Nr. 102. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit tlluftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 1,10 Mart pr Monat, Eingetragen in der Boft- Beitungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonel getle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. leine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber& rpedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Wer schluckt? 25 kanzlerpalais sid Euere Hochwohlgeboren beehre ich mich ganz er 50 gebenst zu erfuchen, die Mitglieder des Hauses der AbGorgeordneten zu einer vereinigten Sigung beider Häuser des Landtags behufs Entgegennahme einer Allerhöchsten Botschaft auf den 3, d. Mts. nachmittage 6 Uhr nach dem Sigungsfaale des Hauses der Abgeordneten gefälligst einladen zu wollen. Der Präsident des königl. Staatsministeriums. Graf b. Bülow. 九江 An den Präsidenten des Hauses der Abgeordneten. Der Kaiser ist plötzlich von der Wartburg zurückgekehrt nnd hat die geplante Auerhahnjagd im Stich gelassen. Unmittelbar nach feiner Heimkehr wurde die politische Welt alarmiert. Die wilden Krisengerüchte der letzten Woche erreichten ihren Abschluß und zugleich die Höhe der Spannung durch die plöglich vom offigiösen Telegraphenbureau verbreitete Meldung, daß die beiden Häuser des Landtags zur Entgegennahme einer föniglichen Botschaft auf den Freitag zusammenberufen worden sei. Die Nachricht erfuhr die Deffentlichkeit früher als diejenigen, die es zunächst anging; der Präsident des Abgeordnetenhauses hatte amtlich noch nichts von der Anberaumung der gemeinschaftlichen Sigung erfahren, als er die Sigung am Donnerstag schloß, obwohl das Telegraphenbureau bereits die Meldung verbreitet hatte. Freitag, den 3. Mai 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Am ärgerlichsten über Herrn Richter war, wie in der zweiten Lesung sein Parteigenosse Dr. Müller- Meiningen, heute sein Parteigenosse Albert Träger. Er schleuderte sogar den Vorwurf des Musikkommunismus gegen den armen Bater der Spar- Agnes. haft nicht sonderlich viel einzuwenden hatten, diente ihnen Biel länger hielt der Rest des Urheberrechts auf. lediglich als Geisel.„ Erst den Zolltarif dann werden Hier wurden zwei Bestimmungen hart umstritten. Zunächst wir sehen, ob der Kanal annehmbar ist!" Und als die§ 33, der Cosimaparagraph. Unterstützt vom Staatssekretär Berlin, 2. Mai. ,, Unter dem Vorsitz des Minister- Regierung ihrerseits die Kanalverschleppungsposse der Junker das Dr. Nieberding versuchte der Nationalliberale Dr. Esche präsidenten Grafen v. Bülow fand hente im Reichs- durch zu beantworten schien, daß sie nun auch dem Drängen die Regierungsfassung des§ 33 wiederherzustellen, durch welche eine vertrauliche Besprechung der der Konservativen zum Troß die Einbringung des Bolltarifs die Schutzfrist für Aufführungen von Dramen und Musitpreußischen Staatsminister statt. Auf morgen ist verzögerte, da erklärten die Konservativen munter, daß nun der werfen von 30 auf 50 Jahre ausgedehnt werden sollte. Das seine gemeinsame Sigung beider Häuser des preußi- Kanal erst recht sorgfältig und langwierig beraten werden müßte. Haus hatte in zweiter Lesung diese Bestimmung gefachschen Landtags zur Entgegennahme einer allerhöchften Ja, sie gingen so weit in ihrem Hohn, daß sie rundweg forderten, strichen und hielt diese Streichung auch heute in Botschaft anberaumt." wandet die Regierung solle möglichst schnell den Landtag schließen, dann namentlicher Abstimmung mit 123 gegen 107 Stimmen Wolffsches Telegraphenbureau. fei sie die Regierung aller Berlegenheit ledig. Das bedeutete aufrecht. Die Debatte war sehr lebhaft. Besonders Eugen nichts andres als die direkte Aufforderung an das Ministerium, in Richter ging gegen die Verlängerung der Schutzfrist von aller Gemütlichkeit den Bauchschnitt an sich zu vollziehen, 30 auf 50 Jahre start ins Zeug. Er nannte, sicherlich überum sich von den unbequemen Gegnern zu befreien. Noch am treibend, die von den Komponisten geplante TantiemengesellDonnerstagabend gab Dr. Oertel in der Deutschen Tageszeitung" fchaft einen Musikring, indem er sich auf einen in dieser Frage in einem Ruhig Blut!" überschriebenen, im übrigen mancherlei nicht sehr zuverlässigen Gewährsmann, den Inhaber des bange Besorgnisse verratenden Artikel am Schlusse den Herren großen Musikverlags von Breitkopf u. Härtel, Herrn Ministern, die bekanntlich den Agrariern sonst was tönnen, den ge- Dr. v. Haase beries. Durchschlagender war sein Hinweis falzenen Rat, den Landtag schleunigst zu schließen: auf die Bemühungen der Wagnerschen Erben, das UrheberSchließen die Regierungen vor Pfingsten den Reichstag und recht in ihrem Interesse bei diesem wichtigen Punkt zu geben Landtag, indem sie dort ausdrücklich erklären, daß der Reichs- stalten. Herr Nieberding nahm diese Behauptung, daß tag im Frühherbste zur Beratung des Bolltarifs zusammenberufen Privatinteressenten auf die Gestaltung der Vorlage Einfluß gewerden solle, und indem sie hier erklären, daß dem nächsten Land- habt hätten, sehr übel. Er schränkte aber seine Behauptung, daß tage eine den Anschauungen der Mehrheit entsprechende waffer- fein Mitglied der Familie Wagner eine Einwirkung versucht wirtschaftliche Vorlage zugehen werde, so verflüchtigt sich die ganze habe, dadurch bedenklich ein, daß er hinzufügte, er wisse nichts Verworrenheit in nichts, und die Lage wird klar und, soweit das davon. überhaupt möglich ist, einigermaßen befriedigend. Diese überdreiste Verspottung der Regierung, der man in aller Unschuld ansann, zum Lohn für ihre Niederlage dankbar den Juntern deren äußersten Wunsch zu erfüllen und selbst die endgültige Verschleppung der Kanalvorlage zu beschließen, diese Anmaßung war denn selbst Herrn b. Miquel zu viel und er ließ darum durch seinen Im Namen unsrer Fraktion trat Genosse Die gegen Schweinburg- das war erst vor wenigen Tagen der Fall- feier die Verlängerung der Schutzfrist hauptsächlich aus dem Grund lich versichern, es sei ganz ausgeschlossen, daß der Landtag vor auf, daß das Anrecht der Nation auf die Kunstwerke der Pfingsten geschlossen werde. HoMeister nicht übermäßig hinausgeschoben werden dürfe. Da Angesichts solcher Zumutungen und Verhöhnungen gab es für das Centrum in feiner großen Mehrheit sich gegen die eine Regierung, die auf Würde hält und wenigstens den Schein Verlängerung der Schutzfrist erklärte, war das Schicksal des autoritärer Straft zu erhalten bemüht ist, nur einen Ausweg: Sie Antrags Esche besiegelt. Mitten in diese Verhandlungen hinmußte den Landtag auflösen und an die Wähler appellieren, so ein fam die Nachricht von der plötzlich durch MinisterialNichts charakterisiert die hoffnungslose Bersumpfung unsrer wenig auch das elende Wahlrecht geeignet sein möchte, die An- beschluß anberaumten gemeinsamen Sigung der beiden Häuser politischen Lage schärfer als die Thatsache, daß man allgemein die schauungen des Bolts treu zu spiegeln! Sonnte sie sich zu des Landtags. Es bildeten sich erregte Gruppen, die das ErFrage so beantwortete, daß man als unmögliche Lösung von dieser That nicht entschließen, die freilich einen Bug der Energie an eignis lebhaft besprachen. So sah man Herrn v. Kröcher, den vornherein die ausschloß, welche an sich die einzig natürliche fich gehabt hätte, wie er von unsrer Regierung dem Junkertum Präsidenten der Landratskammer, im eifrigen Gespräch mit Die Barlamentarier waren fich fofort darüber einig, gegenüber bisher unerhört gewesen, nun, so müßte sie die dem Fürsten Herbert Bismard. daß die Botschaft nicht eine Auflösung des Landtags Konservativen ruhig weiter gewähren lassen und ihrerseits den Boll Die Beratung des Restes des Urheberrechts wurde durch künden werde, sondern den Schluß der Session, wenn nicht gar tarif gegen die Kanalvorlage ausspielen. Das wäre doch immerhin die Kunde von den großen Dingen, die im Staate Preußen mur eine Bertagung. In diesem Sinne berichteten auch die Berliner ein Biegen gewesen, wenn man nicht zum Brechen den Mut fand. bevorstehen, start beeinträchtigt. Nur ein Moment war noch Korrespondenten an ihre Blätter, zumal es bekannt geworden war, Und nun kommt jene plögliche Ankündigung einer großen Re- von allgemeinem Interesse: die Verhandlung über unsren Andaß Herr v. Miquel, von dessen Unüberwindlichkeit auch die auf- gierungsaktion, und alle Welt löst das Geheimnis dieser Aktion dahin, trag auf Beseitigung des fliegenden Gerichtsstands für die Presse. geklärtesten Leute eine abergläubisch ausschweifende Vorstellung daß die Regierung gar nicht daran denke, das selbstverständliche Für ihn traten Richard Fischer und Heine ein, während haben, kürzlich erklärt habe, er werde demissionieren, wenn das zu thun, sondern daß sie im Gegenteil beabsichtige, vor dem das Centrum wieder versagte, um der Regierung eine UnAbgeordnetenhaus aufgelöst werden sollte. So läßt sich beispiels Juntertum niefällig au tapitulieren und es durch ein bequemlichkeit zu ersparen. Ein wenig positiver als in der weise die Frankf. 8tg." aus Berlin telegraphieren: In der gemein erlesenes Geschent um Verzeihung zu bitten, weil sie sich zweiten Lesung versprach Herr Nieberding, daß die Sache famen Sigung der beiden Häuser des preußischen Landtags werde herausgenommen hätte, dem hohen Adel eine nicht gewünschte vom Bundesrat demnächst befriedigend geregelt wird. Damit in einer Botschaft der Schluß der Landtagssession erfolgen; das Borlage zu ungelegener Beit zu servieren: nicht Auflösung wird die begnügte sich das Haus. Unser Antrag wurde abgelehnt; sei die Antwort der Regierung auf die Verschleppung und die Botschaft bringen, sondern Schluß der Session, also Erfüllung der ebenso ein freisinniger Antrag, der den fliegenden Gerichtsnicht mehr zweifelhafte Ablehnung der Kanalvorlage. Man spreche lühnsten Sehnsucht der Kanalrebellen jo glaubt man in" poli stand zunächst für die Delitte aus dem Urheberrecht aufheben mit Bestimmtheit von dem Rücktritte dreier Minister. Aus der tischen Kreisen" ausnahmslos. Die Regierung hat den Geschmad, Thatsache, daß zu diesen der Eisenbahnminister v. Thielen nicht ge- wie sie die Kanalrebellen beförderte, so beugt sie sich jetzt dem ihre wiederholten Niederlagen durch Belohnung der Sieger zu fühnen. höre, sondern daß dieser im Amte bleiben werde, dürfte hervorgehen, Funkertum in williger Selbstdemütigung. In der Gesamtabstimmung wurde das Urheberrecht fast einstimmig angenommen, nur einige Freisinnige unter der daß die Regierung auf ihre Ranalpolitik nicht verzichte. Wir sind nicht berufen, die Interessen der Autoritäten zu wahren, Führung des Dr. Müller- Meiningen stimmten dagegen. Man weiß nicht recht, ob das demokratische Blatt diese Ant- und so find wir im Gegenteil zu den hoffnungsseligen feigen Die morgige Sigung hat eine sehr magere Tagesordnung, wort den Schluß der Session- verhöhnt oder bewundert. Thoren des Liberalismus nicht ungehalten, wenn die Regierung nur die Versorgung der Kriegsinvaliden und Petitionen sind Aber es scheint, daß in der That vielen Leuten eine solche wieder einmal offenfundig zeigt, daß einer nur Herr im Lande sei: zur Verhandlung angesetzt. Graf Ballestrem rechnet nicht auf Erledigung der Kanalfrage imponiert, daß man darin einen bas Junkertum. Das lärt die Sachlage, bewahrt vor Enttäuschungen starken Besuch: alles Interesse wendet sich jetzt den Vorgängen schneidigen Aft ungewöhnlichen Heldenmuts der Regierung an und befeuert zum Stampfe. 1 st di in Preußen zu. Selbst darüber wollte oder konnte der staunt, Ja, die in den tollen Wirren der deutschen Wären wir monarchistisch, loyal und autoritätsgläubig, fo Präsident keine Auskunft geben, wann die Seemanns- Ordnung, Politik allmählich verblödete Meinung der bürgerlichen Parteien würden wir allerdings diejenigen freche Verleumder der Regierung die nun endlich die Kommission passiert hat, auf die Tagesift bereits so völlig tindisch geworden, daß ein Blatt als nennen müssen, die es für selbverständlich halten, daß fie den Land- ordnung gestellt wird. verbürgt meldet: Die Regierung werde den Landtag mit einer tag schließt, statt ihn aufzulösen. So aber, da wir nicht mone " Reharnischten" Erklärung, will sagen mit einer Strafpredigt wider archistisch, loyal und autoritätsgläubig sind, widersprechen wir nicht die bodbeinigen Konservativen schließen. Das hieße der Regierung und halten alles für möglich, insonderheit das Unmögliche. die Tapferkeit jenes Mannes zumuten, der über die empfangenen Im Reichstag und Landtag rief die plötzliche Nachricht große Erregung hervor. Niemand hatte mehr Sinn für die Erledigung der laufenden Geschäfte. Alles erwog die Frage, was die verheißene Botschaft bringen möchte. war, würde, den man wollte. Das Abgeordnetenhaus besprach am Donnerstag die Interpellation der Abgg. Dr. Barth( frs. Vg.)- Stittler( fr. p.): Seit dem 6. Februar 1901 besteht in dem Eisenbahnverkehr verschiedener Gegenden Preußens für Futters und Streu mittel ein Ausnahmetarif, von dessen Benutzung die Futtermittelhändler, soweit sie nicht als landwirtschaft liche Genossenschaften auftreten, ausgeschloffen sind. Welche Maßregeln gedenkt die fönigl. Staatsregierung zu ergreifen, um diese Verlegung des§ 7 der EisenbahnverkehrsOrdnung vom 26. Oftober 1899 zu beseitigen? Prügel mit der furchtbaren Drohung quittiert: Thue es aber Köln, 2. Mai. Die Köln. Boltsztg." schreibt zur innerpolitischen gefälligst nicht wieder, sonst lasse ich mich höchstens noch Lage: Die Erzählung der Hamb. Nachr." von einem heftigen Stampfe einmal ohrfeigen! des Chefs des Civiltabinetts v. Lucanus gegen den Reichskanzler Machen wir uns flar, was der Schluß des Landtags bedenten Grafen Bülow, weil lepterer ersterem zu mächtig geworden sei, als gebührende Antwort der Regierung auf die beleuchte die Lage, wie mit stechendem Calciumcarbid- Licht. Dabei tomme es gar nicht darauf an, ob diese Lesart dementiert werde. Verschleppungstaktit der Konservativen für ebenso ficher als man er die Augen offen halte und hinter die Coulissen sebe, wisse, was cine Auflösung für ausgeschlossen hält: er von der gewärtigen Situation zu halten habe. Wahrscheinlich Die Stonservativen haben seit zwei Jahren die Regierung zum habe Graf Bülow als politischer Flügeladjutant eine größere Narren gehalten. Sie haben in der unverschämtesten Weise Selbständigkeit zu erlangen versucht. Daß diese Versuche mißglidt Es handelt sich, wie Abg. Dr. Barth in der Bein der Kanalfrage Obstruktion getrieben, und alle Autorität feien, jei aller Welt bekannt. Der Einfluß der Konservativen sei gründung der Interpellation ausführte, um einseitige Maßthätlich beleidigt. Diese Stecheit verriet zwar feine Spur noch immer nicht gering, manche aber schäzten den Einfluß von nahmen, die die Eisenbahnverwaltung zu Gunsten der Agrarier monarchischer Gesinnung, teine bemütige Unterwerfung unter die Männern wie Wigand, Ballin und v. Siemens noch höher ein. und zur Benachteiligung der Kleinen Händler getroffen hat; bon Gott gesetzte Obrigkeit, feine Neigung, Gut und Blut für den König zu opfern aber sie zeigte einen aufrechten Trotz und ein hatte heute abend Immediatvortrag beim Kaiser. Berlin, 2. Mai. Der Ministerpräsident Graf v. Bülow unbefümmertes Kraftgefühl, das menschlich das Junkertum zu einer angenehmeren Erscheinung macht als die jämmerliche Bourgeoisie mit ihrer fläglichen Feigheit und streberhaften Erbärmlichkeit, die sich unablässig duckt, konzediert, tompromittiert und die Macht der Junker auf dem Wege friechender Erbschleicherei zu erlisten trachtet. Die ganze verwegene Tattit der Junter erschöpfte sich in einer Losung: es galt ihnen, unter allen Umständen die Erledigung des führte Donnerstag zwei dritte Lesungen zu glücklichem Ende. Mittellandkanals, der Lieblingsvorlage ihres Stönigs, so lange Am schnellsten ging es mit dem Gesetz über die privaten hinauszuschieben, bis sie einen agrarischen Bolltarif in Händen Versiche, vsunternehmungen, das ohne Wider Der Mittellandkanal, gegen den sie fachlich ernst spruch im en legerenommen wurde. hatten. 1 Politische Uebersicht. dad hay Der Reichstag Berlin, den 2. Mat. diefe Maßnahme ist sowohl volkswirtschaftlich bedenklich, weil fie viele kleine Händler wirtschaftlich ruiniert, als auch rechtlich unhaltbar. Nach§ 7 der Eisenbahnverkehrs- Ordnung erfolgt nämlich die Berechnung der Transportpreise nach Maßgabe der zu Recht bestehenden, gehörig veröffentlichten Tarife. Diese sind bei Erfüllung der gleichen Bedingungen für jedermann in derselben Weise anzuwenden." " Gegen diesen Grundsatz der Gleichberechtigung hat die Eisenbahnverwaltung verstoßen. Der Vertreter des Ministers bestritt natürlich, daß ein Verstoß gegen die Verkehrsordnung vorliege und suchte das Vorgehen der Regierung durch den Hinweis auf die Not der Landwirtschaft zu rechtfertigen. Treffend richtete der Abg. G othein(frs. Vg.) im Laufe der Debatte an die Negierung die Frage, ob denn nicht auch andre Berufsstände leiden oder ob etwa das Notleidcn ein Vorrecht des großen und befestigten Grundbesitzes sei. Auf die Mühle der Agrarier bedeutet das Verfahren der Regierung natürlich neues Wasser. Ihre Wortführer, Graf Kunitz, Frhr. v. E r f f a und v. Mendel-Steinfels, gaben der Regierung nicht nur völlig recht, sondern kündeten auch einen Antrag an, durch welchen sie für die Zukunft noch weitere Ausnahmetarife für die Landwirte, aber nicht für die Händler verlangen. Wie bedenklich das Verhalten der Regierung ist, das beweist die Thatsache, daß sogar Abg. Frhr v. Zedlitz(fk.), obwohl er es rechtlich für unanfechtbar erklärte, es doch volkswirtschaftlich für bedenklich hielt, daß hier mit dem Grundsatz„gleiches Recht für alle" gebrochen iverde. Ab- fällig kritisierte außer den Freisinnigen auch der Abg. Zuckschwerdt(natl.) die Maßnahmen der Eisenbahn- Verwaltung. Nach Erledigung der Interpellation beriet das Haus den Antrag Dr. Langer Hans(frs. Vp.) u. Gen., betreffend Einführung der f r e i w i l li g e n Feuerbestattung. Den Gründen des Antragstellers Dr. Langerhans trat der konservative Schall in einer Rede entgegen, die den Gipfel des Widersinns bedeutet und die selbst bei den Freunden des frommen Pastors Äopfschütteln erregte. Auf die Schallschen Ausführungen einzugehen, hieße diesem Herrn zu viel Ehre anthun. Die übrigen Redner, die zu dem Antrage noch das Wort ergriffen, blieben völlig unverständlich. Es war nämlich im Häufe plötzlich die Nachricht verbreitet, daß am Freitag eine gemeinsame Sitzung beider Häuser des Landtages stattfinden solle, und diese Nach- richt erregte die Gemüter so sehr, daß sich überall Gruppen bildeten, die lebhaft die Frage Schlust der Session oder Auflösung? erörterten. Offiziell war die Einladung zu der gemeinschaftlichen Sitzung noch nicht ein gelaufen, und so konnte der Präsident nach Ablehnung des Antrags Langerhans in der gewohnten ruhigen geschäfts mäßigen Art die Sitzung schließen und für Freitagnachnrittag l Uhr eine neue Sitzung anberaumen, in der u. a. die Vor läge betr. die Zusammenlegung von Grundstücken in F r a n kf u rt a. M. beraten werden soll. Doch dürfte es schwerlich dazu kommen.— *** Deutsches Jteich. Die wirtschaftliche Lage. Man schreibt uns: Die schlechten Nachrichten halten an. Von« Siegerländer Eisen markt wird jetzt gemeldet, daß das FriihjahrSgeschäft bisher nicht den Erwartungen entsprochen habe In einzelnen Zweigen nur ist eine Besserung eingetreten, die sich jedoch nicht auf alle Betriebe ausgedehnt hat. Auf den Hütten nehmen die Vorräte zu, so daß ein Teil der Hütten wiederum den Betrieb einschränken mußte. Infolgedessen sind einzelne Gruben in Mitleidenschaft gezogen, bei denen der Versandt im selben Maße nachgelassen hat. Die Preise sind zwar vorläufig noch nicht wieder gesunken, doch stockt vollständig der Abschluß neuer Geschäfte, da die Verbraucher meistens auf Jahre hinaus über den Be darf gedeckt sind.— Das Rheinisch-westfälische Kohlen s y n d i k a t läßt die 10 p r o z e n t i g e F ö r d e r e i n s ch r ä n k u n g vorläufig bis E n d e I u n i bestehen und denkt auch über diesen Zeitpunkt hinaus nicht an eine Belebung des Geschäfts, denn es richtet an die Zechen das Ersuchen, die Herstellung von Coakskohlen nach Möglichkeit eiuzuschränken. So glauben die Syndikate noch immer die Preise durch Produktionseinschränkungen halten zu kviinen, trotz aller Proteste der Industrie, die angesichts der sinkenden Preise für Fertigfabrikate bei den hohen Preisen der Rohprodukte in immer größere Schwierigkeiten gerät. Bereits wendet sich der Stettiner„Vulkan" in seinem eben erschienenen Jahresbericht gegen die Syndikatspraxis, indem er sagt:„Das starre Festhalten an den hohen Preisen für Kohle und Coaks von feiten der Berg werke, und die vielen noch schwebenden sehr drückenden Syndikats- vertrage über Roheisen wirken ä u ß e r st lähmend auf die allgemeine Lage der Großgewerbe ein und lassen den sehr er- wünschten Aufschwung nicht zum Durchbruch kommen." Auch in der Handelskammer zu Kassel sich heftig gegen die Syndikatspraxis erhoben. Der erstatter führte aus, daß das Syndikat die preise seit dem Jahre 1894 um 60 Prozent habe und durch die von ihm gebildeten Unterverkaufs-Vereine den Markt völlig beherrsche. Die Handelskammer nahm nach längerer Erörterung folgende Resolution an:„Die Handelskammer hält die Festsetzung der Preise von Jndustriekohlen für Neuabschlüsse seitens des Rheinisch-Westfälischen Kohleusyndikats nicht im Einklang mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage der In d u st r i e und hält im Interesse einer leichteren Ueberwindung der geschäftlichen Depression eine Herabsetzung der Äohlenpreise für dringend wünschenswert." Die Syndikats- kapitalisten denken aber nicht daran, diesen Forderungen der Industrie zu entsprechen. Das gewaltsame Mittel der Zurückhaltung der Kohle durch Fördereinschräiikung ist für sie die einzige Möglichkeit, den Preissturz aufzuhalten, da neuerdings auch das Ausland aufhört, die zu niedrigen Preisen abgelassenen deutschen Kohlen- und Coaksmengen abzunehmen. So nehmen Rußland und Spanien, wohin von dem Rheinland aus mehrere hiinderttausend Tonnen Coaks verkauft wurden, die gekauften Mengen nicht ab. In Belgien wurde vom dortigen CoakSsyndikat die ProduktionS- einschränkung für den M a i auf 61,7 Prozent festgesetzt. Von Wichtigkeit ist für den deutschen Markt auch der Umstand, daß in England die Coakspreise wesentlich gesunken sind, indem dadurch die deutsche Coaksausfuhr erschwert wird. Das luxemburgische Roh- eiscn-Shndikat arbeitet augenblicklich mit einer Produktions- einschränkung von 26 Prozent und die deutschen Hüttenwerke mit einer solchen von 10—16 Prozent. die hat man Bericht Kohlen- erhöht Neubildung des Militärkabinetts Wilhelms U. Das Militärkabinett des Kaisers, das einen größeren Einfluß aus die Politik hat, als die verantwortliche Regierung, ist umgestaltet worden. Der vortragende Geiieraladjutant v. H a h n k e ist unter Eut- Hebung von der Stelle des Chefs deS Militärkabinetts zum Oberbefehlshaber in den Marken und z u ni Gouverneur von Berlin ernannt. An seine Stelle� als Chef des Militär- kabinetts tritt der Generalmajor Graf v. H ü I s e n- H ä s e I e r.— Der General der Infanterie jv. B o m s d o r f f, bisher Gouverneur von Berlin, ist mit Pension zur Disposition gestellt worden. General- major v. V i l l a u m e, bis zu Ende April in seiner Stellung als Chef im Militärkabinett belasse», hat die«stelle des Direktors des CenlraldepartementS im Kriegsministerium jetzt übernommen.— Deutschlands Isolierung. Die letzte Lorbecrsuche der deutschen Truppen in China hat nunmehr auch den letzten Liest der„Einigkeit" der„Kultur"mächte zerstört. Sehr scharf äußern sich englische Blätter über das eigenmächti Vorgehen Deutschlands. So behaupten die„Times", daß die beutst Politik, die unfähig fei, fremdes Wesen zu verstehen, statt! Provinz zu beruhigen, deren größeren Teil in Anarchie versetzt habe Die Unordnung sei so vollkommen, daß selbst die Nachbarschaft von Peking sür Ausländer und Christen jetzt unsicherer sei, als irgend einer Zeit seit deren Besetzung durch die fremden Truppe». Der Handel im Innern sei gelähmt; die chinesische Polizei sei ensi waffuet worden, so daß die Räuber und Boxer den stemden Truppen leicht entschlüpfen und das wehrlose Landvolk straflos ausplündern können. In jedem Monat nehme die Unruhe zu. Die Wieder herstellniig der chinesischen Territorial-Jurisdiktion sei eine ge bieterische Notwendigkeit. Die deutsche Expedition nach der großen Mauer habe Peking verlassen, ohne daß die britische Gesandtschaft oder der britische General vorher davon in Kenntnis gesetzt worden wäre, so daß kein britischer Offizier sie begleiten konnte. Und„Daily Graphic" äußert: „Ob der Kampf überhaupt nötig war, ist zw ei fei Haft. Es ist nicht wenig bezeichnend, daß die Franzosen, welche die Deutschen auf ihrem Marsch begleiteten, an dem Gefecht nicht teilnahmen. Wir können sicher sein. daß dies nicht infolge der Einwilligung des französischen Kommandanten, die zweite Violine zu spiele», geschah. Die Franzosen sind so nicht beschaffen, wie sie auf dem Marsche der Verbündeten nach Paotingfu hinreichend zeigten. Ihre Ufr thätigkeit war wahrscheinlicher durch Befehle' von Paris ver aulaßt. woselbst man die weise Ansicht zu hegen scheint daß sich leine Feindseligkeiten rechtfertigen ließen, wenn man dem chinesischen General hinreichende Gelegenheit ge boten hätte, dem kaiserlichen Befehl zum Rückzug zu ge horchen. Wenn natürlich Graf Waldersee überzeugt war, daß General Lin die Mächte absichtlich herausforderte oder daß ein Rückzug der Chinesen, ohne daß sie bestrast worden wären deni Prestige der Verbündeten geschadet haben würde, so that er vollständig recht daran, das Gefecht zu liefern. Im großen und ganzen aber muffen wir gestehen, wir hegen Besorgnis daß die Deutschen allzu bereit sind, in China ihre militärische Tüchtigkeit zu demonstrieren. Inzwischen bereiten die stemden Mächte ihren Abzug aus China vor. Der französische General Voyron begiebt sich nach Tientfin, wo er sein Hauptquartier aufschlagen wird, um die Zurückziehung der französischen Truppen zu überwachen, welche gemäß dem Wunsche der fremden Gesandten, daß mit der teilweisen Reduktion der verbündeten Streitkräfte unverzüglich begonnen werde, all mählich erfolgt. Die„glorreichen" Siege Waldersees werden nur den einen Erl folg haben, daß die Handelsbeziehungen zwischen China und Deutsch land völlig vernichtet werden. Außerdem wird man natürlich in Europa hinfort der Friedens liebe Deutschlands mißtrauen.— Krieg im Friedru. Breslau, 30. April. Das ObcrkriegSgcricht des Vi. Arnieccorps verurteilte den Füsilier Wilhelm Siegert vom Jnfnnterie-Regiment Nr. 38 in Glatz wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung von drei Civjlisten unter recktswidrigcm Gebrauch der Waffe zu drei Monaten Gefängnis. S. hette angetrunken in Maticheikowitz mit den Arbeitern Warjusch, Barak und Getrusch ohne Grund Streit angefangen, das Seitengewehr gezogen und den einen Arbeiter mit der scharfen Seite auf den Arm geschlagen, dem andren an Kopf und Rücken große Wunden beigefügt, de» dritten Arbeiter auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen, daß er ohnmächtig in einer großen Blutlache gefunden ward.—' Hnnnrnchokolade. Die deutsche Kultur ninimt reißend zu Jetzt giebt, zur Versitllichung der Kinder, die„deutsche" Finna Theodor Hildebraud ihren in Automaten verkäuflichen Chokoladcn täfeichen Bilder zu, die Metzeleien aus dem Chinozng anschaulich schildern. So ist beispielsweise in der„China-Serie" die Einnahme von Takn dargestellt: deutsche Seesoldaten stechen die Chinesen mit ihren Bajonetten nieder, als handelte es sich um freche Berliner. Einer der Tapferen bearbeitet wutverzerrten Gesichts einen bereits am Boden liegenden Chinesen mit dein Baionett— Pardon wird nicht ge- geben. Der Kommandeur, mit schneidigem Haby-Bart geschmückt, feuert die Soldaten zum Draufgehen an.' Wer seine Kinder nach den Anschauungen der Humanität zu er- ziehen sucht, hüte sie vor den Automaten mit Hildebrandschcr deutscher Hnnnenchokolade I— Kaiserbesuch in Elsaff-Lothriugen. Aus Straßburg wird uns vom 30. April geschrieben: Bei der Beurteilung der verfasiungsmäßigen Verhältnisse deS Reichslands hat sich diesseits wie jenseits des Rheines von jeher eine erstaunliche Naivetät geltend gemacht. In ganz besonderem Maße zeigt sich dies wieder bei den Kombinationen, die an den für die zweite Maiwoche zu erwartenden mehrtägigen Aufenthalt Kaiser Wilhelms in Straßburg geknüpft worden sind. Der Umstand, daß der Kaiser gerade den 10. Mai, den dreißigsten ErinnerungStag an den Abschluß des Frankfutter Friedens, in der Hauptstadt des Landes der„wiedergewonnenen Brüder" zubringen wird, hat den Kombinotionspolitikern hier wie m Altdeutschland Anlaß zu der Vermutung gegeben Wilhelm II. werde diese Gelegenheit zur feierlichen Pro- klamation der Aufhebung des sogenannten Diktatur-Paragraphen benutzen. Wenn nun auch eine derartige Vermutung angesichts der bekaimte» Vorliebe des Kaisers, besondere historische Anlässe zu wirksamen Kundgebungen zu verarbeiten, nicht gerade der Begründung entbehrt, so fehlen ihr anderseits doch alle verfassungsmäßigen und staatsrechtlichen Grund- lagen. Man sollte wissen, daß der Kaiser, selbst wenn er wollte. gar nicht die verfassungsmäßige Zuständigkeit besitzt, das zu thun, was man von ihm am 10. Mai erwartet. Die den sog. Diktatur-Paragraphen enthaltenden Gesetze vom 30. Dezember 1871 bezw. 4. Juli 1879 sind Reichsgesetze und als solche durch daS Znsammenwirken von Reichstag und Bundesrat i u stände gekommen. Zu ihrer Abänderung oder Aufhebung bedarf es also ebenfalls eines übereinstimmenden Beschlusses dieser beiden gesetzgebenden Faktoren. Seilens des Reichstags liegt nun eiii_ derattiger Beschluß allerdings feit Jahren vor. und zwar ist derselbe von Session zu Session mit wachsender Mchrhei: gefaßt worden; der Bundesrat aber hat sich mit dem elbcn bisher noch gar nicht befaßt, geschweige denn ihm seine Zu- iimmimg erteilt. Der Kaiser ist also außer stände,„dem Lande am 10. Mai selbst die Aufhebung des lästigen Diktaturparagraphen zu bringen"; wohl aber könnte er seine Anwesenheit im Reiebslande an diesem Tage zu der feierlichen Versicherung an die Bevölkerimg be- nutzen, daß er von der Entbehrlichkeit jener entwürdigenden Gesetzesbestimmung überzeugt sei und seinen Einfluß in der Richtnng der Aufhebung derselben geltend machen werde. Es läßt immerhin auf eine» bemerkenswerten Stimmungs- Umschwung in den maßgebenden Kreisen der ReichslandeShaupistadt 'chließen, wen» selbst die regierungsoffiziöse„Straßbnrger Post" in einer Besprechung der an den bevorstehenden Kaiserbesuch ge- knüpften Kombination zu dem Resultat kommt, daß das weitere Fortbestehen des Diktatur-Paragraphen dem Lande und seiner Regierung nur Schaden brächte.— Zur Genfer Demonstration. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Wohl mehr als ein Genosse wird gleich mir die in diesen Spalten von K r i t s ch e w S k y unter obigem Titel veröffentlichte „Richtig- und Klarstellung" mit Verwunderung gelesen haben. Hätte Kr. sich damit begnügt, die Blechschild-Demonstration als psychologisch begreiflich hinzustellen und von den ausgewiesenen Opfern derselben den Verdacht der Lockspitzelei zurückzuweisen, so wäre natürlich nichts dagegen einzuwenden. Seine viel weiter gehende Verteidigung des Genfer Vorkomumisi-� aber nicht geeignet, der russischen Freiheitssache zu nützen � Kritschewsky findet es zwar begreiflich, daß bei der Besprechung der Genfer Vorkommnisse die den russischen Dingen Fernstehenden die Zweckmäßigkeitsfrage in Erwägung zogen, erklart aber hinterher die von„philosophischer Stimmung" ungetrübte Tapferkeit der De- monstranten, welche von dem unverteidigten Wohnsitze deS Genfer Zaren Vertreters das Wappenschild abgerissen, davon- getragen und in die Fluten der Arve geschleudert, als eine zweckmäßige„Herausforderung", die„von der Knuten- regierung recht unangenehm empfunden worden" sein soll. Woraus denn eigentlich K. diese seine ungewöhnlich naive Illusion geschöpt hat, istfnicht recht einleuchtend. Wenn er aber obendrein die wohlbegrcifliche aber für denkende Menschen trotzdeni un verzeih- liche Leichtfertigkeit in eine Art Niederlage der— russischen Regierung umdichtet und dazu noch über die profanen„Fernstehenden" souverän mit den Achseln zuckt, so muß gegenüber dieser Anschauung und diesem Verfahren mit allem Stach- drück protestiert werden. Der schöne Sieg, von dem KirtschewSky spricht, war keine Niederlage des russischen Zaren. Im Gegenteil. Abgesehen von den 6 ausgewiesenen Opfern des Genfer„Sieges" und von der niederträchtigen Hetze gegen unsre Genossen S i g g und P l e ch a n o w hat er de» schweizerischen Regierungsreptilicn nur den allzu willkommenen Anlaß geboten, dem ihnen innigst verhaßten Ashlrecht einen weiteren Schlag zu versetzen. Laut erschallte denn auck, der Lärm nach dem eidgenössischen Bundes- nnwalt, vergnügt rieb sich Herr K n o n a u e r die Hände und im Nu schlug die shmpatische Stellung der Schweizer Presse zu den Ereignissen in Rußland in das Gegenteil um. So sieht der Sieg Krits'chcwskys aus! Kritschewsky entrüstet sich darüber, daß man die Genfer Demonstration mit Lockspitzclei und Verrücktheit in Ver- bindung gebracht habe. Abgesehen von der„Verrücktheit", die ihm die r e i n st e Vernunft ist,— woher weiß denn Kritschewsky, daß die Genfer Demonstration von dem russischen Spitzeltum in keiner Weise begünstigt wurde? Spricht doch Kr. selbst von russischen Spitzeln, von denen ,'die Schweizer Universitätsstädte wimmeln" und die sogar„den Schergen der schweizerischen politis che» PolizeiJnformations- dienste leisten". Nun, für jeden Vernünftigen kann es keinen Zweifel geben, daß die in der Protestversamnilung anwesenden Spitzel sehr gut von der sich vorbereitenden Demonstration gewußt und wenn sie die Polizei nicht sofort in Kenntnis davon gesetzt haben, so thaten sie es eben absichtlich im wohlverstandenen Interesse der russischen Regierung. Man braucht sich nur der russischen P o l i z e i- A n a r ch i st e n Ladeysin und Fagolkowsky zu erinnern, die 1390 und 1892 in Patts und Brüssel„thätig" waren, um über die auswärtige Politik" das Zarentums im klaren zu sein. Und wenn, wie Kr. behauptet, die Genfer„Arbeit" keine bestellte ge- Wesen sein soll, nun, so dürfte das dem Herrn Witte wohl sehr an- genehm sein, aber für uns kann daraus kein Gewinn erwachsen. Der Hinweis K.s auf das Schreiben des russischen Konsuls an die Genfer Regiening bietet feinem Siegesgefühl durchaus keine Unterlage. Dieses Schreiben beweist weiter nichts, als daß der gräfliche Zarcnagent in der Verhüllung seiner inneren Genugthuung etwas zu plump zu Werke ging. Er hatte nämlich unter anderm die stupide Unverschämtheit, der Genfer Regierung und der Bevölkerung den Glauben einzupauken, seine Durchlaucht betreibe keine Spitzelei, sondern bloße Fürsorge für seine geliebten Kompatttoten. Das war den Favon und Ge- nosien zu starker Tabak, sie bedankten sich dafür zwar nicht ganz höflich, aber energisch. Kurz— Kritschewsky ist in seiner Reinwaschung der guten Menschen und schlechten Musikanten, die leider nicht alle werden, zu weit gegangen— so weit, daß bei eventuellen späteren Heldenthaten gleichen Kalibers wirkliche Spitzel in derselben eine Art„revolu- tionären" Freibrief erblicken könnten. Und das ist vom Uebel. Vielmehr glaube ich,— nicht als„Fernstehender", sondern als Russe — daß bei vernünftiger Benutzung der schweizettschen Freiheiten der russischen Sache mehr gedient werden kann, als mit radau- mäßigem Abreißen wehrloser Wappenschilder. Schweiz, den 26. April 1901. P. Ossip. Ausland. England. Der KriegSfekretär Brodrick hielt in Guildford eine Rede, in welcher er die Notwendigkeit betonte, so schnell alS möglich den Krieg in Südafrika zu beenden. Er fügte hinzu, daß Eng- land, wenn es seinen Ruf als Weltmacht behalten wolle, in die Lage kommen könne, gleichzeitig ani Nil, Orange- 'luß und Dangtfefluß Krieg z u führen. Der ctzige Krieg habe dargethan, daß eine R e o r g a n i- at'ion des englischen Heeres notwendig sei, und die Regierung glaube, durch die Bildung von sechs Armee- c o r p s, die in der Hauptsache in England Verwendung finden ollen, allen Eventualitäten wirksam begegnen zu können. DaS Kabinett sei fest entschlossen, den Krieg zu Ende zu führen oder aber sich zuttickzuziehen. Redner sprach sodann von dem Widerstande gegen den neuen Kohlenzoll und sagte, wenn man etwa glaube, daß eine solch« Agitation auf die Regierung irgend welchen Druck ausüben werde. durch den sie zur Nachgiebigkeit veranlaßt werden könnte, dann würde für die Regierung die Zeit der Herrschaft zu Ende sein. Frankreich. Polizeirencoutre. Aus Paris wird gemeldet: Nach der Bei- etzung der socialistischen Agilatorin Paule Minck begaben sich Socialisten auf den Fttedhof Pere Lachaise zur Mauer der Äomnmnards und begannen dort die Carmaguole zu singen. Die Polizei versuchte die Manifestanten zu zerstreuen, wobei ein Hand- gemenge entstand und ein Polizist leichst verletzt wurde.— Spanien. Der„Franks. Ztg." wird aus Madrid Arbeiterbewegnng. vom 1. Mai telegraphiert: Hier fanden zwei stark besuchte Meetings statt, die Aufbesserung deS ArbeirerloseS verlangten. Der Socialistenführer JglefiaS war der Wortführer. Die radikale Fraktion verlangte einen allgemeinen Streik, wenn am 20. Mai Achtsttmdentag und Lohnerhöhung nicht bewilligt würden. In Bilbao und San Sebastian wurde beschlossen. eifrig am Wahlkampf teilzunehmen. In Barcelona löste der Gouverneur eine Versammlung gleich bei Beginn auf, weil Skandale vorkamen. Das Wölfische Depeschenbureau meldet ferner: Bei Aguilas fMurcia) verursachten etwa 1000 ausständige Bergarbeiter Ruhestörungen. Als auf die Gendarmerie geschossen wurde, ging diese gegen die Menge vor. Dabei wurden eine Person ge- tötet und einige verwundet. Rußland. Warschau, 26. April.(Eig. Ber.) Im Warschauer Arbeiter- leben ist es in der letzten Zeit still gewesen' Bei der vorhandenen Krisis im Königreich, bei der gewaltigen Arbeitslosigkeit konnte von Sttciks keine Rede sein. Die Agitations arbeit geht dagegen töndig weiter und umfaßt imnier weitere Kreise.' Die' Ge- nosien, welche sich vor einiger Zeit von der socialistischen �artei Polens unter deni Kampfruf des„notwendigen •Systems deSTerrorismns" losgesagt haben, sind erfreulicher- weise wieder in die Reihen der Organisation zurückgekehrt. In der Nacht vom 19. zum 20. März fanden Massenredisioneu und Verhaftungen statt. 20 Arbeiter wurden festgenomiiieii. Auch ind jetzt die Urteile für die Genossen gekommen, die vor 2 Jahren beim Lackicrerstreik verhaftet wurden. Sieben von ihnen sind nach Sibirien verbannt worden. Die Spitzelei nimmt bei uns immer größeren Umfang an. Jetzt fordert man für Warschau 280 000 M. jährlich, um' eine Fabrikpolizei" einzurichten. Beim Bureau des Oberpolizei- Meisters ist eine neue politische Spitzclabteilung ein- geführt worden. Den als Spitzel gebrauchten Haus- meistern werden setzt Geldprämien.für besondere Wach-' famkeit" in Aussicht gestellt Dagegen werden alle Haus- mcister, die nicht genügend spitzeln, fortwährend mit Strafen belegt. Jetzt rüstet die Partei eifrig zur Maifeier. In Lodz wurden vor kurzen etwa 200 rote Tuche mit der Aufschrift„Nieder mit der Ausbeutung; hoch der 1. Mai" angeklebt. Die diesjährige Mai- mmimer des sonst in der geheimen Parteidruckerei hergestellten „Robotnil" ist diesmal im Auslande erschienen. An der Spitze des Blatts findet sich folgende Bekanntmachung: „Infolge derAenderungen, die in der Einrichtung der Druckerei des „Rovotnik" notwendig sind und die den Zweck haben, die Druckerei sicherer zu stellen und das öftere Erscheinen des Blatts zu ermöglichen— muß die Nr. 39 später erscheinen. Um jedoch dem allgemeinen und durch alle empfundenen Bedürfnisse zu entsprechen, geben wir heute eine Mainummer heraus, mit Beilage für Warschau, Lodz, das Dombrower Jndustrierevier und Bialystok. Die Nr. 39 des„Robotnil" wird alsbald erscheinen. DaS Central-Arbeiterkomitee. Warschau, im April 1991." Die vorstehend erwähnten Blätter liegen vor und sind vorzüglich ausgestattet. Besonder» interessant sind die örtlichen Beilagen mit zahlreichen Korrespondenzen aus Fabriken, Gruben, Werkstätten usw., die auf vorzügliche Verbindungen schließen lassen. Für Lodz, das polnische Manchester, liegt die 2. Nummer eines besonderen Blatts, des „ L o d z i a n i n" vor.' Da? Blatt zeigt, daß die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie eine enorme ist und die Fabrikanten die Lage in einer geradezu schamlosen Weise ausbeuten. In Lodz sterben jetzt Menschen buchstäblich vor Hunger.— Eine Anleihe in Höhe von S99 Millionen Frank soll die russische Regierung mit französischen Bankiers vereinbart haben. Mit dieser Anleihe sei jedoch der Geldbedarf Rußlands noch keineswegs gedeckt, weshalb die Regierung auch noch mit amerikanischen und englischen Bankiers Verhandlungen angeknüpft habe.— Türkei. Die Pest in Konstantinopel. In Galata gelangte ein Pest- verdächtiger Erkrankungsfall zur Kenntnis der Behörde.' Das Haus wurde sofort abgesperrt. Die bakteriologische Untersuchung stellte Pest fest. Die Sanitätskommission wird schleunigst zur Beratung der zu ergreifenden Schutzmatzregeln zusammentreten. Afrika. Revolver-Politik. Aus Algier wird berichtet: Als der Bürgermeister Max Rsgis, der berüchtigte antisemitische Radau- Held, sich mit Freunden in einem Restaurant aushielt. trat ein gewisser Laberdesqne. Direktor einer Zeitung, an ihn heran und verlangte Aufklärung über in der Stadt verteilte, seine Person betreffende Flugblätter. Es kam zu einem Hand- gemenge zwischen den Freunden beider Parteien, in dessen Verlaus Max Rogis von einem seiner Gegner durch Schüsse verwundet wurde; auch ein Bruder Rogis' und zwei seiner Freunde wurden durch Revolverschüsse verwundet; keine der Verwundungen ist ernster Natur. Max Rögis erhielt zwei Revolverschüsse, welche den Schädel trafen, verlor zedoch nicht die Besinnung. Die wütende Menge drang in das Restaurant, in welches sich die Gegner Negis' geflüchtet hatten, ein. die Polizei war nur mit Mühe im stände, letztere zu schützen. Vor der Apotheke, in welche die beim Zusammenstoß Verivundeten gebracht waren, sammelte sich eine große Menschenmenge an,' welche lärmende Kundgebungen veranstaltete. Hierbei wurde eine Person durch zwei Messer- stiche lebensgefährlich verletzt. Der Redactenr Talhonidcc. welcher Max Rögis durch Revolverschüsse verletzt hat. wurde verhaftet. desgleichen Laberdesque, welcher als Mitschuldiger des selben angesehen wird._ sammlung einen VerS der Arbeitermarseillaise und nunmehr wurde die Versammlung endgültig geschlossen. DaS zahlreiche Polizei- Aufgebot hatte keine Gelegenheit einzugreifen. Ein Socialdemokrat im gothaischen Verwaltungs-Gerichts- Hofe. Diese„Gefahr" ist durch die Wahl des Genossen Bock zum Vicepräsidenten des Landtags herbeigeführt. Wie nämlich bürger- liche Blätter zu berichten wissen, beschloß die Verlvaltungskommission des gemeinschaftlichen Landtags, als Mitglieder des Verwaltungs- Gerichtshofs die Präsidenten dem Speci'allandtage vorzuschlagen. Die Wahl muß vom Herzog bestätigt werden. Der Boeren- Krieg. Lord Kitchener telegraphiert auS Pretoria vom 1. Mai: General G r e n f e l I griff die Boeren bei DergplatS nahe bei H a l v e r S b e r g an, wo der letzte„lange Tom" in Stellung gebracht war und auf eine Entfernung von 19 999 Dards das Feuer eröffnete. Nachdem die„Kitchener- Schützen" auf 3999 DardS herangekommen Ivaren, wurde das Geschütz in die Luft gesprengt und die Boeren zogen sich zurück. Es wurden zehn Gefangene gemacht. Von den andren Abteilungen wird ge meldet, cS seien in verschiedenen Zusammenstößen zehn Boeren ge fallen, sechs seien verwundet und zehn gefangen genommen worden, kchSzig Boeren hätten sich ergeben und 499 999 Patronen Gcwehrmunition seien erbeutet ivorden. Der Verlust der Eng- länder beträgt vier Tote, sieben Verwundete. Trog all dieser angeblichen Erfolge schildern doch in Londoner Blättern abgedruckte Berichte und Briefe die Lage als keines- wcgs glänzend für die englischen Waffen. Auch Offiziere. die dieser Tage ans Südafrika eingetroffen sind, stellen die Verhältnisse als äußerst u n g ü n st i g hin. Der Gesundheitszustand der Truppen sei ein sehr schlechter. Augenblicklich befänden sich nicht weniger als 85 999 Mann in den Spitälern. Die TageSvcrlust-Liste umfaßt für den 1. Mai 3 Tote. 13 Verwundete, 11 an Krankheiten Verstorbene und 8 an Bord von Transportschiffen Verstorbene. Außerdem sind 39 Offiziere nach England zurückgekehrt. Die Pest. In K a p st a d t sind am 1. Mai acht neue Pestfälle festgestellt worden, darunter 4 an Europäern. Auch sind die Leichen zweier Ein- geborenen gefunden worden. ADavkei-Zdslthvithkeu. Eine originelle Maifeier fand bereits ain 28. April in Mehle. Kreis Hameln, statt. Der Landrat von Gronau hatte die geplante Volksversammlung mit KommcrS und Gesangs- vortrügen in Anwesenheit von Frauen und Minderjährigen verboten. Beschwerde hiergegen ist eingelegt. Es wurde deshalb eine Versammlung für den 28. April anberaumt, die folgende» Verlauf nahm: Die Versammlung, welche um 3'/z Uhr nachmittag? eröffnet wurde, war von Glas- und Steinarbeitern sehr stark besucht. Nach Wahl des Bureaus wird die Versammlung auf 25 Minuten vertagt. Die Frauen hielten sich im Nebenzimmer auf und wurde nun während der Vertagung eine Art Feier durch Gesang usw. ein- geleitet. Nach Wiedereröffnung referierte Genosse Wilhelm-Hannover über die Bedeutung des ersten Mai. Nach dem l'/i ftündigcn Vortrag wurde die Versammlung auf 59 Minuten vertagt. Nachdem die Versammlung wieder eröffnet war, entstand eine rege Diskussion über die Errichtung eines politischen Arbeitervereins. Während dieser Debatte wurde den Frauen der Aufenthalt auch im Nebenzimmer verboten. Sobald dieser Gcgcustand erledigt war, trat eine weitere Vertagung von 59 Minuten ein. Sodann sprach Wilhelm über die Arbeiterschutz-Gesetze. Auch nach diesem Vortrag wurde die Versammlung auf 59 Minuten vertagt. Die Pansen wurden durch Musik- und Gesangsvorträge ausgefüllt, während die arme» geplagten Polizeimannschaften diese benutzen mußten, um sich abzulösen und für die neue„Sitzung" zu stärken. Nach Ablauf der Vertagung referierte Wilhelm über die Hunnenpolitik der Militär st aaten. Im Anschluß an dielen Vortrag drückte die Versammlung den russischen Studenten und Arbeitern ihre Sympathie auS und vertagte sich sodann auf weitere 59 Minuten. Nach der Wiedereröffnung wurde die Resolution der Berliner Gewerkschaften angenommen. Sodann sang die Ver- Die oftasiatische Kolonial-Armee. Das Reutersche Bureau meldet über die geplante Stärke der internationalen Besatzungsarmce in Ostasien das Folgende: Außer den auf die Garnisonen von T i e n t s i n und Schanhaikwan(woselbst die Mächte je 399 Mann stationieren sollen) bezüglichen Maßnahmen schlage» die Generale der einzelnen Nationen vor, daß zur Belegung des D i st r i k t s von Tientsin mit Garnisonen Deutschland, England, Frankreich und Japan je 1499, Italien 499 Mann stellen sollen und daß serner für den Bezirk Schanhaikwan Deutsch- land, Rußland, Frankreich und England je 399 Mann. Italien eine Compagnie stellen sollen. Des weiteren empfehlen die Generale, daß, so lange noch irgend welche fremde Truppen in Petschili zurück- bleibe», auch stets Kriegsschiffe auf dem Peiho liegen müssen, sowie die Anwesenheit einer internationalen Flotte in Taku'und stete Ver- binduug mit derselben erforderlich ist; sie empfehlen serner, die Civilverwaltnng den Militärbehörden z» unterstelle». Nach Herab setzung der Garnison von Tientsin auf 2999 Mann würde es mög lich sein, die Wiederherstellung einer ausschließlich chinesischen Verwaltung in Erwägung zu ziehen. Die Schaffung eines Ober- kommandoS über die internationalen Truppen werde wünschenswert sein. Diesem Oberkommando sollten auch die Gesandtschaft»- wachen unterstellt sein. Was die Frage der Räumimg des Lands betrifft, so waren die Befehlshaber der deutschen,' britischen und japanischen Truppen der Ansicht, daß diese Räumung nicht eher beginnen dürfe, als bis China Zahlung der gesamten Entschädi- gungsforderungen zugesichert habe. Die Frau- zosen waren dafür, binnen 14 Tagen 3999 Mann und den Rest binnen weiteren 6 Wochen zurückzuziehen. Sie wollten mit Rücb ficht auf das Klima nur Koloniastruppen als Garnisonen zurück- lassen. Italiener und Oestreicher hatten noch keine Anweisungen seitens ihrer Regierungen, die Amerikaner enthielten sich der Meinungsäußerung und die Russen waren bei diesen Konferenzen der Generale nicht vertreten. Dieser Nachricht zufolge werde Deutschland außer den in Peking zu stationierenden Truppen 2999 Mann dauernd in Petschili zurückzulassen haben, insgesamt also mindestens 3999 Mann standtruppeu. Selbstverständlich würden auch einige deutsche Schiffe wieder in Ostasien zurückbleiben. Schließlich dürfte auch die Garnison in Kiautschou verstärkt werden. Also selbst in dem günstigsten Fall, daß das chinesische Abenteuer diesmal trotz Wald'ersees Oberkommandos und der Ueberspannung der Politik der gepanzerten Faust zu keinerlei internationalen Konflikten führen sollte, wird Deutschland von nun ab die Ch ina g lotste mit jährlich so und so viel Millionen mehr bezahlen müssen! Ter Blntprcis der letzten Attacke. Graf Waldcrsee meldet am 1. Mai aus Peking: Zkach jetzt vor- liegenden Berichten beträgt Gesomtvcrlust in den Gefechten am 23. und 24. April Lieutenant Drcwcllo 1. Regiments und 7 Mann tot (davon 2 beim Fonragieren von Einwohnern erschlagen, 2 Mann bei Pulverexplosion), Lieutenant Richert I.Rgt. und 12 Mann schwer verwundet. Major v. Mühlenfels 1. Regt., Lieutenant Düsterbcrg 3. Regt, und Lieutenant Koch 4. Regt, und 34 Mann leicht ver- wundet, Oberst Hoffmeister durch Absturz verletzt. ES sind 18 Schnellfeuerkanonen und große Zahl Geschützrohre alter Kou- struktion erbeutet. Rückkehr der �xpedittouStruppen. Nach tziner englischen Meldung aus Paotingfu erwartet man daselbst den General Kcttlcr. Ein deutsches Bataillon wird durch die Gebirge, der übrige Teil der Expedition über daS flache Land nach der Hauptstadt zurückkehren. General Bailloud ist mit den französischen Truppen in Tin-Tscheon, der ersten Blockstation der Eisenbahn, eingetroffen. Russische Schwierigkeirc» in Mandschurei. Die„Kölnische Zeitung" ineldet aus Peking vom 1. Mai: Die Russen hatten bei Mulden ein blutige» Gefecht mit den Chinesen, wobei sie gegen 69 Mann an Toten und Per- wu u Veten verloren: vier Offiziere sind gefallen; unter den Verwundeten befindet sich General Zerpitzki. Wenn Rußland trotz seines gewaltigen TruppenanfgebotS in der Mandschurei noch so heftigem Widerstand begegnet, so, beweist daS, daß die Chinesen sich doch nicht so ohne iveitereS annektieren zu lassen gewillt sind. Ein neuer Drausport Chinakämpfcr wird am 5. d. M. von Bremerhaven aus die Abreise antreten. Die Mannschaften bilden die Ablösung für die Besatzung des„Bussard" und werden an Bord deS dazu gecharterten Dampfers„Rhein" nach Ostasien gesandt._ GemevkpckzAfklirsxes. Berlin und Uiugcgeud. Die Aussperrungen wegeu der Maifeier in Berlin haben diesmal einen größeren Umfang angenommen als in den Vorjahren, trotzdcni in der Metallindustrie die Zahl der Gemäß regelten eine verhältnismäßig sehr geringe ist. Aber an Stelle der Kühnemänner sind Felisch und Genossen getreten, die die ungünstige Konjunktur im Baugewerbe benutzt haben, um den Arbeitern die Macht des koalierten Unternehmertums fühlen zu lassen. In der Holzindustrie sind ebenfalls wieder umfangreiche Aussperrungen vor- genommen ivorden. Bis gestern abend sind folgende Meldungen eingegangen: Der Holzarbeiter-Verband hatte bis dahin 2922 AuS- gesperrte von 175 Betrieben zn verzeichnen. Die Zahl der Aus- gesperrten wird sich wohl noch etwas erhöhen, so daß etlva 25Proz. von den mehr als 12999 Mann, welche den 1. Mai durch Arbeits- ruhe gefeiert haben, in Betracht kommen. Die Unternehmer wollen erst am Montag die Ausgesperrten wieder einstellen. Der Verband der Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter zählte 196 Ausgesperrte seitens der Holzindustriellen. Die Fraisereibesitzer lassen weiter arbeiten und haben sich diesmal den Scharfmachen: von der Freien Bereinigung nicht unterworfen. Bon den Möbelpolicrern sind in 35 Werkstellen 239 Mann ausgesperrt worden. Der Centraiverein der Bildhauer hat in 9 Firmen 69 ausgesperrte Mitglieder zu verzeichnen. Der Metallarbeiter- Verband ist diesmal nur in einigen Betrieben mit etwa 259 Mitglieder beteiligt. Bei den B a u- H i l f s a r b e i t e r n sind bisher 479 Gemäß- regelte von 51 Firmen gemeldet. Das Resultat aus der weiteren Umgegend von Berlin steht noch aus. Dem Centralverband der Maurer sind 1489 Maßregelungen gemeldet, der Lokalorganisation 657. Die Zahlen dürften sich noch erhöhen, da die Meldungen noch nicht vollständig sind. Die Fliesenleger gaben die Zahl der Maßregelungen auf 29 an. Die Zimmerer der lokalen Richtung zählten bis gestern abend 317, bieder centralen 313 Ausgesperrte bei 79 Firmen. Die Meldungen sind noch nicht abgeschlossen und ist noch eine Er- höhung der Zahl auf etwa 899 zu erwarten. Die Tapezierer haben 19 Ausgesperrte von einer Firma zu verzeichnen. Bei den Organisationen der Schuhmacher, Schneider, Buch- biuder und Handels- Hilfsarbeiter sind bisher keine Maßregelungen gemeldet worden._ Achtung, Metallarbeiter! In der Bronzewaren-Fabrik von Seifert in Dresden sind infolge der Maifeier 169 Kollegen aus« gesperrt worden. Die Firma sucht in Berlin Ersatzkräfte zu engagieren; wir ersuchen daher alle Kollegen, den Zuzug fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Ortsvcrivaltuug Berlin. Schwarze Liste» im Berliner Schuhgewerbe. Der Streik in den mechanischen Schuhfabriken ist bekanntlich nach seiner siebenwöchentlichen Dauer ohne Erfolg für die Ausständigen beendet worden. Jedoch haben' auch die Fabrikanten keinen Grund, triumphierend über einen Sieg ihrer Sache zu be- richten; ihre Absicht, die Organisation der Arbeiter zu zerschmettern, mußte unterbleiben, sie zogen ihren Revers, der den Arbeitern den Austritt aus der Organisation gebietet, zurück, nachdem die Arbeiter selbst ihre Forderungen aufgaben. Ausdrücklich Ivar aber in den Vergleichsbcdingnngen der Passus enthalten, daß kein Arbeiter wegen seiner B e t eiligung a ni Streik g e m a ß r c g e I t wird. In der nicht»- nutzigsten, unehrlichsten Weise hat der Verband der Unternehmer diese' Bedingung gebrochen. Wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, cirkuliert eine' schwarze Liste mit 49 bis 59 Namen in Unternehmerkreiscn, die anscheinend streng innegehalten wird, und jedem auf dieser Liste Verzeichneten den Eintritt in die Fabrik verwehrt. Dieser unerhörte Wortbruch wird ganz geheimnisvoll betrieben. Die Arbeiter erhalten auf dem Arbeitsnachweis der Unternehmer ihren Arbeitsschein, kommen sie zum Fabrikanten, dann sieht dieser die Liste ein und er hat nun, wenn der Bewerber auf der Liste steht, plötzlich keinen offenen Platz für Ncueiustclluugen. Zu einer solchen Handlung, die jedes Ver« trauen zu gcgeuseitigeu Vereinbarungen aufheben muß, kann nur ein Unternehmertum' fähig sein, da»' zur Erreichung seines Zwecks auch die schlechtesten Mittel nicht verschmäht. Verein der Tischler. Wir machen unsre Mitglieder darauf aufmerksam, daß am Freitagabend keine Vorstandssitznug stattfindet, sondern eine Versammlnng.(Siehe Annonce.) Die Gemaßregelten haben sich dort zu melden.' Der Vorstand. Der Ceutralvcrbaud der Bildhauer hat für den Bezirk Berlin folgende Mitglieder zu Delegierten der Generalversammlung gewählr: Trautvetter, Otto Meyer, Krippahle, Misbach, Diederichsen und Mülverstedt. Deutsches Reich. Grubenarbcitcrstrcik i» Zielruzig. Der am 5. April auf der hiesigen Braun kohlen grübe ausgebrocheue Grubenarbeiter- streik dauert fort. Von 45 Grubenleuten streiken 41, die sämtlich verheiratet sind und 113 Kinder unter 14 Jahren zu ernähren haben. Die Ausständigen fordern: 1. Wiedereinstellnng des vertragSividrig entlasieucn Vertranensmanns: 2. für Häuer einen Schichtlohn in Höhe von 3,75 M., für Schlepper 3,59 M., Wegfall des Gedingsystems; 3. Versetzung des sehr unbeliebten Obersteigers Hyrchc; 4. zwei Centner Hau'sbrandkohle per Woche; 5. achttägige Lohnzahlung.— Eine am 28. April hier abgehaltene Verfaininlung der Streikenden beschloß den Streik fortzusetzen und den Herrn'Bürgermeister von hier zu ersuchen, zwischen ihnen und dem Besitzer Herrn Lehmann, Guben, zu vermitteln.— Zuzug ist fernzuhalten. Die Metallarbeiter in KöSlin haben durch einen Vergleich, der ihnen folgende Zugeständnisse bot, die Lohnbewegung beendet: Abmachungen von 1999 1991 I. Mindest-Stundenlöhne a) nach beendigter dreijähriger Lehrzeit, also bei vollendetem 17. Lebensjahre.»», 29 Pf. 29 Pf 18.„.... 21„ 23„ 19...... 22. 23„ 20.„.... 33„ 35„ 21 25 26 2. Ucbcrstunden- Aufschlag........ 19% 10% 3. Sonntagsarbeit-Ausschlag....... 10 0/o 25 0/o 4. Nachtarbeit-Aufschlag......... 10% 59% 5. Innerhalb zweier Jahre keine Abzüge auch bei jetzt schon be- stehenden höheren Löhnen. 6. Wenn die zur Zeit noch im Streik stehenden ungelernten Arbeiter den Mindcstlohu durch ihren Streik auf 25 Pf. bringen, werden neue Verhandlungen auf weitere Lohiierhöhnngen eingeleitet. 7. Die Arbeiter stellen innerhalb zweier Jahre keine Forderungen auf höhere Grundlöhne. Die Lohnsätze mögen selbst für Hintcrpommern niedrig erscheinen, jedoch sind es M i n d e st l ö h n e und hätten die Fabrikanten auch den Junggesellen gleich nach dem Auslernen 23 Pf. dewilligt, Würden aber dann die Lehrzeit auf vier Jahre festsetzen oder bei dreijähriger pro Woche 1 Mark bis 1,59 Mark weniger Kostgeld geben. Beides wäre nachteiliger für die Arbeiter gewesen. Wenn bei jetzigem Geschäftsgang in zwei Jahren keine Lohnabzüge drohen, so ist schon viel erreicht, und die Klausel. den Streik der Fabrikarbeiter betreffend, bietet jedenfalls genügende Gewähr, daß die gelernten Arbeiter in keinem Fall zu kurz kommen. Das wichtigste ist jedoch die Anerkennung der Organisation durch diesen Vertrag. Ausland. Im cuglischeu Kohlenbergbau bereitet sich ein Streik vor, der die ganze Kohlenproduklion in England inS Stocken bringeu wird. Die Kohlenarbeiter- Verbände haben einstimmig beschlossen zur Abwehr des Zolls für die Kohlcnausfuhr in den Streik einzu« treten. Die Grubenbesitzer sympathisieren natürlich mit diesem Streik, und dürfte es somit zu einem der größten Ausstände kommen, de» England je gesehen hat. Der Streik der Heizer von Genua hat durch das Eingreifen des Ministerpräsidenten Z a n a r d e I l i ein baldiges Ende erreicht. Die Reeder, die bisher abgelehnt hatten, mit den Arbeitern zu unterhandeln, wagten es jetzt nicht mehr, sich z» wider- setzen, sie hätten andernfalls die ganze Verantwortung für die Folgen auf sich nehmen müssen.) Aber indem sie sich dem Schiedsgericht stellten, indem sie mit den Vertrauens- leuten der Arbeiter m Verhandlungen eintraten, erkannten sie auch die Legitimität der Arbeiterorganisation an, ivas sie bis dahin principiell verweigert hatten. Schon dies allein bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Erfolg der Arbeiter. Die Forderungen der Arbeiter waren: Erhöhung deS Lohns. Einstellung der Arbeiter durch die Bureaus der Arbeitsbörse und nicht durch die Stellcnvermittler, und Wiederaufnahme der Arbeiter, die am Streik teilgenommen haben. Die Wut der Unternehmer über den Streik kannte keine Grenzen. Sie verlangten die Verhaftung der Führer, die Schließung der Arbeitsbörse mrd eine ordentliche Fiisilade. Nun haben sie sich in ihr Schicksal ergeben.— Aber ivas hier erreicht wurde, scheint in M o l i n c I l a nicht so leicht zu stände zu kommen. In Molinella, nahe bei Bologna, bricht fast in jedem Jahr ein Streik der Landarbeiter aus, um die Grundbesitzer zur Einhaltung der festgelegten Lohntarife zu zwingen, die immer und immer wieder von den Unternehmern verletzt werden. Auch jetzt wird dort wieder gestreikt, und es ist durch die Schuld deS Präfekten bereits zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Der Präfekt hat alle Versammlungen untersagt, Truppen zusammen- gezogen usw. Die Frauen rissen den Ukas des Präfekten von den Mauern; durch die Gendarmen wurden einige Frauen verwundet. Bociales. bon Sociale Rechtspflege. Die zeitliche Begrenzung der Zuständigkeit der Innung8. Schiedsgerichte nach§ 91 Absah 6 der Gewerbe- Ordnung. Mit Bezug auf die Innungs- Schiedsgerichte bestimmt der§ 91 der Gewerbe- Ordnung in seinem Absaz 6: Schreiben vorgelesen, in dem der Vorstand des Deutschen Metall| Tischlermeisters Esch, der selber als Forense nach§ 45 der Land arbeiter Verbands in Stuttgart ersucht wurde, wegen Streitbruchs gemeinde- Ordnung in Bankow stimmberechtigt ist. Die Vollmacht Gegen die Arbeiterkontrolleure auf Banten. Die Bau- den Helbig aus dem Verband auszuschließen, was allerdings bis lautet:„ Ich Endesunterzeichneter erkläre hiermit, daß ich dem Herrn unternehmer sind fleißig am Petitionieren gegen die von den jezt nicht geschehen sei. Wer die einzelnen Worte gefagt Georg Freiwaldt in Pankow das Recht einräume, mich in der AusArbeitern verlangte Kontrolle der Bauten durch Arbeiterdelegierte. habe, hielt das Schöffengericht nicht für erwiesen, es übung des Stimmrechts(§ 46 der Landgemeinde- Ordnung) und Wie die baugewerblichen Berufsgenossenschaften, so hat nun auch der hielt dennoch aber alle Angeklagten für Mitthäter, weil des daraus hervorgehenden Rechts der Wählbarkeit(§ 50 Verband der Baugeschäfte von Berlin eine Petition an das Haus jeder mit jeder einzelnen Aeußerung einverstanden war. Absatz III) zu den Gemeindevertreter- Wahlen der Gemeinde Pankow der Abgeordneten abgesandt. Auch diese verlangt die Abweisung der Die Besprechung mit Helbig hielt das Schöffengericht für eine Ver- auf die Dauer von höchstens 6 Jahren zu vertreten." Der Kläger Arbeiterwünsche und zwar ganz mit derselben verfehlten und ge- sammlung, in der öffentliche Angelegenheiten erörtert werden ist der Meinung, daß er als Vertreter eines Angesessenen häffigen Argumentation, wie die Berufsgenossenschaften es in der sollten, da der Zweck derselben gewesen sei, lediglich über die An- auch zu den Angesessenen im Sinne des§ 52 gehöre, bereits von uns besprochenen Eingabe gethan haben. gelegenheiten des über ganz Deutschland verbreiteten Deutschen also als ein solcher wählbar wäre, weil die Stellvertretung Wucherische Arbeitsverträge. Das„ Gewerbegericht" veröffent Metallarbeiter- Verbandes zu verhandeln. Gegen dieses Urteil legten im Stimmrecht gesetzlich zulässig sei. Ferner machte Freiwaldt licht in feiner Nr. 7 zum erstenmale ein Gewerbegerichts- Urteil, in die Angeklagten Berufung ein und machten durch ihren Verteidiger, geltend, seine Wahl wäre selbst dann gültig, wenn man ihn zu den dem ein Arbeitsvertrag auf Grund des fogen. Bucherparagraphen Rechtsanwalt Dr. Heinemann aus Berlin geltend, Nichtangesessenen zähle. In Betracht tomme folgende Bestimmung für nichtig erklärt wurde. In einem Stuttgarter Straußenfeder daß von einer öffentlichen Versammlung gar feine Rede sein des§ 52 Abs. III:„ Sind in einer Klasse mehr nichtangesessene Atelier war eine Arbeiterin mit einem Monatslohn von 25 M. ein tönne, da, mag auch der Deutsche Metallarbeiter Verband sich mit Gemeindeverordnete gewählt als zulässig ist, so gelten diejenigen, gestellt worden. Sie hat nachher, da sie eine Stelle für 60 m. er öffentlichen Angelegenheiten befassen, darum die Frage der Aus- welche die geringste Stimmenzahl erhalten haben, als nicht ge halten konnte, die Arbeit ohne Kündigung verlassen. Die Schaden- stogung eines einzelnen Mitglieds noch keine öffentliche Angelegen- wählt." Nun habe aber bei der Wahl der 3. Klasse am 19. März erfaktlage wurde vom Gewerbegericht Stuttgart abgewiesen, da der heit sei. Die fragliche Besprechung falle daher nicht unter§ 2 des 1900 Klingenberg weniger Stimmen erhalten als er, so daß höchstens Lohn zu der Arbeit in einem auffälligen Migverhältnis stehe, da der Vereinsgesetzes. Die Anwendung des§ 153 Gewerbe- Ordnung sei Klingenbergs Wahl als ungültig erklärt werden könnte. Das Geſetz ſehe Arbeitsvertrag nur unter Ausbeutung der Unerfahrenheit der Arbeiterin aus einer großen Anzahl von Gründen ausgeschlossen. Zunächst eine Berteilung der Zahl der aus der Mitte der Nichtangesessenen wähl zu stande gelommen und daher nach§ 138 des Bürgerlichen Gesetz deshalb, weil nicht festgestellt sei, ob die einzelnen Angeklagten drohende baren Gemeindeverordneten nur auf die Abteilungen, nicht auch buchs ungültig gewesen sei. Worte gesagt haben und welche. Aber auch an den sonstigen Voraus- auf die Wahlbezirke vor. Ein teures Vergnügen. Der Etat der Handwerks- fegungen des§ 153 fehle es, da einmal die sämtlichen Angeklagten zur Zeit Der Kreisausschuß und der Bezirksausschuß erkannten jedoch zu lammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf weist eine der angeblichen Drohung bereits aus dem Geschäft von Knadstädt, das Ungunsten des Klägers. Rechtsanwalt Wolfgang Heine legte Bilanz von 84 200 gr. pro 1901 auf. Mit Ausnahme von circa tägliche Kündigung eingeführt habe, ausgeschieden gewesen seien. für ihn Revision ein und vertrat ihn auch in der mündlichen Ver 26 000 M., welche für Schulzwecke, Meisterkurse und Ausstellungen auf solche Arbeiter Anwendung, welche noch in einem Arbeitsver- gerichts. Der Senat verwarf indeffen das Rechtsmittel und § 153 der Gewerbe- Ordnung finde aber seinem Wortlaut nach nur handlung vor dem ersten Senat des Ober- Verwaltungs ausgegeben werden, wird alles von der Verwaltung verhältnis zu ihrem Arbeitgeber stehen, und nicht auf solche, welche der schlungen. Da in feiner Urteilsbegründung unter es große Mühe Mühe kostet, das Geld Vorsitzende führte den Innungen einzutreiben, so bereits ausgeschieden seien. Endlich habe es sich bei dem Streit anderm aus: Der Vorderrichter gehe zu weit, wenn er auswird nun versucht, die Großbetriebe zu den Kosten heranzuziehen, überhaupt nicht um Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeits- führe, daß Vertreter von Angesessenen niemals den Angesessenen was natürlich biele Reklamationen zur Folge hat. bedingungen gehandelt, vielmehr haben sich die Arbeiter nur gleich erachtet werden könnten. Ein nicht angesessenes GemeindeIn Mörs sollte eine Bwvangsinnung der Müller errichtet werden, obwohl fich die verdienten Arbeitslohns. gewehrt gegen vertragswidrige Beanstandung ihres bereits glied, das zur Vertretung eines Angesessenen bei den GemeindeMajorität dagegen erklärt hatte. Der Regierungspräsident lehnte Das Gericht erhob über sämtliche wahlen bevollmächtigt werde, trete dadurch aber nicht in Selbstverständlich den Antrag auf Errichtung der Innung ab. Die Behauptungen der Angeklagten Beweis durch Vernehmung das Recht der Wählbarkeit eines Angesessenen eit. der beiden Belastungszeugen, des Inhabers der Antipathie der Beteiligten gegen das berfehlte Handwerkergefez Anadstädt amd des Helbig. Die Beweisaufnahme bestätigte fänt 23ab1barteit tönne nicht durch Vollmacht auf andre überFirma Auf eine dahingehende Vollmacht sei nichts zu geben, denn die eigene nimmt sehr zu, in Viersen hat sich die Mezgerinnung aufgelöst liche Behauptungen der Angeklagten, so daß diese auf die Ber- tragen werden. Auch der zweite Klagegrund könne als zutreffend nicht und verschiedene andre Jnnungen stehen auf dem Aussterbe- Etat. nehmung ihrer Entlastungszeugen verzichteten. Hierauf schloß sich anerkannt werden. Die Bestimmung des§ 52 Abf. III fönne fich natur- und Die Achtung der Unternehmer vor dem Gesetz. Die Laden- der Staatsanwalt dem Antrage des Verteidigers auf Freifachgemäß nur beziehen auf Wahlen, die von demselben Wahlgehilfen von Cleve haben an den Regierungspräsidenten von sprechung an, indem er alle geltend gemachten Gründe für förper vorgenommen werden und beruhe auf der Voraussetzung, daß Düsseldorf eine Eingabe gerichtet, in der u. a. folgendes gesagt wird: durchgreifend erachtete. Das Gericht erkannte unter Aufhevur des dieselben Wähler mehreren Kandidaten ihre Stimmen gegeben hätten. In der hiesigen Stadt wird die polizeiliche Sonntagsruhe fast durchweg Urteils des Schöffengerichts zu Rottbus auf Freisprechung sier handle es sich aber um Wahlen, die in verschiedenen Bezirken, nicht gehalten. Die meisten Geschäfte sind bis abends 7 Uhr und noch sämtlicher Angeklagten. getrennt von einander, vorgenommen worden seien. Da tönne darüber offen. Ebenso steht es mit dem Neunuhr- Ladenschluß aus. Mit Ausnahme von einigen Geschäften findet der Schluß erst um Seidenstid um sall Roppen beschäftigte gestern die geringeren Stimmenzahl hätte für ungültig erklärt werden müſſen. Zur Kennzeichnung der Berliner Polizeiznftände. Ein nicht gesagt werden, daß event. Klingenbergs Wahl wegen der 10 Uhr, ja mitunter noch viel später statt. Noch viel schlimmer sieht vierte Straftammer des Landgerichts I. Wie der Vorsitzende, Land- Wenn§ 52 Abs. 3 nur von Klassen und nicht auch von Wahlbezirken es im ganzen Regierungsbezirk mit den Modistinnen aus. Diese müssen in der Hochsaison regelmäßig von morgens früh bis abends gerichtsrat Braun, beim Eintritt in die Verhandlung bemerkte, spreche, so erkläre sich dies daraus, daß die Bestimmung über 11 oder sogar 12 Uhr arbeiten. Bon vielen Geschäften wird beim fönnte man den vorliegenden Fall unter der Spizmarke schildern: die Schaffung von Bezirken erst im Laufe der parlamentarischen Engagieren der Gehilfinnen sogar die Bedingung gestellt, daß was einer anständigen Frau in Berlin passieren lann." In der Berhandlungen in das Gesetz hineingekommen sei und daß man wöchentlich eine Nacht durchgearbeitet werden muß. Dies geschieht Nacht zum 23. März d. J. gegen 1 Uhr war die Stochfran Brod dann bergessen habe, die Worte oder Bezirke" dem Ausdruck Von den An Klaffe hinzuzufügen. Daß der Gemeindevorsteher bei Bezirkswahlen in der Regel von Sonnabend früh bis Sonntag früh, also bolledorff auf dem Nachhausewege begriffen. ermüdet, beeilte sie sich, das unter Beobachtung der übrigen geseglichen Vorschriften bestimmen 24 Stunden. Alsdann wird verlangt, fich den ganzen Sonntag hin- strengungen des Tages zu erreichen. durch auszuruhen, um am folgenden Tage wieder mit neuen Kräften schüßende Heim Auf dem Michaelfirchplatz fönne, in welchem Bezirk ein Augesessener zu wählen wäre, sei einem fie von Manne beginnen zu fönnen. Ew. Hochwohlgeboren bitten wir dringend, wurde fie angeredet, welcher später selbstverständlich. ala der Arbeiter dahin wirken zu wollen, daß hier eine schärfere Kontrolle durch die Heinrich Hüttmann Uebrigens hätte Klingenberg gar nicht beigeladen werden brauchen, festgestellt wurde. Unwillig wich Frau Brockdorff ihm aus und ver- da seine Wahl gar nicht angefochten worden sei und somit überhaupt Polizei ausgeübt wird und hierdurch die durch das Gesetz betreffend langte unbehelligt zu bleiben, da sie eine anständige Frau nicht hätte für ungültig erflärt werden fönnen. die Laffen." sei. Als Hüttmann seine Belästigungen fortsette, bat die Frau einen Im Militärbefreiungs- Prozeß zu Elberfeld bezeichnete Oberalten Herrn, der des Wegs tam, um Schutz. Diesem gegenüber fiabsarzt Dr. Weber vom 137. Infanterie- Regiment es als emstellte Hüttmann die Behauptung auf, daß die Frau dieselbe Person pörend, daß Rechtsanwalt Dr. Wallach ihn gefragt habe, ob sei, die ihm in der Nacht zuvor in einem Café zwei Mart gestohlen er sich mit Freimacherei beschäftigte. Niemals sei der leiseste habe. Der alte Herr wußte nicht, wie er sich verhalten sollte, er Versuch, ihn zu einer Pflichtverlegung zu verleiten, an ihn heranverwies die Parteien an einen herantretenden Schußmann. Hüttmann getreten. Wallach bemerkte, er habe nur beweisen wollen, daß die blieb auch dem Beamten gegenüber bei seiner Bezichtigung und ver- Militärärzte nicht beftochen worden seien. Im Fall Hufschmidt geben die langte die Feststellung der Frau, die er außerdem nit einem Angeklagten, Vater und Sohn, zu, dem Baumann für Freimachung beschimpfenden Namen belegte. Der Beamte mußte dem Verlangen 2000 m. gegeben zu haben, was letzterer bestreitet. Generalarzt Dr. " Die Anberaumung des ersten Termins foll innerhalb acht des Hüttmann Folge geben, er nahm diefen selbst aber auch mit zur Strider bemerkt, es sei bei jedem Bezirkskommando bekannt, daß Tagen nach Eingang der Klage erfolgen und die Entscheidung nach Wace. Frau Brockdorff hat bis zum Mittag des folgenden bei Gestellungspflichtigen, welche bei der ersten Musterung gefund Möglichkeit beschleunigt werden. Wird die achttägige Frist nicht Tags auf der Wache bleiben müssen, denn die Be- befunden waren, bei der Generalmusterung Herzfehler festgestellt innegehalten, so kann der Kläger verlangen, daß statt des Innungsamten erklärten ihr, daß sie während der Nacht Grwerden. Bezirkskommandeur Oberstlieutenant Frhr. v. Der beſtätigt Schiedsgerichts, wo Gewerbegerichte bestehen, diese, und wo solche mittelungen nicht anstellen tönnten! Dies geschah dies und bemerkt auf eine diesbezügliche Anfrage des Rechtsanwalts nicht bestehen, die ordentlichen Gerichte entscheiden." erst am folgenden Vormittag und es wurde Mittag, bevor von dem Wallach, deshalb könne niemals mala fides eines Arztes angenommen zuständigen Polizeirevier die Rüdantwort einlief. Frau Brockdorff werden. Die Verhandlungen sind nunmehr soweit fortgeschritten, fei eine ehrbare Frau vom besten Ruf. Nun wurde sie entlassen. daß bis nächsten Freitag der Beginn der Plaidoyers erwartet wird. Den Beschuldiger hielt man dagegen feft, denn es stellte sich heraus, daß es ein vor einigen Lagen von Hamburg zu Tekte Nachrichten und Depeschen. gereifter, beschäftigungs-, mittel- und obdachloser Bauarbeiter war, der schon viele Vorstrafen auf dem Kerbholz und soeben eine vier- Griesheim, 2. Mai.( B. H.) Die beiden legten Vermißten jährige Gefängnisstrafe wegen Raubes verbüßt hatte. Der An- sind nunmehr gestern aus den Trümmern hervorgezogen worden. wurde zu Gefängnis der Welt geschafft, daß erschöpft ist. Die Gesamtzahl der auf der Stelle Getöteten einLann zu Zweifeln Anlaß geben. Da aber die Entscheidung nach eine ehrbare Frau unschuldig in Polizeihaft zubringen muß, weil es schließlich der an den Verlegungen Gestorbenen beträgt 23. Bis auf Möglichkeit beschleunigt werden soll", so kann es die Absicht des einem Sicherheitsbeamten in der Nacht nicht möglich sein soll, eine Person, von deren Leiche nur noch der Rumpf vorhanden war, Gesetzgebers nicht gewesen sein, daß Terminsanberaumung" sich auf einem andren Polizeirevier nach dem Leumund der Ver- find alle Verunglückten ihren Namen nach ermittelt worden. identisch sein sollte mit„ Terminsbestimmung"; denn dann hätte es hafteten zu erkundigen! Toulon, 2. Mai.( W. T. B.) Der Zahlmeister des 8. Kolonialin der Hand des Jnnungs- Schiedsrichters gelegen, den Termin, den Regiments zahlte den and China zurückgekehrten Soldaten er dann innerhalb acht Tagen bestimmte, auf Wochen und Monate Etwas vom§ 6 des Vereinsgefehes. Eine öffentliche Ver- Checks im Betrage von mehreren hundert Frant aus. Um festhinauszurüden. Es fann nur gewollt sein, daß der erste Termin fammlung, die am 11. August 1900 im Schmauserschen Lokal in zustellen, ob diese Cheds aus dem Erlös in China gemachter Beute innerhalb acht Tagen nach Eingang der Klage auch ab- Adlershof stattfand, wurde nach einigen Ausführungen des An- herrühren oder ob dieselben den Soldaten von ihren Familien zugehalten" werde. Gerade im öffentlichen Interesse liegt es, daß archisten Dem pwolf vom überwachenden Gendarm aufgelöst. Der gekommen seien, ordnete der Marineminister eine Untersuchung an. Gewerbestreitigkeiten so schnell wie möglich ihre Erledigung finden. Beamte glaubte dazu auf Grund der Generalpolizeitlaufel des§ 10 II 17 Roubaix, 2. Mai.( W. T. B.) Die Firma Leroux- Lamourette Nach§ 216 der Civilprozeß- Ordnung hat die Bestimmung des Termins Allgemeinen Landrechts berechtigt zu sein, weil er befürchtete, daß die in Tourcoing hat infolge der in der Wollindustrie herrschenden Krise binnen 24 Stunden durch den Vorsitzenden zu erfolgen, mag die Attentate auf Fürsten verherrlicht werden sollten. Da der größte den Betrieb ihrer mechanischen Wollfrempelei eingestellt und sämtliche Sache selbst einer besonderen Beschleunigung nicht bedürfen. Es Teil der Anwesenden in den Ausführungen des Redners einen Arbeiter entlassen. fann nicht der Zwed gewesen sein, daß in Gewerbestreitigkeiten, die Auflösungsgrund trotz schärfsten Nachdenkens absolut nicht entdecken Livorno, 2. Mai.( W. T. B.) Infolge des Ausstands der stets als schleunige anzusehen sind und gerade deshalb, um ihnen fonnte, entstand eine lebhafte Bewegung, alles rief nach dem Grund Bootsleute haben gegen 1000 Auslader am Hafen und auf dem eine größere Beschleunigung angedeihen zu lassen, der Rechtsprechung der Auflösung und die Räumung des Saals ging nicht ganz so glatt Safen- Bahnhof die Arbeit einstellen müssen, der ordentlichen Gerichte mehr oder minder entzogen sind, diese von statten, wie sonst wohl. Eine ganze Anzahl Personen erhielten London, 2. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Unterstaatssekretär Frist zur Terminsbestimmung auf acht Tage ausgedehnt werden Anklagen wegen Uebertretung des§6 des Vereinsgefeges, wonach alle des Auswärtigen Cranborne erklärt, der Regierung seien von verfollte." Teilnehmer einer Versammlung verpflichtet sind, nach der polizei- schiedenen Seiten Gerüchte zugegangen, daß die deutsche Regierung Das Landgericht beruft sich dann auf die auch im Vorwärts" lichen Auflösung fich sofort zu entfernen. Die Angeklagten be beabsichtige, die Zölle auf Stahl und verschiedene andre feiner Zeit wiedergegebenen Ausführungen des Gewerbgerichts- ftritten energisch, daß die" Befürchtungen" der Gendarmen irgend- Waren zu erhöhen. Die Regierung erfenne vollkommen die wichtigDirektors v. Schulz im„ Archiv für sociale Gesetzgebung", worin wie berechtigt gewesen seien und daß sie sich schneller hätten feit der Sache an, da sie aber feine bestimmte Information über die Herr v. Schulz den Standpunkt des Gewerbegerichts aus der entfernen fönnen. Das Landgericht II als Berufungsinstanz ver Absicht der deutschen Regierung befize, fönne sie auch gegenwärtig Entstehungsgeschichte der fraglichen Gesetzesstelle rechtfertigt. urteilte jedoch die Angeklagten zu erheblichen Geldstrafen, indem teine Erklärung darüber abgeben. Butreffend bemerkt Gewerberichter Dr. Schalhorn in der es ausführte: Für den vorliegenden Prozeß sei es gleich- London, 2. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Bei sehr stark beSoc. Praris" zu dem landgerichtlichen Urteil: gültig, ob die Versammlung au techt oder au festem Hause gelangte der Bericht über den Kohlenausfuhrzoll zur Auf jeden Fall hätten Beratung. " Nach dieser Entscheidung steht zu erwarten, daß nunmehr Unrecht aufgelöst worden sei. Im Laufe derselben bekämpfte Harcourt energisch wenigstens ein Teil der uns bislang entzogenen Streitigkeiten sich die Anwesenden sofort nach der Auflösung entfernen den Zoll, der den Handel entmutigen und dem Auslande einen aus dem Kreise der Innungen an das Berliner Gewerbegericht müssen. Obwohl nun nach der Aussage des Gendarmen nicht zu billigenden Vorzug gewähren würde, denn der zurüdgelangen wird. Denn daß das Innungs- Schiedsgericht in die versammelten 120 Personen den Saal ohne Schwierigkeiten Boll würde nicht die auswärtigen Konsumenten, sondern allen Sachen den ersten Termin innerhalb acht Tagen abhalten binnen 2 Minuten hätten räumen tönnen, hätten sich die An- die heimischen Produzenten treffen; er sehe sich daher getönnte, erscheint nach unsrer Kenntnis der dortigen Geschäftslage und geklagten dort länger aufgehalten. Drei der Verurteilten, zwungen, aus Rüdfichten der Billigkeit und der Vorsicht den Zoll wegen der für Berlin bestehenden Schwierigkeiten der Bustellung als Hornickel, Albrecht und Meyer legten noch Revision ein. Das in jedem Stadium zu bekämpfen. Der Schazlanzler Hids Beach stellte ausgeschlossen. Ist es doch selbst dem Gewerbegericht nicht möglich, Kammergericht verwarf aber aber das Rechtsmittel mit der in Abrede, daß der Zoll den Exporthandel vernichte oder den heimischen jeden Termin innerhalb acht Tagen stattfinden zu lassen. Wenn hier Begründung, daß der Vorderrichter das Vereinsgesetz ohne Rechts- Erzeuger treffe; das Ausland werde einen bedeutenden Teil dessen tragen. nach der für das Berliner Gewerbegericht eintretende Zuwachs an irrtum angewandt habe. Wenn die Angeklagten Meyer und Albrecht Troß der hohen Kohlenpreise im letzten Jahre sei der Export engProzessen auch zum Teil einem äußeren Umstande zu danken sein von dem Gendarmen verlangten, er solle ihnen erst den Grund der lischer Kohle um 7 Proz. im Vergleich mit dem zum vorhergehenden wird, so kann doch schließlich jede Stärkung des Ansehens der Ge- Auflösung fagen, so feien sie zu diesem Verlangen gefeßlich nicht Jahre gestiegen. England könne noch thatsächlich den Markt im Auswerbegerichte im Interesse der fünftigen Zusammenfaffung aller berechtigt gewesen. land beherrschen; es werde viel von den westfälischen KohlenStreitigkeiten aus gewerblichen Arbeitsverhältnissen vor einem Ges Die Gemeindevertreter- Wahl in Pankow. Wichtige Rechtsfeldern geredet, aber das Erzeugnis Westfalens jei nichts im richte nur erwünscht kommen." fragen standen in einem jest endgültig erledigten Verwaltungs- Vergleich mit dem Erzenguis der englischen Kohlenfelder. Streitverfahren zur Entscheidung. In Pantow bei Berlin waren England habe im letzten Jahre sechs Millionen Tonnen nach an. 19. März 1900 im 1. und 2. Bezirk der III. Wählerabteilung Deutschland gesandt; das beweise, daß Deufchland englische Kohlen Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung vorzunehmen. Einer für Zwecke gebrauche, für die es die seine nicht als geeignet ansehe. Freisprechung vom Streifvergehen. Die Former Neu- der beiden zu wählenden mußte angesessen"( Grundeigentümer) Er glaube nicht, daß der Zoll den Ausfuhrhandel zerstören oder mann, Kara, Greuzius, Rose und Gräf wurden vom sein. Der Gemeindevorsteher bestimmte, daß der Angeseffene im vermindern werde; derfelbe tönnte jedoch eine Steigerung des Aus Schöffengericht zu Rottbus am 13. Februar d. J. wegen zweiten Bezirk zu wählen fei, Die absolute Majorität erhielt fubrhandels hemmen, was nicht in jeder Beziehung von Uebel fein Berlegung des§ 153 G.-O. zu je zwei Wochen Gefängnis, Neumann im ersten Bezirk der unstreitig Nichtangesessene Restaurateur würde, da einige Gefahr bestehe, daß die englischen Kohlenvorräte, auch wegen Uebertretung des Vereinsgefeßes verurteilt. Die An- lingenberg, im zweiten Bezirk der Tapezier Freiwaldt, welche trotzdem noch billiger feien, sich erschöpften. geflagten wurden für überführt erachtet, bei Gelegenheit eines beides Socialdemokraten. Die Gemeindevertretung erklärte die Er beabsichtige, bei Kohle, über welche schon Kontratte abs Streits in der Maschinenfabrik von Knackstädt in Rottbus Wahl des Genossen Freiwaldt für ungültig, weil er nicht gefchloffen gewesen seien, liberal zu verfahren, wodurch allerdings in versucht zu haben, den Former Helbig durch Drohungen und Angesessener sei, im zweiten Bezirk aber nur als Angesessener hätte diesem Jahre die Einkünfte des Schazamis vermindert würden. Er Ehrverlegungen zu bestimmen, sich dem Streit anzuschließen. Man gewählt werden können. Freiwaldt flagte nunmehr gegen die schlage aber den Zoll nicht für ein Jahr vor.( Beifall bei den habe ihm gesagt, er solle sich schämen, weiter zu arbeiten, es Gemeindevertretung und behauptete, er sei Angesessener im Sinne Ministeriellen). Das Haus werde hoffentlich trotz der erfolgten werde ihm schlecht gehen, wo er hintäme, er könne sich nicht mehr der Landgemeinde- Ordnung. Hierfür berief er sich auf eine Boll Drohungen überzeugt sein, daß diefer Boll nicht ein derartiger sei, auf der Straße sehen lassen, endlich habe man ihm auch ein macht des in Berlin wohnenden, aber in Bantow angesessenen der den Ausfuhrhandel schädigen oder vermindern werde. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Diese Bestimmung wurde vom Berliner Gewerbegericht dahin ausgelegt, daß der erste Termin innerhalb acht Tagen statt finden müsse. Dagegen hat das Berliner Innungs- Schiedsgericht den Standpunkt vertreten, es genüge, wenn in dieser Frist der beliebig spätere Termin auch nur bestimmt werde. Jegt liegt nun ein Urteil des Landgerichts I vor, in welchem die Auffassung des Gewerbegerichts für die richtige erklärt wird. Das Ürteil führt aus: „ Die Ausdrucksweise des§ 91 Abs. 6 der Gewerbe- Ordnung leider der ungeheuerliche Zustand berurteilt. Damit ist Man darf nunmehr annehmen, daß damit die Liste der Verunglückten Gerichts- Beitung. . 102. 18. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 86. Sigung vom Donnerstag, den 2. Mai 1901; nachmittags 1 Uhr. Abg. Büsing( natl.) die En bloc- Annahme des Gesetzes. Das Haus bejchließt demgemäß. Auch in der Gesamt- deutschen Musikalienhändler alias Hase und dem deutschen Musikabstimmung wird das Gesetz in dritter Lesung mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die Fortsetzung der dritten Beratung des Urheberrechts au Werken der Litteratur und Tonkunst. Freitag, 3. Mai 1901. Ein Schlußantrag wird angenommen. Die Abstimmung über den Antrag Esche zu§ 33 ist namentlich. Er wird mit 107 gegen 123 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Die Fassung zweiter Lesung wird aufrecht erhalten. nach unwesentlicher Debatte§ 39. Die§§ 34-38 werden ohne Debatte angenommen; ebenso Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen, hinter 39 als§ 39a einzufügen: ,, Wird wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung der Redacteur oder Herausgeber einer Druckschrift als für deren Inhalt verantwortlich verfolgt, so sind hierfür ausschließlich die Gerichte zuständig, in deren Bezirk die Druckschrift herausgegeben wird." Die Abgg. Dr. Müller Sagan( frf. Vp.) und Genossen stellen einen Antrag, der sich von dem socialdemokratischen dadurch unterscheidet, daß er den fliegenden Gerichtsstand nur für Strafverfolgungen auf Grund des Gesetzes über das Urheberrecht aufheben will. Abg. Fischer- Berlin( Soc.): Wir haben unsren Antrag, der in der zweiten Lesung ausführlich begründet ist, wieder aufgenommen und bitten Sie, demselben zuzustimmen. Die große Mehrheit des Reichstags hat sich ja gegen den fliegenden Gerichtsstand ausgesprochen. gestellt haben, fann man von einer Kampfgenossenschaft nicht reden. Herr Richter stügte sich auf die Autorität des Herrn v. Hase, wenn er behauptete, daß Herr v. Hase gar nicht die Absicht gehabt habe, die Komponisten zu benachteiligen. Ich muß bei meiner Auffassung Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Nieberding. ich sage, daß ich mich damit in Uebereinstimmung mit der bleiben, und ich fürchte nicht, daß mir widersprochen wird, wenn Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lesung des herrschenden Ansicht der Verleger und Komponisten befinde.( Sehr Gesches über die privaten Versicherungsunternehmungen. In der Generaldiskussion wird das Wort nicht verlangt. Vor richtig!) Von vier Vorstandsmitgliedern, von denen Herr Richter Gintritt in die Specialdiskussion beantragt sprach, kann ich in dem Statut des Herrn von Hase nichts finden.§ Der Vorstand besteht aus 10 Mitgliedern, die aus dem Verein der verein gewählt werden. Die Komponisten verlangen nur Gleichstellung mit den Verlegern; das ist aber durch diese Art der Zusammensetzung des Vorstands nicht gewährleistet, denn der deutsche Musikverein ist nicht so eine Organisation der Die Beratung wird fortgefekt mit§ 33. In der zweiten Komponisten, wie der Verein deutscher Musikalienhändler eine Lefung ist dieser Baragraph, der die Frist für die ausschließliche Organisation der Verleger ist. Bei Stimmengleichheit soll außerdem Befugnis zur öffentlichen Aufführung eines Bühnenwerks oder eines der Vorsitzende den Ausschlag geben, und das ist Herr v. Hase, Werts der Tontunst von 30 auf 50 Jahre erhöht, ge- eben die Statuten vollständig mitteilen müssen. der aus der Organisation der Verleger stammt. Herr Richter hätte strichen worden. Abg. Dr. Esche( natl.) beantragt, den Baragraphen in der Was die Verlängerung der Frist selbst anlangt, so handelt es Faffung der Regierungsvorlage wieder in den Entwurf aufzunehmen. sich nur um die Frage: sollen die Verleger und Unternehmer noch weiter 20 Jahre nach dem Tode des Urhebers den Rußen von dem Abg. Dr. Esche( natl.): Werke haben, oder lieber die Erben des Urhebers? Das Es handelt sich hier um eine Art Witwen- und Waisenversorgung deutsche Volk hat von der Freigabe doch nichts, denn im Interesse der Schriftsteller; durch Erhöhung der Schutzfrist auf die Verleger oder Unternehmer werden das Werk nach der fünfzig Jahre wäre dasselbe erreicht, was das Centrum mit Freigabe auch nicht billiger verkaufen oder aufführen als feiner Resolution auf Erhebung einer Abgabe zu Gunsten bedürftiger vorher. Auf die leichten Musikiverke hat die Verlängerung der SchutzSchriftsteller bezivedte. Die Verlängerung der Schußfrist ist schon frist keinen Einfluß, denn die sind schon nach 10 Jahren frei, wohl mit Rücksicht auf das Ausland dringend geboten. In Frankreich aber auf die ernsten Werke, deren Autoren von der ersten Zeit des Ich möchte Sie bitten, beide Anträge abzulehnen. besteht die 50jährige Schußfrist und die in Aussicht genommene Schußes sehr wenig haben. Dieselben Einwendungen, die jetzt gegen Antrag Albrecht gehört nicht in dies Gesetz und der Genossenschaft deutscher Komponisten verlangt sie dringend gerade, um die Erhöhung der Schutzfrift erhoben werden, wurden seiner Beit er- Antrag Müller geht von der irrtümlichen Voraussetzung aus, das weitere Vordringen der französischen Tantiemengesellschaft, deren hoben, als in Preußen die Schuhfrist von 10 auf 30 Jahre erhöht daß der fliegende Gerichtsstand auch auf Nachdrucksdelikte AnPraktiken uns ja Herr Richter gestern geschildert, nach Deutschland zu wurde. Ein Nachteil ist durch diese Erhöhung nicht entstanden. Ich wendung findet. Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts kann verhindern. Das, was Herr Richter gestern von der neuen deutschen bitte Sie dringend, den Paragraph anzunehmen. das Preßgesez mur angewandt werden auf den Inhalt einer DruckGesellschaft erzählte, bezieht sich gar nicht auf diese, sondern auf die schrift, nicht aber auf die Thatsache des Nachdrucks. Ich kann an früher von Herrn v. Hase geplante Tantiemengesellschaft. Die Lächerlichkeit fällt also auf Herrn v. Hase zurück. Die neue Kampfdie Regierung nur wieder die dringende Bitte richten, die Sache von sich aus zu regeln. genossenschaft hat mit dem Haaseschen Plan nichts gemein. Staatssekretär Nieberding: Deshalb, weil die Verlängerung der Schutzfrist zufällig den Erben Richard Wagners zu gute kommt, können Sie doch diese Bestimmung nicht ablehnen. Es kommen doch auch andre Komponisten in Betracht, denen diese Bestimmung zu gute kommt. Ich bitte Sie dringend den Paragraphen anzunehmen. Abg. Richter( frs. Bp.): ist auch ganz begreiflich. Abg. Dick( Soc.): = Abg. Dr. Müller Sagan schließt sich den Ausführungen des Vorredners an und bittet für den Fall der Ablehnung des Antrags Albrecht wenigstens seinen Antrag anzunehmen. Abg. Dr. Spahn( C.): Der Pflanze, in den romanischen Ländern existiert sie und diese Länder Die Verlängerung der Schußfrist ist eigentlich eine ausländische haben ein Interesse daran, daß die Schutzfrist auch in Ich kann mich den Ausführungen des Herrn Vorrebners nur Deutschland ausgedehnt wird. In Oestreich, wo die Frist noch 30 Jahre beträgt, will man fie fofort verlängern, sobald hier der anschließen. Im übrigen kann ich mitteilen, das innerhalb des entsprechende Beschluß gefaßt ist. Dieser Standpunkt des Auslands die zu der Hoffnung berechtigen, daß wir in nicht zu französischen Opern in Deutschland ist ja viel größer, als die Aus- langer Zeit mit einem Vorschlag an den Neichstag herantreten beutung der deutschen Opern in Frankreich. Wir wollen, daß die werden, der den Zweck hat, den obwaltenden Uebelständen Kompofitionen nicht erst nach 50 oder 80 Jahren Gemeingut bes entgegenzutreten. Auf eine Regelegung dieser Materie im Volts werden. Der Herr Staatssekretär sagte, es seien Sach- Rahmen dieses Geseyes können die Regierungen nicht eingehen. verständige gefragt worden, die sich für die Griveiterung der Schutzfrist Abg. Heine( Soc.): ausgesprochen hätten. Nun, der königlich preußische musikalischlitterarische Sachverständigen- Verein hat sich im Oktober 1899 für das Princip der 30jährigen Schutzfrist ausgesprochen. " stand in Frage kommen können, ist irrig. Der Herr Staatssekretär Die Ansicht, daß Nachdrucksdelikte nie für den fliegenden GerichtsDas Reichsgericht hat in der berühmten Entscheidung, wo es den sagte, Nachdruck könne nur da verfolgt werden, wo er begangen sei. fliegenden Gerichtsstand konstituierte, auch die These vorausgeschickt: jedes Delikt kann mir da verfolgt werden, wo es begangen ist. Aber das ist ja eben die Frage, wo das Delift anfängt bes gangen zu werden und wo es endet begangen zu werden. Parteien sind einig, daß der fliegende Gerichtsstand beseitigt werden müßte; da ist es Pflicht der Gesetzgebung, so schnell wie möglich einzuschreiten.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Alle Das Zustandekommen des Musikrings steht und fällt mit der hier wieder beantragten Verlängerung der Schutz frift. Daher ist es notwendig, auf die Entstehung des Rings wieder einzugehen. Herr Esche meinte, ich sei von Herrn b. Hase getäuscht worden. Ich habe die ganze Sache jegt aftenmäßig studiert und mich überzeugt, daß sie in dem Hause bisher von niemand richtig dargestellt worden ist. Der eigentliche Urheber Was nun den Einfluß der Familie Wagner anlangt, so glaube der Bestrebungen zur Gründung einer Lantiemengesellschaft ist der ich das recht gern, daß weder der Herr Staatssekretär noch der Herr Leiter des französischen Rings. Auf seine Auf seine Anregung haben Reichskanzler irgend etwas mit dieser Familie zu thun gehabt hat. Das sich zusammengethan der Deutsche Verein der Musikalien ist auch nicht behauptet worden, aber trotzdem pfeifen es in ganz händler, dessen Vorsitzender Herr v. Hase ist, und der Allgemeine Deutschland die Spazen von den Dächern, daß die Familie Wagner deutsche Musikverein, dem die vornehmsten Toufünstler angehören, was auf die Gestaltung dieses Gesetzes eingewirkt hat, um die Schutzfrist von bisher verschwiegen worden ist. Diese beiden haben die Centralanstalt für 50 Jahren zu erzielen. In einem Artikel des amtlichen Teils des BuchMujifaufführungen gegründet, und aus den Sigungen dieser Anstalt händler- Börsenblatts heißt es: Eine nicht allzu strenge Kritik wird der habe ich gestern die Bedingungen über Gebührenerhebung vorgelesen. Ansicht sein müssen, daß die Motivierung der fünfzigjährigen Der Herr Staatssekretär kennt den aktenmäßigen Verlauf der Sache Schuhfrist eine überaus anfechtbare und widerspruchsvolle ist. UnAbg. v. Kardorff( Rp.) bittet um Ablehnung beider Anträge. auch nicht, sonst hätte er nicht sagen fönuen, unter Herrn v. Haje willkürlich drängt sich einem die Vermutung auf, daß der Gesetzgeber In der Abstimmung werden die Anträge Albrecht( Soc.) und habe die Idee der Tantiemengesellschaft Leben gewonnen, fich durch die Nücksichtnahme auf die Schicksale der Familie Wagner Müller- Sagan( fri. Vp.) gegen die Stimmen der Socialdemo dieser habe die Komponisten nicht mitreden lassen wollen, und seiner Schöpfungen habe leiten lassen. Dieser Artikel im traten und Freifimigen abgelehnt. und daran seien die Verhandlungen gescheitert. Das ist amtlichen Teil des Börsenblatts ist ohne Widerspruch geblieben. Hierauf wird der Rest des Gesetzes debattelos erledigt und als von Anfang bis ชน Ende unrichtig.( Hört. hört! links.) Herr Dr. Strecker, der Verleger der Wagnerschen Werke, war auch dann das ganze Urheberrecht auch in der Gesamtabstimmung Nach den Satzungen der Centrale für Musikaufführungen, die 1898 als Sachverständiger bei der Beratung dieses Gesezes anwesend. gegen die Stimmen einzelner Abgeordneten( Dr. Müller- Meiningen, gegründet wurde, besteht der Vorstand aus vier Verlegern und vier Er wurde gefragt, wie er sich zu der 50jährigen Schutzfrist Dr. Müller- Sagan) angenommen. Komponisten. Dann wurde eine besondere Genossenschaft der Komponisten stelle. Darauf antwortete er:" Die civilisierten Staaten Hierauf vertagt sich das Haus. nebenbei gegründet und nun entstand durch diese neue Organisation haben diese längere Schutzfrist. Die Erben Richard Wagners Bräfident Graf Ballestrem schlägt vor, die nächste Sigung Streit, ein Streit, der schließlich am 13. Mai 1899 zu einer Ver- haben es bis 1893, zehn Jahre nach seinem Tode nicht erreichen Freitag 1 Uhr abzuhalten mit der Tagesordnung: Kriegsinvalidenständigung führte. Nach den Bestimmungen dieser Vereinigung, die auch fönnen, daß ein Wert von ihm in Frankreich aufgeführt werden versicherung, Petitionen. die Unterschrift des Herrn v. Hase trägt, besteht der Vorstand der konnte. Bei der dreißigjährigen Schußfrist wäre es also im ganzen selben aus drei Komponisten und zwei Verlegern.( Hört! hört! nur 20 Jahre geschützt. Hätten wir 50 Jahre Schußfrist, so würden lints.) Herr Nieberding konnte also nicht behaupten, daß Herr unsre Werke auch in Frankreich 50 Jahre geschüßt sein.". v. Hase die Komponisten unter die Botmäßigkeit der Berleger habe bringen wollen. werden. Wir meinen, daß die Nation ein Anrecht darauf hat, nach dreißig Jahren in den Besitz der Kunstwerte ihrer Meister zu Nun zu den Gründen für die Verlängerung der Schutzfrist, tommen. Es ist aber faum denkbar, daß die Aufführungen felbst die Konkurrenz der französischen Gesellschaft soll beseitigt von geschützten Werken eine so häufige sein wird, wie heute die der der gemeinfreien, denn die Honorare spielen eine Man behauptet, die Auswanderung der Verleger hätte schon nicht unbedeutende Rolle dabei. Bei Wagner ist das begonnen. Ein Verleger ist allerdings nach Brüssel gegangen, aber etwas andres. Der ist heute Modekomponist und ohne ihn kann kein nur mit einer Filiale, fein Hauptgeschäft befindet sich nach wie vor Theaterunternehmer auskommen. Um desto weniger haben wir Verin Deutschland. Man spricht vom Schutz der wirtschaftlich anlassung, die Schutzfrist bis ins Unendliche auszudehnen. Meine Echwachen. Gehören denn die Musikdirektoren, die Musik- Parteigenossen sind entschlossen, wenn die 50jährige Schutzfrist anKapellen, die hier bis 50 Jahre nach dem Tode des Komponisten genommen würde, gegen das Gesetz zu stimmen. Andernfalls würden abgabepflichtig gemacht werden sollen, etwa nicht zu den ivir das Urheberrecht annehmen. wirtschaftlich Schwachen. Man spricht von der Not der großen Komponisten. Nun, Brahms und Richard Strauß, die man da vielAbg. Träger( frs. Bp.): Abg. Rettich( f.): Ich möchte an den Herrn Präsidenten die Bitte richten, daß das Gesetz betreffend die Seemannsordnung baldmöglichst auf die Tagesordnung gefegt wird. Präsident Graf Ballestrem: Es ist geschäftsordnungsmäßig nicht zulässig, die Seemanns- Ordnung auf die morgige Tagesordnung zu setzen. Ich kann den Herren nur sagen, daß ich beabsichtige, die Seemanns- Ordnung dann auf die Tagesordnung zu sehen, wenn es den übrigen Geschäften des Hauses entspricht.( Große Heiterkeit.) Schluß 514 Uhr. Parlamentarisches. Budgetkommission. In der Mittwochsizung erklärte der Kolonialdirektor Dr. Stuebel, daß die Deutsche Bank" ihre Offerte hinsichtlich der oftafrikanischen Bahn zurückgezogen habe, Darauf wurde ein Antrag eingebracht, daß weitere Nachforschungen, leicht nennen kann, haben schon bei ihren Lebzeiten ausreichenden Man wirft den Ringbildnern gleich wie den Agrariern vor, daß Gewinn von ihren Kompofitionen gehabt. Von Händel, Mozart und Bach sie Sonderinteressen vertreten, die im Gegensatz zu den Intereffen in welcher Weise die Bahn nun durch irgend ein Konsortium ges kann man wohl nur sprechen, weil man annimmt, von Musik der Allgemeinheit stehen. Davon ist doch aber keine Rede. Biel- baut werden solle, einer Subkommission übertragen werden solle. Die Socialdemokraten und lehnten es ab, geschichte wisse doch niemand etwas.( Heiterkeit.) Was hat mehr könnte man umgekehrt diejenigen, welche die Schutzfrist sich an dieser Subkommission zu beteiligen, da dieselbe ihres ErUebrigens denn mit diesen Zuständen aus früheren Jahrhunderten die heutige nicht verlängern wollen, Mufitkommunisten nennen. achtens mir zum Mittel dienen solle, um der Bildung eines neuen Gesetzgebung zu thun? Man müßte vielmehr nachweisen, daß unter handelt es sich ja hier auch nicht nur um die Komponisten, Konsortiums zur Durchführung des Projekts die Wege zu ebnen. der Gesetzgebung des Deutschen Reichs sich Mißstände in dieser Be- sondern ebenso um die dramatischen Autoren. Ich würde es für Vorher erging sich noch der Oberstlieutenant Gerding in einer beziehung ergeben haben. Das ist nicht geschehen. richtig und dem Begriff des geistigen Eigentums entsprechend halten, Herr Eiche spricht vom Schutze der Bittiven und Waisen. Nun, wenn ein Heimfall dieses Eigentums an die Allgemeinheit überhaupt geisterten Schilderung der landwirtschaftlichen Vorzüge der von der Bahn zu berührenden Landschaften, zu der ihm eine sechsdie jüngste Waise, die am Todestag ihres Vaters geboren ist, muß niemals stattfände. Das Erbrecht an den Erträgnissen des geistigen wöchentliche Reise durch dieselben die Anregung gegeben hatte. Eigentums sollte ebensowenig aufhören, wie das sonstige Erbrecht. Eingestehen mußte aber auch jezt schon 30 Jahre alt sein, ehe sie es erlebt, daß sie er, daß das Klima Deutschen Werke ihres Vaters nicht mehr geschüßt sind.( Heiterkeit). Den Namen Der Komponist soll so viel Anregung aus seinem Volte heraus erober überhaupt Arbeit Europäern die im Freien nicht Cosima- Paragraph habe ich nicht erfunden, aber ich finde es auch Giebt es nicht viele Autoren, die im Gegensatz zum Geiste ihrer Zeit halten, daß er verpflichtet sei, sein Werk dem Volte zurückzugeben. erlaube. Er bersicherte aber, daß deutsche Arbeiter als nicht ungart, hier auf diese energische Dame öffentlich Bezug zu nehmen, Werkführer und Plantagenaufseher sehr schöne Wohnungen die im Mittelpunkt der geschäftlichen Unternehmungen der Familie schaffen und sich erst später durchringen, so daß wohl das Volk ihnen auf den gesunderen Bergabhängen finden könnten. Herr Wagner steht.( Sehr gut! lints.) Bis 1913 find die Wagnerfchen Erben mir nicht sie dem Volte zu Dant verpflichtet sind. Oberstlieutenant Gerding machte in seinen ganzen Ausschon heute geschützt, nun wollen Sie den Schuß noch für 20 Jahre über 1912 einzigen Nuzen würden die Theater und Konzertunternehmer haben, führungen den Eindruck eines Badekommissars, der durch Anpreifung qusdehnen! Wenn man erst hier das Schußrecht verlängert, wird wenn die Schutzfrist nicht verlängert würde, und diese würden nicht diese Verlängerung auch bald beim Noten- und Buchverlag folgen. daran denken, dem Publikum Anteil an diesem Nutzen zu gewähren. Besuche seines Etablissements anzuloden versucht. der landwirtschaftlichen Schönheiten das verehrliche Publikum zum Ich bitte Sie, schon hier die Erhöhung der Schutzfrist abzulehnen. Ich bitte Sie, den Antrag Esche anzunehmen. Selbst der größte Stomponist schöpft aus dem Voltsgeist und hat Abg. Dr. Spahn( C.) spricht sich gegen den Antrag Esche aus. deshalb die Pflicht, nach einer gewissen Zeit seine Schöpfungen dem Volke zurückgegeben.( Beifall links.) Staatssekretär Nieberding: Den Antrags Gröber und Genoffen betreffend Anwesenheitsgelder für Diäten. Die Kommission des Reichstags zur Vorbereitung des ( Diener verteilen das Telegramm des]„ W. T.-B.", das Abgeordnete hat ihre Beratungen beendigt und empfiehlt dem Reichsdie Einberufung beider Häuser des preußischen Landtags zu tag folgende Fassung, die in der Kommission mit allen gegen einer gemeinsamen Sigung auf morgen meldet. Es bilden sich 3 Stimmen( Konservative und Freitoufervative) angenommen wurde: Gruppen, die die Nachricht lebhaft besprechen.) Staatssekretär Dr. Nieberding Herr Nichter hat in geschickter Weise den Ausgangspunkt des Streits zwischen uns beiden verschoben. Die Sache fing damit an, daß Herr Richter behauptete, die Anstalt, die ihm mm einmal ein Dorn im Auge ist und die er den Musikring nennt, würde in eine Kampfgenossenschaft verteidigt nochmals die fünfzigjährige Schutzfrist und erklärt: Herr ausarten. Ich habe dem gegenüber ausgeführt, daß die Mehrzahl Dr. Spahn hat heute wiederholt behauptet, daß ein Mitglied der Familie der deutschen Verleger an einen Kampf gegen die Komponisten gar- Wagner bei dem Herrn Reichskanzler gewesen ist. Ich kann darauf nicht denke. Mir liegt eine gedruckte Erklärung von 19 der an- nur erwidern, daß es erstens absolut unbekannt ist, daß Frau gesehenften Musikalien- Verlagshandlungen Deutschlands vor, in welcher Wagner oder ein andres Mitglied der Familie Wagner beim Reichsfie sich an ihre Kollegen an den verschiedenen Orten wenden und tanzler gewefen ist.( Burufe: Es ist Ihnen nur unbekannt.) Ja, mehr ausdrücklich erklären, daß eine vollständige Einigung und Ver- tönnen doch die Herren von mir nicht verlangen. Und zweitens ständigung zwischen den beiden Parteien, den Stomponisten erkläre ich, daß irgend ein Einfluß auf die Gestaltung und Verlegern, geschaffen fei( Hört! hört!) und fie des Gesetzes vom ersten Stadium ab bis jetzt von einem Mitgliede bitte, sich diesem Standpunkt anzuschließen. Der Aufruf liegt der Familie Wagner nicht ausgeübt worden ist. gebrudt bor und ift verbreitet TIZ ganz Deutschland. Herr Hasse scheint ihn aber nicht zu kennen; daß Herr Richter ihn Abg. Schrempf( t.) nichttenut, nehme ich ihm nicht übel. Ungefähr 120 Firmen haben sich tritt für die Verlängerung der Schußfrist ein. Bei der großen dem Aufruf angeschlossen. Ich glaube, wenn sich so viele Firmen, Unruhe des Hauses bleiben die Ausführungen des Redners, obwohl wie attenmäßig feststeht, auf den Standpunkt der Komponisten er sehr laut spricht, unverständlich. Die Mitglieder des Reichstags erhalten aus Reichsmitteln während der Legislaturperiode, und zwar so lange der Reichstag versammelt ist, sowie acht Tage vor Eröffnung und acht Tage nach Schluß desselben freie Fahrt auf den Eisenbahnen und für die Dauer der Anwesenheit in Berlin Anwesenheitsgelder in Höhe von 20 M. für den Tag. Der Anwesenheit in Berlin steht es gleich, wenn der Abgeordnete durch Arbeiten für den Reichstag verhindert ist, in Berlin anwesend zu sein. Von den Anwesenheitsgeldern werden die Tagegelder ab gerechnet, welche ein Mitglied des Reichstags in seiner bc= fondren Eigenschaft als Mitglied eines deutschen Landtags für diefelbe Zeit bezieht. Die näheren Bestimmungen erläßt der Präsident des Reichstags. Die Kommission beschloß mündliche Berichterstattung, welche dem Abg. Bassermann( natl.) übertragen wurde, der beauftragt wurde, in seinem Referat den legten Absatz des Kommissionsbeschlusses zu erläutern, daß der Präsident in der Ausführungsverordnung des Gesetzes Cfier die Fragen, ob und welche Vororte zu Berlin gerechnet werden sowie über die Fälle von Erkrankungen Abgeordneter und darüber, ob für kurze Vertagungen des Reichstags AnwesenheitSgelder gezahlt werden sollen, sowie schließlich über die anzuwendende Kontrollierung Bestimmungen zu erlassen habe. Die Kommission beschloß, den Präsidenten zu ersuchen, die Berichterstattung an einem der nächsten Tage auf die Tagesordnung zu setzen, da allseitig der Wunsch aus» gesprochen wurde, die Angelegenheit noch vor Pfingsten zur Er- ledigung zu bringen. Die Süßstoff-Kommission nahm den Z 4 nach der RegierungS- vorläge im wesentlichen unverändert an. Die Hauptdebatte drehte sich um den§ b, der die gewerbsmäßige Abgabe von Süßstoffen nur an Personen gestattet, die die Erlaubnis der Steuerbehörde haben. Die Socialdemokraten und Freisinnigen traten für Streichung dieses Paragraphen ein mit der Begründung, daß er den gewerbS- mäßigen Vertrieb des Saccharins vollständig unmöglich mache und daß das eine Schädigung der ärmeren Klassen sei. Das Eentrum ließ durch den Abgeordneten Speck sC.i eine andre Fassung beantragen, nach der der Vertrieb Personen nicht versagt werden kann, welche noch nicht gegen die Verbrauchs- steuer-Gesetze sich vergangen haben. Falls die Streichung des 8 abgelehnt werden sollte, sind Socialdemokraten und Freisinnige bereit, für den 8 6 nach der Fassung des Abg. Speck zu stimmen� Eine Abstimmung über den 8 b fand jedoch noch nicht statt. Nächste Sitzung Freitag. Die Toleranz-Kommisston diskutierte sehr gründlich folgenden Antrag des Centrums: „Nach beendetem 12. Lebensjahre steht dem Kinde die End scheidung über sein religiöses Bekenntnis zu." Die Abstimmung ergab schließlich, daß das 14. Lebensjahr an Stelle des 12. gestellt wurde. Im Mittelpunkt der weiteren Debatte stand dann folgender Antrag der Socialdemokraten, der von dem Abg. Kunert begründet wurde: „Die Religionsunterweisung kommt in allen Schulen des Deutschen Reichs als Unterrichtsgegenstand ausnahmslos in Fortfall." Dieser Antrag wurde von den Abgg. Dr. Bachem(C.), Dr. Hieber(natl.) und Gröber(C.) auf das heftigste angegriffen und von v. Vollmar verteidigt. Freitag soll die Debatte fortgesetzt werden. Die Maifeier Aus den Vororten. In Schöneberg verlief die diesjährige Maifeier in imposanter Weise. Gegen 1500 Personen füllten die weiten Räume von ObstS Festsälen. ReichstagS-Abgeordneter Zubeil hielt die festrede, welche mit jubelndem Beifall aufgenommen wurde. ebende Bilder, der Bedeutung des TageS angemeffen, Gesangs und humoristische Vorträge wechselten ab.' Ein gemütliches Tänzchen hielt die Anwesenden noch lange zusammen. Adlershof. Am Vormittag fand eine Versammlung sämt licher Gewerkschaften statt. Mehr als 300 Teilnehmer wurden ge zählt. Als Referent fungierte E. Tost. ES wurde die Resolution der Gewerkschafts-Kommifsion angenommen.— Nachmittags fand «in Konzert statt. Gen. Kiesel hielt die Festrede. Seit vielen Jahren die erste Maifeier, welche uns genehmigt wurde. Mitglieder aller Arbeitervereine überboten sich in ihren Aufführungen, um die Feier so glänzend wie möglich zu gestalten. Die Teilnehmer der Abendfeier waren ebenfalls ca. 300. Die Abcndversammlmigcn in Köpenick, die im„Wilhelms garten" und„Hotel Kaiserhof" stattfanden, waren zusammen von 1500 Personen besucht. Die Festrede hielt in beiden Lokalen Genosse Dr. Alfred Bernstein, Berlin. Die Vorträge sowohl als die Darbietungen der Gesangvereine, Radfahrer zc. wurden gut aufgenommen. Provinz Brandenburg. Werder a. H. In einer gut besuchten Versammlung im Kochschen Lokal fand die würdige Feier des ersten Mai statt. Genosse Ewald- Berlin hielt die mit großem Beifall aufgenommene Fefb rede. Die von den Berliner Gewerkschaften aufgestellte Resolution wurde einstimmig angenommen. Des weiteren wurden durch Couplets und Vorträge die Genoffen noch bis in die späte Mitter- nachtsstunde in freudiger Stimmung zusammengehalten. Neu- Brandenburg. Eine am Abend abgehaltene all> gemeine Gewerkschaftsversammlung, die von etwa 250 Personen besucht war, nahm nach einem Referat des Maurers Schulz auS Berlin die Resolution der Berliner Gewerkschaften an. In Strausberg fand die Maifeier bei günstigem Wetter eine gute Beteiligung. Morgens fand ein AuSmarsch in die um- liegenden Dörfer statt. Die um 11 Uhr stattfindende Vormittags Versammlung nahm einen großartigen Verlauf. ES wurde'die Resolution der Gewerkschastökommission angenommen. Das Nach' mittags-Konzert und die sonstigen Festlichkeiten nahmen ebenfalls einen' guten Verlauf. In fünf Schuhfabriken herrschte im Ein« Verständnis mit den Fabrikanten gänzliche Arbeitsruhe; nur die berühmte Firma Max Tack hatte in ihren Fabrikräumen einen Ukas angeschlagen, nach dem die Feiernden sofort entlassen werden sollten. Auch die Heilstätte des Roten Kreuzes am Grabowfee sollte ihre Maifeier haben und zwar sogar unter der Bewachung eines Gendarmen und eines Forstbeamten. Denn als die Patienten, etwa hundert an der Zahl, kaum die Um« zäunung der Anstalt verlassen hatten, sahen sie aus dem Walde den Forstbeämten auftauchen, welcher sie natürlich scharf im Auge be- hielt, und als die Menge Miene machte, sich zu sammeln. dieselbe zum Weitergehen aufforderte, welchem Ansinnen auch Folge geleistet wurde. AIS man dann noch eine kurze Strecke gegangen, erwartete die Patienten auch noch ein berittener Gendarm, welche Aufmerksamkeit natürlich„freudig" begrüßt wurde. Mehrere Volkslieder, ivie„Arbeitcr-Marseillaise". „Ein Sohn de« Volks" u. a. im Chor singend, zog man dann durch den Wald, im Hintertreffen immer den Gendarm und den Forst- bcamten. AIS man dann auf dem Rückwege kurz vor der Anstalt Halt machen wollte, um in Gruppen vor eine Kamera zu treten, war es mit der Gemütsruhe des Gendarmen zu Ende. daS wollte er denn doch nicht dulden. So mußte denn die Aufnahme der Gruppe unterbleiben. In Schwedt a. O. feierten etwa 400 Personen durch Arbeits« ruhe. Da m Schlvedt und in nächster Nähe ein Lokal nicht zur Verfügung steht, wurde eine Dampferpartie mit Musik nach Greifen« Hägen' unternommen, die vom besten Wetter begünstigt wurde und glänzend verlief. Spremberg N.-L. Nachmittags-AuSflug und Ausflug beteiligten sich ca. von 300 Personen besucht. In Kirchhain N.-L. zählte man in der VormittagSver- sammlung eine Beteiligung von SO Personen, nachmittags circa 300 Personen. Das Referat hielt Schubert- Schöneberg. Großer Beifall lohnte seinen Vortrag. Pommer«. Wahlkreis Randow- Greifenhagen: In den Orten Grabow. Bredow. Züllchow, Frauendorf, Pomerenzdorf und Podejuch wurde je eine Versammlung abgehalten. Die gesamte Besucherzahl beziffert sich auf 1500—1000. Referenten waren A. Körsten- Berlin, Herbert, Hanisch, Faber, Appel und Horn. Schleswi g-Holstein. Hadersleben. Der 1. Mai wurde hier durch eine Fest- Versammlung begangen, welche von 120 Personen, darunter vielen Frauen, besucht war. Referent war Genosse Müller au« FlenS« bürg. ArbeitSruhe war nicht zu konstatieren. Die Maifeier wurde hier durch einen eine Abend-Versammlung begangen. Am . 250 Personen. Die Versammlung war In Glückstadt war die Maiversammlung von gut 300 Personen, darunter 50 Frauen, besucht. Als Referent fungierte Genosse d e H a a S« Hamburg. Pinneberg. Die Maifeier fand im gedrängt vollen Saale der Konzerthalle statt. Referent war Genosse Grosse auS Hamburg. Außerdem wurden Gesangsvorträge geboten, ein Theaterstück und lebende Bilder. Alles gelang prächttg. Rheinland-Westfalen. Köln. Die Versammlung am Morgen, in der Arbeitersekretär Hofrichter redete, war von etwa 400 Personen besucht. An dem NachmittagSausfluge beteiligten sich 1500 Personen. Die Abend- Versammlungen in den beiden zur Verfügung stehenden Sälen waren überfüllt. Provinz Hannover. Wilhelmsburg. Die Maifeier-Versammlung war von 500 Personen besucht. Provinz Schlesien. In den Striejjauer Steinbrüchen ruhte die Arbeit am 1. Mai fast vollständig. Am Abend fand in Striegau eine von über 500 Personen besuchte Versammlung statt, welche nach einem Referat des Genossen F e l d m a n n begeistert der Mairesolution zustimmte.— In Goldberg fand bereits am Sonntag eine Versammlung statt, in welcher Feld'mann über die Bedeutung des ersten Mai sprach. In Bunzlau war die Beteiligung stärker als in andren Jahren. Am Früh-Ausflug beteiligten sich ca. 50 Personen, am Gartenfest nachmittags 250 Personen und an der Volksversammlung abends ca. 300 Personen. Provinz Sachsen. Quedlinburg. Die Maifeier ist wie alljährlich hier imposant verlaufen. Sonntagabend fand eine Versammlung statt, in welcher H. P e u s- Dessau über die Bedeutung der Maifeier referierte. Am 1. Mai mittag? fand ein geschlossener Zug mit Musik durch die Stadt unter Beteiligung von 200 Personen statt, abends ein Einzug saeschloffener Zug mit Musik) unter Beteiligung von ca. 1000 Personen. Staßfurt. Am Vormittag fand ein Ausflug unter ver« hältnismäßig zahlreicher Beteiligung statt, am Abend eine sehr gut besuchte Volksversammlung. Aus Aschers den wird teilweise Arbeitsruhe gemeldet. Die Festversammlung am Abend war von 300 Personen besucht unter guter Beteiligung der Genossinnen. Zeitz. Durch ArbeitSruhe feierten etwa 100 Personen. Die Abendversammlung war von 500 Personen besucht. Referent war Genoffe W i t t i ch'- Leipzig. Wittenberg. Die Beteiligung am AnSflug war infolge der ungünstigen Witterung nur schwach, ebenso die Verfammlung, ivelche nur einigermaßen besucht war. Der Referent P o e r s ch- Berlin er- ledigte sich seiner Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit aller An- wesenden. Ein gemütliches Beisammensein hielt die Versammlungs- besucher noch längere Zeit zusammen. In Schönebeck hatte die Versammlung unter dem herrschenden Unwetter zu leiden. Sie war von etwa 300 Personen besucht. In Suhl wurde der nachgesuchte Festzug verboten. Die Fest- Versammlung am Abend war von 150 Personen besucht. In Fermersleben(Kreis Wanzleben) fand am 1. Mai abends eine gutbesuchte Versammlung statt. DaS Referat hielt Ge- nasse Silberschmidt-Berlin. In O st e r w i e ck a. H. wurde der DemonstrationSzug dieS Jahr verboten. Die Beteiligung war schwächer als sonst. Provinz Hessen. Höchst a. M. Die diesjährige Maifeier gestaltete sich imposanter als je zuvor. ES feierten ca. 80 Arbeiter— meistens Tischler— waS bei dem hier herrschenden Druck der Unternehmer aus die Arbeiter schon eine annehmbare Zahl ist. Drei Möbel- fabriken waren vollständig geschlossen; auch in andren Fabriken eierten einzelne. Vormittags tagte eine Versammlung der Feiernden, in welcher Genosse G ö l l e r- Frankfurt die Festrede vielt. Mittag? fand ein Ausflug nach dem von Höchst zwei Stunden entfernten Hornau i. T. statt, an welchem ca. 100 Personen teil- nahmen. Abends tagte eine Volksversammlung von ca. 300 Per- onen, in welcher Genoffe F r o m m a n n- Höchst über den Kampf um den Achtstundentag referierte. Die Berliner Resolutton der Gewerkschaftskommission fand einstimmig Annahme. In Hanau fand eine von 100 Personen �besuchte Morgen« Versammlung statt, in der Genosse G r ä f refenerte. Die Abend« Versammlung, in welcher Genosse Adolf Sedk sprach, war von 600 Personen besucht, unter denen sich zahllose Frauen befanden. Mecklenburg. In Schwerin fand am Morgen unter Beteiligung von 250 Personen ein Ausflug statt, der ohne jede Störung verlief. Die Zestlichleit am Abend war sehr gut besucht. Norddeutsche Staaten. Lübeck. Die Maifeier ist in Lübeck großartig verlaufen. Ab« gesehen von den vielen kleineren und mittleren Betrieben, die fast vollständig still lagen, ist auf den großen Fabriken, Kochscher Schiffs« werft und Maschinenbau-Aktiengesellschaft gar nicht gearbeitet worden. Auch im Baugewerbe, im Bekleidungsgewerbe und vielen andren mehr, ruhte völlig die Arbeit. Die Vormittagsversammlung war von mindestens 2500 Personen besucht. Der Verlauf war großartig. Die Festrede hielt der Genosse, Arbeitersekretär Wissell. Der Festzug, mittags 2 Uhr nach Moislingen zählte gegen 6000 Teilnehmer und war vom prachtvollsten Wetter begünstigt. In Moislingen selbst hielt dann auf grüner Wiese vor all den Tausenden ReichStags-Abgeordneter estrede. Später wurde reien sehr beeinträchtigt. Schwarz eine begeistert aufgenommene durch strömenden Regen leider die Feier im„ Die beiden obengenannten großen Betriebe sperren ihre Arbeiter äüf einen weiteren Tag auS. Nachmittags fand ein Auszug sämtlicher Gewerkschaften mit 6 Musikkapellen statt, an dem sich 1000 Personen beteiligten. Mecklenburg. Rostock. Die M a i f e i e r nahm hier einen sehr guten Ver« lauf. Allerdings das Ministerium des Innern hatte den Polizei« behörden anbefohlen, jeden Versuch, daß die demonstrierenden Arbeiter in gefchlossenem Zuge zur Maifeier ausrückten, im Keime zu ersticken. Und so war auch hier der geplante Aus« marsch unter Musikbegleitung verboten. Aber die Demonstration erlitt dadurch keinen sonderlichen Abbruch. Es waren über 1600 Arbeiter und Arbeiterinnen, die heute vormittag 8 Uhr zu einem gemeinsamen Ausflug in«in nahegelegenes Gehölz von verschiedenen Lokalen aus aufbrachen. Anstatt daß die Arbeiterscharen in geschlossenem Zuge die Mitte der Straßen ausfüllten, bewegten sie sich jetzt— und die« war nicht viel minder eindrucksvoll— auf einem der Trottoirs in dichten Reihen. Und da der Aufbruch aus den verschiedenen Lokalen so dirigiett war, machte es sich ganz von selbst, daß schließlich ein imposanter, die Aufmerksamkeit mit Notwendigkeit auf ich ziehender Umzug aus diesem„Spaziergang" wurde. Auf >em Fesiplatz unterhielt man sich durch Konzert und Gesangvorträge, owie durch allgemein« Spiele auss best». Abends fand in der Warnowhalle, dem größten Lokale der Stadt. Konzert und Fest« Versammlung statt; sämtliche Räume waren überfüllt. Mit Bc- Meisterung nahm die Versammlung die Festrede entgegen, ivelche -er Redacteur G r o t h vom mecklenburgischen Partei- Organ lielt.— Alles in allem kann man sagen: die heutige Maifeier bedeutete einen erfreulichen Fortschritt gegen das Vorjahr l— Vielleicht wird die Maifeier noch«in Nachspiel habe». Die Direktion der hiesigen Ncptun-Werft hatte gester» nachmittag durch Anschlag bekannt gegeben, sie würde jeden Arbeiter, der am l. Mai feiert, eventuell mit Entlastung bestrafen I Trotzdem be- teiligten sich heute vormittag gegen 400 Arbeiter der Werst an der Demonstration. Man wird nun abwarten müssen, was erfolgt. Königreich Sachsen. In Dresden und Umgegend nahm die Maifeier einen großartigen Verlauf. In allen der Partei sowohl in der Stadt wie auch in der Umgegend zur Verfügung stehenden Sälen fanden groß- artig besuchte Maff'enversammlungen statt. Wegen der ungünstigen Ge- schäftslage konnten sich allerdings leider nicht so viel Genossen wie sonst der Arbeitsruhe anschließen. Natürlich machte die Dresdener Polizei wieder krampfhafte Versuche, die von ihr für gefährdet gehaltene Ordnung zu retten. Der ganze Weg vom Pirnaischen Platz bis nach Klatsche, dem Ziel des Maispaziergangs, war mit Schutzmannsposten dicht besetzt. Der Eingang vom Älbettplatz zur KömgSbrückerstraße war durch ein Polizei-Aufgebot überhaupt gesperrt worden, lieber 100 Personen, die hiergegen protestierten, wurden verhaftet. Diese schneidige Maßregel blieb natürlich völlig erfolglos. Die Massen teilten sich rechts und links vor dem Polizeiwall und flössen wenige Querstraßen dahinter wieder zusammen. Es beteiligten sich an dem Ausflug über 10000 Personen. Ein Humoristtscher Zwischen- fall ereignete sich in g s ch a ch w i tz bei Dresden. Dieser Ott gehört zur Arntshauptniannschaft Pirna, die alle Maiversammlungen kurzer- Hand verboten hatte. Offenbar durch ein Versehen hatte aber der Versammlungs-Einberufer in Zschachwitz eine Bescheinigung der An« Meldung anstandslos erhalten. Ein überwachender Beamter war über- Haupt nicht erschienen. Während der Versammlung traf räche« schnaubend ein Gendarm ein, um die nach seiner Meinung verbotene Versammlung aufzulösen. Man hiett ihm aber die Bescheinigung vor sein länger werdendes Gesicht und er mußte unter allgemeiner Heiterkeit den Rückzug antteten. Die Polizei hat die Namen von S3 Parteigenossen notiert, um wie im Jahre 1834 eine Massenanklage wegen Veranstaltung eines verbotenen UmzngS zu erheben. Damals wurden 168 Mann angeklagt und gegen 140 verurteilt zu Strafen von 100 M. bis zwei Monat Gefängnis. Leipzig. Die Maifeier nahm hier am Tage einen glänzenden Verlauf. Der' Wunsch der bürgerlichen Klasse und ihrer Preßorgane, die darauf hofften, daß die weniger günstige Geschäftskoujunktur die Arbeiter von der Feier des 1. Mai abhalten werde, hat sich nicht erfüllt. Ebenso zahlreich als sonst zogen die Arbeiter und Arbeite« rinnen vormittags 10 Uhr in einem mächtigen Zuge aus der inneren Stadt nach Stötteritz, wo mittags 12V» Uhr Genosse Geyer vor etwa 6000 Personen über die Bedeutung des 1. Mai sprach. Abends fanden in den einzelnen Stadidietteln zahlreiche Versamm« lungen statt. Meißen. Die vormittags in der„Goldenen Weintraube" ab- gehaltene Versammlung war trotz ungünstiger Witterung von 100 Personen besucht. Genosse G o l d st e i n- Zwickau refenette. Eine Resolution, in welcher besonders gegen den Brotwucher, Militattsmus und die Verkümmerung des Wahlrechts zum sächsischen Landtag protestiert wurde, fand einstinimige Annahme. Die Stimmung war gut. Es war der e r st e Versuch mit einer Vormittags- Versammlung. Der Besuch hat den Erwartungen entsprochen. Chemnitz. Die diesjährige Maifeier wurde im 16. sächsischen Reichstags- Wahlkreis Chemnitz in neun Lokalen unter großem An« drang des Publikums gefeiert. Alle Lokale waren überfüllt und herrschte große Begeisterung. Teilnehmer 8000—10000 Personen. Lößnitz. Die Maifeier verlief großartig; 400 Teilnehmer waren zugegen, die Festrede hielt Genosse Seifert. Crimmitschau. S Die Maifeier ist überaus großattig ver« laufen; 1500 Personen waren in zwei Lokalitäten versammelt. Nach« mittags war Konzett. Die Genoffen Albert-Zwickau und I ä ck e l- Crimmitschau referierten.) Würzen. Im dichtbesetzten Saal nahm die Maifeier einen außerordentlich giinstigen Verlauf. Die von Güldenberg ge« halten« Festrede wurde begeistett aufgenommen. In L ö b a u unternahmen die Genossen, wie unS berichtet wird, am Nachmittag einen Ausflug unter zahlreicher Beteiligung; die Abendversammlung, in der Neichstags-Abgeordneter Gradnauer referierte, war von 800 Personen besucht. Referat und Mairesolutton wurden mit Begeisterung aufgenommen. Lugau-OelSnitzer Kohlenrevier. Hier waren an verschiedenen Tageszeiten vier Versammlungen einberufen, in denen Genosse S ch ö p f li n- Chemnitz sprechen sollte. Doch drei der Ver- sammlungen fielen der unergründlichen sächsischen Polizei« Weisheit zum Opfer. Es sollte nämlich, da die Ver- sammlungen im Freien geplant waren, keine Gewähr dafür geboten sein. daß nicht Minderjährige zuhöre» können. Die Bergleute fanden sich trotz des Verbots und strömenden RegenS sehr zahlreich in den beiden Lokalen ein, in deren Gätten die geplanten Versammlungen abgehalten werden sollten. Die Zahl der Teilnehmer in Lugau und Oelsnitz an der TageS- und Abend- feier betrug mindestens 1000. Abends sprach Genosse S ch ö p f l i n in Oelsnitz. zS ein Spaziergang statt bend fand ein Kommers In R e i ch e n b a ch i. B. fand nachv unter Beteiligung von 150 Personen. A im überfüllten Lokale statt. In Bautzen feietten durch ArbeitSruhe nur die Holzarbeiter. AbendS fand eine Volksversammlung statt, an der 400 Personen teil- nahmen. Genosse Ri em- Dresden referierte. Die Stimmung der Versammlung war eine begcistette. Die Polizei hatte eS nicht für nötig gehalten, das Lokal abzusperren. Leisnig i. S. Die heutige Maifeier ist in würdiger Weise verlaufen und zwar durch Abhalten eines Kommerses mit Festrede, Konzert und GesangSvorträgen. Die Festrede hielt Genosse f. Lorenz aus Chemnitz, anwesend waren ca. 300 Personen. eilweife wurde nachmittags 4 Uhr die Arbeit beendet. In L i ch t e n st e i n sprach Genoffe Auer vor einer von 500 Genossen besuchten Versammlung. Resolution und Protest faiiden einstimmig Annahme. Die Feier verlies würdig und ohne Störung. Schkeuditz. Der FnihauSflug hatte ca. 100 Teilnehmer. Die Abendversammlung, in der Genosse W i t t i g- Leipzig referierte, war von ca. 200 Personen besucht. Die Rauchwaren-Zurichter feierten fast sämtlich durch ArbeitSruhe. Der Kommers in Limbach war von ca. 800 Personen be- sucht. Genoffe Riemann auS Chemnitz hielt die Festrede. Apolda. Gegen 200 Personen beteiligten sich am AuSflug nach einem benachbarten Dörfchen, an der Feier am Abend im Ge- werkschaftshause Vorwärts sprach bei starker Beteiligung der Abg. Baudert. Mitteldeutschland. Sltenburg. Die Arbeit in Fabriken und auf Bauten ruht mit wenigen Ausnahmen. Dreiviertel der Arbeiterschaft feiert. Die Versammlung vormittags ist überfüllt, Hunderte können nicht hinein l Resultat der' Versammlung: Großartige Demonstration für die For« derungen deS 1. Mai, zugleich eine gewaltige Demonstration gegen den Brotwucher. Referent: Daniel Slücklen. Abends find Taufende vereinigt im Parteilokal. Eine Anzahl Fabrikanten wollten anfangs die Zähne zeigen, wurden aber durch die Einigkeit der Arbeiter eines Besseren belehtt. Jena. Seit dem letzten Sonntag hatte daS Wetter einen ungünstigen Umschwung genommen, so daß die Aussichten auf die Maifeier manche« zu wünschen übrig ließen. Doch eS sollte besser werden. Am 1. Mai verscheucht« die lachende Frühlingssonne die trüben Wetterwolken und lockte schon am frühen Morgen die feiernden Arbeiter in die freie Natur hinaus. Es wurde in fast allen Berufen ganz oder teilweise gcfeiett. Bei Karl Zeiß wurde um 11 Uhr, bei Schott und Genosicn um 12 Uhr mittags der Betrieb geschlossen, Au der auf 11 Uhr vonnittags anberaumte» Versammlung nahmen etwa 300 Personen teil. Reichstags- Abgeordneter Paul Reiß- Haus«Erfurt hielt eine zündende Festrede, in welcher er die Bedeutung deS 1. Mai nach allen Seiten würdigte. Mit einem dreifachen Hoch auf die internattonale Arbeiter« bewegung wurde die Versammlung geschlossen. An dem Nachmittags- auSflua nach Löbstedt»ahmen etwa 1000 Personen teil; auch das weibliche Element war stark vettreten. Bei flotter Konzertmusik cnt« wickelte sich in dem DorfwirtShauS mit geräumigem Garten ein reges Treiben. Die Rücklehr nach der Stadt erfolgte unter Vor» antritt des Musikcorps in geschlossenem Zuge, der sich nach Passieren einiger Straßen auf dem Bibliotheksplatz auflöste. Das Fest wurde in würdiger Weise durch einen FestkommerS im Lindenhof beschlossen. Dem Kommers lag ein gediegenes Programm zu Grunde, an dessen Ausführung der Gesangverein Sängerchor hervorragend beteiligt war. Die Beteiligung war kolossal. In Weimar verlief die Feier glänzend. Am Nachmittag be> teiligten sich 800 Arbeiter an einem Ausflug, am Abend hielt Genosie Laudert vor einer gut besuchten Versammlung die Festrede. E i s e n a ch. An dem NachmittagSauSflug nach Kittelsthal be» teiligten sich IbO Personen. Die offizielle Feier in Eisenach war wie gewöhnlich verboten. Die Lokalitäten, in denen am Abend die Feier arrangiert war. wiesen einen guten Besuch auf. Arnstadt. An der Maifeier beteiligten sich am Ausflug 200 Personen. Nachmittags fanden sich 300 Personen zu einem Spaziergang zusammen. Von Saalfeld unternahmen die Genosien einen Ausflug nach Frankenhausen am Kyffhäuser, dem sich 800 Personen an- geschlossen hatten. Am Abend war die Versammlung, in der Genosse H o f m a n n sprach, gut besucht. Aus R e u ß ä. L. wird von Greiz, Zeulenroda, Pohlitz, Zoch- Witz, Sachawitz, Hermannsgrün über einen glänzenden Verlauf der Feier berichtet. Hessen. D a r m st a d t. Die Festversammlung war von 800 Personen besucht. Die Festrebe hielt Genosse Cr am er. Der Verlauf der ganzen Feier war ein großartiger. Offenbach a. M. Die hiesige Maifeier wurde'/eil Uhr im Arbeiterheim durch eine Volksversammlung eröffnet, die von über 1200 Personen besucht war. Genosie Ulrich hielt unter dem leb- haften Beifall der Erschienenen die Festrede. Eine Resolution, in der ein unentwegtes Festhalten an den Forderungen des Pariser KongresicS ausgesprochen sowie gegen die geplanten Zollerhöhungen, den Transvaal- und Chinakrieg protestiert und den russischen Revo- lutionären die lebhafteste Sympathie ausgedrückt wurde, fand all- feitige begeisterte Zustimmung. Der Besuch der Versammlung de- wies, daß auch in diesem Jahre die Zahl, die den Festtag durch völlige ArbeitSruhe feierten, wieder erheblich größer geworden ist. Nachmittag 3 Uhr fand ein Umzug durch die Straßen der Stadt statt, der ebenfalls gegen denjenigen des Vorjahrs in nichts nach- stand, sondern eine noch größere Teilnahme aufwies. Einzelne Ge- werkschaften hatten eine' recht stattliche Zahl Teilnehmer gestellt. Nach dem einstündigen Umzug fand im Arbeiterheim Volksfest, bestehend in Konzert mehrerer Kapellen sowie Gesangsvorträgen der vereinigten Arbeiter-Besangvereine statt. Mainz. Eine in dem Rothermundschen Lokal zum erstenmal abgehaltene VormittagS-Versammlung war von circa ISO Personen besucht. Referent Genosie Dr. David legte die Bedeutung des TageS dar, wies auf die dem arbeitenden Volk neuer- dings drohenden Gefahren hin und forderte zu erhöhtem Eifer für die Arbeitersache aus. Begeistert stimmte die Versammlung in das Hoch auf die Socialdemokratie ein. Nach dem Vortrag des Klaar- schen Gedichts.Gott segne den ZarT durch Genosie I. B. Weiß und Annahme der Protestresolution gegen die Barbarei des Zaris- mus gingen die Versammelten auseinander, um sich nachmittags zum gemeinsamen AuSflug und des Abends zur F e st f e i e r wieder zusammenzufinden. Langen. An der Festversammlung, die den besten Verlauf nahm, nahmen 200 Personen teil. In Lämmerspiel beteiligten sich 60 Personen an der Fest- Versammlung, in H a u s e n 75, in Heusenstamm 176, in Harnstedt 150, in Egelsbach 250, in Dreieichenhain 120, in Sprendlingen 400 Personen an der Maifeier. Auch in DiedeSheim nahm die Feier den schönsten Verlauf. In Bieber demonstrierten ISO Personen. Neu-Isenburg. Hier herrschte fast völlige Arbeitsruhe. An der mit Festzug verbundenen Vormittags- Versammlung be- teiligten sich 300 Teilnehmer. M ü h l h e i m a. M. Die Maifeier verlief glänzend. In dem nachmittags veranstalteten Festzuge wurden 500 Personen gezählt. JnGürgel nahmen 300 Personen an der Feier teil; die Stimmung war eine äußerst gehobene. Auch in Seligenstadt und Kleinkrotzenburg fanden Festversammlmigen statt, an denen sich 100, resp. 120 Personen be- teiligten. Bayern. Augsburg. Die Vormittags- Versammlung war überfüllt. Genossin Z etk in hielt vor 2000 Hörern eine zündende Ansprache. R o s e n h e i m. Die Maifeier nahm einen imposanten Verlauf- Die Organisierten feierten durchweg. In der glänzend besuchten Versammlung fand die Protestresolution gegen die Kriegsgreuel begeisterte Annahme. Württemberg. Stuttgart. Die Maifeier verlief unter großartiger Beteiligung. Der Festzug gestaltete sich zu einer imposanten Kund- gebung. Das zur Versammlung gewählte größte Lokal Stuttgarts war überMt. Elsaß-Lothringe«. Straßburg. Die Maifeier-versammlung wurde verboten. An dem Ausflug beteiligten sich 300 Personen und die Polizei, welche den Feiernden eine sehr starke Bewachung zu teil werden ließ. Mülhausen. Die ArbeitSruhe war unbedeutend, infolge der Judustriekrise. Dagegen waren die beide» Abendversammlungen überfüllt. 800 Teilnehmer lauschten den Worten deS Festredners Lütz- Baden. Es wurde«ine Resolution angenommen, die sich gegen Zarismus, die Greuel in Südafrika und China und für all- gemeine Menschenverbrüderung aussprach. Oestreich. W i e n, 1. Mai.(Eig. Ber.) Der frische Reiz, der die Maifeier der Wiener Arbeiter seit jeher auszeichnete, ist ihr auch Heuer treu geblieben. Unversehrt ist auch das große Interesse geblieben, das die Wiener Arbeiterschaft dieser neuen Feier, die an alte Wiener Erinnerungen anknüpft, schon von Anfang an entgegenbrachte. Alle Berichte, sowohl die unsrer überwachenden Genossen als die der Behörden, stimmen in der Anschauung überein. daß die Beteiligung an dem Demonstrationszuge in den Prater Heuer größer ivar al» jemals, daß sie die Teilnahme vom vorigen Jahre Ivohl um da« Doppelte überragte. Hier spielte unzweifelhaft das politisch« Moment mit: die Wahlersolge dieses Jahrs haben den gesunkenen Mut der Arbeiter gehoben, ihr Selbstbewußt- sein gekräftigt, ihnen neue Begeisterung eingeflößt. Dazu kam daS Bedürfnis, gegen die Prozessionen zu demonstrieren, deren Schauplatz seit ein paar Wochen die Wiener Straßen sind.... Die Feier selbst bewegte sich in den traditionellen Formen. Vormittags fanden 2S Volksversammlungen und 25 Branchcnversanimlungen statt, die alle stark besucht waren. Es wird in Wien jetzt in vielen Sprachen referiert: natürlich deutsch, dann czechisch, polnisch, ruthenisch, ungrisch, italienisch— eine Internationale im kleinen. Die Versammlung der Buchdrucker, wo Abg. Schuhmeier referierte, wurde aufgelöst. Der Redner variierte die Worte, die jüngst dem Erzherzog Franz Ferdinand Herr Luegcr zugerufen hatte: Werde hart I in: Bleibe vernünftig! So empfindlich ist man in den höfischen Kreisen gegen politische Kritik! Nach- mittags erfolgte der große Zug in den Prater, an dem sich, gering gerechnet, hunderttausend Menschen be- teiligten. Viele Organisationen hatten an die klerikalen Umzüge als Präjudiz anknüpfend, den Versuch gemacht, mit Standarten auszurücken. In dem unendlichen Menschengewühl im Prater fallen die s o c i a l i st i s ch e n S t u d e n t e n auf, eine Warnehmung. die Gutes verheißt. Wie gewohnt, erscheinen heute nachmittag» und' morgen früh keine Zeitungen: so kommt die Maifeier in Wien jedem Menschen zum Bewußtsein! Aus der Provinz liegen im Augenblick noch keine Rachrichten bor, doch ist es wahrscheinlich, daß in den Sudetenländern die Feier unter der wirtschaftlichen Krise und unter der Nachwirkung der Wahl- Niederlage gelitten haben wird. In Niederöstreith ist in allen größeren Jndustriecentren gefeiert worden, ebenso in den Alpen- ländern. Russland. Die Mai- Litteratur in Rußland. Wie sehr die Social- demokratte Rußlands erstarkt ist, kann man wohl ersehen aus der Menge der Litteratur, die zur diesjährigen Maifeier erschienen ist. Noch nie ist das zarifche Rußland, auch annähernd nicht, von einer so großen Anzahl von Mai-Anfrufen, Mai-Zeitungen ec. überschwemmt worden. Die„Socialdemokratische Partei Rußlands" hat einen Mai-Ansruf und einige ihrer lokalen Komitees haben»roch Extra-Flugblätter herausgegeben, zusammen bis zu 50 000 Exemplaren. Der.Ausländische Bund der russischen Socialdemokraten' hat eine Broschüre herausgegeben, in der ein geschichtlicher Ueberblick über die Maifeier gegeben wird und ihre Bedeutung für das internationale Proletariat und für das russische Proletariat insbesondere besprochen wird. Dieselbe erschien in 10 000 Exemplaren. In einer ebenso großen Anzahl erschien auch ein Mai-Aufruf des- selben„Bunds". In 5000 Exemplaren erschien daS Mai-Blatt: der„Funken". Der„Allgemeine jüdische Arbeiterbund in Rußland und Polen" hat die Maiüummer der„Arbeiterstimme" auf roten» Papier in 5000 Exemplaren(früher wurden nur 1500 gedruckt) herausgegeben. In vielen taufenden Exemplaren erschie»» noch im Verlage des „Jüdischen Arbeiterbundes" ein Mai-Aufruf, der überall, wo nur jüdische Arbeiter in größerer Anzahl ivohnen, zur Verteilung gelangen wird. Wenn wir dieses Register ansehen, und dasselbe' ist noch nicht vollständig(es fehlen z. B. noch die Mai-Ausgaben der („Revolutionären Socialisten"), wird uns klar, eine wie rege Thätig- keit die Genossen Rußlands zur diesjährigen Maifeier entfaltet haben. Diese fieberhafte Thätigkeit wird auch sicherlich nicht erfolg- los bleiben. VcvsttmnUttngen. Sine Parteiversammlung de» sechste» Wahlkreises, die am Donnerstag im Kösliner Hof tagte, nahm den Geschäftsbericht der Vertrauensleute entgegen, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Pfarr, Vertrauensmann für Moabit, hatte eine Gesamteinnahme von 2074,93 M., davon sind ausgegeben 507,25 M. für Agitation im Kreise. 1567 M. find an den Parteivorstand ab- geliefert.— Der Vertrauensmann für Gesundbrunnen und Rosen- thaler Vorstadt, Genosie R a s ch k e. hat eiiigenommen 8491,50 M., ausgegeben 3483 M., wovon 2200 M. an den Parteivorstand ab- geliefert sind.— Wünsch. Vertrauensmann für die Schönhauser Vorstadt, verzeichnet ein« Einnahme von 1433,36 M., 3150 M. find an den Parteivorstand abgeliefert, 741,26 M. für die Landagitation, 547,iS M. für Agitation im Kreise ausgegeben.— Hinge, Vertraueusmaun für den Wedding und die Oranienburger Vorstadt, hatte eine Einnahme von 5291.44 M.. für Agitation im Kreise sind 1108,85 M. onSgegebeii, 4150 M. sind an die Parteikasse ab- geliefert.— Auf Antrag der Revisoren wurde de» Vertrauensmännern Entlastung erteilt.-- Auf eine Anfrage aus der Versammlung teilte der Genosie Ernst mit. daß die Ueberuahme der„Vorivärts"- Druckerei i» Parteiregie voraussichtlich an» 1. Oktober 1902 stattfinden werde.— Hierauf hielt Genosie Ledebour einen mit lebhaftem Beifall aufgenommeiien Vortrag über die politische Lage. Ter Verba»ld der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter hielt am Mittwoch, den 24. April, bei Raab«, Kolbergerstr. 23, seine Generalversammlung ab. I» dem Bericht der Ortsverwaltung ivurde hervorgehoben, daß der Lokalverein von Rummelsburg zum Verband übergetreten ist. Die Einnahme betrug 972,11 M., die Ausgabe 584,07 M., so daß ein Bestand von 338,04 M. verbleibt. Bei den Reuwahlen wurden gewählt als erster Bevollmächtigter Funk, als zweiter Bevollmächtigter Rühle, als dritter Vogel; als Revisoren BrunS, Frau Keller und Weife. In' dem Bericht über die Gaukonfcrenz teilte der Delegierte Fuuk mit, daß der Antrag Berlins auf Beioldung des Ganvorsitzeiiden abgelehnt sei. Der Bibliothekar beschwert sich, daß die Bibliothek so wenig benutzt werde. Unter BerbandSangelegenheiten wurde ein Antrag Vogel angenrnmnen, die um Berlin liegenden Zahlstellen zu ver- einen, um einen gemeinsamen Beamten besolden zu können. So- dann wurden noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt. In der ösicutlichcu Versammlung der Stellmacher, die an» Donnerstag im„Englischen Garten" tagte, referierte Wiesenthal über das Thema:„Welche» sind die eigentlichen Ursachen der Wirt- schaftlichen Krise?" Zu dem n»it Beifall ausgenommenen Vortrag ivurde eine Diskussion nicht gewünscht. Alsdann wurden emig'e Wcrkstattangelegeubeiten besprochen. Heber den Jnnungs-Arbeits- nachweis in der Lichtenbergerstraße wurden mehrere Beschwerden er- hoben. Namentlich nmrde getadelt, daß die Arbeitsuchenden dort dem Trinkzwange unterliegen, un daß die ätleren, dem Alkoholgennß verfallenen Arbeitslosen die unerfahrenen Zugereisten ausbeuten, um möglichst kostenlos ihrer Neigung fröhnen zu können. Beschwerden über den JnmmgSnachweis sollen an die Adresse F. Müller, Schönholzerstraße 10, gerichtet werden. Eine kombinierte Versammlung des Tapezierer-VerbandS tagte am 23. April in den«rminhallen. Leo Schmidt gab den Kassenbericht. Danach betrugen im ersten Quartal 1901 die Ein« nahmen der Ortsverwaltung 3364,91 M.. die Ausgaben 2737.87 M., so daß am Schluß deS Quartals ein Bestand von 1127,04 M. ver- blieb. Es wurden an 140 Kollegen arbeitslos, 738 Beitragswochen gestempelt und restieren 258 mit 8724 BeitragSwochen. Gestrichen von 2 Quartalen wurden 120 Mitglieder, neu aufgenomniei» 130. Sierauf gab Kollege Pö nicke den Bericht ber Ortsverwaltung. odann wurden Wels zum ersten Vorsitzenden, Grünst zum ersten Schriftführer, Rädel zum zweiten Schriftführer, Lu ck und Feng zu Revisoren gewählt. In die Achtzehner-Kommisston wurden an Stelle von Friedmeyer, Pönicke u,»d Nikisch Sander. Rill und Pape gewählt. Da Wels zl»m ersten Borsitzenden gewählt wurde, mußte an seiner Stelle eine Neuwahl zum VerbandsauSschuß stattfinden. Dieselbe fiel auf Paul Schmidt. Der Ce»,tralverband der Zimmerer, Zahlstielle Berlin und der Vorort«, hielt am Sonntag seine sehr zahlreich besuchte General- versammlrmg in den Arminhallen ab. Zunächst gab Kube die Abrechnung vom ersten Quartal 1901. Die Hiesie Zahl« stelle hatte eine Gesamteinnahme von 7137,49 M., eine Gesamt- ausgab« von 7155,02 M. zu verzeichnen; an die Hauptkasse sind 2647,90 M.— 17,53 M. zu viel— gesandt worden. Der Bestand der Lokalkasse beträgt 2947,25 M. gegen 3356,89 M. im vorigen Quartal.— Die Abrechnung vom örtlichen Fonds weist einschließlich de« Bestands vom vorigen Quartal von 21 676,32 M., eine Einnahme von 26 429,27 M. ans, eine Ausgabe von 4085,96 M. und eS bleibt ein Bestand von 22 343,31 M. In der Diskussion werden die Berwaltuugskosten von einem Mitglied als zu hohe be- zeichnet und die Anstellung einer Aushilfskraft im Bureau be- mängelt. Demgegenüber wird von mehreren Seiten dara,is hin- gewiesen, daß die steigende Mtgliederzahl, die wachsende Agitation in der Provinz, die Arbeit, die die vielen Unfallsachen verursachten, diese Aushilfe notwendig machten. Demgegenüber seien auch die Verwaltungskosten nicht zu hoch. Ueber die Verhandlungen betreffend den Arbeitsvertrag mit den Unteniehmern haben wir bereits an andrer Stelle berichtet. Der vorgeschrittenen Zeit wegen wird der Bericht von der 14. General- Versammlung verragt. Die darauf stattfindenden Neuwahlen haben folgendes Ergebnis: in den VerbandsauSschuß werden Kube. Stehr. Schröder, Großmann, Elert, L. Fischer und W e l l s o w gewählt; in die Agitation»« Kommission: Kube. Stemkowitz, Reimann, Kapitzky und Knüpfer. Die Wahl der A ch t.z« h n e r« K o m m i s s i o n wird, damit die bisherige die Berhanilungen über den Vertrag zum Abschluß bringe» kann.llW eine demnächst stattfindende Versammlung vertagt. Der Centralverband der Töpfer hielt am 25. April sfttfe ordentliche Generalversammlung ab, die sich eines äußerst starke» Besuchs erfteute. Der Kasienbericht vom ersten Quartal ergab sür die Verbandskasse eine Einnahme von 2500,70 M., der eine Ausgabe von 2394,77 M. gegenübersteht. Die Lokalkasie wies eine Einnahme von 1693,57 M. und eine Ausgabe von 2386,90 M. auf. Unter den Ausgaben befinden sich in der Hauptsache: An den Centrnlvorstand 1000 M., an Krankmunterstützung 1466,33 M., Streikunterstützung 517,50 M.. Rechtsschutz 124 M..'Expedition des Fachblatt 815 M. Nach dem Kasienbericht nahm die Versammlung Stellung zu dem im Herbst dieses JahrS ablmifenden Tarif und kau, zu dem Schluß, daß nach demselben die Mehrzahl der Berliner Töpfer nicht m der Lage sei, einen ausreichenden Lohn zu verdienen. Stellt sich doch nach einer aufgenommenen Statistik ber Verdienst bei 49 Proz. der Beschäftigten auf noch nicht 1200 M. und der DurchfchnittSverdienst in» allgemeinen auf 1239 M. Die ca. 700 Versammelten waren daher der Meinung, daß eine entsprechende Erhöhung der Tarifsätze als Vorbedingung für die fernere Festlegung eines Tarifs notwendig sei. Eine dahin lautende Resolution fand einstimmige Annahme. Desgleichen wurden zwei Anträge, das Unterstützungswesen betreffend, angenommen. Ein Antrag, einem zur Generalversmrunlung deS Verbands als Dele- gierten aewähllen Kollegen wegen unkorrekten Verhaltens auf der Arbeitsstätte das Mandat zu entziehen, lehnte die Versammlung mit geringer Majorität ab. Der Verein der Wäschebranche hielt am 25. April cr. in Mendts Central-Klubhaus, Königsgraben 14a, seine regelmäßige MonatSsitzung ab. Nach einem sehr lehrreichen Referat deS Reichstags- Abgeordneten A l b r e ch t über: Die Gewerkschaften und ihre Feind«, gab Kassierer Stanowskh den Bierteljahrsbericht, welcher einen Ueberschuß von 233,75 M. aufwies. Trinks gab den Bericht alS Delegierter der Gewerkschaftskommisfion und beklagte die zurück- gebliebene Stellung der Gewerkschaft. Nach kurzem Eingehen auf das verflossene Geschäftsjahr der Berliner Gcwerkschaftskommission ermahnte Trinks die Anwesenden, dahin z»»� wirken, daß auch die Organisation der in der Wäschebranche Thätigen recht bald die ihr gebührende Stellimg unter den Berliner Gewerkschaften einnehme. Als Delegierte wurden Trinks, Zuschneider, und Frau Rosen st engel, Plätterin, gewählt. Nach Bekanntgabe kleiner Vereinsnachrichten fand die gntbesuchte Versammlung ihren Abschluß.. Freie Volksbühne. Die Generalversammlung der Freien Volksbühne fand am 25. v. M. in Cohns Festsälen statt. Zu Beginn derselben hielt Herr Rechtsanwalt Victor Fränkl einen intor« essantrn Vortrag über„DaS Theater im alten Rom". Der Geschäft»- bericht des Vorsitzenden ergab, daß sich der Verein in ständig guter Entwicklung befindet. Die Kasienvcrhältnisie sind äußerst günstige, die künstlerischen Leiswngen des Vereins haben sich bedeutend gehoben. Das Repertoire war im abgelaufenen Verrinsjahr ein in jeder Beziehung zufriedenstellendes. Der Verein führte zwei von der Censur verbotene Stücke:„Die Macht der Finsteruis",„lieber ui»src Kraft"(II. Teil) auf. Räch der Aufführung in der Freien Volksbühne wurden diese Stücke von der Censur frei- gegeben. Für das nächste Spicljahr ist arich mit dem Berliner Theater ein Vertrag abgeschlossen worden, so daß dann in drei Theatern gespielt wird. Der Vorsitzende macht ferner die Mitteilung, daß der Vorstand die Absicht habe, in nächster Zeit eine Geschäfts- stelle mit Fernsprecher zu errichte»». Im nächsten Jahre werden sechs Opcrnvorstellungcn stattfinden und wird dafür Sorge getragen werden, daß einzelne Mißstände, die sich herausstellten, beseitigt werden.— Ans die von Herrn S ch u r i g in der vorigen Bersammümg gerichtete Anfrage, ob Herr G r e m p e. als er nn Oktober die Generalversanunlung besuchte, Mitglied gewesen sei, erklärt Dr. C. Schmidt,' daß Sch. und G. vor den Vorstand gelade» waren. Es sei festgestellt worden, daß G. am 1. Oktober 1900 einen Aufiiahmeschein für eine Zahlstelle erhalten habe. Allerdings habe G.— natürlich ohne daß der Vorstand davon Kenntnis hatte— sich mit diesem Schein erst anfangs Dezember in eine Zahlstelle be- geben, um den Beitrag zu bezahlen. Da der Zahlstellen»nhader nicht daraus geachtet habe, daß der Schein im Mober ausgestellt sei. habe derselbe nur den Beitrag für Dezember erhoben, auch Grempe hat von der Nachzahlung nichts erwähnt. Jedenfalls konnte Grempe sich am 14. Oktober 1900 auf Grund des AusnahmescheinS vom 2. Oktober 1900 in den» Glauben befinden, Mitglied zu sein. Hiermif erstattet Winklor den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen vom 1. Januar 1901 bis 31. März 1901 26 035,63 M.. die Ausgaben 19110,50 M.. so daß am 1. April 1901 ein Bestand von 6925,13 M. verbleibt. Die Gesamteinnahme war im Jahre 1900/01 64 499,24 M., die Gesamtausgabe 57 574,11 M. Die Diskussion, die zuni Teil»»»it großer Lebhaftigkeit geführt wurde, dreht sich hauptsächlich um den Fall Grempe. An der Debatte hierüber beteiligen sich Schurig, Freibitter. Kind«. leben. Buschin g, Robert Schmidt. Gel» dt und Grempe. — Mit großer Mehrheit wird in dieser Angelegenheit folgende Resolution Freibitter angenommen:„Die Generalversammlung heißt nachträglich die Erhöhung des Kasfierergehalls von 175 M. auf 223 M. gut. resp. bestätigt dieselbe. Gleichzeitig spricht dieselbe ihre schärfste Mißbilligung über die Handlnngsiveise des Herrn Grempe aus und erwartet, daß sich ein ähnlicher Fall in Zukunft nicht wiederholen wird. Das Vorgehen des Herrn Schurig billigt die Versammlung." Hierauf wird dem Vorstand einstimmig Decharge er» teilt. Es wird ferner ein Antrag Knetz, der verlangt, daß die Volks- bühnenhefte vor den Vorstellungen in den Zahlstellen z»lm Berkauf ausliegcn, den» Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Die Vorstandswahl ergiebt die Wiederwahl der bisher amtierenden Herren Schmidt, Maaß, Winkler, Cohn und Bnscheld. Der Ausschuß besteht im nächsten Jahr aus Frau Dr. Zadel, den Herren Rosenow, Dupont, Vaake, Bloch und Borchardt. AIS Ob- männer wurden die Herren Heymann, Hauptmann, Hube, Rochlitz, Schnaase, Sehring und Weit bestimmt. Die bisherigen Revisoren Sahn». Stahl und Wilde werden wiedergewählt. Die Fetzsetzung des KassierergehaltS wird als erledigt betrachtet durch die Annahme der Resolution Freibitter. Der Schriftführer Julius Cohn erstattet nunmehr Bericht über die Theaterfrage. J»i» nächsten Spieljahr werden für jede Abteilung je 10 Vorstellungen stattfinden. Je vier Vorstelluuogcn im Berliner und Lejsing-Theater, zwei Vorstellungen im Carl Weiß- Theater. Da das Berliner Theater erheblich größer ist. wie die andren Theater und für jede Serie von sieben Ab- teilungen nur sechs Sonntage zur Verfügung stehen, wird eine Um- änderung des Abtcilnngssystems notwendig werden.(Näheres hier» über wird im Juni-Heft der Volksbühne ausgeführt werden.) Unter Verschiedenem werden diverse Wünsche vorgetragen, deren Erfüllung im Auge behalten werden soll. Briefkasten der RedaKkion. T\t lurlsillckie Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7—9 Uhr abendS statt. Pech S6. Wenden Sie sich an die v. Biederfee-Ttifttmg, Vorsitzender Stadlrat Heller, Nathans, an das Bürger- Rettungs-Jnstitilt, Sekretär Magistratssekretär Höhne, Gr. Präfidentenstr. 7, oder an die Henvch- Stiftung, Vorsitzender Oberbürgermeister Ktrfchner, RathauS. Sl. D. SÄ. Schwach gebaute Brust, einzelne Blutadern, kleine Ge- schwülste-c. am Unterschenkel, starke Kurzsichtigkeit. ». B. 190. Unausgebildete Plattfühigleit, zurückgebliebene körperliche Entwicklung. A. Z. 98. Bruchanlage links, geringe Kurzstchttgkeit, zurückgebliebene körperliche Entwicklung. O. H. 100. Jawohl. F. 11. Die 1600 Centner schwere Granitschale im Lustgatten ist 1S27 aus einem zehnmal so schweren Findlingsblock, einem der beiden Mark- grasenstewe bei Fürstenwald«, ausgehaueu worden. Zu». W. 100. Ja! F. B. 1. Eine solche Kasse(siebt eS nicht. F., Lübeckerftraste. Wir können Ihnen nur empfehlen, Ihren Sohn diesem Berus zuzuführen. In diesem Berus sind nur gelemte Arbeiter be- schästigt. E. 19. Dittenhobelmaschinen tönnen in beliebiger Breite angefertigt| werben, es giebt solche bis zu 2 Meter Breite. SdanAr, 2. N. 2. Nur mit Suftimmung des betreffenden Standesbeamten, an den 1- B. u. J. 1. und 2. Die in Berlin erscheinenden Beitungen finden Sie sich wenden müßten. H. 3. 11. Nur wenn sich aus den Umständen Sie im Abreßkalender Teil II S. 174-183 aufgeführt. Sie meinen 5. S. 01. Vielleicht finden Sie in der öffentlichen Bibliother und ergiebt, daß durch Nichtzahlung das Anrecht nicht verloren gehen, der Betrag vielleicht die in Hamburg( Drud Auer u. Cie.) erscheinende GisenbahnerResehalle in der Alexandrinenstr. 26 das Gewünschte. Auch die Bibliother vielmehr kreditiert sein sollte. 2.2. Sie würden sich an die Armen- Beitung? 3. Ja. Die Bekanntmachung des Aufgebots erfolgt in der Gedes Centralverbands der Elektromonteure dürfte für ihre Mitglieder auf tommiffion Ihres Bezirts wenden müffen. Die Rente tann wegen gezahlter meinde oder in den Gemeinden, wo die Verlobten ihren Wohnsiz haben. diese Zeitschriften abonniert sein. Die Sizungen des Verbands finden Almofen mit Beschlag belegt werden. Elfe 12. Den Anspruch Hat einer der Verlobten seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort außerhalb jeben 2. und 4. Sonnabend im Monat bei Immendorfer, Sophien- tann die Betreffende brieflich und gerichtlich geltend machen. feines gegenwärtigen Wohnsizes, so erfolgt das Aufgebot auch in der Ges Straße 5, statt. .. 71. 1. Sie könnten Herausgabe verlangen, eventuell die Zahlungen meinde seines jegigen Aufenthalts. Hat einer der Verlobten seinen WohnN. 50. J. R. Brustwette bei tiefster Ausatmung 61, bei höchfter einstellen. 2. In der Regel bleibt der frühere Vormund. 3. Nein. fi innerhalb der letzten sechs Monate gewechselt, so erfolgt das Aufgebot Einatmung 89 Centimeter. Sehschärfe rechts/ s, links/ der normalen. Frau D. 1. Ja. 2. Berläßt die Ehefrau das Haus, so kann sie ebenso auch in der Gemeinde seines früheren Wohnsizes. Nein. R. Sch., Lichtenberg. Haben Sie die Freundlichkeit, mit dem wenig wie der Ehemann durch die Polizei zurückgebracht werden. Der Ehe- 10 000. Die Genehmigung zum Betrieb einer Schantwirtschaft, darf Losungsschein in den Abendstunden auf der Redaktion vorzusprechen, da die mann fann in solchem Falle sich an das Amtsgericht zweds Vornahme versagt werden, wenn gegen den Nachsuchenden Thatsachen vorliegen, welche Zeichen in ihrem Brief nicht ganz richtig wiedergegeben zu sein scheinen. eines Sühneversuchs wenden und kann nach fruchtlosem Ausfall dieses die Annahme rechtfertigen, daß er das Gewerbe zur Förderung der Völleret, M. Lehmann. Das Aufgebot muß in Berlin und in Breslau statt: Termins eine Klage auf Herstellung des ehelichen Lebens anstellen. Wenn des verbotenen Spiels, der Hehlerei oder der Unsittlichkeit mißbrauchen. finden. Ihre Anwesenheit in Breslau ist nicht erforderlich. Siehe unter B. nach Rechtskraft der auf Herstellung des ehelichen Lebens gerichteten Klage werde. Deshalb wird in der Regel wegen schwerer Eigentumsdelikte Beund J. Jack. 1. Ja. 2. Ja, falls die Frau nicht auch hilfsbedürftig ist. die Ehefrau nicht zurückkehrt, kann der Mann auf Ehescheidung flagen. straften die Konzession versagt. P. R. Elbingerstr. Bis zum 1. Januar A. M. Sie haben keinerlei Anspruch mehr, falls Sie nicht sich selbst 3. Der Mann hat das Recht auf die Kinder, falls nicht auf Anrufen des 1900 waren 235, feitdem nur 200 Marken nötig. Auf die früheren Fälle weiter versichern und zu diesem Behuf mindestens 40 Marken in 2 Jahren Gerichts die Fürsorge für die Kinder in deren Interesse der Mutter über findet die neue Vorschrift keine Anwendung. Ein erneuter Versuch würde leben. G. K. Ein solcher Anspruch steht Ihrer Tochter leider nicht zu. tragen wird. 4. Dafür besteht kein bestimmter Sazz. 5. Nein. daher erfolglos fein. 5. 15. Es genügt ein eigenhändig ge- und unter: Für Klagen des Gefindes ist nicht das Gewerbegericht, sondern das Amts- Sie können sich an das Amtsgericht wenden. 2. M. 99. Nein. schriebenes Testament. Es empfiehlt sich, ausdrücklich festzusetzen, daß die gericht zuständig. H. Tronke. Die Anerkennung ist bedingungslos auf: C. R. Sie können reklamieren. Sind Sie zu 12 M. Staats Buwendung an die Braut Gültigkeit behalten soll, falls das Verlöbnis aufgenommen. Welche Motive dazu geführt haben, ift unerheblich. Einkommensteuer veranlagt, so werden Sie ferner zu 12 M. Gemeinde- gehoben wird. Zu beachten ist, daß das Testament unter Angabe des Orts Weitere Schritte wären daher erfolglos. D. 1000. Nein. steuer eingeschäßt. M. 2. 62/63, Prinzen- Allee. 1. Nein. 2. Ja. und des Tags eigenhändig ges und unterschrieben sein muß Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 3. Mai. Central- Theater. RANIA** Seute Anfang 8 1hr. Taubenstr. 48/49. Im Theater Freitagabend 8 Uhr: Unser Rhein. Invalidenstr. 57/62. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Tägl. Sternwarte. Hierauf: Aschenbrödel. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. 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Mai.- Die Vorstellungen folgen am 16.( Himmelfahrtstag), 19., 26. Mai und 2., 9., 16. Juni. Aufgeführt wird: Der grüne Kakadu. Groteske von A. Schnitzler. Hierauf: 229/5] Scherz und Ernst. Scenen und Lieder moderner Dichter. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Riesen- Walfisch 21 Meter lang. Bekanntmachung. Gewerbegericht zu Berlin. J. Nr. 211 Gew.- Ger. 01. In Sachen betreffend die Errichtung eines neuen Tarifvertrags für den Verband der Baugeschäfte Berlins und der Vororte einerseits und ihre Maurer: gesellen andrerseits hat das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin in der Sigung vom 22. April, 1901, an welcher teilgenommen haben: Gewerbegerichts- Direktor v. Schulz als Vorsitzender, 1. 2. Dietrich, Klempnermeister, 3. Kretschmar, Bildhauer, als Arbeit: geber- Beisiger, 4. Lindemann, töniglicher Baurat, als Vertrauensmann der Arbeit geber, 5. Knoll, Steinfeger, 6. Ahrens, Tischler, als Arbeit nehmer- Beisiger, 7. Reßler, Regierungs- Baumeister als Vertrauensmann der Arbeit: nehmer, folgenden Schiedsspruch gefällt: 1. Ein Berliner Maurer ist bei ge: 150 000 Pfd. schwer. wöhnlichem Mauerwerk und bei neun stündiger Arbeitszeit in der Lage; durchschnittlich 500 bis 750 Steine zu bertauern. Vollständig geruchlos! Bon morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr. Eintrittspreis 20 Pf. Alexanderstraße, Ecke der Magazinstraße. Schluß der Ausstellung in Berlin Anfang nächster Woche. Stettiner Sänger. Sporthaus zur„ Großen Krampe urkom. Programm. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. am Fuße der herrlich am Wald und Wasser gelegen wüggelberge fowie Gasthof zu Müggelheim empfehle den werten Vereinen, Fabriken und Werkstätten zu Wasser und Landpartien. 10679 Fernsprech- Amt: Köpenick 186. W. Troppens. Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Sommer- Semester 1901. 2. Bei der unter 1 genannten Durchschnittsleistung ist Zeitlohn in Betracht gezogen. Ferner handelt es sich bei dieser Durchschnittsleistung nicht um die tägliche Leistung eines einzelnen Maurers, sondern lediglich um die Leistung einer Kolonne. Gründe: Der von den Beauftragten der Parteien am 1. April dieses Jahrs vor dem Einigungsamt unter der Bedingung geschlossene Vergleich, daß die Auftraggeber demselben zustimmen, ist seitens der Arbeitnehmer abgelehnt worden. Diese Ablehnung wurde damit in wesentlichen begründet, daß der Begriff gewöhnliches Mauerwerk" feiner einheitlichen Deutung unterliegt und außerdem beim Aufführen von Ge bäuden das Fortschreiten der Maurer arbeiten durch vielerlei Faktoren bes In unfren beiden Abteilungen beginnen jetzt wieder neue Kurse zur stimmt wird, welche der Einwirkung Ausbildung in der ersten Hilfe bei Unglücksfällen, und zwar am der Gesellen entzogen sind. Im 6. Mai im Restaurant, Dresdenerstr. 45, und am 13. Mai, Brunnenstr. 150, übrigen erklärten die Arbeitnehmer jedesmal 9 Uhr abends beginnend. Der Unterricht findet in jeder Abteilung bei den Vergleichsverhandlungen und 14 tägig statt und kostet das Einschreibegeld 25 Pf. und der monatliche bei der endgültigen Ablehnung des Beitrag 25 Pf. Eine reichhaltige Bibliothet steht den Teilnehmern zur Vergleichsvorschlags vom 1. April, Geschw. Gasch Paul Petras enorm billig direkt in der Fabrik bei Verfügung. Die erste Unterrichtsstunde kann jeder als Gast besuchen und daß sie grundsäßlich nicht gegen die 261/4 Festlegung einer Durschnittsleistung N.B. Am Sonntag findet ein Ausflug nach Schmargendorf statt. ſeien, aber die Erledigung dieser Treffpunkt: 3 Uhr Restaurant Sanssouci. Baffage Panoptitum. Specialis der Sommer- Saison und des = täten Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Unser Rhein von der Delle bis zur Mündung. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitagabend 8 Uhr: Konzertgartens. Sommerpreise! 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Deswegen mußte auch der von den Arbeitnehmern maun au ber weiteren Verhandlung des Einigungsamts hinzugezogen werden. gez. b. Schulz. A. Knoll. F. Dietrich. Albert Kretschmar. Rob. Ahrens. Guft. Keßler. Lindemann. Vorstehender Schiedsspruch wird mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht, daß die Arbeitgeber fich demfelben sofort unterworfen haben. Von den Arbeitnehmern ist er in der Ver: sammlung des Centralverbands der Maurer am 28. April d. J. ebenfalls angenommen, dagegen in der Vers sammlung des Lokalverbands ,, Verein zur Wahrung der Jntereffen der Maurer Berlins und Umgegend" qu demfelben Tage abgelehnt worden, in beiden Versammlungen mit Stimmens mehrheit. Von der Gesamtheit der Arbeitnehmer, die von beiden Ver bänden bersammelt waren und zu dem Schiedsspruch Stellung ges nommen hatten, ist er angesichts der abgegebenen Stimmenzahl abgelehnt. Berlin, den 1. Mai 1901. Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wetter in Gr.- Rihterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Zb. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin. Büttner, Gerichtsschreiber. st. 102. i8. mm. 2. KtillM Ks Amillts" Krltller WlksblM Fttiw. Z. Mai 1S01. Nommunales. Eladtlierordnrten- Versammlung. 13. Sitzung vom Donnerstag, den 2. Mai, nachmittags 6 Uhr. Stadtrat Kauffmann hat die Wahl zum Bürgermeister an- genommen. Zwischen den Stadtvv. Rast und Borgmann hat eine Stich- wähl stattzustuden, da bei der Wahl eines Mitgliedes in die Ver- kehrsdepulation sich in der vorigen Sitzung eine Mehrheit nicht er- geben hat. Gewählt wird der Stadtv. R a st mit 5S gegen 8t Stimmen. Stadtv. Stadthagen(Soc.) berichtet nanicns des niedergesetzten Sonderausschusses über die Verhandlung seines Antrags wegen Aenderung des Statuts für den Gesinde- BclohnungS- und UnterstiitzungSfondS. Der Ausschuh hat, nachdem ein Antrag, die Aufhebung deS Statuts zu erwirken, mit 5 gegen 4 Stimmen gefallen war, be- schlössen, der Versammlung vorzuschlagen: den Magistrat zu ersuchen, mit den zuständigen Staatsbehörden dahin in Verbindung zu treten, daß der ß 3 deS Statuts aufgehoben werde oder daß von der Erhebung der in diesem Paragraphen gedachten Einrichtung von je S Silbergroschen für jeden Dienst- antritt und für jeden Dienstwechsel in Zukunft Abstand genommen werde. Stadtv. Wallach(A. L.) bittet um Ablehnung dieses Antrags. Die kleine Entlastung um 50 Pf. für den Dienstboten falle doch nicht ins Gewicht, während man 25 000 M. Einnahme des Fonds preis- geben würde. Eine weitere Diskussion findet nicht statt. Im Schlußwort legt der Referent nochmals die Gründe dar, die dafür sprechen, wenigstens diese unnütz die Dienstboten belasteude Gebühr aus den obsoleten Statuten zu entfemen. Der Ausschußantrag wird abgelehnt. Mit dem vollständigen Neubau deS Waisenhauses, Alte Jakobstr. 33/35, hat sich der Specialansschuß einverstanden erklärt und empfiehlt, den Vorentwurf zu genehmigen. Die Versammlung stinimt ohne Debatte zu. Die Sommerferien der Versammlung werden auch in diesem Jahre in die Monate Juli und August verlegt werden. Das Rittergut D i e d e rs d o r f soll an den jetzigen Pächter Liepmann auf 15 Jahre weiterverpachtet werden und zwar für einen jährlichen Pachtzins von 12 M. pro Morgen. Stadtv. Nelke swild) bezweifelt, ob der jetzige Zeitpunkt für eine Verpachtung geeignet ist. und hätte die öffentliche Ausschreibung lieber gesehen. Er beantragt Ausschußberatung. Stadtrat Marggraff: Wir übernehmen Diedersdorf und Birkholz am 1. Juli cr., es war also die höchste Zeit, abzuschließen. (Widerspruch.) Günstigere Bedingungen können wir von keinem andren Pächter erhalten. Der bisherige Pachtsatz beträgt nur 650 M. Stadtv. Deter(N. L.): Die Vorlage ist so mangelhaft, daß sie der Ausschußberatung unbedingt bedarf. Stadtv. Cassel(A. L.) spricht sich ebenfalls für Ausschußberatung auS, desgleichen Stadtv. Hintze Soc.), der u. a. die Pachtzeit für zu lang und die eventuell von der Stadt zu zahlenden Abstandsgelder für zu hoch hält. Die Ausschußberatung wird beschlossen und der Ausschuß sofort vom Vorstande ernannt. Anläßlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Berliner Feuerwehr will der Magistrat, abgesehen von der Errichtung des Feuerwehr- Denkmals auf dem Mariannenplatze, noch 5000 M. für Festlichkeiten der Mannschaften und Offiziere bewilligt haben und 10 000 M. der Königin Augusta-Stiftung ftir die Berliner Feuerwehr überweisen. Stadtv. Karl Goldschmidt(N. L.): Die Forderung von 5000 M. für Festlichkeiten aus diesem Anlaß an sich ist nicht zn beanstanden. Aber man soll nicht vergessen, daß gleichzeitig mit der Feuerwehr auch die Straftenrcinignng ihr Jnbilänm feiert. Um historisch gerecht zu sein, muß man auch für die Straßenreinignng ein Fest feiern. Wir beantragen, an diesem Tage den Arbeitern einen Extra-Tagelohn zu zahlen und für das Personal ebenfalls ein Fest zn ver- anstnlten. Gewiß steht der Beruf der Feuerwehr höher; aber beide haben ihre großen Verdienste um die Stadt und erfordern große Anstrengungen und Opfer. In de» letzten 10 Jahren hat auch die Straßenrcinigung 37 schwere Unglücksfälle, fünf davon mit tödlichem Ausgange, aufzuweisen. Wir wünschen circa 5000 Mark zu diesen Zwecken auszuwerfen; in der Arbeiterschaft und bei den Beamten der Straßenreiniguna darf das Gefühl der Zurücksetzung nicht aufkommen. Ungewöhnlich ist meine Anregung nicht. Stadtv. Pfannknch(Soc.): Gegen die Vorlage wird sich wohl nichts einwenden lassen; wir unsrerseits sind ebenfalls da- für.. Wir können uns auch für den Antrag Goldschmidt erwärmen und werden für denselben stimme». Sollte er abgelehnt werden, so würde ich eine Resolution beantragen behufs' Vorlegung eines Magistratsantrags in dem Sinne der Forderungen des Antrages Goldschmidt. Die bezüglichen Anträge der StraßenreinigungS- Deputation sind im Magistratskollegium abgelehnt worden (hört, hörtl), wie uns scheint, mit Unrecht.(Sehr richtig!) Gewiß ist der Beruf der Feuerwehr gefahrvoll; bei der Straßen- reinigung sind dauernd etwa 35 der Beschäftigten krank, für die fort- während Ersatz geschafft werden muß,' so daß eigentlich 35 Manu mehr eingestellt werden müßten, Beweis genug, wie angreifend die Arbeit ist. Nach den Feststellungen der Dcputatwit würden 5000 M. zu wenig sein.„Circa 5000 M." giebt auch nicht die notwendige Freiheit nach oben. Annähernd wird ein Betrag von 6000 M. erforderlich sein, um den 1400 Arbeitern den Tagelohn als Erati- fikation zu geben und für die Beamten und Aufseher ein Festmahl zu arrangieren. Würde diese Festlichkeit■ dem ganzen Personal gegeben, dann würden auch 6000 M. nicht hinreichen. Diese Summe mindestens müßte in den Antrag aufgenomnien werden. Stadtv. Goldschmidt erklärt sich mit'dieser Aenderung ein- verstanden. Der Antrag Goldschmidt und mit dieser Erweiterung die Vor- läge werden angenommen. Schluß 7 Uhr._ Zur Frage der Pettsionsberechtigung städtischer Arbeiter. Der Ausschuß, welchem die viel erörterte Vorlage betr. die Be- willigung von Ruhegeld- und Hinterbliebenen-Versorguna für die ohne Pensionsberechtigung im Dienst der Stadt dauernd bcichäftigten Personen zur abermaligen Dnrchberatung überwiesen wurde und der aus denselben Mitgliedern wie das erste Mal besteht, hat Dienstag getagt. Bekanntlich hat die Stadtverordneten- Versaminlnng' durch Beschluß vom 22. März d. I. die Borlage mit den Abänderungen, die der erste Ausschuß beschlossen hatte, angenommen. Die' Hoffnung indessen. daß auch der Magistrat seinerseits diesen Abäuderungen seine Zustimmung erteilen würde, hat sich als trügerisch erwiesen. Durch Vorlage vom 11. April d. I. ersucht der Magistrat die Versammlung um Streichung des vom Ausschuß neu eingefügten 8 7», sowie um Aufhebung des Beschlusses, I daß die Unfallrenten auf das städtische Ruhegeld nicht in Abzug gebracht werden dürfen. Der beanstandete 8 7s. hat folgenden Wortlaut: „Wenn Personen, welche 15 Jahre oder länger ununterbrochen im Dienste der Stadt gestanden haben, das Arbeitsverhältnis aus Gründen gekündigt wird, die nicht in ihrer Personliegen, so erhalten sie, solange ihnen eine ihren Kräften entsprechende Beschäftigung in einer andren städtischen Verwaltung nicht gegeben werden kann, die Hälfte des nach Maßgabe dieses Gemeindebeschlusses zu ge. währenden Ruhegelds und der Hinterbliebenenversorgung, auch wenn sie nicht dauernd ardeitsnnsähig sind." Der Zlveck dieser Bestimmung ist,' Arbeitern und Angestellten der Stadt, die längere oder lange Zeit im städtischen Dienst qe- standen haben und dann' ohne ihr Verschulden entlassen werden, den Uebergang in die neuen Verhältnisse zu erleichtern und ihnen vor allem einen, wenn auch nur kleinen, Ersatz für den Teil ihrer Gesundheit und Arbeitskraft zu gewähren, den sie im Dienst der Stadt aufgebraucht haben. Dieser Paragraph war von unsren Vertretern in wesentlich weiterem Umfang und im An- schluß an die Bestimmungen beantragt worden, die s. Z. gleichfalls auf den Antrag unsrer Genossen in dem Ortsstatut über die An stellung der Gemeindebeamten Aufnahme gefunden hatten, und kenn. zeichnend für die Rückständigkeit und das socialpolitische Verständnis des Magistrats ist es, daß er bei der Regelung der Arbeiterverhälb nisse Bestimmungen glaubt abweisen zu sollen, die er bei der Regelung der Beamtenverhältnisse in sehr viel weiterem Umfange anstandlos acceptiert hat. Die beanstandete Streichung der Abzugsfähigkeit der Unfall- renten war von unsren Vertretern im ersten Äusschuß und im Plenum durchgesetzt worden, da sie überzeugend nachweisen konnten, daß die Reichs- Unfallgcsetzgcbung mit vollstem Vorbedacht alle Lasten aus der Unfallversicherung den Unternehmern aufgelegt und ausgesprochen hat, daß diese die Unfallrenten als eiuen.Teil ihrer Produltiönskosten anzusehen hätten, mithin eine Verrechnung dieser Renten auf anderweit verdientes Ruhegeld oder Pensionen nicht gerechtfertigt ist. Diese Beanstandungen, so wichtig sie auch sind, hätten indessen die Versammlung wahrscheinlich nicht veranlaßt, die Vorlage wiederum in einen Ausschuß zu weifen, wenn nicht von H e i m a n n namens unsrer Genossen ein Antrag gestellt worden wäre, der bezweckt, eine große Härte für all diejenigen Personen zu beseitigen, die unter das Jnvalidenversicherungs- Gesetz fallen. Der 8 �3 dieses Gesetzes bestimmt nämlich, daß das Reckt auf Bezug der Invaliden- reute für bestimmte Perj»nenkreise ruht, solange und soweit die denselben gewährten Pensionen, Wartegelder' oder ähnlichen Bezüge unter Hinzurechnung der ihnen nach dem Invaliden- versicherungs- Gesetze zugesprochenen Rente den V/t fachen Grund« betrag der Invalidenrente übersteigen. Der 7'/» fache Grundbeirag der Invalidenrente schwankt je nach den 5 Lohnklasjen zwischen 450 bis 750 M. Diese Bestimmung des Jnvalidenversichcrungs-Gesetzes war der Anlaß, daß der Paragraph der Vorlage, welcher von der Abzugs- fähigkeit andrer Bezüge auf das städtische Ruhegeld handelt, nach längerer Beratung den folgenden Wortlaut erhalten hat: „Stehen einem Ruhegeld-, Witwen- oder Waiscngeld-Empfänger Bezüge aus Mitteln des Reichs, eines Bundesstaats oder andrer öffentlicher Verbände oder auf Grund des Jnvalidenversicherungs- Gesetzes zu, so wird das Ruhe-, Witwen- und Waisengeld um diese Bezüge gekürzt und zwar auch, wenn der Empfangs- berechtigte nach Aufforderung die zur Erlangung dieser Bezüge erforderlichen Schritte unterläßt. Bei den Ruhegeld-Empfängern tritt diese Kürzung jedoch nur dann ein, wenn und soweit diese Bezüge zusanimcn mit dem städtischen Ruhegeld den 7VLfachen Grundbeirag der Invalidenrente übersteigen. Heimann hat nun beantragt, den letzten Absatz dieses Para- graphen wie folgt zu fassen: „Bei den Ruhegeld-Empfängern tritt diese Kürzung jedoch nur dann ein, wenn und soweit diese Bezüge zusammen mit dem städtische» Ruhegeld den 7>/sfachcn Grundbeirag der Invaliden- reute, oder, falls das Ruhegeld nach 8 3 höher sein würde, als dieser 7VLfache Grund betrag, diesen höheren Betrag übersteigen. Durch diesen Zusatz soll vermieden werden, daß der 7V«fache Grundbeirag der Invalidenrente die Höchstgrenze bildet für alle Bezüge, die einer unter das Jnvalideuversichcrungs-Gesctz fallenden Person zufließen können, selbst wenn diese Person nach den Bestimmungen der Vorlage ein städtisches Liuhegeld «dient hat, welches für sich allein schon höher ist, als der 7Vefachc Grundbelrag der Invalidenrente. Hat zum Beispiel ein städtischer Arbeiter ein Durchschnitt«- Jahresverdienst von 1200 M., so würde er gemäß den Bestimmungen der Vorlage, wenn er nach 40jäbriger Thntigkeit im Dienste der Stadt arbeits- unfähig ivird. ein städtisches Ruhegeld von 900 M. lerdicnt haben. Seine Invalidenrente betrage 300 M., so erhält er nach den bisherigen Beschlüssen von der Stadt nicht nur nicht das erdiente Ruhegeld von 900 Mark, sondern das Ruhe- geld wird um 450 M. gekürzt, da Ruhegeld und Invalidenrente nicht mehr als den 7Vsfachcn Grundbctrag der Invalidenrente ausmachen dürfen, die für ihn in der fünften Lohnklasse 750 M. beträgt. Wie hart diese Bestimmung gerade für die wirtschaftlich schwachen Personen ist, die unter daS Jnvalidenversicherungs- Gesetz fallen. wird klar werden, weunj man bedenkt, daß die Borlage auch für die Pensionierung all derjenigen städtischen Nngestelltcnstnaßgebcnd ist, die nicht klebepflichtig sind. Diese Personen also erhalten, da die angeführten Bestimmungen des JnvalidenveisicherungS-Gesetzes nicht entgegenstehen, in jedem Fall das nach den Bestimmungen der Vorlage crdicnte Ruhegeld voll und ohne jeden Ab- zug ausbezahlt. Der gestellte Antrag würde den dargelegten ungerechten Zustand für die städtischen Arbeiter vollkomnicn be- seidigen. DaS nach den Bestimmungen der Vorlage crdicnte städiische Ruhegeld würde danach a l l'e n Angestellten der Stadt ohne jedenAbzu'gausbezahltwerdenmüssen, gleichviel ob sie klebepflichtig sind oder nicht. Der Antrag bringt aber den nicht zu umgehenden großen Uebelstand, daß die Versicherungsanstalt ihrerseits in all den Fällen die Zahlung der Rente einstellen würde, in denen das städtische Ruhegeld höher als der 7>/z fache Grundbetrag der den betreffenden Ruhegeldempfängern zustehenden Invalidenrente ist.— Der Ausschuß hatte von der Versammlung den Auftrag, nach Mitteln und Wegen zu suchen, das Ziel des Antrags unserer Genossen zu erreichen, ohne daß man nötig habe, der Versicherungsanstalt die bei ihr fällig gewordenen Renten zu schenken. Die Debatte wandte sich zunächst dem K 7a zu und es wurden von unsren Vertretern alle oben kurz skizzierten Gründe, die für unveränderte Annahme sprechen, noch einmal ausführlich dargelegt. Nach mehrfachen Entgegnungen der Gegner des Paragraphen nahm der Oberbürgermeister das' Wort, um auszuführen, daß die Ab- lehnung des Paragraphen durch den Magistrat nach ein- gehender Beratung erfolgt sei; er gab zu bedenken, daß wenn der Ausschuß den Paragraphen in unveränderter Gestalt wieder annehmen und die Versammlung diesem Beschlüsse� ihres Ausschusses beitreten würde, daran die ganze Vorlage scheitern könne. Die Abstimmung ergab die u n v e r ä n d e rt e Annahme mit 8 gegen 4 Stimmen. Behcirrte so der Ausschuß bei diesen Bestimmungen auf seiner Ansicht, so fügte er sich beim 8 9 den magistratlichen Wünschen, nach- dem seitens der Magistratsvertreter ausgeführt wurde, daß die neue Vorlage insofern ein sehr erhebliches Entgegenkommen des Magistrats darstelle, als im städtischen Dienste erworbene Unfallrente»— andre bleiben bei der Berechnung deS Ruhegehalts ganz außer Betracht— nur abgezogen werden dürfen, wen» und soweit sie zusammen mit dem städtischen Ruhegehalt den Durchschnitts-Arbeitsverdienst übersteigen. Die Annahme des Magistratsantrags erfolgte mit acht gegen zwei Stimmen. Bezüglich des Antrags unsrer Genossen gab man allgemein zu, daß die jetzigen Bestimmungen große Härten für all die Personen in sich schließen, die der Jnvaliden-Versicherungspflicht unterliegen. Man bedauerte, daß die Stadtgemeinde ihre alten, invaliden Arbeiter nicht so gut stellen könne, als sie dies thun möchte, aber die Schuld, so wurde ausgeführt, liege eben bei der Reichs- Gesetzgebung, nicht bei der Stadt. Der Ausweg, durch event. Verzicht auf die Invaliden- renten die Möglichkeit zu schaffen, das städtische Ruhegeld ohne Abzug zahlen zu können, ging dem Ausschuß zn iveit. Andre Wege, das erstrebte Ziel zu erreichen, konnten nicht vorgeschlagen werden und so wurde der Antrag mit 8 gegen 2 Stimmen abgelehnt. Eine Aenderung der in Frage stehenden Bestimmungen deS Jnvalidenversicherungs- Gesetzes wird sich als unumgänglich not- wendig erweisen, denn auch andre Kommunalverwaltnngen werden sich in' ihrem Bestreben, ihre Angestellten im Alier ausreichend zu versorgen, durch diese Bestimmungen gehemmt sehen. Dölrnles« Die Stadtberordnetcn-Vcrsammlung hat gestern den Vorschlag, auf eine Aenderung des Statuts des Gesinde-Belohnungs- und Unter st ützungS- Fonds hinzuwirken, bedauerlicherweise verworfen. Der Ausschuß, der zur Beratung des bekannten Antrags Stadt- Hagen eingesetzt worden war, empfahl die Beseitigung der leidigen 50 Pfennig-Bciträge, die den Dienstmädchen bei jedem Dienst- Wechsel abgenommen werden. Aus der Versammlung sprach nur Herr Wallach für diese Einrichtung. Man solle doch das Geld, sagte er. nicht so mir nichts dir nichts zum Fenster hinauswerfen, zumal da die Zahliing der Beiträge den Dienstmädchen nicht schwer falle. Stadt- Hägen, der namens des Ausschusses referierte, hob in seinem Schlußwort noch einmal die geivichtigcn Bedenken hervor, die gegen die fernere Beibehaltung der Beiträge sprechen, aber die Abstimmung ergab kein« Mehrheit für den Vorschlag deS Ausschusses. Herr Wallach und seine Gesinnungsgenossen würden vermutlich auch bereit sein, für die Beibehaltung der Gefinde-Ordnung einzutreten, wenn die Entscheidung darüber Sache der Berliner Stadt- v e r o r d u et e n« V c r s a in m l un g wäre.— Der Vorentwurf zum Neubau des Waisenhauses in der Alten Jakob-Straße wurde angenommen. Eine Debatte darüber lvurde von keiner Seite mehr versucht.— Aus Anlaß der bevorstehenden Feier des fünfzigjährigen Be- stehens der Berliner Feuerwehr ist von Mitgliedern der„Neuen Linken" und der„Alten Linken" beantragt worden, auch der Straßen reinigung zu gedenken, die ja einst mit der Feuerwehr vereinigt war. Der Antrag wurde von der socialdemokratischen Fraktion, für die Genosse Pfaunkuch sprach, selbstverständlich unterstützt. Für den Fall der Ablehnung hatte Pfannkuch eine Resolution eingebracht, die den Magistrat um eine bezügliche Vorlage ersucht» doch wurde der Antrag mit großer Mehr« heit angenommen._ Das Wartepcrsoual der städtischen Jrrcnanstalte» hat auch im Etatsjahr 1899/1900>v jeder recht zahlreich gewechselt. In der Anstalt Dalldorf mußten im Laufe des Jahrs 141 Wärter und 75 Wärterinnen ersetzt werden. Von den ausscheidenden Wärtern und Wärterinnen waren 93 bezw. 26 erst in demselben Jahre eingetreten. Der Bericht der Deputation für die städtische Jrreupflege sagt, es sei noch schwerer als bisher gewesen, geeignetes Personal zu erhalten, ja selbst nur die ansreichende Zahl einzustellen. Die wesentlichste Ursache sei der Mangel an rbeitskräften überhaupt gewesen. Hinterher wird jedoch bemerkt:„Eine beträchtliche Erhöhung der Lohn- s ä tz e war daL zunächst zu ergreifende Mittel zur Abhilfe, und es scheint, als ob es dadurch und durch die veränderten Verhältnisse des Arbeitsmarkts überhaupt gelingen wird, die Schwierig- leiten allmählich zu überwinden." Daß eine beträcht- liche Lohnerhöhung zwar nicht das einzige, aber ein wichtiges Mittel zur Erzielung einer größeren Beständigkeit unter dem Warte- personal ist, das haben wir oft hervorgehoben. Leider pflegen aber die Lohnerhöhungen, die in den städtischen Betrieben be- willigt werden, keinestvegs„beträchtlich" zu sein, so daß sich die von der Verwaltung daran geknüpften Er- Wartungen in der Regel nur halb erfüllen.— Auch in dem Abschnitt über die Anstalt Herzberge wird endlich zugegeben, daß die Höhe des Lohns von Bedeutung für die Beschaffung eineS guten und ausdauernden Personals ist. Hier gingen 112 Wärter und 59 Wärterinnen ab, so daß ungefähr ebenso viel Stellen neu zu besetzen lvaren, als in der Anstalt vorhanden sind.„Durch die Bercitivilligkeit der Deputation", sagt der Bericht,„konnte eine Lohnerhöhung erfolgen und so die im ganzen auf der Männerseite noch sehr nötige Gewinnung geeigneterer Pflege- lräfte wenigstens durch Verbesserung der materiellen Stellung erleichrert werden".— Für die Anstalt W u h l g a r t e», aus der 71 Wärter und 34 Wärterinnen aus- schieden, werden auch die Gründe des Ausscheidens angegeben. Am häufigsten ist„Urlanbsüberschreitung". Leider kam auch Mißhand- l u n g von Kranken vor; 5 Wärter und 2 Wärterinnen wurden auS diesem Grunde entlassen. Bon den ausscheidenden Wärtern lvaren 58 noch kein Jahr, von diesen 44 noch kein halbes Jahr und davon wieder 27 noch kein Vierteljahr(15 sogar noch nicht 1 Monat) in der Anstalt beschäftigt gewesen. Bei den Wärterinnen lagen die Verhältnisse nicht ganz so schlimm, aber ähnlich. Biblische Geschichte i» freisinniger Nutzanwendung. Die Geschichte von de» sieben fetten und den sieben magern Jahren spiegelt sich in den Augen eines waschechten Manchestcrfreisinnigen anheimelnd wieder. Der Stadtv. Fähndrich hielt über den HauShaltS-Etat der Stadt Berlin einen Bortrag im Haus« besitzer- Verein Norden, der beifällig aufgenommen wurde und, wie der Berichterstatter meldet, schon deshalb Beachtung ver- dient, weil die vorgetragene Ansicht von vielen Stadtverordneten geteilt wird. Der Redner sagte n. a.: Seit dem Jahre 1894 habe die Stadt»gute Zeiten" gehabt, die aber nun vorüber zu sein scheinen, wenigstens sei der Höhepunkt schon überschritten. Den größten Etat, der immer mehr anwachse, habe das städtische Schulwesen, es erfordere allein einen Zuschuß von 18 Millionen Mark. Die Zuschüsse für Schulen, Armenpflege. Obdach, Siechen« und Waisenpflege, Polizei, Feuerwehr, Straßenreinignng usw. be- liefen sich auf über 80 Millionen Mark. Die Schuldenlast sei auf rund 300 Millionen Mark gewachsen. Die Finanzlage sei heute noch eine gute und werde, wenn sich die Stadtverwaltung nicht in eins „uferlose Finanzpolitik" durch Uebe'r nähme von elektrischen Strahenba-hnen, Anschlagsäulen usw. in eigene Regie hineintreiben lasse, wahrscheinlich auch bleiben. Ahnst du etwas? Die Finanzlage der Stadt bleibt gut, wenn die Stadt der„Großen", der Firma Ranck u. Hartmann und selbstverständlich den Hausbesitzern ungeschmälert ihre Profite über- läßt. Die Finanzlage der Stadt ivird schlecht, sobald die Stadt einen Teil der bisher vom Privatkapital eingeheimsten Profite ein- streicht und ihn zum Besten der Einwohnerschaft verwendete. Denn unter dem Wohl der Stadt ist nach kommunalfreisinniger Logik nicht das Wohl der Gesamteinwvhnerschaft zu verstehen, sondern der Profit der Grundstücksbesitzer und Straßenbah�Vt von waren Aus den Nachbarorten. erAktionäre. Um bei dem biblischen Gleichnis zu bleiben: Der Haftpflichtsumme hat sich um 196 800 m. vermehrt und betrug am brave Joseph hätte in der Hungersnot das aufgespeicherte Komm 1. Jamar 1901 im ganzen 596 700 M. Ganz auffallend haben nicht unter das darbende Volk verteilen, sondern es den Mastbürgern sich die Einzahlungen auf Geschäftsanteil und Spareinlagen nahme einer neuen Anleihe von 4 Millionen Mark ist die SchuldenAus Groß- Lichterfelde wird uns geschrieben: Mit der Aufzum Wuchern überlassen sollen. Conto gesteigert. Sie betrugen 116 477,58 Mart. Sier Das Schneeballsystem ist trotz aller polizeilichen Maßnahmen von gingen bei den 28 Bahlstellen 93 416,90 Mark Spar- Die wenig erfreuliche Erscheinung der raschen Schuldenzunahme Spar- last der Gemeinde Lichterfelde auf insgesamt 6886 000 m. gestiegen. nicht auszurotten und findet, wie leider gesagt werden muß, nament- glieder auf Geschäftsanteil- und Spareinlagen- Conto betrugen am in den steigenden Ausgaben auf dem Gebiete des Schulwejens, einlagen in 8687 Posten ein. Die Gesamtguthaben der Mit- innerhalb weniger Jahre mag ihre Erklärung finden unter andrein lich unter den Frauen immer noch eine leichtgläubige Anhänger- 1. Januar 1901 116 212,30 m. beziv. 175 602 M., zusammen also ferner in dem Umstande, daß die Kanalisation die Summe von schaft. Als neuestes Geschäft dieser Art hat sich hier in der 291 814,30 M. gleich 149,72 m. pro Kopf. Der Gesamtbestand auf 3 Millionen Mark erfordert, die allerdings in erster Linie von Sebastianstraße 69 der Modebazar Hecht" aufgethan. Niemand Spareinlagen- Conto hat sich dem in den ersten acht Jahren an dem Grundbesitzertum, dem allein die materiellen Vorahnt, daß dort im Hof, zwei Treppen hoch, ein„ Bazar" prangen fönnte, und wer die nicht sehr verlockend aussehenden Räume be- gesammelten Bestand gegenüber fast verdoppelt. Die Beiträge sind teile der Kanalisation zu gute tommen, zu decken wäre. Leider fast ausschließlich aus Arbeiterkreisen aufgebracht. Mit Bedauern wird die Gemeinde auch tritt, sollte durch den ganzen Charakter der Einrichtung schon von konstatiert dagegen der Geschäftsbericht die geringe Teilnahme heblichen Bedenken Veranlassung giebt, finanziell in Anspruch in andrer Weise, die zu Bedenken erfüllt werden. Dennoch drängt sich hier ſeit tapitalträftiger Kreise. Von den 4prozentigen Schuldverschreibungen, einigen Tagen die Frauenwelt bon früh bis spät, um, genommen. Aus dem Etat für 1901/1902 ergiebt sich, welche die Genossenschaft ausgiebt, dem Geschäft versprochen wird, beinah umsonst 31. Dezember 1900 wie bis zum Daß die Gemeinde an Pflasterkosten für die Grundbesizer die schöne einen Kleiderstoff im Werte von 10 Mart zu erhalten. nur 44 000 Mark untergebracht worden. Summe von 235 362 m., d. i. nahezu ein Viertel des Ge In dem ziemlich großen Raum find drei Tische, einige Sühle und nach wie vor Abgesehen von der Unterstüßung, welche die Genossenschaft samt- Etats ausgelegt hat, darunter für die Terraingesellschaft cin Regal aufgestellt, das diverse große Pappschachteln birgt. Unter der Benfionstasse für die Arbeiter der Preußisch- Hessischen Eisen- bezahlen fann, allein die Summe von 13 000 m. von der Landesversicherungs- Anstalt Berlin, Groß- Lichterfelde, die an Dividende ihren Aktionären nur 25 Proz. der ausschließlich weiblichen Kundschaft ist sowohl die leidlich auf- bahngemeinschaft und einigen wohlhabenden Freunden der Genossengeputzte Madame aus bürgerlichen Streifen wie auch die Arbeiterfrau fchaft erhalten hat, verdankt sie ihre Erfolge hauptsächlich der Selbst- begriffen ist, nimmt fast von Jahr zu Jahr die Summe ab, die Während die Gesamtsumme der Pflasterfosten im steten Steigen vertreten. Alles drängt sich, um sein Geld los zu werden. Die Sache läuft ungefähr wie früher beim Hydra- und Gellasystent. Bei hilfe ihrer Mitglieder. Der Verein hat bis jegt vier Ansiedlungen seitens der erfahpflichtigen Anlieger" geleistet wird. Zahlung von 50 Bf. erhält man ein gedrucktes Formular, welches schaffen und beabsichtigt in diesem Jahre eine neue Ansiedlung mit in den Etats pro 1897/98 16 812 M., 1898/99 mit 325 Wohnungen und 17 Läden oder Geschäftslokalen ge= Es sind als„ Einnahme" unter dem Titel„ Pflastertosten" eingestellt über 50 Pf. als Anzahlung auf ein Kleid im Werte von 10,50." 250-270 Wohnungen zu errichten. Die jährlichen Mietpreise der 19 546 M., 1900/1901 15 000 m., 1901/1902 15 000 27. 16 586 27., 1899/1900 quittiert. Dies Stüd Bapier ist aber vollständig wertlos, denn man Wohnungen, die nach den Selbstkosten berechnet werden und deren lann damit noch gar nichts beginnen. Nach etlichen Tagen fommt Steigerung fontrattlich ausgeschlossen ist, steigen von 150-600. tommen gegenüber der vorgeschossenen" Gesamtsumme gar nicht in Diese als wahrscheinlich" angenommenen Rüdersatz- Beträge jedoch von der Firma eine Bostnachnahme von 2 M. ins Haus und Diese Preise von 152 Wohnungen liegen zwischen 250 und 300 M. Am Betracht; die Steigerung im Etatsjahr 1899/1900 ist zudem nicht zugleich ein Schein, welcher 4 Coupons zur Unterschrift enthält, die nun Schluffe des Jahres wurden die vier Ansiedelungen von 1376 Per- ernst zu nehmen, sie ist fiktiver Natur und diente nur dem Zwed, die Käuferin dritten Personen aufzuschwagen trachten muß. Hat die Kuntin für diesen Schein wirklich 4 Dumme gefunden, die 50 Pf. gezahlt fonen bewohnt. Von den 342 Mietern waren 265 der Versicherungs- dem kunstvollen Voranschlag zum Gleichgewicht zu verhelfen. und auch den Bostauftrag von 2 M. erfüllt haben, dann erhält sie Frauen. Die Ansiedelungen des Vereins repräsentieren einen Buch- Pflasterkosten erst eingezogen werden können, wenn ein„ Gebäude" pflicht unterliegende Arbeiter, 32 Unterbeamte und 16 Witwen und Da nach den Bestimmungen des Fluchtlinien- Gesetzes die allerdings den Kleiderstoff im angeblichen Werte von 10,50 0.8- vert von über zwei Millionen Mart. Die Geschäftsunkosten be- auf dem fraglichen Grundstüd errichtet worden ist, so zeigen obige gewiesen. Aber die Erfahrung zeigt, daß es meist unmöglich ist, trugen, da die gesamte Verwaltung ehrenamtlich ist, nur 2462,57 M., Ziffern zugleich die relativ geringe Bauthätigkeit am Ort, die infolge vier Personen den genannten Betrag abzulocken, und so dürfte das der Neingewinn 3833,52 m., aus dem eine Dividende von 3/2 Proz. des jezigen allgemeinen wirtschaftlichen Niedergangs noch geringer Geld in den meisten Fällen weggeworfen sein. Eigentümlicherweise verteilt wird. Der gedruckte Geschäftsbericht, welcher von der ist auf den Scheinen als Erfüllungsort Friesad bezeichnet. Wie wir Geschäftsstelle NW. Sidingenstr. 7 abgegeben wird, giebt ausführ bedeutender; er beträgt bei 4 Broz die die Gemeinde für ihre werden wird. Der Zinsenverlust der Gemeinde ist daher eint früher vor derartigen Geschäften gewarnt haben, so auch jetzt, und liche Auskunft über die Hausertragstonten usw., enthält überhaupt Schulden selbst zahlen muß jährlich ca. 9500. wir hoffen, daß die Frauenwelt verständig genug sein wird, all- viel interessantes Material zur Wohnungsfrage. mählich das Bedentliche eines solchen Hazardspiels einzusehen. " Die Grund- und Bodenspekulanten lassen ihre Grundstüde in Der Begründer der bekannten Cigarrenfabrik von Loefer u. Anbetracht des sich immer mehr steigernden Werts unbebaut liegen Der große Hörsaal der neuerbauten Klinik und Poliklinik Wolff, Kommerzienrat Bernhard Loeser, ist gestern nacht hierselbst und die Gemeinde hat die Zeche zu bezahlen. für Hals- und Nasenkrankheiten in der Luisenstr. 13a, wurde gestern in seiner Wohnung in der Bellevueftraße einem Leberleiden erlegen. vormittag in Gegenwart von Regierungsvertretern, hervorragenden Er ist 66 Jahre alt geworden. Aus der Zehdenicker Brandchronik. Am 2. Mai find Aerzten 2c. in Gebrauch genommen. Die zahlreich erschienenen 100 Jahre verflossen, daß Zehdenick von einem furchtbaren Brande Studierenden begrüßten den Leiter der Klinik Geheimrat Professor Mit Hinterlassung einer bedeutenden Schuldenlaft, in die heimgesucht wurde, der das blühende Städtchen vollständig eins Dr. B. Fränkel in dem neuen Heim mit jugendlicher Begeisterung. sich vornehmlich hiesige Viehhändler teilen, ist der Großschlächter- äscherte. Das Feuer brach kurz vor 11 Uhr vormittags am 2. Mai Der neue Hörsal ist, wie alle Neubauten der Charité, mit den meister Richard Röder, Thaerstr. 42 wohnhaft, verschwunden. 1801 bei einem Nadler aus und verbreitete sich derart schnell, daß neuesten und vollkommensten Einrichtungen ausgestattet. Eigenartig Man vermutet, daß er fich nach England geflüchtet hat. Seine innerhalb 4 Stunden der Ort zerstört wurde. 3123 Personen wurden ist z. B. die Beleuchtung. Die Bogenlampen senden ihr Licht nicht Sachen sind versiegelt und die Kriminalpolizei verfolgt ihn. obdachlos, auch fanden 7 Menschen den Tod in den Flammen. Der unmittelbar herunter, sondern werfen es erst an die Decke hinauf. Zu der Mitteilung vom 30. April über das Ereignis im verursachte Schaden belief sich insgesamt auf 509 617 Rthlr. 16 Gr. Hanse Wienerstraße 17 erhalten wir die Nachricht, daß von einem Durch Brandkatastrophen ist Zehdenick überhaupt schon von Alters Hörfal zurück. her beimgesucht worden. So z. B. im Jahre 1533, wo Zehdenick Selbstmord keine Rede sein kann, vielmehr ist der junge Krüger in am Donnerstag nach Eraudi( 6. Sonntag nach Ostern) vollständig Die Hausbefizer und das öffentliche Wohl. In der gestrigen folge eines unerklärlichen Unglüdsfalls vom Dache abgestürzt. durch Feuer vernichtet wurde. Ebenso brannte auch 1569 die Stadt Sigung der gemischten Deputation für die Errichtung eines Nord- Straßensperrung. Die Friedenstraße, südlicher Damm, wird ab. In den Jahren 1631 und am 1. April 1687 wurde Zehdenick parks auf den Rehbergen tam das geringe Entgegenkommen der von der Koppenstraße bis zur Fruchtstraße behufs Umpflasterung wiederum durch Feuer in Trümmer gelegt. Im Jahre 1704 brannte Anlieger dem in den Magistratsakten vorhandenen Projekt gegen vom 2. Mai d. s. ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter der Ort nochmals ab. über zur Sprache. Mau äußerte sich dahin, daß von diesem Projekt gesperrt. der hohen Kosten wegen abgesehen werden solle, dagegen wurde empfohlen, ein kleines Projekt zu slizzieren, aber auch dieses mur unter der Voraussetzung zu empfehlen, daß die Beteiligten sich viel entgegenkommender als bisher zeigen. Hiernach liegt das Schicksal des Nordparts wesentlich in den Händen des Stadtteils Wedding selbst. Bon dieser strahlt es dann gleichmäßig und mild über den ganzen Einen schlimmen Verlust hat die Arbeiterin Tscheslos erlitten. Montagabend verlor fie in der neunten Stunde auf dem Wege von der Franfeciftr. 4 durch die Danziger- und Petersburgerstraße ein Portemonnaie mit 30 9. Inhalt, die ihre gesamten Ersparnisse darstellen. Bielleicht veranlassen diese Zeilen den ehrlichen Finder, das Geld Fransedistr. 4 bei Lormy abzugeben. Martipreise von Berlin am 1. Mai 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch), Seule 1 kg do. Banch Schweinefleisch Belzen, gut D.- Str. 17,60) 17,58 17,56 17,54 mittel gering Moggen, gut " mittel gering t) erfte, gut " 17,52 17,50 14,70-.15,80 " mittel gering P " mittel niftrob Hen 14,90 14,80 14, 13,90 13,10 16,40 15,70 15,60 15, Kalbfleisch Sammelfleisch Butter Fier Starpfen Male 14,90 14,30 Hechte gladhitz 7-5, 1,60 1,20 1,30 11,60 1,20 " 1,80 1, 1,60 1, 2,60 2, 60 Slid 3,60 2,40 1 kg 2,20 1,20 2,80 1, 2,60 1,20 2,-1,20 1,80 0,80 3,- 1,20 Bander gering 7,30 Barsche " 8,30 5,80 Schleie " Grbsen 40, 22,- Bleie Speiset ohuen Linfen *) ab Bahn. 45, 25, Krebse per Sdjod 18, 1,40 0,70 3, . 70. 30, Umfturz im Schöffengericht. Zu einem tumultuarischen Auftritt tam es gestern im Gerichtssaale der 139. Abteilung des Schöffengerichts. Auf der Anklagebant befand sich der wegen Gewaltthätig- Feuerbericht. Die Explosion einer Petroleumlampe verursachte feiten vielfach vorbestrafte Kellner Wehrmann, ein Mann, der gestern einen Alarm nach An der Stadtbahn 39. Der angerichtete seinem Namen Ehre machte. Er wurde wegen wiederholter schwerer Schaden ist unbedeutend. Kurz vorher hatte die Wehr FriedrichBedrohung seiner früheren Geliebten mittels Messers und Revolvers straße 212 und Insterburgerstraße 10 zu thun. In beiden Fällen afer, gut zu sechs Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung verurteilt. handelte es sich um geringfügige Wohnungsbrände. Kleider und Als er abgeführt werden sollte, ging er, anstatt dem Gerichts- Wäsche wurden Soldinerstraße 104 eingeäschert. Wilhelmstraße 22a diener zu folgen, durch die offenstehende Barrierenthür in den brannten mit allerlei Gerümpel gefüllte Stellerverschläge, so daß Zuhörerraum. Der Beamte versuchte, ihn am Arme zurüd längere Zeit Wasser gegeben werden mußte. Seeftr. 21 hatte die wurde aber zuziehen, von Wehrmann wie spielend ab- Dachkonstruktion Feuer gefangen, das indes mit Leichtigkeit beseitigt Nun tam ein Wachtmeister, der sich im Zuhörer- werden konnte. Feuermeldungen liefen außerdem noch ein von geschüttelt. raume befand, dem Gerichtsdiener zu Hilfe. Aber Wehrmann Oderbergerstraße 23 und Elisabethstraße 52, doch brauchte die Wehr nahm es mit beiden auf. Es kam zu einem gefährlich aussehenden in beiden Fällen nicht in Aktion zu treten. Ringen, Tische und Stühle flogen beiseite. Der Lärm hatte den Portier, den Botenmeister und noch andre Beamte herbeigerufen, der Echte Geisha in Berlin. Der hiesige japanische Verein WaRajende wurde zu Boden geworfen, eine Menge Hände hielten ihn fest und nach vielem Mühen gelang es endlich, ihn zu feffeln. Run war er unschädlich, die Beamten trugen ihn nach der Zelle. Einem Gerichtsdiener hatte Wehrmann mehrere blutende Kragwunden am Kinn und Hals beigebracht. Der Verurteilte wird diese Ausschreitung schwer büßen müssen. = †) fret Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 2. Mai. Getreide. Auch heute fanden auf dem Getreidemarkt Schwankungen statt, doch waren die Differenzen weniger bedeutend und das Geschäft nahm einen ruhigen Verlauf. Nur für Ware bleibt beffere Nachfrage bestehen, namentlich in Roggen und Mehl. Lieferungen waren anfangs leicht gedrückt auf ein stärferes Angebot im Anschluß an die gestrigen Erwerbungen von effektivem russischen Roggen. Nachher befestigte sich die Tendenz auf knappe Offerten, sowie höheres Deftreich- Ungarn und Amerita, ermattete jedoch schließlich wieder, da Liverpool rückgängige Preise meldete. Die durchschnittlichen Preise aller Lieferungen fönnen für Weizen und Roggen als schwach behauptet bezeichnet werden Futterartikel wurden wenig umgesetzt, Hafer notierte wie geſtern, Mais eher eine kleinigtett schwächer. Rüböl war ſtill, wenig verändert. Spiritus unverändert, 70er Ioco 44,40. Schluß für Getreide schwach. Außerdem Doku- Kai ersucht uns, folgendes bekannt zu geben: Heute, Donners tag, treffen acht japanische Geisha und mehrere andre Japaner und Japanerinnen in Berlin ein. Nachdem sie sich die Sehenswürdigfeiten angesehen und sich kurze Zeit hier aufgehalten haben werden, wollen sie über Amerika nach Japan zurückkehren. Sämtliche drei zehn Personen find echte Japaner. Das Theaterstück„ Die Geisha" ist dem Berliner Publikum zwar sehr bekannt, doch einen echten Gewaltsame Verdeutschung. Die Ergebnisse des ausgangs japanischen Geisha- Tanz hat man in Berlin bisher noch nie gesehen. vorigen Jahrs vom Zweigverein Berlin- Charlottenburg des All- Einige Mitglieder der hiesigen deutsch- japanischen Gesellschaft Wagemeinen Deutschen Sprachvereins verkündeten Preis- Doku- Stai beabsichtigen, Anfang der nächsten Woche einen Geisha ausschreibens, die beste Verdeutschung von 10 Fremdwörtern be- Abend zu veranstalten, um dem Berliner Publikum, insbesondere den treffend, liegen jetzt in folgenden preisgekrönten deutschen Neuwörtern Japaninteressenten, Gelegenheit zu geben, einen echt japanischen vor: Baby& leinling: Herr Rudolf Vollrath, Landfis Geisha- Tanz zu sehen. Karten werden von Herrn Kisat Tamai, Vermischtes. Trautheim bei Nieder Ramstadt in Hessen; in Hessen; Couplet Herausgeber der Monatsschrift„ Ostasien", Berlin, Halleschestraße 13, Schelmenlied: Herr N. Kühn, Dresden Altstadt; Pedal ausgegeben. Die Voruntersuchung der Aachener Sittlichkeitsaffaire ist ( am Fahrrade) Tritt: Herr Dr. G. Leonhardt, Dessau; nahezu abgeschlossen, weshalb die sensationelle Angelegenheit schon Sweater( als Kleidungsstüd) Sportwams: Sportwams: Herr Gustav Die lebende Photographie ist neuerdings nicht allein technisch in der ersten Hälfte dieses Monats vor der Straffammer in Aachen Justi, technischer Hilfsarbeiter im Reichs- Patentamt: Rochade, sehr vervollkommnet worden, sondern hat sich auch in ihrer Hand zur Verhandlung tommen dürfte. Es haben sich insgesamt sechs rochieren a) Königsprung, den König springen lassen: Herr habung so vereinfacht, daß ihr das Schicksal droht, allmählich auch Herren der besseren Gesellschaft, unter ihnen der in Haft Reinfried Arnold, Heidelberg, und b) Frobeuzug, den Frobenzug von Laien ebenso mißbraucht zu werden, wie heute die nicht genommene Regierungsrat Schneemann, wegen Vergehens gegen § machen: Herr Engelbert Fleischmann, Nürnberg; Record Stand: lebende" Amateurphotographie. In einer Sigung, welche die Freie 176 Absatz 3 R- Str.- G.- B. zu verantworten. Herr Rudolf Jänisch, Hamburg; Reclame 2ertund: Herr Photographische Vereinigung vorgestern im Hörjaal der Urania richtet sich die Antlage auch gegen die Postassistentenfrau D., welche Karl Rüdel, Birna. Bei drei andren Fremdwörtern mußte von einer abhielt, wurde als neuer Apparat auf diesem Gebiete der Kine beschuldigt wird, in verschiedenen Häusern der Stadt, und zwar in Breisverteilung abgesehen werden: für Concours hippique ist eine eßter vorgeführt, der jo handlich ist, daß er bequem beim besonders gemieteten, möblierten Wohnungen den Wüstlingen die bessere als die schon gebräuchliche Verdeutschung„ Roß- und Wagen Spaziergang mitgeführt werden kann. Die Konstruktion ist überaus minderjährigen Kinder zugeführt zu haben. Einem der Hauptichau" nicht eingegangen; auch das für Amateur schon gebrauchte einfach und gestattet dabei eine vielseitige Verwendung. Es tönnen beteiligten in dieser schmutzigen Affaire ist es gelungen, sich rechtLiebhaber" wird von feinem der eingesandten Wörter übertroffen; in der Sekunde 1-20 Aufnahmen erfolgen, und der Bewegungszeitig durch die Flucht ins Ausland in Sicherheit zu bringen; er und zu Hotelrestaurant ist fein für den Begriff hinreichendes Dec mechanismus ist sowohl zum Stopieren eigner Aufnahmen wie auch soll gegenwärtig in Kopenhagen weilen. wort vorgeschlagen worden. zur Wiedergabe zu verwenden. Die Films find bis 22 Meter lang, Ein schauerliches Verbrechen wird aus Leipzig gemeldet. Sehr glücklich sind auch die preisgekrönten Verdeutschungen so daß über 1000 Aufnahmen von einem Vorgange möglich find. Donnerstagmittag erträntte dem„ Berl. Tagebl." zufolge eine nicht gelungen und auf ihre Anerkennung in der Boltssprache ist nun allerdings kommt die lebende Liebhaber- Photographie nicht ganz billig noch unbekannte 32 jährige Frau ihre drei Kinder im Flut zu stehen. Der Apparat an sich kostet 300 M., das Scioptikon dazu kanal, worauf sie sich in gleicher Weise zu töten versuchte; die Frau 75 M. und die Films tommen der Meter auf 1 M. zu stehen, konnte jedoch gerettet werden, während die drei Kinder als Leichen Ein Lagerdieb wurde gestern von der Kriminalpolizei fest so daß eine einzige Aufnahme netto mit 15 bis 25 M. zu genommen. Ein Arbeiter, der seit einigen Jahren auf dem Lager berechnen ist. In der Sizung wurde ferner ein von der Firma geborgen wurden. bekannt. der Kolonialwarenhandlung von Herrmann in der Teltowerstr. 57 8eiß hergestellter Projektions- Apparat, das Epidiaskop vorgeführt, beschäftigt war, ein verheirateter Mann und Vater von drei Kindern, der die in ihn eingefügten Gegenstände in ihrer natürlichen Farbe fiel durch eine Lebenshaltung, die weit über sein Einkommen hinaus- und in wunderbar plastischer Gestalt an den Wandschirm wirft. Der ging, auf. Gestern tam ein Kriminalbeamter, um dieser Erscheinung Apparat soll namentlich für ärztliche Zwecke vielfach verwendbar sein, auf den Grund zu gehen. Er nahm den Verdächtigen in einer da es durch ihn möglich ist, die Präparate selbst stark vergrößert zu Droichte mit, um in seiner Gegenwart seine Wohnung in der projizieren, während zum Anschauungsunterricht" bisher bekanntlich Alexanderstraße au durchsuchen. Auch der Geschäftsinhaber die Photographie verwendet werden mußte. fuhr mit. Als alle drei die Droschke schon verlassen hatten, rief der Kutscher sie zurück und machte sie darauf aufmerksam. 30 f.) ist soeben mit den Sommer- Fahrplänen erschienen. Unstreitig gehört Das Berliner Verkehrs- Regikon"( Verlag von May Schildberger, daß sie etwas vergeffen hätten. So fand man eine Menge Specereien. dieses treffliche Taschenbuch zu den besten Hilfsbüchern der Hauptstadt, denn die der Arbeiter im Wagen zurüdgelassen hatte. Für den Heimgang es giebt in Inappem Rahmen eine erstaunliche Fülle von Nachweisungen schon vorbereitet, war der Ungetreue überrascht worden und hatte über alles, was die öffentlichen Einrichtungen und den Verkehr in Berlin Die diesmalige Ausgabe( Semester 31) hat wieberuin eine Ver sich seiner Tagesbeute heimlich entledigt. In der Wohnung aber betrifft. fand man noch mehrere Centner gestohlenen Guts. Der Dieb hatte fast befferung aufzuweisen, indem bei jeder Straße die zugehörigen Bostämter Der Vorortverkehr, die Dampferfahrten 2c. find sehr eins jeden Abend in seiner bauschigen Bluse, die durch einen Gürtel ge- angegeben sind. halten wurde, etwas mitgenommen und einen schwunghaften Handel gehend behandelt und die sehr übersichtlich angeordneten Fernzugsverbindungen weisen auf einen Blick die kompliciertesten Eisenbahnverbindungen durch ganz Swinembe betrieben. Troß seines guten Lebens hatte er daher auch schon an Deutschland nach. Ein Plan von Berlin in 9 Sektionen vervollständigt das Hamburg mehreren Stellen Ersparnisse angelegt. Berlin si sehr reichhaltige Buch. Frantf./M. gar nicht zu rechnen. Das Motiv für diese entsetzliche That ist unDie Pariser Polizei verhaftete zwei Engländer namens Miller und Edwards unter dem Verdacht, den vor einigen Tagen gemeldeten Einbruchsdiebstahl bei der amerikanischen Express tompagnie in Paris berübt und dabei die eiserne Kaise mit Dynamit gesprengt zu haben. In der Wohnung Millers wurden mehrere Dynamitpatronen gefunden. Witterungsübersicht vom 2. Mai 1901, morgens 8 1hr. Stationen Barometer ftand mm Wind richtung Windstärke 767 ND 767 OND 765 NNO 765 NNO 765SW 762 23 Wetter Temp. n. 6. 6° 4° N. Stationen Barometerstand mm Wind Bunza Windstarte Wetter 2 heiter 11 Betersburg 771 ONO 1Dunst 12 Corf 77092 2heiter 10 Aberdeen 772N Temp. n. 6. FIFA 15° G.= 1° R. 11 2hlb.bed. 12 11 4 wolfent 7 paparanda 76892 1 heiter 2 heiter 2 bedeckt 2 bedeckt 765 NO 2 heiter 2 bedeckt Wetter Prognose für Freitag, den 3. Mai 1901. 8 Paris 9 Der Berliner Spar- und Bauverein( E. G. m. b. 5.), hielt Der Verein Berliner Buchdruck- Maschinenmeister ver- München unter starter Beteiligung dieser Tage seine 9. ordentliche General- anstaltet am Sonntag, den 5. Mai, im Anschluß an seine Ausstellung Wien versammlung ab. Die Erledigung der reichhaltigen Tagesordnung der Fachschüler- Arbeiten eine Drucksachen- Ausstellung in Cohus nahm volle 6 Stunden in Anspruch. Nach dem Geschäftsbericht sind Festsälen, Beuthstr. 20. Diese Veranstaltung, bei welcher nur Berliner Ziemlich heiter bei mäßigen nördlichen Winden, fühlerer Nacht und der Genossenschaft im vorigen Jahre 805 neue Mitglieder beigetreten. Drudsachen zur Ausstellung gelangen, verspricht interessant zu werden. wenig veränderter Tagestemperatur; feine erheblichen Niederschläge. Der Verein zählte am Schlusse des Jahres 1949 Genossen. Die Der Eintritt ist frei. Berliner Wetterbureau Centralverband der Maurer Deutschlands Achtung! MAURER. Zahlstelle I Berlin( Putzer). Achtung! Sonntag, den 5. Mai, vorm. 11 Uhr, in den„ Armin Heute Freitag, den 3. Mai, abends 8½ Uhr, in Stecherts Festsälen, Andreasstr. 21: hallen", Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. 1. Tages Ordnung: Große Mitglieder- Versammlung des Socialdemokratischer Wallverein f. den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Often.) Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerer Friedrich Höpfner It regnung vom 1. Duartal. 2. Berichterstattung über das End: Vereins zur Wahrung der Intereffen der Maurer Berlins u. Umgegend. tre feinem Andenten am Montag, den 29. d. M. verstorben ist. Ehre Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 5. d. M., nachmittags 3 Uhr, Andreas- Gemeinde in Wilhelmsberg ( Hohen- Schönhausen) statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 243/17 Der Vorstand. 1. Das Resultat der Mai Aussperrung und unsre Stellung dazu. von der Zeichenhalle der Markus: und refultat der Verhandlungen mit den Arbeitgebern vor dem Gewerbegericht. 3. Berichterstattung vom Verbandstag. 4. Wahl der Mitglieder zum Ausschuß. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir die Kollegen recht zahlreich zu erscheinen. 134/10 2. Vereinsangelegenheiten. 3. A. Die örtliche Verwaltung. Franz Schulz. Tages Ordnung: = 129/11 Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand, Central- Verband der Maurer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Berlin II. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Freitag, den 3. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus: Sitzung der Orts- Verwaltung. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung von der Konferenz der Maurer der Provinz Brandenburg. 2. Bericht vom Verbandstag. 3. Neuwahl des Ausschusses. 137/10 Achtung! Mitgliedsbuch legitimiert. Die Verbandsleitung. Statt jeder besonderen Meldung! Am 28. April, 7½ Uhr morgens, verstarb nach furzem Krantenlager an den Folgen einer Unterleibsoperation in der Dr. Gutermannschen Alinit, Oranienburgerstr. 57, meine innigst ge Deutsch. Metallarbeiter- Verbandene Bioſ es. Wate ( Verwaltungsstelle Berlin). Achtung! Bureau: Engel- lifer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Montag, den 6. Mai, abends 8½ Uhr: Bauarbeiter! Ordentliche General- Versammlung Freitag, den 3. Mai cr. vormittags 10 Uhr, in M. Kliems neuem Saal, Hajenheide 13: Versammlung aller zum Streifgebiet Berlin u. Umg. gehörigen Zahlstellen. Tages- Ordnung: 1. Die Maßnahmen der Unternehmer betreffs der Maifeier und unsre Stellungnahme. Referent: Kollege O. Rennthaler. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert, ohnedem kein Eintritt. 30/8 Die Lohnkommission. J. A.: Karl Heidemann. Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin I. Sonntag, den 5. Mai cr., vormittags 10% Uhr, in Graumanns im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Antrag auf Anstellung eines weiteren Beamten. 114/13 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitglieds: bücher auszuhändigen. Achtung! Osten. int 36. Lebensjahre. Dies zeigt tief betrübt, um stilles Beileid bittend, Freunden und Bekannten an der trauernde Batte Wilhelm Bischof. Danksagung. Central- Kranken- u. Sterbe Kasse der Bimmerer. Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 2, Hamburg. Oertl. Berwaltung Berlin III. Am Montag, den 29. April, starb unser Mitglied, der Zimmerer Friedrich Höpfner. Die Beerdigung findet am Sonns tag, den 5. Mat, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Markus. Gemeinde in Wilhelmsberg- Hohen Schönhausen aus statt. Unt rege Beteiligung bittet 259/8 Der Vorstand. Allen Freunden und Betannten Verein der Zimmerer Berlins fage hiermit meinen herlichsten Dant für die vielen Beweise der Teilnahme an dem Begräbnisse meines lieben Manns, insbesondere dent sechsten Wahlverein und dem Skatklub Bor: wärts. [ 10916 Die trauernde Witwe Bathe. Für die Teilnahme und Kranz spenden bei der Beerdigung meines Sonntag, den 5. Mai, findet eine Herrenpartie sur lieben Mannes spreche ich allen meinen Baumblüte nach Werder statt. Treffpunkt: morgens 7 Uhr am besten Dank aus. Bahnhof Alexanderplas; Abfahrt von baſelbſt 7 Uhr 37 Min. nach Botsban. 14682 Witwe Walenda. und Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser tangjähriges Mitglied, der Kamerab Friedrich Höpfner am Montag, den 29. April, vers storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg Für Nachzügler Treffpunkt bei Glaser in Potsdamt, Brandenburger Arbeiter- Radfahrer- Verein aus statt. Kommunikation 16. Die Ortsverwaltung. Mitglieder- Versammlung. Verband der Sattler und verw. Berufsgen. 1. Bortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 32/15 Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegend. Sonntag, den 5. Mai cr., vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I: General- Versammlung. COUC Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Wahl eines 2. Vorsitzenden. 4. Antrag auf Erhöhung der Beiträge. 5. Bericht der 21er- Kommission. 6. Verschiedenes. 33/15 Mitgliedstarte legitimiert! Beiträge werden nur zwischen 1210-11 angenommen. Der Vorstand. Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarbeiter ( Filiale Berlin.) D Mitglieder= Versammlungen. Filiale 1: Geschirr- und Galanterie- Branche. „ Berlin". Sonntagmittag 22 Uhr, Koppenplay, nach Hermsdorf zur Sool: 257/8 Der Vorstand. Soeben erschien im Verlage der Buchhandlung Josef Gogowski. Posen: quelle. Familienausflug, Fort mit den Spiele mit Bräfentver Getreidezöllen! teilung. Jeden Freitag Reigenfahren Gine Grwiderung von Adolf Bendit. bei Raabe, Kolbergerstr. 23. Gäste Zu beziehen durch alle Buchhandwillkommen. [ 11/20 lungen. Preis 20 Pf. 10796 Sonnabend, den 4. Mat, abends 8½ Uhr, im Engliſchen Verein der Tischler Berlins Hof, Neue Roßstraße 3. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Steiner über „ Häckels Welträtsel". 2. Diskussion. 3. Ersazwahl des Vorsigenden. 4. Verschiedenes. Filiale II: Sonnabend, den 4. Mai, abends 82 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33. Filiale III: Täschner und Koffermacher. und Umgegend. ( Vertrauensmänner- Centralisation.) 198/6 Freitag, den 3. Mai, abends 8 Uhr, bei Thiels, Fruchtstr. 36A: Mitglieder- Versammlung. Dienstag, 7. Mai, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus 2. Wie stellen wir uns dazu? 3. Verschiedenes. ( Saal 1), Engelufer 15. Tagesordnung: Die Forderungen der Koffermacher. Filiale IV: Militäreffekten- Sattler. Deutschlands( Zahlstelle Berlin III). Sonntag, 5. Mai, vorm. 10% Uhr, bei Zimmermann, Badftr. 58: Sonnabend, 4. Mai, abends 81/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Kiesel. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Un zahlreiches Erscheinen ersucht 1073b Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Wahl des 2. Borsitzenden. 2. Verschiedenes. Filiale V: Teppich- und Linoleumleger. Jeden Montag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats im Die Ortsverwaltung. Lofal von Borchert( Handelsstätte Belle- Alliance), Friedrichstr. 16. Filiale VI: Wagen- Sattler. Tages- Ordnung: 1. Die Aussperrung wegen der Feier des 1. Mai. Der Vorstand. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 4. Mat, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Lipke, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Emil Rosenow( Mitglied des Reichstags):" Aus der Urgeschichte des Christentums". 2. Vereinsangelegenheiten. 198/17 Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 4 Uhr, Besuch der Urania, Taubenstraße. Zur Aufführung gelangt: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Billets sind noch in der Versammlung zu haben. Gäste ( auch Frauen) haben Zutritt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Atung! Rabitzputzer. Achtung! Freitag, den 3. Mai, abends 5% Uhr, in den„ Arminhallen", Dienstag, den 7. Mai, abends 8½ Uhr, bei Mörschel, Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Kommandantenstr. 20 Mitglieder- Versammlung Jüdenstr. 35-37. Um zahreichen Besuch bitten Die Vorstände. Sprechstunden- Aenderung! der Filiale III des Gentral- Verbands der Maurer. Für Krankenkallen- Mitglieder! Tages Ordnung: 1. Beschlußfassung über den neuen Vertrag. 2. Stellung zu den Vom 1. Mai bis 1. Oktober bin ich täglich ununterbrochen von Maßregelungen am 1. Mai. 252/12 Die Ortsverwaltung. 92-4 Uhr zu sprechen. Sonnt. 9-12. Zahnarzt L. Wolff, Müllerstraße 1. 1087b Hilfsarbeiter Deutschlands Zahlstelle Berlin II. Sonntag, den 5. Mai cr., vormittags 11 Uhr, bei Peters, Alt Moabit 80-81: 32/16 Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverivaltung. Warenhaus Moabit Lachmann& Scholz Turmstrasse 76a. Blumen. Batist- Rosen in frischen Naturfarben Rosen- Pique, 2 Vollrosen, 2 Knospen Hut- Rosen in allen Farben • B Ottostrasse 1. Sonnenschirme. • Hüte. Stück 4 Pf Englisch garniert mit Seide und Posen . Stück 65 Pf. Weiss Batist 97 von 85 Pf. Weiss Batist mit Spitze 35 Pf. an. " 48 Pf. Amazonenform mit Sportband und Goldpose 10 P, 12 P., 20 Pf. Façons in allen Formen und Farben • Weiss Batist mit Einsatz und Spitze. Posen schwarz und naturfarben mit Gold.... Stück 6 Pf. Tocques und Kapotten, chik garniert, St. von 1,65 M. an. Halbseide farbig gestreift Weisswaren. Strümpfe. Putz- Zuthaten. Halsbandeaux, Seide mit elegantem Schloss.... 48 Pt. Schottisch für Kinder.. 32 Pf, 38 Pf., 42 Pt, 48 P. Strohstoff. 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( Ohne Gewähr.) 6 49 55 75 295 308 442 907 1035 98 242 394 507 663 836 966 2350 860 932 3027 388 536 65 714 79[ 3000] 4023 233 538 660 82 889 942 5078 224 677 820 25 44 67 6069 214 300 596 670( 3000] 806 85 7055[ 500] 161 211 99[ 3000] 365 68 418 55 680 920 8035 42 168 90[ 1000] 200 38 443 75 542 43 82 619 798 805 59 9398 432[ 1000] 36 531 613[ 5001 51 859 10175 340 636 53[ 1000] 971 11098 126 32 206 24 51 63 71 385[ 3000] 97 502 619 37 749 75 822 993 12014 45 99 102 287 316 94 438 648 806 13 65 914 21 13103 91 413 616 775 801 32 14003 15 31 161 239 327 47 ( 500] 456 70 690 748 821 15388 475 541 97 682 753 971 16072 159 60 204 15 24 472 513 760 959 71 96 17010 61 71 102 29 37 61 419 620 24 36 40 761 905 6 16 93 18140 91 202 646 19043 106 538 894 [ 500 0001 966 20024 29 131 207 15 349 493 507 627 78[ 500] 904 18 21 32 21108[ 1000] 97 271 91 361 682 781 864 911 15001 78 22114 64 348 98 429 737 844 47 63 939 84 23244 477( 3000] 588 89 692 761 902 89 24012 297 320 454 507 705 855 70 25001 173 205 48 82 96 401 74 590 665 763[ 500] 92 806 963 86 26354 523 613 45 85 824 44[ 500] 97 902 52[ 3000] 98 27012 255 425 60 569 72 80 82 612 45 49 813 38 28489 518 609 711 ( 3000] 998 29117 32 329 48[ 3000] 74[ 500] 462 522( 500) 651 833 L 30015 361 459 98 994 31190[ 500] 256 364 475 537 756 938 87 32073 306 26 584 609 20 56 711 33151 214 346 599 34072 172 206 319[ 1000] 429 726 808 940 35036 110 227 363 420 521 52 696 740 36028 86 389 848[ 500] 95 915 37208 99 358 411 75 527 615 808 38090 148 201 13 68 607 90 98 987 39006 12 150 232 521[ 1000] 713 31 835 56 93 909 79 81 40014 82 107 226 91 379 532 63 87 94 725 841 41135 48[ 500] 569 753 97 920 42055 93 193 360 507 35 828 85 963 43085 475 518 783 854 62 78 44172 417 78 695 765 874 924 45074 239 80 334 835 913 46092 267 364 412 92 510 20[ 1000] 46[ 500] 97 619[ 3000] 730 47152 95 423 526[ 3000] 793 878 992 48056 373 606 704 879 948 49105 253 350 71 86 434 570 50154 85 259 412 616 28 789 51008 262 413 532 811 46 57 981[ 500] 52308 407 655 68 738[ 500] 808 93 53015 199 364 548 744 859 905 54013 113 82 393 686 810 902 62 92 55144 81 258[ 10 000] 601 797 56180 93 244 466 94 744 951 57015 250 301 407 520 664 83 823 926 27 62 58164 80 558 701 40 959 59296 335 404 30 592 822 46 951 60365 467 78 552 624 44 66 705 61027 168 325 646 718 867 937 90 62249 70 91 336 47 593 702 37 950 63003 361 63 411 61 670 92 765 836 64098 126 36 388 451 547 77 976 65339 40 72 97 652 701 15[ 1000] 30 38 40 846 960 66044 127 79 423 647, 72 928 32 66 67131 292 321 28 448 778[ 1000] 68190 205 301 555 957 69062 165[ 1000] 229 490 621[ 500] 95 70270 363 432 534 72 693 852 62 982 71484 624 722 870 989 72063[ 3000] 79 84 86 200 85 389 577 656 712[ 3000] 35-848 51 910 73110 383 452 55 94 736[ 500] 41 844 929 83 74129 77 83 205 59[ 1000] 455 745 824 75085 165 283 543 97 759, 812 86 67075 236 459 504 25 30 84 88 629 862 77183 227 59 324 83 568 78 660 705 77 942 78080[ 1000] 88 148 279 306 11 459 909 21 79114 315 51 71 481 86 664 964 80028 222 395 405 596 733 81086 88 149 51 211 15 362 557 63 721 920[ 500] 50 68 78 82028[ 3000] 112 230 77 346 53 569 620 66[ 500] 767 77 811 17 902 [ 1000] 72 97 83197 227 33 54 539 720 801 55 940 70 84113 38 216 27 329 449 52 528 60 742 51 911 62 85018 28 99 164 319 543 727 86095 296[ 500] 365 82 485 613 27 53 877 87085[ 3000] 327 577 621 803 909 10 53 88082, 142 11000] 641 73 89035 154 286 464[ 3000] 838 974[ 3000] 90051 111 83 208 612 702 829 933 97 91126 241 76 339 99[ 3000] 523 73 615 20 902 92069 110 220 94 490 502 90 669 88 729 73 944 82 93106[ 500] 207 680 918 93 94054 89 99 218[ 3000] 357 540 44 709 962 95172[ 3000] 239 304 402 510[ 500] 24 780 92 987 96040 114 71 275 86 446 50 98 578 776 852 88 913[ 15 000] 97201 400 72[ 500] 527 68 96 739 847 92 98[ 3000] 908 82 98006 119 41 247 93 431 82 579 621 46 736 975 99001 336 92 404 509 706 805 15001 51 981 91 100096 203 71 310 88 89 464 595 757 820 1101008 432 559 92 889 102061 141 47 223 396 538 64 73 602 943 103014 139 282 361 417 656 98[ 500] 986 104008 42 49 588 803 67 970 105064 65 228 465 752 848 106019 37 39 144 55 327 423 661 95 809 49 107201 63 393 502 98 869 911 108096 501 796[ 3000] 109356 423 67 97 607 46 51 763 823 946 110032 66[ 1000] 110 83 320[ 3000] 57 65 431 543 61 662 815 20[ 1000] 59 60 111084 169 306 68[ 500] 65[ 500] 492[ 3000] 503 721 923 67 112112 66 309. 411 773 961[ 500] 113153 89 208 95 708 951 84 114002 47 48 251 345 70 511 55 656 80 727 30 872 016 23 115047 72 163 237 529 708 831 88 116651 960 74 119126 321 448 522 Täglich: Extrazüge 118086 139 679[ 500] voller Pracht! Einzig in ganz Deutschland! Von Tausenden besucht! Extradampfer! 683 880 91711. 3iehung 4. Klaffe 204. Kgl. Preuß. Lotterie.| 118149 294 369 608 709[ 10 0001 815 119144 220 120079[ 500] 361 501 82 683 778 801 18 926 121240 710 75 79 805 59 977 122610 972 123037 43 169 331 76[ 1000] 87 746 91[ 1000] 815 905 60 Biehung vom 2. Mai 1901, namittags. Nur die Gewinne über 236 Mt. find den betreffenden Nummern in flammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 124190 361 468 516 694-864 922 125100 236 322 1923 [ 3000] 61 466 89 634 85 742 126300 430 605 21 706 127170[ 3000] 231 423 26 500 662 128111 313 447 55 511 35 704[ 1000] 843 76 908 14 129173 332 [ 3000] 34[ 500] 432[ 500] 70 500 10 708 27 85 836 62 130010 22 470 617 895 131006 185 236 327 483 611 811 996 132027 119 62 200 4 504 43 52 618 81 97 733 851 911 133041[ 500] 50 100 425 38 692 771 96 879 999 134305 9 402 4 76 95 505 33 84 692 705 22 135297 396 446 82 553 615[ 3000] 82 94 95 990[ 500] 136257 433 563 662 90 723 808 23 137308 591 726 895 138089 256 415 94 781 987 139024 702 15 976 361 235( 5 140338 400 16 784 141010 48 61 235[ 500] 45 48 75 335 45 46 422[ 3000] 28 34 44 594 623 952 143143 74 142035 65 405 37 740 64 879 992 258 330 67 76 77 431 97 620 718 144056 135 218 313 22 74 93 460 545 71 78 742 52 825 145067[ 1000] 146340 83 172 84 85 93 390 477[ 1000] 760 987 489 548 67 92 624 711[ 3000] 57 64 97 843 918 147034 399 466 508 766 82 892 930 148059 316 69 453 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69 253 357 459 574 85 652 974 74110 98 300 10 16 451 56 548 608 710 851 75139 223 482 736 909 38 76158 258 307 25 832 96 961 77057 434 574 630 50 95 717 99 78232 47 487 751 998 79067 183 232 730 926 80114 69 759 831 95 995 81102 232 324 456 524 78[ 3000] 621 735 50 52[ 1000] 976 82043 139 220 54 335 491 561 950 83280 794 856 992 96 84162 226 356 841 85054 56 100 802 940 86010 134 87 390 698 701 25 846[ 5000] 87037 128 57 393 501 79 602 41 51 724 60 66 88014 58 136 90 207 308[ 1000] 502 736 64 822 89074 143 235 92 516 81 661 714 88 897 993 83 9074 143 235 92 90126 379 406 522 675 91024 68 194[ 1000] 252 315 407 27 832 40 62 910 67 92028 161 221 53 70 442 83 640 802 28 909 93004 5[ 3000] 9 53 59 139 55 243 441 601 29 79 91 830 949 62 70 94010 138 201 332 64 599 616 95001 58 211 390 422 70 929 96612 84 [ 500] 731 50 824 51 97103 86 250 55 468 519 86 601 81 745 47 67 88 957 98079 105 14[ 500] 233 95 385 480 512 726 28 844 99075 170 291 369 78 400 534 683 100016 182 283 373 413 545 49 87 631 929 101102 292 362 502 10 673 80 91 738 63 85 102024 45 204 40 372 75 795 103151 74 76[ 1000] 214 323 497 518 708 844 53 944 47[ 3000] 104000 85 191 97 371 415 46 841 89 915 86 105165 90 366 538 60 61 729 81 980 106210 22 70 545 702 77 836 96 107028 [ 3000] 97 194 205 46 49 78 485 954 108140 270 429 544[ 500] 79 729( 30001 91 109092 126 59 205 58 531 650[ 3000] 53 99 819 45 940 55 110067 86 163 67 221 439 541 704 31 977 111064 82 168 216 68[ 500] 436 42 524 112018[ 1000] 30 88 101 236[ 1000] 46 50[ 3000] 51 75 347 440 607 852 82 113136 270 344 74 511 31 754[ 500] 89 815 114078 105 218 334 485 627 85 115149 295 379 551 613 893 939 116048[ 500] 138 228 302 91 438 97 515 898 902 117154 61 81 208 88 330 514 739 880[ 500] 937 556 77 97 601 5 25 66 703 20 801 109 71 333 45 417 536 93 646[ 500] 778 878[ 1000] 972 143103[ 1000] 68 76 314 20 68 928 144090 101 269 303 401 63 504[ 1000] 862 145113 303 96 407 546 89[ 3000] 750 146101 63 246 301 406 25 75 506 94 778 833 935 45 147282 418 628 724 75 840 68 907 148082 249 803 919 73 149002 182 236[ 1000] 524 813 150250 55 90 326 29 64 768 801 82 151306 94 64 768 801 82 1513 476 590 626 86 772 90 833 55 920 35 152137 227 398 745 807 61 940 89 94[ 3000] 153136 91 327 767 154198 219 78 517 56 620 30 31 60 155040 195 209 58 353[ 1000] 504 703 78 929 156072 84 245 486 653 871 83 940 75 157354 72 552 54 82 88 931 158694 [ 1000] 762 899 159006 33 224[ 1000] 60 72 606 795 97 830 160222 657 90[ 1000] 805 161216[ 1000] 429 534 62 610[ 1000] 96 706 56 805 903 25 162033 49 122 419 669 716 977 163018 19 214 336 19 95 515 31 651 875 84 942 164004 155 245 322 459 614 40 759 165122 272 96 396 430 661 65 719 23 26 95 844 988 166066 86 109 32 212 16 25 30 614[ 1000] 31 35 68 709 58 806 41 909[ 10001 167108 580[ 500] 639 841[ 500] 99 920 168105 20[ 3000] 78 461[ 500] 728 945 169039 115 94[ 500] 297 350 761 93 902 53 170208 594[ 500] 757 72 171344 85 523 708 812 939 54 94 172061 243 503 56 642 91 780 822 988 173444 61 676 92 755 68 174524 63 619 22 39 74 861 905 22 175187 303 552 61 176269 476 576 710 802 973 177022 159 235 38[ 500] 56 313 401 79 615 72 86 704[ 500] 7 828 71 91 981 178016 65 75 219 316 32 73 693 815 71 82 923 68 179237 426 602 783 180209 67 72 517 27 33 603 754 836 45 181032 111 22 70 97[ 5001 349 412 509 39 659 762 83 91 871 94 182327 455 92[ 3000] 778 183177 84 212 84 365 90 440 76 517 75 85 642 73[ 5001 727 77 80 948 96 184040 226 492 515 618 82[ 5001 747 868 81 915 185026 41 287 334 501 676 988 186149 73 221 23 452 588 649 [ 500] 81 774 825 31 47 50 80 90 905 32 187066 255 382 5001 413 61 579 85 704 57 887[ 500] 980 188057 234 46 454 79 831 965 189334 574 706 810 949 54 190163 253 420 191079 132 81[ 3000] 228 69 425 624 66 91 739 97 192120 31 453 70 77 621 792 946 55 93 193001 15 60 162 254 360 422 905 194035[ 5001 91 142 232( 500] 34 325 32 473 506 98 751 60 828 29 34 195038 84 312 50 452 87 506 49 604 706 97 813 929 [ 5001 55 89 196145 99 366 402 589 605 700 62 956 84 197102 252 319 593 776 852 198046[ 1000] 209 534 15001 747 870[ 500] 199120 53 277 87 401 27 37 91 503 677 856 86 920 200067 137 230 441 594 798 820 201027 416 976 202022 250 54 64 411 20 913 40 88 203071[ 500] 323 569 204026 311 510 23 90 98 621 742 919 5001 205072 102 50 64 390 507 60 955 91 206004 45 112 91 260 591 660 881 926 207003 142 289 91 493 555 797 834 43 956 208335 692 99 752 88 856 953 209090 364 410 630 52 55 784 98 866 210007 159 89 236 385 95 96[ 50001 678 703[ 3000] 211001 147 94 216 349 88[ 3000] 429 42 578 903 42 92 212213 78 407 528 49 659 884 213351 473 588 84) 214437 50 81 93 684 806 76 215040 185 321 29 36 405 9 29 607 11 735 806 47 216052 110[ 1000] 37 75 419 41 44 553 613 721 67 81 818 44 938 53 217123 364 67 73 629 36 797 889 972 218011 165 236 322 747 952 219035 168 328 638 705 21 98 840 816 79 1325 55 62 232 346 69 73 93 751 836 221033 70 220025 186 243 45 49[ 500] 412 66 92 585 678 79 744 222020 91 114 472 93 589 768 223018 62 69 122 27 63 232 35 389 436 54 96 506 629 54 757 224041 56 117 24 61 670 794[ 1000] 816 54 Jm Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne au 150 000 Mart, 2 zu 75 000 Mart, 2 zu 50 000 Mart, 4 zu 30 000 Mart, 9 zu 15 000 Mart, 21 zu 10 000 Mart, 39 au 5000 Mart, 510 an 3000 Mart, 680 zu 1000 Watt, 794 zu 500 Wart Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wetter in Gr..Lichterfelde Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. oh stol Nr. r. 102. 18. Jabrgans. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die baugewerblichen Scharfmacher an der Arbeit. Freitag, 3. Mai 1901. aber in AnVertrauen für die nachteiligen Folgen schablos gehalten werden ein Anfang gemacht, dessen Ausbau sich aber deshalb empfehle, weil die Arbeiterinnen überhaupt, besonders müssen; aber es kommt noch besser. Herr F. sagt weiter: " Nicht nur um eine harmlose Unachtsamkeit, welche in der gelegenheiten, die sich auf das Geschlechtsleben in irgend Schwäche der menschlichen Natur ihre Begründung findet, handelt einer Weise beziehen, einer zu Frau eher es sich dabei, sondern auch um sträflichen Leichtsinn, haben, als zu einem Manne. Die Sicherung völliger Ungehorsam und Trunkenheit; namentlich die Soalitionsfreiheit und die Gewährung des aktiven und Ieptere fordert ihre zahlreichen Opfer." passiven Wahlrechts für die Gewerbegerichte benötige " Jm Januar dieses Jahrs unterbreiteten die baugewerblichen Arbeiter Berlins namens der Baugewerbe des Königreichs Preußen dem Abgeordnetenhaus eine Petition, worin in sachlicher Nach der Statistik der Nordöstlichen Baugewerts- Berufsgenossen- sich aber, um den Frauen die Erringung befferer Lebensbedingungen Beise die Mißstände auf Banten aufgedeckt und gleichzeitig die Mittel schaft sind von im Jahre 1898 vorgekommenen 1771 Unfällen, welche im Wirtschaftsleben gleich den Männern zu ermöglichen. Der Referent und Wege angegeben wurden, wie dieselben zu beseitigen seien. Vor entschädigt wurden, 1111 Verlegungen durch die Schuld der Ar- machte noch darauf aufmerksam, daß die Frauen, wie das auch aus allem wurde die Schaffung eines Baugewerbe- Inspektorats unter beiter, 553 durch Zufälligkeiten(?) und nur 107 auf Berber Begründung der Petition hervorgehe, jene Forderungen nicht Mitwirkung der baugewerblichen Arbeiter verlangt, um eine bessere sehen der Betriebsunternehmer zurückzuführen. nur im eignen Interesse, sondern auch im Interesse der Kinder und Kontrolle der Unfallverhütungs- Vorschriften zu ermöglichen. Diese Eine wirkliche(?) Schuld der Unternehmer und Leiter im allgemeinen Volksinteresse fordern. Petition hat's dem Herrn Felisch angethan. Wie konnten ist nur in 9 Fällen festgestellt worden usw. es die Bauarbeiter auch wagen, Der Regierungskommissar, Geh. Regierungsrat Koch, führte aus, an das Haus der Abgeordneten zu petitionieren und Schutzmaßnahmen im Juteresse der Berufsgenossenschaften anzuflagen! Und bei dieser Sachlage wagen es die Arbeiter, die Baugewerks- ohne auf alle Punkte einzugehen, daß in mancher Hinsicht der öffentlichen Wohlfahrt zu verlangen? Die Betenten waren sich wohl Bundesrat bereits in der Nichtung jener Forderungen Maßregeln bewußt, daß sie die Scharfmacher aus ihrer Ruhe aufscheuchen, daß Und dann sagt Herr F. in seiner Petition weiter: vorbereite; so würden Erhebungen veranstaltet, wie sich ein besserer alles versucht werden würde, um der Petition die Wirkung zu Einen wie großen Anteil die Trunksucht der Arbeiter an Schutz der weiblichen Arbeit in der Cigarrenbranche durchder Vermehrung der Unfälle trägt, ergiebt sich aus folgendem: führen ließ. Bewähre sich der Versuch mit der Anstellung weibnehmen. Von den in den Jahren 1889 bis 1898 bei der Nordöstlichen Bau- licher Fabrikinspektoren, so werde damit sicher in den gewerks- Berufsgenossenschaft vorgekommenen Unfällen find 10 495 einzelnen Ländern weiter vorgegangen werden. Am Sonnabend. an den Montagen passiert. In der sich auf Berlin und den Vor- nachmittag werde jezt schon um 1/26 Uhr den Frauen Feierabend orten erstreckenden Sektion tritt dies noch trasser hervor, indem von gewährt. Was die Forderung, betreffend die Wahl zu den 29 246 Unfällen sich 5583 am Montag ereignet haben; es fommen Gewerbegerichten, angehe, so wolle er mur darauf aufmerk für Berlin auf Sonntag 269, auf Montag 5583, Dienstag 4643, fam machen, daß die Gewerbegerichts- Kommission diese Forderung Mittwoch 4577, Donnerstag 4717, Freitag 4891, Sonnabend rundweg abgelehnt habe. 4566 Unfälle!" Der Referent erwiderte, daß letteres fein Grund für die Daß der Montag soviel Unfälle aufweist, daran ist die Trunt- Petitionstommission sein könne, nicht ihrerseits diese Forderung, wenn sucht der Arbeiter, die unangemeffene" Begehung des Sonntags in sie dieselbe für richtig hielt, zu stellen. Er beantrage deshalb, die Unmäßigkeit 2c. schuld; daß der Freitag die zweit höchste Stelle in gesamte Petition dem Reichskanzler zur Berüc der Unfallziffer einnimmt, führt Herr F. auf die Abspannung der sichtigung zu überweisen. Kräfte am Ende der Woche zurück. Die Arbeitgeber- Verbände haben mun, wie wir bereits furz mitteilten, dem preußischen Abgeordnetenhause eine Gegenpetition zu gestellt. In derselben machen sie der Arbeiterpetition den Vorwurf der Uebertreibung und namentlich der Fälschung der statistischen Zahlen. Hierzu wird uns aus Fachkreisen geschrieben: Nach der Felisch- Petition soll unsre Behauptung, daß die Unfallvorschriften unzulänglich seien; nicht den Thatsachen entsprechen. Ilm dies zu erweisen, citiert Herr Felisch die Aeußerung eines Vertreters des Reichs- Versicherungsamts: „ Die Baugewerks- Berufsgenossenschaften haben bei der vorgenommenen Revision ihre Unfallverhütungs- Vorschriften wesentlich berbessert und ergänzt, so daß sie fast allen Ansprüchen genügen und zur Zeit kaum etwas zu wünschen übrig lassen. Sodann beruft sie sich darauf, daß die Unfallverhütungs- Vorschriften nicht nur von Arbeitgebern, sondern auch von Arbeiterbertretern beraten und beschlossen sind usw. Von Mitgliedern andrer Parteien, der Konservativen, der Aber Herr F., warum geben Sie nicht auch die Zahl der Nationalliberalen und des Centrums, wurde hiergegen Beschäftigten an? Das paẞt Ihnen wiederum nicht in den Kram. Einspruch erhoben. Unmöglich könne die Petitions- Kommission hier Würde Herr F. Leute beschäftigen, würde er Bauten aufführen, dann eine andre Stellung einnehmen als die Gewerbegerichts- Kommission, würde er mit den Eigenartigkeiten des Bauens etwas mehr Bescheid und auch im übrigen gehe der Antrag zu weit, wenn auch die ganze Das beweist gar nichts. Wir haben nicht die Unzulänglichkeit wiffen, dann würde er wissen müssen, daß in der Regel am Montag focialpolitische Gesetzgebung sich in der Richtung der Forderungen der Unfallverhütungs- Vorschriften als folche behauptet, sondern neue Leute anfangen, die mit diesen und jenen Gepflogenheiten des bewege. wir sagen, die Unfallverhütungs- Vorschriften werden und Baues nicht vertraut find usw., und namentlich dieser Wechsel am find belanglos, so lange Der Abg. Jacobstötter( t.) betonte noch, daß man doch feine Kontrollbehörde montag bedingt mit die hohe Unfallziffer. Hinzu kommt, daß keinen Anlaß habe, sich von socialdemokratischen Frauen aur Ueberwachung da ist. Oder meint Herr Felisch, daß die am Montag sehr viele neue Arbeiten in Angriff genommen werden, zu so weitgehenden Maßregeln treiben zu lassen. Nach längerer sechs Beauftragten der Nordöstlichen Baugewerks- Berufsgenossenschaft da wird von den Bauten Rüstungszeug fortgeholt, um auf der neuen Diskussion wurde darauf der Ledeboursche Antrag auf Berücksichtigung eine hinreichende Kontrolle der Unfallverhütungs- Vorschriften aus: Arbeitsstelle verwendet zu werden, so daß die Rüstungen bezw. von der geschlossenen Mehrheit der bürgerlichen Parteien a b üben fönnten? Im Jahre 1899 nahmen die Berliner Bauarbeiter Rüstungsmaterial unzulänglich ist. Das sind die wahren Ursachen, gelehnt und ein von dem Abg. Krebs( C.) gestellter Antrag eine Baukontrolle vor, die sich auf 598 Bauten erstreckte. Auf allen und nicht die Trunksucht. diesen Bauten wurde den Kontrolleuren erklärt, daß auch nicht ein angenommen, die Petition dem Reichskanzler als Material Wenn Sie aber zu der Einsicht gelangt sind, daß die Abspannung zu überweisen, mit Ausnahme des letzten Absages, betreffs der einziges Mal, weder von den Beauftragten der Berufsgenossen der Kräfte ebenfalls ein Fattor zur Vermehrung der Unfälle ist, dann, Erteilung für die Gewerbeschaft noch von der Baupolizei eine Revision erfolgt sei. Herr Felisch, wirken Sie mit uns dahin, daß die Arbeitszeit, die gerichte, über den zur Tagesordnung über9 Stunden und darüber beträgt, verkürzt wird auf 8 Stunden. gegangen wurde. Wie ernst" die Nordöstliche ihre Aufgaben erfaßt hat, geht flar und deutlich aus der Aufwendung für Ueberwachung der Unfallverhütungs- Vorschriften hervor. Jusgesamt wurden 1898 11 580,25 m. für die leberwachung ausgegeben ( 13 511,75 M. weniger wie 1893), oder auf pro Tausend Versicherte für die Ueberwachung 67,49 M. oder( da wir 1898 18 236 ver ficherungspflichtige Betriebe hatten) pro Betrieb 63 Pf. Wir meinen, diese Ziffern sprechen für sich. Unfre Beschwerden bezüglich der Mangelhaftigkeit der Gerüste glaubt Herr Felisch wie folgt abthun zu können: Sowohl die Baugewerks- Berufsgenossenschaften wie auch die Baupolizeibehörden richten ihr sorgsamstes Augenmerk gerade auf den Aufbau von Gerüsten. Die ersteren haben eine noch viel schärfere Kontrolle wie bis zum 1. Oktober 1900 teils durchgeführt, teils in nahe Aussicht genommen, indem sie von der ihnen durch das neue Gesez verliehenen Befugnis, technische Aufsichtsbeamte zur Ueberwachung und Kontrolle von Bauten anzustellen, Gebrauch gemacht(?) und solche Beamte in genügender(?) Anzahl angestellt haben oder in kürzester Frist anstellen werden?! Die Tabellen unsrer Petition zeigen, daß dieses sorgfamste Augenmert" bis jetzt wenigstens noch keine besonderen Erfolge gezeitigt hat. Wir bleiben auch heute noch bei der Auffassung, daß fich wohl intelligente Bauarbeiter genug finden werden, die im stande sind, das Gerüstmaterial und die Gerüstkonstruktion prüfen Sodann versucht Herr F. in seiner Petition den Glauben zu erwecken, daß die Vermehrung der Unfälle auf die Trägheit und den Widerwillen der Arbeiter nach gewiesenermaßen zurückzuführen ist. So fei auch die Petition der Arbeiter eine socialdemokratische Hetze gegen die Baugewerts Berufsgenossenschaften. Und dann heißt es weiter zum Schluß: stände zu thun, als vielmehr um die Erlangung der absoluten " Es ist den Arbeitern weniger um die Abstellung der Uebel Herrschaft auf den Bauten." Die Forderung eines baugewerblichen Inspektorats in unfrer Petition hat's Herrn F. angethan, und zwar derartig, daß er den größten Blödsinn zusammenschreibt: Dersammlungen. Der socialdemokratische Wahlverein für den fünften zahlreich besuchte Generalversammlung im„ Rosenthaler Hof" ab. Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am Donnerstag ſeine sehr An Stelle des von seinem Posten zurückgetretenen Genossen 8ize wit erstattete 8 ut den Vorstandsbericht. Es haben demnach im vergangenen Vierteljahre zwei Wahlvereins- Versammlungen statt gefunden, ferner eine Generalversammlung; in den beiden ersteren wurden Referate gehalten. Außerdem fanden mehrere AbteilungsDie Zahl der Mitglieder ist von versammlungen statt. 543 auf 605 gestiegen. Die Beiträge werden jetzt regelmäßiger be zahlt, als das bisher der Fall war. Den Kassenbericht gab Liepmann. Die Gesamts einnahme betrug 931,21 m., die Ausgabe 610,61 M. und bleibt ein Bestand von 320,60 M.; der Bestand betrug im vorigen Quartal 185,71 M. „ Einmal sind die Bauarbeiter dazu nicht fähig, weil ihnen die nötige Schulung und Ausbildung fehlt. Infolge der schrankenlosen Gewerbefreiheit seit 1869 giebt es feine regelrecht ausgebildeten Lehrlinge mehr, weil die Lehrlinge aus der Lehre entlaufen usw. Hier können nur theoretisch gebildete und praktisch geschulte Leute für den Posten in Frage kommen. Es würde aber auch die Beteiligung der Arbeiter als Controleure eine staatliche Subvention der socialdemokratischen Agitation bedeuten." Was sagt mum aber Herr Felisch, wenn wir ihm verraten, daß Der Rücktritt des Genossen 8 igewiz führt zu einer längeren die Bauarbeiter aller Berufe in Berlin zum größten Teil Social- Aussprache. Die Ereignisse, die den Genossen dazu bewogen haben demokraten sind und daß gerade diese socialdemokratischen" und die bereits in den einzelnen Abteilungen besprochen worden sind, Organisationen es waren, welche durch Abschluß von Tarifverträgen, werden nochmals gründlich klargelegt. Schließlich erklärt sich die durch Forderungen nach sanitären und hygienischen Schutzvorschriften Generalversammlung mit der Haltung des Vorstands in Sachen der mangelhaft", zum Teil ganz unrichtig, weil wir nicht die Zahl der im Bereiche der Seftion I( Berlin und Umgegend) abgenommen gebnis: 1. Vorsitzender 3 ucht, 2. Vorsitzender Babiel, 1. Kassierer Sodann geht Felisch unfrer Statistik zu Leibe, nennt die Ziffern ganz bedeutend dazu beigetragen haben, daß die Unfälle vornehmlich Märzversammlung im Saale des Handwerkervereins einverstanden. Die Wahl des Gesamtvorstands hatte folgendes Er beteiligten Personen angegeben hätten usw. Wir wollen zu seinen haben. Ebenso die Todesfälle. Gunsten annehmen, daß er in seinem gerechten Zorn gegen die Also gerade dort, wo der„ Terrorismus" der socialdemokratischen iepmann, 2. Raffierer Graffte, 1. Schriftführer Batte, nichtsmuzigen Bauarbeiter, die von dem lieblichen dyll der Arbeiter herrscht, ist eine wesentliche Besserung der Zustände ein 2. Schriftführer Mag Krause. Als Abteilungsführer wurden ge Nordöstl. B. B." den Schleier gelüftet haben, hingeriffen gewesen ist, getreten. wählt: für die 1. Abteilung Kunze, für die 2. Seller, für die daß er unsre Petition gar nicht gelesen, sondern in blinder Wut 3. Karl Klein, für die 4. Weidauer und für die 5. Na st. darauf losgehauen hat. In seiner Gegenpetition druckt Herr Felisch Als Revisoren wurden Joseph Maier, Wilh. Krause und die Endziffern unserer 1 Tabelle ab. 8eise gewählt. und beurteilen zu können. Aus der Frauenbewegung. Die Petition der Frauen. Den Bericht für die Vertrauenspersonen gab Neul. Es fand im verflossenen Quartal eine große Protest bersammlung gegen die Getreidezölle statt, und das Flugblatt, das die gleiche Angelegenheit behandelt, wurde in 35 000 Exemplaren im Wahltreise verbreitet. Der Stassenbestand betrug am 1. Januar und bleibt ein Bestand von 223,30 m, Von der Lokaltommission berichtet Spät. Zu den Vokalen, die den Genossen zur Verfügung stehen, sind Kuhns Fest fäle, Linienstraße, hinzugekommen. Hierzu wollen wir bemerken, daß die Ziffern der Tabelle I den amtlichen Nachrichten des Reichs- Versicherungsamts entnommen sind. In Spalte 2 und 3 dieser Tabelle sind in unfrer Petition allerdings einige Drudfehler unterlaufen, die aber jeder sofort als solche erkennen muß. So muß es anstatt In der Sigung der Petitionskommission des Reichstags vom 118,30 Proz. heißen 1183 Proz. und anstatt 144,00 Broz. 30. April wurde verhandelt über die von den socialdemokra2,55 M., eingenommen wurden 690,80 M., ausgegeben 470,05 m. muß es heißen 1440 Proz., was die Sache für die Nord- tischen Frauen Deutschlands ausgehende Petition betreffs östliche" nur noch schlimmer macht. Selbst nach Herrn Felisch' der gefeßlichen Regelung der Frauenarbeit und der Gleichimparteiischer" Berechnung bleibt aber eine Zunahme der Ver- ftellung der arbeitenden Frauen mit den Männern in der legungen übrig, die er auch zugiebt und auf, unglüdliche 8uAusübung des Koalitionsrechts sowie bei den Wahlen zum fälle zurüdführt. Gewerbegericht, die im Vorwärts" bereits veröffentlicht wurde. Von der Preßfommission berichtet Friedländer: In ähnlicher Weise verfährt Herr Felisch gegen unsre Tabelle II Der Referent, Abg. Ledebour, führte aus, daß die Petition Die Einnahmen des Vorwärts" seien sehr hohe und überträfen die ( Nordöstliche Baugewverts- Berufsgenossenschaft). Wir hatten das nicht den Anspruch darauf erhebe, formulierte Gesezesvorschläge zu der vorigen Quartale bedentend. Die Auflage sei dieselbe ge Jahrzehnt 1888-1898 behandelt. Während dieser Zeit ist die Zahl machen, sondern nur allgemeine Grundsäße für die Weiterentwicklung der blieben, trotzdem sich sonst in dieser Zeit des Jahrs gewöhnlich der Versicherten nur um 40,43 Broz, die Zahl der Verlegten focialpolitischen Gesetzgebung im Interesse der Frauen aufstelle. So ein Rüdgang bemerkbar mache. Beschwerden principieller dagegen um 222,05 Proz. gestiegen. Das verschweigt Herr Felisch. werde das Verbot der Verwendung von Arbeiterinnen Natur hätten der Preßkommission nicht vorgelegen. Vom 1. Mai Unire Petition giebt, wie schon angeführt, die Jahre 1888-98 an, bei allen Beschäftigungsarten gefordert, welche werde eine Abendausgabe des" Vorwärts" erscheinen. An diesen das paßt Herrn F. nicht vielmehr rechnet ernach seiner„ einzig" Trichtigen bem weiblichen Organismus besonders schädlich Bericht fnüpft sich eine Diskussion. Ehrhardt bemängelt den Methode nämlich 1889-1898 und da ergiebt sich dann statt wie find. Es bleibe natürlich aber noch eine gründliche Untersuchung Juhalt des Unterhaltungsblatts" und der Neuen Welt". Fried in unfrer Petition eine Zunahme der Verlegten von 222,05 Broz. anzustellen, um Material für die Entscheidung darüber zu gewinnen, länder erwidert, daß die Preßkommiffion für die Neue Welt" nur eine solche von 90,85 Proz., für die Zahl der Entschädigten statt welche Beschäftigungsarten daraufhin von der Frauenarbeit aus nicht zuständig sei. Im übrigen sei es sehr schwer, alle zu be189.37 Broz. mur 63,15 Proz., für die Zahl der Getöteten statt zuschließen seien. Wenn ferner der gesegliche Achtstundentag friedigen, und auch unter den 16 Mitgliedern der Preßkommission 120,54 Proz. nur 19,93 Proz., für die Zahl der völlig Erwerbs- für Arbeiterinnen gefordert werde, so würden die Betentinnen sicher feien die Ansichten in manchen Fragen sehr geteilt. Außerdem wird unfähigen ergiebt sich eine Abnahme von statt 72,50 eine solche damit einverstanden sein, wenn die Kürzung auf das geforderte von einem Genossen der Wunsch geäußert, daß in den Reichtagsvon 33,45 Proz. Selbst nach dieser Rechenmethode muß Maß schrittweise im Sinne des Antrags der socialdemokratischen berichten bei vorkommenden Fremdwörtern die deutschen Ausdrücke also zugegeben werden, daß die Unfälle in schrecken- Fraktion, also zunächst auf 10 Stunden erfolgen würde. Die in Klammern beigefügt werden. erregender Weise zugenommen haben. Bei den völlig Freigabe der Samstag Rachmittage empfehle sich, Von der Agitationstommission berichtet Royle: Erwerbsunfähigen ist infolge der„ Rentenquetschen" aller- um den arbeitenden Frauen die Erledigung häuslicher Arbeiten in Die Polizeibehörde hätte wieder mal Statuten eingefordert dings eine Abnahme von 72,50 Proz. eingetreten. Aber wir erlauben gründlicherer Weise zu ermöglichen, als das an den übrigen Wochen- und die Kommission wiffe jetzt noch nicht, ob sie als Verein an uns die bescheidene Frage an Herrn F. zu richten, warum unter tagen des Abends geschehen könne. Das Beispiel Englands, wo gesehen werde oder nicht; dadurch lasse sie sich aber nicht in ihrer drückt er unsre Tabellenspalte, die die Steigerung vielfach bereits der Arbeitsschluß Sonnabends um 2 Uhr nachmittags Thätigkeit stören. Die Fadel" werde allmonatlich in auf pro tausend Versicherte angiebt? Warum übergeht eintrete, zeige, daß eine solche Heilsame Reform ohne Schädigung der 10 000 Exemplaren verbreitet, die Nachfrage danach sei eine äußerst Herr F. unsre Haupttabelle Unfallstatistik der Berufs Industrie durchführbar sei. rege. Das Flugblatt gegen die Getreidezölle sei in 100 000 Exemplaren genossenschaften im Sönigreich Preußen? Zur wirksamen Durchführung des Schußes für Schwangere in der Provinz verbreitet worden. Die Kommission laffe jetzt eine Und nun wollen wir Herrn F. aufklären über unsren Ausdruck und Wöchnerinnen sei die geforderte Beseitigung der Statistit über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Provinz Rentenquetschen". Als solche bezeichnen wir Institute, die denen Ausnahme bewilligungen zu früherem Wiederbeginn der aufnehmen, die vorzüglich als Material für die Reichstags- Abgeord des Herrn Dr. Golebewsfi, Vertrauensarzt der Nordöst- Arbeit auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses durchaus nötig, da bei neten und zur Agitation dienen solle. In Prenzlau sei es schwerlich lichen Berufsgenossenschaft, gleichen. Diese Heilanstalten der Widerstandsunfähigkeit der Frauen der Unternehmer es stets in der möglich, in finanzieller Hinsicht weiterhin solche Fortschritte wie besitzen eine geradezu erstaunliche Virtuofität, die Verletzten, die Hand hätte, solche Ausnahmen unter Zustimmung des Arztes durch bisher zu erzielen. Das Kartell der Bauunternehmer hätte beschlossen, jeder unbefangene Mensch noch als völlig erwerbsunfähig" zudrücken. Die Erhöhung des Krankengelds für Schwangere eine organisierten Arbeiter mehr zu beschäftigen und es ständen schwere bezeichnen muß, zu erwerbsfähigen zu machen, damit die Zahlung und Wöchnerinnen auf die volle Höhe des ortsüblichen Tagelohns wirtschaftliche Kämpfe bevor. Mehrere Genossen seien wegen der Rente aufhört. Nach Dr. G.'s Behauptung sind 65-75 Broz. empfehle fich, da jezt häufig noch Schwangere, um des Arbeits- öffentlich bemerkbarer Sonntagsarbeit angeklagt worden, infolge Simulanten, 10-15 Proz find solche, die ihr Leiden über verdienstes in jener tritischen Zeit nicht verlustig zu gehen, vielfach Austragens des Kalenders. treiben, und nur der Nest sind solche, denen jede„ böswillige" ihre Schwangerschaft verheimlichen, was dann zu ihrem eignen Schließlich wird noch auf die neuen Aufnahmefcheine hingewiesen, Absicht fernliegt. Diese Institute werden von den Arbeitern als Schaden und zum Schaden der Kinder, die sie unter dem Herzen die sich besonders auch als Agitationsmittel für den Verein recht Rentenquetschen bezeichnet und mit Recht. tragen, ausschlage. Die Ausdehnung der gesetzlichen Schuß- gut bewährt haben. Eine Anregung zu einem Ausfluge am HimmelHerr Felisch behauptet dann, daß die Vermehrung der Unfälle bestimmungen auf die Hausindustrie sei wegen der übermäßigen fahrtstage wird dem Vorstand überwiesen. auf die zunehmende Sorglosigkeit der Arbeiter bei der Arbeitszeit gerade auf diesem Gebiete dringend geboten. Mit der Arbeit zurückzuführen ist, und zwar deshalb, weil sie wissen, daß sie Anstellung weiblicher Fabritinspettoren sei ja schon = = Fr. Hahn. Berlin. Landsbergerstrasse 62/63. Am Alexanderplatz. Gegründet 1825. Fernsprecher VII 5544. 14642* Besonders vorteilhaftes Angebot! Beige reine Wolle Mtr. 0,75. herrliche Muster Mtr. 1,00 Seiden- Satin Wasch- Oberhemden guter Percal und Zephyr 1,85. 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