Nr. 113. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nunimer mi tllustrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Postbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post Zeitungs Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint fäglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die sechsgespaltene Rolonet zeile oder deren Raum 40 Pfg., für polttische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Strake 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Des heutigen Feiertags wegen er scheint die nächste Nummer unsres Blattes am Sonnabend. abzutrogen. Branntweinjammer. Donnerstag, den 16. Mai 1901. Bündler Luce machte in seiner Rede das nachher von Wurm in die richtige Beleuchtung gestellte Bekenntnis, daß bei Wegfall der Brennsteuer der Preis pro Hektoliter um 10 M. fallen und die deutschen Schnapsbrenner um 40 Millionen geschädigt werden würden. Die Herabsetzung des Kontingents wurde dann nach den Beschlüssen aweiter Lesung, wie schon bemerkt, mit 178 gegen 25 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen, so daß sich also sechs Abgeordnete mebr an der Abstimmung beteiligt haben, als zur Beschlußfähigkeit notwendig sind. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Mag man auch wenig angenehm berührt werden, wenn verschiedene Abgeordnete, die ihren Platz im Hause fast das ganze Jahr in schonender Milde in Ruhe lassen, es so überaus eilig haben, daß sie nicht einmal einen Tag länger ihrer Pflicht als ReichstagsAbgeordneter zu opfern bereit sind, so berührt 13 aber noch um vieles peinlicher, wenn Herren, die im Hause sind, die wissen, daß eine für sie wichtige namentliche Abstimmung stattfindet, nicht einmal fich die Mühe geben, dem Namensaufruf recht= zeitig beizuwohnen. Nach unsrer Beobachtung hätte auch die zweite Abstimmung ein beschlußfähiges Haus ergeben, wenn nicht, soviel wir uns aufgezeichnet haben, drei Abgeordnete ihren Namensaufruf versäumt hätten." Diese Ausplauderung der Kreuz- Beitung" ist sehr geeignet, die Komit des agrarischen Durchfalls zu steigern. Die Reichstags- Session. Zur Beratung über Ziffer 2 des Artikels I, d. h. über die 50prozentige Brennsteuererhöhung, lang außer dem Beschlußl2. Lesung Den Liebesgabenbegierigen ist es ergangen gleich jenem Hunde, auch ein freifinniger Antrag Fischbed vor, der den Agrariern der den fetten Bissen im Maul sein Spiegelbild im Wasser erblickt nochmals liebenswürdig Gelegenheit erwies, ihre völlige Niederlage imd nach der dort winkenden Beute schnappend auch das verliert, zu verhüten. Der Antrag nahm das Uebereinkommen des Seniorenwas er sicher besaß. Den Agrariern der Konservativen, des konvents, das bestehende Gesetz einfach um ein Jahr zu verlängern, Centrums und der Nationalliberalen war, da die Bertagung nochmals auf. Hätten die Branntweinparteien die ihnen gebotene des Reichstags die ordnungsgemäße Erledigung der Branntwein- Gelegenheit genugt, so wäre die Fehde für sie glimpflich ausgefezes- Vorlage verhinderte, durch Uebereinkommen der Vergegangen, denn selbst die Socialdemokratie, die auch die treter aller Parteien im Seniorentonvent nach bestehende Branntwein- Gesetzgebung verwirft, hätte, treu den VerNach einer am 14. November vorigen Jahres begonnenen gelassen worden, daß das bisherige, am 1. Oktober 1901 ablaufende einbarungen des Seniorentonvents, auf die gefahrvolle Feststellung und über 90 Plenarsizungen verteilten Thätigkeit ist Gesetz kurzer Hand um ein Jahr verlängert werden solle. Die viel der Beschlußfähigkeit verzichtet. Aber die in immer erregtere Heftig- der Reichstag bis zum 26. November vertagt erprobte Liebesgabensucht verführte aber die agrarischen Partei- feit geratenen Agrarier verschmähten die ihnen erwiesene Gunst und worden. In die Vertagung hat die Regierung gewilligt, leitungen, Obstruktion gegen das Uebercinkommen des Senioren- stürzten blind in die lächerlichste Niederlage, die sie je erduldet. weil einmal nach Pfingsten doch kein beschlußfähiges Haus tonvents zu unternehmen und eine Branntweinsteuer- Erhöhung sowie Nachdem die Abgeordneten Wurm und Stadthagen die mehr zusammenzubringen ist, und zum andern, weil noch andre Begünstigungen der Branntweinmonopolisten dem Reichstage Herren Agrarier durch eine der Situation entsprechende, teils wichtige Vorlagen unerledigt sind, für welche die Kommiſſionen Dieser schnöde Wortbruch, diese dreiste Berhöhnung berung getränkt hatten, sorgte der konservative Vicepräsident fachliche, teils humoristische Erwiderung und Abwehr ihrer For- bereits die Vorarbeiten geleistet haben. Diese Session ist eröffnet worden mitten in der Er der Autorität des Seniorentonvents, dieser unerhörte b. Freege, als er das Wagnis unternahm, die nun zu regung über die chinesischen Vorgänge. Die Regierung hatte Ueberrumpelungsversuch ist jedoch der Liebesgabenleuten erfolgende Abstimmung zu leiten, dafür, daß nochmals vor dem bekanntlich im vorigen Sommer, als die wichtigsten Beschlüsse übel bekommen und in schwerem Kazenjammer verlassen die Fusel- Schluß des tragischen Spiels Taute Seiterfeitsstürme das Haus er- über die Truppensendungen gefaßt wurden, die Volksvertretung begeisterten den vertagten Reichstag. Sie haben nicht nur nicht schütterten. Herr v. Freege richtete durch mißverständliche und un- einfach ausgeschaltet. Der Reichstag sah sich dadurch in die erreicht, was ihre Gier unter Außerachtstellung aller parlamentarischen verständliche Fragestellung einen solchen Wirrwarr an, daß unter Verteidigung seiner verfassungsmäßigen Rechte verſetzt; der Sitte und Pflicht forderte, sondern haben es dahin gebracht, daß nicht enden wolffender Heiterkeit des Hauses die Abgeordneten hatizug nach China wurde der erste Verhandlungsmun überhaupt für die Zeit vom 1. Oktober an tein Branntwein- Bachem, Singer und Richter gezwungen waren, Herrn gegenstand. Jedoch einzig die Socialdemokratie fand die der steuer- Gesetz vorhanden bleibt. Indem sich am Mittwochmittag v. Freege den vont ihm einzuschlagenden Abstimmungs- Lage entsprechende energische Tonart. Die übrigen Parteien, nach etwa vierstündiger Sigung die Beschlußunfähigkeit modus flar zu machen. Eine leichte Aufgabe war bas allen voran das regierende Centrum, begnügten sich entweder des Reichstags ergab, wurde unter dem nun unvermeidlichen Abbruch nicht. Unter stürmischem Lachen aller Parteien antwortete Herr mit schwächlichem Tadel, oder sie versuchten gar die seitens der Beratungen die Branntivein- Vorlage verschüttet. v. Frege auf jede Einwendung, daß er ganz in dem Sie der der Regierung gezeigte Nichtachtung der Volksvertretung zu Gestern triumphierte die„ Kreuz Zeitung" noch ob der social- gemachten Einwendungen verfahren habe oder verfahren wolle; entschuldigen. Der auf den verlassenen Posten Hohendemokratischen„ Niederlage", heute muß fie uns einen knapp wenn er dann aber von neuem die Abstimmungsfragen stellte, machte lohes geſtellte gestellte Graf von Bülow hatte mit seinem errungenen Sieg" zugestehen. Wir lehnen jedoch ab, die Brannt er es von neuem ebenso falsch. Graf Ballestrem, der seinem nichtssagenden und unverbindlichen Diplomatenreden bei dieſer weinmänner besiegt zu haben. Sie haben sich selbst besiegt. Stollegen jedenfalls nicht die Schmach anthun wollte, mitten in der Mehrheit leichtes Spiel und als gar die Regierung ihr huldSie erwiesen sich nicht einmal im stande, zum Schuß ihrer heiligsten Abstimmung ihn in der Präsidentschaft abzulösen, stand händeringend vollst gestattete, das Wort Indemnität" in die Chinavorlage Güter in genügender Anzahl im Reichstag zu erscheinen und wenige neben dem zweiten Schriftführer auf der rechten Seite des Bureaus. hineinzubringen, stimmte sie nachträglich allen Schritten der Stunden auszuhalten. Dabei hatte Herr v. Ballestrem den Schließlich gelang das schwere Werk. Der Antrag Fischbeck fiel, und Regierung zu. Sie erhob selbst keinen wesentlichen WiderBranntweinfreunden die Gunst erwiesen, die letzte Sigung des Reichs- mun sollte über den Beschluß zweiter Lejung, betreffend die Steuer- spruch, als der Kriegsminister den Khatizug als die göttliche tags schon zu einer gänzlich ungewohnt frühen Stunde einzuberufen, erhöhung, namentlich abgestimmt werden. Vergeltung für den Hunnenzug hinstellte, der vor anderthalb um ihnen die Anwesenheit zu ermöglichen, auch wenn sie zum Die ReichstagsSelten ist das Resultat einer Abstimmung von den Mehrheits- Jahrtausenden Europa heimgesucht hat. Himmelfahrtstage in ihrer Heimat zu weilen wünschten. parteien in so angstvoller Spannung erwartet worden. Man wußte, mehrheit bewilligte die Chinakosten und erklärte sich auch mit Als der Präsident die Morgenfizung pünktlich um 1/410 Uhr er die Entscheidung konnte nur von wenigen Stimmen abhängen. Die ber 80 millionen Reichsanleihe nachträglich einöffnete, ließ sich bereits nicht mit Bestimmtheit feststellen, ob die Schriftführer, welche die abgegebenen Stimmen zusammenzählten, verstanden, die Deutschland in Amerika zusammenpumpte. Mehrheitsparteien für sich die beschlußfähige Zahl von 199 Mit- wurden von zahlreichen Abgeordneten hart umdrängt. Jeder Hatte die Reichsregierung in der China- Debatte dank der gliedern stellen könnten. Die erste namentliche Abstimmung Ginzelne wollte das Resultat so zeitig als möglich in Erfahrung Haltung der Mehrheitsparteien noch einen halben Sieg davon. zeigte, daß den Mehrheitsparteien etwa ein Dugend Stimmen zur bringen. Dabei versuchte bereits Herr Bachem mit andren getragen, so erlitt sie bei der Beratung der Interpellation Erreichung der Beschlußfähigkeit fehlten; nur, da die Linke verhältnis- Führern der Branntweinmehrheit neue Ränke für den Fall nicht ge- betreffend die Zwölftausend Mark Affaire eine mäßig start vertreten war es waren 25 Abgeordnete anwesend, nügender Stimmenzahl zu spinnen. Endlich überreichten die schwere moralische Niederlage. Wenn Graf Posadowsky, be die gegen die Herabſegung des Kontingents stimmten, war das Schriftführer dem Präsidenten die Zählbogen, und dieser verkündigte lastet mit der unerhörten Schuld, im Amt geblieben ist, so ist Haus zunächst beschlußfähig. unter lautloser Spannung das Ergebnis: Es haben ab- dies eben die beste Kritik der Reichs- Socialreform. Vor dieser Abstimmung aber hatte bereits der diesmalige gestimmt 158 Abgeordnete, für den Beschluß zweiter Lesung 179, Bei den Etatslesungen, die stets einen erheblichen Anführer des Centrums, Herr Bach em, eine lange Geschäfte dagegen 17, der Stimme enthalten haben sich 2 Abgeordnete. Eine Teil der Tagung in Anspruch nehmen, find die brennendsten Geschäfte- gestimmt ordnungs- Debatte herbeigeführt. Da Abg. Richter einen Stimme fehlte an der Beschlußfähigkeit. politischen Fragen zur Besprechung gelangt. Beim AusAntrag auf namentliche Abstimmung über die Ziffer 1 des Artikels I des Herr Bach em, sehnsuchtsvoll nach Vollendung seiner Nieder- wärtigen Amt die Engländerei, die Besuchsabweisung des Beschlusses zweiter Lesung, welcher das Kontingent für neu zu errichtende lagen, forderte das Wort zur Geschäftsordnung, offenbar um sich Präsidenten Krüger; in der zwölftägigen Etatsberatung des Brennereien von 80 000 auf 50 000 Liter herabgesetzt hatte, mit den durch die Forderung des Abzugs der zur Zeit nicht besetzten Mandate Reichsamts des Innern alle socialpolitischen Fragen; beim Originalunterschriften der Mitglieder der vereinigten Linken über- von der Beschlußfähigkeitsziffer erneuter Lächerlichkeit zu über- Justiz Etat der Stillstand der Gesetzgebung, die gegen die reichte, stellte Bachem das Verlangen, daß die einzelnen Unterschriften antworten. Aber der Präsident behütete ihn, indem er auch hier, Socialdemokratie gerichtete Rechtsprechung, das Fehlen eines des Antrags verlesen würden und rollte zugleich wieder ein- wie während der ganzen Sitzung, sich streng an die Geschäftsordnung einheitlichen Arbeitsrechts, eines Reichs- Berggesezes, die Rechtmal die schon oft erörterte und längst entschiedene Frage auf, ob hielt und angesichts der Beschlußunfähigkeit des Hauses losigkeit des Gesindes usw.; beim Post- Etat die Lage der diejenigen Abgeordneten, welche einen Antrag auf namentliche Ab- auch jede weitere Aeußerung zur Geschäftsordnung verwehrte. Der Unterbeamten, die Maßnahmen gegen die Polen; beim stimmung gestellt haben, auch anwesend sein müssen. Es wurde Reichstag mußte seine Beratungen abbrechen. Auch die An- Militär Etat das Duellunwesen und Fälle von Soldatenlange hin- und herdiskutiert. Herr Bachem wurde von seinem beraumung einer Sigung in den nächsten Tagen war ausgeschlossen, mißhandlung. Die geringste Zeit nahmen in dieser Session die Fraktionsfreund Gröber unterstützt, aber die beiden Herren blieben ba Graf Bülow, der schon seit Stunden dem anmutigen Schau- Marine- und Kolonial Etats in Anspruch. allein. Von der Rechten griff nur Herr Gamp in die Debatte ein. fpiel der agrarischen Selbstbesiegung nicht ohne leises Lächeln beiSelbst er wagte aber feine volle Unterſtügung der beiden Centrums wohnte, sich erhob und die kaiserliche Vertagungsurkunde Leute, sondern suchte die Frage noch als eine offene hinzustellen. verlas. Singer und Richter vertraten mit guten Gründen die Zulässig" 0 Außerhalb der Etatsberatung wurden die schwebenden politischen Fragen noch besprochen in zahlreichen Interpellationen der Parteien des Hauses. Die erste war eine solche der Socialdemokratie, die bereits erwähnte Interpellation keit der Abwesenheit, für die auch alle bisherige Braris des Reichstags In den Blättern der Fufelparteien äußern fich die Empfindungen betreffend die 3 wölftausend- Mark- Affaire. Dann spricht. Stadthagen wies zudem noch eingehend nach, daß über ihren kläglichen Abfall teils in Tönen schmerzvollen Bedauerns, wurden verhandelt die Centrumsinterpellation betreffend die sowohl der Abg. Kardorff wie der Abg. Graf Mirbach, also teils und zumeist in wildem Geschimpfe gegen die Linke des Kohlenteuerung und die Maßnahmen der Regierung die Führer beider konservativen Parteien, genau die Ansicht, Reichstags. dazu, eine weitere Interpellation des Centrums betreffend die die heute die Linte vertrat, geteilt haben. Schließlich setzte auch der Die Deutsche Tageszeitung" behilft sich mit der üb- Duelle im Heere unter besonderer Bezugnahme auf Präsident Graf Ballestrem seine eignen Parteifreunde ins lichen herabwürdigung des Reichstags" durch die Linte und fordert einen Kölner Vorfall, wo eine Wahl zum Reserve- Offizier von Unrecht, indem er den Antrag auf namentliche Abstimmung für eine Aenderung der Geschäftsordnung. In besonders der Stellung desselben zum Zweikampf abhängig gemacht geschäftsordnungsmäßig berechtigt erklärte und die erregten Schmähungen tobt das führende Centrumsblatt wurde; eine Interpellation der Polen über die Nichtseinen Groll aus, was uns durchaus verständlich ist. Die Ger- beförderung von Briefen und Sendungen durch die Bost, weil Abstimmung dann auch vornahm. Das audre Berlangen des Herrn Bach em aber, das die mania" irrt nur in der Richtung ihres Borns; fie tobt wider folche ganz oder zum Teil polnische Adressen hatten; eine die Vergewaltigung einer großen Mehrheit", übersieht aber, Berlesung der Namen der Antragsteller forderte, schlug gleichfalls daß die eignen Angehörigen der Mehrheitsparteien durch Interpellation der Agrarier über Fälle von militärischer in eine heitere Blamage des Centrumsadvokaten um. Singer ihr Fernbleiben von der Abstimmung die Beschluß- Bormusterung der Pferde während der Saatzeit; eine Intererklärte das volle Einverständnis der Linken mit diesem Verlangen, unfähigkeit verursacht haben. Verlangt die" Germania" von den pellation der Welfen über das Verhalten der deutschen Regierung denn es sei höchst nützlich, daß das Land die Namen der Abgeord- Gegnern ihrer Fuselforderungen die Anwesenheit in der Sigung, gegenüber der Gefangennahme deutscher Missionare in Südafrika neten erfahre, die sich gegen ein unheilvolles Liebesgabengeset ernst von der sich zahlreiche Mitglieder ihrer eignen Partei durch England, und schließlich noch eine Interpellation unsrer lich zur Wehr sehen. Herr Spahn, der seiner Zeit das Centrum dispensieren? Sollen wir die schlechten Gesetze unsrer politischen Fraktion über das Griesheimer Brandunglück und im Heinzekampf führte, aber am Mittwoch auch zu den Abwesenden Gegner durchführen helfen? die Außerachtlassung gesetzlicher Vorschriften. Die Kreuz- Beitung" ist trotz ihres Schmerzes über den zählte, darf sich freuen, daß Herr Bach e m in der Ungeschicklichkeit Berlauf der legten Reichstags- Sigung weit einfichtsvoller als das erstrebten die Ausdehnung der Gesetzgebung. Der erste war Eine Reihe von Initiativanträgen der Parteien der Parteiführung ihn noch weit überragt. Centrumsblatt; sie gefteht offen die Nachlässigkeit verschiedener Im Fortgang der Verhandlung fand über die Herabjegung des Herren" zu, die offenbar für das Gesez gestimmt haben würden", der Initiativantrag des Centrums, der die reichsgefeßliche Kontingents nur eine verhältnismäßig furze Diskussion statt. Der und sagt weiter: Regelung der Religionsfreiheit der einzelnen Staats" angehörigen und anerkannten Religionsgemeinschaften ver-| tagsmehrheit einen nie erlahmenden Bewilligungseifer gezeigt,| Mißverständnisse. Das Vorkommnis„ beruht auf einer irrtümlichen langt, der sogenannte Toleranzantrag. Der Antrag wenn es sich um die Förderung„ patriotischer" Zwecke, z. B. der Meldung, die nicht nur in Bonner Blättern stand, wonach das Bürgergelangt im November aus der Kommission wieder an Hohkönigsburg- Renovation, handelte und feine Haltung war liche Brauhaus in München beabsichtigte, jedem Teilnehmer einen Bierdas Plenum. Ein Initiativantrag des konservativen gegenüber den Bestrebungen der Arbeiterklasse jo reaktionär frug zum Geschenk zu machen". Das sei also ein ganz harmloser Irrtum" gewesen. Politische Uebersicht. Berlin, den 15. Mat. Beamtenfürsorge im Postreich. Unſer$ 3 Unser Kölner Partei- Organ erhält Stenntnis von einem " vor, Nißler verlangte die Abänderung des Gesetzes über den wie nur irgend möglich. Im Herbste und Winter wird die Uns war jene Meldung Bonner Blätter bisher unbekannt Reichs Invalidenfonds zwecks Beihilfen für die Tagung sich sehr bedeutungsvoll gestalten. Alsdann ist der Kampf warum teilt die„ Tägliche Rundschau" den Wortlaut jener mißKriegsinvaliden von 1870/71. Der Antrag fam an die mit den Agrariern um die Neuordnung des verstandenen Nachricht nicht mit? aber auch der Umstand scheint Budgetkommission. Ein Initiativantrag unsrer Fraktion, vor 80 II tarifs auszufechten. Möge die Agitation der Bolts- uns recht charakteristisch, daß sich die vornehmsten deutschen Studenten gelegt in der Form eines umfassenden Gefeßentwurfs, ver- massen während des Sommers dem Reichstag nachdrücklich von Brauereien Bierkrüge verehren lassen wenn auch nur aus langte die Abänderung des Gewerbegerichts- zeigen, wie groß die Erbitterung gegen den beabsichtigten Mißverständnis". Gesezes im Sinne einer Ausdehnung der Gerichte auf Brotwucher und die Brotverteurer ist. Aus Heffen, 14. Mai. Landtag.( Eig. Ber.) Die 8weite das Gesinde, die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, das Kammter beschäftigte sich heute mit dem socialdemokratischen Antrag Handelsgewerbe und Obligatorium der Gerichte. Ein auf Heranziehung von Arbeitern zur Fabrikinspektion. Voni Initiativantrag des Centrums verlangte ebenfalls AusCentrum lag ein ähnlicher, aber insofern abgeschwächter Antrag dehnung der Gewerbegerichte, ein gleicher Antrag der Nationalals in demselben nur die womögliche" Anstellung liberalen Ausbau zu Einigungsämtern. Der socialdemokratische von Hilfsbeamten aus dem Arbeiterftande angeregt wird. Gegenüber der Erklärung der Regierung, daß man zunächst noch Antrag, der bereits früher den Reichstag beschäftigt hatte, den Erfolg der mit diesem Jahre artsamkeit getretenen gelangte mit den übrigen in die Kommission, die alle Vorschläge vertraulichen Schreiben, das unterm 7. März 1901 von Renordnung der Gewerbe- Inspektion abwarten wolle, wies der Abg. zu einem Gesezentwurf verarbeitete, welcher die Zustimmung der kaiserl. Ober- Postdirektion Köln, gezeichnet Landbeck, an die Vor- David an Hand der Inspektionsberichte die dringende Notwendig des Plenums fand und an den Bundesrat gelangt, wodurch steher der Bostämter I und der Bahnpostämter des Bezirks, sowie feit alsbaldiger Vermehrung des Aufsichtspersonals nach. Ueber das die lange schwebende Gesezesabänderungsfrage für den der Telegraphenämter in Bonn und Köln und des Stadtfernfprech- Borhandensein geeigneter Sträfte in in der Arbeiterschaft selbst Reichstag ihre vorläufige Erledigung gefunden hat. Drei amts gerichtet ist. Es lautet: In letzter Zeit sind so zahlreiche Erkrankungen boeren Tein fönne nach ben gengniffen der Aufsichtsbeamten über ihre int mit den organisierten Arbeitern Initiativanträge, und zwar ein solcher unsrer Fraktion, der Er= gemachten Freisinnigen und der Nationalliberalen, beschäftigten sich mit Beamten vorgekommen, daß es nicht mehr möglich ist, den fahrungen Tein giveifel obwalten. Finanzielle Bebenten dürften Verkehrsämtern für alle Erkrankte Vertreter zu überweisen. Da dabei in feiner Weise geltend gemacht werden. der Wohnungsfrage. Unser Antrag war der weit- unter den erkrankten Beamten vermutlich folche fich befinden, die hohe Zahl der Unfälle in den gewerblichen Betrieben durch vergehendste, insofern als er eine reichsgefeßliche Behandlung von welchen nach den angegebenen Leichten Krankheits- befferte Aufsicht auch nur um einige Hundert zu vermindern, so der Frage, Wohnungsinspektion und ein Reichs- Wohnungserscheinungen, wie Nervenfchwäche, Kopfschmerzen, Rheumatis bedeute das, abgesehen von dem dadurch verminderten Jammer und amt wünschte. von vielen Behntausenden von Mark an schreienden Mißständen gegenüber gegenüber durchaus ablehnend. einiger Schonung, bezw. nach kurzer Zeit, ihre Dienstfähigkeit einiger bezw. nach kurzer Zeit, ihre Dienstfähigkeit Sie erklärte, nicht in die einzelstaatliche Verwaltung einwieder erlangen und daher teilweise nicht nötig haben werden, ist zu verzeichnen, daß sämtliche Reduer, darunter die Großfich für so lange Dienſt fern zu halten, als der be burieufer".( Bensheim) umb steinbat b( 23ørm³) greifen zu wollen, sich darauf zu beschränken, Wohnungen für d handelnde Arzt von vornherein annehmen mußte, so werden die Berechtigung die Reichsbeamten zu unsrer Forderung auf Anstellung bot bauen und durch den Reichs. Gesundheitsrat die Einzelstaaten in der Wohnungshygiene zu beraten. Ein Initiativantrag der Freisinnigen Volkspartei verlangte die Aufhebung der Theatercensur durch Abänderung der Reichs- Gewerbe- Ordnung. Dieser Antrag, deffen Debatte die ganze gegenwärtige Schuhriegelung des Theaters durch die Polizeicenfur zeigte, zeitigte schließlich fein Theaters durch die Polizeicensur zeigte, zeitigte schließlich kein eine Die Regierung verhielt sich jedoch den imus usw. angenommen werden kann, daß fie schon nach tener ft. Als das erfreulichste Ergebnis der Debatte die Herren Vorsteher beauftragt, die hiernach in Betracht Arbeitern anerkannten. Die Regierung konnte daraus entnehmen, kommenden Beamten zu befragen, ob fie nicht im stande sind, daß eine dahingehende Vorlage in der Kammer auf eine stattliche ohne Nachteil für ihre Gesundheit ihren Dienst als bald wieder Majorität rechnen tann. Ein weiterer Fortschritt in Sachen des aufzunehmen. Ueber diejenigen Beamten, welche sich hierzu Arbeiterschutzes wurde vom Ministerialrat Braun in Aussicht gebereit ertlären, ist in der vorgeschriebenen Weiſe ſtellt, der ankündigte, die Regierung jei der Frage näher getreten, Meldung hierher zu erstatten. Bei dieser Gelegenheit den zur Baubeaufsichtigung verwendeten Polizeibeamten wird wiederholt, auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß Bertreter der Arbeiterschaft beizugeben. Abg. Cramer nahm namentlich die jüngeren Beamten in Erkrankungsfällen durch daraus die Veranlassung zu erklären, daß in Bezug auf die BeaufBesuche ein„ Hammelsprung" nötig, der die Beschlußunfähigkeit besein ihren Wohnungen, Erkündigungen üchtigung von Hochbauten demnächst specifizierte Anträge von unsrer Arzte oder den Vermietern usw. seitens der Seite eingebracht werden würden. Tillotine red damuntned Hauses ergab. Der im Anschluß an diese Sigung in dieser Session Herren Amisvorsteher, Kassierer und Stellenvorsteher überwacht erstmalig verhandelte Diätenantrag, der in einem Initiativ- und beobachtet werden. Diese lettere Ueberwachungs( vergl. Stuttgart, 15. Mai. Gegen den Redacteur des bolts. antrag des Centrums auf Zahlung von Anwesenheits- Verf. v. 11. 4. 1897 I 4405) muß auch auf das Berparteilichen Beobachter", Landtags Abgeordneten geldern an Abg geordnete wiederkehrte, wurde von balten des Ertraukten außerhalb der Wohnung Schmidt, ist von preußischen Kriegsministerium der Kommission in einen Gejegentwurf umgewandelt: 20 Mart ausgedehnt werden, wenn ihnen vom Arzte das Ausgehen ge- wegen Beleidigung der deutschen Truppen in China Anwesenheitsgelder pro Tag des Berliner Aufenthalts. Aus- ſtattet worden ist." Strafanzeige erstattet worden. Der Landtag hat die AnDieser postalische Utas offenbart in gedrängter Stürze alle gelegenheit an die Geschäftsordnungs- Kommission verwiesen.. dehnung der freien Fahrt auf alle Bahnstrecken und ward so herrlichkeiten des Bostregiments. Uebergroße Sparfamteit führt zu dent Bundesrat überwiesen, der nunmehr zum wie vielten überlaugem Dienst der Angestellten. Die Folge davon sind die Aus Baden schreibt man uns: Neben ſeiner hiſtoriſch- politiſchen Male? Stellung" dazu nehmen wird. übermäßig hohen krankheitsziffern. Da genfigende Vertretung mangelt, Eigenfchaft, ein Musterländle" zu sein, erfreut sich das Badener Unter den von der Regierung eingebrachten Gesez- werden die Gefunden doppelt angestrengt, und der Uebelstand der Land noch eines andern schäzbaren Vorzugs: auf seinem Schwarzentwürfen ist zunächst die Seemanns- Ordnung Erkrankungen wächst. Statt min die Ursache des Uebels zu bewald bildet sich eine Art secessionistischer oder stilisierter Auerhähne, zu nennen. Diese umfassende Materie ist zwar von der feitigen, wird dem Erkrankten zugemutet, entgegen den Vor- die programnngemäß erlegbar find. In der vorigen Woche huldigte Kommission erledigt, wird jedoch erst im November wieder ihriften des Arztes, fich möglichst früh wieder in den der deutsche Kaiser auf Einladung des Fürsten von an das Plenum gelangen. Das Gefez über das Urheber- Dienst zu begeben. Dazu eine Kontrolle und Beobachtung der Er- Fürstenberg dem Sport der Auerhahnjagd und der Sofzug mit die für diese geradezu ehreurührig erscheinen muß. recht von Werken der Litteratur und der an 190 das Amtsfeinen sechs hellen Wagen rollte vom Nedar durchs stiefelförmige Land bis zur Höhe der Sommerau, 1000 Meter über dem Meer. Die Ab Tontunst sowie das Gesetz über das Verlags- dan spildu Soldatenmikhandlungs- Prozeffe. schließung aller Bahnhöfe, die der faiferliche Zug paffierte, war bei recht beschäftigte den Reichstag und feine Kom- n Wegen Soldatenmikhandlung hatten sich vor dem Militär- seiner Hin- und Herfahrt eine hermetische und um so auffallendere, da mission in vielen Sizungen und gelangte ſchließ gericht in Dresden fieben Unteroffiziere unb fedjszehn Golbaten der Großherzog von Baden bei seinen regelmäßigen Reifen burch lich mit verschiedenen Aenderungen zur Verabschiedung. von der 8. Kompagnie des 2. Bataillons des 177. Infanterie- das Land folche Eingriffe in die Verkehrsbestimmungen nicht wünſcht Zur Verabschiedung gelangte gleichfalls das Gefey Regiments zu verantworten. Im Herbst 1899 war der Rekrut Lung- und ohne polizeiliches Aufgebot reist. undan betreffend die Unfallfürsorge für Beamte wit bei dem genannten Truppenteil eingetreten, der infolge seiner Un- Als drollige Abnormität darf die Oltroierung einer Maiund Personen des Soldatenstandes, welches beholfenheit seinen Stameraden häufig zum Nachererzieren verhalf. Inter- feier für die Arbeiterschaft beachtet werden. In der schwarzdie Neuerungen in den Unfallversicherungs- Gesetzen auch für offiziere und Mannschaften wurden darüber höchst aufgebracht und wälderischen Industriestadt St. Georgen, to diese Personen in Geltung bringt. Durch ein Gesetz betreffend ließen ihn ihren lumut träftig empfinden. Er wurde mit Fußstritten, blatt aus Rüdichten auf seinen amtlichen und kapitalistischen die Versorgung der Teilnehmer Ohrfeigen und Rippenstößen bedacht. Das Effen mußte er zuweilen Charakter acht Tage zuvor die Aufnahme einer Maifeier- Anzeige in Kniebeuge einnehmen, manchmal belam er auch überhaupt unfreu Partéigenossen verweigerte, verordneten die Fabrikanten ob China- Expedition und ihrer Hinterbliebenen wollte nichts. Am meisten wurde dem Lungwitz durch den Unteroffizier des angefagten Staiſerbefuchs den Arbeitern einen zwangsweisen die Regierung die Chinatrieger gesondert versorgen. Diesem Herschel zugesetzt, der den andren Soldaten einfach fagte, fie follten freien Nachmittag am Mittwoch, natürlich unter Lohnausfall. Vorhaben widerstrebte aber der Reichstag in allen feinen sich das Bürschchen mir ziehen. Doch beteiligten sich auch andre Da fügte es das Schicksal, daß der kaiserliche Besuch für diesen Tag Parteien und verlangte eine allgemeine Regelung der Ver- Unteroffiziere daran, den Lungwiz zu peinigen. Die Verhandlung unterblieb und so die Induſtriebienen mit ihren materiellen Opferr hältnisse der Kriegsinvaliden. Diese Vorlage tam nun gegen die wegen Mißhandlung Angeklagten wurde zum größten Teil einzig die Beche zu bezahlen hatten. in dem Geset betreffend die Versorgung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Das Urteil lautete gegen die styl die Versorgung den Unteroffizier Herschel auf vier Monate Gefängnis. der Kriegs- Invaliden und Kriegs- Hinter Die übrigen Unteroffiziere erhielten drei bis fünf Wochen Arrest, die bliebenen und wurde vom Reichstag angenommen. Soldaten drei bis fünf Tage Gefängnis. Angenommen wurde ferner das das Gesetz über die Das Kriegsgericht zu Staffel verurteilte den ViceAusübung der freiwilligen Gerichtsbarwachtmeister Vollmer vom 11. Artillerie- Regiment zu Staffel feit und die Leistung von Rechtshilfe wegen Mihhandlung von Rekruten in 107 Fällen, die zumeist im Heere. Ein Gesetz betr. die Abänderung der in der Justruktionsstunde verübt war und in Ohrfeigen und Schlägen Strandungsordnung, wonach die Ladung eines ins Gesicht bestand, ferner wegen Anstiftung zur Mißhandlung und Brads für die Kosten der Beseitigung des Schiffahrts- Mißbrauch der Strafgewalt zu einer Gesamtstrafe von sechs Hindernisses haften soll, wurde vom Reichstag an die Monaten Gefängnis. Kommission für die Seemannsordnung verwiesen und bleibt под Reichsländische Verwaltungspraxis.l Aus Straßburg wird uns geschrieben: Die taiferliche Kundgebung zu Gunsten der Beseitigung der Diftatur- Gesezgebung in Elsaß Lothringen ist nicht nur wie übrigens zu erwarten war- völlig aus geblieben, man scheint bei uns für die Zukunft vielmehr jogar noch schärfere Saiten in der Handhabung der bestehenden Entrechtungsvorschriften aufziehen zu wollen. Neuerdings hat der Bezirkspräsident des Oberelfaß, Prinz alegander von Hohenlohe- Schillingsfürst, eine in Mülhausen auf den 14. d. M. angesetzte öffentliche MetallarbeiterVersammlung, in der der Vertrauensmann des Deutschen MetallDie Verfrommung des Vereinsrechts. Man schreibt uns arbeiter- Verbandes für Baden und Elsaß- Lothringen, Kleemannmit dieser und den dazu gehörigen Gesezen bis November aus Dresden: Durlach, über die Ursachen der gegenwärtigen Industriekrise sprechen Liegen. Angenommen wurde ferner die Novelle zum Die evangelisch- lutherische Landessynode, die seit einigen Wochen Posttargesez, die die für Deutschland neue Einrichtung in Dresden tagt, faßte einstimmig den Beschluß, die sächsische Re- follte,„ bertagt", d. b. verboten, weil sie geeignet sei, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gefährden. Seit Jahren, und beDer letter boxes( verschließbarer Abholungsfächer bei der gierung um den Erlaß eines Gefeßes zu ersuchen, wonach an sonders in der letzten Zeit, hat die Arbeiterschaft Mülhausens den Post) schafft. Ein Gefeßentwurf betr. die Uebernahme den Vorabenden der drei hohen Feiertage Bußtag, Charfreitag und Beweis dafür erbracht, daß sie bei ihrem Auftreten in der Deffenteiner Zinsgarantie für Totenjonntag die Abbaltung von politischen Versammlichkeit selbst unter den schwierigsten Umständen Zucht, Ruhe und den Bau einer Eisenbahn lungen verboten sein solle. Dar es Salaam bon Die Veranlassung zu diesem Ordnung zu halten versteht; Prinz Alexander würde daher zweifelnach Vorstoß gegen das sächsische Vereins- und Bersammlungsrecht gab los in die größte Verlegenheit kommen, wenn man ihn nach der Mrogoro, welchen die Regierung eiligst einbrachte, nach eine Betition des Leisniger Streisvereins für innere Mission und des materiellen Begründung seiner Verbotsverfügung fragen würde. dem der Reichstag die geforderte Rate für den Bau einer sog. tonservativen Vereins für Leisnig und Umgegend. Die Petition Stichbahn in jener Strecke abgelehnt hatte, wurde an die Budget- wurde damit begründet, daß in einer Leisniger Gastwirtschaft am tommission verwiesen und gelangt erst im November zur Vorabend des heurigen Bußtags eine socialdemokratische Agitations- Die New Yorker Spekulation. Entscheidung. Das Gesetz betreffend die privaten Verversammlung stattgefunden habe, in der Genosse Göhre referierte. Mit starrem Staunen blickt während der letzten Wochen Kapital ficherungs Unternehmungen wurde nach den Die Versammlung sei sehr start besucht gewesen und habe sehr lange und Börse in Deutschland auf Amerika und auf die Vorgänge Abänderungen, die die Kommission vorgenommen hat, an pflegten dann leicht den nächstfolgenden Vormittags- Gottesdienststellungen von Größe und Umfang des Effektenhandels. Man iſt gedauert. Die Bürger seien infolgedessen spät ins Bett gekommen und in New York. Was sich dort abspielt, übertrifft alle Vorgenommen, ebenso die Novelle zum Vereinsgeset zu versäumen. In der Debatte benterkte Gutsbefizer bon 1892, die Staaten die Staaten Uebereinkunft zum daß die Entrüftung über das von Göhre gegebene Mergernis" fehr von Amerika außergewöhnliche Dimensionen der Produktion, der Schutz des gewerblichen Eigentums und die groß gewesen sei. Bürgermeister Mettig mahnte die Synode vergeblich Unternehmung, der kapitalistischen Association und der gewaltsamen Novelle zum Flaggenrecht der Kauffahrtei- zur Vorsicht und Mäßigung. Der Antrag auf Erlaß einer lex Göhre Eingriffe in den normalen Wirtschaftsgang gewöhnt. Wir haben schiffe. In der legten Sigung gab das Haus dann noch fand aber allseitige Unterstügung. Viele zornige Kulturkampfreden die Kämpfe der verschiedenen Ringe auf dem Gebiet der Industrie Erörterung des die Zustimmung zu dem Handelsprovisorium mit wurden bei Toleranzantrags des und der Eisenbahnen gesehen, wir haben gesehen, wie die England, welches das Meistbegünstigungsverhältnis bis zum Centrums gehalten. In einer Protestresolution wurde zum milliardäre wuchsen und gigantische Trusts ins Leben gerufen 31. Dezember 1903 verlängert, und den 3o II repreffalien Ausdruck gebracht, daß jener Antrag die Hoheitsrechte des Staates wurden. Bald war es das Petroleum, bald Eisen und Stahl, bald gegen Haiti, die in der Erhebung eines Zolls auf Blau- zu beschränken und den Staat zum Handlanger der römischen Papst- wurden. Bald war es das Petroleum, bald Eisen und Stahl, bald herrschaft zu machen wünschen.- Im Gegensatz zur konservativen Baumwolle und Papier, bald die Warenhäuser, die man unter einen holz und eines Bollzuschlags auf Kaffee und Kakao aus Haiti Reichstags- Fraktion bewilligten sich übrigens die durchweg tonfer- Hut bringen wollte. Jegt aber sehen wir, wie New Yorker bestehen. Liegen geblieben bis November sind dagegen das vativen Synodenmitglieder 12 M. Tagesdiäten und zwar mit stapitalisten fich dem Großartigsten zuwenden und die Schaumweinsteuer- Gesez, das Süßstoff rüdwirkender Kraft. sechszigtausend Meilen Bahnen, die den amerikanischen geset und die Novelle zum Branntwein- Die Herren hielten es also nicht für möglich, daß ihr" Niveau" Kontingent durchqueren, unter ihre Botmäßigteit bringen steuer Gesez. Da die bisherigen Bestimmungen über die infolge der Diäten sinten fönne. wollen. Diese amerikanische Spekulation, die sich in den wilden Branntweinsteuersäge am 1. Oftober ablaufen, versuchte die Verurteilung polnischer Redacteure. In vier Prozeßfachen Kursbewegungen an der New Yorker Börse zeigte, hat auch die agrarische Mehrheit schleunigst noch eine Durchpeitschung hatte sich wiederum der Redacteur Sobiechowski der Gazeta europäischen Börsen mit Sorgen und Schrecken erfüllt. An der Einschränkung des Rontingents für die neu entstehenden Grudziondska" vor der Strafkammer in Graudenz zu verantworten. New Yorker Börse raffen jetzt die großen Räuber die Ernte zusammen. Brennereien, Forterhebung der Brennsteuersäße bis zum Er wurde wegen eines Artikels, in dem das Märtyrertum seines Ver- Die Scenen, die sich Ende voriger Woche im New Yorker Börsen30. September 1902 unter Erhöhung um 50 Proz. legers verherrlicht wurde, zu sechs Wochen Gefängnis, wegen faale und in den Wartezimmern der Kommissionshäuser Bismarck Beleidigung in zwei Fällen( grober Unfug) zu 150 Mr. Mittwoch. Der Taktik der Linken gelang es jedoch, die Mehr Geldstrafe und schließlich wegen eines China- Artitels zu 20 m. heit zu sprengen. Ein Fusel- Agrarier fehlte schließlich an Geldstrafe verurteilt. der beschlußfähigen Zahl. Außer diesen Materien hat der Reichstag noch Wahl- unverschämtheit" tebet pie Tägliche Rundſchan", weil wir und Stommiſſionshäuser find insolvent, bezüglich größerer Firmen find Ein studentisches Mißverständnis. Von Socialdemokratischer Petitionen beschäftigt, deren auch in dieser Session wieder andre Parteiblätter die hübsche Erscheinung, daß die Studenten beim sich die Wirkungen der furchtbaren Krisis. Ein größerer 2Londoner 9 am abspielten, scheinen unbeschreiblich geweſen zu sein. Weinende Frauen und Männer mit verstörten Mienen drängten sich um die Tafeln, auf denen die Kurse standen, die für sie den Ruin bedeuteten. Fünf eine Fülle an das Haus gelangt sind. haben, an den Bestimmungen des üblichen Strafrechts maßen. Börsenspekulant soll nach Londoner Depeschen vor dem Ruin stehen und Das socialpolitische Ergebnis des bisherigen Teits der Leugnet nun die" Tägliche Rundschau" die Thatsache? Reines- an der Berliner und Londoner Börse haben die amerikanischen BorSession war ein äußerst dürftiges. Dafür aber hat die Reichs- wegs! Aber sie entschuldigt die Studenten mit einem der beliebten gänge einen derart lähmenden Einfluß geübt, daß alles stodt. Man nimmt hier an, daß die Krisis noch nicht zum Abschluß gekommen ist und noch weit furchtbarere Wirkungen äußern wird. # 1 General French, Frankfurt a. M., 15. Mai.( B. H.) Die Frankf. Zeitung" der am Fieber erkrankt war, soll sich bereits wieder auf dem Wege meldet aus London: Nach einer Depesche aus Peking, die im Bureau der Genesung befinden und nach seiner bald zu erwartenden Wieder- Laffan eingelaufen ist, haben in Beling am 12. d. M. acht herstellung das Kommando wiederum übernehmen. Man scheint also amerikanische Soldaten den Laden eines French doch nicht entbehren zu können. Juwelenhändlers in dem von den Engländern besetzten Stadtteil geplündert. Die steigende Bedeutung, welche der New Yorker Geld martt auch für unsre heimischen Verhältnisse bekommt, illustriert am besten die Thatsache, daß ein hervorragendes New Porter Bankhaus, die Eith Nationalbant", sich mit der Verurteilung der Mordbrennerei. Absicht trägt, zur Erweiterung ihres Geschäfts 3 weiggeschäfte Morningleader" kritisiert die Haltung der englischen Generäle, in Berlin und London zu gründen. Gegenwärtig auf deren Befehl die Farmen der Boeren in Brand teilt in Berlin der Vicepräsident der Bant, der frühere Unter- gestedt worden sind. Das Blatt bezeichnet diese Saltung als ſtaatssekretär im amerikanischen Schazamt Frank Banderley. würdige. Solche Mittel zur Besiegung des Feinds seien bisher eine frebelhafte und einer civilisierten Nation unEr hat Europa bereist, mit den Finanzleuten Besprechungen gehabt, nur bei den 23 ilden an der Tagesordnung gewesen. mit den Vertretern des Reichs- Schazamts und den Direktoren der punurbing phDie Tages Verluftlifte ersten Banken fonferiert. Von Berlin begiebt er sich nach Hamburg und in eine Reihe größerer Städte. In St. Petersburg hat Vanderley mit dem Minister Witte und dem russischen Bankier Roth stein verhandelt. Der Abgesandte des amerikanischen Kapitals findet die finanziellen und industriellen Verhältnisse in Deutschland weit günstiger als man in New York bisher annahm. Danach wird die Errichtung der Bantfiliale nicht mehr lange auf sich warten lassen. ceat nice a Ausland. druse 08 d 205 I thin für den 14. Mai umfaßt 3 Tote, 7 Verwundete, 2 Vermißte und Lager zurückgekehrt. 22 an Krankheiten Verstorbene. 16 Vermißte sind wieder in das London, 15. Mai. Aus Brüssel wird der, Daily Mail" telegraphiert, ihr Storrespondent habe einen Brief von der Gattin Bothas gelesen, in welchem sie mitteilt, daß Kitchener sich bereit erklärt habe, den Boeren vollständige Auto nomie zu gewähren. Brindis sid 909 02 2011 Oestreich- Ungarn. Der Wafferstraßen- Ausschuß begann am Mittwoch die Bed Partei- Machrichten. bil 3310 Lin als Bundesgenosse. Berlin, 15. Mai.( W. T. B.) Das Oberkommando meldet am 14. d. M. aus Peting: Truppen des chinesischen 1000 Borer angegriffen und zerstreut. Bei einer Explosion Generals Liu haben 45 Kilometer südlich Paotingfu von zu vernichtenden Waffen in Stalgan ist bis jetzt festgestellt, daß Lieutenant v. Kummer und drei Mann verwundet wurden. Nähere Nachrichten fehlen noch. Die Truppen des Generals Liu find die nämlichen, die kürzlich von der deutschen Schansi- Expedition an der chinesischen Mauer angegriffen und gezüchtigt" worden waren. Jezt scheinen Truppen Konkurrenz im Aufstöbern und Hetzen von„ Borern" zu sie auf einmal Waldersees beste Freunde zu sein und den deutschen machen. Sonderbar! Vertreter in China, Rockhill, hat Anweisung erhalten, feine BeWashington, 15. Mai.( W. T. B.) Der amerikanische mühungen fortzusetzen, um eine Ermäßigung der von China seitens der Mächte verlangten Entschädigung zu sichern. Es wird jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg gehegt. Berliner Partei- Angelegenheiten. Der Vorstand. Reinickendorf. Der Wahlverein hält am Sonnabendabend " ratung der Wasserstraßen- Vorlage. Der Generalreferent Menger Das dreißigjährige Jubiläum feines Bestehens feierte am teilte mit, daß im Einvernehmen mit der Regierung 15. Mai der Braunschweiger Voltsfreund Am an der Vorlage eine Aenderung vorgenommen wurde dahin 15. Mai 1871 erschien die erste Nummer des Volksfreundes". Die gehend, daß in das Gesez eine Bestimmung aufgenommen werde, Geschichte des Braunschweiger Voltsfreundes" ist zugleich ein Bildungsvereins findet am Sonnabend, den 18. Mai, Friedrichshagen. Die nächste Versammlung des Arbeiterwonach ein Betrag von höchstens 75 millionen wesentliches Stück der Geschichte der deutschen socialdemokratischen Partei. Kronen für die Flußregulierungen und Kanali- Der Plan zu dem Blatte war im Stopfe Braces gereift, als er zu abends 9 Uhr, im Vereinslokal bei C. Conrad, Friedrichstr. 187, sierungen ausgeworfen werden tann. Abgeordneter jammen mit Bonhorst, Ehlers, Gralle, Kühnu. a. in Lögen eingefertert war. statt. Herr Dr. Victor Fränt! spricht über Irrtümer Wolf erklärt der Vorlage skeptisch gegenüberzustehen. Sie sei Die Stettenaffaire von Lößen wurde zum Weckruf für die Braun- und Fehlsprüche der Justiz. Gäste sind willkommen. eine Zusammensetzung von durchführbaren und rentablen mit schweiger Arbeiterschaft. Die dreißig Jahre des Bestehens des Blatts folchen Projekten, die niemals rentabel und für die Volkswirschaft sind eine ununterbrochene Kette des erbittertsten Stampfes gewesen. 81/2 Uhr, bei Engel, Eichbornstr. 69, seine Mitgliedervergeradezu gefährlich seien. Die Aldeutschen würden es für praktisch Gins der ersten Opfer des Socialistengefeges war der Voltsfreund" ammlung ab. Walded- Manasse hält Vortrag über:" Die Kosten halten, in dieser rein wirtschaftlichen Frage die Meinung der Land- An seiner Stelle gab Brade das„ Braunschw. Unterhaltungsblatt" heraus. jammlung ab. Waldeck- Manasse hält Vortrag über:„ Die Kosten tage einzuholen, weil diese die Ersprießlichkeit im Bereich ihrer Am 27. April 1880 raffte ihn der Tod nach schwerem Krankenlager dahin. des Militarismus." Länder besser beurteilen könnten, und weil die Länder zu Beitrags- Als am 1. Oktober 1890 das Ausnahmegesetz fiel, wurde auch sofort die Der Distutierabend fällt des Himmelfahrtstags wegen heute Leistungen herangezogen werden sollten. Das Central Barlament Rüdwandlung des Blattes vollzogen. Und nun ging es unaufhaltsam aus. Dafür findet am Sonntag eine Vorwärts"-Verbreitung folle nur beraten, ob die Kanäle überhaupt gebaut werden in seiner Entwicklung weiter. Bei seiner Entstehung war es ein statt. Die Genossen von Wilhelmsruh, Schönholz und Reinickendorf sollen. Er behalte sich vor, entsprechende Anträge im Hause Wochenblatt. Aber schon am 1. Oktober seines Geburtsjahres erſchien( ft), welche sich daran beteiligen wollen, werden ersucht, am zu stellen. es täglich in stetig wachsendem Format. Der erste verantwortliche Sonntag früh 7 Uhr im Lokale des Herrn Puzierer, Provinzstr. 45, Agni Schweiz. dosti o sind Rebacteur war E. Friedrich, dann Brade selbst, später ab- recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. on Der Vorstand. Zwecks Verdrängung der deutschen Kohle in der Schweiz wechselnd Blos, Beder und Rotosty, furz vor seiner Die Lokalkommission von Hohen- Schönhausen- Wilhelmsfoll fich, wie dem„ Daily Telegraph" aus Genf berichtet wird, ein Unterdrückung Günther. 1879 Günther. 1879 bis 1880 redigierte das berg teilt uns mit, daß im Dorf Hohen- Schönhausen alles frei amerikanischer Trust gebildet haben, der über ein Kapital von Unterhaltungsblatt Rotosty nach Verbüßung einer längeren ist. In der Lokalliste war das Lotal von Spizbart irrtümlich als 24 Millionen Mart verfügt. Die deutschen Grubenbefizer, welche Gefängnisstrafe. Sein Nachfolger var Fendrich. Dann gesperrt aufgeführt. die Schweiz bisher mit Kohlen versorgten, hätten die Preise um tamen Eisenbeck, Braun, Calwer, Jäkh und 20 Proz. in die Höhe geschraubt, während der amerikanische Trust, Heymann. Fast alle Redacteure hatten mehr oder weniger lange an deffen Spize Rockefeller stehe, die Kohlen zu den früheren Preisen Freiheitsstrafen abzubrummen. Schwer hat das Blatt สิน liefern wollte. ringen gehabt. Hier Konfistationen, dort Gefängnisstrafen und andre Verurteilungen; aber aus allen Stürmen ist das Blatt un gebrochen und stolz hervorgegangen. 1 go do to England. i A Forderung der Mächte, eine Kriegsentschädigung in verlangter Höhe China hat, um sich seiner Dränger zu entledigen, in die zu zahlen, eingewilligt. China hat damit nicht nur alles gethan, was in seinen Kräften stand, sondern auch alles, was von ihm verlangt wurde. Das wird auch durch ein Wolfffches Telegramm aus Bering bestätigt, in dem es heißt: Die Entschädigungs- Kommiffion. Sur Prüfung der Forberungen der aus Südafrika ausgewiesenen Personen teilte der Der Parteitag für die Provinz Pofen findet am 9. Juni deutsche Vertreter Siebeling mit, seine Regierung habe in Bromberg statt. In Gnesen tagt zu Pfingsten der bestimmten Entscheidungen des Präsidenten nicht zugestimmt, welche 6. Parteitag der polnisch- socialistischen Partei. fich a. B. auf das Vorgehen gegen verschiebene deutsche Anspruch erhebende Personen beziehen, die sich das Recht von Burghers mahdiij o erworben und vergeblich aus diesem Grunde gegen die Was nun? Bertreibung aus Südafrika Einspruch erhoben hätten. Da diefelben in ihrer Eigenschaft als Deutsche die Bertreibung über sich ergehen lassen mußten, so set er der Ansicht, gegen die deutsche Regierung könne ein Widerspruch nicht erhoben werden, wenn sie dieselben als ihre Staatsangehörige behandele und ihre Forderungen unterstüge. Ferner berührte Sieveking die Fragen betreffend die aus den Schäden folgenden weiteren Nachteile und betreffend die moralischen Einbußen. Der Präsident erwiderte, halte nicht dafür, daß die Grundsäge, nach denen die Entschädigungen zuerkannt werden sollen, Gegenstand der Erörterung feien. Wenn die deutsche Regierung mit den von der Stommiffion festgesezten Grundsägen nicht ein verstanden sei, so müsse sie an das englische Auswärtige Amt appellieren. Es sei jedoch der Wunsch bereits gegebene Versprechen erfüllten und ihre Truppen Man sollte nun also erwarten, daß die Mächte auch das ihrer Stommiffion, ihre Aufgaben in versöhnlichem und freundlichem Geist bis auf die in Peking, Tientsin und verschiedenen Etappen zurück zu erfüllen. General Ardagh, der Vertreter des englischen Kriegs zulassende Sicherheitswache aus China zurüdzögen. Denn was amts, sagte, die englische Regierung sei sehr darauf bedacht, daß tann China dafür, wenn sich die Mächte über die beste tein technisches Hindernis fich der pflichtmäßigen Prüfung jedes Modalität der Zahlung nicht einig werden fönnen! ähnlichen Gesichtspunkten ausgehe. Hier wird die chinesische Antwort allgemein als Beichen guten Willens angesehen und günstig beurteilt. Augenblicklich läge die Hauptfchwierigteit nicht bei den Chinesen, sondern in der erforderlichen Einigung der Mächte über die beste Modalität der Zahlung und die geeignetsten Sicherheiten dafür." Gerichts- Beifung. Der verflossene Streit der Fabrik- Schuhmacher führte am Mittwoch acht Bersonen, die ihrem Unwillen gegenüber Streitbrechern in etwas derber Form Ausdruck gegeben hatten, vor den Strafrichter. Anspruchs entgegenstelle, und er nehme an, daß die Kommission von Khakimächte, in erster Linie natürlich wieder Deutschland, Gefängnis. Der Verteidiger rigen drei Angeklagten je eine Woche agur Türkei. " = nicht mir auf den§ 153 der Gewerbe- Ordnung, sondern auch auf Vor der 7. Straffammer wurde eine Anklage verhandelt, die sich § 240 des Strafgesetzbuchs( Nötigung) stützt. Angeklagt waren die Schuhmacher Schönwig, Edert, Gerlach und Frau Schoppmann. Während des Streits nahm der Schuhmacher Gennermann in der Schweigerschen Fabrik Arbeit; er will, als er die Fabrit angehalten, und mit beleidigenden Aeußerungen, wie„ Dich müßte verließ, bon den drei legten Angeklagten auf der Straße man gleich in die Fr. schlagen, wenn Du hier arbeitest, be= dacht worden sein. Frau Schoppmann habe ihre Mitangeklagten von Mißhandlungen, die sie anscheinend dem Zeugen zugedacht hatten, abgehalten. Der erste Angeklagte soll am Tage nach diesem Vorgang zu Gennermann gesagt haben:„ Wenn Du jetzt noch weiter arbeitest, dann kann die Polizei hent abend Deine Knochen nach Hause fahren." Ein andrer Streitbrecher, der gleichfalls in derselben Weise belästigt worden sein soll, konnte jedoch nichts die Angeklagten Belastendes bekunden. Die Frau des Fabrikanten Schweiger, mit deren Hilfe Geniermann die Namen der Angeklagten festgestellt hat, gab den letzteren vor Gericht das Zeugnis ruhiger ordentlicher Sie habe Gennermann damals gleich gesagt, vor diesen Leuten Leute, die jest wieder in ihrer Fabrit arbeiten. brauche er sich nicht zu fürchten, Sie würden ihm nichts thun. Der Staatsanwalt bezeichnete die Verfehlungen der Angeklagten als nicht sehr schwerwiegend, beantragte aber gleichwohl gegen Frau Aber die Schoppmann 3 Tage, gegen die i Rechtsanwalt Fränti, scheinen anders zu denken. Ihr Verhalten macht es immer offenbarer, führte aus, daß hier weder eine Bedrohung im Sinne des 240 des Frankreich. daß man nur nach Vorwänden sucht, um möglichst lange in China Strafgesetzbuchs, noch ein Vergehen gegen§ 153 der GewerbeAuffrischung des Déroulède- Prozesses. Graf de Lur bleiben zu können, das man am liebsten völlig annektierte. Daß Ordning, sondern nur eine Beleidigung vorliege, die mit einer Auffrischung des Déroulède- Prozesses. Graf de 2ur Deutschland speciell sich nicht dazu entschließen kann, der süßen Geldstrafe hinreichend gefühnt sei. Der Gerichtshof erkannte dem Saluces, welcher in dem Hochverratsprozeß gegen Déroulébe und Genossen von dem Staatsgerichtshof am Gewohnheit der Borerjagden, Pferderennen, Baraden und sonstigen Antrage des Staatsanwalts gemäß, und zwar auf Grund des§ 153 3. Januar 1900 in contumaciam verurteilt worden Festivitäten zu entsagen, beweise eine offigiöse Auslassung der„ Köln. der Gewerbe- Ordnung. Bei Schönwitz wurde außerdem§ 240 des war, ist nach Paris zurüdgelehrt und hat an den 3ta." zu der Erklärung Delcassés, daß 2000 Mann fran- Strafgesetzbuchs herangezogen. Präsidenten des Senats Fallières einen Brief ge- 3ösischer Truppen in die Heimat zurückbeordert seien. Das Blatt Ein zweiter Fall von Verstößen gegen§ 153 der Gewerberichtet, in welchem er erklärt, er halte sich in seiner Wohnung zur schreibt: Ordnung wurde vor dem Schöffengericht verhandelt. Auf der AnVerfügung des Staatsgerichtshofs, um eine neue Die Maßregel der französischen Regierung hat ihre Be flagebant hatten ebenfalls 4 Personen, die Schuhmacher Rhode, Berhandlung über die Frage herbeizuführen, auf welcher deutung in dem China hierdurch gegebenen Beweis Wittnebel, Grüning und Wolfram Platz zu nehmen. Als Seite die Urheber der Verschwörung zu suchen seien, daß die Anwesenheit der Truppen der Republik Hauptzeuge und hauptsächlich Belästigter trat der Zuschneider welche Frankreich bedrohe. feinen andern 3 wed habe, als den, die Herstellung ge- Blank auf, der in der Fabrik von Glaser in der Turmordneter Zustände und die Befriedigung der straße als Streifbrecher fungierte. Seiner Angabe zufolge hat Schadensersaz Ansprüche abzuwarten. Die Auf Rhode ihn zuerst in durchaus ruhiger Weise zur Teilnahme fassung der französischen Politik deckt sich auch am Streit zu bewegen gesucht; Blant hat jede hier mit der Deutschlands. Wie viel Truppen jeder derartige Einwirkung zurückgewiesen. Die auf der Straße an Staat zur Erreichung seines Zweckes benötigt, ist eine gesonnenen Erörterungen sind dann in einem Schanklokal fortgesetzt eigene Angelegenheit und wird von der weiteren Ent- worden, und zwar von seiten Rhodes und andrer Streifenden ruhig widlung der Dinge abhängen." und fachlich. Nach längerem Hin und Herreden erwiderte Blaut auf die Vorstellungen der Streifenden: Ach, was Ihr mir da erzählt, damit habe ich mir schon seit 10 Jahren den- gepugt. Nun schlugen auch die Gegner Blanks einen heftigen Ton an. Einer Waldersee auf dem Ehrenfih. von Ihnen soll gesagt haben, im Guten geht es nicht mehr, und Laffans Bureau meldet aus Peking vom 13. Mai: Rhode soll hinzugefügt haben: Wenn Du hier weiter arbeitest. Am Abend des 12. Mai fand bei General Boyron eine groß diese Aeußerung gehört hatte, holte er einen Schuhmann herbei dann schlagen wir Dir die Rippen im Leibe faput. Sobald Blank artige Festlichkeit statt zu Ehren der Abreise Pichons. Alle Diplomaten und hohe Militärs waren zugegen, ebenso 2i- und ließ die Namen der beiden Personen, welche die betreffenden Hung Tichang und Prinz Tsching. Worte gebraucht hatten, feststellen. Zu seinem Bedauern konnte er, Die Festlichkeit wurde im Centralpalast abgehalten, schloß auch ein Bankett ein, wie er vor Gericht sagte, eine dritte Person, die ihn auch beschimpft bei welchem Graf Waldersee den Ehrensiz ein- haben soll, nicht mehr ermitteln. Außerdem wurden den Angeklagten Der Ball, die Musit, die Kanonenschüsse, das Feuerwerk Beleidigungen andrer Streitbrecher zur Laft gelegt. Bei den polizeilichen und die tausende chinesischer Laternen brachten eine Gesamtwirkung start aufgebauscht worden. Die Gerichtsverhandlung ergab so wenig Vernehmungen sind die Vorgänge von den Demunzianten anscheinend hervor, die unübertroffen von allen vorangegangenen Festlichkeiten war. Die Kosten des Festes werden auf 80 000 Tacls Belastungsmaterial, daß der Staatsanwalt selber die Anklage gegen ( 240 000 Mark) veranschlagt. Wolfram fallen ließ und gegen die übrigen drei Angeklagten Eine Viertelmillion Mark für ein Bankett da muß ja Gefängnisstrafen von 10, 5 und 7 Tagen beantragte. Der Gerichtseine wahrhaft orientalische leppigkeit entfaltet worden sein! Wer hof hielt Rhode und Grüning in je einem Falle des Vergehens Die englische Stimmung wechselt beständig zwischen Hoffen und wohl die Kosten für diese pruntende Schlemmerei gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung für schuldig und verurteilte jeden Bangen. Heute wird wieder einmal aus Kapstadt gemeldet, daß bezahlt? der beiden Angeklagten zu fünf Tagen Gefängnis, während die Zahl der Unterwerfungen zunehme. Man ver= er 28ittnebel und Wolfram freisprach, weil gegen sie sichert, daß zu Beginn des Winters nichts erwiesen worden sei. Für einige in Saus und Braus verlebte Tage hat sich der 19jährige Kaufmann Paul Sch lebein, der gestern wegen Dieb stahls vor der siebenten Straftammer stand, seine ganze Zukunft Daily Mail" teilt denn auch die fanguinische Stimmung nicht. Die Kölnische Zeitung" meldet aus Peking vom 13. d. M.: Das verscherzt und für das ganze Leben einen Matel auf seinen Namen Sie fordert vielmehr die Regierung auf, dem Kriege, der so viel 2. Bataillon des 1. Regiments, das unter Befehl des Majors von geladen. Der junge Mann war in einem hiesigen Tuchgeschäft Geld verschlinge, durch prattischere und energischere Mühlenfels an den Stämpfen der 2. Brigade teilgenommen hat, ist angestellt und genoß daselbst das volle Bertranen feiner Mittel ein Ende zu bereiten. Es wäre allerdings gut gewesen, wenn heute von einer mit seinem Rückmarsch verbundenen Aufklärung Vorgesezten. Verführt durch seine Vergnügungssucht führte das Blatt diese Mittel gleich angegeben hätte." Daily Mail" meldet hierher zurückgekehrt. Das Grenzland an der Provinz Schansi er im März dieses Jahres einen recht dreisten verbrecherischen ferner aus Kapstadt: wurde unbesetzt gefunden; die nächsten chinesischen Garnisonen Plan aus, der ihn nun auf die Anklagebant gebracht hat. Der Kommandant Beyer befindet sich in der Umgegend liegen in Latung- fu, Ling- tin- shien und Kalgan. Es wurden Eines Abends verbarg er sich bei Geschäftsschluß in den Räumen von Nilstroom mit ca. 400 Mann. Das Kommando befindet mur mongolische Truppen angetroffen. General v. Trotha entjandte des Geschäfts und erbrach dann, als er allein war, das Pult des sich bereits seit mehreren Tagen in diesem Distrikt und droht eine deutsche Reiterfchwadron zum Schutze von Missionsstationen, Raffierers, in welchem sich etiva 1000 m. in barem Gelde befanden. die Verbindungen abzuschneiden. für deren späteren Schuh chinesische Truppen vorgesehen sind. Er eignete sich diese Summe an und verschwand aus Berlin. Als Der Post- Konflikt. Die Pforte bereitet neuerlich eine Note in der Angelegenheit des Post- Konflikts vor, welche den Botschaftern übersendet werden soll. Die Botschafter der Türkei bei den Großmächten berichteten der Pforte telegraphisch über die Anschauungen der resp. Kabinette in der Frage der ausländischen Posten. Die Pforte soll beabsichtigen, die verschiedenen Tagen, welche die ausländischen Schiffe in den ottomanischen Gewässern zahlen, zu erhöhen und die gewährten Erleichterungen zu entziehen, weil sie fich weigern, türkische Postsendungen zu be fördern. Wie versichert wird, werden die russischen Schiffe gemäß einem auf der russischen Botschaft in Konstantinopel eine gelaufenen Auftrage es gleichfalls ablehnen, türkische Postsendungen zu befördern. Afrika. Neue algerische Unruhen. Ein Telegramm aus Soutarras meldet, räuberische Eingeborene griffen in vergangener Nacht in der Nähe des Bahnhofs Marsotte einen Güterzug, der von Tebessa tam, an. Auf die Maschine wurden zwei Schüsse abgegeben. Der Heizer wurde verlegt. Der Boeren- Krieg. Das heißt: Deutschland wird sich durch die Reducierung der fremden Truppentörper nicht beeinflussen und zur Nach ahmung bewegen lassen! nahm. Daß Walderfee der Ehrensiz an der Tafel eingeräumt schon jetzt seien die Nächte wurde, wird ihm hoffentlich über manchen Aerger wegen der im sehr falt eine allgemeine lebergabe wahrscheinlich sei. Wenn übrigen oft recht mangelhaft respektierten Weltfeldherrschaft hinwegnur die frostfalten Winternächte den Engländern nicht unangenehmer geholfen haben. werden wie den Boeren! 黃 aber Wegen schwerer Kuppelei wurde gestern die Zimmer Wegen schwerer Kuppelei wurde gestern die Zimmervermieterin Pauline Hanemann von der ersten Straftammer des Landgerichts I zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Angetlagte hat nachgewiesenermaßen ihre eigne Tochter zu selbstsüchtigen uusittlichen Zwecken verwendet. Sociale Rechtspflege. mit 15 762. er nach furzer Zeit in einem schlesischen Städtchen verhaftet wurde, Rückblick der zehnjährigen Thätigkeit des Kartells und der in diesem| gelegenheit im vergangenen Jahre nicht besser geworden ist als sie Eine 1899 war, doch ein beträchtlicher Zugang an Pflichtmitgliedern der fanden sich in seinem Besitz nur noch etwas über 400 M. vor. Den Zeitraum sich abspielenden gewerkschaftlichen Kämpfe enthält. Rest hatte er bereits in der leichtfertigsten Weise verjubelt. Der Staats- recht verdienstvolle Arbeit, die ihren Wert erhöhen würde, wenn sie Stasse zu konstatieren ist. Dieser Zuwachs ist nicht dadurch erklärlich, anwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr, R.-A. Leopold nicht große Lücken aufwiese, die sich besonders bei der Betrachtung daß neue Betriebe im Gemeindebezirk errichtet worden sind, denn Meyer bat dagegen, diese Strafe wesentlich herabzumindern, in- über die Entwicklung der einzelnen Gewerkschaften merklich fühlbar die gleichen lokalen und wirtschaftlichen Verhältnisse walten in Berlin dem er auf die Jugend und die bisherige Unbescholtenheit des An- macht. Wer sich über den Konflickt der Buchdrucker mit dem und seinen Vororten ob, wo die Zahl der Kassenmitglieder bei geklagten verwies und es für zweckmäßig erachtete, diesem die Mög- Kartell und weiter mit der Generalfommission informieren will, den dortigen Kassen nicht annähernd in demselben Verhältnis Der Zuwachs ist vielmehr vornehmlich auf lichkeit zu belaffen, wieder ein ordentlicher Mensch zu werden. Der findet hier das Material zusammengestellt und die Stellung des gewachsen ist. Gerichtshof war der Meinung, daß solche jetzt immer häufiger vor- Startells ruhig und objektiv begründet. Leipzig gehört auch zu den die Maßnahmen der Verwaltung zurückzuführen, die darauf kommenden groben Vertrauensbrüche junger Männer unter allen jenigen größeren Orten, die bisher die Errichtung eines Arbeiter gerichtet waren, daß die im Kassenbezirk beschäftigten versicherungsUmständen eine harte Strafe rechtfertigen. Er verurteilte den An- fetretariats abgelehnt haben. Man behilft sich mit einer Auskunft- pflichtigen Personen auch thatsächlich zur Anmeldung gelangten. Der geklagten zu zehn Monaten Gefängnis unter Anrechnung ertheilung, die von einigen Gewerbegerichts- Beisigern und in der erhöhte Mitgliederbestand hatte seinerseits eine Vermehrung der von einem Monat auf die Untersuchungshaft. Unfall oder Invaliditätsversicherung thätigen Arbeitern übernommen Gesamteinnahme an Versicherungsbeiträgen zur Folge. Letztere find Gewerkschaftsbewegung fonstatiert werden und die Geschichte der sondern erheblich darüber hinaus gestiegen, was wiederum kein wird. Wie allgemein, so kann auch in Leipzig ein Aufschwung der indessen nicht nur entsprechend zur Erhöhung der Mitgliederzahl, bloßer Zufall ist, sondern in einer verschärften Kontrolle der auf den Kämpfe der Organisationen bezeugt die Erfolge dieser Arbeit. Die Unternehmer in Köslin haben vor einiger Zeit eine Meldungen angegebenen Beschäftigungsthatsachen und des Einzugsgroße Anzahl Arbeiter der verschiedensten Kategorien nur deshalb verfahrens seinen Grund findet, denn der statutenmäßige Beitragssag ausgesperrt, um ihnen die Organisationsbestrebungen zu verleiden. pro Kaffenmitglied ist im Berichtsjahre derselbe gewesen wie im Der erwartete Erfolg ist aber bis jetzt ausgeblieben. Eine Re- vorangegangenen Jahre. Der durchschnittliche Mitgliederbestand betrug im Berichtsjahre solution, welche in einer am legten Donnerstag abgehaltenen und 14 239 männliche und 3786 weibliche, zufammen 18 025 Mitglieder Die Wertlosigkeit der viel gepriesenen Unfallversicherung von über 1000 Personen besuchten Volksversammlung einstimmig gegenüber 15 595 in 1899. Der höchste Mitgliederbestand fiel auf ist den Angehörigen eines im Betriebe verunglückten Arbeiters von angenommen wurde, läßt darauf schließen, daß die Behörden auch den 30. November mit 19 222, der niedrigste auf den Anfang Februar neuem durch die oft eigentümliche Rechtsprechung des Reichs. hier wieder auf seite der Unternehmer zu finden sind. Die Resolution Versicherungsamts demonstriert worden. Die Eintrittsgelder find um 1746,10 m. auf 12 193,80 m., die Der Arbeiter S. lautet:" Die heutige Volksversammlung erklärt das Verhalten war eines Tags einem Holzhändler beim Abfahren von Holz aus des hiesigen Erffen Staatsanwalts Herrn Rohde bezüglich der Be- Versicherungsbeiträge um 97 680,02 m. auf 494 577,81 m. gestiegen. dem Walde behilflich. Als der Wagen einen rings von Wald um schäftigung von Gefangenen an Stelle der ausgesperrten und Obgleich sich die statutarisch festgelegte Beitragsleistung nicht geändert gebenen Wiesengrund passierte, riß eine Stette und traf S. jo un- streifenden Arbeiter Köslins als eine Maßregel, die geeignet ist, den Ar- Obgleich sich die statutarisch festgelegte Beitragsleistung nicht geändert glücklich, daß er sofort tot niederfant. Die forst- und landwirtschaft: beitern die Ausübung des ihnen laut§ 152 der Reichs- Gewerbe- bat, entfallen auf den Kopf des Mitglieds pro 1899 25,45 M., pro 1900 aber 27,48 m., was einen Reingewinn gegenüber 1899 von 1900 aber 27,48 m., was einen Reingewinn gegenüber 1899 von liche Berufsgenossenschaft lehnte es ab, der Frau des Verstorbenen Ordnung gewährleisteten Rechts zur Erringung befferer Lohn- und 35 689,50 m. ausmacht. Die Zahl der bei der Kaffe zuständigen Eine eine Unfallrente zu gewähren. Das Schiedsgericht verurteilte e Arbeitsbedingungen aufzuheben, sowie das im selben Paragraphen Betriebe betrug 4425 gegenüber 4020 im Jahre 1899. Reihe größerer Betriebe wurden im Jahre 1900 ermittelt, jedoch mit der Begründung, daß das Abfahren des dem Walde ent- gefeßlich begründete Koalitionsrecht der Arbeiter zu beseitigen. nommenen Holzes so lange als eine forstwirtschaftliche Thätigkeit Versammlung protestiert deswegen energisch gegen diese Maßnahme anzusehen sei, als es noch im Bereich des Waldes geschehe. des Herrn Ersten Staatsanwalts und beschließt, das Bureau der welche aus Bequemlichkeitsgründen ihr versicherungspflichtiges Das treffe hier zu, denn durch den Wald und den Wiesenteil führe Versammlung zu beauftragen, dem Herrn Justizminister und der Personal seit Jahren bei Berliner Kassen anmeldeten und welche nur ein fahrbarer Weg, nicht etwa eine Landstraße, der Weg wie föniglichen Staatsregierung von diesem Verhalten des Ersten die Wiese seien hier dem Walde zuzurechnen. Die land und forst- Staatsanwalts Kenntnis zu geben. Gleichzeitig spricht die Verwirtschaftliche Berufsgenossenschaft legte Rekurs ein und die dem sammlung die Erwartung aus, daß die Ausgesperrten und AusVerfahren beigeladene Holzberufsgenossenschaft bestritt ebenfalls ständigen tapfer in ihrem Kampfe aushalten, bis das gute gesetzliche jedwede Verpflichtung. Die Sache tam schließlich vor den Recht der Arbeiter zum Siege gelangt ist. erweiterten Senat des Reichs- Versicherungsamts. Dieser Der Malerstreik in Hannover ist beendet, nachdem die hob die Vorentscheidung auf und wies die Klägerin gänzlich ab. Jmung einen Stundenlohn von 40 Pf. und die 9/2 stündige Begründend wurde ausgeführt: Zu der Zeit, als der Unfall passierte, Arbeitszeit zugestand. habe der Verstorbene nicht mehr als Arbeiter im Betriebe des Forstbefizers gelten können. Die Wiese sei trotz ihrer Lage zwischen Wäldern nicht dem Walde zugerechnet worden. Es müsse vielmehr gefagt werden, S. sei außerhalb des Waldes einer nicht mit dem Wald verbundenen Gefahr erlegen. Nun hätte höchstens die Holzberufsgenossenschaft nach den andern Bestimmungen in Frage tommen können. Sie scheide aber aus, weil der Betrieb des Holzhändlers derzeit nicht bei ihr versicherungspflichtig gewesen, mangels Erlaffes einer Berordnung im Sinne des neuen Befetzes. Die num zwangsweise bei der Chatlottenburger Kaffe zuständig gemacht wurden. Der Betrag der Arzthonorare hat sich im Berichtsjahre um 3,22 m. im Jahre 1899 auf 3,11 m. in 1900 zurüdgegangen, trog5903,16 m. erhöht, ist aber pro Kopf des Mitglieds berechnet von dem der Honorarsatz der Kassenärzte nicht billiger geworden ist. 3,22 M. im Jahre 1899 auf 3,11 M. in 1900 zurückgegangen, trozDiese Differenz erklärt sich dadurch, daß einmal die Honorarforderungen der Nichtkassenärzte einer strengeren Prüfung unterivorfen worden sind, sodann aus dem Umstande, daß es den an auswärtigen Plägen für hiesige Unternehmer arbeitenden Kassenmitgliedern nicht wie früher Die Aussperrung der Textilarbeiter und Arbeiterinnen gestattet wurde, sich bei jeder kleinen Indisposition als Privatin der Seidenfabrik von E. Niepmann u. Co. in Gräfrath bei patienten von cinem beliebigen Privatarzte behandeln zu lassen Solingen tennzeichnet sich wieder als einer jener rücksichtslosen und sich damit jeder Kontrolle zu entziehen. Der Reservefonds ist Gewaltakte der Unternehmer, mit denen heute die Gewerkschaften zu auf 215 000 M. angewachsen. rechnen haben. Vor drei Wochen war den Bettlerinnen der Firma Der Ueberschuß der Aktiva über die Passiva betrug 48 166,40 m., eine Lohnreduktion bekanntgegeben, mit der sich die Arbeiterinnen im Vorjahre dagegen nur 13 070,13 m., so daß der finanzielle nicht einverstanden erklärten und da die Firma nicht nachgab, reichten Status der Kasse am Schlusse des Berichtsjahres um 35 096,27 M. fie die Kündigung ein. Nunmehr verfügte die Firma die Entlassung besser war als am gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs. sämtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen, 160 an der Zahl. Wird der Buzug ferngehalten, dann dürfte es den Ausgesperrten bald gelingen, den Angriff zurückzuweisen. Ausland. Ein Streit um Muster. Der selbständige Kurbelstepper B. hatte für die Firma Neustadt und Lindenberg vier Muster gemacht. Als er durch einen Dritten erfuhr, daß die Firma seine Muster zum Teil abgepaust hatte, wurde er mißDer sechste skandinavische Arbeiterkongreß wird entsprechend trauisch. Er nahm an, die Firma werde bei einem andren dem Beschluß der Hauptleiter der Arbeiterbewegung der drei standiKurbelstepper nach seinen Mustern arbeiten lassen und er selber werde navischen Länder vom 22.- 24. August d. J. in Kopenhagen stattfeine Arbeit erhalten. Unter Berücksichtigung des vermeintlich ent- finden. Der letzte Kongreß fand im Juli 1897 in Stockholm statt. gangenen Verdienstes, verlangte er deshalb für jedes Muster 20 m.. Streifbewegung unter den russischen jüdischen Borsten: insgesamt also 80 M. Die Angelegenheit kam dann vor die arbeitern. In Mesir hatte der anfänglich auf einer Fabrik ausKammer II des Gewerbegerichts. Der Kläger rechtfertigte hier gebrochene Streit größere Dimensionen angenommen. Es standen zu die Höhe der Forderung noch besonders damit, daß er nicht sammen bis 500 Borstenarbeiter im Ausstande. Infolgedessen haben sich Muster weggebe, um sie zu verkaufen, sondern um später Arbeits- die Fabrikanten bereit erklärt, den Lohnum 35 Kop.( 75 Pf.) pro Woche bestellungen zu erhalten. Der Vertreter der Beklagten gab an zu erhöhen und den Arbeitstag am Freitag um 11/2 Stunden zu Gerichtsstelle zu, daß ein Muster teil des Klägers im Geschäft verkürzen. Da den Streifenden alle Geldmittel ausgingen, so be gepaust worden sei. Er bestritt jedoch jede böse Absicht. Das Gericht gnügten sich dieselben mit diesem teilweisen Erfolg. unter dem Vorsitz des Gewerberichts Direktors v. Schulz wies In den letzten Tagen ist ein neuer Streit unter den Borstendie Klage mit folgender Begründung ab: Die Forderung arbeitern von Werschbolowo Westinez und Wladislawowo ausjci nicht begründet, weil dem Kläger zur Zeit überhaupt noch kein gebrochen. Im ganzen streiten 200 Mann. Charakteristisch sind die Schaden entstanden sei. Der Kläger müsse doch erst einmal ab- Ursachen des Streits. Die Fabrikanten verlangten, die Arbeiter warten, ob die Beklagten, deren Reisenden die Muster mitnehmen, sollen genossenschaftlich arbeiten( d. h. eine gewisse Arbeitsleistung felber Bestellungen darauf erhielten usw. Träfen Bestellungen ein, wird nicht von jedem einzelnen Arbeiter verlangt, sondern eine dann würden wohl die Beklagten dem B. Arbeit anbieten. Lehne Anzahl von Arbeitern ist verpflichtet, ein gewisses Arbeitsquantum der Kläger, wie er andentete, dann die Ausführung ab, so sei ihm zu leisten); weiter sollen die Arbeiter sich unterschriftlich verpflichten, für die Musterstücke ein angemessener Preis zu zahlen, nichts weiter. in der Zukunft feinen Anteil an Streits zu nehmen, und endlich Von 80 Mart dürfte kaum die Rede sein. wollten die Fabrikanten einige tüchtigere und aufgeklärtere Arbeiter tündigen. Das sind die Ursachen des Streits. Die Streifenden haben großen Mangel an Geldmitteln. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. zu Wir ent Das Münchener Arbeitersekretariat versendet seinen dritten Jahresbericht. Dieser verzeichnet eine Frequenz von 8616 Personen mit 11 891 Besuchen. Im Durchschnitt famen auf jeden Tag 33 Befuche gegen 30 im vorigen und 19 im ersten Jahre. Von den Be fuchern waren 4396= 56,6 Proz. organisiert. Das Bureau hatte einen Auslauf von außerdem einen Einlauf von 1517 und 2462 Schriftstücken zu bewältigen. Die Einnahmen des Sekretariats betrugen 13 995 M., die Ausgaben 9449 M., der Reservefonds erDa die zu erledigenden reichte die Höhe von 10 545 M. außerordentlichen Umfang angenommen haben, Arbeiten einen den beiden Sekretären( Mühlbauer und mußte Timm) noch ein ständiger Hilfsarbeiter angestellt werden. Dem Bericht des Sekretariats schließt sich der Jahresbericht des Gewerkschaftsvereins in München für das Jahr 1900 an. nehmen diesem, daß die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in München folgende Steigerung erfahren hat: Mai 1894: 4903, August 1895: 7981, Oftober 1897: 8593, Oftober 1898: 11 517, Oftober 1899: 16 273, 31. Dezember 1900: 17 275. Auf 1000 Berufsangehörige kommen 274,7 Organisierte gegen nur 75 im Jahre 1894. Der von der Vereinsleitung neuerdings unternommene Verfuch, der Gründung eines Gewerkschaftshauses näher zu treten, fand bei den Gewerkschaften feine Gegenliebe und mußte aufgegeben werden. Die dem Vercin gehörige Centralherberge fonnte ihre Betten 23 292 mal belegen gegen 25 674 mal im Vorjahre. Der Rüdgang wurde bes dingt durch eine gründliche Renovierung der Herbergsräume, die veranlaßte, daß einige Wochen lang ganze Etagen nicht belegt werden konnten. Aus New York wird gemeldet: Wegen Ausschreitungen der Tehte Nachrichten und Depeschen. ausständigen Straßenbahn- Angestellten in Albany ist ein größeres Milizaufgebot dortfelbst entsandt worden, dadurch ist die Zahl der in Albany stehenden Truppen auf 2200 Mann erhöht worden. Versammlungen. Landtagswahl in Saarbrücken. Saarbrücken, 15. Mai.( B. H.) An Stelle des wegen seines Avancements des Landtagsmandats verlustig gegangenen Oberbergrats Lohmann wurde heute der Geheime Bergrat Prieze in Saarbrüden ins Abgeordnetenhaus gewählt. Sämtliche 836 Wahlmänner gaben ihre Stimmen für Pricze, ab. Dieser wird der nationalliberalen Partei beitreten. Bezüglich der Aussperrung der Kürschner bei der Firma G. A. Hoffmann nahm eine ant Mittwoch abgehaltene öffentliche Versammlung eine Resolution an, welche besagt, daß die plötzliche Entlassung der Accordarbeiter und Arbeiterinnen als ein Aft der Willkür zu betrachten sei, daß den Aus gesperrten die Solidarität ihrer Kollegen zugesichert und dafür gesorgt werden solle, daß kein Kollege bei der Firma G. A. Hoffmann Der socialdemokratische Wahlverein des vierten Wahlwieder in Arbeit trete, ehe nicht die Verhältnisse daselbst geregelt find. kreises( Osten) hielt am Dienstag eine Versammlung ab, in der Ein in der Versammlung anwesender Vertreter der Firma erklärte, Reichstags- Abgeordneter Zubeil einen Vortrag über Reichsrats- Wahl im 8. Wiener Gemeindebezirk. dieselbe sei bereit, am Donnerstag( heute) mit einer Kommission der das Thema:" Bilder aus dem Reichstage" hielt. Der Wien, 15. Mai.( B. H.) Bei der heutigen Reichsratswahl int Arbeiter zu verhandeln. Das Anerbieten wurde seitens der Ver- Vortragende spricht eingehend über den Toleranz- Antrag des sammelten angenommen. Das Resultat der Verhandlung soll den Centrums, giebt ein Bild von dem Gang der Verhandlungen der 8. Wiener Gemeindebezirk wurde der Antisemit Dr. Hei Interessenten heute abend im Lokale des Arbeitsnachweises bekannt Kommission und geht dann auf die Gewerbegerichts- Debatte über. linger mit großer Majorität gewählt. An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag schließt sich eine kurze gegeben werden. Junges Eheglück. Diskussion. Anarchistische Gewerkschaftspropaganda. Wie eine hiesige Korrespondenz mitteilt, beabsichtigen die Anarchisten die Herausgabe eines anarchistischen Gewerkschaftsblatts. Die Anarchisten hoffen aus der in lezter Zeit eingetretenen Verschärfung der Gegenfäße zwischen Lokalorganisierten und Centralverbändlern, sowie aus der Abneigung eines Teiles der organisierten Arbeiterschaft gegen Tarifverträge mit den Unternehmern Nußen zu ziehen. Uns scheint die Blattgründung sehr zweifelhaft, da die paar Anarchisten ihre Not haben, ihr Wochenblättel zu halten. ist wohl anzunehmen und entspricht es ihrer bisherigen Taktik, daß sie versuchen, aus den Differenzen in der Gewerkschaftsbewegung für fich Kapital zu schlagen. Deutsches Reich. Die Esterhazy- Enthüllungen. Darauf bringt Genosse o ch eine Beschwerde vor und kritisiert Wien, 15. Mai.( B. H.) Belgrader Privatmeldungen zufolge das Verhalten der Genossen des vierten Wahlkreises gegenüber ist zwischen dem König Alexander und der Königin Draga ein ernster den Civil- Berufsmusikern, denen die tarifmäßige Bezahlung bei der Konflikt ausgebrochen. Maifeier verweigert wurde. Genosse No b. engels bemerkte, die Civil- Berufsmusiker schraubten nur den Genossen gegenüber und besonders am 1. Mai ihre Forderungen so in die Höhe und ver Brüffel, 15. Mai.( B. H.) Aus der heutigen Veröffentlichung langten hier 10 M., wogegen ste bei bürgerlichen Vergnügungen jedem andern Tag der" Indep. Belge" über die Vernehmung Esterhazys ist folgendes für 6, höchstens 7 Mark Dagegen spielten. von Interesse: Esterhazy verdächtigte den GeneralWenn er dieselben Musiker durch Keller oder stab, feine Beziehungen zu Schwarztoppen immer cr fie jederzeit für 7 M. 50 Pf. getannt zu haben. Esterhazy versichert, daß sein Anwalt ipps bestelle, würde pro Wann haben können, wogegen sie bei direkter Bestellung durch Tezenas thatfächlich der deus ex machina der ganzen die Vertrauenslente der Partei unbedingt 10 m. verlangten. Die Dreyfusangelegenheit gewesen sei und fortwährend im VerVereinigung der Civil- Berufsmusiker hätte sich wie ein notwendiges fehr mit dem Generalstabe gestanden habe. Esterhazy Die Lage des Arbeitsmarktes. Die Belebung des Arbeits- Uebel an die Nockschöße der Arbeiter gehängt. In ähnlichem Sinne beschuldigte den damaligen Kriegsminister Cavaignac marktes zu Beginn des Frühjahrs hat eine Zunahme der Be- sprachen sich die übrigen Redner zu der Sache aus. schäftigten zur Folge gehabt. Bei den Krankenkassen, soweit sie an Dagegen wendet Hoch ein, daß die Vereinigung bestrebt sei, überall wissentlich die unwahrheit gefagt zu haben, als er von der Kammertribüne herab die Fälschung Panizzardis bekräftigte. Die die Berichterstattung der Berliner Halbmonatsschrift Der Arbeits- den Tarif durchzuführen, und wenn billiger gearbeitet worden sei, so Fälschung sei auf die Forderung des Verteidigers Esterhazy vors markt" angeschlossen find, stieg die Zahl der Mitglieder um handle es fich eben nur um Leistungen von fürzerer Daner. Fälschung sei auf die Forderung des Verteidigers Esterhazh vors zustimmen. Endlich wird Gavaignac beschuldigt, auf Antrag 4,4 Proz. gegen 3,6 Broz. im gleichen Monat des Vorjahrs. Diese Jedoch wird das Verhalten der Musiker von sämtlichen Nednern auf gebracht worden, um die Geschworenen gegen Dreyfus Steigerung hat jedoch nur dazu gedient, die in den letzten Monaten das Schärffte getadelt und außerdem werden auch ihre Leistungen einer des Generals Roget beschlossen zu haben, den Oberst Henry und gerissenen Lücken ein wenig auszufüllen; denn im ganzen gerechnet abfälligen Kritik unterzogen. Die folgende Resolution gelangt dann hat seit dem 1. Oktober die Zahl der Krankenkassenmitglieder um einstimmig zur Annahme:„ Die Versammlung erklärt sich mit dem ihn, Esterhazy, die einzigen Eingeweihten, verschwinden zu lassen. der Parteigenossen des Offens gegen die„ Freie 5,1 Proz. zugenommen, in diesem Jahre sich überhaupt kaum merk- Vorgehen lich( 0,7 Broz.) vermehrt. Daß in der That der Arbeitsmarkt nach Vereinigung" einverstanden und verpflichtet die leitenden Parteis wie vor Ueberfüllung zeigt, tritt an den Arbeitsnachweisen zu Tage. genossen bei andern Parteivergnügen ebenso vorzugehen, wenn Auf 100 offene Stellen tamen im April 141,4 Arbeitsuchende gegen die Musiker weiter auf einem höhern Tarif beharren, als sie bei 93,4 im gleichen Monat des Vorjahres. Uebereinstimmend berichten andren, bürgerlichen Vergnügen verlangen". die Arbeitsnachweise, daß die Bauthätigkeit, namentlich auch unter Seit der letzten Versammlung sind die Mitglieder Paul Arlt, dem Druck des Hypothekenmarkts, den gewohnten Frühlings- Friedr. Höpfner und Heuer verstorben. Die Versammlung ehrt ihr aufschwung vermissen läßt. Cementfabriken, Ziegeleien, Salt- Andenken in der üblichen Weise. 41 Mitglieder haben sich in dem brennereien haben ihren Betrieb wesentlich reduziert. Neben den gleichen Zeitraum zur Aufnahme gemeldet. Bauarbeitern erscheinen dan namentlich die Metallarbeiter fortgesezt als Arbeitsuchende; so an den Arbeitsnachweisen von Berlin, Flensburg, Göttingen, Bielefeld, M.- Gladbach, Heidelberg, Göppingen, Der Beschluß des Coatssyndikats, Reutlingen, München u. a. m. im Mai die Produktionseinschränkung von 10 auf 20 Proz. zu er= höhen, läßt über den ungünstigen Gang im Eisengewerbe teinen Zweifel. Der Vorsitzende macht außerdem noch auf die Herrenpartie auf merkiam, die am Himmelfahrtstage über Saatwinkel nach Tegel stattfinden soll, sowie auf das Frühkonzert am Pfingstsonntag. Sociales. Der Rücktritt Salisburys? London, 15. Mai.( B. H.) Im gestern abend abgehaltenen Ministerrat wurde über den Rüdtritt Salisburys beraten. Der Rücktritt fann bereits als Thatsache betrachtet werden. Der Nachfolger ist noch nicht bekannt. Algerische Unruhen. Paris, 15. Mai.( W. T. B.) Aus Algier wird gemeldet, daß in den legten Tagen Ueberfälle auf franzöfifche Ansiedler stattfanden. So soll in einem Dorfe bei Mattfou ein französischer Kolonist namens Pascal von Eingeborenen ermordet worden sein. Zu der Nähe von Constantine griffen Araber einen Es entstand ein heftiges Handfranzösischen Gutsbefizer an. gemenge zwischen den Arbeitern und Leuten, welche dem Guts Die allgemeine Orts Krankenkasse für die vereinigten befizer zu Hilfe geeilt waren, wobei auf beiden Seiten mehrere Der Nädelsführer der Araber wurde Das Leipziger Gewerkschaftskartell hat eine von dem Ge- Gewerbebetriebe Charlottenburgs versendet ihren Geschäftsbericht Personen verwundet wurden. nossen Lüttich bearbeitete Broschüre herausgegeben, die einen für das Jahr 1900. Daraus geht hervor, daß, obgleich die Arbeits- verhaftet. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenicil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Bering von Mag Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt nt.«3. i8. mm. i Keilltge des, Jormürts" Kerlim Mlksblatt. s-»-««.». m mi 96. Sitzung vom Mittwoch, den IS. Mai 190t, vormittags 9 Uhr. Am Bnndesratstisch: Graf PosadowSkh, Frhr. v. Thiel- mann. Präs. Graf Ballestrem: Zur dritten Beratung der Branntweinsteuer-Novelle ist der An- trag Fischbeck aus der zweiten Lesung, betreffend Verlängerung des bestehenden Gesetzes auf ein Jahr,»vieder eingebracht. Dieser Antrag bedarf der Unterstützung. lEs erheben sich da vier Freisinnige und einige im Saale an- wesende Socialdemokraten). Die Unterstützung reicht nicht ans. Abg. Richter(frs. Vp.): Ich habe die Originalunterschriften mitgebracht. Abg. Dr. Bachem(C.): Ich bitte den Herrn Präsidenten, die einzelnen Unterschriften ■mitzuteilen, damit sie in den stenographischen Bericht kommen.(Abg. Richter: Kommen sie ja ohnehin. Heiterkeit.) (Der Reichskanzler betritt den Saal.) Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein. Einige Rechnungs- fachen werden debattelos erledigt. Ebenso in dritter Lesung die von mehreren Staaten zu Paris am 20. März 1883 geschlossene Ucber- riuknnft zum TÄ)Utze des gewerbliche» Eigentums. Dcbattelose Erledigung findet ferner in dritter Beratung das Gesetz betreffend die Handelsbeziehungen zum britische» Reich und die l a i s e r- lichc Verordnung betreffend die Erhebung eines Zolls auf Blanholz und eines Zollzuschlags auf Äaffee und Kakao aus der Republik Haiti. Es folgt die dritte Beratung der Novelle zum Branntwein- stcuergesetz. Präsident Graf Ballestrem: Es liegt ein Antrag auf namentliche Abstimmung vor über Artikel I Ziffer 1(Herabsetzung des Kontingents). Abg. Bachem(C.)(zur Geschäftsordnung): Es ist bisher üblich gewesen, daß die Namen derjenigen Ab- geordneten, welche einen Antrag auf namentliche Abstimmung gestellt haben, dem Hause in irgend einer Weise zur Kenntnis gebracht werden. Es interessiert nun zweifellos das Haus ini höchsten Maße zu wissen, wer diejenigen sind, ivelche diesen Antrag eingebracht haben(sehr richtig! im Centrum und rechts), aus diesem Grunde bitte ich, die Nanien der Antragsteller dem Hause mitzuteilen. Abg. Singer(Soc.): Herr Präsident, ich kann den Antrag des Herrn Kollegen Bachem nur dringend unterstützen.(Heiterkeit.) Auch ich lege großen Wert darauf, daß iin Laude die Namen derer bekannt werde«, bie durch Stellung dieses Antrags noch das letzte Mittel versuchen ivollen, dieses unheilvolle Gesetz zu verhindern.(Bravo l bei den Social- demokraten, Lachen rechts.) Abg. Gröber(C.): Daß die Namen der Antragsteller dem hohen Hause bekannt- gegeben werden, wird schon nach§ 57 der Geschäftsordnung notwendig sein, denn danach kann ein Antrag auf namentliche Ab» stimmung, wenn es sick> nicht um den Schluß der Debatte handelt, erst gestellt werden bei Schluß der Beratung bei der Aufforderung zur Abstinimung. Er muß unterstützt werden von lvenigstenS ölZMitglieder», die müssen also in dem Moment, lv o der Antrag gestellt wird, anwesend sein.(Sehr richtig I rechts und 'im Centrum.) Aus diesem Grunde wird es für das Haus not- lvendig fein, zu erfahren, ob wirklich auch die Antragsteller im hohen Hause anwesend sind. Abg. Richter(frs. Vp.): Die Herren können sich doch gar nicht wundern, wenn die Mit- glieder des HauseS von unfrer Seite, die gegen das Gesetz sind, nicht anwesend sind, wenn nicht einmal die Herren hier sind, die ein so großes Interesse an dem Gesetz haben, die die Braimtweiupreise in die Höhe treiben wollen.(Heiterkeit links.) Abg. Singer(Soc.): Die Ausführungen des Kollegen Gröber widersprechen der langjährigen Praxis dieses Hauses.(Widerspruch im Centrum). ES sind zu Hunderten von Malen Anträge auf namentliche Abstimmung gestellt worden während der Debatte, und zwar ist das von allen Parteien geschehen und nicht zum wenigsten von der Centrums- partes. Im übrigen ergiebt sich die Richtigkeit unsres Vorgehens aus der Bestimmung der' Geschäftsordnung, wonach ausdrücklich nur diejenigen Anträge durch Zuruf unterstützt werde» müssen, womit zugleich ausgesprochen ist, daß die Antragsteller im Hause anivesend fein müssen, die auf Schluß der Debatte oder Vertagung lauten Das Haus hat wiederholt festgestellt, daß alle sachlichen Anträge, die auf die Materie des Gesetzes selbst Bezug haben, in der bisherigen Weise gestellt werden, also vorher eingebracht und unterstützt werden können.(Bravo! links.) Abg. Bachem(C.): Es ist leider richtig, daß diese Praxis zuweilen geübt worden ist. es ist aber bei jeder Gelegenheit darum gestritten worden, und ich be st reite auf das entschieden st e die Recht- Mäßigkeit dieser Praxis. Es ist ein Hohn auf die Geschäftsordnung(Sehr richtig! im Centrum und rechts, Un- ruhe links), daß über die Geschäftsordnung hier � Anträge gestellt werden können von Abgeordneten, die nicht anwesend find.(Rufe rechts: Grober Unfug I) Es ist bedauerlich, daß das Haus sich noch nicht entschlossen hat, die Praxis, auf die Kollege Singer Bezug nahm, definitiv abzuschaffen. Es ist eine parlamentarisch absolut unzulässige Auffassung, wenn Kollege Richter meint, die Gegner eines Gesetzes brauchten nicht anwesend zu sein. Wenn das Gesetz verlangt, daß die Freunde vorhanden sind, so muß auch die Opposition da sein, denn es ist ganz unmöglich, daß ein Haus beschlußfähig ist, wenn die Opposition zwar Anträge auf liameutliche Abstimmung stellt, aber die Antragsteller nicht anwesend sind. Das widerspricht dem Geist der Verfassung des Hauses. Da aber einstweilen diese Frage nicht zur Entscheidung gebracht werden kann, habe ich nur beantragt, daß die Namen der- jenigen kundgegeben werden, welche die namentliche Abstimmung beantragt haben, damit man kontrollieren kann, ob auch diesmal diefe Praxis wieder geübt werden soll. Welche Schlüsse sich daraus ergeben, wird vielleicht Sache einer späteren Zukunft sein.(Bravo I rechts und im Centruin.) Abg. Richter(frs. Vp.): Es würde ein Hohn auf die Gesetzgebung sein. wenn ein so wichtiges Gesetz zu stande käme von einem Reichstag, der nicht beschlußfähig ist. (Stufe rechts: K ü» st l i ch I) Ich meine. Sie(nach rechts) selbst hätten ein Interesse daran, zu verhindern, daß in dieser so ivichtigen Frage ein Beschluß gefaßt wird, der verfassungsmäßigen An- forderungcn widerspricht. Ich behaupte, daß nündestens hundert Freunde' der erhöhten Spiritnspreise heute nicht anivesend sind, daher ihr Schmerz(Rufe rechts: Nein I nein!)... sonst wären Sie ja doch beschlußfähig.(Rufe rechts: Sind wir auch!) Weil Ihnen aber Leute fehlen oder abgereist sind, ärgern Sie sich. daß auch auf der Linken welche fehlen. Die ganze Deduktion des Abg. Bachem widerspricht der Geschäfts- ordnung.(Oho! rechts.) Ihr„Oho" macht die Sache doch nicht richtig. (Sehr richtig! links.) Diese Frage ist schon wiederholt aufgeworfen und hat Veranlassung gegeben zu Beratungen der Geschäftsordnnngs- Kommission.(Rufe links: Sehr richtig!) Damals wurde beschlossen, daß nur bei Anträgen auf Vertagung oder Schluß der Debatte die Anträge auf namentliche Ab- stimmung durch Zuruf unter st ützt iv erden müssen. Diese Beschränkung beweist doch deutlich, daß in allen übrigen Fällen die Unterstützung so geschehen kann, wie es bisher der Fall war. Beschließen Sie etwas andres, so vollziehen Sie damit nicht nur einen Bruch der Beschlüsse des Seniorenkonvents, sondern jetzt auch noch einen schnöden Bruch der Geschäfts- ordnung. Abg. Singer(Soc.): Ich wollte noch einmal darauf hinweisen(Rufe rechts: Ist gar nicht nötig!), daß diese Frage Gegenstand einer Diskussion im Hause war. Damals ist die Frage der Geschäftsordnungs-Kommission zur Ueberlegung überwiesen worden. Diese hat im Sinne, wie Herr Richter es ausführte, beschlossen, und das Haus hat diesen Beschluß genehmigt. Danach steht es unumstößlich fest, daß nur bei An- trägen auf Schluß der Debatte oder Vertagung namentliche Ab- stimmungen durch Zuruf unterstützt werden müssen. Was Sie jetzt treibe», ist eine Gewaltpolitik.(Unruhe rechts.) Wenn Sic in derLage wäre», nachzuweisen, daß als der Antrag gestellt wurde, die be- treffenden Unterzeichner oder auch nur einer derselben, nicht an- ivesend waren, dann würden Sie vielleicht die Möglichkeit haben, sich über die Gültigkeit des Antrags zu beschweren. Der Autrag ist aber vorbereitet von allen, die ibn unterzeichnet haben. Wir müssen es Ihnen überlassen, für das Gesetz, tvelches wir für verderblich halten, die notwendige Anzahl von Abgeordneten zusammenzubringen. Dabei befinden>vir unS in voller Ueber- e i n st i in m u n g mit denjenigen Volkskreisen, die unsre Meinung teilen. Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, das letzte gehörte nicht mehr zur Geschäfts- ordnung. Abg. Bachem(C.): Ich bestreite auf das allerentschiedenste das„argumentum v contrario", das die Herren Singer und Richter angewandt haben. Es ist richtig, daß damals das Haus für bestimmte Fälle die An- Wesenheit der Unterzeichner vorgeschrieben hat, aber daraus geht keineswegs hervor, daß es damit hat sagen wollen. in den andren Fällen brauchten die Unterzeichner nicht anwesend zu sein. Herr Singer sagte, es steht unumstößlich fest, daß Leute, die hier nicht anwesend sind, hier Anträge stellen können. Danach können also Leute, welche draußen zu Hause hinter dem Ofen s itze n, st öre u bin die Geschäfte der hier Anwesen- den eingreifen.(Sehr richtig! rechts und im Centrum, Lachen links.) Herr Richter sagt ferner, es würde ein Bruch mit der Geschäfts- ordnung sein, wenn meinem Antrage stattgegeben würde, und Herr Singer redet von Gewaltpolitik. Was wollen Sie denn? Ich habe nichts beantragt, als daß der Herr Präsident uns die Namen derjenige» mitteilt, welche diesen Antrag unterzeichnet haben. Welche Schlüsse daraus zu ziehen sind, daß diejenigen, welche den Antrag unterzeichnet haben, im Hause anwesend sind oder nicht, wird sich später finden. Die öffentliche Meinung soll aber erfahren, daß die Leute, welche diese Wüstenleerc auf der ganzen Linke» herbeigeführt haben, in der Lage sind, die Geschäfte derjenige» zu stören, welche in beschlußfähiger Anzahl hier gegenwärtig sind. Abg. Gamp(Rp.): Die Geschäftsordnungs-Äommission hat ja den Vorzug, den Herrn Abg. Singer zu ihrem Vorsitzenden zu haben. Deshalb glaube ich aber doch, daß er für seine Auslegung der Beschlüsse dieser Kommissio» keine größere Autorität für sich in Anspruch nehmen kann wie die andren Mitglieder. Ich widerspreche seiner Anffassung auf das entschiedenste. Einstimmigkeit herrichte in der Kommission darüber, daß bei Anträgen auf Schluß der Debatte oder Vertagung die An- tragsteller auf namentliche Abstimmung anivesend sein müßten. Als dagegen die Frage erörierl wurde, ob dies auch bei andren Anträgen notwendig sei, ergab sich eine so erhebliche Meinungsverschiedenheit, daß die Kommission darüber gar keinen Beschluß gefaßt hat.(Hört! hört! rechts.) Wäre sie der Ansicht des Herrn Abgeordneten Singer gewesen, so hätte sie zweifellos einen Antrag dahingehend gestellt, daß für die andren Bestimmungen die Anwesenheit der Antrag- steller nicht erforderlich sei. Ein solcher Beschluß ist nicht gefaßt worden. Abg. Singer(Soc.): Ich beanspruche für mich gar keine Autorität der Geschäfts- ordnungs- Kommission. Ich kann mich auf die Autorität der Majorität der Geschäftsordnungs-Kommisssion berufen, indem ich noch einmal konstatiere, daß die vom Herrn Kollegen Bachem heute an- geregte Frage vor einigen Jahren im Hause Gegenstand der Ver- Handlungen gewesen ist und vom Hause in einem seiner Auffasiung entgegengesetzten Sinne entichieden ist. Wenn übrigens Herr Bachem' nichts andres gewollt hat, als daß die Namen der Antrag- steller im Lande bekannt werden, so haben wir ihn ja von Anfang an auf das allerwärmste unterstützt. Wir sind ganz der Meinung, daß die Namen derjenigen im Lande bekannt werden, die sich dagegen wenden, daß Verabredungen der BertraucuSmänner des ge- samten Hauses mit Einschluß der konservativen und CentrnmS- Partei nicht gehalten werden.(Sehr richtig! links.) Abg. Richter(frs. Vp.): Daß wir den Antrag auf namentliche Abstinimung eingebracht haben, ist ja nur eine Freundlichkeit gegen Sie.(Große Heiterkeit.) Wir wollen Sie rechtzeitig darauf aufmerksam machen, daniit Sie plle Mann heranbringen können. (Große Heiterkeit.) Das scheint Ihnen aber nicht gelungen zu sein, und deshalb brauchen Sie doch Ihren Verdruß nicht gegen uns zu wenden.(Heiterkeit.) Wir wollen nur verhindern. daß hier kurzerhand ein Präcedenzfall geschaffen wird, der der Geschäftsordnung direkt widerspricht. Abg. Bachem(T.): Ich weiß nicht, von welchem Präcedenzfall Herr Richter sprechen will. Ich habe den Hcrni Präsidenten nur gebeten, die Namen aller Antragsteller dem Hause bekannt zu geben. Darauf hat Herr Richter es für richtig gehalten, die Frage anzuregen, ob solche Leute, die einen derartigen Antrag unterstützt haben, da sein müssen oder nicht. Er hat also diese Frage in die Debatte gebracht, und Herr Gamp und ich haben seine Auffassung auf das entschiedenste zurück- gewiesen. Abg. Stadthagen(Soc.): Die Ausführungen der Kollegen Gröber und Bachem stehen der vorgekommenen Thatsache entgegen, wie ich aus den stenographischen Berichten nachweilen kann, aus denen auch hervorgeht, daß die konservativen Herren es waren, welche bei einer andern Ge- lcgcnhcit es als zweifellos hinstellten, daß die Unterstützung eines Antrags aus namentliche Abstimmung der Anwesenheit nicht bedarf.(Große Unruhe rechts. Der Präsident bittet um Ruhe.) Am 4. Juni 1896 ist nach den stenographischen Berichten die Frage, die uns heute interessiert, zur Erörterimg gekommen. Damals vertrat der Abg. Gröber dieselbe irrige Auffassung wie heule. Gegen ihn wandte sich der Abg. Lieberniann v. Sonnenberg. Er erklärte, es sei kein Zweifel, daß die Art und Weise, wie die Anträge eingebracht seien, zulässig sei.(Der Präsident bittet um Ruhe.) Auch der Abg. Freiherr v. Mauten ffel vertrat, allerdings bei einer andren Gelegenheit, den von uns eingenommenen Standpunkt. Er sagte:„Die Anwesenheit des den Antrag unterstiitzendeu Ab- geordneten läßt sich absolut nicht kontrollieren. Er fuhr fort: Des- halb ist nach meiner Ansicht der Vorschlag, den Herr v. Kardorff ge- macht hat. der einzig richtige, daß jeder, der unter- schrieben hat, auch als anwesend zu betrachten ist, (Hört, hört! bei den Socialdemokraten.) Auch Herr v. Bennigsen war unsrer Meinung, und ebenso (nach rechts) Ihr Führer, der Graf v. M i r b a ch. Er sagte, in der Geschäftsordnung steht nichts von mündlich oder schriftlich. Es heißt da nur, der Antrag der namentlichen Abstimmung bedarf der Unterstützung von fünfzig Mitgliedern. Graf Mirbach kam auch auf die praktischen Bedenken. Er sagte, wie konimen ge- wöhulich die Unterschriften zu stände? Eine Fraktion, die den Wunsch hat, eine namentliche Abstimmung zu beantragen, sammelt gewöhnlich die Unterschristen in der Fraktionssitzung und da kommt es vor, daß mehrere Mitglieder gleich nach der Fraktions- sitzung das Reichstags-Gebäude verlassen und gar nicht in das Plenum eintreten. Deswegen können die Unterschriften doch nicht angesochten werden, meinte Graf Mirbach, und er hatte recht. Die Frage ist ja auch in der Geschäftsordnungs-Kommission schon zur Erörterung gekommen, und auch diese hat sich nicht auf den Standpunkt des Abg. Bachem stellen können. Wenn die Geschäftsordnung etwa die persönliche Anwesenheit verlangen würde, so würde nach meiner Meinung eine derartige Bestimmung verfassungswidrig sein. In keiner einzigen Geschäftsordnung irgend eines Parlaments ist die Bestimmung zu finden, daß zur Eruierung materieller Anträge, wo eine bestimmte Anzahl Unterschriften nötig sind, die persön- liche Anwesenheit der betreffenden Abgeordneten erforder- lich sei. Das hat auch seinen guten Grund. ES kommt eben nicht darauf an, wie auch einmal Graf Mirbach ausgeführt hat. ob eine bestimmte Person anwesend ist, sondern ob. von den 375 Abgeordneten 56 der Ansicht sind. Hier ist namentliche � Abstimmung notwendig. Wir müssen alle verlangen, daß die Rechte der Minderheit bis aufs äußerste gewahrt werden. Damals waren die Herren die Gegner dieses Gedankens, welche die Minderheit bildeten. Sollte ein Antrag in der von Herrn Bachem bezeichneten Richtung gestellt sein, so würden wir ihn ganz entschieden für ge- schäftso'rdnungswidrig halten und müssen ihn dann in einer vielleicht recht kurzen'(Heiterkeit) Geschäftsordnnngs- Debatte bekämpfen. (Bravo! links.) Präs. Graf v. Ballestrem: Da sich niemand mehr zum Worte gemeldet hat, nehme ich an, daß die Debatte geschlossen werden soll. Aber vorher möchte ich mir noch ein paar Bemerkungen erlauben. Ich konstatiere zunächst, daß keine positive Bestimmung der Geschäftsordnung die persön- lichc Anwesenheit derjenigen verlangt, die eine» Antrag ans namentliche Abstimmung unterstützen. Eine Ausnahme bilden 1 die Anträge auf Vertagung oder Schluß der Debatte insofern, als sie nicht'schriftlich unterstützt, sondern durch Ausstehen unterstützt werden müssen. Ich habe mich hier nicht zu äußern ob das angemessen oder unangemessen ist, ich habe Ihnen nur zusagen, was in der Geschäftsordnung steht und wie die Praxis des Hauses gewesen ist. Darauf kommt es auch an. Die Praxis ist nun stets die gewesen, daß keine Kontrolle über die Anwesenheit der Antragsteller ausgeübt worden ist. Ich wüßte auch nicht, wie die Kontrolle ausgeübt werden könnte. Der vorliegende Antrag auf namentliche Abstimmung ist eingereicht wie derartige Anträge immer eingereicht worden sind und von mir angekündigt worden, wie ich solche Anträge immer ankündige. Nach meiner Ansicht ist gegen den Antrag auf nament- liche Abstimninng geschäftsordnungsmäßig nichts einzuwenden. Nun hat der Abgeordnete Dr. Bachem verlangt, daß die Namen der Antragsteller verlesen werden. Auch das ist noch nicht dagewesen (Heiterkeit), aber ich meine, wenn niemand widerspricht, kann es ge- schehen.(Zustinimuug links, Heiterkeit.) Wenn also auch jetzt kein Widerspruch erfolgt, werde ich den Herrn Schriftführer bitten, die Namen zu verlesen.(Die Namen werden verlesen. Die Linke verläßt den Saal, von den Freisinnigen bleiben die Abgg. Richter, Dr. Müller-Sagau und Fisch deck, von den Socialdemokraten die Abgg. Bebels Singer und Wurm im Saale zurück.) Die Geschäftsordnungs-Dcbatte ist geschlossen, ich eröffne die Diskusfion über den Artikel l der Vorlage. Das Wort hat der Abg. Lücke. Abg. Lncke(Bd. d. Landw.) wendet sich gegen den Antrag Fischbeck und tritt für den Beschluß zweiter Lesung ein, welcher das Kontingent für neu zu errichtende Brennereien von 86 000 Liter auf 50 000 Liter herabsetzt. Bei Wegfall der Brennsteuer würde der Preis pro Hektoliter um 10 M. sinken und die deutsche Brennindiistrie um 40 Millionen geschädigt werden. Abg. v. Kardorff(Rp.): Sollte der Beschluß auf Herabsetzung des Kontingents in dritter Lesung nicht zu stände kommen, so würde ich gegen daS ganze Gesetz stimmen. Dann werden aber die jetzt noch außerhalb des Spiritusringes Stehenden dem Ringe beitreten müssen und das jetzt noch unvollständige Monopol würde ein vollständiges werden. Dieses könnte dann die Preise selbst diktieren für de- naturierten und nicht denaturierten Spiritus und wir brauchten gar kein Gesetz. Das ist der Gang der Entwickelung, wie ich ihn voraus- sehe und deshalb liegt mir an dem Zustandekommen de» Ge- setze» nicht soviel(macht mit der Hand eine geringschätzende Hand- bewegung). Abg. Wnrm(Soc.): Herr v. Kardorff müßte nach dem. was er gesagt hat, sich mit uns verbinden und dafür sorgen, daß das Gesetz nicht zu stände konimt. Er behauptet ja, daß dann die Centrale das Monopol bekommt. Wir sind der Meinung, daß das Gesetz dazu dienen soll, den Ring zusammenzuschließen. Herr v. Kardorff meint das Ent- gcgengesetzte. Mag er thun was er will, wir fürchten uns nicht; wenn Sie so meinen, dann machen Sie es nur so. Fällt die Brennsteuer, dann wird der freien Konkurrenz Raum geschaffen und das Ende der Preistreiberei ist ge- kommen. Sie haben bisher bestritte», daß der SpiriwLring und die Brennsteuer eine Preistreiberei verursache. Herr Lücke hat aber das wertvolle Geständnis gemacht, daß die Brennsteuer eine Preis- erhöhung von 10 M. pro Hektoliter herbeigeführt hat. Er hat ge- klagt, daß die Brenner durch Aufhebung der Brennsteuer einen Verlust von 40 Millionen Mark erleiden würden. Ich accepticre das Zugeständnis. Wenn er meint, wir freuten uns, daß die Aktien- gesellschaften hohe Dividenden einsackten und gönnten den Landwirten nicht das geringste. so ist das ein großer Irrtum. Beim Zolltarif wird sich ja Gelegenheit geben, zu zeigen. daß wir die wucherische Ausbeutung der Agrarier zu bekämpfen wissen. Sie sind nicht zuftieden mit der bisherigen Liebesgabe und deswegen fordern Sie eine weitere Liebesgabe von 2t/x Millionen durch Erhöhung der Brennsteuer. Sie, die Sie die Minder- heit des Volks repräsentieren(Lärm rechts), suchen hier mit diesem Specialgesetz Ihre Interessen zu fördern. Wie einseitig die Agrarier sind, das beweist ihr Vorgehen gegen die Melaffebreunereien(Unruhe rechts), obwohl diese Brennereien doch auch landwirtschaftliche Produkte verwerten. Sie werden ja sehen, wie die Machtverhältuisic heute hier liege». Von einer Vergewaltigung können Sie nicht sprechen, nachdem Sie selber die Beschlüsse des Seniorenkonvenfs gebrochen haben, dem Herr v. Kardorff mit angehört. Entweder hat er nur für seine Person dort gesprochen oder er hat sich nicht vergegenwärtigt, um was es sich handelt. Vielleicht aber hat man mit bewußter Absicht ge- handelt, män wollte dem Senioreukonvent den Beschluß leicht machen, in der Meinung, hier im Hause würde sich später doch alles finden. Man dachte, wir Agrarier sind die Mehrheit, da die Gefolgschaft des CentrumS hinter uns ist. Merkwürdig ist es ja. daß diese Partei sich so den Ostelbiern hergiebt. Wir wollen jedenfalls alles thun. das Zustandekommen des Gesetzes zu verhinoer».(Bravo! links.) werden. mögen sich erheben. Darauf ist die große Majorität sitzen geblieben. Der Antrag Fischbeck ist damit angenommen. Wenn aber der Herr Präsident behauptet, es handle sich um eine Vorfrage, so bin ich nicht dagegen, wenn die Abstimmung noch einmal vor genommen wird. Vicepräsident v. Frege: Abg. v. Kardorff( Np.) herrschen, ist es da ein Wunder, wenn die Zahl der obdachbestreitet, daß die Spirituscentrale eine Preissteigerung des Spiritus losen Frauen immer großer wird? Denn wenn ich herbeigeführt hat. Wieviel Hunderte von Millionen bleiben beim schon ganz deprimiert von meiner Wohnungssuche zurückkam, wie Da ist es Ausschant des Branntweins im Kleinhandel fizen. mag es dann erst solchen gehen, die weniger resolut sind und schweigend alles mit anhören und sich eben alles bieten lassen. geradezu absurd zu behaupten, daß eine Preistreiberei durch den Und wie werden diese armen Geschöpfe dann ausgebeutet, Ring stattgefunden habe. Herr Richter hat so gethan, als handele es sich hier um ein ungeheuer wichtiges Gesez. Im nächsten Jahre Ich konstatiere wiederholt, daß ich ganz richtig verfahren habe. wenn sie wirklich einmal eine Stelle gefunden haben, wo sie nach muß dies ungeheuer wichtige Gesetz aber doch wieder abgeändert Ich habe gesagt, daß ich positiv abstimmen lassen werde, und gesagt, des Tages Last und Arbeit ausruhen können? Hören Sie nur Mir persönlich wäre es lieber, wenn die Herren, welche die Abstimmung so vornehmen wollen, bitte ich, einmal herum, woher es kommt, und Sie werden Wunderdinge zu das Geset fiele; dann würden alle Brennereien sich von den Plätzen zu erheben. Darauf hat sich niemand erhoben. hören bekommen. Es ist wirklich ein Skandal, daß gerade den armen Mädchen und Frauen so wenig Schutz zu teil wird, aber dafür sind durch den Preissturz, der sich vollziehen würde, gezivungen Abg. Bachem( C.): sie ja Arbeiterinnen und Proletarier und mit denen wird wenig werden, der Kontrolle beizutreten, und wir brauchten überhaupt kein Zweifellos hat der Herr Präsident recht, daß eine Abstimmung Umstände gemacht; Hauptsache ist, sie genügend auszunuzen." Geſetz. nicht stattgefunden hat. Wenn auch die hier angeführten Thatsachen schon bei früheren Gelegenheiten erwähnt worden sind, so bleiben sie als Krebsschaden Ich bitte nunmehr die Herren, welche die Worte„ und bunsrer socialen Zustände doch nach wie vor so schlimm, daß der Einsenderin für ihre Zuschrift Dank gebührt. Vielleicht, daß es auch aufrechterhalten wollen, sich von den Plägen zu erheben. bei diesem schweren und beschämenden Uebelstand der Organisationsthätigkeit möglich ist, Abhilfe oder doch Linderung zu schaffen. Abg. Richter( frs. Vp.): Auf ein Jahr, sagt Herr v. Kardorff, bei der zweiten Lesung aber ist von allen Seiten festgestellt worden, daß die Kontingentierungsbestimmung auf sieben Jahre hinwirft; und was nun die Erhöhung der Brennsteuer um 50 Proz. betrifft, so werden sich die wirtschaftlichen Konsequenzen, wenn die Erhöhung formell auch nur auf ein Jahr eintritt, doch über viele Jahre hinaus erstrecken und Anregung zu neuen Bestimmungen in dieser Richtung geben. Abg. Holz( Rp.) bestreitet, daß die Brennsteuer eine Liebesgabe sei, wird aber durch Schlußrufe der Rechten aufgefordert, zu schließen. Damit schließt die Diskussion. Es folgt die namentliche Abstimmung über Artikel I Ziffer 1 der Kommissionsbeschlüsse( Herabsetzung der Kontingentierung für neu zu errichtende Brennereien). Die Abstimmung ergiebt die Annahme des Kommissions beschlusses mit 178 gegen 25 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen. Damit ist der Antrag Fischbeck gefallen. Die 25 Neinstimmen sind gestellt von fünf Socialdemokraten, 2 freisinnigen Volksparteilern, 4 Abgeordneten der Freisinnigen Vereinigung und 11 National liberalen. Es folgt die Diskussion über Punkt 2 der Kommissionsbeschlüsse ( Erhöhung der Brennsteuer um 50 Proz.) und zwar a) für die landwirtschaftlichen und b) für die gewerblichen( Melasse- und Material-) Brennereien. Abg. Fischbeck( frf. Bp.j beantragt Ablehnung der Kommissionsbeschlüsse und Verlängerung der geltenden Brennsteuersäße bis zum 1. Oftober 1902. Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, so beantragt er, über die Worte ,, und b" im Kommissionsantrag gesondert abzustimmen, um so zu versuchen, die Erhöhung der Brennsteuer von den gewerblichen Brennereien, für die sie geradezu verderblich wäre, abzuwehren. Abg. Wurm( Soc.): Ich halte es für notwendig, noch einmal zu wiederholen, westalb wir die Erhöhung der Brennsteuer im Interesse der Allgemeinheit bekämpfen müssen.( Große llnruhe rechts.) Die weiteren Ausführungen des Redners, die sich auf die Schädigung der Melasse brennereien beziehen, bleiben bei der wachsenden Unruhe des Hauses auf der Tribüne fast unverständlich.( Der Präsident ersucht wieder holt um Ruhe und macht darauf aufmerksam, daß die amtlichen Stenographen nicht im stande sind, den Redner zu verstehen.) Die Agrarier, die möglichst hohe Spirituspreise haben wollen, arbeiten gleichzeitig darauf hin, den Betroleumzoll nach Möglichkeit zu er höhen. So lange nämlich dieser Petroleumzoll nicht erhöht ist, ist es nicht möglich, daß der denaturierte Spiritus dem Petroleum ernsthaft Konkurrenz macht. Es wäre ja aus manchen Gründen zu wünschen, daß der Spiritus an die Stelle des Petroleums tritt, aber das darf niemals geschehen auf Sosten Der großen Masse des Volks und auf Kosten der Konsumenten. Wie steht es denn jetzt mit dieser Konkurrenz, die von der Spiritusverwertungs- Gesellschaft mit großem Eifer und großem Geschick ge führt wird? Wohl bemüht sich die Centrale, beständig neue Absatzgebiete für den Spiritus zu schaffen. Ich habe seiner Zeit in der Brennsteuer- Kommission angeregt, eine Prämie auszuschreiben für eine Spiritus Glühlampe. Aber bis jetzt ist eine wirklich praktische Lampe für häusliche Zwecke noch nicht da, oder vielmehr die vorhandenen sind viel zu teuer, als daß der Arbeiter sie sich anschaffen fann. Die Ausdehnung der Brennereibetriebe halten wir für sehr wichtig, aber sie darf nicht auf Kosten der Masse der Bevölkerung gefchehen. Was ist das überhaupt für eine Art Gesetzgebung, wenn eine so wichtige Materie so wenige Wochen vor Schluß des Reichstags zur Beratung gestellt und dann Hals über Kopf durchgearbeitet wird? Vicepräsident v. Frege: Socialdemokraten und Freisinnigen abgelehnt. Der Antrag Fischbeck wird gegen die Stimmen der Vicepräsident v. Frege: Abg. Richter( frs. Vp.): Der Herr Präsident mußte es doch so machen, wie es bei der zweiten Lejung gemacht worden ist. Es muß zuerst darüber abgestimmt werden, wer den Hauptantrag Fischbed annehmen will. wenn das abgelehnt ist, kommt der Beschluß zweiter Lesung zur Abstimmung und diese Abstimmung ist eine namentliche. Der Hauptantrag Fischbed wird hierauf ebenfalls a b gelehnt. Es folgt die namentliche Abstimmung über die Kommiffions: fassung. Die namentliche Abstimmung wird hierauf vorgenommen. Präsident Graf Ballestrem: Die Aenderungen im Religionsunterricht, die von der Wir kommen nunmehr zu der namentlichen Abstimmung Berliner Gemeindeschule gewünscht werden, finden nicht Kommission zur Umgestaltung des Lehrplans der ( Widerspruch und Heiterkeit.) den Beifall der Märkischen Volkszeitung". Etwas andres war natürlich nicht zu erwarten. Amüsant ist aber, wie von dem Blatt versucht wird, die Regierung gegen die kommission scharf zu machen. Die„ Märkische Volkszeitung" scheint nicht zu wissen, daß die Kommission nur einer vom Kultusminister gegebenen Anregung ihr Dasein verdankt, und daß ihr int erster Linie Ministerialräte, Mitglieder des Sie erzählt ihren Provinzial- Schulfollegiums usw. angehören. Lesern, dle Kommission sei vom Berliner Magistrat eingesezt, und knüpft daran die Bemerkung, in den den Religionsunterricht be= treffenden Beschluß tomme socialdemokratischer Geist" zur Geltung. Die Teilnehmer an der Konferenz werden, wenn ihnen dieser Erguß einer frommen Seele zu Gesicht kommen sollte, wahr scheinlich von sich sagen können, daß sie lange nicht so gelacht haben". Märkischen Volkszeitung" auf so belustigende Art begründeten Selbstverständlich bedarf die Regierung nicht erst der von der Mahmung, dafür zu sorgen, daß die Religionsscheu der Konferenz nicht allzu großes Unheil stiftet". Sie wird das ohnedies thu, wenn sie es für nötig hält. Vielleicht wird sie aber nicht einmal in die Lage kommen, die Kommission rektifizieren nämlich ein Beschluß nicht des Plenums der Kommission, sondern nur einer Unterkommission, die zur Vorberatung dieser Frage einIch kann auch das Wort zur Geschäftsordnung nicht mehr er gesezt ist. Er kann schon vom Plenum abgelehnt werden, und das teilen, da der Reichstag geschäftsunfähig ist in Ermangelung eines ist, wie gesagt, leicht möglich. Auf dem langen Wege, den die LehrMitglieds. Es würde mir jetzt obliegen, Tag und Tagesordnung pläne bis zu ihrer Genehmigung in endgültiger Fassung noch zu für die nächste Sizung anzusetzen. Da ich aber eine begründete durchlaufen haben, dürfte sich überhaupt noch manches von dem verVermutung habe, daß wir vor einer längeren Unterbrechung unsrer frümeln, was die von socialdemokratischem Geist" erfüllte KomSizungen stehen, so behalte ich mir vor, dies Recht später mission bezw. ihre Unterkommissionen beschließen". auszuüben und Tag und Tagesordnung der nächsten Sizung Ihnen rechtzeitig brieflich zukommen zu lassen. Das Wort hat der Herr Reichskanzler. Reichskanzler Graf v. Bülow: gestimmt 198 Abgeordnete.( Bewegung.) Mit Ja haben 179, mit Das Resultat der Abstimmung ist folgendes: Es haben abNein 17 Abgeordnete gestimmt. Der Stimme enthalten haben sich 2. Der Reichstag ist daher beschlußunfähig. Wir müssen unsre Arbeiten hier abbrechen. Abg. Bachem( C.) bittet ums Wort zur Geschäftszu müssen. Der Beschluß in Sachen des Religionsunterrichts ist ordnung. Präsident Graf Ballestrem: zuteilen. Diefelbe lautet: Ich habe dem Hause eine kaiserliche Verordnung „ Wir Wilhelm usw. verordnen auf Grund der Artikel 12 und 26 der Verfassung mit Zustimmung des Reichstags folgendes: Der Reichstag wird bis zum 26. November dieses Jahres vertagt. Der Reichskanzler wird mit der Ausführung dieser Verordnung beauftragt. Die Stadtverordneten Justizrat Cassel, Bruns und Dr. Nathan haben dem städtischen Ausschuß zur Vorberatung der Magistrats. vorlage über die Neugestaltung des städtischen Bibliothekmit- wesens folgenden Antrag unterbreitet:" Der Ausschuß empfiehlt der Stadtverordneten- Versammlung: 1. Die Magistratsvorlage mit bibliotheken und ohne deren Ausbau für Zwecke praktischer Geschäftsder Modifikation anzunehmen, daß unter Beibehaltung der Fachführung auf breiter Grundlage zu beschränken Stadtbibliothek in einem dem Bildungsbedürfnis der weitesten Boltsführung auf breiter Grundlage zu beschränken baldmöglichst die freise entsprechendem Grad und als Centrale für die einzelnen VolksBibliotheken unter Erhöhung der städtischen Zuschüsse ausgestaltet werde. 2. Den Magistrat zu ersuchen, für die Ausgestaltung der Volksbibliotheken und für möglichst baldige weitere Errichtung und Ausgestaltung von Lejehallen im Anschluß an die Volksbibliotheken Sorge zu tragen." Der Ausschuß wird am nächsten Freitag in der städtischen Bibliothek zusammentreten und zu diesem Antrag Stellung Urkundlich unter allerhöchster eigenhändiger Unterschrift und beigedrucktem faiserlichen Jusiegel Straßburg i. E., den 12. Mai 1901. gegengezeichnet Bülow. gez. Wilhelm. Ich habe die Ehre, diese Urkunde dem Herrn Präsidenten im nehmen. Original zu behändigen. Tokales. Spiekrutenlaufen. V Gegen die geplante Hausschließ Ordnung nahm gestern einem Hoch auf den Kaijer. Präsident Graf Ballestrem schließt darauf die Sigung mit eine Versammlung von Bädermeistern Stellung. Es wurde betont, daß es sich auch hier um ein Gelegenheitsgefez handle, Schluß gegen 1 Uhr. zu dem ein einzelner Fall, der Mord in der Schulzendorferstraße Fall Nerger), welcher dieser Tage seine gerichtliche Sühne gefunden, den Anstoß gegeben habe. Die Verordnung nehme lediglich auf polizeiliche Zwecke Rücksicht, ohne die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Bedürfnisse der Großstadt in Betracht zu ziehen. Die Bäckermeister würden unter der verschärften Hausschließ Ordnung viel zu leiden haben; das Austragen des Frühstücksgebäcks, das namentlich in Arbeitervierteln zu sehr früher Stunde erfolgen müsse, werde überaus erschwert, die Austräger zahlreichen Unzuträglichkeiten ausgesezt werden. Die Versammlung beschloß, sich dem Vorgehen der durch eine Zustimmungserklärung dem Bunde der GrundbefizerHausbesizer gegen die Schließ Ordnung anzuschließen und dies Vereine anzuzeigen. " 1 # Mit der Schädlichkeit des Raffces vom Standpunkt der Wolfshygiene beschäftigte sich gestern abend der im Victoria- Lyceum versammelte Berliner Frauenverein. General- Oberarzt Dr. Nicolai hat die Frage des Kaffeegenusses vom hygienischen Standpunkte näher untersucht. Seinen Ermittelungen folgte auch der Referent Zu unsrem Artikel vom Sonntag Das weibliche Element unter Schon aus diesem Grunde müssen wir gegen das ganze Gesetz den Obdachlosen" schreibt uns eine Leferin: protestieren. Wir müssen annehmen, daß System dahinter liegt." Sie fragen in Ihrem Artikel, ob etwa die Wohnungsnot Es handelt sich ja gar nicht allein um die Erhöhung der Brenn auch daran schuld sei, daß die Zahl der obdachlosen Frauen steuer, sondern bei der notwendig gewordenen Revision des Bramit- und Mädchen jetzt so stetig in 8 unehmen begriffen ist; vielweinsteuer- Gesezes, ist es unsre Pflicht, die wir mit dieser ganzen leicht, doch nicht immer. Fragen Sie nur einmal ein solches alleinGesetzgebung nicht einverstanden sind, dafür zu sorgen, daß dies verstehendes Mädchen, welchen nainehmlichkeiten sie ausgesetzt ist beim zwickte Gesez überhaupt beseitigt wird. Wir wünschen, daß Suchen einer geeigneten Unterkunft und Sie werden hören, wie entan Stelle der Brennsteuer die Fabrikaisteuer tritt. Aus mutigt sie meistenteils von solcher Wohnungssuche, sei es ein Zimmer allen diesen Gründen machen wir Front gegen eine Art oder Schlafstelle, zurückfommt. Schen Sie auch selbst in den Spalten Ihrer der Gesetzgebung, wie sie hier beliebt wird. Ich hoffe, daß auch geschätzten Zeitung nach und Sie werden finden, daß da immer nur einige der Herren aus dem Centrum fich überzeugen Zimmer und Schlafstellen an Herren zu vermieten sind. Als werden, daß es sich bei der Beschränkung des Kontingents nicht nur Beispiel, wie es einem alleinstehenden Mädchen dabei gehen kann, um ein Notgesetz handelt und mit uns gegen das Gesch stimmen will ich Ihnen einen selbsterlebten Fall mitteilen, der Ihnen zeigt, des Abends, Sanitätsrat Dr. Für st. Wenn man die Kinder unter werden. Wir werden jedenfalls mit allen uns zu Gebote stehenden wie es sehr häufig bei solcher Suche zugeht. Vorausschicken will ich zwei Jahren ausschließt, so genießt zur Zeit jeder Deutsche im Jahre Mitteln, das Zustandekommen des Gesetzes zu verhindern wissen. noch, daß ich mich als handlungsgehilfin in einer fo- 3,10 Kilogramm Kaffee. Mit dem Kaffee nimmt die Bevölkerung ( Bravo! links.) genannten beſſeren Stellung befinde, und da ich abends um 6 Uhr Deutschlands im Jahre nicht weniger als 2 298 795 Stilogramni Abg. Stadthagen( Soc.)[ mit großer Unruhe der Rechten empfangen]: frei bin und noch von 7-9 Uhr Unterricht erteile, muß ich ein an- Stoffein ein. Je schlechter der Kaffee ist, um so höher ist sein Wenn den Herren der Rechten so viel daran lag, dies Gesetz ständiges Zimmer haben. Nun hatte ich mich, da meine letzte Wirtin Koffeingehalt, und darum ist es gerade die ärmere Bevölkerung, die möglichst schnell zu erledigen, jo hätten wir zum mindeſten mich mehrfach bestohlen hatte, nach einem andren Zimmer umzusehen. dem Koffein besonders ausgesetzt ist. In kleinen Dosen ist dasselbe verlangen können ,, daß ein schriftlicher Bericht vorgelegt wurde. Die Ich bin nicht mehr die Jüngste, habe viel Mut und bin ziemlich nicht gerade schädlich, immerhin sollte man es aber, worauf auch resolut, muß aber sagen, daß ich damals von meinen Wegen sehr schon Virchow hingewiesen hat, vermeiden, den Kindern in zu frühen Herren haben ja noch geſtern 24 Stunden Zeit zur Arbeit gehabt. entmutigt und herabgestimmt heimkehrte, denn was mußte ich Lebensalter schon Kaffee zu reichen. Ebenso ist der Kaffee nicht gut Ohne einen solchen Bericht sind einzelne Worte dieses Paragraphen da alles über mich ergehen lassen! Neun unter zehn Malen wurde für Blutarme, weil er den Schlaf verscheucht, den der Blutarme gerade unverständlich. Redner erörtert dies ausführlich im einzelnen, bleibt ich von oben bis unten mit kritischen Blicken gemustert( ich kleide viel braucht. Daß Koffein unter Umständen ein recht bedenkliches Gift aber bei der im Hause herrschenden Unruhe auf den Tribünen unver- mich sehr einfach) und bekam nach minutenlangem Schweigen die ist, haben Tierversuche ergeben. Das Koffein strengt namentlich die ständlich.) Ferner muß in dem Gesch aber ausgesprochen werden, was eigentlich unter Branntwein im allgemeinen und unter Höhnische Antwort:" Ich vermiete nicht an Damen." Das Herzthätigkeit an. Im llebermaß genommen, wirkt es, wie der Alkohol, war aber noch sehr zart; in einem sehr anständigen Hause, bei nicht anregend, sondern geradezu erschlaffend. Als das höchste Branutivein im Sinne dieses Gesetzes zu verstehen ist. Die Ent- einer dem Anschein nach sehr vornehmseinwollenden Dame wurde Maß bezeichnete der Redner pro Tasse acht Gramm Kaffee. Die wicklung der Technik zwingt uns, im Branntweingesetz eine Definition mir gesagt:„ Die Handlungsgehilfin ist doch wohl nur Neben- neueren Versuche, dem Bohnenkaffee das Koffein zu entziehen, find des Branntweins zu figieren, wie Sie das vor kurzem mit dem sa che, man weiß ja, was hinter solchen Damen, die möblierte an fich ja, wie der Redner darlegte, ganz gut gelungen, das Verfahren Wein im Weingeies gemacht haben. Redner verbreitet sich des weiteren über die Möglichkeit einer Definition des Begriffs Brannt- Zimmer suchen, steckt, die Handlungsgehilfin ist nur Augenverblendnis, ist aber noch zu teuer, um für den Kaffee des Volks in Betracht zu wein. Schon weil eine solche Definition nicht vorliegt, müssen wir da müssen Sie sich schon eine Dümmere juchen; eine wirklich kommen. anständige Gehilfin wohnt bei ihren Ange= Eine Verminderung des Kaffeegenusses wird der Vortrag wohl gegen dieſe Ziffer 2 stimmen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) hörigen!" Ueber dieje yogit war ich so konsterniert, daß ich erst kaum zur Folge haben. Eine solche ist auch nicht zu wünschen und Vicepräsident v. Frege: zur Besinnung fam, als sich die Thür schon hinter dieser gebildeten sie ginge besonders denen in die Quere, die sich um eine BerringeDas Wort wird nicht weiter verlangt, die Diskussion ist ge- Dame der Gesellschaft geschlossen hatte, dann mußte ich mich aber rung des Alkoholverbrauchs bemühen. Es ist aber ein besonderes schlossen. zujammennehmen, um nicht laut aufzulachen. O. ich bekam noch Vergnügen gewisser Gelehrtenfreise, durch das Ausmalen graulicher Es ist ein Antrag, Richter eingegangen auf namentliche Ab- viele schöne Antworten, die zum Teil meinem Gedächtnis wieder Bilder dem Publikum bald das Biertrinken, bald das Cigarrenstimmung über die Beschlüsse zweiter Lefung zu Ziffer 2. Wir entfallen sind und die alle aufzuführen zu viel Zeit beanspruchen rauchen und bald einen andern, durchweg keineswegs schädlichen Getommen mehr zu der Abstimmung über den Antrag Fischbed würde. Endlich traf ich auf meinen Wanderungen eine mir bekannte muß zu verleiden. Nur in einem Punkte mag der Vortragende recht ( auf Nichterhöhung der Brennstener für die gewerblichen Brennereien), Frau, der ich erzählte, wie es mir ging, und die mir dann schließlich ein haben, nämlich wenn er kleineren Stindern den Kaffee verbieten will. wonach die Worte und b" gestrichen werden sollen. Ich werde In diesem Fall ist aber weit weniger die Lässigkeit der Eltern, als positiv abstimmen lassen. Diejenigen Herren, welche entgegen dem die Armut schuld daran, daß den kleinen statt der nahrhaften aber Antrag Fischbeck beschließen wollen..., welche diese Abstimmung vorteuren Milch die zweifelhafte Kaffeebrühe gereicht wird. nehmen wollen, bitte ich, sich von ihren Plägen zu erheben.( Es erhebt sich niemand. Stürmische Heiterfeit.) Abg. Bachem( C.): Unser Parteigenoffe Paul Jahn ist gestern auf Antrag seines Berteidigers, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, aus der Untersuchungshaft entlassen worden, die aus Anlaß des bekannten Beleidigungsmb prozesses privater Natur am 3. April über ihn vom Schöffengericht verhängt worden war. Die Verhandlung vor der Berufungskammer wird am 22. Mai stattfinden. Zimmer vermietete, allerdings mußte dem Hausverwalter gesagt werden, ich sei eine Verwandte, denn, wie ich später Gelegenheit hatte, mich zu überzeugen, war in dem Mietskontrakt der Frau extra aufgeführt, daß sie nur an Herren vermieten dürfe. Vielfach habe ich auch von bekannten allein stehenden Frauen und Mädchen gehört, daß sie bedeutend mehr Miete zahlen müssen als die Herren. Warum das? Ich meine, eine Frau wird doch so wie so Der weitaus größte Teil des Hauses hat nicht verstanden, wie schon sehr viel schlechter honoriert als ein Mann, Sie die Abstimmung haben vornehmen wollen. dafür soll sie mehr Miete zahlen? t? Das verstehe, wer fann! Ebenso wie mit den möblierten Zimmern wird es ja voraussichtlich auch mit den Schlafstellen sein. Ich hörte z. B. einmal von einer jungen Arbeiterin, welche feine Eltern mehr hatte und auch keine Verwandten hier in Berlin, daß ihr von einer Schlafstellemvirtin zugemutet wurde, in einem Zimmer mit noch drei Mädchen zusammen und nur durch eine Wand mit einer Thüröffnung ( cine Thür befand sich nicht darin) mit vier Männern zu wohnen, d. h. doch eigentlich nur zusammen zu schlafen. Wenn solche Zustände Abg. Richter( frs. Vp.): Der Präsident hat gejagt, diejenigen, welche entgegen dem Antrag Fischbeck auf Streichung beitreten wollen, bitte ich auf zustehen. Abg. Singer( Soc.): Der Präsident sagte, er wollte positiv abstimmen lassen und hat gejagt, diejenigen, welche gegen den Antrag Fischbeck stimmen wollen, Der heutige Himmelfahrtstag wird von der überfronmen Germania" in einem wenig ästhetischen Festartikel begrüßt. Der Artikel hebt an: „ Die häßliche Raupe, die schwerfällig nach Futter friecht, weiß nicht, daß sie noch einmal ein schöner Schmetterling werden soll, der sich leicht hinaufschwingt in den sonnigen Himmelsraum. Die Menschen triechen auch hier am Boden des Jammer Und so geht es am schönen Himmelfahrtstage erbaulich weiter durch Schmitz, Tod und Verpuppung. Da gefällt uns der bekannte Gesangbuchvers" weit besser, der denselben Gedanken in folgenden schönen Reinten ausdrückt: thals mühselig im Schmus dahin. Aber wer gehört und wußte davon nichts, wohl aber müffen Spitzbuben es irgendwie er sammenhängen. Der Feuerwehr erwuchs insofern eine schwere Aufgeglaubt hat, der weiß, daß ihm die Verklärung und die Himmel- fahren haben. Vorgestern nachmittag erschienen bei dem alten Mann, der gabe, als sie sich mühsam zwischen den glimmenden Kartonbergen fahrt beschieden sind. Tod und Grab sind nicht die Vernichtung, allein zu Hause war, zwei Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, einen Weg bahnen mußte, wobei sie durch den erstickenden Qualm sondern vielmehr die Verpuppung." die ganz wie Töpfer aussahen, auch Lehmbeschmutzte Schürzen hart mitgenommen wurde. Während aber ein Löschangriff über die trugen, um einmal nachzusehen, ob auch die Defen guten Zug" Treppen des Quergebäudes, des einzigen Zugangs zum Dachboden, hätten. Da sie sagten, daß der Hauswirt sie geschickt habe, so ließ vorgenommen wurde, wurde das Feuer gleichzeitig auch von der Alter fie gewähren. Die„ Töpfer" schraubten nun die Ofenthür im Straße aus über zwei mechanische Leitern hinweg bekämpft. Nach Hinterziminer auf und schickten dann den alten Mann in das Vorder- 1/2 stündiger Arbeit war die Gefahr beseitigt, doch zogen sich die zimnter, damit er dort dasselbe thue. Nach kurzer Zeit erklärten fie Aufräumungsarbeiten noch stundenlang hin. Der verursachte Hausdem Alten, fie brauchten vorne erst gar nicht nachzusehen, da alles und Materialschaden ist beträchtlich. Auf dem Wege zur Brandin Ordnung sei, und verabschiedeten sich. Als Alter abends nach stelle erlitt die Handdrucksprize 17 in der Königstraße einen RadHause kam und vom Schwiegervater erfuhr, daß die Töpfer da- bruch. gewesen seien und die Defen nachgesehen hätten, machte er in banger Ahnung die Thür auf und fand seine Befürchtung bestätigt: das Kästchen mit dem Schatz war weg. Der Hauswirt hatte niemand geschickt, die„ Töpfer" waren Gauner. Ich bin ein wahres Rabenaas, Ein echter Sündenknüppel, Der seine Sünden in sich fra, Als wie der Russ' die Zwippel, Herr Jesu, nimm mich Hund beim Ohr, Wirf mir den Gnadenknochen vor, Und schmeiß mich Sündenlümmel In Deinen Gnadenhimmel. Sonnabend, den Am Wohlthätigkeits Veranstaltung. 18. Mai 1901 findet in den Alhambra- Festsälen, Wallner Theaterstraße 15, abends 9 Uhr, für die Witwe des im Liebknechtschen Trauerzuge verstorbenen Bildhauers Theodor Kohl eine WohlDie Heilgehilfen- Ordnung ist infolge des Infrafttretens des Unter dem Verdacht des Kindesmordes ist das 20 Jahre thätigkeits- Vorstellung( Gesang, Theater und Tanzkränzchen) statt. Gesezes, betreffend die Dienststellung des Kreisarztes, vom 16. Sep- alte Dienstmädchen Anna Wischinski, das aus Danzig hierher kam zur Aufführung gelangt das Stettenheimsche Stück„ Die letzte Fahrt", tember 1899, in einigen Punkten abgeändert worden. Unfre Leser und seit einem Monat bei dem Kaufmann B. in der Köpenicker- in dem Angehörige des Verstorbenen mitwirken werden. Außerdem * dürfte die neue Gebührenordnung interessieren. Sie besagt: straße 44 in Stellung war, verhaftet worden. In der Kammer haben ihre Mitwirkung zugesagt: Bläserchor Harmonia, TheaterI. Allgemeine Verrichtungen. Die in nachstehenden Nummern des Mädchens machte sich in den letzten Tagen ein Geruch be- gesellschaft Tornow, Gesangverein Liederklänge und namhafte Solobezeichneten Leistungen unterliegen folgenden Gebührensätzen: 1. Für merkbar, der immer stärker wurde und vom Kleiderkorb auszugehen fräfte. Billets( inkl. Tanz a 50 Pf.) find in den mit Plakaten bejeden vom Arzte angeordneten oder von dem Kranken gewünschten schien. Von Frau B. zur Rede gestellt, gab das Mädchen an, daß legten Geschäften in der Nähe des Lokals sowie bei den MitBesuch, wofern nicht eine der Bestimmungen unter II. 1-16 einen es Mottenpulver gestreut habe. Bei der Dienstherrschaft aber be- wirkenden am Abend zu haben. höheren Satz ergiebt, je nach der Zeitdauer 1-5 M., jedoch nicht stärkte sich der Verdacht, daß das Mädchen etwas zu verheinlichen Im Theater der Urania hält morgen( Freitag) Herr Franz mehr als 1-2 M. für die Stunde am Tage und 2-4 M. in der habe. Daher schickte sie es gestern zur Markthalle und durch- Görte seinen Vortrag„ Malerische Wanderungen durch die Mark BrandenNacht und nicht weniger als 1 M. am Tage und 2 M. in der Nacht. suchte dann den Korb. Hierbei machte sie eine schauerliche Ent- burg" in wesentlich erweiterter Form zum erstenmale. Viele der schönsten 2. Für jede Beratung in der Wohnung des Heilgehilfen die Hälfte dedung. In dem Korbe lag, int Papier eingewickelt Projektionsbilder nach eigenen Aufnahmen werden uns die Schönheiten dieser Säße. 3. Für Fuhrkosten steht den Heilgehilfen nur in nach- und mit einem Rock bedeckt, die Leiche eines neugeborenen unsrer engeren Heimat vor Augen führen. Am Sonnabend findet noch eine weisbar eiligen Fällen, außerdem der Erfaz der thatsächlich veraus- Knaben, die schon stark in Verwesung übergegangen war. Nach der Aufführung des dekorativen Vortrags" Unser Rhein" statt. lagten Kosten, bei Fahrten mit der Eisenbahn aber nur die der 3. Entdeckung versuchte das Mädchen, die Leiche zu verbrennen. Sie und mittels Droschte nur die der 2. Klassen zu. 4. Im übrigen wurde aber daran gehindert und gestern nachmittag durch die Revierkönnen die Fuhrkosten bei Bemessung der Forderung für allgemeine polizei verhaffet und der Kriminalpolizei zugeführt. Die Verhaftete oder specielle Verrichtung in Betracht gezogen werden. 5. Sind giebt zu, daß das Kind nach der schon am 4. d. M. erfolgten Ge- Die Nixdorfer Wohnungsdeputation war am Mittwoch nach mehrere zu einer Familie gehörende und in derselben Wohnung be- burt gelebt hat, bestreitet aber, es mit Vorsatz und Ueberlegung längerer Zeit wieder einmal zusammen. Zunächst gab der Vertreter findliche Kranke gleichzeitig zu behandeln, so ermäßigt sich der Ge- getötet zu haben. Sie habe es vielmehr, da sie nicht gewußt habe, des Magistrats eine Uebersicht über die Gestaltung der Wohnungsbührensaz für die zweite und jede folgende Person auf die Hälfte der was sie damit anfangen solle, zunächst liegen lassen. Da sei es verhältnisse in Rigdorf. Infolge der im Oktober vorigen Jahrs Säge zu 1 und 2. dann bald gestorbent, und num habe sie die Leiche in ihrem Storbe atut gewordenen Wohnungsnot, die sich im April dieses verborgen, um sie bei günstiger Gelegenheit irgendwie zu beseitigen. Jahrs noch verschärft hatte, mußten eine größere Anzahl Die fleine Leiche wurde zur Feststellung der Todesursache durch Bersonen im Armenhause und später auch im Waisenhause, gerichtsärztliche Deffnung beschlagnahmt. sowie in der alten Straßenreinigungs- Anstalt unter41 Familien mit 208 Köpfen, sowie 13 Ginzelpersonen, welche wegen gebracht werden. Außer 91 andren Jniassen des Armenhauses befanden sich am 10. April in den drei Anstalten der Wohnungsnot Unterkunft fanden. Diese Wohnungslosen haben sich bis jetzt nur um 14 Köpfe( drei Familien) vermindert. Der Abgang war zwar ein etwas größerer, es famen aber wieder andre hinzu. Notwendigkeit festgestellt, für alle Fälle Vorkehrungen zur weiteren Im Laufe der Debatte wurde die Unterbringung von Wohnungslosen zu treffen. Vertreter der großen Mehrheit brachten folgenden Antrag ein: II. Besondere Berrichtungen: 1. Ein Krankenbericht an den Arzt 1-2 m. 2. Assistenz bei der Obduktion einer Leiche 5-10 M. 3. Bemühungen bei Wiederbelebung eines Scheintoten 1-5 M. 4. Für einen Aderlaß am Arm 2-4 M. 5. Für das Ausezen von 1 bis zu 6 trockenen Schröpfföpfen 1 M., für jeden darüber 10 Pf. 6. Für das Anſegen bis zu 6 blutigen Schröpffröpfen inkl. der Desinfektion der Schröpfstellen 2-4 M., für jeden darüber 10 Pf. 7. Für das Sezen eines Haarseils oder einer Fontanelle 1-3 m. 8. Für das Ansetzen von 1 bis zu 6 Blutegel inkl. Bewachung und Blutstillung, egil. tarifmäßigen Ersatzes der Blutegel 2 M., für jeden folgenden 10 Bf. 9. Für den Verband einer einfachen Wunde 1-3 M. 10. Für die Umwicklung eines oder beider Füße, des Ober- oder Unterschenkels 1-3 m. 11. Für die Extraktion eines Zahns oder einer Wurzel 1-2 M., für jeden folgenden Zahn bezw. Wurzel 75 Pf. 12. Für Hühneraugen- und Nageloperationen 1-3 M. 13. Für das Sezen eines Slystiers 1-3 M. 14. Für eine hydropathische Einwickelung 1-3 M. 15. Für die Leitung eines Bades 1-3 m. 16. Für eine Massage Außerdem erhalten sie auf ihren bei Vermeidung des Anspruchs binnen drei Monaten zu stellenden Antrag für jede durch ihre berufliche Thätigkeit( Wiederbelebungsversuche usw.) herbeigeführte Rettung aus Lebensgefahr, je nachdem ihre Thätigkeit Erfolg hatte oder nicht, 30 bezw. 15 M. aus der Staatskasse. 1-4 M. bearbeitet werden. Vierteljahr 1901 in Berlin 388 Droschten- und 41 Omnibuspferde Invaliden. Nach polizeilicher Mitteilung wurden im ersten dem Verkehr entzogen. Von den Droschkenpferden gehörten 285 zu Droschten erster und 103 zu Droschken zweiter Klasse. Von den Omnibuspferden gehörten 23 der Neuen Berliner Omnibusgesellschaft und 11 der Allgemeinen Omnibusgesellschaft. Nach einiger Zeit wurden 42 Droschten und 14 Omnibuspferde wieder in den Betrieb eingestellt. Aus den Nachbarorten. Bei der Arbeit abgefaßt wurden heute früh zwei Einbrecher in dem Kaufhaus Hohenzollern in der Leipzigerstraße. Eine KriminalDie Deputation empfiehlt der Stadtverordneten- Versammlung, patrouille sah in der Leipzigerstraße zwei alte Zuchthäusler Riemer behufs Schaffung eines gemischten Unterbringungssystems zu be und Pollaschewski, die beide schon an die 20 Jahre hinter schließen, daß die auf der Straßenreinigungs- Anstalt noch zur Verschwedischen Gardinen zugebracht haben und erst vor furzer Zeit aus fügung stehenden, zur Zeit noch nicht benutzten Räume durch bauSonnenburg entlassen wurden, in verdächtiger Weise sich herum- liche Herstellung zu Wohnräumen, und zwar zu Massen= treiben. Besonders hatten die alten Sünder das Kaufhaus Hohen- quartieren, bergerichtet und daß die sonst noch notwendig zollern ins Auge gefaßt. Schließlich fanden sie auch eine Gelegenheit, erscheinenden Räume auf demselben Grundstück, und zwar ebenfalls hineinzukommen. Man ließ sie eine Weile gewähren, damn folgten für Massenquartiere errichtet werden. Ferner möge die Stadtihnen zwei Mann von der Patrouille und überraschten sie bei dem verordneten- Versammlung die Wohnungsdeputation beauftragen, über Versuche, in den Keller einzubrechen. Als sie merkten, daß sie die Art und den Umfang der baulichen Herstellungen selbständig Verbrecher klein bei und ließen sich abführen. Sie hatten eine Menge Kriminalbeamten gegenüber standen und erkannt waren, gaben die zu beschließen." der besten Einbruchswerfzeuge bei sich. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der beiden. socialdemokratischen Vertreter angenommen. Lettere konnten sich nicht für die Massenquartiere begeistern, weil nach Absicht der Mehrheit event. Familien auseinandergerissen werden sollen, während unsre Genoffen nur eine Massenunterbringung familienloser Einzelpersonen zulassen wollten. Ueber Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb der Gastwirtschaft, zum Ausschaut von Brautwein, Wein, Bier oder andren geistigen Getränken, sowie zum Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus ist, nach§ 114 des Zuständigkeitsgesetzes, Mit beispielloser Unverfrorenheit arbeitete ein Einbrecher, vor der Beschlußfassung des hierfür zuständigen Stadtausschusses der in der gestrigen Nacht dem Schlächtermeister Lauterbach, Blumen zunächst die Gemeinde- und die Orts- Polizeibehörde zu hören. Straße 69, einen Besuch abstattete. Der Dieb drang vom Korridor Dergleichen Anträge gelangen an die Gewerbedeputation des aus in die Wohnung und mußte, um den Laden zu erreichen, das Folgende Anträge des Stadtv. Wach( Soc.), wovon der Magistrats, bei der sie durch einen Kommissar des Magistrats Schlafzimmer des Schlächtermeisters durchschreiten. Er nahm bei zweite als Eventualantrag gedacht ist, standen dann zur Beratung: dieser Gelegenheit die auf dem Nachttisch liegende Taschenuhr des I. Der Vorstand wird um eine Vorlage ersucht, durch welche die Während des Jahres 1899/1900 find bei der Gewerbedeputation Herrn 2. an sich und erreichte dann unbemerkt den Geschäftsraum, Errichtung von gesunden und billigen fleinen Wohnungen durch 7579 solcher Gesuche eingegangen, von denen 7345 mit Befürwortung wo er versuchte, die geschlossene Ladenkasse zu erbrechen. In diesem die Stadt schleunigst in die Wege geleitet wird. Die Höhe der und 69 mit Widerspruch des Magistratskommissars an den Stadt Moment erwachte der Fleiſchermeister, zündete schnell ein Licht an Miete ist so zu bemessen, daß nur die Verzinsung und Amortisation ausschuß zurückgesandt wurden, während 165 Gesuche durch Zurück- und begab sich nach dem Laden. Der Einbrecher, ein junger Mensch, des für die Herstellung der Gebäude aufgewandten Kapitals, die aus nahnie seitens der Antragsteller bei der Gewerbedeputation ihre Er- der eine 60 Centimeter lange Brechstange in der Hand hatte, sah der Instandhaltung der Häuser entstehenden Aufwendungen ledigung fanden. Von den 69 Fällen, in denen der Magistrats- den Rückweg abgeschnitten, zertrümmerte mit dem schweren Eisen sowie die Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht werden. tommissar gegen die Erteilung der Konzession Widerspruch erhoben die Schaufensterscheibe und sprang durch die so geschaffene Oeffnung Die erforderlichen Mittel sind durch Anleihe zu beschaffen." hat, wurden 23 durch Entscheidung des Stadtausschusses und 1 Fall auf die Straße. Herr 2. schlug Alarm, trotzdem gelang es dem II.„ Der Magistrat wird ersucht, mit gemeinnügigen Baudurch den Bezirksausschuß zu Gunsten des Magistrats erledigt, Dieb, zu entkommen. Die geraubte Taschenuhr führte er mit sich, gesellschaften und gemeinnügigen Aktiengesellschaften für die während in 6 Fällen gegen den Widerspruch des Magistrats die doch hatte er das Brecheisen zurückgelassen, welches der Polizei über- Herstellung gesunder kleiner Wohnungen in Verbindung zu treten Konzession erteilt wurde. Gegen das Vorjahr, in dem sich die geben wurde. und die Modalitäten festzuseßen, wie durch Unterstügung seitens der Stadt fleine Wohnungen in erheblicher Anzahl durch jene Genossenschaften hergestellt werden können. Die Höhe der Mieten ist so zu bemessen, daß nur die Verzinsung und Amortisation des aufgewendeten Kapitals, die aus der Instandhaltung usw. entstehenden Aufwendungen, sowie die Verwaltungskosten in Anrechnung gebracht eingegangen. Zahl der Konzessionsgesuche auf 8045 belief, sind 466 Gesuche weniger Einer der verwegenften Verbrecher Berlins ist jetzt von den Wiener Gerichtsärzten für geistestrant erklärt worden. Es Zu dem Verbot der Beförderung von Glimmer- Postkarten, handelt sich um den 29jährigen Schneidergesellen Paul v. Sellin, das der neue Staatssekretär des Reichs- Poftamts vor einigen Tagen auch Paul Reichert genannt, deffen Specialität Einbrüche in Schulen erlassen hat, schreibt man uns: Das Verbot bedeutet die Vernichtung und Amtslokalitäten waren. Er hat noch 17/2 Jahre Zuchthaus zu oder mindestens die nachhaltige Schädigung vieler kleinen Existenzen. verbüßen und wird von den Staatsanwaltschaften zu Berlin, München, werden. Die Mittel sind durch Anleihe zu beschaffen. Wohl jeder kennt die unter dem Namen Perl- und Glimmerfarten Köln a. Rh. und Würzburg steckbrieflich verfolgt; er ist ferner aus Nachdem Wach die Anträge begründet hatte, entspann sich eine feit etwa zwei Jahren vorkommenden Ansichts- Postkarten, d. H. Karten, den Frrenanstalten in Berlin, Bonn und Wien entsprungen, und erst kurze Debatte, in der alle Redner sich gegen ihn und seine Anträge deren Bildschmuck mit glitzerndem Metall: oder Glasstaub noch besonders nach Monaten gelang es der Gendarmerie in Salzburg, den gefähr- wandten. Außer manchen andern, zum teil recht furiosen Gründen, verziert ist. Die Zahl der Postkarten, die auf diese Weise verschönert lichen Burschen dort wieder zu ergreifen. Er wurde nach Verübung machte man geltend, daß die Banthätigkeit eine bessere gewerden, beläuft sich auf mindestens eine halbe Million pro Tag. zahlreicher Einbrüche in Wien unter Anklage gestellt und jetzt von worden fei und man schon deshalb keinen Grund habe, den Anträgen was wohl für die Existenzberechtigung der Mode spricht. Herr den dortigen Gerichtsärzten als unheilbar geisteskrant erklärt und näher zu treten. Nach einigen Erwiderungen des Antragstellers Straette nun hat bei seiner Amitsübernahme nichts Wichtigeres zu thun, außer Verfolgung gesetzt, doch hat man ihn, seiner Gemeingefähr beschloß die Deputation gegen die beiden socialistischen Stimmen, als folche Postkarten einfach vom Verkehr auszuschließen. Wären es lichkeit halber, einstweilen in Haft behalten und zuvor bei den der Stadtverordneten Versammlung zu empfehlen, mir große Fabriken, die dadurch in Verlust geraten, dann wäre der Berliner Behörden angefragt, welcher Anstalt der geistestrante Ver- über die beiden Anträge zur Tagesordnung überangerichtete Schaden vielleicht erträglich. Dem ist aber nicht so. brecher zugeführt werden soll. zugehen. A Biele tausend armer Mädchen und Witwen sind es, die teils im Hause, Ein heftiger Zusammenstoß zwischen zwei Straßenbahn- Neu- Weißensee. Die vielen Beschwerden über die Unzulängs teils in Arbeitsstuben lohnende Beschäftigung in dieser neuen Industrie wagen erfolgte gestern, Mittwochmittag, an der Ecke der Invaliden- lichkeit des Rieselsystems hatten dazu geführt, daß die Gemeindegefunden hatten. Diese Armen in ihrem, mit den zunehmenden und Ackerstraße. Von einem Straßenbahnzuge der Linie Müller- vertretung nach Mitteln zur Abhilfe sich umjah. Als solches wurde Mietspreisen immer härter werdenden Kampfe ums Dasein zu straße- Winterfeldtplatz sprang der Sommer- Anhängewagen, als der die Einrichtung eines Klärsystems in Vorschlag gebracht. Um sicher unterſtügen, sollte eine Ehrenpflicht der Behörde sein. Seit Som Bug die Kurve von der Ackerstraße nach der Invalidenstraße passierte, zu gehen, daß die Regierung, welche ebenfalls schon Abstellung der abend aber find alle diese alleinstehenden Frauen erwerbslos und viele aus dem Geleise und brach links nach dem Gegengeleise hinüber, Mißstände verlangt hatte, diefer geplanten Neneinrichtung teine Handwerker- und Arbeiterfamilien ohne den bisherigen Verdienst der auf welchem ein Motorwaggon aus der entgegengesetzten Richtung Schwierigkeiten machen werde, wurde von der Gemeinde um die erwachsenen Töchter." herangesaust tam. Dieser fuhr mit solcher Gewalt gegen den Genehmigung nachgesucht. Dieser Tage wurde von verschiedenen So die Zuschrift. Das Verbot der seit zwei Jahren ungehindert Anhängewagen, daß die Vorderplattform beider Waggons ein- Geheimräten eine Lokaibesichtigung der Pump= zugelassenen Glimmer- Karten erfolgte, weil es vorgekommen sein soll, gedrückt, das Schutzblech zertrümmert und die Holzwände zersplittert station sowie der Abflußgräben vorgenommen. Bei dieser Gedaß Beamte beim Abstempeln Berlegungen an der Hand erlitten. wurden. Durch den heftigen Stoß wurden die Passagiere von ihren legenheit wurde von einem Ingenieur ein schon in England einWarnung. Seit längerer Zeit, besonders jetzt, gehen Reisende Sigen geschleudert, famen jedoch, abgesehen von leichten Verletzungen, geführtes, für Deutschland aber neues System zur Klärung der mit Bestellscheinen auf einen sogenannten Frauenschutz welche einige der Fahrgäste erlitten, mit dem Schrecken davon. Abwäffer erläutert. Der Gemeinde wurde ferner die Erwerbung des Der Zustand, daß die Abwässer der haufieren, der für den enormen Preis von 16 Mart auf Abzahlung Die beiden Wagen mußten natürlich sofort außer Betrieb gesetzt weißen Sees vorgeschlagen. werden. Gemeinde in den See geleitet werden, sowie die Thatsache, daß angeboten wird. Es kann nur dringend gewarnt werden, solche Scheine zu unterschreiben. Hernach wird ein wertloses, taum Von seinem eignen Wagen überfahren wurde gestern abend dieser drei verschiedenen Eigentümern gehöre, sei auf die Dauer die Hälfte wertes, für viele Organismen geradezu höchst schädliches um 10 Uhr der 47 Jahre alte Droschkentutscher Julius Busch aus unhaltbar und gebe begründeten Anlaß zu immerwährenden BeZeug geliefert. Würden die Bestellerinnen sich statt solches Ding zu der Liesenstraße Nr. 12. Busch hielt an der Ecke der Kronen- und faufen, direkt an einen Arzt wenden, so würden sie ihrem Geld- Friedrichstraße. Als dort nun eine eiserne Rolllade mit großem bentel und ihrer Gesundheit nügen. Geräusch heruntergelassen wurde, scheute sein Pferd und ging in die Friedrichstraße hinein durch. Busch versuchte, es zu halten, wurde Der umfangreiche Prozeß gegen die Staatsbürger: ein Stück Weges geschleift und dann überfahren. Er zog sich einen Zeitung", der sich aus vielen Strafanträgen zusammensetzt, die von Unterschenkelbruch zu und mußte von der Unfallstation in der Stronen Personen, welche in der Konizer Affaire irgend eine Rolle spielten, straße mit einem Koppschen Rettungswagen in ein Krankenhaus gestellt waren, dürfte in der ersten Hälfte des Monats Juni vor der gebracht werden. zweiten Straffammer des Landgerichts I zur Verhandlung kommen. 4 schwerden. In der Frage, ob Lichtenberg Stadt werden soll, ist nunmehr die Regierung an die Gemeindevertretung mit dem Ersuchen herangetreten, ihr Mitteilungen zugehen zu lassen, welche über die fommunalen Verhältnisse des Ortes, besonders über bestehende oder für die nächste Zeit in Aussicht genommene Verkehrs- und Wohlfahrtseinrichtungen ein Bild ergeben. In der nächsten Sigung der Gemeindevertretung wird eine Kommission gewählt werden, welche Die Dauer dieſes Prozesses, in welchem die Angeklagten von den straße 2 und verursachte eine große Bestürzung unter dem zahlreich summe mit dem Landrat verhandeln soll. Rechtsanwalten Dr. Hahn- Charlottenburg und Simons- Berlin ver- bort beschäftigten Fabrikpersonale. Die Karton- und MusterkartenMittelfener entstand Mittwochnachmittag in der Mendelssohn- über die beim Ausscheiden aus dem Kreise zu zahlende Abfindungsteidigt werden, ist nicht annähernd zu bestimmen, da außer über fabrik von Süß und Herrmann hat ihre Arbeitsräume in den oberen Der Lichtenberg. Auch unser Ort feiert sein Feuerwehr- Fest. Verein freiwillige Feuerwehr" besteht nämlich nächstens 160 Zeugen, die kommissarisch vernommen sind, eine große Anzahl Etagen der Seitenflügel und des Quergebäudes, während die 25 Jahre, und da will man drei Tage feiern. Der Gemeindejäckel Bodenräume zu Lagerzwecken benutzt werden. Auf noch unaufgeklärte foll in Anspruch für das Fest genommen werden, weil die meisten Die„ Töpfer". Das Ehepaar Alter hatte bis zum 1. März d. J. Weise war nun im Dachboden des Quergebändes Feuer aus- Mitglieder des Vereins den minderbemittelten Schichten der Beeine Gastwirtschaft in der Hirtenstraße und zog dann nach Weißen- gekommen, das sich mit unheimlicher Schnelligkeit über beide Seiten- völkerung angehören. see, Königchaussee 40. Alter ist jetzt Straßenbahnfahrer und daher flügel bis zum Vorderhause verbreitete und die oberen Etagen derart Das fürzlich angenommene Ortsstatut über die Errichtung einer wenig zu Hause. Als mun seine Frau vor vier Wochen in ihre verqualmte, daß die dort beschäftigten Arbeiterinnen schleunigst sich Schulkommission ist von der Regierung nicht genehmigt Heimat reiste, versteckte sie die Ersparnisse von 750 M. und ihre in Sicherheit bringen mußten. Zur Verbreitung des Brandes trug worden. goldene Uhr mit Sette in einem Blechkästchen im Kachelofen der neben der Unmasse der dort aufgestapelten Kartons noch der Eine Gesundheitskommission verlangt der KreisHinterstube. Alters Schwiegervater, der bei den Leuten wohnt, Umstand bei, daß die Böden sämtlicher Gebäudeteile rundum zu- Landrat für den Ort. Diese soll als kollegiales Hilfsorgan", geZeugen im Termin vernommen werden sollen. wählt von den Selbstverwaltungstörpern, auch staatliche Aufgaben einzigen glühenden Masse: die Mannschaft hatte mit ihren 3288 Stälber, 723 Schafe, 11 332 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund erfüllen. Auf dem Gebiet des Wohnungswesens, der Wasser- Habseligkeiten den brennenden Kahn bereits verlassen. Nun ordnete oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund versorgung, des öffentlichen Badewesens, des Schulwesens sowie der die Strompolizei an, daß er aus dem Bereich der Schiffahrtsstraße in f): Kontrolle im Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln ersteht für nach einer abseits gelegenen Stelle der Havel, nach dem Ufer des diese Kommission eine vielseitige Thätigkeit. Marienwerders, geschleppt werde. Hier wurde er von dem dazu Mit der Arbeitswilligkeit mancher bürgerlicher Ge- herbeigeholten Dampfer Ziethen" mehrmals angerannt, worauf meindevertreter scheint es nicht weit her zu sein. Zu der für den das lichterloh brennende Fahrzeug in den Fluten versant. Nachdem legten Dienstag angefeßten Sigung des Kuratoriums für Gas- so der Brand gelöscht worden war, begann man sofort mit den und Wasserversorgung war außer dem Gemeindevorsteher und dem Hebungsarbeiten. Das Fahrzeug sollte mit der Ladung nach einer als Dezernenten anwesenden Schöffen nicht ein einziges der bürger- Fabrit am Finowfanal fahren. lichen Mitglieder erschienen, so daß die genannten Herren im Verein b mit unsrem Genossen Grauer die unaufschiebbare Tagesordnung allein erledigen mußten. ido Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht aus gemästete und ältere ausgemäftete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 49-52. Härsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemäßiete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färjen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 44-46; Ein Fahrradmarder, der sein Geschäft im großen betreibt, e) gering genährte Kühe und Färjen 39-42. Kälber: a) seinste Mast: wurde in Steglitz entlarvt. In der Heesestraße dort war in fälber( Vollmilchmaſt) und beste Sangkälber 75-77, b) mittlere Vraftder Nacht zum Dienstag bei einem Gastwirt ein größerer Einbruch und gute Saugfälber 64-68, c) geringe Saugfälber 58-62, d) ältere, gering genährte( Fresser) 40-47. Schafe: a) Mastlämnier und jüngere Mast Einer Blutthat ist in Potsdam der 28 jährige Bäckergeselle verübt worden. Gin wertvolles Fahrrad und beträchtliche Mengen gammel 60-63, b) ältere Mastgammel 51-58, c) mäßig genährte Paul Tinsmann zum Opfer gefallen. T., der von Berlin nas Cigarren, Wein, Cognac usw. bildeten die Beute des Diebs. Dieser Sammel und Schafe( Merzschafe) 47-50, d) Holsteiner NiederungsPotsdam zugereist war und eine Gastwirtschaft in der Branden- wurde von der Steglizer Polizei alsbald in der Person des mehrfach schafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige, der feineren burger Kommunikation besucht hatte, verließ das Lokal gegen 10 Uhr vorbestraften Emil Gebauer ermittelt und verhaftet. Bei der Haus- Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren 220-280 Pfund abends. Nach wenigen Minuten kehrte er jedoch zurück und brach suchung fand man nun auf dem Boden ein ganzes Lager von schwer 52-53; b) schmere, 280 Pfund und darüber( stäfer) 00-00; c) fleischige mit dem Rufe:" Ich bin gestochen", in dem Restaurant zusammen. Fahrrädern, zum Teil schon auseinander genommen vor, die Ge- 50-51; d) gering entwickelte 47-49; e) Sauen 46-47. Für 100 Pfund Ihm war durch einen Messerstich der Unterleib aufgeschnitten, so daß bauer seit geraumer Zeit in verschiedenen Vororten gestohlen hat. Verlauf und Tendenz. Vom Rinderauftrieb blieben ungefähr die Eingeweide heraustraten. Der Schwerverlegte, der von einem in s 200 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich anfangs ziemlich glatt, unbekannten Manne überfallen worden war, wurde nach dem Stadtp die tradisiy verflante dann aber zum Schluß ein wenig. Bei den Schafen fanden unMarripreise von Berlin am 14. Mai 1901 gefähr 200 Stück Absatz. Der Schweinemarkt verlief langsam und wird kaum ganz geräumt. Fette Ware war vernachlässigt. Krankenhause gebracht und ist hier feinen schweren Verlegungen and erlegen. Von dem Thäter fehlt jegliche Spur. Ein schwerer Unfall Spandau dem Sternbam ist am Montag auf der Havel in nach Ermittlungen des tgl Polizeipräsidiumis. †) Welzen, gut D.- Ctr 17,40| 17,34| Kartoffeln, neue, D- Ctr. mittel 17,28 17,22 Rindfleisch, Keule 1 kg do. 17,16 17,10 gering Banch Schweinefleisch Kalbfleisch " Roggen, gut mittel sad gering *) Gerfle. gut safer, gut 14,50 14 48 14,46 14,44 14,42 14,40 Butter 7, 5.1,60 120 11,60 1,20 mit 20 pCt. Tara. --1.30 Briefkasten der Redaktion. " " 1,80 " Hammelfleisch 16 15, 1, 1,60 1, 2.60 2, mittel 14 90 13 90 Gier 60 Stüd gering 13.80 12,90 Karpfen 1 kg 16 20 15,60 Aale 15,50 14.90 8ander UL 14,80 14,20 Hechte End Bartheid 085,70 40, 25, 45, 20, 70.- 25, Schleie Blete Kreble mittel 119 gering ichiro 7,166,50 Hen su Erbsen Speifebohnen Linfen 3,60 2,40 2,20 1,20 2,80 1,20 2,60 1,20 2,40 1,20 1,60 0,80 2,80 1,20 1,20 0,60 per Shot 16-3, Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. 3. 14. Werden Sie sich an P. M. Grempe, Schöneberg, Tempelhoferstraße 16. P. B. Diese Bäder werden Sie in jeder besseren Bade- Anstalt betommen. Prinz Ostar" zugestoßen. Er war von Berlin gekommen, um sich nach Wannsee zu begeben, wo er eine größere Gesellschaft aufnehmen sollte. Der Schiffs führer, nicht vertraut mit der für die Schiffahrt gefährlichen Bauart der Spandauer Eisenbahnbrücken, gedachte unter der nicht geöffneten Drehbrücke der Lehrter Eisenbahn ungefährdet hindurchkommen zu können. Er hatte indessen die Brückenhöhe überschätzt und stieß mit Kommandobrücke und Steuerruder heftig Köthen. Sie meinen wahrscheinlich das jetzt in den Besitz der Stadt gegen den eisernen Brückenträger. Das Verdeck des Dampfers Berlin übergegangene Kaiser und Kaiserin Friedrich- Kinder- Krankenhaus, wurde dabei gänzlich zertrümmert; das schwer beschädigte Schiff Reinidendorferstr. 32. Wir glauben nicht, daß in Ihrem Falle eine war zur Weiterfahrt untauglich und mußte vor Anker gehen. Die unentgeltliche Aufnahme möglich ist, wenden Sie sich aber immerhin an die baulichen Zustände der Spandauer Eisenbahnbrüden haben den Direttion. Schiffahrttreibenden schon seit vielen Jahren Anlaß zu Be Zinzendorfstraße. Hammerstein hat seine Strafe voll verbüßt. schwerden gegeben. Eine Wenderung ist nur möglich durch B. F. 21. Die„ Cimbria" ist unsres Wissens 1875 untergegangen. +) ab Bahn frei Mühle. den gänzlichen Umbau der Spandauer Bahnhofsanlagen. Auf*) fret Wagen und ab Bahn. B. B. Beantragen Sie, Ihnen die Ihnen zustehende Rente zu bewilligen. Der Antrag ist an den Vorstand der Holzberufsgenossenschaft zu richten. der oberen Havel bei Saatwinkel ist auf Anordnung der StromProduktenmarkt vom 15. Mai. Der Getreidemarkt verkehrte in E.. 1. Bestimmte gesetzlich firierte Säße giebt es nicht. 18. bis 25 M. polizei ein in Brand geratener Kohlenkahn in den Grund schwacher Haltung. Weizen und Roggen waren 0,50 M. billiger zu haben. monatlich gelten als angemessen. 2. Das ist gleichgültig. 3. Alimente für gebohrt worden. Das Fahrzeug war mit frisch aus zu den ermäßigten Preisen fand Roggen anfänglich besseren Absatz an die uneheliche Kinder, die nach dem 31. Dezember 1899 geboren find, sind bis der Fabrit gelieferten Prestohlen beladen, von Zerpenschleuse her Mühlen, da die Saatenstandsklagen sich neuerdings auch in Bezug auf zu deren vollendetem 16. Lebensjahr zu zahlen. 4. Etwa 10-15 m. monat: durch Berlin gekommen und hatte den Spandauer Schiffahrtskanal diesen Artikel verschärfen. Nach Erledigung der Orders wurde der Verkehrlich. B. Gesper. Falls feine Einigkeit vorhanden, ist der von Ihnen eben verlassen, als aus der Ladung Rauch hervordrang. Der Kahn sehr still. Neber neunenswerte Warenofferten wurde nichts bekannt. Wehl geplante Weg undurchführbar. Schicken Sie das Statut ein, damit Ihnen ging alsbald vor Anker, und die Mannschaft begann die lag ruhig, 5 Pf. schwächer, Safer und Mais waren still, eher schwächer mitgeteilt werden kann, ob und welche Statutenänderungen das Ziel erreichen infolge von schlechtem Absatz und matten amerikanischen Rotierungen. tönnen. G. Schwarz. Sie schreiben an das Gericht:„ Ich beantrage, mir zwei Löschungsarbeiten, da sich zeigte, daß die Preßfohlen infolge Nüböl notierte bei belanglosem Handel unwesentlich höher. Ausfertigungen des Vergleichs vom 4. Januar, eine mit Vollstreckunge Selbstentzündung zugleich an mehreren Stellen brannten. Trotz der Spiritus unverändert, 70er loco 44,30 M. Schluß für Getreide klausel, zu erteilen" und übergeben diese dann dem Gerichtsvollzieher zur größten Anstrengung der Bemannung und hinzugezogener auf mattes Liverpool noch etwas abgeschwächt. Zwangsvollstreckung. W. K., Lausitzerstraße. 1. Nein. 2. Nein. Hilfskräfte war das Feuer indeß nicht mehr zu bewältigen; am Städtischer ischer Schlachtbiehmarkt. Berlin, 15. Mai 1901. Amt 3. Der Schuldner haftet weiter; die Verjährungsfristen richten sich nach der folgenden Morgen glich das ganze Fahrzeug mit der Ladung einer licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: Art der entstandenen Forderungen( Darlehn, Kauf usw.). 4. Nein. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Franziska Zehner geb. Raak am 14. 6. M. an der Proletarier: frankheit verstorben. Die Beerdigung Leichenhalle Andreas Friedhof statt. 13426] SE 552 Rinder, Deutscher Holzarbeiter- Verband. Centralverband der Maurer Morgen, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Berlins und Umgegend findet Sonnabendnachmittag 4 1hr Sitzung der Orts- Verwaltung.toflegen zur Nachricht, daß laut Beschluß der letzten Generalversammlung Achtung! Achtung! Drechsler. Achtung! Achtung! erhöht. Dieser erhöhte Beitrag wird zum erstenmale am Sonnabend, den Martin Zehner. ENDORS Deutscher Buchbinder- Verband. ( 3ahlstelle Berlin) Den Mitgliedern hiermit zur Nach richt, daß unser Kollege, der Karton: arbetter Hugo Friedrich 24/16 am Sonntag früh plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Sonntag, den 19. Mai, nachwittags 5% Uhr, bei Neumann ( Kleiner Volksgarten), Brunnenstr. 150: Bezirks- Branchenversammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: Allen im Vertragsgebiet Berlin und Umgegend arbeitenden Verbandsder Beitrag zum Streitfonds sich von dieser Woche ab von 25 auf 50 Pf. 18. Mai gezahlt. Die Verbandsleitung. Tischler- Verein zu Berlin. Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und 1. Bortrag des Fräulein Vogel über: Die Stellung der Frau zur Sonnabend, den 18. Mai, abends 8 1hr, bei Herrn Lipke, Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Um rege Beteiligung aller Kollegen und Frauen ersucht 1910 Die Kommission. 82/12 mushr Melchiorstr. 15: Versammlung. 198/19 T.- D.: Vortrag. Abrechnung vom Uraniabesuch. Vereinsangelegen heiten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Regen Besuch sieht entgegen Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Achtung! Bananschläger. ( Verwaltungsstelle Berlin).ind Holzarbeiter- Verband. Bureau: Engelfer 15, Zimmer 1–5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Freitagabend 7½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 Den Mitgliedern zur Nachricht, daß ber Kollege, Tischler Emil Lohen nach langem Leiben am 18. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstagnachmittag 5 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs der Markus Gemeinde in Wilhelms: berg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 81/14 Die Ortsverwaltung. Gentral- Kranken- u. SterbeKasse der Tischler u. Dertliche Verwaltung Berlin B. Sonntag, den 19. Mai 1901, vormittags präc. 812 Uhr, Sonnabend, den 18. Mai, abends 82 Uhr, da 96 bei Dicke, Ackerstraße 123: Versammlung, der Maschinenarbeiter, als Hobler, Bohrer, Fräser, Stoßer c. 92 im ,, Gewerkschaftshaus", Engel Ufer 15( Saal 1) Sonntag, den 19. Mai, vormittags 10 Uhr, 98 ( Saat IV): Ausserordentl. General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Beschlußfassung zwecks Gründung eines Fonds zur Arbeitslosenunterstützung. 2. Tarifberatung. 3. Verschiedenes. 33/6 Freitag, den 17. mai, 1/29 Uhr abends, im Restaurant Oranienſtr. 36: Herren- Vortrag von Mar Canik: Männerleiden u. die traurigen Folgen medizin. Kuren. NB. Sprechstunden( Kranke jeder Art nur Münzftr.29 I. 9-10,3—4, 7—8 Uhr. 十八 Haben Sie Wanzen, Schwaben oder fonftiges Ungeziefer, so werfen Sie nicht Geld fort für nußlose Pulver u. Tinkturen. Noa's unerreichte Specialmittel befreien Sie sicher und schnell von dieser Plage. Preis p. Bort. 50, 1, 1,75 u. 3,- Mk. 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Wahl eines Delegierten zur Generalversammlung in Frankfurt a. M. 3. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht 181/5 Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimiert. Oeffentliche Versammlung. Am Freitag, den 17. Mai cr., abends 8 Uhr, findet in Grewolds Gesellschaftshause in Chartotten: 1910 Engel- Ufer 15: 490 359 1910 1 Versammlung Görbersdorfer. vernichtet. Schtl. 30 f.. 60 Pf., 12. 1000 Mark Belohnung zahle demjenigen, der mir einen Nicht erfolg nachweist. Bahlreiche An Morgensprache am Sonntag, den 19. Mai, vormittags 9 Uhr. erkennungen. Nur allein echt bei im Lokal des Herrn Schulz, Grenadierstr. 33. 13336 Central- Haus für Herren- u. Knaben- Garderoben der Goldschnittmacher Berlins. Charlottenburg, 45 Wilmersdorferstr. 45. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Pitacco über: ,, Das Männer- i Monopol". 2. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet de la 24/15 mini doldu Der Vertrauensmann. burg, Berlinerstraße Nr. 101, eine Fachverein der Holz- u. Bretterträger öffentliche, vom Vorstande der Allge: meinen Orts- Krankenkasse für die ver einigten Gewerbebetriebe Charlotten sowie Brettschneider Berlins u. Umg. burgs einberufene Bersammlung mit Sonntag, 19. Mai, vormittags 10% Uhr, im Königstadt- Kajino, folgender Tagesordnung statt: I. Stellungnahme der Kassenmitglieber und Arbeitgeber zu dem Kassenstreit mit den Apothekenbesitzern; Referent: Herr praft. Arzt Dr. med. Rurt Freudenberg, Vertrauensarzt der Kontrollkommission der Krankenkaffen Berlins und der Vororte; 2. Diskussion; du Holzmarktstr. 72: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl eines neuen Vorstands. 2. Unfre heutigen Lohn- und Arbeits: verhältnisse. 3. Verschiedenes. 2184/20 Zahlreicher Besuch ist erwünscht nanis hit Der Vorstand. Die Billets zur Dampferpartie können in Empfang ge nommen werden. 1190 wozu bie Writglieder und Arbeitgeber Keine Ladenmiete, tein Personal, keine Geschäftsunkosten! fämtlicher Orts, Innungs- und Betriebs- Krantenfassen sowie der freien Hilfstassen und sonstige Interessenten eingeladen werden. Charlottenburg, den 13. Mai 1901. Der Einberufer: Wilhelm Sabor, Vorsitzender d. Allgem. Orts- Krankent. indims Berkaufslokal uur 1 Treppe! Besonders günstiger Gelegenheitskauf! Umhänge, Capes, Fichus, Kostüme, Tailor madeArbeit, Reste Gardinen, 1-4 Fenster, abgepasste Gardinen, Stores, Waschstoffe, Organdis, Rips Pique, Satin, Mousseline de lain, Kattun, garantiert waschecht, enorm billig. Herren- Anzüge, gut sigend, vorzüglicher Stoff, fo lange der m. 1,80. an. Waschhosen 90 f Destillation und Bierlokal Borrat reicht, Anzug 16,50 Knaben- Wasch- Anzüge von Paul Kabelich, W. Gassmann, i. V.: Grünthalerstr.68.EckeBabstraße. Special- Reste- Geschäftig ff. Weißbier. Bereinss. 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Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Preise zahlung. InvalidenJacobson, strasse 145 Nr. 113. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 16. Mai 1901, Versammlungen. + Frühsprachen fleißig zu besuchen, rege für die Organisation zu merkte der Redner, die Gegner des Centralverbands hätten wieder agitieren, sowie sich nach wie vor jederzeit auf dem Laufenden einmal den Beweis geliefert, daß sie ein Teil von jener Kraft seien, zu halten." die stets das Böse will und doch das Gute schafft, denn Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer stand beauftragt wird, dem Gewerbegerichts- Direktor v. Schulz ant- deutend stärker besucht sei, als Mette empfiehlt einen weiteren Antrag, nach welchem der Vor- ihre Tattik habe dazu beigetragen, daß diese Versammlung beBerlins und Umgegend hielt am Dienstag bei Keller, Stoppen wortlich auf sein Schreiben mitzuteilen, daß der Verein zur der die vorige. Dann führte Redner aus, straße, eine gut besuchte Generalversammlung ab, mit der Tages Wahrung der Interessen der Maurer dem Vertrage, Stellungslosigkeit im Handelsgewerbe eine Folge der allgemeinen daß die mehr und mehr zunehmende ordnung: Die Handlungsweise der hiesigen Verbandsleitung, betreffend welcher von der Leitung der Zahlstelle II des wirtschaftlichen Krise sei, die ihre Ursache in den ökonomischen und den Arbeitsvertrag für das Maurergewerbe und Stellungnahme Centralverbands mit dem Bund der Baugeschäfte politischen Verhältnissen der heutigen Gesellschaft habe, daß die im dazu. Der Referent Fr. Kater erinnerte an die verschiedenen Berlins abgeschlossen ist, unterteinen Umständen Handelsgewerbe Angestellten, wenn sie ernstlich für die Verbesserung Organisations Streitigkeiten in den verflossenen Jahren und führte beitritt, sondern auf dem Standpunkt verharrt, den die Ab- ihrer Lage eintreten wollen, zu dem Bewußtsein kommen müſſen, an, daß der Verband beständig bestrebt war, die lokale Organisation zu vernichten, und daß er sogar während des Kampfs mit den ſtimmung am 28. April ergeben hat und der dem Gewerbegericht daß ihre Stellung im Wirtschaftsleben keine andre ist, als die der bereits mitgeteilt wurde. Unternehmern allerlei Mittelchen versucht habe, um den Verein zu Arbeiter, und daß die Handlungsgehilfen deshalb nach denselben Grundschädigen. Zweifellos habe sich die Verbandsleitung auch bei ihrem in der gemeinsamen Sizung, die von den Leitungen der Organi- nicht aber, wie dies leider noch ein großer Teil der Handelsangestellten Der Vorsigende Gehl berichtete sodann über die Verhandlungen fäßen wie die Industriearbeiter den Klassenkampf zu führen haben, jezigen Vorgehen von diesem Gedanken leiten lassen und rücksichtslos fationen beider Richtungen nach Fällung des Schiedsspruchs statt- thut, hinter jenen Parteien herzulaufen, die sich bei jeder Gelegenvon neuem den Streit unter den Berliner Maurern herbeigeführt. Nachdem der Redner sich noch gegen den Vorschlag des Herrn gefunden hat und in der über die Annahme oder Ablehnung heit als die Feinde der Bestrebungen der Arbeiterklasse erwiesen Direktor v. Schulz, den Vertrag noch nachträglich anzuerkennen, aus- desselben, sowie über die weiter zu treffenden Maßnahmen beraten haben. Als die nächsten Forderungen der Handelsangestellten begesprochen und angeführt hatte, daß unter den obwaltenden In dieser Sigung sei die Majorität der Teilnehmer zeichnete der Redner die gesetzlich festzulegende Verkürzung der ArbeitsUmständen der ablehnende Beschluß aufrecht erhalten werden Anerkennung des Vertrags gewesen und vereinbart worden, Anschluß der kaufmännischen Angestellten an die Gewerbegerichte, staatauf die gegenwärtigen Verhältnisse für die zeit im gesamten Handelsgewerbe, gesetzlichen Schutz der Angestellten, müsse, empfiehlt er der Versammlung nachstehende Resolution zur daß die Abstimmung per Stimmzettel erfolgen soll, daß liche Organisation der Stellenvermittelung. Alle diese Forderungen 1. In Erwägung, daß die Verbandsleitung der Berliner das gemeinsam festzustellende Resultat der beiden Versamm- tönnten nur durchgeführt werden, wenn sich die Handelsangestellten dem Maurer in schmählicher Weise die getroffenen Bereinbarungen, ungen nur maßgebend sein soll usw. Der Redner, der auf ver- Centralverband, der einzigen energischen Vertretung ihrer Klassenwelche zwischen beiden hiesigen Organisations- Vorständen( Verband chiedentliche Umstände aufmerksam macht, um zu beweisen, daß die interessen, anschließen. und Vertrauensmänner- Centralisation), betreffend die Abstimmung der sich auch noch auf andre Zeugen beruft, führt an, daß die Verbands- gehaltene Resolution abstimmen, die mit überwältigender Mehrheit behaupteten Vereinbarungen in der That getroffen sein müssen, und Hierauf ließ der Vorsitzende über eine im Sinne des Referats und Veröffentlichung des Gesamtergebnisses der Abstimmung über den Schiedsspruch respektive Arbeitsvertrag im Berliner Maurer- leitung kein Recht hatte, einseitig dem Vertrage zuzustimmen, nach gegen die Stimmen der Deutsch- Nationalen angenommen wurde. gewerbe, gebrochen hat, ja es so hinzustellen versucht, als ob dem derselbe mit großer Majorität von den Berliner Maurern ab- Dann folgte eine lebhafte Diskussion, die im wesentlichen eine Ausüberhaupt feine Vereinbarung getroffen wäre, ferner daß, da laut gelehnt worden ist. Der Redner giebt ferner der Meinung einandersetzung war zwischen den Antisemiten, als deren Wortführer überhaupt keine Vereinbarung getroffen wäre, ferner daß, da laut Ausdruck, daß die allgemeine Einführung der bekannten Arbeitszettel, Döring auftrat und dem Centralverband, dessen Principien außer Bekanntmachung des Berliner Gewerbegerichts vom 1. Mai der in denen die Arbeitsbedingungen enthalten sind, von den Verbands- dem Referenten die Genoffen Maß und Liepmann vertraten. Arbeitsvertrag nach den abgegebenen Stimmen als abgelehnt zu gelten habe, trotzdem die Verbandsleitung der Maurer mit dem mitgliedern veranlaßt worden ist, um auf diese Weise die Maurer Annahme: wurde. in Rücksicht auf Verband der Baugeschäfte Berlins den Arbeitsvertrag für das der lokalen Richtung zur Anerkennung des Vertrags zu zwingen. Die Mißstände auf dem Berliner Schlachthof bildeten die Maurergewerbe als angenommen proklamiert, erklärt die heute Nachdem noch mehrere Redner im Sinne der Resolution gesprochen Ursache zur Abhaltung einer öffentlichen Versammlung der Engrosam 14. Mai 1901 bei Keller in der Koppenstr. 29 tagende General- und das Vorgehen des Verbands heftig kritisiert hatten, wurde die Schlächtergesellen, die am Dienstag, den 14. Mai d. J. versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer obige Resolution mit allen gegen zwei, der Antrag Megte mit allen in" Elysium" tagte. In derselben wurde vor allem darauf hingewiesen, daß die Schlachthofs- Ordning vom 4. Oftober 1900, in Berlins und Umgegend diese Handlungsweise der hiesigen gegen eine Stimme angenommen. Verbandsleitung der Maurer als einen groben Verstoß gegen die Der Centralverband der Handlungsgehilfen hatte am der bestimmt ist, daß der Schlachthof nur von 5 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet sein soll, nicht eingehalten Principien der Arbeiterorganisationen im allgemeinen, sowie als Dienstag eine öffentliche Versammlung nach Buggenhagens Saal einen schändlichen Vertrauensbruch gegen die Vertrauensmänner einberufen. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Reichstags- wird, indem die verschiedenen Thore schon zwischen 2 und 3 Uhr Centralisation der Berliner Maurer im besonderen, der nur die Ab- Abgeordneten Rosenow über die Stellenlosigkeit im Handels- morgens geöffnet werden und dadurch auch der Beginn der Arbeit sicht in sich haben kann, diese mit Hilfe des Verbands der Bau- gewerbe. Eine Versammlung mit derselben Tagesordnung, die für das Personal auf diese frühen Stunden verlegt worden ist. geschäfte zu vernichten. kürzlich in den Arminhallen stattfinden sollte, ist bekanntlich von den Außerdem wurde auch das Sanitätswesen auf dem Schlacht- und Die Versammlung ist der Ansicht, daß Leute, welche folche deutsch- nationalen Handlungsgehilfen durch organisierten Radau gleich Bichhof einer abfälligen Stritik unterzogen. Beschlüsse wurden jedoch nicht gefaßt, Schändlichkeiten begehen, nicht das Vertrauen beanspruchen können, nach der Eröffnung zur Auflösung gebracht worden. Auch diesmal da einerseits infolge der Intereffelosigkeit der andrerseits auch infolge einer das dazu gehört, die gesamten Maurer zu vertreten, und erkennen hatten die Herren vom deutsch- nationalen Verband ihre Truppen wieder Engros- Schlächtergesellen und die Versammelten dieselben auf keinen Fall als Vertreter der Ge- alarmiert, um die Versammlung zu stören. Machen Sie alles Versammlung, die von gewisser Seite durchgeführt worden ist, nur lebhaften und recht unlauteren Gegenagitation zu diefer sellen an. mobil! Döring ist da! Heil!" So schließt die Order, welche Herr ein schwacher Besuch zu verzeichnen war. Den Anwesenden wurde 2. Des weiteren verspricht die Versammlung, bei etwaigen Blobel an seine Getreuen versandt hat.( Döring war nämlich der deshalb vor Augen geführt, daß von dieser Uneinigkeit der Kollegen Streitfällen auf den Arbeitsstellen nur die Vertreter der Anführer der Nadaumacher in der gesprengten Versammlung.) Der bloß die Meister den Vorteil haben. Als einzige Hilfe zur VerBerliner Maurer( Vertrauensmänner- Centralisation) zur von Blobel, Döring u. Co. gewünschte Erfolg ist aber diesmal nicht befferung der Lage der Engros- Schlächtergesellen empfahl man den Schlichtung anzurufen, und werden diese eingetreten. In dem Saale, der schon frühzeitig bis auf den letzten zurüdgewiesen, mit der Leitung über solchen Plaz dicht befegt war, bildeten die radaulustigen Antisemiten nur festen Zusammenschluß im Centralverband der Fleischer und BerufsFall erst zu verhandeln und ist dann erst eine fleine Minderheit. Nachdem ihnen dies bei der Bureauwahl zum genossen Deutschlands. bei gemeinsamem Einverständnis die Arbeit Bewußtsein gekommen war, und nachdem ihnen der Vorsitzende Deutscher Tierschutzverein. Die nächste Mitglieder- Versammlung niederzulegen und die Arbeisstelle zu sperren Friedländer bedeutet hatte, daß Vorkehrungen getroffen feien, des Vereins findet am Montag, den 20. Mai, abends 8 Uhr, im Bürgersaal 3. Nehmen die Versammelten die Pflicht auf sich, in Zukunft um jeden Ruhestörer ohne Rücksicht aus dem Saal zu entfernen, des Rathauses statt. Herr Professor Dr. Müllenhoff wird einen Vortrag mehr denn je zuſammenzuhalten und dem Vorstand resp. den verhielten sich die deutschnationalen Schreier ruhig und Genosse über„ Die Tiere des Waldes" halten. Gäste willkommen. Kommissionsbeschlüssen Rechnung zu tragen, die Abend oder Rosenow konnte seinen Vortrag ungestört halten. Treffend beBAER SOHN 1891. 1901. ך Grösste Auswahl. Billigste Preise. Baar- Verkauf. Feste Preise. Chausseestrasse 24a/ 25 Zwischen Invalidenstrasse u. FriedrichWilhelmstädt. Theater. 11 Brückenstrasse il Zwischen Jannowitzbrücke und Köpenickerstr.( Ecke Rungestr.) Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstrasse, am BürgerHospital. Fabrikation und Maass- Anfertigung guter Herren- und Knaben- Bekleidung. Lieferanten an die preussische Armee. Lieferanten an ausländische Gesellschaften. Lieferanten an Garderobengeschäfte. Lieferanten an Waaren- Häuser. T Lieferanten an Vereine. Lieferanten an Institute. 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Anfang 23 Uhr. Lessing Theater. 4. Ab: teilung( braune Karten): Figaros Hochzeit. Anfang 2 Uhr. Opernhaus. Cavalleria rusticana, Aschenbrödel. Anfang71/ 2 Uhr. Freitag: Samson und Dalila. Schauspielhaus. Zwei Eisen im Feuer. Anfang 72 Uhr. Freitag: König Richard der Zweite. Neues Opern Theater( Kroll). Mignon. Anfang 8 Uhr. Freitag: Der Mikado. Schiller. Der Kaufmann von Benedig. Anfang 8 Uhr. Freitag: Die Jüdin von Toledo. Deutsches. Ein Voltsfeind. Anfang 72 Uhr. Freitag: Rosenmontag. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 712 Uhr. Freitag: Die Zwillingsschwester. Berliner. D'r Herr Matre. An: fang 7 Uhr. Freitag: Die strengen Herren. Residenz. Associés. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Freitag: Affociés Nenes. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Jägerblut. Anfang 8 Uhr. Freitag: Der Amerikasepp't. Weften. Fidelio. Anfang 7%, uhr. Freitag: Dinorah, oder: Die Wallfahrt nach Ploërmel. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Die schöne Helena. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Ein toller Einfall. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Freitag: Narciß. Friedrich Wilhelmstädtisches. Miß Helyett. Anfang 7 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. Lorbeerbaunt und Bettelstab. Anfang 8 Uhr. Freitag: Kean oder: Genie und Leidenschaft. Belle Alliance. Gastspiel der echten Geisha- Truppe. Silcher: Quartett der Schwarzwälder und Seifenfieder- Tanz. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 71% Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Palaft. Geschlossen. Reichshallen. Anfang 7 Uhr. Stettiner Sänger. Paffage Theater. Damen RingV tämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang mittags 12 Uhr. Freitag: Dieselbe Borstellung. Passage Panoptikum. Speciali täten- Borstellung. 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Gleichzeitig im Carl Weiss- Theater II. Abteilung: Der grüne Kakadu. Hierauf: Scherz und Ernst. Seenen und Lieder. 3. Abteilung am 19. Mai, am 26. Mai ( Pfingst- Sonntag) Zar Orientierung über die Neueinteilung der Abteilungen in nächster Saison und den Spielplan werden die Mitglieder ersucht, die im Programm- Heft 10 d. J. erlassene Bekanntmachung des Vorstands genau zu beachten und zu verbreiten. 229/19] Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. smith Heute sowie jeden Sonn- und Feiertag: Central- Theater. Grosses Garten- Konzert. 8 Uhr. Heute Anfang Mit ganz neuer Ausstattung an Kostümen, Dekorationen u. Requisiten, zum 636. Male: Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sydney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Gastspiel des Herrn Rob. Wach. Lorbeerbaum und Bettelstab oder: Drei Winter eines deutschen Dichters. Schauspiel in 3 Aften und einem Nach spiel v. Karl v. 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" " die 90 Prozent dieses Gewerbes vertreten und 7500 Arbeiter be- existieren aber Firmen in der Industrie, die in sich selbst fast ein schäftigen, in einen großen Trust oder Combine", der„ Bradford Monopol darstellen. So die Firma Sir J. Joicey u. Cie. in Dur England ist oder war bisher das klassische Land der großen Dhers Association". Diese Verbindung repräsentiert, nachdem ham, die 12 000 Arbeiter beschäftigt und jährlich 42 Mill. Tonnen sich ihr noch bier Firmen aus Lancashire angeschlossen Kohlen fördert. Industrie; es ist aber nicht das flassische Land der Trusts und haben, ein Aktien- und Obligationenkapital von zusammen Ferner tommt es auch vor, daß reorganisierte Mittelgeschäfte tapitalistischen Syndikate. Als deren klassischen Boden haben wir 75 Millionen Mart. Bald Hinterher tam auch ein Combine" den ganz großen eine gefährliche Konkurrenz machen; so sollen die vielmehr die Bereinigten Staaten von Amerika zu betrachten, wo fte, ber Färber von Kettengarn und Borgespinnsten in Yorkshire und in den Vororten Londons erstehenden mittelgroßen Warenhäuſer den unterstützt durch hohe Schutzölle und günstige natürliche und politische Lancashire zu stande, dessen Kapital sich zur Zeit auf 32,4 millionen berühmten Riesenfirmen des Londoner Warenhandels bedeutend Vorbedingungen, zu einer nirgend anderwärts erreichten Stärke fich Mark beläuft und dem 46 Firmen angehören. Ein Trust von 11 Firmen Eintrag thun eine Erscheinung, für die es auch anderwärts nicht entwickelt haben. Riesenkombinationen wie die Standard- Petroleum der Sammet- und Schnurfärberei, ein Trust der Scharlach und an Beispielen fehlt. Compagnie und der Stahl- Trust suchen in der ganzen Welt ihres- Indigo- Färbereien von Yorkshire, der einen Trust von 8 Indigo- Sind aber nicht überall die Trusts und Kombinationen in ihrer so Dennoch ist die Truft- und Syndikatsbewegung in England weder Fabrikanten zur Folge hatte, ein Trust von vier großen Firmen der Ausdehnung unbegrenzt, jo find fie doch schon vielfach so start entunbekannt noch unbedeutend. Allerdings findet sie unter der Herrschaft des Farbehölzer- Industrie und ein ebensolcher von verschiedenen Firmen widelt, daß fie ein gefährliches Monopol enteber fattisch ausüben oder, unbekannt noch unbedeutend. Allerdings findet sie unter der Herrschaft des der Fabrikation von, und des Handels in, Chemikalien und Farb- sobald sie nur wollen, ausüben können. Daß, wo dies der Fall, die Freihandels den Boden etwas rauh und steinig, und der Zusammenbruch, stoffen aller Art vervollständigen den Ring der Trusts in Einmischung der Oeffentlichkeit am Platz ist, entweder in der Form Ser Fehlschlag einiger frühzeitig gegründeter Industrie- Trusts und der Wollen-, Sammet- und Baumwollen- Färberei. Größer der Verstaatlichung oder Kommunalisierung, oder in der der staats Preistreiber- Syndikate ließ es eine Zeitlang als zweifelhaft er- als irgend einer dieser Trusts ist der Trust der Kattun-( Calico") lichen und kommunalen Regulierung der Geschäftspraxis betätigt scheinen, ob sich diese Form der Kapitalistenverbindung jemals in Sowohl die Notwendigkeit wie brucker. Er umfaßt 47 Drudfirmen, die zusammen 830 Drud werden muß, liegt auf der Hand. England einbürgern werde. So ist die im Jahre 1888 aus der maschinen eignen, und 13 Handelsfirmen, hat ein Aktien- und die Art und Weise dieser Stollektiviſierung" der Trusts wird von Verschmelzung von 64 Firmen hervorgegangene Salzfabrikations- Obligationentapital von zusammen 164 Millionen Mark und vertritt Macrosty in einem besonderen Kapitel eingehend auseinandergesetzt. Union( Stapital 80 Millionen Mark) so schlecht gefahren, daß für 85 Proz. der ganzen Kattundruckerei- Industrie von Großbritannien. Daß die Trusts ferner auch für die Arbeiterorganisationen eine Gefahr ihre Attien von 200 Mark Nennwert Ende 1888 nur noch 321/2 Mart 53 Firmen der Bleicherei Industrie haben sich im Juli 1900 werden können, braucht nicht erst eingehend dargelegt zu werden. Im gezahlt wurden( heute ist der Preis 25 Marf), und auch die Aftien Ser drei Jahre später( 1891) ins Leben gerufenen großen Vereinigung zu einem großen Trust, der„ Bleachers Association", vereinigt, deren ganzen haben sie sich in England freilich bisher in dieser Hinsicht sehr Kapital sich auf 125 Millionen Mark beläuft. zurückhaltend gezeigt. Die Stärke der Gewerkschaften auf der einen von Alkali- Werken Kapital 170 Millionen Mari find trotz der Von den Trusts in der Baumwoll- Spinnerei ist vor Seite, der politische Einfluß der Arbeiter auf der andern, haben es Ausrüstung der Geſellſchaft mit allerhand wertvollen Patenten und allem die große Kombination J. u. P. Coats zu erwähnen, eine Ver- ihnen nicht rätlich erscheinen lassen, ihre Spize gegen die Arbeiterdergleichen Fabrikationsschutz allmählich bis auf einen Preis von schmelzung von vier großen Zwirnfabriken mit der alten, schon ein organisation zu fehren. Ja, wie die Birminghamer Gewerbe20 Broz. gesunken. Und auf der andern Seite find Syndikate für Kapital von 115 Mill. Mart vertretenden Zwirnerei J. u. P. Coats. alliancen sich um die Mitwirkung der Arbeiterorganisationen bes die Preistreiberei von Lebensmitteln und Rohprodukten mit Hilfe Bei der Verschmelzung ward das Kapital um 80 Millionen Mart werben, so sind auch bei den Entwürfen auf Herstellung von Kohlens der Organisationen der Arbeiterklaffe zu Fall gebracht worden. Die vorzüglich organisierten Baumwollspinner von Lancashire sprengten erhöht und die Aktien, deren Nennwert 200 M. ist, wurden zum Preis syndikaten stets die Arbeiterverbände und ihre Ansprüche berücksichtigt 1890 einen sogenannten„ Corner" in Rohbaumwolle durch den von 1000 m. ausgegeben und find seitdem bis auf 1500 m. gestiegen. worden. Die Hauptgefahr der Trusts liegt heute offenbar auf der einfachen Beschluß in die Luft, während der Dauer der Preistreiberei Das Beispiel von Coats befolgten 1897 eine Kombination von fünf- Seite der Konsumenten. zehn Firmen der Nähgarn- Industrie von Lancashire mit einem Aftien- Schließlich sei noch der Rückwirkung der Trusts auf die Eina nur kurze Zeit"( 4 Stunden pro Tag) zu arbeiten, und die bloße kapital von 45 Min. Mart, die bald darauf noch zwei der größten kommensverteilung gedacht. Sie ist weniger groß als man gewöhn Weigerung der Großeinkaufsgenossenschaft der englischen ArbeiterKonsumvereine, einem Syndikat zur Hebung des Mehlpreises bei- Geschäfte ihrer Specialität ankauften und für 15 Mill. Mark Aktien lich annimmt. Wohl behalten die Trustgründer gewöhnlich einen zutreten, hat seiner Zeit genügt, das ganze Syndikat auseinander einer ähnlichen Kombination von 13 Nähgarnfabriken in den Vereinigten großen Teil der Aktien in ihrer Hand, aber ein größerer wandert zu treiben. Aber der Drud der heimischen und ausländischen Staaten übernahmen, deren Kapital fich auf 75 Millionen Mart be ins breite Publikum. Hier einige Zahlen darüber, die Macrosty läuft und die ihrerseits neuerdings 125 000 neu ausgegebene Attien der mitteilt: jim Konkurrenz drängt bei alledem auch in England zur VerDer spanischbindung von Industrie- Unternehmungen zu immer größeren Ein englischen Compagnie, deren Kapital auf 65 Millionen Mart erhöht heiten oder Verbänden, und ein foeben erschienenes Wert des ist, zum Preise von 180 Proz. übernommen hat. englischen Socialisten Henry W. Macrosth über Trusts weist eine amerikanische Krieg brachte mit der Annexion Kubas an die Ver einigten Staaten auch einen Krieg zwischen dem Coats- Trust und sehr ansehnliche Liste solcher in den letzten Jahren entstandener Kom- dem Nähgarn- Trust, bei dem wie dort die stärkere Kapitalmacht, binationen großer industrieller und kommerzieller Unternehmungen nämlich der Coats- Trust, Sieger blieb sich die auf.") Sie sind gerade deshalb um so interessanter, daß sie, wenn Bestimmung der Garnpreise auf dem spanischen Markt sicherte. auch zum großen Teil der Konkurrenz mit Schutzzolländern ge- Einen Trust von 16 Feingarn- und 15 Doublierspinnereien, der seit schuldet, doch nicht selbst auf einem durch Schutzölle gedeckten Boden ihrer Gründung( 1898) fich zehn weitere Firmen dieser Industrie erstanden, nicht als Treibhausgewächse zu betrachten find. einverleibt hat, stellt die Fine Cotton Spinners' and Doutlers Das Gesamtbild, welches sich aus den Zusammenstellungen Association" dar, deren Kapital sich auf 100 Millionen Mark beläuft Macroftys ergiebt, läßt sich dahin zusammenfaffen, daß kapitalistische und deren Aktien jetzt über 190 Proz. stehen. Charakteristisch iſt, Preisverbände nur dann längeren Bestand haben, wenn sie in einem daß jeder dieser Trusts größere Posten von Aktien der KonkurrenzRing einer fleinen Zahl von Geschäften bestehen, die vermöge ihres Trusts angekauft hat, und daß sie alle auch Fabriken im Auslande wöhnlich nur ein Drittel des Kapitals, das in Händen der Verkäufer Umfangs oder besonderer Betriebsbedingungen schon an sich eine Art eignen. Außerdem eignen sie auch Anstalten zur Herstellung ber- bleibt, und das oft genug auch nur ur vorläufig. Wären die ver Monopol ausüben. Andernfalls brechen sie selbst dann nach etlicher schiedener ihrer Hilfsmaterialien und verfügen sie über großartige truſteten, Geschäfte immer nur Privatgeschäfte, so hätten wir nach Zeit zusammen, wenn sie die Sympathie und den aktiven Beistand Verkehrsorganisationen. Teils ihr Beispiel und teils ihr Druck der organisierten Arbeiter auf ihrer Seite haben. M. und Von den Ver Betrag des aufgelegten Name der Trusts attiene und 02180 eingarn Spinner Bradforder Färber Bradforder Kohlenhandel Kammfabriken Aberdeen Zahl fäufern Zahl der der übernom alten Aftios menes Firmen näre 026 Mart 80 000 000 60 000 000 Kapital Mart 26 667 000 20 000 000 2 395 800 283 31 22 3 934 10 731 3 995 800 6 000 000 140 995 800 237 2 666 600 677 51 729 460 64 15 579 Es ist danach, und das zeigt sich auch bei andren Trusts, gea -eb. Witterungsübersicht vom 15. Mai 1901, morgens 8 Uhr. Das letztere war der Fall mit der vielbesprochenen Alliance der auf ihre Material- und Werkzeuglieferanten hat größere und kleinere der obigen Tabelle statt 64 nunmehr 15 579 Gigentümer an diesen Metallbettstellen- Fabrikanten von Birmingham. Diese, auf Betreiben Kombinationen in deren Reiben zur Folge gehabt; auch in der unternehmungen. Indeß waren mindestens ein Teil der Geschäfte eines dieser Fabrikanten, Mr. E. J. Smith, im Jahre 1892 gegründete Leinengarn- Industrie und der Spizenfabrikation find namhafte Trusts schon vorher Aktiengesellschaften. Soweit es sich aber nicht um solche Verbindung zur Bekämpfung der Preisdrückerei hatte mit den zu stande gekommen. Nur die Weberei, die sich ja auch der handelt, veranschaulicht die Tabelle die Thatsache, daß die Trustorganisierten Arbeitern des Gewerbes von Anfang an einen Gegen- Trustbewegung noch wenig berührt. Die Zahl der in Trusts ist das kein Vorteil. Der Einzelunternehmer, und sei er hundertForm der Aktiengesellschaft gegenüber. spröde verhält, ist von der Bildung und die Konzentration der Vermögen zwei ganz verschiedene Dinge find. Unter dem Gesichtspunkt der socialen Verantwortung seitigkeits- Bund geschlossen, der diese am Bestand der Verbindung aufgegangenen Fabriken der Textilindustrie von Lancashire und Yorkmateriell intereffierte und letzterer durch die Disziplin der Gewerkschaft einen festeren Zusammenhalt sichern sollte. Die Gewerkschaft hire war im Mai 1900 in einer Ansprache des Präsidenten der facher Millionär, ist eine verantwortliche Person, die dieser VerantHandelskammer von Manchester auf 296 angegeben, das Kapital wortung fich bewußt ist oder leicht bewußt gemacht werden kann. mit hat den Vertrag auch willig gehalten, aber trotzdem hat Die Masse der anonymen Aktionäre aber sind es nicht. Sie vers dieser Trusts auf 750 Millionen Mark. der Zeit eine Firma nach der andren entweder offen dem Es würde zu weit führen, die ähnlichen Bewegungen in den Eisen- treten, wie Macrosty treffend bemerkt, das Kapital in seiner nadten Bunde den Rücken gekehrt oder heimlich Preisdrückerei getrieben, und Stahlfabrikations- und Verarbeitungsindustrien, in der chemischen Geſtalt, kennen keine Verantwortung und bilden insofern, wo ste so daß er im Sommer 1900 durch Beschluß der ihm gebliebenen Industrie, dem Schiffbau, dem Kohlenhandel, der Papier, Tapetene, überwuchern,„ eine ernsthafte sociale Gefahr". Mitglieder seine Vorschriften über Verkaufsbedingungen bis auf Seifen- 2c. Fabrikation, dem Spezereiwaren- Handel, den Droguenweiteres" hat außer Kraft sezen müssen, was fattisch seine Auflösung geschäften usw. zu verfolgen. Es genüge festzustellen, daß sich bedeutet. Interessant ist, daß eine Versammlung der beteiligten überall Kombinationen nach Art und in der Richtung der Truſts Arbeiterorganisationen ihr Bedauern über den Zerfall des Bunds aussprach und es den Fabrikanten ans Herz legte, baldigft an feine vollziehen, daß einfach in der Form, daß Unternehmungen großen Charakters andre, die oft nur wenig kleiner sind, Wiederherstellung zu gehen, was an den Arbeitern liege, sie möglich anfaufen und ihren Betrieb entsprechend ausdehnen und viel zu machen, werde geschehen. Die Folge der Auflösung des Bunds So hat die große Geschütz- und Schiffs= für die Arbeiter war, daß die Löhne, die seit seiner Gründung um fältiger gestalten. Co. 1897 im Jahre bau- Fabrit Armstrong u. die taum 40 Broz. gestiegen waren, auf 25 Proz. über den Ursprungssatz viel Heinere Fabrit Whitworth u. Co. aufgefogen, so die Geschütz- winembe 765 Still zurüdgingen. Einen andern Verlauf wie die Allianz im Bettstellen- Gewerbe fabrik Wickers, die Maxim- Nordenfeld Kanonenfabrik und ein ähn nahm eine nach ihrem Muster eingerichtete Allianz der Wollen- liches Werk. Die Thomas Fronworks Schiffsbauerei hat 1899 die benachbarte Maschinenfabrik von Peme in Greenwich verschlungen, Färbereien von Bradford, für deren Zustandekommen sich namentlich die, die Seifenfabrik Lever( Sunlight Soap"), die Seifenfabrik Wacoke ( Monkey Brand"), und so in unzähligen andren Fällen. *) Trusts and the State. A Sketch of Competition. Wo diese Entwicklung ihre Grenze findet, ist noch nicht abzuLondon, Grant Rickards. 318 S. 8°. Der Verfasser dieser treff- sehen. Hier und da hat sie wenigstens in England- noch vor gewissen lichen Arbeit ist Mitglied der Unabhängigen Arbeiterpartei und des Riesenindustrien die Segel streichen müssen. So sind zwar große Fabiervereins. Syndikate für den Zwischenhandel in Kohlen in London und andern Stationen Hamburg Bertin Franff./M. München Wien Barometerstand mm richtung Wind Windstärke 767NW Wetter heiter 5° 4° R. Temp. n. E Stationen Barometerstand mm 14 paparanda 766 S Winds richtung Windstärke Wetter 2516.bed. Temp. n. C. 156° 6.-4° 2 516.bed. 11 Petersburg 765 NO 2wolfen! 10 772050 3heiter 4 heiter 17 Aberdeen 765 NNW 3 5lb. bed. 15 Tort 766 NO 767 Still boffent 12 Baris 764 NW 2 516.bed. 14 767 NNW 2wolten! 13 Wetter Prognose für Donnerstag, den 16. Mai 1901. Kühler, vielfach wollig, mit etwas Regen und ziemlich frischen nords westlichen Winden. Berliner Wetterbureaut. Warenhaus A.Wertheim. Jetsite ondo2 Xuseven US10 tischsbash 28.0 Undo smsbeinspeisenus Isteitatqon nebo to Am nächsten Sonntag( vor Pfingsten) bleiben ver aunsre Geschäfte, wie an allen Sontagen, ipin pa ZOBOTVORO HIS AUSTO geschlossen. Denkbar grösste Auswahl. Feinste Mass- Anfertigung, b Sommer- Paletots Streng feste Preise. E in Covert- Coat, Satin oder Cheviot in allen modernen, auch die beliebten mravengo Farben mit Serge- Futter, 18, 20, 22.50, 25, 30, 35, 40 mt., auf Seide gearbeitet, sehr elegant 22,50, 25, 30, 35, 40, 45 Wit., Raglan in marengo Cheviot, 30 und 40 Mr. Havelocks in wetterfestem Boden, Ireihig, ohne Aermel, mit voller, vorn ganz abgefütterter Pelerine 8,50, 10, 12, 15, 18, 20, 25, 30, 35 Mt. Joppen von gutem Sommerloden, mit und ohne Futter, 4,50, 6, 7,50, 9, 10, 12, 15 Mr. Gin Posten vorjährige, a Stück 12248* 2 Mt. Regenmäntel mit Futter und Sammettragen 25 und 30 Mt. Carl Stier Berlin, Oranienstrasse 166. Tadelloser Sitz. 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