Mr. 72. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir tlluftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Boft Zeitungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebinne beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Mort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber& rpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Borialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Russische Gärungen. Dienstag, den 26. März 1901. Wir sind vollkommen überzeugt, daß auch diejenigen unsrer Kollegen von der Feder, die augenblicklich nicht unter uns weilen, Ueber die große Kundgebung in Petersburg am 17. März ebenso empört und entsetzt sind, daß diese Gefühle alle denkenden haben wir bereits berichtet. Einige neue Mitteilungen, die Mitglieder der russischen Gesellschaft, alle diejenigen teilen, in denen das uns Augenzeugen zukommen lassen, zeigen, daß die legten Bewußtsein ihrer menschlichen Würde, die Liebe zu ihren Nächsten noch Petersburger Ereignisse eine weitgehendere Bedeutung nicht vollends unterdrückt worden find. Uns Schriftstellern ist ja haben, als es zunächst schien. schon längst die Möglichkeit genommen, durch rechtzeitige AufNicolas Mogiliansky. Serafima Banteleeff. Aongin Panteleef. Grigorie Botanin. 23. Boffe. Aleris Beschechenoff. Wladimir Rosenberg. Nicolas Rubacin. Nadin Nubacina. Marie Slepyoff. Johann Sokoloff. Genrich Falborn, Wladimir Tichamolusty. Eugeuse Tschiritoff. Alexander Jarotsky. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Herr Redacteur! Da ich nicht in der Lage bin, allen denen zu danken, die beginnend mit den höchsten Beamten und endigend mit einfachen Arbeitern mir sowohl persönlich als auch mit der Post und telegraphisch ihre Sympathie aus Anlaß der Verfügung der heiligen Synode vom 22. Februar*) zum Ausdruck gebracht haben, ersuche ich Ihre geehrte Zeitung, allen diesen Leuten meinen Dant zu übermitteln, wobei ich die Sympathie, die mir fundgegeben worden ist, nicht so sehr auf die Bedeutung meiner Thätigkeit zurüdführe, als darauf, daß die Verfügung der heiligen Synode so geistreich ist und so zur rechten Zeit erfolgte. thi Leo Tolstoj. Politische Meberlicht. Berlin, den 25. März. Die konservative Scharfmacher- Kamarilla bemüht sich in wahrhaft erheiternder Kraftanstrengung, die Gemüts. verstimmung, die aus den jüngsten Aeußerungen des Kaisers sprach, parteipolitisch auszumünzen. Vergeblich hatten die Scharfmacher und Volksfeinde versucht, das Vorkommnis in Bremen zu einem Attentat" aufzublasen. Schon mußten sie angesichts der allgemeinen Unluft, sich auf diese Tölpelei einzulassen, voll Betrübnis auf ihren Versuch Verzicht leisten. Da schöpfen sie jetzt neue Hoffnung aus der angeblichen Bemerkung des Kaisers, es sei noch nicht erwiese it, ob der Epileptiter nicht von andren Personen gemi ßbraucht sei. Die Konservative Korrespondena", das offizielle Das, was gegenwärtig in Petersburg vorgeht, über- deckung der Nöte unserer Heimat derartigen Ereignissen vorschreitet bei weitem die Grenzen der in Rußland üblichen aubeugen. Studenten unruhen." Allerdings ging die Aufforderung Uns ist die Möglichkeit genommen, durch Kundgebung unsrer zur Versammlung am 17. März vom" Bund der vereinigten Heberzeugung einen Ausweg aus der gegenwärtigen schwierigen Studentengenossenschaften" aus, aber dieser Aufforderung age zu zeigen, es ist uns unmöglich, unfre Pflicht gegenüber der leistete nicht allein die studierende Jugend Folge. Unter den Heimat ganz zu erfüllen. Demonstranten befanden sich auch Litteraten und Angehörige So wollen wir denn wenigstens den Versuch machen, die Thatandrer Berufe. Die in den umliegenden Straßen sich stauende fachen selbst zur allgemeinen Stenntnis gelangen zu laffen. nach Tausenden zählende Menschenmenge befundete den Ver- Nicolas Annensty. Michael Hermolaeff. sammelten ihre Teilnahme, obwohl die Regierung im vorhinein Angel Bogdanowitsch Nicolas Sareeff. Aler. Bogdanowsky. Jwanschin Bisareff. alle Maßnahmen ergriffen hatte, um die am meisten opposi Sophie Braginsky, Alexandra Stalmicowa. tionellen Elemente der Bevölkerung, die Arbeiter der zahlreichen Rosalie Braginsky. Alexander Romiloff. Petersburger Fabriken vom Ort der Demonstration fernzu Afegander Braude. A. Raminta. halten. Vom frühen Morgen an wurde der Pferdebahn- Wlad. Bernschtam. Neftor Kotlereffeh. verkehr zwischen den Arbeitervierteln und dem Centrum der Marie Wotson. Peter Lesgast. Stadt eingestellt und an vielen Punkten wurde Militär Peter Weinberg. Wladimir Besewitsch. poftiert. Nichtsdestoweniger erschienen ein Teil der Arbeiter Glafria Galina. G. Zetkowa. dennoch zu der Demonstration, obschon einige Stunden später. Eugenie Ganeisen. Peter Ge. D. Mamin- Sibiriak. Baul Mokiewsky. Selbstverständlich konnten diese Arbeiter an der Kundgebung Wladimir Gessen. Alexander Mertwago. nicht mehr teilnehmen, die„ Ordnung" war schon hergestellt Magim Gorky. Nicolas Michailowsky. und der Platz vor der Kasanschen Kathedrale glich einem von Allegander Gutowsky. Wenedikt Asiakotin, der Militärmacht verlassenen Schlachtfeld. Diese Unterschriften, Namen wie der des berühmten Organ der konservativen Bartei, unternimmt es, in einem burd) Es handelt sich also nicht um ſpezifisch studentische Un. Sociologen Michailowsky, des Anatomen Lesgast, des Sisto besonderen Druck eindringlichst hervorgehobenen, zur Berwertung ruhen, hervorgerufen durch die Mißstände an den Universitäten riters Sareeff beweisen, daß es die Elite der russiaufgegebenen Soffnungen Provingpresse bestimmten Lärmarktikel die schon und die Beschwerden der Studenten, sondern um eine Maffenschen Litteratur ist, die hier ihren zornigen Proteft einer regelrechten Socialistenhazz bewegung der verschiedenartigsten Gesellschaftsschichten, erhebt. au beleben. Bombe Wie eine hat die Ansprache eine Bewegung, deren Ursprung in dem allgemeinen auf Sr. Majestät des Kaisers und Königs an das Präsidium des preußischen Abgeordnetenhauses im demokratischen und focialjedem russischen Bürger lastenden Druck der polizei demokratischen Lager eingeschlagen" dichtet das konservative lichen und administrativen Willkür zu suchen ist. Und der Ausbruch der Studentenunruhen war nur der Parteiorgan, Thatsächlich hat auf die socialdemokratische Presse die Anlaß der allgemeinen, lange verhaltenen Gärung. schwermütige Klage des Kaisers eine ganz andre Wirkung geübt. Und zweifellos sieht die russische Regierung Gestern, den 17. März, unter dem unmittelbaren Gindruck der Man kann die Verstimmung des Kaisers zurückführen auf das Vorden ganzen Ernst der Lage ein. Die wilde finnlos Ereigniffe, die auf dem Platz vor der Kasanschen Kathedrale statt- tommnis in Bremen oder auf die politischen Enttäuschungen in der grausame Metelei, die von der Regierung am 17. März ber mit einem Brief an Sie geivendet, in welchem sie ihre Entrüstung Socialdemokratie diesmal durchaus nicht das besondere gefunden haben, haben sich unsre Kollegen, russische Schriftsteller, inneren und in der auswärtigen Politik jedenfalls ist die anstaltet wurde, läßt sich nur durch die Furcht vor der zum Ausdruck brachten. Indem wir ihre Gefühle vollkommen teilen, Objekt der kaiserlichen Vorwürfe gewesen, ganz abgesehen davon, gärenden unzufriedenheit, vor dem Gespenst und da wir nicht in der Lage gewesen find, ihren Brief mitzuunter baß, wenn sie es gewesen wäre, fie nicht die Empfindlichkeit befigt, eines Boltsaufstands erklären. Nicht nur die zeichnen, aus dem einfachen Grunde, weil wir nicht mit ihnen waren, Manifeftanten zerstreuen, die Ordnung herstellen" wollten erklären wir, daß wir uns voll und ganz an ihren Protest an- sogleich Bomben"-Wirkungen zu verspüren. die Kosakenhorden unter Anführung des Stadthauptmanns fchließen. Kleigels, sondern der Menge Entfeßen einjagen, in den getreuen Unterthanen" für alle Betten jebe Regung des Protestes ersticken. Alle ohne Ausnahme wurden von den Rosaken mit den Nagaitas( nuten) mißhandelt und niedergeritten, man schlug auch solche, die, zufällig in die Reihen der Zuschauer gelangt, sich schreckerfüllt an die Kosaken mit der Bitte wandten, sie nach Hause gehen zu lassen. Ein weiteres Schreiben zur Unterstützung des Protestes ist später noch von zahlreichen andren Persönlichkeiten unter zeichnet worden. Dieses lautet: Sehr geehrter Herr Redacteur! A. Nikonow, Brentwist, Stranichfeld, Stebnisky, Portugalow, Komoretaja, Schutjakow, Jonow, Solnin, Nogofina, Roffitowa, Bertenewa, Suworow, Sweschnikow, Boroschin, Steinberg, Ticherello, Linew- Dalin, Murinow, Garin- Michailowsky, Schelitow, Stawinsky, Gorjuschin, Brusjanin, Sabinin, D. Storabtschewsky, Tichebhichewa Dmitrijewa, Schtichepetilnikowa, Lukjanow, Maslow, Chirjatow, Karrig, Ketriz, Dickson. der in neu Wenn der Kaiser als der Betroffene das Vorkommnis in Bremen ernster nehmen sollte als es zu nehmen ist, so würde auch daraus den tonfervativen Aufstachelungsversuchen zur Socialistenverfolgung taum ein Gewinn erwachsen. Thatsächlich ist jedoch diese kaiserliche Meinung weder beglaubigt noch wahrscheinlich, vielmehr liegt offenbar eine Fälschung vor. Wie die Freis. Btg." erfährt, hat der Oberceres monien meister des Kaisers in seinem Schreiben an den Grafen Ballestrem über die bevorstehende Audienz lediglich von dem, Un bei Hofe andrer Meinung über das Vorkommnis wäre. fa II" in Bremen gesprochen, was unverständlich wäre, wenn man Gelitten haben nicht nur Studenten, sondern auch viele burg, sondern breitet sich über das ganze Reich, vornehmlich Die Bewegung beschränkt sich aber nicht nur auf Peters bekannte Schriftsteller. So wurde dem bekannten Statistiker die Universitätsstädte aus. In Moskau, Chartow, Odessa, Annensky, der sich im Publikum befand, ein Auge aus- Dorpat, Tomst, Riga und Niew wurde seitens der Studenten geschlagen. Die Schriftsteller Peter von Struwe und die Einstellung des Besuchs der Vorlesungen Berleumdung der Socialdemokratie aus, die infam zu nennen wäre, Lugan Baranowsky wurden verhaftet und nach dem Littauschen Schloß"( einem Petersburger Gefängnis) gebracht, wobei Struwe eine Kopf- und Fußwunde erhalten haben soll. Unter solchen Umständen ist es auch nicht zu verwundern, daß selbst die an alles gewöhnten und durch nichts mehr in Staunen zu fezenden Russen nicht schweigen fonnten. An demselben unglückseligen Tage, am 17. März, hat auch eine Versammlung der Petersburger Schriftsteller: welt stattgefunden, die beschlossen hat, gegen die empörenden Gewaltafte der Regierung Proteft zu erheben. Selbst verständlich war es in Anbetracht der russischen Cenjur bedingungen ganz unmöglich den Protest der Schriftsteller in irgend einer russischen Zeitung abzudrucken. Sie müssen sich an die ausländische Presse um Beistand wenden. beschlossen. In Odessa sind 100, in Riga faft 300 Berfonen verhaftet worden. Charkower Universität und des Rektors des Kiewer Polytechnikums find an den Unruhen beteiligt. fälschte Voraussetzung eines ernsthaften Angriffs auf den Kaiser aur In anerkennenswerter Frechheit beutet die„ Kons. Korresp." die ge wenn man nicht wüßte, daß den Konservativen in ihrer Furcht vor Boltsausplünderung andre Kampfmittel als Lüge und Berleumdung Die Söhne des Rektors der Beschränkung ihrer politischen Missethaten und ihrer wirtschaftlichen nicht zu Gebote stehen. Die Kons. Korresp." schreibt: Das besonders Charakteristische an den gegenwärtigen lassen. Das Bolt" geht nicht mehr, wie in früheren Ereignissen ist aber die Teilnahme der unteren Volts. Jahren, zum Beispiel in Mostau, mit Messern gegen die Studenten, die Feinde des Zaren" vor, sondern stellt sich offen auf die Seite der unzufriedenen Jugend gegen ein barbarisches Polizei und Kosaten- Regiment. Eine neue Aera der revolutionären Bewegung Rußlands ist angebrochen. Die proletarische Bevölkerung ber großen Städte hat gelernt, ihre Freunde und Feinde zu unterscheiden. Tolstojo Dant. wenn Es ist also doch wohl nicht zu bestreiten, das auf diese Verbrecher, die sich meist im jugendlichen Alter befinden, äußere Einflüsse ihre verderbliche Wirkung ausgeübt haben, und man wird nicht fehlgehen, der das Wachstum mörderischen Anschläge auf allerhöchste Personen mit dem Wachstum der zerfezenden anarchistischsocialdemokratischen Agitation in Verbindung bringt. man Es heißt, solche Burschen Iäsen teine politischen Zeitungen. Das mag zum Teil richtig sein, obwohl gerade die Socialdemokratie dafür sorgt, daß ihre Blätter schon der Jugend in die Hände gelangen. Allein außer der Presse wird noch durch Brandreden und Flug blätter gehegt, und gerade diese Verhegzung, die sich un mittelbar an die Person wendet, ist die eindrucksvollste. Legen die Agitatoren sich mit Rüdsicht auf die Geseze noch eine gewisse Vorsicht auf, so find dazu die Verführten meist nicht im stande; fie ziehen die Konsequenzen aus dem Gehörten und Gelesenen und gelangen zur Ausübung berbreche rischer Thaten." Der Text des Protestschreibens lautet folgendermaßen: Sehr geehrter Herr Redacteur! Heute, am 17. März wurde in Petersburg, in der Nähe der Kasanschen Kathedrale vor den Augen einer nach Tausenden zählenden Boltsmenge eine systematische und augenscheinlich auch vorbedachte Megelei wehrloser Menschen ver Die Erregung der gebildeten Kreise sowie der Arbeiterkreise, in anstaltet. Kosaken umringten die unbewaffnete Menge, ihr die denen Graf Tolstoj sich größter Popularität erfreut, ist durch dessen Möglichkeit nehmend, sich zu zerstreuen, drangen ohne weiteres auf Ggtommunitation seitens der obersten firchlichen Behörde, fie ein, ritten die Menschen nieder und verstümmelten sie mit der Heiligen Synode", noch weiter verstärkt worden. ihren Nagaitas( nuten). Die Schußleute griffen einzelne Personen Am 27. Februar erfolgte der Schuß gegen den Kultusminister. Heraus, fielen haufenweise über ein Opfer her und bearbeiteten es am 4. März fanden in Petersburg und Charkow zur 40jährigen Dies ist die altübliche Methode, die auch unter erschwerten Ver erbarmungslos mit den Fäusten und den Nagailas. Mißhandelte Feier der Aufhebung der Leibeigenschaft große Kundgebungen statt, hältnissen betrieben wird. Es ficht die frommen Streiter nicht an, erschöpfte Frauen, welche sich selbst der Polizei stellten, wurden von die von der Polizei mit zahlreichen Mißhandlungen und Verhaftungen ob denn der Epileptiker überhaupt wirklich socialistische Versammlungen derselben festgenommen und gleich auf der Stelle weiteren beantwortet wurden. Am 7. März erfolgte die Egkommunikation besucht oder socialistische Flugblätter gelesen hat. Sie würden das Mißhandlungen ausgefeßt. Man schlug auf Liegende los, Tolstojs, Einige Tage darauf wurde Tolstoj, als er in Attentat" sicherlich der Socialdemokratie auf die Rechnung sezen, wenn man schlug fie bis zur Bewußtlosigkeit und vielleicht auch bis Moskau durch die Straßen ging und dort gerade ebenfalls der„ Attentäter unmittelbar aus einer alttentschen Versammlung fam, auf den Tod. Das sind nicht Gerüchte, die aus unbekannten Quellen eine Demonstration der Boltsmenge stattfand, mit einer be in der gegen den Kaiser als Englandsfreund, oder aus einer stammen, das sind Thatsachen, die viele von uns mit eignen Augen geisterten Ovation begrüßt, und er wurde aufgefordert, eine Antonservativ- agrarischen Versammlung, in der gegen das Bündnis gesehen. Das Publikum, welches flehte, der Mezelei ein Ende zu sprache zu halten. In dieser Ansprache sagte Tolstoj:" Sein Princip der Regierung des Kaisers mit dem verjudeten Geldkapital gebonnert machen, wurde fortgejagt, und selbst Offiziere schleppte man beim fei, man solle sich dem Uebel nicht mit Gewalt widersetzen; da nun wurde. Rockfragen weg. Diejenigen von uns, welche dieselbe Bitte vor aber einmal das Bolt sich gegen das lebel in Demonstrationen Die Konservative Korrespondenz" umjubelt dann weiter in brachten, wurden auch geprügelt oder festgenommen. wahre, so sei es eine Sache der Konsequenz, hierin maßlosem Ueberschwang die Aeußerungen des Kaisers über bas fortzufahren. Sinken der Autorität, woran natürlich wiederum die socialdemo Graf Tolstoj beabsichtigte ferner folgenden Brief in der fratische Agitation und der socialdemokratische Materialismus“ russischen Bresse zu veröffentlichen, da dies aber ebenfalls unmöglich war, so ist er uns bebufs Veröffentlichung übermittelt worden: Wir sind von Empörung erfüllt über derartige Grausamkeiten, welche, wie uns bekannt ist, auch in andren Städten geübt wurden. Und Entsezen ergreift uns beim Gedanken an die Zukunft des Lauds, das der Gewalt der Fäuste und Nagaitas preisgegeben ist. *) Nach deutschem Kalender 7. März. Thuldig seien. Der Artikel schließt mit einem fulminantem Aufruf gegen die focialdemokratische Gefahr: = 0 Dant! 3601 Mir find infolge meiner zweitägigen Kämpfe mit der Social demokratie im Reichstag so viele Aeußerungen von Teilnahme und Entrüstung, Glückwünsche, Zustimmungen, Freuden bezeugungen und Ermunterungen zugegangen, daß ich unmöglich jedem Einzelnen, der mich begrüßt hat, antworten fann. Ich spreche hiermit allen Freunden meinen aufrichtigen Dank aus, und grüße sie in der Gemeinschaft des Geistes und der Uebers zeugung. Berlin, 25. März 1901. mand. " Adolf Stöder. D Die Klage wurde- wir folgen einer Darstellung des Ham- überhaupt auf die Feststellungen des Genossen Haase einzugehen, burger Echo persönlich angestrengt für die Personen der Vor- wenn sie nichts besseres leisten konnte, als anstatt der lückenlosen Es ist darum von hohem Werte und von großer Bedeutung, standsmitglieder des Kartells. Der Antrag auf Eröffnung des Darstellung Haases eine lückenhafte Auswahl zu geben und um zu daß unser Kaiser, der unter dem Einflusse dieser materialistischen Hauptverfahrens wurde abgelehnt. Der ablehnende Beschluß verraten, daß der Justizminister etwas nicht wiffe, was der Genoffe Weltanschauung so schmerzvoll hat leiden müssen, zu rechter Zeit des Amtsgerichts war damnit begründet, daß eine Korporation wie Haase weiß. Um lepteres glaublich zu machen, dazu bedarf es feine mahnende Stimme erhoben hat. Möchte die Mahnung, für das Gewerkschaftskartell vor Beleidigungen durch das Gesch nicht sicherlich feiner offiziellen Versicherung. and die wir unsrem faiserlichen Herrn unsren ehrfurchtsvollen Dant geschützt sei und daß daher eine solche Korporation auch nicht wegen Be- Aufrichtige Reklame. Herr Stöder versendet an befreundete aussprechen, in allen deutschen Landen ein lebhaftes Echo finden leidigung klagen könne, daß aber weiter auch die Mitglieder des Kartells Blätter das folgende Bulletin seiner Stimmung: und den notwendigen Wandel anbahnen!" nicht Individuen, sondern wieder Korporationen seien, die in ihrer Ehre Die konservative Partei betreibt den Brotwucher, den einst der nicht geschüßt seien. Schließlich wurde erklärt, daß sich zwar nicht Kaiser schwer verurteilte. Die konservative Partei verhindert seit verkennen lasse, daß die Vorstandsmitglieder des Kartells durch den Jahren das preußische Kanalwert, für das der Kaiser seine ganze Artikel des„ beklagtifchen" Blattes fich beleidigt fühlen könnten, daß Autorität eingesetzt hat. Die konservative Partei hat in den letzten sie aber dann persönlich flagen müßten. In der gegen diesen Jahren deutlicher denn je bewiesen, daß sie die Autorität der Regierung Beschluß eingelegten Beschwerde bewies der Klägerische Amivalt nochund des Kaisers nur anerkennt, sofern Regierung und Kaiser ihre mals, daß ja die Ausführungen des Amtsgerichts völlig hinWünsche und Forderungen billigen. Da kann es mur humoristisch fällig seien, ja gar nicht vom Kartell oder von Kartellwirken, wenn das führende Organ der Partei als Schüßer diefer mitgliedern geklagt werde, sondern von den Personen und von ihrer eignen Partei so trefflich unterminierten Autorität auftritt. für die Personen der vier Vorstandsmitglieder. Dieser unZur selben Stunde, da die„ Kons. Korresp." ihren lächerlichen Hez- zweifelhaften Thatsache konnte sich das Landgericht nun nicht mehr doch noch einige urteilsfähige Leute gefunden haben, die sich über das Es ist erfreulich, daß sich in den Kreisen, in denen Stöder lebt, versuch, in dem jedes Wort unwahrheit und Lüge iſt, unternimmt, entziehen. Aber es fand andre Gründe zur Abweisung der Auftreten des Hofpredigers a. D. nach seinem eignen Geständnis es Lesen wir über das gleiche Thema der letzten Kaiseraussprüche im lage. Es heißt in dem Beschluß, es sei allerdings zwar entrüstet und ihm diese Entrüstung mitgeteilt haben. gleich konservativen, gleich frommen, gleich autoritätsgläubigen, gleich zweifellos, daß die Kläger für ihre Personen flagten, aber ihre Daß sich freilich der Mann danach bessern wird, erwartet nie. socialistenfeindlichen, Reichs boten" folgendes: Personen feien gar nicht beleidigt. Der Artikel spreche von dem Es ist wahr, daß die Autorität der Krone seit Startell, nicht von dessen einzelnen Mitgliedern. Der Verfasser habe Nationalsociale Ehrlichkeit. Als wir vor acht Tagen an dem Tode Kaiser Wilhelms 1. stark gelitten hat; aber die Wahr nur die Handlungsweise des Kartells als Korporation treffen wollen. einer Reihe von verblüffenden Beispielen nachwiesen, welche Wissenhaftigteit gebietet, zu sagen, daß auch die Träger der Beleidigung einer Korporation sei aber nicht strafbar. schaft der nationalsociale Herr v. Gerlach über die ausländische Autorität, die Regierung selbst einen Teil der Die Judikatur der letzten Jahre hat ungezählte Fälle Socialdemokratie habe, glaubten wir noch, irgend ein scherzhafter Schuld daran tragen. Wir haben es in den letzten Jahren von Rollettiv Beleidigungen unter Billigung Wann habe die Leichtgläubigkeit des an der Mausersucht leidenden wiederholt in den bestgesinnten Streifen mit heißem Schmerz und des Reichsgerichts anerkannt und abgeurteilt Bublizisten mißbraucht. Nach der Antwort, die Herr v. Gerlach jezt tiefster Trauer beklagen hören, daß das hohe Erbe an Autorität fobald es sich um socialdemokratische Sünder handelt. Erst zur Information" in der„ Welt am Montag" versucht, können wir diese und Ansehen der Krone unter dem unstäten im im vorigen Sommer wurde der Abgeordnete Molkenbuhr als wohlwollende Annahme nicht mehr hegen. Der nationalsociale Führer scheint vielmehr auch journalistisch seiner geliebten Hunnenmoral zu pulsiven hin und herschwanken der Politik Redacteur des Hamburger Echo" wegen Beleidigung des ganzen huldigen, die fittliche Rüdfichten auf wahrhaftigkeit und sonstige derartige mehr und mehr schwinde. Die Autorität ist ein Offizierftands verurteilt. Einige besonders trasse Fälle teilte Genosse Sentimentalitäten nicht kennt. Damit wird freilich eine Auseinandersittliches Gut, das nicht auf mechanische Weise, sondern durch die Haase in der Sitzung des Reichstags vom 7. Februar dieses segung mit ihm ein ebenso zweifelhaftes Vergnügen, wie etwa eine persönliche Haltung der Träger der Autorität gewahrt werden Jahrs mit. Danach wurde der Verleger eines in Ostpreußen ver- erzwungene Polemik mit" Post" und" Germania"-Leuten. Dennoch fann und je tendenzloser das durch eine sorgfältige, ſtätige teilten Parteikalenders auf einen Strafantrag des Konsistoriums fann man sich der Pflicht nicht entziehen, die Kampfesweise dieser Pflichterfüllung geschieht, desto besser wird sie gewahrt. Das wegen Beleidigung aller evangelischen Geistlichen Off- nationalsocialen Einschleicher" dem öffentlichen Urteil zu unterftellen. imperative Betonen der eignen Autorität ist meist preußens zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt wegen folgender Herr v. Gerlach hatte den Beweis unternommen, daß die Socialwirkungslos, ja es bewirkt vielfach gerade das Gegen Worte: Wenn alle Lügen gegen die Socialdemokratie bei Euch nicht demokraten Englands, Frankreichs, Belgiens, Hollands und Oestreichs teil. Der größte Feind der Autorität ist ihre Ueberspannung. ziehen, dann versuchen Eure Herren, manchmal auch ein teils marinistisch- militaristische, teils tolonialpolitische und monarchistische Kaiser Wilhelm I. hat seine große Autorität dadurch erlangt, farrer. Euch vorzuschwindeln, die Socialdemokratie wolle den Neigungen haben. Wir haben den Unsinn dieser Behauptungen festdaß er bei allem Vollbewußtsein von der Höhe seiner Stellung lieben Gott abschaffen und die Religion zerstören." Die 3 Urteil gestellt. Anstatt reuig zu schweigen oder den Irrtum zu bekennen, stets eine weise Zurüdhaltung und Selbst ist vom Reichsgericht ausdrücklich gebilligt. In kommt nun Herr v. Gerlach und redet von Irrtümern des„ Vorbeschränkung seinen Ratgebern gegenüber walten ließ und frischem Gedächtnis ist ja auch der vom Genossen Haase wärts". Von Oestreich zwar redet er ticht mehr, über Belgien und fich hütete, unberufenen Ratgebern fein Ohr zu angeführte Fall, wo auf direkte Anweisung des Justizministers Holland will er ein andermal Licht verbreiten, dagegen glaubt er in leihen. sid most Vanwegen Beleidigung der oftpreußischen Agrarier vorgegangen wurde. Bezug auf Frankreich und England die Position retten zu können, inBei der ungeheuren Kompliziertheit des modernen Staats, wo In dem ostpreußischen Fall handelt es sich um einen socialdemo- dem er verdunkelnde Dunſtwolken aufsteigen läßt. Wo wir hinsichtlich Frankreichs geirrt haben sollen, ist schlechterdings unerfindlich. Gerlach der einzelne Mann auch bei der größten Begabung nicht alles fratischen Redacteur, im Hamburger um den Publizisten staats- hatte geschrieben, daß die französischen Socialdemokraten mit drei allein zu machen und zu beurteilen vermag, kann es der erhaltenden Scharfmachertums, der Arbeiter beschimpfte und Ausnahmen für die Chinakredite gestimmt hätten. Wir hatten demAutorität nur empfindlich schaden, wenn sie nicht die rechte verleumdete. Sonst holt man aus allen Aftenschränken die Rechte gegenüber daran erinnert, daß auf dem Pariser Kongreß Sembat er Grenze zu wahren versteht und plöglich mit Aussprüchen und Ursprechung des Reichsgerichts herbei, um mit ihr die Entscheidungen lärt habe, er hätte gegen die Bewilligung protestiert, und zwar im teilen die Welt überrascht, zu denen die ernsten Sachverständigen und Irteile zu begründen. Diesmal scheint man aber die Judikatur Auftrag der gesamten Frattion, daß aber die Angelegenheit die Köpfe schütteln und die berufenen Berater in Verlegenheit ge- des Reichsgerichts gänzlich umbeachtet gelassen zu haben. Ausnahmslosigkeit des Protestes ist ja von andrer Seite raten. Der moderne Monarch des konstitutionellen Staats foll nicht Wir sind gewiß keine Freunde der Kollektivbeleidigungen. Nach seitbem alle französischen Socialisten mit großer Energie gegen die Nach- bestritten worden nicht völlig getlärt sei; jedenfalls tämpften in orientalischer Unnahbarkeit thronen, sondern man begrüßt es dem aber das Reichsgericht diesen Begriff einmal eingeführt hat, so Chinapolitik. Wenn Herr v. Gerlach jetzt auf die Mitteilungen der mit Freuden, wenn er in und mit seinem Volfe lebt, gab es sicher keinen Fall, in dem ein gerichtliches Einschreiten so Genoffin Bettin verweist, 8 wei Abgeordnete hätten doch die fich um alles kümmert, seine Augen auf alles gerichtet berechtigt gewesen wäre wie in diesem; denn es galt die gerichtliche Chinakredite bewilligt, so beweist das zwar nichts gegen unsre hat, die Initiative zu notivendigen Reformen ergreift, Anregungen Feststellung von wichtigen Thatsachen zu ermöglichen. Auf Grund Darstellung, aber sehr viel gegen die Behauptung des Herrn des Herrn giebt, aber alles in stetem beratendem Verkehr mit der ligenhaften Informationen hatte der Kaiser in Bremerhaven v. Gerlach, der vor acht Tagen nicht von zwei dissidenten Abder vor ad feinen Räten, sonst läuft er Gefahr, Liebhabereien oder plögliche von vaterlandslosen Gesellen geredet. Jegt erkennt man, daß es für geordneten geschrieben hatte, die für die Stredite gewefen feien, Empfindungen für Notwendigkeiten zu halten, die dann an den fie auch keinen Rechtsschutz giebt, wenn fie versuchen zu beweisen, sondern vielmehr behauptete, die Fraktion hätte mit Ausnahme von drei Mitgliedern für die Chinavorlage gestimmt. Ein wesentharten Realitäten des Lebens scheitern. Gerade die begabtesten daß jene Beschuldigungen ungerechtfertigt. licher Jrrtum, der aber noch verzeihlicher ist, als die hartnädige Fürsten sind diesen Gefahren ausgesetzt und die Geschichte Unterschlagung unsres Hinweises, daß die franzöfifchen Socialdemo kennt viele Beispiele, daß gerade sie, wenn sie ihren eignen Willen zu sehr in den Vordergrund stellten, statt lagen, die von den Genossen Heine und Haase im Reichstag gegen Die Unabhängigkeit der preußischen Justiz. Mit den An- fraten Führer im Kampfe gegen die Chinapolitik find gleich den deutschen Genossen. weise, felbstverleugnende Zurückhaltung ihren Räten gegen bie preußische Justiz erhoben worden find, beschäftigt sich die amt Sachen des englischen Genossen Hyndman. Er hatte darauf hin Dieselbe Ehrlichkeit zeigt das Verfahren des Herrn v. Gerlach in über walten zu laffen, schließlich auf ihre unfruchtbare liche Berliner Korrespondenz". Was die Ausführungen Heines gewiesen, daß Hyndman für eine Flotte weitesten Umfangs sei, aljo und unglückliche Regierung zurüdsehen mußten. aulangt, so begnügt sich das überaus bescheidene amtliche Organ zu den Marineschwärmern und Wasserpatrioten gehöre. Hatte dieser Der Fürst soll der oberste Träger der Autorität sein, und er wird immer noch mit dem Hinweis, Herr Schönstedt habe es nicht nötig Gerlachsche Saz überhaupt einen Zweck, so doch nur den, zu zeigen, es desto mehr sein, je mehr er selbst die von ihm delegierte im Reichstag zu erscheinen. Er scheint es in der That nur nötig daß er Hyndman als einen imperialistischen Welt- und KolonialAutorität seiner Räte und Behörden respektiert und seinem Volte und zwar dringend nötig zu haben, allein in der erzwungenen Ab politifer ausgeben wollte. politiker ausgeben wollte. Wie stellten fest, daß das Gegenteil die auch in dieser Beziehung mit gutem Beispiel vorangeht. Das hat wesenheit des Gegners, aus der Sicherheit des preußischen Ab- Wahrheit jei, hat ja doch Hyndman auch auf dem Pariser Kaiser Wilhem I. gethan, und das hat seiner Autorität nicht allein geordnetenhauses, Angriffe zu versuchen. Kongreß 1900 gejagt: keinen Abtrag gethan, sondern gerade dadurch ist sie so hoch gewachsen." Die Konservative Korresp." wird vielleicht anerkennen, daß fie vor dem Feldzug gegen die socialdemokratischen Autoritäts- Untergräber ihre eigene Autorität unter den Blättern ihrer Partei wahren sollte. = Was den vom Genossen Haase angeführten Fall betrifft, so versichert die Korrespondenz, der Justizminister würde sich, auch wenn er in der Sigung anwesend gewesen wäre, nicht haben äußern tönnen, weil ihm der Gegenstand nicht angekündigt war. Dafür wird aber nun in der„ Berl. Korrespondenz" eine aftenmäßige Darstellung des Falles gegeben, der Wort für Wort die Behauptungen Haase's bestätigt. Es wird zugegeben, daß der Wenn sie nicht beabsichtigt, ihren politischen Gegnern freudigste Königsberger Staatsanwalt sowohl wie der Oberstaatsanwalt, Heiterfeit zu bereiten, muß fie vermeiden, uns als Feinde ersterer am 6. Februar, letterer am 15. März 1899 die Anklage der Autorität denunzieren und neuen Unterdrückungsgesetzen über- gegen den Gen. Rakutt wegen Beleidigung ostpreußischer Landwirte liefern zu wollen, während dem ihr imnigst parteiverwandten abgelehnt habe. Dann heißt es in der amtlichen Auslaffung weiter: Die hiergegen bei dem Justizminister eingelegte weitere BeReichsboten" die Wahrhaftigteit gebietet", die Ursachen schwerde vom 27. März 1899 wurde nach Einziehung eines der Autoritätsminderung in ganz andren Verhältnissen Berichts des Oberstaatsanwalts durch Verfügung vom 27. April zu finden. 1899... als begründet erachtet." 354 Die Socialdemokratie fann an all diesem kaleidoskopischen Durch Deutsches Reich. Rechtsschutz für vaterlandelose Agitatoren. Die Hamb. Nachrichten" brachten in ihrer Nummer vom 19. Auguft vorigen Jahres einen Artikel über die Aussperrung der Werftarbeiter, der an Entstellingen und hanebüchenen Lügen über die Ursachen und den Verlauf des Kampfes das Menschenmögliche leistete. Um dem edlen Organ Gelegenheit zu geben, vor dem Forum des Gerichts für seine Verleumdungen und damit auch gleichzeitig öffentlich flar zu stellen, wie Wilhelm II. von seinen In= formatoren über den Werftarbeiter Stampf hintergangen und belogen war, beschloß beschloß die Kommission des Hamburger Gewerkschaftstartells Injurientlage gegen die Hamburger Nachrichten" zu erhebeit. Rechtsanwalt Dr. v. Oldershausen stellte Strafantrag gegen den verant Stelle citirt: " Als englischer Socialist, also als Anhänger des größten Kolonialreichs der Welt, lege ich das größte Gewicht darauf, hier mit den internationalen Proletariat gegen die Stolonialpolitik zu protestieren. Ich stimme um so lieber der Resolution zu, weil sie auch die schamlose Politik verurteilt, die England gegen Transvaal führt, die uns englische Socialisten mit Trauer und Scham erfüllt." Hyndman giebt dann eine eingebende Schilderung des Räubers systems Englands gegen Indien und die Ursachen der dort periodisch wiederkehrenden Hungersnöte. Und dabei müsse man beachten, daß England in Indien nicht etwa eine höhere Kultur geschaffen, sondern vielmehr eine alte Stultur zerstört habe, die viel besser gewefen als unfre. Dasselbe Schauspiel wiederhole sich jetzt in China." Herr v. Gerlach aber verrät jest, in welchem Sinne er den Genossen Hyndman einen Marineschwärmer und Wasserpatrioten genannt habe. Er beruft sich auf eine Anmerkung in Bernsteins„ Vor" Leider findet sich vor dieser Mitteilung in der altenmäßigen einander, das Regierung wie herrschende Parteien bieten, nur ein Darstellung eine seltsame Lücke. Es wird nicht erwähnt, daß aussetzungen", wo erwähnt wird, Hyndman vertritt mit großer Ent zwischen dem 15. März, wo der Oberstaatsanwalt die Strafschiedenheit die Idee, daß England zum Scuze seiner uneingeschränktes Wohlgefallen empfinden. verfolgung ablehnte und dem 27. April, wo sie der Juſtizminister Nahrungsmittelzufuhr eine jeder möglichen Stombination anbefahl, am 23. März, jene Herrenhaussigung stattfand, in der von Gegnern gewachsenen Kriegsflotte bedürfe. So sieht für Herrn Graf Klindowström den Herrn Schönstedt scharf machte. v. Gerlach ein Marineschwärmer und Wasserpatriot aus! Freilich Aus der Verfügung des Justizministers selbst wird die folgende hatte Herr v. Gerlach zuerst flüglicherweise die Zweckbestimmung der Flotte den Schutz der Nahrungsmittelzufuhr verschwiegen. Wird davon ausgegangen, daß die Bezeichnung die großen Conit hätte er ja auch Genossen Hyndman nicht als nationalsocial Besizer" auf die Großgrundbefizer Ostpreußens zu beziehen gefärbten Flottenpatrioten den deutschen Socialdemokraten vorstellen ist, und daß diese eine genügend begrenzte Personenmehrheit tönnen und wir hätten es nicht nötig gehabt, die Behauptung find was nach den Ausführungen des Reichsgerichts auf S. 188, v. Gerlachs zu korrigieren. Denn wenn Hyndman aus diesem 189 Entsch. in Straff. Bd. 31 nicht ohne weiteres zu verneinen Grunde und zu diesem Zivecke eine flotte für notwendig hält, fo fein wird so wird auch angenommen werden müssen, daß alle thut er im Princip nichts andres, als was die deutsche Socialunter der Kollektivbezeichnung begriffenen Einzelpersonen an fich demokratie thut, wenn sie zum Schutz des Vaterlands ein Volksheer ausnahmslos als beleidigt gelten fönnen, und daß dieser Erfolg fordert. Nicht wir haben uns also geirrt, sondern Herr v. Gerlach von dem Vorfaße des Beleidigers umfaßte wurde, soweit dieser nicht hat sich geirrt", indem er durch Verschweigung der Hauptsache den erkennbare Ausnahmen machen wollte.( Vgl. auch Entscheidung des Genossen Hyndman des Marinismus im nationalsocialen imperia Reichsgerichts B6. VII, S. 178.) Es erscheint daher angezeigt, liftischen Sinne zu verdächtigen suchte. Genoffe Hyndman, der der obie Angelegenheit durch Erhebung der Aneifrigste Befürworter internationaler Verständigung ist, denkt in all flage zur gerichtlichen Entscheidung zu bringen. diesen Fragen genau so wie die deutsche Socialdemokratie. Dazu bemerkt dann die Berl. Korrespondenz" mit vollendeter Run mag Herr v. Gerlach weiter die Welt am blauen Montag ins Blaue informieren"! si( asium) onlings or Diese im lassene Verfügung war weder als geheim, noch als vertraulich bezeichnet, das ist auch vom Genossen Haase Die Geheimnisse einer Zwangserzichungsanstalt. nicht behauptet worden. Red. des Vorwärts"); aber Drei Tage lang verhandelte die Straffammer des Landgerichts selbstverständlich betraf fie lediglich den inneren Geschäfts- Metz gegen den katholischen Geistlichen Thilmont, gang der Staatsanwaltschaft und war zur Mitteilung an das der beschuldigt wird, in seiner Eigenschaft als Direktor der BesserungsGericht nicht bestimmt. Ob eine solche Mitteilung trotzdem und anstalt für katholische Knaben zu Giningen sich seit Mitte der neun gar unter der Aufschrift ,, ganz vertraulich" erfolgt ist, ist im ziger Jahre in zahlreichen Fällen gegen die§§ 174 Biffer 1 und Juftizminifterium nicht bekannt. Sollte dies ungehöriger 176 8iffer 3 des Reichs- Strafgesetzbuchs( Bornahme unzüchtiger weise geschehen sein, jo taun hieraus ein Vorwurf gegen den Handlungen mit minderjährigen Zöglingen bezw. Personen unter Justizminister nicht hergeleitet werden, da dieser eine solche Mit- 14 Jahren) vergangen zu haben. Schon im Jahre 1896 waren dies teilung weder angeordnet, noch gebilligt hat, fie vielmehr auf bezügliche Gerüchte gegen den Angeklagten aufgetaucht, denen er das Entschiedenste mißbilligen würde. Auf jedoch dadurch zu begegnen verstand, daß er die Verbreiter derselben das rethorische Beiwerk des Abgeordneten Haase etwas zu erwidern, durch eine Reihe von erfolgreichen Beleidigungsflagen zum Schweigen liegt ein Anlaß nicht vor." brachte, wenn in den Urteilsgründen auch gesagt war, der Kläger " wortlichen Redacteur Dr. E. Hartmeyer. Die Klage füste fich Sarmlosigkeit: Gewöhnlichen Geigäftsgang. namentlich auf folgende Ausführungen des genannten Blatts: Die Werften Hamburgs hätten, so hieß es dort, seit Frühjahr vorigen Jahrs fortgesetzt Lohnerhöhungen eintreten lassen, teils für einzelne Arbeiter, teils für ganze Berufe. Infolgedeffen seien die Arbeiter mit ihrer Lage schr zufrieden gewesen. Das sei für das Gewerkschaftskartell unleidlich gewesen, es habe beabsichtigt, sein im Sinten begriffenes Ansehen durch neue Erfolge zu heben; der Deutsche Metallarbeiter Verband sei dazu ausersehen worden, diese Lorbeeren zu erkämpfen. Die Werftarbeiter hätten deshalb Anfang Juni einen socialdemokratischen 1tas erhalten, der auf Berkürzung der Arbeitszeit und Abschaffung der Accordarbeit hinzielte. Der Streit" sei nicht aus Not begonuen, sondern aus Uebermut vom Gewerkschaftskartell angezettelt, und man könne nur die Dummheit und Feigheit der Arbeiter bewundern und bemitleiden, die sich die socialdemokratischen Hezer nicht vom Leibe zu halten wüßten. " ers Rhetorisches Beiwert haben wir in der Rede des Genossen Haase fei nicht in der Lage gewesen, seine Unschuld zu be nicht gefunden; die Thatsachen sprechen ja für sich selber. Unbegreiflich weisen. Als im vorigen Spätjahr die öffentlichen Beschuldigungen ist es aber, warum die Berl. Korrespondenz" einen Anlaß nahm, gegen Thilmont greifbarere Gestalt annahmen und auch den Weg in die Bresse fanden, fandte die Staatsanwaltschaft Metz einen Ber- Italien werde die Verpflichtungen, die der bestehende Drei Besonders eifrig in Verbreitung solcher unbegründeten. Auflagen find treter direkt in die Gininger Anstalt zur Untersuchung der Angelegen heit, worauf Thilmont verhaftet und gegen ihn auf Grund der er wähnten Gejegesbestimmungen in 12 Fällen die Anklage erhoben wurde. Die Freunde des Verhafteten sezten alle Hebel in Be vegung, um den so schwer Beschuldigten zu retten; selbst in der Breffe verstiegen sie sich zu der Behauptung, die ganze Sache sei das Machwert eines Komplotts der Protestanten, die damit der katholischen Kirche und ihren Dienern einen Schlag versehen wollten. Das Ergebnis der gestern zu Ende gegangenen Hauptverhandlung machte diesen Verdächtigungen allerdings ein jähes Ende. Der als Beuge bernommene Untersuchungsrichter erklärte das Komplott" für ein Hirngespinnst; er habe vielmehr die Belastungszeugen nur mit der größten Mühe aus allen Weltgegenden aufzutreiben vermocht, und auch, nachdem ihm dies gelungen, feien sie nicht etwa in ihren Aussagen gleich über den beschuldigten Pfarrer hergefallen, hätten sich vielmehr anfänglich geweigert, gegen diesen auszusagen, und mit Mühe und Not habe man ihnen Wort für Wort aus dem Munde ziehen müssen. Auch der Versuch der Anhänger Thilmonts, die als Belastungszeugen auftretenden ehemaligen Anstaltszöglinge als unglaubwürdig hinzustellen, mißlang gänzlich. Es wurde festgestellt, daß die Lcute, seit sie im öffentlichen Leben stehen, sich sämtlich eines guten Leumunds erfreuen und auch noch teine gerichtlichen Strafen erlitten haben. Der Direktor der Erziehungsanstalt Hagenau, als Sachverständiger geladen, verwahrte fich ausdrücklich gegen die Behauptung, daß man den Zöglingen derartiger Anstalten kurzer Hand die Glaubwürdigkeit abspreche; er habe zur Zeit in seiner Anstalt etwa 400 junge Leute, von denen höchste is der vierte Teil keinen Glauben verdiene. bundvertrag auferlegt, halten. Was aber die Zukunft die beiden Centrumsblätter, die nichts dagegen haben, daß von ihren anlange, werde Italien erst nach reiflicher Ueberlegung Ver- angesehenen Partei- Unternehmungen organisierte Arbeiter auss bindlichkeiten eingehen. Das Interesse des Landes müsse allen gemerzt werden, aber in arbeiterfreundliche" Entrüstung geraten, andren Erwägungen vorangehen. Das Ministerium werde sich nicht wenn die Arbeiter in einigen Fällen den gleichen Standpunkt in bloß mit den Bündnisverträgen, sondern auch mit den Handels- umgekehrter Richtung einnehmen. verträgen zu befassen haben, denn man müsse wissen, welchen Das große Vergehen, dessen sich der Verband der Maurer schuldig Einfluß die Handelsbeziehungen auf die politischen Beziehungen gemacht haben soll, besteht nach Angabe jener Blätter darin, daß in ausüben können. Die politischen Bündnisverträge Jtaliens gehen Neu- Ruppin die Maurer auf dem Kasernenbau ausständig bor den Handelsverträgen zu Ende. Wir werden lange wurden, weil ihrem Verlangen, einen unorganisierten Kollegen zu voraus wissen, woran wir uns bezüglich des einen oder entlassen, nicht stattgegeben wurde. anderen zu halten haben. Jedenfalls werden die Ver- Zu dieser Darstellung wird uns von beteiligter Seite ge träge, wenn ihre Erneuerung ihre Erneuerung stattfinden sollte, stattfinden sollte, durchaus schrieben: keinen andren Zweck als die Erhaltung des Friedens haben. Man„ Auf dem Kasernenbau in Neu- Nuppin handelte es sich nicht wird ihnen den Verdacht einer Animosität gegen Frankreich nehmen, um einen Maurer, sondern um einen Bauarbeiter. Auf dem Bau der ihnen leider wiederholt zugesprochen wurde. Es ist unser sind 20 Arbeiter beschäftigt, darunter ungefähr die Hälfte, die in aller Pflicht, in diesem Sinne zu arbeiten, denn Frankreich und Accord Kalk und Steine tragen. Der Vorarbeiter Steiner gehörte Stalien müssen in jedem Falle Freunde bleiben." früher der Organisation der Bauarbeiter an, trat aber im vorigen Am Schluß gab Zanardelli nochmals mit sehr lebhaften Worten Jahr aus. Zu dieser Zeit verlangte Steiner bei einer Differenz seiner Sympathie für Frankreich Ausdruck und sprach seine mit dem Meister, es solle sofort in einen Streit einUeberzeugung aus, daß die Touloner Begegnung ein neues getreten werden, während die Organisation den Weg der Unterpfand der Freundschaft zwischen den beiden Nationen bilden Verhandlung vorzog. Seit dieser Zeit bekämpft Steiner, dem früher die Organisation nicht scharf genug vorging, diefelbe. Am 16. März verhandelte ein Vertreter des Maurerverbands mit den Polieren des Baus und diese erklärten, es wäre noch niemand so rüdsichtslos und scharf gegen luorganisterte vorgegangen als früher diefer Steiner. werde. " Belgien. Brasilien. Die wenig freundliche Sprache Zanardellis gegenüber dem Dreibund ist nur zu begreiflich. Ist es doch der Bund mit den Militärstaaten Deutschland und Destreich, der dem italienischen Volfe ungeheure Opfer für Militarismus und Marinismus auferlegt. Die Rede Zanardellis läßt ferner durchblicken, daß die von dem Seit der Zeit feines Austritts aus der Organisation sucht Steiner deutschen Agrariertum und der Regierung betriebene Zollpolitik die die organisierten Kollegen fortwährend zu schädigen, sie aus der Die Beweiserhebung bekräftigte denn auch die Aufstellungen der neuen Handelsverträge mit Italien erschweren wird und dazu führt, Arbeit zu verdrängen, indem er sie beim Arbeitgeber anschwärzt, Anklage in allen Punkten. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte daß fich Italien wieder mehr an Frankreich anzuschließen sucht. um dann Unorganisierte heranzuholen. Dies geschah schon im Vorselbst in den ersten Monaten seiner Untersuchungshaft sich dem jahr, in diesem Jahr wiederholte sich dasselbe. Nachdem durch sein Staatsanwalt und Untersuchungsrichter gegenüber, wie auch in unsolidarisches Verhalten wieder mehrere Kollegen entlassen wurden, Briefen au Bekannte und Freunde als schuldig bekannt, sich als Eine Kongostaatsdebatte ist nach Ostern in der Kammer zu erklärten sich die gesamten Bauarbeitsleute mit den Entlassenen solis verlorenen Mann bezeichnet habe, der keine Achtung mehr verdiene, erwarten. Dem Betit Bleu" zufolge werde die Frage bezüglich der darisch und verlangten die Entlassung des Steiner. und daß hierin erst eine Aenderung eingetreten sei, nachdem er Wiederübernahme des Kongostaats seitens Belgiens, welche den Da den Wünschen der Arbeiter nicht Folge gegeben wurde den Besuch seines Verteidigers empfangen hatte. Sammern nach Ostern unterbreitet werden soll, folgende Lösung legten sämtliche Bauarbeiter am 8. März die Arbeit nieder. Am Die zwölf hauptsächlichsten Belastungszeugen fagen aus, daß finden: Die Regierung werde vorschlagen, den Kongostaat jofort 15. März fand eine Bauhandweiterversammlung statt, die zu diesem Thilmont fie des öfteren nach den Unterrichtsstunden einzeln wieder zu übernehmen und zwar als belgische Kronkolonie, die vom Fall Stellung nahm. In dieser Versammlung forderte Steiner bei bei sich behalten und dann Unsittlichkeiten mit ihnen be- König ohne direktes Eingreifen des Parlaments verwaltet wird. jedem Redner den überwachenden Beamten auf, die Worte genau gangen habe, daß er nachts zu ihnen aus Bett ge niederzuschreiben, da er gegen alle Strafantrag stellen würde. Er kommen sei und sie dabei unsittlich berührt habe 2c. Einzelnen wolle sie alle ins Gefängnis bringen. Nunmehr forderten auch die von ihnen ist das wöchentlich ein- bis zweimal, im ganzen mindestens Monarchistische Verschwörungen sind in Brasilien feit der Maurer, daß der Mann entlassen werde. Sie wollten nicht mit einem 20 mal passiert. Auch die Behandlung geschlechtlicher Erkrankungen Abdankung des Kaisers Pedro II schon mehrfach entdeckt worden, Mani zusammenarbeiten, der im stande ist, bei jedem unbedachten habe der Pfarrer bei seinen Böglingen dazu benüßt, um sich ihnen namentlich gilt das Offizierscorps der Marine als monarchisch. Auch Wort, das ein Kollege spricht, zum Denunzianten zu werden. in uusittlicher Weise zu nähern. Einer der Entlastungszeugen, der jetzt wird wieder eine Verschwörung der Monarchisten bekannt. Das Das Verlangen wurde den Polieren unterbreitet mit dem ausdrücks gegenwärtig in Köln beim Militär steht, sagte aue, daß ihm ein Haupt derselben scheint der Admiral Mello zu sein, der den be- lichen Hinzufügen: der Verband verlange nicht, daß mit Thilmont befreundeter Lehrer an der Gininger Anstalt einige tannten Aufstand der Flotte 1893 geleitet hatte. Wello ist verhaftet sich der Mann organisiere, sondern man wolle wegen Wochen nach der Verhaftung des Angeklagten einen Brief geschrieben und nach dem Norden gebracht worden, um dort weitere Maßnahmen seiner Handlungsweise nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten. und 5 M. geschickt habe. Am Schlusse des Briefes war bemerkt, der Regierung abzuwarten. Außer ihm ist ein Portugiese Namens Die Arbeiter wurden zurückgewiesen, worauf am 19. März der der Lehrer hoffe, daß der Zeuge ein braver und dankbarer Borlido verhaftet, der deportiert werden soll. Wie der Kor- Streit eintrat, am Mittag war Steiner entlassen. junger Mann fei und sich nicht dazu verleiten lasse, gegen den respondent des New York Herald" in Rio de Janeiro meldet, hat So der Schützling der Scharfmacher. Das Verhalten der Arbeiter Pfarrer Thilmont ichlecht zu handeln. Nach Be- Barou Burgal, einer der Führer der monarchischen Verschwörung, ist ganz einwandsfrei, ihr Verlangen war unter diesen Umständen endigung der Beweiserhebung wurden alle Belastungszeugen welcher dieselbe enthüllte, Selbstmord begangen, während die Be- berechtigt. Was soll demgegenüber das Geheule der Scharfmacher? nochmals in den Sigungsfaal gerufen und unter dem Hinweis auf hörden die Angelegenheit weiter verfolgen. Weiter heißt es in der Sobald uns die Herren erklären: die Unternehmer werden nie wieder die Schwere ihrer Beschuldigungen und die Folgen einer falschen Meldung, daß der Röbel die religiösen Niederlassungen in Sao Paulo einem Arbeiter gebieten, er soll aus der Organisation austreten, Aussage aufgefordert, ihre Bekundungen zu widerrufen, falls, sie mit angegriffen und 4 Mönche getötet habe. sie werden nie wieder bei Streits Konventionalstrafen unter der Wahrheit im Widerspruch ständen. Jeder einzelne erklärte aber sich festlegen und nie einen Meister boykottieren, weil er auf Befragen, daß er nur die reine Wahrheit gesagt habe. dent Unternehmerverband nicht angehörte, hätten sie noch einen Schein des Rechts, vorausgesetzt, daß der Fall in der von ihnen beliebten unwahren Darstellung zuträfe, sich zu entrüſten; fo aber ist es nur ihre Herrenmoral, die sich aufbäumt, sie betrachten den Arbeiter als gehorsamen Knecht. Achtung, Herren- Maßschneider! Gestützt auf dieses Ergebnis der Verhandlung beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten, bei dem es sich nicht um einen gewöhnlichen Menschen, sondern um einen geweihten Briefter und berufenen Hüter der Moral handele, cine Zuchthausstrafe vou sechs Jahren nebst 10 Jahren Ehr verlust. Das Urteil des Gerichts wird nächsten Donnerstag, den 28. März, gefällt werden. Afrika. Die Peft. Aus Kapstadt wird berichtet, daß am Sonnabend und Sonntag 12 Personen an der Best erkrankten, darunter befinden sich 4 Europäer. Vom Kriegsschauplatz werden nur eine Reihe unbedentender Scharmügel berichtet. Partei- Machrichten. Bei der Firma D. Herz, Französischestraße, und im Waren Parteiorganisation. Der Landesversammlung der württem- 5aus für deutsche Beamte befinden sich die Kollegen wegen Aus dem Großherzogtum Sachsen- Weimar. Die Landtags- bergischen Parteigenossen, die am Ostersonntag in Stuttgart abgehalten Richtanerkennung des Lohntarifs im Ausstand; desgleichen haben die Berhandlungen der legten Tage waren wieder sehr lebhaft. Die von wird, liegt folgender Antrag des Landesvorstands vor: den Agrariern früher ganz energisch geforderte Beseitigung Zur Besorgung der Geschäfte des Landesvorstands sowie des Rostümschneider der Firmen Anger. Hansen, Heilig, der Grundsteuer ließ diesmal die Herren ziemlich zahm erscheinen, I. württembergischen Neichstags- Wahlkreises foll, sobald es die Hoffmann, M. Glüd, Fabian und rich am gestrigen und das hatte seinen Grund. Im Jahre 1821 erhielten die Ritter- finanzielle Lage gestattet, ein Parteisekretariat errichtet werden, defien Tage die Arbeit niedergelegt. Sie fordern die schriftliche Garantie, gutsbefizer als Ablösung für ihre Steuer freiheit vom Lande Kosten aus den Mitteln der Landeskasse und denen der Mitgliedschaft daß in Zukunft die Heimarbeit und Zwischenmeisterei beseitigt bezwv. eine Entschädigung vont 200 000 Thaler, c3 nun beantragt, sofern die gänzliche Aufhebung der Grund- mung des geeigneten Zeitpunkts sowie die Anstellung des Sekretärs schaft sich solidarisch zu verhalten. war Stuttgart zu decken sind. Dem Landesvorstand bleibt die Bestim- in Zukunft nicht weiter ausgedehnt wird. Wir ersuchen die Kollegen steuern beschlossen wird, find die damals gezahlten Ent- überlassen. Die Ortsvertvaltung schädigungssummen wieder zurück zu erstatten, und so ist es des Verbands deutscher Schneider. leicht erklärlich, daß unsre Junter auf die Erklärung der Regierung, Der Provinzial- Parteitag der Posenschen Socialdemo aus finanziellen Gründen ginge dies jetzt noch nicht, sich mit einer fratie findet am ersten und zweiten Pfingstfeiertag in Colmar i. P. teilweisen Ermäßigung Ein 25jähriges Jubiläum feierte am vergangenen Somm begnügten. statt. Es soll eine Verschmelzung der polnischen und der deutschen abend die Organisation der Berliner Bildhauer. 25 Jahre besteht ohne etwas zurückzuzahlen Beschlossen wurde ferner, ingukunft die Grundsteuer nicht mehr als Staats- Gruppen angestrebt werden, bezw. die polnisch- socialistische Partei in Steuer zu erheben, und baldmöglichst eine Reformierung des gesamten Preußen sich auflösen und der socialdemokratischen Partei Deutsch der Verein, ein für die Arbeiterbewegung gewiß nicht großer ZeitSteuerwesens vorzunehmen. Nach einem früheren Landtags- Beschluß. lands anschließen. Dahingegen wollen die polnischen Socialisten in abschnitt, aber dennoch für unsre Gewerkschaften ein ehrbares Alter, Domänenrente( Civilliste). des Großherzogs zu erhöhen wird Socialisten im Regierungsbezirk Bromberg( Gnesen, Inowrazlaw) brochen und es mußte nach jener dunklen Zeit aufs neue begonnen mit dem Steigen der Einnahmen aus den Stammergütern auch die Berlin( von der„ Gazeta Robotnicza"), ebenso ein Teil der polnischen giebt es doch nur wenige, die sich dem Jubilar gleichstellen können. Die 12 Jahre Socialistengesetz hat fast alle in früher Blüte ge= die Summe anstatt bisher mit 960 000 m. in der neuen Etats- von dieser Verschmelzung nichts wissen. periode 1 Million und 5400 m. betragen. Während be werden. Die Organisation der Bildhauer gehört zu den wenigen, die rechtigte Wünsche der Lehrer, Chauffee- Arbeiter, fog. Kopfblatt hergestellte„ Niederrheinische Voltstribüne" in ein in die Ovationen, die die Mitglieder des Vereins im Saale des Parteipreffe. Mit dem 1. April d. J. wird die bisher als das Socialistengesetz überdauert haben, deshalb der Festesjubel und Forstarbeiter ufw. bis auf beffere beffere Zeiten gestellt werden sollen, wurde den evangelischen Geist umgewandelt.e zurück Düsseldorf erscheinendes Partei- Organ," Düsseldorfer Volkszeitung", Böhmischen Brauhauses so freudig gestimmt zusammengeführt hatte. lichen eine Und sie hatten ihr bestes aufgeboten, um den Tag würdig zu be Alterszulage bewilligt, so daß der weimarische Staat für die evangelische Landeskirche über 260 000 Mart Die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten geheit; wo fo viel intelligente Sträfte fich zum fröhlichen und auch pro Jahr aufzubringen hat. Der gegangene Kultus- Wahlrechts für den Landtag hatten unsre Genossen im Landtage ernsten Wirken vereinen, erhebt sich das Fest aus den ges In launiger Weise minister v. Pawel beabsichtigt wieder in preußische Dienste des Fürstentums Lippe beantragt. Der Antrag wurde am Mittwoch wöhnlichen alltäglichen Arrangements. zog die Geschichte des Vereins auf der Bühne an uns vors einzutreten, dem weimarischen Ländchen kostet die dreijährige Wirk- vom Landtage abgelehnt. über, vont den tastenden samteit dieses Herrn in der Zukunft noch jährlich 9600 M. an In derfelben Sigung erklärte der Landtag das Mandat des unsicheren Kinderjahren bis zur Benfion. Genossen Obier für ungültig. Jeztzeit, dem gereifteren Mannesalter: Dann wird der Kunst gedacht. Mit übersprudelndem Humor rächte sich die Künstlerschar an den Mudkern, die der freien Kunst die Fesseln anlegen wollen und bringt uns die neue Kunstrichtung in einer Puppenallee von Marmorstatuen in ulfiger Pose zur Darstellung. Nach dem Beifall zu urteilen, schien die Richtung zu gefallen. In allem ein treffliches Fest, auf dem aber auch deutlich hervorirat, daß der Organisation nicht die Kräfte ermangeln, die für ein rüstiges Vorwärtsschreiten die Gewähr bieten. Im württembergischen Landtag begann am letzten Mittivoch Das Mandat des Genossen Walther, des einzigen Socialdie Beratung einer von der Regierung vorgelegten allgemeinen demokraten im toburgischen Speciallandtage, wurde in der Sizung Beamtengehalts Vorlage, welche für 1901 1790 647 M. am Mittwoch beanstandet, da die Regierung die Wählbarkeit Walthers und für 1902 2 199 859 M. ausmacht. In der Vorlage find den in Zweifel zog. Es werden Erhebungen angestellt werden. höheren Beamteu große, den fleineren ganz minimale Aufbesserungen Totenliste der Partei. In Frankfurt a. M. starb im ausgesetzt. Für unsre Fraktion hielt Genosse eil eine das Alter von 55 Jahren der Schneider Heinrich Berthold. Der Material vollständig beherrschende fast zweistündige Rede, die von Verstorbene war ein waderer Stampfgenosse, der schon in der ersten allen Seiten aufmerksam gewürdigt wurde. Die Vorlage wurde in Beit des Allgemeinen Arbeitervereins in den Reihen des kämpfenden die Finanzkommission verwiesen. Unſre Fraktion wird für starte Auf- Broletariats stand. Auch in Berlin ist er thätig gewesen. Die besserung der fleinen, für Verschiebung der großen eintreten. In der Parteigenossen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Debatte spielte die Socialdemokratie eine wichtige Rolle; Keil antwortete stets in glüdlicher Form. Polizeiliches, Gerichtliches univ. Kontraft zu Sattler. Die Kollegen der Firma A. u. W. Schulze, WilhelmStraße 30/31, 14 an der Bahl, haben wegen Nichtbewilligung der für ganz Berlin verlangten und von einer Anzahl andrer Meister bereits bewilligten Forderungen die Arbeit eingestellt. Außer dem Werk führer ist nur noch ein Sattelmacher in der Werkstelle geblieben. Wegen Beleidigung eines Unternehmers wurde der ver- Der Zuzug nach genannter Werkstelle ist fernzuhalten. 4 C. M. 7 75/00 37. Beglaubigte Abschrift. In der Strafsiache antwortiche Redacteur des Sächsischen Volksblatts", Genosse Albert Außer der Werkstelle von A. u. W. Schulze ist es noch, wie in berurteilt. gegen den Redacteur Hugo Poetsch in Berlin, geboren den 18. No- in 3widau, zu 50 M. Geldstrafe In einer Notiz einer am Montagabend abgehaltenen Sigung der Vertrauensleute bember 1860 zu Kodliz, Kreis Leipzig, evangelisch, wegen Be bes„ Boltsblatts" Ivar gejagt worden, daß der Malz der einzelnen Wertstellen berichtet wurde, in einer Neihe andrer leidigung durch die Presse, hat die fiebente Straffammer des Königfabrilant Sieber einen Arbeiter gezwungen hatte, einen Werkstellen zur Arbeitsniederlegung gekommen. Bewilligt haben lichen Landgerichts I in Berlin am 11. Februar 1901 für Recht ungefeßlichen unterschreiben, und dann auf außer den in der Sonntagsversammlung angegebenen Firmen noch erkannt: Der Angeklagte Boezich wird wegen Beleidigung durch die Grund dieses Kontrakts den Arbeiter sofort entlassen habe, weil 7 Werkstellen mit 22 Arbeitern. Die Arbeit niedergelegt wurde noch Breffe zu 30 dreißig Mart Geldstrafe, im Unvermögensfalle er, als seine Frau niederfam, einen halben Tag der Arbeit fern- in 15 Wertstellen mit 48 Arbeitern. Die betreffenden Werkstellen zu 6- sechs- Tagen Gefängnis und in die Kosten des Ver- geblieben war. Trogdem das Gericht die Ungefeßlichkeit diefes find: Hertel, Prinzenstraße; Thom, Wilsnaderstraße; Kurzelmann, fahrens verurteilt. Dem Beleidigten. Amtsvorsteher Reinhold in Bertrags ausdrücklich fonstatierte, trozdem das Gericht aussprach, Stüraffierstraße; Ridel, Landsbergerstraße; Meyer, Meyer, SchillingHenstischten, wird die Befugnis zugesprochen, den erkennenden Teil daß vieles in dem Kontrakt außerdem nicht zu billigen sei", und straße; Lippert, Charlottenburg; Weinberg, Dresdenerstraße; des Urteils innerhalb vier Wochen nach Zustellung des rechts- daß dieserhalb dem Genossen Albert der Schuß des 193( Wahr- Tüze, Alexandrinenstraße; Wetterling, Schinkelplatz; Fiedler, fräftigen Urteils einmal auf Kosten des Angeklagten im„ Vorwärts" nehmung berechtigter Interessen) zugebilligt werden müsse, trotzdem Friedrichsberg; Opiz, Gr. Frankfurterstraße; Säsner, Linienstraße; bekannt zu machen und zwar im redaktionellen Teil. Zugleich wird erfolgte die Verurteilung. Warmb, Schüßenstraße; Seiz, Weinmeisterstraße; Wiedermann, angeordnet, daß alle Exemplare des inkriminierten Artikels sowie die zu seiner Herstellung verwandten Platten und Formen un wurden vom Schöffengericht in 3obten zwei Genossen ans Schweibniz Wegen Verteilung von Druckschriften am Sonntag Fennstraße. brauchbar zu machen find. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteils- zu Geldstrafe verurteilt. Die Verteilung war in nichtöffentlicher formel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils be- Weise erfolgt, und obwohl sich die Angeklagten auf das bekannte fcheinigt. Berlin, den 19. Februar 1901.( L. S.) gez. Eggebrecht, Kammergerichts- Urteil beriefen, wurden sie doch verurteilt. Gerichtsschreiber des Landgerichts I. Für die richtige Abschrift. Berlin, den 22. März 1901, Baganz, Sekretär. Ausland. Zanardelli über den Dreibund. Die Pariser Ausgabe des New York Herald" veröffentlicht ein Interview seines Vertreters mit dem italienischen Minister präsidenten 8anardelli, wonach derfelbe Folgendes erklärte: Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Vergewaltigung der Arbeiter. Ueber dieses Kapitel turfirt in der Scharfmacherpresse wieder einmal ein Lügenbericht, der in der Abficht gegen die Gewerkschaften ausgenutzt wird, um gewissen Plänen von jener Seite Borschub zu leisten. Rod and dir Dauer, mit voller Bewilligung der gestellten Forderungen geendigt. Der Streit bei der Firma Reinhardt hat nach einvöchentlicher Dauer, mit voller Bewilligung der gestellten Forderungen geendigt. Die Lohnbewegung der Geschirrsattler wurde in einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung folgendermaßen dargestellt: Nachdem die Forderungen eingereicht waren, haben in der vergangenen Woche Kommissionsverhandlungen mit einer Vertretung der Arbeitgeber stattgefunden, die jedoch zu keinem Resultat geführt haben. Wenn also auch mit der Organisation der Arbeitgeber keine Einigung erzielt worden ift, 10 hatten doch bis 311117 Sonnabend 18 Werkstellen mit 92 Arbeitern die Forderungen bewilligt, während in 7 Werkstellen mit 18 Arbeitern teilweise Bewilligungen erfolgt find. Nicht bewilligt haben 22 Werkstellen mit 108 Arbeitern. Eine gute Wirkung auf die Bewegung hat jfe einmütige ArbcitSliiederlegnng bei der Firma Reinhard gehabt. wo zur Zeit der Betrieb völlig ruht. Diese Firma hat auch bereits lUnterhaudlungeii mit den Ausständigen angebahnt. Au sehen erregte die Mitteilung, daß die Firmen Erb und Wetter ling, welche für den königlichen Marstall arbeiten, erklärt haben sollen, sie könnten die aufgestellten Forderungen nicht br willigen, weil die Arbeiten für den Marstall s schlecht bezahlt werden, dast eine Aufbesserung der jetzt bezahlten Löhne bei diesen Arbeiten nicht möglich sei. Die betreffenden Arbeiter sind der Meinung, daß diese Verhältnisse der für den Marstall maßgebenden Stelle wohl nicht bekannt sein dürften, und die Bekanntgabe der vorstehenden Thatsache hoffentlich eine Acnderung zur Folge haben werde. Im allgemeinen wurde der Stand der Lohnbewegung als ein günstiger bezeichnet, da die Arbeitgeber, welche bewilligt haben, zu den größten und maßgebendsten der Branche gehören. Die Bersanunlung beschloß,' bei denjenigen Arbeitgebern, die noch nicht bewilligt haben, am Montag nochmals vorstellig zu werdeu und wenn die Forderungen bis Montagabend nicht bewilligt sind, am Dienstag früh die Arbeit nicht wieder aufzunchinenj Der Ausstand der Bretterträger bei der Firma Sauerland Nächst. Postking u. Co. ist dadurch beigelegt, daß die Firma sich be- reit erklärte, den Tarif zu zahlen. Es wäre zu wünschen, daß sich auch anderwärts die Arbeiter so einmütig gegen Lohnreduktionen wehren. Wir bitten aber, in solchen Fällen uns vorher in Kenntnis zu setzen. Die Lohnkommission. Die Maler der Firma Lobach u. Oestergrün, Berlin, Wilhelm stratze 6, haben die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung der Vereinigung deutscher Maler. Die Maler und Anstreicher der Firma Johannessen und Hakäuson, Hagelsbergerstr. 11, haben auf den Bauten Regensburger- straße 2, Müiichenersir. 2 und Victoria-Luisenplatz 10 wegen Maß regelung und Nichtinnehaltunq des Tarifs die Arbeit niedergelegt. Beteiligt sind 47 Berufsgenossen. Die Firma ist gesperrt. Die Gewerkschaft der Maler. Die Dachdecker in Potsdam befinden sich im Ausstand. Die hiesigen Portefeniller wählten als Delegierte für die Konferenz in Offenbach: Weinschild, Siecke und Schulze als Ersatz-Delegierten für den Fall der Verhinderung eines der Ge- wählten H e i n d k c. Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand der Arbeiter der Maschinenfabrik von G. Stein, Blumenstr. 2t, dauert fort, trotzdem nach dem Beschluß des Generalrats des Hirsch-Dunckerschen GeWerk Vereins die beteiligten 6 Mitglieder desselben die Arbeit Wiederaus genommen haben. Näheres in der morgen, Mittwoch, Koppew stratze 2S, stattfindenden Versammlung.(Siehe Inserat). Deutscher Metallarbeiter-Verband. Deutsches Reich. Der Streik der Straßenbahner in Halle. Montag früh gegen 7 Uhr legten 6t Wagenführer der Stadtbahn Halle, Allgemeine Elektricitäts-Gefellschaft Berlin, die Arbeit nieder. Bei vollem Betriebe gehören zum Fahrpersonal 8t Personen. Auf einigen Strecken ist der Betrieb vollständig eingestellt und die Hauptstrecken werden teils durch die Oberführer und Streikbrecher bedient. Der Streik kam wie ein Blitz aus heitrem Himmel und rief ein gewisses Erstaunen bei dem Publikum hervor. Diejenigen aber, welche die Matznahmen des Direktors D e l i u s und die in jüngster Zeit gegen die Straßendahnangeftellten verhängten Strafen kannten, wußten, daß der Krug nur so lange zum Wasser ging, bis er brach. Jüngst wurde sogar vom Landgericht festgestellt, daß die Direktion einen Wagenführer, der durch Unglücksfall den Arm gebrochen hatte, auch noch mit Strafe belegte. Für Dieustversehen werden„Reugelder" von ein bis zehn Mark verlangt. Vor kurzem sollte ein Führer bestraft werden, weil er das Pfeifensignal des Direktors nicht verstanden hatte. Bei der geringsten Kleinigkeit wurden die Führer aufgefordert, Abbitte zu thun. Für Reparäturkosten. die durch Zusammenstöße usw. verursacht waren, wurden den Leuten Beträge bis zu 80 M. abgezogen. Ihre hinter- legte Kaution von 200 M. stand stets auf dem Spiel. Im Laufe der vorigen Woche hatten nun einige Besprechungen stattgefunden, infolgedessen sich ca. 70 Angestellte dem Verbände der Transport-' arbeiter zc. anschlössen. Die Direktion scheint davon KennwiS bekommen zu haben und entließ am Sonnabend drei Personen ohne Angabe jeden Grunds. Damit war das Maß von Bedrückungen zum Ueberlaufen ge bracht worden. Eine Sonnabend stattgehabte Besprechung, in der von socialdemokratischer Seite noch vor einem Streik geivarnt wurde, verfiel der polizeilichen Auflösung, da die Polizeistunde überschritten sein sollte. Die Versammelten hatten eine Kommission bestimmt, die am Sonntag früh bei der Direktion vorstellig werden und verlangen sollte, die drei gematzregelten Personen wieder einzustellen. Der Direktor fertigte die Kommission auf dem Hofe ab und erllärte, seinen Spazierstock in der Hand schwingend:„Ich laste mir keine Vorschriften machen." Als die Kommission darauf entgegnete, daß die auf dem Hof versammelten Wagenführer dann den Dienst nicht an- treten könnten, erklärte der Direktor:„Sie könnten ja schließlich ver- langen, daß ich jeden ersten besten Bummler von der Stratze ein- stellen soll." Die Streikenden sandten eine Bcschwerdeschrift an die Geueraldirektion in Berlin ab. Hoffentlich bekehrt sich der Direktor bald. Der Düsseldorfer Gewerkvereln der Maschinenbauer nahm einen Antrag zu dem'XIV. Verbandstag der deutschen Gewerk- vereine an, den Revers, der die Socialdemokraten von der Mitglied- schaft ausschließt, aufzuheben. Ferner wurde folgendem Antrag zu- gestimmt: Der Verbandstag beschließt, die Stelle des bisherigen Anwalts abzuschaffen und unter der nötigen Abänderung der Statuten statt dessen einen Generalsekretär aus der Reihe der Verbandsgenossen anzustellen, der die Oberleitung in der Agitation erhält. Derselbe hat sein Augenmerk auf die Gesetzgebung zu richten. Ausland. Die Streiks in Frankreich, vor allem der in Marseille, lenken noch immer die allgemeine Auf- merksamkeit auf sich. Eine entscheidende Wendung scheint Indes ein- getreten zu sei», wie ein Telegramm vom 2t. d. M. zeigt. Danach hatte der HandelSministcr M i l l e r a n d eine längere Konferenz mit dem Kabinettschef Waldeck-Rousteau, welche ausschließlich den Streik in Marseille zum Gegenstand hatte. ES wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach Waldeck-Rousteau den Bürgermeister von Marseille sowie Delegierte der Arbeitgeber und Arbeiter zur Bezeichnung eines SchiedS- gerichts empfangen soll. Die Antwort des Bürgermeisters, welche noch im Laufe der Nacht eintraf, lautete zustimmend. Der Bürgermeister war hierzu von den Führern der Ausständigen bevoll- mächtigt worden. Mit seinem Entschluß, den socialtstischen Bürger- meister F l a i s s i ö r e s doch noch zu empfangen, hat der Minister- Präsident einen Schritt gcthan, der ihm die Sympathien weiter Kreise wieder zuwenden wird. Seine Weigerung. FlaissiöreS zu empfangen, ließ sich nämlich durch nichts rechtfertigen. Der Bürgermeister von Marseille verdient allcS Vertrauen, er kennt die Arbeiterverhältniffe in den dortigen Docks auf das Beste. Die Kapitalistenblätlcr diesseits und jenseits der Vogesen fahren zwar fort, ihm die Hauptschuld am Streik beizumessen; ihre Dar- stellungen sind aber durchaus unwahr. In der„Petite Republique" wird ausdrücklich festgestellt, daß Flaissiöres vom Streik a b g e r a t e n hat; als er doch gegen seinenWillen ausgebrochen war, hat er allerdings den Ausständigen seine Unter- stützung angedeihen lassen; jedoch' hat er nie aufgehört, sein Mög- lichsteS zur Beilegung der Differenzen zu thun.. Am Sonntag hatte er sämtliche Kammer- Delegierten des Marseiller Kreises sowie den Municipalrat und die Mitglieder des Gcneralrats(Provinzialvertreter) zusammen berufen, um über Beilegung des Streiks zu beraten. Nur— Thierry, der nationalistische Abgeordnete war nicht erschienen; er wollte durch sein Fernbleiben wohl den Nachweis dringen, daß eS im Interesse der Nationalisten liege, wenn der Streik andauere.— Eine neue Maßnahme der Rcgiennig, die Massenausweisung vonJtalienern aus Marseille, wird von den socialistischen Blättern scharf angegriffen. Den neuesten Nachrichten zufolge hat die Aussicht auf baldige Beilegung des Ausstands durch Schiedsgerichtsspruch eine merk liche Beruhigung gebracht. Die Matznahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind verringert und die Soldaten von den Stratzen zurückgezogen ivorden. Der Ausstand der Metallarbeiter gewinnt an Ausdehnung. Ein Telegramm vom Montag endlich besagt: Die Lage ist heute unverändert, kein Zwischenfall von Bedeutung hat sich bisher er- eignet. Die Zahl der im Ausstand befindlichen Maschinen arbeiter beträgt 1200. Einige Straßenbahnwagen verkehren noch. Die Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind weniger in die Augen fallend. An den Quais arbeiten etwa 1300 Mann, obwohl Ausständige, die an dem Quai de la Joliette Aufstellung genommen halten, eine gewisse Anzahl Arbeitslvilliger an dem Betreten der Docks verhindert haben. »* In Montceau l e s MineS haben am Montag früh die Mitglieder des„gelben Syndikats" unter dem Schutze von Gendarmen und Soldaten die Arbeit wieder aufgenommen. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Bouveri, der socialistische Bürgermeister von Montceau, hat einen Appell an die Bevölkerung erlassen, in welcher er dieselbe ermahnt, sich ruhig zu verhalten, damit man nicht be haupten könne, daß die seit einigen Tagen in den Straßen ver- kehrenden Militärpatrouillen eine Notwendigkeit seien. Sonst ist die Lage dieselbe; die Streitenden erwarten von den Bemühungen der socialistischen Kämmerfraktion noch immer einen Erfolg. In C h a I o n standen dieser Tage 35 Streiksünder vor Gericht. Sie waren angeklagt, die Freiheit der Arbeit beeinträchtigt zu habeu sowie Gewaltthätigkeiten verschiedener Art begangen zu haben. Nnr einer wurde zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, eine Anzahl erhielt 8 Tage bis einige Wochen Gefängnis, die übrigen wurden frei' gesprochen. Marseille, 2S. März. Gerüchtweise verlautet. es sei ein Komplott entdeckt worden, welches sich gebildet hat, um die Docks in Brand zu stecken. Infolge dessen seien drei Kreuzer und ein Torpedojäger von Toulon nach Marseille beordert worden. AuS der Schweiz. Der Verband der Schneider in St. Gallen teilt uns mit, daß entgegen unsrer Meldung die Lohnbewegung noch nicht beendet ist. Vorläufig schweben noch Verhandlungen. Sociales. Nach den Ergcbnifscn der Steuereinschätzung in Preußen für 19VV berichtet die„Statistische Korrespondenz":«Nach der letzten Einkommensteuer-Statistik ist von 1892 bis 1900 die Gesamt zahl der Ceusiten von rund 2,tt auf 3.38 Millionen, deren Vcr- anlagungssoll von 124,84 auf 174,39 Mill. Mark. d. h. um 39,69 Proz.. bei den nicht physischen Personen von 10,09 auf 15,99. d. h. um 58,95 Proz., bei den physischen Personen von 114,79 au 158,40 Mill. Mark, d. h. um 37,99 Proz. gestiegen. Unter den physischen Personen waren auf je 100 Köpfe der Gesamt' bevölkerung im Jahre 1892 nur 8,15. im Jahre 1900 dagegen 10,09 Ceusiten vorhanden. Setzt niau den Stand des Jahres 1892 gleich 100, so bedeutet dies eine Zunahme um 23,39 Proz." Diese vorläufig nur sehr knappen Angaben lassen doch da? eine erkennen, daß die Einkommen der juristischen Personen in außer- ordentlichem Maße gewachsen sind. Die juristischen Personen, die nur einen verschwindend geringen Bruchteil eines Zehntels der Steuer- Pflichtigen bilden und ihrer überwiegenden Mehrzahl nach Aktien gesellschnften sind, haben eine verhältnismäßig viel stärkere Ver mehrnng ihres Einkommens erzielt wie die physischen Personen. Auf den kleinen Teil dieser großen steuerpflichtigen Gesellschaften entfällt mehr als>/» der Gesnmtsteigerung deS Steuersoll«. Dabei muß man die Thatsache im Auge behalten. daß 8/io aller Steuer zahlet nicht mehr als 3000 M. Einkommen haben. Wenn sie ausführlichen Nachweisungen vorliegen werden. wird sich zeigen, daß auch bei den physischen Personen die mit über 3000 M. veranlagten wiederum den verhältnismäßig größten Anteil an der Einkommensteigerung haben. Die große Steigerung bei den juristischen Personen läßt diese Annahme als durchaus gerechtfertigt erscheinen. Diese Erscheinungen zeigen, daß die jetzt hinter uns liegende Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs dem Grotzunter nehmertum einen außerordentlich viel größeren Segen gebracht hat wie der Arbeiterklasse. Schiedsgericht für die sächsischen Konsumvereine. Eine Versammlung sächsischer Konsumvereine, an der die Vertreter von 72 Vereinen teilnahmen, beschloß am Sonntag in Leipzig die Schaffung eines Schiedsgerichts zur Schlichtung uon Streitigkeiten, die zwischen Personal und Verwaltung entstehen. Die Zusammen- etzung desselben entspricht de» Vorschlägen der dafür eingesetzt ge- wesenen Kommission, die wir schon vor einigen Tagen mitteilten. Der Lugauer Steinkohlenbauverein in Lugau in Sachsen hatte im Jahrr 1900 einen Gesamterlös von 2 244 919 M. Das sind 22 Proz. mehr als im Jahr vorher. Die Ausgabe für Löhne betrug 011 398 M. und war um knapp 12 Proz. höher als im voran- gegangenen Jahre. Die Lohnausgabe betrug demnach 45 Proz. der Einnahme. Die Unkosten lverden mit 542 444 M.— 23,3 Proz. berechnet. Darunter befinden sich jedoch noch 76973 M. für Neuanlagen und außerdem eine nicht ausscheidbareSummesürSteuernundAbgaben. daß die Unkosten unter 20 Proz. betragen. Reingewinn und Anleihezinsen betragen 542124 M.--- 28,8 Proz.; rechnet man die Ausgaben für Neuanlagen sowie für Steuern und Abgaben hinzu, die gleichfalls zum Gewinnertrage gehören, so geht der Anteil auf über 27 Proz. hinauf. Auf Abschrelbungen, die der Geschäftsbericht selbst als hoch bezeichnet, wurden 143 958 M.--- 8,4 Proz. verwendet. Man kann also bei reeller Rechnung auf circa 30 Proz. Gewinnanteil am ProduktionSertrage rechnen. Es wurden durchschnittlich 895 Arbeiter beschäftigt, so daß der Lohn pro Arbeiter 1130 M. betrug. Da der wirkliche Gewinn mit etwa 670 000 M. berechnet werden kann, so erarbeitete jeder Arbeiter einen Ueberschuß von rund 750 M. Die verteilten Dividenden be- tragen 28'/z Proz. für die Stammaktien und 88'/» Proz. für die Prioritätsaktien. VolkS-Hetlstütten in Dänemark. 974»erzte haben an die Regierung und den Reichstag die dringende Aufforderung gerichtet, die in allen Volksschichten hervortretenden Bestrebungen zur Er- richtung von Heilstätten für Lungenkranke, in denen unbemittelte Patienten behandelt werden, so viel wie möglich zu unterstützen. «gleich machen die Aerzte darauf aufmerksam, daß eS notwendig ,t, daß gleichzeitig mit der Errichtung von Volls-Heilstätten auf gesetzgeberischem Wege der Ausbreitung der Tuberkulose u r ch A n st e ck ü n g entgegengearbeitet wird. Besonderes Gewicht legen die Aerzte auf die Desinfektion bei Sterbetällen und beim Wohnungswechsel von Brustkranken. Geviitzks-'Bettung. Polizetbeamtc im Kampf für das Unternehmertum. Aus Rudolstadt in Thüringen wird uns berichtet: Seit Freitag finden vor dem hiesigen Schwurgericht Verhandlungen gegen 17 des Aufruhrs. Landfriedensbruchs, der Körper« e r l e tz u n g und Beamtenbeleidigung angellagten Porzellanarbeiter statt; 10 davon gehören zu den bei er Firma Schäfer u. Vater Streikenden. 7 sind Nicht- treikende. Den Angeklagten wird zur Last gelegt. am 15. Oktober 1900. und in der Nacht vom 26. zum 27. Oktober in Rudolstadt den Schutzmann Kummer, sowie Arbeitswillige geschlagen, sich der Verhastinig widersetzt und den Schutzmann sowie die Arbeitswilligen beleidigt zu haben. Die Angeklagten sind geständig. Sie entschuldigen sich damit. daß sie erregt waren, weil die Polizei sich dazu hergab, der Firma Arbeiter zu verschaffen, indem sie die auf der Wache zum Abholen des Stadt- geschenks sich meldenden H a n d w erks b u rs ch en an die Firma wies und event. die Auszahlung des Geschenks verweigerte. Ebenso mußte der Polizeiwachtmcister als Zeuge selbst zugeben, daß er zu einer Frau gegangen sei und sie gefragt habe, warum sie nicht inchr' zu Schäfer und Vater zur Arbeit gehe; sie möchte doch ja die Arbeit gleich wieder aufnehmen, wenn sie gesund sei. Ja, selbst ein in andrer Arbeit Befindlicher, ein Dachdecker, war von einem Schutzmann aufgefordert worden, doch bei Schäfer n. Vater zu arbeiten, dort könne er bis 36 M. verdienen. Eindrucksvoll war die Darstellung des Sachverhalts durch einen der Angeklagten, indem er ausführte, daß sie durch das Zusammengehen der Arbeitgeber und der Polizei geradezu zur Verzweiflung getrieben worden seien; die Arbeitgeber hätten sich bei hoher Konventional- strafe verpflichtet, keinen Streikenden in Arbeit zu nehmen, die schwarzen Listen seien sogar bis nach Böhmen hinein- gegangen und hier habe das Eingreifen der Polizei ihnen jede Aussicht auf Sieg abgeschnitten. Fabrikbesitzer Schäfer sagt als Zeuge aus.„daß ihm in der ersten Zeit die Polizei zu neutral gewesen sei und er darum beim Ober- bürgermeister, beim Landrat und selbst beim Ministerium vorstellig geworden sei. Den Geschwomen sind 60 Haupt- und 56 Nebenfragen gestellt. Das Urteil lautete für Prese, Jaecksch, Löffler je 10, Haeberlei zu 9, Jakoby zu 8. Dunkel zu 6. Grähnerl zu 4V», Linke zu 4, Schwarz zu 3 Monaten Gefängnis. 8 Angeklagte wurden freigesprochen. Die Untersuchungshaft wurde bei fünf bisher Inhaftierten teilweise angerechnet. Die Geschwomen verneinten den Landfriedensbruch und Aufnihr und nahmen nur Körperverletzung, Beleidigung und Ruhestörung an._ China. Ter russisch-englische Konflikt soll der schiedsrichterlichen Entscheidung des Grafen Waldersee unterstellt werden. Die Regierungen der beiden Länder haben dem zugestimmt. Derweilen ist man in Peking dabei, die Kricgökostcn auSzurecknen, die China ini stände sei zu zahlen. Der aus den Ge» sandten Deutschlands, Englands, Frankreichs und Japans bestehende Ausschutz, welcher die Hilksquellen Chinas prüfen und bezüglich der Bestreitung der Kriegökosten Vorschläge machen soll, hat am' Montag seine erste formelle Sitzung abgehalten. Alle maßgebenden Männer im Finanzwesen und sonstigen Fachmänner, auch Robert Hart und Favier sollen aufgefordert werden, über die Art und Weise der von China zu leistenden Entschädigungen Vorschläge zu machen. Neue Alarmnachrichtcn. Vierzehn Meilen östlich von Tientsin soll der britische Missionar Stonehouse von Räubern ermordet worden sein. Die englische Presse beschäftigt sich mit der Haltung Rußlands in Korea und mit der Verabschiedung des englischen Zolldirektors, die als eine Folge der russischen Jntriguen hingestellt wird. Auch die Antwort des Grafen Lambsdorff auf die Ansprüche der englischen Regierung wird als ein Zeichen dafür angesehen, daß Rußland entschlossen' sei, in Korea sieselbe Rolle zu spielen, wie in der Mandschurei.„Daily Mail" weiß zu berichten, daß der russische Gesandte in Söul die Ver- abschiedung des dortigen ZolldirektorS durch seine Regierung bei der koreanischen Regierung erwirft habe, weil er die Interessen Rußlands schädige. Das Blatt fügt hinzu, daß der russische Gesandte die koreanische Regierung ersucht habe, nur russische Polizeibeamte anzustellen.„Daily Telegr." ist der Ansicht, die Haltung Rußlands bedeute eine Gefährdung der all- gemeinen Lage im äußersten Osten.— Dasselbe Blatt meldet auL Nagasaki, die japanische Flotte habe Befehl erhalten, sich sofort nach Korea zu begeben. Die Lage wird dort als sehr ernst bezeichnet. Diese letztere Meldung wird von andrer Seite dementiert. Letzte Meldungen. Berlin, 25. März.(B. H.) Wie wir auS absolut sicherer Quelle erfahren, ist der Tientstner Zwischenfall zu beiderseitiger Zufrieden- heit sowohl der englischen als auch der russischen Regierung end- gültig beigelegt._ Drtzke Mschvirtzken und Depeschen. Französische Deputiertenkammer. PariS» 25. März.(W. T. B.) Die Beratung deS Vereinsgesetzes wird bei Artikel 14 fortgesetzt. Bourgeois wendet sich lebhaft gegen den Unterricht der Kongreganisten, welcher auf einen Angriff auf die bürgerliche Gesellschaft hinauslaufe. Redner verliest eine Anzahl Schulaufgaben, welche den Zöglingen der„Brüder der christlichen Schulen" erteilt worden sind und welche einerseits die Inquisition verherrlichten, andrerseits die Freiheit deS Gewissens verurteilten und einen Teil der Bürger gegen den andren aufreizten. Bourgeois schließt seine Rede mit den Worten: Was wollen Sie. daß die so erzogenen Kinder später denken? Sie werden sich auf die Straße begeben, und das wird dann den Bürger- krieg bedeuten I"(Beifall.) Mehrere Deputierte fordern, daß die Rede Bourgeois' öffentlich angeschlagen werde. Der öffentliche Anschlag wird m i t 293 g e g e n 220 S ti mm e n v o n d e r Kammer beschlossen. UnterrichtSministerLeygueS hält das Recht deS Staats tn Sachen des Unterrichts aufrecht. Uebrigens würden ja auch die genehmigten Kongregationen nicht von dem Recht ausgeschlossen sein. Unterricht zu erteilen. Der Zweck der- enigen, sagt der Minister, welche den Artikel 14 bekämpfen, erstömug der Universität. Redner giebt sodann einen historischln Rückblick auf die nach einander bestandenen Gesetze über den Unter« richt und fchließt mit Bitte an die Kamnier, den Kongregationen nicht zuzugestehen. waS die Monarchie ihnen verweigert habe.(Lang- anhaltender Beifall.)__ Kiel, 25. März.(W. T. B.) Der Kieler Dampfer„Brutus", mit Kohlen und Eisen von Schottland nach Kiel bestimmt und seit drei Wochen überfällig,»st mit der ganzen Besatzung untergegangen. Bochitm» Lo. März.(B. H.) Auf dem Schacht„Hermann" bei Witten ertranken infolge eindringender Wassennassen drei Bergarbeile r. 'Karlsruhe, 25. März.(W. T. B.) Wie die Blätter berichten. wurden gestern morgen in verschiedenen Orten badische n Ober- l a n d s und des Schwarzwalds Erderschütternugen wahrgenommen. welche von einem etwa eine Minute dauernden duinpsen Rollen begleitet waren. Solche Erdstöße fanden u. a. statt in Waldlirch, St. Blasien, Schönau und Schopfheim. In Schönau soll das Erdbeben so tark gewesen sein, daß die Bewohner dadurch aus dem Schlaf geweckt wurden. Die Bewegungen gingen etwa in der Richtung von Norden nach Süden. London, 25. März.(W. T. B.) Unterhaus. Auf eine An» rage erklärt Chamberlain, die FriedenS-Unterhandlungen mit den Südafrikanischen Republiken seien geschlossen. Die Regierung bleibe ganz und gar bei den von ihr «reits mitgeteilten Ansichten und habe nicht die Absicht, die Unterhandlungen wieder zu eröffnen. Petersburg, 25. März.(B. H.) Ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Zaren beschloß die Beibehaltung des Gesetzes betreffend die Einstellung der Studenten in die Armee, doch soll dieses Gesetz vorläufig noch nicht in Kraft treten. Außerdem wurde die Aenderung der Statuten für die msfischen Univerfitäten beschlossen. Beramworu. Rebacieur- Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu SBeilagen n. ttiiterhaitiingSblait. Nr. 72. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 26. März 1901. " zurüd. Letzterer folgte nach furger Zeit. Nach seiner Darstellung Frau Caner erinnert an die Bewegung der bürgerlichen Frauen Die Demoralisation der Jugend. hat er die Herrmann auch seinerseits gebeten, aufzustehen und ist bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs im Jahre 1896; auf ihren Wunsch nach hinten gegangen, um ihr wäsche zu fie erzählt, wie sie, um noch einiges für die Frauen Der unter mysteriösen Umständen erfolgte Tod des Studierenden holen. Darauf habe er Toilette gemacht und da sei plöglich der zu erreichen, im Auftrage verschiedener Frauenvereine mit der Mufit, Peine, der seiner Zeit großes Aufsehen erregte und die Schuß gefallen. Er müsse annehmen, daß Beine vielleicht mit dem solchen Abgeordneten verhandelte, die sich in der zweiten Lesung Kriminalpolizei längere Zeit beschäftigte, hat eine Anllage gezeitigt, Revolver gespielt und sich dabei erschossen habe. Die Thatsache, in frauenfreimdlichem Sinne geäußert hatten, und fährt dann fort: die gestern vor der I. Straffammer hiesigen Landgerichts 1 zur Ber- daß der Schuß von links in den Kopf gedrungen sei, fönne nicht Dazu gehörte auch Frhr. v. Stumm; er hatte im Reichstag handlung lam. Der Angeklagte cand. jur. Franz Helmede so auffallen, da Beine Pianist und Geiger war und er mit ganz im Sinne der Frauen über die Gütertrennung in längerer war feiner Zeit unter dem schweren Verdacht des Mordes in Haft der linken Hand im Gebrauch geübter sei als andre Rede sich ergangen. Auch von ihm erbat ich eine Unterredung, um genommen worden; er hat sich jetzt nur noch wegen fahrlässiger Menschen. Den Revolver habe er selbst sich am 12. August seine Meinung, wie der andrer uns wohlgesinnter Männer einzuholen, Zötung zu verantworten. Den Vorsiz im Gerichtshof führt Land: gekauft zum Schutz gegen Einbrecher, die schon mehrere welche Mittel und Wege wohl noch in letzter Stunde zur Abwehr gerichtsrat ha berstroh. Es sind über 30 Zeugen geladen. Male feiner im Parterre belegenen Wohnung einen Be der den Frauen ungünstigen Paragraphen einzuschlagen wären. Am 26. August 1900 befand sich der dem Angeklagten eng be- such abstatten wollten. Er habe den Revolver mit drei Sämtliche Freunde unsrer Sache gaben mir in wohlwollender freundete Pianist Franz Beine in der Wohnung des An- Kugeln geladen gehabt, und zwar so, daß zunächst dreimal geknipst Weise ihre Ratschläge, Herr v. Stumm ließ mir sagen, erst nach der geflagten, Lüneburgerstraße 24. Der im Jahre 1878 geborene wurde, ohne daß ein Schuß losging, und dann erst beim vierten dritten Lesung würde er zu sprechen sein. Das war nun allerdings Angeklagte wohnte mit seiner Geliebten, der unverehelichten male ein Schuß fam. Den Revolver habe er, damit er der Herr- wertlos, dennoch folgte ich seiner Aufforderung, nachdem das Gesetz Herrmann zusammen. Nachmittags gegen 5/4 Uhr fiel plögmann nicht sogleich zur Hand sein könnte, in dem oberen Fache verabschiedet war, und in einer mehr als einstündigen Rede ent lich in dem vorderen sogenannten Herrenzimmer ein Schuß. Als seines Schreibtischs bewahrt. Beine habe gewußt, daß der Revolver wickelte mir Herr v. Stumm nicht allein seine ganze Gegnerschaft. Fri. Herrmann und der Angeklagte nach vorn eilten, sahen sie, dort lag und habe wahrscheinlich ihn herausgenommen und sich da sondern sogar seinen Groll, ja seinen Haß gegen die Frauenbewegung, daß Beine mit einer Schußwunde im Kopf tot auf der Chaise mit erschossen. Auf Befragen des Borsigenden erklärt der Angeklagte, Er verurteilte die gange Bewegung, sprach die furzsichtigsten An longite lag. Von der Anklagebehörde sind nun verschiedene Momente daß er mit Beine schon von der Penälerzeit her befreundet gewesen sei. fichten darüber aus, ereiferte sich zuweilen derartig, daß es fast zusammengetragen, aus denen hervorgehen soll, daß ein Selbstmord Er selbst befinde sich in peinlich wirkte. Als ich ihn fragte, wie er trotzdem zu einer solchen des Peine ausgeschlossen sei. Durch das Zeugnis der Polizeibeamten günstiger Finanzlage. Rede im Reichstag bei diesen seinen Ansichten gekommen wäre, foll festgestellt werden, daß die Lage der Leiche der Jdee eines Selbstmordes widersprach. Der Revolver lag nämlich neben der linken und Anfang vorigen Jahrs habe er von seinem Vater das Illat als falsch anerkennen, beibes hinge gar nicht zusammen. Beim Tode seines Großvaters sei ihm eine Erbschaft zugefallen, wich er aus und meinte, man könne sehr wohl für die Gütertrennung eintreten und doch alles sonstige in der Frauenbewegung Hand des Toten. Die Anklage zieht aus diesem Unistande, ferner feiner Mutter herausbekommen. Das Erbteil des Großvaters habe Gegenreden reizten ihn offenbar, seine Erregung wuchs von Minute aus der Thatsache, daß die Leiche zwischen den Fingern noch eine er noch nicht in eigner Verwaltung, es werde ihm erst bei Untritt Cigarre hielt, endlich, daß aus dem Vorleben Peines kein Anhalt zum des 24. Lebensjahrs herausgezahlt. Beine habe von den Unter- 3 Minute, bis er schließlich in die Worte ausbrach:„ Ich Selbstmord vorlag, den Schluß, daß Peine von einer andern Person stügungen gelebt, die ihm eine 73 jährige Dame zuwandte; er selbst and zu drücken und wir werden alles thun, daß habe die Macht, die Frauenbewegung an die erschossen sein müsse. Es wird in dieser Beziehung hervorgehoben, habe Beine verschiedentlich Gelder im Gesamthöhe von einigen caß der Getötete zwar ein leichtlebiger Mensch und in letzter Zeit hundert Mark gepumpt". Die Gutachten der medizinischen Sach- es geschieht." auch öfter mißgestimmt war, daß er zwar mit seinem Vater verständigen stimmen darin überein, daß die Möglichkeit eines SelbstDifferenzen hatte, aber doch von Freunden finanzielle Unterſtüßung mords nach dem Gange des Wundkanals und der Lage der Leiche rhielt und vor Not bewahrt war. Die Anklage verweist in Ber- nicht auf alle Fälle ausgeschloffen sei. bindung damit auf das Verhalten des Der Vater des Getöteten, Kupferschmiedemeister Peine aus Magdeburg, fagt ans, daß zwischen ihm und seinem Sohne ein gespanntes Verhältnis obwaltete und er sich genötigt gesehen habe, dem Sohne von 1898 ab jede Subvention zu entziehen. Eigentlich Blätterin. Meine eben nicht ideale Gründe, die den sherrschfüchtigen machtbewußten Frau Cauer blieb ihm die Antwort nicht schuldig. Es waren Mann bei dem Eintreten für die Frauenrechte leiteten, nicht Einsicht in die Berechtigung und den Kulturiert der Frauenbewegung, sondern ganz nadte materielle Familienintereffen. Eingegangene Druckschriften. Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 25. Seft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Dreißig Jahre Reichstag. Die Industriezölle und der Weltmarkt. Von Der Hunger in Apulien. Von Alessandro Barbus. 2. Die Industriezölle. Schiavi. Ein Beitrag zur ultramontanen Arbeiterpolitik. Von August Erdmann.( Schluß.) Marr über den Schutzzoll. Socialdemokratie und Litterarische RundBaugenossenschaften. Von Louis Cohn, München. schau: Max Bruns, Laterna Magica. Von D. Bach. Maurice Lauzel, Manuel de coopération Socialiste. 19183 Briefkasten der Redaktion. Kaafch. Angeklagten und seiner Geliebten inmittelbar nach der That. Frl. Herrmann hatte den Schuß gehört, als fie sich in ihrem Schlafzimmer befand; sie war fo, wie sie war, in das Herrenzimmer gestürzt und fab, wie der Angeflagte über die Leiche gebückt war und den Kopf des Beine mit beiden Händen hielt. Die Zeugin Martha Herrmann, die Geliebte des AnEr rief der Herrmann zu, daß sie zur Unfallstation laufen solle, da vielleicht noch etwas zu retten sei: Die Herrmann lief zu der in geklagten, ist 23 Jahre alt und, wie sie angiebt, eigentlich Sie bestätigt, daß fie am 25. August abends demselben Hause wohnenden Frau Rogge und dieser soll die Herrmann Blätterin". An jenem Abend gefagt haben:" Denken Sie mal, wir haben beide gespielt, und er hat ihn eine sehr erregte Scene gehabt habe. erschossen." Der Angeklagte, der den Revolver an sich genommen hatte, fei Herr Peine und Fil. Homeier zum Besuch gewesen und ging mit blutigen Händen und blutigem Gesicht in sein Schlaf- da fei sie von ihrem kleinen Pudel in den Arm gebissen worden, fo zimmer, um sich zu waschen. Die Herrmann soll angeblich ihn ge- daß fie heftige Schmerzen hatte. Die andren lachten sie wegri beten haben, ihr den Stevolver zu geben, er soll dies aber abgelehnt dieſes unbebiffe aus und bas babe fie und gejagt haben:" 8wei Kugeln sind noch drin, eine für Dich und sie wütend aus dem Zimmer lief. Als sie dann aus dem Neben eine für mich." Bevor er sich dann nach dem Polizeirevier begab, zimmer das Kichern hörte, sei ihr, die sehr leicht erregbar sei, der Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, gab er der Herrmann noch einen Tausendmarkschein, für den Fall, Gedanke gekommen, daß sie ihrem Leben, dessen sie jatt gewesen, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. daß er dort zurückbehalten werden sollte. Er nahm sich eine Droschke, ein Ende machen wolle. Da habe sie denn zwei vorhandene kleine Die obligatorische Civilehe ist durch Reichsgesetz vom un nach dem Polizeirevier zu fahren, unterwegs tamen ihm aber Fläschchen mit Morphium und Atropin ausgetrunken. Diese Ver-[ 6. Februar 1875 am 1. Oftober 1875 für das Deutsche Reich eingeführt Der Vorsitzende worden. schon Polizeibeamte entgegen, die von kleinen Kindern darauf auf- giftungsgeschichte sei keine Komödie gewesen. Walfifch. Ja, etwa im Jahre 1891 in der Gegend des Lehrter Bahus merksam gemacht wurden, daß er in der Droschke size. Ein Schutz- hält der Zeugin vor, daß sie eine große Gewalt über Als an jenem hofs. E. H. Schöneberg. Das können Sie leider nicht. Sie können mann fragte ihn: Wo wollen Sie hin?" Der Angeklagte antwortete: den Angeklagten gehabt zu haben scheine. Otto Nach der Polizei", worauf der Schutzmaun erwiderte:„ Das glauben Abende der Angeklagte und Peine die von ihr unberechtigt aber bestimmen, in welcher Religion Ihr Kind erzogen werden soll. Richter. 1. Ja. 2. Das Purzeln feines Geldinstituts ist ausgeschlossen. Sie doch selber nicht." Auf sein Ersuchen ist dann ein Schutz- getränkte Homeier begleiten wollten, habe sie sehr energisch dazwischen 3. Nein.-W. 2. 23. Ein Mann muß das vierundzwanzigste Lebens: mann mit in die Droschte gestiegen und zur Polizei gefahren. Dort gerufen:" Ich verbiete Dir direkt, mitzugehen!" Die Zeugin be jahr vollendet haben oder für großjährig erklärt sein, um heiraten zu können. wurde ein Protokoll aufgenommen, und der Angeklagte tehrte mit stätigt, daß der Schuß gefallen sei, nachdem ihr der Angeklagte auf Der für großjährig Erklärte, noch nicht 21 Jahre Alte bedarf der, elter= Ist der Vater den Polizeibeamten in seine Wohnung zurück. Legtere blieben dort ihren Wunsch Wäsche aus dem Hinterzimmer geholt habe. Als sie lichen Einwilligung zur Eheschließung, der Aeltere nicht. so lange, bis die Leiche abgeholt wurde. im tiefsten Negligée in das Vorderzimmer eilte, habe sie gesehen, tot oder sein Aufenthalt dauernd unbekannt, so ist die Einwilligung der Die Herrmann, die am Mutter erforderlich. Daß der Vater tot oder sein Aufenthalt dauernd zu schicken, über Freund lag, dessen Wunde mit der Hand zu drückte und der Leiche einen Kuß gab. Was fie unmittelbar danach zu irgend welchen Personen in ihrer Erregung gesprochen, wiffe fte nicht, ebenso wenig wiffe fie, was ihr der Angeklagte gefagt und welche Worte er namentlich gebraucht, als er ihr den Tausendmartschein gab. Sie nehme ganz bestimmt an, daß sich Peine selbst erthue nicht einmal einem Tier etwas zu Leide"! Auf Befragen des schoffen habe, denn der Angeklagte sei eines Mords nicht fähig;„ der Borsigenden verneint die Zeugin, daß Beine sich ihr je in einer Weise genähert habe, die zur Eifersucht hätte Veranlassung geben tönnen. Sie wisse auch nicht, daß an jenem Abend, als sie Gift genommen, Beine angeblich auf seinem Bett gesessen und fie getüßt habe. Ebenso habe sie auch keine Ahnung davon, daß sie nach der That zu der Frau Rogge gesagt haben soll: Die haben gespielt und er hat ihn dabei erschossen." Tage vorher einen sehr erregten Auftritt erlebt hatte und noch unter daß der Angeklagte, der ihr zurief, schleunigst nach der Unfallstation unbekannt ist, müßte dem Standesbeamten dargelegt sein. In Ihrem Fall hatte, erklärte, daß fie es in der Wohnung nicht aushalte. Um fie zu beruhigen, nahm der Angeklagte einen Wagen und fuhr mit ihr längere Zeit im Tiergarten spazieren. ele Die Traner um den toten Freund. Unter den Linden, und er versuchte dort zu essen. Dann gingen sie Dann begaben sich beide nach dem englischen Büfett ins Metropol- Theater, später in ein Café und schließlich suchten sie, da die Herrmann absolut nicht nach Hause wollte, ein Hotel in der Charlottenstraße auf. Dort schliefer, wie er behauptet, sofort ein, er wurde aber nach einiger Zeit von der Herrmann geweckt, welche behauptete, daß sie nicht schlafen könne, da sie den Beine immer vor sich stehen sehe. Er hat es dann für nötig gehalten, mit ihr wieder in die frische Luft zu gehen. Bis es hell wurde, haben beide weitere Cafés aufgesucht, gegen 5 Uhr famen sie wieder in der Lüneburgerstraße an. Der Angeklagte behauptet, daß er die Polizeibeamten gefragt habe, ob einer etwa von ihm vorzunehmenden Reise etwas im Wege stehe, er habe aber die Antwort erhalten, daß er ruhig reisen könne, wenn er hier den Scherereien aus dem Wege gehen wolle. Er hat dann um die Herrmann auf andre Gedanken zu bringen, am nächsten Tage mit ihr eine Reise angetreten, nachdem er der Polizei eine Adresse, unter welcher er zu erreichen sei, angegeben hatte. Sie fuhren zunächst nach Köln, wo sie etwa zwölf Tage blieben. Dann ist die Herrmann nach Frankfurt a. D. gefahren, er ist dort hin nachgereist, und beide haben sich dann noch einige Tage im Harz aufgehalten. Schließlich ist er nach Magdeburg gefahren und hat bersucht, dem Vater des Peine einen Moralisch verlumpt. G. S. 2000. Nein. A. i. 2. Bestimmend für die Rechtsverhältnisse der Gesellschafter einer 1 Baters für hinreichend erachtet werden. Heinrich H.§ 223 des traf gesetzbuchs bedroht Körperverlegung mit Geldstrafe von 3 M. bis 1000 r. oder mit Gefängnisstrafe von einem Tage bis zu drei Jahren.§ 223a des Strafgesetzbuchs bedroht die sogenannte qualifizierte Körperverlegung( mittels Waffe, hinterliftigen Ueberfalls und gemeinschaftliche Körperverlegung) mit 3. 34. offenen Handelsgesellschaft ist der Gesellschaftsvertrag. Es kann ein Gesellder Minimalſtrafe von zwei Monaten. fchafter ohne Kündigung die Gesellschaft aufheben, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Die von buen mitgeteilten Umstände würden wohl von dem Gericht als wichtiger Grund zur Aufhebung erachtet werden. Sie thäten gut, durch einen dortigen Anwalt auf Eintragung der Firma ins Grundbuch und auf Aufhebung der Gesellschaft zu flagen, nicht aber ohne Klage ausBarth 600. 1. Nein. 2. bis 4. Wie viel und welche Panzerzutreten. schiffe in China find usw., ist ausführlich wiederholt im politischen Teil mit: geteilt worden. 5. Metallarbeiter Zeitung, Nürnberg. R. S. Die Be freiung von der Kirchensteuer tritt für einen aus der Landeskirche Aus: Einer Geschäftsführerin Bahr hat der Angeklagte gesprächs- Darauf ist wiederholt an dieser Stelle hingewiesen. Ihre Anfrage enthielt getretenen mit Ablauf des auf seinen Austritt folgenden Kalenderjahrs ein. weise mal aus seiner Jugend erzählt und dabei erwähnt, daß er bie jetzt gemachte Angabe, daß Sie feit 10 Jahren ausgetreten feien, nicht, schon einmal auf sich geschossen habe: Er habe hinzugesezt: sie solle oder so undeutlich, daß aus ihr entnommen werden mußte, Sie feien int sich nicht wundern, wenn sie einmal in der Zeitung lesen würde, er habe Jahre 00( 1900) ausgetreten. Daher die damalige auf Ihren Fall nicht 6. 6.900. Eine Plätterin Frl. Lohse hat f. 3. mit Peine ein Ber- zutreffende Antwort. Sie befinden sich im Unrecht. sich erschossen. D. M. G. 38 bis 40. Ja. R. B., Wienerstraße. 1. Ja. hältnis auf durchaus anständiger Grundlage unterhalten, welches zu einer Heirat führen sollte. Die Zeugin hat im Juni das Verhältnis 2. Nein. 3. Gewerbe- Deputation, Stralauerstr. 3-6.- 2. K. Gegen den Strafbefehl tönnen Sie ohne weitere Begründung Einspruch erheben. Es abgebrochen, weil sie bei Beine Karten von Kellnerinnen vorfand, genügt also, wenn innerhalb einer Woche nach Zustellung des Strafbefehts Sie schildert den Beine, der übrigens ohne bei dem Amtsgericht ein Schriftstück folgenden Inhalts eingeht: was ihr nicht paßte. Gegen ihr Wissen auch mit einem außerhalb wohnenden Mädchen seit den wider mich erlaffenen Strafbefehl vom 18. März 1901, Attenzeichen 134. längerer Zeit ein Verhältnis unterhielt, als einen in Extremen fich C. 36. 01, erhebe ich Einspruch. W. K. Ob Ihre Verurteilung erfolgen bewegenden Menschen. Er habe auf Vorhalt manchmal gesagt, wird, hängt davon ab, was der Zeuge, der vereidet wird, aussagen und ob das sei bei allen Künstlern so". Die Zeugin hat den Ver- man ihm darin Glauben schenken wird, daß er Sie vergeblich zum Verlassen u machen. Er ist aber nicht vorgelassen worden, vielmehr ist er in storbenen eines Selbstmords für fähig gehalten, denn feiner Wohnung aufgefordert habe. F. G., Behrenstraße. Nein. er M. M. 101. 1., 2., 4.: Nach§ 59 der Städte- Ordnung können zur Haft genommen worden und hat vom 19. September bis zum habe auch ihr einmal gesagt: wenn fie fich von ihm trennte, bauernden Verwaltung der Beaufsichtigung einzelner Geschäftszweige be 12. Oftober in Untersuchungshaft gesessen. In einem Schreiben an schöffe er sich eine Kugel durch den Kopf." Opernsänger Reinh. jondere Deputationen aus Mitgliedern des Magistrats oder aus Mitgliedern den Untersuchungsrichter, in welchem er seine Freilassung begehrte, chi, ein alter Bekannter des Beine, hat sich von diesem zurück des Magistrats und der Stadtverordneten- Versammlung oder aus diesen bat er 11. a. die Wendung gebraucht: Bon einem Morde tönne nach den vorliegenden Thatsachen doch keine Rede sein, gezogen, weil er sehr viel bummelte, die Nächte durchtrant und und aus stimmfähigen Bürgern, sogenannten Bürgerdeputierten, gewählt Er habe seine Kunst überhaupt werden. Die Stadtverordneten und die Bürgerdeputierten werden durch die Stadtverordneten Versammlung gewählt, die Magistratsmitglieder vom sondern höchstens von einer fahrlässigen Tötung." Der moralisch herunter gekommen war. Angeklagte will dies dahin aufklären, daß er damit nur darauf habe ganz vernachlässigt, seine Unterrichtsstunden gar nicht mehr wahr Oberbürgermeister ernannt. Eine Bestätigung durch die Regierung ist nicht vorgeschrieben. Neben dieser Art Deputationen giebt es aber folgende Depu biniveisen wollen, daß man ihm höchstens eine Fahrlässigkeit in der genommen und ſei ſehr nervös und jäbzornig geworden. Eine Kellnerin Jänide, die mit Peine bekannt war, tationen, deren Einrichtung auf besondere Bestimmungen beruht: a) Schul: deputation, b) Waisenrat, c) Sanitätsdeputation, d) Servis: und Ein quartierungs Deputation, e) Armendeputationen. Rücksichtlich der Schuldeputationen erachtet die Regierung die Ministerial Instruktion vom 26. Juni 1811 als noch zu Recht beſtehend und der Bestimmung der Städte Nach dieser Instruktion erstreckt sich der WirkungsOrdnung vorgehend. Kondolenzbefuch anstalten. Die Schuldeputationen sollen danach aus je 1 bis 3 MagifiratsBeziehung vorwerfen könnte, daß er den geladenen Revolver in seiner weiß, daß Beine einmal die Gelbsucht hatte und einWohnung bewahrte. Zur Sache selbst bestreitet der Angeklagte, daß er an mal davon sprach, daß er fich noch einmal eine Kugel dem Tode seines Freunds irgendwelche Schuld trage. Seine durch den Kopf schießen würde. Der Angeklagte sei immer tiefsinniger Ansicht ist, daß sich Peine selbst erschossen hat. Nach seiner Erzählung geworden, weil er Angst vor dem Bersumpfen hatte und fürchtete, iſt es in seiner Wohnung an Lage vor der sat u dit me amb bag er bennacht wohlavier freis der städtischen Schuldeputationen auf faart te je 1 bis 3 geregten Scene gekommen. An jenem Tage sei er mit Beine und daß er in den Lokalen Klavier spiele.- Hiernach wird allseitig auf noch einer Dame, der Zeugin Homeier, abends nach Hause ge- alle weiteren Zeugen verzichtet. fommen, um dort zu Abend zu speisen. Dabei sei es zu lebhaften Differenzen zwischen der Herrmann und der Homeier gekommen und die Herrmann sei in eine hochgrabige Erregung geraten, als er und Beine die Partei der Homeier nahmen. Die Erregung war so groß, daß fie der Homeier die Thür wies und in dem Augenblid, als nun Die legtere hinaus lief, Freigesprochen. mitgliedern, Stadtverordneten, des Schul- und Erziehungswesens fundigen Männern, feruer aus Vertretern der Schulen und aus Geistlichen bestehen. Staatsanwalt Beyer sagt, er sei nicht im stande, einen Straf- Mitglieder der Schuldeputation zustehe. Diese Ansicht ist in Berlin Die Regierung nimmt an, daß ihr ein Bestätigungsrecht bezüglich aller antrag zu stellen, es liege ein non liquet vor. aus Anlaß der Wahl des von den Stadtverordneten gewählten, von Der Gerichtshof hielt nach ganz kurzer Beratung mit dem der Regierung nicht bestätigten Stadtverordneten Singer noch in letzten Jahren gethätigt. Staatsanwalt und dem Verteidiger ein non liquet für geboten und ben Sie ift falsch, indes hat die erkannte auf Freisprechung. Mehrheit der Berliner Stadtverordneten schließlich klein beigegeben. Wenn Morphium und Atropin die Stadt eine besondere Deputation zur Wahrnehmung lediglich der nahm. Beine und er liefen weg, um einen Arzt herbeizuholen, und äußeren, nicht auch der inneren Schulangelegenheiten bestellen würde, so würde die Jrrigkeit der ministeriellen Ansicht noch flarer werden. Es wird diejer ging fofort daran, ihr den Magen auszupumpen. Sie war sehr schlecht auf den Arzt zu sprechen, lief bei sich bietender Gelegen auch in Ihrer Gemeinde zur Zeit gegen die irrige Auslegung des Gefeßes Aus der Frauenbewegung. und der Instruktion nichts zu erreichen sein. 3. Ein besonderes Gesetz, das heit hinaus und war nicht mehr zu bewegen, hineinzukommen. Sie war jogar bis auf die Straße gelaufen und von dort brachte er sie Freiherr v. Stumm und die Frauenbewegung. Wir haben die obligatorischen Fortbildungsschulen regelt, besteht in Preußen, außer für Westpreußen und Pofen( Gesetz von 1886 und 97) nicht. Die wieder zurück, als er mit Beine zusammen ausgegangen war, um vor einiger Zeit gegenüber einer verkehrten Darstellung der Frank- obligatorischen Fortbildungsschulen sind auf Grund der Gewerbes die verschriebene Medizin machen zu lassen. Am nächsten Morgen, furter Zeitung" die Gründe angedeutet, die Freiherrn v. Stumm Ordnung( 120, den 26. August, hat er, wie er weiter angiebt, die Wohnung zu veranlaßt haben, bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetz- statutarische Bestimmung der Gemeinde. Nach unserer Ansicht hat die Refammen mit Beine verlassen, als die Herrmann noch schlief. Sie buchs für gewisse Frauenrechte einzutreten. Zu diesem Thema gierung in die Verwaltung derartig errichteter Schulen nichts dreinzureden, beide gingen auf eine Bierreise, sie besuchten sämtliche in der erhält jezt die" Boffische Zeitung" eine interessante Buschrift von die Regierungen sind auf Grund ministerieller Verfügungen aus den Jahren Nähe befindlichen Kneipen und als sie zurückkehrten, Frau Minna Cauer, die unsre Darstellung nur bestätigt. Aus der 1823 bis in die neunziger Jahre hinein andrer Ansicht. Es bleibt Ihnen wedten sie die Herrmann. Dann setzten sie ihre Bierreise Erzählung der Frau Cauer geht hervor, daß Herr v. Stumm nie- nichts andres übrig, als eventuell zu versuchen, die Stadtverordneten zu veranlassen, daß gegen eine entgegenstehende Anficht der Regierung Einspruch fort. Aus einem Restaurant hat er dann den Beine nach Hause ge- mals ein Freund der Frauenbewegung war, ihr vielmehr mit der und Klage erhoben werde. Mehr läßt sich über diese außerordentlich ftrittige schickt, um Geld zu holen, dieser fand die Herrmann noch schlafend, ganzen Brutalität entgegentrat, die ein besonderes Kennzeichen Frage im Rahmen des Briefkastens nicht sagen. Die Instruktion vom wedte fie abermals und kehrte dann zum Angeklagten zurück. Schließlich dieses Herrn war und die ja auch seine Schreiber in der" Post" oft 26. Juni 1811 umfaßt mehrere Seiten. Sie ist u. a. in von Rönne, Unter richtswesen, S. 333, abgedruckt. wurde Peine müde und ging in die Wohnuna des Angeklagten genug zu tosten bekamen. Absatz 3) zu errichten, und zwar durch Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 26. März. Opernhaus. Samson und Dalila. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Johannisnacht. RANIA** Apollo- Theater. Bernhard Mörbitz Taubenstr. 48/49. Miss Deyo Emmi Kröchert Im Theater Cirkus Busch Dienstagabend 8 Uhr: Secessions- Gesänge Dienstag, den 26. März, 7½ Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Invalidenstr. 57/62. Die lächerlichen Pretiösen ober: Tägl. Sternwarte. Die romanmäßig wißigen Frauenzimmer. Der eingebildete Krante. Anfang 7 Uhr. Menes Opern Theater( Kroll). Geschloffen. Schiller. Der Erbförster. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Morgen. Sterauf: Wiederfinden. Anfang 72 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 7 Uhr. Berliner. Ueber unfre Straft.( 1. Teil.) Anfang 7 Uhr. Residenz. Leontinens Chemänner. Sierauf: Artikel 330. Anfang 712 Uhr. Neues. Der Ausflug ins Sittliche. Anfang 71%, Uhr. Weften. Wohlthätigkeits- Vorstellung. Anfang 71/2 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 71 Uhr. Thalia. Der Kadetten- Vater. An: fang 72 Uhr. Central. San Toy. Anfang 7/2 Uhr. Luifen. Der Verschwender. fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. AnDer Damenschneider. Anfang 72 Uhr. Carl Weiß. 8 Uhr. Passage- Theater Anfang Sonntags 12 Uhr, Wochentags 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Letzte Woche des glänzenden März- Progr. 15 Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe Ringkämpfe nachm. 6 und abends 10 Uhr. Rosendienstag. 17 erstklass. Nummern. FriedrichStrasse Unbine. Anfang 165 Belle Alliance. Der Leibalte. # Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. V Secefftons Gefänge. 8 Uhr. Anfang Pataft. Specialitäten Vorstellung. Die beiden Wenzel. 71 Uhr. Anfang Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen RingCastans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. tämpfe. Roſendienstag. Anfang W. 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Tages Ordnung: eines Sekretärs neu zu besetzen. Bewerber, die in den Social- und Arbeiter- Versicherungsgesetzen, sowie in dem Gewerkschaftswesen erfahren und in schriftlichen Arbeiten be1. Bericht der Werkstatt- Kontroll- Kommission und Neuwahl derselben. wandert sind, wollen ihre Meldungen unter Angabe Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Korb 2. Abrechnung vom Reservefonds. 3. Verschiebenes. 4. Branchen- Ungelegen ihrer bisherigen Thätigkeit und der Gehalts- Ansprüche bis 15. April.d. J. an die unterzeichnete Stelle einsenden; der Eintritt sollte eventuell bis 1. Mai erfolgen können. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Zubeil über: ,, Kann das machers, zu erscheinen. Centrum tolerant sein?" Diskussion. NB. Am Karfreitag veranstaltet der Wahlverein eine Partie nach Birkenwerder. Treffpunkt früh 7 Uhr bei Gleinert, Schulstr. 29. Frühstück in Waidmannsluft, Restaurant Heine u. Kuhn. Endziet Birken Modell- u. Fabriktischler, sowie Modelldrechsler Branchen Versammlung A 1090L* werder, Restaurant Wegner, Waldlater. Die Mitglieder sowie die Arbeiter: Mittwoch, den 27. März 1901, abends 84 Uhr, im otal Die Aufsichtsstelle des Arbeiter- Sekretariats. Gesangvereine werden um rege Beteiligung ersucht. 246/14 Achtung! Der Vorstand. ,, Weddingpart", Müllerstr. 178, Tages Ordnung: Achtung! berige Thangtelt ber Wertstatt- Kontrollkommission. 2. Neuwahl des Ob 1. Bericht über die stattgefundene Branchenzählung, sowie über die bis: Thätigkeit Metallarbeiter! manns und der Werkstatt- Kontrollkommission. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden dringend ersucht, der wichtigen Tagesordnung halber recht zahlreich zu erscheinen. Da noch der größte Teil der Werkstätten mit den Berichten betreffs Dienstag, den 26. März, abends 8 Uhr, in Kellers Festfälen, zählung aller Kollegen unsrer Branche im Rückstande ist, so ersuche Roppenstraße 29: Deffentliche Versammlung. Tages Ordnung: ich leh dringend die Kollegen, spätestens bis Dienstag, den 26. März, mir mitzuteilen, wie viel Modelltischler, Modell drechsler, Weißtischler usw. in den Werkstätten beschäftigt sind, mit be: sonderer Angabe, wie viel organisiert sind. Der Obmann. Otto Wilke, Bergstr. 70, III. Die Aussperrung bei der Firma Stein und das Verhalten des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins. Achtung! Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 27. März, abends 8/2 Uhr: Versammlung der Parkettbodenleger! Achtung! Dienstag, den 26. März 1901, abends 71/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal V Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über das Invaliden- Versicherungsgesetz. Referent Kollege Robert Ahrens. 2. Branchen Angelegenheit. 3. Berschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Vertrauensleute werden ersucht, Die Werkstatt- Kontrollkommission. Drücker, Gürtler, Metallknopf- Arbeiter abzurechnen. und Arbeiterinnen im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Max Schütte über: Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Branchenvertreter und der Agitationskommission. 4. Verbandsangelegenheiten. Branchen- Versammlung der Telephon- Tischler, 137 sowie derjenigen Tischler, welche auf photographische, telegraphische und chirurgische Apparate beschäftigt find, Zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen Die Ortsverwaltung. ist notwendig. LightbilderMittwoch, den 27. März, abends 9 Uhr, über Männervortrag Kommandantenstraße Nr. 20. Gäste 20 Pf. 1 Broschüre. ..Syphilis und Pest" Naturheilk. Grundmann. bom am Mittwoch, den 27. März 1901, abends 8 Uhr, im als Märkischen Hof", Admiralstr. 18c. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kontrollfommission über die Werkstattverhandlungen. 2. Wie gestaltet sich die gegenwärtige Situation in der Branche. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, präzise zu erscheinen. Der Einberufer. Sprechst. 12-2, 6-8, Sonntags 10-12, Kurbad Köpnickerstr. 72. Mittwoch, den 27. März, abends 84 Uhr, im GewerkschaftsCharlottenburg. Mittwoch, den 27. März, abends 82 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstr. 94: Mitglieder- Versammlung haus( Saal VII) Branchen- Versammlung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Tages- Ordnung: 1. Der Militarismus und was er kostet. Referent des Socialdemokratischen Wahlvereins für Charlottenburg. Waldeck- Manasse. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Leo Arons über: Weg und Ziel. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Paul Burows Möbelfabrik, 250/4 Der Vorstand. Neue Schönhauser Strafe 2. In meinem großen Möbelspeicher halte stets eine großartige Aus, wahl aller Arten Möbel zum Verkauf. Durch Massen- Einkäufe, Er sparung teurer Ladenmiete 2c. bin ich im stande, ganz bedeutende Borteile zu gewähren. Ganze Einrichtungen von 150 bis 10 000 m. Ganz besonders weise ich auf mein großes Lager verliehen gewesener, einfacher, sowie hochherrschaftlicher Möbel hin, welche zu sehr billigen Breifen abgegeben werden: Nußbaum- oder Wahagoni- Kleiderspinde und Vertikows 36 M., Korridorspinde 22, Muscheltleiderschränke 36, Bettstellen mit Matraße und Keillissen 22, französische Muschelbettstelle mit Sprungfeder Matratze und Keiltiffen 44 M. Kommoden 18, Spiegel 9, Säulentrumeaux 45, Diwan mit Sipauszug 36, Garnituren, Baneelsofas mit Satteltaschen und Plüscheinfaffung 85, Salonschränke, Antleideschränke mit Spiegelthüren, Herrenschreibtische, Garderobenschränke, Bücherschränke 2c. Eventuell Einrichtungen gegen Teilzah lungen unter toulanten Bedingungen. Beamten geringe Anzahlung. 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Bienerstraße 56, abends nach 6 Uhr. I straße 9, parterre. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Beriin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Schlagende Buchfinten, Kanarien- maschinen auf Teilzahlung, Stofchwig, Vermischte Anzeigen. 5288* 531* beten. und Arbeiterschaft Berlins! Nr. 72. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Partei- Angelegenheiten. Den Lokalkommissions- Mitgliedern Berlins, insbesondere aber denen der Vororte zur Nachricht, daß am Sonntag, den 7. April, die nächste Lotalliste erscheint. Die Einsendungen für Neuaufnahmen sowie Streichung von Lokalen sind bis spätestens den 2. April einzusenden, und zwar für Berlin an Karl Scholz, Wrangelstraße 110; Niederbarnim an Paul Kette, Friedrichsfelde, Lichten= berger Prinzen- Allee 20a; für Teltow- Beeskow an Herm. Quitt, Rigdorf, Hobrechtstr. 82, IV.; für Potsdam- Ost- Havelland an Ernst Rieger, Spandau, Moltkestr. 3; unter diverse Orte Gustav Stein, Wriezen a./O., Frankfurterstr. 32. Adlershof. Heute abend findet von freifinniger Seite aus in Wöllsteins Saal eine Protest- Bersammlung gegen den Brot wucher statt. Wenn auch dieses Lokal für die Arbeiterschaft zu Verſammlungen nicht zu haben ist, so ersuchen wir doch die Parteigenossen, zahlreich die Versammlung zu besuchen, da jede Versammlung, welche zahlreich die Versammlung zu besuchen, da jede Versammlung, welche Protest gegen die beabsichtigte Erhöhung der Getreidezölle erheben foll, für die Arbeiterschaft von größter Bedeutung ist. Jeder Parteigenosse agitiere für zahlreichen Besuch. Der Vorsißende des socialdemokratischen Wahlvereins. Borfigwalde. Donnerstag hält der Wahlverein bei Aug. BethDalldorf. Mittwoch hält der Wahlverein bei H. Koll einen Dalldorf. Mittwoch hält der Wahlverein bei H. Koll einen Rummelsburg. Heute, Dienstagabend 8 Uhr, findet im Lokal von Schumann. Neue Prinz Albertstr. 70( lez), eine öffentliche Versammlung des socialdemokratischen Vereins statt. Auf der Tagesordnung steht unter andren wichtigen Puntten auch ein Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Victor Frankl „ Einiges über Juftizirrtümer". well einen Lese- und Diskutierabend ab. Lese- und Diskutierabend ab. Lokales. " Arme Dienstag, 26. März 1901, den besten Kunden englischer, amerikanischer und japanischer Verzweiflungsthaten. Ein Bild des Jammers bot eine Tatowierkünstler, die ihnen namentlich die und Ermission, welche vorgestern in dem Hause Tresdo wstraße 42 Schultern mit dem Namen und dem Bildnisse des borgenommen wurde. Dem Schneider M., der auf dem genannten Geliebten in oftmals vollendet fünstlerischer Ausführung Grundstück die Hausreinigung besorgte, war, weil er fich weigerte, zieren. Die Direktion des Caftanschen Weltinstituts hat nun feinen Verpflichtungen nachzukommen, per 1. März gekündigt worden. mit einem der berühmtesten" Tatowierkünstler Londons einen m. verließ jedoch nach Ablauf der Frist nicht die Wohnung, und so längeren Vertrag abgeschlossen, und der Profeffor" wird fah sich der Wirt gezwungen, die Ermissionstlage anzustrengen. in allernächster Zeit hier eintreffen, um seine Kunst an Weiblein Nachdem derselben stattgegeben, erschien gestern der Gerichtsvollzieher und Männlein, welche diese neueste Mode mitmachen wollen, aus- mit mehreren Arbeitern, um die Wohnung zu räumen, fand zuüben. jedoch die Thür von innen verbarrikadiert und vernagelt. Denjenigen der bekanntesten und elegantesten Damen der Berliner G8 mußten ein Schloffer und mehrere Schußleute geholt Gesellschaft, die entweder z. B. eines Geliebten entbehren oder auch und dann die Thür gewaltsam erbrochen werden. aus Ueberfluß an folchen wegen der Auswahl des Namens in Vers hatten die Exekutivbeamten endlich die Wohnung betreten, legenheit sind, wäre bei der herrschenden Beitrichtung zu empfehlen, als der Schneider eine Eisenstange ergriff und mit dieser auf die daß sie sich mit frommen oder patriotischen Emblemen Schuhleute eindrang. Nach kurzem Kampfe wurde er jedoch und Sinnsprüchen behülfen. Die so tatowierten Störperteile überwältigt und nach der Polizeiwache gebracht. Frau M., die krant tönnten dann von den in Betracht kommenden Damen bei paffender und schwächlich ist, verließ in großer Aufregung die Wohnung, Gelegenheit der öffentlichen Besichtigung preisgegeben werden, was während ihre drei Kinder im Alter von 1, 2½ und 4 Jahren allein ben jetzt leider nur im geringen Maße vorhandenen vaterländischen zurückblieben. Sie mußten von dem Gerichtsvollzieher ebenfalls der und frommen Sinn im Bolle ohne Zweifel außerordentlich fördern Bolizei übergeben werden, während das wenige Mobiliar der Familie nach der Pfandtammer geschafft wurde. Ebenfalls schwierig ge= würde. der Kaum Die 12. ftädtische Fortbildungsschule, Derfflingerstr. 18a, staltete sich eine Egmiffion, die gestern in der Gneisenaustraße die Lehrlingen und Gehilfen aller gewerblichen Berufsarten, jungen stattfand. Ein Architekt, welcher infolge Streitigkeiten mit dem Hauswirt die Mietszahlung berweigert hatte, war durch Kaufleuten und Bureaugehilfen ausreichend Gelegenheit zur Forte Räumungsklage zur Freigabe der Wohnung verurteilt. Als bildung bietet durch Unterricht in Deutsch, Rechnen, Mathematit, er Gerichtsvollzieher erschien, fand die WohnungsEnglisch, Franzöfifch, Stenographie, einfacher und doppelter Buch thür mit Kunst und Anhängeschlössern derartig versichert, daß selbst bildung bietet durch Unterricht in Deutsch, Rechnen, Mathematit, führung, Maschinenschreiben, Zeichnen jeglicher Art, auch Malen, hat in ihren Lehrplan auch Modellieren aufgenommen; die Kurse für ein herbeigeholter Schlosser die Thür nicht zu öffnen vermochte. Chemie und Physik zeigen erfreuliche Teilnahme. In Physik werden Der Beamte sab sich genötigt, die Füllung einzuschlagen, um seines Amts walten zu können. Als der Gerichtsvollzieher mit den im Sommer an neuen Apparaten drahtlose Telegraphie, Herzsche Arbeitern den Korridor betrat, tam ihnen der Architekt in größter Wellen und Röntgenstrahlen demonstriert. Erregung mit einem Revolver entgegen und zwvang die Männer, sich zu entfernen. Auch hier mußte die Polizei zu Hilfe gerufen werden, und es erschienen alsbald drei Schußleute, die den Architekten feft nahmen. Erst jetzt konnte die Ermission erfolgen. Die Aufnahme neuer Schüler erfolgt an den Wochenabenden bon 7-9 Uhr bei dem Leiter der Schule, Nettor Haumann. Verfügung des Staatsanwalts zwei Nummern der Sathr- Bibliothek Rettung der Sittlichkeit. Auf Gerichtsbeschluß wurden nach Einen blutigen Ausgang nahm am Sonntagabend ein Bruders Der Etatsausschus hat als erste Baurate für die Errichtung wegen der Jllustrationen„ Susanna im Bade, und„ Coulissenzauber" awist in der Stettinerstraße. Der 42 Jahre alte Gelegenheitsarbeiter eines städtischen Amis zur Untersuchung von Nahrungs- und polizeilich beschlagnahmit. Franz Graubaum aus der Grünthalerstr. 51 erhielt nachmittags den Genußmitteln den Betrag von 100 000 m. bewilligt. Mit In große Aufregung gerieten gestern Abend die Besucher des Besuch seines 39 Jahre alten Bruders Paul aus der Bappelallee 99, dem Bau soll noch in diesem Jahre begonnen werden. Das Ge- Vergnügungslokals" Neue Welt" in der Hafenheide infolge eines mit dem er sich seit Jahren oft gezankt hatte. Von 4 Uhr an bebäude soll nach den Plänen des Stadtbaurats L. Hoffmann am Brands, von welchem die Budenstadt des Etablissements betroffen suchten die Brüder mit der Frau und dem achtjährigen Sohn des Franz Mühlendamm auf den jetzt unbebauten Grundstücken an der neuen wurde. Gegen 71/2 Uhr wurde das Belt einer Schießbude auf bis- mehrere Wirtschaften. Abends wollten alle vier nach Weimanns BoltsFeuerwache in der Fischerstraße errichtet werden. Für die Ausführung her noch nicht aufgeklärte Weise von Flammen ergriffen und das garten gehen, um die 15jährige Tochter Emma des Franz, die vor bon Privatleitungen zu Erleuchtungs-, Koch- und Heizzwecken wurden Fener verbreitete sich mit unheimlicher Geschwindigkeit. Ju wenigen vier Wochen ihren Eltern zum drittenmal davongelaufen ist, zu bei der Beratung des Etats der städtischen Gaswerte 400 000 m. Minuten stand die ganze Baulichkeit in Flammen, die weitergreifend fuchen. In der Etettinerstraße blieben Frau Graubaum und ihr gefordert, d. 5. 210 000 m. mehr als im vorigen Jahre. Von der nach den Nachbarzelten hinübersprangen und auch diese in Brand Sohn etwas zurück. Vor dem Hauſe Nr. 7 gerieten um 7½ Uhr Mehrforderung find 171 000 M. für bestimmte Zwecke bestimmt, so fezten. Obwohl es glücklicherweise windstill war, lag doch die Ge- die beiden Männer, die schon etwas angetrunken waren, wieder andaß auf die Röhrenanlagen mur rund 40 000 W. mehr entfallen. fahr nahe, daß die ganze Budenstadt, wie auch die aus Holz errichtete einder. Der ältere Bruder zog plötzlich sein Taschenmesser und stieß Hierzu lag ein Antrag vor, diese Position um 100 000 m. zu ver- Riesenhalle des Vergnügungslokale von dem Brande ergriffen es dem jüngeren in den Unterleib. Während der Schwerverlette stärken, damit den Wünschen der Gasabnehmer auf fostenlose werden konnte, und so wurde die Hilfe der Berliner Löschmannschaften von Baffanten mit einer Droschte nach der Unfallstation in der BadHerstellung von Zuleitungsröhren möglichst entgegengekommen erbeten, und in kurzer Zeit waren sieben Büge derfelben zur Stelle. straße und von dort nach der Charité gebracht wurde, ging Franz werden könne. Der Antrag wurde abgelehnt, und der Etat Dem energischen Eingreifen der Feuerwehrleute gelang es auch mit Graubaum mit Frau und Sohn nach Hause. Aber noch in der Nacht unverändert nach dem Entwurf festgestellt. Der Etat der städti- Hilfe der inzwischen eingetroffenen Rigdorfer freiwilligen Feuerwehr, um 1/2 Uhr wurde er von einem Wachtmeister und drei Schutzschen Martthallen Verwaltung für das Jahr 1901 wurde ben Brand zu lokalisieren, während die endgültigen Ablöschungsmännern aus der Wohnung heraus verhaftet. unverändert vom Ausschuß angenommen, vom Magistratsvertreter arbeiten der Ortsfeuerwehr überlassen blieben. Der angerichtete auch Feuerbericht. Montagvormittag brannte Elsasserstr. 9 Fuß boden und Baltenlage. Ein ähnlicher Brand war Unter den Linden 24 abzulöschen. Kleine Wohnungsbrände erfolgten Admiralstr. 18d, Bernauerstr. 68, Parochialstr. 10 und Ballisadenstr. 45. Durch übergekochtes Wachs war am Sonntag Winsstr. 12 ein kleines Schadenfeuer entstanden. An der Stadtbahn 26. gingen Thüren und Reinigungsgeräte in Flammen auf. Außerdem wurde noch ein Kellerbrand von Brunnenstr. 17 gemeldet. wurde hierbei bemerkt, daß die Bildung eines Arbeiter Schaden ist für die Budenbefizer, denen natürlich das gesamte Ein großer Kellerbrand wütete Montag früh in der Elsaffera ausschusses für die städtischen Markthallen von der Verwaltung Warenlager vernichtet wurde, um so empfindlicher, als ihre Belte straße 67. Der sehr niedrige Steller enthielt eine Menge Verschläge, in Aussicht genommen worden sei. Mit sechs gegen sechs Stimmen nicht versichert waren. Der Straßenbahn- und Wagenverkehr durch in denen alter Hausrat, Kartoffeln und dergleichen lagerte. Als bald wurde im Etatsansschuß beschlossen, daß angesichts des drohenden die Hasenheide war für die Dauer von einer halben Stunde gänz nach 2 Uhr die Feuerwehr alarmiert wurde, waren bereits sämtliche Milchwuchers die Milchproduktion auf den Nieselfeldern wieder lich gestört. Intolloin si odringen der Löschmannschaften fich als unmöglich erwies, zumal and Verschläge vom Feuer erfaßt, so daß bei der enormen Hiße ein Vor aufgenommen werden soll. Ein guter Fang. Einige Mühe machte am Sonnabend eine totale Berqualmung vorhanden war. Es blieb daher auch nichts Schulschwänzer. In der letzten Bersammlung der nachmittag die Festnahme eines internationalen Einweiter übrig, als den ganzen Kellerraum unter Wasser zu setzen, Schultommissions Vorsteher wurde wieder einmal über brecher& im Zweiggeschäft der Berliner Bank in der Königstr. 31. wozu vier Dampfsprizenrohre stundenlang zu arbeiten hatten. Erst das leidige Thema der Schulversäumnisse verhandelt. Die In dem Geschäft erschienen am Sonnabendvormittag zwei fein ge nach 6 Uhr fonnte die Wehr wieder abrücken. einen priesen die vor einigen Jahren erfolgte Ueberweisung der fleidete Herren, um für 50 000 m. Wertpapiere zu verkaufen. Schulverfäumnis- Sachen an die Polizei als eine Maßregel, die sich während der eine sehr gewandt und sicher auftrat, zeigte der andre als wirksam erwiesen habe. Andre dagegen behaupteten, daß auch ein sehr ängstliches Wejen. Das machte die Beamten mißtrauisch. das nichts gefruchtet habe, weil bei Beantragung richterlicher Unter dem Vorwand, daß sie nicht Geld genug in der Staffe Entscheidung sehr oft auf Freisprechung erkannt werde. Sie hätten, baten sie die Kunden, fich bis 8 Uhr nachmittags zu empfahlen für solche Fälle die Unterbringung der geldulden. Bis dahin würde Geld von der Hauptbant in Kinder in einer Erziehungsanstalt Was die der Jägerstraße geholt werden. Die Herren waren damit zu ganz hartnäckigen Schulschwänzer betrifft, so befinden sich allerdings frieden und empfahlen sich einstweilen, die Bankbeamten aber manche von ihnen in einem Zustande der Verwahrlojung, der an ichidten zur Kriminalpolizei. Dieser war ein Diebstahl an so viel sich die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt ratiam erscheinen Wertpapieren weder aus Berlin noch von auswärts gemeldet. Man läßt. Aber hartnädiges Schulschwänzen allein rechtfertigt noch rechnete aber doch mit der Möglichkeit, es mit Dieben oder Hehlern feineswegs immer die Ueberweisung an eine solche Anstalt. Die zu thun zu haben. Daher begab sich nachmittags ein KriminalNeigung zum Schulfchwänzen beruht gerade in ihren hart tommiffar nach der Königstraße und beobachtete das Bankgeschäft. nädigsten Fällen vielfach auf einer franthaften Anlage, Bunft drei Uhr erschien denn auch einer der beiden Fremden. Un Weißensee. Die vom Amtsausschuß festgesetzten Gebühren für gegen die man am besten einen Arzt zu Rate zieht. Diese mittelbar nach dem Fremden betrat auch der Kriminalkommissar das Desinfektion betragen 1 M. für die Stunde und jede dabei be Neigung findet sich nicht selten selbst bei Kindern, die in Geschäft und fnüpfte mit dem Herrn ein Gespräch an. Die Unter- fchäftigte Person. Für Transport der Materialien ist ebenfalls 1 M. durchaus geordneten häuslichen Verhältnissen Leben und deren haltung bestärkte den Berdacht. Blöglich stellte sich daher zu entrichten. Von den Gebühren befreit sind diejenigen Gemeinde.. fonftiges Berhalten jeden Berdacht der Verwahrlosung ausschließt. ber Stommiffar als Kriminalbeamter vor und zeigte feine Ermitglieder, welche ein Einkommen von unter 900 m. bersteuern oder Bielleicht versucht man es einmal damit, die hartnäckigsten Schul tennungsmarte. Der Fremde erschrat darüber im ersten von der Bahlung von Steuern infolge zu geringen Ginkommens bea schwänzer dem Schularzt zur Untersuchung und Be Augenblick so heftig, daß er alle seine Wertpapiere im Stich ließ freit sind. Diefe unentgeltlichkeit der Desinfektion ist nach der feste obachtung zuzuweisen. Der Schularzt würde sich wahr- und mit großen Schritten den Ausgang zu gewinnen fuchte. gelegten Gebührenordnung nicht als empfangene Armenfcheinlich in nicht wenigen Fällen genötigt sehen, unter andern Ber- Als aber der Stommiffar ihm folgte, 8og er einen Revolver aus unterstützung zu betrachten. haltungsmaßregeln auch die zu empfehlen, daß die Lehrer den der Tasche und drohte, ihn niederzuschießen. Der Beamte war jedoch Schulschwänzern gegenüber nicht gleich zum Stod greifen; noch rafcher als er, mit einem festen Griff padte er ihn, er warf denn gerade durch den Stock wird eine tranthafte Neigung zum Echulfchwänzen nur noch gesteigert. Aus den Nachbarorten. Johannisthal. Bor Eintritt in die Tagesordnung der letzten ihn zu Boden und entwand ihm die Waffe. Als der Verbrecher ein- Sigung der Gemeindevertretung stellte der Bertreter Mann den fah, daß alle seine Mühe umsonst war, stedte er blizschnell ein Gemeindevorsteher zur Rede wegen der Nicht beachtung des Am Gedenktage des Märzkampfs vagabundiert nach Auf Stück Papier in den Mund, um es zu verschlucken. Der Kommissar Befchlusses der Gemeindevertretung, nach welchem der Beginn faffung der föniglich preußischen Polizei die Hydra der aber drückte ihm schleunigst die Kehle zu und holte ihm das Papier der Sigungen auf 7/2 Uhr abends festgesetzt war, während Revolution in der Gegend des Friedrichshains, wes. wieder aus dem Munde heraus. Mit Hilfe der Bankbeamten wurde jegt bereits Sigungen auf nachmittags 3 Uhr anberaumt wurden. halb nicht allein die Schußmannschaft zweds Verscheuchung des Un- schließlich der Ueberwundene gefesselt und mit einer Droschte nach Der Gemeindevorsteher erklärte, er entfinne fich wohl, daß ein dera fiers zu Hunderten aufgeboten wird, sondern auch die Wege im dem Polizeipräsidium gebracht. Hier ging bald darauf aus Leipzig artiger Beschluß bestehe, im Protokollbuch sei er aber nicht vermerkt. Sain vielfach abgesperrt werden. Die Hydra ist nach obrigkeit die Drabmachricht ein, daß in der Nacht vorher Einbrecher für Auf Antrag des Vertreters Mann soll die Angelegenheit in der licher Auffassung bei aller Gefährlichkeit doch gewiffermaßen 80 000 Mart Wertpapiere erbeutet hatten. Auch die Art nächsten Sizung unter dem Borsiz des kommissarischen Vorstehers war angegeben. So konnte man aus den dem geregelt werden, ebenso die Einführung einer Geschäftsordnung, da polizeifromm und würde im Ernfifall jene über den Weg gelegten der Papiere Berhafteten abgenommenen Stüden feststellen, daß man einen durch das Berhalten einzelner Mitglieder ein planmäßiges Arbeiten Holzstangen, die man fich als Schlagbäume vorzustellen hat, höchst geber thäter bereits erwischt hatte, und der Leipziger Bolizei hiervon sehr erschwert wird. Gine längere Debatte rief die Abſchließung wissenhaft respektieren. Bu trauen ist dem Untier andrerseits aber Charlottenburger Wasserdoch nicht recht, und daher versperren die langen Knippel auch über durch den Draht Mitteilung machen. Noch im Laufe der Nacht zum eines Vertrags mit den den 18. März hinaus den Weg. Das ist für die Gäste des Parts Sonntag kamen von dort Kriminalbeamte hierher, um den Gefangenen werten wegen Lieferung von Wasser hervor. Von den Vertretern sowohl wie auch für diejenigen, die im Krankenhaus einen Be- abzuholen. Unterdeffen hatte dieser sich auch zu einem Geständnis Rehbein, Ruhrt und Mann wurde eine Bertagung auf vier Wochen fuch abzustatten baben, gerade teine Annehmlichkeit. Die Kranten bequemt, da er wohl einsah, daß Leugnen ihm doch nicht mehr helfen beantragt, da es nicht ausgeschlossen ist, daß der Vertrag eine für haus Berwaltung hat sich im Interesse des Publikums in fonnte. Der Kommissar hatte einen guten Fang gemacht. Der Fest die Gemeinde günstigere Fassung erhalten tönne, wenn die Stadt den letzten Tagen daher an die Partverwaltung gewandt, genommene ist ein gefährlicher Reiseeinbrecher, nennt sich übner Berlin in der Nähe unfres Oris das geplante neue Wafferwert damit diese endlich für Entfernung der Barrieren Sorge und Bauer und gehört zu einer Bande, die vor dem Einbruch in errichte. Die Bertreter Mette, Knape und Ostwald verlangten indes trage. Die Parkverwaltung übertam anfänglich so etwas wie ein Leipzig schon Magdeburg. Dresden, Braunschweig und Hildesheim jetzt schon die Abschließung des Vertrags, obwohl die Abgabe von mit Zähneflappern vermengtes Mißtrauen gegen die Verwaltung teils durch Einbrüche, teils durch Absatz der Beute unsicher gemacht Waffer an unsre Gemeinde dadurch um feinen Tag früher erfolgen des Strankenhauses, weil sie dachte, daß die vagabundierende Hydra hat. Er war unmittelbar nach dem gelungenen Einbruch hierher dürfte. Namentlich der Vertreter Ostwald trat in ungestümer Weise fich etwa gar in die Schwestertörperschaft eingenistet haben möchte. gefahren, um die Wertpapiere an den Mann zu bringen, bevor ihr dafür ein, da die Besiger der drei Neubauten, welche jetzt fertig werden, sonst geschädigt würden. Mit sechs gegen fünf Stimmen Dann nahm sie Tinte und Papier zur Hand und schrieb nach dem Berlust gemeldet werden konnte. wurde schließlich die sofortige Abschließung des Vertrags be Krankenhause, daß dem geäußerten Wunsche noch nicht stattgegeben Todessturz. Einen traurigen Abschluß fand für den zwei- fchloffen. werden könne, weil von höherer Stelle noch teine ent- undvierzig Jahre alten Maurer Emil Schöwe aus der Heimstraße 14 fprechende Order eingetroffen sei. Der gewöhnliche Staatsbürger schilt mun, nörgelsüchtig, wie er das nichtfest, das auf dem Neubau des Baumeisters Eßmann in der Vortstraße 80 am Sonnabendabend gefeiert wurde. Schöwe nahm ift, darüber, daß die Wege versperrt bleiben und meint ferner, daß mit einigen zwanzig Arbeitsgenossen an einer Zeche Teil, bie ber die Absperrungen bei dem herrschenden Mangel an Beleuchtung zu Maurermeister Schmidt im Keller am zweiten Sof des Neubaues nachtschlafender Beit fogar lebensgefährlich seien. Der Nörgler sieht Schöwe konnte nicht viel vertragen und verließ etwas anaber den Zweck solcher Maßnahme nicht. Am Ende stolpert die ab. Hydra in der Dunkelheit unversehens über eine der Barrieren, bricht getrunken den Steller um 8 Uhr abends. Da er nicht wiederkam, so glaubten seine Arbeitsgenossen, daß er still nach Hause gegangen sei. das Genick, und das Baterland ist diesmal dauernd gerettet. Dort traf er aber nicht ein. Als man Sonntag früh nach ihm die Das fehlte gerade noch. Einen offenbar vorhandenen einzelnen Säume des Neubaues absuchte, fand man ihn im ersten dringenden Bedürfnis will die Direktion von Caftans Panoptikum Hof im Keller liegen. Der Keller war noch nicht ganz fertig; eine abhelfen. Sie teilt mit: Oeffnung war mit einer Latte verschlagen. Schöwe muß nun auf Eine Neuheit für Deutschland auf dem Gebiete der dem Hofe den Weg verfehlt haben und an die Latte geraten sein. Mode wird sich denmächst bei uns einführen. Sur Beit ist das Diese riß er ab und stürzte in den Keller, wo er mit der Stirn auf Zatowieren" eine der verbreitetsten Moden in Amerika einige Biegelsteine, die im Schutt lagen, aufschlug. Silflos tam er und England. Die bekanntesten und elegantesten dann in der Nacht um. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau mit Damen der New Norter und Londoner Gesellschaft gehören zu drei Kindern im Alter von 13, 12 und 8 Jahren. Der Gemeint Der Etat der Gemeinde Tempelhof balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 284 000 M. Der Steuerzuschlag beträgt 120 Prog. der Staatseinkommensteuer. Die Gebühren für die Benutzung der Sanalisationsanlagen betragen, wie im vorigen Jahre, 3½ Broz, des Nuzungswerts nach Maßgabe der Veranlagung zur Gebäudesteuer. Die Gemeinde giebt also hier noch 13 000 m. zu. Gin Schreiben des Landrats, wonach die Gemeinde für die and wertstammern auf Grund der Gewerbe Ordnung zu einem Beitrag verpflichtet ist, wurde einer Kommission überwiesen, welche über die Aufbringung der Umlage beraten soll. Ein Abkommen mit den Charlottenburger Wasserwerten, betreffend Verlegung von Rohren zu beiden Seiten in der Berlinerstraße, wurde genehmigt. Die Einschulung der Kinder wird von jetzt ab im April und Oktober geschehen. Herr Rettor Wagner, der zur Sigung geladen war, erklärte, daß die Klassen durchweg von 70 Kindern besucht werden. 100 Gerichts- Beitung. Bezüglich der Schule gesandt hatten. Den Unterricht in den übrigen Fächern daß die hier in Frage kommenden Gewerkschaften hinsichtlich ihrer erhielten die Kinder in der evangelischen Boltsschule in Leistungen nicht hinter den Centralverbänden zurückstehen. Hierauf Der frühere Gewerkschafts- Sekretär Millarg stand am Birstein. Früher unterrichtete sie dort ein jüdischer Lehrer in der gaben der Saffierer und die Revisoren ihre Berichte. Nach einer Montag vor der dritten Straffammer des hiesigen Landgerichts I Religion; der Mann hatte nach seinem Abgange nicht ersetzt unwesentlichen Diskussion wurde dem Ausschuß Decharge erteilt. sinter der Anklage der Unterschlagung und des Betrugs. werden können, weshalb fie dreimal wöchentlich nach Hettstein gehen Eine lange Debatte entstand über zwei Anträge, welche schließlich Es handelt sich um die Angelegenheit, die schon vor Monaten in der sollten. Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach die An- angenommen wurden. Der eine derselben regelt das Stimmrecht der Gewerkschafts- Kommission besprochen mno dadurch zur geklagten frei, und das Kammergericht verwarf die Revision Ausschußmitglieder, der andre bestimmt, daß der Obmann des AusSenntnis der Staatsanwaltschaft gekommen ist und sie zun der Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Die Strafschufies für seine Thätigkeit teilweise entschädigt werden foll. Die Einschreiten veranlaßt hat. Betrug wird darin ge- bestimmungen betreffend die Schulversäumnisse verfolgten nur den hierauf erfolgte Neuwahl des Ausschusses fiel auf folgende Personen; funden, daß der Angeklagte Mantogelder im Betrage von 8wed, die Durchführung der allgemeinen staatlichen Schulpflicht zu Fischer, Gehl, Arendsee, Piester, Paul. Als Revisoren 50 M. unrechtmäßigerweise für sich erhoben haben soll. fichern. Sie könnten nicht auf Einrichtungen angewendet werden, die wurden bestimmit: Kleinlein und Oriwohl. Was die Unterschlagung betrifft, so handelt es sich um den firchlichen Zwecken der verschiedenen Religionsgesellschaften Maifeier wurde beschlossen, dieselbe wieder so zu begehen wie im folgenden Thatbestand: Im Juni 1900, nachdem der An- dienten. Solche Einrichtungen seien nicht jedermann ohne Rücksicht vorigen Jahre: Versammlungen der Gewerkschaften, beziehungsweise geklagte schon seit einiger Zeit der Führung der Geschäfte im auf die Konfession zugänglich. Die hier vorliegende Versäumnis Gruppen. Gewerkschaftsbureau enthoben war, entdeckte sein Nachfolger könne nicht als Versäumung des Unterrichts in der Der Verein der Bauauschläger beschloß in einer am Sonntag Sör sten unter den Kassenbelegen vom Juni und Juli des Jahres öffentlichen Volksschule bestraft werden, denn es handle stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung, daß die1899 awei von Millarg selbst ausgestellte Quittungen im Betrage fich um den lediglich aus firchlichen Zwecken eingerichteten jüdischen jenigen Kollegen, welche sich zur Aufnahme in den Verein melden von 2000 und 1000 M., die den für den Krefelder Weberstreit Religionsunterricht. Die Beschuldigten hätten nicht versäumt, ihre und während der Lohnbewegung im vergangeneit Jahre als Anschläger gesammelten Geldern entnommen waren. Körsten hielt diese Quittungen Kinder in den Unterricht der öffentlichen Volksschule zu schicken, des- gearbeitet haben, die in den Monaten Januar, Februar und nicht für gültige Staffenbelege, er stellte Millarg zur Rede, und dieser halb sei die Freisprechung gerechtfertigt. März 1900 geleisteten Beiträge nachzuzahlen haben, diejenigen behauptete, es müßte statt dieser Quittungen noch eine solche vom Prügelnde Schutleute. Wegen Mißhandlung im Amt Sollegen, welche feiner Zeit Streifgelder bezogen haben, dann dem Kassierer des Textilarbeiterverbands, der die Gelder empfangen habe, vorhanden sein, wodurch also diese Ausgabe gültig belegt sei. Eine hatten sich am Freitag die Amtssergeanten Hermann Sobota und Berein jedoch den Rücken kehrten, haben sämtliche geleisteten BeiPaul Pospiech aus Siemanowitz und Paul Korner aus träge pro 1900 nachzuzahlen. Ferner wurde noch die Frage eines solche Quittung fand sich nicht, statt dessen brachte Millarg einige Laurahütte vor der Beuthener Straffammer zu verantworten. Sie centralisierten Arbeitsnachweises mit einem ständigen Beamten erTage später eine angebliche Duplikatquittung des Kassierers vom haben am 23. Juni v. J. einen Arbeiter bei der Verhaftung mit örtert, ein Beschluß jedoch noch nicht gefaßt. Textilarbeiterverband bei, die jedoch eine Originalquittung über Säbeln bearbeitet. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde 3000 M. ist, welche Millarg am 26. Juni 1900 an den Tertilarbeiter Sobota zu 60 M. Geldstrafe, die beiden andren Angeklagten, die Verband gezahlt hat. Die fraglichen 3000 m. hat Millarg. wie in der Verhandlung festgestellt wurde, fast ein volles Jahr in seiner schon wegen Mißhandlung im Amt vorbestraft sind, zu je 2 Monaten Berwahrung gehabt. Er erklärt das damit, daß er die betreffende Gefängnis verurteilt. Summe von den übrigen Geldern abgesondert und bei der Bant deponiert habe, um sie, da der Krefelder Streit beendet war, zur Verwendung der Textilarbeiter bereit zu halten. Bei seinem Austritt aus dem Bureau hat Millarg aber feinem Nachfolger bei Ueber gabe der Kasse teine Mitteilung von dem Vorhandensein der 3000 M. gemacht, die ganze Angelegenheit ist wie geiagt, erit durch Auffindung der beiden Quittungen von der Hand Millargs zur Kenntnis der beteiligten Personen gekommen. Dies ist das Wesentlichste aus dem Thatbestand, der in einer äußerst umfang reichen Beweisaufnahme, die einen ganzen Sigungstag in Anspruch nahm, festgestellt wurde. Der Staatsanwalt beantragte für beide Zeit ein Verlöbnis eingegangen. Mit beiden hatte er verabredet, unter Antlage stehende Handlungen eine Gesamtstrafe von 10 Mo- nach Amerika auszuwandern. Ende Februar 1899 reiste er zu diesem naten Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf Frei- Zweck mit der einen Braut Maria Furtita nach Bremen, angeblich fprechung, er hielt die vorgebrachten Beweise nicht als aus- um sich mit ihr auf einem Lloyd Dampfer einzuschiffen. Kost und reichend, um die Schuld des Angeklagten festzustellen, wenn auch der feine Braut sind noch am 1. März in Bremen zusammen gesehen) Weizen, gut D.- Str. 15,90| 15,86 Verdacht, daß er die 3000 m. für fich habe verwenden wollen, worden. Seitdem war die Furtika verschwunden. Er war inzwischen wieder nach Wien zurückgekehrt und hatte bald darauf die zweite#gering nicht ausgeschlossen sei. Braut Anna Schimera geheiratet und war mit ihr um thatsächlich Roggen, mittel nach Amerika ausgewandert. die Vermischtes. Mit ,, Kneil Andenken" wird in Bayern zur Zeit ein schivungvoller Handel getrieben. Aus Mammendorf( Station Naun Ein Frauenmörder in Bremen. Ein in kriminalistischer Be- hofen) schreibt man der Augsburger Abendzeitung": Wer Geisenziehung höchst interessanter Mordprozeß nimmt heute vor dem hofen besucht, findet Kneißls lezte Herberge von Kugeln durchSchwurgericht Bremen seinen Anfang. Am 25. September wurde löchert Kugeln selbst aber sowie Mauerwert, an welchem der Tischler Bartholomäus Kost aus Wien vom dortigen Schwur- Blut haftete, find verschwunden; sie wurden als Andenken, wohl gericht, ungeachtet seines hartnädigen Leugnens, zum Tode ver auch zu abergläubischen Zweden, hinweggetragen, selbst durchurteilt. Das Reichsgericht hat das Todesurteil jedoch auf die ein- fchoffene Bretter fortgeschleppt. Kugeln wurden verkauft um den gelegte Beschwerde hin aufgehoben und die Sache zur erneuten Preis von 50 Pf. bis 1,50 M. Ein findiger Jagdpächter verknallte Verhandlung an das Bremer Schwurgericht zurüdverwiesen. feine Patronen auf eine Betterwand, schnitt die Kugeln heraus und Der Sachverhalt, welcher der Anklage zu Grunde liegt, ist ein brachte sie an den Mann. Es ist Thatsache die meisten gekauften sehr eigenartiger. Kost war in nicht immer schief auf die Landbevölkerung zu blicken. mit beiden haften zu gleicher Kneißl- Andenken befinden sich im Besitz von Städtern! Man braucht mittel 15,82 15,78 15,74 15,70 Martipreise von Berlin am 23. März 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale 75.1,60 1,20 1,30 1. 1,60 1,20 1,80 1. " 1,60 1. 60 Stid 1kg 2,60 2, 42,60 2,20 1, 14,20 14,18 " 14,16 14,14 gering " †) Gerste, gut mittel " " " gering mittef gering 14,12 14,10 15,60 14,80 14,70 13,90 13,80 13,10 15,90 15,50 15,40 15, 14,90 14,60 2,80 1, Bander 2,60 1,20 Hechte 2,20 1,20 Heu Nichtstroh Erbfent 7,- 6,50 Barsche 1,80 0,80 7,90 5,30 Schleie 31,20 40, 25, 45, 70 25, 30, Bleie Krebje 1,20 0,80 per Shot 12,3, E Auf die demoralisierende Wirkung der Kelluerausbeutung wirft ein Prozeß, der sich gestern abspielte, ein grelles Licht. Die Wenige Tage nach dem Verschwinden der unglüdlichen Maria umfangreichen Unterschlagungen, die ein Teil des Personals des bekannten Etablissements Kaiserteller" sich zu Schulden kommen ließ, Furtika war in einem Kanal in Bremen eine Frauenleiche gefunden beschäftigten gestern die fiebente Straffammer des Land- und als die einer unbekannten Selbstmörderin beerdigt worden. gerichts I. Auf der Anklagebant befanden sich die Kellner Gerüchte, welche zu Ohren der Wiener Polizei gelangten, veran- t) bafer, gut Hermann Schulz, Karl Walter, Bernhard Anders, laßten sie, weitere Nachforschungen nach dem Verbleib der Furtika Er ergab sich, daß Kost nach seiner Rückkehr aus Gustav Conrad, Karl Schubert und Karl Voß. Gin anzustellen. Bremen in Wien Sachen der Verschwundenen verkauft hatte. Die fiebenter, der Kellner George, hat es vorgezogen, Flucht zu ergreifen. Die Angeklagten sollen dem Inhaber des Leiche wurde ausgegraben und als die der verschwundenen Furtika Staiserfellers" einen so großen Schaden zugefügt haben, daß bei refognosziert. Spuren von Gewalthätigkeiten konnten jedoch an der Speisebohnen ihrem längeren Treiben dessen Eristenzfähigkeit hätte in Frage gestellt Leiche nicht festgestellt werden. Es wurde angenommen, daß Koſt Linien *) ab Bahn. †) frei Wagen und ab Bahn. werden können. Der Geschädigte schäßte den Verlust, der ihm binnen einiger ſeine Braut, um sich ihrer zu entledigen, ins Wasser gestoßen hatte. Produktenmarkt vom 25. März. Am heutigen Getreide Monate zugefügt worden sei, auf 14-15000 M. Es wird angenommen, Große Schwierigkeiten verursachte auch das Auslieferungsverfahren. daß noch weit mehr Kellner an den Unterschlagungen beteiligt waren. Nach den bestehenden Verträgen liefert Amerika nur an diejenigen martt zeigte sich zurückhaltung und das Geschäft beschränkte sich auf Stäufe in denen das Verbrechen berübt worden ist, der kommissionäre für auswärtige Rechnung. Die Grundtendenz des Die zur Verantwortung Gezogenen legten ein offenes Geständnis Länder aus, ab. Die Angeklagten Schulz und Walter waren von ihrem Chef mit so daß das Verlangen der östreichischen Justizbehörden um Weizenmarkts war fest, doch vermochten die Abgeber für Lieferungen nicht der Kontrolle der Blockbücher betraut worden, die jedem Kellner Auslieferung abgelehnt wurde. Nunmehr wandte sich die Wiener wesentlich höhere Preise als vorgestern zu erzielen; auch nahmen die Umübergeben wurden. Sie mißbrauchten die Vertrauensstellung in der Staatsanwaltschaft an die Staatsanwaltschaft in Bremen, und diese fäße keinen großen Umfang an. Was die Auslandsmärtte betrifft, so taut Die östreichisch gröblichsten Weise, indem fie die ihnen unterstellten stellte namens Bremens den Antrag auf Auslieferung. Diesem Ver- Amerika etwas höher, Frankreich und England matt. Kost wurde daher vor ein ungarischen Märkte waren Feiertags halber geschloffen. Sehr groß war das Kellner aufforderten, mit ihnen Durchstechereien zu treiben. langen mußte stattgegeben werden. effektive Angebot von inländischem Weizen und russischem Roggen zu aller Die Kellner versahen die Coupons, die in ihren Blod- deutsches Schwurgericht zur Aburteilung gestellt. Wie in der ersten dings nicht gerade ermäßigten Breifen. Die Roggenlieferungen lagen bei mit Verhandlung, so lenguet er auch jest jede Schuld an dem Tode der uns still und unverändert. Mehl war bei einigem Handel gut behauptet. Hafer ruhig, aber fest. Mais eher zur Abschwächung neigend. Rüböl war Furtita und will nicht wiffen, wie sie zu Tode gekommen ist. Für die Verhandlungen sind zwei Tage in Aussicht genommen. per Mai unwesentlich schwächer, spätere Sichten unverändert. Schluß fest für Weizen. Spiritus 30g 10 Pf. an, 70er Ioco 44,40 m. Witterungsübersicht vom 25. März 1901, morgens 8 Uhr. 510 NO Versammlungen. büchern angeheftet blieben, bei einzelnen Posten Zeichen, die nur dem Eingeweihten bemerkbar waren. Diese Posten wurden dann des Abends von den Controleuren nicht mit aufgerechnet und der so entstandene Ueberschuß zwischen den Angeklagten geteilt. Die Kellner wollten nur einen geringen Teil der Beute er halten haben. Sie gaben an, daß sie täglich 6 bis 7 M. Trinkgeld erhalten hätten. Davon hätten sie aber 1/2 Proz. von dem von Das Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend nahm ihnen erzielten Umsatz dem Geschäftsinhaber abgeben müssen, was in einer am Freitag abgehaltenen Delegiertenversammlung den Beetwa 10 Proz. ihrer Trinkgelder ausgemacht habe. Aller- richt des Ausschusses entgegen. Denselben erstattete Th. Fischer Stationen dings hätten sie Mittag- und Abendbrot bekommen, aber in Er verwies auf den gedruckten Bericht und bemerkte unter andrem, so unzureichendem Maße, daß sie aus ihrer während des Berichtsjahrs seien die Organisationen der Handelseignen Tasche hätten nach bestellen müssen. Der Hilfsarbeiter und der Holzbearbeitungsmaschinen Arbeiter ausGerichtshof fonte alle diese Entschuldigungen nicht für stichhaltig getreten, die Böttcher und die Bilderrahmenmacher haben sich still finden, Schulz wurde zu einem Jahre, Walther zu neun schweigend zurückgezogen. Trotzdem habe sich die Mitgliederzahl der im Monaten und die übrigen Angeklagten zu je vier Monaten Kartell vertretenen Gewerkschaften um 1000 vermehrt, fie betrage Gefängnis verurteilt. 12 300, wobei aber die erst fürzlich eingetretenen Organisationen der Rabitspanner und der Ledergalanterie- Arbeiter nicht mitgerechnet find. Die dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften haben während der Berichtszeit 132 925 M. für Streifunterſtügung aufgebracht, das mache pro Mitglied 20 M. Diese Zahlen feien ein Beweis dafür, Wegen Schulverfäumnis ihrer Kinder waren mehrere jüdische Bürger aus Birstein angeklagt worden, weil sie die Kinder nicht, wie es die Regierung verlangte, nach dem benachbarten Hettstein in den jüdischen Religionsunterricht der dortigen israelitischen Dem Gastwirt Gustay Bauer 3246 zu seinem 39jährigen Geburtstag ein Frankfurterstrasse. Kranz- und Blumenbinderei Felix Scholz, Koppenstr. 35, France von Robert Meyer, breimal sommerbespot, daß der nur Mariannen- Straße 2. ganze Oftbahnhof wackelt. 2. R. W. H. M. St. A. M. W. Sch. K. B. H. Pr. Danksagung. Allen Bekannten, Freunden und Kollegen, sowie den Sängern und den Mitgliedern der Hilfskaffe deutscher Drechsler und verwandter Gewerbe für ihre herzliche Teilnahme anläßlich des Begräbnisses meines lieben Manns Ferdinand Böttcher sage ich hierdurch meinen wärmsten Dank. 335b Frau Witwe Böttcher. Herren- Anzüge u. Baletots, eleg. Ausführung, auch nach Maß, geg. Kaffe u. Teilzahlung. J. Kurzberg, Landsbergerstr. 13, part., kein Laden. Bereins- Kränze, Palmen- u. Blumen: Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Breslauer Korn a Ltr. 60 Pf., 80 f., 1,00 f. a Ltr. Jagd- Korn 1,50 M. 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