Nr. 68. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit taluftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft- Beitungs Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts D Berliner Volksblaff. 18. Jahrg. Die Insertions. Gebüge beträgt für die fechsgefpaltene Rotonet geile oder deren Raum 40@fg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für Die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ rpedition abgegeben werden. Die Expeditton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I. Nr. 1508. Stöcker. Donnerstag, den 21. März 1901. daß er also zu früh gekommen, geriet er sichtlich in Verlegenheit und Aufregung. Er mußte noch einige Schmeicheleien Singers mit eignen Ohren anhören und so konnte er sich nicht mehr der Notwendigkeit entziehen, zu antworten. Eine furze Erklärung des konservativen Herrn v. Lebetow der es vermied, auch nur mit einem Worte die gegen Stöcker gerichteten Angriffe zurüdzuweisen, verschaffte ihm die nötige Erholungspause. Und nun erhob sich Herr Stöder. 8war hatte er nichts von den Verhandlungen außer dem Schluß der Rede Singers gehört, dennoch stellte er mit seiner ganzen Unverfrorenheit vor dem Hause fest, daß feine seiner Beschuldigungen widerlegt seien, und munter begann er gegen die Ausführungen zu polemisieren, die er nicht kannte. Diese dem Redner ins Wort und wies ihn an, feine Antwort auf das ungenierte Methode erregte den Vicepräsidenten Büsing. Er fiel beschränken, was er gehört habe ein moralisch verständlicher aber parlamentarisch durchaus unzulässiger Eingriff des Präfidiums. ezt wußte sich der edle Stöder nicht anders mehr zu helfen, als indem er jene alten infamen Verleumdungen gegen den Genossen Singer richtete, mit denen der Mann seit Jahren seine Agitation fristet. Der Hofprediger a. D. Stöder, der einst eine politische Macht war und von dem die„ Großen" diefer Erde die geistige Ueberwindung der Socialdemokratie erwarteten, ist heute ein Mann, dessen ganzer Ehrgeiz sich in krampfhaften Wiederauferstehungs- Versuchen erschöpft. Solche Bemühungen fönnten mit mitleidigem Gelächter abgethan werden, wenn nicht ein Moment hinzukäme, der allerdings dazu zwingt, dieser unsympathischen Persönlichkeit unsres öffentlichen Lebens ernstere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Reichstagsverhandlungen vom Dienstag und Mittwoch haben nämlich darüber wieder eindringlich aufgeklärt, daß zwar fein konservativer Mann den einstigen vergötterten Führer zu verteidigen wagt, daß er aber immer noch der ganzen Reaktion aus der Seele spricht, wenn er in der Raserei des Hasses, den die spekulative Berechnung heuchlerisch lenkt, Berleumdungen und Schmähungen gegen die sieg haft vordringende Socialdemokratie häuft. Die vornehmen Ronfervativen mögen sich zwar nicht dadurch kompromittieren, daß fie in persönlicher Rede den anrüchigen Mann decken, aber sie ermuntern und verteidigen ihn, indem sie ihn durch anonymen jauchzenden Beifall auszeichnen. Stöder gilt ihnen immer noch als Singers Antwort war würdig und fachlich. Als er zuletzt in ihr geistig begabtester und zugleich moralisch strupellofester Führer. träftiger Form seinen Etel über diesen niedrigen Angriff äußerte, verden sie öffentlich treulos verleugnen, dessen Heztalent sie aber höchlichst bewundern und gern benutzen. Darum ist Stöder immer fiel er wieder einem Ordnungsruf. Temperamentvoll und mit schneidendem Sarkasmus verteidigte Bebel seinen Freund gegen die noch der Träger einer einflußreichen Anschauung, in ihm offenbart Anwürfe, nicht ohne sich abermals einen Ordnungsruf zuzuziehen. fich der reaktionäre Geist ohne Buder und Schminke in seiner ganzen Abermals versuchte Stöder eine Erwiderung, und es gelang ihm abstoßenden Blöße, und darum muß ihm eine Beachtung gewährt in der That, seine bisherigen Verleumdungen schamlos zu überbieten, werden, die er an sich verwirkt hätte. Am Schluß der Dienstagfügung hatte Stöder wieder einmal indem er wider besseres Wissen die Behauptung aufstellte, daß Singer Am Schluß der Dienstagfügung hatte Stöcker wieder einmal einen feiner Wiederauferstehungs- Versuche unternomnien, indem Grundsäße seines ehemaligen Associé Rosenthal vertrete. In gerechter Empörung über diese maßlose Verleumdungssucht entstand auf unvermutet plöglich mit einem wüsten Angriff auf Es scheint uns zweifellos, die Socialdemokratie hervorsprang. Es scheint uns zweifellos, der Linken ein ungeheuerer Tumult und es fielen die schärfsten daß dieser intriguante Pfaffe irgend welche Absicht mit seiner sonst Präsident dreimal einen Verstoß gegen die Ordnung des Hauses, daß dieser intriguante Pfaffe irgend welche Absicht mit seiner sonst Zwischenrufe. In Bebels knapper schneidender Entgegnung entdeckte der unverständlichen roh polternden Kapuzinade verfolgte, in der er die nachdem er auch wiederholt Stöder zur Ordnung gerufen hatte. gemeinsten Schimpfworte und die gröblichsten unwahrheiten zu Mit besonderem Geschid und eleganter Ironie plaidierte endlich noch fammenstellte, die feine in dieser Hinsicht fruchtbare Phantasie hervor. Stadthagen auf mildernde Umstände für Stöder. zubringen vermochte. So schimpfte er denn von der Höhe feiner wahrheitsscheuen Moral auf die Unfittlichkeit der Social aus dem Saalein Jammerbild. Freilich, ein Stöder stirbt ebensoAls moralisch gestäupter und gefchundener Mann schlich Stöder demokratie, so begeiferte er insbesondere die alle byzantinisch- streb- wenig wie die Reaktion, der er dient, an moralischer Hinrichtung. famen Gefühle aufs tiefste verlegenden historischen Erinnerungen der Eines Tags wird er led wieder erscheinen, als wäre gar nichts ge18. Januar- Nummer des Vorwärts". Und auch damit mag ex einen geheimen Zwed verfolgt haben, daß er den Bruder des schehen, und wieder schimpfen, schmähen und verleumden... er Schaßfekretärs als einen Bewunderer seiner Scheiterhaufenpolitit denunzierte. Nach der Stöcker- Episode, die durch fachliche Reden zum Reichsamt des Janern unterbrochen wurde, lenkte die Debatte in ruhigere Bahnen ein. Es wurden noch eine große Anzahl wichtiger Fragen Nach Stöckers Angriff wurde am Dienstag die Sigung ge schlossen; der Präsident hatte noch angekündigt, daß vier Redner gestreift, an deren Diskussion sich insonderheit unsre Redner und die Regierungsvertreter beteiligten. Die Konservativen bezeigten ihr fich gegen Stöder eingezeichnet hätten. Als aber am Mittwoch um Interesse an der dritten Etatsberatung, die bis zur Erledigung des 11 Uhr die Sigung eröffnet wurde, suchten aller Augen vergebens Marine- Etat gedieh und fast acht Stunden währte, nur einmal. Da die Gestalt des ausrangierten Hofpredigers. Dieser zweite Luther hatte es vorgezogen, nicht hier zu stehen; er hatte handelte es sich freilich um Pferdezucht. Gott helfe ihm was andres außerhalb des Hauses zu thun. Obwohl so der Kampf Mann gegen Mann vereitelt war, schenkten ihm unfre Redner nichts. Es wurde die lebhafteste Sigung, die feit langer Zeit im Reichstag erlebt worden. Die Stimmung erreichte zu Zeiten einen bedrohlichen Charafter; es wehte hier und da fast östreichische Parlamentsluft. Und niemals zuvor find im deutschen Reichstag so viel Ordnungsrufe erteilt worden, wie in diefer Stöcker- Debatte. Sie hagelten zu Dutzenden und bewiesen, daß ein Stöder überhaupt nicht parlamentarisch zu behandeln ist. Buerst würdigte Bebel, gestügt auf reiches Thatsachenmaterial, die sittliche Berechtigung Stöckers, andren Leuten Moral zu predigen. Seine Wahrheitsliebe wurde attenmäßig dargestellt, der Scheiter haufen- Brief gegenüber dem Bemühen, den Harmlofen zu spielen, noch einmal nach seiner zerschmetternden Bedeutung gewürdigt, der wirkliche Juhalt der Zweihundertjahr- Nummer des Vorwärts" dargestellt. Beiläufig erwähnte Bebel noch, daß sein Gewährsmann hinsichtlich des Tucker- Briefs, an dessen Eristenz er allerdings nicht mehr glaube, eine so angesehene und vertrauenswürdige Persönlichkeit sei, daß er feinen Grund gehabt habe, an deren Mitteilungen zu zweifeln; das tönne ihm der Abgeordnete Schmidt- Elberfeld, der den Gewährs mann lenne, bestätigen. Politische Nebersicht. Berlin, den 20. März. Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch die dritte Etatsberatung beendet. Wie zu erwarten, tauchten beim Stultusetat, der allein noch zu erledigen war, wieder die alten Klagen über ungerechte Behandlung der Katholiken, über mangelhafte Besoldung der Lehrer in manchen Gegenden, über Lehrermangel usw. auf alles Fragen, die bereits bei der zweiten Beratung eingehend erörtert waren. Allen Bildungsfeinden durfte die Erflärung des Ministerial- Direktors Rigler zur Freude gereichen, daß die Regierung prüfen werde, ob es sich nicht empfehle, die Zahl der Halbtagsschulen zu vermehren. Ueber die von der Regierung geforderte, aber in zweiter Lesung abgelehnte Vermehrung der Kreis- Schulinspektorstellen fand eine namentliche Abstimmung statt, deren Resultat die nochmalige Ablehnung mit 219 gegen 140 Stimmen war. Gleichfalls in namentlicher Abstimmung mit 179 gegen 161 Stimmen lehnte das Haus die Erhöhung der Position für altkatholische Geistliche um 6000 m. ab. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Blatt faßt dann die Bedenken gegen den Doppeltarif nochmals nachdrücklich zusammen: diur " Der Doppeltarif schwächt und belastet unsre Position in den Vertragsverhandlungen mit den auswärtigen Staaten. Wir spielen mit offenen Karten, die Gegner mit verdeckten. Jeder fremde Staat wird von vornherein den Minimaltarif für sich fordern und die Marimalsäge als Kampfzölle betrachten. So gehen wir in die Verhandlungen mit gefesselten Händen. Es ist aber ein taum je erhörter Vorgang, daß die Regierung selbst dem Parlament die Hände zum Fesseln darreicht, um fich dem fremden Gegner gegenüber wehrlos zu machen. Mit dem dem Doppeltarif entäußert sich die Regierung allerdings zum Teil der Verantwortlichkeit für die späteren Dinge, aber auch der Macht und Verfügungsfreiheit. Die wahren Herrscher in Sachen der Handelsverträge sind dann die Führer des Bundes der Landwirte, vor denen die Reichsregierung abdiciert. Mit unumstößlichen Zahlen und Thatsachen ist freilich der Bes weis nicht zu liefern, daß bei einem Doppeltarif die Handelsverträge nicht erneuert werden können. Aber die Ereignisse der Bergangenheit sprechen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99: 100 für einen solchen Verlauf der Dinge. Wir haben dies oft genug hier ausgeführt unter Hinweis auf Frankreich, Spanien usw. Immer ging es so: Erst Scheitern der Verhand lungen, dann 3ollfrieg, endlich Durchlöcherung des Minimaltarifs zu Gunsten eines Vertrags. Soll Deutschland denn gewaltsam in dasselbe Schicksal hineins getrieben werden? Wir wollen nicht dem Verdachte Raum geben, daß die Freunde des Doppeltarifs gerade aus diesen Grunde an dem unheilvollen System festhalten. Aber die that. sächliche Wirkung wird die Vereitelung der Handelsverträg und die wirtschaftliche Verfeindung mit aller Welt sein. Der wirtschaftliche Kampf aber bedeutet zugleich auch di. politische Verstimmung. Sollen wir fröhlichen Muts wirk lich in dies Meer voll Klippen und Untiefen hinein dampfen, mil dem Vorsitzenden des Bunds der Landwirte am Steuer? Deutsche Tagesztg." Und sie zieht die höchsten Register, sie Das Gegenspiel dieser antiagrarischen Bemühungen spielt die broht mit der offenen Rebellion der fönigstreuen landwirtschaftlichen Bevölkerung: " „ Die deutsche Landwirtschaft weiß, vor wie schwerer Ents scheidung sie jetzt steht. Wir haben jüngst erst hervorgehoben, daß in lezter Zeit das verfümmerte und fast ver schwundene Vertrauen wieder Wurzeln zu schlagen bes ginne, und haben uns dessen herzlich gefreut. Die Ab= lehnung des Doppeltarifs würde einen Schlag ins Geficht der deutschen Landwirtschaft bedeuten. Sie würde die Ablehnung sich nicht anders erklären können, als daß man wieder gewillt sei, oder wenigstens mit der Möglichkeit rechne, die künftigen Handelsverträge auf Kosten der Landwirtschaft abzuschließen. Das mühsam wieder teimende Vertrauen würde damit sofort wieder absterben und schwinden. Das sind keine Rebensarten. Wer die Stimmung der Landleute kennt, der weiß, daß wir fie viel zu rofig geschildert haben. Es fällt uns nicht ein, irgend welche Drohungen auszusprechen, Die jeßigen Führer der landwirtschaftlichen Bewegung und wir find weder fähig noch geneigt, in das Lager der unbedingten grundsäglichen Opposition überzugehen. Die gekränkte und in ihrem Bertrauen wiederum betrogene Landwirtschaft würde fich aber andre radikale Führer wählen; und welche Gefahr eine solche Entwicklung in sich berge, das braucht nicht besonders dargelegt zu werden. Daß diese Entwicklung fein Sirn gejipnst, fein Schreckgespenst ist, das weiß jeder, der in der landwirtschaftlichen Bewegung steht oder sie einigermaßen tennt. Schon jetzt regt sich in einigen Landesteilen eine immerschärfer werdende Gegenströmung gegen diejenigen Führer, die manchen Leuten viel zu loyal, biel zu mild, viel zu wenig scharf erscheinen. Wir erinnern an den Artikel der„ Neuen Bayrischen Landeszeitung", der nach der Generalversammlung des Bunds der Landwirte" erschien. Wenn die deutsche Landwirtschaft oder auch nur ein großer Teil der deutschen Landwirtschaft in die Bahnen einer grundsätzlichen Opposition hineingedrängt wird, dann kann das Deutsche Reich sich nicht mehr gedeihlich entwickelu, dann fann es nicht mehr seine historische Auf gabe erfüllen. Das ist so selbstverständlich, daß man es sich allgemein selbst sagen müßte. Die Entscheidung, ob die deutsche Landwirtschaft unter der bisherigen Führung eines der festesten Stüßen des Staats und des Reichs bleiben kann, oder ob fie Hatte Bebel, der diesmal mit einem Ordnungsruf davontam, unter andre radikale Führung geraten wird, auf den Stöcker schweres dokumentarisches Anklagematerial gewälzt, In vorgerückter Stunde begann das Haus noch die Besteht unmittelbar bevor. Auf die Bedeutung, die Schwere und der Budgetkommission über die so ging Ledebour mit wuchtiger Dialektik gegen die verratung des Berichts die Gefahr dieser Entscheidung nochmals hinzuweisen, halten wir leumderischen Phantasien Stöckers vor. Er zeigte, wie die Social hypotheten banten. Nachdem Abg. v. Heyde- für unsre Pflicht." dants o demokratie in allen Fragen die öffentliche Moral vertrete, in deren brand die auf eine schärfere Beaufsichtigung der privaten Ohne Minimalzoll auf Weizen und Roggen von 5, 6 ober 7 M. steter Berleugnung Stöders Thätigkeit sich erfülle. Mit schneiden- Hypothekenbanken hinzielenden konservativen Anträge be- Uebergang der Rotleidenden" zur„ grundsäglichen Opposition!" dem Hohn wies Ledebour, dem auch ein Ordnungsruf gewidmet gründet hatte, vertagte das Haus die weitere Beratung auf wurde, auf die wundersame Thatsache hin, daß dieser Mustertheologe Donnerstag. selbst die Maitressenwirtschaft Friedrichs I. verteidigt habe. Hierauf sprach Singer. Er rechtfertigte gegenüber der Entrüstung Stödere, daß man ein Recht habe, von Geschäfts- Noch ist die Entscheidung des Reichskanzlers und des preußischen christentum zu reden; man brauche ja nur an die frommen Bant- Staatsministeriums über die grundlegende Frage des neuen Zollschwindler zu denken, die Sanden und Konsorten. Dann steuerte tarifs, ob Einheitstarif oder Doppeltarif mit Festlegung von Singer in seinen weiteren durch zwei Ordnungsrufe und eine prä- Minimumfäßen für landwirtschaftliche Erzeugnisse, nicht gefallen. fibiale Verwarnung unterbrochenen Ausführungen weitere Beiträge Doch sie steht nahe bevor und die Befürworter sowie Gegner des zum Charakterbilde Stöckers bei, scharf, schonungslos und un- Doppeltarifs bemühen sich noch im legten Augenblic, Einfluß auf widerleglich. lors die entscheidenden Stellen zu üben. Der Kampf um den Zolltarif. Ohne Doppeltariffeine Königstreue! Aber die Herren Agrarier drohen nicht, fie stellen nur die Stimmung int Lande" fest. Die Hahn, Wangenheim, Röside und Oertel, sie selbst werden Monarchisten bleiben, Monarchisten bis auf die Knochen, mur ihre Gefolgschaft wird sich trotz aller bisherigen guten Erziehung durch die Deutsche Tageszeitung" nicht abbalten lassen, ihre Rolle als Stüßen des Staats, des Throns und des Altars schleunigst abzugeben, und die letzte Stunde der Monarchie und der heutigen Staatsordnung ist gekommen. Aber die Deutsche Tageszeitung" broht nicht, beileibe nicht. Inzwischen war es 1 Uhr geworden. Zwei Stunden hatte man Der Hamburg. Rorrefpondent", der die Interessen Die Agrarier scheinen sich in der That des Doppeltarifs, der bereits über den unsichtbaren Stöder verhandelt, über dessen des Handels nachdrücklich gegen die agrarischen Grenzsperrpläne ver- ihre Wünsche vorläufig erfüllt, noch nicht ganz sicher zu sein. Das fluchtartiger Abwesenheit natürlich das Gebührende gesagt wurde. tritt, behanptet, Graf Bülow wisse vermutlich selbst noch nicht, Reichs- Schazamt und das preußische Ministerium für Handel und Da mochte der Mann Gottes glauben, das Gewitter fei nun wohl wie er sich entscheiden solle, und suche im Widerstreit der Meinungen Gewerbe sollen dem Doppeltarif lebhaft entgegenarbeiten. vorüber und er könne nnn wieder sich zeigen, ohne befürchten zu nach einer Lösung der Schwierigkeiten. Die Aufgabe, die Quadratur Dazu will ein Berliner Blatt wissen, daß die Beschlußmüssen, von den Bligen erschlagen zu werden. Als Singer beinahe des Kreises zu finden, sei aber fein schwierigeres Problem, als fassung des preußischen Staatsministeriums am Schluffe war, erschien Herr Stöder, lauernd schleichend, im Handelsverträge auf Grund eines gefeßlich festgelegten Maximal über die Tarifvorlage, die unmittelbar nach Ostern stattfinden soll, Saate. Als er merkte, daß man immer noch seine Person vorhatte, und Minimaltarifs in den Agrarzöllen zu stande zu bringen. Das nur als eine borläufige betrachtet werden solle. Ferner follen bereits verschiedene Bundesregierungen vertraulich erklärt die A. Preffe" erscheint in Frankfurt a. M. und der Frei- überreichten Heute dem Rettor eine Denkschrift, in welcher fie er. Organ des deutschen Freidenkerbundes, in Wies- klären, daß sie zu der Anbringung von Kruzifigen in den Hörsälen haben, fie fönnten bei allem Entgegenkommen gegen die Wünsche denker", begangen worden sind. Mainz, am 11. März von niemand, weder von der Boltspartei, noch von einer andren des Reichskanzlers nach einer Beschleunigung mit Rücksicht auf ihre baden besonderen Landesinteressen von einer Befragung der berufenen 1901. Großherzogliches Amtsgericht Mainz.( gez.) Eller." Ju- politischen oder konfeffionellen Gemeinschaft angestiftet worden seien, wirtschaftlichen Körperschaften, so zeitraubend sie sich auch zwischen hat in derselben Angelegenheit auch der Pfarrer zet in fondern aus eiguem Antrieb und in vollem Bewußtsein der Folgen Nenersdorf( Böhmen) Klage wegen Beleidigung bei dem Amts- ihrer That gehandelt haben. Der Nektor ordnete gegen alle 111 Mitgericht Mainz erhoben. Auch hier wurde von dem Beklagten glieder ein Disciplinarverfahren an. gegen den zugemuteten ambulanten Gerichtsstand Einspruch erhoben. gestalten möge, nicht Abstand nehmen." Bestätigen sich diese Mitteilungen, so will sich Graf Bülow die endgültige Entscheidung noch längere Zeit aufsparen. Die jezige luklarheit über die Gestaltung der Zolltarif- Vorlage würde danach weiter verlängert werden. * TA Deutsches Reich. Ein nationalsocialer ,, Eroberungszug". " Schweiz. Bern, 20. März. Der Nationalrat befchloß, auf eine Anregung zur Wiederaufnahme der Bestrebungen für internationalen Arbeiter schutz zu verzichten, da der Bundesrat erklärt hat, er werde die erste sich bietende Gelegenheit zur Behandlung der Frage ergreifen; gegen wärtig sei an einen Erfolg nicht zu denken. Das Scheitern der Friedensverhandlungen. sociale Programm" gesprochen. Die Nationalsocialen tragen sich mit zwischen geschehen. Antrag ein: Stadtverordneten- Versammlung Antwort Guglands gen chauvinistischen Blätter erklären, die einzige Pfarrer Naumann hat, wie die Chenniger Bollsstimme" berichtet, in den legten Tagen im 17. sächsischen Reichstags- Wahl freis Glauchau- Meerane über Weltpolitik" und das national der kühnen Wahlkreis eine vielleicht die Kandidatur ihres ersten Führers selbst, vorzubereiten, um unfren Barteigenoffen Auer aus dem Sattel zu heben. Aber die Arbeiter des Wahlkreises gaben Herrn Naumann eine so deutliche und kräftige Antwort, daß er sie faum jemals vergeffen dürfte. Am Dienstagabend sprach Herr Naumann im Weißen Roß in Glauchau. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Ver: fammlung erfolgte polizeiliche Absperring, da der Saal überfüllt war. In 1/4 ftündiger Rede erläuterte Herr Naumann das national fociale„ Brogramm". In der Diskussion trat ihm Redacteur Schöpflin Chemnitz in einstündiger Rede entgegen, wobei es zu einer außerordentlich scharfen und heftigen Auseinandersetzung zwischen Naumann und Schöpflin fam. Unser Genosse schlug am Schlusse feiner Ausführungen folgende Resolution vor: " " pm2 is th Daß die beiden ausländischen katholischen Geistlichen gerade in Mainz flagten, hat wahrscheinlich darin seinen Grund, daß dort Exemplare der genannten Zeitungen verbreitet sind. Es ist nur Das arbeitende Volk thut wohl, der Möglichkeit, daß die zu billigen, wenn sich das Mainzer Gericht nicht auf den wider Reichsregierung sich schließlich doch noch dem agrarischen Doppel- finnigen Standpunkt gestellt hat, die Verbreitung genüge, um am tarif entwvinden fönnte, teinerlei Beachtung zu schenken. Vielmehr felben Drie eine Klage anhängig machen zu können. Die Elberfelder Stadthallen- Angelegenheit. Die Elber ist das unvernünftigste als sicher zu erivarten. Und unter diesen Aussichten hat die arbeitende Bevölkerung ihren Kampffelder Stadtverordneten Versammlung hatte be= tanntlich im vorigen Jahre dem socialdemokratischen Volksverein die weiter zu führen. Benuzung der Stadthalle zu politischen Versammlungszweden vers fagt. Die Folge davon war ein Beschluß der StadtverordnetenBersammlung im Juli vorigen Jahres, allen politischen Parteien die Dukumente über die Unterhandlungen zwischen Kitchener und Trotz der Versicherung des Kolonialministers Chamberlain, daß die Stadthalle für Bersammlungszwede zu versagen. In der Sizung vom 25. Jantar dieses Jahres wurde auf Antrag des Botha noch gestern abend im Unterhause vorgelegt werden sollten, focialdemokratischen Vereins beschloffen, den Betrag von 2000 m. find dieselben bisher nicht eingegangen. Die meisten Blätter find mit Zins und Zinseszins zurückzuerstatten, den dieser Verein über das Scheitern der Friedensverhandlungen sehr feiner Zeit zum Stadthallenfonds beigetragen habe. Das ist in entmutigt. Daily Telegraph"," Morning Post" und" Standard", 31. reichte Stadtv. Berrenberg Bothas Ablehnung müsse eine wolle beschließen, den Beschluß vom 21. Juni 1900, durch welchen stärkung der Reserve sein. Daily Mail" drückt die Ansicht aus, der socialdemokratischen Partei die Benutzung der Stadthalle zu man müsse ein für alle Mal derartigen Unterhandlungen ein Ende Barteiversammlungen verjagt wird, ebenso deir Beschluß vom machen. Die Boeren müßten sich bedingungslos ergeben. Morning 17. Juli, durch welchen allen politischen Parteien die Benutzung Leader" sagt, die Nachricht vom Scheitern der Unterhandlungen sei der Stadthalle für Versammlungen untersagt wird, aufzuheben; eine der schlechtesten, die feit langer Zeit nach England gelangt sei, die Abhaltung von Versammlungen in der Etadthalle ist allen und bedente, daß der Verlust au Toten, Kranten und Verwundetent Barteien politischen geftattet." Dieser Antrag fortdauern und daß die Zerstörung des Landes von neuem beginnen wurde seiner Zeit der durch den Antragsteller verstärkten werde. Die Weigerung der Boerenführer scheint in der That darauf Finanzkommission zur Prüfung überwiesen. Auf Grund einmaliger Beratung empfahl die Mehrheit der Finanzkommission, den Antrag hinzudeuten, daß deren Mut und Ausdauer und ihre Hoffnung auf Berrenberg mit der Maßgabe anzunehmen, daß am Schluffe endlichen Sieg noch ungeschwächt sind. Bereits werden auch wieder hinter den Worten:„ allen politischen Parteien" eingeschoben wird: Nachrichten über neue Boerenangriffe mit Ausnahme der socialdemokratischen Partei". „ Die am 19. März im Weißen Roß" tagende Bolksversamm Ueber diese Anträge wurde am 19. d. M. verhandelt. bekannt. Daily Mail" meldet aus Lourenço Marques: Die Boeren lung erklärt, daß sie nur allein in der Socialdemokratie die wahre Der Antrag Berrenberg wurde mit 14 gegen 16 Stimmen ab- haben drei Eisenbahnzüge in der Nähe der Delagoabay und richtige Vertreterin der arbeitenden Klassen erblickt. Am aller gelehnt, dagegen der Antrag der Finanztommiffion mit 16 gegen in die Luft gesprengt. Die Boeren machten zwei Offiziere wenigsten aber ist die Versammlung geneigt, Herrn Naumann und 11 Stimmen angenommen. Danach bleiben also die Sound fieben Engländer zu Gefangenen, ließen dieselben jedoch nach feinen wenigen Getreuen zu folgen, da die Versammlung sich der cialdemokraten von der Benutzung der Stadthalle aus- furzer Zeit wieder frei. Andre Versuche bei aferipruit find Befürchtung nicht verschließen kann, daß er als Arbeiterfreund" geschlossen. gejdjeitert. sinus sid Die Peft. dem arbeitenden Volfe gelegentlich einmal eben solche Ueberraichungen bieten würde, wie als Christ und ehemaliger Pastor Zu den Schivierigkeiten im Felde gefellt sich nun noch die uns der gesamten Welt durch seine Hummenerklärung. Die Versammofen( Lothringen) garnisonierenden Magdeburgischen lung ist ferner der Ansicht, daß Herrn Naumann sowohl seine Dragoner- Regiment Nr. 6 ist eine Epidemie ausgebrochen, heimliche Bestfrankheit. Diese macht immer mehr Fortschritte. Am Arbeiterfreundlichkeit, wie sein Eintreten für die Weltmachtspolitit die Aehnlichkeit mit der Diphtherie zeigt. Augenblicklich befinden sich Dienstag find in Kapstadt wieder fünf Personen an der Beſt teilweise nur Mittel zu dem Zwede find, um gegebenen Falls mit atzig Mann in ärztlicher Behandlung, darunter dreißig von der erkrankt, darunter drei Europäer. Ein Fall ereignete sich an Bord des Dampfers Roslin Castle". Hilfe des einen oder andern eine Rolle in Deutschland zu spielen; dritten Schwadron, bei der die Krankheit zuerst aufgetreten ist. Deshalb fein eifriges Baktieren mit beiden. Die Versammlung Zinsen vom Hohkönigsburg- Kapital. Aus Straßburg im erklärt, zu Herrn Naumann als Politiker kein Vertrauen zu haben, Elfaß wird ums geschrieben: Nachden die Hohkönigsburg- stredite nun in und wird seinem Bestreben, unter die Arbeiterschaft im 17. fächfi- auch im Reichstag unter Dach und Fach gebracht sind, ist die reichs schen Reichstags- Wahlkreise Zwietracht zu bringen, bringen, in der ländische Regierung dazu geschritten, die Versprechungen einzulösen, energischten Weise entgegentreten." die sie nach der Abstimmung des Landesausschusses in dieser Frage Herr Naumann bekämpfte die Resolution aufs heftigste und bezüglich der Erleichterung des Grenzverkehrs mit Frankreich ge- Das beweist garnichts, daß die Kirchenbehörde in Herrn nannte es eine schreiende ungerechtigkeit von Schöpflin, eine der- geben hatte. Die damals angekündigte Aufhebung von Aus- Stöders Verhalten nichts gefunden hat. Das ist eben Geſch na ď artige Resolution gegen ihn zu fassen. Obwohl Herr Naumann die weisungsverfügungen gegen solche Personen, die seiner fa ch e. Ich weiß nicht, welche Gründe sie zur Schonung größten Register seiner bedeutenden Beredsamkeit zog, es war ver- Beit wegen Verlegung der auf die Paßpflicht bezüglichen Be- hatte. Das Verhältnis Stöders zu Hammerstein gebens: mit einer guten Neunzehntel- Majorität erklärte fich die Stimmungen des Landes verwiesen worden waren, ist nunmehr er viel intimer und ganz anders gestaltet als das Verhältnis von Singer Versammlung für die Resolution. Damit ist das Schicksal des folgt. Sie erstreckt sich nach einer Mitteilung der amtlichen Straß zu Rosenthal. Eine gegenteilige Behauptung ist unrichtig und unnationalsocialen Eroberungszuges im 17. fächsischen Kreise besiegelt. burger Korrespondenz" auf insgesamt 757 Personen, von denen 93 wahr. Singer war Rosenthals Associe, in freundschaftlicher und gesellHerr Naumann wird einsehen müssen, daß Glauchau- Meerane fein auf das Unterelsaß, 142 auf Oberelsaß und 422 auf Lothringen entschaftlicher Beziehung zu Rosenthal aber hat er nie ges Operationsfeld für seine Weltmachtspropaganda ist. Die in Glauchau fallen. standen. Sie aber haben freundschaftlich und intim mit Herrn angenommene Resolution trifft den Politiker Naumann sehr. Hartb. Hammerstein verfehrt. der Scheiter Wie fängt denn aber nicht unverdient. haufen Brief an? Lieber Hammerstein. Und wie endet er? In Meerane erlitt Naumann am Montag die gleiche Nieder- In der Pekinger Deutschen Zeitung", amtliche Anzeigen Herzliche Grüße an Sie und Ihre Frau Gemahlin Ihr getreuer Lage. Auch dort nahm eine mächtige Bersammlung gegen etwa zehn der kaiserlich deutschen Behörden in Beking", Nr. 2, vom Stöder."( Stürmische Heiterkeit links.) Mir ist es nicht eingefallen, Stimmen eine die Naumannsche Politik abweisende Resolution an. 13. Januar 1901, findet sich folgendes„ Gedicht", das wir den Be Sie für das Verbrechen Hammersteins verantwortlich zu machen. In Meerane trat Genosse Redacteur Stüď len Altenburg Herrn schönigern des Kulturwirkens in China empfehlen: si surgienßerung verantwortlich machen. Was thun aber Sie? Sie wollen Singer für Rosenthals Es ist das unerhörteste, Der Fluch des Peiho. was ich je im Parlament gehört habe, daß Sie Rofen fluchbeladner Beihofluß! el zásier thats cap and gemeine Aeußerung Singer gir Last legen Daß ich von dir so reden muß, 1319 756 01 unsrer Partei vorwerfen, daß wir einen Menschen an der Bereitet dir wohl tiefe Bein; Spige haben dürfen, der solche Grundsäke duldet.( Sehr richtig! wobei den Socialdemokraten.) Ich fange allmälig an zu begreifen, daß Herr Stöder in der nächsten Minute nicht mehr weiß, was er vorher gejagt hat.( Lebhafte Zustimmung links.) Ift es nicht eine bodenlose Gemeinheit, wenn er unsre Partei so schwer beschuldigt? Naumann entgegen. Der Reichs- Gesundheitsrat, der auf Grund des Reichss Seuchengesezes gebildet wird, hat sich am Mittwochvormittag fonstituiert. Graf Posadowsky hielt eine Ansprache, in der er viele schöne Worte machte von der Wertschätzung der Persönlichkeit. Es ist, sagte er, nach dem Bericht des W. T. B., das sicherste Zeichen für den fittlichen und wirtschaftlichen Fortschritt eines Bolts, wenn sich in demselben die Erkenntnis vertieft nicht nur von der ethischen, sondern auch von der volkswirtschaftlichen Bedeutung jedes einzelnen Mitmenschen für die Gesamtheit und wenn dementsprechend auch die Bertschäzung des Menschenlebens sowohl seitens des Staates wie seitens sämtlicher Volksgenossen in immer höherem Maße wächst." Es wäre nur zu wünschen, daß diese schönen Grundsäße vom Herrn Staatssekretär auch ausgedehnt würden auf die Wertschäzung jedes einzelnen Mitmenschen als Rechtspersönlichkeit. Das vermissen aber die Arbeiter noch in sehr hohem Maße und danach wird Herr v. Pojadowsky uns nicht entgegentreten fönnen, wenn wir seine eignen Worte als Beweis dafür verwenden, daß wir auf der StufenLeiter des sittlichen Fortschritts noch sehr tief stehen. Der angekündigte Gefeßentwurf betreffend Versorgung der Kriegsinvaliden und der Kriegshinterbliebenen ist jetzt nebst Begründung dem Reichstag zugegangen. V China Bente. Ju Nr. 21 der Zeitschrift„ Das Gasthaus" findet sich unter der Ueberschrift Günstige Reklame für irte" folgende Anzeige: Aus dem Chinakrieg herrührende Waffen sind preiswert zu vermieten, eine Bogerflinte, ein Borerschwert, Kriegsanzug eines Borers, ein Paar Schuhe eines chinesischen Soldaten, eine chinesische Wasserpfeife, ein deutsches Infanteriegewehr Modell 71/84, welches auf Iltis" durch Granatsplitter zerfezt worden ist. Für die Echtheit vorstehender Gegenstände wird Garantie geleistet." ur Vom Flottenverein. Freiherr v. Beaulieu Marconnah ift von seinem Bosten als Kangler des Deutschen Flotten bereins zurückgetreten, weil einige von ihm getroffene Maßnahmen, insbesondere die to stspielige China- NachrichtenExpedition, unter den Mitgliedern des Flottenvereins abfällige Beurteilung gefunden haben. void ad Neues Gewehr. Dem Kriegsministerium liegt, fo wird gemeldet, ein neues Gewehr zur Beurteilung vor. Diese Waffe hat die Bezeichnung Rückschlaggewehr und befitt auto matische abefähigkeit. Sie hat den Konstrukteur und Fabrikenfommiffarius Louis Schlegelmilch zum Erfinder, der seit Jahren in der Gewehrfabrik zu Spandau angestellt ist und auf dem Gebiet der Handfeuerwaffen Hervorragendes" geleistet hat. Epidemien im deutschen Heere. Bei dem in Diedentid siden " O Hunnenpoefie. Doch kann dies mal nicht anders sein, Dein Nam' ist heute in affer Mund, D'rum sei der Welt dein Wesen fund. adm Ein Wandersmann erfreut sich gern 2 and ins An deinem Anblid, wenn von fern did nofter Er, durftig von der Sonne Glut, did Erblickt die stille Wasserflut. Doch hart enttäuscht ist er alsdann, Wenn er ganz nahe tritt heran: Mit Efel sieht er und Verdruß, Daß dieses Wasser kein Genuß; Denn gelb und schmutzig sieht es aus, Und was ist das? Schreck, o Graus! Ein toter Boxer schwimmt heran, Den Zopf man deutlich sehen kann. sif loquit Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) mutat da mu gbg. Bebel( Soc.): sti i Ivar und Präsident Graf Ballestrem: Ich wußte zuerst nicht, was Sie jagen wollten, aber aus Ihren weiteren Worten geht hervor, daß Sie dem Abgeordneten Stöder bodenlose Gemeinheit vorgeworfen haben. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung, Ordnung.derda Abg. Bebel( fortfahrend): Stöder hält uns vor, wir seien leine socialreformatorische Partei. Nun, was Herr Stöder über uns denkt, ist uns vollkommen gleichgültig.( Sehr richtig! links.) Wenn der Abgeordnete Stöcker überhaupt noch tiefer in unsrer nnd Achtung finken konnte, so ist ihm das heute gelungen.( LebUnd weiter geht der Wandersmannhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Am Fluß, da er nicht rüber kann; ut rapidl Denn Brüden sind nicht eingeführt Und die mal waren, demoliert. Bon weitem sieht er grauc Massen, Die sich nur schwer beschreiben lassen. iron in dido Erdhaufen scheinen es zu feiern Ein wenig viel, doch alle klein. Und näher kommend, merkt der Mann, Dies nur ein Dorf bedeuten kann. Doch rings herum ist's öd und leer. Kein menschlich Wesen schauet er, Nur Herden wild geword'ner Hunde, Die geben traurig wahre Kunde, Daß früher Menschen hier geweilt, paulouna Präsident Graf Ballestrem: Ich rufe Sie wiederum zur Ordmung und mache Sie auf die geschäftsordnungsmäßigen Folgen aufmertiam. Die das Geschid mit Recht ereilt. Und durch die öde Wüstenei Fließt träge der Beiho vorbei. + dodal Abg. Bebel( fortfahrend): Dabei hat Herr Stöder selber an hoher Stelle die Auffassung erwecken wollen, als feien wir eine docial- reformatorische Partei. In dem Beder- Prozeß ist auch festgestellt worden, daß Stöder den Schneider Grüneberg aufgefordert hat, das erste Hoch auszubringen, damit er dem Kaijer melden könne, ein Socialdemokrat habe dieses Hoch ausgebracht.( hört! hört! links.) Das ist ein Manöver, wie es Stöders würdig ist. Nach alledent is do bin ich der lleberzeugung, daß Stöder ein Mann ist, der nicht mehr bon verantwortlich gemacht werden kann für seine Handlungen, weil er an unheilbarer moral insanity leidet.( Lebhafter Beifall links; migroße Unruhe rechts.) So wird er noch fließen manches Jahr d Und wird verflucht sein immerdar; Wird hören von blutigen Völkerstreiten, Wird manchem Schiffer noch Kummer bereiten, Wird züchten an seiner verpesteten Flut Noch manche verruchte Chinesenbrut. Bis einst die strafende Gotteshand Sich wendet von diesem verfluchten Land. Ausland. Oestreich Ungarn. Abg. Stöcker: Ich glaube, der Herr Präsident hat das letzte Wort des Herrn Bebel nicht verstanden. Er sprach englisch, er warf mir moral insanity, imoralischen Wahnsinn vor.( Glocke des Präsidenten.) Präi. Graf Ballestrem: Allerdings ist das auch ein Wort, das gegen die Ordnung des Hauses verstößt. Ich habe es nicht gehört, aber wenn gegen die Behauptung, daß Herr Bebel es gebraucht hat, nicht protestiert wird, und das ist nicht der Fall, dann rufe ich Herrn Bebel zum drittenmal zur Ordnung. Da er jedoch das Wort nicht mehr hat, fann ich es ihm auch nicht entziehen.( Stürmische Seiterkeit.) Abg. Stöcker( fortfahrend): Verstehe die Logit nicht. Es handelt sich doch darum, daß ein bekehrter Socialdemokrat das Bom fliegenden Gerichtsstand der Presse. Die Frankford Zeitung berichtet: Der Bischof Bryny von König gräs hatte bei dem Amtsgericht Mainz gegen die„ Kleine Presse" und den in Wiesbaden erscheinenden Freidenker" Klage erDer gefeßliche Achtstundentag im Bergbau. Das Sub- Kaiserhoch ausgebracht hat. Ich würde mich ja ungeheuer freuen, hoben wegen Beleidigung, begangen durch den in der Nummer 17 fomitee des jocialpolitischen Ausschusses nahm einen wenn auch Sie einmal mit uns ein Kaiserhoch ausbringen wollten. Dann wären Sie uns ja mit einemmal nähergekommen.( Lachen der Kleinen Presse" vom 20. Januar ds. Js. erschienenen, aus Nr. 2 des" Freidenker" übernommenen Artikel über den Mädchenmord in Antrag des Abg. Schoiswohl an, nach dem für alle beim Bergbau bei den Socialdemokraten.) Das unter Tage beschäftigten Arbeiter der Neunstundentag einBolna. Die Klage ist vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Sa mitt geführt, aber binnen drei Jahren die Arbeitsdauer auf acht Abg. Stadthagen( Soc.)[ mit großer Unruhe und Rufen Oh, oh! in Mainz. Der beklagte Redacteur der„ Kleinen Presse" hatte gegen Stunden verkürzt werden soll. Der RegierungsDer Regierungs- od auf der Rechten empfangen]. die Zuständigkeit der Mainzer Gerichte Einwand erhoben. Amtsgericht in Mainz hat dem Einwand durch folgenden Be- vertreter hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen. Der Referent Präsident Graf Ballestrem: Meine Herren, ich bitte um Ruhe. Amtsgericht in Mainz hat dem Einwand durch folgenden Be fchluß stattgegeben:„ Der Antrag vom 5. Februar 1901- gerichtet Stolischer legte das Referat nieder, worauf Schoiswohl zum Referenten Es ist sehr schwer für mich, wenn ich nicht alles hören lann, was ich hören muß.( Große Heiterkeit.) auf Eröffnung des Hauptverfahrens wegen Bergehens gegen 88 185 ff. bestimmt wurde. St.-G.-B. wird to stenfällig abgelehnt, da weder die Vorlesungen suspendiert. Budapest, 20. März. Gine an Abg. Stadthagen: Kollege Tuzauer und ich waren Zeugen Angeschuldigten im Bezirk unterzeichneten Geden Thoren der Universität angeschlagene Rundgebung besagt, daß jenes Stöcker- Eids und Tuzauer Zeuge der ganzen Verhandlung. richts einen Wohnsiz haben noch die strafbaren die Vorlesungen bis auf weiteres suspendiert find. 111 Mitch habe eine sehr gute Erinnerung für die damaligen Vorgänge. cr am 25. Januar 1885 in Bezug Handlungen im diesseitigen Gerichtsbeairt glieder des großen Ausschusses der Christlichen Universitätsjugend" Jch höre noch, wie cr 12 0 Beim Kapitel„ Technische Institute der Artillerie" polemiſiert, in Abg. Zubeil( Soc.) auf Ewald erklärte: Ich sehe diesen Herrn heute zum erstenmal gestellt. Dem Kriegsminister möchte ich auf seine wißig feine p und habe nie mit ihm verhandelt. Ob diese Aussage ein wiffent- follende Bemerkung bemerken, daß es nichts schaden kann, wenn licher Meineid war oder nicht, darüber enthalte ich mich des Urteils. auch beim Militär das Verhältnis zwischen Vater und Sohn geehrt Ich habe immer bedauert, daß Herrn Stöder gegenüber der§56 derStraf- wird.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) prozeß Ordnung nicht in Anwendung fommt, der die Vereidigung Damit schließt die allgemeine Diskussion. ausschließt, wenn jemand von der Bedeutung des Eids nicht das nötige Bewußtsein hat.( Stürmische Heiterkeit.) In dem Prozeß Beder- Stöcker stellte das Gericht ausdrücklich fest, daß cs Becker an der Hand der Behauptungen und Widersprüche des Erflärens und des Zurückgehens, des ganzen Hin und Wider des Zeugen Stöcker, nicht zu verargen sei, wenn er zu der Auffassung ge: Tangt fei, daß Herr Stöcker sich bewußt mit der Wahrheit in Widerspruch fetzt.( Hört! hört! lints.) Ich erinnere mich auch noch, wie Herr Stöder einmal von der Unzucht der Gegner und von der umgekehrten Kanalisation in ihrer Rede sprach. An diese sog. Kanalisation habe ich mich gestern bei seinen Borten lebhaft erinnert. Es ist festgestellt worden, daß Herr Stöder in 2 Versammlungen 1883 und 1881 im Neuen Gesellschaftshause und in der Tonhalle mit Ewald gesprochen hat. Solche Thatsachen gehen gewöhnlichen Menschen nicht aus dem Gedächtnis verloren. Abg. v. Kardorff( np.): Ich muß es mir durchaus verbitten, als Generalagent hier be zeichnet zu werden. Ich habe nur gesprochen, weil das Andenken meines verstorbenen Freundes Stummi in unerhörter Weise angegriffen worden ist. Ich glaube den Interessen des Landes keinen schlechten Dienst erwiesen zu haben, wenn ich auf den hohen Rang hinwies, den diese Werke einnehmen. Ich brauche keine Vorschriften von Herrn Singer darüber, was ich hier vorzubringen habe und was nicht. Abg. Singer( Soc.): gegen die Angaben des Generalmajors v. Einem, die dieser über die Lohnverhältnisse in den Spandauer Werkstätten bei der zweiten Etatslefung gemacht hat. Er weist darauf hin, daß der Lohn von 4 M. erst sehr spät und nur von einem geringen Teil der Arbeiter macht, daß er einen angeblichen Angriff gegen Herrn Stumm Ich habe Herrn v. Kardorff keine Vorhaltungen darüber geerreicht wird, im allgemeinen aber die Löhne sehr niedrig sind. zurückgewiesen hat, auch nicht darüber, daß er die Vorzüge des Redner führt auch sonst noch Mißstände an, unter denen die Ar- deutschen Fabritats gelobt hat. Mir war es nur aufgefallen, daß beiter der Spandauer Werkstätten zu leiden haben. Er hält feine in ein Mitglied dieses Hauses sich dazu hergiebt, im Auftrage von der zweiten Refung gemachten Mitteilungen vollinhaltlich aufrecht. Industriellen hier eine Offerte einzureichen.( Sehr gut! linfs,) Schließlich bittet er den Kriegsminister noch einmal, im nächsten Herr v. Kardorff hat erklärt, er sei ausdrücklich zu dieser Offerte autorisiert. Leute, die solche Offerten machen, nennt man Agenten. Jahre eine Statistik über die Lohnverhältnisse vorzulegen. Kriegsminister v. Goßler: Seine Erwiderung wird den Eindruck nicht verwischen, den sein Auftreten hier hervorrufen mußte. Es hätte bloß noch gefehlt, Herr b. Stardorff hätte gesagt: Ich bekomme 4 Prozent.( Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Präsident Graf Ballestrem: Bu Der Herr Vorredner ist nicht der berufene Vertreter der SpanGunsten Stöckers marschierte damals der Kriminalkommissar Schöne dauer Werkstättenarbeiter. Ich verkehre mit den Arbeitern selbst, mit der Behauptung auf, es gäbe zwei Ewalds, einen, den Herr habe neulich eine Deputation derselben empfangen und mich lange Stöder fenne, und einen, den er nicht fenne. Aber die mit ihnen unterhalten. Ich habe in den Leuten sehr tüchtige und Erinnerung dieses Silfszeugen erwies sich als unrichtig. intelligente Bertreter ihres Stands gefunden und ich kann nur Diese Aeußerung war sehr ungehörig und gegen die Ordnung Entrüstung erfüllt mich gar nicht gegenüber Herrn Stöcker. fagen, ihre Anschauungen sind hinimelweit entfernt von denen des Hauses. Ich rufe den Abg. Singer deshalb zur Ordnung, Ich habe das Gefühl der allergrößten Kälte. Zu feiner des Herrn Zubeil. Nicht infolge der Neden des Abg. Zubeil, sondern Entschuldigung habe ich immer angenommen, und sein Schul- infolge der Unterredung mit den Arbeitern sind einzelne Mißstände meisterton bestärkt mich noch darin: Man thut Herrn Stöcker abgestellt worden. Ich komme mit den Arbeitern selbst weiter, als fehr weh, wenn man von ihm annimmt, er sei im stande, die mit den unkontrollierbaren Angaben des Herrn Zubeil, die dieser Bedeutung des Eides und der Wahrheit zu erfaffen.( Lebhafter nur aus sehr trüben Quellen geschöpft haben kann. Beifall bei den Socialdemokraten.) Generalmajor v. Einem Präsident Graf Ballestrem: Wegen dieser Aeußerung rufe ich deu Redner zur Ordnung. Abg. Stöcker: Herr Stadthagen thäte besser, darüber nachzudenken, weshalb er nicht mehr Rechtsanwalt ist. Ich habe damals drei, vier Bersammlungen ant einem Abend abgehalten. in einem Jahre mehr als tausend. Selbst wenn es wahr ist, daß ich Herrn Ewald die Hand gereicht habe, jo braucht doch darum nicht der Verdacht des falschen Eids erhoben zu werden. Zu Ihrer VerLegenheit wissen Sie nicht, was Sie mir lagen sollen, deshalb verstrifen Sie sich auf diese unbegründete Sache.( Stürmisches Gelächter links.) Präsident Graf Ballestrem: Damit schließt diese Diskussion. Die Resolution Schmidt Elberfeld über Verkauf von Brennmaterialien durch Gewicht wird einstimmig angenommen. Der Etat des Reichsamt des Junern wird bewilligt. Beim Statistischen Amt fommt ( Bravo! rechts.). Abg. Schwark- Lübeck( Soc.) tommt auf den Untergang der Gneisenau zurück und fragt, ob in der deutschen Marine nicht wie in der englischen und amerikanischen die Vorschrift bestände, daß Schiffe in ungeschütten Häfen unter Dampf gehalten werden müssen. Redner bemängelt auch die Langjam leit der amtlichen Depeschen bei dem Unfal. Staatssekretär v. Tirpis: hält alle Angaben aus der zweiten Lesung aufrecht. Er bestreitet insbesondere die Behauptung Zubeils, daß irgend ein Arbeiter durch d die neue Lohnordning fchlechter gestellt fei. Die Angaben, die er Ganz bestimmte Vorschriften für ganz bestimmte Fälle tönnen gemacht habe, seien amtlich, sie feien richtig. Herr Zubeil habe über das Dampfhalten nicht gegeben werden. Der Kommandant ficher ein gutes Herz, er solle aber nicht alles glauben, was man trägt die Verantwortung dafür. Beide Kessel seien geheizt gevejen, ihm über Mißstände erzähle, din plism Gaber hätten nicht genügend Dampf gehabt, um das Schiff ins Freie ead napitiadateAbg. Zubeil( Soc.) zu bringen. Die amtlichen. Depeschen seien deshalb spät gekommen, erwidert dem Kriegsminister, daß ihn die Arbeiter selbst zu ihrem weil der Kommando- Apparat erheblich gestört war. Der Kapitän Vertreter gewählt hätten. wer also der berufene Vertreter wie der erste Offizier feien tot gewesen. Der zweite Offizier sei der Arbeiter sei, er oder der Kriegsminister, nicht schwer zu entscheiden bis zum Abend völlig erschöpft gewesen und habe noch für die Bers fei. Im übrigen hält er die Behauptung aufrecht, daß die wundeten jorgen müssen. Das jei noch wichtiger gewefen, wie der alten Pulverarbeiter in einen andren Betrieb veriegt werden, sie der Bericht nach der Heimat. Sowie dieser angelangt sei, habe ihn das in diesem Betriebe wohlerworbenen Rechte verlustig gehen. Dagegen Marine- Amt veröffentlichen laffen. sträuben sich die alten Pulverarbeiter. Der Marine- Etat wird hierauf genehmigt. Die weiter. Etatsberatung wird hierauf auf Donnerstag 11 Uhr vertagt. Schluß 7 Uhr. Damit schließt diese Diskussion. Der Militäretat wird bewilligt. Beim fommt Marine- Etat Abg. Dr. Urendt( Np.) auf die Angelegenheit der Mansfelder Bergwerke zurüd und giebt zu, daß zwischen ihnen und Eislebener Bürgern noch zahlreiche Prozesse tegen Entschädigung schweben. Abg. Thiele( Soc.): Es macht mit ein gewisses Vergnügen, and Abg. v. Kardorff( Reichsp.) Herrn Dr. Arendt feststellen zu hören, in welchem Irrtum er sich befunden hat, der mir Unrichtigkeiten vorwarf. Abg. Dr. Arendt( Np.): Mein Verfahren ist besser als das des Herrn Thiele, der seine schweren und unbeweisbaren Angriffe gegen Sen Steiger Rothe noch immer nicht zurückgenommen hat. Abg. Thicle( Soc.): Bielleicht gelingt es doch noch, die Wahr heit über den Steiger Rothe festzustellen. In den Eislebener Eageblätter haben 1. 3. fehr anzügliche Bemerkungen über Mothe in den Annoncen gestanden. Abg. Dr. Arendt( Rp.) beruft sich auf eine Adresse von 10 000 feiner Wähler, die ihm ihre Entrüstung über die focialdemokratischen Angriffe ausgedrückt hätten. Abg. Thiele( Soc.): Die Unterschriften find von den Bergleuten durch die Drohung erzwungen worden: Ihr werdet abgelegt, wenn Ihr nicht unterschreibt. Ich hätte felbst Herrn Arendt nicht zugetraut, daß er sich auf diese Adresse berufen würde. Herr Arendt hat als Kampfmittel gegen nich grobe Unvahrheiten benut Präfident Graf Ballestrem: Wegen dieser Aeußerung rufe ich Sie zur Ordnung. Der Etat des Gesundheitsamts und Reichs- Ver Es folgt der TX 63 nach Partei- Machrichten. Totenliste der Partei. In Dresden starb abermals ein waderer Streiter im politischen und gewerkschaftlichen Kampf, der Steinmetz Franz Faust. Er starb im besten Mannesalter an der Berufskrankheit, der Lungenschwindsucht. Die Parteigenossen von Sachsen- Weimar halten ihre Landesversammlung ant 8. April in Weimar ab. Polizeiliches, Gerichtliches unv. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. ficherungsamts wird nach furzer Debatte genehmigt. 214. England und Frankreich zahlen erheblich höhere Breise haben, die Grundlage des schweren Konflikts zu verschieben, denn Militäretat. Auf eine Anfrage des Abg. Kunert( Soz.) giebt Generallieutenant v. Viebahu eine attenmäßige Darstellung der drei Fälle von Soldatenmißhandlung, die Abg. Kunert in zweiter Lejung vorgetragen hat. Bei der im Hause herrschenden inruhe bleiben die Darlegungen des Redners im Zusammenhang unverständlich. Im Falle Witte jei lein Zusammenhang zwischen den Mißhandlungen und der Invalidität festzustellen gewesen und des halb, jei feine Rente gewährt worden. In dem Fall seine aber fei volle Pension gegeben worden. Dadurch seien die Verdächtigungen des Herrn Kunert widerlegt. auf die angeblich zu hohen Bezüge" zurück, die die Panzerplatten fabriken Stumm und Krupp verdienen. Im Bericht der Budget kommission ist von unerhörter Preistreiberei" die Rede. In der Bresse befindet sich die irrtümliche Behauptung, daß die beiden Werfe zu einem erheblich niedrigeren Preise, nämlich zu 1930 M. pro Tonne Panzerplatten mach Amerika geliefert geliefert hätten. hätten. Niemals ist eine Banzerplatte aus diesen Werken Wegen Beleidigung der Polizei wurde Genosse Dittmannt, Amerita gegangen, niemals den Bereinigten Staaten auch Redacteur der Norddeutschen Volksstinume" in Bremerhaven, durch nur eine Offerte über Bangerplatten gemacht worden. das Landgericht Verden zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Es handelte Herr Wüller- Fulda hat behauptet, daß durch das Flottengefeg fich um einen Artikel wegen Eskortierung von Arbeitswilligen der 150 000 Tons Panzerplatten in Aussicht stünden. Die Berke rechnen Seebeckichen Werft. aber nur 80 000 Tons heraus. Ich nehme an, daß Herr Müller die Auslandskreuzer, die noch nicht im Flottengeiez bewilligt waren, herangezogen hat bei seiner Berechnung. Das eröffnet ja eine ange= nehme Aussicht auf den Bewilligungseifer des Gentrums. Die Herren haben endlich ferner gebeten, darauf Die Aussperrung der Arbeiter in den Berliner Schuhwaren. aufmerksam zu machen, daß der erheblich niedrigere Preis, den Fabriken. Amerita bezahlt, yämlich 1930 D., sehr neuen Datums ist, nämlich Jedenfalls von seiten der Herren Fabrikanten inspiriert, erschien vom 1. November v. J. Die Bestellung geht aber auch gleich auf in bürgerlichen Zeitungen ein Artikel, welcher die gesamte Bewegung 37 000 Tons, die in 5 Jahren zu liefern sind. Bei uns sind die Bestellungen außerordentlich unregelmäßig. In einem Jahre hatten der Arbeiter in tendenziöser Weise zu entstellen bemüht ist. Wir die Stummschen Werke 34 000 Tonns zu liefern, in einem andren fönnen es ja den Herren nachfühlen, daß sie alle Veranlassung für die Platten als wir. Es kommt nicht darauf an, sicherlich legen sie sich durch die unmotivierte Heraufbeschwörung wer die billigsten, sondern wer die besten Banzerplatten liefert. desselben wenig Ehre ein. Deutschland steht an der Spitze der Panzerplattenherstellung. Wir Es wird zunächst behauptet, daß die Aussperrung der gesamtex werden nicht diefelbe Qualität erhalten, wenn wir aus dem Aus- Arbeiter deshalb erfolgt fei, weil die Ausständigen Arbeitswillige lande beziehen. Wünschenswert wäre es ja, wenn mehr Werte für von ihrem Eintreter in die leerstehenden Fabriken durch Drohungen die Herstellung von Banzerplatten vorhanden wären. Aber vor Jahren schreckten sehr potente schlesische Eisenhütten sogar von diesem und Beleidigungen abgehalten haben. Abgesehen davon, daß ders Plan zurüd, weil eben feine Sicherheit für gleichmäßige Be artige Behauptungen jeder Begründung entbehren, denn gerade die ftellungen vorhanden ist. Dazu kommt. daß beständig die gegenwärtige Bewegung zeichnet sich durch ihren ruhigen Ver aus, ſteht es nach Kruppichen Techniker neue Erfindungen machen. Wie sollen da lauf Staatswerte errichtet werden können? Wie wollen Sie die Fabrikanten fest, daß die Aussperrung den Bekundungen selbst der Techniker bezahlen? Wenu fie tüchtig sein sollen, doch so wie wegen der in acht Fabriken aufgestellten Lohnsäße erfolgt Krupp und Stumm. Aber dann fönnen Sie fönnen Sie sie wieder ist, und zwar auf Anordnung des Fabrikanten- Verbands. nicht int unfre Beamtenkategorien einrangieren. Ich bin ferner von den beiden Werken autorifiert, Dieses mag den Fabrikanten um dessentwillen unangenehm sein, daß sie eine weitere Preisreduktion bewilligen fönnen unter weil von ihnen früher stets behauptet wurde, 2ohnforderungen der der Voraussetzung größerer Abschlüsse.( Gelächter links.) Wo wollen Arbeiter würden nie die Ursache zu einer Aussperrung bilden. Geradezu komisch wirkt es, wenn behauptet wird, daß die Vers hält dem Generallieutenant v. Biebahn gegenüber seine Beschwerde Sie auch die geschulte Arbeiterschaft Krupps hernehmen. Zur aufrecht. Er habe Einzelfälle vorgebracht. auf die der Verumglinipfung dieser Werke lag fein Grund vor, man sollte stolz bandsfabriken teilweise in Betrieb seien und daß die übrigen Terrorismus der Bertreter des Kriegsministeriums nicht eingegangen sei. Der General auf fie sein. Von ihrem hohen Gewinn ist wohl die Rede, aber 800 Arbeiter fich baldigft von dem this willing focialdemokratischen Organisation befreien" und lieutenant habe gefagt, alle Mißhandlungsfälle würden mit voller nicht von dem großen Misifo. Strenge geahndet. In dem einen von ihm angeführten Mig- unlad in die Betriebe zurückkehren werden. handlungsfalle sei das nicht geschehen. Der Unteroffizier, der einen Durch die Ausführungen des Herrn Vorreduers ist nichts von Niemals ist die gesamte Arbeiterschaft einiger gewesen, wie jest. Soldaten durch schwere mighandlungen in den Tod getrieben hat, dem, was ich über Kommissionsverhandlung seiner Zeit mitgeteilt Die rigorose Handlungsweise des Fabrikantenverbands hat sowohl habe nur ein Jahr Gefängnis erhalten, während das Kriegsgericht habe, widerlegt worden.( Sehr richtig! im Centrum und links.) Der Organisierte wie auch Nichtorganisierte in gemeinsamer Abwehr fest Abwehr feit die Möglichkeit gehabt hätte, bis zu fünf Jahren Zuchthaus zu er err Staatsietretär hatte in der Sommission durch einen Stapitän zusammengeschmiedet und die Fabrikanten haben dadurch das genaue feunen. Zu der Militärjustiz scheint mit zweierlei Maß gemesser ein Aftenstück vorlesen lassen, das in englischer Sprache ab Gegenteil deffen bewirkt, was sie beabsichtigen. Mit wenigen Auszu werden. Prozesse, bei denen Offiziere beteiligt find, lommen gefaßt war, wurde, daß wir die nicht von der Stelle, jo der Prozeß gegen den Hauptmann Besser. Banzerplatten um 400 m. teurer faufen als die amerikanische Marine nahmen, die durchaus nicht in Betracht kommen, stehen sämtliche Bei Prozessen gegen Mannschaften ist die Justia sehr rasch. verwaltung von den amerikanischen Werken. Wenn wir ebenso billig Fabriken still, der Kern der Teistungsfähigen Arbeiter befindet sich die Banzerplatten belommen wie das Ausland, dann tönnten wir für auf der Straße, und durch diesen Umstand ist zu hoffen, daß der die Differenz eine ganze schöne Menge von Auslandsschiffen bauen. schwere Konflilt bald eine befriedigende Lösung finden wird. Vors ( Heiterkeit). Meine Rechnung halte ich aufrecht. Es fommt nur darauf an, länfig sehen die Ausgesperrten frohen Muts der weiteren Entwicklung wie viel Jahre man in Betracht zicht. Wir haben in der Kommission entgegen. mit 20 Jahren gerechnet, und das wirde bei einem durchschnitt: lichen Jahresbedarf von 7000 Tonnen 150 000 Tonnen ergeben. Wir haben den Bedarf sicherlich nicht überschägt. Herr v. Tirpiz dürfte Organ der Fabrikanten, daß das Bestreben der faum bereit sein, zu erklären, daß in den nächsten 20 Jahren nur ihre Lage durch eine Lohnbewegung zu verbessern, ja an 80 000 Zonnen gebraucht werden.( Sehr gut und Heiterkeit.) Wir und für fich gerechtfertigt fei, später sprach wollen nur dieselben Bedingungen wie das Ausland haben. Die von, daß die Forderungen so minimale feien, daß sich Resolution der Budgetkommission war also durchaus berechtigt.( Leb ein Ausstand darum nicht lohne. Jetzt versucht man den alten Trick, Präsident Graf Ballestrem: 091ansit Herr General, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß der Ausbrud Verdächtigung gegenüber einem Abgeordneten seitens cines Mitglieds des Bundesrats nicht üblich ist.( Bewegung.) Abg. Kunert( Soc.) Generallieutenant v. Biebahu bleibt dabei, daß Mißhandlungsfälle, wenn sie zur Kenntnis der Behörden gelangen, streng verfolgt werden und macht noch über die Höhe der Strafe in einzelnen vom Vorredner angeführten Fällen Mitteilung. Zu geringe Härte tönne man diesen Urteilen nicht nachfagen. Abg. Thicle( Soc.) teilt mit, daß ihm erzählt worden ist, daß Unteroffiziere den Rekruten Bürsten und Gerätschaften für einen unerhört hohen Preis verkaufen Er führt Beschwerde darüber. daß nicht getaufte Soldaten von den Militärgeistlichen zur Taufe angehalten werden. Drittens hafter Beifall.) bemängelt der Redner, daß die Soldaten für die Listen der boyfottierten Lokale einen Pfennig bezahlen müssen. In Halle ist es vorgekommen, daß ein Sohn das Lokal seines Vaters auf der Boytofflifte gefunden hat.( Heiterleit). Man sollte doch den Soldaten die Lifte wenigstens gratis verabfolgen. Kriegsminister v. Goßler: Abg. Müller- Fulda( C.): Abg. Singer( Soc.): zu erklären, Vor " nur allein D einigen Wochen schrieb der Schuhmarkt", das Arbeiter, man δαν einzelne Löhne Herauszugreifen, um dadurch den Glauben zu er weden, als feien die Lohnverhältnisse äußerst günstig. So sollen die Stanzer 27 M. wöchentlich erhalten, aber diejenigen, die diesen Lohn wirklich erhalten, sind an den Fingern abzuzählen; dagegen hat man wohlweislich vergessen zu sagen, wieviel Stanzer für 18 bis 22 Mart arbeiten müssen. Es übersteigt wirkliche alle man den nackten Thatsachen derartig ins Grenzen, wenn Geiloğu", nun einmal die Zéntiage beſteben, dağ bie minimoich Ich hätte nicht das Wort genommen, wenn Herr Müller nicht einen recht wichtigen Teil der Ausführungen Kardorffs übersehen hätte, und zwar den Teil, wo Herr v. Kardorff als eine Art Generalagent der Dillinger Hütte ihre Bereitwilligkeit erklärt hat, billiger zu liefern, wenn sie größere Aufträge erhält.( Sehr wahr! links.) Ich glaube, Wenn der vom Abg. Thiele angeführte erste Fall wahr ist, es ist das erste Mal im deutschen Reichstag, daß ein Mitglied dieſer würde darin eine Ungehörigkeit liegen. Was den zweiten Punkt Bersammlung dem Reiche in diesem Saale eine Offerte macht und Gesicht schlägt, daß man behauptet: es arbeitet in den Schuhanlangt, so entspricht es dem Charakter der deutschen Armee, daß die es auffordert, seine Aufträge zu erteilen.( Sehr gut! links.) Ich fabriken überhaupt kein erwachsener Arbeiter unter 24 Mart Geistlichen auf die Taufe der Soldaten eimvirken.( Sehr richtig! wollte das feststellen mit dem Wunsch, daß dieses daß dieses Bei Wochenlohn". rechts.) In der Frage der Boykottliste wird richtig verfahren. Bennspiel teine Nachfolge findet. Wir find zwar gewohnt, wenn Es bleibt nun einmal die Thatsache bestehen, daß die minimalen ein Sohn das Lokal feines Baters boykottiert gefunden hat, so hat es sich um die wirtschaftlichen Interessen in Zollfragen handelt, Lohnforderungen, welche die Arbeiter von acht Fabriken stellten, den boffentlich der militärische Befehl die Eimvirkung auf den Bater ge- in der Vorhalle Interesienten herumwimmelu zu zu sehen, Grund dazu bieten mußten, um die gesamten Arbeiter der Verbandshabt, daß dieser sich von der focialdemokratischen Partei Tosgesagt die den einzelnen Abgeordneten stellen und versuchen, ihn für ihre fabriten durch Unterschrift eines Reverses zu zwingen, sich ihres hat( Heiterkeit.) Intereffen zu benutzen.( Sehr gut! links.) Wir sind aber nicht Abg. Thicle( Soc.): wöhnt, daß ein Abgeordneter öffentlich Propaganda macht für die Stoalitionsrecht zu entäußern. Man siehe diesen schimpflichen Revers In der Boykottfrage hat sich der Militarismus als vollständig Interessen eines einzelnen Berts. Ich möchte verhindern, daß die zurüd, gebe es den Fabrikanten, bei welchen fich die Arbeiter im ohumächtig erwiesen. Die Arbeiterschaft hat über den Militarismus Interessenten sich der Vermittelung eines Abgeordneten bedienen, um Ausstand wegen der Lohnforderungen befinden, frei, mit ihren Argefiegt, denn ihr werden die Lokale nach wie vor zur Verfügung ihre Ware an den Mann zu bringen.( Bravo! lints.) beitern zu verbandeln, und der Konflikt wird sofort verschwinden And die von den Fabrikanten sehnlichst herbeigewünschte ge wird wieder im Schuhgewerbe eintehren. Die Marmorarbeiter verhandelten am Dienstag über den neuen Lohntarif. Den vor dem Einigungsamt vereinbarten Lohn tarif haben die Unternehmer auf ihre Kosten bruden lassen, es sollen aber hierbei mehrere Fehler zu Ungunsten der Arbeiter unterlaufen sein und der gedruckte Tarif mit dem Manuskript nicht überein timmen. Die beiderseitige Tariffommission soll deswegen verhandeln und eine Richtigstellung veranlassen. Wie viel Unternehmer den bereinbarten Tarif überhaupt anerkennen, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. In nächster Zeit wird eine Bersammlung statt. finden, in der über geeignete Maßnahmen gegenüber denjenigen Firmen, welche die Anerkennung des Tarifs verweigern, beraten werden soll. Das Centralfomitee für Lungenheilstätten hält seine Jahres- 1 alle Bedürfnisse Mandschuriens selbst befriedige; es werde wohl bersammlung Sonnabend, den 23. d. M., vormittags 10 Uhr, im fremden Handel ebenso zulassen, ja wünschen müssen, wie im Fall Sigungsfaale des Reichstagsgebäudes ab. Nichtmitglieder des des Hafens Niutschwang. Lord Salisburys Regierung hat das Land bereits einmal Komitees können auf den Tribünenplägen den Beratungen bei wohnen. Folgende Vorträge werden gehalten werden: Die Auslese irregeführt", darin nämlich, daß der Yangtse engliche Intereffen der Lungenkranken für die Heilstätten( Dr. Rumpf, Chefarzt der fphäre" sei. Es wäre darum ein verhängnisvoller Jrrtum, aus dem badischen Bolfsheilstätte Friedrichsheim), die Errichtung von Pflege- Vorgehen Rußlands in Mandschurien ähnliche Rechte Englands in stätten( Geheimrat Fränkel- Berlin), die Bekämpfung der Tuberkulose Bezug auf das Yangtfegebiet ableiten zu wollen. Mr. Wigham will im Kindesalter( Geheimrat Heubner- Berlin und Geheimrat Ewald auf die Frage, ob England sein bisheriges Verhältnis zum yangtje Berlin), die Bekämpfung der Tuberkulose durch Wohnungsfürsorge ändern solle oder nicht, gar nicht eingehen. Wenn aber die legtere ( Landrat Heydweiller- Altena i. W.) Einlaßkarten verabfolgt Ober- Alternative ergriffen werden solle, gäbe es nur einen Weg: das Gebiet gemeinschaftlich mit Deutschland zu occupieren, oder DeutschStabsarzt Dr. Pannwig, W., Wilhelmplatz 2. land das eine Ufer einzuräumen, selbst aber mit dem andrem vor lieb zu nehmen. Gegen diese Wohnungspolizei in Nürnberg. Das bayrische Ministerium hat belanntlich an die Gemeindeverwaltungen einen Erlaß gerichtet, der eine Reihe von Mindestforderungen für eine WohnungsAchtung, Holzbildhauer! Bei ber Firma Leibe u. Ko. aufsicht festlegt. Der Stadtmagistrat Nürnberg beschloß, vorerst ( Fabrit für Barquettfußboden und Treppenbau), Großbeerenstr. 54, feine Polizeivorschriften zu erlaffen, bis die Wohnungsenquete, die find die Bildhauer wegen Verweigerung der 52 stündigen Arbeitszeit in den nächsten Monaten vorgenommen werden soll, abgeschlossen und Lohnarbeit in den Ausstand getreten. Der Unternehmer ver- ist. Die Wohnungspolizei wird bis dahin von einem fünfgliedrigen Yangte eine 58 stündige Arbeitszeit und Accordarbeit. Zuzug ist fern- Ausschuß unter Buziehung eines ärztlichen Sachverständigen aus langte eine 53 stündige Arbeitszeit und Accordarbeit. Zuzug ist fern- geübt. Er hat jedoch lediglich begutachtende, nicht verfügende Gezuhalten. Der Vorstand des Verbands der Bildhauer. walt. Wo er Mängel entdeckt, soll deren Abstellung erst auf gütlichem Wege versucht werden; wo dies erfolglos ist, hat der Ausfchuß dem Magistrat Meldung zu erstatten, der dann das Weitere verfügt und nötigenfalls träftigere Maßnahmen anordnet. Achtung! Metallarbeiter. Der Ausstand in der Maschinenfabrit von G. Stein, Blumenstr. 24, dauert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter- Verbands. Deutsches Reich. Verband der Lagerhalter und Lagerhalterinnen Deutschlands. Werte Kollegen und Kolleginnen! Am 8. April( 2. Osterfeiertag) findet im Lindhof zu Jena die diesjährige Generalversammlung des Verbands statt. Dieselbe foll bazu beitragen, die Organisation immer weiter auszubauen und stehen deshalb eine Reihe wichtiger Punkte auf der Tagesordnung. Unter andern die Schaffung eines eignen Organs, um unsre Interessen noch intensiver zu vertreten als bisher. Bei der fortwährenden Zunahme an Mitgliedern schlägt der Vorstand für die Generalversamm lung die Beschickung derselben durch Delegierte vor. Wir bitten um rege Beteiligung an der Generalversammlung, da jedes Mitglied das Recht hat, an den Beratungen teilzunehmen. Für den Vorstand: H. Friedrich. ,, Aufteilungs- Phantafien" wird in der Köln. 8tg." von Berlin aus Stellung genommen. In dem betreffenden Telegramm heißt es: Es genügt demgegenüber darauf hinzuweisen, daß sämtliche an dieser Frage interessierten Staaten im Gegenteil die Vermeidung einer Teilung Chinas als Grundsay hinſtellten. In betreff des Yangtse- Thals ist hinreichend bekannt, daß neben England eine größere Anzahl Mächte aufs lebhafteste daran interessiert sind. Wie weit dies bei Deutschland zutrifft, ergiebt fich aus dem deutsch englischen Vangtie- Abkommen. Daneben stehen noch in erster Linie die Union staaten und Japan, selbst Rußland, die an der Aufrechterhaltung dieser offenen Thür nicht unerheblich beteiligt sind. Weberelend. Bon 339 Gestellungspflichtigen wurden in Langen bielau( Schlesien) bei der letzten Aushebung nur 34 brauchbar zum Militärdienst befunden; außerdem wurden 36 zu Erfagreservisten der russisch- englische Konflikt steht noch genau auf dem alten Flede. Der russische und englische bestimmt. Kommandant warten auf Befehle von ihren Regierungen. Derlammlungen. Letzte Meldungen. London, 20. März.( B. H.) Laffans Bureau" meldet aus Beting: 47 hobe Würdenträger haben Peting vers lassen und begeben sich nach Singaufu, um den Hof von dort nach Kaifeng zu begleiten. Während also hiernach anzunehmen ist, daß dieser Konfliktsstoff noch nicht aus der Welt geschafft ist, wird bereits ein andrer englischrussischer 8 wischenfall bekannt, der allerdings schon etwas Im Wahlverein für den vierten Kreis( Südost) sprach älteren Datums ist. Den Londoner Blättern wird aus Victoria Genosse Antrid am Dienstag über das Thema:" Kann die Not( Britisch- Kolumbien) gemeldet: Nach hier brieflich eingegangenen der Landwirtschaft durch hohe Agrarzölle beseitigt werden?" Der Nachrichten geriet der Wächter des englischen Konsulats Vortrag fand allseitigen Beifall und ungeteilte Zustimmung seitens in Niutschwang außerhalb des Konfulats mit 3 Stojalen in der Diskussionsredner, die den lehrreichen Ausführungen des Re- Streit. Die Kojaken bedrohten ihn mit dem Bajonett, worauf der ferenten ihre Anerkennung aussprachen. Nur ein Redner, Genosse Wächter sich hinter das Thor des Konfulats zurüdzog. Ein Sofat Irmler meinte, die vorgetragenen Zahlen wären ja ganz schön, feuerte hierauf durch das Gitter und tötete den Wächter. aber der Referent hätte doch auch ein kräftiges Wort fagen müffen. Der englische Konsul hat bei den russischen Behörden Beschwerde Die Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen hatten erhoben. am 19. März im Luisenstädtischen Konzerthaus eine gut besuchte Tapezierer. Die Gehilfen in Braunschweig, Hagen, Versammlung. Albert Bergmann sprach zunächst über die Altenburg, Potsdam und Breslau stehen im Lohnkampf. Stellung der Leipziger und Stuttgarter Prinzipale zum Tarif In letzteren beiden Städten haben sich die Verhandlungen zerschlagen, indem die Unternehmer auch nicht das geringste Entgegen- Schiedsgericht. Der Stuttgarter Verein der Buchbindereibefizer habe fommen zeigten. Nicht einmal einen Minimallohn von 18 M. auf mehrfache Anfragen der Arbeiter, wie es mit der Errichtung eines Tarif- Schiedsgerichts gemäß der Beschlüsse der vorjährigen wollte man den Arbeitern in Breslau zugestehen. Dort befinden sich Einigungs- Konferenz iei, überhaupt nicht geantwortet. Und Befing von gestern gemeldet. Prinz Tiching habe in einer 250 Kollegen im Streit. In Potsdam treten die Kollegen am Monin Leipzig habe man den Arbeitern eine Schiedsgerichts- Unterredung mit ihrem Berichterstatter bestätigt, daß der tag in den Ausstand. Zuzug nach den Streitorten ist unter allen unmöglich angenommen werden chinesische Gesandte in Petersburg telegraphiert Umständen fernzuhalten. fonnte. Ihr§ 3 enthielt z. B. eine Bestimmung, wonach das aktive habe, Rußland habe eingewilligt, auf die Klaufel Der Verband der Tapezierer. und passive Wahlrecht nur Leute befizen sollten, die in Betrieben durch verzichten, welche ihm ausschließliche Der Streik der Kürschner in Leipzig ist durch das Einigungs- arbeiten, deren Inhaber dem Verbande deutscher Buchbindereibefizer in der Mongolei und in Turkestan eingeräumt werden, amt des Gewerbegerichts beigelegt. Die Arbeiter rücken wieder in angehören. Da die Unternehmer Stonzessionen nicht machten, io und auch einige andre klauseln abzuändern. Tiching erkannte in ihre alten Stellen ein, Maßregelungen finden nicht statt. Die Beschränkung befäße auch Leipzig noch kein Tarif- Schiedsgericht. In Berlin sei warmen Ausdrücken den China durch die Intervention Englands, über das Halten der Lehrlinge soll späterer Vereinbarung überlassen dagegen ein solches bereits seit dem Dezember vorhanden und habe Ameritas und Japans geleisteten Beistand an. Der Artikel der werden. Eine Verkürzung der Arbeitszeit wurde von den Arbeitern sich nach Meinung des Redners auch ganz gut bewährt. Redner Konvention, welcher Rußland Vorzugsrechte betr. rügte scharf, daß die Meister allerorts, ganz besonders aber in Leipzig, die Eisenbahn, Bergwerke und den Handel ver nicht erreicht. für die Organisation thätige Kollegen und Kolleginnen unterleibt, wird beibehalten. der heuchlerischen Vorspiegelung von Arbeitsmangel gemaßregelt " Ordnung präsentiert, die London, 20. März.( W. T. B.) Den„ Times" wird aus ชน Vorrechte Der Bergarbeiterausstand in Brödik bei Zeit ist schnell wieder beendet, die Bergwerksbefizer haben die Lohntürzung von hätten. Die Versammlung nahm einstimmig eine scharf gehaltene Shanghai, 20. März.( Telegramm des Reuterschen Bureaus".) 2 Pf. pro Wagen zurückgezogen, womit der Konflikt beseitigt war. Die Grube Gottlob", auf der auch gestreift wurde, hat jegt ihren Brotestrefolution an, in welcher das Verhalten der Stuttgarter und Die China Gazette" veröffentlicht folgendes Telegramm aus Tolio Leipziger Prinzipale zur Schiedsgerichtsfrage auf das entschiedenste von heute: Die in japanischen Häfen anwesend geweſenen Abnehmern die pro Sektoliter erhöht. Es iſt gemißbilligt und es gutgeheißen wird, daß die Leipziger Kollegen russischen Kriegsschiffe find nach Korea in See gegangen. Die daraus erfichtlich, ife un wie unmotivieni pro die Lohnreduktion war und wie die Bumutungen der Brinzipale energisch zurückgewiesen haben. japanische Flotte macht sich bereit, um im Notfall fo rücksichtslos die Arbeiter in ihrem Einkommen gedrückt werden. Weiter sprach die Versammlung die Erwartung aus, daß der Vor: fort nach der foreanischen Küste abgehen zu können Leider konnte man gegen die erste Lohnherabfezung vor 7 Monaten, stand des Verbands deutscher Buchbindereibefizer unverzüglich die 5-8 Pf. betrug, nichts unternehmen. des mit dem Vorstande in Buchbinderverbands um 2 deutschen Bei der Gewerbegerichtswahl in Offenburg stegte die Berbindung triti zweds Ausarbeitung einer für beide Teile Lehte Nachrichten und Depeschen. Liste des Gewerkschaftskartells mit 289 gegen 147 Stimmen, die die christliche Gewerkschaft erhielt. Ausland. annehmbaren Geschäftsordnung für das Tarif Schiedsgericht. Julius Krause beleuchtete dann in recht drastischer Weise die Berhältnisse in verschiedenen Berliner Betrieben. Nach seinen Ausund Kämmerer, und nicht innegehalten wird der Tarif der Zum Marseiller Streik. Paris, 20. März.( B. H.) Der socialistische Bürgermeister In einer Urabstimmung der Mitglieder des Centralverbands der Handlungsgehilfen wurde mit 394 gegen 187 Stimmen be. führungen haben den Tarif zu durchbrechen versucht Frydrych o wyca von Marseille, welcher um eine Unterredung mit dem Minister schlossen: Die Redaktion des„ Handlungsgehilfen- Blatt" ist mit dem bei Luwig. Engelmann, Bleichtein. Schoß. Agthe, Waldeck- Rousseau gebeten hatte, um mit diesem über die Lage zu Size des Verbands in Hamburg zu vereinigen und für Redaktion Bertinetti. Legterer fordert fogar die Verpflichtung, feinem unterhandeln, wurde dabin verständigt, daß sein Besuch unnötig und Verwaltung ein besoldeter Beamter anzustellen. Verbande anzugehören. Redner hob besonders hervor, daß selbst sei, da der Präfekt von Marseille Vollmacht habe, im Herr Bürenstein, der Vorsitzende des Tarifamts der Buchdrucker, Namen der Regiernng die Unterhandlungen zweds Beilegung des Streits zu leiten. Diese Zurüdweisung foll die Tarifverhandlungen der Buchbinder in Leipzig geleitet hat, seine Arbeiterinnen statt 9 noch 91/2 Stunden arbeiten deshalb erfolgt sein, weil der Bürgermeister angeblich in unMarseille, 20. März.( W. Z. B.) Bei den heutigen Zu laffe und sie nicht tarifmäßig bezahle. Es entspann sich eine längere geziemender Weise um diese Konferenz gebeten hatte. Debatte, in der gerügt wurde, daß sich in einigen Fällen Kolleginnen fammenstößen zwischen Gendarmen und Ausständigen wurden und Kollegen zu Sonderabmachungen, die dem Tarife zuwider find, haben verleiten lassen. Das müsse unterbleiben. Alle Versuche, Gendarmen und ein Soldat durch Steinwürfe der Ausständigen verwundet. Fünfzehn Personen wurden verden Tarif zu durchbrechen 2c., sind dem Bureau des Verbands im haftet. Gewerkschaftshaus zu melden. Neapel, 20. März.( W. T. B.) Der Ausstand der Auslader im biefigen Hafen anläßlich der Ankunft des Dampfers Maffilia" von Marseille dauert fort. Der Seehandel ist vollkommen lahm gelegt. Etwa Ueber den Maurerftreit in Göteborg( Schweden) hat fürzlich der Verband der Maurer" eine Abstimmung unter den Ausständigen veranstaltet. Dabei erklärten fich 348 für Fortsetzung des Streits und nur 5 für Wiederaufnahme der Arbeit. Streit dauert also fort. Der Der Streik in der Wiener Damenkonfektion hat bereits eine günstige Wendung genommen, 28 Firmen baben die Forderungen anerkannt, die Zahl der Streifenden ist auf 1000 gesunken. Textilarbeiter Konferenz. In Basel findet am Ofter Die Politik der offenen Thür" anzig Schiffe, darunter die„ Sachfen", werden. " Englisches Standrecht in Südafrika. De Aar, 19. März.( W. T. B.) Drei holländische Koloniften, welche überführt waren, einen Eisenbahn- Unfall in ber Nähe von Taaibosch berbeigeführt zu haben, wobei 5 Personen das Leben einbüßten, wurden heute hingerichtet, zwei andre wurden zu fünfjähriger Zuchthausstrafe verurteilt. montag eine Konferenz der Textilarbeiter von Baden, Elsaßin China. welche aus China tam, und der aus Aden kommende Dampfer Lothringen und der Schweiz statt, die sich hauptsächlich mit Heute früh der Frage der Organisation und Agitation befassen soll; außerdem England hat bisher ist Ostasien an der Politik der offenen-Darmstadt" fonnten die Ladung nicht löschen. ſteht auf der Tagesordnung noch die Frage der Einführung des Thür festgehalten, wie auch die andren Mächte eifersüchtig darüber traf aus Marseille auch der Dampfer Adria" ein. Es herrscht 8ehnstunden tags im Textilgewerbe. Ein zu diesem Punkte wachen, daß sich keine Sondervorteile in China verschafft. Das hat vollkommen Ruhe. Die Auslader haben beschlossen, sich jeder Arbeit gestellter Antrag fordert für die genannten Landesteile die Heraus- Rußland natürlich nicht abgehalten, sich in aller Gemütsruhe der zu enthalten, bis die Dampfer Massilia“ und„ Adria" wieder abgabe eines gemeinsamen Flugblatts, in dem die Notwendigkeit und Mandschurei zu bemächtigen. Der Umstand, daß Rußland in jener gefahren find. Nüglichkeit der zehnstündigen Arbeitszeit für die Textilarbeiter behandelt wird. Ferner soll in jenen Ländern auch eine Unter- Provinz festigt, scheint auch in England die Stimmung hervor: fchriftensammlung für den Behnstundentag vorgenommen werden, die zurufen, daß man sich eines Stüds des himmlischen Reichs verfichern müsse. In einer Zuschrift an die in London erscheinende Daily dann als Grundlage für eine Eingabe an die Unternehmer zu Mail" war ausgeführt worden, die Politik Englands in Ostafien dienen hätte. Diese Eingabe soll als Termin der Einführung des dürfe nicht mehr auf den Grundsatz der offenen Thür", sondern Behnstundentags den 1. Juni 1902 festsegen und durch Vermittelung auf eine neue Grundlage, die der allgemeinen Vorherr der Fabrikinspektoren den Unternehmern zugestellt werden. Zur Frage shaft Englands über das gangtse That gestellt der Organisation und Agitation verlangt ein Antrag den Ausbau der freien Gewerkschaften der einzelnen Landesteile in Centralverbände unter Berücksichtigung der einschlägigen vereinsund versammlungsgesetzlichen Bestimmungen, ein zweiter will eine Entscheidung darüber herbeigeführt haben, ob es zweckmäßig ist, für Entscheidung darüber herbeigeführt haben, ob es zweckmäßig ist, für alle drei Länder ein gemeinschaftliches oder für jedes Land ein be: sonderes Agitationskomitee zu bilden, sowie ob es sich nicht empfiehlt, Die Beschichung der Konferenz haben bereits zugesagt 5 Orte in Baden, 6 in Elsaß- Lothringen, 3 in der Schweiz; ebenso hat der Textilarbeiter Verein des Kreises Belfort( Frankreich) Delegierte an gemeldet. Hafenarbeiterstreik in Marseille. Am Mittwochvormittag suchten Ausständige die Absperrungen der Zugänge zu den Werften zu durchbrechen, wobei es zu Thätlichkeiten unter den verschiedenen Arbeitergruppen fam. Bon Seite der Ausständigen wurde ein Nevolverschuß abgefeuert. Der Gendarmerie gelang es, nachdem fünf Verhaftungen vorgenommen waren, die Ruhe wieder her Buftellen. verhaftet. Gendarmerie Oberlieutenant Fiume, 20. März.( B. H.) Im hiesigen Hafen stürzte ein Dock mitsamt dem darin befindlichen Dampfer ein. Mehrere Bersonen wurden schwer verlegt, der Dampfer nach großen Anstrengungen wieder flott gemacht. ( B. H.) Die Frankf. 8tg." Zu derfelben Frage erschien ein bemerkenswerter Artikel in der Frankfurt a. M., 20. März. Morning Post", bemerkenswert darum, weil der Verfaffer, der meldet aus Stuttgart: Der Urlaub des Ministerpräsidenten und Generalforrespondent diefes strengkonservativen Blatts in Shanghai, Striegsministers Freiherrn Schott von Schottenstein bedeutet den einerseits die im Ausland von jeher start angezweifelte Diplomatit Rücktritt des Ministers. Derselbe hängt mit einer privaten AnSalisburys mit Bezug auf China als Täuschung erklärt, andrers gelegenheit zusammen. feits die Mandschurei als unwiderruflich an Rußland Budapest, 20. März.( B. S.) Aus Rache wegen Entlassung gehörig bezeichnet. Er bestreitet aufs entschiedenste, daß die Politit versuchte der frühere der Abgrenzung der Interessensphären" mit Bezug auf England und Gal den die Kettenbrüde passierenden Feldmarschall- Lieutenant das Thal des Yangtse- Valley irgendwelche praktische Bedeutung habe; Jablonszah zu erschießen. Er wurde jedoch entwaffnet und Englands praktischer Einfluß dafelbft fei unbedingt nicht größer als der Deutschlands, Rußlands oder irgend einer andren Macht. Zu Beginn der gegenwärtigen Wirren hätte das vielleicht geändert werden können. Die Bicefönige würden sich uns zu Füßen ge worfen haben. Wir zögerten; dann kam die deutsche Flotte, und wir fonnten nichts mehr thun. Bevor Graf Waldersee eintraf, fam Paris, 20. März.( W. T. B.) Der Armee- Ausschuß des der deutsche Admiral nach Shanghai, um Admiral Seymur zu über wachen.... Es ist unleugbar, daß Admiral Bendemann nach Shanghai Senats beriet die Einführung der zweijährigen Dienstzeit. Der tam, nicht um das Yangje- Gebiet zu bedrohen, sondern zu verhüten, Kriegsminister empfahl die Herabfegung des Rekrutendaß Admiral Seymur die britische Suprematie begründe. Und maßes und Einbringung besondrer Geseze über die Wiederthatsächlich erreichte er auch seinen Zwed, da, wenn auch unser tapitulierung von Unteroffizieren und Soldaten. Verona, 20. März.( W. T. B.) Der Fluß Gua, der in den Admiral gewillt gewesen wäre, entscheidende Schritte zu thun, feine Milzbrandbekämpfung. Der Minister für Handel und Ges Flotte im Augenblicke schwächer war als die Deutschlands. Die letzten Tagen sehr start angeschwollen war, hat heute nachmittag werbe, der Minister des Junern und der Minister der Medizinal- Deutschen werden niemals ihre Einwilligung geben, daß Groß- den Deich durchbrochen und die Stadt Cologna unter Wasser angelegenheiten haben ihre Anweisung zur Ausführung der Bundes- britannien eine attive Kontrolle über dieses Gebiet ausübe. Wenn gefeßt. Mehrere Häuser sind eingestürzt, andre drohen einzuftürzen rats- Berordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Roß eine wirksame Kontrolle da überhaupt ausgeübt werden kann, so nur Man befürchtet, daß mehrere Menschenleben der Ueber haarspinnereien durch den folgenden Zusatz erweitert: Der Landrat von zwei Mächten..." Ganz anders sei die Stellung Rußlands in Bezug auf Mand- wemmung zum Opfer gefallen sind. 2000 Mam ( im Bereiche der Hohenzollernschen Lande der Oberamtmann, in Stadtkreisen die Ortspolizeibehörde) ist ermächtigt, die Firmen der schurien; ein Verfuch, es aus dieser Stellung au vertreiben, fei find zur Hilfeleistung abgegangen. Pontedera, 20 März.( W. T. B.) Der Cascina ist über sein. jenigen Händler, die ihre aus dem Ausland bezogenen Haare, unmöglich. Uebrigens werde England durch den russischen Befiz Borsten und Schweinswolle ordnungsmäßig und so desinfizieren, Mandschuriens in seinem Handel dorthin gar nicht gestört, weil ein Ufer getreten und hat den Ort Pousacco überschwemmt und in daß die Polizeibehörden eine genügende Kontrolle darüber auszuüben solcher überhaupt nicht eriſtiere, und weil diese Gebiete immer bisher Larotta großen Schaden angerichtet. Die Felder stehen unter Wasser bermögen, alljährlich am 1. April öffentlich bekannt zu machen. verfchloffen gewesen. Uebrigens sei es ausgeschlossen, daß Rußland die Wege sind beschädigt. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlao von Mar Bading in Berlin. Sociales. Sierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Sr. 68. 18. umt. i. KeilM des„Pormüils" KerlM MlksblR A. m,. Veirhskag. 72. Sitzung vom Mittwoch, den 20. März 1901, vormittags 11 Uhr. Am Bimdesratstische: Graf Posadowskh, v. Goßler, Nied erding. Die dritte Etats be ratung wird beim Etat des R e i ch S- amt des Innern fortgesetzt. Abg. Herold(C.) wünscht eine Statistik über die Getreidepreise und die Verschiffungsmengen. Staatssekretär Graf Posadowsky sagt eingehende Prüfting der dankenswerten Anregung zu.— Ich muß noch ans eine frühere Behauptung des Herrn Abg. Bebel zurück- kommen. Er hat dem Architekten Professor Hoffacker, der dem Reichs- kommissar auf der Pariser Weltausstellung beigegeben war, den Vorwurf gemacht, daß derselbe nebenbei Privatarbeiten für Aussteller über- nomine» habe. Die Thatsache ist richtig. Herr Hoffacker ist Privatarchitekt. Durch den Auftrag des Reichs wurde er für 4 Jahre lang seiner Privat- Praxis entzogen. Hätte er jede Beziehung mit dem Publikum ab- gebrochen, so hätte er eine Vennögensschädigung erlitten, die ihm durch einen Reichsfonds nicht zu ersetzen gewesen wäre. Auch mutzte uns daran liegen, unsrer Ausstellung ein möglichst einheitliches Bild zu geben und die private Thätigkeit des Herrn Hoffacker hat unsrer Ausstellung nicht geschadet, sondern erheblich genutzt.— Die Behauptung, daß' diejenigen Aussteller. die Herrn hpffacker Privataufträge gegeben' hätten, bessere Plätze er- halten hätten, als die andern, ist unrichtig, und dieser denk- dar schwerste Vorwurf fällt in sich zusammen. Herr Hoffacker hat die Aufträge erst erhalten, nachdem die Verteilung der Plätze bereits erfolgt war, und diese Verteilung ist nicht von Herrn Hoffacker, sondern vom Reichskommissar vollzogen worden. Abg. Gamp(Rp.) schließt sich der Anregung des Abgeordneten Herold an. Abg. Bebel(Soc.); Was die Angelegenheit des Herrn Architekten Hoffacker anlangt, so bin ich der Meinung, daß, wenn das Reich einen solchen Herrn engagiert, um die ganze Sache zu leiten, die Honoricrnng aller- dings eine so auskömmliche sein muß, daß der Betreffende nicht gezwungen ist, gleichzeitig Privatarbeiten zu übernehmen.— Ich komme nunmehr zu Herrn Stöcker. Seine vehementen Angriffe vom gestrigen Tage nötigten mich selbstverständlich,' das Wort zur Abwehr zu ergreifen. Er hat es gestern wieder so gemacht, wie gewöhnlich. Er erscheint nach Ivochen- langer Abwesenheit, wie eine Art Meteor, hat sich in der Zwischenzeit sein Anklagematerial gesammelt, gicbt dasselbe zum besten und jetzt, wo er unbedingt auf eine Antwort von unsrer Seite rechnen mußte, ist er wieder nicht zur Stelle.— Zunächst hat Herr Stöcker in Bezug auf den Tuckerbrief erklärt, daß er Schwindel sei. nicht von meiner Seite, sondern von jener Seite aus, die mir be- richtet hatte. Nun ist es ja richtig: Ich habe die Ucberzeugung erlangt, daß der Tuckerbrief nicht existiert, und daß ich. wie man zu sagen pflegt mit dem Tuckerbrief bcreingefallen bin. jHört! hört! rechts.) Das gebe ich ja zu. sRuf rechts: Endlich!) Als Herr Brandt vor einiger Zeit hier die Erklärung abgab, seine Mitteilung, daß Tuckcr damals gestorben sei, sei unrichtig, es sei ein Brief von 1896 im Auswärtigen Amt von ilm, vorhanden, habe ich sofort an das Auswärtige Amt ge- schriebe» und von dort in liebenswürdigster Weise die Auskunft erhalten, daß der Brief in der That existiere. Daß ich nicht leichtfertig verfahren bin. dafür kann ich Ihnen Herrn Abgeordneten Schmidt-Elberfcld als Zeugen anführen. Es war mir selbst ganz aus dem Gedächtnis gekommen, daß damals bei Gelegenheit der Peters-Affaire mir mein Gewährsmann die be- treffenden Mitteilungen in Gegenwart des Herrn Schmidt-Elberfeld machte. Er ivird bezeugen, daß mein Gewährsmann ein hoch- angesehener Mann ist,' dem ich volles Vertrauen zu schenken alle Ursache hatte. Jeder Mann in diesem Hause hätte an der Richtigkeit der Angaben dieses Herrn nicht ge- zweifelt. Andrerseits ist es doch bekannt, daß eS keinen Menschen im Reichstage giebt, dem so oft Unrichtigkeiten nach- gewiesen sind, als Herrn Stöcker l.Unruhe rechts), ohne daß er sich auf Gewährsmänner benifen hätte, und wenn er sich darauf berufen hat, so ist er häufig genug hereingefallen. Im Jahre 1881 stellte er Behauptungen auf über Wahlbceinflussungen, die seitens der Berliner Kommunalbehörden verübt worden seien. Damals erklärte der Abgeordnete Ludwig Löwe,„Herr Stöcker hat mit seiner bekannten Wahrheitsliebe(Unruhe rechts) behauptet, daß ich oder die hiesige Kommunalverwaltung eine unerhörte Wahl- beeinfluffung ausgeübt habe gelegentlich n, einer Wahl. Es befindet sich seit gestern der Bericht der Wahlprüfungs-Kommission in den Händen auch des Abgeordneten Stöcker, in dem diese Behauptung für eine llnwahrheit erklärt wird."(Hört! hört! bei den Social- dcmokraten.) Noch eine Reihe von weiteren Vorgänge» beleuchtet die Wahrheitsliebe des Herrn Hofpredigers a. D.... Präsident Graf Ballcstrem: Ich bitte Sie. den Abgeordneten nicht mit dem Titel zu bezeichnen, den er außerhalb des Hauses führt. Abg. Bebel(fortfahrend): In dem Prozeß Stöcker-Becker(Rufe rechts:' Die alte Geschichte!), einem Beleidigungsprozeß, hat ein Superintendent als Zeuge unter seinem Eide ausgesagr, daß es ihn auf das höchste empört habe, wie Herr Stöcker in einem Fall, statt zuzugeben, daß er sich getäuscht habe, die Bedeutung seiner Worte nach seinem Gesckmack umzumodeln suche. So urteilt ein Amtsbnider über die Wahrheitsliebe des Herrn Stöcker.(Hört, hört! bei den Social- demokmte») In einem weiteren Fall hat Herr Stöcker bestritten, eine antisemitische Petition unterzeichnet zu haben, während ihm»ach- gewiesen wurde, daß er einzelne Exemplare dieser Petition thatsächlich unterschrieben habe. Im Abgeordnctenhause hat der Abg. Parrisins darüber bemerkt: Herr Stöckcr wird nicht als ivährheitsliebender Mann aus dieser Diskussion hervorgehen.(Hott I hört! bei den Soeialdemokraten. Redner blättert in seinen Notizen. Rufe rechts: Er hat den Text verloren!) Prüf. Graf Ballestrem: Ich bitte die Zwischenrufe zu unter- lassen. Ich habe gestern darum jene Seite ersticht, heute ersuche ich darum diese Seite. Das hält nur die Verhandlungen auf, deucn eS doch sehr not thut, daß sie beschleunigt werden. Abg. Bebel(fortfahrend):. Ein Amtsbruder des Herrn Stöckcr hat ihn als Mann mit der Doppelzunge, für den Ja und Nein dasselbe sei und der stets eine Rechtfertigung zur Hand habe, be- zeichnet. Ich komme nun zur Affaire Ewald. Der Vorgang liegt soweit zuriick, daß ich mir da? Material näher angesehen habe. Die ganzen Ausführungen, die gestern Herr Stöcker in Bezug auf den Fall gemacht chat, sind vollständig unrichtig. Der Fall hat sich keineswegs so hannlos abgespielt, wie Herr Stöcker es gestern beliebte darzustellen. sonöetn er nahm vor Gericht einen Verlaus, der für Herrn Stöckers Wahrheitsliebe im höchsten Grade kompromittierend war. Am ■24. Jaunär 1885 hat Herr Stöck-r gegenüber dem Zeugen Berding ausgesagt: Ich sehe Herrn Ewald heute zum erstcuinale. Das ist durch Protokoll festgestellt. Der Vor- fall aber, der beweist, dqß Herr Stöcker den Ewald doch gekannt hat. hat sich folgendermaßen zugetragen. Es war Versammlung einberufen worden von einem Parteigenossen von mir, zu welcher die Herren Eugen Richter und Stöckcr geladen waren. Herr Stöckcr erschien, und als er auf das Podium trat, ging er sofort ans Ewald zu und hat ihn laut und deutlich auf Ehre und Gewiss«» gefragt, ob ein Vorwurf berechtigt oder un- berechtigt war. Ferner hat in der Tonhalle in einer Ber- sammlung der christlichsocialen Partei Ewald unter Nennung seines' Ramens das Wort ergriffen und hat sich persönlich mit der Bitte nm Schutz an Herrn Stöcker gewandt. Derselbe wurde ihm auch zu- gestanden; als er sich aber offen als Socialdemokrat bekannte, wurde er polizeilich sistiert. Es ist dies in der schwersten Zeit des Socialistengesetzcs gewesen. Daraus geht hervor, daß Stöcker zweimal mit Ewald zusammengekommen war unter Um- ständen, das? jedermann annehmen mußte, der Vorgang sei ihm im Gedächttns geblieben. Durch die Aussage von Tunauer wurde diese Aussage bestätigt. Ewald sollte selbst citiert werden, das lehnte aber das Gericht ab, mit der Begründung, daß durch die bisherigen eidlichen Zeugen- aussagen der Beweis erbracht sei, daß der Zcngc Stöcker zweimal nttt Ewald in persönliche Berührung getreten ist. Daher konnte ein Zeuge erklären, daß Herr Stöcker des Mein- eids dringend verdächttg sei. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plaidoyer: Die Aussage des Herrn Stöcker ist zweifellos falsch; es giebt aber solche Eide, welche nicht strafbar sind, u'n d dazu ge- hört dieser. Der Staatsanwalt'giebt also zu. daß Stöcker eine falsche Angabe gemacht und sie beschworen hat. und nach§ 56 wird, wer fahrlässig ein falsches Zeugnis mit einem Eid bekräftigt, mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Wie' hat schließlich der Gerichtshof geurteilt: Er gab zu, daß man auf Grund der Aussage des Herrn Stöcker die Auffassung haben miißtc, daß der' Zeuge sich bewußt mit der Wahrheit in Konflikt gesetzt habe. Sein ganzes Auftreten könnte nur als un- vorsichtig und zum mindesten sehr leichtfertig bezeichnet werden. Wenn einem Soeialdemokraten dasselbe nachgewiesen wäre, was damals Herrn Stöckcr nachgewiesen wurde, so wäre er unrettbar wegen Meineids angeklagt und verurteilt worden.(Sehr richtig! bei den Soeialdemokraten.) Herr Stöcker ist damals vor dem Zuchthaus nur bewahrt worden, weil er ein Hof- Prediger war. Wie es mit den Vertrauensleuten des Hern» Stöcker aussieht, geht daraus hervor, daß unter andrem in jenem Prozeß festgestellt wurde, daß er einen Schreiber Miihlrnberg beschäftigte, der wegen Unterschlagung und wissentlich falscher An- schuldigung bestraft war, und als Redactcur des christlich-socialen Wochenblatts einen Mann angestellt hatte, der wegen Unterschlagung von Mündelgeldern bestraft war. Die Vergehen dieser beiden Leute kannte Herr Stöcker, und er trug kein Bedenken, sie anzustellen, ob- gleich er kurz vorher in einer Volksversammlung erklätt hatte, in der Presse dürsten nur moralisch intakte Menschen angestellt werden. (Hört! hört! bei den Soeialdemokraten.) Dies Verhalten des Herrn Stöcker beweist zur Genüge, daß wenn jemand, so er, keine Veranlassung hat, mit Steinen aus dem Glashause zu werfen. Was nun den Scheiterhaufenbrief anlangt, so hat der „Vorwärts" den Brief veröffentlicht, weil ein bedeutendes politisches nnd öffentliches Interesse vorlag.- Ist dies der Fall, so haben wir die Pflicht dazu. Genau so würden Sie(nach rechts) handeln, wenn Sie derartige Briefe von uns in die Hände bekämen. Gestern bat Herr Stöckcr den Schciterhaufenbrief als möglichst harmlos hin- gestellt und sich auf einen Bruder des Herrn v. Thielmann be- rufen, der diesen Brief als patriotische That bezeichnet hatte. Damals war man in den Kreisen der konservativen Partei über jenen Brief doch ganz andrer Meinung, und die Veröffent- lichung des Scheiterhaufenbnefs hat wesentlich dazu beigetragen, daß kurze Zeit darauf Herr Stöcker in der konservative» Partei unmöglich wurde. Der Brief war an den damaligen Freund des Herrn Stöcker, Freiherrn v. Hammerstein gerichtet. Es handelte sich, kurz gesagt, um Einfädelung einer Jntrigue. um Bismarck bei Kaiser Wilhelm in Mißkredit zu bringen und ihn zu stürzen. Zum Beweis dafür möchte ich nur wenige Zeilen verlen:„Die Judonfrage, die Hanmk-Angelegenheit und die Rcichstagswahl im 6. Wahlkreis muß man, ohne Bismarck zu nennen, in allerschärfster Weise benutzen, un> dem Kaiser den Eindruck zu machen, daß er in diesen Angelegenheiten nicht gut beraten ist und mutz ihm den Schluß auf Bismarck über- lassen."(Hört! hört! bei den Soeialdemokraten.) Eine perfidere nnd niederträchtigere Art der Jntrigue als diese ist kaum denkbar. Vizepräsident Büsing: Herr Abgeordneter, die letzte Aeußerung gegenüber einem andern Abgeordneten entsprach nicht der Ordnung des Hauses. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung! Abg. Bebel(fottfahrend): Wenn Herr Stöcker diesem Briefe gegenüber die Stirn hat, behaupten zu wollen, er bedeute eine patriotische That, dann ist dies das stärkste, was er je geleistet hat. Herr Stöcker ist dann weiter auf unsre Stellung zu dem kaiserlichen Erlaß vom 4. Februar 1890 eingegangen. Er hat unser Verfahren in, höchsten Gerade unpatriottsch, arbeitettschädigend usw. genannt. Wir haben an den Febrn ar-Erlassen das auszusetzen, daß sie bis heute ein Stttlk Papier gebliebe» sind. Alle schönen und glänzenden Versprechungen, die in ihnen enthalten waren, sind nicht vcr- wirklicht worden. Insbesondere sind die Staatsbetriebe heute alles weniger als Musteranstalten. Von der Umsturzvorlage, vom Zuchthausgesetz wird kein Mensch behaupten wollen, daß sie mit jenen Versprechungen in den Febnmr- Erlassen in Einklang zu bringen wäre.(Sehr richtig bei den Social- demokraten.) Herr Stöcker hat dann die Schale seines Zorns aus- gegossen über den„Vorwärts" vom 18. Januar. Diese Artikel hatten den Zweck, den Dythiramben der biirger- lichen Presse entgegenzutreten und gegenüber diesem Bhzan- tinismus die Thatsache» darzustellen, wie sie wirklich vor der Geschichte dastehen. Herr Stöcker hat bestritten, daß insbesondere der erste große Artikel derartige histonsche Thatsachen enthalte. Dieser Artikel ist von einem Mann geschrieben, der intimere und genauere Kenntnis der preußischen Geschichte besitzt, wie die gesamten Herren da drüben, und der seine Kenntnisse durch Quellen- studium geschöpft hat. Wenn auf Grund dieser Quellen- studien das Licht, das auf den ersten preußischen König fies, so un- günstig war, so mag das ja das patriotische Gefühl des Herrn Stöcker in höchsten, Grade erregen, kann unS dadurch aber nicht abhalten, von der h i st o r i s ch e„ Wahrheit abzugehen. Herr Stöcker hat sich insbesondre entrüstet über eine» Abschnitt, der die Berliner Akademie als ein Zerrbild der Pariser Akademie hinstellt. und er hat dieses Urteil auf die Gegenwart bezogen. DaS ist wohl eine seiner Behauptungen, wo er aus dem Vordersatz Folgerungen zieht, die der Schreiber garnickit gewollt hat. Der Schreiber des Artikels spricht garnicht von der gegenwärtigen Zeit, sondern er bespricht die Gründe, aus denen der erste König von Preußen die Akademie ins Leben rief. Ein Beweis dafür, wie recht er hat, ist ja schon die Thatsache, daß die ganze Stiftung für die Akademie nur die Kleinigkeit von 7000 Thalern betrug. Das beweist klar, daß die Akademie mir zum Schein ins Leben gerufen iverden sollte. Weiter enthielt die Nummer des„Vorwärts" lange Auszüge aus Schlossers„Weltgeschichte", nnd Schlosser war doch sicher ein durchaus loyaler und glaubwürdiger Mann. Wir haben die Verpflichttnig, die historische Wahrheit in die weitesten Kreise zu tragen gegenüber den, Be- mühen der größten Mehrzahl der Historiker, die jeden Fürsten ge- wifiermaßcn zn einem Uebermcnschen, zu einem Ausbund von Tugend und geistiger Bedeutung hinstellen. Da müssen wir mit der Fackel der Wahrheit hineinleuchten. Ich bin in, höchsten Grade erstaunt, daß Herr Stöckcr sich nicht gegen die Stelle in der 18. Januar-Nummer des„Vorwärts" ausgesprochen hat, wo eine Reihe von Aeußerungen des alten Fritz z. B. uber die Geistlichkeit, über Monarchentum, über Charakter der Majestätsbeleidiguiig enthalten sind. Das ist zum Teil das stärkste, was überhaupt an Urteil über diese Institution gesagt worden ist. Wenn heute jemand z. B. diese Aeußerungen des alten Fritz als feine eigne Meinung veröffentlichen würde, so würde et ohne weiteres wegen Majestätsbeleidigiing verurteilt werden. Im übrigen, wenn Herr Stöcker über diese 18. Januar-Nummer so indigniert ist, so beweist uns das nur, daß wir auf dem ridhtigdi» Wege waren.(Lebhafter Beifall b. d. Soc.) Abg. Schmidt-Elberfeld(frs. Vp.): Ich kann die Mitteilung des Herrn Bebel in bezng auf den Tucker-Brief nur bestätigen: ÄÄ habe seinen Gewährsmann auch für durchaus glaubwürdig mid' wohlunterrichtet gehalten. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Ich freue mich, daß Herr Bebel endlich anerkannt hat, das der Tuckcrbrief nicht existiere. Er hätte dies nur früher thun müssen. (Lachen bei den Soeialdemokraten). Trotz des Zeugnisses des Herrn Schmidt-Elberfeld kam, ich ihm den Vorwurf der Leichtfertig- keit nicht ersparen. Er hätte an, 13. März 1896 sagen müssen, daß er seine Angaben von einem Gewährsmann habe, er hat sie aber einfach als Thatsache hingestellt. Lediglich auf Grund dieser Anschuldigung ist die Disciplinaruntersuchung gegen Peters angestrengt. — UcbrigenS kannte Herr Kolonialdirektor Kaiser Herrn Tucker und hätte damals anführen müssen, daß er den Bischof ein Jahr vorher ge- sprachen habe, ohne daß dieser von der ganzen Angelegenheit ein Wort erwähnte. Eine solche Erklärung des ja unterdeß verstorbenen Kolonial- direktor Kaiser hätte damals' sicher großes Aufsehen erregt.— Im übrigen liegt in solchen Anschuldigungen der socialdemokratischen Partei System(Lachen bei den Soeialdemokraten) und es war deshalb wertvoll festzustellen, wie solche Anschuldigungen entstehen. Auf die einfache Mitteilung irgend eines Herrn werden schwere Anklagen erhoben, ohne daß man eine vorherige Prüfung der Mitteilung für nötig hält. So ist auch Herr Bebel vorgegangen, urtd das kann er nicht von sich abschütteln. Abg. Lcdebour(Soc.): Nachdem der Abg. Bebel ausdrücklich erklärt hat, daß er bezüa- lich des Vorhandenseins des Tucker-Briefs irregeführt worden ist, können die weiteren Anzapfungen des Abg. Arendt weiter keinen Zweck haben, als das Vorgehen Bebels zu diskreditieren. Darauf deutet auch das Vorgehen des Abg. Arendt hin, daß er die Sache verallgemeinert und unsrer Partei ganz allgemein den Vor- wurf macht,' sie bringe leichtfertig Anschuldigungen vor, ohne ihre Grundlage zu prüfen.' Daß im übrigen Bebels Vorgehen gerecht- fertigt war. geht ja aus dem Resultat der gerichtlichen Verhandlungen hervor. Die>e Verhandlungen wären sicher nicht angestellt worden, wenn die Verhältnisse nicht'im Reichstag zur Sprache gebracht worden wären. In dieser Hinsicht war die That Bebels eine große patriotische That.(Lachen rechts) Herr Stöcker hat uns den englischen Socialisten Sanders als ein großes Vorbild für uns hingestellt, weil er vom Socialismus zur ethische» Bewegung übergegangen ist. An demselben Tage, wo Herr Stöckcr hier im Hause gesprochen hatte, kam ich abends in einer Privatgesellschaft mit Herrn Sanders zusammen und teilte ihn, mit, was Herr Stöcker ausgeführt hatte. Herr Sanders sagte:„Wie kann man solchen llnsinn sagen." Herr Sanders hatte dann später mit Herrn Singer in Gegenwart ver- schiedener andrer Personen eine Unterredung, in der er ihm seine Ansichten auseinandersetzte, und ich kann Ihnen bestätigen, daß das, was Herr Singer dann hier mitteilte, vollkommen den Mitteilungen entspricht, die Herr Sanders ihm gemacht hatte. Nun kommt Herr Stöcker abermals und sucht Singers Ausführungen zu entkräften, indem er aus einen Artikel Försters ans der„Socialen Praxis" hinweist. Selbst wenn Herr Stöcker recht hätte mit seiner Auffassung der Ansichten des Herrn Sauders, so würde das es noch nicht rechtfertigen, ihn uns als Vorbild hm- zustellen. Was hat denn Herr Sanders überhaupt ausgesprochen. Er und sein Lehrer John Burns waren Socialreformer m,d kamen schließlich zu der Erkenntnis, daß die Socialreform nicht genügte. Herr Sanders, der damals die deutsche Socialdemokratie nicht kannte, glaubte, durch Eintreten in die ethische Bewegung günstig auf die Arbeitermnssen in England einwirken zu können. Dann kam er nach Deutschland, beschäftigte sich mit den deutschen Verhältnissen und mit der deutschen Partei der Socialdemokratie und da kam er auf Gnind genauer Kenntnis derselben zu der lieber- zSugung, daß die Ziele, die er vorübergehend geglaubt hatte mit der reinen ethischen Bewegung zu erreichen, verwirklicht werden durch die Socialdemokratie Deutschlands, die gleichzeitig hohe ethische, ideale Ziele mit praktischer Thätigkeit vereinigt. Nun hat Herr Stöcker im Zusammenhang mit diesen Aus- führungen geglaubt, uns allgemein moralische Vorlesungen halten zu könne», daß' unsre ganze agitatorische Thätigkeit unmoralisch sei. Das ist ein ganz unberechtigter Vorwurf. Auf Grund der öffent- lichen Moral treten wir ei» für die Polen, wenden wir uns gegen die Ausnahmegesetze in Elsaß-Lothringen. Aus Gründen der' öffentlichen Moral haben wir uns erklärt gegen die Maßregelung der Landräte, obwohl wir wissen, daß Herr Stöcker und seine Freimde niemals ans Gründen der öffentlichen Moral gegen die Regierung austreten werden. Wir sind gerade die hervorragendsten Vertteter der öffentlichen Moral in Deutschland. Gerade die Arbcitervertreter sind es, die mehr als die bürgerlichen Parteien die öffentliche Moral verwirklichen und respektieren.' llnd da wirft man uns vor, daß wir die öffentliche Moral ruinieren I Herr Stöcker ist dazu nm allerwenigsten berufen. Er liefert durch seine heutige Abwesenheit wieder den Beweis, wie mangelhaft seine politische Moral ist. Gestern hat er uns in der schroffsten Weise provoziert. Als ich äußerte, daß Ivir erst heute darauf antworten wollten wegen der vorgerückte» Zeit, da sagte mir ein erfahrener Mann:„Ja, verlassen Sie sich auf Herr» Stöcker, der wird es so machen wie immer und wird einfach zu Hause bleiben". Nachdem er die schärfsten und nnerhörtcsten Angriffe gemacht hat. verduftet er einfach wie das bekannte Tier, das eine Wolke übelriechenden Staubs ausstößt und dann verschwindet.(Sehr gut! bei den Socialdemolraten.) Herr Stöcker hat noch einen andren Beweis für den nnglanblichrn Tiefstand seiner öffentlichen Moral--- Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen einem andren Abgeordneten nicht einen unglaublichen Tiefstand der öffentlichen Moral vorwerfen. Das verstößt gegen die Ordnung des Hauses. Abg. Ledebonr(fortfahrend): Herr Stöckcr hat über die Januar- artikcl des„Vorwärts" gesprochen. Aber nicht über die schandbaren Vorgänge im preußischen Königshause, die der Artikel brandmarkt, eutrüstel sich Herr Stöcker. sondern darüber, daß Herr v. Pöllnitz sie ausgeplaudert hat. Tacitus wurde allerdings als der großartigste Historiker gepriesen, iveil er die Schandthntcn der römischen Kaiser schonungslos aufdeckte, und auch wir fasse» die- jenigen Männer, die rücksichtslos die Wahrheit sagen, als die bedeutendsten Geschichtsschreiber auf. Ich habe bisher geglaubt, daß der schwerste Vorwurf, der gegen eine» protestantischen Theologen erhoben werden könne, der sei,' daß er die Bigamie des Landgrafen Philipp von Hessen verteidigt. Herr Stöcker verteidigt aber sogar das platonische Verhältnis Friedrichs I. zur Gräfin Wartenberg, diese fratzenhafte Nachahmung, wo der König nicht in der Lage war, sein Vorbild in praxi' nachzuahmen. (Heiterkeit links.) Daß Herr Stöcker, er, ein Theologe, es fertig ge« bracht hat, dieses Verhältnis von diesem grenzenlos unsauberen nnd rohen Weibe zn einen, preußischen König zu verteidigen. das ist auch ein Beweis für die Moral des Herrn Stöckcr. Ich fasse es übrigens nur humoristisch auf, wenn Herr Stöcker uns derartige Moralpredigten hält. Wir werden an unsrcm revolutionären Idealismus festhalten, ich sowohl, als unsre ganze Partei. Dieser unser revolutionärer Idealismus bewahrt uns davor, daß ivir in eine Interesse»Politik hinein sinke», wie sie sich jetzt in geradezu schmachvoller Weise bei dem von der Rechten betriebenen Brot Wucher zeigt.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemolraten.) Abg. Siuger(Soc.): Man wird eS begreiflich finden, daß auch ich einige Bemerkungen �u der gestrigen Rede des Herrn Stöcker mache. Er hat sein Gift ausgespritzt und ist dann fortgeblieben, fläehr richtig I links.) Wenn er als anständiger Politiker angesehen werden will, dann hätte er sich hier stellen müssen. Vicepräsident Biising: Auch in bedingter Form dürfen Sie Herrn Stöcker nicht den Anstand absprechen, das verstößt gegen die Ordnung des Hauses. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung, Abg. Singer(fortfahrend): Ich sage also, wenn Herr Stöcker vlS ein Politiker gelten will, der gewillt ist, das, was er sagt, auch zu verteidigen, dann hätte er sich hier einfinden'müssen um die verdiente Antwort zu hören. Ich bedaure, daß ich nur nach einem kurzen Zeitungsbericht seine gestrigen Aeußerungen citieren kann; ich nehme aber den Bericht der ihin nahestehenden„Kreuz> Zeitung". Er war entrüstet, daß ich zur Widerlegung seiner Be Häuptling, uns sei der Satz:«Religion ist Privatsache, nur ein Hum dug". sagte, es sei bei uns nicht so wie in manchen Kreisen, die Herrn Stöcker nahe stehen, wo das Christentum Geschäftssache wäre. Herr Stöcker meinte, das sei wohl eine orientalische Auffassung Nein, durchaus nicht. Ich kann Beweise für die Richtigkeit meiner Behauptung aus sehr christlichen, auS sehr frommen Kreisen, aus sehr patriotischen, sehr monarchischen, sehr konservativen Kreisen bringen, die Herrn Stöcker sehr nahe stehen. Ich brauche nur air den Busenfreund Stöckers, an Herrn v. H ammerstein, zu erinnern. Niemand wird bestreiten wollen, daß Hammerstein Frömmigkeit an den Tag legte nur auö Geschäfts interesse. Und soll ich Ihnen den Namen Sanden zurufen? Auch ein frommer Mann, der mit seiner Frömmigkeit seine Geschäfte deckte. Soll ich Sie an den Generalkonsul Schmidt, den frommen Hofbankicr der Kaiserin er- inner»? Die beiden konnten sich nicht genug thun an Frömmigkeit. Kann man fich aber etwas Widerlicheres denken, als wenn die Frömmigkeit zum Deckmantel aller Niederträchtig kciten, aller Gemeinheiten benutzt wird?(Sehr gut! links.) Und das thnt diese Gesellschaft in der nichtswürdigsten Weise, die Leute um ihr Geld und Gut gebracht hatten.(Sehr wahr! links.) Als eine der Geschädigten sich an die Fra» des der haftete» Sanden wandte, da wurde sie auf Gott verwiese», der ihr wohl helfe» würde!(Beivegung.) Redner verliest den Brief der Frau Sanden. in dem fast in jeder Zeile von Gott, Gottcshilfe und Gottvertraucn die Rede ist. Wollen Sie bestreiten, daß das aus konservativen Kreisen kommt?(Rufe rechts: Ja, Sanden kennen wir gar nicht!) Die konservative Partei hat mit Herrn Sanden paradiert!(Widerspruch rechts.) Wer kennt nicht die frommen Streber, die allsonn täglich mit dem Gebetbuch unterm Arm in die Kirche wandeln, nur um von den Vorgesetzten gesehen zn werden.(Sehr richtig I links.) Herr Stöcker behauptet, ich hätte mich dem Teufel verschrieben. Ich bin nicht so vergnügungssüchtig, mich nach dem Himmel zu sehnen, aber wenn ich die Wahl zwischen Herrn Stöcker und dem Teufel habe, dann will ich zehnmal lieber beim Teufel sein, als bei Herrn Stöcker.(Heiterkeit.) Ich muß bei diesen Dingen iimner an die Worte des Goetheschen Faust über Mephistopheles denken, der ja auch der Vater der Lüge gewesen ist.(Sehr gut I links.) Herr Stöcker meint, es sei verwerflich, und ein anständiger Mensch veröffentliche einen Brief wie den Scheitcrhanfcnbricf nicht. Umgekehrt ist es richtig. Es sind das Briefe, die von a n- ständigen Menschen nicht geschrieben werden. Grade die konservative Partei sollte doch nicht verkennen, daß in diesem Brief eine Politik des Verrats am König getrieben wird, den Sie so hoch stellen. Mcepräsident Büsing: Das dürfen Sie nicht sagen. Ich bitte, nicht weiter von der Ordnung des Hauses abzuweichen. Abg. Singer(fortfahrend): Der„Vorwärts" hat den Brief zunächst veröffentlicht mit Hinweglassung der Anfangszeilen, und zwar weil man sonst sofort aus den Namen des Herrn Kropats check gekommen wäre, den zu nennen wir keinen Anlaß hatten. Wie hat sich Herr Stöcker nun zu dieser Veröffentlichung verhalten? Zunächst bat er alles bestritten.(Selbstverständlich. Heiterkeit links.) Er erinnert sich an nichts. Sein Freund Hamnicrstcin, der damals auf der Flucht vor dem Zuchthause war, hat ihm auch bestätigt, er erinnere sich nicht, daß Stöcker jemals einen solchen Brief ge- schrieben hätte. Darauf wurde der Scheiterhauseubrief in vollem Umfange abgedruckt. Darauf meinte Stöcker, es sei ihm leider auch jetzt noch nicht möglich, be- stimmt zu erklären, daß der Brief echt sei. Nun erschien der Brief facsimiliert im„Vorwärts". Damit war allem weiteren Leugnen Thür und Thor geschlossen. DaS ganze Verhalten Stöckers ist doch höchst auffällig. Wenn er von der Harn»' losigkeit des Briefs fo überzeugt gewesen wäre, wie er gestern that, dann hätte er doch das alles nicht nötig gehabt. Nun noch einige kurze Bemerkungen zum Fall Ewald. Herr Gröber meinte, die Socialdemokratie' habe Schweineglück. Das verläßt uns auch Herrn Stöcker gegenüber nicht. Während ich ver- hindert war. Herrn Stöcker zu hören, wollte der Zufall, daß Herr Ewald, der Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung ist, in unsrer Fraktionsversammlung mir einige sehr interessante Mitteilungen über die Angelegenheit machte. Ewald hat gestern vor einer größere» Anzahl Zeugen und mit voller Sicherheit eines guten Gedächtnisses mir erklärt, daß er gegenüber der Behauptung Stöckers, er kenne Ewald nicht, dabei bleibt, daß diese Behauptung falsch sei, denn in jener Zeit sei Stöcker in Volksversammlungen wiederholt unter Nennung seines Namens zu ihm gekommen, habe ihm die Hand gereicht und sich nach seinem Befinden erkundigt. Ewald war bereit, diese Aussagen eidlich zu erhärten. aber dazu ist es bei dem Bäckerprozeß nicht gekommen, denn das Gericht hat die Ladung Elvalds abgelehnt, Iveil es aus den Verhandlungen heraus die Uebcrzeugung gewonnen hatte, daß die Aussage Ewalds nicht mehr nötig sei. Es giebt aber noch ein interessantes Vorspiel. Als Herr Munckel, der damals die Verteidigung führte, sich über die Aussage Ewalds vergewissern wollte, kam er beim Polizeipräsidium ein und ersuchte. Ewald, der auf Grund des Socialisten- gesetzes ausgewiesen war, für diesen Prozeß freies Geleit zu geben. Dieses Gesuch wurde abgelehnt.(Hört I hört I links und Bewegung.) Man wollte nicht Herrn Ewald Stöcker gegenüber unter dem Eide nachweisen lassen, daß Stöcker ihn gekannt haben müsse. Da wir gerade dabei sind, uns über die Charaktereigenschaften des ferrn Stöcker zu unterhalten(Heiterkeit links), so will ich auch den all des Predigers Witte erwähnen, von dem Stöcker öffentlich be- hauptet hat, er habe sich für einen jüdischen Mitbürger, der gern Kommerzieurat werden wollte, verwandt.(Herr Stöcker erscheint im Saale.) Das Gericht hat für erwiesen angenommen, daß Herr Stöcker im Gefühle der Rachsucht und des lierletztcn Ehrgeizes feinen AmtSbrudrr öffcnt- lich angegriffen habe.(Hört I hört! links.) Wenn Herr Stöcker sich mit so besonderer Emphase dagegen Ivehrt, daß bei manchen Leuten die Religion nur das Geschäftsinteresse deckt, dann sollte er aus seiner eignen Vergangenheit doch manches nicht ver- gcssen. Ich habe dunkel im Gedächtnis, daß von sehr hoher Stelle die Entlassung des Hofpredigers Stöcker einmal verlangt worden ist. Wenn ich nicht irre, hat wegen dieser Frage sogar ein Kronrat stattgefunden. Das Resultat jener Verhandlungen war folgendes: Ich citiere nach dem politischen Handbuch E. Richters und erwähne, daß Stöcker einen Verweis vom Ober-Kirchenrat erhalten hatte: „Infolge jenes Vorwurfs wurde Stöcker vor die Wahl gestellt, ent- weder' auf seiue fette Pfründe als Hofprediger zu verzichten, oder seine agitatorische Thätigkeit in politischen Vereinen und Ver- sammlungen aufzugeben. Stöcker zog das letztere vor, so daß die Travestie eines neuen Luthers dadurch vollständig wurde." Er hat es also damals vorgezogen, sich zu ducken, und sein_ Amt höher gestellt, als die Sorge für sein Ideal christlicher S ocialreform. Daß Herr Stöcker später doch vom Schicksal ereilt wurde, weiß man. Da handelt es sich aber nicht um die christlich-sociale Agitation als Ursache, sondern man erzählt sich ganz andre Gründe. Man weist darauf hin, daß eine zu sehr auf di« Spitze getriebene Intimität mit sehr hohen Kreise» miß« liebig bemerkt wurde und zu einem Wink mit dem Zaunpfahl ge» führt hätte. Wenn ich"anf die Schlußworte des Herrn Stöcker eingehe, so sage ich, daß mir dieser Ton doch widerstrebt. Es ist nur bezeichnend für die Vornehmheit der Rechten und für den Tiefstand ihres Urteils in Bezug auf daS parlamentarisch Zulässige, daß sie gerade diese Stelle so betlatschte. Als ich die Stelle von den Hunden las. erinnerte ich mich daran, daß schon der alte Homer sagt:„Nichts HündischcrischeS giebt cS auf Erde» als einen Menschen, dessen Zunge zwie- spältig ist."(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Vicepräsident Büsing: Wegen der letzten Aeußerung rufe ich den Redner, und zwar zum zweitenmal, zur Ordnung. Abg. v. Ledetzow(k.): Wirhaben keine Veranlassung, nnSinjden persönlichen Streit zwischen Herrn Stöcker und Herrn Singer einzumischen. Nur zweierlei will ich sagen: Den Namen Sanden habe ich zum erstenmal gehört. als der bekannte Zusammenbruch erfolgte. Allen meinen hier an- wesenden Freunden ist Herr Sanden ganz unbekannt, und ebenso seiue Frau. Zweitens sage ich, die Brändmarkung des Artikels durch Herrn Stöcker hat uns allen sehr gut gefallen, und nicht nur uns. sondern der Mehrheit dieses Hauses.(Bravo I rechts.) Abg. Stöcker(wildk.): Ich habe ja von den Reden der Herren Vorredner nur wenig gehört, was ich aber gehört habS! hat wenig Eindruck auf mich gemacht.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Herr Singer hat die Wittesche Angelegenheit hier vorgebracht, hat aber nicht erwähnt, daß ich in meiner Zeitung öffentlich erklärt habe. Herr Witte habe den Brief, ans den er seine ganze Anklage gegen mich stützte, gefälscht, um die öffentliche Meinung irre zu führen. Herr Witte hat mich verklagt, ich habe aber vor Gericht ihm gegen über vollkommen recht bekommen.— Herr Singer hat wahrscheinlich ineine ganze LebenSgeschichte hier hervorgeholt.(Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Ich hatte meine Anklage auf ganz bestimmte Punkte gerichtet, auf diese Punkte sollten die Herren auch ihre Verteidigung richten.(Abg. Bebel: Sie waren ja gar nicht da!) Nach dem, was ich gehört habe, scheint es mir, als ob hier eine Generaldebatte über meine Person abgehalten worden ist; daran bin ich seit zlvanzig Jahren gewöhnt.(Glocke des Präsidenten.) Vicepräsident Büsing: Herr Abgeordneter, Sie sind während des größten Teils der Reden der Herren Vorredner nicht anwesend ge- Wesen, ich glaube, Sie können sich nun nicht in Vermutungen darüber ergehe», ivas bielleicht gesagt worden ist, während Sie nicht an- wesend waren. Ich bitte Sie sich auf die Antwort auf das zu be schränken, was Sie gehört haben.(Lebhaftes Bravo I links.) Abg. Stöcker(wildk., fortfahrend): Ich habe nicht gehört, was Herr Singer vorher gesagt hat. aber... Vicepräsident Büsing: Ich bitte wiederholt mir darauf zu er- widern, was Sie, als Sie im Saale anwesend waren, gehört haben. (Bravo! links.) Abg. Stöcker(fortfahrend): Herr Singer hat dann, soweit ich ihn gehört habe, gesagt, ich hätte, um meine fette Pfründe nicht zu verlieren, auf meine politische Thätigkeit verzichtet. Eine fette Pfründe tvar die Domstelle nicht.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Uebrigcns habe ich sehr bald darauf mein Amt thatsächlich niedergelegt und zwar gerade um meiner Grundsätze willen.— Wenn ich diese beiden Dinge so leicht widerlegen kann, so glaube ich, daß es mir ebenso leicht sein würde, alles was sonst gesagt worden ist, spielend zu wieder legen.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Was Herr Singer vor- gebracht hat, ist so thöricht... Vicepräsident Büsing: Der Ausdruck„thöricht" ist parlamen tarisch nicht zulässig gegenüber einem Kollege.(Heiterkeit.) Abg. Stöcker(fortf.): Herrn Singer, der den Scheiterhaufe» brief hier vorgelesen hat. erinnere ich daran, daß ich ihm eine Aussage vom' Jahre 1L83 verlesen könnte, worin sein Socius Rosenthal beschuldigt wird, die social größte Sünde begangen u haben, die man nur begehen kann. Er hat auf eine Forderung nach höherem Loh» gesagt:„Lassen Sic die Mädel auf den Strich gehen und schaffen Sie mir billige Mäntel."(Abg. Bebel: Was geht das Singer an!) Herr Singer hat das Geschäft darum nicht verlassen, obwohl er die Aeußerung gekannt hat. Der Gerichts hos hat das bezeugt, iven» es beziveifelt werden sollte, will ich es verlesen. Wie hat Herr Singer unter diesen Umstanden das Recht, einem andren Gewissenlosigkeit vorzuwerfen. Wenn die Socialdemokratie eine» Mann von solcher Vergangenheit zu ihrem Präsidenten macht, so hat sie überhaupt das Recht verwirkt, von socialen Reformen, Sympathie ür die Arbeiter oder Rechtschasscnheit und Gewissenhaftigkeit zn reden. Abg. Wurm(Soc.): Das Ansehen, das Herr Stöcker in diesem Hause genießt, ist be zeichnend, daß von den Abgeordneten, die ihm nahe stehen, keiner eS für notwendig gehalten hat, auch nur ein Wort zu einer Verteidigung zu sagen. Ich wende mich nunmehr zu dein eigentlichen Gegenstand der Tagesordnung, zum Etat des ReichSamts des Innern. Bei der zweiten Lesung hat der Herr Staats- sekretär auf meine Anfrage erklärt, daß er eine Enquete über die Lage und die Berufskrankheiten der Steinarbeiter angeordnet habe. Es wird dem Herrn Staatssekretär vielleicht interessant sein, zu erfahren, was aus dieser Enquete geworden ist. D i e A r b e i t e r w i s s e n v o n der Enquete überhaupt nichts. Von der Steinmetzinnung in Berlin sind Frageboge» an die einzelnen Meister gesandt worden, die nachher de» Gewerbc-Jnspektoren überreicht iverdc» sollen Ans diesem Fragebogen haben aber die JnuungSmeister zur Vorsicht auch gleich die ihnen erwünschten Antworten hinzugefügt. (Hört! hört I bei den Socialdemokraten.) Ans die Frage über die durchschnittliche Lebenszeit der Steinnrbciter. soll danach geantwortet werden:„früher habe sie ja vielleichtz 33 Jahre betragen, jetzt aber hätten sich die Verhältnisse gebessert." Das ist eine grobe Un- Wahrheit. Staatssekretär Graf Posadowskh: Daß den Regierungen sehr oft von den Parteien der ver- schiedenen Richtimge» au« Eigennutz unrichtige Angaben gemacht werden, ist natürlich. Die' Frage ist nur, ob die Regierung sich dadurch bestimmen läßt oder nicht. WaS die berührte Angelegenheit anlangt, so ist bereils eine Bnndesratsverordnmig zur Regelung der Lage der Steinarbeiter vorbereitet und über diese werden sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer im ReichSamte des Inner» gehört werden. Abg. Singer(Soc.): Der Unterschied zwischen Herrn Stöcker und mir besteht darin, daß ich Herrn Stöcker vorwerfe, was er gethan hat, während er mich verantwortlich macht für das, was andre gethan haben. Was die Sache selbst anlangt, so freut es mich, hier wie schon zu wieder- holten Malen erklären zu können, daß es niemand giebt. der diese Redensart schärfer verurteilt hat als ich, und der mehr davon durchdrungen war, daß, wenn die Firma, der ich augehört habe, nach dieser' Redensart etwa gehandelt hätte, das den schlimmsteu Vorwurf berechtigte, den man überbaupt machen kann. Aber es ist in dem damaligen Prozeß durch alle Zeugen festgestellt, daß diese verwerfliche Redensart zivar gebraucht worden ist. aber ein der- artiges Verhalten in keiner Weise in der Firma gebräuchlich war, daß die dort gezahlten Löhne in vielen Fällen sogar über die Löhne bei andren Firmen hinausgingen. Die Zeugen, die das aussagten, waren nicht Social» demokraten, sondern Mitglied des christlichsocialen Arbeiter- Vereins, der damals bestand.' Daß Herr Stöckers Vorwurf un- berechtigt war. dafür ist ein Beweis, daß in dem Prozeß, de» ich wegen verleumderischer Darstellung des Falls gegen ein hiesiges Blatt angestrengt hatte, der Redactenr desselben in allen drei Instanzen zu 600 M. Geldstrafe verurteilt worden ist.(Hört! hört! b. d. Soc.) Es wird mir naturgemäß schwer, mich selbst zu loben, aber ich muß bei dieser Gelegenheit doch sagen, mein ganze? Leben, meine ganze Thätigkeit bürgt doch dafür, daß ich mich einer solchen gemeinen Handlungsweise, wie sie in jener Redensart liegt, unmöglich schuldig machen kann.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Und weil meine Parteigei, offen daS wissen. deshalb glauben sie mir mehr wie Herrn Stöcker.(Sehr richtig I bei den Socialdemokraten.) Wenn ich mich übrigens nicht frei von der Schuld fühlte, hätte ich Herrn Stöcker auch schwerlich angegriffen. Diese schon so oft als gemein« Lügen und Ver- leumdungen zurückgewiesenen Sachen unter dem Deckmantel der Objektivität wiederholen würde.(Lebhaftes Bravo! bei den Social- demokraten.) Vicepräsident Büsing: Wegen der letzten Aeußerung rufe ich den Herrn Abgeordneten zur Ordnung. Abg. Bebel(Soc.): DaS Verhalten des Herrn Stöcker ist sehr bezeichnend. Man hätte erwarten müssen, daß es Herr Stöcker für seine Pflicht hielte, nachdem er gestern gehört hatte, daß vier socialdemokratische Redner nach ihm gemeldet waren, heute an seinem Platze zu sein.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Statt deffe» erscheint er zwei Stunden nach Beginn der Sitzung und sein erstes Wort ist, er hätte erwartet, daß»vir uns in der Erwiderung auf ganz bestiminte Punkte beschränken würden. Das sagt derselbe Mann, der unsre Reden bis auf die letzten Worte SingerS überhaupt nicht gehört hat. Diese eine Thatsache charakterisiert Herr» Stöcker mehr als dies ganze Bände thun könnten.(Sehr richtig I bei den Socialdemokraten.) Heute muß nun Herr Stöcker schweigen, er wird aber dann wieder am nächsten Tage die Berichte lesen und nach einigen Wochen, wenn kein Mensch mehr an die Sache denkt, auf unsre Reden er- widern. Das ist doch ein geradezu anarchistisches Verfahren.(Große Heiterkeit.) Vicepräsident Büsing: Dieser Ansdwck war nicht in der Ordnung.(Erneute stürmische Heiterkeit.) Abg. Bebel(fortf.): Was nun den Fall Rosenthal anlangt, so hätte Herr Stöcker am wenigsten Anlaß zu einem solchen Angriff gegen Singer. Was würde er dazu sagen, wenn wir ihn für die Schuftereien und Verbrechen seines Freunds Hammerstein verant- Ivortlich machen wollten.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Was kann Singer dafür, wenn sein Socius eine solche zweifellos gemeine und niederträchtige Aeußerung macht. Ich war mit Singer, der damals aus Berlin ausgewiesen war, in jener Zeit zusammen und weiß, wie tief ihn diese Aeußerung geschmerzt hat, und gerade diese Aeußerung hat ihn veranlaßt, aus dem Geschäft auszutreten.(Abg. S t ö ck e r: Wie können Sie das sagen!) Vicepräsident Büsing: Herr Abgeordneter. ich bitte Sie. den Redner nicht zu unterbrechen.) Sie haben nachher daS Wort und können dann antworten. Abg. Bebel(fortfahrend): Was wir an Singer haben, wissen wir ganz genau, er ist ein Mann, der unermüdlich für die Partei arbeitet und seine ganze physische, geistige und auch seine materiellen Kräfte in den Dienst der Partei stellt, der soviel für seine Sache geopfert hat, wie es Herr Stöcker niemals gethan hätte. Wenn wir in Singer freilich einen Mann hätten, der die- selben Charaktereigenschaften besitzt, wie sie Herr Stöcker gezeigt hat, dann hätten wir ihn allerdings längst aus der Partei hinausgeworfen (Lebhaftes Bravo! bei den Socialdemokraten.) Vicepräsident Büsing: Wegen der letzten Aeußerung rufe ich den Hern: Abgeordneten zur Ordnung. Abg. Sachse(Soc.) polemisiert gegen frühere Ausführungen des Abg. Oertel über Arbeiterkonsnmvereine und Bezahlung der Lagerhalter. Im Wahl- kreise des Herrn Oertel erhalten erwachsene Bergarbeiter den Hunger- lohn von 50 Mark monatlich. Nun drängt Herr Oertel besonder? auf Erhöhung der Brotzölle. Ich nenne das indirekten Mord.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Abg. v. Schcle-WunStorf(Weife) ersucht, fich der Steinarbeiter energisch anzunehmen. Staatssekretär Graf PosadowSky wiederholt feine vorherige Erklärung. Abg. Stöcker: Wenn ich es vermocht hätte, wäre ich hierher gekommen(Lachen links)— schon im eignen Jnterefle. Das Erkenntnis von 1886 hat meiner vorgesetzte» Krrchenbehörde vorgelegen und sie hat nichts darin geftmden, was mich meines Amts unwürdig gemacht hätte. Der Obertribnnalsrat Docker hat den ganzen Prozeß eine Monstrosität genannt. Aber Sie lesen ja so etwas nicht.(Lachen links.) ES ist ja eine Perfidie, mich aus persönlichem Haß herauszugreifen und so zu Ihn», al« ob ich allein mit Hanimerstein zusammen- gewesen wäre. Darin liegt eine grenzenlose Gemeinheit unsres öffentlichen LebenS.(Lachen links.) Ich bin in allen Jahren höchstens viermal in Hammer st eins Haus« ge- wesen, andre waren viel häufiger da.(Stürmisch« Heiterkeit links. Rufe: Aber die Briefe I) Nun, das waren ja rein politische Briefe. DaS versteht sich doch von selbst. Im Fall Singer- Rosenthal aber liegt daS Erkenntnis eines Gerichtshofs vor, das Sie doch wohl auch gelten lassen werden. In dem Erkenntnis wird aus- drücklich erklärt,' der Austrittt Singers aus dem Geschäft sei ans andren rein äußerlichen Gründen, aber nicht wegen der Geschäfts- principien dcS Herrn Rosenthnl erfolgt. Dadurch ließ sich Herr Singer nicht stören. Das Gerichr hat aber die Aeußerungen des Herrn Rosenthal als schamlos bezeichnet, die sich mit der ge- ringslen Arbeitersreundlichkeit nicht vertrügen.(Lebh. sehr richtig! bei de» Socialdem.) Herr Singer aber hat das Verhältnis nicht gelöst. Etwas Schwereres läßt fich gar nicht denken. Bebel hat doch selber gesagt, Singer hätte seine Geldmittel der Partei zur Verfügung ge- stellt. Was ist denn da Schlimmes an der Behauptung, er ei deshalb"zum Präsidenten gewählt worden? Schlimm ist nur, daß Sie an der Spitze ei»en Mann haben, der in der schamlosesten und verwerflichsten Weise Grundsätze aufgestellt hat, die jeder Arbeitersreundlichkeit Hohn sprechen.(Stürmische Unterbrechung links. Rufe:„Meiueidspfaffe" l) Präsident Graf Ballestrem: Sie dürfen das nicht von einem Abgeordneten sagen, ich rufe Sie zur Ordnung. Abg. Stöcker(fortfahrend): Wenn die Socialdemokratie sich als Sittenrichter aufstellt, dann haben wir das Recht, ihr diese Dinge entgegen zu halten. (Schluß im Hauptblatt.) Vevmis'chkes, In dem Bergwerk von Lansiug(Kansas) meuterten 284 dort arbeitende Sträflinge. Sie hielten IS Wärter in der Mine est und verhinderten sie, ins Freie zu gelangen, bis ihre Forderungen bezüglich besserer NahrungS m i t t e l ihnen bewilligt worden waren. Sie töteten auch die Maultiere, die sich im Bergwerk be- änden. um das Fleisch derselben als Nahrungsmittel zu benutzen. Nach einer Meldung anS Bombay vom IS. März wurden sieben Artilleristen in Secunderabad infolge der Explosion eines HaubitzengeschosseS getötet. Ein furchtbarer Orkan fuhr, wie jetzt erst bekannt wird, in der letzten Januarwoche über Neukaledonien dahin und ver» nichtete Eigentum und eine Menge Menschenleben. Die Eisenbahnen und.Straßen sind zerstört, die Telegraphendrähte zerrissen, ganze Ortschaften vom Erdboden verschwunden. Der Dampfer„Hero" liegt zertrümmert auf dem Strande, ebenso eine Anzahl von Segelschiffen. Die neue viermastige Barl„Havre", die mit Ntckelerz beladen war, ist gesunken. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Schiller Theater ( Wallner. Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Rosmersholm. Theater. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Donnerstag, den 21. März. Opernhaus. Die Afrikanerin. Anfang 7 Uhr. 3. Schauspielhaus. Die lächerlichen Pretiösen oder: Die romanmäßig wißigen Frauenzimmer. Der Widerspenstigen Zähmung. Anfang 72 Uhr. Schiller. Rosmersholm. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosmersholm. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 7 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Anfang 7/2 Uhr. Residenz. Teremtete. Hierauf: Leontinens Ehemänner. Anfang 71 Uhr. Neues. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 7 Uhr. Weften. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 7 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 71/2 Uhr. Jbsen. Deutsch von A. Zint. Freitagabend 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Sonnabendabend& Uhr: Passage- Theater Palast- Theater RANIA Passage- Theater Taubenstr. 48/49. Im Theater Donnerstagabend 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Invalidenstr. 57/62. Ein Schritt vom Wege. Tagl. Sternwarte. Central- Theater. Mit glänzender Ausstattung: Abends 7/2 Uhr: San Toy Chinesische Operette in zwei Akten. Mufit von Sidney Jones. Sonntagnachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 7/2 Uhr: San Toy. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Thalia. Der Kadetten- Bater. An Der Kadetten- Vater. fang 7 Uhr. Central, San Toy. Anfang 7 Uhr. Der Verschwender. Luisen. fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. 18 Der Damenschneider. 72 Uhr. An Anfang Carl Weik. Die Bluthochzeit. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Anfang 8 Uhr. Der Leibalte. Bosse mit Gef. u. Tanz in 5 Bildern. Anfang 72 Uhr. Herren: Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann, Paulmüller. Damen: Milton, Milani, Bojé, Wannovius. Im 5. Bild: Das Ueberbrettl. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Metropol. Specialitätenvorstellung. Die Bluthochzeit. Man lebt ja nur einmal. Anfang 712 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Secessions Gesänge. Anfang 8 Uhr. 99 Anfang 8 Uhr. Freitag: Opern Gastspiel: Der Freischütz. Sonnabend, nach mittags 4 Uhr: Kinder Vorstellung, Il. Preise: Dornröschen. Abends: Benefiz für den Regisseur Jos. Dill: Einer Sonntagnachmittag: Die BlutStettiner Sänger. hochzeit. Abends: Opern- Gast spiel: Undine. Palast. Specialitäten- Borstellung. Die beiden Wenzel. Anfang 71 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen Ringtämpfe. Rosendienstag. Anfang nachm. 3 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. $ Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: „ Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung". Juval idenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Admiral- Hallen, Admiralstr. 38. [ 2036 Heute, Donnerstag, den 21. März: Familien- Kränzchen bei vollständig freiem Entree. H. Krömer, früher Karpfenteich. von unsre Leut'. Apollo- Theater. Bernhard Mörbitz Miss Deyo Emmi Kröchert FriedrichStrasse 165 818 Castans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Cirkus Busch Donnerstag, 21. März, 72 Uhr: Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe Auftr. d. Ringkämpferinnen nachm. 6 Uhr, abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. Reichshallen Stettiner Sänger. Zum Schluß: Die imitierten Tyroler. Siehe fämtliche Säulen. Jus Sides Elite- Gala- Abend. Metropol- Theater Ferner: Auftreten des berühmten amerita: nischen Pferdebändigers Professor Norton B. Smith. Besonders hervorzuheben: Die gefährliche Fahrt unter der Teufelsbrücke. Sensationell! Aufsehen erregend! Prof. Smith wird heute abend einen bösartigen Maulesel, welcher schlägt und beißt, vor den Augen des Publikums zähmen. Außerdem: Altdeutsche Quadrille, ger. auf 12 Schulpferden. Troita", ruff. Dreigespann, geritten von Herrn Hess. Dir. Busch mit seinen berühmt. Freiheitsdreffuren. Vorführ.vorzügl.Programmnummern. Zum Schluß: Bum 114. Male: Secessions- Gesänge Die eiserne Maske. Dyas- Rosé- Laszky Le masque de fer. Großes historisches Manege- Schauftüd in 4 Atten und 3 Hauptbildern. Rob. Steidl unter anderm: Die Jagd bis Ueberbrettl- Parodie Salerno in die Cirkuskuppel hinauf. Sonntag, 24. März, nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien", wozu jeder Erwachsene auf allen Siz plägen 1 Kind frei hat; weitere Sälfte. eiserne Maske. Behrenstr. 55/57. Man lebt ja nur einmal. Große Gesangsposse in 5 Bildern. Vorher: Das neue MärzSpecialitäten- Progr. Anf. 28 Uhr, der Poffe 129 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sanssouci Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Neu! Heute: Neu! Kanaifeier und Wachsfiguren. Nach Gregoris Wolkovsky pie galite, abends 7% Uhr: Die Gofree: Lanzkränzchen Anfang 8 Uhr. Montag: Kanalfeier. früher Feen- Palast, Burgftr. 22. Das pomphafte März Programm!* Ab 16. cr. noch bedeutend vergrößert! The 4 Sisters Burleighs, das amerit. Grazien Quartett. Brothers Lington, Excentric- Afrobaten. Mac Kean, neu für Europa! Neu! 8 Uhr 812 Uhr Die beiden Wenzel. Schwant in 1 Att von E. Felsch. Anfang 72 Uhr. Entree 50 Pf. Mittwoch, den 27. März: Benefiz für Robert Dill. Der Walzerkönig. Große Poffe in drei Aften. Passage- Panopticum, Neu! Nen! Yvette Guilbert Nen! Neu! Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Die Ehre eines armen Mädchens. Drama in 5 Atten von Ernst Elefeld. Nach der Vorstellung: Singhalesen- Truppe Tanzkränzchen. Entree( inkl. Theater soweit der Raum reicht) 50 Pf. Freitag: Die Ehre eines armen Mädchens. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenhelde 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Jnh.: Max Schindler.- Telephon: Amt IVa Nr. 8002. Heute: Grosser Ball, als Specialität:* CigarrenApfelsinen- Regen verbunden mit und Schlangen- u. 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März 1901, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung ofte in allen Breistagen. im Saale der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain Nr. 22-29. Tagesordnung: Wahl von 35 Delegierten zum Verbandstag in Nürnberg. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 14 auszuhändigen. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Die Wahlhandlung beginnt punit 102 Uhr; nach Eintritt in die Wahlhandlung wird niemand mehr in ben Saal eingelaffen. Pünktliches Erscheinen ist daher notwendig. Jeder Kollege hat darauf zu achten, daß ihm am Saaleingang eine Stimmliste ausgehändigt wird; spätere Die Ortsverwaltung. Reklamationen bleiben unberücksichtigt. Donnerstag, 21. März, abbs. 82 Uhr: San Grosse Volks- Versammlung sitavy in Mahrings großem Gaal, 2sledgal? Admiralstr. 18 c. Tagesordnung: Vortrag der Genoffin Fanny Imle über: " Die Bedeutung der Konsum p18220 genossenschaft für die Arbeiter." Mitglieder des Konsumvereins Berlin Süden agitiert für den Besuch dieser Versammlung! 99/1 adadalo 2 1912 Möbel auf Teilzahlung Central- Verband der Maurer Deutschlands J. Ostrowski jun Bureau: Engelufer 15, III. Fernsprecher: Amt 7. 4289. Geöffnet an den Wochentagen von vormitt. 8-1 und nachm. von 4-8 Uhr 10 Mitglieder- Versammlungen N für die Zahlstelle Berlin II. Für Moabit: Donnerstag, 21. März, abends 8 Uhr, im Lokal Für Westen u. Schöneberg: Freitag, 22. März, abends 8 Uhr, Waldstraße 8. in Zühltes Salon, Dennewikstr. 13. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Bericht aus der Vertretersizung. Um rege Beteiligung ersucht 136/19 Die Verbandsleitung. Achtung! Goldschnittmacher! Morgen, Freitag, abends 82 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", 24/3 Engel- Ufer 15: Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Stollegen A. Baer. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht M Der Vertrauensmann. Jubiläumsfest der Bildhauer Sonnabend, den 23. März, abends 8 Uhr, im ,, Böhmischen Brauhaus", Landsberger Alfee 11-13. Billets a 60 Pf. intl Tanz sind noch zu haben im Bureau Engel: Ufer 15, Bimmer 26 von 11-1 und 26-7 Uhr, und Greier, Köpenider straße 1, 2. Aufgang vorn 4 Tr. Es ladet ein Jedes Wort: 5. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Das Komitee. 20/16 Gr. Frankfurterstr. 1 am Frankfurter Thor. FahrräderLeihhaus! Verfallene Räder, nen und alt in grosser Auswahl spottbillig.[ 827L* Nur erstklassige deutsche Marken..bh10 Leihhaus Neue Schönhauserstr. 11. Möbel und Wohnungs Einrichtungen zu Fabrik- Preisen. Eigne Werkstelle im Hauſe. Bukow, Invalidenstr. 13. [ 9692* Lager: Parterre u. I. Etage. Elegante Reisemuster zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Damen- Mäntel- Fabrit, Niederwallstraße Nr. 14, I. Achtung! 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost). Donnerstag, den 21. März, abends 81/2 Uhr, im Lokal der ,, Urania", Wrangelstraße 10-11: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten A. Stadthagen über: " Hätten die Kommune- Kämpfer sich schlafen legen sollen statt zu tämpfen"? 2. Diskussion. Tommi 214/5 Um zahlreiches Erscheinen ersuchen 2 4. Ziehung 3. Klaffe 204. Kgl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 20. März 1901. Nur die Gewinne über 176 9tt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 696 944 82 120 52 267 80 429 696 944 1306 24 482 504 780 89 2000 55 128 236 620 67 770 3265 663 796 826 83 4093 125 [ 500] 236 364 505[ 300] 25 666 816 41 53 66 72 988 5045 58 68 111 12 232 84 357 504 54 79 640 833 929 78[ 300] 6079 149 283 421 608 7 982 7018 108 10 284 321 49 400 23 69 511 808 915 8031 95 161 234 91 432 719 853 9079 196 251 549 53 725 79 873 925 10215 60 388 495 508 74 686 898 909 18 11111 203 29 595 768 886 12187 285 317 400 25 589 693 871 991 13043 491 92 604 761 14032 94 119 217 351 662 779 15052 86 202 86 543 642 85 856 63 950 83 95 16065 69 203 46 862 939 17008 18306 61 404.70 24 189 97 224 83 400 26.91 522 607 924 99 538 723 19042 81 214 47 90 536 79 609 26 20043 55 58 76 135 60 239 329 436 620 52 81 919 21058 127 208 70 360 491 546 707 23 835 22031 143 92 294 333 34 99 432 83 527 606 887 929 23014 69 84 435 547 779 874 903 24220 63 324 94 455 64 622 42 775 812 58 25192 323 73 749 818 22 47 905 33 26071 232 446 506 628-747 849 912 27165 349 503 622 709 28152 201 324 419 574 659 80 85 98 737 29001 57 114 66 78 298 826 73 565 83 645 63 80 7 30157 73 369 473 565 88 646 64 69 714 908 53 31082 89 90 153 60 265 68 92 440 588 95 619 783 832 94 32025 101 21 292 445 513 783 820 33076 170 327 570 874 87 909 38 34063 131 658 903 35380 421 40 41 851 955 94 3606! 123 26 237 380 410 24 39 724 881 908[ 300] 19 43 37002-13 114 64 82 209 20 24 387 480 88 512 670 948 78 38110 59 413 544 610 743 68 39054 67 130 240 376 429 533 766 38110 594 40149 70 242 67 80 477 630 766 814 62 998 41168 91 412 529 700 51 975 42061[ 300] 237 462 521 825 91 986 43006 34 225 47 49 61 98 357[ 500] 78 618 60 70 858 950 44035 261 329 604 796 910 45190 317 492 568 644 46047 134 99 214 23 75512 47257 416 532 649 76 725 48143 205 45-353 446 699 727 950 49205 305 65 448 92 605 79 728 34 816 84 953 82 364 453 835 54 917 52055 87 292 350 97 480 823 938 53137 423 82 656 797 962 54703 856 55189 239 565 72 808 909 56005 108 95 250 80 535 60 62 805 981 57001 112 83 213 318 19 26 57 605 76 738 58002 206 50 327 603 59125 205 50002 114 51 83 94 512[ 500] 81 94 721 70 99 943 51118 27 340 92 935 96 Die Vertrauenslente. 120004 329 76 503 51 615 98 757. 871 121260 68 75 479 500 692 705 815 122027 252 350 72 544 81 696 715 57 60 123025 44 84 377 804 124139 336 67 478( 561 73 675 970 125027 34 64 65 96 119 386 599 775 806 929 49 61 126134 88 322 30 60 541 68 68-70 647 97887. 127130 57 91.98 266 574 88 703 24 89 839 58 956 128090 200 336 452 814 55 129074 159 29 68 92 624 46 825 954 130058 72 179 227 61 68 98 466 75 553 84 993 94 132028 85 498 689 91' 133027.163 85 218 426 47 554 74 748 58 877 134103 366 594 884-91 135123 304 455 61 725 49 873 907 136050 65 376 501 78 635 742 847 949 137012 52 196 294 536 60 648 99 865 994 138140 44 47 322 435 594 636 56 88 766 79 86 139300.34 645 77 140116 62 78 413 45.89 721 141006 72 205 33 375 420 116 62 73 413 56 531 39 647 756 142200 301 538 629 143383 441 518 714 69 867 144102 82 284 302 54 64 426 519 627 769 892 940 145129 263 444: 770 882 974146236 526 968 147091 191 216 49 316 525 695 881 91 912 86 148101 11 345 446 68 532 41 885 984 149032 179 567 641 67 92 728 52 72 81 150000 58 334 38 99 406 516 84 151172 557 65 673 75 300 93 788 152064 76 374.77.435 628 31 88 701 813 903 11 80 153091 295 415 647 647 730 32 92 840 959 92 15-4066 223 354 480 649 711 14 978 155099 259 328 436 570 753 907 156101 26 37 76 94 316 26 447 52 504 83[ 300] 645 703 45 837 95 157024 66 80 199[ 500] 229 57 301 3 98 493 533 80 97 640 780 83 96 898 158048 325 56 79. 459 533 77 781 990 159031 87 176 422 23 505 743 92 848 968.91 1915267 160099 186 207 304 61 20 163210 27 40 324 445 506 13 665 950 317 417 67 676 162115 219 91 300 61030 131 52 67 203 485 734 907 65( 500] 164134 51 209 367 166015 28 206 56 431 838 167018 142 247 316 72 515 48 601 758 908 72 73 75 [ 300] 168256 513 16 68 660 843 930 97 169049 878 515 32 740 64 65 814 95 170030 273 351 547 734 854 55 984 171011 73 101 41 58 61 247 888 916 172267 434 554 740 821 53 54 75 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Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. 570* 134b an. + 21* [ 10588* 64/5 Die Fabrik der Firma G. A. Wernicke, Charlottenburg, Habsburger Ufer, ist wegen Differenzen bis auf weiteres gesperrt. Zuzug fernzuhalten, beson ders von Dachdeckern u. Bauarbeitern Die Ortsverwaltung. абло Nr. 68. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 21. März 1901. Die Berliner Handwerkskammer 1 edod Lokales. Die Lokalfommission. fun Die Ferien der Berliner Gemeindeschulen, die wir fürzlich Berliner Partei- Angelegenheiten. angezeigt haben, find nachträglich nach einer Bekanntmachung der Schuldeputation an die Schulvorstände dahin abgeändert worden, eröffnete am Mittwoch im Landeshause in der Matthäifirchstraße ihre Zur Lokalfrage. Sonnabend veranstaltet der Konsumverein daß der Schulunterricht nach den Osterferien am Montag, den erste auf zwei Tage berechnete Vollsigung. Den Vorsiz führte Ober- Vorsicht", Schlesischestr. 48, eine Festlichkeit, und zwar in den 15. April( in den höheren Lehranstalten am 16.) beginnt, während meister& a ft er. Er eröffnete die Sigung mit einem Staiserhoch. Concordia- Sälen, Andreasstraße( Inhaber Seeger). Wie den Ge- bie Pfingstferien nicht bis zum 30., sondern bis Freitag, 31. Mat, währenddessen sich die Vertreter der Gesellen außerhalb des Saales nossen bekannt ist, steht uns genaunter Saal zu Bersammlungen dauern. Im übrigen stimmen die Ferien der höheren und der Geaufhielten. Regierungsrat Stolle begrüßte die Versammelten nicht zur Verfügung. meindeschulen genau überein. Namens des Oberpräsidenten. Dann gab Obermeister Fast er den Mariendorf- Tempelhof. Den Genossen zur Nachricht, daß Bericht des Vorstandes über dessen seitherige Thätigkeit, laut Bolfsversammlungs- Beschluß in Mariendorf die Lofale von Die Schulpolizei ist dem Bürgermeister von Berlin vom sowie über die Verhandlungen der Abteilungen und Ausschüsse. An Graß'l( früher Dalmann). Chauffeeftr. 80, und Haad( Schwarzer 1. April ab in dem Umfange übertragen, daß von ihm die polizei284 freie Imungen ist das Prüfungsrecht verliehen worden. In Adler), Chauffeestr. 26, in Tempelhof die Lofale von Gerth, lichen Strafverfügungen wegen unentschuldigter Schulverfäumniſſe 18 Fällen haben die Behörden und Kammern um Gutachten ersucht. Dorfstr. 18, und Wienice( Gasthof Stadt Dresden), Berlinerstr. 33, nach Maßgabe des Gesetzes vom 23. April 1883 und der Verordnung Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die Verhandlung gesperrt sind. Alle andern Lotale find für den Verkehr frei. des Igl. Provinzial- Schulfollegiums vom 6. April 1897 zu erlassen über Lehrverträge und Borschriften über Regelung aid bren a und zur Bollstreckung zu bringen sind. des Lehrlingswesens. Syndikus Dr. Neuhaus legte den Eine Irrenhaus- Affaire beschäftigt zur Zeit die Behörden. Entwurf eines Lehrbertrags vor, der unter andern folgende Be- pa si pa Der Bürstenfabrikant Gotti cha It, Fischerbrüde 4, behauptet, auf stimmungen enthält: Bei Auflösung des Lehrverhältnisses Der Etats- Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung Anstiften seiner Ehefrau als angeblich gemeingefährlicher Geistesbesteht kein Anspruch auf Rückzahlung des Lehrgelds. Bater, Mutter oder Vormund find verpflichtet, Schaden, den ber erledigte in feiner gestern abgehaltenen Sigung die Etats der franker in einer Irrenanstalt widerrechtlich eingesperrt worden au Lehrling durch nachweislich grobes Verschulden dem Lehr- Kanalisationswerke, des Bichhofs, der Fleischschau und den fein. Thatsächlich ist er auf ein bezügliches Strantenattest des herrn zufügt, zu erfeßen.- Der Lehrling hat sich das ge- Personalbesoldungs Etat. Zu einer lebhaften Debatte fam es Streispbyfilus Dr. G. Ende vorigen Jahrs in der neuen Charité einwöhnliche Handwerksgerät selbst anzuschaffen und während der aus Anlaß einer von Borgmann gegebenen Anregung auf Ver geliefert, aber nach wenigen Tagen von dort wieder entlassen worden, Lehrzeit zu unterhalten. Der Lehrling ist der väterlichen Zucht mehrung der Milchwirtschaft auf den städtischen Rieselfeldern. da die ihn beobachtenden Aerzte feinerlei Anhalt fanden, welcher eine des Lehrherrn unterworfen.-Im Falle der Erkrankung liegt. Obwohl der Magistratsvertreter und einige Mitglieder des Aus- Internierung des Eingelieferten rechtfertige. soweit nicht die Ueberführung in ein Krankenhaus angeordnet wird, schusses mit allen nur erdenklichen Gründen dagegen ankämpften, Wegen großer Beruntreuungen ist der Kaufmann Fris die Pflege des Lehrlings dem Vater ob, wogegen ihm das Kranken- wurde eine Resolution im Sinne Borgmanns doch angenommen. Kielmann aus der Albrechtstr. 12 verhaftet worden. Kielmann, der geld zufällt. Erkrankt der Lehrling und dauert die Krankheit ie alljährlich im Etats Ausschuß so wurde auch geffern wieder aus Ostpreußen stammt, war vier Jahre lang bei der II. länger als drei Monate, oder ist der Lehrling mit einer abschreckenden bemängelt, daß die Erträgnisse der Obstkultur in feinem Verhältnis gemeinen Elektricitätsgesellschaft angestellt und bes Krankheit behaftet, oder ist er zur Fortsetzung der Arbeit unfähig zu den dafür aufgewendeten Kosten ständen; ebenso wurde auch die sonders im Baubureau beschäftigt. Er galt als pflichttren und geworden, so ist der Lehrherr zur Aufhebung dieses Vertrags ohne Bebauung der Riefelfelder mit anf, wie alljährlich angeregt. Mit folide und genoß großes Vertrauen. Dieses mißbrauchte er jedoch, Entschädigung berechtigt. Wenn der Lehrling aus einem andren derselben Pünktlichkeit wie in jedem Jahre antwortete auch diesmal der wahrscheinlich schon seit Jahren, indem er fortwährend kleinere und Grunde als durch§ 127b, Absatz 3 ber Gewerbe- Ordnung vorgesehen Magistrat, daß die Frage noch immer im Flußfei, aber noch kein bestimmtes größere Boften unterschlug und Bücher und Quittungen fälschte, um ist, die Lehre verläßt, oder wenn er nach Ablauf der Probezeit zu Resultat gezeitigt habe. Nach einer Entscheidung des Ober- bie Unterschlagingen zu verdeden. Es wird ihm auch zur Laft einem andren Beruf übergehen will, so hat er eine Entschädigung Verwaltungsgerichts kann die Stadtgemeinde nach dem gelegt, Hausbesitzer oder deren Vertreter dadurch geschädigt zu haben, von... M. an den Lehrherrn zu zahlen. Am Ende der Lehrzeit bestehenden Ortsftatut von allen den Gebäuden, die teinen eigent- daß er fällige Raten für Hausanschlüsse einzog und die Quittung hat sich der Lehrling der Gesellenprüfung zu unterziehen. Besteht lichen Nußertrag haben, also den staatlichen Ministerial- und Kirchen- wieder an sich zu bringen wußte. Wenn dann der Kaffenbote tam, er die Prüfung nicht, so hat er drei Monate nachzulernen und sich gebäuden ze., keinen Beitrag zu den Kanalisationskosten erheben. so mußten die Leute, weil sie teine Quittung besaßen, noch einmal dann einer erneuten Prüfung zu unterwerfen. Besteht er auch diese Auf eine Anfrage des Genoffen Dr. Freudenberg antwortete bezahlen. Wie groß die nach und nach unterschlagene Summe ist, nicht, so erhält er nur ein geugnis des Lehrherrn über die Dauer der Magistrat, daß eine Aenderung des Ortsstatuts im Magistrat steht noch nicht fest, daß sie nach vielen Tausenden zählt, ist aber der Lehrzeit, die erworbenen Stentnisse und Fähigkeiten, sowie über beraten und demnächst der Stadtverordneten- Bersammlung vorgelegt bereits ermittelt. Kielmann, der von Kriminalbeamten aus seiner fein Betragen. Die Prüfungsgebühren sind vom Vater zu zahlen. werde. Wohnung heraus verhaftet und bereits dem Untersuchungsrichter zu Ueber den Entwurf entstand eine längere Debatte, in der seitens In der ersten Etatsberatung im Plenum hatte der Stadt- geführt wurde, ist im allgemeinen geständig. Er soll einen leicht der Vertreter der Gesellen gegen verschiedene der vorstehenden Be- verordnete Mommien ausgeführt, daß die jocialdemo- finnigen Lebenswandel geführt haben. stimmungen Einwendungen erhoben wurden. Nachdem sich einige fratischen Redner diesmal nicht gegen die Löhne in Aufsehen erregte gestern morgen gegen 8 Uhr der Transport hatten Er glaubte daraus Meister gegen die Ausführungen der Gesellen gewandt hatten, wurde städtischen Betrieben remonstriert hätten. die Debatte gegen den Widerspruch der letzteren geschlossen und den Schluß ziehen zu dürfen, daß durch die eingetretene Bohn des Riesenwalfiches, der seinen bisherigen Ausstellungsplatz am Wedding verlassen hat und mun nach dem Südosten der Stadt, nach der Entwurf mit den Stimmen der Meister angenommen. Dieser erhöhung Socialdemokraten zufriedengestellt feien. Lehrvertrag foll maßgebend fein für alle zur Handwerkskammer ge- Beim Etat des Viehhofs wies Genosse Bruns barauf hin, dem Kottbuser Damm, Ede Boppstraße, übergefiedelt ist. Es waren hörenden Junungen. Außer dem Vertrag lagen der Kammer um: daß Herr Mommsen sich mit seiner Annahme im Irrtum befunden 18 Pferde nötig, um die ungeheure Last auf zwei großen Transports fangreiche Borschriften zur Regelung des Lehrlingswesens vor, die habe. Nur die Thatsache, daß die Lohnfrage jetzt durch einen be- wagen fortzufchaffen. Da bei dem Gewicht des Kolosses zu befürchten außer den gesetzlichen Borschriften über das Lehrlingswesen nähere sonderen Ausschuß der Versammlung generell geregelt werde, habe war, daß das Straßenpflaster beschädigt würde, so waren für die Bestimmungen über die Ausführungen des Lehrvertrags enthalten. feine Freunde abgehalten, über die Löhne etwas zu sagen. Daß die beiden Wagen 35 Centimeter breite Räder eigens angefertigt worden. Sierauf unterbreitete Obermeister Krause als teferent eine Löhne aber durchaus unbefriedigend feien, beweise der Etat des Der Transport, der vom Wedding aus über das Neue Thor und Gesellenprüfungs- Ordnung. In derselben werden außer Biehhofs. Der Ausschuß stimmte einem Antrage bei, der den Ma- von da aus nach der Hasenheide ging, nahm etwa 8/2 Stunden in den Bestimmungen über die Zulaffung zur Brüfung für jedes aistrat auffordert, die Viehhofverwaltung zu ersuchen, daß fie die ge- Anspruch.spilog s Ein Zusammenstoß fand gestern nachmittag um 12 Uhr einzelne Gewerbe diejenigen Arbeiten aufgeführt, welche als zahlten Löhne im Etat angebe. Ebenso beschloß der Ausschuß die Prüfungsstüd auszuführen sind. An der Debatte über diesen Gegen im vorigen Jahre gestellte Resolution zu wiederholen, welche verwischen einem elektrischen Straßenbahn- Wagen und einer Droschle stand beteiligten sich fast mur Vertreter der Meister. Die Prüfungs- langt, daß die Biebtommiffionäre ihre auf dem Viehhof be an der Ecke der Frankfurter Allee und der Gubenerstraße statt. Der ordnung wurde mit großer Mehrheit angenommen. schäftigten Treiber gegen Unfall versichern, da bei Droschkentutscher Reinte aus der Frankfurter Allee 112 wollte mit Obermeister Krause begründete den Haushalts- BIan einigem guten Willen die Verwaltung die Macht habe, dieses Verlangen seinem Wagen, in dem seine Frau saß, vor einem Wagen der Linie für 1901/1902. Unter den Ausgaben sind vorgesehen: Gehalt des durchzuführen. Dr. Freudenberg bemängelte beim Etat ber Spittelmarkt- Friedrichsfelde vorbei noch rasch über den Damm der 1. Sekretärs 6500 m., des expedierenden Sekretärs 2800 M., für Fleischschau die Mißstände, unter denen die Fleisch beschauer Frankfurter Allee fahren, verrechnete sich aber in der Entfernung einen Bureaubeamten 1900 M., Entschädigung des Borsigenden und Fleisch beschauerinnen zu leiden haben. Es sei durch- und Geschwindigkeit. Der Straßenbahnwagen faßte die Droschle 1200 M. usw. Unter den Einnahmen figurieren: 7000 M. für Ge- aus ungeeignet, eine solche Arbeit im Accordlohn zu bezahlen und zertrümmerte fie. Seinte sprang rechtzeitig vom Bock und blieb fellen, 4000 m. für Meisterprüfungen. Der Haushalts- Plan, bei und den Leuten eine Instruktion zu geben, die vielleicht für ein unversehrt, seine Frau fiel aus der Droschte heraus, tam aber glüc dem die Gesellen Vertreter nicht mitzureden haben, wurde an Buchthaus paffend fei. Ebenso sei die Art, wie die Verwaltung arbeits- licherweise mit leichten Verlegungen über den Augen davon. Auch unfähig gewordene Leute behandle, der Stadt Berlin unvürdig. das Pferd nahm feinen Schaden. Die Droschke wurde noch gegen genommen. Bum folgenden Punkt der Tagesordnung: 8 u wahl von Im Personal- Besoldungs- Etat teilte der Magistrat mit, daß er den einen Baum gedrückt und riß diesen um; ebenso wurde ein Laternenfachverständigen Personen, empfahl der empfahl der Referent, Herren Dr. Freund und Dr. Straeter von der Landes- pfahl beschädigt. Nachdem die zu Hilfe gerufene Feuerwehr die Obermeister Wolfchläger, anstatt der zulässigen Zuwahl von Versicherungsanstalt Berlin und v. Schulz vom Gewerbegericht Trümmer unter der vorderen Plattform hervorgeholt hatte, schleppte 8 Perionen, für diesmal nur deren 2 zu wählen und den Titel Direttor" erteilt habe. Außerdem sollen die beiden sie mit ihrem Wagen die Droschte nach Hause, zwar den Gebh. Regierungsrat 2a chner und den Stadtfchulrat ersteren je 1000 Mt., der Testere 600 M. persönliche Zulage erhalten. Das Polizeipräsidium hat dem bei der Berliner RettungsDr. Gerstenberg. Die Berfonenfrage führte zu einer längeren Borgmann rügte bei dieser Gelegenheit das Vorgehen des Herrn gesellschaft angestellten Seilgehilfen Karl Bojahr für seine MitDebatte. Schließlich wurden die Herren Geh. Regierungsrat Dr. Freund sowohl hinsichtlich seines Berhaltens in der bekannten wirkung bei dem Wiederinslebenrufen eines in Charlottenburg wohnLachner, Stadtschulrat Dr. Gerstenberg und Dr. Schulz Kirchenbaufa che in der Lungenbeilstätte in exit, inte mhaften Ehepaares, welches durch Kohlenoxydgas schwer bewußtlos die Thatsache, daß er einige politische Beitungen nicht mehr Sierauf wurde die Fortsetzung der Tagesordnung auf Donnerstag in Gütergo auslegen laffe. Ein solches Berhalten dürfe man geworden war, die Staatsprämie von 30 M. zuerkannt. 10 Uhr vertagt. doch nicht mit einer derartigen Gehaltserhöhung beantworten. Da aber die städtische Verwaltung keine Gelegenheit habe, in die Geschäfte der Landesversicherungsanstalt einzugreifen, so müsse sie bei der Gehaltsbemessung aussprechen, daß sie mit den Herren nicht zu Die Bertagung der Dienstags- Sigung des Reichstage frieden sei. Trogdem das Verhalten des Herrn Dr. Freund von nach der Rede des Abg. Stöder fand nicht allein auf Antrag des feiner Seite gebilligt wurde, gelangte doch die Magistratsforderung Abg. Levezow statt; der Antrag ging vielmehr von Abgeordneten zur Annahme. Ein Antrag, Herrn v. Schulz ebenfalls 1000 Mark verschiedener Parteien aus und verfolgte die Absicht, eine ausgiebigere Funktionszulage zu gewähren, wurde dagegen abgelehnt. Besprechung der Stöderschen Rede zu ermöglichen. Dies zur Nichtig= Der Oberbürgermeister Kirschner ist an Influenza leicht stellung einer Bemerkung unfres gestrigen Reichstags Stimmungserkrankt und muß beshalb auf ärztliche Anordnung fich Schonung auferlegen. Sein Zustand ist indes nicht besorgniserregend. gewählt. bildes. Parlamentarisches. # Die Kommiffion des Reichstags für den Antrag Gröber und Genossen, Anwesenheitsgelder für die Abgeordneten betreffend, hielt am Mittwoch ihre erste Sigung. von auch Die Die ,, Große" im Kampfe gegen das Publikum. Die Ver längerung der Hauptlinie der Berlin Charlottenburger Straßenbahn vom Stupfergraben nach dem Alexanderplay hat sich, fo läßt bie Große" verbreiten, so schlecht eingeführt, daß die beiden Gesellschaften, die Berlin Charlottenburger und die Große Berliner, welche die Berlängerung auf gemeinsame Rechnung be treiben, die Absicht haben, den Betrieb der Verlängerung mit Jufrafttreten des Sommerfahrplans wieder einzustellen. Vielleicht kommt die Große allmählich dazu, überhaupt die längeren Linien zu halbieren, um so beim Zehnpfennig- Tarif das Publikum intensiver ausnutzen zu können. Ueber die Bedeutung der Konsumgenoffenschaften für die Arbeiter wird unfre Parteigenoffin Fräul. Fanny Imle heute abend 81/2 Uhr, bei Möhring, Admiralstr. 18c, einen Vortrag halten. melden. Gegen die Anftellung von Schulärzten an den Gemeinde schulen war unter anderm geltend gemacht worden, daß sie vielfach in konflitt mit den Eltern geraten würden. Die bisher gemachten Versuche, die sich allerdings zunächst nur auf einige Feuerbericht. Auch heute sind nur unbedeutende Brände zu Corneliusstr. 4 brannte Wäsche anf einem Hängeboden, Schulen erstrecken, haben jenen Einwand als unbegründet er wiesen. In der letzten Versammlung der Schulfommissions- Vorsteher während Hollmannstr. 38 Betten in einer Kellerwohnung durch Feuer wurde von dem Vertreter der Schuldeputation angefragt, ob die beschädigt wurden. Gitschinerstr. 80 war in einer Fabrik von ThürEltern Echwierigkeiten gemacht hätten, wenn ihre zur Einschulung platten ein fleines Schadenfeuer abzulöschen. Nach Bahnhof Weißenangemeldeten Kinder zuvor dem Schularzt zur Untersuchung über fee wurde die Wehr gerufen, weil hier ein Waggon Preßkohlen Fener wiesen würden. Die Frage wurde verneint. Im Ernst dürfte auch gefangen hatte. Unbedeutende Wohnungsbrände erfolgten noch EngelKaum jemand befürchtet haben, daß sich die Eltern der Untersuchung üfer 21 und An der Stadtbahn 47. Eine Alarmierung, die Mittwoch ihrer Kinder widersezen würden. Dagegen wäre es wahrscheinlich mittag nach der Frankfurter Allee, Ede Gubenerstraße, erfolgte, war manchem grundsäßlichen Gegner der Forderung einer schulärztlichen durch den Zusammenstoß eines elettrischen Straßenbabnwagens mit Unterfuchung und leberwachung der Kinder ganz erwünscht und einer Droschte verursacht. Die Drojcyte wurde veljandig zer willkommen gewesen, wenn die Eltern thatsächliche Schwierigkeiten trümmert. gemacht hätten. Die Hasenheide. Die Stadtverordneten Wallach Aus den Nachbarorten. An Der Vorsitzende Schmidt Elberfeld berichtete zunächst, daß von seiten der verbündeten Regierungen Material über die bezüglichen Verhältnisse in den hervorragendsten parlamentarisch regierten Staaten der Kommission überwiesen worden sei. Das Material foll wie später beschlossen wurde, gedruckt und den Kommissionsmitgliedern zugänglich gemacht werden. Beiter teilte der Vorsigende mit, daß die Teilnahme eines Regierungskommissars an den Kommissions. fizungen nicht zu erivarten sei, woraus wohl ein Schlug auf das endgültige Schicksal des Antrags gezogen werden darf. Man beschloß zunächst die Debatte auf den ersten Sag des Antrags Gröber, der sich auf die Gewährung von freier Fahrt auf fämt lichen deutschen Eisenbahnen bezieht, zu beschränken. Hierzu liegt ein Antrag Baisermann vor, der die freie Fahrt auf die Dauer der Legislaturperiode, und zwar so lange der Reichstag versammelt ist, sowie acht Tage vor Eröffnung und acht Tage nach Schluß desselben" beschränkt wiffen will. und Genossen haben der Stadtverordneten- Versammlung folgende Von der Rettungsstation am Mitggelsee. Die im Mai v. J. Die Anregung, von einer Verfassungsänderung abzusehen und den Antrag Gröber als selbständigen Geiegentwurf zu behandeln, Anfrage an den Magiftrat unterbreitet:„ Am 25. Januar 1900 bei Rabusdorf an der Müggel errichtete Station der Rettungsden Antrag Gröber als selbständigen Gefeßentwurf zu behandeln, beichloß die Stadtverordneten- Versammlung: Die Bersammlung gesellschaft der Berliner Waffersport- Vereine, die erste Rettungsstation fand keine Mehrheit. Die Distuſſion drehte sich in der ersucht den Magistrat, mit der Gemeinde Tempelhof und mit allen an deutschen Binnengewässern, ist an 20 stürmischen Tagen besezt Hauptsache darum, daß gegen die Gewährung von Freifahrt auf allen deutschen Bahnen übrigen Beteiligten darüber in Verhandlung zu treten, unter welchen worden, in den ersten Wochen mit drei Wann, später mit vier. geltend gemacht wurde, daß dieses Privilegium der Abgeordneten Bedingungen die Einverleibung der Südseite der Straße as en zwei Tagen ist die Station in Thätigkeit getreten. Sie hat sich an leicht zum Mißbrauch führen könne. Es wurde diesbezüglich auf beide" nach Berlin stattfinden könne." Wir erlauben uns nun diesen beiden Tagen an der Rettung von vier Booten und neun die Erfahrungen hingewiesen, die mit der Freifahrt bis zum Jahre heute die Anfrage an den Magistrat zu richten: 1. Ist die Beitungs- Berfonen beteiligt. 1884 mit dieser Einrichtung gemacht worden sind. Es sollen einzelne notiz wahr, nach der die Vertreter Berlins in der stattgehabten gelaufenen Jahre 521 M., außerdem sind 155 M. an RettungsKonferenz erklärt haben sollen: Berlin habe kein Interesse an der prämien gezahlt worden. Abgeordnete 12-20 000 Kilometer während einzelner Seffionen ge- Eingemeindung von Tempelhof, falls dieses teinen Zuschuß leiste?" Schöneberg. Die Stadtverordneten Versammfahren sein. Diesen Bedenken traten die Abag. Gröber, Auer, Bebel, hat es gelegen, daß wir über ein Jahr nichts mehr über die Sache Stadtverordneten für die Abteilungs- Ausschüsse der 1903 in Dresden 2. Was sind die Ergebnisse der Verhandlungen gewesen und woran Iung beschäftigte sich in ihrer letzten Sigung mit der Wahl eines Diesen Bedenken traten die bag. Gröber, Auer, Bebel, 2. Was find die Ergebnisse der Verhandlungen gewesen und woran Müller Sagan und Berno entgegen. Es wurde dabei konstatiert, stattfindenden deutschen Städte- Ausstellung. Die Wahl fiel auf daß den Rekord in der Kilometerzahl gerade höchste Staats gehört haben?" Ein Antrag betreffend beamte, die zu gleicher Beit Abgeordnete waren, erreicht haben. Unter den im Friedrichshain tonfiszierten Kranzinschriften Stadtverordneten Vorsteher G. Müller. Besonders wurde auch auf die Wichtigkeit hingewiesen, welche die freie befindet sich auch folgende von den Nolltutschern gespendete: 2ir den Erlaß von Maßnahmen zur Berhinderung einer Um Fahrt für die Mitglieder der einzelnen Sommissionen habe, um sich an jäen ja nimmer die rächende Saat, Wir zimmern die Zukunft gehung der Umfassteuer fand feine Erledigung, nachdem Ort und Stelle Informationen einzuholen. Von dem Abgeordneten mit Rat und mit That, Unsern Vorposten wollen wir daufen, Bürgermeister Wilde die Erklärung abgegeben hatte, daß den Stadt Komm, lies mir das verordneten in nächster Beit eine neue umfassteuer- Ordnung v. Malzahn wurde die Notwendigkeit der Freifahrt anerkannt Die für die Rechte der Menschheit fanten. aber Bedenken gegen Diäten geltend gemacht, während sein Fraktions- Vorspiel der Freiheit, mein Sind Und strafe Lügen, die Lügner vorgelegt werden würde. Der nächste Punkt, die Beschlußfassung über die Vorlage des follege v. Stauby nur die freie Fahrt zwischen Wohnort, Wahlfind!"-Bemerkt sei noch, daß die Mitglieder des Verbands der treis und Berlin zugestehen will. Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter sich diesmal besonders Magistrats, die Festsetzung von Fluchtlinien für die neue Schöne Bei der Abstimmung wurde der Antrag Gröber, soweit er hervorragend an der Ehrung der Märzgefallenen beteiligten. U. a. berg- Tempelhofer Verbindungsstraße und für das fich auf die freie Fahrt bezieht, mitfamt dem Bujagantrag Bafferbrachten die Geschäftsdiener des Warenhanses Jandorf u. Co., sowie Gelände zwischen letzterer und der Berliner Ringbahn, führte zu mann mit großer Mehrheit angenommen. Idie Rolltuischer der Firma Bark u. Co. Kranzspenden | einer längeren Debatte. Ueber die Wichtigkeit der Erschließung dieses Der Betrieb der Station erforderte im aba Gerichts- Beifung. C = großen Terrains zu Bauzweden war man sich einig und nur über die Jerawang fich auch der Landgendarm Zutritt, erstattete Anzeige, und fo find im Jrrium. Jit welchen Fällen Auslieferungen feitens der einzelnen Form fanden sich abweichende Meinungen. Nach längerer Beratung tam war dem Genossen Rohrlad die Ueberraschung bereitet, zwei Staaten stattfinden, ist in Staatsverträgen festgelegt.- Pflegekind. Nein. einer vermeintlichen Gesezesübertretung R. R., Rigdorf 76. Nach Ihrer Schilderung ist die Hilfskaffe zweife!: man zu folgendem Beschluß: Bei Genehmigung der Baufluchtlinien Strafmandate wegen los im Unrecht. Ob Sie flagen fönnen, hängt davon ab, ob in den uns erhalten, nämlich weil er einmal als unter: für die neue Verbindungsstraße spricht die Versammlung den Wunsch aus, zu unbekannten Statuten der Rechtsweg ausgefchloffen ist. Ist der Rechtsweg daß der von der Ringbahn bezw. Anhalter Bahn und der neuen nehmer die Versammlungen nicht angemeldet, und zweitens nicht ausgeschlossen, so ist das Amtsgericht für die Klage zuständig. Hat sich einer nicht angemeldeten der Arzt so benommen, wie Sie schildern, so wäre es Ihre Pflicht als Berbindungsstraße einschließlich derfelben umschlossene Terrain- als Ordner und Leiter Abschnitt aus dem dem Landhaus Biertel vor Versammlung fungiert habe. Insgesamt waren 5 Wochen Haft Mitglied der Staffe, sich bei dem Vorstand und eventuell in der General: verfammlung zu beschweren- 5. Sie 5. Sie müssen den Verpflichtungen nachkommen. behaltenen Gelände ausscheidet. Der Magistrat wird in den beiden Strafmandaten festgesezt. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht in Bromberg ergab, daß. 3. 3. 1. Rein. 2. Das iſt verſchieden. 2. 50. Wenn der Verkauf teinen größeren Umfang hat: nein. ersucht, in diesem Sinn beim Bezirksausschuß vorstellig zu werden. 2 Wettende. 1. Inners Zum Schluß fand noch die Wahl einer gemischten Depu einer der eingeladenen Arbeiter dem Gendarm Mitteilung, ge- halb vier Jahren nach Beseitigung des hinderniffes. 2 An den Landrat. tation zur Beratung der Aufnahme einer neuen Anleihe macht hatte, daß in Prinzenthal socialdemokratische A. H. Rigdorf. Der Mann hat Alimente zu zahlen. Auf Sinter: statt. Aus der Versammlung wurden 7 Stadtverordnete delegiert. Versammlungen stattfänden. Zwei andre Versammlungs- legung eines Betrags für Entbindungskosten und für ein Bierteljahr Untergang eines Schleppdampfers. Gestern abend verfant teilnehmer fanden sich als„ Kronzengen". Beide fonnten jedoch nur Alimente fann schon vor der Geburt geklagt werden. Ein Beispiel für auf der Fahrt zwischen Friedrichshagen und Köpenid ein befunden, daß Rohrlad als Redner aufgetreten fei. Ein Ent- folche Klage finden Sie Seite 219 Nr. 10 bes dem Arbeiterrecht angehängten Schleppdampfer der Brauerei Fürstenwalde. Vermutlich ist der laftungszeuge bekannte sich ausdrücklich als den Leiter der Ver- Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in der Bibliothek Trozdem erkannte das Gericht auf 50 Mart Alexandrinenstraße 16 aus. Greifenhagenerstraße. Sie haben recht. M. S. 100. Dampfer beim Durcheisen des Müggelsees beschädigt worden. Die fammlung. P. R. 17. 1. Ja. 2. Nein. Es genügt schriftliche Rohrlack als Reduer aufgetreten Bollmacht. Mannschaft fonnte sich in den auf die Notfignale herbeigeeilten Geldstrafe, weil 2.100. 1 Ja. 2 Sie fönnen Beschwerde beim Regierungs fei. Da N. jedoch als Redner gar nicht angeklagt war, Booten in Sicherheit bringen. M. B. 85. Ste fönnen verlangen, daß auch die präsidenten einlegen. wird das Landgericht als Berufungsinstanz das Urteil fassieren tranfheitszeit als Beschäftigungszeit im Zeugnis aufgeführt werde, freilich müffen. Grundsäglich interessiert die Ansicht des Gerichts, fann hinzugefegt werden, daß Sie während diefer Beit trant waren. daß auch die Erörterung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Ar- Möch. 1. Ja: Die Notariatsgebühren richten sich nach der Höhe des beiter auch nur einer Wertstelle öffentliche An Objetts: Die einseitige. Softentabelle fännen wir unmöglich abbruden. gelegenheiten" find. Also auch damit wird sich die Berufungs- 2 Auch die Gerichtstoften richten sich nach der Höhe des Objekts. 3. Ja. S. N. 30. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf Unterstügung, können instanz zu beschäftigen haben, sich aber an das Kriegsministerium, dem Mittel zur Verfügung gestellt sind, wenden. S. M., Große Frankfurterstrake. 1. Ja. 2. Nein. Aus der Frauenbewegung.... Wedding. Erbschaftsfragen laffen fich ohne Kenntnis, wann der Tod erfolgt ist, wo die Verstorbene thren Wohnsiz hatte, welchen Wohnsi Der Berliner Zweigverein der internationalen Föderation fie als ersten nach der Eheschließung hatte, ob der Ehegatte sein Wahlrecht richtete an den Bundesrat eine Petition, worin er ersucht, bei Revision ausgeübt hat usw., nicht beantworten. Sie thun daher beffer, gelegentlich pflicht tritt sofort ein, eine Schonzeit giebt es nicht. F. 7. Der Steuers su Ungunsten der Geschlechtskranten jetzt bestehen. Außerdem wünscht erheber darf Ratenzahlungen nicht bewilligen, das kann nur die Steuerdes Krankenversicherungs- Gesezes die Bestimmungen zu streichen, die in der juristischen Sprechstunde vorzusprechen R. A. 100. Die Steueraber die Petition, bei Geschlechtskrankheiten die obligatorische Kranken- deputation, an die Ihr Bruder sich schleunigst unter Darlegung der Vers R. 2. Ja. Hochstr. 48. haus Behandlung vorzuschreiben, insbesondere für die Angehörigen hältniffe wenden soll... 15. 1. Nein. der Nahrungs- und Genußmittelgewerbe( z. B. Bäder, Schlächter, 1. Die Berufung ist innerhalb einer Woche nach Verkündung, nicht nach Kellner, Kellnerinnen, Tabalarbeiter u. a. m.), sowie für Berufs- Bustellung des Urteils, beim Schöffengericht einzulegen. 2. Nein. 3. Ja. G. X. Es müßte ein schriftlicher Vertrag vorhanden sein. gruppen, welche, wie z. B. Barbiere, Friseure, Masseusen u. a. m. H. Sch. Schriftliche Antwort zu erteilen lehnen wir ab. 1. Der Wirt bei Ausübung ihres Berufs in nahe Berührung mit andern Menschen Räumung vollziehen tönnen. 2. Ja: Die Sachen haften für die gesamte, noch laufende Miete. Die Beiseiteschaffung der Pfändung unterworfener Sachen ist strafbar. Kulmstr. 32. Stellen Sie den Antrag, Ihnen die Jahreshilfe von 120 M. als Beteranen zu zahlen, beim Polizeipräsidiunt schriftlich. 23. M. 18. Wenn das zweite Kind in Preußen geboren war: nein. Former, Utrechterstraße. Ein solches Urteil ist nicht er: gangen. A. S. in F. Da müssen Sie sich schon direkt an den Pastor menden: eine gefeßliche Vorschrift über diese Frage besteht nicht. 5. G. 33. Das Einkommen der Frau wird mit dem des Manns zu sammen geschäst. Gewerbesteuer ist außerdent zu zahlen, wenn das Anlagefapital 3000 oder der Jahresgewinn 1500 M. übersteigt.- 3. Nein. Witterungsübersicht vom 20. März 1901. morgens 8 Uhr. Ein kleines unscheinbares Zettelchen sollte in einer DiebStahls- Anklage, die gestern gegen den Arbeiter Albert Bernide vor der achten Straftammer des Landgerichts I verhandelt wurde, Von dem Hirschbergschen das Haupt Ueberführungsstüd bilden. Lagerplaz in der Memelerstraße wurden in letzter Zeit wiederholt Bretter in nicht unbedeutendem Werte gestohlen. Ein Angestellter der Firma fab eines Tags nicht weit von dem Lagerplaß einen Mann einen Handwagen ziehen, auf welchem eine Anzahl Bretter Tagen. die Figur und die Gangart des bei der Hirschbergschen Firma Der Mann, den er nur aus einiger Entfernung fehen konnte, hatte beschäftigten Angeklagten. Anstatt dem Wagen zu folgen und seinen Berbleib festzustellen, begab sich der Angestellte nach dem Lagerplay und dort ergab sich die Thatsache, daß wiederum 8 Bretter im Werte von ca. 50 M. fehlten. Zum Transport derselben war, wie fich später ergab, offenbar ein Handwagen benutzt worden, der auf einem in der Nähe befindlichen Bauplatz stand. An Stelle des Wagens hatte sich daselbst ein kleiner, aus einem Notizbuch heransgeriffener Bettel vorgefunden, der folgende Worte enthielt:„ Ich habe mir den Wagen auf eine halbe Stunde geborgt. Gruß Albert". Die Thatsache, daß der Angeklagte gleichfalls Albert heißt, beranlaßte es, daß die Schrift auf dem Zettel der Begutachtung eines Schreib- Sachverständigen unterworfen wurde. Rechnungsrat Junge begutachtete im gestrigen Termin mit aller Bestimmtheit, daß nach seiner vollen lleberzeugung der Bettel weifellos von dem Angeschuldigten geschrieben sei, und führte eine Meihe Klassischer Mertzeichen dafür auf. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund dieses Gutachtens in Verbindung mit andren Indicien gegen den schon vielfach vorbestraften Angeklagten anderthalb jahre Zuchthaus. Der Gerichtshof trug doch Bedenken, vor wiegend auf Grund der Schriftvergleichung zu einem Schuldigspruch zu kommen und zog es vor, den Angeklagten freizusprechen. $ fommen. Berliner Kranten Unterstütungs: und Begräbnis Verein für Frauen und Mädchen( gegr. 1892). Heute abend 9 Uhr in den„ Armin hallen", Kommandantenftr. 20. Geschäftliche Sigung. Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen. Donnerstag, den 21. März, abends 8, Uhr, im Lofal von Bandau, Berlin C, An der Stadtbahn Nr. 5: Vortrag über„ Abstinenz und Arbeitslosigkeit". Briefkasten der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Servus 1900. Sprechen Sie mit dem Losungsschein in den Abend: stunden einmal auf der Redaktion vor. A. N. Die Walfisch- Ausstellung am Oranienburger Thor war im Jahre 1888. Massacko. Wir sehen feinen Grund, warum das nicht gefdjehen soll. A. R. Geschäfts Empfehlungen fönnen wir im Briefkasten nicht bringen = Zur Beleuchtung oftelbischer Anschauungen dient ein Straf prozeß, der gegen unfren Parteigenossen Stohrlad aus Berlin vor bem Amtsgericht zu Bromberg verhandelt wurde. Am 11. Seps tember v. J. hatten in Prinzenthal bei Bromberg zwei Bert G. Sch. Ihre Wohnung besteht aus 2 Zimmern nebst Zubehör( Laden tätten Versammlungen stattgefunden, in denen nur die rechnet nicht als Zimmer), muß daher am 1. April geräumt werden. Cohn- und Arbeitsverhältnisse der in den betr. Werkstellen beschäftigten pflegen aber in der Regel sie dennoch zu erfüllen.- B. Behr. Ja. Ausland. Eine dahingehende Verpflichtung haben die Konsuln nicht, Arbeiter besprochen, also teine öffentlichen Angelegenheiten verhandelt. 2. 62. Eine Reflamation wäre erfolglos: Die Miete ist nach dem vorden sind. Es war dem zufolge eine polizeiliche Anmeldung Gefeß nicht in Abrechnung zu bringen. Ferner ist zu Gunsten jedes noch Dieser Versammlungen nicht erforderlich. Trozdem nur den Arbeitern nicht 14 Jahr alten Kindes eine Summe von 50, nicht wie Ihrerseits an der betreffenden Firmen Zutritt zu den Versammlungen gestattet war, I genommen von 100 Mart, in Abzug zu bringen. Zwei Wettende. Sie Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß nein lieber Mann, unser Sohn, Bruder ind Schwager, der Dreher Otto Becker tufolge eines Unglüdsfalls plötzlich verstorben ist. Der Beerdigungstag wird näher bekannt gegeben.[ 204b Die tranernde Witwe. Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Montag, Danksagung. Teilnahme und die schönen KranzFür die vielen Beweise herzlicher spenden, die uns bei der Beerdigung unsres lieben Mannes und Baters Gottfried Reschke zu teil geworden sind, sagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten sowie dem Chef und dem Fabrik: personal der Firma Stobwasser unsern innigften Dant. 205b Friederike Reschke, gb.Runge, u.Sohn. Ich wohne jetzt ben 18. b.M., mittags, meine liebe Grau S., Oranienstr. 68, II. Anna Neunes nach langen Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24., nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi firchhofs aus statt. 2066 Die trauernden Hinterbliebenen Paul Neunes nebst Töchter. Kranken- und SterbeUnterstützungs- Kasse der Berliner Hausdiener. Am 17. d. Mr. verstarb unser Mitglied Dr. Curt Freudenberg, Tel.- Amt IV a, 7414. Urania beste, feinste Marke, Billige Preise. Wiederverkäufer gesucht. Urania- Fahrrad- Fabrik, Kottbus. Musikwerke Johann Boruschewski. felbftfpielenb mit auswechselbaren Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Donners: tag, ben 21. März, nachu. 3 Uhr auf dem St. Sebastian- Kirchhof, Reiniden: dorf, Humboldtstraße, statt. 195b] Der Vorstand. Centralverband der Former und Berufsgenossen. Platten, jowie Bithern, werden bei geringer Teilzahlung vergeben.[ 986* L. Kurzberg, Landsborgerstr. 13, Möbelstoffe! alle felten billig! Todes- Anzeige. auch Reste Gelegenheitskauf: Am 19. März cr. starb unser altes und treues Mitglied, der Former Franz Joswiak nach langen und schweren Seiden im Alter von 72 Jahren. Wir verlieren in ihm ein tüchtiges Mitglied, das trop feines Alters jederzeit zu unsrer Fahne gehalten hat. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. März, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der Sebastian- Gemeinde, Daldorfer Chaussee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 61/2 Die Ortsverwaltung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Otto Böhme Freie Volksbühne. Sonntag, 24. März: 4. Abteilung im Lessing Theater, nachm. 2% Uhr: La Robe rouge( Die Rächerin). Drama in vier Akten von Eugène Brieux. Deutsch von Dr. A. Berthold. Die 8. Serie der Vorstellungen beginnt am 31. März im Carl Weiss- Theater für die I. Abteilung. Zur Aufführung kommt: Der Biberpelz. Eine Diebskomödie von Gerhart Hauptmann. II. Oper( blaue Marken): Sonntag, 24. März, im Theater des Westens, 24 Uhr( Anfang der Verlosung 2 Uhr): Der Barbier von Sevilla. 229/3) III. Oper( gelbe Marken) 28. April. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Eugen Joachims Möbelfabrik Nene Königstraße 59, nahe Alexanderplatz. Großer Möbelspeicher. Specialgeschäft für fleine und mittlere Wohnungs- Einrichtungen. 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Für die zahlreiche Beteiligung bei Ber Beerdigung meiner lieben Frau fage ich allen Genossen, insbesondere dem Gesangverein Morgenrot meinen herzlichsten Dant. Martin Klose. ohne Wurzel: Entfernung! Garantiert schmerzlos! Zahn- u. WurzelOperat., Plomben etc. Langjährige Garantie. Teuzahlung Woche 1 Mart. Bruno Steffens, Neanderst. 21 Möbel- u. Bolsterwaren- Fabrik von A. Schulz, Reidenbergerstr. 5, 9739* empfiehlt Einrichtungen von 250 bis 10 000 m. Anerkannt gediegene Arbeit, billige Preise, coulanteste Zahlungsbedingungen. hübsche und geschmackvolle Wohnungs- Einrichtungen für 150 bis 10 000 r. zu liefern. 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