Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. 75 Mk. Mk. 80 Mk. Uk. Uk. Mk. Mk. Pf. Uk SO Pf. Mk. 25 Mk. SO Mk. 50 Mk. Uk. Mk. Mk. 50 Mk. Mk. DO Mk. 00 Mk. Mk. Pf. Mk 40 Uk. Mk. Uk. Uk. Mk. 5 Mk. 95 Pf- 1 Mk. SO Radfahrer-Mützen........ Automobil- und Segler-Mützen 0,90, 0,75, .. 8.50, 50 1 Sweater................. s�o, a,-, 95 Sweater.................7,-,6,-, Radler-Gürtel................ 1.40, Westen-Gürtel.............. sm 2,-, Gesellschafts-Westcn.................... Gesellschafts-Westen......... e,-, s�o, Servitenrs................ 1,28,0,75, Ober- Kern den............ e,-, 4, so, 8,75, Sporthemden■*.............. 2�5- Sporthemden................«�o, Bunte Oberhemden............ 4,75, Maeco-Kragen........... s», � Dtzcs ,|#raitts" littlinft WMM. n.»°! um. Gevichks �Jeitung. VcreinögesctzlicheS. In Eichlinghofen und in Barop bestehen Gesangvereine, die dem A r b e i t e r- S ä n g e r b un d Westfalens angehören. Die Vorsitzenden dieser Vereine, HauSmann und Poppcnsieker, sollten der Ortspolizeibehörde Mitgliedcrverzeichnisse einreichen und gemäß§ 2 deS VcreinsgesctzcS Auskünfte erteilen. Sie lehnten dies jedoch ab, weil die beiden Vereine lediglich die Pflege des Gesanges bczwelkten, nicht ober auf öffentliche Angelegenheiten im Sinne des ß L des Vereins- gefetzes einwirken wollten. H. und P. wurden darauf wegen Vcr- gehcns gegen die§§ 2 und 13 des Vereinsgrsetzes angeklagt und In zweiter Jn'stanz zu Geldstrafen verurteilt. Das Landgericht Dortmund führte begründend auS: AIS Mitglieder deS Arbeiter-Söngerbundcs für Westsälen feie» die Vereine nach dessen Statut verpflichtet, ihr Lied in erster Reihe in den Dienst der um ihre Existenz und uni Besserung ihrer wirtschaftlichen und politische» Lage ringenden Arbeiter- schaft zu stellen. Ferner bestiinmen das Vun�eSftatut, daß int Fall der Auflösung des Bundes sei» Vermögen dann der socialdcmokratischcn Partei zufalle, wenn eine Generalversammlung nicht mehr möglich wäre. Hiernach seien der Bund und die � ihm angehörenden Vereine politische Vereine, die dem Z 2 deS VereinSgesctzes unterständen.— Die Angeklagten legten Revision ein. In der Verhandlung vor dem Kammergcricht vertrat sie der Rechtsanwalt M a r c u s e. Er machte unter andrem geltend, daß von einer Einwirkung auf öffent- liche Angelegenheiten selbst dann nicht geredet werden könne, wenn die von den Vereinen gesungenen Lieder wirklich socialdemokratische Ge- sinnung erkennen ließe»/ Der Strafsenat des Kammcrgerichts wies die Revision mit folgender Begründung ab: Es stehe fest, daß die beiden Vereine als Mitglieder des Bundes ihr Lied in erster Reihe in den Dienst der um ihre Existenz und um Verbesserung ihrer Wirtschaft- lichcn und politischen Lage ringenden Arbeiterschaft zu stellen hätten. Die Verbesserung derLagc der Arbeiterschaft in ivirtschaftlichcr und politischer Beziehung(ei aber eine öffentliche Ailgelcacnhcit. Wer sich in den Dienst der darum kämpfenden Arbeiterschaft stelle, der bezwecke da- mit eine E i n w i r ku n g auf öffentliche Angelegenheiten. Folglich unterfielen beide Vereine dem§ 2 des Vereiusgesetzes. Der Fest- stellung, daß sie durch das Singen ihrer Lieder solche Angelegen- hciten erörterten, bedürfe es im vorliegenden Fall nicht. Vercinsgesetz und socialdcmokratischrö Leichenbegängnis. Beim Begräbnis eines Hauauer Parlcigeu offen wurden in dem Leichenzuge drei Kränze mit roten Schleifen getragen. Es folgten dem Sarge etwa 200 Personen. Nachdem der Pfarrer Sänger aus Frankfurt a. M. die Grabrede gehalten, traten die Gcnoffcn Fuhrmann und Bär vor und legten je einen Kranz am Grabe nieder. Bär sprach dabei die Worte:„Im Namen Deiner Freunde l Möge Dir die Erde leicht sein!". während Fuhrmann sagte!„Im Namen der Socialdemokraten Hanaus lege ich den Kranz nieder. Du warst ein eifriger Kämpfer. Wir werden Deiner gedenke».-� Beide erhielten Anklagen wegen Vergehens gegen die§§ 10 und 17 des Vereinsgesetze», weil sie bei einem polizeilich nicht genehmigten außergewöhnlichen Leichenbegängnis, das noch§ 10 den öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel gleichstehe, als Sledncr aufgetreten seien. In zweiter Instanz wurden'jedoch die Angeklagten von dieser Beschuldigung freigesprochen und nur zu geringen Geldstrafen verurteilt ivegen Verletzung einer Polizeivcrördnung, wonach auf den der Kirche unterstehenden Friedhöfen von Laien nur mit Genehmigung deS zuständigen Pfarrers Grabreden gehalten werden dürfe». Das Landgericht sah ihre kurzen Nachrufe als solche Reden an und führte im übrigen aus: Allerdings seien drei Kränze mit roten Schleifen getragen worden, indessen sei dies nicht an der Spitze des Zugs, sondern i m Zuge geschehen. Diese Thatsnche und die kurzen Nach« nife zweier Laien wären aber so geringfügige Abweichungen von der hergebrachte» Art der Begräbnisse, daß nicht von einem außer- gewöhnlichen Leichenbegängnis geredet werden könne. Die Absicht einer politische» Demonstration sei zu verneinen und anzu- nehmen, daß man dem Verstorbenen nur die letzte Ehre habe er- weisen ivollen. Ferner sei die öffentliche Ordnung weder gestört nach gefährdet worden. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und betonte, daß es sich bei dem Begräbnis um eine parteipolitische Aktion ge- handelt habe. Der Strafsenat deS Kammergcrichts verwarf aber die staatsanwaltliche Revision mit folgender Begründung: Da das Landgericht festgestellt habe, daß erhebliche Abweichungen von den hergebrachten Leichenbegängnissen nicht vorgekommen seien und daß eine politische Demonstration nicht beabsichtigt soivie die öffent- liche Ordnung nicht gestört worden wäre, so habe das Gericht ohne Rechtsirrtum das Vorliegen eines außergewöhnlichen Leichen- begängntsses verneint. Wege» QuerulierenS im Rückfalle war ein Besitzer Fath zu mehreren Wochen Haft verurteilt worden. F. glaubte aus Gründen, die in der Zugehörigkeit seine« Besitztums zu einem Gutsbezirk lagen. zu mancherlei Beschwerden Anlaß zu haben, die er beim Landrat und Regiernngspräsidenten anbrachte. Auf die Revision des An- geklagten hob' da» K a IN III e r g e r i ch t die Vorentscheidung auf und sprach!hn mit folgender Begründung frei: Allerdings seien die Bestimmiiiigen der allgtMeinen Gcrichtsvrduung. welche für Querulieren eine Strafe festsetzen, noch rechtsgültig. Die Straf- bestimmungen könnten indessen nur angewendet werden bei einem Querulieren bei den Landes-Justiz behördcn, d. h. bei den Ge- richtsbehörden und den Staatsanwaltschaften. Für das Querulieren bei den Verwaltungs behördcn. worum es sich hier handle, be- ständen keine Strasvorschciften. Der Angeklagte sei darum frei- zusprechen. Möbel Bartsch. Wetn wSre die Möbelfabrik für bürgerliche Wohnungeeinriohtungen Plate, nicht bekannt? Grösste Auswahl in meinem extra dazu Einkaufsquelle?»,,.» ,»»I Solide und gediegene für MBU A öl.» R" öa» Einrichtungen für Verlangen Dnanliilratalnn gratis und Coulanto Sie meinen Tl ftl/UlRBialUlJ franoo. 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Auch der die Handlung dann einher- uns zum Lachen. Mit andern in die Dinge selbst verlegen Dichters äutzert sich dann, lehrhafte Ton des Ganzen ver- stimmt ein wenig. Indem er uns an einen moralischen Zweck bindet, nimmt er uns zum wenigsten etwas von der Ungebundenheit des Geistes, die im Reich der Komödie herrschen soll. Der Dichter ver- tauscht die thörichte Gebundenheit seiner Narren mit der moralischen Gebundenheit, ivährend er sie schlechthin mit der Freiheit ver- tauschen sollte. Nichtsdestoweniger sind die„Preeiösen" eine feine und nachdenkliche Arbeit. Jene Sucht des ge- künstelten Witzes, die eine Krankheit bestimmter Epochen ist, wird mit feinstem Verständnis verhöhnt. Das kleine Stück hat in der That historischen Charakter, insofern es sich nämlich mit einer historischen Verfallserscheinung beschäftigt. In dieser Wahl des Motivs spürt man Moliöre. Seine Arbeit spricht in vielen Beziehungen auch zu u»S. Wir kennen ihn so gut, den gekünstelten Witz, der sich in Journalen und gcscllschaft- lichen Cirkcl» breit macht und auf gesunde Geister wie ein Trost wirkt. Er gleicht dem phosphorescicrenden Schein des Holzes, der die Verwesung begleitet. Die Stelle der Komödie, wo beiden die ver» schrobenen Frauenzimmer einen banalen Vers mit staunender Ehrfurcht anbeten, hätte wie eine glänzende Parodie auf unsre Symbolisten und ihr Publikum wirken können. Sie hätte so wirken können, wenn es nicht der Unfähigkeit des Herrn Grube beliebt hätte, seine Rolle wie ein Clown zu spielen. Die ganze Aufführung war skandalös schlecht. vor allem durch die Schuld der Regie, die den Geist des Stückchens gar nicht begriffen hatte. Anstatt die komischen Scenen mit feier- tichem Ernst zu spielen und eben dadurch das Lechen zu wecken, wurde in alberner Weise parodiert, so, dast man«-cht Menschen vor sich hatte, sondern Komödianten, die ihre Rollen mißverstanden hatten.' 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Aus meiner Praxis mögen hiermit einige besonders eklatante Fälle hervorgehoben sein; die Namen und Adressen der be- treffenden Patienten befinden sich ausführlich im Prospekt. Herr St., Direktor der Lichtheilanstalt, Berlin, litt mehrere Monate an gichtischer Gelenk-Entzlludung, so daß er längere Zeit im Bett zubringen mußte. Er ließ sich in meiner Anstalt in Pension aufnehmen und mußte von zwei Wärtern getragen werden. Nach sieben Tagen konnte Herr St. meine Anstalt verlassen und seinem Beruf wieder nachgehen. Herr H. M. aus Berlin, Kaufmann, 50 Jahre alt, war feit sechs Wochen bettlägerig an einem schweren Magen-, Darm- und Leberletden. Allmählich so schwach geworden, daß er our noch aus Haut und Knochen bestand, unfähig Nahnmg aufzunehmen, von seinen Aerzten aufgegeben, ließ er sich durch Herrn Münsel be- handeln, der ihn in sechs Wochen vollständig von diesem Leiden herstellte. Der Mann, den mehrere seiner Aerzte, da sie Krebs annahmen, den Tod vorhergesagt hatten, war gerettet und geht seitdem seinen Geschäften wieder munter nach. Frau Kaufmann W. in B. litt an Knochenfraß im rechten Oberkiefer. Nachdem bereit« acht Zähne gezogen waren, wollten die Aerzte auch noch den erkrankten Teil de« Kieferknochens durch Operation entfernen. Sie vertraute sich jedoch im letzten Moment der Behandlung des Herrn Münsel an, der sie in vier Wochen vollständig ohne Operation herstellte. Herr W. M. litt an Brightischer Nteren-Krankheit und war von zwei der bedeutendsten Berliner Professoren als unheilbar bezeichnet worden. Herr Münsel hat ihn völlig hergestellt. Ein Rüdfall ist nicht wieder eingetreten. llvLb Roh-Tabak billigste Preise[5490* Max Jacoby Slreli(zerstrasseMr.52. Roh-Tabak, sämtliche Utensilien zur Eigarren-Iabrthatjon offeriert in der größten Auswahl zu den billigsten Preisen W. Hermann Müller, 22, Alexanderstraffe 22. Rohtabak. 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Klasse 204. Kgl. Preich. Lotterie. Alelnmg vom 1«. März 1901. nachmittags. 3bu nt Ä-winne über 170 Mk. find den belreffexd« Nummern in Klammern belgesügt (Ohne Bewähr.) « 74 79 304 34 52 53(300) 60 557 78 86 681 7S7 75 974 1083 181 256 441 655 68 771 845 919*148 279 466 595 786 843 70 914»224 627 33 55 749 971 84 4129 285 323 83 86 482 95 513 669 772 74 81 87 827 979 96»0.55 83 107 27 42 91[500) 272 304 7 8 092 99«128 225 56 333 485 97 513 747 7017 54 573 657 726 86 921»069 629 888 963»052 129 296[300) 458 66 524 50?«0 903 10001 94 308 520 814[300] 94 925 11150 00 239 799 970 1*060 78 106 73 377 435 57 518 50(10000)«7 726 91 (3000) 18088 100 28 71 383 527 808 900 88 14160 79 238 71 564 710 15 32 1 8119 214 341 591 606 724 85 1«032 85(300) 181 281 416 722 46 97 814 34 1 7236 466 757 18028 68 272 746 826 86 10022 126 97 225 61 454 604(300) 880 939 *0079 151 53 250 419 43 59 86 512 878 995*1280[500) 371 489 502 58 77 893 962**061 272 497 569 74 864 91 954 55*3151 09 202 36 303 20 633 605 8 718 862 94 981 84 *4193 862 474 615 38 768 861 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