Nr. 30. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags: Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Pretsiffe ▾ für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern fprech- Anschluk: amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Freitag, den 5. Februar 1892. Befrogene Betrüger. Junter- Reaktion auf Kosten " Expedition: Benth- Straße 3. " der industriellen Groß- stehende Weser- 8tg." ins Album schreibt„ der ausbourgeoisie, deren Lugus man sich von oben eben nur des- gesprochene Zweck der Nationalliberalen war es, Bismarc Ein Schauspiel für Götter ist der Entrüstungs- und halb gestattete, weil sie der äußersten Rechten weit weniger immer noch die Hand zu bieten", deshalb zetern fie, und Beterchor, den die Nationalliberalen eben wegen des preu- fosten, als der bürgerlichen Mitte, so großes Geschrei stellen- deshalb ist ihr Jammer nicht ernst zu nehmen. Die Thatßischen Volksschulgesetzes aufführen. Niemand weise auch die Junker noch über die billigen Späße mit fache ist nicht wegzuleugnen, daß die Kartellpolitik eine durchschaut besser, als die Sozialdemokratie, den theatra- scheinbaren Reformen erhoben; es giebt halt auch unter den Volksvertretung geschaffen hat, in der die Konservativen mit lischen Pomp der überschwänglichen Geberden und weiß Junkern Politiker", die ihren besten Freunden manchmal den Ultramontanen die Getreidezölle verdreifachen und verrichtiger zu beurtheilen, weshalb es zuckt und reißt und stößt durch besonders bornirte Einsichtslosigkeit Beschwerden doppeln konnten" so schreibt die Weser- 3tg." auch noch, in den Gliedern des Nationalliberalismus innerhalb und machen. Hinter den kleinsten Konzessionen auf dem Gebiete und diejenigen, welche im Verein mit Bismarck und dem außerhalb des preußischen Landtages. Um die Volksschule des Arbeiterschutzes, der Steuergesetzgebung und der Nah- Zentrum das Volk betrogen, sind jetzt von der konsequenteren vor rückschrittlichem Einfluß zu bewahren, sie zu einer rungsmittel- und Industriezölle stand aber das Volk, das Reaktion so überlistet, daß man sie gar nicht mehr fragt, modernen Bildungsanstalt zu machen, aus der ein freies, dieselben eisern festhielt und kein Rütteln an denselben mehr wie regiert" werden solle. Daher die Thränen- betrogene vorurtheilsloses Bolt hervorgeht? Diese Lüge glaubt den erlaubte, so offen es der Reaktion auch zu verstehen gab, Betrüger! Nationalliberalen auch nicht ein ernsthafter Mensch im daß es ihr billiges Spiel durchschaue. Deshalb wagten die Die betrogenen Betrüger können aber vom Handwerk ganzen Deutschen Reiche, vom Rhein bis zur polnischen Nationalliberalen gegen diese Schnitte in das Fleisch des nicht lassen und versuchen mit ihrer Wuth über die eigene Grenze, und von den oberbayrischen Wäldlern bis zum Großbürgerthums noch nicht ganz laut zu murren. Da Täuschung wiederum Andere zu täuschen, was ihnen freilich niederdeutschen Bauer. Der Glaube, daß die National- kommt das Bolksschulgesetz, das lediglich der schwärzesten schwer gelingen dürfte. Diese Mannesseelen können selbst liberalen auch nur ein einziges Fingerglied für irgend eine Reaktion dient, das von den bisherigen Maßnahmen der für die eigene Herrschaft nicht mehr dauernd und standhaft freiheitliche Einrichtung rühren könnten, ist durch sie selbst neuen Aera" sich dadurch unterscheidet, daß es dem ganzen eintreten. Ihre Entrüstung ist hohler Theaterdonner, der gründlich ausgerottet. Bolt ins Gesicht schlägt, statt ihm auch nur eine kleine harmlos verhallt. Um wieder mit der Köln. Ztg." zu Wenn man aber desto sicherer auf eine nationalliberale Konzession zu bringen, und das infolge dessen sprechen:" Die nationalliberale Partei, deren sämmtliche Lüge trifft, je höher und idealer angeblich die Sache steht, im wirklichen Volk eine Beurtheilung findet, die sich Reduer erklärt haben, daß sie mit der Regierung an dem für welche gekämpft wird, so trifft man ebenso sicher das unter dem deutschen Preßgefeß vorläufig nicht nieder Grundsah der Konfessionalität der VolksRichtige, wenn man bei der Suche nach den wahren Beweg- schreiben und veröffentlichen läßt. Und da bekommen die schule, an der christlichen Schule, festhalten," gründen der Nationalliberalen so tief als möglich greift, Männer" des Nationalliberalismus erst den Muth, der diese Partei wird über kurz oder lang auch das neue Volks weit hinunter in den Pfuhl des Gewöhnlichen und Regierung, von der sie sich bisher ruhig haben stoßen lassen, schul- Gesetz ganz erträglich" finden, forveit sie als Partei der schmutzigsten Eigensucht. Und da findet man die Faust offen vor dem Gesicht zu ballen. Wo sie die überhaupt noch lange besteht, weil nur ein ver auch für die neuesten Manöver der National Masse des Volkes entrüstet wissen, da schreien sie endlich schwindender Theil von wenigen Ideologen sich nach liberalen die allein richtige Erklärung. Die Wuth offen ihren Schmerz nach oben, wie Schauspieler in an links abspalten kann, das Gros aber auf die über die verlorene Macht im Staate, der verbitterte scheinend leidenschaftlicher Pese: She empört das Bolt rechte" Seite fallen muß. Diese harmonische Ver Merger darüber, daß der neue Kurs die National mit Euren Dunkelmänner- Gesetzen"; und sie wollen doch söhnungsmusik, bei deren Klängen der Nationalliberalismus liberalen als politische Mollusken behandelt und sich weiter nichts sagen, als: Ihr macht Gesetze ohne uns, das sein letztes Füntchen bürgerlich- proßenhaften Selbstgefühls lieber auf eine innerlich und äußerlich reaktionäre Großbürgerthum; wißt Ihr nicht, daß der Geldsack erst opfert, klingt schon aus der Parteipreffe in entfernten Tönen Partei, wie das Zentrum, als auf ein undefinirbares gefragt werden muß, ehe etwas im Staate geschieht? Ihr heraus. Die„ Köln. 3tg." sagt:" Man kann es als eine Konglomerat von Elementen stützt, die zwar innerlich ebenso frevelt gegen seine heiligsten Rechte, Ihr regiert mit Juntern gesicherte Thatsache betrachten, daß die Regierung bereit ist, reaktionär sind, aber äußerlich als Liberale, als Freiheits- und Pfaffen allein, statt mit Bourgeois, Junkern und in der Schulfrage den gemäßigt liberalen Anschauungen helden erscheinen möchten und von dem Fluch der Lächer Pfaffen in schönem Verein, und diese Etikettenverletzung weitgehende 3ugeständnisse zu machen." Und lichkeit nichts merken, dem sie dabei verfallen-die ohn sollt Ihr büßen." So ist der Sinn der nationalliberalen die Weser Ztg." weiß es noch besser, daß für den mächtige Wuth über diesen naturgemäßen und außer Entrüftung. So versteht man die Kölnische Zeitung" Augenblid nicht zu hoffen ist, daß die ordentlich gesunden Gang der Dinge ist es, welche die kon- richtig, wenn sie überschäumt vor Schmerz, daß das ver- nationalliberale Partei sich als geschlossene fusen Nationalliberalen jetzt rein toll macht und sie die trauensvolle Verhältniß zwischen den Nationalliberalen und Truppe der alten Ansicht( von freiheitlicher lächerlichen Sprünge aufführen läßt, denen wir mit Be- den Konservativen der Vergangenheit angehört." So Handelspolitik zc.) wieder zuneigt." Nein- geschlossene hagen zusehen. Und daß diese närrische Enttäuschung über beurtheilt die ultramontane Kölnische Volkszeitung" ihre Truppe": Das wäre zu viel verlangt von diesen Helden eine unwiderbringlich verlorene Position gerade beim Schul- Pappenheimer richtig, wenn sie schreibt: Das ist der des Wortes und Schwächlingen der That. Einzelne mögen gesetz zum rabiatesten Ausdruck kommt, ist ebenfalls kein Aerger, daß die Regierung ein Gesetz vorgelegt hat, welches zaudern, sich sträuben das Gros wird in absehbarer Bufall. Sie haben schon geknirscht, die Nationalliberalen, allenfalls auch vom Zentrum angenommen werden kann, so Beit das Joch der junkerlichen und pfäffischen Reaktion auf seitdem der neue Kurs" da ist. Die erbärmliche Arbeiter daß die Hilfe der Nationalliberalen entbehrlich ist; hätte sich nehmen und sich sagen, daß diese ja schließlich die schutz- Reform der neuen Aera, die neue Steuergesetzgebung die Regierung von vorn herein erklärt, daß sie auf die großbürgerlichen Interessen in der Hauptsache, gegen die mit ihren Halbheiten und die nichtssagende Ermäßigung Mitwirkung der Nationalliberalen unter feinen Umständen Sozialdemokratie, mit schützt diesen Lockbissen hat ja einiger Bollfäße, namentlich der industriellen, haben sie schon verzichten wolle, so würden sie sich sofort bereit erklärt Herr von Caprivi schon am Beginn der Schuldebatten ausdie Faust in der Tasche oder wenigstens hinter dem Rücken haben, selbst das Gesetz mit den„ Reaktionären" der Rechten geworfen. Konservative Stimmen kommen heute schon den ballen lassen. Schon diese Gesetze bedeuteten alle mit zu Stande zu bringen." Hier sind die hohlstimmigen Betrogenen mitleidig entgegen und meinen versöhnlich, wie einander kleine Schnitte in das Fleisch derjenigen bürger- Deklamatoren richtig erkannt. Weil sie um ihre das Dresdener Allerweltsblatt:" In der Hitze des Gefechtes lichen Schichten, die sich noch nationalliberal nennen; sie Mitherrschaft im Staate betrogen wurden, und ist die an die Nationalliberalen ertheilte Absage vielleicht bedeuteten bereits Spielereien der echten zielbewußten zwar verdientermaßen betrogen, verdientermaßen betrogen, wie ihnen die nahe- etwas schärfer ausgefallen, als ursprünglich beabsichtigt Feuilleton. Macbrud verboten.] [ 30 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3. Büchern von A. Otto Walster. " Professor Birnenmann?" fragte Hanke verwundert, ist das nicht der Redakteur der Allgemeinen Zeitung"?" „ Ganz recht, unseres Hauptorgans und Bahnbrechers." " Nun da muß ich Ihnen doch sagen, Herr Doktor, daß dieser Herr bei uns nicht sehr in Ansehen steht, da er sich stets als Feind des Arbeiters gezeigt hat." „ Sie meinen wahrscheinlich die Allgemeine Zeitung," meine Herren." " Ganz recht; die er redigirt." " Ja, meine Herren, das ist etwas ganz Anderes, das Es drängen fich fo Biele in die Partei, die in derselben dürfen Sie so nicht auffaffen. Mit dem Zeitungswesen ist weiter nichts als ihren persönlichen Ehrgeiz zu befriedigen es eine ganz besondere Sache, die wird nach den Weifungen suchen. Als wenn es einen edleren, höheren Ehrgeiz geben des Eigenthümers redigirt. Da kann man den Redakteur fönnte, als den: innerhalb seiner Partei zu siegen oder zu nicht verantwortlich machen." fallen!" Er vertritt doch die Sache mit seinem Namen?" " Das ist die Wahrheit," meinte Hanke. " " H Sehen Sie, meine Herren, da ist zum Beispiel der Das muß er wohl, und in vielen Fällen kann Dr. Benjamin, ein Mann, der überaus schöne Worte zu er es auch. Aber bei Arbeiter Angelegenheiten gerade Wollte machen versteht. Wenn es aber einmal gilt, ein Opfer zu spricht der Geldsack ein Wörtchen mit d'rein. bringen, und sollte es auch nur im Zurückdrängen seiner Professor Birnenmann da auf seinem Kopf bestehen, so würde Wünsche bis zu einer gelegeneren Zeit beſtehen, dann ist er ſeine Stelle verlieren und wir gingen bdamit der Genichts mehr anzufangen mit ihm." legenheit verlustig, so unter der Hand noch etwas Gutes zu Das wäre unsere Sache nicht," bemerkte Hanke. Meine auch nicht," meinte Raffmaus mit einem Aus " Herr Dr. Benjamin war nie ein Freund der Arbeiter, bas wissen wir recht wohl", bemerkte ein Mitglied der Deputation. bewirken." " " dem Hintergrunde zurück, während sich um Raffmaus die Häupter der liberalen Parteien zu schaaren begannen. Die achte Stunde hatte geschlagen, und zu dieser Zeit erschien der Saal von oben bis unten gefüllt. Ein Meer von Stimmen brauste in seltsamem Gewirr durcheinander. Hier und da ertönte auch schon der Ruf: Anfangen! Anfangen!" Endlich begaben sich die Einberufer auf die ihnen refervirten Plätze, und Dr. Raffmaus bestieg, von einigen Komiteemitgliedern begleitet, die Tribüne, wo er die Glocke zur Hand nahm. Bei seinem Auftreten. legte sich das Geräusch der Stimmen, so daß das Läuten der Glocken überall im Saal vernommen werden konnte. Nach und nach trat die gewünschte Ruhe und Stille ein und Aller Augen richteten sich auf Dr. Raffmaus, welcher mit fester, vernehmlicher Stimme begann: Meine Herren, die Einberufer dieser Versammlung haben mich beauftragt, die Versammlung zu eröffnen und Ihnen zugleich in Ihrem Namen den herzlichsten Dank für Ihr so überraschend zahlreiches Erscheinen an diesemOrte auszusprechen. Sie Alle, meine Herren, kennen die Veranlassung zu unserem heutigem Zusammenkommen. Durch den Tod des Herrn Heldmann ist der Platz eines Vertreters dieser Stadt bei der Landesvertretung neu zu besetzen. Als es sich damals " Ja, und sehen Sie, meine Herren, gerade jetzt, da es druck von Treuherzigkeit, das können Sie mir glauben, um die Wahl des Herrn Heldmann handelte, war unsere gilt," einen entschiedenen Mann des Fortschritts in die meine Herren. Aber es iſt eines von den schweren Opfern, Partei durch die Konservativen geschlagen worden, zum Rammer zu entfenden, um wertvolle nationale Güter zu die ein freifinniger Mann zu bringen gezwungen ist, damit großen Schaden der Freiheit und des Fortschritts. Unseren erringen, jest brängt sich Dr. Benjamin vor und will nur etwas gerettet werde." energischen Bestrebungen ist es gelungen, einen lebendigeren absolut in die Kammer gewählt werden, obwohl er fich Das Gespräch wurde hier durch andere Personen, politischen Sinn im Publikum zu erwecken. Besser gerüstet, doch sagen könnte, daß unser Kandidat, Herr Professor welche näher traten, unterbrochen. Der Saal begann sich denn je, stehen wir da, um die Wahlschlacht fiegreich durchBirnenmann, viel gediegenere Kenntniffe, als er, besitzt." allmählich zu füllen. Die Buchdrucker zogen sich mehr nach zukämpfen. Es ist unbedingt nothwendia daß wir der war." Schuldebatten! Zu den jüngsten Verhaftungen von Sozialdemokraten in Berlin" b) " verwaltung: Caffel. ..• . . ⚫ je 2,50 M. je 0,44 " " So wird sich's ja machen! Man hat dann im nicht nur Oppositionelle, sondern die Fraktion, welche die Sache Dem preußischen Abgeordnetenhaufe ist der Ents neuen Bunde allerdings nichts mehr mitzusprechen, aber die doch einmal nicht ändern konnte, ließ auch ihre Anhänger in wurf eines Gesetzes, betreffend die Rosten töniglicher PolizeiSache hat sich dann wenigstens für die Nationalliberalen die Organisationen eintreten. Im Wahlkreise des Herrn Singer verwaltungen in Stadtgemeinden zugegangen: auf die vortheilhaftefte Seite gewendet, die zu erreichen war: ert- ämpfte sich sogar die Fraktion eine Mehrheit der Ber Der Gesezentwurf bestimmt, daß der Staat in den man hat sich betrügen laffen, aber man betrügt desto toller wo man fast eine Woche lang gegen Etwas zu Felde zog, bessen jenigen Stadtgemeinden, in welchen die örtliche Polizeibeſto trauensmänner". 63 kam nunmehr der Erfurter Barteitag, gemeinsam mit den Kleritalen und Konservativen das Volk Name nicht ausgesprochen wurde. Jeder Theilnehmer des verwaltung ganz oder theilweise von einer königlichen Beweiter. Das ist das Programm der Zukunft trotz allen Stongresses wußte, daß die sogenannte Opposition die hörde geführt wird, der Staat alle durch diese Berwaltung Geheimorganisation der Berliner Genossen war, welche entstehenden Ausgaben einschließlich der Kosten für das auch bereits in Magdeburg und Hamburg eine Nachahmung Nachtwachtwesen bestreitet, und daß zu den Ausgaben nach gefunden hatte. Und wenn die Herren Werner und Wild- Maßgabe der Kopfzahl der Zivilbevölkerung jährlich beiberger wiederholt erklärten, die Opposition habe sich noch tragen: nicht als Partei zusammengeschlossen, so sprachen sie damit aus, a) die Staatgemeinde Berlin. aß jene geheimen Organisationen auch noch Parteigänger der Fraktion umfaßten. Nachdem nun aber die Genannten auf dem Barteitage ihren Austritt offen erklärt hatten, folgten ihrem Bei- von den übrigen Stadtgemeinden mit königlicher Polizeispiel auch die Mehrzahl der Mitglieder der inneren Organisation werden der Kreuz Zeitung" von unterrichteter" Seite Ent- im fünften und sechsten Wahlkreise, d. h. die fraktionstreue Minder- e) diejenigen mit mehr als 75000 Einwohnern je 1,50 M. hüllungen gemacht, die uns in ihrer Hauptsache nichts Neues heit zog sich aus den Konventikeln zurück, so daß die Opposition d) diejenigen mit 25 000 bis 75 000 Einwohnern je 1,10 bieten, die uns aber um deswillen interessant sind, weil sie die unter sich blieb. Jm vierten Wahlkreise, wo die„ Singer'schen" e) diejenigen mit weniger als 25 000 Einwohnern je 0,70 Erwägungen zeigen, welche die Behörden beim Eingreifen die Oberhand hatten, trat die Opposition aus und bildete eigene für den Kopf der Bevölkerung. und beim Gewährenlaffen der anarchistischen Propaganda" leiten, Klubs. So steht man also vor der Thatsache, daß die AufNach der Kreuz Beitung" wäre hier der Maßstab geltend, ob hebung des Sozialistengesetzes die Geheimorganisation der In der Begründung wird eine große Vermehrung der eins oder das andere die sozialdemokratische Bewegung mehr Sozialdemokratie nicht befeitigt hat. Die Sozialdemokratie be- Polizei angekündet. So wird für Berlin allein die Neuschädige oder fördere. Wir geben den Artikel der Kreuz- reitet die Revolution vor, und hierzu braucht sie das Mittel des Anstellung von 20 Polizei- Offizieren, 51 SchuhmannsZeitung" wieder, eine furiofe Mischung von Wahrheit Geheimbundes, ob ein Sozialistengesetz besteht oder nicht. So ist Wachtmeistern und 902 Schuhmännern, für die übrigen 21 und Dichtung, welche die Polizeimache deutlich erkennen auch der Verein der unabhängigen Sozialisten" nur zusammen Städte die Neu- Anstellung von 2 Polizei- Juspektoren, 15 läßt. Der Artikel zeigt, daß es wieder start putttamert, getreten, um die Deffentlichkeit irre zu führen. Die Herren Polizeikommiffarien, 95 Schutzmanns- Wachtmeistern und und daß die alten Gewährsmänner der Buttfamerei à la Jhring waren längst in ihren Klubs organisirt, in denen sie die regel- 1017 Schußmännern in Aussicht genommen. Hierdurch Mahlow in ungeschwächtem Eifer thätig sind. Die Dumin- mäßigen Beiträge sammelten und die anarchistisch- revolutionären würde für Berlin eine Mehrausgabe von 1662 578 m., schlauheit ist jedenfalls die alte. Die Denunziationslust sucht Schriften verbreiteten. Vor allem find es die„ Autonomie", man zu würzen durch etwas Antisemitismus, der die ganze Go- herausgegeben von den Londoner Anarchisten, und" die Schriften für die übrigen 21 Städte mit fgl. Polizeiverwaltung eine zialdemokratie der historischen Entwickelung wie den thatsächlichen Strapottins, welche die geistige Nahrung dieser Kreise bilden. Mehrausgabe von 1836 638 M. entstehen. Man sieht, die Verhältnissen zuwider als etwas von Singer Gemachtes, von Sodann aber fühlen sich dieselben doch auch verpflichtet, gegen Sparsamkeits- Rücksichten, wie sie bei Post, Eisenbahn, Singer Bezahltes und von Singer Regiertes hinftellt. Etwas über der trägen Thatenlosigkeit der sozialdemokratischen Reichs- Unterrichts- Verwaltungen und anderen weniger nützlichen weniger schlau, wäre auch etwas weniger dumm. Ebenso verhält tags- Abgeordneten, welche sie so rücksichtslos bekämpfen, nun auch Dingen gelten, treten, wo es sich um Militär- und Polizeies sich mit dem Versuch, das Fortbestehen einer Geheimbündelei selbst zu Thaten" zu schreiten. Und darin findet man nunmehr Verwaltung handelt, start in den Hintergrund. glaubhaft zu machen, wobei der Hokuspokus getrieben wird, die den Schlüssel zu den Verhaftungen der neueren Zeit. Man halte " Frattion" mit ben Unabhängigen" und diese mit nur dagegen die verstärkte Thätigkeit, welche gerade in den letzten Den Anarchisten" nach Belieben durcheinander zu mischen Wochen die Anarchisten in London und Chikago, in Spanien und durcheinander zu wirren, vor allem aber alles, was und Südfrankreich entwickelt haben, so wird man auch nicht anarchistischen Ursprungs fein fönnte und sich vielleicht nur auf überrascht sein dürfen, wenn die nächste Zeit einige Ent Lodspigelei aurückführen ließe, zu verwischen. hüllungen über die revolutionären Pläne der hiesigen„ Radikalen" bringen wird. Das Schriftstück, das besonders in seiner zweiten Hälfte, unter dem Schein des Eingeweihtseins ein einziges Gemisch von Lügen und Denunziationen bildet, lautet: Das jezige Einschreiten der Berliner Vollziehungsbehörde gegen die Umtriebe der Radikalen und Revolutionäre ist das Ergebniß Die Komödie des Zweifels hat aufgehört die Echtheit des Erlasses über die ungeheuerlichen Mißdirekt oder handlungen unserer Soldaten wird allseitig indirekt zugestanden. Nur daß die Blätter, welche das System des Militarismus zu vertheidigen haben, von ihrer Verblüffung noch nicht zurückgekommen sind und noch nicht den Muth oder die Besonnenheit gefunden haben, offen und rückhaltlos Farbe zu bekennen und Stellung zu nehmen. Für die ist, und was er nicht ist, liegt die Sache allerdings auch nicht so einfach, wie für den spießbürgerlichen Libe ernster Berathungen an maßgebender Stelle. Daß diejenige Pro- Politische Leberlicht. Militärs von Fach, welche wissen was der Militarismus Berlin, den 4. Februar. Es soll hiernach der§ 300 lauten: in Betracht zu ziehen haben. $ 300. paganda, welche feit Aufhebung des Sozialistengesetzes von zelnen Kreisen der Jungen" betrieben wurde, in mehr als einer Hinsicht mit den Bestimmungen des gemeinen Rechts in offenbarem Widerspruch Die Rechtsbelehrungen des Schwurgerichts- Präsidenten ralismus, der die Sache mit ein paar Phrasen über stand, war der Behörde feineswegs unbekannt; Brausewetter haben die freisinnigen Abgeordneten die Nothwendigkeit des öffentlichen Militärs doch verhinderten bisher zwei Gesichtspunfte ein Einschreiten. Mundel und Träger veranlaßt, zu dem vom Abgeordneten Gerichtsverfahrens abthun zu können glaubt. Die Regierung wünschte, daß der Gesammtheit der Sozial- Dr. Reichensperger im Reichstage eingebrachten Gesetz- Der Militär von Fach weiß, genau so gut wie wir demokraten eine Zeit lang volle Bewegungsfreiheit gelaffen werde, entwurf über Abänderungen und Ergänzungen des Gerichts- es wissen, daß die Greuel, gegen welche der Erlaß des damit die Deffentlichkeit in den Stand gesetzt werde, die wahre verfassungs- Gesetzes sowie der Straf- Prozeßordnung, folgende Höchstkommandirenden der sächsischen Armee sich wendet, fennen. Andererseits würde ein Borgeben gegen 377 Nr. 8 der Straf- Prozeßordnung zu beantragen: Geſtalt und die Endziele der revolutionären Bewegung zu er- Menderungen beziehungsweise Zufäße zu den SS 300 und die radikalen Clemente nur der sozialdemo tratischen Hauptleitung einen Dienst erwiesen haben. Die Behörde hätte alsdann die Aufgabe gehabt, Herrn Singer die unbequemen Schreier vom Halfe zu halten, und jebe Organisation von Personen zu unterdrüden, welche in Unbotmäßigkeit der sozialdemokratischen Fraktion gegen über verharrten. Ein ähnlicher Zustand hatte bereits in Defters reich Play gegriffen, wo das gegen die Anarchisten erlassene Ausnahmegefch hauptsächlich den Erfolg gehabt hatte, dem Juden. Adler die unbestrittene Führerrolle innerhalb der sozialistischen Arbeiterbewegung zu sichern. Allmälig nahmen jedoch die Ber hältnisse in Berlin eine Gestalt an, welche eine völlige Zurüc haltung der Behörden nicht zulässig erscheinen ließ. Die Reichstags Fraktion der Sozialdemokraten hatte die Forderung gestellt, daß mit Ablauf des Ausnahmegesebes sich die sogenannte innere Drganisation der Berliner Parteigenossen auflöse. Es dauerte jedoch vier bis fünf Monate, ehe diese Weifung befolgt wurde, nachdem im Innern der Partei die heftigsten Kämpfe durchgefochten waren. Im sechsten Wahlkreise fügte man fich überhaupt niemals, denn dort blieb das aus den Hauptleuten" der Bezirke gebildete Kreiskomitee ununterbrochen bestehen. Das leidenschaftliche Anfämpfen einzelner Abgeordneter gegen die Widerspenstigen" bezog sich ja auch nicht auf die damals noch feltenen Berlautbarungen in der Oeffentlichkeit, sondern auf die geheime Organisation der Berliner Genossen", welche schon seit den Reichstagswahlen von 1887 der Fraktion gegenüber Oppofition gemacht hatte. Sobald nun aber der Abg. Bebel im vorigen Jahre das verhängnißvolle Wort vom Hinausfliegen" aus gesprochen hatte, trat die ,, innere Organisation" wieder in Thätig feit; zuerst im fechsten, dann im vierten und endlich auch im fünften Wahlkreis. Allerdings waren die Mitglieder derfelben Reaktion, welche ihr Haupt immer frecher zu erheben be ginnt, ein geharnischtes Bis hierher und nicht weiter!" zurufen!" Bravo, bravo!" rief es hier von allen Seiten des Saales, denn Herr Musselich hatte sich mit dem Taschen tuche über die Stirn gestrichen; die Schreiber und ihre Freunde erhoben das Schlachtgeschrei und der größte Theil der Anwesenden stimmte lebhaft ein. Der§ 377 zählt die Gesegesverlegungen auf, auf Grund deren die Revision stattfindet. Die Nr. 8 soll nach dem Antrage lauten: innerhalb des Rahmens des Militarismus nicht gänzlich beseitigt werden können; und daß, wenn wirksame Bürgschaften humaner Behandlung unferer Soldaten geschaffen werden sollen, eine vollDer Vorsitzende belehrt, ohne in eine Würdigung der Be- ständige Umgestaltung unseres ganzen weise einzugehen, die Geschworenen über die rechtlichen Ge- Mehrwesens unerläßliche Bedingung ist. fichtspunkte, welche sie bei Lösung der ihnen gestellten Aufgabe Angesichts der außerordentlichen Tragweite der durch Der Inhalt der Rechtsbelehrung oder die Veröffentlichung des Erlaffes brennend gewordenen Frage, eines bestimmten Theils derselben ist auf ist das Wie? der Veröffentlichung höchst nebensächlich. Antrag in das Protokoll nieberzuschreiben. Wenn von Vertrauensmißbrauch", Vertrauensbruch" Im Uebrigen darf die Belehrung des Borsigenden von u. f. w. in Bezug auf die Veröffentlichung des Altenfeiner Seite einer Erörterung unterzogen werden. stücks durch unser Blatt gesprochen wird, so find das haltlose Redensarten. Vertrauensbruch hin, Bertrauens bruch her, die Person, gleichviel wer sie sei, welche die Veröffentlichung ermöglichte, hat sich wohl verdient gemacht um das Vaterland und um unsere Brüder und Söhne, die in der Armee ihre Blutsteuer" zu entrichten haben. Die Veröffentlichung des Attenstücks ist außerdem der größte Als eine solche unzulässige Beschränkung Dienst, der dem Urheber desselben geleistet werden ist es auch anzusehen, wenn in der Hauptver fonnte. Ohne die Veröffentlichung würde es zweifellos handlung vor dem Schwurgericht der Bora figende die Grenzen der Rechtsbelehrung über: feinen Zweck ebenso gründlich verfehlt haben, wie die zahlfchritten oder eine unnöthige Rechtsbelehrung reichen Erlaffe ähnlichen Inhalts, die seit Menschenaltern vorgetragen hat, ebenso wenn der Antrag auf sich periodisch wiederholten. Niederschreibung der Rechtsbelehrung oder Die öffentliche Meinung ist eine stärkere Macht als die eines Theils derfelben unzulässiger Weise des Höchstkommandirenden der sächsischen Armee und der abgelehnt ist(§ 300 St.-P.-D.). Höchstkommandirenden aller übrigen deutschen und sonstigen Armeen zusammengenommen sie wird mittel und Wege zur Rettung unserer Söhne und Brüder vor solch schmachvollen und verbrecherischen Praktiken finden was freilich wenn die Bertheidigung in einem für die Entscheidung wesentlichen Punkt durch einen Beschluß des Gerichts unzulässig beschränkt worden ist. Die Stellen, welche einen Zusatz zu den bisherigen Beſtimmungen bilden, haben wir durch gesperrten Satz hervor gehoben. " Lauter, lauter!" erscholl es von Neuem. Bum Teufel, so schreien Sie doch, Herr Tieftrunt!" rief Raffmans hinter ihm. " Ich habe den Anfang vergessen," jammerte dieser zurück. Schriftführer Herrn Dr. Benjamin annehmen zu wollen, was denn auch ohne Weiteres geschah. Nachdem dieses erste wichtige Geschäft vorüber, verlor sich die Schüchternheit Rollmann's, und mit ziemlicher Würde ertheilte er hierauf Herrn Sekretär Dr. Lutz als Berichterstatter das Wort. Dr. Raffmaus rieb sich die Hände vor Bergnügen, daß alle Dinge den von ihm vorgeschriebenen Lauf genommen hatten. Er wechselte mit Dr. Benjamin einen nicht eben freundlichen, aber bedeutungsvollen Blick, warnte den Möbelfabrikanten, der sich bereits nach dem Büffet verfügt hatte, vor allzureichlichem Genuß von Grog und Glühwein, welche beiden Sorten hißiger, Getränke Rollfuß abwechslungsweise probirte, und nahm dann seinen Siz an der Seite des Präsidenten ein. In " Ich glaube der Versammlung keinen besseren Vorschlag machen zu können," flüsterte ihm Raffmaus zu. " Ich glaube der Versammlung keinen besseren Vorschlag " Meine Herren," fuhr Haffmaus mit erhöhterem Muthe machen zu können," schrie nun Tieftrunk mit Löwenstimme und Lauterer Stimme fort, diesmal gilt es nicht nur, und drehte sich dann mit triumphirender Miene zu Raff einen Vertreter zu wählen, der die errungenen Güter maus unt. der Freiheit mit seinen besten Kräften vertheidigt, sondern einen, der auch auf der freiheitlichen Bahn Fortschritt," flüsterte Raffmaus weiter. Als einen der entschlossensten Führer für Freiheit und weiter fortschreitet, denn noch sind viele unschäzbare Güter zu erkämpfen, noch immer fann sich die Regierung Aufwand von Lungenkraft und wollte sich dann zurückziehen. Der Weinhändler wiederholte diese Worte mit demselben nicht entschließen, dem mündig gewordenen Bolle gegenüber Aber Raffmans hielt ihn von hinten feft und flüsterte: mit unseren Lesern verderben würden, wollten wir die sechsWir find fest überzeugt, daß wir es für ewige Beifen ihr Bevormundungssystem aufzugeben, noch immer hält sie und wen könnten Sie da beffer wählen, als den Mann, feft an ihrem Bestätigungsrecht bezüglich der gewählten Mit ber mit eiserner Konsequenz in den Stadtverordneten viertelstündige Rede des Sekretärs Dr. Luz auch nur im glieder unserer städtischen Oberbehörden, lähmt sie die Ver- Sigungen für die Verbesserung der Volksschule gewirkt hat? Auszuge mittheilen. Ju wohlgesetzten Worten wies der waltungsthätigkeit der Gemeinden, und noch heute sehen wählen Sie daher diesen Manu, meine Herren, als Zeichen Redner nach, wie nothwendig die vom Dr. Raffmaus mit wir eine Polizei durch unsere Straßen schreiten, die der der Anerkennung, die ihm seine Mitbürger für seine raft- Furzen Worten frizzirten Reformen geworden, wie vorStaatsregierung und nicht der Stadt verantwortlich losen Reformbestrebungen entgegenbringen. Wählen Sie finthfluthig, sozusagen, der Standpunkt der konservativen ift, welche sie doch aus ihrem Säckel bezahlen den Herrn Kaufmann Friedrich Rollmann!" Staatsregierung in einer Zeit erscheinen müsse, in welcher muß. Auch fonft wohin wir blicken mögen, der Ruf nach Autonomie der Gemeinden in allen forterkennen wir die Nothwendigkeit, einen entschiedenen, Diese Worte wurden faft gleichzeitig von Raffmaus geschritteneren Ländern Beachtung gefunden muthigen und bewährten Vorkämpfer des Fortschrittes in zugeflüstert und von Tieftrunk in die Versammlung hinein- felbst durch Sinweis auf gewisse Einrichtungen im die Landesvertretung zu wählen. Doch dies nur im Voraus gerufen. Jetzt fuhr sich Herr Muffelich mit dem Taschen- barbarischen Rußland seine Rechtfertigung finde. Möge bemerkt. Meine Pflicht ist es jetzt, die Versammlung zu tuche über die Stirn, und alsbald ertönten die Bravorufe die Staatsregierung sich auf die Geschäfte des Staates bitten, sich einen Vorsitzenden zu wählen, der die Debatten von Nenem. und die allgemeinen Handelsangelegenheiten beschränken," Leite. Wünscht vielleicht Jemand das Wort hierüber zu Dr. Naffmaus trat wieder vor und meinte: Schloß er: Da hat sie des Nothwendigen genug ergreifen? Sie? Herr Tieftrunt? Meine Herren, Herr Ein anderer Vorschlag ist nicht laut geworden, und zu thun. Oder meint sie, daß es in unserer Stadt der Tieftrunk hat das Wort!" so erlaube ich mir, die Versammlung zu fragen, ob Jemand Intelligenz nicht genug gebe, so daß sie mit ihrer StaatsDer unglückliche Weinhändler, welchem kein Wunsch gegen die Wahl des Herrn Rollmann zum Vorsitzenden weisheit aushelfen müsse? Sie wird es selbst nicht Wort ferner lag, als ber, das Wort zu ergreifen, wankte nach etwas einzuwenden hat? Dies scheint nicht der Fall zu bem Rednerplatz und begann mit unsicherer, taum hörbarer sein, und so habe ich nur noch Herrn Rollmann einzuladen, den Präsidentenplag einzunehmen." Stimme: Nicht ohne einige Schüchternheit trat der Erwählte vor und bat die Bersammlung, nachdem er vorher geziemend seinen Meine Herren, Sie wiffen,..... Sie haben ohne Dank für die ihm angethane Ehre ausgesprochen, als ftell " Meine geehrten Herren!" Lauter, lauter! erscholl es von allen Seiten. es ist. " Zweifel. vertretenden Vorsitzenden Herrn Dr. Raffmaus und als und haben wollen, barum laffe sie uns Herr sein in unserem eigenen Hause." Der Redner erntete mit seinen gründlichen Darlegungen wiederholt rauschenden Beifall, der sich zum Schlusse verdoppelte. ( Fortsetzung folgt.). «ut auf Kosten des Militarismus geschehen kann. Nicht wird, entsprechend deni lästerlichen Heidenwort üat justitis pereat mundus,*) die Losung sein: . Der Militarismus muß seinen Laus haben, geht auch jk Welt darüber zu Grunde, sondern: Ter Menschlichkeit muß ihr Recht werden, und �eht auch der Militarismus zu Grunde! Und er wird an diesen Enthüllungen, und an den weiteren, die ihnen folgen werden, sicherlich zu Grunde Lhen.— Ehe wir das Thema verlassen noch eine Bemerkung: Hätte ein Batt diese— jetzt amtlich festgestellten— Greuel veröffentlicht, so würde unfehlbar eine Anklage, und ebenso unzweifelhaft eine Vernrtheilung wegen— nun, wegen irgend eines beliebigen Paragraphen des Strafgesetz- buchs— erfolgt sein. Jetzt läßt sich nicht mehr leugnen.— Den Erlast des Prinzen Georg zu Sachsen giebt jetzt auch die Münchener„Allgemeine Zeitung" wieder und knüpft an denselben folgende Bemerkung: Die Bemerkungen des fürstlichen Kommandeurs über das militärische Gerichtsverfahren, die selbst von solcher Stelle aus angezweifelte Partei! osigkeit des letzteren, machen nicht nur die Nothwendigkeit der Reform zu einer dringen- den und unmittelbaren, sondern fallen schwer zu Gunsten der Oeffentlichkeit des Verfahrens in das Gewicht, da die Bekanntgabe der zu nachsichtig gefaßten Urtheile nach solchen Vorgängen nicht als genügend angesehen werden kann. Zu dem von uns schon gekennzeichneten Artikel der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" sagt sie: Wenn das genannt- Blatt„nicht versteht", was man sich von dieser Veröffentlichung für die Reichstags- Verhandlungen über den Militäreiat verspreche, so werden die Verhandlungen, speziell beim Kapitel des MilitSr-Justizwefeits, wohl die Ant- wort aus diese Frage geben. Die„Leipziger Zeitung", das sächsische Regierungsblatt, wird noch immer verhindert, den Erlaß zu veröffentlichen, da ihr die Ausklärung über die Echtheit desselben auch heute noch fehlt.— „Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", die mit ihrer Auffassung des Erlasses in der gesammten Presse allein steht, druckt in der heutigen Abendnnmmer denselben ab, um uns zu zeigen, daß sie keine Gründe habe, ihn zu unterdrücken. Sie hielt denselben nur nicht für„etwas o Außergewöhnliches." Zum Beweis hierfür druckt sie einen vor 2 Jahren bereits vom Kaiser aus- gehenden Erlaß ab. Derselbe lautet: Ich habe aus de» mir von den kommandirenden Generalen eingereichten Nachweisungen über die Bestrafungen wegen Miß- Handlung Untergebener ersehen, daß die Bestimmungen der Ordre vom 1. Februar 1843 noch nicht durchweg in dem Geiste aufgefaßt und gehandhabt werden, in dem sie gegeben worden sind. In meiner Armee soll jedem Soldaten eine gesetzliche, gerechte und würdige Behandlung zu Thcil werden, weil eine solche die wesentlichste Grundlage bildet, um in demselben Dienstfreudigkeit und Hingebung an den Berus, Liebe und Ver- trauen zu den Vorgesetzten zu erwecken und zu fördern. Treten Fälle von fortgesetzten systemalischen Mißhandlungen Unter- gebener hervor, so haben mir die kommandirenden Generale bei Einreichung der Nachweisungen zu berichten, welchen Vor- gesetzten die Verantwortung mangelhafter Beaufsichtigung trifft und was ihrerseits gegen denselben veranlaßt worden ist. .HL? hafxn hitwfld) das Erforderliche.zil.AM»lasfim-«Ml. dea kommandirenden Generalen auch die Bemerkungen, zu welchen mir die letzten Nachweisungen Anlaß gegeben haben, zugehen zu lassen. Berlin, den 6. Februar 1890. Wilhelm. An den Kriegsminister. Die„Norddeutsche" scheint vollständig kopflos geworden zu sein. Sie hielt den Erlaß des Prinzen für nichts so Außergewöhnliches, sie fragte ganz erstaunt, wie derselbe bei den Berathungen des Milttaretats überhaupt in Beachtung kommen könne, und jetzt beweist sie durch Beröffentlichung des kaiserlichen Erlasses gerade die unabweisbare N o t h w e n d i g k e i t, die geschilderten Soldatenschindcreien im Reichstage zur Erörterung zu bringen. Der Erlaß des Kaisers rührt vom 6. Februar 1890 her, und derselbe hat so wenig gewirkt, daß anderthalb Jahre darauf der Prinz zu Sachsen noch so grauenerregende Scheußlichkeiten zu be- richten hat. Einen schlagenderen Beweis für die Roth- wendigkeit einschneidender Veränderungen und durch- greifender Umgestaltung des Militärwesens hätten wir nicht erbringen können.— lieber die zwangsweise Thcilnahme von Dissi- dentenkindern am konfessionellen R e l i a i o u s- Unterricht schreiben die vom freikonservativen Professor Dr. Delbrück herausgegebenen„Preußischen Jahrbücher": Der Herr Kultusminister hat dies« Bestimmung damit begründet, Laß er eine Wohllhnt, die er selbst«mp langen habe, den unglücklichen Kindern auch zugute kommen lassen wolle; es solle kein Kind im preußischen Staate aufwachsen, dem nie in seinem Leben ein Ton tiefer ethischer Wahrheit ans Ohr geschlagen ist. Das ist sehr schön empfunden, aber es ist die Logit der Jnquisitiontrichter, der schlesischcn Seligmacher und Ludwigs XIV., der den Kindern der Hugenotten durch katholische Zwangserziehung dieWohlt hat erweisen wollte, sie für die ewige Seligkeit zu retten. Daß die Polizei bei uns erst untersuchen soll, ob das Kind einen genügenden Religion«- Unterricht empfängt, mildert wohl die Praxi«, ändert aber nicht das Prinzip. Gewiß ist ein Kind, welches ohne Religion aus- wächst, unendlich zu bedauern, aber die Methode, ihm die Religion im Widerspruch mit seinen Eltern beibringen zu lassen, ist noch schlimmer, denn sie tödtet die Religion selbst. Stelle man sich doch eine Schule vor. in die solche Kinder gehen, die jedesmal, wenn sie nach Haus« kommen, hören: »Alles, was Dir der Lehrer heute gesagt hat, ist gelogen", und die dann am nächsten Tage in � der Zwischenstunde ihre Mitschüler mit diesen Sprüchen väter- lrcher Weisheit unterhalten. Da ist es unendlich viel besser, ein solches Kind bleibt der Religionsstunde fern und die andern wissen dadurch von vornherein, daß sie einer verschiedenen Sphäre angehören. � An allem ist Schuld Jean Jacques Rousseau, Voltaire und die Guillotine, das sind die Folgen der Revolution und ihrer fatalen Doktrine, singt Heinrich Heine. Das sind die Folgen von Darwin's Lehre, werden nächstens die Staatsanivälte und Gerichtspräsidenten nach dem Vorgänge des Herrn Woytasch protlainircn. Wir wiesen schon gestern darauf hin, wie wenig die Religiosität Verbrechen hindere, und sämmtliche Sozialstatistiker und Kulturhistoriker(wir nennen nur Oettiuger und Buckle) bestätigen es; die fluchwürdigsten Verbrecher der Menschheit ..*) Die Gerechtigkeit soll ihren Lauf haben, geht dabei auch dl« Welt zu Grunde. begingen sogar Ihre Schandthaten im Namen der Religion — oder will Herr Woytasch Philipp II. und dem Herzog von Alba Irreligiosität zum Vorwurf machen? Der Kultusminister meint zwar, es gäbe keine allgemeine mensch- liche Moral, sondern nur eine menschliche Jmmoral, uns aber stehen indeß die Beweisführungen Spinoza's, Kant's, Fichte's immer noch himmelhoch höher, als was Graf Zedlitz und Herr Woytasch sagen. Uebrigens lag es für Letzteren viel näher, seine Folgerungen nach anderer Seite zu ziehen. Er hätte ja den Wetzel sehr leicht dem frommen Stöcker und Konsorten an die Rock- schöße hängen können. Was hat denn der Wetzel gethan? Er hat einen alten Juden umgebracht, um ihm das von diesem nach den Lehren des Talmuds von Christen zu- sammengeschacherte Geld abzunehmen. Viel geschmackvoller wäre das freilich auch nicht; aber es läge näher. Ob man vielleicht in den wissenschaftlichen Kreisen er» kennen wird, um welchen Kampf es sich gegenwärtig handelt? Von den liberalen Parteien erwarten wir nichts. Da herrschen die„politischen" und„staats. männischen" Erwägungen, noch dazu eingeschränkt und beherrscht von den Bourgeoisinteressen, vor. Aber vielleicht mag Einigen von ihnen doch ein Licht aufgehen, welche Interessen heute in Frage stehen. Vielleicht erkennt selbst Herr Virchow, daß für seine freisinnige Gemüthlichkeit heute kein Raum ist, und daß sein sittliches Pathos, seine wissenschaftliche Entrüstung, die sich vor einem Jahrzehnt auf dem Naturforscher-Kongreß gegen einzelne Lehrer, welche die Häckel'schen Hypothesen als schon erwiesene und unan- scchtdare Wahrheiten hinstellten, richtete, nach anderer Seite hin viel angebrachter wäre, daß es gegenwärtig weniger darauf ankomme, ob ein Schulgesetz in Eaprivi-Jedlitz'scher oder in Goßler'scher Form erlassen werde, daß es sich vielmehr um ecnen wirklichen Kulturkamps handle. Das berüchtigte Stahl'jche Wort:„Die Wissenschast muß umkehren!" hat in der offiziösen und offiziellen Gelehrtenwelt bereits seit lange festen Fuß gefaßt; jetzt können die Dunkelmänner noch weiter gehen,„um in des Geistes feierlicher Schändung die prah- lende Vernunft zur Schau zu führen." Freilich erwarten wir wenig aus den Kreisen der offiziellen Wissenschast. Sie sind zu geheimräthlich angehaucfu. und glauben sich auf zu plebejische Stufe zu stellen, wenn sie„den Zorn der freien Rede" gegen die Gewalthaber brauchen sollten.„Sie schmücken mit feiger Weisheit ihre Ketten aus, und Würde heißt es, sie mit Anstand tragen." Die höchsten Güter der Mensch- Heck zu wahren, wird immer mehr die ausschließliche Aus- gäbe der Sozialdemokratie, und sie wird dieser Aufgabe ge- recht werden, indem sie auch die Fesseln der Geistes- und Gewissensfreiheit bricht.— Da die Verrohung des Volkes, wie Herr Woytasch meint, eine Folge der Irreligiosität ist, so möchten wir an den Herrn Staatsanwalt die Frage richten, ob dieses auch der Fall sist bei den Soldatenschiudern, die der Erlaß des Prinzen Georg zu Sachsen schildert. An Religion fehlt es in der Armee doch nicht, und wie oft haben jene Schinder nicht ihren Mannschaften kommandirt:„Helm ab zum Gebet!" Es muß doch wohl eine allgemein menschliche Moral geben, Herr Graf Zedlitz, die es verhütet, daß in manchen heidnischen Staaten Dinge vorkommen, wie wir sie in christlichen Staaten nicht selten erleben.— Die Antisemiten haben, seit ihnen in Preußen der Boden zu heiß geworden und seit sie in den meisten deutschen Staaten die Gunst der Behörden verloren haben, das Musterland der Reaktion: Sachsen zu ihrem Haupt- Wühlgrund ausersehen. Daß sie von der Regierung unterstützt werden, können wir nicht sagen— denn wir haben keine Beweise dafür. Das aber können wir sagen, daß eine Reihe von Organen der sächsischen Re- gierung, solche von Papier und solche von Fleisch und Bein, den Judenhetzern den denkbar kräfligsten Vorschub leisten. Die„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung, ist seit Jahr und Tag mit den unfläthigsten, an die niedersten Eigenschaften und Instinkte der Menschen: Dummheit. Neid, Rohheit und gemeinste Habsucht sich wen- denden Schimpfartikeln aus die Juden gefüllt. Daß die Juden Cyristenkinder„rituell" schlachten,— daß sie Christen- Weiber und Mädchen planmäßig verführen und schänden, — daß sie es für ein Jehova ivohlgefälliges Werk halten, Christen auszuplündern und geschäftlich zu ruiniren,— daß der Taliiind jedes von Juden an Christen verübte Ver- brechen als Gntthat hinstellt und empfiehlt— das wird von den unsauberen Geistern, die in dem sächsischen Re- gierungsorgan ihr schändliches Wesen treiben. Tag für Tag als Evangelium gepredigt; und wenn in Sachsen nicht täglich ein paar Dutzend Juden todtgeschlagen werden, so liegt der Grund einzig und allein darin, daß das sächsische Voll nicht so roh und uu- gebildet ist, wie jene Regiernngsorgane. Räthselhaft ist es, wie die Regierung dieses empörende Treiben ruhig mit ansehen kann. Sie wird ivohl dem- nächst im Landtag auf die Frage Antwort zu geben haben. Ter Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß die Biedern, änner Liebermann aus Sonnenberg, Werner, Zimmermann und Co. jetzt namentlich das Voigtland unsicher machen. Sie wollen den Reichenberger Reichstags» Wahlkreis um jeden Preis erobern. Nun— unsere Ge- »ossen werden ihnen dort den ihnen gebührenden Empfang bereiten! Wie überall sonst, so wird auch hier die Sozial- demokratie sich als die einzig wirksame Arznei gegen die antisemitische Seuche erweisen.— Bnare ein erwiesener Stcmpclfälscher. Wie gestern bereits unter telegraphischcn Nachrichten von uns mitgetheilt wurde, hat Redakteur Fnsangel vom Staats- anwalt in Essen die Mittheilung erhalten, daß die Mit- wisserschaft Zes Geh. Koiiimerz>e»raths Baare an den Stempelfälschangen nach den Aussagen der Zeugen als er- wiesen erscheme. Da jedoch die betreffenden Fälle ver- jährt seien könne deshalb die Anklage gegen Baare nicht erfolgen. Nachdem einmal Herr Baare von den Stempel- sälschnngen zewußt hat, erscheint es denn doch gradezu un- denkbar, daß diese Fälschungen ohne sein Wissen sortgesetzt werden komlcn. Die getrige Nummer der„Westfälischen VolkSzeitung", in welcher Herr Fnsangel seine Artikelserie gegen Baare begann, wurde in Beschlag genommen, aber nach drei Stirn- den wieder freigegeben. DaS genannte Blatt fährt fort zu behaupten, daß Herr Baare und die Ingenieure des Bochumer Vereins an den Stempelfälschungen mitbetheiligt seien und veröffentlicht zum Beweise dieser Behauptung die Aussagen eines Zeugen, durch welche Baare und die Zw- genieure angeblich schwer belastet werden.— In dem beschlagnahmt gewesenen Artikel schreibt Herr Fnsangel: Die auf dem Bochumer Verein seit 1876 bis tief in das Jahr 1391 hinein in Tausenden von Fällen vorgekommenen schweren Urkundenfälschungen und Belrügereien seien nicht etwa zeitweilig und von einzelnen Personen verübt worden; es gebe auf dem Werke kaum eineWerkstatt, wo nicht seit Jahr und Tag die schwersten Be- trügereien systematisch vergibt wurden. Für die Anfertigung der falschen Stempel seien besondere Graveure angestellt gewesen. Die Stempel seien nach Kommissionszetteln mit den Unterschriften der Vorgesetzten und gegen feste, in die Lohnbucher ein- getragene Preise angefertigt worden. Die Werkstätten der Graveure seien an verborgene Orte verlegt worden. So habe der Graveur M. bis in die jüngste Zeit in einer abgelegenen Ecke über dem Glockenlager gearbeitet. Dort hätten sich noch am 5. Juni vorigen Jahres in einer Schublade mehrere Hundert falsche Stempel befunden, die Staatsanwalt Sandmeyer, wenn er dem Antrage auf Haussuchung Folge geleistet, dort würde vorgefunden haben. Das Weichblei für die Abdrücke und der Werkzeugstahl für die Stempel seien vom Werke geliefert worden. Dutzende von Arbeitern seien Jahr aus Jahr ein beim Kalt« und Warm-Flicken der Schienen beschäftigt gewesen; der nöthige Kitt sei zentnerweise vom Bochumer Verein be- schafft worden. Alls mehrfach Abnehmer die Arbeiter über- raschten, sei die Flickwerkstatt nach Höntrop verlegt worden. Es stehe aktenmäßig fest, daß mehrfach bereits abgenommene und in Waggons verladene Schienen vom Rheinischen Bahn- Hofe zurückgeholt und durch fehlerhaftes, mit falschem Stempel versehenes Material ersetzt worden seien. Wer hier glaube, die Arbeiter hätten den Werks- telegraphen zur Verfügung und es stehe denselben frei, nächtlicherweise mit den Werkslokomotiven spazieren zu fahren, um den Betrug im Großen zu lreiben, der sei nicht mehr ernsthaft zu nehmen. Der Vorarbeiter H. sei von dem Vertreter der badischen Eisenbahn-Berwaltung, K., drei Mal beim Mogeln erwischt worden. Herr K. habe die Sache dem Ingenieur B. angezeigt, H. sei dann entlassen, aber nach K.'s Abreise sofort wieder eingestellt worden. Der Fall stehe gar nicht vereinzelt da; der Ingenieur B. habe sich sogar einmal höhnisch über einen Abnehmer geäußert, der so gutherzig ge- wesen, für einen erwischten Arbeiter Fürbitte einzulegen. Ein Zeuge habe jährlich 10—12 000 Kilogramm falsche Proben ge- schmiedet.— Derselbe habe diesen Stahl wohl nicht aus eigenen Mitteln beschafft und dazu noch einen Schmied besoldet. Das seien bezüglich der Person des Herrn Baare nur Indizien« beweise der direkte Beweis werde folgen. Wie unsere Bourgeoisie sich gerne, wo es sich um Steuern handelte, unterschätzen ließ, zeigen die gegenwärtigen Ergebnisse der Selbsteinschätzung. So soll das durch diese erzielte Mehr an Einkommensteuer in Frankfurt a. M. allein 3Ve Millionen betragen. In Düsseldorf zahlten bis- her nur fünf Millionäre als solche Steuer, jetzt haben sich nicht weniger als 105 Millionäre ergeven, darunter 46 Thaler-Millionäre. In Duisburg ist die Zahl der Millionäre von zwei auf zweiuuddreißig gestiegen. Aehnliche Meldungen kommen aus vielen Städten.— DarlcttttLNkctrisrZcs Ans der PetttwvSk-smmisssvü. Die selbständigen Stuben bohner von Berlin pelitioniren um Befreiung von der Beitrags« Pflicht zur Unfallversicherung, mindestens aber um Rubrizirung in eine geringere Gefahrenklasse als die für das Bangewerbe giltige, indem sie weder Bangewerbsarbeiter seien, noch ihr Beruf mit irgend welchen Betriebsunfällen, wie sie im Baugewerbe vorkommen, irgendwie in Verbindung gebracht iverden könne und führen sie als Beweis dafür an, daß noch nicht ein einziger Be- triebsunfall in ihrem Gewerbe vorgekommen sei. In der Dis- kussionj wird geltend.gemacht, daß die als möglich zugegebene Thalsache, daß sich bisher ein Betriebsunfall in dem Gewerbe der Bohner noch nicht ereignet, j eine Garantie nicht gebe, daß auch für alle Zeiten ein solcher unmöglich sei. Wenn auch an- erkannt werden könne, daß unter solchen Umständen die Gefahren- klaffe, welche für die Bohner maßgebend sei, eine hohe ist, so könne doch eine Ausnahme nicht ohne Weiteres gemacht werden, indem das Gewerbe trotz der gegentheiligen Ansicht der Petenten als ein Baugewerbe betrachtet iverden müsse. Da nach Ansicht der Kommisston irgend welches Material für gesetzgeberische Maßnahme» nicht enthalten ist, wird dieselbe für ungeeignet zur Erörterung im Plenum erklärt. Eine seltsame Ueberraschung wird der Kommission bei Be- rathung einer Petition von Kleingewerbelreidenden, die um Aus- dchnung des Jnvaliditätsgesetzes auf den Kleingewerbebetrieb bitten, durch den Regierungekommissar Geh. Ober-Regierungsrath von Wödtke bereitet. Als nämlich der Referent Abg. Dr. G u t f l e i s ch den Regierungsvertreter ersucht, sich im All- gemeinen über die vorliegende Petition zu äußern, erklärt der- selbe, daß die Regieruugsiomimssare angewiesen seien, nur auf ganz bestimmt forinulirte Fragen Antwort zu geben, sich aber auf allgemeine Erörterungen in den Kommissionen nicht einzulassen, dazu seien die Regierungskommissare nicht da.— Dieser„neue Kur-' rief eine lebhafte Debatte hervor, in deren Verlauf der Herr Regierungskommissar die obige, in nicht allzu liebenswürdige Form gekleidete Erklärung insoweit vervoll- ständigte, als er durch jene Weisung nicht behindert sei, seine per- sönliche Ansicht zu äußern, was jedoch dankend abgelehnt wurde. Die Kommission hält nach einem Schlußwort des Referenten die Petition für ungeeignet zur Erörterung im Plenum. Eine weitere Petition, vom internationalen Verein der Gasthossbesitzer, bittet um Anerkennung der Gasthofsbesitzer als Kaufleute und Ausdehnung des Handelsgesetzes auf alle Groß- betriebe im Gastwirthsgewerbe, bezügl. Eintragung in die Firmen« regisler, kaufmännische Buchführung«. Da nach der Erklärung des Regierungskommissars Geh. Reg.- Rath Dr. H o f f m a n n die in der Petition angeregten Fragen bereits in Regierungs- kreisen ventilirt worden, und bei der beabsichtigten Revision des Handelsgesetzbuches soweit thunlich ihre Erledigung finden sollen, beschließt die Kommission, diese Petition mittelst schriftlichen Berichts an das Plenum dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen. ZZetzinle LlebcrNrhk. Zuzug von Feilenhauern und Formern nach Speyer ist fernzuhalten, da dort sämmtliche Fcilenhauer und ein Therl der Former wegen Maßregelungen und Lohndifferenzen in Kündigung stehen. Die Arbeiterblätter werden um Nachdruck gebeten. RT VYV Mark bewilligten die Stadtverordneten von Erfurt zur Beschäftigung brotloser Arbeiter. Der Postbote in Kayna, welcher in diesem Orte täglich zweimal die Postsachen auszutragen hat, soll nach der Magde- burger„Bolksstimme" monatlich acht Mark Gehalt be- kommen.— Schier unglaublich! Theater. Freitag, den 5. Februar. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Vorher: die Tochter des Regiments. Schauspielhaus. Zriny. Circus Renz. Circus G. Schumann. Friedrich- Karl- Ufer, Ede arir. der Karlstraße. Freitag, den 5. Februar 1892, Abends 71/4 Uhr: ,, Auf Helgoland" I oder: Ebbe und Fluth. Heute Abend 72 Uhr: Groke Klown- Komiker- Vorstellung mit vorzüglich gewähltem Programm. Besonders hervorzuheben: Die Abfahrt Sozialdemokratischer Klub im Buchdruckgewerbe besch. Arbeiter. Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein( Juh.: Th. Bolt), Alte Jakobftraße Nr. 75: General- Versammlung. 252/10 Leffing- Theater. Der FallClémenceau Große hydrologische Ausstattungs- vom Corps de Ballet- Ball mit der Dentsches Theater. KollegeCrampton Pantomime in 2 Abtheilungen mit Gepäckdroschke 1001.( Höchst komisch.) Zages- Ordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes und RassenBerliner Theater. Der Hütten- National- Tänzen( 60 Damen), Auf- Cancan à la Parisienne von 8 Klowns. bericht. 2. Wahl der Revisoren. 3. Vortrag: Der Voltsschul- Gesetzentwurf befizer. zügen. Neue Einlage: Die Garde- Amateur- Concurrenz- Reiten, 100 Mk. im preußischen Landtage. 4. Zeitungs- Revue und Verschiedenes. Residenz- Theater. Musotte, Vor- Husaren, Tscherkeen. Dampf Prämie erhält Derjenige, welcher die Gäste sind sehr willkommen. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen her: Modebazar Violet. Der Vorstand. schiff und Bootfahrten, Wasserfällen, Manege dreimal stehend zu Pferde her- erwartet Wallner- Theater. Lumpengesindel. Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten umreitet( Anmeldungen an der CirkusFriedrich- Wilhelmkädt. Theater. u. f. w., arrangirt und inszenirt vom faſſe). Spring- Potpourri von fämmil. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Doktor. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Herr und Frau Bellealliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Oftend- Theater. Liane, die zweite Frau. Der Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Alexanderplah- Theater. Berliner Pflaster. Feenpalast. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Thenter der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Konkordin- Palast- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. ber beliebten Klowns Little Fred und Tanti. Berlins und Umgegend. Grosse Versammlung = 389/24 am Sonntag, den 7. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr, Lokale des Herrn Schröder( Weddingpark), Müllerstr. 178. Tages Ordnung: 1. Erster Cyklusvortrag des Elektrotechnikers Herrn Prott über die Glettrotechnik( populär gehalten). 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragen. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. E Betrieben arbeiten, in denen Elektrizität zur Anwendung fommt, eingeladen. Zu dieser Versammlung sind speziell sämmtliche Kollegen, welche in Um die weiteste Verbreitung dieser Anzeige, sowie um den größten Besuch der Versammlung bittet Der Vorstand. Direktor E. Renz. Außerdem: 6 Tra- lowns. Musikalisch- komisches Entree kehner Rapphengste, zus. dressirt und der Gebr. Chianchi. Doppel- Jockey vorgeführt von Herrn Franz Renz. Mr. Joë Hodgini und Victor Bedini. Eine Schulquadrille, geritten von acht Parforce- Reiterin Miss Victoria. Herren. Elimar( Strichspringer), vor Roccoco- Quadrille, ger. v. 16 Damen. geführt von Frl. Oceana Renz. Solon, Albert", Fuchshengit, in der hohen im geritten von der Schulreiterin Frl. Schule geritten von Fräulein Adele Clotilde Hager. Sisters Lawrence am Schumann. Neue komische Entrees fliegenden Trapez. 4 Gebr. Briatore, Afrobaten. Auftreten der vorzüglichen Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Bum 10. Male: Berliner Leben. Komische Entrees und Intermezzos von Große Waffer- und Feuer- Pantofämmtl. Klowns. mime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. Neues Schlußtableau: Berolina im Sonntag: Zwei Vorstellungen. Feuer." Großes Waffer- Feuerwerk, Nachmittag 4 Uhr( kind frei): ausgeführt von dem Stunftfeuerwerker Aschenbrödel."( Ballet- Einlage: Herrn Brandt. Neue Ballet: Einlagen und militärische Evolutionen 2c. " Frühlingsreigen Walzer."). Morgen: Große Gala- Vorstellung. Abends 7/2 Uhr: ,, Auf Helgoland." Berliner Leben." Täglich: ,, Auf Helgoland". E. Renz, Direktor. Sonntag 2 Vorstellungen, Nachmittags 3/2 Uhr( 1 Kind frei) Cirkus RearBerlins Gratweil'sche Kinderwagen. Brößtes LagerBerlins unter Waffer, Gine ländliche Hochzeit. Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Roupletsänger. Anfang Wochentags 7/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Regelbahnen 6 Billards, 2 Säle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Andreasßtr.23H. p. Abends 71/2 Uhr Berliner Leben." Knebel's Salon, Badstr. 58( Gesundbrunnen). Sonnabend, den 13. Februar: Gr. Wiener Maskenball. Arrangirt vom Gelangverein Glück zu" Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). 3um Besten arbeitsloser Weißgerber. Anfang 8 Uhr. Entree inkl. Tanz 50 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Lokalen, sowie bei den Mitgliedern zu haben. Genossen und Gönner sind hierzu höflichst eingeladen. Leseklub ,, Carl Marx", 163/20 Bersammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 7. Februar, Abends 6 Uhr, " im großen Saale der Berliner Bockbrauerei" am Tempelh. Berg. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Theodor Mekner über: Die Ethik der heutigen Gesellschaft. Castan's Panopticum 408/18 Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Aleu: Die fliegende Nachdem: Gesellige Unterhaltung und Tang. Der Einberufer. Fachverein d. Musik- Instrumenten- Arbeiter. Sonnabend, den 6. Febr., in Keller's Lokal, Bergstr. 68: Geigen- Fee. Vereinsversammlung für den Norden. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste musitalische Illusion. Vorstellungen: Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Soziale Zustände im Alterthum." Referent Herr 12 Uhr u. 1 Uhr. 4, 5, 6, 7, 8 und Dr. Pinu. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 9 Uhr Nachmittags. Roloffal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassageDer Vorstand. Maskenball im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke. Am Sonnabend, den 13. Februar 1892: Gr. Wiener Um 12 Uhr großer Feftzug: ,, Der Triumph der Arbeit". Billets à 50 Pfg. sind zu haben bei den Kollegen Lukas, Wrangelstraße 32, 3 Tr.; Westermann, Laufigerstraße 3, 1 Tr.; Lehr, StralsunderDie Listen zur Unterstützung der streifenden Gewerkschaften werden von Wachsfiguren und jetzt ab blos Sonnabends, Sonntags und Montags verausgabt. Gruppen, Dioramen. Die Kollegen werden ersucht, so schnell wie möglich mit den MatineeSündfluth Panorama Billets abzurechnen. Panopticum.raße 11, 3 Tr., und im Restaurant Rohr, Naunynstraße 78. Lebensgrohe mit Gewitter. 435/10 3m Theater- Saal( obne Verband der Vergolder, Goldleistenarbeiter Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, und Berufsgenossen. Sonntag, den 7. Februar, in Joël's Gesellschafts- Sälen, Andreasstraße Nr. 21: II. Stiftungs- Fest wirtung bes Gefangvereins Euphonia, Mitglied des Arbeiter- Sangerbundes. verbunden mit Vokal- und Instrumental- Konzert. Unter gütiger Mitdie tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Raffen- Eröffnung 4 Úhr. Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Festrede, gehalten vom Stadtverordneten Frit Zubeil. Anfang präzise 5 Uhr. Freunde und Gönner sind willkommen. Herren- Billets à 50 Pf. inklusive Tanz, Damen 30 Pi. Billets sind zu haben bei E. Nolte, Rüdersdorferstr. 23; G. Fiebig, Cuvryftr. 6;$. Kailer, Reichenbergerstr. 22; G. Wormuth, Bernauerreitas für Damen. traße 28; S.& impel, Joachimstr. 11, sowie in der Garderobe. Den Genoffen halte ich meine Masken- Garderobe GrössteAuswahl. Bill.Pr. 326,20 Das Comité. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen( E. H. 86 Hamburg). = bei Bedarf best.empfohlen. Die Mitglieder Versammlungen sämmtlicher Verwaltungsstellen finden am Sonntag, den 7. Februar, Vormittags 10 Uhr, und zwar in folgenden Lokalen ftatt: Vereinen Preisermässig. Fr. Panknin, Oranienstraße 178, Adalbertstr. 91, Edie Oranienstr. Damen- Masten- Garderobe M. Roussel, Bezirk A Andreasstraße 26 bei Bolzmann. " B: Mariannenstraße 31/32 bei Doberstein. C: Lindenstraße 106 bei Poppe. D: Brunnenstraße 38 bei Gnadt. Rixdorf: Ziethenstraße 71 bei Papke. Die Tagesordnung sämmtlicher Verfammlungen lautet: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Die Zahlstellen, in denen Sonnabends Abends von 8-10 Uhr Beiträge Skaliberstr. 43, pt. entgegengenommen und neue Mitglieder bis zum 45. Lebensjahre aufgenomnen Allen Freunden u. Genoffen empfehle werden, befinden sich: mein Lokal mit Vereinszimmer. 1284b] F. Busse, Schönhauser Allee 46. Vereinsziminer ist Montag, Dienstag und Freitag zu vergeben. E. Rattke, Krautstraße 48, Infinger Nachfolger. Restauration, gutgehend, ArbeiterVerkehr, zu verkaufen. Näh. Schierloh, Langestraße 14, 3 Tr. 1285b Für Bezirk A: 1. Naunynstraße 78 bei Rohr. 2. Langestraße 34 bei Giersch. B: 1. Reichenbergerstraße 16 bei Pätzold, 2. Staligerstraße 65 bei Krause. C: 1. Zoffenerstraße 85 bei Talke. " 1 D: " 2. Gollnow und Weinstraßen- Ecke im Lokal. Riedorf: 2. Stallschreiberstraße 41/42 bei Schwanz. 1. Elsasser- und Kl. Hamburgerstr.- Ecke bei Wittschow. 1. Bei W. Flemming, Biethenstraße 26, Hof 3 Tr. 2. Bei H. Paschke, Lessingstraße 9, vorn 1 Tr. Zentral- Verband deutscher Maurer etc. Zahlstelle Berlin I( Putzer). Sonntag, den 7. Februar 1892, Vormittags 11 Uhr, in den Bürger- Sälen, Dresdenerstr. 96: Mitglieder- Versammlung. = Zages- Ordnung: 1. Kaffen Abrechnung pro IV. Quartal 1891. 2. Neuwahl der Lokal verwaltung. 3. Verschiedenes. Billets zu dem am 11. Februar im Böhmischen Brauhaus stattfindenden Maskenball find in der Versammlung zu haben. 247/16 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. Die Lokalverwaltung. NB. Diejenigen Kollegen, welche noch Listen vom Buchdruckerstreit haben, ganz gleich ob gezeichnet oder nicht, werden aufgefordert, dieselben ungefäumt an den Vertrauensmann abzugeben. Verlag des Vorwärts" " Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Für Vereins- und Privatbibliotheken empfehlen wir zur Anschaffung die Schriften von: Karl Marx 11. Friedrich Engels: Marx, Karl. Der Bürgerkrieg in Frankreich. Adresse des Generalraths der Internationalen ArbeiterAssociation. Dritte deutsche Auflage, vermehrt durch die beiden Adressen des Generalraths über den deutsch- französischen Krieg und durch eine Einleitung von Friedrich Engels. 72 Geiten. Preis 30 Pf. - Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. 3. Auflage. Preis 1 M. - Lohnarbeit und Rapital. Separatabdruck aus Der Neuen Rheinischen Zeitung" vom Jahre 1849. Mit einer Einleitung von Friedrich Engels. 36 Seiten. Preis 20 Pf. " Vor den Kölner Geschworenen. Prozeß gegen den Ausschuß der rheinischen Demokraten wegen Aufrufs zum bewaffneten Widerstand( 9. Februar 1849). Aus der Neuen Rheinischen Zeitung". Mit einem Vorwort von Friedrichs Engels. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Enthüllungen über den Kommunisten= Prozeß zu Köln. Neuer Abdruck. Mit einer Einleitung von Friedrich Engels und Dokumenten. 88 Seiten. Preis 25 Pf. u. Engels, Fr. Das tommunistische Manifest. Fünfte autorisirte deutsche Ausgabe. Mit Vorreden von Karl Marx und Friedrich Engels. 32 Seiten. Preis 10 Pf. Das Kapital. Kritik der politischen Dekonomie. Erster Band. 4. durchgesehene Auflage. Herausgegeben von Friedrich Engels. XXXII u. 789 Seiten. Preis brosch. 9 M., in Halbfranz geb. 11 M. 3 weiter Band. XXVIII u. 526 Seiten. Preis brosch. 8 M., in Halbfranz geb. 10 M. - Das Glend der Philosophie.( Vergriffen. Neudruck in Vorbereitung.) Engels, Friedrich. Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staat 3. Jm Anschluß an Lewis H. Morgan's Forschungen. 4. Auflage. XXIV u. 188 Seiten. Preis brosch. 1 M., geb. 1,50 M. Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft. 2. Auflage. 315 Seiten. Preis brosch. 2 M., geb. 2,50 M. - Die Entwickelung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. 4. vervollständigte Auflage. 59 Seiten. Preis 30 Bf. -- In Sachen Brentano tontra Marg wegen angeblicher 3itatsfälschung. Geschichtserzählung und Dokumente. 75 Seiten. Preis 1 M. Ludwig Feuerbach und der Ausgang der tlassischen deutschen Philosophie. Mit Anhang: Karl Marx über Feuerbach vom Jahre 1845. 72 Seiten. Preis 50 Pf. - Preußischer Schnaps im Deutschen Reichstag.( Aus dem" Boltsstaat" von 1876.) 18 Seiten. Preis 10 Pf. -3ur Wohnungsfrage. Zweite durchgesehene Auflage.( Aus dem Voltsstaat" von 1872.) 72 Seiten. Preis 25 Pf. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. An auswärtige Besteller versenden wir nur gegen vorherige Einsendung des Betrages, Porto extra. Vorräthig in der Expedition des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße Nr. 3. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 30. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 5. Februar 1892. tann, um die Arbeit so zu machen, daß sie auch vor dem Reichstage bestehen kann, wird gethan werden.( Beifall.) 163. Sigung vom 4. Februar 1892. 2 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Marschall, v. Stephan. In dritter Berathung werden das Abkommen mit Spanien betr. Die theilweise Verlängerung des spanischen Handelsvertrages bis zum 30. Juni 1892 und der Nachtragsetat zum Reichshaus- gewiß schnell genug. haltsetat von 1891/92 ohne Debatte unverändert genehmigt. 9. Jahrg. nach Sachsen wandern. Der Minister sollte eine Ausdehnung feiner Verfügungen herbeiführen. Redner tabelt ferner die Um gestaltung der polnischen Namen, die zu großer Rechtsunsicherheit führen. Endlich solle der Minister dafür sorgen, daß keine neue Ausweisungen verfügt werden; die Unterbeamten scheinen die Erflärung des Ministers nicht genügend zu beachten; es würden immer noch ganz ruhige Leute, die sich niemals etwas haben zu Schulden kommen lassen, nach jahrelangem Aufenthalt ausgewiesen, lediglich ihrer polnischen Sprache wegen. Abg. Goldschmidt( dfr.): Der Widerspruch gegen den ersten Entwurf ist nicht nur von Juristen ausgegangen, sondern auch von Handelskammern, tonfessionellen Vertretungen, Grundbesitzer vereinen, und immer neue Anregungen und Anträge treten an die Kommission heran. Diese Anträge u. s. w. umfassen bereits sechs Bände. Unter diesen Umständen arbeitet die Kommission Abg. v. Cuny( ntl.): Ich fann als Mitglied der Kom- Minister Herrfurth: Daß die Verfügung wegen der ZuEs folgt die erste und event. zweite Berathung des Welt- mission natürlich nicht ganz unbefangen erscheinen, muß aber laffung ausländischer Arbeiter nicht ausreichend ist, will ich zupostvertrages und der dazu gehörigen Uebereinkommen betr. dennoch dem Wunsche des Abg. Schröder widersprechen, der geben, insofern als die Zahl der Zugelassenen nur die Hälfte die Briefe mit Werthangabe, den Poftanweisungsdienst, den Ver- Kommission den Kreis ihrer Wirksamkeit enger zu ziehen. Wäre der Sachsengänger beträgt. Aber die Sachfengängerei hat sich fehr mit Postpaceten, den Postauftragsdienst und den Postbezug das geschehen, dann hätte die Kommission die Lücke des ersten von Zeitungen und Zeitschriften. Abgeordnetenhaus. 11. Sigung vom 4. Februar, 11 Uhr Am Ministertische Miquel, Herrfurth. Eingegangen ist eine Nachweisung über die dienstfreien Beiten, wie solche dem Betriebspersonal der StaatseisenbahnVerwaltung zur Zeit gewährt werden. Präsident von Köller führt heute den Vorsiz. Auf Antrag des Abg. Graf Limburg Stirum wird an Stelle des verstorbenen Abg. Mithoff der Abg. Olzem durch Buruf zum Schriftführer gewählt, derselbe nimmt die Wahl dankend an. nicht vermehrt, so daß man sagen kann, die Zustände in der Industrie und in der Landwirthschaft haben sich erheblich verbeffert bezüglich der Arbeiterverhältnisse. Die Arbeiter sollen allerdings in der Regel im Winter wieder zurückwandern, aber die Oberpräsidenten sind ermächtigt, Ausnahmen zuzulassen. Es handelt sich hierbei nur um eine Probe auf drei Jahre. So weit die Berichte eingegangen sind, ist ein Bedürfniß zu einer Erweiterung der Maßnahme nicht vorhanden. Aus den Anführungen des Vorredners bezüglich der Ausweisungen will ich Gelegenheit nehmen, die Sache in der Ministerialinstanz zu untersuchen. Abg. Lotichins beschwert sich darüber, daß Regierungsreferendare im Kreisausschuß nicht nur selbständige Referate übernehmen, sondern sich auch an der Berathung betheiligen. Minister Herrfurth erklärt, daß nach dem Gesetz über die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst die Referendare auch eine Vorbildung bei den Selbstverwaltungs- Behörden durchmachen müssen. Das sei allseitig als ein Vorzug anerkannt. Eine Ausbildung könne aber nur dann fruchtbar sein, wenn die Referendare auch selbständig auftreten können. Natürlich werden sie dabei immer nur als Sprachrohr des Landraths fungiren. Sollte in dem einen oder andern Falle darüber hinausgegangen sein, so wird der Landrath Abhilfe zu schaffen wissen. Entwurfs betreffs der Entstehung der juristischen Person garnicht Staatssekretär v. Stephan: Mit dem Hinzutritt Australiens ausführen können. ist jetzt auf dem ganzen Erdenrund die Verkehrsfreiheit der Die Debatte wird geschlossen; der Titel 1, Gehalt des Staaten unter einander unter denselben Bedingungen hergestellt. Staatssekretärs, bewilligt und um 5 Uhr die weitere EtatsDie Firma„ Weltpostverein" oder„ Union postale universelle" berathung auf Freitag 2 Uhr vertagt. fonnten wir erst 1878 dem Verein geben, als der Kongreß zu Paris den Beitritt von Ländern mit insgesammt 400 Millionen Einwohnern zu den 350 Millionen Einwohnern ergab, welche der Verein 1874 beim Abschluß des Berner Vertrags gezählt hatte. Jeht umfaßt der Verein 96 Millionen Quadratkilometer mit 946 Mill. Einwohnern. Es war ein erhebender Moment, als der Vertreter Australiens auf dem Kongreß zu Wien im vorigen Jahre den Beitritt der australischen Kolonien Englands erklärte und dem Gefühl der Freude über diese Vereinigung mit ihren bedeutsamen Wirkungen in verkehrspolitischer wie in ethischer Richtung Worte verlieh. Auch in Hinsicht auf die Nebendienste des Vereins, den Weltbrief, Postanweisungs-, Postpacket, Postauftragsdienst vollzieht sich eine fortgesetzte Ausdehnung der betreffenden engeren Verbände. Der Wiener Postkongreß hat eine große Menge neuer Betheiligungen veranlaßt. Ganz neu ist die Darauf wird die zweite Berathung des Staatshaus Herstellung eines Vertrages für den einheitlichen Betrieb des halts Etats für 1892-93 fortgefeßt und zwar beim Etat Postzeitungswesens, welchem bereits Deutschland, Desterreich- des Kriegsministerium 3, welcher ohne Debatte geUngarn, Belgien, Brafilien, Bulgarien, Columbien, Dänemark, nehmigt wird. Abg. v. Schalfcha( Zentrum) hält die Verfügung des MiEgypten, Liberia, Luxemburg, Norwegen, Persien, Portugal, Beim Etat der Lotterie Verwaltung weist Abg. nifters über die Zulassung ausländischer Arbeiter ebenfalls für Rumänien, Schweden, die Schweiz, die Türkei und Uruguay Korsch( f.) darauf hin, daß das Verbot des Privathandels mit unzureichend. Den Arbeitgebern werde eine Kontrolle über die beigetreten sind. Verbindlich ist die Einführung von Postkarten Staats- Lotterieloofen nicht die befürchteten Folgen gehabt hat, Arbeiter zugemuthet, die sie beim besten Willen nicht ausüben mit Rückantwort für alle Vereinsländer gemacht worden; und richtet an die Staatsregierung die Frage, ob sie nicht im tönnen. Nöthig sei es, nicht blos einzelne Arbeiter, sondern auch außerdem wurde die Bestimmung beseitigt, daß unfrankirte Wege eines Nachtragetats eine Vermehrung der Lotterieloose vor- Familien zuzulassen; außerdem müßten die Leute die Garantie Postkarten nicht befördert werden dürfen. 47 Staaten von schlagen wolle; soweit er Kenntniß habe, werde sich dagegen im haben, daß sie nicht ausgewiesen werden, daß sie von jeder den 52 Staaten der Erde sind jetzt Mitglieder des Vereins Hause kein Widerspruch erheben. Ferner giebt Redner der polizeilichen Plackerei verschont bleiben. Die Regierung sollte Diese Fortschritte konnten aber erst gemacht werden, nachdem das Lotterieverwaltung anheim, die Zahl der großen Gewinne zu ver- ich den Sah aneignen, daß eine polnisch sprechende Bevölkerung Prinzip der allgemeinen Verkehrsfreiheit durchgeführt war. Die mindern und dafür die Zahl der kleineren Gewinne zu ver- im Osten beffer ist als gar keine; denn die jetzige Bevölkerung unentgeltliche Beförderung des Transits ist auch heute noch nicht mehren. Außerdem bittet er um eine Statistik der Privatlotterien. reicht nicht aus, um die Landwirthschaft in ihrem Betriebe aufdurchzusetzen gelungen. Zum Schluß giebt der Staatssekretär Die Entscheidung über die Zulassung von Privatlotterien müßte recht zu erhalten. eine vergleichende Uebersicht über den Postverkehr Deutschlands in die Hand des Finanzministers gelegt werden, dessen Ressort Minister Herrfurth: Die Forderungen des Herrn v. Schalscha mit dem Auslande in den Jahren 1875 und 1890, woraus fich allein im Stande sei, die finanziellen Normativbestimmungen für gehen beinahe darauf hinaus, daß wir die Organisation der ergiebt, daß der Briefverkehr von 86 auf 330 Millionen ange. Privatlotterien aufzustellen. Einwanderung in die Hand nehmen. Darauf kann sich die Rewachsen ist, während der gesammte Briefverkehr aller Länder Geheimer Finanzrath Marcinowsky: Das Verbot des gierung nicht einlassen. unter einander 925 Millionen im Jahre 1875, 2757 Millionen Privathandels hat den öffentlichen Handel mit Staatslotterie- Abg. v. Oppen( t.): Die Verhältnisse haben sich etwas geim Jahre 1889 betrug. Speziell gedenkt Redner dann noch der Loosen beschränkt, aber heimlich dauert der Handel fort in der bessert, wenn auch nicht so sehr, wie der Minister ausgeführt liebenswürdigen Thätigkeit der österreichischen obersten Postbehörde Form, daß die Händler sich eine Verkaufs- oder eine Gewinn- hat. Daran sind nicht die Zulaffungen fremder Arbeiter Schuld, auf dem Wiener Postkongresse, sowie des Umstandes, daß die provision gewähren lassen. Außerdem versuchen sie es auch, von sondern der Rückgang der Industrie. Unter dem Arbeitermangel Vertreter Frankreichs und Deutschlands in allen Fragen ohne außerhalb Preußens her, z. B. von Neu- Streliß aus, die leiden nicht nur die Großgrundbesitzer, sondern auch die Bauern, Ausnahme zufammengegangen find.( Beifall.) preußischen Loose zu vertreiben. Die Händler vertrauen welche teine zuverlässigen Arbeiter mehr erhalten können. Es Der Weltpoft Vertrag und die übrigen Abkommen werden darauf, daß eine Vermehrung der Lotterieloose nicht ein muß auch der Zuzug von Familien gestattet werden, denn nur öhne Diskussion unverändert genehmigt. tritt; deshalb hoffen fie, daß das Publikum bei der dann giebt es zuverlässige Arbeiter. Politisch find die eingeAbg. Hahn berichtet sodann namens der Geschäftsordnungs- großen Nachfrage nach Loosen sich doch an sie wenden muß. wanderten Arbeiter vollständig ungefährlich. Rommission über die Frage, ob das Mandat des Abg. Brüning3 Die Einrichtung der Zehntelloose hat die Loosabschnitte etwas Abg. Lieber hält es für unzulässig, daß die Referendare ( 3. Pfalz), bisher Landgerichtsrath in Landau, durch seine Er vermehrt; sie sind auch sämmtlich abgesetzt worden. Es besteht sich bei den Berathungen der Selbstverwaltungsbehörden bea nennung zum Oberlandesgerichtsrath erloschen ist. Die Kom sogar noch darüber hinaus eine große Nachfrage. Wenn die theiligen, und bittet den Minister Abhilfe zu schaffen. mission beantragt, da der Betreffende zwar im Range befördert, Staatsregierung durch einen Nachtrag diesem Bedürfnisse noch aber thatsächlich als Landgerichtsrath weiter bei dem Landgericht nicht abgeholfen hat, so liegt das daran, daß die Berichte erst Landau belassen ist, das Mandat für nichterloschen zu jeht eingegangen find. Der Bedarf an Loosen wird sich wohl erflären. Ohne Debatte wird demgemäß beschlossen. als ein dauernder herausstellen. Ueber die Aenderung des Spielplanes haben Erwägungen stattgefunden, welche aber noch nicht zum Abschluß geführt haben. Ein Bedürfniß, die Statistik der Privatlotterien fortzuführen, hat sich nicht herausgestellt. Darauf wird der Etat der Reich 3- Justizverwaltung berathen. V Minister Herrfurth hält die Betheiligung an der Berathung für nothwendig zur Ausbildung der Referendare und auch für gefeßlich zulässig. Das Gehalt des Ministers wird bewilligt. Beim Kapitel: Landräthliche Behörden und Aemter, tritt Abg. v. Meyer- Arnswalde für eine bessere Besoldung der Landräthe ein, die mit Arbeiten belastet seien, aber die schlechteste Dazu liegt folgender Antrag der Freifinnigen( Abgg. v. Bar Besoldung hätten. Man ging von der Fiktion aus, daß die und Genossen) vor: Abg. Sattler( natl.) erklärt sich gegen eine Vermehrung Sandräthe noch die alten angesessenen Beamten sind. Das waren Die verbündeten Regierungen zur Vorlegung des Entwurfs der Staatslotterieloose, weil es nicht Aufgabe des Staates sein felbständige Männer. Jekt ist die Selbständigkeit der Landräthe eines Gesetzes betr. die Auslieferung von verurtheilten und an- fann, die Spielsucht zu befriedigen. Dieser Meinung sei auch die verloren gegangen, fie find jezt mehr oder weniger Streber. Was gefchuldigten Personen an auswärtige Regierungen aufzufordern, Budgetfommission im vorigen Jahre gewesen. von den Landrathen jezt verlangt wird, namentlich auch für die in welchem: 1. die Auslieferung, in Ansehung sowohl der BeAbg. Cremer: Das Lotteriespiel ist allerdings nicht Auf- Einkommensteuer, ist garnicht mehr zu sagen. Bei den Lands willigung der einzelnen Auslieferungen wie der Abschließung von gabe des Staates, aber ebenso wenig ist der Handel mit wirthen werden feine Bücher geführt oder wenigstens nicht so, Auslieferungsverträgen, der ausschließlichen Zuständigkeit des Effekten, der Betrieb der Eisenbahnen eine Sache des Staates; wie es für die Einkommensteuer nothwendig ist, da muß der Reiches überwiesen, 2. die Bewilligung der einzelnen Ausliefe- wir werden aber immer mehr dahin kommen, einen gesunden Landrath mit den einzelnen Einkommensteuerpflichtigen die ganze rungen von der Mitwirkung der Gerichtshöfe abhängig gemacht Staatssozialismus einzuführen. Jedenfalls zeigt die Entwicke Deklaration nochmals durcharbeiten. Einigen Landräthen sind wird, und 3. die Regierungen verpflichtet werden, die Aufhebung lung der Lotterie, daß sie lediglich eine Staatseinnahmequelle ist. ja Hilfsarbeiter gewährt worden; aber diese Hilfe ist nicht ausder von ihnen mit auswärtigen Regierungen abgeschloffenen, beAbg. Pleß- Mühlheim( 3.) widerspricht der Vermehrung der reichend. Redner bittet den Minister, die Gehaltsverhältnisse fonderen Auslieferungsverträge herbeizuführen, unbeschadet jedoch Lotterieloose; der Staat folle fich bei seinen Maßnahmen von im nächsten Etat aufzubessern. derjenigen etwa bestehenden Verträge und vertragsmäßigen Be- den Grundsäßen der Sittlichkeit leiten lassen und nicht die Spielftimmungen, welche die Rechtshilfe in Grenzbezirken bezüglich der luft befriedigen. Feld, Forst- und Jagdfrevel betreffen. unfittlich. Abg. Korsch hält eine Vermehrung der Lotterieloose nicht Abg. Schröder( ofr.) bemängelt den langsamen Gang der für bedenklich. Berathung des bürgerlichen Gesetzbuchs in der dafür nieder- Abg. Lieber( 3.) hält das Lotteriespiel nicht für so ganz gesetzten Kommission. In der Kommiffion müsse mehr Rücksicht auf die praktischen Bedürfnisse des Volkes und außedem mehr Rücksicht auf eine bessere sprachliche Form des Gesetzbuches genominen werden. Die Kommission tagt jetzt 10 Monate und ist noch über die Allgemeinheiten nicht herauskommen; es sei also vor allem zu erwägen, ob nicht ein beschleunigteres Tempo für die Berathungen der zweiten Kommission gewonnen werden kann. Finanzminister Miguel: Die Veränderungen, welche infolge des Berbots des Privathandels mit Staatslotterieloosen und der Verkleinerung der Loosabschnitte eingetreten sind, müssen erst geprüft werden, ehe wir zu einer Vermehrung der Loose kommen. Der radikale ethische Standpunkt führt zum Verbot aller Staatsund Privatlotterien. So lange wir diesen Standpunkt nicht erreichen können, müssen wir eine Mäßigung eintreten lassen. Der Etat der Lotterieverwaltung wird darauf genehmigt; ebenso ohne Debatte die Etats der Seehandlungen, der Münz verwaltung, der Staatsschulden verwaltung, der allgemeinen Finanzverivaltung und des Bureaus des Staatsministeriums. Beim Etat der Staatsarchive befürwortet Abg. Krause( ill.) eine Besserstellung der Archivare in den Der Etat wird bewilligt einschließlich der einmaligen Aus gaben für das Archiv in Hannover( vierte und legte Rate) Beim Etat der General- Ordnungskommission weist Minister Herrfurth: Daß die Landräthe am meisten mit Arbeit belastet und am schlechtesten besoldet sind, gebe ich zu; ich will wünschen, daß der nächste Etat die Mittel zur Abhilfe bietet. Es ist zur Entlastung der Landräthe gerade in den letzten Jahren manches geschehen. Die Landräthe haben jetzt fast jeder einen Hilfsarbeiter und die Dienstaufwands- Entschädigungen sind era heblich erhöht worden. Die Ausgaben werden bewilligt. Bei dem Kapitel: Polizei- Distriktskommissarien dankt Abg. Seer( natl.) dem Minister für die Gewährung einer Bulage von je 200 m. für jeden Kommissar für Dienstaufwands. Entschädigungen. Auf eine Anfrage des Abg. von Dziembowski erklärt der Minister Herrfurth, daß auf jeden Kommissar ein Bezirk von höchstens 8000 Seelen fommen solle. Es feien für den jeßigen état vier neue Stellen in Aussicht genommen, aber wegen der Finanzlage habe die Forderung zurückgestellt werden müssen. Vielleicht könne aus den Anwärtern ben überlasteten Kommissarien eine Hilfe geschaffen werden. Abg. von Czarlinski spricht sich dagegen aus, daß die Polizei- Distriktskommissarien gerade so besonders bevorzugt wer den sollen bei der Gehaltsaufbefferung. Beim Kapitel Strafanstalts- Verwaltungen" empfiehlt Abg. Dr. Graf Elberfeld die Verwandlung der Inspektorstelle beim Arresthaus in Elberfeld in eine Direktorstelle. Staatssekretär Boffe: Allerdings bedeutet jedes Jahr Verzögerung eine Gefahr. Die Kommission ist bestellt zur zweiten Lefung des vorliegenden Entwurfs; sie fonnte Aenderungen im System deffelben nicht vornehmen, nicht etwa die ganze Geschichte von vorn anfangen. Der erste Entwurf hatte manche Schwächen, er war nicht concinn genug, um andererseits zu doftrinär. Sonst aber ist er ein bewundernswerthes Wert, eine unver- Provinzen. gleichliche Grundlage für die Kodifikaktion des bürgerlichen Rechts. Die Rommission besteht aus 24 Mann, zur Hälfte Juristen, zur Hälfte Männer des praktischen Lebens; ihre Aufgabe ist es ja 106 000 m. zweifellos, den Entwurf voltsthümlicher und durchsichtiger zu gestalten. Fast alle politischen Parteien sind in der Kommission Abg. von Meyer- Arnswalde darauf hin, daß trotz des vertreten, wie auch alle verschiedenen Strömungen in der Juristen- großen Ordenssegers, der sich über das Land ergieße, eine große Minister Herrfurth: Die Umwandlung dieser Stelle ist welt. Bis zum Juli v. J. sind die allgemeinen Bestimmungen Zurückhaltung geübt werde bezüglich der Auszeichnung der schon früher in Aussicht genommen, aber aufgeschoben worden. des allgemeinen Theils berathen worden. Bis Anfang Juli Beamten der Selbsverwaltung, namentlich der Schulzen. Man Bei der Vermehrung der Zahl der Gefangenen wird man auf dieses Jahres wird das Obligationenrecht beendet sein; im Herbst tönnte hier mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen etwas weniger diese Maßregel zurückkommen müſſen. wird uns zunächst das Sachenrecht beschäftigen. Bis' Juli 1894 fparfam sein. Das Allgemeine Ehrenzeichen stehe im Lande in wird die zweite Lesung voraussichtlich beendet sein. Ueber die viel größerer Achting als die anderen Orden niedriger Klassen, Berhandlungen bringen fortlaufend der„ Reichsanzeiger" und die 3. B. als der viere Piepvogel", wie man im Lande fagt. Conrad'schen Jahrbücher Berichte; es fann also der Fortgang Der Etat wir bewilligt; ebenso ohne Debatte die Etats des der Berathung genau kontrollirt werden. Die Kommission arbeitet geheimen Ziviltbinets, Ober- Rechnungskammer, auch nicht zu langfam, es muß ihr selbst ja angenehm sein, ihr Prüfungskommission für höhere Berwaltungsbeamte, des Mandat so bald als möglich zu erledigen. Am Ende des Jahr Disziplinarhoses, des Gerichtshofes zur Entscheidung von hunderts, hoffe ich, wird das Gesetzbuch zu Stande gekommen sein. Kompetenstonflitter, des Gefeßsammlungs- Amtes in Berlin und Selbstverständlich läßt es das Reichs- Justizamt auch während des Deutschen Richs- und preußischen Staats- Anzeigers". und trotz dieser Mitarbeit an dem bürgerlichen Gesetzbuche nicht Es folgt der Etat des Ministeriums des Innern. " der der im Mindesten an Initiative auf den anderen Gebieten unserer Beim Gehalt des Ministers weift Rechtsgesetzgebung noch an Eifer und Ausdauer innerhalb seiner Abg. v. Carlinski darauf hin, daß die Verfügung reffortmäßigen Thätigkeit fehlen. Die Reform der Justizgesetze des Ministers üler die Zulaffung ausländischer Arbeiter nicht wird nicht aus den Augen verloren. Ein ideales Wert, ein ausreiche. Es wrden nur einzelnstehende Leute zugelassen, die tadelloses, herzustellen, wird nicht gelingen, aber was geschehen sehr schwer als Arbeiter zu halten find, während ganze Familien Darauf wird der Rest der ordentlichen Ausgaben bewilligt, Unter den einmaligen Ausgaben befindet sich eine erste Rate von 325 115 M. für den Neubau eines Gefängnisses in Wohlau. Abg. Eberhard( ntl.) erklärt, daß er bei der dritten Lesung sich darüber aussprechen werde, welche Schwierigkeiten entstehen aus dem Dualismus, daß die Gefängnisse zum Theil unter dem Minister des Innern, zum Theil unter dem Justizminister stehen. Die einmaligen Ausgaben werden bewilligt. Schluß 22 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr.( Fortfegung der zweiten Berathung des Etats.) Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 4. Februar. Nachmittags 5 Uhr. Der Erwerb des Grundstücks Artillerieſtr. 7 und Ziegel ftraße 13 zwecks der Verbreitung der Artilleriestraße für den Preis von 480 000 m. wird ohne Debatte beschlossen. I allerdings der, zu verhindern, daß wir hier in solcher Weise wir für Wahlen dringend wünschen, ein Verfuch machen. J majorifirt werden.( Fortdauernder Lärm.) hoffe, daß der Ausschuß diesen Anregungen Folge giebt. Stadtv.- Borsteher Stryd: Wenn der Kollege Stadthagen Stadtfynditus Eberty weist zurück, daß eine Kritik an der die Geschäftsordnung kennen würde, würde er wissen, daß jeder Thätigkeit eines einzelnen Magistratsmitgliedes in der VersaminAntrag schriftlich) bei mir einzureichen ist. Habe ich den? Jch lung geübt wird. Die Vorlage habe ungemein umfassende und lehne jedes Eingehen darauf ab. Die Debatte ist geschlossen. zeitraubende Vorarbeiten erfordert, daher die Verzögerung. Ueber Referent Horwit hält den Antrag auf Uebergang zur die Listenwahl hat der Magistrat auch verhandelt, diesen Modus Tagesordnung für fachlich unzulässig, da über die Giltigkeit der aber nicht gewählt, weil Listen mit mehreren hundert Namen Wahl doch entschieden werden müsse. von dem einzelnen Wähler gar nicht mehr kontrollirt werden tönnen, ihm auch kein Interesse erwecken, die Wahl also einem ganz fleinen Kreise überlassen würde. Auch die in den Anträgen geforderte Beseitigung der Anrufung Gottes bei der Eidesformel müsse er als gefezwidrig beanstanden. Stadtv. Cassel bemängelt, daß völlige Gebührenfreiheit Stabtv. Stadthagen: Ich muß annehmen, daß Die- für das Verfahren in der Vorlage vorgesehen ist und behält sich jenigen, welche die Geschäftsordnung gemacht haben, sich auch Abänderungsanträge für die Ausschußberathung vor. der Tragweite ihrer Beschlüsse bewußt waren, also auch erwogen Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. haben, daß nach diesem Wortlaut der Antrag auch nach Schluß Der Magistrat ist dem Beschlüsse der Versammlung, eine der Debatte geftellt werden konnte. Für den Fall, daß mir die Petition an den Reichetangler zu richten, bezüglich einer anderMehrheit doch das Wort abschneidet, muß ich mich dem ja fügen, weitigen Instruktion der Militärposten betreffs des Gebrauchs der behalte mir dann aber meine weiteren Schritte vor. Schußwaffen, beigetreten. Bezüglich der Bewilligung der Kosten für die elektrische Be- Stadtverordneten- Vorsteher Stryd: Es heißt allerdings in Yeuchtung der Frrenanstalt zu Lichtenberg beantragt der betreffende der Geschäftsordnung: Anträge auf Uebergang zur TagesAusschuß, die Beschlußfaffung auszusehen und den Magiftrat zu ordnung fönnen zu jeder Zeit gestellt werden. In dem Stadium erfuch en, zuvorderst durch Sachverständige und anderweitige Erber Debatte aber, wo sie bereits geschlossen ist, kann davon keine fundigungen feststellen zu lassen, ob eine elektrische Beleuchtung Rede mehr fein. mit dem Dreileiterfyftem auch die größtmögliche Sicherheit gegen Betriebsstörungen bietet, um dasselbe für eine so große Anstalt wie die Jrrenanstalt ausführen zu laffen. Außerdem soll der Magistrat ersucht werden, die Erhebungen in Bezug auf die Explosion eines Gasrohrs an der Roßstraßen- Brücke zu beschleunigen und das Ergebniß ihr demnächst mitzutheilen. Nach kurzer Debatte wird dem entsprechend beschlossen. Die Wahl des Stadtv. Vortmann beantragt der Wahlprüfungs- Ausschuß für giltig zu erklären. Die Versammlung tritt dem Antrage ohne Debatte bei. Den gleichen Antrag stellt der Ausschuß bezüglich der Wahl des Stadtv. Hauer( 32. Wahlbezirk 3. Abtheilung). Stadtv. Meyer II: Gin Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung ist hierbei gar nicht denkbar. Ein solcher Antrag ist noch niemals in der Welt gestellt worden und wird nicht zum zweiten Male gestellt werden, wenn nicht vom Stadtv. Stadthagen selber( Heiterkeit). Hierzu beantragt Stadtv. Singer, die Beschlußfassung Stadtv. Neumann hält es auch nach dem Buchstaben der auszusetzen und den Magiftrat zu ersuchen, die eibliche Ver- Geschäftsordnung für erwiesen, daß der Antrag auf Uebergang nehmung fämmtlicher in dem Protest benannten Zeugen zu zur Tagesordnung nur im Lauf der Debatte" gestellt werden veranlassen und die Akten der Versammlung zu übersenden. fann. Vorsteher Sryck bleibt bei seiner Auffassung stehen; da aber der Antrag gestellt sei, wolle er die Versammlung befragen. ( Lebhafter Widerspruch.) Stadtv.- Vorsteher Stellvertreter Langerhans: Das darf der Borsteher als Hüter unserer Geschäftsordnung nicht!( Vielfache Zustimmung.) Referent Stadtv. Horwit bemerkt, daß keiner der Zeugen Stadtv. Stadthagen: Die Anführung des Kollegen die Behauptung der Protestes, daß widergefeßliche Wahl- Meyer II. ist haltlos, denn auch eine solche Majorifirung ist noch beeinflussungen durch Stimmenfauf stattgefunden hätten, bestätigt nicht dagewesen.( Gelächter.) habe; es tamen überhaupt nur 5 Wahlstimmen in Frage, was gegenüber der Mehrheit von 418 Stimmen des Lehrers Hauer über seinen Gegenfandidaten Bachler nicht ins Gewicht falle. Der Ausschuß habe aber einstimmig das Vorkommen und den Versuch derartiger Wahlbeeinflussungen, wie fie der Protest behaupte, mit vollster Entschiedenheit für verwerflich erklärt. Der Antrag Singer sei schon in der Kommission abgelehnt worden, Vorsteher Stryck: Jch bescheide mich. weil die Kompetenz der Versammlung zur Veranlassung eidlicher Der Ausschußantrag wird angenommen. Vernehmungen nicht zweifellos feststehe. Der Ausschuß stehe mit In dem neuen Regulativ für die Erhebung ber feinem Borschlage vollständig auf dem Boden des Erkenntniffes Kommunal Gintommensteuer hat der Ausschuß nur des Ober Verwaltungsgerichts, welches aus dem Vorkommen wenige Veränderungen vorgenommen.§ 2 des Magistratsvereinzelter unzulässiger Einwirkungen eine allgemeine Anrüchigkeit Entwurfs lautete: der Wahl nicht ohne Weiteres folgere. Die Steuerpflicht beginnt mit einem Einkommen von mehr als 420 Mart. Der allgemeine Erlaß der untersten Steuerstufe die Einkommen von 420-660 Mart umfassend bleibt der Beschlußfassung der Gemeindebehörden vorbehalten. Der Ausschuß schlägt folgende Faffung vor: die Stadtv. Bog therr fordert den Magistat auf, in der Petition dringend und entschieden die völlige Abstellung dieses unerhörten brutalen Unfugs zu verlangen. Stadtv. 2angerhans bemerkt, daß die Angelegenheit schon im Reichstage in der Budgetkommission erörtert sei und demnächst auch das Plenum beschäftigen werde. Damit ist der Gegenstand erledigt. Der Antrag der Stadtv. Dr. 3 adet und Gen.: Den Magistrat zu ersuchen, unter Aufhebung der die Gebühren bei Benutzung der städtischen Desinfektionsanstalten festsetzenden Bestimmungen von 1887 refp. 1890 vom 1. April ds. J. ab die Desinfektion der Wohnungen und Effekten bei ansteckenden Krankheiten seitens der städtischen Desinfektionsanstalten unentgeltlich ausführen zu lassen," wird auf Ersuchen des Antragstellers von der heutigen Tages ordnung abgefeßt. Schluß 84 Uhr. Lokales. Sind das noch menschenwürdige Zustände? So mußten wir unwillkürlich ausrufen, als uns ein Artikel der„ Täglichen Stadtv. Singer: Ich befinde mich mit dem Berichterstatter Rundschau" zugeschickt wurde, aus welchem wir unten fiehend mehrfach im Widerspruch. Wenn die Protestbehauptungen wegen unseren Lesern das Wichtigste wiedergeben wollen. Wir benterken des Stimmenfaufs wahr sind, bekommt das Bild der Wahl ein noch, daß das eben erwähnte Blatt sich rühmt, ein" unparteiisches" ganz anderes Aussehen, ein derart verändertes, daß man an der zu sein und nicht wenig stolz darauf ist, hauptsächlich in den rein arithmetischen Berechnung des Ausschusses unmöglich festbesseren Kreisen" gelesen zu werden. Hören wir also, was das halten kann. Gewiß muß ein Wahlprotest, um aussichtsvoll zu Der Erlaß der beiden untersten Steuerstufen Blatt seinem" besseren" Leserkreis zu erzählen weiß: Der vielsein, die Anfechtungen als solche darstellen, die geeignet find, Einkommensteuerstufen von 420-660 M. und von mehr beschäftigte( das Quittiren der Miethsbücher wird wohl die an auf das Resultat der Wahl einen Einfluß zu üben; trotzdem aber als 660-900 m. umfassend bleibt der Beschlußfaffung strengendste Beschäftigung dieses Biederen sein) Hauswirth eines fann nicht in allen Fällen die rein mechanische Berechnung maß der Gemeindebehörden vorbehalten. größeren Miethshauses will sich eben der wohlverdienten Nachgebend sein. Ein so rein rechnerischer Standpunkt ist namentlich Stadtv. Vorimann beantragt, au fagen: Ob und wie mittagsruhe erfreuen. Als vorsichtiger Mann läßt er vorher die folchen Behauptungen wie den hier aufgestellten gegenüber ihre weit ein Grlaß eintreten soll, bleibt der Beschlußfaffung" u. f. w. Klingel abstellen, denn er hat nicht nöthig, sich in seiner Ruhe Wahrheit immer vorausgefeßt nicht aufrecht zu erhalten. Stadttämmerer Maaß bekämpft den Antrag Vortmann und stören zu lassen. Aber selbst diese Vorsichtsmaßregel erfüllt ihren Ist die Wahrheit der behaupteten 5 Fälle zu erweisen, so stellt den Ausschußantrag als zuweitgehend. Durch eine solche Fassung Zweck nicht mehr, denn das Dienstmädchen holt den sanft fich die Wahl dar als von einer politischen Partei derart würden in der Bevölkerung Hoffnungen und Erwartungen rege Schlummernden heraus, weil ein dringender Fall vorläge." beeinflußt, daß von einer freien Willensmeinung der Wähler gemacht, die feine Aussicht auf Erfüllung hätten, denn an den Dem war auch wirklich so, denn einer der Miether, ein armer nicht mehr die Rede sein kann.( Oho! und Lachen.) Wird fie Erlaß der zweiten Kommunalsteuerstufe sei in absehbarer Zeit lidschneider, berichtete, sein vierjähriges Kind erwiesen, so beschränkt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser nicht zu denken. fei seit einer Stunde gestorben, und da seine Wohnung nur Stimmentauf nicht auf die 5 Fälle, sondern die Beeinflussung Stadtv. Singer: Jch theile den Standpunkt des Kämmerers aus Stube und Küche bestand, bat er den Wirth, ihm irgend hat größere Mengen von Wählern eingeschüchtert( Lachen) und und hätte für richtiger gefunden, wenn der Ausschuß der einen Raum anzuweisen, wo er die kleine Leiche vorläufig bergen an der Stimmabgabe nach freier Wahl verhindert. Dann er- Magistratsvorlage zugestimmt hätte. Ein Beschluß wie der des tönne. scheint aber auch, ohne Rücksicht auf die Majorität, die Wahl Ausschusses fann in der Bevölkerung Aspirationen erregen, welche Der Hauswirth verfügte sich denn auch in die Wohnung als eine torrumpirte, die tafsirt werden muß, weil die Stadt- wir nicht erfüllen können und die ich meinerseits nicht zu erfüllen der armen Leute und hier bot sich ihm folgendes Bild, von dem verordneten- Berfammlung die hohe Aufgabe hat, darüber zu gewillt bin. Das Wahlrecht( Rufe: Aha!) muß doch auch be- die Tägl. Rundschau" selbst zugiebt, daß es ergreifend gewesen wachen, daß die Wahlen unter Wahrung der Integrität der Wähler rücksichtigt werden und in dieser Beziehung werde ich nun und ist. Der Flickschneider hatte seine Wohnung"( Stube und stattfinden, daß nicht Beeinflussungen der aller gemeinsten Art, die nimmermehr meine Zustimmung zur Aufhebung der zweiten Küche) naturlich im vierten Stod des Hinterhauses inne. Hier die wirthschaftliche Nothlage ausbeuten, um Stimmen zu gewinnen, Stufe geben. Wenn wir an Erleichterungen gehen wollen, dann nun war über zwei Stühle ein Brett gelegt, und auf diesem ausgeübt werden. Aus den Zeugenvernehmungen schließe ich, daß giebt es andere, beffere Handhaben; ich brauche nur die befand sich, dürftig zugedeckt, das entschlafene Kind. die Vorgänge sich doch wohl etwas anders abgespielt haben. Miethssteuer zu nennen. Was Herr Vortmann will, ist Wild hingen ihm Haarsträhne um das aufgedunsene Gesicht, und Diefe von einem Magistratsassessor ohne richterliche Qualität, vollkommen untlar; fein Antrag will alles sagen und sagt gar das ärmliche geug, welches die kleinen Gliader einhüllte, der nicht die Wahrheit der Aussage durch Eid erzwingen tann, nichts. Uns liegt überhaupt nichts daran, daß diese zweite Stufe bekundete, daß es hier an den Mitteln zur rechten Pflege abgenommenen Aussagen tönnen für unseren Beschluß teine maß nicht erhoben wird. gefehlt hatte. 3wei größere Kinder saßen am gebenden Unterlagen fein. Die Zeugen haben sich erklärlicher- In der Abstimmung wird§ 2 nach der Vorlage wieder Fenster. Ein kleiner Sack voll Murmel, der bisher Eigenthum weise bemüht, ihre Aussagen in ein Gewand zu fleiden, welches hergestellt, das Regulativ im Uebrigen nach den Ausschußanträgen der kleinen Marie gewesen, sollte zwischen ihnen getheilt werden fie möglichst wenig belajiet das ist ja einfach in der mensch angenom olat die Berathung der Borlage betr. die Errichtung rutschte ein zwei bis dreijähriges Kind you front, und bildete den Gegenstand eines Streites. Auf der Erde von kränk eines Gewerbegerichts in Berlin. Zu derselben sind zahllichem Aussehen, mit vollständig frummen Beinen, reiche Anträge der Stadtv. Borgmann und Gen. eingegangen. bis zu dem Lager der verstorbenen Schwester. Hier legte es die Stadtv. Singer beantragt Ausschußberathung. eigene Puppe in den Arm der Todten, und versuchte immer wieder von Neuem, in dem leblosen Körper Jntereffe für das Spielzeug zu erwecken. Fest halten, Marie, danz festhalten", fagte das Kind, sonst Puppe auch terben." 11 lichen Natur begründet. Unsere Unterlagen müssen un anfechtbar fein, und das können sie nur, wenn die Aus fagen unter Eid gemacht sind. Eid gemacht sind. Die Versammlung thut gut und ist in diesem Falle sogar verpflichtet, folche unanfechtbaren Unterlagen zu befchaffen. Ein Urtheil über Stadtv. Singer: Ich möchte Ihnen den Antrag auf Diese Aussagen erlaube ich mir zunächst nicht. Daß wir nicht die Ausschußberathung empfehlen und in der ersten Berathung nur Macht haben sollten, solche eidlichen Aussagen zu erzielen, fann einige größere Gesichtspunkte besprechen. Die Vorlage hat ja ich nicht gelten lassen; unsere Wahlprüfung würde ja sonst zur recht lange Zeit gebraucht, ehe sie an uns gekommen ist. Das Man denke nur, da oben im vierten Stock wohnt in einer Farce. Ich habe mich auch bei Juriften erfundigt.( Rufe: Stadt Reichsgefes ist Juli 1890 erlassen, und wir hätten danach bereits Stube und einer Küche eine Familie von Proletariern: Mann, hagen! Heiterkeit.) Mir ist die Ansicht Stadthagen's mindestens eher ein Ortsstatut haben müssen. Ich bedauere im Interesse Frau, vier Kinder! In dieser Stube soll der Ernährer der ebenso wichtig, als die des unbekannten Oberverwaltungsgerichts weiter Kreise diese Berzögerung der Borlage aufs Lebhafteste, Familie arbeiten, ein Flickschneider, also ein Arbeiter, der im Raths, den Herr Horwiz gefragt hat; ich habe mich aber bei fie liegt daran, daß in der Hand des Dezerenenten so außer besten Falle unter den heutigen Geschäftsverhältnissen faum so einem freifinnigen Juristen erkundigt( Heiterkeit), und der ordentlich viel Geschäfte ruhen. Mit dem Statut sind wir nun viel verdient, daß es für ihn selbst ausreicht. Und dabei warten meinte, bie Gerichte würden einer folchen Requisition ja leider gezwungen, uns auch an die schlechten Bestimmungen Frau und vier Kinder auf Brot, der Hauswirth verlangt seine Des Magistrats feinen Widerstand entgegenfeßen. Jit des Gesetzes anzulehnen; wir bekommen so ein Statut außer Miethe! Unterstützung giebt's nicht, der Mann soll nur, so meinen bie Frage zweifelhaft, so bringen wir fie doch zur ordentlich viel schlechter als das frühere, das wir uns die menschenfreundlichen Bourgeois, arbeiten", dazu hat er noch Entscheidung, wir werden dann sehen, wie die Sache läuft. Mir selbst gegeben hatten. Daraus ist Niemand ein Vorwurf zu Kräfte übergenug. Und ein solch' abgehegtes Arbeitsthier soll ist es unmöglich, auf Grund der vorliegenden Aussagen die Wahl machen. Ift das aber nicht zu ändern, so müssen Liebe zu Frau und Kindern haben, er soll dieselben„ anständig" für giltig zu erklären. Jedenfalls find in diesem Bezirk Mittel wir andererseits alle Fatulitäten, die das Gesetz bietet, behandeln und er soll in der bekannten christlichen Demuth" zur Erreichung einer bestimmten Wahl angewendet worden, die benußen. Der Magistrat will nun die Beisitzer auf sechs all' das Elend stillschweigend und voll Resignation ertragen als von teinem Mitgliede des Ausschusses und der Versammlung gut- Jahre wählen lassen, wir beantragen 2; nach dem Geseze sollen die berühmte Schichung von oben! Dieselbe Schickung wirft den geheißen werden. Früher ist auch Herr Horwiz anderer Ansicht sie auf 1 bis 6 Jahre gewählt werden. Eine kürzere Frist Besitzenden ungezählte Tausende in den Schooß und dem armen gewesen; er beruft sich jetzt auf ein Ober- Verwaltungsgerichts- empfiehlt sich mehr; unser früherer Beschluß steht dem nicht ent- Flickschneider bringt sie Noth und Elend, nichts denn Noth und Erkenntniß, daß doch auch nicht fakrofankt ist. Im Bachler- gegen, denn er ftand im Zusammenhang mit erleichternden Be- Elend! Ist es denn da ein Wunder, wenn die Resignation fich schen Falle handelte es sich um amtliche Wahlbeeinflussungen; timmungen, die das jeßige Statut richt enthält. Wie sollen mit der Zeit in stumpfe Gleichgiltigkeit und diese wieder in Gehier um Stimmenfäufe, beren Zahl fich hier einst- Beisiger aus der Arbeiterklasse auf 6 Jahre zu wählen sein bei fühllosigkeit umwandelt? Von solchem Anblick hat sich auch der weilen unserer Beurtheilung völlig entzieht. Die eidlichen der Fluktuation der Arbeiterbevölkerung und der Entwickelung Hauswirth schaudernd abgewendet, er erkundigt sich jetzt nach der Aussagen müssen wir haben; besser daß der Gewählte der Industrie, die diese immer mehr steigert? Durch 2 Jahre mit Mutter des todten Kindes, welche der Schneider aus der Küche mit seinen Wählern noch etwas wartet, als daß er hier einzieht, jährlichem Ausscheiden der Hälfte wird eher eine Stabilität herbeiholte. Und um zu zeigen, wie außerordentlich verthiert behaftet mit dem Makel, den die Protestbehauptungen ihm an erreicht werden." So haben es auch die Statuten an diefe Leute schon sind, werden die Eltern" also geschildert: hängen!( Unruhe.) derer Städte, ja auch einjährige Perioden sind beliebt Abgemagert, mit stumpfem Ausdruck in den Zügen und Stadtv. Meyer I würde dem Antrag Singer zustimmen, worden. Der wichtigste Gesichtspunkt aber ist für uns nachlässigem Anzug, trat sie eingefolgt von einer Dunstwolfe wenn es fich um eine ganz geringe Mehrheit handelte; das sei die Vornahme der Wahl nach den Listenskrutinium; des Küchengeruchs. Ich brat uns einen Happen Fleesch", sagte hier aber nicht der Fall. Der Landgerichts- Präfident habe auf Berlin hat einen einzigen Wahlkreis zu lilden, der in soviel sie, wie entschuldigend, ,, nu es een End hat, mit die Anfrage des Redners erklärt, daß das Gericht über eine event. Bezirke zerfällt, als der Magistrat anordnit. Nun wird aber da, muß man sich wat anduhn, for all die wirth. Requisition des Magistrats fich jedenfalls werde schlüssig zu nicht vom Magistrat bestimmt, wie viel Beifizer in jedem Bezirke fchaft."- Kein Zug ihres Gesichtes verrieth dabei innere machen haben. Aber es sei doch hier nun und nimmer zu be- zu wählen sind, denn das hätte nicht die erwarteten Vortheile; Bewegung., Ja, jut, det des nu alle is", meintehaupten, daß der auf 5 Leute, mit Erfolg nur auf einen, durch es fehlte ja den Interessenten jede Möglichkeit, die Kandidaten der Vater, indem er sich eine Cigarre ansteckte, aber wo nu blos Beftechung geübte gefegwidrige Einfluß ganz allgemein statt- so zu gruppiren, daß alle Berufsarten vertreten sind. Wird aber hin mit bei die Engigteet?" gefunden haben solle. Die Partei Bachler habe eben trotz aller Berlin in einen Wahlkreis zusammengefaßt die ganze Liste zur Das Bourgeois Blatt will mit dieser Schilderung nicht etwa Anstrengungen weiteres Material nicht auftreiben fönnen.- Wahl gestellt, dann haben auch alle Parteim es in der Hand, auf das entfeßliche Elend hindeuten, in welchem die Familie Hiernach wird der Schluß der Debatte beantragt. die Gruppirung zweckentsprechend vorzunehmm. Der Magistrats- Jahre lang zu leben gezwungen war, sondern es will lediglich Stadtv. Stadthagen beantragt den Uebergang zur vorschlag hat auch eine ungleichmäßige Behandlung der Wähler biefe empörende Gleichgiltigkeit" dieser verkommenen Subjette" Tagesordnung über den Ausschußantrag und bittet zur Begrün- zur Folge. Soll nach Köpfen gerechnet werden oder wie soll sonst in das rechte Licht stellen, es will baben, daß seine Leser ausbie Bertheilung der Kandidaten auf die Bezirke durch- rufen: Seht so brutal sind diese Arbeiterferle, was sind wir da bung dieses Geschäftsordnungsantrages ums Wort. geführt werden? Unfer Borschlag dagegen het sehr viel für sich, für gute Menschen, die da brav und ehrlich für Frau und Kinder Stadtverordneten- Borsteher Stryd: Herr Kollege, Sie er garantirt durchaus die Gleichmäßigkeit des Wahlrechts. Das forgen. glauben doch wohl selbst nicht, daß wir auf diese Weise mit Berliner Gewerbegericht ist ein untheilbares Ganze, so foll Der Hauswirth fühlte denn auch inniges Mitleid, er war uns spielen lassen.( Lebhafte Zustimmung und Lärm.) Berlin auch nur ein Wahlkörper fein. De praktische Durch so großmüthig, einen passenden Raum" für die kleine Leiche an Stadto. Stadthagen: Ich erbitte nicht, sondern ich führbarkeit ist zweifellos. Stimmzettel mit 10 Namen tönnen zuweisen, in welchen diese getragen wurde. Ohne ein fordere auf Grund der Geschäftsordnung das Recht, diefen An- ebenso gut gedruckt werden wie solche mit 10 Ramen.( Borsteher 3eichen der Bewegung schafften die Eltern, der Vater trag zu stellen und zu begründen. Ich verbitte mir, mir gegen Stryd bittet, nicht in die Spezialdebatte zu verfallen.) Ja, die Cigarre im Munde behaltend, ihr Kind fort. Selbst die über zu sagen, daß ich mit Ihnen spiele; mit Ihnen würde ich allgemeinere Gesichtspunkte, als ich sie anführte, fann es doch größeren Geschwister blieben bei ihrem Spiel, und nur das etwas anderes machen als spielen.( Großer Lärm und andauernde nicht gut hier geben. Wir empfehlen endlich, de Wahl an einem kleinste rutschte, so schnell es fonnte, nach, und mit Thränen Unterbrechungen, Hufe: Raus!) Ich habe das Recht..( erneute Sonntag vornehmen zu laffen. Charlottenburg hat den gleichen in der Stimme rief es ein über das andere Mal:„ Da, Majie Unterbrechungen; Ruf: Sie haben das Recht, herausgeschmissen Beschluß bereits gefaßt. Damit würde auch de übermäßig lange foll meine Puppe haben, Puppe bei Majie bleiben",- und zu werden! und wiederholte Rufe: Raus, raus!) Ich bitte, mir Wahlzeit von 12-9 vermindert; an einem Somtage würde von reichte, fich vergeblich bemühend, in die Höhe zu kommen, das das Wort zu meinem Antrage zu geben. Der Zweck deffelben ist 12-6 völlig ausreichen. Hier ließe sich mit den Sonntage, den Spielzeug immer wieder hin." " " " Sind das noch menschenwürdige Zustände? rufen wir am Schluß dieser Lehrreichen Geschichte noch einmal aus. Ist es nicht schmachvoll, wenn das Glend von der gegnerischen Presse in einer solchen Weise dargestellt wird? Hals abzuschneiden. E3 gelang der geängstigten Frau abermals| Abenteuers und der ihm zugefügten Mißhandlungen gab. Für fich loszumachen und in der Wohnung des Pförtners Buflucht diesen zum Abdruck zu finden. Während ein Schuhmann von der nächsten Wache Cronheim verantwortlich, welcher dem Mitangeklagten Glauben gebrachten Brief ist der Angeklagte herbeigeholt wurde, erschien S., nur mit einem Hemd bekleidet, schenkte und seine Beschwerde aufnahm. Loskot blieb auch in Das geistige Proletariat ist auch unter den Arbeiterinnen Meffer zu entwinden. Als der Schußmann an Ort und Stelle menschlich behandelt sei. Die Polizeibeamten bestritten die An auf dem Hausflur, wo es dem Pförtner gelang, ihm das der Hauptverhandlung dabei, daß er auf der Polizeiwache under sogenannten gebildeten" Stände schon sehr stark vertreten. erschien, ließ sich S. nach längeren Auseinandersehungen schuldigungen und behaupteten, daß sie nur mehrfach genöthigt Gouvernanten, Stüßen der Hausfrau, Direttricen, Kassirerinnen, und allerlei Ausflüchten dazu bewegen Komtoriſtinnen geistiges, weibliches Proletariat. Und wie Wache zu kommen. Nachdem er sich beruhigt hatte, erklärte er überwinden. Die Thatsache der Leibesvisitation führten die Beallerlei Ausflüchten dazu bewegen, mit nach der waren, den ihnen vom Angeklagten bereiteten Widerstand zu wird daffelbe ausgenugt! Doppelt schlechtere Bezahlung wie das im Lauf seiner Bernehmung, daß er während des Abends, welcher amten auf eine generelle Anweisung des Polizeipräsidiums zurück. männliche Personal und dabei die Behandlung einer Lohnstavin. dieser groben Ausschreitung vorausgegangen war, 30 Rognats Personen, welche den Angeklagten Lostot nach seinem Abenteuer Es liegt angeblich in der Natur des Weibes, anspruchsloser zu getrunken habe und von dem, was auf diese Leistung gefolgt fei, gefehen, haben an demselben zwar tleine Schrammen auf den fein, wie der Mann, lezterer hat es im Großen und Ganzen nur so viel weiß, daß er seine Frau gefragt hat, ob sie mit ihm Backen bemerkt, nicht aber Spuren bedeutender Mißhandlung, noch nicht fertig gebracht, derart den Gipfel der Bescheidenheit sterben wolle, was diese bejaht habe. Die Frau bestreitet die dagegen bekundete die Frau des Angeklagten, daß er an jenem erflommen zu haben, wie feine Konkurrentin. Welche Löhne den Richtigkeit dieser Lesart auf das Entschiedenste. Nach seiner Tage blutig, zerschlagen und mit zerfetzter Wäsche nach Hause ge weiblichen Angestellten bisweilen gewährt" werden, geht daraus Berhaftung wurde S. ärztlicher Beobachtung unterworfen. Nach tommen fei. Der Staatsanwalt beantragte gegen 2ostot hervor, daß eine Buchhalterin in einem Trikotagengeschäft in der dem der Arzt die Erklärung abgegeben hatte, daß er S. nicht 2 Monate, gegen Gronheim 4 Monate Gefängniß M.- Straße jeden Tag( auch Sonntags Nachmittags) 4 bis für geistesfrank erachte, beschloß die zuständige Behörde, die die Rechtsanwälte Stadthagen und Freudenthal da 5 Stunden arbeiten muß, dafür giebt's pro Woche 3,25 M. weitere Entscheidung der Angelegenheit den Gerichtsbehörden zu gegen die Freisprechung. Der Gerichtshof gelangte zu der Ueberdas macht etwa für die Stunde 11 Pfennig( gut gerechnet). überlassen und es erfolgten die dahin zielenden Schritte. Natürlich muß die Buchhalterin immer sehr sauber gekleidet" zeugung, daß die Schilderung des Angeklagten Loskot unwahr erscheinen und außerdem muß sie drei nicht deutsche Sprachen Die Schifffahrt auf der Spree ist seit einigen Tagen, unzulässigen Widerstand zu brechen. Trotzdem wurde 2. freifei und die Schuhleute nur zur Gewalt gegriffen hätten, um einen beherrschen und perfekt stenographiren können! Das sind doch nachdem jede Spur von Gis auf Spree und Havel verschwunden gesprochen, weil ihm der Schutz des§ 193 zugebilligt und anwenigstens noch Anforderungen an den Bildungsgrad! Wenn ist, im vollen Gange. Die im Humboldthafen liegenden, mit genommen wurde, daß derselbe nicht wider befferes Wiffen gedas so weiter geht, dann wird der Fabrikant von seiner Buch- leeren Petroleumfäfjern für Hamburg beladenen großen Rähne handelt, sondern wahrscheinlich nur in seiner Erregung die Dinge halterin noch verlangen, daß dieselbe für einen Sechser pro trieben vorgestern in großer Zahl stromabwärts und der Rest der übertrieben habe. Dem Angeklagten Gronheim billigte der Stunde Sanskrit ohne Fehler liest und schreibt und außerdem selben trat die Reise gestern an. Die Schleppdampfer haben in- Gerichtshof den Schutz des§ 193 nicht zu, sondern verurtheilte das Minus beim Inventurabschluß aus dem Hauptbuche hinweg folge deffen vollauf Beschäftigung, denn sobald derartig beladene denselben au 200 m, Geldbuse event. 20 Tagen Ge= Dividirt. Rähne das letzte Schleufenwert bei Charlottenburg paffirt haben, fängniß. werden sie durch Bugsirdampfer bis zu ihrem Bestimmungsorte geschafft. Am gestrigen Morgen trafen einige größere Dampfer, Ein sonderbarer Sachverhalt lag einer Anklage wegen mit Getreide und Stückgütern fpreeaufwärts tommend, beim fahrlässiger Körperverlegung zu Grunde, die gestern vor der hiesigen Zollpackhof ein. Weitere Frachtfahrzeuge von Hamburg zweiten Straftammer des Landgerichts I gegen den Pferdebahnund Magdeburg werden erwartet. Die Unterspree bietet infolge fchaffner Joseph Giored verhandelt wurde. Nach der Vor dessen ein recht belebtes Bild. schrift haben Schaffner und Kutscher eines Pferdebahnwagens das Umspannen der Pferde am Ausgangspunkte einer Tour geUnter der Ueberschrift ,, Lauter Mitschuldige" lefen wir meinschaftlich zu besorgen und sind die Rollen dabei derart vereinem auswärtigen Blatte folgende Unterhaltung: theilt, daß der Schaffner die Pferde am Kopfe zu führen hat, Der Portier: Wohin wünschen Sie? während der Kutscher die Wrange trägt. Am entgegen gefeßten Ende des Wagens hat der Schaffner fo lange vor den Pferden zu stehen, bis der Kutscher durch Hineinftecken des eifernen Bolzens die Wrange an dem Wagen befestigt und sich entfernt hat. Eines Tages war der Angeklagte in dieser Weise beschäftigt. Er ging aber einige Sekunden zu früh von den Pferden fort, der Kutscher befand sich noch zwischen den gegengesetzte Seite der Wrange schnellte dadurch in der Richtung nach dem Wagen zu und da hier der Kutscher noch stand, wurde er von der Wrange gegen den Schenkel getroffen. Gr erlitt nur eine unbedeutende Quetschung. Der Gerichtshof ahndete die Unvorsichtigkeit des Angeklagten mit einer Geldstrafe von 20 M. Ueber die ungleichmäßige Berechnung der Sengen gebühren im Moabiter Gerichtsgebäude wird vielfach geflagt. Ebenso steht die bewilligte Entschädigung sehr oft in keinem Verhältniß zu der Bersäumniß der Zeugen. Eine ganz eigenartige Berechnung findet aber bei den Gendarmen statt. Diesen steht eine Entschädigung von 7 Pfennigen pro Kilometer Entfernung vom Stationsorte bis zum Gerichtsgebäude, eine weitere Vergütung von 2 M. für Hin und Rückkehr nach resp. vom Gerichtsgebäude, und endlich ein Tagegeld für gehabten Aufwand in Höhe von 3 M. zu. Bei Berechnung dieser Entschädigung tommt aber in Betracht, daß der betreffende Gendarm in einem Orte stationirt sein muß, der mindestens 2 Kilometer von der Berliner Weichbildgrenze belegen ist. Wird nun z. B. ein in Friedenau stationirter Gensdarm nach Moa bit als Beuge geladen, so erhält er: 8 Kilometer Entfernungsgebühr à 7 Pf.= 1 M. 12 f., für Hin- und Rückkehr 2 M. und 3 M. Aufwandsgebüh n Summa also 6 M. 12 Pf. Wird nun aber ein Gendain aus Schöneberg als Zeuge nach Moabit geladen, so erhält derselbe nur 50 Pf. Pferdebahn- Entschädigung, da das Dorf Schöneberg( bis zur Mitte des Dorfes gemessen) nicht ganz 2 Kilometer von der Weichbildgrenze Berlins liegt. Würde man bei der Abmessung der Entfernung Schöneberg bis zum Endpunkte berechnen, dann würden sich mehr als zwei Kilometer Entfernung ergeben, und die Schöneberger Gendarmen erhielten dann dieselben Zeugengebühren, wie ihre Friedenauer Kollegen, die viel leichter, schneller und billiger nach Moabit fahren. Während die Gendarmen in Schöneberg sich mit 50 Pf. Fabrentschädigung begnügen müssen, wenn sie in Moabit Termin haben, erhält dagegen der Schöneberger Amtsdiener, wenn diefer dorthin als Beuge geladen wird, 2 M. 50 Pf. Zeugengebühren. Noch merkwürdiger gestalten sich aber die Verhältnisse, wenn ein Schöneberger Gendarm als Zenge nach dem Charlottenburger Amtsgericht geladen wird. Dort erhält er nämlich für die gegen Moabit um die Hälfte fürzere Tour dieselbe Entschädigung, auf die die Friedenauer Gendarmen Anspruch haben, nämlich 6 M. 12 Pf. Erwägt man nun noch, daß z. B. der Nollendorffplatz zu 3/4 auf Charlottenburger und zu 1/4 auf Schöneberger Terrain belegen ist, dann kann man sich wirklich nicht recht erklären, weshalb beim Charlottenburger Amtsgericht eine über zwölffach höhere Entschädigung an die Gendarmen gezahlt wird, als in Berlin. So wie die Verhältnisse in Schöneberg liegen, sind sie auch noch in anderen um Berlin belegenen Ortschaften, z. B. in Rixdorf, Pankow u. f. w.; und da dürfte es doch zu wünschen sein, daß endlich die Ent schädigungen der Gendarmen und Polizisten beim Moabiter Gericht nach einem einheitlichen Verfahren berechnet werden. in Der Fremde: Ich bin Abonnent des Blattes und habe eine Beschwerde; ich möchte zur Redaktion. im ich Der Portier: Sie finden Niemanden, alle Redakteure find Gefängniß. Der Fremde:-? Der Portier: Ja, wegen groben Unfugs. Der Fremde: Entgleisungen der Feder. Nun gut; so möchte Pferden und dem Wagen. Eines der Pferde zog an, die entden Direktor sprechen. Der Portier: Auch im Gefängniß. Der Fremde:-?? Der Portier: Er hat ja den Redakteur gedungen und den Abzug entgegengenommen. en Der Fremde: So so, dann möchte ich den Sekretär sprechen. Der Portier: Der Sekretär ist im Gefängniß. Der Fremde:??? Der Portier: Er hat ja ben Abzug zu den Setzern gebracht. Der Fremde: Ach, schließlich genügt mir auch der Metteur pages, ich will ihm sagen. Der Portier: Der Metteur en pages? natürlich ist er im Gefängniß. Der Fremde:???? Der Portier: Er hat ja den Artikel eingerückt.. Der Fremde: Nun also, einen von den Sehern Der Portier: Im Gefängniß; sie haben den Artikel gesetzt. Der Fremde: Den Stereotypeur? Der Portier: Der hat den Artikel stereotypirt, er feufat auf dem Stroh. Der Fremde: Den Drucker Der Portier: Er hat die Presse geliefert, er ist im Rittchen. Der Papierlieferant auch; er hat das Papier für hunderttausend Gremplare geliefert. Der Dintenlieferant auch, er hat die Dinte geliefert; wenn er nicht die Dinte geliefert hätte, wäre der Artikel nicht erschienen. Er liegt im Eisen. Der Fremde: Einen Austräger? Der Portier: Mein Herr, er hat den Artikel den Abonnenten gebracht, er hat den Artitel verbreitet. lesen Der Fremde: Und Sie selbst? Der Fremde: Aber ich selbst, ich habe den Artikel geDer Portier: Nun, Mitschuldiger sind Sie, mehr noch als ich, machen Sie sich davon! Die Herren Baul Fiedler, Kastanien- Allee 50/51 und Frizz Fiedler, Wollinerstr. 63 ersuchen uns um die Mittheilung, daß sie mit dem in Nr. 27 erwähnten Fiedler nicht identisch find. Soziale Uebersicht. Nagelschmiede Berlins! wwe. Müller, Scharnhorststraße 7, ist jetzt als beendet zu Die Maßregelung der drei Kollegen aus der Werkstatt der betrachten, weil ein Kollege daselbst Arbeit nahm, der, wie ge fordert war, um 6 M. wöchentlich billiger arbeitete. Mithin waren die betreffenden Kollegen gezwungen, sich mit der Firmeninhaberin zu einigen. Diese Einigung geschah in der Weise, daß die Kollegen immer noch einen Schaden von wöchentlich 3 M. haben. Hätten sie nicht die Arbeit aufgenommen, so war eben Erfaz da. Kollegen, es ist Pflicht, dahin zu wirken und zu streben, daß solchen Eventualitäten vorgebeugt wird. Der Vorstand des Vereins Berliner Nagelschmiede. J. A.: F. List, Roppenstraße 40. Die Oldenburger Alters- und Invaliden Vers Der Portier: Dh, mein Herr, ich packe meine Roffer, ich sicherungsanstalt mußte die trübe Erfahrung machen, gehe in's Ausland. Man fann mich jeden Augenblick verhaften. daß im abgelaufenen Jahre pro Kopf der versicherten Personen Ich bin ein Mitschuldiger, denn ich habe den Artikel mit seinem nicht 47 Wochenbeiträge, wie veranschlagt war, sondern deren Redakteur eintreten lassen und habe den Artikel hinaustragen nur 341/2 gezahlt worden sind. 134 000 M., etwas mehr als lassen, als er gedruckt war. Ja, mein Herr, ich bin mitschuldig, 25 pet. der Gesammteinnahme gingen dadurch der Anstalt verganz und gar mitschuldig. loren. Der Vorstand führt nun dieses wenig befriedigende Ergebniß u. 2. darauf zurück, daß den Revisionen zufolge die Beitragsentrichtung für die nicht in einem dauernden Arbeitsoder Dienstverhältniß stehenden Personen in weitem Um= fange immer noch unterbleibe. Das Banter Norddeutsche Boltsblatt" befürchtet nun, daß dieser Ausfall an Beiträgen ein Gradmesser der Arbeitslosigkeit sei und die Annahme des Gesetzgebers, es habe im Durchschnitt jeder Arbeiter im Jahre 47 Wochen Arbeit und Verdienst, eine irrige und jedenfalls viel zu hochgegriffene fei. Das wird jedenfalls stimmen, und damit wäre der Staat sozusagen mit der Nase darauf gedrückt, daß das Verlangen der Arbeiter nach Ver türzung der Arbeitszeit wirklich eine Forderung ist, deren Selbstverständlichkeit eben nur von der Unwissenheit bestritten werden kann. Dieser Artikel ist nicht etwa unter Bezugnahme auf jüngste Prozesse, die sich in Berlin abgespielt haben, geschrieben worden, sondern er ist im Pariser Figaro" erschienen. Es muß also wohl auch in Paris Richter geben, die sich auf die Behandlung Mit dem im vorigen Monat hier verstorbenen Thier arzt Ludwig Luckow ist ein Berliner ,, Original" aus dem Leben geschieden. Die Thierbörse" widmet dem allen Thierbejißern wenigstens dem Namen nach bekannt gewesenen Manne einen Nachruf, in welchem es heißt: In seinen jungen Jahren dehnte sich Luckow's Praxis auf Meilen im Umkreise Berlins aus, und als in jener Zeit die Influenza unter den Pferden Berlins graffirte, da hielten oft sechs bis sieben Wagen vor seiner Thür. Zu den ersten derselben stieg der Verblichene und die anderen Wagen folgtenz nach und warteten, bis an sie die Reihe tam. Von dem Manne ging unter den Interessenten die Meinung um, er rieche es den Thieren an, was ihnen feble. Und originell, wie diese Meinung, war auch sein Aeußeres und fein Wesen. Der Verblichene war ein kleiner untersetter Mann der Presse verstehen. mit gebräuntem Antlig und dunklem Vollbart. Ein gewisser bitterer, bisweilen verbiffener Ausdruck kennzeichnete ihn. Sein Polizeibericht. Am 2. bs. Mts. Vormittags fiel ein sechs Sut, ein glanzlofer Zuchzylinder von englischer Fasson, war jähriges Mädchen in der Küche des Böttchers Pötsch, Krausenunter seinen Kunden ein Gegenstand der Belästigung; denn wo ftraße 10, beim Spielen in ein am Boden stehendes Gefäß mit er auch hinkam, sofort warf er denfelben in die Krippe, in einen tochendem Wasser und erlitt dabei so schwere Brandwunden am Futtertasten oder wo irgend Raum war. So ward im Laufe ganzen Körper, daß es nach dem Krankenhause am Friedrichshain Der Jahre der glanzlose Hut zu einem äußerst glanzvollen und gebracht werden mußte. Am 3. ds. Mts. Morgens wurde ein harmonirte mit des Pferdedoktors" ein achem Unzug und seinen Bäckergeselle an der Ecke der Königstraße und der Straße An der riefterbesegten Stiefeln. Aber das that ihm keinen Abbruch und Stadtbahn von einem Schlächterwagen überfahren und am Bein Reich und Arm eilte, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seit schwer verletzt. Er wurde nach der Charitee gebracht. Abends zwei Jahren hatte er sich vom öffentlichen Leben zurückgezogen fand sich eine Frauensperson, welche sich bereits Anfang ds. Js. und seinem Sohne seine Praxis überlassen. zwei Schüsse in die Brust beigebracht hatte und inzwischen aus Dem Krankenhause entlassen worden war, auf der Wache des Der sozialdemokratische Wahlverein im 4. Reichs. 24. Polizeireviers ein, nachdem sie sich vorher in der Droschte tags Wahltreise hielt am Mittwoch, den 3. d. Mts., im die Pulsader an der linken Hand mittelst Rafirmeffers geöffnet Lokale Naunynftraße Nr. 87 eine Versammlung ab, in batte. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde sie nach dem welcher Genosse Roland über Maximilian Robespierre sprach. Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Nachmittags und Redner wies darauf hin, daß felten ein Mensch so verschieden " Selbstmordverfuch auf dem Polizeibureau. Den Schau platz einer recht aufregenden Szene bildete am vorgestrigen Abend das Bureauzimmer des 24. Polizeireviers im Hause Kleine Andreasstr. 7. Eine junge Dame Namens Ohnstein war daselbst zur Bernehmung in eigener Sache vorgeladen worden. Es Abends fanden drei kleine Brände statt. handelte sich um einen Selbstmordversuch, welchen sie vor etwa zwei Monaten in der Wohnung eines ihr befreundeten Rechtsanwalts Dr. L. in der Andreasstraße gemacht und infolge dessen fie längere Zeit in einem Krankenhause zugebracht hatte. Fräulein D. befand sich schon beim Betreten des Bureaus in hochgradiger Erregung und in dieser Stimmung machte sie abermals einen Selbstmordversuch. In einem unbewachten Moment schnitt fie fich mit einem, anscheinend zu diesem Zwecke bereits mitgebrachten scharfen Federmesser die Pulsader an der linken Hand durch. Von einer Bernehmung mußte nun natürlich abgesehen und die Verlegte nach Anlegung eines Nothverbandes schleunigst zum zweiten Male nach dem Städtischen Krankenhause am Friedrichshain geschafft werden. Gerichts- Beitung. Versammlungen. beurtheilt worden ist wie Robespierre und schilderte diesen dann als einen unnahbaren, ausschließlich für feine Idee, die Befestigung der republikanischen Regierungsform, lebenden und wirkenden Mann, der nicht, wie so vielseitig behauptet wird, blutdürftig war; trat er doch gegen die Todesstrafe ein. Erst 1792, wo er die Republik von innen und außen bedroht fah, war er für strenge Maßnahmen, um die Feinde der Republit, die ihm auch Feinde der Tugend waren, unschädlich Er buhlte nicht um die Gunst irgend eben nur Ein Abenteuer auf der Polizeiwache bildete die Grund zu machen. lage einer Anklage wegen Beleidigung des Polizeipräsidiums und Jemandes und war unbestechlich; ihn leitete mehrerer Schuyleute, welche den Arbeiter Vincenz 2ostot und der Gedanke, ,, alle Tugenden des Voltsstaates an bie den Redakteur unseres Blattes, R. Cronheim, auf die An- Stelle der Lafter und Lächerlichkeiten der Monarchie zu setzen", lagebank der IV. Strafkammer hiesigen Landgerichts I führte. wie er es selbst einmal aussprach. Er war Deist, neigte Der erste Angeklagte will Anfangs Juli vorigen Jahres auf der sogar zur Mystik, und diesen Umstand benutzten seine Feinde, Polizeiwache in der Bremerstraße ein böses Abenteuer gehabt ihn zu stürzen. Mit Hilfe einer Reihe von Fälschungen Wegen versuchten Todtschlage ist der Geschäftsführer S. haben und behauptet, daß die trüben Erfahrungen, die er dabei gelang es, eine Anklagefchrift gegen ihn aufzusetzen und aus der Leipziger Straße verhaftet und der Staatsanwaltschaft gemacht, ihn erst bewogen haben, sich der sozialdemokratischen feine Verurtheilung herbeizuführen. Er starb mit 21 Gevorgeführt worden. S., der sich schon längere Zeit dem Trunt Partei anzuschließen. Der Argeklagte wurde eines Abends von noffen unter dem Messer der Guillotine. Der Tag feines ergeben hat, tam vor ein paar Tagen um 1/24 Uhr Morgens nach einem Schuhmann dabei betroffen, als er die Straße verunreinigte; Todes entzügelte wieder alle bösen Leidenschaften; der weiße Haufe und legte sich ruhig zuett, fprang aber bald darauf es tam zu Auseinandersetzungen, die damit endeten, daß er zur Schrecken" begann. Den Ausführungen des Referenten folgte wieder auf, riß seinen Sohn aus dem Bette, warf ihn zu Boden Polizeiwache befördert und dort längere Zeit festgehalten lebhafter Beifall; zur Diskussion nahm Niemand das Wort. und mißhandelte ihn in gröblichster Weise. Darauf warf sich wurde. Er behauptet nun, daß er auf der Wache von den Der Vorsitzende theilte darauf mit, daß der Vorstand die Unter6. auf seine Frau, pacte sie am Halfe, würgte sie und verlangte Schuhleuten wie ein Verbrecher visitirt, in eine Belle gesperrt ftüßung der streifenden Handschuhmacher abgelehnt hat, und nach seinem Revolver mit dem Bemerken, daß er sich und feine und halb todt geschlagen worden sei, so daß er mächtige machte nochmals auf das am Sonnabend im Elysium Frau erschießen wolle. Die geängstigte Frau erwiderte in der Schrammen im Gesicht gehabt habe und an verschiedenen Körper stattfindende Vergnügen aufmerksam. Auf eine Rüge Zubeil's Hoffung ihren tobenden Gatten dadurch zu beruhigen, daß sie ftellen blutig gewesen sei. Am nächsten Tage nach jenem anerkannte der Borsigende an daß Der Vorstand das nach dem Revolver suchen wolle. Sie wurde darauf losgelassen geblichen Abenteuer ist Loskot in der That bei dem Polizei- Vergnügen nicht hätte veranstalten sollen, ohne die Verund gab sich den Anschein, den Revolver ausfindig machen zu lieutenant des betreffenden Reviers erschienen, um über die be- fammlung zu befragen. Das Lokal fei ihm aber unter so wollen. Unterdessen war es 6. gelungen, sich in den Befiz treffenden Schuhleute Beschwerde zu führen. Als er damit keinen günstigen Bedingungen angeboten woren, daß der Vorstand eines Messers au segen. Er erneuerte jegt den Angriff auf seine Erfolg erzielte, richtete er ein Schreiben an die Redaktion des glaubte, zugreifen zu müssen. Ein Theil der Mitglieder des Frau, sezte ihr die Klinge an die Kehle und drohte ihr den Vorwärts", in welchem eine eingehende Schilderung seines Bahlvereins habe ja Arbeit und suche sich sein Bergnügen; . warum jolle man ba nicht die Einnahme dem Wahlverein zuwenden? Die Frage, ob der Verein getheilt werden soll, hat der Borstand verneint, sie soll nun auf die Tagesordnung einer demnächst einzuberufenden Generalversammlung gefeßt werden. Die öffentliche Versammlung für Männer und Frauen, welche am 31. v. M. bei Knebel, Badstr. 58, tagte, hat nichts mit dem Allgemeinen Arbeiterinnenverein zu thun. Die Einberuferin ist nur ein Mitglied jenes Vereins und die Verſammlung war auf deren Namen einberufen. Großfe öffentliche Versammlung am Freitag, den 5. Februar, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenftr. 77-79. Vortrag des Herrn Rechtsanwalts 2. Voltmar über„ Die Stellung der Krankenkassen zur Novelle des Krankenkassen- Gesetzes". Borstände und Mitglieder der Krankenfaffen find hierzu eingeladen. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 10. Gäfte haben Zutritt. Westen", Abends 8% Uhr bei Böhland, Bülowftr " = " verein Freie länge", Golmftr. 52, Ece Barutherstr. bei Faulseid. Gesangverein Freiheit Gruß", Kaftanien Allee 35 bei Scholz. Gesangverein Morgenroth 4", Röpnick bei Wiedemann in Adlershof. Gefangverein Wahrheit", An der Zwölf- Apostelfirche 7b bei Framte. Gefangverein Palme" in Belten bet Schröder.- Gefangverein ,, Brüder= " straße 84, bei Ulrich. ,, Karthau'scher Gesangverein", Lichtenbergerstr. 21 bet Heise. = Sprechtlaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Bublikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. An die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins! Vergnügungen Bons für die Kellnerinnenbewegung vertrieben. Seit längerer Zeit werden in allen Versammlungen und bei Da eine von Parteigenoffen verlangte Kontrolle abgelehnt wurde und somit gar keine Garantie darüber besteht, daß die eingehenden Gelder im Sinne der Geber verwendet werden, so wird es geboten sein, diese Bons in Zukunft zurückzuweisen. Der Vertrauensmann des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Vermischkes. In Freudenstadt( Württemberg) wurde am Sonnabend da. 10jährige Töchterchen eines Kaminfegers in einem Häuserdurch gang von der von dem Dache herabstürzenden Schneemasse ge troffen, von derfelben zu Boden geschlagen und ist dann unte dem Schnee erstickt. " Schiffsunfälle. Der deutsche Dampfer Iphigenie gegen die Ufermauer geschleudert und bekam ein Leck. Er mußt wurde am Dienstag bei der Einfahrt in Havre von der Flut wesene holländische Schiff Trientie" ist sammt de ins Dock getaut werden. Das nach Oldenburg bestimmt ge Bemannung verloren gegangen. Der englische Dampfe Mortimer" ist bei Grey Harbourg gescheitert 20 Menschen sind ertrunken. Der amerikanisch Postdampfer Präsident Lincoln" scheiterte auf der Fahrt von New York nach Antwerpen. 12 Personen sind ertrunten. " " = Eine Falschmünzerbande, die durch ganz Italien vers zweigt ist, wurde in Mailand entdeckt. 20 000 Zire sind mit Beschlag belegt. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Leipzig, 4. Februar. Das Reichsgericht verwarf die Revision Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Raiser'scher Männerchor", Schönhauser Allee 28 bet Kuhlmey. Arbeiter Gefangverein Nord", Brunnenstr. 38 bei Gnadt. Arbeiter- Gesangverein Vor Beim Eisgange in Breslau prallte am Mittwoch ein wärts 1", G.D. Adalbertstraße 21 bei Roll. Kummer'scher Gefang- leerer ca. 8000 Str. faffender Kahn, welcher vom Eis losgeriffen verein", Landsbergerstraße 31 bei Musehold., Buchbinder Männer chor" Berlins, Alte Jatobstraße 75 bei Feuerstein. Arbeiter- Gefangverein worden war, an der Eisenbahnbrücke an; auch verschiedene andere Maiglöckchen", Hochstraße 32a, bei Wilfe. Gefangverein Gemüth Fahrzeuge wurden losgerissen. Auf einem Kahn befanden sich, fich feit"( Buger), Seydelstraße 30. Gefangverein Jugendfreuden", Gartenftr. 162 bei Meißner. Gefangverein ris", Röpniderstr. 127a bei wie die Schlesische Zeitung" meldet, ein Mann, eine Frau und Küfter. Gefangverein Collegia", Reichenbergerstraße 16, bet Bäßold. zwei Kinder, welche bei dem Anprall in den Strom geschleudert Gefangverein Johanni", Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Oftend. wurden und sofort unter dem Eis verschwanden. Für die Nacht Gefangverein, Balme" in Belten, bei Schröder.- Gefangverein, Blaue Schleife" in Pantow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr.- Gesangverein Bor- war der Verkehr über die Brücke der Eisenbahn Breslau- Tarnowärts 6"( Gem. Chor), Nieder- Schönmeide, bei Siebenbaum. Gefang- wit gänzlich gesperrt. Aus Ohlau wird berichtet, der Strom des Redakteurs Fusangel in Angelegenheit der Beleidigung des verein, Sänger Freiheit", Naunynstr. 43 bei Fröhlich. Gefang- habe daselbst die Dämme überfluthet und dieselben anscheinend Landtags- Abgeordneten Dr. Schulz durch einen Artikel Fusangel's an mehreren Stellen zerriffen, in Brieg steht die Odervorstadt in der Bochumer Steueraffaire. Gelsenkirchen, 4. Februar. Der Vorstand des Verbandes vollständig unter Wasser. Das Wasser hat eine Höhe erreicht, wie sie in diesem Jahrhundert noch der deutschen Bergleute beabsichtigt Protestversammlungen gegen die Arbeiterentlassungen, Lohnherabsehung und den Zwang zu fchaft"( Hausdiener), Fischerftr. 41.- Gefangverein ,, ibertee, Wrangel- nicht vorgekommen ist. Herabgestürzt aus der vierten Etage sind in Leipzig Ueberstundenarbeit in den Kohlenrevieren abzuhalten. Im zwei Kinder. Das kleinere, ein Mädchen von 1/2 Jahren, blieb Essener Revier hat die Agitation bereits begonnen. fofort todt, während das andere, ein fünfjähriger Knabe, zwar Brüssel, 4. Februar. Der Zechenstreik in La Louvière droht noch lebt, doch so schwer verletzt ist, daß an seinem Aufkommen fich auf die Nachbarzechen auszudehnen. Die Sozialisten begezweifelt wird. Die Eltern waren beide ihrer Arbeit nach- ginnen eine neue Verfassungsrevisions- Agitation durch zahlreiche gegangen, während sechs Kinder der Beaufsichtigung der 76jährigen Meetings. Rom, 4. Februar. Der Minister des Innern beantwortete Großmutter übergeben waren, welche um die angegebene Zeit nach dem Keller zum Kartoffelholen gegangen war. Währenddem in der Kammer die Anfrage dreier römischer Abgeordneten, was fliegen die beiden Kinder an das offene Fenster empor, wo das er zur Beschäftigung der brotlosen Arbeiter zu thun gedente, jüngere nach der in der Fabrik weilenden Mutter rief, sich aus dahin, daß die Regierung das Möglichste thun werde. Wer den dem Fenster bog und dabei das Gleichgewicht verlor. Der Knabe Arbeitern von einem Recht auf Arbeit spreche, bethöre sie. Die wollte sein Schwesterchen halten, wurde dabei aber mit aus dem unbeschäftigten Arbeiter sollten heimkehren. Er werde die Ordnung aufrecht erhalten. Der Abg. Barzilai antwortete, die Ruhe Fenster geriffen. der Arbeiter sei die Ruhe der Verzweiflung. Es sei ein Sturm im Anzuge." Wehe dann den Volksaushungerern!" Der Präsident entzieht Barzilai bei dieser Bemerkung das Wort. Antonelli beschwört die Regierung etwas zu thun. Die Bettelei und die Armuth feien unerträglich. Der Minister wiederholt seine Zusage. Mailand, 4. Februar. Zwischen unbeschäftigten Arbeitern und der Polizei kam es zu einem Konflikte. Die ersteren hatten sich vor der Suppenanstalt der Gemeinde versammelt und riefen: Wir wollen Arbeit und keine Almosen!" Die Polizei schoß und verwundete mehrere Personen. Männerchor Waldesrauschen", Martgrafenftr. 87 bei Weigt. Braueret. 9 bis 10% Uhr. straße 114. " Musik Dilettantenverein Süd- West" jeben Freitag Abend 8% Uhr im 8700 Mark hat die Ueberführung des nunmehr verstorbenen Leipziger Spizbuben Winkelmann von Argentinien nach Leipzig gekostet. Nach dem„ Wähler" hat diese Summe der sächsische Staat zu tragen. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Freitag: Verein Grüne Tanne" 9 Uhr bei Teßner, Martusstr. 8. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Berliner Zurngen offen fchaft, 9. M.- Abth. Jeden Dienstag und Freitag 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. Männer- Gefang- Verein" union" Abends 9 Uhr, in der Berliner BodMusikdilettanten- Berein Glode" 9-11, Uebungsstunde. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gefangverein ibertee". Bei Ulrich, Wrangelstr. 84. Stimmbefähigte Genoffen werden gewünscht. Tambour verein, Wirbel", Gartenstr. 52, bei Nifoley. Aufnahme geschulter mit glieder vom 17. Lebensjahr an. Uebungsstunden Dienstag und Freitag von Karthaus'scher Gesangverein. Freitag, Lichtenbergerftraße 21 bei Heife.-iederfreund", Anhaltische Ressource, Mockern Mufit- Dilettantenverein Staccato" Dirigent A. Lepke. Freitag, Abends 9 Uhr, Stromstraße 28, bei Herzog, Uebungsstunde. Aufnahane neuer Mitglieder. Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. Restaur. Faulfett, Solmsstr. 52, Ecke Barutherstr. Aufnahme neuer Mitglieder. Tambourverein Borussia", ehem. Alfen. Uebungsstunde jeden Dienstag und Freitag im Restaurant Feldhahn, Weidenweg Nr. 12. Vergnügungs- Vor 20 Jahren, im 1870er Feldzuge erhielt der jetzige verein Glück auf", Abends 8% Uhr, Sigung bet Möwes, Fichtestraße 29. Nach der Sigung Tanz. Gäste willkommen. Bergnügungs: Stadtzoll- Einnehmer Josef Jben höch in München einen verein" Euphrosyne". Sigung mit Damen Abends 9 Uhr im Restaurant Schuß in das rechte Bein. In den letzten Jahren fühlte er Wohllebe, Alexandrinenstraße 110. Nach der Sigung Tanz. Gäste willtommen. Rauchklub Weich felblatt", Abends ühr, Stalizer heftige Schmerzen und nach verschiedenen Kurversuchen entstand straße 147a bet Wichert. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. eine ungeheuere Anschwellung des Kniees. Die Aerzte vermutheten, Rauchflub Dhne 3wang", Abends 8 Uhr, bet W. Spaeth, daß ein fremder Gegenstand mit dem Projektil in den SchußWeinstr. 28.- Rauchflub ,, Gemüthlichtett tagt alle Freitag Abend um tanal gekommen sei und verfügten die Ueberführung des Patienten 9 Uhr bet D. Schröder, Reichenbergerstraße Nr. 24. Mitglieder werden aufgenommen. Privat- Theatergesellschaft ,, Augusta Bittoria" heute Abend in das Garnisonslazareth. Nachdem alle Sondirungen vergeblich 9 Uhr: Sigung Perlebergerstraße 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Stattlub waren, wurde das Bein amputirt. Das Befinden des bedauerns Tournee", Abends 8 Uhr, beim Genoffen Karl Ulrich, Wrangelstraße 84. werthen Invaliden ist ein relativ gutes. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Pfeifentlub Angra Pequena", Sigung Abends 10 Uhr, Neue Hochstr. 53, bet Bergat. Gäfte willtommen. Rauchtlub ,, Rothe Quaste", jeden Freitag Abend 9 Uhr beim Genoffen Eimece, Köpnickerstr. 130. Gäste find willkommen. Paul Nickel'scher Mufitverein Allegro" jeden Sonnabend bei W. Bogel, Tambour- Verein Sorauerfir. 13. Aufnahme von Mitgliedern. Heil Deutschland", Lothringerstr. 101. Uebungsstunde: Freitag, Abends 9 Uhr. Sizung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr. Aufnahme nur geschulter Mitglieder. " " " Briefkaffen der Expedition. Der Arzt Sir Morell Mackenzie, welcher Kaiser Fried- ,, Bildungsquelle" Wien. Ihr eingesandter Betrag vo rich behandelte, ist am 3. Februar in London an der Influenza 2 Fl.( 3,45 M.) deckt das Abonnement bis 20. März. Das gestorben. Abonnement toftet für Desterreich unter Kreuzband pro Monat Ermordung eines Bahnbeamten. Auf dem Bahnhof 2 Mart. Miasma der Moskau- Brestbahn wurde Stationschef Die Vorstände der Arbeiterinnenvereine Berlins Reise von dem wegen einer Rassendefraudation entlassenen werden hierdurch ersucht, sich an unsere Parteibuchhandlung, Bahnkassirer Protopopon und zwei anderen Bahnbeamten Verlag des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2, zu wenden, Nachts auf grausame Art ermordet. Die Mörder find ver- in Betreff der Verbreitung der Arbeiterinnen= haftet. Zeitung Die Gleichheit". " Gr. Innungsgesellen- Versammlung Verband deutsch. Zimmerleute. n bringen, obavitite, din Der Steinmetzen zu Berlin am Sonntag, den 7. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr, im Lokal ,, Königshof", Bülowstrasse. 1295b Zages Ordnung: 1. Die Verhandlungen mit der Meisterschaft, betreffs der Tariffrage. 2. Verschiedenes. Kollegen, es gilt den ersten Anfturm auf den von uns seiner Zeit mit großen Opfern errungenen Lohntarif abzuweisen; deshalb alle Mann zur Stelle. Der Gesellen- Ausschuß. General- Versammlung am Sonntag, den 7. Februar ds. Js., Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Kummer, Berlinerstr. 136. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Bringmann aus Hamburg über: Die Organisationsfrage und der bevorstehende Gewerkschaftskongreß. 2. Diss fussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal 1891. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet 339/14 Der Vorstand. Tabak- Arbeiter und-Arbeiterinnen. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Sonntag, den 7. Februar, Vormittags 10% Nhr, in der Brauerei Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 7. d. M., im Lokale des Herrn Kuhlmey, Schönhauser Allee Nr. 28: Gemüthliches Beisammensein mit Familie. Anfang Abends 6 Uhr. Es ladet hierdurch freundlichst ein 427/8 Der Vorstand. Verband der Bau- Arbeiter u. Berufsgenossen Deutschlds. ( Bahlstelle Berlin). Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 7. Februar, Vormittags II Uhr, im Lokal des Herrn Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Frit Bubeil. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal 1891,-Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden dort aufgenommen. 404/5 Der Bevollmächtigte. Verein der Einsetzer( Tischler). Sonntag, den 7. Februar, Vorm. 10 Uhr, Neue Friedrichr. 44: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Drbnung: 1. Abrechnung des Vergnügungs- Komitees vom Stiftungsfest. 2. Wahl! bes Vergnügungs- Romitees für 1892. 8. Borstands- Anträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. von Böhow, Vor dem Prenzlauer Thor: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlage der Kommission zur Einführung der Arbeiter- Schuhmarke für die Tabak- Industrie. Referent Herr Stahl. 2. Der Gewerkschafts- Rongreß in Halberstadt. Referent Herr L. Dedhand. 3. Wahl eines Delegirten zu diesem Kongreß. 4. Neuwahl eines Mitgliedes der Kommission. 309/9 Die Kommission. Unserm Pfropfenbruber Adolf Wöltge zu feinem heutigen Geburtstage dreimal donnerndes Hoch PfropfenVerein Wedding. Willst Du wieder zapfen? Na immer! 1291b L. Maschke, prakt. Zahnarzt, SW., Markgrafenstr. 78, II. Unentgeltliche Behandlung 8-9, 5-61/ 2 Uhr.[ 1290b Ich nehme die Beleidigung gegen Frl. Bertha Pompert zurück und erfläre sie für ein ehrenhaftes Mädchen. 1283b S. Bosse. 1832L Sophabezüge! Refte in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Ausverkauf Verein der Bau- Anschläger. Schuhen u. Stiefeln Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr, bei Pyrtek, Gipsstraße 3: 1 General- Versammlung Tages Ordnung: = 1. Verwendung der Vereinsgelder. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Arbeitsnachweis des seit 1873 bestehenden Vereins befindet sich nach wie vor Sebastianstraße 50 beim Restaurateur Herrn G. Opat. 181/3 Der Vorstand. Tischler- Verein. und 2 Spinden. [ 1269b J. Roltsch, Markgrafenftr. 70. Betten Theilzahlung. F. R. Retzlaff, Bettfedern Spezialgeschäft. Brückenstr. 5( Jannowißbrücke).[ 1887L 22 M. Brigerstr. 10, v. part. Betten, schöner Stand, neu, fof. 3. v. 1264b Mehl, Vorkost, Holz- u. Kohlengesch. m. Rolle zu vert. wegen Aufgabe des Gesch. Rudolph, Urbanstr. 102. 12276 Kleine frdl. Wohnung, Stube, Küche. Kloset für 76 Thlr., ist verzugsh. nach außerhalb sofort oder 1. April zu vm. Oeffentliche Versammlung mit Damen Altrock, Aderſtr. 31, of 3 Tr. rechts 363/7 146/7 Der Maskenball des Vereins findet am Sonnabend, d. 12. März, in Joël's Gesellschafts- Sälen, Andreasstr. 21, statt. Der Arbeits- Nachweis befindet sich nur Neue Friedrichstr. 44 im Restaurant Abends von 8-9 Uhr, Sonntag Vormittags von 10-12 Uhr. Vielfach an mich herangetretenen Wünschen entsprechend, habe ich mich entschlossen, einen Lehrgang für doppelte Buchführung, fowie englische, französische u. itatienische Unterrichtskurse einzurichten und bitte Genossen und Genossinnen, welche daran theilzunehmen wünschen, ihre genauen Adressen baldigst bei Friz Zubeil, Naunynstr. 86, oder Wilh. Gründel, Dresdenerstr. 116, abzugeben. 1959L H. Lippmann. am Sonnabend, den 6. Februar, Abends 9 Uhr, Melchiorstrasse 15. Tagesordnung: Vortrag des Zahnarztes Herrn Dr. Ritter. Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Leseklub ,, Dietzgen". Bersammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags 42 Uhr, bei Knebel, Badstraße 58. 403/14 Tages- Ordmung: 1. Vortrag des Genossen Kessler über: Der Boltsschul- Gesehentwurf. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Beisammensein mit Tanz. Schlafft. b. Haufen, Langestr. 66, H. II. Schlafstelle, sep. Eingang. Nespithal Oranienstraße 2a, Quergeb. 1 Tr. Sin Maschinenbauer wünscht Unterricht in Trigonometrie, Logarithmen, wenn möglich auch höhere Mathematit, Maschinenkonstruktion, Fabrikanlagen zu nehmen. Nähe des Mariannenplates. Gefl. Offerten unter P. 23 an die Exped. Dieses Blattes. 1270b Ein junger Kaufmann, Parteigenoffe, sucht zum 1. April cr. Stellung als Expedient resp. Korrespondent. Stellung in der Expedition einer sozialistischen Zeitung bevorzugt. Gefällige Adressen von 35-40 Pfg, Keule Der billige Schweinefleischverkauf zoreffen erbeten sub R. B. an die Kalbfleisch 40-45 Big Pfg. Expedition des Vorwärts." Auguststr. 50a im Keller. befindet sich Schwedterstraße 21. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, 1289b 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 30. Ein freistuniges Geständniß. Freitag, den 5. Februar 1892. unter " " A 9. Jahrg. Dabei Die Arbeiter wurden in der herrschenden Klassen über die Frage der Volksbildung ent- Kleinhandwerk noch viel zahlreicher vertreten war, als die Industrie hüllt. Die Regierung will sich auf das Verwischen des und das Industrieproletariat noch nicht, wie heute, ganze ProGegensatzes zwischen Atheismus und Gottesglauben nicht ein- vingen bedeckte. Unter den schlesischen Webern herrschten zwar Seit Kurzem sind wir im Besitz einer deutschen amtlichen lassen. Damit thut uns die Regierung einen großen Gefallen. Damals schon fast dieselben Zustände wie heute, ebenso in dem Zentralstelle für Wohlfahrtseinrichtungen", bei der sich unter hohem Schutze Alles getreulich zusammengefunden hat, was in Je präziser sie ihren Standpunkt zum Ausdruck bringt, desto benachbarten Böhmen und Mähren; doch Massen- Glend und die Sozialpolitischer Hinsicht- nicht etwa den Pelz waschen will, besser für uns. vorausgegangene politische Bewegung hatten die Leute zu sehr Niederrheinische Voltstribüne"( Düsseldorf): geschwächt und abgeftumpft, um sie noch für eine weitergehende ohne ihn naß zu machen. Diese schöne Thätigkeit ist noch zu Das" neue Volksschulgesetz ist Reaktion vom reinsten Waffer; Bewegung brauchbar zu erhalten. Der eigentliche Anstoß fam hoch, wenigstens ihrer Absicht nach. Die Zentralstelle für Wohlfo far, so falt, fo erfältend für jede freie Regung, von Frankreich, wo nach der Februar Revolution von so fahrtseinrichtungen hat vielmehr den Pelz nicht nur nicht naß für das Aufblühen des modernen Geistes, modernen Geistes, des Geistes der Regierung ein Defret erlassen wurde, daß jeder zu machen, nicht nur nicht zu waschen, sondern ihn, so schmutzig der Naturwissenschaften, daß jetzt wenigstens fein Zweifel Arbeitslose von Staatswegen Arbeit und ausreichenden er ist, möglichst im alten Zustand zu erhalten als warmen über den neuen Kurs der Regierung bestehen kann. Verdienst erhalten müsse; es wurde auch eine Million von der Mantel für die Unterthänigkeit der Arbeiter, die recht viel Das ist der Bankrott des liberalen Bourgeoisstaates! ersparten Zivilliste für diesen Zweck ausgesetzt. Diese Vorgänge neue Anlässe bekommen sollen, ihren Wohlthätern" die Hand Endlich, 42 Jahre nach 42 Jahre nach der Geburt der preußischen erweckten nun unter den Arbeitern um so mehr Illusionen, als zu füffen und zu ihnen als einer Art höherer Wesen auszusehen. Berfaffung, 106 Jahre nach dem Tode des erleuchteten Despoten auch ein Arbeiter in die Regierung gewählt wurde. Die Bur Charakteristik dieser schönen Bestrebungen möge nun folgendes auf dem preußischen Throne, des Philofophen unter den Königen, Nationalwerkstätten wurden errichtet ein wahres VerlegenDokument dienen, das an dieser Stelle höher gehängt werden habt ihr es zu einem Unterrichtsgesetz gebracht, aber nur zu heitsinftitut. Diefes Experiment, durch welches Waaren er soll, ehe es vom Strom neuer Beweismittel verschlungen wird. einem Stück davon, und dieses Stück ist so beschaffen, daß ihr, ihr zeugt wurden, welche nicht abgefeßt werden konnten, jagte das In der Sigung der 2. Kammer des sächsischen Landtages Herren Bourgeois, Zeter und Mordio schreit, weil ihr fühlt, daß Spießbürgerthum in Harnisch und konnte sich selbstverständlich vom 26. d. M. entspann sich eine Diskussion über den Bau von euch und euren Staat das Gewicht dieses Gesetzes unrettbar in nicht lange halten. Selbstredend stellten auch die Berliner ArArbeiterwohnungen durch die Staatsbahnverwaltung, für welchen den schwarzen Sumpf hinabzieht, in dem die christlichen Völker beiter nach den Märztagen von 1848 ihre Forderungen; das Jahr im außerordentlichen Etat Mittel gefordert waren. Nachdem ein allesammt seit Konstantin des Großen Zeit, und dank ihm, 1847 war ein sehr schlechtes gewesen, es gab eine Masse von Ordnungsparteiler das System der Einzelhäuser empfohlen hatte, Generation auf Generation unrettbar versunken sind. Wir aber Menschen, die nichts zu thun hatten, die sich von der Bourgeoisie entgegnete der Abg. Geyer( oz.): Es müsje bedenklich sein für stehen auf sicherem Fels und sehen, wie euch der Boden als Kanonenfutter hatten benüßen lassen, von den schönen Schlagdie Kammer, der Forderung zuzustimmen, ohne daß spezielle Proden Füßen entweicht. Fügt euch ins Unvermeid- worten derselben aber nicht leben konnten, und so ergab es sich jefte vorgelegt werden. Er fürchte, daß die Regierung durch den liche. Ebenso wie für alles andere, wird auch für eure Leichen von selbst, daß sie ihre Forderungen den Spießbürgern gegen Bau von Arbeiterwohnungen eine Berkürzung der Arbeitszeit reden die Sozialdemokratie sorgen. Denn besseres fonnte ihr über geltend machten. Diese Forderungen waren dem Geiste jener zu verhindern suche. Ferner sei zu befürchten, daß der Staat nicht widerfahren, als daß sich der Staat der Kulturkämpfer und Beit entsprechend, interessant aber ist, daß eine ganze Reihe von als Arbeitgeber feine Beamten mehr als bisher an die Scholle Sozialreformatoren mit dem Nuhmestranze dieses Gefeßentwurfs[ ozialpolitischen Forderungen schon damals erhoben wurden, die feffele. Der Arbeitgeber habe einen immenſen Vortheil, wenn - bedeckte. bis zum Ersticken ivir heute noch stellen. Es wurde verlangt: Die Errichtung eines der Arbeiter an seine Wohnung gebunden ist. Man habe so den Schwäbische Tagwacht"( Stuttgart): Die Schule Arbeitsminifteriums, Einführung eines 10 stündigen NormalArbeiter mehr in der Hand als bisher, und das werde die Regierung wohl mit erwogen haben. Wenn die Kammer die mag noch so viel Finsterniß in den Geist der Kinder hinein Arbeitstages, Schaffung einer Art Altersversorgung und Festsetzung Forderung genehmige, so sollten bei der Einrichtung von Forderung genehmige, so sollten bei der Einrichtung von Pumpen, die Sozialdemokratie wird schon dafür sorgen, daß die eines Minimallohnes. Es wurde, wie in Paris, auch in Berlin Wohnungen wenigstens die Wünsche bezw. der Einzelhäuser Finsterniß wieder hinausgepumpt wird und das Licht der Auf- dazu geschritten, öffentliche Arbeiten einzurichten bei drei Thalern flärung immer heller die Köpfe erleuchte. Allen geistlichen und Wochenlohn. Allein das Spießbürgerthum, welches die Bewaffnung fireng berücksichtigt werden. Bei dem Bau der Miethskafernen weltlichen Umtrieben zum Troy, wird sie das Wert der geistigen in Händen hatte, mißgönnte den Arbeitern auch diese Beschäftigung müsse insbesondere auf die Gesundheit der Arbeiter Rücksicht und sozialen Befreiung des Volks vollenden. Die Eltern aber, und Bezahlung; die damaligen Kämpfe mit dem Spießbürgerthunt genommen werden, und alle Vorrichtungen, welche dem Wohle deren Kinder durch die Staatsgewalt zu einem offiziellen Religions- bilden den eigentlichen Kern der Bewegung von 1848. Die Aufderfelben förderlich sein könnten, wie z. B. Badeeinrichtungen, unterricht gezwungen werden, werden zu Hause durch aufklärende tritte wären lange nicht so blutig geworden, wenn die BürgerWaschanstalten u. f. w., müßten getroffen werden. Und hierauf wehr sich nicht so brutal gegen die Arbeiter benommen hätte. erwiderte der Abg. Philipp( fortschr.): Er habe nicht geglaubt, Belehrung der Kinder jenen unschädlich zu machen wissen. Norddeutsche Voltsstimme"( Geestemünde): Die Was uns am meisten interesfirt, ist, daß schon damals eine Arbeiterdaß eine so einfache Position des außerordentlichen Budgets Sehnsucht der Gesammtheit nach Erkenntniß ist mächtiger als die Organisation angebahnt, ein Bentraltlub gegründet, ein Blatt Anlaß zu einer großen Debatte geben werde. Er könne die reaktionären Gewalten und darum mag man es nur versuchen, herausgegeben und versucht wurde, den Klub über ganz DeutschBemerkung nicht unterdrücken, daß, wenn solche einfache Maß den Sonnenaufgang mit schwarzen Talaren zu behängen. Wir land auszudehnen. Allein die Ansichten waren noch zu wenig regeln der Regierung so fritisirt werden, es Niemand mehr lachen darüber. geklärt; es machten sich bald einmal kommunistische, bald Freude machen könne, weiter auf diesem Gebiete fortzuschreiten. Westfälische Freie Preffe": Die modernen zünstlerische Bestrebungen geltend. In Wien hatte sich zu Abg. Geyer habe sich über die Miethskasernen abfällig aus: Dunkelmänner werden sich täuschen, wie sie sich so oft getäuscht gleicher Zeit wie in Berlin die Arbeiterbewegung entwickelt. Es gesprochen; er möge sich doch einmal die vom Johannesverein in haben, aber klar ist jetzt geworden, wohin in Deutschland und waren dort größere Massen und infolge dessen auch größere Dresden- Neustadt erbauten Häuser ansehen, das seien luftige, Preußen der„ neue Kurs" führt. Der Kampf mit geistigen Macht vorhanden. In Wien war es auch insofern anders, als gesunde, praktisch eingerichtete Wohnungen, welche Hundert Waffen" mündet in den Strom der Kirche, der unser modernes dort die Studenten sich der politischen Bewegung bemächtigt tausenden von Arbeitern willkommen sein würden, wenn sie Denken überfluthen soll. Aber machtlos werden die Wogen ab hatten, und so überließ man auch nach erfolgter Erhebung nur zu haben wären. Wenn Abg. Geyer gesagt habe, die Arbeiter befäßen in den Arbeiterwohnungen tein eigenes prallen an dem festen Gefüge wissenschaftlichen Denkens und die Organisation der Arbeiter dem Studententhum. Seim, so frage er: Wie viel Menschen sind denn Finsterniß, Zwang, Unduldsamkeit, Herrschsucht, Heuchelei über Wien von der Nationalgarde ebenso mißhandelt wie in Berlin sozialdemokratischen Wollens. Nicht wird die alte Welt voll tam natürlich nicht viel heraus. überhaupt im Stande, fich ein eigenes beim zu bie neue Welt fiegen, in welcher freies Denken,' Unabhängigkeit, und der Versuch, sie zu organisiren, mißlang noch vollständiger. erwerben? Jede Wohlthat, jede Gefälligkeit der Arbeitgeber Glück und Licht für Alle herrschen wird. Nach der Pariser Junischlacht tam es dort zur Katastrophe und sei für den Arbeiter allerdings eine Fessel, und sie solle es Voltsblatt" für Zeltow Beeskow: Es handelt dies wirkte auf Wien wie auf Berlin; aber die Organisation sein. Die Sozialdemokratie verlange für die Arbeiter alle Nechte, von den Arbeitgebern aber nur Pflichten. Er bitte die das Dogma wendet, um an ihm eine Stüge zu finden für ihre furt a. M., wo das deutsche Parlament tagte, hatten die Nechte, von den Arbeitgebern aber nur Pflichten. Er bitte die sich um die alte kapitalistische Weltanschauung, die sich jetzt an bestand und wirkte noch eine Weile fort. Auch in FrantRegierung, auf dem betretenen Wege ruhig fortzufahren, im wantende Herrschaft, und die neue sozialistische Weltanschauung. Arbeiter Forderungen geltend gemacht. Die dortige ArbeiterLande würden die aufreizenden Nebensarten der Sozialdemo- Das ist Alles. Welche Form dieser Kampf auch annehmen mag, verbindung besaß ein eigenes Organ und setzte sich mit Berlin fraten nicht verfangen. Und die Stammer bewilligte natür in welche Verkappung und Verkleidung der Kapitalismus auch ins Einvernehmen, wo im August 1848 ein Arbeiterlich die geforderten 1 500 000 M. zur Erbauung von Wohnungen sich verkriechen mag, er ist und bleibt derselbe, er will die Klaffen Kongreß stattfand, auf welchem gefordert wurde, das Recht auf für Beamte und Arbeiter der Staatseisenbahnen in Dresden, vorrechte der herrschenden Klassen stützen. Er sucht jeßt diese Arbeit feststellen zu lassen, Produktivgenossenschaften mit StaatsLeipzig und Chemniz. Borin der dokumentarische Werth dieser kleinen Debatte Stüße im Dogma. Das Dogma soll den Ausbeutern ein Boll- hilfe zu errichten u. f. w. Es versteht sich von selbst, daß der= werk werden. Wir fürchten diesen Kampf nicht. Die Dummheit artige Vorschläge damals feine Aussicht auf Verwirklichung haben liegt, an der sich übrigens außer unserem Abgeordneten Geyer ist selbstredend die beste Schanze gegen die Sozialdemokratie. fonnten. Dieser Kongreß fegte ein 3entral- Komitee in auch die anderen sozialdemokratischen Vertreter im sächsischen Wir werden sehen, wie die Kirche diese Schanze vertheidigen Leipzig ein Es fand außerdem im April 1849 auch in Landtage schlagfertig betheiligten? Wir finden ihn in dem kostbar wird, wir fürchten, sie wird in dem Kampfe schweren Schaden Nürnberg ein Arbeiter Rongreß statt, welcher unter naiven Zugeständniß des freisinnigen Redners es ist ja sä ch nehmen und doch das Licht nicht unterdrücken können. Wir Anderem allgemeines Wahlrecht und Verallgemeinerung der fischer Freifinn, also noch eine Couleur heiterer als anderswo: treten auch in diesen Kampf mit froher Zuversicht ein. Volksbildung forderte und sich auch mit Steuerfragen be Wohlfahrtseinrichtungen sollen Fesseln für den Arbeiter sein! schäftigte. Bunächst wurde die Beseitigung der Steuern auf So oft wir bösen Sozialdemokraten so etwas behauptet haben, Ueber die sozialistische Arbeiterbewegung von 1848 Lebensmittel angeregt; das Volk hatte schon die Bedeutung des sind wir der schrecklichsten Entstellungssucht geziehen, als die hielt Reichstags- Abgeordneter Wilhelm Blos aus Stuttgart Systems der indirekten Steuern erkannt und verlangte eine böswilligsten Verleumder hingestellt worden- und jetzt ge- in einer großen Nürnberger Boltsversammlung einen Vortrag, progressive Einkommensteuer. Für den Juni 1849 wurde ein steht ein sächsischer Ordnungsmann offen ein, daß wir Recht über welchen ein ausführlicher Bericht unseren Lesern jedenfalls Arbeiterfongreß nach Leipzig einberufen, welcher den Zweck hatte, hatten. Wir fönnen diese Konzession in der Agitation nicht oft willkommen sein dürfte, da über jenen geschichtlichen Vorgang die in Deutschland zerstreuten Fraktionen zu einer großen Organi genug verwerthen. Daneben sind ja in der Debatte noch manche der jetzigen Generation nur wenig bekannt sein dürfte und der fation zu vereinigen, was nicht ohne Geschick in die Hand ge intereffante Aeußerungen gefallen, wie z. B. diejenige des gleichen Vortrag gewiffermaßen einen Schluß gestattet auf den Inhalt nommen wurde. Hauptsächlich bemühte sich hierfür das Fortschrittlers", nach der überhaupt die wenigsten Menschen im des illustrirten Blos'schen Werkes über die 1848er Arbeiter Kölner Agitationsfomitee, welches von Karl Mary Stande sind, sich ein eigenes Heim zu erwerben." Wird gerade bewegung, das unter dem Titel„ Die deutsche Revolution" bei geleitet wurde. Da tam aber im Juni 1849 die Bewegung zu diesen Herren, die im Privateigenthum immer noch den einzigen Halt J. H. W. Dieß in Stuttgart erscheint. Genosse B103 führte Gunsten der deutschen Reichsverfassung dazwischen, für Moral und Wohlfahrt fehen, nicht selbst bange vor jener nach dem Bericht der Fränk. Tagespoft" etwa folgendes aus: Parlament hatte eine Verfassung ausgearbeitet, wie sie das allgemeinen Besitzlosigkeit?" Wir fürchten sie nicht, weil wir Sozialistische Ideen für fich hat es Volt nicht haben wollte, und es entstanden die Aufstände wissen, daß gerade sie dafür sorgt, daß im Lande die Redensimmer gegeben, wenigstens ist der Grundgedanke nicht in Baden und in der Pfalz. Dadurch wurde die Arbeiter arten der Sozialdemokraten" verfangen. Wer heute noch ernst neu; so lange aber die Zustände sich ökonomisch nicht bewegung zu Fall gebracht, der in Aussicht genommene Kongreß haft in Sachfen behauptet, die Sozialdemokratie hätte in diesem entwickelt hatten, war es nicht möglich, fonnte nicht stattfinden. Die Führer flohen, wurden theils geMusterlande" der guten Sitte und Ordnung nicht verfangen", daß eine große Arbeiterbewegung entstand. Schon vor fangen genommen oder ausgewiesen. Der große Komdem ist freilich nicht zu helfen. der großen franzöfifchen Revolution machten sich sozialistische munistenprozeß zu Göln bildete einen NachIdeen bemerkbar; diese wurden von Babeuf in ein System ge- tlang zu dieser Bewegung. Damit schloß die politische deutsche Arbracht, allerdings in ein System, das jetzt gänzlich veraltet ist. beiterbewegung ab bis zum Austreten Ferdinand Lassalle's. Auch dieses Jahrhundert weist eine Reihe von französischen Aus dem Allen läßt sich erkennen, daß der Ansatz zu einer Sozialphilosophen auf, wie St. Simon, Fourier, Cabet u. f. iv., reformirenden Arbeiter- Bewegung schon damals vorhanden melche sich aber zu viel in utopistischen Phantasten verloren. war, daß aber die Verhältnisse noch nicht so durchgebildet waren, Auch die englische Chartistenbewegung war ein erster Anlauf um eine wirkungsvolle Bewegung zu zeitigen. Der Vortrag wurde Der Volksschulgesetz- Entwurf in der Beurtheilung der zur Besserung der Arbeiterverhältnisse. Bom Auslande wurde der mit anhaltendem Beifall belohnt. Der Vorsitzende Dertel fozialistische Same durch ausgewanderte und später heimkehrende stellte, fozialdemokratischen Presse. eine Diskussion nicht beliebt wurde, Hamburger Echo". Das neue Volksschulgesetz und Arbeiter zu uns getragen, weshalb bereits in den 30er Jahren ein seinem Schlußwort in Aussicht, daß, nachdem die damit verbundene Stärkung des religiösen Elements in der Auswanderungsverbot erlassen wurde. Der aus der Bewegung die Anregung gegeben sei, für die Folge weitere Volksschule wird die Ausbreitung des Sozialismus ebensowenig der 40er Jahre bekannte Wilh. Weitling arbeitete ein voll Vorträge geschichtlichen Themata gehalten aufhalten als die Irrlehren" des Herrn Richter oder die Ausständiges fozialistisches System aus, das vielerlei Mängel befaß werden sollen. Es sei dies um so nothwendiger, als in den sichtslosigkeit" des Herrn Schäffle. Wir sind zwar sest überzeugt, und deshalb keine nachhaltige Straft hatte; aus den Anhängern Schulen der geschichtliche Unterricht sehr verdaß unter dem neuen Gesetz die religiösen Heilswahrheiten ebenso desselben bildete sich, wie es unter besagten Umständen nicht nachläffigt oder wenigstens nicht in richtiger reichlich über das junge Arbeitervolt herabträufeln werden, als anders möglich war, eine Sefte. Was uns hauptsächlich in Weise gehandhabt werde. die gegenwärtige Arbeiterschutz Gesetzgebung" arm an positiven Deutschland dem Sozialismus genähert hat, das war der Umstand, Diesem Hinweis tönnen wir uns nur anschließen. Die wirkliche Bugeständnissen für die Arbeiter ist. Die Staatsmänner der daß in den Rheinlanden die industrielle Entwickelung ungeheure Geschichte ist die beste Lehrmeisterin. Sie lehrt, daß sich auch herrschenden Klassen glauben glauben aber den Mangel an Be- Fortschritte machte; sozialistische Ideen wurden dort haupt im Leben der Völker Alles organisch entwickelt. Damit friedigung, den die verfehlte und unzureichende Sozial- fächlich durch die Presse verbreitet und an dieser Verbreitung schüßt sie Denjenigen, der aus ihr lernen will, vor Selbsttäuschung. gesetzgebung im Bewußtsein des Volkes zurückgelaffen betheiligten sich auch mi arg und Engels, denen wir es zu Jede Bewegung der Voltsmassen, wie jedes Unternehmen eines vermehrte Religiosität ausgleichen zu können. verdanken haben, daß heute das Utopistische aus dem Sozialismus Ginzelnen hat den geschichtlichen Entwicklungsgang zu berück Die gleiche Aufgabe hatte sich im Mittelalter die Kirche gestellt. verschwunden ist. Vor 1848 nannte man auch Sozialismus, fichtigen, mit ihm Schritt zu halten. Wer das nicht thut, scheitert Auch die Kirchenhäupter huldigten dem Glauben, man fönne was mit den selbsthilflerischen Bestrebungen der Schulze- Delitzsch zc. an der Logit der Thatsachen. Nicht Macht, nicht Genie, nicht ökonomischen Umwandlungen durch rein moralische Mittel Salt aufammen hing, alfo gewiffermaßen einen Bourgeoisanstrich hatte, die größte Thatkraft schützen Völker und Individuen, die dagegen gebieten. Und doch kamen die Zeiten der Reformation, und doch während man alles andere Weitergehende in den Begriff verstoßen, vor der Häglichen Niederlage. bildete sich die moderne Gesellschaft, durch welch' letztere fogar Rommunismus zusammenfaßte. Aus jener Zeit stammt auch die " Parteinachrichten. hat, burch # genug an und ba mit * bas in einmal die Kirche gezwungen worden ist, sich den modernen Verhältnissen lächerliche Fabel vom Theilen; für jeden vernünftigen Menschen ist In skandalöser Weise fahren die Freifinnigen so viel als möglich anzupassen. Die Sozialdemokratie fann eben- das ein überwundener Standpunkt. Die Eigenthumsänderungen, Nürnbergs fort, gegen das Alters- und Invaliden= sowenig die moderne Gesellschaft zerstören, als die Religion im die wir erstreben, bestehen darin, daß die Produktionsmittel aus den versicherungs- Gesetz zu agitiren. Die Fränk. TagesStande ist, die Gesellschaftsordnung länger aufrecht zu erhalten, Händen Einzelner genommen und der Gesammtheit über- post" weiß wieder von einem solchen Fall zu berichten. In einer als die ökonomischen Zustände es erlauben. Die unter antwortet werden. Um diesem Gedanken einen präzisen Ausdruck Fabrik forderte der Werkmeister die Arbeiter und Arbeiterinnen grabende und zerstörende Kraft liegt nirgends au verleihen, veröffentlichten Mary und Engels im Jahre 1847 einfach auf, die freisinnige Petition gegen das Gesetz zu unter anders als im Kapitalismus selbst. bas kommunistische Manifest", welches heute ein schreiben ob sie mit dem Inhalt einverstanden waren, danach Chemnizer Beobachter": Wenn wir Sozial- historisches Dokument ist. In demselben wurde zuerst eine neue wurde gar nicht erst geiragt. Das Personal unterzeichnete, ur demokraten dem Hausstreit zwischen Konservativen und Liberalen Geschichtsauffassung zum Ausdruck gebracht. Mit diesem nicht bei nächstbester Gelegenheit aus der Arbeit entlassen zv über die Volksschule auch fühl bis ins Herz hinein gegenüber- tommunistischen Manifest ist die Aera der eigentlichen sozialistischen werden. Auch in Fürth läßt dieselbe Partei die bezüglicher stehen, so ist derselbe für uns doch insofern von Interesse, als Arbeiterbewegung eingeleitet worden. Die Bewegung fonnte fich Listen zirkuliren. Namentlich sind es die Fabriken, die zu diesen er uns die innersten und verborgensten Gedanken der Vertreter damals natürlich nur auf einige Geschäftszweige beschränken, da das Zweck von den Ünterschriftensammlern aufgesucht werden, und 0 einer merkwürdig, die Herren Fabrikanten, die sonst keinem Rassen- 1 Die Seidenarbeiter der Firma Wilhelm Bachrach in organisatorischer Beziehung bleibt noch viel zu wünschen übrig. boten Zutritt gewähren wollen, öffnen den Unterschriften- Bergstadt( Mähren) stehen vor dem Streit. Alle Verfuche, Die Schmiede beziehen ein Durchschnittslohn von 27 Pf. pro fammlern in zuvorkommendster Weise die Fabrikthore. Dagegen mit dem Chef ein gütliches Einvernehmen herbeizuführen, find Stunde. Die Arbeitszeit variirt zwischen 12 und 13 Stunden wäre nun am Ende gar nichts einzuwenden, wenn die gescheitert. So beginnen wir den Kampf, denn wir sehen feinen pro Tag. Das Zunstwesen ist bei dieser Branche noch vorAgitatoren fich die Unterschriften nicht durch allen möglichen anderen Weg, der geeignet ist, unsere Lage und Löhne zu heben, herrschend. Die Organisation wird als mangelhaft bezeichnet, Schwindel erschleichen würden. So wird den Arbeitern und damit wir menschenwürdiger leben können. Wir ersuchen alle desgleichen die der Kesselschmiede, welche sich in ähnlichen Arbeiterinnen vorgelogen, daß nicht das Gesetz abgeschafft werden Freunde, Arbeiter und Genossen dringend um Hilfe. Etwaige Verhältnissen wie die Schmiede befinden. Von den Feilensoll, sondern die Arbeiter und Arbeiterinnen sollen nur von den Sendungen sind zu richten an Karl Serwa in Bergstadt. hauern wird erwähnt, daß die Hälfte derselben orgaDie Beiträgen entbunden werden. Alle in die wirklichen Verhältnisse nisirt und die Lehrlingszüchterei vorherrschend ist. Die Schuhmacher von Ottensen find in nicht geringer I empner arbeiten nicht Eingeweihten unterschrieben natürlich unter solchen UmStunden und durchschnittlich 10 Stunden ständen; was aber auf diese Art zusammengeschwindelte Unter- Aufregung. Sie haben es im vorigen Jahre durchgesetzt, daß beziehen einen Durchschnittslohn von 30 Pf. Der Delegitte der schriften für einen Werth haben, bedarf feiner weiteren Be- sie nicht mehr bei den Meistern logiren brauchten. Jezt ver- Former berichtet, daß in Halle zirka 220 Former beschäftigt sprechung." Ferner enthält die Fränkische Tagespost" folgenden langen die Herren aber wieder, daß die Gesellen bei ihnen find, wovon zwei Drittel der Organisation angehören. Die bezeichnenden Aufruf: logiren sollen. Lehrlingszüchterei ist auch in diesem Gewerk zu einem AusEin freisinniger Agitator treibt sich seit mehreren Eine für Unternehmer und Arbeiter beschämende Be- beutungs- Institut geworden, da sehr viele Lehrlinge zu HilfsTagen in Goftenhof herum, um den Frauen Unters riften für fanntmachung muß der Vorstand des Lokalverbandes der arbeitern an Formmaschinen und dergleichen verwendet werden. die Petition zur Beseitigung des Alters- und Jaliditäts- Zimmerer in Ludwigshafen erlaffen. Dieselbe lautet:„ Daß Die Löhne der Former sind noch etwas günstiger, als die der gefeges abzupressen. Die meisten Frauen unterzeichn da der die Sonntagsarbeit, trotz polizeilichen Verbots sogar noch übrigen Metallarbeiter, was aber nur eine Folge ihres solidarischen Unterschriftensammler erklärt, es habe nichts 31 euten in Geschäften fortgesetzt wird, in denen absolut teine Zusammenwirkens in der Organisation ist. Redner beleuchtet und für ihn sei es eine Erwerbsquelle, da er nach hl Nothwendigkeit dafür spricht, ist ja bekannte Thatsache. dann das Vorgehen einiger Gießereibefizer, welche die flaue der Unterschriften bezahlt werde. Das mag fein, tai aver ur G8 sei ferne von uns, hierdurch Denunziationen zu treiben; was Geschäftszeit zu einem systematischen Herunterdrücken der Akkorder das Vorgehen der uns feine Beranlassung sein, unsere Namen mißbrauchen zu lassen uns dazu bewegt, einige Beilen in der( Mannheimer), Volksstimme" preiſe benüßen, auch unterzieht der Halle'schen Attien Maschinenfabrit für eine Petition, mit der wir nicht einverstanden sind. Das zu beanspruchen, ist der Umstand, daß sogar Verbands- Direktion freifinnige Komitee wird deshalb ersucht, den Namen des Unter- mitglieder des Zimmererverbandes fich hergeben und fast scharfen Kritik, diefelbe trotz der hohen Dividende schriftensammlers zu nennen, damit wir im Stande sind, unsere jeden Sonntag auf der Werkstelle arbeiten. Wir fämpfen un-( 35 pCt.), sofort Arbeiter entlasse, wenn das Geschäft nur Unterschriften zu durch streichen. ausgesetzt den Kampf um Verminderung der Arbeitszeit, damit einigermaßen eine ungünstige Konjunktur annimmt. Im allIm Auftrage vieler Arbeiter: W." unsere Brüder, die arbeitslos die Landstraßen belagern, auch in gemeinen sei die Lage der Former nicht als eine beneidensAuch bei dieser Gelegenheit wird wieder einmal den Staats- Kondition kommen. Wir halten es erst recht verwerflich, wenn werthe zu bezeichnen. Der Delegirte von Quedlinburg entleitungen vor Augen geführt, daß die Bourgeoisie allerdings das sich auch noch Mitglieder des Ausschusses für solche rollt über die Metallarbeiter in der Harzgegend ein ganz jeden Gemeinfinnes baare und tyrannische Wesen ist, als was es Pfuscherei hergeben, wie es thatsächlich vorgekommen ist. Pflicht besonders trauriges Bild. Arbeiter, welche in Thale a. H. bei von der Sozialdemokratie stets bezeichnet worden ist, und daß es, eines jeden Verbandsmitgliedes ist, das Solidaritätsgefühl hoch einer Firma 8 Jahre beschäftigt gewesen und sich erlaubten, den um die Macht dieser Klasse zu brechen, mindestens der vollstän- zu halten, wenn unsere Verbandsthätigkeit eine fruchtbringende Referenten einer gewerkschaftlichen Versammlung nach der Bahn digen, durchaus ungehinderten Koalitionsfreiheit der sein soll." zu begleiten, wurden sofort aus der Arbeit entlassen. Bei EinArbeiter bedarf. tritt in das Arbeitsverhältniß müssen die Kollegen ein politisches Wie das Kapital die Befitlosigkeit des Proletariats Glaubensbekenntniß ablegen; wer dies nicht thut, bekommt feine Zur sozialen Frage schreibt sehr treffend ein Mon- ausnutt, erhellt aus folgendem Arbeitsvertrag, den die Arbeit. In einigen Metallwaarenfabriken sind ein Drittel archist, Wendel Hipler, in seinem Buche: Ehe denn die Bielefelder Volkswacht" veröffentlicht: Frauen beschäftigt, welche für 6-7 M. pro Woche arbeiten. Schlacht beginnt. Ein Mahuruf an die deutsche Jugend und" Ich Endesunterschriebener verpflichte mich, vom Tage dieses Der Lohn für Eisenarbeiter beträgt durchschnittlich 12 M. Auch ihren Kaifer"( Leipzig, Verlag von Karl Jacobsen, 1892): Die Vertrages ab, also vom 6. Dezember 1891, auf ein Jahr, passirt es, daß Arbeiter, welche im Afford beschäftigt find, in den soziale Frage ist nicht allein Brotfrage, sie ist auch also bis zum 6. Dezember 1892, bei der Firme Rudolf Schäfer ersten Wochen ihrer Beschäftigung mit 5-6 m. fürlieb nehmen Ehrenfrage. Die ihr glaubt, den Sturm abwenden zu u. Ro. von meiner Seite aus untündbar in Arbeit zu bleiben. müssen. Die Lehrlingsausbeuterei ist in der Harzgegend am Blaze fönnen, wenn ihr jedem Bauer Sonntags sein Huhn in den Ich bin auf Akkordarbeit beschäftigt und ist der Atfordsay so ge- wie auf keinem anderen Orte. Die Arbeitszeit beläuft sich durchTopf liefert, ich sage euch, ihr seid blind. Dem Armen wird ſtellt beziehungsweise berechnet, daß bei normaler Arbeitsleistung schnittlich auf 12 Stunden, auch kommt es vor, daß Fabrikanten von der Verfassung gleiches Recht vor dem Gesetz, gleiches Wahl- pro Woche sechs bis neun Mark verdient werden können. von früh 6 Uhr bis Abends 10 Uhr arbeiten lassen mit Unterrecht im Reiche gewährleistet; aber er empfindet es messerscharf, Als Einverständniß ist dieser Vertrag von den Eltern unterbrechung von nur einer Stunde Mittagspause. Einige Familiendaß alle diese schönen Bestimmungen im Grunde nur auf dem schrieben. väter, welche mit ihrem Lohn nicht existiren tönnen, nehmen sich Papier stehen, daß sie nur dem Buchstaben, nicht dem Geiste aus der Fabrik die Arbeit mit nach Hause und beschäftigen ihre Der Arbeitnehmer: nach innegehalten werden. Er weiß, daß die gebildeten Stände Familie noch nebenbei. Die Behörden sollen in jeder Beziehung vor ihm und seiner Berührung wie vor einem Ausfähigen zurückRudolf Schäfer u. Ko.( Vater und Mutter.)" dem Kapital zur Seite stehen, was daraus hervorgehe, daß die schrecken, daß man ihn miẞachtet und scheut wie ein Geschöpf Dieser Vertrag wurde dem Vater einer Tochter von 19 Jahren Anmeldungen von Vereinsmitgliedern bei den Behörden häufig niederer Art. Und je mehr er die innere Hohlheit jener Kreise zur Unterschrift vorgelegt; selbstverständlich ist der Vater nicht die Maßregelung jener Kollegen aus ihren Arbeitsstätten zur erfennt, je greller sich ihm die Recheit ihrer Anmaßung offen darauf eingegangen. Folge hatte. Forderungen auf Erhöhung des Lohnes oder Verbart, desto bitterer wird er die Schmach empfinden, desto fürzung der Arbeitszeit sind häufig in der Gegend gestellt worden, Auch auf der Dortmunder Eisenbahnwerkstätte find, aber meistens durch das Dazwischentreten der Hirsch- Dunckerianer wilder haffen, wenn anders seine Seele nicht völlig im Thier- wie die Westfälische Freie Presse" berichtet, die Löhne er illuforisch gemacht worden. Wenn die dortigen Fabrikanten thum verharrt." heblich herabgefst worden. Seit einiger Zeit sind neue Arbeiter suchen, so annonciren dieselben stets: Gewerk Affordsäge festgestellt, wonach die Arbeiter alle vierzehn Tage vereinler werden bevorzugt." Hieraus gehe doch gewiß her heißt es, die Arbeiten sollten auf das unbedingt nothwendigste die Bewegung Fortschritte gemacht, da bereits 80 Personen zum 3 Mart weniger als bei den früheren Säßen verdienen. Auch vor, daß die Beiden zusammen pattiren. In der letzten Zeit hat eingeschränkt werden und zahlreiche Arbeiter entlassen, resp. ver- Verband getreten find. Redner empfiehlt zum Schluß, daß die fezt werden. Metallarbeiter in allen Orten auf unabhängige Personen als Die Vorkonferenz zur fächsischen Landesver= sammlung wird Sonnabend, den 20. Februar, in 3 widau stattfinden. Sie hat sich, wie schon erwähnt wurde, hauptsächlich mit der Regelung der sächsischen Preßverhältnisse zu beschäftigen, und Vorschläge auszuarbeiten, welche der Landesversammlung zu unterbreiten sind. * Aus Pforzheim wird uns unterm 2. Februar geschrieben: Bei der heute stattgehabten Wahl der 8 Beiliger zum Gewerbegericht, der Handwerker, siegte unsere Liste mit 235 gegen 35 Stimmen. Die Wahl war eine getheilte, indem gestern das Bijouteriegewerbe 12 Beisitzer und heute die Handwerke 8 Bei fizer wählten. Die von uns zur Wahl der Handwerker- Prinzipale aufgestellte Liste errang 38 Stimmen. In der Goldfabrikation war keine Liste aufgestellt. " 1 Herford, 18. Dezember 1892. Der Arbeitgeber: Versammlungen. In Gmünd beschlossen die dortigen Mitglieder des Ver- Leiter der lokalen Organisationen bedacht sein möchten, um Maßbandes deutscher Gold- und Silberarbeiter regelungen möglichst vorzubeugen. Die Lohn- und Arbeitsverhält nach eingehender Debatte mit 18 gegen 4 Stimmen: In Ernisse in Bernburg, Halberstadt, Eilenburg und Oschersleben werden wägung, daß nach den gemachten Erfahrungen die Mitglieder von den Delegirten ähnlich wie die Halle'schen beleuchtet. der hiesigen Zahlstelle zu der Einsicht gelangen mußten, daß auf gewerkschaftlichem Wege einfach nichts zu erreichen ist, weil die Interessenlosigkeit eine zu große, beschließt die heutige Versammlung, die Zahlstelle des Verbandes deutscher Gold- und Silber arbeiter hiermit aufzulösen und sich in corpore dem Sozialdemokratischen Verein anzuschließen." Die zum Zweck eines Protestes gegen den Entwurf Dieser Beschluß ist in seinem ersten Theile verkehrt. des Volksschul- Gesetzes auf letzten Dienstag zu Joël einDer Erlaß des Herzogs Georg zu Sachsen und das Mit dem Indifferentismus hat jede Organisation zu rechnen. berufene Voltsversammlung war von über tausend Urtheil der sozialdemokratischen Presse. Die Gewerkschaften sind allerdings nichts weniger als die Personen besucht. Der Referent, Reichstags- Abgeordneter Friz Braunschweiger Volksfreund": Die Scheußlich Universal- Heilmittel, als welche sie mancherseits aufgefaßt werden, unert, beleuchtete zunächst die trotz aller Lobpreisungen noch feiten, welche in dem Schriftstück enthüllt werden, zeigen, welche aber sie sind schon deshalb nicht zu unterschätzen, weil sich durch so überaus mangelhafte Einrichtung der sogenannten Bolts-, in Rohheit und Verwilderung im gerühmten deutschen Heere Plaß diefelben die Lebenshaltung, bezw. das ökonomische Elend des Wahrheit lediglich Armenschulen. Denn in ganz Europa gäbe gegriffen hat. Die übelberüchtigten Landsknechte konnten feine Arbeiters in den einzelnen Berufen unter jezigen Verhältnissen es bis jetzt noch immer feine wirkliche Boltsschule. Auf insroheren Patrone sein, als diese Unteroffiziere hier. Freude am am besten ermitteln läßt und sie durch die Braris selbst zur gesammt 75 000 Klassen in Preußen seien nur 65 000 Lehrer geSchmerze anderer zu empfinden, diesen Schmerz zur Erweckung Auffindung der Mittel gezwungen werden, mittelst deren die kommen und in dem noch als gut zu bezeichnenden Jahre 1882 seiner eigenen Wolluft bei anderen hervorrufen, das ist eine Sozialisirung der Produktion dereinst praktisch vollzogen werden wären 15 523 überfüllte Schulen zu verzeichnen gewesen. Dies Stufe der Grausamkeit, wie sie nur der entartetste Mensch kennt. fann. sei um so bezeichnender, als man für direkt kulturfeindliche Zwecke Wähler"( Leipzig). Wie mancher ehemalige Soldat wird ( beim Lesen des Erlafies) an seine Erlebnisse aus der Dienstzeit Welche Fülle menschlichen Glends, trotz Kranken- und Milliarden wegzuwerfen habe.( Beifall.) Redner kritisirt hierdenken. Der in dem Schriftstück ausgesprochene Rath: Veröffent: Unfallversicherung, in manchen Arbeiterfamilien herrscht, davon nach in eingehender Weise den Entwurf in seinen einzelnen Bunften, lichung der Namen und Strafen derer, welche Mißhandlungen giebt ein Eingesandt im„ Don. Wochenbl." wieder einen Beleg. namentlich das Aussichtsrecht des Pastors, und betonte, nachdem begangen haben, zeigt den Weg, der zunächst zu gehen wäre: Dem genannten Blatte wird geschrieben: Als ich am 21. d. m. er auch die Stellung der verschiedenen Parteien zu dem Entwurf Deffentlich feit des militärgerichtlichen Verfahrens wäre das Abends in den 1/27 Uhr- Bug zu Engen einstieg, um beim nach scharf beleuchtet hatte, daß wir den Kampf aufzunehmen gefonnen nächste Biel, auf das hinzusteuern wäre. Inteß theilen wir Donaueschingen zu fahren, faß in dem Eisenbahn- Wagen eine find, wie er uns geboten wird. Wir würden unsere Kinder nicht durchaus die Ansicht des" Vorwärts", welche dahin geht, daß Frau, die beim ersten Anblick auf mich den Eindruck machte, daß zu dem machen lassen, was man aus ihnen machen wolle; wir das stehende Heer und der gesammte Militarismus aus vielen fie Krankheit oder Gram und Kummer drücke. Ich knüpfte als würden sie zu freien Menschen erziehen und wieder gutmachen, ( Beifall.) Der Gründen nicht haltbar erscheint. Bayern hat die Deffentlichkeit bald mit ihr ein Gespräch an und dabei erzählte sie mir folgen was etwa die Schule an ihnen verdorben. des militärisch en Gerichtsverfahrens, und trotzdem tamen auch des: Sie wohne in Möhringen und sei heute früh von da nach Referent empfahl nach Beendigung des Vortrags die Annahme dort genug Fälle vor, welche im höchsten Grade beunruhigen Engen gelaufen und werde auch von Hattingen ab wieder zu der bekannten Vogtherr'schen Resolution mit folgendem Zusatz: mußten. Also wird bei folgerichtigem Denken kein anderer Fuß den Weg nach Hause nehmen, da sie zum Fahren kein Geld aber die Versammlung ist auch tief durchdrungen von der Ausweg bleiben als der Ruf: Fort mit dem Militarismus! gehabt habe. Ihr Mann sei im letzten Dezember schwer ver- Ueberzeugung, daß die frei organisirte, wahrhaft ideale Boltsnur Aussicht hat unter der Des Boraussicht unglückt, indem beim Holzladen ein Baumstamm auf ihn fiel und schule Zwei andere Polizeiliches, Gerichtliches. ihm in gräßlicher Weise Unterkiefer und Backenknochen zerschmetterte; Sturges der kapitalistischen Weltanschauung." In Freiberg wurde der Genosse Emil Müller er liege jetzt schwer frank im Spitale. Da sie zur Unterstützung Resolutionen, in denen die Versammlung ihre Sympathie wegen Verkaufs von Quittungsmarken in einer Volksversammlung für sich und ihre sechs kleinen Kinder von der Kranten zum Austritt aus den konfessionellen Religionsvereinigungen vom Landgericht zu 20 M. Strafe und in die Kosten verurtheilt. taffe blos 90 Pig. per Tag bekomme, während die aussprachen, fanden nach ausgedehnter Diskussion sammt der Das Schöffengericht hatte ihn freigesprochen, weil nicht erwiesen Gemeinde Möhringen ihr jede Unterstüßung verweigere, so habe Hauptresolution mit dem Kunert'schen Busage einhellig Annahme. war, daß Müller die Marken auch an Leute verkauft hatte, welche sie sich hierwegen heute an das Gr. Bezirksamt Engen gewendet. In der Diskussion sprach zunächst ein Herr Lehmann dem Wahlverein nicht angehörten. Borm Landgericht erklärte Der Herr Oberamtmann habe ihr aus seiner Tasche 40 Pfg. für unter voller Ruhe der Anwesenden als Gegner. Er gab sich jedoch ein solches Nichtmitglied, daß ihm Marken und Schriften ein Billet nach Hattingen geschenkt. Als die Frau in Hattingen vergebliche Mühe, den Kunert'schen Zusatz als unnütz hinzustellen. Vogtherr sprach im angeboten worden feien; ferner hat ein Gendarm auf sein Ver- aussteigen wollte, löfte Ihr Einsender, obwohl nichts weniger als Runert widerlegte den Redner unter lebhaftem Beifall der Sinne Kunert's. langen eine Marke bekommen, aber nichts dafür bezahlt. Auf ein Kröfus, auch das Billet nach Möhringen. Dieselbe erzählte Versammlung. Grund dieser Beweisaufnahme erfolgte die Verurtheilung. mir weiter, fie sei heute früh mit nüchternem Magen nach Engen Ihm schlossen sich im wesentlichen Stadthagen und Fräulein Lange nach Mitternacht endete die VerIn Mühlhausen( Thüringen) hatte der Genosse gelaufen und habe auch bis jetzt Nichts zu essen gehabt, während abni an. Aeustergerling, nachdem vom Kaminergericht die Polizei- fie ihre 6 ebenfalls hungernden und frierenden sammlung. Die Bäckerei- Arbeiter Berlins und Umgegend hielten verordnung, welche das Grheben eines festen Entrees zu Ver- Kinder ihrem Schicksale zu Hause überlassen fammlungen von der Genehmigung der Polizei abhängig macht, mußte. Hierbei bemerke ich noch ausdrücklich, daß diese Frau, am 2. d. M. eine von etwa 400 Personen besuchte öffentliche für rechts ungiltig erklärt worden war, entgegen einem es ist die Gheirau des Zimmermanns Frick von Möhringen, einen Generalversammlung im Alten Schüßenhause ab. In derselben Verbot der Mühlhäuser Polizeibehörde durch ein Inserat zum durchaus glaubhaften und vertrauenswürdigen Eindruck machte." gelangte die von der Agitationsfommission der Bäckerei- Arbeiter Besuche einer Volksverfammlung eingeladen, wonach der Zutritt Die Konstanzer Abend- Zeitung" fügt dem bei, daß die Ge- Deutschlands ausgearbeitete, für den Bundesrath bestimmte zu derselben nur gegen ein festes Eintrittsgeld von 10 Pf. ge- meinde Möhringen, welche nach der Erzählung der Frau Denkschrift betr. den§ 100e Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung, fattet sei. Deswegen und weil er in einer kurz vorher statt- die Unterstüßung verweigerte, eine sehr reiche Gemeinde welche im Vorwärts" bereits veröffentlicht worden ist, zur Vorgefundenen Bersammlung erklärt hatte, daß er bei der nächsten ist, und von ihren Bürgern nicht nur feine Umlagen erhebt, lage. Diefelbe wurde vom Kollegen Pfeiffer in eingehender Die Versammlung erklärte sich mit der DentBersammlung ungeachtet des Verbotes der Polizei gestützt auf das fondern ihnen ein erhebliches Quantum Bürgerholz unentgeltlich Weise erläutert. Urtheil des Kammergerichtes ein festes Entree erheben werde, verabreicht. schrift einverstanden bis auf die Forderung der 12stündigen Ar* 日 hat nun der Staatsanwalt Anklage angestrengt, weil Neuster- Der internationale Buchdruckerkongres, welcher am beitszeit. Die Versammlung erachtete eine 10ftündige Arbeitszeit gerling zum Ungehorsam gegen die Regierungsverordnung vom 25. August in Bern stattfindet, wird sich, wie der„ Voff. 3tg." für ausreichend. Es soll demzufolge nochmals eine große Ber21. Juli 1890, welche das Erheben eines Entrees in belie gemeldet wird, u. A. mit folgenden Punkten beschäftigen: Sammlung einberufen werden, welcher die endgiltige Beschlußbiger Höhe von der polizeilichen Genehmigung abhängig Gründung einer internationalen Widerstandskasse, Regelung fassung über diese Frage bezw. die Denkschrift vorbehalten wurde. macht, aufforderte. Der Regierungspräsident hat die Au- des Biatikumswesens durch ein einheitliches Verbandsbuch, Im Anschlusse hieran erstattete Kollege Pfeiffer als Delegirter lösung der Bersammlung vom 19. November v. J., welche wegen Schaffung einer internationalen Zentralstelle mittelst ständigen zur Streit- Kontrollkommission Bericht über die Thätigkeit dieser des Ausdruckes eines Redners:„ die Berurtheilten aus der Schlacht Sekretariats. bei Weimar" erfolgte, für ungerechtfertigt erklärt. Soziale Uebersicht. Körperschaft. Die Versammlung erklärte ihr Einverständniß mit der Thätigkeit der Delegirten in der Streif- Kontrollkommission und sprach demselben ihren Dank aus. Auf der Konferenz der Metallarbeiter der Provinz Sachsen, die am 30. Januar in Halle zusammentrat, wurde über die Lage der Arbeiter dieses Gewerbes Folgendes berichtet: Die Löhne der Schlosser variiren zwischen 19-45 Pf. pro Briefkaffen der Redaktion. Stunde, jedoch wird der Lohn von 45 Pf. nur in den seltensten Fällen gezahlt, so daß ein Durchschnittslohn von 30 Pf. pro W. W. Wenn der Zeuge vernommen ist und nicht münd Stunde anzunehmen ist. Bei den Eisen- und Metall- lich in der Sitzung oder schriftlich zu einem weiteren Termine drehern sind die Verhältnisse ähnli be; letztere arbeiten meist geladen wird, so braucht er nicht wieder zu erscheinen. B. T. W. Einem Ehemanne kann wegen des Einspruchs im Afford. Die Arbeitszeit beläuft sich im Durchschnitt jetzt auf 11, während im Sommer 12-18 Stunden gearbeitet wird. In seiner Frau der Auslandspaß nicht verweigert werden. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Arbeiterentlaffungen und kein Ende! Auf Zeche Zentrum in Wattenscheid( zwei Schächte) wurde 150, im Spandauer Feuerwerks Laboratorium 500 Arbeitern gefündigt.