Nr. 107. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 wt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir luftrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gelinge beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsa und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Donnerstag, den 9. Mai 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Der neue preußische Polizeiminister. liche Genehmigung. In dieser Haltung ließ er sich auch nicht Sagan( freif. Bp.), Ridert( freis. Vg.), auß( Elj.), " = ihnen dann die für Vereine politischen Charakters erforderliche polizei- gleichen. Die Abgg. Büsing( natl.), Dr. Müllerbeirren, als eine eben von ihm aufgelöste Mezer Gewerkschaft Gaebel( Antis.) sprachen für den Antrag. Denselben Aus Elsaß Lothringen wird uns geschrieben: durch Fortsetzung ihrer Versammlungen und Beitragsleistung auf befürwortete ebenfalls der Abg. Dr. Arendt, der ausWenn es für einen deutschen Staatsbeamten als Empfehlung den gerichtlichen Austrag der Streitfrage drängte und mittels nahmsweise ziemlich vernünftig sprach. für den Posten eines Polizei- und Verwaltungsministers gilt, seine freisprechenden Urteils der Strafkammer des Landgerichts Mezz Viel belacht wurde der Hinweis des bayrischen Centrumsgesamte Berufslaufbahn unter einem Regiment der Dittatur fich von berufenster Stelle bestätigen ließ, daß der§ 152 der Reichs- Abgeordneten Lerno auf das Jubiläum des tausendsten Diätenund Ausnahmegesezgebung zurückgelegt zu haben, so bringt Gewerbe- Ordnung auch für Elsaß- Lothringen Geltung befize, und daß tages, das zur Zeit ein bayrisches Bundesratsmitglied beder neuernannte preußische Minister des Innern, Freiherr von alle entgegenstehenden landesgeseglichen Vorschriften durch ihn aufgehe. Der Vertreter im Bundesrat, Graf Lerchenfeld, Hammerstein, allerdings glänzende Empfehlungen in sein neues gehoben worden seien. verkündete, daß seine Regierung über den Antrag noch nicht Amt mit. Bolle 28 von seinen 57 Lebensjahren, und damit die Beit Diese Entscheidung, der übrigens in einem ähnlichen Fall bald schlüssig geworden sei, und machte sich außerdem die überfeiner gesamten praktischen Thätigkeit im staat darauf auch die Straßburger Straffammer beitrat, ver- flüssige Mühe, die Glaubwürdigkeit der Depeschen des hiesigen lichen Verwaltungsdienst, hat er auf der hohen Schule mochte den Freiherrn v. Hammerstein von seiner rigorosen Polizei- Scherl- Organs zu bezweifeln. der preußisch- junkerlichen Polizei und Verwaltungspraxis in Elsaß- praris gegenüber den Gewerkschaften ebenso wenig abzubringen, wie In der bei seiner Körperbeschaffenheit besonders gefährLothringen zugebracht, auf der den angehenden Regierungsmännern die ausdrückliche Feststellung der genannten beiden kaiserlichen Ge- lichen Rolle eines Drahtseilfünstlers produzierte sich der Abals Axiom aller staatlichen Administrativweisheit der Grundsav richte, daß die Unterstellung politischer 8wede bei geordnete Dr. Oertel. In seiner„ Deutschen Tageszeitung" gelehrt wird, daß die staatsbürgerlichen Freiheiten nur ein den in Frage tommenden beruflichen Fach ist er für die Diäten eingetreten; nachdem aber Herr Gnadengeschenk der Regierung seien, von dem, wenn es diesen vereinigungen jeder Berechtigung entbehre: Herr v. Levezzow so gegen die Diäten geeifert hatte, wollte er sich Charakter nicht verlieren solle, nur äußerst felten Gebrauch gemacht v. H. fuhr in der Nichtgenehmigung wie der politischen so auch der jedenfalls nicht in striktem Gegensatz zu seinem Fraktionswerden dürfe. gewerkschaftlichen Organisationen unbekümmert fort und hat diese genossen stellen. Er behalf sich damit, daß er teils für, teils Bereits im Jahre 1872, faum 30 Jahre alt, wurde Freiherr Bragis, allen Protesten und Beschwerden der Arbeiterschaft zum Troz, gegen den Antrag redete, indem er wohl principiell für v. Hammerstein, der älteste Sohn des im selben Jahre verstorbenen bis in die allerneueste 8 eit fortgeführt. Aeußerst bezeichnend Diäten sprach, aber doch die Fassung des Kommissionsantrags ehemals königlich Hannoverschen, dann großherzoglich medlenburg für seine Stellung gegenüber den politischen und wirtschaftlichen für so schlecht erklärte, daß er ihr seine Zustimmung versagen strelitischen Staatsministers Wilhelm v. Hammerstein, mit der Bestrebungen der Arbeiterschaft ist die Antwort, die er vor etwa müsse. Empfehlung der Zugehörigkeit zum Heidelberger Corps Bandalia" Jahresfrist der Abordnung einer von ihm unterdrückten Mezer Die Abstimmung war auf Antrag Ridert eine namentausgestattet, auf den Bosten des Kreis- und Polizeidirektors Gewerkschaft zu teil hatte werden lassen. ,, Wir haben hier lich e. Sie ergab die Annahme des Antrags mit 185 gegen von Mülhausen berufen, von wo er zehn Jahre später, nach genug mit den Franzosen zu thun und keine Zeit, um uns 40 Stimmen. Unter den 40 Neinsagern befand sich der der Maßregelung von Flottwells durch den Statthalter Feldmarschall auch noch mit den Arbeitern abzugeben!" so lautete der Be- Präsident des diätenschluckenden Junkerparlaments, v. Ströcher, v. Manteuffel, nach Mezz tam als Präsident des weit über eine scheid, mit dem er die um die Respektierung ihrer gesetzlichen Rechte und der Sohn des Diätenverweigerers Bismarck, dagegen halbe Million Einwohner zählenden Bezirks 2othringen. nachsuchenden Leute entließ, die danach über die einschlägigen An- stimmte der andre Kanzlersohn Prinz Alexander Hohenlohe schauungen ihres Bezirkspräsidenten allerdings nicht mehr im Zweifel für den Antrag. sein konnten. Donnerstag stehen die Antrage unserer Fraktion, sowie Alles in allem: Herr v. Hammerstein war als Bezirkspräsident des Centrums betreffend die Gewerbegerichte auf der Tagesvon Lothringen ein Mann der eisernen Faust, einer der ordnung. unerbittlich ste n Vertreter des Systems der Dittatur. Seit einigen Jahren schon wurde er als Anwärter des reichsländischen Staatssekretärpostens an Stelle Buttfamers Bon neuem hat der Staatssekretär des Reichs Schazamts, genannt. Man wußte, daß damit eine noch stärkere Anziehung des Freiherr v. Thielmann, seine Kassandraklage des bevorstehenden Dittaturtnebels verbunden, vor allem aber die Aufhebung der ent- großen Reichsdefizits erhoben. Während vor Jahresfrist, als es würdigenden Ausnahmestellung des Landes in weite Ferne gerückt ge- galt, dem Reichstag das gewaltige Flottenprogramm schmackhaft wesen wäre. Jeßt, da der Mann Minister in Preußen geworden, zu machen, machen, die Finanzlage in rofigster Färbung gemalt gratuliert man sich im Reichsland. wurde, begann bald nach Bewilligung der bitter nötigen Flotte ersten Rangs das Bugeständnis des finanziellen Niedergangs. Die neuen Steuern, die das Centrum anbot, wurden eingefact, aber die beginnende wirtschaftliche Krise verminderte die Reichseinnahmen, und der Chinazug vermehrte die Reichsausgaben. Wiederholt hat seitdem Herr v. Thielmann in der Budgetkommission des Reichstags auf die wachsenden Schwierigkeiten der Reichskasse hingewiesen. Und das Defizit, das er in Aussicht stellt, wächst fast von Monat zu Monat immer bedrohlicher. Das politische Leben Lothringens stand seit der Annegion unter dem Zeichen der Stagnation, der totalen Bersumpfung. Die großen Industriebarone führten dort über ihre Lohnsllaven von jeher ein patriarchalisches Bevormundungsregiment, dem man die Nachbarschaft mit dem Königreich Stumm" deutlich anmerkte. Ursprünglich wütende Proteftler, waren sie unter der Versöhnungsära" Manteuffel, die sie mit Ehren überhäufte, zu geschmeidigen Anhängern des neuen Regiments geworden, die sich bei dem Werke der Niederhaltung ihrer Arbeiterschaft durch frömmelndes Mudertum freilich auch die Unterstützung des politisch intransigeanten Klerus gesichert hatten. In allerneuester Zeit haben, wie noch in frischer Erinnerung sein dürfte, die parlamentarischen Repräsentanten des Lothringenschen Notabelntums im Landesausschuß ihrer politischen Charakter- und Strupellosigkeit Elsaß- Lothringen hat Preußen bereits früher einmal aus den dadurch die Krone aufgesetzt, daß sie ihre Zustimmung zu den von Reihen seiner obersten Beamten einen Minister des Innern geder Regierung verlangten Hohtönigsburg- Krediten zum Gegenstand liefert: den Herrn v. Köller, der in Berlin seinen preußisch eines freilich total mißglüdten- politischen Schachergeschäfts zu junterlichen Regierungsgrundsäßen nicht untreu wurde, die er als machen versuchten. Nach oben liebedienerisch und rücgratlos, drückten Staatssekretär im Ministerium für Elsaß- Lothringen praktiziert hatte. fie nach unten um so mehr auf die Arbeiterschaft und Hemmten im Es sprechen alle Anzeichen dafür, daß dies auch bei Herrn v. Hammer Verein mit der ihren 8weden allezeit willfährigen Staatsgewalt stein der Fall sein wird. jede freiere Regung auf dem Gebiete des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Politische Mebersicht. Der Reichstag Berlin, den 8. Mai. Man sieht: die politische Atmosphäre, in der Herr v. Hammerstein als erster Verwaltungs- und Polizeibeamter des Bezirks seine praktischen Berufserfahrungen sammelte, war nicht gerade eine ansprechende. Dazu freilich, daß der in derselben längst erforderliche erledigte am Mittwoch zunächst die dritte Lesung des WeinReinigungsprozeß hintangehalten wurde, wie wir ihn in den beiden gesetzes und wandte sich dann der zweiten Lesung des Diäten elsässischen Bezirken seit dem dem Eingreifen der socialistischen antrags Gröber zu. Arbeiterschaft in die politischen Geschicke des Landes fich Das Haus war gut besetzt und hatte außerdem das Vervollziehen sahen, dazu hat der Bezirkspräsident v. Hammerstein gnügen, das ihm bei Initiativanträgen selten zu teil wird, beigetragen, was in seinen Sträften stand. Man ist in einige Mitglieder des Bundesrats in seinem Saal zu sehen. Neu- Buttkamerun in seinen Ansprüchen an die staatsbürgerlichen Bekanntlich haben sich die Parteien dahin geeinigt, nicht Freiheiten gewiß nicht verwöhnt: das Verwaltungs- und Polizei- eigentliche Diäten, sondern sogenannte Anwesenheitsgelder zu regiment aber, das Frhr. v. Hammerstein feit nunmehr bald achtzehn zahlen, um dadurch gleichzeitig der chronischen BeschlußJahren in Meß geführt hat, muß selbst für elsaßunfähigkeit des Hauses abzuhelfen. Diese Anwesenheitslothringensche Verhältnisse ein ungewöhnlich gelder sollen pro Kopf und Mann 20 Mark betragen, inrealtionäres genannt werden. Die ihm durch den Diktatur dessen davon die 15 Mark Landtagsdiäten in Abzug gebracht paragraphen und die sonstigen Landesgesetzlichen Ausnahme- werden. bestimmungen an die Hand gegebenen Gewaltmittel zur Nieder- Man hatte geglaubt, die Beratung werde sehr schnell zu haltung der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung der Ende gehen, und die Rede, mit der Abg. Gröber seinen lothringenschen Arbeiterschaft fanden unter seiner Herrschaft die Antrag nochmals begründete, war nicht geeignet, diefen Glauben weitestgehende Anwendung. Den Arbeitervereinigungen irgendwie zu zerstören. Die Reichs- Finanznot. Die Reichstagstommiffion für das Schaumweinsteuer- Gesetz hat Beschlüsse gefaßt, durch welche die aus diesem Gesetz veranschlagten Einnahmen um etwa 3/4 Millionen Mark vermindert werden würden. Dieser geringe Abstrich, der im Milliarden- Etat des Reichs völlig verschwindet, entsetzt die Reichs Finanzverwaltung. Freiherr v. Thielmann erklärt vor der Kommission: Auch solche verhältnismäßig unbedeutende Summe könne nicht entbehrt werden. Die Heichskasse brauche jeden Pfennig. Denn im nächsten Etatsjahr werde sich ein Fehlbetrag von mindestens 70-80 Millionen ergeben. So offenbaren sich herrlich die Folgen der Weltpolitik. Wie will man sich aus diesen Röten erretten? Nun werden die Finanzgenies des Centrums, die den Marinenwahn und die Allerweltsphantasterei finanziert haben, angstvoll suchen, wo sie noch einige Steuerchen zusammentrazen können. Doch Kleinigkeiten nügen jetzt nicht mehr. Jetzt würden selbst Bier und Tabat nicht genug hergeben können, um das große Loch der Reichskasse zu stopfen. und Bugleich aber erhebt sich in den Bundesstaaten der Angstruf, daß durch vermehrte Herbeiziehung der Matrikularbeiträge zu Reichszwecken ihre Finanzverwaltung zerrüttet werden müsse aller Art wurde, sobald sie auch nur die schwächste Aber die Junter hatten es anders beschlossen; die und daß Abhilfe geschaffen werden solle durch Wiederaufnahme oppositionelle Färbung verrieten, die erforderliche polizeiliche gouvernementale und die agrarische Linie des Konservatismus der Bismarck- Miquelschen Reichs- Finanz, reform", die das Genehmigung berfagt, die Versammlungen im benutzte die Gelegenheit, durch ihre Vertreter v. Levegow Reich auf eigne Füße stellen soll". vorhinein verboten oder aufgelöst. Selbst Besprechungen der und Graf Arnim ihrem Hasse gegen das allgemeine Wahl- Nun wohl, man stelle das Reich auf cigne Füße! Man bewillige Mitglieder von Krankenkassen, Unterſtügungsvereinen 2c., in denen recht Ausdruck zu verleihen. Herr v. Levezow und Graf Arnim die von der Socialdemokratie längst geforderte Reichs. lediglich innere Verwaltungsangelegenheiten verhandelt werden sollten, machten, das muß man ihnen lassen, aus ihrem Herzen keine Einkommenund Reichs Vermögenssteuer mit blieben von polizeilicher Ueberwachung und Auflösung nicht verschont. Mördergrube. Inmitten einer aus demokratischem Wahlrecht scharfer Progression auf die großen Einkommen und Vermögen! Finanznot Bei den politischen Wahlen der verschiedenen Art, ins- hervorgegangenen Versammlung wurde von der Demokratie als Dann hat alle ein schnelles Ende, besondere bei Reichs- und Bezirtstagswahlen, machte sich in von einem niedrigen Niveau gesprochen; alle die alten Redens- nicht uur sie; sondern zugleich wird an Militarismus, Lothringen ein behördlicher Druck von oben geltend, der arten, die nun bereits seit Jahren gehört und widerlegt Marinismus und der Weltpolitik ein trefflich funktionierender das Ergebnis der Abstimmung nur allzu oft zur Staritatur eines worden sind, wurden von den Edelsten der Nation wieder Hemmschuh gelegt, sobald Militaristen, Marinisten und Weltpolitiker Spiegelbilds der politischen Stimmung des Bezirks verzerrte. vorgebracht: von der Unwürdigkeit, sich für öffentliche Dienste ihre Tollheit aus eigener Tasche zahlen müssen. Nirgends im Reichslande erreichte die Wahlma che einen der bezahlen zu lassen, bis zur Zeitvertrödelung, die durch die artigen Umfang wie im Machtbereich des Herrn v. Hammerstein. Diäten angeblich herbeigeführt werde. Eine besonders feindliche Stellung nahm der neue preußische Minister des Junern gegenüber der gewertschaftlichen Arbeiterin kraftvoller und außerordentlich wirksamer Rede ent- Der Kaiser gegen Diäten. Nach dem„ Schwäb. Merkur bewegung ein. Die Unterbrüdung aller derartigen Organisationen gegen. Ohne sich weiter auf unnütze Zeitverschwendung, die hatte sich bei ihm zum förmlichen Verwaltungsprincip ausgebildet. Steine Notwendigkeit der Diäten noch länger zu begründen, einBerufsvereinigung der Arbeiter fand vor seinen Augen Gnade, und zulassen, beleuchtete er den preußischen Landtag so scharf, daß auch der Versuch der Arbeiterschaft, durch Gründung von Zweig, ihm ein Ordnungsruf verliehen wurde; er benutte außerdem verwaltungsstellen bereits bestehender altdeutscher Gewerkschafts- die Gelegenheit, die bekannte Aeußerung von den„ Kerls" ein Organisationen ihren Zweck zu erreichen, scheiterte an dem unbeug- wenig zu betrachten. Graf Posadowsky war, wie schon samen Willen des Bezirkspräsidenten. Er erklärte alle diese erwähnt, anwesend, und er war nicht nur anwesend, das Wort. Ueber den Diätenantrag Bereinigungen kurzer Hand und aus eigener Machtvollkommenheit er ergriff auch für politische, bei denen die wirtschaftlichen Bestrebungen nur sich zu äußern hatte er, wie er sagte, teine Veranlassung; der Deckmantel der socialistischen Tendenzen seien, und versagte statt dessen philosophierte er über Zwischenträgereien und der Den Levezzowschen Ausführungen trat Genosse Singer * Deutsches Reich. äußerte der Kaiser jüngst auf der Wartburg zum Großherzog von Weimar in einer politischen Unterhaltung: „ Der Bewilligung von Diäten an die Neichstags- Abgeordneten werde ich nicht eher zustimmen, bis das Reichstags= Wahlgesen eine entsprechende Aenderung in Bezug auf die Wahlberechtigung erfahren hat. Oppositionelle Volks. vertreter haben wir mehr als genug, und die Leistungen der bezahlten Landtags- Abgeordneten, wenigstens in Preußen, find auch nicht die hervorragendsten." Dieje Nachricht fanm als glaubwürdig nicht an gesehen werden. Der Kaiser tann weder die Landtags Abgeordneten als„ bezahlte" noch ihre Leistungen tros Ablehnung des Kanals als nicht hervorragend" kritisiert haben. Der Kaiser kann nicht der Meinung sein, daß er durch NichtdiätenAusland. Schweden. genommen, am zahlreichsten in Kiew( am 29. April nachts 122 Haussuchungen und Verhaftungen) und Petersburg( am 30. April 200 Verhaftungen). Wir sind in der Lage, schon jetzt die Namen der zahlung bor der Vermehrung der oppositionellen Volks- Marineminister Dyrken vor dem Reichstag. Deutlicher verhafteten Kiewer zu veröffentlichen: Die Studenten Woinewowitsch, vertreter geschützt werde. Der Kaiser kann auch kaum eine Ver- und einstimmiger als das in den Sizungen der beiden Kammern Biker D., Sternberg, Filiz, Leontjeff D., Leontjeff A., Morſchak, Tchlizki, schlechterung des Reichstags- Wahlrechts als seinen persönlichen am Sonnabend der Fall war, ist seit Bestehen der Verfassung noch Starschinski Kowarsky, Trozky, Gebrüder Mjatelsky, Gebrüder Pawljuzz, Wunsch verkündigt haben. Endlich kann der Kaiser nicht gesagt niemals einem Mitgliede der Regierung der Wint, zu verschwinden, Kawenokij, Lipmann Gursky, Lingardt; die Journaliſten Lunotſcharsky haben," er werde der Diätenbewilligung nicht eher zustimmen, vom Reichstage gegeben worden. Die Sigung der ersten Kammer und Lipmann; die Juristen Wasilenko, Maschinsky; Dr. phil. Kotouroff, bis...", denn bekanntlich hat nach der Reichsverfassung nicht der wurde damit eingeleitet, daß Dyrßen eine lange Verteidigungs- Dr. med. Subjonsky; Ingenieur Kosmin, Pharmaceut Kerfis und Kaiser, sondern Reichstag und Bundesrat über Reichsgeseze schrift verlas, die aus schwachen Advokatentnissen bestand, und in dann Wladimiroff, Spektor, Werenjeff, Butorin Bekjadjon, Neumann, zu beschließen. der er von seinem guten Herzen sprach, dem es so schwer Samjatin, Andrejeff. Jewfejeff Fidrowsky, Chorofchiloff, Lehmann, seinen alten Freund und Schiffskameraden Leschzinsky, Winter Poljanin, Titschikoff, Meranloff, Bobrowsky u. a. Von den Frauen sind verhaftet: Storoschewskaja, Kryntschlowitsch, Schwere Gesundheitserschütterung hat die preußische geworden sei, ,, aber er hätte leider nicht anders handeln Ministerkrije verschiedenen der höchsten Verwaltungsbeamten ver- 3 bestrafen; ursacht. Unter- Staatssekretär Lohmann vom Handelsressort, der können" usw. Seine Ausführungen wurden mit absoluter Kälte auf- Dimichi, Paperne, Poljakowa, Aisenberg( Hebamme), Aisenberg gestern als gesund gemeldet wurde, soll doch recht leidend sein und genommen. Nur ein alter General versuchte ihm Beistand zu leisten,( Dentistin), Osadtschaja, Wiker R., Leontjewa u. a. Schuhmaßregeln gegen die Peft. Die Kommission zur Ver im Laufe dieses Jahres, sobald Minister Möller sich in sein Fach aber auch seine Rede fand keinerlei Zustimmung. Dagegen wurde eingearbeitet haben wird, in den Ruhestand treten. Auch der Unter- die Anklagerede des Wortführers des Verfassungsausschusses mit hütung und Bekämpfung der Best erklärte die Stadt Bassora in Staatssekretär der Finanzen, Herr Lehnert hat sich als frant er- lauten Bravorufen begrüßt und einstimmig der Antrag des Aus- Mesopotamien für verseucht. flärt, will aber auf dringenden Wunsch des Herrn v. Rhein- schusses angenommen. baben diesem noch einige Zeit die neue Amtsbürde tragen helfen. Strank ist ferner der Direktor für die Verwaltung der direkten Steuern, Ober- Finanzrat Pfahl und Ministerialdirektor Grandke vom Finanzministerium. Zeitung": Von dort begab sich Dhrßen nach der Zweiten Kammer, um auch hier sein Schriftstück zu verlesen. Auch hier begegnete ihm dasselbe eisige Schweigen und keiner nahm sich seiner an. Auch hier erntete der Vertreter der Anklage lauten Beifall, und geschlossen stimmte die Kammer dem Antrage auf Absetzung des Ministers zu. Wie man sicht, sind es also sehr zwingende Gründe gewesen, 11111T Türkei. Die Botschafter der beteiligten Konstantinopel, 8. Mai. Mächte haben an die Pforte Noten gerichtet. in welchen sie gegen den au Postfendungen verübten Gewalt att energisch protestieren, die Pforte von an für allen aus derlei Gewaltakten entspringenden Schaden verantwortlich machen Große Männer. Wir lesen in der Freisinnigen die den Minister zur Einreichung seines Entlassungsgefuchs ver- und sich weitere Schritte vorbehalten. Die Note, in welcher die Pforte die Aufhebung der fremden Bostämter verlangt, Auf die Größe unsrer Minister, d. H. natürlich anlaßt haben. wurde nicht beantwortet. Vicle von den durch die türkische Postauf die körperliche Größe derselben, scheint neuerlich bei der Ueber eine Tenerungszulage für die Beamten und Staats- verwaltung verteilten Briefen der Sonntagspost waren geöffnet, und Ernennung, wie man in parlamentarischen Kreisen glaubt angestellten wurde ebenfalls am Sonnabend im Reichstag ver- eine große Zahl der an türkische Adressen gerichteten Briefe beschlagbemerkt zu haben, nicht geringes Gewicht gelegt zu werden. handelt. Die Zulage soll nach dem vom Staatsausschuß vorgelegten nahmt worden. Es heißt, daß die türkischen Postverivaltungen in Der neue Minister des Innern Freiherr von Hammerstein Entwurf 10 Proz. des Gehalts betragen, jedoch höchstens 500 Kr. den Provinzen gleichfalls Auftrag erhalten hätten, die bei den foll bon großer, stattlicher Figur sein, und den langen und für alle Beamte und Angestellte, die nicht über 7000 kr. fremden Postämtern einlaufenden und von diesen abgehenden PostMöller" hatte man als Ministerkandidaten schon lange Jahreseinkommen und keine freie Wohnung haben, in Betracht sendungen zurückzuhalten. Es sind Zwangsmaßregeln für den Fall in's Auge gefaßt, wie nach einer Aeußerung berichtet wird, fonimen. geplant, daß für die Verlegung der Rechte der fremden Postämter Dieser Vorschlag wurde in der ersten Kammer nach kurzer nicht in Bälde zufriedenstellende Genugthuung geboten wird. die bei der Einweihung des Dentmals für den Großen Kurfürsten in Bielefeld gefallen sein soll. In dem Grafen Debatte angenommen, wogegen in der giveiten Kammer nach längerer Bülow hat man einen stattlichen Ersatz für den kleinen Hohenlohe Verhandlung 98 Stimmen dafür und 98 dagegen abgegeben wurden, und da gefunden. Bei Herrn Studt als Kultusminister muß die äußere der, in solchem Fall ausschlaggebende versiegelte Bettel eine NeinErscheinigung entschädigen für vieles, was an sonstigen Eigen- Stimme enthielt, wurde er hier abgelehnt. Troydem gilt die Anschaften für sein Ressort bei demselben nicht erkennbar nahme der Vorlage als gesichert, da die bevorstehende gemeinsame hervortritt. Nicht etwa, daß das Gardemaß durchaus verlangt Abstimmung jedenfalls eine Mehrheit dafür aufweisen wird. wird, oder daß man eine Ministercompagnie zu bilden versucht Dicje eigentümliche Erscheinung, daß die erste Kammer eine nach dem Muster der Potsdamer Grenadiere weiland König Friedrich einer großen Anzahl Unbemittelter zu gute kommende Vorlage anWilhems I. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß auch, abgesehen nimmt und die zweite sie verwirft, ist unter andrem vor allem dem vom Faceltanz, Minister von stattlicher Figur im Gegensatz geeignet Umstand zuzuschreiben, daß die auskömmlichen Beamtengehälter bis find, bei feierlichen Gelegenheiten, z. B. im Weißen Saal als Um zu 7000 kr. mit erheblichen Zulagen bedacht werden. Insgesamt werden die Teuerungszulagen eine Mehrausgabe gebung des Throns, stimmungsvoll zu wirken. von ungefähr 23/4 Millionen Kr. verursachen. Oestreich- Ungarn. Die Getreidezölle und die Einzelstaaten. Wie uns aus Gotha telegraphiert wird, nahm der Landtag mit 19 gegen Ungrisches Abgeordnetenhaus. In Beantwortung der Inter8 Stimmen einen Antrag an, der sich gegen eine Getreide zollpellation des Grafen Aladar Zichy in der Angelegen erhöhung richtete. Bei dieser Gelegenheit gab der neue Ministerpräsident Hentig heit des Professors der Rechtsphilosophie Piller eine Erklärung ab, in der er zwar ausführte, die Regierung könne eine versichert Unterrichtsminister von Blassics auf Grund von Erentscheidende Stellung zu der Frage nicht einnehmen, bevor der Zolltarif flärungen Piller's, derselbe habe die ihm zugeschriebenen Aeußerungen: ihr zugegangen fei, dann aber doch, nach dem„ B. T."" grundsäß- Jh werde die Begriffe Nation und Vaterland aus den Herzen der lich" sich dahin äußerte, daß die Regierung nach den sorgfältig fest- Jugend reißen" und" Religion ist die Offenbarung mensch oder ähnlich lautende Aeußerungen nie gestellten besonderen Verhältnissen und Bedürfnissen der Herzoglicher Beschränktheit" Der Minister führt weiter aus, zur Beruhigung tümer sich für verpflichtet erachtet, gegenüber dem berechtigten Be- gethan. streben nach Sicherung eines angemessenen Ertrages der landwirt- fönne er mitteilen, daß auch nach der Versicherung der Hörer solche Er versichert schließlich, daß er schaftlichen Arbeit, der Notwendigkeit Rechnung zu tragen, Aeußerungen nie gefallen seien. daß die ärmeren Voltstlasen, insonderheit diejenigen niemals zögern würde, gegen einen Professor, der die Staatsgesetze mit einem festbegrenzten Einkommen vor einer fühlbaren oder die Disciplin verlegt, einzuschreiten, andrerseits würde er aber Verteuerung der notwendigen Nahrungsmittel be- mit eifersüchtiger Sorgfalt die Lehrfreiheit wahren, deren Seele die schüßt werden und den Erzeugnissen unsres Gewerbe Geistesfreiheit jei.( Stürmischer Beifall rechts und auf der äußersten fleißes die Verwertung auf den Märkten des Auslands Linken.) Nach einer Erwiderung des Grafen Zichh wird die Erdurch den Abschluß entsprechender Handelsverträge auch für flärung des Ministers mit großer Majorität angenommen. die Zukunft ermöglicht wird. Das ist eine nicht sehr agrarische Erklärung, die aber jede Erhöhung der Getreidezölle nicht ablehnt; die Verteuerung soll nur nicht fühlbar" werden. Socialdemokratisch" in der Chinafrage wird nun allmählich die gesamte Presse. Unfre Kritik, mit der wir lange Zeit völlig allein standen und um deretwillen wir als freiwillige Chinesen"," Vaterlandsverräter" usw. geschmäht wurden, wird jetzt selbst von nationalliberalen Blättern übernommen: Die National- Zeitung" mahnt plöglich die Mächte, die Chinesen tünftig weniger zu reizen als bisher: " In ganz besonders hohem Grade dürfte es auch darauf ankommen, daß die diplcinatischen Vertreter, die Kaufleute und die Missionare der civilisierten Nationen im Verkehr mit den Chinesen eine früher öfter vermißte Klugheit und Mäßigung obwalten lassen. Wenn die Europäer und die Amerikaner die chinesischen Probleme richtig auffassen, so ist nicht anzunehmen, daß der gesitteten Welt aus der ja allerdings überaus verwickelten ostasiatischen Frage unüberwindliche Schwierigkeiten China werde nach wiederherstellung des Friedens nicht mehr brüst, herausfordernd und mit sogenannter Schneidigkeit behandelt werden dürfen": entstehen müssen." Generals Liu." England. Erfahwahl. In Monmouth wurde bei der Ersazwahl zum Parlament der Konservative Lawrence mit 4604 Stimmen an Stelle des Konservativen Harris gewählt, dessen Wahl infolge Protestes für ungültig erklärt worden war. Der Radikale Spicer erhielt 4261 Stimmen. Frankreich. Die Auszahlung der chinesischen Beutegelder ist, wie bereits telegraphisch gemeldet, wieder aufgenommen aufgenommen worden. riegsminister General André soll seinen Einspruch zurückgezogen haben, da nach einem Artikel des Kriegsrechts der Generalstab und die Intendantur die erbeuteten Gegenstände zu schäzen, zu verkaufen und den Erlös an die Soldaten zu verteilen haben. Der Militär Schriftsteller und Redacteur des Jurnal des Debats", Charles Malo, verurteilt die Nachgiebigkeit des Kriegsministers. Er schreibt u. a.: " " Asien. Die japanische Ministerkrise. Gin Reuter- Telegramm aus Es gewinnt der Eindruck an Boden, daß Yokohama meldet: Marquis Jto ein Ministerium unter Ausschluß des jezigen Finanzministers Watanabe bilden werde. Der Boeren- Krieg. General French scheint ebenfalls vom Kriegsschauplaz abtreten zu sollen. Kürzlich hieß es bereits von ihm, daß er erkrankt sei, und jetzt wird geincldet, daß er heftig au Malaria leide und sich auf dem Wege nach Kapstadt befinde. Einstweilen soll er nur einige Wochen Urlaub erhalten haben, doch pflegt einem derartigen Urlaub gewöhnlich die Heimreise zu folgen. General French war zweifellos einer der tüchtigsten und gewandtesten englischen Generale. Seine legten Operationen im Osten Transvaals scheinen allerdings mir von geringen Erfolgen getrönt gewesen zu sein. Eine Bestätigung erhält diese Anschauung durch den telegraphischen Bericht eines Mitarbeiters der Morning Post" aus Pretoria vom 3. Mai, der den Zug Frenchs zum Teil mitgemacht hat. Dieser Bericht lautet: Die Operationen, die General French im südöstlichen Transvaal ausführte, waren äußerst schwieriger Natur und scheinen nicht genügend gewürdigt worden zu sein. French hatte fich mit gewaltigen Transportmitteln zu versehen, um sein großes Heer verproviantieren zu können. Die Operationen wurden bei beständigen Regengüssen ausgeführt, welche die Wege in Schlammseen verwandelten, aus denen Bäume und Felsblöcke aufragten, und welche die Transportschwierigkeiten noch erheblich vermehrten. Die Wagen janten wiederholt in den Schlamm ein, und an manchen Stellen waren drei Ochsengespanne erforderlich, um die vollen Wagen bergauf zu ziehen. Die Leute ertrugen, obgleich sie dem Wetter schutzlos ausgesetzt waren, alle diese Unbehaglichteiten in guter Stimmung. Unter solchen Bedingungen ging es natürlich nur langsam vorwärts. Manchmal nahm das Durchschreiten einer Furt vier Tage in Anspruch. Mit dem Vorrücken der Truppen wurde das Land von Bewohnern und Vieh gesäubert. Tausende von Schafen, die den Kolonnen nicht zu folgen vermochten, tamen um. Diese Operationen wurden trok beständiger Belästigungen durch die Boeren ununterbrochen ausgeführt. Viele Boeren legten die Waffen nieder und eine große Menge Munition wurde erbeutet. Kleine Abteilungen Boeren folgten General Smith Doriens Kolonne bis vier Meilen vou Wonderfontein( dem Punkte, von dem er ausgegangen war und zu dem er wieder zurückkehrte). = Gouverneur Milner erklärte bei Gelegenheit einer Festlichkeit, es bestehe kein Grund dafür, daß die Bevölkerung Beforgnisse bege über den Ausgang des Kriegs. ein Wandel, keine Schwäche in der Reichspolitik sei möglich; er sei fest überzeugt, daß die dauernde Beilegung des Streites nicht gefährdet sei; er verlasse Südafrika jezt leichteren Herzens, als er es vor sechs oder selbst vor zwei Monaten hätte thun können. Aus diesen Erklärungen geht nur die Zuversicht Milners hervor, daß der Krieg zu Ungunsten der Boeren enden werde, auf wirkliche Fortschritte der englischen Kriegsführung, die hinzuweisen. diesen Optimismus berechtigt erscheinen lassen, vermochte er nicht Die Tages- Verlustliste Diese Darstellung erweckt den Eindruck, als ob die Truppen des Wenn General André, statt zu leeren Ausflüchten zu greifen, Generals French mehr unter den Angriffen der Boeren gelitten wie ein Schüler, der einen Schnitzer begangen hat, die Gelegenheit hätten, als umgekehrt, die Boeren von General French. Wenn die wahrgenommen hätte, um zu erklären, der auf die Kriegsbeute englischen Truppen nur mit so schneckenartiger Langsamkeit vorwärts bezügliche Artikel scheine ihm etwas veraltet, und er werde tamen, so ist es allerdings begreiflich, daß sie den Boeren nicht viel baldigst dessen Revision veranlassen, so wäre wohl jedermann mit anhaben konnten. Die Gefangenen werden in ihrer Mehrzahl überihm einverstanden gewesen. Es ist noch nicht lange her, daß man haupt keine im Felde stehenden Boeren gewesen sein. Auch das erdie Beute als das rechtmäßige Eigentum der Kriegsleute" be- beutete Vich stammte nicht aus den mitgeführten Vorräten der " Es wäre fernerhin sehr gefährlich, wenn man europäischerseits trachtete. Seitdem sind mildere militärische Sitten aufgekommen, Boerenkommandos, sondern wurden einfach den Farmern wegvergessen sollte, daß die zu erwartende starke Vermehrung und wie die Geschichtsschreiber von heute nicht mehr gleich denen, genommen. Milner über die Kriegslage. der offene Thüren" in Ostasien unvermeidlich die Waffen- die uns in unsrer Jugend unterrichteten, es wagen würden, einen tüchtigkeit der Chinesen steigern wird. Schon heute ist, verglichen fiegreichen General zu preisen, der unsre Museen durch Kunstmit der militärischen Hilflosigkeit, welche die Chinesen im Kampfe gegenstände bereicherte, die er den Besiegten abnahm, so hat es für mit den Japanern an den Tag gelegt hatten, ein viel lebhafteres jedermann etwas Verletzendes, zu sehen, daß man unter Offiziere Pulsieren der kriegerischen Ader bei ihnen unverkennbar. Bewies und Soldaten das Ergebnis von Razzias verteilt, die eine auf das doch noch in den letzten Tagen das trogige Standhalten des fallende Aehnlichkeit mit dem haben, was man früher schlechtweg Plünderung" nannte. Schließlich rät das Blatt noch den Mächten, in Bezug auf die Spanien. Erlangung von Pachtungen, Bergiverks- und Eisenbahnkonzessionen und dergleichen minder gewaltsam und stürmisch als in der VerDie Unruhen in Barcelona sollen einen bedenklichen Grad gangenheit vorzugehen." erreicht haben. Die Madrider Korrespondenten mehrerer Berliner Die Einsicht fomnit spät, aber sie kommt. Der europäische Rachezug nach China hat eine Entartung der bürgerlichen Intelligenz Blätter sprechen von einem regelrechten Aufstand der Arbeiter, die und Urteilsfähigkeit entblößt, die man nicht für möglich halten sollte. durch anarchistische und separatistische Elemente zu Es wird nicht lange dauern, und die Auslaffungen, die sich die Excessen angestachelt worden seien. Die Arbeiter hatten sich bewaffnet, Khatipresse in dem ersten Halbjahr des chinesischen Abenteuers leistete, Fabriten mit Steinen beworfen, und Bollhäuschen und ein Polizei- umfaßt für den 7. Mai 3 Tote, 20 Verwundete, 3 Vermißte, 30 an bureau demoliert. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei seien Krankheiten Verstorbene und 50 Schwerkrante. werden allgemein als Jrrenhausgetobe erscheinen. am 7. mehrere Personen getötet worden. Wolffsche Telegramme London, 8. Mai.„ Daily Telegr." berichtet aus Dentar: Ich schwör's ab! Zur Charakteristit Miquels erzählt die berichten ebenfalls von großer Unruhe in Barcelona. Bürgergarde Frankfurter Voltsstimme" das folgende Geschichtchen. und Kavallerie hätten wiederholt einschreiten müssen. Der Aus- Die Boeren haben in der Umgegend von Cradock während Es war einige Beit, ehe Miquel Minister wurde, als einer stand der Straßenbahn- Bediensteten nehme einen der legten drei Tage großen Schaden an den Eisenbahnen angeritet. unfrer Redacteure mit ihm ein bezeichnendes Erlebnis hatte. Im immer größeren Umfang an. Anhänger der tatalonischen Kaufmännischen Verein Frankfurt a. M., dessen Vorsitzender dem OberAngebliche englische Erfolge. bürgermeister Miquel als nationalliberaler Parteiführer nahesteht Bewegung hatten eine Versammlung abgehalten, in der die Aus London wird vom 8. Mai gemeldet: Wie die Abendblätter und ihm manches verdankt, hatte Miquel im Herbst 1889 einen Vor- Regierung angegriffen und gegen die Einheit Spaniens protestiert Der Ministerrat verhängte den Beaus Kapstadt melden, finden in Nord- und Ost Transvaal trag gehalten und man saß, wie üblich, nachher ein Stündchen bei worden sei. einem Glas Wein gemütlich im Vereinshaus zusammmen. Man lagerungszustand über die Stadt. Das Amtsblatt veröffent- größere Gefechte statt. Die Boeren erleiden schwere Verluste. rühmte die sozialreformatorischen Absichten des neuen Kurjes, lichte am Mittwoch einen im Ministerrat am Dienstagabend gefaßten 40 Boeren wurden bereits getötet, 200 verwundet und 160 ergaben Miquel pries ihn allen voran, und unser Redacteur erlaubte sich, ein Beschluß, durch welchen die konstitutionellen Garantien für Barcelona fich. politischer Kezer, wie er es damals schon in jenen Kreisen war, aufgehoben werden. dem Frankfurter Oberbürgermeister gegenüber die kleine Einwendung: Ja, wenn es mit der Socialreform Ernst ist, wie kann Ruffische Wohlthätigkeit. Der Generalgouverneur hat den man dann aber das Socialistengeset noch fortbestehen lassen?" Worauf Miquel rasch und lebhaft:" Ja, das ist ein Skandal!" Senat aufgefordert, ca. 110 000 Rubel als Staatsunterſtüßung für Aber ebenso rasch war dem" gewieften politischen Geschäfts- russische Frauenschulen in Helsingfors zu bewilligen. Der Senat hat mann das Bewußtsein gekommen, daß er sich zu weit aus- die Sache einem Ausschuß überwiesen. Eine„ Russische Wohlgeplaudert hatte einem Zeitungsmanne gegenüber. Schnell sich zu thätigkeits- Gesellschaft in Finnland" hat dem unsrem Redacteur vorbeugend und ihn eindringlich fixierend sagte Generalgouverneur ihren Statutenentwurf eingereicht, der dann auch und Lord Kitchener noch mit einer längeren Kriegsdauer rechnet, der Bielgewandte, halb schalthaft, halb ernst:" Aber keinen öffent- vom Senat genehmigt worden ist. Der Zweck der Gesellschaft ist, beweist die Meldung, daß Kitchener die befekten Stationen zu berussische Schulen in Finnland, sowie arme in Finnland wohnende festigen beabsichtige, um die Garnisonen vermindern und die da lichen Gebrauch davon machen! Ich schwör's sonst ab!" durch frei gewordenen Truppen gegen den Feind verwenden zu Das war der ganze Miquel! Und ähnlich soll er es in der Frage Russen zu unterstützen. Verhaftungen. Um die bevorstehenden Mai- Demonstrationen tönnen. einer Reform des Frankfurter Gemeindewahlrechts mit den beiden Nach Nachrichten von der Boerenseite sollen noch 24 000 Boeren jezigen Frankfurter Landtags- Abgeordneten getrieben haben, worüber zu vereiteln, hat die russische Regierung im April und besonders in ben legten Tagen dieses Monats sehr zahlreiche Verhaftungen vor- im Felde stehen, darunter 7000 Rapholländer. dieje vielleicht nunmehr selbst etivas erzählen. Rußland. * * Zahlreiche Dokumente, Banknoten, 220 Wagen und 9000 Pferde(?) wurden erbeutet. Unter den Streitfräften der Boeren herrsche nach Meldungen der Blätter eine große Demoralisation. Die Nachrichten scheinen sehr übertrieben zu sein. Was die Demoralisation der Boeren anlangt, so find diese nach der englischen Darstellung schon seit vielen Monaten derartig demoralisiert, daß eigentlich moralisch nichts mehr an ihnen zu verderben ist. Daß die Gesamtlage für die Engländer noch kritisch genug ist Parlamentarisches. = = den = Eine auffallende Nede. Das Gesuch um Strafaufschub wird abgelehnt, da die Zeit, bis auf welche er begehrt wird, zu unbestimmt angegeben, das Gericht übrigens nicht befugt ist, einen längeren als viermonatigen Strafaufschub zu bewilligen(§ 488 St.-B.D.), auch, weil Antragsteller wegen Beschimpfung Arbeitswilliger verurteilt ist, die Annahme begründet erscheint, daß er die von ihm behauptete Arbeitslosigkeit durch eigene Verschuldung herbeigeführt hat. Ein Vorurteil gegen organisierte Arbeiter enthält ein Die Pariser Ausgabe des New York Herald" meldet aus Beschluß des Amtsgerichts zu Leipzig, der kürzlich dem Töpfer Th. Aus der Petitionskommission. Peking: Bei einem Feste, das der englische General Gaselee zuging, der unter außergewöhnlichen Umständen wegen angeblicher Die geftrige Sigung befaßte fich zuerst mit den zahlreichen zu Ehren der amerikanischen Offiziere gab, hielt der Beleidigung Arbeitswilliger zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden Petitionen der Frauenvereine, welche eine einheitliche amerikanische General Chaffee eine Rede, in der er 1. a. var. Dem Urteil folgte auch bald die Aufforderung zum Strafantritt. Regelung des Vereins- und Versammlungs- Gesagte:" Mögen Könige, Minister und Politiker sagen, was sie wollen, Diese beantwortete Th. mit einem Gesuch um Aufschub, das er damit seges in Deutschland und der Anerkennung der Gleich- ich kann mich dafür verbürgen, daß Amerikaner begründete, er ſei den ganzen Winter arbeitslos gewefen und in berechtigung beider Geschlechter verlangen. Ab= und Engländer niemals auf dem Schlachtfelde Not geraten; man möge ihn daher nicht aus der Beschäftigung geordneter Müller Meiningen beantragte, Beschluß einander gegenüberstehen werden. Die internationale reißen, sondern ihm gestatten, die Strafe in der schlechten Geschäftsvom vorigen Jahre zu wiederholen und die Petitionen Politit mag das Bestreben haben, internationale Berwickelungen zu zeit abzubüßen. Darauf erfolgte der erwähnte Gerichtsbeschluß, der dem Reichskanzler zur Berücksichtigung 811 über vermeiden, aber wenn die Umstände uns zwingen, zu wählen folgendermaßen lautet: weisen. Abg. Krebs( f.) wollte den Frauen nur die Teilnahme und Partei zu ergreifen, dann würden wir gewiß an solchen Vereinen zugestanden wissen, in denen sie ihre Berufs auf Seiten der Engländer stehen." Die Rede wird in interessen wahren könnten. Die Genossen Thiele und englischen Kreisen lebhaft besprochen. och sowie Abgeordneter Müller Meiningen traten noch- Die Rede trägt eine unverkennbare Spige gegen Rußland. mals entschieden gegen diesen rückschrittlichen Antrag ein. Inwieweit freilich der amerikanische General von seiner Regierung Jakobstötter( fons.) befürwortet Uebergang zur Tagesordnung zu einer solchen Rede autorisiert war, entzicht sich jeder Beurteilung. und will höchstens für den Antrag Krebs stimmen. Dieser plagte, nachdem sein Antrag nochmals von Thiele und hoch bekämpft worden war, mit dem Geständnis heraus, es fomme ihm und feinen Freunden darauf an, die Frauen vom politischen Leben fernzuhalten. Trotz aller Einivendungen wurde der Genoffe Dr. Bruno Schoenlank. Ueber die bereits kurz Daß ein Gericht selbst bezüglich einer Zeit, wo neun Zehntel Antrag Krebs gegen die drei socialdemokratischen Stimmen und mitgeteilte Unterbringung des Gen. Schoenlant in eine Heilanstalt der Töpfer arbeitslos waren, ohne jeden bestimmten Anlaß von einer eine freifinnige Stimme angenommen. schreibt die Leipziger Volkszeitung": Genosse Dr. Bruno Schoenlant, felbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgehen kann, kennzeichnet fo Neue Alpenbahn. Der Handels- und Gewerbeverein in der langjährige Chefredacteur unseres Blatts, leidet seit dem Winter treffend den Geist unter den sächsischen Richtern, daß ein Kommentar Augsburg verlangt die Erbauung einer strategischen Bahn des vergangenen Jahres an einem schweren Nervenleiden. Eine überflüssig wird. von Berlin über München, Garmisch, Ehrwald nach Bormio Besserung, die zum Frühjahr eintrat und Genossen Schoenlant die und Mailand. Die Bahn würde die Alpen beim Ortler über- Wiederaufnahme seiner redaktionellen Thätigkeit ermöglichte, sollte schreiten, Anschluß an die Delbergbahn haben und eine Alpen- leider nicht von langer Dauer jein. Sein Leiden verschlimmerte bahn zwischen Brenner und Gotthard bilden. Die Regierungs- sich in den letzten Tagen so sehr, daß er heute in eine Heilanstalt tommiffare erklärten, daß Oestreich kaum geneigt sein werde, die gebracht worden ist. Bahn zu bauen, da eine neue direkte Verbindung zwischen Wien und Triest geplant fei. Die Petition wurde zur Erwägung überwiesen. Partei- Nachrichten. Die Maifeier in Italien ist bei weitem großartiger verlaufen, als es nach den ersten spärlichen Berichten scheinen mochte. Der Biener Arbeiter- Zeitung" geht ein längerer Bericht aus Rom zu, dem wir folgendes entnehmen: Königliches Amtsgericht Leipzig. Körner. Ausstand der Werftarbeiter in Tönning. Infolge der Maiaussperrung ist es in Tönning zu einem Ausstand sämtlicher Werftarbeiter gekommen. Ausland. Sociales. Die Aushuugerung der Streikbrecher. In der kleinen schwedischen Stadt Arlöf bei Malmö wird gegenwärtig ein heftiger Kampf gegen einen Fabrikanten geführt, der seine Arbeiter ausgesperrt hat, weil sie Mitglieder der Gewerkschaften sind. NachDie Wahlprüfungs- Kommiffion des Reichstags verhandelte Das italienische Broletariat hat mit imponierender Einmütigkeit dem es dem Herrn nach vielem Bemühen gelungen war, einige in ihren letzten beiden Sigungen über die Wahl des Abg. Bolt und Ruhe seinen Festtag begangen. In der Hauptstadt wie in allen Streitbrecher anzuwerben, wurde von den organisierten Arbeitern ( Saarbrüden, natl.) im 5. Trierischen Wahlkreise. Gegen die Wahl größeren Städten war die Arbeitseinstellung allgemein. cine Agitation unter den Einwohnern der Stadt entfaltet, lag ein Protest vor. Seiner Zeit waren Erhebungen beschlossen Die Bäcker und Schlächter enthielten sich der Arbeit, so daß für und bald wollte keiner mehr den Streifbrechern ein Logis worden. Das Resultat derselben beschäftigte jetzt die Kommission. den Bedarf der Garnison Soldaten Baracken für die Darauf ließ der Fabrikant im Schlacht- vermieten. Streitbrecher errichten. Aber auch das nüßte nicht viel, denn Während der Wahl war der ganze amtliche Apparat für den Kandi- hof thätig sein mußten. Das Manifest der Parteileitung war allerdaten Bolt in Thätigkeit und fand eine weitverbreitete Kontrolle orts angeschlagen. An der von der Arbeitskammer einberufenen nun weigerten sich alle Handeltreibenden Arlöfs und der Umgegend durch die Steiger und andre Beamte im Bergrebier statt. Der Volksversammlung nahmen gegen 3000 Personen teil. Am Nach ihnen Nahrungsmittel zu verkaufen und selbst in Malmö gelang es Referent beantragte ungültigkeit der Wahl. Der Antrag wurde mit mittag zogen die Arbeiter ins Freie; de Felice und Genosse Ferri dem Unternehmer nicht, Speise und Trank für die Streitbrecher auffünf gegen sechs Stimmen abgelehnt, da das Mitglied der sprachen hier über die Bedeutung des Festes. Gewaltig haben sich zutreiben. Da wandte er sich nach Kopenhagen, und hier fand sich freisinnigen Vereinigung, Abg. Ernst, mit der die Demonstrationen in den industriellen Centren Oberitaliens ge- denn auch ein Hofbädermeister, der 10 Säde Brot für ihn lieferte. Mehrheit stimmte. staltet. In Turin wird die Zahl der Feiernden auf 50 000 an- Das wird dem Herrn übrigens ziemlich teuer kommen, denn in In der 9. Kommission des Reichstags wurde heute die 60 000 der Arbeit. Unter den großen Städten hat nur in gegeben. Von der Mailänder Arbeiterschaft enthielten sich Schweden liegt auf nahezu alle Lebensmittel ein Boll. Es ist das unsers Wissens das erstemal, daß man einen Beratung des vom Centrum eingebrachten Toleranzantrags" Genua ein Umzug stattgefunden, von einer Großartigkeit, Fabrikanten durch regelrechte Belagerung zur Vernunft zu bringen fortgefegt und§ 4 in folgender Fassung angenommen:„ Die Abgabe der Austrittserklärung bewirkt, daß der Ausgetretene zu feiner andren Demonstration erreicht wurde. die auch nach Aussage der reaktionären Zeitungen noch bei sucht. Die Teilnehmer Leistungen, welche auf der persönlichen Zugehörigkeit zur Religions- werden auf 40 000 geichägt. Jm Vorort von Genua, in Sestri gemeinschaft beruhen, nicht mehr verpflichtet wird. Leistungen, welche Bonente, dessen Einwohnerschaft fast mur aus industriellem nicht auf der persönlichen Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft Broletariat gebildet ist, bestand der Festzug der Feiernden aus Die Aerzte der Bamberger Orts- Krankenkaffe haben ihren beruben, insbesondere Leistungen, welche fraft besonderen Rechtstitels auf bestimmten Grundstücken haften oder von allen Grundstücken des wie noch nie zuvor. Ueberall ist das Fest friedlich und würdig ver- des Naturheilverfahrens zur Behandlung der Kaffenmitglieder grund8000 Personen. In Neapel war die Arbeitseinstellung allgemein, Bertrag gekündigt, weil der Vorstand beschlossen hat, einen Vertreter Bezirks oder doch von allen Grundstücken einer gewissen Klaſſe in dem laufen. Kaum eine Stadt Italiens ist unberührt geblieben von säglich zuzulassen. Sie verlangen nun Abschluß eines neuen VerBezirk ohne Unterschied des Besitzers zu entrichten sind, werden durch die der sonnigen Feiertagsstimmung, die über dem Tage lag. Die Nachtrags und für jeden Gang ein Honorar von 1 Mark. Ihr Vorgehen Austrittserklärung nicht berührt." Auf Antrag des Abg. Gröber( C.) richten aus den Provinzen sind heute noch unvollständig, da nicht begründen die Aerzte mit§§ 626 und 628 des Bürgerlichen Geſetzwurde sodann folgender§ 4a beschlossen:„ Niemand ist verpflichtet, zur eine Zeitung in der ganzen Halbinsel am 1. Mai buchs, worin jedem Vertragsteil das Recht zum jofortigen Rücktritt Befriedigung der Bedürfnisse einer Religionsgemeinschaft, zu welcher gedruckt worden ist, was in Italien besonders fühlbar ist, zugesprochen wird, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. In er nicht gehört, mittels Umlagen beizutragen, wenn nicht ein gemein- ba alle Blätter an Sonn- und Feiertagen zu erscheinen pflegen. den Kreisen der Orts- Krankenkasse ist man der Ansicht, daß nur der fchaftlicher Genuß oder ein besonderes Rechtsverhältnis besteht." Die folgenden§§ 5-10 des Centrumsantrags bilden einen be= Richter zu entscheiden habe, was ein wichtiger Grund sei, und daß Nicht bestätigt. Das großh. oldenburgische Staatsministerium dann der Unterliegende schadenersaßpflichtig sei. Es besteht die sonderen Abschnitt über die Religionsfreiheit der Religions- hat die Neuwahl des Buchdruckereibefizers Genossen Paulus Neigung, auf die Kündigung mit der Aufhebung der freien Aerztegemeinschaften". Diese Paragraphen wurden von den Antragstellern zum Beigeordneten des Gemeindevorstehers zu Bant nicht bestätigt. wahl zu antworten und nötigenfalls auswärtige Aerzte Herbeifür diese Session zurüdgezogen. Morgen Donnerstag soll die Polizeiliches, Gerichtliches usw. zweite Lesung der gefaßten Beschlüsse stattfinden und auch der vom Genosse Albert, verantwortlicher Redacteur des„ Sächs. Der Achtuhr- Ladenschluß ist in Brandenburg a. H. für Abg. Dr. Pichler verfaßte Bericht verlesen werden. Volksblatts" zu Zwickau i. S., ist zu 100 M. Geldstrafe ver- fämtliche Geschäfte der Manufaktur- und Bekleidungsbranche zur urteilt, weil er den„ Crimmitschauer Anzeiger" beleidigt haben Einführung gelangt. Von den 136 in Betracht kommenden Ladensollte. Dieses Blatt gehört zu denjenigen, die sich gar nicht genug inhabern der Stadt hatten sich 98 Firmen zustimmend zum Achtuhrthun können in der Beschimpfung der Socialdemokratie. Ladenschluß geäußert, einige fich der Abstimmung enthalten, eine geringe Anzahl ihre Ablehnung zu erkennen gegeben. Jetzt hat der Regierungspräsident den von der großen Mehrheit gewünschten früheren Ladenschluß durch Ortsstatut bestimmt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. zuziehen. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Schaumweinsteuer- Kommiffion hat in der zweiten Lesung die Steirer für Schaumwein und schaumweinähnliche Getränke von 50 auf 60 Pf. für jede Flasche erhöht. In erster Lejung war beschlossen worden, an Stelle der von der Regierung vorgeschlagenen -Herr Hotelbesitzer C. Verch in Kolmar i. Pr. ersucht ausschließlichen Kontrolle durch Steuerbeamte eine Kontrolle mittels uns, öffentlich richtig zu stellen, daß er nicht, wie das wohl verAnbringung eines Steuerzeichens an den Umschließungen der Flasche sehentlich von unfrem Bosener Korrespondenten in einer Notiz erfolgen zu lassen. Die Regierung legte verschiedene Proben vor, über eine Gerichtsverhandlung gesagt war, ein Parteigenosse wie sie sich die Anbringung eines Wertzeichens ausgeführt denkt, er sei, sondern daß er nur unsrer Partei seine Lokalitäten zur Verklärte aber, daß sie keine der vorgelegten Proben für durchaus zufügung gestellt habe. verlässig erachten tönne. Seitens des Abg. Wurm( Soc.) wurde Die Pareigenossen, welche nach Birkenwerder Ausflüge anschließend an die von ihm schon früher vorgeschlagene Kontrolle unternehmen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß dort der mittels Steuerzeichen beantragt, ant Stelle der einheitlichen Restaurateur Ebel( an der Bahn) auf das schwerste unter den Steuer von 50 resp. 60 Pfennig eine Staffelsteuer eina Polizeizuständen zu leiden hat. Seitdem Herr Ebel sein Lokal der zuführen und zwar von 20 Pfennig für Schaumwein bis Polizeiliche Fürsorge. Zu diesem Kapitel bekam ich, fo Arbeiterschaft zur Verfügung stellt, ist die Behörde in üblicher zum Wert von 1 M., von 40 Pf. von über 1 M. bis 2 M., von schreibt uns ein Leser, vor einigen Tagen einen rührenden Beweis. Weise durch Entziehung der Tanzkonzession und durch Einschränkung 70 Pf. von über 2 M. bis 3 M., von 1 M. von über 3 M. bis 4 M. Ich bin feit einigen Wochen frank und benutzte meine Ausgehzeit zu der Polizeistunde gegen ihn eingeschritten. Es ist Ehrenpflich und 1,30 M. bei Schaumwein im Werte von über 4 M. Principiell einem Spaziergang, der mich in Nixdorf die Kaiser Friedrichstraße namentlich der Berliner Parteigenossen, zu zeigen, daß erklärte sich die Mehrheit der Kommission für diesen Vorschlag, hielt entlang zu der Laubenkolonie führte. Vor meinem kleinen Befigtum die Socialdemokratie mächtiger ist, als derartige Ordnungsihn aber technisch für nicht durchführbar, so daß er mit 18 gegen 6 angelangt, stelle ich eben Betrachtungen über die Ertragsfähigkeit des maßnahmen; und daher werden Private und parteigenössische Vereine Stimmen abgelehnt wurde. Darauf wurde auch von der Mehrheit märkischen Bodens und der Not der Landwirtschaft an, als ich plöt- dringend ersucht, bei Ausflügen sich des schwer bedrängten Restaurateurs der Kommission beschlossen, die Anbringung eines Stenerzeichens lich mir gegenüber vor der Northmannschen Nähmaschinenfabrik| Ebel in Birkenwerder zu erinnern. wieder fallen zu lassen und die von der Regierung vorgeschlagene ein starkes Polizei- Aufgebot erblicke, vier bis fünf SchußArt der Kontrolle anzunehmen. Adlershof. Jn der heutigen Versammlung des Wahlvereins Ieute, an der Spige ein Lieutenant. Was mag dort In der nächsten Sizung wird voraussichtlich die Beratung des passiert sein? Zur Beantwortung der Frage kam ich nicht, denn ſpricht Dr. Roeſemeyer über sociale Reise- Erlebnisse in Italien. Schaumiveinsteuer- Gesezes zu Ende geführt werden. schon eilt ein Beamter auf mich zu und bittet mich höflich, weiter- Bahlreicher Besuch wird erwartet. Ober Schöneweide. Der Arbeiter Bildungs- Verein" hält zugehen. Ich erkläre ihm mein Verweilen, aber es hilft nichts, ich muß der Obrigkeit Folge leisten und fortgehen. Nachträglich ist mir Sonnabendabend 81/2 Uhr bei John, Wilhelminenhofstr. 18, feine erst meine Gefährlichkeit an dieser Stelle für das moderne Staats- Mitgliederversammlung ab. Vortrag des Genossen Hoffmann getriebe Klar geworden. Bei Northmann streiken die Arbeiter! über: Wohin steuern wir?" = Der patriotische Litauer, Reichstags- Abgeordneter für den 1. Wahlkreis des Regierungsbezirks Königsberg( Memel, Heydekrug), Smalatys, ist gestorben. Smalatys bestegte 1898 in der Stichwahl den Grafen Waldersee, den jezigen Weltmarschall. eine Die Kriegsentschädigung. ge= 3 Des Die Lokalfomunission. Gerichts- Beitung. AnwaltDie Lohnbewegung der Charlottenburger Schuhmacher. Nachdem die Schuhmachergehilfen sich auch hier mit der Meisterfommission über den einheitlichen Minimallohntarif geeinigt haben, Schunkige Wäsche. Die Fehde zwischen dem Rechtsanwalt Aus Befing wird gemeldet: Die Gesandten beschlossen, eine muß alles versucht werden, die Tarife allgemein zur Anerkennung zu Dr. Siegfried Rosenstod und dem Kaufmann May Arendt, gemeinsame Note an China zu richten, in welcher sie mit bringen. Zu diesem Zweck ist der Tarif von der Kommiſſion jedem die bereits im Juli v. J. in mehrtägiger Verhandlung vor der feilen, daß der Gesamtbetrag der Entschädigungsforderung auf Meister zur Unterzeichnung vorgelegt worden. Insgesamt haben zweiten Straffammer des Landgerichts I Berlin zum Austrag ge450 Millionen Taels festgesetzt ist, und in der sie um von 275 Meistern 208 den Tarif unterschrieben, 48 Meister dagegen bracht wurde, erfuhr eine nochmalige Erörterung vor dem LandMitteilung ersuchen, in welcher weise China die die Unterschrift verweigert. Von den letzteren sind 23 Meister In- gericht zu Potsdam, vor dem heute Termin anstand. In der Zahlungen zu bestreiten, gedenke. haber von Besohlanstalten. Da anzunehmen ist, daß noch einige früheren Verhandlung hatten sich außer Arendt noch der praktische Die Antwort Chinas auf die Kollektivnote betr. die Ent- Meister zur Bewilligung des Tarifs bewogen werden könnten, so Arzt Dr. Georg Merzbach, Redacteur Eugen Neißer, der schädigungsfrage wird für Ende dieser Woche erwartet und wurde in der am 6. Mai stattgefundenen Schuhmacherversammlung Verleger„ Kleinen Journal" Dr. Leon Leipziger der Redacteur wird wahrscheinlich den Vorschlag enthalten, die Entschädigung durch beschlossen, nach nochmaliger Rücksprache die Namen derjenigen zu und May Schievelkamp wegen Bea die der Zölle Erhöhung der Es veröffentlichen, aufzubringen. bei ihrer Ablehnung beharren. Ferner leidigung des Dr. Rosenstock zu verantworten. Die Bor wird für wahrscheinlich erachtet, daß die Mächte in wurde beschlossen, alle diejenigen Meister, welche bewilligt geschichte dieses in Prozesses, der besonders haben, auf einer Liste bekannt damit zu geben, wissem Maße einer solchen Maßregel zustimmen werden als im freisen großes Aufsehen erregte, fci furz wiedergegeben. Entgeld für Konzessionen von seiten Chinas, wie gänzliche Ab- Arbeitsnachweis der organisierten Schuhmacher nur an solche Rechtsanwalt Dr. Rosenstod war der Vormund des entmündigten schaffung der Lilinabgaben, Regelung der Einfuhrzölle auf dem Meister vermittelt wird, welche die Forderungen der Gesellen Ernst Renz. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft reichte er Goldfuße, wirklich freie Schiffahrt auf den Binnengewäffern, Be- anerkannt haben. Der Arbeitsnachweis befindet sich Bismarckstr. 74 eine Strafanzeige gegen Arendt ein, den er des Wuchers, des vollfeitigung der Schiffahrtshindernisse zwischen Taku und Wusung. Die bei Herrn Leder, und ist geöffnet mittags von 12-1 Uhr und abends endeten und versuchten Betrugs beschuldigte. Die Voruntersuchung Gesandten sind nicht in der Lage, zuzugeben, daß von 8-9 Uhr. Alle Schuhmacher, ob Gesellen oder Meister, machen wurde eröffnet und Arendt in Haft genommen. Er blieb etwa eineit es wünschenswert fei, ganz China für den Handel wir nochmals darauf aufmerksam, daß, um unsren Errungenschaften Monat in Haft, dann wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt und und für Niederlassungen zu öffnen. Einige Gesandte sind der auch den nötigen Nachdruck zu verleihen, nur unser Arbeitsnachweis er wieder auf freien Fuß gesezt. Echon aus dem Gefängnisse heraus Ansicht, daß das bedeuten würde, von China zu verlangen, daß es eine zu benutzen ist. und auch später hatte Arendt gegen Dr. Rosenstock Anzeige wegen J. A. Die Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher. zu große Verantwortlichkeit übernimmt, und daß es wissentlich falscher Anschuldigung, Betrugs und Untreue erstattet. bei dem jezigen Regierungssystem unmöglich sein Deutsches Reich. Auch diese Anzeige hatte feinen Erfolg, denn das gegen Dr. Rosenstock würde, für die Sicherheit der zahlreichen Fremden zu bürgen, die in das Innere des Reichs strömen würden, wenn es ganz geöffnet fchen Mitteilung bereits gestern in den Ausstand getreten, soweit Die Kupferschmiede in Hamburg sind nach einer telegraphi- eingeleitete erfahren wurde durch Verfügung des Staatsanwalts wieder eingestellt. werden sollte. Nach längerer Zeit erſchien im Kl. Journal" ein Artikel, der Die Entschädigungsfrage steht danach noch ganz auf dem alten nicht ihre Forderungen bewilligt find. schwere Angriffe gegen Dr. Rosenstock enthielt. Es wurde behauptet. Punkte. Der Ausstand der Militäreffekten- Sattler in Barmen- daß Dr. R. in dem Ehescheidungsprozesse einer Frau Elberfeld ist durch Vergleich beendet. Vor dem Einigungsamt des Cohn, die er vertrat, es verstanden habe, den Ehemann Cohn Die Römische„ Tribuna" berichtet über einen ernsten Zwischen- Gewerbegerichts ist eine Vereinbarung zwischen den beteiligten in eine Falle zu loden, ihn des Ehebruchs zu überführen fall in China. Ein russischer Offizier erschien schwer betrunken Firmen und den Arbeitern getroffen worden, daß vom 1. Juli bis und dadurch zu erzielen, daß Cohn als der schuldige Teil erklärt vor der italienischen Kaserne und versuchte in sie einzudringen. Ende des Jahres der Berliner Tarif Geltung haben soll; bis dahin und verurteilt wurde, seiner früheren Ehefrau eine EntschädigungsAls die Wache ihn abwies, wurde er handgreiflich, worauf er foll nur für die Ausrüstung( 95 M.) der Berliner Tarif zu Grunde summe von 5000 Mart zu zahlen. Nach einer eingehenden durch die Wachmannschaft festgenommen wurde. Der italienische gelegt werden. Die Löhne für das neue Gepäck werden noch bis Schilderung, wie Dr. R. dies bewerkstelligt habe, wurde Admiral Candini verlangte und erhielt von dem russischen Ende Juni nach einem revidierten Tarif gezahlt. Auf Grund dieser das darüber ausgedrückt, daß ein Anwalt, der Kommandanten volle Genugthuung. Vereinbarung wurde die Arbeit wieder aufgenommen. alt einem töniglichen Landgericht zugelassen sei, solche Wieder ein Zwischenfall. Bedauern " bon Versammlungen. Er betonte, daß der von ihm vertretene Verband als in als die 3 9 zu ent unzulässigen Mittel anwende, um das Recht zu beugen. Es wurde schränken. Weiter seien aber danach deutlich lesbare Tafeln mit der Arbeiter sei. Es wurde eine Resolution angenommen, in der Anklage erhoben und vom Gerichtshof wurde Arendt zu drei einem Hinweis auf das Verbot an bestimmten Stellen anzubringen. sowohl das Verhalten der Firma Tietz als des Vereins Berliner Monaten Gefängnis und 300 Mart Geldstrafe, Es verstoße also nur derjenige gegen ein solches Verbot der Wege- Hausdiener verurteilt und die Ortsverwaltung des Verbands auf Dr. Merzbach zu 50, Neißer zu 200, Dr. Leipziger zu 500 und polizei, dem durch eine deutlich lesbare Tafel das Verbot zur Kennt gefordert wurde, der Bevölkerung Berlins von dem Gebahren des Schievelkamp zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. nis gekommen sei. Solche Tafeln erfüllten ihren Zweck, die Radfahrer Hauses Tietz Kenntnis zu geben. Gegen dies Erkenntnis haben sämtliche Angeklagte mit Ausnahme aufmerksam zu machen, nur so lange sie deutlich lesbar seien. Im Der Centralverband der Maurer hielt am Dienstag bei des Dr. Merzbach, Revision angemeldet und das Reichsgericht hat vorliegenden Fall sei dies wegen der abendlichen Dunkelheit Keller, Koppenstraße, eine Generalversammlung aller zum Vertragsdas erste Urteil aufgehoben mit der Begründung, daß die vom Land- unmöglich gewesen: Der Angeklagte hätte darum freigesprochen gebiete Berlin und Umgegend gehörigen Zahlstellen ab. Nach einem gericht I Berlin in betreff des Vorwurfs der Kuppelei festgestellten werden müssen. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hat Bericht von Panser über die Mai- Aussperrung, aus dem zu Thatsachen nicht hinreichend gewürdigt seien. Die nochmalige Ver- jezt das Kammergericht die Vorentscheidung aufgehoben und die Bericht von Panser über die Mai- Aussperrung, aus dem zu handlung wurde dem Landgericht zu Potsdam überwiesen. Der Sache zu nochmaliger Verhandlung an das Landgericht zurück- entnehmen war, daß von den ca. 6000 zur Zeit beschäftigten VerProzeß findet im Schwurgerichtssaale statt. Landgerichtsrat Rade- verwiesen. Begründend wurde ausgeführt: Es komme nicht darauf bandsmitgliedern 1758 der Maifeier wegen ausgesperrt worden sind, wurde folgende Resolution beschlossen: 1. Die Mai- Maßregelung ist infolge = infolge des Feenpalast Beschlusses als als unterſtügungsmacher führt den Borfiz, die Anklagebehörde vertritt der Erste an, ob die Tafel jederzeit deutlich zu lesen gewesen sei, sondern wurde folgende Resolution beschlossen: 1. Die Mai- Maßregelung Staatsanwalt Wagner. Der Angeschuldigte Arendt wird von den darauf, ob sie bei normaler Beleuchtung mit normaler Der Vorderrichter habe berechtigte Maßregelung anzusehen und die Betroffenen mit Rechtsanwälten Morris und Dr. Oskar Meyer, Dr. Leipziger vom Sehschärfe gelesen werden könne. Der Vorderrichter habe 8 M. vom ersten Tage ab zu unterſtüßen. 2. Die Unterstützung Rechtsanwalt Dr. Schwindt, die Angeschuldigten Neißer und Schievels dies nachzuprüfen und je nach der Feststellung freizusprechen oder zu für die vorige Woche ist am Mittwoch- und Donnerstagabend tamp werden vom Rechtsanwalt Dr. Werthauer verteidigt. Der verurteilen. von 8 bis 10 Uhr in den Verkehrslokalen gegen Quittung auszuzahlen. Beleidigte, Rechtsanwalt Dr. Rosenstock, ist als Nebenfläger Die Kollegen, die ihre Unterstüßung später geltend machen, erhalten zugelassen, ihm stehen Justizrat Aßmy- Potsdam und Rechtsdieselbe im Bureau. 3. Unterstützung erhalten nur diejenigen Mit anwalt Horwitz Berlin als Rechtsbeistände zur Seite. Horwitz- Berlin Der glieder, welche sich eine Stontrollkarte gelöst haben. Die Anzahl der Stempel Präsident eröffnet die Sigung um 9 Uhr. Es sind gegen In der Versammlung des Wahlvereins für den sechsten giebt die unterstützungsberechtigten Tage an. Kollegen, welche schon am 50 Beugen geladen, von den Verteidigern sind noch eine Anzahl Wahlkreis, die am Dienstag in Schneiders Gesellschaftshaus statt- 1. Mai abgereist und deshalb im Besitz einer Karte nicht sind, Zeugen geladen, auf die in der früheren Verhandlung nicht Bezug fand, hielt Abg. Baudert einen Vortrag über„ Die Boefieim erhalten vorläufig feine Unterstützung, erbringen sie jedoch den Bez genommen wurde. Auch von den Vertretern des Nebentlägers werden Dienste der Freiheit." Der Vortrag wurde mit lebhaftem weis, daß sie außerhalb waren und nicht gearbeitet haben, so sind Anträge gestellt, welche darauf hinzielen, daß Beugen geladen werden Beifall aufgenommen, eine Diskussion dagegen nicht beliebt. die Beweise zu prüfen und hat die Vertretersizung nach genauer sollen, welche Thatsachen über angebliche Beeinflussung von Zeugen Am Schluß der Versammlung wies der Vorsitzende noch auf den Prüfung über die Unterstügung dieser Kollegen Außerdem wurde feitens der gegnerischen Partei mitteilen sollen. Der Erste Staatsanwalt über 14 Tage stattfindenden Vortrag Dr. Beyls über die Reform scheiden." für die beschlossen, daß beantragte, wegen Gefährdung der guten Sitten während der ganzen des Krankenversicherungs- Gesetzes hiir. jenigen 8ahlstellen, welche mitr einen geringen LokalDie Verteidiger Verhandlung die Oeffentlichkeit auszuschließen. fonds haben, die der Unterstützung Mai Gemaßregelten Die Arbeitsverhältnisse in den Warenhäusern wurden am vom Berliner Streitfonds gezahlt wird. widersprachen diesem Antrage, während Justizrat Aßmy und RechtsHierauf wurde anwalt Horwiz bringend für Ausschluß der Oeffentlichkeit eintraten Dienstag in einer sehr stark besuchten Versammlung des Central- ein Schreiben von der Vereinigung der christlichen Maurer verleſen, und an den Vorsitzenden die Bitte richteten, nur zweien vom Neben- verbands der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter beleuchtet. in welchem diese wünscht, daß ihr eine Vertretung in der AchtzehnerHäger Dr. Rosenstod mitgebrachten Stenographen die Anwesenheit Der Verbandsvorsitzende Schumann referierte über diese An Kommission zugestanden wird. Der Vorsitzende dieser Vereinigung während der Verhandlung zu gestatten. Rechtsanwalt Morris wider gelegenheit. begründete diesen Antrag noch persönlich damit, daß die christlichen sprach auch diesem Antrage und fand hierbei die Unterstützung des feineswegs gegen die Warenhäuser an sich etwas einzuwenden Maurer dem Vertrag, obgleich derselbe so schlecht ist, zugestimmt und inErsten Staatsanwalts. Der Gerichtshof beschloß, während der ganzen habe, da diese im Wirtschaftsleben der Gegenwart eine not folgedeffen Anspruch darauf hätten, in der Achtzehner Kommiſſion verVerhandlung die Oeffentlichkeit auszuschließen. Auch den Stenographen wendige Einrichtung seien. Thatsache sei, daß die Lohn- und treten zu sein. In der Diskussion wurde das bisherige, oftmals sehr wurde der Zutritt verwehrt. Arbeitsverhältnisse der Angestellten in den Warenhäusern bessere unsolidarische Verhalten der sogenannten christlichen Organisation den fleinen Geschäften, womit Wir werden uns auf Wiedergabe des Urteils beschränken müssen. sein können, kritisiert und darauf hingewiesen, daß man gerade deshalb kein Die Liebe des Prinzen von Weimar. Vor der dritten aber noch nicht gesagt sei, daß dies in allen Warenhäusern schon befferes Vertragsverhältnis erzielen konnte, weil der strammen Straffammer des Landgerichts I stand gestern Termin zur Hauptbeiter nicht ungünstig gestellt seien. Zu diesen gehöre das Wert der Arbeiter gegenübersteht. Würde dem christlichen Verband auch Straffammer des Landgerichts I stand gestern Termin zur Haupt- heute der Fall wäre. Es gebe in Berlin Warenhäuser, deren Are Unternehmer- Organisation teine einheitliche geschlossene Organisation berhandlung der Straffache Milpacher und Genossen an. noch eine solche Konzession zugestanden, so wäre dies eine durchaus Als Angeklagte wurden aus der Untersuchungshaft vorgeführt: die heimsche. Aber es gebe auch Warenhäuser, deren Angestellte bei der Arbeiter gegenübersteht. Würde dem christlichen Verband auch Schauspielerin Alice Milpacher, der Zimmervermieter Friedrich einem Anfangsgehalt von 85 M. Arbeit leiſten müssen, die in gar unangebrachte Begünstigung dieser Sonderorganisation, die für die Eger und der Redacteur Ludwig Barth. Den Vorsiz im Ge- feinem Verhältnis zu diesem niedrigen Gehalt stehe. Manche Waren- Maurer keine Vorteile schaffen, sondern nur schädigend wirken könne. richtshof führte Landgerichtsdirektor Rösler, die Anklage wurde häuser, die ihre Geschäfte um 8 Uhr schließen, pflegen dann noch den Nachdem noch darauf hingewiesen, daß die christliche Vereinigung so vom Oberstaatsanwalt Dr. Isenbiel und Staatsanwalt& ugge Hausdienern 8-4 Stommiffionen zur Besorgung zu übertragen. Solche unbedeutend ist und prozentual eine so geringe Mitgliederzahl aufvertreten, die Verteidigung führten die Rechtsanwalte Bronter, Berhältnisse feien natürlich nicht geeignet, die Handels- Hilfsarbeiter weist, daß sie berechtigte Ansprüche überhaupt nicht machen kann, Dr. Schwindt und Dr. Meyerstein. Es waren nur sieben zu unbedingten Fürsprechern der Warenhäuser zu machen. Nach wurde der Antrag einstimmig abgelehnt und die aus neun MitZeugen zur Stelle, unter ihnen Lieutenant v. Griesheim und diesen allgemeinen Darlegungen wandte sich der Redner gegen in der Achtzehner- Kommission betraut. Als Stellvertreter wurden geKunstmaler Frhr. v. Stenglin. Die Auflage lautete auf ver- im Warenhause von Hermann Ties herrschenden Arbeits- gliedern bestehende Verbandsleitung mit der Vertretung der Maurer suchten Betrug bezw. versuchte Erpressung. Vor Eintritt in die Ver- Tamtam eröffnet worden wie das Tietzsche. Ein zahlreiches Personal Mud, Raabe, Woide, Strauß und Magschen. Nach suchten Betrug bezw. versuchte Erpressung. Vor Eintritt in die Ver- verhältnisse der Geschäftsdiener. Kein Geschäft ſei mit so großem wählt: Silberschmidt, 2emm, Bömelburg, Gröppler, Handlung beantragte Oberstaatsanwalt Dr. Jfenbiel den Aus- sei unter nicht allzu ungünstigen Bedingungen engagiert worden. einer längeren Diskussion über einzelne Vertragsbestimmungen geschluß der Deffentlichkeit. Der Ausschluß wurde bis zur Viele der Handels- Hilfsarbeiter glaubten zu Weihnachten, sie würden langte schließlich noch ein Antrag zur Annahme, wonach vom 18. Mai Urteilsverkündigung beschlossen. Es handelt sich bekanntlich Biele der Handels- Hilfsarbeiter glaubten zu Weihnachten, sie würden einer längeren Diskussion über einzelne Vertragsbestimmungen geum eine gegen die Erben des verstorbenen Prinzen Bernhard bei Tiez eine Lebensstellung haben, aber diese Hoffnung habe sich ab 50 Bf. pro Woche an den Streitfonds abzuführen sind. Sachsen- Weimar- Eisenach, bezw. dem jezigen durch die nachfolgenden Ereignisse als trügerisch erwiesen. Bereits Die Steinarbeiter hielten am 7. Mai eine öffentliche VerGroßherzog von Sachsen- Weimar unternommene Altion. einige Wochen nach der Eröffnung des Geschäfts habe das Personal wie einige Fachblätter sagten reduziert werden müssen. Als fammlung ab, in der Walther zunächst für das Vierteljahr Januar Die Angell. Milpacher, welche f. 8. in der Bernburgerstraße und später in der Weihnachtszeit ein Teil der Tießschen Geschäftsdiener die bis März abrechnete. Die Einnahme betrug 910,40 m., wozu ein am Kurfürstendamm wohnte, hatte im Jahre 1899 intimere Be Dieser Gesamteinnahme ziehungen zu dem damals in Potsdam bei den Garde- Ulanen stehen- Bezahlung der Ueberstunden verlangen wollten, riet ein andrer Teil älterer Bestand von 1816,23. tommt. den Prinzen Bernhard, von dem fie monatliche Geldzuschüsse zu ihrem ihrer Stollegen, die 27-28 M. Lohn hatten, davon ab, mit dem von 2726,63 M. steht eine Gesamtausgabe von 988,16 m. gegen Hinweis auf die erhoffte Lebensstellung. So sei denn zu jener Zeit über, so daß am 1. April ein Bestand von 1788,47 m. Lebensunterhalt bezog. Als der Brinz am 1. Oktober 1900 gestorben war, von morgens 8 bis abends 10, 11, ja 12 Uhr ohne besondere Ver- verblieb. Unter den Ausgaben befinden sich 546,75 M. als Beitrag mußte sie ihre Wohnung aufgeben und bezog ein möbliertes Bimmer für die Geschäftsleitung. Reise- Unterstützung erhielten 77 Kollegen. bei dem Angeklagten Eger, der in der Jägerstraße 13 eine Benfion gütung gearbeitet worden. Nach Neujahr seien dann zahlreiche Kündigungen erfolgt, Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Maßregelungen betrieb. Sie fab sich durch den plötzlichen Tod ihres Woh Iund in neuerer Zeit feien wieder zahlreiche Entlassungen vor- von der Maifeier. Ausgesperrt wurden etwa 50 Steinthäters aller ihrer Hoffnungen für die Zukunft beraubt und trat eine Anzahl davon für Die Zahl der Entlassenen stehe nicht fest, arbeiter, einen Tag, andre und 21 gänzlich. Ein Teil der letzteren nun mit der Behauptung hervor, daß ihr der Prinz wiederholt eine genommen worden. man spreche von 200. Herr Tiez habe bei der Eröffnungsfeier für drei Tage Summe von 40 000 M. für den Fall versprochen habe, daß das Verhältnis aufhören sollte. Obgleich fie feinerlei Rechtsansprüche eines Geschäfts davon gesprochen, daß der Kaufmann nicht nur seine ist abgereist. Nach längerer Debatte beschloß die Versammlung, den an die Erben des Brinzen hatte, wandte sie sich an den Bruder des eignen Interessen zu verfolgen, sondern auch fociale Aufgaben zu er. Berheirateten eine Gemaßregelten Unterstützung von 3 Mart, 2,50 Mark pro Tag Gewerbe den Unverheirateten Erzeugnisse Verstorbenen, den damaligen Erbgroßherzog Wilhelm Ernst, malte ihm in einem Briefe ihre durch den Tod des Prinzen ein- fleißes, auf die nicht nur die bürgerlichen Kreise Anspruch zu gewähren. Die Kollegen, welche am 1. Mai gearbeitet haben, getretene Notlage aus und erhielt auch etwas Geld aus hätten, den breiten Schichten des Volks zugänglich mache. wurden durch Beschluß verpflichtet, je 2 Mark zur Unterstützung wenn der Gemaßregelten zu zahlen. Die Konferenz für Weimar zugeschickt. In einem weiteren Briefe an den Erb- Mit diesen Anschauungen stimme es schlecht überein, großherzog behauptete sie, daß sie von dem Angeklagten Eger ein jezt Hausdiener mit einem Lohn von 18 M. bei Ties eingestellt Shlesien, die an den Pfingstfeiertagen in Löwenberg stattfindet, Als solcher wurde Darlehn von 12 000 m. erhalten, dafür zwei Wechsel über je 6000 werden, denn ein so niedriger Lohn reiche ja taum zur Bestreitung soll durch einen Delegierten beschickt werden. zu seinem eventuellen Stellvertreter wurde schließlich noch Mart acceptiert und der verstorbene Prinz Bernhard die Bürgschaft der notwendigsten Lebensbedürfnisse aus. Es werfe auch ein eigen irte gewählt, und für diese Schuld übernommen habe. In diesem Brief tamen schon tümliches Licht auf die socialen Anschauungen des Herrn Tieß, daß bestimmte man 28alther. Sommerfestes Veranstaltung eines bei den Entlassungen besonders die im Centralverband organisierten ein Teise Hinweise auf Vermeidung öffentlicher Auseinandersetzungen vor. Geschäftsdiener herausgesucht worden seien. Ein Spigelsystem sei im betraut und beschlossen, daß die Kommission, welche seiner Die Kommission, der die Erbschaftsregulierung des Prinzen Hause Tieß eingeführt worden, um die Organisierten ausfindig zu machen. Beit mit der Erledigung der Sache Otto Walther beauftragt Bernhard übertragen worden war, lehnte jebe Bahlung ab. Berschiedenen Angestellten sei von den Vorgesetzten gesagt worden, worden war, sich damit noch einmal beſchäftigen solle. Nach dem Mißlingen Versuches Mißlingen dieses geflagte Milpacher an die Mutter des Brinzen Bernhard, die versie sollten aus dem Verbande austreten, wenn ihnen ihre Stellung erflärte darauf, daß er jene Angelegenheit für erledigt halte und verlieb witwete Frau Erbgroßherzogin Bauline von Sachsen- Weimar- lieb ist. Aber nicht nur feien die Organisierten aus dem Geschäft jede Beteiligung an einer nochmaligen Erörterung derselben a b Eisenach, ein Schreiben, in welchem sie wieder die Behauptung auf- herausgebracht worden, sondern man habe auch gleichzeitig die lehne.- Die Gemaßregelten- Unterstützung wird am Sonnabend Löhne herabgesetzt. An Stelle von organisierten Geschäfts- ausgezahlt. stellte, der Prinz habe ihr eine Abfindungssumme von 40.000. Dienern, die 24 M. Lohn erhielten, m. Lohn erhielten, seien Unorganisierte Waidmannsluft. Am Sonntag hielt der Wahlverein hier bersprochen. Die biefige Polizei verwarnte darauf auf Ersuchen Einer dem Redner zu feine Generalversammlung ab. Genosse Lanto w sprach über: aus Weimar die Milpacher, das großherzogliche Haus nicht weiter mit 18 M. eingestellt worden. Mitteilung zufolge habe der Inspektor des Platonischen und urchriftlichen Kommunismus". Dem Vortrag zu belästigen. Nunmehr bemächtigte sich der Angeklagte Barth der gegangenen Angelegenheit. Dieser wohnte gleichfalls bei Eger. In einem an- Hauses Tieß Aufnahmescheine für den Verein Berliner Haus folgte eine kurze Diskussion. Der Bericht des Vorstands ergab, daß geblich von der Milpacher aus freiem Antriebe" an ihn gerichteten diener unter den Angestellten verbreitet, und wer diese Zettel zurück- die Mitgliederzahl im legten Quartal von 121 auf 158 gestiegen ist. Briefe teilte sie dem Angeklagten Barth die Sachlage mit und er- wies, der sei auf die Liste der zu Entlassenden gesetzt worden. Eine Bei der Neuwahl wurde Schönefeld als Vorsitzender gewählt. flärte, daß sie nur noch bis zu einem bestimmten Termin Rücksicht nehmen unwürdige Rolle habe in dieser Angelegenheit der Verein Berliner Bum Bertrauensmann wurde Adam gewählt. Die neuen Statuten könne, dann aber event. felbst die Silfe des Kaisers anrufen Hausdiener gespielt. Der Arbeitsvermittler dieses Vereins solle fich, wurden mit einigen Abänderungen angenommen und beschlossen, würde. Den Inhalt dieses Briefs teilte der Angell. Barth brieflich wie glaubhaft mitgeteilt worden sei, nach langen Verhandlungen neue Mitgliederbücher aufertigen zu lassen. Um den Grundstein zu mit der Firma Tiezz bereit erklärt haben, dem Geschäft einer Bibliothek zu legen, wurden 38 M. bewilligt. dem inzwischen zur Regierung gekommenen Großherzog, Wilhelm Hausdiener für einen Vohn von 18 Mark zuzuweisen. Der Ernst mit, spielte fich als Bertreter internationaler Redner schloß mit der Bemerkung, daß auch die Firma Liez in Blätter auf, sprach von Vermeidung öffentlichen Standale 2c. 2c. Für den Fall; der Auszahlung der 40 000 m. hatte sich Barth von Zukunft mit dem Verband der Handels-, Transport, und Verkehrs. Lehte Nachrichten und Depeschen. arbeiter werde rechnen müssen, wie es heute schon verschiedene große der Milpacher die Summe von 5000 m. versprechen lassen. London, 8. Mai.( W. T. B.) Die Konferenz der Bergder Thatbestand. Die schon vorbestrafte Milpacher ist 28 Jahre Geschäfte und nicht zu ihrem Nachteil thun. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat folgte eine arbeiter des vereinigten Königreichs beschloß, eine allgemeine alt und in Ober- Staphein, Streis Heilsberg geboren. Der Angeklagte Friedrich Eger, ein Mann, der auf den Rennplägen recht bekannt längere Diskussion, in der einige Mitglieder der Verbandsleitung Arbeitseinstellung nicht zu empfehlen. Falls die Grubenbefizer die Ausführungen Schumanns in jeder Hinsicht bestätigten. Ein in irgend einem Distrikt die Löhne herabsetzen, soll eine allgemeine war, ist vor einer Reihe von Jahren wegen Sittlichkeitsverbrechens Vertreter des Vereins Berliner Hausdiener bestritt, daß dessen Konferenz einberufen werden, um darüber zu beschließen, ob die vorbestraft. Ludwig Barth, der„ Kammerrat" und Redacteur der Arbeitsvermittler sich erboten habe, Geschäftsdiener für 18 M. zu Arbeiter jämtlicher Bergwerte in den Ausstand treten sollen. Zeitschrift Das gute era, ist 40 Jahre alt, ungrischer beschaffen, daß er mit der Firma Tiez verhandelt habe, sei richtig.- London, 8. Mai.( Lloydmeldung aus Kingston- Jamaica.) Der Staatsangehöriger und zu Arad in Ungarn geboren. Die Ver- Ein faufmännischer Angestellter der Firma Tieß, der aber nicht im deutsche Dampfer ,, Schleswig" ist von der Landspige von Galina nehmung der Angeklagten war sehr eingehend, diejenige der Milpacher Auftrage der Firma, sondern nur aus eignem Antriebe das wort auf Jamaica geftrandet. war bis Mittag noch nicht beendet. Brüffel, 8. Mai.( W. T. B.) Die socialistische Linke der führte den erhobenen Anschuldigungen gegenüber aus, die DarDer Oberstaatsanwalt beantragte gegen die Angeklagte Mil- ftellungen des Referenten feien übertrieben. Man habe aus einer Müde Repräsentantenkammer hielt heute eine Versammlung ab und pacher ein Jahr sechs Monate Gefängnis, gegen ger einen Elefanten gemacht. Nur ein kleiner Teil der Hausdiener habe beschloß einstimmig, die Gesetzesvorschläge der Regierung hinsichtlich neun Monate, gegen Barth ein Jahr Gefängnis und zwei Jahre Ehrverlust. Nechtsanwalt Bronter stellte die Ver: 3 Weihnachten länger gearbeitet. Bei der Eröffnung des Geschäfts sei der Kongo- Konvention abzulehnen. Havre, 8. Mai.( B. H.) Die Schiffejungen haben beschlossen, urteilung der Angeklagten Mi Ipacher wegen versuchten Betrugs die Firma von Arbeitsuchenden in großer Zahl bestürmt worden, anheim, bestritt aber aus thatsächlichen und juristischen Gründen und um die Leute nicht abzuweisen, habe man wohl mehr als nötig in den Generalausstand einzutreten und forderten die Kameraden Die Rechtsanwalte eingestellt. Es feien viele unlautere Elemente darunter gewesen, die in den anderen Häfen auf, sich ihnen anzuschließen. Das Norddas Vorliegen einer versuchten Erpressung. Dr. Schwindt und Dr. Meyerstein beantragten die völlige nach und nach wieder entlassen worden seien. Redner könne sich geschwader hat Befehl erhalten, nach Havre abzugehen, um, wenn Freisprechung der beiden männlichen Angeklagten, die aus zahlreichen nicht denken, daß man gerade die Mitglieder des Centralverbands nötig. Erfagmatrosen zu landen. Barcelona, 8. Mai.( B. H.) Hier fanden massenhaft Berpsychologischen Gründen die Angaben der Wilpacher über das mit Entlassungen bedacht habe. Er wiffe hierüber nichts und es gehe ihr von dem Prinzen gemachte Versprechen durchaus für wahr ihn auch nichts an. Im allgemeinen sei das Personal der Firma Tieß gut haftungen statt. In verschiedenen Straßen sind Barrikaden erhätten halten können und ihr nur ihren Beistand in der Geltend gestellt. Wenn das Geschäft die jetzt bestehende Krisis überwunden richtet, Truppen halten die bevölkertsten Stadtteile besetzt. Jeden habe, dann würden die Leute auch wieder besser bezahlt werden. Augenblick fallen Schüsse. Die Einwohner haben sich in die Keller machung ihrer vermeintlichen Rechte gelieben hätten. Um 10 Uhr Der Chef fönne doch nicht für alles, was im Geschäft paffiert, ver- geflüchtet. Die Regierung fandte Truppenverstärkungen nach hier abends setzte der Vorsitzende einen Termin zur Urteilsverkündigung antwortlich gemacht werden. Wenn der Firma billiges Personal ab. Für heute abend werden weitere Zusammenstöße befürchtet. auf Dienstag, den 14. d. M. vormittags 11 Uhr fest. zur Verfügung stehe, fönne man es ihr nicht verdenken, wenn sie Washington, 8. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die nachfolgenden Redner wiesen darauf hin, Die leitenden Marinebehörden richteten ihre Aufmerksamkeit auf die daß der Verteidiger der Firma Tiez nur mit allgemeinen Rede- Vorteile der Erwerbung einer der Azoren- Inseln als Kohlenwendungen operiert habe, womit er die vorgeführten Thatsachen station und Sammelpunkt für die Marine und dringen in die Regierung, Schritte zu thun, um hierauf hinzielende Rechte von nicht habe entkräften können. Portugal zu erlangen. richtete die AnSo füllen habe, indem er die des eine solche Komitee mit der nur bont " Walther Pretoria, 8. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Eine Kolonne, die nach Durchquerung der Distrikte von Roossenekal Das Radfahren bei Hundekehle. Der Rechtsanwalt Nem- folches einstelle. ling war am Sonntag den 16. September 1900 abends nach 7 Uhr über ein Stück Chaussee im Grunewald in der Nähe des Restaurants Hundetehle geradelt, wo nach einer PolizeiSchumann hielt in seinem Schlußwort die im Referat geverordnung vom 20. Juni 1900 an Sonntagen das Radfahren verboten ist. Eine dort befindliche Tafel macht auf das Verbot auf machten Angaben in vollem Umfang aufrecht. Er bemerkte, daß auch merksam. Infolge der Dunkelheit hatte St. die Aufschrift des Schilds die Tiekschen Geschäfte in München und Köln nach dem Princip nicht lesen können. R. erhielt eine Geldstrafe, wurde aber in zweiter verfahren, teine Organisierten zu beschäftigen. Auch den Aus- und Tolesburg aus Middelburg in Belfast eingetroffen ist, hatte Instanz mit folgender Begründung freigesprochen: In letter führungen des Vertreters des Vereins Berliner Hausdiener gegen auf ihrem Marsche nur ein ernftes Gefecht, bei der Gelegenheit Linie wäre hier die Oberpräsidial- Ordnung vom 12. Januar 1900 über blieb der Referent bei dem, was er von diesem Verein gesagt als sie die Boeren aus Verstecken vertrieb, in denen sie ihre Familien maßgebend. Danach könnten die Wege- Polizeibehörden das Be- hatte, und betonte. der Verein Berliner Hausdiener werde vom verborgen hatten. Botha und Viljoen haben ihre Kommandos fahren bestimmter Straßen 2c. mit Fahrrädern verbieten oder be- Berbande bekämpft, weil derselbe keine Vertretung der Interessen vereinigt und halten Carolina besetzt. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin Hierzu 1 Beilage n. Muterhaltungsblatt Nr. 107. 18. Jahrgang. Reichstag. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Volksblatt. Donnerstag, 9. Mai 91. Sigung vom Mittwoch, den 8. Mai 1901; nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. 1901. Lediglich die Pflicht ist das Moment, welches uns hierher zieht. werden, so gut kann man auch verlangen, daß die deutschen Ich fürchte gerade, daß nach Einführung der Diäten sich die Ab- Volksvertreter für die Arbeit, die sie leisten, entsprechend Aus allen diesen geordneten, die nicht kommen, damit berubigen werden, daß sie ja auf ihrem 3eitaufwand entschädigt werden. die Anwesenheitsgelder verzichten. Gegen die Durchführbarkeit der Gränden ist es Ehrenpflicht des Reichstags, durch Annahme des Diätenzahlung haben wir ja auch eine Reihe von Bedenken, wenn Stommissionsantrags zu zeigen, daß er, um ein neuerdings bekannt auch nebensächlicher Natur. Wie soll die Präsenz festgestellt werden? gewordenes Wort zu gebrauchen, aus Kerls besteht, die sich nicht Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung des Sollen die Staats- und Kommunalbeamten, die Abgeordnete find, einschüchtern laffen.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten Weingesetzes. neben ihrem Gehalt noch Diäten beziehen? Wie weit soll der und links.) Kreis der Vororte gezogen werden, die zu Berlin gehören? usw. usw. Der Hauptgrund ist aber für uns ein principieller. Wenn Sie die Diätenlosigkeit beseitigen, bringen Sie den Reichstag auf das niedrigste Niveau einer demokratischen Volksvertretung. ( Große Unruhe links.) Wir wollen nicht demokratisieren, deswegen werden wir gegen die Vorlage stimmen. Abg. Singer( Soc.): In der Generaldiskussion erhält das Wort Abg. Schmitt- Mainz( C.): Ich habe in der zweiten Lesung gegen die Stellerkontrolle gestimmt, werde aber trotzdem heute in der Gesamtabstimmung das Gesetz annehmen mit Rücksicht darauf, daß es in der That einen er heblichen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand bedeutet. Abg. Wallenborn( C.) spricht sich für das Verbot des Verschnitts von Weißwein mit Rotwein zum Zweck der Herstellung von Rotwein aus. Abg. Dr. Deinhardt( natl.) spricht sich in demselben Sinne aus. Abg. Schüler( C.): Wir begrüßen das Gesetz als einen erfreulichen Fortschritt. Gegen den Verschnitt des Weißweins mit Rotwein müssen auch wir uns entschieden aussprechen. Abg. Preiß( Elf.): Der großen Majorität der Weinbauer kommt das Gesetz sehr wenig entgegen. Wir sind Puristen und wollen den Deklarationszwang für alle Zusätze, die zu dem Naturwein gemacht werden als auch für den Zusatz von Zuckerwasser. Unfre weitgehenden Forderungen haben wir aber zurückgestellt, da wir anerkennen müffen, daß dies Gesetz gegenüber dem jezigen Zustand eine Verbesserung bedeutet. Abg. Hilpert( wild, bahr. Bauernbund): Das Gesez erfüllt 3tvar nicht alle Forderungen der Weinbauer, wir werden ihm aber als einer Abichlagszahlung zustimmen. Abg. Wintermayer( frs. Vp.): Wenn auch meine Freunde viel gegen die Kontrollbestimmungen einzuwenden haben, so werden auch wir trotzdem nicht gegen das Gesetz stimmen. Abg. Lucke( B. d. 2.): Ich hatte gewünscht, daß die Wein pantscherei nicht mit Geldstrafe oder Gefängnis, sondern mit Geld strafe und Gefängnis bestraft würde. Abg. v. Schele Wunstorff( Welfe): Meine Freunde werden gegen das Gesez stimmen, denn es leistet nur wieder der Socialdemokratie Vorschub, indem es die kleinen Winzer ins Lager der Unzufriedenen treibt. Abg. Wurm( Soc.): Ich muß den Herrn Redner unterbrechen. Sie haben davon gesprochen, daß der preußische Landtag eine Karikatur ist. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Bravo! rechts.) Abg. Singer( Soc., fortfahrend): der Staatssekretär Graf Posadowsky: Abg. Graf Arnim( Rp.): Ich will nicht auf den Gegenstand eingehen, der hier zur Ver handlung steht, dazu habe ich keine Veranlassung. Ich muß aber gegenüber den Ausführungen des Herrn Vorredners eine allgenteine Bemerkung machen. Ich meine, die Vertretung eines großen Bolts muß sich stets gegenwärtig halten bei der Verhandlung ihrer Geschäfte, daß sie auf einer staatsrechtlichen Grundfür die konservative Partei. Der Herr Vorredner begann mit der Zurückweisung der Diäten lage beruht und nur aus staatsrechtlichen Gesichtspunkten ihre Ge Ich wünschte, daß die Herren schäfte führen muß. Ich wünschte, daß bei Verhandlung aller öffentKonservativen dieselbe Unnahbarkeit gegen Zuwendungen aus lichen Fragen auch in der deutschen Presse stets nur die staatsrechtder Reichskasse auch bei andern Gelegenheiten, zum Beispiel lich maßgebenden Gesichtspunkte zur Geltung gebracht werden. bei den Liebesgaben aus der Branntweinsteuer, bei der Es ist deshalb außerordentlich bedauerlich, das immer der Oeffentlichkeit Erhöhung der Kornzölle, der Verteuerung des Fleisches usw. mehr in Gebrauch einreißt, die zeigen möchten.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) auf Grund unwürdiger Zwischenträgereien selbst Der Herr Vorredner hat bis auf den letzten Grund seine Gründe Träger der höchsten Gewalten im Reiche in die Debatte zu gegen die Anwesenheitsgelder als nebensächlich bezeichnet. Ich muß ziehen und darauf Behauptungen zu gründen, die absolut unihm durchaus recht geben. Wer die Frage der Entschädigung der wahr und erfunden sind, und ich nehme hiermit diese Gelegenheit Abgeordneten von so untergeordneten Gesichtspunkten be- wahr, zu erklären, daß natürlich diese Gerüchte, die eben vom Herrn trachtet, wie es der Borredner thut, fann möglicherweise zu einem Borrebner angedeutet sind, auf Erfindung beruhen und unwahr Standpunkt kommen, wie ihn der Vorredner einnimmt. Aber die find.( Hört! hört! und Bravo! rechts.) Frage ist nicht von so untergeordneter Bedeutung, es ist überhaupt keine Frage des persönlichen Interesses. Es ist eine In- Die Diätenzahlung würde abhängige Leute schaffen, wir aber finuation, die man den Abgeordneten macht, wenn man behauptet, find stolz auf unsre Unabhängigkeit.( Lachen links.) Ich daß die Diäten auf Grund der persönlichen Wünsche der Einzelnen gebe Herrn v. Levezzow recht: der Reichstag steht auf einem höheren gefordert werden. Die Diätenfrage ist eine Frage der Würde des Niveau, wenn er seine Arbeit als ehrenamtlich betrachtet.( Lachen Reichs. Der Vorredner hat dann Fragen angeregt, wie die Kontrolle links.) Wenn Sie den Kreis der Leute, die eine Wahl annehmen der Anwesenheit ausgeübt, wie die Vororte behandelt werden können, durch Diätenzahlung erweitern wollen, so würde dann sollen usw. Das sind doch alles ganz untergeordnete Dinge, für die eine Jagd nach Mandaten entstehen, die schädigend für die Unman die Zeit des Reichstags gar nicht in Anspruch nehmen sollte. abhängigkeit der Volksvertretung ist. Alle anständigen Er hat auch von der Möglichkeit gesprochen, daß z. B. Staats- und Leute würden sich dann hüten, in den Wahlkampf Kommunalbeamte ihr Gehalt neben den Diäten bekommen könnten. einzugreifen.( Lachen links.) Jede kleine Interessengruppe Was machen denn die konservativen Herren Landräte im Landtage? würde ihren Kandidaten stellen in der Hoffnung, diesem Mann Wenn man in dieser Beziehung ein Scherbengericht etablieren wollte, hier in Berlin eine angenehme Existenz zu sichern. dann hätten die Herren Konservativen vor ihren Thüren so viel zu( Stürmisches Gelächter links und im Centrum.) Ich weiß ja, daß Abg. Gräfe( Antis.) bedauert, daß das Verbot des Verschnitts tehren, daß sie mit sich selbst gerade genug zu thun hätten. Ihnen nicht angenehm ist, was ich sage. Das hindert mich aber von Weißwein mit Rotwein nicht in das Gesez selbst aufgenommen Den eigentlichen Grund der Konservativen gegen die Zahlung von nicht, meine Meinung auszusprechen. Schon jetzt haben wir worden ist. Diäten hat Herr v. Levezow ja erst zuletzt vorgebracht. Meine viel zu viel Stichwahlen. Bei Diätenzahlung würden noch viel Abg. Röllinger( Elf.) erklärt, für das Gesetz stimmen zu wollen. Partei hat stets für die Bewilligung von Diäten gestimmt, aber mehr entstehen. Wir sollten dem Beispiel Englands folgen und Damit schließt die Generaldiskussion. Auf Antrag des Abg. wir haben stets betont und wiederholen es heute, daß es uns nie nicht dem Beispiel aller übrigen Parlamente Europas. Nirgends Dr. Blankenhorn( C.) wird das Gesetz in der Specialdiskussion einfallen wird, die Gewährung von Diäten an die Reichstags- hat sich das Parlamentsleben so gesund entwickelt wie in England. en bloc angenommen. Hierauf wird das Gesetz auch in der Mitglieder in Verbindung treten zu lassen mit einer Einschränkung des und dort wird die Frage der Diätenzahlung als nicht diskutabel würden Durch Diäten wir nur Berufsparla Gesamtabstimmung mit großer Mehrheit angenommen. Wahlrechts, mit einer Herabsetzung der Beschlußfähigkeitsziffer, mit betrachtet. Die Kommission beantragt folgende Resolution: einer Abänderung der Geschäftsordnung überhaupt. Solche Wünsche mentarier züchten, die Fürst Bismard für einen wesentlichen „ Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag liegen im Interesse bestimmter reaktionärer Parteien. Das hat auch Schaden erklärt hat. Ziehen Berufsparlamentarier hier ein, dann baldmöglichst den Entwurf eines Reichsgesetzes vorzulegen, welches Herr v. Levezow zum Ausdruck gebracht, indem er behauptete, durch würden sich die Seffionen unendlich in die Länge ziehen. Die die Diätengewährung verwandle sich das Niveau des Reichstags, in Anwesenheitsgelder sind eine Prämie auf lange die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln das nach seiner Meinung niedrige Niveau eines bezahlten Reichstags. Seffionen.( Lachen links.) Die Seffionen würden vom 1. Januar nach Maßgabe der bestehenden Reichsgesetze durch Ich will mit ihm nicht darüber streiten, welches Niveau niedriger bis zum 31. Dezember dauern. Das Intereſſe an endlos langen Bestellung besonderer Beamten hierfür einheitlich regelt." Abg. Schmitt- Mainz( C.) beantragt, die Resolution so zu ist, das Niveau der Karikatur einer Volksvertretung, wie es Seffionen würde wachsen, und die endlos langen Reden, die jetzt faffen, daß verlangt wird, baldmöglichst ein Reichsgesetz vorzulegen, zum Beispiel der preußische Landtag ist( Große Unruhe rechts), schon( zu den Socialdemokraten) hier gehalten werden, würden sich noch vermehren. Zweitens behauptet man, die Tagegelder sollen das Allheilwelches die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genuß- oder das Niveau des Reichstags.( Glocke des Präsidenten.) mitteln auf Grund der bestehenden Reichsgeseze nach einheit Vicepräsident Büfing: mittel gegen die Beschlußunfähigkeit sein. Die Beschlußunfähigkeit lichen Grundsätzen durch Bestellung besonderer Beamten hieraber kann nur durch Aenderung unsrer Geschäftsordnung bekämpft für regelt. werden. Erst wenn dies Mittel versagt, kann der Weg der Anwesenheitsgelder in Erwägung gezogen werden. Für diese Session Staatssekretär Graf Posadowsky kann von Anwesenheitsgeldern überhaupt nicht die Rede sein. Ich betont, daß die Durchführung der Kontrolle auf jeden Fall würde die Anwesenheitsgelder zurückweisen,( Lachen links.) denn meine Sache der Landesregierungen bleiben müsse. Es ist ein starkes Stück, daß hier im Reichstage die konservative Wähler haben mir das Mandat als Ehrenamt anvertraut. Der Präsident Partei durch ihre Redner aussprechen lassen kann, daß ein auf soll nach dem Entwurf auch feststellen, ob ein Abgeordneter bei seiner demokratischer Basis gewähltes Parlament eine parlamentarische Abwesenheit von Berlin mit Arbeiten für den Reichstag beschäftigt ist, Körperschaft sei, die auf niedrigem Niveau stehe. Ich bin der und wenn er dann zu Hause fleißig ist, soll er auch Anwesenheitsgelder Meinung, daß gegenüber dem geltenden Wahlrecht, auf Grund bekommen. Da sollte man doch lieber von Abwesenheitsgeldern sprechen. dessen der Reichstag gewählt ist, die Auffassung des Herrn v. Levezow Entweder wird diese Kontrolle durch den Präsidenten univirkjam nicht start genug zurückgewiesen werden kann. Nach unsrer Meinung sein, oder zu einer Chikane werden, der sich keiner wird unterwerfen ist es das höchste Niveau, welches eine Voltsvertretung überhaupt wollen. Wenn Sie so die Präsenz erzielen wollen, dann fommen auf die Kontrolluhr des Nachtwächters, der alle einnehmen kann, wenn die Abgeordneten gewählt sind durch das Sie Vertrauen der Mitbürger. Ich kann mir kein niedrigeres Stunden den Zeiger weiter rückt, um damit zu beweisen, Die Resolution wird hierauf in der Fassung des Antrags Niveau denken als dasjenige eines Parlaments, daß da ist. nur dadurch Die Beschlußfähigkeit kann Schmitt( C.) angenommen. welches indiretterweise oder gar durch Ernen gesichert werden, daß wir bei gewissen Lesungen nach dem Beispiel Drei weitere Resolutionen werden auf Antrag des Abgeordneten nnng der Fürsten zusammengetreten ist.( Sehr gut, Englands die Zahl der Abgeordneten, die für die Beschlußfähigkeit Schmidt Elberfeld( frs. Vp.) von der Tagesordnung abgesetzt. erforderlich sind, herabsetzen. Würde Fürst Bismarck, wenn er Meine Freunde werden für den Antrag der Kommission stimmen. Heute unter uns wäre, ohne Kompensationen die AnwesenEs folgt die zweite Beratung des von dem Abg. Gröber( E.) Ich bestreite dies. Ich glaube, eingebrachten Gesezes betreffend Abänderung des Artikel 32 der Ich muß aber bei dieser Gelegenheit auf die Stellung des Bundesrats zu der heitsgelder bewilligen? Reichsverfassung( Diäten( Anwesenheitsgelder] und freie Eisen- Angelegenheit noch furz eingehen. Es ist ja erfreulich, daß heute die an der Verfassung sollte nicht so ohne weiteres gerüttelt bahnfahrt. Bänke des Bundesrats etwas besetzter sind als das sonst bei der werden. Sie( nach links) haben doch alle Veranlassung, daß WahlBerichterstatter ist der Abg. Baffermann( natl.). artigen Anträgen aus dem Hause der Fall zu fein pflegt. recht hoch zu halten; wenn Sie aber mit Aenderungen anfangen, Artikel 32 erhält nach dem Vorschlag der Kommission folgende Bielleicht verdanken wir das nur dem Zufall, daß der Antrag nicht tönnen andre Leute auch anfangen, Vorschläge auf Abänderung Fassung: an einem fogenannten Schwerinstag verhandelt wird. Aber es ist des Wahlrechts zu machen.( Huh, huh! links.) Unser Parlament " Die Mitglieder des Reichstags erhalten aus Reichsmitteln doch ein erfreuliches Zeichen, und ich knüpfe daran die Hoffnung, steht höher als jedes andre Parlament Europas. Bei uns werden während der Legislaturperiode und zwar so lange der Reichstag daß die Herren im Bundesrat durch das lebende Wort, das die Geschäfte noch im allgemeinen ruhig erledigt und zu Thätlichversammelt ist, sowie acht Tage vor Eröffnung und acht sie heute hören, in die Lage versezt werden, im Bundesrat die feiten ist es noch nicht gekommen( Stürmische Heiterkeit), während Tage nach Schluß desselben, freie Fahrt auf den Eisenbahnen und Sache wirksamer zu vertreten als bisher. Der Widerstand des sie doch in allen andren Parlamenten schon vorgekommen sind. Ich für die Dauer ihrer Anwesenheit in Berlin Anwesenheitsgelder in Bundesrats gegen den Diätenantrag ist ja ganz unbegreiflich. empfehle als Mittel gegen die Beschlußunfähigkeit eine Revision der Höhe von zwanzig Mark für den Tag. Der Anwesenheit in Der geseggebende Faktor, dessen Mitglieder hohe Diäten be- Geschäftsordnung, und muß Ihnen sagen, daß ein Teil meiner Berlin steht es gleich, wenn der Abgeordnete durch Arbeiten für kommen, verweigert dem andren verfassungsmäßig gleich Freunde gegen die Anwesenheitsgelder stimmen wird. Ich hoffe, den Reichstag verhindert ist, in Berlin anwesend zu sein. berechtigten Faktor dasjenige, was er selbst für sich in daß der Bundesrat sich auch in diesem Fall wieder ablehnend ver ( Sehr gut! bei den Socialdemokraten und halten wird.( Schwaches Bravo! rechts.) Von den Anwesenheitsgeldern werden die Tagegelder ab- Anspruch nimmt. Centrum.) Die Herren bont Bundesrat müssen doch Abg. Büsing( natl.): gerechnet, welche ein Mitglied des Reichstags in seiner besonderen in Eigenschaft als Mitglied eines deutschen Landtags für dieselbe auch zu der Ueberzeugung kommen, daß die Länge der Seffionen Namens meiner politischen Freunde habe ich zu erklären, daß Zeit bezieht. großenteils dadurch verursacht wird, daß ihre Arbeit in der Gesetzes wir wünschen, daß die Frage einer Entschädigung der ReichstagsDie näheren Bestimmungen erläßt der Präsident des fabrikation so überaus fruchtbar ist. Allerdings bekommt ja auch mitglieder sei es in der Form der Diäten, sei es in der Bundesrat durch die Arbeit des Reichstags recht viel zu der Form der Anwesenheitsgelder Reichstags." endlich gelöst und aus thum. Abg. Gröber( C.): Das geht schon daraus hervor, daß er oft Jahre liberale Diäten sind eine alte Die Fassung der Kommission unterscheidet sich nur unwesentlich Es wird in der Presse behauptet, daß der Bundesrat der Gewährung ein. Ich ergreife diese Gelegenheit, um sofort zu betonen, daß Forderung und meine Fraktion tritt für diese Forderung Die Fassung der Kommission unterscheidet sich nur unwesentlich braucht, um die einfachsten Beschlüsse des Reichstags zu erledigen. der Welt geschafft wird. von unserm ursprünglichen Antrag, wir werden daher für fie von Diäten einen erheblichen Widerstand entgegensett. Ferner wird meine politischen Freunde es entschieden ablehnen, die Gewährung stimmen. Es wird immer behauptet, daß Fürst Bismarck fich behauptet, daß auch andre Kreise ihrer Abneigung gegen Diäten von Diäten von irgend einer Gegenleistung, sei es auf dem Gebiet gegen Gewährung von Diäten unbedingt ausgesprochen habe. Das Ausdrud gegeben haben. Namentlich wird ja in der des Wahlrechts, sei es auf dem Gebiet der Geschäftsist falsch. Fürst Bismarck bat vielmehr feiner Beit erklärt, zu macheir( Bravo! links.) Ich be= wenn sich aus der Handhabung des neuen Wahlgesetzes keine Gefahr drastischer Weise sich über diese Dinge aus behauptet hat, durch die Gewährung von auf das tiefste, daß Herr von Levezzow hier Diäten würde für die Einführung von Diäten ergeben sollte, dann bleibt es einer Damit hat sprechen. Ich meine, wir sollten doch die Gelegenheit benutzen, das Niveau des Reichstags herabgesetzt werden. späteren Gejeggebung unbenommen, Diäten einzuführen.( hört! um das, was in der Preffe nach der Richtung hin ausgesprochen ist, Herr von Levegow ein Urteil gesprochen fiber alle übrigen deutschen hört! im Centrum.) hier einer Erwiderung zu unterziehen. Ich bewundere es, daß die selbst über die von Mecklenburg( Große HeiterFürst Vismard hat vor allem deshalb nicht Diäten gewähren möglichkeit gegeben ist, daß in der Presse solche Aeußerungen abgedruckt feit), denn selbst dort bekommt ein Teil der Abgeordneten, Boltsvertretungen wollen, um nicht Berufsparlamentarier aufkommen zu lassen werden, die eine solche Nichtschätzung der gesetzgebenden Versamm die Landstände, Diäten. Ich bedaure, daß das Niveau des und möglichst turze Tagungen zu ermöglichen. Wie steht es nun mit der Länge der Tagungen unter der Diätenlosigkeit? In den lung Deutschlands bekunden, daß wir uns nicht ernstlich und scharf Reichstags, das ich nicht hoch genug anschlagen kann, irgend Jahren 1867-1876 betrug die durchschnittliche Dauer der Seffionen genug dagegen verwahren können. Die Preßorgane, die sich in wie in Zusammenhang gebracht worden ist mit der Gewährung von 81 Sigungstage, von 1877-1884 97 Gigungstage, von 1885-1892 leter Zeit mit diesen Dingen befaßt haben, haben sich zum Dieten. Einige meiner Freunde haben Bedenken gegen Einzelheiten des 136 Gigungstage und für den Beitraum von 1893 bis jetzt hat Sprachrohr von Ansichten, die sie selbst als die ihrigen überfich die Durchschmitisdauer auf 194 Tage erhöht. An dieser nommen haben, gemacht, die derartig sind, daß sie der Ehre Entwurfs. Aber sie setzen diese Bedenken zuriid, um feinen Zweifel des deutschen Reichstags ins darüber aufkommen zu lassen, daß wir alle mit dem Grundgedanken Länge der Sessionen ist einzig und allein die natürliche Gesicht schlagen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Entwicklung der Aufgaben des Deutschen Reichs schuld. Auch die Auf Grund der Hochachtung, welche man an allen Stellen, und des Gesetzes einverstanden find. Meine politischen Freunde werden Aufgaben des Bundesrats haben sich im Laufe der Zeit wesentlich mögen es die höchsten sein, dem deutschen Volte und der deutschen deshalb geschlossen für das Gesetz stimmen.( Bravo! bei den Natl.) vermehrt. Gerade deshalb aber, weil die Aufgaben des Reichstags Wählerschaft schuldet, müssen wir uns verwahren gegen derartige Abg. Dr. Müller- Sagan( freis. Vp.): größer geworden sind, ist auch die Frage der Entschädigung eine Aeußerungen, die über den deutschen Reichstag gemacht werden. Es Meine Freunde sind nicht gewillt, die Diäten mit Wolfsrechten umso dringendere. Ich hoffe, daß der Bundesrat endlich seine handelt sich hier nicht darum, daß irgend ein Mann in irgendwelcher Art kompensieren zu laffen. Diese Frage überhaupt halte ich des Stellung in dieser Frage ändern wird. Deutschland der Meinung ist, daß er teine Diäten zu diskutieren, deutschen Reichstags Die Gewährung geben wolle; das wird von keiner Person verlangt, sondern von würdig. von Diäten soll auch nicht den Meine Freunde werden samt und sonders gegen die Faffung der Reichstasse, denjenigen, die die Gelder, welche einzelnen Abgeordneten, nicht den Gewählten, sondern den Wählern verwalten. zu gute kommen. Diese erhalten dadurch einen größeren Kreis von ber Kommission stimmen. Unter meinen Freunden weiß ich die deutschen Steuerzahler aufzubringen haben, fo gut aus dem Gelde der keinen, der deshalb öfter hier erscheinen würde, weil er Und deutschen Steuer- Personen für die Kandidatur zur Auswahl, und die Garantie, daß dafür bezahlt würde.( Unruhe links.) zahler die Privatschatullen der deutschen Fürsten gefüllt das Mandat auch gewissenhaft ausgeübt wird. Das sind für uns Wenn auch die Durchführung der Kontrolle Landessache bleibt, so müssen doch die Beamten nach einer einheitlichen Methode vorbereitet und geprüft werden. Ich fürchte, der schon so häufig ausgesprochene Wunsch des Reichstags wird auch diesmal unerfüllt bleiben. Wenn ich mich täusche, um so besser. Der Worte sind genug gewechselt, laßt uns nun endlich Thaten sehn!( Bravo! bei den Socialdemokraten.) bei den Socialdemokraten.) er wenn sich Misstände aus der Diätenlosigkeit ergeben sollten oder Bresse behauptet, daß ein als redselig bekannter ordnung, abhängig zu Mund Veranlassung genommen hat, in recht daure es Abg. Dr. v. Levehow( t.): und der Würde bon 11114 Drei junge Taschendiebe, von denen zwei noch nicht strafdie beiden ausschlaggebenden Gründe für die Bewilligung von Diäten, Die Stadt Berlin als Straßenbahn- Aktionärin. Am den Treppen und dem Hore zeitweise fußhoch stand, gelitten. Graf Arnim hat das Abgeordnetenhaus mit seinen Bemerkungen, daß Mittwochvormittag fand im großen Sizungssaal von Siemens Personen sind nicht zu Schaden gekommen. die Gewährung von Diäten das Niveau des Reichstags herabsehen und u. Halske die ordentliche Generalversammlung der Berliner eine förmliche Jagd nach Mandaten hervorrufen würde, weit mehr Elektrischen Straßenbahnen Aktiengesellschaft( Behrenstraße- Treptow herabgescht, als es Herr Singer mit dem vom Präsidenten gerügten und Mittelstraße- Pankow) statt, bei der die Stadtgemeinde zum ersten- mündig sind, während der dritte eben das 13. Lebensjahr vollendet Ausdruck gethan hat. Danach müßten ja die Landräte in Preußen mal als Groß- Aktionärin beteiligt war. Es waren in der Ver- hat, find gestern von der Kriminalpolizei auf frischer That ertappt die besten Jäger sein.( Große Heiterfeit.) Wir würden uns gar sammlung im ganzen ungefähr 5850 Stimmen( je 1000 m. eine Stimme) und festgenommen worden. Die Bürschchen vertrieben sich schon seit nicht getrauen, eine solche Unterstellung hier auszusprechen. vertreten, von denen auf die Stadtgemeinde 5834 Stimmen und 16 dreiviertel Jahren die schulfreie Zeit mit Taschendiebstählen, besaßen Die Herren, die sich im Lande rühmen, die Vertreter des Mittelstands auf andre Aktionäre entfielen. Als Dividende werden nach Abzug auch schon einige Fertigkeit und hatten tros ihrer Jugend bereits eine Specialität. Diese bestand darin, daß sie sich an den Kirchen zu sein, müßten doch gerade für die Diäten eintreten, wie das ja der vorgeschriebenen Rücklagen und Tantiemen 5 Prozent zur Ver- unter die schauluſtigen Damen mischten, die sich bei jeder Hochzeit auch die„ Deutsche Tageszeitung" gethan hat. Freilich, Herr teilung gelangen. Nach Erteilung der Entlastung für den Aufsichts- einzufinden pflegen und ihnen die Taschen erleichterten. Das wurde Oertel schweigt heute:( Ruf des Abg. Dertel: Ich habe mich rat und den Vorstand legte der bisherige Aufsichtsrat ihnen nicht allzuschwer, da die Neugierigen ihre ganze Aufmerksamkeit bereits zum Wort gemeldet!) Ich konnte das nicht an sein Amt nieder und gab dem Vertreter der Stadts nehmen, da Herr v. Levezzow erklärt hat, daß seine Freunde gemeinde Berlin, Herrn Stadtrat Bohm, anheim, einen auf das Brautpaar richten. Seinen größten Schlag machte einer samt und sonders gegen den Antrag der Kommission neuen Aufsichtsrat zu wählen. Dieser schlug folgende Herren als von ihnen am 17. April, indem er ein Portemonnaie mit 11 M. 65 Pf. und für 27: M. 50 Pf. Konsumvereins Marken erbeutete. stimmen würden. Sie glauben doch im Ernst nicht, daß die Diäten- neue Aufsichtsrats- Mitglieder vor: Stadtrat Dr. Weigert, Stadt- Diese Bestohlene hat keine Anzeige gemacht und ist daher nicht lojigkeit einen Damm gegen die Socialdemokratie bedeutet. Sehen rat Bohm, Stadtbaurat Krause, sowie die Stadtverordneten bekannt; sie wird ersucht, einmal im Zimmer 97 des PolizeiSie sich nur die Opferfreudigkeit in den Arbeitermassen an. Wenn Dinse, Fatobi und Singer nebst dem Magistrats- Assessor präsidiums vorzusprechen. im Bürgertum und im sogenannten Mittelstand eine gleiche Opfer- Alberti. Außerdem erbat Stadtrat Bohm von der Firma Das Konkursverfahren ist über das Vermögen des Großfreudigkeit herrschte, dann sähe es etwas anders aus, nicht Siemens u. Halste die Nennung eines Vertrauensmanns dieser 11112 im Reichstag, sondern auch im preußischen Landtag. Firma, da der Magistrat Wert darauf lege, daß die Firma, die schlächtermeisters Röder aus der Thaerstraße, dessen Flucht bereits Mir gehen die Vorschläge der Kommission nicht weit genug, für die Gesellschaft, den Betrieb der Bahnen gemeldet wurde und dessen Aufenthalt auch das Gericht nicht kennt, namentlich in Bezug auf die freie Eisenbahnfahrt nicht. Ich würde führt, im Aufsichtsrat vertreten sei. Als solcher wurde Direktor am Dienstagvormitag eröffnet worden. auch Diäten den Anwesenheitsgeldern vorziehen, aber ich werde für Schwieger bezeichnet. Das Polizeipräsidium teilt mit: Mittwoch früh 6½ Uhr wurde den Antrag der Kommission stimmen, denn ich habe das volle Vertrauen Ter Boulevard nach Plökensee. In der letzten Sigung der die Leiche eines 10-12 Jahre alten Knaben vor dem Hause zu dem Präsidenten, daß er die Kontrolle so Bandeputation II unter dem Vorsiß des Geh. Reg.- Bats Stadtrat Stronprinzen- Ufer 20 gelandet. Die Leiche befindet sich jetzt im Schauvornehmen würde, daß kein Mitglied des Hauses sich Hause. Aeußere Verlegungen sind an derselben nicht wahrnehmbar. verlegt fühlen könnte. Die Gewährung der Diäten ist nicht eine Friedel wurde beschlossen, die Waldstraße in Moabit, von Der Knabe trug eine Bluse mit schwarzem Ledergürtel, blaue Hoie, Beschränkung, sondern eine Erfüllung der Reichsverfassung. Sie jetzen der Turmstraße die direkte Hauptverkehrsader nach Blößensee, rotes Tricothemd. die Wähler besser in den Stand, ihren Willen bei der Auswahl der nach dem Vorbilde der Pariser Boulevards umzugestalten. Die Schwarze Strümpfe und schwarze Knöpfschuhe, weißes Hemd und Kandidaten zum Ausdruck zu bringen. Eine Volksvertretung, die Waldstraße soll danach nicht wie die Gneisenau- und Große Frankfurterstraße u. a. eine Mittelpromenade mit zwei seitlichen FahrVermißt wird seit acht Tagen der 64 Jahre alte Bauarbeiter auf Grund des allgemeinen direkten Wahlrechts gewählt iſt, ſteht, bämmen und zwei Bürgersteigen bei der bevorstehenden Umpflasterung Wilhelm Ganke, der ſeit elf Jahren bei Frau stuhnke in der auch wenn sie Diäten bezieht; turmhoch über einer Boltsvertretung, erhalten, sondern in der Mitte einen zwölf Meter breiten Fahrdamm, Köpenickerstr. 127a wohnte. Der alte Mann mußte im letzten Jahre die gewählt ist auf Grund des elendeſten aller Wahlsysteme.( Bei- eingefaßt durch zwei Promenadenwege nach Pariser Muſter. Im wegen eines Fußleidens ſechsmal ein Strankenhaus aufsuchen und Fall sich diese Einteilung bewährt, was in den Außenbezirken wohl war daher um eine Altersrente eingekommen. Einstweilen ging er Abg. Gäbel( Antisem.) tritt für die Diäten und den Kom- zu erwarten ist, dann sollen auch andre Straßenzüge in genügender zu einem Bierverleger, um Handreichungen zu leisten. Schon am missionsvorschlag ein. Breite in ähnlicher Weise reguliert oder bei Umpflasterungen ver- nächsten Tage aber blieb er dort weg und kehrte auch nicht wieder nach Hause zurück. Wahrscheinlich hat er sich seines Leidens wegen Abg. Rickert( frs. Vg.): Wir sind seit Decennien für die Be- schönert werden. das Leben genommen. willigung der Diäten. Bei der Wichtigkeit der Frage beantragen wir Der Magistrat handelt menschenfreundlich, wenn er den Weg über den Antrag der Kommission namentliche Abstimmung. nach Plögensee so angenehm wie möglich gestaltet. Die Presse wird Abg. Hauß( Elf.) erklärt sich namens seiner Freunde mit dem ihm dankbar sein. Antrage der Kommission einverstanden. fall links.) Abg. Dr. Oertel( f.): Wenn die Berliner in die Baumblüte zichen. Am vergangenen Werderfchen Baumblütensonntag wurden laut Ausweis der Eisenbahn, ca. 55 000 Personen von und nach Werder befördert. Dazu kommen ca. 5000 Personen, welche die Sterndampfer nach Werder brachten und die bedeutende Anzahl Radfahrer, sowie die auf andre Weise nach dort gelangten Personen. Die Werdersche Pferdebahn, die vom Bahnhof nach der Stadt geht, benutten 2538 Personen, 600 weniger wie im vorigen Jahre. Nach einer durch Gewicht festgestellten postalischen Statistik wurden in Werder am Sonntag ca. 65 000 Ansichtspostkarten aufgegeben. Straßensperrung. Wegen Asphaltierung werden vom 9. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt das Schöneberger Ufer von der Augusta- bis zur Potsdamerbrücke, die ForsterStraße von der Reichenberger- bis zur Wienerstraße, das BethanienUfer vom Mariannenplatz bis zur Adalbertbrücke, die Matthäikirchstraße von Nr. 30 bis zur Königin Auguſtaſtraße. Ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß ich für die Gewährung von Tagegeldern bin. Herr Singer und Herr Rickert haben der Sache, Freie Volksbühne. Wegen des am 16. Juni erfolgenden die sie vertreten haben, keinen sonderlichen Dienst erwiesen. Ich glaube, Herr Singer hat auf der Rechten eine Anzahl Herren in Saisonschlusses des Carl Weiß- Theaters und Eröffnung einer Berliner Boltsoper während der Sommermonate können die zwischen dem Entschlusse bestärkt, gegen den Antrag zu stimmen.( Lachen links.) den einzelnen Vorstellungen jeder Abteilung des Vereins bisher Eine Minderheit meiner politischen Freunde ist für Tagegelder, denn üblichen Fristen von 3-4 Wochen bei der zehnten Vorstellungsdurchschlagende Gründe gegen Diätenbewilligung sind nicht vorferie nicht innegehalten werden. Die im Heft 9 angegebenen Daten handen. Was Sie mit der Diätenlosigkeit erreichen wollten, haben Sie nicht erreicht. Die Elemente, die Sie fern Der Hoteldieb Wächter, der kürzlich hier ergriffen wurde, find nicht zutreffend. Die Vorstellungen müssen daher ausnahms halten wollten, sind, wie Figura zeigt, nicht nachdem er einem alten Kapitän in Stettin 35 000 Mark gestohlen weise stattfinden für die II. Abteilung: Donnerstag, den 16. Mai ferngehalten worden( Heiterkeit links), und furze Sessionen hatte, ist bereits verschiedener Diebstähle und Zechprellereien über-( Himmelfahrtstag). III. Abteilung: Sonntag, den 19. Mai, IV. Abhaben Sie auch nicht erreicht. Andrerseits ist eine Beschränkung in führt. Einen Monat vor feiner Festnahme wohnte er eine Zeit lang teilung: Conntag, den 26. Mai( 1. Pfingstfeiertag), V. Abteilung: der Auswahl von Abgeordneten Thatsache geworden, und unter in einem Hotel in der Invalidenstraße, in dem er eine große Zeche Sonntag, den 2. Juni, VI. Abteilung: Sonntag, den 9. Juni, dieser Beschränkung leiden wir rechts vielleicht noch mehr als Sie machte. Diese fonnte er nicht bezahlen, da er keine Gelegenheit zum VII. Abteilung: Sonntag, den 16. Juni. Die Mitglieder werden links. Für den vorliegenden Antrag fann ich mich aber nicht er- Stehlen fand. Daher machte er sich eines Tags heimlich aus dem dringend ersucht, diese Borstellungen nicht zu versäumen. Aufgeführt wärmen. Ich kann die Tagegelder nur als Eriaz für Staube. Eine Tasche, die er hierbei zurückließ, hat noch keinen wird Arthur Schnitzlers Groteste: Der grüne Kakadu". die durch den Aufenthalt in Berlin entstandenen Mehrkosten Eigentümer gefunden. Es ist eine braune Ledertasche, die mit Hierauf: Scherz und Ernst", Scenen und Lieder. Die ansehen. Die Konsequenz davon ist die, daß die in Berlin schwarzem Kalikoleder gefüttert ist und verschiedene Reisebedürfnisse, Mitglieder werden ferner dringend ersucht, die im heutigen Zuserat und seinen Vororten wohnenden Abgeordneten keine Tagegelder er- namentlich geschliffene Schmudmittelflaschen mit Metalldeckel enthält. des Vorwärts" erlassenen Mitteilungen des Vorstandes zu behalten. Das aber bestimmt der Antrag nicht. Ich arbeite nicht gern auch eine braun und weißgestreifte neue Reisedecke ließ der Preller achten. pour le roi de Prusse( für den König von Preußen.")( Stürmische im Stich. Sie ist wohl ebenfalls in der Provinz gestohlen. Mehrere Heiterkeit links.) Ich bin also im Princip für Diäten, aber gegen Diebstähle in Hannover hat Wächter eingeräumt. den vorliegenden Antrag. Ich hoffe, der Bundesrat: wird eine Vorlage machen, die auch meine Wünsche berücksichtigt. Abg. Lerno( C.): Bobbes Maulwurfearbeiten. Der Mörder Bobbe hatte nicht nur die bekannte Menschenfalle in Moabit angefertigt, sondern auch verschiedentlich seine Kunstfertigkeit in der Herstellung von Gruben Herrn Dertel mache ich darauf aufmerksam, daß auch viele seiner und Höhlen bewiesen. Auch in dem Zuchthause zu Sonnenburg hat Freunde die Ausübung der„ Ehrenpflicht", wie er es nannte, verer sich darin versucht. Bobbe war daselbst als Cigarrenarbeiter befäumen.( Sehr gut! Centrum.) Vor einigen Tagen ging durch die schäftigt und arbeitete mit etwa 30 Sträflingen zusammen in einem Bresse die Nachricht, daß die bayrische Regierung sich im Bundesrat Saal. Seiner guten Führung verdankte der Gefangene manche zu bei Beratung dieses Antrags gegen die Gewährung von Diäten lässige Vergünstigung. B. benußte die ihm gewährten Freiheiten, um ausgesprochen habe im Hinblick auf die Erfahrungen im bayrischen einen außerordentlich verwegenen Fluchtplan in Scene zu setzen. Seine Aeußerung entschieden protestieren und hoffe, daß von seiten der der Verbrecher verschafft hatte, lockerte er allmählich zwei Dielen. Landtage, der die Verhandlungen, verschleppe. Ich muß gegen diese Belle befand sich im Erdgeschoß. Mit einem Messer, welches sich bayrischen Regierung eine Erklärung abgegeben wird, wie es sich mit Dann grub er mit den bloßen Händen einen zunächst sentrecht laufenden Gang in der Absicht, die Grundmaner der Anstalt zu unterhöhlen und so die Freiheit zu gewinnen. Den Sand türmte er in der Zelle auf, schüttete ihn morgens wieder lose in die Höhle hinein und schloß die Dielen, deren Fugen er, uni jede Spur zu verBei einer nächtlichen Revision Secken, mit gefautem Brot ausfüllte. wurde jedoch Bobbe bei seiner Arbeit entdeckt, als der Gang tereits eine Länge von zwei Metern hatte. Die Wiederholung eines der artigen Fluchtplans wurde dadurch verhindert, daß der Ausbrecher in eine cementierte Zelle gebracht wurde und während des Restes seiner Strafzeit nachts an Händen und Füßen gefesselt blieb. dieser Sache verhält. Herr Singer bemerkte bereits sehr richtig, daß ja die Herren Bundesratsmitglieder selbst Diäten beziehen. Einer der Herren bayrischen Bundesbevollmächtigten hat vor kurzemi das Jubiläum des tausendsten Diätentages als Bundesratsbevollmächtigter gefeiert. ( Große Heiterfeit.) Abg. Dr. Arendt( Rp.): Ich kann erklären, daß ein Teil meiner Freunde für den Antrag stimmen wird, wenn wir auch mit Einzelheiten nicht einverstanden sind. Damit schließt die Diskussion. angenommen. " " " Das Riesen- Fernrohr der Treptow- Sternwarte hat fürzlich eine für die Besucher des Instituts wertvolle Verbesserung erhalten, die allerdings 8000 M. gekostet hat. Es ist dies ein neuer ganz aus Eisen hergestellter Rundgang mit Schienengeleis, auf welchem sich ein eigens konstruierter Wagen rings um das Fernrohr bewegen läßt. Auf diese Weise werden die Besucher der Sternwarte auf weit bequemerem Wege wie bisher zum Okular des Ricjen Fernrohrs geführt. Die neue Einrichtung läßt aber auch die Beobachtung des mondes wie der Planeten bei ihrem niedrigsten Stande in schnellſter Weise zu, so daß gegen früher mehr als die doppelte Besucherzahl befriedigt werden kann. Eine solche Ausnutzung eines In dieser und der kommenden Woche werden besonders interessante Doppelsternpaare, die sich durch glänzende Farben auszeichnen, großen Fernrohrs ist bei den alten Konstruktionen ausgeschlossen. beobachtet. Doppelsternpaare, die sich durch glänzende Farben auszeichnen, Aus den Nachbarorten.e Man schreibt uns and Schöneberg: Eine sehr harte Strafe hat der Banfier Seelig der Stadt Schöneberg auferlegt, nachdem er bei den in der letzten Sizung der Stadtverordneten- Versammlung vorgenommenen Wahlen zweier Magistrats Mitglieder Bayrischer Bundesbevollmächtigter Graf Lerchenfeld: Als das Wahlresultat in der Sizung glänzend durchgefallen war. Auf die Anfrage des Vorredners kann ich kurz erwidern, daß bekannt geworden war, entnahm er seinem Portefeuille zwei Schreiben die bayrische Regierung zu diesem Antrage noch gar keine und legte diese auf den Tisch des Hauses nieder; sie enthielten die Stellung genommen hat, weil er noch nicht ich Bundesrat für unser Gemeinwesen geradezu verhängnisvolle Ankündigung, daß beraten worden ist. An diese Erklärung möchte im die Bitte anEin schreckliches Brand- Unglück, dem ein neunjähriges Mädchen er sein Mandat als Stadtverordneter niederlege. knüpfen, etivas vorsichtiger zu sein in der Beurteilung derartiger zum Opfer fiel, während ein gleichalteriger Knabe mit knapper Not Mit rascher Entschloffenheit entnahm er seinem Bult die angehäufien Telegramme, die im Schaufenster des„ Berliner Lokal- Anzeiger" dem Tode entging, ereignete sich Mittwochnachmittag gegen 1/26 Uhr aften, entfernte den Namen von seinem Stuhl und verließ hochaushängen.( Große Heiterkeit und sehr richtig! links.) Der in der Emdenerstr. 52. Hier wohnt im 3. Stock des 2. Quergebändes erhobenen Hauptes den Sigungsjaal, die übrigen Herren in ihrer „ Lokal Anzeiger" ist ja ein ganz verdientes Blatt, aber die 42jährige, seit 18 Jahren fast vollständig gelähmte unverehelichte Ratlosigkeit zurüdlaffend. Es geschieht dies der Stadt schon recht. Das Papier, auf welchem er gedruckt wird, ist ebenso geduldig, wie A. Laternich, die sich außer dem Hause mühsam durch Ausbessern jedes andere.( Heiterkeit.) Die Volks- Leschalle in Schöneberg hatte im Monat April von Wäsche ernährt. Sie besaß eine neunjährige gut geartete Tochter Jda, die ihr im Alter eine Stüße werden sollte. Gestern 4221 Besucher; es wurden 2174 Bücher ausgeliehen. nachmittag hatte sich die Kleine in Abwesenheit der Mutter Verschüttet wurde am Dienstagabend gegen 6 Uhr am Tempelden neunjährigen Albert Amisinsky zum Spielkameraden nach hofer Weg in Schöneberg ein Arbeiter, der dort beim Bau der ihrer Stube geholt, wobei die Kinder auf den Gedanken Bahnbrüde beschäftigt war. Als er, um Feierabend zu machen, famen, sich Kaffee mittels Brennspiritus auf einer Kafferole aus dem mehrere Meter tiefen Schacht, worin er arbeitete, herausanzuwärmen. Hierbei war das Mädchen jedenfalls Nachdem die uftieg, stürzten die Sandmesser über ihn zusammen. vorsichtig, denn die Flasche explodierte und setzte im Nu die Kollegen des Verunglückten sich vergeblich um die Befreiung be Für den Antrag stimmen 185, dagegen 40 Abgeordnete. Kleider und Gardienen in Flammen. Das Mädchen muß alsbald das müht hatten, mußte die Feuerwehr herbeigerufen werden, die auch Der Antrag Gröber ist damit in der Kommissionsfassung Bewußtsein verloren haben, denn es wurde später unmittelbar neben dem schnell erschien und den bereits ohnmächtig gewordenen Arbeiter erSpiritusfocher aufgefunden. Der Knabe rief zwar aus Leibeskräften Hilfe löfte. Der Sanitätswagen der Schloßbrauerei brachte den anscheinend Hierauf vertagt sich das Haus. zum Fenster hinaus, allein niemand hörte, da die Wohnung nach dem Schwerverletzten ins Krankenhaus. Nächste Sizung: Donnerstag 1 Uhr, Anträge Albrecht( Soc.) dritten, unbewohnten Hofe hinaus liegt. Schon war das Zimmer In Zehlendorf sollte das Gefängnis in dem neuerbauten und Trimborn( C.) betr. die Gewerbegerichte. in Rauch und Flammen eingehüllt, als einige Maurer, die in der Schluß 6 Uhr. benachbarten Waldenserstraße an einen Schulneubau arbeiteten, die Schulhause untergebracht werden. Zum Glück hat die Regierung Hilferufe hörten und herbeieilten. Im Verein mit Hausbewohnern er zu diesem Beschluß des Gemeinderats die Genehmigung versagt. brachen sie die Thür und fanden die kleine Jda tot am Boden liegen. Die Die Gemeindevertretung wählte auf Anregung des Landrats eine Kleider waren vollständig vom Körper heruntergebrannt und das Gesundheits- Kommission, an deren Spize der GemeindeKind kaum noch zu erkennen. Die Feuerwehr sorgte für lleber- vorsteher steht. Der Kommission gehören zwei Aerzte an. Vom Jnnungskrieg gegen den Straßenhandel. Wegen führung der Leiche nach dem Schauhause. Der Knabe ist noch zum Jahre 1903 soll am Orte ein Gymnasium errichtet werden, Ueberhandnehmen des Straßenhandels mit Korbwaren hatte sich der leidlich davongekommen. Der Mutter hat man vorläufig den Tod doch ist man sich über den Plazz, wo das Gebäude stehen soll, noch Bund deutscher Korbmacher Jnnungen an den Berliner Polizeipräsidenten mit dem Ersuchen gewandt, durch Verordnung ihres Kindes verheimlicht und nur angegeben, dasselbe befinde sich nicht einig. Weißensee. Die nur allzu bekannte Rücksichtslosigkeit der den Haufierhandel mit Korbwaren in den Straßen Berlins einzuGroßen Berliner hat zu einem bedauernswerten Unfall geführt. schränken. Der Handel sollte hiernach nicht mehr vom Wagen aus, Ein gewaltiger Fabrikbrand kam in der Nacht zu gestern im Eine Frau Neumann aus der Zimmerstraße zu Berlin bemußte auf sondern nur noch mit Staſten oder Hucken betrieben werden dürfen. Quiſenſtädtischen Industriegebäude in der Mariannenſtr. 31, das schon einer Geschäftstour einen Wagen der Linie Spittelmarkt- Weißenfee. Der Polizeipräsident hat die Bittsteller dahin beschieden, daß die häufig von größeren Bränden heimgesucht worden ist, zum Aus Wegen der notwendig gewordenen Umpflasterung ist die Legung Beſtimmungen über den Straßenhandel gegenüber dem Handel mit bruch. Um 12 Uhr wurden die Flammen im dritten God des eines Notgeleises erforderlich geworden, welches jo dicht an der Korbwaren eine erhebliche Einschränkung erfahren, da grobe Quergebäudes bemerkt, als sie aus den Fenstern schlugen. Bordschwelle liegt, daß die einen Platz auf dem Verdeck benuzenden Korbwaren, die meist im Straßenhandel vertrieben werden, brannte die Möbelfabrik von Neumann. Sofort wurde die Feners Passagiere in Gefahr sind, von den überhängenden Resten der Bäume zu den Wochenmarkts- Artikeln gehören, deren Vertrieb nach wehr alarmiert. Als der 8. Löschzug erschien, brannte auch schon getroffen zu werden. Die Frau wurde, im Begriff abzusteigen, von 342b Abjag III der Ordnung von einer Erlaubniß nicht abhängig das vierte Stockwerk, wo sich die mechanische Fabrik von unßmann einem Aft erfaßt, in die Höhe gehoben und auf einen auf der Straße gemacht und nur unter bestimmten Voraussetzungen untersagt oder befindet. Es wurde deshalb unverzüglich„ Mittelfeuer“ an alle lagernden Steinhaufen geschleudert. Die Verlegungen sind glückbeschränkt werden darf. Auf die Beschwerde, daß die Händler oft Feuerwachen gemeldet. In kurzer Zeit nicht das 25. Lebensjahr erreicht hätten, wurde entgegnet, daß nach Leitung des Brandinspektors Dransdfeld Dugendlicherweise nicht allzu gefährlich. Jezt, nachdem das Unglück geschehen, ist natürlich Abhilfe geVon allen Seiten ging die Feuerwehr schaffen; der Unglücksast ist beseitigt worden. den geltenden Bestimmungen der Wander- Gewerbeschein auch jüngeren Löschzüge zur Stelle. entfesselten Element mit großer Bravour entgegen. Personen zu erteilen ist, wenn sie Ernährer einer Familie und be- dem reits drei Jahre im Wandergewerbe thätig sind. Die Aufsichts- Die Flammen hatten an den großen Vorräten, besonders aber an Hans Die Ortsverwaltungen von Berlin und Umgegend der Centralbeamten können daher nur feststellen, ob der Händler im Besize des einem Holzlager im Dachgeschoß reiche Nahrung gefunden. Wander Gewerbescheins ist. Für den ambulanten Gewerbebetrieb hoch schlugen die Flammen gen Himmel. Gegen 4 Uhr ließ das Kranken- und Sterbekaffe der Tischler versammeln sich am Freitag, den 10. Wai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7. Verein abftinenter Arbeiter nud Arbeiterinnen. Donnerstag, sei nur ein Mindestalter von 14 Jahren vorgeschrieben. Die Bitt- Fener nach und gegen 5 Uhr konnte die Gefahr für beseitigt gelten. steller wollen sich bei diesem Bescheid nicht beruhigen, sondern die Die oberen Geschosse mit dem Dachstuhl find zum größten Teil den 9. Mai, abends 8½ Uhr, im Lokal von Landau, An der Stadtausgebrannt; die unteren Geschosse haben durch Wasser, das auf bahn 5: Generalversammlung. Angelegenheit dem Handelsminister Möller unterbreiten. = Tokales. im Krankenhause. inter waren ein der Biz Vermischkes. Witterungsübersicht vom 8. Mai 1901, morgens 8 Uhr. Stationen gededt werden. So wurde auch der Besitzer einer hiesigen angesehenen Großhandlung in Kurzivaren verhaftet und in das Ge Ein Mord ist Dienstag in Königsberg i. Pr. an der fängnis eingeliefert. Die meisten als Zeuginnen auftretenden Mädchen fiebzigjährigen Hausbejizerin Fräulein Gustine Leyde verübt worden. unterhielten eigne Absteigequartiere. Einzelne derfelben wurden in Stationen Man fand ihren Kopf auf der Straße. Anscheinend liegt ein Raub- wischen einer Besserungsanstalt überwiesen. mord vor; der Kopf ist mit einer Säge vom Rumpf getrennt worden, nachdem die Leyde zuvor erivürgt worden war. Der Körper selbst ist noch nicht gefunden. Ein blutiges Drama hat sich an Bord des Dampfers Tuareg" abgespielt, welcher 13 Militärhäftlinge von Port Ventes nach dem Strafhaus in Algier transportierte. Sieben Häft linge, darunter ein Anarchist, brachen aus den Zellen aus und schrieen Nieder mit der Armee, Hoch die Anarchie". Unter den Bassagieren entstand eine Panik. Gendarmen stürzten sich auf die Häftlinge, uni sie festzunehmen. Der Anarchist Namens Benne bedrohte einen Gendarmen mit dem Messer, worauf dieser ihn durch Aus dem heiligen Köln wird berichtet: In der sogenannten Kölner Sternberg Affaire hält mit der Aburteilung einzelner Personen die Nachforschung nach weiteren, dieser Verbrechen Beschuldigten gleichen Schritt, da durch die Aussagen der in Betracht tommenden schulpflichtigen Mädchen immer neue Fälle auf- leinen Revolverschuß niederstreckte. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 9. Mai. Opernhaus. Samson und Dalila. Anfang 7 1hr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Donnerstagabend 8 Uhr zu kleinen Preisen: Prof. Dr. Müller:„ Auf den niedersten Lebensstufen". Invalidenstr. 57/62. Schauspielhaus. Die Berfchwörung Tagl. Sternwarte. des Fiesco zu Genua. 71 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Die Jüdin von Toledo. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Das Lumpengesindel. Anfang 72 Uhr. Lessing. Die Zwillingsschwester. Anfang 72 Uhr. Berliner. Lucie. Hierauf: SainteCécile. Anfang 72 Uhr. Residenz. Leontinens Chemänner. Teremtete. Anfang Vorher: 71/2 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern- Theaters. Der G'wissens: wurm. Anfang 8 Uhr.. Westen. Romeo und Julia. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Thalia. Die Fledermaus. Anfang 71 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Luisen. Kyritz Pyriz. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 712 Uhr. Carl Weiß. Der Bräutigam vom Himmel. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel = der Schwarzwälder. Die Mühle im Schwarzwald. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palast. Geschlossen. Weichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Baijage Theater. Damen Ring = い fämpfe. Specialitäten Vorstellung. Anfang nachm. 3 Uhr. Baffage Panoptikum. Specialis täten- Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( 3m Theateriaal) Abends 8 Uhr: Bu fleinen Preisen: Professor Dr. Müller: Auf den niedersten Lebensstufen". Juval idenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Freitagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Sonnabendabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Der Kaufmann von Venedig. Central- Theater. 8 Uhr. Heute Anfang Mit ganz neuer Ausstattung an Kostümen, Deforationen u. Requisiten, zum 629. Male: Die Geisha. Operette in 3 Alten v. Sydney Jones. FriedrichStrasse 165 Castans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Zoologischer Garten Täglich, nachm. 4 Uhr: Freie Volksbühne. Sonntag, 12. Mai, nachm. 23/4 Uhr im Lessing- Theater III. Abteilung: Figaros Hochzeit. Gleichzeitig beginnt im Carl Weiss- Theater die 10. Serie der Vorstellungen für die I. Abteilung.- Die Vorstellungen folgen am 16.( Himmelfahrtstag), 19., 26. Mai und 2., 9., 16. Juni. Aufgeführt wird: Der grüne Kakadu. Groteske von A. Schnitzler. Hierauf: Scherz und Ernst. scenen und Lieder. Die Mitglieder werden besonders aufmerksam gemacht, dass bei der 10. Serie die zwischen den Vorstellungen übliche Frist von 3 bis 4 Wochen nicht innegehalten werden kann, sondern dass die 2. Abteilung schon am 16. Mai, Donnerstags( Himmelfahrt), 99 3. Abteilung am 19. Mai, 4. am 26. Mai ( Pfingst- Sonntag) ausnahmsweise ihre Juni- Vorstellungen haben. Die 5., 6., 7. Abteilung am 2., 9., 16. Juni. Zur Orientierung über die Neueinteilung der Abteilungen in nächster Saison und den Spielplan werden die Mitglieder ersucht, die im Programm- Heft 10 d. J. erlassene Bekanntmachung des Vorstands genau zu beachten und zu verbreiten. 229/17] Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Militär- Doppel- Konzert. Achtung, Kupferschmiede! Entree 1 Von abends 7 Uhr ab 50 Pfg. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Sonnabend, den 11. Mai, abcuds 9 Uhr, im Gewerkschafts: Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Der Bräutigam vom Himmel. Gesangspoffe in 5 Bildern von Millo: witsch. Bearbeitet von Carl Weiß. Anfang 8 Uhr. Ringel, ringel rela, eía, pumpela. Stürmischer Beifall von Notabene! Ach, das Ballett! Morgen: Diefelbe Borstellung. Im Garten von 7 Uhr Frei- Konzert. Metropol- Theater W., Behrenstraße, 55/57. Sommer- Saison. Die Sioux. Nordamerikanisch. Schaustück von Charles Lauri, und das anerkannt beste Mai- Spec.- Programm 16 Nummern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. haus, Engel- Ufer 15: Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5°= 4º R. Barometer= ſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n.. 4 heiter 753 NNW 5 bedeckt 753 ONO 4 bedeckt 749 SS 3bedeckt 7 bebedt 11 paparanda 770 N Swinemde 752 Still 751'O 1 Nebel 10 Petersburg Hamburg 751 SO 1 Regen 11 Cort Berlin 2 bedeckt 8 Aberdeen Frankf./M. 751 SO München 752SM 2 hlb.bed. 7 Paris. Wien 752 SSO 2 bedeckt 11 Wetter: Prognose für Donnerstag, den 9. Mai 1901. Beitweise auftlarend, vorwiegend noch trübe und regnerisch bei schwachen nordöstlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Im Namen des Königs. In der Straffache gegen die Frau Anna Hein geb. Rodewald in Berlin, geboren am 15. September 1861 in Kranz( Kreis Wehlau in Schlesien), evangelisch, wegen Beleidigung, Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschl., Zahlstelle Berlin I. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 32/8 August Lück hat die 1. Straffammer des König lichen Landgerichts I in Berlin in der Sigung vom 11. März 1901, an welcher teilgenommen haben: Land: am 7. d. Mets. verstorben ist. gerichtsdirektor Tackmann als Vor: Die Beerdigung findet am Freitag, fizzender, Landgerichtsrat Haberstroh, den 10. d. Mets., nachmittags 5 Uhr, Landrichter Schlesier, Amtsrichter vom Krankenhause Am Urban aus Scheller, Gerichtsassessor Scheifers als nach dem Alten Thomas- Kirchhof, beisitzende Richter, Staatsanwalt Hermannstraße, statt. schaftsrat Dr. Cretschmar als Beamter der Staatsanwaltschaft, Referendar Körbiz als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: die Angeklagte Ehefrau Anna Hein ist der öffentlichen, mittels der Bresse begangenen Beleidigung schuldig und wird dafür mit einhundert Mart, an deren Stelle, falls sie nicht bei: getrieben werden können, für je zehn Mark ein Tag Gefängnis tritt, be: straft, hat auch die Kosten des Ver: fahrens zu tragen. Gleichzeitig wird dem Beleidigten, Abgeordneten Rechts: anwalt Dr. Bachem, die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung auf Kosten der Angeklagten Anna Hein binnen vier Wochen nach Zustellung einer Ausfertigung der rechtskräftigen Urteilsforinel durch einmalige Einrückung in die zu Berlin erscheinende Zeitung Germania" öffentlich be Die strafbare fannt zu machen. Stelle in der Schrift" Von der Frau für die Frau" auf Seite 9, beginnend In öffentlichen Vereins: verfammlungen" und schließend mit: ,, im Interesse der Bevölkerung liegt", sowie derjenige Teil der zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen, auf welchen sich diese Stelle befindet, ist unbrauchbar zu machen. Gründe gez. Tackmann, Haberstroh, Schlesier, Scheller, Scheifers. Ausgefertigt Berlin, den 6. April 1901. Graventin, Aftuar, Gerichts: schreiber i. V. des königlichen Land: Oeffentl. Derfammlung euite Gielie der Kupferschmiede Berlins. Tages Ordnung: Die verurteilte Stelle lautet im wesentlichen: „ Erst kürzlich sagte der deutsche Centrumsabgeordnete Dr. Ba ch em, nach dem offiziellen stenographischen Reichstagsberichte:„ Seit Jahren sucht Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe[ 12046 Paul Funcke am 6. d. Mets. nach langent, schwerein Leiden sanft entschlafen ist. Beerdigung Freitag 42 Uhr auf dem St. Simeon- Kirchhof, Mariendorfer Weg. Die trauernden Hinterbliebenen. Empfehle allen Freunden u. Bekannten mein Weiss-, Bayrischbierund gr. Speisegeschäft. Reichs haltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H. Stramm, Rest., Ritterstr. 123. Möbelstoffe! and Reste alle Qualit. felten billig! Mocquett- Plüsche 5,35 M. Gelegenheitstauf per Meter( 130 Centimeter breit). Muster bei näher. 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In der Nr. 106 des Vorw." vom gestrigen Tage befindet wegen öffentlicher verleum derischer Beleidigung gestellt. sich eine Aufforderung, betreffend den Bau Düffeldorferstr. 12 in Wilmers: dorf. Der Kollege Heidemann schreibt unter andern:" Es fei noch bemerkt, daß dort ein Kollege namens Franz Süner arbeitet, welcher sich Sanssouci seiner unrichtigen Handlungsweise bewußt war; um aber mit seiner Orga nisation nicht in Konflikt zu kommen, meldete sich selbiger am Sonnabend, den 4. Mai, vom Verband der Bauarbeiter ab und ließ sich in der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend aufnehmen." Jeden Sonntag. Montag und Donnerstag: Hoffmanns Dazu muß ich bemerken, daß dieser Abfaz der Wahrheit vollständig Nordd. Sänger. widerspricht. Hätte der Kollege Heidemann, wie es seine Pflicht war, erst nähere Erfundigungen eingezogen oder in unfremt Bureau, nachdem nochmal angefragt, so wäre das vermieden worden. Der Kollege Franz Hüner hat sich zwar bei uns gemeldet, ist aber zurückgewiesen worden. Da der Abs. 2 den Glauben erwecken könnte, daß der genannte Bau von Kollegen unsrer Seite besezt ist, so möchte ich noch bemerken, daß dort 10 Kollegen von der Central Dies zur Steuer Richtung und drei Kollegen unsrer Richtung arbeiten. 31/4 der Wahrheit. Die Lohnkommission Apollo- Theater. der Freien Vereinigung der Bauarbeiter. Donnerstag, den 9. Mai: Jubiläums- Vorstellung. Zum 250. Male: Frau Luna mit dem berühmten Luftballett Grigolatis. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Lage: Die W. Noacks Theater. Geisha. Anfang 8 Uhr. Brunnenstraße 16. Thalia Theater geben Sonntag, Dienstag und Letztes Gastspiel des Friedrich Wilhelmstädt. Theaters. Zum legtenmale: Donnerstag: Theater- Vorstellung. O, diese Weiber! Die Fledermaus., diese Eisenstein- Herr Streitmann, Rosa: linde Frl. Reichsberg. Freitag: Ensemble Gaftipiel des Central Theaters: Die schöne Helena. Selena: Fri. Marie Ottmann aus Wien a. G. Paris: Herr Kunstadt. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. In den 5 Riesenbögen: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Im 6. und 7. Bogen: TheaterAbteilung ,, Die Bohème" ( Künstler- Variété). Schwant in 3 Aften von Gerner. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Reichshallen Stettiner Sänger. Eine Hochzeit in de Müllerstraße. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. J. A.: Oskar Böttcher. Bilanz- Conto am 31. Dez. 1900. Activa: An Materialien- Conto. Passiva: 6871 52||| Per Conto- Corrent- Conto, Creditoren Darlehn- Conto. Geschäftsanteil: Conto . 13 483 60 " Utensilien- Conto 2164 45 " Kassa- Conto 353 63 1960.90 11079 32 " " Wechsel- Conto 240 " " Conto Corrent- Conto ( Debitoren). 3854 " der Mitglieder. Gewinn- und Verlust: Conto, Reingewinn 300, 143 38 20. 113 483 60 An Unfoften- Conto Lohn- Conto . 9 12159 69 Per Materialien- Conto 12 425 82 " " Zinsen Conto 229 10 " Utensilien- Conto, Abschreibung Reingewinn. 240 50 143 38 " M. 115 198 49 Gewinn- und Verlust- Conto am 31. Dezember 1900. Debet: Credit: Stets wechselndes Programm. Nach jeder Vorstellung: Tanzkränzchen Wochentags Vereinsbillets gültig. Tanz frei. Für die Sommersaison, während welcher die Vorstellungen täglich An Garten stattfinden, sind noch Sonnabende für Vereine frei. Künliche Bähne ohne Wurzel: Entfernung! Garantiert schmerzlos! Zahn- u. Wurzeloperat., Plomben etc. F.BALZER'S OPTIMUM ist das einzige Kopfwaschwasser welches alle in den handel gebrachten Mittel für Kopfnery& Haarpflege übertrifft Jn jedem Drogen& Friseurgeschäft kauflich Brillanten ( lose u. gefaßt), Pfandscheine gegen sofortige Cassa sucht Grünberg, Rosenthalerstr. 11/12. I. Fernspr. Herren- Anzüge + Langjährige Garantie. u. Baletots, eleg. 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Forderungen. 607,67 2484,10 28,25 " " Alle Wanzen sterben sofort nebst Brut durch Tischler- Verein zu Berlin. meinen Wanzentob. Ft. 0,50 1 Herrenpartie u. M. werden durch mein Pulver vollständig Schwaben, Russen, Flöhe 2c. vernichtet. Schtt. 30 Pf.. 60 Pf., 1 M. am Sonntag, den 12. Mai. Abfahrt: früh 7 Uhr vom Schlesischen Bahnhof bis Erkner. 1000 Mart Belohnung Möbel- u. Polsterwaren- Fabrik Refervefonds- Conto... 140-1000 Mark Belohnung " n. 10. " Kassabestand Gewinn- u. Verlust- Conto 2356,18 Mt. 3992,10 Eventl. Gläubiger fordern wir auf, sich bei uns zu melden, Berlin, im März 1901 Die Liquidatoren: Hanke. Krümmel. 1201b zahle demjenigen, der mir einen NichtM. 3992,10 erfolg nachweist. Zahlreiche An erfennungen. Nur allein echt bei Hugo Barth, Droguerie, Brunnenstr. 18, Ede Veteranenstr. 16.3iehung 4. Klaffe 204. Kgl. Preuß.Lotterie.| 437 563 701 44 839 58 977 114106 33 74 560 84 767 Stehung von 8. Mai 1901, vormittags. Nur die Gewinne über 236 Mt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 4 48 58 165[ 10001 236 373 408 77 516 42 727 31 54 861 101 59 84 335 437 78 541[ 3000] 605[ 3000] 714 881 958 S1 2037 323[ 500] 663 825 931 3103 28 231 316 454 70 551[ 1000] 681[ 500] 756 943 4450 566[ 500] 611 71 963 5271 95 433 535 64[ 1000] 913[ 3000] 64 84 86 6075 126 217[ 1000] 36 352[ 1000] 453 83 531 35 728 917 7157 1500] 783 96 876 974 8072 154 606 817 9348 497 552 649[ 1000] 762 860 981 10045 106 36 58 98 99 301 12 444 937 11091 93 256 581 758 62 90 862 99 923 44 12015 121 34 246 432 56 540 633 77 95 727 44 74 13016 30 52 586[ 1000] 625 41 898 919 52 14214 16 23 68 489 804[ 3000] 62[ 3000] 71 15023 156[ 3000] 78 209[ 3000) 66 665 710 874 961 $ 8 16042 112 35 327 677 726 942 61 17023 148 71 201 47 57 420 67 680 838 18201 83 333 86 89 453 66 606 36 74 15001 797 941 53 70 82 19029 222 87 384 596 666 783 $ 75 934 20195 96 376[ 1000] 618 876 85 21254 456 573 ( 3000] 628 734 868[ 1000] 900 50 94 22110 27 353 54 532 692[ 5001 806 41 50 23062 470 507 84 652 925 24116 28 45 277 78 321 400 787 845 25058 198 233 561 619 765 830 56 901 26289 336 410 64 534 619 92 905 26 27016 31 37 67 211 331 430 532 607 29 828 28029 820 284 304( 1000) 96 507 130001 96 663 83 844 29092 135 337 1500] 456 554 607 38[ 3000] 80 888 978[ 1000] 30077[ 1000] 132 79 228 80 370 730 809 31093 123 30 314 441 91 547 99 697 836 986 98 32277 301 486 559 744[ 1000] 82 878 33049 138 24S C12 498 514 80 690 110 0001 738 873 990 34040 78 177 215 63 301 22 433 573 81 703 17( 500] 825 35086 176 351 54 414 54 60 515 681 785 807 75 79 36196 99 240 441 540 783 940 37256 38220 80 445 67 658 785 861 921 84 39071 222 76 335 428 39 72 652 926 40350( 1000] 483 96 533 85 683 829 72[ 3000] 917 41047 316-46 451 93 625 780 806 68 42048 108 97 473 533 67 630 84 804 56 43240 439 560 688[ 1000] 815 44446 850 45028 67 106 40 54 97 209 23 344 739[ 3000] 41 807 54 89 938 46098 114 21 229 453 54 700 806 916 47044 86 167 215 87 491 658 701 16 824 914 60 48220 52 339 82 527 718 68 802 34 76 944 93 49009 79 161 275 78 453 80 541 703 22 42 851 81 50027 30 57 184 293 329 32 48 54 499 792 935 1084 168 279 718 950 52158 218 364 481 702 7 55 99 201 986 53203 82 465 536 606 68 81 879 909 76 54157 220 316 421 31 69 587 629 55117 202 23 27 38 475 $ 22 80 683 784 884 946 56085 100 230 73 94 338 55 81 419 608 770 901 57052 144 65 201 55 57 527[ 1000] 67 627 43 56 875 58048[ 1000] 287 92 97 392 475,608 59046 193 284 300 43 95 537 603 60050 239 99 563 717 43 76 61004 29 264 317[ 500] 413 71 544 915 87 62020 24 90 94 104 424 598[ 500] 307 63013 127 242 58 89 308 458[ 500] 682 783 804 5 35 42 64040 97 127 78( 500] 250 376 619 884[ 500] 902 42 65104 235 414 65 866[ 10001 91 918 66062 69 102 30 35 281 315 639 719 67100 344 504 7 54[ 3000] 653 724 986 68011 92 270 350 51 71 405 51[ 500] 521 667 73 782 800 69014 559( 1000] 683 703 914 24 70037 121[ 1000] 315 71170 82 428 505 28 73 27[ 3000] 91 678 83 761 860 72046 85 166 85 225 47 310 32 57 496 650 761 69 832 73081 342 72 418 24 658 721 67 870[ 500] 925 74047 58 98 202 36 411[ 1000] 743 58 93 906 91 75033 268 81 95 636 62 97 836 76090 416 88 646 815 77040 122 68 711 48 806 16[ 3000] 78023 75 160 95 252 81 532[ 3000] 94 677 852 79047 106 10 60 342 453 835 80075 149[ 3000] 65 325 82 403 14 642 721 69 81077 212 63[ 1000] 642 733 810 82026[ 500] 44 188 316[ 500] 421 550 635 869 73 915 49 83056 132 72 80 231 84 506[ 500] 660 79 90 759 903 84374 500 712 84 813 39 915 85042 58 212 307 689 744 71 846 946 68 86059 78 170 294 98 328 495 515 635 47 65 87300 24 417 55 631[ 500] 74 746 828 920 88358 616 725 985 89031 131 243 339 547 657[ 1000] 95 950 98 90139 265 472 558 790 900 91002 6 101 75 214 383 466 590 609 748 943 92168 98 487 803[ 500] 27 3000] 70 93150 87 333 56 88 643 67 727 812 990 94011 29 163 271 329 443 640 42 53 57 66 713 82 816 95096 101 54[ 500] 305 507 637 96 742 955 96075[ 1000] 95 211 29 380 470 585 762 834 84 978 97179 266 530 641 87 763 78 941 98158 68 433 41 04 96 563 760 875 921 58 99293 309 407 13 61 666 928 100124 98 482 502 621 29 99 711 101000 ( 5000) 90 140 271 413 48 55 602 45 897 103136 279 322 39 52 97 671 777 845 104399 603 58 78191 790 926 67 105511 624 51 54 807 106046 74 456 751 829 940 107079 202 313 432 654 842 71 949 89 08050 168 220 351 525 40 63 623 803 19 46 53 109237 68 83 355[ 1000] 432 663 110364 96[ 500] 401 5 557 610 58 80 810 55 11003 9 522 36 611 57 763 824 944 90 112197 234 423[ 3000] 563 663 74 835 113228 333 75 78[ 500] 83 Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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Schulz, Reichenbergerstr. 5, 14432* empfiehlt Einrichtungen von 250 bis 10 000 M. Anerkannt gediegene Arbeit, billige Preise, coulanteste Zahlungsbedingungen. 16. Ziehung 4. Klaffe 204. Kgl. Preuß.Lotterie. Biehung vom 8. Mai 1901, nachmittags. Nur die Gewinne über 236 Wt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. 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