Nr. 109. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Quittung. " Sonnabend, den 11. Mai 1901. Inspektion unterstellt insgesamt 4302 Betriebe gegen 4118 in 1899; revidiert wurden 1619= 37,6 Proz. der Betriebe, gegen 1520= 36,9 Proz. im Vorjahre. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. bezeichnend ist für die Milde, mit der Frau Justitia solche Delikte ansieht. Ein beliebtes Mittel, die gesetzlich firierten Pausen ganz oder teilweise zu nichte zu machen, ist die VerIm Monat April gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Die Thatsache, daß auch nach erfolgter Vermehrung der wendung der jugendlichen Personen zum Essenholen oder zu Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Streis 300,-( darunter Bezirke und des Aufsichtspersonals noch nicht einmal die sonstigen Botengängen. Die Beamten mußten immer und Schneiderwerkstatt Schimmler 10,-). 2. Kreis 150,-( darunter Hälfte der revisionspflichtigen Betriebe alljährlich einer immer wieder diesem Unfug, zu dem sich manche Arbeitgeber Süd 3,-, Rheinbaben 1,-, Ueberschuß vom Wahren Jakob" Revision unterworfen wird, zeigt sattsam die Berechtigung für völlig berechtigt hielten, entgegentreten. durch Schröder 3,-) 3. Streis 1500,- 4. Streis Ost 1000,- unsrer Forderung auf weitere Vermehrung des Personals. Eine bedauernswerte Rückständigkeit zeigt eine Mit( darunter v. d. Genoffen des 160. Stadtbezirks 30,40, v. d. Arbeitern Die Regierung hat vor kurzem auf den socialdemokratischen teilung, wonach die Mütter von 12 schulpflichtigen Kindern, v. F. Landre 5,-.) 5. Streis 300,-( darunter Gefellenfeier Antrag, den Fabrikinspektoren Hilfskräfte aus dem die in einer Schachtelfabrik arbeiteten, sich sehr aufgeregt bei Lüdicke 2,10.) 6. Kreis, Schönhauser Vorstadt 1050, ( darunter A. B. Mister 2,-, für einen Regenschirm 4,-). 6. Streis, Arbeiterstande beizugeben, erklärt, sie müsse erst ab und entrüstet" über das Verbot der Kinderbeschäftigung Moabit, 404,92( darunter J. G. 3,-, 2 Destr., 1 Belg. 1,20, Paul warten, in welcher Weise sich der Geschäftsgang und die zeigten. Jetzt machen die Kinder zu Hause die SchachtelGrus 5,-). 6. Streis, Wedding und Oranienburger Vorstadt, 1000,- Thätigkeit der gewerblichen Aufsichtsbehörden in den deckel, die Mütter und erwachsenen Geschwister die Schachteln ( darunter Franzens Abschied 1,20). 6. Kreis, Rosenthaler Vorstadt nächsten Jahren gestalten werde, bevor sie zu dem in der Fabrik fertig", bemerkt der Bericht lakonisch. Die und Gesundbrunnen, 250,- Berlin, diverse Beiträge: Von zwei Antrag Stellung nehmen könne. Wir dächten, die un- Kinderbeschäftigung besteht also nach wie vor, dank der liebeMöbelpolierern, Anklamerstr. 32, 1,-. Mechanische Werkstatt zureichende Mechanische Werkstatt zureichende Zahl der Revisionen genüge schon, um vollen Fürsorge der eignen Mütter. Und doch tragen diese 23. Niewe, Kranzüberschuß, 2,20... 75, 3. B. 25, die Notwendigkeit einer alsbaldigen Vermehrung des Personals nur den kleinsten Teil der Schuld an der ihren Kindern zuUeberschuß der Sechsertasse der Buchdruckerei vont Baß außer Frage zu stellen. Daß sich hierzu geeignete Kräfte gefügten Gesundheitsschädigung. In dieser Fabrik bringt es it. Garleb 5,52. Kontobuch Arbeiter bom Wedding 5, 2. u. 5. B. 10,-. Arbeiter- Gesangverein Nord 15.-. Dr. 2. a. aber aus Arbeiterkreisen finden lassen, darüber dürfte bei den nämlich eine Frau ohne Hilfe der Kinder höchstens auf einen 50,-... 50,-.. S. 50,-. Von den Arbeitern der Neuen Herren in Darmstadt doch kein Zweifel mehr sein, nachdem Verdienst von 1 M.". Zwei bis drei Kinder müssen ihr helfen, Berliner Genossenschaftsbäckerei 19,-. Von den Arbeitern und sie mit der Heranziehung von Gewerkschaften zur beratenden damit ein Tagelohn von 1,80 m. verdient wird. Das erklärt Arbeiterinnen der Buchbinderei von M. Bading 15,-. J. M. 2, Mitarbeit im Ministerium gute Erfahrungen gemacht haben. alles!- Der Fall, daß die aus der Fabrik hinausBuchdruckerei u. Hilfsarbeiter M. Bading, Abt.„ Bortvärts" 10,- Auch die Erfahrungen, die die Aufsichtsbeamten im Ver- gewiesenen Kinder die Erwerbsarbeit zu Hause fortsezen Von Mitgl. der U.-Dr. 8,75. Von den Mitgliedern des Verbands kehr mit Arbeitern gemacht haben, reden laut und deutlich. müssen, steht gewiß nicht vereinzelt da. Die Freude an der der deutschen Buchdrucker im„ Borwärts" 150,- Lese- und Diskutier- Aus allen Bezirken wird übereinstimmend berichtet, daß beim Bericht konstatierten Thatsache, daß in ganz Hessen nur flub der Freunde 10,-. Stereotypeure des Vorwärts" 10, fonders die organisierten volles Verständnis für die noch 90 Kinder in den der Revision unterstellten gewerbPersonal der Buchdruckerei Union 6,10. Von einem Kupferschmied Gewerbe- Aufsicht zeigen und den Beamten bei Aufdeckung lichen Anlagen beschäftigt waren, wird dadurch ganz wesentlich aus Afrika 5,-. Bleisteg 1,-. Drei Mai Beiträge 6,-. Gutenberg, Berlin 100,- Breslau, socialdemokratischer Verein mancher Schäden an die Hand gehen. Der Gießener Fabrik beeinträchtigt. 50,- Bamberg, Didhäuter" 15,-. Bant- Wilhelmshaven, Partei- inspektor, Herr Engeln, teilt mit, daß die dortigen Gewerf- Der Bericht aus dem Gießener Bezirk stellt zahlenbeitrag 1. Quartal 1901 98,- Bern 50,-. Brandenburg a.., schaften ihm zu denjenigen Versammlungen besonders ein- mäßig fest, daß verschiedentlich von Lehrlingszüchterei Wahlkreis Westhavelland, Ueberschuß der Brandenb. 8tg." 500,- Laden, in denen Mißstände zur Sprache kommen sollen. gesprochen werden fann". In 17 Betrieben der Metall- und Bielefeld, durch SI. zurüd 50,-. Bamberg, Solitarius 5,- Unverkennbar wird der Verkehr der Aufsichtsbeamten mit Maschinenindustrie wurden 94 Lehrlinge auf 104 ausgelernte Buxtehude, von den Alten durch Weber 3, Chemniz, 16. sächs. den Arbeitern gefördert und erleichtert, wenn dieselben Arbeiter gezählt. Aehnliche Verhältnisse wurden in mehreren Reichstags- Wahlfreis 150,-. Dresden, L. Sch. 1,-. Erfurt, Wahltr. Erf.- Schl.- Biegenr. 50,- Falfenberg( Oberschl.) 2,-. Groß- organisiert sind", fügt er hinzu. Sein Offenbacher Kollege, Werkstätten des Bezirks Darmstadt vorgefunden. Wenn die rosen, gef. auf einer roten Hochzeit von 2. 1. 3,70, Hamburg, Herr 2össer, bestätigt dies, indem er auf den frucht Beamten in diefer Beziehung weiter suchen wollen, so könnten Cigarrenfabrit v. Otto, St. Pauli 20,-. Hastedt bei Bremen 10,- bringenden Verkehr mit den vom Gewerkschaftskartell auf sie sicherlich noch mehr Schönes ans Tageslicht fördern. Hausdorf b. Neurode 5,-. Hamburg, im Monat April in der Er- gestellten Vertrauenspersonen hinweist und hervorhebt: Die Gesamtzahl der in den vier Bezirken beschäftigten pedition des„ Echo" eingegangen 119,90. Haßfurt a. M., 2. Richter Die von den Vertrauensleuten hierunter befindet sich auch erwachsenen Arbeiterinnen betrug 13 427, das sind 15,7 Proz. 1 8,- Halle a. S., vom socialdemokratischen Verein für Halle und eine Frau, die mit der Assistentin für Arbeiterinnen in Ver- aller Arbeiter. 3676 derselben waren verheiratet. Ein den Saalkreis 300,-. Hagen i. W., Ungenannt 3,- Komorowen, bindung tritt vorgebrachten Beschwerden zeichnen sich durch charakteristisches Bild für die Verdrängung der männlichen G. 17,-. Königsberg i. Br., Parteibeitrag 100,-. Köln a. Rh., Sachlichkeit aus; es ist anzunehmen, daß dieselben, bevor Arbeitskräfte durch weibliche zeigt die Cigarrenindustrie in v. Vertrauensmann der Stadt Köln 100,- Lahr i. B., Alt- sie den Beamten vorgetragen werden, von den Vertrauensleuten bater 5,-. Leipzig Stadt und Land 3000,-. Leisnig, rote einer Brüfung unterzogen werden. Auch werden seitens derselben Gießen. Im Jahre 1888 gab es dort 15 Fabriken mit Kindtaufe 2,-. München, Gauverband Südbayern, erstes sowie von dem Vorstande des Gewerkschaftskartells dem Beamten 364 erwachsenen Arbeitern und 582 erwachsenen Arbeiterinnen. Quartal 1901 81,20 München, Waldläufer 5,-. Mannheim, Auskünfte über aktuelle Fragen gern und mit Sachtenntnis Im Jahre 1900 beschäftigten die nunmehr vorhandenen socialdemokratischer Verein 200,-. Mittweida, v. den Alten aus dem erteilt." 19 Fabriken nur noch 289 Arbeiter, während die Zahl der 15. fächs. Reichstags- Wahlkr. 50,-. Nürnberg- Altdorf, socialdemokr. Arbeiterinnen auf 698 gestiegen war. Verein 20,- Offenburg( Baden) v. einem alt. Offenb. Spießbürgerbl. 3. Märzfeier 4,19, d. d.„ Alt. Offenburger" v. Frau Justitia ohne Augenbinde 10,- Sa. 14,19. Pieragen b. Schirwindt, A.B.1,30. Pofen, Uebersch. der Reichstagswahl 20, Ronsdorf, Barteibeitrag 1. Quartal 25,-, Genosse O. 3. 1, E. 23. 2,-, roter Waulwurf 1, Summa 29,-. Rahnsdorf, S. u. P. 6,- Schwäbischer Binsgroschen 250,- Stille Genoffin durch G. Betfin 400,-. Stuttgart, G. 11. 10,-. Solingen, vom Höhchscheider Bolksverein d. E. F. 10, „ Vorwärts" 1. Quartal 1901 20 257,20.. 9. 8. 1674,05. x. G. 100,- 3wönig, Ueberschuß der Waifeier v. Bwv., Niederzw. und Kühnhaide 3,30. Berlin, den 8. Mai 1901. " Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Aus dem Jahresbericht der hessischen Gewerbe- Inspektionen für 1900. I. " " Und diesen selben Organisationen wollte die hohe Reichsregierung noch vor kurzem durch die Zuchthausvorlage den Auf Grund des§ 138, Absatz 1-4 der Gewerbe- Ordnung Todesstoß geben! wurden in 52 Betrieben Bewilligungen einer Ueber den Wert der Einführung weiblicher Beamten längeren als elfstündigen Arbeitszeit für macht sich ein auffallender Meinungsgegensatz zwischen den erwachsene Arbeiterinnen erteilt. Die Summe der bewilligten Aufsichtsbeamten für Mainz und Gießen einerseits, und Ueberstunden betrug 27 951, die sich auf 2734 Arbeiterinnen Darmstadt und Offenbach andrerseits geltend. Während die verteilten. Der Bericht bemerkt: Es wurde mehrfach die Wirksamkeit der für die beiden letztgenannten Bezirke an- Beobachtung gemacht, daß in Cigarrenfabriken gerade die gestellten Beamtin als eine nützliche bezeichnet wird und Arbeiterinnen den Wunsch auf Ueberzeitarbeit äußerten, betont wird, daß sich der Verkehr der Arbeiterinnen mit der jedoch täglich für nicht länger als eine Stunde." Auch hier Assistentin sehr gehoben hat, wird aus den erstgenannten Be- dürfte die elende Bezahlung und nicht etwa die Luft an der zirfen berichtet, daß die Thätigkeit der dort amtierenden lungenmörderischen Arbeit das Motiv für das verwerfliche Assistentin nur wenig Sympathien" begegnet. Die Stellung Bestreben unaufgeklärter Frauenhirne sein. " " zu den Arbeitgebern habe sich recht unangenehm gestaltet". Glücklicherweise dämmert aber auch in den Kreisen der Als Grund dafür wird angegeben, daß die Thätigkeit der Arbeiterinnen die Erkenntnis auf, daß die Verlängerung der Beamtin nur in der Ermittelung von Uebertretungen der Arbeitszeit das ungeeignetste Mittel zur Erzielung besserer. = Politische Neberlicht. Berlin, den 10. Mai. Der Reichstag Schutzgesetze für Arbeiterinnen besteht und infolge des Löhne ist. So wird aus dem Darmstädter Bezirk berichtet, Mangels technischer Kenntnisse und Erfahrungen eine be- daß die Arbeiterinnen einer Lumpenſortieranſtalt die Hilfe ratende Thätigkeit nicht ausgeübt werden könne.„ Die des Aufsichtsbeamten behufs Verkürzung der elfstündigen meisten Arbeitgeber erachten die Einführung weiblicher Arbeitszeit angingen. Leider gelang es jedoch nicht, den Der dieser Tage erschienene Bericht über die Thätigkeit Beamten für völlig überflüssig", fügt der Bericht hinzu. Arbeitgeber zu diesem wohlthätigen Fortschritt zu bewegen. der Gewerbe- Inspektoren im Großherzogtum Hessen Das glauben wir gern. Verwunderlich ist nur, daß der Erfolgreich war dagegen ein diesbezügliches Vorgehen des während des verflossenen Jahrs steht an äußerem Umfang betreffende Berichterstatter gleicher Meinung wie die Arbeit- selben Beamten, Gewerberat Möser, in einer Hafenfellweit hinter dem des Vorjahrs zurück. Lekterer umfaßte 381 geber zu sein scheint, obgleich er selbst die von der Beamtin Zurichterei seines Bezirks. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn Seiten; der jüngste Bericht hat es nur auf 109 gebracht. ausgehende Ermittelung von Uebertretungen der Schutzgeseze auch die übrigen Beamten sich im Verein mit den Arbeitern Die Berichte der 4 Inspektionsbezirke, die früher als selbst- als Hauptgrund der geringen Sympathie angeführt hat. um die Verkürzung der Arbeitszeit bemühten, vor allem in ständige Arbeiten nebeneinander vorgelegt wurden, sind dies- Des weiteren wird im schroffsten Gegensatz zu dem der Betrieben mit gesundheitsschädlicher Arbeit. mal in einen zusammengearbeitet worden. Dadurch hat Assistentin für Darmstadt- Offenbach ausgestellten Zeugnis über das Ganze zwar an Uebersichtlichkeit wesentlich ge- den Verkehr mit den Arbeiterinnen aus Mainz Gießen gewonnen; auch ist manche überflüssige Wiederholung meldet, daß die Schen der Arbeiterinnen gegenüber der vermieden worden. Die individuelle Frische der Einzel- Assistentin ebenso groß sei, wie gegenüber den männlichen berichte hat dabei aber entschieden gelitten, und Beamten, und daß die vorgebrachten Beschwerden alle derart was noch bedauerlicher ist die Fülle konkreter Detail- gewesen seien, daß sie ohne jedes Bedenken einem männlichen angaben, die die früheren Berichte auszeichnete, ist dahin ge Beamten anvertraut werden konnten". nahm am Freitag den Antrag auf Einführung von Anschwunden. Wir vermuten, daß die Heckenschere des Herrn Wenn dies wirklich der Fall ist, so kann das nur daran wesenheitsgeldern in dritter Lesung ohne weitere Debatte Oberredacteurs das fertig gebracht hat. Sollte das ge- liegen, daß die in Frage kommende Assistentin nicht die an. Das Stimmenverhältnis blieb dasselbe wie es die letzte namentwissen von Berlin ausgehenden Anregungen geeignete Persönlichkeit für die ihr zugewiesene Aufgabe ist. liche Abstimmung ergeben hat. zuliebe geschehen sein? Die ganz generell verdammende Kritik des betreffenden Bericht- Dann wurde der Rest der Gewerbegerichts- Novelle Statt durch Reduzierung des mitzuteilenden Materials erstatters legt aber die Vermutung nahe, daß ihn eine erledigt. Nur ein Punkt führte zu besonders lebhaften Debatten: die hätte man die rasche Orientierung durch ein sorgfältig durch- principielle Abneigung gegen das Institut der weiblichen Einführung des Verhandlungszwangs bei der Thätigkeit der Gewerbegearbeitetes a ch register erleichtern sollen. Es wäre Hilfskräfte beseelt, die sein Urteil getrübt und vielleicht das gerichte als Einigungsämter. Die Gegner aller auch der dringend zu wünschen, daß zukünftige Berichte mit einem persönliche Verhältnis zu der ihm beigegebenen Assistentin zu fümmerlichsten Fortschritte in der Socialreform thaten so, als müsse solchen ausgestattet würden. Und zugleich sollte die bequeme einem wenig freundlichen gestaltet hat. die kapitalistische Welt aus den Fugen gehen, wenn die IndustrieVergleichung mit früheren Jahren durch geeignete Rück- Jugendliche Arbeiter beiderlei Geschlechts waren in tapitäne von einem simplen Affeffor als Vorsitzenden des Einigungsübersichten ermöglicht werden. Die Berichte werden doch dem Berichtsjahre 7035 beschäftigt; das find 8,2 Proz. aller amts durch eine Geldstrafe, die die phänomenale Höhe von gedruckt, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu beschäftigten Arbeiter. Sie verteilen sich auf 1633 gewerbliche 100 M. erreichen darf, gezwungen werden dürften, mit ihren machen. Da sollte man auch das nötigste thun, um dem Anlagen. Die Thatsache, daß in nicht weniger als 430 dieser Arbeitern vor dem Einigungsamt über Lohnstreitigkeiten 2c. Laien das zurechtfinden, wie das rasche Herausfinden des Anlagen 3 uwiderhandlungen gegen die zum Schute zu verhandeln. Als Rufer im Streit thaten sich der Nationalliberale ihn speciell Interessierenden zu erleichtern. der jugendlichen Arbeiter erlassenen Bestimmungen festgestellt Silbd, der Konservative v. Richthofen und der Reichsparteiler Dr. Stockmann hervor. Herrn Hilbes Auftreten verlief sehr blamabel. Im Eifer des Gefechts stieß er die Behauptung hervor, daß in Hunderten von Fällen Streiks mur deshalb vom Zaune geWas die Intensität der Aussichtsthätigkeit wurden, ist ebenso bezeichnend für die Gewissenhaftigkeit eines anlangt, fo ist der Fortschritt gegen das Vorjahr nicht be- großen Teils der Arbeitgeber, wie die Thatsache, daß nur 47 deutend. Im Jahre 1900 waren der hessischen Gewerbe- von ihnen wegen dieser Zuwiderhandlungen bestraft wurden, krochen seien, um den armen, dem TerroriSmus der verhetzten Massen schutzlos preisgegebenen Unternehmer aus seinem eignen! Hause zu vertreiben. Zwischenrufe unsrer Genossen ersuchten ihn, doch einige dieser Fälle näher anzugeben. Herr Hilbck schwieg verwirrt und rückte dann mit dem beschämenden Geständnisse heraus: Die einzelnen Fälle kenne ich nicht. Aucki Herrn v. Richthofen widerfuhr ein kleines Mißgeschick. Dieser Agrarier berief sich gegen den Verhandlungszwang auf die Gutachten der Handelskammern. Der Centrumsabgeordnete T r i m b o r n fragte ihn. ob er auch bei den kommenden Verhandlungen des Zolltarifs den Gutachten der Handelskammern solche Bedeutung beilegen würde. Die Frage war berechtigt, nur hätte sie nicht gerade ein Centrums-Abgeordneter stellen sollen, auf dessen Partei die Hauptverantlvortung sür den Brotwucher fallen dürfte. Für die Bestimmung legten sich die bürgerlichen Socialreformer Basser mann und Rösicke ein, während von unsrer Seite die Genossen Z u b e i I und Stolle die wertvolle Thätigkeit der Einigungsämter betonten, die nur deshalb so selten in die Er- scheinung trete, weil die Unternehmer sich unter den nichtigsten Gründen weigerten, vor diesem unparteiischen Forum zu verhandeln. Mit knapper Mehrheit wurde schließlich der Verhandlungszivang beschlossen. Gleichsam erschreckt über den kleinen Fortschritt, der hier erreicht worden ist, nahm die Mehrheit gleich im folgeuden Para- graphen eine Verschlechterung des bestehende» Gesetzes vor: während bisher die ständigen Beisitzer des Gewerbegerichts auch die ständigen Beisitzer des Einigungsamts bilden, soll künftig das Einigungsamt neben dem Vorsitzenden des Gewerbcgerichts aus Ver- trauensmännern der streitenden Parteien in gleicher Zahl bestehen. Vergebens wies Genosse S e g i tz auf das unzweckmäßige dieser Be- stimmung hin. Er benutzte die Gelegenheit, um dem neuen Handelsmini st er Möller als dem Delegierten des Scharf- macherverbands in der Regierung das schärfste Mißtrauen der deutschen Gewerkschaften auszusprechen. Bei den letzten Paragraphen des Gesetzes machten Ivir den Ver- such, die Jnnungs-Schiedsgerichte wenigstens für den Fall auszuschalten, wenn Jnnungsmeister und Geselle übereinstimmend die Absicht haben, ihre gewerbliche Streitigkeit vor dem Gewerbegericht zum Anstrag zu bringen. HierwarD rees b a ch derFraktionsredner. Erund derFreisinnige F i s ch b e ck, sowie Herr Rösicke- Destau lviesen darauf hin. daß die Jnnungsschiedsgerichte die wenig löbliche Gewohnheit hätten, außerordentlich langsam zu arbeiten. Der von seiner eignen Fraktion gewohnheitsmäßig schlecht behandelte konservative Ehren- Handwerker Jacobskötter verstand offenbar die Gründe des Antrags gar nicht. Er deklamierte nur etwas über die segens- reiche Wirkung der Jnnungs-Schiedsgerichte. Für die bescheidene Mehrheit aber genügte es, sie stimmte den Antrag nieder. Sonnabend stehen außer Rechnungssachen der Reichs-Schulden- kommission der Antrag auf Vertagung des Reichstags, der Nach- tragsetat und das Handelsprovisorium mit England auf der Tages- ordnung.—_ Ein agrarischer Gewaltstreich. Da es durch den beschleunigten Schluß der NeichstagSsessioii nicht mehr möglich ist, die B r a n n t w e i n st e u e r- V o r I a g e zu Ende zu beraten, hatte der Seniorenkonvent vorgeschlagen, das bestehende Gesetz auf ein Jahr zu verlängern. Die Kommission des Reichstags zur Vorberatung der Vorlage hat jedoch auf Antrag der Konservativen und des C e u- �rums einen Gesetzentwurf formuliert, durch den die Brennsteuer nm SO Proz. erhöht werden soll, was ganz besonders für die Melasiebrennereien, aber auch für gewisse Gruppen der mittlereil Brennereien eine schwere Schädigung bedeutet. Ein Vermittelungsvorschlag, die Brennsteuer um 25 Proz. zu erhöhen, wurde gegen die Stimmen der Socialdemokraten und Freisinnigen abgelehnt. Am Montag wird der Kommissionsantrag vor das Plenum des Reichstags gelangen. Die Agrarier wollen versuchen, ihre SO Proz. endgültig durchzudrücken. DaS ist ein ganz skandalöses Ver- fahren, dem sich nicht nur derjenige widersetzen muß, welcher die Erhöhung der Liebesgabe an die Großbrenner verwirft, sondern jeder, der die geordnete parlamentarische Thätigkeit nicht dreisten Ueberrumpelungsplänen ausliefern will. Wenn die Beratung der Branntweinsteuer- Vorlage infolge der von den Agrariern befürworteten und vom Centrum erreichten Reichstags-Vertagung nicht in gehöriger Sachlichkeit zu Ende zu führen ist, so kann— zur Vermeidung deS Ablaufs des Gesetzes während der Vertagung, nur der Vorschlag des Seniorenkonvents, das jetzige Gesetz um ein Jahr zu ver- längern, als sachgemäß und billig gelten. Es ist eine Zumutung ohne gleichen, die Gelegenheit schnell zur Erhöhung der Bräunt- wein-Liebesgabe benutzen zu wollen. Diejenigen Parteien, welche derartige Mitzbräuche und Vergewaltigungen der Minderheit des Reichstages mißbilligen, sind im besten Recht, iv e n n sie alle zur Verfügung stehenden Geschäftsordnungs- mittel zu ihrem Schutze in Anwendung bringen. Die„Deutsche Tagesztg." droht den agrarischen Reichstags- nutgliedern mit Namenveröffentlichung, wenn sie nicht am Montag im Reichstag zur Beteiligung am geplanten Erpressungs- unternehmen erscheinen. Es ist also möglich, daß der Reichstag sich nochmals kurz vor seinem Auseinandergehen in reichlicher Beschluß- fähigkeit versammeln wird. Aber auch die Linke des Hauses wird auf dem Posten sein und wenn die auf agrarische Liebesgabenmchrung so hitzig Erpichten einmal die Frage aufrollen, jo soll die Revision gründlich und gewissenhaft erfolgen.— Der Centralverband befiehlt! Nachdem der Centralverband der Industriellen durch die Person deS Herrn Möller in der Regierung Platz genommen hat, wütet er gegen jede weitere Socialreform und fordert kategorisch, daß das Reich und der Bundesrat jeden Fortschritt zu unterlassen habe. Am Freitagmorgen brachten die„Berliner Neueste Nachrichten" aus der Feder ihres neuen Kuli, des Dr. Tille, einen ebenso wütenden lvie dummen Artikel gegen die Einigungsämter und am Abend schreibt das Kruppsche Kanonenblatt wörtlich: „ U e b e r s l ü s s i g e Gesetz e." Der Abgeordnete v. Kar- dorff hat sich Dank verdient, daß er die heutige Gesetzmacherei mit dem richtigen Namen genannt hat. Etwas lleberflüssigeres als die jetzt zur Beratung stehende» Anträge zu den Gelverbe- geeichten ist selten dagewesen, und der Bundesrat würde sich ein hohes Verdienst um Deutschland durch einen Beschluß erwerben, daß für die uächsten fünf Jahre an der Gewerbe- Ordnung nicht weiter gerührt werde» darf. Es giebt in Deutschland in' der That kaum eine Behörde, das hohe Reichsamt des Innern vielleicht nicht ausgeschlossen, das sich auf diesem Gesetzgebungs- gebiete voll unaufhörlicher Abänderungszusätze und Erweiterungs- antrüge überhaupt noch auskeimt. Erst einmal füuf Jahre Ruhe und dann eine gründliche Revision? Auch hier wird nachgerade der Ruf zur Pflicht: Landgraf werde hart!" Das ist das Programm derer, die jetzt eins ihrer Häupter zum Minister der Socialpolitik befördert haben: Erst soll einmal fünf Jahre gar nichts geschehen, und dann eine gründliche Revision im Sinne der ZuchthauSvorlagel Die Arbeiterschaft hat allen Anlaß, wachsam zu sein! Die Berufung Möllers hat die Scharfmacher übermütig gemacht l— Deutsches Welch. „Abtragung einer Ehrenschuld". Unter diesen, schönen Titel veröffentlicht die ritualmörderische„Staatsbürger Zeitung" das folgende vom Vor st and der Abteilung Berlin der deutschen Kolonial-Gesellschaft an Dr. Karl Peters, genannt Hängekarl, gerichtetes Schreiben: „In der Reichstagssitznug am 20. März d. I. hat der Abg. Bebel laut stenographischem Protokoll erklärt,„daß er die Ueber- zeugung habe, der sogen. Tuckerbrief existiere nicht und er sei, wie man zu sagen pflege/ mit dem Tuckerbrief hineingefallen". Wenn wir auch unsrerseits an die Existenz dieses Briefs nie- mals geglaubt haben, so gereicht es uns doch zur bc- sondren Freude, daß nunmehr die Nichtexistenz dieses Briefes auch vor der Oeffentlichkeit von der Stelle aus zugegeben worden ist, von welcher aus jene Anklage gegen Sie zuerst erhoben worden war, und daß somit auch die Nichtigkeit der aus jenem Briese gezogenen Folgerungen erwiesen ist. Ihnen, als unsrem früheren verdienstvollen Vorsitzenden wünschen wir hierzu auf- richtig Glück. Der Vorstand der Abteilung Berlin der Deutschen Kolonialgesellschaft." Wenn der Vorstand der Abteilung Berlin der Kolonialgesellschaft das Bedürfnis fühlt, nunmehr seinem lieben Karl Peters ein Ehren- zengnis auszustellen, so haben wir vom Standpunkt der Kolonial- feindschaft ebenso wenig etwas gegen diese Selbstkompromtitierung der Herren einzuwenden, lvie wir uns darüber aufregen würden, wenn es ihnen etwa beliebte, den Prinzen Prosper Arenberg zum Ehrenmitglied zu ernennen. Nur gegen den von der„Staatsbürger-Zeitung" versuchten groben Schwindel, daß mit dem Tuckcrbricf die Anklagen gegen Peters zusammenfielen, gegen diese schamlose Spekulation aus die Ge- dächtnisschiväche der Oeffentlichkeit sei ein Wort gesagt. Das An- klagematerial gegen Dr. Peters beruht ganz und gar nicht auf dem Tuckerbrief. Er war nur eine Nummer unter viele». In seinem eignen unglaublich zynischen Buch über die Emin- Expedition hat ja Peters seiner Zeit selbst mit der ruhigsten Miene alle seine Schäudlichkeiten erzählt. Schon 1896— zur Zeit der nioralischen Hinrichtung des Peters— versuchten seine Freunde den Kniff, den Tuckerbrief als„ausschlaggebend" für die Anklage zu fälschen. Und schon damals— am 27. März 1896— schrieb der„Vorwärts": „Das OrdnnngSgesindel bedenkt nicht, daß, selbst wenn dieser Brief... nicht geschrieben worden wäre... der christlich- germanische Recke Peters als ein genau ebenso großer Halluuke dastehen würde auf Grund seiner eignen Erzählungen und G e st ä n d n i s s e. Bei einem so ungeheuren Schuldconto kommt eS auf ein bißchen mehr oder weniger nicht an. Das ist ja gerade so belastend für diese Ordmiugssippe, daß sie den Peters als Mustermenschen verehrte und beweihräucherte noch Jahre nachdem sie aus seinem eignen Munde seine I n f a n, i e n erfahren hatte." Damals freilich wagte auch der Vorstand der Kolonialgesellschaft nicht für Peters einziitrete», sondern am Tage nach der ersten denk- würdigen Reichstags-Verhandlinig trat der Vorstand zusanimen und sprach die Erwartung aus,„daß Dr. Peters sich von den gegen ihn erhobenen schweren Beschuldiginigen reinigt: denn es ist s e I b st- verständlich, daß nur ein intakter Charakter an der Spitze einer so großen Kolonialabtciliing und der Kolonialbewegung stehen kann." Wenn jetzt der Vorstand der Kolonialgesellschaft lAbteilung Berlin) nicht mehr so„anspruchsvoll" ist. einen intakten Charakter zu fordern, so sollte er auch konsequent sein, und den Peters wieder zum Vorsitzenden wählen. Mit welcher beispiellosen Unverschämtheit aber jetzt bei ihrer Ehrenrettung des Peters die„StaatSbürger-Zeitung", die„Tägliche Rundschau" und andere Blätter verfahren, dafür sei noch die folgende Thatsache ins Gedächtnis zurückgerufen. Bei den Verhandlungen des Disciplinnrgerichtshofs— 24. April 1897—, der den PeterS zur Amtsentsetzung verurteilte, spielte der Tuckerbrief nicht nur keine Rolle, sondern der Vertreter der Anklage, Geheimrat Hellwig, er- klärte ausdrücklich,„dieser Brief existiert nicht". Trotz dieses Zugeständnisses aber plaidierte der Ankläger in allen Fällen auf schuldig, weil n. a. PeterS selbst zugestaiiden habe, daß bei dem von ihm ausgesprochenen Todesurteil über den Mabruk dessen geschlechtliche Beziehungen zu Weibern, die sich auch der Neigung des Peters erfreuten, erschwerend ins Gewicht gefallen sei. Und in der Urteilsbegründung hieß es denn auch: „Der Gerichtshof hat in der Verurteilung des Mabruk zum Tode und in der Vollstreckinig desselben ein Dienstvergehen er- blickt. Die Todesstrafe war in diesem Falle unberechtigt, die An- drohung derselben eine nicht zu billigende, mit den Grundsätzen einer civilisatorischen Rechtspflege nicht zu vereinbarende Maßregel. Das Gericht ist davon überzeugt,„daß �die geschlecht- lichen Beziehungen des Mabruk zu den Weiber» bei dem harten Urteil wesentlich mitgeredet haben. Die Hinrichtung des Mabruk ist zu unrecht erfolgt." Der Gerichtshof also erklärte, obwohl er den Tucker- Brief als nicht existierend bezeickmete. den Peters sür schuldig, daß er aus Gründen niedrigster Eifersucht in der Form einer eklen Gcrichtsposse wider besseres Wissen einen Unschuldigen mordete. Das ist ein Verbrechen, das nach unsren Gesetzen das a I l e r s ch w e r st e A in t s v e r b r e ch e n darstellt, da» überhaupt möglich ist und mit schwerer Zuchthausstrafe geahndet wird. Wenn jetzt die„Tägliche Rundschau" dem Koloiiialvercin an- sinnt, er habe die Pflicht, das an diesem Menschen verübte „Unrecht" nach Kräften wieder gut zu machen, so ist es nicht misre Sache, dem Blatt und den Kolonialvercin Moral zu lehren. Nur gegen die Lüge der Blätter protestieren wir, daß die Ver- iirteilung des Peters mit dem Tuckerbrief irgend etwas zu thun hat. Sie ist erfolgt, obwohl das Gericht von der Unechtheit des Briefes überzeugt war. Wenn diese Unechlheit jetzt auch von dein Abgeordneten Bebel zugegeben wird, so ist das völlig belanglos für die Bedeutung der nachgewiesenen Verbrechen des großen Afrikaners.—_ Russischer Getreide-Export und deutsche Agrarier. Uni ihre brotwucherischen Pläne zu rechtfertigen, suchen die Agrarier gern die Konkurrenz der russischen Getreide-Ausfuhr in der Zukunft als erdrückend für die deutsche Getreidcproduktion dar- zustellen. Gegen das russische Getreide zumal verlange» sie den erhöhten Zoll. Da sind die Darlegungen von Dr. B a l l o d in den Publikationen des Vereins für' Socialpolitik über den Handelsvertrag und die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland recht bemerkenswert. Dr. Ballod zeigt, daß Rußland schon jetzt Hafer und Roggen weit über seine wirtschaftlich erlaubten Mittel hinaus exportiert und daß an eine erhebliche Ausdchiuing der russischen Weizenproduktion in nächster Zeit nicht gedacht werden kann. Die russische Landwirtschaft ist nach Ballods Darlegungen außerordentlich ausgedehnt und dabei im Verhältnis zur Ägrar- Produktion andrer Länder wenig produktiv. Die gesamte Anbaufläche in Rußland(132,4 Millionen Hektar) ist genau fünfmal so groß wie in Deutschland: die Gesamternte an Roggen, Weizen, Hafer und Gerste ist jedoch nur etwas mehr als doppelt so groß(44\fe gegen 21,2 Millionen Tonnen), wenn man die Brutto-Ernte in Be- tracht zieht. Sieht man jedoch von der Aussaat ab, die in Rußland ein Fünftel der Ernte, also ca. 9,9 Mill. Tonnen beträgt, in Deutsch- land nur ca. 3'/« Millionen Tonnen, so bleiben netto übrig in Ruß- land 36,6, in Deutschland 18 Millionen Tonnen! also iii Rußland doppelt so viel. Dabei ist zu bemerken, daß im Durchschnitt der von Dr. Ballod verglichenen Periode(1893/99) auch die Bevölkerung in Rußland fast genau doppelt so hoch war wie in Deutsch- land, nur mit dein drastischen Unterschiede, daß die landwirtschaft- liche Bevölkerung in Deutschland bloß etwa 36 Proz.. in Rußland jedoch 85 Proz. der Gesamtbebölkerung beträgt. Daraus folgt, daß in Rußland pro Kopf der landwirtschaftlichen Be- völkerung etwa 2V» mal weniger geerntet wird als in Deutschland. Dabei importiert Deutschland Getreide in der Höhe von 20 bis 25 Proz. seiner Eigenproduktion. während Rußland den analogen Betrag exportiert, so daß sich als Endresultat ergiebt, daß in Deutschland 1393/99 ca. 416 Kilogramm Getreide, in Rußland ca. 270—230 Kilogramm Getreide auf den Kopf der Bevölkerung kamen. Im allgemeinen muß aber aus dem Mißverhältnis zwischen Produktion und Export in der russischen Landwirtschaft der Schluß gezogen werden, daß der heimische Verbrauch konstant steigen wird, namentlich wenn die industrielle Arbeiterschaft zunimmt. Es wird daher in der Zukunft nur noch dem russische» Weizenexport große Bedeutung für den Weltmarkt bleiben. Was aber die Aüsdehnungsmöglichkeit des russischen Wcizenanbaues anlangt, so ist nach Dr. Ballod eine solche nur noch gegeben im nördlichen Kaukasus und in den drei GouvcruemeiitS östlich der Wolga. Hier könnte wohl der Getreidebau um etwa sechs Millionen Hektar ausgedehnt werden. Allein es gehören hierzu kostspielige Mekiorationsarbciten, zu deren Ausführung der rüssischoti Regiernng keine Kredite zu Verfügung stehen. Die' Grundbesitzer selbst sind nicht in der Lage, die Summen aufzuwenden. Es ergiebt sich daher als notwendige Konsequenz, daß eine Mehrproduktion an Weizen im europäischen Rußland für die nächste Zeit nicht zn erwarten steht. Damit ist wiederum ein agrarisches Geschwätz als durchaus halt- los nachgewiesen._ Minister Möller und die 12 000 Mark-Affaire. In Unternehmerblättern erklärt der„Verein zur Wahrung der gemein- sainen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen" zn den Mitteilungen der„Leipz. Volksztg." über die Beteiligung des Herrn Möller an der 12 000 Mark-Affaire: „Die Behauptung ist in ihrem ganzen Umfange eine grobe und plumpe Unwahrheit. An den oben genannten Verein ist niemals ein Schreiben des Herrn Bueck in der genannten Au- gclegenheit gelangt, und es ist deshalb weder der Verein noch der jetzige Handelsminister, Herr Möller, der beiläufig auch nicht Vorsitzender des Vereins war, sondern dem Vorstande desselben als Mitglied angehörte, irgendwie mit der„12 000 Mark-Affaire" befaßt gewesen." Die entrüstete Ablehnung macht dem rheinisch- westfälischen Unternehmer-Verein einige Ehre. Denn sie zeigt, daß der Verein den Skandal der 12 000 Mark-Affaire empfindet, während bekanntlich Graf Posadowsky sowie zahlreiche dem Verein interessenverwandte Blätter die Verwerflichkeit jenes Reichsbcttels bei der Großindustrie zu bestreiten verjuchten. Woher aber weiß der Verein niit dem langen Namen, daß Herr Möller nicht irgendwie mit der Affaire befaßt gewesen ist. Ist der Verein der Vormund des Herrn Handelsministers, daß er für ihn das Wort nehmen mutz? Die Nachrichten der„Leipziger Volkszeitung" über die 12 000 Mark-Affaire kamen stets aus sehr guter Quelle und wir zweifeln nicht, daß unser Leipziger Partei- örgan alsbald zu der Erklärung des Vereins das Wort nehmen wird.— Ein„Aufruhr" i« Deutsch-Südwestafrika hat durch ein kriegsgerichtliches Urteil, das an, 14. März in Reboboth gefällt wurde, seinen vorläufigen Abschluß gefunden. Ein Distriktsoffizier war mit einem kleinen Bastardstamm, der unter Führung des Kapitäns Notolas Zwartz in der Nähe von Grootfontein lebte, in Konflikt geraten. Die Regierung hatte eine Ausnahme des Pferdebestandes in der Kolonie angeordnet und der Bastard- stamm sträubte sich. vermutlich aus Besorgnis um seine Pferde, seine Pferde durch den Distriktsoffizier auf- nehmen zu lassen. Es kam zu Reibereien und zwei Tage später zu einem blutigen Zusammenstoß, bei dem mehrere Bastards, darunter das Stammesoberhaupt, fielen. Die übrigen Bastards ergriffen die Flucht, stellten sich aber später der Kolonialbehörde. Am 14. März standen 22 Angeklagte vor dem Kriegsgericht. Dasselbe verurteilte drei derselben zum Tode(dieselben wurden jedoch zu zehnjähriger Zwangsarbeit begnadigt), zwölf zu Gefängnis mit Zwangsarbeit in Abstufungen von einem bis zehn Jahren. Nach den offiziellen Meldungen soll damit die Ruhe endgültig wieder hergestellt und für die übrige Bevölkenmg ein abschreckendes Exempel statuiert worden sein. Nach Privatbriefen scheint es indes, daß der Kampf bei Groot- fontein überhaupt hätte vermieden werden können! er wird als eine Uebereilung und ein Mißgriff bezeichnet. So schreibt der „Hannov. Cour.":„Alle früheren Beamten aus Süd- w e st- A f r i k a, die sich jetzt hier aufhalten, verurteilen den Vorgang, der 4 Menschen das Leben kostete, auf das schärfste. Die Bastards, und unter ihnen auch der Kapitän Zwartz, haben von Anfang an fest und mit Opfern zu den Deutschen gehalten: es mag nur an die Kämpfe gegen Witbooi erinnert werden, in denen die Bastards auch empfindliche Verluste erlitten haben. Wie man diese wertvollen Verbündeten, die auch ausgebildete Mannschaften zur Verstärkung der Schutzrruppe stellen, mitten im Frieden mit den Waffen angreifen konnte, ist vorläufig unerklärlich. Daß dabei Uebereifer und Ungeschick eine Rolle gespielt haben, geht aus einer Aeüßerung des G ouverneurs Leutwein in seinem Berichte hervor, in dem er sagt, er kenne die Veranlassung nicht näher. Sicher hatte der Gouverneur darum wissen müssen, wenn es sich um eine ernste und unaufschiebbare Streitfrage gehandelt hätte. U n s r e ganze Verwaltung kommt durch solche Dinge in Mißkredit und die ganze Ei»gebore neu- Bevölkerung wird gegen uns aufgewühlt. An leitender anitlicher Stelle teilt nian diese Em- pfindung."—_ Der Zollkrieg mit Haiti. Seit Mitte April erbebt Teutschland für einige Waren ans der Republik Haiti Kampfzölle, da dieses Land die Frankreich ein- geräumten Zollvergünstigungen nicht auch Deutschland zugestehen will. Der Gesamthaudel des deutschen Zollgebiets mit Haiti ist relativ gering: im Jahre 1899 betrug die Äusfuhr nach dort nur ca. 472 000 M.. die Einfuhr von dort 6 457 000 M.: zudem aber richtet sicb die kaiserliche Verordming nicht gegen die Gesamteinfuhr aus der Republik, sondern trifft nur die drei Hmiptiinportartikel Kaffee, Kakao und Blanholz, deren Eiiifnhrwerl sich 1899 auf 4 203 000 M. belief. Weder vermag also der Zollkrieg iiiijre Gcsamtansfuhr nennenswert z u beeinträchtigen. noch trifft die Einsubrerschwerung Artikel, in deren Be- z u g wir auf Haiti angewiesen sind. Was wir von dort erhalten, können wir ebenso gut ans so und so vielen andren Ländern beziehen. Selbst wenn man mir Hamburg in Bc- tracht zieht, über dessen Freihafengebiet fast ausschließlich der Import von Haiti geht, ist der Anteil der mit Kampfzöllen belegten Waren an dem Gesamtimport recht unbedeutend. Nach der Hambnrgijchen Handelsstatistik hat nämlich die Gesamteinfuhr der drei oben gc- nnnnteii Artikel in das Hamburgische Freihafengebiet für das Jahr 1899 betragen: Doppelcentner im Werte von Marl an Kaffee.... 1 549 729 123 815 810 „Kakao.... 247 063 32 077 550 .. Blauholz... 228 400 2 729 400 Davon komiiien auf die Einfuhr ans Haiti: Doppelcentner im Werte von Mark an Kaffee.... 55 793 4 099 120 „ Kakao.... 9 259 1 085 820 „ Blauholz... 71 514 629 150 Nur etwa 3V2 Prozent der Einfuhr Hamburgs an Kaffee, Kakao, Blauholz kommt also von Haiti. Es würde sich auch deshalb kaum lohnen, an dieser Stelle auf den Miniattlr-Zollkrieg zurückzukomiiie», böte er nicht dem Volks- wirtschaftlichen Mitarbeiter der„Leipziger Volkszeitung", dem Ge- nossen Calwer, Veranlassung, für Zollkriege Stiminung zu machen. " " " Nachdem Calwer darauf hingewiesen hat, daß Deutschland nicht alle, Bezüglich des Abschnitts, der von der Verwendung der fontein zerstören will, um die Boeren fünftighin eines Schuhpunkts sondern nur die drei wichtigsten Einfuhrartikel aus Haiti mit Kampf Soldaten gegen den inneren Feind" handelt, hat die zu berauben, oder um die Bewohner für ihre Sympathien mit den zöllen belegt, fchließt er:" Wir sind durch diese Bölle hinreichend Kommission nur die Aenderung getroffen, daß fie statt der Worte Boeren zu züchtigen, läßt sich aus der furzen Nachricht nicht ersehen. in der Lage, den Import aus Haiti empfindlich zu schädigen, Verhütung von Aufruhr"," Stillung von Aufruhr" gesetzt hat, so Für die Brutalität der Kriegsführung zeugt der Aft in ohne daß wir selbst darunter nennenswert zu leiden haben. Diese daß demnach die Soldaten nur bei schon vorhandenem Aufruhr" jedem Fall. Art der Kriegführung auf zollpolitischem Gebiet ist auch verwendet werden sollen. Vorkehrungen dagegen, daß der WehrEin heftiges Gefecht unter andren Verhältnissen möglich, und es ist darum nicht pflichtige in solchem Fall gezwungen werden kann, auf seine nächsten fand nach Meldungen aus Craddod am 9. Mai bei Daggabeer ohne weiteres die Behauptung richtig, daß ein Bollfrieg Verwandten zu schießen, sollen bei der Revision der Kriegsgefeße statt. Das Gefecht dauerte 7 Stunden. Die Boeren räumten immer und auf jeden Fall das angreifende Land in gleichem getreffen werden. oder womöglich noch höherem Grade schädige als das angegriffene. Es kommt eben auch hier in erster Linie auf die Tattit der Kriegführung an." Die Kommissionsmitglieder aus der zweiten Kammer sind unter schließlich ihre Stellung. Ob unfreiwillig? sich über viele Punkte nicht einig; vier verlangen, daß sofort im Reichstag Die Tagesverluft- Lifte über die Vorlage verhandelt werde, wogegen die übrigen wünschen, daß Das ist eine sonderbare Folgerung. Im Jahre 1866 war unter die Sache der nächsten Session überwiesen werde; die vier wollen der Engländer umfaßt für den 9. Mai 6 Todte, 15 Verwundete, den deutschen Staaten, die im Verein mit Oestreich Preußen den eine zehnmonatige Uebungszeit, die übrigen nur eine achtmonatige. 1 Vermißten. 43 Gefangene, 13 an Krankheiten Verstorbene und Krieg erklärten, auch das Fürstentum Lichtenstein. Trozdem wurde In den weitgehendsten Reservationen wird von der Regierung ver- 19 Schwerkranke. 27 Offiziere und 268 Mann sind in die Heimat Wie Lord Kitchener meldet, haben sich während des ganzen Krieges weder ein preußischer Soldat von einem langt, daß sie gleichzeitig mit der Militärvorlage auch eine Vorlage zurückbefördert worden. lichtenſteinſchen, noch ein lichtensteinscher von einem preußischen ver- zur Neuordnung des Steuerbesens einbringe, mit De- ferner 18 Eskadrons Yeomanry zur Rüdkehr nach England einlegt. Nach der Logit des Genoffen Galwer ist daraus zu schließen, rüdsichtigung des Grundsages der diretten progressiven geschifft. Die Beft. es sei nicht ohne Weiteres die Behauptung richtig, daß Kriege zu Besteuerung und der Selbsteinschätzung und zu einer Blutvergießen führten, es tomme vielmehr in erster Linie auf die Steuer auf Attien und Bantnoten. Ferner wird verlangt, daß Tattik der Kriegführung an. der Reichstag ein Mitbestimmungsrecht bei Erlaß der Er übersieht dabei nur, daß das Land, gegen welches uns die Disciplinar Ordnung erhalte. In zwei Reservationen Agrarier und ihre Helfershelfer in einen frisch- fröhlichen Boultrieg wird die Erweiterung der Wehrpflicht von der Lösung der bineinsetzen möchten, leider nicht Haiti oder Lichtenstein ist, sondern Wahlrechtsfrage abhängig gemacht. die nordamerikanische Union, deren Einfuhr aus Deutschland weit über das Achthundertfache der haitischen beträgt und auf deren Rohstoffe( Baumwolle, feine Hölzer, Kupfer 2c.) die deutsche Industrie angewiesen ist. 2110 Ausland. Schweiz. H. C. In Kapstadt wurden fünf neue Bestfälle festgestellt. Ferner wurden zwei Negerleichen aufgefunden. Parlamentarisches. Aus der Petitions- Kommiffion. Sämtliche Petitionen, die fich für oder gegen die Erhöhung der Getreidezölle aussprechen, wurden ohne Debatte der Regierung als Material überwiesen. Dasselbe geschah mit den Eingaben, welche die Aenderung der Wertzölle(§ 6 des Zolltarif- Gesezes) fordern. der demuts England. Erhöhung der Civilliste Eduards VII. Im Unterhause beantragte ber Civilliste Schaztanzler Hicks Beach. die von 476 000 fb.( 9 520 000.) auf 543 000 fb.( 10 860 000 M. zu erhöhen. Das Armenbegräbnis niedrigster Gattung wurde der Petition Campbell Bannerman fagte, die Vorschläge seien an bereitet, die vom konservativen Verein vor dem Potsnehmbar. John Redmond erklärt, die nationalistischen damer Thor in Berlin eingereicht worden war. Die Herren Mitglieder des Hauses würden gegen die Vorschläge stimmen, und zwar verlangen, es solle der Minderung der Autorität, sowie erstlich, um gegen die Eides formel bei der Thronbesteigung zu protestieren. allen freigeistigen Bestrebungen entgegengetreten nur Zur Begründung wurde gesagt, zweitens deshalb, weil bei allen Lasten, welche dem Vereinigten werden. Königreich auferlegt würden, auf Irland ein unziemlicher Anteil volle christliche Sinn des Volkes habe, gestützt auf die Monarchie, entfalle, und drittens deswegen, weil, wenn auch ein König das deutsche Volk groß und start gemacht; darum müßten diese notwendig fei, für England, das sich voller Freiheit erfreue, dies heiligsten Güter dem deutschen Volte gewahrt bleiben. nicht der Fall sei in Irland, wo das Volk getäuscht werde mit Kommission hatte so wenig demutsvoll christlichen Sinn, daß ste dem Scheine der englischen Konstitution, des Wesens derselben aber ohne Debatte die Petition für ungeeignet zur Erörterung im beraubt sei. Plenum erklärte. Labou chère bringt hierauf einen Zusazantrag ein, durch welchen die vorgeschlagene Civilliste um 55 000 Bfd. Sterl. verringert werden soll. Der Antrag wird mit 250 gegen 62 Stimmen abgelehnt. Frankreich. " der = Die Die Schaumweinsteuer- Kommission beendete am Freitag die Beratungen über die Schaumweinsteuer- Vorlage. Entgegen den Beschluß des Seniorentkonvents, die Beratung im Plenum bis zum November hinauszuschieben, hat die Kommission beschlossen, auf baldigste Beratung im Plenum zu dringen. Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Eine Belehrung erhielt der Staatsanwalt von Stade von Harburg eine Reihe geschichtlicher Vorträge gehalten. Er sollte damit öffentliche Einrichtungen" erörtert haben, weil er gelegentlich auch moderne Einrichtungen mit zum Vergleich herangezogen hatte. Gegen ihn wie gegen den Wirt wurde daher ein Strafverfahren eingeleitet, jedoch wurden sie vom Harburger Schöffengericht freigesprochen. Hiergegen legte der Staatsanwalt Berufung ein. Das Gericht erkannte jedoch abermals auf Freisprechung, dem Angeklagten sollen auch die notwendigen Auslagen ersetzt werden, da die Staats anwaltschaft die Erfolglosigkeit der Berufung hätte einsehen müssen. Zudem aber würde ein Zollfrieg mit den Vereinigten Staaten eine folossale Belästigung des gesamten Handels bedeuten, denn es wäre für die Regierung unerläßlich, für alle Waren, die bisher aus der Union eingeführt worden sind, beglaubigte Ursprungsatteste zu fordern. Hiergegen nimmt sich die Durchführung der Zollmaßregeln gegen Haiti fast wie ein Kinderspiel aus. Da die wenigen hamburgischen Firmen, die mit Haiti in Handelsverbindung stehen, bekannt und ziemlich leicht zu kontrollieren sind, hat der hamburgische Senat auf alle Ursprungsnachweise verzichtet und einfach den Firmen, die obengenannte drei Artikel aus Haiti in das Freihafengebiet einführen, die Verpflichtung auferlegt, ihre Importe der Behörde anzumelden und ihre eingebrachten Vorräte in obigen Waren unter amtliche Kontrolle zu stellen. Als Strafe für 8uwider handlungen fann bis zu 5000 m. erkannt werden. Es soll damit Ein seltsamer Heiliger scheint der frühere Professor Busch in nicht gesagt sein, daß nicht selbst noch in dieser milden Form der Breslau zu sein, der sich jetzt wieder als Student hat eintragen Zollfrieg dem Handel manche Unbequemlichkeiten verursacht; jedenlassen. Er versuchte die durch Graßmanns Broschüre bekannt gefalls aber fommen sie gegenüber dem Eingriff in das Wirtschaftswordenen Beichtvorschriften Liguoris zu beseitigen bezw. eins leben, den ein Zollfrieg mit den Vereinigten Staaten mit sich bringen zuschränken. Von einigen Seiten schien man eine lebhafte Debatte würde, taum in Betracht. Dazu kam es jedoch nicht, Französische Presverhältnisse. In der Mouvement Socialist" über die Petition zu erwarten. Für Genossen Talwer scheint es jedoch weder auf die Kampfstärke wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß sich die französische fondern seitens der socialdemokratischen Kommissionsmitglieder gab des Gegners, noch auf die leichtere oder schwerere Durchführbarkeit Arbeiterpartei ein eignes, vollkommen unabhängiges Genosse Thiele die Erklärung ab, es tönne zwar an der Richtig der Zollbekämpfung anzukommen; als Hauptsache gilt ihm die Taktik Organ schaffe. Der Mangel eines solchen trage ohne Zweifel viel feit der Uebersetzung von Liguoris Moral- Theologie nicht gezweifelt der Kriegführung. Und so gestattet er es sich, aus einem Operetten- dazu bei, daß die verschiedenen Gruppen zu einer Einigung nicht werden, es feien auch skandalöse Enthüllungen, die dieselbe mache, feldzug wissenschaftliche Grundsäge für den Zollkrieg mit einer Groß- gelangen könnten. Der Lhoner„ Einigungskongreß" müsse sich mit der aber da niemand gezwungen werden könne, zur Beichte zu geheit macht abzuleiten. Frage der Gründung eines solchen Organs befassen. Die größeren, ein- und es jedem frei stehe, ihr fern zu bleiben, wenn ihm die Fragen flußreicheren Tagesblätter unsrer Partei in Frankreich die Pariser des Beichtvaters nicht gefallen, sei er mit dem Antrage einverstanden, ausnahmslos befinden sich alle in den Händen kapitalistischer die Betition für ungeeignet zur Erörterung im Plenum zu erklären. Konsortien, welche die Unternehmen nach rein geschäftlichen Die Kommission trat einstimmig dem Antrage bei. Marimen ausbeuten. Zu welchen Mißhelligkeiten diese Zustände Zürich, 7. Mai.( Eig. Ber.) Eine recht heitere und naive Er- unter Umständen führen können, geht aus einem Schreiben des flärung läßt unsre Polizei für die Ueberwachung einer Ver- Genoffen Viviani hervor, das derselbe an die Petite République" jammlung am 1. Mai durch Detektivs in der Preise richtet. In diesem Schreiben teilt Viviani mit, daß er von seinem veröffentlichen. Nach dieser Darstellung hätten sich die Posten eines Chefredacteurs der Lanterne" seitens der Verwaltung Geheimpolizisten nur zu dem Zweck eingeschlichen, um selbst enthoben worden sei. Der Grund ist nach den Darlegungen Vivianis zu sehen und zu hören, was alles da vorgeht, und um sodann folgender: Seit Monaten ist seitens des Aufsichtsrats der Lanterne" wahrheitsgetreue Berichte allenfallsigen andren Berichten, die veriucht worden, Artikel zu Gunsten der Gasgesellschaft in das an ausländische Regierungen, insbesondere an die italienische, Blatt zu lancieren. Viviani hat sich beharrlich geweigert, fie erstattet werden, entgegensezen zu können:„ Es sei höheren aufzunehmen. Am Dienstagabend( 7. Mai) sollte Viviani werden, einen abermals bont gezwungen Orts bekannt, daß seit längerer Zeit italienische Berichte wiederum über alle möglichen Vorgänge, namentlich über Versammlungen, Gasgesellschaft, die gegenwärtig um das Monopol der Gasfabri- der dortigen Straffammer. Genosse 2 auflötter Hamburg hatte in in denen italienische Politiker und Landesangehörige referieren, tation für die Stadt Paris ringt, herrührenden Artikel aufzunehmen. an die italienische Regierung gelangen, die in tendenziöser In dem Artikel war dargelegt, daß die Stadt Paris gar nicht im Weise entſtellt, ins gefährliche ausgemalt werden und oft Stande sei, ein solches Unternehmen in eigne Regie zu übernehmen 2c. mit den wirklichen Thatsachen in Widerspruch stehen. Diese Man drohte ihm, den Artikel event. ohne seine Zustimmung aufzuBerichte aber stammen zweifellos von italienischen Spigeln nehmen. Viviani entgegnete, daß er dann einen Gegenartikel an und unbekannten Personen, denen es darum zu thun ist, der Spitze des Blattes bringen werde. So ist es denn auch geunsren Behörden Verlegenheiten zu bereiten. Um allfälligen schehen und die Folge war, daß Viviani am nächsten Tage feine derartigen Berichten an der Hand bon thatsächlichen Entlassung erhielt. eignen Wahrnehmungen entgegentreten zu können und nicht hinterdrein, wenn Reklamationen kommen, herumhorchen zu müssen und schließlich auch noch falsch berichtet zu werden, deshalb war rin der italienischen Sprache völlig mächtiger Civilpolizist an wesend. Jedes andre Motiv, namentlich aber die Meinung, als folle unfre Polizei selbst irgendwie nach außen rapportieren, wird des bestimmtesten abgelehnt." In der That heiter und naiv! Die Wie langjährige Dienste der Arbeiter von seiten mancher Der Aufstand in Barcelona scheint in großen und ganzen amtliche Kenntnis von dem Vorhandensein und dem Treiben italienischer Spizel in der Schweiz sollte doch zu andren gebrochen zu sein. In dem am Donnerstag abgehaltenen Minister- Arbeitgeber geschätzt werden, das zeigt so recht das Vorgehen Maßnahmen führen, als zur Einrichtung einer eignen rate erklärte Sagasta, daß dant dem Kriegszustande in Barcelona der Firmeninhaber C. W. Moriz, der alten bekannten Musit. Trotzdem seien weitere Vor- instrumentenfabrik in Berlin, Bülowstr. 13. Der Versammlungspolizei, denn das heißt die Austreibung des die Ruhe wieder eingetreten sei. Teufels durch Beelzebub. Die schweizerische Polizei sollte die italienischen fichtsmaßregeln getroffen worden; er hoffe jedoch, daß bald normale Gewerkverein" berichtet darüber folgendes:„ Die Arbeiter, welche zum Teil schon viele Jahre bei der Firma beschäftigt find, richteten Spigel so schnell wie möglich ausfindig machen und sie sodann über die Zustände wieder eintreten würden. Ein Telegramm aus Madrid vom Freitag meldet: Wie im Einverständnis mit dem Werkführer an die Inhaber( Söhne des Grenze zu ihren Brotgebern spendieren, dann hörten auch die falschen und verlogenen Spielberichte über die Vorgänge in der dem Kriegsministerium aus Barcelona gemeldet wird, herrschte dort vor 3 Jahren verstorbenen Gründers der Firma) eine in ganz beSchweiz an die italienische Regierung auf. So lange nicht mit den gestern Ruhe; die Truppen kehrten in die Kasernen zurück; der scheidener Form gehaltene Bitte, die bisherige zehnstündige Arbeitszeit um eine Stunde täglich zu reduzieren, weil in vielen andren Bes In Vinaroz, Spigelschuften gründlich aufgeräumt wird, muß man daher in Telephonverkehr ist immer noch unterbrochen. Zukunft bei allen Vorkommnissen, wie diejenigen legthin in Genf Proving Valencia, bedrohte die Bevölkerung Maristen Mönche, die trieben auch die neunstündige Arbeitszeit eingeführt sei. Einer der Herren Chefs ließ am andren Tage die Arbeiter rufen und gab waren, fragen: wo find die Lockspigel? Die Socialdemo- dort eintrafen. Die Behörden wiesen die Mönche aus. ihnen den Bescheid, daß er mit der Bitte einverstanden sei, wenn Iraten und alle wahrhaft freifinnigen Schweizerbürger müssen aber die sechs Stunden vom Lohn in Abzug kommen, und wenn die Armit aller Energie die Versuche der politischen Polizei, unter irgend Das verbotene Messertragen. Nach einer Bekanntmachung beiter dafür sorgen, daß die sächsischen Konkurrenten diefelben Löhne welchen Vorwänden die Ueberwachung öffentlicher Versammlungen des Generalgouverneurs ist den Einwohnern Moskaus verboten, zahlen, wolle er die Bitte ganz bewilligen. Ich erwarte von jedem einzuführen, bekämpfen und darum: principiis obsta! An der letzten Maifeier waren auch 2 von den 3 social- Messer zu tragen, mit Ausnahme derjenigen, deren Berufs- einzelnen bis heute abend 7 Uhr im Comptoir Bescheid, ob er unter Die Uebertretung des Verbots den alten Bedingungen weiter arbeiten will, wer dieses unterläßt, demokratischen Ministern als Festredner thätig; thätigkeit ein Messer erfordert. zürcherische Regierungspräsident, zieht eine Geldstrafe bis 500 Rubel oder Arrest bis drei Monate der ist gekündigt, oder ich betrachte den bis zu dieser Stunde nicht erhaltenen Bescheid als Kündigung. Nun geht wieder an Eure Arredete in Biel, und Genosse Müller, Regierungsrat des nach sich. Kantons Zug, in Baar( Kanton Zug). Diese Mitwirkung Der Unterrichtsminister Wannowski ist in Moskau ein- beit." Die Arbeiter waren der Meinung, daß es wohl mit der von Genossen, die in hervorragenden öffentlichen Stellungen getroffen, woselbst er das Polytechnikum und die Universität Stunde nicht so ernst gemeint sei, und gaben nach einer abends stattfind, ist sehr zu begrüßen; nicht darum, weil sie da als besichtigte und Beschwichtigungsansprachen an die Studierenden gehabten Besprechung am andern Morgen den Bescheid, daß sie gewillt sind, unter den alten Bedingungen weiter zu arbeiten. Die AntParade Redner glänzen können, sondern, weil es notwendig hielt. wort des Chefs war barsche Ablehnung und Aufrechterhaltung der ist, daß sie in steter Verbindung mit der Arbeiterbewegung Zu einer revolutionären Demonstration lam es nach der in Kündigung sämtlicher Arbeiter. Selbst die Vermittlung des Werkbleiben, um bor Entgleisungen bewahrt zu sein. Sie haben ihre Tiflis erscheinenden Zeitung Kawtas" dortselbst am 5. Mai: führers vermochte nicht, den Chef zur Rücksicht zu bewegen. Deni Kraft in der Arbeiterbewegung wie der Riese Antäus auf der Erde, Das Blatt giebt folgende Darstellung des Vorgangs: Arbeiter Julius Fradel, welcher 38 Jahre seine besten Kräfte und eine Lösung dieser Verbindung müßte für sie in jeder Beziehung mille ja au dem fogenannten Soldatenplay, entfaltete vom staiſer das Allgemeine Ehrenzeichen erhielt, wurde gesagt, bestehender Volkshaufe der Firma geopfert und auf deren Vorschlag am 22. Januar 1900 bon nachteiligen Folgen sein. sammelte sich dort eine rote Fahne und beantwortete die Aufforderung er habe überhaupt nur zu gehorchen und um nichts der Polizei, auseinander zu gehen, mit thätlichen Angriffen zu bitten, er fei entlassen. Geheimrat Schmidt, welcher Die Reichstags- Kommiffion zur Vorberatung der Militär- auf diese. Obwohl es der Polizei sehr schnell gelang, sich der Fahne bem Fradel im Auftrage des Kaisers diese Auszeichnung übervorlage hat nun das Ergebnis ihrer Arbeiten dem Reichstag in zu beniächtigen, und Soldaten und viele Bürger Partei gegen die reichte, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß dieselbe nur einer 354 Quartseiten umfassenden Drudschrift vorgelegt. Der Be- Ruhestörer ergriffen, dauerte es doch eine Viertelstunde, bis der Play Leuten verliehen werde, die sich wirklich verdient gemacht und richt, der bekanntlich die Regierungsvorlage im wesentlichen be- gesäubert war. In dem Handgemenge, welches sich entspann, tadellos geführt haben. Julius Fradel fei dieser Auszeichnung fürwortet, ist durchgehends von den ersten Kammermitgliedern der wurden auf beiden Seiten zahlreiche Personen durch Revolverschüsse, würdig. Und diesem Manne gaben die Firmeninhaber folgendes Kommission diftiert worden, wogegen die 12 Kommissionsmitglieder Dolchstiche und Stockschläge verlegt. Der Gouverneur erschien selbst, Beugnis: Hierdurch bescheinige ich, daß Julius Fradel am 27. Otaus der zweiten Kammer in mehreren Reservationen ihre ab von Gendarmen begleitet, am Thatorte und leitete die polizeilichen tober 1863 bei mir eingetreten ist und ist mir in dieser Zeit nichts weichenden Meinungen zum Ausdrud bringen. Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe. Zur vollständigen Be Nachteiliges über seine Person bekannt geworden. Am heutigen Tage ruhigung der Bevölkerung trug auch die Anwesenheit des ersten habe ich ihn wegen Lohnbewegung, an welche er sich anschloß, tautafischen Sappeurbataillons und von Kojalen bei. Im ganzen entlassen. wurden 41 Personen verhaftet, unter denen sich ein Student der Universität Charkow und drei anläßlich der letzten Unruhen aus Petersburg ausgewiesene Studentinnen befinden. Genosse Ernst, der neue Schweden. Diefer eine Fall zeigt, wie ungeheuer schwierig die Verhältnisse für gewissenhafte socialistische Schriftsteller sind, wie sehr sie der Versuchung ausgesezt sind, ihrer Ueberzeugung untreu zu werden. Das Verlangen der französischen Sozialisten nach einem eiguen Organ ist daher ein vollauf berechtigtes. Spanien. Rußland. Arbeitern " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. C. W. Morig." Berlin, den 13. April 01. Die Arbeiter dieser Fabrik find bis auf zwei nicht organisiert, mithin fand das schneidige Auftreten des Fabrikanten nicht die genügende Abwehr, die Fußtritte konnten mit dem Gefühl einer selbstbewußten Herrenmatur ausgeteilt werden. Werden sich die Arbeiter nun endlich auf ihre Menschenwürde besinnen und die Wiederholung einer so schimpflichen Behandlung unmöglich machen? Die Forderung der 365 tägigen Dienstzeit wird von der Kommissionsmehrheit gutgeheißen mit der Bemerkung, daß die Ans sicht des Kriegsministers wohl begründet sein werde. Auch an allen Repetitionsübungen hält die Kommission fest, doch mit der Linderung, daß die Landleute 12 bis 2 Sommermonate davon befreit sein Abgesehen von der Erhöhung des Jahresbudgets auf 451/3 Millionen für das Heerwesen und auf 14 Millionen für die Marine, berechnet die Kommission, daß noch 63 Millionen Kronen an außerordentlichen Ausgaben notwendig sind, 48 Millionen für Kasernen, 14 für die neue Artillerie und 1 Million für Wie das Reutersche Bureau" bom 8. d. M. aus Klerksdorp diverse Ausgaben. Zwecks Dedung der Mehr- meldet, wird" Hartebeest fontein nunmehr zerstört Berlin vom 25. April wurde der Beschluß gefaßt, vom Sonnausgaben schlägt die Kommission die Einführung neuer Steuern werden. Steijn und De Wet sollen sich im westlichen abend, den 11. Mai, ab 50 Pfennig Marken pro Woche für den Sotalfonds beizusteuern. Bei der Begründung vor, die insgesamt ca. 27 Millionen Kronen jährlich einbringen Transvaal befinden. ollen. 10/2 Millionen sollen durch direkte Steuern Bei Hartebeestfontein hatte, wie erinnerlich, Delarey vor dieses Antrags wurde allgemein die Notwendigkeit einer Verbesserung aufgebracht werden, das übrige durch indirekte Besteuerung. wenigen Tagen, seine Truppen tonzentriert. Ob man Hartebeest unsres Tarifs, der zu Ende dieses Jahrs abläuft, anerkannt. Um 4 Der Boeren- Krieg. Zerstörung Hartebeestfonteins. Achtung, Töpfer! In der Generalversammlung der Filiale = 22 im Gewerkverein. Deutsches Reich. Frankfurt a. M., 10. Mai.( B. H.) Der Frankf. 8tg." wird aus Hildesheim gemeldet: Auf der Gewerkschaft Germania" im Kohlenbergwerk bei Alfeld wurden durch schlagende Wetter vier Bergleute getötet und verschiedene verwundet. Wien, 10. Mai.( W. T. B.) Eine Versammlung der östreichischen Als arbeitsunfähig frank sind einschließlich Krankenhausbehandlung Centralstelle zur Wahrung der land- und Forstwirtschaftlichen insgesamt 6348( gegen 6670 im Vorjahr) verzeichnet und zwar Interessen bei Abschluß der Handelsverträge nahm eine 2711 männliche und 3637 weibliche Mitglieder, welche zufammen Resolution an, wonach seitens der Land- und Forstwirtschaft der 161 918 Tage Unterstützung bezogen; davon entfallen auf die männ- im Reichsrate eingebrachten Kanalvorlage nur dann zuzustimmen lichen 59 917, auf die weiblichen 102 001 Tage. jei, wenn mittels Zollschutes ausreichende Garantien für den auf alle Fälle gerüstet zu sein, hielt es die Versammlung für an- fich: Arzt- Honorar 40 295 M., Arznei und sonstige Heilmittel: 1 zu unterdrücken. Lord- Kanzler von Frland Wyndham verteidigt den gebracht, dem obigen Antrag zuzustimmen. Kollegen, wir ersuchen 40377 W., an Strankengeld wurde( intl. Familienunterstützung) gezahlt: Schritt, der auf seine Initiative erfolgt fei, er lehne es ab, feire Euch, auf allen Arbeitsstätten darauf zu achten, daß dem Beschluß 126 000 m.; Kurtosten an Krankenhäuser inklusive Fürsorge für Lippen durch Verlesen des betreffenden Artikels zu besudeln, der AnGeltung verschafft wird und jeder seine Schuldigkeit thut. Ihr alle Refonvalescenten: 158 372 M.; die Verwaltungskosten belaufen fich griff sei schmachvoller als irgend ein Angriff des vorigen Jahrs wißt aus Erfahrung vom legten Streit, welche Summen notwendig( persönlich und sächlich) auf 53 000 2. Der Mitgliederbestand ist in der ausländischen Preffe gegen die verstorbene Königin. Nach find, um einen derartigen Kampf führen zu können. Mithin thue im Berichtsjahre von 18 814 auf 19 404 gestiegen. Als Nicht weiterer Debatte wird der Antrag Dillons mit 252 gegen 64 Stimmen jeder seine Pflicht. Der Vorstand der Filiale Berlin. melder" wurden 400 Geschäftsinhaber ermittelt, die 5844 M. nach abgelehnt. In der Minorität stimmen außer den irischen Nationalisten Die Drahtzieher auf dem Kupferwerk ,, Deutschland" in zahlen sollten; für 482 Strafanträge wegen Meldekontravention nur wenige Radikale. Ober: Schöneweide sind durch fortgefeßte Abzüge in den Streit gingen 932 m. Strafgelder ein; außerdem mußten für nicht gedrängt. Die Arbeiter sind seit etwa drei Jahren auf dem Wert oder erst nach der Erkrankung gemeldete Kassenmitglieder von den beschäftigt und eigens von der Direktion aus dem Rheinland und betreffenden Unternehmern 1583 M. Kurkosten Auslagen ersetzt Westfalen hierhergelockt. Man versprach den Leuten dauernde Be- werden. Diese Zahlen zeigen, wie sehr in Gastwirtskreisen das Be fchäftigung und anständigen Lohn. Anfänglich find diese Bestreben besteht, sich um die Pflichten, die das Gesetz ihnen auferlegt, dingungen auch innegehalten, bis nach und nach Abzüge erfolgten, herumzudrücken. die insbesondere durch den schlechten Geschäftsgang, der viele Feierschichten notwendig machte, um so schwerer empfunden wurde. Schließlich entschlossen sich die Arbeiter, das Verlangen an die Direktion zu stellen, die alten Accordpreise beizubehalten und 50 f. Stundenlohn zu gewähren. Die Kommission, die dieserhalb vorstellig wurde, hörte man von der Betriebsleitung taum an, mit einer Was die verschiedenen Krankheitsformen anlangt, so marschieren Schutz des inländischen Marktes gegen eine Ueberschwemmung Flut fränkender Ausdrücke wurden die Arbeiter abgewiesen und ihnen bei den männlichen Mitglieder die Erkrankung der Atmungsorgane ausländischer landwirtschaftlicher Produkte und sonstige im Intereffe die Entlassung in Aussicht gestellt. Der Versuch wiederholte sich mit 186, Rheuma 342, Verlegungen 364, Jufluenza 183, Magenleiden 137, der heimischen Land- und Forstwirtschaft gegebene Kautelen ge noch einmal mit demselben negativen Resultat, worauf die Geschlechtsleiden 168 an der Spize; bei den weiblichen nehmen den geben seien. Arbeiter zum Ausstand griffen. Von dem Ausstand sind ersten Platz ein: Unterleibsleiden 375, Rheuma 322, Magenleiden Amsterdam, 10. Mai.( W. T. B.) Der Bund der Seeleute dreißig Drahtzieher betroffen, die sämtlich organisiert sind, 328, Atmungsorgane 206, Bleichsucht 198, Verlegungen 156, UnterDie Betriebsleitung, an deren Spize ein schenkel- Geschwüre 133, Geschlechtsleiden 162, Influenza 224, Hals- bat infolge von Differenzen wegen der Sonntagsarbeit einen allgemeinen Ausstand des Schiffspersonals vom Steuermann und Baron v. Wadezek steht, über deffen Auftreten die ganze Arbeiter- leiden 132 2c. schaft empört ist, hat sofort alles unternommen, um neue ArbeitsVerstorben sind im laufenden Geschäftsjahr 130, und zwar Maschinisten abwärts proklamiert. Der Ausstand ist indessen fräfte aus ihrem ehemaligen Rekrutierungsgebiet heranzuziehen. Es 74 männliche und 56 weibliche. Jn 54 Fällen war Schwindfucht bis jetzt noch kein allgemeiner. muß deshalb dringend gewarnt werden, den Verlockungen der die Todesursache; sie traf 35 männliche( davon 17 Kellner und Paris, 10. Mai.( W. T. B.) In der Kommission der Agenten zu folgen, da es den neu Ankommenden nicht besser ergehen fällen kommen noch 10 an Tuberkulose und 3 an Lungenentzündung, Minister für Handel und Finanzen, daß fie die Vorlage betreffend die 11 Hausdiener) und 19 weibliche Mitglieder. Zu den Schwindsuchts- Deputiertenkammer für Arbeiterversorgung erklärte heute der würde, als den jezigen Arbeitern. so taß über die Hälfte der Todesfälle auf Erkrankung der Atmungs- Arbeiterpensionen nicht vor dem Parlament vertreten könnte, falls die organe zurückzuführen sind. Beziehentlich der Ausgaben wird Kommission auf einzelne von ihr beschlossene Abänderungen verharrt. BeAuf den Hamburger Werften noch bemerkt, daß die Kaffe in diesem Jahre infolge Erhöhung der sonders sprach sich der Finanzminister gegen eine von der Komdroht durch den Streit der Kupferschmiede eine Aussperrung der Kurtostentagen 25 000 M. mehr an die Krankenhäuser abzuführen mission beschlossene Uebergangsbestimmung aus, nach welcher alle übrigen Arbeiter. Ob und wann diese Maßnahmen von den Ünter- hatte. Eine besondere Tabelle zeigt, daß die Kellnerinnen der Kasse 65 Jahre alte Arbeiter sofort eine Pension von 100 Fr. erhalten nehmern eintreten werden, steht noch nicht fest, da die Unternehmer erhebliche Mehraufwendungen bereiten; währenddem diese 9,7 Proz. sollen. Nach dem neuesten statistischen Ausweis gab es in Frankreich vorläufig versuchen, für die Streitenden Ersatz zu finden. Dieser der Beiträge an die Kasse leisten, betragen die Leistungen der Kasse ungefähr 800 000 alte Männer, welche auf eine solche Pension AnVersuch dürfte aber mißlingen, da die Kupferschmiede sehr gut an sie 16,8 Proz. der Gesamtleistungen. spruch erheben könnten. Dies würde gleich im ersten Jahre eine organisiert sind. Jedoch ist die Arbeit dieser Berufsgruppe un- Aus Ostpreußen. Die russisch- polnischen Arbeiter sind kaum Ausgabe von 80 Millionen Franks zur Folge haben, während die entbehrlich und bringt das Fehlen den ganzen Beins Land gekommen und schon werden die ersten Fälle an Erkrankungen Einnahmen der zu gründenden Arbeiterverforgungskassen fast Null trieb ins Stocken. In diesem Falle kann man sich über an schwarzen Pocken festgestellt. Auf einem Rittergute bei Bartenstein wären. Die Regierung fönnte höchstens einen Kredit von die weiteren Machtmittel, die die Unternehmer ihrem bis- ist der erste Krautheitsfall ermittelt. Nun beginnen die 55 Millionen zur Unterstützung von Arbeiterinvaliden einherigen Berhalten gemäß anwenden werden, nicht im Untlaren fein. Maffenimpfungen der eingewanderten Arbeiter. Ein ficherer ftellen. Die bürgerliche Presse ist bemüht, auf die den Arbeitern drohende Schuß ist das nicht. In den russischen Grenzgebieten herrschen die Paris, 10. Mai.( B. H.) Aus Barcelona wird berichtet, Gefahr aufmerksam zu machen, und ergeht sich dabei in Angriffen schwarzen Bocken sehr start. Die Gefahr der Einschleppung der daß bereits mehrere Anarchisten zum Tode verurteilt worden gegen die Kupferschmiede, die den Streit ohne Grund heraufbeschivoren Seuche ist sehr groß. da noch fortwährend Arbeiter aus jenen find, während andre nach der Insel Fernando- Po verbannt hätten. Gegenden über die Grenze kommen oder doch die verseuchten wurden. Bisher wurden 20 Personen getötet; über Hundert So liegen mun die Dinge nicht. Die Kupferschmiede sind seit Gegenden passieren. Ein Verbot der Einwanderung der russisch- find bei langem mit dem Arbeitsnachweis der Eisenindustriellen, der polnischen Arbeiter werden die Klincowström und Konsorten trotzdem Gendarmerie schwer verletzt worden. Einer Anzahl Gefangener den Zusammenstößen mit dem Militär und der vollkommen willkürlich geleitet wird, unzufrieden. Nicht nur, nicht fordern. daß die Arbeiter schroff behandelt werden, und Mißliebige gelang es durch Brandlegung aus einer Kaserne, worin sie unterüberhaupt teine Arbeit bekommen, sondern auch daß die Der Ministerial- Erlak gegen die Mißstände im Wohnungs- gebracht waren, zu flüchten. Die Regierung wird der Kammer Arbeiter vor diesem Institut stundenlang auf der Straße aller wefen hat nun zu weiteren Schritten der Regierungspräsidenten eine Reihe Gefeßentwürfe unterbreiten, wonach die berechtigten Witterungsunbill ausgesetzt warten müssen, hat in ihnen seit geführt. Diese haben u. a. die Landräte zum Bericht aufgefordert, Forderungen der Arbeiter Berücksichtigung finden sollen. langer Zeit das Verlangen nach einer Aenderung hervortreten ob es etwa zweckmäßig wäre, daß der Kreiskommunalverband, Perpignan, 10. Mai.( W. T. B.) Nach Meldungen aus laffen. Als nun am 2. Mai die Herren Werftbesitzer ein Drittel besonders in den Industriebezirken, statt der Kommunen oder neben Barcelona find zahlreiche Truppen dort eingetroffen und auf der am 1. Mai feiernden Kupferschmiede entließen, erfolgte nur diesen den Bau von Arbeiter- Wohnhäusern selbst unternehmen verschiedene Punkte der Stadt verteilt worden. Der Generalkapitän die letzte Anregung zum Ausbruch eines ernsten Konflikts. Für oder, falls dies nicht angezeigt erscheinen sollte, ob eine gab Befehl, daß die Arbeitervereine geschloffen werden. Der die gemaßregelten Kupferschmiede bedeutet die Aechtung seitens des Förderung der Baugenossenschaften und der gemeinnügigen Bau- Ausstand der Tramway- Bediensteten dauert fort. Es find zahlreiche Arbeitsnachweises der Unternehmer das Schwinden jeder Aussicht auf Er- vereine durch eine Erleichterung der Kapitalbeschaffung und durch Verhaftungen vorgenommen worden, darunter die einer französischen werb in Hamburg. Wenn unter solchen Umständen die Arbeiter zum die Bereitstellung der Streisbaubeamten zur unentgeltlichen Unter- Anarchistin. Die neuerlichen Ruhestörungen werden hauptsächlich den Streit greifen, so ist das nur zu erklärlich und die Aufreizung haben ftigung dieser Vereine angezeigt sei. Dazu wird bemerkt, daß in Anarchisten zugeschrieben. in diesem Fall die Unternehmer langsam aber sicher betrieben. denjenigen Kreisen, in welchen Streissparkassen bestehen, den Anforde Einige Blätter bemühen sich nun, den Arbeiter Borhaltungen zu machen, daß sie nicht höflich ihre Forderungen eingereicht haben. Es soll in dem Schreiben folgender Paffus enthalten sein:„ Borstehende Forderungen sind bis Dienstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr, zu beantworten, widrigenfalls am Mittwochmorgen, den 8. Mai, die Arbeit niedergelegt wird." Wir würden in solchen Fällen auch eine andre Form empfehlen, geben aber anheim, ob nicht bei den Arbeitern eine Schwerfälligkeit mit schriftlichen Arbeiten das Ungeschickte der Form entschuldigen könnte. Wie dem auch sei, die Unternehmer hätten sicherlich ebenso wenig bei einem mit allem gesellschaftlichen Schliff abgefaßten Schreiben eine Antwort erteilt, wie sie es fo gleichfalls beliebt haben, eine Antwort für unpassend zu halten. Aber schließlich zu großen Entrüstungen eignet sich das Schreiben der Arbeiter für die bürgerliche Presse gar nicht, das ist der Stil, der, wenn, er den Arbeitern gegenüber angewendet würde, noch sehr milde flingt. Wir haben nicht gehört, daß gegen sehr viel schroffere Aeußerungen aus Unternehmerkreisen den Herren Vorhaltungen über den guten Ton ge= macht wurden. Wenn die Werftdirektoren dasselbe Verhalten wie bei dem Streit der Nieter einschlagen wollen, dann würden sie nur aufs neue beweisen, wie rücksichtslos fie in der Wahl ihrer Mittel sind, wenn es gilt, die Arbeiter niederzudrücken. rungen des Ministerialerlaſſes vielfach ganz oder teilweise ohne Inanspruchnahme von Kreismitteln werde entsprochen werden können, wenn die Sparkaffen- Ueberschüsse in ihrem vollen Betrage oder wenigstens zum Teil entsprechend verwendet würden. Brüffel 10. Mai.( B. S.) Indépendence Belge" veröffentlicht in drei Spalten den ersten Teil der im vergangenen Jahre stattgehabten Vernehmung Esterhazys vor dem franzöfifchen Generalkonsul in London. Esterhazy beschäftigt sich ausschließlich mit der Angelegenheit, an der er in direkter Weise beteiligt gewesen ist, Die Großzeinkaufs Gesellschaft deutscher Konsumvereine und über die er alle erforderlichen Beweisstücke angiebt. hat schon im ersten Quartal dieses Jahres eine lebhafte Steigerung Es geht daraus hervor, daß er in den Briefen, die er auf Befehl des Umsatzes zu verzeichnen gehabt. Der Umsatz erreichte in den seiner Borgesetzten geschrieben hat, dem Präsidenten der Republit Monaten Januar, Februar und März die Höhe von 2 405 000 m. mit Enthüllungen droht. Mit einem Wort, Esterhazy macht seine gegen 1 528 666,12 M. in der gleichen Zeit des Vorjahrs oder Vorgesetzten für seine Handlungsweise verantwortlich. Der erste 876 333,88 M. Mehrumfaz. Das ist eine Steigerung des Umjazes um Teil der Vernehmung schließt mit einer Liste von 10 Dokumenten, 57,3 Broz. Nach dem augenblicklichen Geschäftsgang und den laufenden die sich in verschiedenen Departements befinden und den WahrheitsAbschlüssen muß diese Steigerung die nächste Beit anhalten und die beweis der von ihm gegebenen Erklärungen erbringen sollen. Herbsimonate noch stärker werden. Es ist daher begründete Aussicht vorhanden, daß der Umsatz im laufenden Jahre mindestens 12 Mill. Mart betragen wird. Unruhen in Korea. Aus Yokohama wird vom 9. Mai gemeldet: Dreitausend aufrührerische Chinesen sollen über den Tumen- Fluß( die Nordostgrenze Storeas) in Korea eingedrungen sein und große Auf regung in dem besetzten Distrikt hervorrufen. Vorbereitungen zur Abreife? In der Gummiwaren- Fabrikation in Harburg ist ein Nach englischen Blättermeldungen aus Peking vom 9. Mai hat größerer Streit ausgebrochen. Die Arbeiterinnen der„ Bereinigten Graf Waldersee einige chinesische Truppenabteilungen Gummifabriken", 370 an der Bahl, stehen bereits sieben Wochen im 3um Polizeidienst in der Umgegend von Peting und Ausstand. Wie uns telegraphisch mitgeteilt wird, sind nunmehr die zur Unterdrückung der Marodeure zugelassen. übrigen Arbeiter gefolgt, und erstreckt sich jetzt der Streit auf 1200 Daß Waldersee sich nunmehr chinesischer Truppen zur Ausfibung Arbeiter und Arbeiterinnen. Durch fortgesetzte Maßregelungen fahen des Polizeidienstes bedient, tann hoffentlich als Anzeichen dafür fich die Arbeiter zu diesem Schritt genötigt. Der Zuzug ist fern- gelten, daß er nunmehr ernstlich an eine Abreise denkt. zuhalten. Räuber Einfälle in Tongking. Johannesburg: Trog der fortgefeßten Kleinfrieg Taktik der London, 10. Mai. Das Neutersche Bureau" meldet aus Boeren in den verschiedenen Teilen des Landes beginnt die Stadt ihr normales Aussehen wieder anzunehmen; die meisten Läden find wieder geöffnet worden. In den Robinsons und Treasury- Minen hat der Betrieb heute wieder offiziell begonnen; vier weitere Minen sind für die Betriebswiederaufnahme nahezu bereit. der Beratung des rektifizierten Budgets für das GefchäftsRom, 10. Mai.( W. T. V.) Deputiertentammer. Bei jahr 1900/01 erklärte der Berichterstatter Guicciardini, man fönne auf einen reinen Ueberschuß von 50 Millionen Lire zählen, mit denen man 18 Millionen für Eisenbahnansgaben werde zahlen und für eine Amortisierung der Schulden Vorsorge treffen fönnen; es werde ein Netto- leberschuß von 18 bis 20 Millionen übrig bleiben; er ſei überzeugt, daß das italienische Budget in diesem Jahre das beste in Europa sei. Redner fügt hinzu, ein Ueberschuß von 4 oder 5 Millionen werde sich auch im nächsten Geschäftsjahre zeigen, und schließt mit dem Hinweis, der Umstand, daß Zanardelli an der Spige der Regierung stehe, müsse das Parlament und Der Streit der Bauarbeiter in Halle. Nachdem vor einigen Der franzöfifche Kolonialminister hat Nachrichten aus Tongling das Land über die Finanzpolitit beruhigen.( Lebhafter Beifall, Der Schaßminister Wochen die Bau- Hilfsarbeiter zu Gunsten der streikenden Maurer erhalten, nach welchen infolge der von dem chinesischen General Su Guicciardini wird alljeitig beglückwünscht.) gleichfalls auf allen gesperrten Bauten die Arbeit eingestellt haben, gegen die Aufständischen unternommenen Operationen mehrere di Broglio stimmt im ganzen den Ausführungen Guicciardinis über die find nunmehr die Zimmerer dem gleichen Beispiel gefolgt, um auf Stäuberbanden zu wiederholten Malen in franzö- Einnahmen und den Ueberschuß zu und betont, daß trotz der Ausallen Banten sofort die Arbeit einzustellen, wo Streitbrecher be- fisches Gebiet eingedrungen, aber mit großen Verlusten gaben der China- Expedition das vorliegende Budget eines der schäftigt sind. auf chinesisches Gebiet zurückgedrängt worden sind. In mehreren günstigsten sein werde, das die italienischen Finanzen je gehabt. willigt. ein Hauptmann, ein Sergeant und sechs Mann, ungefähr fünfzehn Mann wurden verwundet. Sonst herrscht in Tongling überall Sanitätsrat erklärte Konstantinopel für peftfrei. Gefechten mit diesen Räuberbanden fielen auf franzöfifcher Seite( Burufe: Sehr gut!) Nach längerer Debatte wird das Budget beKonstantinopel, 10. Mai.( W. T. B.) Der internationale Fahrzeugbau der Kruppschen Gußstahlfabrit zu Eisen zu Diffenzen Lohndifferenzen bei Krupp. Vor einigen Tagen kam es im mit den Arbeitern. Der bort angestellte Betriebsführer Franke hatte Nube. ca. 30 Arbeiter aus Spandau kommen lassen und denselben einen Lohn von 5,50 M. versprochen. Statt deffen erhielten die Leute an Sonnabend mur 2,50 M. Diese Handlungsweise war die Ursache zu äußerst erregten Auftritten. In seiner Angst ließ der wortbrüchige Betriebsführer die Feuerwehr und Polizei requirieren und läßt sich jetzt mit einigen Feuerwehrlenten als Sicherheitswache umgeben. " Lekte Nachrichten und Depelien. Wissenschaftliche Ballonfahrten. Straßburg, 9. Mai.( W. T. B.), Dienstag den 14. Mai 1901 findet in den Morgenstunden eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt statt. Es steigen bemannte und unbemannte Ballons auf in: Lohnkämpfe in der Solinger Messerindustrie in Sicht. Trappes, Paris, Straßburg, Wien, Krakau, Berlin, Petersburg, Mostau. Die Bergische Arbeiterstimme" berichtet: Der Scheren- Fabrikanten Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Beverein hat dem Scheren Schleiferverein das Preisverzeichnis gelohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß Kündigt, das gleiche hat der Rasiermesser Fabrikantenverein dem den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die an Rasiermesser Schleiferverein gemacht. Die Fabrikanten verlangen gegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine voreine Reduzierung der Preise. Da die Schleifer in eine Reduzierung fichtige Behandlung der Ballons und Instrumente wird besonders der Preise nicht einwilligen, so dürften heiße Lohukämpfe für die aufmerksam gemacht. Mitte des Jahrs bevorsteheit. Die Arbeiter bereiten sich darauf mit Ruhe und Umsicht vor. Ausland. = Simla, 10. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Es indischen Kavallerie- Regiments mit Belagerungstrain aus Hongkong, find Vorkehrungen getroffen worden zur sofortigen Rückkehr eines eines Infanterie- Regiments aus Wei- hai- wei und eines InfanterieRegiments aus Tientsin nach Indien. Weitere Rücksendungen sollen allmählich folgen. Melbourne, 10. Mai.( W. T. B.) Die Session des Bundesparlaments wurde heute vom Gouverneur Earl of Hopetown mit einer Ansprache eröffnet, in welcher derselbe sich zu Gunsten eines angemessenen Schuttarifs für die Industrien aussprach, welche fich unter dem Schutze der bisherigen australischen Staatstarife entwickelt haben. Weiter erklärte der Gouverneur, fobald die Finanzen es gestatteten, werde zwischen den einzelnen australischen Kolonien freier Handel gewährt werden, und fündigte Vorlagen an betreffend die Beschränkung der asiatischen Einwanderung und allmähliche Abschaffung der Einführung von Ars Ein französischer Scharfmacher- Verband. Paris, 10. Mai.( W. T. 8.) Eine Anzahl von Textil- Unter- beitern aus den Südsee- Inseln, ferner Vorlagen betreffend das Ver. Textil- Unterteidigungssystem die Aufgabe gestellt hat, Unternehmer und Arbeiter, deren Interessen nehmungen gründete eine Unternehmer- Vereinigung, welche sich teidigungssystem des australischen Gemeinwesens. Peking, 10. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die durch einzelne bereits beschlossene oder geplante Geseze bedroht seien, amerikanischen Truppen haben heute die Distrikte geräumt, zu schützen. welche unter ihrer Kontrolle gestanden hatten, mit Ausnahme der verbotenen Stadt, welche trog fremder Einwendungen weiter besetzt Majestätsbeleidigung im englischen Unterhause. gehalten wird, falls nicht eine gegenteilige Weifung aus Washington London, 10. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Dillon bean- erfolgt. Um ein Chaos nach dem Abzuge der amerikanischen tragt die Verfagung des Hauses, um gegen die Beschlagnahme Truppen zu verhindern, benachrichtigte General Chaffee in der verder gestrigen Ausgabe des Dubliner Blatts Irish people" wegen gangenen Woche den Grafen Waldersee, daß die amerikanischen Die Orts- Krankenkasse der Gastwirte zu Berlin veröffent aufrührerischer Schmähung zu protestieren. Der Artikel hatte in Truppen die erwähnten Distritte heute verlassen würden; dielicht soeben ihren Bericht für das Jahr 1900. Einnahme und Aus- gröbster Sprache den persönlichen Charakter des Königs angegriffen. jenigen bisher von den Amerikanern bejezt gewefenen Bezirke, welche gabe balancieren mit 464 976,13 M.; das Jahr schloß mit einem John Redmond unterstützt den Antrag und führt aus, die Regierung an die englischen grenzen, wurden den Engländern überwiesen, Kassenbestand ab von 30 621,01 M. Unter den Ausgaben befinden richte einen Feldzug gegen die irische nationalistische Presse, um sie während die übrigen unter deutscher Kontrolle gestellt wurden. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Aus New York wird berichtet: 1600 Arbeiter der Reading Eisen Co., die unter der Kontrolle Morgans steht, find, um eine Lohnerhöhung zu erreichen, in Ausstand getreten. Die Gesellschaft schloß sofort die Fabriken. Der Streit droht in Ost- Pennsylvanien große Ausdehnung zu gewinnen. Sociales. Hierzu 2 Beilagen. r. 109. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 11. Mai 1901. Reichstag. 93. Sigung vom Freitag, den 10. Mai 1901, nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische:? Zunächst wird der Diätenantrag Gröber( C.) in dritter Beratung ohne Debatte angenommen, ebenso auch in der Gesamtabstimmung. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung der Anträge Albrecht( Soc.) und Trimborn( C.) betr. Abänderung des Gejeges über die Gewerbegerichte. Die Beratung wird fortgesetzt bei den von der Kommission eingestellten$$ 62a, 62b und 62c, die zusammen beraten werden. Die Paragraphen handeln von der Stellung der Gewerbegerichte als Einigungsämter. Danach soll der Vorsitzende, wenn die Anrufung nur von einer Seite erfolgt, darauf hinwirken, daß sich auch die andre Seite zur Anrufung des Einigungsamts bereit findet. Auch in andren Fällen soll der Vorfigende die Anrufung des Einigungsamtes zu veranlassen suchen, wenn Streitigkeiten über die Bedingungen der Wiederaufnahme oder Fortsetzung der Arbeit entstehen. Nach§ 62c ist der Vorsitzende befugt, zur Einleitung der Verhandlung und in deren Verlauf an den Streitigkeiten beteiligte Arbeiterorganisation Personen vorzuladen und zu vernehmen und kann für den Fall des Nichterscheinens Geldstrafe bis zu 100 Mart androhen. Die Abgg. Fahle( frs. Vg.) und Röside- Dessau( wildlib.) beantragen, die Befugnis des Vorfigenden dahin auszudehnen, daß er auch Auskunftspersonen laden und vernehmen fann. zu 79 Abg. Zubeil( Soc.): hält diese Bestimmung für durchaus wünschenswert, die ZeitungsDie Ausführungen des Kollegen Hilbd erinnern lebhaft an die berichte über die Verhandlungen des Gewerbegerichts find häufig Zeiten des Herrn v. Stumm. Er hat ausgeführt, daß er Hunderte nicht korrekt. Um weiterer Erregung vorzubeugen, empfiehlt es sich, von Fällen anführen könne, in denen die organisierten, im Streit daß von zuständiger Seite eine Veröffentlichung der Thatsachen befindlichen Arbeiter den Arbeitgeber aus dem Hause gejagt erfolgt. Ohne weitere Debatte wird dieser Antrag gegen die Stimmen hätten. Auf unsre Frage, wo das geschehen sei, ist er aber die Antwort schuldig geblieben. Es kann gar keine Rede davon sein, der Socialdemokraten und freifinnigen Gruppen abgelehnt. Die weiteren Paragraphen werden debattelos angenommen. daß die Arbeiterschaft es fertig gebracht hätte, den Arbeitgeber aus § 79 behandelt die Zuständigkeit der Innungen zur dem Hause zu werfen, bei den Wachtmitteln, die dem Unternehmer zu Gebote fiehen, während die Arbeiter nur ihr Solidaritätsgefühl Entscheidung von gewerblichen Streitigkeiten. Die Socialdemokraten und ihre Ueberzeugung haben. Daß Streitigkeiten in so wenigen beantragen, den Absatz 2 dieses Paragraphen zu streichen, welcher Fällen vor die Einigungsämter gebracht werden, liegt daran, daß folgendermaßen lautet:" Durch die Zuständigkeit einer Innung oder fich die Unternehmer nach dem bestehenden Gesetz einfach eines Junungsschiedsgerichts wird die Zuständigkeit eines für den weigern, überhaupt vor dem Einigungsamt zu erscheinen. Immer Bezirk der Innung bestehenden oder später errichteten Gewerbefind es die Arbeiter, die an die Arbeitgeber herantreten gerichts ausgeschlossen. Abg. Dreesbach( Soz.) mit dem Bestreben, Einigungen herbeizuführen. So haben vor zwei Jahren hier in Berlin die Zimmerleute und später die Metallarbeiter begründet diesen Antrag. Für die Arbeiter, die bei Innungsund andre Berufsklaffen mit den Arbeitgebern Frieden geschlossen, meistern arbeiten, find die Gewerbegerichte ausgeschlossen. Unser und jetzt find wieder die organisierten Arbeiter Berlins an die Versuch, in der Kommission die Innungsschiedsgerichte überall auszumerzen, wo Gewerberichte bestehen, ist gescheitert. Arbeitgeber herangetreten mit dem Bestreben, wieder auf eine be- da stimmte Zeit ein friedliches Verhältnis mit den Unternehmern zu ge- Nummehr bitten wir Sie, die Zuständigkeit der Gewerbegerichte stalten. Wenn Sie allerdings das Bestreben haben, die wenigstens für den Fall einzuführen, daß beide Parteien, Innungsvernichten, dann tönnen Sie zu meister und Innungsgesellen, bereit sind, das Gewerbegericht anDurch die § gegenwärtige Fassung des einem Einigungsamte nicht gelangen. Herr Hilbek hat be- zurufen. Ich habe wird das unmöglich gemacht. Den Inmungs- Schiedsgerichten bauptet,§ 62a stehe im Widerspruch zum§ 62 c. bedeutet als würde durch die Annahme unsres Antrags kein Abbruch doch betont, daß der§ 62 c etwas ganz andres der§ 62a. Nach§ 62 a son, wenn eine Partei sich an das Einigungs- geschehen. Im§ 69a haben Sie die Bestimmung getroffen, daß das amt gewandt hat, der Vorsitzende den Versuch machen, auch die Gewerbegericht als Einigungsamt eingreifen darf, auch in den andre Partei heranzuziehen, und§ 62c bedeutet: wenn das Einigungs- Fällen, wenn Innungsmeister und Immungsgesellen gemeinsam das amt angerufen ist, daß dann der Vorsitzende die Möglichkeit haben Gewerbegericht als Einigungsamt anrufen. Eine ähnliche Bestimmung sollten Sie auch bei§ 79 einfügen. Der vorliegende Baragraph will nichts weiter als eine erweiterte soll, das Erscheinen der Parteien zu erzwingen. Wir stimmen dem Kommissionsbeschluß rückhaltlos zu. Der schiedsgerichtliche Thätigkeit des Gewerbegerichts bei Streits usw. Der Arbeitgeber muß gezwungen werden können, vor dem. Einigungsamt Sturm der Entrüstung, der sich von gewissen Seiten gegen das Vor- zu erscheinen. Wir hatten in der Kommission beantragt, eine Strafe ladungsrecht des Vorsitzenden richtet, ist ganz unberechtigt. Von einer von 1000 M. für das Nichterscheinen festzusetzen. Aber den Arbeit Bergewaltigung der Arbeitgeber kann keine Rede fein. Die Auf gebern ist es schließlich gleichgültig, ob fie 50 oder 1000 M. zahlen faffung, wie sie sich in einer Eingabe des Arbeitgeberbunds müssen, und wir haben deshalb den Antrag den Antrag hier nicht für das Baugewerbe fundgiebt, daß sich in Streitigkeiten zwischen wieder eingebracht. Bis jetzt sind es gerade die ArbeitArbeitgeber und Arbeiter kein Dritter einzumischen habe, ist ganz vernehmer gewesen, die sich den Vorschriften des Einigungsaltet.( Sehr richtig! links.) Den Erscheinungszwang halten wir für amts gefügt haben, aber die Unternehmer haben das dringend notwendig, denn die Erfahrung hat gelehrt, daß wenn die Bestreben, eine Einigung zu erzielen, immer von sich gewiesen. Anrufung des Gewerbegerichts durch eine der durch den Streit be- Das haben wir auch beim letzten großen Ausstand in Hamburg von Auch bei den Gewerbegerichten handelt es sich um eine Einigung. rührten Parteien erst erfolgt, wenn die Stimmung eine hochgradig erregte den Werftarbeitern wieder gesehen. Herr v. Richthofen hat darauf Es werden ja auch, was wir begründen können, viel mehr Ver geworden ist, eine Einigung sich sehr schwer erzielen läßt. Der hingewiesen, daß viele Handelstammern gegen die Erweiterung der gleiche geschaffen als Urteile gefällt. Einen großen Unterschied Borsitzende des Gewerbegerichts muß vielmehr das Recht haben, Befugnisse der Gewerbegerichte sich ausgesprochen haben, und daß zwischen Einigungsämtern und Gewerbegerichten kann ich nicht finden. sobald er es für richtig hält, die Beteiligten vorzuladen. Dieses Unternehmer in vielen Petitionen sich entschieden gegen den ErRecht wird natürlich erst wirksam, wenn, wie dies§ 62 c vorsieht, scheinungszwang erklärt haben. Warten Sie nur ab, wenn wir im für den Fall des Nichterscheinens Strafe angedroht wird. Bir Herbst dieses Jahres oder im Frühjahr des nächsten Jahres wieder können in dieser Neuerung keine Schädigung des wirtschaftlichen zusammentreten, wie viel Petitionen gegen die Erhöhung der Lebens erblicken, wir halten sie für keinen welterschütternden, aber Getreidezölle da eingelaufen sein werden. Ich hoffe, daß immerhin recht erfreulichen Fortschritt.( Bravo! bei den National- dann Herr v. Richthofen diesen Petitionen denselben Wert und die liberalen.) selbe Bedeutung beilegt, wie denen der Unternehmer gegen den ErPräsident Graf Ballestrem: ſcheinungszwang. Ich bitte das Haus, an den Beschlüssen der Kommission festzuhalten.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.): Abg. Baffermann( natl.): Der Abg. v. Richthofen- Dahmsdorf beantragt, über den zweiten Teil des§ 62 c, betreffend die Strafandrohung, getrennt abzustimmen. Abg. Hilbek( natl.): Abg. Trimborn( C.): Allerdings besteht zwischen diesen beiden Bestimmungen ein gewiffer Gegensatz. Aber er ist berechtigt. Beim Einigungsamt wollen sich die Leute einigen.( Rufe bei den Socialdemokraten: Bei den Gewerbegerichten doch auch!) Die Kompetenz der Einigungsämter ist öffentlichen Rechtes. Die Kommission hat aber streng die Kompetenz der Innungs- Schiedsgerichte aufrecht erhalten wollen. Im Intereſſe des Zustandekommens des ganzen Gesetzes bitte ich Sie, den Antrag abzulehnen. Abg. Dreesbach( Soc.): Abg. Fischbeck( frf. Vp.): Es liegt doch gar kein Grund vor, den socialdemokratischen Antrag abzulehnen. Den Innungs- Schiedsgerichten wird mit Recht eine gewisse Langfamkeit vorgeworfen. Da ist es sehr wohl möglich, daß beide Parteien ein Interesse an rascher Erledigung des Streitfalls haben und sich gern an die Gewerbegerichte wenden würden. In den meisten Statuten der Innungs- Schiedsgerichte steht, daß innerhalb 8 Tagen nach Einreichung der Klage Termin angesezt werden muß. Das geschieht ja auch, aber die eigentliche Verhandlung findet viel später statt. Abg. Jakobskötter( f.): Der Beschluß der Kommission wird segensreich auf das ganze Wir konnten voraussehen, daß die Herren die Gelegenheit benußen Ein großer Teil meiner Freunde kann sich nicht entschließen, gewerbliche Leben wirken, indem er zum Ausgleich der socialen für den zweiten Theil des§ 62 c, der die Strafandrohung Gegensäge beitragen wird. Ein großer Teil meiner Freunde wird würden, die Junungs Echiedsgerichte nach Möglichkeit zu schädigen. Wir können auf Ihren Antrag nicht eingehen, weil alle Handwerker bei Nichterscheinen einer vorgeladenen Partei vorsieht, zu stimmen. für denselben stimmen. Ich schließe mich daher dem Antrage des Herrn v. Richthofen an. Abg. Stockmann( Rp.): und auch die Handwerksgesellen mit den Innungs- Schiedsgerichten Die schlechten Erfahrungen, die wir bisher mit den Meine Freunde werden gegen den§ 62c und wenn er an- außerordentlich zufrieden sind.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Gewerbegerichten als Einigungsämtern ge- genommen wird, auch gegen das ganze Gesez stimmen. Es handelt Der Antrag aber würde nur dazu dienen, die Inmungs- Schiedsgerichte macht haben, machen es uns unmöglich, diesen Gerichten sich hier gar nicht um den Erscheinungszwang allein, sondern die zu schmälern.( Bravo rechts.) ein so weitgehendes Recht einzuräumen, wie es diefer Barteien werden dadurch auch gezwungen, sich vernehmen zu lassen. Abg. Röficke- Dessau( wildlib.): Baragraph thut. In den meisten Streitigkeiten können die Gewerbe- Ein so weitgehendes Recht können wir einem einfachen Einigungs: Es handelt sich hier doch nur um einige wenige Fälle, wenn beide gerichte überhaupt nichts nügen. Kommit es z. B. zu Lohnstreitig amt niemals einräumen. Parteien einig sind. Wenn die Handwerksmeister und Gesellen teiten, so hat sich in den weitaus meisten Fällen der Arbeitgeber Abg. Stolle( Soc.) mit den Immungs- Schiedsgerichten so außerordentlich zufrieden nach vorausgegangenen Verhandlungen mit den Arbeitern genau weist gegenüber dem Abg. Hilbe darauf hin, daß die bisher find, dann wird ja von der Bestimmung gar kein Gebrauch berechnet, wie viel Lohnerhöhung er bewilligen kann, ohne seinen geringe Wirksamkeit der Einigungsämter vor allem auf gemacht werden, um so mehr fönnen Sie sie annehmen. Den Betrieb zu gefährden.( Lachen bei den Soc.) Ju sehr vielen Fällen bas mangelude Entgegenkommen der Arbeitgeber zurückzuführen ist. Arbeitern soll schnelles und gutes Recht geschaffen werden. Das schnelle foll aber auch durch den Streit entschieden werden, wer die Macht hat, So wurde der große Kohlenarbeiterstreit in Zwickan dadurch verursacht, Recht aber wird durch die Innungsschiedsgerichte hintertrieben und ob Arbeitgeber oder Arbeiter. Es fommen häufig Fälle vor, wo daß die Unternehmer eine Verhandlung vor der Kreishauptmannschaft verschleppt. Streits nur vom Baun gebrochen werden, weil die Arbeiter strikte ablehnten. Ebenso scheiterte bei dem Textilarbeiter- Streit in den Unternehmer aus seinem Hause treiben wollen. Glauchau der Versuch einer Einigungsverhandlung an dem Wider( Heiterkeit bei den Socialdemokraten. Rufe: Wo?) Die einzelnen spruch der Unternehmer. Fälle tenne ich nicht so genau.( Lachen bei den Social- Damit schließt die Diskussion. demokraten.) Ich warne Sie dringend vor Annahme dieses Paragraphen. Warten Sie doch erst ab, wie sich das Millerandsche Gesch in Frankreich, gegen das sich ja auch die Arbeiter ausgesprochen haben, bewähren wird, ehe Sie einen so weitgehenden Schritt thun. Abg. Röficke- Dessau( wildlib.): § 62 a, b, c wird unter Ablehnung des Antrags Rösicke mit großer Mehrheit angenommen. § 63 bestimmt nach der Kommissionsfassung:„ Das Gewerbegericht, welches als Einigungsamt thätig sein wird, besteht neben dem Vorsitzenden aus Vertrauensmännern der Arbeit geber und der Arbeiter in gleicher 3 ahl Die Vertrauensmänner sind von den Beteiligten zu bezeichnen. Erfolgt die Bezeichnung nicht, so werden die Vertrauensmänner durch den Vorsitzenden ernannt. Abg. Segit( Soc.): Der Antrag der Socialdemokraten auf Streichung des ziveiten Absages des 79 wird hierauf gegen die Stimmen der Socialdeniofraten und Freifinnigen abgelehnt. Der Rest des Gesezes wird debattelos erledigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. 1. Antrag auf Ver tagung des Reichstags bis zum 26. November 1901. 2. Erste und eventnell zweite Beratung eines Nachtragsetats für 1901. 3. Erste und eventuell zweite Beratung der Novelle zum Flaggenrecht für Kauffarteischiffe. 4. Rechnungssachen. 5. Berichte der ReichsSchuldenkommission. 6. Erste und eventuell zweite Beratung des Handelsprovisoriums mit England. Schluß der Sigung 5 Uhr. Briefkasten der Redaktion. Es muß ja zugegeben werden, daß die Einigungsämter bis jetzt noch wenig benutzt werden. Das liegt teils an den mangelhaften geseglichen Bestimmungen, teils daran, daß die segensreiche Wirkung der Einigungsämter noch nicht genügend erkannt ist. Gerade durch die Einführung des Erscheinungszwangs würden Wie schon mein Parteigenosse Zubeil, betont hat, halten tvir die Einigungsämter hoffentlich sehr an Bedeutung gewinnen. diesen Paragraphen für eine Verschlechterung des bestehenden ZuIch halte die festgefeßte Strafe von 100 Mart noch für viel zu standes. Wir halten die ständigen Beisiger, welche im ordentlichen Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Tie juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, gering, die meisten Unternehmer werden sich über eine solche Strafe Wahlverfahren gewählt werden, für geeigneter im Einigungsamt M. M. In Reklams Universalbibliothek ist ein recht nützliches Buch fehr leicht hinwegsetzen. Wir sollten vielmehr den Zeugniszwang, wie er in der Civilprozeß- Ordnung besteht, auch hier ein thätig zu sein, als solche Vertrauenslente. Die Beisiger find nicht„ Der Kanarienbogel" für 20 Bf. zu haben. direkt an dem Streit beteiligt, sie stehen den Parteien vollständig A. S. 19. Der Beruf der Schreibmaschinistinnen ist schon recht überführen. Leider giebt es heute noch rückständige Elemente unter den objektiv gegenüber, während die Vertrauensleute der Arbeitgeber füllt und viele junge Damen müssen mit einem Monatsgehalt von kaum Arbeitgebern, die glauben, sich etwas von ihren Hoheitsund Arbeitnehmer meist schon mit gebundenem Mandat erscheinen, 50 Mart vorlieb nehmen. In den Lehrinstituten( Strahlendorf, Beuthrechten 811 bergeben, wenn fie überhaupt mit ihren Arbeitern verhandeln, geschweige denn die Verhältnisse Klar legen wodurch der Erfolg der Einigung außerordentlich erschwert wird. Straße 2c.) kostet ein Kursus von 3 Monaten etwa 10 Mart; für ein noch sollen, die sie zu gewissen Maßnahmen innerhalb ihres Reichs ge- Wenn es sich um specielle Kenntnis handelt, z. B. bei Streitigkeiten geringeres Entgelt geben neuerdings auch die städtischen Fortbildungsführt haben. Diesen gegenüber ist der Erscheinungszwang not- über Auslegung von Tarifverträgen, so ist ja die Heranziehung von schulen Unterricht auf der Schreibmaschine. wendig. Mein Bufatantrag zu§ 62c foll es nur ermöglichen, daß besonderen Vertrauensleuten auch heute schon möglich. Ob übrigens der Thatbestand in objektiver Weise Klargestellt wird. Ich bitte Sie die Einigungsämter erfolgreich thätig sein werden, wird schließlich meiner Ueberzeugung nach von der weiteren Ausbreitung um Annahme dieses Antrags.( Bravo! links.) und inneren Kräftigung der Organisationen der Arbeiter oder Gewerkschaften abhängen. Von der Regierung, besonders von dem neuen Handelsminister, haben die Arbeiter gar nichts zu erwarten. Diesem neuen Minister, mit dem der Central: verband in die Regierung eingetreten ist, bringen die Arbeiter vielmehr das größte Mißtrauen ent- bekannt ist. gegen. Abg. Trimborn( C.): Abg. Schlumberger( natl.) erklärt trop mancher Bedenken gegen den Erscheinungszwang für die Konimissionsfassung stimmen zu Abg. Freiherr v. Richthofen- Damsdorf( k.): wollen. Wir sehen in den§§ 62a und b eine Verschlechterung des be stehenden Zustands. Es muß doch sehr viel„ rückständige" Arbeitgeber geben.( Abg. Röficke- Dessau: Die Mehrzahl) Denn eine Unzahl von Unternehmern, z. B. viele Handelskammern, haben fich gegen die zwangsweise Vorladung erklärt. Die socialen Gegen fäge werden auf diese Weise nicht gemildert, sondern verschärft Abg. Trimborn( C.): werden. 23. 100. Mieterverein SW. Solmsstr. 30. K. Utrechterstraße. Es wird wohl eine Ente sein. Wikbegierig. 1. und 3. morgen. 2. Läßt sich mit Bestimmtheit nicht voraussagen. P. u. Sch. 100. Mit jedem fleinen Schwindler und Verleumber in der Provinz fönnen wir uns nicht beschäftigen. Das hieße den Leuten zu viel Ehre angedeihen lassen. Im übrigen haben wir den Bericht an den Fachgenossen" geschickt. " Graf K. M. 72. Jn Zürich: Deutscher Arbeiterverein Zur Eintracht." n Basel existiert ebenfalls ein Arbeiterverein, dessen Siz uns aber unE. Kuhu. Nein. 1887 war das der Fall. Seit' 1890 ist der jetzige Abgeordnete aufgestellt und gewählt worden. B. W. 33. Nach der wird ja die Zukunft lehren. Sehr bedeutsam wird ja allerdings schnitt maßgebend. Sie können sich auf das Zeugnis des betreffenden Was wir von dem neuen Handelsminister zu hoffen haben, Polizeiverordnung sind beide hierzu verpflichtet.- O. W. 16. 1. Nein. 2. Wenn keine festen Bezüge vorhanden sind, so ist der dreijährige Durch seine Stellungnahme zu diesem Gesezentwurf sein; einstweilen Arbeitgebers berufen. D. X. 7. Es kann der Erbe des Mieters sowohl wollen wir das beste hoffen.( Heiterkeit.) Zur Sache selbst bitte wie der Vermieter bis zu den ersten drei auf das Todesquartal folgenden ich Sie um die Annahme des Kommissionsbeschlusses. Die neue Tagen zum Schluß des Quartals wegen des Todes den Mietsvertrag Ich freue mich, daß der Herr Vorredner so viel Wert legte auf Fassung soll verhindern, daß wenn es sich nur um einen Streit fündigen. Es kann alſo ein bis zum 1. Oktober 1902 laufender Miets: das Urteil der Handelskammern.( Sehr gut!) Ich hoffe, daß G. 100. 1. Nein. 2. Nein. 30. September 1901 gekündigt werden. Herr Richthofen auch bei den Zollverhandlungen den Eingaben der einem Zweige der Großindustrie handelt, die Mitglieder des kontraft, dessen Mieter im Mai 1901 verstorben ist, bis am 3. Juli zum Handelskammern die gleiche Bedeutung beilegen wird.( Heiterkeit.) Einigungsamts aus Arbeitgebern und Arbeitern des Kleingewerbes. 42. Nur was die Ehefrau aus eigner Arbeit sich erworben oder mit Zustimmung des Ehemanns lediglich für sich angeschafft hatte, gehört ihr. Der Erscheinungszwvang ist schon ethisch durchaus berechtigt. Er bestehen. Da in Ihrem Fall diese Voraussetzungen nicht vorliegen, so gehört das durch ihre Mitarbeit Erworbene dem Ehemann. W. W. 10. Nein. C. 1. 100. 1. Ja. 2. Gine 14 Pf. Marte. 3. Nein. 4. Durch 3 er Ledigt. P. W. 76. Falls die Kündigungsfrist nicht etwa durch die Fabritordnung ausgeschlossen war, steht Ihnen ein Anspruch auf vierzehntägige Entschädigung zu. Zuständig ist das Gewerbegericht Zimmer: straße 90/91. Eckel. Die Strafanzeige ist an die Staatsanwaltschaft beim Landgericht II, Berlin, Rathenowerstraße, zu richten und kann unter Darlegung des Sachverhalts Bestrafung wegen unbefugter Ausübung der Jagd, Tierquälerei und Sachbeschädigung verlangen. B. K. Ihre Braut fönnte sich lediglich an das Amtsgericht mit dem Antrag wenden, sie für großjährig zu erklären, und kann alsdann Ergänzung der väterlichen Einwilligung beim Amtsgericht beantragen. Von Vollendung des 21. Lebensfanttioniert die moralische Verpflichtung jedes Menschen, zur Be- In der Abstimmung wird hierauf der§ 63 in der Kommissionsfeitigung einer öffentlichen Kalamität beizutragen. Herr Hilbd faffung angenommen. meinte, der Arbeitgeber habe es sich meist genau überlegt, wie Abg. Röside Dessau( wildlib.) beantragt, in den§ 64 des be= weit es mit der Lohnerhöhung gehen kann. Nun, wenn das so liegt, stehenden Gejeges über die Gewerbegerichte die Bestimmung aufzu dann möge er doch seine wohl überlegten Gründe klar legen und nehmen, daß der Vorsigende des Gewerbegerichts resp. das Einigungsdie Arbeiter, die höhere Löhne verlangen ,, als er zahlen kann, vor amt befugt ist, zur Aufklärung der in Betracht kommenden Verhältnisse der Oeffentlichkeit ins Unrecht seßen. Auskunftspersonen vorzuladen und zu vernehmen, ohne daß Von einer Verschärfung der socialen Gegenfäße durch den Er- diesen der Erscheinungszwang auferlegt wird. fcheinungszwang kann nicht die Rede sein. Bekanntlich wirkt eine Dieser Antrag wird ohne weitere Debatte angenommen. Abg. Rösicke Dessau( wildlib.) beantragt weiter, in Aussprache psychologisch stets mildernd auf die Gegenfäße, nicht er bitternd. Der Antrag Nöside erscheint mir zu weitgehend, ich dem 69 des bestehenden Gesezes die Bestimmung hinzubitte Sie um die Annahme der Kominissionsfassung.( Bravo! im zufügen, daß das Ergebnis der Ermittelungen vom Vor- jahres ab bedarf Ihre Braut der väterlichen Einwilligung überhaupt nicht; figenden veröffentlicht werden kann. Centrum.) Der Antragsteller vielleicht empfiehlt es sich deshalb bis dahin zu warten. K. F. 13. Ja. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 11. Mai. Opernhaus. Die Hugenotten. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Zwei Eisen im RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater Sonnabendabend 8 Uhr: zu kleinen Preisen: Franz Goerke: ,, Charakterbilder aus der Mark". Um 4 Uhr: Unser Rhein. Invalidenstr. 57/62. Neues Evern Theater( Kroll). Tagl. Sternwarte. Italienische Oper Marcella SemBrich: Don Pasquale. Anfang 71 Uhr. Schiller. Die Jüdin von Toledo. Anfang 8 Uhr. Dentsches. Ein Boltsfeind. Anfang 712 Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Berliner. D' Pariser Reis'. Anfang 72 Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Vorher: Teremtete. Anfang 71 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Almenrausch und Edelweiß. Anfang 8 Uhr. Westen. Der Zigeunerbaron. Anfang 72 Uhr. Zoologischer Garten Täglich nachm. 4 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Entree 1 Mark. Von abends 7 Uhr ab 50 Pfg. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Deutsche Seceffionsbühne. Buntes Theater: Konzerthallen Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Thalin. Die schöne Helena. Anfang 71/2 Uhr. Central. 8 Uhr. Die Geisha. Anfang Luisen. Ein toller Einfall. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Damenschneider. Anfang 72 Uhr. Carl Weiß. Der Bräutigam vom Himmel. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel der Schwarzwälder. Dorf und Stadt. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstenung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palaft. Geschlossen. Veichshallen. Anfang 8 Uhr. = Stettiner Sänger. Paffage Theater. Damen- Rings tämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachm. 3 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialis täten Borstellung. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Bu fleinen Preisen: Fr. Goerfe: ,, Charakterbilder aus der Mart". Um 4 Uhr zu fleinen Preisen: Unser Rhein von der Delle bis zur Mündung." Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orléans. Sonntagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Der Kaufmann von Venedig. Montagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Die Jüdin von Toledo. Thalia- Theater Ensemble Gastspiel des Central: Theaters: Die schöne Helena. Helena: Fri. Marie Ottmann vom Theater an der Wien a. G. Paris: Herr Kunstadt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. An der Spandauer Brücke 3. In den 5 Riesenbögen: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. 4 ausländische Kapellen. Im 6. und 7. Bogen: TheaterAbteilung: ,, Die Bohème" ( Künstler- Variété). Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Der Bräutigam vom Himmel. Gesangsposse in 5 Bildern von Millowitsch. Bearbeitet von Carl Weiß. Musit von A. Wicher. Anfang 8 Uhr. Stürmischer Beifall von Ringel, ringel reia, eia, popela. Notabene! Ach, das Ballett! 1 Sonntag: Dieselbe Vorstellung. FriedrichStrasse 165 * Castans Panopticum Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Passage- Theater. Anf. 3 Uhr. D- Borstellung. Ende 11 Uhr. Damen- Ringkämpfe Ringkämpfe 6 u. 10 Uhr. Heute Sonnabend Entscheidungskämpfe Achtung, Einsetzer! Die Bezirks- Sigungen finden am Sonntag, den 12. Mai, vor: mittags 10 Uhr in den bekannten Lokalen statt. Zu zahlreichem Besuch Tabet ein Die Kommission. [ 81/8] Centralverband der Maurer. ( Bezirk Wedding.) Uhr, Am Sonntag, den 12. Mai 1901, vormittags 1/10 br im Lokal Pasewalkerstraße 3: Central- Verband der Zimmerer Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser altes treues Mitglied und Mitbegründer des Verbands Heinr. Wolfert Jeder Arbeiter Jeder Handwerker Sollte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Mitglieder Versammlung nach längerem Leiben verstorben ift. prattiſchen grauen ut. braunen Streifen. Tages Ordnung: Bericht und Anträge aus der Vertreter- Sitzung. Regen Besuch erwartet 137/12 Die Verbandsleitung. Andenken! Hinten u. born am Bund aus einem Die Beerdigung findet Sonntag, Stüd gearbeitet. Nietknöpfe u. Kappden 12. b. M., nachm. 3½½ Uhr vom nähte. Feste Leber: Pilot Taschen, Krankenhaus Moabit aus nach dem Friedhof der Pauls: Gemeinde in Große Flicken umsonst. Die Hose statt. bei Entnahme von 4 Mt. 50 Verband der Möbelpolierer. Um rege Beteiligung Bittet Heute abend 8% Uhr in Weissensee, Rölfeftr. 20: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nitschke über: Nutzen der Konsum: genoffenschaften für die arbeitende Klasse". 2. Diskussion. 3. Wahl. 4. Verschiedenes. Montag, den 13. Mai, abends 8 Uhr, Ackerstr. 123: Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag von Frl. Ida Altmann über:" Die gute alte Zeit". 2. Diskussion. 3 Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, ihre Frauen mitzubringen. Am Mittwoch, den 15. Mat, abends 81/2 Uhr, im Lokal Große Frankfurterstraße 117: Der Vorstand. J. A.: H. Knüpfer. 6 Stüd 26 Mt. Echt blaues Monteur- Jadett 1 M. 90 1 M. 50 Echt blaue Monteur- Hose Echt blaues Monteur Jackett Prima Köper- Gewebe..2 m. 50 Gentral- Kranken- u. Sterbe- Echt blaue Monteur- Hose Kasse der Zimmerer. G. H. Nr. 2 in Hamburg. Verwaltungsstelle Berlin, Bezirk 5. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß bas Mitglied Heinr. Wolfert Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Prima Manchester Hose 9,-, 5,50, 4,25 Gefüttert. Manchest.- Jackett 13,-9, Operations Mantel f. Aerzte 4,90-3 m. 40 Maler- Mittel 3,- 2,50, 2 m. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 m. 40 Weißes Leder- Jackett, 2reihig gefüttert. 7 M. 50 nach längerem Krantenlager ver: Weiße Lederhose, Prima Ware 3 M. 75 storben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Baer Sohn den 12. d. M., nachmittags 32 Uhr, vom Krankenhause Moabit aus nach dem Kirchhof der Pauls Gemeinde Ausserordentl. General- Versammlung in Biosensee flatt Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Anträge. 3. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zur Dampferpartie. 146/8 In folgenden Werkstellen sind die Kollegen wegen Feierns am 1. Mai ausgesperrt: Neukirch, Langestraße 9; Brandt, DieffenbachStraße 36; Bogelgesang, Friedrichsbergerstraße 11. Bitte dieses zu beachten. Laut Schreiben der Freien Bereinigung ber Holzindustriellen find bet der Firma Pfaff, Beughofstraße 3, ein Teil der Polierer wegen mangelnder Arbeit nicht wieder eingestellt. Wer den Gegenbeweis er bringen kann, wird ersucht, heute abend 6-8 Uhr Blumenstraße 38 zu erscheinen. Daselbst Auszahlung der Streikunterstützung. Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Eugellifer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 11. Mai, abends 82 Uhr: Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. J. A.: R. Schröder, Tilsiterstr. 83. En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25. Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 17. Jubiläums- Preisliste 1901 über gefamte Herren- u. Knaben- Bekleidung ( Auflage 1 Million) wird kostenlos und portofrei zugesandt. Bersand von 20 m. an franco. Bekanntmachung Bei Bestellung gentigt Angabe der Bundweite u. Schrittlänge. der Orts- Krankenkasseige Breie ette. Editing gelten für normale 12952* f. das Barbiergewerbe. Größen. Die Kassierer Geschäfte sind dem Pieritz Kollegen Reinhold übertragen. Zahlungen dürfen nur 272/13 an diesen erfolgen. Der Vorstand. Kletschmann, Vorsitzender. Nachbruc verboten! Feuersteins Festsäle. Garten Alte Jakobstrasse 75. Empfehle meine elegant renovirten Säle u. wunderbar schönen Garten außerdem verschiedene Vereinsräume, 30-150 Berfonen faffend. Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden mit Bühne zu Sommernachtsbällen, Sommerfesten u. Bersammlungen, im Lokale des Herrn Dieke, Aderstraße 123. Sonnabend, den 11. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15: Versammlung der Drahtarbeiter. Armin- Hallen" Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wiesenthal über: Bilder aus der Ge schichte der Gewerkschaften. 2. Diskussion. Kommandantenstraße 20. Wir empfehlen unfern über 1000 Berfonen faffenden großen schattigen Natur- Garten nebst großem Saal und Nebenräumen, ca. 1000 Perjonen Sonntag, den 12. Mai, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn faffend, vollständig renoviert, zur Abhaltung von Sommerfesten 2c. Graumann, Naunynstraße 27: ( Für Vereine auch Kaffeeküche.) Gleichzeitig erlauben wir uns, unfre 8 Vereinszimmer in jeder Größe in Erinnerung zu bringen. Versammlung aller in Metallschraubenfabriken 407 Gebr. Mielitz, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Steiner über: Naturwiffen: Schloßpart " Wilhelminenhof. schaft und Technik im 19. Jahrhundert. 2. Diskussion. 3. Erfaswahlen Jeben Sonntag Gr. Konzert und Ball. zur Agitationskommission. 4. Verbandsangelegenheiten. Sonntag, den 12. Mai cr., vormittags 10 Uhr, im Gewerkschafts haus, Engel- Ufer 15: Versammlung Morizet gegen Hanlon der Gas-, Wasser- und Heizungs- Kohrleger und Helfer. Paris Berlin Ferner Garret- Baris gegen Ninowajeff: Petersburg. Lothal Wien gegen Elsen: Kopenhagen 2c. 17 erstklassige Nummern. Central- Theater. 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Die Ortsverwaltung. 114/19 Centralverband der Elektromonteure u. Berufsgen. Deutschlands( Sektion Berlin). Sonntag, den 12. Mat, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Wahl des 1. Borfizenden. 3. Bericht der und Mittwoch: Ein Saal auch Sonntags für Vereine zu vergeben. [ 13560* Fr. Domnings Restaurant ,, Neuer Krug", Bahnstation Neu Rahusdorf, an der Oberspree, zwischen Müggel- und Dämeritzsee. Größeren Vereinen und Gesellschaften halte mein Lokal bestens empfohlen. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. In den Teufelssee Müggelbergen. 8492* ,, Marienluft". Jnh.: C. Streichhahn, Besizer des Kaiserhofs, Köpenid. Empfehle beibe Lokale mit großen Sälen und Gärten, jedes circa 3000 Personen faffend, mit Dampferbrücken, Stallungen für 40 Pferde 2c. empfiehlt sein romantisch gelegenes Lokal zu Landpartien und Ausflügen Der alte Freund auf Pichelswerder. 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Die Zengin hat die Nerger nicht mehr 7 Uhr zur Arbeit fommen, um eine Gasrohrleitung in der Müller- gesehen, dagegen ist Müller am nächsten Morgen zu ihr gekommen, Von den Gewerkschaftskartellen in Löbau, Baußen und Neustraße la zu legen. Der Angeklagte tam 10-15 Minuten zu spät bat da erst das Hemd gewechselt und um Kaffee gebeten. Er erzählte und entschuldigte sich damit, daß er die Zeit verschlafen babe. Sonst dabei, daß er schon von 4 Uhr morgens bei der Arbeit gersdorf wird über obigen Streik ein unterrichtendes Cirkular ver- zeigte er in seinem Benehmen nichts Auffallendes. Von einem sei und gleich wieder dorthin müsse. Er hat sich dann fandt, dem wir folgendes entnehmen: Abenteuer während der Nacht, daß er gefleddert und um sein auch gleich wieder entfernt, nachdem er rasch noch ein Stück Auf die ihres Bereits die neunte Woche stehen in Cunewalde die Weber und Wochengeld bestohlen worden sei, hat er nichts erzählt. Die Arbeit Pflaumenkuchen gegessen. die Frage Weberinnen im Ausstande, ohne daß es zu einem Vergleich ge- in der Müllerstraße dauerte bis 10 Uhr vormittags. Am Montag, wo denn die Nerger geblieben sei, soll der Angeklagte den 15. Oktober, war für den Angeklagten teine Arbeit da, er wurde gesagt haben: er habe mit ihr nur ein Glas Bier getrunken und sie Die Ursachen des Ausstandes sind in den im Laufe des Jahres deshalb von 1 Uhr mittags bis 7 1hr abends mit Aufräumen der habe dann zu Schirmer gehen wollen.-Präs.: Angeklagter, wovorgenommenen Lohnreduktionen zu suchen und gegenwärtig wehren Werkstatt beschäftigt. Er ließ sich dann schon 50 Pf. Vorschuß geben zu haben Sie denn den Leuten so viel vorgeredet? Angel.: sich die Arbeiter jetzt gegen neue Abzüge bis zu 18 Proz., was bei und als der Meister verwundert fragte, ob denn sein Geld schon Das ist nicht wahr, was die Frau sagt. Ich bleibe dabei, daß ich vielen Lohnverluste bis zu 150 M. im Jahre ausmacht. Dabei verbraucht fei, fagte er, er habe sich Stiefel und einen Ueberzieher schon am Sonnabendnachmittag 4 Uhr meine Bluſet bei ihr gewerden die Arbeiter auch noch im Maße übervorteilt, ste müffen gekauft. Bräf.: Sie hatten fich boch aber gar keinen Ueberzieher wechselt und abends das andre Bembe angezogen habe.- 3 eugin: Stücke 6 bis 10 Meter länger weben als in andern Orten. Gerhart gekauft; weshalb redeten Sie denn so etwas dem Meister vor? Das ist unwahr! Sie lügen ja alles in den Wind! Präs: Hauptmann würde auch in Cunewalde seine„ Dreißiger" finden. Angeft: Ich war schon einmal geflebdert worden und Es ist doch mindestens auffallend, daß der Angeklagte auf die Am 11. März fanden die Arbeiter morgens in den 6 Fabriken genierte mich vor dem Gesellen Schulz, zu sagen, daß ich wieder Frage nach dem Verbleib der Nerger nur mitteilte, daß er mit ihr einen Anschlag, der, trotzdem erst kürzlich Abzüge gemacht waren, gefleddert worden war. Bräf.: Sie scheinen besonderes Bech mit ein Glas Bier getrunken, während er doch verschiedene Fahrten mit nene Lohukürzungen auf alle waren von 10 bis zu 18 Broz, an- der Fledderei zu haben! Und Sie, ein alter Verbrecher, sollten sich ihr in jener Nacht ausgeführt hat. kündigte. Diese Arbeiter verdienten bisher in 14 Tagen 12 bis genieren, zu sagen, daß sie gefleddert worden sind?! 20 W., vereinzelte auch 24 oder höchstens 26 M. bei einer 11stündigen Arbeitszeit. Die Arbeiter gingen in allen Fabriken an ihre Chefs und baten um Zurücknahme der Abzüge. Zwei davon schickten ihre Leute einfach zum größten Fabrikanten des Dorfes, zu welchem bereits die Arbeiter seiner im Oberdorfe gelegenen Fabrik unterwegs waren. Als er diese kommen sah, hielt er in dem unter seiner direkten Aufsicht stehenden Werke die Maschinen an, jagte seine Leute aus der Fabrit, schloß zu und sagte: Wenn ihr zu den neuen Löhnen arbeiten wollt, dürft ihr wieder anfangen. So brach der Kampf aus. Eine Woche später fand die erste Bersammlung statt, in der die Ausgesperrten beschlossen: Die Vermittlung des Amtshauptmanns von Carlowis nachzusuchen. Sie wollten wieder arbeiten, nur keine Abzüge mehr, lieber einen Tag weniger arbeiten. In einer in Sachfen einzig dastehenden Weise haben der Amts, Hauptmann und Gewerbe- Inspektor sich bemüht, die Unternehmer zum Nachgeben zu veranlassen. 8wei Wochen gingen darüber hin, bie Unternehmer gaben dieſen Herren schließlich zu verstehen, daß sie Das brachte die ganze Verwaltungsbehörde gegen die Lohn drücker auf. Der Kreishauptmann von Baußen, hohe geistliche Würdenträger und die hohen Offiziere, die in der Nähe Rittergüter haben, die andren Fabrikanten der Lausitz, die unter der Cunewalder Schmuskonkurrenz leiden, die gesamte Presse, auch die Amtsblätter in der Laufig, alle machten den Unternehmern ihr Unrecht begreiflich. Sie aber gaben nicht nach! Herren im Hause sind. Die Aussagen des Ehemannes Winnig decken sich mit denen feiner Chefrau. Kriminalwachtmeister Weiger, der die erste Bernehmung des Angeklagten vorgenommen, bestätigt, daß dieser ganz aus eignem Antriebe zu Brotokoll gegeben habe: Der Unbekannte( Hans") habe sich mit einem schmuzigen roten Taschentuch die Nase gewischt. Gerichtsarzt Dr. Störmer berichtet über die Ergebnisse der Obduktion der Ermordeten. Der nächste Zeuge, Selempnergeselle Schulz, ber schon seit vier Jahren beim Meister Schwer arbeitet, bestätigt, daß sich der Angeklagte den Finger verlegt hatte. Am 14. Oftober abends war der Angeklagte bei dem Zeugen zum Besuch und spielte mit ihm Karten, er wurde aber mitten im Spiel plöglich niedergeschlagen und um aufmerksam und als er nach dem Grunde befragt wurde, sagte er: er habe das Gefühl, als ob er heute noch mit seiner geschiedenen Frau zusammengeraten würde. Er hat sich dann Danach war der Knebel im Munde die Todesursache. Die Nerger entfernt, vorher aber auffallenderweise dem Bengen einen hatte eine Unmenge äußerer Verlegungen an der Nase, an den Wangen, Pfandschein über eine Uhr zur Aufbewahrung übergeben.- Präs.: am Auge, ferner im Munde Schleimhautverlegungen, Verlegungen Sollten Sie sich dabei vielleicht gedacht haben, es sei für Sie gut, am Oberliefer ac. Das Gebiß war defekt, und der Mann, der fich rechtzeitig Ihrer Wertgegenstände zu entledigen?- Angell.: der Verstorbenen das Tuch in den Mund gestopft hat, muß sich Nein, durchaus nicht. Nach der weiteren Bekundung des Beugen an einer im Munde hervorstehenden Zahnede verletzt haben. Nun Schulz ist der Angeklagte am nächsten Tage zu ihm gekommen und hatte der Angeklagte, wie eine Untersuchung ergab, am rechten Beigefinger eine nach ihrem Sige außerordentlich charakteristische und hat ihn gefragt, ob sie sich nicht jeder sehr verräterische Berlegung, die von einer solchen Zahnecke herrühren tönne. Die förperliche Untersuchung der Leiche deutete ferner darauf hin, daß die Nerger in ungewöhnlicher Art geschändet worden sein muß. Ueber die Entstehung der Blutflecken auf der Bluse und dem Halstuch des Angeklagten ist Dr. Störmer nicht ganz der Ansicht des Dr. Jeserich, er bestreitet aber durchaus nicht die Möglichkeit, daß die fraglichen Blutfleden bei der hier in Frage stehenden Gelegenheit entstanden sein können. Die Möglichkeit, daß die Nerger an einem epileptischen Strampfanfall gestorben sein könnte, scheide ganz aus. 1000 m. verdienen wollten? Er hat dann viel davon gesprochen, daß nach polizeilicher Bekanntmachung ein Mord passiert sein soll. Die Ermordete sei eine alte Frauensperson gewesen, die nicht einmal ein Hemde angehabt habe. Der Beuge hat ihm erwidert, daß ihn die Sache sehr wenig interessiere, der Angeklagte hat aber immer wieder von dem Mord angefangen, bis sich der genge dies ernstlich verbeten habe, Der Beuge Dieter, ein 78jähriger Mann, fannte die Berger, die ihm eine Zeit lang die Wirtschaft geführt hatte. Am 18. Oftober abends befand sich der Zeuge in dem Nichterschen Lokal in der Ruheplatstraße und war Augenzeuge davon, als der Angeklagte Müller mit der Nerger zusammen in das Lokal kam. Beide thaten sehr vertraut mit einander. Nachdem Dr. Stürmer eine ganze Reihe von Fragen des Staatsanwalts Dr. Kay und des Verteidigers Dr. Meidinger beantwortet hat, folgt das medizinische Gutachten des Gerichtsarztes Prof. Dr. Straßmann. Dasselbe deckt sich mit demjenigen seines Kollegen. Nach Bernehmung des Sachverständigen Dr. MoII, die unter handlung auf Sonnabend vertagt, Als ein andrer Fabrikant, ein Berwandter der Lohndrücker, starb, deffen letztes Wort der Wunsch zum Frieden war, wurden an seinem Begräbnistage noch einmal die Unterhandlungen aufgenommen. Sie haben sich wieder zerschlagen, trotzdem der Gemeindevorstand von Cunewalde, ein alter Weißlopf, flehentlich bat:" Gottlieb, gieb nach, mit der Nerger zusammen am Tisch saß und freundlich zu ihr war. Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindet, wird gegen 6 Uhr die Bere was soll aus unsrer Gemeinde werden?" . So hat dieser Kampf acht Wochen getobt. 580 Arbeiter traten in den Streit, sie wollen lieber den Strid nehmen", ehe sie wieder anfangen. Beim letzten Streitappell waren noch 400 Streifende vorbanden. Die Bewohner des Dorfs, besonders aber die Geschäftsleute und alle, denen das Wohl der Gemeinde am Herzen liegt, sind über das Verhalten der Fabrikanten sehr erbittert. Die fleinen Fabrikanten werden dem Ruin entgegengeführt. felben, sondern noch wesentlich höhere Löhne zahlen. Es streiken gezahlt. Beugin Juwe, eine Prostituierte, schildert die Nerger als eine Dirne niedrigster Sorte, die auch dem Trunk ergeben war. Auch diese Zengin war im Schirmerschen Lokal und bestätigt, daß Müller Die Zengin ist gleichfalls mit zu Giese gegangen, als sie sich fchließlich trennten, hat Müller gefagt: er gehe mit der Nerger, denn er habe sie von Hause abgeholt und werde sie auch wieder nach Haufe bringen. und 8euge: Ganz der Sache. -ww Berliner Partei: Angelegenheiten. " Wilmersdorf. Die Parteigenossen werden ersucht, zu der am Sonntag 7/2 Uhr früh stattfindenden Flugblattverbreitung ohr, Pariserstr. 3; 4. und 5. Bezirk bei Witte, Berlinerstr. 6; in den nachfolgenden Bezirken zu erscheinen: 1. und 2. Bezirk bei Friedenau bei Rudloff, Bruchsalstr. 7; Halensee bei Heibe. Nach der Schilderung der Zeng Dunke hat die Nerger, die Weißenfee. Sonntag findet Flugblattverbreitung sich mit Lumpenſortieren beschäftigte, Prostitution der niedrigsten statt. Die Genoffen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Sorte betrieben. Die Beugin geht in Lokale fingen und ist am Die Ausgabe der Flugblätter erfolgt morgens 8 Uhr in den Ab13. Oktober abends auch im Schirmerschen Lotal gewesen. Auch ihr hatteilungen in folgenden Lokalen: I. Abteilung bei Christoph, Ein Nachgeben der Arbeitgeber ist jetzt um so eher zu erwarten, Die Beugin hat dann auf ihrer nächtlichen Tour durch die Lokale Langhansstr. 56; II. Abteilung bei Stolle, Lehderstr. 28; III, Ab als die zahlreichen Kleinfabrikanten ihren Arbeitern nicht nur die die beiden in der Lindowerstraße an der Müllerstraße noch einmal teilung bei Sch mu½, König Chauffce 38; IV. Abteilung bei deshalb nicht wie allgemein angenommen wird die Arbeiter wieder gesehen. Sie machten den Eindruck von Betrunkenen, hatten 23 affermann, König- Chauffee 55; V. Abteilung bei Sorrer, sämtlicher Fabrikanten, sondern nur die der 4 Firmen: Kalauch jr. sich umfaßt, jodelten und tanzten und gingen dann nach dem Nuhe- Straßburgstr. 56. Schöneberg. Zur Lokalliste. Unter Bezugnahme auf die in Cunewalde, Kalauch in Köblit, F. 2. Klose und Gottlieb Große Plab zu. Die Zeugin hat dabei die Nerger noch gewarnt, daß sie in Cunewalde. Dieselben find Lieferanten einer Anzahl Konsum- nicht wegen Rubestörung arretiert werde. Die Zengin hatte zuerst Notiz betreffend den Rauchklub" Transvaal", der heute im Lokale vereine und liefern hauptsächlich nach Süddeutschland und Sachfen, einen andren Mann, der ihr von der Kriminalpolizei vorgeftellt Ihelmshof" fein Stiftungsfest abhält, sei berichtigend zur Es ist aber endlich ein Nachgeben zu erwarten, weil jeder Tag, den wurde, als den Begleiter der Nerger bezeichnet. Die geugin hat sich Stenntnis gebracht, daß genanntes Lotal feit turgem seinen Befizer Es ist aber endlich ein Nachgeben zu erwarten, weil jeder Tag, den der Streik andauert, die Position der Unternehmer wesentlich beraber offenbar durch eine gewisse Aehnlichkeit dieses Mannes, deffen gewechselt und legterer unterschriftlich erklärt hat, daß seine Lokalitäten Wilhelmshof", Ebersstr. 80, für die Arbeiter zu schlechtert. Ein Teil der Streikenden ist in andren Fabriken unter- Alibi zweifellos festgestellt ist, täuschen lassen. gebracht, andre find in Dienst gegangen oder auf den umliegenden befundet, daß der Angeklagte bei seiner Anwesenheit daselbst am Der nächste Beuge, Ramin, ein Gast des Schirmerschen Lokals, Versammlungen usw, bereit stehen. Die Lokalkommission. großen Gütern untergekommen, die dringend der Arbeitskräfte be- 13. Oktober u. a. auch ein Taschentuch aus der Tasche gezogen und Schöneberg. Der Wahlverein veranstaltet am Himmelnötigen, weil der lange winter die Feldarbeit so weit zurückgehalten sich damit die Nase gepugt habe. Das Tuch hatte ebensolche rote fahrtstage eine Partie nach Nüdersdorf. Das nähere hat. Dazu kommt noch, daß das Geschäft der Fabrikanten lebhafter Grundfarbe wie dasjenige, welches im Munde der Leiche vor- wird in der am Dienstag stattfindenden Versammlung bekannt gewird, die Vorräte gehen zu Ende und Streitbrecher sind absolut gefunden ist. Besondere Zärtlichkeiten zwischen Müller und der geben. Die Bibliothek- und Kaffenabende werden jest au jedem nicht zu haben. Präs.: Ist Ihre Sonnabend in dem neuen Obst schen Lotal in der Meiningerstraße Wir haben bis jetzt 6000 m., die uns zum größten Teil der Merger hat der Zeuge nicht wahrgenommen. Textilarbeiter- Verband lieferte, an die 435 bis 580 Streifenden aus Wahrnehmung bezüglich des Tuchs auch richtig? 8euge: 3a. abgehalten. - Präs.: Der Angeklagte behauptet, Sie feien aufgerebet worden Unfre Mittel sind erschöpft. Gewerkschaftsgenossen! Wir bitten von seiner Frau, oder Winnigs oder andren. Euch, laßt uns und mit uns die Streitenden nicht im letzten Augen- Prä. Nun, Angeklagter, was sagen Sie dazu, daß Sie nun doch gar nicht. Ich habe gar kein Interesse an blic untergehen. Der Sieg muß unser werden, weil alle Umstände ein Taschentuch gehabt haben sollen? ein Taschentuch gehabt haben sollen?- Angell: Das ist nicht zu unsren Gunsten sind. Der Kampf ist notwendig, da die Cunewalder Industrie die wahr! 8euge: Es ist doch wahr, ich sage die Wahrheit. ma 11 11. Der nächste Zeuge, Kanzlift Spiegel, befindet sich seit längerer Laufig beherrscht. Die Unternehmer sind am Ende ihres Lateins. Wir fordern nicht große Summen, denkt: die Weber in Cunewalde Beit im Krankenhause. Er fennt den Angeklagten aus der Herberge find das Hungern gewöhnt. Sie haben nun acht Wochen so tapfer zur Heimat in der Fennstraße und hat in dessen Befig ein rötliches Taschentuch gesehen, welches einen schwarz und weiß farierten Rand gerungen und gehungert. Laßt sie nicht in letter Stunde untergehen, denn ihre Niederlage hatte. Zuletzt hat er dies Tuch kurz vor dem Morde bei dem Antrifft uns noch schwerer! Wenn dieser Streit verloren ginge, würde geklagten gesehen und zwar in der Herberge, wo Müller ein Bafet er für die Laufizer Unternehmer das Signal zu einer allgemeinen Tabak in dieses Tuch einwickelte. Der Zeuge bekräftigt seine Lohnreduktion werden. Helft uns dem Üebermut der Unternehmer aussage dadurch, daß er erwähnt, das Tuch habe an einer bestimmten Stelle ein Loch gehabt und auch an dem vor entgegentreten. liegenden Tuch ein solches Loch den Geschwornen zeigt. Nach Rücksprache mit dem Berliner Gewerkschafts: liegenden Tuch ein Präs.: Nun, Angeklagter? Angel.: Warum schmeißt denn bureau, Engel- Ufer 15, hat sich dasselbe bereit erklärt, Gelder in der Zeuge jegt um, wo er doch zuerst ganz bestimmt sagen wollte, man felten auf den Portier zu sprechen. Empfang zu nehmen. Dienstboten ihm gram, daß es am Freitag, 12. Oftober, gewesen sei. Der Mann hatte das Taschentuch schon beim Untersuchungsrichter gesehen, denn dort und in gewöhnlichen Mietskasernen ist er oft geradezu verhaßt, weil der Wirt ihm die beschämende Rolle eines Haushundes aufbürdet. Spielen die Kinder auf dem Hofe, so muß er dazwischenfahren und Kriminalschutzmann Gundermann hat am 9. März in BeZweiter Verhandlungstag. gleitung eines Stollegen den Angeklagten nach einigen Kajchemmen die Seleinen auf die Straße jagen, wo die Elektrische ihr Leben ge91" Erflicht des Portiers, das Amt einer Buldogge auszuüben und den Landgerichts- Direktor Oppermann eröffnet die Sigung um in der Auguststraße geführt, um den großen Unbekannten zu suchen. fährdet. Kommt der Leierkastenmann und bringt ein paar heitere 9½½ Uhr und richtet zunächst noch einige Fragen an den Angeklagten, Der Angeklagte hat sich dabei im Gespräche dahin geäußert:" Er one in das Elend des fünften Stockwerks, so ist abermals erste die sich auf das Halstuch und die darin vorgefundenen Blutflecken size unschuldig, aber mehr wie 15 Jahre Zuchthaus Pflicht des Portiers, das Amt einer Buldogge auszuüben und den beziehen. Der Angeklagte behauptet, daß er sich das Tuch am Abend tonne es ja nicht tosten". Die Recherchen nach dem Un- Orgelmann vom Hof zu treiben. des 13. Oftober, nachdem er sich von den übrigen Begleitern getrennt, bekannten waren absolut vergeblich; der Zeuge hatte den Eindruck, abgebunden habe. Der Vorsigende hielt ihm vor, wie auffallend es daß die ganze Geschichte nur ein Mäßchen war und der Angeklagte doch sei, daß er die verschiedensten Angaben über die Flecke im Hals- vielleicht hoffte, Gelegenheit zur Flucht zu finden. tuch gemacht habe; während es doch sehr einfach gewesen zu sagen: diese Flecke können mit der Ermordung der Nerger gar nicht in Bu sammenhang gebracht werden, denn ich habe das Halstuch abgebunden gehabt und fest in der Tasche getragen. Der Mord in der Schulzendorferstraße hat es gelegen. Hierauf wird die Zengenvernehmung fortgesetzt. Dr. med. Engels ist am 14. Ottober, nachmittags 4 Uhr, an den Thatort gerufen worden. Er hat festgestellt, daß der Tod durch Ersticken eingetreten ist und Blut aus Mund und Nase geflossen bezw. gesprigt ist. Der nächste Zeuge ist der Der Hembwechsel. Alt- Glienicke. Sonntagnachmittag Punkt 4 1hr hält der Wahlberein bei H. Sa ß seine Vereinsversammlung ab. Tagesordnung: Vereinsangelegenheiten. Gäste find willkommen. Lokales. Der Portier. Er soll es allen recht machen, vor allem aber dem Hauswirt, und daher ist er um sein Amt wahrlich nicht zu beneiden. Gut ist In herrschaftlichen" Im Hause selber hat er jedoch alles und noch einiges mehr zu verrichten. Die Berliner Mietstontratte sind berüchtigt wegen der zahlreichen Verstöße gegen die guten Sitten, die die Haus wirte in ihrem weit über das Ziel hinausschießenden Egoismus in fie hineinpraktiziert haben. Zum mindesten ebenso schlimm sieht es Als nächste geugin wird Frau Winnig aufgerufen. Jim Hause um einen modernen Hauswirts Vertrag aus. Wir wollen Müllerstraße 7a im Keller betreibt sie ein Produktengeschäft, in heute ein solches Ding betrachten und haben es in unserem Falle welchem die Nerger gegen monatlich 12 M. und freie Schlafstelle mit einem Kontrakt zu thun, den der Wirt eines herrschaftlichen als Pumpenfortiererin thätig war. Die Zeugin schildert die Merger Doppelhauses in der Bülowstraße seinem Bortier vorgelegt hat. als eine trunksüchtige Frau, die manchmal Tage lang nicht Die erste Bestimmung lautet: Der Portier und dessen Ehefrau arbeitete und von Hause wegblieb. Für den Angeklagten haben ihre ganze Thätigkeit dem Wirt und dessen Häusern zu Müller hat die Beugin gewaschen. Er tam alle Sonnabend widmen. Eine Nebenbeschäftigung darf das Ehepaar nicht und brachte ein Hemd und eine Bluse zum Waschen. Er haben. Beschäftigungen für die Mieter dürfen ebenfalls nicht zog in der Wohnung der Zeugin Hemd und Bluse aus übernommen werden. Die Dienstboten des Hauses dürfen die und zog dafür gewaschene an. Die Nerger hat dem Ehemann der Wohnung des Portiers nicht betreten, auch darf der Portier und aus der Fennstr. 13, bei dem der Angeklagte vom Juni bis Oktober Beugin einmal erzählt, sie wolle am Sonnabend, 13. Ottober, mit seine Frau teine Privatgespräche mit den Dienstboten führen. fast andauernd beschäftigt war. Der Meister giebt ihm das Zeugnis Müller nach dem Cirkus gehen. An diesem Sonnabend ist der An- Mitbewohner oder Schlafleute dürfen die Bortiersleute nicht abends gegen 8 Uhr eines sehr zuverlässigen, sehr fleißigen und nüchternen geklagte gekommen, hat die Bluse, aufnehmen. Menschen und bestätigt, alt= dafür eine gewaschene daß der Angeklagte etwa zwei Die er trug, ausgezogen und Nun folgt eine genaue Aufzählung der Arbeiten, die der Portier Wochen vor seiner Verhaftung sich bei einer Arbeit in der Heide- gezogen. Das Hemd hat er, nach der bestimmten Ver- im wesentlichen stets bis 10/2 Uhr vormittags fertig zu stellen hat. Straße einen Finger verlegt und einige Zeit einen Verband getragen ficherung der Zeugin, nicht gewechselt, er hat vielmehr gefagt, er Das Reinigen der Höfe und des Bürgersteigs, das Sandstreuen bei hat. Am 12. Oftober sei Müller thatsächlich mit Arbeiten wolle das Hemd am nächsten Tage anziehen. Entschieden falsch sei Schneefall, das Aufwischen der Hausflure, Treppen und Geländer in Moabit und Spandau beschäftigt gewesen und habe in die Behauptung des Müller, daß er schon um 4 Uhr einmal dort sowie der Treppenläufer ist im einzelnen vorgeschrieben, ferner die Spandau Geld einkassiert. Am 13. Oftober un 61/2 Uhr gewesen sei und die Bluse angezogen, am Abend dagegen das Hemd Verrichtung der besonderen Arbeiten, wie Reinigen von Treppenbabe er seinen Wochenlohn, von dem er schon 3 M. voraus gewechselt habe. Gleich nachdem sich der Angeklagte entfernt hatte, läufern, Beleuchtungsgegenständen, Granitsäulen, Flurfenstern und hatte, in Höhe von 17 M. ausgezahlt erhalten und sei dann sei auch die Nerger hinausgegangen und habe gesagt, sie würde um was sonst im Hause noch zu verrichten ist. Klempnermeister Schwer Außerdem aber haben Portier und Frau je nach Wunsch" des Wohnung. Im Anschluß daran fand eine Vernehmung verschiedener| Dienstboten erfolgt im städtischen Arbeitsnachweis, Raiser Wilhelm Wirts in dessen häuslichkeit Dienste zu leisten. Personen statt. Unter anderm wurden auch die Aussagen des Eigen: plag 3. ersetzt. überschüsse Aus Groß Lichterfelde schreibt man uns: Der Erlaß des Es heißt darüber im Vertrag: Der Portier und seine Ehefrau tümers Koch protokolliert, der die beiden letzten, von Nobbe auf Ueber die Verkehrsverhältnisse auf der Linie Steglithaben ihre ganze Thätigkeit zunächst den Interessen des Hauses zu Semmiling abgegebenen Schüffe hörte und die Flucht des Mörders Kaiser- Allee- Zoologischer Garten wird uns aus Steglit gewidmen, den Anordnungen des Eigentümers oder seines Vertreters quer über das Feld nach der Endstation der Mariendorfer Pferde- schrieben: Eine geradezu unerhörte Behandlung müssen sich die Bepünktlich nachzukommen und für etwaigen Urlaub die Erlaub- bahn beobachtete. In der Untersuchung gegen die Witwe Steger wohner der westlichen Vororte von der„ Großen Berliner" gefallen nis des Wirts nachzusuchen, fowie in rantheitsfällen finden täglich Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter statt. Es einen Vertreter zu stellen. Bestimmte Arbeiten in der Wohnung ist festgestellt, daß Frau St. zur Zeit, als die Blutthat verübt wurde, lassen. Schon von nachmittags 4 Uhr ab sind die Wagen, welche des Wirtes sind: Alle 14 Tage den Parkettfußboden zu bohnern und sich in der Wohnung des Bobbe zu Berlin befand, wo sie auf Wunsch vom Zoologischen Garten nach Steglit fahren, stark besetzt, so day die Teppiche nach Bedürfnis zu klopfen, ferner jeden Morgen die der Frau B. einen Hut garnierte. Sie kann also nicht, wie eins es oft schwer hält, befördert zu werden; jedoch geradezu skandalös wird der Zustand abends beim Schluß der Fabriken. Scharen von Stiefel zu puzen und Kleider zu reinigen! von den vielen, jezt auftauchenden Gerüchten behauptet, persönlich Arbeitern harren an den Haltestellen auf die spärlich verkehrenden Jede Verfehlung gegen den Vertrag berechtigt den Hauseigen- mitgewirkt haben. Wagen, um möglichst schnell nach ihrem Heim zu ge tümer, das Portier- Ehepaar sofort auf die Straße zu wiederholt sich Tag für Tag Mit großen Vorbereitungen ist eine internationale Diebes- langen. Und nun dasselbe ſehen, wie der Wirt überhaupt sich ausbedingt, an jedem be- bande zu Werke gegangen, die in der Nacht zum Donnerstag das widerwärtige Schauspiel. Kommt endlich nach langem Warten liebigen Tage zu kündigen, während für den Portier eine vier- Uhren-, Gold- und Silberwaren- Geschäft von May Brinner in der ersehnte Wagen, so beginnt ein wahrer Sturm. Jedoch wöchentliche Frist vom ersten zum ersten des Monats bor: der Jerusalemerstr. 42 heimsuchte. Die Bande besteht aus drei meist ist die Mühe vergebens, denn nur einigen Wenigen gelingt es geschrieben ist. Und der Lohn für alle diese Dienste, für die Unterwerfung Männern, die fein gekleidet gehen, in der Regel Lackstiefeln tragen dann und wann noch, ein Plätzchen zu erhaschen. Und so müssen und englisch sprechen. Im April d. J. kauften diese Herren" in denn viele oft noch über eine Stunde warten, ehe es ihnen endlich unter einen Vertrag, der einer 3 u chthausordnung gleichfommt? Außer einer nur aus einem Bimmer und Küche bestehenden Woh einer hiesigen Fabrik drei Flaschen Sauerstoff, die ihnen zum glückt, nach Hause fahren zu können. Sollte die Direktion von nung sind dem Ehepaar zusammen siebenzig Mart Monats- Sprengen der Geldspinden dienen sollten. Zunächst legten fie fie diesem Zustand feine Ahnung haben? der Portier alle Polizeistrafen, die etwa wegen Nichterfüllung dort holten sie sie dann wieder ab, ohne ein Ziel anzugeben. preußischen Ministeriums über die Wohnungsfrage hat auch gehalt zugesichert, wobei der Hauswirt sich jedoch ausbedingt, daß bei einem Gastwirt in Schöneberg nieder, bei dem sie verkehrten; fie nun das Brinnersche Geschäft ins des Erforderlichen verhängt werden, selber trägt oder dem Hauswirt gefaßt hatten, mietete einer der Spizbuben in dem Hause eine auf das ſonſt ſehr ſterile Thätigkeitsfeld der hiesigen Gemeindevertretung befruchtend eingewirkt. Gelegentlich der Beratungen über Es ist in Streitfällen jedem Gericht allerdings ein leichtes, Schlafftelle, um für sich und seine Spießgesellen ungehinderten Zu den von einigen Interessenten gestellten Antrag auf Durchbruch neuer auch solchen Vertrag für null und nichtig zu erklären, weil er Be- tritt zu haben und in aller Ruhe die Vorbereitungen zu treffen. Am Straßen wurde nach eingehender Diskussion im Princip der Vorlage stimmungen enthält, die gröblich gegen die gute Sitte verstoßen. Dienstagabend zerstörten sie die Leitung des elektrischen Lärm des Gemeindevorstands zugestimmt, fünftighin von den beteiligten Aber daß Verträge dieser Art die Regel in Berlin bilden, ist be apparates, der in dem Laden angebracht ist. Da sie aber befürchteten, Grundbefizern die unentgeltliche Abtretung eines Teils ihres zeichnend für die Anmaßungen, welche die Hauswirte sich heraus- daß irgendwo eine nicht sichtbare Leitung vorhanden sein und mit Terrains an die Gemeinde oder ev.- bei kleineren in Betracht nehmen können. Vielleicht daß es auch hier einer Organisation der Fernsprechleitung Verbindung haben könnte, so schnitten fie fommenden Flächen eine Geldentschädigung an deren Stelle zu nehmen können. Vielleicht daß es auch hier einer Organisation auch einen Fernsprechdraht durch, der jedoch gar nicht zum der Bedrängten möglich ist, dem hausagrarischen Unternehmertum Brinnerschen Geschäft führte. Spät abends, gegen 11 Uhr, tamen fordern. Die der Gemeindekasse zufließenden Summen sollen dem ein wenig die Flügel zu beschneiden. zwei Mitglieder der Bande vorgefahren, um die verschiedensten zu gründenden Fonds für Erwerbung von Grundstücken Die Festsegung Diebeswerkzeuge und zwei Flaschen Sauerstoff zum Sprengen des Geld- Gemeindezwecken zugeführt werden. Städtische Straßenbahn. Zwischen Siemens u. Salste spindes heranzubringen. In der Nacht machten sie sich dann an die Ar- Der Bestimmungen, nach welchen die Abtretung von Land be Aktiengesellschaft und der Berliner Elektrischen Straßenbahn( Treptow- beit. Nachdem sie Gold- und Silbersachen aller Art in einen großen ziehungsweise die Leiſtung von Geldentſchädigung geregelt werden Behrenstraße Bankow- Mittelstraße) besteht ein Vertrag auf folgender Sandtoffer gepadt hatten, versuchten sie, den Geldschrank zu be- foll, wurde besonderer Kommissionsberatung vorbehalten. Grundlage: Siemens u. Halste übernehmen den Betrieb und haben wältigen. Als sie hiermit noch beschäftigt waren, fehrte gegen rauher Hand eingegriffen, indem sie im Interesse des Unterrichts Auch in die Schul- Idylle hat die Aufsichtsbehörde" mit sämtliche Ausgaben, Steuern, Abgaben usw. aus den eingehenden 5 Uhr morgens ein junger Mann aus dem Hause heim. Dieser die Teilung einer Mädchenklasse mit 65( 1) Schülerinnen anordnete. Betriebseinnahmen zu bestreiten. Der hiernach verbleibende Ueber- verfolgte die Diebe, die nun die Flucht ergriffen, und jagte ihnen, schuß gehört den Aktionären( Stadt Berlin). Reichen die Betriebs- wenn er auch keinen felbft faffen konnte, wenigstens den Koffer ab. Gesundheits- Kommission referierte Schöffe Lange. Ueber die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zu wählende den erforderlichen Rücklagen, Abschreibungen, Hierin befanden sich für 80 000 m. gestohlene Wertgegenstände. Für Gemeindevorsteher Schulz bemerkte, daß die aus Anlaß der Amortisationen, Dotierung des Reservefonds und den Tantiemen 6000 M. Uhren, Ringe, Broschen 2c. fehlen noch; die Diebe müssen legten Choleragefahr gebildete Sanitätskommission noch bestehe. für Aufsichtsrat und Vorstand usw., zur Verteilung einer fie irgendwie anders verpackt und mitgenommen haben. Die beiden Aus seinen Ausführungen geht jedoch hervor, daß genannte Dividende von 5 Proz. nicht aus, so find Siemens Sauerstoffflaschen blieben in dem Geschäft zurüd. Für den Fort Kommission nicht bloß zur Winterszeit schläft, sondern auch in allen u. Halste verpflichtet, den fehlenden Betrag ihrerseits zugang der Ermittelungen war es mun für die Kriminalpolizei sehr übrigen Jahreszeiten sich dieser aufreibenden Thätigkeit widmet. tommiffion nicht bloß zur Winterszeit schläft, sondern auch in allen zulegen. Verbleiben höhere Ueberschüsse als 5 Proz., so find wesentlich, zu erfahren, wo die dritte Flasche geblieben ist. Es wurden alsdann in die Gesundheitstommission gewählt: 10 Proz. von dem übersteigenden Betrage dazu zu verwenden, um S. u. H. diese Zuschüsse nebst 5 Proz. Zinsen zurückzuzahlen. Die Der Botanische Garten ist am Sonntag von 2-7 Uhr Gemeindevorsteher Schulz, die Armenärzte Dr. Pußer, Dr. Rühl, Kündigung dieses Betriebsvertrags tann mit sechsmonatlicher Frist geöffnet. Baurat Tiegen, Rentier Carmesin, der als ehemaliger Apotheker" zum Schluß eines Geschäftsjahrs, frühestens zum 31. Dezember 1904 erfolgen. Die Gemeinde Berlin hat, falls sie kündigt, der Betriebs- die sich dort in der vergangenen Nacht abspielte. An der Köpnider Kommission angehören zu können. So hat der vornehme" Bilfenvon dem nur behauptet wurde, daß er genügend Zeit habe, um der Großes Aufsehen erregt in Treptow eine Schießaffaire, besonders prädestiniert zu diesem Amt erscheine, und General Medel, führerin bei Ablauf des Vertrags die Zuschüsse nebst 5 Proz. Zinsen Landstraße liegen ziemlich dicht neben einander mehrere Gastwirt- ort seine dito Gesundheitskommission, was den Bewohnern dieszurückzuerstatten. Siemens u. Halske dürfen von dem Kündigungs- schaften. Auf dem Grundstück Nr. 19 liegt das" Jägerheim" von und jenseits der Backe eine große Beruhigung sein wird. rechte nur dann Gebrauch machen, wenn die Einnahmen aus dem F. Richter, auf Nr. 25/26 das Bartrestaurant" von Karl Ludwig Betrieb drei hintereinander folgende Jahre zur Verteilung von und zwischen beiden, auf Nr. 21/22 der Viktoriapart" von Karl Aus Neu- Weißensee schreibt man uns: Die postalischen Ver5 Proz. Dividende ausreichen. Während der Dauer dieses Vertrags Joël. Joël war dem Ludwig, der gleich ihm seine Wirtschaft seit hältnisse des Orts stehen troz Anschluß an Groß- Berlin durchaus ſteht der Stadt eine Einflußnahme auf den Betrieb etwa zehn Jahren betreibt, misgünstig gefinnt, weil er bessere Geschäfte nicht auf der Höhe der Zeit. Die Briefe und Postsachen werden des Unternehmens nicht zu. macht als er. Verschiedene Anzeichen sollen darauf hindeuten, daß täglich viermal den Adressaten ausgehändigt; durch die Einteilung Die Bedeutung des Gewerkschaftshauses geht auch aus dem er in der legten Zeit wohl auch nicht mehr ganz zurechnungsfähig der Bestellgänge fann es vorkommen, daß Briefe, welche um 814 Uhr war, vielleicht infolge übermäßigen Trinkens. Donnerstagabend um früh in Berlin in den Briefkasten geworfen werden, erst des abends Umstande hervor, daß die mit dem gemeinnügigen Institut ver- 11 Uhr stand eine Tochter Ludwigs mit Richter plaudernd an dessen um 64 Uhr in die Hände der Adreſſaten gelangen. Briefe aus entbundene Herberge, die am 7. Mai 1900 eröffnet wurde, im Hausthür. Als Joël das jah, kam er heran, schimpfte in den gemeinsten fernteren Provinzen werden, wenn der Adressat ein Weißenseer Einersten Jahre ihres Bestehens 60 090 Uebernachtungen aufwies. Der Ausdrücken, drohte, daß er ihm das Genid umdrehen werde, wenn wohner ist, ebenso ebenso schnell angestellt, als Briefe, die in ethische und sociale Wert dieser Ziffer läßt sich nur dann würdigen, er ihn einmal fasse, und gab schließlich Frl. Ludwig selbst einen Stoß Berlin aufgegeben sind. Diesem Zustand gegenüber fann wenn man die Einrichtungen des Gewerkschaftshauses mit den vor die Brust, daß sie gegen einen Baum taumelte. Das Mädchen man nicht genug die Geduld des Publikums bewundern, welches schlimmen Zuständen in andren Herbergen vergleicht. lief zu ihrem Vater und flagte ihm, was ihm widerfahren war. wohl murrt, aber nicht die Juitiative zur Besserung der PostSofort ging Ludwig mit mehreren Gästen nach der Richterschen verhältnisse ergreift. Wirtschaft, um Joël, einen Mann von 42 Jahren, wegen seines Die Sache hat aber noch einen Haken, und wir sind nicht ſo Benehmens zur Rede zu stellen. Joël war aber nicht mehr da, boshaft, anzunehmen, daß etiva gar dieser Umstand die Postsondern nach Hause gegangen. Von dort kam er bald darauf mit verwaltung bis jest abgehalten hat, eine Aenderung herbeizuführen. seinem geladenen Jagdgewehr zurück und stellte sich mit der Drohung, Es steht nämlich fest, daß wenn ein Bestellgang mehr eingerichtet daß er jeden erschießen werde, der es wage, aus Richters Haus würde, die freien Halbtage der Post- Unterbeamten statt wie jezt alle herauszukommen, vor diesem auf. Dann schoß er auf die Leute, die fünf, dann alle drei Tage wiederkehren würden. sich mittlerweile ansammelten, blindlings mehrere Schrotschüsse ab, Maßregel, die unter Umständen Neu- Einstellung von Personal erwobei er einem Radfahrer, der gerade des Weges kam, einen Arm forderlich machte! zerschmetterte. Niemand wagte dem wütenden entgegenzutreten. Eine Falschmünzerbande hat sich den großen Verkehr, der am Unbebehelligt ging er daher nach dem Ludwigschen Lokal. Als sich auf seine Aufforderung an Ludwig, herauszukommen, nichts rührte, legten Sonntag anläßlich der Baumblüte in Werder a. H. herrschte, gab Joël durch die Fensterscheiben hindurch mehrere Schüsse in das zu nuge gemacht und dort in den verschiedensten Wirtshäusern, BierLokal hinein ab, ohne jemand zu verletzen. Nasch drehte man das zelten, bei Ansichtskartenverkäufern und sonstigen Geschäftsleuten eine größere Anzahl falscher Zweimarkstüde abgesetzt. Es handelt Gas aus, um ihm jedes Ziel zu nehmen. Joël aber schoß noch sich anscheinend um Berliner Verbrecher. Die Falschstücke tragen einigemale, im ganzen fieben Mal, im Dunkeln. Unterdessen hatten sämtlich das Bildnis des Königs von Württenberg. Radfahrer vom Amtshause die Gendarmerie geholt. Als diese kam, hatte sich Joel in seinem Hause eingeschlossen und zu Bett gelegt. Von einem gewaltsamen Eindringen wurde Abstand genommen; der gefährliche Mann befand sich Freitagmittag noch auf freiem Fuß in feiner Wohnung. Der verwundete Radfahrer war nach Berlin in In der geheimen Sitzung der Stadtverordneten Versamm lung wurde gestern nach dem Beschluß des Ausschusses der Stadtrat Dr. Hirsetorn an Stelle des ausgeschiedenen Ober- Verwaltungsgerichtsrats Meubrink zum Stadtsyndikus auf 12 Jahre mit denselben Kompetenzen, die er bisher gehabt hat, gewählt und dem Antrage des Magistrats gemäß, die Pension für den in den Ruhestand getretenen Stadtschulrat Geh. Regierungsrat Dr. Fürsten au auf 11 000 m. festgefeßt. Ferner wurde zum Mitgliede der E. Oppermann- Stiftung der Geh. Oberregierungsrat und Bürgerdeputierte Reichardt wiedergewählt. Die Eheschließungen haben sich in diesem Frühjahr noch mehr als sonst um den 1. April zusammengedrängt. In den vier Wochen vom 24. März bis 20. April find diesmal 3382 Ghen geschlossen worden, also erheblich mehr als in der ganzen Zeit vom 1. Januar bis 23. März, aus der nur 2938 Eheschließungen gemeldet find. Im vorigen Jahre dagegen brachten die vier Wochen vom 25. März bis 21. April nur 2660 Eheschließungen, während aus der Zeit vom 1. Januar bis 24. März 3281 gemeldet worden waren. Zur Aufschließung des der Stadtgemeinde Berlin gehörigen und 22000 Quadratmeter umfassenden Geländes am Kurfürstenärztliche Behandlung gebracht worden. Damm hat der Magistrat gestern beschlossen, die verlängerte Schlüterstraße in Charlottenburg durchzulegen und pflastern zu lassen, damit dort mit der Bebauung begonnen werden kann. Ferner wurde beschlossen, eine Kommission mit der Prüfung der eingegangenen Offerten über den Ankauf von Grundstücken zur Er weiterung des städtischen Viehhofs und Schlachtviehmarkts zu betrauen. Dies wäre eine Kunst und Wissenschaft. Berliner Tonkünftlerverein. Vor den nachgelassenen Berlen Verschwunden ist seit einigen Tagen der Inhaber einer Wein- eines frühe verstorbenen Künstlers zu stehen, bedeutet nicht nur die und Probierstube Namens Robert Edelhäuser aus der Mark- selbstverständliche Trauer über den unwiderruflichen Abbruch dieser grafenstraße Nr. 62. Er hatte schon mehrere Schankgeschäfte in ver- oder jener Hoffnungen, sondern auch die weniger naheliegende und schiedenen Stadtgegenden gehabt, ohne indes petuniäre Erfolge zu vielleicht nur dem Kunstkritiker so recht fühlbare Trauer, daß man erzielen. Anfangs April d. J. eröffnete er ohne Vorwissen seiner Frau diesmal mit einem Punkt in der Welt zu thun bekommt, der verjene Probierstube in der Markgrafenstraße, und zwar in Gemeinschaft hältnismäßig neu und doch ausgeschlossen von aller Entwickelung iſt. mit einer Schankmamsell, die auch das Geld für Einrichtung des In dem Strom diefer zu stehen; bei allem Minderen auf ein späteres Stadt und Land in Berlin. Die Regulierung der Brenz Geschäfts hergab. Seiner Frau, die noch in der früheren Wohnung Mehr zu rechnen; und-wenn man hoch greifen darf zu hoffen, lauer Allee von der Danzigerstraße bis in die Nähe des Ring- auf dem Gesundbrunnen verblieben war und von dem neuen Unter- daß man selber durch mitfühlende Urteile etwas zu der Entwickelung bahnhofs ist jetzt auf der Ostseite beendet. Die Westseite kann bis nehmen keine Ahnung hatte, suchte er mit der Ausrede zu täuschen, beitragen könne: auf all das muß man angesichts des Kreuzes vor auf weiteres noch nicht reguliert werden, weil sie zum Radial- daß er in Jüterbog eine Buffetierstelle verwalte. Frau Edelhäuser einem jungen Künstlernamen verzichten. system XI der Kanalisation gehört, deffen Bau noch nicht in Angriff erfuhr jedoch kürzlich den wahren Sachverhalt und bestand nun darDer Berliner Tonkünstlerverein hat in seinem letzten genommen ist. Die Straße bietet jezt an dieser Stelle einen eigen- auf, daß die Mamsell entlassen werde, da sie selbst das Geschäft über- diesjährigen Vortragsabend, am vorgestrigen Donnerstag, tünstlerische artigen Anblick. Sie ist hier halb Großstadtstraße, halb noch Land- nehmen wolle. Diese räumte nun den Laden aus, gleichzeitig ver- Reste eines taum zu 26 Lebensjahren gelangten Komponisten vorStraße. Die eine Seite des Fahrdamms ist mit besten Kopfsteinen schwand aber auch Edelhäuser, nachdem er vorher Gelder seiner Frau geführt: Willy knüpfers, geb. 1875, gest. am 26. februar 1901. gepflastert, die andre ist chaussiert. Auf der einen Seite läuft neben von der Sparkasse abgehoben hatte. Er hinterläßt eine größere Den Schwerpunkt in seinem Schaffen, hören wir, hatte die Liedihm her ein Bürgersteig in vorschriftsmäßiger Ausführung mit Bord- Schuldenlast, da zahlreiche Lieferanten zum Teil noch Forderungen lompofition ausgemacht; und so bekamen wir denn ausschließlich schwellen und Granitplatten, auf der andern Seite ein lehmiger aus seinen früheren Geschäften haben. „ Lieder und Gesänge", 15 an der Zahl, zu hören, teils einzeln, teils Fußpfad und ein tiefer Straßengraben. An dem Rande des Fußsolche aus Cyclen. W. Knüpfer gehört zu den mehr durch Ausdruck wegs stehen jogar noch einzelne, jegt in ihrem Blütenschmud bis zur Straße Alt- Moabit wird wegen Asphaltierung vom Montag nicht durch Einzelheiten, sondern durch die Gesamthaltung, zumal Straßensperrung. Die Gozłowskystraße von der Turmstraße als durch Wohlgefälligkeit wirkenden Stomponisten, bietet aber jenen prangende Birnbäume, die legten Reste einer ehemaligen Obstbauman für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. durch die Einheitlichkeit der Stimmung. Sein Hauptmittel dazu, Im Sportpark Friedenau finden nächsten Sonntag neben dem das sich in dieser Eigenart laum anderswo wiederfindet, ist eine Goldenen Rad noch hochdotierte Flieger- Rennen statt, zu denen die gesamte elementar großzügige Begleitung, charakteristisch durch eine deutsche Fliegermannschaft eingeschrieben ist. Die Flieger Rennen erhalten Vorliebe für weite Lage der Accorde und für weit dadurch erhöhtes Interesse, daß sie wahrscheinlich darüber Aufschluß geben ausgreifende Figuren; sie erweckt dadurch den Eindruck des Umwerden, ob nunmehr Arend oder Huber der Bessere ist. Außer diesen beiden Fahrern sind noch die Wiener Seidl und Heller, die Hannoveraner Mayer fassenden, Inhaltsreichen, weite seelische Welten Umspannenden. und Heering und der Ludwigshavener D. Meyer gemeldet. Das Rennen Dabei wird doch nicht das Gefühl erzeugt, als verliere sich der der Klasse B dürfte deshalb Interesse haben, da der vielversprechende Komponist in einem nebelhaften Schweifen; vielmehr erreicht er Berliner Peter wohl zum legten Mal in Klasse B startet, vorausgesetzt, daß manchmal- wie etwa in dem Lied Schwarzes nächtiges Thal" er die Hoffnungen erfüllt, die man für Sonntag in ihn jetzt. eine treffliche Bündigkeit und Prägnanz, die auch den bei ihm häufigen Ausdruck des Herben sehr anziehend gestaltet. Und in jene Begleitung versteht der Komponist die Singslimme so naturgemäß hineinzuarbeiten, daß schon dies allein ein gut Stück von seiner Fähigkeit einheitlicher Formung ausmacht. Von dem Temperament, dem Schwung und der Sensibilität, mit denen er namentlich zu Höhepunkten hinzuführen weiß, gar nicht zu reden! Dem allen stehen nun allerdings eine beträchtliche Dürftigkeit der motivischen Erfindung und eine recht merkliche Neigung zum Gewöhnlichen, selbst zum Banalen und längst Bekannten( zum Beispiel Wir saßen still Ullec. Abermals ein Opfer des Berufs. An dem Neubau, den der Maurermeister Kraus an der Ecke der König- und Poststraße auf führen läßt, ist gestern nachmittag 21/2 Uhr der Maurer Emil Röhl aus der Cranienburgerstraße 12 abgestürzt. Röhl verstarb in dem Augenblick, als seine Kollegen ihn in eine Droschte sezen wollten, damit er nach dem Krankenhause befördert werde. Der Verunglückte war ein braver Parteigenosse und eifriges Mitglied im Wahlverein des fünften Kreises. Eine Million und zweimal hunderttausend Mark fostet das Bismarck Denkmal vor dem Reichstagsgebäude, das am 3. Juni enthüllt wird. Jm Bismarckschen Geiste wäre gehandelt worden, wenn man diese Summe in bar dem Vermögen der Familie zugeschlagen hätte. Im Theater der Urania wird am Sonnabend der Vortrag, welcher mit zahlreichen der schönsten Lichtbilder ausgestattet ist, Charakterbilder aus der Mart", uoch einmal wiederholt werden. Am Sonnabendnachmittag findet eine Vorstellung zu fleinen Breisen statt, und zwar wird der neue dekorative Ausstattungsvortrag Unser Rhein, eine Wanderung von der Quelle bis zur Mündung", zur Aufführung gelangen. Aus den Nachbarorten. 0 " Die Maftvich- Ausstellung, die dieser Tage abgehalten wurde, hat mit einem erheblichen Defizit abgeschlossen. Der Besuch war schwächer als in den Jahren vorher, die Unkosten waren dagegen erheblich größer, weil die in größerem Umfange vorgenommenen Schöneberg. Die Stellenvermittelung des städtischen in deiner Kleinen Kammer") gegenüber. Schlachtungen große Summen verschlungen haben. Dazu kam, daß Arbeitsnachweises hatte im Monat April folgendes Resultat: Doppelt interessant wurden des Komponisten Vorzüge durch das Landwirtschaftsministerium diesmal nicht die sonst als Züchter Offene Stellen waren vorhanden 141, davon 25 für männliche und zwei Gruppen von Werkchen älterer Künstler, welche die Gruppe der Ehrenpreise gewährten 7 Bronzestatuetten überwiesen hat, so daß 116 für weibliche Arbeiter, Arbeitsuchende waren vorhanden 232 Knüpferschen Stücke als Anfang und Ende des Konzerts einrahmten. diesmal die Geldpreise die Hauptrolle spielen mußten. Diese Geld( 87 männliche, 145 weibliche), bejezt wurden 108 Stellen( 24 männ- Dort waren es Gesänge von Hermann Schröder, wahrpreise haben einzelnen Ausstellern erhebliche Einnahmen gebracht. liche, 84 weibliche). Die kostenlose Nachweisung von Arbeit und scheinlich den 1843 geborenen, in Berlin wirkenden Violinlehrer. Zne Blutthat in Mariendorf. Eine Gerichtskommission des Stellen für gelernte und ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen Sie sind die typischen Beispiele für Wirkungen durch einzelne Kunst Landgerichts II besichtigte die sämtlichen Räume der Etegerschen jeden Berufs, für Lehrlinge und für männliche und weibliche griffe des Ausdrucks, mit einer oft unerträglich zerrissenen, hadenden, in trivialer Weise Füllung bereitenden Begleitung, die sich nur ihre Blätterinnen zur Versammlung mitnehmen wollen, doch weder| Summe aus der Hauptkasse und aus freiwilligen Beiträgen der manchmal( D, wenn Du gehst...") zu einem festeren Aufbau mit Güte, noch mit Gewalt feien sie zum Mitgehen zu Kollegenschaft gedeckt wurde. Bei der Wahl eines ersten Bevollmächtigten erhebt. Arnold Krug, dessen Quartettcyklus„ Aus ver- bewegen gewesen. Das ist bedauerlich, wie auch die gegenteilige wurde der Kollege Täterow mit allen gegen 3 Stimmen gewählt. wehten Blättern," den Beschluß machte, ist wohl der be- Erfahrung, welche die Zettelverteilerinnen für die Versammlung Eine längere Diskussion zeitigte noch der Antrag des Hauptvorstands fanite, 1894 geborene Komponist bon Chorwerken und machten, sie wurden in einigen Werkstätten einfach hinausgewiesen betreffend Vornahme einer Ürabstimmung über die Verlegung der von mancherlei Anderm. Er verfügt über ein beträchtliches und ihre Zettel auf die Straße geworfen. Fachzeitung von Hamburg nach Stuttgart. Während einzelne Redner Können, jedoch über einen viel geringeren Geschmack. Er Den einzigen scheinbar sachlichen Einwand gegen den pari- dem Vorstand das Recht bestritten, überhaupt in dieser Sache eine vermag in seinem vierstimmigen Vokaljaz ganz echte Kunst- tätischen Nachiveis bildet die Einschreibegebühr von 20 Pf. Es war Urabstimmung vornehmen zu lassen, waren andre, wenn auch nicht mufit zu geben und fällt doch meiſtens hinab in die Nähe des leicht nachzuweisen, daß diese kleine Summe, welche für die Dauer aus formellen, so doch aus materiellen Gründen mit der Maßnahme Quartetſtils für Vereine und Geburtstage. Er verſieht es, ernst von drei Monaten das Recht auf Stellenzuweis giebt, gegen das des Vorſtands einverstanden. Zum Schluß gelangte ein Antrag zur and hibit uns in der Wirkung echt zu ſein; doch daß er feine Armut frühere Annoncieren eine große Ersparnis bedeutet. Mitgliedern zunahme, die Beschlußfaſſung hierüber aus infegen und diefen Gegen, au rythmischem Gefühl und an Begleitungskunst, sowie seine Ab- des Vereins wird die Gebühr durch den Verein gezahlt und stand in der Tagesordnung der nächsten Mitgliederversammlung zu hängigkeit von gewohnheitsmäßigem Singfang nicht zu merken für die Außenstehenden ist die Einzahlung eine Garantie erledigen. scheint, läßt nicht eben auf eine Fortschrittszukunft des Komponisten dafür, daß fie nicht ur unter dem Vorwande des schließen. fich Mariendorf Tempelhof. thefuchens, fie die Bergünstigungen des Aufenthalte in verein für Mariendorf und Imgegend" hielt am Dienstag, den beiterinnen schädigten den Nachweis, indem sie das Vertrauen zu Der Vorsitzende Bärenwald gab den Bericht des Vorstands. 7. Mai cr. in Tempelhof bei Adel seine Generalversammlung ab. ihm gefährden. Die Einzahlungen dienen überdies zur Ansammlung Aus demselben geht hervor, daß im ersten Quartal 1901 eine eines Fonds, welcher zu Gunsten der Blätterinnen verwendet werden Generalversammlung, drei Mitgliederversammlungen und zwei Die großen Vorteile der Vereinsangehörigkeit wurden betont: öffentliche Volksversammlungen stattfanden. Krankengeld- Zuschuß in der Höhe von 3,50 M. wöchentlich, Rechts für in unfren Ortschaften kein Lokal zur Verfügung steht, und wurde bersammlungen mußten in Berlin abgehalten werden, da uns hierschutz in allen Schwierigkeiten, eine reichhaltige Bibliothek, Pflege in diesen Versammlungen die Lokalfrage für Tempelhof und schöner Geselligkeit. Eine Resolution, welche den paritätischen Arbeitsnachweis als Mariendorf erörtert, wie auch der Vorstand in im legten Quartal stattfanden einzige Stellenvermittelung für Altplätterinnen festsegt, wurde ein- Borstandssitzungen, welche fich viel mit der Lokalfrage zu beschäftigen hatte. Der Verein stimmig angenommen. Im Schlußwort wies die Rednerin auf das feltene Schauspiel, des Vorjahrs, und verteilen sich dieselben wie folgt: Auf Tempelhof zählt gegenwärtig 127 Mitglieder, gegen 108 Mitglieder am Schlüsse daß man hier die Arbeitgeber sich gegenseitig bekämpfen sieht, statt fallen 65, auf Mariendorf 44, auf Marienfelde 13, auf Lichtenrade 2, wie sonst gegen die Arbeiter einig aufzutreten. Eine bessere Einsicht Berlin und Schöneberg. einer Anzahl Blättstubenbefizer darf man wohl erwarten und daß auch und je ein Mitglied auf Mahlow, Dem„ Berliner Tontiinftlerverein" gebührt für ſein gesamtes Wirken in der letzten Zeit eine laute Anerkennung und die Hoffnung, daß er bald mit noch besseren Gesangskräften, mindestens mit einem dentlicher aussprechenden Quartett, werde operieren können. Gerichts- Beitung. SZ, Das Urteil im Elberfelder Militärbefreiungsprozek. Nach dem gestern verkündeten Urteil erhielten: Baumann 7 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust; Diedhoff 2 Jahre Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust; beide Felde, Garschagen jun., beide Hufschmidt je 3 Monate; beide Stern je 4, Friedrich Schmidt, beide Stöder, Zimmermann jun., beide Everts, beide Weyersberg, Kirchhoff, Wester sen., Ernst Wester jun. je 5 Monate Gefängnis, alle andren Angeklagten wurden frei gesprochen. Baumann wird 1 Jahr Untersuchungshaft angerechnet. Bei allen wurde die Bestechung verneint. wird. Die beiden VolksDie heute noch sehr Rückständigen sich bekehren und fachliche Gründe Hierauf gab Franz den Kassenbericht. Die Einnahmen inkl. Beüber die persönlichen Streitereien stellen werden. stand vom vorigen Quartal betrugen 225,06 m., die Ausgaben Die Versammlung hätte wohl zahlreicher besucht sein können. 131,23 M., mithin Bestand 93,83 M., und wurde dem Kassierer Als Lokalkommissions- Mitglieder wurden für Das ganz neue und sehr schöne Lokal liegt aber an der Grenze der Decharge erteilt. Das Reichsgericht verwarf gestern die Revision des Fleischer- Straßennamen noch überall fehlen. Hoffentlich wird diesem Uebel- mann und für Marienfelde Friz Greulich gewählt. Für die bebauten Straßen, ist leicht zu erreichen, aber schwer zu finden, da die Tempelhof Albert Thiel, für Mariendorf Hermann Lehgesellen Moriz Levy aus Konig, der am 16. Februar d. I. stand bald abgeholfen. demnächst stattfindende Kreis- Generalversammlung werden die Gevom Konizer Schwurgericht wegen Meineids in drei Fällen zu nofsen Bärenwald, Franz und Reichardt als Delegierte vier Jahren 3uchthaus, vier Jahren Ehrverlust und gewählt. dauernder Eidesunfähigkeit verurteilt worden ist. = Die Zustände im Armenhause zu Neu Weißensee waren am Freitag wieder Gegenstand einer Verhandlung vor dem Landgericht II. Der Tischler Dähnert aus Neu- Weißensee hatte im Cftober v. J. in einer Volksversammlung auf eine frühere Gerichtsverhandlung Bezug genommen, in der festgestellt worden war, daß, was die Reinlichkeit betrifft, in dem genannten Armen hause recht bedenkliche Zustände herrschen. Dähnert behauptete in jener Bersammlung mit einem etwas derben Ausdruck, daß diese Zustände, deren öffentliche Kritik ihm schon einmal eine Geld Strafe von 150 M. gebracht hat, noch weiter fortbeständen. Das Schöffengericht hat ihn deswegen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Berufungsinstanz, vor welcher Dähnert den Wahrheitsbeweis für seine Behauptung angetreten hatte, fagten der Kurator des Armenhauses, Gemeindefchöffe Backhaus, sowie der Gemeindeverordnete Schillert aus, daß das Armenhaus zu Neu- Weißensee, was die bauliche Beschaffenheit anbetrifft, arg vernachlässigt sei, und daß namentlich die im Stellergeschoß befindlichen Wohnräume der Armen sich in schlechtem Zustande befinden. In einem dieser Kellerräume habe im Oktober v. J. eine Familie mit sieben Kindern gewohnt. Ueber Unsauberteiten der vom Angeklagten behaupteten Art, Behaftung der Insassen mit Ungeziefer, konnten die Zeugen nichts befunden, doch gaben fie die Möglichkeit derartiger Fälle zu. Die Verhandlung wurde vertagt, weil noch ein praktischer Arzt zur Vervollständigung des Wahrheitsbeweises geladen werden soll. Versammlungen. Ober- Schöneweide. Hier tagte am Dienstagabend im Lokale Eine öffentliche Formerversammlung fand am Donnerstag mit dem Streit der Drahtzieher auf dem Kupferwert Deutschland" von Töpfer eine öffentliche Metallarbeiterversammlung, welche sich im Kolberger Salon statt, um über die Maßnahmen zu beschließen, beschäftigte und in welcher Klein- Berlin referierte. Das Referat, welche das Verhalten des neuen Ingenieurs der neuen Deutschen welches beifällig aufgenommen wurde, legte die Ursachen des Streits Stahlwerke zu Reinickendorf erheischte. Betreffender Herr bekam es dar und versicherte die Versammlung, welche sehr gut besucht war, fertig, nachdem er mit 2 Formern wegen des Preises nicht einig ge- den Streifenden ihre wärmste Sympathie. Zum Schluß wurde eine worden war, sämtliche 13 Former zu entlassen. Als Grund wurde eine Uebertretung der Fabrikordnung angegeben. Die Former Resolution angenommen, welche das Vorgehen der Betriebsleitung hatten sich nach 51/2 Uhr zu waschen angefangen, obgleich die Arbeitsleiter Herrn Baron v. Wadezek auffordert, die von ihm gebrauchten und ihre Haltung auf das entschiedenste verurteilt und den Betriebszeit bis 6 Uhr abends dauert. Die Former hatten das Recht, nach Fertiggießen der Charge eine halbe Stunde Pause zu verlangen. Streifenden, treu und fest im Kampfe zu einander zu stehen. Ausdrücke zurückzunehmen. Um übrigen verpflichteten sich die Am Montag, an welchem die Differenzen waren, haben die Former den Stahl ausgegossen, ebenso ihre Arbeit freigemacht; darüber war Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. Mai, vormittags 81/2 Uhr, es 51/2 Uhr geworden. In andren Fällen mußten die Former auch in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterſtr. 6: länger bleiben, wenn der Stahl noch nicht fertig war. Die Berdafelbst: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrte über„ Sokrates". Versammlung: Freireligiöse Vorlesung. Um 10 Uhr vormittags ebenfammilung verurteilte aufs schärfste die Handlungsweise des Vor- und Nachspiel auf dem Pariser Mustel Harmonium. Gäste, Ingenieurs und verpflichtete sich, die Entlassenen moralisch und Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 13. Mai, abends finanziell zu unterstüßen, sowie gleichzeitig die jetzt dort in Arbeit 81% Uhr, im unteren Saale des Englischen Gartens, Alexandertretenden Former als Arbeitswillige zu betrachten. Es wird ersucht, straße 27c: Beschließende Versammlung." Weiße Quittung bis auf weiteres den Zuzug von Formern fernzuhalten. egitimiert. = Vermischtes. Die Verwaltungsstelle Berlin des dentschen Metallarbeiter Verbandes hielt am 6. Mai eine Generalversammlung ab. Nach der Eröffnung teilte Nät her mit, daß bei der Firma Nothmann ein Ausstand von ca. 180 Kollegen wegen Lohnreduktion Ueber ein entschliches Eisenbahn Unglück wird aus Verhandlungen seien ergebnislos geblieben. zu verzeichnen sei. Ebenso seien bei der Firma Heber Differenzen entstanden und Ludwigshafen vom Freitag berichtet: Bei der gestern abend feien 23 Kollegen entlassen. Die Sperre bei der Firma Stein erfolgten Einfahrt des Straßburg- Berliner Echnellzugs in den hiesigen Aus der Frauenbewegung. wurde aufrecht erhalten. Hierauf gab Pezold den Kassenbericht Bahnhof verjagte die Luftbremse. Der Zug durchfuhr infolge vom 1. Quartal. Nach demselben beliefen sich die Einnahmen der dessen die Perronhalle und riß die Quaimauer weg. Die Maschine Im Reichstagsgebäude geht es um. Aus Frauenfreijen schreibt man uns: Und der Geist, der die Hallen und Säle des Hauptkasse inkl. des am 31. Dezember 1900 vorhandenen Bestandes fürzte in den Rheinhafen, während die Wagen auf der Straße stehen von 16 751,43 M. auf 82 544,73 M. Die Ausgaben weisen u. a. blieben. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden schwer verReichshauses besucht, hat ein zähes Leben. Noch wenige Tage zuvor, folgende Posten auf: Für Reise- Unterstützung 341 M., Arbeitslosen- legt und eine Frau mit ihrem Kinde durch Ueberfahren getötet. am 30. April, von einem Herenmeister beschworen und zur Ruhe ge- Unterstüßung 27 552,39 M., Unterſtügung nach§ 2c 340 M., Rechts- Nach bei der Reederei H. Dieterichsen in Kiel eingelaufenen bracht( man nennt es dort, über ihn zur Tagesordnung über ichuß 377.45 M., Streif- und Gemaßregelten Unterſtügung Meldungen erscheint es ziemlich sicher, daß der bei Galina- Boint gegangen), flopfte er am 4. Mai wieder vergnügt und vernehmlich 7827,45 M.. Agitation in der Provinz 1218 M., der Haupttasse über-( Jamaica) gestrandete Dampfer Schleswig" total ber an die Pforte der Gegenwart im nämlichen Reichshause. Er ist eben wiesen 26 751,43 m., 20 Proz. der Lokalfasse überwiesen 12 962,34 oren geht. Trotz des zur Zeit der Strandung herrschenden fein Gespenst der Vergangenheit, der eigentlich längst tot ist, sondern Mark. Zu Gunsten der Hauptkasse verblieb am 31. März ein Bestand verhältnismäßig guten Wetters versinkt das Schiff nach den letzten ein zukunftsfreudiger Geist, der nach Leben und Dasein ringt. Sein von 5174,67 M. Die Lotalfasse zeigte in Einnahme und Ausgabe die Nachrichten mehr und mehr. Die Depeschen des Kapitäns befagen Name lautet: freies Vereins- und Wahlrecht der Frau. Die Gesellschaft für sociale Reform, d. H. der erweiterte Summe von 164 408,62 M. Nach den geleisteten Beiträgen beläuft nichts über die Mannschaft, so daß anzunehmen ist, daß die gesamte Berliner Ausschuß derselben, hat in seiner Sigung am 4. Mai ein- fich die Mitgliederzahl auf 22 931 Personen. Lubatsch giebt dann Bejagung des Schiffs gerettet wurde. bekannt, daßz Wiesenthal Obmann der Revisoren und dessen stimmig beschlossen: In der Leipziger Vorstadt Lindenau schoß der Nat.- 8tg." Wohnung Hohenlohestr. 1 sei. Wiesenthal begründet dann Im Hinblick auf die dringende Notwendigkeit der Mitwirkung die Notwendigkeit der festen Anstellung eines Hilfsarbeiters. Nach zufolge der Kürschner Wolf auf seine 15jährige Stieftochter und der Frauen an allen socialpolitischen Bestrebungen beschließt der eingehender Diskussion wurden die diesbezüglichen Ausführungen erschoß sich dann selbst. Das Mädchen ist leicht im Rücken verAusschuß der Gesellschaft für sociale Reform, eine Eingabe anals richtig anerkannt und die Wahl vorgenommen. Bei derselben lezt. Als Beweggrund zu der That wird Schwermut angenommen. Bundesrat und Reichstag zu richten, in der der baldige tamen Gunter und Lubatsch in die engere Wahl, aus der Erlaß eines Reichsgefeges gefordert wird, das die der AnteilGunter als Sieger hervorging. nahme der Frauen an jenen Bestrebungen entgegenstehenden landesgefeßlichen Beschränkungen der Vereinsund Bersammlungsgefeßgebung aufhebt." Unter den einstimmig Beschließenden befanden sich hiße, Neisser, Schmoller, Behrens, Combart, Lehner und v. Berlepsch; lauter ehrenwerte Herren, weder der Socialdemotratie noch sonst eines bösen Umsturzes verdächtig. bom 18. Mai nur 7,- 5, Rindfleisch, Keule 1 kg bo. Bauch Schweinefleisch " 1,60 1,20 1,30 1,60 20 29 Kalbfleisch " 1,80 1, 1,60 1, 2,60 2, 60 Sind 3,60 2,40 1 kg 2,20 1,20 2,80 1, mittel gering " " " mittel " gering " 14,70 14,65 " 16,- 15,10 mittel " " 15,- 14,10 14,13,10 Gier mittel gering Hen Erbsen Speisebohnen Linsen *) ab Bahn. Hammelfleisch Butter 16,40 15,70 15,60 15, Karpfen Aale Bander 14,90 14,30 Hechte 7,82 6,50 5,80 6,80 Barsche Schleie 40, 25, Bleie 45,- 20,- Krebse 70,- 30, 1,20 2,60 1,20 1,60 0,80 2, " E per Stjot 183,- 1,20 1,20 0,60 3, Marktpreise von Berlin am 9. Mai 1901 Die Rabizputer hielten am 3. Mai in den Arminhallen eine nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Mitglieder- Versammlung ab. Es handelte sich nämlich um Annahme*) Weizen, gut D.- Ctr.| 17,60| 17,56 Startoffeln, nene, D- Ctr. Niete erstattete der oder Ablehnung des nenen Vertrags. 17,52 17,48 Bericht über Verdie Verhandlungen und Versammlung 17,44 17,40 Aus dem Bericht ging*) Roggen, gut 14,90 14,85 einbarungen der Sechser- Kommission. 14,80 14,75 hervor, daß der Stundenlohn derselbe bleibt wie im verAm 30. April hat die Petition nach Sicherung völliger Koalitions- gangenen Jahr. Es sind auch die meisten Paragraphen dieselben freiheit und Gewährung des attiven und passiven Wahlrechts für die geblieben außer§ 7, der fallen gelassen worden ist. In diesem hieß t) ere, gut Gewerbegerichte feine Gnade vor den Augen der Petitionskommission es, die Rabigpuzer verpflichten sich, den Firmen des Unternehmergering gefunden. Der Abgeordnete Jacobstötter hat ausdrücklich betont, verbands genügende Kräfte zu stellen auch dann, wenn sie dieselben+) afer, gut daß man keinen Anlaß habe, sich von socialdemokratisch en andern Firmen außerhalb des Unternehmerverbands entziehen müßten. Franen zu so weitgehenden Maßregeln treiben zu lassen. Wohlan, Nenn Paragraphen sind vereinbart worden. Die Unternehmer ab sämtliche Rauwände Nichtstroh jetzt sind es Herren in Amt und Ehren, die da treiben. Wird der verpflichten sich, von Rabizpuzern ausführen junge Klopfgeist an ihrer Hand mehr Glück haben? Wird ihm die( sogenannte Aschenwände) doch so wird er zu lassen; sollen dieselben, dahin arbeiten, daß der Pforte des Lebens aufgethan werden? Wenn nicht eben wiederkommen. Quadratmeter 65 Pfennig mit Ausdrücken und Buzzen nicht übersteigt. Dieser Satz findet nur für größere Bauten AnIn der Plätterinnenversammlung für die südlichen und wendung und bleiben kleinere Arbeiten davon ausgeschlossen. Ferner westlichen Vororte am 8. Mai bei Obst, Martin Lutherstraße, sprach ist vereinbart worden, daß eine Fahrgeldvergütigung für Vororte Frau Thiede über das beste Mittel zur Besserung der Lohnverhältnisse. Daß dieses beste Mittel einzig die Organisation fei, bezahlt wird und zwar von dem Hauptbahnhof Berlins aus, der dem Vororte am nächsten liegt. Weiter verpflichten sich die bewies Rednerin an der Entwicklung des Vereins der Wäschebranche Unternehmer, ihre Arbeitskräfte so weit als angängig vom felbst und andrer erfolgreicher Verbände. Die drückende Notlage, Nachweis der Nabigpuzer zu beziehen, doch bestanden die oft gänzliche Hilflosigkeit der einzelnen Arbeiterin, verglichen mit selben auf die Kontrollbücher. Die Diskussion über den neuen dem starken Halt, welchen die Zugehörigkeit zur Organisation ge- Bertrag, in der es auch an Vorwürfen der Kommission gegenüber währt, sollte jeder Arbeiterin ein lebhafter Ansporn sein, dem Verbande nicht fern zu bleiben. Mit warmen Worten forderte die Vor- nicht fehlte, war eine lebhafte. Niete erklärte der Versammlung, daß die Kommission von dem Gesichtspunkt ausgegangen sei, der tragende die Außenstehenden auf, sich durch eigne Erfahrung von Arbeitslosigkeit durch den Vertrag vorzubeugen; nur dieser Gedanke demi Werte des Vereins zu überzeugen. Die Aufforderung zur Diskussion, welche die Vorsigende an die allein jei bei der Zustimmung zum Vertrag maßgebend gewesen. Anwesenden richtete, fiel auf guten Boden. Es entspann sich ein Darauf wurde zur Abstimmung über den neuen Vertrag geschritten lebhafter Meinungsaustausch, hauptsächlich wegen des paritätischen und wurde derselbe mit 33 gegen 10 Stimmen angenommen. Der Arbeitsnachweises, welcher seit einiger Zeit eröffnet ist und sich einer selbe gilt vom 28. Mai 1901 bis 31. März 1902. gedeihlichen Entwidlung erfreut. Das ist aber nicht nach dem Wunsche eines Teils der Arbeitgeber. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 10. Mai. Der Getreidemarkt zeigte gegen geſtern feine wesentliche Veränderung. Das Wetter läßt für den Gelbbau nichts zu wünschen übrig und die meiſten Produktionsgegenden melden beffere Ernte- Aussichten. Infolgedeffen hat die noch vor einer Woche durch gegenteilige Nachrichten angeregte Kaufluft für Getreide vollständig nachgelassen und die Preise setzten heute ihre begonnene Abwärtsbewegung weiter fort, Jusbesondere die Frage für effettive Ware bat gänzlich aufnicht loszuwerden. Im Lieferungshandel setzte Weizen 1 M., Roggen, der gehört und die in letzter Zeit nach hier verschlossenen Getreidemengen find aus Rußland reichlich offeriert war, 12 M. niedriger ein. Amerita und Beft tamen gleichfalls schwächer. Wien unverändert. Mittags waren beide Brotfrüchte auf Dedungen leicht erholt. Mehl war 5 Bf. höher ou haben. safer und Mais still und unverändert. Rüböl bei sehr geringer Frage war behauptet, spätere Lieferungen schwach. Spiritus 10 Pf. fchwächer, 70er loco 44,30 M. Witterungsübersicht vom 10. Mai 1901, morgens 8 1hr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinembe 765 SW 2 heiter Temp. n. G. Stationen Barometerstand mm Wind: Windstärke richtung 12 paparanda 779 Eine Mitgliederversammlung des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen tagte am Dienstag, den 7. Mai, in der Herr Trinks gab nochmals eine Schilderung der Vorgeschichte Berliner Ressource. Herr Dr. L. Arons hielt einen mit Beifall des Arbeitsnachweises, mit melchem zuerst alle Beteitigten ein aufgenommenen Vortrag über das Genossenschaftswesen, an den sich verstanden waren, bis der Verein der Inhaber aus rein eine fürzere Diskussion tnüpfte. Hierauf gab der Staffierer Ritter persönlichen Gründen eine feindliche Stellung einnahm. Um den den Kassenbericht vom I. Quartal sowie die Abrechnung vom Streit. Nachweis in der Münzstraße lahm zu legen, haben sie einen Vertrag Für die Centralkasse wurden inkl. eines Bestandes von 11,79 m. Berausgabt wurden 4847,73 M., mit dem Berliner Intelligenzblatt" abgeschlossen, welches von nun an 4848,49 m. vereinnahmt. an die Hauptkasse gesandt, 50,00 M. bei Stellenwechsel für sie allein in Betracht kommen soll. Redner davon find 3330 M. und Reise198,13 M. für Kranten Unterstützung Hamburg zweifelt nicht daran, daß dieser Versuch, Uneinigkeit zu stiften, ein für an Prozenten wurden 1269,60 m. am Orte Schlag ins Wasser bleiben wird. Die scharfe Verurteilung des Vor- ausgegeben, Frankf./M. 765 Die Lokalfaffe hatte inkl. eines Bestandes lünchen 76550 gehens der Inhaber rief eine große Zahl derselben auf den Kampf- zurückbehalten. plaz. Aus den Reden ging deutlich nur hervor, daß Sachliches von 6505,24 M. vom IV. Quartal 1900 eine Gesamteinnahme von Wien weder gegen den neuen Tarif, noch gegen den Nachweis eingewendet 9676,94 M. Die Ausgaben betrugen 2647,45 M., so daß für das werden konnte. Heftige Beschuldigungen wurden gegen die Plätterinnen II. Quartal ein Bestand von 7029,49 m. verbleibt. Der Streik der erhoben, deren Gleichgültigkeit allein sowohl Ueberstunden als Minder- Kostümschneider und der Kollegen des Warenhauses für deutsche Gewitter nicht ausgeschloffen, sonst trocken. zahlung zuzuschreiben sei. 8wei Juhaber erklärten, fie hätten Beamte verursachte insgesamt eine Ausgabe von 2243,10 m., weldje! = Berlin 765 SO 76693 Wetter 2 bedeckt Temp. n. 6. 1500 15° C.= 4° R. 1 bedeckt 765 SO 763 1 hlb.bed. 10 2wolfig 9 2 wolfen 12 Betersburg 7770 2 woltent 12 ort 2 heiter 10 Aberdeen 3 heiter 8 Baris 766Still- heiter 10 Wetter Prognose für Sonnabend, den 11. Mai 1901. Warm und vorwiegend heiter bei schwachen südlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Waren- Haus P. Elend Strassenbahn: str.- Kottbuser Damm Charlottenstr.- Reinickendorf. Kreuzberg- Wedding- Gesundbrunnen. Charlottenburg- Gesundbrunnen. Bahnhof Müller- Strasse. Reinickendorfer Strasse Sa, Strassenbahn: Hasenhaide- Schlesischer Spittelmarkt- Nettelbeckplatz. 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( Ohne Gewähr.) 105 78 263 705 824 43 63 914 1061 249 509 24 38 2290 423 629 742 84 966 3013 130 249 57 59 413[ 1000] 506[ 500] 82[ 5000] 98 944 63 4028 120 333 41 56 503 802 77 909 5076 204 66 352 883 6078 122 36 275 99 359 69 78 407 636 65 780 824 27 55 918 27 7092 103 202 29 24 97 345 468 501 612 22 35 750 850 932 8197 381 445 727 36 69 815 95 9049[ 1000] 58 84 126 257 319 419 61 576 772 882 901 10041 99 379 487 606 14 31 826[ 500] 11210 378 571 722 12043 474 783 899 13025 39 155 354[ 3000] 415 510 639 40 49 803 9 36 55 14096 133 35 297 328 85 535 79 660 864 921 47 15015 74 467 572 80 708 817 997 16157 211 64 74 96 621 755 915 17209 51 91 340 413 57 510 25 93 658 66 79[ 1000] 18037[ 500] 67 94 214 305 38 63 426 628 742 911 19035 304 514 71 625 39 20300 36 464 523 740 828[ 1000] 96 21101[ 500] 242 335( 500] 447 644 808 989 93 22218 356 450 602 710 48 74 819 74 942 69 23010 56 324 472 746 68 999 24056 293 543 69 92 696 823 936 25128 281 389 454 602 51 788 930 31 99 26276 520 783[ 1000] 94[ 3000] 886[ 500] 27172 420 509 28 673[ 500] 928 28043 64 163 79[ 1000] 479 517 27 59 614 58 82 859 71 95 29048 129 293 372 408 674 745 53 86 903 30032 90 215 335 74 863 68 31134 74 93 240 52 61 386 468 637 816 53 97 934 32020 57 78( 1000) 117 24 346 724 35 965 33018 42 207 320 85 556 81 750 34124 351 437 513 613 842 89 901 68 95 35240 602 29 952 36276 411 43 521 56 61 653 718 26[ 500] 869 37101 217 338 544 62 69 604 870 38083 185 555 754 833[ 500] 919 25 39021 36 85 126 378 481 553 704 82 860 924 77 40044 54 59 78 124 251 57 82 341 82[ 3000] 404 543 90 612 77 823 958 41095 96 176 82 248 458 676 779 828 42232 350 448 634 61 73 876 927 89 43011 117 42 528 ( 1000] 37 71 656 863 44037 282 310 27 435 67 84 995 45119 30 241 428 37 49 51 809[ 3000] 76 988 46028 343 205 78[ 3000] 81 532 91 632 72 702 996 47021 132 96 252 64 426 571 73 719 66[ 1000] 839 983 48102 493 533 613 27 33 59 61 744[ 500] 832 974 49024 166 285 401 33 501 18 26 720 71 87 969 50000 198 215 95 462 74 509 645 715 82 51067 190 371 774 79 826 930 52076 154 57 248 301 11 527 44 653[ 1000] 990 53023 197 603 724 67 68 817 993 54064 86 150 84( 30 000] 251 73 96 520 749 68 807 98 934 55331 46 65 70 86 432 655 747 49 58 914 89 56061 66 407 28 60 637 709 991 57085 181 224 502 86 945 68 74 58202 339 43 767 59081 105 27 85 475 625 26 49 851 63 60161 241 47 401 522 844 942[ 3000] 61049 98 129 804 13 968 62025 69 126 73 79 452 799 813 28[ 1000] 829 63000 170 415 97 512 608 27 764 74 825 34 55 917 58 59 64381 436[ 1000] 548 53 653 62 98 710 871 908 65113[ 5001 83 612 17 1000] 26 56 71 759 877 66077 122 240 385 611 716 904 67054 327 425 41 76 548 49 611 16 52 883 915 42 68021 276 304 492 608 730 94 839 92 69037 84 86 259 403[ 1000] 86 641 817[ 10 000] 955 70018 247 97 478 581 805 82 71017 97 121 85 312 457 516 808 61 93 919 32 72009 109 294[ 1000] 394 497 629 687 784 73228 78 316 43[ 1000] 70[ 500] 943 73 82 74375 627 53 791 982 75129 78 247 57 393 702 880 76032 59 69 102 70 207 55 318 539 806 77001 3 72 223 86 449 83 512 64 99 771 97 98 944 85 78125[ 3000] 258 310 35 500 24 776 83 862 907 91 95 79118[ 1000] 19 226 85 99 810 22 933 80323[ 500] 494 824 81177 87 402 633 69 746 812 2182149 423 594 638 51 708 40 72 83072 194[ 1000] 339 747[ 5001 91 97 84060 70 31 651 707 87 936 47 85071[ 500] 78 150 311 577 676 748 99 922 86378 557 773 852 54 63 87258 405 49 58 945 88030 348 480 577 640[ 1000] 753 89072 178 212 98 346 87 409 617 820 86 90465 67 92 542 669 80 747 91000 99 345 88 621 65 847 92037 56 82 93 222 42 76 458 648 841 53 93170 280 373 84 425 581 613 49 73 769 77 83 938 94079 95( 5001 272 427 28 78 86 528 650 827 48 911 93 95059 223 71 395 462 659 96073[ 1000] 127 43 271 344 66 659 882 97013 180 458 98025 104 217 545 76 613 33 63 730 901 62 64 99117 28 63 247 71 98 755 100236 319 748 836 101107 264 309 447 509 74 771 845[ 5001 913[ 500] 102002 11 76 148 227 395 733 917 71 103001 343 515 66 610 81 707 841 104074 154 208 475 544 815 93[ 1000] 932 105021 184 244 619 747 85 92 804 902 86 88 106163 280 548 690 767 107368 428 34 630 774 894 108013 102 23 290 414 601 13 65 772 821 60 935 66 109164 243 76 85[ 500] 93 444 565 75 808 900 110042 55 74 119 85 292 445 73 782 963 92 111114 34 808 112002 68 76 215[ 500] 92 455 566 630 926 55 113023 41 85 87 131 500 15001 10 620 35 71 114929 115054 115 218 508 116051 150 231 479[ 3000] 543 654 809 963 92 117118 74 508 46 62 118153( 1000] 312 404 41 51 686 776 861 987 119028 86 103 231 32 41 402 531[ 1000] 636 711 45 Herren- Anzüge b. 18 M. an, Knaben- Anzüge b. 3 M. Specialität: 120089 234 373 485 88 688 766 121119 243 426 [ 1000] 516[ 1000] 75 828 923 122010 282 368 566 723 123048 258 63 431 537 47 849 938 124063 81 183 245[ 3000] 544 877 956 97 125022 202 69 317, 21 48 [ 1000] 535 53 648 126011 84 164 226 387 407 694 702 25 827 909 33 127076 148 55 90 225 542 70 678 735 80 884 128104 16 265 394 501 68 657 759 66 864 934 78 129157 64 99 224 36 340 417 22 84 501 70 85 619 28 717 45 901 99 224 76 130237 365 407 76[ 500] 555 844 131450 89 92 508 11( 1000] 58 658 60 82 89 990 132134 89 264 318 43 459 560 82 15001 762 75 133032 68 85 133 296 466 546 762 880 82 134191 244 372 403[ 3000] 536 664 69 727 850 135075 99 473 514 65 754 88 832 76 931 50 136077 84 138 479 596 853 137049 157 210 59 63 79 565 774 835 55 957 76 138310 36 82 571( 3000] 609 923 150 000] 139025 184 98 244 94 412 688 90 788 944 69 140198 593 893 141074 256[ 1000] 67 519 40 863 76 142218 435 57 711 32 58 815 911 97 143315 493 525 755 62 823 50 144231 78 388 415 515 24 82 930 145215 93 435 76 551 633 51 791 146074 98 259 96[ 3000] 652 826 959 147082 214 17 48 90 495 512 661 703 73 93 947 148069 79[ 30001 99 116 391 494 516 40 95 844 149057 89 158[ 500] 295 99 411 80 670 71 874 150042 43 162 370 80 618 26 762 871[ 500] 151078 416 82 84 504 12 152043 255 83 399 590 662 153016 167 263 448 674 87 786 810 98 154072[ 1000] 82 142 603 4 26 72 718 32 829 929 60 155037 81 187 T500] 90 297 330 72 77 420 37[ 500] 49 77 620 82 705 945 156017 145 201 312 541 611 736 70 157057 214 65 656 709 956 158039 49 88 89 247 50 496 612 41 742 73 811 931 42 84 159203 47 71 356 433 45 507 618 63 160278 317 463 539 820 161184 87 215 84[ 1000] 95 373 497 566 605 13 50 722 62 939 162062 78 141 438 645 85 969 82 163040 85 306 689 724 920 164426 503 757 808 50 912 165100 688 979 166111 234 576 739 167182 88 210 363 819[ 1000] 168125 335[ 500] 43 89 450 58 92 508 92 675 839[ 1000] 952 169036 41 92 168 319 51 454 74 738 913 39 170059 277 343 464 65 74 92 93 544 872 171040 202 19 388 438 511 981 172214 17 60 66 371 757[ 10001 915 173050 30001 236[ 5001 412 721 991 174247 56 78 87 399 545[ 5001 726 60 822 175486 638 703 18 843 176077 123[ 3000] 32 74 75 504 52 626 81 704 27 52[ 3000] 894 177111 44 55 288 338 93 423 639 57 95 775 806 178408 696 99 802 179028 260 389 469 733 823 928 77 99 180068 101 53 378 94[ 500] 416 22 43 519 40 638 950 10001 181071 76 90 115 31 243 308 89 409 508 634 182145 286 376 425 528 638 725 826 183061 69 94 193 94[ 5001 201 82 482 566 804 27 35 41 999 184097 120 52 328 490 527 647 838 920 185052 301 48 51 407 730 818 85 966 186001 54 150[ 500] 79 266 359 466 70 737 855 991 187076 187 98 345[ 3000] 483 536 617 51 65 754 60[ 10 0001 820 902 86[ 5001 188203 22 25 977 189059 485 540 69 655 85 747 901 13 190190 214 34 76 636 794 821 28 93 945 191196 [ 1000] 249 803 963 192074 145 84 293 349 471 565 74 648 801 911 193028 126[ 3000] 32 41 65 244 51 62 522 49 740 880 938 77 194383 477 545 664[ 30001 85 866 93 937 195004 708 866 908 67 196012 48 255[ 500) 332 562 705 24 61 80 898 197054 531 68 773 854 923 36 88 198083 442 582 93[ 3000] 691 879 940 44 199050 53 61 111 317 792 884 987 200015 62 187 392 409 52 572 90 201024 207 98 374[ 3000] 75 569 89 625 59[ 3000] 714 83 807 202130 202 31[ 10001 500 26 72 648 783 837 78 910 203033 76 127 324 402[ 3000] 995 204012 80 164 220 87 377 466 909 205079 242[ 500] 47 593 703 18 31[ 1000] 821 915 71 72 206319[ 10001 439 529 57 713 827 924 49 84 207150 73 247 420 708 12 50 811 98 208180 222 303 400 74 501 680 725 33 78 811 63 77 943 209125 288 93 432 571 632[ 10 000] 40 71 941 210008 94 499 510 990 211095 175 439 523 667 726 37 46 868 212120 41 250 389 91 443[ 1000] 585 [ 5001 96 603 99 710 213002 95 96 109[ 3000] 65 264 359 474 519 20 86 92 695 740 214148 209 535 81 85 775 804 78 215090 507 839 76 938 216026 68 109 33 39 49 15001 277 620 31 730 217107 348 84 432 559 724 819 42 925 76 97 218072 252 93 325 436 62 670 824 925 219018 51 125 316 471 818 64 220034 47 65 73[ 1000] 74 89 224 53 344 677 764 65 870 97 922 221045 54 149 201 20 47 680 851 67 96 222076 109 33 54 236 426 42 56 511 695 703 47 831 67 979 223094 572 722 802 75 224045 47 103 210 387 538 606 753 910 225000 Im Gewinnrabe verblieben: 1 Gewinn zu 50 000 Mart, 1 au 15 000 art, 3 zu 10 000 Mart, 10 zu 5000 art, 118 au 3000 Mart, 158 zu 1000 Mart. 187 zu 500 Mart. Berichtigungen. In der Lifte vom 9. Mai nachmittags Ties 52 688 ftatt 52 687, 52 787 ftatt 52 783, 136 669 ftatt 136 664. und 174 972 ftatt 174 872. Schöneberg, an. Anfertigung nach Mass. M. Schulmeister,, Hauptstr. 143. 18. Ziehung 4. Klasse 204. Kgl. Preuß.Lotterie.| 114228 49 484 614 39 701 54 922 58 68 115186 Biebung vom 10. Mai 1901, nachmittags. Nur die Gewinne über 236. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 27 39 117 63 81 207 97 375[ 500] 590 639 867 925 72 1004 327 403 87 910 2061 109 220 24 435 43 548 772 83 901 67 3049 206 371 566 675 98[ 1000] 799 4042 94 123 253 60 315 445 91 536 698 786 5184 326 94 481 520 76 600 795 990 6044 110[ 3000] 14[ 3000] 56 62 63 303[ 1000] 19 24 445 66 816 7156 308 466 524 880 8224 400 58 848 52[ 1000] 905 9053 216 379 418 784 915 80 10033 177 501 26 783 11041 281 368[ 3000) 445 68 554[ 1000] 639 63 893 12004 271[ 30001 77 548 611 850 928 13032 41 114 17 30 409 52 596 615 31 14123 266 15345 63 400 662 797 890 16003 14 175 82 370 79 480 556 606 39 82 936 17006 9 464[ 1000] 512 53 859 929 52123 512 19064 143 240 358 510 43 20158 591 830 21157 498 560 635 49 794 898 957 71 22017( 3000] 62 74 201 360 410 855 23183 87 238 61 331[ 500] 542 866 914 24026 109 261 327 32( 10001 33 83 735 39[ 1000] 66 941 25032 115 232 411 707 21 845( 500) 980 26117 360 90 451 504 822 933 54 79 27106 87.215 339 67 620 93 900 28065 104 240 70 434 1500] 76 530 618 39 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Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.- Lichterfelde Für den Jusjeratenteil verantwortlich: Tv. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Vading in Berlin.