Nr. 33. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. = Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Maum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer mussen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonyund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschlußt Amt VI, Nr. 4106.. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Ammer rückwärts! Dienstag, den 9. Februar 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. schaffen habe. Aber es ist daran zu erinnern, daß Bismarck auf den Markt von Santa Croce zu Rom in die Volksver die Zivilehe immer verleugnet hat und daß er in dem sammlung gegangen, um an einer friedlichen politischen KundDer neue Schul- Gesetzentwurf will dem Staate das Kreislauf, den seine Politik beschrieb, auch sicherlich wieder gebung theilzunehmen. Gerade in dem Augenblick, als er zu Recht zusprechen, auch den Kindern der Dissidenten dahin zurückgekommen wäre, die obligatorische Bivilehe auf- Ruhe ermahnt hatte, sei er von den Polizeibeamten ergriffen, Religionsunterricht ertheilen zu lassen. Gegen einen solchen zuheben. Regierungen, die mit dem Zentrum gute Freund- niedergeschlagen und verhaftet worden. Der Präsident liest die Beschlüsse des Anarchistentongresses. Rückschritt erhebt sogar die ultramontane Presse mehrfach schaft halten wollen, tönnen diese Institution auf die Dauer zu Capolago vor, an dem der Angeklagte als Haupteinberufer ihre Stimme. Sie weist mit Recht darauf hin, daß damit nicht gut unangetastet lassen. theilnahm, und worin die Abschaffung des Staates und des der moderne Rechtsstaat" sich eines schreienden Wider- Die Bourgeoisie, die in ihrem Innern durchaus Sondereigenthums beschlossen wurde. Cipriani erklärt darauf spruchs schuldig macht. Er gestattet Jedermann gesetzlich religionslos ist, kann für ihr Geld ihre Kinder religionslos von Neuem feine Theorie des Anarchismus, nach welcher eine fich für fonfessionslos zu erklären, hat die standesamtliche erziehen laffen, nöthigenfalls im Auslande. In der gesetzmäßige Revolution ein Unding und die gewaltsame Gr Beurkundung der Geburten und Todesfälle eingeführt, hat fapitalistischen Gesellschaft ist auch der Atheismus ir Geld hebung des Volkes schließlich das einzige Mittel sei, einen ge= die Zivilehe zur allein giltigen erhoben und will nun zu zu haben. Nur dem armen Mann kann ein religiöser rechten menschlichen Gesellschaftszustand zu erreichen. alledem den religiösen Zwangsunterricht gesellen. Cipriani erzählt hierauf nach seinem besten Wissen als unUnterricht für seine Kinder aufgezwungen werden, und mittelbarer Augenzeuge die eigentliche Ursache des Ausbruches Dieser Widerspruch war auch bisher schon vorhanden, während der Reiche den Himmel auf Erden-wenigstens bes Tumultes. Während er selbst noch sprach, hatte er in seiner indem religiöse Eide von den religionslosen Staatsbürgern theilweise hat, bleibt dem Armen die Aussicht auf die Nähe einen jungen Menschen bemerkt und im Auge behalten, erzwungen wurden. Und auch sonst wurden die firch Belohnung im Jenseits. der mit heftigen Bewegungen seinen beruhigenden Worten liche Trauung und Taufe, sowie ähnliche religiöse Aber es ist noch ein dritter Faktor thätig, widersprach und gegen Schluß seiner, Cipriani's, Nede Formalitäten häufig durch Vorgesetzte, durch Unternehmer, außer Staat und Schule, nämlich die kapitalistische mit lauter Stimme schrie, man müsse sofort zur Revovielfach auch durch den Terrorismus einer pietistisch ge- Produktion. Diese sorgt dafür, daß die Blicke der Kinder lution vorgehen. finnten Bevölkerung erzwungen. Doch treten die Wider- des armen Mannes frühzeitig auf irdische Verhältnisse gealla die ersten Worte sprach, habe derselbe junge Mensch in sprüche nicht so start auf, als sie in Zukunft auftreten richtet werden. Knurrender Magen, Frost, schlechte Kleidung, bichter Nähe der Karabinari in der Richtung gegen ihn, werden, wenn das neue Volksschul- Gesetz erst in Kraft schlechte Behandlung wer sich über diese Dinge mit dem Cipriani, mit lautem Ruf eine Pistole abgefeuert. Dies fei sein wird. Der alsdann eintretende Gewissenszwang Glauben hinweghelfen kann, dem gratuliren wir aufrichtig. ficher der erste Schuß und der Beginn des ganzen Tumultes ge wird eine Reihe von unangenehmen Konflikten und Häfe- Aber solcher Glücklichen wird es nur sehr wenige mehr wesen und nach seiner festen Ueberzeugung sei eben dieser Mensch leien hervorrufen. Daß die Wirkung dieser Dinge gerade geben, und ihre Zahl wird sich durch den oligatorischen ein Polizei- Agent gewefen. " -W Aus Italien. is er dann von der ber Rednerbühne herunterging und während nach ihm der Arbeiter Galileo Unter den nach Cipriani folgenden Angeklagten, die in den brei Brüder, Barbi mit Namen, einfache ehrliche Arbeiter, die mit ersten beiden Sitzungen zum Verhör kamen, find beiterkenswerth großem Feuer sich als Anarchisten erklären, aber im Gegensatz zu Cipriani schon die friedliche Erreichung des Achi Verbreitung einer religiösen Weltanschauung den un- wird der religiöse Zwang der Schule die Eltern antreiben, überwindlichen Damm gegen die Sozialdemokratie erblicken, dem religiösen Unterricht durch häusliche Belehrung entgegen möchten wir start bezweifeln. Es ist so sehr ergöglich, zuzu- zuwirken. hören, wie im preußischen Abgeordnetenhause die konser- Das Resultat des ganzen Unternehmens wird gleich stundentages für die Arbeiter als einen Beginn der vativen Richtungen das Gesetz für den besten Schutz gegen Null sein, und wenn auch die obligatorische Zivilehe wieder neuen Gesellschaftsordnung begrüßen wollen. Um dieses die Sozialdemokratie erklären, während der Liberalismus abgeschafft wird. Ziel zu erreichen, seien sie auf den Markt Santa Croce behauptet, das Gesetz werde die Sozialdemokratie fördern. gegangen. Denn das Programm der Boltsversammlung Die Staatsmänner des neuen Kurses" sind sich all und die ganze Maikundgebung sei ja die Forderung der neu auftlaffenden Widersprüche, des Achtstundentages gewesen, durch den Hunderttausende die in diesem Gesetze liegen, recht wohl bewußt. Deshalb glauben wir heute hungernden Arbeitern Brot gewinnen tönnten. Ein anderer Angeklagter vom zweiten Verhörs auch nicht, daß die Religionsfrage" mit diesem Gefeße abtage, Nazareno Pefetti mit Namen, erklärt: Ich weiß gethan sein wird. Die Regierung und die mit ihr ver3. Februar 1892. gar nicht, was Anarchist bedeutet. Ich bin einfacher Arbeiter, wandten Parteien sind schwerlich befriedigt, wenn die kon Vorgestern, am 1. d. M., wurde zu Rom der berüchtigte aber mit ganzer glühender Seele will ich kämpfen für einen fessionelle Boltsschule wieder hergestellt ist. Sie werden die Prozeß wegen des Mai- Tumultes von 1891 nach mehrmonatlicher besseren Zustand unseres Lebens. Warum? meine Herren! Ich Widersprüche lösen, aber nicht auf dem einfachsten Wege, Unterbrechung wieder aufgenommen. Ein neuer Präsident des fage Ihnen hier, ich arbeite als Tagelöhner( bracciante) ſeit ich habe in all dieser auf dem Wege der völligen Gewissensfreiheit, Gerichtshofes Ostermann mit Namen leitet die Verhand- nun sonst wäre dieses Gesetz nicht gemacht worden. Nein, man lungen, der Name des öffentlichen Anklägers ist Vico, die Ver- Beit noch nicht einmal ordentlich zu essen gehabt. non ho avuto una vera mangiata di pane.") wird weiter gehen; das Volksschul- Gesetz ist nur das theidiger der Angeklagten sind diefelben geblieben. Ein anderer Angeklagter, Ernesto Leonardi, erklärt sich als ReSignal zu einer rückläufigen Bewegung Schaar der Angeklagten aufnimmt, erscheint, als ob man einen publikaner, aber nicht als Anarchist. Er giebt die von seinem Verauf dem ganzen Gebiete. Man wird die Wider Ausbruch fürchtete, durch neue Stäbe verstärkt, was den Anblick theidiger, Advokat Fratti, bestätigte Nachricht, daß ihm, sprüche aus der Welt schaffen wollen, indem man die des Saales nicht freundlicher gestaltet. Der Präsident während er nun im 10. Monate in Boruntersuchung im Kerter obligatorische Zivilehe abschafft und dem Dissidententhum erklärt, daß täglich eine Gigung, werde gehalten werden, fitt, vor einem Monate zu Hause sein Weib vor Elend und entgegentritt. Daß der Versuch gemacht werden wird, die von 11 Uhr Vormittag bis 4 Uhr Nachmittag dauern Hunger gestorben sei. scheint uns nicht zweifelhaft; eine andere Frage ist es, ob foll. Das Frageverhör beginnt wiederum mit dem Angeer gelingt. flagten Cipriani.- Hamilcar Cipriani erklärt, er*) Es erinnern diese Worte lebendig an das fast gleich. Bei diefer Gelegenheit wird es in der alten sei 47 Jahre alt, Tagesschriftsteller, in seinem großen Prozeß mit lautende historische Wort jenes Bauern in Bauernkriege, der in Raketentiste" allgemein anerkanntem Unrecht zu 25jähriger Zwangsarbeit und der blutigen Verfolgung der Bauern zum Tode geführt, bevor er rumoren und man wird dort daran Gefängnißstrafe verurtheilt, vom italienischen Volte aber zweimal fein Haupt auf den Block legte, ausrief:" Ich soll nun sterben erinnern, daß Fürst Bismarck mit seinem verunglückten aus dem Gefängniß heraus in die Rammer gewählt, dann be- und habe mein ganzes Leben lang mich noch nicht einmal fattKulturkampf" denn doch größere Religionsfreiheit" ge- gnadigt worden. Er sei zum 1. Mai, wie es seine Pflicht war, gegessen!" Feuilleton. Nagbrua verboten.) ( 33 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Sechzehntes Kapitel. und fünfzehn Jahren Herr über eines Mitmenschen Freiheit weiß, selbstverständ- mal dem Russen eine Partie Schach angeboten, eine zweite lich angenommen, daß der Verhaftete ihm mit An- aber verdrießlich abgelehnt, als er an seiner schnellen Niedererbietungen oder mit Bitten kommen würde, und fühlte sich lage in der ersten erkannte, daß er weder die nöthige Aufnicht wenig gekränkt, als er sah, daß der Schriftsteller nicht merksamkeit, noch die rechte Lust für's edle Schachspiel ein Wort, nicht eine Zeile für ihn hatte. Nun, so habe. Nicht minder unglücklich fiel der von ihm „ brumme" Du nur zu," hatte er sich dann im Stillen ge- unternommene Versuch aus, mit Frank ein Gespräch fagt, mein Geldbeutel hält's aus, wenn's Deine Geduld über das Verhältniß der zukünftigen Arbeiter nur auch so lange aushält." Assoziationen zur Kunst anzuknüpfen, und zwar Die ersten Tage waren freilich infolge der Besprechungen war hier die Schuld bei Beiden gleich groß, denn und Beschlüsse in der ersten Nacht seiner Ankunft dermaßen Wunder über Wunder! auch Frank war nicht mehr, was vom lebhaften Ideenaustausche eingenommen, daß wohl keiner er bisher immer gewesen: der heitere Genius dieser wenig der Wechselarrestanten viel Langeweile empfinden konnte, aber erfreulichen Räume, der unverwüstliche Erwecker von Hoff Die wohlthätigen Feen. So wenig Dr. Lange zu denjenigen Leuten gehörte, nach und nach bemächtigte sich doch eine gewisse Abspannung nungen und Entwürfen! Wie ein Kanarienvogel zur welchen aus Mangel an Unterhaltung oder wegen fehlenden und Erschöpfung Aller, welche an den gefaßten Plänen Mauserzeit schlich er von einem Zimmer des Arrestlokals Stoffes zum Denken die Zeit länger erscheint, als sie in innigen Antheil genommen, und das waren sämmtliche nach dem anderen, und schließlich zog er sich, was ihm Wirklichkeit ist, so gab es doch auch bei ihm Zeitperioden, Leibensgefährten mit Ausnahme des„ Normalmenschen", der selten paffirte, einen Stuhl im Spielzimmer an's Fenster, in denen er nicht recht wußte, was er beginnen oder unter sich seinen Rausch an jenem Abende nicht verzeihen konnte stüßte das Haupt auf die Hand und schaute nachdenklich laffen sollte. Es sind dies Zeiten, in denen der Geist so und sich zur Buße hierfür ein sechstägiges Schweigen auf zum Fenster hinaus, so nachdenklich und beharrlich, daß er recht einem überladenen oder überreizten Magen gleicht. erlegt hatte. Da nun außerdem der Kaufmann Mandel durch keine Frage, durch keinen Buruf auf seine Umgebung Der Appetit regt sich vielfach und zeigt nach Bielem Ver- schon am andern Tage seiner Haft entlassen und der aufmerksam gemacht werden konnte. langen, aber beim fleinsten Genusse, häufig schon beim größeren menschlichen Gesellschaft zurückgegeben worden, der bloßen Anblick des Begehrten, wendet er sich mit Ueber- Israelit seine Bedenken noch nicht überwunden, und der im Meditationszimmer, gleichgiltig Und so, wie Frank im Spielzimmer, faß Dr. Lange Offizier in aller Eile Nationalökonomie zu studiren be bruß wieder von ihm ab. und verschlossen Elf Tage und elf Nächte sind vergangen, seitdem er gonnen hatte, während der Schauspieler jeder Zeit mit schwermüthigen Ünbehagens sich aller Mitglieder der Gesellgegen seine Umgebung. Was Wunder, daß ein Gefühl feine neue Wohnung unfreiwilliger Weise bezogen, und es allem einverstanden war, was die Anderen sagten, so ist schaft bemächtigte, daß der sich selbst überlassene Buchdrucker ſtellt sich bei ihm ein, was Sachverständige das Saft- es begreiflich, daß der Ideenaustausch unter den Wenigen, in ein immer tieferes Meer sorgenvoller Gedanken versant, fieber" zu benennen pflegten. Er hat es unter seiner Würde nachdem er so lebhaft begonnen, zu einem Ruhepunkte aus welchem ihm sein treuer Freund Jwan, der in letzterer gehalten, auch nur mit einem Worte zu fragen, warum kommen mußte. man ihn in Wechselhaft genommen; der Gläubiger oder Und einen solchen Ruhepunkt bildete dieser Freitag. Beit auch etwas melancholisch geworden, nicht störte. Inhaber des Wechsels hatte mit dem stolzen Selbst- Lange hatte nach dem Mittagessen ein Schläfchen versucht; Der Schuhmachermeister war immer still, wenn er nicht bewußtsein, welches der Besitz eines solchen Dokumentes aber wo sollte bei dem Mangel an Bewegung in frischer ausdrücklich zum Sprechen veranlaßt wurde, der Jsraelit Demjenigen verleiht, der sich kraft dessen gewissermaßen als Luft das Bedürfniß nach Schlaf herkommen? Er hatte ein- desgleichen, der Offizier studirte Nationalökonomie, und so fehen. Gegen Ende des Tumultes am 1. Mai war in einer wieder aufgerafft zu haben und find geneigt, das alte legt, sind keinen Schuß Pulver werth; und das Plenum In derfelben Sigung erregte ein Zwischenfall einiges Auf- Blitz eingeschlagen. Die Gegner scheinen sich aber bereits| Budgetkommission, denen sie eine gewisse Bedeutung beiNebenstraße des Marktes Santa Croce der Arbeiter Volpi von heuchlerische Bertuschungswerk wieder aufzunehmen. Die des Reichstages wird nicht radikaler sein, als die kom einer Polizeiwache mit einem Revolverschuß niedergestreckt und Konservativen und Ultramontanen sehen die einzigen mission. tödtlich verwundet worden. Nach seiner Heilung im Lazareth blieb er Gefangener.- Heute nun erklärt der Angeklagte Luigi Besserungsmittel darin, daß man den Soldaten mehr " Wir können nur wiederholen, was wir vom ersten Bardi: Als wir, Bolpi und ich, diesen Morgen aus dem Ge- Religion bringt und die Unteroffiziersgehälter erhöht. Die Tag an sagten: Die Soldatenschindereien bilden einen fängniß heraustraten, um hierher gebracht zu werden, erkannten Ultramontanen schwelgen so sehr in Regierungsfreundlichkeit, organischen Theil des Militärsystems und wir Beide in einer vor dem Gefängniß spazierenden Polizei- daß sie noch weniger als die Konservativen an dem Mili- werden mit diesem stehen und fallen. mache den Mann, der Volpi niederschoß. Dieser selbe Polizei- tarismus rütteln mögen. Für die Greuel der Soldaten Es ist das die Kultur" oder„ Bivilisation", welche mensch befindet sich in Zivilkleidern in diesem Augenblick hier schindereien haben sie fein Auge mehr. Eine Ausnahme in der Schule Moltke's" erzeugt wird und zwar erzeugt gegenwärtig vor uns im Saal. Beide Angeklagten er macht die ultramontane„ Kölnische Volkszeitung", die der wird, gleich viel ob die Hoch- und Höchstkommandirenden heben sich und zeigen in lebhafter Erregung mit den Regierungsfreundlichkeit noch nicht vollständig das sacri- der Armee humane, gebildete Menschen sind oder nicht. Die Händen auf einen bürgerlich gekleideten Zuhörer im Saal. wenn man uns den Der öffentliche Ankläger Vico erklärt hierauf, daß nach Ausweis ficium intellectus, das Opfer eigenen Denkens, gebracht und Regierungsform des Militarismus Ausdruck erlaubt ist die Selbstherrlichkeit und das absoder Atten ein gewisser De Luca, Polizeiwache, fich als den Ver- sich noch etwas Rückgrat bewahrt hat. Sie schreibt: ounder des Volpi angegeben habe. Die Vertheidiger der beiden- Der Erlaß des Prinzen Georg zu Sachsen beschäftigte die lute, persönliche Regiment. Wer aber die Geschichte der Angeklagten, Adv. Camerini und Martini, bemerken hierauf, Budget- Kommission des Reichstags. Einmüthig wurde das despotischen Staaten, z. B. Rußlands, kennt, der weiß wenn jener bürgerlich Gekleidete Polizist De Luca sei, so müsse unferer Armee zur Schmach gereichende und unsere Soldaten auch, daß die Regierung unter den besten Monarchen, d. h. er nach dem Geseze während dieses Verhörs aus dem Saale entwürdigende Treiben gefühllofer Halbbarbaren verurtheilt den Monarchen mit dem besten Willen, genau so gut und entfernt werden. Auf die Anfrage des Aufsichtsbeamten im und bedauert. Auch die Vertreter der Militär- Verwaltung so schlecht war, wie unter den schlechtesten. Ein schlechtes Saale an jenen Zuschauer, stellt sich heraus, daß derselbe sich betonten die unbedingte Nothwendigkeit, den Brutalitäten ein System läßt sich durch guten Willen und persönliche nicht De Luca, sondern Francesco Zoilo nenne. Erregt fordert Ende zu machen. Wir sind überzeugt, daß der Militär- System jetzt der Vertheidiger Advokat Martini den öffentlichen Antläger auf, seine Pflicht zu thun und jenen Mann verhaften zu laffen. Der Staatsanwalt Vico widert ebenso heftig, er weiße eine derartige Belehrung zurück; eine folche Verhaftung sei durch Gesez nicht vorgeschrieben. Der Präsident schneidet den erneuten Widerspruch Der Bertheidiger ab und der Verwunder des Volpi als Zuschauer bleibt somit im Saal. Politische Uebersicht. Berlin, den 8. Februar. " er= Der Reichstag setzte heute vor schwach besetzten Bänken die Verhandlungen über den Etat des Reichsamt des Innern fort. Die meisten Redner beschäftigten sich mit den Ausführungen des Abg. Grillenberger vom letzten Sonnabend, boch können wir nicht zugeben, daß die Einwürfe, welche besonders vom Bundesrathstisch aus gegen unseren Genoffen gemacht wurden, besonders stichhaltig gewesen wären. Sachlich nicht ohne Berechtigung polemifirte Dr. Max Hirsch gegen eine Reihe von Mißständen bei der Versicherungsgesetzgebung; dabei erlaubte sich der Organisator der„ gesetzlichen" Arbeiter das Späßchen, von einer„ entente cordiale" zwischen Regierung und Sozialdemokratie zu sprechen. Diesec Herr, welcher bei jeder passenden und unpassenden Gelegen heit an der Spitze seiner Generalräthe" sich in die Minifterhotels cindrängt und um Audienzen antichambrirt, sollte am allerletzten seine eigenen Schwächen anderen Leuten aufzuhängen suchen. Daß die Sozialdemokratie die alberne Agitation der freisinnigen Philister um Aufhebung der Alters- und Juvalidenunterstützung nicht mitmacht, ist eben so wenig regierungsfreundlich, als es dem Militarismus gefährlich ist, wenn Richter gegen den 13. Hauptmann donnert und dann schließlich für den ganzen Etat stimmt. Unsere Partei hat die Nothwendigkeit einer gefeßlichen Arbeiterversicherung vox jeher anerkannt und ihren Widerspruch nur gegen die mangelhafte Ausführung gerichtet. Dr. Hirsch und noch mehr seine Fraktionskollegen dagegen haben allerdings von jeher sich gegen den gesetzlichen Arbeiterschutz gefträubt, und so ist auch der freisinnige Ansturm- gegen das Invalidengesetz nichts weiter, als ein Kokettiren mit dem bornirten Kleinphilister auf Kosten der Arbeiter. Die Debatte wurde auch heute noch nicht zum Abschluß gebracht und wird morgen fortgesetzt. Der Schluß des Reichstags soll wirklich dieses Mal mit Beginn der Osterferien eintreten. Dieselbe Ausficht wird den Abgeordneten seit Jahren jedes Mal eröffnet, aber noch nie ist sie gehalten worden. Es dürften deshalb auch dieses Mal noch gelinde Zweifel erlaubt sein, wenngleich auf Seiten der Abgeordneten sowohl wie des Bundes rathes eine hochgradige Barlaments- Müdigkeit sich bemerk lich macht. Von den größeren Gesetzesvorlagen soll nur die Krankenkassengesetz- Novelle zum Abschluß gebracht werden, während der Wechselbalg von Trunksuchtsgesez vertagt werden soll. Wir wollen hoffen auf Nimmerwiedersehen. Der Erlaß des Prinzen Georg, vor dem jedes Ableugnen der grauenhaften Soldatenschindereien verstummen mußte, hat, als wir ihn veröffentlichten, überall wie ein Frisch auf, mein Bolk, die Flammenzeichen rauchen!" erwies sich als gänzlich wirkungslos. Verwaltung die Mißstände am allerunangenehmsten sind. Es Tüchtigkeit nicht zu einem guten System machen. Vom drängt sich aber die Frage auf, was wäre ge Militarismus gilt, was einft vom Jesuiten- Orden gesagt schehen, wenn ber Erlaß dem Vorwärts" nicht ward: er muß bleiben was er ist, oder auf in die Hände gefallen und von ihm nicht hören zu sein. " der Oeffentlichkeit übergeben worden wäre? Wer die Soldatenschindereien nicht will, der muß mit Jetzt ist natürlich alles einig: es muß etwas geschehen. Aber was ist denn bisher geschehen? Der Erlaß uns auf die Beseitigung des Militarismus hinwirken. Und datirt vom 8. Juli 1891, war also den betheiligten Militär- mer den Militarismus nicht beseitigen will, der muß die behörden bekannt. Was haben diese darauf gethan? Die Soldatenschindereien in Kauf nehmen. Entweder Thatsache, daß schwere Mißhandlungen vortamen, ist aber o der! durch den Erlaß nicht erst festgestellt worden. Die MilitärVerwaltung kannte sie von jeher; sie hatte ja die Akten der Ueber die Soldatenmißhandlungen wird der Gers Militärgerichte vor sich, in denen von Anklagen und Ver: mania" aus dem Auslande geschrieben, daß man daselbst urtheilungen die Rede war. Die Militär- Verwaltung weiß oft Gelegenheit habe, mit Fahnenflüchtigen zu verkehren. auch, daß nur der weitaus kleinste Theil der Ausschreitungen Fast ohne Ausnahme versichern alle, daß die Mißhandzur Anzeige tommt. Prinz Georg fonstatirt in seinem Erlaß Die Neigung der Vorgefeßten, gegen den Mißhandelten Partei lungen seitens der Unteroffiziere und Gefreiten die erste und zu ergreifen, sowie das Borkommen von Mißhandlungen auch Hauptursache ihres oft bereuten" Entweichens gewesen sind. von Seiten der Offiziere bis zum Komgagniechef hinauf. Durchgehends hätten sie jedoch viel Vertrauen zu Alles das kann doch der Militär- Verwaltung unmöglich ent- ihren Offizieren. Daß diese ihre Pflicht versäumen, gangen fein. Was hat sie dagegen gethan? Wenn im sei nicht denkbar. Und so hat denn die Germania", das Reichstag Beschwerden über Soldatenschindereien vor Organ des Rittmeisters Grafen Ballestrem und anderer gebracht werden, dann heißt es am Regierungstisch, der schneidiger Offiziere, nur die eine Erklärung, daß die Dienst Soldat habe nicht nur das Recht, sondern die strenge Verordnung irgendwo einige Lücken habe, weil es sonst kaum pflichtung, jede Mißhandlung unverzüglich zur Anzeige zu bringen " Der Schriftsteller Kurt Abel wurde ja noch hinterher be- möglich wäre, daß die Unteroffiziere ihre Leute fortgesetzt firaft, weil er die Anzeige unterlassen hatte), und es folge mißhandeln können, ohne von den Offizieren er tappt zu werden. firenge Bestrafung des Schuldigen. Wie man nach einem Theaterbrand von unzähligen Alle, die beim Militär gedient haben, werden die Ausführungen des Abg. Gröber in der Budget- Kommission über Anordnungen und Verfügungen zur Verhütung ähnlicher die Werthlosigkeit des Beschwerdere chts für unheilvoller Fälle hört, die aber schließlich alles beim Alten ben Soldaten unterschreiben. Dieses Recht" ist ein wahres laffen, bis das Publikum durch eine neue Ratastrophe er Danaer- Geschenk für ihn, eine Schlinge, in der er sich fängt, schreckt wird, so kommen jetzt, na ch unserer Veröffentlichung, wenn er davon Gebrauch macht und wenn er nicht davon aus den Militärstaaten Erlasse, die der Mißhandlung der Gebrauch macht. Es ist auch bekannt, daß gerade höhere " Offiziere die Anzeigen vielfach sehr ungern sehen, weil mit Soldaten vorbeugen sollen. Auf den Erlaß des bayrischen den Bestrafungen ein Matel auf die Ehre ihres Truppen- Kriegsministers ist jetzt auch in Desterreich ein Erlaß des theils fällt und auch der Kaiser davon erfährt. Wie steht Feldzeugmeisters Freiherrn v. Bauer erfolgt, in welchem demgegenüber der arme Schelm von Soldat da? Dem ton- verfügt wird, daß alle während der letzten Jahre bei den fervativen Reichsboten" werden von einem Gesinnungs- Militärgerichten verhandelten Fälle von Mißhandlungen der genoffen eine ganze Reihe selbsterlebter Fälle von Rohheiten Mannschaften zusammengestellt und ihm vorgelegt werden gegen Soldaten mitgetheilt, die den im Erlaß des Prinzen sollen. Das ist gewiß nur ein winziger Bruchtheil der Georg erwähnten taum an Widerwärtigkeit nachstehen und thatsächlich vorgekommenen Fälle. die so grauenhafter Natur find, daß es dem Blatte wider strebt, fie mitzutheilen. Wenn alle Eingeweihten ihre Gr Die Amtsentsehung des Grafen Limburg fahrungen veröffentlichen würden, es tönnte eine Bibliothek wahr haft höllischen Inhalts geben. Der Militär- Verwaltung, wir Stirum ift erfolgt und zwar weil er einen Artikel über wiederholen es, fann mit dem Erlaß gar nichts Neues gefagt die Handelsverträge gegen das Ministerium veröffentlicht worden sein. Es hat sich ein Abgrund aufgethan, der ge- hat. Db der Maßregelung in der Presse großer Lärm, den schlossen werden muß, sagte General v. Goßler. Mit Berlaub, wir nicht verstehen. es hat sich fein Abgrund aufgethan, sondern Natürlich ist das Verfahren reaktionär", aber die es ist nur den, Zivilisten" ein kleiner Winkel dieses Abgrunds enthüllt worden, den die preußische Regierung mitsammt der preußischen Bureau Militär- Verwaltung längst fannte. Es wird kratie ist doch wohl noch von Niemand für demokratisch geaber nun nicht mehr möglich sein, ihn stillschweigend wieder halten worden. An Dornbüschen können doch keine Pfirsiche zuzudecken. Die Kommission hat bestimmte Forderungen gewachsen. stellt, denen der Reichstag ficher beitreten wird. Es wird sich Statt sich über solche selbstverständliche Vordann darum handeln, daß man die Sache nicht wieder ein- kommnisse fittlich zu entrüften, bekämpfe man ein schlafen läßt, sondern die öffentliche Meinung fortgefeßt einen Staats- und Regierungssystem, das auf bureaus Druck ausübt, bis dem Unwesen ein Ende gemacht wird. OpferAndernfalls würde die wahrscheinliche Wirkung des jezigen fratisch- militärischer Hierarchie beruht, und das von seinen allgemeinen Unwillens wohl vor allem die sein, daß noch Vertretern und Werkzeugen das sacrificium weniger Mißhandlungen als bisher zur Anzeige und Bestrafung des Intellekts und der individuellen Ueberzeugung er gelangten. Man fann sich leicht vorstellen, was den Kerls" heischt. von diesem und jenem Vorgesehen, der auf die„ Ehre" seines Truppentheils hält, jetzt zu Gemüthe geführt werden mag. So die„ Kölnische Volkszeitung". Die Beschlüsse der " war es nur der Mime Molinaro, welcher unterhaltungs- noch als zweiter Tenorist am Hoftheater zu Sonders bedürftig von Einem zum Anderen irrte. hausen engagirt war. Einen fröhlicheren, luftigeren Aber selbst das Bitiren der anregendsten Dichterworte, Menschen hatte ich mein Lebtag nicht gesehen, er heiterte wie zum Beispiel: uns Alle auf, ob wir noch so verdrießlich geftimmt fein mochten. Da eines Tages tommt er in die Probe und nimmt den ersten Scherz übel. Er, der sonst nie etwas übel nahm, nicht einmal wenn ihn das Publikum ohne Beifall ließ. Zu der erwähnten Zeit ließ er den ganzen Tag über die Flügel hängen, an den beiden folgenden Tagen auch, am vierten lag er stumm und kalt in feinem Bette." Als er nun selbst bei Frank alle seine Versuche der Anregung scheitern fah, fehrte er in das Meditationszimmer zurück und bemerkte mit grabähnlicher Stimme zum träumen den Schriftsteller, indem er mit dem Finger nach der vorderen Thür zeigte: " Da drinnen aber ist's fürchterlich!" Was ist denn fürchterlich, Herr Molinaro?" fragte der Angeredete. Da brinnen wird's bald einen Todten geben," murmelte der Schauspieler mit dumpfem Tone weiter fort. Machen Sie feine so unzeitigen Bemerkungen, Herr Molinaro." " Ich sage Ihnen, mit dem da brinnen ift's nicht mehr ganz richtig," fuhr aber der Schauspieler mit unerschütterlicher Beharrlichkeit fort. Meinen Sie vielleicht den Herrn Frank?" Sie sprachen seinen Namen aus, nicht ich!" " Was soll denn mit ihm sein?" " Der wird es nicht mehr lange treiben." " Warum? Jft er denn nicht mehr gesund?" Urtheilen Sie aus den Anzeichen, den Omen, wie wir Lateiner sagen, selbst: Er hat heute Morgen seine Semmel Insbesondere müssen die Bismarck'schen fein- stille sein; denn wenn ihr Chef" am Ruder gewesen wäre, hätte er den sündhaften Beamten gleich gearnimt. Denken Sie nicht so viel darüber nach", mahnte der Schriftsteller und zog sich einen Stuhl heran. " Man sollte es eigentlich nicht thun, aber es ist so eine sonderbare Sache, ich meine nämlich, wenn man etwas verliert, was für Einen von großem Werth; da gehört es sich wohl auch, daß man Schmerz darüber empfindet, das ganze Leben würde sonst gar zu oberflächlich." Hierin gebe ich Ihnen vollständig Recht. Indessen entbehren Sie hier nur etwas Freiheit und Vergnügen, wovon Sie das Lettere gelegentlich wieder einholen können. Und für ganz verloren dürfen Sie die hier oben verlebte Zeit Sie erwecken mir in der That Unruhe, Herr Molinaro. doch auch nicht ansehen: Manches haben Sie hier gelernt, Jch will einmal zu ihm gehen und meinen freundschaftlichen was Sie sonst wahrscheinlich nie im Leben gelernt haben Zuspruch bei ihm versuchen," meinte der Schriftsteller und würden. Und haben wir nicht außerdem hier den Keim zu schritt nach dem Spielzimmer", in welchem Frant noch einem Unternehmen gelegt, das bestimmt ist, den Reim für immer träumend saß, während der Mime sich kopfschüttelnd eine neue gesellschaftliche Ordnung in der Welt zu legen wieder den hinteren Zimmern zuwendete. " „ Sind Sie unwohl, Herr Frank?" fragte der Schrift steller, nachdem er vergeblich erwartet, daß Jener von seiner uvesenheit Notiz nehmen sollte. " Ich? nein Herr Doktor, was führt Sie denn zu einer solchen Annahme " Ihre Gemüthsstimmung, Ihr ganzes Wesen kommt mir in neuester Zeit recht seltsam verändert vor." " ?" Das Alles ist ganz richtig, verständig und wahr, Herr Doktor, und von diesem Standpunkte aus betrachtet, erscheint mir mein Aufenthalt hier sogar als ein glücklicher Bufall. Aber man ist nicht immer ganz verständig, wie Sie wissen, Herr Doktor, zumal in der Jugend, wo das Herz noch viel S'rein zu reden sich erlaubt. Ich weiß nicht, ob sie schon einmal ordentlich verliebt gewesen sind?" „ Gewiß war ich das, und wenn ich ganz aufrichtig Ich glaube, Sie irren Sich," meinte Frank und vergegen Sie fein soll, so muß ich sogar sagen, daß ich es auch gegenwärtig noch bin." Was, Sie sind auch verliebt? Nun das ist wirklich fuchte zu lächeln. „ Es fällt nicht mir allein, es fällt allen Menschen prächtig; da werden Sie mich auch vollständig verstehen. # von der Magd wieder fortnehmen lassen; er hat heute hier auf." Mittag das Rindfleisch nur zur Hälfte und noch dazu ohne Senf gegeffen; er hat nicht einmal bes Stunde, als gewöhnlich." merkt, daß der Reis noch hart war, und jeden " Ei mein Gott, man hat doch auch einmal eine ernstere Ich begreife das vollständig, und wenn es sonst nichts darauf bezüglichen Wiz der Magd gegenüber unterlassen; weiter ist..... er hat mich, als ich mein Lieblingswort aus Liedge's Sehen Sie, es ist heute gerade mein Geburtstag. Da Urania" vorbrachte, nicht unterbrochen; das Alles be- pflegt man, wenn man gerade Zeit übrig hat, und davon fümmert mich im höchsten Grade, ist mir äußerst verdächtig. haben wir ja im Ueberfluß, auf sein vergangenes Leben Und geben Sie Acht, was ich sage: es ist nicht mehr viel zurückzublicken. Und gerade heute sind es vier Monate Vier Monate mit ihm, es geht mit ihm zu Ende. Ich hab's an einem gewesen, daß ich hier einkehren mußte. meiner Stollegen erlebt, der die heiteren Lebemänner- Rollen, Jugendleben sind das, die man mir gewissermaßen gedie Bonvivants, wie wir Franzosen sagen, spielte, als ich raubt!" Sehen Sie, diese vier Monate, die ich in diesem nichts würdigen Loche zugebracht, hoffte ich mit der Geliebten meines Herzens zu verbringen, fie jeden Tag wenigstens einmal zu sehen, oftmals mit ihr in der Abenddämmerung nach ihrem Hause zu wandeln, zuweilen mit ihr im grünen Walde, im traulichen Thale umherzustreifen, und heute, als an meinem Geburtstage, hoffte ich sie als meine Braut öffentlich erklären zu können." ( Fortsetzung folgt.) Set deutsche Patriotismus der Regierungsparteien ze«gte sich in der jämmerlichsten Weise bei der Berathung der beantragten ausschließlichen Uebcrnahme des Aus- liefe rungswesens durch das Reich.- Wie bekannt har die preußische Regierung unter Bismarck einen Aus- ueferungsvertrag mit Rußland geschlossen, mit demselben Rußland, in welchem die gemeinste Willkür über Menschen- leben schaltet und in welchem jährlich Tausende ohne Urtheil nach Sibirien verschleppt werden. Man kennt die Feind- seligkeit der russischen Regierung gegen Deutschland, man weiß, welchen Verfolgungen insbesondere die deutsche Be- völkerung in Rußland ausgesetzt ist. Wenn es sich noch um die Auslieferung von Revolutionären an Rußland handelte, dann würden wir das Behagen des konservativen Herrn Hartmann und deS regierungsfreundlichen Zentrums begreiflich finden. Aber gegenioärtig liegt es sehr nahe, daß hochkonservative orthodoxe lutherische Pastoren aus den OstseeprovinKen oder katholische Priester aus Polen nur wegen Religionsübungen oder wegen hres Deutschthums aus Rußland flüchten, und daß preu- zische Gendarmen aus Verlangen der russischen Regierung >en Büttel spielen müssen, um sie ihren Peinigern und Henkern auszuliefern. Wer weiß, wie bald sich ein solcher ichmachwürdiger, den Gipfel der Erniedrigung bezeichnender Lorgang abspielen mag!— Der Kampf gegen das Volköschul-Gesetz wird von liberaler Seite trotz der dröhnenden Phrasen durchaus nicht als Kampf für die Gewissensfreiheit geführt. Mit Recht kann«in Stöcker höhnen: Wie ein einsamer Eremit habe sich Professor Virchow mit seiner religionslosen Moral ausgenommen inmitten der übrigen Liberalen im Abgeordneten- Hause, die ihm auf dies fossile Gebiet nicht folgten. Auf nationalliberaler Seite ist man bereits vollständig zahm geworden; nur ein wenig„Kulturkampf" wird ge- führt, und wenn die„National- Zeitung" in ihrer letzten Rummer einen Artikel bringt über„die Ansprüche des höheren Lehrerstandes", so findet man darin nicht einen hauch, der darauf hindeutet, daß es vielleicht sich um den Kampf für Geistesfreiheit und Unabhängigkeit handelt. Der höhere Lehrerstaud hat Wichtigeres gegenwärtig zu ihun und seine Ansprüche gehen einfach auf Rang- -rhöhung und Gehaltsverbesserung. Der Byzantinismus in dem höheren Lehrerstand der Gymnasien und Realschulen ist so hoch gestiegen, daß er kaum von dem der Universitäts-Professoren übertroffen werden kann.— Baare und PcuS. Der Eine auf freiem Fuß, der Andere in Untersuchungshaft; Jener behaglich als üppiger Bourgeois lebend, dieser im Kerker in schwerer Sorge um eine kranke Frau, der er in der Todesstunde nicht zur Seite iehen kann. Da muß doch ein gewaltiger Unterschied in >en Anschuldigungen, die gegen diese Männer erhoben werden, vorliegen. Selbstverständlich. Bei Baare liegt nur die Anschuldigung vor, ein bischen betrogen und ein bischen gefälscht zu haben, eine kleine Verirrung, die höchstens eine nicht zu schätzende Anzahl Menschenleben gefährden konnte, PcuS dagegen soll in einer öffentlichen Rede Aeußerungen gethan haben, in denen eine Majestätsbeleidigung liege. Das Verbrechen des Peus ist also ein ungemein größeres als das bischen Schienenflicken und Stemvelfälschen. Die Untersuchungshaft darf nur ver- hängt mcroen, wenn der Angeschuldigte der Flucht ver- dächtig ist oder Thatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, daß er Spuren der That verwische oder Zeugen zu falscher Aussage oder zur Zeugnißverweigerung verleite. Bei Peus war keine Verwischung der That zu befürchten, wohl aber lag sie in dem Falle Baare nahe. Die Haft wurde auch nur über PeuS verhängt, weil die zu erwartende Strafe so hoch sei, daß ein Fluchtverdacht anzunehmen. Bei Baare schien eine hohe Strafe also von vornherein ausgeschloffen zu sein. Und wie wurde die Untersuchungs- hast an Peus vollstreckt! Selbst der Gebrauch des Papiers und der Lektüre wurde eingeschränkt. Um die Behandlung, welche Peus erfuhr, zu beurtbeilen, vergleiche man sie mit der des KommcrzienrathS Wolff oder der Frau Dr. Prager in der Untersuchungshaft. Es ist schwer, keine Satire zu schreiben, sagt ein Dichter der römischen Kaiserzeit. Wir schreiben nur die paar Worte: Baare und Peus! und die treffendste und fchneidendste Satire aus den christlichen Staat ist geschrieben.— Reklame und PatriotiSmuS. Durch die Presse geht folgende Notiz: Die Redaktion deS Figaro in Paris hat brieflich den Ab- geordneten Eugen Richter um seine Ansicht gebeten über drei Fragen der Abtretung, deS Austausches oder der Neutrali- sirung von Elsaß-Lothringen u. s. w. Anscheinend sind dieselben Fragen noch an andere deutsche Abgeordnete gerichtet worden. Abgeordneter Richter«rtheilt in der„Freis. Ztg." dem„Figaro" auf diesem öffentlichen Wege den Bescheid, daß für ihn überhaupt eine«lsaß- lothringische Frage seit dem Friedensschluß von 1871 nicht vorhanden ist. Die Antwort des Herrn Eugen Richter ist ebenso geist- «ich als patriotisch. Der Schreibebries aus Paris, aus den er reinfiel, ist beiläufig Dutzenden von Abgeordneten iugegangen, die jedoch iveder so geistreich noch so patriotisch waren wie Herr Eugen Richter und den Schreibebries in den Papierkorb warfen. Herr Eugen Richter scheint wenig ausländische Korrespondenz zu haben.— Bei dieser Gelegenheit fällt uns ein, daß ein Herr Waldteufel, der die«lsaß-lothringische Frage vermittelst einer Lotterie oder sonstigen Geldoperation lösen will, zu diesem Be- Huf sich ebenfalls an verschiedene ihm bekannte Politiker gewandt hat. Unter anderen auch an Bebel. Und von diesem will Herr Waldteufel auch eine Antwort erhalten haben. Wn stellten daS seiner Zeit in Abrede, und hatten damals auch Recht. Inzwischen hat Bebel aber aus Höflichkeit doch ein paar rein formelle Zeilen an Herrn Waldteufel ge- richtet, so daß derselbe also, ohne unwahr zu sein, sagen kann, Bebel habe ihm geantwortet. Hoffentlich ist Herr Waldteufel nun zufrieden, und läßt auch Andere zu- frieden.— Wir sehen, daß ein Pariser Chauvinistenblatt die Ant- wort R i ch t e r' s und die Notiz des„Vorwärts" über den Herrn Waldteufel als einen Beweis deutsch-chauvinistischer Gesinnung hinzustellen beliebt. Für Herrn Eugen Richter, der niemals gegen die Annexion von Elsaß-Lothringen protestirt hat, haben wir hier nicht einzutreten. Bebel aber Und der Redakteur des„Vorwärts" haben sich in Bezug auf Elsaß-Lothringen so deutlich ausgesprochen, daß ein Zweifel nicht obwalten kann. Und Beide gehören nicht zu den Männern, die ihre Ansichten wechseln wie Handschuhe. �le Herren Pariser Chauvinisten sollen uu- nicht den— beiläufig von ihrem eigenen Standpunkt aus betrachtet höchst unpatriotischen-r Versuch machen, die Lächerlichkeit vou Anfragen wie die des„Figaro" und des Herrn Wald- teufel zu einer Eigenschaft der elsaß-lothrin- gischen Frage machen zu wollen.— Auch in England beginnt man schon mit den Vor- bereitungcn für die diesjährige Maifeier. Am gestrigen Tag traten die Delegirten der Londoner Gewerkschaften zu- sammen, um über die nöthigen Schritte zu berathen. Es wurde ein ausübendes Komitee gewählt, das dafür zu sorgen hat, daß das Fest der Arbeit so großartig aus- falle, wie es der englischen Arbeiter würdig ist. Die Be- theiligung der Gewerkschaften wird diel mal eine allgemeine sein.— Die englische» Liberalen sind wieder eifrig aus dem Arbeiterfang— wir können aber zu unserer Genugtyuung sagen, daß das Ergebniß bis Dato gleich Null ist und— allem Erwarten nach— auch gleich Null bleiben wird. In die englischen Trades Unions, deren Führer bisher fast durch die Bank im Schlepptau der Bourgeois-Geschäfts- Politiker waren, ist doch seit einigen Jahren ein ganz anderer Geist eingezogen. Hat auch der sozialistische Gedanke noch nicht vollständig die Oberhand gewonnen, so sind jetzt doch schon zwei Ideen in der Masse der englischen Arbeiter zur Herrschaft gelangt: die der internationalen Solidarität, welche anläßlich des deutschen Buchdruckerstreikes zu so großartigem Aus- druck kam; und ferner die Idee, daß die Arbeiter- k l a s s e von den bürgerlichen Parteien nichts zu erwarten hat, für ihren Emanzipationskamps einzig auf sich selbst angewiesen ist. Herr Gladstone, dessen Popularität unter den Arbeitern einst sehr groß war, hat durch seine jämmerliche Haltung in Sachen des Achtstundentages alles Zutrauen verscherzt, und die, eines Eugen Nichter oder Max Hirsch würdigen Banalitären, die er neuerdings über die soziale Frage verzapfte, haben ihm nur verdienten Spott eingetragen. Dazu kommt noch, daß der alte Gladstone einen Sohn hat, Namens Herbert, auf den er sehr stolz ist, obgleich dieser Herbert gleich anderen— der Name scheint doch nicht ohne Einfluß zu sein— sich durch Unter- Mittelmäßigkeit auszeichnet, und daß dieser unglückliche Herbert von seinem Vater, mit dem Ministerium des Ar- beiterfangs betraut worden ist. Und dieser Herbert hat denn ein„soziales Programm" ausgearbeitet, das den Ar- beitern— Diätenzahluug und eine Reform(d. h. Schutz) des Koalitionsrechts verheißt. Wenn die englischen Arbeiter den Herren Liberalen bei der nächsten Wahl Spanndienste leisten, dann will man ihnen gnädig„etwa 20 Kandidaten" erlauben. Nun— die englischen Arbeiter lachen über den jungen Gladestone, sie lachen über den alten Gladcstone undIwerden ihre eigenen Kandidaten aufstellen und so viele derselben wählen, als nur irgend möglich.— PavfeinCTrfjvtdjfen. Der preußische Volköschul-Ges eyentwurf l« der Beurtheilung der sozialdemokratische» Presse. „Elsaß-Lothringis che Volks-Zeitung.": Wir sehen in dem preußischen Schulgesetz, mit dessen Grundgedanken vielleicht auch die Schule des unter kaiserlicher Verwaltung stehenden Elsaß-Lothringens noch beglückt werden soll, nur eine der mannigfaltigen Gestaltungen der Reaktion, die wir, wie die übrigen, überwinden werden. Die Schule des Klassenstaats wird mit diesem zu Grunde gehen. „Volksblatt für Anhalt"! Mag Jeder glauben, was er will, wir hindern ihn nicht daran. Nur soll der Staat Keinem seine Religion auszwingen. Wir verwahren uns dagegen, daß«in Vater sei» Kind in einer Religion oder Konfession muß unterweisen lassen, die er für falsch und sittlich gefährlich hält. Wir verwahren uns dagegen, daß Religion und Schule in einer Weise verquickt werden, daß die deutsche Volksbildung zum Gelächter der ganzen gebildeten Welt wird. Wir verwahren uns dagegen, daß überhaupt Religion und Schule vermengt werden, und verlangen völlige Trennung von Kirche und Staat und damit von Kirche und Schule. Wir verlangen das Alles aber, nicht um Andersdenkende zu unterdrücken, sondern im Namen der Freiheit des Gewissens und der Freiheit der Wissenschaft. Wir proteftiren daher gegen daS unduldsame Pfaffenrcgiment, das durch den preußischen Volksschul- Gesetz- «nlwurf der Schule aufgezwungen werden soll, aus denselben Gründen, ans denen wir seit jeher gegen jede politische Bevor- niundung des Volles protestirt haben. Und aus eben diesen Gründen der Freiheit und Gerechtigkeit nehmen wir für uns schließlich das Recht in Anspruch, uns offen vor aller Welt als Atheisten, als Gottesleugner bekennen zu dürfen. Der Erlaß deS Herzogs Georg zu Sachsen »nd das Urtheil der sozialdemokratischen Presse. Offenburger„Volksfreund": Früher wurden die sozialdemokratischen Blätter— man denk- an den„Volksfreund" unter der Aera Platz l— verfolgt, weil sie die Soldatenschinde- reien geißelten. Jetzt müssen sogar Generäle und Fürsten Druck- schriften anfertigen zur Bekämpfung dieser Barbarei der Gegenwart. Wiener„Arbeiter,-itüng": Sollte man sich in Oesterreich pharisäisch in die Brust werfen, so müßte man kon- statiren, daß bisher allerdings noch kein österreichischer General einen Erlaß gegen die Soldateumißhandlungen ergehen ließ. Das ist der ganze Unterschieds In Brandenburg wurden' bei der Wahl der Arbetterbeisttzer des Ge werbegerichts sämmtliche von der Sozialdemokratie anfgestellte Kandidaten gewählt. Von IdtX) eingetragenen Wählern gaben 1088 giltige Stimmzettel und zwar sämmtlich zu Gunsten unserer Liste ab� � Eine Konferenz der Parteigenossen des Wahl- kreises Ludwigshasen. Speyer. Frankenthal wird Sonntag, den 14. Februar, im Saale des Herrn Mich. Schott(„Zum Ochsen") m Mutterstadt abgehalten. Die Tagesordnung lautet: Berichterstattung ter Vertrauensmänner über den Stand der Parteiverhältnisse in ihrem Wohnort: die Presse; Anträge aus der�Mitte der Konfermz. Der„Gazeta Robotnicza", unserem in Berlin er- scheinenden polnischen Bruderorgan, Hot das österreichische Ministerium des Innern aus Grund des tz 26 Pr.-G. den Post- d« b i t für die im Reichsralhe vertreteneuKönigreiche und Länder entzogen. Um so stärker wird daS Blatt nur in Oesterreich gelesen werde». t Professor Sombert in Breslau sielt in der Sektton für Staate- und Rechtswissenschaft der Schl-stschen Gesellschaft für vaterländische Kultur einen Vortrag, in nelchem er sich auch mit der Sozialdemokratie beschäftiste. Nach Zeitungs- berichten führte er dabei». A. folgendes aus:„ES fei an der Zeit, die lächerliche Don Quixoterie aufzugeben, gegen Dinge zu Felde zu ziehen, von denen die Sozialdemokratie gar nichts sagt: Diskussionen über die G e st a l t u n g des Z n k u n f t s- staates seien gänzlich gegenstandslos, da die Sozialdemokratie aus eine mit Nothwendigkeit sich vollziehende Eni Wickelung hinweist.— Don Quixote Eugen Richter zur Berücksichtigung empfohlen Z Zum Thema„Prostitution" schreibt die Elberfelder„Freie Presse" sehr richtig:„Es ist ein nutzloser� Feldzng, den die herrschenden Klassen gegen die Unsittlichkeit inszenire», wenn sie mit Polizeimaßregeln der Prostitution zu Leibe rücken. Wi> glauben auch gar nicht, daß sie von dem Ernste der Sache durch- drungen sind. Heute haben wir ja der Fälle genug,, wie arme Proletarierinnen, die sich ihre Ehre bewahren wollen, kaum trockenes Brot zu essen haben. Die Hnngergroschen, mit welcher der Kapitalismus die Frau für ihre Eriverbsarbeit entlohn! garantiren ihr nicht die Existenz und so leidet auch schließlich das keuscheste Mädchen Schiffbruch in den Wogen des soziale: Lebens und sinkt der Sünde, der Unstttlichkeit in die Arme. Wie aber verhält sich hier der Kapitalismus, di« bürgerlrchc Moral? Er greift zum Polizeiknüppel. Her mit den vev schärften Gesetzesparagraphen! Hetzt die Sünderin, verfolgt st? bis in den äußersten Winkel! Kasernirl sie, sondert sie ab von den Glücklichen, die inmitten des Reichthums und des Wohl- standes gefeit sind gegen alle Versuchungen und sittlichen Gefahren. Die kapital' siische Gesellschaft ist außer Stande, das Uebel der Prostitutiou zu beseitigen. So lange die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen der modernen Gesellschaft als auffälligstes Brandmal auf die Stirne gedrückt ist, wird auch die Prosttlution bestehen. Sie ist der wunde Punkt, an dem die Moralphilister vergeblich� herumdoktern.� Apolda. Nachdem seit einiger Zeit die Antisemiten in unserer Gegend die Bevölkerung zu ködern suchten, veranstaltete unser Vertrauensmann am 31. Januar eine öffentliche Volks- Versammlung, in welcher Genosse Dr. Lütgen au aus Berlin über:„Unser Berhältniß zum Judenthum und zum Antisemitis- mus", sprach. Mehr als 1000 Personen waren anwesend und viele mußten wegen Uebersüllung des Saales umkehren. Nach dem ausführlichen Referat meldeten sich trotz wiederholter Aufforde- rung keine Gegner zum Wort, obschon die Antisemiten zu„freier unbeschränkter Diskussion" besonders eingeladen waren. Es ge- langte dann einstimmig folgende Resolution zur Annahme:„Die heulige Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten Dr. Lütgenau aus Berlin vollständig einverstanden und bringt dem Treiben der sogenannten Antisemiten gegenüber ihren tiefsten Abscheu zum Ausdruck, umsomehr, da die Herren, trotz besonderer Einladung und Gewährung freier Diskussion, zu feig waren, den Ausführungen des Reserernen entgegenzutreter. und früher gemachte Anschuldigungen zu beweisen." Potsdam. Im hiesigen Sozialdemokratischen Wahlvereit, hielt am 4. d. M. Schriftsteller H o s s m a n n aus Berlin einen mit vielem Beifall ausgenommenen Vortrag über„Die Ver- edelung der Arbeit". Der Verein hat während der kurzen Zeit seines Bestehens schon gute Erfolge zu verzeichnen und eine für hiesige Verhältnisse recht ansehnliche Mitgliederzahl. Auch hin schreitet die Agitation unaufhaltsam vorwärts. *- In Crefeld fand neulich eine zahlreich besuchte Volks. Versammlung statt, in welcher Genosse Gewehr aus Elberfeld einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Anarchismus und Sozialdemokratie hielt. Dann meldete sich ein Mitglied der klerikalen Partei zum Wort und entwarf von einem katholischen Geistlichen eine Schilderung, die, wenn sie zutreffend, wieder einmal klar beweist, daß das Wort des Nazareners: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach", für die un- fehlbare Priesterschaft ebenso gut gilt, wie für die sündigen „Laien". Der betreffende Geistliche soll u. A. Jahre lang'dazu geschwiegen haben, daß er anstatt in die 10. Steuerstufe, in welche er unbedingt gehörte und auch nachher eingeschätzt worden ist, nur in die ö. Steuer st ufe rubrizirt war. 0» In Kappeln wurde, nach einem Referat des Genoffen Klüß aus Elmshorn, ein Arbeiterverein gegründet, dem sofort 32 Arbeiter als Mitglieder beitraten.— In W i t t st o ck be- gann der neu errichtete Arbeiter-Bckdungsverein seine Thätigkeit mit 60 Mitgliedern. V* Todtenliste der Partei.' In Pinneberg starb am 26. Januar der Gastwirth Friedrich S t r n p p nach langem Leiden im 49. Lebensjahre. Die Arbeiter verlieren in dem Ver- storbenen einen Mann, der für Recht und Wahrheit eintrat; welche Mittel auch die Gegner anwandten, er ließ sich nicht beeinflussen. sondern stand den Arbeitern stets helfend zur Seile.— In Schleswig starb der Vertrauensmann G e m p e l. -* Polizeiliches, Gerichtliches:c. — Die Hirschberger Strafkammer sprach den Schuhmachernieist. er E. F. K a m b a ch aus Kunnersdors von de, Anklage der Verächtlichmachung von Siaatseinrichtungen und Anordnungen der Obrigkeit frei. Kambach hatte in einer am 2S. Oktober v. I. in Schmiedeberg abgehaltenen sozialdemokratischen Versammlung, in welcher Genosse Schütz aus Breslau als Rednc, auftrat, ca. 60 bis 60 Flugblätter verbreitet, darunter ein Lied, betitelt:„Deutschlands Bild", in welchem u. A. behauptet wurde. in Deutschland sei das Denken verboten, die Polizei achte nur die Verräther, lasse die Lumpen frei herumlaufen und sperre die ehr- lichen Leute ein, in der Schweiz würden von deutschem Gelds Schurken gemästet(gemeint war hier der Fall Wohlgenntth unter der Aera Puttkamer) u. s. w. Während die anderen vou Kambach verlheilten Schriften unbedenklichen Inhalts waren, wurde„Deutschlands Bild" beschlagnahmt und Anklage gegen Kambach anS§ 131 des R.-Str.-B. erhoben. Der Angeklagte gab an, die Schriften anonym erhalten und sie vertheilt zu habe» ohne vorher von ihrem Inhalt Kenntniß genommen zu haben. Nach Zustellung der Anklageschrift habe er sich das Lied dann durchgelesen und er sei der Ueberzeugnng, daß das, was darin behauptet werde, zur Zeit der Herrschaft des Sozialistengesetzes und unter dem System Puttkanier thaisächlich der Fall gewesen sei; der Inhalt des Liedes beziehe sich aber nur ans die verflossene Zeit; heute existirten solche Zustände nicht mehr. Der Staats- anwalt beantragte unter Ausrechterhaltung der Anklage wegen des schwer wiegenden Inhalts des Liedes drei Monate Gefängniß, während der Vertheidiger, Rechtsanwalt Heilborn, für Frei- sprechung eintrat, da die von der Anklage inkriminirten Stellen— in Deutschland sei das Denken verboten, nur we, seine wahre Ehre verliere, könne zu Aemtern gelangen, Lumpen lasse man frei herumlaufen. Schuldlose dagegen sperre man ein— nach Ansicht des Reichsgerichts keine Thatsache im Sinne des§ 131 seien; die einzige, in dem Lieds behauptet« Thatsache aber, daß in der Schweiz Lumpen als axsnts pro. vocateurs unter Puttkamer gehalten wordensseien, gehörte erstens einmal als abgeschlossene Thatsache der Vergangenheit an und dann stehe es doch gar nicht so fest, daß sie geradezu unwahr fei, denn auch andere Parteien als die sozialdemokrattsche hätten an ihre Wahrheit geglaubt. Endlich aber sei in diesem Falle dem Angeklagten der Nachweis zu führen, daß er nicht die Ueber- Zeugung von der Wahrheit des Falles Wohlgemuth und ähn- sicher Fälle gehabt habe. Die Strafkammer erkannte, wie er- wühnr, auf Freisprechung, da nur der letzte Vers des Liedes, der aus den Fall Wohlgemuth exemplifizire, eine entstellte That- fache enthnlle. aber nicht erwiesen sei, daß der Angeklagte sich bewußt gewesen sei, daß dieser Vers eine Entstellung ent» halte. Theater. Dienstag, den 9. Februar. Opernhaus. Keine Vorstellung. Schauspielhans. Was ihr wollt. Deutsches Theater. Kollege Crampton Leffing- Theater. Unter vier Augen. Circus Renz. Circus G. Schumann. 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Karlstraße. Dienstag, den 9. Februar 1892, Abends 74 Uhr: BF, Auf Helgoland" BE oder: Ebbe und Fluth. Friedrich- Karl- Ufer, Eme Karlstr. Große öffentliche sozialdemokratische Versammlung Dienstag, den 9. Februar, Abends 71/2 Uhr, große Vorstellung. Aus dem reichhaltigen Programm sind besonders hevorzuheben: Doppel- Jockey, dargest. v. Mr. Joë Hodgini und Mr. Große hydrologische Ausstattungs: Victor Bedini. Herz, ostpreuß. Fuchs am Dienstag, den 9. Februar, Abends 84 Uhr, im Saale der Pantomime in 2 Abtheilungen mit hengst in der hohen Schule ger. von Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 11/12. National Tänzen( 60 Damen), Auf- Herrn Ernst Schumann. Miss Edith Tages- Ordnung: zügen. Neue Einlage: Die Garde- Adams, Parforcer eiterin. Faust und Fräulein Frau. Der sechste Sinn. Berliner Theater. Othello. Residenz- Theater. Musotte, Vorher: Modebazar Biolet. Wallner- Theater. Zumpengesindel. 1. Die Schule und die Sozialdemokratie. Referent Stadto, Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Husaren und lanen. Dampf Gretchen, in Freiheit vorgef. v. Ernst Genoffe E. Vogtherr. 2. Distuffion. 3. Vierteljahresbericht der Ver Das Sonntagskind. fchiffs und Bootfahrten, Wafferfällen, Schumann. Zum Schluß: Eine Rund- trauensmänner. Es ist Pflicht eines jeden Genoffen des 5. Wahlkreises, in Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten reise in 80 Sekunden v. den beiden dieser Versammlung zu erscheinen. u. f. w., arrangirt und inszenirt vom Doggen Fritz und Baby. Doppel- 332/12 Direktor E. Renz. Außerdem: 6 ir- Voltigo von den Damen Frl. Anna Thomas- Theater. Rothköpfchen. Bellealliance- Theater. Der Herrgottschniger von Ammergau. Oftend- Theater. Liane, die zweite länd. Jagdpferde( Original Dressur) Sjöholm und Helene Hertel. DoppelFrau. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. • Der Alexanderplat- Theater. Berliner Pflaster. Seenpalat. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Konkordia- Palast- Theater. zialitäten- Vorstellung. Spe Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Der Vertrauensmann. zuf. dreſſ. und vorgef. v. Herrn Franz Parforce- Arbeit v. Den Herren Victor Sozialdemokratischer Wahlverein für Frl. Clot. Hager. Cyd, ger. v. Herrn Springpferd gevitten von Frl. Adele den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Renz. Colmar, ger. v. d. Schulreiterin und Hesse. Ringlet, engl. Vollblut, als Gaberel. Quadrille de la Gr. Duchesse, Schumann. Romische Entrees sämmtger. von 16 Damen. Lord& Sohn, licher Klowns. Zum vorletzten Male: höchft tomische Reitpiece von mehreren Berliner Leben. E Herren. Auftreten d. Reitkünstlerinnen Große Waffer- und Feuer- PautoFräul. Natalie und Mm. Bradbury, mime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. sowie der Reittünstler Herren Adolf Neues Schlußtableau:„ Berolina im Delbosq und Jules 2c. Komische Entrees Feuer." und Intermezzos von fämmtl. Klowns. Mittwoch, den 10. Februar: Große Täglich: ,, Auf Helgoland". Vorstellung mit neuem vorzüglich ge- 423/10 wähltem Programm.„ Berliner Leben." E. Renz, Direktor. Dienstag, den 9. d. Mts., Abends 8 Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedterstrasse No. 231 Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Ursachen der Arbeitslosigkeit. Referent: Stadtverordneter H. Borgmann. 2. Distuffton. 3. Vereins- Angelegenheiten, Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Ausserordentl. General- Versammlung Central- Krankenkassed. Buchbinder 2c. der männligen Mitglieder der Orts- Krankenkaſſe der Kürſgner Sonnabend, den 13. Februar, in Norbert's Festfälen, Beuthstr. 19/21: Grosser Wiener Maskenball. Hamburger Gaudebrüder anfang subr. Konzert- und Koupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Kegelbahnen 6 Billards, 2 Säle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Bei der Polonaise gelangt zur Aufführung: BF Der Einzug der Prinzess Karneval. 439/10 Einlaßkarte 60 f. Das Festkomitee. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Einlaßkarten sind zu haben bei P. Schneider, Blumenstr. 29; B. Woller, Alexandrinenstr. 116, Quergeb. 4 Tr.; O. Schneider, Stalizerstr. 44; 2. Schweizer, Gigarrengeschäft, City- Bassage; Norbert's Restaurant, Beuthstraße Nr. 19-21; Fr. Pantnin, Oranienstr. 178, 2 Tr. Maler( Filiale 5 Nord). Versammlung 1350b Mittwoch, den 10. d. M., 3b. 8 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: Delegirten Bericht von Frankfurt a. M. Gäste willkommen. Um Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer 841 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: Die fliegende Geigen- Fee. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste musikalische Illusion. Vorstellungen: 12 Uhr u. 1 Uhr. 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Nachmittags. Kolossal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Oeffentliche Schneiderund Schneiderinnen- Versammlung am Dienstag, den 9. Februar ds. Js., Abends präzise 8% Uhr, in Hensel's Lokal, Invalidenstraße Nr. 1. Tagesordnung: 1. Die Gewerbegerichte und der Entwurf des Ortsftatuts für Berlin. Referent Reichstags- Abgeordneter Paul Singer. 2. Diskussion. Alle Maß- und Tagschneider, Militär- und Lieferungsschneider, Herren: Konfektions- und Damenschneider, Mänteluäherinnen, Bligler, Stepper und Trikottaillen- Arbeiterinnen werden ersucht, in dieser Versamnilung zahlreich zu erscheinen. Die Agitations- Kommission. 179/9 Ost- und Westpreußen! Große Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 1. Februar, Abends 81/2 Uhr, beim Genossen Gnadt, Brunnen Strasse No. 38. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Rechnungslegung des Kassirers. 4. AufWachsfiguren und nahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Lebensgrohe Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama mit Gewitter. Jm Theater- Saal( ohne 257/12 Der Vorkand. und Berufsgenossen zu Berlin am Donnerstag, den II. Februar 1892, Abends 8% Uhr, in Seefeldt'schen Lokal, Grenadierstrasse 33. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisions- Kommission über die stattgehabte Prüfung der Rechnungen des Jahres 1891. 2. Bericht über den Kaffenabschluß des Jahres 1891. 3. Berathung über die von den weiblichen Arbeitern zu leistenden Beiträge und die Ansprüche derselben an die Kaffe. 4. Festsetzung des Gehalts des Rendanten der Kasse und des Vorsitzenden. 5. Verschiedenes in Sassenangelegenheiten. H. Borch, Nendant, Der Vorstand: 1306b C. Dobronz, Vorsitzender, Waßmannstraße Nr. 22a, 4 Tr. Maler und Anstreicher. Am Mittwody, den 10. Februar 1892, Abends 8 Uhr, # Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 7-79 Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom Frankfurter Rongreß. 2. Verschiedenes. 222/10 Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Vertrauensmann. Ausstehende Sammellisten Arbeiterinnen sind sofort, gezeichnet oder ungezeichnet, für die ausgesperrten Buchdrucker, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen sind an die unterzeichnete Kommission abzuliefern, widrigenfalls die Nummern der Listen mit den Namen der Ent nehmer in diesem Blatte veröffentlicht werden. Die Streikkommission der Berliner Buchdrucker ( Gratweil's Bierhallen). Bereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Todes- Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Steinmey Nikolaus Baldauf, am 7. d. M. nach langen Leiden an der Proletarierfrank. Versammlung beit verstorben ist. Die Beerdigung Montag, den 15. Februar, Abends findet Donnerstag, den 11. d. M., NachVortrag des Reichstags- Abgeordneten Pappel- Allee 32a, aus nach dem Be389/5 Franz Tuzauer über Gewerbe- gräbnißplay der Freireligiösen Gemeinde Schiedsgerichte. Extra- Entree): Täglich Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter 8 Uhr, bei Steßner, Annenstraße 16. mittags 4½ Uhr, vom Trauerhauſe, v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, die tätowirte( merikanerin in Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Damen. Freitag für Den Genossen halte ich meine Masten- Garderobe Berlins und Umgegend. Branchenversammlung der Klempner am Mittwoch, den 10. Februar, Abends 81 Uhr, m Lokale des Herrn Uebel, Naunyn- Strasse No. 27. Tages Ordnung: 1. Die Gewerkschafts- Bewegung und ihre Bedeutung. Referent Herr Reichstags- Abgeordneter Ullrich. 2. Die Zustände in der Werkstatt des Hrn. Dietrich, Mariannenstr. 20. 3. Diskussion. 4. Vorschläge für ein Mitglied zur Fachkommission. 5. Aufnahme neuer Mitglieder. 6. Verschiedenes und Fragen. Zu dieser Versammlung find die Herren Gerfte und Röhm, sowie die Kollegen oben genannter Werkstatt ganz besonders eingeladen. Nichtmitglieder, sowie die Angehörigen anderer Branchen des Metallarbeiter- Verbandes find als Gäste willkommen. bei Bedarf best.empfohlen. Siegemund, Eisenbahnstr. 20. GrössteAuswahl. Bill.Pr. Das Verkehrslokal der Metallarbeiter Berlins befindet sich bei Billets zur ,, Urania" find zum Preise von 25 Pfg. pro Stück im Vereinen Preisermässig. Arbeitsnachweis, Wallstr. 7-8, zu haben. Fr. Panknin, Oranienstraße 178, Der Vorstand. Adalbertstr. 91, Eche Oranienste. Achtung! Charlottenburg! Achtung! Große Versammlung Damen- Masten- Garderobe von M. Roussel, des Sozialdemokratischen Wahlvereins Shalikerstr. 43, pt. Empfehle Freunden und Genossen mein reichhaltig sortirtes Lager in am Mittwoch, den 10. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstrasse 39. Tagesordning: 1. Vortrag des Genossen Roland über: Unsere Fortschritte in geUm zahlreiches Erscheinen ersucht Bigarren, Zigaretten u. Tabaken werblicher, technischer und geistiger Beziehung. 2. Diskussion. Bitte, bei Bedarf mich gütigst zu unterstützen. 1623L Neue SchönFritz Berndt, hauserstr. 18. Sarg- Magazin und Beerdigungs- Komtoir 1689L Julius Kosin, 342/18 Der Vorstand. Mitglieder- Versammlung 138/8 statt. 13 werden sämmtliche Vorstände, auch sonstige Inhaber von Sammellisten der Weißgerber ersucht, diese möglichst bald zurüdgelangen zu lassen. F. Trapp, 346/14 Biesenthalerstraße 6a IV. Danksagung. Sage allen denjenigen, welche meiner Frau die letzte Ehre erwiesen, meinen besten Dant. G. Illmer, Maurer, 1354 b nebst Kindern. Für die vielen Beweise liebevoller Theilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes Wilhelm Plate sage ich allen Freunden und namentlich den Herren sowie dem Verband der Vergolder meinen Kollegen der Firma H. Werkmeister, besten Dant. Marie Plate.[ 1346 b Danksagung. 1345 b Die trauernde Wittwe Luise Baldauf. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Sonnabend, den 6. d. M., verstarb nach mehrjährigem Krankenlager unser Vereinsmitglied, der Zimmerer Herr August Hahm, im Alter von 33 Jahren. 1357b Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. d., Nachm. 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Städt. Krankenhauses Moabit( Birkenstraße) nach dem Johanniskirchhofe in der Seestraße statt. Der Vorstand. Beerdigungsverein Berlin. 3immerleute. Freitag, den 5. b. M., verstarb nach längerem Leiden unser Vereinsmitglied, 1358b Für die vielen Beweise herzlicher der Zimmerer Herr Friedrich Lindner, Theilnahme, die überaus reichen Kranz im Alter von 46 Jahren. spenden bei dem Begräbniß meines Die Beerdigung findet Dienstag, den unvergeßlichen Gatten und Bater, des 9. d., Nachm. 3 Uhr, auf dem alten dem Restaur. Ferdinand Moritz, statt und versammeln fich die am Zuge fage allen lieben Verwandten, Freunden theilnehmenden Mitglieder Grenadier und Bekannten, sowie dem Verein straße 33, bei Seefeld, um 22 Uhr. Berliner Weissbierwirthe und Herrn Der Vorstand. Prediger Brukenhaus, für die troftreichen Worte am Grabe, hiermit meinen tiefgefühlten Dank. 474M Wwe. Louise Moritz nebst Sohn. Allen Freunden und Genossen, die traurige Nachricht, daß meine Frau Elise, geb. Heiser, nach kurzem Krantenlager am Sonntag früh ver storben ist. Die Beerdigung findet 533 L heute, Dienstag, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zwölf- Apostels Kirchhofes statt. 1360b August Leithold, Alvenslebenstr. 10. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. des Vereins z. Wahrung der Interessen der Maurer Robert Meyer, am Donnerstag, den 11. Febrnar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Orschel, Setaftianstraße Nr. 39, Tages- Ordnung: 66 Georgenkirchstraße 66. 1. Bortrag bes Serrn Reßler. 2. Gewerkschaftliches. 3. Fragekaſten Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, bitte ich meine Freunde und Genoffen, genau auf meine Adresse zu Der Vorstand.[ 427/9 achten. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag ron Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Die Nummern 1, 2, 3, 5, 38 des Wahren Jakob" werden zu kaufen gesucht. Off. an die Erped. d. Bl. " Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 33. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 166. Sigung vom 8. Februar 1892. 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: von Bötticher. Vor der Tagesordnung bemerkt Abg. Hartmann in Bezug auf die Bemerkung, welche Abg. Meyer- Berlin am Sonnabend vor der Tagesordnung gemacht hat, daß der lettere wohl davon gesprochen hat, daß ein Reichsangehöriger nach Rußland ausgeliefert werden könne, freilich an anderer Stelle seiner Rede, als er am Sonnabend zitirte. Darauf wird die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern fortgesetzt und zwar bei den Ausgaben für die Invalidenversicherung und für das Reichs- Versicherungsamt. Hierzu liegt ein Antrag Auer und Genossen vor: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, noch im Laufe der gegenwärtigen Seffion einen Gefeßentwurf, betreffend die Abänderung des Unfallversicherungs- Gesezes, vorzulegen, in welchem besonders folgende Punkte Berücksichtigung finden sollen: 1. Den§ 5 Absatz 2 Ziffer 2 des Gesetzes dahin zu ergänzen, daß die Zahlung der Rente an Verletzte nicht erst mit Ablauf der dreizehnten Woche nach Eintritt des Unfalls, sondern von dem Tage der Beendigung des Heilverfahrens an zu er folgen hat; 2. dem§6 die Bestimmung hinzuzufügen, daß im Falle der Tödtung eines Versicherten, welcher bereits infolge eines früher erlittenen Unfalles Rente bezogen, die Berechnung des den Hinterbliebenen zu gewährenden Sterbegeldes und der Rente nicht nur nach dem Arbeitsverdienste, den der Getödtete im letzten Jahre gehabt hat, sondern unter Zugrundelegung dieses Arbeitsverdienstes und der bezogenen Rente zu geschehen hat; 3. die in den Straf- und Gefangenenanftuiier. als Arbeiter beschäftigten Gefangenen in die Reihe der durch dieses Gesetz gegen Unfälle versicherten Personen aufzunehmen; 4. den Strafbestimmungen Vorschriften hinzuzurugen, nach benen Betriebsunternehmer und deren Angestellte, welche die ihnen auferlegte Beitragspflicht auf die versicherten Arbeiter abwälzen, in Strafe genommen werden. Dienstag, den 9. Februar 1892. 9. Jahrg. fönnen auch feiner Ausdehnung desselben das Wort reden. Nicht angenehm; aber was haben die anderen für ihre Beiträge? Ein über Erwarten günstig ist das Gesetz aufgenommen, sondern nur großer Theil der Arbeiter ist überzeugt, daß er niemals in den mit einem gewiffen Widerstreben wird es ausgeführt, namentlich Genuß einer Rente tommen wird. Die Arbeiter stehen nicht hat das Martensystem, das Klebesystem großen Widerspruch ge- allein als Gegner des Gesetzes da, sondern auch ein großer Theil funden. Hätte man die Invalidenversicherung auf die Kranken- der Arbeitgeber, die nicht besser als die Arbeiter dastehen, sind oder Unfallversicherungspflichtigen beschränkt, dann hätte man die der Meinung, daß die Belastung durch die Beiträge eine unBeiträge durch die Krankenkassen oder die Berufsgenossenschaften erträgliche ist. Die meisten Arbeiter wären froh, wenn einziehen lassen können. Es ist allerdings möglich, daß die Ge- das Gesetz beseitigt würde; jedenfalls sollte man auf meinden die Beiträge einziehen; aber dadurch wird das Kleben die Stimmung der großen Boltsschichten achten. nicht erspart, sondern nur auf andere Organe übertragen. Daß was meine Freunde vorausgesagt haben ist eingetreten. die Entwerthung durch Einstempeln oder Einschreiben des Man hat mit dem Gesetz einen Sprung in's Dunkle gemacht und Datums erfolgt, ist von Herrn Grillenberger getadelt worden; trotzdem ist man unvorsichtig gewesen. Es verlautet von allen allein ohne eine solche Maßregel wird sich kaum eine Kontrolle Seiten, daß die Regierung in der Versicherungspflicht über den ermöglichen laffen. Daß gerade die Beschlüsse des Reichstages Kreis der Vorlage hinausgegangen ist. Dadurch wird eine große die Belästigungen des Publikums herbeigeführt haben, fann ich Beunruhigung im Volte hervorgerufen. Besonders schwer werd nicht zugeben; es sind viele Punkte geändert worden, die all- die schlechte Stellung der Mitglieder der freien Kassen empfunden gemein als Verbesserungen anerkannt sind. Während die Mitglieder der Zwangskaffen nach ihrem Lohn in Staatssekretär v. Bötticher: Der Gesetzentwurf, den ich die höheren Beitragstafsen kommen, fommen die Mitglieder der hoffentlich im nächsten Jahre vor Ihnen zu vertreten die Ehre freien Kaffen in eine niedere Lohnklaffe, weil bei ihnen nur der haben werde, wird nicht blos die Ausdehnung der Unfallversiche- ortsübliche Tagelohn angerechnet wird. Auch von den Wahlen rung vorschreiben, fondern auch eine Verbesserung derjenigen und von der Vertretung der Arbeiter sind die freien Kassen aus. Bunfte, welche sich als dessen bedürftig erweisen, enthalten. Das geschlossen. Bezüglich der Unfallversicherung müssen die Kranken Bedürfniß nach einer Revision des Unfallversicherungs- Gesetzes lassen sich beschweren darüber, daß sie große Lasten für die Unfall wird in weiten Kreisen nicht als ein dringendes anerkannt. Der versicherung tragen müssen. Darüber herrscht eine große Uns Berufsgenossenschafts- Tag hat das noch vor 1/2 Jahren aus zufriedenheit der Arbeiter. Als das Unfallversicherungs- Gesetz vor gesprochen. Es wird Sache des Bundesraths und des Reichs- gelegt wurde, bezeichnete man als Hauptzweck die schnelle Erledigung tages sein, zu prüfen, wie weit man zweckmäßiger und noth- der Unfallsachen, ohne lange fostspielige Prozeßführung. wendigerweise in der Reform gehen wird. Sobald die Ver- Aber die Häufung der Berufungen gegen die Entscheidung der waltung und Gesetzgebung auf irgend einem Gebiete Mißstände Berufsgenossenschaften zeigt, daß die Arbeiter nicht so leicht zur erkennt, soll sie nicht anstehen, die Mißstände zu beseitigen. Aber Anerkennung ihrer Rechte tommen fönnen. Nicht einmal, wenn man darf die Erfahrung nicht unterschätzen; man fann manche die Arbeiter ihre Rente durch Rekurs an das Reichs- Versicherungs Mißstände forrigiren, ohne die Gesetzgebung in Anspruch zu amt erftritten haben, bleiben sie im ruhigen Besize derselben: nehmen. Allzu kurze Perioden für Revisionen empfehlen sich denn in einer großen Anzahl von Fällen, welche selbst die Aufdaher nicht. Ich freue mich, daß das Zentrum die Aufhebung merksamkeit des Reichs- Versicherungsamts erregt haben, erfolgen des Invaliden- Versicherungsgesetzes nicht empfiehlt. Denn die anderweitige Feststellungen der Rente infolge veränderter Um Mithilfe des Zentrums tönnen wir ebenso wenig entbehren, wie stände, was manchmal geradezu zu Chikanen führt. Auch die die Mithilfe aller anderen Parteien und aller Verwaltungsorgane Berhütung der Unfälle sollten die Berufsgenossenschaften zu ihrer Es ist meine aus vielen Thatsachen gewonnene Ueberzeugung, daß Aufgabe machen; es ist manches geschehen, aber angesichts der das Gesetz sehr günstig aufgenommen worden ist. Es wurde Biffern, welche eine große Zunahme der Unfälle beweisen, kann Ferner beantragen die Abg. Möller, Hite, Hartmanu, befürchtet, daß sehr viele sich von der Versicherungspflicht brücken man nicht behaupten, daß hier eine gute Wirkung erzielt worden bon Stumm: würden; aber über Erwarten günstig ist die finanzielle Ge- ist. Daß die Arbeiter an den Unfällen selbst Schuld sind, ist Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldigst einen bahrung der Versicherungsanstalten, worüber dem Reichstage nicht richtig; die Hauptursache ist die übermäßige Ausdehnung Gefeßentwurf, betreffend die Abänderung des Unfallversicherungs- demnächst ein Bericht zugehen wird. Es sind 15,5 Millionen der Arbeitszeit, durch welche der Körper erschlafft. Hier sollten Gefeßes, vorzulegen. Mart an Renten gezahlt, deren Kapitalwerth sich auf 54,4 Mill. die humanen Arbeitgeber einsetzen und durch genossenschaftliche Bayrischer Ober- Regierungsrath Landmann: Bezüglich der Mark berechnet. Dazu kommen 10 Mill. Mark Refervefonds Selbsthilfe Besserung herbeiführen. Wahl von stellvertretenden Mitgliedern zum Reichs- Versicherungs- und 11 Millionen Verwaltungskosten. Die Belastung stellt sich Abg. v. Helldorff( dt.): Es war nicht richtig vom Vors amt war Bayern auch zuerst bedenklich; aber die Gründe also auf zusammen 76,4 Millionen Mart, welcher eine Einnahme redner, sich in so scharfer, aufhezzender Weise gegen die InvalidenDer Zweckmäßigkeit haben die Ueberzeugung herbeigeführt, daß von 88,8 Millionen Mart gegenübersteht. Dabei ist freilich nicht versicherung zu wenden und davon zu sprechen, daß die Beiträg man nicht wohl anders verfahren fonnte, wenn man eine außer Acht zu lassen, daß im ersten Jahre nur Altersrenten eine Steuer find. Das Gesetz soll der Bevölkerung aufgedrängt Schleunige Erledigung der Rekurse sichern wollte. Zwischen den gezahlt find. Das ist ein außerordentlich günstiges Ergebniß. worden sein. Allerdings find manche Bedenken gegen das Geset Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamts und der Landes- Es ist daher begreiflich, daß nichtversicherungspflichtige Kreise geltend gemacht worden, auch von denen, welche schließlich für versicherungsämter hat sich keine Verschiedenheit herausgestellt. sich zur Versicherungspflicht drängen. Daß besondere Dankbarkeit das Gesetz gestimmt haben. Der Sturm gegen das Gesetz wird Der Fall, den Herr Grillenberger anführte, ist nicht beweis- in den Kreifen der Rentenempfänger herrscht, ist selbst der freisinnigen Partei feinen Segen bringen; sie hüten sich auch fräftig. Es handelte sich darum, ob für die Abfuhr des Holzes verständlich.( Heiterkeit.) Der Oberinspektor der Versicherungs- hier, von der Aufhebung zu sprechen, fie reden nur von der die Fuhrwerts oder die landwirthschaftliche Berufsgenossenschaft anstalt Hannover führt in einem Aufsatz aus, daß Revision. Für die Landwirthschaft ist die Invalidenversicherung zuständig ist. Diese Frage ist eine offene, eine endgiltige Ent- die Altersrente auf dem Lande Lande viel angenehmer em- allerdings eine erhebliche Last, aber es ist nur dieselbe Last, welche scheidung ist noch nicht ergangen. Im übrigen sind aber feinerlei pfunden werde, als die Leibzucht und das Ausgedinge, bisher der Landwirthschaft schon auferlegt war, wenn sie ihren divergirende Entscheidungen ergangen. Die große Zahl der Re- über welche oft genug Bant und Streit entstanden sei. Berpflichtungen gegen die Arbeiter nachkommen wollte. Die Beis turfe, über welche Herr Grillenberger geklagt hat, beweist durchaus Gin früheres, hochgeschätztes Mitglied dieses Hauses, der Leiter träge sind verhältnißmäßig niedrig; für die Arbeitgeber betragen nicht, daß die Bescheide der Schiedsgerichte ungerecht feien. Im einer Kommune, ertlärte mir heute morgen noch: Es besteht feine fie nach meiner Rechnung 1 pet. bes Arbeitslohnes. Ist das Gegentheil, die Zahl der Refurse hat sich im Verhältniß zur Unzufriedenheit, die ganze Klebearbeit ist auf die Gemeinde über wirklich eine so unerträgliche Steuer? Die Schwankungen in der Zahl der Streitfälle überhaupt vermindert, nämlich von 25 pet nommen und das foftet nicht erheblich viel Geld. Sein Ge- Höhe des Arbeitslohnes find bei der Landwirthschaft auf 10 pCt. sammturtheil geht dahin, daß die Invalidenversicherung nicht je nach den Witterungsverhältnissen meistens höher. Abg. Dine( 3.) hält jedes Zögern mit der Novelle zum bloß in der Organisation gut gelungen ist. Die Quittungstarte Manche Unannehmlichkeiten sind allerdings mit der Versicherung Unfallversicherungs- Gesetze für unrichtig. Die Lücken des Gesetzes foll tein Arbeitsbuch werden, dieser Meinung bin ich auch heute verbunden. Hier wird eine Aenderung des Gesetzes helfen müssen müßten ebenso wie die des Krantentassen- Gesetzes ausgefüllt noch. Die furze Praxis hat ergeben, daß die Entwerthung der oder die Möglichkeit, daß die Krankenkassen die Beiträge einwerden, der Staatssekretär hat nur eine Novelle über die Aus- Marke durch einen Strich nicht erwirkt werden kann. Man hat ziehen können. Vom Markensystem werden wir nicht abgehen dehnung der Unfallversicherung in Aussicht gestellt. Diese Aus- erkannt, daß die Entwerthung nur durch Eintragung des Datums fönnen, es ist das für die Kontrolle beste System. Den Bethei behnung ist gerechtfertigt, aber ich dente darüber nicht mehr so erfolgen tann. Die Eintragung des Firmenstempels, welche ligten wird erst flar werden müssen, welche Bedeutung für fie wie früher, daß nämlich dadurch zugleich eine Organisation des Grillenberger vorgeschlagen, würde doch viel bedenklicher sein. die Quittungskarten und die richtige Benutzung derselben haben. Sandwerks herbeigeführt werden könne. Ueber den Inhalt der( Buruf Grillenberger's: Laffen Sie doch das Tintenfaß darüber Die Kleinheit der Marken ist ein Hinderniß für die Handhabung. Revifionsnovelle liegt der sozialdemokratische Antrag vor, der ausgießen! Heiterkeit.) Dann wird man aber nicht erkennen, wie Die Aengstlichkeit, daß die Beschreibung der Marken mit dem schon am Sonnabend abfällig beurtheilt worden ist. Es giebt viel Beiträge gezahlt sind. Wir sind bereit, alle Vorschläge in Datum eine Gefahr haben könnte, ist unberechtigt. Jeder Arbeits allerdings dringendere Forderungen als die in demselben auf- ernste und wohlwollende Erwägung zu nehmen. geber wird den Arbeiter bei der Annahme fragen, woher es gestellten. Es würde sich vielleicht mehr empfehlen, die Frage zu Abg. Hirsch( dfr.): Im Gegensatz zu dem vielen Lobenden, kommt und er kann dann Erkundigungen einziehen, ebenso gut entscheiden, ob die Ascendenten eine Rente erhalten sollen, wenn was hier über die Invalidenversicherung gefagt wird, muß als wenn die Marte mit der Firma gestempelt wäre. Die Renten der Berunglückte auch nicht der einzige Ernährer der Familie war. ich erflären, daß dieses Gesetz ein Gegenstand der Ab- besonders die Altersrenten, sind nicht zu niedrig bemessen. Ich Aber besser wäre es, jede Spezialisirung zu unterlassen und nur neigung in den weitesten Voltstreifen ist und mit Recht. habe schon früher einigen von meinen alten Arbeitern eine Ben einen allgemeinen Antrag anzunehmen, daß die Novelle recht bald Nicht wegen des Klebens ist das Gesetz verhaßt, sondern weil das fion gewährt; sobald sie dieselbe erhielten, sind sie nicht mehr vorgelegt werden möge. Auch mit der Novelle zur Invaliden- Gesetz dem Volfe wider feinen Willen aufgedrängt worden ist, auf Arbeit gekommen, weil sie in ihrer Familie eine naturgemäße versicherung, deren Nothwendigkeit der Staatssekretär von Bötticher aufgedrängt durch die Intervention des Fürsten Bismard. In Beschäftigung fanden. So wird es auch mit den Altersrenten anerkannt hat, sollte man nicht allzu lange mehr warten. diesem Reichstage hätte es niemals eine Mehrheit gefunden. Das gehen. The wir Aenderungen vornehmen, müssen wir erst Ers Bezüglich der Unfallversicherung übernimmt die Zentrumsfraktion Gesetz bietet in materieller Hinsicht zunächst hohe unstundbare fahrungen sammeln. jebe Berantwortung, denn das Zentrum ist entscheidend gewesen Beiträge von nahezu 89 Millionen Mart, eine gewaltige Steuer- Abg. Möller( natl.) bedauert, daß den Verhandlungen keir für das Gesetz; aber für die Invalidenversicherung können wir last, die zu den übrigen Steuern hinzugetreten ist. Bei der Vertreter des Reichs- Versicherungsamts beiwohnt; welche Gründ die Berantwortung nicht übernehmen, weil die Mehrheit des schlechten Geschäftslage erfüllt das nicht mit Freude. Für die den Anlaß dazu geben, sei ihm nicht bekannt. Bezüglich der Sentrums dagegen gestimmt hat. Nachdem das Gesetz angenom Altersrentner, welchen ohne einen Pfennig Beitrag eine Rente Invalidenversicherung habe er bedauert, daß man nicht wie men ist, können wir es unmöglich wieder beseitigen, aber wir zugefallen ist, ist diese Liebesgabe von 5 Millionen Mark ganz früher Schritt für Schritt vorsichtig vorgegangen sei, daß man Freie Volksbühne. In Gerhard Hauptmann's Spuren der Grundcharakter dieser Anklageliteratur, kein Jubellaut entfesselten Menschenstrom, wie feine verspätete Schutz- nnd Res zukunftsfreudiger Hoffnung entringt sich ihr. Das bedeutendste gulirungsarbeit, ein findliches Beginnen, den Eisgang der Weichsel Gin Flugsamen ist ausgestreut über die verschiedensten Ge- Dokument dieser Richtung ist das erschütternde, neue Drama verhindern könnte. Die Vertreter zweier Herrengeschlechter zeigt biete deutscher Zunge; ihn fönnen teine Geseze ausrotten und Gerhard Hauptmann's, das vom Weberelend und von der Em- Halbe in seinem Schauspiel. Eduard Tetzlaff, Besitzer in Traun feine Editte verwehen. Er ist ins heimische Erdreich gedrungen pörung der blutig Mißhandelten im Eulengebirge in den vierziger penhusen, ist der Mann, der noch nicht pattiren gelernt hat. Gr und aus ihm ist eine Antlageliteratur erwachsen, deren bester Jahren fingt. ist der unbeschränkte Herr aus patriarchalischer Zeit. Am Ende Theil es ist, daß sie sich nicht mehr auf einen oder den anderen albe, von Hauptmann beeinflußt, nicht sein slavischer lichen Willen sich ein zäher, passiver Widerstand erhebt. Seine wandelt May seiner Tage muß er es gewahren, daß gegen seinen selbstherr Namen beschränkt. Noch hat man es freilich mit den ersten Gehversuchen der anklagenden Poeten zu thun, zunächst verweilen Nachtreter. Am letzten Sonntag gab man auf der Knechte sind nicht so unterthänig mehr wie früher, und wenn bie Dichter, die eine foziale Schicht aufzudecken bemüht find, Freien Volksbühne sein modernes Schauspiel in vier Aufzügen eine Bauernbirne erkrankt, weil sie schwere Säcke mit Mehl über gerne auf der engen Scholle, auf der sie geboren sind; was ihnen Wolfsbühne ein noch unerprobtes Drama eines jungen deutschen Mädchens, von Eisgang". Es ist das erste Mal gewesen, daß die Freie ihre Kraft schleppen mußte, so erfrecht sich der Vater dieses so an Größe und Weite des Umblics verloren geht, gewinnen Autors zur Aufführung brachte. Das war ein dankenswerther langen, eine unerhörte Begehrlichkeit. der Herrschaft Entschädigung ชิน vers sie durch die scharfe Beobachtung des Details, ein erbgeseffener Landherr feine, intime Auffaffung des engbegrenzten Theilausschnittes, Verſuch, deffen Wiederholung vielleicht lohnend wäre. Nicht ein als ben sie zu schildern sich vornahmen. Sie sind Propheten gleichsam gereifter Mann tritt Halbe als Bühnendichter auf, nicht als voller beständige Aerger frist an feiner Seele, einen Weg, mit de einer Gebietstheile, Werkünder der starken dichteriſchen In- Stünstler, der seinen Stoff meiſtert, bis nichts Unausgeglichenes neuen Ordnung der Dinge sich auszuföhnen, fucht der Alte nich: bividualitäten, die in Zukunft berufen sind, die Summe aus all übrig bleibt; aber er spricht die Sprache des innerlich bewegten und als den Verdroffenen der Schlaf meidet, fucht er ihn zu er den vorhandenen Studien, aus all dem poetischen Anklage- tlar und fest auf das Ziel hinsteuern, das er erreichen will, ein der Arzt verordnet hat, und stirbt. Ruttkowsky, sein Knecht material, das die jungaufstrebenden Künstler im Westen wie achtunggebietendes, ernsthaftes Talent spricht trotz alledem aus die best entworfene Gestalt des Stückes, ein Mensch, wie ihn nu im Osten Deutschlands herbeischaffen, zu ziehen. ihm. Erscheinen manche seiner Gestalten der vorbedachten Tendenz Stumpfsinn und die furchtbare Gewöhnung an das Glend zeitigt, Das ist mehr, fann, ertragen der Gin leines aber charakteristisches Merkmal für das Wesen zu Liebe willkürlich fonftruirt, in den eigentlichen Volkstypen kommt dazu, halbtrunken, lallend. Hugo Tezlaff, Eduards der jungen Anklageliteratur ist es, daß sie neue Landstriche, die steckt wahrhaftiger Kern, flar, tief und liebevoll erschautes Leben. Sohn, ist nunmehr Herr auf Trampenhusen. man bisher unergiebig und spröde für die Kunst gehalten hatte, Go gehört Halbe's Drama zu jenen Werfen, die nicht bie Hatte seinen Vater der Unwille über die neue Zeit, die mit Vorliebe der poetischen Diskussion eröffnet. Man zieht in Seroenanbetung vergangener Lage, sondern das Erbarmen mit Angst vor der Stromregulirung, die von der Regierung geplant bie östlichen, vom Glanz romantischer Welt farg be- aller Kreatur geboren hat, und das ist ein hervorstechend ist und die Löhne der ländlichen Arbeiter erhöhen könnte, in bachten Gegenden Preußen und nicht aus der Heroenzeit, moderner Zug. da die dort auftrat, den Tod getrieben, so ist der Sohn neuen, humaneren Ideen, di ein gewaltthätiges Eroberergeschlecht Der Heimathsbezirk des Dichters ist die westpreußische er in der Fremde fich angeeignet hatte, zugewandt. Er wid bott man fich seine Stoffe, sondern aus der Gegenwart, Niederung an der Weichsel. Dorthin führt feine Dichtung. Gin tein Leuteschinder fein, er will feine Knechte nicht zur Arbeit gerade Dort vielleicht die elementarsten Gegenfäße Bild aus dem Naturleben wählt er als Symbol für seine foziale peitschen, 14 und 15 Stunden lang im Tage, er will ihren müden zwischen Herrenthum und Knechtschaft, zwischen Besitz und Pro- Handlung. Wie der Weichselstrom die Niederung überfluthet, Knochen Ruhe gönnen, aber die Last, verrottetes Unheil zu be tariat einherbrauser, wie die Gismassen sich, heben, ist zu schwer für die Last des Einzelnen. Bange Ahnungen aufwuchs, wo er faum erſt über seine Noth zu stammeln wagt, wie verheerende Koloſſe in Bewegung ſehen, wenn der starre verdüftern den jungen Herrn, er fühlt, wie er die Sünden seiner rin ein dumpfer Groll sich allmälig aus gequälter Brust empor: Frost gewichen, so erheben sich die dumpfen Massen der Ge- Väter wird büßen müssen; er, der vereinzelte Gutsherr, kann ringt und zum Aufschrei wächst, dort ist ein fruchtbarer Boden drückten, an benen die Herren Jahrhunderte hindurch natürlich mit humanen Grundfäßen gegen seine Umgebung nicht Herrenrechte ewiges Unrecht verübten, keine aufkommen. Im ökonomischen Leben macht eben eine Schwalbe in schwüle Stimmung umsehen möchten. Schwer, düster ist daher Flick- und Schuhmaßregeln der Herren" hemmen den auch keinen Sommer. Und so fönnte er on der Obamacht feine " die Invalidenversicherung nicht auf den Kreis der Kranken- oder die graue Theorie in alltägliche Praxis umzuwandeln. Die| Monate des Winters selber kam man zu ferneren intereffanter Unfall- Versicherungspflichtigen beschränkt habe. Wenn sich die Serrchen sollten in der Blouse der Männer mit der schwieligen Resultaten, welche zu dem Zemperaturverhältniß derselben unter Schwierigkeiten in einzelnen Fällen hätten überwinden lassen, so Faust stecken, dann würden sie ganz von selbst zur Mäßigkeit und einander höchst merkwürdige Beiträge liefern. Für die Be fei das mit Freuden zu begrüßen. Redner wandte fich dann Enthaltsamkeit erzogen worden sein. Der Lohn des Arbeiters ist urtheilung, ob man den betreffenden Winter zu den kalten namentlich gegen den Abg. Hirsch. Die Berufsgenossenschaften heut nicht derart, daß er in Völlerei und Prasferei versinken kann. oder zu den milden rechnen dürfte, legte man gewöhnlich oder ihre Sektionen müssen, wenn die Verhältnisse des Arbeiters Und die Moral? Fangen wir an beim Prozeß Gräfe, hören wir das Wetter der Monate Dezember und Januar zu Grunde. sich geändert haben, die Rente anderweitig ifeftfeßen. Das ist auf mit dem Prozeß Prager, werfen wir noch einen Blick auf Aber gleichzeitig ward flar, daß solchen zu milden Monaten ihre Pflicht; fühlt der Arbeiter sich dadurch beschwert, so hat er den Prozeß Manché und erwarten wir die Prozesse gegen das schon zu warme November vorausgehen und ebenso ihnen zu bagegen diefelben Rechtsmittel, wie gegenüber der ersten Fest- Sextett der in Untersuchungshaft sitzenden Banfiers und die Ver- warme Februar- oder Märzmonate folgen. Die Wissenschaft ftellung der Rente. Die Nothwendigkeit einer Revision der handlung gegen den ehrenwerthen Pastor Müller in Oldenburg- hat dafür folgende Regeln gefunden: Es steht drei gegen eins, Unfallversicherung sei allseitig anerkannt, auch von der welch' eine bodenlose Fülle von Moral! In den Schaufenstern der daß dem zu warmen Dezember schon ein zu milder November Regierung; deshalb genüge der allgemeine Antrag. Der sogenannten Kunsthandlungen, im Gerichtssaal in Moabit, in den vorausgeht, vier zu eins, daß dem zu milden Januar ein Antrag der Sozialdemokraten hebe aber nur einige Punkte Nachtcafés, in den Animirkneipen, auf den Maskenbällen, gleicher Februar folgt, und vier zu drei schließlich, daß auch hervor, welche durchaus nicht die Hauptfache feien. Namentlich alles Pflanzstätten der bürgerlichen Moral. Die Leute, welchen noch ein zu warmer März sich allen diesen zu milden Monaten sei es unrichtig, den Berufsgenossenschaften die Fürsorge für einen das augenverdrehende Bürgerthum scheinheilig jeden Funken von anschließen wird. Verunglückten vor der Beendigung der 13. Woche aufzuerlegen. Gemüthstiefe abspricht, dem vierten Stand, den Arbeitsbienen in Danach steht uns also nach größter Wahrscheinlichkeit nur Man habe versucht, bei der Unfallversicherung auch die Arbeiter dem Staat der Drohnen, entgeht es natürlich nicht, wie diese noch ein milder Winter bevor. Der Januar hatte zwar einige heranzuziehen und habe schließlich den Ausweg dafür gefunden, bürgerliche Moral immer weitere Fortschritte macht. So bektlagt recht falte Tage, aber entscheidend für seine Gesammtbeurtheilung die Fürsorge für die ersten 13 Wochen der Krankenkaffe zu über sich ein Arbeiter in folgendem Schreiben über eine Schaustellung, fann immer nur die Durchschnittstemperatur sein, und diese tragen. Redner empfiehlt seinerseits, daß die kleinen, wegen ge- welche Unter den Linden" allstündlich zahlreiche Neugierige nimmt sich bisher recht günstig aus. Seit 1884 hätten wir also ringer, die Erwerbsfähigkeit nicht beeinträchtigender Verlegungen anlockt. endlich wieder einen milden Winter zu erwarten, während die gewährten Renten so lange ruhen, als der Lohn derfelben wie Auf eine an dem großen Schaufenster ausgestellte Gruppe darauf folgenden von meistens recht empfindlicher Kälte be früher ist, daß ferner den Ascendenten die Nente nur im Falle möchte ich hinweisen. Dieses widerwärtige Schaustück stellt eine gleitet waren. Bei der Theuerung des Heizmaterials und den der Bedürftigkeit gewährt wird, daß bei der Konkurrenz mehrerer Dame" vor, welche von einem Maskenball zurückkehrend, mit übrigen wirthschaftlichen Mißständen, unter denen der kleine Berufsgenossenschaften das Feststellungsverfahren beschleunigt zwei Herren" in feiner Balltoilette noch in eines der für Mann im Winter ohnehin genug zu leiden hat, täme ein weniger wird, daß die Renten ausländischer Versicherter tapitalisirt, daß die feinere" Welt bestimmten Cafés eingekehrt sind. strenger in jedem Falle recht gelegen. Die Behauptung, auch ausländische Betriebsunternehmer zur Versicherung heran- An dem mit Champagner und den entsprechenden Speisen daß dem milden Winter dann auch ein heißer Sommer folge, gezogen werden fönnen. Schließlich verlangte Redner, daß den überladenen Tisch ist bereits der eine der Schlemmer ein- basirt dann auf der Beobachtung, daß in den Jahren 1755-1884 Berufsgenossenschaften in ihrer Vermögensverwaltung und-An- geschlafen, während die„ Dame" und der andere Herr" noch nicht weniger als 34 Mal folche gegenseitige Wirkung stattTage eine größere Freiheit gewährt, z. B. auch der Ankauf von weiter schwelgen. Die Dame" ist so knapp bekleidet, daß ich gefunden hat, und zwar derart, daß, je milder der Winter ge Grundbesitz gestattet werden müsse. überzeugt bin, feine Arbeiterfrau präsentirt sich in solch' frechem wesen, um so heißer geradezu der Sommer ausgefallen ist. Recht Darauf wird um 4½ Uhr die weitere Berathung ab- Aufputz. Einige Vorübergehende hielten auch mit ihrer Ansicht deutlich offenbarte sich dieses eigenartige Gesetz noch im Jahre gebrochen. nicht zurück. In einer Zeit, in welcher in weiten Bevölkerungs- 1884, wo der Sommer, welcher sich dem Frühlings- Winter an Präsident v. Levehow schlägt vor, den Weltpost- Ber- freisen ein Nothstand herrscht, solle man doch lieber dergleichen schloß, überaus drückend war und dabei starte Neigung zu Ge trag, dessen dritte Berathung auf der Tagesordnung steht, noch Gruppen, welche die Verschwendungssucht der Befizenden so grell witterbildungen zeigte. Also der völlige Gegensatz zu dem jüngst zu erledigen. Derfelbe wird ohne Debatte angenommen und zwar vor Augen führten, nicht zu einem Schaustück machen. Ich schließe verflossenen Sommer, der wiederum dadurch, daß er sich an einen mit dem Uebereinkommen, betreffend den Austausch von Briefen mich dieser Ansicht zwar vollkommen an, andererseits aber hat recht strengen Winter anschloß, unfere oben aufgestellte Behaup und Räfichen mit Werthangabe, betreffend den Bostanweisungs- die Sache vielleicht den Zweck, diejenigen Arbeiter, welche noch tung durch das Gegentheil auf das Kräftigste bewies. Hoffent Dienst, betreffend den Austausch von Postpacketen, betreffend den nicht unsere Genossen sind, uns zuzuführen. lich fällt nun der Winter nicht so milde aus, daß wir sogar auf Postauftrags- Dienst und betreffend den Postbezug von Zeitungen die nöthigsten Requisiten desselben, Schnee und Eis, zu verzichten und Zeitschriften. haben. Das wäre ein Uebelstand, den wir in wirthschaftlicher Hinsicht während des darauf folgenden Sommers sehr zu bes Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 2 Uhr.( Fortsehung der Statsberathung). Tokales. dauern hätten. Eine stinkende Lüge( Beweis: Unsere wiederholte Warnung vor dem Schundroman) bringt die heutige" Freisinnige Zeitung", inden fie folgende Notiz abdruckt: Die Sozialdemokratie versucht, wie eine Lokalforrespondenz mittheilt, jetzt auch durch Hintertreppen- Die Namen der wegen angeblich anarchistischer Um. romane für ihre Ideen Propaganda zu machen. Ein triebe in voriger Woche Verhafteten werden in einem hiesigen berartiges Machwert wird in Tausenden von Exemplaren Blatte veröffentlicht. Danach sind es im Ganzen neun Mann lieferungsweise verbreitet. Sein Titel lautet Ferdinand und zwar Ruff und Artelt, Schuhmacher, Bickel, Herzberg, KaufLaffalle der Held des Volkes oder um Liebe getödtet." mann, Radau, Arbeiter, Kamien Klavierarbeiter, Arendt, Die Juustrationstitel sind bezeichnend für den Inhalt des Bigarrenhändler, Julius Müller, Drechsler, und Rennthaler. Buches: Lassalle verbrennt die Königliche Begnadigung oder„ Das dankbare Volt trägt Lassalle auf den Schultern" 2c. Dieser Lokalforrespondenz" fehlt nur noch Eins, nämlich die unterschrift:" Eugen Richter". Der Maurer Herr Ernst Weidner, Roppenstr. 34, erhielt vor einigen Tagen ein polizeiliches Strafmandat in Höhe von drei Mart, weil er es unterlassen hatte, fein Kind impfen zu laffen. Das Kind ist nach den uns vorgelegten amtlichen Schriftftficken aber am 16. November vorigen Jahres bereits gestorben. Ob das der Polizei nicht bekannt sein mußte? Von dem Vorstand des Zentralvereins für Arbeitsnachweis erhalten wir folgendes Schreiben: ähe Zum Fall Pens. Genoffe Peus ist vorgestern, Sonntag Mittag 1 Uhr, aus der Untersuchungshaft entlassen worden und zwar, wie schon bemerkt, gegen eine Raution von 5000 M. Das Gericht entließ ihn jetzt gegen eine weit geringere Kaution, als Peus selbst vor Wochen bot, um zu feiner franken Frau zu tönnen. Damals offerirte Peus 10 000 M. Kaution, das Anerbieten wurde vor Gerichtshof abgelehnt, weil das Geld Prostitution. Ein töniglich preußischer, hoher nicht von Pers selbst gestellt werde, sondern Justiz beamter, Rath, Ritter hoher Orden, 42 Jahre alt, von Fremden, es sei also teine Sicherheit ge- evangelisch, 8000 M. Einkommen, große stattliche Erscheinung, gegeben, daß Beus nicht dennoch seine Freiheit bietet sich in der Vossischen Zeitung" aus. Dasselbe thut da Die Nummer 31 des Vorwärts" bringt eine aus dem zur Flucht benuge. Diese Motivirung befagt: 3ft der selbst ein ,, Ravalier von altem, wohlklingendem Adel", sowie„ ein Gefangene ein armer Teufel, so muß er alle Uebel der Unter- Beamter, 27 Jahre, evangelisch, 3600 M. Einkommen, au ch Kl. Journal" übernommene Darstellung eines Vorfalls in der fuchungshaft über sich ergehen lassen, die ein Reicher sich er- fonst nicht ohne Vorzüge". In einer einzigen Nummer Wärmehalle am Alexanderplatz. Diese Darstellung ist dem that sparen fann. Als der Gesundheitszustand seiner Frau immer be- ber Boffischen Zeitung" bieten sich nicht weniger als 25 Herren sächlichen Vorgange gegenüber in ungeheuerlicher Weise entſtellt. denklicher wurde, beantragte Peus abermals seine Haftentlassung und Damen aus. Bei den ersten wird für die Prostitution vor Der Vorgang ist lediglich folgender gewesen, wie ich das durch gegen Kaution, sie wurde wiederum abgelehnt, und zwar mit allem auf Vermögen gefehen, bei den letzteren scheint vielfach nur eingehendste Vernehmung des Personals, welches seine Aussagen der Erklärung, daß er auch im Falle des der Name des Mannes zur Deckung früherer Sünden oder zur zu beeiden bereit ist, und durch Vernehmung eines unbetheiligten Zodes seiner Frau teine Aussicht habe, aus Seilung bösen Rufes dienen zu sollen. Dieses öffentliche Feil- Beugen festgestellt habe: Ein vollständig betrunkener Mann, un der Haft entlassen zu werden!! Als dann der bieten, das in den besseren" Kreisen mehr und mehr zur Ge- gefähr 50 Jahre alt, von fräftiger Gestalt, hat die Halle durch Tod der Frau wirklich eintrat, erneuerte der Anwalt von Beus wohnheit wird, ist charakteristisch für die Heuchelei einer Gesella Erbrechen verunreinigt. Auf Beschwerde der in feiner feinen Antrag abermals, und jetzt endlich, als die Frau auf der schaft, die sich ihres christlichen" Charakters so besonders rühmt weilenden Personen und weil nach der in der Halle angeschlagenen Hausordnung Betrunkene unter feinen Umständen in der Halle Bahre lag, empfanden die christlichen Richter ein menschliches und die Religion fortwährend im Munde führt. Rühren und sie entließen ihn für die Hälfte der Kaution, die er geduldet werden, wurde der Mann aufgefordert, die Halle zu vor Wochen bot, obgleich mittlerweile seine Verurtheilung zu Ueber den hiesigen Aufenthalt des betrügerischen Bank verlassen und als er diefer Aufforderung nicht Folge leistete, wurde 6 Monaten Gefäng:: iß hier in Berlin erfolgt war und obgleich direktors Rudolf Eisentraut, welcher von der Staatsanwalt er, der mit Händen und Füßen um sich schlug, gewaltsam aus es jetzt ebenfalls Fremde waren, welche die Raution stellten. schaft zu Stargard in Pommern verfolgt wird, weil er als der Halle entfernt, wobei er sich eine Hautabschürfung zuzog. Man wird in diesem ganzen Verfahren der Magdeburger Direktor der Pyrizer Bank 150 000 m. veruntreute und dann Der Mann wurde hierbei meder mit einem Straffammer vergebens nach bestimmten Grundfäßen suchen, die flüchtig wurde, hat die Berliner Kriminalpolizei Folgendes fest Gummischlauch geschlagen, noch überhaupt geihre Handlungsweise bestimmten. Wir und mit uns wohl alle gestellt: Gisentraut traf am 29. Januar hier ein und logirte in mißhandelt. Es ist unrichtig, daß das Personal stets einen unsere Leser haben aber die Ueberzeugung, daß Frau Peus Beier's Hotel in der Schadowstraße; er ist am 31. Januar nach Gummischlauch oder sonstige Waffen bei sich trägt. Es ist dies heute noch lebte und ihrem Gatten und ihren Frankfurt a. M. mit dem Bemerken abgereift, er wolle am auch ganz unnöthig, da gegenwärtig in den Hallen nur in sehr Kindern erhalten worden wäre, wenn die: 3. d. M. hierher zurückfehren. Dies hat er wohlweislich unter- feltenen Fällen Ruhestörungen vorkommen, nachdem es uns ge selben Gründe, die jetzt die Magdeburger lassen; es ist aber am 2. Februar seine Frau mit drei Töchtern lungen ist, die Halle von wenigen ungeeigneten Elementen zu Straftammer veranlaßten, Peus aus der Haft in demselben Hotel angekommen und am 3. ebenfalls nach fäubern. Ich halte streng darauf, daß seitens des au entlassen, schon vor sechs Wochen für sie Frankfurt a. M. abgereift. Hier war Eisentraut mit einem grau- Aufsichtspersonals den Besuchern der Wärme. maßgebend gewesen wären. braunen Gummi- Mantel bekleidet und führte einen Handkoffer ha lie wohlwollend entgegen gekommen wird. Der Fall Peus ist nicht geeignet, die Achtung vor unserem mit grauem Leinwandüberzug bei sich. Er ist 54 Jahre alt, trägt Es wuß aber im Interesse der ganzen Einrichtung und der christlichen Staat und seinen christlichen Richtern zu ganz furzes, graues Haar, hat sehr großen Schnurrbart und ruhigen und anständigen Besucher der Halle ebenso streng darauf erhöhen. fchleppenden Gang. Als besonderes Kennzeichen werden ein gehalten werden, daß Ausschreitungen jeglicher Art hintenan großes Ueberbein an einem Handgelenke und eine Narbe unter gehalten werden. einem Auge angegeben. Die Veruntreuungen scheint er haupt- Die Redaktion des Vorwärts" würde mich sehr verbinden, fächlich in der Weise ausgeführt zu haben, daß er Bommersche wenn sie die fragliche Notiz biernach richtig stellen wollte. Pfandbriefe, welche man ihm in Gewahrsam gegeben hatte, theils Hochachtungsvoll und ergebenst verkaufte, theils verpfändete. Dr. Freund, Borsitzender des Zentralvereins für Arbeitsnachweis". Unser Bürgerthum, beim Ritter des blauen Kreuzes" an fangend bis herab zum unbedeutendsten Innungsmeisterlein " macht" bekanntlich gegenwärtig stark in Moral. Die Mäßigkeitsapostel und die Enthaltsamkeitsfanatiker haben Oberwasser und der Verein zur Bekämpfung der Unfittlichkeit" ist hoffähig geworden. Freilich das sind alles Leute der oberen Zehntausend", für die wir sofort ein Mittel an der Hand hätten, um für sie Als zu Ein entsehlicher Unglücksfall hat sich am Sonnabend Abend um 7 Uhr, und zwar wiederum auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe zugetragen. Als der Zug 65, welcher, aus Dresden Polizeibericht. Am 6. d. M. Vormittags brachte sich ein fommend, etwa um die genannte Zeit in die Halle eingelaufen 18jähriger Handlungslehrling in der christlichen Herberge, RoppenWillens gegenüber der grausamen Welt um ihn zu Grunde war, aus dieser zurückgestoßen wurde, um auf ein Reservegeleise straße 9, wo er von außerhalb fommend am Tage vorher eins gehen, zumal er bereits in Abhängigkeit gegenüber feinem proben gebracht zu werden, wurde gleich nachher der feit langen Jahren, gefehrt war, mittelst Revolvers einen Schuß in die rechte Schläfe haft- philiströsen Gläubiger und Schwager gerathen ist. Dieser zuleht als zurufer bein Rangiren auf dem Bahnkörper be- bei. Er wurde noch lebend nach dem Krankenhause am Friedrichs Schwager eine töftliche Figur der das aufdämmernde Ver- fchäftigte Arbeiter Auguft Rieburg, Rolonnenstr. 61 in Schöne hain gebracht. Zu derselben Zeit geriethen in der Fabrik von ständniß der Landarbeiter für ihre Menschenrechte für böse sozial berg wohnhaft, als Leiche aufgefunden. Der Unfall ist unweit Schäfer u. Hauschner, Friedrichstr. 233, die daselbst beschäftigten demokratische Rebellion hält, meint, Hugo Tezlaff mit des Bahnhofs- Gebäudes, und zwar zwischen den beiden Signal- Schlosser Kühn und Lüdtke in Streit, welcher in Thätlichkeiten feinem Wirthschaftssystem sei völlig unzurechnungsfähig. Hugo stangen, die an der Rampe der nach der Möckernstraße zu be- ausartete. Hierbei brachte Kühn dem Lüdtke mit einer schweren Tetzlaff's Knechte sind nun nichts weniger, als Sozial legenen Bahnhofsfeite sich befinden, vorgekommen. Die Veran eifernen Feile eine anscheinend bedeutende Kopfwunde bei, wäh demokraten, und während Salbe sich die Familie Tetzlaff ein laffung dazu ist bisher noch nicht flargelegt worden; der rend Kühn von jenem im Gesicht durch Schläge mit einem wenig für seine Zwede präparirt hatte, blieb er in der Schilde- Berunglückte kann unter einen Wagen oder auch unter dünnen Eisenstabe verlegt wurde. Lüdtke wurde nach Anlegung rung der gefnechteten Arbeiter der künstlerischen Wahrheit treu; eine Maschine gerathen sein, doch spricht für die letztere An- eines Nothverbandes nach seiner Wohnung gebracht. das rechne ich ihm hoch an. Die Leute, die so fnechtisch- gedrücknahme die Thatsache, daß der Kopf des Genannten tief in den derfelben Zeit der Schlosser Butschigt sich von dem Dache des find, tönnen noch teine Klarheit über ihre Lage gewonnen haben; Erdboden eingedrückt worden war, wie es durch den Asch- Neubaues Martgrafenstraße 105/106, woselbst er mit Schloffers jedes Bielbewußtsein liegt ihnen fern. Gin feiner Bug des Dichters tasten einer Maschine bewirkt wird, während dies durch einen arbeiten beschäftigt war, durch ein Fenster nach dem ist es, wenn er die Landarbeiter dieses Schlags als Menschen anderen Wagen nicht veranlaßt werden zu können scheint. Es Dachgeschoß begeben wollte, und dabei auf einem unschildert, die bei jedem Hoffnungsstrahl, der in ihre Finsterniß wurden außer am Kopfe auch noch an Armen und Beinen er mittelbar unter dem Fenster befindlichen verdeckten Lichtbringt, erquickt aufathmen und die in Hochrufe und Jubel aus hebliche Verlegungen festgestellt, so daß der Tod auf der Stelle schacht trat, stürzte er in demselben etwa fünf Meter brechen, als ihnen gesagt wird, der Landesherr und Kaiser wünsche eingetreten sein muß. Die Leiche, welche zunächst in einem tief hinab und erlitt schwere innere Verlegungen, so daß er nach auch, daß sie als Menschen, und nicht schlimmer als das Bieh" Trageforbe geborgen wurde, ist erst am späten Abend dem polizei- der Universitäts- Klinik in der Ziegelstraße gebracht werden mußte. leben follen. lichen Schauhaufe überwiesen worden. Der Verunglückte war- Am 6. b. M. Abends wurde der Hilfsweichensteller Rieburg Der Dichter greift zum Schluß seines Schauspiels wiederum 42 Jahre alt und hinterläßt eine aus der Ehefrau und drei auf dem Anhalter Innenbahnhofe zwischen den Einfahrtsgeleifen zum Symbol. Er führt die Tragödie feines Helden Hugo Tetzlaff schulpflichtigen Kindern bestehende Familie in hilfsbedürftiger todt aufgefunden. Anscheinend ist derselbe durch einen Rangirzug nicht zu Ende; er versinnbildlicht sie vielmehr durch ein Stim Lage, welche auch an demselben Abend von dem Verluste ihres überfahren worden. Vormittags wurde ein Portier in seiner mungsgemälde. Der Eisgang' fommt, die Weichsel steigt und Ernährers benachrichtigt wurde. am Leipzigerplatz, im Keller belegenen Wohnung, und Abends Durchbricht die Dämme, und Hugo Tetzlaff ertrinkt beim Rettungs- Bei dieser Gelegenheit tönnen wir nicht umhin, auf einen ein Dachdeckermeister am Weinbergsweg in dem Schuppen eines wert. Wie er allein der Hochfluth der Arbeiterbewegung in Uebelstand hinzuweisen, welches dringend der Abhilfe bedarf. Hauses, ferner am 7. d. M. Mittags ein Lederarbeiter in feiner feinem Lande nicht vorbauen, wie er allein nicht wett machen Während die Bahnhofshalle elektrisch beleuchtet wird, ist die Wohnung in der Schmidtstraße erhängt vorgefunden. In fonnte, was Generationen vor ihm verfäumt hatten, so war er nächste Umgebung berselben Abends in ein fast undurchdringliches einem Hotel wurde Abends ein Kaufmann in seinem Zimmer er ohnmächtig gegenüber dem Eisgang der Weichsel. Dunkel gehüllt. Hierdurch kommt es, daß die im Rangiren be- schossen vorgefunden. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Wie in der Dichtung die Arbeitertypen plastischer heraus- griffenen Büge schwer sichtbar find, ein Umstand, der umsomehr Bu derselben Zeit entstand in der Schankwirthschaft in der gearbeitet sind, als die verschwommener gehaltenen Herren", so in das Gewicht fällt, als folche bei dem fortgefeßten Aus- und Charlottenstraße zwischen mehreren Kellnern und Gästen, die war es auch in der Darstellung. Auch da traten Ruttkowsky Einfahren anderer Züge auch nicht gehört werden können. wegen ungebührlichen Betragens aus dem Lokal entfernt werden ( gespielt von Herrn Rhibilsky) und die anderen Arbeiterfollten, eine Schlägerei, wobei ein Raufmann und ein Kellner am geftalten lebendiger hervor, als etwa der alte Teglaff und Hugo Ein milder Winter ein heißer Sommer! Das ist eine Kopfe bedeutend verletzt wurden. Am 6. und 7. d. M. fanden ein Sohn( gespielt von den Herren Ruff und star Wetterregel, welche auf Grund wissenschaftlicher Beobachtungen 6 fleine Brände statt. rüger.) Sut abgerundete Leistungen waren die des Herrn allgemeine Anerkennung gefunden hat. Seit dem Jahre 1720 hat Seelen und der Frau Werner, die ein treffliches Spießbürger- man gerade in Berlin in Gelehrtenkreisen der Meteorologie das paar schufen. Die westpreußische Mundart, die im Stück zur Temperaturverhältnis zwischen dem Wetter des Winters und dem Anwendung kommt, bietet dem Verständniß feine Schwierigkeiten. des fofort darauf nachfolgenden Sommers beobachtet, um zu bem Syriag in obigem Saß ausgesprochenen Ergebniß zu gelangen. Für die Gerichts- Beitung. Ein Mäd Dazu tam noch, daß gegen. nimmt Joh. Meyer, Gelsenkirchen, Friedrichstraße 147, ent- I recht zu werden. Daher steht die Versammlung sowohl dem Entwurf wie allen von jener Seite ausgehenden Reformvorschlägen feindlich und ablehnend gegenüber." Weiterer Bericht folgt. Die Mahuung bei dem Wiedererkennen von Personen In Lille streiken nach einer Mittheilung der„ Boff. 3tg." mit äußerster Vorsicht zu verfahren, lehrte eine Verhandlung, sämmtliche Omnibus- und Pferdebahn- Bewelche gestern vor der 92. Abtheilung des Schöffengerichts statt diensteten. fand. Am Abend des 30. Dezember v. J. wurde der Arbeiter In der letzten öffentlichen Versammlung der Weiß Scholz das Opfer eines feigen und brutalen Ueberfalls. Als er fort. Neue Lohnherabsetzungen stehen in Aussicht. Auf den Zechen in La Louvière( Belgien) dauert der Streit gerber und Berufsgenossen berichtete Kollege Trapp über den Stand des Streifs, daß die Geschäftslage immer ungünstiger den Hof des Hauses Engelufer 4a betrat, um seine im Hintergebäude gelegene Wohnung aufzusuchen, wurde er von einem Der Kampf der Londoner Buchbinder um den Acht- immer spärlicher einliefen. werde, Streitbrecher im Anzuge seien und die Unterstützungen jungen Menschen, der auf der Lauer hinter der Thür gestanden stundentag dauert fort. Ein erfreuliches Moment ist, wie der gegen 2 Stimmen folgende Resolution an: Die Versammlung nahm darauf hatte, überfallen und mit einem Messer in den Kopf gestochen." Trade Unionist" bemerkt, daß es den Unternehmern unmöglich Der Stich war durch den Hut gedrungen und hatte die war, Irländer als Streitbrecher zu bekommen. " In Erwägung, daß durch den lang anhaltenden Streit die Ropthaut in einer Länge Betheiligten in eine mißliche Lage gerathen find; in Anbetracht von sechs Zentimetern bis auf den Knochen durchschnitten. Der Zhäter flüchtete Zu der unwahren Nachricht des Herold'schen Telegraphen- der Thatsache, daß genügende Unterstützung nicht mehr ausgezahlt in dasselbe Haus, in welchem Scholz wohnte. Der Letztere ließ Bureaus, wonach der deutsche Tischlerverband einen werden kann, indem die Gelder zu gering eingehen, beschließt in dasselbe Haus, in welchem Scholz wohnte. Der Lettere ließ allgemeinen Streit planen follte, wird uns von die heute in Knebel's Salon tagende öffentliche Versammlung die Zugänge zur Straße schließen und dann begann die Suche dem in Stuttgart domizilirenden Vorstand dieser Organisation der Weißgerber, die Arbeit nach 28 wöchentlichem Kampf aufzu nach dem Messerstecher, der sich noch im Hause befinden mußte. Er wurde nicht gefunden und mußte deshalb in eine der Woh- mitgetheilt, daß jene falsche Nachricht wahrscheinlich mit einer nehmen, unter den von Seiten der Fabrikanten gestellten Bedinnungen geschlüpft fein. In der Frühe des nächsten Tages suchten am 31. Januar in Saarbrücken stattgehabten Versammlung der gungen: Der Gerberei Lohn von 24 M. bei 10 stündiger ArbeitsKriminalbeamte sämmtliche Wohnungen durch. Der Verdacht der Schreiner meister in Verbindung zu bringen sein wird. Noch zeit wird aufrecht erhalten; Zurichten ist nach Uebereinkunft, Thäterschaft lenfte sich auf den 20 jährigen Tischler Otto ein anderes Vorkommniß in dieser Versammlung, welcher jedoch sind die Schmaschen nicht unter 4. pro 100 Stück zu Przygorowski, weil deffen Aeußeres einigermaßen mit der Be- 38 Meister und ein Polizeikommiffar beiwohnten, muß das berechnen. Ferner verpflichtet sich jeder Weißgerber( der Niederschreibung des Ueberfallenen übereinstimmte. höchste Staunen hervorrufen. Der Polizeikommissar lage vergeffend) auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung chen meldete sich, welches den Genannten mit voller stellte nämlich der Versammlung die Liste der weiter zu kämpfen und die Solidarität unter seinen Kollegen wie Bestimmtheit als denjenigen Menschen wieder erkennen Saarbrücker Mitglieder des deutschen Tischler- gegenüber der übrigen Arbeiterschaft durch materielle Unterwollte, welchen fie furz vor der That auf dem Hofe hinter verbandes zur Verfügung. Diese Liste wurdes Stübungen zur Durchführung zu bringen." der Thür hatte stehen sehen. verlesen und die Versammlung beschloß dann, Weiter wurde eine Rommission beauftragt, die Fabrikanten bei Przygorowski ein Taschenmesser und ein Taschentuch gefunden fämmtlichen Mitgliedern des deutschen von der Beendigung des Streits in Kenntniß zu setzen. wurde, die mit Flecken behaftet waren, welche von der Polizei fern sie nicht aus demselben austreten. Selbst seiner ordentlichen Generalversammlung gegebenen Bericht am Zischlerverbandes gekündigt werden solle, so Der Gauverein Berliner Bildhauer hatte nach dem in für Blut gehalten wurden. Przygorowski wurde verhaftet und redend werden die erforderlichen Schritte gegen den Polizei: 1. Januar 1892 in der Lokalfaffe einen Bestand von 2444,67 m. unter Anklage gestellt. Vor acht Tagen fand in dieser Sache tommissar sofort eingeleitet. Der preußische Minister Verhandlung ftatt. Das Dienstmädchen behauptete, daß sie fich des Innern wird auf dieses unerhörte Vortommniß 835 M. und an Mitglieder infolge der schlechten Geschäftslage Unterstützung wurde im Jahre 1891 gezahlt an Gewerkschaften in der Person des Angeklagten nicht irren tönne; der Verlegte, hin hoffentlich nicht verfehlen, sämmtliche Polizeibehörden ur 2332,35 m. Die Zahl der Mitglieder betrug am Jahresschluß der den Angeklagten nie früher gesehen hatte und der annahm, trengsten Verschwiegenheit hinsichtlich solcher 742. Die Stellenvermittelung wurde im vergangenen Jahre von daß der Ueberfall einem Anderen gelten sollte, war dagegen amtlich erlangter Kenntnisse Dritten gegen 1498 Kollegen benutzt, davon waren 125 Nichtmitglieder. Arbeitszweifelhaft. Trotz der Betheuerungen des Angeklagten, daß er völlig unbescholten sei, hielt der Staatsanwalt ihn für über mit dem erforderlichen Nachdruck zu verlos waren am 31. Dezember 1891 in der Bermittelung 70 Kollegen hinreichend überführt und beantragte eine Gefängnißstrafe von anlassen. eingetragen. neun Monaten. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Halle, Ans Hanau wird uns geschrieben: Der Streit der ftellte neue Beweisanträge und erzielte dadurch die Vertagung. Diamantschleifer von der Firma Cohn jun. ist durch Berlin und Umgegend erörterte in seiner lehten VerDer Verein der gewerblichen Hilfsarbeiter rus Im geftrigen Termine begutachtete der Gerichtschemiker Dr. Bischoff, den Fachverein der Diamantschleifer für beendet erklärt worden; daß die an dem Meffer und in dem Taschentuche befindlichen demzufolge nahmen die Ausständigen die Arbeit wieder auf. fammlung die Frage: Wie stellen sich die Mitglieder zur AufFlecken feineswegs von Blut herrührten. Ferner trat ein ein Die Firma ließ sich trotz der 11wöchentlichen Dauer des Streits lösung unseres Vereins behufs Uebergangs zum Verband?" Der wandsfreier Beuge auf, welcher befundete, daß er kurz vor der mit der Streitfommission der Diamantschleifer in keinerlei Unter. erite Schriftführer Max Maire begrüßte es mit Freuden, daß That den Hof des erwähnten Hauses pafsirt habe. An han' ungen ein, sondern suchte sich durch Aufrufe ihrer Agenten in ein paar Tagen der Verband zu Stande kommen werde, denn der Thür habe er einen jungen Menschen stehen und durch Zeitungsannoncen Streitbrecher zu verschaffen, hat mit den kleinen Organisationen könnten die gewerblichen Hilfssehen den er für den ihm bekannten Angeklagten sich aber darin infolge der Wachsamkeit der Kollegen gründlich arbeiter nichts zu Wege bringen, und forderte die Mitglieder gehalten habe. Er sei auf denselben zugetreten, um ihn zu be- getäuscht. Um noch längeres Hinausziehen des Streits zu ver- auf, sich Mann für Mann, wenn der Ruf erschalle:" Der Bergrüßen, habe dann in der Nähe aber gesehen, daß er sich geirrt. hindern, trat eine Kommission des Vereins Arbeiterschuß", band aller gewerblichen Hilfsarbeiter ist gegründet!" dieser Auf Grund dieser Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt welche zu diesem Zwecke und auch im Interesse" der Mitglieder Organisation als Erste anzuschließen. In demselben Sinne die Freisprechung, auf welche der Gerichtshof erkannte. Der dieses Vereins, unter denen sich ziemlich viele Diamantschleifer äußerten sich die Kollegen F. Solisch und W. Arndt. Kollege Freigesprochene wurde sofort auf freien Fuß gesetzt. befinden, gewählt worden und der zwei Beisitzer des gewerblichen Pinknelli war der Meinung, daß es mit dem Verband ebenso Eine neue Schwurgerichtsperiode des Landgerichts I Schiedsgerichts beigegeben waren, mit der genannten Firma in Ver- fommen werde, wie feiner Beit mit dem Verein der gewerblichen begann gestern unter dem Vorsitze des Landgerichts- Direktors bindung. Infolge der Bemühungen der beiden Gewerbeschiedsgerichts- Silfsarbeiter, der von 2000 Mitgliedern auf faum 200 gefunten Baath. Der auf der Anklagebant befindliche Lithograph Heinrich schleifer ließen ihre Forderung:„ Beseitigung des Geschäftsführers". Solifch entgegen, worauf folgende Resolution einstimmige Stuhl and follte sich eines Straßenraubes schuldig gemacht burch Annie Witgli Mitglieder wurden die Differenzen beigelegt. Die Diamant- lei. Dieser Meinung traten die Kollegen Max Maire und Annahme fand: haben. Der Belastungszeuge, Stadtreifender Schmidt, befundete, burch Beschluß einer Mitgliederversammlung des DiamantschleiferDie Mitglieder des Vereins der gewerblichen Hilfsarbeiter daß er am Abende des 8. Juni v. J. mit einem ihm bis dahin Vereins als unausführbar fallen, und erhielten ihrerseits von der fremden Manne gefneipt habe. Gegen 10 Uhr habe er sich allein Firma folgendes bewilligt: Humane Behandlungsweise, Aus- für Berlin und Umgegend erklären sich alle damit einverstanden, in etwas angetrunkenem Zustande auf den Heimweg begeben. ahlung von 2/3 der in Arbeit befindlichen Waare, Zurücknahme am 10. Februar 1892 dem neu gegründeten Verbande beizutreten Am Görlizer Plaz fei ihm jener Mann nachgelaufen gekommen der Kündigungen bis auf die zweier Arbeiter, welche, um der Wei- und dahin weiter zu agitiren." Die Versammlung ging mit einem Hoch auf die moderne und habe ihn gefragt, ob er nicht aus Versehen noch ein fremdes legung der Sache nicht hindernd im Wege zu stehen, auf die Bortemonnaie in seine Tasche gesteckt habe. Ahnungslos holte der Wiederaufnahme, in das Arbeitsverhältniß verzichteten und ander Arbeiterbewegung auseinander. Gefragte fein Portemonnaie aus der Tasche hervor und zeigte es weitig Arbeit nehmen werden. In Friedenau fand neulich eine Boltsversammlung dem Mann mit den Worten:„ Sie sehen, ich habe nur meins". Mit raschem Griffe In Frankfurt a. M. nahm eine stark besuchte öffentliche ftatt, welche die Frage erörterte: Wie stellen sich die Orte Stegriß der Mann das Portemonnaie Schneider und Schneiderinnen- Versammlung Der an Stelle des verhinderten Genossen Friz Zubeil erschienene lig und Friedenau zu den bevorstehenden Gemeinderathswahlen?" an fich, trieb zugleich dem Zeugen durch einen wuchtigen einstimmig folgende Resolution an: Faufthieb den Zylinderhut bis über die Augen und versetzte ihm" In Erwägung, daß das Königl. Polizeipräsidium zu Frant Referent Friedrich Joseph kritisiete in scharfer Weise die dann einen Stoß, daß er zu Boden fiel. Als der Zeuge wieder furt a. M. zum zweiten Male die Schließung der Mitglied- Mängel des Wahlsystems und beleuchtete die einzelnen Punkte zu sich kam, war der Angreifer verschwunden. Das Portemonnaie fchaft des Deutschen Schneider- und Schneider dejelben, betonte aber, daß es Pflicht der Arbeiter sei, die Rechte, enthielt über 100 M. Der Angeklagte bestritt entschieden, diesen innen- Verbandes angeordnet hat mit der Motivirung, die sie haben, zu benutzen und in jede Korporation Leute zu frechen Raub ausgeführt zu haben und da der Zeuge in feiner daß nach Urtheil des Schöffengerichtes der Verein als ein poli- wählen, welche den auf den Arbeitern lastenden Druck abzuwälzen Aussage sehr schwankend war, so mußte die Verhandlung zwecks tischer zu betrachten und demgemäß die Aufnahme von Frauen suchen. In der Diskussion sprachen mehrere Genossen für und weiterer Ermittelungen vertagt werden. ungefeßlich sei, proteftirt die Versammlung mit aller Entschieden gegen die Wahl. Eine Resolution, laut welcher sich die VerFür Photographen ist eine Entscheidung wichtig, welche gericht würde den Berein nicht freigegeben haben, wenn er als erklären sollte, daß sie in den bevorstehenden Gemeindewahlen nicht Für Photographen ist eine Entscheidung wichtig, welche beit gegen diese Auffassung. Sie ist der Ansicht, das Schöffen- fammlung im Brinzip mit dem Referenten einverstanden, jedoch vom dritten Strassenate des Reichsgerichts am 28. Januar cr. politischer zu betrachten wäre, da er fein lokaler, sondern eine den richtigen Weg erblicke, der dahin führe, die proletarischen Massen gefällt worden ist und die unbefugte Ausstellung gefällt worden ist und die unbefugte Ausstellung Mitgliedschaft eines zentralisirten Vereins sei, als erstere aber aus ihrem Elend zu befreien, sondern sich vielmehr verplichte, photographischer Bildnisse betrifft. Bei einem Photographen hatte fich ein Herr abbilden laffen, er verweigerte nach§ 8 des Vereinsgefeges nicht mit einem andern in Verbindung durch Agitation so zu wirken, daß dem Endziele ohne die Wahl diese Resolution wurde gegen 25 Stima aber die Annahme der Bilder, weil er auf denselben weiße treten dürfte. Die Verfammlung erblickt in dem Vorgehen des näher gekommen wird Saare zu haben schien, solche in Wirklichkeit aber noch nicht Polizeipräsidiums eine empfindliche Störung der Gewerkschafts- men abgelehnt, dagegen der Antrag, diesmal von den Gemeinde= Saare zu haben schien, solche in Wirklichkeit aber noch nicht bewegung, die um so bedeutungsvoller ist, als es den Arbeitern raths Wahlen Abstand zu nehmen, weil die geeigneten Kräfte besaß. Da der Photograph fürchtete, daß der betreffende Kunde ein ungünstiges Urtheil über seine Leistungsfähigkeit nur durch eine geeignete Organisation möglich ist, sich vor der fehlen, mit schwacher Majorität eingenommen. Eine weitere Resolution, welche Kandidaten aufgestellt wissen wollte, wurde verbreiten würde, fertigte er von einer früheren wohl vollständigen Unterjochung durch das Großtapital zu sichern." durch die Abstimmung für erledigt betrachtet. Genosse Bredow gelungenen Aufnahme desselben Herrn eine Vergrößerung Zweischneidigkeit der Schutzöllnerei! Der Kölnischen ermahnte hierauf die Genossen, ihre Stimme auch feinem anant und hängte diefelbe in feinen Schaukasten. Der Zeitung" wird aus dem Wupperthal geschrieben: Der deren Kandidaten zu geben, sondern sich der Wahl zu enthalten. betreffende Herr verlangte wiederholt vergeblich die Entfernung Geschäftsgang in mehreren der hervorragendsten Betriebszweige Unter Verschiedenem warnten die Genossen Meier und des Bildes aus dem Kasten und als ein Rechtsanwalt eine dahin des Thales hatte in jüngster Zeit durch die Aenderung der aus- Gülsow vor den uns fernstehenden Lokalen, und Genosse gehende Aufforderung an den Photographen richtete, entsprach ländischen Zollverhältnisse eine augenfällige Anregung und Weisheit führte an, daß nicht nur beim Militär, sondern derselbe auch diesem Verlangen, hängte dann aber das Bild in Besserung erfahren, aber die Bewegung ist schon wieder im auch bei Stegliger Dienstmädchen Mißhandlungen vorkommen, feinem Atelier auf, wo dasselbe ebenfalls den Blicken einer Rüdftauen begriffen, nachdem die Zollerhöhungen in den südwest- und bat die Genossen, wenn ihnen derartige Fälle zu Ohren unbestimmten Bahl von Personen ausgesetzt war. Der Photo- europäischen Absatzgebieten mit Beginn dieses Monats eingetreten tämen, solches an die Deffentlichkeit zu ziehen und den Dienstgraph wurde deshalb wegen Vergehens gegen das Gesez vom find." mädchen hilfreich zur Seite zu treten. Die Versammlung schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. U Verein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 9. Februar, Abends 10. Januar 1876, betr. den Schutz der Photographien Der nationale Kongreß der Arbeitsbörsen Frankreiche gegen unbefugte Nachbildung unter Anflage gentellt und ist am Sonntag Vormittag in St. Etienne eröffnet worden. berief fich darauf, daß es allgemeine Praxis bei Auf demselben waren 459 Arbeitersyndikate vertreten. Das 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Außerordentliche General Den Photographen fei, gut gelungene Bilder aus zuhängen, ohne vorher eine Genehmigung dazu einzuholen. Prinzip der Vereinigung sämmtlicher Arbeitsbörsen Frankreichs Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag über Satengerichte. Die Straffammer sprach den Angeklagten frei, weil sie demselben wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. glaubte, daß er zur Wiederherstellung seiner geschäftlichen Ehre Die Gewerkschaften Glückstadts halten ihre Balfe jetzt Das Bild aushängen zu dürfen gemeint hatte. Dieser gute Glaube gemeinschaftlich ab und haben zu diesem Zwecke einen besonderen beruhe zwar auf Rechtsirrthum, sei aber entfchuldbar. Die Borstand gewählt, welchem die Arrangements obliegen. Staatsanwaltschaft legte hiergegen die Revision ein und der Reichsanwalt führte aus, daß der Rechtsirrthum des Angeklagten durchaus nicht entschuldbar sei; derfelbe gründe fich auf eine allgemeine Geschäftspraxis, das Bestehen einer solchen Unfitte tönne aber den Einzelnen nicht entlasten. Das Reichsgericht hob denn auch das erste Erkenntniß auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Auflage wegen Bergebens gegen die§§ 110 und 180 des R.-St.-G.-B. ist gegen den Kaufmann Albert Auerbach und den Tapezirer Ernst Biefter erhoben. Termin ist auf den 3. März, Mittags 12 Uhr, vor der II. Strastammer am Landgericht I in Als Zeugen sind auch die Abgeordneten Auer und Stadthagen geladen. Moabit anberaumt. Soziale Uebersicht. Versammlungen. Die gestrige Volksversammlung auf Tivoli, in welcher Abgeordneter Bebel über das Thema:" Der Entwurf bes neuen Volksschul Gesezes und die Sozial demokratie" fprach, war von über 5000 Personen besucht. Gin starkes Aufgebot von Polizeimannschaften hielt das Lokal gesperrt. Nach einem ca. zweiftündigen Vortrage Bebel's wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe( E. S. 71). Bureau: SW., Hollmannstr. 6. Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in den Album= Arbeiter und Arbeiterinnen am Mittwoch, den 10. Februar, Abends 8 Uhr, bet Scheffer, Infelstr. 10. Tagesordnung: 1. Bortrag der Fraat Emma Ihrer über: Bedeutung des Gewerkschaftstongreffes. 2. Diskussion und Wahl zu demselben. im Restaurant Norbert( früher May), Beuthstr. 21: Borstandssitzung. Karton, Papier unb Beberwaaren abriten thätigen Urfidele Heilsarmes. Dienstag, den 16. Februar, Abends 9 Uhr humoristischer Gesellschaftsabend, verbunden mit Tanz, im Brandenburger Garten, Wafferthorstr. 54. Familien, Damen und Herren willkommen. Allgemeiner Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend. Diens tag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, bet germe schmidt, Moabit, Perlebergers fraße 28: Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag von Frl. Wabniß über: Das Problem der Armuth. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 9. Februar, Abends of Uhr, bet Reßner, Annenſtr. 16: Versammlung. Lagesordnung: 1. Geschäft liches. 2. Modelleur- Abend. Orientalischer Rauch klub( Spar- und Kreditverein), tagt jeden Diens tag, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Reichenbergerstraße 24. Gäſte wiútommen. Maler( Filiale 1. G.) Dienstag, Abends 8 Uhr, bei Gründel: Bersamm lung. 1. Bericht des Delegirten. 2. Filialangelegenheiten. Achtung! Schneider und Schneiderinnen. Große öffentliche Ber famintung am Dienstag, den 9. Februar, Abends präz. 8 Uhr, in Hensel's wurf des Ortsstatuts für Berlin. Referent: Reichstags- Abgeordneter Paut Lokal, Invalidenftr. 1. Tagesordnung: Die Gewerbegerichte und der Ents Ginger. lande( Berlin 2). Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, bei Gnadt, Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tabakarbeiter DeutfdyBrunnenstr. 38: Mitglieder- Bersammlung. Berliner Naturheilverein 2. Dienstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, im Prälaten am Alexander- Play, Bogen 6: Deffentlicher Bortrag des Herrn Dr. B. Förster über: Welche Bortheile gewährt die Naturheilkunde den Krantentassen? " Die Versammlung erblickt in dem neuen Volksschul- Geſetzentwurf nur die Konfequens der fortschritts- und kulturfeindlichen Bestrebungen, die feit geraumer Zeit die herrschenden Klaffen und Regierungen in Deutschland verfolgen. Der Kampf der liberalen aller Schattirungen gegen den Entwurf kann sie darüber nicht täuschen. Die Auffassung, daß ein Schulgesetz nach dem Entwurf Vom Streik der Berliner Weißgerber her bleiben noch wirksames Mittel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu ver35 Ausgesperrte zu unterstützen. Die Kommission. wenden sei, erachtet die Versammlung als naiv und absurd und Lese- and Diskutirklubs. Dienstag. Proletarier",( Bankow), Infolge von Differenzen legten in der Brauerei als einen Beweis dafür, daß man gegnerischerfeits feine Ahnung Marienthal in Wandsbeck 41 Braugehilfen am hat von den Grundursachen, welche die Sozialdemokratie hervor s uhr, im Restaurant Echols, Raftanien Alee 85. bet Borchardt, Schulzenftraße 28. Safenclever", Abends Gäste willkommen. 2. Februar die Arbeit nieder. riefen und deren schließlichen Sieg bedingen. Die Ver Agitationsverein Bassalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. von Befe und Diskutir- klub für Männer und Frauen, Johannes Webbe", Das Malerpersonal der Steingutfabrikin Kolmar fammlung kann das Seil der Boltserziehung nur 1. B. hat wegen Lohnkürzung die Arbeit niebergelegt gefeglichen Einrichtungen erwarten, durch welche die Religion Abends uhr, im Sorale von G. Sange, Manteuffelltraße 60. Gälte wi erklärt, tommen. Privatsache Abschaffung aller Rothe Flagge", Abends 8% Uhr, Hornftr. 11 bet Bechlin. und ersucht um Fernhaltung des Zuzugs. Auf Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. wendungen aus öffentlichen Mitteln zu tirchlichen und religiösen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Untgegend, Dienstag, Abends. Gefangverein Freund Die ausgesperrten Berglente des Köflacher Reviers in 3wecken ausgesprochen und die Weltlichkeit der Schule durch- uhr, uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein„ arDefterreich ersuchen in einem Aufrufe die deutschen Berg geführt wird. Die Bersammlung ist ferner überzeugt, daß weder fchaft 1", bet Oswald Berliner, Brunnenſtraße 114. monta", Flottwellstr. 5 bei Bartels. Arbetter- Gesangverein Olympia", Teute um Unterstützung mit der Bemerkung, daß sie bis. Die Regierung noch die herrschenden Klassen, die im preußischen Buckowerstraße& bei Junghans. Gefangverein Schildhorn", UsedomGefangverein Fidelitas", Bergitr. 68 bet eller. her nur wenig Solidarität in den Kreisen derfelben beobachtet Landtage ausschließlich vertreten sind, den Willen beftgen und ihn fraße 33 bet Miete. Gefangverein Allegro", Kaiser Franz Grenadier Play 7. hätten. Unterstützungsgelder für die österreichischen Bergleute aus Klaffenintereffe nicht befizen können, diesen Grundsägen ge- verein, yrt en bi after", Belforterstr. is bet Schneider. Gefangverein als die " " " " Liedertafel Bruderhera", Straußbergerftr. 3 bei Birk. Jhn'scher Gesangverein| Rechenkunft, Adam Nies, in Staffelstein in Bayern geboren wurde. I haben. Viele effen Lehm mit einer Beigabe von Graz, abe Sumor", Straußbergerstraße 3 b. Birt. Gefangverein ,, inverzagt2", Wloabit, Kronen= Brauerei. Gesangverein" offnung 2", Deutsch- Unsere Stadt, welcher Ries den größten Theil seines Lebens als 3wei sind infolge diefer Koft gestorben. Häufig hört man, daß Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräb. Gesangverein Wald Rezeßschreiber angehört hat und woselbst er auch 1559 zwei, drei Tage lang fein Bissen Brot den Mund berührt habe. tapelle 1", Berliner Bockbrauerei. Gefangverein., Arbeiter- Mat- starb, rüstet sich, das Andenken ihres berühmten Bürgers würdig In einer ungeheizten Hütte liegt eine Wöchnerin in den letzter bund", Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Gesangverein ,, Vorwärts 3", Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 10 bei Momber. Gesangverein„ Fretes zu begehen. Der hiesige Verein für Geschichte von Annaberg hat Zügen. Der Mann ist vor Kurzem gestorben. Der neugeborene Lied 2", Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165.--Gejangverein„ Sanger nun soeben, zunächst nur an seine Mitglieder, einen Aufruf er- Säugling ruht am ertalteten Körper der Mutter, fünf größere hain", Fichteftr. 29 bei trösche. Gefangverein ,, Sängertette", Schön- lassen, in welchem zur Zeichnung von Beiträgen behufs Errich- Kinder weinen vor Hunger und Kälte. In einer anderen Familie leinstraße 6 bei D. Klein. Musik- u. Gesangverein ,, Firmitas" Adalbertftraße 8 bei Schneider. Gefangverein, Kreuzberg", Sichterfelderftr. 7-8 tung eines einfachen, aber würdigen Denkmals für den alten hat man drei Tage nichts gegessen; den Hausvater, welcher ins bei Winter. Gesangverein Freiheit 2", Adlershof, bei Albrecht. Rechenmeister aufgefordert wird. Von Interesse ist vielleicht noch Nachbardorf gegangen war, um Arbeit zu suchen, fand ein NachGesangverein Alte Linde, Mariannenstr. 31-32 bei Doberstein. für Manchen, daß das Grundstück, welches Ries hier vor der bar todt auf dem Felde; der Hunger und die Kälte hatten ihn Gefangverein" Borwärts 4", Rathenow, Restaurant Walhalla". Stadt besaß und bewohnte, noch heute den Namen Riesenburg getödtet. In einem dritten Dorfe bereitete sich die ganze BeGefangverein Alpenglode", Landsbergerstr. 31, bei Musehold. völkerung auf den Hungertod vor, indem sie beichtete und das Gefangverein Einigteit 2", Landsbergerstraße 31 bei Musehold. führt. Gefangverein Sorgenlos", Röslinerfir. 17 bei Wendt. Gesangverein Amtsrichter Dr. Liebmann in Frankfurt a. M., welcher Abendmahl empfing. der Böttcher, Steinetche", Jüdenstr. 55 bei Zrieschmann, Gesangverein ,, Kreuzberger Harmonie", Lindenstr. 106 bet Poppe. Gefangverein wegen unrichtiger eidlicher Angabe in Disziplinaruntersuchung Eitania", Köpenickerstr. 191 bei Boge. Gefangverein ,, iebes: genommen worden war, ist vom Frankfurter Disziplinargericht frethetta" Straußberg, Restaurant Krüger. Westend", Bülowstr. 27 bet Gundlach. Gesangverein ,, Borwärts 7, 3ur geringsten Strafe verurtheilt worden: es ist ihm eine Ma hMarwitz bei Wilhelm Nölte. Arbeiter- Gesangverein Vorwärts 2", nung zu ertheilen. Schönhauser Allee 28 bet Kuhlmey. Gesangverein Wiederhall", Beim Eisgang an der Weichselmündung wurde durch Wrangelfir. 141 bei Schmidt. Gesangverein Silaria", Blumenstr. 46 bei Went. Arbeiter- Gefangverein Freies 2ied 2". Friedrichsberg, das Hochwasser bei Neufähr ein größeres Grundstück sammt Frankfurter Allee 165, bei Feder. dem Wohnhaus weggerissen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Ein großes Unglück hat sich am 1. Februar auf dem Dienstag: Geselliger Berein ,, Climbim", bet George, Gr. Görschenstr. 16. Theaterverein, Afazie" bei Seife, Staligerstraße 54. Theater- und Ber- Bahnhof zu Saargemünd ereignet. Sechs Telegraphen gnügungsverein, Gich entrana" bei Blöß, Dresdenerstr. 28.- Tambour arbeiter waren an einem vollbeladenen Wagen beschäftigt, die darauf befindlichen Telegraphenstangen abzuladen, als durch Theaterverein einen unglücklichen Zufall die ganze schwere Ladung über die Arbeiter unerwartet herabstürzte. Sämmtliche Arbeiter wurden Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Musikverein Edelweiß" einer hat einen dreifachen Beinbruch erlitten. 9 Uhr im Restaur. Müller, Mariannenstraße 46. Aufnahme neuer Mitglieder. schwer verletzt Gefangverein Anatreon", Abends von 9-11 Uhr, bei Keßner, Annen" Ein Herr v. Knobelsdorf hat als Kassirer des Allen ftraße 16. Gefangverein udwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstraße 106. steiner Borschuß- und Darlehnsvereins insgesammt 112 452 Mt. Quartett- Berein, Wedding bet Stumte, Acterstraße 123. Männer Gesangverein" Olympia" unterschlagen. Die Mitglieder des Vereins werden eventuell bis bet Gerth, Prinzenstraße 106. Männer- Gesangverein Alt- Dessau" jeden Dienstag Abends 9 Uhr Gesangsfiunde bei A. Niemann, Görligerftraße 42. 3 331/3 pct. ihrer Einlage zur Deckung jener Summe heranGäfte ftets willkommen. Berliner Turngenossenschaft", gezogen. " " " verein Deutsche Giche" bet Sabeck, Fürbringerftr. 7, Uebungsstunde. Bergnügungsverein ,, Amor" bei Hämmerle, Bülowstr. 59. Vergnügungsverein Alpenveilchen" bei Schirmer, Koppenstraße 58. ,, Blumenlese" bei Schneider, Adalbertstraße 8. = " in Vulcania", Se Wegen Aushebens der Fenster, wodurch ein Bediensteter zum Räumen der Wohnung veranlaßt werden sollte, hat der Rittergutspächter in Peilau bei Schweidnih 100 Mark und sein Inspektor 10 Mark Strafe zu zahlen. Mit Frau und Schwiegervater ertrank im Haff der Fischer Tuchel aus Polst, welcher zum Fischfang ausgefahren war. = Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) München, 8. Februar. Der frühere Zentrumsführer, Dbers landes- Gerichtsrath Ropp, ist gestorben. London, 8. Februar. Wie aus Melbourne berichtet wird, ist daselbst die Bewegung zu Gunsten der unbeschäftigten Arbeiter in ein ernstes Stadium getreten. Der Rath der Handwerker und Arbeiter nahm eine Resolution des Inhalts an, daß der unverzügliche Zusammentritt des Parlaments nöthig sei, um Die Ausführung öffentlicher Arbeiten zur Beseitigung des Noth= standes unter den Arbeitern zu veranlassen. Gestern wurde die rothe Fahne der Sozialisten öffentlich zur Schau getragen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Brüffel, 8. Februar. Der Bürgermeister hat die Versammlung, welche die Arbeiterpartei heute Nachmittag unter freiem Himmel abhalten wollte, verboten. Rom, 8. Februar. Nach einer Meldung aus Reggio d'Emilia zogen heute Morgen mehrere Gruppen von Feldarbeitern, die eine Fahne mit der Inschrift Brot und Arbeit" mit sich führten, zum Stadthause und beantworteten die Aufforderung der Polizei, auseinander zu gehen, mit Pfeifen, Geschrei und Drohungen. Erst als das herbeigerufene Militär eingetroffen war, zerstreuten sich die Arbeiter. Der Fahnenträger und 36 andere Personen, die an der Rundgebung theilgenommen hatten, wurden verhaftet. 9. Männer- Abtheilung. Jeden Dienstag und Freitag 8-10 Uhr Blumen Ein Patent- Schuft ist in Elboeuf( Frankreich) in der straße 63a. Theater- und Berguügnngs Berein Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen und Herren, will- Gestalt eines Mannes verhaftet worden, welcher es sich zum tommen. Theaterflub Helmerding", Abends 9 Uhr, in Sanf's schäft gemacht hatte, minderjährige Mädchen, deren Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ede der Großbeerenstraße. Privat Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bei Meißner, Gartenstraße Geburtsurkunden er fälschte, an öffentliche Häuser zu Nr. 162. Gäste willkommen. Bergnügungsverein, Saturnalia." Jeden liefern. Dienstag Sigung mit Damen im Restaurant Frankfurter Bierhallen", Große Frankfurterstraße Nr. 99, Anfang 9 Uhr. Nachher: Tanz. Gäste willfommen. Bergnügungs- und Theaterverein Romeo", Abends 9 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Gäfte willkommen.-Bergnügungs Berein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, bei H. Sperling, Görligerstr. 37. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bergnügungs- Verein Fidele Brüder", Abends 9 Uhr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäste willtommen. Geselliger Verein ,, Brüderschaft" NW., Abends 9% Uhr, Restaur. Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9.- Verein ehmal. 37 er, Ibends 9 Uhr, im Königstabt- Kastno, Holzmarttstr.72.- Dilettantenverein ,, Nord", Uebungsst. Dienstag Abend 8%-10% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Tambourverein rei In Kopenhagen entstand am Sonnabend bei einer von der weg!" Dienstag und Freitag Uebungsstunde Weinbergsweg 11 b b. Wenzel. Rauchtlub, Rosenblätter", Abends 8% Uhr, bei Leopoldt, York- u. Mann- Freien Bühne veranstalteten Vorstellung unter dem Publikum fteinftr.- Ede. Gäste willkommen. Rauchklub humoristische Pfeifen- folossale Entrüftung über eine in dem Stücke„ Eine Hochzeitsbrüder", Abends 8% Uhr, Kleine Martusstraße 10. Gäfte, durch mit nacht" vorkommende Mordszene. Der Verfasser des Stückes, Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefta glieder eingeführt, willkommen. Rauchtlub Borsig", jeden Dienstag Abends 9 Uhr Borsigstr. 10a, bet Noact. Gäste herzlich willkommen. Gustav Wied, gehört der neuesten Richtung in der dänischen Reichenberger Rauchtíub. Jeden Dienstag, Abends 9 Uhr, Reichen- Literatur an. Das Publikum verbot wüthend die Beendigung des bergerstr. 128 im Restaurant" Bum Pfeifen- Lange". Gäfte, durch Mitglieder Stückes. Gine in dem Stücke beschäftigte Schauspielerin wurde sammlungsberichten stets ihre genaue Adresse beieingeführt, willkommen. Rauchtlub Portorico". Jeden Dienstag Abend 9 Uhr Manteuffel- Straße Nr. 119 bei Gäfte ohnmächtig. Der Vorhang mußte fallen. Nachher wurden unter Grewling. willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Rauchtlub großem Beifall Eduard Brandes'" Ein Bruch" und Maeterlinks Ein Ungebetener" aufgeführt. Dämmerwolfe" Dienfiag Abend find willkommen. Gäste 9 Uhr Böckhstraße 51. Rauchflub Einigteit" Abends um 9 Uhr Rauchtlub ,, Der Elf bei Bater Kubs, Eminemünderstraße 82. Ambalema" Abends 8% Uhr, Reichenbergerstraße 73 A bei Faustmann. " 150 000 M. hat der Direktor der Pyrizer Bank, jeben Dienflag Abends s Uhr, Wrangelstraße 32, bei Hoffmann. Rauchflub Rud. Eisentraut, unterschlagen und ist deshalb geflüchtet. Gäfte willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Geselliger Die persische Regierung hat einer Gruppe russischer KapiVerein, limbim" Abends 9 ühr bet George, Großgörschenstr. 16. Herren als talisten die Konzession zur Gründung einer Gesellschaft für BeGäste willkommen.- Vergnügungsverein Glüd auf" Abends 8% Uhr im Reftaurant Blant, Schönleinstr. 1. Gäste wiltommen. Geselliger Bergnügungsförderung von Reisenden und Frachten zwischen Enseli und verein Amicitia", Abends 9 Uhr, im Lofal von Marowski, Barnimftr. 47. Teheran und zwischen Tabris und Teheran ertheilt. Bergnügungsverein Reichstrone", Sigung Abends 9 Uhr, in " " " von 9 " " Briefkaffen der Redaktion. Antwort wird nicht ertheilt, Die Herren Schriftführer werden ersucht, den Ver: aufügen. Berichte, welche feine Unterschrift tragen, tönnen nicht veröffentlicht werden. Berichtigung. In der 2. Beilage der Sonntag- Nummer soll es im Aufruf der Klempner, Abfah 1, 18. Beile, nicht Karzkay, sondern Kurzhals, Kleine Poststr. 7, heißen; ferner Absatz 2, legte 3 Zeilen, an Stelle der Worte„ Die Firmeninhaber" muß es lauten: Der Firmeninhaber Dietrich, Josephstraße 13( nicht 9), Besitzer der Werkstatt Mariannenstr. 20, und dessen Werkführer Gerste und der daselbst arbeitende Klempner Röhm( nicht Böhm) aus Friedrichsberg. Absatz 3, 11. Zeile, muß es anstatt, der dem Verband noch nicht beigetretenen" heißen: der dem Verband noch fern stehenden Kollegen. Th. Völkel, Castleford. Berichte willkommen, G. Klein, Rigdorf. Nicht aufnahmefähig. Wolke. Die Adresse ist uns unbekannt. P. H., Straßburgerstr. 9 und 6 Einsender. Ihre Schilde rung wird in den nächsten Tagen Verwendung finden. Besten Dant. E. V. 1. Sie können auch jetzt noch Abschrift des Testamentes Sie als Neffe erbberechtigt und können gerichtliche Grbregulirung beantragen. 2. Wenn kein näherer Verwandter da ist, so find verlangen. 3. Der Vormund erhält kein Honorar, sondern nur Grfaß seiner Baarauslagen. Er muß also den Nachlaß seines Mündels herausgeben. Reichert's Restaurant, Müllerstr. 7. Gäste willkommen. Stattlub Fidele Gänzlich niedergebrannt ist, wie aus Rom berichtet wird, Brüder jeben Dienstag von 8-11 Uhr Kottbuser Danum 74 bet Site. die Pasteten fabrit von Pantanella. 200 Arbeiter Gäfte, welche durch Mitglieder eingeführt werden, haben Zutritt. Berein ehemaliger Schüler der 38. Gemeindeschule. Heute Sigung im Restaurant sind dadurch brotlos. Bei dem Brande gingen für 700 000 Lire Moll, Andreasfir. 8. Vergnügungsverein Esmeralda", heute Abend Mehl, für 2 Millionen Lire Weizen und für mehrere hundertUhr, Sigung mit Damen, bei G. Hedwig, Rosenthalerstr. 45. Gäste will tommen. Bergnügungsverein„ Saturnalia" jeden Dienstag Sigung mit tausend Lire Nudeln in Rauch auf. Tanz. Fidelitas. Gafte willtommen. Gr. Frankfurterstr. 99.- Bergnügungs- Untergegangen mit der ganzen Mannschaft ist bei den berein„ Carmen Sylva" Gizung jeben Dienstag, Abends 9 Uhr, Oranien Bahama- Inseln das Schiff Bessie H. Rose". ftraße 183, im Restaurant Braun. Junge Damen und Herren als Gäste herzlich willkommen. Rauchklub Bruderbund" tagt jeden Dienstag, Das Hotel Royal zu New- York ist im Zeitraum von Abend 9 Uhr, Laufigerstraße Nr. 50 bei Grande. Touristentlub einer Stunde gänzlich durch Feuer vernichtet worden. Durch Wanderlust" jeben Dienstag Abends Uhr ab Sigung beim Restaurateur Bierrat, Schönhauser Allee und Franfeciftraßen- Herabfpringen aus den Etagen verlegten sich viele Insassen des Ece. Gäste willkommen. Musikverein Soffnung"( Dirigent Hotels. Baul Kühnel). Dienstags Abends 9 Uhr Uebungsstunde, Aufnahme neuer Ueber den russischen Nothstand gelangen immer furchtMitglieder, im Restaurant Zubeil, Naunynftr. 86. Rauchflub, Tabaks: duft", jeden Dienstag Abend 9 Uhr Mariannenstr. 48 bet Möllert Sigung. barere Einzelheiten in die Deffentlichkeit. Die russische Zeitung Gäste willkommen. " Nedelja" berichtet aus dem Gouvernement Orenburg: Un- M. S., Millerstr. Wir können Ihnen nur die wenig unterbrochen ziehen die Bauern von ihren Höfen fort, um nicht tröstliche Auskunft geben, daß der Wirth, sobald die Miethe zu sehen, wie ihre Angehörigen Hungers sterben. An den Pforten nicht innerhalb der fontrattlich bestimmten Frist gezahlt wird, Der Höfe erblickt man Schaaren zerlumpter Kinder, welche die auf Ermission flagen, das Urtheil sofort vollstrecken und sämmts Vorbeifahrenden anbetteln. Hier sieht man inmitten des Weges liche in den Miethsräumen befindlichen Sachen und Waaren eine Holzfuhre stehen; der hungrige Dorfgaul war nicht im des Schuldners einbehalten darf. Für die Arbeiter Bildungsschule dankend empfangen: Adam Niese, oder Adam Ries, was die richtigere Stande, fie bis zum Bestimmungsorte zu ziehen. Weiterhin Schreibweise sein soll, ist im Jahre 1492, alfo vor 400 Jahren, liegen die Zeichen einiger vor Hunger gefallener Pferde. Dort Bon einer amerikanischen Auktion bei Glinsky, Admiralstraße, Vom Ueberschuß aus einer Ver geboren worden. In Annaberg in Sachsen, wo er, der ge- ist die Leiche eines Knaben hingestreckt, welcher vor Entkräftung durch F. Herningt 4,58 M. borene Bayer, den größten Theil seines Lebens verbrachte, will das Dorf nicht mehr erreichen konnte... In einem Dorfe sind man ihm jezt ein Denkmal sehen. Man schreibt darüber dem viele Häuser vernagelt, ihre Eigenthümer sind nach allen sammlung der Nord II. Schule 10 M. Windrichtungen zerstoben. Aus Gesprächen mit den Zurück" Leipziger Tageblatt" aus Annaberg: Heuer werden es vierhundert Jahre, daß der Vater unserer gebliebenen erfährt man, daß die Meisten ieder Brot noch Geld| Vermischtes. Redakteur- Gesuch! Für den ,, Braunschweiger Volksfreund" wird ein Musikinstrumente. s H. Gumpel, Barnimstr. 42. Maskenkostüme s. billig z. verleih. bei Klar, Naunynstr. 11 L[ 1359 b Damen- Maskengarderobe verleiht [ 13536 Lager in Zithern, Violinen, Guitarren, Har- Jacobi, Laufizzerstr. 39 IL monikas. Alle Blasinstrumente, Trommeln, Flöten Betten, schöner Stand, neu, fof. 8. v. und Klarinetten, Spieldofen zum drehen und selbst1938L gefucht. Reflettanten wollen ihre Offerten mit näheren Angaben( ob Partei- spielend, Albums und Sierseidel mit Musik. Mufitwerke- Verleih, alle 22 M. Brigerftr. 10, v. part. genoe, bisherige Thätigkeit 2c.) und Gehaltsansprüchen an den Unterzeichneten mit Arbeiterliedern. Theilzahlung gestattet. gelangen laffen. 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