Nr. 94. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts bonnement: 1,10 Mart pr: Monat, Eingetragen in der Boft- BettungsPreisliste für 1901 unter r. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebage beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Zahlung der Zeche für den Boerenkrieg. Erledigen wir zunächst die unseres Erachtens weniger bedeutende Sache. Wie schon gemeldet, sind drei neue Steuern in Aussicht genommen worden und zwar: Erstens eine Abgabe von einem Schilling für jeden Centner ausgeführter Stohle. Geschätzter Ertrag: 42 MilZweitens eine Abgabe auf 3uder, die für den raffinierten Zucker das englische Pfund um 4%, für Rohzucker das englische Pfund um 2 Pfennige im Preise erhöht. Geschäzter Ertrag: 102 Millionen Mark. lionen Mart. Drittens eine Erhöhung der Einkommensteuer bon 1 Schilling auf 1 Schilling 2 Pence für jedes Pfund Sterling Steuerpflichtiges Einkommen. Geschätzter Ertrag 76 Millionen Mark. Dienstag, den 23. April 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Politische Uebersicht. -eb. Berlin, den 22. April. Der Reichstag. denselben Steuersah. Daß darin viel Ungerechtigkeit liegt, export anschließen. Die Sache ist begreiflich und hat im vorleuchtet auf den ersten Blid ein, und der Klagen in den Reihen liegenden Falle auch wenig auf sich. Die Abgabe ist im besten der mittleren Einkommensklassen sind darum auch nicht wenige. Fall ein zweischneidiges Auskunftsmittel, und wenn sie fällt Indes ist das eine Sache, an der die Arbeiterschaft nur ein und durch eine andre Steuer ersetzt wird, wird niemand in Nun ist die Staatshaushalts- Vorlage des britischen Schatz- sehr bedingtes Interesse hat. England Grund haben, ihr eine Thräne nachzufanzlers Sir Michael Hicks Beach, der die Oeffentlichkeit mit Anders ein zweiter Punkt. Wie vorher bemerkt, sollen weinen. Es ist feine Verlegung des Freihandelsso großer Spannung entgegengesehen hat, heraus, und die von dem Fehlbetrag im diesjährigen Staatshaushalt vier princips, der Verschleuderung eines wertvollen und Diskussion über des Ministers Vorschläge über die Deckung Fünftel nicht durch Steuern, sondern auf dem Wege von unerfeglichen nationalen Produktionsfaktors, wie es die Kohle der Geldkosten des Boerenkriegs im vollen Fluß. Aber die Anleihen gedeckt werden. Und dies, nachdem schon im Vor- ist, von Staats wegen entgegenzuwirken. Aber das könnte Diskussion dreht sich, wie so oft, mehr um die kleineren als jahre eine Anleihe von 1200 Millionen Mark für die Kriegs- und sollte durch andre Mittel geschehen wie durch Zollabgaben. um die großen Fragen, die dabei in Betracht kommen. ausgaben aufgenommen worden ist. Diese erste Anleihe war Sonst würde selbst die Zustimmung der Arbeiter zu der AgiDer Minister will von dem Fehlbetrag, um den der Krieg eine Specialanleihe, bei der noch an eine baldige Zurück- tation der Grubenherren diese Agitation nicht acceptabler in Südafrika und die Beteiligung am Chinahandel den zahlung oder Einlösung gedacht wurde. Bei der jetzigen aber machen. Nur Thomas wollte von Anfang an die Arbeiter britischen Haushalt diesmal verkürzt, und der sich auf über ist diese Aussicht so wenig vorhanden, daß sie als Teil der an dem geplanten Kohlenring beteiligen, ja, er wollte ihn eine Milliarde Mart beläuft, etwa den fünften Teil durch konsolidierten Staatsschuld ausgegeben werden wird, an gerade durch das Mittel der Organisationen der Arbeiter zu Steuern, vier Fünftel aber durch Erhöhung der konsolidierten deren Zurückzahlung nur gegangen wird, wenn Ueberschüsse stande bringen. Aber ein Produzentenring bleibt ein Nationalschuld decken. Von dieser Erhöhung der National- da sind. Der Minister war ehrlich genug, offen heraus Produzentenring, auch wenn die Arbeiter an ihm teilnehmen, schuld wird sehr wenig, von den vorgeschlagenen Steuern zu erklären, unter Bezugnahme auf ein ein Gutachten und wenn er in irgend einer Weise wider die Interessen der dagegen sehr viel gesprochen, es sollte aber, wenigstens in des von ihm nach Südafrika entsandten Sachverständigen Allgemeinheit auftritt, dann kann ihm diese Beteiligung keine England, umgekehrt der Fall sein. Sir D. Bartour, daß auch wenn der Krieg in einigen höhere Berechtigung verleihen. So wenig wie eine KapitalistenMonaten beendet sein sollte, auf eine Deckung der Kriegs- gruppe hat eine einzelne Arbeitergruppe ein Recht gegen die kosten von den Boerenstaaten her nicht zu rechnen sei. Aus Allgemeinheit. Soviel principiell über diese jezige Agitation. dem Oranjestaat sei überhaupt, aus dem Transvaal auf Das Haus der Gemeinen hat den Resolutionen, welche Jahre hinaus nichts in Form von einer Kriegsentschädigung die Anleihe und die beiden Steuern vorschlagen, mit Mehrheit herauszuschlagen. Es ist also weder an Zurückzahlung der zugestimmt für die auf die Zuckersteuer bezügliche Re-. ersten 1200 Millionen, noch an Zurückzahlung der jetzt ge- solution stimmte sogar ein so entschiedener Freihändler wie forderten 1200 Millionen zu denken. Mindestens um diese Be- John Morley. Aber die Annahme der Resolutionen heißt träge wird die britische Nationalschuld auf unabsehbare Zeit noch nicht die Annahme der Anträge selbst sie schiebt mur erhöht. Denn mittlerweile ist auch die bisherige jährliche Ab- der Ausbeutung der vom Bekanntwerden des Steuervorschlags zahlung von der Nationalschuld eingestellt worden. bis zur Endabstimmung geschaffenen Situation einen Riegel Das ist ein Umstand von nicht zu unterschäßender Be- vor. Wie die kapitalistischen Interessenten die Zwischenzeit deutung. Wie mit einem Ruck schnellt die Nationalschuld bis zur Schlußabstimmung zur Agitation gegen die sie bewieder hart an die Höhe heran, die sie nach dem Krimkrieg drohenden Steuern ausnuten, so sind auch die Arbeiter behatte. Ueber doppelt so viel als dieser Krieg, mehr als die rufen, zu den Vorschlägen des Ministers Stellung zu nehmen. zwei schlimmsten Jahre des Kriegs gegen Napoleon auf der Hoffentlich übersehen sie über der Gegnerschaft gegen einzelne Gegen die Ausfuhrabgabe auf Kohlen läßt sich mancherlei spanischen Halbinsel hat dieser Krieg England schon gefoftet. Steuern nicht die notwendige Opposition gegen die Erhöhung borbringen. Es ist aber noch fraglich, ob sie den Profit der Selbstverständ lich wird England daran nicht bankrott der Nationalschuld. englischen Kohlenerporteure treffen oder von den auswärtigen gehen, auch wenn er noch eine dritte Anleihe Käufern wird bezahlt werden müssen, da die vornehmlich in von gleicher Höhe erfordern sollte. In dieser Hinsicht Betracht kommende Walliser Kohle fast ein Monopol auf dem von Ruin zu sprechen, ist lächerliche Uebertreibung. Aber Markt genießt. Aber selbst wenn das erstere der Fall wäre, was Thatsache und ernsthaft genug ist, ist dies, daß so auf würde die Kohlenindustrie Englands kaum erheblich geschädigt Jahre hinaus erhebliche Teile des britischen Nationalwerden. Die Profite der englischen Grubenbesitzer sind in einkommens für ganz unproduktive Zwecke festgelegt, verden letzten Jahren so außerordentlich hohe gewesen, daß sie hypotheziert werden. Der Zinsendienst für die Nationalschuld Bei schlechter Besetzung behandelte der Reichstag am den Abschlag ganz wohl verschmerzen können. ist auf unabsehbare Zeit um gegen 100 Millionen Mark Montag die Saccharinsteuer- Vorlage. Die VorEtwas andres ist es, ob England mit dem Ausfuhrzoll erhöht worden und dieser Betrag wird für Stulturzwecke des lage bedeutet wiederum nur eine Liebesgabe, die Herr auf Stohle nicht einen Riß in seine Freihandelspolitit voll- Staats fortan fehlen. Dem Anlage suchenden Kapital sind v. Thielmann nach anfänglichem Widerstreben den Agrariern zieht, und jedenfalls bewegt sich diese Abgabe hart an der aber neue Abzugskanäle eröffnet, die es von industriellen spendet. Zu Gunsten des Zuckerrings soll eine unbequeme Grenze zwischen Schuß- und Finanzzoll. Die Frage ist aber Unternehmungen fern halten. Es lohnt sich heute, Konsole" Stonkurrenz, die Saccharinfabrikation, wenn nicht gerade totvorläufig noch eine der reinen Theorie, denn daß die Re- zu kaufen. Vor dem Krieg standen sie gegen 114 Proz., bei geschlagen, so doch mindestens den einengendsten Bestimmungen gierung sonst nicht von der Freihandelspolitik abzuweichen 234 Proz. Zins ergab das eine Rente von noch nicht gedenkt, zeigt die Antwort des Ministers auf die Frage, ob 21/2 Broz., und außerdem stand eine weitere Ermäßigung des er bei der Zuckersteuer nicht die westindischen Kolonien Englands Binssages in sicherer Aussicht. Heute stehen sie 95 Prozent, ausnehmen oder schonen wolle, die von der Konkurrenz der da ist es für Leute, die sicher gehen, eine gute Kapitalanlage, Länder mit Ausfuhrbergütung so schwer bedrückt würden. Die Konsols hinzulegen. Das Staatsschuldenwesen ist ein auf Antwort war ein unumivundenes Nein. haltender Faktor in der socialen Entwicklung, und vom Die vorgeschlagene Zuckersteuer ist eine reine Finanzsteuer Standpunkt der Arbeiterklasse muß ihm nach Möglichkeit bezw. eine indirekte Steuer auf den Konsum zu reinen Finanz- entgegengewirkt werden. Ein Ricardo z. B. war, obwohl Ganz befriedigt freilich hat er die Agrarier immer noch zwecken. Was gegen solche Steuern als Belastung des selbst Kapitalist, bereit, lieber die höchsten Kriegssteuern zu nicht. Graf Kanit sprach bedauernd von dem„ mildesten" Massenkonsums eingewendet werden muß, ist bekannt. Der bewilligen, als der Verschleppung von Kriegskosten durch Gesetz gegen das Saccharin und verlangte eine noch höhere Höhe nach ist die Steuer immerhin bedeutend niedriger als die langfristige Anleihen zuzustimmen. Der große Defonom, Besteuerung als 80 M. pro Kilo chemischreinen Saccharins. Zuckersteuer der meisten andern Staaten, u. a. auch Deutsch- der ganz und gar nicht der verschworene Anwalt des Kapitals Auch die Kontrollvorschriften genügen ihm nicht, und der allerlands. Und da England aus diesen Staaten den Zucker um war, für den er so oft verschrien wird, erkannte klar, daß dings sehr bequemen Steuerdefraudation will er durch hohe die Ausfuhr Vergütungssäge verbilligt erhält, wird der dies anscheinende Verteilen der Last auf eine längere Zeit- Strafen vorbeugen. Als sein Ziel bezeichnete er offen die englische Arbeiter das Pfund Zucker immer noch um frist ein Verdoppeln und Verdreifachen der Last bedeutet und wirksame Bekämpfung der Saccharinproduktion. Fast noch 6 bis 8 Pfennig billiger kaufen können, als der Ar- die wirtschaftliche Energie der Nation schwerer schädigen muß weiter gingen seine Gesinnungsgenossen Dr. Roesicke und beiter in den Ländern, wo der Zucker produziert wird. Der als eine einmalige intensive Anziehung der Steuerschraube. Dr. Oertel. Ihnen wäre das vollständige Verbot der Preis für das englische Pfund Zucker schwankte zuletzt im Uebrigens ist zu Ricardos Zeiten, während der napoleonischen Saccharinproduktion am angenehmsten gewesen. Herr Röside, einer englischen Einzelhandel je nach der Güte zwischen 10 bis 20 Ariege, in der That die Einkommensteuer vorübergehend bis der Hauptschreier für wucherische Kornzölle, bekam es fertig, Pfennige. Er würde nach der Steuer zwischen 12 bis 25 auf zwei Schilling pro Pfund,- d. h. 10 Prozent erhöht sich als Anwalt der Konsumenten und der Arbeiter aufPfennige betragen. worden, und während der zwei Jahre, die dem Krimkrieg zuspielen. Selbst die zunehmende Kindersterblichkeit wollte er Der Aufschlag auf die Einkommensteuer bringt deren folgten, wurde sie auf 1 Schilling 4 Pence aufs Pfund, dem Saccharinverbrauch zurechnen, während seine Freunde, Rate auf 5% Broz. In den Jahren vor dem Krieg war der d. h. 62/8 Prozent, normiert. Bis soweit hat die besigende die Milchproduzenten, überall Milchringe schließen, um das Sat 3/3 Proz. gewesen. Im Vorjahre erhöhte ihn das Klasse in England also sich immerhin verständig benommen. notwendige Nahrungsmittel der Säuglinge zu verteuern. Parlament auf 5 Proz., und es ist ziemlich außer Zweifel, Auch war es im Sinne des hier Ausgeführten, daß Sir Nicht ganz so weit ging Herr Paasche. Als Anwalt daß auch die jetzige Erhöhung durchgehen wird. Soweit tann Michael Hicks- Beach in seiner Haushaltsrede erklärte, er könne der Zuckerinteressenten verlangte freilich auch er eine Erman also der im englischen Parlament dominierenden be- es nicht über sich gewinnen, die Aufbringung des ganzen höhung des vorgeschlagenen Steuersages, aber er war wenigfizenden Klasse Englands das Zeugnis ausstellen, daß sie sich Fehlbetrags, den der Strieg verursacht habe, durch Anleihen stens bereit, die Verkehrsbeschränkungen etwas zu erleichtern. beim Steuerzahlen weniger ihrer Pflicht entzieht, wie die der vorzuschlagen, mindestens ein erheblicher Teil müsse sofort Daß Herr Paasche in dieser Frage für seine Partei allein meisten Festlandsstaaten. Das Verhältnis der direkten zu den durch Steuern gedeckt werden. Es ist jedoch nicht einzusehen, das Wort führt, ist ein Anzeichen mehr dafür, wie die indirekten Steuern in England ist jetzt so, daß die ersteren warum dieser Teil nicht bedeutend höher sein soll. So war agrarische Strömung bei den Nationalliberalen alles überdie letzteren zu überwiegen beginnen. Es stellt sich nach der man, wie das„ Daily Chronicle" schreibt, selbst in der City flutet. Berechnung des Ministers wie 50,3 zu 49,7 Proz. Und da von London vielerseits darauf gefaßt, noch ein oder zwei Das Centrum verhielt sich viel reservierter. Die Rücksicht von den indirekten Steuern, die zum Teil Lurussteuern sind, Pence mehr Zuschlag auf die Einkommensteuer zahlen zu auf die Konsumenten veranlaßte Herrn Speck, die Steuer ein ziemlich erheblicher Teil von den Besitzenden bezahlt wird, müssen. Ein Banfier erklärte dem Vertreter des radikalen von 80 M. doch vielleicht etwas zu hoch zu finden, eine fann man vielleicht sagen, daß diese gegen zwei Drittel der Blatts, daß er lieber in diese Erhöhung willige als in die Bemerkung, die ihm eine sehr schlechte Note bei den Agrariern Steuerlast bezahlen. So weit so gut. Die Sache ist aber Abgabe auf den Kohlenerport. Aber man ist in der Londoner einbrachte. Er gab auch zu, daß die künstlichen Süßstoffe nicht gedamit nicht zu Ende. City auch über diese Abgabe nicht sehr aufgeregt, sondern nimmt fundheitsschädlich seien und wollte ihre Konkurrenz gegen den Zucker Zunächst ist die Einkommensteuer noch recht ungerecht das Geschrei der Grubenbefizer und Kohlenverschiffer über sie nur beschränken und nicht unterbinden. Der Saccharinverteilt. Steuerfrei sind alle Einkommen bis zu 3200 M. sehr fühl. Es kennzeichnet das Geschrei, daß der Mann, der verbrauch gerade in den ärmsten katholischen Gegenden ist ( 160 Pfd. Sterl). Für die höheren Einkommen besteht eine die Opposition am lautesten führt, der walliser Kohlenmagnat eine Thatsache, womit die Partei rechnen muß. Selbst dem fleine Abstufung darin, daß von Einkommen bis zu 8000 m. Thomas, seit Jahren am Zustandekommen eines Kohlenrings Buckerring widmete Herr Speck einige übellaunige Be3200 M., von solchen zwischen 8000 und 10 000 M. 3000 M., in Südwales arbeitet, unter anderm mit der Motivierung, merkungen. von solchen zwischen 10 000 und 12 000 m. 2400 M., und daß jetzt die südwalliser Kohle dem Ausland zu billig ver- Die Linke erklärte sich in voller Einmütigkeit gegen die von solchen zwischen 12 000 und 14 000 m. 1400 m. als fauft werde. Vorlage, die Freiherr v. Thielmann mit Citaten aus steuerfrei in Abzug gebracht werden. Sonst aber zahlen alle Es hat den Anschein, als ob die Kohlenarbeiter sich der einer Wurmschen Rede aus dem Jahre 1898 zu verteidigen steuerpflichtigen Einkommen bis zu den allerhöchsten ein und Agitation der Grubenbesizer gegen die Abgabe auf den Kohlen- fuchte. Damals war die Sachlage aber auch eine andre. Das " und einer recht hohen Belastung unterworfen werden. Während der Reichs Schatzsekretär im Februar noch Verkehrsbeschränkungen für das Saccharin und eine hohe Steuer gewissermaßen zur Auswahl für die Regierungen hinstellte, hat er schließlich, wie Herr Dertel wollte, beides gethan, nur um den kartellierten Zuckerbaronen die Aufrechterhaltung ihrer hohen Preise zu ermöglichen. wucherische Treiben des Zuckerrings hat die Zuckerpreise in die Die Neigung des Monarchen kann auch die Ueberraschung mit einem Höhe getrieben, und wir haben keinen Anlaß, den Verfuch mit freifinnigen Minister bringen, aber sie kann das konservative Wesen des zumachen, den Zuckerbaronen die Ausbeutung der Konsumenten preußischen Staats nicht ausrotten. Um dieses zu erreichen, müßte eine durch Erdrosselung einer von ihnen gefürchteten Konkurrenz zu That geschehen: die gründliche Reform des preußischen Dreiklaffen: erleichtern. In einer sachkundigen Rede wies Wurm treffend Parlaments. Ein freisinniger Finanzminister im preußischen Junternach, daß es sich hier wieder nur um eine Reichsunter- parlament hört auf, freisinnige Politik zu treiben, oder seine stützung für die notleidenden Zuckerbarone handele. Wohl Ministerschaft dauert nicht länger als 24 Stunden. erklären wir uns gegen eine betrügerische Verwendung des Das weiß die Bost" und darum fann ihr die Unannehmlichkeit Saccharins in der Nahrungsmittel Fabritation, aber hierzu eines Ministers Siemens feinen ernsten Summer bereiten. würde ein scharf durchgeführter Deklarationsawang vollauf Vielleicht ist Freiherr v. 8edlis, der Häuptling der Hochgenügen. schutzzöllner und Kanalrebellen, Verfasser des" Post"-Artikels. Es Aehnlich äußerten sich die Herren Eickhoff und liegt in unsten Tagen nicht außer dem Bereich des Möglichen, Herrn Schrader. Schließlich wurde die Vorlage an eine vom v. Siemens und Herrn v. Zedlik als Minister kollegen zu Centrum beantragte Kommission von 21 Mitgliedern ver- finden. Wenn Herr v. Siemens dem Freisiun Balet sagt, warum wiesen. Dienstag steht die Novelle zur Branntwein soll nicht Freiherr v. Jedlig der Kanalrebellion entjagen, um für steuer auf der Tagesordnung. den verlorenen Präsidentenstuhl in der Seehandlung ein Ministerportefeuille einzutauschen? S Werden fie schlucken? nil " " Ortsübliche Saujagd- Kultur. Aus einem Artikel der Deutschen Jäger- Zeitung", in dem H. H. Rothe über Saujagden sein fachkundiges Herz ausschüttet, sticht die Welt am Montag" die folgenden Säge heraus: Zwei Treiber, denen die Sache anfing langweilig zu werden, waren gegen meinen ausdrücklichen strengsten Befehl auf eigne Faust in das Dickicht bereits hineingefrochen; ich fonnte sie indessen grade noch, wenn auch mit genauer Not, zurückbringen, bevor sie alles verdarben, prügelte fie nun in ortsüblicher Weise durch und schickte sie zu ihren Kameraden, wohin fie schleunigst abgingen, nachdem sie sich bei mir bedankt hatten. Die Leute da oben im Nordosten haben vernünftigere Ansichten, als ihre Landstente im Westen." prügelsucht teilt. Die Leute da„ oben im Nordosten" scheinen noch Da hat Herr Dertel endlich einen Mann gefunden, der seine mehr Gefühl für die Ideale des Bunds der Landwirte zu haben als die Westeuropäer. Schauerbare Anarchistengeschichten über ein via Amerifa angezetteltes Komplott gegen den Kaiser kolportieren einzelne Die Bierschlange. Blätter. Der Roman ist nach dem Vorbild des Alexandrinischen Die offiziöse Nordd. Allg. 3tg." erklärt zu den Betrach Bombenschwindels erzählt. tungen in der Presse über die wahrscheinliche Wiederaufnahme des Allerlei Wetterzeichen deuten darauf hin, daß der Kaiser in der Es scheint, daß die" Post" die eiserne Lasche des Bremer die wahrscheinliche fnahme des That Planes der Biersteuer- Erhöhung seitens der Regierung: That neuerlich seine Meinung ausgesprochen habe, er beabsichtige Epileptikers doch nicht für zugkräftig hält. Sie will jetzt, wie einst " Ju verschiedenen Tagesblättern ist davon die Nede, daß zur ernsthaft, in der Kanalvorlage seinen unbeugsamen Willen durch- Friedrich Wilhelm IV. es that, dem Publikum das Schauspiel einer Deckung der im Reiche bevorstehenden Steigerung der Haushalts- zusetzen. In der Münchener„ Allgemeinen Beitung" gab kürzlich entdeckten regelrechten Verschwörung bieten, um allerlei dunkle Pläne werde. Dem gegenüber ist zu bemerken, daß eine Beratung oder mehr, den Mund zu spiken, die Konservativen ge jetzt nicht| bedürfnisse die Erhöhung der norddeutschen Biersteuer geplant ein Bülow- Offiziofus das Stichwort aus: Es genüge jetzt nicht auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege zu fördern. aus: Es müßten Die Sohkönigsburg. Wilhelm II. bezeigt für die in seinem ie in f gar Berständigung unter den verbündeten Regierungen darüber, Am Sonnabend ließ in der Kanalkommission des Abgeordnetenhauses Besiz befindliche, aus allgemeinen Mitteln zum Ausbau gelangende in welcher Weise der schon für das nächste Etatsjahr der bisherige Organisator der Regierungsniederlagen, Freiherr teilung des„ Ausbauers", des Architekten Ebhardt, hat der Kaiser die Hohkönigsburg fortgesetzt ein lebhaftes Interesse. Auf eine Mitzu erwartende beträchtliche Mehrbedarf im Reichs- b. Sedlig plöglich die finanziellen Bedenken gegen den Mittelland- folgende Antwort erteilt: Haushalt zu beschaffen wäre, noch nicht stattgefunden Kanal fallen, und Herr v. Miquel sprach mit einem auffälligen Mit hoher Freude vernehme ich Ihre Kunde, ich hege die feste hat. Die in dieser Beziehung umlaufenden Gerüchte über Steuer- Mangel an zweideutigen Wendungen äußerlich recht energisch Zuversicht zu Ihrer bewährten und gewissenhaften Arbeitskraft, daß projekte entbehren somit der Begründung." für den Kanal. Sie mir dazu verhelfen werden, einen des Deutschen Die Ableugnung bestätigt alles, was abgeleugnet wird. Am Montag ging Herr v. Zedlig in der Kanalkommission noch Reichs würdigen Wiederaufbau der herrlichen Burg durchzuDie verbündeten Regierungen" haben noch nicht beraten", aber einen Schritt weiter. Er erklärte es zwar für zweifellos, daß der führen, der uns, den Zeitgenossen des 20. Jahrdaß der Plan innerhalb der Reichsregierung besteht, wird Entwurf so, wie er vorgelegt sei, feine Annahme finden könne, aber hunderts, zeigen wird, wie die Borväter einst nicht dementiert und kann nicht dementiert werden. Vielmehr er schlug als Brücke über den Kanal ein regelrechtes Kompromiß Bau in seiner getreuen Nachbildung des Alten allen Besuchern und gebaut und ihr heim eingerichtet haben. Möge der verstärkt die Erklärung der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vor. Möglich sei auch eine enge Verbindung zwischen der wasser- dem schönen Reichslande eine Quelle steter, stolzer Freude sein und die Gewißheit des Kommens der Biersteuer. Sie fündigt wirtschaftlichen Vorlage mit der Tarifermäßigung, so daß das Ganze die Erinnerung stärken an die großen Geschlechter, welche dort einst mit besonderer Betonung den für das nächste Etatsjahr zu ein verkehrspolitisches Programm bilde von einer ge- die Blüte deutscher Kultur und deutscher Ritterschaft gepflegt. erwartenden beträchtlichen Mehrbedarf an. Da wissen Elastizität. Dann könnte in jedem Jahre das ausgeführt gez. Bilhelm, R." ist es geradezu zweifellos, daß zur Bestreitung dieses Mehrbedarfs werden, was nach den finanziellen Verhältnissen möglich sei. Eine verbotene Vereinsvorstellung. Aus Kiel wird uns zunächst die so oft schon von der Regierung vorgeschlagene ein- Also ein Kanalprogramm nach Art der Flottenvorlage! Auch berichtet: Nachdem in der Reichsmarinestadt, die zwei Polizeiträgliche Biersteuer- Erhöhung wiederum gefordert werden wird. dieses scheinbare Entgegenkommen ist freilich nur ein neues Mittel der behörden hat, eine staatliche und eine städtische, sich erstere schon Zunächst! Denn auch eine sehr kräftige Erhöhung der Biersteuer alten Verschleppungstaktit. Man will sich nicht binden und alle Be- wiederholt durch Aufführungsverbote von Theaterſtüden und nicht wird den ungemessenen Ansprüchen der militaristischen und marinisti- stimmtheiten der Zukunft vorbehalten, um erst einmal einen be- weniger durch Nichtverbote bewährt hat, beeilt sich die städtische schen Allerweltspolitik keineswegs genügen. Man wird nach weiteren stimmten Zolltarif in Händen zu halten. Behörde( Bürgermeister Lorey), dem guten Beispiel des v. Puttindirekten, volksbelastenden Steuern trachten, auch das Tabat= famerschen Regiments zu folgen. Sie hat dem Verein„ Arbeiterbund" die bereits mit ehrlichem Eifer vorbereitete Aufführung von monopol erscheint am Steuerhorizont. Gerhart Hauptmanns Weber" verboten. Ihr Verbot begründet sie damit, daß sie die lediglich für Vereinsmitglieder geplante Borstellung als eine gewerbliche und konzessions, pflichtige Theaterunternehmung darstellt. Dem Wirt von Brieds Etablissement, das für die Aufführung ausersehen war, wurde ausfolchen unstatthaften Veranstaltung hergeben würde. Dadurch ist die vom drücklich eine Strafe von 150 M. angedroht, falls er sein Lokal zu einer Stieler Liberalismus, der einmal wieder Farbe bekannt hat, bevormundete Arbeiterschaft um einen Kunstgenuß gebracht worden, und das am Schluß der Saison aus dem Verbande des herzlich schlecht geleiteten, aber fubventionierten Stadt- Theaters ausscheidende Schauspiel- Bersonal um die willkommene Gelegenheit, sich endlich einmal mit der Aufführung einer bedeutenden Dichtung als tüchtiges Ensemble zu erweisen. Thatsächlich hat das Verbot der fänglich war die Aufführung der„ Weber" im Schiller- Theater" geOberbürgermeister Fuß unsrer liberalen Stadtbehörde diktiert. Anplant. Dem Direktor dieses nichtsubventionierten Kunstinstituts wurde jedoch vom fönigl. Polizeipräsidenten, Herrn v. Buttkammer, bedeutet, Die Konservativen und Agrarier verhalten sich denn auch jetzt daß er die Aufführung als eine Demonstration gegen ziemlich kleinlaut. Damit ist aber nichts gesagt über den endlichen den Kaiser auffassen würde. Darum hat das SchillerAusgang dieser grotesten Junterrevolte, die mehr zur Zerstörung der Theater davon abgesehen, dem seine Bühne Autorität beigetragen hat als irgend eine andre Macht. Das alte Preußen zur Verfügung zu stellen, Herrn von Buttkammers AufHerrn des oftelbischen Agrariertums ist im verzweifelten Aufstand gegen die faffung mag Herrn Bürgermeister Loreh Strone begriffen. Und wenn man jetzt offenbar eingesehen hat, daß tommen sein. Vermutlich wird durch die Maßnahme der städtischen Polizeibehörde auch die auf den 11. Mai festgesette akademische es nicht richtig sei, allzu trogig und lärmend den offenen Strieg Aufführung des gamemnon von Aeschylos in Frage gestellt. zu führen, so wird man dafür um so energischer den Kleinkrieg der Allerdings geht diefe Beranstaltung nicht bloß" von Arbeitern aus. Coulissenintrigue fortführen, und wir wenigstens mögen noch inmer An der Spize des geschäftsführenden Ausschusses steht sogar der Die Ministerkandidatur des Herrn v. Siemens beschäftigt die nicht daran glauben, daß es den Rebellen nicht abermals gelingen Oberbürgermeister Fuß. Sollte es da etwa anders kommen? Wir fonservativen Kreise andauernd. Nachdem früher bereits die„ Kreuz- wird, mit der Regierung des Grafen Bülow fertig zu werden und werden ja sehen. Beitung" ihre Befürchtung eines freifinnig- freihändlerischen Finanz- den Junkerwillen als oberstes Gesetz im Deutschen Seich wiederum ministers geäußert hat, erörtert jetzt auch die" Post" die Frage: 3u proklamieren. Sind Freifinnige regierungsfähig?" " Die Germania" benutzt den Ablengnungsversuch des offiziösen Blattes nicht zu einer Absage gegen neue Biersteuerpläne, fondern zu der denkbar- unangebrachtesten Verherrlichung der steuerpolitischen Einsicht des Centrums und feines obersten Steuerprojekten machers Müller- Fulda. Sie sagt: Der Eisenbahnminister Herr v. Thielen nahm seinerseits das Angebot des Herrn v. Bedlig nicht an, sondern versicherte, für die Staatsregierung sei der Mittellandkanal das wichtigste Stück; er widersprach auch einer Verkoppelung der Kanalfrage mit der Tarif bestimmung. Sogar die Nationalliberalen wurden plöglich tapfer und ließen durch den Abg. v. Eynern den heldenmütigen Schwur ablegen, fein Abgeordneter aus den Industriebezirken des Westens werde im Im übrigen ergiebt sich auch hier wieder, wie das Reichstag für den erhöhten Getreidezoll stimmen, sofern die KonCentrum und wie insbesondere der Abgeordnete Müller- Fulda fervativen nicht vorher den Kanal geschludt hätten. Wenn sogar die die Finanzlage des Reichs schon seit Jahren richtig ein- Nationalliberalen tapfer werden und sich zu Drohungen aufschwingen, geschätzt und demgemäß eine positive Regelung der so möchte man allerdings fast meinen, daß die Regierung in der Dedungsfrage bei der legten Marinevorlage That Wert darauf lege, inmitten des fressenden Fiastos der Weltunbedingt verlagt haben, während die Regierung und und Flottenpolitik ihren Namen auch an die Schöpfung eines Kulturdie Kartellparteien die Finanzlage als eine rosige betrachteten und werks zu knüpfen. Auch die„ Norddeutsche Allg. Zeitung" schleppt fich lange, gegen Steuern auf Vorrat" mit Händen und Füßen nenerdings wieder eifrig Material zu Gunsten des Mittelland- Kanals sträubten." Einst bekämpfte das Centrum eine Militär- und Marinepolitit, die weit geringere finanzielle Ansprüche stellte als die jetzige. Jetzt ist es des Centrums hoher Ruhmestitel, die durch seine Militär- und Marinebewilligungen entstandene Ungunft der Finanzen richtig erkannt und neue Steuern vorgeschlagen zu haben. Wie denkt denn aber die Germania" über die Erhöhung der Biersteuer? Lönnte. " Ministeranwärter. herbei. 9 . Deutsches Reich. Ein agrarischer Reptilienfonds. Zwar erklärt die" Post" die Erörterungen der Presse über die Möglichkeit eines Ministers Siemens für eine ziemlich müßige Sache", befaßt sich aber alsbald recht ernsthaft und eingehend mit dieser müßigen Sache. Die Konservativen, so sicher sie sich in ihrer Vor einigen Tagen brachte die Frantf. 8tg." die intereffante politischen Macht wissen, glauben offenbar mit der Möglichkeit Mitteilung, der neueste Reiseapostel des Centrums für Brotverteuerung, rechnen zu müssen, daß ein schneller Entschluß des Kaisers ihnen Herr Dr. Ruhland, habe anfangs der neunziger Jahre einem eines Tages wirklich einen freisinnigen Minister ins Nest setzen süddeutschen socialdemokratischen Blatte für die Aufnahme von Schuzzoll- Artikeln Geld angeboten. Daraufhin ließ Herr Ruhland dem Frankfurter Blatt folgende Berichtigung zugehen: ,, 1. Es ist unwahr, daß ich Mitte der 90er Jahre Berbindung mit einem focialdemokratischen Blatte gesucht habe. 2. Es ist unwahr, daß ich einem solchen Blatte jemals das Anerbieten gemacht, für Aufnahme von Schuzzoll- Artikeln jede beliebige Summe Gelds zur Verfügung zu stellen. 3. Es ist eben darum auch unwahr, daß ein socialdemokratisches Blatt auf ein solches Anerbieten von mir nicht eingegangen wäre." Die" Post" behandelt diese Zukunftsmöglichkeit mit der fühlen Ruhe, die in vernünftigem Gegensatz steht zu dem Freudenlärm, ben freisinnige Organe ob der Aussicht der Ministerschaft eines der Shrigen erheben. „ Sollte Herr von Siemens wirklich einmal Minister werden, dann wird sein persönlicher Liberalismus faum eine Umkehr unsrer gesamten inneren Politik herbeiführen. Der preußische Staat ist politisch und wirtschaftspolitisch auf die konfer vativen Grundsäße zugeschnitten. Selbst Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre, als der Liberalismus in seiner " Herr Dr. Nuhland scheint ein sehr kurzes Gedächtnis zu Dazu bemerkt unser Münchener Partei- Organ: höchsten Blüte stand, war er nicht im stande, sich einen maßgebenden Einfluß zu erobern. Im wesentlichen ist er doch in seiner haben. Um seinem schwachen Erinnerungsvermögen etwas zu Hilfe Oppositionsstellung verblieben, die von Anfang an fein Merkmal zu kommen, erklären wir, daß Herr Dr. Ruhland nicht nur im tvar. Alle diejenigen Parteien, die zu dem Schutz der Jahre 1894 dem Verwalter der Münchener Post" ein derartiges nationalen Arbeit eine ablehnende Stellung einnehmen und das Anerbieten gemacht, sondern daß er sich auch in späterer Beit freie Spiel der internationalen Sträfte wollen, tönnen nicht als andren Persönlichkeiten gegenüber in ähnlicher Weise geäußert hat." regierungsfähig angesehen werden, um so weniger, als die wir können dem noch hinzufügen, daß bei jener Gelegenheit langfam sich vorbereitende Bollumfehr Englands die legte Stüge Herr Dr. Ruhland auch die besonders merkwürdige Quelle ander Freihandelspolitik beseitigt und selbst widerstrebende Nationen zu einer zweckmäßigen Schutzzollpolitik geradezu nötigen deutete, aus der unfrem Parteiblatt je de beliebige Summe" wird. Unter diefen Umständen kann der Freifinn nicht als re- zugehen sollte, falls man auf die agrarische Zumutung eingehen gierungsfähig gelten. Sollte Herr Dr. v. Siemens wirklich einmal würde. follte." zu Ohren ge= Aus dem Großherzogtum Sachsen- Weimar.( Eig. Ber.) An Stelle des orthodoxen Kultusministers v. Pawel, der türzlich ganz unerwartet seine Stellung aufgab, übernimmt am 22. April der liberalen Anschauungen huldigende Staatsminister to the nunmehr die Leitung dieses Ressorts, während als Chef des Finanzministeriums der Staatsrat Hunnins ernannt wurde. Hans Lutze v. Wurmb bleibt dem Lande als Minister des Aeußern und Innern noch erhalten.russisch- polnischer Arbeiter führt zu einer bedeutenden Ber Ans Ostpreußen.( Eig. Ber.) Die massenhafte Beschäftigung schlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse auf dem Lande. Der Landrat des Kreifes Königsberg macht bekannt: ,, Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Verbreitung der Granulose( Augenkrankheit) find die polnisch russischen Arbeiter. Unter fünfzig derselben ist z. B. im vorigen Jahre an einem Orte gelegentlich der vorgeschriebenen Impfung bei sehs, das ist mehr als 10 Proz., favere Granulose angetroffen." russischen Arbeitern vornehmen, auf das etwaige Vorhandensein der Der Landrat ersucht die Aerzte, welche Impfungen an polnischGranulose zu achten und gegebenenfalls den Amtsvorstehern Mit teilung zu machen. russischen Arbeitern vor oder von denselben angeſtedte Leute er In jedem Jahre kommen Bodenerkrankungen bei eingeführten franken. Den Agrariern ist also ganz genau bekannt, welche Gefahr damit verbunden ist, wenn sie immer größere Scharen der fremden Arbeiter ins Land holen. Um der Einschleppung von Das hat den Vorteil, daß die Viehpreise gestiegen sind. Die massenSeuchen vorzubeugen, ist die Vieheinfuhr nahezu gänzlich verboten. hafte Einführung von Arbeitern ermöglicht es, die Löhne niedrig zu halten. Auf ein paar eingeschleppte Krankheiten kommit es nicht an. Die Ochsen und Schweine bleiben ja gesund. Ausland. Italienische Chronik. Minister werden, dann wird er als Ratgeber der Krone Der Fall ist übrigens auch deshalb interessant, weil aus ihm Nom, im April. eben ein andrer sein, als der Politiker des Parlaments. Hervorgeht, welchen Wert unsre Gegner darauf legen, mit bekehrten Trotz der endlosen, in trostloser Langeweile gähnenden Telegramme Das Volk bildet sich heute sein Urteil über die nationalen und oder gemauferten Socialdemokraten prunken zu können. Sie wollen der„ Agenzia Stefani" hat das wahre Bolt Jtaliens, das Proletariat, socialen Erfordernisse selbst und da die Mehrheit sich für den sich sogar die Herstellung fünstlicher Mauser etwas tosten lassen. fich verteufelt wenig um das offizielle Jbyll gekümmert, das sich Schutz der nationalen Arbeit entschieden hat, so würde es für den unter Kanonendonner und mit der Herzbewegenden Staffage erze Gang der Dinge wenig entscheidend sein, wenn einmal Ein Verhaftbefehl gegen den Grafen Pückler hat, wie umschienter schwerer Hochsee- Panzer zu Toulon zwischen der italieniein freisinniger Mann in einem im übrigen von konservativen An uns aus Dresden telegraphiert wird, die Dresdner Straffammer schen und französischen Bourgeoisie abspielte. Das italienische Proschauungen getragenen Ministerium ein Portefeuille erhalten erlassen. Der edle Dreichgraf sollte sich am Montag in Dresden letariat hatte feinerseits bereits ohne jeden Vorbehalt und ohne auch Von der Lächerlichkeit abgesehen, daß das Volt" sich für den wegen Aufreizung verantworten, war aber zu dem Termin nicht nur den leiseften Unterton einer Disharmonie mit den vom franzöfi schen Kapitalismus Erdrückten seine Alliance bei Gelegenheit des fonservativen Schutz der nationalen Arbeit", d. h. die schutzölne In Sachsen gelingt es vielleicht sogar dem Grafen Büdler, ein Streits von Marseille geschlossen. Und diese Alliance egiftiert und rische Brotwucherpolitik entschieden habe, hat die" Post" durch Märtyrer zu werden. wird immer existieren, trotz aller offiziellen Meinungsverschieden aus recht. Ein Freisinniger tann heut mur Minister heiten der hohen Diplomatie. werden, indem den Freifinn ablegt. Jeder Akt unsrer Bourgeoisie ist viel zu durchsichtig, egoistisch, Die freiſinnige der Landwirte an die bayrischen Bauernbündler, die Einpeitscher der als daß das Proletariat hinters Licht geführt werden könnte. Wenu Vereinigung hat schon 11111 der fernsten Hoffnung der konservativen Junker zu spielen, erregt unter den Einzupeitschenden diese Thatsache überhaupt noch des Beweises bedürfte, so haben die Regierungsfähigkeit willen sich von allem ernsthaften Freifinn schweren Verdruß. Die Konf. Storr." sagt zu der betreffenden legten Stammerverhandlungen denselben erbracht, wie er schlagender Tosgesagt und sich dem eitelsten Militär-, Marine- und China Eifer mitteilung:„ Wir nehmen Wir nehmen von dieser unglaublichen nicht gedacht werden kann. ergeben. Minister Siemens wäre für den Freifinn verloren, wie Auslassung nur Notiz, um zu einem Dementi Gelegenheit zu Diese drei Verhandlungen warfen der Bourgeoisie und deren Minister Miquel für den Nationalliberalismus verloren war, I geben." Hort, dem Militarismus, fette Millionen ab. Zuerst tamen die er V erschienen, daher der Verhaftbefehl. Die Einpeitscher der Junker. Die Aufforderung des Bunds Die Schiffsindustriellen an die Reihe, die in drohender Nähe den Verlust nach den Läden der Juden, die sich alsbald genötigt sahen, sie ganze Strede nach Süden bis Tingtschau marschieren. vor Augen sahen, der ihnen erwachsen wäre, wenn der Staat die zu schließen. Sodann begaben sie sich nach dem Voltshause, französische Kolonne besteht aus fechs Bataillonen, fie Prämien für den Bau von Handelsschiffen beseitigt hätte. Die der Versammlungsstätte der Philosemiten. Die Antisemiten warfen geht füdwärts nach Tschinglingfu und von da westwärts nach Prämie in Höhe von 8 Millionen jährlich wurde zwar weiterhin mit Steinen die Schaufenster des Volkshauses ein, dessen Infassen den Schansi- Bäffen. Die deutsche Kolonne umfaßt die zweite gewährt, aber es zeigte sich bei der Diskussion eine recht starte mit Revolverschüssen antworteten. Eine Person wurde schwer ver- Brigade, eine Schwadron Kavallerie, zwei Batterien Artillerie und antiprotektionistische Strömung, sowohl auf den Bänken der äußersten wundet. Die Gendarmerie zerstreute die Menge. Rechten, wie der äußersten Linken. Amerika. Der gegenwärtige Minister des Aeußeren, ehemals Abgeordneter der Rechten, wies nach, daß die Prämien nicht zum Nutzen der Das neugebildete chilenische Kabinett ist folgendermaßen Judustrie dienten, sondern nur den Industriellen die Taschen zusammengesezt: füllten, die, je größer sie seien, desto mehr einstedten. An die Premierminister ist Zanartu, Minister des Auswärtigen Luco, Schiffsindustriellen reihten sich die Großgrund- Finanzminister Rodriguez, Kriegsminister General Balacis." besiger, die sich in ihren Standesinteressen durch einen socia= listischen Antrag bedroht sahen und fürchten mußten, sich der 200 Millionen jährlich beraubt zu sehen, die sie durch Hungerzoll7,50 Lire pro Doppelzentner eingeführten Getreides bisher als gute Beute eingestrichen hatten. -" Der Boeren- Krieg. Die Operationen des Generals French eine Batterie Bergartillerie. Im ganzen marschieren 4000 Mann nach Zingtschau, diesseits von Tschinglingfu, und von da westwärts. nach Pingschan. Der Vereinigungspunkt beider Kolonnen ist angenscheinlich der Kukuan- Paß. Ein Angriff wird vor dem 22. April nicht erwartet, wo mindestens 8000 Mann bereit seien werden, den Feind zu engagieren. Ein ernsteres Gefecht den zwei Toten hatte die auch hatte ein englisches Detachement mit 1000 Stäubern" zu bestehen. Aus Peking wird darüber vom 21. April berichtet: Amtlicher Meldung zufolge hatte eine Compagnie des 4. Bendschab- InfanterieRegiments zwischen Tschingwantao und Suningfu ein heftiges Auch in dieser gründlichen und erschöpfenden Verhandlung mußten haben allem Anscheint nach den erwarteten Erfolg nicht gehabt. Ein Gefecht mit 1000 Räubern. Major Browning und ein Sepoy die Konservativen höchstselbst einräumen, daß theoretisch der Getreide- Telegramm der" Times" aus Pretoria besagt: Das Haupt- fielen. Es sind erstärkungen abgesandt. zoll schon verurteilt sei, aber man müßte ihn noch aufrecht er- quartier des Generals French ist vom Often Trans bei Suningfu ein Gefecht gehabt hat, war dorthin von Schanhaikwan Die Pendschab Compagnie, die, wie bereits gemeldet, halten, um einer Agrarfrise vorzubeugen, und weil- wie der Ab- vaals nach Johannesburg zurüdgefehrt und berichtet, entsandt worden, um eine Räuberbande zu zersprengen; außer geordnete Maggiorini Ferraris, Herausgeber der Nuova daß im Osten unter den Boeren dieselbe HoffnungsAntologia jagte die Socialdemokratie mit jenem Antrag die losigkeit herrsche, wie überall, daß aber die Macht Compagnie Tendenz verfolge, den Besitz zu schwächen, um ihn dann socialisieren der jogenannten Regierung eine eine persönliche mehrere Verwundete. Der Feind ist anscheinend mit zu können! Die Socialisten werden alles aufbieten, um wenigstens attion nicht zulasie. French muß wegen eines leichten modernen Gewehren gut bewaffnet. durchzusetzen, daß für den nächsten Winter der Boll ermäßigt werde. Unwohlfeins kurze Zeit der Ruhe pflegen. Von einer neuen Gärung in China, Schließlich wollten natürlich die Militaristen auch noch French ist also nach Johannesburg zurückgekehrt, um wegen ist bereits seit Wochen die Nede, ohne daß sich ersehen ließe, wieviel ihren Broden erschnappen. Sie verlangten und erhielten ein Ertra- eines Unwohlseins der Ruhe zu pflegen. Bugleich hat er aber auch von diesen Meldungen auf objektive Beobachtungen, wieviel auf Ordinarium von 145 Millionen, das auf ein Segtennat zu verteilen die Leitung seiner Truppen nach Johannesburg zurückverlegt, so daß Scharfmacher- Absichten zurückzuführen ist. sei, um das Artilleriematerial zu remodernisieren und der- die englischen Operationen in östlichen Transvaal bis auf weiteres folgende Meldungen vor: Depeschen des belgischen Gesandten in Heute liegen wieder gleichen mehr. eingestellt find. Aber keineswegs deshalb, weil das öftliche Transvaal völlig Befing zufolge verfchlimmert sich die Situation in China in bedrohDer Kampf auf diesem Terrain wurde von socialistischer Seite pacificiert sei. Die Boeren haben dort angeblich ebenso wie sonst licher Weise. Eine neue fremdenfeindliche Belegung sei bevordurch die Abgeordneten Ferri und Ciccoti aufs nachdrücklichste ge- allerorten! alle Hoffnung aufgegeben, aber sie leisten der Boeren- stehend. führt, und es ist bemerkenswert, daß im Gegensatz zu früheren regierung trotzdem noch allen Vorschub, weil deren Macht Die„ Daily News" melden: Wie Eingeborene berichten, hat Jahren die gesamte Kammer diesmal einstimmig die Nonwendigkeit noch zu groß ist! Welch ein komischer Widerspruch! French Fengtfetjai mit 6000 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie, anerkannte, das auf 349 Millionen festgelegte Budget nicht zu über- war ja gerade ausgesucht, um im Osten Transvaals diese Macht die gut bewaffnet und discipliniert sind, kürzlich Tschengufu auf dem schreiten, und niemand eine Erhöhung des Militär- Ordinariums endgültig zu brechen. Die wirklichen englischen Erfolge entsprechen Marsche nach Sing anfu passiert. Der Lataren- General in Mukden forderte. also dem prahlend verkündigten siegreichen Vordringen der englischen in der Mandschurei hat von den Ruffen 400 000 Taels zur Schaffung Waffen keineswegs. Auch heute wieder meldet Kitchener aus Pretoria: einer Militär- Polizeitruppe geliehen; als Sicherheit verpfändete der In kurzem wird die Kammer zusammentreten, um über den Seit der letzten Meldung haben unsre Truppen 242 Gefangene General die Land- und Personensteuer. von einem Abgeordneten der Linken gestellten Antrag einer jähr- gemacht, 248 Gewehre, einige Munition sowie Wagen lichen Entschädigung an die Abgeordneten und über und Karren erbeutet. Eine Anzahl Boeren er die von den socialistischen Deputierten Berenini und Berciani angaben sich freiwillig. geregte Frage der Ehescheidung die Debette zu eröffnen. Die focialdemokratische Fraktion wird außerdem eine Gesezvorlage betreffend den Schuh von Kindern und Frauen hauptsächlich während der Schwangerschafts- und Geburtsperiode der legteren einbringen. Dänemark. * ebenso wie die meisten der übrigen Gefangenen Invaliden, Greise Die Boeren, die sich freiwillig ergeben haben, werden wohl oder Kinder fein. Die erbeuteten Gewehre werden wohl nur zum persönlichen Schutz der von den Männern verlassenen Farmen gebient haben. Die tägliche Verlustliste Der Brand des Asbesthauses. Berlin, 22. April. Generalfeldmarschall Graf Balderfee meldet Brandstiftung im Winterpalast fast mit Sicherheit aus. am 20. April aus Peking: Die eingehendste Untersuchung schließt Anhaltspunkten nach hat sich das Feuer von einem eisernen, zum Allen Wärmen von Speisen bestimmten Ofen in dem Anrichteraum neben meinem Speisezimmer auf die Papier- und Holzbekleidung der Wand trop schützender Asbestplatte übertragen. General v. Schwarzhoff, bei Ausbruch des Brandes auf einem Spaziergange begriffen, fehrte erst infolge Aufgebens des Feuers in seine Wohnung zurück. Die Feststellungen legen den Schluß nahe, daß er infolge schon brennenden, von Rauch erfüllten Räumen in seinem Schreibzimmer bewußtlos zu Boden gesunken ist, unbemerkt von einem auch noch im Hause befindlichen Soldaten. Obwohl er sofort vermißt wurde, schloß die rasende Schnelligkeit der Feuerausbreitung jede Möglichkeit einer Rettung aus. Die vorläufige Beisetzung hat soeben in feierlicher Weise stattgefunden. umfaßt für den 20. April fieben Tote, zehn Verwundete, Beamtenmaßregelung. Die Niederlage, die die Regierung sechs Vermißte, 18 in Freiheit gesepte Gefangene und 12 Mann, bei den Wahlen erlitten hat, hält den Verkehrsminister Paul die früher als vermißt bezeichnet wurden, die aber in Gefechten Rysensteen nicht ab, oppositionelle Eisenbahn- Angestellte zu getötet worden sind, sowie zwei Deserteure und 20 an rantau langen Verweilens in den großenteils maßregeln. Wie wir seiner Zeit mitteilten, hat er vor den Wahlenheiten Verstorbene. = er der Packmeister Pedersen zur Strafe für seine Kandidatur von Kopen- Das Kriegsamt teilt mit, daß eine Anzahl Compagnien der hagen nach einer kleinen Station versezt. Nun hat er den Assistenten freiwilligen Genie- und Infanterietruppen demnächst nach England Ohlsen, weil er bei den Wahlen für einen radikalen Kandidaten zurückkehren werden. Gestern find in Southampton 1088 Yeoniaurys eingetreten ist, von Kopenhagen nach einer kleinen jütländischen aus Südafrika eingetroffen. Station versett. Während der Wahlbewegung ließ der Minister Die Peft. dem Ohlsen die Mitteilung zugeben, daß er, falls Aus Kapstadt wird gemeldet: 13 neue Peftfälle, darunter als Steller" oder Agitator für einen Oppositions- fteben an Europäern, sind gestern festgestellt worden. Drei Leichen fanbibaten auftrete, verfest würde. Benn er aber jemand von solchen Personen wurden gefunden, deren Erkrankung der etwas babon sage, daß er nicht aus eignem Taft- Behörde nicht angezeigt war. Seit Beginn der Epidemie find gefühl von seiner Agitation zurücktrete, werde er seinen Abschied er- 456 Personen erkrankt und 185 gestorben. halten. Ohlsen ließ sich dadurch nicht von seiner Agitation abhalten und veröffentlichte zudem noch das Schreiben des Ministers. Um seine Drohung wahr zu machen, hätte dieser ihn eigentlich verabschieden müssen, er begnügte sich jedoch mit seiner Bersetzung. Destreich- Ungarn. * * * Kapstadt, 21. April. Der Bruder des früheren ministers Sauer, einer der zur Zeit in England sich aufhaltenden Afrikander- Delegierten, wurde überführt, als Reiter an der Kaprebellion teilgenommen zu haben; der Urteilsspruch über ihn wurde aufgeschoben. Partei- Nachrichten. Eine Niederlage erlitt bei der Nachwahl zum Lippeschen Landtag in Detmold der Genosse Domscheit. Wie uns eine Brivatdepesche aus Detmold anzeigt, erhielt sein Gegner Neumanne Sofer( parteilos) mur 7 Stimmen mehr. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Eine Konferenz der Schneider, die am Sonntag in Berlin tagte, nahm folgende Resolution an:" Die Konferenz erblickt in der Ausbreitung der Organisation in der Provinz Brandenburg sowie in den östlichen Provinzen eine Notwendigkeit, weil der große Zuzug aus diesen Gegenden ein wesentlicher Faktor mit ist, daß die Lohnund Arbeitsverhältnisse Berlins und der übrigen Städte systematisch verschlechtert werden. Die Delegierten Rundgebungen gegen das zarische Ruutenregiment. Eine verpflichten jich deshalb, in ihren Orten nach Kräften dafür zu sorgen, öffentliche Versammlung, die auf Anregung der czechischen fociadaß durch eine intensive Agitation auch diejenigen Orte der Bewegung listischen Studenten in Prag vor einigen Tagen mit dem Genossen angeschlossen werden, wo heute noch feine Filialen unsres Verbands Daszynski als Redner stattfinden sollte, wurde polizeilich verboten. Die bestehen; sie erblicken in der planmäßig durchgeführten Kleinarbeit Studentenschaft wählte, da ihr die Möglichkeit genommen war, öffentlich ein nicht zu unterschäßendes Agitationsmittel." Die Konferenz ihre Sympathie für die russischen Märtyrer zu bekunden, den Weg einer erklärt ferner, daß die Erfahrungen, die die Kollegen bisher mit dem vertraulichen Zusammenfunft, welche überaus stark besucht war und neuen Handwerkergesez gemacht, bestätigt haben, daß man eine Sympathiekundgebung für die Opfer der russischen Knute annahm. der beauftragten Vertretung der Arbeiter, den Gesellent Der Mai- Feftzug, den unsre Magdeburger Partei ausschüssen, eine Rolle zugewiefen hat, die als Vertretung Eine andre, auf den Sonntag anberaumte socialistische Ver- genoffen geplant hatten, ist wie zu erwarten von der bortigen ihrer wirtschaftlichen Intereffen als ungenügend zu be sammlung wurde polizeilich aufgelöst, weil Daszynski den garen Polizeibehörde verboten worden. Es sei aus der Abhaltung zeichnen ist. Die Delegierten verpflichten sich, in ihren und die russische Regierung heftig angriff. Die russische Polizeibes Aufzugs Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu streifen dahin zu wirken, daß, die Gesellenausschüsse censur herrscht also auch in Destreich! befürchten". Na also! gehalten werden, den Fragen wie Arbeitsnachweis, Regelung Polizeiliches, Gerichtliches usw. der Lohnverhältnisse, Herbergswesen usw. eine erhöhte Auf-Ju Posen wird demnächst gegen Genossin Dr. Rosa Qugem- merffamteil zu widmen. Die Konferenz erklärt, daß fie grundsäglich Der füdafrikanische Kazenjammer. Die Londoner Blätter burg und gegen den Genossen Gogo wsti wegen Beleidigung die Errichtung eines Reichs Arbeitsnachweises fommentieren noch immer an erster Stelle die jüngst getroffenen des Stultusministers verhandelt werden. Die Beleidigung wird in als die wirkliche Instanz für die Vertretung der Interessen der Finanzmaßregeln. Daily Telegr." deutet auf die heftige Opposition einer von Frau Luxemburg verfaßten und im Berlage von Gogowski. Arbeiter für notwendig hält."" Die Konferenz hält es für dringend hin, welche die neuen Steuern im ganzen Lande hervorrufen. In Bosen erschienenen polnischen Flugschrift gefunden. Diese Flugschrift notwendig, schon jetzt, wo der Antrag" Heyl zu Herrnsheim", die fieben Städten und ganz besonders in London werden Meetings richtet sich gegen den bekannten Studtschen Schulerlaß betreffs Auforganisiert, um gegen die Ausfuhrsteuer für Kohlen zu protestieren. hebung des katholischen Religionsunterrichts in polnischer Sprache. Die Oppofition gegen die Buderſteuer ift weniger start. Daily Mail" Es find nicht weniger als 26 Stellen der Broschüre beanstandet. Die protestiert gegen den Wortlaut des Gesetzes über die Einkommen Broschüre selbst ist seiner Zeit beschlagnahmt worden. steuer, welche das Blatt für ungerecht hält. " England. Die neue Anleihe. Der am Sonnabend veröffentlichte Brospekt für die neue Anleihe lädt zu Subskriptionen auf Konsols in der Höhe von 30 Millionen Pfund Sterling ein zum Emissionspreise von 94/2 und zu einem ginsfuge von 23/4 Broz. bis zum 5. April 1903, von da ab von 2/2 Proz. Die Anleihe steht auf der gleichen Stufe wie die bereits vorhandenen Konsols und ist vor 1923 nicht rückzahlbar. Der Prospett teilt ferner mit, daß von der gefammten Anleihe in Höhe von 60 Millionen Pfund Sterling 30 Millionen Pfund bereits untergebracht seien. " Dem Daily Telegraph" wird aus New York gemeldet: Pierpont Morgan giebt bekannt, daß Abmachungen getroffen worden sind, um in Amerita 8eichnungen auf die Hälfte der neuen englischen Anleihe von 60 Millionen Pfund ent gegenzunehmen. Ermordete englische Missionare. Eingeborene ermordeten zwei englische Missionare am Fly River in Neu- Guinea. Frankreich. Gegen die zweijährige Dienstzeit. Der Präsident des Armeeausschusses der Stammer, der frühere Minister Kranz, hielt gestern in Nancy einen Vortrag über die Verringerung der Militärdienstzeit und erklärte u. a., falls die zweijährige Militärdienstzeit oder darauf vorbereitende Maßnahmen eingeführt werden sollten, würde Frankreich überhaupt keine Armee, sondern nur eine Milig haben, welche auf der gleichen Stufe stände, wie die einstige Nationalgarde. Zwei neue China- Opfer. all= gefeßliche Regelung der verschiedenen Mißstände in der Konfettion und der Heimarbeit, Aussicht hat, in nächster Beit im Reichstag verhandelt zu werden eine allgemeine Agitation einzuleiten und die Gelegenheit zu benutzen, auf Verbesserung des Antrags hinzuwirken." Unter den Schlächtergesellen Berlins macht sich augenblic lich reges Leben zu Gunsten einer Lohnbewegung bemerkbar, die Die deutschen Mannschaften, welche gemeinsam mit einer frans zweds Erringung einer geregelten und verkürzten Arbeitszeit, Ab3öfifchen Streitmacht unter dem Oberbefehl des Generals v. Lessel fchaffung des Stellenschachers und der Sonntags- Kündigung und nach den Schansi Pässen marschieren, um General Liu über die Entlassung geplant wird. Demarkationslinie zu treiben, falls derselbe, was wahrscheinlich, nicht Meister heute schon nicht mehr so schroff gegenüber wie im VorDer letzteren Forderung stehen die vorgezogen haben sollte, sich freiwillig um einen oder zwei Tage- jahre; verschiedentlich hat man sich sogar zustimmend hierzu ge= märsche rückwärts zu fonzentrieren, haben bereits einen unvermuteten äußert. Von einer Regelung der Arbeitszeit und des ArbeitsVerlust erlitten: zwei Soldaten sind in der Nähe des Lagers von vermittlungswesens wollen die Herren aber nichts wissen. Sie erbitterten Dorfbewohnern aus unbekannter Ursache niedergemacht sind, wie die Bäckermeister, der Meinung, daß dies im Fleischerworden. Ein Kriegskorrespondent telegraphiert darüber: gewerbe unmöglich ist. Die Stellenvermittlung wird jedoch nur in Huailou, 20. April. Am 18. bejezte ein leines einigen Städten Deutschlands so geführt wie in Berlin; eine MendeDetachement der Kavallerie in Niuchiang eine lein e rung ist daher sehr leicht durchführbar. Und in Bezug auf die geFlußbrüde 5 Kilometer von Lincho entfernt. Am Abend regelte Arbeitszeit kann wohl das Ausland als Vorbild gelten, dort gingen drei Reiter unbewaffnet über die Brücke sind fast durchgängig bestimmte Regeln geschaffen. Die Fleischerin eines der benachbarten Häuser. Zwei von ihnen, Gesellen Organisation meister folgen aber auch nur dem Zwange durch die die Gefreiten Kunz und Schmidt, wurden, als sie den Hof die Vereinigung oder durch Geseze. Bisher war ja der Gesellen nur betraten, angegriffen und von Chinesen getötet. Man er- beachteten fie taum. In neuerer Zeit hat sich freilich unter den die Meister gering, wartet eine scharfe Bestrafung des ganzen Dorfe für diese Fleischergesellen ein andres Treiben und eine zielbewußtere, Mordthat. Die Leichen der Getödteten wurden nach Niuchiang strammere Organisation entfaltet, so daß die Meister diesem Umgebracht. stande wohl oder übel Rechnung tragen müssen. Die Fleischermeister Die Köln. 8tg." meldet außerdem noch, daß die Soldaten fangen denn auch jetzt schon an, die Gesellenfrage ernsthafter zu hätten Pferdefutter requirieren wollen. Also wieder sind es behandeln. Seitens der Gesellen von Berlin soll nun in einer Verdie deutschen Truppen, die ein eigenartiger Verluft betroffen hat. fammlung, die am Donnerstag, den 25. April, in Feuersteins FeſtHoffentlich erfährt man bald Näheres nicht nur über die That fälen, Alte Jakobstr. 75, tagen wird, Stellung zur Lohnbewegung sache der Ermordung und das verhängte Strafgericht, und eventuell zum Streit genommen werden. Hoffentlich lassen es Eine antiklerikale Versammlung fand am Sonntag in sondern auch über die Ursache des Egcesses. In einen Hinter die Meister nicht zu ernsteren Differenzen tommen, damit der Eine antiklerikale Versammlung fand am Sonntag in Madrid statt. Das Versammlungslokal war überfüllt. Viele Frauen halt scheinen die Getöteten nicht gefallen zu sein, da hierüber Konflikt nicht zum Aeußersten getrieben und ein harter Stampf bas Telegramm irgendwelche Andeutungen enthalten müßte. heraufbeschworen wird. waren anwesend. In den Reden, welche gehalten wurden, zog man Es scheint scheint vielmehr, als ob gegen den Klerikalismus zu Felde und verlangte Trennung der einer augenblicklichen Borneswallung die That verübt hätten. Es 15. April im Streit. Sie bitten ihre Stollegen, nach dort keine Arbeit einige Dorfbewohner in In Friedrichshagen befinden sich die 8immerer seit dem Stirche vom Staat und Laienunterricht. Man behauptete, der Stleritalismus fei schuldig an dem Niedergang Spaniens und forderte gespielt hat. wird also zu untersuchen sein, was sich vor der That abanzunehmen. die Beseitigung der Kongregationen. Ergäbe sich, daß nur einzelne Dorfbewohner Deutsches Reich. bie Schuldigen sind, so geböte es unbedingt bie Menschlichkeit, die unschuldigen zu schonen. Wie wandter Berufsgenossen Deutschlands hielt an den Ostertagen ihren Die Gewerkschaft der Buchdrucker, Schriftgießer und verZu Ruheftörungen fam es am Sonntag in Algier. As wenig das Statuieren von Exempeln genügt hat, beweist ja diese britten Kongreß in& a fiel ab. Ueber die Verhandlungen geht uns erst nach dem Empfange des eingetroffenen Generalgouverneurs Jonnart neueste That. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich aber der Maire Régis fich in die Mairie begeben hatte, verlangte eine nicht um ein geplantes Kollektiv- Verbrechen der Dorfbewohner, da Boltsmenge unter lärmenden Hochrufen, ihn zu sehen. Régis erschien diese sich sonst der Strafe entzogen haben würden. auf dem Balkon. In dem Gedränge kam es zu Brügeleien; zwei Ueber den Vormarsch der Expedition Spanien. Afrika. Personen wurden durch Stockschläge verwundet, mehrere Muheftörer wird im übrigen gemeldet: Ein großer Teil der deutschen Trappen wurden festgenommen. Gegen 5 hr zogen Scharen junger Leute muß wegen Mangels an Eisenbahnwagen und Lokomotiven die jezt ein Bericht zu. In seinem Geschäftsbericht bemerkte Pollender, daß die Anforderungen an die Staffe erheblich gestiegen sind. Für die Agitation ist durch erhöhte Auflage der„ Buchdrucker- Wacht", Flugblätter und Entseudung von Rednern gesorgt worden. Die Broschüre: Die deutsche Gewerkschaftsbewegung ist in circa 5000 Exemplaren verbreitet worden. Den Formstechern wurden 1324 M. an Streit unterstügung überwiesen. Ferner wurde einer streifenden Gewerkschaft 1902 auf 56 Bf. steigen. Ueberstunden werden mit 10 Bf., Nacht deutung feien auch die auf Ausdehnung des Unterstügungswesens im ein Darlehn von 500 m. gewährt. Redner besprach dann ein- arbeit mit 15 Bf. Aufschlag bezahlt. Die Arbeitszeit ist entsprechend Verbande gerichteten Anträge. Principiell sei gegen diese Anträge gehend den Leipziger Konflikt und wies den Vorwurf, daß die Organi- der Jahreszeit festgelegt und beträgt im Sommer 9 Stunden. nichts einzuwenden, aber zur Zeit feien sie noch nicht durchführbar. fation Streitbrecherdienste geleistet habe, entschieden zurück. Um die In Bremen ist es im Malergewerbe zum Ausstand ge- An der Diskussion beteiligten sich Stobiad, Wiesenthal, Arbeiterbewegung vor Schaden zu bewahren und den Konflikt kommen. Handke und Hirsch. Mit der vom Hauptvorstand beantragten zu lösen, regten wir eine Verschmelzung zwischen Verband und Die Straßenbahner in Braunschweig stehen in Differenzen Gaueinteilung erklärten sich alle Redner einverstanden, jedoch würde Gewerkschaft an. Dieser Anregung haben die Mitglieder aller Orte, mit der Direktion, fie verlangen die Wiedereinstellung der Angestellten, gewünscht, daß der Gauvorsteher nicht vom Hauptvorstande ernannt, mit Ausnahme von Dresden, Marburg, Würzburg und Herne zu- die wegen Zugehörigkeit zur Organisation entlassen wurden. Wahr- sondern von den Mitgliedern gewählt werden müsse. Ein jo geftimmt. Die Einigung wurde jedoch von Verbandsseite abgelehnt; scheinlich dürfte es zum Ausstand tommen. weit gehendes Vertrauen fagte Wiesenthal- tönne man ich denke, daß diejenigen paar Kollegen, die bis jetzt immer noch dem Hauptvorstande nach seinem Verhalten in der legten Zeit nicht Ausland. für eine Einigung schwärmten, nunmehr turiert sind. Das entgegenbringen. Wenn die Mitglieder sich ihr SelbstbestimmungsSorrespondenzblatt" der Generalfommission fann für sich den Ruhm Die streikenden Bergarbeiter in Montceau- les- Mines lehnten recht so weit beschneiden lassen, daß sie auf die Wahl der Gau in Anspruch nehmen, die ganze Leipziger Konfliktangelegenheit einstimmig das Anerbieten der Regierung, für die Ausgesperrten vorsteher verzichten, dann werde es auf dem Wege, den der Hauptso dumm wie möglich behandelt zu haben. Redner schließt mit den in andren Werken ein Unterkommen zu schaffen ab. vorstand mit seiner bureaukratischen Verwaltung beschritten, Worten: Laßt uns auf dieser Bahn fortschreiten; ein Erlahmen Der Hafenarbeiter- Ausstand in Genua. Als der Dampfer immer weiter bergab gehen. Das müßten aber die Mitin unfrem Kampfe tann nur stattfinden, wenn unsre Mitglieder Berseo" am Sonntag in Genua antam, gingen die Heizer an glieder im Interesse des Verbands verhindern. Handke meinte, das Vertrauen zur eignen Straft verlieren; hoffen wir, daß das nie eintritt. Land und schlossen sich den Ausständigen an; auch 50 spanische die Berliner Stollegen seien geradezu empört darüber, daß der Der Kassenbestand war am 1. Januar d. J. 10 470,52 M. Heizer, die zum Ersaz ausständiger Heizer engagiert waren, Hauptvorstand solche Anträge wie die Ernennung der Gauvorsteher Die Einnahmen betrugen im vorigen Jahre 15 385,05 M., die weigerten sich bei ihrer Landung, an die Stelle ausständiger Heizer gestellt habe. Was die Einführung einer Pensionskaffe für die Ausgaben 13 220,99. Der Mitgliederstand ist 245. Dem zu treten. Verbandsbeamten betrifft, so erklärten sich die Redner überCentralfomitee der Gewerkschaft wurde einstimmig die Zustimmung einstimmend gegen dieselbe. Unter anderm führte Stobsad aus, zu feiner anläßlich des Leipziger Konflikts getroffenen Maßnahmen die Pensionierung der Beamten bedeute eine Erweiterung des Unterrausgesprochen. stützungswesens. Wenn man diese den Mitgliedern gegenüber noch nicht für durchführbar halte, dann sei auch die Einrichtung einer Pensionskasse für die Beamten noch verfrüht. Diese Frage tönnte wohl am besten von allen Gewerkschaften gemeinsam geregelt und auf dem nächsten Gewerkschaftstongreg beraten werden. Nach Schluß der Diskussion faßte die Versammlung folgende Beschlüsse: Nach einem die Tariffrage beleuchtenden Referate Kressins wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Der Kongreß der Gewerkschaft der Buchdrucker 2c. erkennt, daß ihm ein entscheidender Einfluß auf die Gestaltung der Tariffrage nicht zu Gebote steht. Dennoch hält er sich für verpflichtet, seiner Meinung Ausdrud zu geben, daß neben der Forderung einer den Teuerungsverhältnissen entsprechenden Lohnerhöhung eine Verfürzung der Arbeitszeit als unerläßliche Notwendigkeit zu be trachten und demgemäß eine den Bedürfnissen der Gehilfen entsprechende Regelung der Arbeitszeit anzustreben ist. Der Kongreß erklärt die von Verbandsseite gegen die Forderung der Berkürzung der Arbeitszeit angeführten Gründe für Blendwerk. Die Weigerung des Verbands, für diese wichtigste Forderung einzutreten, findet ihre Erklärung einzig in der Befürchtung, daß dadurch die Tarifgemeinschaft ihr Ende finden und das sogenannte„ gute Einvernehmen" mit den Prinzipalen gestört werden könnte. Eine Tarifgemeinschaft aber, die die Unterwürfigkeit der Gehilfen zur Voraussetzung hat und die nur durch diese Gehilfeneigenschaft aufrecht zu erhalten ist, fann nimmermehr im Interesse der Gehilfen liegen. " Der Kongreß spricht deshalb der gegenwärtigen Tarifgemeinschaft die Existenzberechtigung ab und verurteilt die schmachvolle Haltung des Verbands der deutschen Buchdrucker. Ein Antrag des Centralkomitees, den Beitrag um 20 Pf. pro Woche zu erhöhen, wurde einstimmig und mit lebhaftem Bravo angenommen. Von dem einer Gewerkschaft gewährten Darlehn wurden 100 m. erlassen. Das Organ, die Buchdrucker- Wacht", die bisher als ein freies Organ aller fortgeschrittenen Buchdrucker bestand, follte nach einem Antrage in das Eigentum der Gewerkschaft überführt werden. Die Abstimmung ergab jedoch die Ablehmung des Antrags. Als Redacteur wurde Kreffin wiedergewählt. Ein Defizit des Blatts in Höhe von 384,40 M. wurde von der Gewerkschaft übernommen. Der Siz des Centralfomitees bleibt in Leipzig, ebenso wird der Siz der Kontrollkommission wiederum Berlin zugewiesen. Der nächste Kongreß soll in Halle tagen. Nachdem die Wahl eines Preßkomitees vorgenommen worden war, schloß der Vorsitzende den Kongreß mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung und die Socialdemokratie. " Sociales. Bum Kaffenstreite in Leipzig. Der Vorstand der Ortstaffe in Leipzig teilt mit, daß Mittwoch, den 24. April, vor der Kreishauptmannschaft Leipzig Ausgleichsverhandlungen zwischen dem Kaffenvorstande und den Aerzten stattfinden werden. Aus der Frauenbewegung. fammlung der Alt- Blätterinnen und Wäscherinnen beschäftigen, die Mit dem Arbeitsnachweise wird sich eine öffentliche VerMittwochabend, den 24. d. Mts., bei Stechert, Andreasstr. 21, abgehalten wird. Die Versammlung beginnt 82 Uhr. " Die Generalversammlung ist mit der Einführung der Gaueinteilung einverstanden unter der Bedingung, daß die Gauleiter ebenso wie die Ortsverwaltungen von den Mitgliedern gewählt werden. Die Generalversammlung protestiert entschieden gegen die Anträge des Hauptvorstands, betreffend die Pensionskasse, auch gegen die Anträge betreffend die Gaueinteilung, soweit dieselben die An stellung der Gauvorsteher resp. Bezirksleiter durch den Hauptvorstand bezwecken. Die Generalversammlung empfiehlt den Delegierten, auf dem Berbandstage dagegen Stellung zu nehmen, und spricht ihre Mißbilligung darüber aus, daß der Hauptvorstand seine Anträge nicht früher bekannt gegeben hat. Die Delegierten zum Verbandstage werden ersucht, dafür einzus treten, daß über die Einführung der Pensionskasse eventuell eine Urs abstimmung stattfindet.“ Von diesem, der schriftlich zur Versammlung eingeladen war, ist inzwischen eine Rohrpostlarte eingelaufen, in der er mitteilt, daß er sich durch einen Artikel des Gehilfenorgans beleidigt fühle und Der Arbeiter- Sängerbund hielt am Sonntag, den 14. April. in der Brauerei Friedrichshain eine Ausschußsizung ab. Zur Aufnahme in den Bund hatten sich gemeldet die Vereine: Rott buser Harmonie", Gewerkschaft der Maler, Mai glöden Köpenid, Einigteit Rummelsburg, Lied hoch und Arion II Rummelsburg", welche sämtlich dem Bunde als zugehörig erklärt wurden. Eine periodische Friedenskundgebung der Frauen am 18. Mai wird von Margarete Lenore Selenta aus München in bürgerlichen Frauenzeitungen gefordert. Friedensliebe ist gewiß etwas Schönes, daß sie aber ihre Begeisterung stets von neuem an der traurigen Komödie im Haag entzünden solle, mutet ernste Friedensfreunde an wie unfreiwillige Fronie. Unmittelbar nach jener Hauptund Staatsaktion der Diplomaten sehen wir zwei Kriege entstehen, wie sie beschämender für die europäische Civilisation des zwanzigsten Jahrhunderts kaum gedacht werden können. Wie viele der Eng- Aus der in der Versammlung vorgenommenen Stichwahl zur länderinnen, welche die Erinnerungsfeier" begehen, würden den Verbandstags- Delegation gingen folgende Mitglieder als gewählt Boerenkrieg beenden wollen, ohne Einverleibung Transvaals und hervor: Baumann, Behrend, Blumenthal, Fidmit Entschädigung für die verbrannten Heimstätten, die verweiler, Friedrich, Hez, Menzel, Schröter, Schmidt, wüsteten Ländereien? Wohl nur die wenigen Socialistimmen, und Weißel, Buschi d. nicht alle, die sich so nennen, nur die, welche es wirklich sind. Eine von der Vereinigung der Maler einberufene VerDiefe aber haben wahrlich ifre Ueberzeugung nicht aus den sammlung beschäftigte sich gestern abend mit der Antwort der Redensarten im Haag gewonnen. Wer regt sich gegen das chinesische Malereigeschäfte auf die gestellten Forderungen. Abenteuer? Sind die Friedensfreundinnen Rußlands gegen die Die Antwort der Arbeitgeber ist ablehnend und ausweichend, der grausame Eroberung der Mandschurei aufgetreten? Die Friedens- Verband will nicht mit den Vertretern der Organierten verhandeln freundinnen Deutschlands gegen die Entsendung der großen und erklärt, daß die Kommission unter Leitung des Altgesellen Truppenmassen? So wenig als die Kirchlich- Orthodoxen dem und die der der Innungsmeister allein kompetent dafür seien. chinesischen Blutvergießen um des Christentums willen Einhalt Ohne weitere Diskussion beschließt die Versammlung, daß gebieten, so wenig haben die Friedensfreunde aller Länder die am 5. März dieses Jahres gefaßte Resolution der Ortsdie Mittel zu den Kriegsrüstungen verweigert foweit sie nicht verwaltung auch ferner zur Nichtschnur dienen und daran festgehalten Socialisten find. Die Socialdemokratinnen aber haben es nicht nötig, werden soll. Darauf wird ein Artikel der Malerinnungs- Zeitung die höfischen Phrasen vom Haag zu feiern, welche so rasch durch die verlesen, der eine Reihe beleidigender Ausfälle gegen die organisierten brutalen Thatsachen Lügen gestraft wurden. Die Arbeiterinnen lachen Maler und deren Vertreter enthält und von dem Vorsitzenden des über eine Feier zu Ehren der Haager Konferenz; sie feiern den 1. Mai, den Arbeitgeberverbands herrühren soll. Nach kurzer Diskussion beschließt Die Petition des Verbands deutscher Berg- und Hütten- Tag der internationalen Brüderlichkeit. Sie feiern ihn mit der ganzen die Versammlung, daß sie über die Kampfesweise des Herrn Rettig arbeiter betreffend Ergänzungen zu Titel III, IX und VII des Begeisterung, welche bereit ist, Opfer für ihr Jdeal zu bringen, zur Tagesordnung übergehe. Allgemeinen Preußischen Berggesezes, welche an das Ministerium für welche aus diesen Opfern neue Befriedigung schöpft in der UeberHandel und Gewerbe und an das Abgeordnetenhaus gerichtet ist, zeugung, daß sie nicht vergeblich gebracht sind. Sie wissen, daß der liegt jetzt im Wortlaut vor. Sie zerfält in 3 Teile. Erstens wird Sapitalismus keinen dauernden Frieden bringen kann, daß er den verlangt, daß Titel III eine Faffung erhält, nach welcher: Die ilitarismus, der an ihm zehrt, doch nicht entbehren kann. Sie deshalb nicht erscheine tönne. Schicht unter Tage nicht 8 Stunden übersteigen darf. Die Be- feiern den 1. Mai und in ihm das einzig echte Friedensfest. schäftigung von weiblichen Arbeitern auf Bergwerken und deren Nebenanlageu ausnahmslos verboten wird. Arbeiter unter 16 Jahren Sociale Rechtspflege. unter Tage nicht beschäftigt werden dürfen und auf Bergwerken und Nebenanlagen, welche mehr als 20 Arbeiter beschäftigen, ständige Tuberkulose oder Betriebsunfall? Der Heizer und Maschinist Arbeiterausschüsse einzusetzen sind, deren Mitglieder von den groß- Krause, der bei einer Rummelsburger Firma in Arbeit stand, war jährigen Arbeitern aus ihrer Mitte in unmittelbarer und geheimer am 30. Mai 1900 nach der Fabrik gegangen, um Nachtschicht zu machen. Wahl bestellt werden. Er kehrte aber bereits um Mitternacht zurück und erzählte seiner Frau, Bum Bundesdirigenten wurde wiedergewählt Richard Blobel daß er beim Heben großer Stücken Kohle plötzlich starkes ungen Die Vertreter der Vereine: Nordwacht, Note Nelfe bluten bekommen habe. Er mußte sich zu Bett legen. Die Berlin und Fortschritt wurden zu Revisoren gewählt. Die Blutungen wiederholten sich in den nächsten Tagen, sezten dann bisherigen Controleure wollen ihr Amt weiter versehen bis auf zwei, einmal aus und wurden schließlich bei gleichzeitigen Fiebererscheinungen wofür Controleure aus den Vereinen Loreley und Glück zu so start, daß am 14. Juni der Tod eintrat. Die Witwe verlangte die beiden ersetzen.- Unter Vereinsangelegenheiten wurde bekannt darauf von der Berufsgenossenschaft für die chemische Industrie gegeben, daß in diesem Jahre zu Pfingsten in Erfurt der Delegierteneine Unfallrente. Der Anspruch wurde abgelehnt und das Schiedsgericht tag der Liedergemeinschaft abgehalten wird; gewählt wurde als entschied ebenfalls zu Ungunsten der Klägerin, weil die Blutungen Delegierter der Vorsitzende Neumann. Zum Sängerfest ein geeignetes nicht die Folgen cines Betriebsunfalls gewesen seien. Zwei Beugen Lotal zu suchen, sollte dem Vorstande überlassen bleiben. hatten ausgesagt, daß der Verstorbene schon zwei Tage vor seiner ferner bei seiner Entscheidung Gutachten des Kreisphysikus Schulz den Johannis- Sälen, Johannisstraße 20, einberufen und zwar an Erkrankung Blut gespuckt habe. Das Schiedsgericht berücksichtigte erein Berliner Droschtentutscher am 18. d. M. nach Eine außerordentliche Generalversammlung hatte der und eines Sanitätsrats, worin etwa folgendes ausgeführt wurde: Stelle der ordentlichen vierteljährlichen Mitgliederversammlung. Die Die Absage des A. Bruft in der Solinger Versammlung, Nach der Obduktion müsie es sich um Zungenbluten gehandelt nicht mehr bei den Knappschaftswahlen mit dem alten Verband zu haben und die Blutungen hätten sich sehr wohl auf einen Versammlung ehrte zunächst das Andenken der im letzten Vierteljahr unterhandeln, ist, wie es scheint, in Dortmund wirkungslos verhallt; tuberkulosen Prozeß zurückführen lassen, wenn man auch nur an Vorsitzende Kenütter den vierteljährlichen Geschäftsbericht erstattete. verstorbenen Vereinsmitglieder in der üblichen Weise, worauf der denn dort beschlossen die Mitglieder des christlichen Gewerkvereins, der Spiße der rechten Lunge eine narbige Stelle vorgefunden mit denen des alten Verbands bei der in einem Bezirk fich not- habe. Auffallend sei nur die Menge des verlorenen Bluts. An- Nach diesem waren 326 schriftliche Arbeiten im Vereinsbureau zu wendig machenden Nachwahl eines Aeltesten gemeinschaftliche Sache zunehmen wäre, daß der Mann an sogen. Bluterkrankung gelitten erledigen. An Fundsachen sind bis zum 15. Februar, an welchem zu machen; sie unterstützen die Kandidaten des Deutschen Berg- und habe. Ein gewisser ursächlicher Einfluß der gewöhnlichen Arbeit auf 145 Gegenstände eingeliefert worden, von welchen 76 reklamiert und Tage das bisher unterhaltene Fundbureau aufgehoben wurde, Hüttenarbeiter- Verbands, der in Dortmund ca. 1200 Mitglieder zählt. den Eintritt der Blutungen in größerer Menge sei möglich. Zu für welche 165,89 M. Fundgeld von den Verlierern gezahlt worden Hoffentlich versagen die Mitglieder des Gewerkvereins die Gefolg diesen Blutungen hätte es aber auch bei jeder andren Gelegenheit sind. Neu beigetreten sind dem Verein 36 Mitglieder, so daß derselbe schaft auch in der ausgegebenen Parole, für eine mäßige Erhöhung tommen können. des Getreidezolls einzutreten. Frau R. legte Returs ein und behauptete vor dem Reichs- Ultimo März 1332 vollberechtigte Mitglieder zählte. Das VereinsHirsch- Dunckersche Gewerkvereinler als Streifbrecher. Versicherungsamt, daß ihr Mann nie erheblich frant und vor allem vermögen bezifferte fich auf 9295,21 M. Im weiteren Verfolg der TagesSeit Dezember dieses Jahres befinden sich die Drechsler der Holz- nie lungentrant gewesen sei. Das Reichs- Versicherungsamt verwarf ordnung wurden verschiedene Wahlen vollzogen. Es wurden u. a. gewählt bearbeitungsfabrik von F. Bendix Söhne, Bosen, im Streit, indessen den Rekurs mit folgender Begründung: Auf Grund der thatsäch zum stellvertretenden Vorsitzenden F. Barth, zu Delegierten in die ohne daß es der Firma gelingt, Streitbrecher heranzuschaffen. Jegt lichen Feststellungen und der ärztlichen Gutachten sei der Senat zu der Gewerkschaftskommission August Beder und Karl Blusher, wird dem bedrängten Unternehmer von dem Hirsch- Dunderschen Ueberzeugung gelangt, daß die Blutungen zunächst zwar bei der sowie als Ersatzmann Hiller. Zur Angelegenheit der Arbeitsorbnung wurde der Altgehilfe der Fuhrherrn Jnnung 3eisig bes Organ, der Eiche", unter die Arme gegriffen. Das Blatt sucht für Arbeit, aber nicht infolge der Arbeit aufgetreten feien. ordnung wurde der Altgehilfe der Fuhrherrn Jnnung 3 eisig bedie genannte Fabrit Drechsler. Wir bitten die Drechsler weiter, ber St. habe vielmehr schon vor dem 30. Mai an Zuberkulofe auftragt, für die Kutscher eine tägliche 13 ftündige Arbeitszeit in Vorschlag Firma in Posen fernzubleiben, da sie sich mit den Arbeitern in gelitten, ohne daß er es gewußt habe, und der Auflösungs- zu bringen. Ferner wurde nach langer Debatte beschlossen, dem Rechtsanwalt Leonhard Friedmann das Vereinssyndikat zu teinerlei Unterhandlungen einlassen will. fei prozeß auch durch das Heben der Kohlenstücke am fraglichen Tage nicht besonders beschleunigt worden, sondern entziehen und dasselbe den Rechtsanwalten Gebrüder Liebknecht Schwarze Listen. Seit dem großen Sammetteber- Streit in die Krankheit sei bereits so weit vorgeschritten gewesen, daß die zu übertragen. Für die ausgesperrten Fabrikschuhmacher wurden Krefeld war es aufgefallen, daß verschiedene Textilarbeiter ruhe- Blutungen eintreten mußten. Von den Folgen eines Betriebsunfalls 50 M., als Beitrag zum Liebknechtdenkmal= Fonds 15 M. aus der Los von einer Fabrik zur andern gejagt wurden, bis sie zuletzt ge- önne deshalb nicht die Rede sein. Vereinskasse bewilligt. Am 1. Mai bleibt das Vereinsbureau, zwungen waren, ein andres Gewerbe zu ergreifen. Man ahnte, Schützenstraße 58, geschlossen. Ueber den event. Anschluß an den veil es stets Personen waren, welche im Vordergrund der TextilCentralverband der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter arbeiter- Bewegung am Niederrhein standen, daß von seiten der Deutschlands" soll später beraten werden. Fabrikanten mit schwarzen Listen gearbeitet wurde. Jezt haben wir Gewißheit; es wurde uns nämlich folgendes Cirkular übermittelt: Verein der niederrheinischen Textil- Industrie Zweitens soll dem Titel IX als Absatz 3 des§ 196 angefügt werden, daß zur Unterstüßung der Berginspektoren, soweit sich ihre Kontrolle auf Grubensicherheit und den Schutz der Arbeiter bezieht, diefen Hilfs controleure, deren Wahl wie die Wahl der Arbeiterausschüsse vorgenommen werden soll, beizugeben sind. Dann folgt in 56 Paragraphen eine neue Fassung des Titel VII, welche die Reorganisierung der Knappschafts- Unterstügungskaffen ( Kranken- Unterstüßung und Pension) verlangt durch Bildung von Senappschafts- Vereinen, die möglichst ganze Reviere umfassen sollen; die Existenz der Kleinen Kassen, von denen einige unter 100 Mitglieder haben und deshalb mancher Bergmann seine ganzen Ansprüche berliert, soll aufhören. und ihrer Hilfsindustrien. Krefeld, 11. März 1901. P. P. Nachstehend vermerken wir Ihnen die Namen der Arbeiter, welche bei der Firma Karl Langerfeld u. Sohn in Viersen ungerechtfertigterweise in Lohnstreitigkeiten eingetreten sind, mit der Bitte, solche nicht einstellen zu wollen. Versammlungen. " Franzburg- Rügen hielt am Sonntag, den 14. b. M. feine orbent- Lehte Nachrichten und Depeschen. Der focialdemokratische Agitationsverein Stralsundliche Generalversammlung ab, in welcher der Vorsitzende einen Situationsbericht über die Thätigkeit des lezten Bierteljahrs gab. Nach dem Bericht des Kassierers betrug die Einnahme in dieser Zeit inklusive Bestand 113,60 m., die Ausgabe 27,70 M., verbleibt ein Bestand von 85,90 M. Gewählt wurden dann Otto Vieth als Kassierer, Wilh. Vieth als Revisor. Ein Antrag auf Statutenänderung wurde abgelehnt. Der Verein beschloß, nach besten Kräften die bevorstehende Reichstagswahl- Agitation in Greifswald- Grimmen zu unterstüßen. Livorno, 22. April.( B. H.) Die Ablader des hiesigen Seebahnhofs nahmen heute die Arbeit wieder auf. Die Kohlenarbeiter werden morgen ihrem Beispiel folgen. Ausständigen, welche im„ Apollo Theater" stattfand, wurde ein Genua, 22. April.( W. Z. B.) An einer Versammlung der stimmig eine Tagesordnung angenommen, welche den Schiedsspruch des Ministerpräsidenten Zanardelli verlangt. Die Entscheidung der Reeder steht noch aus. Heute Nachmittag sind drei Dampfer nach New Yorf abgegangen. Hochachtend Der Vorstand. Der Metallarbeiter Verband( Ortsverwaltung Berlin) hielt London, 22. April.( W. T. B.) Kriegsminister Brodrick teilt Es folgen nun 12 Namen der Weber, welche an dem Streit be= teiligt waren. am Sonntag eine Generalversammlung ab, welche über die in mit, daß sich in den letzten 10 Wochen die Kosten des füdafrikaAußer em Cirkular, das an die einzelnen Unternehmer, die der Metallarbeiter- Zeitung" veröffentlichten Anträge zum Verbandstag nischen Kriege auf durchschnittlich 1/2 Millionen Pfund Sterling noch nicht Mitglied des Vereins sind, versandt wurde, gelangte noch diskutierte. Näther, der dazu einige einleitende Worte jagte, be- pro Woche gestellt haben. zeichnete als wichtigsten Antrag denjenigen, welcher die Gau- Einein andres an die Mitglieder zur Ausgabe, worin einfach auf teilung mit Anstellung besoldeter Leiter der Agitation einführen Delegierten der Grubenvereine von Northumberland, welche heute New Castle, 22. April.( W. 2. B.) Die Versammlung der Grund des Statuts gefordert wird, die Arbeiter nicht einzustellen. will. Ein weiterer wichtiger Antrag sei der, welcher die Ver- hier stattfand, nahm eine Resolution an, in welcher der Entschluß Der Malerstreit in Harburg ist durch einen Tarif, sicherung und Pensionierung der Beamten beabsichtigt, über die ausgedrückt wird, mit den andren Grubenvereinen zusammenzugehen, der mit den Meistern vereinbart wurde, beigelegt. Der Minimal- fich Redner, weil man ihn für persönlich bei diesem Antrage um das Kohlengeschäft Englands zum Stillstand zu bringen, stundenlohn wird von 522 auf 55 Pf. erhöht und soll vom 1. April interessiert Halten könne, nicht auslassen wolle. Bon großer Be- I wenn nicht der Kohlenausfuhrzoll wieder aufgehoben würde. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. gr. 94. 18. 1. ßfilcot H» Jonütlf ßttlinct UcksdlM. Dienstag. 23. April 1901. MoiMsksg. 79. Sitzung vom Montag, den 22. April 1901, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Frhr. v. Thielmann, Frhr. v. R i ch t- Hofen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste und zweite Beratung des Zusatzantrags zu dein Auslieferungsverträge zivischcu dem Reiche und Belgien vom 24. Dezember 1874. Danach soll die Frist zur Mitteilung der zur Begründung des Auslieferungs- antrags dienenden Schriftstürke au den vorläufig Festgenommenen künftighin zivischen allen deutschen Bundesstaaten' und Belgien drei Wochen(statt bisher außer für Preußen IS Tage) betragen! Dieser erste Punkt der Tagesordnung wird debattelos erledigt. Es folgt die erste Beratung des Entwurfs eines Süßstoffe Gesetzes. Abg. Speck sC.): Der vorliegende Gesetzentwurf ist die Folge einer Rcsolutivn des Reichstags. Man behauptete, daß die Süßstoffe gesundheits- schädlich seien. Dies hat sich nach den Feststellungen des Reichs gesundheitsamt indessen als nicht zutreffend erwiesen. Zuzugeben ist nur, daß die Süßstoffe keinen Nährwert haben. Tie Konkurrenz, die man von den Süßstoffen für den Zuckerkonsum fürchtet, kommt nur in sehr beschränktem Maße in Betracht. Der Zuckerkonsum hat trotz der Süßstoff-Produktion in den letzten Jahren erheblich zugenomnien, von 12,32 Ltilogramm auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1897/98 ans 15,15 Kilogramm im Jahre 1900/1901. Daß in England der guckerkousum so viel höher ist, liegt vor allem an dem großem Theekonsum dort. Uebrigens hat bei rins der Süßstoff-Verbranch insbesondere der des Saccharins auch dort zugenommen, wo früher überhaupt kein Süßstoff genossen wurde. Durch die Süßstoff-Fabrikation ist den armen und ärmsten Gegenden der Genuß von Süßigkeiten überhaupt erst ermöglicht worden. Durch die Unterdrückung dieser Produktion würde man also dieser Bevölkeningsklasie die Möglichkeit nehmen, überhaupt Süßstoffe zu konsumieren. Das einfachste Mittel zur Erhöhung des Znckerkonsums wäre die Herabsetzung der Zucker preise. Aber der Zuckerring hat ja die Preise gerade in die Höhe getrieben und seinem Drängen ist auch wohl dies Gesetz zu ver- danken. Die Gründe, weshalb wir für die Vorlage stimmen werden, liegen erstens darin, daß ivir es für recht und billig halten, daß, wenn das landwirtschaftliche Produkt besteuert wird, auch ans das Jndustrieprodukt eine Steuer gelegt wird, die aber nicht so hoch sein darf, daß die Existenznröglichkcit der Industrie aufgehoben ist.— Im 8 5 ist die Angabe von Gründen bei der Verweigerung der Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Abgabe von Süßstoffen und süßstoffhaltigen Zubereitung durch die Steuerbehörde nicht vorgesehen. Wir be- fürchten daraus, daß eine verschiedene Handhabung in den einzelnen Bundesstaaten Platz greifen wird. Die Kontrolle muß ja allerdings in den Händen der Steuerbehörde liegen, andrerseits aber dürfte die Genehmigung unbescholtenen Personen Ivohl nicht verweigert werden können. Die Verbrauchsabgabe von 80 M. pro Kilo chemisch reinen Süßstoffs, wie sie im Z 8 vorgesehen ist, dürfte doch vielleicht etwas zu hoch begriffen sein. Dieser Steuer- satz kann vielleicht etwas ermäßigt werden.§ 23 setzt den Einfuhrzoll für künstliche Süßstoffe fest. Es erhebt fich hier die Frage, wie es sich mit der Einfuhr von solchen Nahrungsmitteln insbesondre Backwaren verhält, bei denen künstliche Süßstoffe verwendet sind. Das Princip muß immer sein, die Ein- fuhr solcher Nahrungsmittel zu verbieten, wenn im Inland? die Verwendung künstlicher Süßstoffe zu Backwaren verboten ist. Mindestens müssen ivir aber für solche NahrmigsmUtel einen sehr hohen Zollsatz feststellen. Die Kommission ivird die Bestimmungen deS Gesetzes sehr sorgfältig zu prüfen haben. Ich beantrage Ueberweisnng der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Graf v. Kanitz sk.): Fast in allen Kulturstaaten sind Gesetze gegen das Saccharin erlassen und das deutsche Gesetz dürfte, wenn es in der vorliegenden Form zur Annahme gelangt, das mildeste sein. In der That muß auch unsre' einheimische Zuckerindustrie gegen die unliebsame Konkurrenz des Saccharins geschützt werde.«. Die Regierung hat alle Veraulaffung, den Zucker zu schützen, denn der Ertrag der Rübensteucr beträgt jetzt 125 Millionen Mark. Die Bestimmungen der Vorlage sind aber noch vielfach un- zulänglich. Vor allem müßte die Kontrolle der Fabrikation und Verwendung der Süßstoffe weit schärfer sein. Die Kommunen müßten angewiesen werden, besondere Laboratorien zur Untersuchung der Nahrungsmittel mit Sllßstoffgehalt zu errichten. Der§ 4, der in einzelnen Fällen die Verwendung von Süßstoffen gestattet, sollte womöglich überhaupt gestrichen werden. Was die Verbrauchsabgabe von 80 M. anlangt, so wäre meinen politischen Freunden'eine höhere Besteuerung erwünscht, wir würden sie aber nicht fordern. Der Eingangszoll ist.auf den denkbar niedrigsten Betrag fest- gesetzt. Man befürchtet zu häufige Defraudationen, wenn der Zoll zu hoch bemeffen ist. Ich gebe zu, daß die Defraudation in diesem Falle besonders leicht ist. Das beste Mittel dagegen wäre aber Festsetzung möglichst hoher Strafen für jeden Fall von Defraudation.— Wir werden aber unsre Bedenken möglichst zurücktreten lassen, denn wir hoffen, daß bei ausreichender Kontrolle dies Gesetz immerhin zur wirksamen Bekämpfung des Saccharins dienen wird. Abg. Wurm(Soc.): Daß der vorliegende Gesetzentivurf noch in dieser Session ge- kommen ist, beweist nur, wie nachgiebig das Reichs-SÄatzamt gegenüber den Agrariern ist. Das Gesetz widerspricht vollständig den Beschlüssen des Reichstags bei der Flottenvorlage. Dort wurde in einer Resolution ausdrücklich ausgesprochen, daß der Fehlbetrag nicht durch Erhöhung der den Massenverbrauch belastenden Steuern gedeckt werden solle. In der Begründung dieser Vorlage dagegen heißt' es, daß man das Saccharin besteuere.'weil man fürchtet, daß ein Massenverbrauch desselben zu Ungunsten des Zuckers eintreten könne. Zur Ver- tcidigung dieses Widerspruchs kann der Herr Staatssekretär nur einen Grund anführen, daß dieses Finanzgesetz ein Anti-Finanzgesetz ist. denn wenn es in der vorliegenden Form angenommen wird, so bringt es nicht Geld ein, sondern lostet noch Geld dazu. Die Kon- trolle soll nämlich so eingerichtet werden, daß die Sützstoff-Fabrikantcu ganz bestimmte Vorkehrungen treffen müssen und daß diese ersten Kosten aus der Reichskasse bezahlt werden. Da wird wohl so ziemlich alles das ausgegeben werden, lvas noch aus einer Saccharinsteuer, in der Höhe, wie sie hier vorgesehen wird, herauskommen kann, denn die Fabrikation des Sacchariil wird danach so gut wie aushören. Dies Gesetz ist nichts weiter als eine Umschreibung, eine Umgehung des Gedankens, daß man das Saccharin von der Bildfläche verschwinden lassen will. Es ist eben den Herren vom Zuckerring unbequem und deswegen soll es nicht geduldet werden, und das ist der einzige Grund, weshalb es nicht geduldet werden soll. Ein hygienisches Interesse liegt nicht vor, das giebt auch die Regierung zu. Ein Finanzinteresse liegt wie gesagt auch nicht vor, also einzig und allein das Interesse, den Agrariern, dem Zucker- ring einen Gefallen zu thun(Sehr richtig! b. d. Socialdem., Widerspruch rechts), auch wenn Herr Hahn das bestreitet. Es ist doch recht wunderbar, daß das Gesetz so genau den Intentionen der Agrarier entspricht und das der Herr Staatssekretär gerade wörtlich so als Gesetz vorlegt, wie eS ihm einige Wochen vorher Herr Dr. Oertel vorgetragen hatte. Als am 11. Februar d. I. hier über die Saccharinsräge verhandelt wurde, wußte der Herr Staatssekretär noch nicht nach seiner eignen Erklärung, wie er das Gesetz machen solle, ob auf dem Wege großer Besteuerung oder auf dem Wege der Berkehrsbeschränkung..Ach", sagte. Herr Dr. Oertel,.wenn es weiter nichts ist, die Sache ist sehr leicht zu machen, thun Sie doch beides Und siehe da, der Herr Staatssekretär gehorchte, er hörte auf das, lvas Herr Oertel ihm riet. Der Bundesrat bekam auf einmal die Erleuchtung, die ihm bis dahin gefehlt hatte. Das Saccharin wird hoch besteuert, es treten auch Verkehrs- beschränkungen ein, damit nicht die Einnahme aus der Zuckerstener verringert werde, damit der Konsum des Zuckers nicht verringert werde, d. h. die Zuckerfabrikanten recht viel verkaufen können. Ist es denn aber ivahr, daß das Saccharin als ernstlicher Konkurrent des Zuckers angesehen werden darf? Darüber ist ja die große Masse des Publikums unterrichtet, daß das Saccharin im Gegensatz zum Zucker kein Nahrungsmittel, sondern ein Genußmittelist, Es' wird eben genommen, um den angenehmen süßen Geschmack zu erzeugen, der bisher nur durch den Zucker erzeugt werden konnte. Ebenso gut sich die Nübenindustrie die Erlaubnis genommen hat, an Stellendes Rohrzuckers ihr Produkt zu setzen, ebenso hat sich die Chemie die Erlaubnis genommen, einen Stoff zu erfinden, der die Speisen ebenso versüßt' wie der Zucker, und, da er billiger ist, gerade von den Kreisen gebraucht werden kann, die den Zucker nicht bezahlen können. Wer sich den Kaffee kaufen kann, der nimmt keine Cichorien und die Leute, die früher ihre Cichorie bitter trinken mußten, würzen sie sich heute mit Sacchariil. Im Erzgebirge, in Thüringen, wo dank Ihrer Wirtschaftsordnung die Leute ein' ganz kümmerliches Dasein führen, finden Sie überall den Gebrauch' von Surrogaten. Cichorie und Saccharin. Saccharin ist das Gelvürz der armen Leute, die dadurch erst darauf komme», daß süß ein sehr au- genehmer Geschmack ist. Ein Teil des Saccharin lvird ja selbstver ständlich benutzt, um an Stelle von Zucker verkauft zu werden, und daher sind wir ja auch 1398 gegen diese betrügerische Verwendung des Saccharin mit vorgegangen. Wir waren dafür, daß bei gelvissen Nahrniigs- und Geunßmitteln der Zusatz von Saccharin überhaupt verboten werde, besonders da, wo es weniger auf den Geschmack als auf den Nährwert des Zuckers ankommt, z. B. bei Bier und Liqucur, lvo der Zuckerznsatz den Alkohol weniger schädlich für den Magen niacht. Wir haben damals für den Deklarationszwang gestimmt, und nun sagt die Regierung, es sind keine De- klarationen erfolgt. Darum war daS Gesetz von 1898 ein Schlag ins Wasser. Weshalb haben denn die Bundesstaaten nichts gethan, um die Betrüger zu bestrafen? Wir haben beim Margarine- Gesetz eine Resolution gefaßt, die Nahrungsmittel- Untersuchung solle nicht durch die Polizei, sondern durch besonders angestellte Beamte ausgeführt werden, und das Reichs- GefundheitSaint solle allgemeine Vorschriften darüber ausarbeiten, in welcher Weise dies zu geschehen habe, damit wir eine richtige Nahrungsnlittclkontrolle bekommen. Also die Bundesstaaten hätten aufgesordert werden müssen, ihre Pflicht zu thun. Statt dessen erklärt die Regierung einfach ohne eine Spur des Beweises, es seien keine Deklarationen vorgekommen, folglich sei Saccharin zu betrügerischen Zlvccken in großem Maßstabe verwendet worden. Wenn das aber in solchem Umfange geschehen wäre, so müßte es möglich gewesen sein, das festzustellen.(Sehr richtigj bei den Socialdemokrateu.) Ist es aber thatsächlich richtig, so brauchte man nur von jetzt ab dafür zu sorgen, daß schärfer kontrolliert werde. Sie lvollen nur dem Zucker den Konkurrenten nehmen, der Zuckerkonsum lvürdc sich aber gar nicht steigern, wenn das Saccharin verschwindet. Denn dies wird vor allen Dingen von Leuten gebraucht, die den Zucker gar nicht kaufen können und ivciter, wie kommen lvir denn dazu, von Reichs wegen dafür zu sorgen, daß der Zuckerkonsum in die Höhe gebt, während gleich zeitig der Konsum zurückgedrängt lvird, weil unsre Gesetzgebung es ermöglicht, daß wir einen Zuckerring, einen Wucherring haben, der den Zucker über das Maß hinaus verteuert, der alle Zwischenhändler zwiilgt, von ihm zu laufen, widrigenfalls er sie zu Grunde richtet, und der auch mit dem Ertrage, den er heute hat, noch nicht zufrieden ist und offen zugiebt, daß sei» Bestreben darauf gerichtet ist, noch mehr herauszuholen. Durch den Zuckerzoll lvird dieser Ring noch mehr gegen jede Konkurrenz geschützt und nun soll ihm durch Beseitigung der etivaigen Konkurrenz des Saccharins noch weiterer Schutz ge währt werden. Warum soll der deutsche Steuerzahler immer dazu verurteilt werden, auch den notleidenden Zuckerbaronen zu Hilfe zu komnien. Schließlich wird das ganze Deutsche Reich nichts weiter alS eine Reichs-Nrmenunterstützung für dir reichen Leute, lvobei immer die ärmsten Leute am meisten dran glauben müssen. Im vorliegenden Gesetzentwurf ist eine Steuer von 80 M. auf das Kilo vorgesehen. Im Großhandel kostet das Kilo aber nur 10 M., die Steuer beträgt also das Achtfache. Man verteidigt die hohe Steuer damit, daß das Saccharin von geringem Wirtschaft lichen Wert sei. Es ist doch aber für die armen Leute sehr wichtig. Wenn jemand statt sich für 17,50 M. Zucker zu kaufen, dieselbe Menge Saccharin kauft, so bezahlt er dafür nur 80 Pf. Kauft er sich nun für die ersparten 16,70 M. Kartoffeln oder Brot oder Fleisch, so erhält er dafür Nahrungsmittel, die bedeutend mehr Nährivert haben, als der Zucker, den er sich dafür hätte kaufen können. Es ist also für den armen Mann sehr rationell, sich statt Zucker Saccharin kaufen zu könne». Insofern stehe ich auf einem andern Standpunkt als 1898, infolge der verderbliche» Wirksam- kcit des wucherischen ZuckcrringcS, die den Zucker so kolossal verteuert. Gegen diesen Wucher Front zu machen, ist Rnsgabe deS Reichstags. Wenn andre Länder das Saccharin vcstencrt haben, so liegt das eben daran, daß auch dort, wie z. B. in Belgien, Frankreich und Rußland die Agrarier regieren. Die ganze Zuckersteuer-Gesetzgebung ist total verkehrt. Selbst Herr Paasche verwünscht heute schon sein eignes Kind. Er meinte, der Zuckerindustrie wäre wohler, wenn die Verbranchsabgabe aufgehoben würde. Aber das geht jetzt nicht mehr, weil der Staat die 120 Millionen, die die Verbrauchsabgabe abwirft, nicht mehr ent- behrcn kann, und das haben Sie verschuldet. Graf Kanitz glaubte den Schmuggel und die Zolldefraudationen nicht' zu sehr fürchten zu müssen. Sie sind doch aber gerade beim Saccharin außerordentlich leicht möglich, und wir sollte» nicht Gesetze machen, von denen man von vorn- herein sieht, daß sie undurchführbar sind, die nicht nur ein Schlag ins Wasser find, sondern ein Schlag in die Pfütze, durch den allerlei Unrat aufgewirbelt wird. Welch wiederwärtige Kontrollmaßregeln werden da vorgesehen I Da solle» die Arbeiter. die die Fabrik verlassen, körperlich untersucht werden können. Und das alles bloß, damit der Zuckerring, der jetzt schon ein glänzendes Geschäft macht, weiter geschützt wird. Dafür sind meine Freunde und ich nicht zu haben.(Beifall bei den Socialdemokrateu.) Abg. Pnasche(natl.): Herr Wurm meinte, ich hätte mein eigenes Kind, die Zucker- steuer, verwünscht. Ich bin aber nicht der Vater der Zuckersteucr. ie hat bestanden, lange ehe ich wirkte. Höchstens für die be- stehende Form könnte man mich verantwortlich machen, und die habe ich nicht preisgegeben. Herr Wurm hat seine Ansicht über die Höhe der Zuckersteuer sehr geändert. Am 26. Januar 1398 sagte er:„Was bedeutet nun eine Steuer von 80 Mark! Wer betrügen will, wird auch bei einer solchen Steuer weiter betrügen." Damals wurde das Saccharingesetz vom Reichs- tag mit seltener Einstimmigkeit angenommen und nur Herr Hermes erklärte sich dagegen. Als er das Saccharin ein Genußmittel nannte, entgegnete Herr Wurm ihm höhnisch, kein Genußmittel. sondern ein Bctrugsmittel sei es. Damit stimmt es doch nicht überein, wenn er ich heute hinstellt und sich darüber beklagt, daß man ein„Genuß- mittel" der Armen und Aermsten besteuern wolle. Die Kleinhändler preisen das Saccharin, weil sie daran viel mehr verdienen als am Zucker. Ein Betrugsmittel ist und bleibt das Saccharin. Herr Wurm hat ja so treffend ausgeführt, worin das Betriiaerische liegt und deshalb müßte er mindestens dem ersten Teil des Gesetzes zustimmen. Früher wurde den Arbeiterkindern nahrhafter Zucker gegeben, heute bekommen sie das wertlose Saccharin. Das soll das Gesetz ver- hindern. Ohne die Steuer würde der Zucker das billigste Nährmittel sein.(Abg. Wurm: Ja, ohne die Steuer.) Niemand wäre froher über den Wegfall der Steuer als die Zucker- industriellen. Aber der Staat braucht die Zuckersteuer. Ebenso berechtigt aber wie die Zuckerstener ist die Saccharin- steuer. Die Iiegierung hat sich bei dem Gesetze nicht dem Befehl des Herrn Oertel, sondern einem Beschlutz des Reichstags gefügt, der mit großer Mehrheit gefaßt ist. Die in, Gesetzentwurf vorgeschlagene Steuer wird näher geprüft Iverden müssen. Unerhört kann ich den Satz von 80 M. nicht finden, eher wird man noch höher gehen können.(Bravo! rechts und bei den National- liberalen.) Reichsschatzsekcetär Frhr. v. Thiclmaun: Als die Regierung die Vorlage einbrachte, glaubte sie dam»! einem allgemeinen Bedürfnis zn entsprechen. Heute hat sich nun Herr Wurm principiell gegen die Vorlage erklärt. Ich glaube, daß mit dieser principiell ablehnenden Haltung die Partei des Herrn Wnrm allein stehen wird. Zudem steht die heutige Haltung des Herrn Wurm in direkten! Widerspruch mit seiner eignen Haltung noch vor drei Jahren. Damals sagte Herr Wurm, durch die Zusätze von Saccharin werden die Waren im Interesse der Kon- sumenten nicht verbilligt, sondern nur verschlechtert. Er sagte an einer andren Stelle, das Publikum habe gar kein Interesse daran, daß das Saccharin als Nahrungsmittel an Stelle des Zuckers trete. Sluch von andern Parteien sind Einwendungen erhoben worden. So hat fwrr Speck das Gesetz auf eine bestimmte Reihe von Jahren be- risten lvollen. �Das halte ich für ganz verfehlt. Erweist sich ein Gesetz als unpraktisch, so kann es jederzeit abgeändert werden. Aber ein wirtschaftliches Gesetz von vornherein zu befristen, das hat seine großen llnznträglichkeiten nicht nur für die Regierung, sondern auch für alle Kreise. Von mehreren Rednern ist die Frage aufgeworfen worden, iver denn die Erlaubnis zum Verlans des Saccharins erhalten soll. Genau ist heule der Kreis dieser Personen nicht anzugeben, aber die Regierung gedenkt»ur solche Personen zu berücksichtigen, deren ganze Geschäftsführung die Garantie bieten, daß sie keinen Mißbrauch mit der Konzession treiben werden. Wenn Herr Wurm gesagt hat. daß die Kosten der Kontrolle dem Steucrcrtrage gegenüber viel zu hoch sein werden, so teile ich diese Ansicht nicht. Abg. Eickhoff(frs. Vp.): Der Herr Schatzsekretär sagte, mit der principiell ablehnenden Haltung»verde die Partei deS Herrn Wurm allein bleiben. Das ist nicht richtig. Meine Partei teilt den Standpunkt des Herrn Wurm durchaus. Auch wir kommen zn einer principiell ablehnenden Haltung gegenüber der Vorlage. Die Rechte hat mit außerordentlicher Energie ihr Ziel verfolgt, die Re- giernng aber ist vor ihr mutig Schritt um Schritt zurückgelvichen. Jetzt schlägt sie eine hohe Besteuerung und eine starke Verkehrs- beschräukung vor, während noch im Februar dieses Jahrs Freiherr v. Thielmann mir das eine oder andre gewähren wollte. Es ist ja möglich, daß man im Laufe der Zeit zu einer Besteuerung des Saccharins komme» kann, aber das Princip der hier vor- geschlogcncu Besteueruug halten wir für vollkommen ungerecht. Der Zuckcrverbranch ist»ur in ganz geringem Maße � vom Sacchariuverbrauch abhängig und die Furcht unbegründet, daß Saccharin dem Zucker wesentlich Konkurrenz bereiten könnte. Der Zuckerverbranch hängt vor allen? vom Zuckerpreis ab, den der Zuckerring möglichst hoch schrauben will. Selbst die Engländer, die in ihrer Bedrängnis jetzt das Saccharin besteuern wollen, denken nur an eine Steuer von 125 Pf, für die Unze, lvährend hier 225 Pf. für die Unze vorgeschlagen Iverden. Es ist in keiner Weise dargethan, das; der Genuß von Saccharin gesnndheitsschädlich oder auch nur verdauungs- störend sei. Uebertriebene Mengen dürfen freilich nicht verzehrt werden, aber das gilt auch für jedes Nahrungsmittel. Die Konservativen ver- laugen sogar den Apothekeuzlvang, aber soiveit ist die Regierung nicht gegangen. Die Amveudung von Saccharin in der Nahrnngs- und Genußmittel- Fabrikation könnte unter Deklarationszwang gestellt und die Unterlassung der Deklaration bestraft iverden. Tie Vorlage aber will diese Verlvendung von Saccharin ohne weiteres als Fälschung bestrafen. Das ist sehr einseitig. Die Zeit zu einer Besteuerung deS Saccharins scheint uns heute noch nicht gekommen. Wir tappen noch völlig im Dunkeln über die finanzielle Wirkung der vorgeschlagenen Besteuerung, deren Höhe in Verbindung mit den Verkehrsbeschränkungen das Gesetz für uns UN- annehmbar macht.(Bravo! links.) Abg. Dr. Rösickc-Kaiserslautern(Bund der Landwirte) polemisiert gegen den Abg. Wurm. Herr Wurm nannte das Saccharin ein Genußmittel. Ich verstehe nicht,>vie die Herren gerade dieses Genußmittel nicht besteuern ivolle». Bei dcr Saccharinfabrikatiou werden doch nur weit weniger Arbeiter beschäftigt, als bei der Zuckersabrikatiou, die zurückgehen würde, wenn das Saccharin nicht hoch besteuert würde. Also die Herren der äußersten Linken handeln wieder einmal nicht im Interesse der Arbeiter, sondern einiger weniger Groß- fabrikanteu.(Lachen bei den Socialdemokrateu.) Die Haltung des Ccnttmns ist mir unverständlich. Gerade diese Partei hat doch Vorlage dieses Gesetzes verlangt, während ihr Redner heute eine zum Teil ablehnende Haltniig gegenüber der Saccharinbesteuerung einnahm. Wir wollen allerding die Beseitigung der Saccharin- fabrikation. Wir haben im Interesse der Konsumenten und der Arbeiter gar keine Veranlassung, die Surrogatprodultion in Deutschland anfkommen zu lassen. Die heutige Sncchariufabrikation � re- präsentiert die Zurückdrängung von 100 000 Morgen Rüben- bau.(Hört! hört! rechts.) Und wie wichtig die Zucker- Produktion ist, hat Ihnen Herr Paasche klar auseinandergesetzt. Unzweifelhaft hängt die zunehmende Kinder- st e r b l i ch k e i t eng n» i t d e ni E r s a tz d e s Z» ck e r s d u r ch Saccharin z»s am m e n. Leider hat die Regierung nicht die Energie gehabt, das Gesetz in der That wirksam zu gestalten. Wie sollten uns ein Beispiel nehmen an den p r a k t i s ch e n Eng- ländern, die in drei Tagen mit den doktrinärsten Anschauungen auf diesem Gebiet total gebrochen haben. Hoffentlich arbeitet die Kommisston in diesem Sinne.(Bravo! rechts.) Abg. Schräder(fr. Vg.): Wir sind principielle Gegner der Vorlage. Wir wollen nicht einen Industriezweig nur deshalb besteuern, weil er einem andren Industriezweig Konkurrenz macht. Ebenso gut könnte man die Spiritusindustrie beseitigen wollen, weil sie den? Gas für Be« leuchtuiiaszlvecke Konkurrenz macht.— Im übrigen ist daS Saccharin dem Zucker wirklich nicht gefährlich: es wird eben in Kreisen konstmriert, für welche der Zucker zu teuer ist.— Die Erhebung des vorgesehenen Zolls ist ganz undurchführbar. Es können Quantitäten, die 80 bis 100 Mark wert sind, bequem in der Tasche mitgeflihrt iverden. Unter diesen Umständen ist die Versuchung zur Defraudation eine viel zu große und die Koutrolle undurchführbar. (Sehr richtig! links.) Abg. Wnrm(Soc.): Herr Paasche und der Herr Staatssekretär habe» behauptet, ich hätte heute einen andren Standpunkt eingenommen wie 1898. Beide Herrn haben aber Stellen aus nieincr dainaligen Rede weggelassen, auf die es ankommt. Damals handelte es sich um den Gesetzentivurf, der sich auf den gewerblichen Betrieb von Saccharin beschränkte, und ich erklärte allerdings, daß ich die Steuer von 80 M. für unzureichend hielt, aber nur ans dem Grunde,— und dies haben die Herren nicht erwähnt— weil diese Steuer die im große» arbeitenden Betrüger nicht daran hindern würde, das Saccharin zur Fälschung von Nahrungsmitteln zu benutzen. Heute aber handelt es sich'außerdem noch um den Privatbetrieb. Ich habe meine Auffassung nicht geändert, wohl aber der Herr Staatssekretär, der damals erklärte, daß ein Schutzzoll auf Saccharin unmöglich sei. (Hört! Hört! bei den Socialdemokrateu.) Herr Paasche hat mich heilte wieder gesagt, daß keiner froher wäre als die Zuckerindustrie, Abg. Speck( C.): Hiermit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt wenn sie die Steuer los wäre. Wenn Herr Paasche sagte, daß der hat. Herrs Paasche will nicht der Vater der Zudersteuer- Gesetz- Wucher, wenn man übertriebene Preife fordert, aber eben. Bucker an und für sich das billigste Nahrungsmittel wäre, so hat er gebung, Herr Dertel nicht der Vater des Saccharingesezes sein. solcher Wucher ist, wenn man, die Notlage des Betreffenden ausDabei eben weggelassen: ohne die Steuer!", denn durch die Thatsache ist aber, daß die Regierung das Gesetz genau nach der nugend, ihn zwingt, Preise zu nehmen, bei denen er nicht Steuer wird der Zucker zu einem der teuersten Nahrungsmittel. Anregung ausgearbeitet hat, die ihr Herr Oertel seiner Zeit gegeben bestehen kann. Und das wollen die Herren auf der Linken.( Huh! Herr Rösicke hat sich heute als Vertreter der deutschen Konsumenten hat.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) huh! links.) aufgespielt, Herr Röside der Vorfämpfer des Bunds der Landwirte, der Führer im Kampfe für hohe Kornzölle und Brotverteuerung. Wenn heute große Massen der armen Bevölkerung sich keinen Zucker vorliegende Gesetz zu befristen, denn es läßt sich wirklich noch nicht Vom Standpunkt der Volksvertretung halte ich es für gut, das Taufen können, so ist das gerade die Schuld der Herren, die die Zuckergesetzgebung inauguriert haben und jetzt die Förderer des Zucker- absehen, welche Wirkung die Steuer haben wird. Mit der Zustimmung rings find.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Unter den jezigen zu der Reſolution haben wir uns durchaus nicht auf den jetzt vor mich der Baterschaft an diesem Gesezentwurf bezichtigt. Ich lehne Verhältnisse müssen wir uns fragen, welches ein größerer Betrug ist, geschlagenen Steuerfaz festgelegt. wenn jemand seine Limonade, mit Saccharin statt mit Zucker gefügt wird, oder wenn ich jemand ein Nahrungsmittel, das 12 Pf. wert ist, mit 32 Pf. verkaufe. Abg. Dr. Paasche( natl.) polemisiert gegen den Abg. Wurm und sucht aus früheren Reden des Abg. Wurm zu beweisen, daß Wurm heute einen ganz andren Herr Röside hat sich heute als Vertreter der Arbeiterinteressen Ton anschlage, als vor drei Jahren. Nicht die Verhältnisse haben aufgespielt. Er meinte, den Arbeitern werde Arbeitsgelegenheit sich geändert, sondern Herr Wurm hat seine Ansicht geändert. ent ogen, wenn die Zuckerproduktion durch die Saccharinfabrikation( Heiterkeit.) zurüdgedrängt werde. Bei Ihrer( nach rechts) Bollpolitik laffen Sie fich durch solche Rücksichten nicht im geringsten bestimmen. Im übrigen ist es durchaus unrichtig, daß die Zuckerproduktion in erheblichem Maße unter der Konkurrenz des Saccharins zu leiden Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 23. April. Opernhaus. Carmen. Anf. 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Anfang 7/2 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Der Sternguder. Hierauf: Ein Rabenvater. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 7½ Uhr. Lessing. Die Zwillingsschwester. Anfang 72 Uhr. Berliner. Berlin bei Nacht. An fang 72 Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Vorher: Freuden der Hochzeitsreife. Anfang 71/2 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Jägerblut. Anfang 71/2 Uhr. Westen. Das Glöckchen des Eremiten. Anfang 71/2 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 72 Uhr. Thalia. Die schöne Helena. An fang 72 Uhr. Central. Die Geisha. 712 Uhr. Anfang Luijen. Ein berarmter Edelmann. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Ein weiblicher Mazeppa. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel der Schwarzwälder. Die Else bom Erlenhof. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Man lebt ja nur einmal. Anfang 712 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Der Walzerkönig. Der Photoscop. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen Ringfämpfe. Rigo, der Geigertönig. Specialitäten Borstellung. Anfang nachm. 3 Uhr. = : RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Dienstagabend 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Invalidenstr. 57/62. Abg. Dr. Röficke- Kaiserslautern( B. d. 2.): polemistert gegen den Abg. Wurm, der heute das Genußmittel zu ngunsten des Nahrungsmittels bevorzuge. Herr Wurm hat heute Ausdrücke wie Zuckerbarone, Zuckerwucher gebraucht. Gewiß ist es Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Letzte Woche: Ein weiblicher Mazeppa. Anfang 8 Uhr Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Zum 1. Male: Die eiserne Maske. Schauspiel in 5 Aften und 1 Vorspiel. Freitag: Opern- Gastspiel. Der Postillon von Tägl. Sternwarte.onjumeau. FriedrichStrasse 165 Castans Panopticum PassageTheater Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Anfang 3 Uhr. Ende 11 Uhr. Die Ringkämpfe finden täglich um 6 u. 10 Uhr statt. Heute Dienstag 10 Uhr Ringkampf Eugenie Wermke deutsche Meisterschaftsringerin, Betty Laars gegen dänische Meisterschaftsringerin. Morizet Paris gegen Görka- Berlin Garret- Baris geg. Glanlon- Berlin Special Apollo- Theater Passage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung". Invalidenstraße 57/62. Friedrich- Strasse No. 218 Täglich abends von 5-10 Uhr. Phänomenal Sternwarte. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Der Sterngucker. Drama in 1 Aft von Georg Reide. Hierauf: Ein Rabenvater. Schwant in 3 Atten von Hanns Fischer und Joseph Jarno. Mittwoch abend 8 Uhr: Der Sterngucker. Hierauf: Ein Rabenvater. Donnerstagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. ( Letzte Wiederholung.) Central Theater. 19 Heute und folgende Tage: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sydney Jones. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lette Nachmittagsvorstellung. Der Bettel: 72 student. Geisha. ausgestattet Täglich FRAU Colossal amusant LUNA Noch nie dagewesener Erfolg Das imposante Programm. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Ihre Familie. Voltsstück mit Gesang in 4 Atten von Stinde und Engels. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Nur noch 10 Tage! Cirkus Busch Dienstag, den 23. April cr., abends 7/2 Uhr: Elite- Gala- Abend' Auftreten d. berühmten amerikanischen Pferdebändigers Prof. Norton B. Smith. Besonders hervorzuheben: Die gefährliche Fahrt unter der Teufelsbrücke. Vorzüglichste Programm- Nummern. Zum Schluß zum 148. Male: Abg. Dr. Dertel( f.): Herr Eickhoff sowohl wie ganz besonders Herr Wurm haben diese Vaterschaft ausdrücklich ab. Durch bloße Anregung wird ein Mensch nicht Vater.( Große Heiterkeit.) Wenn ich aber der Vater dieser Vorlage wäre, so würde sie, meiner ganzen förperlichen und politischen Konstitution entsprecheud, etwas derber und kräftiger ausgefallen sein.( Erneute große Heiterkeit.) Die Vorlage wird einer Sommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Erste Beratung der Novelle zum Branntweinsteuer- Gesetz.) Schluß 54 Uhr. 92 Leipziger Straße 92. Ausstellung moderner Kunfftickereien angefertigt mit der Original Singer Mähmaschine vom 23. April bis 3. Mai. Geöffnet von 10 bis 8 Uhr. Eintritt unentgeltlich. Wir erlauben uns zum Besuche dieser interessanten Ausstellung ergebenst einzuladen. 1373L Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Frühere Firma: G. Neidlinger. Riesen- Walfisch 21 Meter lang. 150 000 Pfd. schwer. Vollständig geruchlos! Zu besichtigen im großen amerikanischen Riesenzelt von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr. Eintrittspreis 20 Pf. Alexanderstraße, Ecke der Magazinstraße. Die eiserne Maste. 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Nur noch 8 Vorstellungen Man lebt ja nur einmal und das April: Specialitäten- Programm. Anf. 128 Uhr, der Poffe 1/29 Uhr. Rauchen überall gestattet. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. In den 5 Riesenbögen: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Im 6. und 7. Bogen: TheaterAbteilung: ,, Die Bohème" ( Künstler- Variété). welcher die Vorstellungen täglich im Garten stattfinden, sind noch Sonn abende für Vereine frei. Passage- Panopticum. Neu! Singhalesen- Truppe ( Die toloffale Judierin.) Marionetten- Theater. Entree inkl. Passage: Theater( so weit der Raum reicht) 50 Pfennige. Kinder 25 Pfennige. Herren- Anzüge 1155* Meine 15 jährige Thätigkeit im Beruf bürgt für exakte und Franz Steffens, Rosenthalerstr. 61, Ecke Steinstrasse. J. Brünn ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt Nr. 4. 11902* Wegen Umbau und Erweiterung der Geschäftsräume gelangen große Lagerbestände meiner Teppiche! Gardinen! 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Socialdemokratischer Wahlverein Volksversammlung Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Klara Zetkin( Stuttgart) über: Die Frauen in der russischen revolutionären und Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 1/4 Um zahlreiches Erscheinen ersucht, besonders der Frauen, Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Die Vertrauensperson. Orts- Krankentaffe der Steindrucker u. Lithographen. Am Dienstag, den 30. April cr., abends 82 Uhr, findet im Vereins Hause, Sophienstr. 15, die 1. ordent Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Ferusprecher: Amt VII, 353. liche Generalversammlung pro 1901 Mittwoch, den 24. April, abends 8½½ Uhr: Versammlung für den Norden im Lokale der Wwe. Schirm, Badstraße 19. Tagesordnung: 1. Der Wert der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter. Referentin: Fräulein Fanny Imle. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahlen zu den Bezirksleitungen. 4. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 24. April, abends 7 Uhr, in der Kronen Brauerei, Alt- Moabit 47-49: Verlammlung sämtlicher Arbeiter der Firmen L. Löwe& Cie., Union, Waffen- und Munitionsfabrik und Anhaltische Maschinenfabrik. Am 21. d. Mr. verſtarb plötzlich unser für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Kamerad, der Zimmerer Herr Louis Weise im Alter von 62 Jahren. [ 850b Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. d. M., nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Hussitenstr. 12, aus nach dem Elisabeth- Kirchhof, Prinzen: Allee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Am Sonntag früh verstarb unfer Mitglied, der Galvaniseur Georg Meissner. Die Beerdigung findet Am Dienstag, den 23. April, abends 83/4 Uhr, Versammlung in den ,, Arminiushallen", Bremerstraße Nr. 70/71. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Weyl über:„ Arbeiterschutz in bürgerlicher und proletarischer Auffassung. 2. Diskussion.[ 247/1 Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Agtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Donnerstag, den 25. April, abends 8% Uhr, im Lokal Kösliner Hof, Köslinerstrasse 8: Partei- Versammlung Tages Ordnung: 247/2 1. Bericht der Vertrauensleute und der Revisoren. 2. Vortrag des statt. Sämtliche Herren Vertreter der heute, Reichstags: Abgeordneten Ledebour über: Die politische Lage". Arbeitgeber und der Kassenmitglieder Dienstagnachmittag 5 Uhr, von der 3. Diskussion. werden hierzu ergebenst eingeladen. Leichenhalle des Thomas- Kirchhofs Zahlreichen Besuch erwarten Tagesordnung: 1. Abnahme der aus statt. Jahresrechnung. 2. Erjazwahl für 114/4 den Vorstand. 3. Verschiedenes. J. A.: M. Stuhlmann, Vors., Stargarderstr. 3A. 18456 Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert Die Ortsverwaltung. Maschinisten- Anzüge in allen Grössen. Anzug 3,00 und 5.50 Mk. Jacken 1,50 und 2,75 Mk. Hosen 1,50 und 2,75 Mk. Carl Stier, 7852*] Oranienstr. 166. Destillation und Bierlokal Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Kriſe in der Metallinduſtrie Weddingpark, Müllerstr. 178. Paul Kabelich, W. Gassmann, und die Aufgaben der Arbeiter. Referent: Adolf Cohen. 2. Diskussion. Mittwoch, 24. April, abends 8½½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Für die Sommermonate sind noch i. V.: einige Sonnabende an Vereine zu Grünthalerstr.68, Ecke Badstraße. vergeben.[ 13612] W. Trapp. ff. Weißbier. Fernsprecher. Die Vertrauensleute. Socialdemokr. Wahlverein Lichtenberg. Dienstag, den 23. April, abends 82 Uhr: General Versammlung im Lokale des Herrn Höflich, Frankfurter Chauffee 120. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, des Kassierers, des Bibliothekars, der Zeitungs- Kommission. 2. Entlastung und Neuwahl derselben(§ 9 des Statuts). 3. Anträge des Vorstands. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen! Heute, Dienstag, den 23. April, abends 81/2 Uhr finden zwei große öffentliche Versammlung der Heizungsmonteure u. Gehilfen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Konfektionsarbeiter- Versammlungen 114/5 Tagesordnung: Beratung des Accordtarifs. Die Ortsverwaltung. ( Bahlstelle Berlin). Deutscher Buchbinder- Verband. Morgen, Mittwoch, den 24. April, abends 8/4 Uhr, bei Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 24. April, abends 8%, Uhr, im gr. Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Zusazanträge zur Geschäftsordnung. 3. Wahl eines Mitglieds zum Gauvorstand. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 24/10 Mitgliedsbuch legitimiert. Herrn Keller, Koppenstraße Nr. 29: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Raffenbericht vom 1. Quartal. 2. Bericht des Vorstands, der Bezirks: leiter, der Werkstatt- Kontrollkommission und des Arbeitsvermittlers. 3. Ausschluß mehrerer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 80/14 Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer ( Berlin II., Bezirk Osten). Andreasstraße 21.: statt und zwar für den Norden im Berliner Prater, Kastanien- Allee 7-9, für den Süd- Osten bei Graumann, Naunynstr. 27. Tages- Ordnung: Heimarbeit(§ 137 a ber Gewerbe- Ordnung), unsere Stellungnahme 1. Der Antrag Heyl zu Herrnsheim betr. die Beschränkung der hierzu sowie die der 15er- Kommission der Berliner Konfektionäre. Referenten: Reichstags: Abgeordnete Albrecht und Molkenbuhr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen! Zeigt durch ein zahlreiches Erscheinen in diesen Versammlungen, daß Ihr ein Interesse an dieser für die Konfektionsarbeiterschaft so wichtigen Frage habt. Es gilt gegen die Maschenschaften der Groß- Konfektionäre einhellig Proteft zu erheben. 162/11 Der Vertrauensmann. Achtung! Stellmacher. Achtung! Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Am Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, im Lokal Donnerstag, den 25. April, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Die Ortsverwaltung. Alexanderstraße 27 c: Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Ditglieder Versammlung Große öffentliche Versammlung der Stellmacher Berlins und Umgegend. Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 24. April, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Raabe, Rolbergerstraße 23: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung und Neuwahl derselben. 2. Bericht von Tages- Ordnung: Der neue Vertrag. 137/6 Der wichtigen Tagesordnung zufolge erwarten wir das Erscheinen aller Mitglieder des Oftens. Die Verbandsleitung. Rohrer! Achtung! Achtung! Mittwoch, den 24. April, nachm. 4 Uhr, der Gaukonferenz. 3. Bericht des Bibliothetars und der Kommission. im Lokale des Genossen Wilke, Andreasstraße Nr. 26: 4. Verbandsangelegenheiten. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 64/9 Die Ortsverwaltung. Zimmerer. Central- Kranken- u. Sterbekaffe der Zimmerer ( E. H. Nr. 2 Hamburg, örtliche Verwaltung Berlin). Dienstag, 23. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus ( gr. Saal), Engel- Ufer 15: Mitglieder Versammlung. I Tages Ordnung: Tages- Ordnung: 80/15 1. Vortrag des Genossen Wiesenthal über: Was lehrt uns die gegen: wärtige Krise. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Kleber( Zapezierer). Am Mittwoch, den 24. April, im Lokal von Janaschk, Inselstraße 10: Oeffentliche Versammlung. Große öffentl. Versammlung Tages Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. 286/20 Die Lohnkommission. Achtung! Achtung! Verein der Plätterinnen Berlins Sonnabend, den 27. April, 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1901. 2. Wahl des Vorsitzenden. im Lokal ,, Königsbank"( Jnh. Walter), Große Frankfurterstr. 117: 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 259/7 Der Vorstand. J. A. Chr. Hilgenfeld. Bahntechnisches Institut des Vereins deutsch. Bahnkünffler, Stralauerstr. 18, I( am Moltenmarkt), Sprechz. 9-4. 11. Stiftungs- Fest verbunden mit Tanz. Große Kaffeepause. い Tages Ordnung: 1. Bericht und Neuwahl der Lohnkommission. 2. Maifeter. 3. Verschiedenes. 101/6 Die Lohnkommission der Kleber Berlins und Umg. Zur Mai- Feier Tallalle- Madeln per 100 Stück 4,50 M. [ 1379L* Versand gegen Nachnahme!! porto- und spesenfrei!! Abzeichen- Fabrik H. Guttmann, Berlin N., Brunnenstr. 9. Fernspr. Amt III. Nr. 6442. Würzburger Hühneraugenmittel von Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung fret. Ohne Zweifel die bequemste u. wirksamste Hilfe. Der Schmerz ist in 5 Min. fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.( Enthält Salicylsäure u. indischen Hanfertraft.) Dr. H. Unger in Würzburg. Hauptdepot in Berlin( 20 Bf.) Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. Greif- Apotheke, Barnimstraße 33. 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300] 54 594[ 3000] 602 92 701 975 47000 177 280 95 407 522 626 741 50 882 961 81 48047 236 312 482 536 811 42 49040 115 60 241[ 1000] 98 301 593 729 869 930 50007 53 387 421 91 627 765 865 956[ 500] 74 247 422 98 622 943 94 52230 424 543 883 905 8 84 270 505 697 849[ 500] 54032 85 200 15 75 332 89 650 81 976 55014 180 248 57 437 43 90 555 56009 239 409 43 502 705 841 57073 164 207 15 65 425 80 94 503 838 925 58209 93 493 686 699 51077 53066 $ 925 019 11, 9426 46 59094 161 320)( 100) 94 417 676 620 725 60490 544 638 772 886 901 41 61088 104 421 54 526 79 92 739 823 53 77 85 996 62296 334 90 421 46 57 569 739 856 61 450 61492, 603 10 701 858 951 54 64059 129 37 89 235 350 874 79 65310 534 782 865 930 74 66328 536 52 754 811 924 67025 247 463 671 719 66 860 84 916 99 68224[ 10 000] 26 347 94 491 580 600 82 821 38 952 91 69153 250 325 81 476 618 736 824 82 70251 58 78 78 80 368 713[ 500] 71069 179 261 329 65 465 507 72119 269 488 558[ 3000] 744 55[ 500] 810 73029 239 215 24 150017 307 11 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Stöber, O., Friedrich Karlstraße 32. 7246 Gardinenhaus Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 45* 75 640 768 859 970 201043 77 128 96 406 8 15 524 56 633 710[ 500] 852 202066 120 485 518 701 203093 111 883 480 574 690 93 721 204066 174 77 79 323 30 62 623 752 862 952 59 205733[ 500] 43 967 206152 257[ 500] 388 677 700 62 821 935 76 207274[ 3000] 400 6 545 76 678 836 38 54 208030[ 1000] 84 89 154[ 15 000] 63 217 58 374 528 88 716 209182 99 278 360 72 90 621 53 737 7[ 500] 89 919 64 94 210026 36 531 626[ 500] 702 211050 55 281 83 415 22 61 617 807 38 212001 27 409 531 60 620[ 5000] 712 38[ 1000] 48 51 94 842[ 1000] 916 58 66 94[ 500] 213011 66 192 96 423 41 68 641 78[ 3000] 708 838 53 65 214016 221 409 65 549 93 707 61 215068[ 500] 357 58 433 788 835 216015 92 197 256 390 627 728 217059 175 329 54 74 543 643 994 218167 329 46 48 70 449 98 561 742 219011 27 234 47 70 338 83 91 456[ 500] 66 685 764 894 98 939 220250 313 81 480 94 502 672 852 80 953 852 80 953 221057 25[ 3000] 239 41 443[ 3000] 675 725 222283 342 417 28 501 23 690 805[ 1000] 41 77[ 500] 922 48 52 81 223044 86 407 [ 500] 44 580 920 224135 57 284 350 67 424 44 734 79 918 49 17 284 3850 67 424 44 734 79 918 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 500 000 Mart, 2 zu 200 000 Mart, 2 zu 150 000 Mart, 2 zu 100 000 Mart, 2 zu 75 000 Mart, 2 31 50 000 Mart, 10 zu 30 000 Mart, 17 zu 15 000 Mart, 38 zu 10 000 Marf, 73 au 5000 Mart, 1112 zu 3000 Mart, 1390 au 1000 Wart, 1649 zu 500 Mart. 9730* empf. Brotfabrik Wittler, Müllerstr. 34. Niederlag. d. Plakate erkenntlich Charlottenburg! Uhrmacher Kunstmann, Wallstrasse 1. Reparaturen schnell, durchaus zuverlässig und nicht teuer.[ 1108L. 2. Ziehung 4. Klaffe 204. Kgl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 22. April 1901, nachmittags. Nur die Gewinne über 236 Mt. find den betreffenden 0 Nummern in Klammern beigefügt. U ( Ohne Gewähr.) 98 499[ 1000] 501 765 938 1023 58 217 78 75 344 556 676 736 90 741 53 971 92 2078 215 499 508 631[ 3000] 44 46 80 3094 112 452 510 646 835 915 98 4029 177 811 414 500] 59 71 511 86 743 808 914 5147 400 527 630 790 865 993 6043[ 3000] 123 231 372 461 80 505[ 500] 91 972 73 7036 244 461 505 697 944 65 67 8062 198 310 29 31 38 67 456 62 733 806 39 904 9048 265 66 305 32 81 556 600 727 806 39 904 4P 809 38 10115 49 482 595[ 1000] 774 11191 99 277 522 742 889 11191 99 211 84934 12139 24 487 616 709 913 26 73 13031 816[ 3000] 52 933 14044 282 330 408 590 683 751[ 500] 840 60 15127 210 52[ 500] 445 60 92 647 63 718 16010 106 49[ 3000] 216 32 423 91 545 62 17165 332 39 81 494 581 91 834 74 995 18039 48 53 54 265[ 3000] 315 20 53 67 458 89( 1000) 522 32 98 813 83 97 920 94 1.9093 204 9 464[ 3000] 76 691 823 43 962 20094 107 16 21 208[ 500] 55 339 505 11 94 646 54 720 07 16 21 203[ 500] 55 330 21030 212 14 305 62 412 35 535 85 618 22267 529 601 75 730 23018 44 67 177 229 340 79 414 69 567 78 622 49 66 86 741 839 24167 245 581 686 89 25024 53 146 416 528 823 26060 127 366 481 803[ 3000] 41 27162 437 38 63 560 722 67 28173 98 415 660 90 731 98 29020 111 97 276 620 83 30142 339 439 593 746 92[ 1000] 991 31007 205 420 401 574 708 802 910 54 43 586 91 648 32045 186 95 544832 35322 529 630 64 789 809 905 36043 132 71 344 584 95 683 722 42 57 959 37004 37 194[ 3000] 244 95 363 407 541 799 38032 79 439 83 604 80 978[ 500] 95 99 39096 574 450 753 824 958 40024 41 92 112 525 637 932 35 41000 57 110 52 79 359 443 47 97 574[ 500] 91 845 65 964[ 500] 90 42001 83 269 214 388 470 550 735 87 919 55 77 82 90 214 62 382 727 38 47 937 45058[ 3000] 283 94 402 587 687 749 830 924 46010[ 500] 168 210 27 311 494 522 740 48179 470 639 40 889 47227 465 621 96 805 907[ 3000] 69 808 49063 68 138 43 431 37 39 556 661 870 971 50089 368 543 813 55 916 51047 71 416 597 647 743 47 56 876 52113 376 401 64 658 84 904 69 53168 235 399 580 661 54242 52 353 67 466 600 5 33 69 725 47 90 765 832 933 63 55016 21 61[ 500] 116 280 371 520 647 751[ 3000] 825 55 56011 194 289 465 577 899 910 83 57120 25 82 307 471 807 59014 211 444 534 58170 264 69 491 604 744 895[ 500] 937 641 91 800 54 925 60059 147 323 555 G1005 13 79 217 382 491 529 689[ 1000] 94[ 3000] 724 62 870 98 62046 268 368 97 99 552[ 1000] 664 64134 323 673 965 63001 402 66 591 605 747[ 3000] 51 81 770 820 25 48 61 65005 14 39 118 349 99 580 831 62 948 66113 87 221 64 486 502 66 624 926 43 85 67016 32 276 397 542 57 772[ 1000] 87 902 45 70 95 68005 15 188 395 469 545 67 645 721[ 3000] 855 77 999 69181 554 727 44 98 99 835 70016 26 41 187 225 335[ 3000] 442 61 559 668 844 908 72057 501 2 71070 82 192 253 318 72 506 691 879 914 47 695 737 73143 88 229[ 1000] 87 309 55 417 592[ 1000] 691 92 808 64 74109 69 203 416 22 88 92 521 762 845 937 75216 656 77 862 83 76037 326 602 723 904 19 77207 82 402 9 85 514 862 994 178235 67 77 416 655 706 8 10 79442 536 670 76 797 870 44207 318 809 85 90 43064 S0105 219 29 345 65 427 81562 751 837 98 919 85 82008 247 307[ 500] 444 500 698 782 922 36 83050 311 400 779 907 84028 235 418 546 673 706 86 85032 49 204 17 18 692 723 81 87108 72 891 86022 182 209 483 504 749 860 905 52 58 89 302 12 70 438 83 585 787 812 33 54 S8039 160[ 3000] 73 592 89496 677 708 684 726 74 90213[ 500] 533 44 737 84 87 866 85 91852[ 1000] 516 727 43 86 807 994 92087 391 670 75 741 45 51 824 913 22[ 1000] 93112 75 85 230 59 341 438 882 977 94193 290 354 95 454 580 668 716 936 95269[ 3000] 319 48 69 642 770 872 969 96070 247 356 57 61 419 506 65 633 98 712 33 805 59 912 [ 5000] 27 97007 254 342 440 565 82[ 3000] 639 750 803 74 988 98228 44 773[ 3000] 842 99028 42[ 500] 260 330 434 59 96[ 3000] 745[ 3000] 807 965 100023 116 17 27 29 43 208 11 97 814 55 471 560 76 De 11 97 314 55 471 560 76 726 848 73 101034 108 72 88 89 293 368 402 99 560 615 735 102100 22 292 325 28 435 597 103062 153 68 86 98 808 28 91 433 43 53 572 839 104062 97 449[ 1000] 545 920 65 105069 346 834 43 106107 14 59 62 234 66 92 305 16 95 589 623 37 853 107064 91 142[ 1000] 270 357 457 666 788 815 67 904 108130 551 678 88 749 874 96 967 109082 185 270 352 417 72 88 513 58[ 500] 61 941 110210 321 404 549 635 722 80 938[ 500] 78 48 103 539 744 836 951 93[ 500] 112141 91 288[ 1000] 344 532 631 72 777 877 923 99 113261 863 73 114001[ 500] 324 441 527 32 623 731 78 847 115002 253 441 547 64 701 25 91 967 Kleine Anzeigen. 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Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wesker in Gr.- Lichterfelde Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Fabrit, 5169 Stellengesuche. Mädchen vom Lande sucht Stellung Näheres durch H. 7176 Stapte, Marienburgerstraße 20.[ 8546 Stellenangebote. 8226 Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile Aufruf! An sämtliche Bauhandwerker und Arbeiter! Die Rohrer Berlins und Umgegend befinden sich im Streit. Wir bitten alle Baugenoffen, uns während des Ausstands im Kampfe zu unterstützen. 286/19 Die Lohnkommission. Bureau und Arbeitsnachweis bei Züchtigen Goldleisten- Grundierer Franz Schmidt, Ramlerstr. 28. verlangt Biesenthalerstraße 21 I.(+93 Tel. Amt III. 5590. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. r. 94. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Partei- Angelegenheiten. " Dienstag, 23. April 1901. Eine Frage an die Postbehörde. Ein Leser schreibt uns getragen werden, doch erholte er sich schließlich. Robl erlitt schmerz Könnte nicht durch den Vorwärts" die Postbehörde darauf auf- hafte Verlegungen, die aber nicht gefährlich sein sollen. Dies Unmerksam gemacht werden, daß es in sanitärer Hinsicht angebracht glück hatte zur Folge, daß der Holländer Dikentmann im Rennen Der Wahlverein für den zweiten Wahlkreis hält morgen, wäre, in den Räumen, wo„ Renten" ausgezahlt werden, Spud- fiegte. Mittwoch, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/7, seine General- näpfe aufzustellen. Der Fußboden sieht dort zu Zeiten sehr beversammlung ab. Tagesordnung: 1. Statuten- Aenderungen. denklich aus. Eine Reform", zu der sogar Herr v. Thielen sich auf 2. Bericht des Vorstands. 3. Bericht des Kassierers. 4. Wahl des geschwungen hat, ist vielleicht auch im Reiche des Herrn Podbielsti Gesamtvorstands. durchführbar. Ueber Arbeiterschuh in bürgerlicher und proletariischer Auffaffung spricht Genosse Dr. Weyl in einer Versammlung. die heute abend 81/2 Uhr der Wahlverein für den sechsten Wahlkreis in den Arminiushallen", Bremerstr. 70/71, abhält. zu melden. Lokales. Die ,, Staatsbürger- Beitung" teilt mit, daß in der Angelegen heit des von ihr beleidigten Justizrats Cassel Montagvormittag eine ergebnislose Haussuchung nach dem Manuskript des Artikels stattgefunden hat. tommen in = " gebäude die Balkenlage. Aus gleichem Anlaß wurde die Wehr nach Feuerbericht. Am Montag brannte Schüßenstr. 38 im Quers Oranienburgerstr. 9 gerufen. Straßmannstr. 14 wurden Möbel durch Feuer beschädigt, während Streligerstr. 13 die Markise eines Haus Diebstahl auf dem Kirchhof. Daß auch am Ruheplaß der fensters Feuer gefangen hatte. Ein Alarm nach Wilhelmstr. 8a war Toten das Diebeshandwerk geübt wird, mußte die Frau des Tischlers durch brennendes Müll verursacht. Pfaff aus der Beusselstr. 18 erfahren. Als sie Freitag den JohannisKirchhof in Blößensee besuchte, ließ sie am Eingang einen SportAus den Nachbarorten. Aus RigEin Wohnungslosen Dorado in Nixdorf. Treptow- Baumschulenweg. Mittwoch, abends 812 Uhr, hält wagen stehen, worin sie bis dahin ihre Kinder befördert hatte. Es der socialdemokratische Wahlverein bei Michler, Marienthaler- und hofs zu fahren. Als die Frau zurückkehrte, war der Wagen ver- dem Stadtbahnhof Rigdorf, liegt etwas über dem Straßenist nämlich untersagt, mit Kinderwagen auf den Wegen des Fried- dorf schreibt man uns: In der Bergstraße, furg bor Ernststraßen- Ecke, seine Monatsversammlung ab. Auf der Tages- schwunden; nach den Beobachtungen einer Blumenverkäuferin hat niveau Ordnung steht u. a.: Wie fördern wir das Klaffenbewußtsein und eine Frauensperson ihre Kinder in den Wagen gesezt und ist dann Giebelwänden sich emporziehenden, mehrfach verschlungenen Wrafenein fleines graues Gebäude, mit feinen an den die Kampfesfreudigkeit innerhalb unsrer Partei?" Ferner werden diejenigen Genossen, welche ihre Wohnung gewechselt haben, auf- mit der Beute davongefahren. Derartige Diebstähle sollen schon und Rauchrohren gar trostlos anzuschauen. Es ist das alte gefordert, die Aenderung so schnell wie möglich beim Parteikassierer häufig vorgekommen sein, weshalb es wohl am Blaze wäre, daß die städtische Waisenhaus. Betritt man bei trockenem Wetter den Friedhofsverwaltungen für eine geeignete Stätte forgten, an der man sogenannten Hof, einen geräumigen Plaz in einem Rahmen dünner Kinderwagen 2c. in Aufbewahrung geben kann. grünender Sträucher, so richten sich auf den Besucher die neugierigen Blicke von mehreren Dußend Kindern jeglichen Alters. Man hat vor sich einen Teil des„ Segens" der jetzt in dem Häuschen unterDie Einführung des Achtklassensystems für die Berliner gebrachten wohnungslosen Familien, denen die früher Gemeindeschulen ist der Volls- 3tg." zufolge am Sonnabend von hier hausenden Waisen haben Platz machen müssen. Das Gebäude, der Lehrplankommission des Provinzial- Schulfollegiums beschlossen das einschließlich des Flurfensters sieben Fenster Front hat und etwa worden. Vertreter der Stadt haben in der Sigung das von der abend verunglückte und gestorbene junge Mädchen war die 19jährige im Dachgeschoß in 24 Räumen Das bei dem Bauunglück am Hause Klosterstr. 4 am Sonn- 10 Meter tief ist, beherbergt im Keller, im Hochparterre und Regierung beanstandete Siebenstufensystem erfolglos zu verteidigen Tochter des Kaufmanns Herrmann aus der Lothringerstr. 55. Sie 98 Kindern. 27 Familien mit gesucht. Der Vertreter des Kultusministeriums, Geh. Regierungsrat war in dem Geschäft von S. Bendit, Klosterstraße 48, angestellt, und Wir begeben uns zunächst in den Keller Dr. Wagold betonte, daß der Lehrplan einer solchen mächtigen tam sonst sehr pünktlich vom Geschäft zurück, hatte aber gerade Deffnen der Thür schlägt uns dumpfe, feuchte Luft entgegen. einen zweifenstrigen Raum. Schon beim Stadt wie Berlin in allen Teilen auf der Höhe der neuesten und am Sonnabend noch einige Besorgungen übernommen, so daß ihr Der Fußboden ist mit Ziegelsteinen gepflastert, die die Feuchtigkeit besten pädagogischen Anschauungen und Bestrebungen stehen Ausbleiben anfangs nicht auffiel. Als fie aber auch bis abends des lehmigen Erdreichs hindurch laffen. In der Mitte des Raumes müsse. Der von den Vertretern Berlins verteidigte Plan verdiente gewiß der Vater wandte sich an die Polizei, von der er dann das Unglück Raum hausen Mann, Frau und sechs Kinder. 10 Uhr nicht zurück war, wurden die Angehörigen ängstlich. und liegen einige Matten, die der„ Waisenvater" spendiert hat. In diesem Durch das tein besseres Schicksal als das ihm bereitete. Hoffentlich hegt aber erfuhr. andrerseits Herr Dr. Wäkold soviel Geschmad im Innern seines Zimmer hindurch gelangt man in die nächste Wohnung", Busens, daß er die heute in preußischen Regierungsfreisen maß- Getränktes Ehrgefühl hat das 20 Jahre alte Dienstmädchen einen ebenso dumpfigen feuchten Raum wie den vorherigen, aber viel, biel fleiner Wir nehmen unser Metermaß gebenden Anschauungen über Voltsschul- Pädagogik nicht für die Marie Gaida, die Tochter einer Bauarbeiterswitwe aus der Stralsunderstraße 61, in den Tod getrieben. Ihrer Herrschaft waren zwei silberne 41/2 Meter, Höhe gegen 2 Meter. Bewohner sind der Mann, die besten hält. zur Hand und stellen fest: Breite 13/4 Meter, Meter, Länge Löffel und eine silberne Gabel weggekommen und man beschuldigte Eine Schädigung der Soldaten. In Versammlungen von das Mädchen des Diebstahls. Auf das tiefste gekränkt verließ die Frau und ein Kind. Die Frau flagt über Reißen und darüber, daß Bäckermeistern wurde vielfach darüber geklagt, daß die Bäcker den Beschuldigte unter einem Vorwande abends die Wohnung und kam man gar nicht vom Doktor wegkomme, seitdem man hier wohnen Kantinenwirten 25-30 Proz. auf den Preis nachlassen nicht wieder. Löffel und Gabel fanden sich wieder, aber das Mädchen müſſe". Unser Weg führt uns dann durch das Hochparterre. Die müßten, wenn sie Backwaren für Militärfantinen liefern wollten. blieb verschwunden. Gestern landete man die Unglückliche am Lützow find sie höher und auch trocken. Einer Frau, die mit 4 Kindern einen Größe der Räume stimmt mit der im Keller ziemlich überein, nur Durch dieses Verfahren, so folgerte man, würden die Soldaten, die in Charlottenburg als Leiche aus dem Wasser. ihren Bedarf aus den Kantinen nähmen, geschädigt, da die Bäckermeister, um bestehen zu fönuen, sich an den Verbrauchern etwas weniger leichtfertig mit Beschuldigungen bei der Hand zu alle fünf müssen auf der Erde Ob dieser tragische Vorfall die Herrschaften" veranlassen wird, der hinteren Kleinen Räume bewohnt, ist es unmöglich, dort ein Bett aufzustellen. Die Matrage steht an der Wand. fchadlos halten, also nach Gewicht und Beschaffenheit minder sein und zu bedenken, daß auch ein Dienstmädchen Ehrgefühl hat? schlafen. Doch schläft die juertige Ware liefern müßten. Von der Spandauer Frau nur wenige Stunden. Den übrigen Teil der Nacht näht sie, Bäckerinnung wandten sich einige Meister mit einer Eingabe Verhaftung eines Ministerialbeamten. Der Geheime um bei der Arbeit nicht durch die Kinder gestört zu werden. Solcher, unmittelbar alt den Kaiser als den obersten Kriegs- expedierende Sekretär im Ministerium des Innern Robert Meder, kleinen Räume, in die man immer nur durch den vorgelagerten Herrn. Sie schilderten die Zustände bei den Kantinen Tieckstr. 29, ist wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung ver- größeren Raum gelangt, enthält jedes Geschoß vier. Im Dachgeschoß Lieferungen und fügten hinzu, daß es so wie bei den Bäckereien haftet worden. Auf Kassenanweisungen hat er wiederholt die Unter- verkleinert sich natürlich der Luftraum und auch die benutzbare auch bei den übrigen Geschäften liege. Der Soldat erhalte schriften von Vorgesetzten gefälscht und die auf diese Weise an- Fläche etwas. Die meisten Familien haben drei bis sechs Kinder. also in den Kantinen für weniger Geld auch weniger oder gewiesenen Beträge von der Stasse erhoben. Ferner hat er amtliche Einer der kleinen Räume wird von einer aus sieben Köpfen begeringere Ware als in den öffentlichen Geschäften. Die Ein- Gelder, die er an sich gebracht hatte, unterschlagen. Der Betrag stehenden Familie benutzt. Von den Kindern müssen zwei in dem gabe hat dem Kaiser vorgelegen und wurde vom Kriegsministerium feiner Beruntreuungen beziffert sich auf etwa 8000 M. Meder, der großen Nebenraum der dort wohnenden Familie, zu der ebenfalls ( Allgemeines Kriegsdepartement) wie folgt beschieden: seit 15 Jahren im Staatsdienste stand, bezog ein Jahresgehalt von fünf Kinder gehören, beim Schlafen Gesellschaft leisten. Ihre Immediatvorstellung betreffend Kantinen Verpachtung 5000 M. -Dem Berichterstatter und seinem Begleiter, einem Rigdorfer Arzt, ist auf allerhöchsten Befehl an das Kriegsministerium zur Prüfung Von Brandstiftung heimgesucht wurde in vorletzter Nacht das wurde von den anwesenden Frauen glaubhaft versichert, daß sie hauptabgegeben. Nachdem die Prüfung stattgefunden hat, wird Ihnen Grundstück Artillerieſtr. 33, was um so bemerkenswerter ist, als hier fächlich wegen der Kinder keine Wohnung bekommen hätten. ergebenst mitgeteilt, daß die Kantinen- Bewirtschaftung Privat- mum innerhalb drei Monaten sechsmal Feuer ausbrach, das jedoch Sie hätten immer Wohnungen gesucht und thäten es auch jetzt. angelegenheit der betreffenden Truppenkommandeure ist. Es muß bisher immer im Seime erstickt werden fonnte. Diesmal ist jedoch viele Wirte wollten keine Kinder, so z. B. auch ein Besizer aus der Ihnen deshalb anheimgestellt werden, sich unmittelbar an diese zu der größte Teil des Dachstuhls dem Elemente zum Opfer gefallen. Schönweiderstraße, der nach einer den Leuten ausgehändigten AufSturz vor 4 Uhr bemerkten Passanten von der Straße aus, daß hohe stellung des Magistrats zur Zeit Stube und Küche für 264 M. zu Der Appell an den Kaiser Wilhelm II. hat also augenscheinlich Flammen aus dem Dache emporloderten und schlugen Lärm. Der vermieten hat. Nach weiteren Auskünften find fast alle Wohnungsbis jetzt keinen Erfolg gehabt. Es würde nunmehr weniger im zahlreichen Mieter bemächtigte fich große Aufregung, da fich nicht losen in der Lage, eine nicht allzu hohe Miete zu bezahlen; sie Interesse der Bäckermeister als der Soldaten Sache des Reichs- mur eine starke Berqualmung bemerkbar machte, sondern ehnen sich nach einer eignen vernünftigen Wohnung. Ob jett tags sein, zu prüfen, inwieweit die schweren Beschuldigungen der verschiedene von ihnen nicht versichert waren. Auf dem Herr Belß und seine Freunde in den städtischen Körperschaften es Bädermeister zutreffen. Denn wenn die Behauptungen der Herren Hofe standen in einem Stalle zwei Pferde des Gier- wagen werden, abermals von einem Dorado zu sprechen, aus dem richtig wären, jo läge eine so schlimme Schädigung der Soldaten händlers Rutsch. Ein Kutscher des letzteren beeilte sich, die die Wohnungslosen, die er schon einmal als wirtschaftlich Faule" vor, daß die Volksvertretung fie unmöglich gutheißen kann. Tiere in Sicherheit zu bringen und fand dabei, daß auch im Stalle bezeichnet hat, gar nicht heraus zu bekommen sind. Beinahe wäre in Spandau der Umsturz proklamiert worden. Drahtgitter, das die Stelle eines Fensters vertritt, war Brennstoff Bei der Wahl eines Mitglieds der Schuldeputation erhielt ein Brandherd vorhanden war. Durch ein gewaltsam umgebogenes in den Stall geworfen, der Bretter, Stallutensilien und Geschirre nämlich unser Parteigenosse Hallecker 13 Stimmen, während 16 auf angefohlt hatte. Jedenfalls sollte durch den doppelten Brandherd die den Stadtverordneten Schulze fielen. So gelang es noch eben, die Gefahr vergrößert werden. Die Feuerwehr brachte den Dachstuhl Revolutionierung der Schule zu verhindern. brand nach einstündiger Arbeit zum Stehen, doch währten die Aufräumungsarbeiten noch zwei Stunden. wenden." wurde die Beratung über den Entwurf zu der neuen PolizeiIn der geftrigen außerordentlichen Sihung des Magistrats verordnung über das nächtliche Schließen der Häuser, die für die Polizeibezirke von Berlin, einschließlich der Hasenheide, sowie für die Stadttreise Charlottenburg, Schöneberg und Rigdorf bestimmt ist, fortgefegt. Der Magistrat beschloß in dieser Sache, die begründeten Bedenken, die gegen einzelne Bestimmungen dieser neuen Berordnung, für die ein Bedürfnis nicht zu erkennen ist, von den Beteiligten zur Sprache gebracht worden sind, dem Polizeipräsidium mitzuteilen. Weitere Schritte fann der Magistrat bei dieser Verdrdnung nicht thun; es handelt sich um eine sicherheitspolizeiliche Anordnung, wobei der Magistrat nur zu hören ist. Ueber die Wirkung von Extra- Unterstützungen auf die Ortsangehörigkeit äußerte sich der Magistrats- Assessor Dr. Herzfeld in einer Versammlung der Armenkommissions- Vorsteher folgendermaßen: Wie wenig die in der Kommunalverwaltung maßgebenden Hausbesitzer geneigt sind, gegen die Wohnungsnot etwas zu Eine Diebesbande, die gewohnheitsmäßig in den Vorzimmern unternehmen, zeigt sich jetzt wiederum in Spandau, wo unsre der Aerzte stahl, ist in der Nacht zum Montag festgenommen Parteigenossen in der Stadtverordneten- Versammlung die Errichtung worden. Man fand bei den Verhafteten noch eine Menge ärztlicher eines Asyls für Obdachlose und eines Wohnungsamts Gebrauchsgegenstände, ferner Dinge, die Patienten oder Aerzten ge- sowie die Aufnahme einer Wohnungsstatistit beantragt stohlen wurden, wie ein Portemonnaie, Ueberzieher, Siegelringe usw. haben. Ferner wollen unsre Genossen, daß die Stadtverordneten Die Eigentümer können diese Sachen im Zimmer 37 des Polizeipräsidiums in Empfang nehmen. Durch einen Absturz aus dem dritten Stod verunglückte gestern, Cubrystraße in der Stralauer Teppichfabrit, in der ein neuer FahrMontagvormittag, der 36 Jahre alte Arbeiter May Ulrich aus der stuhl gebaut wird. Der Mann durchschlug ein Glasdach und 30g fich außer einem Unterschenkelbruch am ganzen Körper Verlegungen durch Glassplitter zu. Er mußte mit Lückschem Rettungswagen nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. Es sei eine vielfach verbreitete irrige Meinung, daß durch eine Extra- Unterstügung vor Ablauf der gefeglichen zweijährigen Frist die Erlangung der Ortsangehörigkeit weiter auf 2 Jahre hinaus geschoben werde. Nach den gesetzlichen Bestimmungen ruhe der Lauf der zweijährigen Frist nur während der Dauer der Unterstügung. Dasselbe gelte bon fofortigen Extra- Unterstügungen sowie von den vom städtischen Obdach geleisteten so- Durch die Straßenbahn verunglückt ist am Sonntag genannten Miets- Unterstügungen. Die Frist ruhe auch dann, wenn macher, Linienftr. 80. Sie stieg mit ihrer 19jährigen Tochter an nachmittag am Alexanderplatz die 58jährige Frau Bertha BulverFamilienmitglieder, die Ehefrau oder Kinder unter 18 Jahren, der Ede der Neuen Königstraße und des Alexanderplates von einem unterstügt werden müßten. Voraussetzung aber bei allen diesen Unterstügungen sei die Notwendigkeit der Unterstützung; andernfalls Straßenbahnwagen ab und lam durch einen ihr entgegenfahrenden werde die Frist durch die geleistete Unterſtügung nicht unterbrochen. Wagen so schlimm zu Fall, daß sie auf dem Transport nach der Die Armentommiffionen hätten also in erster Linie die Bedürftigkeit Unfallstation starb. des Hilfesuchenden zu ermitteln, die Festsetzung des UnterstützungsWohnsizes sei dagegen hauptsächlich Sache der Armendirektion. Orgelfonzert. Frau Marie Kornatis, Frl. Wilma Enequift, Frt. Gronwald, der Cellist Herr Paul Treff und Herr Hans Gengel wirkten mit beim Orgelvortrag des Mufifdirektors Otto Dienel in der Marienkirche am Mittwoch, den 24. April, mittags 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. Bersammlung sich für die Beschaffung billiger und gesunder Wohnungen aus städtischen Mitteln erkläre oder auch suche, durch Empfehlung einer Unterstügung gemeinnügiger Genossenschaften das gleiche zu erstreben. begründete, unterbrachen ihn die Hauswirte fortgejezt durch Als unser Parteigenosse Rieger diese Anträge einbrachte und Entrüstungsrufe. Genosse Rieger bezeichnete es als beschämend, daß zur Zeit die Obdachlosen, gleich Missethätern, in der Polizeiwache untergebracht werden; er verwies auf den Erlaß der preußischen Minister und forderte, daß sich die Versammlung nicht dadurch ein Armutszeugnis ausstellen solle, daß sie sich erst verständlichen Pflicht zwingen lasse. Bezeichnend ist, daß Ober von der Aufsichtsbehörde zur Erfüllung einer ganz selbstbürgermeister& o elge als Leiter des Kommunalwesens meinte, es feien schon zwei Perioden der Wohnungsnot binnen 25 Jahren vorübergegangen und so werde auch der jetzige Zuſtand von selbst wieder verschwinden. Ueberdies baue ja der Militärfiskus Arbeiterwohnungen. Daß diese nur für die in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter beschafft werden, scheint dem Oberbürgermeister nicht bekannt zu sein. Nachdem auch unser Parteigenoffe Ducks ch den socialdemokratischen Antrag begründet hatte, beschloß die Stadtverordneten Versammlung, die Angelegenheit zu vertagen. Die städtische Deputation für die Krankenanstalten und die öffentliche Gesundheitspflege hat in ihrer legten Sigung über Maß regeln zur Bereitstellung weiterer Krankenbetten beraten und zwar kunde( deutsche Reichs- und preußische Staatsverfassung); VorArbeiter- Bildungsschule. Dienstag, den 23. April, Gesetzesmit Rücksicht darauf, daß die Ingebrauchnahme des neuerbauten Schöneberg. Die Aufhebung der Lustbarkeits4. städtischen Krankenhauses sich voraussichtlich noch etwas ver- 25. April, Nationalötonomie( bas Genossenschaftswesen); Donnerstag befchloffen. Der Ertrag der Steuer steht nicht im Vertragender: Rechtsanwalt Victor Fräntl. Donnerstag, den steuer zum 1. April t. J. hat der Magistrat in seiner Sigung vom zögern kann. Vortragende: Fräulein Fanny Imle. Freitag, den 26. April, hältnis zu der Schwierigkeit der Erhebung und der hierdurch entWohlangebrachte Warnung. Die Speditions, Speicherei- Rede Uebung( Referate und Diskussionen über Themata stehenden Belästigung des Publikums. Zum Armenarzt für und Kellerei- Berufsgenossenschaft ersucht uns folgendes bekannt zu aus dem socialen, gewerkschaftlichen und geistigen Leben); den Friedenauer Ortsteil ist vom Magistrat Herr Dr. Sammter bea geben: In sämtlichen Geschäften der Firma A. Jandorf u. Co. sind Vortragender Dr. Rudolf Steiner. Die Broschüre von stellt worden. Die neue Verbindungsstraße zwischen feit einigen Tagen Plakate folgenden Inhalts angebracht: Schwere Herrn Dr. Steiner Welt- und Lebensanschauungen von den ältesten Atazien- und Hauptstraße, neben der Maison de santé, soll den Blutvergiftungen, welche sich aus unscheinbaren Verlegungen Beiten bis zur Gegenwart, Auszug aus Vorträgen, gehalten vom Namen Vorbergstraße erhalten. entwickelten, machen es uns zur Pflicht, unsre Angestellten darauf Januar bis März 1901 in der Arbeiter- Bildungsschule" ist zum hinzuweisen, jede, auch die kleinste Verlegung sofort zu melden und Preise von 25 Pf. in der Bibliothek zu erhalten. Recht zahlreichen fich in sachgemäße ärztliche Behandlung zu begeben. Die Ver- Besuch der Versammmlung und Unterrichtsabende fieht entgegen jäumnis weniger Stunden genügt oft, unheilbaren Schaden anzurichten." Wir fönnen diese Fürsorge der Herren Unternehmer nur mit Befriedigung begrüßen. Es wäre zu wünschen, daß dieses Vorgehen Nachahmung finde. " Mit gesundheitlichen Maßregeln, die geplant werden, scheinen Erhebungen zusammenzuhängen, die seit einiger Zeit in hiesigen Bädereien gemacht werden. Die Fragebogen, die von Polizeibeamten in Umlauf gesezt werden, enthalten auch Fragen nach dem wirklichen Inhaber der Firma, ob diese eingeschrieben ist, wie viele männliche und weibliche Arbeiter sie beschäftigt, wie alt diese sind, wie viel Stunden die Arbeitszeit und die Baufen betragen, ob in Nacht oder Tagesschichten gearbeitet wird u. f. m. " Der Vorstand. unglückt find, wird aus Finsterwalde gemeldet. Am Sonnabend Ein großes Grubenunglück, bei dem elf Menschen verist in der Nähe von Finsterwalde die Braunkohlengrube Henriette" bei Sallgast durch schlagende Wetter in Brand geraten. If Berliner Adresbuch. Der Nachtrag zum diesjährigen Adreß- Bergleute wurden vermißt. Die gesamte Knappmannschaft, die frei buch gelangt von heute ab zur Ausgabe. Das Buch wird allen willigen Feuerwehren sowie Maurer und Zimmerleute beteiligten Abnehmern des Jahrgangs 1901 in der Haupt- Expedition des fich an den Rettungsarbeiten. Ea lag die Möglichkeit vor, Berliner Lokal- Anzeiger", SW, Bimmerftr. 37/41, und in deffen daß sich die Vermißten in einem entlegenen Stollen sämtlichen Filial- Expeditionen bis Ende Mai cr. unentgeltlich ver- läufig in Sicherheit gebracht hatten. Am Sonntag wurde abfolgt. die Berliner Feuerwehr und das Kommando des 3. Corps um Das Rennen im Sportpark Friedenau litt am Sonntag Silfe ersucht. Der Branddirektor Giersberg ließ alle Wachen beunter einem schlimmen Unfall. Beim Fünfzigfilometer Rennen nachrichtigen und es meldeten sich darauf der Obermaschinist Brand plagte am Schrittmacher Apparat des Herrn ob ein Reifen. und die Feuermänner Haase, Müller und Schulz, ehemalige BergRobl fowohl wie seine beiden Schrittmacher tamen zu Fall; einer männer freiwillig zu den gefabrvollen Rettungsarbeiten. Unter der Testeren, der Italiener Cantini, mußte bewußtlos von der Bahn Führung des Brandinspektors Beckers, des ersten Adjutanten des vor Versammlungen. Vermischtes. Branddirektors sind die Mannschaften Sonntagabend vom Anhalter Bahnhof mit Rettungs- und Atmungsapparaten sowie mit Sauerstoff versehen nach Finsterwalde bez. Sallgast abgefahren, wo in- Der Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend hielt Liebesdrama. In Gafern bei Meißen ermordete der 35jährige zwischen schon Militär aus Kottbus eingetroffen war. Dem Ver- am Sonntag bei Cohn, Beuthstraße, feine Generalversammlung ab. Werkmeister 8iller feine Geliebte, ein 21jähriges Mädchen, und nehmen nach sind inzwischen zwei Personen gerettet worden. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das An- verübte dann Selbstmord. Beide sind aus Meißen. Das Motiv ist Großfeuer. Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr brach in denken der verstorbenen Stameraden Steinsch und Weitel in der in den Hindernissen zu suchen, die sich der ehelichen Verbindung der Heiligensee auf dem Gehöft des Besizers Schirrmacher ein üblichen Weise. Nach dem Bericht des Raffierers betrugen die Ein- Beiden entgegenstellten. Biller war verheiratet und Vater von drei größeres Feuer aus. Die gefüllte Scheune ging in Flammen auf. nahmen inkl. des alten Bestands von 17 982,43 M. im verflossenen Kindern. Die herbeigeeilten Feuerwehren aus Hennigsdorf, Nieder- Neuendorf Quartal 23 397,43 M., die Ausgaben( darunter 3500 M. für den Aus Mannheim wird berichtet: Montagmittag schlug in der asw. konnten mit ihrem geringen Material nur die anliegenden Ge- Streik der Maurer in Halle, 684,65 W. an den Geschäftsleiter, nähe der Neckarspitze ein Boot mit neun Insassen um; es 937,20 M. für Abonnements der Einigkeit") insgesamt 7270,22 M., bäude schützen. Gerichts- Beitung. Wenn diefe unglaubliche Entscheidung der Stenerbehörde hinfort als Nichtschnur gilt, dann können die Fabrikanten mechanischer Mufilinftrumente mur ihre Bude zumachen. " Witterungsübersicht vom 22. April 1901, morgens 8 1hr. Barometer stand mm Wind: richtung Windstärke Wetter Temp. n.&. 5º G. 4° R. Stationen 76850 2 wolfent 8 Cort 7 ſtanb mm 22 BarometerWinds richtung Windstärke 757,9 756S Wetter bebedt Temp. n. 6. ALL 5º.= 4° R.) 1pollent 1 bedeckt 10 13 2 heiter 7663D 5 wolfent 7 Baris 761050 216.beb. 13 768 N 1 wolfig Wetter Brognose für Dienstag, den 23. April 1901. Trocken und vorwiegend hetter, nachts ziemlich fühl, am Tage warm Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die jurifische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Montier Schweiz. Der Nullpunkt des Begels wird in manchen Staaten nach dem fleinsten, in andren nach dem Normalwafferstande festgeftent, so baß also in diesem Falle die Wasserstandsmessungen auch unter Null noch fortgelegt werden. A. N. Gins und neun Nullen. besteht über diese Frage nicht. Schulz. Ein besonderes Gesetz oder eine besondere Polizeiverordnung Unzweifelhaft haben Sie aber als Mieter das Recht, derartige Eingriffe des Vermieters in Ihr Mietrecht sich zu verbitten und eventuell auf Unterlaffung fünftiger Störungen bei Vermeidung fiskalischer Strafen zu klagen und etwaige Schadensersatzantprice ansprüche geltend gu machen. Zuständig ist das Amtsgericht. gewährt: es entstehen in der Regel durch das Klageverfahren keine Stoſten. 100. Birkholz. In Unfallsachen wird kein Armenrecht oder dergleichen Der Verletzte muß innerhalb eines Monats nach 3 ustellung des Urteils des Schiedsgerichts Rekurs beim Reichs Versicherungsamt einlegen. Ein Formular hierfür finden sie auf Seite 97 Nr. 7, b des ersten Nachtrags zum Arbeiterrecht( auch betitelt Stadthagen, Führer durch das UnfallversicherungsGesez). Legen Sie schleunigst, falls die Zeit nicht etwa verstrichen ist, Returs ein: das Arbeiterrecht liegt in der Bibliothek Alexandrinenstraße 26 aus. Ist Ihnen etwas unklar, fo sprechen. Sie mit A. B. Ja. den Aften in der juristischen Sprechstunde vor. Beim Kahnfahren verunglückt. Ein bedauerlicher Unglüds- so daß ein Kaffenbestand von 16 127,21 m. verbleibt. Arbeitslos gelang, fünf derfelben zu retten; die übrigen ertranten. wurden im 1. Quartal 3133 Wochen, frant 525 Wochen ab- In Prag ist gestern nachmittag der altezechische Stadtrat fall, dem leider zivei Menicheuleben zum Opfer fielen, ereignete sich gestempelt. Wie der Vorsitzende Hinrichsen berichten konnte, hat 23enzel Paruzet auf offener Straße erschossen worden. Sonntagnachmittag in Köpenid. Des dortselbst in der GartenStraße wohnhafte Arbeiter Pipshula vergnügte sich in Be- fich das Einheitssystem, das nunmehr seit einem Jahr eingeführt ist, durch Baruzet war Administrator der städtischen Verzehrungssteuerpachtung. gleitung seiner zwei Kinder, einem Mädchen und einem Knaben, auf aus gut bewährt. Durch die Aufhebung des öffentlichen Fonds und Er spazierte nachmittags mit seiner Familie auf der Straße unter der Spree mit Kahnfahren. Plötzlich tippte, und zwar vermutlich die dadurch notwendige Erhöhung der Vereinsbeiträge sind finanzielle halb des Belvederes, als er plötzlich, von mehreren Schüssen geNachteile nicht entstanden. Obgleich infolge der außerordentlich troffen, als Leiche zusammenbrach. Die Straße war zur Zeit des durch unvorsichtiges Schaukeln, das Fahrzeug um und alle drei Nachteile nicht entstanden. Perfonen fielen ins Waffer. Die beiden Stinder konnten zivar bald großen Arbeitslosigkeit und der hohen Krankheitsziffer im verflossenen Vorfalls sehr belebt. Auf die Detonation hin eilten Passanten hervon zur Hilfe hinzugekommenen Personen aus dem Waffer gezogen Jahre den Mitgliedern 6885 Wochen unentgeltlich abgestempelt bei, welche den Thäter ergriffen und der Polizei übergaben. Hier werden, doch war das Leben bei dem kleinen noch nicht ganz brei werden mußten und demnach ein Ausfall an Beiträgen von wurde er als der frühere Controleur einer städtischen Berzehrungsjährigen Knaben bereits entflohen, nur bei dem Mädchen waren bie 2229,75 2. zu verzeichnen ist, wurde doch die veranschlagte Ein- fteuerpachtung Namens Wurm agnosciert. Wurm, der kürzlich aus Wiederbelebungsversuche von Erfolg gekrönt. Der Körper bes Vaters, stelle Weißenfee, wonach sämtliche Vorstandsmitglieder auch der gab an, daß er sechs Schüsse abgefeuert hat. nahme im vollen Umfange erreicht. Ein Antrag der Zahl- dem Dienst entlassen wurde, hat ans Na che den Mord verübt. Er der sofort untergegangen war, fonnte erst nach einer Stunde ge- politischen Organisation angehören sollen, wurde borgen werden. wurde mit großer Ermordung Deutscher in der Südfee. Aus Cooktown Majorität abgelehnt, nachdem sich mehrere Redner aus taktischen in Australien ist in Hannover die Trauernachricht eingetroffen, Gründen gegen denselben ausgesprochen habent. Hierauf wurde mit- daß der Gelehrte Mente, Leiter einer zur geographischen und geteilt, daß am Dienstagabend im Gewerkschaftshause eine Ver- naturwissenschaftlichen Erforschung der Südsee- Inseln ausgerüsteten Die Bureaukratie und der Mufikautomat. Wegen Sinter- fammlung der Central- Kranken- und Sterbelaffe der Zimmerer Expedition sowie ein deutscher Kolonist Namens Caro, bei Sankt ziehung der Luftbarkeitssteuer war der Gastwirt Böllens angeklagt ftattfindet, in der unter anderm die Wahl des Vorfigenben vor- Mathias auf den Macquari- Inseln( eine Infelgruppe südlich von worden. Er sollte dadurch eine steuerpflichtige öffentliche Luftbarkeit genommen wird. Vom Verein ist Neppichläger als Kandidat Neuseeland) von Eingeborenen ermordet wurden. Der Schiffsveranstaltet haben, daß er es jedem feiner Gäste möglich machte, aufgestellt, und soll für dessen Wahl gewirkt werden. Nachdem noch arzt des Dampfers" Eberhardt", Dr. Heinrich, und Seemann Krebs einen in feinem Lotal aufgestellten Musikautomaten durch Einwurf auf die Versammlung ant 1. Mai hingewiesen, welche im Böhmischen wurden verwundet." Die bisher erfolgreiche Expedition wird über eines Geldſtücs in Bewegung zu setzen. Das zuständige Landgericht Brauhause, Landsberger- Allee einberufen ist und aufgefordert worden Brisbane nach Matupi weitergehen. als Berufsinstanz fprach ihn jedoch frei, indem es annahm, daß eine var, fich trotz des Beschlusses der Unternehmer, die Feiernden ausöffentliche Luftbarkeit dann noch nicht vorliege, wenn das Instrument der Vorsitzende über das Ergebnis der Verhandlungen, in der zusperren, recht rege an der Versammlung zu beteiligen, berichtete an einem Tage nur mehreremal durch Gäfte zum Spielen veranlagt Achtzehner- Kommission. Seitens der Arbeitervertreter sind bereits im hob aber auf die Revision des Staatsanwalts die Vorentscheidung eine Heine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und verschiedene werde, wie es hier der Fall gewesen sei. Das Kammergericht September v. J. den Unternehmern die Anträge, die in dem neuen Vertrag auf und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Land- Abänderungen in den vielfach unklaren Ausführungsbestimmungen Stationen gericht zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung zurüd: Die bezweckten, unterbreitet worden. Benutzung des Musikautomaten im Lokal des Angeklagten Unternehmer einen neuen Vertrags- Entwurf aufgestellt, in welchem Erst lange Zeit darauf haben die ftelle eine öffentliche Luftbarkeit dar. Es stehe fest, daß aber nicht nur die Wünsche der Arbeiter teine Berücksichtigung ge- winembe 769 SSO 3 woltent 7 Saparanda 767 Still die Benutzung im Jutereffe sämtlicher anwesenden Gäste gelegen funden haben, sondern in dem auch verschiedene Verschlechterunge Hamburg 7670S0 2 wolfent 10 Betersburg 768 habe und der Angeklagte fei als Veranstalter der Luftbarkeit gegenüber dem bisherigen Vertragsverhältnis enthalten waren. Berlin anzusehen, da er das Instrument zu beliebiger Benutzung aufstellte. Es tomme nicht darauf an, ob der Automat mehrere Male hinter- Der zweite Entwurf lautete etwas günftiger für die Arbetter und Grantf./M. 766 ONO 2 wolfent 11 Aberdeen einander in Thätigkeit gefegt worden sei oder nicht. Deffentiben weiteren Verhandlungen formte schließlich doch noch ein München einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Aller- Wien lich sei die Luftbarkeit insofern gewefen, als sie in einer Gastwirt- bings haben die Unternehmer die geforderte Lohnerhöhung von 65 schaft stattfand, zu der jedermann Zutritt habe. Die Luftbarkeitssteuer auf 671/2 und später 70 Pf. pro Stimde mit dem Hinweis auf die fei nun nach der angezogenen Verordnung voraus zu zahlen. Darum liffe der Wirt, so lange er nicht gezahlt habe, die Benugung beschlechte Geschäftstonjunttur ftritte abgelehnt, aber auch einige ihrerseits bei schwachen östlichen Winden. Automaten sperren. gestellte Forderungen fallen gelaffen und einzelnen Abänderungsvorfchlägen zugeftimmt. Demnach würde der neue Vertrag im all Der Stumbenlohn soll vom 1. April 1901 bis 31. März 1902 wie gemeinen dem bisherigen Vertragsverhältnis so ziemlich entsprechen. Mihhandlung einer fiebzigjährigen gebrechlichen Frau nach beendeter Lehrzeit und invalider Arbeiter unterliegt der freien bisher 65 Bf. betragen. Der Lohn der Junggesellen im ersten Jahr durch einen Schuhmann. Am 1. Februar vorigen Jahres spät Vereinbarung. Ueberstunden sollen vermieden, wenn fie aber notabends fah der Sriminalschuhmann Jakob Morih vor weitbig, so sollen sie mit einem Lohnzuschlag von 15 Bf. berechnet dem Hause Turmstraße 19 einen Handwagen stehen. Er nahm die werden. Die Arbeitszeit ist entsprechend der Jahreszeit festLaterne vom Wagen und suchte nach der Namensinschrift des Be- gefekt und beträgt die längste 9, die fürzeste 7 Stunden. fibers. Die 70jährige Witive Stofchorr, welche neben dem Wagen Der Zohn wird für thatfächlich geleistete Arbeitszeit berechnet Stand, berbat fich diefe Handlungsweise des Beamten und und nur für die Sonnabende, an welchen allgemein früher Feierabend fagte ihm, daß der Wagen ihrem Sohne gehöre. Der gemacht wird, muß der volle Tageslohn bezahlt werden. Jit den Schumann wurde gegen die alte Frau handgreiflich, bald weiteren Bestimmungen wird die Vergütigung des Fahrgelds, die tam auch ihr Sohn, der der fich nur furze Zeit entfernt Banjen, Beginn und Ende der Arbeitszeit und die Lohnzahlung geHatte, hinau und fragte nach der Ursache des Vorgangs. regelt, ferner die Beschaffenheit der Baubuden und Aborte vor: Die nächste Folge diefes Auftritts war eine Auflage gegen Sen geschrieben, außerdem der Geltungsbereich für das Vertragsverhältnis, Sohn der Witive Koschorr, der sich bei der genannten Gelegenheit Bie Thätigkeit und Befugnisse der Achtzehner- Kommission 2c. festder Beamtenbeleidigung und des Widerstands schuldig ge- gefeßt. Die Diskussion über den neuten Vertragsentwurf wurde macht haben sollte. Koschorr ist aber vom Gericht frei vertagt und beschlossen, noch im Laufe dieser Woche eine Versamm gesprochen worden, und darauf hat die Staatsanwalt- lung abzuhalten, in der dann über die Annahme oder Ablehnung fchaft gegen den Kriminalschuhmann Moris Auflage wegen Körper- des Vertrags Beschluß gefaßt werden wird. verlegung erhoben, die am Montag vor der dritten Straffammer am Landgericht I verhandelt wurde. Hier behauptete nun der An- Weißensee. Am Dienstag, den 16. April, fand im Lotal Bur getlagte Moritz, er habe die Frau St of chorr überhaupt nicht an- Flora" eine öffentliche Gewertschaftsversammlung für Weißensee gefaßt, während diese unter ihrem Zeugeneid den Vorgang statt, in welcher Genoffin Stiefel einen beifällig aufgenommenen folgendermaßen darstellte: Nachdem der Schutzmann, der in Civil Wortrag über: Die Schäden des Kapitalismus" hielt. Eine Dis verlobten eingetreten ist, so ist die Rückforderung der Verlöbniszeichen W. Thiele. Unterbleibt die Eheschließung, weil der Tod eines der tvar und von ihr nicht als Beantter erkannt wurde, die Laterne fuffion wurde nicht beliebt. Hierauf erstattete der Vertrauensmann( Ringen und dergleichen) und der Geschenke im Zweifel ausgeschlossen. Es vom Wagen genommen hatte und die Zengin ihn deswegen zur des Gewerkschaftskartells, Genosse Schumann, Bericht über die taun also eine Rückforderung in der Regel nur dann eintreten, wenn Um Nede stellte, hätte der Beamte verfucht, den Wagen fortzuschieben, Thätigkeit des Kartells. Danach betrug die Einnahme 265,90 M., tände vorliegen, aus denen zu schließen ist, daß der überlebende Verlobte die Zengin habe, um das zu verhindern, die Deichfel angefaßt, welcher eine Ausgabe von 73,90 m. gegenübersteht, so daß am von der Verlobung zurückgetreten wäre. Dies Rückforderungsrecht verjährt Dann habe sie der Schuhmann im Genid gepadt, 15. April 1901 ein Bestand von 192 M. vorhanden war. Nachdem in zwei Jahren vom Tode des verstorbenen Verlobten abgerechnet. fie mehrmals gegen die Wagenbeigsel gestoßen die Revisoren die Richtigkeit der Abrechnung bestätigt, wurden so unterfügung seiner bedürftigen Eltern rechtlich soweit verpflichtet, als Schriftliche Antwort erteilen wir nicht y. K. 2. 1. Gin Sohn ist zur ind sie schließlich auch noch auf den Straßendamm und Simon als Revisoren gewählt. In Bezug auf die dies- dies ohne Beeinträchtigung bes standesmäßigen Unterhalts seiner selbst geworfen. Die Zengin gab weiter an, sie habe als Folge dieser jährige Maifeier wurde nach kurzer Debatte folgende Resolution ein- und feiner Familie möglich ist. Bestimmte Säge giebt es da nicht. Wißhandlung eine Verlegung der linken Hand davongetragen; und stimmig angenommen: Die heute in der Flora tagende öffentliche 2. Der Anspruch fann durch Klage geltend gemacht werden. ein Unterleibsleiden, mit dem sie seit längerer Zeit be Gewerkschaftsversammlung verspricht, um eine einheitliche 6. 11. 58. 1. Sein Stellvertreter: ein Mitglied des Vorstands. 2. Der haftet sei, habe sich derart verschlimmert, daß fie ärztliche Demonstration zu ermöglichen, am 1. Mai mit allen Kräften dafür Borfigende übernimmt sofort nach seiner Wahl den Vorsitz. N. B. 36. Silfe in Anspruch nehmen mußte. Einige Augenzeugen des unter einzutreten, daß jede Sonderveranstaltung unterbleibt. Sie ver- Preußische Konsols oder deutsche Reichsanleihe find ficherer. Fuhrmann Antlage stehenden Vorfalls wußten sich der Einzelheiten nach so langer pflichtet sich ferner, dafür zu sorgen, daß die Versammlung am Borufer 29-31, ist zuständig. 2. 4 Proz. 3. Ja. Henschel. Nein. 5. G. 74. 1. Das Amtsgericht II, Hallesches Beit nicht mehr mit Sicherheit zu erinnern. Es wurde jedoch aus den mittag und die Feier am Nachmittag ihrer Bedeutung gemäß besucht Sie können eine Frist setzen, bis zu deren Ablauf die Abholung der alten Werner Schwarzwald. Aften des Schöffengerichte festgestellt, daß diese Zeugen seiner Zeit werden. und Erjazz neuer Flaschen erfolgen soll und können nach fruchtlofem Ablauf in der Verhandlung gegen Koschorr den Schutzmann Morig belastet Centralverein der Bildhauer Deutschlands.( Verwaltungsstelle der Frist flagen. 5/6. Der Annahme würde nichts im Wege stehen. and daß sie weiter angegeben hatten, sie seien über die Handlungs- Berlin.) Dienstag, den 23. b. Mts., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Die Unfallrente ist an Deutsche auch im Ausland zu zahlen. Jedoch muß veise des Beamten so empört gewesen, daß sie sich freiwillig als Engel- Ufer 15: Ordentliche General- Bersammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Rentenberechtigte seinen Aufenthalt der Berufsgenossenschaft mitteilen Beugen gemeldet hätten. Central- Kranken- und Begräbniskasse für Frauen und Mädchen und auf Erfordern sich von Zeit zu Zeit bei dem deutschen Konsul perföns 6. B. 105. Vorsteher der zuständigen Armenfommission Deutschlands( E.§. 26), Offenbach a. M. Verwaltungsstelle Berlin I. lich vorstellen. ( Sprechstunde 10-11), Stellvertreter Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- iit Hermantus, Lübeckerstr. 16 Ufer 15, Saal III: Haupt- Versammlung." Musolf, Wilsnaderstr. 61. C. 100. Rönnen wir nicht sagen. 5. G. 01. Der Vormund ist durchaus im Unrecht. Ihnen steht das Erziehungsrecht über Ihr Kind zu. Beschweren Sie sich eventuell beim Vormundschaftsgericht. 5269 B. Es könnte noch Zahlung für die Jahre 1898 bis 1898 verlangt werden. Aber es herrscht darüber noch Streit, ob, da der Alimentenanspruch selbst noch nicht feststeht, nicht auch für 5. 2. 52. Gegen die früheren Jahre Zahlung begehrt werden könne. 1,60 1.20 folche Lehrlingszüchterei kann die Gewerbebeputation einschreiten und ist in einigen ähnlichen Fällen eingeschritten. Die Gewerbedeputation tann als untere Verwaltungsbehörde dem Lehrherrn die Entlassung eines Teils der Lehrlinge auferlegen und die Annahme von Lehrlingen über eine bestimmte Zahl hinaus untersagen, falls der Lehrherr eine im Mißverhältnis zu dem Umfang oder ber Art feines Gewerbebetriebs stehende so große Zahl von Lehrlingen hält, daß die Ausbildung der Lehrlinge gefährdet erscheint. Rentenempfänger. 1. Ihre Rechte bleiben bestehen. 2. Nur auf Be fragen würden Sie die Angabe zu machen haben. 2. K. 1. Ihre Ge burtsurfunden und das mit Rechtskraftsattest versehene Scheidungsurteil find erforderlich. Ist die Ehe wegen Ihres Ehebruchs geschieden, so ist die neue Ehe verboten, falls Sie nicht durch eine an das Chescheidungsgericht zu richtende Eingabe Dispens von diesem Verbot erhalten. 2. Das ist nur möglich, wenn der frühere Ehemann auf unehelichkeitserklärung flagt oder wenn das sind von Ihnen adoptiert wird.-N. B. 39. 1. Gine Gingabe an den Betreffenden genügt. 2. Das ist uns nicht bekannt.- W. Nein. O. R. 11. Dem von Ihrer Frau, vor Ihrer Ehe außerehelich ge= +) fret Wagen und ab Bahn. borenen, nicht von Ihnen erzeugten Kinde können Sie mit Einwilligung Produktenmarkt vom 22. April. Getreide. Der heute bekannt Ihrer Frau und des Vormunds Ihren Namen beilegen. Das zu thun gegebene amtliche Saatenstandsbericht für Preußen hat endlich Licht in die liegt im Interesse des Kindes. Um diese Namensbeilegung zit Sauernb sich widersprechenden Privatnachrichten über die heimischen Saat erreichen, schreiben Sie etwa:" Meine Ehefrau hat vor der Ehe ein nicht verhältniffe gebracht. Das Ergebnis hatte an heutiger Börse eine stürmische von mir erzeugtes Kind( Namen) geboren. Ich erteile hierdurch dem Kind Preissteigerung namentlich für Weizen zur Folge. Der Bericht lautet be- meiner Ehefrau meinen Namen, so daß es fortan... heißen soll." sonders für die ausschlaggebenden östlichen Provinzen schlechter als seit Sterunter setzen Sie Ort, Datum und Namen und lassen ben Namen 10 Jahren und nur in dem landwirtschaftlich weniger produttiven Westen von einem Notar ober von einem Amtsgericht beglaubigen. sollen die Saaten befriedigend stehen. Außerdem tamen von Amerika feste Unter diese Urkunde laffen Sie Ihre Frau und den Vormund Preismeldungen, hauptsächlich von der New Yorker Nachbörse. Weizen fette des Kindes schreiben: Mit der Erteilung des Namens 2-3 M. höher ein, schwächte sich jedoch nachher eine Kleinigkeit ab, da mein Kind, beziehentlich mein Mündel bin ich einverstanden." Hierunter größere Abschlüsse in amerikanischer Ware Abgaben von Lieferungen ver- fegt Ihre Frau und der Vormund ihren Namen, lassen auch diese Unters anlaßten. Roggen lag ruhiger und gewann nur etwa 3/4 M. im Preise. fchriften notariell oder gerichtlich beglaubigen. Alsdann beantragen Sie Mehl notierte 10 Pf. höher. Mais war fest auf Amerita, ebenso Hafer, da unter Ueberweisung dieser Urkunde bei dem Standesbeamten, in dessen inländisches Angebot flein war und amerikanische Ladungen nach Sachsen Register die Geburt des Kindes eingetragen ist, auf Grund dieser Urkunde verfchloffen worden sind. den Namen des Kindes int umzufchreiben". Ob Ihre Ehefrau Rüb öl ruhig. mit Ihnen Kinder hat oder nicht, ist für die Beilegung Ihres Namens in dieser Art unerheblich. Die Erklärungen fönnen auch, statt notariell oder Der Gerichtshof schenkte den Angaben der mißhandelten Beugin Roschorr zwar nicht in allen Punkten Glauben, er hielt aber für erwiesen, daß der Angeklagte die Zeugin derart gestoßen habe, daß sie auf den Wagen gefallen sei und eine Verlegung davongetragen habe. Es liege somit eine vorfäßliche Körperverlegung im Amt vor. Der Gerichtshof erkannte dem Antrag des Staatsanwalts gemäß auf eine Geldstrafe von 50 Mark und lehnte den Antrag der als Neben: tlägerin auftretenden Beugin Koschorr auf zuerkennung einer Buße ab. Arbeiter, die nichts weiter verbrochen haben, als daß sie fich in der Nähe einer Fabrik, in der gestreift wird, aufhielten, find nicht felten mit Strafen bis zur Höhe von 30 M. bedacht worden. Die einfache Straßenpolizei Kontravention, wenn sie von einem streifenden Arbeiter begangen wird, wiegt demnach vor der strafenden Juftig fast ebenso schwer, wie die vorsätzliche Körperverlegung, die ein Beamter im Dienst begeht. Eingegangene Druckschriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ift foeben das 29. Seft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Cin intereffanter Fall. Socialistische Motive in der französischen Lyrik. Bon H. Thurow. Moderne Evangelienkritik. Von Franz Mehring. I. Akademiker und Proletarier. Wiener Theaterbrief. Von D. Bach. Notizen: Die Badische Budgetabstimniung. Erklärung Dr. A. Bertholds. Feuilleton: In der Schlucht. Von Anton Tschechow. Aus dem Russischen übersetzt von Eugenie Kliorin.( Fortsetzung.) COME 1 Die Mai Nummer des" Wahren Jacob"( 9. Nummer des 18. Jahrgangs) ist soeben erschienen. Aus demjenigen Teil ber Nummer, welcher dem Feiertage der Arbeit gewidmet tft, heben wir das Titelbild hervor, auf welchem vor der Königin des Maien" mit Blumen geschmückte Stinder, Fahnen mit den Abzeichen der einzelnen Gewerte tragend, vorbeiziehen. Reichen Inhalts ist auch das zwei Seiten bedeckende, humor: sprühende Bild„ Matgedanken nach Meister Böcklin". Ein schwungvolles Gebicht von Clara Müller„ Der Völkermai", die Gedichte" Die Arbeit hoch", Deutscher Wonnemonat" und" Maifeier in Strähwintet", sowie die Stizzen Auf dem Blocksberg“ und„ Matenblüten", von denen die letztere befonders die Frauen fesseln wird, vervollständigen diesen Teil der Nummer. In dem politisch aktuellen Teile ist besonders das farbige Titelbild Der elektrische Berliner Straßenbahn Banzerwagen Barrikadentod, System Bürgertrug, Patent Goßler" bemerkenswert und wird jedem Beschauer Vergnügen be reiten. Ueberaus flott in Zeichnung und Farbengebung ist das bunte NüdBild„ Der letzte Hosenlupf". Auch sonst bietet die Nummer noch so viel des Interessanten, daß ihre Anschaffung unfren Lesern empfohlen werden kann. Der Preis der Nummer ist 10 Pfennig. 5 Marktpreise ven Berlin am 20. April 1901 Welzen, gut D. Gtr.| 16,50| 16,49 Kartoffein, neie, D- Ctr. nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelsteisch mittel gering " 16,48 16,47 16,46 16,45 " 14,30 14,29 " " 14,28 14,27 gering 14,26 14,25 " *) Roggen, gut mittel 4) Gerfte, gut " mittel Butter 15,60 14,80 7,- 5, " 1,30 1,60 1,20 1,80 1, 1,60 1. 1, 2,60 2, 14,70 13,90 " gering " 13,80 13, +) Safer, gut 16,50 15,70 Gier Karpfen Aale 60 Sint 3,60 2,60 1 kg 2,20 1,20 2,80 1, Mittel gering 6,82 Barsche 5,60 Schleie 40,- 25,- Bleie 45,- 25, Krebse 70, 30, 31,40 1,20 0,70 per Shot 18, 3, Nichifroh Hent Erbsen Speisebohnen Linfen *) ab Bahn. 15,60 14,80 Bander 14,70 14,- Hechte 78,50 2,80 1,20 2, 1,20 1,80 0,80 ant Spiritus unverändert, 70er Ioco 44,20 m. Beim Schluß des Verkehrs wurde Weizen noch 2 M. Höher bezahlt gerichtlich beglaubigt zu werden, zu Protokoll des Standesbeamten ab als vorgestern. gegeben werden, in dessen Register die Geburt des Kindes eingetragen ist Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wesker in Gr.- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.