Nr. 32. Erscheint täglich außer Montags.. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652, Vorwärts 2009. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags, geöffnet. gern sprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonntag, den 7. Februar 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Der Arbeitsvertrag und seine Kündigung, die ohne besonderen Bertrag oder ohne besondere machen und zwar bis zur Höhe eines durchschnittlichen Wochen Lösung nach der neuen Gewerbe- Verabredung besteht. der Beschäftigung geben, als die einfache vierzehntägige zu, zu seiner Sicherheit dem Arbeiter Lohneinbehaltungen zu lohnes. Dieser durchschnittliche Wochenlohn" Ordnung. Kommt ein Vertragsbruch vor, wird ein Arbeiter ist im Geseze nicht näher bestimmt. Es ist aber wohl anohne Kündigung oder vor Ablauf eines auf feste Beit ab- zunehmen, daß er das sechsfache desjenigen Betrages bes geschlossenen Vertrages ohne gesetzlichen Grund entlassen, deutet, der als ortsüblicher Tagelohn für die Krankenkasse -r. Die Bestimmungen der neuen Gewerbe- Ordnung, jo merke sich ein Jeder, daß er dies nicht stillschweigend festgesetzt ist.( Das ist doch wohl zweifelhaft. Bem. der welche sich auf das Verhältniß der Arbeiter in den industriellen hinnehmen darf. Es wird sonst angenommen, er habe in Red.) Der Abzug dieser Kaution darf bei den einzelnen Betrieben zu den Unternehmern beziehen, treten mit dem die Entlassung gewilligt und damit aller weiteren Aufprüche Lohnzahlungen erfolgen, aber jedesmal höchstens ein Viertel 1. April d. J. in Kraft. Sie ändern die bestehenden Ver sich begeben. Es muß in solchem Falle ausdrücklich gegen des fälligen Lohnes betragen. hältnisse in wesentlichen Punkten ab, und ist es Zeit, daß die widerrechtliche Entlassung Widerspruch erhoben werden, Für andere Zwecke als für den Ersatz des dem Untersich die Arbeiter die neuen Bestimmungen klar machen, um indem man etwa sagt: Gut, Meister, ich gehe; aber ich nehmer aus der widerrechtlichen Auflösung des Arbeitssich vor Schaden zu hüten. behalte mir mein Recht vor. Das genügt. verhältnisses erwachsenen Schadens oder einer hierfür Bestehen bleibt die vierzehntägige Kündigung, wenn nichts Die Entschädigungsansprüche für widerrechtliche Ent- kontraktlich bedungenen Konventionalstrafe darf diese SicherAnderes verabredet ist, aber die etwa getroffenen Verein laffung find im Allgemeinen dieselben geblieben, stellung nicht verrechnet werden. barungen, daß teine Kündigung stattfinden oder daß eine wie sie es bisher waren. Es steht also dem Die Betriebsunternehmer, welche Handwerksmeister andere Kündigungsfrist als die vierzehntägige plazgreifen widerrechtlich entlassenen Arbeiter die Klage auf Widerein- find oder solche Fabrikanten, die nicht dauernd mindestens foll, find an die Bedingung gebunden, daß fünftig die ver- ftellung in die Arbeit oder auf eine Entschädigung 20 Arbeiter beschäftigen, sind im Abschluß des Arbeitsabredete Kündigungsfrist für beide Theile gleich sein muß. in der Höhe seines bis dahin wirklich verdienten vertrages mit den Arbeitern weiter nicht gebunden, fie Es ist vom 1. April ab also nicht mehr gestattet, vom Ar- Lohnes zu für eine Zeit bis zum Ablauf des festen Kon- können also im Vertrage auch ausbedingen, daß der Arbeiter eine längere Kündigungsfrist zu verlangen, während traktes, wenn ein solcher besteht, oder bis zum Ende der beiter, wenn er widerrechtlich außer Arbeit geht, noch eine er sofort entlassen werden kann. Solche Abmachungen sind ausbedungenen, beziehungsweise gesetzlichen Kündigungsfrist, höhere Konventionalstrafe zu leisten hat, als der einbehaltene nichtig, d. h. es greift in diesem Falle die vierzehntägige wenn es dem Arbeiter nicht gelungen ist, früher ein ebenso Wochenlohn beträgt, daß ihm z. B. der sonst noch fällige Ründigung play. gut bezahltes Unterkommen zu finden, als dasjenige, welches Lohn nicht bezahlt wird. Die Gründe, aus welchen das Arbeitsverhältniß vor er verlassen mußte. Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne Kündigung auf- Wenn der Arbeiter bei einem Handwerksmeister oder gelöst werden kann, sind dieselben geblieben wie früher, doch in einer Fabrik arbeitet, die nicht in der Regel mindestens fann nach§ 124a, aus wichtigen Gründen, wie 20 Arbeiter beschäftigt, so kann er an Stelle der eben das Gesetz sagt, der Arbeitsvertrag ohne Kündigung gelöst genannten Entschädigung nach§ 124b der Reichs- Gewerbe- lichen Wochenlohnes. werden, wenn der Vertrag auf länger als vier Ordnung nach seiner Wahl verlangen, daß ihm vom kon- Ist teine solche Konventionalstrafe festgesetzt, so ist nur Wochen abgeschlossen, oder wenn eine längere traktbrüchigen Unternehmer für den Tag des Kontrakt Klage auf Erfüllung oder die Entschädigungsklage zulässig; Kündigungsfrist als vierzehn Tage ver- bruches, also für den Tag, an dem die widerrechtliche Ent- der§ 124b, die Pauschalentschädigung ohne Nachweis des abredet war. Was, wichtige Gründe" find, darüberlassung erfolgte, und für jeden folgenden Tag der vertrags- Schadens, gilt hier nicht.. würde das Gewerbegericht zu entscheiden haben, das Gesetz mäßigen oder gesetzlichen Arbeitszeit, höchstens aber Alle Fabriken, die in der Regel mehr als 20 Arbeiter sagt darüber nichts. für eine Woche der Betrag des ortsüblichen Tage- beschäftigen, müssen innerhalb vier Wochen nach InkraftDiese Bestimmung ist ihrer Unbestimmtheit wegen lohnes, wie dieser Tagelohn für die Krankenkasse treten dieses Gesetzes oder wenn die Fabriken neu entstehen, zur Hervorrufung von Streitigkeiten sehr geeignet. Ist es seines Berufes am Orte festgesetzt ist, als Ent vier Wochen nach der Eröffnung des Betriebes eine ein wichtiger Grund, wenn der Unternehmer zu einem Ar- schädigung bezahlt wird. Diese Forderung ist an an Arbeitsordnung" erlassen. Diese Arbeitsordnung beiter sagt: Ich habe für Dich keine Arbeit mehr? Wir den Nachweis eines gehabten Schadens nicht gebunden, tritt in Giltigkeit vierzehn Tage nachdem sie in der Fabrik fürchten sehr, daß solche und ähnliche Gründe von der schließt aber den Anspruch auf Erfüllung des Vertrages und ausgehängt ist, und bildet dann den rechtsgiltigen ArbeitsMehrheit des Gewerbegerichtes, dem Vorsitzenden und dem auf weiteren Schadenersatz aus. vertrag zwischen zwischen Betriebsunternehmer und Arbeiter. Fabrikanten, die 20 oder mehr Arbeiter in der Regel beschäftigen, dürfen aber höhere Konventionalstrafen für den rechtswidrigen Austritt des Arbeiters nicht festfeßen oder einbehalten, als höchstens bis zum Betrage des durchschnitt Beisiger aus dem Stande der Unternehmer zu Gunsten der Der Arbeiter wird daher von dem Recht des§ 124 b Sie bestimmt also auch die Bedingungen in Bezug auf Unternehmer zugelassen werden können, und daß dann der in dem Falle Gebrauch machen, wenn es ihm gelungen ist, die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der Maßgabe, lange Bertrag nur den Arbeiter binden, dem Unternehmer in der ersten Woche nach der Entlassung Arbeit zu bekommen. daß die Kündigungsfristen für beide Theile gleich sein aber es sehr leicht werden wird, ihn zu lösen. Der Anspruch auf den ortsüblichen Tagelohn für eine Woche müssen, und daß die. Konventionalstrafe für widerrechtmuß ihm werden, wenn er rechtswidrig aus der Arbeit ent- lichen Austritt aus der Arbeit nicht mehr als einen durch lassen ist, fauch wenn er sofort wieder andere Arbeit erhält schnittlichen Wochenlohn betragen darf; dem widerrechtlich und also gar keinen Schaden gehabt hat. austretenden Arbeiter müssen also alle Forderungen, die er über diese Summe hinaus hat, ausgezahlt werden. Es bezieht sich das auf Lohnforderungen, Spargelder und andere Guthaben. Diefer§ 124a ist sehr geeignet, die Bestimmung, daß die Kündigungsfrist für beide Theile eine gleiche sein soll, wieder zu Ungunsten der Arbeiter werthlos zu machen. Die Unternehmer scheinen auf eine ihnen günstige Auslegung des§ 124a schon zu spekuliren, denn sie beginnen auf fallend oft schriftliche Arbeitsverträge auf längere Dauer abzuschließen. Mögen die Arbeiter vor Eingehen solcher Verträge auf längere festgesetzte Zeit gewarnt sein. Sie können ihnen unter Umständen weit geringere Sicherheit für die Dauer Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 82 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Leg' Dich nur ruhig schlafen, Jakob!" ruft der Mann mit dem bebuschten Gesichte dem Wirthe zu, der diese verspäteten Gäfte mit einem Blicke ansieht, als wollte er fragen: Nun, geht Ihr nicht endlich auch nach Hause, wie die Anderen?" Befehlen die Herren vielleicht noch ein Glas Grogt?" Allerdings, aber etwas größer, wenn wir bitten dürfen, und auch etwas stärker, Jakob; man schmeckt das Waffer zu sehr durch in Deinem Grogt." Die Woche ist zu sechs Tagen zu rechnen; nur in den Gewerben, in welchen die Sonntagsarbeit zugelassen und gebräuchlich ist, wird die Woche zu sieben Tagen zu rechnen sein. Der Betriebsunternehmer hat natürlich ganz dieselben Ansprüche an den Arbeiter, wenn der Arbeiter die Arbeit widerrechtlich verläßt. Ihm steht aber nach§ 119 a R.-G.-D. noch das Recht dem er einen tüchtigen Schluck zur Probe. nahm. Und nun, Jakob, leg' Dich nieder, ich mache die Thür zu." " Ich denke, ich kann's mit Dir ristiren, Wießner", entgegnete der Wirth, und da will ich schlafen gehen. Vorher aber möchte ich kassiren. Sie bezahlen doch wohl die ganze Zeche?" meinte er, Musselich mit einem verschmitten Blick aufehend. " Versteht sich, versteht sich," erklärte dieser grimmig und zog den Beutel. Der Wirth strich schmunzelnd das Geld ein und entfernte fich mit vielen Kratzfüßen. Die drei befanden sich allein beim matten Scheine des Lichtes in diesem düsteren Lokale. Musselich schlüpfte geschwind nach der Thür und lauschte den sich entfernenden Schritten des Wirthes, bis er sich überzeugt hatte, daß dieselben in genügender Ferne vertlungen waren. Dann eilte er auf den Zehen nach dem Tische zurück, an welchem seine beiden Gäste mit Kennermienen die Güte und Stärke des Grogs weiter prüften. Hört, Leute," flüsterte er dann, indem er sich über den Tisch neigte und die Ohren der Anderen durch einen Wink Alle anderen Bestimmungen über das Arbeitsverhältniß gelten auch in diesen größeren Fabriken, besonders darf auch hier dem Arbeiter eine Raution von der Höhe eines durchs schnittlichen Wochenlohnes innebehalten werden, faber nicht mehr. Also sind Sie willig?" " Nun, es kommt darauf an; was sagst Du, Noad?" " Wie viele Jahre kann es denn kosten?" meinte ber lange hagere Mensch. " Wie so denn Jahre?" fragte Musselich erstaunt. " Also blos Monate? Dann verlohnt sich's nicht der Mühe, lange darüber zu reden. Dann nur frisch heraus mit der Sprache." Ich verstehe Sie wirklich nicht, Noack!" " Nnn, Noack fragt nur vorläufig, wie viel Jährchen Korrektionshaus oder Zuchthaus wir bei dem Geschäfte zu riskiren haben," meinte Wiesner gleichmüthig. " Dummes Zeug," rief Musselich, aber doch etwas ers blasfend. Wer wird denn gleich an das Schlimmste denken." Es ist nur, weil in zwei Jahren meine Frau aus dem Buchthaus kommt und wir haben uns seit dem ersten halben Jahre unserer Ehe nicht mehr gesehen. Immer wenn ich herauskam, war sie wieder eingezogen, und so war's auch wieder umgekehrt. Wär's nicht dieser Umstand, so würde ich nicht erst viel fragen." Die Hauptsache ist", bemerkte Wießner, daß das müssen sich gegenseitig die Waage halten. Sagen Sie also vor allen Dingen, um was es sich handelt." Geschäft glatt abgemacht wird. Das Risiko und der Lohn " Es handelt sich darum, bei einem jungen Russen eine Haussuchung vorzunehmen." Der Wirth ging brummend fort und kehrte nach einer in die Nähe seines Mundes brachte:" Ich komme zu Euch, Weile mit dem gewünschten Getränke zurück. Zwei der weil ich Euch zu einem besonderen Geschäfte brauche." Gläser enthielten das richtig geaichte Maß eines halben Das haben wir schon gleich von Anfang an errathen, Liters, während das Glas für Musselich die Größe der ge- Herr Muffelich," meinte der Bärtige, den der Wirth mit wöhnlichen Groggläser innehielt. dem Namen Wießner angesprochen hatte, mit schlauem Augen " Hier," sagte der Wirth, diese Gläser werden den zwinkern nach seinem Kollegen hin. Herren wohl groß genug sein." Was an einem halben Und ich will jetzt hören, ob Ihr gewillt seid, auf ein Liter fehlt, will ich mit Dukaten ausfüllen. Und mit der solches Geschäft einzugehen. Es ist nämlich ein Geschäft Stärke wird sich's wohl auch machen: halb Rum, halb besonderer Act." Waffer." " Ja, das konnten wir uns wohl denken, sonst wären machen." " So laß ich mir's gefallen", meinte der Bärtige, in- Sie nicht zu uns und in solch' ein Lokal gekommen." " Eine Haussuchung?" rief Noack enttäuscht. Damit kommen Sie bei uns an die Unrichtigen. Mit der Art Geschäften geben sich die wohllöblichen Gerichts- und Polizeibehörden ab, aber denen wollen wir keine Konkurrenz " Wenn ich die Haussuchung mit Hilfe der Polizei- oder Politische Uebersicht. Berlin, den 6. Februar. " Soldatenschinder? Dieselbe Frage fönnten wir auch an die Erlasses und der sonstigen, das Gleiche befagenden Erlaffe, vorzugsweisen Vertreter der guten“ und„ chriftlichen" die jetzt einer nach dem andern das Licht der Oeffentlichkeit Presse richten. Der Kommissionsrath Pindter würde selbst- erblicken. Die Rohheiten der Unteroffiziere sind natürliche Im Reichstag brachte gestern die Position des Etats verständlich auf Befehl seine eigenen Extremente und frei Früchte des Militarismus. Gewiß sie sollen bestraft Reichsamt des Innern" die seit lange angekündigte willig die des Dalai Lama verzehren, und Herr v. Hammer- werden. Allein der Unteroffizier ist selbst ein Opfer bes Debatte über die Arbeiterversicherungs- Gesetzgebung und die ſtein die Fauftschläge seines Vorgesezten ruhig hinnehmen, Syſtems. Und der Hauptschuldige soll nicht entschlüpfen. Art der Ausführung derselben. Der Abgeordnete Grillen- indem er sich getröstet, daß derselbe den Stellvertreter Daß die Herren sich nicht täuschen: Der Militarismus berger brachte in längerer Ausführung die Mängel, welche der Abg. Lingens zwar nicht gebraucht hat, die sich aber Gottes" repräsentire, welche Bezeichnung vom Unteroffizier sitt auf der Anklagebant. bei der praktischen Handhabung der Versicherungsgesetze zu aus seinen Aeußerungen folgern ließ. Ist dem nicht so? Militarismus, daß der Vorwärts", das Zentral- Organ der Ganz besonders unangenehm ist es den Vertretern des Tage getreten find, zur Sprache. Von großem Interesse dürfte die gestern auch vom Staatssekretär von Bötticher Dieselben christlich- frommen Kreise, welche die Religion als ein- Sozialdemokraten Deutschlands, dem Vaterlande und unseren zugestandene Thatsache sein, daß das Reichsversicherungs- siges Heilmittel rühmen, halten sich indeß für berechtigt, wenn Soldaten den Dienst dieser Veröffentlichung geleistet hat. Amt, um die nothwendige Zahl der Beisitzer aus dem Stande ihre Empfindlichkeit und ihre wirkliche oder eingebildete Ehre Es erschwert dies sehr das obligate Geschimpfe auf die fich über Religion Sozialdemokraten. der Unternehmer zu beschaffen, zu einer Interpretation des durch ein Wort gekränkt wird Artikels 87 des Reichsunfallversicherungs- Gesetzes gegriffen Nothlage, wo ihnen das Gesetz nicht hinreichende Genug- Thatsache dadurch aus dem Wege zu gehen, daß fie den und Gesetz hinwegzusetzen; sie fühlen sich dann in einer Viele ordnungsparteiliche Blätter suchen der fatalen hat, von welcher Herr von Bötticher selbst zugeben mußte, daß es zweifelhaft sei, ob sie auf der Schneide thung gewährt, und das ganze Christenthum mag zum Vorwärts" garnicht nennen und einfach sagen: Berliner juristischer Erwägungen" Stand halten würde. Hier ist also Teufel gehen, wenn sie nur sich selbst Satisfaction( Genug Beitungen hätten den Erlaß des Prinzen Georg vervon höchster Stelle zugegeben, daß der, wie Grillenberger thuung) verschaffen. Und nicht blos ihr subjektives Handeln öffentlicht. Höchst interessant ist eine Zuschrift des konservativen vielleicht wäre noch ein härteres Wort an- regeln sie nach dieser Anschauung, sondern sie machen diese gebracht gewesen vorsintfluthliche Wahlmodus, nach dem zugleich zur zivingenden Norm für ihre ganze Klasse, für Reichsboten." Dieselbe lautet: die Beisitzer im Reichs- Versicherungsamt gewählt werden, ihr ganzes Gesellschaftsleben. dahin geführt hat, daß Richter Recht sprechen, welche für el cher Religion? Vielleicht der, welche dem Vornehmen Die Pflege der Religion soll das Heilmittel sein! ihr Spruchrecht der gesetzlichen Grundlage entbehren. Der Herr Staatssekretär ging denn auch der Frage Grillen bergers: Wie es sich mit der Rechtsbeständigkeit der Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamtes verhielte?" vorsichtig aus dem Wege. Dieselbe wird aber wieder gestellt werden und eventuell vor einem anderen Fornm als der Reichstag ist. ihn nannte fagt: Beleidigt Dich Jemand durch ein Achselzucken, so greife zu Säbel und Revolver, denn die Kränkung ist nur durch Blut abzuwaschen! und zu dem Geringen: So Dir Jemand einen Schlag auf die eine Backe giebt, so halte ihm auch noch die andere hin! Ihr werdet diefe Religion dem Bolte nimmermehr plausibel machen, zumal in dem Reiche, welchem die Sozialdemokratie die stärkste Partei ist. in welchem das allgemeine Wahlrecht gilt und in Aller Religionszwang wird daran scheitern, daß wir immer und immer wieder das, was Ihr Hervorgehoben zu werden verdient, daß Grillenberger, und zwar im Einverständniß mit der Fraktion, sich gegen die deutschfreisinnige Agitation auf Beseitigung der Arbeiterversicherungs- Gesetze und speziell des Alters- und Invaliden- dem Volke predigt, mit dem vergleichen, was Ihr selber thut. gesetzes aussprach. Beseitigung der schweren Mängel dieser Gesetze, faber nicht Aufhebung derselben ist der Standpunkt Die bereits höchst zahmen Anträge der Liberalen unferer Fraktion. Herr von Bötticher meinte in Form einer wurden in der Budgetkommission abgelehnt und dafür die Zwischenbemerkung, daß man in Bezug auf eine Auf- mit der Pflege der Religion verbrämten Anträge der Ronhebung ohne Sorge sein könne. Diesem Gedanken gab der fervativen und Ultramontanen angenommen. Auch die Herr Minister auch nachher in seiner Rede nachdrücklichsten ersteren Anträge werden, wie die Vorgänge in Bayern beAusdruck. weisen, noch wenig ändern, menn auch die Deffentlichkeit Die Klinke V Im Uebrigen versprach Herr v. Bötticher für die wenigstens den Schleier wegreißt, mit welchem ein vernächste" Session einen Entwurf auf Abänderung des Unfall- Logener Servilismus, der sich den Namen„ Patriotismus" in gesetzes, durch den die im Antrage der sozialdemokratischen einer diesen beschimpfenden Weise anmaßt, die grauenFraktion bezeichneten Mängel beseitigt werden sollen. In haftesten". Vorkommnisse umhüllt. Es wird vor allem Borbereitung soll dieser Entwurf bereits sein, hoffentlich kommt nothwendig sein, im Militär- Strafgesetzbuch den Begriff der er aus diesem Stadium recht bald heraus. Subordination einzuschränken und die" Nothwehr" auch der Gesetzgebung wird doch sonst wegen jeder Gintags- gegenüber den Vorgesetzten als Strafausschließungsgrund fliege in Bewegung gesetzt, warum also das zögernde Tempo hinzustellen. Und was wird aus der Disziplin? werden die in einer Angelegenheit, deren bessere Regelung allseitig als Gegner schreien. Nun, wenn die Disziplin nur auf Kosten der Humanität und der Menschenwürde behauptet werden kann, nothwendig anerkannt wird! Von den gegnerischen Parteien sprach zur Sache nur dann zum Teufel mit ihr! Wir leben ja in einem„ ch r i st Stumm; dieser aber hatte den traurigen Muth, zu verlangen, lichen Staate", der den Kindern der Dissidenten selbst daß den durch Unfall geschädigten Arbeitern das Returs: gegen den Willen der Eltern den Himmel und die ewige recht gegen die unter dem Unternehmer- Einfluß stehenden Seligkeit erhalten will, wie können uns da so unchristliche Unfall Berufsgenossenschaften und Schiedsgerichte, durch Bedenken, wie die heidnische Disziplin, in unseren Enteine Frivolitätsstrafe geschmälert werden sollte. schließungen hemmen? solches Verlangen ist wohl der höchste Grad Immer mehr entwickeln sich die Verhältnisse, unter Frivolität, deffen nur ein Mann fähig ist, der es fertig denen das Räderwerk des Militarismus seine Dienste verbringt für die Arbeiter seiner Werke eine Arbeitsordnung es schmieren. will, wird es nicht gangbarer machen. Hier sagen muß, und das Del der Religiosität, mit dem man einzuführen, welche folgenden Paragraphen enthält:„§ 23. Die Arbeiter haben die für sie bestimmten Abtritte zu be- hilft nur eine Radikaltur, eine solche, welche die Ursachen nutzen; jede Verunreinigung der Werkstätten und Hütten- des Uebels beseitigt, nicht eine bloße Schmierkur, welche plätze, sowie der Abtritte selbst wird bestraft. Die Ver- dieselben fortbestehen lassen und blos von der Oberfläche wendung von Butzwolle, Stroh oder Heu in den Abtritten wegwischen will. Ein voll Ein tonservativer Mann theilt uns eine ganze Reihe selbsterlebter Fälle von Rohheiten und Soldatenmißhandlungen von Unteroffizieren mit, die den in dem Erlaß des Herzogs Georg erwähnten faum an Widerwärtigkeiten nachstehen. Dieselben sind fo grauenhafter Natur, daß es uns widerstrebt, sie mitzutheilen. Nur einen Fall aus dem Jahre 1870 wollen wir auführen. Der Mann besuchte 1870 seinen bei einem Regiment vor Meh stehenden Bruder, der als Student aus Begeisterung als Kriegsfreiwilliger mitgegangen war. Derselbe erklärte ihm aber: Alle Strapazen, Anstrengungen, Gefahren erträgt man gerne, aber daß man hier behandelt wird, wie ein Hund, das ist zu schlimm." Beim Abschied sagte er ihm:„ Bestelle meinen Eltern, ich sei fein Mensch mehr ich sei ein Hund hier." Mit glühender Begeisterung ins Feld gezogen, war er durch die entehrende Behandlung seitens eines Offiziers, welcher die Leute fortwährend Lumpen", " Hunde" anredete, sehr bald in seiner Begeisterung auf dem Gefrierpuntt angekommen." Der Herr schreibt uns ferner: Die Soldaten fürchteten sich, folche Mißhandlungen zu melden, weil sie dann in der Regel noch fchlimmere zu erdulden hätten und oft noch Strafen dazu erhielten. Die Offiziere müßten sich mehr um die Soldaten bekümmern, sich ihrer väterlich annehmen, öfter Abends unvermuthet auf die Zimmer und am Tage zu den Uebungen kommen. Der Herr schließt sein Schreiben mit den Worten: Troß meiner 40 Jahre würde ich noch heute mit aller Freudigkeit zu den Fahnen eilen, um Gut und Blut zu wagen gegen äußere oder innere Feinde, wenn unser lieber Raiser ruft. Auf zum Kampfe gegen den Umsturz heißt es heute bei allen Wohlgesinnten, auf aber auch zum Kampfe gegen folche Armeeverderber, welche unter dem Scheine gesetzlicher Autorität als scheinbare Freunde mehr Schaden anrichten, als die offenen Feinde; man soll diesen Kampf nicht den Umsturzparteien überlassen. Nicht den Umsturzparteien überlassen? Aber, wenn die Umsturzparteien" nicht vorgegangen wären, hätten doch die Heiligen des Reichsboten" nicht daran gedacht, auch nur die Möglichkeit der Militärschindereien zuzugeben. Das Sprüchlein wollen wir uns aber merken: Bestelle meinen Eltern, ich sei kein Mensch mehr, ich sei ein Hund hier!" Folterkammern." Es wäre die passendste Inschrift für die Militär Zum neuen Reichspump. Mit einer Regelmäßigkeit, wie sie in früheren Jahren nie gekannt worden ist, und wie fie sonst nur bei tiefverschuldeten Staaten, etwa Ungarn, das Deutsche Reich nunmehr als Schuldenkontrahent auf Griechenland und Portugal, zu beobachten war, erscheint bem Plan. ist verboten. Jeder Arbeiter, welcher beim Betreten oder Die Vertreter des Militarismus scheinen jetzt ihre, Verlassen eines Abtrittes im Besige von Buzzwolle, Heu durch die Veröffentlichung des sächsischen Militär- Erlasses oder Stroh betroffen wird, ist strafbar." start erschütterte Fassung einigermaßen wiedergewonnen und Die letzte Anleihe Deutschlands und Preußens wurde Das Wesen des Klaffenstaats offenbarte fich auch ich über die zu befolgende Taktik geeinigt zu haben. Sie am 20. Februar 1891, die vorlegte am 9. Oftober 1890 in der Behandlung der Soldaten mißhandlungen heißt: Gute Miene zum bösen Spiel! Der Erlaß fagt aufgenommen, und am 9. Februar 1892 bereits sieht sich in der gestrigen Situng der Budgetkommission. Daß wir nichts Neues, Soldaten und Publikum sehen, daß die Militär- die Staatsschulden- Verwaltung des Reiches veranlaßt, eine in einem christlichen Staat leben, merken wir daran, behörden von den besten Absichten erfüllt sind. Und die neue Anleihe zu kontrahiren. daß die Religion so viel im Munde geführt wird, wo- Moral der Geschichte: es bleibt Alles beim Alten. bei aber Niemand an die Hauptlehre Jesu denkt, deren Nun, die Herren irren sich gründlich, wenn sie glauben, Grundgedanke ist, alles was dem Nächsten zugefügt wird, so billig davon zu kommen. Der Erlaß sagt uns freilich nach dem Maßstabe zu beurtheilen, als sei es einem selbst ge- nichts Neues, aber er hat das Vorhandensein von Zuständen, schehen. Wir möchten den General v. Goßler und den die bisher amtlich abgeleugnet wurden, amtlich bestätigt, Grafen v. Ballestrem fragen: wie würdet Ihr reden nnd und den amtlichen Beweis geliefert, daß das herrschende wie würdet Ihr handeln, wenn Euch persönlich das ge- System des Militarismus diesen Zuständen nicht zu steuern schähe oder zugemuthet würde, was jenen armen Opfern der vermag. Hierin liegt die Bedeutung des veröffentlichten Gerichtsbehörden vornehmen lassen könnte, würde ich jeden- brauchen wir noch einen Mann, welcher Wache steht, und falls nicht zu Euch meine Zuflucht nehmen. Das fönnt wir, unsererseits, brauchen bei gar keinem anderen UnterIhr Euch doch wohl an den fünf Fingern abzählen. nehmen, als beim Einschleichen in ein Haus oder Es handelt sich, kurz gesagt, um eine ungefeßliche oder viel- beim Aufmachen von Schlössern betroffen zu werden, mehr außergesetzliche, heimliche Haussuchung nach gewissen um mindestens auf ein halbes Jahr in Numero Sicher Briefen, die für eine gewisse hohe Person von großem untergebracht zu werden. Es fragt sich übrigens, ob an Interesse sind. Ihr habt Euch also während der Nacht- Ort und Stelle sonst noch etwas Passendes für uns zu zeit in das Haus zu schleichen, die Vorsaalthüre zu einer finden sein wird, was Sie uns nämlich übrig lassen?" Wohnung zu öffnen, welche augenblicklich von Niemandem bewohnt wird, da der Inhaber verreist ist. Von dem Schlüsselloche bekommt Ihr einen Wachsabdruck. Aus dem Borsaale geht Ihr nach der Wohustube, die höchst wahr scheinlich unverschlossen ist; dort steht ein großer Schreibtisch, deffen Schlösser Ihr öffnen müßt. Und wenn dies alles geschehen, ruft Ihr mich." „ D, Sie wollen auch dabei sein, Herr Musselich? Das macht die ganze Situation viel sicherer. Wo aber werden wir Sie dann finden?" " Ihr sollt überhaupt nichts finden, dürft nichts finden oder mitnehmen, nicht eine Stecknadel, hört Jhr? Das wäre mir eine schöne Geschichte! Nein, Ihr geht wieder so heraus, wie Ihr hineingegangen seid." " Gar nichts mitnehmen? Dann wird die Sache freilich noch etwas theuerer für Sie, Herr Musselich, denn es ist gegen unsere Gewohnheit, derartige Besuche umsonst abzustatten." sprucht?" Nun, dann sagt nur gleich, wie viel Jhr beanWir wollen Ihnen nicht vorgreifen, Herr Musselich." Man wird sich schon daran gewöhnen müssen, Preußen und dem Deutschen Reich von jetzt ab in furzen Zwischenräumen als Darlehnsnehmern auf dem Geldmarkt zu begegnen, denn die Ausgaben für den Militärmoloch sind wachsende, und neue Einnahmequellen stehen dem nicht gegenüber. Als Herr Miquel im vorigen Jahre erklärte, in absehbarer" Beit würde ein neues Kreditbedürfniß nicht erbuben und verrathen niemals einen Rameraden. Es könnte uns ja auch gar nichts weiter helfen. Wir bekommen doch unsere Portion zugemessen, ob noch zehn Andere mit uns in Strafe genommen werden, oder nicht." Kommen wir also zu Ende," rief Musselich, der sich nachgerade sehr unbehaglich zu fühlen begann, was verlangt Ihr für den Dienst?" " Um die Sache kurz zu machen: Bahlen Sie uns fünfzig Thaler. Zehn Thaler für den Aufpasser und je zwanzig für uns. Das giebt ein glattes Geschäft, und wir sind mit einander fertig. " Fünfzig Thaler, meine ich, sind etwas viel; und es fragt sich, ob der ganze Fund so viel Werth hat." " Das ist unsere Sache nicht, Herr Musselich, das geht blos Sie an. Finden Sie unseretwegen eine Million, wir begnügen uns mit unserem Lohne. Aber kommen wir zum Ende." " Ich werde die fünfzig Thaler zu verschaffen suchen. " Ich habe bereits oben im Hause eine Stube für einen Nächsten Sonnabend seid gegen 10 Uhr an dieser Stelle. Schreiber gemiethet. Diese Stube hat einen separaten Ein-" Laßt uns zwei Säge annehmen, nach welchen wir Ich werde Euch dann das Weitere sagen. Für heute gute gang. Natürlich ist der Schreiber noch nicht eingezogen. unsere Angelegenheit regeln. Entweder wir finden, was wir Nacht." Sobald Ihr Eure Arbeit vollendet habt, benachrichtigt Ihr suchen, dann bekommt Ihr den doppelten Sah, oder wir Rönnen Sie uns nicht wenigstens einen kleinen Vors mich, und ich komme hinunter." finden es nicht, dann bekommt Ihr nur den einfachen. Seid schuß geben, Herr Musselich? Wir sind nämlich total abAber weshalb wollen Sie sich dabei selbst in Gefahr Ihr das zufrieden?" gebrannt und könnten in der Zwischenzeit in die Verlegenbringen, da wir doch die Sache viel stiller und schneller Nein, Herr Musselich," meinte Noack, damit sind wir heit kommen, etwas anderes ergattern zu müssen, was schief allein abmachen können?" nicht zufrieden. Wenn wir beim Geschäfte selber nicht be- ablaufen und uns vor der Zeit aus dem Geschäfte bringen theiligt sind, ist es uns ganz gleichgiltig, ob Sie etwas fönnte." Dabei erzielen oder nicht. In dem Falle wollen wir weiter Brummend zog Muffelich seinen Beutel und zahlte gar nichts bezahlt haben, als unsere Arbeit und die einige Thaler aus, worauf er sich verabschiedete. Gefahr, die wir dabei laufen. Es versteht sich von selbst, Auf das Wohl des Herrn Muffelich, unseres Geschäftsdaß Herr Dr. Raffmaus, wenn wir in die Patsche freundes," rief Wießner, indem er mit seinem Humpen an kommen sollten, uns ohne Entgeld ein paar Monate weg ben des Gefährten anstieß, und auf einen guten Auszu schwadronniren sucht. Das müssen Sie bewirken, Herr Muffelich, und uns auch fest versprechen." Muffelich aber eilte aus dem Straßenirrgarten den von ehrlicheren" Menschen bewohnten Regionen zu. ( Fortsetzung folgt.) Ich muß dabei sein, um die richtigen Papiere herauszufinden." " So, das ist freilich etwas Anderes, und dann viel Glück zum Geschäft!" Lohn sein?" hr werdet mir also zu Diensten stehen?" Das tommt ganz darauf an. Wie hoch soll denn der Wenn ich nun Jedem von Euch drei, zusammen sechs Thaler gebe?" Die Beiden sahen sich gegenseitig an und wußten kaum das Lächeln zu unterdrücken, welches dieser Vorschlag in ihnen hervorrief. Endlich meinte Noad: Sechs Thaler für uns Beide zusammen? Nein, Herr Muffelich, das ist wirklich kein Geschäft; denn erstens " Das Lettere wird ganz gewiß geschehen, darauf könnt Ihr Euch verlassen. Ich übernehme die Verpflichtung hierzu. Dagegen müßt Ihr mir Eurerseits sest versprechen, daß im Falle einer Untersuchung keiner von Euch meinen Namen nennt, oder mich als Betheiligten angiebt." -Zugestanden, Herr Musselich; wir sind ehrliche Spitz" gang!" forderlich sein, hat er wohl selbst nicht geglaubt, baß schon| tft taufenbmal beffer bran als der Wenighaber. Wenn Worten gegen die freifinnige Partei ausspricht und worin die 11 Monate später 340 Millionen Mart aufgenommen es ihm nicht mehr gefällt, wenn er irgendwo anders bessere Sandlungsgehilfen aufgefordert werden, sich der Sozialdemokratie werden müßten. Er würde sich sonst wohl etwas reservirter Arbeitsbedingungen, bessere Gelegenheit zum Fortkommen anzuschließen, fand gegen 7 Stimmen Annahme. Ferner wurden ausgedrückt haben. Wie dem nun sei, ber bekannte Aufruf an die Rapi- nach dem Glück. Der arme Eigenthums- oder Befihmensch mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die findet, dann schnürt er sein Bündel und geht auf die Suche zwei Genossen ernannt, welche dem Oberpräsidenten über die Lage der Handlungsgehilfen event. Auskunft ertheilen sollen. taliften befindet sich seit einigen Tagen wieder in den dagegen muß hübsch zu Haus bleiben und geduldig hin- gutbesuchte und vortrefflich verlaufene Versammlung. Spalten der Presse. Und das Bemerkens nehmen, was seine Wohlthäter ihm bieten. Er nennt sich werthefte dabei ist, daß man den Kurs der Eigenthümer, Haus oder gar Gutsbesizer, und ist ein Anleihe wieder ermäßigt hat. Stlave. Das Eigenthum, der Befit ist seine Sklaventette. Und wird es ihm zu arg, ist der Lohn zu niedrig und die Behandlung zu schlecht, und will er sich mannhaft aufraffen bas Gütchen, das ihn festhält an der Scholle, - da klirrt die Sklaventette, da ist ja das Haus und Elend. an dem Am 9. Oftober 1890 forderte man für 235 Mill. Mt. 87,00 pet. 20. Februar 1891 1892 verlangt • 9. 10 募 450 840 . " 84,40 83,60 " " mittags 10% Uhr, bet Bögow, Bor dem Prenzlauer Thor: Große öffentliche Cabakarbeiter und-Arbeiterinnen. Sonntag, den 7. Februar, Bor arbetter- Schußmarte für die Zabatinduftrie. Der Gewerkschafts- Kongreß in Bersammlung. Tagesordnung: Vorlage der Kommission zur Einführung der Salberstadt. Wahl eines Delegirten zu bemfelben und Neuwahl etnes Mitaltebes ber Kommiſſion. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 7. Februar, Bormittags 10% ühr, Rosenthalerstr. 88. Bortrag des Herrn Henning über: Das Christen thum ber ersten Jahrhunderte. Freier Diskutirverein. Bersammlung am Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags 4 Uhr, bei Leopold, Markgrafenftraße 88. Vortrag über: Abends 6% uhr, Bratwell's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, Bortrag ultramontanismus und Sozialismus. Discussion Gäfte mitommen. Ethische Gesellschaft. Sonntag, ben 7. Februar, 2 Versammlungen. Braueret, Bortrag bes Reichstags- Abgeordneten Herrn W. Schmidt über: bes Herrn Julius Türt, und Abends 6 Uhr: Prenzlauer Allee in Bögow's baltung und Tanz. Säfte, Damen und Herren, fehr roommen fo Materialistische Weltanschauung." Nach den Vorträgen gesellige UnterIn der humanistischen Gemeinde, Kommandantenftr. 79, hält am Es ist im höchsten Grabe ergöglich, zu sehen, wie bie Bourgeoispresse sich abquält, die Thatsache, daß der Kredit des Reiches sich verschlechtert, zu erklären, wie sie fich dreht und windet, um das Einfachste nicht zu sehen und das wird dieses Schicksal nicht blühen; denn wird in diesem Das Beste an der ganzen Geschichte ist: Vielen Entlegenfte heran zu zitiren. Die Einen meinen, die Un- Falle auch nur ein Winziges gegeben, und dieses Winzige, popularität des gewählten neuen Typ, des 3prozentigen um Doppeltes und Dreifaches dafür zu erlangen Papiers, fei Schuld an dem Mißerfolg, die Anderen wollen alle giebt doch die landjunkerliche Arbeiterfreundlichkeit selbst Schuld auf die großen Verluste wälzen, welche deutsches Dieses Winzige nicht gern. Ihr Christenthum ist so prat Kapital an exotischen Werthen erlitten hat, obschon gerade tisch, daß es sagt: Nehmen ist seliger als Geben, und Geben dies Moment eher für die Einbürgerung der heimischen ist atheistischer Teufelskram. Und so wird die Beglückung 7. Anleihen sprechen müßte. fich nur auf wenige Schlachtopfer ausdehnen. Das Nächstliegende aber, die Verschlechterung ber Kreditwürdigkeit des Reiches, durch die Schuldenanhäufung im Geschwindschritt, sehen die Redaktionen der Bourgeois blätter nicht. Sollte der Finanzminister Miquel" schon würdigen Worte vergessen haben, welche der liberale Parteiführer Miquel" seiner Beit im vorbrachte? lautend: be Der verjährte Stempelfälscher Baare bildet den Gegenstand auch eines britten Artikels der Westfälischen Volkszeitung". In diesem wird ausgeführt, daß der Graveur Janssen der Anfertiger der falschen Stempel sei und von seiner achtjährigen Thätigkeit dem Geheimrathe Baare 1881 Mittheilung gemacht habe, als er entlaffen wurde. zwar noch sehr zweifelhaft. Aber wie es mit derselben auch Die Frage der Verjährung der Mitschuld Baare's ist ber Fall sei, die Verjährung mag zwar die Strafe aus schließen, macht aber noch Niemanden zum Ehrenmann. Sonntag, den 7. Febr., Vormittags 10% Uhr, Herr Schäfer den Bortrag über Leffing, den Evangeliſten ber Sumanität. Säfte mitommen Februar, Nachmittags 5 Uhr, in Schultheiß' Braueret, Neue Jakobstr. 24-25, Verein der Maschiniften und Heizer Berlins. Sonntag, den Bersammlung. Bortrag des Herrn Ingenieur Gutzett über Fortschritte auf bem Gebiete ber Refselausrüstung mit Sicherheitsarmatur. Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler a. f. w.( Dertliche Berwaltungsstelle in Berlin B.) Mitglieder- Bersammlung am Sonntag, den Bebruar, Bormittags 10 Uhr, im Saale des Dresdener Garten, Dres7. lung im Bereinslotal, Berlebergerfir. 28, bet Bermerschmidt. Tagesordnung: Maler und verwandte Berufsgenossen( Filiale 6, Moabit). Montag, den 8. Februar, Abends 8% Uhr, regelmäßige Mitglieder- BersammBortrag des Kollegen Sohlwegler. uhr, bet Gnabt, Brunnenstr. 38, Monats- Bersammlung. Arbeiter- Gesangverein Nord". Montag, ben 8. Februar, Abends Bietherklub Freiheitsklänge". Jeden Montag Abend: Uebungs willkommen. abends 6 Uhr, bei Röntg, Neue Friedrichstraße 44. Bortrag über Sibirten. unde, im Restaurant des Herrn Franke, An der Apostel- Kirche 75. Gäſte Nachher Fidelitas und Tanz. Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, ben 7. Februar, Freier Diskutirversin. Bersammlung am Sonntag, den 7. Februar, Nachm. 4 Uhr, bei Leopold, Martgrafenftr. 88. Tagesordnung: Bortrag über Privat- Theatergesellschaft und Artistenklub Belle Alliance". bem Fidelitas. Ultramontanismus und Sozialismus. Distuffton. Säfte wiltommen. Sonntag, den 7. Februar, im Restaurant Alexandrinenſtr. 33: Sizung. MachGeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags 5 Uhr, im Restaurant Klein, Schönleinstraße 6. Tagesordnung: Bortrag. Nachdem musikalische Abenbunterhaltung. Borstellung bet täger, Gartenstraße 18/14. Zur Aufführung gelangt: Gr tit Theaterverein Vulkania". Sonntag, den 7. Februar, Abends 7 Uhr, Baron. Billets an der Staffe. Tambour- und Vergnügungsverein Out Heil". Sonntag von uhr an Sigung bei Wendt, Schleiermacherstraße 2. Aufnahme neuer Mitglteder. alteberversammlung am wontag, ben 8. Februar, abends 8 Uhr, bet Säger, Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzpläken Arbeiter Deutschlands.( Ortsverwaltung Berlin 1.) Witteberversammlung am Montag, den 8. Februar, Abends 8% Uhr, bet Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Bortrag. Steinbildhauerverein. Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, bet Müller, Johannisstraße 20: Sizung. Verband deutscher Bimmerleute.( Lokalverband Berlin.) Montag, den 8. Februar, Abends 8 uhr, General Bersammlung bet Feuerstein, Aite abftraße 75. Bortrag des Herrn Bringmann aus Hamburg über den bevorstehenden Gewerkschafts- Kongreß. 8. Freie Vereinigung der in der Blumen-, Puhfeber- Brande und verwandten gerufen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Annenftr. 16. Das Erscheinen sämmtlicher. Mitglieder ist nothwendig. Gäfte haben Zutritt. Montag, den 8. Februar, Abends 8 ühr, Mitglieder- Bersammlung bet Reßner, Neue Jatobfir. 24/26: Bereinsversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht. genossen. Montag, den 8. Februar, in Schultheiß' Brauerei Ausschant, Ortsverein Berlin 2 der Porzellanmaler und verwandten BernfsRegelung des gemeinsamen Arbeitsnachweiſes. Das allein aber ist der Grund für den Rückgang des Staatstredits. Denn nach und nach, nachdem eine gewisse Ueberfättigung mit Staatsfonds im Lande Platz gegriffen hat, merkt auch der Spießer, daß die Anhäufung der Schuldenlast von den ersten 16 Millionen des Jahres 1877 an auf 1757 Millionen Mart in andert halb Jahrzehnten des tiefsten Völkerfriedens für meist un produktive Zwecke die Kräfte des Landes mehr als über steigt und daß der Kredit nicht besser wird, wenn man in folchem Eil- Tempo Schuld auf Schuld häuft. Der Schandprozeß gegen die italienischen Mai Die Vertheidiger des nationalen Bumpsystems sollten Gefangenen ist in verkürztem Verfahren" wieder aufangesichts des Kurszettels gewiß ein klassischer Zeuge genommen worden. für fie lieber auf den Urquell des Verfalls des Kredits Das, verkürzte Verfahren" besteht darin, daß die Regierung zurückgreifen, und dort den Hebel anfeßen, d. h. auf das mit einigen servilen Richtern eine Form gefunden hat, wie Mißverhältniß zwischen Ausgaben und Einnahmen hin- die Verurtheilung der Angeklagten mit möglichst wenig weisen. Denn hierin liegt der wunde Punkt unserer Finanz- Lärm, d. h. mit möglichster Beschränkung der Vertheidigungstalamität. Dann würden wir auch vor konstatirung der freiheit bewerkstelligt werden kann. In der gestrigen Sitzung beschämenden Thatsache bewahrt bleiben, daß der Kredit des Rehergerichts wurde unser Landsmann und Genosse Belgiens oder der kleinen Schweiz den des mächtigen Rörner vernommen. Er bekannte sich als Sozialdemokrat, Deutschland längst überholt hat, und zwar um beinahe protestirte gegen die angebliche Zugehörigkeit zum Anar 1 pct. Berzinsungsdifferenz. chismus und erklärte, die ganzen sogenannten Mai- Unruhen die denk- feien Polizeimache gewesen. Und darin hat Körner unnational- zweifelhaft Recht. Hätte die Regierung Befehl gegeben, die Reichstage geplanten friedlichen Rundgebungen nicht zu stören, so wäre es in ganz Italien, und namentlich in Stom, nicht zu der Verband deutscher Schuhmacher.( Filiale Berlin.) Montag, den Das Bedenkliche der Reichsschuld liegt keineswegs geringsten Ordnungsstörung gekommen. Die Regierung trafebruar, bends 8 Uhr, bet Gründel, Dresdenerstraße 116: Bersammlung. Tagesordnung ftebe Inseratentheil der heutigen Nummer. ausschließlich in der Höhe derselben, denn andere Länder aber die verkehrtesten, albernsten Anordnungen, und was haben viel größere Schulden angehäuft. Das Bedenkliche ihre Kopflosigkeit noch zu thun übrig ließ, das wurde durch liegt vielmehr in der Art der Schuldenkontrahirung, die die allzeit bereiten Lockspitel bewirkt. einer gründlichen Reorganisirung dürftig ist. Welcher Privatmann könnte es fich wohl von den Sozialdemokraten, jedoch nicht von den Radikalen Das belgische Referendum wird in schärfster Weise erlauben, Schuld auf Schuld zu häufen, ohne je an die bekämpft. Der Radikale Janson ist für dasselbe einRückzahlung derselben zu denken? Das Reich macht es aber Arbeiter und Arbeiterinnen in Suchbindereien und verwandten so. Dadurch, m. H., wird seine Kreditfähigkeit in erster ehrliche Befragung des Volkes- gegen welche fein ver- und bes gleichen Bereins der Arbeiterinnen, Alte Jakobftr. 76. Tagesordnung: getreten. Kein Zweifel, daß das Ministerium an eine Betrieben. Montag, den 8. Februar, General Bersammlung der VerbandsVereine der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter Reihe geschädigt." Vielleicht schreibt Herr Miquel dem Kriegsminister bei nünftiger Mensch etwas einwenden könnte nicht denkt, Bortrag bes Herrn Bubeil. 2. 2Bahl eines Delegirten zum Gewerkschaftssondern nur an eine plebiszitliche Ueberrumpelung. Unter der demnächstigen Militärvorlage diese goldenen Worte ins einem Plebiszit verstand man bekanntlich in dem napoleo- Sonntag Nachmittag 8 Uhr, im Restaurant sur Schneetoppe", Roftigfir. 29. Ein Anfang muß doch irgendwo gemacht werden. Mit nischen Frankreich, wo der Säbel- Despotismus fich mit abends 8 Uhr, bet Soffmann, 28rangelfiraße 32. Gäfte, Damen un demokratischen Lappen zu umhängen liebte, die Be- Herren, willtommen. Lesetlub Sozialdemokrat" Sigung Montag den kleinlichen Zeichnungspraktiken und Konzessionen an fragung des Bolts durch die Regierung eine Befragung, geführt, baben Butrit, end, Blumenthalfir, 6. Gäfte, burch Mitglieber eindie Finanzwelt hilft man dem sinkenden Staatskredit nicht die stets so eingerichtet ward, daß die Anwort nach auf die Strümpfe. dem Geschmack der Regierung ausfallen mußte Die Sozialdemokratie bedroht alle menschliche also der reinste Schwindel. Und Aehnbelgische Regierung, die auch Bildung mit der Art an ber Lebenswurzel," liches beabsichtigt die belgische Regierung, die zu dieser blödsinnigen Behauptung verfteigt sich Herr Felix sonst noch allerhand chikanenhafte Bedingungen an ferens statt. Dahn, als Bertheidiger der Freiheit der Wissenschaft. die Revision geknüpft hat, und überhaupt in dieser ganzen Herr Dahn ist ein eben solcher Verfechter der Gedanken Angelegenheit offenbar nicht aufrichtig zu Werke geht mas Uhr: uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gefangverein, or b freiheit, wie Hänschen Blum ein Studiofus der allerdings nicht anders erwartet werden konnte, und auch Menschenrechte." Seine Berechtigung auch dem Throne nicht anders erwartet worden ist. Unsere Genossen find gegenüber die Wahrheit zu sagen, begründet er mit seiner natürlich am Bosten und sehen dem Ministerium auf die stönigstreue, die bei ihm durch Besitz des Sohenzollern- Finger. Die Brüsseler Sozialdemokraten tagen in Bermanenz Drdens verbirgt sei. Wenn Herr Dahn hieraus seine während der Kammerverhandlungen über die Revision, Befähigung zum Rathertheilen herleiten will, so möge man und große Menschenmassen belagern seit Dienstag, wo die auch die anderen Hohenzollern- Ritter befragen, und da wird Debatte begann, alle Zugänge der Kammer. wohl die ungeheure Mehrheit den Ausschlag gegen Dahn geben. Möge Herr Dahn bei seinen Kulturkampf- Romanen feine Phantasie walten lassen, möge er immerhin seine Geschichtsforschung nach Art der gesta Dei per Francos( Thaten Gottes durch die Franken) von Anbeginn bis zur Gegen wart als Vorbereitung für die Hohenzollern bis zur Bis mard'schen Reichsherrlichkeit fortsetzen, in dem modernen Rampf für Geistesfreiheit ist kein Platz für sein hölzernes Hanswurst- Schwert. Stammbuch. und Versammlungen. 1. Kongreß. Lese- und Diskutirklubs. Lefes und Diskutirtlub, mar Kayser" Sozialdem. Lese- und Diskutirklub Montag, Abends bei Behrend, mann. " 79 Arbeiter- Sängerbund Serline und Umgegend. Sonntag von 2-4 Uhr: Uebungsfiunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangberetn yra 2", Charlottenburg, Charlottenburger Ufer 3 bet Benzin. Gefang verein der Blasarbeiter zu Stralau„ Vorwärts 7" Rummelsburg, bet Borgs 7. b. M., Vormittags 10 Uhr, bei sublmey, Schönhauser Allee 28, findet KonArbeiter Gefanoverein, Vorwärts 2". Sonntag, ben Gesangverein Borwärts 8". Friedrichsberg, Berlinerstr. 10, bet Momber. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends beutfche Schleife", Naunynftr. 86 bet Bubett. Gefangverein„ Esme= talba", Roppenſtr. 35 bet seller. Männer- Gefangverein Bieber luft", Fichteftr. 29 bet Krösche. Gefangverein, Senefelder", Jüdenstr. 55 bei Trischmann. Siebertafel der Maler und verwandten Berufsgenossen Kaiser- Franz- Grenadier- Plag 7, bet Berg. ,, Moabiter Siebertafel", ehrbet Dornblatt. Befangverein, Zon bfifthe". Göriger, ce Wilhelmshavenerstr. 25 b. Brosch. harmonie", Meyer" Lonblüthe", 58 bet Zoltsborf. Gefangverein Blüthe", Prenzlauer- Allee 26 bei Riebel. Sängeror der Chirurgischen Branche", Alte Schönhaufer9 ftraße Nr. 48 bei Reimann. Gefangverein ,, Morgenroth" 2, Char lottenburg, Bismarckhöhe, Wilmersdorferstr. 80. Gefangverein Sängers gruß" Friedrichshagen bei Blant. Gefangverein Froh' Hoffnung" Der Zimmerer Berlin West. Gefangverein, Gleichheit", Pappel Allee 3-4 bet kruse. " werben aufgenommen.- Gefangverein, Harmonie a", Landsbergertraße 81, bei Mufcholb. " Weiße Wolfe". Montag Abends von 9-11 Uhr, Streligerstraße Nr. 16, bet Becker. Rauchflub Deutscher Michel" " Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend, Sonntag: Privat- Theatergesellschaft und Artistentlub, u mor", Nachmittags 4 Uhr, bet Heinrich, Blücherstraße 61. Montag: Rollegienfchaft Gemüthlichteit", Gefelliger Verein der Berliner Barbier- und Friseurs gehilfen, alle 14 Tage, Abends 10 Uhr, Seydelstraße so. Theaterverein Theaterverein Proletariat" bei Hoffmann, Waldemarstraße 61. In der öffentlichen Versammlung der Handlungs. gehilfen, welche am Donnerstag abgehalten wurde, schilderte Deri che" Roppenstraße 43c. Brivat- Theatergesellschaft Stern", Alte Hoffnung" bet Schneider, Adalbertstr. 8,- Rauchklub Deutscher Referent Hinze das widerspruchsvolle Verhalten der Liberalen Satobftraße 130. im Reichs- und Landtage wie in der Stadtverordneten- Ver- am Sonntag, abends von 6-8 Uhr, 2. Sehrlingsabtheilung; am Montag, Abends Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein Sammlung. In legterer, wo sie das Heft in der Hand haben, von 8-10 Uhr, Männerabtheilung.. ,, Berliner Turngenossenschaft" Eigenthum"," Befit" das ist der Köder, durch gäben sie eklatante Beweise von ihrem voltsschädlichen Treiben. Behrlings- Abtheilung turnt Montag von 8-10 Uhr Bant fir. 9-10 tm Turnvereinsten", Behrlingsabtheilung, Montag Leffing- Gymnaftum. welchen die Opfer des Kapitalismus für die Zwecke des Obwohl sie behaupten, die befugten Vertreter der Handlungs- Don 8-10 8-10 Uhr Abends, Blumenftr. 63a. Männer- Gefangverein, Kapitalismus gewonnen, und von den sozialdemokratischen gehilfen zu sein, fonnten sie sich nicht dazu verstehen, dem be- Zyrolienne". Montag und Sonnab end 9 Uhr Uebungsstunde bet Emanzipationsbestrebungen abgelenkt werden sollen. In kannten Singer'schen Untrag, der die Sonntagsarbeit der Kaufleute Faustmann, Reichenbergerstr, 73 a. Gäste willkommen. Neue Mitglieder Gestalt einer Heimstätte", eines fleinen Anwesens", eines auf drei Stunden beschränkt wissen wollte, auguftimmen; ja die Wohnhauses mit Gärtchen" oder welch verlockender geradezu verhöhnt, indem sich dieser Herr zu folgendem Gas Montag Abend von 8-10% Uhr bei Schöneburg," Grüner Weg Nr. 9.Rauchflub oder welch verlockender Handlungsgehilfen wurden von einem freisinnigen Führer noch Name sonst gewählt wird, läßt man das Gaukelbild vor verstieg: Was wollt Ihr denn, Ihr seid ja die glücklichen Rauchtiub Fre theit", jeben Montag um 9 Uhr bei Wuttte, Friedrichsbergers den Augen des Besitz- und Eigenthumslosen herumgaufeln Menschen in Berlin! Die Freisinnigen haben es hier in der Straße 4. Rauchflub Blaue Quafte", Abends Uhr Pflugftraße 16 bet 9 find die bethörten Mäuslein dann vertrauensvoll in Hand gehabt, den Anfang zu machen mit der Verbesserung der Willy Schmidt, Wrangelftr. 141: Sigung. Gäste willkommen. Dudeck. Rauchtlub ,, Brüderlichkeit jeden Montag von 9-11 Uhr bei bie Falle gehuscht, dann schließt sich die Thüre hinter überaus mißlichen Lage der Handlungsgehilfen; fie haben es Verein der Oberlausis er", Montag, Abends 9 Uhr im Restaurant ihnen sie sind Eigenthümer, haben Besitz! Gesichertes" nicht gethan und darum entsteht für uns die Frage: Können Gedwig, Rosenthalerstr. 45. Berein der Goldiner". Jeden Sonntag Eigenthum, gesicherten" Besitz- so gesichert, daß sie damit wir weiter einer Partei angehören, die unsere Interessen mit gefelliger Abend, Görligerstr. 88, beim Landsmann Wuttke. Friedrichs= an die Füßen tritt? Nein und abermals nein! Wir Handlungsgehilfen traße 84. Berein", ehemal. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Oranien verwachsen, daran angewachsen sind, und Scholle gebunden, vorausgesetzt, daß sie nicht gleich schließen uns der Partei an, die mit Eifer und Nachdruck Bergnügungsverein, Freundestreue", suhr, im Restaurant Gerth, für die Arbeiterinteressen jeder Zeit eingetreten der Schnecke ihr Haus auf den Rücken, und gleich dem weiter Vergnügungsverein Fidel to", Montag Abends 9 Uhr ist und Prinzenstraße 106.eintreten wird nämlich im Restaurant 3um Reichsgarten", Oranienstr. 108. Damen und Herren als der Sozialdemokratie. Gäste willtommen. Dichter den ganzen Besitz" an den Stiefelfohlen mit Genoffe BI um führte aus, daß der größte Theil der Handlungs- 8 Uhr bei Wolff, Brunnenſtr. 85a. Bergnügungstlub Mephisto" Montag Abend Bergnügungsverein Edelweiß- 2" nehmen. Die Heimstätten" sind die Fabrit- Cottages in gehilfen allerdings bisher der freisinnigen Partei angehörte, aber Berein, Amicitta", Gigung Sonntags um 3 Uhr im Bereinshaus, Wilhelmjeden Montag im Restaurant Reichsgarten, Oranienstr. 108. Bergnügungsländlicher Ausgabe. Die Gutsbesitzer brauchen billige, ab- durch die begangenen schweren Sünden dieser Partei von straße 118. Damen und Herren willkommen.- Privat- Theatergesellschaft, offhängige leibeigene Arbeiter, gerade so gut wie die philandenen der Redner Beispiele in Hülle und Fülle beibringt nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bei Krebs, Ohmgasse 2. Gäste, Damen und thropischen Herren Fabrikanten, die in England seit Anfang fich in immer dichteren Schaaren der Sozialdemokratie zuwendeten. Sonntag ur im vittoria- Saal, Berlebergerstr. 18. Säfte willkommen. dieses Jahrhunderts, trotz alles Grübelns, fein zweites so or den Wahlen sei von den Liberalen alles mögliche ver- Bollac- Club„ Eintracht", bet Gustav Schulze, Wienerftr. 63. Bäfte willGefelliger Bergnügungsverein nüßliches und wirksames Mittel entdeckt haben, den Arbeiter prochen, aber nach den Wahlen nichts gehalten worden. Die kommen. Nord" Sonntag Nachan die Scholle zu fesseln. Lage der Handlungsgehilfen fei noch viel trauriger als die der mittag 4 Uhr bei Rabe, Müllerstr. 161. Gäste, Herren und Damen, will tommen. Fabritarbeiter und darum ihr Zusammenschluß in der gewerk Ohmgaffe 2. Theater- und Bantomimenverein Fideler Geift" bei Krebs, Gefelliger Klub ,, Namenlos". Eigenthum Jeden Montag bet AbraBesitz! Fürwahr es sind prächtig flin fchaftlichen politischen sozialdemokratischen Organi ham, Straßburgerstr. 5. Gäfte, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. gende Worte. Nur haben sie den Schalt hinter sich zum fation unabweisbar geworden. Diesem Redner fchloffen summer, Aderfir. 18 Aufnahme." Herren und Damen dazu willkommen. Theater- und Vergnügungs- Verein Amor", Sigung Montag, 9% Uhr, bet Eigenthum, zum Besitz, wenn anders das glitzernde Zeug ſich bie Genoffen Stristow sty Köfter an, Nach der Sigung Fidelitas. Vergnügungsverein and in hand". irgend Werth haben soll gehört eine Bedingung: es während Ballest in furzen Bügen ein treffen des Bild Sigung leben Sonntag, Abend& UDE, im totale des Din. Meißner, Gartenmuß viel Eigenthum sein und großer Besiz. Wenig Redner, von denen so recht keiner wußte, welcher Partei er an- Bolamarttfir., part. Lese Uebungen. Fidelitas. Gäste mit Berständniß für von den Zielen der Sozialdemokratie entwarf. 3wei gegnerische gnügungs- Verein. Sigung jeben Sonntag, Abends 6 Uhr, Konigstadt- Kaſino Straße 162, Aufnahme. Gäste willkommen." Psyche", Theater- und BerEigenthum und kleiner Befih, das ist das gefährlichste gehörte und die unter stürmischer Heiterkeit der Bersammlung Literatur, Damen nicht unter 16, Serren über 20 Jahre, willkommen. Danaergeschent. Lieber nichts als wenig, heißt es hier Sprachen, wurden vom Genossen Blum und den beiden Bor- reie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag Abend: Gegegen die fonftige Regel. Der Nichtshaber oder Habenichts sigenden bestens abgeführt. Eine Resolution, die sich in träftigen traße 10-11. Safelbti orusgabe ber Bibliotbetsbücher. fellige Buſammentunft der Mitglieder bei Bodenburg, Kommandantens und und Herren, willkommen. Privattheater- Gesellschaft Augusta Victoria", " Theater. Sonntag, den 7. Februar Opernhaus. Carmen. Montag: Cavalleria rusticana. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Die Quizows. Montag: Ein treuer Diener seines Herrn. Circus Renz. Karlstraße. Die besten Glückwünsche nimm ent 1326b gegen von Deinen Kollegen. Grnst! Mit die Kleenen Finger willst Du die große Weiße anfassen? Sonntag, den 7. Februar 1892, Bwei große Vorstellungen. Nach- Na, is det aber'n Ding. mittag 4 Uhr( 1 Kind frei): Dem Tenfel, ihren Chef( Frih Aschenbrödel, großes phantafti- Schwarzkopf, Staligerstraße 11) fches Baubermärchen in 4 Abtheilungen zu seinem heutigen Geburtstage senden mit Ballet( Frühlingsreigen: Deutsches Theater. Rollege Gramptona Izer,"" arrangirt und inszenirt ein bonnerndes Hoch, daß die drei Montag: Das Räthchen von Heilbronn. Leffing- Theater. Fräulein Frau und Der sechste Sinn. Montag: Die Großstadtluft. Berliner Theater. Rean. Montag: Der Hüttenbefizer. Residenz- Theater. Musotte, her: Modebazar Violet. Montag: Dieselbe Vorstellung. vom Direttor E. Renz. Abends 71/2 Uhr: ,, Auf Helgoland" oder: Ebbe und Fluth. I Stiefel plagen. Die kleineren Teufel. Todesanzeige. 1343b Große hydrologische Ausstattungs- Den Mitgliedern des Verbandes der Pantomime in 2 Abtheilungen mit Bergolder, Goldleisten- Arbeiter und BeNational Tänzen( 60 Damen), Aufrufsgenossen zur Nachricht, daß unser Vorzügen. Neue Einlage: Die Garde- treues Mitglied = Husaren, Tscherkessen. Dampfschiff und Bootfahrten, Wasserfällen, Wilhelm Plate Wallner- Theater. Lumpengesindel. Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten an der Proletarier- Krankheit am u. f. w., arrangirt und inszenirt vom 4. Februar im städtischen Krankenhause Montag: Dieselbe Borstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Montag: Diefelbe Vorstellung. Thomas- Theater. Rothtöpfchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Liane, die zweite Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. BOO Der Grosse Volks- Versammlung am Montag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, im gr. Saale der Brauerei ,, Tivoli" am Kreuzberg. Tages- Ordnung: 1. Der Entwurf des neuen VolksschulDirektor E. Renz. In beiden Vor- Friedrichshain verstorben ist. Die Gesetzes und die Sozialdemokratie. Referent: Spezialitäten. Reiten und Vorführen 7. Februar, Nachmittags 1½ Uhr, vom Reichstags- Abgeordneter August Bebel. stellungen Auftreten fämmtl. Künstler Beerdigung findet Sonntag, den der bestdressirten Schul- und Freiheits- städtischen Krankenhause Friedrichshain pferde. Komische Entrees und Inter- aus nach dem Neuen Thomas- Kirchmezzos von sämmtl. Klowns. hof in Rixdorf statt. Täglich: Auf Helgoland". Um zahlreiche Betheiligung ersucht E. Renz, Direktor. Der Vorstand. 327/2 Circus G. Schumann. 3entral- Krankenkasse d. LabakFriedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstr. Sonntag, den 7. Februar, Nachm. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Berliner 31/2 Uhr, große Extra- Vorstellung mit eigens zur Belustigung der Jugend Pflaster. gewähltem Programm. Zu dieser VorMontag: Dieselbe Borstellung. Feenpalat. Spezialitäten- Borstellung. ftellung hat jeder Besucher das Recht, Gebrüder Richter's Variété. Spe- auf das von ihm gelöste Billet rin Spe- Kind unter 10 Jahren frei mit zialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spe- rinzuführen. Zum Schluß der Vorzialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spe zialitäten- Borstellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gratweil's che Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletsänger. Anfang Bochentags 7 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. stellung: Cirkus unter Wafer. Eine ländliche Hochzeit. Abends 71/2 Uhr: Grosse brillante Vorstellung mit neuem vorzüglich gewähltem Programm. Zum Schluß der Vorstellung um 12. Male: Berliner Leben. arbeiter, Berlin 2. Dienstag, den 9. Febr., Abends 8/2 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung pro 4. Quartal 1891. 2. Vortrag des Herrn Holznagel: Das neue Heilverfahren und seine Erfolge". 3. Verschiedenes. 309/10 Die Ortsverwaltung. Graveure! Ciseleure! 2. Diskussion. Der wichtigen Tages Ordnung wegen ersucht um zahlreiches Erscheinen, namentlich der Frauen. Der Vertrauensmann. 336/20 Große öffentliche Volksversammlung am Mittwoch, den 10. Februar, Abends 8 Uhr, in Ahrend's Brauerei, Moabit, Thurmstraße Nr. 26. Tages Ordnung: 1. Das Volksschul- Gesetz und die Sozialdemokratie. Referent: Reichstags- Abgeordneter August Bebel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 333/13 Der Vertrauensmann. Grote Waffer- und Fear Ponte Deffenti Versammlung 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Feuer- Vantomime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. am Dienstag, den 9. Febr., Abends Neues Schlußtableau: ,, Berolina im 81/2 Uhr, bei Bachmann, DresdenerFeuer." Großes Wasser- Feuerwerk, straße 45( gr. Saal), ausgeführt von dem Kunstfeuerwerker Tagesordnung: 13286 Große öffentliche Sozialdemokratische Versammlung 2. Bericht der Delegirten der Streit am Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale der Herrn Brandt. Neue Ballet Einlagen 1. Wahl eines Vertrauensmanned. und militärische Evolutionen 2c. Montag, den 8. Februar: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Berfiner eben." W. Gründel's Gathans, S., Dresdenerstraße 116. Rontrollkommission. 3. Bericht der Agitationskommiffion. 4. Diskussion und Verschiedenes.-Zahlreiches und pünktliches Erscheinen nothwendig. 50 Mark Belohnung zahle ich Demjenigen, der mir zuerst den Wilh. Schmah, Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 11/12. Tages- Ordnung: 1. Die Schule und die Sozialdemokratie. Referent Stadtv. Genoffe E. Vogtherr. 2. Diskussion. 3. Vierteljahresbericht der Vertrauensmänner. Es ist Pflicht eines jeden Genoffen des 5. Wahlkreises, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. 332/12 Empfehle meinen berühmten Mittags. Arbeitsnachweis und Verkehr der Amerita, bringt, welcher vor 6-7 Jahr: Sozialdemokratischer Wahlverein für 6 Billards, 2 Säle. tisch à la Duval. 3 Regelbahnen Maler, Buchbinder, Metallarbeiter, in Berl. 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Februar, Abends präzise 8½ Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75: General- Versammlung der hiesigen Mitglieder des Verbandes der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands 1. Bortrag des Herrn Zubeil über den Gewerkschafts- Rongreß zu Halberstadt. 2. Wahl eines Delegirten zu demselben. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden in dieser Versammlung aufgenommen. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Kollegen und Kollegin, anwesend zu sein. jeder 407/2 Achtung! Grosse Versammlung Achtung! des Allgemeinen Arbeiterinnen- Vereins Berlins u. Umgegend Filiale Moabit am Dienstag, den 9. Februar 1892, Abends 8 Uhr, bri Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28. Zagesordnug: 1. Vortrag des Frl. Wabnih über: Problem der Armuth. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Wahl einer Bevollmächtigten. 4. Verschiedenes. 176/4 Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Herren und Damen als Gäste sind eingeladen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorkand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 7. Februar: Zwei Versammlungen. " Abends 5½ Uhr in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße, Vortrag des Herrn Julius Türk über: Die sthische Bedeutung der modernen Poeste." Abends 6 Uhr in Böhow's Braueret, Prenzlauer Allee, Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn W. Schmidt über: ,, Materialistische Weltanschauung." Gelegenheitskauf. Mein altes gutgehendes Porzellan- und Geschäft will ich wegen Uebernahme meines eigenen Hauses billig verkaufen. Becker, Wollinerstr. 3. 63/3 Allen meinen werthen Genossen und Freunden zeige ich ganz ergebenft an, Beute, Sonntag: L. Maschke, praft. Zahnarzt, Instrumental- SW., Markgrafenstr. 78, II. unentgelt!. Behandlung 8-9, 5-6/ 2 Uhr.[ 1290b als Tischler habe niederlegen müssen, so und KünstlerKonzerts Anfang 42 Uhr. Eintritt 40 Pf. Kinder 10 Pf. Programm unentgeltlich. 1964L Ju beiden Versammlungen ist nach den Vorträgen gesellige Unterhaltung 437/10 Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Ausstehende Sammellisten daß ich Markthalle IX, Eisenbahn- für die ausgesperrten Buchdrucker, Hilfsarbeiter und Araße, Stand Nr. 29, eine -Arbeiterinnen sind sofort, gezeichnet oder ungezeichnet, Fleisch- und Wursthalle an die unterzeichnete Kommission abzuliefern, widrigeneröffnet habe. Da ich mein Handwerk falls die Nummern der Listen mit den Namen der Entbitte ich, mich in meinem neuen Unternehmer in diesem Blatte veröffentlicht werden. Künstliche Zähne 2 Mark. nehmen unterstützen zu wollen, es wird Die Streikkommission der Berliner Buchdrucker Plomben von 1,50 M. an. Schmerz- mein Bestreben sein, durch nur reelle ( Gratweil's Bierhallen). loses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden Bedienung und gute Waare meine Ab8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, nehmer stets zufrieden zu stellen. Herm. Kohn. Chausseestr. 123, am Oranienb. Thor 1943L Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2, Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 32. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Sonntag, den 7. Februar 1892. und " 9. Jahrg. ficherungsämter ferner, die man als eine Ronzession an den aber Noth bricht Eisen und der daraus erwachsene Schaden ist Partitularismus des Zentrums eingerichtet hat, sollten abgeschafft weit geringer, als eine weitere Hinausschiebung der Erledigung werden, da ihre Auslegung des Gesetzes sich vielfach im Wider- der Refurse. Mein Gewissen ist dabei vollständig ruhig. Was spruch befindet mit derjenigen des Reichs- Versicherungsamts. die Ausdehnung der Unfallversicherung betrifft, so wird sie gleich165. Sigung vom 6. Februar, 2 Uhr. Durch ihr Bestehen wird in der Praxis ein Wirrwarr geschaffen, falls in der Novelle zum Unfallgesetz erfolgen, welche nach unserer Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Graf Hohenunter dem die Arbeiter zu leiden haben. So hat Voraussicht in der nächsten Session an das Haus gelangen wird. thal. das fächsische Landes Versicherungsamt in einem Falle, Die Zahl der Fälle, wo die Heilung vor der 13. Woche eintritt, Vor der Tagesordnung stellt Abg. Meyer- Berlin richtig, wo in der gräflich Stolberg'schen Forst ein Kutscher ist eine so fleine, daß man bisher noch nicht dazu übergehen baß er gestern nicht, wie der Abg. Hartmann behauptet habe, beim Holzabfahren zu Tode verunglückte, entgegen der Auf- fonnte, fie in separato zu behandeln. Das Verlangen einer davon gesprochen, daß der heutige Rechtszustand der sei, daß fassung des Reichs- Versicherungsamts entschieden, daß von der höheren Rente für die Hinterbliebenen im Falle der Lödtung ein Reichsangehöriger an das Ausland ausgeliefert werde; er land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft teine Rente eines Versicherten, welcher bereits Rente bezog, ist deshalb bebabe, wie das Stenogramm ergeben, davon gesprochen, daß ein gezahlt zu werden brauche. Nun sitzt die arme Wittwe mit denklich, weil der zu gewährenden höheren Rente gar kein Mann" ausgeliefert werde fönue. ihren Kindern da und bekommt nichts. Ein solcher Zustand kann Aequivalent gegenübersteht; ein gewisser Billigkeitsanspruch ist Das Haus nimmt darauf den Bericht der Geschäftsordnungs- numöglich aufrecht erhalten werden. Auch betreffs der Hand- anzuerkennen. Die Aufhebung der Landes- Versicherungsämter fommision entgegen über einige Petitionen, in welchen von habung des Gesetzes haben wir Beschwerden. Vor Rurzem stand tönnen wir nicht befürworten. Es besteht überall in dieser BePrivatpersonen die Ermächtigung zur Fortsetzung von Privat- im„ Reichs- Anzeiger" eine Bekanntmachung, daß infolge von ziehung vollste Harmonie zwischen Reichs- Versicherungsamt und flageverfahren gegen den Abg. Werner nachgesucht wird. Die Ueberbürdung mit Arbeiten es sind z. 3. etwa 3000 Rekurse Landesämtern. In Betreff des Alters- und InvaliditätsRommission schlägt vor, die Ermächtigung nicht zu er- anhängig!-das Reichs- Versicherungsamt Nachwahlen von sechs versicherungs- Gefeßes habe ich mich gewundert, daß seine Austheilen. Stellvertretern aus dem Stande der Arbeitgeber vorgenommen führung so über Erwarten glücklich sich vollzogen hat( Seiterkeit); Das Haus beschließt demgemäß. habe. Aus den Arbeitern sind feine Stellvertreter nachgewählt, ja wohl, denn daß ein solches Gesetz eine Menge Schwierigkeiten Vom Etat des Reichsamts des Junern sind noch rückständig obwohl auch diese überbürdet find. Die Wahlen der Beisitzer bei der Durchführung machen würde, stand doch von allem Anbiejenigen Titel, welche die Alters- und Invaliditätsversicherung aus der Arbeiterklasse sind allerdings so unglaublich tom- fang an fest. Ueber die nothwendigen Aenderungen habe ich und das Reichs- Versicherungsamt betreffen. plizirt, und erfolgen nach einem so vorsintfluthlichen nicht nur nachdenken lassen, sondern habe auch selber nachgedacht. Der Reichszuschuß zu den Alters- und Invalidenrenten ist System, daß man die Neuwahlen gern so lange als möglich Die Ausbeute an praktischen Verbesserungsvorschlägen ist bisher für 1892/93 veranschlagt auf 9 213 878 M., mehr gegen das hinausschiebt. Wer sich nicht mit dieser Materie andauernd be- eine außerordentlich geringe gewesen. Die Klagen an sich Vorjahr 3 Millionen Mart. Der Etat des Reichs- Versicherungs- fchäftigt- und ich glaube, auch die große Mehrzahl hier im find aber auch übertrieben, namentlich über das so amts ist auf 1022 710 M. festgesetzt, mehr gegen 1891/92 Reichstage weiß nicht, wie es dabei zugeht, der ist über dieses übel bösbeleumdete Markenkleben. Die Gemeinden 206 485 M., wesentlich infolge Vermehrung der Beamten aus Wahlsystem gar nicht orientirt! Es ist geradezu eine Verhöhnung können ja ihren Bürgern das Kleben abnehmen, wie Anlaß der wachsenden Geschäfte aus der Unfallversicherung. des Begriffs Wahl." Ueber jene Nachwahlen habe ich folgende es in Baden in großen Landestheilen schon geschieht. Dazu liegt ein Antrag der Sozialdemokraten( Auer und Ge- Auskunft erhalten: Bereits vor längerer Zeit hat das Reichs- Mit allen Kräften im Lande wollen wir energisch und eifrig noffen) vor, welcher die verbündeten Regierungen auffordert, noch Versicherungsamt beim Reichsamt des Innern einen Gesetz überlegen, wie wir die verschiedenen Härten und Unbequemlich im Laufe diefer Session eine Novelle zum Unfallgesetze vor entwurf eingereicht, es solle dem Reichstag eine Aenderung der feiten beseitigen tönnen; wir werden dankbar sein für jeden zulegen; die Novelle soll namentlich enthalten die Bestimmung, Paragraphen über die Wahlen vorgeschlagen werden. Dieser Vorschlag.( Beifall.) daß die Zahlung der Renten nicht erst 18 Wochen nach Eintritt Entwurf ist von Herrn von Bötticher gar nicht an den Bundes- Abg. von Stumm( Rp.): Die Beschwerden des Publikums des Unfalls, sondern vom Tage der Beendigung des Heil- rath gebracht worden, sondern in seiner Eigenschaft als Reffort- stammen zumeist aus den Verbesserungen", welche die Komverfahrens erfolgen soll, daß im Falle der Tödtung eines Ber- chef hat er ihn furzer Hand zurückgewiesen. Dadurch wurde das mission und das Haus an dem Entwurf des Gesetzes vorficherten, der bereits Rente bezog, das Sterbegeld und die Rente Versicherungsamt in die Zwangslage verseht, eine Gesetzwidrigkett genommen haben. Das geltende Gesetz ist noch einmal so unDer Hinterbliebenen nach dem Arbeitsverdienst und der bezogenen zu begehen. Herr v. Bötticher hat gesagt, man solle nur den§ 87 durchsichtig und unverständlich, wie es der Entwurf gewesen ist. Rente berechnet wird, daß die Gefangenen unter das Unfallgesetz entsprechend interpretiren. Ich begreife aber nicht, wie man den Das Markentleben wird getadelt, aber es fehlt an brauchbaren fallen sollen und die Bestrafung derjenigen Betriebsunternehmer§ 87 und auch den§ 47 interpelliren will, um diese Wahl der Gegenvorschlägen, auch Herr Grillenberger hat keinen gemacht. angedroht wird, welche die Beitragspflicht auf die versicherten 6 Stellvertreter zu rechtfertigen. Jedes Erkenntniß des Reichs- Der Vorschlag, dem Arbeiter ohne jede Beitragspflicht bei EinArbeiter abwälzen. Versicherungsamtes, das in Gegenwart eines dieser gewählten tritt der Invalidität die Rente zu gewähren, wird ja auch von Auf eine Anfrage des Abg. Möller erklärt der Stellvertreter gefällt wird, ist nichtig; der Staatssekretär stimmt ihm nicht gemacht, da auch er der Ansicht ist, daß die Rente Staatssekretär v. Bötticher, daß die verbündeten Regierungen mir zu; ja, aber er hat doch diesen ungesetzlichen Zustand selbst zuvor bezahlt sein muß. Daß der Erlaß des Bundesraths' die den Nugen der Errichtung einer Zentralstelle, eines Museums für herbeigeführt. Möglichkeit der Kennzeichnung der Quittungskarten und damit die Ausstellung der neuesten Vorrichtungen auf dem Gebiet der Vizepräsident Baumbach: Ich muß den Redner darauf ihrer Inhaber bietet, bestreite ich. Mit einer Aenderung dieses Unfallverhütung entschieden anerkennen. Zur Zeit wären Räume aufmerksam machen, daß es nicht zulässig ist, dem Herrn Gesetzes wird jedenfalls eine Reihe von Jahren zu warten sein. dafür aber nicht vorhanden; bei Gelegenheit der Vollendung des Staatssekretär vorzuwerfen, er habe eine ungefeßlichkeit ver- Bezüglich des Unfallgesetzes stimme ich fast durchweg mit dem euen Gebäudes für das Reichs- Versicherungsamt, das 1894 anlaßt. Abg. Grillenberger überein und bedauere auch, daß wir Herrn beendet sein werde, sei es möglich, auf diese Frage zurück- Abg. Grillenberger( fortfahrend): Ach, Herr Präsident, der Bödiker nicht hier haben. Soweit Herr Grillenberger die Unukommen. Die Erfüllung des Blanes werde wesentlich ge- Herr Staatssekretär hat ja gar nichts dagegen einzuwenden ge- parteilichkeit der Schiedsgerichte durch den Hinweis auf ördert, wenn die Unternehmer die Kosten für die Einrichtung habt, er hat ja bazu genicht!( Große Heiterfeit.) In Anbetracht die wachsende Zahl der Returfe hat angreifen wollen, rügen. des durch den Herrn Staatssekretär herbeigeführten Nothstandes muß ich ihm entgegentreten; der Präsident des ReichsAbg. Grillenberger( Soz.): Wir werden in jüngster Zeit, nehme ich diese Abweichung vom Gesetz nicht so sehr übel; Versicherungsamts würde auf meiner Seite stehen. Im wie der Abg. Meyer gestern hervorhob, immer als böse Menschen aber richtiger wäre der zuerst vorgeschlagene Weg ge- Gegentheil wäre zu wünschen, daß ein Arbeiter, der in fris hingestellt, ohne daß wir es sind, und so wird man vielleicht wesen. Das Wahlsystem muß geändert werden, es geht ja voler Weise einen Rekurs( Unruhe links) gegen ein Schiedsauch meine heutigen Ausführungen als von reiner Agitationslust doch nicht länger fo. Die Furcht vor den Sozialdemokraten gerichtsurtheil einreicht, die Kosten zu tragen gezwungen werden bittirt hinstellen; diesem Urtheil würde ich um so gleichgiltiger follte man doch endlich fallen laffen. Sie sehen ja an den Ge- könnte( Widerspruch links). Die Revision ist dringend noth gegenüberstehen, als ich mir bewußt bin, nur im Interesse der werbegerichten, wie brauchbar auch die Sozialdemokraten als wendig; es ist sehr bedauerlich, daß die Novelle nicht mehr in Arbeiter zu sprechen. In der zweiten Lesung des Etats ist es Beifiber find. Ich komme nun zu dem Klebegefeß. In letter dieser Session tommt. An sich aber muß das Gefeh wohl auch immer Brauch, alle Gebrechen in der Verwaltung und Gefeß- Beit wird von einzelnen freifinnigen Kreifen eine weitverzweigte für die Arbeiter gut und angenehm sein, sonst würde ja Herr gebung bei den bezüglichen Etatsmitteln an den Mann zu Agitation für die Aufhebung dieses Gesetzes in die Wege geleitet. Grillenberger nicht selbst seine Ausdehnung verlangen. Zunächst bringen, und so habe ich auch heut über die Thätigkeit des Wir sind von dem Gesetz nicht entzückt, aber es wegen seiner ist nothwendig die Ausdehnung auf das Handwerk. Die Bau Reichs- Versicherungsamts viele Klagen vorzutragen, und bedauere, Fehler aufheben zu wollen, das ist nicht unsere Meinung. Nicht handwerker dürfen nicht getrennt sein von den übrigen Handdaß merkwürdigerweise fein Mitglied dieses Amtes am Re- das Martensystem und das Kleben mißfällt ihnen, sondern der werkern, der Zwang der Unterscheidung, der den Arbeitgebern gierungstisch fit, wenn es auch sehr freundlich vom Grundgedanke, der sich schon mehr dem von uns vertretenen hier auferlegt wird, ist ein unleidlicher. Das in dem Antrage Herrn Minister v. Bötticher ist, dieses Amt hier selbst ver- Sozialismus annähert. Herr Richter hat ja schon bei der Etats- Grillenberger an erster Stelle hervorgehobene Bedürfniß erkenne freten zu wollen. Was zuvorderst die Begründung unferes berathung gegen das Gefeß polemifirt, weil es den Spartrieb unter- ich an; ich will aber nicht die Sache einfach auf die Berufs Antrages anlangt, so stimmt er im Wesentlichen mit grabe u. f. w. Darauf tomme ich nicht weiter zurück. Das Gesetz genossenschaft abwälzen, sondern die Krankenkassen haben in einem am 1. November 1889 gestellten überein. Die Verbesse- hat allerdings erhebliche Belastungen und Plackereien mit sich solchem Falle mit dem betreffenden Arbeitgeber gemeinsam die rung des Unfallversicherungs- Gesetzes ist dringend nothwendig. gebracht; mögen die Regierungen baldigst darüber nachdenken Fürsorge zu übernehmen. Von den anderen Punkten ist mir der Ich wiederhole, was ich schon früher mehrfach betonte, daß dies laffen( Heiterkeit), wie diese Seite des Gesetzes besser ge- jenige unannehmbar, der die Bestrafung der Arbeitgeber ver Gesetz teineswegs den großen Nutzen für die Arbeiter brachte, staltet werden kann. Der von uns befürchtete Mißbrauch der langt, welche die Beiträge auf die Arbeiter abwälzen. Nicht ein den man davon erwartete. Unser Antrag enthält nun vier Quittungstarten als eines obligatorischen Arbeitsbuches ist in einziger derartiger Fall ist bekannt geworden. Es hat dieser Fall Puntte. In Bezug auf den ersten Punkt habe ich schon früher weitestem Umfange eingetreten. Man hat bei der Berathung des auch mit dem Gesetze garnichts zu thun. Ich wiederhole, die eine große Bahl von Einzelfällen vorgebracht, die sich inzwischen Gesetzes in Abrede gestellt, daß für die Entwerthung die Ein- Hauptsache ist die baldige Jnangriffnahme der Revision. Umm 41/2 Uhr wird die weitere Berathung auf Montag natürlich noch vermehrt hat, auf deren Darlegung ich aber heute tragung des Datums in die Marke vorgeschrieben werden würde. verzichte. Vor zwei Jahren sagte Herr v. Bötticher, in der No- Trotzdem hat jetzt der Bundesrath die Eintragung des Datums 1 Uhr vertagt. Außerdem dritte Berathung des Weltpostvertrages velle zum Krantenversicherungs- Gesetze werde Abhilfe geschaffen angeordnet, und mittelst des eingeschriebenen oder eingestempelten und zweite Lesung der Vorlage, betr. die österreichischen Verwerden. Es ist aber zuvörderft ungerecht, den Krankenkassen Datums ist jede beabsichtigte Kennzeichnung möglich, und die einsthaler. Laften zuzuweisen, welche eigentlich die Berufsgenossenschaften zu Arbeiter sind der genauesten Kontrolle der Arbeitgeber untertragen hätten; außerdem ist aber auch die in der Novelle geworfen. Es muß sich ein anderer Modus finden lassen, diesen gebene Abhilfe' nicht genügend, denn zum Theil sind die Be- Paffus wieder abzufchaffen. Ich bin überzeugt, ehe zehn stimmungen recht unflar gehalten und können zu späteren Jahre ins Land gegangen sind, werden diese Karten wieder 12. Sigung vom 5. Februar, 11 Uhr. Prozessen Anlaß geben, zum Theil, so&. B. was die Auf- verschwunden sein. Der Grundgebante des Gesetzes ist gut, An Ministertische Miquel, Herrfurth. nahme in Retonvaleszentenhäusern anlangt, find sie nicht aber der Aufbau ist verfehlt in allen Etagen bis unter das In der ersten Berathung des Gefeßentwurfes betreffend die geeignet, die Lücke in der Unterstützung zwischen einer Dach. Die Bestimmungen über das Invaliditätsgesetz werden schnell eintretenden Genesung und der erst nach 13 Wochen bes fehr rigoros ausgeführt. Es wird beinahe Niemand für invalide kosten königlicher Polizeiverwaltungen in ginnenden Unfallunterstützung auszufüllen. Bei dieser Gelegen- erklärt. Was die Altersrente betrifft, so wurden beim Inkraft- Stadtgemeinden erhält zuerst das Wort gegen die Vorlage Abg. Langerhans( dfr.): Eine neue Regelung dieser Materie völliger Arbeitsunfähigkeit jetzt nicht in einer den Forderungen jest nicht als rentenbezugsberechtigt angesehen werden. Man ent- hat sich schon lange als notwendig herausgestellt, denn die Verder Billigkeit entsprechenden Form geschieht. Was den zweiten beckt jetzt plöglich, daß diese Leute nicht im Stande sind, den theilung der Roften dahin, daß die Stadt Berlin die sächlichen, Bunft unseres Antrages anlangt, so haben wir auch dafür Spezial- dritten Theil des durchschnittlichen ortsüblichen Tagelohnes ge- der Staat die persönlichen Kosten tragen soll, hat zu vielen fälle vorgebracht; wenn ein Arbeiter einen Unfall erleidet, so daß wöhnlicher Tage- Arbeiter zu verdienen; was sie aber mit den Streitigkeiten Anlaß gegeben. Ich bedaure, daß der Minister er nur die Hälfte seines Normalverdienstes erwerben kann, und Marken anfangen sollen, ob sie sie verkaufen können oder was nicht auf die Trennung der Wohlfahrts- von der Sicherheitsbei einem zweiten Unfall stirbt, so wird jest bie den Hinter fie sonst damit unternehmen können, davon erfährt man nichts, polizei eingegangen ist und die erstere den Städten übertragen bliebenen zu zahlende Rente nur nach dem letzten Arbeisverdienst steht auch nichts im Gesez. Solche Entſcheinungen, wie die, daß hat. Warum soll die Bau-, Markt- und Gesundheitspolizei nicht berechnet ohne Burechnung der nach dem ersten Unfall zuge- ein Arbeiter auch dann keine Rente empfangen soll, wenn er der Selbstverwaltung überlassen werden? billigten Rente. Der Einwand, daß diese Hinzurechnung zu faktisch nicht ein Drittel des ortsüblichen Tagelohnes verdient, giebt die Möglichkeit, daß die Städte über diese Frage mit der schwierigen Berechnungen zwischen den einzelnen Berufsgenossen- obwohl er dazu im Stande wäre, machen das ohnehin unpopuläre Regierung in Unterhandlungen eintreten können; aber die fchaften führen würde, ist nicht stichhaltig, denn erstens Gesetz nicht populärer. Auf talmudistische Weise follte man Uebertragung diefer Zweige der Polizei foll nur wider folche schwierigen Berechnungen nur selten vor dieses Gesetz nicht auslegen. So kommt es vor, daß Leute auf ruflich erfolgen. Welche Gemeinde kann sich darauf einlaffen? tommen und zweitens muß sich doch auch ein anderer dem Lande für ihre Dienstleute zahlen müſſen und wenn sie Wenn eine Gemeinde die Gesundheitspolizei übernimmt, KrankenAusweg finden lassen, wenn man ist, da ist auch ein Weg. gradige Erbitterung hervorrufen. olen sie nicht neuen verhalten im Falle eines Widerrufes? Bei der Schul-, MarktDen dritten Punkt begründen wir damit, daß Gefängnisse sowohl Agitationsstoff liefern, so forgen Sie für eine bessere Handhabung und Gewerbepolizei verhalten sich die Dinge ebenso.( Es wäre als Buchthäuſer mehr und mehr den Charakter industrieller des Gesetzes. Daß man eine Aufhebung desselben nicht wünscht, zweckmäßig, wenn dieses Gesetz gleich eine organische Regelung Etablissements annehmen. Warum sollen nun Leute, die gegen beweist der Umstand, daß die selbständigen Weber Sachsens und für die Uebertragung dieser Zweige der Polizei auf die Städte die Gesetze verstoßen haben, dafür büßen, daß sie eine Zeit lang des Wupperthales, auch des Niederrheins u. s. w. dafür ein- bringen würde. Von manchen Städten weiß man überhaupt sozusagen im Staatsdienste beschäftigt gewesen find?( Heiterkeit.) treten, daß das Alters- und Invaliditätsgefeß auf sie ausgedehnt nicht, wie die Königliche Polizeidirektion dahin gekommen ist; Bezüglich des letzten Punktes haben wir schon bei der ersten Be- wird. Sie haben eben ein so erbärmliches Einkommen, daß sie es wäre zweckmäßig, wenn diese Städte von dieser Königlichen rathung Beweise genug dafür beigebracht, daß es thatsächlich mit diefer geringfügigen Rente zufrieden sind. Wollen Sie die Polizeiverwaltung ganz befreit würden. Wenn die Gemeinden Unternehmer giebt, die ihren Antheil an den Beiträgen nicht verschiedenen Bevölkerungsklassen versöhnen, dann verbessern in irgend einem Zweige der Wohlfahrtspolizei zu langsam vorund es besser!( Beifall bei den Die ausgleichende Gerechtigkeit kann ich in diesem Entwurf nicht abwälzen. Dagegen müssen ganz rigorose Strafbestimmungen demokraten.) Staatssekretär v. Bötticher: Den Vorwurf der Ungefeßlich anerkennen. Eine ziemlich reiche Stadt wird, weil dort ein großer festgesetzt werden. Andere Beschwerdepunkte haben wir nicht feit, den mir der Vorredner gemacht hat, nehme ich ihm nicht zentraler Verkehr herrscht und weil dort ein Polizei- Dienstgebäude ehnung des Gesetzes. Gelegentlich der Zunftdebatte hat der Minister übel, weil er in wohlwollendem Zone gemacht war. Der an errichtet ist, niedriger belastet als Berlin, wo beide Dinge ebenben Jnnungsschwärmern zu ihrer Beruhigung mitgetheilt, daß dem- mich von dem Reichs- Versicherungsamt gelangte Antrag hätte falls zu treffen, wo man allerdings das Dienstgebäude statt mit ble. Das wünschen wir auch; ich habe aber erfahren, daß man wir erwogen, ob nicht an der Hand des Gesetzes ein Ausweg Wenn die Berliner Vororte inkommunalisirt werden, dann in ben maßgebenden Streifen selbst noch nicht recht weiß, wie zur Gewinnung neuer nichtſtändiger Mitglieder zu finden war. tommen sie sehr schlecht weg. Berlin muß für das ganze Land man das machen soll. Ebenso bringend nothwendig ist es, die Da schon früher vom Reichs- Versicherungsamt zur Ergänzung Polizeidienste thun. Wenn ein Verbrechen paffirt, mit dem die jenigen Handelsgewerbe einzubeziehen, die bis jetzt noch nicht Beisitzer herangezogen wurden, welche zwar nicht gewählt waren, Pokalpolizei nicht fertig werden kann, müssen die Berliner Polizeiunter die Speditions-, Speicherei- und Kellerei- Berufsgenossen- aber nach den Gewählten die meiſten Stimmen erhalten hatten, Kommissarien aushelsen; die Berliner Schußleute werden für schaft einbegriffen sind. Dahin gehören u. A. die Kutscher der so sahen wir nicht die geringfte Schwierigkeit, dieses Verfahren Staatszwecke in umfassender Weise verwendet. Daß die größeren Bierverleger, die Kutscher der Aerzte u. 1. w. Die Landes- Ber. zu wiederholen.( Buruf links: Sehr falsch!) Das mag ja sein, Städte etwas mehr bezahlen wegen ihrer dichteren Bevölkerung, würden Abgeordnetenhaus. Der Gesetzentwurf ist richttg. Die Verbrech» werden ja aus allen Gegenden nach Berlin geschickt, damit wir ste hier ernähren. Die meisten Wer- liner sind keine Berliner. Abg. von Eyncrn(ntl.): Der Zustand ist jetzt so, daß einige weuig» Städte diese Kosten tragen müssen. Die Beitrags- Pflicht für Berlin erscheint mir nicht zu hoch,»venu man bedenkt, daß einschließlich der Kosten des Nacht- wachtwesens Berlin nur 2 200 000 M. mehr bezahlen soll. Herr Langerhans weist darauf hin, daß die Städte, welche ein- zelne Zweige der Wohlfahrtspolizei übernehmen, eine Garantie haben mässen, daß ihnen die Kosten erstattet werden für den Eall des Widerrufes. Ich halte das für sehr beachtenswerth. m Uebrigen bin ich mit der Borlage einverstanden und be- gleite sie mit meinen besten Segenswünschen in die Kommission. Abg. Eberty(dfr.): Die Mehrleistungen, welche Berlin hergeben soll, betragen 2 241000 M., d. h. II pCt des Auf- kommens an Gemeindesteuern. Ist eine solche Mehrleistung wirtlich erforderlich? Berlin wird erheblich belastet und seine Wünsche werden doch nicht erfüllt. Berlin darf wohl kaum hoffen, daß ihm irgend welche Zweige der Polizciverwaltung selb- ständig übertragen werden. Man sollte gerade jetzt die Stadt Berlin nicht vorzugsweise belasten zuGunsten der übrigen Staatsangehörigen. Wenn die Vorlage Gesetz werden soll, muß sie auf eine ganz andere Grundlage gestellt werden. In diesem Sinne bitte ich die Kommission, die Vorlage zu prüfen. Minister Herrfnrth: Die Vorlage stimmt überein mit den Beschlüssen dieses Hauses. Die Sache wird einheitlich für alle Landestheile geregelt, die Kosten werden vom Staate getragen und die Städte müssen ihre Beiträge bezahlen nach d» Bevölkerung; bei der Berechnung des Beitrages sollen diejenigen Beträge ab- gezogen werden, welche erspart werden durch Uebertragung von Zweigen der Äohlfahrtspolizei auf die Städte. Aenderunaen gegen die frühere Vorlage sind: l. Die Uebertragung des Nachtwachtwesens aus den Staat, 2. Di« Möglichkeit, Zweige der Wohlfahrtspolizei auf die Städte auf ihren Antrag zu übertragen� 3. Di« Verwendung der mehrvereinnahmten Gelder zur Vermehrung der Gendarmie. Eine ganze Reihe von Städten hat erklärt, sie wünschten keine Polizeiverwaltung zu übernehmen. Namens der Staatsregierung kann ich erklären, wir sind bereit, denjenigen Städten, welche die Wohlfahrtspolizei übernehmen wollen, dieselbe zu übertragen, vorbehaltlich der Baupolizei in den Städten Berlin, Charlotten- dura und Potsdam. Die widerrufliche Uebertragung ist selbst- verständlich, denn im Falle sich Uebelstände herausstellen, muß der Staat wieder die Sache in die Hand nehmen können. Widerruflich hat die Stadt Berlin auch die Straßenpolizei übernommen, ohne daß daraus ein Mißstand entstanden ist. Die Stadt Berlin wird allerdings schlechter behandelt, es sollte früher ein Beitrag von 3 100 000 M. gezahlt werden; der Be- fchluß des Hauses lautete auf 2 300 000 M., die jetzige Borlage aber verlangt 3 400 000 M. Das ist gerechtfertigt, weil die An- forderungen an die Berliner Polizei sehr erheblich gewachsen sind. Namentlich hätte sich eine Umänderung des Nachtwacht- weseas nicht mehr aufschieben lassen, welches in auffälliger Weife in Berlin vernachlässigt war und überhaupt nur ausrecht er- halten werden konnte dadurch, daß auch die Schutz- mannschast in der Nacht Dienst hatte, weil sich sonst unhaltbare Zustände herausgestellt hätten. Der Beitrag beträgt für Berlin uch nur etwa Vs der Gesammtkosten. Die neue Einkommensteuer wird für Berlin einen erheblichen Mehrertrag geben, so daß die Stadt ihren bisherigen Steuersatz wird ermäßigen können. Di« Stadt ist in der Lage, von dieser Mehreinnahme Gebrauch zu mache» ohne Belastung der unteren Steuerstusen. Wenn die Ueberweisung der Grund- und Gebäude- steuer durchgefiihrt wird, kommt Berlin gut weg. Wenn das neue Schulgesetz unverändert angenommen wird, wird Berlin von den S Millionen Mark L— 700 000 M. erhalten. Also Berlin ist so gut gestellt, daß es nicht klagen kann. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß dieses Gefetz, wie es zum dritten Mal vorgelegt ist, auch zum letzten Mal vorgelegt ist, daß es die Annahme des Hauses finden wird.(Beifall rechts.) Abg. Althaus(!.) hält die Vorlage für eine Verbesserung der früh»en Vorlage. Abg. Krause(ntl.): Nicht blos die 22 Städte haben einen Vortheil von der staatlichen Polizei, sondern auch das platte Land; denn die Kosten der Landgendarmerie trägt ebenfalls der Staat. Ueber die Mehreinnahmen aus den Beiträgen der Städte soll der Etat jährlich verfügen. Wozu dieser Vorbehalt? Soll das Haus festgelegt werden auf die Bewilligung dieser Summe für die Landgenvarinerie? Minister Herrfurth: Ueber diese Art der Verwendung ist «in Vorbehalt in das Gesetz aufgenommen; das war nothwendig, um die Absicht der Regierung ganz klar zu stellen. Abg. Barth(dfr.) erkennt die Vorzüge der Vorlage an und bezeichnet es als einen Akt der ausgleichende» Gerechtigkeit, daß die Gendarmerie in der Nähe der großen Städte veri.iehrt werden solle. Redner bittet nur den Minister, für die Gehälter und Wohnungsgelder der Gendarmen in den Vororten der Großstädte die Thenerungsverhältniss« derselben in Betracht zu ziehen. Abg. Tschocke(ntl.): Die Vortheile dieser Vorlage gegen- über der früheren sind durchaus nicht zu verkennen, aber bedenk- lich sind die höheren Entschädigungssätze, welche jetzt auf- gestellt sind., Abg.»on Eynern(ntl.): Wenn auch in Berlin eine kleine Unzufriedenheit bestehen bleibt, so wird die Vorlag« doch sonst überall Zufriedenheit verbreiten. Berlin genießt immer noch «inen Staatszuschuß zu seinen Polizeikosten von 3 Millionen Mark, abgesehen von allen anderen Bortheilen, die der Stadt Berlin als der Reichshauptstadt, als dem Sammelpunkt des Ver- kehrs zufallen. Damit schließt die erste Lesung. Die Vorlage wird einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Daraus wird die zweite Berathung deS EtaatShauS- Halts-Etats fortgesetzt und zwar beim Etat der Berg-, Hütten- und Salinen-Verwaltung. Referent ist Abg. Stengel. Berm ersten Titel der Einnahmen: AuS»Bergwerken" bemerkt Abg. Schultz- Bochum, daß die Folgen deS Berg- arbeit»- Ausstandes sich noch immer bemerkbar machen, namentlich in dem Rückgang der Leistungen der Arbeiter. Dieser Ruckgang sei nur zum Theil»klärlich durch die Ver- kürzung der Arbeitszeit; denn im westfälischen Kohlengebiet« wäre «ine erheblich« Verkürzung der Arbeitszeit nicht«ingetreten. Die Löhne haben dagegen«ine steigende Tendenz angenommen, und zwar betrugen in den Jahren 1363—20 die Jahreslöhne in Ntederschlesien 630. 632. 735 M.. an der Ruhr 362. 241, 1067 M. und in Saarbrücken 342, 233, 1140 M. Diese Löhne lassen sich nur aufrecht erhalten, wenn der Preis d» kohlen nicht erheblich zurückgeht. Dazu ist aber nothwendig, daß zwei alte Forderungen erfüllt werden: die Reform der Bngwert-Steuer und die Er- Mäßigung der Eisenbahn-Tarife. Abg. Schmieding(natl.): Di« Lohnfrage ist noch nicht ge- «üaend geklärt, daß man sie hier in der Oeffentlichkeit schon bespreche» könnte. Ich halte es auch für wünschenswerth, daß «ine Reduktion nicht Platz greifen möge. Wenn die aus- wärtige Konkurrenz es zuläßt, ist der hohe Stand der Löhne«in Segen für daS Land, weil die Kaufkraft dadurch wächst. Di e hohen Löhne find immer noch der beste Schutz gegen die Sozialdemokratie. Freilich müssen auch die Kohlenpreise die bis- herige Höhe behalten. Redner wendet sich dagegen, daß die Budgetlommission den Fonds für unvorhergesehen« Ausgabe» von 280 000 M. auf 100 000 M. ermäßigt hat. Gerade beim Bergbau ist Sparsamkeit bei unvorhergesehenen Ausgaben am wenigsten am Platze. Rednn verlangt schließlich die Aufhebung d» aus alter Zeit stammenden Brutlo-Bergwerksieuer, deren Be- Jritigung schon vom Minister Maybach seit vielen Jahren in luSsicht gestellt sei. Minister v. Berlepsch: Eine Umänderung der Bruttosteu» wollte man nicht herbeiführen, weil man dadurch lästig hätte eindringen müssen in die Berg'verks-Verhältnisse und weil da- durch die kleinen Bergwerke mehr belastet würden, als die großen. Jetzt sind die Einkommen- und Gewerbe- steuer dahin reformirt, daß die kleineren entlastet sind. Ich werde das meinige versuchen, um mit dem Finanzminister zur Einigung zu kommen. Die Bergarbeiterausstände sind auch heute noch nicht überwunden. Im großen und ganzen ist aber das vergangene Jahr davon verschont geblieben, Ich glaube,' wir können nichts besseres thun als möglichst wenig in der Oeffentlichkeit über diese Frage zu verhandeln. Das braucht durchaus nicht die nöthige Vorsicht zu beeinträchtigen. Je weniger öffentlich davon verhandelt wird, desto weniger wird die künstliche Agitation, die heute allein noch vorliegt, unterstützt. Die Minderleistung ist nicht auf die Ausstände allein zurückzu- führen, sondern auch darauf, daß die Vorbereituiigsarbe-teu sich vermehrt haben, daß ferner die Zahl der ungeübten Arbeiter sich erheblich vermehrt hat, namentlich in Westfalen und auch Saar- brücken. Die Löhne sind etwas gestiegen, aber daß die Löhne zu hoch sind, kann ich nicht zugeben; das haben auch die Vorredner anerkannt. Wenn die Kohlenpreise die jetzige Höhe nicht mehr haben, werden die hohen Löhne auf die Dauer nicht aufrecht erhalten werden können. Denn wir halten uns nicht für befugt, aus dem Säckel der Steuerzahler Zuwendungen an hie Arbeiter zu machen über das hinaus, was sie verdienen. Die siskalischen Verwaltungen haben überhaupt die Ausgabe, ein gutes Beispiel zu geben. Ich hoffe, daß es möglich sein wird, die Löhne zu erhalten; eine Erhöhung derselben ist ja vorläufig ausgeschlossen. Seit Mitte vorigen Jahres ist ein Stillstand eingetreten. Abg. von Schalfcha(Z.): Die jetzigen Kohlenpreise sind von den früheren so verschieden, daß man wohl sagen kann: auch bei einer erheblichen Verringerung derselben wird es noch möglich sein, die jetzigen Löhne der Bergarbeiter zu bezahlen. Es fragt sich, ob wir nicht bei einer ungesunden Höhe der Kohlenpreise angekommen sind. Daß hohe Löhne ein Mittel gegen die Sozial- demokratie sind, möchte ich bestreite»; der Appetit kommt beim Essens; man will bald höhere Löhne haben. Es wird leicht gesagt, daß man nicht mehr auskommt, man verlangt höhere Löhne. Ab» die Kunst ist, auszukommen mit dem, was man hat.(Zustimmung rechts.) Die Kohlenproduzenten sind von Konjunkturen ab- hängig; man kann es diesen nicht verdenken, daß sie bei guten Zeiten etwas ersparen für die schlechteren Zeiten. unter den hohen Kohlenpreisen leiden alle Industrie», namentlich die Eisenindustrie. Bedenklich scheint es mir daher, wenn die fiskalischen Werke eine Erhöhung der Kohlenpreise anstreben, denn die fiskalischen Werke haben die allgemeinen Interessen wahrzu- nehmen, um so mehr, als die fiskalischen Gruben nur mit einem Händler ihre Produktion abgeschlossen haben, so daß ungezählte Millionen in diese zwei Hände stießen. Abg. Graf Strachwitz(Zentr.) weist darauf hin, daß die Selbstkosten der Bergwerke sich erheblich vermehrt haben, nament- lich durch die Unfall- und Invalidenversicherung. Di« Kohlen- preise sind noch nicht solche, daß man berechtigt wäre, einen Feldzug gegen die Kohlenproduzenten zu»öffnen. Den Klagen der Eisenindustrie würde abgeholfen werden, wenn die Eisenbahn- Verwaltung statt der ausländischen Holzschwellen inländische eiserne Schwellen verwenden wollte. Abg. Szmula(Z.Z: Es besteht ein Kohlenring. Die beiden großen Firmen Cäsar Wollheim und Friedländer haben die kleineren Zwischenhändler ausgekauft und hatten nun die Macht, die Kohlenpreise zu diktiren, um so mehr, da die Staatswerke ihnen auch ihren Verschleiß übertrugen. Die Kohlenwerke können sehr wohl einen Theil ihrer Produllion direkt verkaufen, wenn sie auch den größten Theil an Händler verschleißen. Die Eisen- industrie ist wichtiger als die Kohlenindustrie und man ülerlegt sich schon in Oberschlesien, ob man nicht einen Theil der Hoch- öfen demnächst ausblasen soll, weil die Absatzverhältnisse sich verschlechtern. Für die Eisenindustrie würde es angenehm sein, wenn die Regierung etwas für die Ermäßigung der Kohlenpreise thun würde. Dazu kommt noch, daß Oberschlesien keinen be- quemen Absatzmarkt hat. Nach Rußland ist der Absatz, außer zu Schleuderpreisen, verschlossen; nach Oesterreich hat der Handelsvertrag den Absatz nicht gerade erleichtert. Geh. Ober-Bergrath Bendemanu: Eine Erhöhung der reise der fiskalischen Bergwerke ist nicht angenommen; die tatsansätze bleiben noch zurück hinter den bisher schon erzielten Preisen. Das Bestreben wird allerdings dahin gehen müssen, die Preise uicht plötzlich allzu stark sinken zu lassen. Minist» von Berlepsch; Die oberschlesische Eisenindustrie befindet sich augenblicklich»n einer üblen s-ituation, weil die ßeographische Lag« eine ungünstige ist. So schlimm, daß bei den jetzigen Kohlenpreisen die Eisenmdnstrie zum Erliegen kommen müsse, liegt die Sache doch nicht. A» dl« fiskalischen Gruben- Verwaltungen sind Anträge auf eine Ermäßigung der Kohlen- preis« herangetreten, denen auch zum Theil Folge gegeben ist. Gegner dieser Ermäßigungen sind die Eisenwerke, welche selbst Kohlenbergwerke haben. Das soll uns ab» nicht abschrecken, den Werke», welche sich nicht in einer so günstigen Lage befinden, entgegenzukommen, soweit es möglich ist, denn die Staats-Finanz- Verwaltung spielt doch schließlich hierbei auch eine Rolle. Die Verhältnisse der Werke, welche eine Erleichterung verlangt haben, sind unterfucht worden. Das eine der Werke hat im vorigen Jahr« 14, im vorvorigen Jahre 10 pCt., das andere in den letzten drei Jahren 14, 12, 10pCt. Dividende gegeben. Wenn es ihnen anch jetzt schlecht geht, so liegt doch kein Anlaß vor, solche Werke zu unterstützen.(Zustimmung.) Abg. Szmnla bleibt dabei, daß die Kohlenpreise«in« Schädigung der Eisenindustrie herbeiführen. Abg. v. Schalfcha: Daß die Grubenbesitzer sich der Zwischenhändler dedienen müssen, sei anzuerkennen, aber es sei nur bedauerlich, daß für alle Gruben derselbe Zwischen- Händler fungire. Abg. Gras Strachwitz: Die Kohlenwerke könnten nicht gezwungen werden, für die Eisenindufirie billigere Preise zu machen. Als die Kohlenwerke Ryth gelitten hätten, habe die Eisenindustrie auch nicht geholfen. Darauf werben die Einnahmen und Ausgaben bewilligt mit der Ausnahme, daß für unvorhergesehene Bau-Ausführungen statt 280 000 M. nur 100 OOO M. bewilligt werden. Referent Stengel weist dabei den Vorwurf deS Herrn Schmieding zurück, daß dieser Abstrich ein bedenklicher sei. Der ?ro«ds betrug früher nur 42 000 M. und die Kommission at eine Erhöhung auf das siebenfache nicht für nothwendig gehalten. Minister Berlepsch: Eine Schädigung der Bergwerks- Verwaltung wird durch die Verminderung des Fonds nicht ein- treten, denn die nothwendigen Arbeiten werden gema' und eventuell zur nachträglichen Bewilligung gestellt werden. Im Uebrigen erfolgten die Bewilligungen ohne Debatte. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. (Etat der Justizverwaltung.) Doltetles. Zum Falle Peu«. Wir haben gestern in der Notiz über den Tod der unglücklichen Frau unseres Genossen Peus einer Zuschrift deS kgl. Staatsanwaltes in Magdeburg erwähnt, worin dieser daS Besuch der ihrer schweren Stunde entgegensehenden Frau um Freilassung ihres ManneS aus der Untersuchungshaft ablehnte. Dies» ablehnend« Bescheid hat folgenden charakteristischen Wortlaut: Der Königl. Erste Staatsanwalt Akt.-Z. V. I. Nr. 1000/21. Magdeburg. 22. Dezbr. 1391. T.-B. Nr. V. 12817 In dem Vorverfahren wider Ihren Ehemann den Schrift- steller Heinrich Pens wegen Vergehens gegen ß 95 St.-G.-B. er- halten Sie ans Ihre Eingabe vom 19. d. M. hierdurch zum Be- scheide, daß ich bei all» Anerkennung Ihrer traurigen Lage zu meinem Bedauern nicht in der Lage bin, die Haftentlassung Ihres Mannes, der eine schwere Strafe zu ge- w artigen hat, von AmtswegeN zu befürworten. M a i z i e r. An Frau Minna Pens, geb. Leina» zu Dessau. Dies» Bescheid der Staatsanwaltschaft spricht wohl für sich selbst. Wie die Leser aus demselben ersehen, soll sich Peus des Verbrechens einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben. Es handelt sich dabei nicht etwa um eine rohe Aeußerung über irgend ein gekröntes Haupt, sondern um eine ganz allgemeine Redewendung in einem Vortrag, welche in Rücksicht auf unsere strafgesetzlichen Zustände und die gerade in diesen Punkten sehr diffizile Praxis in der Rechtsprechung als unvorsichtig oder auch ungeschickt bezeichnet werden kann, sicherlich aber eines be- wüßt beleidigenden Charakters entbehrt. Unser Genosse ist eine durchaus ideal angelegte Natur, für dessen Unbefangenheit in strafgesetzlichen Tingen, wohl am besten die Thatsache spricht, daß» zu seiner Vertheidigung glaubte, sich mit Erfolg auf die Bibel und die Schriften des Grasen Tolstoi berufen zu können. — Wie nun bei solcher Art der Vergehen, wo auch jeder Ge- danke an das Vorhandensein ein» schlechten oder verbreche- rischen Gesinnung ausgeschlossen ist, sich die Untersuchungshaft— trotz Kautionsangebot in zeder Höhe und trotzdem die Frau des Jnhaflirten in das Wochenbett und schließlich auf das Sterbebett kam— rechtfertigen läßt, das würde unbegreiflich sein, wenn es sich nicht»in einen prenßisch-deutschen Gerichtshof resp. Staatsanwalt handelte, und der in Haft Behaltene nicht ein Sozialdeinokrat wäre.— Ob unser Genosse Peus jetzt nach dem Tode seiner Frau auf freien Fuß gelassen und damit in die Mög- lichkeit versetzt wird, für sein ktind, die wenige Wochen alle und der Mutter beraubte Waise zu sorgen, wissen wir zur Stunde, wo wir diese Zeilen niederschreibe», noch nicht, wollen es aber zur Ehre der Menschlichkeil annehmen.— Auf alle Fälle zeigt der Fall Peus wieder, wie bei uns die Untersuchungshaft unter Umstände» zu ein» Marter für den davon Betroffenen werden kann. Für diese Art der Hast dürfte die Bezeichnung als „trockene Folter" kaum zu viel sagen. Niemand wird bestreiten, daß es ein Mittel geben muß, um sich des Verbrechers zu ver- gewiss»«, bis ihm sein„Recht" gesprochen wird. Ob aber die An- wendung dieses Mittels, nämlich der Unters ichungshaft, auch „Verbrechern" gegenüber am Platze ist, deren angebliche Straf- lhat in nichts anderem besteht, als die eine von der jeweils herrschenden Richtung abweichende sozialpolitische oder religiöse Ueberzeugung zu haben, das ist eine Frage, die für einen Kultur- und Rechtsstaat eigentlich keine Frage mehr sein sollte. Es sollte dies auch bei uns in Deutschland um so wenig» der Fall sein, als wir nicht selten das Schauspiel er- leben, daß V»brecher an Eigenthum und L»en, sobald sie den begüterten Kreisen angehören und in der L'.ge sind, hohe Beträge an Kautionen zu stellen, während der Zeit d:r Untersuchung ans freiem Fuße bleiben. Soeben erfahren wir, daß'dem Vertheidiger des Genossen Peus, Rechtsanwalt Stadthagen, per Telegramm die Mittheilung wurde, daß gegen eine Kaulion von 5000 M. Pens aus freien Fuß gesetzt werde. Also endlich!— Die genannte Summe ist bereits angewiesen. Der Nothstand unt» der ärmeren Bevölkerung Berlins treibt dieselbe immer mehr dazu, die Mildthätigkeit ihrer besser gestellten Mitbürger in Anspruch zu nehmen. Da nun das „Betteln" aus das Strengste verboten ist, sucht der Proletarier auf alle mögliche Weise dieses Verbot zu umgehen,— es würde ihm ja nicht im Traume einfallen„betteln" zu gehen, wenn er am Morgen wissen würde, was er und leine Familie zu Mittag essen könnten. Das weiß er aber in den meisten Fällen nicht und deshalb bleibt ihm nichts übrig, als zu„betteln." Einen mitleiderregenden Anblick gewährte es z. B. dieser Tage, als aus dem vose des Hauses Barutherstraße 15 ein abgezehrter, gegen 40 Jahre alter Mann, in Begleitung dreier Kinder im Alt» von etwa 4—8 Jahr erschien. Der Mann, der sich kaum mehr ausrecht zu»halten vermochte, etablirte sich als„Hof- sänger" und sang mit bleichen Lippen und vor Frost schlottern- den Knien— lustige Lieder! Es war unendlich schmerzlich, das mit anzusehen. D:« Kinder in dürstigsten Kleidern lugten nach den Fenstern, ob nicht eine Spende herunter geworfen würde und der Bat» stößt sein:„Nur am Rhein, da möcht' ich leben" Das wäre fteilich besser, als in Berlin zu verhungern! Die in den Fabriken beschäftigten Arbeit» veranstalteten schleunigst eine Kolleite für die Aermsten, durch deren Ertrag dieselben wenigstens für die nächsten Tage der schlimmsten Sorge überhoben waren. Eben hatten wir die Notiz niedergeschrieben, da erschien ein Parteigenosse auf der Redaktion, der eben von ein» Reise zurück- gekehrt war und»zählte uns, daß in den westlichen Städten des schönen Deutschen Reiches der Nothstand fast ebenso groß sei wie in Berlin. Zum Beweis dafür brachte er uns einen Ans- schnitt eines m Elberfeld erscheinenden nationalliberalen Blattes mit, in welchem es heißt: Bei einem hiesigen Arzte erschien vor einigen Tagen ein ä l t e r e r A r b e i t e r, der über sehr große Körper- schwäche klagte. Durch die Untersuchung wurde fest- gestellt, daß der Kranke seit drei Tagen keinerlei Nahrung genossen hatte und auch unter dem Einfluß der Witterung litt. Der Arzt half sofort nach Kräften und vermittelte auch die Unterstützung seitens der Armen- kommisston. Dieselbe hat jetzt ermittelt, daß längere Arbeitslosigkeit die Lage des Mannes herbei- geführt hat. Elberfeld scheint somit in der Nothstandsstatistik Berlin nicht nachzustehen! Bom„verbesserten" Tuberkulin. Die„National-Ztg." erklärt aus Grund von Erkundigungen an kompetent» Stell« die Meldung der„Post", daß es Professor Koch gelungen wäre. abermals eine wesentliche Verbesserung seines Tuberkulins zu er- reichen, und daß die Veröffentlichung derselben schon in kürzest» Zeit erfolgen solle, für unrichtig. Die Arbeiten des Professor Koch seien»och nicht so weit gediehen, daß die Vnöffentlichnng schon in kürzester Zeil erfolgen könnte. Die Aufhebung der Sperre auf dem Zentral« Viehhof macht der Polizeipräsident unter vorgestrigem Datum wie folgt bekannt: Das am 25. v. Mts. von mir erlassene Verbot dkS Abtriebs von Vieh vom Zentral- Viehhose ist heute wieder auf- gehoben worden. Falsche Sv-Markscheine sind seit Kurzem wieder im Um- lauf. Sie sind dadurch kenntlich, daß zwei Blätter, zwischen welche Jute und Hanffascrn gelegt sind, zusammengevreßt sind. Die Linien sind mit Tinte gezogen und die Zahl 50 ist auf- t«tuscht. Ebenso sind falsche Fünf- und Einmarkstücke im Umlauf. Zieselben sind aus Zink und Blei hergestellt und galvanisch ver- silbert, fühlen sich fettig an, auch find die Einmarkstücke 1,5 Gr. leichter. Eiue Revolver-Affäre hat sich vorgestern Nachmittag in dem Hause Bernauer Straße 14 abgespielt. Daselbst wohnt im dritten Stock der 43 Jahre alte frühere Schlosser Wilhelm Bolle mit seiner Ehefrau und einer einzigen Tochter zusammen, welche Vermischtes. Aus Nahrungssorgen nahm sich in Schönheide ( Sachsen) eine Wittwe sammt ihrem 11jährigen Sohne das Leben. Bestere an den Schloffer Karl Arndt verheirathet ist. Frau Bolte bei threr ersten Bernehmung widersprechende Angaben gemacht. betreibt seit Jahren ein Wäschegeschäft in der Wohnung, beschäftigt Bolte hat nachträglich feine erften Angaben geändert, so daß mehrere Näherinnen und lebt baher ohne materielle Sorgen, da- fie fich mit denen des Schuhmanns deckten, aber erst, nachdem Beide gegen ließ ihr Familienleben seit langem zu wünschen übrig; nachweislich eine Zusammenkunft gehabt. Wegen schlechter Behandlung von Soldaten sind ben denn sie wurde von ihrem Ehemanne, welcher nerven- Der Staatsanwalt hielt beide Angeklagte für überführt und Münch. Neuesten Nachrichten" zufolge drei Unteroffiziere des frant ift, oft gemißhandelt und namentlich in letzterer Beit häufig beantragte gegen Bolte wegen der Uebertretung 10, wegen der bortigen Leibregiments entlassen worden. mit einem Meffer bedroht. Auch bereits vor zwei Jahren wurde Bestechung 60 Mart, gegen den Angeklagten Poley eine Gefängniß- Mit Messe lesen glauben in Mülhausen einige der jezige Schwiegersohn, welcher damals schon bei feinen strafe von einer Woche. Die Vertheidiger hielten eine Beamten gläubig- katholische Arbeiter und Arbeiterinnen den gegen Schwiegereltern wohnte und seine Schwiegermutter gegen Miß- bestechung um deshalb nicht für vorliegend, weil es nach der Auskunft wärtigen schlechten Zeiten beikommen 3 น handlungen Seitens ihres Mannes fchüßte, von dem Bekteren zu des Polizeipräsidiums in dem freien Ermessen des Schußmanns önnen. Sie veranstalten zu diesem Zwecke eine Rollefte; es einem Pistolenduell gefordert.(??) Als Grund feines Berhaltens liegt, ob er eine derartige Uebertretung zur Anzeige bringen will scheint also zur Zeit des Nothstandes auch eine Messe nicht umgab Bolte ftets an, daß er Frauenspersonen nicht leiden könne. oder nicht. Der Beamte konnte also nicht durch Gewährung von sonst zu haben sein. Gestern Morgen nun rief der Genannte wiederum einen Familien Geschenken dahin beeinflußt werden, eine Amtshandlung, nämlich Wegen roher Mißhandlung durch ihren Mann band zant hervor, weil der Milchtopf in der Küche nicht genau auf die Anzeige, zu unterlassen, da er nicht verpflichtet war, eine sich in Herford( Westfalen) eine Frau ihr 7 Monate altes Derfelben Stelle ftand, wie sonst, und die Ehefrau erklärte ihm folche zu machen. Der Gerichtshof konnte sich diesen Ausführungen Rind an den Körper und sprang hierauf in die hochgehende schließlich, daß sie als seine Ernährerin sich die fortgesetzten nicht anschließen. Der Beamte beging eine Pflichtverlegung da- Werra. Mutter und Kind ertranten. Standalszenen nicht mehr gefallen laffe, es vielmehr vorziehe, sich durch, daß er den unerlaubten Zustand andauern ließ. Das von ihm zu trennen. Am Nachmittage um 24 Uhr fand sie auf Urtheil lautete nach dem Antrage des Staatsanwalts. einer Nähmaschine des Arbeitszimmers einen von Bolte geschriebenen Zettel des Inhalts: Grüßet mir alle meine Freunde, meine Frau und Tochter haben es mir angethan, daß ich des Lebens überdrüssig bin." Bald darauf fielen auf dem Korridor drei Schüsse hinter einander, und man fand Bolte in seinem Blute daliegend vor. Ein Geschoß hatte er sich in die linke Bruftseite, ein zweites in den Mund gejagt. Er wurde zunächst auf ein Sopha gelegt und, als erst nach etwa einer Stunde der Schutzmann Seifert vom Ausstand der Berliner Weißgerber. Infolge der ge 10. Polizei- Revier erschien( so lange hatte man nach einem Arzt ringen Unterstüßung, welche nur noch ausbezahlt werden konnte, gesucht), um den Kranken nach einer Anstalt zu befördern, da und durch den Zuzug einiger indifferenter Leute, mußte der brach er bei den ersten körperlichen Bewegungen das in den Streit der weißgerber am 3. d. M. für beendet erklärt Mund gejagte Geschoß wieder aus. Indem er dann eine Hand der von den Fabrikanten gestellten Bedingung aufgenommen. werden. Die Arbeit wurde nach 28wöchentlichem Kampfe unter voll Patronen auf den Tisch legte, verlangte er wieder nach seiner& bleiben aber noch 30 Mann übrig, welche teine BeWaffe, indem er ausrief: noch ein Schuß, dann bin ich alle". Er ging nun, auf feinen Schwiegerfohn gestützt. Die drei Treppen schäftigung gefunden haben, somit noch weiter zu unterhinunter, um nach der Charitee gebracht zu werden, wo er stüßen find. fterben wollte. In demselben Krankenhause befand sich Bolte schon im November v. J. auf zehn Tage wegen seines Zustandes. Die Verlegungen scheinen nach dem vorläufigen Urtheil nicht lebensgefährlich zu sein. " 1 Soziale Lebersicht. Friz Trapp, Weißgerber, Biesenthalerstr. 6a IV. Die Zahl jener Arbeitslosen, an welche der Magiftrat Magdeburgs Arbeitsscheine ausgegeben hat, betrug 2000. Bei dem Einebnen der alten Festungswerke im Nordfrontgebäude find noch 1800 beschäftigt. Polizeibericht. Am 5. b. M. Morgens überfiel der Kellner Schlack vor dem Hause Kommandantenstr. 77a einen ihm völlig unbekannten Arbeiter ohne jede Veranlassung und brachte ihm mittels Taschenmessers einen Stich in die Hand bei. Der Thäter dieser Tage bei den Kindern Nachfrage gehalten, wessen Auch in den Brandenburger Gemeindeschulen wurde wurde verhaftet. Zu derfelben Zeit stürzte sich ein ehemaliger Eltern gegenwärtig ohne Arbeit sind und wer von ihnen ohne Steuererheber aus dem Fenster seiner im 2. Stock des Hauses Kaffee und Frühstück zur Schule geht. Es sollen sich eine ganze Große Frankfurterstr. 82 belegenen Wohnung auf den Hof hinab Anzahl Kinder gemeldet haben. und verstarb auf der Stelle. Ein 61 Jahre alter Mann brachte sich Nachmittags in seiner Wohnung in der Forsterstraße Ein neues Bild des Elends entrollt das Nachrichtenmittels Taschenmessers mehrere Schnitte an den Handgelenken blatt für Johanngeorgenstadt und Umgegend" aus den bei und mußte nach der Charitee gebracht werden. Bu der fächsisch böhmischen Grenzorten Frühbuß und felben Zeit schoß sich ein Wäschefabrikant in feiner Wohnung in Sauersad. Die Berlmutterknopf- Erzeugung und Näherei ber Bernauerstraße mittels Revolvers zwei Schüsse in den Kopf liegen vollständig danieder, und dies waren die einzigen und in die Brust, so daß seine Ueberführung nach der Charitee Industriezweige, durch welche die arme Bevölkerung das Leben erforderlich wurde. An der Ecke der Bischofstraße und des nothdürftig hinfristen fonnte. Seit Monaten hat jeder Verdienst Hohensteinweges wurde Nachmittags eine Frau von einem Ge- aufgehört. Wer so glücklich ist, etwas zum Nähen zu bekommen, schäftswagen überfahren und am Kopfe und an der Schulter an- verdient täglich nur 10 Kreuzer. Betritt man eine solche Hütte scheinend bedeutend verletzt. Abends fiel ein Schlosser in dem des Elends, so bieten sich schreckliche Bilder dar. In den von Hause Am Zionstirchplag 1 von der Treppe und erlitt eine Ge- Miasmen geschwängerten Wohnstuben hocken und schleichen halbhirnerschütterung. Er wurde nach der Charitee gebracht.-nadte, gerlumpte, hohläugige Jammergestalten umber, die zahlBu derselben Zeit fanden 2 fleinere Brände statt. reichen Kinder schreien kläglich und erbärmlich nach Brot, das ihnen von den bedauernswerthen Eltern nicht gereicht werden fann. Viele Familien haben nicht einmal Holz, um einzuheizen und sich wenigstens vor der grimmigen Wintertälte zu schüßen; viele Familien haben schon mehrere Tage keinen Bissen genossen. Die wenigen Spenden, welche den Nothleidenden bisher zuflossen, haben in Anbetracht der großen Anzahl derselben kaum gereicht, den Hunger für einen Tag zu stillen, und wenn nicht bald Hilfe naht, dürfte der Hungertyphus und andere Krankheiten Gerichts- Beitung. Eine Anklage wegen Beamtenbestechung wurde gestern vor der vierten Straffammer des Landgerichts I gegen den Kaufmann Otto Polte und den Schußmann Gustav Poley ver- ausbrechen." handelt. Der erste Angeklagte ist Inhaber eines HerrenGarderobengeschäfts Bum Kleider- Pafcha" in der Rosenthaler- Bühl( Elsaß) eine 10prozentige Lohnreduktion, als das Personal Burückgezogen hat die Fabrik Marin Astrue in straße. Nach den übereinstimmenden Bekundungen dreier junger Die Arbeit niederlegte. Die Polizeibehörde hatte beim Ausbruch Leute, welche früher in dem Polfe'schen Geschäfte als Verkäufer bes Streites fofort 12 Gensdarmen nach Bühl beordert. angestellt waren, hat sich dort am 7. Dezember 1890, einem Sonntag- Nachmittage, folgende Scene abgespielt: Entgegen den Bestimmungen in Betreff der Sonntagsruhe hatte der Angeklagte Bolle weder die Vorhänge vor dem Schaufenster heruntergelaffen, noch bie vor der Ladenthür ausgehängten Kleidungsstücke hereinnehmen laffen. Der Schußmann Poley sei in Uniform hineingetreten und habe dem Angeklagten die Uebertretung vorgehalten. Bolte habe erwidert, daß andere Geschäfte ebenfalls nicht verhängt hätten, worauf der Schuhmann erklärte, daß dies nicht seine, Bolte's, Sache sei. Nun habe Bolte eine Handvoll Zigarren aus einer im Laden stehenden Rifte und ein Markstück aus dem Portemonnaie genommen und beides dem Schuhmanne gegeben. " Ueber die unzureichende Ernährung der Proletarier. finder wird in der Prager medizinischen Wochenschrift" mitgetheilt, daß von 389 in die pädiatrische Klinit aufgenommenen Kindern an der Brust ernährt waren 183, gleich 54 pt.; fünftlich ernährt waren 155, gleich 46 pet. Die Brust war gereicht worden: Der zweimal zum Tode verurtheilte Getreidemakler August Scheffler in Breslau, welcher seine Geliebte ermordet hatte, ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Die Aussicht, nicht unterm Beil des Scharfrichters, sondern im Zuchthaus zu enden, hat den Mann um Jahrzehnte verjüngt. Wegen fahrlässigen Meineids ist gegen den Landrichter Dr. Liebmann in Frankfurt a. M. Disziplinarunter suchung eingeleitet worden. Der Dichter Frhr. Karl Friedrich Gisbert von Vincke, bekannt durch seine Bearbeitung Shakespeare's, Bruder Georg von Bincke's, ist in Freiburg i. B. gestorben. Dr. Gök, genannt Deppchen- Göß, der frühere radikale Revolutionär, später Preußenfresser und schließlich BismarckAnbeter, der Redner auf den Turnfesten, Kampfgenosse von Hänschen Blum, wurde von einer Anzahl Blättern todt gesagt. Man widmete ihm lange Nefrologe. Die Nachricht von seinem Tode bestätigt sich aber nicht; wir gönnen es ihm gerne, noch recht viele patriotische" Reden zn halten, tapfer auf die Sozialdemokraten zu schimpfen und vor allem auch noch manches " Deppchen" zu leeren. Wohl bekomm's ihm! Im Süden Rußlands sollen nach einer Meldung der Köln. Bolts- 3tg." 400 otomotiven und 13 000 agen festgefahren sein. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Posen, 6. Februar. Die Hausbesitzer im Ueberschwemmungs gebiete beabsichtigen, eine Abordnung an den Kaiser zu entfenden mit der Bitte die Beschleunigung der längst beschlossenen Eindeichung der Warthe anzuordnen. Paris, 6. Februar. Von Navarra und Aragon werden große Ueberschwemmungen gemeldet.- In Xeres wurden vier Anarchisten zum Tode und vier zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt. Bilbao, 6. Februar. Den Bitten von Tausenden von Arbeitern nachgebend, haben die Eigenthümer der Bergwerke die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Briefhaffen der Redaktion. Antwort wird nicht ertheilt. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung betzufügen. Brieflich Nr. 28 des Vorwärts" ist der Name des 1. Vorsitzenden Im Bericht des Verbandes der Geschäftsdiener 2c. in Reßler, nicht Raster zu lesen. R. K., Stephanstraße. Da wird sich wohl nicht mehr viel machen laffen. G. M., Rigdorf, Juliusstraße. Ihre Anregungen follen Beachtung finden. W., Oppelnerstraße. Sie find so gut wie betrogen. Machen tönnen Sie nichts dagegen. Geben Sie Ihre Adresse an, damit wir Ihnen das Loos wieder zustellen können. unzureichende Beit( unter 4 Monaten) in 55 pet.; O. K., Urbanstraße. Sie haben das Sopha zwar weder genügende Zeit( 4-12 Monate) in 35 pt.; fest getauft, noch auf Leihkontratt entnommen. Da Sie es aber übermäßig lange Zeit( über 1 Jahr) in 11 pet. offenbar bis jetzt benutzt haben, so müssen Sie den angemessenen Der Grund für diese ungünstigen Verhältnisse liegt nach des Werth zahlen, welchen es zur Zeit der Lieferung hatte. Wie hoch Der Lettere habe sich entfernt und das Schaufenster sei unverhängt Verfassers Ansicht zum Theil, nach unserer Ansicht zum größten dieser Werth ist, ob 75 oder 30 M., wiffen wir natürlich nicht, geblieben. Der Angeklagte Bolte behauptete dagegen, daß diefe Dar- Theil darin, daß die Mütter, meist Arbeiterinnen und Dienst- das müßte eventuell ein Sachverständiger entscheiden. Wenn Sie ftellung falsch sei, die Belastungszeugen seien in Unfrieden von ihm ge- mädchen, des Grwerbs wegen sich den Kindern nicht die anderen, auf Leibkontrakt entnommenen Sachen abbezahlt schieden und wollten sich an ihm rächen. Richtig sei allerdings, genügend widmen können. haben, respektive die Raten innehalten, so tönnen diese natürlich daß der Schuhmann an jenem Tage bei ihm gewesen sei. Derwegen der Differenz bezüglich des Sophas Ihnen nicht abgeholt felbe habe aber von der angeblichen Uebertretung fein Wort ge- Der Exekutiv- Ausschuß des Bundes der englischen werden. fagt, fondern fein Besuch sei wie viele frühere, rein freundschaft Bergleute beschloß in feiner Sigung vom 4. b. M. in F. S. 5635. Für den durch Ihr Fuhrwerk angerichteten licher Natur gewesen. Der Schuhmann habe sich darüber be- Birmingham, mit aller Macht die Acht stunden- Bill bei Schaben haften Sie nur, wenn Ihnen eine Fahrlässigkeit zur schwert, daß einer seiner Kollegen einen Rock um 3 Mark billiger der Wiedereröffnung des Parlaments zu betreiben. Eine Ab- Laft gelegt werden kann. Es wird daher unter Berücksichtigung getauft habe, wie er und daraufhin babe er, Bolte, fich verordnung der Bergleute soll die der Bill günstig gesinnten der uns nicht bekannten Nebenumstände zu prüfen fein, ob Sie anlaßt gefehen, dem Schußmanne einige Bigarren und 1 M. als Abgeordneten besuchen. sich von dem Pferde entfernen durften oder ob darin eine Außernachträgliche Entschädigung zu geben. Die Belastungszeugen be= achtlassung der schuldigen Achtsamkeit lag. harrten dagegen auf ihrer eiblichen Aussage und wurden sie noch burch) das Zeugniß des Polizeibeamten unterstüßt, vor dem die Angeklagten Möbel- Magazin Otto& Slotawa, J. S. 20. Sie können nicht mehr auf Ersatz des Minderwerths tlagen; der Anspruch verjährt in 6 Monaten. Barg- Magazin und ( 1961L NW. 67. Bremerstr. 67. NW., Beerdigungs- Comtoir. gegenüber der Markthalle. Herren- u. 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Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand.[ 427/9 Fachverein der Tischler( Südost). Dienstag, den 9. Februar, Abends 82 Uhr, Großer Wiener Maskenball am Sonnabend, den 13. Februar, in den Räumen der Berliner Bom Brauerei veranstaltet vom Gesangverein ,, Kreuzberger Harmonie" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) zum Besten der Invaliden der Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler etc. Lokalverwaltung Berlin C. Billets find zu haben bei Hille, 3offenerstr. 43, Hof 1 Tr.; Moltz, Markgrafenftr. 9, Quergeb. 2 Tr.; Theurich, Noftizftr. 45, of part.; Mekus, Bergmannstr. 27, Hof 3 Tr. bei Erner; Gnegler, Nostizstr. 29, v. 3 Tr.; Conrat, Nollendorffftr. 39, v. 4 Zr.; Zembrodt, Alvenslebenstr. 11a, Quergeb. 2 Tr. bei Das Comité. im Vereinshaus Süd- Ost", Waldemarstrasse No. 75: Lehmann. " Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Zur Organisationsfrage. Ref.: Rollege Koblenzer. 2. Distusfion. 3. Werkstattangelegenheiten. Hierzu find die Kollegen der Werkstatt Barth, Admiralftr. 20, hierdurch eingeladen. 163/16 Central- Krankenkasse d.Buchbinder 2c. Die Kollegen aus Südost werden ersucht, zahlreich in dieser Versamm- Sonnabend, den 13. Februar, in Norbert's Festfälen, Beuthstr. 19/21: lung zu erscheinen, da durch den ersten Punkt der Tagesordnung eine Klärung über die zukünftige Form unserer Organisation herbeigeführt werden soll. Der Bevollmächtigte. 324/17 Aufruf an sämmtliche gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend! Große öffentl. und beschließende Versammlung wozu besonders eingeladen werden die Seifen-, Gummiwaaren, Anilin, Filzschuh- und Delfabrik- Arbeiter, sowie Elektrizitäts-, Färberei-, Gas- und Erdarbeiter und sonst nicht organisirten Hilfsarbeiter, am Mittwoch, den 10. Februar, Abends 8½ Uhr, bei Fenerstein, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag: Welche Organisation ist für uns Hilfs arbeiter die beste? Referent: Dr. Lütgenau. 2. Diskussion, eventuell Gründung eines Verbandes. 3. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Wahl einer Statutenberathungs- Rommission. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. NB. Da es hoch an der Zeit ist, daß die gewerblichen Hilfsarbeiter, vermöge ihrer überaus großen Zahl, etwas Großes und Ganzes schaffen, so ersucht um recht zahlreiches Erscheinen Achtung! Die Agitationskommission. 158/4 Achtung! Große öffentliche Versammlung fämmtlicher in den Album-, Karton-, Papier- und LederwaarenFabriken thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen Mittwoch, den 10. Februar 1892, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Inselstraße 10. 2.- D.: 1. Vortrag der Frau Emma Jhrer( Velten). 2. Diskussion über event. Beschickung des Gewertschafts- Rongresses und Wahl zu demselben. Arbeiter und Arbeiterinnen! Angesichts dessen, daß die Kapitalisten ( Unternehmer-) Klasse sich immer enger verbindet zur Unterdrückung der arbeitenden Menschen, wird es uns eben auch zur ernsten Pflicht, ein gleiches in womöglich noch größerem Maße zu thun. Obige Versammlung soll dazu bei tragen; thue daher ein jeder Kollege und jede Kollegin seine Pflicht und seien wir vollzählig am Plage. Der Einberufer. 224/15 Maler. Versammlung der Filiale I.( S.) am Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, bei W. Gründel, Dresdenerstraße 116. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten Kölln von der General Versammlung in Frankfurt a. M. 2. Filial- Angelegenheit. 3. Berschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlreichen Besuch gebeten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 211/16 Der Vorstand. Stuckateure. Montag, den 8. Februar: Grosser Wiener Maskenball. Bei der Polonaise gelangt zur Aufführung: HF Der Einzug der Prinzess Karneval. B Anfang 8 Uhr. 439/9 Einlaßkarte 60 Pf. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Festkomitee. Soeben erschien Heft 1 der 13376 " Zeitschwingen", III. Jahrgang, jährlich 12 Hefte à 40 Pf. Th. Mayhofer Nachf., Sozialdemokratische Buchhandlung, Berlin N., Weinbergsweg 15b. August Schulze 35 Kommandanten- Strasse 35 1. Etage[ 1954 L AS 0 Trauringe: empfiehlt fein Lager in massiven Ringen, Bitte auf HausKetten, Korallen, Granaten etc. 2 Dukaten 21 M. WF Die Firma besteht seit 1873. GESCHAFTSHAUSS Schwarze No. zu achten. HEINE Costüme- u. Trauerstoffe. Neuheiten v. hervorragender Schönheit zu außergewöhnlich billigen Preisen. Schwarze Cachemires anerkannt bestes Fabrikat. Meter von 1 Mark bis zu den hochfeinsten Qualitäten. Auslage von Neuheiten in Kleiderstoffen [ 1967L BERLIN.N.CHAUSSEESTR.14. für die Frühjahrs- Saison, Reste und einzelne Roben spottbillig. Sarg- Magazin und Beerdigungs- Comtoir von J. Lisczinski, Gerichtsstr. 31 am Nettelbeckplay. 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Im Auftrage der Kommission: 1305b Otto Goepel. Verein zur Wahrung der Interessen der in der Hut fabrikation beschäft. Arbeiterinnen Berlins u. Umgegend. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, d. 9. Febr., Abends 8 Uhr, in Seefeld's Restaurant, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Verschiedenes. 3. Fragetasten. Gäste, Damen und Herren, find willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. 406/4 Achtung, Töpfer! Montag, den 8. Februar d. J., Abends 5½ Uhr: Mitglieder- Versammlung in Charlottenburg, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße( Ede Bismarckstraße). Zages Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Speziell werden die Kollegen vom Westen ersucht, in dieser Versammlung Der Vorstand. zu erscheinen. 448/2 Deffentliche Versammlung 1 abgepaßtes Rolltuch, 1 Dzd. Wischtücher u. 1/2 Did. Handtücher" 1 Waffelbettdecke, 1 lein. 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Vortrag des Herrn Bringmann aus Hamburg über die Organisationsfrage und den bevorstehenden Gewerkschafts- Kongreß. 359/15 J. A.: C. Sommer. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Enders 2C., welche ich im Engrospreiſen Detail zu E. Strauss, Shneidermstr., event. Figum anzustellen. Sub- Direktion der 473 Blumenstr. 46, part.,[ 1960L empfiehlt sich zur Anfert. eleg. Herren- ,, Hannnovera", Gneisenaustr.70,1. Garderoben. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager v. Stoffen Erfter Zentralverein für Zu in grosser, geschmackvoller Auswahl. fchneider in Prag ist in der Lage, Roulante Zahlungsbedingungen! jeder Zeit folide und prakt. Zuschneider Den Herrn Chefs anzuempfehlen. vertaufe, gebenſt aufmerksam. Vereinsabzeichen, Sung, un pf. 8. Stebere ustunft erthering in Brag im Laden. Brunnenstr. 6 im Laden Genoffen G. Kleist, Waldemarstr. 48 Nr. 10- I. in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1342b 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 32. Boziale Uebersicht. = Achtung, Klempner! = Sonntag, den 7. Februar 1892. M 9. Jahrg. aus purer Unwissenheit auf die Seite der Unternehmer. mission die benöthigten Mittel haben. Ueber die Zweckmäßigkeit Jm Weiteren wollen wir noch folgenden Fall erwähnen: Der der dauernden Sammlungen zur Streit Kontrollkommission war in der Reichenbergerstraße 51 wohnende Tischlermeister Herr die Meinung eine getheilte. Bezüglich der Sammlungen im Allfür seine Artikel zu zahlen, sondern er behandelt die Arbeiter lung durchaus nothwendig sei, insbesondere auch eine Klärung Sauer hat nicht blos die Gewohnheit, die niedrigsten Preise gemeinen wurde durchweg anerkannt, daß eine einheitliche Rege auch in unzulässigſter Weise. zwischen den Sammlungen zur politischen wie gewerkschaftlichen stehende Gewerkschafts- Kongreß berufen sei, hierin etwas GinheitBewegung und war die Ansicht vorherrschend, daß der bevor liches zu schaffen. Nach Schluß der sehr ausgedehnten Debatte einigten sich die Delegirten zu folgendem Beschlusse: B wurde deshalb beschlossen, diese Firma von der Bennzung des In der letzten Sigung der Werkstatt Rontroll- Rommission Arbeitsnachweises der Tischler auszuschließen. allein die Organisation. Deshalb laßt es nicht erst aufs Rollegen, wirksamen Schuh gegen die Unternehmer gewährt Aeußerste kommen, sondern schließt Euch derfelben sofort an. 370 Die Werkstatt- Kontroll- Kommission des Fachvereins der Tischler. B wegen " Nachfolger( Unternehmer für die städtische Telephon- Antündigungsloser Entlassung von 10 Arbeitern zu kommission abgeben, nur ihre eigene Marke zu führen." geladen. SP Werthe Kollegen! Da die Geschäftskonjunktur eine so traurige und unser Geschäft namentlich im Baugewerbe fast ganz ruht, durch die fortgesetzten Entlassungen sich die Zahl unserer arbeitslosen Kollegen fortwährend vermehrt und für dieselben absolut keine Aussicht auf Arbeit vorhanden ist, ferner nur in sehr wenigen Werkstätten volle Zeit gearbeitet und demnach der volle Wochenlohn felten verdient wird, find Lohnkürzungen und un zulässige Behandlung der Arbeiter an der Tagesordnung, obwohl Die Geldsammlungen zum Fonds der Streit- Kontrollkommission die Bauklempner Arbeiten( Schornstein Auffäße, Ventilatoren-, find von jetzt ab folgendermaßen vorzunehmen: Wenn alle 5- Pfennigs Dach, Ballustraden-, Mansarden-, Ornamentenarbeit, Leitungen) bons ausgegeben sind, werden dauernde Sammlungen auf sowie Haus- und Werkstatt- Arbeiten schon niedrig genug be 10- Pfennigbons vorgenommen. Die einkaffirten Gelder werden zahlt werden; so z. B. beträgt der Verdienst des Gesellen bet Der Ausstand der Diamantschleifer der Firma 2. Kohn ratenweise von den Delegirten an die Kommission abgeführt. Herrn Karztatz, Kleine Poststr. 7( Rpt.- Werkst. für utensilien der junior in Kesselstadt bei Hanau soll, nach der Köln. 3tg.", be. Bei nothwendiger Unterſtüßung streikender Gewerkschaften werden, städtischen Verwaltung der Straßenreinigung des Magistrats zu en det sein. Das Blatt berichtet, die Streitenden hätten die wenn nöthig, sofort gestempelte Liften ausgegeben. Außerdem bewenn nöthig, fofort gestempelte Liften ausgegeben. Außerdem Berlin) 6 Thaler, Sa ch 3, Kochstraße, 61% Thaler, Semuth's Arbeit bedingungslos wieder aufgenommen. bleibt es den Gewerkschaften, in denen durch eigene Bons der Vertrieb der Bons der Streit- Kontrollfommission erschwert wird, Eine Bamberger Bindfaden Fabrik wurde E. Marianne unbenommen, wenn dieselben Prozente an die Streit Kontrollstraße 20, und Karney, Teltowerstr. 14, zwischen 6 bis 7, gesammt 370 M. Schadenersatz an dieselben verurtheilt. höchstens 71/2 Thaler und bei Herrn Fr d. Peters, Köthener Auch wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die freiwilligen straße 22, 7 bis 8 Thaler Wochenlohn bei täglich 10 stündiger Die füddeutsche Delegirtenkonferenz der Zahlstelle des Unterstüßungen für Streifende von den Gewerkschaften nicht gesundheitsschädlicher Arbeit, welche mit der Gefahr, das Leben Verbandes der Fabrik-, Land- und gewerb direkt an die Streikenden, sondern der besseren Kontrolle wegen zu verlieren, verbunden ist.( Der Sturz unseres Kollegen lichen ifsarbeiter Deutschlands, welche am an die Streit- Kontrollkommiffion übermittelt werden mögen. Im Wieprecht vom Dach des des Böhmischen Brauhauses 31. Januar in Frankfurt a. M. tagte und von 7 Bahlstellen Auslaffungen des Herrn Eugen Richter in der Freifinnigen Anschlusse hieran trat der Vorsitzende, Genosse Faber, den Dor 14 Tagen bestätigt diese Ausführungen.) Wenn durch 16 Delegirte besucht war, stellte sich auf den Standpunkt, Ihr Gelegenheit habt, die Rechnungen der Herren Meister unter den jetzigen Berhadnissen nicht für Union, wie sie in der Zeitung" über die letzte Sigung der Streik Kontrollkommission zu sehen, dann findet Ihr, daß die Forderungen derselben an Organisationsfrage gestellt ist, ftimmen zu fönnen, sondern für energisch entgegen. den Auftraggeber von 0,65 m. bis 1,50 m. pro Stunde steigen einen tüchtigen Ausbau der Beitralisation für alle nichtgewerb- nahme zum bevorstehenden Gewerkschafts- Rongreß. M. M. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Stellung und Ihr in sehr vielen Fällen noch nicht den fünften Theil lichen Arbeiter. dessen verdient. Unser Loos ist, uns zu plagen für den UnterAuch über diesen Punkt fand eine ausgedehnte, den Rahmen nehmer und dabei zu darben, und womöglich noch ungebührliche Bergarbeiter in Essen erhob in einer ettimmig angenommenen deren Beendigung folgende vom Genoffen Jost beantragte Reso Eine außerordentlich stark beschte Versammlung der der Tagesordnung weit überschreitende Aussprache statt, nach Behandlung zu erdulden, falls man nicht ristiren will, die Resolution lauten Protest gegen das Vorgehen der Bergwerks lution gegen zwei Stimmen Annahme fand: Arbeit zu verlieren, was schon sowieso bei der geringsten Kleinig- besitzer, resp. deren Vertreter betreffs Lohnabzüge, Feierschichten, teit in Frage steht. " In Erwägung, daß der Gewerkschafts- Kongreß in HalberDie immer häufiger laut werdenden Klagen unserer Ber- Ueberstunden und Entlassungen mit gleichzeitiger Erhöhung der stadt zur gewerblichen Organisation der Arbeiter Deutschlands bandskollegen beweisen die Richtigkeit des Gesagten. Der Rohlenpreise bis zu einer schwindelhaften Höhe Die Vereine vortreffliche Gelegenheit bietet, erklärt die heutige öffentliche artige Uebelſtände sind vielfach vorhanden und ersuche ich Euch unmenschlich und fündigte an, daß die Bergleute des Essener Sehlen für denselben. Sie empfiehlt deshalb den Delegirten zur Streif fammlung erklärte diefes Vorgehen als höchst vernunftivirig und Versammlung der Streit- Kontrollkommission ihre volle Sympathie mir Näheres darüber umgehend mitzutheilen. Gelegenheit dazu giebt reviers für die Zukunft biefem anarchischen Treiben den Anschlugan Rontrollkommission, in ihren Gewerkschaften für Beschickung des eine öffentliche Branchen- Bersammlung der Klempner, welche auf die internationale Bergarbeiter- Organisation entgegenstellen würden. Bewerkschafts- Kongresses nach Kräften zu wirken. Besonders ift Mittwoch, den 10. d. Mts., nach Reng' Salon, Naunynstr. 27, wie man mit den Bergleuten jest umspringt, wird durch folgende den Gewerkschaften, welche in Lokalvereinen organisirt find, auf einberufen ist und sich mit dieser Frage beschäftigen wird. Die Notiz der Frantf. Btg." drastisch Firmeninhaber Dietrich, Josephstr. 9, Gerste, Mariannen Förderns unreiner Kohlen wurden dieser Tage 40 bis Deutschland eine rege Betheiligung zu empfehlen, damit beleuchtet: Wegen Grund der Einladung der Generalkommission der Gewerkschaften fraße 20, 8 Tr. und Böhm, Friedrichsberg, find dazu ein- 45 Mann, die auf Grube Von der Seydt"( Saar endlich ein gemeinsamer Weg zur Bekämpfung des Rapitals Kollegen! An Euch liegt es, in dieser Versammlung zu er Revier) beschäftigt find, auf 8 Tage abgelegt. Bur gefunden werde. Die Streit Kontrollkommission sieht dagegen ſcheinen, gegen diese Mißstände Front zu machen und Remedur Feststellung des Thatbestandes wurden, so viel man weiß, zum von einer eigenen Bertretung ab, empfiehlt jedoch die Einführung mit schaffen zu helfen. ersten Mal Gruben- Ausschußmitglieder beigezogen. Es gilt auch zu beweisen, daß herrscht Befriedigung; Mißstimmung hingegen über die Höhe duſtriebezirken." Darüber von Gewerkschafts- Rallen in allen größeren Städten und JuIhr Euren Forderungen, welche vor zwei Jahren vertagt der Strafe und darüber, daß bekannt gemacht wurde, jede Abwurden, ne un stündige Arbeitszeit, 45 Bf. Minimal theilung, die im laufenden Monat 3 unreine Wagen fördere, noffen Faber( Goldschmied) einget Einstimmig angenommen wachte Antrag: wurde ferner folgender vom Ge Lohn pro Stunde, Abschaffung der Affordarbeit u. f. w." folle die gleiche Strafe erleiden. Thatsächlich waren die Klagen die in& Achtung zu verschaffen gewillt seid und den Unternehmern zeigen über unreine Kohlen in letzter Zeit begründet, doch muß be- Streit- Kontrollkommission beschließt, nacy.ng vorzuschlagen: wollt, daß Ihr die Devise des aufgelösten Fachvereins Einig rücksichtigt werden, daß oft nach Lage der Verhältnisse die schafts- Kongreß Nachfolgendes zur Beschlußfaffuustrie- Zentren Die öffentliche Versammlung der Delegirten zur Berliner träglich dem Gewerk teit macht start" nicht vergessen habt, sondern daß Ihr im Sandeln Alle erst recht Einigkeit walten faßt. Lehteres beweift Bergleute reine Rohlen zu fördern nicht im In Anbetracht dessen, daß in den größeren Inon Gewerbe ja bas ruhige und überlegte Verhalten der dem Verband noch Stande sind." das gesammte Unternehmerthum aller Industrien und werbes nicht beigetretenen Kollegen. Sie haben jeden Streit vermieden Die Pariser Omnibus- Gesellschaft ist zufolge der Klagen bei Lohnbewegungen zc. der Arbeiter auch nur eines G und sind gewillt, in Einigkeit und Kraft etwas Gutes zu schaffen. ihrer Bediensteten vom Handelsgericht angewiesen worden, un- denselben geschlossen gegenübersteht, um die Arbeiter an der Au Darum, Kollegen, erfcheint Alle, rüttelt auf, die geschlafen haben, verzüglich dem beim Streit gegebenen Versprechen nachzukommen, nuhung des ihnen gewährleisteten Rechtes(§ 152 der R.-G.-D.) und ruft ihnen zu, daß das, was heut diesem und jenem Kollegen wonach fie Angestellte nicht über 12 Stunden täglich beschäftigen zu verhindern, beschließt der Gewerkschafts- Kongreß, den Arbeitern passirt, morgen ihnen selber passiren kann und daß es jetzt gilt, wollte. Andernfalls hat die Gesellschaft für jeden Tag Verfäumniß Kartellen nach Maßgabe des veröffentlichten Antrages zum Ge aller größeren Industrie Orte. die Bildung von Gewerkschaftseinzutreten für Guer schlichtes Recht mit voller und ganzer Kraft. 100 Franken Buße zu zahlen. Beigt, daß Kollegialität und Mannesmuth bei Euch noch nicht Die Kutscher der Gesellschaft l'Urbaine ftreiken noch Gewerkschafts- Kartelle betreffend) vorzuschlagen." wertschafts- Kongreß( siehe Nr. 10 des Vorwärts" vom 13. 1. 92, erloschen, und erscheint deshalb sämmtlich in der Versammlung immer. Sie werden vom Publikum reichlich unterstützt. des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Der sehr vorgeschrittenen Zeit wegen wurden die weiteren Berlins und Umgegend, Gruppe Klempner, in en z' Salon Die Aussperrung der Schuhmacher in Bristol ist Gegenstände von der Tagesordnung, und zwar der Antrag der ( Inhaber Uebel), Naunynstr. 27. beendet. Der von beiden Parteien zum Schiedsrichter ernannte Bäcker betreffend Sonntagsruhe und der Antrag der Hutmacher, Mit kollegialischem Gruß George White gab am Mittwoch das Urtheil ab, daß die Arbeiter Tabafarbeiter und Textilarbeiter betreffend Kontrollmarke, bis H. Drange, Gitschinerstr. 72,$. I. II. im Recht und für gewiffe Arbeiten zu einem höheren Lohn be- zur nächsten Delegirtenverfammlung vertagt. Diese findet laut Mitglied der Fachkommission des Berbandes. rechtigt seien. Dieses Urtheil ist sowohl für Unternehmer wie Beschluß am fommenden Freitag, den 12. d. Mts. statt. Die Arbeiter bindend und die seit 14 Tagen geschlossenen Fabriken Delegirten werden fernerhin, einem weiteren Beschlusse gemäß, An die Tischler Berlins und Umgegend! wurden deshalb wieder geöffnet. neben der Versammlungs- Bekanntmachung im Vorwärts" durch Die schlechten Geschäftsverhältnisse in unserem Gewerbe Karten zu den stattfindenden Versammlungen besonders ein bieten den Unternehmern die beste Gelegenheit, die Arbeitslöhne geladen werden. Ebenso wurde bis zu dieser Versammlung veraufs Aeußerste herabzudrücken. Jeden Tag werden uns Lohntagt der Antrag der Hausdiener, den Verein Berliner Hausabzüge gemeldet, und wer unter solchen Bedingungen nicht diener"( Alte Leipzigerstraße) nicht mehr als auf dem Boden der arbeiten will, tann gehen. Es giebt leider genug indifferente allgemeinen Arbeiterbewegung stehend au erachten. Arbeiter, welche sich um jeden Preis anbieten. Einer Organisation Die Berliner Streif- Kontrollkommiffion batte die De Weißgerber betreffend, ist zu bemerken Die schließen sich diese Arbeiter nicht an und deshalb müssen sie fich legirten für den 3. d. M. zu einer öffentlichen Versammlung die Hälfte der Ausständigen ohne Arbeit sind und dieselben der daß noch über von den Unternehmern als willenloses Werkzeug benutzen laffen. entboten. Vor Gintritt in die Tagesordnung erstattete Genoffe weiteren Unterſtügung dringend empfohlen wurden. Dieser Vorgang spielte sich auch bei der Streitbewegung in der Arndt Bericht über den nach einer Dauer von 26 Wochen ver- Bezüglich des Berichtes über die vorherige Versammlung Nähmaschinen- Möbelfabrik von 2 a borenz, Rigdorf, Knesebeck loren gegangenen Streit der Weißgerber. Derfelbe ist am letzten gab Genoffe Millarg, die veröffentlichte Abrechnung beStraße 71, 71, ab. Die organisirten Kollegen hatten die Mittwoch für beendigt erklärt worden. Bei dem Streit handelte treffend, folgende Berichtigung: Statt des angegebenen Markengeplanten Abzüge standhaft zurückgewiesen. Herr Laborenz es sich um eine Lohnreduktion von 18% pGt. und Einführung der bestandes in Höhe von 70 400 muß es heißen: 132 600 Marken; mußte felbst das Ungerechtfertigte feiner Abficht zu elfstündigen Arbeitszeit. Letztere iſt glücklich abgewehrt worden, und statt 7,20 M. freiwillige Beiträge der Böttcher muß es geben und nahm dann die Lohnreduktion zum größten Theil die zehnstündige Arbeitszeit somit gerettet. Der gesammten und heißen: 2,50 M. durch Herrn Böttcher und 4,70 burch Wizke. zurück. Es hätte also eine Verständigung erzielt werden können, zwar besonders der Berliner Arbeiterschaft stattete Redner im Vertreten waren 48 Gewerkschaften, unvertreten 15 Gewerk aber die fonfequenten Arbeiter, welche nichts weiter gethan haben Namen der Streikenden für die geleistete Unterſtüßung Dant ab. fchaften. Es fehlten folgende Delegirte: John( Barbiere), als für ihre Existenz einzutreten, gefielen dem genannten Unter- Die Verhandlungen über den ersten Punkt der Tages Wilte( Chirurgische Branche), Mehrlein( Dachdecker), nehmer nicht mehr. Er muß Leute haben, welche keinen Widerordnung betrafen die Taktik der Geldsammlungen. Thiem( Drechsler), 2 ange( Filzschuharbeiter), Ende( Gummispruch wagen, und deshalb sind ihm indifferente Arbeiter lieber. Durch den Vertrieb der 5 Pfennig- Marken sind nicht die erwarteten arbeiter), Krause( Kistenmacher), Wittmann( Müller), Solche stellten sich ihm denn auch zur Verfügung. Diese indiffe. Beträge zur Unterstützung von Gewerkschaften eingegangen. Das Springer( Borzellanmaler), Krause( Schäftebranche), renten Arbeiter find es, welche unseren zielbewußten Kollegen Sammelliſten- Syſtem dominire, wie ausgeführt wurde, noch zu sehr. Sch im an sty( Stereotypeure), Roltow( Steinfeger), Nagel den Kampf um ihre Griften erschweren; sie stellen sich Würden die Marken besseren Abfah finden, so würde die Kom-( Firmenschilderbranche) und& adner( Kupferschmiede). " Versammlungen. Verband der Vergolder, Goldleistenarbeiter Achtung! und Berufsgenossen. Sonntag, den 7. Februar, in Joël's Gesellschafts- Sälen, Andreasstraße Nr. 21: II. Stiftungs- Fest verbunden mit Vokal- und Instrumental- Konzert. Unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Euphonia, Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes. Raffen- Gröffnung 4 Uhr. Festrede, gehalten vom Stadtverordneten Frik Jubeil. Anfang präzise 5 Uhr. Große Achtung! öffentliche Volksversammlung I am Sonntag, den 14. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr im Feenpalast, Burg. u. Wolfgangstr.- Ecke. Tages- Ordnung: 1. Die Novelle zum Krantenfassengefeß. Referen:: Reichstags- Abgeordneter 2. Diskussion. Molkenbuh r. ระ Kranken- u. Begräbnisskasse der Seifensieder u. Berufsgen. ( E. H. Nr. 17) zu Berlin. General- Versammlung am Sonntag, den 14. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr, im Restaurant Wollschläger, Blumenstr. 78. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Die Zurücksetzung der freien Hilfskaffen bei Unfällen und die Handhabung 8. Berschiedenes. Quittungsbuch der Berufsgenossenschaften. Das Verhalten der Mitglieder bei Unfällen. 4. Freunde und Gönner find willfomnien. Herren- Billets à 50 Pf. inklusive Tanz, Damen 30 Pf. Billets find zu haben bei C. Nolte, Rüdersdorferstr. 28; G. Fiebig. Cuvryftr. 6; S. Railer, Reichenbergerstr. 22; G. Wormuth, Bernauer 5. Verschiedenes. straße 28; R. Rimpel, Joachimstr. 11, sowie in der Garderobe. 326,20 Das Comité. Maler und Anstreicher. in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 7-9 Am Mittwoch, den 10. februar 1892, Abends 8 Uhr, Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom Frankfurter Kongreß. 2. Verschiedenes. 222/10 Bur Deckung der Unkosten Tellersammlung. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung sind ganz besonders die Vorstände, sowie sämmtliche Mitglieder freier eingeschriebener und landesherrlich genehmigter Hilfskaffat hierzu eingeladen. 1339b Der Einberufer. Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 7. Februar d. J., Abenia 6 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße Nr. 44. Tagesordnung: 1. Vortrag über Sibirien. Refernt: J. Türt Der Vertrauensmann. 1295b 2. Distuffion. Nachdem: Geselliges Beisammensein nit Tanz. Der Einberufer. 1 legitimirt.- Um pünktliches und zahl reiches Erscheinen erfucht 1829b Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher ( Filiale Berlin). Montag, den 8. Febr., Abends 8/2 Uhr, bei Gründel, Dresdenerstr. 116; Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Sibirien". Refe rent Herr Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. 298/14 Der Vorstand. ber Kein Feilschen fein Handeln, fondern streng feste, sehr billige Preise. 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Wahl der Revisoren. 3. Vortrag: Der Voltsschul- Gesetzentwurf im preußischen Landtage. 4. Zeitungs- Revue und Verschiedenes. Gäste sind sehr willkommen. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen Der Vorstand. erwartet Sozialdem. Agitations- Klub für den Osten Berlins. Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 7. Februar, Abends 62 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstr. 37/38( fr. Neustädter Volksgarten). Tagesordnung: Vortrag des Fräulein Babnih über: Das Problem der Armuth." Nach der Versammlung geselliges Beisammensein, verbunden mit Vorträgen 2816 u. Tanz. Entree 10 Pf. Herren u. Damen als Gäste willkommen. Untertügungsverein der Maurer im Besten Berlins. Mitglieder- Versammlung Montag, den 8. Februar, Abends 82 Uhr, im Lokale Königshof, Bülowstrasse 37. Tagesordnung: 39/17 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt. Der Vorstand. Schneider u. Schneiderinnen Berlins. Großer Sonntag, den 7. Februar 1892: Wiener Masken- Ball. in der Berliner Resource, Rommandantenstraße 57. Punkt 11 Uhr: Grosser humoristischer Festzug der Zigeuner. 112 Uhr: Demastirung. 12 Uhr: Kaffee- Pause. Eröffnung 8 Uhr. Anfang präzise 9 Uhr. Billets à Person 50 Pf. find zu haben im Zentral- Arbeitsnachweis", Markgrafenstraße 88, in allen mit Plakaten belegten Handlungen und bei den bekanten Kollegen. Zu zahlreichem Erscheinen ladet ein Die Agitationskommission. Bekanntmachung! Rationale Stranfenfase Die Zahlstellen der 3entral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer sind folgende: Raffirer des 1. Bez.: J. Raumann, Restaurateur, Kulmſtr. 36. Raffirer des 2. Bez.: Chr. Hilgenfeld, Restaurateur, Bergstr. 60. Kassirer des 3. Bez.: J. Sablotey, Restaurateur, Görlitzerstr. 38. v. Schuhen u. Stiefeln Raffier des 4. Bezirks: Guttheil, und 2 Spinden. 1269b J. Roltsch, Markgrafenstr. 70. 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Februar 1892, Abends Dresdenerstr. 45. rant Bachmann( Dresdener Garten), Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Das Kaffenbuch legitimirt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen 1320b ersucht Der Vorstand. J. A.: C. Holtkamp, Vorsitzender. 11 M 20 Pf., von d. Expedition des Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Vorwärts" 15 M., vom Ges.- Verein Streuzberg, Harmonie", 5 M. 80 Pf. wurde in letter Quittung unter Weglassung des Namens Kreuzberg gebracht, daher nochmals z. Berichtigung. Mit bestem Gruß und Dant Friedrichshagen, 5. Februar. Die Lohnkommission J. A. 2. Saag. Der Stuckateur H. Blankenburg ,, Hochmeisterstr. Nr. 16, hat mit seinen Billets vom Stiftungsfest abgerechnet. 175/5 Sozialdemokratischer Lese- und Diskutir Klub Emanzipation.[ 408/15 H. Richter, Optifer, Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, am Rosenthaler Thor. Anerkannt beste und billigste Be zugsquelle aller optischen Artikel. 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Das Lokal ist zu dieser Versammlung von der Lokalkommission freigegeben. 807/9 Verein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 9. Febr., Abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenſtraße 20: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über. Laien- Gerichte". Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Mittheilung. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Antrag des Vorstandes auf Erweiterung des§ 7 des Statuts. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Quittungsbuch legitimirt. 13276 Verband der in Solzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläzen beschäft. Arbeiter Deutschlands. ( Ortsverwaltung Berlin I.) Montag, 8. Februar, Abends 81/2 Uhr, Grüner Weg 29: 166/11 Mitglieder- Versammlung. 2.- D.: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fragekasten.- Die Mitglieder werden ersucht, ihren Pflichten nachzu tommen. Um zahlreiches u. pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. B. Nieft's Fest- Säle, 17. Weberstraße 17. Plötzlich ist der 5. März( Sonnabend) 128 frei geworden. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.