Nr. 71. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftTbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Boft- Bettungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts 19 on Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüye beträgt für die fechsgespaltene Kolonets zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an GSonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Zum Kampf! 6 th Add Sonntag, den 24. März 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Mit dem 1. April 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement sellschaft, hat alle Ursache, wo fie kann, einem Verfall der auf den ,, Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Landwirtschaft entgegenzuwirken; denn die Ernährung des Volks Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue durch von außen gekaufte statt durch selbst produzierte Lebensmittel, die Arbeitsteilung zwischen Industriestaat und Agrarstaat, ist ein Bustand, der nicht andauern kann und nicht dauern wird. Auf der andren Seite fällt es uns auch nicht ein, die Notlage der Landwirtschaft zu leugnen. Welt". Neu Im Unterhaltungsblatt wird der jetzt laufende Roman ,, Die bunte Reihe von Fris Mauthner zu Ende geführt. eintretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Teil dieses Romans tostenlos nach geliefert. Zum bevorstehenden Quartalswechsel ergeht an Euch abermals die Mahnung: Werbt neue Abonnenten für das Kampforgan, den Vorwärts"! Das Centralorgan der Partei und Organ der Parteigenossenschaft der roten Reichshauptstadt ist längst das verbreitetste politische Blatt Berlins. Grade in den letzten Monaten ist wieder eine bedeutende Vermehrung des Abonnentenstands zu verzeichnen gewesen. Dennoch darf Eured Arbeit um die Verbreitung Eures Blatts nicht ruhen. Neue Zehntausende sind von der Notwendigkeit der Lektüre eines socialdemokratischen Blatts zu überzeugen. Ist doch die augenblickliche politische Lage derartig, daß es mehr als je gilt, die arbeitenden Schichten des Volts vor den sie bedräuenden Gefahren zu warnen und sie zur rüftigen Abwehr anzuleiten. Es ist uns gelungen, den großen Social- Roman situ „ Arbeit" bon Emile Zola für den Vorwärts" zu erwerben. " Der Vorwärts" wird das einzige Berliner Blatt sein, das diese neueste Schöpfung des französischen Meisters seinen Lesern zu bieten bermag. Mit dem Abdruck wird demnächst begonnen. Mit zähem Ungestüm ist das Junkertum am Wert, eine ungeheuere Verteuerung des täglichen Brots durchzusehen. Gelingt es der mächtigen agrarischen Clique, den Doppeltarif durchzudrücken, so bedeutet das nicht nur den unerhörtesten Brotwucher, sondern auch die Herauf- monatlichen Preise von beschwörung des Zollkriegs, der die ärgfte Schädigung unsrer Exportindustrie nach sich ziehen müßte. Erscheint sie uns auch nicht so groß, wie sie die schreienden" Landwirte malen, so auch nicht so rosig, wie sie der liberale Optimismus schildert, der den Maßstab für die Rentabilität der Landwirtschaft in der Zahl der Champagnerflaschen sieht, die einzelne Großgrundbefizer bei Dressel leeren. Das ist eine ebenso sinnreiche wie bequeme Methode, die landwirtschaftlichen Zustände zu studieren. Leider haben nicht bloß zahlungsfähige Leute allein die Gewohnheit, Champagner zu trinken. Sie findet sich sogar bei Bankrotteuren. Bestehen über das Ausmaß diefer Notlage verschiedene Meinungen, so liegt doch ihre Ursache klar zu Tage: sie ist darin zu suchen, daß Länder mit geringeren Produktionskosten des Getreides, bezw. der Agrarprodukte überhaupt, in Konkurrenz treten mit den alten Industrieländern, in denen die landwirtschaftlichen Produktionskosten hoch stehen. Warum sind aber diese Kosten in neuen Ländern geringer als in alten? Einmal weil ihr Boden noch nicht ausgesogen ist, also reiche Ernten ohne großen Arbeitsund Kapitalaufwand liefert. Aber diesem natürlichen Vorteil steht der natürliche Nachteil gegenüber, daß der Markt für die überschüssigen Produkte der neuen Länder die alten Länder sind; diese Post- Produkte haben einen viel weiteren Weg zum Markt zurückzulegen als die Agrarprodukte der alten Länder, die in der Nähe des Markts gewonnen werden. Für Berlin nehmen sämtliche Beitungsspediteure sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche anstalten Bestellungen zum Preise von Eine solche Schädigung unsrer Industrie bedeutet Arbeits- 1 Mark 10 Pfennig pro Monat losigkeit, Hunger und Glend für die direkt Betroffenen, und drohende Lohnreduktionen und Unsicherheit der Existenz für das gesamte Proletariat infolge des Anwachsens der industriellen Referbe Armee. = Zu den natürlichen Vorteilen der Landwirtschaft in den neuen Ländern gesellen sich aber auch sociale. Diese Länder find an den europäischen Händeln nicht beteiligt, daher bis jetzt frei vom Militarismus und seinen Lasten gewesen. Sie verfügen aber auch noch über ungeheure Strecken Landes, die nichts oder so gut wie nichts kosten. In den alten Ländern dagegen ist der Grund und Boden das Monopol einer Grundbesizerklasse geworden, die von Boden zu bestellen, verlangt. Daran, an der Grundrente, die aus dem Privateigentum am Grund und Boden hervorgeht, traukt vor allem die europäische Landwirtschaft. ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Nr. 7671.) Im Auslande kann der Vorwärts" gleichfalls bei der Post Der Kampf gegen die Brotwucherer und den Brotwucher kann bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich nur von einer schlagfertigen, wohldisciplinierten 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Dere Masse geführt werden; wer aber der Arbeiterpresse einen Abon- in Dänemart, 5 Fr. 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in dem Landwirt einen Tribut für die Erlaubnis, den Grund und nenten zuführt, vermehrt die proletarische Kerntruppe uremburg, 4 Kr. 66 Heller in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. um einen Streiter! 10 Cts. in Rumänien, 4 Str. 17 Dere in Schweden, 5 Fr. in der Nicht minder verhängnisvoll wie das Attentat der Brotwucherer Schweiz; 9 M. in Frankreich, England, Spanien und bedroht das Bolt das China- Abentener, das eine immer berhängnisvollere Gestalt angenommen hat. Trotzdem sich die deutsche Invasionsarmee unter der Führung des Weltfeldmarschalls Waldersee bereits seit vielen Monaten in Ostafien befindet, trotzdem uns das überseeische Kriegsabenteuer bereits Hunderte von Millionen gekostet hat, ist ein Ende des selben noch gar nicht abzusehen. Niemand weiß, zu welchen internationalen Verwicklungen diese unselige Einmischung in die chinesischen Verhältnisse noch führen Portugal, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und andren zum Weltpostverein gehörenden außer europäischen Ländern. Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutschlands und feiner Kolonien und in Oestreich- Ungarn, im Ausland 3 Mark pränumerando. Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". fann. Graf Bülow giebt sich zwar den Anschein der unverwüft- Die Notlage der Landwirtschaft." lichen Zuversicht; für wie bedenklich aber in Wirklichkeit die Negierung die Lage hält, beweist der Umstand, daß nicht nur das gejamte Expeditions corps, sondern auch die Linienschiffsdivision auf unbegrenzte Zeit in Ostafien bleiben soll. Gegen China fönnte aber nicht einmal die Kreuzerflotte Verwendung finden, das Verweilen der Linienschiffe beweist also, daß man mit den schlimmsten Eventualitäten rechnet. Und da in der That England nach wie vor emsig bemüht ist, Deutschland immer von neuem zu Unbesonnenheiten anzustacheln, so muß lauter und nachdrücklicher noch als bisher von der Masse des arbeitenden Volks der Ruf er hoben werden: Los von China! Statt der Politik der gepanzerten Fauft, statt der annettions: lüfternen Weltmachtpolitik verlangen wir eine gesunde innere Politik, eine energische Politik socialer Reformen! wir uns ohnehin bereits in einer Periode des wirtschaftlichen Niedergangs Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die einen Vorteil aus der Preissteigerung der agrarischen Produkte ziehen könnten, nämlich die der Betriebe von mehr als 5 hektar, beträgt 1 305 082. Ihre Inhaber samt ihren Angehörigen repräsentieren etwa 5-6 Millionen Personen. Wir können hier auf die Theorie der Grundrente nicht eingehen, wir können nur die Erscheinungen der Oberfläche berühren. Die Grundrente tritt flar zu Tage im Bachtsystem: Der Pachtschilling iſt eine Last für den Landwirt; das Wachstum dieser Abgabe kommt nur einer Klasse von Grundbesizern zugute, die ganz unnüße Drohnen sind, für die Landwirtschaft gar nichts bedeuten und deren Verschwinden die Gesells schaft unendlich erleichtern würde. Nicht so klar liegt die Sache dort, wo der Landwirt und der Grundbesißer eine Person sind. Aber dieselbe Rolle, die beim Bachtsystem der Grundbesizer, spielt hier der Hypothekengläubiger. Der nominelle Grundbesizer wird immer mehr nur ein Pächter, der von des Gläubigers Gnaden seinen Boden bebaut und die Grundrente in Form von Hypothekenzinsen dem Hypothekenbesiger abliefert. Je höher die Preise der landwirtschaftlichen Produkte, je größer, unter sonst gleichen Umständen, die Einnahmen des Landwirts, desto größer die Pachtſummen, die er als Bächter zahlen muß; desto höher der Wert des Grundbesitzes, desto größer die Summe, die der Landwirt als Erbe oder Käufer seines Betriebs für ihn bezahlen oder, wenn er nicht das nötige Bargeld hat, dem Hypothekengläubiger verzinsen muß. Das ist höchstens ein Drittel jener Bevölkerung, die Landwirtschaft im Hauptberuf betreibt, und ist nur ein Behntel der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Es müßten schon erhebliche Interessen auf dem Spiel stehen und bedeutende Vorteile dadurch Wenn die Preise der Agrarprodukte stetig steigen, wie das bis erreicht werden können, wenn die übrigen neun Zehntel um dieses in die Mitte der siebziger Jahre hinein der Fall war, dann geeines Behntels willen sich große Opfer auferlegen follten, namentlich winnen beide dabei, der Bächter und der Grundbefizer, der Bauer wenn man erwägt, daß die größere Hälfte dieser neun Zehntel zu und sein Gläubiger. Der erstere vorübergehend, der zweite dauernd, den Besitzlosen und Armen zählt, indes in dem einen Zehntel sehr feiner aber verliert etwas. Die Zeche hat die Masse der Konsumenten wohlhabende und steinreiche Leute zu finden sind. zu bezahlen. Dieses große, nationale Interesse soll das der Landwirtschaft Die Sache ändert sich, wenn plöglich Agrarprodukte, die billiger fein. Allerdings, es find nur 1 300 000 Betriebe an den Agrar- produziert werden, auf den Markt kommen. Der Landwirt im alten zöllen interessiert; aber diese Minderheit der landwirtschaftlichen Lande hat nun alle Ursache, auf eine Verminderung der ProduktionsBetriebe umfaßt beinahe die gesamte deutsche Landwirtschaft; die kosten hinzuwirken, also vor allem auf eine erabsehung der Eine solche Reformpolitik ist um so dringender zu fordern, als ihr gegenüberstehende Mehrheit besteht aus Zwergwirtschaften, die Bachtzinsen und der Grundstückspreise, bezw. auf Verfür die Lebensmittelversorgung des Bolts nicht in Betracht kommen, minderung der Hypothetenschulden. Der Grunds Die 3 236 000 Betriebe unter 2 Hettar bebauen zusammen bloß befizer hat dagegen alles Interesse, die Grundrente, bezw. die Grundbefinden, die viele Tausende von Arbeitswilligen mitleid. 2416 000 hektar, die Million Betriebe von 2-5 hektar bewirtschaften stückpreise hochzuhalten, und dazu dient ihm vor allem der Zoll auf Ios auf das Straßenpflaster geworfen hat, als das fich 4 142 000 hektar, die 1 300 000 größeren Betriebe dagegen umfassen landwirtschaftliche Produkte. Je mehr dieser aber das ihm vom Grundbesitzer gesetzte Ziel erreicht, die Bachtzinsen oder Grundstücksimmer fester zu Arbeitertruhverbänden zusammenschließende 36 727 000 Heftar. Unternehmertum Anstrengungen macht, den Arbeitern die schwer Diese sind es, erklären die Agrarier, die dem deutschen Volk sein preise zu erhöhen, beziehungsweise hoch zu halten, um so mehr muß erkämpften fargen Borteile der Profperitätsperiode wieder Brod und sein Fleisch liefern; wenn fie verfallen, hängt die Er- er dadurch die Landwirtschaft belasten, der so eine künstliche zu entreißen. Ist auch König Stumm tot, der Stummsche nährung des Volts vom Ausland ab, jeder Krieg, ja schon jeder Erhöhung der Produktionstosten gerade in dem Geift regt sich gerade jetzt wieder in zahllosen Stümm wirtschaftliche Verhältnis eines Volts zu seinen Nachbarvölkern am dringendsten bedarf. 8olfkrieg kann sie bedenklich stören. Wie immer fich das Moment zu teil wird, wo sie der Erniedrigung derselben lingen. Nur sehr vorübergehend können die Agrarzölle der Landwirts Darum muß ebenso laut wie der Ruf zur gewertschaft- gestalten mag, wie sehr es auch von dem Wachsen der ExportWo es ihnen gelingt, die Preise der agrarischen lichen Abwehr auch der Ruf zur politischen Er- industrie abhängen mag, seine Landwirtschaft muß in blühendem schaft helfen. mannung erhoben werden. Die Presse aber ist Guer Arsenal Zustand erhalten bleiben, sonst hängt das Gedeihen des Volks in der Produkte dauernd hochzuhalten, dort führt das zu einer Erhöhung und Euer Egerzierplatz, Euer Schwert und Eure Flamme, Luft und kann durch jeden kräftigen Windstoß von außen um der Bachtzinsen und der Güterpreise, dem entsprechend auch der hypothekarischen Verschuldung. darum Genossen, agitiert mit Feuereifer für die Verbreitung des Es liegt viel Wahres in diesen Bemerkungen. Aber die Agrarzölle bieten nicht einmal die Gewähr, daß die Preise der Namentlich die Socialdemokratie, die Erbin der heutigen Ge- agrarischen Produkte dauernd hoch bleiben. Das Schwanken dieser Preise hängt vom Weltmarkt ab. Wird ein Zoll eingeführt, so dürften *) Wir entnehmen mit einigen Kürzungen diese Aus- die Preise im Inland wohl ungefähr um den Betrag des Zolls in die führungen der heute im Verlage der Buchhandlung Vorwärts Höhe gehen; dem entsprechend werden auch die Güterpreise, also erschienenen Broschüre von Karl Kautsky: Handelspolitik die Produktionskosten steigen. Wenn aber später die Preise auf dem und Socialdemokratie". Populäre Darstellung der Handels- Weltmarkte weiter sinken, dann kann keine Macht der Welt hindern, politischen Streitfragen. daß sie auch im geschützten Inland sinken; die Landwirtschaft ist ,, Vorwärts"! Wie bisher wird auch fürder der Vorwärts", aufklärend und befeuernd, mit rücksichtslofer Schärfe gegen alle Schäden des wirtschaftlichen Organismus und des politischen Lebens fämpfen. Alle politischen, socialen und kommunalen Fragen werden aktuelle und erschöpfende Behandlung finden.. N geblasen werden. dann noch schlechter dran als früher; sie hat gleichzeitig mit ge- stiegene» Güterpreisen und gesunkenen Produktenpreisen zu kämpfen. Nun erhöht nian den Getreidezoll abermals, und dasselbe Spiel wiederholt sich, aber unter viel schwierigeren Umständen. Man kann den Lebensmittelzoll nicht ins Unendliche erhöhen; je höher er ist, desto drückender wird er für die Bevölkerung, desto schwieriger aber auch die Lage für die Landivirtschaft, weil desto größer der Unter- schied zwischen den Produktionskosten im Jnlande und im Nuslande. Die agrarischen Zölle sind daher eine Schraube ohne Ende; ihre Folgen lassen die vorübergehende Erleichterung für die Land- ivirtschaft inimer wieder in eine Erschwerung ihrer Lage und der Lage der Gesamtheit umschlagen; sie treiben immer weiter über sich hinaus, bis sie schließlich eine Höhe erlangen, die sie unerträglich macht und zu ihrer Abschaffung odel doch Emiedrigung zwingt. Wenn wir also gegen die agrarischen Zölle auf- treten, thun wir dieS nicht, weil wir den Not st and der Landwirtschaft leugnen, sondern weil Ivir sie für ein völlig ungeeignetes Mittel halten. ihm entgegen zu wirken. Sie belasten den größten Teil der landwirtschaftlichen Bevölkerung und erschweren gleichzeitig der Landwirtschaft den Konkurrenzkampf mit den ausländischen Produkten, weil sie ihr die Produktionskosten erhöhen. Ein Getreidezoll von S M., ganz abgesehen von den anderen Agrarzöllen, ivürde allein schon eine Steuer auf die Bevölkerung des deutschen Reiches im Betrage von rund 500 Millionen Mark darstellen. Daß diese Summe jahraus, jahrein zur Hebung der Landbevölkerung ausgegeben ivürde, dagegen hätten wir nichts einzuwenden. Aber wir müssen uns dagegen erklären, daß dies durch den Zoll geschieht; einmal weil dieser eine Kopfsteuer darstellt, die alle, ob reich oder arm, gleich belastet, ja die Aermeren eher noch mehr als die Neichen, weil sie mehr Brot, weniger Fleisch essen, dann aber, weil die so aufgebrachte Summe auf die Dauer nicht der bedrängte» Landwirtschaft zu gute kommt, sondern den Hypothekeugläubigern, Giiterspekulanten und Fideikommtst- besitzer», den reichsten und überflüssigsten Teilen der Nation. Wir hätten aber nichts dagegen, daß die 300 Millionen durch eine progressive Einkommensteuer aufgebracht und zum Vor- teil der Masse der landwirtschastlichcu Vcvölkeruug und der Landwirtschaft verwendet werde», etwa zun» Bau von Schulen, zur Verniehrnng der Lehrer, Ausdehnung des landwirtschaftlichen Bildnngswesens, zum Bau von Arbeiterhänsern, die den Land- arbeitern menschenwürdige Wohnungen böten, in denen sie frei blieben von jeder Unternehmerwilllür. zum Ausbau eines aus- reichenden Netzes von Kleinbahnen, Straßen und Wegen, zur Verbesserung der Annenpflcge und des Heilwcsens, zur Betreibung einer rationellen Wasserwirtschaft, welche die Gefahren von Hochfluten beseitigt und billige Wasserkräfte schafft, endlich, wenn die Mittel noch reichen, zur Erwerbung einzelner Güter bankrotter Junker, und zu ihrer Umwandlung in Musterwirtschaften— Musterwirtschaften nicht bloß in technischer, sondern auch in socialer Beziehung. Verbindet man damit noch die Beseitigung deS Militarismus, der der Landwirtschaft im Jahre so viele Arbeits- kräfte entzieht, die Expropriation der Kohlengruben, um dem ge- samten Volk, also auch den Landwirten, billiges FeuerungSmaterial zur Verfügung zu stellen— wozu die Aufhebung des Petroleum- zollS und des Eiseuzolls zu gesellen wäre—. so würde damit die Verminderung der Produktionskosten der deutschen Landwirtschaft und die Erhöhung ihrer Konkurrenzfähigkeit auf dem heimischen Markt, ja auf dem Weltmarlt, und gleichzeitig die geistige und phpsische Hebung der Masse der landwirtschaftlichen Bevölkerung ungemein gefördert werden. Am radikalsten freilich würde dieses Reformprogramm dann helfen, wenn es mit der Nationalisierung des Grund und Bodens verbunden würde. Aber freilich, auch in seiner einfachsten Fornr wäre das hier entwickelte Programm nicht so im Handumdrehen durchzuführen. lvie die niecha nische Erhöhung der Preise laudwirtschaft- lichcr Produkte durch den Zoll. Und da dieser für den Moment zu helfen verspricht, so begeistern sich die Landwirte dafür, un- bekümmert um das, was daraus folgen mag. Nach uns die S ü n d f l u t!_ A>olitifilsze Mebevfiiszt. Berlin, den 23. März. Tie Klage deS Kaisers. Im Abgeordnetenhaus spielte sich am Sonnabend vor Eintritt in die Tagesordnung ein ungewöhnlicher Vorgang ab. Nach- dem der Präsident v. K r ö ch e r dem Hause über den Empfang des Präsidiums beim Kaiser in ausführlicher Weise Bericht er- stattet hatte, erbat sich Abg. Richter(frs. Vp.) das Wort zur Geschäftsordnnng, um darauf hinzuweisen, daß es bisher im parlamentarischen Leben noch nicht vor- gekommen sei, daß Aeußerungcn, die der Kaiser beim Empfang des Präsidiums gethan, ohne daß ein verant- Kornzoll-Gedichte. Die Napoleonischen Kriege und insbesondere die Kontinental- sperre hatten das englische Jnnkertuni ungeheuer bereichert. Die Getreideprodnktiou war höchst lohnend und darum stark vermehrt worden. Nachdem_ der Frieden hergestellt, mußten die durch den Krieg gesteigerten Preise sinken, und um diese dringende Schmälerung der Grundrente zu verhindern, erzwang das Geschrei der englischen Agrarier das Korngesetz von 1815, das die Einfuhr von Korn verbot, so lange sich der Weizen- preis unter 383 M. für die Tonne hielt. Ein furchtbares Elend war die Folge deS ruchlosen Wucher« gesetzes und auS diesem Jammer erstand den Bedrückte» ein Sänger ihrer Greuel und den Ausbeutern ein leidenschaftlicher Ankläger ihrer Schande. 1831 veröffentlichte Ebenezer Elliot, ein Fabrik- arbeiter, die Com Law Rliymes, die Koriigesetz-Reimc. In der„Ratio n" erinnert gerade zur rechten Zeit Thomas V o l k e r t an diesen Dichter wider den Brotwucher und teilt eine Anzahl seiner Gedichte in der Uebersetzung mit. Die beiden folgenden Gedichte seien hier wiedergegeben: Ratten im Käfig. Ihr sperrt uns ab, verzollt das Brot Und staunt ob unsrem Schrei; Doch Ihr seid fett und rund und rot Und sauft Euch voll dabei!— Ja: sperrt man fünfzehn Ratten ein Mit Fraß für dreimal vier, Ist's recht, daß ihrer drei gedeih'» Und zwölf verhungem schier? Macht schnell! Schon glimmt der Fackel Brand, DaS Ende steigt empor, Eilt Euch! Zerstörung hebt die Hand, Kommt ihr doch selbst zuvor! Ihr, die man„Herr" und„gnädig" heißt, Weil Ihr vom Unsren lebt, Weil Ihr Euch kleidet, tränkt und speist Vom Korn, d'ran Herzblut klebt, f wortlicher Minister zugegen war, dem Parlament zur Kenntnis gebracht werden. Richter protestierte mit Recht gegen diesen Vor- gang, da Aeußerungen des Kaiser» nur dann fü die Volksvertretung Bedeutung haben und einer Kritik unterzogen werden dürfen, wenn ein Minister die Verantwortung dafür übernimmt. An die Rede des Abg. Richter knüpfte sich eine längere Gefchäftsordnungs- debatte. Die Herren von der Rechten und vom C e n t r u m stimmten dem Präsidenten, der fein Verhalten zu verteidigen versuchte, eifrig zu. Je mehr siesich selbst durch die Worte des Kaisers betroffen fühlen, um so lärmender müssen sie natürlich seiner Klage über die gesunkene Autorität und die Schuld„aller Klassen der Bc- völkerung" zustimmen. Thatsächlich müssen sich die Worte des Kaisers wesentlich auf die Bevölkerungskreise bezogen haben, die in der Landtagsmehrheit ihre politische Vertretung haben. Nach dem Bericht der„Nat.-Ztg." tritt diese Meinung des Kaisers noch deutlicher hervor als in dem gestern mitgeteilten Text. Nach der„Nat.-Ztg." hat der Kaiser gesagt: „Die That in Bremen beweise, welche Verwirrung in unreifen jugendlichen Köpfen herrsche. Es liege dies wesentlich daran, daß die Achtung vor Krone und Regierung mehr und mehr im Schwinden sei. In dieser Hinsicht seien die Verhältnisse i n d e n letzten Dezennien schlechter geworden. Der Respekt vor der Autorität fehle. Die Schuld daran läge an allen Klaffen der Bevölkerung. Statt den allgemeinen Interessen des Volks zu dienen, würden Sonderintereffen verfolgt. Die Kritik an Maßnahmen der Regierung und der Krone erfolge in der schroffsten und verletzendsten Form. Hieraus erwachse die Unklarheit und Demoralisation in der Jugend. Die Volks- Vertretung solle und könne hier bessernde Hand anlegen. Von der Schule beginnend, müsse Wandel geschaffen werden." Auf wen könnten sich die Bemerkungen, daß die Achtung vor Krone und Regierung mehr und mehr im Schwinden sei. anders beziehen als auf diejenigen, die durch allerlei Künste die Kanal- vorläge zu verschleppen bemüht sind, obwohl der Kaiser sein Wort für das Zustandekommen des Kanals verpfändet hat? Wer anders als die Agrarier aller Parteien untergräbt den Respett vor der Autorität? Auf wen anders als auf sie kann das Wort gemünzt sein, daß statt den allgemeinen Interessen des Volks zu dienen, S o n d eri nte re ss en verfolgt würden? Und haben nicht dieselben Agrarier, Konservativen und antisemitischen Allteutschen in wütenden Ausfällen gegen die kaiserliche Englandsfreundschaft die Achtung vor Krone und Regierung systematisch und erfolgreich untergraben? Es ist gewiß schmerzlich, die eifrigsten Bekenner' des Monarchismus dies Zerstörungswerk betreiben zu sehen. Es wäre nicht da? erste Mal, daß der Kaiser Gelegenheit nimmt', seine Ansicht, unbekümmert ob sie gefällt oder nicht, zu äußern. Ebenso gut, wie er seiner Zeit den Berliner Oberbürger- mcister Forckenbeck bei Uebergabe des Bcgas-Brunnens nicht gerade zart angefaßt hat, könnte er auch diesmal dem Präsidium des Abgeordnetenhauses gegenüber seinen Unwillen über die Politik der auf Autoritätsstärkung verpflichtet geltenden Parteien Ausdruck gegeben habe». Daß die Herren durch ihr Beifallsgeschrei die Worte des Kaisers in ihr Gegenteil umzukehren suchten, beweist nur ihr schlechtes Gewissen. Vielleicht sind sie aus diesem Grunde ganz froh darüber, daß die Aeußerung deS Kaisers von keinem Minister beglaubigt ist und deshalb keiner Kritik des Parlaments untersteht. « AuS der Antwort des Kaisers auf die Ansprache des Reichs- tagS-Präsidenten, worüber nichts näheres bekannt war, Iveiß jetzt ein Berliner Blatt einiges mitzuteilen; es berichtet: „Insbesondere beklagte der Kaiser den Rückgang der monarchischen Gesinnung. Von dem Anschlag Weilands sprach er als von der That eines offenbar blöden Menschen, jedoch sei bisher noch nicht erwiesen, ob derselbe nicht gcmiß- braucht worden sei. Die Leute, in deren Umgebung der- selbe zuletzt gesehen, seien verschwunden und bisher nicht auf- findbar gewesen." Diese Mutmaßung deS Kaisers ist nach allen bisherigen Nach- richten über das Vorkommniß in Bremen, auch denjenigen der Re- gicrungsorgane, sehr ausfällig und schwer verständlich.— Die Spreepräfektur 'tand am Sonnabend im Abgeordnetenhaus zur ersten Be- ratung. Der Gesetzentwurf bestimmt bekanntlich, daß die Stadtkreise Berlin, Charlottenburg, Schönebera und Nixdorf einen besonderen Verwaltungsbezirk Berlin bilden sollen, an dessen Spitze der Oberpräsident von Berlin steht, daß aber Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf trotzdem im Kom- munalverband der Provinz Brandenburg verbleiben sollen, d. h. diese Orte sollen nach wie vor ihre Provinzialabgaben entrichten dürfen, aber ihrer Ansprüche verlustig gehen. Die Beratung wurde mit einem längeren Vortrag des inisters Frhrn. v. Rheinbaben eingeleitet, der den Gesetz- entwurf als reine Vcrwaltungsmaßregel zur Entlastung des Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg hinzustellen sich be- mühte, und die Absicht einer Beeinträchtigung der Selbstverwal- Verbietet, Schurke», was uns nährt, Legt nur den Handel lahm! Das Gut, was Gott uns gab, verkehrt In Qual und Haß und Scham, Bis nichts uns bleibt als Bettelstab Und Mord und Schlächterei. Auf daß ein einzig großes Grab Vom Meer zum Meere seil— »* • O Herr, wie lang?! WaS schmähst Du Türk und Russen Knecht, Da man Dein Brot verzollt? Im eignen Land ein stolz Geschlecht Hat Deine Not gewollt. Es findet's nötig, daß Du darbst, Damit es kann besteh'», Daß Du ihm zahlst, was Du erwarbst; Frei England läßt's gefchehn. Auf, Witwe, setz' das Rad in Schwung Und dreh' den Faden gut! Der Kornzoll droht uns Teuerung, Du weißt, wie Hunger thut. Auf. nähr' den Troß, dem Rente bringt, Was heiß das Herz im» schwillt. Der thränenlos die Thräne trinkt, Die unsrem Aug' entquillt. Was schläfst du, Kind? Du darfst nicht ruh'n, Das Brot schlägt auf— erwach'' Dein Händchen auch muß schaffen nun, Sag' nicht, du seist zu schwach! Geh, müh' dich langer Stunden Zahl Für Pfenn'ge— zwei bis drei— Daß Engel weinen deiner Qual!— Und doch ist England frei. I tung Berlins entschieden bestritt. Abg. Dr. C r ü g e r(frs. Dp.). der in seiner Eigenschaft als Charlottenburger Stadt- verordneter besonderes Interesse an der Vorlage hat, vertrat entschieden die Forderung der Errichtung einer besonderen Provinz Berlin; er erkannte an, daß der Entwurf einige Ver- besserungen enthalte, verlangte aber ganze Arbeit. In dem- selben Sinne wandte sich auch Abg. Richter(frs. Vp.) gegen das Flickwerk, das nur weitere Flickgesetze nach sich ziehen würde. Im Gegensatz zu den freisinnigen Rednern warnte Abg. Dr. I r m e r(k.) vor dem Gedanken einer besonderen Provinz Berlin und schlug statt dessen einen besonderen Re- gierungsbezirk Berlin vor. Herr Inner befürchtet, daß eine Provinz Berlin den Aufsaugungsprozeß der kleinen Orte beschleunigen würde. Als ob nicht diese Aufsaugung mit oder ohne Provinz Berlin mit zwingender Natur- Notwendigkeit sich aus dem Charakter unsrer kapitalistischen Wirtschaftsweise von selbst ergiebt! Freundlicher stellten sich die Abgg. Graf Bernstorff (frk.) und v. S a v i g n y(C.) zu der Borlage, während Abg. Dr. Langerhnns(frs. Vp.) sich den Gründen der übrigen freisinnigen Redner anschloß. Tie Vorlage wurde einer Kom- Mission von 14 Mitgliedern überwiesen. Am Dienstag stehen kleinere Vorlagen und Petitionen auf der Tagesordnung.— Biilow und die Agrarier. Den Agrariern ist Graf Bülow neuerdings wieder„verdächtig", eS mit den Notleidenden„nicht ehrlich" zu meinen. Das ist sicher unverdient. Aber vielleicht hat irgend ein fleißiger Leser des „Adelsblatts" einmal geschichtliche Quellenstudien getrieben und bei dieser Gelegenheit entdeckt, daß der Name Bülow historisch auf der schwarzen Liste der Junkerfeüide steht. Zu einer Zeit, da die Junker ebenfalls mit ihren« Notstandsgeschrei der Regierung in den Ohren lagen, hat sich einmal ein Bülow ihnen gegenüber höchst„landwirt- schaftlich" benommen. Das war unter dem dritten Friedrich Wilhelm, da in Preußen Freiherr von Hardenberg Staatskanzler war und eben da» .Regulierungsgesetz" erlassen worden war, welches der Ausplünde- rung und Ruinierung der preußischen Bauern durch die Junker wenigstens einen kleinen Einhalt thun sollte. Damals bestürniten die Junker die Regierung mit Eingaben zu dem Zweck, größere Freiheiten in der Banernplünderung zu erhalten. Die Gutsbesitzer Ostpreußens, die Stände der Kreise Lanenburg, Belgrad, Neustettin, Dirschau, Rasteuburg bestürmten die Regierung mit Bitten, diese oder jene Bestimmung der Gesetzgebung umzuwandeln. Die Gutsbesitzer deS stolpischen Kreises wandten sich unter dem 2. November 1811 mit einer Eingabe an den König, in welcher sie über die Regulierungen jammerten:„Alsdann werden wir in unserti Gütern bei jedem Schritt auf fremdes Eigen- tum treffen, woraus nicht eher eine Erlösung zu hoffen, als bis wir das, was früher unser Eigentum war, aufs neue erwerben und init dem Gut vereinigen. Wenn der Bauer Eigentümer wird, wo soll bei uns der Gutsherr die Arbeiter hernehmen, um sein Vorwerk zu bestellen? Unsere Güter werde» für unS eine Hölle werden, wen» unabhängige bäuerliche Eigentümer«ufere Nachbar« sind!" So nachzulesen bei Knapp. Damals befand sich im Staatskanzleramt«in V Ü I o W. Er war erst einfacher Rat und eS hat schon noch eine Weil« gedauert, bis die Bülows auf der Stufenleiter der preußischen Bureaukratie zu ihren heutigen Remtern und Ehrenstellen in Armee und Ver- waltung eniporgcklettert sind. Jener Bülow hatte offenbar noch nicht«beim Souper" sein„Herz für die Landwirtschaft" und ähn- liche Sachen entdeckt, wie der heutige Reichskanzler. Er be- zeichnete die Eingabe amtlich als das was sie war: Frechheit, „die nicht unbestraft bleiben kann". Er fand aber eine richterliche Untersuchung nicht passend,„weil die Bestrafung zu leicht ausfallen oder Freisprechung eintreten kann". Er schlug des- halb vor, durch den Landeshofmcistcr summarisch unter- suchen zu lassen, wer den ersten Vorschlag zur Einreichung einer solchen frechen Jmmediatvorstellung gemacht und wer dieselbe abgefaßt habe. Dann sollten„beide ausgemittelten Subjekte, sowie der Herr Graf Eule n bürg und Herr Kist auf wenigstens acht Wochen der Festung Pillau oder Friedrichsburg zur wohlverdienten Strafe anvertraut und daß dieses geschehen sei, durch die Zeitungen bekannt gemacht werden".— Nachzulesen bei Knapp. Schrecken und Grausen muß dem heutigen Bülow mit dem„Herz für die Landwirtschaft" erfassen, wenn er liest, wie einer aus seiner Familie damals mit den geliebten Agrariern umspringen wollte. Zum Glück ist die angedrohte Strafe an dem Grafen Eulen- bürg nicht vollstreckt worden— wenigstens geht et aus den Akten nicht hervor. Wohl aber befindet sich bei den Akten der Entwurf einer sehr maßvollen Antwort, in welcher die Gutsbesitzer„über daS Irrige ihrer Auffassung belehrt" werden. Die Macht der Junker war eben damals schon größer wie die eines Rats im Staatskanzler« amt, genau so wie sie heute größer ist als die eines Reichs- kanzlerS. Auf. müder Greis, und laß dich zerr'n Zu hoffnungsloser Fron! DaS Brot besteuern nnsre Herr'», Der Notstand drückt den Lohn. Doch Gottes Herrschaft muß besteh'» Von heut in Ewigkeit: Hör' Du, Allvater, unser Fleh'n, Und England wird befreit! Mich dünkt, daß Dein hochwogend Meer AnS Ohr uns Aufruhr dröhnt, Daß Deiner Stürme sausend Heer Ein sklavisch Voll verhöhnt; Mich dünkt, daß Deiner Donner Groll Dumpf aus den Wolken spricht: „Herr, bist Du gar so langmutvoll? Was zögert Dein Gericht?"— Doch, Rache?!— Nein! vergieb, vergieb, Was irrer Schmerz geschrie'n.— Verzeih'»!— Dem Mörder und dem Dieb— Christ hat am Kreuz verzieh'».— Nur was unS zukommt, heischen wir, Nur daß der Handel frei— Ein Knöchlein nur dem Arbeitstier, Daß Arbeit Freiheit seil Wer Schwert und Feuer wählt als Hort, Ihn lockt ein blut'ger Schein; Der Wahrheit Zorn, das scharfe Wort Soll unsre Waffe sein!— Da» tiefe Mal von solchem Streich Wird fernste Zeit gewahr, Und schreckt damit, medusengleich, Zukünft'ge Frevler schar! Deutsches Reich. Arbeiterkammern in ihrem Bezirk, die Intereffen der Arbeiter des Zum Bericht über die Reichstagsfizung am Mittwoch. ganzen Die Diätenfrage. Die„ Frankfurter Zeitung" teilt mit, Graf en andes wahrzunehmen hat. Zu ihren speciellen Aufgaben Abg. Thiele hat nicht gefagt: offentlich gelingt es noch, die foll gehören: die einheitliche Verarbeitung und Veröffent- Wahrheit über den Steiger Rothe fest zu stellen", fondern: Bülow halte die Einführung von Diäten für gerecht und nüglich. lichung des von den Arbeiterkammern erhobenen Materials, Hoffentlich gelingt es noch, die Wahrheit attentundig zu beDie Kenntnis hiervon habe bei der ersten Beratung des Antrags im die Betrauung der Arbeiterkammern mit Erhebungen und weisen". Abg. Thiele hat weiter daran erinnert, daß seiner Zeit in Reichstag einen gewissen Einfluß geübt. Aber es fei inzwischen tein sonstigen zu ihrem Wirkungskreis gehörenden Arbeiten; ihrem Wirkungstreis gehörenden Arbeiten; die den Eislebener Blättern ganz öffentlich gegen Steiger Rothe der Geheimnis mehr, daß der Kaiser ein Gegner der Diäten für den Beratung der Gewerbe Inspektoren. Die Centralstelle foll Vorwurf erhoben worden ist, dessen Berechtigung Abg. Arendt in Reichstag fei, wenigstens wenn nicht ,, Kompensationen" dafür ein in allen bie Interessen der Gesamt Arbeiterbevölkerung Abrede stellte. treten. Seitdem sich die Konservativen dieser Ansicht vergewissert oder diejenigen der Arbeiter einzelner Berufszweige berührenden hätten, feien sie in ihrer Haltung gegen die Diäten wieder gefeftigt Angelegenheiten gehört werden. Tigerstall and b) 8usammensetzung. Es wird sich also bald auch in der Diätenfrage bestätigen, ob der Kaiser sein eigner Kanzler fein will". worden. Der Kaiser und die Reeder. Der Kaiser hat der Witwe des jüngst verstorbenen Hamburger Reeders Carl Laeisz folgendes Bei leidstelegramm gesandt: and Berlin. Schloß, 22. März. Beim Hinscheiden Ihres Gatten, dessen erfolgreiche Thätigkeit als einer der größten und strebsamsten Reeder Deutschlands ihm stets einen bleibenden Namen in der Geschichte der Hamburger Segelschiffahrt bewahren wird, spreche ich Ihnen meine aufrichtigste und wärmste Teilnahme aus. Wilhelm I. R. Der Name Laeisz wurde bekanntlich lesthin wiederholt im Zusammenhang mit den Unfallverhütungs- Borschriften der SeeBerufsgenossenschaft genannt. Die Agrarier find über diese Gunst, mit denen die Reederkreise ausgezeichnet werden, längst sehr ver stimmt. 10 God puldade ofd doll Ausland.& in Frankreich. toid Die Arbeiterkammern sollen bestehen aus dem GewerbeInspektor des Kreises( vergleiche den Antrag betr. Reorganisation Kriegsminister und Arbetterorganisation. In einem fürglich der Gewerbe- Inspektion) als Vorfigenden, einem von der Regierung erlaffenen Defret weist der Kriegsminister die Vorsteher der Militärzu bestellenden Sekretär, der die Geschäfte der Kammer besorgt, und Betriebswerkstätten, Gewehrfabriken usw. an, bet den etwa fich nötig etwa achtzehn Arbeitervertretern, welche durch dirette Wahl nach dem machenden Arbeiter- Entlassungen in folgender Weise zu verfahren. System der Verhältniswahl gewonnen werden. Wahlberechtigt find die Es ist eine Liste der zu Entlassenden anzulegen, die aber dann zunächst den als Gewerbegehilfe thätigen Mitglieder sämtlicher im Lande be- Organisationen der Arbeiter zu unterbreiten ist. Dein, so führt der stehenden gewerkschaftlichen Berufsvereinigungen. Als beratende Striegsminister Andrée aus, häufig genug feien Arbeiter vorhanden, Mitglieder kann die Arbeiterkammer noch besondere Sachverständige die wegen ihrer Familienverhältnisse ganz besondre Berücksichti wie Aerate, Techniker 2c. zuziehen. gung verdienten, Leute, die durch eine Entlassung viel suNochmals Großherzog rnd Socialdemokrat. Darmstadt, 22. März. Belgien. Rumänien. Die Vertreter der Die Central stelle für Arbeiterangelegenheiten härter getroffen würden, als ihre Kollegen. foll bestehen aus dem Ober- Gewerbe- Inspektor als Vorsitzenden, den Arbeitersynditate feien mit den Verhältnissen ihrer Mitarbeiter verGewerbeinspektoren der vier Streife, zwei von der Regierung zu traut, und die Verwaltung der Werkstätten möge deshalb die Natschläge bestellenden Sekretären, welche die Geschäfte besorgen, und etwa der Betreffenden entgegennehmen und berücksichtigen. Demnach fünfzehn von den Arbeitentammern zu wählenden Beiräten. Die werden also die Gewerkschaften von den Militärwerkstätten bei letteren sind nach Maßgabe der Zahl der Wahlberechtigten auf die Arbeiterentlassungen, die sich aus Mangel an Arbeit nötig machen, einzelnen Arbeiterkammern zu verteilen. Nach Bedürfnis fann die mit herangezogen und gewinnen entscheidenden Einfluß auf dieCentralstelle Sachverständige als beratende Mitglieder beiziehen. felben. Man vergleiche mit dieser Anerkennung der Gea Der große Bann. Der Konsistorialrat Reide ist dem Stöder werkschaft das rückständige Verhalten unsrer Regierung. of schen„ Bolk" zufolge aus dem Vorstande des Goethebundes aus geschieden. Das Bolt" fügt dieser Mitteilung noch die Bemerkung Die neue Zuckerkonferenz soll, wie aus Brüssel tele hinzu:„ Das Aergernis ist freilich damit nicht aus der Welt ge Die Unterredung des Großherzogs von Hessen mit unserm graphiert wird, in der zweiten Hälfte des April in Brüssel zuschafft, und die nächste Generalfynode hätte alle Ursache, den Parteigenoffen Ulrich hat noch ein Nachspiel in der Zweiten Kammer fammentreten. wunderbaren Konsistorialrat einmal gründlich bei Licht zu besehen!" stan Rußland. Das soll wohl heißen: Dieser Konsistorialrat, der für die gehabt. Nachdem ein Teil der nationalliberalen Breffe, allen voran Freiheit der Kunst eintritt und sogar selbst bedenkliche" Theater bas Organ bes Freiherrn v. Hehl, eine regelrechte Geze gegen ben Ueber ein Attentat in Petersburg wird berichtet: In der stücke geschrieben hat, gehört, trotzdem er aus dem mehr als harm. von der eignen Partei gestellten 1. Präsidenten der Kammer, Ab- Nacht zum Freitag feuerte der Statistiker der Samarer lojen Goethe- Bund ausgetreten, nicht in die Kirchengesellschaft, in geordneten a as Offenbach, wegen des von der Socialdemokraten an des verwaltung, Lagow sti, in das zu ebener Erde der als die einzigen zu buldenden Schriftsteller nur die Verfaſſer verübten„ Seniefalls" insceniert hatte, hat dieser am Freitag zu Be gelegene Arbeitszimmer des Oberprofureurs des Heiligen Synods, von Scheiterhaufenbriefen und ähnlichen Kunstwerken zugelassen ginn der Kammerſigung eine längere Erklärung abgegeben. Herr Haas obje bonoszew, in welchem sich dieser aufhielt, zwei werden. Ein Verehrer freier Kunst gehört nicht in die evangelische stellt darin zunächst fest, daß der ihm gemachte Vorwurf, er habe die Schiffe ab. Beide Schüsse hatten die Richtung nach dem SchreibKirche, da ist nur Platz für Stöder und andre Helden der Wahrheit socialdemokratischen Abgeordneten„ durch bestimmte Zusicherungen, instisch des Zimmers. Einen dritten Schuß fenerte Lagowski in das und Menschenliebe. In der That ist es eine ganz zutreffende Selbst besondere diejenige der Unterlassung monarchischer oder höfischer Fenster der Wohnung des Pförtners. Als Lagowski noch ein viertes würdigung der Herren von der Kirche, wenn sie dahin streben, daß Ovationen, zu bewegen unternommen, der Einladung zu der genannten Mal schießen wollte, versagte die Waffe. Die beiden ersten Kugeln Veranstaltung Folge zu leiften", auf unwahrheit beruhe. Die die Stöckerlinge dort ganz unter sich seien. Wahrheit ist so fährt die Erklärung fort- daß ich auf eine gingen in die Zimmerdecke. Die Untersuchung ist eingeleitet. 08 Herr Paftor Naumann setzt seine Agitationstour durch den private Anfrage von Mitgliedern diefer und andrer Fraktionen die 17. sächsischen Wahlkreis fort und holt sich bei der Gelegenheit neue Auskunft gab, daß Ansprachen nicht stattfinden würden. Wer mit Die Senatswahlen vom Freitag ergaben folgendes Resultat: Niederlagen zu den alten. So wird uns aus Langenberg bei dem Wesen parlamentarischer Abende bekannt ist, weiß, daß die Die Liberalen erhielten 53, die Konservativen drei Hohenstein berichtet, daß dort am legten Mittwoch eine Verfamm- felben lediglich ein zwanglofes Zusammensein der Abgeordneten Mandate. Unter den Gewählten befinden sich je ein Anhänger Carps lung stattgefunden hat, in der Naumann als Referent auftrat. unter sich, ohne Rücksicht auf Parteistellung, sowie mit Mit- und Cantacuzenes sowie ein liberaler Dissident. Zwei Stichwahlen Die Versammlung war, trop sehr schlechten Wetters, von gliedern der Regierung unter Hinveglassung jedes festlichen Gepränges sind erforderlich; der Ministerpräsident Sturdza wurde in drei und vier bis fünfhundert Personen aus dem Orte selbst und den und Ceremoniells bezwecken. Damit sind Ansprachen der Minister Aurelian in 2 Wahlbezirken gewählt. benachbarten Dörfern besucht. Nach Naumann erhielt unser Genosse und Toaste von selbst ausgeschlossen. Eine Abweichung Afrika. Proforny aus Zwickau das Wort, der den Weltmachtsrausch und von dieser allerwärts und ausnahmslos innegehaltenen Regel war Flottenpatriotismus treffend kritisierte. Für eine von den Nau- im Fragefalle um so weniger veranlaßt, als auf Anregung Meldungen vor, aus denen ersichtlich ist, daß die Boeren die FeindVom füdafrikanischen Kriegeschauplah liegen eine Anzahl marianern vorgelegte Resolution gegen die Getreidezölle und und Wunio des Herrn Staatsministers über Beifür die Weltmachtspolitik erhoben sich kaum 20 Arme. Die Herren behaltung dieses allgemein feststehenden Gebrauchs für die von feligkeiten wieder aufgenommen haben; nur De Wet ruht fich glaubten, es liege ein Mißverständnis vor. Sie verlafen die dem Herrn Staatsminister selbst in den legten vorläufig noch in Senekal aus und scheint Truppen zu sammeln. Resolution noch einmal und stellten sie noch einmal zur Jahren ergangenen Einladungen und erneut für Kommandant Kruizinger hat die Eisenbahn bei Henning überAbstimmung; es blieb aber bei den zwanzig Stimmen. Nun die fragliche Gelegenheit mit derfelben Verabschritten. Die Boeren begaben sich nach dem Oranjefreistaat, verDie Boeren haben bie mußten fie notgedrungen über die von unsren Genossen eingebrachte redung getroffen worden war und eingehalten folgt von den englischen Kolonnen. Die Zahl ber Gegenresolution abstimmen laffen, die unter stürmischem wurde." Was die Darstellung des Hergangs selbst betrifft, so ifenbahn bei Wolwer- Hoet beschädigt. Beifall von der erbrüdenben Mehrheit angenommen entspricht sie den Thatsachen, was Genoffe Ulrich im Namen der Boerengefangenen beträgt angenblicklich 18 096. socialdemokratischen Fraktion bestätigte, mit dem Hinzufügen, Bloemfontein wird berichtet: Bei ihren Operationen gegen daß bei der bisher itets beobachteten Gewissenhaftigkeit und Un den Kommandanten Fourier machten die Engländer 200 Gefangene parteilichkeit des Präsidenten für uns sicher stand, daß wir ohne und erbenteten 14 000 Schafe. Gefahr in eine unangenehme Situation zu kommen, dem parlamenta Ueber die Verhandlungen zwischen Botha und rischen Abend beiwohnen könnten. Kitchener machte Chamberlain im englischen Unterhaus noch die Der interessanteste und gewissen Scharfmachern unangenehmste Mitteilung, daß gegen die Bedingungen Kitcheners tein specieller Bunft in der Haasschen Erklärung ist der Hinweis auf die vorherige Eimvand erhoben worden sei. Botha habe keine Gegenvorschläge Verabredung mit dem Staatsminister Rothe, der nicht nur für gemacht. Die einzige Information, welche die Regierung, außer diefe von der Kammer ausgehende Veranstaltung, sondern auch für jener, welche bereits veröffentlicht wurde, besize, sei in einem Privatdie von ihm selbst ausgehenden parlamentarischen Einladungen fich telegramm Stitcheners enthalten, welches meldet, daß Botha scharf der gleichen vernünftigen Auffassungen schuldig gemacht hat. So Stellung gegen Milner nahm. Die internationale Boerenliga, die vom 9. bis fehr Herr Rothe dadurch in den Augen jedes vernünftig denkenden Mit zwei Anklagen wegen Soldatenmißhandlung hatte sich Mannes gewinnen wird, so sicher ist, daß unsre Byzantiner uun 12. März in Paris ihre Sigungen abgehalten hat, erläßt foeben Herr Rothe wird ein Wanifest, in welchem sie für die Erhaltung der Boerendas Kriegsgericht in Frankfurt a. M. zu beschäftigen. Im ersten auch gegen ihn vom Leder ziehen werden. aber schwerlich dabei gebracht werden. Errepubliken eintritt. Die Liga wird demnächst in einer Denkschrift die Fall war ein Unteroffizier des 81. Infanterieregiments unter Anklage hat offenbar eine gute Rückendedung. Die vom Kammerpräsidenten Thatsachen darlegen, welche beweisen, daß in dem Krieg gegen die gestellt. Er hatte in der Instruktionsstunde die Rekruten wiederholt verlesene Erklärung hebt nämlich, nachdem noch einige andre In- Boeren die Gefeße und Gebräuche civilifierter Kriegführung schwer mit Backenstreichen regaliert, einen von ihnen zweintal Schemel streden" lassen, ihn getreten und geschimpft, so daß der Rekrut richtigkeiten der ihm feindlichen Presse abgethan sind, hervor, daß verletzt worden seien, und sie wird diese Thatsachen offiziell zur schließlich die Kaserne verließ und wieder zurückgeholt werden dem Regenten eines Landes nur solche Persönlichkeiten vorgestellt Kenntnis der Parlamente und Regierungen bringen. Die Delegierten der in Paris versammelten Komitees appellieren pflegen, deren Vorstellung derfelbe mußte. Das Gericht erkannte, über den Strafantrag hinausgehend, drücklich wünscht." Also der Großherzog selbst hat die ferner an das englische Volt und bitten es, zu bedeuten, wie auf drei Wochen Arrest wegen Mißhandlung von Untergebenen Gelegenheit zur Unterhaltung mit dem Socialdemokraten Ulrich sehr es über die Ursachen, den Verlauf und die Führung diefes Kriegs in 19 Fällen und weil das Schemelstrecken" eine Neigung bekunde, ausdrücklich gewünscht"! Da wird er die Untergebenen zu peinigen. wohl auch vorher von den leitenden Kreisen getäuscht worden ist; fie forbern es Im zweiten Fall hatte sich ein Unteroffizier der Hanauer gewesen sein, der er in Civilkleidung bis lange nach Mitternacht bei furzem noch stets die bee der Freiheit und Menschgenau fiber Sie 3tvanglofe Natur der Veranstaltung unterrichtet bringend anf, nicht zu vergeffen, daß die Politit Englands bis vor Ulanen wegen Soldatenmißhandlungen zu verantworten. Er zum Küchenunteroffizier bestellt und hat die in die wohnte. Und sicherlich war auch er ganz damit einverstanden, daßlich feit hochgehalten hatte. man ihm keinerlei höfische Ovation bereitete. Das ist ein schreck- Endlich appellieren die Delegierten an alle Gutgesinnten der Küche fommandierten lanen geschlagen, wenn sie etivas nicht richtig machten. Ferner verging er sich gegen einen liches Reichen der Beit, daß ein leibhaftiger Großherzog sich so über ganzen Erde ohne Unterschieb der Nationalität, damit sich die frebelhaften striego, hebben bie Defonomie Handwerker, der am Ausgabeschalter seinen Kaffee den höfifchen Ceremonienkram hinwegfeßt, der doch zur Aufrecht- Stimme der ganzen Menschheit erhebe gegen die Verlängerung verlangte, indem er ihm den Krug derartig an den Kopf stieß, daß erhaltung der gottgefügten Ordnung in Staat und Gefellschaft so diefes frevelhaften Kriegs, der ein unfühnbares Verbrechen zu werden jener eine blutende Wunde über dem rechten Auge davontrug. Ob berans notwendig ist und anderwärts mit so großer Sorgfalt ge Zum Ueberfluß haben nun auch noch wohl durch die Beweisaufnahme nur fünf Fälle festgestellt werden alle übrigen Fraktionen der Kammer das Vorgehen des Präsidenten pflegt wird. Unerhört! konnten, wurde er vom Gericht ebenfalls zu drei Wochen Arrest ver- durch entsprechende Erklärungen gebilligt. Da ist es für die Scharfmacherorgane wirklich schwer, die Schuld an dem entsetzlichen„ Ereignis" Ginzelnen aufzubürden. Das ganze Großherzogtum ist verseucht. Da müßte von Rechts wegen eingeschritten werden. wurde. Herr Naumann foll über diese Niederlage am Orte feiner früheren pastoralen Wirksamkeit sehr niedergeschlagen sein. Bei der Gelegenheit mag auch mitgeteilt sein, daß auch der Ordnungsbrei im 17. Wahlkreis von der Naumannfchen Kandidatur nichts wissen will. Das Hauptorgan dieser Partei im Streife, die" Glauchauer Nachrichten", lehnten dieser Tage den Gedanken einer Kandidatur des Hunnenpastors mit der Bemerkung ab: Den Socialdemokraten durch Naumann verdrängen zu wollen, heiße den Teufel durch Belzebub austreiben, davon könne aber feine Rede fein. Armer Naumann! war urteilt. V Im württembergischen Landtag, der am 20. März wieber zusammentrat, hat die focialdemokratische Fraktion folgende zwei Anträge eingereicht: I. Die Kammer der Abgeordneten wolle beschließen: Die tgl. Staatsregierung zu ersuchen: II. zu werden Strede Bur Auf dem Eisenmarkt Un au= " droht. Partei- Nachrichten. Aus Totenliste der Partet. In Schwabach starb nach längerem Leiden einer der ältesten dortigen Parteigenoffen, der Uhrmacher Georg Baum, 62 Jahre alt. Er war lange Jahre Vertrauensmann des. Wahlkreises AnsbachSchwabach und hat sich als solcher große Verdienste um die Entwidlung der Partei erworben. Bei der Reichstagswahl 1884 war er als Kandidat aufgestellt. Auch in der Gemeinde- Verwaltung vertrat er die Partei.ed ist, so schreibt man uns, in den legten Tagen wieder eine Belebung der Nachfrage eingetreten, weshalb sich die Börsenpresse in eitel 1. Die Organisation der Gewerbe- Inspektion und die Hoffnung wiegt. Doch scheint man wieder einmal zu früh zu jubeln. Abgrenzung der Aufsichtsbezirle in der Weise umzugestalten, daß für allerdings hat die nun bald beginnende Baujaison eine Belebung jeden der vier Streise des Lands ein Gewerbe- Juipettor bestellt wird; des Baugeschäfts und somit auch der Nachfrage nach Trägereisen Gewerkschaftliches. 2. einen der gesamten Gewerbe- Aufsicht des Lands vorstehenden, bewirkt. Dies allein aber vermag doch die gefüllten Läger nicht zu direkt beim Ministerium des Innern ressortierenden Ober- leeren und die Werte sind denn auch weit entfernt, ihre volle ThätigBerlin und Umgegend. Inipettor zu bestellen, dem besonders die Aufgabe zufällt, die feit wieder aufzunehmen und die entlaffenen oder feiernden Arbeiter Zur Aussperrung der in den Berliner Schuhwaren- Fabriken Einheitlichkeit im Aufsichtsdienst zu fördern, die bei der Juspektion voll zu beschäftigen. Die Geschäftsstille hält daher an. Die Roh beschäftigten Arbeiter.d gewonnenen Erfahrungen zweckdienlich zu verwerten und die Jahresstoffverbände, einen Auffchwung erhoffend, halten an den Preisen feft Die Hoffnung, daß die Fabrikanten nunmehr zur Einsicht berichte der Bezirksinspektoren in übersichtlicher, einheitlicher Be und helfen sich mit weiteren Betriebseinschränkungen oder Ein- fommen und mit den ausständigen Arbeitern über die eingereichten arbeitung zu veröffentlichen; piſtellungen. Angesichts dessen geben einzelne Stahlwerte bereits 3. die Zahl der Assistenten der Gewerbe Inspektoren unter bazu über, englisches Roheisen zu verbrauchen, andre verkaufen, um Lohnforderungen verhandeln würden, um die Basis zu einer Einigung gebung von Arbeitern und Arbeiterinnen jo autoa berbrauereijent, pie kaum bie au finden, ſcheint fich nicht zu erfüllen, Hinzuziehung vermehren, daß in der Regel die Revision aller der Aufsicht Produktionskosten decken. Auf dem Roheisen- Markt ist eine große Die von seiten eines Fabrikanten angebahnte Vermittelung hat unterstehenden Betriebe zweimal im Jahr möglich ist. Stockung in der Nachfrage eingetreten, die zur Anhäufung be alvar zu einer am Freitag stattgefundenen Verhandlung zwischen der deutender Vorräte geführt hat. Die schwache Beschäftigung der Leitung des Fabrikanten Verbands und den Ausgesperrten geführt, Die Kammer der Abgeordneten wolle befchließen: Eifengießereien hat zu einem weiteren Sinten der Preise geführt. Die doch ist diese resultatlos verlaufen, wenn nicht noch die am SonnDie fgl. Staatsregierung zu ersuchen, einen Gefeßentwurf vor. Drahiwalzwerke in Westfalen haben in diefen Tagen einige be- abend stattgefundene Sigung der Fabrikanten zu einem andren zulegen, der die Schaffung von je einer Arbeiterlammer in deutende Abschlüsse nach Amerila bewirkt, vermutlich aber zu sehr den vier Kreisen des Lands mit einer Gentralstelle für niedrigen Preisen, und daß an eine Befferung der Lage noch nicht Resultat gelangt. am besten der Beschluß des KohlenArbeiterangelegenheiten in Stuttgart bezwedt und sich zu denken ist, zeigt In dieser Verhandlung bestanden die Fabrikanten darauf, daß syndikats, welches für auf folgender Grundlinie bewegt: auch das zweite Quartal 1901 fämtliche Forderungen der Arbeiter zurückzuziehen seien. Wenn dieses a) Thätigkeitsgebiet. die zehnprozentige Fördereinschränkung fortbestehen lassen will, um geschehen, würde von den Fabrikanten der Revers zurüdgezogen Aufgabe der Arbeiterlammern foll fein: die Wahr Preisreduktionen der Kohle zu vermeiden. Im ganzen zeigt auch werden. Selbstverständlich wurde dieses Anfinnen von seiten der nehmung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter, insbesondere die Roheisen- Produktion Deutschlands im Februar den anhaltenden Arbeiter ganz entschieden zurückgewiesen. Die Herren Fabrikanten durch Sammeln und Berarbeiten von Material über Lohn, Rüdgang des Geschäfts. Nach den Ermittelungen des Vereins ließen darauf noch die Drohung fallen, daß sie es in Erwägung Arbeitszeit-, fittlichen, hygienischen, Wohnungs. 2c. Verhältnisse der deutscher Eisen- und Stahl- Industrieller belief fich die Roheisen- ziehen wollen, ob es dem Verhalten der Arbeiter gegenüber nicht Arbeiterbevölkerung, Stellung von Anträgen zur Sebung der Lage Produktion im Februar auf 624 208 Tonnen gegen 695 212 Tonnen Der Arbeiter an die tal. Regierung, Begutachtung von hierauf beim Januar dieses Jahres. Das zeugt nicht von dem Aufschwung", angebracht sei, wieder die zehnftündige Arbeitszeit einzuführen. züglichen Regierungsvorschlägen, Unterstigung der staatlichen Ge auf den jetzt die Börsenpresse sehnsüchtig wartet, und so sehr man werbe- Aufsicht. ihn im Intereffe vieler Tausender Arbeitsloser herbeiwünschen möchte, Die Centralstelle für Arbeiterangelegenheiten muß man dennoch abwarten, ob sich die Hoffnungen der Börsenpresse soll eine selbständige Kollegialbehörde bilden, welche, wie die erfüllen. Die Vernichtung des Koalitionsrechts, die Einführung einer reduzierten Lohnliste und Berlängerung der Arbeitszeit, das also ist das Programm jenes Unternehmerverbands, der bisher immer behauptete, daß er sich zum Wohle der Arbeiter gegründet habe und Die Arbeiter wissen nunmehr, um was es sich handelt, an ihrem energischen Widerstand werden die Absichten der Unternehmer zu Schanden werden. Ivar an den Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht gerüttelt werden solle. Den Streifenden hat Flaissières den Vorschlag gemacht, fie möchten sie mit Bemerkungen über„ Diebstähle"," Schmierestehen" u. dgl. Es ist gut, daß die Herren glauben, nicht mehr nötig zu haben, mit den Reedern das Anerbieten machen, daß diese den Zwischenunter- Der Gerichtshof hatte auf Grund dieses Thatbestands f. 8. beide ihren wahren Absichten hinterm Berge zu halten. Die Arbeiter wissen nehmer ausscheiden und die Löscharbeiten den Hafenarbeitern direkt Angeklagte des fortgesetzten Diebstahls für überführt erachtet und nunmehr, um was es sich handelt, und namentlich die Nichtorganisierten, in eigne Regie, übergeben. Das Komitee hat dies dem Präfekten den Angeklagten Theiß zu neun Monaten, seinen Kutscher zu unterbreitet und dieser hat versprochen, den Reedern und Kaufleuten sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Mitbestimmend welche bisher auf die Worte der Fabrikanten bauten und die die Vorschläge zu empfehlen. Im Fall der Annahme würden die hierbei die Thatsache, daß am 12. März Theiß im Comptoir des Organisation deshalb für überflüssig hielten, werden nunmehr zu Arbeiter Kooperativgenossenschaften bilden und die Dir. Düfing erschienen war und 1000 M. Entschädigung gezahlt hatte, einer andren Ansicht gelangen. Arbeit sofort aufnehmen. mit der Motivierung, daß sein Geschäft zurückgehen würde, wenn an Den Garantiefonds, den etwa die Reeder von der Genoffen- ihm ein so schwerer Verdacht haften bleibe. Das Urteil der Straf schaft fordern sollten, würde Dr. Flaiffières vom Munizipalrat tammer ist vom Reichsgericht aufgehoben worden und deshalb hatte votieren lassen. sich die Straffammer gestern noch einmal durch mehrere Stunden mit Späteren Meldungen zufolge haben die Unternehmer diesen diesem eigenartigen Straffall zu beschäftigen. Beide Angeklagte Vorschlag abgelehnt, da sie den Stauern kontraktlich verpflichtet seien. bestritten, wie sie es auch das erstemal gethan, jegliche Schuld, die Belastungszeugen verblieben bei ihren WahrMarseille, 23. März. Die Hauptpunkte der Stadt find mili- nehmungen. die Nunmehr behaupteten Rechtsanwälte Dr. tärisch besetzt. Die gesamte Polizei ist auf den Beinen und hat Werthauer und Jaredi, daß es gar nicht möglich Die Gendarmerie hat Instruktion, sei, von dem Versteck der Belastungszeugen aus die Vorgänge auf alle verächtigen Personen und Müffiggänger, die den Truppenkordon dem Khrizer Milchwagen zu beobachten, zumal die an einem Märzpassieren, zu beobachten und auszufragen. Einige Straßenbahn- morgen um 4 Uhr früh herrschende Dunkelheit jede sichere Wahrwagen, die verkehren, werden von Gendarmen beschüßt. Am Saint- nehmung unmöglich mache. Da die Verteidiger den formellen AnCharles- Bahnhof fam es heute vormittag zu prügeleien, als streitende trag auf Augenscheinnahme an Ort und Stelle einbrachten, so blieb Kutscher die Ausfahrt der Rollwagen verhindern wollten. Die Polizei dem Gerichtshofe nichts übrig, als die Sache zu vertagen und eine schritt ein. Einige Gefährte verkehren noch unbehelligt. Die Bahl Gerichtskommission damit zu beauftragen, sich in der vierten Morgenderjenigen Angehörigen von Korporationen, die sich mit den stunde nach dem Hamburg- Lehrter Güterbahnhofe zu begeben und ausständigen Hafenarbeitern solidarisch erklärt haben und gleichfalls dort über die angeregte Streitfrage Entscheidung zu treffen. ftreifen, hat sich seit gestern beträchtlich vermehrt. Etwa 1200 Arbeiter Die Maler und Anstreicher der Firma Johannessen und Halänson, Hagelsbergerstr. 11, haben auf den Bauten Regensburgerstraße 2, Münchenerstr. 2 und Victoria- Luisenplag 10 wegen Maßregelung und Nichtinnehaltung des Tarifs die Arbeit niedergelegt. Beteiligt sind 47 Berufsgenossen. Die Firma ist gesperrt. Die Gewerkschaft der Maler. Achtung, Stuccateure! Laut Beschluß des Verbandtags treten vom 1. April ab die erhöhten Beitragsleistungen sowie die neuen Statutenbücher in Kraft. Im Interesse einer leichteren Kaffenführung sowie zur Kontrolle der Mitglieder findet in der Woche vom 25. bis 30. März eine allgemeine Bücherkontrolle statt. Die Kollegen werden deshalb aufgefordert, in vorbenannter Zeit abends von 6-9 Uhr ihre Bücher dem Kassierer im Arbeitsnachweis Seydelstr. 13 borzuLegen. Der Vorstand. Achtung, Tapezierer! Morgen früh treten die Kollegen in Potsdam in den Streit, nachdem die Unternehmer die bescheidenen Forderungen abgelehnt haben. arbeiten an den Quais. Um Mittag warfen streikende Straßenbahnkutscher, die von der Der russisch- chinesische Vertrag. Arbeitsbörse tamen, mit Steinen nach einem Straßenbahnwagen, versperrten die Wege und beschädigten die Straßenbahn- Einrichtungen. Ueber die Der Streit in Breslau dauert unverändert fort. Die Der Ausstand der Auslader in Neapel dauert fort. widersprechende Meldungen vor. Den Shanghaier„ North China Kollegen werden besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach beiden Städten in Berlin Gehilfen gesucht werden. Bei einer hiefigen Firma werden Arbeiten für Breslau gemacht, ob es Streit arbeit ist, wird noch bekannt gegeben. Achte jeder darauf, daß er keine Arbeit für Potsdam oder Breslau anfertigt. Der Ausstand der Kollegen bei der Firma Jätel ist zu Ungunsten unsrer Kollegen beendet, nachdem sich genügend Arbeitswillige gefunden haben, die mit Hilfe von Ueberstunden den Lohnausfall des verkürzten Accordtarifs auszugleichen suchen. Mehrere hundert Arbeiter, die keinem Syndikat angehören, arbeiten unter dem Schutz der Polizei. Die Ladung des Dampfers Maffilia" wird von der Mannschaft gelöscht. Zweitausend Ausständige versammelten sich in der Arbeitsbörse und beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn man den von Süd- Frankreich kommenden Dampfern das Einlaufen in den Hafen verbiete. die weitere Behandlung des Mandschurei= Vertrags seitens der Mächte liegen verschiedene, einander Daily News" zufolge soll der Vertrag am 26. März unterzeichnet werden. Dagegen befagt eine Reuter- Depesche aus Beking, die chinesischen Bevollmächtigten hätten die von Rußland zugestandenen fleinen Abänderungen an dem russisch- chinesischen MandschureiAbkommen dem Hofe in Singanfu mitgeteilt, worauf der Hof durch ein Edikt erwidert habe, das Abkommen könne die kaiserliche Santtion nicht erhalten. Schließlich besagt eine Meldung In Montceau- les- Mines ist die Situation noch ganz die- der„ Daily Mail" aus Peking: Rußland habe in der Frage über selbe. Die Direktion hüllt sich jetzt wieder in Schweigen, nachdem die Privilegien in der Mongolei und Turkestan nachgegeben. LiDie Forderung der Kollegen bei der Firma Markgraf, fie von dem Arbeitersyndikat den Bescheid erhalten hat, daß die Hung- Tschang und der russische Gesandte sollen über diese Punkte Neue Friedrichstraße, auf Erhöhung des Accorstarifs ist nach mehr- Arbeiter es ablehnen, die Arbeit unter den ihnen zugestandenen Be- ein neues Abkommen unterzeichnet haben. Als Entschädigung für maliger Verhandlung seitens der Unterkommission bewilligt worden. dingungen wieder aufzunehmen. Die socialistischen Deputierten die gemachten Zugeständnisse foll Rußland die Erlaubnis erhalten Die Verbandsleitung. Sembat, Carnaud und Devèze sind dieser Tage vom haben, eine Zweigbahn von der Mandschurei- Bahn bis zur großen Von den ausständigen Sattlern der Firma Reinhardt geht Ministerpräsidenten Waldeck- Rousseau empfangen worden. Sie Mauer zu erbauen. Die Entschädigungen, uns folgende Entgegnung auf die Berichtigung des Herrn in Nr. 69 haben ihm die Lage in Montceau geschildert. Die Streifenden des Vorwärts" zu: Es ist richtig, daß bei Herrn Reinhardt keine würden Arbeit sicher aufgenommen haben, obgleich die China zahlen soll, bezw. höchstens zahlen kann, werden auf 200 Kündigung besteht, und mußten die Gehilfen einen diesbezüglichen die Direktion nicht alle ihre Forderungen bewilligt hatte, Millionen Dollar geschäßt. Die Vereinigten Staaten würden Revers unterschreiben. Wenn Herr N. bestreitet, daß zwei Gehilfen wenn die Direktion nicht die dauernde Aussperrung von 450 ihrer sich mit 25 Millionen begnügen und würden sogar bereit sein, gemaßregelt sind, so sei baran erinnert, daß die beiden, Kameraden angekündigt haben würde. Die Abgeordneten wiefen den ihre Forderungen noch herabzusehen, wenn die andren Mächte einals fie am vorigen Sonntag unterhandeln wollten, furzer Hand Weg zu einer möglichen Verständigung, sie schlugen vor, daß die Direktion willigen, die ihrigen in demselben Verhältnis zu reducieren. Die ihre Papiere ausgehändigt erhielten. Das sieht doch dem Hinaus- alle Arbeiter einstellen möge, und daß die Gesamtheit derselben bis Vereinigten Staaten würden sogar einverstanden sein, daß von China fliegen sehr ähnlich. Betreffs der Löhne hätte Herr R. gut gethan, auf weiteres in beschränkter Arbeitszeit beschäftigt werden sollten. Der im ganzen nur 100 Millionen Dollar gefordert werden, auch die Löhne der Accordarbeiter anzugeben. Thatsächlich, find Leute Ministerpräsident erklärte, daß dieser Vorschlag von keiner der beiden sie halten sich aber für verpflichtet, für ihre Staatsangehörigen und mit 10, 12, 15 M. Wochenverdienst nach Hause gegangen und selbst Parteien gemacht worden sei, daß er im übrigen alles mögliche ge- für die Republik selbst eine Entschädigung in demselben Umfange ältere Arbeiter, die schon 4, 6, 10 und 12 Jahr dort beschäftigt than habe, den Konflikt beizulegen. Der neue Vorschlag aber sei sicherzustellen, wie dies die andren Mächte thun. waren, haben es bei 10 stündiger Arbeitszeit nur auf einen ihm sehr sympathisch, er hoffe, daß man auf Grund desselben doch Zurückziehung der russisch- englischen Wachen in Tientsin. Durchschnittsverdienst von 22 bis 25 Mart gebracht. Wenn noch zu einer Verständigung kommen werde. Berlin, 23. März.( W. T. B.) General- Feldmarschall Graf Herr Reinhardt allerdings die Ueberstunden, Heim- und Sonntagsarbeit Waldersee meldet am 22. aus Beting: Burüdziehung der englischHinzurechnet, dann kommt ein wesentlich höherer Durchschnitt heraus. russischen Wachen in Tientsin hat heute früh in vereinbarter Weise So wurde bei den legten englischen Lieferungen wochenlang jeden stattgefunden. Des Expeditionscorps Gesundheitszustand ist vorAbend bis 1/210 Uhr gearbeitet und überdies noch Arbeit mit nach trefflich. Hause genommen. Nur unter diesen Umständen fann sich Herr R. in die Brust werfen und sagen: bei meinen Accordpreisen ist es möglich, 30-40 m. pro Woche zu verdienen. Sociales. Lette Meldungen. Die Bevölkerungsdichtigkeit des Deutschen Reichs. Nach den Veröffentlichungen des kaiserlichen Statistischen Amts in dem Köln, 28. März.( W. T. B.) Der„ Kölnischen Beitung" wird aus Vierteljahrsheft zur Reichsstatistit tamen am 1. Dezember 1900 auf 1 qkm 104,2 Einwohner gegen 75,9 im Jahre 1871. Es ist auch eine Peking vom 22. März gemeldet: Heute traten die Gesandten Berechnung angestellt worden über die Bevölkerungsdichte der Deutschlands, Englands, Frankreichs und Japans einzelnen Bundesstaaten, die jedoch bei der außerordentlichen Ver- 3 einem Ausschuß zuſammen, um die Hilfsquellen Chinas zu prüfen und Mittel und Wege vorzuschlagen, wie die Kriegskosten schiedenheit in der Größe der Staaten sehr wenig Bedeutung bestritten und die Ansprüche von Privatpersonen befriedigt werden man Preußen tann in solcher fönnen. bat. Den Bundesstaat Auch was Herr R. von den Lohnarbeitern berichtet, ist nicht ganz zutreffend. Drei Gehilfen erhielten einen Wochenloh von 21 M. Erst in allerletzter Zeit hat er denselben auf 22 M. erhöht, drei Gehilfen erhielten 24, einer 27 und einer, ein Vorarbeiter, 36 M. pro Woche. Es verrät übrigens ein sehr wenig tonciliante Formen, wenn Beziehung nicht vergleichen mit dem Bundesstaate Hamburg, Shanghai, 23. März.( Meldung des Neuterschen Bureaus".) Herr Reinhard seine Leute so schroff behandelt, nachdem dieselben der fast mur aus einer einzigen Großstadt besteht. Indes General Gaselee ist hier eingetroffen. Das Gerücht von einer in den letzten Wochen Tag und Nacht für ihn gearbeitet haben, um es feien einige der Zahlen genannt. Mit der größten Wohndichte Mobilisierung der japanischen Flotte und Zusammenziehung der zu ermöglichen, daß die englischen Lieferungen rechtzeitig fertiggestellt und auch der stärksten Zunahme derselben erscheint da natürlich ruffischen Flotte vor Storea bestätigt sich nicht. Die politischen wurden. Die Gehilfen haben mit ihren Forderungen nicht mehr verlangt, amburg; 816,8 Einwohner auf 1 Quadratkilometer im Streise sowie die hier lebenden Fremden halten Feindseligkeiten nicht als die andern Arbeiter dieser Branche bekommen. Daß das Verlangen Jahre 1871 und 1851,4 im Jahre 1900. Es folgen Bremen für möglich. sehr bescheiden ist, beweist der Umstand, daß mehrere der ersten und mit 875,3, Lübeck mit 325,1, Sachsen mit 280,1, größten hiesigen Firmen bewilligt haben und andre mit ihren Ge- teuß ä. 2. mit 215,8, euß i. 2. 168,3, Sachsen146,8, 145,9, Heisen Anhalt hilfen unterhandeln. 187,7, Lekte Nachrichten und Depeschen. Man sollte doch meinen, was andern möglich Altenburg ist, tönnte auch Herr Reinhardt erfüllen. Schaumburg- Lippe 126,8, Braunschweig 126,4, Baden 123,8, die Reichslande 118,4, Coburg Gotha 117,2, Lippe ( Detmold) 114,6, 2ürttemberg 111. Die übrigen Bundesstaaten Auf dem Eisenwerk Gruson in Magdeburg find fiebzig stehen unter dem Reichsdurchschnitt, Preußen, das mit 98,9 erst an Former der Stahlwerkstätte in den Streit eingetreten. 19. Stelle unter den 26 Bundesstaaten erscheint, drückt gleichwohl durch seine Größe der Bevölkerungsdichtigkeit im Reich seinen Stempel auf; der Neichsdurchschnitt ist bei den 7 Zählungen seit Bestehen des Reichs stets nur 5,2 bis 5,5 über der preußischen Bevölkerungsdichte gewesen. Am dünsten bewohnt war stets Medien burg- Streliß mit 33,1 im Jahre 1871 und 35 im Jahre 1900 auf Deutsches Reich. Münchener Schreinerstreit von 1899. Die Lohukommission der Münchener Schreiner erstattete am 19. März den Rechenschaftsbericht über den legten Streit. Danach bezifferten sich die Ausgaben auf 234 209,25 M. Nach den Listen waren 1827 Mann am Streit bezw. der Aussperrung beteiligt. Unterstügung erhielten 1166 Verden Quadratkilometer. heiratete mit 1718 Kindern und 613 Ledige. Interessant ist die Statistik über das Alter der am Streit Beteiligten. Im Alter von 16-19 Jahren standen 59 Arbeiter, von 20-29 Jahren 776, von 30-39 Jahren 617, von 40-49 Jahren 271, von 50-59 Jahren 85, von 60-69 Jahren 15, 70 Jahren 2 und 71-74 Jahren 2. Den Streifenden entstand ein Lohnausfall von 161 871,60 M. Die Verluste der Unternehmer werden auf weit über eine Million geschätzt. Am schlimmsten sind die Kleinmeister daran, die sich von den großen Scharfmachern zur Heeresfolge verleiten ließen. Sie haben jest wenig oder gar nichts zu thun, während die großen Firmen ihren Arbeiterstamm nach dem Streit verdoppelten. Ausland. Der Streit in Marseille. Gerichts- Beitung. Das oberschlesische Roheisen Shudikat perfekt. Breslau, 23. März.( B. G.) Der„ Breslauer General- Anz." meldet: Nachdem diejenigen Werke, welche sich in der letzten Sigung eine Bedentzeit erbeten, neue Einwendungen nicht erhoben haben, tam das o berfchlesische Roheisen- Syndikat heute endgültig zustande. Dasselbe hat den Zweck, durch gemeinschaftliche Maßregeln den Absatz der Roheisenerzeugung au regeln, die ausländische Konkurrenz abzuhalten und den Export zu fördern, daneben auf eine der Marktlage entsprechende Preisbildung hinzuwirken. mada = Von dem Neuer Vermittelungsversuch in Marseille. Marseille, 23. März.( W. T. B.) Deputierte, General Eine ungewöhnliche Nachtarbeit soll demnächst eine Gerichts- und Munizipalräte sowie Mitglieder sonstiger Kommission ausführen, die mithelfen soll, eine gestern vor der Körperschaften hielten eine Versammlung ab, welcher 7. Straffammer verhandelte ungewöhnliche Strafsache aufzuklären. In den Kreisen der Milchhändler erregte i. 3. die Verurteilung des auch zwei Mitglieder der Ausstands- Kommission Milchhändlers Rudolf Theis und feines Nutichers Hermann gelade der Hafenarbeiter und Kohlenträger beiwohnten. berechtigtes Aufsehen. Im Laufe des Jahres 1899 und im Anfang Ministerpräsidenten Waldeck Rousseau traf bei der Versammlung des Jahres 1900 machten sich an den mit Milch gefüllten Holzkannen, ein Telegramm ein, in welchem mitgeteilt wird, daß die Reeder die für den Berliner Generalvertreter der Wolkereigesellschaft in ein Schiedsgericht annähmen. Dieses Schiedsgericht Khriz früh morgens auf dem Hamburg- Lehrter Güterbahnhof au solle den Zweck haben, diejenigen Punkte zu bestimmen, fomnien, wiederholt Unregelmäßigkeiten bemerkbar. Direktor Düfing welche bei einer Vermittelung nach Anhören beider Teile beraten von den„ Vereinigten Bommerichen Meiereien" konnte bei Empfang werden sollen. Die beiden Mitglieder der Ausstands- Kommission Der Streit der Hafenarbeiter von Marseille giebt der nahme der für diese bestimmten Sahne wiederholt fonstatieren, daß deutschen bürgerlichen Bresse wieder einmal Gelegenheit, gegen die die Sahne zu wenig Fettgehalt hatte und daß öfters an diesen nahmen das Schiedsgericht unter der Bedingung an, daß es von ,, internationale Socialdemokratie" zu hezzen, die an dem Ausstand Stannen die verschließenden Bleiplomben gelöst waren. Man der Generalversammlung der Ausständigen gebilligt würde. Nach angeblich die Schuld trägt. Nun spielt die internationale Social- fam fchließlich zu der Ueberzeugung, daß fortgefeßt Diebe Schluß der Versammlung begaben sich die Mitglieder der Körperdemokratie in Marseille, wie überhaupt im ganzen unteren Rhone- die Plombe befeitigten, aus Stannen Sahne entnahmen und diese schaften zum Präfekten, um ihn zu ersuchen, die Truppen gebiet allerdings eine große Rolle. Der Handel von Marseille und durch Hinzufüllen von Magermilch ersetzten. Drei Personen kamen zurüď zuziehen oder wenigstens nicht auf den Straßen die Juduſtrie des Rhone- Departements haben zahlreiche Fremde dahin deshalb überein, sich gegen 4 Uhr morgens, d. h. zu der Zeit, zu aufzustellen, da ja Verhandlungen jezt eingeleitet würden. gelodt. Außer den Italienern, die in Marseille zu Zehntausenden welcher die Milchhändler zwecks Abholung der Wilch auf dem Der Präfett gab seine Einwilligung dazu, daß das Militär von den leben, find dort auch Spanier und selbst Nordafrikaner Hamburg- Lehrter Güterbahnhof zu erscheinen pflegen, dort nahe dem Die Mitglieder der Körperschaften in großer Anzahl im Hafen und den Fabriken beschäftigt. Ahriger Wagen auf die Lauer zu legen, um den Dieb abzufaffen. Straßen zurückgezogen werde. Früher fam es nun zwischen den Einheimischen und den Fremden An mehreren Nächten wollen nun die Drei Beobachtungen gemacht gaben ihrerseits das Versprechen, den Ausständigen anzuraten, fich nicht selten zu blutigen Zusammenstößen, und Dolch und Revolver haben, die die beiden Angeklagten belasteten. So will der eine ruhig zu verhalten. Marseille, 23. März.( W. T. B.) Die Generalversammlung spielten dabei häufig genug eine nur zu traurige Rolle; wir erinnern Beobachter bemerkt haben, daß der Angeklagte Zelade aus den für nur an die blutigen Krawalle von Aigues Mortes. Direktor Düfing im Khriger Wagen abseits stehenden Holzkannen der Hafenarbeiter und der Auslader hat die Einsetzung eines Das hat sich in den letzten Jahren ganz und gar geändert. Der Sahne herausschöpfte, während Theiß vorn am Wagen sich befand. Schiedsgerichts angenommen. Socialdemokratie ist es gelungen, die Arbeiter von der Wahnsinnig- Am 11. März kam die Katastrophe. An diesem Tage früh feit ihres Thuns zu überzeugen, sie hat die Arbeiter aller gegen 4 Uhr überzeugte sich der Generalvertreter der MilchFiume, 28. März.( B. H.) Der Dampfer Proteo" mit Nationen zusammengefaßt, in Syndikaten organisiert und sie Genossenschaft Herr Roſt, daß am Khrizer Wagen an den für einer Ladung von 5000 Tonnen Zucker ist bei Lissa gefnuten. discipliniert, so daß heute Rubestörungen bei Streits viel Herrn Düfing bestimmten hölzernen Sahnenkannen die Plomben Valence d'Ager( Dep. Tarne et Garonne), 23. März.( W. T. V.) feltener vorkommen. Gewiß werden auch von dem jezigen unversehrt waren. Herr Düsing versteckte sich darauf in einem unAusstand Kleine Zusammenstöße zwischen Streifenden und der beleuchteten Eisenbahnwagen, dasselbe that ein Eisenbahnarbeiter. Hier erkränkten über 100 Personen infolge Genusses von varPolizei gemeldet, fie tragen aber nicht den gewaltthätigen Charakter Auf dem Khrizer Wagen stehen die für Düfing bestinimten Holz- giftetem Kuchen. Ein Mädchen ist bereits gestorben. Der Zustand früherer Beiten. Dabei muß man das vielfach provokatorische Auf- tannen, davon getrennt die für den Angeklagten Theiß bestimmten mehrerer andrer Personen ist hoffnungslos. Die gerichtliche Unterfuchung ist eingeleitet. treten der Polizei und das leidenschaftliche, leicht erregbare Blechtannen. Die Beobachter wollen nun gesehen haben, daß Theiß London, 23. März.( W. T. B.) Im Unterhause wurde der int Temperament der Südländer mit in Rechnung ziehen. Eine ganz wieder am Syrizer Wagen stehen blieb, während Zelade hinaufstieg, frivole Lüge seitens der deutschen bürgerlichen Blätter ist es aber, Letterer foll mun neben einer der Düfingschen Holzkannen nieder- Marinebudget vorgesehene Effektivbestand mit 224 gegen 54 Stimment wenn sie von Verhegungen der Socialisten sprechen. Dr. getniet sein und den Deckel geöffnet haben. Auf ein verabredetes angenommen; ebenso wurde der Kredit von 5 760 000 Pfd. Sterl. Flaissières, der socialistische Bürgermeister von Maiseille Beichen sind dann die beiden Beobachter aus ihrem Bersted hervor zur Aufrechterhaltung des Effektivbestands genehmigt und zwar mit empfing noch dieser Tage eine Abordnung der Streifenden und legte gesprungen und wollen noch gehört haben, wie Theiß seinem 196 gegen 53 Stimmen. Die beiden ihnen bringend ans Herz, dafür zu sorgen, daß sich die Arbeiter ja Kutscher zurief: Fülle schnell die Magermilch! Neapel, 23. März.( W. T. B.) Der Ansstand der Hafen and die Stutſcher, daß pro Intervenienten konnten feststellen, jeder Gewaltthat enthalten, sich nicht der Holzkanne arbeiter dauert fort und herrscht vollständige Ruhe. Eine große bor welcher bogieren laffen; in jeder Versammlung der Streifenden wird des Düfing, der Angeklagte Belade nieder Zahl freier Arbeiter arbeitet unter dem Schutz der Polizei weiter. von den Führern dieselbe Mahnung immer wiederholt. gefniet war, die Plombe fehlte. Diese Feststellung begleiteten gwei Ausständige, welche die Arbeiter beschimpften, wurden verhaftet. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. bon «..71. I«. ftw.,. 1.|(ilüf)» Jwilttf Iftlilttt lÄHlB. Srni.,, a» im Meineidsprozesse tttib Schwurgerichte. Ueber„Geschwornengerichte und Revo« lutionstribunalc" schreibt uns Genosse K. K.: Die trefflichen Ausführungen des Genossen Herzfeld über„Meineidsprozesse und Schwurgerichte" im„Vor- wärts" vom 20. März regen mich zu einigen kleinen ergänzenden Bemerkungen an. Genosse Heine hat zum Beweis dafür, daß Laienrichter sich leichter als Berufs- richter durch Leidenschaften und Vorurteile beeinflussen lassen, auf die„grauenhaften Ausschreitungen der französischen Revolutionstribuuale" hingewiesen. Genosse Herzfeld hat darauf schon mit Recht erwidert, daß der Zustand der Revolution ein Ausnahmezustand sei, an dem normale Ver- Hältnisse nicht gemessen werden dürften. Aber das"Ausnahmsweise steckt nicht bloß in der revfr lutionären Situation. Das französische Revolutionstribunal selbst war nicht ein gewöhnliches Schwurgericht, sondern ein Ausnahms-Gerichtshof. Die Geschwornengerichte, welche die Revolution im April 1790 für den Kriminalprozeß einführte,*) hatten damit nichts zu thun, und es ist mir nicht bekannt, daß sie sich selbst während der Revolution hätten „grauenhafte Ausschreitungen" zu Schulden kommen lassen. Das Rcvolutionstribunal, dem diese zur Last fallen, wurde viel später eingeführt, erst am 10. März 1793. Schon am 9. März hatte der Konvent mit allen gegen eine Stimme beschlossen einen außerordentlichen Kriminal gerichtshof einzurichten, von dem kein Appell an den Kassationshof gestattet ist, und der alle Verräter, Verschwörer und Gegner der Revolution aburteilt." Am folgenden Tag erhielt das neue Ausnahmsgericht seine Gestalt. Es be stand auS fünf Berufsrichtern und zwölf Geschworenen, welche letztere über den Thatbestand zu urteilen hatten. Aber wie die Richter und der öffentliche Ankläger wurden auch diese Geschworenen von dem Konvent ernannt(aus den Bürgern von Paris und seiner Um gebung). Die Geschworenen hatten laut, vor der Oeffentlich. keit, zu verhandeln und ihre Stimme abzugeben. Daß ein derartiges Tribunal mit einer derartigen Auf gäbe kein Ggschwornengericht im gewöhnlichen Sinne des Worts bildet, ist wohl klar. Den Revolutionsmännern selbst wäre es nicht eingefallen. es als solches zu betrachten. Sie erklärten ausdrücklich den neuen Gerichtshof als einen außerordentlichen. Es waren außergewöhnliche Zustände, die seine Einsetzung erzwangen Nicht etwa Uebennut oder sinnlose Raserei oder zwecklose Blutgier, wie die Reaktionäre aller Sorten so gern behaupten, trieb dazu, sondern der verzweifelte Zustand Frankreichs. Es stand im Kriege gegen ganz Europa. Im Innern erhoben sich an allen Ecken und Enden gegenrevolutiouärc Ausstände und Verschwörungen, die dem auswärtigen Feinde Hilfe leisteten. Ohne sich erst mit richterlichen Förmlichkeiten abzuquälen, schlugen die Bauern der Vendee jeden Beamten, jeden, der als Anhänger der revolutionären Regierung galt, tot. Die alte Armee war aufgelöst, die neue Armee bestand fast nur aus Rekruten und diese wurden von Offizieren geführt, die mit dem äußeren und inneren Feind fymphatisierten und konspirierten. Die Liste der Generäle, die zum Feind übergegangen waren, hatte bereits eine ziemliche Ausdehnung erreicht, sie sollte gerade damals um einen neuen Namen bereichert werden. Dumouriez, der Befehlshaber der Hauptarmee Frankreichs war bereits verdächtig, als das Rcvolutionstribunal eingesetzt wurde. Wenige Tage darauf kam sein Verrat zu Tage. Er forderte seine Soldaten auf, sich mit den ihm gegenüberstehenden Oestreichern zu ver einigen, um auf Paris zu marschirren und der Revolution den Garaus zu machen. Aber die Soldaten der Revolution waren aus andrem Holze geschnitzt, als ihre ersten Generale, und nur eilige Flucht rettete Dumouriez vor der Wut seiner Truppen. Krieg nach außen, Bürgerkriege und Verschwörungen im Innern, Verrat bei den Häuptern der Armee— das war die Situation, die das Revolutionstribunal gebar. Es sollte nicht ein Mittel sein, ängstlich abwägend das Recht zu finden, sondern eine scharfe Waffe, die versteckten Feinde der Revo- lufion niederzuschlagen. Und wenn damals das revolutionäre Frankreich sich siegreich behauptet hat, da sein Untergang besiegelt schien, so verdankt es das nicht zum geringsten der Energie seines Revolutionstribunals. Sicher, seine Thätigkeit war eine grauenvolle, aber nicht grauenvoller, als der Krieg über- Haupt, und sie erzeugte nicht mehr Ausschreitungen, als der Krieg überhaupt. Man kann also aus dem Wirken des französischen Revolutionstribunals ein Argument gegen den Krieg ableiten. Aber diese„grauenhaften Ausschreitungen" beweisen nichts gegen die Revolution, gegen die wohl auch Heine sich nicht gerichtet hat, gegen die man aber seine Worte ausbeuten könnte, und sie beweisen schon gar nichts gegen die Ge- schwornengerichte. Daß wir andrerseits nicht lange zu suchen brauchen, um in der Geschichte grauenhafte Ausschreitungen, die sich mit denen des Revolutionstribunals kühn messen können, zu finden, begangen von Berufsrichtern, nicht in der Leidenschaft eines Kampfs auf Leben und Tod. nicht um des Volkswohls willen, sondern aus berechnender kühler Servilität und Streberei, brauchen wir wohl Genossen Heine nicht erst zu bemerken. 9» m Genosse Wolfgang Heine schreibt uns: Die Entgegnung, die Kollege Dr. Herzfeld in Nr. 67 deS„Vorwärts" gegen meinen unter dem Titel„Meineids- Prozesse und Schwurgerichte" in Nr. 61 veröffentlichten Artikel gebracht hat, würde mich nicht zur Erwiderung veranlassen, weil ich es nicht für meine Pflicht halten würde, jemand zu widerlegen, der sowohl Zweck wie Inhalt meines Aussatzes durchaus nicht verstanden hat. Da aber Herr Kollege Herzfeld mir„Widersprüche zu den Grundanschauungen der socialdemo« kratischen Partei" nachsagt und mich im Gegen- satze zu einer Forderung des Erfurter Programms erblickt, muß ich erwarten, daß das wieder *) Für den Cidilprozetz wurden die Bcrussrichter beibehalten. diese Ivurden aber aus den gebildeten Juristen vom Volke ge- wählt. Auch das Amt des öffentlichen Anklägers unterlag der Bolkswahl. einmal Wasser auf die Mühle der Gegner der Socialdemo- kratie liefern würde. Lediglich deshalb bitte ich Sie, die folgenden Zeilen aufzunehmen. Kollege Dr. Herzfeld vermißt in meinem Artikel die Be- tonung deS Klassencharakters der heutigen Justiz. Um die Haltlosigkeit dieser Kritik nachzuweisen, genügt es, daß ich für Leser, die Nr. 61 des„Vorwärts" nicht mehr zur Hand haben, folgende Stellen wiederhole. Von den juristischen Richtern habe ich gesagt: „Dies« Entfremdung(von de» Bedürfnissen des Volks und seinem Rechtsgefühl) wird schon durch die juristische BctrachtungS- weise an sich bewirkt, wird aber noch erheblich ver- stärkt durch die standeSmätzige Abgeschlossenheit der Juristen vom Volke und durch den Einfluß der besondren Interessen der Bureau kratie." Und über die heutigen Laiengerichte habe ich ge- schrieben: „Wir Socialdemokraten empfinden jetzt sogar diese Gefahr (nämlich einer Becinfliisstmg durch Leidenschaften. Haß und blinde» Vorurteil) besonders, weil in Deutschland die Ge- schwornengerichte einseitig aus Angehörigen der besitzenden Klassen zusammengesetzt sind." Diese zweite Stelle hat Herr Kollege Herzfeld offenbar nicht gelesen, denn er übergeht sie in seinem Resumo meiner Ausführungen völlig. Ich dächte, daß ich mit diesen Worten für denkende Leser die Gefahren des Klassencharakters der heutigen Gerichte deutlich genug ausgesprochen hätte. Herr Kollege Herzfeld hat sich mir gegenüber darauf be- rufen, daß in meinen Ausführungen das Wort„Klassenkampf" nicht vorkäme. Im reichlichen Gebrauch dieses Aus- drucks ist er mir allerdings über," ich möchte aber meinen, daß es auf den Gedanken und nicht auf das Wort ankomme, und daß es Geschmackssache sei, ob man dasselbe Wort immer wiederholen will, oder ob man es vor- zieht, den Gegenstand auch einmal anders auszudrücken. Herr Kollege Herzfeld hat aber überhaupt nicht verstanden, daß und weshalb ich die Frage des Klassencharakters der Justiz nur nebensächlich zu streifen hatte. Mein Artikel war dem Problem gewidmet, ob die Bedenken begründet wären, die von liberaler Seite aus Anlaß der Konitzer Prozesse gegen die Rechtsprechung durch Nichtberufsrichter, durch Geschworne in ihrer Eigenschaft als Laien erhoben worden waren. Deshalb mußte ich die specifischen Unterschiede zwischen dem Verfahren von Juristen und dem von Laien als solchen erörtern, Unterschiede, die un- abhängig von den Klassenunterschieden vorhanden sind, wenn sie sich natürlich auch in der Praxis damit kombinieren. Wie Herr Kollege Herzfeld darin einen„Verstoß gegen die Grundanschauuugen der Partei" erblicken kann, ist mir unverständlich. Er sagt ja selbst, die Frage, ob Laienrichter ob Berufsrichter sei für die Abschaffung der Klassenjustiz ganz( gleichgültig. Da i ch mich nun aber gerade mit dieser Frage, ob Laienrichter, ob Berufsrichter, beschäftigte, so hatte ich bei meiner damaligen Untersuchung keine Veranlassung. das Klassenkampfproblem besonders hervorzuheben. Wenn Kollege Herzfeld es ferner für nötig hält, zu betonen. daß er„im Gegensatz zum Genossen Heine an eine Rechtsprechung durch vom Volk, erwählte Richter glaube, wie unser Programm s i e v o r s ch r e i b e ," so habe i ch ihm zur Konstruierung eines solchen Gegensatzes zwischen mir und dem Programm keinenAnlaß gegeben.weil ich mich mit dem Programm überhaupt nicht beschäftigt habe, und bei meiner Betrachtung auch nicht zu beschäftigen brauchte.„Glaube" ist zwar im allgemeinen nicht meine starke Seite, und noch weniger liebe ich es, ihn zur Schau zu tragen, aber zur Bs- ruhigung ängstlicher und zum Aerger schadenfroh lauernder Gemüter mag hier ausdrücklich gesagt sein, daß es mir nicht im Traume eingefallen ist. an diesem Programmpunkt rütteln zu wollen. Die Fragen, ob Laienrichter oder Juristenrichter, und ob vom Volk erwählte oder von der Bureaukratie ernannte Richter, bestehen völlig unabhängig voneinander. Man kann sowohl Juristen wie Geschworne entweder wie heut ernennen oder vom Volke wählen lassen. Auch vom Volk gewählte Juristen und Laien werden stets die durch ihre Vor- bildung bedingten Unterschiede in der Beurteilung der Fälle zeigen. Mit diesen Unterschieden habe ich mich beschäftigt; wenn das Erfurter Programm diese Frage nicht erörtert, so existiert sie doch, und es wird Wohl noch erlaubt sein, auch Probleme zu besprechen, die nicht im Rahmen des Parteiprogramms liegen. Darüber hat, denke ich. mein neulicher Aufsatz keinen Zweifel gelassen, daß nach meiner Meinung die eigentümlichen Schwächen der Laienjustiz bei weitem übertroffcn werden durch die mit ihnen innig zusammenhängenden Vorzüge, daß ich deshalb die Mitwirkung der Nichtjuristen an der Rechtsprechung für ein unentbehrliches Erfordernis eines gesunden Rechtslebens halte, und daß mich daran auch vorgekommene„Ausschreitungen" nicht im geringsten irre machen. Wenn andrerseits das Erfurter Programm sich für die Wahl der Richter durchs Volk ausspricht, so folgt daraus noch nicht die Pflicht, in dieser Maßregel die Heilung aller Uebelstände zu suchen, auch solcher, mit denen gerade s i e nichts zu thun hat. Wir fordern die Wahl der Rickter durch das Volk, um sie von der Bureaukratie und den herrschenden Kreisen unabhängig zu machen; dies Ziel ist schon Begründung genug dafür. Aber die Einflüsse, die gerade in Könitz in Frage standen, würden bei der Wahl der Richter durch das Volk nicht beseitigt worden sein. So wenig wie es dem Moritz Lewy genützt haben würde, wenn die Geschwornen aus dem Volk von Könitz und Umgegend hervorgegangen wären, so wenig hätte es ihn gerettet, wenn sie d u r ch dies Volk gewählt worden wären. Und genau so steht es mit dem Einfluß der Klassen- interessen oder-Empfindungen; er wirkt zweifellos, aber er wird sich sowohl bei Laien wie bei Juristen, desgleichen bei bureaukratisch ernannten und bei demokratisch erwählten Richtern zeigen. Die Rechtsprechung durch vom Volk erwählte Richter kann und wird also die Einwirkungen des Klassen- interesses auch nicht aufheben, ebenso wenig wie die Recht- sprechung durch Laien für sich allein diesen Erfolg haben könnte. Aber ein Gegengewicht gegen die rücksichtslose Einwirkung der Klasseninteressen auf die Rechtsprechung ist in der That denkbar, und zwar auch schon vor voller Durchführung der socialistischen Gesellschaft. nämlich die Erzeugung einer politischen Durchschnittsbildung,.welcher in der Rechtsprechung„Unparteilichkeit gegen jedermann und leidenschaftslose Behandlung auch des Gegners ein selbst- verständliches Lebenselement sind". Herr Kollege Herzfeld spricht etwas von oben herab seinen Unglauben dieser meiner Ansicht gegenüber aus. Daß eine solche Unparteilichkeit ein Jdealzustaud ist. der nie voll ver- wirklicht werden wird, mag sein. Klasseninteressen und andre entgegenwirkende Faktoren werden sich wohl nie restlos aus- schließen lassen. Als Ziel jedenfalls müssen wir ihn an- streben und thun es längst. Das Deutsche Ceutralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für Luttgenkrauke hielt am Sonnabend, den 23. März, unter dem Vorfitz deS Grafen PosabowSkh in dem SitzungSsaale des Reichstags seine General- Versammlung ab. Das eiste Referat, erstattet von dem Chefarzt der badischen Heilstätte FncdrichSheim, Dr. Rumpf, behandelte das Thema: Auslese der Lungenkranken fiir die Heilstätten. Der Redner ging davon a»S. daß gegenivärtig das Kranlenmaterial der Heilstätten zu einem sehr erheblichen Teile ans solchen Personen besteht, denen die Heilstättenbehandlung nicht Mehr nutzen kann, weil der Krantheitsprozeß schon zu weit vorgeschritten ist. Andrerseits fänden auch Kranke Aufnahme, bei denen die längere Beobachtung schließlich den Verdacht auf Tuberkulose nicht bestätigt. Beides— die Aufnahme von zu weit vorgeschrittenen Fällen und von Nicht- tuberkulösen— niuß vermieden iverden, zmnal da heute noch, und voraussichtlich noch sehr lange, die vorhandenen Heilstätten dem Bedürfnis bei weitem nicht genügen. Des- halb ist eine sorgfältigere Auslese nötig, mid um diese zu er- reichen, schlägt R. die Errichtung von VoruntersuchungS« Stationen vor, in denen, wenn nötig, die Kranken auch für einige Tage zum Zwecke der Beobachtung Ausnahme finden können. Diese Voruntersuchimgs-Stationen würden am besten an Kranken- Häuser angegliedert,' in denen dann die Unheilbaren gleich zur weiteren Behandlung verbleiben könnten. Demgegenüber vetonte der Leiter der hiesigen königl. Poliklinik für Lungenkranke, Prof. M. Wolfs, daß solche Unteqiichungs- stationen nur für kleine Verhältnisse paffen würden. I» der von ihm geleitete» Poliklinik seien in 5/i Jahren 600 Personen zur Unter- suchung gekommen. Die alle zur Beobachtung aufzunehmen, sei un- möglich; allerdings würde er es auch für sehr wüiischensiuert halten, daß eine kleine Anzahl von Krankeubetten zur Verfügung ständen, zum Beispiel für seine Anstalt IS— 20. In«der Regel genüge aber die poliklinische Untersuchung. Sodann referierte Prof. B. Frankel über„Pflege- stätten und I n v a Ii d e nh e im e für Tuberkulöse". Schon um die Gesunden zu schütze», sei die möglichste Isolierung auch deS unbeilvarcu Erkrankten anzustreben. Die Unschädlichmachung des Auswurfs genüge nach de» neuesten Untersuchungen nicht voll- ständig, so werlvoll und notwendig sie auch sei. Scbon deshalb sei 'es»ölig, auch für die rmbeili»..v., �'-«rkulosen Asyle ans dem Lande zu errichten, in den-:, sie die bestmögliche Pflege genießen. Der Eintritt kann zunächst nur ein freiwilliger sein. Aber durch entsprechende Belehrung iverde man doch einen großen Teil der Kranke» zum Eintritt bewegen. Staat und Gemeinde müssen die JnvaliditätSanstaltcu bei der Schaffung dieser Einrichtung unter- stützen. Dann folgte das Referat von Professor H e u b n e r über die Bckämpfuiig der Tuberkulose im Kin deSalter. Heubner tritt für die Errichtung besonderer Krankenhäuser bez. Abteilungen für tuberkulöse Kinder ein, damit die Uebertragung der Krankveit auf solche Kinder vermieden werde, die wegen andrer Erkrankungen Aufnahme gesunden haben. Das Kind, und namentlich daS kranke und schwache Kind, sei für alle Uebertragungen besonders empfänglich. Das gelte insbesondere auch für die Zeit der Re- tonvalescenz(Genesung) von Masern usw. und deshalb sei es not- wendig, Rekonvalescentenheime für Kinder zu schaffen, in denen diese unter günstige» hygienischen Bedillgnngen ihre volle Gesund- heil zurückcrlangen können. H. war früher der Ansicht, daß wenigstens für die ersten Versuche in dieser Richtung die Thätigkeit privater Wohlthätigkeitsvereine ausreichen werde. Er glaubt dies heute nicht mehr, sondern fordert die Gewährung staatlicher bezw. kommunaler Mittel. Das sei schon deshalb notwendig, weil H. gemäß einem Vorschlage deS Münchcner Professors v. Ziemssen eine organische Verbindung zwischen de» außerhalb der Städte gelegenen Rc- lonvalescentenheimen und den Krankenhäusern im Innern der Stadt hergestellt zu sehen wünscht. Der Korreferent Professor Ewald beschränkte sich auf einige Mitteilungen über die Kinderheilstätten an den deutschen Seeküsten. Ihre Wirksamkeit würde eine noch weit bessere sein, wenn nicht materielle Gründe meist zu einer Abkürzung des Ausenthalts führten. Ein ganz andres Bild, als die drei ersten, bot das vierte Referat, welches die T u b e r i u l o s e- B e k ä m p f n» g durch W o h- nungsfürsorge behandelte. Bis dahin waren Männer der Wissenschaft zum' Wort gekommen, welche die Ergebnisse ihrer Forschungen im Interesse der socialen Fürsorge verwerteten, und die diese Art der Verwertung als Selbstzweck betrachteten. Jetzt erhält das Wort der preußische Landral, der auch i» seiner Art sociale Fürsorge treibt, aber von dem höheren Gesichtspunkt aus, daß durch die sociale Thätigleit der„Umsturz" bctümpft und die„Autoritäten" gestärkt werden müssen. Dr. Hehd- w e i l l e r, der Landrat deS Kreises Lüdenscheid—„mein Kreis" nannte ihn der Redner im Laufe seiner Ausführungen— hob ein- leitend hervor, daß das erste Ziel einer aus die Bekämpfung der Tuberkulose gerichteten Bewegimg die Beschaffung gesunder Arbeiter- wohnunaeu sein müsse. In immer weitere Kreise dringe dann auch diese Erkenntnis. Das Reich betrete ja jetzt schon aktiv de» Weg der Wohnmiftsfürsorge, Miqnel habe ähnliches für Preußen ver- sprachen, und auch zahlreiche Arbeitgeber seien in gleicher Richtung thätig. Ader man müsse die WohnungSfürsorge nach den örtlichen Verhältnissen einrichte». Glücklicherweise sei ja nicht überall im Deutschen Reich der Gang der Kulturentwicklung der nämliche. Gott bewahre uns in de» Provinzen vor Berliner Kulturentwicklung! Für viele Teile Deutsch- lands, z.B. das Saarrevier, sei eS darum weit nützlicher, wohliv ollende Arbeitgeber für die Wohnungsfürsorge zu gewinnen, als gemeinnützige Bangenosseuschaften zu errichten. Wo entwickeltere Verhältnisse bestehe», da sind die Baugenossenschafte» am Platze: diese müssen aber ihre Aufgabe darin sehen, jeden Ar- bester selbst i» den Besitz seines Hauses zu setzen. Denn es sei notwendig, die Zahl der sich nur als Gattungswesen, nicht als Individuum fühlenden Menschen möglichst zu beschränke». Außer- ordentlich wichtig sei auch in den Bau genossen- sch asten eine führende Rolle des Arbeitgebers. Allerdings hat die Bereitwilligkeit der Arbeitgeber zu soctalcr' Mitarbeit unter dem Einfluß der poli« tischen Verhetzung der Arbeiter und der behördlichen Eingriffe sehr gelitten. Aber wenn, wenig- stens den wohlwollenden Arbeitgeber» gegenüber, der englische Grundsatz:„mein Haus ist meine Burg" wieder mehr Platz greifen ivürde, dann würde das schon wieder besser werden. Die Wohuuugs- reform vertrage keine Schematisienuig und keine Rcglenientienmg von oben, sie erfordere aber die Mitarbeit aller Kulturträger im Volksleben, unter Führung der deuffchen Fürsten, Obrigkeit, Äircke, Schule, Volksvertretungen, Gemeinden, Wissenschaft, Aerzte, Arbeit- geber und Arbeitnehmer. Die Wohuungssrage wird entweder unter Mitwirkung aller dieser gelöst, oder sie wird dauernd«in partei. Berhegungsmittel in den Händen der Umst ur 3-1 das Recht eingeräumt, die Wohnung, mit der er hereingefallen war, aufhalbjahr am Sonntag, den 14. April, an der Tagesschule für sämt zugeben. Der widerstrebende Hauswirt mußte aber, wenn er aus liche Abteilungen einschließlich Färberei am Montag, den 15. April. Cifiges Schweigen folgte den Worten des Redners und bewies, der Wohnung weiter Gewinn ziehen wollte, für einigermaßen gründ- Anmeldungen nimmt entgegen und nähere Auskunft erteilt der daß auch in diesem, des Radikalismus gewiß nicht verdächtigen Kreise liche Abhilfe sorgen. Der erwähnte legte Schritt verbietet sich jetzt Direktor der Schule, Professor Gürtler, Markusstr. 49. diese Verquickung von socialer Fürsorge und Umsturzbekämpfung durch die Wohnungsnot. Der Mieter ist sicher, daß er Teinen Antlang findet. In der Diskussion sprach nur ein Redner, feine Wohnung wiederfindet, wenn er nicht die legte Stadtrat Büttner Halle; auch er berichtete nur über einige Zufluchtsstätte, das so lange wie irgend irgend möglich geMaßnahmen der Hallenser Stadtverwaltung. Man hat dort miedene Asyl für Obdachlose aufsuchen will. Die Notwendigkeit der Feuerbestattung. Die Friedhofsfrage wird für die Berliner Kirchengemeinden immer brennender. Gegen ihr Vorhaben, Begräbnisplätze im Gebiet der nördlichen Vororte anEr Tuberkulösen Zuschüsse gewährt, um ihnen die Beist gezwungen, in der gesundheitsschädlichen Wohnung zu bleiben zulegen, gehen diese Vororte immer entschiedener vor, weil sie davon schaffung eines abgesonderten Schlafraums, eignen Eß- und und zuzusehen, wie Frau und Kinder unter dem Einfluß der Uebel- eine unberechenbare Schädigung befürchten. Zu den Gemeinden, Trinkgeschirrs und besonders gute Ernährung zu ermöglichen. Man stände zu tränkeln beginnen. Bei der Mietezahlung schildert er dem die gegen die Errichtung von Berliner Friedhöfen in ihren Bebat ferner eine sorgfältige Ziehfinder- Kontrolle durch Kinder- Hauswirt die gefährliche Verfassung der Räumlichkeiten und ersucht zirken Einspruch erheben, hat sich nun auch Hermsdorf geſellt. Hier pflegerinnen eingeführt, die verdächtige Kinder allwöchentlich dem ihn um Abhilfe. Der Eigentümer lacht dem Hilflosen hell ins Ge- hat eine Versammlung der Gemeindemitglieder beschlossen, eine Arzte zuführen müssen. Die dabei entdeckten tuberkulösen Kinder ficht, stellt ihm höhnisch frei, die Wohnung zu verlaffen, wenn sie sucht wird, daß auf Hermsdorfer Gebiet die Konzession zur Anlage Petition an den Regierungspräsidenten zu richten, worin darum erwurden in Seehofpize oder dergleichen entsandt. In letzter Zeit ist ihm nicht gefalle und spricht davon, daß er sofort bereit sei, den sucht wird, daß auf Hermsdorfer Gebiet die Konzession zur Anlage nan auch dazu übergegangen, aus tuberkulösen Familien die gefunden Unzufriedenen vom Kontrakt zu entbinden. Zehn andre hätte von Begräbnisplätzen auswärtiger Gemeinden nicht erteilt werden Kinder zu entfernen, und fie in Pflege zu geben. Halle hat dann er auf der Liste, die bereit seien, die Wohnung unbesehen zu möge. weiter ein größeres städtisches Terrain in Erbbaupacht gegeben, teils nehmen. an Baugenossenschaften, teils an Private. Die Pachtbaner beträgt 70 Jahre, der Bins 10-15 Pf. pro Quadratmeter. Nach 70 Jahren vergütet die Stadt 1/4 des Werts des Hauses, das dann noch steht. C. F. Der Mieter muß sich ducken; fühlt er doch, daß der Hauswirt nur zu recht hat. Das Asylum Himmelswillen, nein! Da bleibt man wohnen und versiecht weiter mit Weib und Kind dem Hauswirt zu Gefallen, da keine Behörde, kein Wohnungsinspektor in sein gemeinschädliches Verhalten hineinredet. um Eine Liebestragödie in einer Droschke. Die 25jährige Köchin Frieda Tack, die seit längerer Zeit in der Meineckestraße 5 zu Wilmersdorf in Stellung war, machte, als sie noch die Kochkunst erlernte, die Bekanntschaft des 28jährigen Kochs Lothar Schez, der in einer Wirtschaft Unter den Linden beschäftigt ist. Aus der Befanntschaft entwickelte sich bald ein Liebesverhältnis. Als Frieda Tad in der legten Zeit auf eheliche Verbindung drang, erflärte Berliner Partei- Angelegenheiten. Mit der Bekämpfung des Kurpfuschertums beschäftigte sich ihr der Geliebte, daß davon keine Rede sein könne. Darauf verDen Lokalkommiffions- Mitgliedern Berlins, insbesondere die biefige Aerztekammer in ihrer gestern abgehaltenen Sigung. fuchte fie, ihn Freitagabend 6 Uhr am Brandenburger Professor Koßmann erstattete den Bericht der zur Bekämpfung der Thor zu treffen. Schetz fam aber nicht, obwohl er aber denen der Vororte zur Nachricht, daß am Sonntag, den 7. April, Sturpfuscherei eingesetzten Kommission. Referent will das Gesetz ihre Depesche erhalten hatte. Die Verschmähte taufte nun die nächste Lokalliste erscheint. Die Einsendungen für Neu- über den unlauteren Wettbewerb zur Verfolgung der Kurpfuscher einen Revolver und scharfe Patronen und ging einstweilen wieder aufnahmen sowie Streichung von Lokalen sind bis spätestens den herangezogen sehen, namentlich soll sich diese Anwendung auf die nach Hause. Nachdem sie spät abends ihre Arbeit beendet hatte, 2. April einzusenden, und zwar für Berlin an Karl Scholz, Wrangel- Reklame der Kurpfuscher beziehen. Sanitätsrat Wiesenthal bekämpft ging fie nochmals fort und wartete Unter den Linden auf ihren straße 110; Niederbarnim an Paul Kette, Friedrichsfelde, Lichten: diese Forderung, da der Aerztestand kein Gewerbe treibt und seit Geliebten. Dieser besuchte nach Geschäftsschluß noch eine Wirtberger Brinzen- Allee 20a; für Teltow- Beeskow an Herm. Quitt, Rigdorf. langem bemüht ist, aus der Gewerbe- Ordnung herauszukommen. fchaft mit ihr und holte dann eine Droschte, um sie nach Hause zu Hobrechtstr. 82, IV.; für Potsdam- Ost- Havelland an Ernst Rieger, Auch der Erfolg eines solchen Vorgehens würde sehr zweifelhaft bringen. Am Kurfürstendamm in der Nähe der JoachimsthalerSpandau, Moltkestr. 3; unter diverse Orte Gustav Stein, Briezen a./D., sein. In den sächsischen Krantentassen z. B. würden mehrfach straße zog das Mädchen den Revolver aus der Tasche, jagte Schez Frankfurterstr. 32. Kurpfuscher beschäftigt. Alle Bemühungen der Aerzte, diese eine Kugel in die rechte Stirnfeite und eine zweite sich selbst in den Gingegangene Gelder für das Liebknecht Denkmal vom 17. bis Personen von der Behandlung Kranker ausgeschlossen zu sehen, feien Kopf. Der Droschtenfutscher brachte seine schwerverwundeten Fahr24. März: K. St.-, 50. Von den Arbeitern der deutschen Waffen- und umnüz gewesen. Dr. Mug dan hingegen erfärt die Gewerbe- gäste schleunigst nach der Unfallstation am Zoologischen Garten, wo Munitionsfabriken d. Sch. 44,85. 486. Bezirk durch E. M. 6,- Gesammelt Ordnung für den einzigen Schuß der Aerzte. Sie ständen innerhalb die Aerzte den inzwischen eingetretenen Tod des Mädchens feſtſtellten. von den Stammgästen aus Stadt Liegnis 12,45. Von den Arb. der Firma der Gewerbe- Ordnung und könnten daraus alle Konsequenzen ziehen. Die Bemühungen, den bewußtlos gewordenen Schez ins Leben Union, Elektr. Gesellsch. Martinicenfelde 121,40. Von den Genossen aus Spremberg 10,-. Von den Genossen des 11. sächsischen Wahlkreises durch Doch sei er im Princip gegen jedes Kurpfuscherei- Verbot, das doch zurückzurufen, hatten Erfolg. Er ist zwar schwer, aber nicht unMüder 10,- Erster Kreis Berlin: Von der Schneiderwerkstatt feine Besserung schaffen würde. Dr. Munter bemerkt, daß durch mittelbar lebensgefährlich verwundet und wurde nach Anlegung Frante 15, 8 weiter Kreis: M. Dunter 3,-. M. Domschke 3,-. die Versicherungsgesetze gerade in den Kreisen der Arbeiter die eines Verbands nach dem Charlottenburger Krankenhause gebracht. Abteil. 9, H. D. 1,-. Wachter- 75. 130. Reichstags- Wahlbezirt, darunter Einsicht von der Schädlichkeit der Kurpfuscher weit Frieda Tack hatte bei ihrer Dienstherrschaft einen Brief hinterlassen, Thewald-, 50, Ruppel , 25, Septe<-, 25, 10,-. Von den verbreitet worden ist, und zwar durch die fortgesette in dem sie mitteilte, daß ihr Bräutigam sie nicht heiraten Arbeitern der Klaviaturfabrik H. Buchholz, Kreuzberg 7, 20,10. Sechster Kreis. Von den Kollegen der Tischlerei Müller, Schönhauser Auch er ist gegen jede denunziatorische Maßnahme hinsichtlich der zu scheiden. 20,10. Berührung mit den Aerzten und deren segensreichem wirken. fönne; fie hätten daher beschlossen, Das stimmt aber nicht überein mit dem Inhalt Allee 161a 12,50. R. 2., Tresdomstraße 1,-. Durch Woiwode 472. Bezirk Dieser wiederholte 9,25. Stiller 1,-. Von mehreren Lithographen der Firma S. 11. S. 5,05. Kurpfuscher. Der Referent weist in seinem Schlußwort darauf eines Briefs, den man bei Schez fand. Alter 48 er 50. Organisierte Maurer Sprißbant in Lichtenberg 10,-. hin, daß sowohl im Prozeß Kuhne als auch in andren ähnlichen seiner Geliebten schriftlich, was er ihr mündlich schon gesagt Johann Kaiser 1, C.-.- u. St.- der T., Reinickendorferstraße 13,- Prozessen der Gerichtshof es bedauert hat, daß er nach dem Wort- hatte, daß von einer Heirat keine Rede sein könne; er habe die Ueberschuß vom Märzkranz von den Arb. d. Maschinenfabrit vormals laut des Gesezes nicht zur Verurteilung fommen tonnte. Biete aber Absicht, sich das Leben zu nehmen. Eine Verabredung, gemeinsam L. Schwarzkopff, Neues Werk 11,-. Von den Klempnern der Firma F. u. das bestehende Gesetz eine Handhabe zur Verfolgung, so müsse sie zu sterben, hat nicht stattgefunden. Dagegen spricht auch ein zweiter M. Lautenschläger 5,60. Wahlbezirk 628 17,40. Märzfranzüberschuß von benutzt werden. Der Antrag des Referenten wird hierauf Brief, in dem Schezz einem Freunde mitteilt, er habe 300 M. an den Arbeitern der Firma Borsig, Tegel 222,70. Von den Brauern, von der Kammer angenommen. Die Kommission hat ferner ihn abgesandt und werde den Rest in den nächsten Tagen schicken. Böttchern und Fahrpersonal Dom Münchener Brauhaus 19,50. Vierter Kreis( Often): Kolofinski 1,-. Tischlerei Schulz, Rüders- eine präcisere Fassung der§§ 29 und 147,3 der Reichs- Schet, der aus München stammt, hatte außerdem seit Jahren ein dorferstr. 26, 9,85. Städt. Kanalisationsarbeiter( Filiale II) 5,-. Verein Gewerbe- Ordnung, die ärztliche Approbation und Verhältnis mit einer Kellnerin. Die Beziehungen zu der Tack Brüderlichkeit" durch Seife 2,50. Bau Petersburgerplat 6,30. 4 Genoffen die Führung des Titels Arzt" behandeln, als gefeßlich erscheint er nur angeknüpft und unterhalten zu haben, weil er wußte, bei O. Franke 2,50. Gesammelt von den Genossen des 155. Stadtbezirks strebenswert hingestellt.. Die Kammer beschließt, eine Neu- daß sie Geld hatte. ( darunter Klub„ Avanti" 10,-) 39,10. Treppengeländer- Fabrik von Joseph formulierung beider Paragraphen durch den Oberpräsidenten an zu Das Kellnerinnen- Elend. Mit Sublimat versuchte sich gestern Drechsler, außer einem, 10,-. Bielowsti 0,50. Lotterieverein Glücks: ständiger Stelle zu beantragen und bringt eine abgeänderte Fassung abend die 20 Jahre alte, aus Hamburg gebürtige Kellnerin Ida Stern" 6,85. Rauchklub" Sieben roocht", Adlershof, 8. A. Quast, Boech: straße, 1,- Schuhmacherwerkstatt Mohr u. Speyer 5,-. Die Arbeiter der Schildein aus der Chausseestraße 2f zu vergiften. Seit sieben städtischen Wasserwerke, Abteilung Tegel, 5,-. Vom Genossen W. L. durch Monaten in Berlin, wechselte sie häufig ihre Stellen. In den letzten Thomae 10,- Die Arbeiter der Firma Bols, Tempelhof, 8,40. Organ. Tagen war sie sehr niedergeschlagen, ohne sich über den Grund zu Arb. d. Eisenmöbel- Fabr. K. Schulz, Hafenheide, 1,50. Uebersch. v. Märztranz äußern. Nachdem sie gestern abend nach Hause gekommen war, Maurer auf dem Neubau der Deutschen Bank 7,70. Von den Genoffen der flopfte fie eine Viertelstunde später bei ihren Wirtsleuten an und Heimstätte Malchow 4,40. Geburtstag Koopmann 2,- A. P.-, 50. Troy schrie um Hilfe. Sie hatte drei Sublimatpillen genommen. Sie Ablehnung des Arbeiter- Raucherbunds( Phönix) 3, Ueberschuß vom Märzfranz von den Arbeitern d. Firma Typograph, Gitschinerstraße, 10, wurde in die Charité übergeführt. Rauchklub Frohe Stunde" 5,-. Erster Streis: Schneiderwerkstatt Bothmer u. Dinzer 30, Schneiderwerkstatt Schimmler 10,-. Leopold Harris, Him: bach Oberheffen 3,-. Personal der Buchdruckerei C. Janiszewsti 10,-. Berichtigung. In der vorigen Quittung soll es nicht heißen: Ehrlich, Krautstr. 31, sondern Kronenstr. 31, und nicht Königsbergerstr. 39, sondern Königgrägerstr. 39. " J. A.: J. Pfarr, Butligstr. 10. Arbeiterverein Pankow Nieder Schönhausen. Dienstag Lese- Abend bei Settekorn in Nieder- Schönhausen, Lindenstraße. Vorlesung der Broschüre: Heizungstechnik gegen Kohlennot." In Köpenick ist die Versammlung des Wahlvereins am Dienstagabend 8 Uhr bei Stippekohl. " des Textes in Vorschlag. die Die Aerzte haben recht darin, daß Aufklärung das wesentlichste Mittel gegen die Kurpfuscherei ist. Leider haben die medizinischen Bünftler ihre Position im Kampf für eine an sich gute Sache das durch außerordentlich verschlechtet, daß sie sich nicht schämten, ihre weiblichen Kollegen, die ihnen an Wissen und können völlig eben bürtig sind, aus schäbiger Konkurrenzucht ebenfalls als Kurpfuscherinnen zu beschimpfen. Diese Gemeinheit hat den wackeren Aerztinnen zwar feineswegs gefchadet, wohl aber die Zünftler und deren Streben in der öffentlichen Achtung tief herabgesetzt. aus dem Leben Durch einen herabfallenden Stein wurde gestern, Sonnabenmittag der Maurer Robert Linte aus der Rigaerstr. 126 auf dem Neubau an der Ecke der Zelle- und Mirbachstraße schwer verletzt. Der Stein fiel ihm, während er im Erdgeschoß an einer Treppe arbeitete, vom ersten Stock aus auf den Kopf und brachte ihm zwei schwere Wunden bei. Ein Arzt der Rettungswache in der Frankfurter Allee legte ihm einen Verband an und brachte ihn dann nach dem Krankenhaus am Friedrichshain. Linke ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. V Freie Volksbühne. Heute nachmittag Anfang 28/4 Uhr. essing Theater, IV. Abteilung: La Robe rouge. Die a chte Serie der Vorstellungen beginnt am 31. März im Carl Weiß Theater für die I. Abteilung mit Gerhardt Hauptmanns Der Biberpelz". II. Oper( blaue Marken), Diebskomödie heute nachmittag 23/4 Uhr im Theater des Westens: Der Barbier von Sevilla". Die Billetverlosung beginnt um 2 Uhr. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. " Die Schule im Kampf gegen den Umsturz. Der Nordd. Allgem. 8tg." ist der Erlaß, der die Nichtbestätigung des neuen Lehrplans der Berliner Gemeindeschulen ausspricht, vom Kultusminister Tempelhof. Das Fest der Straßenbahner in dem gezur Veröffentlichung überwiesen worden. Der Wortlaut des Schrift sperrten Lotal ist erst am Donnerstag und hat nicht, wie ge- ftücks rechtfertigt einigermaßen die Auffassung des Stadtschulrats meldet, bereits gestern stattgefunden. Gerstenberg, daß kein Mensch aus dem Inhalt des Erlasses ersehen könne, weshalb die Regierung den Plan der städtischen Schulbehörden verworfen hat. Zwar spricht sich die Regierung für die fiebente und fakultative achte Oberstufe aus, doch betont sie vorher, daß die Pläne der Stadt unhaltbar seien und in ihrer Anwendung in Berlin nicht im Interesse der Gesamtheit lägen. Der Inhalt des fultusministeriellen Erlasses läßt, wenn überhaupt eine Deutung, so nur die zu, daß dem Plan der städtischen Weißenfee. Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Hählingschen Behörde deshalb die Genehmigung versagt worden ist, damit die Lokal, Langhansstr. 106, eine öffentliche Bersammlung statt, Schule hinfort das schier Unmögliche leisten und den Kindern noch in der Genosse Dr. Leo Arons über die Beteiligung der Arbeiter mehr Katechismus und Hohenzollernberherr Druckfehler- Berichtigung. In der gestrigen Polemit gegen an Konsumgenossenschaften" referieren wird. Gleichzeitig ersuchen lichung als bisher bieten soll. Denn der Minister äußert sich die Märt. Vollsztg." muß es auf Beile 18, wie aus dem Sinn des wir die Genossen, Billets zu der vom socialdemokratischen Arbeiter 3. B. über die idealen Aufgaben der Oberklasse: ganzen ersichtlich, heißen: Wenn wir, was an sich nirgendwo verein arrangierten Sondervorstellung, welche am Sonntag, den" Die Aufgabe dieser Oberklasse wird es weniger sein, sonst behauptet worden ist. 7. April, vormittags 10 Uhr, in der" Urania" stattfindet, rechtzeitig neuen Lehrstoff zu verarbeiten, als in allem Praktischen von den Vorstandsmitgliedern zu entnehmen. Zum bevorstehenden gründlich und zwedmäßig zu üben, namentlich aber durch die Dem Berliner Aquarium ist durch Herrn Paul Matte, Wohnungswechsel ersuchen wir die Mitglieder des Vereins, den Bei- Behandlung eigens für diesen Zived ausgewählter Lehraufgaben Besizer der Fischzuchtanstalt fremdländischer Bierfische in Lantwig, fizern hiervon Mitteilung zu machen. in den verschiedenen Fächern ein ernstes Verständnis der Schüler in einer Anzahl von Exemplaren eine Fischart zugeführt worden, die anzubahnen für die ihnen später als lebendigen Gliedern des erst durch ihn aus Argentinien eingeführt wurde. Es ist eine Species Staats, der Kirche und der Gesellschaft ob- aus der Familie der Kärpflinge oder Zahnkarpfen, einer Familie, die liegenden Pflichten, und ihnen einen ersten Einblick zu in Südeuropa drei Angehörige hat, aber dort am zahlreichsten vergeben in das gegenwärtige Leben und Arbeiten ihres Volts und der treten ist, wo unsre Karpfen oder Weißfische fehlen, nämlich in Menschheit. Die Erfahrung wird lehren, ob einfichtige Eltern nicht auch Südamerika. Das Interessanteste an diesem auf hellolivenfarbigem für Kinder, die ihre gesetzliche Schulzeit schon mit der zweiten Klasse Grunde mit dunklen Flecken gezeichneten Fisch ist seine Fortpflanzungsabgeschlossen haben, den ins Leben hinausweisenden Unterricht weije. achtet wurde, at nämlich, wie in der Matteschen Zuchtanstalt beob 15 bis 30 Stück, die in der Regel paarweise geboren werden, ohne daß die Alten sich dann weiter um sie fümmern. Hier unterscheiden sich die Kärpflinge wesentlich von den gleichfalls südamerikanischen und im Aquarium das Nachbarbeden bewohnenden Chanchitos, die eine aufmerksame Brutpflege entwickeln. Tokales. dieser Oberklaſſe ſuchen werden. Ich bin überzeugt, daß die Opfer willigkeit der Stadt solchen Schülern ein neuntes Schuljahr in der Oberklasse gern zugestehen wird." lebende Junge zur Welt, und zwar bei jeder Brut Feuerbericht. Sonnabend früh 812 11hr erfolgten Koblankstr 5a Die Notwendigkeit einer städtischen Wohnungsinspektion ist wohl nie so eindringlich zu Tage getreten, wie in dieser Zeit der Wohnungsnot. Denn nicht allein daß die Hausbesiger den kleinen Leuten durch gepfefferte Miets steigerungen zu Gemüte führen, was es mit dem Wohnungsmangel auf sich hat, sind die Herren auch in der Erfüllung ihrer Hauswirtspflichten nachgerade auf einem dem Das neunte Schuljahr soll offenbar als intensive Vorbereitung Gemeinwohl außerordentlich schädlichen Standpunft gelangt. Bis für die Kaserne gedacht werden. Borher aber heißt es schon in dem zum Eintritt der gegenwärtigen Salamität wurde es für mehr oder Erlaß: " Nicht aber der Erwerb eines, auch in sechs Jahren zu ge minder selbstverständlich gehalten, daß notwendige Reparaturarbeiten, ivenn auch erst nach energischem Drängen der Mieter, vom winnenden, der Notdurft genügenden Wissensstoffes bezeichnet das und Dresdenerstr. 135 Kleine Wohnungsbrände. Kurz vorher wurde Eigentümer ausgeführt wurden; auch ließ der Hauswirt legte Ziel der Volksschule, sondern die durch den Unterricht aller ein ähnlicher Brand von Willibald Alegisstr. 3 gemeldet. Landgrafenim eignen Intereffe die Wohnung beim Einzug des Mieters Stufen vorbereitete estigung in gottesfürchtiger und straße 18 hatte Ruß im Schornstein Feuer gefangen. Uebergekochte oberflächliches Streichen der Fußböden, Ausbesserung vaterländischer Gesinnung und die daraus entspringende Bohnermasse hatte sich Seeftr. 68b entzündet und den Fußboden, bon Mauerschäden und teilweise Erneuerung der Tapeten in ein Gewöhnung zu pflichtmäßigem Handeln." Thüren und dergleichen stark beschädigt. Freitag gegen Abend erhalbwegs erträgliches Ansehen bringen. Von der Erfüllung Somit läge dem Stadtschulrat Gerstenberg etwa ob, einen Lehr- folgte ein Alarm nach der Grandenzerstr. 4, wo große Wassermassen dieser Pflichten sind die Hausbefizer aber, wenn man von geringen plan auszuarbeiten, der die beiden Oberklassen ausschließlich mit aus dem Spülschachte drangen und die Straße überschwemmten. Ausnahmen abfieht, neuerdings völlig abgekommen. Gie Bibel, Gesangbuch und Josef Lauff bepackt und sichere machen es sich zum Grundfayz, nach dem Auszuge des alten Mieters Gewähr dafür bietet, daß der abgehende Schüler später sein Lebe- ald darauf hatte die Wehr Strausbergerstr. 34 und Antonſtr. 9 noch Küchenbrände zu beseitigen. an der Wohnung auch nicht das geringste ausbessern zu lassen; mag lang nur einem konservativen Reichstagskandidaten seine Stimme der neue Mieter sehen, wie er in dem Gelaß, das einem Schweine giebt. Also frisch ans Werk! durch Aus den Nachbarorten. stall oft ähnlicher sieht, als einer menschlichen Wohnung, nach seinem Die angekündigte Polizeiverordnung zur weiteren EinEinzuge fertig wird. So bleibt denn für den fleinen Mann, wenn schränkung des Straßenhandels wird, entgegen der urspringer darauf hält, daß die neue Wohnung annähernd menschlich aus- lichen Absicht, am 1. April noch nicht in Kraft treten. Die vom Lichtenberg will nun doch Stadt werden. Man berichtet fehe, nichts weiter übrig, als in die eigne Tasche zu greifen. Er Polizeipräsidium eingeleiteten Ermittelungen sind noch nicht zum ums: Nachdem die Neubildung der Gemeindeorgane nunmehr im muß, während der Hauswirt grinsend zuschaut, die Kosten für das Abschluß gelangt. Erst in diesen Tagen haben wieder im Polizei- wesentlichen beendet ist, wurde in der vorgestern abgehaltenen Sigung Instandsezen der Wohnung sich am Munde abdarben. präsidium Konferenzen stattgefunden, nachdem sowohl Vertreter der der Gemeindeverordneten der Antrag auf Annahme der Städte Aber so schwer solche Ausgaben den Arbeiter auch drücken, fie feßhaften Gewerbetreibenden, als der Straßenhändler ihre Wünsche verfassung unter gleichzeitigem Ausscheiden aus dem Kreisverbande find unter den schlimmen Leiden, welche der Raubzug der Haus- vorgetragen hatten. Niederbarnim verhandelt. In mehr als zweistündiger Verhandlung. eigentümer hervorgerufen hat, noch nicht die schlimmsten. Die Branchbarkeit einer neuen elektrischen Bremse für die stellenweise recht lebhaft an den nicht immer fachlichen Wahlkampf Eine große Zahl der Wohnungen unsrer Mietskajernen leidet unter Feuchtigteit. Eine dide Schwammschicht fikt an den Eisenbahnzüge wurde gestern auf der Militäreisenbahn Berlin- Jüter der letzten Wochen fich anlehnte, wurde der im Juni des verWänden und fehrt allen Reinigungsversuchen zum Troß ständig bog im Beisein des Eisenbahnministers v. Thielen, des General- gangenen Jahrs einstimmig beschlossene Antrag gegen 3 Stimmen lieutenants Rothe, verschiedener höherer Eisenbahnbeamter und Offi- angenommen und der Gemeindevorstand aufgefordert, die Verhandwieder. Wie in Gelassen dieser Art die Luft riecht, braucht nicht erst ziere der Eisenbahnregimenter ausgeprobt. Die Bremse brachte einen lungen mit allem Nachdruck und" sofort" einzuleiten. Unfre Parteibeschrieben zu werden, und darüber, daß derartige Räume den Beaus 110 Achsen bestehenden, 90 Kilometer pro Stunde fahrenden mußten wiederholt durch ihr Eingreifen die Sonderinteressenten auf genossen, in deren Namen Welt und Grauer die Debatte führten, wohnern danerndes Siechtum bringen, also überaus ge= den Weg parlamentarischen Verhandelns hinweisen. Die Gegner meingefährlich sind, besteht ebenfalls fein Zweifel. War es Bug auf 50 Meter zuin Stehen. früher dem Mieter trotz aller Mühen nicht möglich, das Uebel zu Städtische höhere Webeschule. Für die Weberei, Wirterei-, wandten im besonderen ein, daß die Kommunallaften unter dem beseitigen, dann blieb ihm unter Opfern schließlich der Weg zur Musterzeichnen-, Bosamentiererei- und Kurbelstickerei Abteilung Städteregime höhere sein würden als jetzt, ohne aber die gegenPolizei; es wurde nach vorhergegangener Untersuchung dem Mieter beginnt an der Abend- und Sonntagsschule der Unterricht im Sommer- teiligen Ausführungen des Gemeindevorstehers, der sich auf die von Vermischtes. ihm verfaßte Dentschrift berief, entkräften zu können. Bei der Das Urteil lautete gegen Buß auf sechs Jahre Zucht| Kühe und Färsen 51-52; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 45-47; Frage der Gültigkeits- Erklärung der Ersazwahl in der zweiten Haus und 10 jährigen Ehrverlust, gegen Waldschmidt auf e) gering genährte Kühe und Färsen 40-44. Kälber: a) feinste Mast: Wählerklasse nahm Genosse Grauer Gelegenheit, auf die ungeheuer- 1 Jahr 6 Monate 8uchthaus und 3jährigen Ehrverlust. tälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 70-73, b) mittlere Mastfälber liche Vollmachtswirtschaft hinzuweisen und denen, die Protest und gute Saugtälber 60-64, c) geringe Saugfälber 54-56, d) ältere, gering erheben gegen die Gültigkeit der Mandate der dritten Wählergenährte( Freffer) 38-46. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast tlasse, nahe zu legen, daß die Socialdemokratie mit so fleinlichen Hammel 59-62, b) ältere Masthammet 49-57, c) mäßig genährte Mitteln nicht fämpft, obwohl doch fest steht, daß Herr Koch nur Sammel und Schafe( Merzschafe) 45-48, d) Holsteiner Niederungsmit Erlaubnis der Socialdemokratie Gemeindevertreter geworden ist. schafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige, der feineren Im weitern wurde gegen die Stimmen unsrer Genossen das Schul- Hand zu weisenden Einspruch gegen eine merkwürdige Gepflogenheit schwer 55-56; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Stäſer) 00-00; c) fleischige Der Holzpantoffel im Parkett. Einen nicht ganz von der Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 220-230 Pfund geld für Kinder, deren Eltern außerhalb der Gemeinde wohnen, erhebt ein Theaterbesucher der guten Stadt Großenhain in einer mit 20 pCt. Tara. 52-54; d) gering entwidelte 47-51; e) Sauen 50-52. Für 100 Pfund bon 1,50 M. auf 2,50 M. erhöht. Gegen die Errichtung von in der Sächs. Arb.- 8tg." veröffentlichten Zuschrift:" Ich bin gewiß 13 neuen Lehrer stellen wandern sich die Mehrheit der Bürger- fürs Volk und fürs volkstümliche, aber es muß alles Maß und ab; gute Stiere waren bald vergriffen, es bleibt mäßiger Ueberstand. Der Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft widelte sich ruhig vereinler", doch gaben hier die Stimmen der Socialdemokraten Biel und Art haben. Gestern Dienstagabend wurde im hiesigen Kälberhandel gestaltete fich ziemlich glatt. Bei den Schafen war der mit dem Gemeindevorstand den Ausschlag. Mit 15 10 Stimmen wurde der Antrag genehmigt. gegen Stadttheater Flachsmann als Erzieher" gegeben. Auch die Galerie Geschäftsgang ruhig; es verbleibt etwas Ueberstand. Der Schweinemarkt zur Erbauung eines Armenhauses wurden nach kurzer besucher sich den„ Spaß machte, bei offener Scene feinen Die 25000 Mart war schön besucht, weniger schön aber war's, daß ein Galerie- verlief ruhig und wird voraussichtlich geräumt. Debatte fast einstimmig bewilligt. Auch die Schaffung Holzpantoffel ins Partett fallen zu lassen. Glücklichervon 16 Schulklassen durch einen Anbau an die Schule in weise traf der Pantoffel niemand auf den Kopf. Welchen sonstigen der Kronprinzenstraße, bei welchem zum erstenmal auch Schul- Effekt aber der Fall mit seinem Knall" machte, läßt sich aber bäder vorgesehen sind, wurde als notwendig anerkannt und der An- denken. Wer sein Geld ehrlicherweise dazu anwendet, ins Theater trag auf Bewilligung von 100 000 M. zu diesem Zwecke angenommen. zu gehen, sollte doch zum mindesten aber dann auch nicht in HolzNach der Besetzung der einzelnen Kommissionen, bei der unsre pantoffeln tommen. Das hat der Aermste nicht nötig." Genossen reichlich bedacht sind, wurde ein Ortsstatut beraten, das die Errichtung einer bisher fehlenden Schultommission bezwedt. Das Verlangen des Genossen Grauer, Verzichtleistung der Thätigkeit des Ortsgeistlichen in der Kommission betreffend, wurde abgelehnt, ebenso die Forderung auf Heranziehung einer Lehrerin in dieselbe. Die Kommission wird demnach bestehen aus 3 Vorstandsmitgliedern, 6 Gemeindeverordneten, 2 Geistlichen 4 Lehrern. und • Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Ueber die Zustände auf Sachalin, deren Schreden von G. P. 20. Sie bekommen auf der Sparkasse im Monat 100 M. ohne fibirischen Blättern in letzter Beit wiederholt geschildert und nach Kündigung ausgezahlt. 500 m. bei drei Monaten Kündigung. Auf bediesen Quellen auch von uns wiedergegeben worden sind, hat fürzlich fonderen Antrag fann auf Kündigung verzichtet werden. der frühere Chef der Haupt- Gefängnisverwaltung von Sachalin, Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe bis zu 1000 M. an; S. H. Osterwald.§ 223 droht für Körperverlegung eine P. Salomon, Petersburger Blättern Mitteilungen gemacht, die jene§ 223a fezt für die Körperverlegung unter erschwerenden Umständen ein Schilderungen bestätigen und ergänzen. Wie Herr Salomon wörtlich nindest- Strafmaß von zwei Monaten fest. erklärte, werden bei den zur Zwangsarbeit nach Sachalin verIn der schon erwähnten Petition des Magistrats und der schickten Verbrechern irgend welche Rücksichten in feiner Weise beschränkter Haftung. Als Nachschlage- Ausgabe genügt für Gesellschaften O. S. Jawohl.§ 43 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit Stadtverordneten von Charlottenburg wegen des Gesetz genommen. Der Gesundheitszustand und die körperlichen Fähig- mit beschränkter Haftung die in dem Guttentagschen Verlage erschienene entwurfs über das neue Oberpräsidium wird das Abgeordnetenhaus feiten der einzelnen Berbrecher fommen bei den zur Anwendung ge- Taschenformat- Ausgabe über das Reichsgesetz, betreffend Gesellschaften mit ersucht, in das Gesez Bestimmungen aufnehmen zu wollen, die es langenden Maßregeln nie zur Frage; für einige Bollestänime, wie beschränkter Haftung, Nr. 32 der Tertausgaben im Taschenformat, 4. Aufl. den drei Stadtkreisen Charlottenburg, Schöneberg und Rigdorf, zum Beispiel für die, unbeschränkte Freiheit der Bewegung und Berges- Berlage erschienen, und das Handels- Gesetzbuch anzuschaffen. Die AufZweckmäßig ist es, auch die größere Ausgabe dieses Gesetzes, in demselben mindestens aber dem Stadtkreis Charlottenburg ermöglichen, luft gewohnten, tautafischen Bergbewohner, kommt die Internierung stellung der Bilanz muß dem Gesez genan entsprechen, sonst könnten strafaus der Provinz Brandenburg auszuscheiden. Es wird be tont, daß das gänzliche Ausscheiden des Stadtkreises Char- Die Gefängnisse gleichen wahren Höllen. Weiber und Männer( 43, Nr. 4 des Gesetzes.) auf Sachalin fast immer einem langsamen, qualvollen Tode gleich. rechtliche Folgen eintreten. Ein Reservefonds ist gesetzlich vorgeschrieben. lottenburg ans dem Kommunalverband der Provinz Branden werden ohne Rücksicht auf den Geschlechtsunterschied häufig gemein-.. 100. Bom vollendeten 21. Lebensjahre ab. Genoffe im Harz. 1 und 2: Ja. 4 Streitende. burg ohne Zweifel eine Auseinandersetzung mit der Provinz zur schaftlich in so niedrige und enge Zellen gesteckt, daß sie kaum auf- 1 und 2: Ja. Voraussetzung hat. Sollte die in der Petition vorgeschlagene Abrecht stehen können, ohne mit dem Kopfe an die Diele zu stoßen. 5. K. Ist im Brieffasten nicht zu beantworten. J. Wolff. Nach Art. 11 der Reichsverfassung hat der Kaiser im Namen änderung des Geſetzentwurfs dem Abgeordnetenhause nicht angängig Gelüftet wird in den Zellen fast nie; auch würde dies wenig nügen, des Reichs Krieg zu erklären. Aber es ist zur Erklärung des Kriegs bie erscheinen, so bitten die städtischen Behörden, dem Gesezentwurf die da sie in vor Feuchtigkeit triefenden Kellern tief unter der Erbober- ein Angriff auf das Bundesgebiet oder dessen Küsten erfolgt. Zustimmung des Bundesrats erforderlich, mit Ausnahme des Halls, daß Bustimmung zu versagen und die Staatsregierung zu ersuchen, einen fläche liegen. Die Ernährung Jandorff. andern Gesezentwurf vorzulegen, worin gleichzeitig das Ausscheiden der Verbrecher ist bei den 1. Nach dem Handelsgesetzbuch( Art. 63) behält ein Handlungsgehilfe seinen der Stadtkreise Charlottenburg, Schöneberg und Nixdorf aus dem schweren erschlaffenden Arbeiten, die fie ausführen Anspruch auf Gehalt und Unterhalt auf die Dauer von 6 Wochen. Nur Kommunalverbande der Provinz Brandenburg und die Schaffung und da durch Salzfleisch und Fisch ersetzt. müssen, eine überaus fümmerliche. Fleisch wird nur hie dann, wenn diese Borschrift durch Vertrag beseitigt ist, ist der Handlungseines Kommunalverbands Berlin vorgesehen ist. In Hygienischer gehiffe frankenversicherungspflichtig. 2. Die Kündigungsfrist für HandlungsBeziehung so äußerte sich Herr Salomon wörtlich weiter ob weibliche oder männliche ist gleichgültig läßt die gehilfen beträgt 6 Wochen Verpflegung der Kranken wie die äußerliche Sauberkeit alles ziedoch in der Regel feine weniger als 1 Monat betragende Frist, vereinbart zum Quartalserften. Durch Vertrag fann eine längere oder fürzere Frist, wünschen übrig. Zu alledem kommen noch die entseglichen werden. Gine fürzere Frist als die monatliche fann nur in folgenden brei flimatischen Verhältnisse der Insel. Unter diesen Umständen ist es gällen mit Rechtswirkung vereinbart werden: wenn der Handlungsgehilfe erklärlich, daß die Bevölkerung von Sachalin fittlich auf dem 1000. Gehalt oder mehr bezieht, wenn er für eine außereuropäische niedrigsten Niveau steht. Insbesondere hat der Mangel an Frauen Sandlungsniederlaffung angenommen ist oder wenn er nur zu vorüberdie schrecklichsten Geschlechtsverirrungen und Sittlichkeitsverbrechen in gehender Aushilfe angenommen ist. Wird im letzteren Fall das Arbeitsungezählter Menge zur Folge. verhältnis über die Zeit von 3 Monaten hinaus fortgesetzt, so treten die allgemeinen Kündigungsfristen( 6 Wochen bis zu 1 Monat) in Kraft. G. B. 42. 1. Das wäre möglich. Trotzdem sollte die Schwester und der Vormund schleunigst nach Erwirkung des Armenrechts auf Zahlung der Sechswochenkosten und der Alimente flagen. J. F. Die Verletzung des Schamgefühls durch in der Oeffentlichkeit vorgenommene Handlungen 7,-15,- von Hunden ist nur dann an deren Eigentümern strafbar, wenn sie die Vor1,60 1,20 nahme dieser Handlungen herbeigeführt haben. G. F. 100. Die 1,30 1.- Kranfentaffe hat recht. P. 5. 26. 1. Sie leben außer Güter1,60 1,20 gemeinschaft. 2. Nein 3. Uns nicht genau bekannt. 4. Nein, derartige 1,- Seilannoncen, die briefliche Hilfe, zweifellose Hilfe usw. versprechen, find in 1- ber Regel eitel Schwindet und helfen nur dem Geldbeutel des Juserenten. 2,60 2,- Sie thun gut, fich an einen Arzt zu wenden, zu dem Sie Bertrauen haben. A. 1. Nein, Sie müßten erst auf die event. Entlaffung hingewiesen haben. J. R. Himbach. Erst nach dem Tode der Mutter fönnten Sie vielleicht die von Ihnen erwähnte Abmachung anfechten. Soweit ersichtlich, ist aber 1,20 Ihre Mutter berechtigt, solchen Vertrag zu schließen. Die Entscheidung 1,20 der Frage, ob sie solches Recht hat, hängt wesentlich von dem Wortlaut 1,80 0,80 des Testaments und der Abmachung ab. 5. 2. 101. Nein. Zur Frage der Errichtung eines Theaters in Schöneberg Hat der in dieser Angelegenheit von der Stadtverordneten- Bersamm lung eingesezte Ausschuß mit 7 gegen 2 Stimmen beschlossen, daß der Winterfeldtplatz für den Theaterbau nicht hergegeben werden folle. Der Schöneberger Magistrat und die Mehrheit der Stadtverordneten find darüber einig, daß der Bau eines Volkstheaters in Schöneberg notwendig sei. Gegen die Verwendung des Winterfeldtplates wird besonders geltend gemacht, daß er als Marktplatz nicht entbehrt werden könne. Eine Explosion fand Sonnabendvormittag in dem Hause Berlinerstr. 145 zu Charlottenburg statt. Arbeiter die eine Leitung für elektrische Beleuchtung legten, stellten eine mit Benzin gefüllte Lötlampe auf einen Gasofen in der Pförtnerloge. Bald darauf erplodierte die Lampe. Die Fensterscheiben flogen in Scherben auf die Straße hinaus, die Gardinen und die Thür gerieten in Brand. Verlegt wurde niemand, das Feuer wurde von den Arbeitern gelöscht. W Ueber ein Eisenbahnunglück wird amtlich gemeldet: Freitagabend gegen 83 Uhr ist von dem Schnellzug D. 38 auf dem lleberweg bei Bude W. 1 in der Nähe des Bahnhofs Großbeeren ein Einspänner Kutschfuhrwert überfahren worden. Der Kutscher, welcher durch die geschlossene Schranke gefahren und diese zerbrochen hat, ist verlegt, tas Pferd getötet worden. Die übrigen Insassen des Wagens blieben unverlegt. Bug D. 38 erlitt infolge Anforderung einer Erjazlokomotive eine Verspätung von 80 Minuten. Marktpreise von Berlin am 22. März 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Str. 15,85) 15,82 Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg " Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier " " " 1,80 1,60 2,60 mittel gering Roggen, gut " 15,79 15,76 " 15,73 15,70 do. Bauch 14,25 14,22 Schweinefleisch mittel " " 14,19 14,16 gering " 14,13 14,10 †) Geifte, gut 15,60 14,80: " mittel gering " 14,70 13,90 60 Sind 4.40 " 13,80 13,10 1) Bafer, gut 15,90 15,50 Starpfen Aale 1 kg 2,20 1, 2,80 " " " mittel gering Richistroh 15,40 15, Bander 2,60 " 14,90 14,60 Hechte 2,20 2 7, 6,50 Barsche " pen 7,70 5, Schleie Erbsen Speiset ohnen Linjen 40, 25, Biele 2 45, 25, Krebse per Shot 12, 10 30, 49 3,- 1,20 1,20 0,80 3, B. J. 61. Ihr Wunsch ist bereits seit dem August vorigen Jahres erfüllt. In der Vorrede zum Arbeiterrecht ist darauf hingewiesen, daß Alenderungen der Gesezgeber in Nachträgen berücksichtigt werden. Der erste Nachtrag zum Arbeiterrecht ist im August 1900 erschienen und enthält einen *) ab Bahn. †) frei Wagen und ab Bahn. ausführlichen 100 Seiten starten Führer durch die Unfallversicherungs- Geſetze Von dem Schlaraffenleben" der Spandauer Arbeiter nebst Beispielen, sowie die Novellen zur Gewerbe- Ordnung und zum Krantengiebt eine Einsicht in die diesjährigen Steuerlisten ein grelles Bild. am Getreidemartt war heute wesentlich fester als gestern. Bisher hatte man 75 Pf. auch ohne das Arbeiterrecht selbst. Produktenmarkt vom 23. März. Getreide. Die Stimmung versicherungs- Gesez. Den Nachtrag erhalten Sie in jeder Buchhandlung für Danach find 54 Proz. der Steuerpflichtigen von der Staats- Ein- dem fälteren Wetter wenig Gewicht beigelegt und an seiner Beständigkeit mit der Gesellschaft unter Zustimmung Ihrer Mutter vereinbaren, daß die 5. 48. 1. Ja, falls Sie nicht tommensteuer überhaupt befreit, weil ihr Einkommen niedriger gezweifelt. Heute schien man in dieser Beziehung auf Grund der Thatsachen Summe nur an Sie oder Ihre Erben fällt. 2. Durch 1 erledigt. 3. Ja, ist als 900 m. im Jahre! 42 Proz. der steuerpflichtigen Ein- und der weiteren Prophezeihungen andrer Ansicht zu sein. Außerdem war falls nicht die zu 1 gedachte Abrede getroffen wird. 4. Ja, Sie thun aber wohner versteuern ein Einkommen zwischen 900 bis 3000 m. und das effeftive Angebot weniger stark und dringend, und die Kanalliste weist gut, zur Durchficht das Testament in einer juristischen Sprechstunde mitzu4 Proz. der Cenfiten versteuern mehr als 3000 M. Angesichts dieser für Berlin geringere Zufuhren auf. Destreich: Ungarn meldete wenig verbringen. 5. Wenn solches Testament vorliegt, nein. Zahlen haben gewisse Ordnungshelden noch die Dreiftigkeit, den änderte, Amerika nach schwächerem Beginne erholte Weizennotierungen. Am 8 M. war reichlich. 2. Wenden Sie sich an einen Arzt. J. S. 1. Die Arbeitern weiß zu machen, daß die Erhöhung der Getreidezölle eine hiesigen Markte wurde Weizen bei ruhigem Handel/ Roggen 1 bis 1½ M. Auszahlung erfolgt ohne Weiterungen. Eventuell würde Ihr Bruder die höher gehalten. Eine Meldung über Zunahme der argentinischen Ber Streichung des Vermerts beim Vormundschaftsgericht zu beantragen bedeutungslose Lappalie sei, und daß die Arbeiter der Staatsbetriebe( chiffungen blieb ohne Einfluß auf die Preisgestaltung. Mehl war gut bes haben. 2. Im zweiten Monat des Quartals. alle Ursache hätten, mit ihrem Lohn zufrieden zu sein, daß sie hauptet. Am Futtermarkte blieb Hafer nominell fest, da Abgeber ihre ziemE.. Forsteritaje. Nein. eigentlich der Regierung für die erwiesenen Wohlthaten dankbar sein lich hohen Forderungen trop geringfügiger Nachfrage nicht ermäßigen; müßten! Mais war still und unverändert. Am Rübölmarkte trat nach mebrtägiger intensiver Hausse ein merklicher Rückschlag ein, da schwächeres Paris Neali fierungen veranlaßte. Lieferungen waren durchschnittlich 70 Pf. billiger au: geboten. Gerichts- Beitung. Der Millionendiebstahls- Prozeß wurde gestern zu Ende ge führt. Es wurden diejenigen Zeugen aus der 1mgegend von Naugard, die auf Antrag der Verteidigung nachträglich geladen sind, bernommen. Wie der Angeklagte Buß angegeben hatte, sollten diese Zeugen bekunden können, daß er in der ersten Hälfte des Juli vorigen Jahres bei seinem Bruder in Kiker bei Nangard gewesen fei und deshalb nicht die beiden Pfandbriefe, die über je 1000 m., welche aus einem früher beim Dr. Wrede begangenen Diebstahl herrührten, am 8. Juli vorigen Jahres bei hiesigen Bankhäusern versilbert haben könne. Wie zu erwarten stand, vermochte feiner der Zeugen anzugeben, zu welcher Zeit er den Angeklagten Buß in Kiker oder Umgegend gesehen hatte. Dagegen bekundete der Ortsvorsteher aus Stiker, daß sich im Sommer v. J. eine auffallende Verbesserung in den Vermögensverhältnissen des Händlers August Buß, des Bruders des Angeklagten Buß, zu erkennen gegeben habe. Während derselbe sich bisher fümmerlich durchgeschlagen und nur einen fleinen Handel mit Kälbern betrieben habe, habe der Viehhandel nach dem Besuch des Bruders plötzlich einen Aufschwung ge= nommen, Buß habe an seinem Wohnhaus bedeutende bauliche Ver änderungen vorgenommen und seinen Viehstand vergrößert. Darauf wurde dann die Beweisaufnahme geschlossen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Buß eine Zucht= hausstrafe von sieben Jahren, gegen Waldschmidt zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus, außerdem gegen beide die üblichen Nebenstrafen. Spiritus 30g 10 Pf. an, 70er Toco 44,30 M. Schluß für Getreide leicht abgeschwächt. Städtischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 23. März 1901. Aut: licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 4810 Rinder, O. B. 27. 1. Nein, Witterungsübersicht vom 23. März 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer> stand mm Windrichtung Windstärke minembe 769 NNO Bamburg 771 NNO Berlin 767 NW Frantf./M. 769 Bullen: hnchen 765 SW Wien Wetter Temp. n. 6. 5° 64° R. Stationen Barometerstand mm Wind: richtung Windstärke Wetter Temp. n. G. 2 bebeckt-0 12 4 bedeckt 6 2 Hlb.bed. 3wolfent 5 1192 Kälber, 14 425 Schafe, 8293 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund 5 wolfig 1 paparanda 758 N in Pf.): Ochfen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht 3 bedeckt Petersburg 768 WNW 1Nebel wertes, höchstens 7. Jahre alt 62-65, b) junge fleischige, nicht aus 4 bedeckt 0 Sort 776 30 4 woffig gemäßtete und ältere ausgemäftete 57-61; c) mäßig genährte junge und gut -1 Riberbeen 777 N 6 Schnee-5 Baris 7739 genährte ältere 54-55; d) gering genährte jeden Alters 50-53. 762 NN 3 bedeckt-1 a) vollfleischige höchfien Schlachtwerts 59-63; b) mäßig genährte jüngere Färfen und Wetter: Prognose für Sonntag, den 24. März 1901. und gut genährte ältere 53-58; c) gering genährte 47-52. Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färjen höchsten Schlachtverts 00-00; Ein wenig wärmer, vorherrschend woifig bei ziemlich frischen nördlichen b) vollfleischige, ausgemästete Stühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren Winden; feine erheblichen Niederschläge. 53-54; c) ältere ausgemästete Stühe und wenig gut entwickelte füngere Berliner Betterbureau. Donnerstag Freitag 28. Nachu.: D.Raub Der Erbförster Der Erbförster Der Erbförster Morgen Hierauf: Wiederfinden Samson und Dalila Torquato Tasso ( WohlthätigkeitsBorstellung) Ein Schritt bom Wege Morgen Sterauf: Wiederfinden Wochen: Spielplan. Sonntag 24. Montag 25. Dienstag 26. Opernhaus Fra Diavolo Bergißmeinnicht Die Fledermaus Schauspiel: Romeo Macbeth haus und Julia Samson und Dalila Johannisnacht Die Pretiösen Der eing. Krante Mittwoch 27. Cavalleria rusticana Bajazzi Der Verschwender Rosmersholm Schiller: Theater b. Sabinerinnen Deutsches Theater Morgen. Hierauf: Wiederfinden Rosenmontag Cyrano N.: D. Macht 2c. bon Bergerac Ueber unire Kraft II. Teil Ueber unfre D. beid.Leonoren Straft II. Teil Ueber unfre Kraft I. Teil Leffing Ueber unsre Kraft II. Teil Agnes Sorma: Ueber unsre Kraft I. Teil Agnes Sorma: Theater Auch der Verteidiger des Angeklagten Buß, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, plaidierte für dessen Freisprechung mangels hin- Theater des Joh. v. Cothr. reichenden Beweises. Der verdächtigende Umstand, daß Buß über einige Mittel verfügt habe, werde durch den Nachweis beseitigt, daß derselbe mehrmals in der Lotterie und auf Nennplägen gewonnen Carl Weißhabe. fchwester N.: Der Barbier Westens schwester Martha Erzieher schwester schwester Theater von Sevilla Undine Nachut.: Die Bluthochzeit WohlthätigkeitsVorstellung Die Jüdin Der Troubadour Einer von unfre Leut' Der Freischütz Die Bluthochzeit Giner von unsre Leut' Der Berschwender Alte Liebe Der roftet nicht Verschwender Hamlet Kyrik Pyrit Nachm.: Hamlet| Der Verteidiger Waldschmidts, Rechtsanwalt Wronker, führte aus, daß die Verdachtsumstände, die gegen Waldschmidt vorlägen, zu dessen Verurteilung nicht ausreichten. Eine Belastung bestehe nur aus Judicien, die wieder auf Vermutungen und Kombinationen gegründet seien. Dies genüge nicht, um einen bisher unbescholtenen Mann dem Zuchthause zu überantworten. Nach mehrstündiger Beratung wurde das Urteil gefällt. Der Gerichtshof war auf Grund der Beweisaufnahme zur Ueberzeugung von der Schuld beider Angeklagten gekommen. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Kaeller, führte alle Gründe an, welche für die Schuld der Angeklagten sprachen. In betreff des ersten Falles sei nicht ein schwerer, sondern nur ein einfacher Diebstahl als erwiesen angenommen worden. In betreff des Angeklagten Waldschmidt sei nicht erwiesen, daß er an der Verwertung der beiden Wertpapiere teil genommen habe. Berliner Theater. Luisen: Theater Agnes Sorma: Agnes Sorma: Die Zwillings: Die Zwillings: Flachsmann als Die Zwillings: Die Zwillings: 29. Sonnabend 30. Der Barbier von Sevilla Bergißmeinnicht Die Zauberflöte Macbeth Wie die Alten fungen Der Erbförster Der Erbförster Die versunkene Glode Glüc Im Schatten Flachsmann als Erzieher Johann von Lothringen Der Waffenschmied Der Verschwender Rosenmontag leber unsre Kraft II. Teil Agnes Sorma: Nora 12 Uhr: Matinee Die weiße Dame Mutterfegen Kyritz- Pyrit Sonntag 31. Samson und Dalila Macbeth Ein Schritt bom Wege Nm.: Wilh. Tell Morgen. Hier.: Wiederfinden Nm.: Probeland. Ueber unsre Kraft I. Teil Agnes Sorma: Die Zwillingsschwester Die Jüdin Nachm.: Der Freischütz Unbestimmt DerVerschwender Nachm.: Der Hüttenbesitzer Ständiges Repertoire: Neues Opern Theater( Kroll). Diesen Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Nächsten Sonntag: Mignon. Residenz Theater. Alle Abende: Leontinens Chemänner. Hierauf: Artikel 330. Neues Theater. Alle Abende: Gastspiel des LessingTheaters: Der Ausflug in Sittliche. Central Theater. Alle Abende: San Toy. Thalia Theater. Alle Abende: Der Kadettenvater. secessions Bühne. Alle Abende: E. v. Wolzogens Buntes Theater( Ueberbrett!). Belle- Alliance Theater. Alle Abende: Der Leibalte. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Alle Abende: Der Damenschneider. Urania Theater, Taubenstr. 48/49. Alle Abende: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Apollo Theater. Secessionsgefänge, Specialitäten. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenhaus. Sonntag, 24. März 1901. die Präsident von Kröcher( unterbrechend): nicht einer Kritik unterziehen. Herr Abgeordneter Richter, Sie dürfen die Worte Sr. Majestät Innern, der Oberpräsident und Vertreter der Kommune teilgenommen Abg. Richter( fortfahrend): Regierungshandlung.( Sehr richtig, links. Lachen rechts.) Militäranwärter in der Kommune Berlin und meinte Denn wenn eine Aeußerung, die solche materielle politische Direktiven Mißstände, die sich hier gezeigt haben, würde ein besonderer enthält, die doch beachtet werden wollen. Oberpräsident verhindern können. Auch das ist unzutreffend. 56. Sigung vom 23. März 1901, 11 Uhr. Die Verhältnisse der Militäranwärter waren Gegenstand der Präsident v. Kröcher eröffnet die Sigung mit folgenden Erörterungen in zahlreichen Konferenzen, an denen der Minister des Worten: Meine Herren! Das Präsidium hat gestern die Ehre ge habt, von Sr. Majestät empfangen zu werden und haben. Wenn diese jahrelangen Konferenzen noch zu keiner Regelung Allerhöchst demselben die Gefühle des Hauses aus Anlaß seiner Verder Frage geführt haben, so liegt das nicht an dem guten Willen wundung aussprechen zu dürfen. Se. Majestät haben die Gnade ge- Da fehen Sie schon, in welche schiefe Lage wir kommen.( Rufe der Stadt Berlin, sondern an der Bestimmung des Reichs, daß die habt, uns den Auftrag zu erteilen, seine Freude dem Hause aus- rechts: Sie fommen.)( Heiterkeit.) Ihr Lachen ist mir sehr gleich Hälfte der in den Kommunen beschäftigten Subalternbeamten zusprechen darüber, daß das Haus den Wunsch geäußert hat, diese gültig. Ich sage, das sind Aeußerungen, die ich nicht fritisiere, Militäranwärter sein müssen, eine Bestimmung, die für die Kundgebung zu machen. Dann setten Se. Majestät in einer sondern die offenbar politische Direktiven enthalten, materieller Art, heutigen Großstädte, besonders für Berlin, gar nicht mehr Ansprache hinzu naturgemäß fann ich die Worte nicht wörtlich nach dem, was der Herr Präsident mitgeteilt hat. In welche Lage paßt. Die Subalternbeamten zerfallen in zwei Kategorien, wiedergeben, aber ich glaube, im wesentlichen wird der Sinn tommt ein Minister( Lachen rechts), wenn hier solche Aeußerungen im in Magistrats- Sekretäre und Bureau- Assistenten. Nun besigt richtig sein. Se. Majestät sagten, sie seien von dem Vorfall Parlament mitgeteilt werden, auf deren Feststellung er seiner Zeit wohl die Hälfte sämtlicher Subalternbeamten den Civil in Bremen besonders deshalb so schmerzlich berührt, weil sie die gar keinen Einfluß gehabt hat.( Bustimmung links.) Wenn Seine versorgungsschein, aber in der höheren Kategorie allein konnte die Ueberzeugung gewonnen haben, daß seit dem Tode des hoch Majestät uns sonst etwas mitteilen will, so geschieht dies in Form Hälfte nicht aus Militäranwärtern genommen werden. Die Vorlage feligen Kaisers Wilhelm I. die Achtung vor den Autoritäten einer Botschaft( Sehr richtig! links), und gegenwärtig hören wir fann nur den Zweck haben, eine Einschränkung der Selbstverwaltung im Volke abgenommen hat, namentlich in der Jugend. Se. etwas, was der Präsident selbst sagt, der nicht einmal herbeizuführen. Ein besonderer Oberpräsident wird sich in Dinge mischen, Majestät fügten hinzu, wir, alle Stände ohne Ausnahme, dürften uns authentisch, sondern mur ungefähr den Wortlaut festzustellen in die sich der Oberpräsident von Brandenburg bisher nicht hineinda von einer Mitschuld nicht freisprechen, da wir nicht genug mit all in der Lage ist.( Sehr richtig! links.) Ich konstatiere, daß gemischt hat. Berlin ist sowieso schon mit diesen Einrichtungen den Mitteln, die uns zu Gebote ständen der Kaiser wies be- niemals zuvor, weder im Landtage noch im Reichstage der Aufsichtsbehörde übel dran, nicht bloß die Oberpräsidenten, die sonders auf die Presse hin Minister selbst fümmern sich zu viel um innere Verwaltungsdinge. für die Achtung vor den Autoritäten und ich gehöre seit 30 Jahren diesen Körperschaften an gethan haben. Ich habe das Butrauen, sagte Se. Majestät, zu dem( Buruf rechts: Leider! Große Unruhe links), meine Herren, Sie Erst vor wenigen Tagen hat die konservative Partei ihr Bedauern Hause und allen Parteien, die in ihm vorhanden sind, daß sie mit sind ja viel zu jung, um über solche Dinge zu reden.( Unruhe darüber ausgesprochen, daß der Minister Thielen über den Kopf allen Kräften die Achtung vor den Autoritäten wieder so zu heben rechts.) Ich habe es bisher nie erlebt, daß eine derartige Durch der Stadt Berlin hinweg der Großen Berliner Straßenbahnbestrebt sein werden, wie es nöthig ist. Se. Majestät hatte dann brechung des konftitutionellen Herkommens gewagt worden ist Gesellschaft die Konzeffion verlängert hat. Jezt erleben wir wieder noch die Gnade, sich nach dem Befinden des gestern erkrankten ersten( Sehr richtig! lints) und ich halte mich für verpflichtet, die Tra- eine Einmischung in die Schulverhältnisse durch den Herrn Vicepräsidenten zu erkundigen und mir wünsche für seine ditionen der Parlamente gegen diese Neuerungen entschieden zu Kultusminister. Die Stadt Die Stadt Berlin macht jetzt aus Genesung an ihn aufzutragen. wahren.( Lebhafter Beifall lints. Unruhe rechts.) der sechsklassigen Volksschule eine sieben- bis achtklassige. Sie ist nicht dazu verpflichtet, aber sie thut's, alles ist Präsident v. Kröcher: in bestem Zuge, ein vollständiger Plan schon ausgearbeitet. Da kommt der Kultusminister und bemängelt nicht etwa den schon ausgearbeiteten Plan, nein er verlangt das Zusammentreten einer Konferenz, bei der außer ihm Mitglieder der Regierung und der Stadt einen neuen Plan erst feststellen sollen. Selbst wenn durch diese Konferenz der nene Plan besser werden sollte, als der allein von der Stadt ausgearbeitete, wiegt das den Schaden nicht auf, den die Selbstverwaltung dadurch erleidet.( Sehr richtig! links.) Abg. Richter( frs. Vp.)[ zur Geschäftsordnung]: dis -O Bisher ist es weder im Abgeordnetenhause, noch im Reichs- Ich hatte es vorhin nicht gehört, daß auf die Bemerkung des tage jemals vorgekommen, daß Aeußerungen, die Se. Majestät ge- Abg. Richter, er sei seit 30 Jahren Mitglied im Parlament, der Bus than hat, ohne daß ein verantwortlicher Minister zugegen war, ruf leider" erfolgte, sonst würde ich gleich gesagt haben, daß ich im Landtage oder Reichstage zur Kenntnis gebracht wurden. Nur einen solchen Zwischenruf für so unfreundlich halte, daß ich bitten wenn ein Minister die Verantwortlichkeit übernimmt, muß, ihn zu unterlassen. haben solche kaiserliche Aeußerungen für uns Bedeutung und können einer Kritik unterzogen werden. Ich protestiere deshalb gegen diesen Vorgang. Dann hat der Präsident nach dem Bericht des Wolffschen Telegraphenbureaus mit dem Krampfanfall des unzurechnungsfähigen Burschen in Bremen die verbrecherischen Absichten von Nobiling und Hödel verglichen. Ich stelle fest, daß eine solche Auffassung des Borfalls in Bremen bisher hier im Hause nirgends hervor getreten ist. Präsident v. Kröcher: Ich halte mich doch für verpflichtet, einiges auf die Worte des Herrn Abg. Richter zu erwidern. Ich habe nicht die Attentate von 00 Damit ist diese Geschäftsordnungs- Debatte zu Ende. Inzwischen ist der Minister des Innern Freiherr v. Rheinbaben erschienen. Das Haus tritt nun in die Tagesordnung ein. Das Gesetz über die Vereinigung der Landgemeinde Gaarden mit Kiel wird debattelos angenommen, ebenso das Gesetz über die Vereinigung einiger Landgemeinden mit Hageni. W. Es folgt das Gesetz über die Errichtung eines Oberpräsidiums von Berlin. Danach sollen der Stadtkreis Berlin und die bei dem Kommunalverbande der Provinz Brandenburg verbleibenden Stadttreise Charlottenburg, Schöneberg und Nixdorf einen besonderen Verwaltungsbezirk Berlin bilden, an dessen Spitze ein Oberpräsident steht. nos Minister Freiherr v. Rheinbaben: Was nun die Vorlage in ihrem Verhältnis zu den Vororten anlangt, so wird die Sache dadurch sehr erschwert, daß sich nun zwei Oberpräsidenten in die Verwaltung der Vororte teilen dem Berliner Oberpräsidenten würden durchmüssen, denn nicht alle Berliner Vororte unterstehen. Auch bie aus Wasserläufe würden nicht sämtlich unter einer Jurisdiktion stehen. Die Vorlage involviert für Berlin eine Vers mehrung der Instanzen. Erst kommt der Regierungspräsident, dann der Oberpräsident und schließlich der Minister. Herr Irmer Söbel und Nobiling mit dem Vorfall in Bremen verglichen, sondern fagte vorhin, die Vorlage begünstigt das Ausscheiden der großen Vorich habe, wie es meiner Ansicht durch den Tag, den Se. Majestät orte aus dem Provinzialverband. Darin bin ich ganz seiner Meinung für die Audienz bestimmt hat, den 22. März, nahe lag- wenigstens und von diesem Gesichtspunkte aus könnte ich die Vorlage habe ich das für geboten gehalten bei dieser Gelegenheit auch bei dieser Gelegenheit auch ja nur begrüßen. Aber man soll sich doch hüten, ein Provisorium des hochseligen Kaisers Wilhelm gedacht( Beifall), und da lag die zu schaffen, und daß ein bedenkliches Provisorium durch die Vorlage Versuchung nicht fern, auch von den Attentaten zu sprechen geschaffen wird, davon bin ich überzeugt. Herr Jrmer sagte min ( Beifall), weil hier doch auch jedenfalls ein Angriff auf Der Entwurf ist eine reine Verwaltungsmaßregel, weiter, die Konservativen würden nie ihre Einwilligung dazu geben, Ee. Majestät stattgefunden hat. Ich habe aber keinen Ver- die zur Entlastung des Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg daß das Hinterland von Berlin fünstlich aufgesaugt wird. Bei dem gleich zwischen den Attentaten bon 1878 und dem in notwendig wurde. Berlin und Vororte sind so gewachsen, daß eine Wachstum von Berlin handelt es sich nicht um ein künstBremen gezogen, sondern ausdrücklich gesagt ich habe mir vorher Arbeitslast für den Oberpräsidenten in Potsdam entstand, die von liches Auffangen der Vororte. Das hängt mit dem Wachswohl überlegt, daß ich keinen Vergleich ziehen wollte- Seine einer Berson nicht mehr bewältigt werden kann. Das tum der Industrie zusammen. Das Ausscheiden der Vororte Majestät haben ähnliches erfahren."( Buruf des Abg. Richter: Oberpräsidium für Berlin mit dem Polizeipräsidium zu aus dem Provinzialverband halte ich aber nur für eine Forderung Aehnliches!) Nun daß die Sache ähnlich ist, scheint mir doch zu verschmelzen, entsprach nicht meinen Absichten. Die Polizei der Gerechtigkeit. Die Stadtgemeinden Charlottenburg, Schöneberg, zutreffen. Es kann hier höchstens einen Streit um Worte geben. verhältnisse für Berlin und seine Vororte sind inzwischen Rigdorf zahlen 810 000 M. Brovinzialabgaben, die Provinz leistet Was den zweiten Punkt anlangt, daß kein verantwortlicher Minister durch ein andres Gesetz geregelt worden. Das Gesez beruht zunächst ihnen aber nur ca. 200 000 M. zurück, fie zahlen also an die Provinz hier ist, wo ich diese Mitteilung mache( Abg. Richter ruft: auf dem Gedanken, daß die Handhabung der staatlichen Aufsicht ca. 600 000 m. mehr. Dabei sind diese Gemeinden nicht in günstiger Beim Empfang!) Pardon, dann habe ich Sie falsch ver- über die Kommunalangelegenheiten für Berlin und die drei am Lage. Gerade des rapiden Wachstums wegen sind besonders hohe standen. Ich habe mich nicht nur für berechtigt, fon meisten entwickelten und mit Berlin am engsten verwachsenen Aufwendungen nötig. Wir müssen verlangen, daß diese Vororte Berlins dern auch für verpflichtet gehalten, die Worte Sr. Majestät Vororte. Charlottenburg, Schöneberg und Rigdorf, in Stadtrechte erhalten. Das sind alles keine Landgemeinden( Sehr richtig, so wie ich sie aufgefaßt habe, hier wieder zu geben. Außer mir war ein und derselben Instanz geführt werden muß. Ebenso links); veiter aber müssen die Städte auch Stadtkreise bekommen. auch der zweite Bicepräsident, den ich zu meiner Freude hier sehe, wie die Verhältnisse es bedingt haben, die polizeilichen Angelegen- Ueberall herrschen jetzt provisorische Zustände. Früher oder später muß es zugegen und er wird hoffentlich auch anerkennen, daß meine Darbeiten für Berlin und seine Vororte gleichmäßig zu gestalten, so doch zur Eingemeindung in Berlin kommen, denn die ärmere Bestellung richtig ist. Ich habe mich, wie gesagt, für verpflichtet gevölkerung drängt nach den billigeren Vororten und diese bekommen halten, die Worte Sr. Majestät dem Hause mitzuteilen.( Beifall.) viel höhere Schullasten und Armenlasten wie Berlin. Diese EinSe. Majestät haben uns doch nicht als die Herren Dr. Krause und gemeindung wird erleichtert, wenn man schon jetzt in den Vororten von Kröcher empfangen, sondern als Präsidenten und Vertreter des kommunale Verbände schafft. Die Frage ist teine konservative oder Hauses und uns damit den Auftrag erteilt, seine Worte an das liberale, sondern nur eine Frage der zweckmäßigen kommunalen Haus weiter zu geben. Das habe ich gethan und ich hoffe, daß Organisation.( Bravo! links.) es mir gelungen ist, eine richtige Darstellung zu geben.( Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Krause( natl.): nötigen sie auch zu einer gleichmäßigen Gestaltung der administra tiven staatlichen Kommunalaufsicht in diesen Städten. Sobald das Oberpräsidium Berlin gebildet sei, könne der Oberpräsident in Potsdami der Provinz Brandenburg seine ganze Aufmerksamkeit zu wenden, einer Provinz, die so viel für Breußens Größe gethan hat. Der Regierung liegt die Absicht, die Selbstverwaltung von Berlin irgendwie zu beeinträchtigen, durchaus fern. Etwaige Gegensätze würden durch einen eignen Oberpräsidenten nicht verschärft, sondern gemildert werden. Abg. Dr. Crüger( frs. Bp.): Ich möchte als einziger Zeuge bei dem Vorgang zunächst be stätigen, daß unser Herr Präfident in feiner Weise einen Vergleich zwischen den Attentaten auf Kaiser Wilhelm I. und den jetzigen Durch dieses Gesetz wird die Reform der administrativen beendet, weitere gezogen hat. Die Parallele bestand lediglich in der stattgehabten Organisation von Groß- Berlin feineswegs Gelege müßten folgen. Da sollte der Minister doch Verlegung. Irgend ein Urteil auch nur indirekt fällen zu wollen, darüber, ob der Attentäter als verantwortlich anzusehen ist oder lieber ganze Arbeit machen. Ob der Oberpräsident von Berlin zum nicht, das ist unfrem Präsidenten nicht eingefallen.( Beifall.) Man Spreepräfetten wird oder nicht, wird einzig und allein von nicht, das ist unfrem Präsidenten nicht eingefallen.( Beifall.) Man dem Inhaber des Amts abhängen. Erwiesen ist noch gar nicht, daß kann ja verschiedener Meinung sein, ob derartige Mitteilungen dem die Verwaltungsmaschine von Berlin aus besser funktionieren Barlament zu machen sind oder nicht; ich bin aber doch der Ansicht, wird als jetzt von Potsdam aus. Wenn der Entwurf auch daß, wenn das Haus sein Präsidium beauftragt, Sr. Majestät die Gefühle auszusprechen, die es selbst hat, auch die Antwort einige kleine Verbesserungen bringt, so hat er doch gar keine Gile. uns mitgeteilt wird.( Sehr richtig!) Es handelt sich nicht um uns mitgeteilt wird.( Sehr richtig!) Es handelt sich nicht um Lieber sollte man ein paar Jahre warten und dann einen Gesetzeinen Regierungsaft, über den wir diskutieren können, sondern um entwurf über die Errichtung einer Proving Berlin einbringen, statt eine Aeußerung des Monarchen, die kennen zu lernen für die Mit- nur Stüdarbeit zu schaffen, die keinen befriedigt.( Beifall links.) glieder des Hauses allerdings ein Interesse hat.( Beifall.) Abg. Frißen( C.): Ich kann mich dieser Auffassung nur anschließen und danke dem Präsidenten, daß er uns die Worte des Kaisers mitgeteilt hat. ( Beifall.) Abg. Graf Limburg- Stirum( f.): Abg. Graf Bernstorff( frk.) Provinz Brandenburg mehr Minister v. Rheinbaben: die alten Soldaten Wenn Herr Richter den Entwurf vom Standpunkt Berlins ans bekämpft hat, so weise ich hin auf die Thatsache, daß der verstorbene Oberbürgermeister Zelle sich sehr warm für ein besondres Oberpräsidium für Berlin ausgesprochen und darin feine Schädigung, Minderung oder Beeinflussung der Selbstverwaltung erblickt hat. Ich bedauere, meine Behauptung aufrecht erhalten zu müssen, daß auf dem Gebiet der Wohnungsfürsorge von Berlin nichts geschehen ist. Große kostspielige, durchgehende Straßenzüge sind zwar, geschaffen, aber für das Bedürfnis der ausquartierten I einen Leute ist nichts geschehen. Die iegensreiche Ba upolizei- Ordnung von 1897, die erst für genügenden Hofraum forgte und die Kellerwohnungen verbot, hat die Zustimmung des Berliner Magistrats nicht gefunden; diese Zustimmung mußte vielmehr erst ergänzt werden. Herr Richter fragt, was denn die Regierung in der Wohnungsfrage geleistet habe. Nun wir sind administrativ und gesetzlich thätig gewesen. Die Arbeiten zur Aufs beantragt ueberweisung des Entwurfs an eine Kommission von stellung eines Wohnungsgesetzes find in vollem Gange und werden hoffentlich einen erfolgreichen Abschluß finden. Auch in 14 Mitgliedern. Abg. Dr. Jrmer( f.): der Fürsorge für hat Berlin feine Den einheitlichen Verwaltungsbezirk Berlin halten wir für not- Pflicht nicht ganz ganz erfüllt. Im Berliner Kommunaldienst wendig, aber die drei Vororte Rigdorf, Schöneberg und Char- ist es den Militäranwärtern nicht möglich, in eine höhere Stellung lottenburgaus dem Kommunalverband der zu kommen. dürfen nicht Der Abg. Richter hat darauf hingewiesen, daß ein verantwort Der Kultusminister hat durchaus nicht in die ausscheiden, weil dieser sonst nicht Selbstverwaltung von Berlin eingegriffen. Es handelt sich licher Minister beim Empfang nicht zugegen war und daß deshalb Mit dem lebensfähig wäre. des um dem Grundgedanken die Aeußerungen des Monarchen feine Gültigkeit hätten und uns hier folgendes: In den Berliner Gemeindeschulen müſſent wir Entwurfs find einverstanden. es uns die begabten Schüler in Fraglich ist der ersten Klasse dreimal nicht hätten mitgeteilt dürfen. daswerden Nach der Verfassung aber bedürfen nur die Regierungsakte des Königs der ur, ob es wirklich nötig ist, einen Oberpräsidenten von Berlin zu selbe Pensum durchmachen. Der Kultusminister drängt nun auf ministeriellen Gegenzeichnung. schaffen. Dadurch würde die Agitation für das Ausscheiden der eine Abänderung und schlägt eine siebenjährige statt der bisher ganz flar, daß es sich hier um teinen Regierungsatt handelt, drei Vororte aus dem Kommunalverbande der Provinz Brandenburg üblichen sechsjährigen Abstufung vor. Das thut er in pflichtmäßiger ( Sehr richtig.) Aus dem, was wir hier gehört haben, geht hervor, beständig neue Nahrung erhalten. Ein Regierungspräsident würde Ausübung seiner Aufsichtsthätigkeit. Wenn ich nur die drei Vororte einbezogen habe, so deswegen, weil das Abgeordnetenhaus daß die Persönlichkeit des Monarchen eine so mächtige, so auf das schließlich auch genügen.( Buftimmung rechts.) die Regelung der polizeilichen Zuständigkeit gegen den Gefühl der ganzen Bevölkerung wirkende ist, daß wir dem Präsidenten Vorschlag der Regierung auf diese drei Vororte beschränkt nur danten können, daß er uns, nachdem er den Auftrag erhalten Der vorliegende Gefeßentwurf ist ein Flickwerk. Ich halte den hat. Das Gros der Vororte ist auch nicht annähernd so mit Hat, Sr. Majestät die Gefühle des Hauses auszudrücken, auch die Ant Gefeßentwurf für verfehlt, sowohl hinsichtlich der Verwaltung der Berlin verwachsen, wie diese drei. Höchstens tommt noch Wilmerswort übermittelt. Das sind Worte, die geeignet sind, ins Volk zu Provinz Brandenburg wie hinsichtlich der Berliner Verhältnisse. Ich dorf in Frage. Das kommt aber auch noch in fünf oder zehn bringen. Wir können uns nur freuen, daß wir in Preußen befürchte von ihm eine unberechtigte Einschränkung der Selbst Jahren zurecht. Herr Richter hat für das Ausscheiden der drei eine so mächtige Monarchie haben, daß der Standpunkt einer so er verwaltung Berlind. Dies gilt besonders von dem Vor- Gemeinden aus dem Kommunalverbande der Provinz Branden habenen Persönlichkeit im Lande wirken kann. Ich kann mich der schlag, einen einzigen Bezirksausschuß für Berlin und die drei burg geltend gemacht, daß sie erheblich mehr Provinzial Anerkennung über das Vorgehen des Präsidenten nur anschließen. Stadtgemeinden Schöneberg. Charlottenburg und Rigdorf einzurichten. abgaben zahlten, als sie Vorteile hätten. Danach fann es doch ( Beifall.) Dadurch wird eine Institution zur Entscheidung über Berliner Ver- nicht gehen. Wenn die reichen Leute nur so viel Abgaben zu zahlen Abg. Richter( freis. Bp.): hältnisse geschaffen, auf die Berlin feinen genügenden Einfluß brauchten, als sie Vorteile vom Staat haben, dann könnte der Wenn der Präsident die Aehnlichkeit nicht auf das Subjekt be- hinsichtlich ihrer Zusammensetzung nehmen fann. Nun ist Finanzminister die Bude bald zumachen. Die Abgaben haben sich zog, sondern nur auf die Verlegung, so ist das allerdings eine gesagt worden, durch einen besondren Oberpräsidenten von nach der Steuerkraft und Leistungsfähigkeit zu richten. Brandens Milderung, von der ich sehr gern att nehme.( Lachen, rechts.) Die Berlin könnten kommunale Mißstände, wie zum Beispiel die burg hat seine Einrichtungen im Stranten- und Irrenwesen treffen in der Presse( Lachen rechts; ironische Zurufe: In der Presse!) und Wohnungsnot, beffer beseitigt werden als unter dem müssen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der drei Gemeinden. vom Wolfffchen Telegraphenbureau verbreitete Aeußerung mußte jezigen Zustand. Das halte ich für ganz unzutreffend. Es wäre unbillig, sie jest ausscheiden zu lassen, es sei denn, fie aber zu der Auslegung führen, daß ein andrer Sinn mit der Die Wohnungsnot würde auch ein besondrer Berliner Ober- verständigten sich vorher in Güte mit der Provinz Brandenburg. Aeußerung zu verbinden war. Dies gilt von der Darstellung in der präsident nicht haben verhindern können, denn fie ist zu Abg. Dr. Lagerhans( fri. Vp.)[ auf der Tribüne schwer verständ National- Zeitung", wie von der des Wolfffchen Telegraphenbureaus. plöglich hereingebrochen. Noch im Jahre vorher war die Zahl der lich] nimmt die Gemeinde Berlin in der Wohnungs- und Schulfrage in Was die Aeußerung Sr. Majestät des Kaisers angeht, leerstehenden Wohnungen eine recht erhebliche. Ich sehe in dem Schuß und verteidigt die Art der Verwendung der Militärhandelt es fich hier nicht um eine formelle Gesezentwurf das Bestreben nach einer bureaukratischen anwärter im Kommunaldienst, die Aufgabe, die dem OberAeußerung des Dantes gegenüber der Bekundung seitens des Vorsehung für die Verwaltung der Reichshauptpräsidenten für Berlin zugemutet wird, ist gar nicht zu Präsidenten, sondern es handelte sich in der That um eine stadt. Der Minister berührte auch die Frage der Anstellung der erfüllen, es sei denn, daß Zwang angewendet wird, und der muß 10 Es ist doch Abg. Richter( frs. Vp.): auch erst eine gesetzliche Unterlage haben. Das Bedürfnis zu der] Sanna", Roman von S. Sintiewicz. Wir tönnen unsren Refern diese Vorlage ist nicht vorhanden, denn die Gemeinde hat Grund zu Romanbibliothet immer wieder empfehlen und ihnen nur anraten, in Be berechtigten Klagen nicht gegeben. Da die Vorlage gleichwohl fanntenfreifen für weitere Verbreitung zu agitieren; der Didenssche Roman ist in Handlung wie Charakterisierung geradezu glänzend, und das kleine gekommen ist, so ist Grund zu der Vermutung vorhanden, Feuilleton ist gut ausgewählt- nicht unnüßer Ballast, sondern ebenso unter: daß sie den Anfang der Spreepräfektur bilden soll, die Selbst: haltsamer wie wissenswerter Stoff. verwaltung darf nicht angetastet werden.( Bravo! Tints.) Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Nächste Sigung Dienstag, den 26. d. M., vormittags 12 Uhr. Petitionen, Wahlprüfungen, fleine Vorlagen. Schluß 33/4 Uhr. Schriften- Eingang. " In Freien Stunden", Illustrierte Romanbibliothek für das arbeitende Bolt, in Wochenheften a 10 Pf. Die Lieferungen 7 bis 12 enthalten die Fortsetzung des Romans„ Dombey und Sohn" von Charles Dickens und Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 24. März. Freie Volksbühne. Beffing: Theater. 4. Abteilung( braune Starten): La Robe rouge( Die Rächerin). Anfang 24 Uhr. Theater des Westens gweite Opernvorstellung( blaue Marken). RANIA** Jeder Colporteur, jeder Buchhändler( auch die Post zum Vierteljahrs: preis von 1,20 M., Post Beitungstatalog Nr. 3623) nimmt Bestellungen auf diese 10 Pf. hefte an. Wir empfehlen unfren Lefern dringend das Abonnement. Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft. Von Kommerzienrat Heinrich Albert Biebrich unter Mitwirkung von Landwirtschafts Lehrer Homuth Friedenau. Berlin( Paß und Garleb). Preis 60 ẞf. orten. Die Rechtsverhältnisse der gewerblichen Arbeiter. Von Franz Start. 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Mit einer Karte und fünf Plänen im Text. Herausgegeben vom Institut für Gemeinwohl zu Frankfurt a. M. Jena. 1901.( Gustav Fischer.) Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Taubenstr. 48/49. Der Kadetten- Water. Im Theater Sonnabendabend 8Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Montagabend 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstr. 57/62. Der Barbier von Sevilla. Anfang Tagl. Sternwarte. 2 Uhr. Opernhaus. Fra Diavolo. Ver: gißmeinnicht. Anfang 72 Uhr. Montag: Die Fledermaus. Schauspielhaus. Romeo und Julia. Anfang 72 Uhr. Montag: Macbeth. = Neues Opern Theater( Kroll). Ein Sommernachtstraum. fang 72 Uhr. Montag: Geschlossen. Schiller. An: Rosmersholm. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Der Erbförster. Deutsches. Morgen. Hierauf: Wiederfinden. Anfang 7 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die Macht der Finsternis. Montag: Rosenmontag. Leffing. Die Zwillingsschwester. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die beiden Leonoren. Montag: Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Residenz. Leontinens Chemänner. Hierauf: Artikel 330. Anfang 7½ Uhr. Nachm. 3 Uhr: Trilby. Montag: Leontinens Chemänner. Artikel 330. Neues. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Montag: Der Ausflug ins Sittliche. Westen. Johann von Lothringen. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Montag: Martha. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 72 Uhr. Nachum. 3 Uhr: Der Leibalte. Gin Heiratsantrag. Montag: Ueberbrettl. Thalia. Der Kadetten- Vater. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ceutral. San Toy. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: San Toy. Luisen. Der Verschwender. Anfang 8 Uhr. Nachm. 2 Uhr: Hamlet, Prinz von Dänemart. Montag: Alte Liebe rostet nicht. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Aufang 71 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Boccaccio. Montag: Der Damenschneider. Carl Weiß. Undine. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Bluthochzeit. Montag: Einer von unsere Leut. Belle Alliance. Der Leibalte. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Berliner Aquarium Unter den Linden 68 a. Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 50/18 Für Fnmilien empfehlen wir Abonnementskarten zu 1 Mark, welche zum Besuch desAquariums gegen jedesmalige Nachzahlung von 25 Pf. pro Person berechtigen. Passage- Theater Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Letzte Woche des glänzenden März- Progr. Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe Ringkämpfe nachm. 6 und abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. FriedrichStrasse 165 Castans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Cirkus Busch Sonntag, den 24. März: Metropol. Specialitätenvorstellung. 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Man lebt ja nur einmal. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Borstellung. Secessions Gesänge. nfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Balast. Specialitäten Vorstellung. Nachm. 4 Uhr und abends 7 Uhr. Posse mit Gef. u. Tanz in 5 Bildern. Anfang 72 Uhr. Herren: Thomas, Thielscher, Selmerding, Junkermann, Paulmüller. Damen: Milton, Milani, Bojé, Wannovius. Jm 5. Bild: Das Ueberbrettl. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Opern- Gastspiel. Sum Testenmal: Undine. Romantische Oper in 4 Atten von Lorging. Anfang 72 Uhr. Montag: Einer Lent'. von unsre Dienstag: Der Freischütz. Mittwoch: Die Bluthochzeit. Central- Theater. Nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 7 Uhr: Mit glänzender Ausstattung: San Toy Morgen u. folgende Tage: San Toy. Palast- Theater Verband deutscher Preie Volksbühne. Gastwirts- Gehilfen. IV. Abteilung heute nachmittag 2% Uhr im Lessing- Theater: La Robe rouge( Die Rächerin). Drama in vier Akten von Eugène Brieux. Deutsch von Dr. A. Berthold. Die 8. Serie der Vorstellungen beginnt am nächsten Sonntag im Carl Weiss- Theater für die I. Abteilung. Zur Aufführung kommt: Der Biberpelz. Eine Diebskomödie von Gerhart Hauptmann. II. Oper( blaue Marken): heute nachmittag 23 Uhr im Theater des Westens.( Anfang der Verlosung 2 Uhr.) Der Barbier von Sevilla. 229/4] III. Oper( gelbe Marken) 28. April. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. ene reieolksbühne Sonntag, den 24. März, abends 62 Uhr, ( Ortsverwaltung Berlin.) Auf Grund wiederholter an uns gerichteter Anfragen den Vereinen und Gewerkschaften biermit aur Kenntnis, dak die Juhaber nachstehender Lokale ihre Kellner aus dem kostenlofen Arbeitsnachweis des Verbands entnehmen: nicht Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Messpalast, exandrinenſtr. 110. Königstadt- Kasino( nh. Raday), Holzmarktstr. 72. Sanssouci, Stottbuferstr. 4 a. Schützenhaus, intenstr. 5. Eiskeller, Chauffeeftr. 88. E Nagel( Feldschlösschen"), Müllerstr. 142. in Fenersteins Festsälen, Alte Jacob- Strasse No. 75: Puhlmanns VaudevilleVortrags- Abend. 1. Herr Mar Martersteig: Die Tragödie. 2. Herr Mar Laurence: Plattdeutsche Dichtungen. Nach den Vorträgen: Tanz- Kränzchen. Eintritt inkl. Tanz: 30 Pf. 29 früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Sonntag, ben 7. und Montag, den 8. April( Osterfeiertage), Das pomph afte März Programm!* 26 16. cr. noch bedeutend vergrößert! The 4 Sisters Burleighs, das amerik. Grazien Quartett. Brothers Lington, Excentric- Afrobaten. Mac Kean, nen für Europa! 812 Uhr Neu! 82 Uhr Die beiden Wenzel. Schwank in 1 Aft von E. Felsch. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Mittwoch, den 27. März: Benefiz für Robert Dill. Der Walzerkönig. Große Poffe in drei Aften. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Bock- Anstich. Täglich grosse SpecialitätenVorstellung. Apollo- Theater. Bernhard Mörbitz Miss Deyo Emmi Kröchert Secessions- Gesänge Dyas- Rosé- Laszky Nachm. 4 Uhr hat jeder Erwachsene Rob. Steidl auf Sigpläßen ein Kind frei; meitere Kinder die Hälfte. Nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. Besond. hervorzuheben: Die Boots: katastrophe auf dem Müggelfee. Ueberbrettl- Parodie Salerno Gregoris Wolkovsky Die beiden Wenzel. Anfang In beiden Vorstellungen: Die Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 72 Uhr. berühmten Kraftturner The 3 Alfredos. 7 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Die großartigen Freiheits Dreffuren Reichshallen. Stettiner Sänger. bes Direktor Busch. Auftreten Anfang 7 Uhr. ber vorzüglichsten Reitfünffler und Reichshallen V Paffage Theater. Damen Ring: Reitfünstlerinnen. Vorreiten der besten fämpfe. Rosendienstag. Anfang Schul- u. Springpferde des Marstalls mittags 12 Uhr. Montag: Dasselbe. Paffage Panoptikum. B täten Borstellung. durch die ersten Schulreiter ut. Schul reiterinnen. Außerdem: Vorführung der Specialis vorzüglichsten Programmnummern. Abends 71/2 Uhr: Zum 117. Male: Urania. Taubenstr. 48/49.( Die eiserne Maske. Theatersaal) Abends 8 Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung". Montag: Dieselbe Borstellung. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Le masque de fer. Großes historisches Manege- Schaustüd in 4 Atten und 3 Hauptbildern. Unter anderm: Die Jagd bis in die Cirkuskuppel hinauf. Edhiller Theater Metropol- Theater ( Wallner Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Behrenstr. 55/57. Der Raub der Sabinerinnen. Man lebt ja nur Schwant in 4 Atten von Franz und Paul von Schönthan. Sonntagabend 8 Uhr: Rosmersholm. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrit Jbsen. Deutsch von A. Zink. Montagabend 8 Uhr: 3um erstenmal: Der Erbförster. Dienstagabend 8 Uhr: Der Erbförster. einmal. Große Gesangspoffe in 5 Bildern. Vorher: Das neue MärzSpecialitäten- Progr. Anf. 128 Uhr, der Boffe 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Die imitierten Tyroler. Siehe sämtliche Säulen. Sanssouci Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Neu! Heute: Neu! Kanalfeier und Wachsfiguren. Nach der Soiree: Tanz. Morgen Montag: Kanalfeier. nachmittags 22 Uhr, im Thalia- Theater: Sonder Vorstellung. Nathan der Weise. Emanuel Reicher in der Titelrolle. Karten für Gäfte a 90 Pf. find in nachstehenden Zahlstellen zu haben: Norden: Knapp, Grünthalerstraße 3. Schmidt, Trescowstr. 22. Löhr, Nord- Ost: Neft, Georgentirchstr. 47, Hof L. Ackerstr. 38, II. Nord West: Becker, Gotzkowskystr. 9. Süd West: Bech, Möckern Süd- Ost: straße 120. Süden: Bobsien, Kommandantenstraße 62. Stampeht, Mariannenstr. 26. Köhn, Naunynstr. 85. Kaufhold, Wrangelstraße 52. Schöneberg: Osten: Gees, Rüdersdorferstr. 18. P. Arendt, Cheruskerstr. 2. Sonntag, den 14. April, abends 6 Uhr, in Kellers Festsälen, druidod Koppenfir. 29: Frühlings- Feier. Konzert( gesamtes Berliner Sinfonie- Orchester). Recitation. Gesang. Starten a 50 Pf. sind in allen Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. J. A.: H. Neft, Kassierer, Georgenkirchstr. 47, I. Riesen- Walfisch 21 Meter lang. 150 000 Pfd. schwer. Vollständig geruchlos! Zu besichtigen im großen amerikanischen Riesenzelt von morgens 10 bis abends 10 Uhr.- Entree 20 Pf. Kottbuser Damm, Ecke der Boppstraße. Lindemanns Volksgarten Schönhauser Allee 101-102. Unter obigem Namen übernehme ich das bisher von Herrn Mierke innegehabte Etablissement am 1. April 1901 und gebe ich mich der Hoffnung hin, alle Freunde und Gäste dieses im Norden Berlins einzig dastehenden Vergnügungslokals, das ich ganz im Sinne meines Borgängers zu leiten gedente, auch fernerhin begrüßen zu können. Grosser Eröffnungs- Ball: 2m 2. und 3. Osterfeiertage. Carl Lindemann. [ 2546 Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenhelde 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen. Jub.: Max Schindler.- Telephon: Amt IVa Nr. 8002. Heute: Grosser Ball, als Specialität: Cigarren- und Apfelsinen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten Vorstellung. Entree frei. Empregte tent geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken 2c. meine Sale, 300 und 1200 Personen faffend( mit Bühne) zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Theater, Schönhaufer fee 148. Berolina- Säle, ee 28. Schönhauser Dresdener Kasinoerberg) Dresdenerstr. 96. Balischmieder, Babftr. 16. NB. Diese Lifte werden wir nötigenfalls periodisch ergänzen. Der Vorstand. 63/5 Passage- Panopticum Neu! Neu! Yvette Guilbert in Lebensgrösse. Neu! New! Singhalesen- Truppe Entree( inkl. Theater soweit der Raum reicht) 50 Pf. 7179 W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Mein Leopold. Voltsstück mit Gesang in 3 Aften ( 6 Bildern) von Adolf L'Aronge. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anf. 4 Uhr. Siehe Anschlagfäulen. Empfehle mein Bokal zu Fest lichkeiten und Bersammlungen. 527L* C. F. Walter. Elysiumis Landsberger Allee 40-41. Jeden Sonntag: Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. Avis! Empfehle nteinen 1000 Pers. faffenden Saal fowie 2000 Personen faff. Garten au Sommerfestlichkeiten und Versammlungen unter günstigen Bedingungen. 829*] Carl Eisermann. Alhambra Wallnertheater- Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Graumanns Festsäle, früher Renz, Gr. Extra- Ball bet doppelt befesten Maunynffrake 27. Achtung! Den geehrten Vereinen großen Orchester. Anfang 5 Uhr. A. Zameitat. ( 5288136 Achtung! zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich mein Lofal mit großer Theaterbühne auch Sonntags zu Festlichkeiten vergebe. Für Frühjahrs- und Sommerfestlichkeiten geeignete Tage sind noch frei. Um wohlwollende Berücksichtigung ersucht Gustav Graumann. NB. Sonnabend, der 30. März frei geworden. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Telephon: Inhaber: Hermann Peter. Grünau Nr. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich an Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Regelbahnen, große Kaffeeküche. Gute Küche und bestgepflegte Biere zu soliden Preisen.[ 9318* Gesellschaftshaus Swinemünderstr. 42. Tägl. Theater u. Specialitäten: Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Vereine, foulant zu vergeben. [ 5252* Buss' Salon, Gr.Frankfurterstr. 85 Empfehle meinen Saal nebst Garten Sonnabends zu Sommerfesten. Otto Theel. Märkischer Hof Admiralstraße 18e. Jeden Sonntag Grosser Fest- Ball. Entree und Tanz frei! Große Ball: mufit. Am 1. Pfingstfeiertag, sowie an mehreren Sonnabenden sind die beiden Säle an Bereine gratis zu vergeben. Johannisthal. Raus Park- Restaurant. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Kaffeeküche.Kegelbahn.Ausspannung. Saal für Vereine u. Versammlungen. Achtung! Atung Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 28. März, abends 8%, Uhr, im Lokal ,, Altes Schützenhaus", Linienstrasse 5: Branche der Korbmacher. Am Dienstag, den 26. März, abends 8 Uhr, bei Wilke, Andreasstraße 26, Gr. öffentliche Versammlung Versammlung. Tagesordnung: Tages- Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontroll- Kommission und Neuwahl derselben. 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Rosenow über: ,, März- 2. Abrechnung vom Reservefonds. 3. Verschiedenes. 4. Branchen Angelegenheit. tage". 2. Diskussion. 3. Vereinsmitteilungen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Korb: Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet 245/4 machers, zu erscheinen. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Modell- u. Fabriktischler, sowie Modelldrechsler Branchen Versammlung Socialdemokratischer Wahlverein. für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 26. März, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Zimmermann, Badstr. 58: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 9 22 Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Zubeil über: ,, Kann das Centrum tolerant sein?" Disfussion. NB. Am Karfreitag veranstaltet der Wahlverein eine Partie nach = Mittwoch, den 27. März 1901, abends 84 Uhr, im Lokal ,, Weddingpart", Müllerstr. 178, Tages Ordnung: 1. Bericht über die stattgefundene Branchenzählung, sowie über die bis: herige Thätigkeit der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Neuwahl des Obmanns und der Werkstatt- Kontrollkommission. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden dringend ersucht, der wichtigen Tagesordnung halber recht zahlreich zu erscheinen. Montag, den 25. März, abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen" Kommandantenstr. 20 Vortrag des Frl. Dr. Wygodczinsky über: Frauenkrankheiten". 99 Frauen als Gäste willkommen. 55/8 Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 25. März 1901, abends 7 Uhr, Versammlung der Former und Berufsgenossen 0 im„ Gewerkschaftshaus"( Saal V), Engel Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Krise und ihre Folgen für die Arbeiter.( Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben.) 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten. Wir ersuchen die Kollegen, pünktlich um 7 Uhr zu erscheinen. Dienstag, den 26. März, abends 8, Uhr, Da noch der größte Teil der Werkstätten mit den Berichten betreffs Bählung aller Kollegen unfrer Branche im Rückstande ist, so ersuche ich dringend die Kollegen, spätestens bis Dienstag, im großen Saale des„ Gewerkschaftshauses", Engel- Ufer 15: den 26. März, mir mitzuteilen, wie viel Modelltischler, Modell: brechsler, Weißtischler usw. in den Werkstätten beschäftigt find, mit be fonderer Angabe, wie viel organisiert sind. Birkenwerder. Treffpunkt früh 7 Uhr bet Gleinert, Sultr. 29. Achtung! Frühstück in Waidmannsluft, Restaurant Heine u. Kuhn. Endziel Birkenwerder, Restaurant Wegner, Waldtater. Die Mitglieder sowie die ArbeiterGefangvereine werden um rege Beteiligung ersucht. 246/14 Der Vorstand. Steinarbeiter. Dienstag, den 26. März, abends 71/2 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 270: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht von der letzten Sigung über das Beerdigungswesen. 2. Unterstügungsgesuche. 3. Verschiedenes. 172/10 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Oeffentliche Versammlung la12 Der Obmann. Versammlung der Klempner. Tages- Ordnung: Achtung! gaben der Organisation. Referent: Otto Naether. 2. Distuffion. Parkettbodenleger! Dienstag, den 26. März 1901, abends 71/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal V meet Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über das Invaliden- Versicherungsgesetz. Referent Kollege Robert Ahrens. 2. Branchen Angelegenheit. 3. Berschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Vertrauensleute werden ersucht, abzurechnen. Die Werkstatt- Kontrollkommission. Branchen- Versammlung E der Telephon- Tischler, 201 fämtlicher Befohlanstalt- Besitzer sowie derjenigen Tischler, welche auf photographische, Berlins und Umgegend am Montag, den 25. März, abends 82 Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße Nr. 72. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Lohnbewegung und wie stellen wir uns dazu? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. telegraphische und chirurgische Apparate beschäftigt sind, 1. Die gegenwärtige rise in der Metallindustrie und die nächsten Auf3. Verbands- Angelegenheiten. by Dienstag, den 26. März, abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20: " Versammlung der Mechaniker, Uhrmacher und Optiker. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hermann Stenz über: Die Vivisektion, eine bisher totgeschwiegene, hochwichtige Zeitfrage". 2. Diskussion. 3. Neuwahl bes Branchenvertreters. 4. Berbands- Angelegenheiten. Dienstag, den 26. März 1901, abends 81/2 Uhr: Versammlung E aller in der chirurgischen Brauche beschäftigten Arbeiter noen und Arbeiterinnen im Lokale von Nümann, Brunneuftr. 188. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Genossen Rosenow: Die fussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. am Mittwoch, den 27. März 1901, abends 8 Uhr, im Lohnarbeiter im Mittelalter und im Zeitalter der Reformation. 2. Dis Märkischen Hof", Admiralftr. 18c. Tages Ordnung: " 1. Bericht der Kontrollkommission über die Werkstattverhandlungen. Gämtliche Schuhmachermeister und Gehilfen find dazu eingeladen. – 2. Wie gefaltet sich die gegenwärtige Situation in der Branche. Der Vorstand der Zwangs- Innung und der Vorstand des Vereins deutscher Schuhmacher ſind brieflich eingeladen: Merz, Ballifabenſtr. 50. 246b Der Einberufer: Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, präzise zu erscheinen. Der Einberufer. Achtung, Kostümeschneider und Schneiderinnen! Branche der Büften u. Kleiderbügel. Sonntag, den 24. März, nachmittags 1% Uhr, Oeffentliche Versammlung in den Arminhallen, Rommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Bekanntgabe der von den Unternehmern erhaltenen Antworten. 162/7 Am Sonntag, den 24. März 1901, abends 5½ Uhr, bet Wilke, Andreasstr. 26, Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Güth. 2. Diskussion. Nachdem geselliges Beisammensein und Tanz. Entree und Tanz frei. Karl Schumacher. 2. Bekanntgabe der Geschäfte, in denen event. am Montag die Arbeit mit kollegialischem Gruß zu ruhen hat. und aller Branche Dienstag, den 26. März, abends 8½ Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45: Derlammlung der Gold- und Silberarbeiter und Berufsgenossen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Wollheim über: Aus der Chemie der Ernährung. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Dienstag, den 26. März 1901, abends 8 Uhr, in Louis Kellers Festsälen, Koppenstraße Nr. 29: Oeffentliche Versammlung. Die Aussperrung der Bolleginnen if notwendig. engliſchen prende beschäftigten Kollegen Mittwoch, den 27. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftsgreferent: Sollege Wiesenthal. Firma Stein. Vertrauensmann. Achtung, Herren- und Damen- Mass- Schneider! Dienstag, den 26. März, abends 82 Uhr, Oeffentliche Versammlung im Friedrichstädtischen Kasino, Friedrichstr. 236. Tages Ordnung: 1. Die Situation am Ort und der Stand der Lohnbewegungen in unfrem Gewerbe in Deutschland. Referent: Rollege Ritter. 2. Dis tuffion. 3. Verschiedenes. 162/7 Kollegen und Kolleginnen, erscheint wegen der Wichtigkeit der Tages: ordnung zahlreich in dieser Versammlung. Der Vertrauensmann. haus( Saal VII) Branchen- Versammlung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Tages- Ordnung: Mittwoch, den 27. März, abends 8½ 1hr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Versammlung 1. Der Militarismus und was er kostet. Referent der Drücker, Gürtler, Metallknopf- Arbeiter Waldeck- Manasse. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Achtung! Sistenmacher! Verband der Tapezierer. 00. ( Filiale Berlin.) Achtung! Sonntag, den 24. März er., abends 62 1hr: Versammlung mit Frauen im Lokale des Herrn Stechert, Andreasstr. 21. Tages Ordnung: [ 94/6 1. Vortrag. Referent wird in der Bersammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Da dieses in diesem Jahre die lezte Sonntags Bersammlung ist, erDer Vorstand. Dienstag, den 26. März, abends 82 Uhr, in Cohns Fest- wartet einen zahlreichen Besuch sälen, Beuthstr. 21 Kombinierte Versammlung. An das geehrte Publikum Berlins und Umgegend! 1. Beratung des Streifreglements. 2. Zusatzwahl zum Gauvorstand. 3. Ersatzwahl der Achtzehner- Kommission. Sämtliche Hebammen unsrer Stadt und der Umgegend beehren sich 177/14 anzuzeigen, daß sie für Hebammendienste nach folgender Tare liquidieren: Für die Entbindung Die Verbandsleitung. Achtung! Hutmacher. Achtung! Unterstütungsverein aller in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter ( Filiale Berlin). Mitglieder- Derlammlung 1.10.1 Dienstag, den 26. März, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal III. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Statutenberatungs- Kommission zur nächsten Generalversammlung. 2. Aufstellung von Kandidaten zur nächsten General: versammlung. 3. Verschiedenes. 3016 Für den Besuch vor oder nach der Entbindung, pro Stunde Desgleichen nachts( abends 10 Uhr bis morgens 6 Uhr). Für eine Nachtwache Für eine Tag und Nachtwache 10-30 Mt. 1 " 2 " 5-8" 8-10" Behandlung aller Pflegebefohlenen auf Grund der behördlichen Instruction Bahlung ist bei Beendigung der Thätigkeit zu leisten. Gewissenhafte Berlin im März 1901. wird zugesichert. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung machen wir es jedem 21486] Kollegen zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Aktiva: Bilanz per 31. Dezember 1900. An Materialien- Conto. " Werkzeug- Conto " Utensilien- Conto Wechsel- Conto " Kaffa- Conto. " Conto: - Corrent: Conto ( Debitoren) Passiva: 8976 13 Per Conto: Corrent- Conto 1791 35 95 " 129 71355 " 1 865 80 13 570 83 " ( Creditoren) Darlehus- Conto. Genossenschaftsanteil: Conto( Geschäftsanteile der Mita glieder). Reservefonds: Conto Gewinn u. Verlust Conto( Gewinn). 4 621 63 8 7 800 Achtung! Im Auftrage des Vereins Berliner Hebammen Frau Olga Gebauer. Vorläufige Anzeige! Charlottenburg. Achtung! Donnerstag, den 28. März 1901, abends 8 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallftr. 94: Großer öffentlicher Vortrag: und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Mag Schütte über: Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein. 2. Diskussion. 3. Neuwahl ber Branchenvertreter und der Agitationstommiffion. 4. Verbands- Angelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ift notwendig. 113/6 Die Ortsverwaltung. Städtische Arbeitern. Unterangestellte Montag, den 25. März, abends 8 Uhr: im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die beabsichtigte Kasernierung der städtischen Arbeiter und Beamten. Referent: Verbandssekretär Br. Poersch. 2. Distuifion. 3. Wie steht es mit der allgemeinen Regelung ber Lohn- und Arbeitsverhältnisse sämtlicher städtischen Arbeiter? 4. Verschiebenes. 286/10 Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Montag, den 25. März 1901, abends 8 Uhr, im Schweizergarten, Am Friedrichshain 38: Gr. öffentliche Versammlung der ausgesperrten und bei Nichtverbandsfabrikanten beschäftigten Fabrik- Schuhmacher. Tages Ordnung: 1. Situationsbericht über den Stand der Aus169/12 sperrung. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. „ Der Mord im Dienste der Wissenschaft". An dem Arbeitersekretariat Nürnberg ist die Stelle Demonstriert an Lichtbilbert. Referent: Herr Professor Dr. Paul Förster. 390 75 92 683 28 13 570 83 2. Diskussion. 286/11 Profefforen und Aerzte find hierzu eingeladen. 2-199 Der Einberufer.. + Gewinn- und Verlust- Conto per 31. Dezember 1900. Debet: An Werkzeug Conto( Abschreibung). Utensilien Conto( Ab199 10 Credit: Per Materialien- Conto.. 121 429 31 reconto. B 19 schreibung). Handlungs UnkostenConto Gewinn 5 6 20 466 01 759 200 121 Herren- Vortrag eines Sekretärs neu zu besetzen. Bewerber, die in den Social- und Arbeiter- Versicherungsgesetzen, sowie in dem Gewerkschaftswesen erfahren und in schriftlichen Arbeiten beMittwoch, den 27. März, abends 9 Uhr, in Graumanns eft: wandert sind, wollen ihre Meldungen unter Angabe fälen, Naunynstr. 27, und Freitag, den 29. März, im Restaurant SüdOft, Waldemarstr. 75, abends 9 Uhr: Kari Bruckhoff über ihrer bisherigen Thätigkeit und der Gehalts- AnEintritt frei! Nur für Herren! Keine Tellersammlung! sprüche bis 15. April d. J. an die unterzeichnete ,, Sogenannte unheilbare Männerleiden". [ 2935 J. Wandts Kleiderhandlung für Alt und Neu! Stelle einsenden; der Eintritt sollte eventuell bis Prinzenstrasse 17, an der Wafferthorstraße. 1090D 21 429 31 amea enobio 21 429/31 1. Mai erfolgen können. Mitgliederzahl am 31. Dezember 1900: 13. Neu eingetreten: Steine. Täglicher Eingang von Monatsanzügen, Monatspaletois, tonatshofen, Die Aufsichtsstelle des Arbeiter- Sekretariats. Ausgeschieden: Reine. Betrag der Haftsumme 390 M. Geschäftsguthaben in den feinsten Wertstätten gearbeitet, auch für forpulente Figuren paffend, Möbel- Fabrik Union"( E. G. m. b. H.) I. A.: Konrad Herrmann, Luitpoldstr. 9. zu staunend billigen Preisen. ( 1064L 390. Grösstes Warenhaus des Ostens M. Löwinsohn Nchf. Inh. S. Müller Andreasplatz. Berlin O. 5 Minuten vom Schlesischen Bahnhof.e Grüner Weg 32. Zum Wohnungswechsel! Gardinen, weiss und crême, Mtr. 18, 22, 25, 170 Pf. Gardinen, abgepasst, Fenster 115, 165, 240 bis 260 Pf. Stores, entzückende Muster, von 145 Pf. an. Portieren Stoffe, 90 cm breit, 18 Pf. an, 185 cm br., 95 Pf. an. 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Und alle halbe Jahre, wenn die Eltern der nach Vollendung der Schulpflicht die Volksschule verlassenden Kinder sich mit dieser ernsten, sorgen bollen Frage zu beschäftigen haben, drängen sich Meister der verschiedensten Handwertszweige geschäftig an sie heran und rufen ihnen zu: Gebt her Euren Jungen, wir wollen ihn aus- bilden!" " es doch noch so manchem diefer Lehrherren", daß er, wenn das Gleichgültigkeit ihre Kinder in eine„ Lehre" bringen, wo sie nichts Semester zu Ende und der Schulschluß vorüber ist, wieder einmal lernen lönnen. Aber was sollen diejenigen machen, die auf die paar dafizt mit den Kenntnissen" und nicht hat, wem er sie bei Groschen angewiesen sind, die der Junge verdienen hilft?! bringen" soll. Darum thun einzelne Innungen noch ein Was soll der Junge werden?" Arme Jungen, deren Eltern übriges und veröffentlichen alle halbe Jahre einen mehr oder diese ernste, sorgenvolle Frage notgedrungen oder auch ohne Not weniger geschickt abgefaßten Lodruf, der ihr Handwerk in mert- furzer Hand damit erledigen, daß sie euch dem ersten besten würdigem Gegensatz zu ihren sonstigen Klagen über den Niedergang Lehrlingsausbeuter übergeben! Mit welchen Hoffnungen des Handwerks- als immer noch ganz einträglich preist und den betritt mancher von euch die Werkstatt am ersten Tage seiner„ Lehre", Eltern empfiehlt, ihre Kinder diesem Handwerk zuzuführen. und welche Enttäuschung harrt seiner! Was Wunder, wenn er da Was soll der Junge werden?" Wer an die heutige Lage des vielleicht schon nach wenigen Wochen wieder aus der„ Lehre" läuft! Handwerts, an die Zustände im modernen Lehrlingswesen denkt, Da wird dann auf den faulen Lümmel" geschimpft- nicht bloß der wird im allgemeinen gerade denen sein Kind zu allerletzt an- vom„ Lehrherrn", sondern oft auch von den Eltern. Ach nein! vertrauen wollen, die sich beeilen, ihm diese Frage mit einer Nicht jeder, der aus der Lehre läuft, ist deshalb gleich ein Empfehlung ihres eigenen ehrbaren Handwerks und ihrer eigenen fauler Lümmel". Es ist so mancher tüchtige Junge darunter, werten Person zu beantworten. Aber es giebt freilich recht viele der nicht Scheltworte, sondern herzliches Mitleid verdient. Eltern, die nicht in der Lage sind, erst lange darüber nachdenken Fragt einmal die Lehrer, was fie von diesen Davon zu dürfen, was ihr Junge werden soll. Was soll er denn werden?! gelaufenen halten. Es ist durchaus nicht so selten, daß Natürlich etwas, wobei er möglichst schnell mit verdienen kann! Die sie auch von ihren besten Schülern den einen und den andren Eltern warten ja schon lange genug darauf, daß er ein paar Groschen darunter finden. Wohl schlagen sie die Hände über dem Kopf zuDie wilde Jagd nach dem Lehrling wird nicht bloß mit Hilfe nach Hause bringt wo soll's denn sonst auch herkommen! Da fammen, wenn sie hören, wohin es mit ihm gekommen ist, aber des Zeitungsinjerats betrieben. Die Vereine, die fich mit der haben die Lehrherren", die die höchste Vergütung bieten, wenn sie ihn ansehen, finden sie es begreiflich. Was war das noch Unterbringung schulentlaffener Kinder in Lehrstellen befassen, fönuten selbstverständlich die meiste Aussicht, einen Lehrling" zu vor einem Monat für ein frischer Bursche, als er mit einer hübschen davon erzählen, wie sie von den Handwerksmeistern überlaufen kriegen. Ob der Junge in einer solchen Lehre" wirklich etwas Censur die Schule verließ, und wie sieht er jetzt aus! Aber Junge, werden, und die Gemeindeschul- Rektoren wissen ein Lied davon zu lernt und was später einmal aus ihm wird es ist wahr: ein wie ist denn das möglich!?" Ach, ich weiß es ja selber nicht; fingen, wie ihnen die„ aus- bildungs"-eifrigen Meister um die Zeit gewissenhafter Vater, eine sorgsame Mutter soll danach an erster aber ich hatte mir das alles vorher ganz anders gedacht." ― des Semesterschlusses das Haus stürmen, um einen der viel- Stelle fragen. Wir sind sicherlich die letzten, die bereit wären, es Der arme Junge hatte nicht gewußt, was gewisse Handwerksmeister begehrten Jungen zu erhalten. Und trotz aller Bemühung passiert zu entschuldigen, wenn Eltern aus Gewinnsucht oder auch nur aus unter„ Lehrlingsausbildung" verstehen. Jetzt weiß er's! Die Schar der uneigennützigen Menschenfreunde, die sich so um den flügge gewordenen Nachwuchs des Proletariats bemühen, ist ganz außerordentlich groß. Sie ist so groß, daß der einzelne viel Geschid entwickeln muß, um überhaupt in die Lage zu kommen, seinen edlen Eifer an einem der Proletarierjungen bethätigen zu können. Man braucht die Braven nicht erst zu bitten, daß sie solch einen Jungen als Lehrling annehmen. Sie bitten selber und werben um ihn und suchen ihn einer dem andern abzujagen. Höchst beachtenswert! REPUBLIQUE 19 19 03 am.. Höchster Preis. FRANÇAISE 1899 Goldene Medaille. media molls al dia 09RY - # 19 JT Carl Zobel, Ecke Berlin SO., Köpnickerstr. 121, michaelkirchstr. ( 1921 Bette Herren- und Knaben- Garderoben der Gegenwart depois in, reichster Auswahl und in allen Größen. Billigste und anerkannt reelle Einkaufsquelle Berlins: [ 10192*] ates U23 Die Preise find streng fest und an jedem Gegenstand deutlich in Zahlen vermerkt. Ich verpflichte mich, jeden Artikel in besserer Ausführung und bedeutend billiger zu liefern, als die sogenannten Ausverkäufe und Reklamegeschäfte. 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In dem Bericht über die Lohnbewegungen ist die erfreuliche Tbntsache zu verzeichnen, daß die Gesamtkosten für Streiks von 91 081,50 M. im Jahre 1899 auf 54 584,85 M. im Jahre 1900 sanken. Der Vorstand fuhrt diesen Umstand darauf zurück, daß es in den größeren Zahl- stellen in den wenigsten Fällen zum Ausstand kam, indem auf dem Wege der Verhandlung eine Einigung mit den Arbeitgebern erzielt wurde. Daraus ergiebt sich weiter die hohe Bedeutung korpora- tiver Arbeitsverträge, über die folgendes Urteil abgegeben wird: „Die Verträge haben sich in den letzten Jahren'mehr und mehr in unsrer Organisation eingebürgert, so in Stettin, Posewalk, Berlin, Frankfurt a. M. usw., wohingegen wieder in andren Orten Verträge bezüglich des LohnS und der Arbeitszeit mit den Innungen durch die Gesellenansschiisse abgeschlosien wurden. Derartige Verträge haben sich, soweit wir konstatieren können, abgesehen von einigen kleinlichen Fällen, ganz gut bewährt. ES ist dadurch mindestens eine Stabilität in den Löhnen und in der Arbeitszeit geschaffen worden. Der einzelne Uutcrnehmer kann den Lohn nicht nach seinem Belieben herabsetzen oder die Arbeitszeit verlängern, wenn er sich nicht kontraktbrüchig machen will. Es liegt deshalb auch nicht nur im Interesse der Arbeiter, sondern auch in dem der Unternehmer, der- artige Verträge nicht bloß zu erhalten, sondern diese mög- lichst in allen Zahlstellen zur Durchführung zu bringen. Allerdings wissen wir, daß diese Verträge den Unternehmern oft- malS recht unbequem sind und daß man deshalb verschiedentlich versuchte, diese zu durchbrechen oder da, wo sie abgelaufen waren, überhaupt nicht wieder zu erneuern. Sollen also derartige Zustände mit den bisherigen üblichen Klassenlöhnen nicht wieder einreißen und da, wo diese heute nochs� bestehen, beseitigt werden, dann mutz versucht werde», die Korporativ-'c Verträge überall, wo die Möglichkeit dazu vorhanden ist, einzuführen. Dazu bedarf eS jedoch nicht nur einer starken, gut diSciplinierten Organisation, sondern auch geschlossenes und gemeinsame« Handeln zwischen Centralvorstand und Zahlstelle ist dringend erforderlich." Die Streiks erstreckten sich im Jahre 1899 aus 42 Zahlstellen. Außerdem waren noch 89 verschiedene partielle Streiks zu verzeichnen. An den allgemeinen Streiks waren 8047 und an de» partiellen Streiks 707, zusammen also 3754 Personen beteiligt. Die Gesamt- dauer der Streiks betrug 403 Wochen. Von allen Streiks waren 84 vollständig erfolgreich, 23 teilweise und 16 erfolglos, während von 8 Platzstreiks der Verlauf unbekannt geblieben ist. Im Jahre 1900 kam es in 57 Zahlstellen zu Arbeitseinstellungen und in 75 Fällen zu kleineren Ausständen. An den allgemeinen Ausständen waren 3498 und an den partiellen Ausständen 467. zu- sammen 3965 Personen beteiligt. Die Dauer der Streiks belief sich auf 498Vi Wochen. Erfolgreich waren 66, teilweise von Eriolg 23 und erfolglos 22 Streiks. Von 21 PlatzstrcikS ist das Resultat unbekannt. Das Gesamtergebnis ist, daß im Jahre 1899 in 248 Zahlstellen und im Jahre 1900 in 276 Zahlstellen Verbcssernngen der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeil nachzuweisen sind. Die Mittel zur Führung dieser Kämpfe hat die Organisation bis auf einen ganz geringen Prozentsatz allein aufgebracht. Beachtenswert ist, daß im vergangenen Jahre dem Borstand keine Verurteilung wegen Streik- vergehen bekannt geworden ist. Der Kassenbericht iveist 1899 eine Einnahme von 216 422,16 M. und 1900 290 206,96 M. auf. Am Schluß deS vorigen JahrS war der Bestand 112 581,67 M. Die Ausgaben verteilen sich wie folgt: Agitation.......... Gemoßregelten-Un ierstützung.... Generalkommission, Beiträge... Generalversammlungs-Unkosten... Rechtsschutz.......... Reise-Unterstützungen...... Revisionen in den Zahlstellen... Sachliche und allgemeine Verwaltungsunkosten......... Streiks: a) Unterstützungen.... b) Kontrolle und Leitung.. Statistische Erhebungen..... Verbranntes Handwerkszeug, Eni- schädigungen........ Centralverwaltung....... Aufwendungen de« VerbandSauSschusseS „Der Zimmerer", Verbandsorgan.. Diverses........... Summe Einer der wichtigsten Punkte, die auf der Geiicrelversammluug zur Beratung stehen, dürfte wohl die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung sein. Der Verband hat eine Statistik aufgenommen. die als Grundlage einer Berechnung für die finanzielle Belastung dienen soll. Daß jetzt bei der ungünstigen Konjunktur gerade im Baugewerbe die Einführung dieses Nnte'rftützungszwcigcs eingehend erivogen werden muß, steht außer allen, Zweifel. Und so wünschen wir, daß die Beratungen für die Organisation von dem besten Er- folg begleitet sein mögen. Kommunales ans heu Vororte». Die Rixdorfer Wohnungskommission, bestehend aus MagistratSmitgliedern und Sladtuerorduetcu. hielt am Donnerstag eine dreistündige Sitzung ab. Der Vertreter des Magistrats mußte feststellen, daß sich die W o h n u n g s k a l a m i t ä t seit der letzten Sitzung anscheinend verschlimniert habe. Im Februar hätten sich, wie im Januar, 12 wohnungslose Familien mit 53 Köpfen und 4 wohnuitgslose Einzelpersonen im Armen- Hause befunden. Ab und zu sei dann eine Familie, die Wohnung erhielt, abgezogen. Andre aber wäre» wieder hinzugekommen. so daß sich jetzt 14 wohnungslose Familien mit 61 jtöpsen und zwei Einzelpersonen ohne Wohnung tin Armenhause aufhielte». Zu- sammen mit den wirklichen Gcmeindearmen betrage die Belegschaft des Armenhauses 140 Köpfe. Einige»och leere Räume müßten zur Verfügung der Annen und Waisen bleiben. DaS durch Beschluß der Stadtverördncteii-Versammlung zur Unterbringung wohmingslos Iverdender Familien bestimmte Waisenhaus könnte i in größten Notfalle 20 Familien mit 80 Köpfen aufnehmen. Das wäre aber eine außergewöhnlich große Zahl: besser wäre es, nicht mehr als 15 Familien dort unterzubringen. Die alte Straßen- r e i n i g u n g S- N n st a l t biete Platz für 6 Familien. Somit löune nian, unter Ausiiutzuug noch einiger kleinerer Gelegenheiten, am 1. April weiteren 25 Familien Unterkunft bieten. Nun hätten sich in dem am 11. März eröffneten städtischen� Wohnungsnachweis etwa 6V Nindorfer Familienväter, die fast alle eine größere Anzahl von Kindern ihr eigen nennen und sich vergeblich bisher nach Wohnungen umgesehen haben, um de» Nachweis einer Wohnung bemüht.' Nur dreien davonhätten kleine Wohnungen u a ck g e tu i e s e n werden können. Unter den 1 2 Wohnungen in üiixdorf, die angemeldet wurden, seien nur diese drei kleinen gewesen. Die angeführten Zahlen ließen den Schluß zu. daß wahrscheinlich mehr als 25 Familien aus Rixdorf zum 1. April wohnungSloS werden, denen die Stadt ein Obdach im Sinne des Gesetzes über den UnterstützunqSwohnsitz gewähren müsse. Ueberhaupt werde die Stadt jetzt die Unterbringung der Wohnuitgslosen als einen Akt der Armenpflege behandeln; zu etwas andrem sei sie auch nach dem Gesetz nicht verpflichtet. Um alle unterbringen zu können, die voraussichtlich am 1. April wohnungs- loS werden, empfehle sich vielleicht der Bau einer Baracke. — An der sehr lebhasten Debatte beteiligte sich auch der Stadtv. Wach(Soc.). Er wandte sich dagegen, daß einige Herren trotz der Zahlen deS Referats noch immer nicht eine Wohnungsnot anerkennen iv ollen, und führte außerdem folgendes aus: Gegen eine Ueberfllllung deS Waisenhauses und der Straßcnanstalt. vor der schon das Magistratsmitglied gewarnt habe, müßte auch er protestiere». Daß die Stadt gegenüber der drohenden WohmmgSIofigkeit Vorkehrungen treffen müsse, sei selbstverständlich. Die Behandlung der Sache als eine Armenpflegschaft sei aber durchaus zu verwerfen. Leute. die einen Erwerb, infolge gewisser socialer Vorgänge ober keine Behausung hätten, dürste man für dieses Unglück doch nicht noch obendrein mit dem Verlust ihrer politischen Rechte bestrasen. Uebrigens habe die Kommune, dieser Staat im Staate, für ihre Mitglieder st e t s einzutreten und nicht nur im Wege der Armenpflege.— Die Kommission beschloß, den Magistrat mit einigen schleunigen Erhebungen zu betrauen, den Bau einer Baracke in Erwägung zu ziehen und am nächsten Montag wieder eine Sitzung abzuhalten, in der auch Zukunstsfrageu erörtert werden sollen. Zu erwähnen ist noch, daß der Magistratsvertreter dabei blieb, daß die Stadt diesmal als Armenverband werde auftreten müssen. DolkSbadeanstalt und Lesehalle in EchSneberg. Man schreibt uns aus Schöneberg: Eine gewisse Befriedigung dürfte es den Schöneberger Genossen bereiten, wenn sie hören, daß sich nunmehr die städtischen Kollegien entschlossen haben, der Frage der Errichtung einer städtischen Volksbadeanstalt ernstlich I äh'er zu treten. Ja. eS wird ihnen sogar eine Genugthuung ein, ihre durch eine rege Agitation für Errichtung einer solchen Anstalt aufgewendete Mühe belohnt zu sehen. Mögen auch in bürgerlichen Kreisen sich einzelne Männer befinden, die gleich uns das richtige Verständnis für die Errichtung eines solchen Instituts besitzen; das eine steht fest, dem energischen Vor- gehen der Schöueberger Parteigenossen ist eS zuzusckreibeu, daß die Stadtverordneten sowohl als der Magistrat moralisch gezwungen wurden, die Interessen der ärmeren Bevölkerung besser als bisher zu berücksichtigen. Daß sie hierbei nun gleich splendid vorgehen und neben der Bade-Anstalt die Eröffnung einer Lesehalle in den oberen Räumen des Hauses planen, kann man schon hinnehmen. Hoffentlich wird in der Leseballe ans eine Kost gehalten, die dem Geschmack der in Betracht kommenden BevölleruugSschichten entspricht. AuS Gross- Lichterfcldc wird uns geschrieben: Die Aus- führungen unsre« Artikels in Nr. 44 des„Vorwärts", die sich mit dem Antrag der hiesigen Grundbesitzerverein« an die hiesige Gemeindevertretung um Wahlcntrechtung der Arbeiterklasse und niit der Thatsache des genannten gesetzwidrige» Treibens jener Vereine beschäftigten, scheinen in den beteiligten Kreisen einiges Unbehagen hervorgerufen zu haben. In der jüngsten Monatsversammlung deS„HauS- und Grundbesitzer-Vereins des Westen" wurde der fragliche Artikel verlesen. Herr Rechnungsrat Plate, der Grundbesitzer- Apostel und eifrige Verfechter der Grund- und sonstigen Renten, hielt eS für ratsam, zum Rückzug zu blasen. Er vertrat den naiven Staudpunkt, daß der Verein sich damit doch nicht auf politischen Boden begeben hätte und streute dabei verschämt die Meinung nrit ein, daß es sich„in der Hauptsache doch um Steuerfragen handle". Dem Herrn stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins scheint in der Bedrängnis keine venrünftigere Ausrede eingefallen zu sein, denn von Sleuerfragen war gelegentlich der Verhandlungen über den genannten Antrag auf Wahlentrechtung keine Rede, sondern nur vom Kampf gegen die Socialdemokratie, vom Kampf gegen die Arbeiterklasse. Um sich über den Begriff„politischer Angelegenheiten" zu unter- richten, sei den Griindbesitzcr-Vereineii außer den vielen gerichtlichen Entscheidungen die»euesie des Ober-VerwaltunasgerichtshofS zur Lektüre empfohlen, nach welcher Grundbesitzer-Vereinc, die sich mit Gemeindewahlen beschäftigten und Einfluß auf die Zusammensetzung der Verwaltungsbehörden auszuüben suchten, als politische Vereine angesehen werden müßten. Herr Plate scheint auch daraus Kapital schlagen zu wollen, daß die betreffende» Vereine bisher polizeilich unbehelligt ge- blieben sind. Aber mit Unrecht, die Thätigkeit der hiesigen OrtS-Polizeibehörde ist eine solch' umfangreiche und vielverzweigte, daß ihr das— nach außen hin allerdings recht aufdringliche— Gebahren nicht zur Kenntnis getoinmcn ist. Das erfreuliche Wachstum des socialdemokratischen Wahlvercins und seine Thätigkeit nehmen überdies Zeit und Kräfte der Polizei- bchörde ebenfalls in Anipruch. Leider fällt auf die Arbeiter etwa« weniger politischer Sonnenschein als auf die Herren Grundbesitzer: öffentliche Ver- sammluugen der Proletarier pflegen um 10 Uhr pünktlich aufgelöst zu werden. Die Pluiokratie in Steglitz. Gegen die Wahlrechts- Der- schUchterung in Steglitz, welche die dortige Gemeindevertretung ins Werl setzte, hat der OrtSvereiu an de» Minister des Innern eine Petition gerichtet, ivorin eS heißt: 240 Wähler mit Steucrbeiträgcn von 232,67 M.(DurÄschnittSsatzj biS 349 M.(iV-facher Durchschnitt). die nach der diesjährige» Wählerliste in die zweite Klasse aufgerückt sind, sollen künftig wieder in dem Gros der drilten Klasse verschwinde», die dritte Klasse soll in ihrem so wie so recht beschränkte» Wahlrecht noch weiter beschränkt werden. Durch diese Vergewaltigung der Wähler »nd diese Beschränkung deS Wahlrechts nachtet die in der hiesigen Gemeindevertretung herrschende Plutokratie sich daS u n- beschränkte Regiment auch für die Zukunft zu sichern. Voller E» t r ü st n n g über derartige Maßnahmen haben wir bereits den instauzeiimäßigen Beschwerdeweg beschritten, wollen aber gleichzeitig Euerer Excellcnz von der mißbräuchlichen A n w e n d c b e st i m m u n g der gesetzlichen Ausuahmebestimniung hierdurch Kenntnis zu geben nicht unterlassen. Reinickendorf. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde u. a. Genosse Schilling in den Steuerausschuß gewählt. Der Vorsitzende teilte mit. daß die Regierung den Beschluß der Gemeindevertretung. H a n d a r d e> t s- L e h r e r i n n e n mit 6 Gehaltsaufbesserungen anzustellen, nicht genehmigt habe, und daß die AUfsichtsiustanz neunmalige Aufbesserungen wie bei den wissenschaftlichen Lehrerinne» wünsche. Die Gemeindevertretung beschloß, die technischen Lehrerinnen mit einem AufangSgehalt von 800 M. einzustellen»nd neunmal Gehaltszulage von je 80 M. nebst 240 M. Wohnungs- znschuß zu bewilllge». Zur Ablösung einer bei der Niederbarnimer Kreissparkasse vorübergehend aufgenommenen Schuld und zur Deckung der Restkosten des Kanalisations- und Wasserwerks, soll eine Ä o m in u u a l a n l e i h e von 1 200 000 M. von der Teutral-Boden- Kredit-Gesellschaft zu 4 Proz. Zinsen. 1 Proz. Amortisation und r/w Proz. BerwaltuugSkoften ausgenommen werden. Bei der Be- ratuug des GemeiudehauShalt-Eiats für 1901 erläuterte der Vorsitzende den Inhalt des Etat» und bemerkte, daß ein Zuschlag von 10 Proz. zur K o m m u n a l st e u e r unumgänglich sei. Die Gemeindevertretung von AriedrichShngen beschloh in der am Freitag abgehaltenen Sitzung«instimmig die Anlegung eines Schulgartens für die Gemeindeschüler und bewilligte die zur Anschaffung der Gartengeräte erforderlichen Mittel.— Ein An- trag der Regierung, an die Stelle des Schulvorstandes eine Gemeindeschulkommission zu wählen, fand die Zu- stimmung der Vertretung.— Die Schlußabrechnung über den Bau des 24 klassigen Mädchenschulhanses ergiebt eine Ausgabe von 234 418,11 Mark, einschließlich der für die innere Ausstattung aufgewendeten Gelder.— Bei der Neuwahl der A r m e n k o m- m i's s i o n s- M i t g l i e d e r wurden auch die Vertreter Barth(Soe.) und Sonnenburg(Soc.) zu Vertrauensmännern auf drei Jahre gewählt.— Zur Beschaffung eines Verwaltungsfonds wurde die Aufnahnic einer Anleihe von 100 000 Mark bei der Nieder- barnimer Kreis-Sparkasse einstimmig beschlossen.— Außerhalb der Tagesordnung richteten die Vertreter Albrccht(Soc.), Barth sSoc.) und Sonnenburg(Soc.) an den Gemeindevorstand folgende Jnter- p e l l a t i o n:„Ist dein Gemeindevorstand die Anzahl der Familien bekannt, welche zum 1. April ohne Obdach sein werden? Welche Schritte gedenkt der Genieindevorstand zu thun bezw. welche Vorschläge ge- denkt er der Geineiiidevertretung zu unterbreiten, um obdachlosen Familien zum 1. April ein Untcrkomnien zu verschaffen?" Der Vorsteher erklärte im Namen deS Gemeindevorstauds, daß er an dem Beschluß der Gemeindevertretung vom 5. März festhalte, nach welchem eine Wohnungsnot im Orte nickjt besteht. Der Antrag des Vertreters Sonnenburg(Soc.), die Dringlichkeit der Juterpellatiou anzuerkennen und in die Besprechung derselben einzutreten, wurde gegen die Stimmen der Interpellanten ab- gelehnt! NowaweS. Die hiesige Gemeindevertretung bestimmte, einen Zuschlag von 130 Proz. zur Staats- und Gemeinde-Einlommensteuer zu erheben; bis jetzt wurden 150 Proz. erhoben. Ferner wurden 600 M. zur Beschaffung von Feuerwehr-Gerätschatteu bewilligt, ebenso eine Mietsentschädigung für den Pastor Dessin trotz des Widerspruchs unsrer Genossen. Die Kreissteuer ist von 36 auf 40 Proz. erhöht. Von der Grund- und Gebäudesteuer sowie der Gewerbesteuer werden 200 Proz. erhoben, von der BetriebSsteuer 50 Proz. Der Etat belänft sich im ganzen auf 164 800 M. Neu-Weisscnsee. Der hervorragende Gemeinsin», der in den meisten Fällen dem privilegierten Grundbesitz eigen, erfährt eine eigentümliche Beleuchtung durch die Weigerung der Besitzer großer Landereien, ihre an frequentierten Straßen belegenen Grundstücke an der Straßenfront entlang mit Bordschwellen und passierbarem Biirgerstcig zu versehen. Zu diesen Leuten gehören auch die Besitzer des bekannten Etablissements„Schloß Weißensee", die Gebrüder Borchardt, Charloitenburg. Trotz des MillionenbcsitzeS dieser Eigeiitüiiicr, wird jetzt Neu- Weißensee diese Arbeiten auf Kosten der Gemeinde ausführen lassen müssen, um eine gleichmäßige Beschaffen- heit der Straßen herzustellen. Die Gemeinde kann wirklich auf solche Mitglieder stolz sein. Wheakev. Theater des Westens.— Während neben den hochgestellten Größen der sranzösische» Opernkomposition— einem Saint-Saens, einem Massenet— die„Jinigfrmizoseu" ihre modernsten Wege gehen, lerne» wir in Victorin Joncisres, geb. 1339, den typi- schcn Verlreter eines„gemäßig reu Fortschritts" kennen. Man denke enva an unsre Deutschen Nicod« und Dräseke. Mit jenem ver- bindet ihn auch die Aeußerlichieit, daß beide eine Chorsinfonie„Das Meer geschrieben haben; und gleich diesem eilte er seiner Zeit in R. Wagners Bereich, ohne jedoch diese Gefolgschaft konsequent durch- zuführen. Sein„Chevalier Jean", vor 16 Jahren in der Pariser Komischen Oper ausgeführt, wurde uns als„ I o h a n n v o n L o- t h r i ii g e n" vorgestern im Theater des Westens vorgesetzt. Das Textbuch deuter auf einen Besitz des Werks seitens unsrer königlichen Oper; es war in jener Zeit von ihr auch bereits aufgeführt worden. Der Text ist eine Eonipagnie« Arbeit und zeigt die typische Hand- werlSgeschicklichteit einer Opernhaiidluiig. Auf dem Grunde der— hier freilich nicht näher zum Verständnis gebrachten— Verhältnisse deS deutschen Mittelalters, in denen zivischen Kaiser, Fürst, Graf und Ritter ein eigenartiges System von Rechtsabgrenzungen u. dergl. besteht, eitt- spinnt sich das Schicksal der Gräfin Helene, die in aller Unschuld den Riller Johaiin tiebt, von Fürst Rudolf wegen eines sie au- siiigeuden Pagen als Ehebrecherin denunziert wird, in dem sie tröstenden Mönch ihren Ritter erkennt und durch diesen, der im Gouesgericht über Rudolf siegt, gerettet wird. Wir haben hier die Gnuung der verbesserten französischen großen Oper, nicht etwa der deutschen romantischen Oper Webers und Wagners. Der inner- liche, überirdische Zug dieser, ihre weltliche und Lberweltliche Wärm« fehlt auch der JonciäreSschen Musik. Wohl aber hat diese von jenen Deutschen das Moment deS dramatischen Ausdrucks übet» nominell und sucht mit ihm aus der seelisch höchst primitiven Hand- lmig herauszuschlagen, was eben möglich war. An Wagners „Rienzi" erinnert das große Geschick deS Komponisten, alle« Soldattsche und alles, was ein pompöses Aufziehen und Abziehen ist. musikalisch wiederzugeben: die Bläser, zu- mal die Trompeter im Orchester und auf der Bühne, spielen dabei eine große Rolle. Gegen die uaheliegeuden Eriuiieruiigen an und au« �Loheugrin" wehrte sich Jonciäres zum Teil mit Erfolg: es ist imcrcssaiit zu sehen, wie er sich über solche ReminiScenzen bald mit Erfolg hiiiansarveitet. Die musikalische Durchführung ist keine nummcrnmäßige mehr; die kurzen Chorstellen sind in ihrer knoppen Eingliederung beachtenswert; da« Gesangliche ist richtig vokal angelegl, steht aver doch hinter dem Reichtum des Jiistrununtalen zurück. Di« nicht seltenen Erhebungen zu lyrischen Höhepunkten find nicht sehr originell und lassen die Operntraditio» oft recht fühlbar merken; doch führen sie immerhin zu manchen„hübschen Stellen", und die Scene Hclcnens mit dem Mönch ist eine vorzügliche Leistung dramatisch-lyrischen Entwickeins. Im ganzen zeigt die Musik'ein ernstes Wollen und Können: fpeciell mag noch die Kunst der— uns aus Schubert und Wagner bekannte»— unmittelbaren Tonartenwechsel erwähnt sein. Nur von einer stärkeren motivischen Produktivität ist wenig zu spüren. Im Mittelpuiikl der durchgehends achtbaren Aufführung standen der Gastteuor Nikolaus R o t h m ü h l als Titelheld und Camilla G ö tz e l als Helene. Jener war besonders im Ausdruck des Innigen. Weichen und diese zumal im Ausdruck des hohen Schmerzes hervor- ragend; prüfte man manche höhen Töne der beiden nicht ganz genau, so konnte man auch über ihre Gesangskunst erfreut sein.— VerlÄminlungen. I« einer autbcsnchtcn Polksvcrsammlnng in der.Urania", Wraugelstraße, sprach Neichstags-Abgeorduetcr Stadthagen am Donnerstag über das Thema:„Hätten die Kommune- kämpfer sich schlafen legen sollen statt zu kämpfen?" Genosse Stadthagen geht in seinem Vortrage von dieser auf dem Stuttgarter Parteitage gefallenen Acußeruiig au» und bemerkt, daß eS durchaus nicht in seiner Absicht liege, die Fehler der Kommune zu verschweigen. Er schildert darauf kurz die Ver- hältnisse, unter denen die Kommune cntstaiiden ist. und die, unter denen sie gewirkt hat. Redner zeigt dann, was die Kommune in der kurzen Zeit ihres Bestehens an socialen Thaten vollbracht hat, obgleich ihre Verwaltung nicht einmal au« zielbewußten Leuten be- standen habe. Er führte dabei unter auderm an: die Abschaffung der Sittenpolizei, die Abschaffung der stehenden Armee und die allae- meine Volksbewaffnung, die Trennung von Kirche und Staat, die um Abschaffung der Nachtarbeit der Bäcker, die Errichtung der Arbeits- das fernere Berhalten waren zwei Resolutionen vorgeschlagen, die trale Gewertschaft sei, die sich weder den christlichen, noch nachweise, die Aufhebung der Pfandhäuser usw. Darauf schildert er einen Tadel gegen den Berliner Gehilfenausschuß enthielten und den socialdemokratischen oder den Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften den heldenmütigen Kampf der Pariser Proletarier und meint, es zum Anschluß an die Gewerkschaft der Maler aufforderten. Eine angeschlossen habe. hieße den Gang der Geschichte vollkommen verkennen, wenn man be- andre Resolution empfahl unter Anerkennung über das Vorgehen Der Centralverein der Böttcher hatte in der Versammlung haupte, es wäre dadurch nichts erreicht, es wäre besser gewesen, die der Centralisten ein Zusammengehen mit diesen, womit ein Antrag vom 17. März zum zweitenmale über die Differenzen in der Brauerei Stämpfer hätten geschlafen. Die Republik in Frankreich würde wohl Genz: daß Gewerkschafter und Centralisten im Lohnkampf einmütig hilse bein zu beraten und erstattete die Kommission folgenden faum noch bestehen, wenn dieser Stampf nicht stattgefunden hätte. zusammenstehen sollen, übereinstimmte. Ja hute mahnte in längeren Bericht: Nachdem längere Zeit in dieser Brauerei den Böttchern Wir sollten den Kommune- Kämpfern unsern Dank da urch abtragen, Ausführungen zur Besonnenheit, und tadelte in vielfacher Hinsicht unser anerkannter Lohn gezahlt wurde, verlangte dieselbe plöglich, daß wir ihnen nacheifern im Opfermut, und festhalten an der Ueber einige Centralisten. Notwendig fei es, gegen einzelne Werkstätten, daß nenes Gefäß im Accord anzufertigen sei. Da aber der Lohna zeugung, daß Freiheit, Gleichheit und Wahrheit wohl möglich seien auf wo die Gehilfen bedauerlicherweise sich gegenseitig unterbieten, tarif die Accordarbeit in den Brauereien verbietet und außer dieser Erde, und es besser sei zu kämpfen dafür und nicht zu schlafen. energisch vorzugehen, wie z. B. bei der Firma Raue. Flemming dem das zu verarbeitende Holz so schlecht war, daß unmöglich Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag sprach weist die gegen die Centralisten erhobenen Angriffe zurüd. annähernd der übliche Lohn verdient werden konnte, so wurde der Wolle noch Genosse Bessir im Sinne des Referenten. man etwas erreichen, dann sei vor allem andern in Frage kommende Kollege bei der Direktion vorstellig, Einigkeit erforderlich, aber nicht gegenseitige Vorwürfe. Abhilfe zu schaffen. Da er statt dessen sofort entlassen wurde, Die Gewerkschaft der Maler hielt am Donnerstag eine gut Das Verhältnis zit den Anstreichern müsse ebenfalls wandte sich der Kollege an die Vergleichskommission, die auch bei besuchte öffentliche Versammlung bei Cohn in der Beuthstraße ab. Genosse Keßler referierte über„ Zweck und Ziele der Gewerkschafts- besser geregelt und Uebereinstimmung mit diesen erzielt werden. der Direktion vorstellig wurde, aber feinen Erfolg hatte, weil der Gewerkschaftspflicht der Kollegen aber müsse es zunächst sein, teine Ueber bort beschäftigte erste Böttcher der Kommission schroff entgegentrat organisation" unter großem Beifall der Anwesenden. Be stunden und Sonntagsarbeit zu leisten, wie es in letzter und den Herrn Direktor von jedem Vergleich abriet. Ebenso wurde sprechung über den Vortrag fand nicht statt. Geng erstattete hierauf Beit fortwährend geschehen, während Hunderte arbeitslos waren auch unfer bis dahin anerkannter Arbeitsnachweis nicht mehr berüc ausführlichen Bericht über die innerhalb der letzten Monate stattgehabten mit den Meistern wäre auch vielleicht eher eine Vereinbarung erzielt, sichtigt. Die Versammlung verurteilte scharf das Verhalten des noch Verhandlungen der Gehilfenschaft mit den Arbeitgebern bezw. deren wenn die Gewerkschaft nicht einen besonderen Tarif aufgestellt hätte. in der Brauerei arbeitenden, früher selbst in unfren Reihen Junungsvertretern bezüglich der neu aufgestellten Tarifforderungen. Nachdem Genz und einige andre Redner Flemming geantwortet, tämpfenden Böttchers Kilbinger. Ferner beschloß die VersammRedner verliest hierbei das sehr umfangreich begründete Anwort schreiben der Junungsvertreter von Berlin und Umgegend an die gelangte der Antrag Genz, daß die Gewerkschafter mit den Cen- lung, um die Brauerei hilfe bein an ihre früheren Abmachungen gemeinschaftliche Stommission der Gehilfenschaft, worin fast alle traliſten in der Lohnbewegung einmütig zuſammengehen sollen, mit den Böttchern zu erinnern, alle Woche einmal den Thatbestand Forderungen als unerfüllbar abgelehnt werden. Das scheinbare gegen wenige Stimmen zur Annahme. Dann wurde noch eine im Annoncenteil des„ Vorwärts" bekannt zu machen. Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Zahltag: Aderftr. 123 Bestreben der Arbeitgeber, eine allgemeine Lohnbewegung der Resolution angenommen, die das Verhalten der Innung tadelt. Maler herbeizuführen. wird voraussichtlich aber nicht erfüllt Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins bei Diete, und Mariannenstr. 48, bei Liebehenfchel, von 3-6 Uhr. Samariter: Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen, werden; zunächst wird man erneute Verhandlungen versuchen. ersucht uns unter Bezugnahme auf unfren Bericht in Nr. 69 über Montag, abends 9 Uhr, Uebungsstunde in der Centrale, Dresdenerstr. 45. Falls aber die Arbeitgeber auf ihrer ablehnenden Haltung verharren, die Gärtnerversammlung in der Sophienstraße davon Notiz zu Vortrag über Krankenpflege. Gäste willkommen. Neue Teilnehmer können werde man zunächst gegen einzelne Werkstätten vorgehen. Ueber nehmen, daß der genannte Verein eine unabhängige neu jederzeit eintreten. Gentral- Kranken- u. Sterbe- Abeffvnier- Brunnen F. Scholz' Feſtfäle u. Garten, Möbel- u. Volsterwaren- Fabrit Kasse der Tischler ut. Ortsverwaltung Berlin H. Todes- Anzeige. Am 21. d. Mts. verschied das Mitglied unfrer Kaffe Adolf Boruth im Alter von 42 Jahren. Die Beerdigung findet heute nach mittag 3 Uhr von der Halle des Emmauskirchhofs aus statt. 184/5 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 19. d. M., ver starb nach langen, schweren Leiden im 72. Lebensjahre mein lieber Mann und unser Vater, der Former Franz Joswiak Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Sebastian Gemeinde, Dalldorfer Chauffee, statt. Josephine Joswiak 2336] und Kinder. Verein deutscher Schuhmacher. Dienstag, den 19. b. M., verstarb nach längerem Leiden im 45. Lebens jahre unser langjähriges Mitglied Ferd. Balzereit. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet heute Sonntag nachmittag 32 Uhr, vom Trauer: Hause Choteniusstr. 7 aus nach dem Kirchhof der Auferstehungs- Gemeinde statt. [ 169/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 903L Gr. Frankfurterstraße 74, zum Selbstaufstellen unter Garantie, komplette [ 9620* von 13 M. an, Druck: empfiehlt seinen großen Saal mit Theaterbühne und Garten zu Sommerpumpen, Flügelpumpen, feftlichkeiten an Vereine. Verschiedene Sonnabende noch frei. Ein Gartensprigen billigst. großes Vereinszimmer mit Pianino. Jeden Sonntag grosser Ball. Illustrierte Preisliste Anf. 4 Uhr. Montag, Dienstag und Donnerstag: Grosser Ball. Anf. 8 Uhr gratis, Erdbohrer leihweise. A. Schepmann, Wo gehen wir heute hin??? Berlin N. 162, Chausseestraße 82. Kinderwagen 8-90M., m. bon A. Schulz, Reidenbergerstr. 5, empfiehlt Einrichtungen von 250 bis 10 000 m. Anerkannt gediegene Arbeit, billige Preise, coulanteste Zahlungsbedingungen. 9732* Nach der Vereinsbrauerei Rixdorf!! Sie werfen Geld fort! Gr. 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November 1892, be: treffend das Gewerbegericht zu Berlin, Sigung des jowohl von der Arbeit geberin wie den Arbeitnehmern als Ginigungsamt angerufenen Gewerbe: gerichts vom 6. März 1901, an wel: cher teilgenommen haben: Elektra. Zwei neue Abendkurse am 3. April. Keine Vorkenntnisse. Groß. Maschinensaal u. Praktikum Anmeldungen im Bureau. 55 Prinzenstraße 55. Prospekte gratis. vember 1892, betreffend das Gewerbe- öffentlich befannt gemacht, baß in ber ALTBEWÄHRT! gericht zu Berlin, öffentlich bekannt gemacht, daß in der Sigung des so: wohl von dem Arbeitgeber wie auch von den Arbeitnehmern als Einigungs: amt angerufenen Gewerbegerichts vom 13. März 1901, an welcher teilgenommen haben: 1. Gewerberichter von Schulz, als Vorsitzender, 2. Ingenieur Bernhard, 3. Grubenbesizer Crohn, als Arbeitgeber- Beifizer, 4. Former Körsten, 5. Handelshilfsarbeiter Schumann, als Arbeitgeber- Beisitzer, folgender Vergleich geschlossen worden ist: 1. Die Kutscher erhalten vom 15. März 1901 bis zum 31. Dezember 1901 einen Wochenlohn von 27 M. Vom 1. Januar 1902 bis zum 31. März 1902 wird denselben ein Lohn von 22 m. gezahlt werden. Während der letztgenannten Zeit sollen Entlassungen wegen Mangels an Arbeit nicht erfolgen. Der Arbeit: geber verpflichtet sich auch, während dieser sogenannten Winterszeit die Kutscher nicht aussehen zu lassen. Die Anzahl der Kutscher richtet sich nach der Anzahl der gesunden Gespanne. 2. Der Arbeitgeber wird dafür Sorge tragen, daß möglichst soweit die Geschäftsverhältnisse es gestatten Geschäftsexpeditionen über 7 Uhr hinaus nicht mehr stattfinden, außer an Regentagen und bei Betriebs: störungen. 3. a) Die Sandarbeiter erhalten pro Stunde 42 f. b) Die Kalfarbeiter pro Stunde 46 Pf Die Arbeitszeit für die Arbeit nehmer unter 3 ist von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends festgesetzt. Ueberstunden werden Wochentags mit 5 Bf., Sonntags mit 10 Pf. Buschlag bezahlt. 1. Gewerbegerichts- Direktor v. Schulz als Vorsitzender, 2. Bürstenmachermeister Littmann u. 3. Fabrikant Fuchs als Arbeitgeber: Beisitzer, 4. Tischler Ahrens und 5. Former Körsten als Arbeit nehmer- Beisitzer, ein Vergleich nachstehenden Wortlauts geschlossen worden ist: 1. Die Lohn- und Arbeits: Be: dingungen sollen schriftlich festgelegt und durch Aushang in den Fabrit räumen und zwar an Stellen, die den Arbeitern zugänglich, diesen betannt gemacht werden. 2. Bei Vorort- Montagen erhält der Arbeiter außer Fahrgeld, sobald die Montage bis zu 6 Stunden Arbeit erfordert, für jede Stunde einen Lohnzuschlag von 15 Pf. Wenn die Montage einen Zeitraum von mehr als 6 Stunden erfordert, soll für jede Stunde ein Lohnzuschlag von 10 Pf. gewährt werden. Darüber, ob und in welcher Weise bei den Vorort- Montagen die Lauf zeit den Arbeitern zu vergüten ist, soll die unter folgender Nummer er wähnte Kommission beraten und ihren Beschluß der Firma und den Arbeitern zur Billigung desselben unter: breiten. 3. Es ist eine Kommission aus zwei Die Vertretern des Arbeitgebers und zwei Vertretern der Arbeitnehmer zu bilden, welche über etwaige Aenderungen der Lohn- und sonstigen Arbeitsbedingungen( ausgenommen Die Abrede unter 4 des Vergleichs) sich schlüssig zu machen hat. Kommission soll auch befugt sein, bei etwaigen Differenzen, welche zu einem 4. a) Schiffer und Steuerleute er- Streit oder einer Aussperrung führen halten monatlich 105 M. R fönnten, eine Entscheidung zu fällen. b) Bootleute auf Rähnen monat: Sollte eine Einigung zwischen Arbeit lich 90 m. gebern und Arbeitern durch die Kom mission nicht erzielt werden, so ist innerhalb drei Tagen nach Beschlußamt des Gewerbegerichts von den fassung der Kommission das EinigungsBarteien gemeinsam anzurufen. c) Bootsleute auf Dampfern monat: lich 85 M. Für den Fall, daß Fahrzeuge wäh rend des Winters einfrieren, sollen für die Bewachung und Bedienung derselben die Schiffer pro Tag 3 M., die Bootsleute 2,50 M. erhalten. 5. Die Parteien vereinbaren, daß bei zukünftigen Differenzen, welche eventuell zu einem Streit ober einer Ausfperrung führen könnten, umgehend das Einigungsamt anzurufen ift. Die Parteien verpflichten sich ferner, noch vor Erlöschen dieses Vergleichs einen neuen Vergleich zu vereinbaren. Den Vorsitz in der Kommission wird der Vorsitzende des heutigen Einigungsamts, eventuell einer der übrigen Herren Gewerberichter des Gewerbegerichts übernehmen. Arbeiter, welcher geneigt ist, gegen Die Organisation wird auf den eine Pauschale zu arbeiten, nicht einwirken, daß derselbe das Angebot des Arbeitgebers zurückzuweisen hat. 4. Der Arbeitgeber behält sich das Recht vor, mit den Arbeitern zu ver einbaren, daß dieselben Montagen gegen eine Pauschalsumme überSollten die Parteien nehmen. nicht einig werden, so werden sie noch vor Ablauf dieses Vertrags das Einigungsamt des Gewerbegerichts 6. Bei etwaigen fünftigen Verhand: Iungen bor dem Einigungsamt werben Arbeitgeber nehmer Auskunftspersonen zur Stelle bringen, um über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Konkurrenz des Arbeitgebers Auskunft zu er teilen. anrufen. und Arbeit: 7. Dieser Vergleich hat Gültigkeit Dom 16. März 1901 bis zum 31. März 1902. B. g. 1. gez. Karl Pernet. gez. A. Werner. Mar Brill. Otto Bäurle. Emil Schubert. Hermann Lowsti. Gustav Lange. Heinrich Schulze. gez. v. Schulz. Crohn. E. Bernhard. Oswald Schumann. A. Körsten. in. Abendkurse n Elektrotechniku. Maschinenbau beginnen neue 26. März, wie seit 26 Jahren, Vorkenntnis nicht erforderlich. Methode e wirkt, daß Unbegabtheit kein Hindernis. Abgangs Prüfung, Diplom Zeugnis. Prospekte toftenlos. Man beschleunige Meldung im Ingenieur- Bureau: Alte Jakobstraße 124, 3 Treppen links. Metropole der Heils- Armee. Alleinstehende Mädchen finden gutes und billiges Logis, pro Woche 2,00 m. inkl. Staffee; Wohn- u. 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