Nr. 35. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,80 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Mor at. Eingetr. in der Post- Zeitung 3- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 5th 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Wors mittags geöffnet. Zern sprech- Anschlug Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Nur keine Verdunkelung der Thatsachen! Die Vertheidiger des Militarismus bieten natürlich Alles, was in ihren Kräften steht, auf, um zu verhin dern, daß die Empörung, welche durch den Inhalt des sächsischen Erlasses über die Soldatenschindereien in ganz Deutschland hervorgerufen worden ist, zu praktischen und wirksamen Maßregeln der Abhilfe den Anstoß geben möge. Es sei ja gar nichts so Außerordentliches, was da enthüllt worden sei; überhaupt sei eigentlich nichts enthüllt worden; denn man habe ja längst gewußt, daß es so zugehe. Und der sächsische Kriegsminister, Herr von Planit, hat einem Interviewer gegenüber sogar das höchst charakteristische Geständniß gemacht, daß unter den vorhandenen Umständen Uebergriffe nicht ausbleiben können". Unter den Uebergriffen sind die Greuel verstanden, von denen der Chef des sächsischen Herrn Kriegsministers in dem berühmten Erlasse spricht. In demselben Gedankengange bewegen sich die Auslaffungen der„ Kreuz- Zeitung", die endlich ihre Sprache wieder gefunden hat. Sie sind so bezeichnend und lehr reich, daß wir sie nachstehend dem vollen Wortlaute nach folgen lassen: Der Erlaß des Prinzen Georg von Sachsen als fommandirenden Generals des 12. Armee- Rorps hat, wie wohl nicht anders zu erwarten war, inner- und außerhalb der Armee einen tiefen Eindruck gemacht. Die Empörung über die Vorgänge, das darf man, gegenüber mancherlei Auslaffungen in der Presse, nicht verschweigen, war in den Offizier- Korps dieselbe wie in den übrigen Kreisen des Volkes, ja noch verstärkt durch den Flecken, der hiermit dem Heere angeheftet fchien und durch die schwere Schädigung, welche durch solchen Mißbrauch der Amtsgewalt der ArmeeDisziplin angethan wird. Die energische Verurtheilung solcher Borgänge durch den Prinzen Georg hat deshalb auch ein bereites Echo in der ganzen Armee gefunden, deren oberster Kriegsherr bekanntlich, ebenso wie feine Vorfahren, jede Uebertretung in dieser Hinsicht auf das Strengste verdammt und ahndet. Es versteht sich von selbst, daß andererseits die Parteien, welchen eine starke Armee ein Hinderniß ihrer Pläne ist, aus diesen Vorgängen die schärf ften Waffen zu schmieden suchen. Die mildere, landläufigere Konsequenz, welche man aus diesen bedauerlichen Thatsachen zu ziehen liebt, ist das Verlangen nach der Deffentlichkeit des Militär- Gerichtsverfahrens, unbe schadet des Umstandes, daß diese Deffentlichkeit, wie auch der Reichskommissar andeutete, mit der Heilung dieser Auswüchse absolut nichts zu thun hat. Ein brutaler Charakter denkt in dem Augenblick, in welchem er die Herrschaft über seinen Born verliert, ebenso wenig an die Deffentlichkeit, wie an die Strafe. Auch wird die Bestrafung der Bergehen gewiß nicht schärfer ausfallen, wenn dies öffentlich geschieht, als wenn wie bisher die Vorgesetzten und Kameraden unter eidlicher Verpflichtung nach bestem Wissen, Gesetz und Recht ihr Votum abgeben. Andererseits wird mit der Einführung eines öffentlichen Feuilleton. Nachdrud verboten.] Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Bücheru von A. Otto Walster. " 85 Donnerstag, den 11. Februar 1892. " 11 Expedition: Beuth- Straße 3. Verfahrens der Gehorsam in der Armee auf das Militarismus liegen, der in diesem Punkt nicht reforms Spiel gesett; indem bei der bekannten Feindseligkeit eines fähig ist. Die Kreuz- Zeitung" nennt das Unfinn", Theiles der Presse gegen alles, was Disziplin ist, nichts Phrasen"," nichtssagende Schlagworte" und meint, die unterlassen werden wird, was dieselbe zu schädigen" klügeren Leiter der Partei" würden wohl anderer Ansicht vermag. Das würde bei dem bekannten bösen fein. Die Kreuz- Zeitung" möge sich beruhigen: der Willen natürlich selbst bei den gerechtesten und korrektesten Vorwärts" hat nur gesagt, was jeder Sozialdemokrat Verhandlungen stattfinden. Die extremste Folgerung aus den Vorgängen hat der über die Soldatenschindereien und den Militarismus denkt. Sozialdemokratische Vorwärts" gezogen, indem er am Albern ist die Bemerkung des Junkerblattes, selbst Schlusse seiner Betrachtung ausruft: Fort mit dem der große Utopienstaat werde alles Andere entbehren Militarismus!" Die Flügeren Leiter seiner Partei können, nur nicht den Militarismus". Das erinnert an werden dem Blatte wohl flar machen, welchen Unsinn es die Naivetät des Herrn Eugen Richter, der aus seinem mit dieser Phrase geschrieben hat; denn selbst der große zukünftige Utopienstaat, wenn er nicht am ersten Widerstande Gegenwartsstaat nicht herauskommen kann, weil derselbe zerschellen will, wird alles andere entbehren tönnen, mit Brettern zugenagelt ist. Die allgemeine Wehrhaftig nicht den Militarismu 3. die Gefährlicher als feit, wir aber nicht für den Utopien" Bukunftsstaat" mit erstreben, hat dem diese nichtssagenden Schlagworte ist die billige oder Hezzerei, welche mit diesem traurigen Material überall Militarismus gerade fo viel gemein, wie die geschäftig getrieben wird, und welche, wie wir fürchten, Sozialdemokratie mit dem Junkerthum. Und die Solnicht ohne fühlbare Folgen bleiben dürfte. nur Was die Sache selbst anlangt, so wird die strenge Be- datenschindereien, welche von dem Militarismus, nach dem strafung der Uebertreter der öffentlichen Erregung eine gewisse einstimmigen Beugniß seiner Bertreter, Sühne geben. Die Erfahrung lehrt übrigens, wie dieses auch nicht unterdrückt werden können, sind in dem der sächsische Kommissarius hervorhob, daß sich meist junge, Wehrsystem des sozialdemokratischen Programms einfach unreife Unteroffiziere leider haben wir solche von fürzester un denkbar. Man stelle sich doch nur vor, wie und Dienstzeit! bezw. Gefreite, folche Uebergriffe zu Schulden unter welchen Bedingungen die Schindereien sich zutragen. tommen lassen; während die älteren, in ihrer Autorität sich Ausnahmslos bei der Drillung der Rekruten, die sich meisten ficherer fühlenden Unteroffiziere ruhiger bleiben und sich nur theils sehr ungeschickt" zeigen, was gern zugegeben sei. in feltenen Fällen zu Thätlichkeiten hinreißen lassen. Die Warum aber sind sie ungeschickt"? Weil sie mit ein Wiederholung der strengen Erlaffe und die schärfste Kontrolle undzwanzig Jahren, d. h. in einem Alter, wo feitens der Offiziere, befonders über die jüngeren Chargeu, nochen und Sehnen schon steif sind, Dinge werden hoffentlich diese Uebelstände ganz abstellen. Die Betonung der fittlichen und religiöfen zu lernen haben, die sie zehn oder sechs Jahre In dem Faktoren, welche durch die Mitglieder der Rechten früher spielend gelernt hätten. und des Zentrums in der Kommission geschehen ist, bleibt Wehrsystem, das wir fordern, bildet die Wehrhaftigkeit einen stets ein richtiger Weg, den auch der Reichskommissarius als Theil der Jugenderziehung, und alle lebungen solchen bezeichnete. Wenn derfelbe aber meinte, daß durch noch und Handgriffe, die jetzt zu den Schindereien Anlaß bieten, größere Trennung der Mannschaften und Unteroffiziere eine sind den Rekruten, wenn sie zum ersten Besserung der Verhältnisse hervorgerufen werden könne, so steht demselben die Meinung einer größeren Anzahl von alt- Male unter die Fahne gerufen werden, und besser geläufig, als gedienten Offizieren gegenüber, welche glauben, daß gerade längst geläufig das schon ziemlich streng durchgeführte Scheiden der beiden unter dem heutigen System den ausgedienten Sol genannten Kategorien in den Kasernen eine Art Entfremdung daten. So fällt nicht zu erwähnen der selbsthervorgerufen hat, welche man früher nicht kannte; eine verständlichen Bürgschaften gegen Rohheit und UnmenschScheidung, welche zwar die Stellung der Unteroffiziere hebt lichkeit die Ursache oder der Anlaß zu Soldaten und damit der Disziplin in gewiffem Sinne zu gute kommt, fehindereien weg. Und mit der Ursache hört logischer Weise allein dem Gedeihen des kameradschaftlichen Geistes nicht auch die Wirkung auf. förderlich ist. Der Unteroffizier wird dann seine Leute am besten ausbilden, belehren und erziehen, wenn er sie ganz Genug unter dem System des Militarismus, genau beobachtet und kennen gelernt hat. Nur schlechten nach dem eigenen Geständniß seiner Vertheidiger, die Leuten gegenüber mag eine noch größere Isolirung der Unter Soldatenschindereien nicht aus der Welt offiziere vortheilhaft fein, aber nicht gegenüber den gesunden Elementen, aus welchen Gottlob doch noch der größere Theil 3 schaffen. unferes Ersatzes besteht; bei solchen spinnt sich, unter voller Unter dem System der allgemeinen Wehrhafa Erhaltung der Disziplin, bei regerem Verkehr ein gegenseitiges tigkeit, wie unser Programm sie fordert, Soldaten Interesse an, welches sich oft zur Achtung ausbaut. schindereien einfach nicht denkbar. Man sieht, die Männer der„ Kreuz- Zeitung" wollen aus den Soldatenschindereien noch Kapital für den Militarismus und die verlängerte Dienstzeit schlagen. Wir haben uns von vornherein auf den Standpunkt gestellt, daß die Soldatenschindereien im Wesen des er mir noch den Dr. Raffmaus als den Notar bezeichnet hat, der das spätere Dokument ausgefertigt habe." " Haben Sie darauf hin nicht beim Dr. Raffinaus nach gefragt?" " Ich habe bei ihm angefragt; aber dieser Herr bedanert, sich nicht erinnern zu können, daß in seiner Expedition jemals ein derartiges Testament aufgesett worden sei." nichts?" inzwischen verstorben." " Seltsam, und von Testamentszeugen wissen Sie auch Sollte überhaupt jemals ein solches Testament aus Helene! Theuerstes Fräulein!" rief der junge Mann, gefertigt worden sein, dann ist auch jedenfalls mein Onkel indem er ihre kleine Hand mit Küssen bedeckte. Was ist als Zeuge zugezogen worden. Dieser aber ist leider die Einfaffung ohne die Perle, und wer hat die Perle geschäßt und geliebt, der die Einfassung nicht leicht und gern Und was meint Ihr Stiefbruder zu dieser ganz eigenentbehren könnte? So mag auch vielleicht Ihr Vater gedacht haben." thümlichen Sachlage?" Mein Stiefbruder ist ein Fabrikant, wie die meisten " Mein guter Bater? nein! dazu war sein Geist doch viel au kaufmännischer Art; denn jedes Mal, wenn er dieser Art, er rafft Alles zusammen, was ihm das Glück in über einen anderen Theil des mir zugedachten Erbes ver den Schooß wirft. Was ins Geschäft einmal gekommen, fügte, sagte er zu mir: Das geht nicht verloren für Dich, betrachtet er als zum Geschäft gehörig. Ich habe nichts Helene, das bringt Dir nur reichlichere Zinsen; ich lasse das von ihm zu erwarten und möchte auch nichts von ihm beTestament vollständig umschreiben. Und als er unser Land- gehren. Denn schon die Art und Weise, wie er mir den gut verkauft hatte, welches ich nur mit Schmerzen als den Tod meines guten Vaters meldete, hat mich vollständig erDas deutsche Volk wird vergleichen! Und wählen! jetzt an gemeinschaftliche Interessen. Ich muß mich an Sie anlehnen; aber um das zu können, müssen Sie frei sein. Sagen Sie mir, und ganz ohne allen Rückhalt, was Sie schulden. Ich hätte das unter der Hand erfahren und ausgleichen können, aber ich wollte Sie um Alles in der Welt nicht verlegen." Was ich schulde? es ist wirklich tragisch- komisch. Ich arbeite Tag für Tag und brauche zum Leben nicht viel mehr als ein Schreinergehilfe. Folglich ist mir eigentlich die Welt schuldig. Was jedoch den einzelnen Fall hier anbelangt, so weiß ich wirklich selbst nicht, was man von mir verlangt. Der Wechsel mag ursprünglich wohl auf 120 Thaler gelautet haben. Darauf hat der Freund, für den ich mich verbürgt, mehrere Monat monatliche Zahlungen geleistet, auch ich habe wiederholt darauf gezahlt, aber solche Wechsel scheinen eine Schraube ohne Ende zu sein. Wie gesagt, man hat mich, gleich einem Sperling, wie im Handumdrehen weggehascht und in den Käfig gesteckt. Ich sage Ihnen, das ist eine gottvolle Einrichtung. Morgen jedoch will ich mich erkundigen, wie es eigentlich steht, und dann die Sache in Ordnung bringen." Meine Hilfe weisen Sie also zurück?" fragte Helene traurig. Schauplatz meiner jugendlichen Freuden und Spiele verlor, tältet. Sein Schreiben war nichts inderes, als eine Heibe Was wollen Sie denn, theuerste Freundin? Sie da sagte er zu mir: Betrübe Dich nicht, Helene, ich muß von herzlos zusammengelegten Redensarten. Und nun, mein werden doch nicht von einem Freunde verlangen, daß er sich es im Interesse des Geschäfts thun, es wird Dir reichliche Freund, lassen Sie uns nicht weiter davon reden, da ich von Ihnen helfen läßt, so lange er selbst sich zu helfen Früchte tragen, denn ich habe das Testament nun so ab- auch nichts mehr davon wissen will, obwohl man in mich noch im Stande? Diesen kleinen Stolz laffen Sie mir noch, faffen lassen, daß Du mit mir vollkommen zufrieden dringt, einen Prozeß gegen meinen Stiefbruder anzuſtrengen. nicht wahr? Im Uebrigen sollen Sie aber ganz gewiß Die Sache ist mir zu schmutzig, und ich mag meine feinen Grund mehr zum Klagen bekommen, das will ich in Seele nicht damit belasten. Er ist der Sohn meines diesem schönsten Augenblicke meines Lebens heilig und theier Baters, und ich will den Vater nicht im Sohne bekämpfen. versprechen." Jetzt aber handelt es sich um Sie. Wir haben von Ich gehe betrübt von Ihnen weg" fein wirst." " Und er hat es nicht gethan?" " Es muß wohl so sein; obwohl, meines Wissens, nie ein unwahres Wort über seine Lippen gekommen ist und Politische Ueberlicht. for macht die Entdeckung, daß die Sozialdemokratie dem„ Norddeutschen Bolksblatt" aus Wilhelmshaven ge eben nur ein deutscher Professor besigen kann. Der Pro- Zum Kapitel der Soldatenmißhandlungen wir Berlin, den 10. Februar. eine rein politische" Partei ist und daher erfolg reich nur mit politischen, nicht mit kirchlichen Mitteln be Die Frage, ob eine Herabsetzung der Güter- oder kriegt werden kann. Die Sozialdemokraten, meint er, reiben der Personentarife nothwendiger sei, führte heute im fich jetzt vergnügt die Hände, weil sie von dem VolksschulReichstag, bei Gelegenheit des Etats des Reichs- Eisenbahn- Gesetz ganz andere Folgen erwarten, als der Kultusminister; amtes, zu einer ebenso langen wie langweiligen Debatte. fie glauben, daß unter der Herrschaft dieses Gesetzes ihr Die Freifinnigen Schrader und Dr. Krause geben der Herab- Weizen blühen werde. Aber sollten sie sich selbst verrechnen fegung der Personentarife den Vorzug, während die Groß- und der Kultusminister die irregeleiteten" Massen in eine industriellen Stumm und Möller für billige Gütertarife fromme, strenggläubige, bekenntnißtreue Heerde unwandeln, und im sonstigen der Meinung sind, daß es mit den bann würde damit die Sozialdemokratie noch nicht vernichtet, Berfonentarifen nicht brennt. Dieser Auffassung trat auch sondern sie würde mit veränderter Maste eine noch gefährlichere die lustige Person" des Zentrums, der Herr v. Schalscha Rolle spielen. Während die bisherigen Drahtzieher" der bei, welcher der Ansicht ist, daß schon viel zu viel gereist Sozialdemokratie es für nüßlich halten, die Religion zu wird und daß das viele Reisen der deutschen Nation nicht bekämpfen, würden sie ihre Taktik ändern oder neue„ Drahtgesund ist. Das viele Reisen sei eine Folge der zügellosen" zieher" würden kommen, welche die Religion zum Kampfe Freizügigkeit, welcher Herr von Schalscha besonders um benutzen, eine ultra orthodoxe Sozialdemokratie würde deswillen gram ist, weil sie den Landarbeitern der Ost tommen, welche mit Bibelstellen, wie aus dem ersten Buche provinzen die Möglichkeit giebt, aus dem Hörigkeitsverhält Mosis, das Königthum bekämpfen, und nach der Erzählung niß, in welchem die Junker vom Schlage des Schalscha fie der Apostelgeschichte den Kommunismus der ersten Christen halten, zu entfliehen. Im Uebrigen sang Herr v. Schalscha gemeinden verlangen würde; und die religiöse Schwärmerei dem Sparen, soweit es bei den Eisenbahnbetrieben an den würde die Massen noch mehr fanatisiren, als der Atheismus. Arbeitslöhnen geübt wird, ein begeistertes Lied. Der neue Gisenbahnminister hielt sich den Wünschen auf Tarifermäßigungen gegenüber sehr zugeknöpft, die Gründe, welche er für sein Verhalten vorbrachte, waren aber sehr schwach. = # Wie scharfsinnig sich der Herr Professor doch die Geschichte tonstruirt! Schon die Bemerkung, von der er ausgeht, daß die Sozialdemokratie eine rein politische" Partei fei, zeigt, daß er seine politische Weisheit nur von fannegießernden Philistern bezieht. Die sozialdemokratische Partei vertritt eine Unser Genosse Singer brachte die auch auf den Reichs ganz neue Weltanschauung, sie führt den Kampf für die eifenbahnen beliebten politischen Maßregelungen der Arbeiter Emanzipation der arbeitenden Klassen und damit für die und sonstige Mißstände, unter denen letztere leiden, zur Beseitigung jeden Klaffenstaats. Der Herr Professor mag Sprache. Natürlich trat auch der neue Eisenbahnminister zwar ein sehr guter Sanskritgelehrter sein, er mag vielleicht für die von jeher beliebte Praktik der politischen sehr gelehrte Abhandlungen über die Partikeln pev und je Aechtung ein. Wir haben das auch gar gar nicht geschrieben haben, er hat vielleicht auch die Geheimnisse der anders erwartet und grämen uns auch nicht zu alt- gothischen Mundart erforscht, im Uebrigen aber ist er sehr darüber, daß es so ist. Eine freiere Be- ein ganz gewöhnlicher Bierbank Politiker. Da hat er ge handlung der Arbeiter in den Staatsbetrieben fönnte lernt, wie Politik gemacht wird; wie die Frage erörtert wirklich den einen oder anderen der dort Beschäftigten dazu verführen, an das schöne Wort von den Muster Wert stätten" zu glauben. Die Stüßen des Staates forgen aber dafür, daß dieser Glaube keinen Boden findet. wird, ob Miquel Minister wird oder Minister bleibt, oder wie man diskutirt, welche Folgen das Bündniß v. Bennigsen und Eugen Richter haben wird, und was es sonst noch für wichtige Dinge sein mögen, durch welche sie die Schicksale Bei Festsetzung der Tagesordnung führte das Zentrum der Völker bestimmt glauben. Da erscheinen denn die einen fleinen Roup aus. Der gleich bei Beginn der jetzigen lenkenden Mächte als Drahtzieher, und wie diese Draht langen Session eingebrachte Antrag auf Aufhebung des zieher" ihre diplomatischen oder staatsmännischen Künste Jesuitenausweisungs- Gesetzes, sollte nämlich morgen endlich machen, entscheidet, welche Gestaltung die Entwicklung an die Reihe kommen. Der Antrag ist auf einer Reihe von der Völker nehmen wird. Von diesem Drahtzieher Ratholikenversammlungen feierlichst beschlossen worden standpunkt ausgehend, fonftruirt er sich auch die Sozialund darf unter dem fogenannten Vermächtniß demokratie. Und welche Wirkung erwartet er von seiner Windthorst's" wohl mit in erster Reihe genannt Belehrung? Die Regierung könnte zurückschrecken vor der werden. Und diese Haupt- und Staatsaktion, um derentwillen Möglichkeit dessen, was tommen fönnte, wenn sie alle ihre Ströme von Tinte verspritzt, hunderte von Versammlungen Pläne durchgeführt hat. Die Regierung sorgt sich wenig abgehalten und mehrere Millionen Unterschriften unter um die Verlegenheiten, in die sie nach zehn Jahren gerathen Petitionen gesammelt worden sind, sie verschwindet nun könnte, sie hat viel näher liegende zu überwinden, und unter dem Tische. Herr Graf von Ballestrem zog nämlich, später denkt sie wenn auch nicht après nous le deluge! Namens seiner Partei den Antrag zurück, angeblich um( nach uns die Sintfluth) so doch, kommt Zeit, tommt durch eine Verhandlung über denselben, die durch den Rath. " preußischen Volksschul- Gesezentwurf hervorgerufene gewaltige Der Gedanke einer ultra- orthodoxen Sozialdemokratie Aufregung" nicht noch mehr zu vermehren. Die Linke nahm der Zukunft konnte auch nur im Gehirne eines Professors aus diese mit Falstaff'schen Phrasen verbrämte Rückzugserklärung gebrütet werden. Alle die konfessionellen Pläne der Reaktion mit allgemeiner Heiterkeit auf. Für uns Sozialdemokraten ist werden geradezu zum Sturze der Kirche beitragen. Alle Diese Drückebergerei der Partei für„ Wahrheit, Freiheit und Angriffe, die sich gegen den Klassenftaat, den Bourgeoisstaat Recht um so belustigender, als nach den Behauptungen der richten, treffen fegt init doppelter Wucht zugleich den Latholischen Breffe die Rückberufung der Jesuiten gerade christlichen" Staat. Die leppigkeit der Großen, die um der erfolgreichen Bekämpfung der Sozialdemokratie willen Ausbeutungsgier der Reichen, die Noth des Volkes, die eben so dringend als nothwendig war. Was soll nun aus der Korruption auf den Höhen" der Gesellschaft, die antibrei Mal heiligen Staatsordnung werden, wenn die Herrn christliche Ehre" mit ihrer Verhöhnung des Gesetzes, der Jesuiten an dem geistigen Vernichtungskampf der bösen Religion und der Moral, wie sie sich im Duell offenbart, Rothen fich nicht betheiligen! Uebrigens hätte unsere Frat- ja sogar die Gerechtigkeit der Gerichte, gegen welche sogar tion geschlossen für die Aufhebung des Jesuitengeseges ge- ein Stöcker seine Blize schleudert, der Militarismus und so stimmt und wir können nur bedauern, daß uns durch den vieles andere, was als Signatur des Klassenstaates dasteht, schmählichen Rückzug des jezt unter Junker- Führung stehen- das alles trifft jetzt auch den„ chriftlichen" Staat mit seinen den Zentrums die Gelegenheit vereitelt wurde, auf den christlichen" Bertretern. Dann aber stehen uns in diesem Tonsuren der frommen Patres der S. J. glühende Kohlen Kampfe zur Seite die Macht der Idee, der Wissen zu sammeln. schaft; unsere Bundesgenossen sind die ersten Geister, die Spinoza, Leffing, Kant, Feuerbach und so viele Andere, deren Erbe die Herren Professoren von dem Schlage der Dahn und Treitschke längst aufgegeben haben, um sich als die zuverlässigste Stüße von Thron und Monarchie" auszugeben und wie der Gelehrte der Bossischen 8tg." sich aufzuspielen als, wir auf dem Boden des Christenthums stehenden preußischen Bürger." Volksschul Gesetz und Sozialdemokratie. Unter dieser Ueberschrift bringt die Bossische Zeitung" eine Zu schrift aus Universitätskreisen". Diese Duelle brauchte taum genannt zu werden, denn die Zuschrift zeugte von solcher Unwissenheit auf dem Gebiete der politischen und fozialen Verhältnisse und solcher Selbstgenügsamkeit, wie sie " schrieben: " ,, Es ist bei der Marine wie wahrscheinlich beim Sand heere auch Gebrauch, daß man für Vergehen einzelner Sol baten, seien es nun solche gegen die Disziplin oder gemein Bergehen, Kompagnie, Abtheilung, Korporalschaft, Schiffs besaßung, Back oder Stube büßen läßt oder ihnen droht, da bie ganze Kameradschaft mit irgend einer Disziplinarstrafe be ftraft werden soll, wenn dies oder jenes Vergehen einzelne Kameraden wieder vorkomme oder nicht an dem Verbrecher vo. der Gesammtheit gefühnt werde. Es wird dies mehr oder weniger als Fingerzeig aufgefaßt, an dem Verbrecher oder Vers ächter der Disziplin Selbstjustiz oder auch Lynchjuftig zu üben. Dieser Wink wird denn auch in den meisten Fällen befolgt und kommt bei der Marine sehr häufig vor. Freilich steht davon nichts im Militär Strafgesetzbuch, ja es ist eigent lich verboten. Die Prozedur ist gewöhnlich folgende: Es wird der Mannschaft irgend ein Miffethäter bezeichnet, der die Ehre der Truppe befleckt oder Disziplinarstrafen über die ganze Truppe heraufbeschworen hat. Abends nach dem Dienst freten die Mannschaften zusammen, ergreifen den Bezeichneten, ziehen ihn über ein Geschütz, Jeder von der unmenschlichen Rotte, die sich dazu gebrauchen läßt, schlägt mit einem Tau- Ende abwechselnd auf ihn ein, singend:" Wir winden Dir den Jungfernfrang," bis von dem Leiter der Schinderei das Kommando Halt!" der Prügelei ein Ende macht. Im Allgemeinen hören und fehen die Offiziere und Unteroffiziere nichts von solchen Mißhandlungen, trotzdem die Schmerzensrufe durch fußdicke Mauern dringen könnten. In manchen Fällen muß der wachthabende Offizier seine ganze Autorität aufwenden, um der Schinderei ein Ende zu machen. Es soll vorkommen, was leicht erklärlich erscheint, daß den un glücklichen Opfern thatsächlich das Fleisch vom Leibe hängt und daß sie bitten, man folle fie lieber gleich todtschlagen. Eine ähnliche Prozedur und Lynchjustiz war fürzlich auf dem nicht sehr vortheilthaft bekannt gewordenen Schiff„ Oldenburg" zu beobachten. Als die Zivilarbeiter morgens zur Arbeit kamen, hörten sie ein herzzerreißendes Jammergeſchrei auf dem genannten Schiffe, das man bis in die Roonstraße hören konnte. Dort wurde nun auch Lynchjustiz geübt auf die oben angeführte barbarische Weise. Ein Torpedomatrose und zwei Heizer wurden in Gegenwart einiger Unteroffiziere von 6 Mann mit dem bekannten Ende gehauen so lange, bis sie nicht mehr schreien fonnten. Wie im grauen Mittelalter oder bei den Kannibalen wurde einer nach dem anderen gefoltert und mußten die anderen Beiden das mit ansehen. Der zweite Delinquent bat denn auch seine Beiniger, ihn lieber gleich todt zu schlagen, als ihm das Gesäß so zu zerschlagen, daß er nicht leben und nicht fterben tönne. Die Zivilarbeiter waren aufs äußerste empört und hätten am liebsten an den Folterknechten sammt ihren Be schüßern das Bibelwort Aug um Aug, Zahn um Zahn" in die That übersetzt, fie mußten aber aus leicht begreiflichen Gründen ihren gerechten Born unterdrücken. Ein Ar einen beiter forderte Oberbootsmanns- Maat auf, die Schinderei zu inhibiren, wurde von diesem aber angeschnauzt mit den Worten: wenn Sie mit Ihren aufrührerischen Rebensarten nicht still sind, so melde ich Sie Ihrem Meister. So unendlich bedauerlich es ist, daß es Mannschaften giebt, die sich zu solchen Schindereien hergeben, so fällt doch auf die Offiziere und Unteroffiziere, welche folche Ausschreitungen dulden oder direkt oder indirekt anstiften durch Straf androhungen, unter welchen ein ganzer Truppentörper zu leiden haben würde, die Schuld zurück und ist die Duldung nicht ge setzlicher, als die schlimmste Soldatenmißhandlung. Wo war denn der wachthabende Offizier Morgens um 7 Uhr, hat er vielleicht ein so hartnäckiges Ohrenleiden, daß er die Schmerzens schreie der Gepeinigten nicht hören konnte? Und weiter: Was haben die drei Geschundenen verbrochen? Wie unserem Gewährsmann von einem Unteroffizier mitgetheilt wurde, fo haben sie bloß den Urlaub überschritten und war wahrscheinlich zu befürchten, daß der Kommandant wegen dieser vielleicht unverbesserlichen Durchbrenner eine allgemeine Urlaubsbeschränkung anordnete. Nun wenn auch, so ist doch eine folche Strafform ein Schandmal für Marine wie für das Volk der Denker." Bezüglich der soldatenschindenden Unteroffiziere schreibt der Meyer ,, Lorrain": Auch muß man sich vergegenwärtigen, daß diese Leute ( die in dem Erlaß des Prinzen Georg gekennzeichneten Unteroffiziere) später einmal Beamte in den verschiedenen Verwaltungen werden könnten, da gewiffe Angestellte nur aus den Militär Anwärtern genommen werden. Und dann?... Angenommen, die Unteroffiziere Bwahr, Weise, Behme u. f. w. wären Gendarmen in Elsaß Lothringen geworden, auf sich allein angewiesen in einem Dorfe, in welchem fie ihrem Verfolgungstrieb Ausdruck gegeben hätten? Wehe den armen Bauern, die ihnen in die Klauen gefallen wären! Protokolle ohne Zahl, Belästigungen ohne Ende. Wenn jene Ausschreitungen auf die Moral der Truppen und die Manns4 Thun Sie das nicht, liebliche Fee; denn Sie tragen" Ich werde es als meine Pflicht betrachten, Ihnen Päckchen Spißen schuldig. Natürlich!" rief der Buchdrucker das Bewußtsein mit hinweg, einen Traurigen und ganz hierzu Gelegenheit zu geben", erwiderte Elise, den Gruß in grimmig. Betrübten in einen Ueberglücklichen umgewandelt zu haben, einfacher Weise erwidernd. Sei ruhig, Bruder, es wird sich Alles ausgleichen, dem nur ein einziger Wunsch noch auf der Lippe schwebt." Und dieser Wunsch....?" fragte das Fräulein er- lichen tönnen, bestens willkommen sein", versicherte Helene „ Sie werden mir zu jeder Zeit, in der Sie es ermög- und ihre Genugthuung wird um so größer sein." Alfo Dr. Raffmaus vertheidigt fie? Das ist ein weit röthend. und schritt, auch dem darüber erröthenden Lockentöpfchen gerühmter Wertheidiger." Darf ich ihn auf den Ihrigen niederlegen?" einen freundlichen Gruß zunickend, an den Beiden vorüber Ja; und er hat sich freiwillig erboten und verspricht Die Antwort darauf wurde nicht abgewartet, wie sie dem Ausgange zu. sich einen vollständigen Erfolg." auch nicht abgewartet werden konnte. " " Und nun lebe wohl, Du mein Glück, meine Hoffnung, mein Alles, Du meine liebste und gütigste Fee," rief der Schriftsteller, indem er die holde Gestalt gegen sein laut pochendes Herz drückte. Die Liebenden durchschritten munmehr das Vorzimmer, an dessen Ausgang die Magd bereits mit dem Deffnen der Thüre beschäftigt war, weil die Klingel einen neuen Besucher angekündigt hatte. Sobald die Geliebte seinen Augen entschwunden, eilte lange mit flüchtigen Schritten zu seinen Leidensgefährten zurück, um den Buchdrucker von der Ankunft seiner Schwester ju benachrichtigen. Barth und Jwan eilten sofort nach dem Ronversations zimmer", in welches die Damen auf Einladung Lange's inzwischen eingetreten waren. Wie steht's mit meiner Hedwig?" frug Barth, nachdem die erste Begrüßung vorüber war, seine Schwester. Die Beiden hielten sich ein wenig zurück, um die neuen Ankömmlinge eintreten zu lassen. Leider habe ich noch nicht mit ihr sprechen dürfen, Es war Elise, begleitet von einem allerliebsten Locken- aber der Gefängnißinspektor hat mir versprochen, dem köpfchen, welche das Borzimmer betrat und von der alten armen Kinde nach Kräften, und so weit es nur irgend das Magd mit freudigem Ausrufe empfangen wurde. Reglement erlaubt, seine Lage zu erleichtern." Ach Sie, bestes Fräulein Barth! Wie freue ich mich, Sie wiederzusehen!" Wenn ich nur wenigstens Geld hätte," murmelte der Buchdrucker. " ,, Es giebt wirklich noch edle Männer in der Welt," meinte Barth neuaufathmend. Gott gebe ſeinen Segen! Du hast mir neuen Lebensmuth eingeflößt, wie werde ich Dir's jemals vergelten können." Sprich nicht vom Vergelten, Wilhelm, wir wollen wir wollen unsere Pflichten als Bruder und Schwester getreulich erfüllen und mit dem Bewußtsein erfüllter Pflichten glücklich sein. Nun kann ich Dir auch noch zu Deiner weiteren Ermuthigung mittheilen, daß die Druckerei gerettet ist." Wirklich gerettet?" rief Barth freudenvoll auf. O mein Alp, er geht mir stückweis von der Bruft. Du bist heute ein wahrer Glücksbote, liebe Schwefter." " Noch eins: auch Deine Freiheit wirst Du wahrscheinlich heute noch erlangen. Deine Arbeiter sind für Dich eingetreten. Die Wechsel sind schon fast alle eingelöst, und damit die Freude über die Befreiung des Geschäfts und Deine Er lösung eine würdige Feier finde, ist eine Landpartie nach Elise reichte der alten Magd freundschaftlich die Hand, Beruhige Dich, Bruder, es fehlt nicht an Geld; ich verneigte sich dann anmuthig vor der Fremden und wollte habe für sie gesorgt." an ihr vorbeigehen, aber Lange trat ihr entgegen und sagte:" Habe Dank, liebste, beste Schwester. Du bist ein Hasselbach arrangirt worden, wozu wir Alle eingeladen sind. " Entschuldigen Sie, Fräulein Barth, wenn ich Sie einen wahrer Herzenstrost für einen bekümmerten Bruder. Und Ja, Bruder, das Unglück ist keine unüberwindliche Macht, Augenblick aufhalte. Ich wollte mir nur die Freiheit haft Du Dich erkundigt, wie meine arme unglückliche wenn man den Muth nicht verliert und treue Freunde nehmen, Ihnen hier Fräulein Helene Howald, meine theure Hedwig sich in ihr grausames Schicksal findet?" befitt." Braut, vorzustellen. Fräulein Elise Barth, einer von den Und einen Schutzengel, wie Dich, liebe Schwester, fir lichten Engeln, die, wie Sie, liebe Selene, diese garstige Inspektor gesagt. Ihr Wertheidiger, Dr. Naffmans, bat die ich mein Leben mit Freudigkeit opfern würde. Aber ich Erde für denkende und fühlende Menschen erträglich zu ihr guten Trost eingesprochen und erklärt, ihre Unschuld verlasse Dich, die Brust voller Hoffnung. Du wirst mit würde wahrscheinlich schon nächste Woche gerichtlich fest. Iwan sprechen wollen. Adieu, auf baldiges Wiedersehen gestellt werden, denn auf die nächste Woche ist ihr Fall in der Freiheit! Meinen besten Gruß und Dank, Fräulein Musselich." zur Verhandlung beim öffentlichen Gerichtstermin angefeßt ( Fortsetzung folgt.) worden." machen bestimmt scheinen." " Herr Doktor;" rief Elise erröthend, Sie bringen mich ja dem Fräulein gegenüber in Verlegenheit." " Ich würde mir's zum großen Bergnügen rechnen, Fräulein Barth, Sie näher fennen zu lernen", bemerkte. Helene, sich anmuthig verneigend. „ Sie soll jezt ganz ruhig und gefaßt sein, hat mir der Also auch noch öffentlich! Die Arme! Hunderte von gemeinen Augen werden auf ihr ruhen. Das ist man dem »ucht einen verderblichen Ginfluß ausüben", bringen AuS- schreitungen ein« allerdings anderen Art, die aber doch von dem Bedürfnis. Jemand etwas Uebles anzuthun, eingegeben sind, nicht weniger verderbliche Wirkungen auf die Zivil- bevölkerung hervor? Gewiß können Unteroffiziere jener Art, von welcher Prinz Georg spricht, als Beamte sich viel Haß zu- ziehen und viele Ungerechtigkeiten begehen, dem Einzelnen, dem Lande und der Regierung, die gar nicht dasür kann, Ungeheuern Schaden zufügen." Eine Schmach des Jahrhunderts soll der vorige Kaiser als Kronprinz die Stöckerei und Judenhetzerei ge- nannt haben.»Eine Schmach des Jahrhunderts" kann man es jedenfalls nennen, daß das preußische Abgeordnetenhaus gestern sich allen Ernstes mit der Frage der jüdischen Rttualmorde beschäftigte, d. h. mit der Frage, ob jenes mittelalterliche Märchen, daß die Juden zu religiösen (ritualen) Zwecken Christenkinder zu schlachten(.schachten") die Gewohnheit hätten, ein Märchen gewesen oder Wahrheit. Und man denke, das Preußen, dessen sogenannte Volks- Vertretung diese»Frage" diskutirt« und diskutiren mußte, pflegte sich bis in die Bismarck'sche Aera hinein»Intelligenz- staat" zu nennen. Unter der Blut- und Eisenpolitik kam der Titel allerdings etwas außer Gebrauch.— Sie sehen Reaktion. In einem hiesigen, radikal thuenden Fortschrittsblatt lesen wir: In der Korrespondenz eines hervorragenden Führers der freisinnigen Partei finden wir folgende durchaus zutreffende Charakteristik der Situation: »Wir haben mit der Möglichkeit einer Reaktionsperiode zu rechnen, die schlimmer ist. als irgend eine Reaktionsperiode unter dem Fürsten Bismarck. Die treibende Kraft dabin ist die zunehmende Furcht maßgebender Kreise vor der Sozial- demokratie. Di» Sozialistenfurchl wird von den Kirchlich« Orthodoxen und den Politisch-Reaktionären mit gutem Erfolg für alle einschlagenden Pläne auszunutzen gesucht. Eine Wiederauffrischung des Sozialistengesetzes als solches steht nicht in Frage, aber jede politische Freiheit au? dem gemeinen Recht erscheint heute mehr oder weniger in Frag« gestellt, das be- scheidene Maß unserer Preßfreiheit nicht ausgeschlossen. Daß gerade Graf Caprivi dergleichen milmachen wird, soll nicht behauptet werden. Aber es giebt andere Personen in hoben Stellungen, die bereit sind, Capnvi's Erbschaftjeden Augenblick zu übernehmen. Caprivi selbst fördert solche Richtungen durch „gegen den Strom zu von der Unfehlbarkeit der Regie- hat mit »u. � die Anpreisung der Staatskunst, schwimmen". Diese Theorie rung und der maßgebenden Bedeutung ihreS Willens ohnehin schon in jenen Kreisen mehr Geltung, als sich einem konstitutionellen Staatswesen vereinbaren läßt. Für die Situationen, die uns bevorstehen, reicht auch die Schmicgsamkeit des Herrn Miquel nicht auS. Di« Eventualität, die Herren Miquel und v. Bennigsen zu verabschieden und mit den Nationalliberalen zu brechen, kam gewissen Personen für jetzt noch überraschend; hat man sich erst an den Ge- danken gewöhnt, so werden auch Miquel und Bennigsen die Wiederaufnahme einer frömmelnden, absolutistischen Richtung, wie sie die letzte Regierungszeit König Friedrich Wilhelm's IV. kennzeichnete, für sich allein nicht mehr aufzuhalten vermögen. Aufgehalten werden kann diese Richtung nur durch mächtige Kundgebungen aus dem Volke heraus, welche darthun, daß der Widerstand gegen das Volksschul-Gesetz mehr ist als ein Strohfeuer." Wir haben das Nahen dieser Reaktion schon in dem Augenblicke prophezeit, wo Herr von Goßler dem hachkirch- lichen Grafen Zedlitz den Platz räumen mußte, sind aber da- mals die Prediger in der Wüste geblieben. Die Caprivische Zollpolitik und die Abneigung gegen Bismarck hielten weite Kreise deS Liberalismus in einer unheilvollen Vertrauens- seligkeit. einem anderen Brief, in welchem Punkt und auf welchem Gebiet die B i S m a r ck' fche.Reaktion" überflügelt werden kann.»Das Sozialistengesetz steht nicht in Frage", aber Unterdrückung aller politischen Freiheit! Als ob unter dem Sozialistengesetz nicht alle politische Freiheit unterdrückt gewesen wäre, in einem höheren Maße, als jemals zuvor in Deutschland! Was jetzt geschieht und geplant wird, ist Kinderei verglichen mit den Polizeiorgien des Sozialistengesetzes, welches unsere Herren Bourgeois allerdings sehr kalt ließ. Doch so sind diese»Revolutionäre in Schlafrock und Pantoffeln": wenn dem Nachbar das schwerste Unrecht geschieht, ziehen sie die Zipfelmütze über die Ohren. Wenn ihnen selbst mit einem Härchen, wie diesem Schulgesetz, die Nase gekitzelt wird, dann schreien sie Zetermordio.— Die Universität Halle hat c.ne Petition beschlossen, in welcher sie für die konfessionelle Volks- schule eintritt. Diese Petition, für welche 102 Dozenten stimmten, wird von den Liberalen als liberale That gefeiert. Und. da wundern sich die Liberalen, daß ihr Kampf mit der Negierung um die Schule uns ziemlich kalt läßt und wir für denselben nur Spott und Hohn haben.— Wer Baare angreift, der beschwört über die Be- aölkerung unserer großen Eisenbezirke Arbeitsinangel und Elend hinab, sagt die»Kölnische Zeilung". und kennzeichnet so vollständig den Bourgeoisstandpunkt, der da? Kapital und zumal das Großkapital und deren Träger für heilig und unantastbar erklärt, selbst wenn sie Schienen flicken, Stempel fälschen und Meineide schwören.— Die Reformbewegung in Belgien kommt in ein lmmer rascheres Tempo. Der Widerstand der Regierung zwingt zu größeren Kraftanstrengungen. Und das Gesetz hat auch im»freien" Belgien eme Wachsnase. Die Verfassung sichert das unbeschränkte Versammlungsrecht wohlan, der Bürgermeister von Brüssel verbietet alle Ver- sammlungen im Freien. Man spricht schon davon, die Kammern, statt in Brüssel, in dein durch und durch ultra- montanen Bi e ch e l n tagen zu lassen. Jedenfalls giebt die Regierung nicht gutwillig das allgemeine Wahlrecht.— Das englische Parlament ist gestern zu seiner letzten «ession zusammengetreten. Gewählt wurde da» jetzige Unterhaus im Jahr 1886— die Konservativen gewannen 110 Jewen allgemeinen Wahlen ein« Majorität von "6 Stimmen. Dies» Majorität ist aber, wie die liberalen Blatter behaglich ausrechnen, inzwischen durch Nachwahlen ?"s �.zusammengeschrumpft— die TorieS zählen nur noch �.Mitglieder statt 316, und die verbündeten»Umomsten (Whigs) 64 statt 75. Dafür muß aber aus der anderen «"t. m Betracht kommen, daß die Liberalen durch d,e Spaltung oder richtiger Auflösung der i r i s ch« n Homerule- parte, weit mehr verloren, als dnrch die Nachwahlen ge- mannen haben. In der Session, welche soeben begonnen hat, werden beide Parteien sich auf den Wahlkampf vor- bereiten. Die Konservativen hoffen namentlich auf die Jrländer, denen einige Zugeständnisse gemacht werden sollen. Auch eine Bill zur Beschaffung kleiner Güter für Land- arbeiter haben sie in pstro— ähnlich wie unsere Junker. Die Thronrede, mit welcher das Parlament eröffnet wurde, war völlig nichtssagend.— Die spanische Regierung hat die Stärke aller s ch w a ch e n Regierungen bewiesen. Sie hat heute 4 Theil- nebmer an den Unruhen in Zeres standrechtlich erschießen lassen. Im Senat richtete der Herzog von Roca.die Anfrage an die Regierung, ob ddr König(derselbe ist kaum 5 Jahre alt) dem Beispiel des Königs von Portugal folgend, auf einen Theil der Zivilliste zu verzichten gedenke. Der Finanzminister Cos-Gayon antwortete, diese Frage sei unpassend und inopportun. Wegen der despektir- lichen Frage wurde der Herzog von Roca von den eigenen Parteigenossen verleugnet. Dabei herrscht im Lande die größte Noty. Es ist freilich viel leichter, Leute, welche die Noth zu Ausständen treibt, niederschießen zn lassen, als sich selbst auch nur das Geringste von seinem Ueberflusse zu entziehen.— Blaine, der talentvollste aber auch korrupteste und verrufenste Führer der amerikanischen„Republi- k a n e r" ist aus der Reihe der Bewerber um die Präsident- schaft zurückgetreten. Freiwillig hat der hartgesottene Sünder das sicherlich nicht gethan— seine Partei, die mit ihm als Kandidat einer Niederlage sicher war, hat jedenfalls einen kräftigen Druck ausgeübt. Die Chancen des jetzigen Präsidenten, Harrison, der auch als Kandidat austritt, sind IM- oder»Republikaner*— es ist gehüpft entsprechend gestiegen. Im Uebrigen ist es höchst gleich- giltig, ob„Demokrat" wie gesprungen.— und Der Erlast des Herzogs Georg zu Sachsen das Urtheil der sozialdemokratischen Presse. Bielefelder„Volksmacht": Leser und Leserinnen. sorgt dafür, daß recht viele Mütter es aus diesem herzoglichen Scdreiben erfahren, wie deutsche Soldaten behandelt worden sind. Seid überzeugt, jedesmal verübt ihr einen kräftigen Stoß ins terz des Militarismus, wenn ihr durch die Mittheilung der in achsen vorgefallenen Solbatenmißhandlungen ein weiteres Mutlerherz nvt Abscheu und Entsetzen erfüllt! Chemnitzer„Beobachter": Auch die Oeffentlichkeit des Militärgerichtsverfabrens wird die militärischen Greuel nicht zn verhüten im Stande sein. Dieselben sind ebenso nothwendige Folgen des ganzen militärischen Sij'iemß und werden erst mit der Beseitigung desselben verschwinden. „Elsaß-Lothringische BolkSzeitung": Wenn bisher auf der Tribüne des Reichstages oder in Zeitungen und Broschüren haarsträubende Schilderungen von Soldatenschindereien geboten wurden, da haben die Vertreter unseres Militärstaates samt ihren Handlangern regelmäßig Ableugnungen oder Beschönigungen alZ Antwort gehabt. Und immer gab es natürlich viele Leute, deren verwundeier Patriotismils sie nur zu empfäng- lich machte für die offiziösen Ableugnimgen, namentlich wenn es erade ein Sozialdemokrat war, welcher als Anmalt der Miß- ndelten anjzutreten den Math haue.... Nach der Lektüre der grauenhailen Dinge wird es Niemanden mehr wundern, wenn selbst ein sonst ruhiges und sittsames Ordnungsorgan, die Berliner Zeitung", den gewonnenen Eindruck in folgenden Worten zusammenfaßt:„Das Bild, das dieses Dokument von den Gefabren entwirft, denen die Söhne unseres Volkes durch den eintritt in das Heer ausgesetzt sind, wird einen einzigen Sckrei der Empörung durch olle deutschen Gaue erivecken. Im Lichte dieses Er! asfes erscheint die Kaserne tuajl als Ferienkolonie, sondern als Folterkammer." � Ueber die Veröffentlichung de« Erlasse« vom Herzog Georq zu Sachsen schreibt ein n, ch t soziad enwkratischee bayerisches Blatt, die„L a n d s h n t e r Z e i t u u g", wie wir in der„Münchener Pott" lesen: Ter„Vorwärts" und fein Gewöhrsmann, der die Veröffent- lichung des Erlasses des kommandirenden Generals, Herzogs Georg von Sachsen, möglich gemacht hat, haben sich ein wahr- bait großes Verdienst um die deutsa e Jugend und das deutsche Volk erworben. Denn sie haben der Oeffentlichkeit Einblick in die Verhältnisse hinler den Kasernenthoren gestaltet, welche auch dem verzopftesten Gamascbenknopf den Ausrus abpressen:„So kann eS nicht weitergehen!" Was wäre einem Blatte passirt, vorausgesetzt, daß die im Erlasse zusammengestellten Schindereien nicht durch ein amtliches Echri tnück, sondern aus privaien Wegen zu seiner Kenntniß gekommen wären, wenn es die Schindereien mitgetheill hätte? Wir wagen gar niei t. an die Zahl der da- durch»verdienten" G�ängiüßiahre zu beulen. Der preustische Bolksschul-Geseyentwurf in der Venrtheiluua der sozialdemorratischen Presse. Burg i ä 0 t e r„ P 0 l k s st 1 in in e": Nimmt die Lehrerschaft den Kampf auf, soll sie thatkräftige Unterstützung finden unsererseits. Der Entwurf ist ein geeignetes Mittel, unsere Forderung aufs Neue zu bekräftigen: Retigion ist Privatsache. Soll die Religion dem Volke aoer zwangsiveise erhallen bleiben, nun so haben auch wir nichts dagegen, wenn sich das Volk dieses Zwanges entledigt und mit den staatlichen Zivangeeinrichlungen bricht und den Austritt aus der Landeskirche erklärt. Die sächsischen Nationalüberalen, schreibt man lins aus Sachsen, haben eiiici, einpftndlichen Schlag eilitten durch folgen- den Absagebrief, den die Konservativen in ihrem offiziellen Partei- Organ, dem„Vaterland", veröffentlichten: „Von dem Vornand des Konservativen Landesvereins sind nach"� letzte» Landtags-Wahl Schritte eingeleitet worden, welche bezwecken, eine Vernä»dig»ng mit der iiationalliveralen Partei im Königreich Sachsen behufs Schlichtung etwaiger Differenzen bei künstigen Wahlen in den Reichstag und Landing durch Ein- fetziing eines Scbiecsgcrick'ts herbeizuführen. Diese Schritte haben den erstrebten Zweck nicht erreicht. Ter Vorstand sieht sich deshalb genöthigt, darauf aufmerksam zu machen, daß das bei der Reichstags-Wahl im Jahre 1387 abgeschlossene Kartell zwischen der konservativen und »ationalliberalen Partei im Königreich Sachsen zur Zeit nicht mehr besteht» auch ein» andere Abmachung zwischen beiden Parteien au dessen Stelle nickt getreten ist. Bei Wahlen muß es den Wählern selbst, beziehentlich Denen. welche die Leitung der Wahl in die Hand genommen habe», über- lassen bleiben, eine Verständigung mit den Angehörigen der ualionalliberalen Partei in dem betreffenden Wahlkreis behufs gemeinsamen Vorgehens dann herbeizulühren. wenn ihnen dies nothwendig erscheint. Es erscheint aber hierbei als selbst- versländlich, daß derartig» in einem Wahlkreis aetroffene Ab. mackungen lediglich für den Wahlkreis, bez. die spezielle Wahl Gilligteit haben, für welch» sie abgeschlossen worden sind, sich auS ihnen aber keine Folgerungen für das Verhalten der Ge- sinnungsgenossen außerhalb des Wahlkreises ziehen lassen. Dresden, den S. Februar 1SS2. Der Vorstand des Konservativen Landesvereins im Königreich Sachsen." Es war längst klar, daß die Nationalliberalen von den Konservativen nur als nothwendiges Uebel betrachtet und als Werkzeug gelegentlich benutzt wurden. Die Nationalliberalen kannten ihre Zwangslage, mußten indeß froh fein, von den Konserva« tiven wenigstens noch einigermaßen über Wasser gehalten zu werden. Ohne das Kartell, d. h. ohne die Unterstützung der Konservativen, hätten die Nationalliberalen Sachsens kaum einen Sitz, weder in der zweiten Kammer noch im Reichstage. Die Nationalliberalen geberden sich jetzt, als wären sie über die Ab« sage der Konservativen aus den Wolken gefallen; sie mußten aber wissen, daß seit ihrem Kokettiren mit den Konservativen und Antisemiten ihr letztes Stündlein bevorstand. Der Vorstand der Nationalliberalen will in den nächsten Tagen„Stellung" zu der Erklärung der Konservativen nehmen. Es kann sich dabei jedoch nur darum handeln, dem Kartell ein anständiges Be- gräbniß zu verschaffen. Das Kartell, dieser politische Wechsel- balg, hat auf Kosten des Volkes lange genug sein Unwesen ge- trieben. Unsummen wurden durch die Kartellmehrheit dem Volke aus der Tasche gezogen. Freuen wir uns daher, daß das Kartell nun endlich auch in Sachsen auf der Strecke liegt. Schwedt a. O. Der Arbeiter-BildungSverein hielt am 6. Februar eine gutbesuchte Versammlung ab, in welcher Genosse Wiedemann unter lebhaftem Beifall über die Ent- Wickelung des Sozialismus und die heutige Gesellschaft sprach. Redner schilderte in eingehendster Weise, wie durch die Un- gerechtigkeiten, welche die herrschende Gesellschaft an der Arbeiter- klaffe verübt, die Arbeiter immer mehr zum Denken angeregt werden und wie dem»ufolge die sozialistischen Jdecm immer größere Verbreitung finden. Die Versammlung erklärte sich in einer Resolution mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtete sich, mit aller Energie für die sozialdemokratischen Grundsätze einzutreten, um zur Befreiung des darbenden Volkes aus den Fesseln der ökonomischen Ab« hängigkeit mit beizutragen. In Oranienburg fand am 7. Februar eine öffentliche Ver- sammlung der Bauhandwerker statt, welche von ca. 100 Personen besucht war und nach einem mit greßem Beifall aufgenommenen Vortrage des Herrn Silberschmidt aus Berlin einstimmig eine Resolution annahm, in welcher sie mit den Ausführungen des Referenten über Zweck v nd Werth er Zentralorganisation voll und ganz einverstanden erklärte und für die Zentralisation der deutschen Maurer und verwandter Be- rufsgenossen einzutreten, sowie eine Organisation sür Oranienburg ins Leben zu rusen versprach. *« Grober Unfug in der Schule. AuS Kaiserslautern wird der Mannheimer„Volksstimme" nachstehendes Zeuavtiß über- mittelt, das ihr im Original vorliegt:„Zeugniß. Hm Korn, Schlosser, 19 Jahre alt, aus Sachsen gebürtig, hat Zä/e Jahre bei mir gearbeitet. Er war in erster Zeit brav, steißig und zu- verlässig, doch in letzter Zeit hat er sich einer Gesellschaft an- geschlossen, von welcher er angehalten wurde, durchaus Montags nicht zu arbeiten. Auch hat er sich in den sozialdemokratischen Arbeiter-Bildungsverein aufnehmen lassen. Da ich keine solche Mitglieder beschäftige, muß ich ihn entlassen." Dieses Zeugniß nun wurde nicht etwa von einem Meister dem abgehenden Gesellen ausgestellt, sondern der Lehrer Volland in Kaisers- lautern hat das Schreiben seinen Schülern zur Aufgabe gegeben.— Dieser Lehrer kennt also nicht einmal die Gewerbe, Ordnung. Gegnerischer Optimismus. Ein' Thüringer Blatt meinr, die braven Wandersleber, welche am 20. Februar 1890 für den Sozialdemokraten Reiß haus aus Erfurt votirtm, wären keineswegs von der Wahrheit der sozialistischen Lehren erfaßt, sondern sie hätten nur ihrer Unzufriedenheit Ausdruck geben wollen, weil sie— in dem Apfelstedtbache keine Fische mebr fangen dürfen. Wie leicht sind doch�die»Ordnungs"-Parteien zu trösten! Zum Boykott der H a l l e's ch e n Arbeiter gegen diejenigen Brauereien, welche denselben ihre Lokalitäten zu Versammlungen verweigerten, ist mitzutheilen, daß der Brauereibesitzer Günther ans dem Ringe der Brauereibesttzer ausgeschieden ist und seine Lokale den Arbeitern zur Verfügung gestellt hat. Der Boykott über das Bier d l e j e s Brauers ist demgemäß aufgehoben. Der „Ring" wird durch Konventionalstrafen zusammengehalten, von denen die des Herrn Günther 750 M. betrug. Er war klug genug, diese Summe nicht zu bezahlen. Der Stuttgarter Sozialdemokratische Verein wollte sein,. mehr als 500 Bände umfassende Bibliothek, worunter ein« ziemliche Anzahl sehr seltener Bücher sich befinden, bei der Aacheit-Leipziger Versicherungs-Akliengesellschasi gegen Feuers- g e f a h r versichern. Die Gesellschaft lehnte das Geschäft ab, Iheils weil die Objekte in zwei verschiedenen Lokalen unter- gebracht wären und theils wegen des„imaginären Werthes der zur Versickerung beantragten Bibliothek".— Das ist begreiflich. Gute Bücher sind für die Mehrheit der Bourgeoisie immer von imaginärem Werth. ««» Bei der BllriwrauSschusi-Wahl i» Bothnang(Württem- berg) brachte die Sozialdemokratie einen ihrer Kandidaten durch. Derselbe errang die höchste Slimmenzahl(140). Sammelstellen für gelesene sozialistische Zeitungen. Broschüren je. sind laut Beschluß des Dortmunder Parteitags vom westfälischen Agitationsbureau in Dortmund errichtet worden bei: Heinrich Fleer, Düppelstr. 30; August Bölgew Rheinischestr. 47; Wests. Freie Presse, Lindenstr. LS. Dodtenlifte der Partei. In Schierstein wurde am 2. Februar der Schuhmacher Wilhelm Ehrengast beerdigt.— In H a l b e r st a d t ist der Genosse Bestrzynsky gestorben. — Iii Wien verschied der Schloffer Mathias Ulieoy. welcher im k. k. Arsenal beschäftigt war. »» Polizeiliches, Gerichtliches»e. -7- Karl Schulze, früherer Redakteur der»Thüringer Tribüne", wurde am 2. Februar aus dem Gefängniß entlassen. — N. Linx 10 eilet, verantwortlicher Rebakteur der Elberfelder„Freien Presse", wurde von der dorttgen Strafkammer wegen Vergehens gegen tz 166 des Str.-G.-B.(„Gotteslästerung und Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen"), welches in einem Feuilletonartikel, betitelt„Als Zeichen der Zeit", Uebersetzung ans der„Pall Mall Gazette" gefunden war, zu 2 M 0 n a t e n Gefängniß verurtbeilt. Von der Änllage aus§ 131(Ver- ächtlichmachung von Staatseinrichiunge»), welcher durch einen Artikel:„Das Hnngerjahr 1816 und 1317", worin die Aufhebung der Kornzvlle besprochen ist, verletzt sein sollte, wurde der An- geklagte freigesprochen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffeultichkeit statt. — Redakteur Törgel von der„Sächs. Arbeiter» Zeitung" wurde wegen Gotteslästerting und Beschimpfung von Einrichtungen und Gebräuchen der christlichen Kirche zu 1 Mouat Gefängniß vernrlheilt. Ter Anklage lag ein Artikel über das nette konservative christliche Programm des Freiherrn ».Friesen zu Grunde, das Törgel einer scharsen Kritik unter- zogen hatte. Theater. Donnerstag, den 11. Februar. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern- Ehre.) Prometheus. Schauspielhaus. Wohlthätige Frauen. DeutschesTheater. CollegeCrampton. Circus Renz. Karlstraße. Unserm Artistenbruder Herrn Paul Paschke zu seinem heutigen Wiegenfefte ein donnerndes Hoch! Donnerstag, den 11. Februar 1892, Abends 74 Nhr: ,, Auf Helgoland" oder: Ebbe und Fluth. Leffing- Theater. Fräulein Frau. Große hydrologische AusstattungsUnter vier Augen. Der sechste Pantomime in 2 Abtheilungen mit niſcht? Sinn. National Tänzen( 60 Damen), AufBerliner Theater. Der Hütten- zügen. Neue Einlage: Die Gardebefizer. Residenz- Theater. 18796 Achtung! Artistenverein ,, Einigkeit". Achtung! Arbeitslose Maurer! 1380b Freitag, den 12. Februar 1892, Vormittags 10 Uhr: Oeffentliche Versammlung 13 in der Brauerei Friedrichshain( fr. Lips). Tages- Ordnung: 1. Die Arbeitslosigkeit im Baufach und 1382b wie ist dem Abhilfe zu schaffen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. W. Gerde, Straßburgerstr. 88. Tilchler- Verein. Unserm Kollegen und Genossen Paul Paschke zum heutigen Tage ein dreimal donnerndes Hoch! Bomme mertste J. L. B. T. des V. Unferm Trauerkloß Georg Kiefer Husaren und Tscherkeffen. Dampf- zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreiMusotte. Vor- schiff- und Bootfahrten, Wasserfällen, mal donnerndes Hoch, daß bei Riedel Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten die 1/2 Tonnen wackeln, selbstverständu. s. w., arrangirt und inszenirt vom lich keine 1/2 Liter. Direktor E. Renz. Außerdem: Zum ersten Male in Europa: Die 3 Ameri kaner Gebr. Rixfolds, die vorzüglichsten Springer und Akrobaten der Gegen wart. Great Steeple Chasse von 6 engl. Vollblut- Springpferden, dress. u. vorgef. v. Herrn Franz Renz. Johanniter, ger. v. d. Schulreiterin Frl. Oceana Renz, Geschw. Cottrelly, Equilibri stinnen. Mr. William mit seinen 4 dress. Pferden. Auftreten der Reitkünstlerin nen Mille. Theresina u. Mm. Bradbury, sowie d. Saltomortalesreiter Mr. Alex. Briatore u. Jockeyreiters Mr. Jules 2c. Komische Entrees v. sämmtl. Klowns. her: Modebazar Violet. Wallner- Theater. Der Bärenführer. Ein berühmter Mitbürger. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Rothkäppchen. Bellenlliance- Theater. Der Herr gottschniger von Ammergau. Oftend- Theater. Cavalleria rusticana.( Sizilianische Bauern- Ehre.) Adolph Ernst- Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplat- Theater. Berliner Pflaster. Ferupalat. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Gratweil' sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Täglich:„ Auf Helgoland". Sonnabend: Benefiz für die Geschwister Oceana u. Ernst Renz( Entelin und Enkel.) Sonntag 2 VorHellungen. Nachmittags 4 Uhr( 1 kind frei). Mazeppas Verbannung, gr. historische Pantomime mit Ballet( Polnischer Nationaltanz vom ges. Corps de Ballet). Abends 7/2 Uhr: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Aug. Grütze, Fürbringerstr. 5, am 7. Februar verftorben ist. Die Beerdigung findet am 11. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause am Urban nach dem Neuen Jakobi Kirchhofe( Brizzer Chauffee) statt. 363/8 $ V Der Vorstand. enoffen des Arbeiter. Sänger 427/11 Achtung! Bauarbeiter! Achtung! Freie Bereinigung der Bauarbeiter Berlins. Sonntag, den 14. Februar, Vormittag 11 Uhr, 129/17 Oeffentliche Versammlung in Scheffer's Salon, Jufelstr. 10, 2 Tr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn bundes, welchen es die Beit er- C. Schulbe: Die Stellung der Arbeiter gegenüber der sozialen Gesetzgebung. laubt, werden gebeten, bei der 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Beerdigung des Genoffen Budschigk, welcher am 6. d. Mis. verunglückt ist, mitzuwirken. Beerdigung am 11. d. M., Nachm. 3/2 Uhr, auf dem Zionskirchhof in Weißensee. Danksagung. 1383b Neue Mitglieder werden aufgenommen. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Bauarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. J. A. des Vorstandes: W. Wernau, Swinemünderstr. 47. Achtung! Nieder- Schönweide- Johannisthal! Achtung! Sonnabend, den 13. Februar, Abends 8 Uhr: Gr. öffentl. Volks- Versammlung für Männer und Frauen im grossen Saale der Borussia Brauerei. Tages Ordnung: V Für die so überaus zahlreichen Be weise der tiefsten Theilnahme an dem schweren Schicksalsschlage, der mich und Circus G. Schumann. Die Meinen getroffen, und für die große Betheiligung, an der Beerdigung der Hamburger Gaudebrüder Ericdrid- arl- Ufer, Gke Karlstr. theuren Verstorbenen, sowie insbesondere Heute Abend 7/2 Uhr: Große für die reichen Kranzspenden sage ich Konzert- und Koupletsänger. Extra- Sport- Vorstellung. Vorzüg- hiermit allen lieben Freunden, Genossen Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags lich ausgewähltes Programm! Gaft- und Genossinnen von Nah und Fern 1. Unsere Tattit". Referent: Reichstags- Abgeordneter] C. Schulke. 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., auftreten des berühmten, als best meinen und unseren tiefgefühlten Dank. 2. Distusfion. 3. Wie stellen wir uns zu den bevorstehenden Gemeindewahlen? Sonntags 25 Pf. anerkannten Schulreiters der GeDer stille aber ernste Protest, der 4. Wahl eines Vertrauensmannes. Empfehle meinen berühmten Mittags- genwart Mr. James Fillis. hierdurch insbesondere dagegen zum Alle Einwohner von Nieder- Schönweide, Johannisthal und Umgegen tisch à la Duval. 3 Regelbahnen Reiten in der hohen Schule auf dem Ausdruck kam, daß auch die schwerste werden ersucht, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 6 Billards, 2 Säle. 1169L Schulpferde Germinal. Zum 1. Male: Krankheit, die Nähe des Todes und die 420/20 Der Einberufer. Der Jockey v. Epsom, dargestellt von bis zum letzten Augenblick währende Berliner Leben. Etablissement Buggenhagen Sen. Manzoni. Bum lebten Male: bange Besorgniß und verzweifelnde am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Große Waffer- und Feuer- Pantomime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. Neues Schlußtableau:„ Berolina im Feuer." Morgen: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Auftreten des anerkannt besten Schulreiters Mr. James Fillis. Sehnsucht meiner heißgeliebten armen Frau nicht im Stande waren, meine Haftentlassung selbst gegen hohe Kaution zu bewirken, soll mir Trost und Antrieb fein, fest und besonnen, aber ungebeugt für unsere gemeinsame Sache auch feruer nach Kräften meine Pflicht zu thun. Dessau, den 9. Februar 1892. Heinrich Peus. Danksagung. 19792 Adlershof! Gr. öffentliche Volks- Versammlung im Lokale von Wiedemann& Manofski am Donnerstag, den 11. Februar, Abends 8½ Uhr. Zages Ordnung: % 1. Bortrag über die Gemeindewahlen. Ref.: Schuhmachermſte Th. Mehner, Berlin. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Wahlfomitees. Für die zahlreiche Betheiligung bei 420/19 Der Vertrauensmann. Castan's Panopticum liebern bes Fecht- klub Nord- Oft, fage der Beerdigung meines lieben Mannes, Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: N Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meines Mannes Gustav Stenske, hauptsächlich den Mitich hiermit meinen innigsten Dant. Wwe. Stenske, geb. Schüße. Ein großer Saal ist noch einige abends. Böhow's Brauerei, Brenz1387b Die fliegende Geigen- Fee. Lauer Thor. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste musikalische Illusion. Vorstellungen: 12 Uhr n. 1 Uhr. 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Nachmittags. Roloffal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. Lebensgrohe Wachsfiguren und Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama mit Gewitter. Jm Theater- Saal( ohne Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Rommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag für Damen. Aegintha Gr. Vogel- Ausstellung. Grand Hotel Alexanderplatz. Vom Donnerstag, d. 11. bis Dienstag, d. 16. b. M., Vorm. 9 bis Ab. 9 Uhr geöffnet. Eintrittspreis 50 Pf. B F Am 17. Febr. Vorm. findet eine Verloosung von lebenden Bögeln aller Art statt; à Loos I Mark an der Ausstellungskaffe. Allen meinen werthen Genoffen und Freunden zeige ich ganz ergebenst an, daß ich Markthalle IX, EisenbahnBraße, Stand Ur. 29, eine Fleisch- und Wursthalle eröffnet habe. Da ich mein Handwerk als Tischler habe niederlegen müssen, so bitte ich, mich in meinem neuen Unternehmen unterstüßen zu wollen, es wird mein Bestreben sein, durch nur reelle Bedienung und gute Waare meine Abnehmer stets zufrieden zu stellen. 1943L Herm. Kohn. namentlich dem Gesangverein Unver Bur gefl. Beachtung! " droffen" für den Gesang, vielmals Dant. Wive. Schmidt. 1384b Laut Beschluß der letzten Generalversammlung hat sich der Fachverein der Lederarbeiter zu Gunsten des Zentralverbandes der Buchbinder aufgelöst. Tage in der Woche frei, auch Sonn- Vereinsabzeichen, virung, empf. b. Bert joes Anrechts ersucht, diefelben bis zum 18. d. Mts. bei Herrn Stempel u. Gra: Alle Diejenigen, welche Forderungen zu erheben berechtigt sind, werden bei D. Berluft 1367b Genoffen G. Kleist, Waldemarstr. 48 S. Haunschildt, Mariannenplay 5, einzureichen; derselbe ist bereit, restirende Beiträge Abends von 7/ 2-9 Uhr in feiner Wohnung, sowie Sonntag Vormittag Annenfir. 16 und am Montag in der Versammlung des Fachvereins der Buchbinder entgegenzunehmen. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Wir halten ständig auf Lager: Robert Seidel's sozialpädagogische Schriften: Der Arbeits- Unterricht eine pädagogische und soziale Nothwendigkeit, zugleich eine Kritik der gegen ihn erhobenen Einwände. VIII und 120 Seiten. 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Nationalökonomie Unterricht in der faff. zu vergeb. Flick, Simeonftr. 23. Ostschule, Markusstraße 31, ausfallen, so bitte ich alle Schüler dieser Stunde trotzdem zu erscheinen, um etwas Wichtiges zu besprechen. 1364b J. A.: Fritz Wienke. Steppdecken!! größte Auswah!!! am billigsten in Emil Lefèvre's Fabrik, Berlin, Oranienftr. 158.[ 1820L mit kleinen 1 Boten Schlafdekken en reinw. Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Werth das Doppelte!! Illustr. Preisliste gratis u. franto. Schöne Kegelbahn, 25 Meter lang, Beughofstraße S. Vereins- Zimmer für 80 Personen Benghofstraße 8. 1385b Ein sauberes Bett( roth), ein Spind fofort billig zu vert. Dieffenbachstr. 28, 1381b vorn 3 Tr. bei Mary. Möbl. Schlafstelle für 2-3 Herren Fürstenstr. 9, vorn 2 Tr. rechts.[ 19789 Arbeitsmarkt. Eine Barockvergolderin verlangt 1386a Röpnickerstraße 115. Erster Zentralverein für Zu schneider in Prag ist in der Lage, Künstliche Zähne 2 Mark. jeder Zeit solide und prakt. Zuschneider Plomben von 1,50 M. an. 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Allerdings hat Ungarn eine ganz Grund der Gewerbe- Ordnung haben die Arbeiter das Recht, sich außerordentliche Ermäßigung der Personentarife eintreten laffen; zusammenzuschließen zum Zwecke der Verbesserung ihrer Lage; fie 168. Sigung vom 10. Februar, 2 Uhr. aber wenn Sie die Fahrgelegenheiten vergleichen, die brauchen dazu Versammlungen und Vereine. Die Verhinderung Am Bundesrathstische: v. Boetticher, v. Malzahn, Ungarn hat und diejenigen, die wir haben, so wird dieser Bestrebungen ist eine Einmischung in die staatsbürgerThielen, Reichsbant- Präsident Dr. Koch, v. Marschall der Vergleich so sehr zu Ungunsten Ungarns ausfallen, lichen Rechte der Arbeiter, der sich gerade eine Staats Bur zweiten Berathung steht der Gefeßentwurf, der den daß die Ermäßigung gar nicht mehr in Betracht kommt; oder Reichsverwaltung nicht schuldig machen sollte. Inners Bundesrath ermächtigt, die Außerkurssetzung der Vereinsthaler Durch eine Ermäßigung der Personentarife würde nicht erreicht halb des Betriebes foll nach den Erklärungen des österreichischen Gepräges unter Einlösung derselben auf Rechnung werden, daß die Passagiere von den Hauptzügen auf die Neben- Regierungsvertreters jede politische und agitatorische Thätig des Reichs im Werthverhältnisse von 3 M. für den Thaler an- bahnen übergehen, sondern im Gegentheil, die jetzt schon über- feit untersagt sein. Trotzdem find einmal während zuordnen. die Leute veranlaßt lasteten Züge würden noch mehr belagert werden und die Neben- der Dienststunden worden, jeder Die XXIII. Rommission hat die Vorlage einstimmig an- bahnen würden nach wie vor leer ausgehen. Eine Entlastung 30 Pfg. herzugeben, um dem scheidenden Vorgesetzten einen Fackelin dieser Richtung würde also überhaupt nicht eintreten. Daß zug darzubringen; ebenso hat man sich gar nicht gescheut, bei Referent Abg. Bachem bemerkt, daß die Vorlage mit der nicht allein finanzielle Gründe vorwalten, beweist ja schon die der Bismarcktspende die Arbeiter in Anspruch zu nehmen. Die Währungsfrage in gar keinem Zusammenhang stehe und daß Einführung des ermäßigten Vororttarifs für Berlin. In dem Vorgesetzten dieser selben Arbeiter laffen bei Reichstags- und demnach die Debatte in der Kommission sich sehr vereinfacht habe. ersten Vierteljahr zeigt sich, daß die Einnahmen nicht zurück- Gemeinderaths- Wahlen Stimmzettel vertheilen und sich als Nach dem mit Desterreich getroffenen Abkommen übernehme dieser gegangen sind; daneben sind zwar Mehrausgaben entstanden, Kandidaten aufstellen, dagegen wird kein Verbot erlassen. Nach Staat einen Betrag von 26 Millionen Mark zu dem Sage von welche aber durch den erhöhten Verkehr in den Sommermonaten verbürgten Nachrichten strebt ja auch die Eisenbahn- Verwaltung 1/2 Gulden für den Thaler, also zu einem höheren Preise, als wieder werden ausgeglichen werden. Ich bestätige, daß die danach, Ersparnisse zu machen durch Herabsehung der Löhne ihn augenblicklich das Feinfilber auf dem Weltmarkt habe. Der Reform der Vorbildung der höheren Beamten nach der Seite und Entlassungen von Arbeitern. In der Praxis wird leider entstehende Verlust würde sich auf etwa 41/2 Millionen Mark be- der technischen, nicht der administrativen Ausbildung erfolgen weit über den Erlaß hinaus gegen die Arbeiter vorgegangen. laufen. Die in Defterreich bevorstehenden Maßregeln zur Rege- foll. Es soll eine gründliche Vorbildung im praktischen Betriebe Ohne Angabe von Gründen hat man einen zwölf Jahre lang lung der Valuta machten eine sehr rasche Entwicklung dieser An- gewonnen werden. Ob es möglich sein wird, die Betriebs- beschäftigten Arbeiter entlassen; von den während dieser Zeit gelegenheit nothwendig. Subalternbeamten in größerem Umfange in die höheren Be- von ihm an die Kasse entrichteten Beiträgen erhielt er nur so amtenstellen aufrücken zu lassen, wird ebenfalls erwogen werden. viel zurück, daß er ein kleines Vermögen von 200 M. einbüßte. Abg. Lingens bittet bei der Ordnung der dienstfreien Zeit Der einzige Grund, der für diese Entlassung vorliegen kann, ist an Sonntagen um möglichste Berücksichtigung der besonderen der, daß der Mann vielleicht ein etwas unbequemer Vertreter Bedürfnisse der beiden hauptsächlich in Betracht kommenden der Rechte der Arbeiter bei den Verhandlungen mit der VerKonfessionen. waltung war. Diese Entlassung zeigt, wie solche allgemeinen Verfügungen ausgenutzt werden. Der Chef der Reichs Eisenbahnen hätte seinen Eintritt in sein neues Amt nicht würdiger feiern tönnen, als wenn er dem Unfug solcher Generals verfügungen ein Ende gemacht hätte. In einem anderen Falle wurde ein Arbeiter in eine Ordnungsstrafe von 2 M. genommen, weil er entgegen dem Verbot Tabat in der Fabrik verkauft habe. Es handelte sich dabei um die Ablaffung einer ganz minimen Die Werkmeister daQuantität Tabat an einen Nebenmann. gegen verkaufen Notizkalender, Kleidungsstücke u. dgl. während der Dienststunden an die Arbeiter, die sich durch die wirthschaftliche Uebermacht der Vorgesetzten so gedrückt fühlen, daß sie das gegen nicht aufzutreten magen. Wir müssen gegen die Auffassung protestiren, daß die Arbeiter durch das Arbeitsverhältniß zu willenlosen Subjekten degradirt werden. In der Kommission haben sich nur die Vertreter der äußersten Rechten im Sinne der Berwaltung der Reichseisenbahnen ausgesprochen. Ich hoffe, daß der Chef dieser Bahnen den Beamten direkt untersagen wird, eine solche Handlungsweise fortzusetzen. Minister Thielen: Im ganzen Jahre 1891 find nur fünf Die Vorlage wird ohne weitere Debatte unverändert angenommen. Es folgt die zweite Berathung des Etats für die Verwaltung der Reichs- Eisenbahnen. Der Etat schließt ab in Einnahme mit 55 639 000 m., mehr gegen das Vorjahr 677 000 M. Die Ausgaben für die Zentralverwaltung betragen, 83 200, die für die Betriebsverwaltung 35 731 000, zufammen 35 814 200 M. Der Ueberschuß beläuft sich auf 19 824 000 M. An einmaligen Ausgaben werden 14 358 500 m. gefordert. Die Budgetkommission( Referent Abg. Hammacher) beantragt die unveränderte Genehmigung der Einnahmen und der ordentlichen Ausgaben. In der Kommission ist auf die Anfrage wegen der Jnangriffnahme der Tarifreform seitens des Eisenbahnminifters eine zur Beit ablehnende Antwort erfolgt. Die Nothwendigkeit der Personentarif- Reform hat der Minister anerkannt und in Preußen für den Lokalverkehr bereits eine Herabsetzung der Tarife in die Wege geleitet. Einem weiteren Vorgehen auf diesem Gebiete haben sich erhebliche finanzielle Bedenken entgegengestellt. ausüben Abg. von Stumm( Reichsp.) fann nicht einsehen, wie gerade die Verstaatlichung an dem Aufschub der Reform schuld sein soll. Woher follen denn die Mittel fommen, welche in Preußen aus den bisherigen Ueberschüssen der Eisenbahnverwaltung für allgemeine Staatszwecke aufgewendet wurden, wenn die Ueberschüsse durch eine durchgreifende Reform in der Richtung der Ermäßigung der Tarife zum Verschwinden gebracht werden? Will man vielleicht neue Steuern einführen? Weniger bedenklich ist die Herabsetzung des Tarifs für Massengüter, die eine erhebliche Summe nicht erfordern, aber der gesammten Industrie ganz bedeutend nüßen würden. Auf der andern Seite dürfe man nicht still stehen in der Erweiterung des Netzes der Sekundärbahnen. Immerhin haben die preußischen Staatsbahnen den preußischen Staat vor einem größeren Defizit bewahrt. Abg. Dr. Lingens( 3entr.): Es ist anzuerkennen, daß auch Abg. Schrader verwahrt sich gegen die aus seinen Bemer im letzten Jahre feitens der Generaldirektion der Reichseifen- fungen durch den Minister gezogenen Schlußfolgerungen. Er habe bahnen mit der Durchführung der Ordnung Gottes, der Sonntags- feineswegs die preußische Staatsbahnverwaltung fritisiren, sondern ruhe, für die sämmtlichen Beamten weitere Fortschritte gemacht nur ablehnen wollen, daß man die Verhältnisse der preußiworden sind. Es ist aber noch immer nicht genug geschehen. fchen Staatsbahnverwaltung zum preußischen Etat als maßDie Zentralverwaltung verfährt noch immer viel zu bureaukratisch gebend für die Reichs- Eisenbahnen hinstellte. Die zu lange Arbeiter im Ganzen entlassen worden, die hier in Betracht kom bei ihren Maßnahmen zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse zurückgehaltene Reform müsse nachher in viel größerem men tönnen, zwei davon wegen dringenden Verdachts der Unihrer Beamten. Umfange, als erwünscht sei, gewährt werden. Allerdings seien redlichkeit, zwei weil sie sich an Bestrebungen gegen die bestehende Minister Thielen: Der neu eingetretene Chef der Reichs- die früheren Reformpläne des Ministers Maybach nicht Staats- und Gesellschaftsordnung betheiligten.( Hört! links, Eisenbahnverwaltung hatte das dringendste Intereffe, fich persön- einstimmig günstig aufgenommen worden, aber deshalb Bustimmung rechts.) Einen Unterschied zu machen, ob das Ver lich an den Arbeiten der Budgetfommission zu betheiligen, umfo- sei die Vertagung der ganzen Reform nicht gerechtfertigt. hehen in der Werkstatt oder außerhalb derfelben geschieht, darauf mehr, da er auch parlamentarischer Neuling war. Es ist das Die Verkehrserleichterungen, welche dem Staatsbahnsystem an- fann sich die Verwaltung nicht einlaffen.( Hört! links. Sehr ernsthafte Bestreben der Verwaltung, die Dienststunden der Be- geblich verdankt werden, würden auch durch die Privatbahnen gut! rechts.) Deshalb ist diese Bestimmung in die Arbeitsa amten auf das äußerste Maß dessen zu beschränken, was mit der eingeführt worden sein; solche Verkehrserleichterungen drängen ordnung aufgenommen. Die beiden Betreffenden haben sich leb Sicherheit des Dienstes noch zu vereinbaren ist. Zum Studium sich von Jahr zu Jahr von selbst auf, und Tarifermäßigungen haft an sozialdemokratischen Versammlungen betheiligt und des ber betr. Verhältnisse an allen in Betracht kommenden Orten ist und Verkehrserleichterungen sind auch von den Privatbahnen in halb ist ihnen gekündigt worden; sie passen nicht in den Von einem inquisitorischen eine Kommission niedergesetzt worden, welche für die Regelung großem Umfange durchgeführt worden. Mit der Tarifreform sind Staats- Eisenbahndienst hinein. und Durchführung der Sonntagsruhe im Einzelnen auf Grund feinerzeit die Privatbahnen gegen den Willen der Staats Eisen- Nachforschen nach der Gesinnung ist keine Rede; ich habe in der sogenannten Erfahrungen Vorschläge zu machen hat. bahnverwaltung vorgegangen. diesem Sinne noch im Oktober an die Generaldirektion einen Abg. Schrader( dfr.): Die Frage der Reform der Eisen- Abg. v. Schalicha( Zentr.): Wenn die Eisenbahnen in Erlaß gerichtet. Die große Berantwortung, welche uns obliegt, bahn- Tarife hat im vorigen Jahre eine besondere Kommission des ihren Erträgen zurückgeben, dann muß gespart werden, und man verpflichtet uns, in unserer ganzen Verwaltung für stramme Ord Die Generaldirektion ist Reichstages beschäftigt, welche aber nicht mehr zur Bericht- darf sich nicht darauf beschränken, das Sparen blos zu empfehlen. nung und Disziplin zu sorgen. erstattung gekommen ist. Heute haben wir nun seitens der Ver- Neue Steuern will feiner von uns; die Verwaltung muß sehen, angewiesen, die Gründe mitzutheilen.( Abgeordneter Bebel: andere Fälle!) Dann bitte ich mir noch waltung nur die Erklärung erhalten, daß die finanzielle Lage in daß sie vielleicht mit noch etwas weniger als bisher auskommt. Das find Preußen und Deutschland überhaupt eine weitere Reform der Die Reform der Personentarise ist mir nicht sympathisch. Es die Namen derjenigen mitzutheilen, welche Sie meinen. Tarife unmöglich mache. Die preußische Staatstaffe hat im wird schon mehr gefahren, als der deutschen Nation gefund ist. Den Handel der Arbeiter in den Werkstätten kann ich nur mißvorigen Jahre eine etwas geringere Summe von den Staats- Die unbeschränkte Freizügigkeit hat hier manchen Schaden an- billigen; in noch höherem Grade natürlich mißbillige ich den eisenbahnen erhalten als sonst, obwohl der Ueberschuß der Bahnen gestiftet: Entvölterung des platten Landes, Uebervölkerung der Handel, der etwa von Vorgesezten getrieben wird. Im alls nach wie vor ein außerordentlich hoher ist. Aber die Verbindung Städte, Gefährdung der Erziehung der Jugend. gemeinen tann ich nur anführen, daß gerade in der jezigen Zeit der preußischen Bahnen mit den Staatseinnahmen mache nach Abg. Krause( dfr.): Die Ausführungen des preußischen die Verwaltung mit aller Vorsicht und Rücksicht auf die einzelnen der Ansicht des Herrn Miquel. weitere Reformen zur Zeit un Eisenbahnministers machen auf mich den Eindruck, als ob nicht Personen, aber auch mit aller Strenge vorgehen wird.( Beifall möglich. Die Reichseisenbahnen spielen nun im Vergleich zum die Finanzschwierigkeiten an der Stauung der Reform schuld rechts.) Um 54 Uhr wird die weitere Berathung vertagt. Reichshaushalt eine bescheidenere Rolle, Demnach follen wir sind, sondern allgemeine Erwägungen, welche die Regierung durch die Lage der preußischen Bahnen an jedem Schritt der bestimmt haben, grundsäßlich einer solchen Ermäßigung zu wider- Der Präsident schlägt vor, morgen Anträge aus dem Reform verhindert sein. Die Reform der Personentarife würde streben. Die vom Minister angeführten Erleichterungen sind Hause zu berathen und zwar betr. die Entschädigung unschuldig dort einen Ausfall von zwei Millionen hervorrufen. Dieser Aus- absolut kein Verdienst des Staatsbahnsystems; sie wären alle Verurtheilter, die Aufhebung der Getreidezölle und den Antrag fall würde aber doch zum Theil ersetzt werden durch die Ver- auch unter dem gemischten System eingetreten. Heute sind wir Windthorst betr. die Aufhebung des Jesuitengesetzes. Abg. Graf Ballestrem( 3.): Auf Grund einstimmig ge mehrung des Verkehrs. Aber der Chef der Reichseisenbahnen ist ausschließlich auf die Regierung angewiesen, wenn wir Verin der Kommission bei seiner Erklärung geblieben, weil diese befferungen verlangen. Darum muß ganz speziell für die Reform faßten Beschlusses des Zentrums bitte ich, den letzten Antrag von Theilreform ihren Einfluß auf die benachbarten Bahnen des Personentarifs die Stimme im deutschen Reichstage erhoben der Tagesordnung abzusetzen. Wir stehen nach wie vor zu würde. Früher hat man solche Rücksicht nicht werden. Was Herr v. Schalscha vorbrachte, konnte ebenso gut diesem Antrage, die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten genommen, vielmehr sich nicht gescheut den Nachbaren für den Abbruch der Eisenbahnen geltend gemacht weroen. Eine vom 29. Januar hat aber zu unserm Bedauern gezeigt, daß die Ronkurrenz zu machen und niedrigere Zarife einzuführen. ernsthafte Reform der Personentarife, wie wir fie verlangen, geht preußische Regrerung sich ablehnend dazu verhält und daß der Daß jezt jede Reform in ganz Deutschland still steht, weil die nicht gleichgiltig an der Frage der Verminderung der Einnahmen Antrag zur Zeit aussichtslos ist. Dieser Umstand allein würde preußischen Staatsbahnen eine Verminderung ihrer Einnahmen vorüber, sondern erstrebte vielmehr die erhöhte Nuzbarmachung uns nicht veranlaßt haben, darauf zu verzichten; wenn nicht ertragen fönnen, ist die Folge der Berstaatlichung der des in den Staatsbahnen aufgehäuften Kapitals. Seit der Ver- wir es dennoch thun, so thun wir es in Hinblick auf preußischen Bahnen. Gewiß muß jede derartige Reform genau staatlichung ist übrigens durch die Reform der Einkommensteuer die Thatsache, daß die Vorlegung des Volksschul- Gesetzes eine hochgrabige, wenn auch nach unserer überlegt werden, denn sie kann, falsch angefangen, den Verlust allerdings eine neue Steuer oder doch die Erhöhung einer be- in Preußen foloffaler Summen mit sich bringen. Aber sie wäre durchführbar stehenden Steuer eingeführt worden. Der Vorgang Ungarns darf Ansicht unbegründete Erregung im Lande hervorgerufen hat. gewesen, wenn nicht diese allgemeine Rücksicht dazwischen getreten uns nicht müßige Zuschauer bleiben lassen. Der Verkehr muß( Bewegung, Abg. Bebel: Gi! ei!). Wir müssen annehmen, wäre. Das muß deutlich ausgesprochen werden, damit Jeder verallgemeinert, verbilligt und bequemer gemacht werden; die daß die Verhandlung über unseren Antrag benutzt werden würde, mann im Deutschen Reiche wisse, warum diese so lang ersehnte Beibehaltung der vierten Klasse ist also nicht in der Richtung diese Aufregung noch mehr zu verschärfen, und wir glauben dem Vaterlande einen Dienst zu erweisen, wenn wir dazu die Hand Tarifrevision nicht zu Stande tommen tann. In der Kommission einer wirklichen Reform gelegen. hat man auch die Frage der Vorbildung der höheren Eisenbahn- Minister Thielen: Ich bin feineswegs ein enragirter Gegner nicht bieten.( Hört! hört!) Wir vertrauen, daß die Wünsche Beamten erörtert. Es ist in Aussicht genommen, diese Vorbilder Reform der Personentarife, halte diese Reform vielmehr für des fatholischen Volkes nach Aufhebung dieses Ausnahmegesetzes dung nach der praftischen Seite zu vervollständigen; in dieser um so mehr geboten, als die geltenden Tarife weder ein Muster doch endlich erfüllt werden und behalten uns vor, den Antrag zu Beziehung ist die Erklärung des Ministers in der Kommission von Einfachheit noch von wirthschaftlicher Logik find. In beiden geeigneter Beit wieder anzuregen. mit Dank aufzunehmen. Ich hoffe, daß es sich darum handeln Richtungen muß auf ihre Reform Bedacht genommen werden. Präsident von Levehow: Diese Begründung eines Ge wird, dem, was ber verstorbene Abg. Berger den Affefforismus Abg. Möller( ntl.) unterstützt die Forderungen des Abg. schäftsordnungsantrages war etwas ausführlich!( Große Heiterin der Eisenbahn- Verwaltung nannte, entgegenzutreten. Dadurch v. Stumm auf Ermäßigung der Tarife für Rohstoffe, welche als teit.) Schluß gegen 51/2 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag wird es auch wohl möglich werden, das Schreibwert in der Ver- Maffengüter verfrachtet werden. Die Ermäßigung der Personenwaltung etwas zu vermindern. tarife sei wohl daran gescheitert, daß Niemand etwas Be- 1 Uhr.( Anträge aus dem Hause.) Minister Thielen: Die preußische Staats. Eisenbahn- friedigendes für die Reform vorschlagen fonnte; es werde desBerwaltung weiß sich davon frei, daß sie an der Fortführung halb in der nächsten Zeit aus der Reform nichts werden. Bei der Reform der Personentarife gerade durch ihre Eigen- der Reform der Gütertarife dürften allerdings auch die Stückgüter fchaft als Staatsbahn Berwaltung gehindert würde. Sie hat nicht übersehen werden. Damit schließt die Diskussion; die Einnahmen werden be= eine große Anzahl von Verkehrserleichterungen und Verbefferungen geschaffen, welche direkte Reformen waren. willigt. Den Reformbestrebungen ist neben den Rücksichten auf die Finanz- Bei den Ausgaben für die Unterbeamten und Arbeiter belage noch das andere Moment hindernd in den Weg getreten, schwert sich baß man sich über ein Reformprojekt, das allen Anforderungen Abg. Singer( Soz.): Wie die Militär- und Marineverwalgenügte, noch nicht hat einigen fönnen. Süd- und Norddeutsch- tung hat sich auch die Reichs- Eisenbahnverwaltung dafür ausland sind verschiedener Meinung, und ebenso die Bezirksgesprochen, die einer bestimmten politischen Richtung angehörenden Eisenbahnräthe in Preußen. Der Wegfall der vierten Klaffe ist Arbeiter von der Beschäftigung in ihren Betrieben auszuschließen. ebenso auf Widerspruch gestoßen wie die Art und die Höhe der Von der kaiserlichen Generaldirektion ist eine Verfügung erlassen, Ermäßigung der Tariffaße. Die Reform der Personentarife ist wonach die Arbeiter an Vereinen, deren Ziel der Umsturz der auch nicht so bringend als diejenige der Gütertarife.( Sehr bestehenden Gesellschaftsordnung sei, nicht Theil nehmen dürfen, ber Verkehr wenig entwickelt. Es ist dabei auch nicht außer Acht von dem beschränkten Unterthanenverstand: Wes Brot ich effe, au laffen, daß die Staatsbahn- Verwaltung bemüht gewesen ist, des Lied ich finge. Ueber diese Verhältnisse sollten wir ver- Für persönliche Zulagen für Richter deutscher Abkunft, die auch nach anderer Richtung hin den Verkehr im Allgemeinen zu nünftiger Weise in Deutschland hinaus sein! Der Staat hat der polnischen Sprache mündlich und schriftlich mächtig und im entwickeln, durch Einlegung neuer Züge, durch Beschleunigung sich um das politische Glaubensbekenntniß der Arbeiter nicht zu Oberlandesgerichts- Bezirk Posen angestellt sind, ist eine Summe der Züge, durch Einführung der britten Klasse in die Schnellzüge, kümmern, er darf höchstens politiſche Diskuſſion während der Arbeit von 9000 Mt. ausgefeßt, = Abgeordnetenhaus. 15. Sigung vom 10. Februar, 12 11 hr. Am Ministertische v. Schelling und Kommissarien. Die Berathung des Etats der Justizverwaltung wird fortgefegt. Bei den Ausgaben für die Gerichtsschreiber bittet Abg. Lotichius, dahin wirken zu wollen, daß die Beamten gleicher Klasse nicht verschiedenen Gehaltsverbänden zugewiesen werden. weisen darauf hin, daß die auf diesem Gebiete vorliegenden Mißstände durch die Einführung der Altersstufen beseitigt würden, wozu nach einer Mittheilung des letzteren die Vorarbeiten im Ministerium bereits begonnen hätten. Ungleichheit baldigst beseitigt werde. Referent Abg. Bödiker und Geheimer Justizrath Vierhand Abg. Nadbyl( 3.) hofft ebenfalls, daß die jetzt herrschende wenden. Abg. von Czarlinski hält es für nothwendig, diesen Die Theilnehmer der Vorbesprechung waren einig darin, daß schäft, was an Befizsummen 7 Millionen Markt an Werth aufs Fonds zu erhöhen und auch für andere Landestheile anzu- die Arrangements der Feier dieses Jahr von der politischen wies. Der Firma gehörten mehrere Grundstücke in Berlin, Abg. Gerlich hält eine Vermehrung des Fonds nicht für Partei getroffen werden sollen, wobei als selbstverständ: Steinbrüche und Granitwerke in der Provinz, ein Gut und ein fich rentirendes Geschäft. Ein der Firma gehörendes Grundstück nothwendig; früher sei die Forderung berechtigt gewesen, als es lich vorausgesetzt ist, daß die auf dem Boden der Klassen in Berlin faufte das Reichs- Versicherungsamt für 1/2 Millionen noch eine große Auzahl polnisch rebender Preußen gab. Jetzt bewegung stehenden gewertschaftlich organisirten Arbeiter sich Mart! Der Geschäftsinhaber legte sich natürlich gar bald noble folge des Schulunterrichts. Die große Rücksichtnahme auf die die politische Partei erschien angebracht, um den einheitlichen Ställe für 60 Pferde bauen, die 380 000 m. tofteten. Im vermindere fich die Zahl derfelben aber von Jahr zu Jahr in der Feier anschließen werden. Die Leitung der Feier durch Passionen zu: Pferde, Spiel, Weiber- das ist bei den Herren ja so, Mode". Auf seinem Gute ließ der Mann eine Trainirbahn und Bolen müsse aufhören. Früher sei es vorgekommen, daß man einen Mann, der etwas forsch auftrat und einen starten Schnurr Charakter derfelben zu wahren und jede Berfahrenheit zu ver- Jahre 1889 wurde ein Batent erworben, das große Summen bart hatte, vor Gericht polnisch anredete, weil man ihn für einen meiden, wie sie sich gelegentlich der Feier im vorigen Jahre hier verschlang und feinen Pfennig einbrachte... In letzter Zeit Polen hielt.( Heiterkeit.) und da gezeigt hat. diskontirte kein Banfier mehr auch nur ein 100 M.- Atzept der Die Abgg. Brandenburg( 3) und von Czarlinski bestreiten, daß die große Masse der Schulkinder es dahin bringe, fich fo geläufig deutsch auszudrücken, daß sie vor Gericht alle ihre Intereffen vertreten fann. sprechen den Ausführungen des Abg. Gerlich. Bei dem Mangel an genügend großen Lokalen oder freien, Firma, die jetzt den Konkurs anmelden mußte. Wechsel im Betrage von 100 000 m., atzeptirt vom Firmeninhaber, befinden den Boltsmassen zur Benutzung zugänglichen Pläßen, auf welchen sich in Wucherhänden! Derselbe war auch ein ausdauernder die Hunderttaufende von Berliner Arbeitern, welche sich für die Sazardspieler, er spekulirte an der Börse, kurz und gut, er war Auch die Abgg. Lieber( 3.) und von Jazdzewski wider- Maidemonstration interessiren, Platz fänden, hat man davon ab- ein fapitalistischer Geschäftsmann fo ganz fin de siècle. sine sehr niedliche Spielgeschichte wird von dem in Konkurs Abg. Samula( 3) empfiehlt tie Ausdehnung des Fonds gesehen, eine Zentralisation der Feier in Vorschlag zu bringen. Gerathenen erzählt. Wir wollen diefelbe wiedergeben, weil auf Oberschlesien, wo das Bolt ebenfalls wenig deutsch verstehe. Es fand dagegen der Vorschlag allseitige Zustimmung, daß in einer der Edelsten der Nation" bei derselben eine sonderbare Abg. Gerlich: Die Kinder lernen in der Schule ganz gut den sechs Berliner Reichstags- Wahlkreisen sich Komitee's bilden, Rolle spielt: deutsch, sie vergessen es nur, weil sie es vergeffen wollen, weil welche die Vorbereitung der Demonstration in die Hand tannten Offisier, einem Grafen, eine Revanches In einem Privatzirkel war Schleicher mit einem bes ihre Eltern und die polnischen Zeitungen sie aufftacheln, sich des Deutschen nicht mehr zu bedienen. Vor dem Kreisausschuß hatte nehmen sollen. einheitlichen Charakter partie eingegangen, die für ihn überaus ungünstig war, während ich neulich drei Beugen zu vernehmen, fie hießen Hoppe, Schuls der Feier, so weit möglich, hervortreten zu lassen, wurde an dieselbe für seinen gräflichen Gegner große Chancen bot. und Warmbier( Heiterfeit), aber alle behaupteten, nur polnisch zu geregt, die Arrangements in den sechs Wahlkreisen möglichst Schl. schnitt hierbei auch mit einem Berlust von 1300 000. Abg. Czwalina( dir.) hält es für nothwendig, daß in den gleichartig zu gestalten und sollen vor allem die Festkarten ein ab, von denen indeß nur 300 000 m. regulirt worden sein sollen. Die betreffenden Bedingungen wurden als so wenig fair erachtet, poluifchen Landestheilen gute Dolmetscher vorhanden sind; man Berzeichniß fämmtlicher Festlokale und Festpläge enthalten und daß sie in den eingeweihten Kreifen sehr abfällig beurtheilt wurden, follte den Fonds erhöhen, nicht um die Zahl der Dolmetscher zu dieselben zum Zutritt in allen Bokalen berechtigen. Man hofft, was zur Folge hatte, daß der glückliche Gewinner mit schlichtem vermehren, sondern um bessere Dolmetscher anzustellen. daß durch die letztere Einrichtung der Ueberfüllung bestimmter Abschied den Dienst verlassen mußte. Bokale in etwas gesteuert wird. fönnen. Abg. Graf Limburg- Stirum glaubt, daß es sich hierbei nicht um politische Dinge handle, sondern um die einfache Frage einer ordentlichen Rechtspflege. Bei einer verständigen Berwaltung wird sich die Sache sehr leicht regeln lassen. Um aber den In der Zusammenkunft sprach man sich besonders auch das gegen aus, daß auch dieses Jahr wieder besondere Maifeierbons Abg. Motty bestreitet, daß die polnischen Zeitungen die ausgegeben werden. Es wurde daraufhin von unterrichteter Seite wenn nicht ein Staatsanwalt? werde. Gebäudes in Quakenbrück. Mit anderen Worten, der Mann verlor an den Grafen den Rest ist 1 300 000 M. und zahlte davon nur 300 000 M., er wahrscheinlich auf Ehrenwort" schuldig geblieben. Der Graf war zwar Offizier, für welche noch eine ganz bescheidene„ Ehre" existiren soll, aber das hinderte ihn gar nicht, die 300 000 Mt. einzustecken und sich als glücklicher Gewinner" den Abschied ertheilen zu lassen. Non olet! Wer jetzt noch daran zweifelt, daß die bürgerliche Gesellschaft trieft vor Moral, Gottesfurcht und frommer Sitte, dem ist nicht zu helfen... werks, der Garnweberei. Ein Leute aufreizen, ihre Kenntniß des Deutschen zu verleugnen. Der Fonds wird bewilligt. die Mittheilung gemacht, daß ein solcher Plan von keiner Seite Bei den Ausgaben für die Staatsanwälte empfiehlt Abg. vorliege. Das Maifestzeichen solle zum Selbsttostenpreis an die Eberhart die Umwandlung der diätarischen Stellen für Affefforen einzelnen Komitees geliefert werden und wird mit demselben, bei der Staatsanwaltschaft in etatsmäßige Stellen; jest seien diese neben dem demonstrativen Charakter, vor allem die Absicht verBeamten nur furze Zeit in ihrem Amt, während es wünschens werth sei, die Stellen dauernd zu besehen. Redner verlangt ferner folgt, dem Bedürfniß der Demonstranten gerecht zu werden, ohne Von der guten alten Zeit". Daß das Großkapital die eine andere Regelung der Vertretung der Staatsanwälte. Es sei sie auf die Produkte von Privatspekulation anzuweisen. Es darf fleinen Industrien langsam aber sicher erdrückt, ist eine Thats peinlich für ihn, als Staatsanwalt für diese Sache einzutreten, wohl angenommen werden, daß die Grundsäge, welche in dieser sache, welche jetzt auch die bürgerliche Presse zugeben muß. Alle allein wer würde aus dem Hause für die Staatsanwälte eintreten, Bufammenkunft akzeptiert wurden, die Billigung der Klaffen- Innungsfram muß werthloser Trödel bleiben, denn der Geheimer Justizrath Lucas: Ich nehme an, daß der Bor- bewußten Arbeiter in ganz Deutschland finden und die Handwerkerstand wird in absehbarer Zeit völlig zum Stlaven des redner den Regierungstisch ausnimmt, daß er erwartet, daß bei Maidemonstration deshalb überall im gleichen Geiste arrangirt Großbetriebes herabgesunken sein. Ein Theil dieses Prozesses der Justizverwaltung ein warmes Herz für die Staatsanwälte und gefeiert werden wird. hat sich, wie fich Jedermann durch Augenschein überzeugen fann, vorhanden ist. Ich hoffe, daß nach den Erörterungen des geftrigen bereits vollzogen, der übrige wird sich vollziehen im nächsten Zages im nächsten Etat die zuerst vom Vorredner angeregte Frage Das Leichenbegängniß der Frau Pens bewies wieder Jahrzehnt, so daß in absehbarer Zeit von dem wirklichen Handerledigt werden wird. Bezüglich der Stellvertretung der Staats- einmal auf das Schlagenofte, wie tief Liebe und Dankbarkeit im werterstand nur noch klägliche Heste von der verschwundenen anwälte kann ich eine solche Hoffnung nicht aussprechen. Herzen des Volkes wurzeln. Wir lesen darüber im Volksblatt Pracht werden Zeugniß ablegen. In welcher Weise dieser Aufder Verhältnisse der Bureaubeamten in den Vororten Hamburgs, der Trost, den unfer schwergeprüfter Genoffe Peus vom Grabe freifinnigen Anzeiger f. d. Havelland" finden. Da wird berichtet, Abg. v. Bülow- Wandsbeck( freit.) tritt für eine Aufbesserung für Anhalt":" Wer Liebe säet, der wird Liebe ernten", das war saugungsprozeß vor sich geht, davon legt eine Notiz Zeugniß ab, welche wir in dem in unserer Nachbarstadt Spandau erscheinenden namentlich in Wandsbeck ein wegen der dort besonders großen feiner leider so früh dahingerafften Lebensgefährtin mit nach freisinnigen Anzeiger f. b. Havelland" finden. Da wird berichtet, baß wieder ein Repräsentant der guten alten Zeit", ein Hauſe trug. Schon in den Vormittagsstunden machte sich in 77jähriger Garnwebermeister verstorben ist.„ Er war, so heißt Geheimrath Justizrath Vierhaus: Ein einseitiges Vorgehen Dessaus sonst so stillen Straßen ein geschäftiges Treiben es in der Notiz weiter, einer der letzten Repräsentanten eines Preußens zur Bersetzung der Bororte in eine höhere Servisklasse bemerkbar; Stunde um Stunde tamen vereinzelte Gruppen von früher hier in großer Blüthe stehenden Hand. fei nicht möglich, ebenso wenig tönne die Justizverwaltung allein Männern und Frauen die Bismarckstraße herauf, Kränze mit Infolge der Uebermacht ber für ihre Beamten Theuerungszulagen gewähren. Abg. Lerche( fr.) empfiehlt eine Aufbefferung der Gehälter Göthen, Bernburg, Zerbst, Buckau, Magdeburg und Berlin hatten die Kleinindustrie eingestellt werden, und das Weberhandwerk weißen oder rothen Schleifen tragend. Von Nah und Fern, von Großindustrie mußte auch hier, wie in vielen andern Orten, ber Gerichtsschreibergehilfen, welche gegenüber den übrigen die Genoffen Delegirte gesandt, um dem Genoffen Beus ihre Theil wird seitdem in Spandau nicht mehr betrieben." Bureaubeamten zu niedrig bezahlt seien. nahme an dem schweren Verlust, den er erlitten, vor aller Welt fundAbg. von Bülow- Wandsbeck: Die Justizverwaltung befindet guthun. Und als Nachmittags der weit über 1000 Theilnehmer Da wird also in trockenen Worten zugestanden, was sonft fich etwas im Rückstande bezüglich ihrer Beamten; den Be- zählende Zeichenzug sich unter den feierlichen Klängen des Chopin von der Kapitalistenpresse mit Vorliebe abgeftritten wird: Die amten anderer Berwaltungen hat man schon Dienstwohnungen fchen Trauermarsches vom Krankenhause durch die Stadt nach dem Großindustrie hat einem früher in großer Blüthe stehenden zugewiefen. Friedhof III hinausbewegte, mochte Jeder, der die Maffen ruhig Handwert" den Garaus gemacht und baffelbe so gründlich ers Nachdem Abg. Friedberg sich den Ausführungen des Abg. ihres Weges ziehen sah, deutlich erkennen, daß die Sozial- würgt, daß es nicht mehr aufzukommen vermochte, sondern eins Lerche angeschloffen hatte, erklärt Vor einem halben Menschenalter noch eine demokratie in Anhalt bereits eine achtunggebietende Macht ge- gehen mußte. Geheimer Justizrath Vierhaus, daß die Regierung bei der worden ist. Ein stummer Protest, eine lautlose Antlage war" Säule" des Handwerkerstandes, ist jetzt der letzte Repräsentant Neuregulirung der Gehaltsverhältnisse aller Subalternbeamten dieser Leichenzug, und keiner fragte, wem diese schwere Anklage der Spandauer Garnweber zu Grabe getragen worden. auch die Verhältnisse der Gerichtsschreibergehilfen berücksichtigen galt. Denn sie Alle, die hinter dem Leichenwagen einhergingen, halbes Menschenalter weiter und Niemand wird mehr wiffen, hatten nur einen Gedanken, den Keiner auszusprechen brauchte, daß zu Anfang dieses Jahrhunderts in Spandau eine Industrie Bei den fachlichen Ausgaben weist Abg. von Puttkamer weil er auf allen Gefichtern zu lesen war. Ob auch der Regen einen Theil der Bürgerschaft ernährte, von der zu Ende des Treblin( fons.) bei der großen Ausdehnung des Amtsgerichts herniederströmte und eine Schlammfluth die Straßen bedeckte, die Jahrhunderts nichts mehr als höchstens der Name vorhanden ist. bezirks Rummelsburg in Pommern auf die Nothwendigkeit der Tausend wallfahrteten den mehr als stundenlangen Weg zum Dasselbe Schicksal wie die Spandauer Garnweberei erlebt Abhaltung von Gerichtstagen, vielleicht in Treblin, hin. Friedhofe hinaus, um am Grabe der dahingeschiedenen jetzt die Handweberei im Gulengebirge und in der sächsischen Abg. Brandenburg empfiehlt den Neubau des Amtsgerichts- Frau ihres Genoffen als Zeichen der Liebe und Treue Laufig, das Gewerbe der Nagelschmiederei hat den Auflösungs ihre Kränze niederzulegen. Es ist kaum möglich, all prozeß bereits hinter sich. Die Uebermacht des Großtapitals Die ordentlichen Ausgaben werden bewilligt, ebenso die ein die Vereine, Klubs und Gesellschaften aufzuzählen, Klubs und Gesellschaften aufzuzählen, die läßt den Kleinbetrieb nicht mehr aufkommen, wo immer der maligen Ausgaben, nachdem bei der Position für den Neubau durch solche Kranzspenden ihrer Sympathie mit dem leidtragenden Fabrikschlot raucht und die Dampfmaschine keucht, da hat für eines Landgerichts in Dels Abg. Eberhard den Dant feiner Genoffen und zugleich der gerechten Empörung über die ihm den Kleinbetrieb das legte Stündlein geschlagen. Die Fabrik Wähler, welche Gerichtsinfaffen des Bezirks Dels feien, für diesen widerfahrene Unbill hier Ausdruck gaben. Unmittelbar hinter mit ihren Maschinen, ihrem Maffenkonsum von Rohmaterial, Neubau ausgesprochen hatte, nachdem ferner auch eine Beschwerde dem Garg gingen Deputationen der Frauen von Berbst, Cöthen ihrem erweiterten Abfaßgebiet macht ihre Konkurrenz dem Handdes Abg. Grimm, daß für das Landgericht in Wiesbaden immer und Berlin, denen sich die Vertreterinnen des Frauen- und werker bald so fühlbar, daß diesem nur noch das Recht des Bers noch kein neues Gebäude in Aussicht genommen ist, der Geheime Mädchenvereins Unverdrossen" zu Dessau anschloffen. Dann hungerns bleibt. Entweder er fügt sich den neuen Verhältnissen Justizrath Starcke erwidert hatte, daß wegen veränderter Wahl folgte der lange Zug der Männer, eine schier endlose Reihe von und sucht ebenfalls beim Großkapital Unterschlupf oder er ſieht des Bauplatzes auch eine Umänderung des Bauplanes habe er Strängen tragend. Bertreten waren, soweit wir unterrichtet sind, fich binnen Kurzem vor seinem wirthschaftlichen Ruin. Diesen folgen müssen. die Parteigenoffen von Deffau, der Beseklub Karl Mary" Berlin, Entwicklungsgang fann fein Jnnungszwang, fein BefähigungsSchluß 24 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 12 Uhr.( Etat die Genossen und Genofsinnen der deutschen Hutfabrik Berlin, nachweis und fein sonstiger Zunfttram aufhalten, er ist eine ber direkten Steuern.) der Gefangverein Borwärts II" Berlin, die Ethische nothwendige Folge des tapitalistischen Staates und tann erst Gesellschaft Berlin, der Arbeiterverein Dessau, die organis aufhören, wenn der Leytere aufgehört hat zu egistiren. firten Maurer Dessaus, der Gefangverein Vorwärts" ,, Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!" Am Sonns Deffau, die Biegelei Arbeiter Dessau, das„ Volksblatt für Anhalt," der sozialdemokratische Agitationstlub Berlin Ost, die abend", schreibt die Freifinnige Zeitung", wurde im Deutschen Genoffen von Köthen, Magdeburg, Roswig, Buckau, Bernburg Theater" Schiller's Don Carlos" gegeben. Nach den Worten und Neuhaldensleben, sowie der allgemeine Arbeiterverein Magde des Marquis Bosa:" Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!" brach Die Tagesordnung für die Sigung der Stadtverord burg. Von den zahllosen Kränzen, die die persönlichen Freunde ein laut tönender, sich mehrere Male wiederholender, zum Schluffe von lauten Bravorufen begleiteter Beifall aus, deffen gegen das neten- Berfammlung am Donnerstag, Nachmittags 5 Uhr, ent- und Bekannten von Peus gestiftet hatten, gar nicht zu reden. hält u. a.: Borlage, betr. eine an die beiden Häuser des Land- Daß auch die Schuhmannschaft nicht fehlte, versteht sich bei Volksschul- Geses gerichtete Spize deutlich erkennbar war." In tages zu richtende Betition wegen des Boltsschul- einem sozialdemokratischen Leichenbegängniß ja von selbst. Kaum gleicher Weise ist bekanntlich ein ähnlicher Vorgang im Hofs gefes Entwurfes- Antrag von Mitgliedern der Ber- batte der Zug den Friedhof erreicht, so belagerten die Schußleute theater zu Stuttgart, der sich vor kurzem ereignet hat, von der fammlung wegen unentgeltlicher Ausführung der Desinfektion bas Grab, um jede Demonstration im Reime zu ersticken. Trotz freifinnigen" Breffe dazu benutzt worden, um Deflamationen der Wohnungen und Effekten bei ansteckenden Krankheiten biefer Borsichtsmaßregeln wurde die Nuhe nicht gestört; denn über die freiheitsliebende" Gesinnung unserer Bourgeoisie Nun ist aber das Publikum des Berichterstattung über die Vorlagen, betr. Die Veräußerung eines jeder Genosse war sich bewußt, daß bie Feierlichkeit daran zu knüpfen. eingegangenen Theiles der Torfstraße, die Erwerbung von biefes Augenblics durch fein voreiliges Wort entweiht Deutschen Theaters" fchon seit Jahren, also lange bevor Straßenland vor den Grundstücken Wallstr. 36 und 37 und den werden dürfe. Während die Musit Mozarts Requiem Jemand an das Bedlins'che Boltsschul- Gesetz dachte, wiederholt und Austausch des Grundstücks Taubenstr. 23b gegen die Grundstücke spielte, wurde der Sarg in die Tiefe gesenkt und Kranz um piel eicht sogar regelmäßig an der betreffenden Stelle in den Müllerstr. 129-131. Kranz von den Genoffen auf das Grab gelegt. Als aber Peus felben laut tönenden" Beifall ausgebrochen, ohne daß davon viel selbst an die Gruft trat und mit thränenerstidter Stimme feinem Ausbebens gemacht oder daraus gar ein Schluß auf die Freiheitsgeliebten Weibe den letzten Scheibegruß zurief, da blieb fein Auge liebe" der Buschauer gezogen wurde. Der Beifall hat auch trocken, und selbst die rauhen Wächter des Gesetzes fonnten sich zweifellos stets nur dem Darsteller, nicht dem Dichter der Rührung nicht erwehren. Das war ein Webschrei, der aus gegolten, da sich in der Szene, welche mit der Forderung der der Tiefe eines in seinen heiligsten Gefühlen beleidigten Mannes- Gedankenfreiheit endigt, Gelegenheit zur Entfaltung eines beson herzens fich emporrang und lauter, als tausend Worte es ge- deren schauspielerischen Könnens bietet. Wahrscheinlich wird fonnt hätten, die Welt zum Zeugen des ihm widerfahrenen Un- auch den neuesten Beifallsausbrüchen am Sonnabend im hiesigen rechtes anrief. Und die Umftehenden verstanden diesen Web- Deutschen Theater" und vor 14 Tagen im Stuttgarter Hof schrei und verließen im Angesicht dieses neuen Opfers, das der heater dasselbe harmlose Motiv zu Grunde gelegen habe. Dieses Ernst und eiserner Stirne den Friedhof, fest entschlossen, nun erst wenn in einem der modernen Dramen, welche sich gelegentlich Moloch unseres Klaffenstaates verschlungen hatte, mit ruhigem selve freigeitliebende" Publikum bricht in Hohngelächter aus, recht weiterzufämpfen gegen die ausbeutenden Gewalten, damit auf die ganz und gar vom Geldsack der Bourgeoisie beherrschte endlich, endlich die jest so vielfach geschändete Gerechtigkeit zu Deutsche Bühne verirren, die wirthschaftliche Freiheit für das arbeitende Proletariat gefordert wird. Freiheit, die ich Ghren tomme auf Erden. meine", dentt der Bourgeois und fährt fort, feine Arbeiter auszubeuten. F Kommunales. Außerdem findet am Beginn dieser Sigung die Einführung und Verpflichtung der wiedergewählten Stadtverordneten Bern hardt und Vortmann, sowie des neugewählten Stadtverordneten Hauer statt. Tokales. Die Frage der Feier des 1. Mai, welcher dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, ist bereits in mehreren hiesigen Verfammlungen Gegenstand von Grörterungen gewefen. Es hat deshalb in den letzten Tagen eine private Zusammenkunft bekannter Parteigenoffen, Vertreter der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung, stattgefunden, in der die Frage der Maifeier erörtert wurde. M " " Eine Pleite", welche ein Mitglied der bekannten„ oberen Behntausenb" betrifft, giebt jenen vornehmen girfeln"" wieder Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer einmal für einige Zeit Gesprächsstoff und hat die Standalchronit Gelegentlich dieser Besprechung wurde mitgetheilt, daß der bürgerlichen Gesellschaft um einen neuen Ball" bereichert. hatte fur Sonntag Abend in Kuhlmey's Salon ein gemüthliches Der Marmorwaaren- Fabritant Schleicher ist vom Pleitegeier Beifammenfein( mit Familie) arrangirt, das erste gesellige Seitens der Parteileitung auch dieses Jahr wieder eine Mai- gepackt und so fräftig geschüttelt worden, daß er den Konturs Sonntagsvergnügen, welches vom Verein überhaupt veranstaltet fest Nummer herausgegeben wird, auf deren geistigen In anmelden mußte. Wir halten uns bei der Affäre nur beshalb worden ist. Die Betheiligung war eine so erfreuliche, daß das halt und technische Ausgestaltung besondere Sorgfalt verwendet etwas länger auf, um unseren Lefern au zeigen, wie's jene Ge- Routtee bei diesem einen Feste nicht stehen bleiben wird. Die werden soll. Außerdem wird für die Theilnehmer an der Mai- fellschaft treibt, welche sich mit Vorliebe als den Sittenrichter Borträge fanden großen Beifall, der Tanz den regsten Zuspruch. und Moralprediger für die arbeitende Bevölkerung aufspielt. Das Fest legte den besten Beweis dafür ab, daß die Organisation demonstration ein für ganz Deutschland gleichmäßiges& est- Die Firma Schleicher besteht feit 75 Jahren. Bor zehn der Maurer eine so fest gefügte ist, daß dieselbe noch eben folch zeichen hergestellt werden. Jahren übernahm der jezige fallit gewordene Besitzer das Ge- hejtigen Stürmen Troß bieten kann, wie sie bereits über dieselbe dahtnAebraust sind. DaZ die Mitglieder beherrschende Soli« dantatsgefühl kann durch nichts erschüttert werden und so kann die Organisation der Berliner Maurer auch heute noch sür die übrigen Gewerkschaften Berlins als Beispiel und Muster dienen. Den Festvortrag hielt Kollege Heinrich Fiedler, der nochmals die Kampfe und Ziele des Vereins, sowie des gesammten Proletariats m kerniger Rede schilderte und diszenigen, welche der SBminijuna noch fernstehen. aufforderte, nun endlich den Jndifferentismus aufzugeben und sich dem Verein anzuschließen, deffen Ziele_ allein es erreichen könnten, dem Arbeiter die Stellung in der Welt zu verschaffen, die er verdiente. Redner wandte sich auch an die Frauen, deren Einfluß es sehr oft fertig gebracht habe, daß die Männer thätige und energische Vereins- Mitglieder geworden seien; er forderte die jungen Leute auf. sich }0 zeitig wie möglich der modernen Arbeiterbewegung anzu- schließen, da nur durch diese eine wirkliche Befferung der Lage des arbeitenden Volkes erreicht werden könne. Die jungen Ar- beiter pochte» sehr oft aus ihre körperliche Kraft, durch welche sie ihren Unterhalt reichlich zu verdienen vermeinten. Aber sehr bald sei es mit dieser Kraft zu Ende und Niemand kümmere sich um die Arbeiter-Veteranen, wenn diese nicht an ihrem Verein eme kräftige Stütze fänden. Mit einem Hoch auf die Sozial- demokratie, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten, sästoß der Vortragende. Nach Absingen der Marseillaise wandte man sich wieder den Nummern des Feftprogrammes zu. das so reichhaltig war, daß ein Theil des Montages zu Hilfe genommen «erden mußte, um daffelbe zum Schluß zu. bringen. � Wir erhalten folgendes schreiben, welches für sich selbst spricht: Als langjähriger Abonnent Ihres Blattes erlaube ich mir, Ihnen dag Folgende mitzutheilen, in der Annahme, daß auch Ihnen daffelbe beachtenswerth und zur Veröffentlichung für weitere Kreise geeignet erscheinen wird. Ich ließ vor ewigen Tagen ein Inserat in die.Vossische Zeitung" und„Berliner Tageblatt" hineinsehen, worin ich einen jungen Mann zum so- fortigen Antritt suchte, der der englischen Sprache mächtig ist, und erhielt hierauf nicht weniger als 2ö9(sage und schreibe: tweihundertnennundsechzig) Bewerbungsschreiben von kaufm. ngestellten im Alter von 20—43 Jahren, die zum größeren Theile bereits stellungslos, zum anderen kleineren Theile aber sich in bereits gekündigten Stellungen beflnden. Alle diese Bewerber erklären, der engl. Sprache mächtig zu sein, und gehl man wohl in der Annahme uicht fehl, daß die Anzahl der um diese eine vakante Stelle Ringenden vielleicht die zehnfache gewesen wäre, wenn obige Be- dingung in dem betreffenden Inserat nicht enthalten war. Wie lange, darf man angesichts solcher Zustände wohl fragen, wird «s noch dauern, bis es auch in den Köpfen der kaufmännischen Angestellten zu dämmern beginnt, bis auch sie einsehen werden, daß nur die Umgestaltung der kapitalistischen Produktionsweise in die sozialistische ihnen Rettung bringen kann. Mögen jenen Genossen, die sich die aufklärende Propaganda unter den jungen Kaufleuten zur Ausgabe gemacht haben, auch die obigen Zahlen als Material dienen, damit auch die kaufmännischen Angepellten die Reihen des kämpfenden Proletariat? verstärken und Scbulter an Schulter mit diesem die Verwirklichung der sozialistischen Ideale herbeiführen helfen.— Ein HeirathSschwiudel frechster Art ist vor Kurzem ver- sucht worden. Zum Opfer war«ine Berliner junge Dame ans- ersehen worden. Sie ist Inhaberin eineS gutgehende» Putz- geschäftes in der K.-Straße. Eines Abends ging sie in ein Theater und lernte dort einen Herrn kennen. der ihr durch sein nobles Auftreten um so mehr imponirte, als er sich als„reiche» Amerikaner und Plantaaenbesttzer" einführte. Er bat um die Erlaubniß, einen Besuch machen zu dürfen. Diese wurde ge- währt, und als er bei dieser Visite der Dame Herz und Hand antrug, auch freudig erhört. Nach Rücksprache' mit den Ver- wandten drang der glückliche Bräutigam auf baldige Ehe- schließung, da er auf seine Plantage zurück muffe. So wurde denn in fieberhafter Eile Alles vorbereitet, das Geschäft ver- kaust:c. Der Tag der Hochzeil kam, man ging zum Standes- omt. um zu erfahren, daß die Ehe nicht geschloffen werde» könne. da die Papier« des Bräutigams nicht in Ordnung seien. Erhalte um Trost für die Braut jedoch gleich eine plausible Erklärung ür diesen befremdlichen Umstand. Als er auf Reisen ging, hatte er ja keine Ahnung, daß er unterwegs das Glück haben würde, eine liebe Braut zu finden, also auch keinen Grund, sich alle Papiere mitzunehmen. Der Bräutigam wußte jedoch einen Aus- weg: fi« wollten sich in England trauen lassen! Er setzte feinen Willen durch, und nachdem die schöne Aussteuer u. f. w. in Kisten und Kasten untergebracht war, dampfte man ab. Doch als man an die Echiffsstation kam, zeigte eS sich, daß dem reichen Amerikaner das baare Geld ausgegangen war. Er hatte gerade Noch 30 Pf. in der Westentasche. Natürlich hatte er viele Werth- Papiere bei sich; doch wenn er diese umwechseln lassen müßte, würde er an Kursverlust und Wechselgebühren ,c. eine ziemlich bedeutende Summe an Bankiers verlieren. So lieb fich denn die Braut beschwatzen, von den WOO Mark da», Geld, das sie bei sich führte, ihm 1300 M. ein- zuhändiaen. In London angekommen, stieg das Paar in einem Hotel ab, das einem der Londoner Verhältnisse Kundigen, schon wegen seiner Lage in einer üdelberufenen Vorstadt bedenklich vorgekommen wäre, während die unkundige Dame ahnungslos blieb. Sie bat in London eine Tante zu wohnen, die natürlich vorher brieflich über Alle? unterrichtet war und die Vorbereitungen für die Hochzeit treffen sollte. Gleich nach ihrer Ankunft fuhr ste zu dieser, und als sie ihr erzählte, wo sie abgestiegen sei, durchfuhr ein Schreck die alte Dame, die mit den Worten:„Du bist einein Schivindler in die Hände gefallen, denn ein feiner Mann, und noch dazu ein reicher Amerikaner, steigt in diesem Hotel nicht ab!" die Nichte aufforderte, sofort mit ihr zurück- zufahren, um zu retten, was noch zu retten war. Die Ahnung war nur zu richtig. Bei der Ankunft im Hotel übecraschten sie den Gauner, als er gerade daran war, die Sachen der Braut mit Hilft von Komplizen fortzuschaffen. Natürlich verschwand er blitzschnell. Die junge Dame kehrt« dann um eine Lehre reicher m,d Lehrgeld ärmer nach Berlin zurück, wo sie wieder in ihr Geschäft als Theilhaberin eintrat. . Die Mitglieder der Familie d»« Kleist werden durch Inserat in der„Kreuz-Zeitung" zu dem diesjährigen Familientage am 4. März eingeladen. Am 4. März hat Graf Kleist vom Loß seine Gefängnißstrase von fünfviertel Jahren, die ihm zndiktirt wurde, weil er einen Restaurateur lebensgesährlich mißhandelte, bereits verbüßt, so daß er im Kreis« der Seinen über seme Er- ledniffe in Plötzensee wird berichten können. v Ei«„schwerer" Diebstahl ist vor einigen Tagen auf dem Hofe des Grundstücks Leipzigerstr. ILl verübt worden. Dort haben Diebe eine der Giefierei-Aktiengesellschast gehörige Bronze-Figur "n Gewicht von drei Zentnern entwendet. Die 1'/» Meter hohe »igur,«ine weibliche, trauernde Gestalt mit antikem Gewände, «präsentirt einen Werth von 240 Mark. Di« EigentHümer haben auf die Ermittelung der Thäter eine Belohnung von H0 Mark ausgesetzt. , � In der Kroll'schen Mordaffäre wird von dem Unter- suchungsrichter beim Landgericht ll folgende Bekanntmachung ertasten:.„ w m In der Voruntersuchung gegen den Gymnastiker Kroll und Genossen wegen Mordes ist eS von Wichtigkeit, folgende Per. Ionen zu ermitteln und zu vernehmen: l. denjenigen Mann, welcher am Morgen des 17. Dezember lögt die Leiche der Amalie Kroll zuerst erblickt und dies dem Arbeiter Paul vor dem ö'chiegner'schen Kohlenplatz in Weißense« milgetheut hat; 2. den- lemgen Bäckergesellen, welcher an jenem Morgen dem p. Paul reim Abnehmen der Leiche behilflich war. Alle Diejenigen, welch« ober den Aufenthalt der genannten Personen Auskunst zu geben, rffp. sonst etwas über du Sache zu bekunden vermögen, werden f aufgefordert, fich behufs kostenfreier Vernehmung werktäglich Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr bei dem Untersuchungs- richter hier, Rathenowerstraße IIS, Zimmer 73 zu melden. Der steckbrieflich verfolgte Bürgermeister a. D. Hugo Müller ist in Jnowrazlaw endlich ergriffen und am Montag in das Moabiter Untersuchungsgefängniß eingeliefert worden. Der moralisch gänzlich herabgekommene Mann hatte sich hier in Berlin in zahlreichen Fällen an wohlsituirte heirathslustige Wittwen herangefchlöngelt, hatte ihnen das Heirathen versprochen und ihnen alsdann ganz beträchtliche Summen abgeschwindelt, bis endlich eine der Geprellten Anzeige erstattete. Gin gräßlicher Unglücksfall hat sich gestern in der Nähe des Bahnhofes zu Spandau ereignet. Dort ergriff der Mittags vom Anhalter Bahnhofe in Berlin einlaufende Zug die Frau eines Bahnwärters, welche ihren» Mann das Mittagessen bringen wollte, und zermaluite die Unglückliche, welche auf der Stell« ihren Geist aufgab. Ein in der Brunnenstraße angestelltes Dienstmädchen soll ihr neugeborenes Kind erstochen haben. Die 3. Generalversammlung der katholischen Arbeiter» vereine Berlins und Unigegend tagte am Dienstag Abend unter dem Vorsitze des Generalpräses der katholischen Arbeitervereine Berlins und Umgegend, des fürstbischöflichen Delegaten Propst Dr. Jahnel. Von den Arbeitern hatte Niemand etwas zu sagen. Die Glanzrede hielt der Kaufmann Fuchs aus Köln. Er sprach über den Segen der christlichen Arbeit. Der christliche Arbeiter weiß, daß kein Schweißtropfen, den er in harter Arbeit vergießt, umsonst stießt; wenn er keinen Lohn hier empfängt, der überirdische um so reichlicher ihm zugemessen werden wird. Wie schade, daß in der Versammlung kein christlicher Arbeiter seine Meinung über diese Lösung der Lohnfrage aussprach. Polizeibericht. Am g. d. Mts., Vormittags, fand in der Kunstwoll-Fabrik von Hahn. Schillingstraße 12, eine Kessel- explosion Natt, wobei der Heizer Bull außer dem Bruch beider Unterschenkel so schwere Verletzungen am Kopse erlitt, daß er bald darauf im Krankcnhause am Friedrichshain starb.— Mit- tags wurde in dem Hause Brunnenstraße 33» in einer Koch- Maschine die Leiche eines Kindes ausgesunden, das ein Mädchen. in der Nacht zum 8. geboren hatte und anscheinend sofort er- droffelt hat.— In der Spree, nahe der Waisenbrücke, wurde zu derselben Zeit die völlig verweste Leiche eines unbekannten Mannes angeschwemmt.— In der Wohnung des Kauimanns Bredow, Dresdenerstraße 112, enistand Nachmittags beim De- stilliren von Liqueur dadurch Feuer, daß der in einer Flasche befindliche Spiritus sich entzündete und die Kleider einer Frau in Brand setzte. Hierbei erlitt die Frau so schwere Brandwunben am ganzen Körper, daß sie, nachdem ihr von Mannschaften der Fe erwehr ein Verband angelegt worden war, nach dem Kranken- hause Bethanien gebracht werden mußte.— An der Ecke der Markgrasen- und Kronenstraße wurde Abends ein Arbeiier von einem Rollwagen üderiahren und erlitt einen Bruch des Unter- schenkels. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Im Laufe des Tages und in der daraus folgenden Nacht fanden vier kleine Brände statt. Gerickiks-?eif»ma. In Sachen wider PenS steht am 15. Feln-uar, UVe Uhr Vormittags, vor der Slraftammer zu Magdeburg Haupt- verhandlungs- Termin an. In Sachen wider den Abgeord- neten Redakteur Schmidt(Burgstädt) steht am 25. Februar, 9 Uhr, vor dem Reichsgericht Termin an. Es kommt in diesem Termin die Frage der Immunität der Abgeordneten zur E»t- scheidung durch das Reichsgericht. Eine äußerst gefährliche Berbrecheri« auf lange Zeit unschädlich zu machen, gelang gestern der zweiten Strafkammer hiesigen Landgerichts I in dem Straf- verfahren gegen die Frau Karoline Bartsch geb. Kruse. Dieselbe halt» sich wegen einfachen und schweren Diebstahls, tBetruges, Urkundenfälschung und acht Fälle der versuchten Verleitung zum Meineide zu verantworten. Die schon wiederholt vorbestrafte Angeklagte ist keine romantische Verbrecherin, welche irgend welche Groß- thalen ans dem Gebiete des Diebstahls auszuweisen hat; sie hat auch bei den jetzt zur Anklage stehenden Fällen nur im Kleinen gearbeitet, doch ist die Planmäßigkeit ihres Vorgehens und die Hartnäckigkeil geradezu verblüffend, mit welcher sie gegen das massenhaft auf sie eindringende Beweic Material bis zuletzt ankämpfte. Bei den Urkundenfälschungen handelte es sich um Leihkontrakte, durch welche sich die Angeklagte ganze Mobillarausstattungen verschafft», um dieselben schleunigst weiter zu verkaufen. Am gefährlichsten scheint die Angeklagte auf dem Gebiete der Meineidssa-rikation zu sein. Es in sestgestellt, daß stch dieselbe in einer ganzen'Anzahl von Zivil- und Strafprozesse» an verschiedene Zeuge» herangedrängt und versucht hat, dieselben zu falschen Aussagen vor Gericht zu bewegen.— Der Staatsanwalt beantragte wegen der großen Genieingefährlichkeit der Angeklagten gegen dieselbe das böcbste zulässige Strasinaß von 15 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust am die Dauer von 10 Jahren. Ter Gerichtshof erkannte aus S Jahre Zuchthaus und enl- sprechenden Ehrverlust. Mitangeklagt war der Möbelhä dler Eduard S i m o n e t l i, an welchen die Angeklagt« Mobiliar- stücke im Werlhe von 400 M. für 200 M. verkaust Halte. Er wurde deshalb der gewohnheitsinäßigen Hehlerei beschuldigt, docb nahm der Gerichtshof nur einen Fall der Hehlerei für er- wiese» an und verurlheilte den Angeklagten zu 1 Jahr Gefäng- niß. Eine gleichfalls mitangeklagle Frau Alt erhielt wegen Begünstigung ein? Woche Gefängniß. Erhebliche Uuterschlrife, für welche der hiesig« Epe- d i t e u r- B e r e i n ersanpfljchtig gemacht worden ist, kamen in einer Anklage wegen wiederholten Diebstahls zur Sprache die gestern die III. Strafkammer gegen den Bodenmeister Aug. Ferd Ulrich zu verhandeln Halle. Der Spediteur-Verein besitzt auf dem Oitbahnhos eine Halle, in welcher er die umfangreichen Läger untemingt, die ihm von Außerhalb zur Besorgung an die einzelnen Kunden zugestellt werden. Die Oberaufsicht führte der inzwischen verstorbene Inspektor Müller, der Angeklagte hatte den Posten eines Lagerverwaller«. Von den Vorrälhen dieses Lagers verschwanden im Jahre 1889 häufig größere Posten auf unerklärliche Weise. die Verluste stellten sich jedoch immer erst dann heraus, wenn die Auftraa- «eber mit dem Spediteurverein abrechneten und dabei fest- ellten, daß dieser weit geringere Posten absnhr, als ihm that- sächlich mit der Eisenbahn zugestellt worden waren. Inwieweit die damalig« Kontrolle und Geschästshandhabung Seitens des Spediteurvereins eine unzulängliche war oder der verstorben« Inspektor Müller selbst etwa Inkorrektheiten stch Hai zu Schulden kommen lassen, möge dahin gestellt bleiben � durch eine bei der Staatsanwalt schließlich eingegangene Denunziation wurde der Angeklagte beschuldigt, in zahl- reichen Fällen dies« Diebstähle, sür welche der Spediteurverein mehrere Tausend Mark Ersatz hat leisten müssen, ausgeführt zu haben. Es fehlten ganze Posten Gelreidemehl, ganze Körd« mii Champagner und anderem Wein. Gänse in großer Zahl, Butte, u. s. w. u. s. w. Besonders groß waren die Posten von Gelreid, und anderen Zerealien. welche im Lause der Jahre 1388—1890 abhanden gekommen sind. Ob der Angeklagte alle diese Dieb. stähle ausgeführt hat. scheint nicht festzustehen.«S ist vielmehr zu vermuthen, daß auch ander« Personen daran betheiligt gewesen sind. Soviel ergab sich der auS o« gestrigen umfangreichen Beweis aufnähme, daß der Angeklagte sich ein kleines Gebäude auf der� Bahnhofe zu einem Gänsestall eingerichtet, die Gänse täglic dreimal mit gestohlenem Getreide gefüttert und einen schwung vollen Gänsehandel betrieben hat. In einem nahegelegene! Schanklokale scheinen auch Zusammenkünfte mit Abnehmern vol Getreide stattgefunden zu haben, wenigstens hat der Schankwirts Bnschke wiederholt Gespräche wahrgenommen, die sich auf die Lieferung von Getreide bezogen. Der Zeuge Bnschke bekundete auch, daß der Angeklagte sehr viel Geld bei ihm verzehrt und von seinem Schanklokale aus wöchentlich mehrmals Gänse, Speck- feiten, Geflügel, Wein tc. seiner in der Wolters- dorfer Schleuse Sommer wohnenden Familie zugesandt habe. Der Angeklagte, welcher hervorhob,.daß er mit dem Schankwirth Buschke sich überwarfen habe, bestritt in allen Fällen seine Schuld und schob dieselbe zum Theil auf den verstorbenen Müller. Der Staatsanwalt gab zu, daß volle Klarheit über die recht erheblichen Diebstähle nicht habe erbracht werden können, erachtete jedoch den Angeklagten in mehreren Fällen für über- führt und beantragt« gegen denselben 9 M o n a t e G e- fängniß. Der Gerichtshof erkannte auf 4 Monate Ge- s ä n g n i ß. Sozis-le Meberftckik. Die Klinaeljungen der Molkeret in Randow stellten die Arbeit ein, weil ihnen der Lohn gekürzt werden sollte. Gegen 350 Arbeiter sind aus den O d e r b» r g e r Dampf- Schneidemühlen entlassen worden. „Du darfst nicht sozialdemokratisch handeln, das wirst Du wissen." sagte der Braumeister einer Münchener Brauerei zu einem Braugehilfen, als derselbe erklärte� daß er es nicht leisten könne, 27 Stunden— sprich siebenundzivanzig Stunden — ununterbrochen zu arbeiten, wie es der Brau- meister verlangte. Ein BerbandStag der Textilarbeiter nnd-Arbeiterinnen Deutschlands soll zu Ostern dieses Jahres in Elberfeld stattfinden. Auf der Tagesordnung steht als wichtigster Punkt die Stellungnahme zu den Beschlüsten der Hnlberstädter all- gemeinen Gewerkschafts- Konferenz. Im Ansehluffe an diesen Verbandstag ist die Abhaltung eines Textilardeiler- Kongreffes, ebenfalls in Elberfeld, geplant. Aus den Tiefen deS sozialen Elends. Im Hamburger Asyl für obdachlose Männer fanden seit 25. März v. I. bis Ende Januar d. I. 13 200 Personen insgesammt 28 356 Mal Nachtquartier, dagegen betrug die Zahl der Obdach- losen' im Januar d.J. allein 4631, und zwar rangirten dieselben dem Alter nach folgendermaßen: 541 Personen standen im Alter bis zu 20 Jahren, 767 Personen waren 20—30 Jahre, 366 Per- sone» 31—40, 175 Personen 41—50, 60 Personen 51—60, und en lich 14 Personen über 60 Jahre alt. Der bisher älteste Asylist war 8l Jahre. Zur„Armenpflege". Einem Arbeiter in Bremen. welcher etwa 5 Monate arbeitslos ist und Frau und acht Kinder zu ernähren hat, wandte sich— wie die„Bremer Bürger-Ztg." berichtet— endlich an den Armenvorsteher seines Bezirks um Hilfe. Nach mehreren vergeblichen Gängen sprach man ihm eine Unterstützung zu: dreimal wöchentlich darf er für sich und seine Familie eine Suppe holen lassen und monat- l i ch verabfolgt man ihm 2 Mark daar. Dabei wurde ver- langt, daß die Frau— trotz ihrer acht K i n d e r!— aus Ar- beit gehen solle. Hmigerlühne. Der Redaktion der„Schwäbischen Tag- wacht" in Stuttgart legte dieser Tage eine Dnme eine garnirte Schürze, für welche von einer großen dortigen Firma sieben Pfennige Arbeitslohn bezahlt werde», mit der Frage vor:„Wie kann ein Mädchen oder eine Frau bei einem solchen Verdienst bestehen?" Di« Arbeit an einer solchen Schürze erfordert bei einer gewandten Näherin eine ßnte Stunde, ergiebt also bei zehnstündiger effektiver Arbeitszeit einen Tagesverdienst von 70 Pf., in der Woche 4 M. 20 Pf.— Was sagt Eugen Richter's Spar-Agnes dazu? Kapital gegen Kapital. Verschiedene böhmischeZucker- fabriken planen die Errichtung eigener Spiritusbrennereien, um das M e l a s s e k a r t e l l zu brechen. In Prag verlangten, wie die„Volks-Ztg." berichtet, am Mittwoch vierhundert beschäftigungslose Arbeiter vor dem Rath- hause stürmisch Arbeil und Brot. Eine vom Bürgermeister empiangene Deputation erklärte, daß in Prag und in den Vor- orien 12 0U0 Arbeiter brotlos seien. Der Bürgermeister versprach sofort, öffentliche Arbeiten in grobem Maßstabe be- ginnen zu lassen, woraus die Demonstranten auseinander gingen. Ohnmacht des KlassenstaateS. Wiener Blätter schreiben: Neuerlich mehren sich die Klagen, daß der Mädchenhandel aus Oesterreich-Ungarn nach dem Orient und speziell nach Konstantinopel ungeachtet des strengsten Vor» gebens der österreichisch-ungarischen Aertretungs-Behörden gegen notorische Kuppler, welche sich in Konstantinovel aushalten und österreichisch- ungarische Staatsangehörige sind, immer schwunghafter betrieben wird. Es ivird neuerdings auf die sträflichen Umtriebe der Kuppler und ihre aus die möglichste Ausbeutung der angeworbenen Mädchen gerichteten Bestrebungen ausmertsam gemacht und beigefügt, daß die bezüglichen Be- mühimgen der Behörden nur dann von einem ausgiebigen Er- ivlge begleitet sein können, wenn dieselben die Unterstützung der Bevölkecung finden.— Bessere Arbeitsverhältnisse zu schaffen, die der Prostttulion den gewaltigsten Damm entgegen zu setzen ver- mögen, das übersteigt natürlich die Weisheit der Staatslenker. Der Arbeiteransschuß der Stadt Rom stellte gestern den römischen Kammerdeputirlen die traurige Nothlage der römischen Arbeiter vor und betonte die Nothwendigkeit sofortiger Maß- »ahmen zur Beseitigung des Nothstandes, widrigenfalls er sür nichts einstehen könne. Verkattttttluirgen. Der EutwNtf des ueuen Voltsschul-GeseyeS stand am 9. Januar auch in einer öffentlichen Parteiverfamm- lung des fünften Berliner ReichStags-Wahl- k r e i s e s zur Verhandlung. Die vortrefflichen Darlegungen des Referenten. Genossen V o g t h e r r, fanden allseitige Anerkennung und ein« von demselben beantragte Resolution wnrde«instimmig angenommen. Dieselbe lautet: „Die Versammlung erklärt: Die heutige Organisation des Schulwesens ist als ein Ergebnis des Klaffenstaates und de» Klasseninteresse» der Bourgeois dienend bedingungslos zu ver- wemn. Namentlich ist die Volksschnle erst dann ihres Namens würdig, wenn ihr Besuch sür alle Volksklasfen obligatorisch wird und ihr Lehrstoff mit Beseitigung alles konfessionell-religiösen Beiwerks auf Erlangung der zum Leben nöthigen Kenntnisse und Ferttgkeiten abzielt. Da die herrschende Gesellschaft die geistige und politische Emanzipation des Proletariats aufs Aeußersie zu. fürchten hat. sucht sie die Volksbildung und -Au>klaruiig flach Kräften zu hindern. Dasselbe Bestreben hat natürlich auch der neue Volksschul-Gesetzentwurf. Die Ver- saminlung protestirt gegen denselben, indem sie verspricht, gegen die von den bürgerlichen Klassen beirieben» Ausnutzung auj " Die Resolution, welche in der letzten öffentlichen Berfammlung( siehe Nr. 32 des Vorwärts") der Freien Vereinigung der Kaufleute" gegen 1/2 Dutzend freisinnige" Stimmen zur Annahme gelangte, hatte folgenden Wortlaut: Die Bersammlung protestirt auf das Energischfte gegen den Beschluß des Magistrats, welcher von der ihm zustehenden Befugniß, die Stundenzahl der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe einzuschränken, nicht nur feinen Gebrauch zu machen beabsichtigt, sondern im Gegentheil noch Erweiterungen derselben für wünschenswerth hält. Die Versammlung erklärt ferner das Vorgehen der freifinnigen Stadtverordneten Eberty und Meyer I gegen den befannten Antrag Singer als ein der Wohlfahrt eines großen Theils der Bevölkerung schädigendes. 1 Schul- Kollegen, herzlich willkommen.-Verein ehemaliger Schüler der " " 1 Zambourverein 1 Rauchflub Tambour politischem und Bevormundung auf geiftigem Gebiete mit allen| felben feien auch nicht schlechter, als die in Privat- Rigdorf.( Eigene Turnhalle, Stethenftr. 72 a.) Seute Abend von 8-10 Uhr Mitteln anzufämpfen." Des Weiteren gelangte eine Resolution zur Annahme, in Ihm wurde die nöthige Belehrung seitens der nachfolgenden Gneisenaustr. 88.-Berein 8 id 3a d", Sigung mit Damen 9 Uhr in Kröfches wohnungen, wo oft sieben Schlafburschen in einer Küche schliefen. Damen- Abtheilung. Männer- Gesangverein Crescendo", Abends 9 Uhr, bet Körting, welcher der Antragsteller es als mit dem Prinzip nicht vereinbar Redner zu Theil, welche für eine energische Förderung des bes Gesellschaftshaus, Fichteftr. 29. Geselliger Verein Regina", jeden Donnerstag erklärte, einer Kirche anzugehören, deren innerstes Wesen die sprochenen Unternehmens eintraten. Nachdem eine Pause zur Straße Nr. 110, bei Wohllebe. Gäste wiltommen. Sigung mit Damen, Abends 9 Uhr, im Reichsgarten, AlexandrinenReaktion in ihrer schlimmsten Gestalt sei. Eine in der Reso- Aufnahme neuer Mitglieder für die Genossenschaft stattgefunden, Schleife", Bantow, Schönholzerstraße Nr. 11 bet Kuhnert. Gesangverein, Blaue Gefang lution enthalten gewesene direkte Aufforderung zum Austritt gelangte noch zur Mittheilung, daß in acht Tagen eine Ver- verein Mandoline", Neue Friedrichstraße 44, bei Röllig. Pfropfen aus der Landeskirche war vom Antragsteller zurückgenommen fammlung der schon vorhandenen, mehr als 300 zählenden Mit- verein" Wedding", Abends 8 Uhr bei K. Selterhoff, Antonftr. 5. Ber worden, da nach der Erklärung des die Versammlung über- glieder zur Konstituirung der Genossenschaft stattfinde, und wurde aufnahme neuer Mitglieder, Gäste willkommen. gnügungsverein ,, Blau- Veilchen", Abends 9 Uhr, Fennstr. 5 bei Krüger. Vergnügungsverein wachenden Polizeibeamten die öffentliche Aufforde- dann die Versammlung mit einem Hoch auf das Gelingen des Caprice", Ab. 9 Uhr, Sigung mit Damen im„ Marienbad", Badftr. 35-36, rung zum Austritt aus der Landeskirche an Unternehmens geschlossen. Saal 1 Tr. Vergnügungsverein Beilchen", 9% Uhr, Sigung mit Damen geblich fortan als grober Unfug" bestraft bei Braun, Oranienstr. 183. Nach der Sigung Tanz und Fidelitas. Gäste willtommen. werden soll. Genosse Bogtherr tonnte zwar eine Im Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und klubhaus, Ohmgaffe 2. Privattheater- Gesellschaft Soffnung", Abends 8 Uhr, im Gäste willkommen. Verein ehemaliger derartige Ansicht nicht theilen, rieth aber davon ab, in auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutsch- Schüler der 98. Gemeindeschule. Jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, im Zukunft Refolutionen und so weiter, die zum Austritte land3( Ortsverwaltung Berlin I) theilte am 8. Februar der Beftaurant E. Haberecht, D., Gr. Frankfurterſtr. 30. Gäſte, insbesondere ehemal aus der Landeskirche verpflichten sollen, zu beschließen, da Vorsitzende mit, daß die von der Agitationskommission heraus- 23. Gemeindeschule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. ein solcher Gewissenszwang werthlos fei, gegebenen statistischen Fragebogen in Empfang genommen werden Gäste willtommen. Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindesofern sich der Kirchenaustritt nicht mit der lönnen, und forderte die Kollegen auf, dieselben recht gewiffen- Schule bet Schröder, Stegligerſtr. 18. Gäſte willkommen.- Berein ehemaliger inneren Ueberzeugung decke. Der Vertrauensmann haft auszufüllen. Kollege Stein gab dann bekannt, daß am 8ur Kornblume", Andreasfiraße 3, Beginn 9 Uhr. Ehemalige Schüler der Schüler der 85. Gemeindeschule. Heute Sigung im Restaurant Noll, Mayer wurde nach erstattetem vierteljährlichem Kassenberichte 21. d. M. in Böhow's Brauerei eine Versammlung mit Frauen 85. Gemeindeschule und Gäfte find willkommen. entlastet. Dieser ergab eine Einnahme von 2207 m. 61 Pf., stattfindet, wofür man recht rege agitiren möge, und hierauf bund". Jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, Andreasstr. 8 bei Noll: Sigung Jungferntrans", Weidenweg 12. Bergnügungsverein ,, Bruder= eine Ausgabe von 847 M. 25 Pf.( hierunter 670 M. an die brachte der Vorsitzende zur Kenntniß, daß sich die Arbeits- mit Damen. Nachdem Fidelitas. Gefelliger Klub Blau Veilchen' Partei), und einen Bestand von 914 m. 76 Pf. Wie Genoffe nachweise Mariannenufer 4 bei Herrn Gehl of und Veteranen- Donnerstag 9 Uhr, Oranienftr. 153, 1 Tr. Gäfte( Herren) willkommen. Mayer weiter bekannt gab, haben esfer, Fritsche, straße 22 bei Herrn Peterson befinden, und dieselben des Geselliger Verein, Freiheit", Donnerstag Abend bei Thierbach, SchwedterLamprecht und Wendt die für die Partei erhobenen Be- Abends von 8-9 Uhr geöffnet sind. Die nächste Versammlung reue" Abends 9 Uhr bei Kürschner, Dalldorferstraße 40. straße 44. Sonntag: Geselliger Abend.- Mufit- Bergnügungsverein ,, Deutsche Bergnügungsträge nicht an diefe, sondern an die Unabhängigen" ab- findet am 8. März statt. und Privat Theaterverein Glück auf Abends 8% Uhr bei Bachmann, geführt. Diese Ausstände im Gesammtbetrage von 43 M. 90 Bf. Schönleinstr. 15. Herren und Tamen, als Gäste, willkommen. mußten daher gestrichen werden. An Stelle des Genossen Brit. Eine öffentliche Boltsversammlung hörte kürzlich ein Rauchflub Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krautsstraße 48.- Rauchflub ernipige", Abends 8 Uhr bei A. Böhl, NübersRogge, welcher fein Amt niederlegte, wählte die Versammlung Referat des Genoffen Th. Mehner über die neue Land- borferftr. 8.- Rauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillaals Mitglied der Preßkommission Genossen Fadtke, zu 11/2 stündiger Rede dieses Gesez in allen Hauptpunkten, wobei er gemeinde Ordnung. Der Genannte erläuterte in circa tion, Staligerstr. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel Breslauerstr. 27. Rauchflub Arcona", Abends 9 Uhr ReichenbergerRevisor ferner Genoffen Jeste. Mit einem dreifachen Hoch auf die unzähligen Mängel desselben in scharfer Weise hervorhob, Abends 9 Uhr, im Restaurant von Sendte, Gesundbrunnen, Briegenerſtr. 6. straße 71.- Arbeiter Rauchflub Nordpol". Sigung jeden Donnerstag Die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. und stellte dann die Frage: Kann uns unter solchen Umständen Mitglieder- Aufnahme. Gäste willkommen. Rauchflub ,, Ohnesorge". eine Betheiligung an den Landgemeinde- Wahlen irgend etwas Donnerstag, Abends 9 Uhr, Kohlenufer 2, Rogge's Bierhaus. Waldesgrün". Jeden Donnerstag, Abends 8% Uhr, Reichenbergernüßen bezw. Vortheil bringen? Er beantwortete dieselbe mit firaße 113 a bei Rahlert. Gäste willkommen.- Urfibele Setls- Armee. " Ja", dies folgendermaßen motivirend: Wenn es auch der un- Sigung jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, bet Kowald, Oranienftr. 126. Gäfte, günstige Wahlmodus nicht zulaffe, daß eine Majorität in der Damen und Herren willkommen. 5. März Einweihungsfest. Neue Heils brüber werden aufgenommen. Tambourverein Vor Meg", UebungsGemeindevertretung von unserer Seite erlangt werde, so habe stunde Montag und Donnerstag Wasmannftr. 9. Sonntag Sigung. Junger doch die Wahlbewegung an und für sich schon einen agitatorischen Mann als Dirigent willkommen. 13. Februar Kränzchen. Theaterverein Werth, indem sie wieder einmal Anregung zu neuer Thätigkeit effing", jeden Donnerstag Abend 9 Uhr Sigung bei Musehold, Landsbergerstr. 31. Gäfte, Damen und Herren, freundlich willkommen. gebe und die kleinen ländlichen Befizer dadurch aus ihrem Dusel verein Wacht am Rhein". Jeden Donnerstag von 8% Uhr Uebungsaufgerüttelt und für unsere Sache intereffirt werden fönnten. ftunde in Restaurant Müller, Mariannenſtr. 46. Rauchflub ,, Süd- West". Wir müßten deshalb selbst das winzige Recht, welches die Land- Jeden Donnerstag Abends 9 Uhr Sigung beim Genoffen Fitd," Simeonftr. 23. Gäste find willkommen. Rauchflub, Anita". Jeden Donnerstag Abend gemeinde- Ordnung gewähre, ausnüßen, und wenn hier in zwischen 9 und 11 Uhr Sigung bei Rezte. Weberstr. 15. Gäste willkommen. Brit auch nur ein Genoffe bei der Wahl durchkommen Statklub, Tournee". Donnerstag Spielabend beim Genoffen Karl würde, so sei dies schon insofern von infofern von Vortheil, als nürich, Wrangelftr. 84. derselbe den Vertretern der bevorzugteren Klassen auf die Finger sehen und gegen ungerechtfertigte Gemeindevorlagen refp. Beschlüsse energisch protestiren könne. Es könnten auch Anträge, welche das Wohl der großen Masse bezwecken, eingebracht und Mißstände durch wiederholte Kritik event. beseitigt In Königsberg i. Pr. wurde der Töpfergeselle Eichler werden. Der Redner empfahl demzufolge, in die Gemeindewahl verhaftet, welcher verdächtig ist, den Versuch der Inbrandsehung mit größtmöglicher Betheiligung einzutreten. An der Diskussion des dortigen Schloffes gemacht zu haben. Auf die Entdeckung betheiligten fich Buchholz Berlin und Meinz, welch' letzterer der Mitschuldigen Eichler's hat die Staatsanwaltschaft 300 m. wohl für die Wahlbewegung, aber nicht für die Aufstellung eines Belohnung ausgesetzt. Kandidaten sich erklärte, sondern es für nöthiger hielt, erft die Zwanzig Arbeitsmädchen, welche am Montag früh von Köpfe zu revolutioniren. Auch warf er dem Referenten vor, die Ochogoria nach Manteon( Nordspanien) auf dem Wege zur Wilmersdorfer Genossen zu einem Kompromiß" gerathen zu Arbeitsstätte waren, wurden von einem Schneesturm überhaben. Der Vorsigende forderte nun die zahlreich erschienenen rascht, wobei sieben erfroren. Die übrigen fand man noch lebend, Die Graveure und Ziseleure hielten am 9. Februar eine Gegner wiederholt vergebens auf, sich zum Wort zu melden; es aber im jämmerlichsten Zustande auf. öffentliche Versammlung ab. Der Einberufer bedauerte wurde deshalb ein Antrag, die Diskussion zu schließen, anzunächst den tros vertheilter Flugblätter so überaus schwachen genommen. Meyner trat in seinem Schlußwort den Ans- fängniß den Gefangenenaufseher Frantowsti ermordete, ist Der Schloffergeselle Bissen, welcher im Posener Ges Besuch und ertheilte dann dem Kollegen 3 a ck das Wort zum führungen Meing' entgegen und verwahrt sich gegen dessen In- in Gnesen verhaftet worden. Bericht über die Streit- Kontrollkommission. Derfelbe gab ein finuation; er verurtheilte das Vorgehen der Wilmersdorfer Genossen Bild der Thätigkeit dieser Körperschaft, auf Grund dessen er von selbst. Im Uebrigen sei mit der Phrase, die Köpfe zu revolutioniren, Auf der taiserlichen Werft in Riel wurden seine Sozials Herr Eugen Richter hat den Gipfel der Seligkeit erstiegen. weiterer Beschickung der Kommission seitens der Graveure und gar nichts gethan; man solle nicht die Hände müßig in den demokratischen Zukunfsbilder" in Hunderten von Exemplaren Bifeleure abrieth. Zur Zeit seien von insgesammt 65 Berliner Schooß legen, sondern Verbesserungen für die arbeitenden Klassen unter die Arbeiter vertheilt. Die Arbeiter fürchten, daß diese Gewerkschaften 43 in derselben vertreten und mehr und mehr be- zu erringen suchen, wo irgend etwas überhaupt zu erringen sei. Vertheilung die Vorbereitung zu einer Lohnreduktion sein könnte. ginne man sich zu überzeugen, daß trop bewiesenen besten Willens Selbstverständlich sei er gegen jedes Kompromiß und dafür, Herr Eugen Richter wird jest selbstverständlich nichts mehr gegen der Arbeiterschaft die an das Inslebentreten jener Institution daß nur ein prinzipientreuer, sielbewußter Sozialdemokrat als die offizielle Vertheilung Stöcker'scher Flugblätter haben, da er allseitig geknüpften hohen Erwartungen bisher weder erfüllt Randidat aufgestellt werde. Auf Antrag des Genossen Sonnen- neben Stöder die gleiche Ehre genießt. worden feien, noch überhaupt jemals auch zu erfüllen berg wurde eine Kommission zur Vorbereitung der Wahl gewählt, Die Straffammer Thorn verurtheilte, wie das Berlinge Die Versammlung beschloß, nachdem auch Kollege welche aus den Genoffen Gottwald, Menzel, Eber: Tageblatt" berichtet, den Buchhändler Lehrling May Gurge Guttmann in gleichem Sinne gesprochen, von der Neuwahl hardt, Matzius und Wille besteht. Unter Verschiedenem aus Bunzlau, den Sohn eines Professors, zu 9 Monaten Ge eines Delegirten zur Zentral- Streit- Kontrollfommission Abstand forderte Meina alle Diejenigen auf, welche Zeuge der Aus- fängniß; diese junge Eigenthums- Bestie hat im Sommer einen nehmen. Das Gleiche geschah auch in Bezug auf die Wahl einandersezung mit den Gendarmen beim vorjährigen Sommerfest Schultnaben, der Obst stehlen wollte, erschossen. eines Vertrauensmannes; dieselbe mußte vertagt werden, weil des Volksbildungs Vereins für Briz und Umgegend" in Gebr. fich unter mehreren Vorgeschlagenen in der Versammlung Niemand Walter's Rosensee Terraffe gewesen find, sich sofort bei ihm maliger Mitbefizer des Eisenwertes Gaggenau, hat das Karls Gegen den Bodenreformer Michael Flürscheim, ehe zur Annahme dieses Amtes bereit erklären wollte. Den Bericht( feine Wohnung ist Brik, Jahnstr. 34) zu melden. Nach einem ruher Landgericht die gerichtliche Boruntersuchung wegen Hinter Der Agitationskommission gab Kollege Gall. Er beklagte auch begeistert aufgenommenen dreimaligen Hoch auf die Sozialdemo- ziehung der Gintommensteuer wieder aufgenommen. in dieser Beziehung die Lauheit der Fachgenoffen und forderte fratie wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. Da Herr Flürscheim zur Zeit an Orten verweilt, welche die von denselben mehr Opferwilligkeit. Das Hauptaugenmert sei auf die enigen Städte gerichtet worden, in denen man mit der werblicher Arbeiter.( E. 8. Hamburg Nr. 3.) Die Mitglieder der Orts- ruher Landgericht gemäß§§ 325, 326 St.-P.-D. das im Deutschen Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer ge- Staatsanwaltschaft nicht kennt, läßt auf deren Antrag das Karls Organisation Antlang gefunden habe. Der aus taktischen verwaltungen Berlins und Bororte versammeln sich am Freitag, den 12. Februar, Reiche befindliche Vermögen des Angeschuldigten mit Beschlag Gründen bis zum Spätsommer vertagte Gewerkschaftskongreß abends 9 Uhr, bet Quandt, Stralauerstr. 43. verspreche Besserung und reges Leben nach jeder Richtung hin im teftaurant Beiffer, Grünstr. 7/8: Außerordentliche General Bersammlung. 4 Wochen beim Karlsruher Untersuchungsrichter zu stellen. Verein der Stralfunder. Donnerstag, den 11. Februar, Abends 9% uhr, belegen und Herrn Flürscheim öffentlich auffordern, sich innerhalb zu bringen. Bu beklagen sei, daß selbst in Berlin bei etwa sandsleute willkommen. 1300 Graveuren und Ziseleuren deren nur 200 Freien Vereinigung" organisirt seien. Für dieselbe trat auch Borsitzender der Freien Vereinigung" Genosse Guttmann lebhaft ein. Er erhoffte von der bei der nächsten GeneralVersammlung zu beantragenden Herabminderung des Vereinsbeitrages Besserung dieser Verhältnisse. Die alte Streitfrage, ob lokale oder zentrale Organisation das Bessere sei, hielt die Anwesenden noch bis Mitternacht in regem Meinungsaustausch zusammen, ohne daß es diesbezüglich zu einem Beschluß getommen wäre. Die Versammlung fann daher nicht umhin, die zweideutige Haltung der freisinnigen Partei im Reichstag einerseits und in der Kommune andererseits als eine schamlose Heuchelei zu bezeichnen, und erklärt, fich von den reaktionären Parteien jeder Richtung abwenden und sich der Sozialdemokratie anschließen zu wollen." Im Verfolg des Erlasses des Handelsministers an die Oberpräsidenten, sich auch an die Gehilfenvertreter zu wenden, wurden Die Herren Hinge und Kannengießer zu solchen gewählt und man beauftragte das Bureau, hiervon den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg in Kenntniß zu setzen. waren. in der " haben Zutritt. " = D " Gefangverein" Brezelschluß", Annenstr. 16, 1 wurden. Vermischkes: = Depelthen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Zwischen russischen Gendarmen und einem Trupp Hefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Wahrheit", Markusstr. 31. Bauern aus Russisch- Polen, welche auswandern und heim safe willtommen.eue 3eit", 8 Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. licher Weise die schlesisch- russische Grenze unweit des Städtchens " Heine" in Rigdorf, Ecke Knesebeck- u. Hermannstraße, Restaurant Beyler. Süd- Ost", 8 Uhr bet Toltsdorf, Görligerftr. 58. Gäfte, durch Mitglieder Landsberg pasfiren wollten, hat am Dienstag ein blutiger eingeführt, haben Zutritt. Lese- und Distutirflub" Fester Wille" Rampf stattgefunden. Drei Auswanderer wurden erschossen, etwa Abends 8½ Uhr, bei Schulz, Gartenstr. 70. Gäste durch Mitglieder eingeführt Lese- und Diskutirflub Mai wuchs" Charlottenburg. zehn verwundet und die übrigen gefangen genommen. Jm geden Donnerstag von 8% Uhr Abends ab" bet Aug. Ulrid), Leibnizfir. 78. Lande zu verhungern oder an der Grenze erfchoffen zu werden Damen und Herren tönnen als Gäfte eingeführt werden. Lese- und Distutirflub Gerechtigkeit". Jeden Donnerstag, Abends 8% Uhr, im 2otale das bleibt dem russischen Volte zu wählen übrig in einem Reiche, von Ferd. Hoffmann, Waldemarfir. 61. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, das zu den orthodoxesten christlichen Staaten gehört. willtommen. Lese- und Diskutirklub Dieggen". Jeden Donnerstag In Polaes( Argentinien) fand gelegentlich der Wahl ein Abend bet Schröder, Wiesenftr. 39, Sigung. Gäste willkommen. Leseklub Sozialdemokrat". Jeden Donnerstag, Abends 8% Uhr, im totale ernstlicher Konflikt zwischen den Radikalen und der In einer Versammlung der Filiale IV( 2adirer) Kirchbachstr. 7 bei Schnide. Gäste willkommen." Serweg h", Abends Polizei statt, wobei zwanzig Personen getödtet bezw. verwundet des Verbandes der Maler und verwandten Be 8% Uhr, Reichenbergerstr. 54, Ecke Lauftgerstr. Gäste willkommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungsrufsgenossen Deutschlands berichtete am 8. Februar Stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor St. Niedergebrannt ist in Nischny- Nowgorod bas der Kollege Rautenhaus über die Verhandlungen der Ende urban", Annenstraße 9, bei Prog. Gefangverein unverzagt" große Hotel von Filimonow. Die Frau des Besitzers und zwei Januar in Frankfurt a. M. stattgehabten General- Ber- topeniderstraße 127a, bet Stüfter.- Gefangverein, ornblume", Blumen: Hotelgäste sind in den Flammen umgekommen. In War. Straße 54, Wuttke. Gesangverein Frühlingsluft", Flottwell beyen bei Cleve wurde der Großkapitals- Hof durch Feuer versammlung des Verbandes. Hiernach zählte der Ver- straße 5, bet Bartel. band im Anfang dieses Jahres 106 Filialen mit einer Gesammt bei Kepner. Arbeiter- Gesangverein" ,, Beiße Stofe", Reinickendorf, nichtet; 39 Rühe und 5 Pferde verbrannten mit. mitgliederzahl von 6603. Er ist im Besitz eines Kassenbestandes burg, Berlinerstr. 9, bet Friesede. Residenzftr. 101, bei Garus. Gefangverein Morgenroth 1", Rummels Gesangverein von 6600,45 m. Dem Kassirer sei einstimmig und dem Ausschuß Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftstr.- Gde bei Schulz.- Gefangverein ,,& cho 2" ,, Dorfglödlein", und Vorstand ebenfalls, wenn auch nicht einstimmig, nach An- Alte Schönhauferstr. 42, bei Heimann. Gefangverein Einigtett"( SutGesangverein 8utunft 1" hörung ihrer fachlich gegebenen Rechenschaftsberichte Decharge macher), Pappel- Allee 3-4, bet krause. Steglit, Kurhaus Friedenau. Gefangverein harmonie", Tempelhof, ertheilt worden. Der Streitfall Schweizer kontra Ausschuß sei durch Dorffir. 10, bet Gerth. Gesangverein Veilchenblau", kottbuser den Schiedsspruch einer Neunerkommission erledigt. Mit 38 gegen Damm 39, bet Jakob. Sängerchor ber Töpfer Berlins, Gipsstr. 3, bet 33 Etimmen lehnte der Kongreß einen Antrag ab, welcher den Byrtec.- Gefangverein ,, 3 ukunft 2", Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. Ostpreußischer Männer Gesangverein", Jüdenftr. 55, bei = Krakau, 10. Februar. Der vom Lemberger Sozialistentage Anschluß des Verbandes an die zu gründende Bauhandwerker Frischmann. Landsleute find willkommen. Gefangverein Edelweiß zurückkehrende Student Ignaz Daszinski ist auf dem hiesigen Union bezweckte. Dann habe der Kongreß die Einführung Melchiorftraße 15, bei Stehmann. Gesangverein Borar", Admiralfogenannter Provinzialtage beschlossen, um die kommenden General- traße 46, bet etc.- Gefangverein ,, Maiglöckchen 2", S.-D., Manteuffel38, bei Lulow." Seeger'icher Gefangverein", Blumen- Bahnhof verhaftet worden. versammlungen etwas zu entlasten. Die Beiträge wurden für straße 67, bet Springstubbe. Gefangverein Felsenburg", Blumendie 30 Sommerwochen auf 25 Pf. erhöht und die für den Winter Straße 21a. Gefangverein Eintracht", Glienicke bei Adlershof, auf 10 Pf. pro Woche festgesetzt. Der Vorstand und die Zeitungs- e Gefangverein Ginigteit 3", Groß- Lichterfelde, AmalienGefangverein Soffnung 3", Brandenburg, verwaltung( Vereins- Anzeiger") bleiben in Berlin, der Ausschuß Neust. Markt 2, bet Weydmers. Gesangverein Freie Sänger". in Hamburg. Der Redner verlas dann noch die angenommenen angeftr. 103, bet neblin. Gefangverein 8utunft 3", Belten, bei E. Kopsch. Soviel wir wissen, giebt es bei der Kavallerie Abänderungen des Statuts und das neugeschaffene Streits. Grunow. Gefangverein Freie Sänger" jeben Donnerstag, Abends überhaupt nur vierjährig Freiwillige, außer Einjährigen Gefangverein Kreuzberger Har Reglement. Die Bersammlung hatte im Allgemeinen nichts an monte", Lindenstr. 106 bet Poppe. Gefangverein Nordstern", natürlich. dem Berichte auszusetzen. Müllerstr. 7 bei Reichardt. Gefangverein, Morgengrauen"( Bäcker), 100 T. S. Wenden Sie sich an Ihr zuständiges Polizeis 3 bis 5 Uhr Nachmittags Landsbergerftr. 31 bei Musehold. Männer Gefang: revier, eventuell an das Polizeipräsidium. In einer Volksversammlung sprach am 9. Februar Herr vereintebes: Echo", Reichenberger- und Forsterstraßen- Ecke bet Spindler. Lazarus über den 3 weckt und Nugen gründenden Genossenschaftsbäckerei. Seine Aus- Donnerstag: Humorist. Berein, Bautenschwengel", Stallschreiberstr. 58.Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. führungen, welche die bekannten Gründe für das Ins. Brivat- Theatergesellschaft Fibelto", 9% Uhr, bet Gaillard, Brinzenftr. 87.der Versammelten. Darauf entspann sich eine sehr lebhafte anügungsverein bilarita s", bet Tempel, Breslauerstr. 27. Privat Diskussion, an welcher sich die Herren Rau( Bäcker- Theater- und Pantominengesellschaft tebeler Geift", bei Schneider, meister), Pfeiffer, Wiesemann, Adalbertstr. 8.- Vergnügungsverein, Ginigtett", bei Linte, Forsterftr. 45. Dymar und Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat G. R., Reinickendorferstr. Bemühen Sie sich nach unserer Schlüter betheiligten. Herr Rau vertrat den Stand- lub" üdwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Boderte, Ballijaden- Expedition; man wird Ihnen dort die Exemplare vorlegen, aus punkt Derer, die es zu einer dazu noch günstigeren Zeit als der Straße 47. Stattlub Null ouvert ,, Moabit. Jeden Donnerstag, denen Sie sich informiren können. heutigen durch Anspannung aller Kräfte zum Kleinmeister Abends 8 Uhr, bei Linneken( Flötenwirth), Beuffelstr. 57. Mitglieder werden aufgenommen. Herr Türk wird ersucht, seine Adresse an Herrn Karl gebracht haben und nun in einer viele Kräfte zusammen- Lübec'scher Turnverein, Männer- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Schulze, Seiler in Diesdorf, Kreis Wansleben, gelangen au faffenden Genossenschaft den Ruin des Kleinmeisterthums Elifabethftr. 57-58, stönigstädt. Gymnaftum.-Turnverein D sten", LehrBerliner laffen. sehen. Betreffs der so oft gerügten miserablen Schlafstellen lings Abtheilung. Abends 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. Turngen offenfchaft, 1. Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, der beim Meister logirenden Bäckergesellen bemerkte er, die im Leffing- Gymnasium, Pantsir. 9-10. Männer- Enrnverein Jahn" Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. der zu bet Keller. bei Hann. " " 9-11 Uhr. Gäfte willkommen. " " 11 " Briefkaffen der Redaktion. F. Oppit. Sie müssen doch mindestens die Stadt oder den Staat wissen, wo Sie Ihre Verwandten in Amerifa vermuthen. Sonst wird es faft unmöglich sein, diese aufzufinden. lebenrufen einer derartigen Bäckerei brachten, fanden den Beifall Berein Grüne Ete"( vor dem Salle'schen Thor), Solmsftr. 1. Mufitdilettantenverein Animo", bei Schmidt, Wrangelfir. 141.- Geselliger G. 2., Kulmstr. Senden Sie den betreffenden Herrn zu " Ber uns. Wir werden ihm mündlich Auskunft ertheilen. Amerika. Im Jahre 1878. S. M. Ende des Jahres 1875.