Nr. 90. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts bonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1901 unter Er. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonets zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Herr Lieutenant als socialdemokratischer Agitator. " Donnerstag, den 18. April 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. dann wollen wir " sehr zweifelhaft ist. Er bringt die Offiziere vor die schlimme hört, ist allbekannt. Unendlich komisch aber ist es, wenn gerade Wahl, ob sie über Dinge reden wollen, die sie nicht ver- die Agrarier über eine solche Taktik jammern, die doch seit stehen, oder, wenn sie sie verstehen, ob sie der Wahrheit zwei Jahren nichts andres gethan haben, als daß sie den Mitteldie Ehre geben sollen oder nicht. Thun sie ersteres, landkanal als Revolver zur Erpressung eines günstigen Bolltarifs so erreichen fie das Den Herren vom Militär scheint es allmählich schwül zu 3weds, thun sie letzteres, so handeln sie gegen die Mannes- trieben haben: erst den Zolltarif und Gegenteil des beabsichtigten verwandten. Wenn sie zwei Jahre lang die Politik ge= werden, wenigstens mehren sich ihre Kassandrarufe vor dem würde. Ueberhaupt wäre es am gescheitesten, wenn die Armee sehen, ob wir den Kanal bewilligen tönnten, so können sie Eindringen der socialdemokratischen Ideen in die Armee. sich allmählich dieser vergeblichen Bemühungen entschlagen fich unmöglich über ein Echo beklagen, das da riefe: Erst den Dabei begnügen sie sich aber nicht damit, als Warner und würde. Je mehr Deutschland sich wirtschaftlich und fulturell Kanal, und dann wollen wir fehen, ob wir einen agrarischen Seher aufzutreten, sondern es hat auch jeder ein Mittel entwickelt, um so mehr müssen jene Soldaten zunehmen, die Bolltarif bewilligen können. Wenn sich die Kanalintriguanten jezt parat, mit dem man der Socialdemokratie der Socialdemokratie ganz ge- Socialdemokraten waren, bevor sie in die Armee traten. Dagegen in der eignen Schlinge gefangen haben sollten, so dürfen sie zu dem wiß den Garaus machen tann. Diese Mittel find hilft bei der allgemeinen Wehrpflicht, die abzuschaffen unmöglich ist, Schaden nur noch den verdienten Spott beanspruchen. Die Deutsche allerdings verschieden. Der eine will weniger Drill, der fein Gott. Es wäre ja auch geradezu abfurd, wenn es bei Tageszeitung" drohte freilich vor ein paar Tagen mit einem Aufstand andre noch mehr als bisher, der dritte verlangt mehr Ein- einer Bevölkerung, deren Intelligenz steigt, auf die Dauer des Bartikularismus, falls wirklich die Erledigung einer wichtigen und sperren usw. Aber in einem Punkt stimmen sie alle möglich wäre, daß die vorübergehend in den Soldaten- notwendigen te i 8 angelegenheit von der Entschließung über eine überein, indem sie sämtlich die Aufklärung über rod geſtedten Arbeiter ihre eignen Brüder, nämlich die im ftrittige preußische Frage abhängig gemacht werden sollte". Das die staatsfeindlichen Ziele der Social Civilrod steckenden Arbeiter hassen, verachten und verfolgen. Dertel- Blatt überfab dabei nur das eine, daß in noch schlimmerer Weise demokratie" im theoretischen Unterricht fordern. Es soll Vielleicht überzeugen sich endlich auch die Militärbehörden, daß die Agrarier dasselbe Verfahren angewandt haben. Sie haben eine also im Dienstunterricht ein fleiner Kursus über den Um die Socialistentöterei auch in der Kaserne nur sturz" abgehalten werden. Mit Verlaub, wie soll dies freiwillige Agitation für die Socialdemokratie wirken muß. als un preußische Gesetzesvorlage dazu benutzt, um die ganze Wirtschaftseigentlich geschehen? Wenn der Offizier die Schwindel- und politik des Reichs im Sinne des agrarischen Großunternehmertums Lügentaktik der Scharfmacher nicht mitmacht, sondern seine Sache zu beeinflussen. Sie haben die Diktatur des preußischen Juntertums ernst nimmt, so bleibt ihm zunächst gar nichts andres über das deutsche Volk errichtet. übrig, als das wahre Wesen der Socialdemokratie tennen zu lernen. Er wird also socialistische Werke studieren, den Vorwärts" fleißig lesen, somit Dinge thun müssen, die ihm jest streng verboten sind. Nehmen wir nun an, der Herr Lieutenant X. habe sich diesem Studium mit Fleiß, Eifer und Verständnis unterzogen und nun marschiert er, ausgerüstet mit seiner neuen Wissenschaft, stolz in die Staserne, um hier den roten Drachen zu erschlagen. Nachdem er glücklich vor feinen Leuten steht, will er diesen z. B. die ,, Staatsfeindlichkeit" der Socialdemokratie erklären. Da er Fluntern und Verleumden heit auftritt. Zwar die ersten Paragraphen von 1-10 wurden sehr unter seiner Würde hält, so bleibt ihm nichts andres übrig, schnell erledigt, aber schon beim§ 11 geriet die Sache ins als etwa folgendes zu sagen:" Die Socialdemokraten be- Stocken. Es handelt sich um die Frage, ob die Komponisten haupten, daß im heutigen Staat und bei der heutigen das ausschließliche und unumschränkte Aufführungsrecht ihrer Gesellschaftsordnung der Arbeiter niemals den Lohn erhält, Werke besigen sollen, oder ob gewisse Ausnahmen konstruiert der ihm auf Grund seiner Arbeit eigentlich gebührt. Sie werden sollen, beziehungsweise ein auf dem Titelblatt verhaben weiter auszusehen, daß in unsrem Staat Leute, merkter Vorbehalt nötig sei. Glaubt man, daß eine solche Aufklärung die Soldaten, die meistens selbst arme Proletarier sind und die Lohntnicerei schon am eignen Leibe gespürt haben, mit einem ..heilsamen" Abscheu vor dem Umsturz" erfüllen wird? Oder nehmen wir den Fall an, daß unser Lieutenant feine Untergebenen über die militärischen Ziele der Socialdemokratie belehren will. Hier müßte er ungefähr folgendes vorbringen:„ Die Socialdemokraten wollen die attive Dienst zeit auf einige Monate beschränken, sie verlangen bessere Verpflegung, Löhnung und Behandlung der Mannschaften, sie find gegen den Paradedrill, sie wollen ein wirkliches Volksheer 2c." Politische Nebericht. Berlin, den 17. April. Der Reichstag. Der Reichstag begann heute mit der zweiten Lesung des Gefeßes über das Urheber- und Verlagsrecht. Nach der Langsamkeit zu schließen, mit der heute die Verhandlungen dahinschlichen, darf man sich auf eine ziemliche Länge der Beratungen gefaßt machen. Herr Oertel gab dann auch eine neue Lesart über die angebliche Schlucken- Aeußerung. Die„ Deutsche Tageszeitung" schreibt: Die Angelegenheit ist wichtig genug, daß sie mit allem Ernste behandelt werde. Entweder das Kaiserwort ist frei erfunden, dann muß es durch eine zweifelsfreie Erklärung möglichst bald und mög lichst gründlich aus der öffentlichen Erklärung befeitigt werden, oder es ist gefallen und programmatisch gemeint, dann muß es ernstlich beachtet werden, dann sind gewisse Konsequenzen unvermeidlich. Um eine offizielle Erörterung herbeizuführen, wollen wir eines Gerüchts Erwähnung thun, das mit großer Bestimmt Es heißt nämlich, daß es sich nicht um eine Aeußerung, sondern um eine and bemerkung zu einem Zeitungsausschnitt handle. Sollte das richtig sein, so würden die erwähnten Dementis recht wohl mit den dementierten Mitteilungen vereinbar sein, andrerseits würde sich die Aeußerung als die Kundgebung einer Augenblidsstimmung tennzeichnen." Die letztere Trostbemerkung war natürlich nur Fiktion, die ja dadurch hinreichend widerlegt wurde, daß der ganze Artikel dem Nachweis gewidmet ist, wie ernst die Frage sei. Die Deutsche Tageszeitung" drohte schließlich, die Angelegenheit im Reichstag zur Sprache bringen zu wollen, falls eine offizielle Aufklärung ausbleiben sollte. Man werde , den Reichskanzler darüber befragen müssen, wie die neuerliche Verzögerung in der Bollsache au erfären sei und ob sich in der Ansicht, daß die Erledigung des Zolltarifs teineswegs und feinesfalls bon der Kanalentscheidung abhängig gemacht werden dürfe, etwas geändert habe. Könnte fich der Reichstag hierzu nicht entschließen, so würde er wieder einmal beweisen, daß er nicht ganz auf der Höhe seiner Aufgabe stehe, Es ist unsres Erachtens eine seiner Hauptaufgaben, solche Nebel der Mißverständnisse nach Möglichkeit zu scheuchen. Im Bolte darf die Meinung nicht aufkommen und sich festsetzen, daß in einer Frage von eminenter Bedeutung der Kaiser und König Anschauungen hege, die in unmittelbarem und unüberbrückbarem Gegensatz zu den Erklärungen feines verantwortlichen Ratgebers stehen." die keinen Finger rühren, aber reich sind, das üppigste Eine Fülle von Abänderungsanträgen lag zu diesem Leben führen können, während die fleißigen Menschen, Paragraphen und dem gleichzeitig mit ihm zur Beratung die ihnen den Reichtum erzeugen, mit Entbehrungen stehenden§ 27 vor. Mit Ausnahme der Socialdemokratie zu kämpfen haben. Die Socialdemokraten meinen über- scheinen alle Parteien, namentlich aber die Centrums- und haupt, daß der heutige Staat ein Klassenstaat fei, die freisinnige Volkspartei, geteilt zu sein; wie so häufig, ist in dem die unteren Klassen sich schinden und rackern müssen, die Zersplitterung am größten in den freisinnigen Reihen: nur damit die oberen ein behagliches Leben haben." man hatte heute Gelegenheit, nicht weniger als vier abweichende, zum Teil entgegengesetzte Meinungen innerhalb der fleinen Gruppe der freisinnigen Voltspartei zu konstatieren. Hat sich doch der berühmte Harfenschläger dieser Partei, der Justizrat Träger, mit seinem Bruder in Apoll, dem agrarischen Paukenschläger Dr. Dertel, zu einem Antrage zusammengefunden, zu dem auch Dr. Müller- Meiningen seine Unterschrift gegeben: Dieser Antrag, der abgelehnt worden ist, wollte entgegen der von der Kommission gebilligten Regierungsvorlage die Gesangvereine als abgabenpflichtig hinstellen, und nur für kommunale Musikaufführungen oder für solche, an denen Militärund Marinekapellen mitwirken, ein Vorzugsrecht konstruieren. Wir fürchten sehr, daß auch diese Darlegung kaum dazu Von der Seite der Antragsteller wurde die Bildung einer Diese Drohung der Agrarier hat sich nunmehr Graf Bülow zu angethan ist, die Soldaten von dem roten Banner ab- Stomponisten- Vereinigung, an die die Gesangbereine eine allerdings Serzen genommen. Er will es nicht dulden, daß in seiner Haltung zuschrecken. Im Gegenteil dürfte sich in manches Kriegerherz ziemlich mäßig berechnete jährliche Pauschalsumme für Auf- zur Bollfrage ein ähnlicher Widerspruch zu finden sei, wie in seinen der Wunsch, daß die Socialdemokratie doch möglichst bald ans führungen entrichten sollen, freudig begrüßt; auf der andren Erklärungen zur Walderfee- Frage und bei dem Nichtempfang Strügers. Ruder kommen möge, einschleichen. Und so wie in den beiden an- Seite dagegen erblickte man in einer solchen Vereinigung Graf Bülow nimmt deshalb jeßt sogar den„ Reichs- Anzeiger" geführten Fällen, würde es dem Herrn Lieutenant mit seinen einen Komponistenring, der in seiner Art das Publikum ebenso au Hilfe und läßt in ihm wie gleichzeitig und gleichlautend in der antisocialistischen Predigten zumeist gehen: Er träte zwar als brandfchagen werde, wie der Kohlen- und Zuckerring. Während Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" versichern: Socialistentöter auf, würde sich aber dabei sehr gegen seinen die Freisinnigen Eugen Richter und Bech- Koburg im wefent. Die" Deutsche Tageszeitung" tommt nochmals auf das eigenen Willen und den der hohen Obrigkeit in einen social- lichen den heutigen Gesezeszustand beibehalten wissen wollten, von uns bereits dementierte angebliche Kaiserwort über Boll demokratischen Agitator verwandeln. Diese unfreiwillige Ver- trat Genosse Dieg für die Regierungsvorlage mit ihrem ertarif und Kanalvorlage zurück und giebt dem„ Gerüchte" wandlung wäre unausbleiblich, denn sie ist in der Natur der höhten Schuß zu Gunsten der Stomponisten aber gegen den Naum, daß es sich nicht um eine Aeußerung, sondern um eine Socialdemokratie begründet. Die Socialdemokratie ist die große weitergehenden Antrag Dertel- Träger ein. Randbemerkung Sr. Majestät zu einem Zeitungsausschnitt handle. Helferin und Retterin des Proletariats und darum können ihre Wie beim Freifinn Eugen Nichter gegen Träger, so stand Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß auch diese Lesart jeder Lehren, sofern sie ohne Entstellung vorgetragen werden, beim Centrum Dr. Spahn gegen den alten Rintelen, thatsächlichen Begründung entbehrt. Se. Majestät haben sich den Soldaten, die ja in ihrer überwiegenden Mehrzahl selbst der bei dieser Gelegenheit wie schon so oft seine Neigung zur weder in dieser noch in irgend einer andren Form in dem zu den Besiglosen gehören, nicht verwerflich erscheinen, sondern Eigenbrödelei bewies. Kam es bei der Abstimmung doch so, Sinne ausgesprochen, daß die Behandlung der Zolltarifmüssen ihnen als eine wahre Heilsbotschaft flingen. daß er ganz allein sich für zwei von ihm gestellte Anträge Frage im Reiche von dem Gange der Beratung über die Kanalvorlage im preußischen Landtage irgendwie abhängig zu machen sei." Graf Bülow legt, wie man sieht, außerordentlich großen Wert " Nun hoffen die Herren Militärs eine ganz besondere erhob! Wirkung davon, daß in den Kasernen recht fleißig auf die Die Regierung, die seltsam in ihren Ansichten schwankte, antimonarchische Gesinnung der Socialdemokratie hingewiesen erklärte sich durch den Mund ihrer Vertreter, des Staatswird. Damit dürfte sich aber auch kaum ein nennenswertes sekretärs Nieberding und eines Geheimrats aus dem Stultus- darauf, festzustellen, daß man nicht beabsichtige, die agrarische Taktik Geschäft machen lassen. Die aktiven Mannschaften sind noch zu ministerium, mit der Kommissionsfassung einverstanden. Diese in der Zollfrage wirksam zu parieren, und er beteuert, daß in dieser jung, um sich wegen Verfassungsfragen aufzuregen und was die Faffung war es, die zuletzt den Sieg über alle Abänderungs- Hinsicht zwischen seinen Anschauungen und denen des Kaisers kein Reservisten und Landwehrmänner anbelangt, so ist im all- anträge davontrug, obgleich Oertel mit dem gewohnten Eifer Unterschied bestehe. gemeinen auch für sie, wie für die meisten Deutschen, die und den noch gewohnteren platt- derben Wigen für seinen und Entscheidung, ob sie es mit der Monarchie oder der Republik Trägers Dichterantrag focht. halten wollen, keine Gefühlssache, sondern lediglich eine Er- Donnerstag soll die diesmal nur bis zum§ 13 gelangte wägung der Vernunft. Die Anhänger der Monarchie Beratung fortgesetzt werden. find eben der Meinung, daß die Monarchie das Kapital am besten schüße, daß sie stetigere Verhältnisse erzeuge als die Republik und eher vor Korruption bewahre. Allerdings beZoll und Kanal. Ob nach dieser, wie man zugestehen muß, bündigen Erklärung mun die Agrarier fich zufrieden geben und die Autorität, die sie eben noch so heftig erschütterten, wieder ebenso heftig schützen werden, steht dahin. Beruhigt werden die Herren jedoch erst dann sein, wenn der gewünschte 8olltarif vorliegt und inzwischen werden sie sich nicht abhalten laffen, das zu thun, was zu thun sie dem Kaiser und der Regierung verwehren, nämlich den Gang der weisen der deutsche Zickzackurs und die bekannten Standal- Das angebliche Wort des Kaisers vom Kanalschlucken lag Beratung der Kanalvorlage im preußischen Landtag von der Beprozesse, die in den letzten Jahren in Deutschland spielten, der agrarischen„ Deutschen Tageszeitung" desto schwerer auf der handlung der Zolltariffrage im Reiche abhängig zu machen. Und zur Genüge, daß auch in einer Monarchie der Wechsel Trumpf Seele, je öfter es durch Dementis in Abrede gestellt wurde. Es der letzte Erfolg, den fie wieder errungen haben, indem sie den sein und die Korruption ihre Orgien feiern fann. So wird war ganz offenbar: die Agrarier glaubten an das Wort und Grafen Bülow zu jenem feierlichen Widerruf zwangen, wird sie mur denn auch mit der antimonarchischen Gesinnung der Social- sie waren überzeugt, daß es das faiserliche Regierungsprogramm sei. Darin bestärken, daß die preußischen Junker einstweilen immer noch demokratie" nicht viel auszurichten sein. Daß in der Strategie des Regierens das Ausspielen einer Herren im deutschen Hause sind. Wir glauben daher, daß der Vorschlag der verschiedenen Borlage gegen die andre, daß die Methode des politischen Militärschriftsteller, in der Kasetne Socialistențöterei zu treiben, fandrechts zu den beliebtesten taktischen Mitteln ge Das aber ist es, was der 8uderring erstrebt. Er will die Volksstimme", die den Arbeitersekretär Giesberts die Schventung Reichs- Finanznot. Schon bei der Beratung der ersten Chinavorlage in der Budget- Alleinherrschaft haben, jede Konkurrenz gegen seine Wucherpreise machen läßt, es ist auch der Aufstand in den christlichen Gewert Tommission des Reichstags schilderte der Staatssekretär des Reichs- Chikanierung der Süßstoffverwendung beträchtlich steigen würde, ist anhaltende Agitation gegen den geplanten Brotwucher, besonders an fommission des Reichstags schilderte der Staatssekretär des Reichs- verhindern. Daß der 3uderverbrauch durch Verbot und schaften, der ihn veranlaßt, seine Stellung zu ändern. Durch die Schazamts Freiherr v. Thielmann die Finanzlage des Reichs feineswegs zu erwarten, denn die armen Leute, die ja nur, Niederrhein, find die katholischen Arbeiter aufmerksam geworden und Es war unmöglich, die 22 hundert Millionen, weil der Süßstoff so billig ist, ihn kaufen, werden sich den lassen ihre Führer merken, daß sie der Parole Für Erhöhung der die die China- Expedition bis 1. April 1902 loftet, aus Reichsmitteln durch den Ring immer teurer werdenden Buder nicht laufen Getreidezölle" nicht folgen werden. Entbrennt einmal der Kampf bar aufzubringen, man schritt zu vermehrten Anleihen und steigerte tönnen! Die Folge des Gesezes würde also nur die sein, daß zwischen den katholischen Arbeitern und den Bauern, dann geraten der armen Bevölkerung ein billiges, unschäd- die Centrumsabgeordneten in eine schwierige Lage, und mancher von von neuem in toloffalem Maße die drückende Zinslast. Trotzdem sah sich der Reichsschatz- Sekretär in der Mittwochfizung liches Genußmittel genommen und eine nützliche In- ihnen wird bei den nächsten Reichstagswahlen von der Bildfläche dustrie zerstört wird, so daß der Zuckerring ungestört dem verschwinden. der Budgetkommission zu erneuter Finanzklage genötigt. deutschen Volte Wucherpreise für den Buder abnehmen, bei der Beratung des Gesetzentwurfs betr. die verbesserte Ver- dadurch dessen Konsum künstlich herabsetzen und infolge der forgung der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen aus der Ausfuhrprämie auf Kosten der deutschen Steuerzahler den Zucker Mitte der Kommission die Frage gestellt wurde, wie die Regierung zu Schleuderpreisen nach dem Ausland absetzen kann. die aus diesem Gesez entstehenden Mehrausgaben von 13 Millionen Der Gefeßentwurf giebt einen Vorgeschmack der InteressenMark zu decken gedenke, gab Freiherr von Thielmann nach wirtschaft, die mit dem Sieg der Agrarier im Reich Play greifen dem Bericht der Freifinnigen Zeitung" folgende überaus bemerkens- wird! werte Erklärung: Ein Litterat des Scharfmachertums. Der Centralverband deutscher Industrieller scheint nach Veröffentlichung der Bued- Briefe ein Haar in der schriftstellerischen Thätigkeit seines Geschäftsführers gefunden zu haben. Er hat darum dem Herrn Bued einen Assistenten und Stellvertreter gesetzt, und zwar in der Person des Dr. Alexander Tille. " Dieser Dr. Tille war vordem Privatdocent in Glasgow, von wo ihn allzu abfällige Bemerkungen gegen England vertrieben. Herr Tille hat bisher in Zeitschriften und Broschüren WeltAnschauung" hergestellt. Er gerierte sich als Socialaristokrat, rührte Darwin und Nietzsche zusammen, und beschäftigte sich außerdem mit Litterarphilosophie. Kein Zweifel, daß er nunmehr die Scharfs macherei philosophisch begründen und in Herrn Krupp das Naturgesetz menschlicher Auslese in seiner höchsten Vollendung erfüllt sehen wird. Wenn wir übrigens nicht irren, hat der neue Litterat für Arbeiterknechtung vor Jahr und Tag in einem anonym erschienenen Buch die Socialdemokratie zwar von seinem höheren" Gesichtspunkt aus grundsäßlich bekämpft, ihr aber auch allerlei schmeichelhafte Borzüge nachgesagt. Der Mann hat sich anscheinend entwidelt"! Der M Die goldene Hand. Der Prozeß des Nedacteurs der„ Leipz. Neuesten Nachrichen". Dr. Liman, gegen den verantwortlichen Redacteur der„ Kölnischen Zeitung" wird am 1. Mai vor dem Berliner Schöffengericht verhandelt werden. Der Prozeß ist veranlaßt durch die Behauptung Limans, daß die De Beers Compah durch Bestechungen in Deutschland Stimmung für die Engländer gegen die Boeren gemacht hätte. Er erkenne zivar an, daß auch für die weitere Zukunft aus Der Fabrikinspektor hat sich beim Unternehmer zu melden, der Vorlage erhebliche Mehrkosten zu gewärtigen seien, zu deren das ist das neueste salomonische Urteil eines bayrischen LandAusgleich der Reichs- Invalidenfonds nicht zugerichts. Ein Assistent der Fabritinspektion wollte in München einen langen werde. Schon für den Etat 1902 seien aber so be- Fabrikbetrieb revidieren. Der Fabrikportier ließ auf Befehl des trächtliche anderweitige Anforderungen zu gewärtigen, daß Betriebsdirektors den Beamten nicht durch das Arbeiterthor passieren, es sich nicht lohne, eine solche Keinigkeit, wie die sondern verlangte, er solle sich zuvor im Bureau melden. Der Dedung der Kosten aus der vorliegenden Gefeßesvorlage, Assistent holte einen Schußmann und erzwvang sich so den Zutritt zu für sich besonders vorweg zu nehmen. Für 1902 werde der Fabrit. Der Direktor bekam ein Strafmandat auf 15 Mart dem Reiche der Vorjahrsüberschuß von rund 30 Millionen Mart bezw. 3 Tage Haft, wogegen Einspruch zum Schöffengericht erfehlen. Die Alters- und Invalidenversicherung werde einen Mehr- hoben wurde. Dieses bestätigte das Mandat und sprach aus, zuschuß von mindestens 5 Millionen Mark erheischen. Bei den der Beamte sei nicht verpflichtet, sich vorher anzumelden, würde er Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern müsse sich das dies thun, dann würde der Unordnung Thür und Thor geöffnet und Reich auf einen erheblichen Rüdgang gefaßt machen. wenn dann der angemeldete Fabrikinspektor käme, wäre alles in Alles Momente, die eine Balancierung des Etats erschweren schönster Ordnung. würden. Um so mehr, da in verschiedenen Richtungen Das Landgericht, an das der Unternehmer nuimehr appellierte, bedeutende Mehrausgaben nicht zu umgehen wären. Um hob das Urteil auf und erkannte dem Antrage des Staatsanwalts für den nächsten Etat die notwendigen Deckungsmittel bereitzu- entsprechend auf Freisprechung. trotzdem der Inspektionsbeamte stellen, würden daher Maßnahmen getroffen werden müssen zur deponierte, daß er feine Verpflichtung habe, bei seinen dienstlichen Erschließung weit ausgiebigerer Einnahmequellen als nach Revisionen den Eingang in die Fabrikräume durch das Bureau zu den vorliegenden Schätzungen in Frage kommen könnten. nehmen. Wäre im fraglichen Falle das Fabrikthor geschloffen geTrotz aller Anleihe und der gewaltig gestiegenen Einnahme ist wesen, hätte er es sich überlegt, durch das Bureau zu gehen, weil das Reich nicht im stande, eine geringe Anstandsausgabe von in solchen Fällen in der Regel gauze Betriebsabteilungen von seiner 13 Millionen für die Kriegsinvaliden und die Kriegshinterbliebenen Anwesenheit verständigt werden könnten. Es sei der Wunsch der aus bereiten Mitteln glatt zu zahlen. Arbeiter, daß der vifitierende Beamte nicht vorher in das Doch dies ist das geringste. Dieses 13 Millionen- Manto ist eine Bureau gehe und die Inspektion des Betriebs ohne Nichtigkeit, um deretwillen es sich garnicht lohnt zu diskutieren, wo- Beisein des Direktors oder des Unternehmers vornehme. Dies sei her sie gedeckt werden sollen. Denn ganz andre, bedeutende auch erklärlich, denn die Arbeiter allein haben ein Interesse an den Mehrausgaben stehen demnächst in Aussicht! Neue, aus- Revisionen des Fabrikinspektors. Im Beisein des Direktors tönne er giebige Einnahmequellen sollen erschlossen werden! Biersteuer seine Pflicht nicht vollauf erfüllen. und Tabakmonopol erheben sich drohend, denn auch die geplante Der Vorstand der bayerischen Fabrikinspektion, Herr Boelrath, AbGrhöhung der Kornzölle wird den wachsenden Ansprüchen des will sich aber bei diesem Bescheid nicht beruhigen und hat die Eröffnung findet durch den Regierungsverweser auf Schloß Friedensicht, eine Entscheidung des Reichsgerichts zu provoMilitarismus und der Chineserei nicht Genüge leisten. und V Wenn nicht die Massen des arbeitenden Volts in immer zieren. ffandalöserem Maße der Steuerbedrückung ausgeliefert werden sollen, wird nur die progressive Reichs Einkommensteuer Reichs Vermögenssteuer das Reich aus Finanznot erretten fönnen. Allein ein größeres Steuersystem, das die Besitzenden trifft, vermag die militaristische und marinistische Verschwendung, die heute zum guten Teile auf Kosten der Gegner des Militarismus und Marinismus betrieben wird, zu hemmen. Deutsches Reich. Das Süßftoffgesch. Die Centrumsarbeiter und der Brotwucher. der Die christlichen Arbeiter fündigen den Brotverteurern die Freundschaft. Die Rheinische Voltsfiimme", Organ der rheinischen gegen die Centrumspresse, die, wie die Kölnische Volkszeitung", es Landwirte, bringt öfter giftige Ausfälle gegen die Arbeiterschaft und versteht, sich ein demokratisches Mäntelchen umzuhängen. Nach dem für die christlichen Gewerkschaften so kläglichen Ausfall der Kölner Gewerbegerichtswahlen schrieb die Rheinische Voltsftimine" u. a. folgendes: Den Reichstage ist soeben der vom Zuderring sehnlichst ers wartete Entwurf eines Süßstoffgefeges zugegangen; es wird wohl selbst von den unbescheidensten Zuckerwucherern mit Genugthuung begrüßt werden. Die Regierung hat sich von den Agrariern, die ja mit dem 8u derring verschwistert, verschwägert und sonst verwandt sind, vollkommen breitschlagen lassen und die Bedenken, die der Staatssekretär Frhr. v. Thielmann noch im Februar dieses Jahres gegen ein derartiges Süßstoffgesetz hatte, sind dahingeschmolzen wie der Schnee in der Frühlingssonne. Miquel hat wieder einmal über Frhrn. v. Thielmann gefiegt, dieser hat sich den Agrariern gefügt, nur gelang es ihm nicht, Gründe für feinen Umfall zu finden, die auch nur einigermaßen thatsächliches Material enthalten. Wie bei verschiedenen Bestimmungen des Fleischbeschaus und Margarinegesezes steht eben statt der Vernunft der Wille der Agrarier, der ja immer mehr das oberste Gesetz für das arme Reich wird. Genau so wie es am 11. Februar 1901 Dr. Oertel vorschlug, hat es die Regierung gemacht. Damals erklärte Frhr. v. Thielmann, daß noch eine Differenz innerhalb der Regierung über die Art des Gesetzes bestände, worauf Oertel erwiderte:„ Wenn die Differenz nur darin besteht, daß einige Herren von den verbündeten Regierungen eine hohe Besteuerung vorziehen, die andren eine Bertehrsbeschränkung, so ist diese Differenz außerordentlich leicht zu lösen: man mag beides machen( sehr richtig! rechts), eine hohe Besteuerung und eine intensive Verkehrsbeschränkung." Nach diesem Rezept à la Doktor Eisenbart will der Gesezentwurf die Fabrikation der Süßstoffe ruinieren zu Gunsten des Zuckerrings. Denn daß dieser die Erbschaft wenigstens anzutreten hofft und wünscht, ist der thörichte Irrtum, in dem sich die Befürwvorter der Süßstoffverfolgung befinden. Während das Gesetz von 1898, das die Zustimmung unsrer Fraktion fand, nur den Zusatz von Süßstoffen zu Zweden der Täuschung verbot, ebenso die Verwendung der Süßstoffe zur gewerbsmäßigen Herstellung von Fruchtsäften, Konserven, Liqueuren, Zucker- oder Stärkesyrup und für Bier, verbietet der jezige Entwurf überhaupt die Verwendung bei der gewerbsmäßigen Herstellung von Nahrungsund Genußmitteln. Ferner ist die gewerbsmäßige Abgabe von Süßstoffen nur Inhabern von SüßstoffFabriken und solchen Personen gestattet, welche die Erlaubnis der Steuerbehörde hierzu er halten haben. Ursprünglich wollten die Zuckerwucherer, daß mur in Apotheken und zwar gegen Rezept der Süßstoff abgegeben werden dürfe. Die Regierung ist so gnädig, die Abgabe auch bestimmten Personen zu erTauben. Wie viel oder wie wenig Personen wird sie mit dem Privileg ausstatten? Auf jeden Fall wird eine ganz erheb liche Verkehrsbeschränkung für Süßstoff eintreten. Dazu kommt, daß der zum Verbrauch im Inland bestimmte Süßstoff mit einer Berbrauchsabgabe von achtzig Mart für ein Kilogramm chemisch reinen Süßstoffs belegt wird und mit einem Einfuhrzoll von 8000 Mart für 100 Kilogramm! Das ist, da das Kilogramm reiner Süßstoff etwa 20 m. kostet, eine Steuer bom 400fachen Betrage des Preises! Außerordentlich scharfe Strafbestimmungen( für wiederholte Defraudation Gefängnis bis zu drei Jahren), umfang reiche und sehr kostspielige lleberwachungen der Fabriken, in denen der Süßstoff hergestellt wird, und eine bis auf die körperliche Durchsuchung der die Fabrikräume verlassenden Personen, einschließlich der Arbeiter, sich erstreckende Kontrolle- das alles soll der Süßstoff Fabrikation ein Ende machen. Denn das kann nur das Resultat sein werten 8ollerträgen, für die etwaige Steuersucher schwärmen, kann nicht die Rede sein, denn bei dieser hohen Steuer und Verkehrsbeschränkung wird es den armen Voltsschichten, die sich dieses Surrogats für Zucker bedienen wie der Cichorie für Kaffee, unmöglich gemacht, Süßstoff zu verwenden. bon nennens i „ Das Fiasko des Verhätschelungssystems, das unsre großstädtische Centrumspresse bezüglich der Fabritarbeiter stets beobachtet, ist ein vollständiges. Ein Bierteljahrhundert hindurch hat man sich alle Mühe gegeben, um die Industrie immer weiter auszubreiten und ihren Arbeitern bessere Löhne zu versorgen, Arbeitergesez auf Arbeitergejez ist gemacht worden, alles, wie wir gerne anerkennen, um Die Arbeiter vor der Socialdemokratie zu bewahren. Und nun, sogar im Deutschen Rom", solche Mierfolge! hätte man der Landwirtschaft, den Bauern, ein solches gesetzliches Wohlwollen zugewandt, und dadurch den Bauernstand vor seinem Rückgange bewahrt und ihn zu höherer Blüte gebracht, so hätte man erfreulichere Früchte geerntet. Bauern werden nicht zu Socialdemokraten; sie bilden vielmehr gegen sie das stärste Bollwert, das auch dann nicht versagen würde, wenn die Bajonette der Alexandriner ihren Dienst einstellten. Ob man nun aus den Kölner Wahlen die notwendigen Konsequenzen ziehen wird? Wir wünschen es, aber wir glauben es nicht." Ueber diese Auslaffungen regt sich die Westdeutsche Arbeiterzeitung", das Organ der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands auf. In ihrer legten Nummer leistet sie folgenden Erguß: " Das Verhätschelungssystem der Fabritarbeiter" besteht bekanntlich darin, daß die Centrumspartei seit Jahren bemüht ist, die zahlreichen socialpolitischen Mißstände auf dem Wege der Gesch gebung fortzuräumen. Diese Gesetzgebung ist geschaffen in erster Linie aus Gründen der Gerechtigkeit gegen den Arbeiterstand, der der willkürlichen Ausbeutung schuglos preisgegeben war. Wir fatholische Arbeiter haben bisher stets in dieser Richtung die Centrumspartei unterstützt und sind uns bewußt, daß für das Gegen den Spreepräfekten, wie er in der Vorlage der Regierung über das Oberpräsidium Berlin gefordert wird, erklären sich die konservativen, aber nur deshalb, weil sie nur einen Regierungs präsidenten, nicht, wie die Vorlage wünscht, einen Ober präsidenten zum Aufpassen der Berliner Verwaltung sehen wollen. Die Konservativen fürchten nämlich, daß die Schaffung eines Oberpräsidiums Berlin zum Ausscheiden der Vororte aus der Provinz Brandenburg führen werde, die dadurch erheblich geschwächt würde. Der Koburg- Gothaer Landtag. Der gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Koburg Gotha ist, wie uns ein Privats Telegramm aus Gotha meldet, auf den 23. April einberufen. Die stein statt. Ə 23 Das lehte Aufgebot. München, 16. April.( Eig. Ber.) Die völlig verkrachte liberale Partei in München hat sich zu einem heroischen Entschluß auf geschwungen. Sie will die Jugend organisieren" und beschäftigt fich deshalb mit der Gründung eines liberalen Jünglingsvereins. Größe und man hat im linksrheinischen Bayern auch bereits vor Diese gesunde" Idee stammt eigentlich von einer pfälzischen liberalen längerer Zeit mehrere folche Vereine gegründet, die sich indessen nicht recht lebensfähig erwiesen haben. Nicht einmal Schweins Inochen mit Klößen als Gratisabendessen erfüllten da die gehegten Erwartungen. Da die Münchener neben ihren sonstigen schäßenswerten Charaktereigenschaften sich außerdem noch durch besondere Schundigkeit in finanzieller Beziehung gegenüber ihrer Partei auszeichnen, so ist nicht recht ersichtlich, durch welche Mittel man die Jugend, an sich locken will. Die Geistesblige des Herri Reichstags- Abgeordneten Schwarz und die etwas langatmigen Reden des Herrn Justizrats Kraußold, die der Münchener etwas drastisch als Seichbeuteleien" bezeichnen, werden wohl auch den anspruchslosesten Jüngling auf die Dauer nicht befriedigen. Zur Typhus- Epidemic auf dem Fort Manteuffel in Met. Unser Partei- Organ, die Münchener Post", veröffentlicht einen Leitartikel, aus dem hervorgeht, daß es in erster Linie die unglaublich miserablen Trinkwasser- Berhältnisse sind, welche die Epidemie auf Fort Manteuffel verschuldeten. Nach einem uns zur Verfügung ge= stellten Soldatenbrief scheinen aber auch noch andre Ursachen eine Rolle zu spielen, So soll das Fort so feucht sein, daß in den Mannschaftsstuben die Wände ganz naß seien. Das zur gelieferte Rohlenquantum ſet gänglich Heizung gelieferte unzureichend, die naẞtalten Räume die Mannschaften starrend vor Schmutz und Nässe von den Uebungen zurück, so könnten sie in diesen elenden Räumen nicht einmal die feucht müßten sie dieselben morgens wieder anziehen. Der BriefKleider trocknen. Naß zögen sie dieselben abends aus und noch schreiber meint, neben dem Wasser an den Wänden sei es das Wasser, das sie in den Uniformen auf dem Leibe tragen mußten, das sie hauptsächlich krant mache. zu erivärnten. Kämen herrschen, und es ist Pflicht der Militärverwaltung, schleunigſt AbSicher scheint zu sein, daß im Fort Manteuffel sehr böse Zustände Hilfe zu schaffen. Centrum als leitender Gedanke der Ausgleich der wirtschaftlichen Interessen unter den Ständen maßgebend ist. Diesem Grund- und ihren trauernden Hinterlassenen ist damit freilich nicht geholfen Den Mannschaften, die bereits gestorben sind und noch sterben, faze sind wir auch in der schwebenden Getreidefrage treu und ebenso wenig jenen, die Krankheitskeime für das Leben aus geblieben und zwar viel weniger aus parteipolitischen Rücksichten, dem Fort herausgetragen haben; um so nachdrücklicher muß für die als aus idealen Gründen, die uns als christliche Arbeiter Zukunft gesorgt werden, daß Achnliches sich nicht wiederholt. Das in wirtschaftlichen Fragen maßgebend sind. Wir haben wegen unsrer Stellungnahme viele Angriffe und keine Ausland. od England. Volk, das gezwungen wird, seine Söhne auf Jahre in die Kasernen fehr freundliche in der gegnerischen Presse erfahren. zu schicken, darf verlangen, daß man sie dort nach Menschenmöglichkeit Speciell unfrem Redacteur, Herrn Giesberts, ist, weil er, vor Krankheit und Tod schützt. allerdings für seine Person, auf der Versammlung des Rheinischen Bauernvereins für eine mäßige Getreidezoll- Erhöhung eintat, übel mitgespielt worden. Wir glauben auch als Verbandsorgan der größten fatholischen Arbeitervereine Westdeutschlands wohl den Anspruch machen zu dürfen, in diefer wichtigen Frage ein Wort London, 17. April. Sämtliche Blätter veröffentlichen Auszüge mitzusprechen. Oder glaubt man wirklich, über die katholische aus einem Berichte des Lord Roberts über die Arbeiterschaft zur Tagesordnung übergehen zu können, weil sie altung verschiedener Offiziere im südafrikanischen arme Schluder und keine Gutsbesiger sind? Kriege. Der Bericht des Amtsblatts nimmt acht Spalten ein. Für die meisten Offiziere findet Lord Roberts schmeichelnde Worte, fogar General Buller und Lord Methuen erhalten von ihm nicht den ge= ringsten Tadel. Das Amtsblatt fündigt eine Fortsetzung dieses Berichts an. www.Schweden. Der Reichstag nahm am Sonnabend den Regierungsentwurf eines Unfallversicherungs- Gesetzes im Princip an. Die Arbeiter haben indes wenig Ursache, besonders erfreut darüber zu sein, denn das, was ihnen in dem Gefeß geboten wird, ist so gering, daß das ganze Gesez nicht mit Unrecht von socialdemokratischer Seite als die Starifatur eines Unfallversicherungs- Gesetzes bezeichnet wird. Wir schrieben erst dieser Tage, daß die Vorbedingung für die ausgleichende Gerechtigkeit sei, daß diese auf Gegen feitigteit beruhe. Erkennt man dies seitens der führenden Kreise des Rheinischen Bauernvereins und der ihnen nahe stehenden Personen nicht an, gut, dann fällt auch für uns der Grund fort, für die Erhöhung der Getreidezölle einzutreten. Wir können auch anders, wenn es sein muß. Ob es aber für die Landwirtschaft gleichgültig ist, daß fie die katholische Arbeiterschaft gegen sich aufbringt, möchten wir doch bezweifeln. Es herrscht heute noch genug Verbitterung gegen die ländlichen Arbeit geber unter den Arbeitern, wenn sie zurückdenken an die persönliche Verhandlung, die gesellschaftliche Stellung, die ihnen auf dem Nach dem Entwurf soll die Erstattungspflicht der Arbeitgeber an Lande früber zu teil geworden ist, bevor sie Industrie- Arbeiter den Berunglückten erst mit dem 61. Tage nach dem Unfall beginnen wurden. Auch in den Kreisen der katholischen Arbeiter und die zu gewährende Unterstüßung nur 1 r. pro Tag betragen, herrscht durchaus keine Begeisterung für Getreidezölle, zu- dauernd bis die Arbeitsfähigkeit wieder eingetreten ist, oder der Tod mal wenn schon heute der Großgrundbesis sich den Erfolg derselben erfolgt, oder auch Verminderung der Arbeitstüchtigkeit oder der vollzuzufichern bestrebt ist. Vom Niederrhein wird uns z. B. mit ständige Berlust der Arbeitsfähigkeit konstatiert wird. geteilt, daß ein adeliger Großgrundbesizer, Ehren- In legteren Fällen erhält der Verunglückte eine Lebensrente von Bürgermeister eines fleinen Landstädtchens, den führenden jährlich 300 Str. für völlige Invalidität, oder einen entsprechend geKreisen des Rheinischen Bauernvereins sehr ringeren Betrag für teilweise Juvalidität. Tritt der Tod innerhalb nahestehend, auf die mit dem 1. Mai ablaufenden Bacht 2 Jahren nach dem Unglüdsfall ein, so wird eine Sterbeunterstützung verträge eine Erhöhung der Pacht von 3 bis 5 m. pro Woche von 60 Kr. ausgezahlt; eine Witwenpension von 120 str., so lange angeordnet hat." die betreffende unverheiratet bleibt, und für jedes Kind 60 Kr. bis Die geplante Getreidezoll- Erhöhung schafft in der That nach zum 15. Lebensjahr. Die Witwen- und Kinderpensionen dürfen allen Seiten Klärung. Es ist nicht allein die Abwehr der Rheinischen jedoch zusammen die Summe von 300 Kr. jährlich nicht übersteigent. Rußland. Es ist den Arbeitgebern freigestellt, ihre Arbeiter bei der Reichs- und bedenkliche Erscheinungen gezeitigt haben, um das Ober- ift richtig. Aber ganz falsch ist, daß es sich dabei besonders um Versicherungsanstalt, die errichtet werden soll, zu versichern, und fommando zu veranlassen, aus einem derartigen Anlaß fofort eine Akademiker handelte, die sich vorher der Partei aufgedrängt haben dann sollen sie so lange von der Erstattungspflicht befreit sein, als neue Expedition auszurüsten. diese Versicherung ausreicht. sollen. Gewiß ist von den Mitgliedern des„ Mohrenklubs", der in Eigenartig nimmt sich dies Vorgehen auch gegenüber dem von seiner Mehrzahl aus Studenten bestand, manches aus den Japan geäußerten Wunsch aus, daß China wieder Truppen der kämpfenden Genossen verschollen; die Mehrnach Betschili jenden möge, um die Aufrechterhaltung der Ord- Reihen Die Furcht vor den Arbeitern. Wie bekannt herricht jest in nung wieder zu übernehmen. Die übrigen Mächte scheinen ganz andrer zahl der„ Mohren" aber hat unter aber hat unter dem Ausnahmegesetz Rußland, besonders in Südrußland, eine starke wirtschaftliche Krisis. Meinung zu sein, sonst würden sie sich nicht anschicken, die erste treu zur Partei gehalten, derselben manches Opfer gebracht und Zehntausende von Arbeitern sind brotlos. Diese Arbeitslosen flößen Truppenabteilung, die kaum die Grenze der Interessensphäre über- wirken heute noch als allgemein geachtete Genossen in unfren der Regierung besonderen Schrecken ein, um so mehr, als der schritten hat, wieder vermittelst eines großen militärischen Auf- Reihen. 1. Mai vor der Thür steht. So greift denn die Regierung zu gebots zurüdzutreiben. folgendem Mittel. Sie schiebt einfach die Arbeitslosen nach Was von den Berliner Mohren gilt, darf als zutreffend für die Wenn übrigens den Versicherungen des China- Korrespondenten erbrüdende Mehrzahl der akademisch gebildeten Genossen behauptet ihrer Heimat ab. So sind schon aus Jekaterinoslaw, Charkow, der Frankfurter Zeitung" zu trauen wäre, wären unsre China- werden, die zur Zeit der Proklamierung des Socialistengesetes sich Mostow a. D. einige tausend Arbeitslose ausgewiesen, weitere Aus- truppen vom Grafen Waldersee an bis herab zum letzten weisungen fommen nach. Auf solche Weise wird die Regierung Soldaten gründlich chinamüde und nur Rußland trüge unterliefen, versteht sich am Rande. zur Partei bekannten. Daß auch damals Ausnahmen mit jorgen, daß bis ins entlegenſte Bauerndorf die Nachricht von den die Schuld, daß immer neue, vom russischen Rubel anunterliefen, versteht sich am Rande. Doch handelte es sich dabei legten Ereignissen in Rußland dringt, und daß der Haß gegen die geftiftete inesische Unruhen die Heimreise unser China- meist um Mitläufer, die sich gern an im öffentlichen Leben stehende despotische Regierung, der die städtische Arbeiterbevölkerung erfüllt, fruppen verzögerten. Die durch Rußlands Fürsprache geretteten Personen herandrängen, um dann in ihren Kreisen mit ihren„ beauch dem rückschrittlicheren Bauernvolt allmählich eingeimpft wird.-Tuan und Tungfuhsiang feien Kreaturen der russischen rühmten" Bekanntschaften zu prahlen. Solches Schmarogertum macht Trübungspolitik. Danach hätten wir also auch in Liu ein Werkzeug sich zu allen Zeiten breit, vorausgesetzt, daß keine Gefahr damit ver russischer Intriguen zu sehen. Sollte die Auffassung des Kor- bunden ist, man soll aber mit diesem Auswuchs nicht unsere wirkrespondenten der Frankf. 8tg." zutreffen, so hätte Waldersee aller- lichen Genossen aus den Kreisen mit akademischer Bildung ver dings noch weniger Ursache, sich in immer neue militärische Abenteuer verstricken zu lassen. wechseln.. Daily Netvs" erfährt, der Oberkommissar Sir Alfred Reader" berichtet von einem Wiederauffladern der Bogerbewegung" Auch eine Meldung des Morning Haben die proletarischen Genossen während der schweren Zeit Milner habe darum nachgesucht, Südafrika mit Urlaub in der Nähe von Boatingfu. Die Boyer hatten eine 35 Kilometer des Socialistengesezes ihre Pflicht gethan, so wollen wir nicht ververlassen zu fönnen; der Urlaub sei gewährt worden. Das lange Strecke der russischen Eisenbahn zerstört, weshalb Rußland gessen, daß auch die akademischen Genossen es nie an ihrer MitBlatt fügt hinzu, obwohl die vorübergehende Abwesenheit Milners denunächst bedeutende Truppenverstärkungen nach dieser Richtung ab- wirkung haben fehlen lassen. Es war ein Akademiker, der in der von Südafrika möglicherweise mit seinem Gesundheitszustand zu gehen lassen werde. jammenhänge, glaube es, daß er nach England berufen werde, schlimmsten Zeit des Socialistengesetzes seine reichen Mittel der Partei um dem kabinett seine Ansicht über die Lage dar Die Entschädigungsfrage. zur Verfügung stellte und ihr so ermöglichte, den Kampf gegen die zulegen.„ Daily Chronicle" bestätigt diese Meldung und be-" Daily Telegr." meldet aus Peting: Die Gesamt- reaktionäre Niedertracht mit voller Wucht aufzunehmen. merkt, Milner komme Anfang Mai nach England; sein Aufenthalt Entschädigungsforderungen der Mächte dürften auf Ueber die Opfer und Leiden einzelner Akademiker, die sie wegen daselbst werde nicht länger als zwei Monat dauern. 50 Millionen Pfund Sterling herabgesett werden. ihrem Bekenntnis zur Socialdemokratie zu erdulden hatten, belehrt Während Milners Abwesenheit soll Lord Kitchener Andre Telegramme sowie die Blätter vermuten, daß infolge einer uns aber das Kapitel:„ Die Universitäten und die interimistisch die südafrikanischen Regierungsgeschäfte führen und zu Herabsetzung der Entschädigungen die verschiedenen Mächte darauf Socialdemokratie" in der auch sonst mit Nutzen zu lesenden diesem Zweck einen Mitarbeiter erhalten. Milner wird später nach bedacht sein werden, mit China Sonderverträge abzu- Broschüre„ Nach zehn Jahren". Macht sich auch in unsren Reihen Pretoria zurüdfehren. fchließen, um sich auf diese Weise zu entschädigen. Der Boeren- Krieg. Milner geht in Urlaub. Eine japanische Finanzkrise steht nach einer Meldung der„ Central News" aus Yokohama bevor. Die ungünstige Finanzlage Japans sei der Grund, daß eine japanische Anleihe im Ausland gescheitert sei. Auch habe sich Japan nur aus finanziellem Grunde in der Mandschurei frage mit Rußland verständigt. Verständigt hat sich Japan mit Rußland in der Mandschureifrage nun feineswegs, wenn es auch vorgezogen zu haben scheint, Rußland in der Mandschurei freie Hand zu lassen. Defenfiv- Vertrag zwischen Japan und England. Milner, der vor einigen Monaten zum Gouverneur der Boerenrepubliken ernannt worden war, ist, welche Gründe immer seinen Urlaub veranlagt haben mögen, jedenfalls leicht abkömmlich. da von der Einſegung einer geordneten Civilverwaltung in den annettierten Republiken einstweilen gar keine Rede sein fonnte. Der politische Grund für seinen Urlaub ist einstweilen nicht zu erkennen. Sollte man ihn aus Pretoria entfernen wollen, um bei den Friedensverhandlungen mit den Boeren, denen er äußerst unsympathisch ist, einen Stein des Anstoßes himvegzuräumen? Oder reist er nach London, um die Regierung für weitergehende Zugeſtändnisse an die Boeren zu gewinnen? Vielleicht ist er auch nur in London, 17. April. Die„ Birmingham Bost" teilt mit, daß Urlaub gegangen, weil er vorläufig ja doch nichts in Pretoria zu diplomatische Noten zwischen England und Japan gewechselt thun hat.; werden und daß die Abschließung eines Defensiv Vertrages zwischen beiden Mächten demnächst zu tande kommen dürfte. Diese Alliance soll den Zwed verfolgen, die Integrität des chinesischen Reichs zu sichern. Operationen im östlichen Transvaal. Kolonial- Armee für China. hie und da noch ein blöder Autoritäts- Dusel breit, der sich da noch ein tüchtiges Arbeitsgebiet vor uns. Die zu uns kommenden an Rang und Titeln hängt, so bekämpfe man diesen. Wir haben Akademiker sind aber wirklich unschuldig daran, wenn der Doktorund Pfarrertitel auch in Arbeiterkreisen noch immer mit einem gewissen Glorienschein umgeben ist." Maifeier Umzug. Die Magdeburger Parteigenossen haben an das dortige Polizeipräsidium den Antrag gestellt, ihnen am ersten Mai einen Durchzug durch eine Reihe von Straßen zu gestatten. In dem Gesuch wird darauf hingewiesen, daß vielen andren Korporationen, auch folchen, die nicht in Magdeburg ansässig sind, dort also auch keine Steuern zahlen, wiederholt Umzüge geAus Middelburg wird berichtet: Die Kriegsoperationen stattet worden sind. Der Antrag ist seitens der Magdeburger Parteiim östlichen Transvaal haben nunmehr begonnen. Verschiedene leitung alljährlich gestellt, aber ebenso regelmäßig ohne Angabe der Gründe. Wird dem Antrage in diesem Kommandos sind nach südlicher Richtung abgegangen. Schalt Burgher abgelehnt werden. hat seine Regierung nach Ermelo verlegt. Er hatte eine Unterredung Jahre ein besseres Schicksal beschieden sein? Wir wagen's kaum zu mit Botha, Stejn und De Wet. Wie nach englischer Quelle ver- Versammlungen werden, wie wir bereits mitgeteilt haben, die Auf den jetzt stattfindenden Frühjahrs- Kontroll- hoffen. lautet, liegt die Wahrscheinlichkeit vor, daß Botha und Stejn sich Gestellungspflichtigen darauf hingewiesen, daß ihnen zum freiDie Stettiner Stadtverordneten- Ersatzwahl vom 16. d. M. mit dem Gedanken tragen, das Land zu verlassen und sich auf willigen Eintritt in das China- Erpeditionstorps brachte der Socialdemokratie einen Sieg. Der Hausbesizer Genoſſe portugiesisches Gebiet zu flüchten(?). werbung bezweckt, wie die„ Volts- gtg." noch erfährt, den Ersatz bezwv. für alle Waffengattungen Gelegenheit geboten sei. Diese An- Barz wurde mit 651 gegen 307 liberale Stimunen gewählt. die Ablösung der gegenwärtigen Chinatruppen, die für kommenden Polizeilidhjes, Gerichtliches us. Herbst in Aussicht steht. Als Hauptbedingungen zum Eintritt in das der„ Boltsstimme" zu Frankfurt a. M. und dann in der WohFahndung nach einem Hunnenbriefe. In der Redaktion Freiwilligenforps gelten ein vorwurfsfreier Lebenswandel, Tropen- nung des Genossen Dr. Quard haussuchte dieser Tage die Polizei dienstfähigkeit und zweijährige Verpflichtung. Als Gegenleistung nach einem Hunnenbriefe, der in der Nummer vom 11. Januar in werden dem gemeinen Soldaten neben der üblichen Militärverpflegung dem genannten Blatt zum Abdruck gebracht worden war. Gefunden und Löhnung eine Jahresgratifitation von 600 M. und jedem Ge- wurde natürlich nichts. freiten eine solche von 690 M. zugesichert. Der Boerengeneral Celliers, von welchem berichtet war, daß er bei Lichtenburg gefallen sein sollte, ergab sich den britischen Truppen bei der Befeßung von Warmbad, wo er wegen einer bei Lichtenburg erhaltenen Verwunding in Behandlung war. 3. Grubenunglück in Johannesburg. In einer Grube der Geldenhuis Deep Mine riß heute das Seil eines Förderkorbs, in welchem sich Eingeborene befanden; der Förderkorb stürzte in die Tiefe, 26 Eingeborene wurden getötet. Die Tagesverluft: Lifte vom südafrikanischen Kriegsschauplaze umfaßt für gestern fünf Tote, neun Verwundete, einen Vermißten und 24 an Krankheiten Verstorbene. Auch den in China befindlichen Mannschaften werden, wie aus Briefen von dort hervorgeht, ähnliche Angebote gemacht. Die Volts- Zeitung" fragt: China stationieren? Es ist hohe Zeit, daß im Reichstag Will man denn eine deutsche Heeresabteilung dauernd in eine Aufklärung verlangt wird, ehe es wieder zu spät ist." Reform des Tsung- li- jamen. Das Schöffengericht zu Gera verurteilte den Redacteur der Reußischen Tribüne", Hermann Seifarth wegen Beleidigung des Pastors Garthe in Thräniz zu 2 Monaten Gefängnis. worden, daß er die Kirchenvorstandswahlen anstatt in der Kirche im Es war in der Tribüne" dem Pastor Garthe der Vorwurf gemacht Gasthof habe vornehmen lassen. Dies entsprach jedoch nicht der Wahrheit. In dem Gasthof waren die Gewählten nur verpflichtet = Parlamentarisches. Das dauernd eine Besagungstruppe in China worden. zurückbleiben soll, in der auch Deutschland mit mehreren- Schanksperren Prozeß im Ruhrrevier. In dem be Kriegsinvaliden. In der Budgettommission wurde tausend Mann vertreten sein wird, ist ja bekanntlich ein fannten Schantiperren Prozeß wider Genoffen Redacteur Anton heute die Beratung der Vorlage über die Versorgung der Kriegs. Sauptpunkt des Friedensvertrags mit China. Bredenbeck in Dortmund ist ernenter Verhandlungstermin für den invaliden und ihrer Hinterbliebenen begonnen. In der General- Nichtsdestoweniger ist eine Anfrage, wie groß denn eigentlich diese 30. April und 1. Mai angesetzt. Der Angeklagte hat zur Beweis.. diskussion ging der Abg. Dr. Müller Sagan( frf. Vp.) auf die Kolonialarmee sein soll, sehr wohl am Blaze. Umsomehr, als die führung die Ladung einer großen Zahl Zeugen beantragt. Das Dedungsfrage ein und meinte, diese Frage müßte vor allem ge- Unterhaltungsfosten dieser Truppen ganz sicher nicht durch die Gericht hat den Anträgen stattgegeben und find insgesamt 70 Zeugen regelt werden. Der Staatssekretär Frhr. v. Thielmann wider ohnehin noch in weitem Felde stehende chinesische Kriegsentschädigung geladen. Unter diesen auch Vertreter aller angeblich beleidigten sprach dieser Anregung. Er meinte, es würden sich später noch gedeckt werden. Behörden, vom Oberpräsidenten von Westfalen abwärts bis zu größere Kosten herausstellen und der zu deckende Betrag sei noch nicht einem Amtmann. Im ersten Termin beantragte der Staatsanwalt borauszubestimmen. Abg. Dr. Müller- Sagan erwiderte, gerade deshalb müsse man sich über die Deckungsfrage flar werden; er empfahl eine Berlin wird den Angeklagten vertreten. wider Bredenbeck ein Jahr Gefängnis. Genosse Rechtsanwalt HeineReichs- Vermögenssteuer. Abg. Miller- Fulda( C.) befürwortete demgegenüber eine Reichs- Erbschaftssteuer. Die übrigen Parteien gingen aber auf die Frage nicht mehr ein und so wurde die Generaldistusfion gefchloffen. In der Specialdiskussion wurden nach langen, aber belanglosen Reden des Abg. Grafen Oriola die§§ 1 und 2 muverändert angenommen. Die Diskussion erstreckte sich dann noch auf die§§ 3 und 5 der Vorlage. Die Abstimmung aber soll erst in der nächsten Sigung am Donnerstag stattfinden. Ein ernstes Gefecht wird bei uilu, 120 Meilen von Paoting fu, als bevorst chend angekündigt. Das Reutersche Bureau meldet aus Peking vom 16. April: Lin hält eine starke Stellung bei Huilu besetzt. 5000 Mann deutscher und 3000 Mann französischer Truppen werden zu einer Expedition gegen ihn verwandt. Weitere Truppen gehen morgen und Freitag von Beting ab. Die Expedition wird vom Generalmajor Freiherrn v. Gayl befehligt. Die chinesische Streitmacht soll 10 000 Mann start sein und es wird ein heftiges Gefecht erwartet. Die chinesische Stellung befindet sich mehrere Meilen innerhalb der Grenzen deg bom Grafen Waldersee als Operationssphäre der verbündeten Truppen be= stimmten Gebiets. Lin hat sich bisher geweigert, sich fremden Gesandten in ihrer Besprechung am 15. d. M. dem Antrag Nach einem Telegramm der„ Times" aus Peking haben die Rockhill- Komura gemäß zu dem Artikel 12 der gemeinsamen Note betreffend die Reform des Tsung- li- jamen und die Aenderung des gegen§ 166 des Reichs- Strafgesetzbuchs) verurteilte die Strafkammer Wegen Beschimpfung der katholischen Kirche( Vergehen Sofceremoniells bei den Empfängen der Gesandten beschloffen, des Landgerichts Waldshut( Baden) unsern Parteigenossen daß an Stelle des Tsung- li 9amen ein Ministerium Schauer, früher in Lörrach, jegt in Mannheim wohnhaft, zu bes. Aeußern geschaffen werden folle, welches aus einer Gefängnisstrafe von drei Wochen. Schauer hatte einem faiserlichen Prinzen als Präsidenten und im verflossenen Spätjahr in einer von den christlichen Gewerkschaften awei Ministern zusammengesezt sei, die direkten Zu- in Eädingen einberufenen Versammlung von dem Rechte der freien tritt beim Kaiser hätten. Es sollten forner zwei Viceminister Diskussion Gebrauch gemacht und dabei auf die Angriffe der ernannt werden, von denen einer einer fremden Sprache mächtig gegnerischen Redner, darunter eines katholischen Geistlichen, sich über sein müsse. die Grundsätze der katholischen Kirche in abfälliger Weise geäußert. Die Verurteilung zu der verhältnismäßig hohen Strafe erfolgte, obwohl Schauer bisher noch völlig unbestraft war. Partei- Nachrichten. Erklärung. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. des Berliner Gewerbegerichts. In Nr. 86 des Vorwärts" wendet sich Genosse Göhre in einer Erklärung gegen folgende von mir gemachten Ausführungen in der Landesversammlung der sächsischen Socialdemokraten: „ daß Göhre, nachdem er feinen Eintritt in die socialdemo- Die Arbeitsbedingungen der Puker vor dem Einigungsamt fratische Partei erklärt hatte, einem hervorragenden Parteigenossen brieflich mitgeteilt habe, daß er auch zur Uebernahme einer und schreibt dazu: Reichstagslandidatur bereit sei", Ich lege Wert darauf, hierzu öffentlich zu erklären, daß diese Mitteilung Kadens unwahr ist." zurd zuziehen, indem er erklärt, wenn die Verbündeten wünschen. Irrtum unterlaufen ist, als Genosse Göhre nicht Hierauf habe ich zu erklären, daß mir insofern ein daß er sich zurüdzieht, dann thäten sie besser, zu kommen und brieflich, sondern mündlich einem hervor ihn zu zwingen. Einem heute eingegangenen französischen ra gen den Parteigenossen sagte, wenn er zur Partei Bericht zufolge glaubt man zwar, daß er sich jetzt zurückzieht, übertrete, sei er auch bereit, eine Kandidatur zum jedoch nimmt man an, daß, wenn dies wirklich der Fall ist, es nur teichstag resp. ein Mandat zu übernehmen. ein Rückzug von 7 oder 8 Meilen ist, um eine viel stärkere Diese Thatsache ist in engeren Parteifreifen längst bekannt und Stellung einzunehmen. ich lege Wert darauf, diefes öffentlich zu erklären. Gohlis- Dresden, 16. April 1901. Morgen gehen 1100 Mann deutscher und 1000 Maun franzöfifcher Truppen von hier ab, um sich einer Expedition anzuschließen, welche von Paotingfu aus gegen Liukwanting und cinige tausend Chinesen entsandt wird, die sich weigern, Li- HungTichang in Betreff der Innehaltung der vereinbarten Grenzen Gehorsam zu leisten. Eine Legende. August Kaden. 81/2 Stunden und beziehen einen Abschlagslohn von 8 M. pro Tag, Die Buzer haben seit etwa zwei Jahren eine Arbeitszeit von der bei der meist üblichen Accordarbeit den Charakter eines garan= tierten Lohnes angenommen hat. Ferner sind die Arbeitgeber in den lezten Jahren zur Bezahlung der Hilfskräfte( Träger) Jezt versucht num der Arbeit. umgegend an diesen Errungenschaften zu rütteln. Er hat sich an verpflichtet worden. geberverband der Bund der Baugeschäfte Berlins und bas Ginigungsamt gewandt und schlägt vor, festzujeßen, daß die Arbeitszeit 9 Stunden betrage und daß bei Accordarbeit alle während des Accords erfolgenden Zahlungen an die Buzzer sowie auch der den Trägern( Hilfsarbeitern) gezahlte Lohn lediglich als Abschlags. zahlungen auf den Accordpreis anzusehen seien. Gestern trat das Einigungsamt unter dem Vorsitz des Gewerbegerichtsdirektors v. Schulz zusammen, um in der Sache zu vers Handeln. Als Arbeitnehmer- Beifißer fungierten Steinfeger no II und Former Körsten, als Arbeitgeber Beisiger Klempnermeister Dietrich und Bildhauermeister Streich mar. Außerdem hatten Ein alter Mohr, der aber kein Akademiker ist, schreibt uns: Aus Anlaß der Akademiker- Debatte auf der sächsischen den Baurat kyllmann als Vertrauensperson in das Einigungsdie Arbeitnehmer den Buzzer Siemanowsky und die Arbeitgeber Es ist bezeichnend für die Haltung der Khalimächte, daß man fich in einem so vorgeschrittenen Stadium der Friedens- Landeskonferenz begeguen wir in der Parteipreffe der Behauptung, amit delegiert. Die Parteien waren durch die Bauunters verhandlungen abermals in triegerische Attionen daß wiederholt die Arbeiter mit Akademikern schlechte Erfahrungen nehmer Pfahl, Göride und Heuer, sowie durch die großen Stils einlassen will. Die geforderten Bestrafungen gemacht haben, so beim Erlaß des Socialistengefeßes, wo eine große Buzer Schulz, Richter und Vogel vertreten. Die sind in der Hauptfache vollzogen, die Entschädigungsfrage Reihe von„ Studierten", die sich vorher der Partei angeschlossen Unternehmer verlangten den Ausschluß Ausschluß der der Oeffentlichkeit, nähert sich angeblich ihrer Lösung und trotzdem nimmt man die Beige- hatten, unsre Fahne im Moment der Gefahr feige im Stiche ließen, nahmen aber nach energischem Einspruch der Arbeitnehmer, die sonst rung eines chinesischen Truppenführers, sich um wenige Kilometer io auch später noch in einzelnen Fällen". überhaupt nicht verhandeln wollten, davon Abstand. In der Bes hinter die von Waldersee gezogene Grenzlinie der sog. Operationssphäre so auch später noch in einzelnen Fällen". Vorstehende Behauptung, die ohne jeden näheren Beweis auf- gründung ihres Antrags machten die Arbeitgeber geltend, daß sie zurückzuziehen, zum Anlaß, den Krieg von neuem zu bebestrebt seien, die Verhältnisse durch tarifliche Vereinbarungen zu ginnen! Der Mangel an Beschäftigung der Shatitruppen, gestellt ist, entspricht den thatsächlichen Vorgängen durchaus nicht. regeln. Die Festlegung der neunstündigen Arbeitszeit wünschen sie, über den bereits verschiedentlich lebhaft geklagt wurde und der nach Daß nach Inkrafttreten des Socialistengesetzes und besonders nach weil auch die Maurer diese Arbeitszeit hätten und zweierlei Arbeitsneueren amerikanischen Meldungen den asiatischen Befehlshabern Broklamierung des Kleinen Belagerungszustands über Berlin verschiedene zeit auf den Bauten ein Unding wäre. Durch die Lohngarantie schwere Sorgen bereiten foll, rauß wirklich einen hohen Grab erreicht vorher in der Oeffentlichkeit stehende Genossen sich aus dieser zurüdzogen, fühlen sie sich benachteiligt. 0 Die Vertreter der Arbeiter führten dagegen an«: Infolge der intensiven Arbeit der Putzer, namentlich der Jnnenputzer, mache sich eine kürzere Arbeitszeit notwendig, Bei der jetzigen nominellen 8>/l stündigen Arbeitszeil würde es wegen des zu verarbeitenden Materials sowieso 9 Stunden. Aus einer nominellen Arbeitszeit würde in der Praxis eine solche von 9� bis 9�/« Stunden werden. Wie intensiv die Putzer in Berlin arbeiteten, gehe daraus hervor, dah im Gegensatz zu ihren höhreen Verdiensten die Putzer in andren Orten nur 6 M. täglich verdienten, obwohl ihre Accordprcise um ein Drittel höher seien als die Berliner. Die Sicherung eines Tages- satzes von 8 M. sei durchaus gerechtfertigt. Es komme vor. daß bei schlecht Zbezahlter� Arbeit die Arbeitskräfte fortwährend wechselten. Die zuletzt in die Kolonne eintretenden Putzer müßten dann schließlich u m s o n st arbeiten, wenn jener Tageslohnsatz nicht garantiert wäre. WaS die Verhältnisse der Putzerträger angehe, so sei es schon vorgekommen, daß die Putzer bei insolventen Arbeit- gebern außer den eignen Verlusten noch den Lohn der Hilfskräfte zu tragen härten. Nach stundenlangen Verhandlungen und Vergleichsversuchen wurde mangels einer Verständigung die Verhandlung auf Donners- tag, den 2S. April, vormittags 10 Uhr, vertagt. Stnitig blieb u. a. die Arbeitszeit. Gesellen-Ausschüssc der Handwerkskammer Abteilung l Berlin. Am Sonntag, den 21. April, vormittags 10 Uhr, im Ge- werkschaftshaus, Engel-Ufer 15: Versammlung der Gesellen-Ausschüsse und Ersatzmänner Berlins. Tagesordnung: Berichterstattung des Gesellen-Ausschusses der Handwerkskammer Berlin. I. A.! H. B a- t e l. Der Streik der Charlottenburger GaSanstal'" Arbeiter ist als beendet zu betrachten. Er ist zu Ungunsten de. Ausständigen verlaufen, indem es der Verwaltung gelang, genügend Arbeitsivillige aufzutreiben. Die Ausständigen sollen jedoch wieder nach und nach eingestellt werden. Ein Teil der Ausständigen hat anderweitig Be« schäftigung gefunden. DcntschcS Reich. Der Manrerftrcik in Halle dürfte sich zu einem allgemeinen Vauhandwerkerausstnnd entwickeln. Den Zimnierern ist nämlich ein Abzug von 4 biS ö Pf. pro Stunde vom Arbeitgeberbund zugemutet. Wahrscheinlich werden die Zimmerer diese Herausforderung nicht ruhig hinnehmen. Die Bau-Hilfs- und Erdarbeiter beabsichtigen auf den Bauten, wo Streikbrecher beschäftigt sind, die Arbeit einzustellen, um den Streikenden auf diese Art Unterstützung zu gewähren. Der Beschluß soll erst gefaßt werden, wenn der Hauptvorstand der Bau» Hilfsarbeiter seine Zustimmung gegeben hat. Die Schuhmacher in Frankfurt a. M. haben in ihrer Lohn» bewcgung bereits die Anerkennung ihrer Forderung von 100 Meistern erzielt. Im Ausstand befinden sich noch 60 Gehilfen. Die Gärtner in Hamburg haben nunmehr den Ausstand für beendet erklärt. Der Verlauf der Lohnbetvegung, besonders soweit die Landschaftsgärtncceicn in Betracht kommen, ist ein befriedigender. Der Nürnberger Schneidrr-Streik ist für beendet erklärt worden, nachdem nüt Ausnahme einiger kleiner Geschäfte, die für die Arbeiter gesperrt wurden, die Forderungen überall durchgesetzt sind. Ausland. Die Gewerkschaften in Spanien haben in den letzten Jahren einen ganz überraschend günstigen Aufschwung genommen. Wie wir einem Artikel des Genossen Cuno aus der„Neuen Zeit" entnehmen. zählten die Gewerkschaften im Jahre 1839 nur 3355 Mitglieder, während die Zahl jetzt bis zum März 1901 auf 29 383 gestiegen ist. Die Gewerkschaften stehen in enger Verbindung mit der social- dcmokratisctwn Partei. Aeußerlich kommt dieser enge Zusanmren- hang zwischen der politischen und der gewerkschaftlichen Arbeiter- dewegung schon darin zum Ausdruck, daß die socialistische Partei und die„Union Asnoral", eine Organisation, die der General. konimisfion der deutschen Geiverkschaftc» entspricht, ihre Kongresse gleichzeitig und in denselben Orten abhalten, und daß die Leiter der politiichen Bewegung zugleich im Vorstand der gewerkschaftlichen Centralleitung wie der größeren Einzelgewerkschaften sitze». Am meisten Mitglieder zählen die Gewerkschaften in den Städten, wo die politische Bewegung die Arbeitermassen ergriffen hat und socialistische Blätter die mündliche Agitation unterstütze»; so kommen beispielsweise von den ca. 29 000 Äitgliedern der„Union geiiönrl" 11 358 auf Madrid, 4843 anf den Jndustriebezirk Oviedos mit Gijon, 1719 auf die Stadt Oviedo selbst, 1640 auf Bilbao mit Gallarta, 1200 auf Vigo, 1185 auf Santander. 984 aus Valladolid, 700 auf El Ferrol, 685 auf Palma de Mallorca, 608 aus San Sebastian. Wie diese Ziffern zeigen und wie sich bei näherer Betrachtung noch deutlicher ergicbt, hat die gewerkschaftliche Bewegung, abgesehen von Madrid, vornehmlich in den nordwestlichen Gegenden Spaniens Fuß gefaßt, specicll in Galicien, Asturien, dem Norden Alt- kastiliens und den baskischen Provinzen. Es betreiben nämlich einzelne Ortschaften dieses Gebiets, wie zum Beispiel Arenas und Avilss bei Oviedo, Gallarta bei Bilbao, nicht nur ausgedehnten Bergbau, sondern es befinden sich hier auch, vornehmlich in Oviedo, Mieres, Santander, die Konzentrationsstättcn der spanischen Eisen- und Holzindustrie. Dazu kommt, daß die gewerkschaftliche Bewegung der nordwestlichen Provinzen an der dortigen socialistische» Presse (Wochenblättern) einen starken Rückhalt findet. Eine Aufstellung der spanischen Gewerkschaften nach Berufen läßt sich schwer vornehmen, da je nach den besondren örtlichen Ver- hältnisscn verwandte Berufe sich verschiedenartig znsainmengeschlossen haben, also zum Beispiel in dem einen Orte die Bautischler und Zimmerleute einen Verein bilden, während anderswo die Bau- tischler mit den Möbeltischlern oder die Möbeltischler mit den Stellmachern vereinigt sind. Soweit sich feststellen läßt, sind die Maurer am stärksten an der gewerkschaftlichen Bewegung be- teiligt; sie stellen 5035 Mitglieder. Dann folgen der Zahl nach die Zimmerleute und Tischler mit 3024, die Steinhauer, Steinmetzen und Marmorarbeitcr mit 1743, die Buchdrucker und Schriftsetzer mit 1526, die Bäcker mit 1425, die Holzarbeiter(ohne die in den großen Holzsägereien beschäftigten Sägers mit 1241, die Eisenarbeiter. Former und Gießer mit 1173, die Bergleute mit 946, die Weber mit 733 Mitgliedern. Mißt nian diese Zahlen an der Bedeutung der einzelnen Industrien, so fällt die geringe Beteiligung der Textilarbeiter an der gewerkschaftlichen Organisation auf. Obgleich die Seiden-, Tuch- und Baumwolltvcberei in manchen Gegenden Spaniens auf relativ hoher Sttife steht, dürften doch, wenn man Weber, Spinner, Färber, Appretierer zusammenrechnet, kaum mehr als insgesamt 1200 Arbeiter dieser Branchen gewerkschaftlich organisiert sein. Hin- gegen stellen die„Tipograkos"(Buchdrucker und Schriftsetzer) eine in Anbetracht der geringen Ausdehnung dcS spanischen Buckidruck- gewerbs recht ansehnliche Mitgliedschaft. Ihre Gewerkschaft besteht nur ans wenigen Lokalsektionen, aber jdiese sind stramm organisiert und zu einer„ITsderaciön"(Central- verein) verbunden, die streng darauf hält, daß kein lokaler typographischer Verein in die„Unioo general" Aufnahme findet, der sich nicht zuvor dem Centraiverein angeschlossen hat: ein Be- streben, in dem die Gewerkschaft von dem Nationalkomitee der»Uuiüo gsneral" in jeder Weise unterstützt wird. Der Streik der Hafenarbeiter in Genua erschwert den regelrechten Postdampferverkehr in sehr unangenehmer Weise. Zum Teil muß die Post mit auslandischen Dampfern befördert werden und für die italienischen Häfen und nach Sardinien übernehmen Kriegsschiffe und Torpedoboote den Dienst. Es ist nicht aus- geschlossen, daß der Streik auch auf die andren Häfen überspringt. In der Entlohnung der Arbeiter hat seit 20 Jahren keine Aenderung stattgestinden, während die Preise für Nahrungsmittel nicht un- dedeutend in die Höhe gingen. Wie die zuletzt eingelaufenen Räch- richten besagen, haben die Reeder einen Ausschuß eingesetzt, der mit den Ausständigen verhandeln soll._ Verantwortl. Redacteur: Heinrich Wetzker w Er.-Lichterfelde. Für bei Sociales. Ein internationales Zinkkartell soll nach einer Meldung der .Breslauer Zeitung" geplant sein. In nächster Zeit soll danach eine Zusammenkunft von Unternehmern in Berlin stattfinden. Es würden sich eine große Anzahl europäischer Zinkinleressenten be- teiligen, um die Grundsätze eines internationalen Abkommens für das Zinkgeschäft festzusetzen. Vor allem solle die Aufgabe der Kommission darin bestehen, möglichst die Preise für Zink aufzubessern und die Produktionsverhältnisse unter Berücksichtigung des Konsums zu regeln und bestimmte Abmachungen mit den amerikanischen Zink- Produzenten zu treffen._ Gevichks- Zeitung» Eine Erinnerung an den Ausstand der Straßenbahner wurde gestern durch eine vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I geführte Verhandlung wachgerufen. An einer Straßenbahn-Halte- stelle in der Prinzenstraße war eS am 19. Mai zu einer großen Menschenansammlung gekommen. Die trotz des Ausstands im un- geregelten Verkehr fahrenden Wagen wurden von der Menge mit großem Geschrei empfangen und auf alle mögliche Weise an der Weiterfahrt gehindert. Der Packer Gustav Pilz sprang unter andern auf einen Wagen und schaltete mit einem kühnen Ruck die Kontaktstange auS, so daß der Wagen plötzlich stehen blieb. Da dieses Mittel schon bei mehreren Wagen gebraucht worden war, so sahen sich zwei Schutzleute ver- anlaßt, zur Sistierung des Pilz zu schreiten. Das erregte in hohem Grade den Unwillen des Publikums. Insbesondere soll der Arbeiter August Wcnz dem Sistierten zugerufen haben, doch nicht mit- zugehen, sondern„die verst. Blaufacken" zu verhauen. Diese Worte fanden in der Menschenmenge ein lebhaftes Echo und es regnete nicht nur Beleidigungen, vielmehr kamen auch Holzstücke auf die Schutzmänner geflogen und der eine der Beamten erhielt einen Mauerstein ins Kreuz geworf"». Pilz und Wenz wurden auf Grund dieser Vorgänge angeklagt und Pilz wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports. Wcnz wegen Be- leidigung und versuchter Gefangenenbefreiung zu je 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen Pilz ist das Urteil rechtskräftig geworden. Wcnz dagegen legte Revision ein. Das Reichsgericht hob das erste Urteil auf, weil es die Annahme der Strafkammer, daß zivei selbständige Handlungen vorlägen, für irrtümlich erklärte. In der gestrigen erneuten Verhandlung vertrat Rechtsanwalt Lieb« k n e ch t den Standpunkt, daß nur Beleidigung, nicht aber versuchte Gefangenenbefreiung vorliege und für die erstere eine �'rofe von 9 Monaten Gefängnis außerordentlich hart sei. Der Cicrichtshof erkannte diesmal auf 6 Monate Gefängnis. Im Militärbefreiungs- Prozeß zu Elberfeld sind am Dienstag die Verhandlungen wieder aufgenomnien worden. BeachtenS- wert ist die Zeugenvernehmung des Aktuars Gutmann: Er habe in der Untersuchung gegen Baumann bei dessen Vernehmungen viel- fach das Protokoll geführt. Eines Tags versuchte Landgerichtsrat Spieß aus Baumann ettvas herauszubringen. Es war aber alles vergeblich. Baumann sagte aber: Es beschäftigen sich alle Stände mit Freimachcrei, Geistliche, Beigeordnete, Bürgermeister.— Präs.: Forderte der Herr Landgerichtsrat den Baumann auf, Namen zu nennen?— Zeuge: Soweit mir erinnerlich, ist das geschehen. Baumann erklärte aber stets: Aus mir ist nichts herauszubekommen. — Präs.: Nun, Baumann, was sagen Sie dazu?— Baumann: Ich habe nicht bestinimt gesagt, daß Geistliche. Bürgermeister und Beigeordnete sich mit Freimacherei beschäftigen, sondern nur. ich hätte dies gehört.— Zeuge: Das ist unwahr. Baumann hat das bestimmt gesagt.— Präs.: Nun, Baumann, Sie haben jetzt Ge- legenheit. die Nennung der Rainen nachzuholen.— Baumann: Ich kann keine Namen nennen, da ich dies nur gehört hatte. Hätte ich es genau gewußt, dann würde ich es nicht gesagt haben. Ich bin lein Strncksberg, der die Namen Verstorbener nennt— Präs.: Herr Zeuge, hat der Herr Untersuchungsrichter Ihnen jemals ein Protokoll diktiert, so K.ß Sie Veranlassung hatten, eine Einwendung zu machen, da der Wortlaut des Protokolls der Wahrheit nicht ent- sprach?— Zeuge: Niemals. Bei Vernehmung solcher Entlastungszcngen, welche ztigebeu, daß sie sich ivegen Freimacherei an Baumann gewandt haben, legt dieser Angeklagte sich konsequent aufs Leugnen. Wir führen folgende Episoden an: Fabrikant K l a a ß: Er sei mit Baumann in Verbindung getreten, da er seine Söbne vom Militärdienst befreien lassen wollte. Der älteste Sohn mußte abei dienen. Er habe sich alsdann bemüht, seinen zweiten Sohn frei- niachen zu lassen.' Er habe dabei aus Not gehandelt, da wenn der zweite Sohn auch hätte Soldat werden müssen, er keinen An- gehörigen mehr im Hause gehabt hätte. Er habe sich das zweite Mal an den Pianinohändlcr Thea Berg in Wiesbaden gewandt und diesem 2000 Mark gezahlt. An Baumann habe er 800 bis 1000 Mark gezahlt, aber, da dieser keinen Erfolg hatte, die Hälfte zurückbekommen. Sein zweiter Sohn sei freigekommen. — Walter Klaatz(Sohn des Vorzcugen) schließt sich im allgemeinen den Aussagen seines Vaters an.— Baumann erklärt, daß er die Zeugen wohl kenne, aber bei denselben weder Freimachnngsverstiche gemacht, noch Geld von denselben erhalten habe.— Fabrikant Plümacher(Gräfrath): 1882 sei er zur Feld« artillerie ausgemustert worden. Sein Vater teilte ihm daraufhin mit: Erhöbe mit Baumann abgennrcht, daß er nicht zu dienen brauche. Vor der Generalmusterung seien ihm von Banmann Pillen gegeben worden, so daß er gelbiiichtig wurde. Er verschaffte sich daraufhin ein ärztlicbeS Attest, daß er zur Generalnnisterung nicht erscheinen könne. Als er sich 1883 zur Geiieralniiiftenmg stellen sollte, habe Baumann gesagt:»Dies Jahr ist in Solingen nichts zu machen, Sie miiffen in der Gegend von Bochum Wohnung nehmen, dainit Sie sich in Bochum stelle» können." Banmann habe ihm eine braune Flüssigkeit gegeben und ihm gesagt: er solle an- geben, daß er an Herzklopfen leide. Er habe dies' gethan und sei zur Ersatzreserve gekommen. Sein Vater habe dem Baumann 2400 Mark gegeben.— Präs.: Haben Sie denn an Herzklopfen ge- litten?— Zeuge: Nein.— Baumann erklärt: Er kenne den Zeugen nicht, er habe bei demselben keinerlei Freimachungsversuche gemacht. Die RcchtSgültigkcit von Bestimmungen der hannoverschen Landgemrinde-Ordnung stand in eineiu Prozeß in Frage, den das Ober-Verwaltungsgericht erledigt hat. Auf Grund einiger Bestimmungen der genannten Gemeinde-Ordnung. die das kommunale Wahlrecht u.a. auch von der U n b e s ch o l t e n h e i t der Bürger abhängig machen, hat die Gemeinde Hardegsen in ihrem Verfassungsstatut vorgeschrieben, daß nicht wähl« berechtigt und wählbar sei, wer„wegen eines nach der öffentlichen Meinung entehrenden Verbrechens oder Ver- gehenS" bestraft ist. Auf Anordnung der Aufsichtsbehörde(Landrat) hatte nun der Bürgermeister von Hardegsen die von den Gemeinde- Vertretern für gültig erklärte Wahl des Gerbereibesitzers Tolle an- gefochten, weil dieser im Sinne der Landgemeinde- Ordnung und des Verfassungsstatuts der Gemeinde Hardegsen bescholten sei. T. ist nämlich seiner Zeit wegen Aufforderung eines Dritten zur Beschaffung von Mitteln gegen keimendes Leben zu eineni Monat Gefängnis verurteilt worden, welche Strafe im Gnadenwege in eine Geldstrafe von 90 Mark umgewandelt wurde.— Der Bezirrsausschuß erklärte dann auch die Wahl Talles zum Bllrgervorfteher(Gemeindevertreter) für ungültig. Der Amts« auSschuß der Bürgervorsteher legte Revision ein, der sich Tolle als Beteiligter anschloß. Bor allem wurde geltend gemacht, daß die Bestim- mungen der hannoverschen Landgemeinde-Ordnung über die Bescholten- heit und die darauf fußenden Vorschriften deS VerfassungSstatutS der Gemeinde neben den Bestimmungen des Reichs-StrafgesetzbuchS über die Aberkennung bürgerlicher Ehrenrechte überhaupt nicht mehr zu Re'cht beständen. Das Ober-VerwaltunoSgericht, vor dem sich der Minister des Innern durch einen Kommissar zur Wahr- nehmung deS öffentlichen JntereffcS vertreten ließ, verwarf die Revision mit folgender wichtigen Begründung: Der Senat fei mit Inserat enteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von dem Kommissar und fast allen Kommentatoren der Meinung,&iß das Strafgesetzbuch in seinen Bestimmungen nur die straf- rechtlichen Folgen erschöpfend regele. Vorliegend handele es sich aber nicht um Strafgesetz, sondern um ein Gemeinde-VersassungS- Gesetz, dessen Zweck nicht strafrechtlicher, sondern öffentlich rechtlicher Natur sei. Demnach sei anzunehmen, daß die fraglichen Be« stimmungen der hannoverschen Gemeinde-Ordnung noch zu R e cht beständen und dem zufolge auch die des Verfassungsslatuis. Die Anwendbarkeit des Verfassungsstatuts sei nicht dadurch aus- geschlossen, daß der Strafrichter nicht den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ausgesprochen habe. Trotzdem könnte die Handlung eine entehrende sein, und sei es hier auch. Versammlungen. Eine von Tempelhoser und Mariendorfer PaHekgenoffen einberufene BoltSversammlung fand am Sonntag, den 14. d. M. statt. Dieselbe beschäftigte sich mit dem Thema der Lokalfrage für Tempelhof und Mariendorf. Der Referent Reichstags-Abgeordneter Fritz Z u b e i I legte in seinem mit Beifall aufgenommenen Vor- trage die Lokalverhältnisse genannter Orte dar. Es sei den Parteigenossen Tempelhofs und Mariendorfs nicht möglich, ein Ver- sammlungslokal zu erhalten. Ihre Wahlvereinsversammlungen können sie jetzt nur in Marienfelde bei Teutschbein ab- hallen, während ihnen für Volksversammlungen kein Lokal zur Verfügung stehe, obgleich die Socialdemokratie an beiden Orten die politisch stärkste Partei sei. Mit dem 1. Januar, wo der„Arbeiter-BildungSverein" auf Grund der Neu- organisation des Teltolver KreiseS seinen Namen in„Social- demokratischer Wahlverein" änderte, ist dem Wahlverein auch das letzte Versanimlungslokal von Gerth in Tempelhof verweigert worden. Gerade dieser Wirt ist in ausgiebigster Weise von der Arbeiterschaft unterstützt worden.— Eine VolkSversainmlung, welche am 10. März in Berlin bei Habel stattfand, nahm zu der Lokalfrage genannter Orte Stellung und verhängte über Gert und W i e n i ck e(Stadt Dresden) in Tempelhof und Grafel(früher Dalemann) und Haack (Schwarzer Adler) in Mariendorf den Boykott. Als Antwort hierauf be- schloffen die organisierten Gastwirte(Vorsitzender Gerth), in ihren Lokalen den„Vorwärts" vom 1. April ab nicht mehr auszulegen. Es be- stellten in Mariendorf fünf Gastwirte den„Vorwärts" ab: hiervon sind vier Gastwirte sogenannte Budiker, bei denen ausschließlich Arbeiter verkehren. Diese Gastwirte haben also der Arbeiterschaft den Stuhl vor die Thür gesetzt, denn das konnten sick doch die Wirte sagen, daß dem „Vorwärts" durch Abbestellung der fünf Exemplare kein Schaden erwächst. UnS ist der Kampf vom Gastwirtsvercin aufgedrängt worden. Er muß jetzt so geführt werden, daß die Arbeiterschaft auch zu öffentlichen Volksversammlungen ein Lokal erhält, und deshalb ersucht der Referent die Berliner Parteigenossen, namentlich die des 2. Wahlkreises, die Mariendorfer und Tempelhoser Genossen zu unter- stützen. Namentlich die Kirchhofsbesucher mögen darauf achten, in Ivelchen Lokalen sie zu verkehren haben. Es muß gezeigt werden. daß die Arbeiterschaft eine Macht bedeutet, die nicht zu unterschätzen ist.— Nach sehr lebhafter Diskussion wurde folgender Beschluß, gegen eine Stimme, gesaßt: „Die heutige öffentliche Versammlung für Mariendorf und Tempelhof beschließt, daß, nachdem die Gastwirte Ebel. Schramm, Grapenthin, Hilgert und S e tz« f a n d ohne jede Ver- anlassung sich auf die Seite der Saalbesitzer gegen die organisierte Arbeiterschaft gestellt und den Fehdehandschuh hingeworfen, wir den- selben aufzunehmen haben, die betreffenden Wirte sperren, den Kampf mit allen gesetzlichen Mitteln führen und nicht eher nachlassen iverden, bis.auch die socialdemokratische Arbeiterschaft als gleichberechtigt anerkannt wird. Die Genossen deS 2. und 3. Berliner Reichstags-Wahlkreises werden aufgefordert, sich diesen Beschlüssen anzuschließen und ihrerseits alles daran zu setzen, daß der Widerstand der Saalbesitzer und Gastivirte gebrochen wird.— Der am 10. März gefaßte Beschluß bleibt ebenfalls bestehen, so daß für Tempelhof: Gerth, Dorfstraße, W i e n i ck e, Berlincrstraße; für Mariendors: Grafel(früher Dalemann), H a a ck(„Schivarzer Adler"), E b e I. Grapenthin, Hilgert, Schramm und S e tz e f a n d gesperrt sind." Tie Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter nahmen in ihrer letzten Versammlung nach Rechnungslegung deS Kassierers die Neuwahl der Ortsverwaltung vor. Es wurden gewählt: Karl H e i d e m a n» als 1., Paul Meier als 2. Bevollmächtigter, G o t t f r i e d S ch ä f e r als 1., K a r l L u d iv i g als 2. Kassierer, N e i n h o l d Richter als 1., H e r m a n n F i j ch e r als 2. Schrift- siihrer. Zu Revisoren wurden A. Schönrock, E. Härtel und G. I a n k o iv s k i bestätigt. Als Spediteure blieben Heide- in a n n und K u p s ch in ihrem Amte. Hierauf wurden noch O. Brade, P. Schulz und A. Fischer gewählt als Thür- controleiire. Als Beitragssammler wurden für i<0. E. Tettenborn, für 0 K Kandale und für SW. L. B r e e st gewählt. Nur fiu SO. wurde an Stelle von Spänger W. Körner ge- wählt. reLzko Ltachvichkett und Vepeschen. Bremen, 17. April.(W. T. B.) Bei einem ungarischen AuS- Wanderer, der hier mehrere Tage mit 35 Landsleuten wohnte. wurden, wie die„Weser-Zeitung" meldet, die Blatten! festgestellt. Er wurde in eine Krankenanstalt gebracht und die übrigen unter Beobachtung gestellte Die Medizinalbehördc hat sofort entsprechende Maßregeln getroffen. Stuttgart, 17. April.(W. T. B.) In der Abgeordnetenkammer erklärte der Minister des Innern Pischck, die württembergische Regierung stehe der Errichtung von Arbciterkammern durch- aus freundlich gegenüber, betrachte aber ein einseitige« Vorgehen Württembergs als nicht loyal gegenüber den andren Bintdesstaateu. Wien, 17. April.(W. T. B.) Der socialpolitische Ausschuß deS Abgeordnetenhauses veendete heute die Generaldebatte über die Anträge betreffend Abkürzung der Arbeitszeit im Bergbau und beschlofe, die Regieruiigsvorlage als Grundlag« der Specialberotung anzunehmen. PartS, 17. April.<"»«»>»»« Neichsksg. 7S. Sitzung vom Mittwoch, den 17. April 1901. nachmittags 1 Uhr. Am Bnndesratstische: Nieberding. � Vütf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Gc,ctze»twurfs betreffend das Urheberrecht an Werken der Littcratur und Tonkunst. Berichterstatter ist der Abg. Dr. Esche(natl.) Die ersten Paragraphen(1— 10) werden ohne Debatte ange- nommen. § 11 handelt von den Befugnissen des Urhebers und bestimmt in seinem Absatz 2 „Das Urheberrecht an einem Bühnenwerke oder an einem Werke der Tonkunst enthält auch die ausschließliche Befugnis, das Werk öffentlich aufzuführen/' Der Abg. Dr. Rintelen sC.) beantragt in Bezug auf die Werke der Tonkunst folgende andre Fassung dieses Absatzes: �Musikalische Werke, welche durch den Druck veröffentlicht worden sind, können ohne Genehmigung des Urhebers öffentlich aufgeführt werden, falls nicht der Urheber auf dem Titelblatt oder an der Spitze des Werkes sich das Recht der öffentlichen Aufführung vorbehalten hat." Abg. Rintelen(C.) auf der Tribüne schwer verständlich: � Den zahlreichen Komponisten kleiner Lieder liegt gar nicht so viel daran, daß sie von dem Singen ihrer Lieder bei öffentlichen Aufführungen profitieren, als daran, daß ihre Lieber bekannt werden und in den Luden verlangt werden. Uebrigens kann ja auch nach meinctn Antrag der Komponist sich das Recht der öffentlichen Auf- führung vorbehalten, wenn er Wert darauf legt. Abg. Richter(frs. Vp.): Ich stehe vollständig auf dem Standpunkt des Herrn Vorredners. Die Kommission hat mehr das Interesse des Komponisten gelten lassen, anstatt auf das Interesse des Publikunis Rücksicht zu nehmen.(Sehr richtig I links.) Wenn die Vorlage so Gesetz wird, würde das eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung des bestehenden Znstandes bedeuten. Gerade die unbekannten Komponisten haben nicht das geringste Interesse daran, daß erst ihre Erlaubnis zur öffentlichen Aufführung eingeholt werden muß. Ihnen liegt nur daran, daß ihre Sachen möglichst bekannt werden.(Sehr richtig! links.) Würde die Fassung der Kommission Gesetz, so würde ein großer Kompouistenring, nach Art der Kohlen- und Zuckerringe(Heiterkeit) notwendig, der mit einem großen Verwaltungsapparat die Aufführung solcher Musikalien überwacht. Die Genossenschaft deutscher Komponisten denkt an einen solchen Ring nach französischem Muster. In Frankreich ist ein solcher Ring bei der Centralisatio» des Musiklebens eher möglich, wenngleich der Nutzen des Rings für die Komponisten auch dort schon zivcifelhaft ist. Die Herren, die solch einen Ring für Deutschland vor- tchlagen, mögen gute Musikanten sein, sind aber jedenfalls sehr unprak- tische Leute.(Heiterkeit.) Uebrigens sind im§ 27 noch Fälle vorgesehen. wo es für die öffentliche Aufführung eines Werkes der Tonkunst nicht der Einwilligung des Berechtigten bedarf. ES würde sich empfehlen, die Beratung dieses Paragraphen bis zur Erörterung des § 27 zu verschieben. Abg. Spahn(C.): Ich bitte Sie, die Fassung der Kommission anzunehmen. Es handelt sich hier nicht ini wesentlichen um das Singen von Liedern, sondern der Schwerpunkt liegt in der Aufführung der größeren Musikstücke. Die Komponisten dieser Stücke müssen ebenso geschützt werden wie andre Urheber. Der Anregung des Herrn Vorredners zufolge beantrage ich, die Beratung des'§ 27 mit diesem Para- graphen zu verbinden. Die Beratung des Z 27 wird mit der deS§ 11 verbunden. 8 27 ist von der Kömmission unverändert geblieben und de- stimmt: Für öffentliche Aufführungen eines erschienenen Werks der Tonkunst bedarf es der Einwilligung des Berechtigten nicht, wenn sie keineni gciverblichen Zwecke dienen und die Hörer ohne Eni- gelt zugelassen werden. Im Übrigen sind solche Anffiihrungen ohne Eimvilligung des Berechtigten zulässig: 1. wenn sie bei Volksfesten mit Ausnahme der Mnsikfeste statt finden; 2. wenn der Ertrag ausschließlich für wohlthätige Zwecke be� stimmt ist und die Mitwirkenden keine Vergütung für ihre Thätig- keit erhalten; 3. wenn sie von Vereinen veranstaltet werden und nur die Mitglieder sowie die zu ihrem Hausstande gehörigen Personen als Hörer zugelassen iverden. Auf die bühnenmäßige Aufführung einer Oper oder eineS sonstigen Werks der Tonkunst, zu welchem ein Text gehört, finden diese Borschriften keine Amvendung. Abg. Dr. R i nt e le n(C.) beantragt den Z 27 zu streichen event. für den Fall der Nichtannahme des zu 8 11 gestellten Antrags in 8 27 Nr. 2 die Worte zuzusetzen: „sofern dieselben nicht zum Ersatz plötzlicher Verhinderung eines Mitwirkenden zugezogen werden müßten und nicht ohne Vergütung 'zu gewinnen waren." Die Abgg. Dr. O e r t e l(k.), R i m p a u(natl.), Träger (frs. Vp.) beantragen den Z 27 Abs. 1 zu fassen: Ocffentliche Aufführungen eines erschienenen Werks der Ton- kunst sind zulässig: 1. bei Veranstaltungen im Bereich der Militär- und Marine-, der Kirchen-, Schul- und Gemeindeverwaltung, wenn die Hörer ohne Entgelt zugelassen werden und die Veranstaltungen keinem gewerblichen Zweck dienen; 2. bei Volksfesten mit Ausnahme der Musikfeste; 3. bei Veranstaltungen, deren Ertrag ausschließlich für wohl- thätige Zivecke bestimmt ist, und bei denen die Mitwirkenden keine Vergütung für ihre Thätigkeit erhalten. Abg. Dr. Mllller-Meiningen(frs. Vp.): Ich muß leider meinem verehrten Kollegen Herrn Richter wider« sprechen. Ich stehe vollständig auf dem Staudpunkt des Herrn Kollegen Spahn. Die Erfahrungen, die man mit dem Vorbehalt bei Musi- kalien gemacht hat, sind so schlecht, daß die Regierung, der die Konnnifsion gefolgt ist, mit vollem Recht dazu gekommen ist, mit diesen Vorbehalten ein für allemal zu brechen. Den ganzen Vorteil des Vorbehalts hat lediglich der Verleger.— Auf dem idealen Standpunkt, für die Aufführung seiner Werke nichts zu beanspruchen, kann heute kein Komponist mehr stehen, dazu ist die Ausbildung der Komponisten eine zu lange und kostspielige. In Betracht kommt auch die ausländische Gesetzgebung. Der nächste Kongreß der Berncr Union wird zweifellos dazu führen, daß der Vorbehalt in alle» Koutraltläudern fällt. Da dürfen wir nicht zurückbleiben. Schwierig ist nur die Frage, wie die Kontrolle über die Auf- führung der Musikstücke ausgeübt Iverden soll. Unüberbrückbar sind aber die Schwierigkeiten, das beweisen die Verhältnisse in Belgien. Ocstreich und Frankreich. Wenn die deutsche Tantienieii-Gesellschaft nicht zu stände konnnt, werden sich die deutschen Musiker der französischen Tantiemen- Gesellschaft anschließen, die jetzt schon in Elsaß- Lothringen Geschäfte macht, unter denen das deutsche Musikleben leidet. Das wäre auch aus nationalen Gesichtspunkten zu bedauern. Deshalb bitte ich Sie, den Antrag Rintelen abzulehnen.. Abg. v. Strombeck(C.) befürwortet den Antrag Rintelen. Staatssekretär Nieberding: Durch den Vorbehalt hat man 1870 die Komponisten schützen wollen. Wir haben aber im Gegensatz zu Herrn Rintelen die Er- fahrung gemacht, daß in Wirklichkeit auch jeder kleinste Komponist Anspruch auf ein Honorar erhebt bei öffentlicher Aufführung seines Werks. Die Beschränkung des Vorbehalts mußte daher fallen.' Das Selbstbewußtsein unsrer Künstler hat sich gestärkt an der Stellung ihrer Kollege» im Ausland. In Italien, Frankreich, Belgien erhalten die Koni- ponisten in jedem Fall ein Honorar, sobald eine öffentliche Auf- führung ihrer Werke erfolgt. Herr Müller- Mciningen hat schon darauf hingewiesen, daß durch internationale Konvention in allen Kulturstaaten der Vorbehalt abgeschafft werden lvird. Wenn ivir uns derartigen Konventionen anschließen, dürfen wir nicht zu Hause Gesetze machen, die im entgegengesetzten Sinne wirken. Der Wegfall des Vorbehalts würde auch gerade im Interesse der kleinen Komponisten liegen, heute hat den Vorteil von dem Vorbehalt ledig- lich der Konzertunternehmer und Verleger. Die Schlvierigkeiten der Kontrolle sind nicht unüberwindlich. Es werden sich überall Agenturen bilden, welche die Aufführung der Musikwerke über- wachen. Ich bitte Sie also, es bei dem Vorschlage der Regierung zu belassen. Abg. Träger(fr. Vp.): Ich wende mich dem K 27 zu, da mir§ 11 genügend erörtert zu sein scheint. Der Antrag Rintelen scheint mir zur Genüge wider- legt zu sein.§ 27 enthält die Fälle, in denen die Einwilligung des Berechtigten zur öffentlichen Aufführung eines Werkes der Tonkunst nicht erforderlich sein soll. Mit den ersten beiden Absätzen des§ 27 sind wir durchaus einverstanden. Mit großem Eifer wehren sich dagegen die Komponisten gegen die Bestimmung der Ziffer 3. Es ist bekannt, daß das Vereinsleben in Deutschland in größter Blüte steht, und wenn alle diese Vereine ohne Erlaubnis des Autors Musikstücke aufführen könnten, so würden dadurch eine große Anzahl von Kömpositionen für die Komponisten gar keine» Ertrag bringen. Wenn der 8 27 in der Kommissionsfassung angenommen wird, dann hat der Autor in vielen Fällen auf die Aufführung seiner Werke keinen Einfluß und es ist doch bekannt, daß es gerade auf die erste Aufführung besonders ankommt. Ich bitte Sie daher, unsre Fassung anzunehmen.(Bravo! links.) Abg. Dr. O-rtel(k.): Ich stimme dem Vorredner im allgemeinen zu. Die ganze Komponistenwelt steht auf dem Standpunkt des 8 11- Der§ 11 ist für mich einer der wichtigsten Paragraphen des ganzen Gesetzes lHeiterkeit.) Er enthält einen iveicntlichen Fortschritt gegenüber deni bestehenden Zustand. Durch die Annahme des Antrags Rintelen würde das Gesetz ungeheuer verlieren. Wenn die Musiker durch den 8 11 geschädigt iverden, so kann das gegenüber den Interessen der Komponistenwelt nicht in Betracht kommen.— Einen Teil meines Antrags zum 8 27 hat Herr Träger schon begründet. Gegen die andre Fassung des Eingangs dieses Paragraphen durch meinen Äntrag sind von seitcu der Regierung in' der Kommission wesentliche Bedenken nicht erhoben worden.— Die Hauptsache ist ja die schon von dem Herrn Vorredner erörterte Ziffer 3. Die Fassung der Kömmission ist unannehmbar. Wie soll denn kontrolliert werde». ob nur zu dem Hausstände der Mitglieder gehörige Personen als Hörer zu den Vereins-Musikaufführungen zugelassen iverden. Es kann doch nicht jeder seinen Tausschein mitbringen.(Heiterkeit.) Solche Ver- anstaltungen, bei denen nur Angehörige derMitglieder teilnehmen, finden auch höchst selten statt und für weitergehende Veranstaltungen will ja auch die Vorlage die Musikwerke nicht freigeben. Der zukünftige f»stand wird sich nach Annahmeunsres Antrags dahin entwickeln, daß die autiemcngescllschaft den Musikvcreinen gegen eine kleine Pauschal- summe von höchstens 20 M. die Aufführung der Kompositionen der Mitglieder dieser Gesellschaft überläßt. Von der Kontrolle jeder einzelnen Aufführung kann natürlich keine Rede sein. Ich bitte Sie also, unsren Antrag anzunehmen. Gcheimrat Müller: Die Genossenschaft deutscher Komponisten hat die preußische Re- gierung davon in Kenntnis gesetzt, daß sie beabsichtige. ein Panschalsystem einzuführen, ivonach den Vereinen gegen eine jährliche Zahlung von 1 bis 20 M. die Aufführung aller Kompositionen von Komponisten, die der Genossenschaft an- gehören, freigegeben wird. Daraufhin haben»vir eine Konferenz von Komponisten und Vcreinsleitern einberufen und hier haben sich sämtliche im praktischen Musikleben stehende Vereinsleiter zur Ueberraschung der Regierung dahin aus- gesprochen, daß sie ganz andre Erwartungen gehabt hätten in Bezug auf' die Besteuerung ihrer Aufführungen durch die Genossenschaft. und daß dieser Voranschlag der Genossenschaft eine so geringe Abgabe für die Vereine bedeutet, daß jeder Gesangverein sie tragen könne. Nach dieser Stellung der Musikvereins-Dirigenten kann ich erklären, daß die verbündeten Regierungen der Faffnng dieses Paragraphen durch den Antrag Oertel keinen Widerspruch entgegen- setzen würden. Vicepräsident v. Frege: Der Abg. Richter beantragt, dem Antrag des Abg. Rintelen, Satz 2. folgende Fassung zu geben: „Werke der Tonkunst, welche durch Druck veröffentlicht sind, können ohne Gcnchmignng des Berechtigten öffentlich aufgeführt iverden, falls nicht der Berechtigte auf dem Titelblatt oder an der Spitze des Werks sich das Recht der öffentlichen Aufführung vor- behalten hat. Auf bühnenmäßige Aufführung einer Oper oder sonstige Werke der Tonkunst, zu welchen ein Text gehört, findet diese Vorschrift keine Anwendung. Abg. Beckh-Coburg(frs. Vp.): Ich habe bereits in der Kömmission darauf hingewiesen, daß es wünschenswert wäre, wenn Sängerfeste ausdrücklich als Volksfeste bezeichnet würden. Die Interessen der Komponisten werden dadurch nicht verletzt. Diesen liegt vielmehr daran, daß ihre Werke auf solchen Festen aufgeführt werden.— Das Entgegenkommen der Ge- nossenschast der Komponisten scheint ja sehr weitgehend, aber doch nicht alle Gesungverereins-Leiter sind dadurch zufriedengestellt. Wir Sänger(Große Heiterkeit)— ich bin selbst Vorsitzender eines Ge- sangvcreins— haben alle Ursache, vorsichtig zu sein. Wer garantiert uns denn dafür, daß der verlockende Vorschlag der Genossenschaft auch wirklich eingehalten wird. Sorgen Sie dafür, daß der deutschen Sängerwelt nicht die Freude an der Musik vergällt wird, und lehnen Sie den Kompromitzantrag Oertel ab. Staatssekretär Nieberding: Der Herr Vorredner meinte, die Erklärungen der Genossenschaft der Komponisten seien vage und nichtssagend. Die Genossenschaft hat aber in einem an mich gerichteten Schreiben erklärt, unter allen Umständen für ahsehbare Zeit kleinen und mittleren Vereinen gegen- über an ihrem bekannt gegebenen Voranschlag festhalten zu wollen. Ich glaube, diese Erklärung dürfte uns genügen. Abg. Rintelen(C.) sauf der Tribüne fast unverständlich) verteidigt seinen Eventual- antra a � 27. Staatssekretär Nieberding: Ich wollte gegenüber einzelnen Aeußerungen auS dem Hause nur an einem Beispiel beweisen, ein wie großes Interesse die Kom- ponisten daran haben, für die Aufführung ihrer Lieder Honorar zu beziehen. Der Komponist Robert Franz, der dem deutschen Bolle eine Menge sehr beliebter Lieder geschenkt hat. ist vor kurzem in Armut und Blindheit gestorben. Der Wiederholung solcher Fälle öll die neue Fassung des Paragraphen vorbeugen. Abg. Dietz(Soc.): Herr Träger hat wiederholt von Ausbeutern und Ausgebeuteten gesprochen, von Harmonie zwischen Kapital und Arbeit war in seinen Ausführungen wirklich nichts zu spüren. Wir hätten diese Debatte sicherlich nicht gehabt, wenn nicht einige Mit« glieder der Kommission wiederum die Schutzwut gehabt hätten. Ein Keil treibt den andern. Nach Einbringung des Antrags Oertel hat man als Gegengewicht auf der andern Seite den ursprünglichen Zustand, wie er seit 1870 bestanden hat, wieder ein- führen wollen. Ich muß nun in, Einverständnis mit meinen politischen Freunden sagen, die Regierungsvorlage ist in diesem Fall das beste.(Hört! hört!) Die Annahme des Antrags Oertel und Genosfen wäre eine Thorheit. Gegen eine Organisation der Komponisten, der Autoren haben wir selbstverständlich nichts einzmvenden. Nur können wir nicht so weit gehen, daß wir schließlich einem Verein, der heute noch gar nicht existiert. Rechte in die Hände geben. Wir wissen ja nicht, wie er dieses Recht unter Umständen anwenden wird. Da muß Sicherheit geschaffen werden, daß die Leute über das erlaubte Maß nicht hinaus- gehen. Herr Richter hat gefragt, wie es in dem Fall sein soll, wenn zum Beispiel ein Verleger den Vorbehalt, den der Komponist ver- langt, nicht aufdrucken will. Er meinte, das Gericht könne ihn dazu zwingen. Er vergißt, daß der Verleger das Recht hat, den Antrag abzuiveisen. Ich kenne eine Verlagsanstalt, die ziemlich gute Honorare zahlt, der es aber nicht einfällt, zum Beispiel in ein großes Liederbuch, das sie herausgiebt, ein Lied aufzunehmen, wo das Ansführungsrecht vorbehalten wird. Das ist ein großer Vorzug. Hier gilt die Vertragsfreiheit. Auf die Forderungen des Eventualantrags könnte man unter Un, ständen eingehen, aber ich glaube, daß in der Praxis in solchen Fällen nicht Widerspruch erhoben iverden wird.H Der Antrag Oertel geht viel weiter als die Kommissionsfassung und es ist mir unbegreiflich, wie die Regierung ihm zustimmen kann. Ich kann ganz kurz erklären, daß Ivir diesem Paragraphen in der Fassung, wie er von der Kommission dem hohen Hause vorgelegt ist, zustimmen, keineswegs dagegen dem Antrag Oertel und Genossen. Würde dieser Antrag angenommen, dann'würden wir uns veranlaßt sehen, nunmehr uns den Antrag Richter zum 8 11 etwas näher anzusehen. Wir haben in Deutsch- land mindestens 20000 kleinere Gesangvereine, vor allem in Württemberg. Baden, Thüringen undjSachsen. Diesen würden, wenn der Antrag Oertel Gesetz würde, von der Genossenschaft drückende Bedingungeil auferlegt werden. Die heutigen Versprechungen der Genossenschaft, die kleinen Vereine nicht zu sehr zu belasten, besagen gar nichts, denn die Leitung der Genossenschaft kann ivechseln und damit andre Anschauungen platzgreifcn. Ich möchte bei dieser Gelegenheit gleich den Antrag stellen, zuerst über 8 27 abzustimmen und dann erst über 8 H- Von der Abstimmung über 8 27 hängt unsre Stellung zu 8 11 ab.(Bravo! bei den Socialdemokraten.) Präs. Graf Ballcstrem: Der Abg. Richter hat seinen Antrag auf Nr. 251 der Druck- fachen dahin geändert, daß er an Selle des Absatzes 2 8 11 folgende» Abfatz 2 beantragt:„Zu der Aufführung eines Bühnenwerks oder eines Werks der'Tonkunst, zu lvelchcm ein Text gehört, ist auch ohne folchcn Vorbehalt die Genehmigung des Berechtigten erforderlich." Abg. Richter(frs. Vp.): Ich will mit meinem Antrage nur das bestehende Recht wieder- geben. Dem Vorredner stimme ich darin zu. daß erst über den 8 27 abgestimmt werden muß und erst dann über 8 11- Was die Sache selbst anlangt, so weiß ich nicht, wie abweichende Bestimmungen des Auslandes uns schädigen sollen. Nach den, geltenden Recht lverden doch auch die Aufführungen französischer Musikstücke nicht von der Genehmigiing des französischen Autors ab- hängig gemacht. Wenn aber die Vorlage Gesetz würde, müßte man die Genehmigung einfordern, und dann würden ivir unter die Fuchtel des Auslands kommen. Dem Herrn Abg. Spahn. der für die Veschränkuiig des Aufführungsrechts eintritt, ist doch nicht ganz wohl dabei, daß man auch zum Vortrag kleiner Musikstücke, eines Lieds ustv. die Genehmigung des Komponisten cinholen solle. Aber er sagt, man könne nichts dagegen machen. Ich halte dies für verkehrt, weil die Anffiihrung dieser leichten Musik eine viel häufigere ist als die umfangreicher Stücke. Außerdein ist zu einer Oper oder einem Drama eine ganz andre geistige Arbeit erforderlich als zu den ganz leichten Musikstücken. Den Notstand der Komponisten, der für die Beschränkung des AuMhrungsrechts angeführt wurde, bestreite ich durchaus nicht. Aber es kann leicht geschehen, daß durch die Vorschläge das Gegenteil von dem herbeigeführt lvird, tvas beabsichtigt ist. Ich bin der Meinung, eine Aristokratie von Komponisten be- herrscht die Vorschläge und macht falsche Folgerungen aus den eignen Kreisen auf die ändern. Daß das Honorar für die Komponisten so gering ist, liegt in der Schwierigkeit, andre von der Vortrefflich- keit eines Toiiwerks zu überzeugen. Und erst, wenn das Werk den Geschmack des Publikums trifft, wird die Sache für den Verleger rentabel. Zu untersuchen wäre es auch, woher es kommt, daß der Zwischenhandel bei den Musikalien einen so großen Gelvinn hat. 50— 662/3 Proz. des Ladenpreises bekommt der Musikalienhändler. Auch daran liegt es, daß so lvcuig auf den Komponisten fällt. Es lvird gesagt, der junge Komponist als der wirtschaftlich schwächere ist dem Verleger in die Hände gegeben. Die Beschränkung des Aufftthrungs- rechts ändert doch auch daran nichts. Der Wiusikalienhändler ist auf den Notenverkauf angewiesen. Wenn Sie nun eine Bestimmung machen, jede Auffühnmg ist abhängig von der Genehmigung des Komponisten, so erschwere» Sie den Bezug von Noten unzlveifelhaft. Dadurch lvird der Verleger geschädigt und infolgedessen ein Interesse daran haben, sich gegenüber den Autoren aus dem Ertrage der Aufführungen seinen Anteil zu sichern wegen seiner Schädigung aus der Verminderung des Notcnverbrauchs. In der Sache wird es also dasselbe bleiben. Wer nicht schon ein bekannter Komponist ist, lvird weniger verdienen, weil die Ber- breitung des Musikwerks erschwert wird. Wie künstlich die ganze Aufsthrnngsb es chräukun g ist, zeigt der 8 27 mit seinen Ans- nahmen. Sagen Sie mir, was ist in Berlin»in Volksfest? Hier in Berlin sind alle Tage Volksfeste(Heitekeit) in der aller- verschiedensten Forin.(Abg. Singer ruft: Maifeier!)(Große Heiterkeit.) Darauf komme ich gleich. Ich warne Sie also vor dem Antrag Oertel- Träger, das sind die allerschlimmsten.(Erneute stürmische Heiterkeit.) Nach dein Koinmissjonsvorschlage sind alle öffentlichen Aufführungen, die nicht gewerblicher Natur sind, von der Genehmigung befreit, nicht aber nach dem Antrage Träger- Oertel. Nur tvenn eine Militär- oder Marinekapelle spielt, oder wenn es sich um die Veranstaltung einer Gemeindeverwaltung handelt, ist man unabhängig von der Genchmigung. Spielt aber eine Kapelle bei einer unentgeltlichen Maifeier oder bei einem Leichenzuge, mit dem nicht gerade eine kirchliche Feier verbunden ist, so sind ihre Vorträge genehmigungspflichtig.(Heiterkeit.) Bei den patriotischen Festen'ist'es ebenso, wenn sie nicht von einer Gemeinde ausgeführt werden. Die Erklärung der Regierung hat mir große Bedenken ver- ursacht. Das Kultusministeriuni hat die Leiter der Gesangvereine befragt und die Herren haben gesagt: Wir haben uns das sehr teuer gedacht. Darauf ist von dem Vorstand der Genossenschaft der Komponisten gesagt worden, teuer wird das nicht zu stehen kommen, ivir werden einen Jahresbeitrag von höchstens 20 M., vielleicht durchschnittlich 5 M. jährlich erhebe». Dann haben die Gesangvercinsleiter gesagt: Acki. wenn das nur 5 M. kostet, dann haben wir nichts dagegen. Sind das naive Leute!(Heiterkeit.) Ja. wenn es noch in das Gesetz hineingeschrieben würde, dann wäre es noch eine andre Sache. Aber was ein Vorstand in dem Dunkel eines Konferenz- zimmers im Kultusministerium den Leitern der Gesangvereine sagt, das soll verbindlich sein für die Aussührung dieses Gesetzes? Und doch hängt daran die ganze Sache. Ich bin der Meinung, daß die Leute, die dieser Beschränkung zustimmen, eine schwere Verantwortung auf sich laden. 10PM Staatssekretär Nieberding: Wird der Antrag Richter angenommen, so würden die nicht erschienenen Werte aus dem Rahmen des Gesetzes herausfallen. Das könne doch aber nicht seine Absicht sein. Herr Richter befindet sich im Irrtum, wenn er meint, daß das Gesez ohne Anstalt nicht durch zuführen sei. Das Gesetz ist mit und ohne Anstalt durchzuführen. Wird teine Anstalt errichtet, so müssen die Ueberwachungsgeschäfte bon Agenten wahrgenommen werden. Vom Abg. Rintelen( E.) ist ein weiterer Eventualantrag eingegangen: Im Fall der Ablehnung des Antrags Nintelen zu§ 11 find im Absatz 2 des§ 27, welcher lautet, daß auf die bühnenmäßige Aufführung einer Oper oder eines sonstigen Werks der Tonkunst die Vorschriften des§ 27( Bu lässigkeit der öffentlichen Aufführung ohne Genehmigung) nicht Anwendung finden sollen, hinter dem Worte" Conkunft" die Worte einzufügen mit Ausnahme der Lieder ohne Orchester". Abg. Haußmann- Böblingen( südd. Vp.): moralische Verpflichtung zur Ausbauer. Nicht an Kleinigkeiten barf| einzige Bebingung wird verlangt, daß die gezahlten Beis der Versuch scheitern, eine neue und zeitgemäße Form der Haus- träge mindestens 7500 Arbeitstage barstellen müssen. wirtschaft zu finden. Soll sie doch den Müttern Zeit und Erkenntnis Der Antrag sieht auch die Fälle vor, daß der Arbeiter vor dem geben, ihre Kinder zu Bürgern eines neuen Reichs heranzuziehen, 65. Lebensjahr die Liquidierung aus eigenem Antrieb oder wegen welches im Großen verwirklichen soll, was im Kleinen in solcher Invalidität verlangen könnte. Im ersteren Falle kann der Arbeiter Wirtschaftsform vorgebildet wird. Sie ist nur ein Stein vielleicht die Liquidierung im 45. Lebensjahr nach Maßstab seiner Einzahlungen aber ein Edstein zu dem stolzen Bau der Zukunft. und derer des Arbeitgebers, aber ohne jeden Staatszuschuß, fordern. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrag schloß sich Fall in jebem Alter die Liquidierung seiner Im der Arbeiter fie verwarfen das ganze Princip der Selbsthilfe durch Genossen- Alterspension verlangen, vorausgefekt, daß seine Einzahlungen eine rege Diskussion. Die Gegnerinnen sprachen nicht gegen Einzelheiten, Unfalls tines Arbeitsunfähigkeit oder Beschränkung nach sich ziehenden fchaften und forderten von Staat und Kommume die Mittel 2000 Arbeitstagen entsprechen. Sollte diese nicht 200 Fr. erreichen, zu ausreichenden Wohnungen, die die Errichtung von boll so wird sie durch Zuschüsse aus den Bezirkskassen auf diese Höhe fommen ausgestatteten Kinderbewahranstalten usw. Von der gebracht. anderen Seite wurde erwidert, daß diese Forderungen in voll- Soweit der Entwurf, wie er von der parlamentarischen tommener Form nur unter socialdemokratischer Herrschaft betvilligt Stommission angenommen worden ist. In seinen Hauptbestimmungen werden würden, daß man aber in der Zwischenzeit jede Möglichkeit unterscheidet er sich sehr vorteilhaft von dem deutschen Gesetz. ergreifen müsse, um das wahre Familienleben zu pflegen, welches Währenddem unsre Arbeiterrentiers" nur 33 Pf. pro Tag erhalten, in der geistigen Gemeinschaft und in der Fürsorge für die Kinder find den franzöfifchen 80 Pf. zugedacht, und zwar schon vom besteht. Und für diese sei eine Pflegerin, die man selbst ausgesucht, 65. Lebensjahre an, während unsre bis zum 70. Jahre warten Ich bin auch der Meinung, daß die Gesangvereine nicht abgaben- die Nähe des Heims und die gesunde Luft des Gartens zuträglicher müffen. Auch die Berechnung der Einzahlungen nach Arbeitspflichtig gemacht werden dürfen. Die Zahl dieser Vereine ist von als Bewahranstalten, mit deren Führung die Eltern nicht einverstanden tagen scheint uns eine einfachere zu sein, als die bei uns übliche. dem Abg. Richter viel zu gering angegeben worden, nicht 7000 fein tönnen. folcher Vereine existieren, sondern ich glaube, die Zahl 20 000 ist noch zu niedrig gegriffen worden. Viele davon schlagen fich mit 10-20 Mitgliedern mit Mühe und Not durch und sind nicht im stande, auch nur eine Mart zu zahlen. Dazu kommt, daß, wenn einmal ein solcher Verein ein nach diesem Gesetz verbotenes Lied fingen würde, dies eine Unmenge fleiner Prozesse gegen die einzelnen Mitglieder zur Folge haben müßte. Ich stelle mich deswegen auf den Standpunkt, den die Kommission entsprechend der Regierungsvorlage eingenommen hat. Gegen die Anträge Rintelen und Nichter habe ich einige Bedenken. Wir beschränken durch Annahme des Antrags Richter die Vereine unter Umständen noch mehr als dies durch die Regierungsvorlage geschieht. Ich werde deshalb erst in zweiter Linie für den Antrag Richter stimmen. Mit dem Antrag Dertel fann ich mich nicht einverstanden erklären. - Präsident Graf Ballestrem: Der Herr Abg. Richter hat seinen Antrag wiederum abgeändert. ( Heiterkeit.) Er lautet munmehr: Zur Aufführung eines Bühnenwerks oder zur bühnenmäßigen Aufführung eines Werks der Tontunst, zu welchem ein Tert gehört, ist auch ohne solchen Vorbehalt die Genehmigung des Berechtigten erforderlich. Abg. Gamp( Np.): 800 Versammlungen. Der Einwand, die Arbeiter seien zu arm, ihre Einnahme zu schwankend, wurde dahin beantwortet, daß allerdings die ersten Gründungen dieser Art nur von besser gestellten Arbeitern ausgehen Der Wahlverein für den vierten Kreis( Südost) hielt am tönnten. Seien später einige davon arbeitslos, so werde die Solidarität aushelfen, dieser schöne Grundzug im Leben der Genossen. Dienstag eine gutbesuchte Generalversammlung ab. Nachdem man Die Betroffenen werden die schwere Zeit leichter überstehen, als in das Andenken des verstorbenen Mitglieds Winne wisser in der dem selbständigen Haushalt. üblichen Weise geehrt hatte, erstattete der Vorsitzende Weiße den Das Genossenschaftswesen, ange griffen und verteidigt, erschien als Mittel für den Arbeiter beiderlei Vorstandsbericht für das Halbjahr vom 1. Ottober bis 1. April. Geschlechts, feine Lebenshaltung zu bessern, und dadurch Lust und In dieser Zeit fanden eine Generalversammlung, fünf MitgliederMuße zu der geistigen Ausbildung zu schaffen, welche eine Grund- bersammlungen und neun Vorstandssigungen statt. Außerdem find verschiedene Veranstaltungen zur Pflege der Gesellig bedingung ist der kommenden Befreiung. feit abgehalten worden. Eingetreten find im Oktober 121 Nach einem furzen Schlußwort der Rednerin schloß die Vorneue Mitglieder, im November 111, im Dezember 104, figende die sehr interessante Bersammlung. im Januar 80, im Februar 68, im März 60. Ausgetreten sind in In einer Vereinsversammlung des Vereins für Dienst denselben Monaten 9, 30, 7, 6, 6, 26. Ausgeschlossen wurden 3 Mitherrschaften und Dienstangestellte, die am Dienstag in der glieder, gestorben sind 10. Einen Antrag von Jöchel, welcher die Stegligerstr. 35 tagte, sprach Frl. Soschnitty über die ganz Gründung einer Gesangsabteilung seitens des Wahlvereins wünscht, interessante Frage des" Kostgeld wesens im häuslichen hat der Vorstand abgelehnt. Der vom Kassierer Traczyt er Dienst. Sie beleuchtete die Sitte, die gerade in sogenannten stattete Kassenbericht weist eine Gesamteinnahme von 3431,35 M. besseren" Haushaltungen vielfach geübt wird, die Naturalbeköstigung auf( darunter 2182,60 m. für Beiträge). Ausgegeben sind im ganzen für die Angestellten außer dem Mittagbrod völlig burch 2925,80 m.( darunter 2143,50 M. für Agitation im Kreise). Es ein monatlich gezahltes Softgeld abzulösen, das nach bleibt ein Bestand von 436,15 M.- Die Mitgliederzahl beträgt Die Autoren haben keine Veranlassung, mit dem Schutz, den die Angabe Rednerin in vielen Fällen 12 12 Mark in 2110. Die Neuwahl des Vorstands ergiebt folgendes Resultat: Gefeßgebung ihnen gewährt, unzufrieden zu sein. Sie stehen besser, günstigeren Stellungen 15-18 m. monatlich beträgt. Dem 1. Borsigender R. Weiße, 2. Vorsitzender M. Menzel, als die Erfinder von industriellen Verbesserungen, denen das Patent gegenüber stellte Fräulein Koschnitzky auf Grund einer genauen Be- 1. Kassierer 2. Traczyt, 2. Staffierer K. Salzmann, 1. Schrift mur 15 Jahre Schuß gewährt. Wenn sich die Komponisten in un rechnung der zu leidlich auslömmlicher Ernährung erforderlichen führer A. Runge, 2. Schriftführer B. Lobie, Beisiger:. günftiger Lage befinden, so liegt das an andern Ursachen. Ich freue einzelnen Ausgabeposten fest, daß 19,50 M. monatlich den not- O. Rasche, B. Bidert, F. Feehland. Revisoren: Mig, mich, daß sich Herr Richter einmal auf konservativen Standpunkt ge- wendigen Mindest betrag darstellen, dessen bei Berliner Preis- Schuster, Brothmann. Hierauf hielt Genoffe Singer stellt( Oh! oh! links.) und das bestehende Recht verteidigt hat. verhältnissen ein Mädchen zu eigner Betöftigung, abgesehen vom einen Vortrag, in welchem er, anknüpfend an die ThätigDie Rücksicht auf die kleinen Gefangvereine und die Entwicklung Mittagessen, bedarf, wenigstens dort, wo wie dies häufig leit des Reichstags, die politische Situation beleuchtete und zum unfres Musifwesens gebietet, den Antrag Oertel abzulehnen, den Herr feitens der sparsamen Hausfrauen geschieht sämtliche Schluß zeigte, daß die drohende Erhöhung der Lebensmittelzölle die Richter immer den Antrag Träger nennt, als wenn Herr Träger Wirtschaftsvorräte streng verschlossen gehalten werden. Im übrigen weitesten Streife des Volkes veranlassen müsse, diese im höchsten der einzige Träger dieser Anschauungen wäre.( Ruf links: Au! wandte sich die Rednerin grundsäglich gegen die Sitte des Softgelds, Grade verderbliche, nur im Interesse der Großgrundbefizer liegende Heiterkeit.) Das Recht des Komponisten bleibt vollkommen gewahrt, bas fogar, abgesehen von der Höhe des Betrags, stets fchädigend auf reaktionäre Maßnahme mit aller Energie abzuwehren. Nach da er den Aufführungsvorbehalt auf seinem Werke vermerken kann. die häuslichen Angestellten wirke, weil es besonders die zahlreichen dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage ging man Dem Be Durch den Zusammenschluß der Komponisten wird ihre bisherige sehr jungen Mädchen, die die Schwächung des Körpers durch mangel zur Besprechung von Vereinsangelegenheiten über. Geschäftsunfähigkeit hoffentlich verschwinden. hafte Ernährung noch nicht empfinden, dazu verleite, fich nicht völlig fatt schluß des Vorstands betreffs des Antrags Jöchel stimmte zut effen, um lieber einen Teil des Softgelds zu sparen. Jedenfalls die Versammlung zu. Ferner wurde von verschiedenen Seiten zeuge die ganze Sitte von dem mangelnden Intereffe der Herr der dringende Wunsch ausgesprochen, daß der Osten und Südosten fchaften für ihre Angestellten; die eigentliche Konsequenz derfelben des Wahltreises nicht wie bisher, völlig getrennt von einander arbeite, wäre eine vollständige Loslösung der Angestellten von dem betreffen- sondern daß ein Zusammenarbeiten hinsichtlich der Agitation, des den Haushalt, so daß die Mädchen- gleich den Fabrikarbeiterinnen Broschürenvertriebs 2c. stattfinde, und daß namentlich auch die Mai-ihre Arbeitstraft nur für eine festgefeßte Stundenzahl während feier nicht nur für den ganzen Wahlkreis, sondern für ganz Berlin des Tags gegen einen bestimmten Geldlohn verdingten. in ein und derselben Weise veranstaltet und eine Einheitlichkeit erzielt Staatssekretär Nieberding: Auch nach der neuesten Aenderung stehen dem Antrag Nichter noch Bedenken gegenüber. Der Schutz der nicht veröffentlichten Werke ist in dem Antrag noch nicht vorgesehen. Auch sprechen straf rechtliche Bedenken gegen die Fassung, wenn trotz des Vorbehalts Musikwerke ohne Erlaubnis aufgeführt werden. Abg. Spahn( C.): Wenn der Reichstag fich auf den Boden des Antrags Richter stellt, so gebe ich auf die formellen Bedenten des Staatssekretärs gar nichts. Bis zur dritten Lesung werde sich schon die richtige Form finden laffen. Ich sehe aber gar nicht ein, weshalb der Reichstag den§ 11, der so schön ist( Große Heiterkeit), ändern soll. Abg. Dr. Haffe( natl.) der Eine fernere, gerade für die bevorstehende Reisezeit wichtige werde hinsichtlich des Eintrittsgelds, des Vertriebs der MaiFrage sei die Höhe des Koftgelds, das während der zeitweisen Abzeitung usw. wesenheit der Herrschaften den Angestellten zu bewilligen sei. Es Der Wahlverein des sechsten Wahlkreises hielt am Dienstag komme vor, daß für volle Beköstigung während des Tags nur 75 Pf. seine Generalversammlung ab. Da die letzte Generalversammlung gezahlt werden; 1 M. bis 1,25 M. jei wohl der Durchschnittssag erst im Februar stattfinden konnte, erstreckt sich der Bericht des Vorund nur in den besten Stellungen werde 1,50 m. bewilligt. Lege stands nur auf zwei Monate. Während dieser Zeit fanden 2 Bezirks man aber die obige Aufstellung zu Grunde und rechne dazu 75 Pf. versammlungen statt. Der Vorstand hielt 4 Sigungen ab und erklärt im Namen der Mehrheit seiner Freunde, für den Antrag 1,35 m. täglich, das heißt 40 bis 41 M. monatlich. Solle die hatte im vorigen Quartal 6080 Mitglieder; eingetreten find täglich für Mittagbrot, so ergebe sich als Mindeſtfaz wiederum außerdem wurden 2 Urania- Borstellungen veranstaltet. Der Verein Dertel stimmen zu wollen. Stoft etwas reichlicher sein, so müßte 1,50 M. täglich vergütet 365, verstorben 7 und hat der Verein demnach gegenwärtig 6488 Mitglieder. Die Versammlung ehrt das Andenken der verstorbenen Mitglieder in der üblichen Weise. Der Vorstand hat 300 m. für das Liebknecht- Denkmal bewilligt, was von der Ver fammlung nachträglich gutgeheißen toird. Damit schließt die Diskussion. In der Abstimmung werden die§§ 11 und 27 unter AbLehnung sämtlicher Abänderungsanträge mit großer Mehrheit in der Kommissionsfaffung angenommen. Für die Anträge Rintelen erhebt sich unter großer Heiterfeit des Hauses nur der Abg. Rintelen selbst. §§ 12 u.id 13 werden debattelos angenommen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag 1 Uhr. Schluß 61/4 Uhr. werden. Fräul. Koschnigth forderte am Schluß ihres Vortrags die Anwesenden, insbesondere die Angestellten, auf, frei ihre Meinung dar über zu äußern, wie fie fich überhaupt zu der Frage des Kost gelds verhielten resp. welche Höhe fie für angemessen erachteten. Es fand denn auch eine recht lebhafte und interessante Dis tusfion statt, an der sich neben verschiedenen Herren, dar unter Herrn Weinhausen und Herrn v. Gerlach, zahlreiche Mädchen und mehrere Hausfrauen beteiligten. Mit Ausnahme einer Angestellten, die besonders für Haushaltungen mit größerer Diener Aus der Frauenbewegung. schaft in dem Koftgeld eine starke Arbeitsentlastung für die Köchin sah, verwarfen fast sämtliche Redner und Rednerinnen die Ablösung Ueber die Reform der Hauswirtschaft sprach Frau 2ilb der Rost durch monatliche Geldzahlungen als schädigend für die AnBraun in dem Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. gestellten und durch das damit gewöhnlich verknüpfte gegenseitige MißSturz erwähnte fie, wie die Frau, in aller Zeit Hüterin des heiligen Softgeldshöhe während einer zeitweiligen Abwesenheit der Herrschaft entwürdigend für beide Teile. Mit Bezug auf die Frage der Herdfeners und Werfertigerin fast aller Gebrauchsgegenstände der Familie, durch die wachsende Industrie ihrer Stellung beraubt und wurde von faft allen Seiten anerkannt, statt 1,35 M. 1,50 M. täglich selbst zur Industriearbeiterin wurde. Doch die Arbeit am Kochherd, die zu ausreichender Ernährung unbedingt notwendig und deshalb stets ihr geblieben, lastet schwer auf ihren Schultern; das junge Mädchen, von den Angestellten zu fordern sei. trauen Bociales. Alters- und Invalidenversicherung in Frankreich. Die Gesamteinnahmen betrugen, nebst dem Kassenbestand des vorigen Quartals von 84,27., 3173,97 M., die Ausgaben 3073,35 m., und verbleibt ein Stassenbestand von 100,62 m. In der Diskussion liber den Vorstandsbericht wird angefragt, wie es mit dem Statutenentwurf für die Reorganisation des Vereins stünde. Der Vorsitzende erklärt, daß eifrig daran gearbeitet und sobald der Entwurf fertig sei, er den Genossen vorgelegt werden würde. Der Bezirksführer für Gesundbrunnen erklärt, daß er sein Amt nieberlege, weil ihm unberechtigte Vorwürfe gemacht worden seien. Stelle wird dann Anders gewählt. Der übrige Vorstand wird Die Angelegenheit ruft eine längere Debatte hervor. An feiner auf Antrag aus der Versammlung, weil er mit den Vorarbeiten zur Reorganisation des Vereins vertraut ist, per Acclamation auf ein halbes Jahr wiedergewählt. Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen. Donnerstag, ben 18. April, tim Lokal von Landau, An der Stadtbahn 5: Bericht der Delegierten vom 8. internationalen Alkoholgegner- Kongreß zu Wien. Gäste willkommen. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Tefe- u. Diskutierklub Nordkante" Am 16. d. M. verstarb unser langs fähriges Mitglied und Kassierer welches früh in der Fabrik nach Erwerb sucht, hat wenig Intereffe Aus der ganzen Versammlung, der verständigen und lebhaften Der vorgeschrittenen Zeit wegen wird befchloffen, daß der an der fümmerlichen Hauswirtschaft. Bei der steigenden Zahl der Beteiligung der Angestellten, gewann man jedenfalls den erfreulichen Vortrag des Genossen Dr. Weyl über:" Was haben wir von einer an der fümmerlichen Hauswirtschaft. Bei der steigenden Zahl der erwerbsthätigen Frauen ist es bringend geboten, nach einem Mittel bewußtsein entwickelt und die Erkenntnis Bahn zu brechen beginnt, nächster Zeit in der Mitte des Kreises stattfindenden Verſanımıerwerbsthätigen Frauen ist es dringend geboten, nach einem Mittel Eindruck daß auch unter ihnen sich in Tezter Zeit etwas Selbst- Reform des Krankenversicherungs- Gesetzes zu verlangen" in einer in gegen Ueberbürdung der Familienmutter zu suchen. Burchtbare unglücksfälle, wie der Tod durch Ersticken oder Ver- daß nur zusammenschluß und eignes Eintreten für ihre Forderungen ung gehalten werden sole des Kreises stattfindenden Bersaninibrennen von eingeschlossenen Kleinen, deren Mutter auf Arbeit geben es möglich machen wird, die gröbsten Schäden des häuslichen Dienstes muß, rufen laut nach Abhilfe, doch verhallt der Notschrei noch allmählich abzustellen. immer ungehört. Und auch die Vernachlässigung der älteren Kinder, die Entfrembung des Gatten folgt nur zu häufig aus der Häufung unerfüllbarer Pflichten für die Frau. Volksküchen und ähnliche Ver anstaltungen können keine Abhilfe bringen, weil den besseren Arbeitern jede Einrichtung widerstrebt, welche den Schein der Wohlthätigkeit er- Die französische Deputiertenkammer wird nach den Ferien den wedt; ihr Stolz gestattet deren Benugung mur im äußersten Rotfall. Entwurf eines Alters und Invalidenversicherungs Geseges zu beMan greife daher zur Selbsthilfe, zur Wirtschaftsgenossenschaft" in eigner raten haben. Es handelt sich um einen Jnitiativantrag, der bereits Verwaltung der Mitglieder. In den bestehenden Häusern mit den eine Beratung in einer Kommission hinter sich hat. Der Antrag stellt so verschieden bewerteten Wohnungen fände sich schwer Raum für das Princip auf, daß jeder Arbeiter, oder in der Industrie, folche Neuerungen. Rednerin denkt an eigens zu diesem Zweck her im Handel und in der Landwirtschaft Angestellte, gestellte Gebäude mit annähernd gleichen Wohnungen etwa 60 ferner jeder Teilnehmer ferner jeder Teilnehmer oder Hilfsarbeiter eines produktiven einen Garten umschließend, errichtet von Baugenossenschaften nach Arbeiterverbands, wenn er der französischen Nationalität angehört Art des Spar- und Bauvereins. In der gemeinsamen Küche führt und den gesetzlichen Vorschriften der Vorlage entspricht, Anrecht hat am 16. b. W. verstorben ist. eine erfahrene Wirtschafterin von Beruf den Haushalt; die kleinen 1. auf eine Pension im Alter von 65 Jahren und eintretenden Falls Die Beerdigung findet am Freitag: Kinder stehen unter der Aufsicht einer angestellten Kindergärtnerin, auf eine vorzeitige Invalidenpension, die monatlich nachmittag 4 Uhr von der Leichen welche sie bei gutem Wetter im Garten, bei schlechtem und im Winter pränumerando zu zahlen ist; 2. wenn er verheiratet ist, im Sterbe Halle des städtischen Krankenhauses im gemeinsamen Speisesaal beschäftigt. Wer dem gemeinsamen falle auf eine Summe von 500 Frank für die überlebende Witwe Baulus- Kirchhof( Plößensee) statt. Moabit aus nach dem Neuen St. Mittagsmahl nicht beiwohnen will. fann in der eignen Wohnung und wenn er ein oder mehrere eheliche oder anerkannte natürliche Ehre seinem Andenken! die Mahlzeit einnehmen. Ein sehr kleiner Raum mit Gasherd in jeder Kinder unter 16 Jahren hat, noch besonders auf ein Kapital von Bahlreiche Beteiligung erwünscht. Wohnung würde genügen, für kleine Kinder oder Krante eine Speise zu 500 Frank für dieje. Jeder Arbeiter oder Angestellte unter 65 Jahren 246/20 Der Vorstand. bereiten. Die Ersparnis an Wohnungsraum, durch Wegfall der hat täglich vom Lohne 5 Centimes, wenn er weniger als 18 Jahre alt Stoft für die Teilnehmer, während die Hausfrau Zeit gewinnt, den 10 Centimes an die Versicherungskaffe abzuführen. Ein besonderer( Bertrauensmänner Centralisation.) Körper auszuruhen, den Geist anregend zu beschäftigen. -Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kolporteur Gottlob Schütz, Bankstraße 24a, : Küchen, und an Haushaltungsausgaben ermöglicht eine nahrhaftere ist und nicht zwei Frant täglich verbient, und in den andren Fällen Maler und Berufsgenossen. Artikel ermächtigt die Arbeiter zu höheren Zahlungen, um fich General- Versammlung Die Beschaffung des Geldes für eine ähnliche Gründung in größere Pensionen zu sichern. Diese Summen werden seitens der Arbeit Hannover hat die Invaliditäts- und Altersversicherung übernommen, geber von den Löhnen einbehalten und direkt an die Altersversorgungsfür welche die Anlage eines Kapitals in so absolut sicheren Unter- Staffe abgeführt. Außerdem müssen diese einen Beitrag in gleicher Höhe nehmungen ganz vorteilhaft ist. leisten. Von den Löhnen der ausländischen Arbeiter wird Ueber einige fleinere Einwendungen, die ihr früher gemacht nichts abgezogen, aber die Arbeitgeber oder Arbeiterverbände, die wurden( z. B. wie man seine Leibspeisen" erhalten solle), ging solche beschäftigen, müssen täglich für jeden derselben ohne Rednerin mit Humor hinweg; eine andre hingegen, die Möglichkeit Stud ficht auf alter und obi anni Centime baldiger Entzweiung durch Unverträglichkeit, erkannte fie als an die Kaise zahlen. Der Antrag sieht 860 rant als schwerwiegend; hier müsse der gute Wille und die richtige Minimal Altersrente bei der SchlußEinsicht helfend Denn die Gemeinschaft bildet liquidierung im Alter von 65 Jahren die Arbeiterpension nicht diefe zugleich ein treffliches Erziehungsmittel für die Erwachsenen. Höhe erreicht, wird sie aus einem Specialfonds, der von den BezirksMit der Teilnahme übernimmt jedes Mitglied zugleich eine tassen errichtet wird, in entsprechendem Maßstabe erhöht. eintreten. bor. Wenn der Gewerkschaft der Maler Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 18. April 1901, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Kassierers vom 2. Anträge zum I. Quartal 1901. neuen Statut. 3. Gewerkschaftliches. Die Kollegen werden dringend er: fucht, recht pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Als 155.3 Die Geschäftsleitung. Gottlob Schütz. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, ben 19. b. W., nachmittags 4 Uhr, vom Städtischen Krankenhause Moabit ( Birkenstraße) aus nach dem Neuen Pauls- Kirchhof( Blögensee) statt. Um rege Beteiligung ersucht 286/16 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Boxhagen- Rummelsburg. General- Versammlung Dienstag, d. 30. April, abds. 81% Uhr, im Lokale des Herrn Weigel, Türrschmidtstr. 45. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht pro 1900. 2. Verschiedenes. Rumnielsburg, 16. April 1901. Der Vorstand.. 7186 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 18. April. Opernhaus. Figaros Hochzeit. An fang 7 Uhr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Donnerstag 8 Uhr: Unser Rhein : von der Quelle bis zur Mündung. Invalidenstr. 57/62. Schauspielhaus. Macbeth. Anfang Tägl. Sternwarte. 71/2 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Der Sternguder. Hierauf: Ein Rabenvater. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Das Friedensfest. Anfang 7 Uhr. Leffing. Cyprienne. Anfang 712 Uhr. Berliner. Ueber unfre Kraft. ( 2. Teil.) Anfang 71/2 Uhr. Residenz. Leontinens Chemänner. Borher: Freuden der Hochzeits: reise. Anfang 71/2 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Jägerblut. Anfang 72 Uhr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 7 Uhr. Thalia. Die schöne Helena. An fang 7 Uhr. Central. 712 Uhr. Die Geisha. Anfang Luisen. Der Verschwender. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Ein weiblicher Mazeppa. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel der Schwarzwälder. Die Spaße ber: zähle es. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten: Vorstellung. Der Walzertönig. Der Photoscop. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger Anfang Uhr. Paffage Theater. Damen Ringfämpfe. Rigo, der Geigertönig. Specialitäten Borstellung. Anfang nachm. 3 Uhr. FriedrichStrasse 165 Castan's Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Freitag, den 19. April, abends 7 Uhr, im Saal IV des Gewerkschaftshauses, Engel- ilfer 15: Außerord. General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Beschlußfaffung über die Arbeitslosen Unterstützung. 2. Bericht der Tarifkommission. Mitgliedstarte ist am Saal- Eingang vorzuzeigen. 33/ 13* Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 21. April, vormittags 210 Uhr: General- Versammlung im Lokal des Herrn Keller, Koppenstraße Nr. 29. Tages Ordnung: 1. Vornahme der Stichwahl für die Delegation zum Ver bandstag in Nürnberg. 2. Beratung der Anträge zum Verbandstag in Nürnberg. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitglieds: bücher auszuhändigen. 113/20 Die Wahlhandlung beginnt punkt 1/210 Uhr. Jeder Kollege hat darauf zu achten, daß ihm am Saaleingang eine Stimmliste verabfolgt wird; spätere Reklamationen bleiben unberücksichtigt. Die Wahlhandlung wird geschlossen punkt 211 Uhr; später kommende Kollegen tönnen an der Wahl nicht mehr teilnehmen. Pünktliches Erscheinen ist daher notwendig. nielo Die Ortsverwaltung. aid ye Passage- Theater Achtung! Charlottenburg. Anfang an Wochentagen um 3 Uhr, Sonntags um 12 Uhr. Das sensationelle April- Programm! Fortsetzung der DamenRing- Kämpfe. Ferner: Rigo, der Geigerkönig, u. 19 erstkl. Nummern. Apollo- Theater. Paffage Panoptikum. Speciali Frau Luna. B täten Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Abends 8 Uhr: " Unser Rhein von der Quelle Theatersaal) bis zur Mündung". Invalidenstraße 57/62. Grosse Ausstattungs- Operette von Bolten- Bäckers. s. Musik Achtung! Socialdemokratischer Wahlverein für Charlottenburg. Donnerstag, den 18. April, abends 82 Uhr, in Hoffmanns Volksgarten, Kaftanien Allee 1( Westend): aid General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorstands, der Lokalkommission und der Revisoren. 4. Bericht des Parteispediteurs. 5. Verschiedenes. 250/6 Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird um zahlreiches Er scheinen gebeten. Mitgliedsbuch legitimiert. C Der Vorstand. Achtung! Barbiere. Achtung! Heute, Donnerstag, den 18. April, abends 10 Uhr: von Bahn von große öffentliche Versammlungen Paul Lincke. 7 Gastspiel des berühmten Luftballetts Täglich abends von 5-10 ur. Grigolatis. Sternwarte. Schiller Theater -xx ( Wallner Theater). - Donnerstagabend 8 Uhr: Der Sterngucker. Drama in 1 Att von Georg Reide. Hierauf: Ein Rabenvater. Schwant in 3 Atten von Hanns Fischer und Joseph Jarno. Freitagabend 8 Uhr: Faust II. Teil( 1. Abend). Das Reich der Mütter. Sonnabendabend 8 Uhr: Faust II. Teil( 2. Abend). Faust's Tod und Erlösung. Neues SpecialitätenProgramm. Anf. 8 Uhr. Sonntags 72 Uhr. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Das große April- Programm. 81 Uhr! Präcise! Riesen- Erfolg!! Der Walzerkönig. Gr. Boſſe m. Geſang u. Tanz in 3 Utten von Mannstädt. Amandus Höppner, Rentier: Direktor Richard Winkler. Central- Theater. Der Photoscop. Heute abend 7 Uhr zum 606. Male: Die Geisha. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu halben Preisen: Der Bettelstudent. Abds. 72 Uhr zum 609. Male: Die Geisha. Thalia- Theater Ensemble- Gastspiel d. Central- Theater. Heute und folgende Tage mit vollständig neuer Ausstattung: Die schöne Helena. Operette in 3 Atten von Offenbach. Calchas Emil Thomas a. G. Helena Riesa Stella a. G. 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An diesem Parrisius& Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien, dem Bankhause von Koenen& Co., Tage sind sämtliche Ehren- und Vor in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Genossenschafts- Bank von augstarten zum letztenmale gültig. Schluß der Saison und Abschiedsvorstellung am 2. Mai. Cirkus Busch Donnerstag, den 18. April, 7/2 Uhr: Gr. Elite- Abend. Auftreten d. berühmten amerikanischen Pferdebändigers Carl Weiss- Theater Prof. Norton B. Smith. Gr. Frankfurterstr. 132. Größter Erfolg der Saison. Ein weiblicher Mazeppa. Anfang 8 Uhr Großes Ausstattungsstück. Freitag: Opern: Gastspiel: Der Troubadour. Metropol- Theater W., Behrenstraße 55/57. Besonders " " " " " 99 99 Soergel, Parrisius& Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien, Pfälzischen Bank, Bank für industrielle Unternehmungen, dem Bankhause Bass& Herz zur Auszahlung. Berlin, den 16. April 1901. Accumulatoren- u. Elektricitäts- Werke- Aktiengesellschaft vormals W. A. Boese& Co. Möbel und Polfterwaren. Franz Tutzauer, Tischlermeister, Berlin N., Brunnenstr. 152. Riesen- Walfisch hervorzuheben: Die gefährliche 21 Meter lang. Fahrt unter der Teufelsbrücke. Zum Schluß zum 142. Male: Die eiserne Maske. Großes biftorisches Wanege Shaft Le masque de fer. Manege- Schauftüd in 4 Aften und 3 Hauptbildern. Unter anderm: Die Jagd bis in die Cirkustuppel hinauf. Avis! Sonnabend, den 20. April: Großes Gala- Benefiz für die be rühmte Schulreiterin Fräul. Martha Mohnte. Avis! Sonntag, den 21. April, zwei große Gala: Borstellungen. Nur noch 13 Vorstellungen auf allgemeinen Wunsch nachmittags Man lebt ja nur einmal und das April Specialitäten- Programm. Anf. 128 Uhr, der Posse 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Jeben Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Papageno. Schwant in 4 Atten von R. Kneifel. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. 4 Uhr: Die eiserne Maste, wozu jeder Erwachsene 1 Kind frei hat. Reichshallen Stettiner Sänger. 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April 1901, abends 7 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag von Frau Dr. Zepler über: Die Frau im 19. Jahrhundert." 33 Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. inkl. Garderobe. Marke: ,, Schlesinger". Was ist Marke: ,, Schlesinger"? Marte: ,, Schlesinger i bie Bes zeichnung der aus dem Bekleidungshaus Herrmann Schlesinger in Bertin Moabit, Turmstr. 85 stammenden Herren- und Knaben- Belleidungsgegenstände, als Anzüge, Ueberzieher, Hosen, Joppen usw. Dieses Fabrikat hat sich als ebenso preiswert wie haltbar erwiesen, ist in Moabit gut eingeführt und auch aus andren Stadtgegenden und von außerhalb wird der Zuspruch immer größer. Solidität, Neellität und streng fefte Preise ver mehren täglich seinen Ruf, was auch die stets zahlreicher werdenden Maßbestellungen beweisen. Nach dem überaus flotten Ostergeschäft sind jetzt ver schiedene ältere Genres billiger zu haben, während das Lager täglich durch Neuheiten ergänzt wird. 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Heute, Donnerstag, hält der Wahlverein feine Generalversammlung Stralauerstr. 57 bei Miegel ab. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in der Generalversammlung anwesend zu sein. Tagesordnung: Siehe die Annonce. Der Vorstand. Charlottenburg. Die Mitglieder des socialdemokratischen Wahlvereins werden auf die heute abend 81/2 Uhr in Hoff manus Volksgarten, Kastanien- Allee 1( Westend) stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht und um zahlreichen Besuch gebeten. Näheres fiehe Inserat in der heutigen Nummer. In Zehlendorf wird Sonntagnachmittag Bunft 4 Uhr im Restaurant Hellebrandt eine Protestversammlung gegen den Brotwucher abgehalten. Adlershof. Heute abend findet bei Schmauser, Bismardstr. 16, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, in welcher Reichstags- Abgeordneter Beus über: Die gegentvärtige politische Lage sprechen wird. Friedrichshagen. Die nächste Versammlung des Arbeiter Bildungsvereins findet am Sonnabend, den 20. April, abends 9 Uhr, im Vereinslotal bei Herrn C. Conrad, Friedrich straße 187, statt. Herr Dr. Bruno ille spricht über„ Chinesische Weisheit". Tokales. Der Wohnungserlak, B fie bei Ausübung ihrer Privilegien den Büttel zu spielen. Ihr Jdeal gemach, das an die Kaiserloge anstößt, während der Vorist gewissermaßen, daß Staat und Unternehmertum die Löhne und stellung geschlossen und in den Pausen wird das Publikum Gehälter nicht den Angestellten und Arbeitern, sondern den Haus- so lange zurüd gehalten, bis sich die allerhöchsten Herr wirten auszahlen, ingleichen müffen alle öffentlichen Gebäude, gleich- schaften" im fleinen Salon befinden, in welchem der Thee eingültig, ob sie zu Dienstzwecken oder als Wohnung dienen, den Haus genommen wird. Hierdurch wird jede Begegnung zwischen den besitzern überantwortet werden. Theaterbesuchern und dem Monarchen vermieden. Der von der Stadtverordneten Versammlung eingesetzte Auf der Tagesordnung für die Situng der StadtAusschuß zur Beratung der Frage, ob und welche Aenderungen am verordneten- Versammlung am heutigen Donnerstag, nachmittags Statut über den Belohnungs- und Unterstügungs- 5 Uhr, stehen u. a. folgende Gegenstände: Berichterstattung über die Fonds für das Gesinde vorzunehmen sind, hat am Dienstag Betition des Vereins der seminaristisch vorgebildeten Lehrer an den getagt. Ein von Stadthagen gestellter Antrag, den Magistrat städtischen höheren Mädchenschulen um Aenderung ihrer Gehaltszu ersuchen, mit den zuständigen Behörden in Verhandlung zu treten, stala. Vorlagen betreffend: die Herstellung gärtnerischer Schmuckum die Aufhebung der Institution zu bewirken, wurde a banlagen in der Umgebung des Feuerwehr- Denkmals auf dem gelehnt; dagegen wurde ebenfalls auf Antrag Stadthagens be- Mariannenplay, die Errichtung eines Denkmals für den ver schlossen, den Magistrat aufzufordern, bei den zuständigen Behörden zu storbenen Ober- Baurat Dicfen auf dem am Bahnhof Friedrichstraße beantragen, den§ 3 des Statuts aufzuheben, nach welchem die Dienst- belegenen fleinen Schmuckplatz, die Wahl des II. Bürgerboten beim Antritt sowie bei jedem Wechsel des Dienstes eine Gebühr meisters, die Neuwahl eines Stadtschulrats,- die von 50 Pf. zahlen müssen. Ebenfalls wurde ein Eventualantrag an Neuwahl eines Stadtsyndikus, die Bewilligung von Ruhegenommen, der ohne Wenderung des Statuts von der Erhebung der geld und Hinterbliebenen Versorgung für die ohne Beiträge abficht. Pensionsberechtigung im Dienste der Stadt danernd beschäftigten Personen, nationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen, die Beteiligung der Stadt Berlin an der interBerichterstattung des zur Vorberatung der Neuwahl des zweiten Zur Nichtgenehmigung des neuen Lehrplans der Berliner Gemeindeschule. Die Kommission, die auf Veranlassung des Kultusministers zusammentritt, um über die Umgestaltung des nicht genehmigten Lehrplans der Gemeindeschule zu beraten, wird ihre Arbeiten, wie bereits gemeldet, am Sonnabend beginnen. Die Schuldeputation hatte sich gegenüber der Aufforderung, an den Beratungen teilzunehmen, zunächst ablehnend verhalten. Sie hat sich indes nachträglich eines andern besonnen und wird ein Mitglied in die Kommission entsenden. Der Magistrat wird durch den Stadtschulrat Gerstenberg und sechs Schulinspektoren vertreten sein. Aus den Reihen der Lehrerschaft werden zwei Rektoren und zwei Lehrer an den Beratungen teilnehmen. Bürgermeisters eingesetzten Ausschusses. Im städtischen Familien- Obdach ist der Abzug andauernd erheblich größer als der Zugang, so daß ein Rückgang der Frequenz ziffer zu verzeichnen ist. In der letzten Nacht befanden sich im Asyl 520 Personen und zwar 71 Männer, 142 Frauen, 83 Knaben und 79 Mädchen über 14 Jahre und 48 Knaben und 97 Mädchen unter 14 Jahren. Verhafteter Bureauvorsteher. Der frühere Bureauvorsteher eines hiesigen großen Anwaltsbureaus Ernst St. befindet sich wegen Meineids, Unterschlagungen 2c., im Amte verübt, in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte soll sich durch seine Strafthaten ein ansehn liches Vermögen verschafft haben. H Sen die preußische Regierung fürzlich veröffentlicht hat, wird von den Berliner Hauswirten mit Ausdrücken grimmiger Entrüstung aufgenommen. In ihrem offiziellen Vereinsorgan, der Allgemeinen Zur Eisenbahn- Gesundheitspflege. Auf den Bahnhöfen der Haus- und Grundbefizer- Beitung", finden wir einen Leitartikel, der Berliner Stadtbahn- und Vorortsstationen ist seit furzem eine Bes in nicht mißzuverstehenden Worten zu erkennen giebt, wessen sich die fanntmachung angeschlagen, in der auf die Schädigungen hingewiefen Regierung zu gewärtigen hat, wenn sie die Ausbeutungsprivilegien, an öffentlichen Orten zugefügt werden können. Der löbliche Zweck, vorrichtung, die am Dienstagnachmittag in Gegenwart des Miniſters wird, die der öffentlichen Gesundheitspflege durch das Ausspeien leber Versuche mit der neuen Straßenbahn Schuhin denen die Hausagrarier bisher fich gütlich thaten, nur im ge- bas Bublikum dadurch zur Selbstaucht und zur Achtung der Ge- des Innern v. Rheinbaben auf dem Treptower Straßenbahnhof ringsten einzuschränken wagt. Unfre Leser werden sich für einige fundheit der Mitmenschen zu erziehen, ist gewiß anzuerkennen, und stattfanden, wird berichtet: Die Schußvorrichtung war an dem Proben aus dem Geschelte interessieren. Nachdem der Artikelschreiber wir hoffen, daß die Eisenbahnbehörde in der Förderung der öffentlichen Wagen Nr. 2086 angebracht. Die lebensgroße" Puppe in Schaffnerwahrheitsgemäß die Hausbesizer, den städtischen Haus und Hygiene fortfahren wird. Dies kann namentlich durch Beseitigung uniform diente als Versuchsobjekt. Der Minister verkannte keinesGrundbesitz den sichtbarsten Vertreter auf dem Gebiete des aus eines Zustands geschehen, der, sei es durch absichtslose Vernach wegs die großen Schwierigkeiten, die sich der Schaffung einer geprägten Individualismus genannt und damit deffen lässigung, sei es infolge der berühmten Thielenschen Sparpolitit in rationellen Schutzvorrichtung entgegenstellen und äußerte rückhaltlos Gemeingefährlichkeit selber zugestanden hat, geht ein einem für die Gesundheit des Publikums bedenklichen Umfange ein feine Bedenten. Er schien auch nicht sonderlich erbaut von den vorSchelten gegen den Wohnungserlaß los, aus dem wir folgende geriffen ist. Wir meinen die ungenügende Reinigung geführten Experimenten am Phantom, die ja allerdings nur einen Schelten gegen den Wohnungserlaß los, aus dem wir folgende bie den agen der dritten lasse zu teil wird. Man fragwürdigen Wert haben können, da die Puppe sich nicht am Gitter. Auszüge wiedergeben: richte einmal die Augen namentlich auf die unteren Partien der wert oder an den Handhaben festklammern fann, ab da auch auf einzelnen Abteile in den älteren Wagen, und man wird staunen über die Schwere der Verlegung durch den Anprall und das Mitschleifen die Fülle häßlicher Schmutzstreifen, die sich infolge der recht oberflächlichen feine Schlüsse möglich sind. Das System an sich fand hingegen Reinigung namentlich an Thüren und Fußböden festgelegt haben. Wie den Beifall des Ministers, nur wünschte er noch einige Abgefährlich dieser Schmutz besonders im Sommer ist, braucht hoffent änderungen im einzelnen, bevor die Schutzvorrichtung dem Betriebe lich nicht erst geschildert zu werden. Die Eisenbahndirektion sollte fich recht bald zu der Neuerung bequemen, die Wagen recht gründlich abzuseifen, wobei am Ende auch hier und da ein neuer Anstrich nichts schaden könnte. Uebrigens ist bekannt, daß sich auch in den Fernzügen namentlich die Wagen vierter Klasse in einem ähnlichen bedenklichen Zustand befinden. In dreisterer Weise, als es dieser Runderlag thut, ist dem städtischen Haus- und Grundbesitz noch nicht ins Gesicht geschlagen worden. Es ist eine unerhörte Nichtachtung des riesigen Anteils am Notionalvermögen, der im städtischen Haus- und Grundbesitz angelegt ist, daß man es talten Sinnes wagen will, über alle ihm durch Verfassung und Gesetz gewährleisteten Rechte hinweg zuschreiten und im Verwaltungswege" Maßnahmen zu treffen, die ihn empfindlich schädigen, seine Rechte beschränken, seine Gleich stellung mit andren Besizarten aufheben müssen. Es ist eine unerhörte Kühnheit, angesichts der ganzen Welt von Wohnungsmißständen" zu sprechen, ehe noch ein einziger amtlicher Nachweis erbracht ist, daß solche Mißstände" thatsächlich existieren, die unser städtisches Wohnwesen vor aller Welt zu diskreditieren geeignet sind. Die Stadt Berlin als Schnapsbrennerin. Die städtische Spiritus brennerei, die auf dem Riefelgute Buch betrieben wird, hat im legten Winter höheren Gewinn als im vorhergehenden gebracht. Zur Verarbeitung tamen diesmal Wir wünschen, daß man uns die Thatsachen vorführe, welche 346 Böttiche mit einem Maischraum von 1116 948 Litern. Bei einem angeblich beweisen sollen, daß Mißstände im Wohnungswesen be- Stärtegehalt der Kartoffelu von etwa 18 Prog. belief fich die gestehen, die ein staatliches Eingreifen nötig machen. So lange famte Ausbeute an Altohol auf 108 918 Liter, das sind 9,75 Broz. müssen wir den Runderlaß als einen gegen Recht und Gesez des Maischraums. Die Güte der Rohstoffe, der Kartoffeln wie der berstoßenden Att einer auf willkürlichteiten Gerste, ließ vielfach zu wünschen übrig, trotzdem war der Ertrag in beruhenden Beamten herrschaft ansehen, wie fie folge besserer Preise zufriedenstellend. Die Einnahmen aus dem schlimmer und despotischer nicht gedacht werden Brennereibetrieb beliefen sich auf 64 387,59 M., denen eine Ausgabe von 45 859,36 m. gegenüberstand. Der Ueberschuß betrug mithin 18 528,28 m., während im Winter 1898/99 nur 4292,63 M. erzielt worden waren. Die Brennerei wurde von der Stadt im Jahre 1898 bei Erwerbung des Gutes Buch mitübernommen. tann. bleiben. rafft. " " Wie fann eine Oberbehörbe, der noch dazu jedwede Kenntnis der lokalen Verhältnisse abgeht, fich erlauben, einer Gemeindeverwaltung vorzuschreiben, gewisse Maßregeln zur Abwendung von Wohnungsmißständen zu ergreifen, wo in den weitaus meisten Fällen, wenn nicht in fast allen Gemeinden, Berliner Specialitäten- Bühnen für die Charwoche und das Osterfest Die Berliner Polizei- Censur. Die Feiertags- Cenfur hat den derartige Maßregeln gar nicht nötig sind, weil wieder mannigfache Verbote und Einschränkungen gebracht. Wie gar keine Wohnungsmißstände existieren. Bor vier Monaten bereits hat der preußische Landesverband sorgsam die Censur dabei zu Werke geht, davon giebt der Berliner der städtischen Haus- und Grundbefizer- Vereine an die Minister des Korrespondent der Rhein. Westf. 8tg." einige Beispiele, indem er Innern und der Finanzen ein Gesuch gerichtet, in dem gebeten schreibt: Bor mir liegt, bas, Apollo- Theater" betreffend, ein er Innern und der Finanzen ein Gesuch gerichtet, in dem gebeten gänzendes„ Berzeichnis derjenigen Rummern, bei denen der ernste wird, die Unterstützung der Baugenossenschaften von Charakter noch mehr gewahrt werden muß". Es heißt darin zum wird, die Unterstützung der Baugenossenschaften von Staats- und Gemeindewegen einzustellen. Darauf ist bis Beispiel: Bei Miß Deyo. Die Mujit ist etwas au lustig. heute noch keine Antwort erteilt worden. Warum nicht? fragen Sie( 1) macht bisweilen kleine Tanzschritte, bei denen sie ihr leid wir. Soll der obenerwähnte Runderlaß die Antwort darauf sein? Gut, dann werden auch die preußischen Hausbesizervereine die Oder:„ Bei Mrs. Auers. Das breißen eines Feens von dem Sie soll sich mäßigen und den Tanz unterlassen." Antwort auf den Erlaß der Minister nicht schuldig Gesäß des andren ist zu unterlassen." Ober:" Bei Robert Steidl. Spanne man den Bogen nicht so weit an, daß Das Lied An den Abendstern" und das Frühlingslied" sollen beide beffer fortbleiben, da der Vortrag tomisch wirtt." er brechen muß! Die Geduld ist dann zu Ende. Es giebt Nach diesen Andeutungen wäre am Ende anzunehmen, daß unter Abendstern". Dinge, die noch viel komischer wirken als Steidls Lied An den den Frechen und Unbotmäßigen in der Berliner Bevölkerung, die von den Bajonetten der Alexandriner zu Paaren getrieben werden follen, gar die Berliner Hausbefizer zu verstehen sind. Undant ist der Welt Lohn. In allen Stücken ist der Grundbesitz von Gesez gebung und Verwaltung gebätschelt worden, auf die härtesten BriviLegien stützt er sich, und nun führt er eine Sprache, die der der Stanalrebellen fast noch über ist. Was wird die Regierung nach solchem Gepolter thun? Wird sie tapfer zurückweichen oder ist anzunehmen, daß fie trotz der Hausbefizerfeindschaft ihren Weg geht und wenigstens die gröbsten Mißstände des Wohnungswesens beseitigt? Aber wohin verirren wir uns! Die Vorbedingung einer Wohnungsreform bildet die Beseitigung der Hausbefizer Privilegien, bildet die Aufhebung des Dreiflaffenwahlrechts, das dem Grund. besitz gestattet, in der Gemeinde auf jeden Fall seine gemeinschaft liche Uebermacht gegen die Bevölkerung geltend zu machen. Und an solche Reform sollte man heute in Preußen denken? Nimmermehr. Die Hausagrarier können sich daher ihre Drohungen sparen. Troß Wohnungserlaß bleibt ihnen ihre Uebermacht gesichert, bleibt ihnen die Bevölkerung vor wie nach wehrlos überantwortet. Das Welteftenkollegium der Berliner Kaufmannschaft wird sich in der Freitag im Börsengebäude stattfindenden Sigung wegen feiner Umwandlung in eine andelskammer definitiv entscheiden. Wie es heißt, wird das Kollegium, den Erwägungen des Handelsministers folgend, sich zu Gunsten der Umwandlung aussprechen. übergeben wird. Eine Explosion in der Michaelkirche brachte Mittwoch nachmittag die Bevölkerung der dortigen Gegend in erklärliche Aufregung. Gin Soldat wurde sehr schwer verletzt, einige Schultnaben erlitten leichtere Verwundungen, die Kirche ward sehr stark beschädigt. Ueber den Vorfall geht uns folgende Mitteilung zu: Zur Vorbereitung auf den sonntäglichen Gottesdienst finden allwöchentlich am Mittwoch und Sonnabend Gesangübungen statt, an denen sich außer einem Knabenchore auch etwa 20 Soldaten der Alexander, des 2. und 3. Garderegiments und des Garde- Füfilier regiments beteiligen. Als gestern die Probe beginnen sollte, befanden fich die Schulknaben bereits auf dem Orgelchore, während die Soldaten noch plaudernd vor der Kirche standen. Der Dirigent beauftragte einen der Knaben, einen Soldaten herbeizurufen, damit er die Bälge trete. Der Gardist Wesolowsky von der 7. Compagnie der Alexander fand sich zu dem Dienst bereit, während mit ihm gleichzeitig drei Kameraden die Kirche betraten und sich im ersten Stuhl, unter dem Orgelchor niederließen. Dieser Umstand war ihre Rettung. Raum waren einige Orgeltöne erflungen, als ein gewaltiger Krach erfolgte. Die Wirkung der Explosion war betäubend. Kronleuchter, Fensterscheiben, Holz Solz und Eisenstücke fielen gefchrei erfüllte das Haus. Mirrend und trachend in bie Kirche herab und SilfeSoldaten stürzten in der ersten Aufregung ins Freie, machten aber Die drei im Schiff fizzenden sofort wieder Kehrt, um nötigenfalls Hilfe zu bringen. Kurz hinter der Eingangsthür stießen fie auf ihren Kameraden Wesolowsky, der mit blutendem Kopf und start verbrannten Gliedmaßen bewußtlos an der Erde lag. Er wurde schnell herausgetragen und nach dem Lazarett befördert. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. In der Stirche hatten sich nebenbei noch erregte Scenen abgespielt, da die Knaben unter Angst und Schmerzensschreien den Ausgang suchten. Drei von verlegt. Die Kunde von dem Vorfall war bald weit verbreitet, so ihnen waren ebenfalls erheblich und verschiedene andre leichter daß Neugierige in Scharen herbeiströmten, die indes durch eine starte Schugmannstette im Baum gehalten wurden. Geh. Regierungsrat Friedheim als Vertreter des Polizeipräsidenten, Polizei Oberst Krause waren ebenfalls bald zur Stelle, später erschien auch der Chef der Kriminalpolizei Diederici, da nach dem Befunde der in 7 Bügen herbeigeilten Feuerwehr und der Polizei angenommen wurde, daß hier ein Attentat mit Sprengmitteln vorliege.(?) Die Explosion hat ihren Ausgangspunkt in dem eine halbe Treppe über der Orgel befindlichen Bälgeraum genommen und hier das Kappengewölbe und das Dach durchschlagen. Mehrere Fenster An die Adresse der städtischen Straßenreinigung richtet ein etwa 2 Meter langer eiferner Fensterrahmen wurde durch die in den Kirchenkuppeln und an den Seiten wurden total zerstört. sich folgende Beschwerde aus unserm Lesertreise: Lange genug haben Kirche geschleudert und fiel nur einen Schritt vor den eingangs er die Bewohner der Häuser 34-38 der Reinidendorferstraße wähnten drei Soldaten gegen eine Bant. Das Unglüd hätte noch gehofft, daß die Zeit fommen werde, wo sie an schönen Sommer weit größer werden können, wenn die übrigen Soldaten pünktlich die abenden bor die Hausthür treten können, ohne vor dem pestilenz Stirche betreten hätten. Unaufgeklärt ist, wie ber schwerverlegte Wefoartigen Geruch, der sich vor den genannten Häusern hinziehenden lowsty so schnell an die Stelle gelangen konnte, wo er aufgefunden Goffe flüchten zu müssen. Leider scheint man nicht daran zu denken, wurbe, zumal die obere Treppe, bie er zuerst passieren mußte, von daß auch hier, wo mehrere Hundert Arbeiterfamilien gedrängt zusammen Holz- und Steintrümmern besät war. Man rechnet mit der Anwohnen, in sanitärer Hinsicht die größte Gewissenhaftigkeit am Blaze nahme, daß er vom Orgelchor in das Schiff hinabgesprungen ist und ist. Will die Stadt Berlin hier in dem was sie sonst thut zurückstehen? fich noch bis in die Nähe des Ausgangs gefchleppt hat, wo er zuEs entspricht ferner durchaus nicht den großstädtischen Verhältniffen, fammenbrach. Feuerschaden ist am Gebäude nicht entstanden, doch wenn verkehrsreiche Straßen vorhanden sind, deren Beschaffenheit die Gefahr in sich birgt, daß Mensch und Tier Hals und Beine brechen hatte die Feuerwehr lange Zeit mit Aufräumungsarbeiten zu thun. Daß die Nachricht, es sei ein Attentat ausgeführt worden, auf tönnen. Und solche Gefahr ist hier vorhanden. Sehr oft habe ich Schwindel beruht, lehrt eine spätere Meldung, welche befagt: Die im Winter selbst mit Hand angelegt, um Fuhrwerke, deren Führer nungen an Beamte in Fällen, wo dies nicht absolut nötig ist, zu helfen, in der die Pferde manchmal geradezu eingezwängt lagen führt, undicht gewesen sein muß. Das Gas hat sich wahrscheinlich Die Nimmersatten. Gegen die Gewährung von Dienst woh- die Gegend nicht kannten, aus der völlig zugeschneiten Goffe heraus Feuerwehr ſtellte fest, daß eine Gas- Explosion stattgefunden hat und wenden sich jetzt die Hausbefizer. Sie weisen darauf hin, daß und oft große Verlegungen erlitten hatten. Im Sommer hat man schon seit einiger Zeit sowohl im Bälgeturm, wie in den Suppeln das trauliche Bild, bie schönsten Exemplare neuerdings immer mehr Dienstwohnungen in fistalischen und städti- außerdem der Kirche angesammelt, der Explosionsherd aber ist unbedingt hinter bon Ratten auf dem Gossenrand Spazieren gehen zu schen Gebänden den Beamten zur Verfügung gestellt werden, auch der Orgel zu suchen. sehen. Das find so die Annehmlichkeiten, die ein An wenn dies teineswegs ein Erfordernis des Dienstes ist. Die Eine letzte Meldung befagt noch: Im Laufe des Nachmittags wohner dieser Gegend hat, tvenn er das dumpfe Haus Schulneubauten fähen, außer der Wohnung des Rektors und Schul verläßt und auf die Straße tritt. Lange genug schon ist eine Be- fand eine eingehende Untersuchung der die Kirche durch Beziehenden dieners, vielfach auch Lehrerwohnungen vor, ähnlich gehe es bei feitigung solcher Zustände erhofft worden. Wird nun für Abhilfe ziehenden elektrischen und Gasleitungen durch Sachverständige Krantenhäusern mit den Wohnungen der Aerzte usw. Der Landesstatt, wobei sämtliche Leitungen völlig fehlerfrei und auch fämtliche Gashähne geschlossen vorgefunden wurden. Trop verband der städtischen Haus- und Grundbefizer hat beschlossen, gesorgt werden? dieserhalb eine Beschwerde an das preußische Abgeordnetenhaus zu Wenn der Kaiser das Theater besucht. Infolge des Un- dem aber haben sich Sachverständige der Bautommission richten und überhaupt die thunlichste Einschränkung der Beamten- falls des Kaisers in Bremen werden jest, so schreibt eine hiesige nach Besichtigung der Kirche gegen Abend dahin ausgesprochen, daß privilegien auf Gewährung von Dienstwuohnngen zu verlangen. Korrespondenz, auch bei den Theaterbesuchen des Monarchen erhöhte mit der Möglichkeit einer Gaserplosion gerechnet werden Die Nimmersatten handeln nur konsequent, wenn sie in ihren Vorsichtsmaßregeln getroffen. Namentlich geschieht dies, sobald der könne. Nur fehlen für diese Annahme stichhaltende Gründe. Wäre Unverschämtheiten fortfahren. Sie sind durch die Privilegien des Kaifer das fönigliche Schauspielhaus besucht, in welchem bekanntlich die Kirche vor der Explosion mit Gas angefüllt gewesen, müßten der Dreiklaffen- Wahlrechts so verwöhnt worden, daß sie natürgemäß zu die Parkettbesucher, sobald sie in den Baufen das Foyer aufsuchen Gesanglehrer und die Senaben, wie auch die vier Soldaten Gasgeruch wahrdem Glauben kommen müssen, die Bevölkerung habe keinen andern wollen, am Eingang der Kaiserloge vorüber müssen. Wie es heißt, genommen haben. Auch hinterläßt eine Gasexplosion von solchemUmfange Swed, als sich von ihnen scheren zu lassen und der Staat habe für l werden nun auf Wunsch der Kaiserin die Thüren zu dem Bor- stets einen starten Gasgeruch, während diesmal die Kirche nach der daß eine Stelle des Gasrohrs, welches nach dem Bälgeturm hinauf Explosion start nach Pulver roch. Auch der Befund der Gasleitung widerspricht der neuen Version. Bevor nicht der schwer verlegte Soldat vernehmungsfähig ist, bleibt die Explosionsursache in Dunkel gehüllt. Uebrigens sind drei Viertel der gesamten Dachschiefer durch den Luftdruck gehoben. And den Nachbarorten. " " Marktpreise von Berlin am 16. April 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Str. 16,35 16,34 Startoffeln, neue, D.Gtr. " mittel gering *) Roggen, gut " " t) erfle, gut " " 7-151,60 1,20 " " 16,33 16,32 16.31 16,30 14,25 " mittel gering " " mittel gering " 15,60 14,80 14,70 13,90 13,80 13, 16, 15,40 Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 1,30 1" 1,60 1,20 " 1,80 1, " 1,60 1. " 2,60 2, Eier Karpfen Aale 60 stit 4,- 2.60 1kg 2,20 1,20 2,80 1, " 15,30 14,70 Bander 571 2,80 1,20 " 7, 8,40 25, 14,60 14,- Hechte 6,66 Barsche 5,50 Schleie 40, Bleie 45, 25, Krebse 70,-30, 2,- 1,20 " 1,80 0,80 3,- 1,20 1,40 0,80 mittel gering *) ab Bahn. +) frei Wagen und ab Bahn. per Shot 12,-3, Der Kampf um den Riesenprofit. Die bevorstehende Entfestigung unsrer Nachbarstadt Spandau hat die Preise für Grund und Boden ganz bedeutend in die Höhe getrieben: so z. B. hat der Abdeckereibefizer Bock für sein Besigtum, das er vor 12 Jahren mit Ueber die Milchwirtschaft auf den Rieselgütern wird eine 65 000 m. erworben, fürzlich einen Kaufpreis von ca. 800 000 M. Zeitungsnotiz verbreitet, deren Angaben dem neuesten Jahresbericht erzielt. Geradezu enormi sind aber die Profite derjenigen Grundder Rieselgutverwaltung entnommen sind. In dieser Notiz wird der befizer, deren Grundstücke im ersten Festungsrayon liegen. Sowohl Nachweis zu führen versucht, daß einer weiteren Aus: in der„ Laterne" wie im liberalen Anz. f. Havell." in Spandau dehnung der Milchwirtschaft auf den Riesel wird nun der Plan einer Entfestigungssteuer, welche die Kosten der gütern große Schwierigkeiten entgegenstehen. Entfestigung aus der Wertsteigerung der bezeichneten Grund- afer, gut Unter anderm wird hervorgehoben, daß die Maul- und Klauen- stücke decken soll, erörtert. Der Verein deutscher Festungsfeuche im letzten Verwaltungsjahr unter den Rindviehbeständen fast städte", welchem auch Spandau angehört, will in türzester Nichifroh aller Rieselgüter start aufgetreten sei und auf die Milchergiebigkeit der Frist den zuständigen Stellen einen Gesezentwurf unterbreiten, Sen wenigen Milchkühe, die dort gegenwärtig noch gehalten werden, welcher die Erhebung einer Entfestigungssteuer bis zu zwei Drittel Gröfen einen geradezu vernichtenden Einfluß ausgeübt habe. Einige Blätter des Mehrwerts, nach dem Gutachten der einzusetzenden Abschäßungs- Speisebohnen glauben, diese Angaben thatsächlich gegen den bei der Beratung des Kommission vorsieht. Darüber sind die in betracht kommenden Linsen. städtischen Etats pro 1901 von unfren Genossen gemachten Vorschlag Grundbefizer aus dem Häuschen geraten; ziemlich unverblümt der Erweiterung der Milchwirtschaft auf den Rieselgütern ausspielen zeihen sie den liberalen Anz." socialdemokratischer Gezu können. Als ob nicht die Viehbestände privater Unternehmer finnung, da er für„ Teilen des Profits" eintritt. Am Montag fand genau ebenso von Seuchen zu leiden hätten wie die der Berliner bereits eine Versammlung von 40 Grundbesitzern statt, welche eine Rieselgüter! Trotzdem hat sich aber bis jetzt immer noch eine ganze geharnischte Protestresolution faßte. Hoffentlich hilft den Herren Menge Privatunternehmer gefunden, die in dem Betrieb einer dieses Geschrei aber nicht. Milchwirtschaft ein lohnendes Geschäft sehen, und die Sache hat sich auch immer noch recht hübsch rentiert- tros der gelegentlich sehr bedeutenden Verluste, die dabei vorkommen. Es verdient übrigens bemerkt zu werden, daß der Bericht der Rieselgut- Verwaltung sich in der ganzen Frage lediglich referierend verhält und aus dem ungünstigen Ergebnis des lezten Rechnungsjahrs keinerlei Schlüsse auf die Rentabilität der Milchwirtschaft überhaupt zieht. Der Versuch, die Angaben des Berichts in der oben geschilderten Weise zu verwerten, ist nur eine nachträgliche Zuthat von andrer Seite. Straßensperrung. Die Lehrterstraße wird von der Krupp- bis zur Perlebergerstraße wegen Verbreiterung und Asphaltierung vom 22. d. M. ab für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Ein neuer Schwindel. Mit einer„ Erbschaft aus Jehoe" Mit einer Erbschaft aus gehoe" geht in Berlin ein Mann hausieren, der den Leuten durch einen neuen Schwindel das Geld abzunehmen versucht. So fam er zu der Frau eines Geschäftsmanns R. in der Kommandantenstraße. Er Neu Weißenfee. In dem vom Gemeindevorsteher erstatteten behauptete, von Justizrat Krebs, in deffen Bureau er seit 17 Jahren Geschäftsbericht über das vergangene Etatsjahr wird als ein Zeichen beschäftigt sei, mit Erkundigungen zur Regelung einer Erbschaft betraut der Hebung des Orts in wirtschaftlicher Beziehung die Abnahme der zu sein. Aus Izehoe sei bei dem Justizrat ein namhafter Betrag zwangsweise versteigerten sowie die Zunahme der freihändig verals Legat für Frau R. eingegangen. Die Auszahlung sei aber an tauften Grundstücke besonders hervorgehoben. Während 1897/98 die Bedingung geknüpft, daß die Empfängerin das Geld nötig noch 42 bebaute und 12 unbebaute Grundstücke zur Zwangs habe und des Legats auch würdig sei. Aus diesem Grunde versteigerung gelangten, waren es im Berichtsjahre nur noch 7 refp. fomme er, um sich nach den Verhältnissen zu erkundigen. Falle sein 2 Grundstücke, welche zum zwvangsweisen Verkauf famen. Die Zahl Bericht gut aus, so erfolge die Auszahlung in der nächsten Woche. der freihändig verkauften Liegenschaften betrug im Jahre 1897/98 Er versicherte, es lohne schon, die Erbschaft anzutreten, denn es nur 55 reip. 11, während im vergangenen Jahre 87 bebaute handle sich um einen namhaften Betrag. Der Mann ließ durch- und 20 unbebaute Grundstücke verkauft wurden. Wie und ob sich bliden, daß er eine Gabe für seine Bemühungen und die Be- während dieser Zeit die Lage der Arbeiterschaft gebessert hat, schleunigung der Angelegenheit nicht verschmähen würde. Die ob und welche Einrichtungen getroffen sind zum Nutzen der Allgemein beglückte Frau wäre auch wohl auf den Schwindel hineingefallen, heit, darüber herrscht Stille über den Wassern. Wenig, blutwenig und auch dem inzwischen heimkehrenden Manne leuchtete die Sache ist nach dieser Richtung hin, Dank der Hausbesizermehrheit im Dorfein. Aber er war doch so vorsichtig, die Belohnung erst nach Aus- parlament, gethan. Daß aber die Maßnahmen, wie z. B. der Erlaß händigung der Erbschaft auszahlen zu wollen. Dem Justizrat Krebs eines Ortsstatuts für den obligatorischen Fortbildungs- Schulunterricht ist der Schwindler natürlich ganz unbekannt. im Berichte mit feiner Silbe erwähnt werden, beweist, daß auch hier das Wohlbefinden einer einzelnen bevorzugten Interessengruppe als wesentlich gilt. Produktenmarkt vom 17. April. Heute zeigte der Getreidemarkt große Luftlosigkeit, die auf Mangel an neuer Anregung zurückzuführen war. Von maßgebenden Auslandsplätzen kamen New York und Chicago schwächer, Best behauptet. In den Witterungsverhältnissen ist eine wesentliche Wenderung noch nicht zu verzeichnen, doch rechnet man auf Grund des höheren Aus Schöneberg schreibt man uns: Die Grundsteinlegung zum wärmeren Wetters. Die Saatenschäden im Osten sollen hauptsächlich die Barometerstands und der neuesten Prognose mit dem baldigen Eintritte neuen Amtsgerichtsgebäude für den Bezirk Berlin- Schöne Weizenfelder, weniger Roggen betreffen. Legterer Artikel war von Rußland berg, zu welchem außer den südwestlichen Vororten neben Schöne- reichlich angeboten. Weizenofferten knapper. Die Lieferungspreise stellten berg auch der Teil von Berlin gehört, welcher vom Kurfürstendamm, fich für Weizen und Roggen ungefähr wie gestern. Auch Mehl blieb undem Landwehrkanal und der Belle- Alliancestraße begrenzt wird, soll verändert. Hafer still, aber fest. Mais 1 M. höher. Rüböl war nach sehr bestimmt am 1. Mai d. J. erfolgen. Das Gebäude erhält seinen festem Beginn vorübergehend leicht abgeschwächt, wurde aber schließlich zu Platz auf dem von der Grunewaldstraße, Gothaer- und Martin 70 Pf. höherem Preiſe lebhaft umgefekt. Getreide gab ſpäter im Preiſe Lutherstraße begrenzten Gelände. Etwas weiter nach Wilmersdorf etwas nach. Schlußpreiſe ½ M. unter Frühmarktsnotierungen. zu wird auch das neue Polizei- Präsidialgebäude für Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 17. April 1901. Amit: Schöneberg errichtet werden. Bornehme Häuser, auf beiden Seiten der Grunewaldstraße erbaut, sollen dieser bisher so sehr vernachläffigten Straße den Stempel von Berlin W aufdrücken. Zur monumentalen Kirche, die auf dem Play V ihren Standort Strönung des Ganzen plant man noch die Errichtung einer großen finden soll. Das Voltakreuz. Das Polizeipräsidium teilt mit: In verschiedenen Tageszeitungen wird zur Heilung von Krankheiten das fogenanute Boltafreuz zum Preise von 2, 3 und 4 M. angepriesen. Das Polizeipräsidium macht erneut darauf aufmerksam, daß dem Voltakreuz nach dem Urteile maßgebender Sachverständiger jedwede Seilwirkung abgeht, und daß sein Herstellungswert kaum mehr als 10 Pf. betragen dürfte." Die Wiener Polizei verhaftete in einem dortigen Hotel einen Mann, der als„ Edgar v. Werner". Ingenier aus Dresden, gemeldet war und sich als gefährlicher Hochstapler und internationaler Schwindler entpuppt. Erst im März war er in Preßburg als angeblicher Elektro- Ingenieur von Siemens u. Halste aufgetreten und hatte dort eine elektrische Bahn zu bauen vorgegeben. Er hatte Baumaterial bekommen und weiter verkauft und hatte Leute angenommen, mit deren Kautionen er dann durchging. Er ist Berliner von Geburt, 31 Jahre alt, heißt richtig Eduard Güttler und hat feit Jahren in vielen Städten Mitteleuropas und des Orients Betrügereien im großen Stil verübt. In Berlin war er zum letzten Male im August vorigen Jahres. Seine letzte Strafe von 18 Monaten saß er in Düsseldorf ab. = Spiritus unverändert, 70er loco 44,20 m. licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 361 Rinder, 2583 Stälber, 873 Schafe, 10 093 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht, ausin Bf.): Ochsen: a) bollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtgemästete und ältere ausgemästete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 52-54. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färfen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemäßtete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemäflete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe und Färjen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 46-48; e) gering genährte Stühe und Färsen 42-45. Kälber: a) feinste Masttälber( Vollmilchmast) mmd beste Sangfälber 72-75, b) mittlere Maftund gute Saugtälber 66-70, c) geringe Saugtälber 58-62, d) ältere, gering genährte( Freffer) 44-50. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast hammel 60-63, b) ältere Masihammel 50-58, c) mäßig genährte Schafe( Merzschafe) 46-49, d) Holsteiner NiederungsHammet und Rassen und deren Kreuzungen in Alter bis zu 14 Jahren 54-55 Pfund schafe( Lebendgewicht) 00-00.- Schweine: a) vollfleischige, der feineren schwer 56; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Stäser) 00-00; c) fletichige 53-55; d) gering entwidelte 50-52; e) Sauen 49-51. Für 100 Pfund mit 20 pCt. Tara. Verlauf und Tendenz. Der Rinderauftrieb wurde bis auf wenige nicht paffende Stücke geräumt. Der Kälberhandel gestaltete fich glatt. Bei den Schafen blieb vom Aufgebot nur ein geringfügiger Teil übrig. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wurde geräumt. Reinickendorf. Obwohl der Straßenbahn Gesell fchaft Cohn u. Laynach von der königl. Regierung die Erlaubniss zur Erbauung einer elektrischen Bahn Dalldorf- WaidmannsluftTegel längst erteilt ist, hat sie mit dem Bau noch nicht begonnen, sondern vielmehr die Gemeinde- Körperschaften um Aufschub des vertraglich festgelegten Anfangstermins ersucht. Die in Frage kommen1. Juli zu verlängern und, falls an dem genannten Termin mit dem Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends Hatt. den Gemeindevertretungen haben beschlossen, den Termin bis zum au nicht begonnen ist, das Vertragsverhältnis lösen. Dieselbe Gesellschaft hat von der hiesigen Körperschaft wiederholt die Konzeffionierung der Strece II, die Oranienburger Chaussee entlang nach Dalldorf bezw. Hermsdorf erbeten und erhalten, ohne indes das Projekt zur Ausführung zu bringen. Das Katasteramt, welches sich bisher im Rathaus hierselbst befand, ist am 1. April nach der Markstraße Nr. 9( nahe dem Reinickendorfer See, verlegt worden. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die legte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne folche werden nicht beunt: wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, zu Borsigwalde. Am 1. April ist die Einwohnerzahl hierselbst wieder um einige Hundert gestiegen und der Ort beginnt nunmehr sich selbständig zu entwideln. Binnen kurzem wird Borsigwalde mit Dalldorf, dem Mutterdorfe, nichts weiter als die Gemeindeverwaltung gemeinsam haben. Durch einen Sturz aus dem Fenster ist gestern vormittag der sechs Jahre alte Sohn des Polizeibeamten S. aus der BarbarossaStraße Nr. 1 zu Schöneberg tödlich verunglückt. Der Verunglückte zog sich einen Schädelbruch und schwere innere Verlegungen zu und Visitatoren des Haltekinder- Wesens sollen nach einer Verwurde mit einem Rünzelschen Rettungswagen nach dem Elisabeth- ordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg beKrankenhause gebracht. Dort starb er bald nach der Aufnahme, stellt werden. Wie die Charlottenburger Armendirektion mitteilt, hat Im Cirkus Busch findet am 2. Mai die Abschieds- Border Polizeipräsident von Charlottenburg jich jest bereit stellung statt. Der Cirkus siedelt für die Sommermonate nach erklärt, zu Vifitatoren im Sinne dieser Verordnung die WaisenHamburg über. Nächsten Sonnabend ist Benefiz- Vorstellung für die räte und Waisenpflegerinnen der städtischen Armenverwaltung zu erSchulreiterin Martha Mohnke. nennen. Es wird ihnen damit das Recht der Aufsicht über die Haltekinder übertragen. Indem die Armendirektion ihre Organe hierauf hinweist, fündigt sie die Zusendung von Listen der Haltefinder an die Waisenräte und Waisenpflegerinnen an. Sie weist insbesondere auf eine rechtzeitige Heilbehandlung franker, zumal tuberkulöser Kinder hin. Sobald irgend ein Verdacht von Erfrankung vorliegt, sind die Kinder unverzüglich den Stadtärzten zu überweisen. Diese haben dann für die Unterbringung der Kinder in geeigneten Heilanstalten das Erforderliche zu veranlassen. Treptow- Sternwarte. In diesem Monat ist der Mond noch in den frühen Abendstunden zu beobachten. Derselbe steht während der ganzen Woche auf dem Beobachtungsprogramm der Treptow Sternwarte und wird schon von 7 Uhr an gezeigt. Sonntagnachmittag um 5 Uhr spricht Direktor Archenhold über die Bewohnbarkeit der Welten", um 7 Uhr über„ Kometen und Sternschnuppen", mit besonderer Berücksichtigung der Lyriden, welche im April auftreten. Im Hörsaal der„ Urania", Taubenstraße, wird am Sonnabend der Bortrag, Charakterbilder aus der Mark" von Herrn Franz Goerke noch einmal wiederholt werden. Im Theater gelangt der dekorative Ausstattungs: Vortrag Unser Rhein" mit seinen farbenprächtigen und naturgetreuen Dioramen und lebenden Bildern allabendlich zur Aufführung. Am Sonnabend findet noch einmal eine Nachmittags Vorstellung desselben Vortrags zu fleinen Preisen statt. Sociale Rechtspflege. A. R. 37. Vielleicht nüßt Ihnen ein Weg zur städt. Baudeputation, Kaufhaus Neu- Kölln am Märkischen Plat, 2. Stockwert. B. R. 73. Stammt von Goethe. P. P. 75. Eine Fortbildungsschule befindet sich Turmstraße 86. Wenden Sie sich an den Rektor. Es ist üblich, die Quittung mitzusenden. Zwei Wettende 10. Verband der Barbiere, Vorsitzender Egtorn, Hamburg, Caffemacherreihe 15/17. * Charlottenburg. Aus den Anzeigen werden Sie ja leicht erkennen fönnen, ob die Versammlungen öffentliche oder geschlossene sind. A. P. 119. Wenden Sie sich an Hergt, Landwehrstr. 1. S. R. 7. Wenn Sie Ihre Beiträge zu den regelmäßigen Fälligkeits. terminen entrichten, können Sie Mitglied bleiben. Das ist ein gesetzliches Recht, das der Kassenvorstand nicht aufheben kann. Hahlmann. Die Prostituierte Hedwig Nitsche in der Holzmarktstraße ist 1891 ermordet worden. R. 27. Jn Berlin dürfen die Läden an folgenden Tagen von jetzt bis zum 1. Oktober bis 10 Uhr abends geöffnet sein: am 20. und 27. April, am 15., 23. und 24. Mai. D. E. Sie thun gut, sich mündlich auf dem Batentamt zu erkundigen: dort wird Ihnen in entgegenkommender Weise ausfunft erteilt. gewiefen werden, so verlangen Sie den Decernenten zu sprechen. Die Polizeibehörde ist in Ihrem Fall im Recht. W. H.. Jüterbog. Die Krankenkasse ist nicht zur Zahlung verpflichtet, weil der Betreffende sich die Krankheit vorsäglich zugezogen hatte. E. Sch. Ja: Sie müßten durch einen Anwalt Veritas. von neuem laden lassen. Sollten Sie von einem der Boten oder Schreiber abs A. H. 1. In solchem Verfahren fönnen Sie nicht als Nebenkläger zugelassen werden. 2. Gin Anwalt wird Ihnen nicht zugeordnet: des Beistands durch einen Anwalt bedarf es in solchen Fällen nicht.. 2. und A. C. 1. Ja. Berlin über die gewerbliche Beschäftigung von Kindern in E. B. 88. Das wäre unzulässig. Die feit den 1. Februar 1900 in Kraft getretene Polizeiverordnung lautet:§ 1. Kinder, welche das neunte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen außer dem Hause eine ge werbliche Thätigkeit irgend welcher Art nicht ausüben.§ 2. Kinder, welche das 9., aber noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet haben, dürfen außer halb des Hauses abends nicht nach 7 Uhr und morgens in den Monaten April- September nicht vor 5, in den Monaten Oktober- März nicht vor 6/2 Uhr zum Austragen von Badwaren, Milch, Zeitungen oder andren Gegenständen, ferner zum Kegelauffezzen oder sonstigen Verrichtungen in Krankheit und Entlassung. Der Glasschleifer K., der in der Schankwirtschaften, sowie überhaupt zu irgend welchen mechanischen Dienst Schleiferei von Osterloff beschäftigt war, hatte sich eines Tags einen leistungen in einem Gewerbebetrieb verwandt werden.§ 3. Ueber: Theater. Im Thalia Theater ist gestern Offenbachs Krankenschein vom Wertmeister geben laffen. Zwei Tage später kam tretungen diefer Polizeiverordnung werden an Eltern oder den zur Schöne Helena" aufgeführt worden. Uns übertam eine weher wieder und forderte den noch rückständigen Lohn. Der Meister Erziehung Verpflichteten, sowie den Personen, welche Kinder ent: mütige Stimmung. Ruinen, lauter Ruinen. Emil Thomas gab fragte ihn jezt:" Wie lange dauert es denn noch", worauf St. gegen den Bestimmungen der vorstehenden Paragraphen für ihren den Kalchas. Im Geberdenspiel immer noch luftig, wie in jeder noch antwortete:" Vierzehn Tage". Als K. nach etwa 14 Tagen wieder gewerblichen Betrieb beschäftigen, mit Geldstrafe bis zu 30 Mart so trivialen Boffe; aber ein Stalchas, der keinen einzigen Gefangston im Betriebe erschien, um weiter zu arbeiten, wurde er entlassen. und im Falle unvermögens mit verhältnismäßiger Haft bestraft. herausbringen kann, ist doch ein gar zu bedenkliches Bageftüd. Eine Seine Stellung war inzwischen von einem andern Schleifer ein- Reklamation wäre nuzlos. G. P. 44. Die Veranlagung ist dem Gesez entsprechend erfolgt; eine 2. S. 100. Erbschaftsanfälle bis 150 m., Entschuldigung hat Thomas, allerdings: Es sind 36 Jahre her, ge nommen werden. Er flagte nunmehr beim Gewerbe- fowie jeder Erbschaftsanfall an Eltern, Kinder, Enfel, Ehegatten und eine daß er die Rolle in Berlin einführte, aber was hat Offen- gericht auf Gewährung einer Lohnentschädigung, weil er zu weitere Reihe ist erbschaftssteuerfrei. Legen Sie Ihren Fall dar, damit bach verschuldet, daß daß er er unter dieſem historischen Ereignis unrecht ohne vorherige Kündigung entlassen jei. Auf Auf An Ihnen mitgeteilt werden kann, ob und wie viel Sie zu steuern haben. Es Leiden muß? Auch die Darstellerin der Helena, eine raten des Gerichtshof zahlte der Vertreter des Beklagten die geht nicht an, die sämtlichen Bestimmungen eines Steuergesetzes, deren Dame, die sich Frau Stella nannte, Zeiten äußere und innere Vorzüge genug gehabt haben, um Meyer führte dann aus: Der Werkmeister habe annehmen müssen, Berts der Scheibe verpflichtet. mag in früheren Klagesumme von 44 M. im Vergleichswege. Gewerberichter Dr. wesentlichster Inhalt wiederholt an dieser Stelle angeführt ist, im Raum des Brieffastens zu wiederholen.- Lipparcher. Sie sind zum Ersatz des der Rolle Ehre zu machen. Gestern haftete ihr zu allem andern daß der Kläger die 14 Tage wegen Krankheit wegbleiben wollte, fapital 3000 W., noch das Jahreseinkommen 1500 M erreicht, so fönnen E. M. 99. Wenn weder das Betriebs noch das Unglück an, daß sie decent spielte, etwa im Stile der Kläger sei also entschuldigt gewesen. Nun tönne ja jemand Sie mit Aussicht auf Erfolg reflamieren. G. B. 17. 1. Je einer der deutschen Hausfrau. Eine Traumscene, so nüchtern, als sei fie für während einer Krankheit wegen Unfähigkeit zur Foriseßung Anzüge und Baletots find pfändbar. 2. und 3. Ja. E. L. Sie würden die Karwoche zurechtgeschnitten worden. Im Spiel schneidig, im der Arbeit nach§ 123 der Gewerbe- Ordnung plöglich entlassen auf eine Klage hin zur Zahlung verurteilt werden. Gesang unzureichend war Herr Schü, der Darsteller des Paris; worden. Wenn jedoch der Betreffende in dieser Zeit nicht entlassen tönnen mit Aussicht auf Erfolg beim Amtsgericht flagen. Herr Ander als Menelaus und die übrigen Herrschaften des nach werden sei und sich wieder gesund zur Arbeit melde, dann sei die der Dresdenerstraße übergefiedelten Central- Theaters gaben sich als Sündigungsfrist zu beachten. brave Leute, aber von Champagnerstimmung brachten sie feine Spur auf die Bühne. Und über diese Wehmut goß Offenbach den Reichtum seiner glitzernden Melodien aus; es war ein Kontrast als ob ein Nabob die Entbehrung mit Diamanten schmückte. Litterarisches. ,, Die Brotwucherer", Verslein von Tip, Bildlein von Top. Berlin, W. 35. Verlag der Socialistischen Monatshefte". Preis 10 Pfennig. E. P. 1870. Sie J. J. 6. Ja. Witterungsübersicht vom 17. April 1901, morgens 8 11hr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 7589 7569 Wetter Temp. n. 6. 5° 4° R. Stationen Barometer ffand mm Wind Bunja Windstärke Wetter 25lb.bed. 2 bedeckt 3 Betersburg 759 NO 4 Cort 76830 5 Aberdeen 765 NW 3 hlb.bed. 1 heiter 2hlb.bed. 764 NW Temp. n. 6. 16° C.= 4° R.1 6779 Der letzte diesjährige Volts Unterhaltungsabend in der Hohenzollernschule zu Schöneberg. am nächsten Sonntag bringt aus schließlich Dichtungen und Gesänge heiteren Inhalts; Herr Johannes Trojan und Herr Schmidt- Cabanis tragen aus eigenen Werten vor; außerdem Das Büchlein unternimmt es, in Kornzollreimen und Kornzoll Swinemde 756 NNW 2 wolfig 4 Haparanda 762 N wirken noch mit die Konzertfängerin Frau Elise Wehr und Frau bildern mit ernstem Strafpathos und satirischem Geplänkel die Leib- Hamburg 3 wolfig Margarete Pix. Berlin garde des Brotwuchers zu bekämpfen. Das Junkertum wird in In der 8. Fortbildungsschule für Jünglinge und Erwachsene, Vergangenheit und Gegenwart durch Knittelverse gezeichnet, und Grant./. 757 N 6 Regen Butbuserstr. 23, ist schon seit mehreren Jahren für Freitag ein Rurfus in in einer Reihe von Juustrationen wird die sociale Not der Be- Wien München 7573 5 woltig 4 Baris 3 wolfent 5 756 23 3 hlb.bed. 6 Geschichte und Geographie eröffnet. In diesem Sommersemester soll die Geschichte der europäischen Völker im 19. Jahrhundert unter Berüd wucherten mit dem Glück der Ausbeuter kontrastiert. Das Heft ist Wetter Prognose für Donnerstag, den 18. April 1901. fichtigung der in Frage kommenden Verhältnisse zur Darstellung gelangen. auf politische Wirkung in den Maffen berechnet und stellt keine Langsam aufflarend, am Tage etwas wärmer bei mäßigen nordwestAnmeldungen( besonders solche von Erwachsenen sind erwünscht!) nimmt litterarisch- künstlerische Erhebung an; der Wert dieses agitatorischen lichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. entgegen im Amtszimmer Rettor Klebe, Putbuserstr. 23. Verfuchs liegt in der guten Gesinnung, nicht in kräftiger Eigenart. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wetter in Gr. Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.