Ar. 70, AbomumkM»• Zedinzunzt«: ilbonnemenl«-Prelt prünumerando! Vterleljährl. ZL0 STR. monatt. wöchsxlllch 28 Pfz. ftct Ins Haus. Simelne Numni'r 3 Pfg. Sonntags« Nummer mit lUnlirlitlcc Sonntags« Beilag,»Tle Neue Well" 10 ylg. Post- Hibonncment: 1,10 Mark pro Monat. EUigeiragen in ver Post- ZeiiungS» Preisliste für iv Ol unter Ot. 7671. Unter streuzban» für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland g Mark pro Monat. Arscheint täglich nutzer Monkng». 18. Jahrg. Di« Inftrtllms-Vcvllli»> »eirägt für die sechsgespaltene ftotcnel» »eile oder deren Raum 10 Pfg., für polilifche und gewerkschaftliche Vereins« und VerfammIungS« Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anzeigen" jedeS Wort 3 Pfg. (nur das erste Wort feit). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 1 Uhr nachmittags in derCrpedition abgegeben werden. Die Sxprdiiion ist an Wochen« tagen bi« 7 Uhr abendS, an Sonn« und Festlagen bl« 8 Uhr«ocmUtagS geöffnet. Devlinev Volksblakk. Telegramm« Adresse» „Sorinldrmokirnt Vrrlin" Centrawrgan der socwldemokratischen Partei Deutschlands. Redaktioa: sv�. 19, Veuch-Slratze 2. Fernsprecher! Amt I. Nr. ISO«. Expedition: sw. 19, Veutlz- Striche 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. SlTl. Eine Wendung. Huri». 21. Marz. Die fortdauernden Gtrei!» in Monteeatl-leZ-Miue» und in Marseille scheinen an einem ernsten Wendepunkt angelanstt zu sein der auch auf die allgemeine politische Lage rückwirken dürfte. Zivet mit einailder verknüpfte Umstände haben die Situation verändert. Einerseits der Verlaus der Streikbewegung, und andrer« seits die ordnungsretterische Nervosität der Regierung. Zunächst in Montceau-IeS-MineS. Die so schwer zu stände gekommenen Unterhandlungm zwischen der Gewerkschaft und der Grubenverwaltung sind abgebrochen und zwar durch die Schuld der letzteren. Die Ausständigen erklärten sich bereit, die ungenügenden Lohnzngeständnisse anzunehmen aber unter der ja selbstverständlichen Bcdingnng der Wieder anstcllung sämtlicher Arbeiter. Man erinnere sich, dasi für die eigentlichen Kohlengräber, 4800 Mann, der Streik von Anfang an lediglich ein Solidaritätskampf war zu gunsten der im Lohn benachteiligten Arbeiter über Tage bezw. der Hilfsarbeiter und man wird begreifen, daß die Streikenden in diesem Falle lveniger denn je in die ihnen von der Grubenverivaltung zugemutete Entlassung von 420.überflüssigen" Arbeitern einwilligen konnten. Die Grubenverwaltung beruft sich darauf, dah eine gewisse Anzahl Arbeiter überhaupt überflüssig wären, und dasi ferner der zweimonatliche Streik aus technisch-kommerziellcn Gründen eine volle Wiederaufnahme des (Betriebs unmöglich mache. Mag sein! Die frühere, politische Zwecke verfolgende Verwaltung hatte allerdings unrentable Neben betriebe eingerichtet, um dadnrck die Zahl der Arbeiter, d. h. der Werkzeuge ihrer klerikal-reaktionären Politik, zu vermehren. Auch die technisch-kommerziellen Gründe mögen ihre Richtigkeit haben. Sollten aber deswegen die Arbeiter gerade nach einem zweimonat lichen Kampfe für die reaktionären Machenschaften der alten Ber« waltung büßen? Zudem giebt es einen Ausweg, der jedenfalls die brutale Entlnssnng von 4S0 Proletariern vermeiden läßt, ohne daß irgend welche Gründe dagegen ins Feld geführt werden könnten. Erstens giebt es eine Anzahl alter Kohlengräber, die das PeustonS- alter erreicht haben— und also ordnungsmäßig entlassen werden könnten Zweitens ließe sich, wie die Delegation der socialistischen Kammerfraktion beim Minislerpräsidenten in Vorschlag gebracht hat. für die nächste Zeit ein Schichtwechsel unterj den Arbeitern einführen, damit die verfügbare Arbeit unter allen verteilt wird, bis der Vetrieb wieder in vollen Gang gesetzt ist. Zu diesem Auskunftsmittel greifen übrigens die Gmbenverwaltungen regelmäßig bei ungünstiger Geschäftslage. Die unversöhnliche Haltung der Compagnie entbehrt also jeder Berechtigung. Es hat vielmehr den Anschein, daß die neue Ber« waltung nach dem Beispiel der alten eine Machtprobe auSfechtrti will. Dazu paßt vortrefflich das protzige Benehmen des Direktors Eoste, der selbst die persönliche Entgegennahme der Antwort der Gewerkschaft verweigert hat. Die Antwort muhte ihm mit der Post zugestellt werden l... Seither, das ist seit dem 16. März, verharrt Coste im Schweigen. Die brutale Abbrechung der Unterhandlungen hat die Arbeiter er« bittert. Um so mehr, als die«Gelben", die Streikbrecher, eifriger denn je eine Wiederaufnahme der Arbeit herbeizuführen suchen. ES kam nun zu einigen vereinzelten Konflikten zwischen.Gelben" und „Roten", die übrigens von der Streikorganisation, vom socialistischen Bürgermeister und der Masse der Arbeiter mißbilligt werden. Das hat aber genügt, um die Regierung zur Aenderung ihres bisherigen Verhaltens zu bewegen. DaS Gezeter der bourgeoisen Presse über den.TerroriSmuS" der Kohlengräber hat die Ne- gierung nervös gemacht. Her mit der militärischen Ein schüchterung l Die Truppen, die bis dahin von jedem Kontakt mit den Arbeitern ferngehalten wurden, füllten auf einmal die Straßen und Wege um Montceau und Umgebung. Die militärische .Promenade" und die berittenen Patrouillen sollten eben— wie die bourgeoisen Berichterstatter zutreffend schreiben— den Streikenden zeigen, daß»die Straße nicht ihnen allein gehört", daß die Truppenmacht imposant genug ist, um für die„Freiheit der Arbeit" zu sorgen. Ja, im„TempS" wird schon die Möglichkeit vorgesehen, den 80 Quadratkilometer umfassenden Raum der Kohlengruben wirk- sam durch die Militärmacht zu schützen I AIS die einzige Gewähr für einen friedlichen Verlauf des Streiks erscheint demnach die Unmöglichkeit einer teilweisen Wiederaufnahme der Arbeit infolge der geringen Zahl der.Gelben". Unter den 700 Mann, die sich bei der.gelben" Gewerkschaft als arbeitswillig angemeldet haben sollen, giebt es nach ihrer eignen Angabe bloß 400 Kohlengräber. Indes scheinen die politischen Hintermänner der Streik- brecher, die klerikal» kapitalistisch- nationalistischen Parteien, die den .Gelben' bereits einen Judaslohn von 80 000 Frank an Unter- stützungen zugeführt haben, alles daran zu setzen, um die Dinge zu einem blutigen Konflikt zuzuspitzen. In den letzten Tagen werden.Gelbe' nach Montceau aus den umliegenden Orten spediert. insbesondere auS E re us o t, wo der Eisenkönig Schneider ja die rote Gewerkschaft so gut wie vernichtet und die überwiegende Mehr« heit der Arbeiter wieder in.Gelbe' verwandelt hat. Sie kommen einstweilen wieder in kleinen Trupps an. um der Aufmerksamkeit der Streikenden zu entgehen und den polizeilich-militärischcn Schützern der„ArbeitSfreiheit" die Aufgabe zu erleichtern... Zur Kennzeichnung der Regierungsaktion ist noch zu sagen, daß die Truppenteile in Montceau schon ein paar Mal gewechselt wurde». Die Behörden und die Offizier« scheinen eine dauernde Berührung zwischen den Soldaten und den Arbeitern zu befürchten— von wegen der Beeinflussung der elfteren durch die letzteren. Die Streikenden verbreiten nämlich unter den Soldaten.umstürzlerische' Aufrufe, in denen— schrecklich zu sagen l— die Proletarier in Uniform aufgefordert werden, nicht auf ihre Brüder in der Arbeits« jacke zu schießen. Einer der letzten Auftufe lautet: „Kameraden, Soldaten I(Arbeiter von gestem, wirst Du eS morgen sein.) Diejenigen, die vor Euch hier waren, sind auf höheren Befehl ersetzt worden. Warum?— Weil Eure EhefS ahnten, daß jene keine Mörder sein wollen, bereit, auf die um einen höheren Lohn streikenden Kohlenarbeitec zu schießen.— Ihr, in Montceau neu angekommen, die Situation nicht kennend, dürfet nicht zu Mit' schuldigen derjenigen werden, die ein blutiges Gemetzel vorbereiten. — Soldaten, rötet Euch nicht die Hände mit Arbeiterblut I Kameraden, wenn man Euch zu feuern befiehlt, schießt nicht l Hoch die Brüderlichkeit l" Die bereits erwähnte Delegation der soclaltstischen Kammer fraktion hat gegen die Entfaltung der Truppenmacht protestiert. Die Wirkung dieses Protestes bleibt abzuwarten. Der Ministerpräsident hat jedenfalls keine Abhilfe versprochen. Es sei noch erwähnt, daß der Abg. Lstang(Blanquisl) von Montceau aus die socialistische Fraktion telephonisch gebeten hatte, wegen der militärischen Maßnahmen eine Interpellation einzubringen. Die Fraktion ließ eS leider bei der Delegation bewenden. Dieselbe Delegation hatte auch gegen die.übermäßige Ent faltung von Truppen in Marseille und deren Einquartierung in den Schulgebäuden" zu protestieren. Demgegenüber beschränkte sich Waldtck-Roussean auf das Versprechen, die Truppen in den Kasernen einquartieren zu lassen. Aber auch sonst verschärft die Regierung in Marseille ihre ordnungSretterischen Allüren, man möchte fast sagen— in dem Maße, wie die Halsstarrigkeit der Unternehmer wächst, die überhaupt jede Unterhandlung mit der.internationalen Gewerkschaft" rundweg verweigern. Vorige Woche wurden zwei italienische Streitführer ausgewiesen. Dabei muß man wissen, daß auch die Unteniehmer in Marseille zahlreiche Italiener und andre Ausländer in ihren Reihe» zählen. Warum hört man ober nichts von einer Ausweisung der ausländischen— Unteniehmer, die durch ihre Halsstarrigkeit den Streik verhängen und so einen französischen Hafen.zu Gunsten des Auslands ruinieren?... Zuletzt hat Waldeck-Rouffeau zum Gaudium der Bourgeoispresse einen Schritt gethan, um welchen ihn die Dupuy, Barthou und Meline beneiden dürfen. Auf die telegraphische Anfrage de» socia liftischen Bürgermeister? von Marseille, Dr. F l a i s s i s r e S, der nach Paris kommen wollte, um den Ministerpräsidenten über die ernste Situation aufzuklären, antwortete dieser, er habe schon dem Präfekten die nötigen Instruktionen erteilt.... Er wies also dem socialistischen Vertreter der Marseiller Arbeiterschaft die Thür, während er am gleichen Tage in Paris den Lorsitzendcn der Marseiller Handelskammer, einem waschechten Reaktionär, eben in Sachen des Hafenarbeiter-Streiks empfing I... Die kapitalistische Presse aller Schattienmgen jubelt nun dem Ministerpräsidenten zu. Nur verlangen die autiministeriellen Bourgeoisblätter ein Weitere«, dir Verabschiedung MilleraiidS, der angeblichen„Wurzel" des StrcikübelS.... Noch eins. Flaissisres gehört zu den ministerfreundlichen Socialisten, waS dem Benehmen Waldeck-Rousseaus noch eine b«' sondere Würze verleiht. Die Erklärungen FlaissisreS nach dem Vorfall lassen deutlich erkennen, daß eS mit seiner Ministerfreund lichkeit dahin ist. Es mag noch ein jedenfalls symptomatisches Gerücht verzeichnet werden, wonach Millerand und Waldeck-Rousseau sich überworfen haben sollen. Sodann heißt es, daß die Meliuisten eine neue Streikinterpellation über die letzten Konflikte in Marseille zwischen Streikenden und Arbeitswilligen vorbereiteten. Die Lage ist trübe genug, um diese Interpellation den Ur- hebeni verlockend erscheinen zu lassen. Um so mehr, als die Dinge in Marseille sich zuspitzen, indem die.französische Gewerkschaft", die sich immer mehr als eine„gelbe" entpuppt, die Arbeit wieder auf« nehmen will. Dagegen läßt sich einstweilen nicht sagen, ob der Vorschlag der Streikenden, die Zwischenunternehmer zu beseitigen, um direkt für die Schiffsreeder zu arbeiten, durchdringen wird. «« » Marseille, 22. März. Die Gesamtzahl der Ausständigen und Beschäftigungslosen beträgt gegemvärtig 18 000. Die meisten Oel- fabriken haben bisher noch gearbeitet, da aber ihre Vorräte an Roh« stoffe» vollständig aufgebraucht sind, steht ihre Schließung unmittel- bar bevor. Der socialistische Abgeordnete Carnand hat den Arbeitgebern und Arbeitern vorgeschlägen. einen Schiedsspruch de« Gerichts- Präsidenten Magnaud anzunehmen. Die Lage verschlimmert sich mehr und mehr. Die Angestellten der Straßenbahnen sind ebenfalls in den AuS- tanb getreten; nur einige Wagen verkehren unter dem Schutz von Gendarmen. Bei der Ausfahrt der Wagen aus den Remisen kam eS zu einigen Thätlichkeiten. Dolikiflsze Mebevfittzk. Berlin, den 22. März. Agrarische Beklemninngen. In der agrarisch» konservativen Preffe gewinnen neuerdings, nachdem sie eben erst den Grafen Bülolv mit Schmeicheleien über« chüttet, starke Besorgnisse die Oberhand, ob ihnen am Ende nicht doch noch die Zollbeute entrissen werden könnte. Die konservative Taktik war seit Jahren, die Kanalvorlage. diesen Lieblingsplan des Kaisers, so lange zu verschleppen, bis sie die hohen golltarifsätze und— woran ihnen vor allem lag— den Doppeltarif in Sicherheit gebracht hätten. Herr v. Zedlitz hatte ja diese» große Geheimnis der agrarischen Taktik offen ausgeplaudert: Erst wenn die agrarischen Wünsche befriedigt seien, könne eS möglich sein, daß die Konservativen über den Mittellandkanal wohlwollender dächten. Daher trieben die Stützen der Krone jene unverschämte Obstruktion gegen die Kanalvorlage, darum vertrödelten sie Woche um Woche in der Kanalkommission und haben«3 bisher ktmstvoll verhindert, daß ber kritische Teil der großen Kanalborlage. das Hauptstück, der Mittellandkanal bis jetzt überhaupt zur Beratung gestellt werde. Jetzt aber fürchten die Herren, daß sie sich in eigener Schlinge ge- fangen haben, daß die Regierung ihnen ihre gerissene Taktik abgelauscht hatte. Verhandeln die Konservativen unabsehbar« Zeit über den längst spruchreifen Kanal— nun, können die Regierungen noch länger über den Zolltarif Beratungen pflegen und sie geben ihrer- seitS die umgekehrte Zedlitzsche Losung au»:„Erst den Kanal, und dann werden wir sehen, wie weit die agrarischen Zollwünsche de« friedigt werden können". Zornvoll bang weist die„Deutsche Tageszeitung" darauf hin, daß Herr v. Thielmann bereits am 11. Februar erklärt habe, die Arbeiten des ReichSschatzamtS über den Zolltarif ständen unmittelbar vor dem Abschluß, und jetzt— am letzten Donnerstag— habe derselbe Herr v. Thielmaim, dessen Bntder Herr Stöcker so schwer kompromittiert hat. den Abschluß wieder ins Ungewisse hinanSverschoben. Und drohend schreibt das Blatt: „Die ganze Art, wie die unbedingt notwendige schnelle Er- ledigung immer und immer wieder hinausgezögert wird, muß da» lebhafteste Befremden und die t i e f st e Ver« stimm» ng hervorrufen. Der Reichskanzler hat versprochen, für die möglichste Beschleunigung zu sorgen. Sollte eS vielleicht Widerstände geben, die er nicht überioinden kann?... Es ist uns mitgeteilt worden, es sei mit Bestimmtheit darauf zu rechnen, daß der Zolltarif und das Zolltarifgesetz an den Bundes» rat gelangen werde, wenn der Reichstag nach der Osterpause wieder znsammcntrete. Wir hoffen daS bestimmt. Sollte e« lvider Erwarten nicht der Fall sein, so würde man im Reichstage etwas deutlich werden müsse n." Die„Kreuz-Zeitung" wird bereits jetzt sehr deutlich und. indem sie in daS tiefste Innere ihres verdüsterten Gemüts blicken läßt, führt sie au»: „So gern ivir an die Obsiruktionsabsichtcn der vielleicht wieder unter Herrn Singers Führung geeinten Minderheit glauben, so fest sind wir überzeugt, daß die ernste Pflichterfüllung der Mehrheit, selbst ohne Präsenzgelder, den Zolltarif im Sommer zur Verabschiedung bringen wird, wenn er rechtzeitig vorgelegt ivird. Und daran war nach der Versicherung des Reichskanzlers, die Angelegenheiten werden möglichst beschleunigt werden, und nach wiederholten, noch kürzlich erfolgten Auslassungen andrer Seiten nicht zu zweifeln. Jetzt mit einem Male verbreiten sie immer zuversichtlicher da« Gerücht, die Vorlage werde erst die nächste RcichStagS-Sesston beschäftigen. Wcöhalb die Gegner einer nationalen Wirtschaftspolitik daS möglichst weite Hinausschieben des Termins wünschen, liegt auf der Hand. Je länger ihre oben gekennzeichnete Agitation fortgesetzt werden kann, um so stärkeren Einfluß versprechen sie sich von ihr gerade an den Stellen, auf die sie berechnet ist. Träte dann gar im Herbst, so rechnen sie ferner, ein Steigen der Getreidepreise infolge einer etwaigen schlechten Ernte ein, so würde das der Agitation eine erhöhte Schwungkraft verleihen. Aber eine ganz besondre Hoffnung spielt bei dieser die Entscheidung über den Zolltarif hinhaltenden Spekulation unsrer Gegner die wichtigste Rolle.... Erst sollen die Kanalverhandlunge» des Landtags z« Ende geführt fein nnd zwar so, daß der Mittelland- Kanal schlechthin und dauernd gefallen ist, erst dann soll im Herbst dem Reichstage der Zolltarif vorgelegt werden und zwar nunmehr ad irato(im Zorn) g r ü n d l i ch zum Nach- teil der heimischen Landlvirtschaft umgestaltet!" Schließlich winkt die„Kreuz-Ztg." noch mehr naiv als pfiffig mit einem möglichen Entgegenkommen in der Kanalfrage: „Noch sind die Verhandlungen in der Kanalkommiffion nicht genügend weit vorgeschritten, um sicher beurteilen zu können, od dort oder im Plenum eine Verständigung über die Kanalvorlage endgültig unmöglich ist, oder ob nicht bei gegenseitigem Entgegenkommen Regierung und Mehrheit de» Abgeordnetenhauses zu einem inunerhin befriedigende» Resultat gelangen werden. Dringend wünschenswert ist eS aber vor allen Dingen, daß weder Regierung noch der Landtag die Förderung und Erledigung der Kanalvorlage mit der des Zolltarifs in eine bedingende Verbindung bringen." Dieser Wunsch, die beide» Vorlagen nicht in Verbindung zu bringen, bedeutet natürlich in Wirklichkeit das Begehren, sie in der eise zu verbinden, daß die Regierung erst den Zolltarif vorlegt und dann wegen des Kanals das— beste hofft. Für u»S Socialdemokraten haben diese Coulissenintriguen, dieses Gedränge auf der Hintertreppe, eigentlich nur sittengeschichtlichen Wert. Wir arbeiten nicht mit persönlichen Einflüssen und gehen nicht auf diplomatischen Schleichwegen. Wir rufen gegen die Be« gehrlichkcit der Junker die Macht des Volks zum Kampf— nnd in diesem Kampf werden uns die agrarischen Beklemnumgen eher be- feuern als ermatten.—_ Präsidenten- Empfang. Der Kaiser empfing am Frcitagmittag das Präsidium b es Reichstags und das Präsidium deS Abgeord« netenhaufes. Ueber den Empfang des ReichStqgSpräsidiumS teilt das„W. T. B." mit: Das Präsidium gab zunächst den Gefühlen der Entrüstung des Reichstages über den Anschlag in Bremen Ausdrud und sprach alsdann die Glückwünsche des hohen Hauses zur Genejung Sr. Majestät aus. Der Kaiser, der sehr wohl aussieht, nahm die Glückwünsche Huldvollst entgegen und unterhielt sich dann längere Zeit mit den drei Präsidenten." Ueber die Audienz des Präsidiums des Abgeordnetenhauses jiebt das Berliner Tageblatt" folgenden Bericht: " " Präsident v. Kröcher richtete au Se. Majestät folgende Ansprache: Eure Kaiserliche und königliche Majestät! Der heutige Tag, der 22. März, ruft in uns die Erinnerung wach an who allerhöchst Ihres hochseligen Herrn Großvaters Majestät, die unselige That in Bremen, an die gleich unfeligen beiden Tage des Frühjahrs 1878, an denen wir die Schmach erleben mußten, daß unser ehrwürdiger, pielgeliebter Kaiser nicht mehr sicher war in feiner treuen V regiere ich felbft. Schon waren die Februar erlaffe Wilhelms des!§ 180 des Strafgesetzbuchs lautet: Wer gewohnheitsmäßig oder 8weiten erschienen und hatten die ganze Großindustrie in Aufruhr aus Eigennutz durch seine Vermittelung oder durch Gewährung oder gebracht. In Friedrichsruh hatte Stumm von Bismard gehört, Berschaffung von Gelegenheit der Unzucht Borschub leistet, wird wegen die maßgebende Zukunft wünsche offenbar einen neuen Diener, Suppelei mit Gefängnis bestraft; auch fann auf Verluft der wolle den alten sich so bald wie möglich vom Halse schaffen. Dawarder bürgerlichen Ehrenrechte sowie auf Bulässigkeit von Polizei Aufsicht erkannt werden. Freiherr aufgebrauft. Wir sind doch auch noch da! Wir stehen Mann vor Mann hinter Ihnen! Wir werden unfre Stimme er Wirtschaftlicher Rückgang. Die deutsche Ausfuhr im heben und so laut reden, daß man Zeitraum des Vorjahrs; sie betrug 2 248 838 Connen. Die Einfuhr ist um 403 177 Tonnen gestiegen und erreichte die Höhe von 2 678 191 Tonnen, doch entfällt die Steigerung wesentlich auf Kohlen, von denen 387 201 Tonnen mehr eingeführt wurden. Kaiſerſchloſſes hört. Bir iten es bis in das Innerste des Februar 1901 lift um 295 718 Zonnen niedriger als in Leiden fallen mit Eurer Durchleucht. So ungefähr pflegte Bismard den Vorgang zu schildern. Dann wurde der Staatsrat einberufen und der König und Raiser sprach in der Eröffnungsrede den Satz:„ Der den Arbeiter zu gewährende Schutz gegen eine willkürliche und Schrankenlose Ausbeutung der Arbeitskraft, der Umfang der mit Rücksicht auf die Gebote der Menschlichkeit und der natürlichen Entwicklungsgesetze einzuschränkenden Kinderarbeit, die Berücksichtigung der für das Familienleben in sittlicher und wirtStadt Berlin, nicht mehr sicher unter seinen eignen gambes- ſchaftlicher Hinsicht wichtigen Stellung der Frauen im Haushalt kindern. Eure Majestät haben jezt Aehnliches erfahren. Wir Gott, daß bitten und andre, damit zusammenhängende Verhältnisse des ArbeiterIn unfrem Bericht über die 67. Sigung des Reichstags ( Nr. 63 des Vorwärts") heißt es in der Nede des Abgeordneten Stadthagen: Die Berufsgenossenschaft hat auch seiner Zeit 10 000 m. bewilligt, um in dem Privathaus des Herrn Felisch, das auch zu Zweden der Berufsgenossenschaft dient, elektrische Be leuchtung einzuführen und bei der Einweihung des Hauses wurden 2000 M. von der Berufsgenossenschaft ausan dieser leises Wörtchen des Widerspruch 3. Auch in der Felisch genannt, während der Abg. Stadthagen Herrn Bandite, internationalen Arbeiterschutz- Konferenz nicht Da wurde Ehrenvorsitzenden der Holz- Berufsgenossenschaft, als denjenigen bedeutlich gesagt, die proletarische Internationale habe den Zweck, zeichnet hatte, fir deſſen Haus elektrische Beleuchtung eingeführt beffere Lebensbedingungen Arbeiter fiir zu er ist uſtv. reichen, da wurde fie, die so lange allen allen Staatserhaltenden ein Schreckbild gewesen war, den Regierungen als Teuchtendes Muster empfohlen. Das hätte genügen sollen, ihn, daß er auch ferner feine allmächtige Sand fiber dem er Freiherr v. Stumm jaß im Staatsrat und fand rein gegeben. Nejer Stelle des Berichts irrtümlich der Name des Herrn habenen und geliebten Haupte unsres Herrn und Königs halten wolle. Die Hoffnung, daß Gott, der Herr, diese Bitte erfülle, fei Euer Majestät Stärkung, uns aber Trost und Zuversicht." im s " Ausland. Pun Dänemart. Der Kaiser entgegnete auf diese Ansprache und sprach seine Freude darüber aus, daß das Abgeordnetenhaus den Wunsch gehegt habe, seine Empfindungen ihm persönlich zum Ausdruck zu geben. Er beklagte das schmerzliche Ereignis, welches ihm zugestoßen sei. Mit fichtlicher Bewegung hob er die Zeichen der Zeit Er machte mit, weil er sich die maßgebende Zukunft nicht handlung, aus der unter anderm auch wiederum hervorging, wie hervor, die Jugend sei demoralisiert, alle Stände verfeinden wollte. Bismard zürnte: Stumm hat sehr man in Dänemark selbst in bürgerlichen Kreisen von dem ohne Unterschied trügen die Schuld an den gumich im Stich gelassen!" Aber der Freiherr hatte richtig Nuzen und der Notwendigkeit der Arbeiter ständen, die Maßnahmen der Staatsregierunggerechnet. Erst als der längst schon lästige Kanzler endlich ab organisationen überzeugt ist. Es handelte sich zuwürden einer zu scharfen Kritik unterzogen, feit geschüttelt war, stieg dem Halberger die Sonne der Gunst auf des dem Tode Kaiser Wilhelms I. habe die Autorität Himmels Höhe. Er wurde der Berater des Monarchen und der Krone start gelitten. iprach nun unwillig über den Frondeur im Sachsenwald. Die Gunst hat er später durch allzu burschifoses go Wesen und durch Indiskretionen verscherzt." Beide Aeußerungen, die des Herrn v. Kröcher, wie die des Als er dann freilich selbst wieder gestürzt war, berief er sich Kaisers, sofern fie richtig wiedergegeben werden, sind recht be- wieder eifrig auf den großen Bismard! sided ste So sah der Charakter aus! 1190 dod nap Hierauf erreichte die Audienz ihr Ende, indem der Monarch sich leutselig verabschiedete." m mertensivert. Der Präsident des Abgeordnetenhauses scheint den Beweis liefern wird noch in günstigem Lichte gesehen, sie wird vor zu scharfer Kritik sid p nächſt um eine von den Socialdemokraten gestellte was er gegenüber Anfrage an den Ministerpräsidenten, der zunehmenden Arbeitslosigkeit zu thun gedenke. Jensen begründete die Interpellation und führte unter anderm aus, daß die Gewerkschaften ihren Arbeitslosen bis jetzt selbst geholfen hätten, was man auch daraus ersehen könne, daß die Armenlasten nicht in die Höhe gegangen feien; aber auf die Dauer würde das doch ihre Kräfte Dezember vorigen Jahrs feien bersteigen. Im nur maillori sahildisid pic 7 Proz. der fachorganisierten Arbeiter arbeitslos gewesen, jezt feien es 32,4 Prozent. Redner frägt dann den Ministerzu wollen, daß er das von ihm selbst aufgerichtete Jdeal eines Die gegen den preußischen Justizminister gerichteten Eut präsidenten, warum denn die großen Staatsarbeiten, für die Staatsmanns, der nur der starken Nerven, aber weniger der hüllungen unfres Parteigenoffen Haase werden bisher in der die Mittel doch schon lange bewilligt feien, nicht nicht Angriff ge Intelligenz bedürfe, nicht erfülle. Denn seine Ausführungen zeugen offiziösen Bresse mit einer Ausnahme völlig umbeantwortet gelaffen. nommen würden?- Es handelt sich dabei um eine neue Bahnanlage, in der That von einer Intelligenz, die dem konservativen Junker- Das Schweigen ist nur zu verstehen, wenn die offiziöse Breffe außer die 14 Millionen Kr. koſten ſoul, ferner um eine Fähre zwischen Gjedſer Präsidenten des Abgeordnetenhauses kaum zuzutrauen war. Herr Stande ist, die Behauptungen des Abg. Haase zu bestreiten. Andren- und Warnemünde, um ein Epidemiehospital und um einen Neubau v. Kröcher ist zu der Einsicht gelangt, daß die Attentate von 1878 falls erschiene es unmöglich, daß ein Juſtizminister die schwerste der königlichen Bibliothek. Der Ministerpräsident mußte wohl zu auf gleiche Stufe zu stellen sind mit der That in Bremen, die ein Anklage, die gegen sein Amt gerichtet werden kann, unbeantwortet geben, daß eine außerordentliche Arbeitslosigkeit herrsche, meinte Epileptiker im Zustande vollständiger Bewußtlosigkeit begangen hat. läßt, die Anklage, daß er, beziehentlich einer seiner Beamten, der aber, es feien die Arbeiterbewegung und deren Führer schuld daran. Jensen erwiderte darauf: im Jahre 1868 hätten 8 Prozent Vielleicht wird Herr v. Kröcher sich nun auch unsrer Verurteilung erste Staatsanwalt in Königsberg, einen gefezwidrigen Druck auf der Bevölkerung Kopenhagens Armen- Unter. jener schändlichen Ausuuzung der 78er Vorkommnisse zur Entrechtung ein Gericht ausgeübt haben sollen, damit es ein den Agrariern wohlt ügung bezogen, jest, nach einem Menschenalter der deutschen Arbeiterklasse anschließen. Es scheint, daß wir die gefälliges Urteil gegen die Socialdemokratie fälle. jocialdemokratischer Wirksamkeit feien es nur Intelligenz des Herrn v. Kröcher bisher unterschätzt haben.. Gerade die Länder mit einigerad Jn ihrer Verlegenheit versuchen die Berl. Pol. Nachr.", das zweieinhalb Prozent. wie Eng Aus den Redeu und Aeußerungen des Kaisers sprach sonst einzige Blatt, das den Fall hente behandelt, auf die Frage abzu- maßen an ständigen Arbeitslöhnen, ein Hochgefühl von Kraft und Macht. Das scheint jest wie aus- lenten, ob der Reichstag kompetent sei zur Erörterung vermögen. Wenn nun die Arbeiter ihre Organisation aufgeben, land und Dänemark, hätten das größte Nationalgelöscht. Seine Worte an das des derartiger Vorkommnisse in der Justig deuten auf eine überaus gedrückte Stimmung, die nicht recht ver- Berl. Polit. Nachr." befunden, wie tief die Enthüllung den ihre Führer absezen wollten und sie würden dann wieder in Not dann der Minister Sehested ständlich ist, wenn auch der Kaiser, wie doch nicht anders auzu preußischen Minister der Justiz getroffen hat, indem sie die förm- ihnen helfen wolle? Der radital- liberale Bluhme sprach nehmen ist, in dem Wurf des Epileptikers nichts als einen unglücklichen liche Rebellion der preußischen Regierung gegen den Reichstag an- fich für hohe Arbeitslöhne aus, rühmte die dänischen Zufall sieht. Dem Kaiser erscheint die Welt, in die er sonst drohen: Arbeiterführer und meinte, man solle sie auf Staatsfosten ins so zuversichtlich blickte, jest grau in grau. Die Jugend ist verDie firenge Aufrechterhaltung dieser Grenze( der Zuständig Ausland schiden, damit sie auch dort die Arbeiter so gut organi dorben, alle Stände sind schuldbeladen; nur die Staatsregierung keit des Reichs) und die sorgsamste Wahrung der verfassungs- fieren, fönnten, wie hier zu Lande. Warum", fagte er, follen mäßigen Souveränetätsrechte der Bundesstaaten durch das wir nicht tüchtige Arbeiterführer haben? Wir haben die tüchtigsten Bauern, die besten Reaktionäre und die flinkesten Ver Reich bildet bildet aber bekanntlich eine der ersten Voraus- fassungsbrecher." Schließlich fordert das Folkething einAm auffälligsten aber ist die melancholische Bemerkung des setzungen für die innere Stärke und den inneren festen stimmig die Regierung auf, die Jnangriffnahme der Arbeiten so Kaisers, daß die Autorität der Krone gelitten habe. Zusammenhalt des Reichs mit seinen Gliedern, und es wäre viel wie möglich zu beschleunigen. tiada gamintire Wir hatten andre Auffassungen beim Kaiser angenommen, nachdem daher eine im Interesse der Einigkeit und des festen Zusammen- Darauf berhandelte das Folkething über das Verhalten in jüngster Zeit seine marinistischen und weltpolitischen Lieblings- schluffes aller deutschen Stämme bedauerliche Wirtung des Verkehrsministers Padmeister pläne, aus denen er die historische Bedeutung seiner Regierungszeit wenn infolge solcher Versuche, vom Reichstage aus in die über dem Staniniſters Juul's Rpfensteen gegen. erwachsen sieht, durch die Volfsvertretung Billigung und eifrigste 8uständigkeit der bundesstaatlichen Landtage Pedersen, dem Vorfigenden des Eisenbahner- Verbands, dem der Förderung erfahren haben. Es mag jedoch sein, daß die düstere überzugreifen, das Vertrauen in den Fortbestand dieser Minister, wie wir seiner Zeit meldeten, die Kandidatur zum Folkething zu verbieten suchte und den er dann von Kopenhagen Beurteilung der Dinge seitens des Kaisers nicht allein aus dem Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der guten nach der Station Varde versetzte. Der Socialdemokrat yngste Bremer Vorkomminis herrührt. Vielleicht ist auch er von der Beziehungen zwischen dem Reiche und seinen wies dem Minister nach, wie thöricht sein Vorgehen in dieser AnStimming beeinflußt, die in den Worten des Reichslanglers Klang: Bundesstaaten auch nur im mindesten erschüttert gelegenheit jei und wie es sowohl gegen die Verfassung als Wären wir nur erst aus Betschili heraus! Die Unfruchtbarkeit des würde. Unter diesem Gesichtspunkt gilt auch für den vorliegenden auch gegen das Wahlgeie verstoße. Der Minister brauchte opferreichen Chinazugs, der mit so hohen Erwartungen begonnen Fall die staatsmännische Regel Benge vor." liquo demgegenüber allerlei Ausflüchte und meinte unter anderm, er wolle war, die Mißgunst andrer Mächte gegen das deutsche Oberkommando Die Berliner Politischen Nachrichten" fordern, daß der Reichs- die Staatsbahnangestellten gegen die socialistische Sllaverei und Knecht und alle die andren Aussichtslosigkeiten dieser weltpolitischen Er- tag feine Mitglieder hindere, derartige Fälle zur Sprache zu bringen. fchaft schützen. Aber keiner der Abgeordneten fam ihm zu Hilfe, teiner pedition- das alles mag die Verstimmung des Reichsoberhaupts Da die Socialdemokratie aus dem preußischen Landtage und den wagte fein Verhalten zu verteidigen, Schließlich beantragte der radikal- liberale Christensen Stadil dem Minister Barlamenten andrer Bundesstaaten dank des Klassen- Wahlsystems ein weißtrauensvotum auszusprechen. Vor der Abstimmung ausgeschlossen ist, so würde damit die Aufdeckung des Unrechts ver- verließ ein Teil der Konservativen den Saal, die übrigen enthielten hindert sein. indisch sich der Abstimmung, und auch hier wagte es teiner, für den Thatsächlich ist es natürlich ein gutes Recht des Reichstags, Minister einzutreten. Einstimmig sprach das Follething Bur Charakteristik Stumms. folche Angelegenheiten zu behandeln. Fortdauernd in jeder Session dem Minister seine Mißbilligung aus. sid Jasp sdo th Beim Tode des Gewaltigen von Saarbrücken hatten selbst fo- find Vorkommnisse im Rechtsleben der Einzelstaaten vor den synod sed Rußland. od galbin genannte demokratische Blätter den üblen Geschmad, dem Freiherrn Reichstag gebracht worden, und auch die Vertreter der Bundes- itsid Ind Die Studentennuruhen in Petersburg, in Schutz genommen. erklären. Doigt gminic R Deutsches Reich. " " alla 25 Stumm in jener bei bürgerlichen Litteraten in die Mode gekommenen, staaten haben dieses Recht niemals bestritten, denn sie haben Rede gedanken- und meinungslosen ästhetischen Betrachtung den Wert eines und Antwort gestanden. Nichts aber fann mehr Reichssache von welchen wir fürzlich berichteten, sind viel ernster gewesen, als Charakters, eines ganzen Keris zuzubilligen, obwohl doch die geistige sein, als wenn in einem Bundesstaat die Unabhängigkeit der Recht- es nach den aus Regierungsquellen stammenden Nachrichten den AnDem Berliner Tageblatt" wird aus Petersburg Bedeutungslosigkeit mir durch den die Energie steigernden patho- sprechung durch ungesetzlichen Druck auf die Richter aufgehoben wird. schein hatte. berichtet, daß bei der Attacke der Kafalen auf die Kirche Logischen Beisaz einen falschen Schein von innerer Kraft erhielt. Und ganz besonders war der Vertreter der Socialdemokratie berechtigt, fechs Studenten ihr Leben laffen mußten. Einer, Jezt lesen wir nun in der Zukunft" ein paar Intimitäten den stönigsberger Fall im Reichstage vorzutragen, nachdem der der eine Fahne mit der Aufschrift: Nieder mit den tempoüber die Wesenheit" des edlen Freiherrn, die den ganzen Kert", Staatssekretär des Reichsjuftizamts jede Möglichkeit einer Richter- rären Universitätsregeln" entfaltete, wurde von einem Kojakenoffizier niedergeritten und verschied auf der Stelle. In die aber zugleich auch die Zeit, die er beherrschte, hinlänglich tenn- beeinflussung in Breußen bestritten hatte. zeichnen: Aber warum schweigen die in der Kompetenzfrage so redseligen größeren Petersburger Ambulanzen tamen viele Verlegte, meist mit Wenn er sich ärgerte, wenn etwas ihm unbequem war, setzte Berl. Polit. Nachr." über die nun einmal der Oeffentlichkeit über- Kopfwunden, die von den Kosakennagaitas herrührten, Peitschen, in die er sich in den Schnellzug und fuhr zum Oberpräsidenten oder gebenen Behauptungen des Abg. Haase? Warum rufen fie hier Draht und Blei eingeflochten ist, und deren Schlag, gut geführt, tödnach Berlin zum Minister, und ruhte nicht bis sein Wunsch erfüllt, nicht ihr„ Benge vor", damit nicht im Volt die Meinung sich ver- lich wirken kann. Auch Studentinnen find vielfach sehr der Gegenstand seiner Beschwerde beseitigt war. Wenn er in den breitet, als feien Richterbeeinflussungen im Dienst des Agrariertums fchiver verlegt. In der bekannten deutschen Ambulanz ließen sich gestern vier Studentinnen die Köpfe verbinden. Der Plaz vor Parlamenten auf Schwierigkeiten stieß. versammelte er die ein Zubehör preußischer Rechtspflege. der Kathedrale sah einem Schlachtfeld ähnlich. geworden. " Supirang sis Da Neichs- Anleihe von etwa aber wirkungslos bleiben. seinem der Ueberführung der wichtigsten Abgeordneten im Kaiserhof um feinen Tisch und hatte Die neue Reichsanleihe wird, wie das„ Wolffsche Telegraphen- In letzter Zeit befürchtet man auch Arbeiterunruhen. fie, noch ehe der Kaffee ſerviert wurde, in feines Willens Richtung bureau" meldet, Anfang April zur Subskription aufgelegt in den Fabriken werden revolutionäre Proklamationen gefunden, die gezwungen. Er war so verwöhnt, daß seine Wut feine Grenze werden. Zur Emission werden gelangen 300 Millionen Auch in Moskau ist die Unsicherheit sehr gestiegen. Einem fannte, wenn er irgendwo Widerstand fand. Namentlich in Mark 3 prozentiger Konsole. Die Anleihe iſt von Breslauer B Blatte zufolge hat der Moskauer General. den lezten Jahren war er, in dessen Familie zwei Fälle einem unter Führung der Reichsbank stehenden Kon psychischer Erkrankung vorgekommen waren, hypernervös fortium übernommen worden, welchem( außer der Reichsbant und gouverneur, Großfürst Sergei Alexandrowitsch, schon seit Sein Selbstbewußtsein nahm frant der Seehandlung noch angehören 17 Berliner Banken, drei Frant- fünf Tagen fein Palais nicht verlassen und auch der Zar von ausgesprochenen Wunsche Abstand genommen, ( 18. März) Trauerfeier für Bogolegow bor hafte Formen an. Er wähnte sich zum Reichsretter geboren. furter Banken, je eine Bank in Hamburg, Köln, München, Nürnberg heutigen Die Brutalität seiner Rede steigerte sich, im Verkehr mit minder und Stuttgart. der Leiche Diese Reichs- Anleihe nur einen Ertrag Mostau beizuwohnen. nach Mostau Mächtigen versagten die Hemmungen und schlotternd faben feine 260 Millionen Millionen Mark ergeben wird, der Regierung aber Augenblicklich wird der Leichenwaggon auf dem hiesigen Nikolaijournaliſtiſchen Dienstboten ihn nahen. Welcher Ochse hat Anleihekredite bewilligt sind im Betrage von 347 Millionen Mart, Bahnhofe militärisch bewacht. Der gestrige Sonntag war ein weit schlimmerer Tag, als die ersten Zugeständuiffe der Polizei erwarten denn diesen Artikel geschrieben?" ,, Welches Rindvieh hat so werden, wie die reis. 8tg." erinnert, späterhin noch weitere schlimmerer Tag, als die ersten Zugeständnisse der Polizei erwarten die Notiz in die Zeitung gebracht?" So wetterte er und Anleihen zur Beschaffung der übrigen 87 Millionen Mart aufgenommen feiner eignen Ragaita, die man ihm entriffen hatte, getötet, ein ließen. Ein Gendarmerie Offizier ist durch Hiebe mit schimpfte von früh bis spät. Und immer böser fladerte aus seinem werden müssen, es sei denn, daß inzwischen von China Kapital- zweiter tödlich verlegt; einige Untermilitärs find sehr schwer, eine dicken Schädel das Auge hervor." se entschädigungen geleistet werden. O Menge Polizisten leichter verwundet. Furchtbar gelitten haben die Die Beweise, die wir seiner Zeit veröffentlichten, zeigten ja auch Die Ursache des Ministersturzes. Nach der Frankf. 3tg." Studenten. Fünfzehn find tot, über 50 sehr schwer verwundet. die höfliche Form, in der er mit seinem„ Post"-Gesinde zu ver- hängt der plögliche Urlaub des württembergischen Ministerpräsidenten Petersburg, 22. März. Eine Bekanntmachung des Stadttehren pflegte. Freiherrn von Schottenstein die gleiche Nachricht ist auch ums Hauptmanns untersagt 3usammenfünfte und Volts- VerInteressant sind weiter die Mitteilungen, wie Herr v. Stumm zugegangen mit einem einer dritten Person drohenden Kuppelei- iammlungen auf Straßen und Pläßen zu Zweden, welche der feinen innig verehrten Heros des Jahrhunderts skruppellos verriet: prozeß zusammen. Es handelt sich um eine Untersuchung wegen staatlichen Ordnung und öffentlichen Ruhe entgegen sind. Zuwider„ Elf Jahre ist es jetzt her. Schon war das Wort gefallen: Bergebens gegen§ 180 des Strafgefeges, in der handelnden wird administrative Strafverfügung bis zur Dauer von 3 Monaten oder Geldstrafe bis 500 Rubel angedroht. Sechs Monate will ich den Alten noch verschnaufen lassen; dann der Ministerpräsident v. Schottenstein als Zeuge auftreten soll. Die englischen Friedensbedingungen. thut er damit nichts andres, als was alle andren Parteigenoffen bald ununterbrochen im Dienste der Stadt gestanden haben, das ArbeitsEs Die unfittliche Brotverteuerung. und aus Mitteln in dieser, bald in jener Frage thun oder gethan haben. Die Haupt verhältnis aus Gründen gekündigt wird, die nicht in ihrer Person Ueber die von England den Boeren gestellten Friedens- fache ist, daß sich jeder den für alle verbindlichen Beschlüssen unterliegen, so erhalten sie, so lange ihnen eine ihren Kräften entbedingungen geben die zwischen Chamberlain und Kitchener wirft, und da wird es wohl niemand geben, der Schippel hierin einen sprechende Beschäftigung in einer andren städtischen Verwaltung, nicht gegeben werden kann, die Hälfte des nach Maßgabe dieses und Milner gewechselten Telegramme Aufklärung, die am Freitag Borwurf machen wollte". der Gemeindebeschlusses gewährenden Ruhegeldes zu dem englischen Barlament zugegangen sind. Nach diesen Berichten Die Parteigenoffen des oberrheinischen Agitationsbezirks Hinterbliebenen= Versorgung, auch ivenn sie nicht dauernd ben arbeitsunfähig find." waren die Bedingungen, welche den Boeren angeboten, von halten am 7. April in Nöln ihren diesjährigen Provinzial- Parteitag Hinterbliebenen Versorgung, § 8.„ Stehen einem Nuhegeld. dem General Botha aber abgelehnt wurden, folgende: So ab. Sie werden dabei auch die Frage der Handelsverträge und der bald sich alle Streitkräfte der Boeren ergeben, wird die Getreidezölle besprechen. Witwen oder Waisengeldempfänger Bezüge des Reichs, eines Bundesstaats oder andrer öffentlicher Verbände englische Regierung in den Kolonien Transvaal und Oranje eine Amnestie gewähren. Gegen britische Unterthanen indeffen, die Die ungarländische Socialdemokratie wird ihren dies- oder auf Grund der Gesetze über die Invaliden- und Altersaus Natal oder aus der Kapkolonie stammen, soll nach dem in jährigen Parteitongreß am 26. und 27. Mai in Budapest abhalten. versicherung zu, so wird das Ruhe-, Witwen- und Waisengeld um diesen Kolonien während des Kriegs zur Anwendung ge= sidiese Bezüge gekürzt, und zwar auch dann, wenn der Empfangslangten Ausnahmegefeß verfahren werden. Die auf berechtigte nach Aufforderung die zur Erlangung dieser Bezüge er forderlichen Schritte unterläßt. Bei den Ruhegeldempfängern tritt St. Helena, Ceylon oder anders wo in Kriegsgefangenschaft befindlichen Boeren sollen in ihre Heimat zurüd- In Frankenberg in Sachsen sollte Genosse Göhre in einer Ver- diefe Kürzung jedoch nur dann ein, wenn und soweit diese Be-, den 71/ 2fachen befördert werden. Die jetzige Militärverwaltung soll durch eine lammlung reden über„ Die geplante Brotverteuerung". Der für züge zusammen mit dem städtischen Ruhegeld Verwaltung als Krontolonie ersetzt werden. Es foll forgliche Bürgermeister der Stadt verbietet das auf Grund des Grundbetrag der Invalidenrente übersteigen."( Nach der Vorlage ferner in weitestem Maße Selbstregierung zugestanden werden. Unittlichkeits- Baragraphen des sächsischen Vereinsgesetzes mit der follte auch die etwaige Unfallrente abgezogen werden.)„ Das Ruhegeld, das Witwen- und Waisengeld wird in jedem einzelnen Falle Aircheneigentum sowie Besiz öffentlicher Gesellschaften und die folgenden ultigen Begründung: kann niemand verwehrt werden, über bevorstehende vom Magistrat festgesetzt; es tann nicht als flagbares Recht gefordert Fonds für Waisen sollen respektiert werden und englische und handelspolitische Maßnahmen der Reichsregierung in öffentlichen Ver- werden. Bersagt der Magistrat die Bewilligung, so ist der Verholländische Sprache in gleicher Weise zur Anwendung gelangen. Das einmal bewilligte RuheDie englische Regierung kann nicht verantwortlich gemacht werden sammlungen zu verhandeln und gegen dieselben Protest zu erheben. sammlung Mitteilung zu machen. für die Schulden, welche die letzten republikanischen Verwaltungen Dabei wird jedoch vorausgesetzt, daß es sich um eine ernstliche geld 2c. kann vom Magistrat jederzeit geändert oder wieder entzogen gemacht haben, sie ist aber bereit, eine Summe von nicht über eine Prüfung dieser Maßnahmen nach rein sachlichen Gründen handelt, werden, indes bedarf der Magistrat dazu der Zustimmung der Verdaß insbesondere auch das Biel, welches die Regierung mit den sammlung." Million Pfund Sterling zur Deckung von SchadenersatzStadtv. Heimann( Soc.): Wir werden der Vorlage zustimmen, ansprüchen von Boeren zu bewilligen. Den Farmern soll für Maßnahmen erstrebt, nicht unterdrückt oder falsch dargestellt wird. ihre Verluste im Kriege Beistand durch eine Anleihe ein billig und unbefangen Urteilender wird nun, auch wenn er obwohl wir lebhaft bedauern, daß die Mehrheit und der Magistrat gewährt werden. Eine Kriegssteuer sollen die Farmer nicht be- Gegner einer Erhöhung der deutschen Getreidezölle ist, in Abrede den Rechts anspruch auf Ruhegeld ufiv. den Arbeitern nicht gewähren zahlen. Diejenigen Burghers, welche des Echuzes der Feuerwaffen stellen tönnen, daß die Reichsregierung, wenn fie eine Erhöhung der wollen. Wir hoffen, daß es in absehbarer Zeit gelingen wird, die Getreidezölle ins Auge gefaßt hat, sich lediglich von der Absicht differentielle Behandlung zwischen Arbeitern und Beamten zu bes bedürfen, sollen die Erlaubnis erhalten, Waffen zu tragen, leiten läßt und der Ueberzeugung ist, damit dem Gefamtintereffe feitigen. Bei der ersten Beratung haben wir eine Reihe von Be wenn sie sich einen Erlaubnisschein geben und sich in eine Lifte eintragen lassen. Den Kaffern soll in beschränktem Deutschlands zu dienen, daß fie insbesondere neben den günstigen Stimmungen für verbesserungsbedürftig erklärt. Leider hat der Ausschuß Maße Stimmrecht gewährt werden. Wenn eine das Volt ver- auch die ungünstigen Wirkungen, die eine solche Maßnahme, wie unire Anregung, daß Berionen mit 10- oder mehrjähriger Beschäftigungstretende Regierung eingerichtet ist, soll die gefeßliche Stellung der wohl alle zollpolitischen Maßnahmen, zur Folge hat, wohl erwogen, zeit nicht durch Beschluß ihrer unmittelbaren Vorgesezten, sondern nur Farbigen in ähnlicher Weise geregelt werden wie in der Kapkolonie. Schließlich aber den Nußen der Maßnahme als überwiegend an- durch den Magistrat sollen entlassen werden können, ganz unter den gesehen hat. Tisch fallen lassen. Bei der Aussichtslosigkeit im Plenum nehmen Dem gegenüber muß es als ein verwerfliches und frovoles Bor- wir aber den Antrag nicht wieder auf. Zudem hat der gehen bezeichnet werden, wenn der Reichsregierung geradezu die Oberbürgermeister im Ausschusse Erklärungen abgegeben, woAbsicht untergeschoben wird, mit der Erhöhung der Getreidezölle nach schon jetzt jedem auch erst fürzlich eingetretenen die Verteuerung der notwendigen Lebensmittel zu beabsichtigen. Arbeiter der Beschwerdeweg gegen Entlassung an den VorDies geschieht aber, indem in der Tagesordnung von der ge- gelegten und in höherer Justafiz an den Magistrat gegeben ist. planten" Brotverteuerung gesprochen wird, und es läßt sich daraus Wir hoffen, daß diese Verhandlung dazu beitragen wird, die Kenntnis ohne weiteres schließen, daß mit der Versammlung lediglich be- von dem Vorhandensein dieses Beschwerdewegs in den Kreisen der absichtigt ist, die ungünstige Wirkung einer Regierungsmaßregel ein- städtischen Arbeiter zu verbreiten. feitig zu agitatorischen Zweden hervorzukehren, ja dieselbe fogar als Darauf wird§ 1 angenommen, ebenso ohne Debatte§§ 2-7. das Biel der Maßregel hinzustellen, ohne daß in eine vorurteils- 3u§ 7a liegen Abänderungsanträge von den Stadtvv. üben freie Brüfung und Abwägung aller voraussehbaren Folgen eingetreten und Wallach Kuhlmann vor. Stadtv. üben will das werden soll. Dieses Vorgehen ist um so verwerflicher, da eine Ruhegeld nur gewähren, wenn es sich um Leute von über 45 Jahren Erhöhung der Getreidezölle von der einschneidendsten Wirkung auf handelt. Stadtv. Wallach will das Ruhegeld den Arbeitern die wirtschaftlichen Verhältnisse ganz Deutschlands sein wird, die ent- gewähren, so lange ihnen eine andre Beschäftigung durch die gegenstehenden Interessen hüben wie drüben von der größten Be- städtische Verwaltung nicht gegeben werden kann und sie eine andre beutung sind und deshalb im Interesse der Gesamtheit die vorsichtigste gewinnbringende private Beschäftigung nicht haben. Prüfung unter Fernhaltung aller einseitigen und agitatorischen Beeinflussung dringend geboten ist." sid agitol of dict he Parlamentarisches. 11900 Die Gewerbegerichts- Kommission des Reichstage hat die Beratung der zum Gewerbegerichts- Gesetz gestellten Abänderungsanträge am Dienstag beendet. Zu§ 63 lag ein socialdemokratischer Antrag vor, welcher verTangte, daß die in der letzten Sigung angenommene Bestimmung, daß das Einigungsamt des Gewerbegerichts fünftig nicht mehr aus dem Vorsitzenden und vier Beisigern des Gewerbegerichts bestehen soll, sondern aus dem Vorsitzenden und Vertrauensmännern, welche von den streitenden Parteien zu bezeichnen sind, wieder gestrichen werde. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der beiden socialdemokratischen Kommissionsmitglieder abgelehnt. teilen. Schließlich wurde außer einigen redaktionellen Abänderungen einzelner Paragraphen noch beschlossen, beim Plenum zu beantragen, daß die neuen Bestimmungen des Gewerbegerichts- Gejeges am 1. Januar 1902 in Straft treten sollen. mila ( R Kommunales. 13 Stadt Es Jm§ 70 wurde folgender neue Absatz 2 aufgenommen: Das Gewerbegericht ist berechtigt, in gewerblichen Fragen Anträge an Behörden, an Vertretungen von Kommunalverbänden und die Stadtv. Mommsen: Es soll hier den Arbeitern ein Wartegeld gefeßgebenden Körperschaften der Bundesstaaten oder des Reichs gegeben werden, das bisher nur den diplomatischen Vertretern im zu richten. Durch diese Bestimmung soll den Gewerbegerichten Der Herr Bürgermeister wird für diese Glanzleistung weitsichtiger Ausland gewährt wird. Praktisch wird ja die Frage vielleicht von feiner das Recht gewährt werden, selbständig bei den Behörden und den Unfallverhütung zum Ehrenmitgliede des Bunds der Landwirte er großen Bedeutung sein. Audrerseits ist es denkbar, daß wir genannten Bertretungen Anträge zu stellen und Petitionen ein- nannt werden. In d ochutnatädtische Betriebe nicht mehr in eigner Regie führen, fondern sie verzureichen. Nach den Bestimmungen des bisherigen Gesezes waren thus mapachten oder verkaufen oder den Betrieb einstellen. Wir gehen weit die Gewerbegerichte nur auf Ansuchen von to di über das hinaus, was die Großindustrie in Berlin in zum Teil behörden oder des Vorstands des Kommunal idimusterhafter Weise zum Schutz der Arbeiter gethan hat. Wir werden verbands verpflichtet, Gutachten über gewerbliche Fragen Stadtverordneten. Versammlung. in erster Linie gegen den ganzen Paragraphen stimmen, in zweiter abzugeben. Der Oberpräsident von Berlin hatte bekanntlich durch Der Antrag Kuhlmann ist Erlag vom 23. Dezember 1899, fich auf den Wortlaut des§ 70 des 13.( außerordentliche) Sigung vom Freitag, 22. März, Linie für den Antrag üben. nachmittags 5 Uhr. unausführbar, weil die Kontrolle darüber, ob ein städtischer Arbeiter Gewerbegerichts Gesetzes berufend, verfügt, daß dem Berliner Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um wo anders beschäftigt werden fann, unthunlich ist.( Zustimmung.) Gewerbegericht, wie den Gewerbegerichten überhaupt, cin 51/2 11hr. Stadtv. Singer: Die Stadt hat die moralische Verpflichtung, Antragsrecht an die gefeßgebenden Körperschaften nicht eingeräumt. Die Etatberatung wird fortgesetzt. für ihre arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter insoweit zu forgen, wie worden sei. Diese Verfügung wird hinfällig, wenn der Reichstag Ueber den Specialetat für Straßen- und Brüdenbau es die andren öffentlichen Organisationen bereits thun und zu verund Bundesrat dem Beschluß der Kommission die Zustimmung erreferiert Stadtv. Friederici: Der Etat ist im Ausschuß unverändert meiden, was die Privatindustrie thut, die ihre erwerbsunfähigen auf die Straße wirft. Möglicherweise fährt bei die Beschluß In einem neuen§ 79a wurde auf Antrag Beck( Heidelberg)- zur Annahme gelangt. Im Zusammenhang mit dem Etat steht die Arbeiter finanziell noch besser als Trimborn bestimmt, daß die Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Magistratsvorlage, wonach die Uebernahme der bisher von den diesem Dienstherrschaft und Gefinde durch Ortsstatut dem Vorfizenden des Privatunternehmern Protz und von Osten betriebenen öffentlichen bisher. Für die Arbeiter tommt es aber darauf an, daß durch Gewerbegerichts übertragen werden kann. Tuzauer( Soc.) hatte be: Bedürfnisanstalten auf die Stadt in Aussicht genommen ist. Gemeindebeschluß festgestellt wird, daß nicht nach Willkür, antragt, auch die Entscheidung dieser Streitigkeiten dem Gewerbe- Geschlecht von der Stadt errichtet und betrieben werden und auch An- Falle, Versuchsweise sollen Bedürfnisanstalten für das weibliche nicht nach Gunst und Fürsprache gehandelt wird im einzelnen sondern daß sich die städtische Verwaltung Normen gericht( nicht nur dem Vorsitzenden desselben, ohne Zuziehung von stalten zur Ausführung gelangen, in welchen Urinoirs für Männer mit macht, nach denen alle Arbeiter gleich behandelt werden. Beisitzern) zu übertragen. Dieser Antrag wurde indes gegen sloſettanlagen für beide Geschlechter verbunden sind. Die am 1. April ab- Das ist der moralische Wert eines solchen Beschlusses. zwei Stimmen abgelehnt. Den§ 81 des bestehenden Gesetzes, welcher die im Jahre 1890 laufenden Berträge mit den Unternehmern sollen bis 1906 mit ein- ist bezeichnend, daß Herr Mommsen teinen schlagenderen Einfestgesetzten Uebergangsbestimmungen enthielt, beschloß die Stom- jähriger Kündigungsfrist ab 1905 verlängert werden und spätestens wand finden konnte, als den Hinweis auf die Wartegelder der 1911, alio nach 10 Jahren von selbst ablaufen. Von der Be- Diplomaten. Herr Mommsen meint, wir könnten den Leuten, miffion ganz zu streichen. ſtimmung, daß die Freizellen für das weibliche Geschlecht be- die wegen Arbeitsmangel entlassen werden, teine Pension zu Nehmen wir einmal den Fall, die Entlassung muß fondere Eingänge von der Straße haben müffen, foll abgesehen billigen. werden können. Spätestens beim Etat für 1905 soll über das Er- vollzogen werden, nicht weil der Mann faul war, weil er schlecht gebnis der Versuche eine Vorlage gemacht werden. gearbeitet hat oder betrunken war, sondern weil die Stadt den Be trieb verkleinert. Halten Sie, Herr Mommisen, es für möglich, daß ein dienst zu eriverben, den er in der Stadt gehabt hat? Sagen Partei- Machrichten. Sie doch lieber: wir fümmern uns um unsre Arbeiter Parteilitteratur. Im Verlag der Buchhandlung Vorwärts erscheint für die ohne Pensionsberechtigung im Dienste wieder seine Lieblingsidee vertreten, vielleicht ist er schon Partellitteratur. Im Verlag der Buchhandlung Vorwärts erscheint Bewilligung von Ruhegeld und Hinterbliebenen- Versorgung nicht.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Herr Mommisen hat demnächst: Handelspolitik und Socialdemokratie. Populäre Darder Stadt dauernd beschäftigten Personen. auf der Suche nach einem Pächter für die Gasanstalten. stellung der handelspolitischen Streitfragen von Karl Kautsky. Der Ausschuß hat vom 28. November v. 3. ab in sechs Wir haben hier doch nur für die städtischen Arbeiter, nicht für die Agitationsausgabe. 6 Bogen 80. Preis 30 Pf. Partiebezug für Wahl- Sizungen Die Privatindustrie wird feinen vereine billiger. Der reiche Inhalt dieser aktuellen Schrift wird gekenn- Sizungen die Vorlage durch beraten und an derselben zahlreiche Brivatindustrie zu sorgen. venn @michuted Arbeitermangel haben, die Arbeiter fich bei ihr zeichnet durch die Kapitelüberschriften, die wir hier folgen lassen: 1. Die Aenderungen vorgenommen. Der § 1 hat folgenden Zusaz erhalten:" Personen, deren Zeit und besser steht als bei der Stadt mit der Pension. Finanzzölle. 2. Die Handelsbilanz. 3. Das Kräfte durch die ihnen übertragenen Geschäfte nur nebenbei in Antrag Lüben ist geradezu fleinlich. Der Paragraph alte Schutzoll System. 4. Der alte Frei Anspruch genommen werden, erwerben feinen Anspruch auf Ruhe ist bereits so verrammelt, daß ich den Mut bewundere, daß man ihn handel. a) Industriestaat und Agrarstaat. b) Der Freihandel in England. Haltung der Arbeiter. c) Der Freihandel in rant geld. 8 2 hat folgende Faffung erhalten: Boraussetzung der Ge- noch weiter beschränken will. Vor dem 86. Jahre fann ein Arbeiter reich. Der Handelsvertrag von 1860 und die Meistbegünstigung. währung des Ruhegelds ist eine 10 jährige ununterbrochene Dauer ohnehin nichts bekommen. Die Differenz beträgt also nur 9 Jahre, des Arbeitsverhältnisses bei Eintritt dauernder Arbeitsunfähigkeit. und wegen dieser Kleinigkeit wollen d) Der Freihandel in Deutschland. Der Zollverein. Die Social- als Unterbrechungen werden nicht angesehen unverschuldete Arbeits- jamen socialpolitischen Gedanken verballhornisieren? Vers demokratie und die deutsche Arbeiterschaft.- 5. Der Uebergang hinderungen, wie z. B. Krankheiten, Betriebsstörungen, Ableistung einern Sie doch Ihr Verdienst nicht selbst und daz vom Freihandel zum Schutzo II. a) Die politischen Gründe der militärischen Dienstpflicht, wenn diese unmittelbar zum Auf- Lob, Sas Sie sich bei den Arbeitern verdienen können! von Bismards Schwenkung. b) Die Schwenkung der Junker zum hören der städtischen Beschäftigung Anlaß geben und wenn Der Antrag Lüben hätte doch nur den Erfolg, die Sache den Leuten d) Die Ktrifis. e) Die zwiespältige Haltung der Bourgeoisie. f) Die nach Wegfall des Hinderungsgrunds die städtische Beschäftigung ein bißchen zu verefeln. Wir sollten uns freuen, daß Berlin als die wieder aufgenommen wurde. Dauern folche Hinderungen länger erste Stadt eine solchen Schritt thut; es werden sich bald Nachfolger fartellierten Industrien. g) Die Eisenindustrie. h) Die neue Gewaltpolitit 6. Der neue und der alte Schutz30 II. a) Ab- als 13 Wochen im Kalenderjahr, so wird das Mehr an Zeit finden.( Beifall bei den Socialdemokraten.) auf die Gesamtdauer der Beschäftigung nicht angerechnet. Ist die Stadtv. Wallach( A. L.): Kollege Heimann wünscht, die Arbeiter straktion und Wirklichkeit. b) Erziehungszoll und privilegierender Arbeitsunfähigkeit die Folge einer Krankheit, Verwundung oder würden so behandelt wie die Beamten; Herr Singer bedauert, daß Zoll. c) Export vou Stonſummitteln und Produktionsmitteln. jonstigen Beschädigung, die bei Ausübung der Arbeit eintritt, dann aus dem Ausschuß nicht mehr herausgekommen ist. Diese beiden so d) Die Hemmung der industriellen Entwicklung durch tritt die Gewährung des Nuhegeldes auch bei fürzerer Dauer der nebenher gemachten Bemerkungen zeigen, daß uns die Herren dahin Schutzzoll. e) Handelspolitik und Klassenkampf. Agrarzölle. a) Käufer und Verkäufer von Lebensmitteln Dienstzeit ein. Die Arbeitszeit vor Vollendung des 21. Jahres führen wollen, wohin wir nicht gehen werden, in den socia Staat. mit wird nicht berücksichtigt. Auf Personen, die erst nach Vollendung listischen ( Heiterkeit.) Jch fam auf dem flachen Lande. b) Die Notlage der Landwirtschaft. des 50. Lebensjahres oder nach bereits eingetretener Beschräntung meiner Freunde dem Vorschlag nicht folgen. Wo foll da schließlich c) Die wirksame Bekämpfung des landwirtschaftlichen Rotstandes. ihrer Arbeitsfähigkeit in städtische Dienste genommen werden, findet das die Privatindustrie bleiben? Der Antrag Lüben ist mir unaunehm d) Die Belastung der Arbeiterschaft durch die Lebensmittelzölle. Statut teine Anwendung."§ 3.„ Das Ruhegeld beträgt nach 10jähriger bar geworden; er lautete früher auf 55 Jahre, jetzt sind 10 Jahre e) Die Belastung der Industrie durch die Industriezölle. f) Agrar-§3. e) Die Belastung der Industrie durch die Industriezölle. f) Agrar- ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses 15/60 des Durchschnitts- abgelassen und damit ist die Differenz zu gering geworden. In erster zölle und Industriezölle.- 8. Die Handelsverträge. a) Der Weg zum Freihandel. b) Autonome Bollpolitik. c) Die Caprivische Jahresverdienstes, steigend mit jedem weiteren Dienstjahr um 1/60 bis zum Linie stimme ich gegen§ 7a. Eventuell nehmen Sie den AbHöchstbetrage von 45/60. Für die Berechnung des Ruhegeldes ist der schwächungsantrag an, der im Ausschuß vom Stadtv. Kuhlmann geftent Handelspolitik. d) Doppeltarif. Zollkrieg. Wertzölle. Reziprozität. Arbeitsverdienst der legten 5 Kalenderjahre maßgebend."§ 4 lautet: war, das Ruhegehalt ganz oder halb so lange zu gewähren, bis der Ausfuhrprämien. e) Schußzoll und politische Korruption.- 9. Welthandel und Socialdemokratie. a) Der Kampf gegen das Freiheitsstrafen, die mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verbunden Betreffende wieder eine geregelte Beschäftigung gefunden hat. sind, schließen die Fortzahlung des Ruhegeldes aus. Andre Freiheits- Stadtv. Kalisch( wild): Ich kann dem§ 7a nicht die Kraft beiSchutzsystem. b) Das nahende Ende der Arbeitsteilung von Agrar- ftrafen, sofern sie einen Monat übersteigen, haben zur Folge, daß meffen, zum socialistischen Staat zu führen. Ich balte den§ 7a für staat und Industriestaat. c) Neuere Zollvereins bestrebungen. Die Zahlung während deren Dauer ruht. In diesem Fall wird außerordentlich vernünftig, auch ist sein Princip dem Privatbetriebe d) Weltkrieg oder Socialismus. e) Export von Waren oder von während der Dauer der Freiheitsstrafe das Witwen- und Waisen nicht mehr fremd.( Widerspruch.) Das größte Risiko sind im Einzelgeld an die Frau und die Kinder gezahlt."§ 5.„ Das Witwengeld fall 150 M.; kann das für die Stadt ins Gewicht fallen?( Rufe: Ja!) Müßige Kombinationen. Die Parteigenossen des 15. fächsischen beträgt vier Zehntel des Ruhegelds des Ehemanns. Es beginnt und wird dann eins unsrer Werke plöglich völlig eingehen? Das ist Reichstagswahlkreises hielten ihre Parteiversammlung, in der sie den mit dem Todestag des Manns und erlischt mit der Wider- ja ganz undenkbar. Genossen Göhre als Reichstagstandidaten proklamierten, bekanntlich in verheiratung. Während der ersten zwei Monate werden die Reliften- Stadtv. Lüben( Fr. Mommsen): Der Kollege Mommsen, den Chemnitz ab, das zum 16. Streise gehört und vom Genossen Echippel bezüge verdoppelt."§ 6. Das Waifengeld beträgt für die ehelichen Herr Singer so vorgenommen hat, ist der eigentliche Vater dieses vertreten wird. Das gab anfangs verschiedenen bürgerlichen Blättern oder durch nachgefolgte Ehe legitimierten Stinder unter 15 Jahren: Pensionsgefeges; bei der englischen Gasgesellschaft besteht schon etwas Anlaß zu dem Mißverständnis, daß Göhre an Schippels Stelle a deren Mutter lebt und Witwengeld bezieht, 1/5 des Wittengelds Aehnliches. Der Verpachtungsgedanke hat doch sehr viel für sich. treten sollte und es wurden daran sofort Kombinationen geknüpft für jedes Kind; b) deren Mutter nicht mehr lebt oder Witwengeld nicht§ 7a ist eine Schwergeburt gewesen. Ich will ihn nicht verballüber Meinungsdifferenzen zc. Unfer Chemniger Parteiblatt stellt erhält, 1/3 des nach§ 5 zu berechnenden Witwengelds für jedes Kind; hornisieren, sondern verbessern, um ihn durchbringen zu helfen. aus diesem Anlaß ausdrücklich fest, daß die Parteigenossen c) für Kinder unter 15 Jahren einer im städtischen Dienste voll bes des Chemnizer Wahlkreises gar nicht daran denken, einen Wechsel in schäftigten, alleinstehenden weiblichen Person nach dem Tode der der Reichstags- Kandidatur eintreten zu laffen. Wenn Schippel, so Mutter 1/3 des nach§ 5 zu berechnenden Witwengelds für jedes Kind." fügt das Blatt hinzu, hier und da abweichende Ansichten äußert, so Ein neuer§ 7a besagt:„ Wenn Personen, die 15 Jahre oder länger Der Etat wird en bloc unverändert genehmigt. Stadtb. Dinse erstattet den Bericht des Ausschusses über die Arbeiter von 45 Jahren noch in der Lage ist, sich denselben VerBorlage betreffend die Agrarzoll. c) Der Uebergang vom Agrarftaat zum Industriestaat. Menschen.pa den " Sie diesen heils einem Teil Stadtv. Maak( A. L.) tritt für die Annahme der Ausschußfaffung ein( Beifall), ebenso Stadtv. Nathan( N. L.) und Stadtv. Cassel( A. 2.). Die Herren Nathan und Cassel erklären den Antrag Kuhlmann- Wallach für absolut unannehmbar. Nach Ablehnung eines Schlußantrags fämpft Stadtv. Mommsen statuieren und bie Berträge aufheben. Die Freizellen hochmals gegen das berderbliche" Princip des§ 7a an. Stadtv. Hugo Sachs( U. 2): Der§ 7a ist nur eine Konsequenz oes von uns in dem Statut für die fündbaren Beamten bereits angenommenen Princips. Die Stadt kann nicht aus Rücksicht auf die Seleinbetriebe vor diesem Schritte socialer Fürsorge zurückweichen. Ueber die Faffung des§ 7a nach dem Ausschußantrage wird, da diese am weitesten geht, zuerst abgestimmt.§ 7a wird an genommen( Beifall); damit find die Amendements hinfällig geworden. Der Rest der Vorlage und die lettere im ganzen werden eben falls angenommen. Außerdem nimmt die Versammlung zwei Stefolutionen des Ausschusses an: find fast immer verschlossen gehalten, so daß die weiblichen Bersonen fie nicht benutzen konnten. Das ist in der Allgemeinheit sehr unliebsam empfunden worden. Stadtv. Rosenow: Mit der Verlängerung der Berträge auf brei Jabre find wir einverstanden, verlangen aber auch, daß dafür gesorgt wird, daß die Freizellen offen und sauber gehalten werden. Der Antrag Dupont wird angenommen und der Ausschuß fofort vom Vorftande ernannt. als Beendigung des Bruderzwists. Die Gefahr des Zusammenstoßes zwischen Rußland und England ist vorläufig beseitigt. Am Donnerstag interpellierte int englischen Oberhaus der Abgeordnete Spencer die Mes gierung über die Lage in Tientsin. Der Staatssekretär des Auswärtigen Marquis of Landsdowne erklärt, die russische und die englische Regierung seien übereingekommen, die zurückziehung ihrer Truppen von dem strittigen Terrain bei Tientsin anzuordnen Die Vorlagen betr. Festsetzung bezüglich der Anstellungs- und alle das Eigentumsrecht betreffenden Fragen der Prüfung durch bedingungen und Gehaltsverhältnisse der bei den städtischen bie beiden Regierungen vorzubehalten. Die Zurückziehung der Betriebsverwaltungen beschäftigten Beamten, betr. Truppen folle vom Grafen Waldersee überwacht werden. Diese die Anerkennung von fündbaren Angestellten bei der Haupt- Burückziehung der Truppen ist auch bereits geschehen. tasse der städtischen Se als Gemeinde um 5 Uhr, die Bahnarbeiten werden eins geregelt werden. Somit wäre die Gefahr augenblicklich be feitigt, es fragt sich nur, auf wie lange, jeder Tag fann nene Berwürfnisse bringen. Ueber die ruffische onzession" wird den Times" aus Beting geschrieben: Die von ben Russen für sich beanspruchte Konzession befindet sich auf einer großen Ebene längs des Fluffes und hat eine Länge von 21/2 Meilen. Sie wurde nicht von der chinesischen Regierung bewilligt, sondern von Li- Hung Tschang in seiner Eigenschaft als Vicelönig von Lichili. Es erscheint zweifelhaft, ob Li- Hung Tschang bas Recht hatte, eine solche Stonzession zu erteilen. Frieden überall. 1. Den Magistrat zu ersuchen, den zur Zeit des Erlasses dieses und die Anstellung von fünferaliste meindebeamte beiderseitigen Kommandanten bewerkstelligten den Abzug am Gemeindebeschlusses im Dienste der Stadt befindlichen Straßenbeamte sind von dem niedergesezten Sonderausschusse in sechs gestellt, und die Streitfrage soll auf diplomatischen Wege reinigungs- Arbeitern, welche innerhalb der nächsten zehn Sizungen durchberaten und angenommen worden. Jahre dienstunfähig werden, die ihnen nach den bisherigen Grund- Die beiden ersten vorstehend erwähnten Vorlagen werden en bloc fägen etwa zustehenden Mehrbezüge zu gewähren; angenommen; die dritte und die übrigen Beratungsgegenstände von der Tagesordnung abgesetzt. 2. auch den bei Stiftungen beschäftigten Personen die Bezüge nach diesem Statut thunlichst zuzuwenden. Die Vorlage wegen Einfegung eines Schiebsgerichts über die bon einem Unternehmer beim Neubau des Märkischen Museums gemachten Ansprüche geht an einen Ausschuß. In Sachen der wiederholt beantragten, aber vom Magistrat bisher stets abgelehnten Einstellung eines Betrags von 5000 W. in den Etat zur Disposition des Stadtverordneten Vorstehers will jetzt der Magistrat in gemischter Deputation verhandeln. Die Versammlung stimmt zu. Schluß gegen 9 Uhr. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Bretterträger der Firma Sauerlandt Nachfolger Boßling u. Co., Lohmühlenstraße, haben wegen Lohnabzüge die Arbeit eingestellt. Es wird gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Verein der Bretterträger und Brettschneider Berlins und Umgegend. Deutsches Reich. An den Kaufmann und Kommerzfenrat Stein, Eigentümer der Grundstücke Nene Friedrichstr. 29/30, find 1889, wo diese Grundftücke zum 8wede der Erweiterung ber Central- Markthalle enteignet wurden, 1 400 000 m. gezahlt worben. Herr Stein forderte für die freihändige Abtretung 75 000 M. mehr, was die Versamm lung ablehnte, worauf das Enteignungsverfahren eingeleitet wurde. In demselben ist die Entschädigung bedeutend höher, nämlich auf 1 698 634 Mart festgestellt; in ber Berufung beantragt die Stadt nur noch eine Ermäßigung um 71 886 Mart, fo daß an Stein unter allen Umständen noch 226 749 W. zu zahlen sein werden, wozu nicht weniger als 123 842 m. 8inien tommen. Die von 10,50 M. pro Woche erhalten. don 350 590. find an Stein bereits gezahlt worden, der Magistrat beantragt die Summe aus dem Erneuerungs- und Ergänzungsfonds der Markthallenverwaltung zu decken. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Ueber die bisherigen Ergebnisse der Ausschußberatung des Antrags Singer betr. die Wohnungsnot und die auf dem Gebiete des Wohnungswesens bestehenden Mißstände berichtet stis Auch bei den Gesandten, die in Pefing noch immer weiter beraten, herrscht vollkommene Uebereinstimmung allerdings mit Ausnahme zweier Punkte", nämlich bezüglich der Bewachung der Verbindungslinie zwischen Beting und dem Meere und der Schleifung der Festungen. Da dies rein militärische Fragen die Töpfer in Neustrelitz haben am 21. März einstimmig be- sind, werden die Generale hierüber einen Beschluß fassen und diesen schlossen, in den Streit zu treten. Sie fordern einen einheitlichen dann den Gesandten mitteilen. Tarif mit ca. 10 Proz. Erhöhung der jezigen Preise und zehnitündige Arbeitszeit, bisher 11 Stunden. Eroz mehrmaliger unter- Der kaiserliche Sof bandlung fann sich der Ofenfabrikant Schulz, der Hauptsächlich in wird, so lange die fremden Truppen in Beting bleiben, nicht dahin Betracht kommt, nicht dazu verstehen, einigermaßen entgegenzurüdfehren. Die in Shanghai erscheinenden North China bollen zukommen. Bemerkt fei, daß die Hilfsarbeiter den horrenden Lohn Daily News" wollen aus guter Quelle wissen, der kaiserliche Hof babe beschlossen, sich Mitte April nach Siangjang in der Proving Dupeb zu begeben, wo er bis zum Abmarſch der verbündeten Hi Zur Lohubewegung der Schneider. Der Ausstand in Truppen aus Beting bleiben wolle. Dieser Beschluß müsse, bemerkt das Mainz ist zur Zufriedenheit der Gehilfen verlaufen, die Arbeit Blatt weiter, als ein Protest gegen die Befestigung der mit Bubilligung einiger Aufbefferungen wieder aufgenommen. Gesandtschaften angesehen wieder aufgenommen. Gefandtimaften angefehen werden. Die Mächte Einige Geschäfte, die sich einer Berständigung unzugänglich gezeigt nehmen sich nämlich die Freiheit, mitten in der Stadt Beting haben, werden von dem Verband der Schneider gesperrt. Festungen zu bauen, jede einzelne Nation für ihre Gesandtschaft. Die Deutschen haben bereits eine Saferne fertig gestellt, die etwa 300 Mann faßt. Das geschieht, trotzdem man mit China angeblich gar nicht im Kriege lebt. Ein kaiserlicher Erlak. Im Würzburger Schneiderftreit fungierte das Gewerbegericht als Einigungsamt. Die Unternehmer erkannten zwar nicht alle Tarifforderungen an, ließen sich aber bei einzelnen Arbeiten zu beträchtlichen Preissteigerungen herbei. Auf dieser Basis wurde eine Einigung mit der Lohntommission erzielt. File Lohnarbeit wurde ein Windestlohn von 30 Pf. pro Stunde bei elfitündiger Der Kölnischen Zeitung" wird aus Beling vom 21. März ges Arbeitszeit vereinbart. Maßregelungen wegen des Streits dürfen meldet: Ein gelber kaiserlicher Erlaß, wie er im Artitel 10 ber nicht stattfinden. Eine Versammlung der Streifenden nahm die Friedensbedingungen vorgesehen ist( Strafandrohung für fremdenfeindliche Gesellschaften), wurde an allen Mauerecken der Bereinbarungen an und erklärte den Streit für beendet. um sie zu lesen. Stadt angeschlagen. Voltshaufen drängen sich vor den Anschlägen, Der russisch englische Zwischenfall. Wie not Berlin, 22. März.( W. T. B.) Das Oberkommando meldet Stadtv. Dr. Nathan. Der Ausschuß hat sich in seinen weiteren 4 Sigungen schließlich zu folgendem Antrag geeinigt: 1. Die Versamminng ersucht den Magistrat, einer etwa drohenden Ueberfüllung des Obbach& burch Bereitstellung von transportablen Baraden vorzubeugen, und sieht einer Vorlage über die Bewilligung der etwa erforderlichen Geldmittel entgegen. 2. Die Versammlung ersucht den Magiftrat, mit gemein. Eine Lohnaufbefferung bis zu 10 Bros. follen bie Arbeiter nzigen Baugenoffenfchaften und gemeinnütigen der städtischen Gasanstalten in München ab 1. April erhalten; au Affiengesellschaften für die Herstellung tleiner Wohnungen in Verbindung zu treten und die Modalitäten diesem Zwed wurden 46 700 M. in den Etat eingesetzt. Außerdem feftaufeßen, wie durch unterstützung feitens der wendig dies ist, erfieht man daraus, baß selbst bei der verkürzten aus Beting: Der englis russische Streitfall zu Eientfin wird eine kleine Verkürzung der Arbeitszeit eintreten. Stadt( Hergabe bon Boden zu Eigentum englifa- russische oder im Erbbaurecht, Sypothekenfibernahme, Binsgarantie usw.) Arbeitszeit die Retortenhaus- Arbeiter erst nach sechs zwölfftündigen ist heute in gemeinsamer Besprechung mit General Bogat und General Barrow vom militärischen Standpunkt in einer beide Teile Schichten eine 24 stündige Ruhepause haben werden. tleine, gute, gesunde und möglichst billige befriedigenden Weise beigelegt worden. Beide Wachen und Posten, Wohnungen feitens jener Genossenschaften und Gesellschaften Ausland. werden eingezogen unter gegenseitigem Salutieren; Engländer erin erheblicher Anzahl hergestellt werden können. Die Höhen Wien haben 80 Agenten der Nähmaschinen- Niederlage vorm. flären, daß Verlegung ruffischer Flagge nicht beabsichtigt gewesen und der Mieten für die Wohnungen ist so zu bemessen, daß nur die Ber- Singer u. Co. ihre Stellung aufgegeben, um sich gegen die überaus daß angebliche Entfernung russischer Grenzzeichen weder auf Befehl ainfung und Amortisation des für die Herstellung aufgewendeten brüdenden Dienstverhältnisse zu wehren. noch mit Wiffen der Militärbehörde geschehen ist. Arbeit auf frag Sapitale, die aus der Instandhaltung usw. entstehenden Auf lichem Gelände wird nicht fortgefegt, bis die Regierungen sich über wendungen sowie die Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht den Bejiz geeinigt haben oder besondere Verständigung darüber erwerden. Die erforderlichen Kapitalien sind aus einer Anleihe aufei reicht ist. aubringen. Die Versammlung erwartet eine Vorlage feitens des Magistrats. Grund und d Derlammlungen. n) Tehte Nachrichten und Depelthen. Destreichisches Abgeordnetenhaus. Zum Ausstand in Marseille. Marseille, 22. März.( W. T. B.) Der gemeldete Zusammen. Eine Volksversammlung, einberufen von den Genoffen des Von den socialdemokratischen Stadtverordneten wird beantragt, den Magistrat um eine Vorlage zu ersuchen, durch welche bie weiten Wahltreise& tagte am Mittwoch bei Hellenbrand, Hajenheide, in der Reichstags Abgeordneter Beus über: Errichtung von Häusern mit gesunden billigen Wohnungen auf" Was ist Revolution und wer ist revolutionär?" referierte. Eine Wien, 22. März.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus.( Fort städtischem Terrain schleunigst in die Wege geleitet wird. Diskussion über den anderthalbstündigen, mit lebhaftem Beifall auf fegung.) Bor Eintritt in die Tagesordnung verhandelte das Haus Die Höhe der Miete usw. wie im Ausschußantrage. Stadtv. Heimann( Soc.): Dem ersten Antrage des Ausschuffes genommenen Vortrag wurde nicht beliebt. An Stelle des aus die Angelegenheit der Disciplinarbehandlung des socialistischen werden meine Freunde zustimmen. Schon heute, vor dem Umzugs- dem Kreise berzogenen Genoffen Roblenzer wählte die Ver Abg. Seit als städtischen Bollsichullehrers seitens des Wiener Bezirks termin, ist im Familien- Obdach eine Belegung von 600 Personen ſammlung mit großer Majorität den Genossen Fülle als Mitgliedschultate. Nach lebhafter Debatte, bei der es zu heftigen Hierauf besprach der Vertrauensmann Streitigteiten zwischen Socialdemokraten und vorhanden; die Bettenzahl genügt also nicht. Die Beit brängt, und so laffen der Breßtommission. wir uns auch für den Rotbehelf der transportablen Baraden gewinnen, P. Scholz die Lokalverhältnisse in Tempelhof und Mariendorf. Er gab Chriftlich focialen lam, wurde ein Antrag Marcher an obwohl wir in erster Linie für die Verlegung der Strantenstation bekannt, daß eine Voltsversanumlung beschlossen hat, in Mariendorf genommen, der Verfassungsausschuß solle binnen 8 Tagen aus der Fröbelstraße sind. Für den zweiten Ausschußantrag bitten die Lokale von Graßl, Chauffe estr. 80, und Schwarzer über die Angelegenheit berichten. wir Sie, den unfrigen anzunehmen, wonach die Stadt felbft bauen Adler, Chausse eftr. 26, in Tempelhof die Lofale bon Französische Deputiertenkammer. foll. Der Wohnungsmangel in Berlin ist evident, nur 2 pro Mille der Gerth, Dorfstr. 18, und Wienide, Berlinerstr. 33, Paris, 22. März.( W. T. B.) Deputiertentammer. Wohnungen stehen leer. Baut die Stabt, so tommen wir schneller 3u sperren, alle übrigen Lofale aber für den Verkehr frei aus der Misere heraus. Berlin und alle Stommunen haben auf dem zugeben. Der Beschluß soll auch von den Berliner Parteigenossen Das Haus fest die Besprechung der Interpellation Castelin über Gebiete des Wohnungswesens bisher absolut nichts gethan; die genau beachtet werden, damit die Abhaltung von Versammlungen ben, wucherischen Auftauf von Zuder fort. Rouanet, der ant Entwidlung der Dinge hat zur größten Ginseitigkeit geführt, und nur den Arbeitern in den genannten Orten ermöglicht wird. Nachdem vorigen Freitag feine Rede abbrach, wendet sich in scharfer Weise gegen eine kommunale Wohnungspolitit tann weiteren Schäden vorbeugen. der Genofie Lantau noch auf den Kampf in der Schuhwaren die Art und Weise, wie durch allerlei Manöver die Preise Was Sie durch Baugenossenschaften erreichen wollen, würde schneller Industrie hingewiesen und zur moralischen sowie materiellen Unter- von Lebensmitteln und Waren in die Höhe getrieben würden. und praktischer durch unfren Antrag erreicht werden, wie es in flügung der Arbeiter aufgefordert hatte, erfolgte der Schluß der Lafies greift die Thätigkeit der Warenbörse heftig an und verlangt eine neue Organisation derselben. Belletan äußert sich in andren Städten, zum Beispiel in Düsseldorf geschehen ist. Durch gut besuchten Versammlung. die Errichtung des zweiten Rathauses, durch die Beseitigung des Der Unterstütungsverein der Fensterputer hielt am 16. Mära gleicher Weise. Jaluzot rechtfertigt nochmals seine Budergeschäfte, Scheunenviertels usw. machen Sie eine Menge von Leuten obdachlos. bei Bußte, Grenadierftr. 33, feine Mitgliederversammlung ab. Die die von ihm vorgenommenen Aufläufe feien lediglich Dedungs Die Stadt muß Wohnungspolitik in großem Stil treiben. Ein Versammlung beschloß einstimmig den Anschluß an die Gewerkschafts- fäufe gewesen. Justizminister Moreis verspricht, daß die Regierung, preußisches Wohnungsgesetz wird ja nach sächsischem Muster beab- tommiffion und wählte Möller als Delegierten. Weiter wurde soweit die Geseze es erlauben, Maßnahmen gegen die gerügten fichtigt; wir wollen uns nicht zu Maßnahmen zwingen laffen, die beschlossen, mit dem Verein der selbständigen Fensterpußer zusammen Börsengeschäfte ergreifen werde. wir selber ausführen müssen.( Beifall bei den Socialdemokraten.) einen Arbeitsnachweis mit gleichen Rechten und Pflichten zu errichten. Stadtv. Caffel: Ein Wohnungsmangel besteht zweifellos, vir Sodann erledigte die Versammlung einige interne Angelegenheiten. bestreiten aber die rechtliche Verpflichtung der Stadt, felbst zu bauen. Deshalb können wir für den Antrag der Socialdemokraten nicht Grok- Lichterfelde. Am 15. März fanb hier eine zahlreich be- stoß zwischen Ausständigen und Gendarmerie war durch das stimmen; wir beschränken uns auf den Antrag des Ausschusses. Grundbesitzervereine beabsichtigte Wahlentrechtung der Arbeiterklaffe veranlaßt, welche in den Außenbezirken und im Innern der fuchte öffentliche Protestversammlung gegen die feitens der hiesigen Einschreiten der legteren gegen die Ausständigen Wir behalten uns Weiteres für die Zukunft vor. Stadtv. Mommsen: Der Ausschußantrag bietet einn Fingerzeig, statt. Stadtverordneter irsch Charlottenburg unterzog das Ver- Stadt den Verkehr der Straßenbahn, soweit er noch aufrecht wie der zweifellos vorhandenen Wohnungsnot abzuhelfen ist. Der halten der Lichterfelder Grundbefizer- Bourgeoisie einer wohlverdienten erhalten wurde, durch Gewaltthätigkeiten unmöglich zu machen Das Verfahren wurde den Nachmittag über fortAntrag Heimann ist selbstverständlich als socialistisch für uns un ritit. Nachdem die Polizeistunde, die in Lichterfelde stets die polizei- fuchten. liche Auflösung aller öffentlichen, bon socialdemokratischer gesezt. Auf der Rue Cannebière ging ging die Gendarmerie vor und drängte fie fie in die kleinen Stadtv. Wallach: Wir sind principiell gegen den Häuserbau Seite einberufenen Versammlungen mit sich bringt, nahe gerüdt war, gegen die Menge vor durch die Stadt. Wenn Heimann beantragen würde, sämtliche Säufer wollte der Borsigende opf über eine Resolution abstimmen lassen. Straßen der alten Stadtteile zurüd, wo einiger Schaden an Berlins zu verstadtlichen, so würde ich mit Freuden dafür stimmen. Dies gab einem anwesenden Gegner, dem Herrn Lehrer und Haus- den Kaufläden angerichtet wurde. Heute drohen wieder eine An= ( Heiterkeit). Wir sind für den Ausschußantrag, der die mittlere Linie befizer 8iegler Veranlassung, zur Geschäftsordnung fich zu melden zahl Gewerkschaften, so die der Tischler, der Schlosser und und den Versammlungsleitern Unkenntnis parlamentarischer Ge- der Bäder, sich am Aus stand zu beteiligen. An den Quais aller gestellten Anträge bildet. Stadtv. Rosenow( N. L.): Der Antrag Heimann ist feines- pflogenheiten vorzuwerfen. Genosse en el belehrle den Herrn, herrscht verhältnismäßig Ruhe; es arbeiten bort etiva 1200 Leute. tvegs socialistisch, er verfolgt vielmehr lediglich praktische Swede. bag leiber unter den obwaltenden Umständen nicht anders ver Die Agrarzölle in der italienischen Kammer. Er würde auch nicht die Stadt zwingen, fortgefekt Häuser fahren werden könne, wenn man den Zweck der Versammlung er zu bauen, wie man befüchtet. Ich werde mit einem Teil meiner aufgelöst werde. Ziegler fragte die überwachenden Polizeibeamten feit mehreren Tagen das Haus beschäftigenden Antrag Bertest und Ich werde mit einem Zeil meiner reichen wolle, die im andern Falle vor Annahme einer Resolution Rom, 22. März.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Zu dem Freunde für den Antrag stimmen. Der erste Ausschußantrag wird einstimmig angenommen, der unter Heiterkeit der Versammlung, ob dies wirklich so sei, Genossen, die Regierung aufzufordern, baldigst einen Gesezentwurf Er machte dann der Versamm vorzulegen, durch welchen der Zoll auf Getreide und Mehl auf: Antrag Heimann abgelehnt. Darauf gelangt der zweite Ausschuß erhielt aber keine Antwort. Tung die Mitteilung, daß ihm der Vertrag nicht ge antrag mit großer Majorität zur Annahme." das Wort und führte aus, er sei mit einer allmählichen Bu der oben mitgeteilten Vorlage betreffend die öffentlichen fallen hätte, sprach über die Friedenauer Mietstasernen und gehoben wird, ergriff heute der Finanzminister Wollemborg die Lichtenfelder Schulverhältnisse, die nach seiner Kenntnis sehr gut Bedürfnisanstalten beantragt würde eine solche, Ivenn ste gegenwärtig vorgenommen wichtig und die Vorschläge des Magistrats seien trotz der zehn- ftimmung über die Resolution gegen die Grundbefizer- Vereine, die werde, den tünftigen Abschluß von Handelsverträgen erschweren. Den Stadtv. Dupont( Soc.) Ausschußberatung. Die Frage sei sehr feien.( Biele Zurufe: 60 Kinder in der Klasse!) Nach der Aberabſegung des Getreidezolles durchaus einverstanden, jedoch jährigen Geschichte dieser Angelegenheit dieser Angelegenheit ganz unzulänglich. gegen eine Stimme und eine Stimm- Enthaltung angenommen wurde, Antrag Bertesi müffe er ablehnen.( Beifall.) Der Antrag Bertest Die Privatunternehmer hätten für ihr angestelltes Per- entgegnete in treffender Weise Genosse Hirsch, während Genoffe wird hierauf in namentlicher Abstimmung mit 299 gegen 78 Stimmen Wenzel fich mit den Grundbefizer- Vereinen noch besonders be werde Es sonal in der ganzen Zeit nichts gethan. fchäftigte. Inzwischen war die Polizeistunde abgelaufen und es prüfen sein, ob die Berträge nicht sofort zu lösen find. Stadty. Rosenow beantragt, die Verträge nur auf zwei Jahre, erfolgte prompt die ortsübliche Auflösung der Versammlung. bis zum 1. April 1908 zu verlängern. Für Ausschußberatung fei die Zeit zu kurz. annehmbar. au D Köpenick. Hier fand zu Ehren der Märzgefallenen am Montag eine gut besuchte Versammlung in Pflugs Restaurant„ Sadowa" statt. Als Referent fungierte Baul hirsch Charlottenburg. Bu Anfang und am Schluß der Bersammlung trug der Gesangverein Morgenrot" einige dem Charakter der Versammlung angepaßte abgelehnt. Die Stammer lehnte darauf, gleichfalls in namentlicher Ab. stimmung mit 240 gegen 96 Stimmen den von der Regierung bes lämpften Antrag Albertoni auf schleunige Einbringung einer Vorlage betreffend Herabsetzung des Getreidezolls auf 5 Lire pro Doppelcentner ab. Sodann wurde die Sigung aufgehoben. Stadtrat Boigt hält eine zweijährige Frist für ungenügend. Man follte die Frist wenigstens auf 3 Jahre verlängern. Stadtv. Dupont: 14 Tage vor Ablauf der Verträge wird uns und Japan ihre in den ostasiatischen Gewässern befindlichen KriegsPetersburg, 22. März.( B. S.) Die Gerüchte, daß Rußland die Vorlage gemacht, und mun heißt es, die Beit reicht für Lieder vor. Wir müssen einmal ein Exempel schiffe mobilisieren, werden für unbegründet erkläri Ausschußberatung nicht hin! Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. it. 70. i8. mm. i Ktllllge des„UljWlirts" Aerliner KlksblM. 2Z. Wiil! lg«i. Die Berliner GeiverksAstskmnlisßon ielt am Donnerstag eine Delegiertenversammlung ab. Als erster Punkt stand die Aussperrung der Schuhmacher auf der Tages- ordnuug. Hermann gab eine Darstellung der bekannten Vor- gäuge, welche den Fabrikanten Anlaß zur Aussperrung gaben. Ein- mutig, wie noch bei keiner vorbergegangenen Bewegung verweigerten die College», selbst die Nichtorganisierten, die Unterzeichnung •des Reverses, welcher die Arbeiter verpflichten soll, der Organi- sation den Rücken zu kehren. Es handelt sich um 37 Fabriken, deren Inhaber dem Fabrikantenverband angehören. Rur in i Fabriken ist der Revers unterschrieben worden. In 2 Fabriken geschah es zum Teil, in allen übrigen wurde die Unterschrift ver- weigert. Infolgedessen sind 8S1 Arbeiter ausgesperrt worden. Bei den nicht zum Unternehmerverband gehörenden Fabrikanten sind ettva 700 Arbeiter beschäftigt. Das einmütige Vorgehen der Arbeiter veranlaßte die Fabrikamen, neuerdings Verhandlungen mit der Vertretung der Ausgesperrten anzuknüpfen, hoffentlich wird der Kampf noch im Laufe dieser Woche beigelegt. Dem Anschein nach haben es die Fabrikanten nicht auf die Zerschmetterung der Organisation abgesehen, sondern sie wollten nur eine neue Grundlage für die Verhandlungen schaffen. Den Arbeitern ist es nicht um eine Kraftprobe zu thun. Sollten sich aber die Fabrikanten hartnäckiger zeigen, als eS augenblicklich den Anschein hat, dann hoffen die Schuhmacher auf Unterstützung durch die Berliner Arbeiterschaft. Die Versammlung beschloß einstimmig, die Schuhmacher, so weit erforderlich, zu unter st ützen. Hierauf gab Girbig einen Bericht über den Streik der Glasarbeiter in den Heyeschen Fabriken in Nienburg und Schauenstein. Er betonte, daß es sich in der Hauptsache um einen Kampf für die Anerkennung des Koalitionsrechts der Arbeiter handelt, der seitens aller Beteiligten mit dein größten Opfermut ge- führt wird. Die Organisation der Glasarbeiter hat schon bedeutende Mittel für diesen Streik aufgebracht. Die Mitglieder einer hiesigen Fabrik zahlen zur Unterstützung desselben wöchentlich 3—4 M., in andren Orlen werden nicht unter 2 M. pro Mitglied entrichtet. Der Kampf kann noch 10 bis 11 Wochen dauern. Er koste jede Woche etwa 10 000 M. Die Glasarbeiter ersuchen um Unterstützung durch die Geiverlschaftskommission. Nachdem K ö r st e n namens des Ausschuffes die Unterstützung dieses Streiks empfohlen hatte, beschloß die Versammlung ein st immig die Unter st ützung. Kaiser berichtete über die Lohnbewegung der Barbiere. Er trug deren Forderungen vor und gab der Hoffnung Ausdruck, daß eZ nicht zu einem Streik kommen werde, sondern eine Berein« barung vor dem Einigungsamt zu standen kommen werde, und daß man dann diejenigen Geschäfte, welche sich den Vereinbarungen nicht anschließen, boykottieren müßte. Die Versammlung nahm von diesem Bericht Kenntnis. Ritter besprach die Lohnbewegung der Schneider. In der Branche der englischen Damenkostüm-Schneiderei, die im Gegen- satz zur französischen meistens männliche Arbeiter beschäftigt, hat sich eme Unternehmer-Vereinigung gebildet, die darauf ausgeht, an Stelle der bisher allgemein üblichen Werlftattarbeit die Heim- arbeit einzuführen, wodurch es den Fabrikanten möglich ist, unter dem im vorigen Jahre aufgestellten Tarif arbeiten zu laffen. Die planmäßige Einführung der Heimarbeit soll nach Angabe des Vorsitzenden der Unternehmer-Vereinigung eine Gegen- Maßregel gegen den Tarif sei». Die Arbeiter wehren sich gegen die Heimarbeit, weil dieselbe ihre Lage mit der Zeit ebenso herabdrücken würde, wie cS in der Konfektionsbranche der Fall ist, sie verlangen deshalb Beibehaltung der bestehenden Betriebsiverlslättcn. Die Forderung wird vielleicht in nächster Woche an die Unleriiehmer gestellt werden. Der Unteruehmerverei» aiebt die Zahl seiner Mitglieder auf 40 an,«S sind aber nach unsrer Zählung nur 32, und davon gehören mir 15 oder 16 der englischen Branche an. Diese beschäftigen etlva 200 Arbeiter. Von einer Bewegung in der Herren-Maßbranche wird abgesehen, nur in einzelnen Geschäften, namentlich bei der großen Firma Weltmann dürfte es zu eiueni Vorgehen kommen. Auch dem Warenhaus für deutsche Beamte wird ein Tarif vorgelegt werden. Die Versamniluug nahm von diesem Bericht Kenntnis. Zu dem gedruckten(im.Vorwärts' bereits besprochenen) Rechenschaftsbericht für das Jahr ISOO gab K ö r st e n einige Erläuterungen. Seit einem Jahr ist im Bureau der Gewerkschafts« kommission neben dem Sekretär ein Hilfsarbeiter beschäftigt. Die Ausgaben für diese beiden bleiben nur um 363 M. hinter den Kosten zurück, die bei fester Anstellung eines zweiten Beamten ver- ursacht werden. Die Arbeit des Bureaus hat sich vermehrt, namentlich die AuSkunstserteilung hat einen großen Umfang angenommen. so daß ein Beamter allein die Arbeit gar nicht bewältigen kann. Deshalb macht sich die Anstellung eines zweiten Beanrten notwendig. Die Besoldung desselben wird wohl ohne Erhöhung der Beiträge geleistet werden können. Zunächst wird über den Rechenschaftsbericht diskutiert. Ma aß beantragt namens der Revisoren Decharge bezüglich der Kaffenführung, Neuwahl der Revisoren und abwechselnde Hinzu- ziehung derselben zu den Sitzungen des Ausschusses. Kunze be- zeichnet es als unzulässig, daß der Ausschuß auch an Unorganisierte Rechtsschutz erteile: daß sei bei einem mchtorgauisierteu Holzarveiter geschehen. K ö r st e n bemerkt dazu, es handelte sich nicht um die betreffende Person, sondern um einen Fall von principieller Bedeutung, der im Jntereffe der Arbeiterschaft entschieden werden mußte. In diesem Falle hatte sich sowohl das Gewerbegericht, wie das Amtsgericht als unzuständig erklärt. Deshalb mußte die Entscheidung des Landgerichts angerufen werden. M a s s i n i wünscht, daß gelernte Arbeiter, die im Gewerkschastsbureau Auskunft nachsuchen, zunächst an daS Bureau der für ihre» Beruf bestehenden Organisation gewiesen werden. Es hieße eine Prämie auf den Jndifferentismu« fetzen, wenn man Unorganisierte in solcher Weile unterstützt. K ö r st e n: Im allgemeinen handeln wir so, wie es Massini will, aber in allen Fällen läßt es sich nicht machen. Nicht jede Gewerkschaft ist in der Lage, die Auskunft, die von uuS verlangt wird, zu erteilen. Die Auskunst- suchenden werden uns oft von den Gewerkschaften, auch von Be- Hörden, zugeschickt. Unser Princip ist, allen Hilfsbedürftigen zu helfen. Kunze: Auch solche interessanten Fälle, wie der von Körsten angeführte, sollten nur bei Organisierten durchgefochten werden. Rüther vertrat einen ähnlichen Standpunkt. Damit schließt die Diskussion. Dem Ausschuß wird Decharge erteilt. Der Antrag Maaß: Hinzuziehung der Revisoren zu den AuSschußsitzungen, wird abgelehnt. AIS Revisoren werden gewählt: N ä t h e r, Brückner und Maaß. Auf Antrag des Ausschusses, den Busse begründet, wird die Anstellung eines zweiten Beamten mit einem AnfanaSgehalt von 2000 M. beschlossen und Link für dieses Amt ohne Widerspruch be- stimmt._ Uolrcrles. Die Stadtverordneten-Versammlung hatte in ihrer gestrigen, außerordentlichen Sitzung über zwei Vor- logen von großer socialpolitischer Bedeutung zu beschließen. Das Statut über die Gewährung von�Ruhe- geld undHinterbliebenen-Ver sorgung an städtische Arbeiter hat im Ausschuß mehrere Verbefferungen erfahren. Der von unsren Vertretern beantragte Zusatz, daß auch den nach längerer Dienstzeit ohne ihre Schuld vor Eintritt der Arbeits- Unfähigkeit entlassenen Arbeitern eine gewisse Berücksichtigung zu teil werden soll, hatte gleichfalls die Zustimmung des Ausschusses gefunden. Um diesen Zusatz entspann sich gestern noch einmal eine lebhafte Debatte, weil eine so weitgehende Für« sorge nicht nach dem Geschmack eines Teils der Freisumigen war. Herr Mommsen meinte, man müsse doch auch auf die Privatindustrie Rücksicht nehmen, und Herr Wallach malte gar das Gespenst des socialistischen Zukunftsstaats an die Wand. Genosse Singer gab ihnen zu verstehen, daß cS der Würde der Stadtverordneten-Versammlung nicht entspräche, wenn dieser Paragraph nun doch noch zu Fall gebracht würde. Das Statut wurde schließlich mit großer Mehrheit angenommen.— Der Ausschuß zur Vorberatung �deS die Wohnungsnot b e- treffenden Antrags Singer ist vorläufig zu dem Ergebnis gelangt, zur Beseitigung des Wohnungsmangels die Unter st ützung gemeinnütziger Baugenossenschaften usw. durch die Stadt zu empfehlen. Von unsren Genossen wurde in der gestrigen Plenarberatung der im Ausschuß abgelehnte Antrag, daß die Stadt eigne Häuser auf eignem Grund und Boden errichten soll, von neuem eingebracht. Genosse H e i m a n n, der den Antrag begründete, wies mit eindringlichen Worten darauf hin, daß die Gemeinde als eine sociale Gemeinschaft, die sie ist oder sein soll, die Pflicht hat, in der geforderten Weise auf die Besserung der Wohuungs- Verhältnisse einzuwirken. Die Vertreter des Freisinns erklärten die Forderung für socialistisch und daher unannehmbar. Nachdem der Antrag gegen die Stimmen unsrer Genossen und vereinzelter Frei- sinniger abgelehnt war, wird der Ausschußantrag angenommen. Der u»srem Genossen Jacobey gewidmete Denkstein ist an seinem Geburtstage zur Ausstellung gelangt. Am Sonntag- vormittag 11 Uhr finden sich Freunde und Genossen auf dem städtischen Friedhofe iu Friedrichsfelde zur Besichtigung ein. Tie Socialdemokratic ist dank der wachsenden Einsicht der auS dem Osten zugereisten Arbeiterschichten nicht allein dem hiesigen Centrum an sich außerordentlich unbequem geworden, sondern hat auch den um die Interessen NomS sonst so klug be- sorgten Kapläncn offenbar alle Ueberlegung geraubt. Anders ist nicht gut ein Leitartikel der„Märkischen Volkszeitung' verständlich, worin ein Gezeter darüber erhoben wird, daß die Arbeiter- Vertreter im Ausschuß derLandes-Versicherungsanstalt Berlin es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten, daß für die durchaus dem leiblichen Wohl dienende Heilstätte in Beelitz aus öffentlichen Mitteln 50 000 M. zum Bau einer Kirche bewilligt würden. In dieser Abstimmung liegt nach dem katholischen Blatt wieder ein schlagender Beweis dafür vor, wie die Socialdemo- kratie den auf die Täuschung Unwissender berechneten heuchlerischen Satz„Religion ist Privatsache" in Wirklichkeit versteht und praktisch bethätigt. Wenn wir, was an sich irgendwo sonst behauptet worden ist, einmal dem katholischen Blatt zu Gefallen gelten lassen wollen, daß die Rücksicht auf das socialdemokratische Programm die Arbeiter- Vertreter bewogen hat, so zu stimmen wie geschehen, dann wäre iu der loyal st en Weise dem Satz, daß Religion Privatsache sctnsoll.Rechnung getragen. Die Socialdemokratie verwirst gemäß diesem f rogrammsatz die Verwendung ö f f c n t l i ch e r Gelder für die einseitige örderung religiöser Zwecke: sie hindert aber im strengen Gegensatz zu den heutigen Ordnungsstützen niemanden, weder Einzelpersonen noch Gesellschaften, gemäß den ihnen gut scheinenden philosophischen und religioscii Ansichten zu leben und auch für die Förderung dieser Ansichten Gelder zu opfern. So wäre von unserm Standpunkt aus nicht das geringste dagegen einzuwenden gewesen, wenn z. B. eine religiöse Gemeinschaft in nächster Nachbarschaft der Heilanstalt Beelitz auf ihre Kosten ein Haus zu kirchlichen Zwecken errichtet hätte. Es ist somit eine nichtsnutzige Infamie, wenn das Ccntrums- blatt behauptet, daß einer unsrer Progranimsätze auf Täuschung Unwissender berechnet sei. Selbst wenn die Socialdemokratie einmal den bösen Willen haben sollte, es mit solchen verwerflichen Grund- sätzen zu versuchen, würde sie gar bald das Spiel verlausen müssen in der Erkenntnis, daß sie darin der auf altehrwürdigcr Praxis beruhenden Fixigkeit des CentruinS niemals nachkonimen wird. Bon dem früher so gut bewährten Intellekt der katholischen Presse wollen wir aber trotz aller üblen Erfahrungen der letzten Zeit da« beste hoffen. Die Erkenntnis sollte onch im schwarzen Lager allmählich kommen, daß nun einmal wider die Social- demokratie kein Kraut gewachsen und im Kampf« mit ihr die ultima ratio der Lüge das allerunwirksamste Geschütz ist.I Zur Biirgrrnieistcrwahl wird folgendes gemeldet: Der bevor- stehenden Bürgenneisterwahl bringt dir Regierung ein ganz außer- gewöhnliches Interesse entgegen.' Der Oberpräsident von Branden- bürg Herr v. B e t h m a n n- H o l l w e g hat folgende Verfügung an den Magistrat der Stadt Berlin erlassen: „Dem Beschlüsse der Gemeindebehörde von Berlin, da« Gehalt für die Stelle des zweiten Bürgermeisters auf jährlich 18 000 Mark festzusetzen, erteile ich die nach§ 64. Absatz 8 der Städte-Ordnung vom 30. Mai 1853 zc. erforderliche Genehmigung. Dem Bericht, in welchem auch die Bestätigung der von der Stadtverordneten-Bcr- sammlung zu vollziehenden Wahl angetragen werden wird, ersuche ich, eine beglaubigte Abschrist der Wahlvcrhandlung unter An- gäbe der Teilnehmer am Wahlakt und einen alten- mäßigen Nachweis beizufügen, daß bei der Znsammenberufnng der Stadtverordneten-Versammlung zu dem Wahlakt den Vorschriften des § 40 ff. genügt ist.' ES ist daS erste Mal, daß ein Oberprästdent die Angaben der Namen der Teilnehmer an der Wahl eines Bürgermeisters fordert, wenngleich Herr v. Bcthmann-Hellweg gesetzlich daS Recht zu dieser Forderung hat. In Stadtverordnetenkreisen ist man aber der Ansicht, daß die Herr Oberpräsident aus der ein- zusendenden Lifte der an der Wahl teilnehmenden Stadtverordneten auf ihre politischeRichtung hin kennen lernt und leicht daraus ersehen kann, welche der Herren für den den Konservativen nahestehenden Kandidaten resp. für den freisinnigen Bewerber gestimmt haben.' Diese'Unterscheidung hat der Oberpräsident auch schon früher machen können. Vielleicht nehmen die Herren Liberalen im Rathause sich aber doch den Fall zn Herzen und stimmen so, daß sie oben auf alle Fälle lieb Kind bleibe». Man kann z. B. nie wissen, wie weit die Definition derBegünstigungderSocialdemokratie, die der Minister im Abgeordnetenhause als staatswissenschaftlichen Leitgrundsatz aufstellte, in Regierungskreisen noch einmal aus- gedehnt wird. Stadtschreiber wollen die jetzigen städtischen Bureau- Hilfsarbeiter hinfort genannt sein. Der Ortsverein der Gemeindebeamten bittet in einer Eingabe an die Stadtverordneten- Versammlung um Neuregelung der Gehaltsfrage, sowie um Be« scitigung der bisherigen Bezeichnung.Bureau-Hilfsarbeiter', die dem Verhältnis der jetzt lebenslänglich angestellten Beamten nicht mehr entspreche, da«Hilfsarbeiter' meist nur zu vorüber- gehende» Dienstleistungen verwandt würden. Der Titel„Stadt- schreiber" würde zutreffender sein. Bezüglich der GehaltSfrage be- mangelt die Eingabe besonders daS auf 1200 M. angesetzte Anfangs- geholt und bezcickmet es als Härte, daß den U n t e r b e a m t e n ein weit höheres AnfangSgehalt gewährt werde. Der Magistrat hat beschlossen, dem Verein zur Hebung der Kaninchenzucht für die von, 5.— S. nächsten Monats hier statt- findende Ausstellung von Zucht-Kaninchen einen Ehrenpreis von 500 M. zu bewilligen, mit Rücksicht darauf, daß der Verein bestrebt ist, daS Kaninchenfleisch wie in Belgien und Frankreich, wo jährlich Millionen von Kaninchen geschlachtet werden, auch in Deutschland zur allgemeinen BolkSnahrung zu machen. Mit der Ausstellung, zu der schon zahlreiche Anmeldungen vorlregen, soll ein Kaninchenfleisch- Essen verbunden werden. Zum Direktor deS Friedrichs- Realgymnasiums wurde in der gestrigen Magistratssitzung der bisher am Andreas-Gymnasium thäti'ge Professor Dr. Schleich gewählt. Die Anstalt wurde bisher von dem nunmehrigen Stadtschulrat Professor Dr. Gerstenberg geleitet. Wie intensiv die Berliner Polizei sogar um den sittlichen Schutz der Berliner Tingeltangel- Besucher bemüht ist, lehrt folgende Meldung: Die neuerdings eingeführte polizeiliche Ueberwachung von Tingeltangeln ist nunmehr auch auf alle diejenigen Specialitäten-Theater-Etablissements ausgedehnt worden, in welchen Kellnerinnen servieren. Mit der Ueberwachung der Lokale werden stets zwei uniformierte Beamte betraut, die darauf zu achten haben, ob auf der Bühne nur von der Censur freigegebene Sachen vorge- tragen werden und gleichzeitig darauf Obacht geben müssen, daß zwischen Publikum und Kellnerinnen keine Ungehörigkeiten vor- kommen. Die Ueberwachung wird nach Beendigung der Vorstellung stets aufgehoben. Die Hamburger Dampfer müssen die Spree verlassen. Auf Verfügung des hiesigen Polizeipräsidiums müssen die sämtlichen Fähr-' und Schleppdampfer, die in den letzten Jahren von Ham- burger Reedereien nach Berlin für den Verkehr auf der Spree ver- kauft worden sind und vorzugsweise hier zum Schleppen von Fahr- zeugen verwandt wurden, ani 1. April d. I. den Verkehr einstellen und die Spree verlassen. Die Ursache dieses Vorgehens soll darauf zurückzuführen sein, daß die ehemaligen Hamburger Danipser für die Spree einen zu großen Tiefgang haben, wodurch Verkehrs- störungen und Beschädigungen der Uferböschungen sowie auch sonstige Unfälle herbeigeführt worden sind. Durch Ueberfahren getötet. Ein weiteres Menschen- leben hat gestern nachmittag wieder der Straßenverkehr gefordert. Der zwölffährige Sohn Otto und die 4�/, Jahre alte Tochter Bertha des Tischlers Arß aus der Lehderstt. 27 zu Neu-Weißensee kamen gestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr nach Berlin, um eine Tante zu besuchen. Vor dem Ordonnanzhaus in der Neuen Königstraße verließen sie den Straßenbahn-Wagen. Als sie über den Fahrdamm gehen wollten, fuhr ein mit eisernen Röhren be- ladener einspänniger Gcschäftswagcn auS der Stralauer Allee den Knaben um. Dieser riß auch sein Schwesterchen zu Boden, und zwar so unglücklich, daß sie unter den Wagen geriet, während er>elbst neben ihm liegen blieb. Tie Räder gingen dem Mädchen über Kopf und Brust und verletzten es so schwer, daß es auf der Unfallstation.X gleich nach der Aufnahme starb. Die Kirchensteuer in Berlin. Unter Zugrundelegung de? Staatsstencrsolls ist die Kirchensteuer bei 13>/s Proz. auf 2 235 902 M. berechnet, welche Berechnung mit Rücksicht darauf, daß seit 3 Jahren die errechnete Soll-Einnahme nicht erreicht ist und iveil ein Rück- gang der Erwerbsvcrhältnisse obwaltet, auf 2 200 000 M. abgerundet ist Die gegenwärtig tagende Synode beschloß, daß die Kirchen« steuer von Einkommen bis einschließlich 1500 M. außer Hebung bleiben soll. Anders würde sie einen massenhaften Austritt aus der Landeskirche zu erwarten haben. Ein aufgefundeueS Kind. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Am 10. d. M. wurde im Hausflur deS HaufeS Eckcrtstr. 1 in einer Thürnische ein neugeborenes Kind weiblichen Geschlechts, in ein weißes, rot gestreiftes Küchenhandtuch und einen grauen und einen grünen Lappen, von einem Fiaueurock herrührend, gewickelt, auf- gefunden und nach dem Waisenhause, Alte Jakobstr. 33, geschafft. Mitteilungen über Angehörige zc. werden bei der Kriminalpolizei, im Polizeipräsidium am Alexandcrplatz, 321, II, in den Dienststundcn von 9—2 Uhr entgegengenommen. Verhaftung eineS PfandleiherS. Unter dem dringenden Verdacht, seit Jahr lind Tag verschiedenen großen Berliner Ein« brecherbanden als gewerbsmäßiger Hehler Dienste geleistet zn haben, ist heute früh der Hausbesitzer und Inhaber einer Pfand- leihe in der Brunneustraße 4, Markus Scheycr, verhaftet und in daS Untersuchungsgefängnis abgeführt worden. Der Ver- hastete, der ein Hausgrundstück in der Linienstraße besitzt, betreibt das Pfandleihgeschäft schon seit 15 Jahren in großem Umfang. Als vor einiger Zeit eine Einbrecher- bände von der Polizei ausgehoben wurde, machte ein Mitglied der Bande, wahrscheinlich aus Rache, die Polizei aufmerksam, daß Scheycr einer großen Eiubrcchcrgesellschaft Hehlerdienste leiste, indem er in voller Kemitui» von der Herkunft der gestohlenen Sachen die« selben den Dieben ohne jegliche Legitimation abkaufe und zwar zu den denkbar niedrigsten Preisen. Die Kriminalpolizei beobachtete alsdann da« Treibe» im Pfandhause und fand die Angaben jeneS Einbrechers vollauf bestätigt. Verschiedene der beschlagnahmte» Gegenstände können von Bestohlenen im Polizeipräsidium, im Zimmer 197, rekognoSziert tverden. lleber einen neue» Schwindel mit Anteilscheinen wird be« richtet: In letzter Zeit sind wiederholt Schivindler hier aufgetreten. welche angeblich im Austrage der Firma A. Steinberg u. Co. iu Hamburg Anteilscheine aus Serienlose bei hiesigen Gewerbe- treibenden verkauft haben. Die Anteilscheine wurden per Post zugesandt und die Beträge einige Tage später von den Empfängern durch den avisierten„Vertreter der Firma' eingezogen. Die Firnia A. Steinberg u. Co. existiert nicht in Hamburg. Die Namen und Adressen, welche die Schivindelagentcn sich beilegen, sind fingiert. Die Anteilscheine erweisen sich als wertloses Papier. DaS Publikum wird vor dem Ankauf solcher Scheine dringendst gewarnt und gebeten, bei Eingang der Angebote der Kriminalpolizei zu den Akten 1471 IV 35. 01 ungesäumt Anzeige zu erstatten, gegebenenfalls auch die Festnahme der Schwindler zu bewirken. Für Vercinsthalcr östreichischc» Gepräges läuft die Frist zur Einlösung mit dem Ende dieses MonalS ab. BereinSthaler und Doppelvereiusthaler, die in Ocstreich bis zum Schlüsse des JahrS 1867 geprägt find, werden nur noch bis zum 31. März bei den Reichs- und Landkassen in Zahlung oder zur Umwechselung an- genommen. Fortschritte im Telephonwese». Ueber Nah- und Fern- Mikrophone der Neichspost und andre aktuelle N e n e ru n g e n im Ferusprechivesen sprach im Hörsaal der«Teptow- Sternwarte' vor einem zahlreich erschienenen Publikum Direktor Archcnhold. Wohl jeder, der ein Telephon benutzt, hat sich schon einmal über Mangel- hafte Verständigung zu beklagen gehabt. Der Grund liegt meist iu den Mikrophonen, die jedenfalls den empfindlichsten, zartesten Teil des ganzen Apparat- Systems darstellen. Künftig werden nun solche Versager zur größten Seltenheit gehören, wenn erst die Apparate älterer Bauart gegen die neuen Nah- und Fern-Mikrophone von Mix u. Genest ausgewechselt sein werden. Der Vortragende schilderte die neuesten Bestrebungen auf diesem Gebiet im Zusammen- hang mit der historischen Entwicklung der Mikrophone im Deutschen Reich und führte die sänitlichen Typen im Original wie in Projektionsbildern vor: er zeigte auch die überaus günstige Lautwirkung der neuen Mi krophone, die ohne irgendwelche besondere VerstärkungS- mittel im ganzen Saale voll vernehmbar waren. Besonders wichtig für die Praxis erscheint es. daß in diesen Apparaten die eigentliche Sprechkapsel, der Mechanismus, mit deni man die gewaltigen Entfernungen Berlin— Paris und noch mehr überwindet, eine kleine Dose von Taschcnuhrgröße ist, die auf das leichteste ausgewechselt werden kann. Im ganzen Saal waren lautsprechende Telephone verteilt, die zu gleicher Zeit und einzeln schnell nach einander in Thätigkeit gesetzt wurden. Die Verständigung war überraschend gut Herr Archenhold führte dann weiter aus: Damit nun die Jahres- gebühr niedriger sein kann, hat die ReichSpostverivaltung gestattet, bis zu fünf Telephonen(Postnebeiistellcu) an eine Leitung anzu- schließen. Durch das neue voll-automatische„SchaltungSsystem West' wird die« Entgegenkommen der Neichspost erst wahrhaft fruchtbar für daS Publikum und man darf hoffen, daß lüuftig zum Zubehör ber mit Jeder mittleren Wohnung fo gut wie Wasserleitung, Bad, Gas 2c. lift, erregt in weiteren Streifen die Einwohnerschaft dieser märkischen fchon längst als überspannt bekannte Frau Jahnel, riz ihre Sand auch eine Telephon- Nebenstelle gehört. Fabrikstadt. Der Kastellan des dortigen Rathauses, Schwaniz, zurück und entwand ihr die versteckte Waffe. Sie hatte sich mit den Auch dem Bedürfnis des geschäftlichen Lebens kommt die er welcher zugleich Aufseher im Polizeigefängniß ist, wurde zwei auf sich selbst gerichteten Schüssen nicht getroffen. Die finderische Technit zu Hilfe. Bisher war es gesetzlich verboten, die verhaftet, weil er sich an feiner zwölfjährigen Pflegetochter herbeigerufene Polizei er fich an feiner zwölfjährigen Pflegetochter herbeigerufene Polizei verhaftete die häterin, welche fich Privatapparate einer Hausanlage, z. B. eines größeren Geschäfts in fittlicher Hinsicht schwer vergangen hat. Aus ähnlicher ohne Widerstand in ihr Schicksal ergab.. Jetzt erst fam gleichzeitig auf den Stadtlinien zu benutzen. Diese Beschränkung ist Veranlassung erfolgte die Verhaftung des wohlfituierten man darauf, daß auch in dem zweiten Bouquet, das noch minderjährigen im Wagen lag, ebenfalls ein Revolver unter den fünftlichen diefes jedes mißbräuchliche Sprechen auf Bostleitungen von nicht Lehrling unlautere Sachen getrieben hat. Das Hauptinteresse erregt Blumen verborgen war. Run wurde man sich erst flar, wie eigent bezahlten Apparaten ausschließt. Andrerseits aber kommen durch aber die Verhaftung des Drechslermeisters Kranich wegen Wechsel- lich die That vollführt worden war. Zwischen der Attentäterin dasselbe den Befizern der Privatneze bedeutende Ersparnisse durch fälschung. Er verstand es, fich für den gefälschten Wechsel über und Gunkel saß eine fremde Dame, rechts von Gunkel einen diesem Fortfall der Außentelephone zu gute. Diese sogenannte Janu3-5000 m. in der Person des Ziegeleibefizers Ribbach einen Bürgen bekannte Doktorsgattin, mit der Gunkel im Gespräch war. Seine ichaltung" ermöglicht also den doppelseitigen Betrieb eines zu verschaffen und den Wechsel in Zahlung zu geben. Der Bürge Stellung war so, daß sein Kopf beim Sprechen nach rechts gewendet Brivattelephons als Boft- und Haustelephon in absolut kontroll- hat, als die Fälschung entdeckt wurde, für den ganzen Betrag Dedung war; während der Komponist sich unterhielt und auf seine weitere ficherer Weise und ist infolgedessen vom Staate genehmigt. Modelle leisten müssen. Umgebung gar nicht achtete, schob Frau Jahnel mit der rechten Hand und Originalapparate zeigten das Funktionieren dieser Janusdahinter dem Nacken der zwischen ihr und Gunkel fizenden Dame ein fchalter. add Unter den Erfindungen, die ein hervorragendes Intereſſe nicht Gerichts- Beitung. Bouquet durch, in welchem ein Revolver verborgen war, und ichos. Die Kugel drang dem unglücklichen Künstler in das Hinterhaupt und Die gestohlenen Armengelder. Der Straßenreinigungs- trat in der Augengegend aus. Sie wurde im Wagen am Polster aufseher Franz Lehnardt war Mitglied der Armenkommission. gefunden. Es gehörte zu seinen Obliegenheiten, die von der Armenkommission " nur für die Fachwelt und die leitenden Civil- und Militärbehörden, sondern auch im weitesten Publikum finden, steht in erster Linie der Telephonograph. Bekanntlich ermöglichen diefe von dem Dänen Poulsen erfundenen Apparate, ein telephonisches Ge- bewilligten laufenden Unterstützungen den Empfängern aus- Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 24. März, vormittags 81/2 Uhr, spräch am Empfangsorte zu firieren und unbeschränkt lange aufzu- zuhändigen. Am 31. Juli v. J. erhielt Lehnardt zu diesem Zwecke in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: bewahren. Eine große Reihe andrer wichtiger Anwendungen des- von dem Armenkommissar Uhlemann 449 M. Er nahm das Geld Versammlung: Freireligiöse Vorlesung. Um 10 Uhr vormittags eben felben neuen Princips beschäftigt die Fachleute lebhaft. Direktor mit nach seiner in der Kielerstraße gelegenen Wohnung und daselbst: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Albert Gehrke:„ Aufflärung und Orthodoxie im 19. Jahrhundert". Vor- und Nachspiel auf dem. Bariser Archenhold führte Apparate der Telephouwerke Mix u. Genest vor, legte es in seinen unverschlossenen Schreibtisch. Seine Frau Mustel: Harmonium. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. welche Firma fich mit der Ausbildung der Erfindung beschäftigt. war verreift, die Wohnung daher ohne Aufsicht, als er sich am Montag, den 25. d. M., abends 8 Uhr, pünktlich im unteren Saale des Die vorzügliche Reinheit der Wiedergabe der neuen Sprechmaschinen Abend zum Dienst begab, der bis zum folgenden Morgen dauerte. Englischen Gartens", Alexanderstr. 27 c: Beschließende Ver erregte allgemeine Bewunderung. Wie wir erfahren, wird der Bevor er fortging, verschloß er die einzige Thür, die zu dem Zimmer Vortrag am Sonntag, den 24. ds. M., nachmittags 5 Uhr, vom führte, in welchem der Schreibtisch stand. Ebenso verschloß er die Direktor Archenhold auf der Treptow- Sternwarte noch einmal wieder zum Treppenflur führende Korridorthür. Als er in der Frühe des holt werden. Gufolgenden Morgens aus dem Dienst zurückkehrte, entdeckte er, daß in Der Unterricht an der 10. städtischen Fortbildungsschule für die 449 M. des Magistrats, sondern auch Lehnardts Ersparnisse mitdie Wohnung eingebrochen worden war. Der Dieb hatte nicht nur Jünglinge, Reichenbergerstr. 44/45, beginnt im Sommersemester 1901 am 1. April und findet an allen Wochentagen von 7-9 Uhr abends und Sonn: genommen. Der Magistrat machte den Bestohlenen für die ihm tags von 8-12 Uhr statt. Anmeldungen werden vom 25. bis 30. März, anvertraute Summe ersaßpflichtig und ließ vor der 2. Civilkammer abends 7-9 Uhr, im Schulhause 2 Treppen entgegengenommen. Pro- des Landgerichts I durch seinen Verteidiger, Justizrat Lisco, aus:) Weizen, gut D.-tr.| 15,80| 15,76 gramme werden jederzeit auf Wunsch verabfolgt. führen, daß der Beklagte es an der erforderlichen Aufmerksamkeit anvertrauten Gelder habe fehlen lassen. S werde fammlung. Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Rigdorf: Brik. Sonntag, den 24. März, nachm. 1 Uhr, im Apollo Theater, Hermann straße 48-50: Vereinsversammlung. Tagesordnung: Geschäftliches. Wahl eines Revisors. Besprechung über eine Herrenpartie am Karfreitag. Ver schiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. shand " Azmittel gering Marktpreise von Berlin am 21. März 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale mittel d gering erfte, gutt ruittel gering nittel gering 15,72 15,68 15,64 15,60 14,25 14,23 14,21 14,19 14,17 14,15 15,60 14,80 14,70 13,90 13,80 13,10 15,90 15,50 15,40 15, Bander 14,90 14,60 Hechte Barsche Schleie 40, 45, 25, Bleie 25,- Krebse 30, pafer, gut Linien 707. 5. 1,60 1,20 1,30 1" 1,60 1,20 " 1,80 1, 1,60 1, 2,60 2, 60 Stild 4,80 2,60 1kg 2,20 1, 2,8012,60 1,20 2,20 1,20 1,80 0,80 3,- 1,20 1,20 0,80 per Shot 12,- 3, Feuerbericht. In der Nacht zum Freitag wurde die Wehr der ihm amtlich mehrfach in Anspruch genommen. Gipsstraße 29, Antonstraße 9 und Es müffe als eine Fahrlässigkeit angesehen werden, daß der Be- loggen, gut Straußbergerstraße 24 mußten Wohnungsbrände beseitigt werden. lagte als Armentommiffions Mitglied diese Gelder unverschloffen In der Admiralstraße war ein Kind unter einen elektrischen Straßen- in feiner Wohnung gelaffen habe. Die Vertreter des Beklagten, bahnwagen gekommen, war aber bei Ankunft der alarmierten Wehr Rechtsanwalte Dr. Davidsohn und Dr. Lissauer, erhoben folgende bereits hervorgezogen. Böswilliger Alarm verursachte ein Ausrüden Einwände: Der Beklagte sei dienstlich so überbürdet, daß er zur nach der Behrenstraße. Wie gewöhnlich ist auch diesmal der Thäter Bekleidung städtischer Ehrenämter wenig geeignet fei. Sein Dienst nicht ermittelt. Bald nach Mitternacht war in der Potsdamerstraße beginne des Nachts um 114 Uhr und währe ununterbrochen bis ein Draht der elektrischen Straßenbahn geriffen, weshalb die Feuer- 8/2 Uhr morgens, worauf er dann noch 20 Minuten bis zu seiner Bei der Ankunft er an Nichtstroh wehr gerufen wurde. Personen find durch den Unfall nicht be- Wohnung zu gehen habe. Schädigt. Manteuffelstraße 40 war in einer Tischlerei ein fleines jedem Bahltag schon von einer ganzen Schar Almofen- eu Schadenfeuer und Gollnowstraße 24 ein Schornsteinbrand abzulöschen. empfänger erwartet und habe dann etwa 40 Personen abzufertigen, Speiſebohnen Waldstraße 3 und Corneliusstraße 4 gingen Wäsche, KStoffer und welches gegen zwei Stunden in Anspruch nehme. Außerdem habe der Kleidungsstücke in Flammen auf. Bei einem Zimmerbrand in der Beklagte noch jeden Nachmittag von 2-6 Uhr Kontroll- und RevisionsStarlstraße 11 erlitt ein Arbeiter leichte Brandwunden an den Füßen. dienst, ferner noch zweimal wöchentlich den ganzen Vormittag bei*) ab Bahn. † frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 20. März. Der heutige Getreides Leichenbegängnissen, Paraden, Truppen Durchmärschen und dergl. Rechne man hierzu die Ermittelungen für die Armenkommission, berkehr zeigte große Luftlosigkeit. Namentlich das Warengeschäft nahm bei großem Angebot einen schleppenden Verlauf. Aber auch im Lieferungsso müsse man einräumen, daß der Beklagte überbürdet fei. handel fehlte jebe nennenswerte Regiamteit. Die nominellen Anfangspreise Von einem Mangel an der nötigen Aufmerksamkeit könne zeigten für Roggen, der durch feste Tendenzberichte aus Holland geftüst feine Rede sein. Der Beklagte habe das Geld fo gut wurde, feine nennenswerten Veränderungen. Weizen, für den matteres verwahrt, wie er vermochte. Eine Vorschrift über die Aufbewahrung Nordamerika und nur schwach behauptetes Destreich- Ungarn ins Gewicht fiel, der Gelder beftebe nicht, ebenso wenig liefere der Magistrat ein feste reichlich ½ M. niedriger ein und gab nachher noch weiter nach. In Geldspind. Der Umstand, daß der Beklagte das Geld in einem un- Amerika jollen die Saaten Privatmeldungen zufolge den Winter gut überverschlossenen Schreibtisch aufbewahrte, falle nicht ins Gewicht, denn standen haben. Mehl war still und unverändert. In Futterartikeln war das Angebot weniger starf. Hafer wurde heute in allen Qualitäten ver der Dieb würde ein Schloß ebenso gut erbrochen haben, wie die langt, Mais war ruhiger, aber gut behauptet. Rüböl zog auf hohe indische beiden Thüren. Saatenpreise 50-60 B. weiter an. Spiritus blieb unverändert, 70 er Das Gericht trat diesen Ausführungen bei und wies den loco 44,20 m. Schluß für Getreide: Mailieferungen schwach, spätere Magistrat mit seiner Klage fostenpflichtig ab. Sichten beſſer gefragt. And den Nachbarorten. Vermischtes.m Der Winter ist in diesen Tagen des Frühlingsanfangs noch einmal mit ganzer Macht wiedergekehrt und hat vermutlich im Osten Deutschlands durch Schneeverwehungen viel Unheil an gerichtet. Wir registrieren darüber folgende Nachrichten: Briefkasten der Redaktion. sdags Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. . R. 1. Wir können den Beitritt nicht empfehlen. 2. Die Gefellfchaft ist sicher. Ob Sie eine solche Verpflichtung erfüllen können, müssen Sie selbst prüfen. E. R. Bom Beitritt in diese Krankentasse ist nur abzuraten. 2. 5. 100. Vielleicht hilft Ihnen die v. Kottwigsche Armens unterstüßungs- Anstalt, Borsitzender Stadtrat Meubrint, Rathaus, Zimmer 54a. Sür jüdische Personen bestehen verschiedene Wietehilfsvereine. F. M., Barnimstraße. Nicht zur Aufnahme geeignet. Krüger. Der Stadtteil Moabit fam 1861 zu Berlin. 5. M. 26. 1. Fünf. 2. Nein. 5. 2. 100. Nein. schluß der Vertretung, zu gemeinnügigen Zwecken vom Bau- Auf zehn Strecken der sächsischen Sonderzüge herbeigeführt. ftraße 2. Dafür giebt es keine Frist, bis der Händler öffentlichen Verkauf 1 Neu- Weißensee. Zu der Ausführung der umfangreichen Neupflasterungen der König- Chaussee sowie der Gustav Adolf- und Langhansstraße, die einen Kostenaufwand von rund 502 000 m. verursachen, hat die Gemeindevertretung die Aufnahme einer Anleihe bou 250 000 M. und mit 3 Bro. beloffen ettere ift mit 4 Broz. zu verzinsen zu amortifieren. Geldgeber ist die Landes- Verficherungsanstalt Brandenburg. Eine umfangreiche Debatte entspann sich darüber, ob die Gemeinde fich verpflichten wolle, im Interesse einheitlicher Gestaltung der Straßen die Bordschwellen und Bürgersteige an Grundstücken widerspenstiger Adja zenten aus Mitteln der Gemeinde herstellen zu lassen. Der Antrag gelangte schließlich trop heftigster Opposition einiger Grundbefizer mit 14 gegen 7 Stimmen zur Annahme. Bei Vergebung der Steinfegerarbeiten, die laut einem früheren Beschluß Der Vertretung in Submission vergeben wurden, ist von dem von unsrer Seite oft gerügten Brauche, dem Mindestfordernden den Zuschlag zu erteilen, für diesmal Abstand genommen worden. Der Standpunkt unsrer Genossen, darauf zu sehen, daß der Unter- Aus allen Teilen Schlesiens wird andauernder Schneesturm, nehmer, welcher die Arbeit bekomme, die Forderungen der der Verkehrsstörungen im Gefolge hatte, gemeldet. In Breslau Arbeitnehmer bewilligt haben müsse, wurde, da hält der Schneefall bereits ununterbrochen seit 30 Stunden an. Aus dies im Interesse der Gemeinde liege, gut geheißen. Aus- verschiedenen Richtungen ist infolge der Schneeverwehungen auf den schlaggebend für diesen Standpunkt war die vom G.-B. Taubmann Eisenbahnen die Bost ausgeblieben. In Grünberg sind seit ( Soc.) besonders hervorgehobene gute Organisation der im Donnerstag früh Postzüge aus Berlin wie aus Breslau nicht mehr Steinfegergewerbe beschäftigten Arbeiter. Dem eingetroffen. Auch in Breslau war die früh aus Berlin fällige Bost Steinfegmeister Ernotte wurden schließlich, trotzdem derselbe gegen mittags noch ausgeblieben. Das Schneetreiben hat, wie aus A. 3. 100. Fragen Sie selbst. Lindenstr. 44, 10 Uhr vormittags. 4000 Mart mehr als der Mindestfordernde für die auszuführenden Sprottau berichtet wird, dort die ganze Nacht hindurch mit un- Aug. Sch. Der Antrag, Befreiung von dem Verbot der Eheschließung Arbeiten verlangte, der Buschlag erteilt. Hervorgehoben zu werden geschwächter Heftigkeit angehalten. Der Bahnverkehr ist völlig ins wegen Ehebruchs zu erteilen, hat felten Erfolg. Er ist an das Landgericht verdient noch, daß die Differenz zwischen Mindest- und Meiſtfordernden Stocken geraten; die Züge verkehren mit Verspätungen bis zu zwei au richten, das die Scheidung ausgesprochen hat. E. B., Wedding: etwa 35 000 M. betrug. Der in geheimer Sigung gefaßte Be- Stunden. Anschlüsse werden notdürftig durch Staatsbahnen ist heute muß eine Frist von einem Monat liegen. Ihnen androht. Zwischen der Androhung des Verkaufs und diesem selbst Zwei Streitende. Wird verein Weißenfee 209 Morgen a 2500 M. zu erwerben, der Gesamtverkehr wegen Schneeverwehungen eingestellt. Der jemand in einer höheren Fahrklaffe betroffen, als der, für die sein Billet fonnte nicht zur Ausführung gelangen, weil diese Baugesellschaft ein Frühzug der Eisenbahn Unterneubrunn- Eisfeld blieb im Schnee gelöst ist, so taun er- abgesehen von Auferlegung der Ordnungsstrafe, die im folch' niedriges Angebot ablehnte.. Stürmische Debatten dagegen steden, ebenso zahlreiche Posten im Thüringer Walde. Die Strecke Mindestfall 6 M. beträgt wegen Betrugs angeklagt und verurteilt werden. rief der Ankauf des dem Gemeindevorsteher gehörigen Weißenfels- Zeiß ist durch Schneeverwehungen auf unbestimmte Zeit Möllu Angust S. Sie müssen zahlen. F. L. Nummelsburg. Grund stil de s Albertinenstr. 6 hervor. Dem Autrage unfrer Gegesperrt. Durchgehender Personenverkehr findet über Leipzig- Ihr Knabe muß, falls er nicht auf Ihren Antrag von der Schulbehörde noffen, diese Vorlage abzulehnen, wurde troß wirksamen Eintretens Groß- Heringen und Göschwiz statt. vom Schulbeiuch dispensiert wird, bis zum Schluß des Halbjahrs die Schule besuchen. der Gemeindevertreter Taubmann und Gerstenberger( S.) P. 5. 01. Die Betreffende mitßte fich an das Polizei Aus Westpreußen liegen folgende Meldungen vor: Danzig: präsidium wenden; es ist aber wenig Aussicht für Bewilligung einer Freifür diesen Antrag nicht entsprochen. Mit sieben gegen fünf Stimmen Die Nebenbahn Braust- Karthaus ist seit Mittwochabend in- ftelle vorhanden... 100. 1. u. 6. Ein Wiederaufnahme- Gesuch könnte wurde gutgeheißen, daß die Gemeinde für Erwerbung von Grund- folge Entgleisung zweier Wagen eines Arbeitszugs und durch nur an das Gericht, das die Verurteilung ausgesprochen hat, gerichtet stücken das doppelte dessen anlegen könne, was als allgemein Schneeverwehungen für Personen- und Güterverkehr vor- werden. Das Gesuch müßte von einem Rechtsanwalt gestellt ober au üblich bezeichnet werden muß. Das Angebot von 130 000 m. für aussichtlich auf längere Zeit und von der Nebenbahn Hohenstein- Protokoll des Gerichtsschreibers erflärt werden. 2. bis 5. Nein. 7. Rechtsdieses Grundstück wurde jedoch vom Vorsteher nicht acceptiert. Für Berent Strede Schöneck Gladau feit Donnerstagmittag wegen anwalt Victor Fränkt wohnt Anhaltſtr. 6, Seine Alt- Moabit 10b, Dr. einen unparteiischen Beobachter war das Verhalten der bürgerlichen Schneeverwehung voraussichtlich nur fürzere Zeit gesperrt. Heynemann Kronenftr. 8, Dr. Herzfeld Brücken- Allee 33, Dr. Liebknecht Mehrheit mehr als interessant. Bittend und flehend wurde dem Bersonenverkehr auf letzterer Strecke wird vorläufig durch Umsteigen und der ihnen zugewiesenen Bezirke finden Sie S. 42 des zweiten Teits R. 2. 3. Das Verzeichnis der Gerichtsvollzieher Spandauer Brüde 8. Vorsteher nahegelegt, doch ja dem angenommenen Gebot der Ge- aufrecht erhalten. Bromberg: Gestern abend 10 Uhr bes Adreßkalenders. Sie können auch in der Verteilungsstelle, Jüdenstr. 58, meindevertretung zu folgen. Jeder versuchte sich ob seines frevel- ist der Berionenzug 382 bei der Einfahrt an der Halte- Bimmer 72, fich Auskunft geben der Halte Zimmer 72, sich Auskunft geben lassen, welcher Gerichtsvollzieher zuständig Haften" Beginnens, weniger zu bieten, zu entschuldigen. Zu allem stelle Barlin auf der Strede Dirschau- Bromberg mit ist. Der letztere Weg iſt an empfehlen, weil ein Teil der Ueberfluß wurde noch einer Kommission aufgegeben, weiter in dieser der Maschine, dem Pack- und einem Berfonentvagen in- Gerichts vollzieher seine Geschäftsräume verlegt haben kann. N. Ja. E. Sch. B. 34. Frage zu unterhandeln. 1. Der Ehemann tönnte wegen Ehebruch auf folge Schneeverwehung entgleist. Reisende sind nicht verlegt. Wer die Ehe gebrochen hat, fann nicht wegen seines In der Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung Der Lotomotivführer hat leichte Quetschungen erlitten. Die Reisenden Scheidung flagen. Ehebruchs Scheidung begehren. Ein folcher Ehescheidungsprozeß dauert teilte der Vorsteher Dr. Jaffé mit, daß die gemischte Deputation sind mit dem nachfolgenden Schnellzuge 62 hierher befördert worden. etwa ein Jahr. Die wegen Ehebruche Geschiedene darf den, mit dem sie zur Vorberatung der Stellungnahme gegenüber dem Gefeßentwurf Das Hauptgeleise Terespol- Parlin ist voraussichtlich mehrere Tage die Ehe gebrochen hat, nicht heiraten. Von diesem Verbot tann Befreiung betr. die Spreepräfettur beschlossen habe, auf eine vollständige gesperrt. Der Betrieb und Verkehr auf dem zweiten Geleise wird erteilt werden. 2. Stein; Sie können Ihren vollen Lohn einklagen. Loslösung des Stadtkreises von der Provinz Brandenburg hinzu- aufrechterhalten. wirken. Eine bezügliche Betition werde dem Landtage demnächst zugehen. Durch Kenntnisnahme erledigte die Versammlung sodann die Bauberichte für das zweite Halbjahr 1900. Die Wahl eines Stellvertreters für den Vorsitzenden des Gewerbegerichts wurde vertagt, die Vorlage betreffend Nachbewilligung von 11 500 M. im Armenetat debattelos genehmigt. Eine längere Erörterung Inüpfte sich an die Vorlage betr. die Erhöhung einzelner Pofitionen Auch im Süden Deutschlands herrscht überall Schneedes Specialetats der Gasanstalten für das laufende Etatsjahr. Die treiben. Die Eisenbahnverbindung Hof- Leipzig ist auf der Strecke Swinemde 763 90 Ueberschreitungen betragen mehr als 1/4 Million. Während Stadtv. Plauen- Reichenbach durch erhebliche Schneemassen gesperrt; auch Hamburg Ströhler an der geschäftlichen Leitung der Gasanstaltsverwaltung die Strecke Hof- Marggrün- Steben ist verweht. der Flüsse Franff./M. im allgemeinen scharfe Kritik übte, wies Stadtv. Frank darauf Ueberschwemmungen infolge Austretens hin, daß die Löhne für Arbeiter erhöht seien, daß für beurlaubte und werden aus vielen Teilen Oberitaliens gemeldet. In Mezzanabiali München und erkrankte Arbeiter Löhne fort bezahlt würden, daß die Sonntags( Provinz Padua) wurde durch die Wasser des Po großer Schaden arbeit anders geregelt sei und daß diese socialpolitischen Maßnahmen mit angerichtet. Aus Padua meldet ein Telegramm: Jufolge starken schuld an den Etatsüberschreitungen seien. Thatsächlich spielen aber die Steigens des Bacchiglione sind mehrere Ortschaften bei Padua überMehrausgaben für Arbeiter gar keine Rolle. Stadtv. Hirschschwemmt. Der Aus pfen wird gemeldet: Der gestern gemeldete Schneefall hat bis heute früh angehalten. Jufolge des hohen Schnees ist seit gestern abend der Verkehr der Straßenbahn eingestellt. Die Eisenbahnzüge aus Berlin und Breslau treffen mit mehrstündiger Berspätung ein, während die Züge aus andern Richtungen ganz ausbleiben. Die Warthe steigt weiter. " wandte sich gegen die Ausführungen des Vorredners, der schon zu Zu der Ermordung des Komponisten Gunkel werden aus wiederholten Malen versucht hat, gegen die angeblich zu hohen Au- Dresden noch folgende nähere Einzelheiten berichtet: Abends, nach forderungen der Arbeiter Front zu machen, und widerlegte dessen Schluß des Theaters, fuhr Gunfel, wie gewöhnlich, mit dem sog. Ausführungen. Die Etatsüberschreitungen wurden nicht genehmigt, Theaterwagen" der elektrischen Straßenbahn nach Hause. Auf derfondern die Vorlage einem Ausschuß überwiesen, dem auch Stadtv. Hirsch angehört. Endlich erledigte die Versammlung noch eine Reihe felben Seite wie er faß Frau Jahnel, mit zwei großen Bouquets von Etats nach den Ausschußbeschlüssen. Bei dieser Gelegenheit in den Händen. Plößlich fiel in dem mit Fahrgästen start beGunkel fiel vornüber vom Siz teilte Stadtv. Dr. Jastrow mit, daß die Deputation im Begriff fepten Wagen ein Schuß. und blieb sofort tot liegen. fei, die Ausdehnung des städtischen Arbeitsnachweises auf gelernte denken, welche die Fahrgäste ergriff. Die Verwirrung erreichte Arbeiter in die Wege zu leiten. den höchsten Grad, als Frau Jahnel den in dem einen Ordnungsstühen in Luckenwalde. Die Verhaftung dreier Bouquet versteckten, sorgfältig eingebundenen Revolver auf sich selbst Ludenwalder Bürger, die jetzt turz hintereinander dortselbst erfolgti richtete. Der Schaffner stürzte sich sofort auf die dem Fahrpersonal witterungsübersicht vom 22. März 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Wien Barometerftand mm Wind: Bunipa Windstärke Wetter 6 wolkig Temp. n. 6. 6° 4° R Stationen Barometerstand mm Wind richtung Winbftärke 0 paparanda 765 Still 771,60 773- NW Better wolfent Temp. n. 6. 16° C.= 4° R. 1-1 9 765 NNO 7619 763 N 5 bedeckt 2 Petersburg 5 bedeckt 0 Cort 4 blb.bed.- 1 Aberdeen 759, SW 4 Schnee-5 Paris 755 NNW bebedt 763 NO 45lb.bed. 2hb.beb. 4 3wolfen-1 4 Wetter Prognose für Sonnabend, den 23. März 1901. Kühl und vorherrschend wolkig mit geringen Niederschlägen und etwas schwächeren nördlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Steinarbeiter. Dienstag, den 26. März, abends 7½½ Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 270: Man fann fich die Aufregung Oeffentliche Versammlung. d Tages Ordnung: 1. Bericht von der letzten Sizung über das Beerdigungswesen. 2. Unter ftützungsgesuche. 3. Verschiedenes, 172/10 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmanu. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 24. März 1901, vormittags 10 Uhr: Stuccateure! Sonntag, 24. März, mittags 12 Uhr, bei Ebert, Kommandantenftr. 72: Oeffentliche Versammlung General- Dersammlung sämtlicher Stuccateure Berlins u. Umgegend. in der Brauerei, Friedrichshain, Am Friedrichshain 22-29. Tagesordnung: Wahl von 35 Delegierten zum Verbandstag in Nürnberg. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Die Wahlhandlung beginnt Punft 102 Uhr; nach Eintritt in die WahlHandlung wird niemand mehr in den Saal eingelassen. Pünktliches Erscheinen ist daher notwendig. Jeder Kollege hat darauf zu achten, daß ihm am Saaleingang eine Stimmliste ausgehändigt wird; spätere Reflamationen bleiben unberücksichtigt. Montag, den 25. März 1901, abends 7 Uhr, Versammlung der Former und Berufsgenossen 0 im„ Gewerkschaftshaus"( Saal V), Engel Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Krise und ihre Folgen für die Arbeiter.( Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben.) 2. Diskussion. 3. Verbands: Angelegenheiten. Wir ersuchen die Kollegen, pünktlich um 7 Uhr zu erscheinen. Dienstag, den 26. März, abends 8½ Uhr, im großen Saale des„ Gewerkschaftshauses", Engel- Ufer 15: Versammlung der Klempner. Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Krise in der Metallindustrie und die nächsten Aufgaben der Organisation. Referent: Otto Naether. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Dienstag, den 26. März, abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen", Rommandantenstraße Nr. 20: " Versammlung der Mechaniker, Uhrmacher und Optiker. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hermann Stenz über: Die Vivisettion, eine Bisher totgeschwiegene, hochwichtige Zeitfrage". 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Branchenvertreters. 4. Verbands- Angelegenheiten. Dienstag, den 26. März 1901, abends 81/2 Uhr: Versammlung Tages Ordnung: 1. Der Niedergang der Konjunktur in unfrem Beruf und ihre Auswüchse. Referent: Gewerkschafts: Sekretär Genoffe Gustav Link. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht sämtlicher Stuccateure, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Lohnkommission. 173/10 Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Connies, 24. Märg, abenbs& Upr, bei Raabe, Solbergerſtr. 23: Oeffentliche Versammlung 64/7 für Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags Abgeordneten Emil Rosenow über: Junker und Bauer in der preußischen Geschichte. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Achtung! Kiftenmacher! Achtung! Sonntag, den 24. März cr., abends 6% Uhr: Versammlung mit Frauen adftr. 21. im Zokale im Lokale des Herrn Stechert. Andreasstr. 21. Tages Ordnung: 194/6 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da dieses in diesem Jahre die letzte Sonntags- Versammlung ist, erwartet einen zahlreichen Besuch Der Vorstand. Achtung! Achtung! Etuisarbeiter u.-Arbeiterinnen! Montag, den 25. d. Mts., abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung der Etuisarbeiter in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: dazu. 2. Der Wert des Arbeitsnachweises für die Arbeiter. Referent: 1. Die Differenzen bei der Firma Hoffmann und unfre Stellung Kollege Eugen Brückner. 3. Verschiedenes. aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Arbeiter 24/ und Arbeiterinnen im Lokale von Nümann, Brunnenstr. 188. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordneten Genossen Rosenow: Die Lohnarbeiter im Mittelalter und im Zeitalter der Reformation. 2. Dis tuffion. 3. Verbands- Angelegenheiten. OM Dienstag, den 26. März, abends 82 Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45: Versammlung offer. der Gold- und Silberarbeiter und Berufsgenoffen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über: Aus der Chemie der Ernährung. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Dienstag, den 26. März 1901, abends 8 Uhr, Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. Gr. öffentliche Versammlung aller im Krankenpflegeberuf Central Kranken- u. Begräbni taffe der Sattler u. Berufsg. Deutschlands. Hoffnung".( E. H. Nr. 64.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den 20. März 1901, der Sattlermeister Wilhelm Wirths verfiorben i Die Beerdigung findet am Sonntags nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Waldstr. 48, aus nach dem Heilands Kirchhof in Blößensee statt. 2286 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten für Verband der Stock- u. Schirmbie aufrichtige Teilnahme beim Ab: leben meiner lieben Frau meinen 2326 herzlichen Dant. H. Boxheimer. Für die zahlreiche Beteiligung, so: der Beerdigung meines lieben Manns Hermann Schröder fage allen Arbeiter. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unser Kollege wie für die vielen Kranzspenden bei Ferdinand Böttcher Teilnehmern meinen herzlichsten Dank. 2316 Witwe Schröder nebst Kindern. Art + Kranke ber Frauenleiden speciell heilen pratt. Naturheilkundige im 58. Lebensjahr plötzlich verschieden iſt. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 23. März, nachm. 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Emmaus firchhofs in Briz, Hermannstraße, statt. 175/4 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Genossen, Freunden und Be tannten die traurige Nachricht, daß am Mittwoch, den 20. d. M., meine liebe Frau Louise Joseph nach langem schwerem Leiden fanft 0. Grundmanna. Frau. entſchlafen ift. Kurbadeanstalt Köpnickerstr. 72 Reanderfir. Brüdens, Die Beerdigung findet Sonntag, den 24., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Steglitzer Friedhofs aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Sprechst. 11-2, 6-8. Sonntags 10-12. Wilh. Joseph nebst Sohn. Achtung! Vereine. Achtung! Restaurant zum Boddenfee in Birkenwerder, das größte Lokal an der Nordbahn, unmittelbar am Bahnhof und Forst. Unterkunft für mehrere tausend Personen. Gastzimmer für kleine Gesell schaften. Sehr gute Küche. Mäßige Preise. Mehrere Säle. Ausschank von echtem, Weiß- und Lagerbier. Stallung für 100 Pferde. Prachtvoller Garten. Birkenwerder ist mit Fuhrwert in 2 Stunden, mit der Bahn in 40 Min. gut Anmeldung, Sonderzüge ein. erreichen. Den geehrten Herrschaften, Vereinen, Gesellschaften bestens empfohlen. Bei großen Korporationen stellt die Eisenbahndirektion, bei vorheriger 8902* Besitzer A. Ebel. Tenfelsfee Müggelbergen. In den ,, Marienlust“. 3nb.: C. Streichhahn, Besitzer des Kaiserhofs, Köpenid. Empfehle beide Lokale mit großen Sälen und Gärten, jedes circa 3000 Perionen faffend, mit Dampferbrücken. Stallungen für 40 Pferde 2c bimb bejgäftigten Berfonen Fr. Domnings Restaurant ,, Neuer Krug", am Montag, den 25. März 1901, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I. Tages Ordnung: 1. Die Mikstände in dem Krankenpflegeberuf und wie ist Ab: hilfe möglich? Referent: Reichstags- Abgeordneter Antrick. 2. Diskussion. 300/1 Um recht regen Besuch aller Beteiligten ersucht Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Vertreter von Feuer- und anderen Verin Louis Kellers Festsälen, Koppenstraße Nr. 29: sicherungs- Gesellschaften, welche geneigt sind, 1920U Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Die Aussperrung bei der Firma Referent: Rollege Wiesenthal. ma Stein. Mittwoch, den 27. März, abends 8½ 1hr, Bahustation Neu Rahnsdorf, an der Oberspree, zwischen Müggel- und Dämeritzsee. Größeren Vereinen und Gesellschaften halte mein Bofal beftens empfohlen. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. eine Vertretung für die mobusda nognages US Einbruch- und Diebstahl- Versicherung, dos 99 im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15:19 Versammlung der Drücker, Gürtler, Metallknopf- Arbeiter und Arbeiterinnen. nob Kautions- und Garantie- Versicherung 1990 sowie 00142119 11909 19058/1 Versicherung gegen Sturmschäden Tages: Drbnung: 1. Bortrag des Herrn Max Schütte über: bezw. für die eine oder andere dieser Branchen Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Branchenvertreter und der Agitationskommission. 4. Verbands- Angelegen zu übernehmen, werden gebeten, sich an die nsin W 290 28 8499* Hüte! Serrenhüte von 1,50 an Knabenhüte 0,75 ,, " Größtes Lager in Strohhüten von den einfachsten bis zu den feinsten Genres. Schirme zu außergewöhnlich billigen Preisen. Mühen. Krawatten. 9349* Otto Gerholdt, Dresdenerstr. 2, Ecke Staligerstraße. J. 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DerfellaDer Vorstand. 225/4 Aktien- Gesellschaft in Köln zu wenden. 2 zu außergewöhnlich billigen Preisen sum Billige jeder Art nur Valliſadenfit.. Kufeke's Hoſen, Kinder- Anzüge Ausverkauf! Wel BESTE NAHRUNG FÜR gesunde& darmkranke Kinder Kindermehl. Gelegenheits- Verkauf reeller Schuhwaren. NB. Am 7. April( 1. Osterfeiertag), mittags 12 Uhr, findet in der Alhambra", Wallnertheaterstraße 20, ein Experintental- Vortrag über: Die neuen Wunder der Elektricität statt und sind Einlaßtarten zu 20 Bf198/ Um unser großes Bager zu verkleinern, geben wir den Käufern in der bei allen Vorstandsmitgliedern, Werkstattvertrauensleuten, sowie beim Zeit vom Restaurateur Merkowsky, Wallertheaterstraße 20, neben der„ Alhambra", zu haben. D. O. Verband der Möbelpolierer. Donnerstag, den 28. März 1901, abends 8% Uhr, Admiralstr. 18 c: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Frl. Ida Altmann über Jugenderziehung und Selbsterziehung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Ausgabe der Uraniabillets a 60 Pf. zu der am 9. April, nachmittags 1 Uhr, stattfindenden Sonder Vorstellung. Die Kollegen, welche noch mit Maskenball Billets abzurechnen haben, werden ersucht, morgen vormittag 10 Uhr bei Kühn, Poſenerstr. 11, zu erscheinen Der Vorstand. Seiden- Hut- Fabrik bon Carl Renz, 3. Oranien- Strasse 3. Grosses Schirmlager. Reelle Bedienung. 9389* 20. März zum 6. April auf die feften, den Sohlen aufgestempelten Preise einen Rabatt von 10 Prozent, welcher bei der Bezahlung bar abzujeßen ist. 19 i 1073* Erfurter mechan. Schuhfabrik Attien- Gesellschaft, Belle- Alliance- Strasse 102. 2. Geschäft: Schill- Strasse 12. Einzelne fehlerhafte Exemplare für die Hälfte des Wertes. L. Dürr's Geflügelmast- Anstalt in Neumühlb. Stolpi. Pomm. Liefert Bettfedern nur kurze und ohne steife, mittels Maschinen getrocknet u. gereinigt, das Pfund zu 60 Pfg., 80 Pfg.. 1. Entenfedern M. 1.20, D. 1.40; Entenhalbdaunen M. 1.70, m. 2; reine furze Gänsefedern m. voll. 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Getreu dem Grundsatze unseres Vorgängers werden wir, da wir aus langjährigen Erfahrungen schöpfen, nur erprobt gute Waren in den Verkauf bringen und auf strengste Reellität achten. Das teilt ist der Seuzeit enlspreetad umgeändert nnd vergrSsser). - Neu aufgenommen sind die Artikel:- Fertige Costüme, Damen- und Kinder- Confection In reichster Auswahl, Nr. 70. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 23. März 1901, Theater. " den drei Konzerten reizte uns zur Auswahl das zweite, das von Motetten, Messen und Orgelspielen usw. eine Ausprägung, die mit Angehörigen der hiesigen Hochschule für Musfit ausging, sein 8u- der virtuosesten Beherrschung der Kunstformen jener Zeit das feelen sammenfallen mit einer angekündigten Opernpremiere verwies uns fundigste Eingehen auf das menschliche Innere und eine packende Johann Sebastian Bach.- Am 21. März eines jeden Jahrs an seine Probe. Die aus ihr und aus andren der erwähnten Dar- Boltstümlichkeit verband, wie wir sie heute schlechterdings bei keiner führt uns eine Geburtstags- Grinnerung zurück an den Meister, der bietungen gewonnenen Eindrüde find etwa folgendermaßen zusammen- Kunst mehr fennen. für eine oberflächliche Betrachtung der hauptsächlichste Vorgänger zufassen. Solche Gedanken sind es, die uns begleiten, wenn wir beispiels unfrer eigentlichen Klassiker der Zonkunst und der Hauptvertreter Es war vorauszusehen, daß diese Tage auch für die mit Bachs weise eine interessante Bugabe zum Fest, die Broschüre Bach s des„ strengen Stils" war, an J. S. Bach, geboren 21. März 1685, Kunst bereits Vertrauteren den Meister erstens wiederum als einen Textbehandlung" von Arnold Schering durchlesen und gestorben 28. Juli 1750. An diesem Juli des vorigen Jahrs feierten Künstler zeigen würden, der weit über jener angedeuteten Gemein- speciell ihren originellen Hinweis auf Bachs charakteristische Ver wir nicht nur das äußerliche Datum feines 150. Todestags, sondern auffassung steht, und daß sie ihn abermals von neuen Seiten wendung der vier menschlichen Stimmlagen beachten. Solche bernahmen auch die Kunde von einem innerlichen Datum in der zeigen würden. Dürfen wir aus unsren eignen Eindrücken Gedanken find es auch, die uns durch jene Ausstellung Geschichte seines geistigen Weiterlebens. In den 50 Jahren nämlich, allgemeine Schlüsse ziehen, so besteht das Neue, das hier geleiten. 8war ist es eine nicht eben getreue Wiederdie sich zwischen dem 100. und dem 150. Todestag Bachs spannten, hatte zuerst oder wenigstens nun erst recht so zum Bewußtsein spiegelung von dem volkstümlichen Geiste des Meisters, daß die, Bach- Gesellschaft" das Riesenwert einer zuverlässigen und vornehmen fam, in der ganz einzigen Künstlerschaft Bachs, mit die Ausstellung nur eben zu den Stunden sich öffnet, in denen fast Gesamtausgabe seiner Werke durchgeführt. Am Ende dieser Leistung der er den gesamten Inhalt seiner Zeit in Tönen widerspiegelte und jeder arbeitende Mensch sich am allerwenigsten eine Beit für historische in wegen fich, o ba fenuh angelangt fonnte sie ihr eignes Dasein beschließen, befriedigt über dem damaligen Leben sowohl des Bolts als auch seiner Senter einen Betrachtungen abringen kann, und daß sie auch sonst nicht ohne einige das hier Erreichte, aber durchaus unbefriedigt über den Stand der Ausdruck gab, wie ihn faum jemals sonst ein Künstler und sicherlich Aergereien zu besuchen ist. Allein Professor O. Fleischer hat hier, Volt zu eigen machen, zu wie es möglich und würdig wäre. Alle die erfolgreichen Bemühungen Deuter der Interessen leitender Kreise und herrschender An- gegeben, die für weitere Hoffnungen vorbildlich sein kann. Wie gut Mendelssohns, den halbverfchollenen Bach wiederzuerwecken schauungen; gaben Haydn und Mozart dem bürgerlichen Glücks- lernen wir hier vor den mannigfach abgestuften Instrumenten jener bergleichbar den Verdiensten Lessings um Shakespeare- und aller gefühl fener Beit eine Gestaltung, in der die künstlerische Schönheit Beit wieder den Sinn des Worts Entwicklung" verstehen; wie nahe Eifer der Klavierspielenden Liebhaber, zumal in den letzten drei für sich allein zu walten schien; sprach Beethoven seine einzigartige tritt uns die Bedeutung des die künstlerischen Hilfsmittel darbietenden Jahrzehnten, hatten nicht das erreicht, was gegenüber andern Ton- Individualität und die Romantit die Flucht in eine phantafiereiche Gewerbes, mit dem der stets vorwärts drängende Meister in so enger meistern doch schon großenteils gelungen war. Bietet ja Bach selbst Belt tönend aus: so war Bach der Mann, der die Leiden und schaffender Fühlung stand! dem Theoretiker der Musik noch auf lange hinaus eine faum zu er Freuden aller Schichten des Volks und aller Schichten Kehren wir aber zurück zu den Nachtlängen des Konzerts, in schöpfende Quelle dar! Jedenfalls steht das größere Publikum dem des damaligen feelischen Lebens auffuchte aus den welchem auch dem Können der ausübenden Künstler von heute alle Altmeister immer noch wie einem ehrwürdigen Vertreter einer über- Herzen zu den Herzen Klingend darbot. Er gab dem Ehre gemacht werden sollte, so haben diese zwar unser Bravo wohl wundenen historischen Fachkunst gegenüber, den man fcheu hoch- Volt, was des Bolts war. Er gab ihm, dem fich felbst verdient; trotzdem scheint es, als hätte einen Sänger von damals achtet, dessen gelehrte Stonstruktionen jedoch nicht mehr eine Sache nicht eignen, den einzigen Trost jener in Kunst und Wissenschaft, in eine Bachsche Arie mit ihren langathmigen Figuren doch weniger gegenwärtigen Erlebens sein könnten. Wirtschaft und Technit armen Beit: die Ueberwindung der Lebens- angestrengt, als sie es dem Herrn Profeffor Mesi cha ert that, der Da sezte sich denn die Bachgesellschaft in einer, Neuen Bach- angst und der Todesfurcht; er gab uns heutigen ein Wiedererleben ein ums andre Mal nach Luft ringen mußte. Die gleichsam demoGesellschaft" fort, die das Wert einer Einführung von Bachs jener Epoche in einer Anschaulichkeit, wie sie teine Stantesche und fratische Ausgeglichenheit ferner, mit der die damalige KompofitionsSchöpfungen in das Erleben aller Mufilfreunde mit allen Kräften auch keine Lamprechtsche Geschichtsdarstellung so leibhaft erreichen und wohl auch Spielweise die Eigenarten aller Instrumente verund Mitteln durchsezen will. Sie beschloß, populäre Veröffent- fann. Er führte den ohne Rang und Macht dahinlebenden Menschen lichungen auszugeben, Aufführungen, insbesondere von weniger Be- jener Zeit, dem so aller Zusammenhang mit der großen Welt verfanntem, zu veranstalten u. dgl. m. Die Anfänge dieser Thätigkeit sagt war, durch die eine ihm nahebleibende halb natürliche und halb liegen uns nun in einem reichhaltigen Bach Feste vor, das in fulturelle Welt: durch das Jahr der wandelnden Sonne, das für ihn den letzten Tagen zu Berlin gefeiert wurde und wird. Vor allem in erster Reihe als das Kirchenjahr existierte. In dessen gleichbleibend find es drei Konzerte, die am 21., 22. und 23. b. M. von großen- vorgeschriebenen Surfen formte sich das hauptsächliche Seelenleben des teils vorzüglichen Berliner Kräften gegeben werden, mit öffentlichen Bolts von damals, und allem Jauchzen des Weihnachtsfestes, allem Hauptproben am 20. bis 22. An fie schließt sich eine Bach- Ausstellung Trauern und Hoffen des Osterfestes, all den kleinen und großen im Rathause an, die bis Ende des Monats dauert. Eine Reihe von er- Gefühlen dieses und jenes Sonntags, dieses und jenes zum Kirchenläuternden Schriften u. dgl. ergänzt das Gehörte und Geschaute. Unter lied gewordenen Volksliedes gab Johann Sebastian in Cantaten und Aufgabe, den Meister dem gesamten erfolgreichen Bemühungen Deuter der Stande brachte. War Haendel der musikalische gar nicht zu gedenten der knappen Vorbereitungszeit, eine Leistung Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 23. März. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Macbeth. Anfang 72 Uhr.fr? Neues Opern Theater( Kroll). Geschloffen. Schiller. Ein Schritt vom Wege. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Morgen. Hierauf: Wiederfinden. Anfang 7 Uhr. Leffing. Nora. Anfang 72 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 1. Teil.) Anfang 72 Uhr. Residenz. Teremtete. Hierauf: Leontinens Chemänner. Anfang 74 Uhr. Neues. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 72 Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Benefiz für den Regisseur Joi. Dill: Giner von unsre Leut! RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Sonnabendabend 8Uhr: Unser Rhein Posse mit Gesang in 3 Atten( 6 Bildern) von D. F. Berg. Bearbeitet von D. Kalisch. Musik von Stolz und Conrad. 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