Nr. 108. Abonnements- Bedingungen: W Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Bettungs. Preisliste für 1901 unter Mr. 7671.. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das Übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebuye beträgt für die fechsgespaltene Solonet. zeile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 ẞfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der& rpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die englischen Bergarbeiter und der Kohlenzoll. Freitag, den 10. Mai 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. 3 Michael unter dem Beifall der Mehrheit seiner Partei ironisch Es ist nun, wie schon früher erwähnt, der Zoll auch als aus, das durch diese Steuer angeblich an den Bettelstab ein Mittel bezeichnet worden, der Verschleuderung gebracht wird."" Ich muß gestehen," fügte er bitter hinzu, der Kohle an das Ausland- Feilbieten zu Schleuder,, es ist mir ziemlich schwer geworden, meine Geduld zu be- preisen auf dem Weltmarkt entgegenzuwirken. Principiell Wie wir in unfrer gestrigen Nummer bereits unter den wahren, als eine Deputation von Kohlengruben Besizern läßt sich gegen Maßregeln zur möglichsten KonserTekten Depeschen mitgeteilt, wird es zu einer allgemeinen nach der andern mir erklärte, ihre Industrie stehe so schlecht, bierung eines so wichtigen und vorläufig unersetzlichen Arbeitseinstellung nicht tommen. Die Konferenz der daß sie faum überhaupt noch Profite machten. Ich glaube, Naturschazes, wie es die Kohle ist, sicherlich nichts einwenden, Bergarbeiter des vereinigten Königreichs beschloß, den sie verfügen zur Zeit über ein sehr ergiebiges fleines Nest- es muß aber als sehr zweifelhaft bezeichnet werden, ob der Generalstreit borläufig nicht zu empfehlen, Gi, von dem sie die Abgabe von einem Schilling ganz gut Ausfuhrzoll hierzu geeignet ist. Sachkenner haben vielmehr sondern abzuwarten, ob 2ohn reduktionen eintreten.! decken können." die Ansicht ausgedrückt, und viele Erfahrungen sprechen für Um den Beschluß sachgemäß würdigen zu können, müssen Ein bißchen von dem Gefühl, das der Minister hier sie, daß der Zoll sich als ein Antrieb zur Herwir die genaueren Nachrichten abwarten, die uns seinen gegen seine Klassengenossen laut werden läßt, scheint auch bei stellung dessen herausstellen wird, was in England bollen Wortlaut geben. Es ist begreiflich, daß die Führer manchen Arbeitern den Bergarbeitern gegenüber obzuwalten. bisher nicht hat erzielt werden können, nämlich eines der Bergarbeiter die Verantwortung für eine so folgenschwere Man gönnt ihnen die Lohnverbesserungen, die sie in den Kohlenverkauf Synditats, das sich über kurz Sache, wie einen Generalstreit, nicht leicht nehmen, und aus letzten Jahren erzielt haben, fand aber die Zumutung ein oder lang für den Schilling Ausfuhrzoll durc) höhere Preise dem Folgenden wird man ersehen, daß sich in verschiedenen wenig start, dafür die Kosten einer Schlacht tragen zu sollen, im Inland bezahlt machen, an das Ausland aber um so Orten die Bergarbeiter selbst gegen ihn erklärten. Man welche die Bergarbeiter im Interesse der Profite der Gruben- viel billiger verkaufen werde. Zölle sind im besten Falle wird aber auch ersehen, daß der Kampf gegen die Steuer befizer zu schlagen unternahmen. sehr plumpe Mittel, Produktionsverhältnisse zu regeln. Gefür einen Teil der britischen Bergarbeiter eine berechtigte Den Bergarbeitern stellt sich die Sache nun freilich wöhnlich erzielen sie blos ein vorübergehendes Gleichgewicht Bewegung gegen eine Bedrohung ihrer Eristenzbedingungen anders dar. Sie befürchten, daß die Steuer die Ausfuhr um den Preis neuer und meist schlimmerer Störungen. Das ist, wobei noch hinzugefügt werden soll, daß grade die Berg- englischer Kohlen vermindert. In dem Maße aber, als die vernünftigste Mittel in folchem Falle ist vielmehr die direkte des Naturschazes, und arbeiter das stärkste kontingent der Gegner Ausfuhr zurückgehe, nehme des Angebot auf dem heimischen Nationalisierung des Kriegs gestellt hatten, der die neuen Steuern Markte zu. Das bedeute einen Preisfall, und bei jedem dafür sind die Bergarbeiter ohne weiteres zu haben sowie notwendig gemacht hat. Einer der ersten und entschiedensten Preisfall fielen erfahrungsgemäß zuerst die Arbeitslöhne. auch viele freihändlerische Gegner des Ausfuhrzolls. Gegner des Striegs in Südafrika war Thomas Burt, Soweit dies als Resultat der allgemeinen Marktlage geschehe, der Führer der Bergarbeiter von Northumber- wäre nichts darüber zu sagen, bezw. nur die gewöhnliche Politische Meberlicht. I and. Burt hat im Parlament unter Berufung auf die Gegenwehr gegen einseitige Abwälzung der Preisverluste auf de Berlin, den 9. Mai. Thatsache, daß er unzählige Male Dinge vertreten habe, die die Löhne den Unternehmern gegenüber am Plaze. Aber bei seinen Bergarbeitern unpopulär waren, die bestimmte gegen eine Verschlechterung des Kohlenmarktes durch das Ausgestaltung der Gewerbegerichte. Erklärung abgegeben, daß es nicht die Unpopularität Mittel einer Steuer seien außergewöhnliche Kampfmittel am Auf der Tagesordnung des Reichstags stand am Donnerstag der Steuer bei seinen Wählern, sondern die feste le ber- Blaze, und ein wirksameres Mittel als den Streit, um den die zweite Lesung der Anträge, die von socialdemokratischer und zeugung von ihrer Schädlichkeit sei, die ihn zu Minister zur Zurücknahme der Steuer zu bringen, stehe den ultramontaner Seite zum Gewerbegerichtsgesetz gestellt worden sind ihrem leidenschaftlichen Gegner mache. Arbeitern nicht zur Verfügung. Es handele sich nicht um und die sich zu einer regelrechten Novelle zu jenem Gesez verdichtet Es war von Anbeginn zweifelhaft, ob es wirklich zu dem den Kampf für ein Privilegium, sondern um die Abwehr haben. Leider ist das, was die Kommission in langer Arbeit angedrohten Generalstreit der englischen Kohlengrubenarbeiter gegen eine Sonderbesteuerung. gewährt hat, nicht besonders gut geworden. Die Kommission gegen den Kohlenerportzoll kommen werde. Wenigstens Um billig zu sein, muß man zugeben, daß diese Argu- hat eitel Stückwerk geliefert. Nur einige kleine Fortschritte sind hatten sich in einigen Grafschaften- Yorkshire, Derbyshire, mentierung nicht von vornherein falsch oder notwendigerweise gegenüber den bestehenden Zuständen zu verzeichnen. Aber das Nottinghamshire die Mehrheit der Kohlengrubenarbeiter zünstlerisch ist. Und unbestreitbar sind die Bergleute von Gegacer der bürgerlichen Socialreformer über das neueste Ei, das gegen den Streit erklärt, und wenn auch in den letzten beiden Durham im Recht, wenn sie der Steuer in ihrer Resolution fie gelegt haben, ist sehr unberechtigt. Grafschaften der Erklärung der Zusatz angefügt wurde, daß vorwerfen, daß sie die Beteiligten ungleich treffe" und in Unire Frattion hat in der Kommission nach Kräften verdie Abstimmenden jedenfalls loyal zu den Beschlüssen der das Gewerbe Verwirrung hineintrage. Sie trifft in erster fucht, wirkliche Reformen für die Arbeiterklasse durchzusetzen. Sie Mehrheit der Bergarbeiterkonferenz halten würden, so mußte Reihe Distrikte, die Exportkohle fördern, aber sie trifft diese fuhr mit diesen Bemühungen auch bei der heutigen Beratung im die Thatsache, daß eine nennenswerte Minderheit im sehr ungleich, und sie trifft in den einzelnen Revieren die Plemum fort. Aber die bürgerliche Kompromißler- Mehrheit, die sich Princip gegen den Generalausstand war, bei der verschiedenen Gruben sehr ungleich. von Jacobsfötter über Trimborn bis Röside Dessau Schlußentscheidung immerhin start ins Gewicht fallen. Die größte Kohlenausfuhr Großbritanniens hat das süd- erstrecte, war eine geschlossene Phalang, an der alle unsre VerAuch in Lancashire bestand eine starke Strömung gegen den liche Wales mit Manmouthshire, auf das 1897 fchon 46 Broz. befferungsanträge abprallten. Nach rechts zu splitterte sich von dem Generalausstand, wenngleich die Delegiertenkonferenz sich dort der Gesamtausfuhr tamen. Ihm folgen Northumberland und Mehrheitshaufen ein verlorener Boften ganz unverbesserlicher Industrienicht ausdrücklich gegen ihn erklärte, sondern die Entscheidung Durham und diesen die östlichen Reviere Schottlands. Süd- feudaler ab, der unter Herrn v. Kardorffs bewährter Führung das der allgemeinen Delegiertenkonferenz überlassen wollte. Die Wales führt zum großen Teil eine Stohle aus, die wegen ganze Gefeß ablehnte, weil es lediglich der Socialdemokratie bier genannten Grafschaften allein vertreten gegen 250000 Berg- ihrer Freiheit von Rauch fast ein Monopol auf dem Welt- die Thore öffne. Die gradezu drollige Art und Weise, in der Herr arbeiter. Ihnen stehen zwölf Reviere mit über 400 000 Sohlen- markt hat und namentlich für Kriegsschiffe von unschäßbarem v. Kardorff die bescheidensten Reförmchen als eitel Revolutionswert arbeitern gegenüber, die sich für den Ausstand ausgesprochen Wert ist. Hier ist am wenigsten ein Rückschlag auf den Preis denunzierte, bewies deutlich, daß Stumm würdige Nachfolge hinterhatten, und in den meisten dieser Reviere ivar die Stimmung zu befürchten, vielmehr wird hier wahrscheinlich der vom lassen hat. Zu dieser Nachfolge zählt auch der nationalallerdings eine sehr entschlossene. Minister in Aussicht gestellte Fall eintreten, daß das Ausland liberale Vertreter der westfälischen Grubenlords, Herr Hilb c. Unzweifelhaft war ein großer Teil des Publikums, und den Zoll trägt. Aber selbst wenn das nicht geschieht, ist der Gr brachte einen Antrag ein, dem selbst Herrn Trimborn das nicht mur des bürgerlichen, dem Ausstand feindlich gesinnt. Preis der Kohle ein so hoher, machen die Besizer der fraglichen Beuguis ausstellte, daß er alles wieder zu Schanden mache, was Ein großer Teil der Arbeiterschaft Englands stand der Gruben so enorme Profite, daß eine Verkürzung der Löhne die Kommission erreichen wollte, indem er die Entscheidung über Ausstandsbewegung kritisch ablehnend gegenüber. Diesen auf Grund der Steuer durch Rücksichten auf den Absatz nicht die Bedürfnisfrage bei der Errichtung Gewerbegerichten Empfindungen gaben letten Sonntag zwei am Der Antrag fo gerechtfertigt werden kann. Es wäre lediglich eine Abwälzung den höheren Verwaltungsbehörden zuschieben wollte. autorisierte Vertreter der organisierten Arbeiterschaft wie von den Schultern monopolistischer Kapitalisten auf die der Silba teilte das Schicksal unfrer Verbesserungsanträge. William Thorne und Pete Curran scharfen Arbeiter, und ein Ausstand gegen solchen Versuch würde Mit diesen machte es sich die Kompromißmehrheit recht bequem. Ausdruck. Thorne, der auf einer großen Demonstration natürlich Anspruch auf allgemeine Sympathie haben. Eine Sie ließ unsre Genossen 8ubeil, Stadthagen, Tuzauer, in Birmingham sprach, erklärte, die Bergarbeiter würden dritte Möglichkeit ist die, daß die Gruben den Preis der Kohle och und Moltenbuhr reden und lehnte dann die Anträge ab, durch einen Ausstand nur sich selbst tasteien, nicht herabseßen und lieber die Förderung einschränken, wenn ohne in einzelnen Fällen auch nur den Versuch einer Erörterung um die Grubenbesiber zu bereichern, und das Ausland den Aufschlag nicht zahlt. Dann könnte die oder Widerlegung zu machen. Ueberall siegte die Kommissions= Curran, der in Leicester auf einer Mai Versammlung sprach, Steuer zwar die Wirkung haben, Arbeiter brotlos zu machen, faffung. Und das Centrum, das die Führung der Mehrheit die zehntausend Teilnehmer zählte, warnte ebenfalls die Berg- aber sie braucht dies nicht, da Einschränkung der Förderung übernommen hatte, verschreibt bekanntlich den Arbeitern die Social arbeiter, fich nicht zum Werkzeug der Grubenbesitzer herzu- auch durch Verkürzung der Arbeitszeit, Einstellung der Extra- reformen in sehr homöopathischen Dosen. geben. Ein Generalstreit der Bergarbeiter würde das größte schichten 2c. möglich ist, und in dieser Form den Gruben- Statt die Gewerbegerichte obligatorisch zu machen, wird das Unheil bedeuten. Aehnliche Stimmen lagen aus den Industrie- befizern wiederholt von den Arbeitern selbst angeboten Obligatorium nur für Städte mit über 20 000 Einwohnern einbezirken von Lancashire, Yorkshire und andren Grafschaften worden ist. Andrerseits sind Einschränkungen der Produktion, geführt, das heißt, die Reform auf etwa 40 Orte beschränkt. Statt bor. Da ein allgemeiner Bergarbeiterstreit den Kohlenpreis um die Preise hochzuhalten, Manöver, die auch sonst vor die Zuständigkeit der Gewerbegerichte auszudehnen auf alle im in die Höhe schnellen und zahllose Fabriken stillsehen würde, kommen, ohne daß die Unternehmer sich durch die Rücksicht Bergbau, in der Land- und Forstwirtschaft, im Handel, im Verkehrstann man sich denken, daß die Arbeiter der Kohle ver- auf die etwa überschüssig werdenden Arbeiter von ihnen ab- dienst oder als Gesinde beschäftigten Berfonen, wird mit Ach und brauchenden Industrien ihm mit Befürchtungen aller Art ent- halten lassen. Wie man die Sache auch ansieht, liegen Krach den Gemeinden die Möglichkeit gewährt, durch Ortsstatut die gegensahen. Und diesen Befürchtungen stand nicht einmal, die Dinge in Wales so, daß die Arbeiter, wenn Streitigkeiten aus dem Gefind evertrage nicht länger vor das Forum wie sonst bei solchen Ausständen, als Ausgleich die Ueber- sie gegen die Steuer streikten, lediglich die Kastanien der Polizei sondern vor das der Gewerbegerichte zu bringen. Statt zeugung oder das Gefühl gegenüber, daß der Zweck des für die Unternehmer aus dem Feuer Holten. Nicht das Wahlrecht für die Arbeiter günstiger zu gestalten und den Frauen Streits ein guter sei. ganz so bestimmt kann dies von den Bergarbeitern in das attive und passive Wahlrecht zu geben, wird alles beim Alten Im Gegenteil. In weiten Kreisen der Bevölkerung, Durham und Northumberland und denen Ost- Schottlands ge- gelaffen, ja wird der tückische Versuch unternommen, im Interesse darunter auch ein namhafter Teil der Arbeiterschaft wurde sagt werden. Deren Kohle tonfurriert unter wesentlich un- ultramontaner Parteipolitit das Wahlsystem zu ändern. die Steuer bezw. der Zoll. den die Bergarbeiter bekämpfen, günstigeren Verhältnissen auf dem Weltmarkte, und zwar ist Dabei versuchte das Centrum noch modern zu schillern. Gleich für eine berechtigte, ja für eine gerechte Abgabe angesehen, die Rangordnung die, daß wenn, wie der liberale Erminister feinen Gesinnungsgenossen in der Schweiz hat es erkannt, daß unter ist er durchaus populär. Man kann es nicht begreifen, daß Asquith es wißig ausgedrückt hat, die blauschimmernde Walliser gewissen Voraussetzungen die Proportional wa h I seinen Intereine Abgabe von einem Schilling auf die ausgeführte Tonne Stohle die Aristokratin unter den Kohlen ist, die Hartkohle von effen dienen kann. Und deshalb hat es die fakultative Anwendung Kohlen den Absatz schädigen soll, da doch dieser Absatz durch Durham und Northumberland die Bourgeoiskohle, die wesent des Proportionalwahlsystems auf die Gewerbegerichtswahlen durchdie Preisaufschläge der lezten Jahre, die sich bis auf 7 Schilling lich weichere schottische Kohle aber die Proletarierin ist. Bei gefegt, um die sogenannten christlichen Arbeitervertreter in die Gedie Tonne und darüber beliefen, in keiner Weise geschädigt beiden zuletzt genannten Kohlen, und am meisten bei der werbegerichte hineinzubekommen. Städte, in denen socialdemokratische wurde. Das Publikum, Besigende und Arbeiter, fühlt sich schottischen Kohle, macht eine Preisdifferenz von einem Schilling Minoritäten vorhanden sind, werden natürlich nie daran denken, durch die Kohlenindustriellen ausgewuchert, und fein geringerer die Tonne in der That einen großen Unterschied auf dem Welt- nach dem Proportionalsystem die Gewerbegerichtswahlen vornehmen hat ihm die Beweise dafür geliefert, als der konservative markt aus, und oft entscheiden Preisdifferenzen von wenigen Pence zu lassen. Es var erquickend zu sehen, wie gut Genosse MoltenMinister Sir Michael Hicks- Beach. In der Parlamentssigung über den Abschluß großer Kontraktlieferungen, von denen die buhr es verstand, den ultramontanen Gesezesmachern die Maste bom 2. Mai rechnete der Schazkanzler den Kohlenmagnaten Arbeitsgelegenheit für Hunderte von Arbeitern abhängt. Man vom Gesicht zu reißen. vor, daß sie im Jahre 1900 auf ein Grundkapital von kann es daher den Schotten und den Leuten von Durham 110 Millionen Pfd. Sterl. einen Mehrprofit gegen und Northumberland nicht verdenken, wenn sie ihr Aeußerstes 1897 von nicht weniger als 34 Millionen Pfd. aufböten, das Zustandekommen des Ausfuhrzolls zu verStrl. gemacht haben. Das ist das Interesse", rief Sir hindern. Freitag wird die Beratung fortgefeßt. Außerdem steht die dritte Lesung des Diätenantrags auf der Tagesordning. Bor Schluß der Sigung fam der sächsische Bundes. bevollmächtigte Fischer ohne vorherige Ankündigung, deren Unterlassen sonst vom Bundesratstisch so gern unfren Genossen zum) Vorwurf gemacht wird, auf die Angaben zurück, die Genosse Sachse vor längerer Zeit über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in den staatlichen Bergwerken Sachsens gemacht hat. Dem Angegriffenen blieb nichts weiter übrig, als seine Erwiderung für einen späteren Termin anzukündigen. Der Aufstand in Barcelona. " nach einer Uebergangszeit zurüdzutreten gebenkt, weil p führen. " ,, Chriftliche" Arbeiter gegen den Brotwucher. Samburg wird uns berichtet: der In er auf ein ersprießliches Zusammenwirken mit seinem neuen Chef M.- Gladbach fand eine von Hirsch- Dunderfcher Seite einberufene wegen der Verschiedenheit der socialpolitischen Anschauungen nicht Boltsversammlung statt, in der der Pfarrer a. D. Kötschte aus rechnen zu können glaubt. Düsseldorf über die Getreidezölle referierte. Diese Versammlung Was die Socialpolitit anlangt, fann man daher war sehr stark von christlichen Arbeitern besucht, trotzdem sogar mit der Ergänzung des Staatsministeriums durchaus ein der General- Anzeiger" in M.- Gladbach die Aufnahme der Ververstanden sein. Die getroffene Wahl berechtigt auch zu ſammlungseinladung verweigert hatte. der Hoffnung, daß das Ministerium Bülow im ganzen In Anbetracht der gemischt zusammengefeßten Versammlung einen festen und entschlossenen socialpolitischen Kurs mit einer wurde das Bureau gebildet aus je einem Vorstandsmitglied der In Barcelona, der giveitgrößten Stadt Spaniens, die mehr entschieden gegen die Socialdemokratie gerichteten Tendenz Hirsch- Dunderschen Gewerkvereine und dem christlichen Gewerkschaftsals eine halbe Million Einwohner zählende Hauptstadt Kataloniens, verfolgen wird. fartell, sowie aus dem Vertrauensmann der socialdemokratischen Partei. tobt der Straßentampf. An der Erhebung der Bevölkerung Das Ministerium Bülow wird sich in seinem Verhalten gegen Der Referent hatte nach seinem Vortrag eine Resolution vorgegen die Behörden scheinen alle Schichten beteiligt zu sein, wenn die Socialdemokratie taum auf die Ratschläge der" Post" ein geschlagen, die unfren Genossen nicht scharf geung erschien. Man auch die Arbeiterschaft in dieser industriellen Stadt des Reiches mit fchwören laffen. Denn die Lojung lautet auch da: Nur teine inneren einigte sich schließlich auf folgende Resolution, welche gegen eine Die heutige öffentliche Voltsihren zahlreichen Fabriken zu diesen Straßenlämpfen das größte Kon- Krisen! 23ohl aber wird das centralverbändlerisch gestärkte Stimme angenommen wurde: tingent stellen mag. Die Ursache des Aufstands ist nach den ziemlich Ministerium feft und entschieden" jeden weiteren, irgendwie ernst versammlung protestiert auf das entschiedenste gegen die Bestrebungen tingent stellen mag. Die Ursache des Aufstands ist nach den ziemlich haften socialpolitischen Fortschritt ablehnen und so neue ent- der Agrarier und verlangt von den maßgebenden Instanzen die verworrenen Nachrichten nicht deutlich zu erkennen. Nach der einen täuschte und entrüftete Arbeiterscharen der Socialdemokratie zu- Ablehnung jeder Erhöhung der Getreidezölle. Diese Resolution verworrenen Nachrichten nicht deutlich zu erkennen. Nach der einen foLesart sollen anarchistische Elemente die Empörung geschürt soll dem Kaplan Hige, Vertreter des Wahlkreises, übergeben haben, während andrerseits der Agitation der kataloni Gefällt das Ministerium der Post" unfren Sieges werden." fchen Separatisten die Hauptschuld an der Erhebung zu- marsch wird es nicht hemmen! Socialpolitik in der hamburgischen Bürgerschaft. Auts geſchrieben wird. Wahrscheinlich haben beide Nichtungen fich in die Bojabowerye Diätenerklärung. Die Gettärung, die Graf Aufputschung geteilt. Daß die Arbeiter von dem Straßenaufstand Bosabowsky am Mittwoch über die angebliche Aeußerung von den Posadowskys Die Bürgerschaft hatte wieder einmal eine socialpolitische Posadowsky am Mittwoch über die angebliche Aeußerung von den eine Befferung ihrer Lage erhoffen, mag ebenso fehr an der Ver- Diäten und ben Keris abgab, ist im Reichstag allgemein fo auf Debattefrüher eine Seltenheit, nach dem Einzuge unseres Ge sterls rotting ber spanischen Berhärtiſſe und dem Glend der Arbeiter, wie gefaßt worden, als habe der Staatssekretär fie unumwunden in Ab- noffen Stolten ing Stathaug aber schon die vierte. Diesmal gab Anlaß ein antisemitischer Antrag, den Senat um eine Gesezesan dem noch geringen Einfluß des Socialismus liegen. Die Zeit, rede gestellt. wo die Butsche burch den geregelten Klaffenkampf der Arbeiter Aus dem nunmehr vorliegenden amtlichen Stenogramm geht vorlage zu ersuchen, wonach 1. die im hamburgischen Staatsüberwunden sein werden, ist für das politisch und social gleich aber hervor, daß sich Graf Bosadoweth so tompliziert ausbetriebe längere Zeit in Wochenlohn beschäftigten Arbeiter, zurückgebliebene Spanien noch nicht gekommen. Das für den Aufstand gedrückt hat, daß seine Erklärung durchaus teine bündige Mitteilung welche infolge eines förperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche ihrer förperlichen oder geistigen Kräfte zur Erfüllung ihrer Arbeitsin Barcelona den socialistischen Kreisen der Arbeiterschaft teine darstellen kann. Er sagte nämlich: berpflichten Ich halte es für außerordentlich bedauerlich, daß sich in der Pflichten dauernd unfähig werden, mit Pension in den Ruhestand Berantwortung gefällt, scheint uns aus der spanischen Korrespondenz Oeffentlichkeit immer mehr das Bestreben tundgiebt, auf Grund verfekt werden sollen, und wonach 2. den Witwen und Waisen der des Hamb. Korrespond." hervorzugehen, in der es mit Bezug auf unwürdiger Zwischenträgerei selbst die Träger der höchsten Gewalt im hamburgischen Staatsbetriebe längere Zeit ständig im Wochendie spanische Waifeier heißt: in die Debatte zu ziehen und auf solche Mitteilungen Belohn beschäftigt gewefenen Arbeitern die Pensionsberechtigung gegeben Das zeigte fich recht deutlich in dem großen anarchisti hauptungen zu begründen, die absolut unwahr und erfunden wird." Der Antisemit Jacobsen begründete, den Antrag turz, fchen Meeting zu Barcelona. Die Herrschaften nennen find( Burufe lints); und ich nehme hiermit diese Gelegenheit wahr, 30g denselben aber wieder zurück, als er erfuhr, daß der eine Borlage vorbereite. Eine unt fo wirtfich jezt, um nicht mit dem Anarchistengesetz in Konflikt zu kommen: zu erklären, daß namentlich die Gerichte, die eben von dem Herri aber unser Genoffe Stolten, Libertarios". Mit blutiger Jronie machten sie sich über Borredner angedeutet sind, unwahr sind und auf Erfindung be- famere Rede hielt dann mit reichem Material über die traurigen traurigen Lohndie socialistische waifeier lustig und protestierten ruhen.( Hört, hört! rechts. Widerspruch und Unruhe links.)" dagegen. Die Angriffe auf die Socialisten waren so heftig, daß Danach hat Graf Bofadowsky nicht die Mitteilungen der verhältnisse zahlreicher Arbeiter im hamburgischen Staatsbetriebe einer der Rebner fich zu dem Vorschlag verstieg, sie mit den Re- Zwischenträger, sondern die Behauptungen, die auf diese Mitteilungen aufwarten konnte. Im besonderen forderte er, daß in einem solchen volver in der Hand aufzusuchen. Die Beit, Feste zu feiern, hieß gegründet find, für„ absolut unwahr und erfunden" erklärt. Bei Pensionsgesez den Arbeitern ein Rechtsanspruch auf eingeräumt werden müsie. Besonders es, jei gekommen, wenn man durch Blutlachen wate, um zur Er folcher allgemeinen und dunklen Ausdrucksweise hat jeder das Recht, Pension Lösung" zu gelangen. Die Anarchistin Theresa Claramunt faßte die Richtigstellung" des Grafen Posabowsky für so belangslos oder gegen diefe letztere Forderung wandte fich der Senatskommissar, der jedoch ausdrücklich zugeben mußte, daß das das libertarische Credo in die viele und nichtssagenden Worte zu- fo zwingend zu halten, wie ihm beliebt. bom Genossen Stolten vorgetragene Bahlensantmen:„ Alles für alle!" Gs fet ein Generalftreit in Scene zu material über die Lohnverhältnisse der Staatssetzen, wobei das Blut in Strömen fließen miiffe." spill arbeiter richtig sei. Den traffeften Unternehmerstandpunkt Die Berantwortung für die Richtigkeit der anarchistischen Ausvertrat ein großer Spritfabrikant Peters, der deshalb gegen den führungen milffen wir natürlich dem betreffenden Korrespondenten überlassen, allein so viel scheint aus dieser Darstellung doch hervor- machen sich im Landtags- Wahlkreise Mülheim- Duisburg- Effent und im die Privatunternehmer gezwungen würden, die Löhne ihrer Arbeiter überlassen, allein so viel scheint aus diefer Darstellung doch hervor. Durch die Berufung des Abg. Möller zum Handesminister Antrag sprach, weil durch Arbeiterpensionen in den Staatsbetrieben zugehen, daß die spanischen Anarchisten die Socialisten ihrer fried- Reichstags- Wahlkreise Mülheim- Duisburg Erfagwahlen notwendig. aufzubessern. Den gleichen Standpunkt vertrat der Großreeder lichen Organisationsarbeit wegen anfeinden." Hinsichtlich der Landtagswahl fann allerdings eigentlich nur von einer 2örmann. Schließlich wurde auf Antrag der Antisemiten der Ueber die Zusammenftöße in Barcelona liegen folgende Tele- Ernennung die Rede sein. Gerade im genannten Streife tritt bie politische Wunsch ausgesprochen, der Senat möge balb einen entsprechenden isidandi hoid( Vergewaltigung durch das liberale Fabrikantentum bei öffentlicher Gesezentwurf der Bürgerschaft vorlegen. Madrid, 9. Mai. Gestern tam es in Barcelona wieder zu Stimmabgabe recht fraß in Erscheinung. Dominierten hier Ultramontane Gotha und die Getreidezölle. Staatsminister Hentig Ruhestörungen, das Militär griff in scharfer als Induſtriefeudale, würde es allerdings auch nicht anders sein, gab zu seiner von uns mitgeteilten Erklärung über die Stedung der Weise ein, biele Personen wurden getötet und verwundet. Obliberal" oder ultramontan, wer die wirtschaftliche Macht befizt, Wie es heißt, hat der dortige Generalfapitän Delgado um seine mißbraucht sie zu politischen Zwecken. Daß die Partei für Wahrheit Regierung von Sachsen- Coburg und Gotha zu der Getreibezofrage nähere bemerkenswerte Erläuterungen. Er führte u. a. aus: Nach der letzten Berufsstatistik gehören nur 30 Prozent Entlaffung gebeten und soll durch General Luque erlegt werden. und Recht" teine politische Gerechtigkeit will, zeigt fchon ihr Wider Nachrichten aus Bilbao zufolge herrscht auch im dortigen stand gegen eine Neueinteilung der Landtags- Wahltreise. unster Bevölkerung zur Landwirtschaft, dagegen minendiftritt große Erregung. Daß bei dem herrschenden Klassenwahlsystem im Industrie 57 Broz. zur Industrie und zum Handel. Die derfläche gebiete die wirtschaftlichen Machtfaktoren die Mandate des Landes betrage nur etwa die Hälfte der Gesamtfläche. Bur einfach erteilen, geht wohl am besten daraus Störnerfrucht werde davon wieder die Hälfte benut. das Centrum, das bei der 98er Wahl in den beiden ReichstagsDer Anbau von Roggen und Weizen komme am wenigsten wahltreifen Eisen und Mülheim- Duisburg im ersten Wahlin Betracht, da 50 Broz. mehr als für diese Früchte eine gange 50 roz. der abgegebenen gültigen Stimmen auf fich Benuhung für Safer und Gerste stattfinde. Unter den 29 458 Madrib, 9. Mai. Barcelona ist militärisch be- vereinigte, nämlich 51 174 bon 102 866 Stiminen, trobem, wegen landwirtschaftlichen Betrieben des Herzogtums befinden sich 15 213 fett. Die dortigen Truppen bestehen aus zehn Bataillonen, zehn vollständiger Aussichtslosigkeit, auf das Eintreten in unter 1 Heftar und 8056 von 1-5 hektar, so daß nahezu fe Schwadronen, acht Batterien, zusammen sech& tausend Mann. den Landtagswahlkampf verzichtete. Das Landtagsmandat für 80 Proz. aller landwirtschaftlichen Betriebe an einer Er: Ein Teil der Befagungen von Gerona und Lerida wurde herangezogen. ben Streis Effent Mülheim Duisburg werden die Schlotbarone höhung der Getreidezölle gar nicht interessiert sind." Die Streitkräfte sind in drei Truppenkörper verteilt unter Befehl der auch diesmal wieder ungestört verschenken an den würdigsten Troy dieser Thatsachen fam aber der Staatsminister Hentig Generale Soler, Borbon und Lopez. Zur rascheren Verbindung mit der Scharfmacher. nicht zu dem Schluß, daß die Kornzölle herabgesezt werden müssen, dem Generalfapitän von Barcelona will Kriegsminister Weyler einen Anders verhält es sich mit der Reichstags- Erfahwahl diretten Draht zwischen seinem Ministerium und dem Barcelostaer im Kreise Mühlheim- Duisburg. Die bis dahin sichere Hochburg der sondern daß sie erhöht werden sollen, nur nicht- fühlbar". in Die bis dahin sichere der Gotha, 9. Mai. Der Landtag hat mit großer Mehrheit Sapitanat spannen lassen. Die Aufrührer sollen standrecht- Rationalliberalen wäre jedenfalls schon bei der vorigen Wahl dem lich gerichtet werden. Alle ausländischen Anarchisten Centrum anbeini gefallen, wenn der Dortmunder Centrumshäuptling einen Antrag auf Einführung des geheimen direkten werden über die Grenze geschafft. Soviel man vernimmt, find viele nicht bei der vorigen Wahl einen Genieftreich vollführte. Ilm nämlich der Wahlrechts zum Landtag unter Benutzung amtlicher Couverts Tote und Verwundete bei den legten gusammenstößen auf Socialdemokratie den Dortmumber Streis zu entreißen, schloß der und von Isolierräumen angenommen. dem Plaze geblieben. Ueber fünfhundert Personen Centrumsführer Lenfing mit den Nationalliberalen ein Stompromiß. thil pireDer Verantwortliche. nrben verhaftet, etwa 30 wutben auf das Panzerschiff bahingehend, daß das Centrum bei einer Stichwahl zwischen dem " Belayo" geschafft. In den Straßen Barcelonas erschaft vielfach Nationalliberalen und dem Socialdemokraten für ersteren eintreten Es wird uns geschrieben: Wie jezt die Marineverwaltung be Der Ruf: Nieder mit Spanien!" Die Regierung ist ent- mußte, wofür dem Centrum Stonzeffionen für die Stadtverordneten- tannt giebt, ist das von ihr reffortierende Feuerschiff schlossen, diesen separatistischen Anlauf mit aller Energie Tahm zu legen. Die Drahtverbindung mit Katalonien Adlergrund" 1300 Meter von seinem Standort entfernt verankert gewesen, und zwar weil im letzten Winter durch Eismassen die an ist ganz unterbrochen, was zu den unheimlichsten Gerüchten Stelle des Feuerschiffs während des Winters beranferte Boje um jene Distanz vertrieben ist. Anlaß giebt. ( Boff. 8tg.") iene Distanz vertrieben ist. gramme bor: Sämtliche abriten und 28 ertstätten in Barcelona haben die Arbeit eingestellt, und zwar meist unfreiwillig. Truppen bewachen die großen abriten, um Unruhen vorzubeugen. Der telegraphische Verkehr mit Madrid ist von den Behörden untersagt worden. Deutsches Reich. Erfahwahlen im Kreise Mülheim- Duisburg- Effen. Man schreibt uns aus Essen: wahlen und sonstige Sugeständnisie gemacht wurden. Die Erregung über diesen centrimischen Streich, durch den die Vollsmänner" des Centrums die Arbeiter in aller Deffentlichkeit an Sas Scharfmachertum verriet, war ungeheuer. Die Folge des Lenfingschen Kuhhandels war nicht nur, daß der nationalliberale Hilbek in Dortmund gewählt wurde, die Nationalliseralen eroberten auch die Mandate im Kreise Bochum, Hamm- Soest und MülheimDuisburg. Obwohl dies legtere häufig vorkommt, glauben wir doch noch nicht, daß das Feuerschiff ohne genaue Nachprüfung feines Standorts falsch verankert worden ist. Selbstverständlich kann die Strandung des Panzers mur daint eine Folge jener falschen Verankerung sein, wenn das Feuerschiff um 1300 Meter weiter sfidlich( den Adlergrund aufwärts) Reichstags- Wertagung. Am Donnerstagnachmittag wurde Der Zusammenhang zwischen dem Lambertschen Geniestreich der Seniorentonbent bes Reichstag zusammenberufen, und dem Ausfall der Stichwahl in den genannten Streifen läßt sich gelegen hat. Das wäre aber schon durch einfaches Loten verhindert um die Mitteilung zu erhalten, baß ber Bundesrat die Vertagung nicht unschwer aus folgenden Zahlen erkennen. Das Wahlergebnis worden. Ist es aber richtig, daß ein von deutschen Marinebes Neichstage bis zum 26. November beschloffeit und belm war folgendes: flag bearingt hat. But on portaber be that and she was flander Centrum| Rationalt. Neichstag Der Seniorentonvent hat auf Vorschlag des Präsidenten beWahlkreis Haupt- Stich- Haupt- Stich wahl: wahl wahl wabl 30 029 39 609 81 623 46 836 10 308 13 350 6 806 14 563 Socialdem. Hauptwahl 22 379 4 8021 Soc. ( 8 667( it.Frf. 13 327 Ant. 18 327 Int. schloffen, noch vor der Vertagung die Gefeßentwirfe betreffend Gewerbegerichte und Anwesenheitsgelder zu er- Bochum lebigen; ebenso soll das Handelsvertrags- Abtommen Samm- Soest mit England und der Mepublit aiti zur Verabschiebung ge21 071 27 831 19 904 29 476 langen. Schließlich nuß noch die Branntweinsteuer- or- ülheim- Duisburg.21 071 27 831 19 904 29 476 Iage erledigt werden, da das Gefes ant 1. Oktober ábläuft. Es Es betrug das Plus bei der Stichwahl gegenüber der Hauptwird, da die Kommissionsarbeit noch nicht weit genug vorgeschritten wahl: ist, auf dem Wege der Verlängerung des bestehenden Wahlfreis Gesetzes auf ein Jahr Abhilfe geschaffen werden. sure mod Alle andren nicht erledigten Gesezentuiefe, Anträge uftv. bleibender Bochuntsorry in ihrem jegigen Stadium bis zum Wiederzufammentritt besno Hamm- Soest 0190 190 30 12opard bijak Mülheim- Duisburg Reichstags erhalten. Centrum Nationall. 957115213 3042 Indo 7757 6760 9 572 behörden ausgelegtes Feuerschiff falsch verankert gewesen ist, fo muß gegen den Verantwortlichen Antlage wegen fahrlüffiger Tötung erhoben werden; denn bekanntlich hat in folge der Strandung des Panzers ein Heizer fein Leben eingebüßt. Es ist als ein halbes Wunder zu betrachten, daß nicht der ganze Panzer mit einigen hundert Mann sofort gesunken ist. Die neue Version über die Ursache der Strandung ist, weit ents fernt die Behörden zu entlasten, schlimmer als die Annahme eines " Versegelns" durch das Kommando an Bord des Panzers. So lange die Behörde gegen den Kommandanten des Feuerschiffs nicht Auflage erhebt, glauben wir und glaubt fein Seemann, daß das Leuchtschiff wirklich falsch verankert wat. Krach in der Judustrie. Die Darmstädter Bank scheint sich als Generalärztin für Die Vertagung findet am 14. Mai statt. dido ela de Für die kommende Nachwahl im Kreije Mülheim- Duisburg ist notleidende Juftitute aufthun zu wollen. Befamtlich steht sie hinter das Centrum guter Hoffnung. Die Centrumspresse weist bereits dem Sanierungsplan der Sant den Gesellschaften. Neuer Das neu gefickte Minifterium hat den vollen Beifall der darauf hin, das sich die Bevölkerungsziffer zu Gunsten der Katholiken dings hat aber der„ Krach" im eigentlichsten Sinne auf die Ins Post". Herr v. Podbielsti, der die Organisationen der Post- feit der 98er Wahl verschoben hat. Aber auch die Nationalliberalen bustrie übergegriffen; eine der größten Bergwerts- und Hütten wenn alle nationalen Elemente" Gesellschaften, die ihren Eig in Luxemburg hat, deren Papiere vor beamten ausgerottet hat, und err v. Hammerstein, der in hoffen den Kreis zu behaupten Lothringen sich an Dittaturparagraphen gebildet hat, sind ganz nach fest zusammenstehen gegen das Centrum. Die Regierungspartei ist sugsweise in Berlin gehandelt werden, Differdingen= Dannenbaum, hat die Zahlungen eingestellt und will dem dem Wunsch des Organs der Stunnjünger. Und Herr Woller jegt wieder antinational. wird also begrüßt: Wenn aber eine Bartet mit Aussicht auf bedeutenden Stimmen- Sonkursrichter durch einen Zwangsvergleich entgehen, den die DarmWenn der Herr Handelsminister an Entschiedenheit gutvachs in den Wahlkampf einziehen fan, dann ist es die Social- städter Bank begünstigt. Die Sache ist recht standalös, denn noch und stlarheit der focialpolitischen Auffaffung auch in etwas demokratie! Was die Arbeiter von einen Nationalliberalen zu er- Ende März d. J., also vor wenigen Monaten, ist an der Berliner hinter den Leitern des Centralberbands der warten haben, das haben sie an ihrem" Möller erfahren, und die Börse eine Anleihe von 8 Millionen Dart aufgelegt und zugelaffen deutschen Industriellen gurid steht, fo bat er doch Bronwucherpolitit des Centrums ist sicher auch nicht geeignet, mit worden, ebivohl selbst die Bosstiche Beitung" vor dieser Zulassung zum öfteren eine durchaus gesunde socialpolitische Liebeswerben dem Arbeiter zu nahen. Mit frischem Mut werden gewarnt hatte. Man sieht, daß die Einmischung der Zulassungsstelle Anschauung befundet, ibie fie bon einem mit den unfre Genossen in den Stampf einziehen. Unfre Parole lautet: an der Börse von geringer Bedeutung ist, wenni ste selbst Emissionen, Verhältnissen und Bedürfnissen unsrer Industrie prattisch bekannten Wider den Brotwucher, gegen Arbeitertuebelung und wirtschaftliche vor deiten jogar die Presse warnen muß. nicht zu hindern weiß. Den Aktionären des Werts wird zugemutet auf zwei Dritt. Mann auch nicht anders zu erwarten war, und diese seine An- Ausbeutung. teile ihres Kapitals zu verzichten und außerdem 5 Proz. bar ein schauung auch gelegentlich der Arbeitswilligenborlage( d. h. Suchthausgesek!) bethätigt, in der er im Gegen Verstaatlichung von Ruhrkohlengechen. Zu den Erwerbungen Buzablen. Den Gläubigern folien 20 Proz. ihrer Forderungen fa au feinen Frattions genoffen Baffermann bes Bergfistus im Ruhrbeziet erfährt der Bochumer Angeiger", daß in bar, 30 Pro in Schuldverschreibungen und 50 Proz. in Vorund seiner Gefolgschaft einen berechtigten stern ertannte. es sich um ausgedehnte, fehr günstig gelegene Grubenfelder handelt, angsaktien bezahlt werden. Auf diese Weise fallen 12 Millionen Die Bedenken, welche aus dem Beitritt Herrn Möllers zu den die vom Dortmund- Emistanal sowie von den Flüffen Lippe und Mark unter den Tisch. Berlepich'schen socialpolitischen Reformberein Stever durchflossen und von givei Eisenbahnlinien berührt werden, hergeleitet sind, obwohl Herr Möller in demselben sicher mehr so daß der Versand sowohl per Gisenbahn als auch auf dem Der Ankauf jei fo geheimnisvoll bremsend als treibend zu wirken gedachte, steht die jetzt wohl Wafferwege erfolgen tann. fichere Thatsache gegenüber, daß der Unterstaatssetretär in dem betrieben worden, daß selbst bie Befiger der Grubenfelber nicht er Handelsministerium, Herr 2ohmann, einer der entschiedensten führen, wer der Käufer fel. Die bisherigen Bohrungen zeitigten sehr und überzeugtesten Anhänger der Berlepfch'schen Socialpolitit, günstige Resultate. Ausland. Oestreich Ungarn. Straßendemonftrationen von Arbeitslofen fanden tech einem Telegramm aus Lemberg in Przemist statt. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Demonstranten. England. der Parlamentarisches. betreffend, die ohne ihre Schuld nach 15 jähriger ununterbrochener Dienstzeit gekündigt werden, mit 8 gegen 4 Stimmen aufrecht erDie Toleranz- Kommiffion nahm in der Donnerstagfizung halten worden. Der§ 9 dagegen ist mit 10 gegen 2 Stimmen in durch Schlußabstimmung die erste Hälfte des Gesezentwurfs, welcher der vom Magistrat vorgeschlagenen Fassung gutgeheißen worden, die Religionsfreiheit der einzelnen Reichsangehörigen betrifft, mit wonach eine Kürzung des Nuhegeldes erst eintreten soll, wenn und allen gegen drei Stimmen in folgender Fassung an: soweit die Unfallrente mit den anderweiten Bezügen zusammen be- t Die soeben erfolgte Nachwahl in Monmouth ist nicht mur für die allgemeine Situation in England, sondern auch für die Bewegung gegen den Kohlenzoll von Interesse. Die Grafschaft Monmouth gehört politisch zum engeren Staatsverband England, in dustriell und auch ethnographisch schließt sie sich jedoch an Wales an. Südwales und Monmouth bilden ein großes Stohlenrevier mit ge§ 1. Jedem Reichsangehörigen steht innerhalb des Reichs- den vollen Durchschnitts- Arbeitsverdienst übersteigt, während eine meinsamen Interessen. Die Häfen von Monmouth, vor allem das gebiets volle Freiheit des religiösen Betenntnisses, vor Eintritt in den städtischen Dienst erworbene Unfallrente gang außer rasch aufgeblühte Newport, leben von der Kohlenindustrie nnd der der Vereinigung zu Religionsgemeinschaften, sowie der gemeinsamen Betracht bleiben soll. Der weitergehende Antrag Heimann- Singer ist damit erledigt. Ueber die Ausschußverhandlungen referiert Kohlenausfuhr. In diesem Bezirk, d. h. in den Städten von Mon- häuslichen und öffentlichen Religionsübung zu. mouth, nun hatte die Nachwahl stattzufinden. 1892 und 1895 hatte Ausübung der Religionsfreiheit kein Abbruch geschehen. Den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten darf durch die Stadtv. Dinse. Ohne Distuffion werden die Ausschußvorschläge genehmigt. der Kreis Monmouth- Städte radital gewählt, bei der legten Mit 11 gegen 3 Stimmen ist in der Ausschußberatung der Bor Wahl( 1900) drang jedoch mit Cecil Rhodes §2. Für die Bestimmung des religiösen Bekennt freundete und im Jameson- Handel hervorgetretene Dr. Rutherford nisses, in welchem ein Kind erzogen werden soll, ist die entwurf aum Neubau des Sparkaffengebäudes Bereinbarung der Eltern maßgebend, welche jederzeit vor Harris als Konservativer mit 600 Stimmen Mehrheit gegen den oder nach Eingehung der Ehe getroffen werden kann. Die Ver in der Lintstraße 7/8 abgelehnt worden. Der Ausschuß hält bisherigen Vertreter durch. Seine Wahl wurde aber wegen eines Falles von Stimmentauf für ungültig erklärt, was für Harris auf einbarung ist auch nach dem Tode des einen oder beider Elternteile einen Anbau für genügend. Stadtv. Körte( Fraktion Mommsen) steht auf einem entgegensieben Jahre Ausschluß der Wiederwahl bedeutete, und nun fiel die au befolgen. § 2a. In Ermangelung einer Vereinbarung der Eltern gelten gefeßten Standpunkt. Der vorgelegte Bauplan müsse indessen vom Nachwahl gerade in die Zeit der Aufregung gegen den Kohlen für die Bestimmung des religiösen Bekenntnisses, soweit nicht nach- Magistrat ungearbeitet werden. Redner stellt einen entsprechenden ausfuhrzoll, der Monmouth in so große Mitleidenschaft zieht und von den Liberalen als Wahlparole in den Vordergrund gestellt wurde. folgend ein andres vorgeschrieben ist, die Vorschriften des Antrag. Daß trozdem der an Stelle von Harris aufgestellte Stonservative Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Sorge für die Person durchdrang, muß, wie sehr sonst auch die Niederlage des Radikalen des Kindes. zu bedauern ist, für den auch die organisierten Arbeiter eintraten, als ein Sieg des nationalen über das lokale Intereſſe betrachtet werden allerdings des mißleiteten nationalen Juteresses. Frankreich. Nach den Ergebnissen der Volkszählung werden bei den nächsten Kammerwahlen 5 Wahlbezirke je ein neues Mandat erhalten, während ein Wahlbezirk infolge Abnahme feiner Bevölkerung ein solches verliert. Die nächste Kammer wird daher 585 statt wie bisher 581 Abgeordnete zählen. Kartell gegen die Socialisten. Der Gaulois" tritt in Kartell gegen die Socialisten. Der Gaulois" tritt in einen Bereinigung zur Abwehr der Socialisten" überschriebenen Artikel dafir ein, daß bei den Kammerwahlen des nächsten Jahres Royalisten, Bonapartisten, Anhänger Mélines und Déroulèdes und Antisemiten Hand in Hand gehen und sich überall über die Aufstellung gemeinschaftlicher Kandidaten verständigen sollen. Es handle sich darum, Frankreich vor einer socialistischen Umwälzung zu bewahren. Die neue vierprozentige ruffische Anleihe beträgt den Blättern zufolge 425 Millionen. Edmund Rothschild begab sich am Mittwoch nach Petersburg behufs Unterzeichnung des Vertrags. Rußland. nur borStadtv. Borgmann( Soc.): Ich stimme aus voller Ueberzeugung für den Ausschußantrag. Zur Zeit, als wir das GrundSteht dem Vater oder der Mutter das Recht und die Pflicht, itüd kauften, ist uns von den Baufachverständigen gesagt für die Person des Kindes zu sorgen, neben einem dem Kinde be- worden, die Baulichkeiten befänden sich in vorzüglichem Zu stellten Vormund oder Pfleger zu, so geht bei einer Meinungsstande.( Bustimmung.) Die Sparkassen Verwaltung verlangt, daß verschiedenheit über die Bestimmung des religiösen Bekenntnisses, in vier 8Zahlstellen dort eingerichtet werden sollen. In Wirklichkeit welchem das Kind zu erziehen ist, die Meinung des Vaters oder der ist Bedarf dort vorläufig für zwei Bahlstellen handen; für das nächste Bedürfnis läßt sich also sehr Mutter vor. Das religiöse Bekenntnis des Kindes tann weder von dem Vor- wohl Raum schaffen. Sollte in 8ukunft größerer Raumbedarf eintreten, so ist die Möglichkeit gegeben, dort einen mund, noch von dem Pfleger geändert werden. § 2b. Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten darf ein Kind Neubau aufzuführen, ohne den Betrieb zu stören oder zu nicht zur Teilnahme an dem Religionsunterricht inhibieren. Der Ausschußantrag gelangt mit großer Mehrheit zur Annahnte, oder Gottesdienst einer andern Religionsgemeinschaft angehalten werden, als den in§ 2 und§ 2a getroffenen Bestimmungen womit der Antrag Körte hinfääig wire. entspricht. Die Bedingungen für die § 20. Nach beenbeten vierzehnten Lebensjahr steht dem Kinde die Entscheidung über sein religiöses Bekenntnis zu. § 3. Der Austritt aus einer Religionsgemeinshaft mit bürgerlicher Wirkung erfolgt durch ausdrüdliche Erklärung des Austretenden gegenüber der Religionsgemeinschaft. Die Erklärung ist an das Amtsgericht des Wohnortes abzu geben; das Amtsgericht hat die zuständige Behörde der Religionsgemeinschaft hiervon in Kenntnis zu sehen. Die Erklärung tann schriftlich. in öffentlich beglaubigter Form abgegeben werden. Ueber den Empfang der Erklärung ist eine Bescheinigung zu er teilen. Das Verfahren ist tosten und stempelfrei. Verpachtung des Ritterguts Diedersdorf hat der Ausschuß im Punkte der Lasten und Abgaben dahin präcisiert, daß solche in der gegenwärtigen Höhe von der Stadt getragen werden. Alle größeren Reparaturen an den Baulichkeiten übernimmt die Stadt für kleinere, deren Arbeitskosten 30 M. nicht übersteigen, liefert die Stadt, die Materialien außer Eisent. Die Versammlung stimmt ben Aenderungen zu und genehmigt die Verpachtung unter den vorgeschlagenen Modalitäten. Die Verlängerung des Mietsvertrags über das Amtslokal des Standesamts XIIa im Hause Alt Moabit 120 unter Erhöhung des Mietspreises von 2300 auf 2600 m. wird genehmigt. Die städtische § 4. Die Abgabe der Austrittserklärung bewirkt, daß die Ausgetretenen zu Leistungen, welche auf der Zugehörigkeit der Religionsgemeinschaft beruhen, nicht mehr verpflichtet werden. Frauen- Badeanstalt an der Leffing- Brilde Leistungen, welche kraft besonderen Rechtstitels auf bestimmten foll an dem Holsteiner Ufer zwischen Claudiusstraße und LessingGrundstücken haften oder doch von allen Grundstücken einer gewissen Brücke wieder errichtet werden. Die Mehrkosten für die Verlegung selasse in dem Bezirt ohne Unterschied des Besitzes zu entrichten im Betrage von 40 500 M. werden bewilligt. find, werden durch die Austrittserklärung nicht berührt. An den Eigentümer des Grundstücks Neue Stoß str. 12 foll Abfindung Auf Freitag ist noch eine Sigung zur Feststellung des Berichts anberaumt. Partet- Nachrichten. . Maffenberhaftungen. Aus ganz Rußland tommen jetzt Nach richten von Massenverhaftungen, die Ende April stattgefunden haben. Aber nicht nur Studenten und Arbeiter, sondern Professoren, Schrift steller, Beamte, Aerzte, Gutsbefizer, also Elemente, die nicht zu der ,, unreifen revolutionären Jugend gehören, sind hinter Schloß und Niegel gebracht worden. Auch der berühmte Schriffteller Maxim Gorky foll verhaftet sein. Bis jetzt wird uns über Verhaftungen berichtet aus Petersburg, Moskau, Kijew, Odessa, Warschau, Wilna, Nikolajew, Homel, Dwinst, Nischny, Nowgorod, Rostow a. D. In Peters burg sind, wie es sich jetzt herausstellt, einige siebzig Ver- gemeinschaft, der er nicht angehört, herangezogen werden, wenn § 4a. Niemand kann zu Leistungen an eine Religions als vollständige ige In PetersHaftungen vorgenommen worden. Fast die gesamte Redaktion nicht ein gemeinschaftlicher Genuß oder ein besonderer Rechtsvertrag wegen aller aus der Aufhöhung des Straßenförpers herzuleitenden der Beitschrift Schien" fist im Gefängnis. Unter den Ber besteht. hafteten befinden sich Prof. Mjatotin A. Mijatotiner, bie bekannten Ansprüche der Betrag von 21 000 m. gezahlt werden; die Bersamm Schriftsteller Boffe, Ritonoff, Mitlaschewsky Roditfcheff( Gutsbesizer), lung erflärt fich daniit einverstanden. Schluß/ 48 Uhr. Gebrüber Bernftam Garjuschin, Jermolajew, Kalmykowa Kusnezowa, Dawydowa( oder Dawydow).-In Rostow a/ D. find verhaftet: Drablin, Loferman, Wendt, Woskresensky, A. Samoilow, Sacharoff, Die Gewerbebeputation des Magistrats hat in ihrer legten Motschaloff, Wengeroff. In Homel: Die Studenten Smt. Bom focialdemokratischen Verein für Breslau und Um- Sigung die Zustimmung zu der von der hiesigen Schneider. Ginsburg, Alibanoff, A. Löwinsohn, der Buchhalter Agronit gegend geht uns nachfolgende Buſchrift zu: Innung beschlossenen Einbeziehung der ausgewerbeIn Dwinst: May Mazowver. Eine Ente segt die freifinnige Breslauer Beitung" in treibenden des Schneiderhandwerks zur 8 wangsinnung In Bloni( Gouvernement Minst) Gutsbesiger Adolf Osmolowskh. die Welt, indem sie mitteilt, daß für den ertrantten Genossen und den Beitrittszwang der bei den genannten HausgewerbeSo wütete das Barenregiment vor dem 1. Mai in Rußland! Auch Dr. Schoenlant socialdemokratischerseits bereits an einen treibenden beschäftigten Arbeiter zur Junungs- Krankenkasse, soweit wird berichtet, daß in den Städten zahlreiches Militär durch die Nachfolger im Reichstags- Mandat gedacht worden sei und die fie bis jetzt bei der Orts Krankenkasse versichert waren, Straßen marschierte, Kosaken die Straßen durchritten und es über Personen der Genossen Bernstein und Th. Meyner Berlin in Frage gegen zwei Stimmen abgelehnt. Die Innung hatte ihren Behaupt überall aussah, als ob man die Ankunft des Feindes erwartete. tamen. Lediglich, weil dieje Nachricht wahrscheinlich die Runde durch schluß hauptsächlich damit begründet, daß durch die zwangsweise Aber trotz all dieser Gewaltmaßregeln fanden in einer Reihe von die Presse machen dürfte, sei hier ausdrücklich festgestellt, daß Zuführung der Hausgewerbetreibenden zur Junung, die von diesen Städten Rußlands Maidemonstrationen statt. Da in einigen Orten bis jetzt in Breslau fich teine Partei Instanz mit dieser beschäftigten Lehrlinge eine bessere Ausbildung durch die Fachschule die Demonstration auf den Sonntag nach dem 1. Mai verlegt wurde, Frage, viel weniger mit einer Kandidatenfrage, beschäftigt der Junung erhalten würden. Dies scheint indes nur ein Scheinund da überhaupt die Nachrichten aus dem garischen Rußland nur hat. Im Gegenteil würden die Breslauer Genossen fich frenen, grind zu sein, da die Fachschule der Schneider- Inmung insgesamt auf Umivegen zu uns gelangen können, so ist es verständlich, daß wenn Genosse Schoenlant balbigft gefundete, um sein noch vor nur von 167 Lehrlingen, von denen noch dazu der größte Teil bei uns bis jetzt noch die Einzelheiten über diese Demonstrationen fehlen. furzem gegebenes Versprechen, hier in einer Versammlung zu reden, Sansgewerbetreibenden lernt, besucht wird. Eine verschwindend kleine So viel ist schon jetzt bekannt, daß es in einigen Orten, besonders einlösen zu lönnen. in Wilna, zu einem heftigen blutigen Zusammenstoß zwischen Sofaten und Arbeitern gekommen ist. und 50 Arbeiter. Türkei. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Zu zehu Mark Geldstrafe hat die Straffammer des Landgerichts Schweidnig zwei Genoffen verurteilt, weil fie Sonntags Flugblätter verbreitet haben. Ein Lehrer hatte sich durch das VerEin Peftfall mit tödlichem Ausgang wird aus Bagdad gebreiten der Flugblätter in seinen religiösen Gefühlen verlegt gefühlt. meldet. Es find umfassende Maßnahmen getroffen. Der Sanitätsrat ordnete die Errichtung von Lazaretten auf den von Bagdad tommenden Hauptstraßen an, in welchen Provenienzen aus Bagdad einer fünftägigenQuarantäne unterzogen werden sollen. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. 19. Sigung vom Donnerstag, den 9. Mai, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung mit der Mitteilung eines Schreibens des Oberbürgermeisters, worin die Stadtverordneten zur Beteiligung an der Feier der Enthüllung des Bismard Denimals am 8. Juni cr. eingeladen werden. Ueber die Festsetzung von Grundsägen für die Pensionierung und Reliktenversorgung der besoldeten Magistratsmitglieder Bahl, die darauf schließen läßt, daß der größte Teil der bei den Innungsmeistern beschäftigten Lehrlinge bisher die Fachschule nicht besuchte. Während die Stadtgemeinde Berlin jährlich ca. 2500 m. zur Unterhaltung der genannten Fachschule hergiebt, zahlt die Junung zu diesem Zweck nur 500 M. Ein großes Interesse für die Ausbildung der Lehrlinge durch die Fachschule ist also offenbar bei der Junung nicht vorhanden. So lange die Stadtgemeinde nicht durch Ortsstatut den obligatorischen Besuch der bestehenden bezw. neu zu er richtenden Fachschulen für alle Lehrlinge anordnet, dürfte übrigens in dieser Hinsicht auch bei andren Innungen taum eine wesentliche Befierung zu erivarten sein. Und so dürfte denn auch das treibende Motiv zu dem von der Gewerbedeputation verworfenen Beschluß der Schneider Innung darin zu erblicken sein, daß der Innungstaffe durch die Zuziehung der Hausgewerbetreibenden zur gwangsinnung Die Glafe Mittel zufließen sollen. Beschlagnahmung ber ausländischen Postfäcke. In Erwiderung auf die Protestnoten der Botschafter gegen die willkürliche Beschlagnahme ber am Sonntag eingetroffenen ausländischen Bostsäcke durch die türkische Poftverwaltung überfandte bie Pforte an die betreffenden Botschafter gestern abend eine Note, in welcher, wie versichert wird, g hat befchloffen, den Arbeitsbte forte den begangenen Gewaltalt unter Berufung auf das Recht, nach Kontrebande- Artiteln zu forschen, zu erklären sucht. Die Note nachweis der Innung in der bisherigen Weise, das heißt, behauptet, in den Postsäcken seien zahlreiche Lostbare Gegenstände, ohne den Gefellen beziehungsweise dem Gefellenausschuß eine Mitferner Revolver und die Türkei schädigende Schriftstücke gefunden wirkung in der Verwaltung des Arbeitsnachweises zu gestatten, worden. Die Postdirektoren werden der Einführung von Kontre- hat der Magiftrat gelegentlich der in geheimer Sigung erfolgten weiter bestehen zu lassen. Der Gesellenausschuß hingegen hat bebande- Artikeln zum Schaden der türkischen Zollverwaltung be- Verhandlung über die dereinstige Pensionierung des neuen schlossen, dem Beschlusse der Innung nicht zuzustimmen sondern schuldigt. Die Pforte beharrt schließlich dabei, zu den gegen Stadtschulrats Gerstenberg den Wunsch geäußert, mit der Ber- verlangte die Einrichtung eines paritätischen Arbeitsnachdie ausländischen Bostanstalten getroffenen Maßnahmen berechtigt fammlung in gemischter Deputation zu beraten. Auf Antrag weife 8. Infolgedeffen beantragte nunmehr die Junung, die zu sein. Singer ist die Angelegenheit auf die öffentliche Sizung ver- vom Gesellenausschuß verweigerte Zustimmung zu dem InmungsBulgarien. wiesen. Die Versammlung tritt heute ohne Debatte bem Magistrats- beschluß durch die Gewerbe- Deputation zu ergänzen. Der Be schluß der Deputation flet jedoch etwas anders aus. Er ging Dimitti Ponajelow Grefow, der Führer der Stambułowisten, antrag bet. Den Antrag des Magistrats auf Einfegung eines Schieds- dahin, daß das Megulativ für den Arbeitsnachweis der Glaser- Juung ift an einer Darmverschlingung gestorben. Grefoto, der ein Alter von 54 Jahren erreichte, hatte in Paris die Rechte studiert und sich gerichts über die von einem Unternehmer Mayer beim Neu- der Gewerbe Ordnung nicht entspree, weil es über als Advokat in Bulgarien niedergelassen. Nach der Befreiung bau des Martischen Museums gemachten Ansprüche hat die Mitwirkung des Gesellenausschuffes, die gesetzlich vorgeschrieben als Advokat in Bulgarien niedergelassen. Nach der Befreiung der niedergesezte Ausschuß mit 5 gegen 4 Stimmen zur Ablehnung fei, überhaupt teine Bestimmungen enthalte. Deshalb Bulgariens widmete er sich der Politik und wurde der Führer der Konservativen in der tonftitulerenden Versammlung. Unter den empfohlen, nachdem die Aufschlüsse der Bauverwaltung bewiesen haben, foll das Regulativ in diesem Sinne umgestaltet werden. Der Dirigent der Fachschule für Photographen hat Fürsten Alexander war er mehrmals Justizminister. Im Jahre 1890 daß diese Ansprüche ungerechtfertigt find; dem Unternehmer soll überlassen wurde er Winister des Auswärtigen, jedoch 1894 mit Stambulow bleiben, seine vermeintlichen Ansprilche auf gerichtlichem Wege geltend für diese Schule mit einer Privat- Versicherungsanstalt einen Haftpflicht Versicherungs Vertrag auf zehn Jahre abgeschloffent, gestürzt. 1899 wurde Grefow nach dent Sturz Stoilows mit der zu machen. Referent ist Stadtv. Wallach. ohne hierzu berechtigt zu fein. Die Deputation beschloß, die Ges Bildung des Ministeriums betraut. nehmigung dieses Vertrages zu verfagen, da die Stadtgemeinde für etwaige Saftpflichtschäden selbst auffomnien tönne. 21frika. Die Stadtverordneten ugo Sachs, Mommfen. Dinse ( N. L.), haberland( A. L.) und Esmann( Frattion Monunfen) Sprechen fich für eine schiedsgerichtliche Regelung der Sache aus, während Herr Stadtbaurat off ma nit und die Stadt verordneten Barth( a. 2.), Dupont( Soz.), Ladewig( n. 2.) und Tassel( a. 2.) für den Ausschußantrag eintreten. Der Ausschußantrag wird in namentlicher Abstimmung mit Auflösung antisemitischer Vereine in Algier. Durch eine Verfügung des Präfetten wurden im Hinblick auf Suheftörungen auf Straßen und lägen, die infolge einer Versammlung der antifemitischen Komitees und der Vereinigung der nationalifiifchen antisemitischen Jugend hervorgerufen wurden, diese Vereine aufgelöst. 61 gegant 58 Stimmen angenomment. Der Boeren Krieg. Gefecht in der Kapkolonie. Am Baviaanskloof Fluß tam es am 8. Mai zu einem Kampf zwischen dem Boeren kommando unter Scheepers und solonialtruppen. Ersteres wurde wiederum zurild geworfen. Der Eisenbahntelegraph ist bei Mortimer aufs neue Surgeschnitten worden und zwar nahe derselben Stelle wie füglich. Englische Verluste in April. Nach dem amtlichen Bericht betragen die Berlufte der Engländer in Südafrika für den Monat April an Toten, Verwundeten, Ge fangenen und Vermißten 3233 Manu, D Zwei Maurern, welche die hiesige Baugewerkschule, und einem Beichner, die die erste Handwerkerschule mit Erfolg besuchte, bewilligte der Deputation je 100 Mart, und einent Maschinenbauer, welcher als tichtiger chiler der technischen Hochschule zu Charlottenburg bezeichnet wurde, 200 W. aus der Heife fchen Stiftung zum 3vede des weiteren Befuches der genannten LehrDen auf Berantaffing des Stultusministeriums umgearbeiteten und jest um ca. 6000. teurer sich stellenden( Kostenanschlag anstalten. 95 840., früher 89 500 m.) Entwurf zi Neubau der Turnhalle Berliner Partei- Angelegenheiten. für das Gymnasium zum Grauen Stloster in der Neuen Frie2 1. Wat ist im Berliner Prater" ein Regenschirm zurückbrichstraße schlägt der niedergesezte Sonderausschuß aur Genehmigung vor in der Erwartung, daß die für Ablösung des Küster- gelaffen worden, der bei Wünsch, Schliemannste. 45, v 3 Tr., abends wohnungsrechts an die Kirchengemeinden von Nicolai und Marien zwifchen 7 und 8 Uhr, abgeholt werben fann. als Abfindung zu gewährendelt 22 857 M. vom Somnumitätsfonds des Gymnaflims zum Grauen Stloftet gezahlt werden. Der Ausschußantrag gelangt ohne Debatte zur Annahme. In der erneuten Ausschußberatung über die Magistratsvorlage vegen Bewilligung von Ruhegeld und Sinterbliebenen- Versorgung für die städtischen Arbeiter Nieder- Schönewveide. Sonnabend hält der socialdemokratische Wahlverein seine Mitgliederversammlung ab, zu welcher Gäste freundlichst eingeladen werden. Die Tagesordnung wird in der Versamm lung bekannt gegeben. Neinickendorf. Am Sonnabendabend 8 Uhr findet im Saale des Herrn chubert, Altes Dorf, Hauptstraße 32, eine Volts= ist der vom Magistrat beanstandete Beschluß zu§ 8, die Ge- versammlung statt. Genoffe gubeil referiert über„ Bilder währung des halben Ruhegeldes als Wartegeld an solche Arbeiter aus dent Reichstag". Zur Dedung der Unkosten Tellersammlung. Gewerkschaftliches. Sociales. Gerichts- Bettung. Berlin und Umgegend. Der Frage der Beseitigung der Nachtarbeit im Bäcker- Jm Militärbefreiungsprozeß zu Elberfels plädierten am Der Vertrag im Maurergewerbe. In der„ Einigkeit", dem gewerbe scheint man jetzt, wie eine hiesige Lokalkorrespondenz be- Dienstag und Mittwoch die Verteidiger auf Freisprechung der AnPublikationsorgan der lokalorganisierten Maurer, wird nunmehr in richtet, seitens der Regierung näher treten zu wollen. geklagten. Mittwochabend wurden die Verhandlungen auf Freitags Nachdem die Angeklagten heute noch Anbetracht der durch den Centralverband der Maurer geschaffenen Durch einen Regierungsrat aus dem Handelsministerium find in vormittag 9 Uhr vertagt. Lage, die Annahme des Arbeitsvertrags mit den Unternehmern im maßgebenden Bäckerkreisen Erkundigungen über Erfundigungen über die Wirkung das Wort erhalten haben, wird das Urteil gesprochen eventuellen Verbotes der Nachtarbeit auf das Ge- werden. Baugewerbe empfohlen. Das Blatt schreibt:" Ganz ausgeschlossen eines " Versammlungen. erscheint uns ein Versuch von unsrer Seite, den Vertrag nicht anzu- werbe sowie sonstige Gutachten nach dieser Richtung hin einnehmen und die Arbeitszettel, die mit Einwilligung des Verbands geholt worden, Die leitenden Personen der Berliner Bäder- Innung ausgegeben werden, nicht zu unterschreiben. Es würden dadurch nur" Concordia" befürworten schon seit langem die Abschaffung der Germania" unsre Organisationsmitglieder aus Arbeit gesezt werden. Die Durch- Nachtarbeit, während die Vorstandsmitglieder des In der Branchenversammlung der Bürsten- und Pinset= Man rechnet führung eines Ausstands, selbst mit Hilfe der Tapezierer, die ja Centralverbands sich meist ablehnend verhalten. macher am 27. April hielt Genosse Rosenow einen Vortrag über das konsumierende daß sich großmütig ihre Hilfe angeboten haben, wäre eine vollkommene Un- damit, Publikum entschieden ,, Bauer und Junker." Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Eine würde. dagegen sträuben möglichkeit." Doch geben auch die Gegner die Kontrolle usw. in den Bädereibetrieben sich bei Abschaffung der stimmig angenommen: Die Branchenversammlung der Bürsten- und eines diesbezüglichen Verbots zu, daß die Regelung der Arbeitszeit, längere Distuſſion entspann sich über den am 4. März 1900 festgelegten Lohntarif und wurde darauf folgende Resolution einNachtarbeit wesentlich vereinfachen würde. Das Resultat der vom Binselmacher des deutschen Holzarbeiter- Verbands beauftragt den stimmig angenommen: Die Branchenversammlung der Bürsten- und Ministerium angestellten Erhebungen, die bisher mehr privater Natur Binselmacher des deutschen Holzarbeiter- Verbands beauftragt den find, soll dann dem Bundesrat zu weiterer Beschlußfassung unter- Gesellenausschuß, die Innung zu veranlassen, daß der Tarif vollbreitet werden. ständig zur Geltung kommt. Sollte die Junung ihr Versprechen nicht halten, so werden wir uns demnächst weiter mit der Sache bes fchäftigen. Der Gesellenausschuß hat betreffs der Blindenanstalt die Forderungen der Innung abzulehnen. Achtung! Metallarbeiter. Die Firma Seifert in Dresden, welche am 2. Mai 160 Arbeiter ausgesperrt hat, sucht durch ihren Vertreter Wenzel, Ritterstr. 75, Arbeitswillige anzuwerben. Bir ersuchen jedoch alle Kollegen, den Zuzug fernzuhalten. fort. ir Der Streit bei der Firma Gebr. Nothmann in Rigdorf dauert Deutscher Metallarbeiter- Verband. Die Maurer in Französisch Buchholz befinden sich um die Erreichung eines Stundenlohns von 55 Bf. und zehnstündiger Arbeitszeit im Ausstand. Die Baugeschäfte von Barthauer und Schreiber sind gesperrt. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer. Deutsches Reich. Reine Streitbrecher nach Schweden! Seit einem halben Jahre sind die Arbeiter der Waggonfabrik in Arlöf bei Malmö( Schweden) ausgesperrt, nachdem erst der arbeiterfreundliche Fabrikant Ludwig Rössel durch Drangsalierungen bersuchte, die Löhne herabzusetzen. Der Konflikt umfaßt Eisen- und Metallarbeiter, Gießer, Holzarbeiter und Hilfsarbeiter, insgesamt 300 Mann, die Mitglieder ihrer Verbände sind. Jetzt hat der Fabrikant Rössel verschiedene Leute nach DeutschYand gesandt, um Streitbrecher zu werben, sogar nach Riga sind seine Handlanger gegangen. Zwei Streitbrecherfamilien sind schon aus Köln a. Rh. hier angelangt. Deshalb warnen wir die deutschen Arbeiter dringend vor Annahme einer Anstellung in der obengenannten Fabrik. Ein jeder, der dort Arbeit annimmt, wird als Streifbrecher gestempelt. Die Kommission der centralisierten Fachvereine in Malmö. Ein Telegramm, das soeben einläuft, teilt mit, daß gestern aus Deutschland 50 Streifbrecher angelangt sind. Wir bitten deshalb dringend, auf die Agenten des Herrn Rössel acht zu geben. Alle Partei- und Arbeiterblätter Deutschlands werden um Nachbrud gebeten. Am Ausstand der Hamburger Kupferschmiede find 200 Mann beteiligt. Mit Ausnahme einer Werkstatt ruht auf den Werften dieser Teil des Betriebs nahezu vollkommen. 23 Manu arbeiten zu den neuen Bedingungen, 30 haben sich dem Ausstand nicht angeschlossen. " Zur ,, Rechtsfähigkeit und Bewegungsfreiheit der Berufsvereine" nahm der Ausschuß der Gesellschaft für Sociale Steform" in seiner Sigung vom 4. Mai folgende Resolution an: Angesichts der großen wirtschaftlichen und socialpolitischen Bedeutung der Berufsvereine, des stetigen Anwachsens ihrer mit gliederzahl und ihres Vermögens, in Rüdsicht auf den unbefriedi- bersammlung ab. genden derzeitigen Rechtszustand sowohl in civilrechtlicher als öffentlichrechtlicher Beziehung erscheint ein Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Berufsvereine als Notwendigkeit und als ein Gebot der Gerechtigkeit. Der Verein der Tischler( Vertrauensmänner- Centralisation) hielt am 3. Mai im Freischüß", Fruchtstr. 86a, seine MitgliederHürtler berichtete über die Maifeier und Von 400 an die Aussperrungen seitens der Unternehmer. der Maifeier beteiligten Kollegen find bis jetzt 53 Ausgesperrte zu verzeichnen. Nachdem Hürtler die Namen der aussperrenden Firmen bekannt gegeben, entspann sich eine längere Disfuffion über In diesem Gesetze sind insbesondere auch die Voraussetzungen das fernere Berhalten den Unternehmern gegenüber. Allgemein sprach zu regeln, unter denen einem Berufsverein die Rechtsfähigkeit ver- man sich dafür aus, der ungünstigen Geschäftslage und großen liehen und entzogen werden kann. Arbeitslosigkeit wegen von einem Vorgehen gegen die Arbeit Gleichzeitig ist der§ 152 der Gewerbe- Ordnung dahin zu ergeber für diesmal Abstand zu nehmen. Die Gemaßregelten weitern, daß die dort erwähnten Verabredungen und Vereinigungen haben die Pflicht, am Montag, den 6. Mai, auf ihre Arbeitsstätte auch gestattet find, insoweit dieselben sich auf die Aufrecht zurückzukehren; sollten einige nicht wieder eingestellt werden, so erhaltung der bestehenden Arbeitsbedingungen richten oder bleibt das weitere der Vertrauensmänner- Bersammlung, welche am eine sonstige Einwirkung auf die Lohn 7. Mai stattfindet, überlassen. Betreffs der Unterstüßung für die drei Arbeitsverhältnisse bezweden, daß ferner diese Ver- Tage tam es zu lebhaften Auseinandersetzungen. Sämtliche Redner einigungen sowie die sonstigen zur Wahrnehmung von Berufs- find der Meinung, feine Unterstützung zu zahlen, um nicht dent intereffen gegründeten Vereine berechtigt find, Angelegenheiten, Wunsche der Arbeitgeber, durch die Aussperrungen die Stafsen leeren, Rechnung zu tragen. Da aber bereits die welche fich auf die allgemeine Verbesserung der zu 10 socialen und wirtschaftlichen Verhältnisse des andre Organisation die Unterstützung festgesetzt, Gewerbes, der Gewerbetreibenden, gewerblichen Gehilfen, Gesellen man nicht anders, sonst würde mit denselben Konsequenzen wie bei oder Fabrikarbeiter, insbesondere auch durch Aenderung der den Hallenser Maurern zu rechnen sein. Die Unterstützung wurde Gesetzgebung, beziehen, in den Bereich ihrer Thätigkeit zu auf 2 M. pro Tag festgelegt, und erhalten die Kollegen, welche für die drei Tage ziehen, ohne dadurch den landespolizeilichen Bestimmungen der vor dem ersten Mai arbeitslos waren, dieselbe Unterstüßung. Im weiteren beschäftigte sich die Versammlung Vereinsgesetze zu unterliegen. mit der Maßregelung eines Stollegen, welche anerkannt wurde. Die Auszahlungen finden in den Bureaustunden abends von 7-9 Uhr bei Franke, Pallisadenstr. 9, statt. und Hieran knüpfte fich eine ausgedehnte Diskussion über die politischen Rechte der Frauen; diese führte zur einstimmigen Annahme folgenden Beschlusses: tönne Das Gefecht bei Mukden dementiert. wird, nicht. Im Hinblick auf die dringende Notwendigkeit der Mitwirkung der Frauen an allen socialpolitischen Bestrebungen, beschließt der Ausschuß der Gesellschaft für Sociale Reform, eine Eingabe an den Bundesrat und Reichstag zu richten, in der der baldige Erlaß eines Reichs gefezes gefordert wird, das die Aus Petersburg wird gemeldet: Die in auswärtigen der Anteilnahme der Frauen an jenen Bestrebungen entgegen Blättern verbreitete Nachricht, daß die russischen Truppen bei Mutden Die Hamburger Werftarbeiter wollen in eine Lohnstehenden Landesgefeglichen Beschränkungen ber ein größeres Gefecht mit Chinesen gehabt hätten und hierbei Genera! bewegung eintreten. Sie haben in einer Versammlung folgende Vereins und Versammlungsgesezgebung aufhebt. Forderung festgesezt: 1. Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden. Als nächste Aufgabe, die der Ausschuß in den Bereich seiner Berpigli gefallen sei, bestätigt sich, wie von amtlicher Seite erklär 2. Ein Lohnzuschlag von 20 Proz. 3. Bei Accordarbeiten, bei Thätigkeit ziehen will, wird die Regelung der Verhält welchen ein fester Preis besteht, tritt eine Erhöhung nach Maßgabe nisse der Angestellten in Gast- und Schantwirts Zurückziehung englischer Truppen. der Lohnerhöhung ein. Der Zuschlag für Ueberstunden wird bei schaften, sowie später die Herabjegung des Marimal Aus Simla wird der„ Daily Mail" gemeldet: Eingeborene Accordarbeit von der Firma getragen. Für Ueberzeitarbeit wird Arbeitstages für Frauen und die Erhöhung des Truppen, welche in China an den Operationen teilnahmen, kehren gleich nach Beendigung der regelmäßigen Arbeit ein Zuschlag von Schußalters für Jugendliche bezeichnet, ferner das am 15. d. Mts. zurück. 50 Broz. bezahlt. Statt der übermäßigen Nachtarbeit Einzelner find Roalitionsrecht der Arbeiter. Letzte Meldungen. Tag und Nachtschichten einzurichten. Für Arbeitsuchende ist am Arbeitsnachweis ein Unterkunftsraum zu schaffen. Gleichzeitig Gegen die paritätischen Arbeitsnachweise, deren obligatorische New York, 9. Mai.( W. T. B.) Einer Meldung des Globe" zu wünschen die Arbeiter von seiten ihrer Organisation eine Vertretung Errichtung durch die Gemeinden der bekannte Antrag Röſide herbei folge hat der amerikanische Bevollmächtigte in China Rodhill im Arbeitsnachweis. Die Versammlung beauftragte den Vorstand, zuführen beabsichtigt, wendet sich eine Dentschrift der Hamburger gestern dem Staatsdepartement telegraphisch mitgeteilt, daß die obigen Entwurf den Arbeitgebern zu unterbreiten und um eine Handelskammer. Wenn sich die Industrie, so heißt es dort, gegen solche chinesische Regierung vorgeschlagen habe, es solle nicht nur die Unterhandlung nachzusuchen. Nachweise verwahre, so strebe sie keineswegs eine Machtstellung an, sondern Mandschurei, sondern das ganze chinesische Reich dem Welttämpfe für ihr Bestehen. Die Einführung jener Maynahme Der Streit der Töpfer in Kiel ist nach sechzehntägiger Dauer würde nur der Anfang einer Entwicklung sein, welche die Industrie handel geöffnet werden. Dieser Vorschlag sei in der Hoffnung beendet. Die Streikenden haben mit Hilfe ihrer Organisation unbedingt gänzlich der Socialdemokratie überliefern müsse. gemacht worden, daß daraufhin die Mächte ihre Entschädigungsforderungen herabmindern würden. einen glänzenden Sieg errungen. Statt der bisherigen 91/2 stündigen Die Hamburger Handelskammer führt dazu weiter aus, daß der Arbeitszeit ist die neunstündige bei einer Lohnzulage von etwa paritätische Arbeitsnachweis nicht würde umhin können, in dem 71/2 Proz. bewilligt. Der Stundenlohn beträgt fernerhin 60 Pf. Stampfe die Interessen einer Partei zu ergreifen und daß bei einem Ueber das Geschäft des Herrn Bickel bleibt die Sperre verhängt. Arbeitsnachweis von der Art des Antrags Röfice diese Parteinahme Lehte Nachrichten und Depelen. ftets zu Ungunsten der Arbeitgeber ausfallen würde. Um was es den Herren in Wirklichkeit zu thun ist, kann nicht Wien, 9. Mai.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Abgeordnetenhaus. In Bes zweifelhaft sein, fie führen den Kampf um die Aufrechterhaltung des antwortung der Interpellation Slofac betreffend den Selbstmord absoluten Herrentums in der Fabrik, das sie durch den des Jägers Zilac teilt der Landesverteidigungsminister Graf paritätischen Arbeitsnachweis gefährdet glauben. Gegen Welfersheimb dem Hause in eingehender Weise das Altenmaterial Die Färber in Apolda haben Forderungen gestellt: 1. Gin- ezer, Agitatoren und Vertragsbrüchige fich durch ge- mit, welches ihm vom Kriegsministerium übermittelt wurde und heitslohn pro Stunde 25 Pf. 2. Ueberstunden a 30 Pf. 3. Sonn- eignete Mitteilungen gegenseitig zu schützen, sei ein gutes Recht der gelangt zu dem Resultat, daß Zilack thatsächlich Selbsttagsarbeit pro Stunde 35 Pf. 4. Arbeitszeit pro Woche 60 Stunden. Arbeitgeber und namentlich hinsichtlich des Vertragsbruchs habe der Nach mord begangen habe und nicht, wie gerüchtweise verlautete, jo 5. Sonnabends, Feierabend um 6 Uhr abends. 6. Anständige Beweis der Arbeitgeber gute erzieherische Ergebnisse geliefert. an den Folgen einer Verlegung gestorben jei. Bilad, handlung. Die Metallarbeiter werden gebeten, nach den AllrightFahrradwerken in Köln den Zuzug fernzuhalten. In der Fabrik sind fortgesetzt Lohnreduktionen und Maßregelungen vor: gekommen, so daß es zu ernsten Differenzen kommen kann. Daß die Arbeiter um so geringe Forderungen kämpfen müssen, ist ein Beweis, wie traurig es mit der Lage der Arbeiter bestellt ist. Das Gewerkschaftskartell in München beschloß die Anstellung eines mit den Münchener Verhältnissen vertrauten befoldeten Sekretärs, der die geschäftlichen Arbeiten zu besorgen und das Startell nach außen zu vertreten hat. Für die Stelle, die öffentlich willigt. ausgeschrieben wird, ist ein Minimalgehalt von 2000 m. jährlich beEs bleibt bestimmt zu hoffen, so schließt der Bericht, daß, falls führte der Landesverteidigungsminister aus, war ein braver Soldat der Reichstag den neuerlich von übereifrigen Socialpolitikern be- und wurde das Opfer einer Agitation; er beging Selbstmord aus triebenen Beglückungs- und Vermittelungs z wang für Arbeitsnach- Reue und Furcht vor der Verantwortung für die erwiesenen Un weise, Gewerbegerichte 2c. wirklich genehmigen sollte, die verbündeten wahrheiten. Unter großem Lärm verlangt die Klofac- Partei die ErRegierungen unter feinen Umständen diese weiteren gesetzgeberischen öffnung der Debatte über die Antwort des Ministers. Das Haus lehut dieses Verlangen ab. Der radikale Czeche Bavorka beklagt sich Experimente zulassen werden. über ungerechte Behandlung der radikalen Czechen durch den Die Abänderung des Berggefeges ist, wie es heißt, vor längerer Zeit Gegenstand der Beratung zwischen Vertretern der Re- Präsidenten. Der Präsident erwidert, er habe bei seiner Bahl Unparteilichkeit gelobt und halte daran fest, alle Parteien in gleicher gierung, der Bergwerks befizer und der Gruben beamten geweise zu behandeln. Die nächste Sigung findet morgen statt. Ausland. wesen. Von der Hinzuziehung von Gruben arbeitern ist nichts Aus der Schweiz. In Bellinzona( Kanton Tessin) sind die bekannt geworden, und das entspricht ja auch ganz den borussischen London, 9. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Auf eine Anfrage Arbeiter der dortigen Reparatur- Werkstätte der Gotthardbahn in Gepflogenheiten. Wie mum aber der Brest. Gen.- Anz." mitzuteilen erklärt Chamberlain, nachdem die Botha gestellten Bedingungen von großer Aufregung wegen andauernder Entlassungen von Arbeitern weiß, haben sich auch die Vertreter der gewerkschaftlich organisierten diefem abgelehnt worden seien, wäre die Regierung nicht länger an wegen Arbeitsmangel. Bisher erfolgten 50 Entlassungen. Eine von Berg- und Hüttenleute, die den christlichen und socialdemokratischen dieselben gebunden. Unterstaatssekretär des Aeußern Lord Cranborne erklärt, es sei feine etwa 500 Mann besuchte Versammlung beschloß, von der Direktion Verbänden angehören, mit der Frage der Abänderung des Bergdie Verkürzung der Arbeitszeit für alle und den Verzicht auf weitere gefezes beschäftigt, und zwar insbesondere mit den Paragraphen, Mitteilung betr. die Oeffnung Chinas für den Welthandel eingegangen, Entlassungen zu verlangen. Es wurde sodann eine dreigliedrige die das Knappschaftswesen und die Arbeiterschußbestimmungen um- weder von seiten Chinas, noch von der amerikanischen Regierung. Kommission zur Besprechung der Situation mit der Kantons- faffen. Sie einigten sich über folgende Forderungen: Auf eine andere Anfrage betreffend die angebliche Beschießung eines regierung gewählt. Ebenfalls im Stanton Tessin ist in der Granitstein- Industrie zwischen den Arbeitern und Unternehmern eine Tarifgemeinschaft mit gegenseitiger Anerkennung der Organisation, dem Zehustundentag, Festsegung der Löhne, Bestellung eines Inspettors zur lleberwachung der Vereinbarungen sowie Bestellung eines Schiedsgerichts zur Regelung auftauchender Lohnstreitigkeiten abgeschlossen worden. Vorgesehen ist auch die 14tägige Lohnzahlung. Eine in Biasca stattgefundene Versammlung von 1000 Arbeitern erklärte sich mit diesen Abmachungen einverstanden und sie beschloß ferner, die noch fernstehenden Unternehmer zum Anschluß zu veranlassen. Zwei Streits sind deswegen bereits entstanden, wovon der eine durch Nachgiebigkeit des Unternehmers bald erledigt war, während der andre noch fortdauert. Die Tarifgemeinschaft ist vorläufig auf 3 Monate abgeschlossen. In St. Gallen und Rheineck haben Streits von Erdarbeitern und Maurern wegen Lohnerhöhung stattgefunden, die mit dem Erfolg der Arbeiter endeten. In Thun streitten die Hafenarbeiter für eine Lohnerhöhung von 3,70 Fr. auf 4,50 Fr. pro Tag. Ueber den Ausgang des Kampfes wurde nichts berichtet. Im ersten Vierteljahr fanden in der Schweiz 11 Lohnund 6 Streitbewegungen statt gegen 20 bezt. 14 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Der wirtschaftliche Niedergang mahnt die Arbeiter zur Vorsicht. 1. Achtstündige Schicht für unterirdische Arbeiter. britischen Schiffs durch Deutsche erwidert Cranborne, wenn der in 2. Gänzliches Verbot der Frauenarbeit auf Gruben Blättern gemeldete Zwischenfall sich wirklich ereignet und von Bes und Nebenanlagen. 3. Gänzliches Verbot der unter- deutung gewesen wäre, würde der britische Gesandte in Peking irdischen Arbeit für junge Leute unter 16 Jahren. sicherlich über denselben telegraphisch berichtet haben. Es bestehe 4. 8wangsweise Einführung der Arbeiterausschüsse. nicht die Absicht, über denselben eine Anfrage an den Gesandten zu 5. Gründliche Reform des Knappschaftswesens: a) feine richten. Neugründungen von Knappschaftsvereinen, sondern Anstreben auf Madrid, 9. Mai.( W. T. B.) Nach dem heutigen Ministerrat Verschmelzung der bestehenden; b) keine besondren Werks- teilte ein Minister einem Berichterstatter mit, daß in Barcelona eine trantentafien; c. Sicherung der Arbeiteransprüche beim Verlassen des betreffenden Reviers durch Uebertragung der große Anzahl Anarchisten verhaftet worden sei, unter welchen erworbenen Rechte auf den Verein, dem der Arbeiter zuletzt sich mehrere Ausländer befänden. Sagasta hofft, daß die Ruhe bald wieder hergestellt sein wird. angehörte; d) gleiche Beiträge für Arbeiter und Werksbefizer; e) Erhöhung der Arbeiterbezüge; f) geheime und direkte Wahl der Barcelona, 9. Mai.( W. T. B.) Wie verlautet, wurden auf Arbeitervertreter; g) Vermehrung der Befugnisse der General- Befehl des Generalfapitäns 50 Personen wegen anarchistischer Stundversammlungen und h) Einsetzung von Schiedsgerichten für gebungen an Bord des Panzers Belayo" gebracht. Die Austuappschaftliche Streitfälle und für Rekurs beim Oberschiedsgericht. ständigen verharren in ihrer unversöhnlichen Haltung. Die Ver Diese Forderungen sollen durch eine Denkschrift der preußischen waltung der Straßenbahnen trifft Vorkehrungen, um den Dienst Regierung und dem Landtage übermittelt werden. Die Forderungen morgen wieder aufzunehmen. bezüglich des Arbeiterschutzes sollen außerdem behufs Anerkennung Pretoria, 6. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) in einem Reichs- Berggeseze dem Reichstage zugestellt werden. General Peatrons Lager wurde von Viljoen mit 500 Boeren Als diese in Die kommunale Bespeisung der Volksschüler Chriftianics, angegriffen. Schußweite herangekommen die jedes Jahr vom 15. Oktober bis zum 1. Mai stattfindet, hat der waren, sie durch die englischen englischen PomponFortschritte der Gewerkschaftsbewegung in Schweden. Als Stadt in diesem Bespeisungsjahr eine tägliche Ausgabe von 1200 Kr. Marim- Geschütze zum Rückzug gezwungen, wobei fie sechs im Jahre 1890 die erste Maidemonstration abgehalten verursacht. Es wurden aus der städtischen Küche 1 148 572 or Tote verloren. Die Engländer nehmen die Verfolgung auf wurde, gab es in Schweden 4000 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter. tionen gratis und 51 406 bezahlte Portionen an Bolts- und zwangen die Boeren, ihren ganzen Troß im Stich zu lassen, Ihre Zahl ist jetzt auf 70 000 angewachsen. In Stockholm sind schüler verabfolgt und 60-70 000 Portionen wurden anderweitig in der darauf erbeutet wurde. Das Fort Klipdam, der Wohnplay des etwa 25 000 Gewerkschaftsmitglieder. Sie laffen sich jetzt ein„ Volks- der Stadt verteilt. Im Vorjahre wurden in demselben Zeitraum Eingeborenen- Kommissars Kapitän Dahl wurde vom Oberst Grenfell haus" bauen, vielleicht das prächtigste im Norden. Das wird 873 657 Portionen gratis und 47 053 gegen Bezahlung geliefert. Die angegriffen und nach hartem Kampf, bei dem 9 Boeren fielen, ein nahezu eine Millionen Kronen kosten und soll bis zum Herbst fertig Bahl der Kinder, die gratis gespeist wurden, betrug in diesem Jahr genommen. Die Engländer machten 45 Gefangene und erbeuteten 10 180, ca. 2000 mehr als im Vorjahre. einen Posten Munition. werden. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde. Für den Zuseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. wurden Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt und r. 108. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reithstag. 92. Sigung vom Donnerstag, den 9. Mai 1901, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Abg. Smalakys ( wild) in üblicher Weise. Eingegangen ist die Verlängerung des Handelsprovisoriums mit England. Präfident Graf Ballestrem teilt mit, daß bei der gestrigen namentlichen Abstimmung über den Diätenantrag Gröber sich der Abg. Semmler( natl.) der Stimme enthalten hat. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der von den Abgg. Albrecht( Soc.) und Trimborn( C.) eingebrachten Gefeßentwürfe betr. Abänderung des Gesezes über die Gewerbegerichte. $ 1 enthält Bestimmungen über die Errichtung und Zusammen fegung der Gewerbegerichte. Danach tönnen für die Entscheidung von gewerblichen Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern sowie zwischen Arbeitern desselben Arbeitgebers Gewerbegerichte errichtet werden. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen die Errichtung von Gewerbegerichten für die Entscheidung derartiger Streitigkeiten obligatorisch zu machen, sowie die Abfäße 5 und 6 des Paragraphen zu streichen, wonach die Errichtung auf Antrag beteiligter Arbeitgeber oder Arbeiter durch Anordnung der Landes- Centralbehörde erfolgen kann, wenn troß einer von ihr an die beteiligten Gemeinden 2c. ergangenen Aufforderung die Errichtung innerhalb der gesetzten Frist nicht erfolgt ist und wonach ferner vor der Errichtung Arbeitgeber und Arbeiter in entsprechender Anzahl zu hören sind. gestellt, weil die verbündeten Regierungen erklärt haben, über den Rahmen der Kommissionsfassung nicht hinausgehen zu können. Abg. Borgmann( frs. Vp.) spricht sich für die Kommissionsbeschlüsse aus. Abg. Raab( Antis.): 1 Auch die Kommissionsbeschlüsse beseitigen nicht die bestehende Nechtsungleichheit, die darin liegt, daß eine große Reihe von Arbeitern genießt, wie die übrigen. nicht den gleichen Rechtsschutz Die langjährigen günstigen Erfahrungen mit den Gewerbegerichten müßten uns veranlaffen, die obligatorische Einführung derselben jetzt zu beschließen. Die Gewerbegerichte genießen das Vertrauen der Arbeiter, und ihre Förderung liegt im Sinne der kaiserlichen Erlasse von 1890. Ich werde für die Anträge Albrecht stimmen. Abg. Stögel( C.): Ich kann mich für die Anträge Albrecht nicht erklären, denn die Erfahrung hat gelehrt, daß wir auf dem Gebiete der Socialreform mit Erfolg nur immer schrittweise vorwärts tommen. Den Antrag Hilbck bitte ich Sie gleichfalls abzulehnen. Abg. Zubeil( Soc.): Nach dem heutigen Stande der Volkszählung würde der§ 1a in der Kommissionsfassung die Mehrerrichtung von höchstens 30-40 Gewerbegerichten bedeuten. Dadurch wäre also nicht viel gewonnen. All die zahlreichen Ziegelei- Arbeiter würden auch dann noch ohne den Schutz der Gewerbegerichte bleiben. Herr Röficke meinte, das Gesez stelle immerhin einen großen Fortschritt dar. Gewiß, ein Fortschritt ist es, aber doch nur Flickwerk. Zehn Jahre lang hat der gegenwärtige Bustand bestanden, und jetzt im elften Jahre scheint sich das hohe Haus gemüßigt zu sehen, einen halben Schritt vorwärts zu gehen. Ich bitte Sie nochmals dringend, unsre weitergehenden Anträge anzunehmen. Abg. Baffermann( natl.): Mit der Beratung des§ 1 wird die Beratung folgenden von der Kommission vorgeschlagenen§ 1a verbunden:" Für Gemeinden, Daß die Fassung des§ ia etwas Mechanisches an sich hat, muß welche nach der jeweilig letzten Volkszählung mehr als 20 000 Einwohner haben, muß ein Gewerbegericht errichtet werden. Die zugegeben werden, aber es kommen doch immerhin nur einzelne Landes- Centralbehörde hat erforderlichenfalls die Errichtung nach Ausnahmefälle vor, im allgemeinen wird durch diese mechanische Maßgabe der Vorschriften des§ 1 Abs. 5 anzuordnen, ohne daß es Regelung nicht viel geschadet werden. Ich werde daher für die eines Antrags beteiligter Arbeitgeber oder Arbeiter bedarf." Kommissionsbeschlüsse stimmen. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen, in Abg. Jacobsfötter( f.): Meine Freunde werden im allgemeinen diesem Paragraph statt 20 000" 15 000" zu feyzen und die Errichtung für die Kommissionsfassung und geschlossen gegen die Anträge eines Gewerbegerichts auch pflichtig zu machen in Gemeinden, in Albrecht stimmen. denen mindestens 3000 gewerbliche Arbeiter Wohnung oder Beschäftigung haben. Für den Fall der Ablehnung ihrer Anträge zu§§ 1 und 1a beantragen die Abgg. Albrecht und Genossen im§ 1a statt 20 000" ,, 15 000" zu fegen. Abg. Hilbek( natl.) Abg. Nöficke- Dessau: Flickwert, wie Herr Zubeil meinte, ist das vorliegende Gesetz allerdings. Das ist aber natürlich, wo mehrere Barteien zusammenarbeiten. Ich finde es noch immer beffer, wenn Flidarbeit geleistet wird, als wenn gar nichts geschieht. Abg. v. Kardorff( Np.): begründet als Zufazantrag zu§ 1a folgende Einschränkung desIch halte das vorliegende Gesez für ein solches, zu dem kein selben: Für Gemeinden, in welchen ein Bedürfnis zur Errichtung Bedürfnis vorliegt; aber wir sind es ja jezt gewöhnt, eine Menge eines Gewerbegerichts nicht vorhanden ist, insbesondere dort, wo überflüffiger Geseke zu machen. Das Gesetz ist nur ein bei überwiegend bergmännischer Bevölkerung Berg- Gewerbegerichte tv ei teres Thor, das derSocialdemokratie überall bestehen, kann die Errichtung eines Gewerbegerichts unterbleiben. aufgemacht wird.( Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Wir leber die Bedürfnisfrage entscheidet die höhere Verwaltungs- werden gegen das ganze Gesetz stimmen. behörde." Abg. Sachse( Soc.) wendet sich gegen den Antrag Hilbd. Die Fassung der Kommission ist zu schematisch, es giebt im Osten z. B. viele Orte mit über 20 000 Einwohner, die aber lediglich In der Abstimmung werden die Anträge Albrecht( Soc.) und Ackerbau treiben. In solchen Städten hätte die Errichtung eines Hilbd( natl.) abgelehnt,§ 1 und§ 1a in der KommissionsGewerbegerichts keinen Sinn. Ebenso giebt es in Westfalen ver- fassung angenommen. schiedene Städte, wo neben Landwirtschaft nur der Bergbau betrieben Nach§ 2 Absatz 1 gelten als Arbeiter im Sinne dieses Gesetzes wird. Dort liegt ein Bedürfnis für andre als die Berg- Gewerbegerichte diejenigen Gesellen, Gehilfen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge, auf absolut nicht vor. Ich bitte Sie daher um Annahme meines Antrags. welche der siebente Titel der Gewerbe- Ordnung Anwendung findet. Ein Antrag Albrecht( Soc.) und Gen. will den Arbeitern Abg. Zubeil( Soc.): gleichstellen alle im Bergbau, in der Land- und Forstwirtschaft, im Handel, im Verkehrsdienst oder als Gesinde beschäftigten Bersonen. Abg. Zubeil( Soc.): Freitag, 10. Mai 1901. verhältnisses, über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuchs oder Zeugnisses, sowie über die sonstigen Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, über Zahlung einer Sonventionalstrafe, über Rückgabe aus Anlaß des Arbeitsverhältnisses übergebener Zeugnisse, Bücher, Legitimationspapiere, Urkunden, Gerätschaften, Kleidungsstücke oder Kaution u. dergl., sowie die Ansprüche auf Entschädigung wegen verweigerter oder berzögerter Aushändigung dieser Sachen oder wegen Ausstellung inhaltlich unrichtiger Beugnisse; 2. wegen vorfäßlicher Schadenszufügung in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise, insbesondere durch Aneignung Der Arbeitszeugnisse oder Verlegung der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, sowie wegen Ueberlassung, Benutzung oder Räumung von Wohnungen, die vom Arbeitgeber dem Arbeiter entgeltlich oder unentgeltlich überlassen werden, und wegen Zahlung des Mietspreises oder Herstellung von Reparaturen für diese Wohnungen. gebrachten Antrag ein. In der Pragis feien vielfach Zweifel über Abg. Stadthagen( Soc.) tritt für den von seiner Partei eindie Zuständigkeit der Gewerbegerichte hervorgetreten. Es empfehle sich daher, dem§ 3 Biffer 1 eine specialisiertere Fassung zu geben, wie sie in dem socialdemokratischen Antrage vorliege. Abg. Trimborn( C.) bittet um Ablehnung des Antrags. Der Antrag Albrecht wird hierauf abgelehnt,§ 3 in der Kommissionsfaffung angenommen. § 5, Absatz 2, bestimmt: Schiedsverträge, durch welche die Zuständigkeit der Gewerbes gerichte für fünftige Streitigkeiten ausgeschlossen wird, sind nur dann rechtswirksam, wenn der Vorsitzende weder Arbeitgeber noch Arbeiter ist. Abg. Röficke- Dessau beantragt, hinter Arbeitgeber einzufügen: oder Angestellter eines beteiligten Arbeitgebers". Diefer Antrag wird ohne Debatte angenommen. § 10 bestimmt: Bum Mitglied eines Getverbegerichts soll mur berufen werden, wer das 30. Lebensjahr vollendet hat, in dem der Wahl vorangegangenen Jahre eine öffentliche Armenunterstützung nicht erhalten hat und seit mindestens zivei Jahren in den Bezirke des Gerichts wohnt oder beschäftigt ist. Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen, daß zur Mitgliedschaft eines Gewerbegerichts nur ein Alter von 25 Jahren und ein Aufenthalt von nur einem Jahr in dem Bezirk des Gerichts gefordert wird, und daß auch Frauen zur Mitgliedschaft zugelassen werden. Abg. Zubeil( Soc.): Arbeiter schon von seinem 14. Lebensjahre ab im Berufe thätig geDas Alter von 30 Jahren ist viel zu hoch gewählt. Wenn der wesen ist, ist er mit 25 Jahren spätestens reif genug, in beruflichen Dingen als Sachverständiger mitzuwirken, und zwar männliche so gut wie weibliche Arbeiter. Auch die Bestimmung, daß die Beisiger zwei Jahre im Bezirke des Gerichts wohnen oder beschäftigt fein müssen, nimmt vielen Arbeitern die Möglichkeit, dieses Amt auszuüben. Wir bitten Sie daher, diese Frist mit Rücksicht auf die heurige Wohnungsnot, die viele Arbeiter zwingt, in die Vororte zu ziehen, auf ein Jahr herabzusetzen. Abg. Trimborn( C.) befürwortet die Kommissionsfassung. Der Antrag Albrecht wird hierauf abgelehnt. § 13 bestimmt, daß zur Teilnahme an den Wahlen nur be rechtigt ist, wer das 25. Lebensjahr vollendet hat, 2c. Die Socialdemokraten beantragen, den Absatz 1 wie folgt zu fassen: " Zur Teilnahme an den Wahlen ist ohne Unterschied des Geschlechts berechtigt, wer das 21. Lebensjahr vollendet und in dem Bezirk des Gewerbegerichts Wohnung oder Beschäftigung hat." Abg. Tutauer( Soc.): Wir haben zunächst unsren principiellen Antrag wieder gestellt, die Gewerbegerichte obligatorisch zu machen, 11117 Es handelt sich hier um die principielle Forderung, daß den ihre Vorteile allen Arbeitern zu gute tommen zu lassen. der ziemlich großen Industriestadt Bochum ist es erst Unser Antrag bedeutet eine erhebliche Kompetenzertveiterung der Frauen wenigstens das aktive Wahlrecht gegeben wird, und daß das bor furzem vorgekommen, Weit über 400 Städte haben um die Er- Wahlrecht mit dem 21. Jahre beginnt. Bei den früheren Gewerbedaß die Arbeiter mit Unter Gewerbegerichte. stügung der Gemeindevertretung vergeblich um die Errichtung eines richtung aufmännischer Schiedsgerichte unter Anlehnung an Schiedsgerichten bestand die Bestimmung, daß das Wahlrecht Mißstände haben sich Geiverbegerichts petitionierten. Bezeichnend ist es, daß durch der an die Gewerbegerichte petitioniert. Diesen Petitionen fommt unfer schon mit dem 21. Jahre beginnt. In Frankfurt und Stuttgart geblich so arbeiterfreundlichen Centrumspartei angehörige Fabrikanten Antrag nach, während der bekannte Antrag Baffermann Angliederung dabei nicht herausgestellt. den früheren Gewerbe Schiedsgerichten auch bei der Centralbehörde die Errichtung hintertrieben wurde. Unter der zu errichtenden kaufmännischen Schiedsgerichte an die Hundels hatte unter solchen Umständen müssen wir die obligatorische Einrichtung der Ge- gerichte fordert. Die Unterstellung der land- und forstwirtschaftlichen die Frau das aktive Wahlrecht und der verflossene Finanzminister werbegerichte verlangen. Wird aber diese unfre principielle Forderung Arbeiter ist schon deshalb dringend notwendig, weil hente vielfach Streit Miquel hat durchweg günstig über die Teilnahme der Frau an den auch nicht angenommen, so können wir uns auch im übrigen mit darüber entsteht, ob Arbeiter Landarbeiter oder gewerbliche Arbeiter Wahlen geurteilt. Auch jetzt bestehen Gewerbegerichte, wo die den Kommissionsbeschlüssen nicht einverstanden erklären, sondern find. Für die Einbeziehung des Gefindes unter die Gewerbe- Frauen das Wahlrecht ausüben, allerdings nicht in Deutschland. bitten Sie, dieselben im Sinne unsrer Anträge umzugestalten. gerichte haben sich verschiedene Vorsitzende von Gewerbegerichten z. B. in Oestreich hat den Frauen schon mit zwanzig Jahren das WahlDer Antrag Hilbe ist für uns ganz unannehmbar. Die Klage Stöln und Mainz ausgesprochen. Heute ist das Gesinde ganz der recht zu den Gewerbegerichten gegeben, und die Wahlen verlaufen des Herrn Hilbd, daß viele Gewerbegerichte teine Arbeit hätten, Willkür der Polizei ausgeliefert und entschließt fich naturgemäß unter zahlreicher Beteiligung der Frauen. Die weiblichen Arbeiter wäre gegenstandslos, wenn sie nicht ben Inmungen das Recht ein außerordentlich schwer, sich an diese zu wenden. Erhebt es in Streit- legen stundenlange Wege zurfid, um nach Orten der Wahl zu gedie geräumt hätten, Innungs- Schiedsgerichte zu bilden und damit die fällen gegen Herrschaft beim Amtsgericht Klage, so langen; sie thun es mit Freuden. In Frankreich hat gleichfalls bie Thätigkeit der Gewerbegerichte sehr beschränkt hätten. Wenn Sie entstehen sofort Kosten und die Entscheidung erfolgt infolge der Nationalversammlung beschlossen, den Frauen nicht nur das auch das passive Wahlrecht zu geben. unfre Anträge annehmen würden, nach denen die Gewerbegerichte Heberlastung der Amtsgerichte erst sehr spät. Aus allen diesen aktive, sondern auch für das Handelsgewerbe, das Gesinde und die Bandarbeiter Gründen bitte ich Sie, unfren Antrag anzunehmen.( Bravo! bei den Das passive Wahlrecht haben Sie ja eben abgelehnt, aber dem Standpunkt wer nicht auf des Centrumsvertreters Geltung haben würden, so würden diese Gerichte schon Arbeit Socialdemokraten.) in der Petitionskommission steht, wer nicht meint, daß sich die Frau haben. Vor allem tönnen wir aber dem Antrag Hilbd nicht zu- Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn( C.) wird die Diskussion nicht um Politik zu kümmern habe und nur in die Wirtschaft gehöre, stimmen, weil er der Landes- Centralbehörde die Entscheidung über über§ 2 verbunden mit der Diskussion über den von der Kommission der sollte sich nicht scheuen, für Deutschland das zu machen, was die Bedürfnisfrage giebt. Diese wird in den meisten Fällen nach eingefügten§ 79a. andre Staaten vorher gethan haben.( Bravo! bei den Socialden Wünschen der Unternehmer entscheiden. Der Antrag Hilbe Danach kann durch Ortsstatut die vorläufige Entscheidung von demokraten.) würde also nur für die Zukunft die weitere Errichtung von Gewerbe- Streitigkeiten, für die nach§ 3 Biffer 1-5 die Gewerbegerichte Der socialdemokratische Antrag wird hierauf gegen die Stimmen gerichten erschweren. Ich bitte Sie daher um Annahme unfres An- zuständig sind, wenn sie zwischen Dienstherrschaft und Gesinde der Socialdemokraten abgelehnt und§ 13 in der Kommissionstrags.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) schweben, für den Bezirk des Gewerbegerichts oder für einen Teil des faffung angenommen. Bezirks dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts übertragen werden.§ 13a schreibt vor:„ Die näheren Bestimmungen über die Der Erlaß des Ortsstatuts erfolgt nach den Vorschriften des§ 142 Wahl und das Verfahren werden durch das Statut getroffen. Es der Gewerbe- Ordnung mit der Maßgabe, daß es einer Anhörung fann insbesondere festgesetzt werden, daß bestimmte gewerbliche Bedemokraten andrerseits eine erheblich weitere Ausdehnung der Kombie Streichung diefes Baragraphen. Beteiligter nicht bedarf. Abg. Spahn( C.) beantragt aus juristischen Bedenken heraus triebe je einen oder mehrere Beisiger zu wählen haben. Auch ist eine Regelung nach den Grundsäßen der Verhältniswahl zuläffig. Dabei kann die Stimmenabgabe auf Vorschlagslisten be petenz der Gewerbegerichte auf Landarbeiter, Gesinde usw. er- Die Abgg. Trimborn( C.) und v. Richthoff en Dahms- fchränkt werden, die bis zu einem im Statut festgesetzten Zeitpunkt streben. Für diese Ausdehnung der Kompetenz sind aber meine Freunde nicht zu haben. Wir wollen die Gewerbegerichte als das dorf( t.) schließen sich diesem Antrage an. erhalten, was sie find, als Sondergerichte für das gewerbliche Der Antrag Albrecht zu§2 und der Kommiffionsbeschluß zu bor der Wahl einzureichen sind." Abg. Trimborn( C.): genug Die obligatorische Einführung der Gewerbegerichte in Stadt und Land ist für uns un annehmbar. Der Antrag ist ja mur dann verständlich, wenn man berücksichtigt, daß die Herren Social1. über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuchs, Zeugnisses, Lohnbuchs, Arbeitszettels oder Lohnzahlungsbuchs; 2. über die Leistungen aus dem Arbeitsverhältnis; 3. über die Rückgabe von Zeugnissen, Büchern, LegitimationsPapieren, Urkunden, Gerätschaften, Kleidungsstüden, Sautionen und dergleichen, welche aus Anlaß des Arbeitsverhältnisses über geben worden sind, Abg. Molkenbuhr( Soc.): Arbeitsverhältnis. Wir wollen nur eine feste Norm schaffen für die§79a werden hierauf abgelehnt. § 3 regelt die Zuständigkeit der Gewerbegerichte. Danach find Der letzte Zusatz scheint mir an einem sehr bedenklichen Mangel Errichtung eines Gewerbegerichts und deshalb haben wir uns in der Kommission schließlich auf die Grenze von 20 000 Einwohner be- die Gewerbegerichte ohne Rücksicht auf den Wert des Streit- an Klarheit zu leiden. Was heißt hier: Grundsätze der Verhältniswahl. In der ganzen deutschen Gesetzgebung kommt dies Wort schränkt. Die Einführung der Gewerbegerichte schon für Städte gegenstandes zuständig für Streitigkeiten: zum erstenmal hier vor. Da wäre es doch nötig, nähere Aufklärung von 15 000 Einwohnern obligatorisch zu machen, scheint uns zu geben. Ich fasse diesen Absatz so auf, daß er bezug nimmt auf zu weitgehend. Auch der andre socialdemokratische Antrag ist für den ersten Absay, daß also etwa gedacht wird, wenn in einer Stadt uns unannehmbar. Bei der steten Fluktuation der Arbeiterbevölke1000 Metallarbeiter und 500 Holzarbeiter sind, so sollen auf je rimg würde es große Schwierigkeiten machen festzustellen, ob einen Vertreter der Holzarbeiter im Gewerbegericht zwei Vertreter der 3000 Arbeiter in einem Orte Wohnung oder Beschäftigung haben. Den Metallarbeiter fallen. Es wird sehr schwer sein, die Verhältnisse da Antrag Hilbe bitte ich Sie gleichfalls abzulehnen. Er macht alles nach abzumessen; oder soll die Abmessung nach andren Grundfäßen, wieder zu Schanden, was die Kommission erreichen wollte indem es nach religiösen oder politischen Parteiungen erfolgen? Hat die Entscheidung über die Bedürfnisfrage der höheren Verwaltungsman etwa an das Verhältnis von katholischen und evangelischen behörde überläßt. Ob man den Antrag Hilbd annimmt oder alles 4. über Ansprüche auf Schadensersatz oder auf Zahlung einer Arbeitern in einer Stadt gedacht, oder soll die Einteilung die Arbeiter der erfolgen, je nachdem einen oder beim alten läßt, ist schließlich Jacke wie Hofe.( Sehr richtig! links.) Vertragsstrafe wegen Richterfüllung oder nicht gehöriger Erfüllung so Ich bitte Sie, die Kommissionsfassung anzunehmen und hoffe, daß Was ist eigentlich beabder Verpflichtungen, welche die unter Nr. 1-3 bezeichneten Gegen der andren politischen Partei angehören. Die Verauch die verbündeten Regierungen sich auf diesen Standpunkt stellen stände betreffen, sowie wegen gefezwidriger oder unrichtiger Gin- fichtigt, darüber verlange ich eine nähere Erklärung. werden.( Bravo! im Centrum.) tragungen in Arbeitsbücher, Zeugnisse, Lohnbücher, Arbeitszettel, suche der Ultramontanen, mit ihren christlichen Arbeitervereinen socialdemokratischen Listen bei den GewerbegerichtsLohnzahlungsbücher, Krankenkassenbücher oder Quittungskarten der die Invalidenversicherung. Ich hätte getvünscht, daß die obgligatorische Einrichtung der wahlen zu schlagen, sind ja nicht gelungen und deswegen wenn wir nicht alle Stellen besetzen Gewerbegerichte beschlossen worden wäre. Zweifellos sind heute Die Abgg. Albrecht( Soc.) und Genossen beantragen für fagen Sie sich wohl, diejenigen Arbeiter, die kein Gewerbegericht haben, schlechter ge-§ 3 eine andre Fassung, insbesondere soll Abs. 1, Ziffer i und 2 tönnen, dann wollen wir wenigstens einen großen Teil haben. ( Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Wenn Sie die Proportionalsteft als die übrigen, welche die Wohlthat dieser Institution folgenden Wortlaut haben: genießen. fleiner mit Orte reichem Eine große Maffe Die Gewerbegerichte sind ohne Rücksicht auf den Wert des wahl einführen wollen, so müssen Sie es wenigstens ganz allgemein thun. Aber das wäre Ihnen ja unbequem, wenn gewerblichen Leben, wie Staßfurt, Saarbrücken 2c., die unter 20 000 Streitgegenstands zuständig für Streitigkeiten: andren Städten focialdemokratische Minoritäten in die Einwohner haben, befigen heute noch kein Gewerbegericht. Daher sollte 1. wegen der aus dem Arbeitsverhältnis folgenden Ver- in zum mindesten die Grenze nach dem Antrag Albrecht von 20 000 auf pflichtungen und Entschädigungsansprüche, wegen Richterfüllung Gewerbegerichte kämen, und deshalb wollen Sie die Ein15 000 herabgesetzt werden. Den Antrag Hilbd bitte ich Sie abzulehnen. derselben oder nicht gehöriger Erfüllung, insbesondere der Ansprüche führung ortsstatutarischer Bestimmung überlassen. Ich glaube, Anträge auf Erweiterung der Kommissionsbeschlüsse habe ich nicht! über den Antritt, die Fortsetzung oder Auflösung des Arbeits- hier hat man eine Bestimmung getroffen nur den rein lokalen Abg. Nöficke( wildlib.): der den Vorschlag δας nachdem ganze Juteressen von Köln zuliebe.( Seiterkeit bei den Socialdemokraten.)| habe ich Wer sich mit dem Proportionalsystem beschäftigt hat, wird wissen, Aber Proportionalwaht gemacht. Imeinte damals, er hätte seine Angaben von einem gut christlich Gewerbegericht, Arbeiter wie gesinnten Arbeiter. Ich freue mich, daß Herr Sachse im Gegensatz zu Da wollten wir den Gegnern seinen Herren Genossen demnach auf die christliche Gesinnung der daß tausenderlei verschiedene Systeme da erfunden worden Arbeitgeber, socialdemokratisch war. find. Man sollte doch wenigstens im Gesetz andeuten, welches eine Vertretung sichern. Sie aber wollen mit Ihrem Vorschlag die Bergarbeiter Wert zu legen scheint.( Heiterkeit rechts.) Ferner hatte System benutzt werden soll. Oder sollen die Gemeinden nach ihren Socialdemokraten unterdrücken. Wo Sie die Mehrheit haben, werden Herr Sachse damals auf Grund eines Briefes behauptet, daß der Verhältnissen sich das System aussuchen? Dann würden sie immer Sie nie daran denken, den Socialdemokraten eine Vertretung ein- Durchschnittslohn der Bergarbeiter der staatlichen Gruben im das System bevorzugen, wo man am wenigsten Socialdemokraten zuräumen. Sie wollen nur Proportionalwahlen, wo Sie Vorteil sächsischen Erzgebirge 50 M. betrage. Auf Grund amtlicher Ermittelungen fann ich konstatieren, daß die Durchschnittslöhne um 40 hinein bekommt. Die Unzufriedenheit der Arbeiter über diese Be- davon haben. Wir wollen das gerechte System überall. bis 50 M. höher sind, als Herr Sachse auf Grund der Mitteilungen seines stimmung würde um so größer sein, als sie ja bei der Abfassung der Abg. Molkenbuhr( Soc.): Ortsstatute nicht mitzureden haben. Durch solche Bestimmungen unterEs giebt viele Systeme und Grundsätze der Verhältniswahl. Gewährsmanns behauptete. Der Staat hat diese Betriebe nur mit graben Sie das Vertrauen der Arbeiter zu den Gewerbegerichten. Ich muß welche Grundsäße der Verhältniswahl sollen denn nun hier Play Rücksicht auf die Arbeiter übernommen und setzt dabei 2½ Millionen beantragen, über den zweiten Absatz besonders abzustimmen und empfehle Ihnen die Ablehnung, damit nicht aus politischen Gründen greifen? Die Fassung der Kommission ist ganz unklar. Wird die 8.( Hört! hört! rechts, Widerspruch des Abgeordneten Geher.) das Vertrauen der Arbeiter zu den Gewerbegerichten zerstört wird, Fassung angenommen, so kann es einfach zu Wahlakten der Ver- Ich weiß zum Beiſpiel, daß ein Arbeiter noch abends nach und es wird zerstört, sobald die Arbeiter sehen, daß zu Gewerbe- waltungsbehörden kommen. Von demokratischer Wahl ist dann keine beendeter Arbeit unter Tage als Kellner servierte und ein ganz richtern Männer gewählt werden, die nicht die Mehrheit der Stimmen Rede mehr. Will man einen Versuch machen, so muß ein bestimmtes hübsches Geld dabei verdiente.( Lachen bei den Socialdemokraten.) System ausgearbeitet werden. erhalten haben.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Abg. Trimborn( C.): gesetz für Köln) ist nicht damit beabsichtigt. = Wir haben in Abg. Trimborn( C.): Wir wollen einfach möglich machen, was Herrn Hoch vor einigen Jahren in Frankfurt a. M. unmöglich gemacht worden ist. Das System wird durch Ortsstatut bestimmt. Wenn die Verhältniswahl obligatorisch eingeführt werden soll, dann müßte das System festgelegt werden. In der Abstimmung wird§ 13a angenommen. Der Absatz über die Verhältniswahl gegen die Stimmen der Socialdemokraten. Einige weitere Paragraphen werden debattelos angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Präs. Graf Ballestrem: Vor Schluß der Sigung erteile ich das Wort dem sächsischen Bundesrats- Bevollmächtigten Geheimrat Fischer. Geheimrat Fischer: Abg. Sachse( Soc.): Ich habe damals ausdrücklich betont, daß ich meinen Gewährsmann nicht persönlich kannte, aber aus den ausführlichen Details seines Briefes schließen müßte, daß er wohl unterrichtet sei. Der Herr Vorredner wird jedenfalls zugeben müssen, daß im Verhältnis zu der Bezahlung der Beamten die Löhne der Arbeiter im staatlichen sächsischen Bergbau sehr niedrig sind. Ich werde bei späterer Gelegenheit auf die Angelegenheit noch näher eingehen. Nächste Sizung: Freitag 1 Uhr.( Dritte Lesung des Diätenantrags, Fortsetzung der heutigen Beratung.) Schluß 53/4 Uhr. Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 13. Mai, abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag des Frl. Alice Salomon über die Mitarbeit der Frauen an der kommunalen Armen- und WaisenDer Vorstand. pflege. Gäste sehr willkommen. Dieser zweite Absatz hat auch bei uns einiges Auffehen erregt. Es ist die Einführung des Proportionalwahlsystems bei den Gewerbegerichtswahlen. Eine lex Coloniensis( ein SpecialKöln so viele Merkwürdigkeiten, daß wir keine neuen dazu branchen.( Heiterkeit im Centrum.) Die Darlegungen des Herrn Molkenbuhr widersprechen der Entstehungsgeschichte dieser Bestimmung schnurstracks. Sie geht von dem Gedanken aus, den großen Minderheiten eine entsprechende Vertretung zu sichern und beruht auf der Hoffnung, dadurch die Wahlkämpfe zu mildern, die Socialdemokraten in Frankfurt sind selbst dazu gekommen, daß proportionale Wahlsystem vorzuschlagen. Das Ortsstatut aber wurde vom Provinzialrat der Provinz Hessen der Provinz Hessen nicht genehmigt. Deshalb kam ich auf den Gedanken, durch Aenderung des Gesetzes Abhilfe zu Nicht nach der letzten schaffen. Getverbegerichts- Wahl in Köln, Da ich bisher eine Gelegenheit dazu nicht finden konnte, die den Socialdemokraten soviel Kummer macht, sondern schon bei der ersten Be- bin ich genötigt, auf einige Ausführungen des Herrn Abg. Sachse Es handelte sich ratung der aus im März dieses Jahres zurückzukommen. ganzen Frage habe ich den Gedanken gesprochen, und er ist von der socialdemokratischen Seite zunächst um die Thatsache, daß durch die Rechtsprechung des den Arbeitern eine Entschädigung sympathisch begrüßt worden. In dieser Session wurde in der Reichs- Versicherungsamts Kommission der erste entscheidende Beschluß gefaßt, von der nicht Kölner Wahl noch nicht die Nebe be flus eft, als by net wibrige gandlungen außerhalb des Betriebes geſtellt haben. Wir fömen im Gesetz nicht die ganze Technik des Verfahrens regeln, das kann nur durch Orts- Herr Sachse wollte nachweisen, daß die Arbeiter durch diese Rechtstatut geschehen. Obligatorisch konnten wir die Einführung der sprechung benachteiligt würden und führte einen Fall an, wonach die Verhältniswahl gar nicht machen, denn der Bundesrat würde sich Arbeiter das betreffende Verbot nicht gekannt haben und zu ihrem Vergehen, das den Unfall zur Folge hatte, durch einen Verwalter nicht darauf einlassen; deshalb bin ich für fakultative. direkt angehalten worden sein sollen. Diese Angaben des Gewährsmaines des Herrn Sachse haben sich nach den angestellten Ermittelungen als unrichtig erwiesen. Alle Verletzten bis auf einen haben zugegeben, daß sie das betr. Verbot gekannt hätten. Uebrigens hat Herr Sachse unerwähnt gelassen, daß der Betreffende sofort entlassen und ihm die Fähigkeit abgesprochen ist, Aufseherdienste zu verrichten. Herr Sachse zeitweise etwas Negen. 0 Abg. Hoch( Soc.): Die Unterscheidung des Vorredners, daß das obligatorische Porportional Wahlsystem unmöglich, daß das fakultative aber möglich, trifft nicht zu. In der Schweiz haben sich die obligatorischen Proportionalwahlen bewährt. In Frankfurt Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 10. Mai. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Aschenbrödel. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Macbeth. Anfang 712 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Italienische Oper Marcella Sem: brich: Don Pasquale. Anfang 71 Uhr. Schiller. Die Jüdin von Toledo. Anfang 8 Uhr. Dentsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 712 Uhr. Berliner. D' Pariser Reis'. Anfang 712 Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Vorher: Teremtete. Anfang 71 Uhr. = Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Almenrausch und Edelweiß. Anfang 8 Uhr. Westen. Fidelio. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Thalia. Die schöne Helena. Anfang 712 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Luisen. Anna- Life. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. 7 Uhr. Anfang Carl Weiß. Der Bräutigam vom Himmel. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel der Schwarzwälder. Die Mühle im Schwarzwald. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palast. Geschlossen. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachm. 3 Uhr. Paffage Panoptikum. Speciali täten Vorstellung. = Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends' 8 Uhr: " Unser Rhein von der elle bis zur Mündung. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonnabendabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Der Kaufmann von Venedig. Thalia- Theater Ensemble Gastspiel des Central Theaters: RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Freitagabend 8 Uhr: Unser Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Zoologischer Garten Täglich nachm. 4 Uhr: Die schöne Helena. Militär- Doppel- Konzert. Helena: Frl. Marie Ottmann vom Theater an der Wien a. G. Paris: Von abends 7 Uhr ab 50 Pig Herr Kunstadt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Heute Anfang 8 1hr. Mit ganz neuer Ausstattung an Kostümen, Dekorationen u. Requisiten, zum 630. Male: Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sydney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater W., Behrenstraße 55/57. Sommer- Saison. Die Sioux. Nordamerikanisch. Schaustück von Charles Lauri, und das anerkannt beste Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. FriedrichStrasse 165 Castans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Apollo- Theater. Täglich um 9 Uhr: Mai- Spec.- Programm Frau Luna 16 Nummern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Deutsche Carl Weiss- Theater Konzerthallen Gr. Frankfurterstr. 132. Der Bräutigam vom Himmel. Gesangsposse in 5 Bildern von Millowitsch. Bearbeitet von Carl Weiß. Musik von A. Wicher. Anfang 8 Uhr. Stürmischer Beifall von Ringel, ringel reia, eia, pumpeia. Notabene! Ach, das Ballett! Sonnabend und Sonntag: Die: selbe Vorstellung. An der Spandauer Brücke 3. In den 5 Riesenbögen: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Im 6. und 7. Bogen: TheaterAbteilung: ,, Die Bohème" ( Künstler- Variété). Denkbar grösste Auswahl. Radfahrer- Anzüge Witterungsübersicht vom 9. Mai 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Swinemde 759 Stin 759 SSO Hamburg Berlin 7602 Frankf./M. 760 SO finchen 7623 761 Still Wien Wetter Temp. n. C. 5°.= 4° R. Stationen Barometer= stand mm Windrichtung Windstärke Wetter bedeckt 11 aparanda 777SSO 2 heiter 1 bedeckt 10 Petersburg 777 9 Cort 763 N 7639 Temp. n. G. Hot=' Do 4078 2 1 molten! 4 4 heiter 10 2 Regen 2 woltig 9 Aberdeen 2 bedeckt 6 Regen -heiter 6 Paris 9 757S 3 hlb.beb. 8 Wetter Prognose für Freitag, den 10. Mai 1901. Ein wenig wärmer, vielfach heiter bei schwachen nordwestlichen Winden; Berliner Wetterbureau. Riesengroße Fänge machen die Dampfer der 15219* Deutschen Dampffischerei- Gesellschaft ,, Nordsee". Preise für diese Woche in den hiesigen Verkaufsfilialen Hauptfiliale in Bahnhof Börse, Bogen 9-10, II. " III. IV. " " Lüneburgerstraße, Ecke Paulstraße, Prinzenstraße Nr. 30, Madaistraße 22, i. Schles. 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Mai, abends 8 Uhr, im großen Saal der Hente, Freitag, den 10. d., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus: Bockbrauerei, Fidicinstraße 2/3: Bekanntmachung! Krantenversicherungs- Gesetzes(§ 22 des Statuts) eine Anzahl Apotheken Sitzung der Orts- Verwaltung. Vom 1. Mai 1901 ab find gemäß§ 26 A. Absatz II 3iffer 2B bes Achtung! von der Lieferung von Arznei an unfre Raffenmitglieder ausgeschlossen Volks- Versammlung. Achtung! Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Eduard Bernstein, früher in London, über:„ Der Socialismus und die Arbeiterbewegung in England." 2. Diskussion. 210/5 Die Parteigenossen und Genossinnen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Die Vertrauensleute. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- lifer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 11. Mai, abends 82 Uhr: Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden im Lokale des Herrn Dieke, Ackerstraße 123. Sonnabend, den 11. Mai, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15: I Die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Gewerbe werden zu einer worden. Untenstehende Apotheken sind zur Lieferung von Arznei auf Kosten der Kasse berechtigt; außerdem finden die Mitglieder auf der Rückseite der ezeptformulare, welche den Herren Aerzten rechtzeitig zugefſtellt find, dieselben verzeichnet. Ein Verzeichnis der Apotheken und Droguengeschäfte, welche zur Lieferung zugelassen sind, wird den Mitgliedern zugestellt. Die Jnanspruchnahme andrer als der hier aufgeführten Apotheken ge außerordentlichen Versammlung sieht auf eigene Gefahr, und wird Bahlung feitens der Kaffe nicht geleistet. am Sonntag, den 12. Mai 1901, vormittags 9½ Uhr, nach Stecherts Saal, Andreasstraße 21, eingeladen. Tages Ordnung: 1. Der gegenwärtige Stand der Apothekerfrage und was gedenken wir ferner zu thun. 2. Die Erhöhung des Krankengelds. Die Referenten werden in der Versammlung bekannt gemacht. Mitglieder! Wir richten nochmals an Euch das Ersuchen, auch in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen, um Stellung zu nehmen gegen das sonderbare Vorgehen der Apotheker. 12226 Niemand darf in dieser Versammlung fehlen! Je zahlreicher wir uns hieran beteiligen, je wirksamer der Protest. Die Elfer- Kommission. J. A.: Karl Geissler, Köpenickerstr. 123. Achtung! Versammlung der Drahtarbeiter. Achtung! Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wiesenthal über: Bilder aus der Gefchichte der Gewerkschaften. 2. Diskussion. Sonntag, den 12. Mai, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstraße 27: Versammlung aller in Metallschraubenfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Steiner über: Naturwissenfchaft und Technik im 19. Jahrhundert. 2. Diskussion. zur Agitationsfommission. 4. Verbandsangelegenheiten. 3. Ersatzwahlen Allgemeine Orts- Krankenkasse Centrum: 1. Apotheke zum schwarzen Adler, Königstr. 51. 2. Fortuna- Apotheke, Dragonerstr. 6a. 3. Löwen- Apotheke, Jerufalemerstr. 30. 4. Kommandanten- Apotheke, Seydelstr. 16. Westen: 1. Humboldt- Apotheke, Potsdamerstr. 29. 2. Barbarossa- Apotheke, Kurfürstendamm 1. 3. Kurfürsten- Apotheke, Genthinerstr. 21. 4. Pallas- Apotheke, Goltstr. 23.( Siehe Schöneberg.) 5. Wittes Apotheke, Potsdamerstr. 84a. 6. Engel- Apotheke, Kanonierstr. 44. Süd- Westen: gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen Süden: zu Berlin. Sonntag, den 12. Mai cr., vormittags 102 Uhr: Mitglieder Versammlung in der„ Berliner Ressource", Kommandantenstr. 57. Tages Ordnung: 1. Was für Vorteile und Nachteile haben die Mitglieder der Allgemeinen Orts- Krankenkasse vom Kampf der Krankenkassen gegen den Arzneiwucher? Referent: Der Vertrauensarzt der Centralfommission Dr. R. Sonntag, den 12. Mai cr., vormittags 10 Uhr, im Gewerkschafts- Friedeberg. 2. Diskussion. 12186 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitglieds in der Versammlung zu erscheinen. Die Dreizehner- Kommission. haus, Engel: lfer 15: Versammlung der Gas-, Waffer- und Heizungs- Kohrleger und Selfer. Centralverband der Zimmerer Deutschlands Tages Ordnung: 1. Berichterstattung über das Ergebnis der statistischen Erhebungen. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 114/19 Die Ortsverwaltung. ( Zahlstelle Berlin und die der Vororte). Am Sonntag, den 12. Mai, vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Centralverband der Elektromonteure u. Berufsgen. Ausserordentl. General- Versammlung Deutschlands( Sektion Berlin). Sonntag, den 12. Mai, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Wahl des 1. Vorsitzenden. 3. Bericht der Arbeitsnachweis Rommission. 4. Bericht vom Vergnügen. 5. Wahl der Preßkommission. 6. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der wichtigen Tages: ordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 58/13 Zahlstellen: 1. Brunnenstraße 188; 2. Schiffbauerdamm 10; 3. Reichenbergerstr. 16; 4. Blumenstr. 38; 5. Bülowstr. 75; 6. Schiffbauerdamm 16; 7. Volta-, Ede Wattstraße; 8. Kreuzbergstraße; Rixdorfi Hermannstr. 255. Hauptkassierer: Gromadecki, Eisenbahnstr. 38. ] Der Vorstand. Genossenschafts- Buchdruckerei Destillation und Bierlokal in Solingen ( eingetr. Genossensch. m. beschr. Haftpfl.) Geschäftsbericht pro 1900. Aktiva. 1. Maschinen und Utensiliene Conto 17 845,10 Abschreibung. 1149, 2. Druckerei- Conto 2 243,50 Abschreibung 3. BuchhandlungsConto Abschreibung. Ab dubios 5. Sparkassen- Einl. Mt. 16 696,10 224,35 2019,15 806,80 80,68 726,18 399,16 4927,58 17,16 1941,38 4. Debitoren Cto. 5 226,74 6. Kaffen- Conto.. Bestand Passiva. 1. Kreditoren- Conto 2. Genossenschafts- Conto. 3. Rücklage- Conto. 4. Gewinn- Reserve Jahresgewinn 26 327,55 Mt. 18 587,43 3 057,50 750, 3579,55 353,07 26 327,55 Das Geschäftsguthaben beträgt. 3057,50 r. und hat sich gegen das Vorjahr vermehrt um 847,50 Die Haftsumme beträgt 3570, und hat sich gegen das " " Vorjahr vermehrt um 480, Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar 1900 " 100 Ausgeschieden sind im abgeLaufenen Jahre 3 Eingetreten.. 22 119 Mithin Zahl der Mitglieder am 31. Dezember 1900 ... Der Vorstand. J. A.: August Schreiner, Borsigender. Der Aufsichtsrat. J. A.: Karl Ascheuer, Vorsitzender. Paul Kabelich, W. Gassmann, i. V.: Grünthalerstr.68.EckeBadstraße. ff. Weißbier. Engros. Vereinszimmer.* Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegierten von der 14. Generalversammlung in Nürn berg. 2. Neuwahl der Achtzehner- Kommission. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung vor allem, sowie der Hinweis, daß unsre nächste regelmäßige Versammlung erst am 23. Juni stattfindet, erfordert das Erscheinen sämtlicher Mitglieder. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 254/12 Unsinn Viel Geld ist Der Vorstand. J. A.: H. Knüpfer. Telephon Amt I, No. 502. Konkurrenzlos billig, reellste Fabrikate! für Hüte auszugeben, man erhält auch zu billigen Preisen gute Sachen, wenn| man die richtige Bezugsquelle tennt. Knabenfilzhüte 1-3 m. Herrenfilzhüte, weich 1,75-5,25 Steif 2,00-5.25 Cylinderhüte " " 4,00-12,00 Chapeaux claques " " 8,00-10,00 im Einzelverkauf bei Arnold& Eggert Hut- Engros- Geschäft Waldemarstr. 44, part., Kein Laden. Versand. Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. London Docks 100 Stück Mk. 3,75 Cigarillos, pro 100 Stück 1,50 Mk., dieselben 500 Stück 7 Mk. Ferner empfehlen folgende Marken aus durchweg geschmackvoll zusammengestellten hochfeinen Gewächsen in modernsten Façons: . • Marianne 100 Stck. 2,50 Mk.| St. Felix Brasil 100 Stck. 4,60 Mk.| Perla Mejicana 100 Stck. 5,-Mk. Wissmann. Medalla. 5, Nora Aequatoria 3, • 99 " 97 " ガラ " " 97 3,50 St. Felix in Orig- Kist. 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Apotheke zur Sonne, Prinzenstr. 102. 2. Apotheke zum Schwan, Oranienstr. 148. 3. Urban- Apotheke, Urbanstr. 118. 4. Hohenstaufen- Apotheke, Boechstr. 30. Süd- Osten: Osten: 1. Neander- Apotheke, Neanderstr. 29. 2. Görlitzer- Apotheke, Görligerstr. 48. 3. Adalbert- Apotheke, Adalbertstr. 16. 4. Emmaus- Apotheke, Reichenbergerstr. 150. 5. Springers Apotheke, Manteuffelftr. 99. 6. Apotheke am Schlesischen Thor, Stalizerstr. 72. 1. Gradts Apotheke, Stralauer Platz 20. 2. Krugs Apotheke, Zorndorferstr. 53. 3. Reichsadler- Apotheke, Gr. Frankfurterstr. 133. 4. Blumen- Apotheke, Blumenstr. 73. 5. Stern- Apotheke, Posenerstr. 7. Nord- Osten: 1. Kaiser Wilhelm- Apotheke, Landsbergerstr. 3. 2. Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 50. 3. Apotheke zu den Frankfurter Vinden, Gr. Frankfurterstr. 108. 4. Siegfried- Apotheke, Greifswalderstr. 10. 5. Deutsche Apotheke, Büschingstr. 15. Norden: 1. Prinzen- Apotheke, Prinzen- Allee 69. 2. Nord- Apotheke, Schulstr. 1. 3. Prinzessin Victoria- Louise- Apotheke, Voltastr. 44. 4. Apotheke zum gekrönten schwarzen Adler, Auguststr. 60. 5. Zions- Apotheke, Anklamerstr. 39. 6. Gustav Adolf- Apotheke, Koloniestr. 1. 7. Nordhafen- Apotheke, Fennstr. 31. 8. Borussia- Apotheke, Schönhauser Allee 56. 9. Leffing- Apotheke, Pantstr. 45c. 10. Adler- Apothefe, Reinidendorferstr. 1. 11. Marien- Apothefe, Wörtherstr. 42. 12. Grüne Apotheke, Chauffeestr. 19. Nordwesten: 1. Roland- Apotheke, Turmstr. 16. 2. Diana- Apotheke, Turmſtr. 58. 3. Moabiter Apotheke, Alt- Moabit 18. 4. Fellers Apotheke, Lübeckerstr. 52. 5. Schiller- Apotheke, Alt- Moabit 35. 6. Kronprinzen- Apotheke, Hindersinstr. 1. 7. Stephan- Apotheke, Stendalerstr. 11. 8. Polnische Apotheke, Mittelstr. 56. 9. Phönir- Apotheke, Birkenstr. 6. 10. Beuffel- Apotheke, Beusselstr. 55. Charlottenburg: 1. Friedrich Wilhelm- Apotheke, Leibnizstr. 89. 2. Pestalozzi- Apotheke, Kaiser Friedrichstr. 61B. 3. Uhland- Apotheke, Kantstr. 151. 4. Hof- Apothefe, Berlinerstr. 71. 5. Falten- Apotheke, Potsdamerstr. 31. Schöneberg: Rixdorf: 1. Borussia- Apotheke, Hauptstr. 141. 2. Pallas- Apothefe, Golgstr. 23. 3. Sedan- Apotheke, Sedanstr. 3. 1. Reichsadler- Apotheke, Bergstr. 13. 2. Berg- Apotheke, Hermannstr. 146. Lichtenberg: 1. Lichtenberger Apotheke, Dorffir. 41 c. Gross- Lichterfelde: 1. Adler- Apotheke, Drakestr. 56. Steglitz: Weissensee: 1. Apotheke von Nay, Albrechtstr. 19. 1. Flora Apotheke, König- Chaussee 9. Neu- Weissensee: 1. Sonnen- Apotheke, Langhansstr. 82. 64/11 In Ortschaften, welche nur eine einzige Apotheke besitzen, kann diese nach wie vor von den Kassenmitgliedern benutzt werden. Tel. Amt III. 1767. Berlin, den 9. Mai 1901. Der Vorstand der Ort8- Krankenkasse der Gürtler zu Berlin. G. Kneiff, Vorsitzender. H. Schwahn, Schriftführer. Sportwagen, Leiter und ZiegenbockKinderwagen, wagen, Polsterbetten, Kinderklapp. stühle, Triumphstühle, Krankenwagen für Erwachsene und Kinder, auch leibweise. 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( Ohne Gewähr.) 30 103 68 215 332 41 600 826 1121 287 89 477 673 711 58 87 807 2003 4 104 73 99 203 509 46 47 70 726 31 852 946[ 1000] 788 838 80 910 650 700 59 75 3044 87 149 76 385 578 664 72[ 500] 4045[ 3000] 56 58 75 204 309 444 587 88 899 5094 276 92 346 90[ 5000] 478 512 698 857 923 6031 190 262 389 409 34 501 4 58 93 686 833 974 7039 64 258[ 1000] 819 46 8003 51 179 256 692 709 79 814 47 9045 74 154 249 50 344 92 476 602 39 75 967 10125 59 354 74 530 671[ 3000] 766 899 946 11148 ( 500] 85 353 478 552 615 978 94 96 12000 206 358 59 706 56 887 930 87 13160 975 364 533 67 619 835 62 [ 1000] 92 944 59 14174 288[ 500] 309 95 405 514 47 57 633[ 3000] 67[ 500] 829 15145 314 84 877 99 16142 230 48 366 463 66 633 723 17449 504 749[ 3000] 54 79 805 18675 973 91 19067 95 152 91 301 20 440 539 756 85 884 20031 111 257 433 69 553 632 33 62 754 812 21004 381 87 658[ 3000] 921 22046 487 619 781 909[ 3000] 23095 349 87 401 5 512 38 64 762 869[ 1000] 24035 82 598 605 67[ 500] 707 824 89 90 957 25320 425 573 631 81 85 840 48 946 90 26061 99 466 91 637 1500] 795 971 27026 250 439 40 541 88 600 72 809 99 28116 59 220 346 448 528[ 3000] 610 719( 1000] 68 913 29035 181[ 500] 263 312 25 431[ 500] 605 20 78 81 722 845 997 30067 88 395 402 586 838 54 92 933 56 65 31026 54 73 171 461 939 63 32016 90 123 425[ 5000] 790[ 500] 972 33005 13 24 61 143 237 94 472 662 746 850 993 34191 271 94 375 659 701 860 907 72 35084 293 97 406 622 40 768 36083 205 56 78 357 74 566 90 752 60[ 3000] 858 37074 263 75 97[ 3000] 439 502 ( 5001 684 841 91 38136 323 434 642 734[ 3000] 929 39198 223 52 345 445 523 654 99 882 90 905 14 50 40118 91 330 96[ 500] 515 51 949 67 41038 271 351 62 474 531 784 884 42150[ 500] 287 485 604 20 63 75 840 930 43008 16 284 96 606 36 38 753 62 869 95 952 44251 348 460 710[ 500] 859 921 45125[ 500] 263 350 83 441 63[ 1000] 635 43 751 843 44 947 46189 1296 346 589 777 846 76 908 47003 230 343 84 440 58 523 85 89 616 780 940 48036 57 239 71 369 90 760 61 862 955 49012[ 1000] 116 34 42 307[ 500] 28 74 534 85 704 67 824 60 902 50192 209 314[ 500] 35 36 428 36 533 67 635 72 767 ( 500] 909 51080 191[ 500] 99 234 94 546 82 703 841 62 88[ 5001 52188 303 73 462 507 53151[ 3000] 237 69 590 611 41 745 66[ 3000] 836 54000 99 400 779 851 983[ 10001 55024[ 5001 55 222 55 422 591 739 974 56110 353 69 84 425 26 63 57045 143 275 343 417 547 65 95[ 500] 637 725 58009 127 259 72 436 86 700 14 29 97 884[ 10001 973 59070 133 289[ 500] 524 58 80 807 60294 650 791 870 972 61091 206 341 412 96 510 15 821 25 62080 253 450 77 503 86 973 84 73046[ 500] 67 287 93( 30 0001 412 23[ 1000] 674 88 738 71[ 500] 876 970 64047[ 1000] 52 112 277 312 676 739 80 86 88 65060[ 30001 129 207 54 406 89 647 55 66033 274 30001 305 59 81 449 516[ 3000] 61 660 71 752 973 67129 3000] 44 69 288 391 460 593 721 843 922 68007 89 97 062 63 93 272 373 423 26 531 651 987 69030 59 90 100 84 358[ 500] 408 25 46 508 39 65 605 707 844 923 70200 433 545 620 762 71154 61 325 615 98 767 881 986 72055 219[ 3000] 334 406 40 528 716 813 921 43 72 73140 46 209 74 97 436 65 521 36 86 753 882 988 74042 102 337 480 612 933 55 66 75010[ 5000] 62 163 252 396 440[ 3000] 89[ 5001 509 53 620 896 76005 233 542 843 77009[ 1000] 14 59 80 143[ 500] 350 501 9 747 858 69 907 33 78094 114 51 56 274 344 453 86 635[ 3000] 65 786 858 79032 85 242 498 650 72 781 91 937 80174 232 64 509 706 86 81087 221 42 51 76 [ 1000] 334 542 45 795 870 93 939 82107 478[ 500] 90 571 87 622 41 62 704 68 849 84[ 1000] 90 83109 381 621 898 931 77 84077 316 49 423 608 86 725 896 981 85185 286 367 504 62[ 1000] 601 28 714 905 86021 201 29 41 51[ 3000] 420[ 500] 819 940 47 87217 452 509 62 64 73 659 78 753[ 3000] 93 913 [ 1000] 47 64 88052 282 311 16 402 603 47 63 756[ 3000] 89060 109[ 3000] 70 364[ 5000] 73 88 521 38 958 90001 85 244[ 500] 91 309 47 69 601 755 852[ 500] 959 91059 128 54 78 200 96 719 79 881 92032 212 [ 1000] 16 388 411 722 55 842 916 93163 80 377 99 437 720 809 55 70 94117 45 344 421 506 73 643 62 93 810 955 77 95225 40 97 334 91 751 83 871 76 96031 72[ 500] 178 438 545[ 500] 687 758 846 97171 381 613 881 909 98032 71 192 246[ 3000] 48 396 428 1640 719 85, 99032 34 59 139 43[ 1000] 411 505 36 634 809[ 3000] 917[ 1000] 72 83 100161 284 90[ 500] 331 421 31 720 92 860 86 949 101002 100 222 80 300 675 743 814 960 102137 524 58 623 29 103119[ 3000] 77 218 311 562 88 700 805 961 104066 231 40 58 817 51 979 105074 205 412 22 56 676 707 859 90[ 3000] 965 106250 821 928 59 107125 376 98[ 1000] 423 506 83 618 64 745 845 108122 82 370 97 672 823 70 73 109065 708 20 22 892 902 15 83 Jedes Wort: 5 Pfennig. 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Berichtigungen. In den Liften vom 3. Mai nachmittags Ties 13 683 ftatt 18 683, vom 7. Mai nachmittage 88 688 statt 88,688, vom 8. Mai vormittags 9520 1 54, ftatt 95 101 54, 169 373 ftatt 169 273, 171 125 mit 1000, 193 648 ftatt 193 448. W. Troppens. Prinzenstrasse 17, an der Wasserthorstraße. Täglicher Eingang von Monatsanzügen, Monatspaletots, Monatshosent, in den feinsten Werkstätten gearbeitet, auch für korpulente Figuren passend, zu staunend billigen Preisen. 17. Ziehung 4. Klaffe 204. Kgl. Preuß.Lotterie. Biehung vom 9. Mai 1901, nachmittags. Nur die Gewinne über 236 Mt. find den betreffender Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 390 700 66 1014 100 13 206 35 44 66 461 598 650 64 900 32 2093 339 414 98 543 602 723 814[ 3000] 44 989 3038 202 474 574 718 802 4203 324[ 3000] 92 488[ 500] 639 711 12 57 61 993[ 500] 5117[ 500] 289 354 475 95 751 89 812 47 48 6108 282 317 73[ 3000] 424 532 49 85 887 981 7032 118 342 449 575 782 8052 127 206 26 28 324 68 97 601 953 55 9015 96 712 24 96 837 86 942 91 10064 252 65 98 353[ 500] 563 618 706 97 926 97 11155 300 416 592 698 728 12269 369 85 764[ 3000) 857 66 986[ 1000] 13069 83 242 53 711[ 500] 932 14028 519 32 678 711 15102[ 500] 277 95 354 453 502 9 46 757 95 894 13000] 16163 394 401 85 532 636 779 833 943 64 17108 401 45 63 584 87 711[ 3000] 876 18003 58 90 186 486 543 51 60 605 715 19030 472 95 553 742 91 840 030 472 95 5 20143 394[ 1000] 691 788 900 21112 69 205 465 713 85 836 72 986 22094[ 1000] 118 37 232 402 23 69 724 [ 3000] 80 853 23113 311 38 576 612 56 947 78 24018 170( 3000) 355 425 604 25036 152 239 519 68 713 837 52 26058 153[ 500] 200 413 57 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Wie kniln Abhilfe geschliffen nierden? kautcte daS Thema in zwei vffentlilbcn Versammlungen, die von der Ceutralkommission der Krankenkassen am Mittwoch einberufen waren. In der Versammlung für den Norden, die im„Eiskeller*, Chausseestraße. tagte und auch von Frauen sehr gut besucht war, referierte Dr. C. Freudenberg. Der Redner erörterte in eingehender Weise an der Hand eines reichhaltigen Materials das wucherische GeschäftSgebahren der Apothekenbesitzcr, das »ach dem Bürgerlichen Gesetzbuch einen Sachwncher' darstellt. Durch die socialpolitischcn Gesetze, insbesondere durck das Krankenversicherungs- Gesetz, hat die Zahl der zahlungsfähigen Arzneikonsumeiiten um Millionen zugenommen und den Apotheken in Deutschland eine fortwährend steigende sichere Einnahme, die in den ersten Jahren 7, jetzt schon mehr' als 20 Millionen Mark beträgt und einen Reingewinn von 4 bezw. 13 Millionen Mark ausmacht, zugeführt Aber nicht nur die Zahl der Arzneikonsunienten, sondern die Arzneikosten selbst sind pro Kopf gestiegen und die Berliner Krankenkassen am höchsten belastet. Während pro Kopf der Ver- sicherten im Jahre 1898 im ganzen Reich 2,51 M. verausgabt wurden, betrugen die Kosten für Arznei und sonstige Heilmittel bei den Berliner Krankenkassen 3,43 M., im Jahre 1899 sogar schon 3,77 M. Pro Mitglied. Die Ursache der außerordentlichen Höhe der Arznei- kosten für Berlin ist im wesentlichen auf die ungünstigen Arznci-Bezugs- bcdiugungen zurückzuführen. In fast allen größeren Städten wird den Kassen ein Rezeptur-Rabatt von 10 bis 25 Proz. gewährt, während die Berliner Kassen auf zwei Drittel ihres Bedarfs keinerlei Ver- günstigungen genießen und vielfach noch höhere Preise bezahlen müssen, als das private Publikum. Der Redner, der zahlreiche Beispiele über die große Benachteiligung der Kassenmitglieder anführt und das Verhalten der Äpothekcnbesitzer' einer herben Kritik unterzieht, schilderte hierauf die von den Krankenkassen getroffenen Maßnahmen, durch die die Apotheker gezwungen werdeit sollen, den Kassen günstigere Arzneibezugs-Vedingungen zu gewähren und ersucht schließlich die Kassen in ihrem Vorgehen dadurch zu unterstützen, daß auch für die Familien« Angehörigen die freigegebenen Heilinittcl ledig- lich aus den Troguengeschäften und nur die de» Apotheken vor- behaltenen aus den Apotheken und zwar aus den zur Kassenlieferung zugelassenen bezogen werden. Wenn die Apotheker einsehen, daß sie auch in ihrer Privatpraxis Einbuße erleiden und hierfür keine Ent- schädigung von den zugelassenen Apotheken erhalten, so werden sie i>m so eher zum Nachgeben gezwungen sein.— Die Ausführungen des Referenten wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In längerer Rede wies Herr G. Wagner nach, daß' auch in solchen Orten, wo ein Rezeptur-Rabatl gewährt wird, die Kassen doch von den Apothekern in der schlimmsten Weise bewuchert werden und trotz des Rabatts höhere Preise als das private Publikum bezahlen müssen. Der Redner, der in seinen weiteren Ausführungen unter lebhaftem Beifall der Versammelten für die arzneilose Heilweise und die Anwendung der Natur-Heilmethode eintritt, giebt der Meinung Ausdruck, daß die Acrzte die Apotheker vielfach mit dem Medizinunfug unterstützt haben. Im übrigen richtet auch dieser Redner das Ersuchen an die Versammelten, den Kampf gegen die Apotheker zu unterstützen und überall für die notwendige Aufklärung Sorge zu tragen. Nachdem sich noch Frl. K n b e und ei» andrer Redner in ähnlicher Weise ge- äußert haben, wurde folgende Resolution einstimmig beschlossen: „Die im EiSkcller-Etablisscment tagende Versammlung erklärt sich mit de» Ausführungen des Referenten durchaus einverstanden; sie verpflichtet sich, den von der Centralkommission bezw. den Kranken- lassen unternommenen Kampf nach besten Kräften zu unterstützen. Die Versammlung protestiert ganz energisch gegen den Wucher, welcher in Deutschland und vorzugsweise in Berlin zum Schaden der Gesamt- bcvölkerung und insbesondere der Krankenkassen seitens einer kleinen privilegierten Interessengruppe mit Arzneien getrieben wird. Die Versammelten verpflichten sich: 1. Alle für den Handverkauf freigegebenen Heilmittel und Arzneien für sich und ihre Familien nur aus Droguenhandluugc», die nicht freigegeben, nur aus den zur Kässenliescrüng zugelassenen Apotheken zu beziehen, bis der Wucher beseitigt ist. 2. Für die Verstaatlichung der Apotheken und der Acrzteschaft einzutreten. 3. Dahin zu wirken, daß in allen Krankenkassen auch Gelegenheit zur arzneilosen Heilweise geboten wird." Unter„Verschiedenem* wurde noch mitgeteilt, daß die Apotheken- besitzer Piper, Pankstr. 45o, und Dr. R i e s e n f e l d, Reinicken- dorfcrstraße 1, ihr der Kommission gegebenes Versprechen wieder zurückgezogen haben, nachdem sie in das Verzeichnis der zugelassenen Apotheken eingetragen waren. «» » In Buggenhagens Saal am Moritzplatz fand die zweite Versammlung statt. Hier referierte Dr. F r i e d e b e r g. Er wies darauf hin, daß die Centralkommission der Krankenkassen Berlins seit längerer Zeit mit den Apothekern wegen Gewährung eines Rezeptur- Rabatts in Unterhandlung gestanden, daß aber die Apotheker die Verhandlungen so lange hingezogen haben, bis es ihnen gelang, sich in einem festen Ring gegen die Kassen zusammenzuschließen, der nun die berechtigte Forderung strikte ablehne. Bei dieser Sachlage sei nun der Centralkommission nichts andres übrig geblieben, als durch das wirtschaftliche Kampfesmittcl des Boykotts den Ring der Apotheker zu sprengen. Dieses Vorgehen der Centralkommission verspreche Ersolg, denn hinter ihr stehen zwar nicht die meisten Kassen, aber die größte Zahl aller Kassenmitglteder "Z'5 kcrfelben— habe sich dem Boykott angeschlossen. Die im Gewerks-Krankenvcrein vereinigten Kassen seien durch einen schon früher� mit den Apotheken abgeschlossenen Vertrag gehindert, sich schon jetzt dem Boykott anzuschließen, sie würden aber den Vertrag kündigen und nachAblauf desselben demVorgehendcrCentralkommission beitreten. Die neue Maschinenbauer-Kasse mit 40 000 Mitgliedern werde sich schon am 10. Mai anschließen. Etwa 400 000 Kassen- Mitglieder in Berlin und den Vororten stehen jetzt hinter der Eentralkommission und unterstützen deren Vorgehen. Auch die Aerztevereinigungcn haben sich auf deren Seite gestellt. Der Sieg dieser Bewegung sei sicher, wenn alle Beteiligten am Kampfe teilnehmen. Dem beifällig aufgenommenen Referat folgte eine ausgedehnte Diskussion, an der sich mit Ausnahme eines Redners nur Vertreter der Naturheilkunde, besonders die Herren Canitz und Gerling beteiligten. deren Anhänger übrigens die Mehrheit in der Versammlung bildeten. Die Redner dieser Richtung begrüßten den Kanipf gegen die Apotheken mit Freude, hauptsächlich aber be- nutzten sie die Gelegenheit zu Propagandarcdcn für die Naturheil- künde. Die Ausführungen der Redner waren im allgemeinen sachlich; nur zum Schluß, als über eine Resolution abgestimmt iverden sollte, die dem Vorgehen der Centralkomniission Anerkennung aus- spricht und die Versanimelten zur Durchführung des Kampfes ver- pflichtet, da schlugen zwei Vertreter derNatnrheilknnde einen gereizten Ton an. Einer derselben beantragte zur Resolution einen Zusatz des Inhalts, daß approbierte Naturärzte zur Kasscnpraxis zugelassen werden sollen. Der Antragsteller wurde darauf aufmerksam gemacht, daß das. was er wolle, schon heute bei de» meisten Kassen bestehe, und daß es nicht angebracht sei, mit dem Kampf gegen die Apotheken Dinge zu verquicken', die nichts damit zu thun haben. Die Natur- heilkundigen bestanden aber auf ihrem Antrage, sie drohten andern- falls, da sie in der Mehrheit seien, bis ganze Resolution abzu- lehnen. Schließlich ließen sich die Herren jedoch durch Dr. Friede- b e r g eines besseren belehren. sie zogen ihren Zusatzantrag zurück und die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der Mord in der Schulzendorferstraße stand gestern zur Verhandlung vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I. Auf die Anklage des M o r d e s hat sich der Arbeiter Richard Müller zu vcrantivorten. Den Vorsitz führte Landgerichts- direktor Oppermann, die Staatsanwaltschaft vertritt Assessor K a tz, die Verteidigung führt Rechtsanwalt M e i d i n g e r. Es sind etwa 40 Zeugen geladen; als Sachverständige sind anwesend: die Gerichtsärzte' Dr.' Stürmer und Prof. Dr. Straßmann, Dr. A. Moll, Prof. P a g e I, Dr. Engels und Gerichts- chemiker Dr. I e s e r i ch.— Der Angeklagte Müller heißt mit Vornamen Richard Robert Julius, er ist am 14. Juli 1867 in Berlin geboren, evangelischer Religion und vielfach vorbestraft: das Strafrcgister beginnt mit einer Diebstahlsstrafe von 4 Wochen, die er im Jahre 1831 erlitten hat, es folgen mehrere kleinere Diebstahlsstrafen, dann im Jahre 1885 eine vierjährige Ge- sängnisstrafe wegen Raubes, einfacher und schwerer Körperverletzung, dann ein Monat Gefängnis wegen Körperverletzung und 1897 eine zweijährige Gefängnisstrafe wegen schweren Diebstahls.— Er wird beschuldigt, die am 14. Oktober 1900 im Keller des Hauses Schulzen- dorferstraße 7 ermordet vorgefundene 43jährige separierte Frau Auguste Nerger geb. Böttcher mit Vorsatz und Ueberlegung getötet zu haben. Ans der Vernehmung des Angeklagten bezüglich seiner Personalien ist folgendes hervorzuheben: Sein Vater war Schutzmann, seine Mutter ist Schneiderin. Im Jahre 1894 hat er sich verheiratet, die Ehe dauerte jedoch nur drei Jahre. Seine Ehefrau erfuhr, als er im Jahre 1897 zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, zu ihrem Erstaunen, daß ihr Ehemann schon so vielfach vorbestraft war, sie strengte sofort die Ehescheidungsklage an, und die Ehe ist dann auch aufgelöst und der Ehemann als schuldiger Teil erklärt worden. Die Frau behauptet, daß sie von dem Angeklagten außerordentlich roh behandelt worden sei, was der Angeklagte jedoch bestreitet. Seine Mutter war nach seiner Verheiratung zu ihm gezogen, nach ihrer Angabe hat er sie jedoch bald hinausgeworfen. Vor seiner Ehe hatte er ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen, das er gleickfalls roh behandelt und vergewaltigt haben soll. Das diesem Verhältnis entsprossene uneheliche Kind hat er mit in seine Häuslichkeit ge- nomnien, aus seiner Ehe entstand außerdem ein kleines Mädchen. Es wird behauptet, daß er auch das uneheliche Kind sehr roh bc- handelt und sogar versucht habe, es durch Ersticken aus der Welt zu schaffen. Nach Auflösung seiner Ehe hat er ohne eigentliche feste Wohnung hcruinvcgetiert und wiederholt auch in Herbergen Unter- kommen gesucht und gefunden. Zuletzt arbeitete er in der Fabrik von Schwer und will einen Wochcnlohn von 20 M. gehabt haben. Die ermordete Nerger will er näher nicht gekannt haben. Nach seiner Behauptung hat er sie nur gelegentlich bei Frau Wiunig in der Müllerstraße kennen gelernt, bei welcher die Nerger als Lnmpcnsorticrcrin thätig war. Der Ehemann Winnig ist Schuh- macher; bei ihm ließ der Angeklagte sein Schuhzeug reparieren, bei Frau Winnig ließ er seine zwei Hemden, die er besaß, und seine ArbeitSblnse waschen. Nach seiner Darstellung hat er am 7. Oktober die Nerger bei Winnig gesehen, aber nicht weiter mit ihr geredet. ES wird behauptet, daß der Angeklagte schon am 7. Oktober zu der Nerger gesagt habe, ob er nicht am nächsten Sonnabend, 13. Oktober, mit ihr. nach dem Cirkns gehen könne. Der Angeklagte be- streitet dies. Ucber die Vorgänge am 13. Oktober giebt der Angeklagte auf Befragen des Vorsitzenden folgende Dar- stcllung. Er sei an jenem Tage um 4 Uhr zu Winnigs gegangen und habe dort seine Arbeitsblnse gewechselt. Dann sei er Wiederau seine Arbeitsstätte zurückgegangen und habe bis 7 Uhr die Werkstätte aufgeräumt. Von seinem Wochenlohn von 20 M. habe er schon 3 M. voraus gehabt und deshalb nur noch 17 M. erhalten. Er sei dann mit dem Klempner Schulz und einem andren in das Schanklokal von Grundmann gegangen, wo er bis �«8 Uhr geweilt habe. Dann sei er zu Winnig gegangen, habe sich dort seine reparierten Stiefel geholt, 4.50 M. bezahlt und sein Hemde geivechsclt. Der Vorsitzende halt ibm jedoch vor, daß Winnigs behaupten, das Wechseln des Hemdes habe erst am nächsten Tage stattgefunden. Der Angeklagte bleibt bei seiner Behauptung. Als er bei WinnigS war. sei die Nerger auch dort gewesen, sie habe sich dann eine reine Schürze umgebunden und sei etwa zu gleicher Zeit mit ihm ans der Winnigschen Wohnung gegangen. Auf Ersuchen der Nerger habe er dann mit dieser in dem in demselben Hause, Müllcrstr. 7, belegenen Schanklokal je ein Glas Bier a 10 Pf. getrunken und dann habe sie ihm gesagt, er solle sie doch nach einer Kaschemme in der Ruhcplatzst'raße begleiten; Winnig habe am darauf- folgenden Dienstag Geburtstag und da wolle sie ihm ein Ständchen bringen lassen und dazu einen Leicrkastenmann be- stelle». Er sei dann in dem Schirmerichen Lokal. Ruhcplatzstr. 27, etwa um �'«9 Uhr abends eingetroffen und habe dort getrunken und mehrere Getränke zum Besten gegeben. Er bestreitet die Behauptung, daß die Nerger ihn bei Schirmcr einer Anzahl andrer Personen als „ihren neuen Bräutigam" vorgestellt habe und will die Nerger auch nicht umgefaßt haben, was von' andrer Seite behauptet wird. Er bc- hauptet, daß er gar nicht bei der Nerger gesessen, sondern am Billard gestanden habe, allerdings habe er für die Nerger bezahlt. Wenn Zeugen seine Darstellung der Vorgänge als unrichtig bezeichnen. so könne er auch hier nur wieder sagen, daß die Zeugen ihm nur etwas anhaben wollen.— Präs.: Was ist nun ivciter passiert?— Angekl.: Als wir an der Eisenbahnüberführung wäre», kam in der Müllerst'raße ein Unbekannter, den sie mit den Worten bc- grüßte: Na Haus, wo kommst Du her? Der fremde Mann sprach einige Worte mit ihr, dann gab ich ihr auf ihre Bitte 10 Pf., daniit sie sich ihr Haus aufschließen lassen könne und trennte mich von: ihr.— Präs.: Wie sah denn der Unbekannte aus?— Angekl. Er hatte meine Stawr, war aber etwas stärker.— Präs.: Hatte er auch solchen kahlen Schädel wie Sie?— Angekl.: Das iveiß ich nicht, er hatte ja einen Hut auf.— Präs.: Was für ein Hut war denn das?— Angekl.: Ein schwarzer Schlapphut.— Präs.: Was für einen Bart hatte er?— Angekl.: Einen schwarzen Schnurr- bart.— Präs.: Früher haben Sie gesagt, einen Vollbart.— An- geklagter: Nein, einen Schnurrbart.— Präsident: Sie wollen ja wohl diesen„Hans" schon früher einnial gesehen haben? � Angekl.: Ja wohl, in einer Herberge in der Fennstraße. Er war etwa 40 Jahre alt, trug eine graue Hose, eine braune Winterjoppe, gelbe Strandsticfel und hatte ein schmutziges rötliches Taschentuch, mit welchem er sich die Nase putzte.— Präs.: Früher haben Sie gesagt, der Mann habe eine schwarz und weiß gestreifte Hose geträgen. Haben Sie denn ein Taschentuch besesien?— A n q e k l.: Nein.— Präs.: Haben Sie nie ein solches besessen?— Angekl.: Im Juli hatte ich eins besessen, das war rot und weiß karriert, wo es geblieben ist, weiß ich nicht.— Präs.: Sie wissen, daß die Leiche einen � � � Knebel im Munde hatte, der aus einem schmutzigen rötlichen Taschentuch bestand. Es ist doch sehr eigentümlich, daß Sie gleich bei der Beschreibung, des unbekanten„Hans" auch ein ganz gleiches Taschentuch in dessen Besitz gesehen haben wollen.. Angekl.: Ich habe gesehen, wie sich der Unbekannte mit solchem Taschentuche die Nase putzte.— Präs.: Sie behaupten auch, daß Sie den Unbekannten außer in der Fcnnstraße auch schon einmal in einer Kaschemme in der Anguststraße gesehen haben?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Wo ist denn der Unbekannte geblieben?— Angekl.: Das weiß ich nicht.— Auf weiteres Befragen des Präsidenten, wo der Angeklagte geblieben als er sich von der Nerger getrennt hatte, erklärte der Angeklagte, daß er eigentlich nach der Herberge in der Fennstraße wollte, dort aber nicht mehr hinein konnte und sich deshalb nach der Wiefenftraße be- geben habe, um dort im Asyl zu nächtigen. Vor dem Asyl hätten 5—6 Menschen gestanden, denen er sich zu- gesellte. Man habe aber vergeblich geklingelt, das Asyl sei nicht geöffnet worden. Darauf sei er nach einem Lokal in der Lindower- straße gegangen, wo er ein Glas Bier getrunken habe. Es könne etwa 2W Uhr gewesen sein, als er aufgebrochen sei und sich nach der Müllerstraße 32 begeben habe, um dort den Rest der Nacht in einer Schankwirtschaft zuzubringen, die um 3 Uhr geöffnet zu werden pflege. An der Lindower- und Müllcrstraßen-Ecke habe er die Nerger zum zweitenmal getroffen, diesmal sei sie allein gewesen, „Hans" war fort. Die Nerger habe gern noch ein Glas Bier mit ihm trinken wollen, er sei deshalb mit ihr die Müllerstraße herunter nach der Chausseestraße gegangen. Der Präsident macht den An- geklagten darauf aufmerksam, daß er früher gesagt habe, er habe die Nerger bereits vor dem Lokal in der Lindowerstratze getroffen. Der Angeklagte bleibt bei seiner jetzigen Behauptung.— Präsident: Nach Ivelchem Lokal in der Chausseestraße begaben Sie sich nun mit der Nerger?"— A n g e k l.: Zu Senkel.— Präs.: Wußten Sie denn nicht, daß bei Senkel Fraucns- leute keinen Zutritt haben?— Angekl.: Ja, das wußte ich. Ich ging deshalb allein hinein, trank ein Glas Bier und brachte der Nerger, die draußen stand, eins heraus.— Präs.: Wohin be- gaben Sie sich nun?— Angekl.: Ich ging mit ihr durch die Schwartzkopffstraße, weil wir nach der Ackerstraße wollten. Als wir den Tunnel in der Schwartzkopffstraße erreicht hatten, mußte ich einmal austreten, und als ich wieder zurückkam, war die Nerger verschwunden. In der Richtung»ach der Ackerstrahe zu war sie nicht zusehen, ich weiß nicht, wo sie geblieben ist.— Präs.: Wohin gingen Sie dann?— Angekl.: Nach der Ackerstraße, wo ich noch mehrere Gläser Bier getrunken habe.— Der Angeklagte will von diesem Zeitpunkt an so angetrunken gewesen sein, daß er genaue Rechenschaft über die späteren Vorkommnisse nicht mehr zu geben vermöge. Obgleich er gewußt habe, daß er ins Asyl nicht mehr hinein konntc, will er sich doch wieder nach der Wiesen- straße begeben, sich auf einen Prellstein am Eingange des Asyls gesetzt haben und dort eingeschlafen sein. Als er etwa um 5 Uhr morgens erwacht sei, habe er sei» Portemonnaie vermißt, das er in der rechten Tasche seines Beinkleids gehabt habe. Es mußten gegen 12 M. darin gewesen sein. Er habe es schließlich in der Jackett- tasche wieder gefunden, der Dieb habe es aber geleert, nnr einen Pfennig habe derselbe ihm gelassen. Es sei ihm der Gedanke ge- kommen, daß er vor einigen Wochen einem Manne, mit den: er einnial zusammen genächtigt habe und von dem er nur wisse, daß er„Emil" heiße, eine Mark geliehen habe. Er sei nach der Müller- straße gegangen und hier zufällig dem„Emil" begegnet. Er habe ihm' erzählt, daß er„gefleddert" worden sei, worauf sein Bekannter ihm abschläglich 35 Pf. von der Schuld abgetragen habe. Des weiteren will dann der Angeklagte eine Tasse Kaffee in einem Kasfeelokal getrunken habe» und dann etwa um 7 Uhr an seiner Arbeitsstätte in der Müllerstraße 1, wo Gasröhren gelegt wurden, eingetroffen sein. Auf Befragen giebt der Angeklagte zu,� daß er einmal, etwa um 9 Uhr, die Arbeit verlassen und bei Winnigs vor- gesprochen sei. Er behauptet, daß ihn der Meister weggeschickt habe, um noch Arbeitszeug zu holen; bei dieser Gelegenheit sei er bei WinnigS mit herangegangen, um dort eine Taste Kaffee zutrinken.— Präs.: Sie hatten aber doch angeblich schon eine Taste Kaffee ge- trunken und eine Schrippe dazu gegessen, obwohl Sie sehr wenig Geld hatten. Nun ließen Sie sich noch eine Tasse Kaffee geben und atzen auch etwas Pflaumenkuchen für 10 Pf. Die Winnigs behaupten nun aber, daß sie erst bei dieser Gelegenheit das Hemde ge- wechselt haben, was Sie angeblich schon Tags vorher dort ge« wechselt habe» wollen.— A n g e l l.: Das ist nicht wahr! Hierauf tritt eine Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wird die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er bei seinen ersten Vernehmungen grundverschiedene Angaben über sein Zusammentreffen mit der Nerger und die Vorgänge in der Nacht zum 14. Oktober gemacht habe. Der Angeklagte giebt dies zu und weiß eine Aufklärung hierüber nicht zu geben. Er schiebt alles auf sein Zartgefühl, in welchem er sich geniert habe, zu sagen, daß er auf der Straße kampiert habe. Insbesondere hat der Angeklagt«. zunächst versucht, glauben zu machen, daß er in der Nacht im Asyl in der Wiesenstraße zugebracht habe, bis ihm die Möglichkeit dieses Nächtigcns entschieden bestritten wurde. Die Zeugenvernehmung. Kriminalinspektor K l a t t, der diese Sache bearbeitet und die ersten Vernehmungen des Angeklagten vorgenommen hat, schildert die zahlreichen Widersprüche und Unwahrheiten, auf welche der An- geklagte bei seinen Vernehmungen festgenagelt werden konnte. Er hat erst immer kleckerweise die Unwahrheiten zugegeben, nachdem er gesehen, daß polizcilicherseits schon gegenteilige Feststelliingc» ge- macht worden waren. Roch ehe der Kriminalpolizei bekauut war, daß in dem Munde der Leiche ein rotes Taschentuch stach, hat der Angeklagte schon betont, daß er bei dem angeblichen „Hans" ein rötl'iche's Taschentuch gesehen habe. Nach der Bekundung des Zeugen Franz Mellenthin ist das Haus Schulzendorferstrahe 7 stark bevölkert, es wohnen auch viele Schlafburschen dort und die Hausthür steht des Nachts vielfach offen. Dies ist in den Kreisen der Prostituierten jener Gegend bekannt und diese benutzen die Schlupftvinlel des Hauses ofl zu den Zwecken ihres schimpflichen Gewerbes. Der Zeuge wohnt in jenem Hause parterre, in dem unter seiner Wohnung belegenen Keller hat er seine Maler-Werkstatt. Er crivachte in der Nacht zum 14. Oktober von einem großen Lärm und Gcivinscl, das ihm zuerst wie Katzen- geschrei vorkam. Die Uhr schlug kurz darauf 4. Dann schien es ihm so, als ob auf der Kellertreppe etwas polterte und er hörte, daß die Lattenthür des Kellers in einem Zwischenraum von etwa 10 Minuten zweimal anschlug. Die unartikulierten Laute, die der Zeuge für Katzenmusik hielt, dauerten eine Zeitlang an und wurden dann immer schwächer und schwächer, bis der Zeuge einschlief. Am nächsten Morgen ist der Zeuge mit seinen Gesellen in seinen Werkstatt- Keller gegangen, ohne daß ihm in dem Vorflur etwas auffiel. Erst als nach einiger Zeit der Vertvaltcr kam, bemerkte dieser etwas, was er für einen Sack hielt. Auf Ersuchen des Verwalters zündete der Zeuge in seiner Werkstatt eine Lampe an und als er damit umher- leuchtete, sah man eine Frauensperson in einer Blutlache liegen. Der Verwalter benachrichtigte sofort die Polizei, die auch alsbald erschien. Es wurde dann festgestellt, daß in den Mund der Leiche ein Tuch so tief hineingedrückt war, daß es kaum z» sehen war. Aehnliche Beobachtungen haben die, Zeugen Tempelhagen und Lehmann gemacht. Hieran schließen sich die Aussagen von Beamten deS Asyls in der W i e s e n st r a ß e, aus denen hervorgeht, daß die Angaben des Angeklagten, über sein Nächtigen im Asyl und über sein angcb- liches Schlafen auf dem Prelleisen am Hausthor des Asyls nicht wahr sein können. Der Angeklagte hat übrigens ganz neuerdings in einer Eingabe an den Staatsanwalt erklärt, daß er diese seine Behauptungen„retour" nehme und bitte,„diesen Teil aus der An- klage wegzustreichen." Auf Veranlassung des Staatsanwalts muß der Angeklagte sich mit der blauen Bluse und dem Halstuch bekleiden, die er bei seiner Verhaftung trug und ebenfalls seinen ivcichcn Filzhut aufsetzen. Die Zeugin B a t h k e verbüßt zur Zeit eine Strafe im Weiber- gefängnis in der Bannmstraße. Sie bekundet, daß fie sich in der Nacht zum 14. Oktober mit andren Prostituierten in der Müller- und Schulzendorferstraße aufgehalten habe. Als ein Kriminal- beamter sich genähert habe, seien sie nach dem Hause Schulzendorfer- straße 7 geflüchtet, lvelches stets offen zu stehe» pflegte. Die Zeugin ist in das Quergebände auf dem ersten Hof gelaufen und hat sich dort in einem Flurwinkel etwa Ve Stunde lang versteckt gehalten. Als sie dann wieder auf die Straße getreten sei, habe sie vor dem Hause die ihr bekannte Frau Nerger mit einem Worleben des Angeklagten on Angaben machen. Auf den Antrag des Staatsanwalts wird während dieses Teils der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschloffen, da Sachen zur Sprache tommen sollen, die sich auf perverse Neigungen des Angeklagten beziehen, die bei der Erörterung in betreff des Beweggrunds zu der Mordthat in Betracht kommen können. Dann wird die Sigung bis Freitagvormittag 9 Uhr vertagt. Lokales. M in Aus den Nachbarorten. entwanden der un Manne stehen fehen. Die Beugin habe zurüdtreten Das Ortsftatut, betr. Ausdehnung ber Kranten Ver 1 danken ausgegangen fein, baß fie den Berlinern die japanische Kunst ehesten mundgerecht wollen, weil sie befürchtete, der Mann sei ein Kriminalficherung auf die Hausindustrie, liegt seit Anfang dieses am mache, ivenn fie das sonst beamter, die Merger habe ihr aber gefagt, fie brauche sich nicht zu Jahres beim Oberpräsidenten zur Genehmigung. Obwohl nun die so vornehme Haus eine Art Tingeltangel verwandle. fürchten. Der Mann habe der Größe und der Kleidung nach aus- städtischen Behörden in Aussicht genommen hatten, daß das Statuto liefen denn die Kellner mit Bier herum und eine kleine Musikkapelle wollte gar nicht aufhören, dem Publikum die allernicht wieder zu erkennen. Die Merger habe sich mit ihrem Begleiter am April 1901 in Kraft treten solle, hat der Oberpräsident bis banalſten Märsche vorzuspielen. Endlich teilte sich doch der Vorhang; nach der Müllerstraße zu entfernt. Es müsse gegen 4 Uhr morgens heute noch keine Zeit gefunden, die Genehmigung oder Versagung ein europäisch gebildeter Japaner sprach auf Deutsch ein paar im gewesen sein. auszusprechen. Wenigstens sollte man doch erwarten, daß sich der weiten Saal verhallende Worte und nun erschienen wirklich die acht en, daß der Oberpräsident barilber auget, man bo Die folgenden 8eugen sollen über das ob er an der Faffung des Statuts Geisha. Kleine Puppen, so zierlich und piepsig, als ob sie aus dem etwas auszusehen hat, oder nach welcher Nichtung sich seine Wünsche Schaufenster von Bette, Bud u. Lachmann fämen. Die meisten und Anschauungen sonstwie bewegen. Nichts von alledem ist bis hockten auf dem Teppich nieder und spielten auf einer Art Guitarre eine givareinförmige, aber dennoch eindrucksvolle Melodie heute geschehen, die Sache schläft. Diese mittelalterliche Langsamkeit ist um so unverständlicher, als zu dem ummelodischen Gesang, den zwei oder drei aus dem Ortsstatut eine die hiesigen Verhältnisse umfassende Dentschrift der Gesellschaft unter Fächerspiel und seltsam- ceremoniösen Be wegungen zum besten gaben. Auf dem Programm wurden diese beigegeben ist, ein Produkt langjähriger und sorgfältiger Erhebungen. unverständlichen Darbietungen als gefchichtlich- dramatischer Tanz, 3wing- uri." Ueber ein sonderbares Renkontre, das schließ gefchichtlicher Tanz und feierlicher Tanz ausgeboten. Man gähnte lich zu einer Duellforderung führte, wird einem hiesigen und ris Wize, wie die Japaner es thun würden, wenn wir die Blatt berichtet: Als dieser Tage ein Wagen der Straßenbahnlinie ihnen aufführten. Die Situation war fritisch für die kleinen Geisha, feierliche Prozedur etwa einer patriotischen Denkmalseinweihung vor Mittelstraße- Pankow an der neuen Alexander- Kajerne vorbeifuhr, Die Stadtverordneten Versammlung widmete den größten lächelnd: 3 wing- ri." Ein gleichfalls auf dem Perron befind aufgeführt; die Büppchen mit den abgezirkelten Bewegungen fagte ein auf dem Hinterperron stehender Herr zu seinem Nachbar als sich plöglich das Bild verwandelte. Ein nedisches Spiel ward Teil ihrer gestrigen Sigung der Erörterung des Streits, der licher Offisier mischte sich darauf in das Gespräch, und es tam wurden lebendig, lachten graziös und zwischen der städtischen Bauverwaltung und einem beim Bau zu recht heftigen Auseinandersetzungen, die schließlich in einem geschicktesten ihrer Gefährtinnen ein Sleidungsstück nach dem des Märkischen Museums beschäftigt gewesenen artenwechsel gipfelten. Gin wackerer Offizier, der zu Ehren land. In Japan soll das Spiel noch weiter getrieben werden. andern, bis diefe in allen Büchten im rotfeidenen Hemd das Unternehmer ausgebrochen ist. Bei den Arbeiten zur Funda- der Alexandrinerrede selbst vor einer Gesetzwidrigkeit nicht zurück Diese Neckerei wurde für so passabel gehalten, daß sie wiederholt stand. In Japan soll das Spiel noch weiter getrieben werden. mentierung dieses Baues hatten sich nachträglich Schwierigkeiten ge- schreckt. Ob der Privatmann thöricht genug ist, eine Duellforderung werden mußte. Die japanische Tanzkunst hatte nun doch Verständnis Diese Neckerei wurde für so pafiabel gehalten, daß sie wiederholt zeigt, die den Unteenehmer, Herrn Rathszimmermeister Meyer, zu anzunehmen? gefunden und als die kleinen Geisha sich hierauf unter das Bublifum Spät erkennen ließen, daß er sich verrechnet hatte. Die Bauverwaltung Proteft erhoben hat das Polizeipräsidium beim Magistrat mischten, zeigten sie, daß sie auch in der europäischen Kultur nicht hatte ihm bereitwillig eine Entschädigung für die ihm entstandenen gegen die von der städtischen Baudeputation beabsichtigte Kaffierung ganz unbewandert waren. Sie etablierten nämlich einen Handel mit Mehrausgaben gewährt, Herr Meyer hatte aber noch ein Ertrageschäft der Syltenstraße. Bekanntlich sollte dieser neu erbaute Ansichtspostkarten. dabei machen wollen und der Bauverwaltung eine erheblich über Straßenzug geschlossen werden, weil städtischerseits beabsichtigt die gewährte Entschädigung hinausgehende Rechnung aufgestellt wird, auf demselben, sowie auf den angrenzenden Ländereien einen Stein- und Stätteplaz neben dem neu erbauten Krankenhause in der Der Magistrat wünschte die Entscheidung des Streits durch ein Seestraße zu errichten. Der Proteft des Polizeipräsidiumis geschieht Die Charlottenburger Stadtverordneten- Bersammlung Schiedsgericht. Der mit der Prüfung der betreffenden Vorlage be- auf Veranlassung der Ortsgemeinde Tegel, welcher durch Kaffierung erledigte in ihrer Sigung am Mittwoch nicht weniger als 21 Borlagen, auftragte Ausschuß wollte dagegen den Unternehmer auf den Klage der Sylterstraße eine wichtige Verbindung mit Berlin abgeschnitten darunter eine betr. den Bau des neuen Krankenhauses auf weg verwiesen wiffen. In der Versammlung entspann sich darüber wird. Westend. Es handelt sich um Mehraufwendungen in Höhe von 64 000. für das Operationshaus, das Badehaus und die centrale eine ungewöhnlich heftige, zeitweise recht lärmende Debatte. In das Die neue Schuhvorrichtung an den Wagen der Großen Lüftung der 8 großen Pavillons des Operationshauses und des richtige Licht wurde die ganze Angelegenheit aber erst durch unsern Ge- Berliner Straßenbahn, von denen bisher vier mit dieser Einrichtung Badehauses. Gegen die Bewilligung der Borlage wurde kein Einwand nossen Dupont gerüdt, der auf gewisse Vorgänge hinwies, die sich hinter versehen sind, ist gestern zum ersten male praktisch zur An- geltend gemacht, doch wurde von verschiedenen Seiten der Wunsch den Coulissen abgespielt haben, auf die Thatsache nämlich, daß Herr wendung gekommen und soll sich in diesem Fall be laut, der Magistrat möge sich in den Schranken halten, die in dem Meher durch ein Ausschußmitglied über den Gang der Verhandlungen währt haben. Nach der Darstellung eines Augenzeugen spielte Bauprogramm festgesezt sind. Stadtv. Sto st o d verstieg sich dazu, auf dem Laufenden erhalten worden ist. In namentlicher Ab- fich der Vorgang folgendermaßen ab: Ein junger Mann, der einen eine Resolution zu beantragen:" Die Stadtverordneten- Versammlung stimmung wurde schließlich mit 61 gegen 53 Stimmen der Ausschuß verließ den Wagen an der Ede der Münz- und Alten Schönhauser bewilligten Bausumme nicht eintritt, sondern daß die feiner Zeit in Straßenbahnzug der Linie Görliger Bahnhof- Moabit bennigt hatte, spricht die Erwartung aus, daß eine Ueberschreitung der ursprünglich antrag, Herrn Meher auf den Klageweg zu verweisen, angenommen. straße und ging um die Hinterplattform des Den Beschliffen, die die Versammlung im März über die wagens herum, um das zweite Geleise zu überschreiten, und nicht in Stompensationen für Objekte verwendet werden, die im KostenAnhänge Aussicht gestellten Ersparniffe auch thatsächlich erzielt werden und Gewährung von Ruhegeld und Hinterbliebenen den jenseitigen Bürgersteig zu erreichen. Er hatte jedoch anschlage nicht vorgesehen sind." Versorgung an städtische Arbeiter gefaßt hatte, war in nicht darauf acht gegeben acht gegeben, daß aus der entgegengesetzten Nach längerer Debatte, in der sich namentlich die beiden Vorzwei Bunkten die Zustimmung des Magistrats versagt worden. Der Nichtung ein Motortvagen der Linie Demminerstraße- Kreuzberg fteher für die Resolution ins Zeug legten, wurde dieselbe in nament Ausschuß war nach nochmaliger Beratung zu dem Beschluß gelangt, herausauste. Der Führer dieses Wagens konnte seinen mit Schutzlicher Abstimmung mit 27 gegen 20 Stimmen abgelehnt. der Versammlung zu empfehlen, hinsichtlich der Abzugs bringen, obwohl er die elektrische Bremse anzog und Gegenstrom beantragte der Magistrat, von der Uebernahme in eigne Stegie hinsichtlich der Abzugs vorrichtung versehenen Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Stehen Betreffend die Vergebung von Fuhrleistungen fähigkeit der Unfallrente dem Wunsche des Magistrats gab. In dem Augenblick, als die elektrische Bremse in Thätigkeit Abstand zu nehmen und die Fuhrleistungen für Straßenreinigung, Folge zu geben, dagegen in den geforderten Verzicht auf das so gefegt wurde, löfte sich das Fanggitter der Schutzvorrichtung aus Barkverwaltung. Straßenbesprengung und Feuerwehr dem Berliner genannte Wartegeld nicht zu willigen. Die Versaminlung hat und fenfte fich bis fast zum Straßenniveau; der junge Mann fiel Bartverwaltung, Straßenbesprengung und Feuerwehr dem Berliner Unternehmer Fricke zu übertragen. Darob großes Entdie Beschlüsse des Ausschuffes ohne Debatte acceptiert. Im Ausschuß auf das Gitter, erhielt jedoch hierbei einen so heftigen Stoß, feßen bei dem Konfervativen naat, der den Magistrat hatte der Oberbürgermeister die Erklärung abgegeben, daß vielleicht daß er etwa zivci Meter weit vorwärts geschleudert wurde. fchon schon als Mitglied der Internationale betrachtete und das ganze Pensionsstatut nicht zu stande fonimen werde, wenn die Er blieb wie betäubt auf dem Straßenpflaster liegen. als Pflicht der Verwaltung bezeichnete, einem Charlottenburger eilten aufregenden Vorfalles Bersammlung an dem Wartegeld- Baragraphen festhalte. Im Inter- Die Augenzeugen des Unternehmer den Zuschlag zu erteilen, obwohl das die Stadt einige esse der städtischen Arbeiter ist zu wünschen, daß der Magistrat wenigen Sekunden von seinem Schreck erholt und konnte dem nahme in eigne Regie eintrat, wies die Forderung des Herrn Knaak Berunglückten zu Hilfe. Dieser hatte sich aber schon nach tausend Mart mehr kosten würde. Genosse Baafe, der für lebergegenüber dem aufs neue belundeten Willen der Versammlung seinen Schaffner seine Nationale angeben, Dann entfernte er sich, als ob zurück, indem er dessen pfahlbürgerlichen Standpunkt charakterisierte. Widerstand aufgiebt. überhaupt nichts passiert wäre. Der Probift" hatte nicht die ge- Wahrscheinlich befriedige Herr Senaat seine gesamten Bedürfnisse ringste Verlegung erlitten. Zweifellos würde, wenn der Wagen in Charlottenburg; vielleicht mache er mur bei dem Bier nicht mit der neuen außvorrichtung verfehen gewesen wäre, ber eine Ausnahme,( Seiterleit), seine geistige Nahrung beziehe junge Mann bei dem Unfall getötet oder doch mindestens lebens- er giveifellos nur daher, denn seine Anschauungen über die gefährlich verwundet worden sein. Socialdemokratie seien durchaus Provinz. Herr Knaat war darüber Modernste Arbeiterfürsorge. " dem es Ueber den Kampf, den die Verwaltung des Sanatoriums Gütergo gegen den Vorwärts" führt, haben wir schon früher berichten müssen. Es wird noch erinnerlich sein, daß die VerDie Ordnung bei den Stadtverordneten Wahlen. Der so aufgebracht, daß er nichts andres zu erwidern wußte, als, er lasse waltung im Herbst vorigen Jahres den Zeitungsredaktionen, die zweite Senat des Ober Verwaltungsgerichts hat bezüglich der Beit- sich von Herrn Baate nicht vorschreiben, wo er sein Bier trinken solle. bisher ihr Blatt unentgeltlich dem Lesesaal des Sanatoriums über bauer des Wahlatts bei den Stadtverordneten- Wahlen den Grundsatz Das Gelächter, das diesen Worten des konservativen Führers von viesen hatten, die Mitteilung zugehen ließ, daß Tageszeitungen vom aufgestellt, daß nur die Bestimmung eines Anfangtermins erforderlich Charlottenburg folgte, wird ihn hoffentlich darüber belehrt haben, 1. Oftober ab im Sanatorium nicht mehr ausgelegt werden sollten fei. Werde aber zugleich ein Endtermin festgesezt, dann müsse der daß die Stadtverordneten Bersammlung denn doch auf einem andren Die Vorlage und daß man daher von der ferneren Zusendung der Blätter ab- ablvorstand unter allen Umständen auf das Erscheinen der Wähler Niveau steht als der konservative Bürgerverein. fehen möge. bis zu diesem Termin warten. Demnach dürfe die Wahlhandlung wurde einem Ausschusse überwiesen, dem auch Genosse Baale ai Wir zeigten damals gleich, daß diese Verfügung ihre Spize frühestens erst dann geschlossen werden, wenn die Wähler, die sich gehört. bis zum Endtermin in dem Wahllokal eingefunden, zur Stimm- Der Beschluß der Gemeindevertretung von Pankow, gegen die socialdemokratische Presse kehrte, da diese fast abgabe verstattet worden seien. Ein Schluß des Wahlatts- 250 Proz. Realsteuer- Buschläge zu erheben, ist vom Landrat des allein für die im Sanatorium verpflegten Arbeiter in Betracht kommt. mittelbar mit dem Ablauf der festgesezten Stunde, der ohne Rücksicht Streises Niederbarnim, Herrn v. Treschow, nicht genehmigt worden. Der Arbeitervertreter Verein befaßte fich, leider ohne Erfolg, darauf- darauf erfolge, ob zu diesem Zeitpunkt noch wähler erschienen feien, Die Gemeidevertretung hat nun beschlossen, 240 Broz. zu erheben. hin mit dem reaktionären Verbot und bezeichnete den Vorsigenden stelle sich als eine Unregelmäßigkeit dar, die dann die Wahlen uns der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt Berlin, Herrn gültig mache, wenn sich nach Lage der Umstände bei einem ordnungsDr. Freund, als dessen Veranlaffer. Welche Mächte Herrn mäßigem Verfahren möglicherweise ein andres Wahlrefultat ergeben Dr. Freund zu der Maßnahme gedrängt haben, entzieht sich natür- hätte. lich der Feststellung; doch geht man wohl nicht fehl, wenn man an Ueber die Stellung des neuen Polizeiministers zu den nimmt, daß jene Kreise, welchen die Sudelschriften des gewerbs schönen Künften weiß ein hiesiges Blatt folgendes zu berichten: mäßigen Socialistenverleumders Pastor Hülle für die geeignetste Eine weniger strenge Variété Censur wird in Interessenten Arbeiterlektüre halten, ihre Hände bei der Sache im Spiel hatten. freisen von dem Wechsel im Ministerium erwartet. Dem neuen Eine magistratsoffiziöse Mitteilung, die dann am 7. Ollober Minister des Innern. Herrn v. Hammerstein, geht der Ruf voraus, vorigen Jahres erschien, beschönigte die Verordnung unter allerhand gehende Toleranz geübt hat. daß er bei aller Strenge in Kunstfachen in den Reichslanden weitSowohl in den Kreisen der Ausflüchten und wies zugleich darauf hin, daß es ja den einzelnen variété Direttoren als auch seitens der Artisten, die fleglingen völlig überlassen bleibe, welche Tageszeitung feit einiger Zeit schwere Selagen gegen die Handhabung der Censur fie sich beschaffen wollen. erheben, sest man hoffnungen auf den neuen Minister, und hat deshalb von einer geplanten Protestversammlung Abstand genommen." " Nummehr treibt die Verwaltung des Sanatoriums die Bevormundung so weit, daß sie den Intentionen der Behörde entgegen den Pfleglingen auch den Privatbezug unsres Blatfes unmöglich Auch die gute Gesellschaft würde es dem Polizeiminister Dant macht. Ein Pflegling hatte den Vorwärts" vom 1. Mai ab durch wissen, wenn er sich der appetitlichen Zote gegenüber liberal zeigte. die Bost bestellt. Gestern erhielt unsre Expedition vom Bost. Das verpflichtet fa in der Politit zu gar nichts. Beitungsamt das Bestellformular zurück mit dem Vermerk: Das Eine Leichenverwechslung ereignete sich Mittwochnachmittag Exemplar des„ Vorwärts" bitte zurückzuziehen, da das Sanatorium auf dem Friedhofe in Lichtenberg. Der im Krankenhause am Friedrichshain verstorbene verwitwete Webermeister Martini war zur " 1 die Annahme entschieden verweigert. Das ist wohl einer der unerhörtesten Fälle, die auf dem Gebiete moderner socialer Fürsorge vorgekommen sind. Bisher find nur die Insassen der Gefängnisse und Zuchthäuser einer ähnlichen Maßregel unterworfen worden. Sollen fortan die Pfleglinge in Gütergos in diesem Punkte den Strafgefangenen gleichgestellt werden? Wo nimmt die Verwaltung, so fragen wir, das Recht her, den Kranken den Empfang ihrer Postfachen unmöglich zu machen? Glaubt sie, daß die Erbitterung, welche derartige unerhörte Bevormundungen er zeugen, für die Pfleglinge von Heilsamer Wirkung find? Es ist wohl als sicher anzunehmen, daß diese neueste That preußischer Socialpolitik geeigneten Orts nach Gebühr zur Sprache gebracht In dem Kursus für häusliche Krankenpflege, den die hiesige Ortsgruppe des Deutschen Vereins für Volts hygiene im Architektenhause, Wilhelmstr. 92/98, veranstaltet hat, spricht am Freitag, abends 8 Uhr, Herr Streisarzt Dr. Dietrich über: Das Verhalten bei Freitag, den 17. d. M., anstedenden Erkrankungen in der Familie". schließt Herr Dr. Beerwald diesen Kursus mit einem Vortrage über: Psychische Krankenpflege".] " 1 Briefkasten der Redaktion. The juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Tonnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. G. 3. 100. Borsitzender des Mietervereins ist Herr Bahrfeld, Solnis straße 30. N. Korn. R. 691. Diese Artikel werden von der Sandelsstatistik nicht im befondern erfaßt, sondern verstecken sich nach den Hauptstoffen, aus denen die einzelnen Artikel bestehen, unter verschiedene Posten der Statistit, wo sie mit Artikeln andrer Zwedbestimmung zusammen angeschrieben werden. Wir tönnen deshalb Ihre Frage nicht beantworten. 9. 42. Ju Bureau der Gesellschaft, Friedrichstr. 218. 21. 15. Die Simon und Ella Böhm- Stiftung wird durch ein Kuratorium verwaltet, an beffen Spize Stadtrat Mamroth, Rathaus, Zimmer 50, steht. Friedrichsberg. 1. Dasjenige, was die Erben von ihrem Vater bei Beerdigung in die dortige Leichenhalle verbracht worden. Die Be- dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben( das ist: was einem Kinde erdigung ging unter Teilnahme von Anverwandten, die die Leiche noch mit Rücksicht auf seine Verheiratung oder auf die Erlangung einer selbstzuvor besichtigt hatten, vor sich. Am Abend, als sich die Ver- ständigen Lebensstellung zur Begründung oder zur Erhaltung der Wirtwandten noch über den Verstorbenen unterhielten, erhob ein Bruder schaft ober der Lebensstellung von dem Bater zugewendet war), ist bei der desselben plöglich Zweifel an der Identität der Leiche. Sie wurden Erbauseinandersetzung unter einander zur Ausgleichung zu bringen, soweit von andern bestärkt, denen der Sarg nicht der Bestellung gemäß zu nicht der Vater im Testament oder bei der Ausstattung ein anbres angeordnet hat. 2. Siegt keine andre testamentarische Verfügung vor, so erhält in entsprechen schien. Der bald herzugeholte Sargfabrikant erklärte gleich Ihrem Fall die Wittwe jedes der Kinder 3 bes Nachlasses. 3. Was falls, daß der ihm beschriebene Sarg nicht der von ihm gelieferte fein sie anführen, ist kein Enterbungsgrund. 4. Einigen Sie sich mit tönne. Am Donnerstagfrüh begab man sich nach dem Friedhof und den andern Erben nicht, fp fönnen Sie bei dem Amtsgericht, dort stellte sich denn auch bald heraus, daß man in der That an in defsen Bezirk der letzte Wohnsitz des Verstorbenen lag, Nachlaßregulierung Stelle Martinis eine Leiche beerdigt hatte, die erst Freitag beerdigt beantragen und eventuell späterhin flagen. Fetter wird durch die gerichtwerden sollte. Auf Verlangen der Angehörigen wurde darauf die lichen, fostspieligen Schritte in der Regel ein Erbteil nicht. falsche Leiche wieder ausgegraben und nach der Leichenhalle zurück- Jawohl; außerdem kann Sie bei der Polizeibehörde Ersatz der verlorenen Starten beantragen. 2. H. 73. Sie müssen einen Geburtsschein sich vom gebracht, die Leiche Martinis aber in das Grab befördert. Standesbeamten ausstellen lassen. Kostenpunft 50 Pf. 27. M. Der Bes Der Deutschen Tageszeitung" macht es Kopfschmerzen, daß ein unbekannter Mann zwischen Berlin und Tempelhof beim anvalidenrenie, wenn für ihn mindestens 200 Marten geklebt sind. Am Auf dem Irrtum eines Berichterstatters beruhte die Meldung, treffende tann Sie nicht ermittieren, sondern müßte zunächst tlagen. R. E. 2. Ihr erwerbsunfähiger Schwiegervater hat Anspruch auf daß die Berliner Stadtväter, welche zu Aufsichtsräten der Abspringen vom Straßenbahnwagen seinen Tod gefunden habe. zweckmäßigsten richtet er ben Antrag direkt an den bortigen invalidenrente, wenn für ihn mindestens 200 Marken geklebt sind. Am Elektrischen Straßenbahnen- Aktiengesellschaft gewählt worden sind, Der Mann ist, wie festgestellt wurde, nur leicht verlegt worden. aus diesem Amt einen Nebbach ziehen könnten. F., Blumenstr. 1. Der Kollefteur hat nichts zu beanspruchen. 2. Sie Das Organ für agrarische Liebesgaben frägt:" Neugierig darf man darauf sein, Echte Geisha waren am Mittwochabend in der Philharmonie fönnen sofort nach erfolgter Ziehung bei dem sächsischen Staat den Gewinn 8. L. Keins von beiden ist zu empfehlen. A. K., Lüne welche Tantiemen der neue Aufsichtsrat für sich festiegen wird. zu sehen. War es einzig die Popularität der mit unerschrockener erheben. Herr Singer dürfte dabei in einen Gewissenskonflikt kommen, da er Ausdauer immer wieder im Central- Theater aufgeführten Operette g. 1. Ein folches Urteil ist nicht ergangen. 2. Die Berufung hätte kaum Aussicht auf Erfolg. A. N. 479. Ihre Anfragen find, wenn den Kapitalismus von jeher verabscheut hat. Oder nicht?" des Herrn Sidney Jones, oder spielte ein ethnographisches Interesse Ihre Geburt im schleswig- Holsteinschen Gebiet erfolgt ist, nach den damals Das Agrarierblatt muß sich schon eine Enttäuschung gefallen mit? Genug, die Ankündigung einer Geisha- Vorstellung hatte den für die Provinz Schleswig- Holstein geltenden Gefeßen zu entscheiden, und laffen. Denn die Stadtverordneten Esmann, Dinje, Jatobi und großen Saal stattlich gefüllt, und in der vielseitig gemischten Gesell- unter dieser Voraussetzung wie folgt zu beantworten: 1. a) und b) Nach Singer, sowie die Stadträte Bohm und Dr. Weigert mit dem fchaft mochte die japanische Kolonie vollzählig vertreten sein. Leider Gerichtsgebrauch einer Anzahl holsteiner Gerichte fonnte auf Schadensersas Magistratsaffeffor haben sich verpflichtet, die ihnen statutenmäßig zu waren die Herren Japaner im abendländischen, ihnen besonders wegen unerfüllten Eheversprechens innerhalb 30 Jahren geklagt werden und stehenden Tantiemen an die Stadttasse abzuführen. Nur schlecht stehenden Gesellschaftsanzuge erschienen, während eine lebenslängliche ſtandesgemäße Alimente oder Stapitalabindung wird für angemessen erachtet. Wenden Sie sich also an einen Anwalt. 2. und 3. Ja. der Direktor Schwinger wird danach noch Lantiemen beziehen chinesische Familie selbstbewußt in der buntseidenen Tracht ihrer Nach holsteiner Recht waren Alimente so lange zu zahlen, bis das Kind tönnen. östlichen Heimat sich unters Publikum sezte. Nicht ohne Opfer an einen eignen Stand ergreift oder das 18. Jahr zurückgelegt hat. Da die Die in Betracht kommende Straßenbahn- Gesellschaft ist eben Geduld fonnte der Anblick der japanischen Theemädchen erkauft sonst in 4 Jahren verjährbaren Alimente noch nicht Ihrem Antrage und teine Laurahütte und unser Parteigenosse Singer ist kein Kardorff. I werden. Denn die Leitung des Unternehmens mochte von dem Ge- ihrer Berechtigung nach feststehen, ist Verjährung nicht eingetreten. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wetter in Gr..Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: h. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. wird. Landrat.